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"language": "en",
"title": "Nazir",
"versionSource": "https://www.nli.org.il/he/books/NNL_ALEPH001042448/NLI",
"versionTitle": "Talmud Bavli. German trans. by Lazarus Goldschmidt, 1929 [de]",
"shortVersionTitle": "Lazarus Goldschmidt, 1929",
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"direction": "ltr",
"heTitle": "נזיר",
"categories": [
"Talmud",
"Bavli",
"Seder Nashim"
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"text": [
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" ALLE UMSCHREIBUNGEN VON NAZIR GELTEN WIE NAZIR.",
"SAGTE JEMAND: ICH WILL SEIN, SO IST ER NAZIR; [SAGTE ER:] ICH WILL SCHÖN SEIN, SO IST ER NAZIR; [SAGTE ER:] NAZIQ, NAZIḤ, PAZIḤ, SO IST ER NAZIR. [SAGTE JEMAND:] ICH WILL SO SEIN, ODER: ICH WILL [DAS HAAR] KRÄUSELN LASSEN, ODER: ICH WILL [DAS HAAR] PFLEGEN, ODER: ICH NEHME AUF MICH, DAS HAAR HINWACHSEN ZU LASSEN, SO IST ER NAZIR.",
"[SAGTE JEMAND:] ICH NEHME AUF MICH [DIE DARBRINGUNG] VON VÖGELN, SO IST ER, WIE R. MEÍR SAGT, NAZIR, UND WIE DIE WEISEN SAGEN, KEIN NAZIR.",
"GEMARA. Merke, der Autor befindet sich ja bei der Sektion von den Frauen, wieso lehrt er da [das Gesetz] vom Nazir!? –",
"Der Autor bezieht sich auf folgenden Schriftvers: wenn sie aber keinen Gefallen in seinen Augen findet, weil er etwas Widerwärtiges an ihr entdeckt. Er lehrt folgendes: der Wein ist es, der zur Sünde veranlaßt, und er lehrt, wer eine Ehebruchsverdächtigte bei ihrer Entartung sieht, gelobe sich den Wein ab. –",
"Er beginnt mit den Umschreibungen und nennt die Ansätze!?",
"Raba, nach anderen Kadi, erwiderte: [Die Mišna] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: alle Umschreibungen von Nazir gelten wie Nazir und die Ansätze des Nazirgelübdes gelten wie das Nazirgelübde. Folgendes sind Ansätze: wenn jemand sagt: ich will sein, so ist er Nazir. –",
"Sollte er doch zuerst die Umschreibungenaufzählen!? – Der Autor erklärt zuerst das, womit eraufhört. So haben wir auch gelernt: Was man als Brennstoffverwenden darf und was man nicht als Brennstoff verwenden darf. Aufgezählt aber werden zuerst [diejenigen Dinge], die man nicht als Brennstoff verwenden darf.",
"Worin man warmstellendarf und worin man nicht warmstellen darf? Aufgezählt aber wird zuerst das, worin man nicht warmstellen darf.",
"Womit eine Frau ausgehen darf und womit sie nicht ausgehen darf. Aufgezählt aber wird zuerst das, womit sie nicht ausgehen darf. –",
"Wir haben ja aber gelernt: Womit man ein Vieh austreibendarf und womit man es nicht austreiben darf, und er zählt zuerst auf, womit man ein Kamel austreiben darf!?",
"Manche [Verwandte] beerben und vererben, beerben und vererben nicht, vererben und beerben nicht, beerben nicht und vererben nicht, und er zählt zuerst diejenigen auf, die beerben und vererben!? –",
"Vielmehr, tatsächlich nennt er einmal das eine und einmal das andere [zuerst];",
"bei einem Verbote, das sich auf die Person selbst bezieht, nennt er das Verbotene zuerst, bei einem Vieh, wobei das Verbot durch das Vieh erfolgt, nennt er das Erlaubte zuerst,"
],
[
"und bei der Beerbung nennt er das Grundgesetz der Erbschaftzuerst. –",
"Demnachsollte er auch hierbei die Umschreibungen zuerst nennen!? – Vielmehr aus folgendem Grunde: [die Gültigkeit] der Ansätze wird durch eine Schriftauslegung gefolgert, und diese ist ihm lieb. –",
"Sollte er damit auch eingangs beginnen!? – Der Autor beginnt mit dem, was hauptsächlich zum Opfer [verpflichtet], bei der Erklärung aber nennt er die Ansätze zuerst.",
"SAGTE JEMAND: ICH WILL SEIN, SO IST ER NAZIR. Vielleicht meinte er: ich will im Fasten verweilen!? Šemuél erwiderte: Wenn ein Nazir an ihm vorüberging. –",
"Es wäre anzunehmen, daß Šemuél der Ansicht ist, Ansätze, die nichtsbeweisen, gelten nicht als Ansätze? – Ich will dir sagen, wenn ein Nazir an ihm vorüberging, so ist eine andere Absicht nicht zu vermuten, wenn aber ein Nazir nicht vorüberging, sagen wir, er meinte vielleicht: ich will im Fasten verweilen. –",
"Vielleicht meinte er, er wolle ihn seiner Opfer entheben!? – Wenn er im Herzen [das Richtige] gedacht hat. –",
"Wozu braucht dies demnach gelehrt zu werden!? – Man könnte glauben, Mund und Herz müssen übereinstimmen, so lehrt er uns.",
"ICH WILL SCHÖN SEIN, SO IST ER NAZIR. Vielleicht meinte er: ich will mich schön zeigen in der Ausübung der Gebote!? Es wird nämlich gelehrt:Dieser ist mein Gott, ich will ihn verherrlichen; ich will ihn verherrlichenbei der Ausübung der Gebote: ich will ihm [zu Ehren] eine schöne Festhütte, einen schönen Feststrauß, schöne Çiçithmachen, eine schöne Torarolle schreiben und sie in schöne Seide hüllen.",
"Šemuél erwiderte: Wenn er sich an das Haar faßte und sprach: ich will schönsein. –",
"Diesist ja eine Übertretung, und das soll schön heißen!? –"
],
[
"Freilich: selbst nach R. Elea͑zar ha Qappar, welcher sagt, ein Nazir sei ein Sünder, gilt dies nur von einem unreinen Nazir, weil er, da [die verstrichene Zeit]hinfällig ist, denn der Allbarmherzige sagt: und die früheren Tage sind hinfällig, das Nazirat übertreten könnte, ein reiner Nazir aber ist kein Sünder.",
"ICH WILL SO SEIN. Er hat ja, selbst wenn er sich an das Haar faßte, nicht ‘dadurch’gesagt!? Šemuél erwiderte: Wenn ein Nazir an ihm vorüberging.",
"ICH WILL KRÄUSELN LASSEN. Woher, daß darunter das Kräuseln des Haares zu verstehen ist? – So sprach einst eine Magd im Hause Rabbis zu einem: wie lange noch wirst du dein Haar kräuseln? –",
"Vielleicht die Tora, denn es heißt:kräusle sie und sie wird dich erheben!? Šemuél erwiderte: Hierbei ebenfalls, wenn er sich an das Haar faßte.",
"ICH WILL PFLEGEN. Woher, daß unter Pflegen das des Haares zu verstehen ist? – Wie wir gelernt haben: R. Jehuda sagt, Kalk, um den Haarwuchszu entfernen, und Rabh erklärte, an der Unterschläfe. –",
"Vielleicht die Pflege von Armen, wie es heißt:und Joseph verpflegte seinen Vater und seine Brüder!? Šemuél erwiderte: Hierbei ebenfalls, wenn er sich an das Haar faßte.",
"ICH NEHME AUF MICH, DAS HAAR HINWACUSEN ZU LASSEN, SO IST ER NAZIR. Woher, daß unter Šalaḥdas Wachsenlassen zu verstehen ist? – Es heißt:deine Schößlinge [šelaḥajikh] wie ein Granatenhain. –",
"Vielleicht etwas, das vorübergeht, wie es heißt:er läßt Wasser über die Straßen ziehen [šoleaḥ]!? –",
"Der Autor folgert aus [dem Worte] Haarwuchs; hierbei heißt es:heilig soll er sein, den Haarwuchs gedeihen lassen, und dort, beim gemeinen Priester, heißt es:den Haarwuchs sollen sie nicht nachhängen lassen.",
"Wenn du aber willst, sage ich: auch beim Wasserist unter šoleaḥ das Wachsen zu verstehen, denn R. Joseph paraphrasiert: wie das Wasser die Frucht tränkt und sie wachsen macht.",
"ICH NEHME AUF MICH [DIE DARBRINGUNG] VON VÖGELN, SO IST ER, WIE R. MEÍR SAGT, NAZIR. Was ist der Grund R. Meírs? Reš Laqiš erwiderte: Er nahm auf sich [die Darbringung] der Vögel, die neben ‘Haar’ genanntwerden, wie es heißt:bis das Haar ihm wie den Adlern gewachsen war, und die Nägel wie Vögel[krallen].",
"R. Meír ist der Ansicht, er werde vom daneben genanntenerfaßt,"
],
[
"und die Rabbanan sind der Ansicht, er werde vom daneben genannten nicht erfaßt.",
"R. Joḥanan erwiderte: Alle stimmen überein, daß er vom daneben genannten nicht erfaßt werde, vielmehr ist folgendes der Grund R. Meírs: wir berücksichtigen, er kann [die Darbringung der] Vögel eines unreinen Nazirsauf sich genommen haben. –",
"Merke, er sagt ja, es sei zu berücksichtigen, somit kann er ja ein freiwilliges Vogelopfer auf sich genommen haben!? – Sodann sollte er gesagt haben: ich nehme auf mich [die Darbringung] eines Vogelpaares. –",
"Vielleicht meinte er die Vögel eines Aussätzigen!? – Wenn ein Nazir an ihm vorüberging. – Vielleicht meinte er einen unreinen Nazir, ihn seiner Opfer zu entheben!? – Wenn ein reiner Nazir an ihm vorüberging. –",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? –",
"Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen in dem Falle, wenn er gesagt hat: er nehme auf sich [die Darbringung von] Vögeln, die neben ‘Haar’ genannt werden. Nach R. Joḥanan ist er, obgleich er diesen Ausdruck gebraucht hat, nur dann [Nazir], wenn ein Nazir an ihm vorüberging, sonst aber nicht, nach Reš Laqiš aber auch dann, wenn kein Nazir an ihm vorüberging. –",
"Gibt es denn jemand, der der Ansicht wäre, man werde von dem, was daneben genannt ist, nicht erfaßt!? Es wird ja gelehrt: Sagte jemand: bei der Rechten, so ist dies ein Schwur. Doch wohl aus dem Grunde, weil es heißt:da hob er seine Rechte und seine Linke gegen den Himmel und schwor bei dem, der ewig lebt. –",
"Ich will dir sagen, nein, weil die Rechte an sich einen Schwur bedeutet. Es wird nämlich gelehrt: Woher, daß, wenn jemand ‘[bei der] Rechten’ sagt, dies ein Schwur sei? Es heißt:der Herr hat bei seiner Rechten geschworen. Und woher, daß, wenn jemand ‘[bei der] Linken’ sagt, dies ein Schwur sei? Es heißt:und beim Arme seiner Macht.",
" SAGTE JEMAND:] ICH WILL NAZIR SEIN INBEZUG AUF TRAUBENKERNE, SCHLAUBEN, DAS HAARSCHEREN ODER DIE VERUNREINIGUNG, SO IST ER NAZIR, UND ALLE GENAUIGKEITEN DES NAZIRATES LIEGEN IHM OB.",
"GEMARA. Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht R. Šimo͑ns, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagt, er sei nur dann schuldig, wenn er sich allesabgelobt hat; die Weisen sagen, selbst wenn nur eines davon, sei er Nazir. –",
"Was ist der Grund R. Šimo͑ns? – Die Schrift sagt:von allem,, was aus dem Weinstocke bereitet wird, weder Kerne noch Schlauben. – Was ist der Grund der Rabbanan? – Die Schrift sagt: des Weines und des Rauschtrankes enthalte er sich. –",
"Und R. Šimo͑n, es heißt ja: des Weines und des Rauschtrankes enthalte er sich!? – Dies deutet darauf, daß ihm der Wein auch zu Gebotszwecken gleich dem freigestellten verboten sei. –",
"Das sind wohl der Weihsegen und der Unterscheidungssegen, und bezüglich dieser"
],
[
"ist er ja vom Berg Sinaj hermit einem Schwure belegt!? –",
"Vielmehr, nach einer Lehre Rabas: Wenn jemand geschworen hat, [Wein] zu trinken, und darauf spricht: ich will Nazir sein, so erstreckt sich das Nazirat auf den Schwur. –",
"Und die Rabbanan, dieser [Schriftvers]ist ja nötig, um hieraus das Verbot des Weines zu Gebotszwecken gleich dem Freigestellten zu entnehmen!? – Die Schrift sollte ja nur den Wein nennen, da sie aber auch den Rauschtrank nennt, so ist beides zu entnehmen. –",
"Und R. Šimo͑n!? – Der Rauschtrank wird deshalb genannt, um hieraus hinsichtlich des Tempelszu folgern. Es heißt:Wein und Rauschtrank sollst du nicht trinken, du und deine Söhne mit dir; wie dem Nazir nur Wein verboten ist, nicht aber andere [berauschende] Getränke, ebenso erstreckt sich das Verbot hinsichtlich des Tempels nur auf Wein, nicht aber auf andere berauschende Getränke.",
"Dies schließt die Ansicht R. Jehudas aus, denn es wird gelehrt: R. Jehuda sagt, wer eine qei͑lische Feige gegessen oder Honig und Milch getrunken hatund darauf in den Tempel eingetreten ist, sei schuldig.",
"Wenn du aber willst, sage ich: R. Šimo͑n ist nicht der Ansicht, daß ein Verbot sich auf Verboteneserstrecke.",
"Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n sagt, wer Aas am Versöhnungstage gegessen hat, sei frei. –",
"Und die Rabbanan, es heißt ja: von allem, was aus dem Weinstocke bereitet wird!? – Die Rabbanan können dir erwidern: dies lehrt, daß die dem Nazir verbotenen Dinge mit einander vereinigt werden. –",
"Und R. Šimo͑n!? – Er hält nichts von der Vereinigung. Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n sagt, die Geißelungsei auf ein Minimum gesetzt, und nur hinsichtlich des Opfersist Olivengröße erforderlich.",
" SAGTE JEMAND:] ICH WILL SEIN WIE ŠIMŠON, DER SOHN MANOAḤS, DER EHEMANN DER DELILA, ODERDER, DER DIE TORE VON A͑ZA AUSHOB, ODER DER, DEM DIE PELIŠTIM DIE AUGEN AUSSTACHEN, SO IST ER NAZIR WIE ŠIMŠON.",
"GEMARA. Wozu lehrt er dies alles? – Dies ist nötig. Hieße es nur: ich will wie Šimšon sein, so könnte ein anderer Šimšon gemeint sein, daher heißt es: wie der Sohn Manoaḥs.",
"Und hieße es auch: wie der Sohn Manoaḥs, so könnte man glauben, es gebe einen anderen, der so heißt, daher heißt es auch: wie der Ehemann der Delila, oder wie der, dem die Pelištim die Augen ausstachen.",
" WELCHEN UNTERSCHIED GIBT ES ZWISCHEN EINEM LEBENSLÄNGLICHEN NAZIR UND EINEM NAZIR WIE ŠIMŠON? EIN LEBENSLÄNGLICHER NAZIR DARF, WENN IHM DAS HAAR LÄSTIG WIRD, ES MIT EINEM SCHERMESSER STUTZEN UND BRINGTDIE DREI OPFERTIERE DAR, UND WENN ER UNREIN WIRD, BRINGT ER DAS UNREINHEITSOPFERDAR, \n",
"EIN NAZIR WIE ŠIMŠON ABER DARF, WENN IHM DAS HAAR LÄSTIG WIRD, ES NICHT STUTZEN, UND WENN ER UNREIN WIRD, BRINGT ER DAS [UNREINHEITS]OPFER NICHT DAR.",
"GEMARA. Wer spricht von einem lebenslänglichen Nazir!? – [Die Mišna] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: sagte jemand: ich will lebenslänglicher Nazir sein, so ist er Nazir. Welchen Unterschied gibt es zwischen einem lebenslänglichen Nazir und einem Nazir wie Šimšon? Ein lebenslänglicher Nazir darf, wenn ihm das Haar lästig wird, es mit einem Schermesser stutzen und bringt die drei Opfertiere dar, und wenn er unrein wird, bringt er das Unreinheitsopfer dar, ein Nazir wie Šimšon aber darf, wenn ihm das Haar lästig wird, es nicht stutzen,"
],
[
"und er bringt das Unreinheitsopfer nicht dar. –",
"Er braucht also nur das Opfer nicht darzubringen, wohl aber ist er diesbezüglich Nazir,",
"somit vertritt ja unsere Mišna weder die Ansicht R. Jehudas noch die des R. Šimo͑n!? Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagt, ein Nazir wie Šimšon dürfe sich an Toten verunreinigen, denn wir finden, daß Šimšon sich verunreinigt hat. R. Šimo͑n sagt, wenn jemand sagte, er wolle ein Nazir wie Šimšon sein, habe er nichts gesagt, denn wir finden nirgends, daß aus dem Munde Šimšons ein Nazirgelübde gekommen sei.",
"Wessen Ansicht: wenn die des R. Jehuda, so erlaubt er es ja auch von vornherein, während unsere Mišna von dem Falle spricht, wenn er unrein geworden ist, und wenn die des R. Šimo͑n, so wird er ja vom Nazirate überhaupt nicht erfaßt. –",
"Tatsächlich die des R. Jehuda, da sie aber vom lebenslänglichen Nazir ‘wenn er unrein wird’ lehrt, so lehrt sie auch vom Nazir wie Šimšon ‘wenn er unrein wird’. –",
"Es wäre anzunehmen, daß sie den Streit der folgenden Tannaím führen: Wir haben gelernt: [Sagte jemand:] diessei mir wie Erstgeborenes, so ist es ihm nach R. Ja͑qob verboten und nach R. Jose erlaubt.",
"Wahrscheinlich ist R. Jehuda der Ansicht R. Ja͑qobs, welcher sagt, es brauche keine Sache zu sein, die erst durch Gelübde [verboten wird], und R. Šimo͑n der Ansicht R. Joses, welcher sagt, es müsse eine Sache sein, die erst durch Gelübde [verboten wird]. –",
"Nein, alle sind der Ansicht, es müsse eine Sache sein, die erst durch Gelübde [verboten wird], nur ist das Erstgeborene anders, denn es heißt:für den Herrn, und dies schließt das Erstgeborene ein. –",
"Und R. Jose!? – Er kann dir erwidern: [die Worte] für den Herrn schließen Sündopfer und Schuldopfer ein. –",
"Was veranlaßt dich, Sündopfer und Schuldopfer einzuschließen und das Erstgeborene auszuschließen? – Ich schließe Sündopfer und Schuldopfer ein, die vom Gelübde erfaßt werden, und ich schließe das Erstgeborene aus, das nicht vom Gelübde erfaßt wird.",
"Und R. Ja͑qob!? – Er kann dir erwidern: auch das Erstgeborene wird vom Gelübde erfaßt, denn es wird gelehrt: Im Hause unseres Meisters sagten sie: Woher, daß, wenn einem in seiner Herde ein Erstgeborenes geworfen wird, es Gebot sei, es zu weihen? Es heißt:das Männliche sollst du heiligen. –",
"Und R. Jose!? – Er kann dir erwidern: zugegeben, daß es Gebot ist, es zu heiligen, aber ist sie etwa nicht heilig, auch wenn man sie nicht geheiligt hat!? –",
"Auch beim Nazir heißt es ja:für den Herrn!? –",
"Dies ist wegen der folgenden Lehre nötig: Šimo͑n der Gerechte sagte: Nie im Leben aß ich vom Schuldopfereines unreinen Nazirs, außer im folgenden Falle. Einst kam zu mir ein Mann aus dem Süden, hübschäugig, schön von Gestalt, und die Locken in Krausen herabwallend. Ich sprach zu ihm: Mein Sohn, was veranlaßte dich, dies schöne Haar zu verunstalten?",
"Er erwiderte mir: Hirte bei meinem Vater war ich daheim; als ich einst Wasser schöpfen ging und mein Spiegelbild in der Quelle betrachtete, überfiel mich der böse Trieb und wollte mich aus der Welt verstoßen. Da sprach ich zu ihm: Wicht, weshalb stolzierst du mit einer Welt, die nicht dein ist; dein Ende ist Moder und Gewürm! Beim Kult, ich schere dich im Namen des Himmels.",
"Hierauf stand ich auf, küßte ihn aufs Haupt und sprach zu ihm: Viele mögen der Naziräer deinesgleichen in Jisraél sein! Deinetwegen spricht die Schrift: Wenn jemand ein Nazirgelübde ausspricht, dem Herrn gesondert zu sein.",
"War etwa Šimšon kein gelobter Nazir, es heißt ja:denn vom Mutterleibe an soll der Knabe ein Nazir Gottes sein!? – Dies hatte der Engel gesagt. –",
"Woher, daß er sich an Toten verunreinigte; wollte man sagen, weil es heißt:mit einer Eselskinnlade habe ich tausend Mann erschlagen, so kann er sie ja auf diese geschleudert und sie nicht berührt haben!? –",
"Vielmehr, hieraus:er erschlug von ihnen dreißig Mann und zog ihnen die Kleider ab. – Vielleicht zog er ihnen zuerst die Kleider ab und tötete sie nachher!? – Es heißt: erschlug, und zog. –",
"Vielleicht machte er sie nur totverletzt!? – Vielmehr, dies ist eine Überlieferung.",
"Wo ist diesvom lebenslänglichen Nazir in der Schrift zu finden? – Es wird gelehrt: Rabbi sagte: Abšalom war lebenslänglicher Nazir, denn es heißt:nach Verlauf von vierzig Jahren sprach Abšalom zum Könige: Ich möchte gehen und mein Gelübde, das ich dem Herrn gelobthabe, in Ḥebron einlösen. Er schor sich einmal in zwölf Monaten, denn es heißt: es geschah nach Ablauf eines jeden Jahres [jamim],"
],
[
"und die Bedeutung [des Wortes] jamim ist von dem, der auch beim Wohnhause in einer ummauerten Stadtgebraucht wird, zu entnehmen: wie es da zwölf Monate bedeutet, ebenso bedeutet es auch hierbei zwölf Monate.",
"R. Nehoraj sagt, er schor sich einmal in dreißig Tagen. R. Jose sagt, er schor sich jeden Vorabend des Šabbaths, denn wir finden, daß Königssöhne sich jeden Vorabend des Šabbaths scheren. –",
"Rabbi ist dieser Ansicht aus dem Grunde, weil er von [jamim] entnimmt, das beim Wohnhause in einer ummauerten Stadt gebraucht wird, und er selbst sagt ja, daß da unter jamim wenigstens zwei Tagezu verstehen seien!? –",
"Diesen [Schluß durch] Wortanalogie folgert er wegen der Lästigkeit, und in zwei Tagen erfolgt keine Lästigkeit. –",
"Vielleicht zwei Jahre, wie es heißt:nach Ablauf von zwei Jahren, jamim!? – Man folgere hinsichtlich jamim, wobei Jahre nicht genannt werden, von jamim, wobei Jahre nicht genannt werden, nicht aber ist hieraus zu folgern, da hierbei Jahre genannt werden. –",
"Vielleicht dreißig Tage, denn es heißt: bis zu einem Monat, jamim!? – Man folgere hinsichtlich jamim, wobei Monate nicht genannt werden, von jamim, wobei Monate nicht genannt werden, nicht aber ist hieraus zu folgern, da hierbei Monate genannt werden. –",
"Vielleicht hieraus:von Jahr [jamim] zu Jahr [jamima]!? – Man folgere hinsichtlich jamim von jamim, nicht aber hinsichtlich jamim von jamima. –",
"Welchen Unterschied gibt es denn hierbei, in der Schule R. Jišma͑éls lehrten sie ja:Wenn der Priester wiederkommt,wenn der Priester hineingeht, ‘kommen’ und ‘gehen’ sind dasselbe!? –",
"Dies nur, wenn kein gleiches [Wort] vorhanden ist, wenn aber ein gleiches vorhanden ist, folgere man vom gleichen.",
"Wenn du aber willst, sage ich: woher, daß es da einmal in drei Monaten erfolgte, vielleicht viermal im Jahre: einmal in vier Monaten und alle zwei Monate einmal. –",
"«R. Nehoraj sagt, er schor sich einmal in dreißig Tagen.» Aus welchem Grunde? – Priester tun dieswegen der Lästigkeit, und auch hierbei ist die Lästigkeit zu berücksichtigen. –",
"«R. Jose sagt, er schor sich an jedem Vorabend des Šabbaths.» Welchen Unterschied gab es zwischen ihm und seinen Brüdern? –",
"Wenn ein Fest in die Mitte der Woche fiel; seine Brüder gehören sich, er aber schor sich nicht. Oder auch, hinsichtlich des Scherens am Morgen des Vorabends des Šabbaths; seine Brüder schoren sich dann, er aber durfte sich erst abends scheren. –",
"Welche vierzig Jahre sindes? R. Nehoraj erwiderte im Namen R. Jehošua͑s: Nach Ablauf von vierzig Jahren, seitdem sie nach einem Königeverlangten. Es wird gelehrt: Das Jahr, in dem sie nach einem Könige verlangten, war das zehnte Šemuéls aus Rama.",
" DAS NAZIRAT OHNE ZEITBESTIMMUNGDAUERT DREISSIG TAGE.",
"GEMARA. Woher dies? R. Mathna erwiderte: Die Schrift sagt:heilig soll er sein [jihje], und der Zahlenwert von jihje beträgt dreißig.",
"Bar Pada erklärte: Entsprechend [den Wiederholungen des Wortes] Nazir in der Schrift, dreißig weniger eines. –",
"Sollte es R. Mathna ebenfalls aus [der Wiederholung des Wortes] Nazir entnehmen!? –",
"Er kann dir erwidern: diese ist zur Auslegungnötig. Des Weines und des Rauschtrankes enthalte [jazir] er sich; der Wein ist ihm zu Gebotszwecken ebenso wie der freigestellte verboten. Wenn er ein Nazirgelübde ausspricht, sich zu enthalten; dies lehrt, daß das Nazirat sich auf das Nazirat erstrecke. –"
],
[
"Und Bar Pada!? – Er kann dir erwidern: ist etwa nicht eines darunter, das nicht zur Auslegung dient!? Da nun dieses auf die Zahl deutet, so deuten auch die übrigen auf die Zahl. –",
"Wir haben gelernt: Das Nazirat ohne Zeitbestimmung dauert dreißig Tage. Richtig ist dies nach R. Mathna, gegen Bar Pada aber ist dies ja ein Einwand!? –",
"Bar Pada kann dir erwidern: da noch der dreißigste Tag hinzukommt, an dem er sich scheren und seine Opfer bringen muß, so lehrt er: dreißig. –",
"Wir haben gelernt: Sagte jemand: ich will Nazir sein, so schere er sich am einunddreißigsten Tage. Richtig ist dies nach R. Mathna, gegen Bar Pada aber ist dies ja ein Einwand!? –",
"Bar Pada kann dir erwidern: beachte den Schlußsatz: schor er sich am dreißigsten Tage, so hat er der Pflicht genügt. Vielmehr ist der Schlußsatz für ihn eine Stütze, und der Anfangsatz ist [zu erklären:] es ist ebenso als würde er ‘vollständige’ gesagthaben. –",
"Gegen R. Mathna ist ja aus dem Schlußsatze ein Einwand zu erheben!? Er ist der Ansicht, ein Teil des Tages gelte als ganzer. –",
"Wir haben gelernt: [Sagte jemand:] ich will dreißig Tage Nazir sein, so hat er, wenn er sich am dreißigsten Tage schor, der Pflicht nicht genügt!? – Wenn er ‘vollständige’ gesagt hat. –",
"Wir haben gelernt: Wer zwei Nazirate gelobt hat, schere sich wegen des ersten am einunddreißigsten und wegen des anderen am ein und sechzigsten Tage. Richtig ist dies nach R. Mathna,"
],
[
"gegen Bar Pada aber ist dies ja ein Einwand!? –",
"Bar Pada kann dir erwidern: achte auf den Schlußsatz: schor er sich wegen des ersten am dreißigsten Tage, so schere er sich wegen des anderen am sechzigsten. Vielmehr ist der Schlußsatz für ihn eine Stütze, und der Anfangsatz [ist zu erklären:] es istebenso, als würde er ‘vollständige’ gesagt haben. –",
"Gegen R. Mathna ist ja aus dem Schlußsatze ein Einwand zu erheben!? – R. Mathna kann dir erwidern: wie weiter gelehrt wird: der dreißigste Tag wird zum einen und zum anderen gerechnet. –",
"Dies lehrt wohl, daß ein Teil des Tages als ganzer gilt, und dies lehrte er ja bereits einmal!? – Man könnte glauben, dies gelte nur bei einem Nazirat, nicht aberbei zwei, so lehrt er uns. –",
"Wir haben gelernt: Schor er sich am neunundfünfzigsten Tage, so hat er der Pflicht genügt, denn der dreißigste Tag wird ihm mitgerechnet. Einleuchtend ist diesnach R. Mathna, wozu aber ist dies nach Bar Pada nötig, nach ihm sind es ja überhaupt nur neunundzwanzig!? –",
"Er kann dir erwidern: hierauf stütze ich mich eben. –",
"Wir haben gelernt: Wenn jemand gesagt hat: ich will Nazir sein, und am dreißigsten Tage unrein geworden ist, so ist alles hinfällig. Einleuchtend ist dies nach R. Mathna, gegen Bar Pada aberist dies ja ein Einwand!? –"
],
[
"Bar Pada kann dir erwidern: achte auf den Schlußsatz: R. Elie͑zer sagt, nur sieben seien hinfällig. Wenn du sagst, es seien dreißig erforderlich, so sollten alle hinfälligsein!? –",
"R. Elie͑zer ist der Ansicht, ein Teil des Tages gelte als ganzer. –",
"Wir haben gelernt: [Wenn jemand gesagt hat:] ich will hundert Tage Nazir sein, und er am hundertsten Tage unrein geworden ist, so ist alles hinfällig; R. Elie͑zer sagt, nur dreißig Tage seien hinfällig. Wenn du nun sagst, R. Elie͑zer sei der Ansicht, ein Teil des Tages gelte als ganzer, sollten doch nur sieben hinfällig sein!? – Wenn er nicht der Ansicht ist, ein Teil des Tages gelte als ganzer, sollten doch alle hinfällig sein!? –",
"Tatsächlich ist er nicht der Ansicht, daß ein Teil des Tages als ganzer gelte. – Demnach sollten doch alle hinfällig sein!? Reš Laqiš erwiderte: Folgendes ist der Grund R. Elie͑zers: die Schrift sagt:dies ist das Gesetz inbetreff des Nazirs, am Tage des Vollwerdens, die Schrift sagt damit, daß, wenn er am Tage des Vollwerdens unrein wird, für ihn das Gesetz des Nazirs gelte.",
"Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaím streiten.Bis zum Vollwerden der Tage;",
"unter Tage könnte man das wenigste, zwei verstehen, so heißt es: heilig soll er sein, das Haar hinwachsen lassen, und ein Haarwuchs erfolgt in wenigstens dreißig Tagen – so R. Jošija.",
"Rabbi sagte: Dies ist nicht nötig; es heißt: bis zum Vollwerden der Tage, und dreißig Tage sind es, die vollwerden.",
"Wahrscheinlich ist R. Mathna der Ansicht R. Jošijas und Bar Pada der Ansicht Rabbis. –",
"R. Mathna kann dir erwidern: alle sind der Ansicht, es seien dreißig erforderlich, und hierbei streiten sie, ob das ‘bis’ einschließlich zu verstehen ist. R. Jošija ist der Ansicht, das ‘bis’ sei nicht einschließlichzu verstehen, und Rabbi ist der Ansicht, das ‘bis’ sei einschließlich zu verstehen.",
"Der Meister sagte: Und dreißig Tage sind es, die voll werden. Vielleicht eine Woche!? – Gibt es denn bei der Woche ein Fehlen? –"
],
[
"Vielleicht ein Jahr!? – Wird dieses etwa nach Tagen gezählt!? Die Rabbanan zu Cäsarea sagten ja: Woher, daß man die Jahre nicht nach Tagen zähle? Es heißt:nach den Monaten des Jahres; die Monate werden zu einem Jahre zusammengezählt, nicht aber werden die Tage zu einem Jahre [zusammengezählt].",
"iii,2 SAGTE JEMAND: ICH WILL EINMAL LANGE NAZIR SEIN, ODER: ICH WILL EINMAL KURZE [ZEIT] NAZIR SEIN, SO IST ER, SELBST WENN ER ‘VON JETZT BIS ANS ENDE DER WELT’ GESAGT HAT, DREISSIG TAGE NAZIR.",
"GEMARA. Weshalb denn, er sagte ja: von jetzt bis ans Ende der Welt!? – Er meinte es wie folgt: dies kommt mir so langevor, wie von jetzt bis ans Ende der Welt. –",
"Wir haben gelernt: [Sagte jemand:] ich will Nazir sein von hier bis zu jenem Orte, so schätze man, wieviel Tage es von hier bis zu jenem Orte sind; sind es weniger als dreißig Tage, so ist erNazir dreißig Tage, sonst aber ist er Nazir in der Anzahl dieser Tage. Demnach sollte man auch hierbei sagen, [er meinte es:] dies kommt mir so lange vor, wie von hier bis zu jenem Orte!?",
"Raba erwiderte: Wenn er die Reise bereits angetretenhat. – Sollte er es [in der Anzahl] der Parasangensein!? R. Papa erwiderte: In einer Ortschaft, wo man nicht nach Parasangen zählt. –",
"Sollte er es [in der Anzahl] der Stationen sein!? Wir haben ja gelernt: [Sagte jemand:] ich will Nazir sein wie der Staub der Erde, wie das Haar meines Hauptes, wie der Sand am Meere, so ist er lebenslänglich Nazir und schere sich alle dreißig Tage. –",
"Von einer begrenzten Dauerlehrt er dies nicht.",
"Es wird auch gelehrt: [Sagte jemand:] ich will lebenslänglich Nazir sein, ich will ewig Nazir sein, so ist er lebenslänglichNazir; wenn aber: auch hundert Jahre, auch tausend Jahre, so ist er nicht lebenslänglich Nazir, sondern lebenslänglicherNazir.",
"Rabba erwiderte: Anders verhält es sich bei den Haaren, da sie von einander getrennt sind. –",
"Auch, von den Tagen Heißt es ja:es ward Abend und es ward Morgen, ein Tag!? –",
"Dies besagt nicht, daß sie von einander getrennt sind, sondern, daß ein Tag und eine Nacht zusammen ein Tag sind; von einander getrennt sind sie nicht.",
"Raba erwiderte: Was ist da viel einzuwenden? Anders ist es hierbei, wo er ausdrücklich lehrt: ich will einmal Nazir sein.",
" SAGTE JEMAND:] ICH WILL NAZIR SEIN UND EINEN TAG DARÜBER, ICH WILL NAZIR SEIN UND EINE STUNDE DARÜBER, ICH WILL ANDERTHALBMAL NAZIR SEIN, SO IST ER ZWEIMAL NAZIR.",
"GEMARA. Wozu werden all diese Fälle gelehrt? – Sie sind nötig. Würde er nur gelehrt haben: ich will Nazir sein und einen Tag darüber, [so könnte man glauben,] nur in diesem Falle müsse er zwei absolvieren, weil es kein Nazirat auf einen Tag gibt, wenn er aber gesagt hat: ich will Nazir sein und eine Stunde darüber, zähle er einunddreißig Tage, so lehrt er uns."
],
[
"Und würde er es nur von einer Stunde gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil er nicht deutlichwar, wenn er aber anderthalb [sagte], wobei er deutlich war, absolviere er keine zwei, so lehrt er uns, daß er in allen Fällen zweimal Nazir sei.",
"iii,4 SAGTE JEMAND:] ICH WILL DREISSIG TAGE UND EINE STUNDE NAZIR SEIN, SO IST ER EINUNDDREISSIG TAGE NAZIR, DENN ES GIBT KEIN NAZIRAT AUF STUNDEN.",
"GEMARA. Rabh sagte: Dies gilt nur dann, wenn er gesagt hat: einunddreißig Tage, wenn aber: dreißig Tage und einen Tag, so ist er zweimalNazir.",
"Rabh ist nämlich der Ansicht R. A͑qibas, der die überflüssige Redewendung deutet.",
"Wir haben nämlich gelernt: Nicht den Brunnenund nicht die Zisterne, obgleich er ihm geschrieben hat: Tiefe und Höhe. Ermuß sich aber den Weg zu diesen kaufen – so R. A͑qiba;",
"die Weisen sagen, er brauche sich den Weg nichtzu kaufen. Jedoch pflichtet R. A͑qiba bei, daß, wenn er gesagt hat: außer diesen, er sich den Weg nicht zu kaufen brauche."
],
[
" SAGTE JEMAND:] ICH WILL NAZIR SEIN WIE DIE HAARE MEINES HAUPTES, WIE DER STAUB DER ERDE, WIE DER SAND AM MEERE, SO IST ER IMMERWÄHREND NAZIR UND SCHERE SICHALLE DREISSIG TAGE.",
"RABBI SAGT, DIESER SCHERE SICH NICHTALLE DREISSIG TAGE; ALLE DREISSIG TAGE SCHERE SICH VIELMEHR DERJENIGE, DER GESAGT HAT: ICH NEHME AUF MICH NAZIRATE WIE DIE HAARE MEINES HAUPTES, WIE DER STAUB DER ERDE, WIE DER SAND AM MEERE.",
" [SAGTE JEMAND:] ICH WILL EIN HAUS VOLL, EIN KORB VOLL NAZIR SEIN, SO FRAGE MAN IHN AUS; SAGT ER, ER HABE EIN GROSSES NAZIRAT GELOBEN WOLLEN, SO IST ER DREISSIG TAGENAZIR, UND SAGT ER, ER HABE SCHLECHTHIN GELOBEN WOLLEN, SO ERACHTE MAN DEN KORB ALS VOLL SENFKÖRNER, UND ER IST LEBENSLÄNGLICHNAZIR.",
"vi [SAGTE JEMAND:] ICH WILL NAZIR SEIN VON HIER BIS ZU JENEM ORTE, SO SCHÄTZE MAN, WIEVIEL TAGE ES VON HIER BIS ZU JENEM ORTE SIND; SIND ES WENIGER ALS DREISSIG TAGE, SO IST ER NAZIR DREISSIG TAGE, SONST ABER IST ER NAZIR IN DER ANZAHL DIESER TAGE.",
"vii [SAGTE JEMAND:] ICH WILL NAZIR SEIN IN DER ANZAHL DER TAGE DES SONNENJAHRES, SO ABSOLVIERE ER NAZIRATE IN DER ANZAHL DER TAGE DES SONNENJAHRES. R. JEHUDA SAGTE: EINST EREIGNETE SICH EIN SOLCHER FALL, UND NACH DER BEENDIGUNG STARB ER.",
"GEMARA. SO BETRACHTE MAN DEN KORB ALS VOLL SENFKÖRNER, UND ER IST LEBENSLÄNGLICH NAZIR. Weshalb denn, sollte man ihn doch als voll Gurken und Kürbisse betrachten, und es sollte für ihn ein Mittelgeben!?",
"Ḥizqija erwiderte: Bezüglich dieser Lehre besteht ein Streit, und hier ist die Ansicht R. Šimo͑ns vertreten, welcher sagt, man pflege auf sich etwas zu nehmen, wobei der Zweifel strenger istals die Gewißheit.",
"Es wird nämlich gelehrt: [Wenn jemand sagte:] ich will Nazir sein unter der Bedingung, daß in diesem Getreidehaufen hundert Kor vorhanden sind, und er hingeht und findet, daß er gestohlen worden oder abhanden gekommen ist, so ist er nach R. Šimo͑ngebunden, denn beim Nazirate ist der Zweifel erschwerend zu entscheiden,",
"und nach R. Jehuda entbunden, denn beim Nazirate ist der Zweifel erleichternd zu entscheiden.",
"R. Joḥanan erwiderte: Du kannst auch sagen, die des R. Jehuda, denn in jenem Falleist er in das Nazirat nicht eingetreten, hierbei aber ist er in das Nazirat eingetreten, und es ist nichts vorhanden, wodurch er sich dessen entledigen könnte. –",
"Wieso nicht, der Korb sollte doch als voll Gurken und Kürbisse gelten, somit gibt es ja ein Mittel für ihn, denn es ist anzunehmen, daß er [einzelne] Nazirate auf sich genommen hat!? –"
],
[
"R. Jehuda ist der Ansicht Rabbis, und wir haben gelernt: Rabbi sagt, dieser schere sich nicht alle dreißig Tage; alle dreißig Tage schere sich vielmehr derjenige, der gesagt hat: ich nehme auf mich Nazirate wie die Haare meines Hauptes, wie der Staub der Erde, wie der Sand am Meere. –",
"Ist R. Jehuda denn der Ansicht Rabbis, wir haben ja gelernt: [Sagte jemand:] ich will Nazir sein in der Anzahl der Tage des Sonnenjahres &c. R. Jehuda sagte: Einst ereignete sich ein solcher Fall, und nach der Beendigung starb er.",
"Erklärlich ist es, daß er nach der Beendigung starb, wenn du sagst, er hatte [mehrere] Nazirateauf sich genommen, wenn du aber sagst, er hatte ein Nazirat auf sich genommen, so war ja eine Beendigung überhaupt nichterfolgt!?",
"Und ist er ferner der Ansicht Rabbis, es wird ja gelehrt: R. Jehuda sagte: [Sagte jemand:] ich will Nazir sein in der Anzahl der Gängedes Trockenplatzes, in der Anzahl der Feldpfade im Siebentjahre, so absolviere er Nazirate in der Anzahl der Gänge des Trockenplatzes, beziehungsweise der Feldpfade im Siebentjahre. –",
"Anders ist es bei einer Anzahl. –",
"Unterscheidet Rabbi denn bei einer Anzahl, es wird ja gelehrt: [Sagte jemand:] ich will Nazir sein in der Anzahl der Tage des Sonnenjahres, so absolviere er Nazirate in der Anzahl der Tage des Sonnen Jahres; [sagte er:] in der Anzahl der Tage des Mondes, so absolviere er sie in der Anzahl der Tage des Mondes. Rabbi sagt, nur wenn er gesagt hat: ich nehme auf mich Nazirate in der Anzahl der Tage des Sonnenjahres, oder: in der Anzahl der Tage des Mondes. –",
"R. Jehuda ist seiner Ansicht in der einen Hinsicht und streitet gegen ihn in der anderen Hinsicht. Er ist seiner Ansicht in der einen Hinsicht, daß er [ein] Nazirat auf sich genommen habe, und er streitet gegen ihn in einer Hinsicht, denn R. Jehuda unterscheidet bei einer Anzahlund Rabbi unterscheidet auch bei einer Anzahl nicht.",
"Die Rabbanan lehrten: [Sagte jemand:] ich will Nazir sein und einmal, so absolviere er zweimal; [sagteer:] und noch, so absolviere er dreimal; [sagteer:] und wiederum, so absolviere er viermal. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, und wiederum, wie alle zusammen, das wäre sechsmal, so lehrt er uns, daß dem nicht so sei.",
"Die Rabbanan lehrten: [Sagte jemand:] ich will lebenslänglich Nazir sein, ich will ewig Nazir sein, so ist er ewigNazir; [sagte er:] auch hundert Jahre, auch tausend Jahre, so ist er nicht ewig Nazir, sondern ewiger Nazir.",
"Die Rabbanan lehrten: [Sagte jemand:] ich will Nazir sein, so ist er es, wie Symachos sagt, wenn er hen sagte, einmal, wenn er digon sagte, zweimal, wenn er trigon sagte, dreimal, wenn er tetragon sagte, viermal, wenn er pentagon sagte, fünfmal.",
"Die Rabbanan lehrten: Ein rundesHaus, ein Digon, ein Trigon, und ein Pentagon sind nicht durch Aussatzverunreinigungsfähig; ein Tetragon ist durch Aussatz verunreinigungsfähig. – Weshalb? – Unten heißt es Wände [statt] Wandund obenheißt es Wände statt Wand, zusammen vier."
],
[
" SAGTE JEMAND:] ICH WILL NAZIR SEIN INBEZUG AUF DÖRR- UND PRESSFEIGEN, SO IST ER, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, NAZIR, UND WIE DIE SCHULE HILLELS SAGT, KEIN NAZIR. R. JEHUDA SAGTE: DIE WORTE DER SCHULE ŠAMMAJS BEZIEHEN SICH NUR AUF DEN FALL, WENN ER GESAGT HAT: SIE SOLLEN FÜR MICH EINEM OPFER GLEICHEN.",
"GEMARA. [SAGTE JEMAND:] ICH WILL NAZIR SEIN INBEZUG AUF DÖRRUND PRESSFEIGEN, SO IST ER, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, NAZIR. Weshalb denn, der Allbarmherzige sagt ja:von allem, was aus dem Weinstocke bereitet wird!? – Die Schule Šammajs ist der Ansicht R. Meírs, welcher sagt, niemand bringe seine Worte unnütz hervor,",
"und die Schule Hillels ist der Ansicht R. Joses, welcher sagt, der Schluß seiner Worte sei für einen Menschen bindend, somit ist dies ein Gelübde mit einer Tür. –",
"Dies ist ja auch nach der Schule Šammajs ein Gelübde mit einer Tür!? –",
"Vielmehr, die Schule Šammajs ist der Ansicht R. Meírs, welcher sagt, niemand bringe seine Worte unnütz hervor, somit wird er, sobald er sagt: ich will Nazir sein, Nazir, und wenn er darauf sagt: inbezug auf Dörr- und Preßfeigen, so tut er dies wegen der Auflösung, und die Schule Šammajs vertritt hierbei ihre Ansicht, daß es beim Geheiligten keine Auflösung gebe, und wenn es beim Geheiligten keine Auflösung gibt, so gibt es auch beim Nazirate keine Auflösung.",
"Die Schule Hillels aber ist der Ansicht R. Šimo͑ns, denn wir haben gelernt: R. Šimo͑n befreit davon, weil er nicht so gelobt hat, wie man geloben soll. –"
],
[
"Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht des Autors der folgenden Lehre: R. Nathan lehrte: Die Schule Šammajs sagt, es gelte das Gelübdeund das Nazirat, und die Schule Hillels sagt, nur das Gelübdeund nicht das Nazirat. Die Schule Šammajs ist der Ansicht R. Meírsund der Ansicht R. Jehudas, und die Schule Hillels ist der Ansicht R. Joses.",
"Eine andere Lesart lautet wie folgt: R. Nathan lehrte: Die Schule Šammajs sagt, es gelte das Gelübdeund nicht das Nazirat, und die Schule Hillels sagt, weder das Gelübde noch das Nazirat. Die Schule Šammajs ist der Ansicht R. Jehudas und die Schule Hillels ist der Ansicht R. Šimo͑ns.",
"Dort haben wir gelernt: Sagte jemand, er gelobe ein Speisopfer aus Gerste, so bringe er es aus Weizen; wenn aus Mehl, so bringe er es aus Feinmehl; wenn ohne Öl und Weihrauch, so bringe er auch Öl und Weihrauch; wenn ein halbes I͑saron, so bringe er ein ganzes I͑saron; wenn anderthalb I͑saron, so bringe er zwei. R. Šimo͑n befreit davon, da er nicht so gelobt hat, wie man gelobensoll.",
"Wer ist der Autor, welcher lehrt, daß, wenn jemand ein Speisopfer aus Gerste gelobt hat, er es aus Weizen bringe? Ḥizqija erwiderte: Über diese Lehre besteht ein Streit, und hier ist die Ansicht der Schule Šammajs vertreten. Die Schule Šammajs ist der Ansicht, daß, wenn er ‘inbezug auf Dörr- und Preßfeigen’ gesagt hat, er Nazirsei, ebenso muß derjenige, der ‘aus Gerste’ gesagt hat, es aus Weizen bringen.",
"R. Joḥanan erwiderte: Du kannst auch sagen, aller Ansicht, wenn er nämlich sagt, daß, falls er gewußt hätte, daß man nicht so geloben könne, er nicht so, sondern andersgelobt haben würde.",
"Ḥizqija sagte: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn er ‘aus Gerste’ gesagt hat, wenn er aber ‘aus Linsen’ gesagt hat, so braucht er nichtsdarzubringen.",
"Merke, Ḥizqija erklärte die Mišna nach der Schule Šammajs, und Linsen bei einem Speisopfer entsprechen Dörrfeigen bei einem Nazir, und die Schule Šammajs sagt ja, daß er Nazir sei!? – Ḥizqija ist davonzurückgetreten. –",
"Weshalb ist er davon zurückgetreten? Raba erwiderte: Die Mišna war ihm schwierig: weshalb lehrt sie es von [einem Speisopfer aus] Gerste, sollte sie es von einem aus Linsen lehren!? Vielmehr, erklärte Ḥizqija, lehrte es da die Schule Šammajs nach R. Jehuda.",
"R. Joḥanan aber sagte: Auch wenn er ‘aus Linsen’ [gesagt hat]. – R. Joḥanan bezog es ja auf den Fall, wenn er sagt, daß, wenn er gewußt hätte, daß man nicht so geloben könne, er anders gelobt haben würde!? – Er sagte es nach der Ansicht Ḥizqijas:",
"du bist davon deshalb zurückgetreten, weil er es nicht von einem aus Linsen lehrt, aber vielleicht ist es davon zu lehren nicht nötig. Wenn er ‘aus Linsen’ gesagt hat, so hat er selbstverständlich ein richtiges Speisopfer darzubringen, da anzunehmen ist, er wolltezurücktreten, und man sich nach der ersten Fassungrichte; [man könnte aber glauben,] daß, wenn er ‘aus Gerste’ gesagt hat, er es wie folgt verstanden habe: wird es heilig gleich dem Speisopfer der Schwingegarbe"
],
[
"und dem Speisopfer der Ehebruchsverdächtigten, so ist es recht, sonst aber nicht, so lehrt er uns, daß er es dennoch aus Weizen darbringen müsse.",
" SAGTE JEMAND: DIESE KUH SAGT, ICH WILL INBEZÜG AUF SIE NAZIRSEIN, WENN SIE AUFSTEHT, [ODER:] DIESE TÜRSAGT, ICH WILL INBEZUG AUF SIE NAZIR SEIN, WENN SIE SICH ÖFFNET, SO IST ER, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, NAZIR, UND WIE DIE SCHULE HILLELS SAGT, KEIN NAZIR. R. JEHUDA SAGTE: DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT ES NUR VON DEM FALLE, WENN ER SAGT: DIESE KUH SOLL FÜR MICH OPFER SEIN, FALLS SIE AUFSTEHT.",
"GEMARA. Kann denn eine Kuh sprechen!? Rami b. Ḥama erwiderte: Hier ist der Fall zu verstehen, wenn eine Kuh vor ihm gelegen und er gesagt hat: diese Kuh denkt, sie werde nichtaufstehen, ich will inbezug auf ihr Fleisch Nazir sein, falls sie von selbst aufsteht, und sie von selbst aufgestanden ist. Hierbei vertritt die Schule Šammajs ihre Ansicht und die Schule Hillels ihre Ansicht.",
"Nach der Schule Šammajs, die der Ansicht ist, er sei Nazir, wenn er ‘inbezug auf Dörr- und Preßfeigen’ gesagt hat, ist er Nazir auch hierbei, wo er ‘inbezug auf das Fleisch’ gesagt hat; nach der Schule Hillels aber ist er kein Nazir. –",
"Die Schule Šammajs lehrte diesja bereits einmal!? Raba erwiderte: Sogar zwei- und dreimal. Ebenso lehrte es auch R. Ḥija sogar zwei- und dreimal. Ferner lehrte es auch R. Oša͑ja sogar zwei- und dreimal.",
"Und [alle Fälle] sind nötig. Würde es nur von Dörr- und Preßfeigen gelehrt worden sein, [so könnte man glauben,] die Schule Šammajs sei nur hierbei der Ansicht, daß er Nazir sei, weil diese mit Weintrauben verwechselt werden können, nicht aber kann Fleisch mit Weintrauben verwechselt werden. Würde es nur vom Fleische gelehrt worden sein, [so könnte man glauben,] die Schule Šammajs sei nur hierbei der Ansicht, daß er Nazir sei, weil Fleisch zum Weine [gehört], nicht aber Dörr- und Preßfeigen, so lehrt er uns.",
"Und würde es nur von beidem gelehrt worden sein, so [könnte man glauben,] die Schule Šammajs vertrete ihre Ansicht nur bei diesen Fällen, beim Falle von der Türaber pflichte sie der Schule Hillels bei. Und würde er es nur von der Tür gelehrt haben, [so könnte man glauben,] die Schule Hillels vertrete ihre Ansicht nur hierbei, bei jenen beiden aber pflichte sie der Schule Šammajs bei, so lehrt er uns, daß dem nicht so sei.",
"Raba entgegnete: Es heißt ja nicht: wenn sie von selbst auf gestandenist!? Vielmehr, erklärte Raba, wenn eine Kuh vor ihm gelegen und er gesagt hat: sie soll mir als Opfer dienen. – Allerdings ist eine Kuh zur Opferung geeignet, aber ist etwa eine Tür zur Opferung geeignet!? Vielmehr, erklärte Raba, wenn eine Kuh vor ihm gelegen und er gesagt hat: ich will Nazir sein inbezug auf"
],
[
"Wein, falls sie nicht aufsteht, und sie von selbst aufgestanden ist. Die Schule Šammajs ist der Ansicht, dieser Mann meinte hauptsächlich, er wolle sie mit den Händen aufrichten, und er hat sie nichtaufgerichtet, und die Schule Hillels ist der Ansicht, er dachte an das Liegen, und sie ist ja aufgestanden. –",
"Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: R. Jehuda sagte: Die Schule Šammajs sagte es nur von dem Falle, wenn er gesagt hat: [die Kuh] soll für mich Opfer sein. Sollte denn die Kuh erfaßtwerden!? –",
"Vielmehr, wenn er gesagt hat: ich will Nazir sein inbezug auf ihr Fleisch, falls sie nicht aufsteht, und sie von selbst aufgestanden ist. Die Schule Šammajs ist der Ansicht, dieser Mann meinte hauptsächlich, er wolle sie mit den Händen aufrichten, und er hat sie nicht aufgerichtet, und die Schule Hillels ist der Ansicht, er dachte an das Liegen, und sie ist aufgestanden. –",
"Demnach wäre die Schule Hillels der Ansicht, daß, wenn sie nicht aufsteht, er Nazir sei, und diese sagt ja, daß, wenn er ‘inbezug auf ihr Fleisch’ gesagt hat, er nicht Nazirsei!? –",
"Sie sagte es nach der Ansicht der Schule Šammajs; nach unserer Ansicht ist er kein ‘Nazir, selbst wenn sie nicht aufsteht, aber auch ihr solltet ja, obgleich er nach eurer AnsichtNazir ist, zugeben, daß dieser Mann hauptsächlich an das Liegen dachte, und sie ist ja aufgestanden. – Und die Schule Šammajs!? – Nein, dieser Mann meinte hauptsächlich, er werde sie mit den Händen aufrichten, und er hat sie nicht aufgerichtet."
],
[
" WENN MAN JEMANDEM EINEN BECHER EINSGHENKT UND ER SPRICHT: ICH WILL INBEZUG AUF DIESEN NAZIR SEIN, SO IST ER NAZIR. EINST SCHENKTE MAN EINER FRAU, DIE TRUNKEN WAR, EINEN BECHER EIN, UND SIE SPRACH: ICH WILL INBEZUG AUF DIESEN NEZIRA SEIN. DA ENTSCHIEDEN DIE WEISEN: DIESE WOLLTE DAMIT NUR SAGEN, ER GELTE FÜR SIE WIE EIN OPFER.",
"GEMARA. Ein Tatfall zur Widerlegung!? Zuerst heißt es, er sei Nazir, und hierauf lehrt er einen Fall von einer Frau, wonach nur dieser Wein verboten, anderer aber erlaubt ist. –",
"[Die Mišna] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: wenn man jemandem einen Becher einschenkt und er spricht: ich will inbezug auf diesen Nazir sein, so ist er Nazir; wenn er aber trunken ist und spricht: ich will inbezug auf diesen Nazir sein, so ist er nicht Nazir, denn es ist ebenso, als würde er gesagt haben: er geltefür mich wie ein Opfer. Wollte man einwenden: demnach sollte er es gesagt haben, [so ist zu erwidern:] er dachte, sie würden einen anderen holen und ihn quälen, daher gebrauchte er eine entscheidendeRedewendung. Einst [schenkte man] einer Frau &c.",
" SAGTE JEMAND:] ICH WILL NAZIR SEIN UNTER DER BEDINGUNG, WEIN TRINKEN UND SICH AN TOTEN VERUNREINIGEN ZU DÜRFEN, SO IST ER NAZIR, UND ALLESIST IHM VERBOTEN.",
"[SAGTE ER,] ER HABE GEWUSST, DASS ES NAZIRÄERGEBE, JEDOCH NICHT, DASS DEM NAZIR DER WEIN VERBOTENSEI, SO IST ER IHM DENNOCH VERBOTEN; NACH R. ŠIMO͑N ABER ERLAUBT. [SAGTE ER,] ER HABE GEWUSST, DASS EINEM NAZIR DER WEIN VERBOTEN SEI, JEDOCH GEGLAUBT, DASS DIE WEISEN IHN IHM ERLAUBEN WÜRDEN, WEIL ER OHNE WEIN NICHT LEBEN KANN, ODER, WEIL ER TOTENGRÄBER IST, SO IST ES IHM ERLAUBT; NACH R. ŠIMO͑N ABER VERBOTEN.",
"GEMARA. Sollte doch R. Šimo͑n auch gegen den Anfangsatzstreiten!? R. Jehošua͑ b. Levi erwiderte: R. Šimo͑n streitet auch gegen den Anfangsatz,",
"Rabina erwiderte: Gegen den Anfangsatz streitet R. Šimo͑n nicht, weil es ein Vorbehalt wider eine Bestimmung der Tora ist, und ein Vorbehalt wider eine Bestimmung der Tora ist ungültige. – Und R. Jehošua͑ b. Levi!? – Er kann dir erwidern: hierbei gleichen [die Worte] ‘unter der Bedingung’ [den Worten] ‘mit Ausnahme’.",
"Übereinstimmend mit Rabina wird gelehrt: Sagte jemand: ich will Nazir sein unter der Bedingung, Wein trinken und sich an Toten verunreinigen zu dürfen, so ist er Nazir, und alles ist ihm verboten, weil dies ein Vorbehalt wider eine Bestimmung der Tora ist, und ein Vorbehalt wider eine Bestimmung der Tora ist ungültig.",
"ER HABE GEWUSST, DASS EINEM NAZIR DER WEIN VERBOTEN SEI. Du sagst ja vorangehend: verboten, nach R. Šimo͑n aber erlaubt!? – Lies auch hier: verboten, nach R. Šimo͑n aber erlaubt. Wenn du willst, sage ich: man wende es tatsächlich nicht um."
],
[
"Im ersten Falle, wo das Gelübde sich auf das eineerstreckt, ist es ihm nach den Rabbanan, welche sagen, er sei Nazir, auch wenn er sich nur einem entzogen hat, verboten, und nach R. Šimo͑n, welcher sagt, nur wenn er sich allem entzogen hat, erlaubt;",
"im letzten Falle, wo er sich alles abgelobt hat und das Gelübde hinsichtlich des einen auflösen lassenwill,",
"ist es ihm nach den Rabbanan, welche sagen, er sei Nazir, auch wenn er sich nur einem entzogen hat, da er es sich hinsichtlich des einen auflösen läßt, erlaubt, nach R. Šimo͑n aber, welcher sagt, nur wenn er sich allem entzogen hat, ist, wenn er es hinsichtlich des einen auflösen läßt, [die Auflösung nur dann gültig,] wenn er es vollständig auflösen läßt. Daher lehrt er: nach R. Šimo͑n verboten.",
"Wenn du aber willst, sage ich: sie streiten über das Zwangsgelübde. Sie führen denselben Streit wie Šemuél und R. Asi, denn wir haben gelernt: Vier Gelöbnisschwüre erklärten die Weisen als aufgelöst: Anspornungsgelübde, Übertreibungsgelübde, irrtümliche Gelübde und Zwangsgelübde.",
"Hierzu sagte R. Jehuda: R. Asi sagte, diese vier Gelübde benötigen der Auflösung durch einen Gelehrten. Als ich dies Šemuél vortrug, sprach er zu mir: Der Autor lehrt, die Weisen erklärten sie als aufgelöst, und du sagst, sie benötigen der Auflösung durch einen Gelehrten!?",
"Die Rabbanan sind der Ansicht Šemuéls und R. Šimo͑n der Ansicht R. Asis.",
" WENN JEMAND SAGT:] ICH WILL NAZIR SEIN UND NEHME AUF MICH DIE HAARSCHURFÜR EINEN NAZIR, UND EIN ANDERER DIES HÖRT UND SAGT: AUCH ICH, UND NEHME AUF MICH DIE HAARSCHUR FÜR EINEN NAZIR, SO KÖNNEN SIE, WENN SIE GESCHEIT SIND, SICH FÜR EINANDER SCHEREN, SONST ABER MÜSSEN SIE SICH FÜR ANDERE NAZIRÄER SCHEREN.",
"GEMARA. Sie fragten: Wie ist es, wenn ein anderer es hört und sagt: auchich; bezieht sich das ‘auch ich’ auf das ganze [Gelöbnis] oder nur auf die Hälfte? Und bezieht es sich, wenn du entscheidest, es beziehe sich auf die Hälfte, auf den Anfang oder auf den Schluß? –",
"Komm und höre: Auch ich, und nehme auf mich die Haarschur für einen Nazir, so können sie, wenn sie gescheit sind, sich für einander scheren. Da es nun heißt: auch ich, und ich nehme auf mich, so ist zu entnehmen, daß das ‘auch ich’ sich nur auf die Hälfte des [Gelöbnisses] beziehe. – Ich will dir sagen, allerdings bezieht es sich auf die Hälfte, aber auf den Anfang oder auf den Schluß? – Hieraus, da es heißt: und nehme auf mich die Haarschur, ist zu entnehmen, daß das ‘auch ich’ sich auf den Anfang beziehe.",
"R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sprach zu Raba: Woher, daß dem so ist? Tatsächlich, kann ich dir erwidern, bezieht sich das ‘auch ich’ auf das ganze [Gelöbnis], und [die Worte] ‘und nehme auf mich’ beziehen sich ebenfallshierauf. Wie ist, wenn du nicht so erklären wolltest, der Schlußsatz zu verstehen: [Wenn jemand sagt:] ich nehme auf mich die Hälfte der Haarschur für einen Nazir, und ein anderer dies hört und sagt: auch ich, ich nehme auf mich die Hälfte der Haarschur für einen Nazir. Da sind es ja keine zweiDinge!? Da ist also das ‘auf mich’ auf dieselbe Sache zu beziehen, ebenso ist es auch hierbei auf dieselbe Sache zu beziehen.",
"Raba erwiderte ihm: Was soll dies; allerdings lehrt er es, wenn du sagst, im Anfangsatze sei es nötigund im Schlußsatze sei es nicht nötig, im Schlußsatze unnötig wegen des Anfangssatzes, wo es nötig ist, wozu aber lehrt er es, wenn du sagst, es sei im Anfangsatze unnötig und im Schlußsatze unnötig, unnötig im Anfangsatze und unnötig im Schlußsatze!?",
"R. Jiçḥaq b. Joseph sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn jemand zu seinem Beauftragten gesagt hat,"
],
[
"daß er gehe und für ihn irgend eine Frauantraue, so sind ihm alle Frauen der Welt verboten, denn es gilt als feststehend, daß ein Beauftragter seinen Auftrag ausführe, und da er ihm nicht eine besondere genannt hat, so weiß er nicht, welche er für ihn angetrauthat.",
"Reš Laqiš wandte gegen R. Joḥanan ein: Wenn von einem nicht bezeichneten Taubenpaareeine in die Lüfte (der Welt) fortfliegt, unter Sündopfer kommt, die man verenden lassenmuß, oder verendet, so hole man eine andere zur Ergänzung des Paares;",
"bei einem bezeichneten Paare gibt es demnach kein Mittel mehr.",
"Wieso sind nun sonstige Taubenpaare tauglich, von jeder ist ja anzunehmen, es ist vielleicht jene!?",
"Dieser erwiderte: Ich spreche von einer Frau, die sich nichtbewegt, und du sprichst von einem Verbote, wobei [die Sache] sichbewegt.",
"Wolltest du erwidern, auch jene ist beweglich, denn er kann sie auf der Straße getroffen und angetraut haben, so kehrt jene auf ihren Platz zurück, aber kehrt etwa die Taube zurück!?",
"Raba sagte: R. Joḥanan pflichtet jedoch beihinsichtlich einer Frau, die weder eine Tochter noch eine Tochterstochter noch eine Sohnestochter noch eine Mutter noch eine Großmutter noch eine Schwester hat. Und selbst wenn sieeine Schwester hat, die nachher geschieden wordenist, ist sie ihm erlaubt,",
"denn zur Zeit, wo er ihn beauftragte, war sie verheiratet, und er beauftragte ihn nur mit einer Sache, die ihm dann erlaubt war, nicht aber mit einer Sache, die ihm dann nicht erlaubt war, –",
"Wir haben gelernt: Wenn jemand sagt: ich will Nazir sein und nehme auf mich die Haarschur für einen Nazir, und ein anderer dies hört und sagt: auch ich, und nehme auf mich die Haarschur für einen Nazir, so können sie, wenn sie gescheit sind, sich für einander scheren, sonst aber müssen sie sich für andere Naziräer scheren. Allerdings hat der andere den ersteren vor sich, der erstere aber hatte ja nicht den anderenvor sich!?"
],
[
"Er meinte es vielmehr wie folgt: wenn ich einen finde, der Nazir ist, so schere ich mich für ihn; ebenso ist dies hierbei zu verstehen: wenn du eine findest, die geschieden ist, so traue sie für mich an!? –",
"Ich will dir sagen: man kann jemand mit einer Handlung beauftragen, die man selbst sofort ausführen kann, nicht aber kann man jemand mit einer Handlung beauftragen, die man selbst nicht sofort ausführenkann. –",
"Etwa nicht, komm und höre: Man könnte glauben, daß, wenn jemand zum Pflegergesagt hat: hebe alle Gelübde meiner Frau auf, die sie von jetzt ab bis ich von jenem Orte komme tut, und dieser sie aufgehoben hat, sie aufgehoben seien, so heißt es:ihr Mann bestätige es und ihr Mann hebe es auf – so R. Jošija. R. Jonathan sagt, wir finden überall, daß ein Vertreter eines Menschen ihm selbst gleiche.",
"Nur aus dem Grunde, weil der Allbarmherzige sagt: ihr Mann bestätige es und ihr Mann hebe es auf, sonst aber könnte der Pfleger sie aufheben. Vom [Ehemanne] selbst aber wird gelehrt: wenn jemand zu seiner Frau spricht: alle Gelübde, die du von jetzt ab bis ich von jenem Orte zurückkomme tust, sollen gültig sein, so sind seine Worte nichtig; wenn aber: sollen aufgehoben sein, so sind sie, wie R. Elie͑zer sagt, aufgehoben, und wie die Weisen sagen, nicht aufgehoben.",
"Erglaubte, R. Jošija lehre es nach den Rabbanan, welche sagen, [der Ehemann] könne sie nicht aufheben, und wenn der Allbarmherzige nicht gesagt hätte: ihr Mann bestätige es und ihr Mann hebe es auf, könnte der Vormund sie wohl aufheben!? –",
"Vielleicht nach R. Elie͑zer, welcher sagt, [der Ehemann] könne sie wohl aufheben. – Wozu braucht er demnach einen Pfleger, er kann sie ja selber aufheben!? – Er befürchtet, er könnte es aus Vergeßlichkeit, Ärger oder Zerstreutheit [unterlassen].",
" WENN JEMAND SAGT: ICH NEHME AUF MICH DIE HÄLFTE DER HAARSCHUR FÜR EINEN NAZIR, UND EIN ANDERER DIES HÖRT UND SAGT: AUCH ICH, ICH NEHME AUF MICH DIE HÄLFTE DER HAARSCHUR FÜR EINEN NAZIR, SO HAT DER EINE DIE GANZE HAARSCHURFÜR EINEN NAZIR ZU LEISTEN UND DER ANDERE DIE GANZE HAARSGHUR FÜR EINEN NAZIR ZU LEISTEN – SO R. MEÍR. DIE WEISEN SAGEN, DER EINE HAT DIE HÄLFTE DER HAARSCHUR FÜR EINEN NAZIR ZU LEISTEN UND DER ANDERE HAT DIE HÄLFTE DER HAARSCHUR FÜR EINEN NAZIR ZU LEISTEN.",
"GEMARA. Raba sagte: Alle stimmen überein, daß, wenn er gesagt hat, er nehme auf sich die Hälfte der Naziropfer, er nur die Hälfte der Naziropfer darzubringen habe, und wenn: die Opfer eines halben Nazirates, er die vollständigen Opfer darzubringen habe, denn es gibt kein Nazirat zur Hälfte,",
"und sie streiten nur über die in der Mišna genannte Fassung. R. Meír ist der Ansicht, sobald er gesagt hat: ich nehme auf mich, sei er zu den vollständigen Naziratopfern verpflichtet worden, und wenn er später sagt: die Hälfte eines Nazirates, sei dies belanglos, die Rabbanan aber sind der Ansicht, dies sei ein Gelübde mit einer Tür.",
" WENN JEMAND GESAGT HAT:] ICH WILL NAZIR SEIN, WENN ICH EINEN SOHN BEKOMME, UND IHM EIN SOHN GEBOREN WIRD, SO IST ER NAZIR; WENN EINE TOCHTER, EIN GESCHLECHTSLOSER ODER EIN ZWITTER, SO IST ER KEIN NAZIR. WENN ER ABER GESAGT HAT: WENN ICH EIN KIND BEKOMME, SO IST ER NAZIR, AUCH WENN IHM EINE TOCHTER, EIN GESCHLECHTSLOSER ODER EIN ZWITTER GEBOREN WIRD."
],
[
" HAT SEINE FRAU [VORZEITIG] ABORTIERT, SO IST ER KEIN NAZIR. R. ŠIMO͑N SAGT, ER MÜSSE SAGEN: WÄRE ES EIN LEBENSFÄHIGES KIND, SO BIN ICH PFLICHTGEMÄSS NAZIR, WENN ABER NICHT, SO BIN ICH FREIWILLIGNAZIR.",
"GEBÄRT SIE WIEDERUM, SO IST ER NAZIR. R. ŠIMO͑N SAGT, ER MÜSSE SAGEN: WÄRE DAS ERSTE KIND LEBENSFÄHIG, SO SEI DAS ERSTE [NAZIRAT] EIN PFLICHTGEMÄSSES UND DIESES EIN FREIWILLIGES, WENN ABER NICHT, SO SEI DAS ERSTE EIN FREIWILLIGES UND DIESES EIN PFLICHTGEMÄSSES. ",
"GEMARA. Wozu ist dieszu lehren nötig!? – Wegen des Schlußsatzes: wenn eine Tochter, ein Geschlechtsloser oder ein Zwitter, so ist er kein Nazir. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, er habe verstanden: wenn ich Vaterwerde, so lehrt er uns, daß dem nicht so sei.",
"WENN ER ABER GESAGT HAT: WENN ICH EIN KIND BEKOMME &C. Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, ein Kind, das als solches unter den Menschengilt, so lehrt er uns.",
"HAT SEINE FRAU ABORTIERT, SO IST ER KEIN NAZIR. Wer lehrt dies? – Es ist R. Jehuda, [der Autor der Lehre] vom Haufen.",
"R. ŠIMO͑N SAGT, ER MÜSSE SAGEN: WÄRE ES EIN LEBENSFÄHIGES KIND, SO BIN ICH PFLICHTGEMÄSS NAZIR, WENN ABER NICHT, SO BIN ICH FREIWILLIG NAZIR. R. Abba fragte R. Hona: Wie ist es, [wenn jemand gesagt hat:] ich will Nazir sein, wenn ich einen Sohn bekomme, und seine Frau abortiert hat, und nachdem er ein Opfer abgesondert, sie wiederumgeboren hat? –",
"Nach wessen Ansicht: wenn nach R. Šimo͑n, so ist es ja nach ihm nicht fraglich, R. Šimo͑n sagt ja, ein Zweifel beim Nazirate sei erschwerendzu entscheiden!? Vielmehr, nach R. Jehuda, welcher sagt, ein Zweifel beim Nazirate sei erleichternd zu entscheiden; wie ist es nun, ist es heilig oder nicht? –",
"In welcher Hinsicht? – Hinsichtlich der Schur und der Verwendung zur Arbeit. – Dies bleibt unentschieden.",
"Ben Riḥumi fragte Abajje: Wie ist es, [wenn jemand gesagt hat:] ich will Nazir sein, wenn ich einen Solin bekomme, und ein anderer dies hört und spricht: auf mich; bezieht er dies auf seinen Ausspruchoder auf sich selbst?",
"Und wie ist es, wenn du entscheidest, er beziehe dies auf sich selbst, wenn jemand gesagt hat: ich will Nazir sein, wenn ich einen Sohn bekomme, und ein anderer dies hört und spricht: ich ebenfalls; bezieht er dies auf sich selbst, oder meint er es wie folgt: mir wäre dies ebenso lieb wie dir? Und wie ist es ferner, wenn du entscheidest, da es in seiner Gegenwart erfolgt ist,"
],
[
"so war es ihm peinlich, wenn jemand gesagt hat: ich will Nazir sein, wenn jener einen Sohn bekommt, und ein anderer dies hört und spricht: ich ebenfalls; bezieht er dies, da es in seiner Abwesenheit erfolgt, auf sich selbst, oder meint er es wie folgt: dies wäre mir ebenso lieb wie dir. – Dies bleibt unentschieden.",
" [WENN JEMAND GESAGT HAT:] ICH WILL NAZIR SEIN, UND WIEDERUM NAZIR SEIN, WENN ICH EINEN SOHN BEKOMME, UND NACHDEM ER SEINES ZU ABSOLVIEREN BEGONTXEN HAT, IHM EIN SOHN GEBOREN WIRD, SO BEENDIGE ER SEINESUND ABSOLVIERE DANN DAS WEGEN SEINES SOHNES. WENN [ER ABER GESAGT HAT:] ICH WILL, WENN ICH EINEN SOHN BEKOMME, NAZIR SEIN, UND AUSSERDEM NAZIR SEIN, UND NACHDEM ER SEINES ZU ABSOLVIEREN BEGONNEN HAT, IHM EIN SOHN GEBOREN WIRD, SO UNTERBRECHE ER SEINES, ABSOLVIERE DAS WEGEN SEINES SOHNES UND BEENDIGE DANN SEINES.",
"Raba fragte: Wie ist es, [wenn jemand gesagt hat:] ich will nach zwanzig Tagen Nazirsein, und hundert Tage von jetzt ab? Erstreckt sich [das Nazirat] auf diesenicht, da das hunderttägige in zwanzig [Tagen] nicht beendetist, oder erstreckt es sich auf diese, da auch nachher die Dauer des Haarwuchsesvorhanden ist? –",
"Sollte er doch hinsichtlich eines kürzeren Naziratesgefragt haben!? – Er fragte hinsichtlich des einen mit Bezugnahme auf das andere."
],
[
"Wie ist es, falls du entscheidest, daß bei einem kürzeren Nazirate, wobeinur zehn Tage zurückbleiben, diese nicht mitgerechnetwerden, wenn es ein Nazirat von hundert Tagen ist: werden sie, da es achtzig Tage sind, hinzugerechnetoder nicht?",
"Wie ist es ferner, wenn er gesagt hat: ich will Nazir sein nach zwanzig Tagen und lebenslänglicher Nazir von jetzt ab; erstreckt es sich auf dieseoder nicht.",
"Wie ist es ferner, falls du entscheidest, daß es sich auf diese erstrecke, da esaufgelöst werdenkann, wenn er gesagt hat: ich will nach zwanzig Tagen Nazir wie Šimšon sein, und gewöhnlicher Nazir von jetzt ab? Erstreckt es sich hierbei auf diese, da eine Auflösung nicht möglich ist, oder nicht? Wie ist es, wenn jemand gesagt hat: wie Mose am siebentenAdar? –",
"Die erste Frage ist [aus folgendem] zu entscheiden: Sagte jemand: ich will Nazir sein nach zwanzig Tagen, und hundert Tage von jetzt ab, so absolviere er zwanzig Tage, dann dreißig, und dann achtzig, um das erste Nazirat zu beendigen.",
"Hat er sich während des Nazirates wegen seines Sohnesverunreinigt, so sind, wie R. Joḥanan sagt, auch jenehinfällig, und wie Reš Laqiš sagt, nicht hinfällig.",
"R. Joḥanan sagt, sie seien hinfällig, denn [beide Nazirate] sind zusammen ein langes Nazirat; Reš Laqiš sagt, sie seien nicht hinfällig, denn seines ist ein Nazirat für sich und das wegen seines Sohnes ist ein Nazirat für sich."
],
[
"Hat er sich während der Tage seines Aussatzesverunreinigt, so sind [die früheren Tage], wie R. Joḥanan sagt, hinfällig, und wie Reš Laqiš sagt, nicht hinfällig.",
"R. Joḥanan sagt, sie seien hinfällig, denn er befindet sich im Nazirate; Reš Laqiš sagt, sie seien nicht hinfällig, denn; der Aussatz ist [ein Zustand] für sich und das Nazirat ist [ein Zustand] für sich.",
"Und [beide Lehren] sind nötig. Würde nur die erste gelehrt worden sein, so könnte man glauben, R. Joḥanan sei nur hierbei der Ansicht, daß sie hinfällig seien, weil es dem Namen nach einNazirat ist, während er bei der anderen Reš Laqiš beipflichte, daß das Nazirat [ein Zustand] für sich und der Aussatz [ein Zustand] für sich sei.",
"Und würde nur die andere gelehrt worden sein, so könnte man glauben, Reš Laqiš vertrete seine Ansicht nur bei dieser, während er bei jener R. Joḥanan beipflichtet. Daher sind beide nötig.",
"Ist er an einem Tage des Haarwuchsesunrein geworden, so sind [die früheren Tage], wie Rabh sagt, nicht hinfällig, denn auch nach R. Joḥanan, welcher sagt, sie seienhinfällig, gilt dies nur da, wo er sich im Nazirate befindet, während der Haarwuchs nur eine Ergänzung des Nazirates ist.",
"Šemuél aber sagt, sie seien hinfällig, denn auch nach Reš Laqiš, welcher sagt, sie seien nicht hinfällig, gilt dies nur da, wo es zwei Naziratesind, hierbei aber ist es ein Nazirat.",
"R. Ḥisda sagte: Alle stimmen überein, daß, wenn beim Blut[sprengen] das Haar noch heiligwar, es für ihn kein Mittel mehrgebe. –",
"Nach wessen Ansicht: wenn nach R. Elie͑zer, welcher sagt, essei vom Scheren abhängig, so erfolgt es ja innerhalb des Vollwerdens, und siesollten hinfällig sein, und wenn nach den Rabbanan, so sind sie ja der Ansicht, es sei vom Scheren nichtabhängig!? – Tatsächlich nach den Rabbanan, und unter ‘kein Mittel’ ist zu verstehen, er habe kein Mittel zur Ausübung des Gebotes des Scherens.",
"R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Wenn ein Nazir die Tage absolviert hat, so erhält er Geißelhiebe wegen der Verunreinigung, nicht aber wegen des Scherens und nicht wegen des Wein[trinkens]. – Wegen der Verunreinigung erhält er wohl deshalb Geißelhiebe, weil die Schrift sagt: alle Tage seiner Absonderung für den Herrn, und dies vergleicht die Tage nach dem Vollwerdenmit den Tagen vor dem Vollwerden,",
"somit sollte er auch wegen des Scherens schuldig sein, denn der Allbarmherzige sagt:alle Tage seines Absonderungsgelübdes soll kein Schermesser über sein Haupt gehen, und dies vergleicht die Tage nach dem Vollwerden mit den Tagen vor dem Vollwerden!? Ferner:alle Tage seiner Absonderung, von allem, was aus dem Weinstocke bereitet wird, und dies vergleicht die Tage nach dem Vollwerden mit den Tagen vor dem Vollwerden!? –"
],
[
"Anders ist es hierbei, denn der Allbarmherzige sagt: und er sein geweihtes Haupt verunreinigt, wenn die Weihe noch an seinem Hauptehaftet. Man wandte ein: Wenn ein Nazir die Tage absolviert hat, so ist ihmdas Scheren, das Weintrinken und die Verunreinigung an Toten verboten; hat er sich geschoren, Wein getrunken oder sich an Toten verunreinigt, so erhält er die vierzig [Geißelhiebe]!? – Dies ist eine Widerlegung.",
" SAGTE JEMAND:] ICH WILL NAZIR SEIN, FALLS ICH EINEN SOHN BEKOMME, UND AUSSERDEM HUNDERT TAGE NAZIR SEIN, SO HAT ER, WENN IHM BIS ZUM SIEBZIGSTEN [TAGE] EIN SOHN GEBOREN WIRD, NICHTSVERLOREN; WENN ABER NACH SIEBZIG, SO SIND DIE SIEBZIG HINFÄLLIG, DA DAS SCHEREN VOR DREISSIG TAGEN NICHT ERFOLGEN DARF.",
"GEMARA. Rabh sagte: Der siebzigste Tag wird hin und herangerechnet. – Wir haben gelernt: So hat er, wenn ihm bis zum siebzigsten [Tage ein Sohn] geboren wird, nichts verloren. Wenn man nun sagen wollte, er werde hin und her angerechnet, so gewinnt erja!? – Eigentlich braucht er [diesen Fall, wenn] bis zum siebzigsten, nicht zu lehren, da er aber im Schlußsatze lehrt, daß, wenn nach dem siebzigsten, die siebzig hinfällig seien, so lehrt er im Anfangsatze: [bis] zum siebzigsten. –",
"Komm und höre den Schlußsatz: Wird ihm einer nach dem siebzigsten geboren, so sind die siebzig hinfällig!? –Unter ‘nach’ ist zu verstehen: nach dem folgendenTage. –",
"Wieso lehrt er, wenn demnach nichts hinfällig ist, falls unmittelbar nachher erfolgt, daß, wenn ihm bis zum siebzigsten [Tage ein Sohn] geboren wird, er nichts verloren habe, du sagst ja, auch wenn dies nach dem siebzigsten erfolgt, sei nichts hinfällig!? Vielmehr ist unter ‘nach’ unmittelbar nachher zu verstehen. Somit ist aus unserer Mišna [gegen] Rabh zu entnehmen. –",
"Nach wem lehrte Rabh seine Lehre? – NachAbba Šaúl, denn wir haben gelernt: Wenn jemand drei Tage vor dem Feste seinen Toten begräbt, so ist er der Pflicht der siebentägigen Trauerenthoben;",
"wenn acht Tage vor dem Feste, so ist er der Pflicht der dreißigtägigen Trauer enthoben, und er darf sich am Vorabend des Festes das Haar scheren; hat er es am Vorabend des Festes unterlassen, so darf er es nach dem Feste nicht tun."
],
[
"Abba Šaúl sagt, wenn er es vor dem Feste unterlassen hat, dürfe er es auch nach dem Feste tun, denn wie die dreitägige Trauer die siebentägigeaufhebt, so hebt auch die siebentägige die dreißigtägige auf.",
"Abba Šaúl sagt dies wohl aus dem Grunde, weil er der Ansicht ist, der siebente werde hin und her mitgerechnet. – Vielleicht ist Abba Šaúl dieser Ansicht nur bei der siebentägigen Trauer, die nur rabbanitisch ist, nicht aber beim Nazirate, das ein Gebot der Tora ist. –",
"Vielmehr, Rahb ist der Ansicht R. Joses, denn es wird gelehrt: R. Jose sagte: Wenn man für eine Flußverdächtigeam zweiten Tage [das Pesaḥopfer] geschlachtet und [das Blut] gesprengt hat,",
"und sie darauf [Fluß] wahrnimmt, so darf siedavon nicht essen, und sie ist von der Herrichtung des zweiten Pesaḥopfersfrei.",
"R. Jose sagt dies wohl aus dem Grunde, weil er der Ansicht ist, ein Teil des Tages gelte als ganzer. – Wieso denn, vielleicht aus dem Grunde, weil er der Ansicht ist, sie sei nur von jetzt ab unrein. –",
"Ist R. Jose denn dieser Ansicht,",
"es wird ja gelehrt: R. Jose sagte: Wenn man für einen Flußbehafteten, der zweimal [Fluß] wahrgenommenhat, [das Pesaḥopfer] am siebenten geschlachtet und [das Blut] gesprengt hat, oder wenn man es für eine Flußverdächtige geschlachtet und gesprengt hat, und sie darauf [Fluß] wahrnehmen, so sind sie, obgleich sie rückwirkend Lager und Sitzverunreinigen, von der Herrichtung des zweiten Pesaḥopfers frei. –",
"Rückwirkend erfolgt dies nur rabbanitisch. Dies ist auch einleuchtend; wieso wären sie, wenn man sagen wollte, nach der Tora, von der Herrichtung des zweiten Pesaḥopfers frei!? –",
"Tatsächlich, kann ich dir erwidern, erfolgt die [rückwirkende] Unreinheit nach der Tora, nur haben sie bei der verborgenen Unreinheit des Ausflusses erleichtert.",
"Auch R. Ošaja ist der Ansicht, rückwirkend erfolge esnur rabbanitisch, denn es wird gelehrt: R. Ošaja sagte: Wenn aber [der Flußbehaftete] am siebenten Tage Fluß bemerkt, so sind die vorangehendenhinfällig. R. Joḥanan sprach zu ihm: Dies sollte nur den einen Tag hinfällig machen. –",
"Wie du es nimmst: macht es hinfällig, so sind ja alle hinfällig, und macht es nicht hinfällig, so ist ja auch dieser Tag nicht hinfällig!? – Lies vielmehr: dies sollte auch diesen Tag nicht hinfällig machen. Jener erwiderte:"
],
[
"R. Jose ist deiner Ansicht, denn dieser sagt, er sei von dann ab unrein. R. Jose sagt ja aber, rückwirkend!? Wahrscheinlich rabbanitisch. –",
"Wieso kann es nach R. Jose, der der Ansicht ist, ein Teil des Tages gelte als ganzer, vorkommen, daß eine richtige Flußbehafteteein Opfer darzubringen hat; sobald sie es zur Hälfte des Tages wahrnimmt, gilt ja die andere Hälfte als Tag des Abwartens!? – Wenn du willst, sage ich: wenn sie drei Tage hinter einander Ausfluß hat, und wenn du willst, sage ich: wenn sie es drei Tage bei Sonnenuntergang wahrnimmt, wo keine Zeit zurückbleibt, die [als Tag] angerechnet werden könnte.",
"",
"i WENN JEMAND GESAGT HAT: ICH WILL NAZIR SEIN, SO SCHERE ER SICH AM EINUNDDREISSIGSTEN TAGE; HAT ER SICH AM DREISSIGSTEN GESCHOREN, SO HAT ER SEINER PFLICHT GENÜGT; [WENN ER ABER GESAGT HAT:] ICH WILL DREISSIG TAGE NAZIR SEIN, SO HAT ER, WENN ER SICH AM DREISSIGSTEN GESCHOREN HAT, SEINER PFLICHT NICHT GENÜGT.",
"ii WENN JEMAND ZWEI NAZIRATE GELOBT HAT, SO SCHERE ER SICH WEGEN DES ERSTEN AM EINUNDDREISSIGSTEN TAGE UND WEGEN DES ANDEREN AM EINUNDSECHZIGSTEN TAGE; HAT ER SICH WEGEN DES ERSTEN AM DREISSIGSTEN GESCHOREN, SO SCHERE ER SICH WEGEN DES ANDEREN AM SECHZIGSTEN; HAT ER SICH ABER AM NEUNUNDFÜNFZIGSTEN GESCHOREN, SO HAT ER SEINER PFLICHT GENÜGT.",
"DIES BEKUNDETE AUCH R. PAPJAS: WENN JEMAND ZWEI NAZIRATE GELOBT UND SICH WEGEN DES ERSTEN AM DREISSIGSTEN GESCHOREN HAT, SO SCHERE ER SICH WEGEN DES ANDEREN AM SECHZIGSTEN, HAT ER SICH ABER AM NEUNUNDFÜNFZIGSTEN GESCHOREN, SO HAT ER SEINER PFLICHT GENÜGT, DENN DER DREISSIGSTE TAG WIRD IHM ANGERECHNET.",
"iii WENN JEMAND GESAGT HAT: ICH WILL NAZIR SEIN, UND AM DREISSIGSTEN TAGE UNREIN WIRD, SO SIND ALLE HINFÄLLIG; R. ELIE͑ZER SAGT, NUR SIEBEN SEIEN HINFÄLLIG. [WENN ER ABER GESAGT HAT:] ICH WILL DREISSIG TAGE NAZIR SEIN, UND AM DREISSIGSTEN TAGE UNREIN WIRD, SO SIND ALLE HINFÄLLIG. iv [WENN JEMAND GESAGT HAT:] ICH WILL HUNDERT TAGE NAZIR SEIN, UND AM HUNDERTSTEN TAGE UNREIN WIRD, SO SIND ALLE HINFÄLLIG; R. ELIE͑EZR SAGT, NUR DREISSIG SEIEN HINFÄLLIG. WIRD ER AM HUNDERTSTEN TAGE UNREIN, SO SIND DREISSIG TAGE HINFÄLLIG; R. ELIE͑ZER SAGT, NUR SIEBEN SEIEN HINFÄLLIG.",
"GEMARA. WENN JEMAND GESAGT HAT: ICH WILL NAZIR SEIN, UND AM DREISSIGSTEN TAGE UNREIN WIRD, SO SIND ALLE HINFÄLLIG; R. ELIE͑ZER SAGT, NUR SIEBEN SEIEN HINFÄLLIG."
],
[
"R. Elie͑zer ist der Ansicht, wenn es nach dem Vollwerden erfolgt, seien nur sieben hinfällig. [WENN ER ABER GESAGT HAT:] ICH WILL DREISSIG TAGE NAZIR SEIN, UND AM DREISSIGSTEN TAGE UNREIN WIRD, SO SIND ALLE HINFÄLLIG. Dagegen streitet R. Elie͑zer nicht, denn dieser hat vollständige [Tage] gelobt.",
"[WENN JEMAND GESAGT HAT:] ICH WILL HUNDERT TAGE NAZIR SEIN, UND AM HUNDERTSTEN TAGE UNREIN WIRD, SO SIND ALLE HINFÄLLIG; R. ELIE͑ZER SAGT, NUR DREISSIG SEIEN HINFÄLLIG. Alles, wie wir nach Bar Pada und nach R. Mathna erörtert haben.",
" WENN JEMAND SICH AUF EINEM BEGRÄBNISPLATZE BEFINDET UND EIN NAZIRAT GELOBT, SO WERDEN IHM, SELBST WENN ER SICH DA DREISSIG TAGE AUFHÄLT, DIESE NICHT ANGERECHNET UND ER BRAUCHT DAS UNREINHEITSOPFER NICHT DARZUBRINGEN. HAT ER IHN VERLASSEN UND WIEDERUM BETRETEN, SO WERDEN SIE IHM ANGERECHNET UND ER MUSS DAS UNREINHEITSOPFER DARBRINGEN.",
"R. ELIE͑ZER SAGT, NICHT, WENN AM SELBEN TAGE, DENN ES HEISST: und die früheren Tage sind hinfällig, NUR WENN ES FRÜHERE TAGE SIND.",
"GEMARA. Es wurde gelehrt: Wenn jemand sich auf einem Begräbnisplatze befindet und ein Nazirat gelobt, so wird er, wie R. Joḥanan sagt, vom Nazirate erfaßt, und wie Reš Laqiš sagt, vom Nazirate nicht erfaßt. R. Joḥanan sagt, er werde vom Nazirate erfaßt, denn er ist der Ansicht, es besteht und schwebt, und sobald es Reinheit findet, erfaßt es ihn. Reš Laqiš aber sagt, er werde vom Nazirate nicht erfaßt; wenn er es wiederholt, so erfaßt es ihn, sonst aber nicht.",
"R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein: Wenn jemand sich auf einem Begräbnisplatze befindet und ein Nazirat gelobt, so werden ihm, selbst wenn er sich da dreißig Tage aufhält, diese nicht angerechnet und er braucht das Unreinheitsopfer nicht darzubringen. Nur das Unreinheitsopfer braucht er nicht darzubringen, wohl aber erfaßt es ihn!? Dieser erwiderte: Bei ihm hat weder das Gesetz von der Verunreinigung noch das Gesetz vom Opfer Geltung.",
"Er wandte gegen ihn ein: Wenn jemand unrein ist und ein Nazirat gelobt, so ist ihm das Scheren, das Weintrinken und die Verunreinigung an Toten verboten; hat er sich geschoren, Wein getrunken oder sich an Toten verunreinigt, so erhält er die vierzig Geißelhiebe. Einleuchtend ist es, daß er die vierzig Geißelhiebe erhält, wenn du sagst, es erfasse ihn, weshalb aber erhält er die vierzig Geißelhiebe, wenn du sagst, es erfasse ihn nicht!? –"
],
[
"Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er ihnverlassen und wieder betreten hat.",
"Er wandte gegen ihn ein: Der Unterschied zwischen einem Unreinen, der ein Nazirat gelobt hat, und einem reinen Nazir, der unrein wurde, besteht nur hierin: einem Unreinen, der ein Nazirat gelobt hat, wird der siebente Tagangerechnet, und einem reinen Nazir, der sich verunreinigt hat, wird der siebente Tag nicht angerechnet. Wieso wird er ihm angerechnet, wenn du sagst, es erfasse ihn nicht!?",
"Mar, Sohn des R. Aši, sagte: Alle stimmen überein, daß es ihnerfasse, und sie streiten nur über die Geißelung. R. Joḥanan ist der Ansicht, daß er, da es ihn erfaßt, Geißelhiebe erhalte, und Reš Laqiš ist der Ansicht, daß es ihn wohl erfasse, er aber keine Geißelhiebe erhalte.",
"R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein: Wenn jemand sich auf einem Begräbnisplatze befindet und ein Nazirat gelobt, so werden ihm, selbst wenn er sich da dreißig Tage aufhält, diese nicht angerechnet und er braucht das Unreinheitsopfer nicht darzubringen. Nur das Unreinheitsopfer braucht er nicht darzubringen, Geißelhiebe aber erhält er wohl!? –",
"Eigentlich sollte er lehren, daß er keine Geißelhiebe erhalte, da er aber im Schlußsatze lehren will, daß, wenn er ihn verlassen und wiederum betreten hat, sie ihm angerechnet werden und er das Unreinheitsopfer darbringen müsse, so lehrt er im Anfangsatze, daß er das Unreinheitsopfer nicht darzubringen brauche. –",
"Komm und höre: Der Unterschied zwischen einem Unreinen, der ein Nazirat gelobt hat, und einem reinen Nazir, der unrein wird, besteht nur hierin: einem Unreinen, der ein Nazirat gelobt hat, wird der siebente Tag angerechnet, und einem reinen Nazir, der unrein wird, wird der siebente Tag nicht angerechnet. Hinsichtlich der Geißelung aber gleichen sie einander!? Dieser erwiderte: Nein, sie gleichen einander hinsichtlich des Scherens. –",
"Sollte er doch, wenn der eine Geißelhiebe erhält und der andere keine Geißelhiebe erhält, dies lehren!? – Er spricht nur von dem, was ihm dienlich ist, nicht aber von einer Bestrafung. –",
"Komm und höre: Wenn jemand unrein ist und ein Nazirat gelobt, so ist ihm das Scheren, das Weintrinken [und die Verunreinigung an Toten] verboten; hat er sich geschoren, Wein getrunken oder sich an Toten verunreinigt, so erhält er die vierzig Geißelhiebe, Dies ist eine Widerlegung.",
"Raba fragte: Wie istes, wenn jemand sich auf einem Begräbnisplatze befindet und ein Nazirat gelobt: ist hinsichtlich der Geißelung ein Verweilenerforderlich oder nicht? –",
"In welchem Falle: wollte man sagen, wenn man zu ihm gesagthat, daß er kein Nazirat gelobe, so ist ja kein Verweilen erforderlich; bei einem Nazirist das Verweilen deshalb nicht erforderlich, weil man ihn gewarnthat, und. auch diesen hat man ja gewarnt. –"
],
[
"Vielmehr, wenn er in einer Truhe, einer Kiste oder einem Schranke hinaufgekommen istund jemand das Verdeck entfernt hat;",
"ist das Verweilen nur beim Tempelerforderlich, nicht aber außerhalb desselben, oder gibt es hierbei keinen Unterschied? – Dies bleibt unentschieden.",
"R. Aši fragte: Benötigt derjenige, der sich auf einem Begräbnisplatze befindet und ein Nazirat gelobt, des Scherens oder nicht? Benötigt nur ein Reiner, der unrein wird, des Scherens, weil er sein Nazirat verunreinigt hat, nicht aber ein Unreiner, der ein Nazirat gelobthat, oder gibt es hierbei keinen Unterschied? –",
"Komm und höre: Wenn jemand sich auf einem Begräbnisplatze befindet und ein Nazirat gelobt, so werden ihm, selbst wenn er sich da dreißig Tage aufhält, diese nicht angerechnet und er braucht das Unreinheitsopfer nicht darzubringen. Nur das Unreinheitsopfer braucht er nicht darzubringen, wohl aber benötigt er des Scherens. – Eben aus diesem Grunde: das Unreinheitsopfer braucht er deshalb nicht darzubringen, weil er des Scherens nicht benötigt. –",
"Komm und höre: Der Unterschied zwischen einem Unreinen, der ein Nazirat gelobt hat, und einem reinen Nazir, der unrein wird, besteht nur hierin: einem Unreinen, der ein Nazirat gelobt hat, wird der siebente Tagangerechnet, und einem reinen Nazir, der unrein wird, wird der siebente Tag nicht angerechnet. Hinsichtlich des Scherens aber gleichen sie wohl einander. – Nein, sie gleichen einander hinsichtlich der Geißelung. –",
"Sollte er doch, wenn der eine des Scherens benötigt und der andere des Scherens nicht benötigt, dies lehren!? – Er lehrt vom siebenten Tage und allem, was damit zusammenhängt. –",
"Komm und höre: Ich weiß nur, daß die Tage seiner Unreinheitihm nicht angerechnet werden, woher dies von den Tagen des entschiedenenAussatzes? Es ist durch einen Schluß zu folgern: [nach] den Tagen der Unreinheit muß er sich scheren und ein Opfer darbringen und [nach] den Tagen des entschiedenen Aussatzes muß er sich scheren und ein Opfer darbringen, wie nun die Tage der Unreinheit ihm nicht angerechnet werden, ebenso werden ihm die Tage des entschiedenen Aussatzes nicht angerechnet.",
"Nein, die Tage der Unreinheit heben die vorangehendenauf, daher werden sie ihm nicht angerechnet, die Tage des entschiedenen Aussatzes aber heben die vorangehenden nicht auf, daher sind sie ihm wohl anzurechnen.",
"Ich will dir sagen: wenn siedemjenigen, der an einem Grabe ein Nazirat gelobt, dessen Haar zum Scheren geeignet ist, nicht angerechnet werden, um wieviel weniger sind ihm die Tage des entschiedenen Aussatzes anzurechnen, während welcher es zum Scheren nicht geeignetist.",
"Wahrscheinlich doch das Scheren wegen der Unreinheit. – Nein, das Scheren der Reinheit. Dies ist auch einleuchtend;"
],
[
"wenn man sagen wollte, das Scheren wegen der Unreinheit, so benötigen ja auch die Tage des entschiedenen Aussatzes des Scherens. – Nein, er lehrt es vom Scheren wegen des Nazirates. –",
"Komm und höre:Und er sein geweihtes Haupt verunreinigt; die Schrift spricht von einem reinen [Nazir,] der unrein wird; daß er nämlich der Entfernung des Haares und der Darbringung des Vogelopfers benötige, und daß derjenige, der an einem Grabe ein Nazirat gelobt, der Entfernung des Haares und der Darbringung des Vogelopfers nicht benötige.",
"Man könnte nämlich [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere folgern: wenn ein reiner [Nazir,] der unrein wird, der Entfernung des Haares und der Darbringung des Vogelopfers benötigt, um wieviel mehr benötigt der von vornherein Unreine der Entfernung des Haares und der Darbringung des Vogelopfers.",
"Daher heißt es: und er sein geweihtes Haupt verunreinigt, die Schrift spricht von dem, der rein war und unrein wird. Dieser benötigt der Entfernung des Haares und der Darbringung des Vogelopfers, derjenige aber, der an einem Grabe ein Nazirat gelobt, ist davon befreit. Schließe hieraus.",
"Wer ist der Autor der folgenden Lehre der Rabbanan, daß der Unterschied zwischen einem Unreinen, der ein Nazirat gelobt hat, und einem reinen Nazir, der unrein wird, nur darin bestehe, indem dem Unreinen, der ein Nazirat gelobt hat, der siebente Tag angerechnet, und dem reinen Nazir, der unrein wird, der siebente Tag nicht angerechnet werde?",
"R. Ḥisda erwiderte: Es ist Rabbi, welcher sagt, das in Reinheit [gelobte] Nazirat beginneerst am achten [Tage], denn wenn man sagen wollte, es sei R. Jose b. R. Jehuda, so sagt er ja, auch das in Reinheit [gelobte] Nazirat beginne schon am siebenten. –",
"Was ist das für [ein Streit zwischen] Rabbi und R. Jose b. R. Jehuda? – Es wird gelehrt: Und er heilige an diesem Tage sein Haupt, am Tage der Darbringung seiner Opfer– so Rabbi; R. Jose b. R. Jehuda sagt, am Tage des Scherens. –",
"Wer ist der Autor der Lehre, daß, wenn ein Nazir wiederholt unrein geworden ist, er nur ein Opfer darbringe? R. Ḥisda erwiderte: Es ist R. Jose b. R. Jehuda, welcher sagt, das in Reinheit [gelobte] Nazirat beginne schon am siebenten. Dies kann in dem Falle vorkommen, wenn er vorsieben [Tagen] unrein war und am siebentenwiederum unrein wird; da die für die Darbringung des Opfers geeignete Zeit noch nicht vorüber ist, so braucht er nur ein Opfer darzubringen.",
"Wenn man aber sagen wollte, es sei Rabbi, so ist es ja, wenn er vor sieben [Tagen] unrein war und am siebenten wiederum unrein wird, einelange Unreinheit, und wenn er vor acht [Tagen] unrein war und am achten wiederum unrein wird, so hat ja die zur Darbringung des Opfers geeignete Zeit begonnen. –",
"Was ist der Grund Rabbis? – Die Schrift sagt:er schaffe ihm Sühne dafür, daß er sich an der Seele vergangen hat, und erst nachher heißt es: und er heilige sein Haupt. – Und R. Jose b. R. Jehuda!? – Der Schriftvers könnte ja lauten: er heilige sein Haupt,"
],
[
"wenn es aber auch heißt: an diesem Tage, so ist dies, da es nicht auf den achten zu beziehenist, auf den siebenten zu beziehen. – Und Rabbi, es heißt ja: an diesem Tage!? – Rabbi kann dir erwidern: dies besagt, auch wenn er seine Opfer nicht dargebrachthat. –",
"Was veranlaßt R. Ḥisda, es R. Jose b. R. Jehuda zu addizieren, er kann es ja auf den Fall beziehen, wenn er in der Nacht zum achten unrein gewordenist, nach Rabbi!?",
"Da er es aber nicht Rabbi addiziert, so ist er wohl der Ansicht, nachts gebe es kein Fehlen der Frist?",
"R. Ada b. Ahaba erwiderte: Eines hängt vom anderen ab; wenn du sagst, nachts gebe es ein Fehlen der Frist, wonach er erst morgens zur Darbringung des Opfers geeignet ist, so beginnt auch das Nazirat erst morgens, und wenn du sagst, nachts gebe es kein Fehlen der Frist, so beginnt auch das Nazirat der Reinheit schon abends.",
"Der Text. Wenn [ein Nazir] vor sieben [Tagen] unrein war und am siebenten wiederum unrein wird, so bringe er nur ein Opfer dar; wenn er aber vor acht [Tagen] unrein war und am achten wiederum unrein wird, so bringe er wegen jeder [Verunreinigung] besonders ein Opfer dar. Er beginne und zählesofort – so R. Elie͑zer.",
"Die Weisen sagen, ein Opfer wegen aller zusammen, falls er sein Sündopfer noch nicht dargebracht hat; wenn er aber sein Sündopfer dargebracht hat und unrein geworden ist, wiederum ein Sündopfer dargebracht und unrein geworden ist, so bringe er ein Opfer wegen jeder besonders. Hat er sein Sündopfer und nicht sein Schuldopfer dargebracht, so zähleer.",
"R. Jišmáél, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagt, wie dies von seinem Sündopfer abhängig ist, ebenso sei es von seinem Schuldopfer abhängig. –",
"Einleuchtend ist die Ansicht R. Elie͑zers, denn die Schrift sagt:er heilige sein Haupt an diesem Tage, auch wenn er seine Opfer nicht dargebracht hat, ebenso erklären die Rabbanan, [das Wort] diesem, auch wenn er sein Schuldopfer nicht dargebracht hat,",
"wozu aber ist nach R. Jišma͑él [das Wort] diesem nötig!? – Er kann dir erwidern: an diesem, auch wenn er sein Brandopfernicht dargebracht hat. – Und die Rabbanan!? – Das Brandopfer braucht nicht besonders ausgeschlossen zu werden, denn es ist nichts weiter als eine Gabe. –",
"Was ist der Grund der Rabbanan? – Es wird gelehrt:Er sondere für den Herrn die Tage seines Nazirates ab und bringe ein einjähriges Lamm als Schuldopfer; was lehrt dies? Wir finden bei allen Schuldopfern der Tora, daß esvon diesen abhängt, man könnte somit glauben, daß es auch von diesem abhängig sei,"
],
[
"so heißt es: er sondere ab und er bringe, auch wenn er nicht gebracht hat, hat er abgesondert. R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, erklärte: Er sondere ab und er bringe, er sondere ab, erst wenn er es gebracht hat.",
"Wer ist der Autor der Lehre der Rabbanan, daß, wenn eine Frau ein Nazirat gelobt hat und unrein geworden ist, und ihr Mann es ihr nachher aufgehoben hat, sie nur das Geflügelsündopfer und nicht das Geflügelbrandopfer darbringe?",
"R. Ḥisda erwiderte: Es ist R. Jišma͑él. –",
"Welcher Ansicht ist er: ist er der Ansicht, der Ehemann entwurzlees, so sollte sie auch das Geflügelsündopfer nicht darbringen, und ist er der Ansicht, der Ehemann durchschneidedes, so sollte sie auch das Geflügelbrandopfer darbringen!? – Tatsächlich ist er der Ansicht, der Ehemann entwurzle es, nur ist R. Jišma͑él der Ansicht des R. Elea͑zar ha Qappar,",
"denn es wird gelehrt: R. Elea͑zar ha Qappar Berabbi sagte: Es heißt: er schaffe ihm Sühne dafür, daß er sich an der Seele vergangen hat; an welcher Seele hat er sich vergangen? Weil er sich dem Weingenusse entzogenhat. Nun ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn dieser, der sich nur die Entziehung des Weingenusses auferlegt hat, Sünder heißt, um wieviel mehr derjenige, der sich die Entziehung jeglichen Genusses auferlegt. –",
"Dieser Schriftvers spricht ja von einem unreinen Nazir, während wir dies auch auf einen reinen beziehen!? – R. Elea͑zar ha Qappar ist der Ansicht, auch ein reiner Nazir sei ein Sünder, nur spricht die Schrift deshalb von einem unreinen, weil dieser eine Sünde wiederholt hat.",
"HAT ER IHN VERLASSEN UND WIEDERUM BETRETEN, SO WERDEN SIE IHM ANGERECHNET. Er lehrt, daß sie ihm angerechnet werden; sollte ihn das Nazirat deshalb erfassen, weil er ihn verlassenhat!? Šemuél erwiderte: Wenn er ihn verlassen hat, besprengt worden, wiederum besprengt worden und untergetaucht ist. –",
"Werden sie ihm etwa nur dann angerechnet, wenn er ihn wiederum betreten hat, sonst aber nicht!? – Dies ist selbstverständlich; selbstverständlich, wenn er ihn ganz verlassen hat, aber auch wenn er ihn wiederum betreten hat, werden sie ihm angerechnet.",
"R. Kahana und R. Asi sprachen zu Rabh: Weshalb erklärst du uns nicht solche Dinge? Dieser erwiderte ihnen: Ich dachte, ihr benötigt dessen nicht.",
"R. ELIE͑ZER SAGT, NICHT, WENN AM SELBEN TAGE, DENN ES HEISST: und die früheren Tage sind hinfällig, NUR WENN ES FRÜHERE TAGE SIND. U͑la sagte: R, Elie͑zer sagt es nur von einem Unreinen, der ein Nazirat gelobt hat, bei einem reinen Nazir aber, der unrein geworden ist, macht auch ein Tag hinfällig."
],
[
"Raba sagte: Folgendes ist der Grund R. Elie͑zers: die Schrift sagt:denn er hat sein Nazirat verunreinigt, weil er das Nazirat in Unreinheit gelobt hat.",
"Abajje wandte gegen ihn ein: Man könnte glauben, daß, wenn [jemand gesagt hat:] ich will hundert Tage Nazir sein, und er am Beginne der hundert [Tage] unrein wird, erhinfällig sei, so heißt es: und die früheren Tage sind hinfällig, nur wenn es frühere Tage sind, und hierbei sind es keine früheren.",
"Man könnte glauben, daß, wenn er am Ende der hundert [Tage] unrein wird, sie hinfällig seien, so heißt es: und die früheren Tage sind hinfällig, wonach noch spätere folgen müssen, während hierbei keine späteren folgen. Man könnte glauben, daß, wenn er am neunundneunzigsten Tage unrein wird, sie nicht hinfällig seien, so heißt es: und die früheren Tage sind hinfällig, wonach noch spätere folgen müssen, und hierbei sind frühere und spätere vorhanden.",
"Dies kannst du ja auf einen Unreinen, der ein Nazirat gelobt hat, nicht beziehen, denn er lehrt: ich will hundert Tage Nazir sein, und er am Beginne der hundert unrein wird, und es heißt: nur wenn es frühere Tage sind. Eine Widerlegung.",
"R. Papa sprach zu Abajje: Sind diese Tage, von denen wir sprechen, zu verstehen, wenn einer vorüber ist und der zweite begonnen hat, oder aber, wenn zwei vorüber sind und der dritte begonnen hat? Er wußte es nicht. Hierauf kam er zu Raba und fragte es ihn. Dieser erwiderte: Es heißt: sindhinfällig.",
"Und sowohl [das Wort] Tage als auch [die Worte] sind hinfällig sind nötig. Würde der Allbarmherzige nur Tage und nicht sind hinfällig geschrieben haben, so könnte man glauben, nur wenn zwei vorüber sind und der dritte begonnenhat, daher schrieb der Allbarmherzige sind hinfällig; und würde er nur sind hinfällig und nicht Tage geschrieben haben, so könnte man glauben, auch einer, so heißt es Tage.",
" WENN JEMAND EIN LÄNGERES NAZIRAT GELOBT UND ES ABSOLVIERT HAT, UND NACHHER NACH DEM [JISRAÉL]LANDE KOMMT, SO IST ER, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, NOCH DREISSIG TAGE NAZIR; DIE SCHULE HILLELS SAGT, ER MÜSSE DAS NAZIRAT VON VORNHEREINBEGINNEN.",
"EINST GELOBTE DIE KÖNIGIN HELENA, ALS IHR SOHN IN DEN KRIEG ZOG: WENN MEIN SOHN IN FRIEDEN VOM KRIEGE HEIMKEHRT, WILL ICH SIEBEN JAHRE NEZIRA SEIN. IHR SOHN KEHRTE IN FRIEDEN VOM KRIEGE HEIM UND SIE WAR SIEBEN JAHRE NEZIRA. AM ENDE DER SIEBEN JAHRE ZOG SIE NACH DEM [JISRAÉL]LANDE, UND DIE SCHULE HILLELS ENTSCHIED IHR, DASS SIE WIEDERUM SIEBEN JAHRE NEZIRA SEIN MÜSSE. AM ENDE DIESER SIEBEN JAHRE WARD SIE UNREIN. ES ERGAB SICH ALSO, DASS SIE EINUNDZWANZIG JAHRE NEZIRA WAR. R. JEHUDA SAGTE: SIE WAR NUR VIERZEHN JAHRE NEZIRA.",
"GEMARA. Im Anfangsatze lehrt er, die Schule Šammajs sagt, er sei dreißig Tage Nazir, und die Schule Hillels sagt, er müsse das Nazirat von vornherein beginnen. Es wäre anzunehmen, daß ihr Streit in folgendem bestehe: die Schule Šammajs ist der Ansicht, über das Land der weltlichen Völker sei die [Unreinheit] wegen des Bodens verhängt worden,"
],
[
"und die Schule Hillels ist der Ansicht, sie sei wegen der Luft verhängt worden. – Nein, alle sind der Ansicht, sie sei wegen der Luft verhängt worden, nur ist die Schule Šammajs der Ansicht, die Maßregelung erstrecke sich auf die Dauer eines gewöhnlichen Nazirates, und die Schule Hillels ist der Ansicht, sie erstrecke sich auf das Nazirat seit Beginn desselben.",
"EINST GELOBTE DIE KÖNIGIN HELENA &C. Sie fragten: War sie unrein gewordenund tat dies nach der Schule Šammajs, oder war sie nicht unrein geworden und tat dies nach der Schule Hillels? –",
"Komm und höre: Zog sie nach dem [Jisraél]lande, und die Schule Hillels entschied ihr, daß sie wiederum sieben Jahre Nezira sein müsse &c. Wieso sagte nun R. Jehuda, wenn man sagen wollte, sie war unrein geworden und tat dies nach der Schule Šammajs, daß sie nur vierzehn Jahre Nezira war, es sollte ja heißen: vierzehn Jahre und dreißig Tage!?",
"Ebenso wird auch gelehrt: R. Jehuda sagte im Namen R. Elie͑zers: Die Schrift sagt:dies ist das Gesetz inbetreff des Nazirs, die Tora sagt damit, daß, wenn er am Tage der Beendigung unrein wird, bei ihm das für den Nazir geltende Gesetz anzuwenden sei.",
" WENN ZWEI ZEUGENPARTIEN VON EINEM [VERSCHIEDEN] BEKUNDEN, DIE EINE, DASS ER ZWEI NAZIRATE, UND DIE ANDERE, DASS ER FÜNF NAZIRATE GELOBTHAT, SO HAT SICH, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, DAS ZEUGNIS ZERSPLITTERT UND ES GIBT HIERBEI KEIN NAZIRAT; DIE SCHULE HILLELS SAGT, ER MÜSSE, DA IN FÜNF ZWEI ENTHALTEN SIND, ZWEI NAZIRATE ABSOLVIEREN.",
"GEMARA. Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht des Autors der folgenden Lehre: R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagte: Die Schule Šammajs und die Schule Hillels streiten nicht über den Fall, wenn von zwei Zeugenpartien die eine zwei und die andere fünf sagt, ob in fünf zweienthalten sind, sie streiten nur über den Fall, wenn von einer Zeugenpartie ein [Zeuge] zwei und der andere fünf sagt; die Schule Šammajs sagt, das Zeugnis habe sich zersplittert, und die Schule Hillels sagt, in fünf seien zwei enthalten.",
"Rabh sagte: Alle stimmen bei einer Zählungüberein. R. Ḥama sprach zu R. Ḥisda: Wie meint er es: wollte man sagen, wenn einer sagt: fünf und nicht zwei, und einer sagt: zwei und nicht fünf, so widersprechen sie ja einander. – Vielmehr, wenn einer sagt: eines und zwei, und einer sagt: drei, vier und fünf. –"
],
[
"Wozu ist dies weiter nötig, wenn Rabh dies von einem strengeren Falle gesagt hat, wie sollte es nicht von einem leichteren Falle gelten!? Im Westen erklärten sie: Bei einer Zählung gibt es keine Widersprechung.",
"",
"i WENN JEMAND GESAGT HAT: ICH WILL NAZIR SEIN, UND EIN ANDERER ES HÖRT UND SAGT: AUCH ICH, UND [DARAUF EIN DRITTER:] AUCH ICH, SO SIND SIE ALLE NAZIRÄER. WIRD [DAS GELÖBNIS] DEM ERSTEN AUFGELÖST, SO SIND ALLE ENTBUNDEN; WIRD ES DEM LETZTEN AUFGELÖST, SO IST DER LETZTE ENTBUNDEN, JENE ALLE ABER GEBUNDEN. WENN JEMAND GESAGT HAT: ICH WILL NAZIR SEIN, UND EIN ANDERER ES HÖRT UND SAGT: MEIN MUND WIE SEIN MUND, MEIN HAAR WIE SEIN HAAR, SO IST ER NAZIR. WENN",
"[JEMAND GESAGT HAT:] ICH WILL NAZIR SEIN, UND SEINE FRAU ES HÖRT UND SAGT: AUCH ICH, SO KANN ER IHR [NAZIRGELÖBNIS] AUFHEBEN UND SEINES BLEIBT BESTEHEN. [WENN EINE FRAU GESAGT HAT:] ICH WILL NEZIRA SEIN, UND IHR MANN ES HÖRT UND SAGT: AUCH ICH, SO KANN ER ES NICHT MEHR AUFHEBEN. WENN [JEMAND GESAGT HAT:] ICH WILL NAZIR SEIN, UND DU? UND SIE ‘AMEN’ SAGT, SO KANN ER IHRES AUFHEBEN UND SEINES BLEIBT BESTEHEN. [WENN EINE FRAU GESAGT HAT:] ICH WILL NEZIRA SEIN, UND DU? UND ER ‘AMEN’ SAGT, SO KANN ER ES NICHT MEHR AUFHEBEN.",
"GEMARA. Reš Laqiš saß vor R. Jehuda dem Fürsten und trug vor: Dies nur dann, wenn sie alle gesprochen haben innerhalb [einer Zeit], während welcher man einen Satz [aussprechen kann]. – Was heißt eine Zeit, während welcher man einen Satz aussprechen kann? – Die Dauer einer Begrüßung. – Welches ist die Dauer einer Begrüßung? – Daß ein Schüler seinen Lehrer begrüßen kann.",
"Da sprach dieser zu ihm: Du läßt ja gar keinen Spielraum für einen Schüler!"
],
[
"Ebenso wird auch gelehrt: Wenn jemand gesagt hat: ich will Nazir sein, und ein anderer, der es hört, solange wartet, als man einen Satz sprechen kann, und sagt: ich ebenfalls, so ist der erste gebunden und der andere ungebunden. – Welches heißt [eine Zeit], während welcher man einen Satz [aussprechen kann]? – Die Dauer der Begrüßung eines Schülers an seinen Lehrer.",
"Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Wenn jemand gesagt hat: ich will Nazir sein, und ein anderer es hört und sagt: auch ich, [und darauf ein dritter:] auch ich. Mehr aber nicht. – Soll etwa der Autor mit der Aufzählung wie ein Hausierer fortfahrend!? –",
"Demnach sollte er nur einen nennen und dies lehren!? – Dem ist auch so, da er aber im Schlußsatze lehren will, daß, wenn [das Gelübde] dem ersten aufgelöst wird, alle entbunden seien, und wenn es dem letzten aufgelöst wird, nur der letzte entbunden sei, jene alle aber gebunden, wonach ein mittelster vorhanden sein muß, so lehrt er zweimal ‘auch ich’.",
"Sie fragten: Wird jeder durch den vorangehenden erfaßtoder alle durch den ersten? – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Ob sie fortgesetzt erfaßt werden. Wenn du sagst, jeder werde durch den vorangehenden erfaßt, so können sie bis in die Ewigkeit erfaßt werden, und wenn du sagst, sie werden durch den ersten erfaßt, so werden nach [einer Dauer], während welcher man einen Satz [aussprechen kann], keine weiter erfaßt. Wie ist es nun? –",
"Komm und höre: Wenn jemand gesagt hat: ich will Nazir sein, und ein anderer es hört und sagt: auch ich, [und darauf ein dritter:] auch ich. Mehr aber nicht. Hieraus ist zu entnehmen, daß sie durch den ersten erfaßt werden, denn wenn man sagen wollte, jeder durch den vorangehenden, so sollte er [den Satz] ‘und ich’ noch weiter fortsetzen. – Soll etwa der Autor mit der Aufzählung wie ein Hausierer fortfahren!? –",
"Demnach sollte er nur einen nennen und dies von allen übrigen lehren!? – Da er lehren will, daß, wenn [das Gelöbnis] dem ersten aufgelöst wird, alle entbunden seien, und wenn es dem letzten aufgelöst wird, nur der letzte entbunden sei, jene alle aber gebunden, wonach ein mittelster vorhanden sein muß, so lehrt er zweimal ‘auch ich’. –",
"Komm und höre: Wird [das Gelöbnis] den ersten aufgelöst, so sind alle entbunden. Nur wenn dem ersten, sind alle entbunden, nicht aber, wenn dem mittelsten; somit ist hieraus zu entnehmen, daß alle durch den ersten erfaßt werden. –",
"Tatsächlich, kann ich dir erwidern, wird jeder durch den vorangehenden erfaßt, da er aber lehren will, daß alle entbunden seien, und wenn er es vom mittelsten gelehrt hätte, der erste zurückbleiben müßte, der nicht entbunden sein würde, so lehrt er es vom ersten. –",
"Komm und höre: Wird es dem letzten aufgelöst, so ist der letzte entbunden, jene alle aber gebunden. Nur wenn diesem, dem niemand folgt, wenn aber dem mittelsten, dem noch einer folgt, so ist dieser entbunden; hieraus ist somit zu entnehmen, daß einer durch den anderen erfaßt werde. –",
"Tatsächlich, kann ich dir erwidern, werden alle durch den ersten erfaßt, denn unter letzten, von dem er spricht, ist der mittelste zu verstehen, und nur weil er [den vorangehenden] ersten nennt, nennt er diesen letzten. –",
"Komm und höre, es wird ausdrücklich gelehrt: Wird [das Gelöbnis] dem ersten aufgelöst, so sind alle entbunden; wird es dem letzten aufgelöst, so ist dieser entbunden und alle anderen gebunden; wird es dem mittelsten aufgelöst, so sind die ihm folgenden entbunden und die vorangehenden gebunden. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß jeder durch den vorangehenden erfaßt werde. Schließe hieraus.",
"[WENN JEMAND GESAGT HAT:] ICH WILL NAZIR SEIN, UND EIN ANDERER ES HÖRT UND SAGT: MEIN MUND WIE SEIN MUND, MEIN HAAR WIE SEIN HAAR &C. Ist er denn Nazir, weil er ‘mein Mund wie sein Mund, mein Haar wie sein Haar’ sagt,"
],
[
"ich will auf einen Widerspruch hinweisen: [Sagte jemand:] meine Hand sei Nezira, mein Fuß sei Nazir, so hat er nichts gesagt; wenn aber: mein Haupt sei Nazir, meine Leber sei Nezira, so ist er Nazir. Die Regel ist: ist es ein Organ, von dem das Leben abhängt, so ist er Nazir.",
"R. Jehuda erwiderte: Wenn er wie folgt gesagt hat: mein Mund wie sein Mund, hinsichtlich der Enthaltung vom Weine, mein Haar wie sein Haar, hinsichtlich der Unterlassung des Scherens.",
"[WENN EINE FRAU GESAGT HAT:] ICH WILL NEZIRA SEIN, UND IHR MANN ES HÖRT UND SAGT: AUCH ICH, SO KANN ER ES NICHT MEHR AUFHEBEN. Sie fragten: Entwurzelt der Ehemann [das Gelöbnis] oder durchschneidet er es? –",
"In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Wenn eine Frau ein Nazirat gelobt, eine andere es hört und sagt: auch ich, und der Ehemann der ersten es hört und es aufhebt. Wenn du sagst, er entwurzle es, so ist die andere ebenfalls entbunden, und wenn du sagst, er schneide es ab, so ist diese entbunden, die andere aber gebunden. Wie ist es nun? –",
"Komm und höre: [Wenn eine Frau gesagt hat:] ich will Nezira sein, und ihr Mann es hört und sagt: auch ich, so kann er es nicht mehr aufheben. Wenn man nun sagen wollte, der Mann durchschneide es, so sollte er es seiner Frau aufheben und er gebunden bleiben. Hieraus ist also zu entnehmen, daß der Ehemann es entwurzle. –",
"Nein, tatsächlich durchschneidet er es und sollte es ihr aufheben können, und nur aus dem Grunde kann er es ihr nicht aufheben, weil die Worte ‘auch ich’ ebenso gelten, als würde er zu ihr gesagt haben: es sei dir bestätigt. Daher kann er, wenn er wegen seiner Bestätigung nachsucht, es auch ihr aufheben, sonst aber kann er es ihr nicht aufheben. –",
"Komm und höre: Wenn eine Frau ein Nazirat gelobt und ein Vieh abgesondert hat, und ihr Mann es ihr darauf aufhebt, so kann das Vieh, wenn es ihm gehört, in die Herde kommen und weiden, wenn es aber ihr gehört, so muß man das Sündopfer verenden lassen.",
"Wenn man sagen wollte, der Ehemann entwurzle es, müßte ja [das Vieh] profan werden. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß der Ehemann es durchschneide. –",
"Tatsächlich, kann ich dir erwidern, entwurzelt es der Ehemann, und dieserfolgt aus dem Grunde, weil [das Vieh], da sie der Sühne nicht benötigt, einem Sündopfer gleicht, dessen Eigentümer gestorben ist, und es ist uns überliefert, daß man ein Sündopfer, dessen Eigentümer gestorben ist, verenden lassen müsse. –",
"Komm und höre: Wenn eine Frau ein Nazirat gelobt und Wein getrunken oder sich an Toten verunreinigt hat, so erhält sie die vierzig [Geißelhiebe]. In welchem Falle: wollte man sagen, wenn ihr Mann es ihr nicht aufgehoben hat, so braucht dies ja nicht gelehrt zu werden; doch wohl, wenn ihr Mann es ihr aufgehoben hat.",
"Wieso erhält sie, wenn man sagen wollte, der Ehemann entwurzle es, die vierzig [Geißelhiebe]!? Hieraus ist somit zu entnehmen, daß der Ehemann es durchschneide. –",
"Tatsächlich, kann ich dir erwidern, entwurzelt es der Ehemann, da er aber im Schlußsatze lehren will, daß, wenn ihr Mann es ihr ohne ihr Wissen aufgehoben hat, und sie Wein getrunken oder sich an Toten verunreinigt hat, sie die vierzig [Geißelhiebe] nicht erhalte,"
],
[
"so lehrt er im Anfangsatze daß sie sie erhalte. –",
"Komm und höre: Wenn eine Frau ein Nazirat gelobt hat und unrein geworden ist, und ihr Mann es ihr darauf aufgehoben hat, so bringe sie das Geflügelsündopfer dar und nicht das Geflügelbrandopfer. Wenn man sagen wollte, der Ehemann durchschneide es, so müßte sie ja auch das Geflügelbrandopfer darbringen!? –",
"Wenn er es entwurzelt, sollte sie auch das Geflügelsündopfer nicht darbringen!? – Dem ist auch so, nur ist hier die Ansicht des R. Elea͑zar ha Qappar vertreten,",
"denn es wird gelehrt: R. Elea͑zar ha Qappar Berabbi sagte: Es heißt:daß er sich an der Seele vergangen hat; an welcher Seele hat er sich vergangen? Er heißt deshalb Sünder, weil er sich dem Weingenusse entzogen hat. Nun ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn dieser, der sich nur die Entziehung des Weingenusses auferlegt hat, Sünder heißt, um wieviel mehr derjenige, der sich die Entziehung jeglichen Genusses auferlegt. –",
"Komm und höre, es wird ausdrücklich gelehrt: Wenn eine Frau ein Nazirat gelobt und eine andere es hört und sagt: auch ich, und darauf der Ehemann der ersteren kommt und es ihr auflöst, so ist diese entbunden und die andere gebunden. Schließe hieraus, daß der Ehemann es durchschneidet.",
"R. Šimo͑nsagt, wenn sie gesagt hat: ich will es gleich dir sein, so sind beide entbunden."
],
[
"Mar Zuṭra, Sohn des R. Mari, sagte: Dasist die Frage des Rami b. Ḥama, denn Rami b. Ḥama fragte: Wie ist es, [wenn jemand gesagt hat:] diesesgelte für mich wie das Fleisch vom Heilsopfer:",
"bezog er sich auf den ersten Zustandoder bezog er sich auf den fertigenZustand? –",
"Es ist ja nicht gleich, in jenem Falle, wenn jemand gesagt hat: dieses gelte für mich wie das Fleisch vom Heilsopfer, ist es, obgleich er es nach dem Blutsprengen essen darf, immerhin heilig, wenn man aber hierbei sagt, sie habe sich auf den Schluß bezogen, so hat der Ehemann es ja aufgelöst. Manche aber sagen, dies decke sich entschieden mit der [Frage des] Rami b. Ḥama.",
"Wie ist es, wenn siegesagt hat: ich will in deiner Spur Nezira sein: ist unter Spur der ganze Vorgang zu verstehen, somit ist sie entbunden, oder der Zustand vor der Aufhebung durch den Ehemann, somit ist sie gebunden? –",
"Komm und höre: Wenn eine Frau ein Nazirat gelobt und ihr Mann es hört und sagt: auch ich, so kann er es nicht mehr aufheben. Wenn man nun sagen wollte, die Worte ‘ich trete in deine Spur’ beziehen sich nur auf den Anfang, so kann er ja ihr [Gelöbnis] auflösen, während seines bestehen bleibt.",
"Hieraus ist somit zu entnehmen, daß sie sich auf das ganze beziehen, daherkann er es nicht mehr aufheben. Somit ist auch die Frau entbunden, die gesagt hat: ich trete in deine Spur. –",
"Nein, tatsächlich beziehen sie sich auf den Anfang, hierbei aber ist es, da er ‘auch ich’ gesagt hat, ebenso, als würde er gesagt haben: es sei dir bestätigt. Daher kann er, wenn er wegen seiner Bestätigung nachsucht, es auch ihr aufheben, sonst aber nicht.",
"[WENN JEMAND GESAGT HAT:] ICH WILL NAZIR SEIN, UND DU? UND SIE ‘AMEN’ SAGT, SO KANN ER IHRES AUFHEBEN UND SEINES BLEIBT BESTEHEN. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: [Wenn jemand gesagt hat:] ich will Nazir sein, und du? und sie ‘Amen’ sagt, so sind beide gebunden, wenn aber nicht, so sind beide nicht gebunden, weil er sein Gelöbnis von ihrem abhängig gemacht hat!?",
"R. Jehuda erwiderte: Lies: er kann ihres aufheben und seines bleibt bestehen. Abajje erwiderte: Du kannst auch die Lesart der Barajtha aufrecht erhalten, wenn er nämlich zu ihr gesagt hat: ich will Nazir sein unddu, wobei er sein Gelöbnis von ihrem abhängig gemacht hat;"
],
[
"unsere Mišna aber spricht von dem Falle, wenn er gesagt hat: ich will Nazir sein, du auch? er kann daher ihres aufheben und seines bleibt bestehen.",
"iii WENN EINE FREI EIN NAZIRAT GELOBT UND WEIN GETRUNKEN ODER SICH AN TOTEN VERUNREINIGT HAT, SO ERHÄLT SIE DIE VIERZIG [GEISSELHIEBE]. WENN IHR MANN ES IHR AUFGEHOBEN HAT UND SIE, OHNE ZU WISSEN, DASS IHR MANN ES IHR AUFGEHOBEN HAT, WEIN GETRUNKEN ODER SICH AN TOTEN VERUNREINIGT HAT, SO ERHÄLT SIE NICHT DIE VIERZIG [GEISSELHIEBE]. R. JEHUDA SAGT, WENN SIE AUCH DIE VIERZIG GEISSELHIEBE NICHT ERHÄLT, SO ERHÄLT SIE DENNOCH GEISSELHIEBE DER WIDERSPENSTIGKEIT.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten:Ihr Mann hat sie aufgehoben, und der Herr wird ihr verzeihen. Die Schrift spricht von einer Frau, der ihr Mann [das Gelübde] aufgehoben und sie es nicht gewußthat, daß sie der Sühne und der Vergebung benötige.",
"Wenn R. A͑qiba an diesen Vers herankam, weinte er: wenn einer, der Schweinefleisch [essen] wollte und Lammfleisch ihm in die Hand gekommen ist, der Sühne und der Vergebung benötigt, um wieviel mehr derjenige, der Schweinefleisch [essen] wollte und Schweinefleisch ihm in die Hand gekommen ist.",
"Desgleichen heißt es:und er es nicht wußte und sich verschuldet, so trage er seine Sünde;",
"wenn die Schrift von einem, der Lammfleisch [essen] wollte und Schweinefleisch ihm in die Hand gekommen ist, wenn es beispielsweise zweifelhaft ist, ob es ein Stück Fett oder ein Stück Talg war, sagt: so trage er seine Sünde, um wieviel mehr gilt dies von dem, der Schweinefleisch [essen] wollte und Schweinefleisch ihm in die Hand gekommen ist.",
"Isi b. Jehuda sagte: Und er es nicht wußte und sich verschuldet, so trage er seine Sünde; wenn einer, der Lammfleisch [essen] wollte und Schweinefleisch ihm in die Hand gekommen ist, wenn es beispielsweise zwei Stücke waren, eines Talg und eines Fett, seine Sünde trägt, um wieviel mehr derjenige, der Schweinefleisch [essen] wollte und Schweinefleisch ihm in die Hand gekommen ist.",
"Hierüber sind die Betrübten betrübt. –",
"Wozu sind all diese [Fälle] nötig? – Sie sind nötig. Würde er es nur von der Frau gelehrt haben, [so könnte man glauben,] nur diese benötige der Sühne und der Vergebung, weil sie von vornherein Verbotenesbeabsichtigt hat, bei einem Stücke aber, hinsichtlich dessen es zweifelhaft ist, ob es Talg oder Fett war, wobei er Erlaubtes [essen] wollte, benötige er nicht der Sühne und der Vergebung.",
"Würden nur die anderen gelehrt worden sein, [so könnte man glauben,] weil Verbotenes vorhandenwar, eine Frau aber, der ihr Mann [das Gelöbnis] aufgehoben hat, die somit Erlaubtes getan hat, benötige nicht der Sühne und Vergebung.",
"Und würden nur diese beiden gelehrt worden sein, so könnte man glauben, nur in diesen beiden Fällen genügen Sühne und Vergebung, weil das Verbotene nicht festgestellt ist, bei zwei Stücken aber, eines Talg und eines Fett, wobei das Verbotene festgestelltist, seien Sühne und Vergebung nichtausreichend, so lehrt er uns, daß es hierbei keinen Unterschied gebe.",
"Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Es heißt:Gerade sind die Wege des Herrn, die Frommen wandeln auf ihnen, aber die Frevler kommen auf ihnen zu Fall; dies ist zu vergleichen mit dem Falle, wenn zwei Personen ihr Pesaḥlamm gebraten und der eine es zur Ausübung des Gebotes und der andere es zur Völlerei gegessen hat. Über den, der es zur Ausübung des Gebotes gegessen hat, heißt es: die Frommen wandeln auf ihnen, und über den, der es zur Völlerei gegessen hat, heißt es: und die Frevler kommen auf ihnen zu Fall.",
"Reš Laqiš sprach zu ihm: Wieso nennst du ihn einen Frevler; zugegeben, daß er das Gebot nicht auf das Vorzügliche ausgeübt hat, aber das Pesaḥopfer hat er ja hergerichtet!? Vielmehr ist dies mit folgendem Falle zu vergleichen; wenn zwei Personen Frau und Schwester bei sich hatten, und einer zu seiner Frau und der andere zu seiner Schwester geriet. Über den, der zu seiner Frau geriet, heißt es: die Frommen wandeln auf ihnen, und über den, der zu seiner Schwester geriet, heißt es: und die Frevler kommen auf ihnen zu Fall. –",
"Ist es denn gleich, wir sprechen von einem Wege, hierbei aber sind es zweiWege!? Vielmehr, dies ist mit Loṭ und seinen beiden Töchtern zu vergleichen; über sie, die eine gute Handlungbezweckten, heißt es: die Frommen wandeln auf ihnen, über ihn, der eine Sünde bezweckte, heißt es: und die Frevler kommen auf ihnen zu Fall. –",
"Vielleicht hatte er ebenfalls eine gute Handlung bezweckt!? R. Joḥanan erwiderte: Der ganze Schriftvers deutetdarauf, daß er nur eine Sünde bezweckt hatte.",
"Loṭ erhob, [und es heißt:]da erhob die Frau seines Herrn ihre Augen.Seine Augen, [und es heißt:] denn sie ist recht in meinen Augen.",
"Und sah, [und es heißt:]da sah Šekhem, der Sohn Ḥamors.Den ganzen Umkreis [kikar] des Jarden, [und es heißt:]denn durch ein Hurenweib [kommt man herunter] bis auf einen Laib [kikar] Brot.Daß er ganz durchtränkt war, [und es heißt:]ich will meinen Buhlen folgen, die mir Brot und Wasser, Wolle und Flachs, Öl und Getränke spenden. –",
"Bei ihmwar es ja ein Zwangsfall!? – Im Namen des R. Jose b. R. Ḥoni wurde gelehrt: Auf dem u im [Worte] ubequma, das bei der älteren [Tochter gebraucht wird], befindet sich deshalb ein Punkt, um anzudeuten, daß er es zwar bei ihrem Sichniederlegen nicht gemerkt hatte, wohl aber bei ihrem Aufstehen. –",
"Was sollte er dann machen, was geschehen, war ja bereits geschehen!? – Er sollte am folgenden Abend keinen Wein trinken.",
"Raba trug vor: Es heißt:Ein Bruder, der treulos wird der festen"
],
[
"Stadt, und Streitigkeiten, wie des Palastes Riegel. Ein Bruder, der treulos wird der festen Stadt, das ist Loṭ, der sich von Abraham trennte; und Streitigkeiten, wie des Palastes Riegel, der Streitigkeiten hervorrief, wie der Riegel beim Palaste, [denn es heißt:]es soll kein A͑mmoniter und kein Moabiter in die Gemeinde des Herrn kommen.",
"Raba, nach anderen R. Jiçḥaq, trug vor: Es heißt:Nach Wollust strebt, wer sich trennt, und gegen jeglichen Rat wälzt er sich einher. Nach Wollust strebt, wer sich trennt, das ist Loṭ; gegen jeglichen Rat wälzt er sich einher, dessen Schande in den Bet- und Lehrhäusern aufgedecktwurde, denn wir haben gelernt: A͑mmoniter und Moabiter sind verboten, und das Verbot ist ein ewiges.",
"U͑la sagte: Tamar hurteund Zimri hurte;",
"Tamar hurte, und Könige und Propheten kamen aus ihr hervor, Zimri hurte, und viele Myriaden von Jisraél fielen durch ihn.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Besser ist eine gutgemeinte Sünde als ein nicht gutgemeintes gutes Werk. – R. Jehuda sagte ja aber im Namen Rabhs, daß man sich stets mit der Tora und guten Werken befasse, auch nicht um ihrer selbstwillen, denn dadurch kommt man dazu, es um ihrer selbst willen zu tun!? –",
"Lies vielmehr: wie ein nicht gutgemeintes gutes Werk, denn es heißt:gepriesen vor anderen Weibern sei Jae͑l, das Weib Ḥebers, des Qeniters, vor den Weibern im, Zelte sei sie gepriesen, und unter ‘Weibern im Zelte’ sind Sara, Ribqa, Raḥel und Lea zu verstehen.",
"R. Joḥanan sagte: Sieben Beschlafungen vollzog dieser Frevler in jener Stunde, denn es heißt:zwischen ihren Füßen kniete er, fiel hin, lag da &c.–",
"Sie hatte ja aber von seiner Beschlafung einen Genuß!? R. Joḥanan erwiderte: Jede Wohltat der Frevler ist ein Übel für die Frommen.",
"Es heißt nämlich:hüte dich mit Ja͑qob zu reden, Gutes oder Böses; allerdings nicht Böses, weshalb aber nicht Gutes? Wohl deshalb, weil für ihn das Gute Böses wäre. Schließe hieraus.",
"Der Text. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Stets befasse man sich mit der Tora und guten Werken, auch nicht um ihrer selbst willen, denn dadurch kommt man dazu, es um ihrer selbst willen zu tun. Als Belohnung für die zweiundvierzig Opfer, die der ruchlose Balaq darbrachte, ward es ihm beschieden, daß aus ihm Ruth hervorging. R. Jose b. R. Ḥanina sagte nämlich, daß Ruth eine Tochter des Sohnes E͑glons, Königsvon Moab, war.",
"R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Woher, daß der Heilige, gepriesen sei er, nicht einmal den Lohn für ein schönes Wort kürze? Die älterenannte [ihren Sohn] Moab, daher sprach der Heilige, gepriesen sei er:befehde die Moabiter nicht und lasse dich in keinen Krieg mit ihnen ein; nur in einen Krieg sollte er sich mit ihnen nicht einlassen, wohl aber durfte er sie bedrängen;",
"die jüngere aber nannte [ihren Sohn] Ben A͑mi, daher sprach er:befehde sie nicht und streite nicht mit ihnen, nicht einmal bedrängen durfte er sie.",
"R. Ḥija b. Abin sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Qorḥa: Man beeile sich stets zu einem guten Werke, denn als Belohnung für die eine Nacht, um die die ältere der jüngeren zuvorgekommen war,"
],
[
"ward es ihr beschieden, vier Generationen früher zur Königswürdein Jisraél zu gelangen.",
" WENN EINE FRAU EIN NAZIRAT GELOBT UND EIN VIEHABGESONDERT HAT, UND IHR MANN ES IHR DARAUF AUFHEBT, SO KANN DAS VIEH, WENN ES IHM GEHÖRT, IN DIE HERDE KOMMEN UND WEIDEN, \n",
"WENN ES ABER IHR GEHÖRT, SO IST DAS SÜNDOPFER VERENDEN ZU LASSEN, DAS BRANDOPFER ALS BRANDOPFER DARZUBRINGEN UND DAS HEILSOPFER ALS HEILSOPFER DARZUBRINGEN; ESDARF NUR EINEN TAG GEGESSEN WERDEN, BENÖTIGT ABER NICHT DER BROTE.",
"HATTE SIE UNBEZEICHNETES GELDZURÜCKGELEGT, SO FÄLLT ES DER FREIWILLIGEN SPENDENKASSE ZU, WENN ABER BEZEICHNETES GELD, SO IST DAS GELD ZUM SÜNDOPFER IN DAS SALZMEER ZU WERFEN, MAN DARF ES NICHT NUTZNIESSEN NOCH BEGEHT MAN DARAN EINE VERUNTREUUNG,",
"FÜR DAS GELD ZUM BRANDOPFER EIN BRANDOPFER DARZUBRINGEN, UND MAN BEGEHT DARAN EINE VERUNTREUUNG, UND FÜR DAS GELD ZUM HEILSOPFER EIN HEILSOPFER DARZUBRINGEN; ES DARF NUR EINEN TAG GEGESSEN WERDEN, BENÖTIGT ABER NICHT DER BROTE.",
"GEMARA. Wer ist der Autor, welcher sagt, daß der Ehemann hierfür nicht haftbar sei!? R. Ḥisda erwiderte: Es sind die Rahbanan, denn wieso dürfte [das Vieh,] wenn man sagen wollte, es sei R. Jehuda, in die Herde kommen und weiden, er ist ja haftbar!?",
"Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagte: Der Ehemann muß für seine Frau das Opfereines Reichendarbringen,",
"ebenso auch jedes andere Opfer, zu dem sie verpflichtet ist, denn er unterschrieb ihrfolgendes: jeden Anspruch, den du an mich von früher herhast.",
"Raba sagte: Du kannst auch sagen, es sei R. Jehuda, denn haftbar ist er nur für eine Sache, deren sie benötigt, nicht aber für eine Sache, deren sie nichtbenötigt.",
"Manche lesen: Wer ist der Autor? R. Ḥisda erwiderte: Es ist R. Jehuda, denn auch nach ihm ist er für sie haftbar nur für eine Sache, deren sie benötigt, nicht aber für eine Sache, deren sie nicht benötigt. Nach den Rahbanan aber ist er ja überhaupt nichthaftbar,",
"und eine Haftbarkeitkann nur dann erfolgen, wenn er es ihr zueignet, und sobald er es ihr zueignet, gehört es ihr."
],
[
"Raba sagte: Du kannst auch sagen, es seien die Rabbanan, denn er eignet ihr nur eine Sache zu, deren sie benötigt, nicht aber eine Sache, deren sie nicht benötigt.",
"WENN DAS VIEH IHR GEHÖRT, SO IST DAS SÜNDOPFER VERENDEN ZU LASSEN, DAS BRANDOPFER DARZUBRINGEN. Woher hat sie solches, du sagest ja, was die Frau erwirbt, habe ihr Mann erworben!? R. Papa erwiderte: Wenn sie es von ihrem Teigeabgespart hat. Wenn du aber willst, sage ich: wenn ein Fremder es ihr zugeeignet und gesagt hat: mit der Bedingung, daß dein Mann keine Befugnis darüber habe.",
"DAS BRANDOPFER ALS BRANDOPFER DARZUBRINGEN UND DAS HEILSOPFER &C. DARZUBRINGEN. Šemuél sprach zu Abuha b. Ihi: Du setzest dich nicht hin, bevor du mir folgendes erklärt hast: Folgende vier Widder benötigen nicht der Brote: seiner, ihrer, der nach dem Tode [des Eigentümers zurückbleibt], und der nach der Sühne[zurückbleibt].",
"Ihrer, wie wir bereits gesagthaben. Seiner, wie wir gelernt haben: Ein Mann kann seinem Sohne ein Nazirat auferlegen, nicht aber kann eine Frau ihrem Sohne ein Nazirat auferlegen. Wenn er sich geschorenhat oder seine Verwandten ihn geschoren haben, wenn er widersprochen hat oder seine Verwandten widersprochen haben",
"und das Geldunbezeichnet vorhanden ist, so fällt es der freiwilligen Spendenkasse zu, wenn aber bezeichnet, so ist das Geld zum Sündopfer in das Salzmeer zu werfen, für das Geld zum Brandopfer ein Brandopfer darzubringen, und man begeht daran eine Veruntreuung, und für das Geld zum Heilsopfer ein Heilsopfer darzubringen; es darf nur einen Tag gegessen werden, benötigt aber nicht der Brote.",
"Woher dies von dem, der nach dem Tode [zurückbleibt]? – Es wird gelehrt: Wenn jemand Geld für seine Nazir[opfer] abgesondert hat, so darf man es nicht nutznießen noch begeht man daran eine Veruntreuung, weil allesfür das Heilsopferverwendbar ist.",
"Wenn er gestorben ist und das Geld unbezeichnet zurückbleibt, so fällt es der freiwilligen Spendenkasse zu, wenn aber bezeichnet, so ist das Geld zum Sündopfer in das Salzmeer zu werfen, weder darf man es nutznießen noch begeht man daran eine Veruntreuung, für das Geld zum Brandopfer ein Brandopfer darzubringen, und man begeht daran eine Veruntreuung, und für das Geld zum Heilsopfer ein Heilsopfer darzubringen; es darf nur einen Tag gegessen werden, benötigt aber nicht der Brote.",
"Hinsichtlich dessen, der nach der Sühne [zurückbleibt], ist es begründet. Bei dem, der nach dem Tode [zurückbleibt], erfolgt dies aus dem Grunde, weil er nicht mehr zur Sühne geeignet ist, und auch dieser ist nicht mehr zur Sühne geeignet. –",
"Gibt es denn weiter keine mehr, es gibt ja noch die [der folgenden Lehre:] alle übrigen Heilsopfer des Naziräers, die nicht nach Vorschrift geschlachtet worden sind, sind tauglich und der Eigentümer entledigt sich durch sie nicht seiner Pflicht; sie dürfen nur einen Tag gegessen werden, benötigen aber nicht der Brote und des Buges. –",
"Er nennt nur die nach Vorschrift hergerichteten, nicht aber die nicht nach Vorschrift hergerichteten.",
"«Und das Geld unbezeichnet zurückbleibt, so fällt es der freiwilligen Spendenkasse zu.»"
],
[
"Das Geld zum Sündopferbefindet sich ja dabei!? R. Joḥanan erwiderte: Diesist eine Halakha beim Nazir. Reš Laqiš erwiderte:Inbetreff all ihrer Gelübde und all ihrer freiwilligen Gaben, die Tora sagt damit, daß das zurückbleibende des Gelobten als freiwillige Gabe zu verwendensei. –",
"Einleuchtend ist es nach R. Joḥanan, welcher sagt, dies sei eine Halakha beim Nazir, daß dies nur von unbezeichnetem und nicht von bezeichnetem gilt, weshalb aber gilt dies nach Reš Laqiš, der dies entnimmt aus [dem Schriftverse:] inbetreff all ihrer Gelübde und all ihrer freiwilligen Gaben, nur von unbezeichnetem, dies sollte ja auch von bezeichnetemgelten!?",
"Raba erwiderte: Von bezeichnetem kannst du dies nicht sagen, denn ein Autor der Schule R. Jišma͑éls hat esbereits entschieden:Nur deine heiligen Gaben, die du haben wirst, und deine Gelübde[opfer]; die Schrift spricht von den Jungenund dem Eingetauschten der heiligen Opfer.",
"Was mache man mit diesen?Bringe sienach der Stätte, die der Herr wählen wird. Man könnte glauben, daß man sie nach dem Tempel bringe und ihnen Wasser und Nahrung vorenthalte, damit sie verenden, so heißt es:und sollst deine Brandopfer, das Fleisch und das Blut, herrichten;",
"dies besagt: wie du mit dem Brandopfer verfährst, so verfahre auch mit dem Eingetauschten, wie du mit dem Heilsopfer verfährst, so verfahre auch mit den Jungen. Man könnte glauben, auch mit den Jungen eines Sündopfers und dem Eingetauschten eines Schuldopfers sei ebenso zu verfahren, so heißt es: nur – so R. Jišma͑él.",
"R. A͑qiba sagt, dies sei nicht nötig; es heißt:es ist ein Schuldopfer, esbehält sein Wesen. –",
"Er lehrt: Man könnte glauben, daß man sie nach dem Tempel bringe und ihnen Wasser und Nahrung vorenthalte, damit sie verenden, so heißt es: und sollst deine Brandopfer herrichten. Wieso denn, die Lehre, daß man esverenden lasse, bezieht sich ja nur auf das Junge des Sündopfers!? – Wenn nicht der Schriftvers, so könnte man glauben, das Junge des Sündopfers überall"
],
[
"und das Junge anderer Opfer nur im Tempel, so lehrt er uns, daß dem nicht so sei. –",
"Er lehrt: Man könnte glauben, auch mit dem Jungen eines Sündopfers und dem Eingetauschten eines Schuldopfers sei ebenso zu verfahren, so heißt es nur. Wozu ist der Schriftvers nötig, es gibt ja eine überlieferte Lehre, daß das Junge eines Sündopfers verenden zu lassen sei!? – Dem ist auch so und der Schriftvers bezieht sich auf das Schuldopfer. –",
"Auch hinsichtlich des Schuldopfers gibt es ja eine überlieferte Lehre, daß in Fällen, wo das Sündopfer verenden zu lassen ist, das Schuldopfer weiden zu lassen: sei!? –",
"Vielmehr, wenn nur die Halakha vorhanden wäre, so könnte man glauben, die Halakha sei zwar demgemäß, jedoch sei man nicht schuldig, wenn man es dargebracht hat, daher lehrt der Schriftvers, daß, wenn man es dargebracht hat, man ein Gebot übertreten habe.",
"«R. A͑qiba sagt, dies sei nicht nötig; es heißt: es ist ein Schuldopfer, es behält sein Wesen.» Wozu ist der Schriftvers nötig, es gibt ja eine überlieferte Lehre, daß in Fällen, wo das Sündopfer verenden zu lassen ist, das Schuldopfer weiden zu lassen sei!? –",
"Dem ist auch so, und der Schriftvers deutet auf eine Lehre Rabhs. R. Hona sagte nämlich im Namen Rabhs: Wenn ein Schuldopfer zum Weiden ausgeschieden worden ist und man es als Brandopfer geschlachtet hat, so ist es tauglich.",
"Nur wenn es ausgeschieden worden ist, sonst aber nicht, denn die Schrift sagt: ist es, es behält sein Wesen.",
"Der Meister sagte: Dies ist beim Nazir eine Halakha. Gibt es denn weiter nichtsmehr, es wird ja gelehrt: Ebenso kann jeder andere, der nach der Tora ein Geflügelopfer darzubringen"
],
[
"und das Geld hierfür abgesondert hat, wenn er will, dafür ein Viehsündopferoder ein Viehbrandopfer darbringen. Wenn er gestorben ist und das Geld unbezeichnet zurückbleibt, so fällt es der freiwilligen Spendenkasse zu. –",
"Er lehrt dies vom Nazir, und dies gilt auch von den zur Darbringung von Geflügelopfern Pflichtigen, die diesemgleichen. Dies schließt den Fall der folgenden Lehre aus. Wenn jemand, der ein Sündopfer schuldig ist, gesagt hat: ich nehme auf michdie Darbringung eines Brandopfers, und darauf Geld absondert und sagt: dies sei für meine Opferschuld,",
"so kann er, wenn er dafürdas Viehsündopfer bringen will, dies nicht, und wenn das Viehbrandopfer, dies nicht. Wenn er gestorben ist und unbezeichnetes Geld zurückgelassen hat, so ist es in das Salzmeer zu werfen.",
"R. Aši sagte: Unter bezeichnet, wovon hier gesprochen wird, ist nicht zu verstehen, wenn er gesagt hat: dies für mein Sündopfer, dies für mein Brandopfer und dies für mein Heilsopfer, vielmehr heißt es bezeichnet, auch wenn er gesagt hat: dies für mein Sündopfer, mein Brandopfer und mein Heilsopfer.",
"Manche lesen: R. Aši sagte: Sage nicht, nur wenn er gesagt hat: dies für mein Sündopfer, mein Brandopfer und mein Heilsopfer, vielmehr heißt es bezeichnet:, auch wenn er gesagt hat: dies für meine Opferschuld.",
"Raba sagte: Wenn aus dem unbezeichneten Gelde, von dem es heißt, daß es der freiwilligen Spendenkasse zufalle, das Geld zum Sündopfer ausgeschieden ist, so gilt es als bezeichnet."
],
[
"Übereinstimmend mit Raba wird gelehrt: [Wenn jemand gesagt hat:] dieses für mein Sündopfer und das übrige für meine anderen Nazir[opfer], so ist das Geld für das Sündopfer in das Salzmeer zu werfen und für das übrige zur Hälfte das Brandopfer und zur Hälfte das Heilsopfer darzubringen; man begeht eine Veruntreuung am ganzenBetrage, nicht aber an einem Teile.",
"[Wenn jemand gesagt hat:] dieses für mein Brandopfer und das übrige für meine anderen Nazir[opfer], so ist für das Geld zum Brandopfer ein Brandopfer darzubringen, und man begeht daran eine Veruntreuung, und das übrige fällt der freiwilligen Spendenkasse zu; man begeht eine Veruntreuung am ganzen Betrage, nicht aber an einem Teile.",
"R. Hona sagte im Namen Rabhs: Dies gilt nur vom Gelde, ein Vieh aber gilt als bezeichnet.",
"R. Naḥman sagte: Dies, daß ein Vieh als bezeichnet gilt, gilt nur von einem gebrechenfreien, ein gebrechenbehaftetesaber gilt als unbezeichnet; Barrenaber nicht.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq sagt, auch Barren, nicht aber eine Schicht Balken. R. Šimi b. Aši sprach zu R. Papa: Die Gelehrten sind wohl dieser Ansicht aus dem Grunde, weil sie erklären: Geld, nicht aber ein Vieh, [Geld,] nicht aber ein Barren, Geld, nicht aber eine Schicht Balken; demnach sollte man auch sagen: Geld, nicht aber Geflügel!?",
"Wieso sagte R. Ḥisda demnach, das Vogelpaar könne nur beim Kaufen durch den Eigentümer und bei der Herrichtung durch den Priester bezeichnetwerden,",
"diese Lehre gilt ja nur vom Gelde!?"
],
[
"Dieser erwiderte: Wir haben gelernt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, wenn jemand drei Stück Vieh gebracht und sie nicht bezeichnet hat, so ist das zum Sündopfer geeignete als Sündopfer, das zum Brandopfer geeignete als Brandopfer und das zum Heilsopfer geeignete als Heilsopfer darzubringen; wieso dies nach deiner Auffassung, du sagst ja, ein Vieh gelte nicht als bezeichnet!?",
"Jener entgegnete: Dasagt der Allbarmherzigeer nehme under richte her, ",
"dies erfolgt somit beim Nehmen durch den Eigentümer und bei der Herrichtung durch den Priester,"
],
[
"hierbei aber kann ja das zum Sündopfer geeignete nicht als Brandopfer hergerichtet werden, da für das eine nur ein Weibchen und für das andere nur ein Männchen tauglichist.",
"R. Ḥamnuna wandte ein: Gilt denn ein gebrechenbehaftetes Vieh als unbezeichnet, [es wird ja gelehrt:] In welchem Falle sagten sie, daß der Mann sich für das Nazirat seines Vaters schere? Wenn sein Vater Nazir war und nachdem er Geld für die Nazir[opfer] abgesondert hat, gestorben ist, und er sagt: ich will Nazir sein mit der Bedingung, daß ich mich mit dem Gelde meines Vaters schere,",
"so fällt das Geld, wenn es unbezeichnet ist, der freiwilligen Spendenkasse zu; hat er bezeichnetes Vieh hinterlassen, so ist das Sündopfer verenden zu lassen, das Brandopfer als Brandopfer darzubringen und das Heilsopfer als Heilsopfer darzubringen. Wahrscheinlich auch ein gebrechenbehaftetes!? –",
"Nein, ein gebrechenfreies. – Weshalb lehrt er es, wenn demnach ein gebrechenbehaftetes als unbezeichnet gilt, vom Gelde, sollte er doch lehren: hat er ein gebrechenbehaftetes Vieh hinterlassen, so fällt es der freiwilligen Spendenkasse zu!? –",
"Dem ist auch so, am Gebrechenbehafteten ist ja nur der Wert heilig, und der Wert ist Geld.",
"Raba wandte ein:Sein Opfer; man genügt seiner Pflicht nur mit seinem Opfer, nicht aber mit dem seines Vaters. Man könnte glauben, man genüge seiner Pflicht nicht mit dem von seinem Vater wegen einer leichten [Sünde] abgesonderten Opfer bei einer schweren, oder wegen einer schweren bei einer leichten,",
"wohl aber genüge man seiner Pflicht mit dem von seinem Vater wegen einer leichten [Sünde] abgesonderten Opfer bei einer leichten, oder wegen einer schweren bei einer schweren, so heißt es [wiederum:]sein Opfer, man genügt seiner Pflicht mit seinem Opfer, nicht aber mit dem seines Vaters.",
"Man könnte glauben, man genüge seiner Pflicht nicht selbst mit dem von seinem Vater wegen einer leichten [Sünde] abgesonderten Opfer bei einer leichten, oder wegen einer schweren bei einer schweren, nur wenn er ein Vieh abgesondert hat, denn auch beim Nazirate darf das Scheren nicht mit dem Vieh seines Vaters erfolgen, wohl aber genüge man seiner Pflicht mit dem von seinem Vater abgesonderten Gelde, selbst wegen einer schweren [Sünde] bei einer leichten, oder wegen einer leichten bei einer schweren, denn auch beim Nazirate darf das Scheren mit dem Gelde seines Vaters erfolgen,"
],
[
"wenn es unbezeichnet ist, nicht aber, wenn es bezeichnet ist, so heißt es [wiederum:]sein Opfer, man genügt seiner Pflicht nur mit seinem Opfer, nicht aber mit dem Opfer seines Vaters.",
"Man könnte glauben, man genüge seiner Pflicht nicht einmal mit dem von seinem Vater wegen einer leichten [Sünde] abgesonderten Gelde bei einer leichten oder wegen einer schweren bei einer schweren, wohl aber genüge man seiner Pflicht mit einem Opfer, das man selbst abgesonderthat, selbst wegen einer leichten bei einer schweren oder wegen einer schweren bei einer leichten, so heißt es: sein Opfer, wegen seiner Sünde, das Opfer muß wegen dieser Sünde sein.",
"Man könnte glauben, man genüge seiner Pflicht nicht mit einem Vieh, das man selbst wegen einer leichten [Sünde] abgesondert hat bei einer leichten, wegen einer schweren bei einer schweren, wegen einer leichten bei einer schweren, oder wegen einer schweren bei einer leichten,",
"denn auch wenn man ein Vieh wegen Talggenusses abgesondert und es wegen Blutgenusses dargebracht oder wegen Blutgenusses [abgesondert] und es wegen Talggenusses dargebracht hat, begeht man keine Veruntreuungund erlangt keine Sühne,",
"wohl aber genüge man seiner Pflicht mit dem Gelde, das man für sich wegen einer leichten [Sünde] abgesondert hat bei einer leichten, wegen einer schweren bei einer schweren, wegen einer schweren bei einer leichten, oder wegen einer leichten bei einer schweren,",
"denn auch wenn man Geld [zu einem Opfer] wegen Talggenusses abgesondert und eines wegen Blutgenusses dargebracht oder wegen Blutgenusses abgesondert und eines wegen Talggenusses dargebracht hat, begeht man eine Veruntreuung und erlangt Sühne,",
"so heißt es: wegen seiner Sünde, das Opfer muß wegen dieser Sünde sein.",
"Hier wird von einem Vieh gelehrt, doch wohl auch ein gebrechenbehaftetes!? – Nein, ein gebrechenfreies. –",
"Weshalb lehrt er es, wenn demnach ein gebrechenbehaftetes als unbezeichnet gilt, vom Gelde, das sein Vater abgesondert hat, sollte er es doch von einem gebrechenbehafteten Viehlehren!? – Dem ist auch so, am Gebrechenbehafteten ist nur der Wert geeignet, und der Wert ist Geld.",
" IST FÜR SIEDAS BLUT EINES [DER OPFER] GESPRENGT WORDEN, SO KANN [IHR MANN DAS GELÖBNIS] NICHT MEHR AUFHEBEN. R. A͑QIBA SAGT, SOBALD EINES DER TIERENUR GESCHLACHTET WORDEN IST, KÖNNE ER ES NICHT MEHR AUFHEBEN.",
"DIES GILT NUR BEIM SCHERENIN REINHEIT, BEIM SCHEREN WEGEN VERUNREINIGUNGABER KANN ER ES AUFHEBEN, DENN ER KANN SAGEN: ICH MAG KEINE VERKÜMMERTEFRAU. RABBI (MEÍR)SAGT, AUCH BEIM SCHEREN IN REINHEIT KÖNNE ER ES AUFHEBEN, DENN ER KANN SAGEN: ICH MAG KEINE GESCHORENE FRAU.",
"GEMARA. Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht R. Elie͑zers, denn R. Elie͑zer sagt, essei vom Scheren abhängig, somit kann er, da ihr solange sie sich nicht geschoren hat der Weingenuß verboten und Verkümmerung zu berücksichtigen ist, es ihraufheben."
],
[
"Unser Autor ist der Ansicht, sobald das Blut gesprengt worden ist, sei ihr der Weingenuß erlaubt, somit ist hierbei Verkümmerung nicht zu berücksichtigen, und R. A͑qiba ist der Ansicht, sobald das Vieh geschlachtet worden ist, könne er es nicht aufheben, wegen der Vernichtungdes Geheiligten.",
"R. Zera wandte ein: Wieso denn, man kann ja das Blut auf einen anderen Namensprengen und dadurch das Fleisch zum Essen erlaubt machen!? Es wird nämlich gelehrt: Wenn man die Lämmer des Wochenfestes auf einen anderen Namen oder vor oder nach der festgesetzten Zeit geschlachtet hat, so ist das Blut zu sprengen und das Fleisch zu essen.",
"Erfolgt es an einem Šabbath, so ist [das Blut] nicht zu sprengen; hat man es aber gesprengt, so ist es gültig, sodaß die Opferteile abends aufzuräuchern sind. –",
"Ich will dir sagen, wenn das Brandopfer oder das Heilsopfer geschlachtet worden ist, ist dem auch so, hier aber wird von dem Falle gesprochen, wenn zuerst das Sündopfer geschlachtet worden ist,",
"denn es wird gelehrt: Hat er sich nach einem von den drei [Opfern] geschoren, so hat er der Pflicht genügt.",
"DIES GILT NUR BEIM SCHEREN IN REINHEIT, BEIM SCHEREN WEGEN VERUNREINIGUNG ABER KANN ER ES AUFLÖSEN, DENN ER KANN SAGEN: ICH MAG KEINE VERKÜMMERTE FRAU. RABBI SAGT, AUCH BEIM SCHEREN IN REINHEIT KÖNNE ER ES AUFHEBEN, DENN ER KANN SAGEN: ICH MAG KEINE GESCHORENE FRAU.",
"Und der erste Autor!? – Er kann dir erwidern: sie kann eine Perücke tragen. – Und Rabbi!? – Er ist der Ansicht, eine Perücke ist widerwärtig, und er ist damit nicht einverstanden.",
" EIN MANN KANN SEINEM SOHNE EIN NAZIRAT AUFERLEGEN, NICHT ABER KANN EINE FRAU IHREM SOHNE EIN NAZIRAT AUFERLEGEN. WENN ER SICH GESCHORENHAT ODER SEINE VERWANDTEN IHN GESCHOREN HABEN, WENN ER WIDERSPROCHEN HAT ODER SEINE VERWANDTEN WIDERSPROCHEN HABEN \n",
"UND DAS ABGESONDERTE VIEH VORHANDEN IST, SO IST DAS SÜNDOPFER VERENDEN ZU LASSEN, DAS BRANDOPFER ALS BRANDOPFER DARZUBRINGEN UND DAS HEILSOPFER ALS HEILSOPFER DARZUBRINGEN; DIESES DARF NUR EINEN TAG GEGESSEN WERDEN, BENÖTIGT JEDOCH NICHT DER BROTE.",
"IST UNBEZEICHNETES GELD VORHANDEN, SO FÄLLT ES DER FREIWILLIGEN SPENDENKASSE ZU, WENN BEZEICHNETES, SO IST DAS GELD ZUM SÜNDOPFER IN DAS SALZMEER ZU WERFEN, MAN DARF ES NICHT NUTZNIESSEN UND MAN BEGEHT DARAN KEINE VERUNTREUUNG, FÜR DAS GELD ZUM BRANDOPFER EIN BRANDOPFER DARZUBRINGEN, UND MAN BEGEHT DARAN EINE VERUNTREUUNG, UND FÜR DAS GELD ZUM HEILSOPFER EIN HEILSOPFER DARZUBRINGEN; ES DARF NUR EINEN TAG GEGESSEN WERDEN, BENÖTIGT JEDOCH NICHT DER BROTE.",
"GEMARA. Aus welchem Grunde nur ein Mann und nicht eine Frau? R. Joḥanan erwiderte: Diesist eine Halakha beim Nazir. R. Jose b. Ḥanina erwiderte"
],
[
"im Namen des Reš Laqiš: Um ihn in das Gesetz einzuüben. – Demnach sollte dies auch von einer Frau gelten!? – Er ist der Ansicht, nur ein Mann müsse seinen Sohn in das Gesetz einüben, nicht aber braucht eine Frau ihren Sohn [in das Gesetz] einzuüben. –",
"Erklärlich ist es nach R. Joḥanan, welcher sagt, dies sei eine Halakha beim Nazir, daß dies nur von einem Sohne gilt, nicht aber von einer Tochter, nach Reš Laqiš aber sollte dies doch auch von einer Tochter gelten!? – Er ist der Ansicht, nur einen Sohn müsse man [in das Gesetz] einüben, nicht aber braucht man eine Tochter [in das Gesetz] einzuüben. –",
"Erklärlich ist es nach R. Joḥanan, welcher sagt, dies sei eine Halakha beim Nazir, daß dies nur vom Nazirate gilt, nicht aber von anderen Gelübden, nach Reš Laqiš aber sollte diesauch von anderen Gelübden gelten!? –",
"Dies ist selbstverständlich; selbstverständlich gilt dies von Gelübden, wobei Verkümmerung nichtzu berücksichtigen ist, aber dies gilt auch vom Nazirate, wobei Verkümmerung zu berücksichtigen ist, da er ihn [in das Gesetz] einüben muß. –",
"Erklärlich ist es nach R. Joḥanan, welcher sagt, dies sei eine Halakha beim Nazir, daß er selbst und die Verwandten widersprechen können,",
"wieso aber sind nach R. Jose b. R. Ḥanina im Namen des Reš Laqiš die Verwandten zu sagen berechtigt, daß er ihn nicht in das Gesetz einübe!? – Er ist der Ansicht, mit einer entwürdigendenEinübung sei er nicht einverstanden. –",
"Erklärlich ist es nach R. Joḥanan, welcher sagt, dies sei eine Halakha beim Nazir, daß er sich scheren und dabei den Kopf rundschneidendarf,",
"wieso aber darf er nach R. Jose b. R. Ḥanina im Namen des Reš Laqiš, welcher sagt, um ihn in das Gesetz einzuüben, den Kopf rundschneiden!? –",
"Er ist der Ansicht, das Rundschneiden des ganzen Kopfessei nur rabbanitisch [verboten] und die Einübung rabbanitisch geboten, und die rabbanitisch gebotene Einübung verdrängt das rabbanitisch verbotene Rundschneiden. –",
"Erklärlich ist es nach R. Joḥanan, welcher sagt, dies sei eine Halakha beim Nazir, daß er sich schere und das Opfer bringe,",
"nach R. Jose b. R. Ḥanina im Namen des Reš Laqiš aber, welcher sagt, um ihn in das Gesetz einzuüben, bringt er ja Profanesin den Tempelhof!? – Er ist der Ansicht, Profanes im Tempelhof sei kein [Verbot] der Tora. –",
"Erklärlich ist es nach R. Joḥanan, welcher sagt, dies sei eine Halakha beim Nazir, daß, wenn er unrein wird, er das Geflügelopfer bringe und es dem Priester durch Kopfabkneifen zum Essen erlaubt ist,",
"nach R. Jose b. R. Ḥanina im Namen des Reš Laqiš aber ißt er ja Aas!? –",
"R. Jose b. R. Ḥanina ist der Ansicht, das Geflügel benötige nach der Tora nicht des Schlachtens, auch ist das Profane im Tempelhofe kein [Verbot] der Tora. –",
"Ist denn R. Jose dieser Ansicht, es wird ja gelehrt: R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Woher, daß das wegen eines Zweifelsdargebrachte Geflügelsündopfer nicht gegessen werden darf? Es heißt:und der den Fluß hat, Mann oder Frau; er vergleicht die Frau mit dem Manne, wie der Mann ein Opfer bringt wegen einer entschieden [begangenen Sünde], ebenso bringe auch die Frau ein Opfer wegen eines entschiedenen Falles, und wie der Mann es wegen einer zweifelhaft [begangenen Sünde] bringt, ebenso bringe auch die Frau es wegen eines Zweifels;",
"und wie der Mann wegen eines Zweifels [das Opfer] von derselben Art wie wegen der entschiedenen [Sünde] bringt, ebenso bringe auch die Frau wegen eines Zweifels [das Opfer] von derselben Artwie wegen eines entschiedenen Falles. Man könnte glauben, wie der Mann ein Opfer bringt und es gegessen wird, auch die Frau ein Opfer bringe und es gegessenwerde, so ist zu erwidern:"
],
[
"nein, sollte, wenn es von einem Manne gilt, bei dem nur ein Verbot zu berücksichtigenist, dies auch von einer Frau gelten, bei der zwei Verbote zu berücksichtigen sind!?",
"Die zwei Verbote sind wohl das Verbot des Aasesund das Verbot von Profanem im Tempelhofe!? R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, entgegnete: Vielleicht (weil es den Anschein von [zwei Verboten] hat, es sind) zwei rabbanitische Verbote.",
"Es wäre anzunehmen, daß hierüberTannaím streiten: Wie lange kann man seinem Sohne ein Naziratgelübde auferlegen? Bis er zwei Haarebekommt – so Rabbi. R. Jose b. R. Jehuda sagt, bis er das zum Geloben erforderliche Altererreicht.",
"Diese Tannaím führen wahrscheinlich folgenden Streit. Rabbi ist der Ansicht, dies sei eine Halakha beim Nazir, somit kann er ihm, obgleich er das zum Geloben erforderliche Alter erreichthat, bis er zwei Haare bekommen hat, das Nazirat auferlegen; R. Jose b. R. Jehuda aber, welcher sagt, bis er das zum Geloben erforderliche Alter erreicht hat, ist der Ansicht, um ihn in das Gesetz einzuüben, und sobald er aus seiner Gewalt gekommen ist, ist er dazu nicht mehr verpflichtet. –",
"Ich will dir sagen: nein, alle sind der Ansicht, dies sei eine Halakha beim Nazir, und hier streiten sie über das Gelübde dessen, der dem Mannesalter naheist.",
"Rabbi ist der Ansicht, das Gelübde dessen, der dem Mannesalter nahe ist, sei rabbanitisch [gültig], und ein Gesetz der Toraverdrängt ein rabbanitisches, und R. Jose b. R. Jehuda ist der Ansicht, das Gelübde dessen, der dem Mannesalter nahe ist, sei nach der Tora [gültig].",
"Wenn du aber willst, sage ich: alle sind der Ansicht, um ihn in das Gesetz einzuüben, ferner auch, daß das Gelübde dessen, der dem Mannesalter nahe ist, rabbanitisch [gültig] sei, nur ist Rabbi der Ansicht, das rabbanitische Gebot der Einübung [in das Gesetz] verdränge die rabbanitische [Gültigkeit] des Gelübdes dessen, der dem Mannesalter nahe ist,",
"und R. Jose b. R. Jehuda, welcher sagt, bis er das zum Geloben erforderliche Alter erreicht hat, ist der Ansicht, das rabbanitische Gebot der Einübung [in das Gesetz] verdränge nicht das Gelübde dessen, der dem Mannesalter nahe ist.",
"Es wäre anzunehmen, daß folgende Tannaím denselben Streit führen wie jene Tannaím. Es wird gelehrt: Einst legte der Vater R. Ḥaninas ihm ein Naziratgelübde auf. Hierauf brachte er ihn vor R. Gamliél, und R. Gamliél untersuchte ihn, um sich zu überzeugen, ob er zwei Haare bekommen habe oder nicht.",
"R. Jose sagt, um sich zu überzeugen, ob er das zum Geloben erforderliche Alter erreicht habe oder nicht. Da sprach er zu ihm: Meister, bemühe dich nicht, mich zu untersuchen; bin ich minderjährig, so will ich es wegen [des Gelübdes] meines Vaters sein, und bin ich großjährig, so will ich es aus eigenem Antriebe sein. Da stand R. Gamliél auf, küßte ihn aufs Haupt und sprach: Ich bin dessen sicher, daß dieser dereinst Halakha in Jisraél lehren wird. Man erzählt, kaum waren wenige Tage verstrichen, und er traf Entscheidungen in Jisraél. –",
"Erklärlich ist es nach R. Jose b. R. Jehuda, welcher sagt, bis er das zum Geloben erforderliche Alter erreicht hat, daß er sagte: wenn ich minderjährig bin, so will ich es wegen [des Gelübdes] meines Vaters sein, wieso aber sagte er nach Rabbi, welcher sagt, bis er zwei Haare bekommen hat: und bin ich großjährig, so will ich es aus eigenem Antriebe sein,"
],
[
"er stand jain der Gewalt seines Vaters!? – Vielmehr, er sagte wie folgt: ich will es wegen [des Gelübdes] meines Vaters sein und ich will es aus eigenem Antriebesein. –",
"Allerdings haftete an ihm, wenn er vorherzwei Haare hatte, sein eigenes Nazirat, und wenn er sie erst nachherbekam, das Nazirat seines Vaters, wie ist es aber, wenn er sie inzwischen bekommen hat!?",
"Erklärlich ist es nach R. Jose b. R. Jehuda, welcher sagt, bis er das zum Geloben erforderliche Alter erreichthat,",
"wie ist es aber nach Rabbi zu erklären, welcher sagt, bis er zwei Haare bekommen hat!? – Ich will dir sagen, nach Rabbi gab es kein anderes Mittel, als sein eigenes und seines Vaters [Gelübde] zu absolvieren.",
" EIN MANN SCHERE SICHFÜR DAS NAZIRAT SEINES VATERS, NICHT ABER SCHERE SICH EINE FRAU FÜR DAS NAZIRAT IHRES VATERS. WENN SEIN VATER NAZIR WAR UND NACHDEM ER UNBEZEICHNETES GELD FÜR SEINE NAZIR[OPFER] ABGESONDERT HAT, GESTORBEN IST, UND ER SAGT: ICH WILL NAZIR SEIN MIT DER BEDINGUNG, DASS ICH MICH MIT DEM GELDE MEINES VATERS SCHERE, SO FÄLLT DAS GELD,\n",
"WIE R. JOSE SAGT, DER FREIWILLIGEN SPENDENKASSE ZU UND ER SCHERE SICH NICHT FÜR DAS NAZIRAT SEINES VATERS. WER SCHERE SICH FÜR DAS NAZIRAT SEINES VATERS? WENN ER UND SEIN VATER NAZIRÄER WAREN UND SEIN VATER UNBEZEIGHNETES GELD FÜR SEINE NAZIR[OPFER] ABGESONDERT HAT UND GESTORBEN IST; DIESER SCHERE SICH FÜR DAS NAZIRAT SEINES VATERS.",
"GEMARA. Aus welchem Grunde? R. Joḥanan erwiderte: Dies ist eine Halakha beim Nazir. – Selbstverständlich, ein Sohn beerbtja seinen Vater, nicht aber eine Tochter!? –",
"In dem Falle, wenn er nur eine Tochterhinterlassen hat; man könnte glauben, dies gelte von den Erben,"
],
[
"so lehrt er uns die Halakha.",
"Sie fragten: Streiten die Rabbanan gegen R. Jose oder streiten sie gegen ihn nicht? Und streiten sie, wenn du entscheidest, daß sie gegen ihn streiten, nur gegen den Anfangsatzoder auch gegen den Schlußsatz? – Komm und höre: Von welchem Falle sagten sie, ein Mann schere sich für das Nazirat seines Vaters?",
"Wenn sein Vater Nazir war und nachdem er das Geld für sein Nazirat abgesondert hat, gestorben ist, und er sagt: ich will Nazir sein mit der Bedingung, daß ich mich mit dem Gelde meines Vaters schere; dieser schere sich mit dem Gelde seines Vaters. Wenn aber er und sein Vater Naziräer waren und sein Vater das Geld für seine Naziropfer abgesondert hat und gestorben ist, so fällt es der freiwilligen Spendenkasse zu – so R. Jose.",
"R. Elie͑zer, R. Meír und R. Jehuda sagen, dieser schere sich für das Nazirat seines Vaters.",
"Raba fragte: Wie ist es, wenn er zwei Söhne Naziräer hinterläßt: ist es eine überlieferte Halakha, und wer zuvorkommt, schere sich, oder gelten sie nach der überlieferten Halakha als Erben und sie teilen?",
"Raba fragte: Wie ist es, wenn einer Erstgeborener und der andere Nachgeborener ist: ist dies eine überlieferte Halakha, somit richte man sich beim Scheren nicht nach dem, was [der Erstgeborene] sonst erhält, oder gilt dies als Nachlaß, und wie er von diesem doppelten Anteil erhält, ebenso auch von den Scher[opfern]?",
"Und erhält er ferner, wenn du entscheidest, dies gelte als Nachlaß und entsprechend seinem Anteile erhalte er auch von den Scher[opfern], einen doppelten Anteil nur vom Profanen, nicht aber vom Geheiligten, oder aber gibt es hierbei keinen Unterschied, da er es als Scher[opfer] erworben hat?",
"Wie ist es, wenn der Vater dauernder Nazir war und er gewöhnlicher Nazir ist, oder der Vater gewöhnlicher Nazir war und er dauernder Nazir ist: erstreckt sich die Halakha nur auf das gewöhnliche Nazirat, oder gibt es hierbei keinen Unterschied?",
"R. Aši fragte: Wie ist es, wenn du entscheidest, bei beiden erfolge das Nazirat in Reinheit, wenn der Vater unreiner Nazir war und er reiner Nazir ist, oder der Vater reiner Nazir war und er unreiner Nazir ist? – Wir wissen dies nicht und es bleibt unentschieden.",
"",
"i DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, DIE IRRTÜMLICHE HEILIGUNG GELTE ALS HEILIGUNG,\n"
],
[
"DIE SCHULE HILLELS SAGT, SIE GELTE NICHT ALS HEILIGUNG. WENN JEMAND ZUM BEISPIEL GESAGT HAT: DER AUS MEINEM HAUSE ZUERST HERAUSKOMMENDE SCHWARZE OCHS SEI GEHEILIGT, UND EIN WEISSER HERAUSGEKOMMEN IST, SO IST ER, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, GEHEILIGT, UND WIE DIE SCHULE HILLELS SAGT, NICHT GEHEILIGT. [WENN JEMAND GESAGT HAT:] ii DER IN MEINE HAND ZUERST KOMMENDE GOLDDENAR SEI GEHEILIGT, UND EINER AUS SILBER [IN SEINE HAND] GEKOMMEN IST, SO IST ER, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, GEHEILIGT, UND WIE DIE SCHULE HILLELS SAGT, NICHT GEHEILIGT. [WENN JEMAND GESAGT HAT:] DAS IN MEINE HAND ZUERST KOMMENDE FASS WEIN SEI GEHEILIGT, UND EINES MIT ÖL [IN SEINE HAND] GEKOMMEN IST, SO IST ES, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, GEHEILIGT, UND WIE DIE SCHULE HILLELS SAGT, NICHT GEHEILIGT.",
"GEMARA. DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, DIE [IRRTÜMLICHE] HEILIGUNG &C. Was ist der Grund der Schule Šammajs? – Man folgere hinsichtlich des Anfangs der Heiligung vom Abschluß der Heiligung: wie der Umtausch [gültig ist], auch wenn er irrtümlich erfolgt ist, ebenso ist die Heiligung gültig, auch wenn sie irrtümlich erfolgt ist. –",
"Und die Schule Hillels!? – Dies gilt nur vom Umtausch, nicht aber ist die irrtümlich erfolgte Heiligung von Wirkung. –",
"Aber auch nach der Schule Šammajs erfolgt ja, wenn jemand sagt: dieses trete in der Mittagsstunde an Stelle von diesem, der Umtausch nicht sofort, sondern erst, wenn die Mittagsstunde eintritt, ebenso sollte auch hierbei [die Heiligung gültig sein], erst wenn die Sache sich herausstellt!?",
"R. Papa erwiderte: Er sagte deshalb ‘zuerst’, der zuerst herauskommt. –",
"Er sagte ja aber: der schwarze Ochs, und dies gilt wohl auch von dem Falle, wenn er nur einen hat!? – In dem Falle, wenn er zwei oder drei hat. Die Schule Hillels aber sagt: demnach sollte er gesagt haben: der zuerst herauskommt.",
"Raba aus Barniš sprach zu R. Aši: Wieso ist dies eine irrtümliche Heiligung, dies ist ja eine beabsichtigte Heiligung!? – Die ersten Worte waren irreführend. –",
"Ist denn die Schule Šammajs der Ansicht, daß die irrtümliche Heiligung nicht als Heiligunggilt, wir haben ja gelernt: Wenn jemand ein Nazirat gelobt, dieserhalb einen Gelehrten befragtund dieser es als unverbindlich erklärt hat, so darf das bereits abgesonderte Vieh in die Herde kommen und weiden.",
"Die Schule Hillels sprach zu der Schule Šammajs: Pflichtet ihr etwa nicht bei, daß hierbei eine irrtümlicheHeiligung erfolgt ist, und [das Vieh] kommt in die Herde und weidet!? Demnach ist ja die Schule Šammajs der Ansicht, die irrtümliche Heiligung sei gültig. –",
"Nein, die Schule Hillels hatte sich geirrt; sie glaubte, der Grundder Schule Šammajs sei, weil die irrtümliche Heiligung als Heiligung gelte, darauf aber erwiderte die Schule Šammajs, dies sei keine irrtümliche Heiligung, vielmehr waren seine ersten Worte irreführend. –",
"Ist denn die Schule Šammajs der Ansicht, die irrtümliche Heiligung gelte nicht als Heiligung, komm und höre: Wenn [mehrere Personen] auf der Straße gehen"
],
[
"und jemand ihnen entgegenkommt, und einer spricht: ich will Nazir sein, wenndieser N. ist, darauf ein anderer: ich will Nazir sein, wenn es nicht N. ist, [darauf ein anderer:] ich will Nazir sein, wenn einer von euch Nazir ist, [darauf ein anderer:] wenn einer von euch nicht Nazir ist, [darauf ein anderer:] wenn ihr beide Naziräer seid, [und darauf ein anderer:] wenn ihr alle Naziräer seid, so sind, wie die Schule Šammajs sagt, alle Naziräer.",
"Hierbei ist es ja eine irrtümlicheHeiligung, und er lehrt, daß alle Naziräer seien!? – Ich will dir sagen, hieraus ist zu entnehmen, daß die Schule Šammajs der Ansicht ist, die irrtümliche Heiligung gelte als Heiligung, aus jener Lehre aber nicht.",
"Abajje erklärte: Hier wird nicht von dem Falle gesprochen, wenn es morgenserfolgt, sondern wenn es mittagserfolgt; wenn er nämlich gesagt hat: der zuerst aus meinem Hause herauskommende schwarze Ochs sei geheiligt, und als man zu ihm sagte, ein weißer sei zuerst herausgekommen, er erwidert: wenn ich gewußt hätte, daß ein weißer herausgekommen ist, würde ich nicht ‘schwarzer’ gesagt haben. –",
"Wieso kannst du sagen, hier werdevon dem Falle gesprochen, wenn es mittags erfolgt, es heißt ja: der [zuerst] kommendeGolddenar!? – Lies: gekommene. – Das zuerst kommende Faß Wein!? – Lies: gekommene.",
"R. Ḥisda sagte: Ein schwarzes [Rind] unter weißen ist ein: Fehler, dennoch sind weiße [Flecke] an einem schwarzen ein Fehler. – Es wird gelehrt: Der zuerst aus meinem Hause herauskommende schwarze Ochs sei geheiligt. Er glaubte, wer etwas heiligt, tue es ja mit mißgönnendemAuge, und die Schule Šammajs sagt, daß ergeheiligt sei!? –",
"Erfolgt etwa die Heiligung mit gönnendemAuge, [es wird ja gelehrt:] der in meine Hand zuerst kommende Golddenar [sei geheiligt], und einer aus Silber [in seine Hand] gekommen ist, so ist er, wie die Schule Šammajs sagt, geheiligt. –",
"Erfolgt etwa die Heiligung mit mißgönnendem Auge, [es wird ja gelehrt:] Das in meine Hand zuerst kommende Faß Wein [sei geheiligt], und eines mit Öl [in seine Hand] gekommen ist, so ist es, wie die Schule Šammajs sagt, geheiligt. Öl ist ja wertvoller als Wein!? – Wenn nur dies, so ist dies kein Einwand, diese Lehre gilt für Galiläa, wo Wein wertvoller ist als Öl;",
"aus dem ersten Falle aber ist ein Einwand gegen R. Ḥisda zu entnehmen. – R. Ḥisda kann dir erwidern: ich spreche von den carmanischen Ochsen.",
"Ferner sagte R. Ḥisda: Ein schwarzes [Rind]wegen der Haut, ein rotes wegen des Fleisches und ein weißes zum Pflügen. – R. Ḥisda sagte ja aber, ein schwarzes unter weißen sei ein Fehler!? – Er sagte dies von den carmanischen Ochsen.",
" WENN JEMAND EIN NAZIRAT GELOBT, DIESBEZÜGLICH EINEN GELEHRTEN BEFRAGTUND DIESER ES ALS VERBINDLICH ERKLÄRT HAT, SO BEGINNT DIE ZÄHLUNG MIT DER STUNDE DES GELOBENS. WENN ER EINEN GELEHRTEN BEFRAGT UND DIESER ES ALS UNVERBINDLICH ERKLÄRT HAT, SO DARF DAS BEREITS ABGESONDERTE VIEH IN DIE HERDE KOMMEN UND WEIDEN.",
"DIE SCHULE HILLELS SPRACH ZU DER SCHULE ŠAMMAJS: PFLICHTET IHR ETWA NICHT BEI, DASS HIERBEI EINE IRRTÜMLICHE HEILIGUNG ERFOLGT IST UND [DAS VIEH] IN DIE HERDE KOMMT UND WEIDET!? DIE SCHULE ŠAMMAJS ERWIDERTE: PFLICHTET IHR ETWA NICHT BEI, DASS, WENN JEMANDSICH GEIRRT UND DAS NEUNTE ALS ZEHNTES, DAS ZEHNTE ALS NEUNTES ODER DAS ELFTE ALS ZEHNTES BEZEICHNET HAT, ES GEHEILIGTIST!?",
"DIE SCHULE HILLELS ERWIDERTE: NICHT DER STAB HEILIGT ES; IST ES DENN VON WIRKUNG, WENN ER DEN STAB AUF DAS ACHTE ODER AUF DAS ZWÖLFTE GELEGTHAT!? VIELMEHR HAT DIE SCHRIFT, DIE DAS ZEHNTE FÜR HEILIG ERKLÄRT HAT, AUCH DAS NEUNTE \n"
],
[
"UND DAS ELFTEFÜR HEILIG ERKLÄRT.",
"GEMARA. Wessen Ansicht vertritt unsere Mišna, weder die des R. Jose noch die der Rabbanan?",
"Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand [ein Nazirat] gelobt und das Nazirat übertretenhat, so komme man seinem Wunschenicht eher nach, als bis er ebensoviele Tage gehalten wie er übertretenhat. R. Jose sagt, dreißig Tagegenügen.",
"Wenn die der Rabbanan, so ist ja bezüglich des kurzen Nazirates ein Einwand zu erheben, und wenn die des R. Jose, so ist ja bezüglich des langen Nazirates ein Einwandzu erheben!? –",
"Wenn du willst, sage ich: die des R. Jose, und wenn du willst, sage ich: die der Rabbanan. Wenn du willst, sage ich: die des R. Jose, denn das eine gilt von einem langen Nazirate und das andere gilt von einem kurzenNazirate;",
"wenn du willst, sage ich: die der Rabbanan, denn man lese nicht: mit der Stunde des Gelobens, sondern: wie mit der Stunde des Gelobens.",
"WENN ER EINEN GELEHRTEN BEFRAGT UND DIESER ES IHM ALS UNVERBINDLICH ERKLÄRT HAT &C. R. Jirmeja sagte: Aus [den Worten] der Schule Šammajs ist auf [die Worte] der Schule Hillels zu schließen; die Schule Šammajs sagt ja, die irrtümliche Heiligung gelte als Heiligung, dennoch darf [das Vieh], wenn es sich herausstellt, daß er unrichtig gelobthat, in die Herde kommen und weiden,",
"ebenso gilt nach der Schule Hillels, welche sagt, der irrtümliche Umtausch sei gültig, dies nur dann, wenn die ursprüngliche Heiligungnoch besteht, wenn aber die ursprüngliche Heiligung aufgehobenist, ist auch der Umtausch aufgehoben.",
"PFLICHTET IHR ETWA NICHT BEI, DASS, WENN JEMAND DAS NEUNTE ALS ZEHNTES BEZEICHNET &C. Es wurde gelehrt: Dies gilt vom Zehnten, wie R. Naḥman sagt, nur bei einem Irrtum, nicht aber bei Absicht, und wie R. Ḥisda und Rabba b. R. Hona sagen, bei einem Irrtum, und um so mehr bei Absicht.",
"Raba sprach zu R. Naḥman: Die Schule Šammajs sprach zu der Schule Hillels: Pflichtet ihr etwa nicht bei, daß, wenn jemand das neunte als zehntes, das zehnte als neuntes oder das elfte als zehntes bezeichnet hat, alle drei geheiligt seien!? Weshalb schwieg die Schule Hillels, nach deiner Ansicht, daß dies nur bei einem Irrtum, nicht aber bei Absicht gelte,",
"sollte diese doch erwidert haben: wohl gilt dies vom Zehnten, wobei die Heiligkeit bei Absicht nicht erfolgt!?",
"R. Šimi b. Aši erwiderte: Sie erwiderte dies deshalb nicht, weil man [einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere folgern könnte: wenn beim Zehnten, wobei die beabsichtigte Heiligung ungültig ist, die irrtümliche Heiligung gültig ist, um wieviel mehr gilt dies bei Geheiligtem, wobei die beabsichtigte Heiligung gültig ist.",
"Dies ist aber nichts; bei Geheiligtem kommt es auf die Absicht des Eigentümers an.",
" WENN JEMAND EIN NAZIRAT GELOBT HAT UND, ALS ER SEIN VIEHHOLEN GEHT, FINDET, DASS ES GESTOHLEN WORDEN IST, SO IST ER, FALLS ER, BEVOR DAS VIEH GESTOHLEN WORDEN IST, GELOBT HAT, NAZIR,"
],
[
"UND FALLS ER, NACHDEM DAS VIEH GESTOHLEN WORDEN WAR, GELOBT HAT, KEIN NAZIR. IN EINEN DIESBEZÜGLICHEN IRRTUIMVERFIEL NAḤUM DER MEDER. ALS NAZIRÄER AUS DEM EXILE KAMEN UND DAS HEILIGTUM ZERSTÖRT FANDEN, SPRACH NAḤUM DER MEDER ZU IHNEN: WÜRDET IHR, WENN IHR GEWUSST HÄTTET, DASS DAS HEILIGTUM ZERSTÖRT IST, DAS NAZIRAT GELOBT HABEN? SIE ERWIDERTEN IHM: NEIN. DA LÖSTE ES IHNEN NAḤUM DER MEDER AUF.",
"ALS DIE SACHE VOR DIE WEISEN KAM, SPRACHEN SIE: WER VOR DER ZERSTÖRUNG DES HEILIGTUMS GELOBT HAT, IST NAZIR, UND WER NACH DER ZERSTÖRUNG DES HEILIGTUMS, IST KEIN NAZIR.",
"GEMARA. Rabba sagte: Die Rabbanan haben [die Ansicht] R. Elie͑zers hinweggeschwemmt und ihn zu ihrer Ansicht bekehrt. Wir haben nämlich gelernt: Man öffne einem einen [Ausweg] mit später Erfolgtem– so R. Elie͑zer; die Weisen verbietendies.",
"Ferner sagte Raba: Obgleich die Weisen sagen, daß man keinen [Ausweg] mit später Erfolgtem öffne, so öffne man dennoch mit der Eventualität eines später erfolgten Ereignisses. Zum Beispiel. Man sprechezu ihnen: Würdet ihr, wenn jemand gekommen wäre und zu euch gesagt hätte, der Tempel werde zerstört werden, gelobthaben?",
"R. Joseph sagte: Wenn ich da wäre, würde ich ihnenerwidert haben: Es heißt:der Tempel des Herrn, der Tempel des Herrn, der Tempel des Herrn ist dies; das ist der erste Tempel zerstört werden wird, aber konnten sie denn wissen, wann!? Abajje und der zweite Tempel. –",
"Zugegeben, daß ihnen bekannt war, daß er entgegnete: Wußten sie denn nicht, wann, es heißt ja:siebzig Septennien sind über dein Volk und über deine heilige Stadt verhängt worden. – Immerhin, konnten sie denn wissen, an welchem Tage!?",
"v WENN [MEHRERE PERSONEN] AUF DER STRASSE GEHEN UND JEMAND IHNEN ENTGEGENKOMMT, UND EINER SPRICHT: ICH WILL NAZIR SEIN, WENN DIESER N. IST, DARAUF EIN ANDERER: ICH WILL NAZIR SEIN, WENN ES NICHT N. IST, [DARAUF EIN ANDERER:] ICH WILL NAZIR SEIN, WENN EINER VON EUCH NAZIR IST, [DARAUF EIN ANDERER:] ICH WILL NAZIR SEIN, WENN EINER VON EUCH NICHT NAZIR IST, [DARAUF EIN ANDERER:] WENN IHR BEIDE NAZIRÄER SEID, [UND DARAUF EIN ANDERER:] WENN IHR ALLE NAZIRÄER SEID, \n",
"SO SIND, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, ALLE NAZIRÄER; DIE SCHULE HILLELS SAGT, NUR DERJENIGE IST NAZIR, DESSEN WORTE SICH NICHT BESTÄTIGT HABEN. R. TRYPHON SAGT, KEINER VON IHNENIST NAZIR.",
"KEHRTE ER PLÖTZLICHUM, SO IST ERKEIN NAZIR. R. ŠIMO͑N SAGT, ER ERKLÄRE: IST ES SO, WIE ICH GESAGT HABE, SO WILL ICH PFLICHTGEMÄSS NAZIR SEIN, WENN ABER NICHT, SO WILL ICH FREIWILLIG NAZIR SEIN.",
"GEMARA. Weshalb ist derjenige Nazir, dessen Worte sich nicht bestätigthaben!? R. Jehuda erwiderte: Lies: dessen Worte sich bestätigt haben."
],
[
"Abajje erwiderte: Wenn er gesagt hat: oder wenn es auch nicht N. ist, will ichNazir sein; unter ‘dessen Worte sich nicht bestätigt haben’ ist zu verstehen, wenn seine ersten Worte sich nicht bestätigt haben, sondern die letzten Worte.",
"KEHRTE ER PLÖTZLICH UM, SO IST ER KEIN NAZIR &C. Nur aus dem Grunde, weil er plötzlich umkehrte, wenn er aber vor uns tritt, so ist er Nazir; nach wessen Ansicht:"
],
[],
[
"wenn etwa nach R. Tryphon, so sollte er nicht Nazir sein, da er beim Geloben nicht wußte, ob es N. ist oder nicht, und das Nazirat ihn nicht erfassen sollte!? Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagte im Namen R. Tryphons; keiner von beiden ist Nazir, weil das Nazirat bestimmt ausgesprochen werdenmuß. –",
"Vielmehr, es ist R. Jehuda, [der Autor der Lehre] vom Haufen. Es wird gelehrt: [Sagte jemand:] ich will Nazir sein unter der Bedingung, daß in diesem Getreidehaufen hundert Kor vorhanden sind, und er hingeht und findet, daß er gestohlen worden oder abhanden gekommen ist, so ist er nach R. Šimo͑n gebunden und nach R. Jehuda entbunden,",
"R. Šimo͑n ist da der Ansicht, da der Haufe, falls er nicht gestohlen worden wäre, vielleicht hundert Kor enthalten hätte und er Nazir wäre, sei er auch jetzt Nazir; ebenso auch hierbei: da er, falls jener zu uns herangekommen wäre und wir gesehen hätten, daß er N. sei, Nazir wäre, so ist er auch jetzt Nazir.",
" WENN JEMAND EINEN KOJSIEHT UND SPRICHT: ICH WILL NAZIR SEIN, WENN ES EIN WILD IST, [DARAUF EIN ANDERER:] ICH WILL NAZIR SEIN, WENN ES KEIN WILD IST, [DARAUF EIN ANDERER:] ICH WILL NAZIR SEIN, WENN ES EIN VIEH IST, [DARAUF EIN ANDERER:] ICH WILL NAZIR SEIN, WENN ES KEIN VIEH IST, [DARAUF EIN ANDERER:]",
"ICH WILL NAZIR SEIN, WENN ES VIEH UND WILD IST, [DARAUF EIN ANDERER:] ICH WILL NAZIR SEIN, WENN ES WEDER VIEH NOCH WILD IST, [DARAUF EIN ANDERER:] ICH WILL NAZIR SEIN, WENN EINER VON EUCH NAZIR IST, [DARAUF EIN ANDERER:] ICH WILL NAZIR SEIN, WENN NICHT EINER VON EUCH NAZIR IST, [DARAUF EIN ANDERER:] ICH WILL NAZIR SEIN, WENN IHR ALLE NAZIRÄER SEID, SO SIND SIE ALLE NAZIRÄER.",
"GEMARA. Eine Lehre spricht von neunNaziräern, und eine andere spricht von neun Naziraten ; allerdings können es neun Naziräer sein, wenn es viele Personen sind und sie nach einandererfaßt werden,",
"wieso aber können neun Nazirate bei einer Person vorkommen!? Allerdings können sechs vorkommen, wie gelehrtwird,",
"wieso aber weiteredrei!? R. Šešeth erwiderte: Wenn er gesagt hat: ich will Nazir sein, indem ich die Nazirate von euch allenauf mich nehme.",
"",
" DREIERLEI IST DEM NAZIR VERBOTEN: DIE VERUNREINIGUNG, DIE HAARSCHUR UND DIE PRODUKTE DES WEINSTOCKES. ALLE PRODUKTE DES WEINSTOCKES WERDEN MITEINANDER VEREINIGT, UND SCHULDIG IST ER NUR DANN, WENN ER EIN OLIVENGROSSES QUANTUM VON DEN TRAUBEN GEGESSEN HAT."
],
[
"DIE URSPRÜNGLICHE LEHRE LAUTETE: NUR WENN ER EIN VIERTEL[LOG] WEIN GETRUNKEN HAT. R. A͑QIBA SAGT, SELBST WENN ER NUR SEIN BROT IN WEIN EINTAUCHT, UND DARAN SOVIEL IST, DASS EIN OLIVEN-GROSSES QUANTUM VEREINIGT WERDEN KANN, SEI ER SCHULDIG . ER IST SCHULDIG WEGEN DES WEINES ALLEIN, WEGEN DER TRAUBEN ALLEIN, WEGEN DER KERNE ALLEIN UND WEGEN DER SCHLAUBEN ALLEIN. R. ELEA͑ZAR B. A͑ZARJA SAGT, ER SEI NUR DANN SCHULDIG, WENN ER ZWEI KERNE UND EINE SCHLAUBE GEGESSEN HAT.",
"FOLGENDES IST UNTER ḤARÇANIM UND UNTER ZAGIM ZU VERSTEHEN. ḤARÇANIM IST DAS ÄUSSERE UND ZAGIM IST DAS INNERE – SO R. JEHUDA. R. JOSE SAGTE : DAMIT DU DICH NICHT IRRST : WIE BEI DER VIEHGLOCKE; DER ÄUSSERE TEIL HEISST ZOG UND DER INNERE HEISST I͑NBAL [KLÖPPEL].",
"GEMARA. DREIERLEI IST DEM NAZIR VERBOTEN: DIE VERUNREINIGUNG &C. Nur das, was aus dem Weinstocke kommt, nicht aber der Weinstock selbst, somit vertritt unsere Mišna nicht die Ansicht R. Elie͑zers, denn es wird gelehrt : R. Elie͑zer sagt, auch Blätter und Stengel seien einbegriffen.",
"Manche beziehen dies auf den Schlußsatz : Schuldig ist er nur dann, wenn er ein olivengroßes Quantum von den Trauben gegessen hat. Nur von den Trauben, nicht aber vom Weinstocke selbst, somit vertritt unsere Mišna nicht die Ansicht R. Elie͑zers, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagt, auch Blätter und Stengel seien einbegriffen. –",
"Worin besteht ihr Streit? – R. Elie͑zer wendet hierbei [die Regel von der] Einschließung und Ausschließung an: von Wein und Rauschtrank enthalte er sich, ausschließend, von allem, was aus dem Weinstocke bereitet wird, einschließend,",
"und wenn auf eine Ausschließung eine Einschließung folgt, so ist alles eingeschlossen; eingeschlossen ist somit alles, und ausgeschlossen sind die Ranken.",
"Die Rabbanan aber wenden hierbei [die Regel von der] Generalisierung und Spezialisierung an: von Wein und Rauschtrank enthalte er sich, speziell, von allem, was aus dem Weinstocke bereitet wird, generell, weder Kerne noch Schlaube, wiederum speziell, und wenn auf eine Spezialisierung eine Generalisierung und wiederum eine Spezialisierung folgt, so richte man sich nach dem Speziellen; wie das Spezielle Frucht und Fruchtabfall ist, ebenso alles andere, was Frucht und Fruchtabfall ist.",
"Demnach sollte doch, wie das Spezielle eine fertige Frucht ist, nur das [einbegriffen sein], was eine fertige Frucht ist!? Ich will dir sagen, wenn dem so wäre, so hätte ja die Schrift nichts Ungenanntes zurückgelassen ; frische und getrocknete Trauben werden genannt, Wein und Essig werden genannt. Es ist daher nicht nach der anderen Fassung, sondern nach der ersten Fassung auszulegen.",
"Wozu heißt es: weder Kerne noch Schlaube, wo wir doch alles einschließen!? Um dir zu sagen, daß überall, wo auf eine Spezialisierung eine Generalisierung folgt, du diese nicht der Spezialisierung anschließen und dich nach dieser richten darfst,",
"sondern die Generalisierung eine Hinzufügung zur Spezialisierung ist, es sei denn, daß die Schrift es ausdrücklich hervorhebt, wie sie dies beim Nazir hervorhebt.",
"Der Meister sagte : Wie das Speziellgenannte Frucht und Fruchtabfall ist, ebenso alles andere, was Frucht und Fruchtabfall ist. Frucht sind die Trauben, was ist Fruchtabfall? – Essig. –",
"Was ist alles andere, was Frucht ist? – Die unreifen Beeren. – Was ist alles andere, was Fruchtabfall ist? R. Kahana erwiderte : Dies schließt die wurmstichigenTrauben ein. Noch Schlaube. Rabina sagte: Dies schließt die dazwischen befindliche [Masse] ein.",
"Der Meister sagte: Demnach sollte doch, wie das Spezielle eine fertige Frucht ist, nur das [einbegriffen sein,] was eine fertige Frucht ist!? Ich will dir sagen, wenn dem so wäre, so hätte ja die Schrift nichts Ungenanntes zurückgelassen; frische und getrocknete Trauben werden genannt, Wein und Essig werden genannt. Es ist daher nicht nach der anderen Fassung, sondern nach der ersten Fassung auszulegen. Wozu heißt es: weder Kerne noch Schlaube, wo wir doch alles einschließen!? Um dir zu sagen, daß überall, wo auf eine Spezialisierung eine Generalisierung folgt, du diese nicht der Spezialisierung anschließen und dich nach dieser richten darfst, sondern die Generalisierung eine Hinzufügung zur Spezialisierung ist, es sei denn, daß die Schrift es ausdrücklich hervorhebt,"
],
[
"wie sie dies beim Nazir hervorhebt: weder Kerne noch Schlaube Woher entnimmt R. Elea͑zar b. A͑zarja, der aus [den Worten] weder Kerne noch Schlaube folgert, daß er nur dann schuldig sei, wenn er zwei Kerne und eine Schlaube gegessen hat, die Spezialisierung? – Er ist der Ansicht R. Elie͑zers, der hierbei [die Regel von der] Ausschließung und Einschließung anwendet.",
"Wenn du willst, sage ich : er ist der Ansicht der Rabbanan; wenn man sagen wollte, [die Worte] weder Kerne noch Schlaube deuten nur auf die Lehre des R. Elea͑zar b. A͑zarja, so sollte sie der Allbarmherzige nach der [ersten] Spezialisierung geschrieben haben, da er sie aber nach der Generalisierung geschrieben hat, so ist hieraus zu entnehmen, daß hierbei [die Regel von der] Generalisierung und Spezialisierung anzuwenden sei. –",
"Vielleicht deuten sie nur hierauf!? – Demnach sollte es ‘(zwei) Kerne und (zwei) Schlauben’ oder ‘Kern und Schlaube’ heißen, wenn aber der Allbarmherzige weder Kerne noch Schlaubegeschrieben hat, so deutet dies darauf, daß hier [die Regel von der] Generalisierung und Spezialisierung anzuwenden sei, und ferner auch, daß erzwei Kerne und eine Schlaube gegessen haben muß.",
"Woher entnimmt R. Elie͑zer, der hierbei [die Regel von der] Ausschließung und Einschließung anwendet, [die Regel von der] Generalisierung, Spezialisierung und Generalisierung?",
"R. Abahu erwiderte: Er entnimmt diese aus folgendem Schriftverse :Wenn jemand seinem Nächsten gibt einen Esel, ein Rind oder ein Schaf, speziell, oder sonst ein Vieh, generell, zur Verwahrung, wiederum speziell, und wenn auf eine Spezialisierung eine Generalisierung und wiederum eine Spezialisierung folgt, so richte man sich, nach dem Speziellen.",
"Raba erwiderte: Er entnimmt dies aus folgendem Schriftverse :Wenn von, speziell, dem Kleinvieh, generell, Lämmer und Ziegen, wiederum speziell,",
"und wenn auf eine Spezialisierung eine Generalisierung und wiederum eine Spezialisierung folgt, so richte man sich nach dem Speziellen.",
"R. Jehuda aus Disqarta sprach zu Raba: Er kann es ja aus folgendem Schriftverse entnehmen :Von, speziell, dem Vieh, generell, Rind und Schaf, wiederum speziell, und wenn auf eine Spezialisierung eine Generalisierung und wiederum eine Spezialisierung folgt, so richte man sich nach dem Speziellen!?",
"Dieser erwiderte: Hieraus ist diesnicht zu entnehmen, denn man kann sagen,"
],
[
"das Wild sei im Vieh einbegriffen. –",
"Wieso ist das Wild im Vieh einbegriffen, es heißt ja: Rind und Schaf!? Dies ist vielmehr eine Spezialisierung, Generalisierung [und Spezialisierung,] wobei man sich nach der Spezialisierung zu richten hat. –",
"Woher, daß dem soist? – Es wird gelehrt :",
"Und gib das Geld hin für alles, was du begehrst, generell, Rinder, Schafe, Wein und Rauschtrank, speziell, und alles, wonach du Verlangen hast, wiederum generell,",
"und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung und dann wiederum eine Generalisierung folgt, so richte man sich nach dem Speziellen; wie das Spezielle eine Frucht aus Fruchtist und seine Nahrung aus dem Boden zieht, ebenso alles andere, was eine Frucht aus Frucht ist und seine Nahrung aus dem Boden zieht. –",
"Merke, wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung und dann wiederum eine Generalisierung folgt, so richten wir uns ja nach der Spezialisierung, wozu dient nun die letztere Generalisierung!? – Diese dient zur Hinzufügung dessen, was jener gleicht. –",
"Ferner, wenn auf eine Spezialisierung eine Generalisierung und dann wiederum eine Spezialisierung folgt, so richten wir uns ja nach der Spezialisierung, wozu dient nun die letztere Spezialisierung!? – Wenn nicht die letztere Spezialisierung, könnte man glauben, die Generalisierung sei eine Hinzufügung zur Spezialisierung. –",
"Merke, sowohl bei zwei Generalisierungen und einer Spezialisierung als auch bei zwei Spezialisierungen und einer Generalisierung richten wir uns ja nach der Spezialisierung, welchen Unterschied gibt es nun zwischen ihnen? –",
"Es gibt folgenden; bei zwei Generalisierungen und einer Spezialisierung ist auch das einbegriffen, was der Spezialisierung in einer Hinsicht gleicht, bei zwei Spezialisierungen und einer Generalisierung aber ist nur das einbegriffen, was der Spezialisierung in beiden Hinsichten gleicht, nicht aber das, was ihr in einer Hinsicht gleicht. –",
"Merke, wenn auf eine Spezialisierung eine Generalisierung folgt, so gilt die Generalisierung als Hinzufügung zur Spezialisierung und alles andere ist einbegriffen, und wenn auf eine Ausschließung eine Einschließung folgt, ist ebenfalls alles andere einbegriffen, welchen Unterschied gibt es nun zwischen [der Regel von der] Ausschließung und Einschließung und [der Regel von der] Spezialisierung und Generalisierung? –",
"Es gibt folgenden: nach [der Regel von der] Spezialisierung und Generalisierung sind auch Blätter und Stengel einzuschließen, nach [der Regel von der] Ausschließung und Einschließungsind nur Stengel und nicht Blätter einzuschließen.",
"R. Abahu sagte im Namen R. Joḥanans : Bei allen in der Tora verbotenen Dingenwird das Erlaubte nicht mit dem Verbotenen vereinigt, ausgenommen die dem Nazir verbotenen Dinge, denn die Tora sagt:Auf geweichtes."
],
[
"Zee͑ri sagt, auch beim Verbote, Sauerteig aufzuräuchern. – Wohl nach R. Elie͑zer, der [das Wort] allenauslegt,",
"demnach sollte dies auch vom Gesäuertengelten!? – Freilich, dem ist auch so, nur schließt dies die Lehre Abajjes aus; dieser sagt, es gebe eine Aufräucherung bei einem Quantum unter einer Olive, so lehrt er uns, daß es bei einem Quantum unter einer Olive keine Aufräucherung gebe.",
"R. Dimi saß und trug diese Lehre vor, da wandte Abajje gegen ihn ein: Wenn der Brei von Hebe und der Knoblauch und das Öl profan sind, und einer, der am selben Tage untergetauchtist, einen Teil berührt, so hat er alles untauglich gemacht; wenn aber der Brei profan und der Knoblauch und das Öl von Hebe sind, und einer, der am selben Tage untergetaucht ist, einen Teil berührt, so hat er nur die berührte Stelle untauglich gemacht.",
"Und auf unseren Einwand, weshalb denn die berührte Stelle untauglichsei, erwiderte Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans, aus dem Grunde, weil ein Gemeinerwegen [des Quantums] einer OliveGeißelhiebe erhält.",
"Doch wohl deshalb,"
],
[
"weil das Erlaubte mit dem Verbotenen vereinigtwird!? Dieser erwiderte: Unter Olive ist zu verstehen, wenn er ein Perasißt, und darin eine Oliveenthalten ist. –",
"Ist denn [die Norm vom] Essen eines Perasaus der Tora!? Dieser erwiderte: Freilich. – Wieso streiten demnach die Rabbanan gegen R. Elie͑zer über den babylonischen Quarkbrei!? –",
"Laß vielmehr den babylonischen Quarkbrei, von dem man während der Dauer des Essens eines Peras keine Olive ißt. Wenn man ihn allein schlürft, so ist dies gegenüber dem Brauche aller anderen Menschen bedeutungslos, und wenn man ihn [auf Brot] streicht, so ißt man davon während der Dauer des Essens eines Peras keine Olive.",
"Er wandte ferner gegen ihn ein: Wenn vor zwei Gewürzmörsern, einer Hebe und einer Profanes enthaltend, zwei Töpfe, einer Hebe und einer Profanes enthaltend, sich befinden und [Gewürze] aus jenen in diese gekommen sind, so sind beide erlaubt, denn man nehme an, das Profane sei in das Profane und die Hebe in die Hebe gekommen.",
"Wieso nehme man dies an, wenn du sagst, [die Norm von] einer Olive während der Dauer des Essens eines Peras sei aus der Tora!? –",
"Wieso nehme man dies an, auch wenn du sagst, das Erlaubte werde mit dem Verbotenen vereinigt!? Laß vielmehr die Hebe vom Gewürz, die nur rabbanitisch [zu entrichten] ist.",
"Er wandte ferner gegen ihn ein: Wenn vor zwei Körben, einer Hebe und einer Profanes enthaltend, zwei Seá [Früchte] sich befinden, eine Profanes und eine Hebe enthaltend, und jene in diese gekommen sind, so sind beide erlaubt, denn man nehme an, das Profane sei in das Profane und die Hebe in die Hebe gekommen.",
"Wieso nehme man dies an, wenn du sagst, eine Olive während der Dauer des Essens eines Peras sei [nach der Tora] verboten!?"
],
[
"Allerdings ist nach meiner Erklärung, weil das Erlaubte mit dem Verbotenen vereinigt wird, dies auf den Fall zu beziehen, wenn das Profane mehrist, nach deiner Erklärung aber, weil während der Dauer des Essens eines Peras ein olivengroßes Quantum vorhanden ist, ist ja nichts dabei, daß das Profane mehr ist!?",
"Dieser erwiderte: Laß die Hebe, die in der Jetztzeit nur rabbanitisch [zu entrichten]ist.",
"Abajje sprach zu ihm: Woher, daß [das Wort] Aufgeweichtes darauf deutet, daß das Erlaubte mit dem Verbotenen vereinigt werde, vielleicht deutet es darauf, daß der Geschmack der Sacheselbst gleiche!? –",
"Abajje erhob zuerst gegen die Lehre R. Dimisall jene Einwendungen, und nachher sagt er, dies deute vielleicht darauf, daß der Geschmack der Sache selbst gleiche !? –",
"Nachdem jener ihm erwidert hatte, sprach er zu ihm: vielleicht deutet es darauf, daß der Geschmack der Sache selbst gleiche.",
"Es wird nämlich gelehrt: Aufgeweichtes, dies besagt, daß der Geschmack der Sache selbst gleiche, wenn nämlich [ein Nazir] Trauben in Wasser geweicht und es den Geschmack von Wein hat, so ist er [wegen des Genusses] schuldig. Hiervon kannst du auf alle Verbote der Tora schließen;",
"wenn beim Nazir, bei dem das Verbot nicht bleibend ist, sich nicht auf die Nutznießung erstrecktund aufgehoben werdenkann, der Geschmack der Sache gleicht, um wieviel mehr gleicht der Geschmack der Sache [beim Verbote] der Mischsaat, das ein ewiges ist, sich auch auf die Nutznießung erstreckt und nicht aufgehoben werden kann.",
"Und in zwei Hinsichten gilt dies auch vom Ungeweihten.",
"Dieser erwiderte: Hier ist die Ansicht der Rabbanan vertreten, während R. Abahu es nach R. A͑qibalehrte. – Welche [Lehre] R. A͑qibas [ist hier gemeint]; wollte man sagen, folgende Lehre: R. A͑qiba sagt, selbst wenn [der Nazir] nur sein Brot in Wein eintaucht und eine Olive vereinigt werden kann, sei er schuldig. Vielleicht aber ist es erforderlich, daß [vom Weine allein] eine Olive vorhanden ist!?",
"Wolltest du erwidern, dies zu lehren sei nicht nötig, so schließt dies die Ansicht des ersten Autors aus, welcher sagt, nur wenn er ein Viertel[log] Wein getrunkenhat. –",
"Vielmehr, es ist [die Lehre] R. A͑qibas in der folgenden Barajtha : R. A͑qiba sagt, wenn ein Nazir sein Brot in Wein eingetaucht und vom Brote und vom Weine zusammen eine Olive gegessen hat, sei er schuldig.",
"R. Aḥa, Sohn des R. Ivja, sprach zu R. Aši: Woher folgert R. A͑qiba, der aus [dem Worte] nichts Aufgeweichtes entnimmt, daß das Erlaubte mit dem Verbotenen vereinigt werde, daß der Geschmack der Sache selbst gleiche? – Er folgert dies [vom Verbote] des Fleisches mit Milch; hierbei handelt es sich nur um den Geschmack, und es ist verboten, ebenso auch sonst. –",
"Und die Rabbanan!? – [Vom Verbote] des Fleisches mit Milch ist nichts zu folgern, denn dieses ist ein Novum. –",
"Wieso ist es ein Novum; wollte man sagen, weil dieses allein und jenes allein erlaubt ist, zusammen aber verboten, so ist dies ja auch bei derMischsaat der Fall, die eine allein und die andere allein ist erlaubt, zusammen aber verboten!? –",
"Vielmehr, läßt man [das Fleisch] den ganzen Tag in Milch weichen, so ist es erlaubt, gekocht aber ist es verboten. –",
"Und R. A͑qiba, [das Verbot von] Fleisch mit Milch ist ja ein Novum!? –"
],
[
"Vielmehr, er folgert dies von der Reinigung nichtjüdischer [Gefäße], von denen der Allbarmherzige sagt :alles, was in Feuerkommt; hierbei handelt es sich ja nur um den Geschmack, und sie sind verboten, ebenso auch sonst. –",
"Sollten die Rabbanan es ebenfalls von der Reinigung nichtjüdischer [Gefäße] folgern!? Dieser erwiderte: Dieses ist ein Novum; in der ganzen Tora ist die verschlechternde Geschmacksübertragungerlaubt,",
"bei der Reinigung nichtjüdischer [Gefäße]aber verboten.",
"Und R. A͑qiba, dies ist ja ein Novum!? R. Hona b. Ḥija erwiderte: Die Tora hat auch einen am selben Tage benutzten Topf verboten, wobei die Geschmacksübertragung nicht verschlechternd wirkt. –",
"Und die Rabbanan!? – Auch bei einem am selben Tage benutzten Topfe ist es nicht möglich, daß es nicht etwas verschlechternd wirkt.",
"R. Aḥa, Sohn des R. Ivja, sprach zu R. Aši : Von den Rabbanan sollte man auf R. A͑qiba schließen; die Rabbanan sagen, [das Wort] Aufgeweichtes lehre, daß der Geschmack der Sache seihst gleiche, und hiervonwird auf alle übrigen Verbote der Tora geschlossen, ebenso sollte nach R. A͑qiba, der aus [dem Worte] Aufgeweichtes entnimmt, daß das Erlaubte mit dem Verbotenen vereinigt werde, hiervonauf alle übrigen Verbote der Tora geschlossen werden!?",
"Dieser erwiderte: Beim Nazir und beim Sündopfer lehren zwei Schriftverse dasselbe, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu folgern. – Beim Nazir, wie wir eben gesagt haben, wo beim Sündopfer? –",
"Es wird gelehrt:Alles, was mit dem Fleische in Berührung kommt, ist heilig; man könnte glauben, auch wenn es nichts angezogenhat, so heißt es: mit dem Fleische, nur wenn es vom Fleische angezogen hat.",
"Ist heilig, es gleicht diesem: ist [das Fleisch] untauglich, so wird es ebenfalls untauglich, und ist es tauglich, so muß es nach Vorschrift des Strengeren gegessenwerden. –",
"Und die Rabbanan!? – Beide sind nötig. Würde der Allbarmherzige es nur beim Sündopfer geschrieben haben, so könnte man glauben, hiervon sei bezüglich des Nazirs nicht zu folgern, weil nicht von den Opfern auf den Nazirzu schließen ist.",
"Und würde der Allbarmherzige es nur beim Nazir geschrieben haben, so könnte man glauben, vom Nazir sei nichtszu schließen, weil bei diesem das Verbot streng ist, denn ihm sind sogar Kerne verboten; daher ist von diesem nicht zu folgern. –",
"Und R. A͑qiba!? – Er kann dir erwidern: wozu ist beides nötig? Allerdings könnte man, wenn der Allbarmherzige es nur beim Sündopfer geschrieben hätte, es nicht hinsichtlich des Nazirs folgern, weil vom Heiligen nicht auf das Profane zu schließen ist, aber der Allbarmherzige sollte es nur beim Nazir geschrieben haben, und man würde es hinsichtlich des Sündopfers gefolgert haben, denn vom Nazir wird ja auch hinsichtlich aller übrigen Verbote der Tora gefolgert. –",
"Und die Rabbanan!? – Sie können dir erwidern: beim Sündopfer wird gelehrt, daß das Erlaubte mit dem Verbotenen vereinigt werde, und vom Geheiligten ist nicht hinsichtlich des Profanen zu folgern;",
"und [das Wort] Aufgeweichtes lehrt, daß der Geschmack der Sache gleiche, und hiervon ist auf alle Verbote der Tora zu schließen. –",
"Und R. A͑qiba!? – Beide lehren, daß das Erlaubte mit dem Verbotenen vereinigt werde, somit sind es zwei Schriftverse, die dasselbe lehren, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu folgern.",
"R. Aši sprach zu R. Kahana: Es wird gelehrt: Von allem, was aus dem Weinstocke bereitet wird, dies lehrt, daß die dem Nazir verbotenen [Genußmittel] miteinander vereinigt werden. Wenn nun nach R. A͑qiba das Erlaubte mit dem Verbotenen vereinigt wird, um wieviel mehr das Verbotene mit dem Verbotenen!?",
"Dieser erwiderte: Erlaubtes mit Verbotenem nur zusammen, Verbotenes mit Verbotenem auch nacheinander. –",
"Wofür verwendet R. Šimo͑n,"
],
[
"der von der Vereinigung nichtshält, [die Worte:] von allem, was bereitet wird!? – Er kann dir erwidern: dies deutet darauf, daß er nur dann Nazir sei, wenn er sich allesabgelobt.",
"R. Abahu sagte im Namen R. Elea͑zars : Überall, wo in der Tora ein Viertel[log] als Normangegeben wird, wird das Erlaubte nicht mit dem Verbotenen vereinigt, ausgenommen ist das Viertel[log] beim Nazir, denn die Tora sagt Aufgeweichtes. – Welchen Unterschied gibt es zwischen R. Joḥananund R. Elea͑zar? –",
"Folgenden Unterschied gibt es zwischen ihnen : R. Joḥanan begreift auch Speisen ein, nach R. Elea͑zar aber gilt dies nur von Flüssigkeiten, nicht aber von Speisen.",
"R. Elea͑zar sagte: Es gibt zehn Viertelflog]. R. Kahana faßte sie zusammen: fünf roteund fünf weiße. Fünf rote: wenn ein Nazir und der Herrichtende des Pesaḥopfers eine Entscheidung getroffen haben im Tempel und totsind.",
"Beim Nazir: das Viertel[log] Wein für den Nazir. Beim Herrichtenden des Pesaḥopfers: R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, daß diese vier Becherein Viertel[log] fassen müssen. Beim Entscheiden: wer ein Viertel[log] Wein getrunken hat, darf keine Entscheidung treffen. Beim Tempel: wer ein Viertel[log] Wein getrunken und in den Tempel eingetreten ist, hat sich der Todesstrafe schuldig gemacht.",
"Tot, es wird gelehrt: Woher, daß ein Viertel[log] Blut von zwei Toten durch Bezeltungverunreinigend ist? Es heißt:zu den Seelenvon Toten soll er nicht eintreten.",
"Fünf weiße: wenn die Kuchen des Nazirs und des Aussätzigen untauglich geworden sindam Šabbath. Kuchen: das Viertel[log] Öl zum Kuchen. Nazir: das Viertelflog] Ölfür den Nazir. Aussätziger: das Viertel[log] Wasser des Aussätzigen. Untauglich: es wird gelehrt, alle übrigen unreinen Flüssigkeiten machen im Quantum eines Viertel[log] den Körperuntauglich.",
"Šabbath, denn es wird gelehrt: Alle übrigen Flüssigkeiten im Quantum eines Viertel[log] und Ausgußwasser im Quantum eines Viertel[log]. –",
"Gibt es denn weiter keine mehr, es gibt ja noch folgendes: Ein Viertel[log] Wasser reicht zum Händewaschenfür einen, nicht aber für zwei – so R. Meír; R. Jose sagt, für einen und auch für zwei. – Dinge, worüber ein Streit besteht, nennt er nicht. –",
"Es gibt ja noch folgendes: Er holteeine Schale aus Ton und tat darin ein halbes Log Wasser aus dem Waschbecken; R. Jehuda sagt, ein Viertel[log]. – Dinge, worüber ein Streit besteht, nennt er nicht. –",
"Es gibt ja noch folgendes: wieviel Wasser tue manhinein? – Etwas; R. Zakkaj sagt, ein Viertel[log]. – Dinge, worüber ein Streit besteht, nennt er nicht. – Es gibt ja noch das Tauchbad?! – Mit Ausnahme von diesem, da die Rabbanan es aufgehoben haben."
],
[
"SCHULDIG IST ER NUR DANN, WENN ER EIN OLIVENGROSSES QUANTUM VON DEN TRAUBEN GEGESSEN HAT &C. Der erste Autor vergleicht nicht die dem Nazir [zu essen] verbotenen Dinge mit den zu trinken [verbotenen]. R. A͑qiba aber sagt, da es heißt :frische und getrocknete Trauben soll er nicht essen, so ist, wie beim Essen eine Olive [strafbar ist,] auch hierbei eine Olive [strafbar].",
"ER IST SCHULDIG WEGEN DES WEINES ALLEIN &C. Die Rabbanan lehrten: Frische und getrocknete Trauben soll er nicht essen; er ist schuldig wegen des einen allein und wegen des anderen allein. Hiervon ist auf alle anderen in der Tora [dem Nazir] verbotenen Dinge zu folgern : wie es hierbei eine Art und zwei verschiedene Namensind, und er wegen des einen allein und wegen des anderen allein schuldig ist, ebenso ist er bei allem anderen, wo es eine Art und zwei verschiedene Namen sind, wegen des einen allein und wegen des anderen allein schuldig.",
"Dies schließt neuen Wein und Trauben ein.",
"Rabasagte : Hat er Kerne gegessen, so erhält er zweimalGeißelhiebe; hat er Schlauben gegessen, so erhält er zweimal Geißelhiebe; hat er Kerne und Schlauben gegessen, so erhält er dreimal Geißelhiebe. Abajje sagte, er erhalte nur einmal Geißelhiebe, denn man erhält keine Geißelhiebe wegen des allgemeinVerbotenen.",
"R. Papa wandte ein : R. Elie͑zer sagte: Wenn ein Nazir den ganzen Tag Wein getrunken hat, so erhält er nur einmal Geißelhiebe; wenn man ihm aber wiederholt gesagt hat, daß er nicht trinke, und er getrunken hat, so ist er wegen jedes Males besonders schuldig. Wenn er frische und getrocknete Trauben, Kerne und Schlauben gegessen und eine Rebe Trauben ausgepreßt und getrunken hat, so erhält er fünfmal Geißelhiebe. Demnach sollte er sechsmal Geißelhiebe erhalten, einmal auch wegen :von allem, was bereitet wird!? –",
"Manches lehrt er und manches läßt er fort. – Was läßt er noch außerdem fort? – Er läßt fort [das Verbot :]er soll sein Wort nicht entweihen. –",
"Wenn nur dies, so ist es keine Fortlassung, denn er lehrt nur das, was sich nicht auf andere Dinge bezieht, während das Verbot, sein Wort zu entweihen, sich auch auf Gelübde bezieht.",
"Rabina aus Parziqa sprach zu R. Aši: Er läßt ja die sich dazwischen befindliche Massefort!? Vielmehr, erwiderte R. Papa, [die Zahl] fünf wird in dieser"
],
[
"Lehre nicht genannt. – Erselbst erhob ja mit Bezug auf [die Zahl] fünf den Einwand, und wenn [die Zahl] fünf nicht genannt wird, wieso erhob er den Einwand!? R.Papa erwiderte: Ich glaubte, er habe darüber keine Überlieferungund werde davonzurücktreten, wußte aber nicht, daß er es nach einer Überlieferung [lehrte], und er trat davon nicht zurück.",
"R. ELEA͑ZAR B. A͑ZARJA SAGT &C. R. Joseph sagte: Nach wessen Ansicht übersetzen wir: mipurçanin vea͑d i͑çurin? – Nach der des R.Jose.",
"iii,1 DAS UNBESTIMMTE NAZIRAT DAUERT DREISSIG TAGE. HAT ER SICH GESCHOREN ODER HABEN GEWALTTÄTER IHN GESCHOREN, SO SIND DREISSIG TAGE HINFÄLLIG. WENN EIN NAZIR SICH GESCHOREN, EINERLEI OB MIT EINER SCHERE ODER EINEM SCHERMESSER, ODER [DAS HAAR] ETWAS GEZWICKT HAT, SO IST ER SCHULDIG.",
"GEMARA. Sie fragten: Wächst das Haar unten oder oben? – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Wenn Gewalttäter einen Nazir geschoren und [vom Haar] soviel zurückgelassen haben, daß man die Spitze zur Wurzel biegen kann.",
"Wenn du sagst, es wachse unten nach, so haben sie das durch das Nazirat [geweihte]entfernt, und wenn du sagst, es wachse oben nach, so ist das, was geweiht worden ist, vorhanden. –",
"Komm und sieh dies hieraus. Die lebende Niß befindet sich an der Wurzel des Haares, und wenn man sagen wollte, es wachse unten, so müßte sie sich ja an der Spitze des Haaresbefinden. – Tatsächlich wächst es unten, die Niß aber dringt durch das ihr innewohnende Leben stets nach unten. –",
"Komm und sieh. Die tote Niß befindet sich an der Spitze des Haares, und wenn man sagen wollte, es wachse oben, so müßte sie sich ja an der Wurzel des Haares befinden. – Diese wird, da ihr keine Kraft innewohnt, [nach außen] gestoßen. –",
"Komm und sieh dies am Haarschopfe der Nichtjuden; wenn sie ihn geflochten haben, wird er untenlose. – Dieser wird, da er straff ist, durch den Druck beim Liegen gelockert. –",
"Komm und sieh dies am rotenStreifen, wobei das Haar untenlose wird. Ferner werden auch, wenn Greise den Bart färben, die Haarwurzeln weiß."
],
[
"Schließe hieraus, daß es unten wächst. Schließe hieraus. –",
"Es wird gelehrt: Wenn Gewalttäter einen Nazir geschoren und [vom Haar] soviel zurückgelassen haben, daß man die Spitze zur Wurzel biegen kann, so ist [das Nazirat] nicht hinfällig. Wenn man nun sagen wollte, es wachse von unten, so sollte es doch hinfällig sein!? – Wenn sie ihn nach Ablaufgeschoren haben, und zwar ist hier die Ansicht R. Elie͑zers vertreten, welcher sagt, daß, wenn esnach Ablauf erfolgt, sieben [Tage] hinfällig seien. –",
"Was ist der Grund R. Elie͑zers? – Er folgert vom Scheren wegen Verunreinigung auf das Scheren in Reinheit; wie das Scheren wegen Verunreinigung nach sieben Tagenerfolgt, ebenso erfolge das Scheren in Reinheit nach sieben Tagen,",
"und es ist den Gelehrten bekannt, daß in sieben Tagen das Haar soweit wächst, um die Spitze zur Wurzel biegen zu können.",
"WENN EIN NAZIR SICH GESCHOREN, EINERLEI OB MIT EINEM SCHERMESSER ODER EINER SCHERE, ODER [DAS HAAR] ETWAS GEZWICKT HAT, SO IST ER SCHULDIG. Die Rabbanan lehrten : Schermesser, ich weiß dies nur von einem Schermesser, woher dies von dem Falle, wenn er sich [Haare] ausreißt, rupft oder zwickt? Es heißt :heilig soll er sein, sein Haupthaar hinwachsen lassen – so R. Jošija.",
"R. Jonathan erklärte: Schermesser, dies gilt nur von einem Schermesser, wenn er sich aber [Haare] rupft, ausreißt oder zwickt, so ist er frei. – Es heißt ja aber: heilig soll er sein!? – Dies besagt, daß er, wenn er sich mit einem Schermesser geschoren hat, ein Gebot und Verbot übertreten habe.",
"Ein Anderes lehrt: Schermesser, ich weiß dies nur von einem Schermesser, woher dies von dem Falle, wenn er sich [Haare] ausreißt, rupft oder zwickt? – es heißt:soll nicht über sein Haupt gehen. Weshalb heißt es nun, wo wir schließlich alles einbegreifen: ein Schermesser soll nicht über sein Haupt gehen!? –",
"Wir würden sonst nicht gewußt haben, daß das Scheren bei Beendigungmit einem Schermesser zu erfolgen habe, denn vom Scheren des Aussätzigenist dies nicht zu entnehmen,"
],
[
"da nicht vom Schwereren auf das Leichtere erschwerendzu folgern ist.",
"Rabbi sagt, dies sei nicht nötig; es heißt: ein Schermesser soll nicht über sein Haupt gehen bis zum Vollwerden, und damit sagt die Tora, daß nach dem Vollwerden das Scheren nur mit einem Schermesser zu erfolgen habe. –",
"Es heißt ja auch: ein Schermesser soll nicht über sein Haupt gehen!? –",
"Dies lehrt, daß er dadurchzwei Verbote begehe.",
"R. Ḥisda sagte: Geißelungerfolgt wegen eines [Haares], abhängig ist esvon zwei, hinfällig ist esbeim größeren Teile des Kopfes, wenn es mit einem Schermesser erfolgt ist. –",
"Nur mit einem Schermesser, nicht aber mit etwas anderem, und [dem widersprechend] lehrt er : Woher, daß alles einbegriffen ist, was [das Haar] entfernt!?– Lies vielmehr: wiemit einem Schermesser.",
"Ebenso wird auch gelehrt : Wenn ein Nazir etwas [vom Haare] ausgerissen, gerupft oder gezwickt hat, [so ist er schuldig,] hinfällig ist es nur, wenn es am größeren Teile des Kopfes mit einem Schermesser erfolgt ist. R. Šimo͑n b. Jehuda sagte im Namen R. Šimo͑ns : Wie [das Scheren] von zwei Haaren abhängigist, ebenso ist [das Nazirat] bei zwei Haaren hinfällig.",
"Dort haben wir gelernt: Drei müssen sich scheren, und ihre Schur ist Gebot: der Nazir, der Aussätzige und die Leviten. Diese alle haben, wenn sie sich nicht mit einem Schermesser geschoren oder zwei Haare zurückgelassen haben, nichts getan.",
"Der Meister sagte: Drei müssen sich scheren und ihre Schur ist Gebot. Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, da dies wegen der Entfernung des Haares erfolgt, sei auch das Bestreichen mit einem Enthaarungsmittel zulässig, so lehrt er uns, daß dem nicht so sei. –",
"Er lehrt : wenn sie sich nicht mit einem Schermesser geschoren. Einleuchtend ist dies vom Nazir, denn es heißt: ein Schermesser soll nicht über sein Haupt gehen, ebenso heißt es auch von den Leviten :sie sollen ein Schermesser über ihren ganzen Leib gehen lassen, woher aber, daß es beim Aussätzigen mit einem Schermesser erfolgen muß?",
"Wolltest du sagen, dies sei von den Leviten zu entnehmen, wie bei den Leviten, die des Scherens benötigen, das Scheren nur mit einem Schermesser erfolgen muß, ebenso muß beim Aussätzigen, der des Scherens benötigt, das Scheren nur mit einem Schermesser erfolgen, so ist zu erwidern : wohl gilt dies von den Leviten, die auch des Schwingens des Körpersbenötigen, was aber beim Aussätzigen nicht der Fall ist.",
"Wollte man es vom Nazir entnehmen, [so ist zu erwidern :] wohl gilt dies vom Nazir, dessen Opfer der Brotebenötigt, was beim Aussätzigen nicht der Fall ist. – Vielmehr, wenn dies von einem nicht zu entnehmen ist, so entnehme man es von beiden.",
"Wenn man es von den Leviten entnimmt und erwidert: wohl gilt dies von den Leviten, die des Schwingens des Körpers benötigen, so beweist der Nazir [das Entgegengesetzte] ; [erwidert man :] wohl gilt dies vom Nazir, dessen Opfer der Brote benötigt, so beweisen die Leviten [das Entgegengesetzte].",
"Die Replikation wiederholt sich nun : die Eigenheit des einen gleicht nicht der Eigenheit des anderen und die Eigenheit des anderen gleicht nicht der Eigenheit des einen ; das Gemeinsame bei ihnen ist, daß sie des Scherens benötigen, und das Scheren muß mit einem Schermesser erfolgen, somit muß auch heim Aussätzigen, der des Scherens benötigt, das Scheren mit einem Schermesser erfolgen.",
"Raba aus Barniš sprach zu R. Aši : Es ist ja zu erwidern: das Gemeinsame bei ihnen ist,"
],
[
"daß es für sie keine Armenopfer gibt, während es für den Aussätzigen ein Armenopfergibt!?",
"Raba b. Mešaršeja sprach zu Raba: Der Autor sagte zuerst, daß diesvom Aussätzigen nicht zu folgern sei, weil man nicht vom Schwereren auf das Leichtere erschwerend folgern könne, nachher aber sagt er, daß esdurch einen Schluß gefolgert werden sollte, und auch durch einen Schluß ist es nichtzu folgern!?",
"Dieser erwiderte: Das einenach den Rabbanan und das andere nach R. Elie͑zer. Wir haben nämlich gelernt: Man istnur dann schuldig, wenn man ihn mit einem Schermesser abgenommen hat. R. Elie͑zer sagt, man sei schuldig, auch wenn man ihn mit einer Zange oder einer Feile abgenommen hat.",
"Was ist der Grund der Rabbanan? Es wird gelehrt :Seinen Bart, was lehrtdies? Da es heißt :Den Rand ihres Bartes sollen sie nicht abscheren, so könnte man glauben, dies gelte auch vom Aussätzigen, so heißt es: seinen Bart. –",
"Woher, daß mit einem Schermesser? – Es wird gelehrt :Den Rand ihres Bartes sollen sie nicht abscheren; man könnte glauben, er sei schuldig, auch wenn er ihn mit einer Schere abgenommen hat, so heißt es: nicht zerstören.",
"Man könnte glauben, er sei schuldig, auch wenn er ihn mit einer Zange oder einer Feile abgenommen hat, so heißt es: den Rand ihres Bartes sollen sie nicht abscheren. Wie ist dies zu erklären? Ein Scheren, wobei eine Zerstörung erfolgt, mit einem Schermesser. –",
"Wieso dies, vielleicht übt er das Gebot aus, auch wenn er [den Bart] mit einer Zange oder einer Feile abnimmt, nur lehrt uns [die Schrift] folgendes: er ist nicht schuldig, wenn er es mit einem Schermessertut !? –",
"Ich will dir sagen, wenn man sagen wollte, es sei auch mit einer Zange oder einer Feile zulässig, so sollte die Schrift darüber schweigenund man würde gefolgert haben: wenn ein Nazir, der dadurch ein Verbot begeht, schuldigist, um wieviel mehr gilt dieshierbei, wo ein Gebot ausgeübt wird."
],
[
"Ferner sollte, wenn man sagen wollte, das Gebot werde mit einer Zange oder einer Feile ausgeübt, hierbei, da das Schermesser nicht genannt wird, die Lehre des Reš Laqiš zur Anwendung kommen!? Dieser sagte nämlich:",
"Überall, wo du ein Gebot mit einem Verbote [zusammenstoßen] findest, ist es, wenn du beide aufrecht erhalten kannst, recht, wenn aber nicht, so komme das Gebot und verdränge das Verbot. –",
"Was ist der Grund R. Elie͑zers? – Er folgert dies [aus dem Worte] Haupt. Es wird nämlich gelehrt: Sein Haupt, was lehrt dies? Da es beim Nazir heißt :ein Schermesser soll nicht über sein Haupt gehen, so könnte man glauben, dies gelte auch von einem aussätzigen Nazir, so heißt es : sein Haupt. –",
"Wieso dies, vielleicht übt er das Gebot aus, auch wenn er [das Haar] mit einer Zange oder einer Feile abnimmt, und wenn du einwendest, demnach braucht ja nichtdas Schermesser angedeutet zu werden, so besagt dies, daß es auch mit einem Schermesser erfolgen dürfe!? Man könnte nämlich glauben, da der Nazir schuldig ist, wenn er es mit einem Schermesser tut, sei auch der Aussätzigeschuldig, so lehrt er uns, daß dem nicht so sei. –",
"Wenn man sagen wollte, das Gebot werde mit einer Zange oder einer Feile ausgeübt, so sollte hierbei, da das Schermesser nicht genannt wird, die Lehre des Reš Laqiš zur Anwendung kommen. –",
"Wofür verwenden die Rabbanan [das Wort] Haupt? – Das Verbot des Rundscherens zu verdrängen. Es wird nämlich gelehrt :Ihr sollt den Rand eures Haupthaares nicht rundscheren; man könnte glauben, dies gelte auch vom Aussätzigen, so heißt es: sein Haupt. –",
"Wozu heißt es sein Haupt, dies geht ja hervor aus [dem Worte] seinen Bart!? Es wird nämlich gelehrt: Seinen Bari; was lehrt dies? Da es heißt den Rand ihres Bartes sollen sie nicht abscheren, so könnte man glauben, dies gelte auch vom Aussätzigen, so heißt es seinen Bart.",
"Wozu heißt es nun sein Haupt und seinen Bart!? – Beides ist nötig. Würde der Allbarmherzige nur seinen Bart und nicht sein Haupt geschrieben haben, so könnte man glauben, das Rundscheren des ganzen Hauptes gelte nichtals Rundscheren, daher schrieb der Allbarmherzige auch sein Haupt."
],
[
"Und würde er nur sein Haupt und nicht seinen Bart geschrieben haben, so könnte man zwar beides entnehmen, daß das Gebot ein Verbot verdränge, und daß das Rundscheren des ganzen Hauptes als Rundscheren gelte, man würde aber nicht gewußt haben, daß es mit einem Schermesser erfolgen müsse, daher schrieb der Allbarmherzige seinen Bart. –",
"Woher entnimmt R. Elie͑zer, daß das Gebot ein Verbot verdränge? – Er entnimmt dies von den Çiçithfaden. Es wird nämlich gelehrt: Du kein Mischgewebe tragen."
],
[
"Çiçithfaden aber darfst du dir aus solchem machen.",
"Der Meister sagte: Diese alle haben, wenn sie sich nicht mit einem Schermesser geschoren oder zwei Haare zurückgelassen haben, nichts getan. R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, sagte: Dies besagt, daß [die Norm], die größere Hälfte gelte als Ganzes, aus der Tora sei. –",
"Wieso? – Der Allbarmherzige hebt beim Nazir hervor:am siebenten Tage soll er ihn scheren, demnach muß es nur hierbei vollständig erfolgen, in anderen Fällen aber gleicht der größere Teil dem Ganzen.",
"R. Jose b. R. Ḥanina wandte ein: Diessteht ja beim unreinen Nazir geschrieben!? Im Westen lachten sie darüber: merke, daß es beim unreinen Nazir mit einem Schermesser erfolgen müsse, wird ja vom reinen Nazir gefolgert, somit ist auch hinsichtlich des reinen Nazirs vom unreinen zu folgern: wie der unreine Nazir, wenn er zwei Haare zurückgelassen hat, nichts getan hat, ebenso hat auch jener, wenn er zwei Haare zurückgelassen hat, nichts getan.",
"Abajje fragte: Wie ist es, wenn ein Nazir sich das Haar geschoren und zwei Haare zurückgelassen, und nachdem sein Kopf [haar] gewachsen ist, er auch diese geschoren hat: gelten sie als Hindernis oder nicht?",
"Raba fragte: Wie ist es, wenn ein Nazir sich das Haar geschoren und zwei Haare zurückgelassen hat, und er darauf eines geschoren hat und das andere von selbst ausgefallen ist? R. Aḥa aus Diphte sprach zu Rabina: Raba ist demnach der Fall fraglich, wenn er das Haar einzeln geschorenhat !? –",
"Lies vielmehr: und eines von selbst ausgefallen ist und er das andere geschorenhat. Dieser erwiderte: Hierbei gibt es kein Scheren und hierbei gibt es keine [zwei] Haare. – Wenn es hierbei keine [zwei] Haare gibt, so ist ja das Scheren wohl erfolgt!? – Er meint es wie folgt: obgleich keine [zwei] Haare vorhanden sind, so ist das Gebot des Scherens dennoch nicht erfolgt.",
" DER NAZIR DARF [DAS HAAR] REIBENUND SCHLICHTEN, NICHT ABER KÄMMEN.",
"GEMARA. Der Nazir darf [das Haar] reiben und schlichten, nach R. Šimo͑n, welcher sagt, die unbeabsichtigte [verbotene] Handlung seierlaubt; nicht aber kämmen, nach den Rabbanan;",
"der Anfangsatz nach R. Šimo͑n und der Schlußsatz nach den Rabbanan!? Raba erwiderte: Die ganze Lehre ist nach R. Šimo͑n, denn beim Kämmen wird die Entfernung der losen Haare beabsichtigt.",
"iii,3 R. JIŠMA͑ÉL SAGT, ER DÜRFE SICH [DEN KOPF] NICHT MIT TON REIBEN, WEIL DIES DAS HAAR AUSFALLEN MACHT.",
"GEMARA. Sie fragten: Heißt es: weil dies das Haar ausfallen macht, oder: wegen des ausfallen machenden? – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? –",
"Hinsichtlich des [das Haar] nicht ausfallen machenden Tones; wenn du sagst: weil dies ausfallen macht, so ist es mit diesem, da man weiß, daß er [das Haar] nicht ausfallen macht, erlaubt, wenn du aber sagst, wegen des ausfallen machenden, so ist es mit keinem erlaubt.",
"iv WENN EIN NAZIR DEN GANZEN TAG WEIN GETRUNKEN HAT, SO IST ER NUR EINMAL SCHULDIG; WENN MAN IHM ABER WIEDERHOLT GESAGT HAT, DASS ER NICHT TRINKE, UND ER TROTZDEM GETRUNKEN HAT, SO IST ER WEGEN JEDES MALES SCHULDIG. WENN ER SICH DEN GANZEN TAG GESCHOREN HAT, SO IST ER NUR EINMAL SCHULDIG ; WENN MAN IHM ABER WIEDERHOLT GESAGT HAT, DASS ER SICH NICHT SCHERE, UND ER SICH TROTZDEM GESCHOREN HAT, SO IST ER WEGEN JEDES MALES SCHULDIG. WENN ER SICH DEN GANZEN TAG AN TOTEN VERUNREINIGT HAT, SO IST ER NUR EINMAL SCHULDIG; WENN MAN IHM ABER WIEDERHOLT GESAGT HAT, DASS ER SICH NICHT VERUNREINIGE, UND ER SICH TROTZDEM VERUNREINIGT HAT, SO IST ER WEGEN JEDES MALES SCHULDIG."
],
[
"GEMARA. Es wurde gelehrt: Rabba sagte im Namen R. Honas: Die Schrift sagt ausdrücklich :verunreinige er sich nicht, und wenn es noch außerdem heißt :komme er nicht, so ist ihm die Verunreinigung und außerdem das Eintretenverboten worden, nicht aber die Verunreinigung während derUnreinheit.",
"R. Joseph sagte: Bei Gott, R. Hona sagte, auch die Verunreinigung während der Unreinheit. R. Hona sagte nämlich: Wenn ein Nazir sich auf einem Begräbnisplatze befindet und man ihm seinen Toten oder einen fremden Toten hinreicht imd er diesen berührt, so ist er schuldig. Weshalb denn, er ist ja ohnehin unrein!? Vielmehr sagte es R. Hona auch von der Verunreinigung während der Unreinheit.",
"Abajje wandte gegen ihn ein: Man könnte glauben, daß, wenn ein Priestereinen Toten auf der Schulter trägt und man ihm seinen Toten oder einen fremden Toten hinreicht und er diesen berührt, er schuldig sei, so heißt es:er entweihe nicht, nur wenn er noch nicht entweiht ist, ausgenommen dieser, der bereits entweiht ist!?",
"Dieser erwiderte: Du kannst dagegen aus einer Mišna einwenden, denn wir haben gelernt: Wenn er sich den ganzen Tag an Toten verunreinigt hat, so ist er nur einmal schuldig; wenn man ihm aber wiederholt gesagt hat, daß er sich nicht verunreinige, so ist er wegen jedes Males schuldig. Weshalb denn, er ist ja bereits unrein!? –",
"[Die Lehren] widersprechen ja einander!? – Dies ist kein Widerspruch; das eine, wenn eine Verbindungbesteht, das andere, wenn keine Verbindungbesteht. –",
"Ist denn die Verbindung bei der Unreinheitaus der Tora, R. Jiçḥaq b. Joseph sagte ja im Namen R. Jannajs, eine Verbindung der Unreinheit gebe es nur bei der Hebe und den Opfern, nicht aber beim Nazir und dem Herrichtendendes Pesaḥopfers. Welchen Unterschied gibt es nun hierbei, wenn du sagst, dies sei aus der Tora!? –",
"Dies gilt von der Verbindung des Menschen mit einem Menschen, jenes aber von der Verbindung des Menschen mit der Leiche. –",
"Von der Verunreinigung während der Unreinheit gilt dieswohl deshalb nicht, weil er bereits unrein ist,",
"und auch beim Eintretenwährend der Unreinheit ist er ja bereits unrein!? R.Joḥanan erwiderte: Das eine in einem Raume,",
"das andere auf dem Felde. –"
],
[
"Auch in einem Räume wird er ja, sobald er mit der Hand hineinlangt, unrein, und wenn er dann vollständig eintritt, war er bereits unrein!?",
"Vielmehr, erklärte R. Elea͑zar, ist die Verbindung durch die Handerfolgt, so ist nur die Verunreinigung und nicht das Eintreten vorhanden, wenn aber durch den Körper, so sind die Verunreinigung und das Eintreten gleichzeitig erfolgt. – Es ist ja aber nicht anders möglich, als daß er die Nase zuerst hineinsteckt und dadurch unrein wird!?",
"Vielmehr, erklärte Raba, ist er zuerst mit der Handhineingekommen, so ist nur die Verunreinigung und nicht das Eintreten vorhanden, ist er mit dem Körperhineingekommen, so sind die Verunreinigung und das Eintreten gleichzeitig erfolgt. – Es ist ja aber nicht anders möglich, als daß er zuerst mit dem Zeh hineinkommt und dadurch unrein wird!?",
"Vielmehr, erklärte R. Papa, wenn er in einer Truhe, einer Kiste oder einem Schranke hineingekommen ist und jemanddas Verdeck entfernt hat, wobei die Verunreinigung und das Eintreten gleichzeitig erfolgt sind. Mar, Sohn des R. Aši, erklärte: Wenn er [in einen Raum,] in dem ein Sterbender lag, eintrat und dieser während seines Aufenthaltes gestorben ist; die Verunreinigung und das Eintreten erfolgen dann gleichzeitig.",
"Die Rabbanan lehrten :Sich zu entweihen, biszur Stunde seines Sterbens. Rabbi sagte :Wenn sie tot sind, bis zur Stunde, wo sie tot sind. –",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? R. Joḥanan erwiderte: Ein Unterschied besteht nur in der Auslegung. Reš Laqiš erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich eines Sterbenden. Nach demjenigen, der dies aus [den Worten] sich zu entweihen folgert, gilt dies auch von einem Sterbenden, und nach demjenigen, der dies aus [den Worten] wenn sie tot sind folgert, gilt dies nur von einem Toten, nicht aber von einem Sterbenden. –",
"Worauf bezieht derjenige, der es aus [den Worten] sich zu entweihen folgert, [die Worte] wenn sie tot sind!? – Diese verwendet er für eine Lehre Rabbis, denn es wird gelehrt: Rabbi sagte: Wenn sie tot sind, nur [an ihrer Leiche] darf er sich nicht verunreinigen, wohl aber darf er sich an ihrem Aussatze und an ihrem Ausflusseverunreinigen. –",
"Auch nach demjenigen, der es aus [den Worten] wenn sie tot sind entnimmt, sind sie ja hierfür nötig!? – Die Schrift könnte ja sagen: wenn tot, wenn es aber heißt: wenn sie tot sind, so ist beides zu entnehmen. –",
"Worauf bezieht derjenige, der es aus [den Worten] wenn sie tot sind entnimmt, [die Worte] sich zu entweihen !? – [Die Worte] sich zu entweihen deuten hierauf: nur wer nicht entweiht ist, ausgenommen derjenige, der bereits entweiht ist. –",
"Auch nach demjenigen, der es aus [den Worten] sich zu entweihen entnimmt, sind sie ja hierfür nötig!? – Die Schrift könnte ja sagen: zu entweihen, wenn es aber heißt: sich zu entweihen, so ist beides zu entnehmen.",
"Man wandte ein: Ein Mensch ist selbst zerschnitten oder sterbend nicht eher verunreinigend, als bis ihm die Seele ausgeschieden ist. Gegen denjenigen, der dies aus [den Worten] sich zu entweihen entnimmt, [ist ja einzuwenden,] hier wird gelehrt, daß er nicht verunreinigend sei!? – Die Verunreinigung erfolgt erst, wenn die Seele ausgeschieden ist, entweiht aber ist er bereits."
],
[
"R. Ḥisda sagte im Namen Rabhs: Ist seinem Vater der Kopf abgeschlagen worden, so darf er sich an ihm nicht verunreinigen, denn die Schrift sagt:an seinem Vater, wenn er vollständig ist, nicht aber, wenn er unvollständig ist. R. Hamnuna sprach zu ihm : Demnach darf er, wenn [sein Vater] durch die Steppe A͑raboth reiste und Räuber ihm den Kopf abgeschlagen haben, sich an ihm nicht verunreinigen!?",
"Dieser erwiderte: Du sprichst von einem Pflichttoten; wenn er sich mit einem Fremden befassen muß, um wieviel mehr mit seinem Vater. –",
"Gilt dieser denn als Pflichttoter, es wird ja gelehrt, Pflichttoter sei derjenige, der niemand hat, der ihn bestattet, wenn er aber ruftund man ihm antwortet, sei er kein Pflichttoter; dieser aber hat ja einen Sohn!? – Da er sich auf dem Wege befindet, so ist es ebenso, als würde er niemand zur Bestattung haben.",
"Man wandte ein:An ihr verunreinige er sich; an ihr verunreinige er sich, nicht aber verunreinige er sich an einzelnen ihrer Glieder, weil er sich nicht einmal an einem Gliede seines lebenden Vaters oder an einem Gliede seines toten Vaters verunreinigen darf ; wohl aber darf er nach einem gerstengroßen Knochensuchen.",
"Das Suchen nach einem gerstengroßen Knochen ist wohl zu verstehen, wenn etwas fehlt !? –",
"Nein, hier ist die Ansicht R. Jehudasvertreten, denn es wird gelehrt : R. Jehuda sagte : An ihr verunreinige er sich, nicht aber verunreinige er sich an einzelnen ihrer Glieder, denn er darf sich nicht einmal an einem Gliede seines lebenden Vaters verunreinigen, wohl aber verunreinige er sich an einem Gliede seines toten Vaters. –",
"R. Kahana lehrte ja aber eine Lehre des R. Elie͑zer b. Ja͑qob: An ihr verunreinige er sich, nicht aber darf er sich an einzelnen ihrer Glieder verunreinigen; ausgenommen sind eine Olive von der Leiche, eine Olive Verwestes und ein Löffel Moder.",
"Man könnte glauben, daß er sich auch am Rückgrat, am Schädel und am dem Umfange oder der Gliederzahl nach größeren Teile [der Leiche] nicht verunreinigen dürfe, so heißt es:sprich zu ihnen, womit die Schrift noch eine weitere Verunreinigung hinzufügt."
],
[
"Man könnte glauben, daß er sich am Rückgrat, am Schädel und am dem Umfange oder der Gliederzahl nach größeren Teile [der Leiche] von anderen [Verwandten] nicht verunreinigen dürfe, so ist zu folgern: wie seine Schwester sich dadurch auszeichnet, daß ihr Körper ihmobliegt, und er sich am Rückgrat, am Schädel und am dem Umfange oder der Gliederzahl nach größeren Teile [der Leiche] verunreinigen darf, ebenso darf er sich bei allen, die ihm obliegen, am Rückgrat, am Schädel und am dem Umfange oder der Gliederzahl nach größeren Teile [der Leiche] verunreinigen. –",
"Dies ebenfalls nach R. Jehuda, während Rabh der Ansicht des Autors der folgenden Lehre ist: Der Vater R. Jiçḥaqsstarb in Ginzaq, und man teilte es ihm erst nach drei Jahren mit. Hierauf kam er zu R. Jehošua͑ b. Eliša͑ und den vier Ältesten und befragtesie,",
"und diese entschieden : An seinem Vater, wenn er vollständig ist, nicht aber, wenn er unvollständig ist.",
"v DREIERLEI IST DEM NAZIR VERBOTEN : DIE VERUNREINIGUNG, DAS SCHEREN UND DIE PRODUKTE DES WEINSTOCKES. BEI DER VERUNREINIGUNG UND BEIM SCHEREN IST ES STRENGER ALS BEI DEN PRODUKTEN DES WEINSTOCKES, DENN DIE VERUNREINIGUNG UND DAS SCHEREN MACHEN [DAS NAZIRAT] HINFÄLLIG, DIE PRODUKTE DES WEINSTOCKES ABER MACHEN ES NICHT HINFÄLLIG.",
"BEI DEN PRODUKTEN DES WEINSTOCKES IST ES STRENGER ALS BEI DER VERUNREINIGUNG UND DEM SCHEREN, DENN DIE PRODUKTE DES WEINSTOCKES SIND AUCH AUSNAHMSWEISENICHT ERLAUBT, DIE VERUNREINIGUNG UND DAS SCHEREN ABER SIND AUSNAHMSWEISE ERLAUBT, WENN DAS SCHEREN GEBOTIST UND BEI EINEM PFLICHTTOTEN.",
"BEI DER VERUNREINIGUNG IST ES STRENGER ALS BEIM SCHEREN, DENN DIE VERUNREINIGUNG MACHT DAS GANZE [NAZIRAT] HINFÄLLIG UND MAN IST DIESERHALB EIN OPFER SCHULDIG, DAS SCHEREN ABER MACHT NUR DREISSIG [TAGE]HINFÄLLIG UND MAN IST DIESERHALB KEIN OPFER SCHULDIG.",
"GEMARA. Sollte doch vom Weine [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden, daß die Verunreinigung auch ausnahmsweise nicht erlaubt sei: wenn der Wein, der [das Nazirat] nicht hinfällig macht, auch ausnahmsweise nicht erlaubt ist, um wieviel weniger ist die Verunreinigung, die es hinfällig macht, ausnahmsweise erlaubt!? –",
"Es heißt:an seinem Vater und an seiner Mutter soll er sich nicht verunreinigen, an seinem Vater und an seiner Mutter darf er sich nicht verunreinigen, wohl aber verunreinige er sich an einem Pflichttoten. –",
"Sollte doch von der Verunreinigung [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere gefolgert werden, daß der Wein ausnahmsweise erlaubt sei: wenn die Verunreinigung, die [das Nazirat] hinfällig macht, ausnahmsweise erlaubt ist, um wieviel mehr ist der Wein, der es nicht hinfällig macht, ausnahmsweise erlaubt!? – Die Schrift sagt: des Weines und des Rauschtrankes enthalte er sieht daß ihm der Wein zu Gebotszweckengleich dem freigestellten verboten ist. –",
"Sollte doch von der Verunreinigung [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden, daß der Wein [das Nazirat] hinfällig mache: wenn die Verunreinigung, die ausnahmsweise erlaubt ist, es hinfällig macht, um wieviel mehr macht der Wein es hinfällig, der auch ausnahmsweise nicht erlaubt ist!? –",
"Die Schrift sagt:und die früheren Tage sind hinfällig, denn er hat sein Nazirat verunreinigt, nur die Verunreinigung macht es hinfällig, nicht aber macht der Wein es hinfällig. –",
"Sollte doch von der Verunreinigung [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden, daß das Scheren das ganze [Nazirat] hinfällig mache: wenn die Verunreinigung, wobei der Verunreinigende dem Verunreinigten nicht gleichgestelltworden ist, das ganze hinfällig macht, um wieviel mehr macht das Scheren, wobei der Scherende dem Geschorenen gleichgestelltworden ist, das ganze hinfällig!? –",
"Die Schrift sagt: und die früheren Tage sind hinfällig, denn er hat sein Nazirat verunreinigt, die Verunreinigung macht das ganze hinfällig, nicht aber macht das Scheren das ganze hinfällig. –",
"Sollte doch vom Scheren [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden, daß bei der Verunreinigung der Verunreinigende dem Verunreinigten gleichzustellen sei: wenn beim Scheren, das nur dreißig [Tage] hinfällig macht, der Scherende dem Geschorenen gleichgestellt ist, um wieviel mehr ist bei der Verunreinigung, die das ganze [Nazirat] hinfällig macht, der Verunreinigende dem Verunreinigten gleichzustellen!? –",
"Die Schrift sagt:und er sein geweihtes Haupt verunreinigt, nur der sein geweihtes Haupt verunreinigt. –",
"Sollte doch von der Verunreinigung [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere gefolgert werden, daß beim Scheren der Scherende dem Geschorenen nicht gleichzustellen sei: wenn bei der Verunreinigung, die das ganze [Nazirat] hinfällig macht, der Verunreinigende dem Verunreinigten nicht gleichgestellt ist, um wieviel weniger ist beim Scheren, das nur dreißig Tage hinfällig macht, der Scherende dem Geschorenen gleichzustellen!? –",
"Die Schrift sagt:ein Schermesser gehe nicht über sein Haupt, und hieraus ist zu lesen, weder durch ihn selbst noch durch einen anderen. –",
"Sollte doch vom Weine [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden, daß das Scheren auch ausnahmsweise nicht erlaubt sei: wenn der Wein, der [das Nazirat] nicht hinfällig macht, auch ausnahmsweise nicht erlaubt ist, um wieviel weniger ist das Scheren, das es hinfällig macht, ausnahmsweise erlaubt!? – Der Allbarmherzige sagt:sein Haupt, und der Allbarmherzige sagt: seinen Bart. –",
"Sollte doch vom Weine [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere gefolgert werden, daß das Scheren [das Nazirat] nicht hinfällig mache: wenn der Wein, der auch ausnahmsweise nicht erlaubt ist, es nicht hinfällig macht, um wieviel weniger macht das Scheren, das ausnahmsweise erlaubt ist, es hinfällig!? – Es ist ein Haarwuchs erforderlich, der dann nicht vorhanden ist. –",
"Sollte doch vom Scheren [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden, daß der Wein dreißig Tage hinfällig mache: wenn das Scheren, das ausnahmsweise erlaubt ist, diese hinfällig macht, um wieviel mehr macht der Wein, der auch ausnahmsweise nicht erlaubt ist, diese hinfällig!? – Der Grund hierbei ist, weil ein Haarwuchs erforderlich ist, und beim Wein[genusse] bleibt das Haar erhalten."
],
[
" WIE ERFOLGT DAS SCHEREN WEGEN VERUNREINIGUNG? ER LÄSST SICH AM DRITTEN UND AM SIEBENTEN [TAGE] BESPRENGEN, SCHERT SICH AM SIEBENTEN UND BRINGT SEINE OPFER AM ACHTEN; SCHERT ER SICH AM ACHTEN, SO BRINGE ER SEINE OPFER AM SELBEN TAGE – SO R. A͑OIBA. R. TRYPHON SPRACH ZU IHM: WELCHEN UNTERSCHIED GIBT ES DEMNACH ZWISCHEN DIESEM UND DEM AUSSÄTZIGEN!?",
"DIESER ERWIDERTE: BEI DIESEM HÄNGT DIE REINIGUNG VOM ABLAUFE DER TAGEAB, BEIM AUSSÄTZIGEN ABER HÄNGT SIE VOM SCHERENAB. ER BRINGE SEIN OPFER NUR DANN DAR, WENN ER SONNENUNTERGANG ABGEWARTET HAT.",
"GEMARA. Hat er esanerkannt oder nicht? – Komm und höre: Hillel lehrte: schert er sich am achten, so bringe er seine Opfer erst am neunten. Wenn man sagen wollte, er habe es anerkannt, so müßte er ja seine Opfer am achten bringen.",
"Raba erwiderte: Dies ist kein Widerspruch, das eine, wenn er am siebenten untergetaucht ist, das andere, wenn er nicht am siebenten untergetaucht ist.",
"Abajje sagte: Ich traf die Genossen des R. Nathan b. Hoša͑ja sitzen und vortragen :Er komme vor den Herrn am Eingange des Offenbarungszeltes und gebe sie dem Priester; dies erfolge erst dann, wenn er untergetaucht ist und Sonnenuntergang abgewartet hat, nicht aber, wenn er nicht untergetaucht ist und Sonnenuntergang abgewartet hat.",
"Demnach ist er der Ansicht, der am selben Tage untergetauchte Flußbehaftete gleichedem [unreinen] Flußbehafteten.",
"Ich sprach dann zu ihnen: Auch beim unreinen Nazir heißt es:(er bringe sie) zum Priester an der Tür des Offenbarungszeltes, und demnach wäre auch hierbei auszulegen: dies erfolge erst dann, wenn er untergetaucht ist und Sonnenuntergang abgewartet hat."
],
[
"Merke, das Nikanortorbefand sich ja zwischen den levitischen Toren,",
"und es wird gelehrt: Der an einem Toten Verunreinigte darf in das levitische Lager kommen, und nicht nur der an einem Toten Verunreinigte, sondern auch ein Toter, denn es heißt: da nahm Moše die Gebeine Josephs mit sich, und unter mit sich ist zu verstehen, in seine Abgrenzung, in das levitischeLager!?",
"Vielmehr, erklärte Abajje, gleicht der am selben Tage untergetauchte Flußbehaftete nichtdem Flußbehafteten, dennoch darf er, da ihm die Sühne fehlt, nichteintreten. –",
"Weshalb spricht er, wenn er sich im levitischen Lagerbefindet, [vom Eintritt in das] Offenbarungszelt!? – Dies besagt, wie der der Sühne Ermangelnde das levitische Lagernicht betreten darf, ebenso darf der der Sühne Ermangelnde danicht eintreten. –",
"Woher dies von jenem? – Es wird gelehrt:Unrein ist er, dies schließt den am selben Tage Untergetauchten ein; noch haftet seine Unreinheit an ihm, dies schließt den der Sühne Ermangelnden ein.",
"vii WIE ERFOLGT DAS SCHEREN IN REINHEIT? ER BRINGT DREI TIERE, EIN SÜNDOPFER, EIN BRANDOPFER UND EIN HEILSOPFER, SCHLACHTET DAS HEILSOPFER [ZUERST] UND SCHERT SICH NACH DIESEM – SO R. JEHUDA. R. ELEA͑ZAR SAGT, ER SCHERE SICH NACH DEM SÜNDOPFER, DENN DAS SÜNDOPFER GEHT [STETS] VORAN. LIESS ER SICH NACH EINEM VON DIESEN DREIEN SCHEREN, SO HAT ER DER PFLICHT GENÜGT",
"viii,1. R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGTE: WENN ER DREI TIERE GEBRACHT UND SIE NICHT BEZEICHNET HAT, SO IST DAS ZUM SÜNDOPFER GEEIGNETE ALS SÜNDOPFER, DAS ZUM BRANDOPFER GEEIGNETE ALS BRANDOPFER UND DAS ZUM HEILSOPFER GEEIGNETE ALS HEILSOPFER DARZUBRINGEN.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten :Der Nazir schere sich an der Tür des Offenbarungszeltes &c. Die Schrift spricht vom Heilsopfer, denn es heißt :er schlachte es an der Tür des Offenbarungszeltes,",
"Du sagst, die Schrift spreche vom Heilsopfer, vielleicht ist dem nicht so, sondern wörtlich, daß es an der Tür des Offenbarungszeltes erfolge? Wenn du soerklärst, so erfolgt es ja auf schimpfliche Weise.",
"Daher sind die Worte: der Nazir schere sich an der Tür des Offenbarungszeltes, zu erklären, die Schrift spreche vom Heilsopfer.",
"R. Jošija sagte: Die Schrift spricht vom Heilsopfer. Du sagst, die Schrift spreche vom Heilsopfer, vielleicht ist dem nicht so, sondern wörtlich, daß es an der Tür des Offenbarungszeltes erfolge? Ich will dir sagen, die Schrift sagt:du sollst meinen Altar nicht auf Stufenbesteigen, um wieviel weniger darf dies auf schimpfliche Weise erfolgen. Rabbi sagte: Um wieviel weniger darf er sich da scheren.",
"R. Jiçḥaq sagte: Dies ist nicht nötig; es heißt:er nehme das Haar seines geweihten Hauptes und lege es ins Feuer &c., nur der des Nehmens und Legens benötigt, ausgenommen derjenige, der des Nehmens, Hinbringensund Legens benötigt.",
"Manche lesen: R. Jiçḥaq sagte: Die Schrift spricht vom Heilsopfer. Du sagst, die Schrift spreche vom Heilsopfer, vielleicht ist dem nicht so, sondern wörtlich, daß es am Eingange des Offenbarungszeltes erfolge? Es heißt er nehme das Haar seines geweihten Hauptes; an der Stelle, wo das Kochen erfolgte, schor er sich auch.",
"Abba Ḥanan erklärte im Namen R. Elie͑zers : Der Nazir schere sich an der Tür des Offenbarungszeltes, solange die Tür des Offenbarungszeltes nicht geöffnet ist, darf er sich nicht scheren.",
"R. Šimo͑n Šezori erklärte : Der Nazir schere sich an der Tür des Offenbarungszeltes, nicht aber eine Nezira,"
],
[
"weil die jungen Priester durch sie in Aufregung geraten könnten. Jener entgegnete: Gegen deine Worte ist ja von der Ehebruchsverdächtigten einzuwenden; von dieser heißt es:der Priester stelle sie vor den Herrn, und wir befürchten nicht, die jungen Priester könnten durch sie in Aufregung geraten!?",
"Dieser erwiderte: Jene pudert und schminkt sich, diese pudert und schminkt sich nicht.",
" HIERAUF NIMMT ER DAS HAAR SEINES GEWEIHTEN HAUPTES UND LEGT ES UNTER DEN KESSEL; SCHERT ER SICH IN DER PROVINZ, SO LEGT ER ES NICHT UNTER DEN KESSEL. DIES GILT NUR VOM SCHEREN IN REINHEIT, BEIM SCHEREN WEGEN VERUNREINIGUNG ABER LEGT ER ES NICHT UNTER DEN KESSEL.",
"R. MEÍR SAGT, ALLE LEGEN ES UNTER DEN KESSEL, MIT ALLEINIGER AUSNAHME DES UNREINEN IN DER PROVINZ.",
"GEMARA. NIMMT ER DAS HAAR SEINES GEWEIHTEN HAUPTES. Die Rabbanan lehrten: Hierauf nimmt er etwas Brühe, gießt es auf das Haar seines geweihten Hauptes und legt es unter den Kessel mit dem Fleische vom Heilsopfer ; hat er es unter den Kessel mit dem Fleische vom Sündopfer oder vom Schuldopfer gelegt, so hat er der Pflicht genügt. – Wie kommt ein [reiner] Nazir zu einem Schuldopfer!? Raba erwiderte: Wenn es ein unreiner Nazir ist und er es unter den Kessel des Fleisches vom Schuldopfer gelegt hat. –",
"Woher dies? Raba erwiderte: Die Schrift sagt:das sich unter der Schlachtung des Heilsopfers befindet, etwas vom Schlachtopfer selbst befinde sich unten. –",
"Aus welchem Grunde hat er der Pflicht genügt, wenn er es unter den Kessel mit dem Fleische vom Sündopfer gelegt hat? – Die Schrift sagt Schlachtung, und dies schließt das Sündopfer und das Schuldopfer ein. – Aus [dem Worte] Schlachtung ist ja hinsichtlich der Brühe gefolgert worden!? – Die Schrift könnte ja sagen: von der Brühe des Friedensopfers, wenn es aber Schlachtung heißt, so schließt dies auch das Sündopfer und das Schuldopfer ein. –",
"Vielleicht deutet es nur auf [die Einschließungen] des Sündopfers und des Schuldopfers!? –Demnach sollte es heißen: Heilsopfer und Schlachtung, wenn es aber Schlachtung des Heilsopfers heißt, so ist beides zu entnehmen.",
"Die Rabbanan lehrten: Alle legen es unter den Kessel, ausgenommen der Unreine, der sich in der Provinz schert, weil sein Haar zu begraben ist – so R. Meír. R. Jehuda sagt, Reine legen es da und dort unter, Unreine legen es da und dort nicht unter. Die Weisen sagen, niemand lege es unter den Kessel, ausgenommen der Reine im Tempel, weil dann [das Scheren] nach Vorschrift erfolgt.",
" HIERAUF KOCHT ODER SCHMORT ER DAS HEILSOPFER, UND DER PRIESTER NIMMT DEN GEKOCHTEN BUGVOM WIDDER, EINEN UNGESÄUERTEN KUCHENAUS DEM KORBE UND EINEN UNGESÄUERTEN FLADEN, LEGT SIE AUF DIE HANDFLÄCHE DES NAZIRS UND SCHWINGT SIE. SODANN IST ES DEM NAZIE ERLAUBT, WEIN ZU TRINKEN UND SICH AN TOTEN ZU VERUNREINIGEN."
],
[
"R. ŠIMO͑N SAGT, SOBALD FÜR DEN NAZIR DAS BLUT EINES DER OPFER GESPRENGT WORDEN IST, SEI ES IHM ERLAUBT, WEIN ZU TRINKEN UND SICH AN TOTEN ZU VERUNREINIGEN.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten :Und nachher trinke der Nazir Wein, nach allen Handlungen – so R. Elie͑zer; die Weisen sagen, nach einer einzigenHandlung.",
"Was ist der Grund der Rabbanan? – Hierbei heißt es: nachher trinke der Nazir Wein, und dort heißt es:nachdem er sein geweihtes Haar geschoren hat, wie es dortnach einer einzigen Handlung erfolgt, ebenso auch hier nach einer einzigen Handlung. –",
"Vielleicht, wenn beideserfolgt ist!? – Wozu wäre dann die Wortanalogie nötig.",
"Rabh sagte: Das Schwingen ist beim Nazir unerläßlich. Nach wessen Ansicht: wenn nach den Rabbanan, so sagen sie ja, selbst das Scheren sei nicht unerläßlich, um wieviel weniger das Schwingen,",
"und wenn nach R. Elie͑zer, so ist es ja selbstverständlich, denn dieser sagt, nach allen Handlungen!? – Man könnte glauben, daß dies, da es hinsichtlich der Sühne nur ein Anhängsel des Gebotes ist, auch diesbezüglich nicht unerläßlich sei, so lehrt er uns. –"
],
[
"Ist es denn unerläßlich, es wird ja gelehrt:Dies ist das Gesetz für den Nazir, einerlei ob er Hände hat oder keine Händehat!? –",
"Es wird auch gelehrt: Dies ist das Gesetz für den Nazir, einerlei ob er Haare hat oder keine Haare hat. Ist etwa auch diesnicht unerläßlich, es wird ja gelehrt, daß der kahle Nazir, wie die Schule Šammajs sagt, ein Schermesser über sein Haupt nicht zu führen brauche, und wie die Schule Hillels sagt, ein Schermesser über sein Haupt führen müsse,",
"und hierzu sagte Rabina, das ‘nicht brauchen’ der Schule Šammajs sei zu verstehen, für ihn gebe es kein Mittelmehr, während es nach der Schule Hillels für ihn ein Mittelgibt!?",
"Das ist es, was R. Pedath gesagt hat, denn R. Pedath sagte: Die Schule Šammajs und R. Elie͑zer lehrten dasselbe. –",
"Was ist dies für eine Lehre R. Elie͑zers? – Es wird gelehrt: Hat erkeinen Daumen und keinen großen Zeh, so kann er niemals rein werden – so R. Elie͑zer. R. Šimo͑n sagt, man tue es auf die betreffende Stelle, und der Pflicht ist Genüge getan. Die Weisen sagen, man tue es auf die linken, und der Pflicht ist Genüge getan.",
"Eine andere Lesart lautet wie folgt: Das Schwingen ist beim Nazir unerläßlich. Nach wessen Ansicht: wenn nach R. Elie͑zer, so ist es ja selbstverständlich, denn dieser sagt, nach allen Handlungen, und wenn nach den Rabbanan, so sagen sie ja, selbst das Scheren sei nicht unerläßlich, um wieviel weniger das Schwingen!? –",
"Ist es denn nicht unerläßlich, es wird ja gelehrt: Dies ist das Gesetz für den Nazir, einerlei ob er Hände hat oder er keine Hände hat!? – Es wird auch gelehrt: Dies ist das Gesetz für den Nazir, einerlei ob er Haare hat oder er keine Haare hat. Ist etwa auch diesunerläßlich,",
"es wird ja gelehrt, daß der kahle Nazir, wie die Schule Šammajs sagt, ein Schermesser über sein Haupt nicht zu führen brauche, und wie die Schule Hillels sagt, ein Schermesser über sein Haupt führen müsse!? R. Abina erwiderte: Unter ‘müssen’ der Schule Hillels ist zu verstehen, er müsse dies, somit gebe es für ihn kein Mittel mehr,",
"während es nach der Schule Šammajs für ihn ein Mittel gibt. Er streitet somit gegen R. Pedath.",
" WENN ER SICH NACH EINEM DER OPFER GESCHOREN HAT UND DIESES ALS UNTAUGLICH BEFUNDEN WIRD, SO IST AUCH DAS SCHEREN UNGÜLTIG UND SEINE OPFERWERDEN IHM NICHT ANGERECHNET. WENN ER SICH NACH DEM AUF EINEN UNRICHTIGEN NAMEN DARGEBRACHTEN SÜNDOPFERGESCHOREN UND NACHHER SEINE ÜBRIGEN OPFER AUF DEN RICHTIGEN NAMEN DARGEBRACHT HAT, SO IST DAS SCHEREN UNGÜLTIG UND SEINE OPFER WERDEN IHM NICHT ANGERECHNET. WENN ER SICH NACH DEM AUF EINEN UNRICHTIGEN NAMEN DARGEBRACHTEN BRANDOPFER ODER HEILSOPFERGESCHOREN UND NACHHER DIE ÜBRIGEN OPFER AUF DEN RICHTIGEN NAMEN DARGEBRACHT HAT, SO IST DAS SCHEREN UNGÜLTIG UND SEINE OPFER WERDEN IHM NICHT ANGERECHNET.",
"R. ŠIMO͑N SAGT, NUR DAS EINE OPFERWERDE IHM NICHT ANGERECHNET, DIE ÜBRIGEN OPFER ABER WERDEN IHM WOHL ANGERECHNET. WENN ER SICH NACH ALLEN DREIEN GESCHOREN HAT UND EINES VON IHNEN TAUGLICH IST, SO IST DAS SCHEREN GÜLTIG UND ER BRINGE NUR DIE ANDEREN OPFER.",
"GEMARA. R. Ada b. Ahaba sagte: Dies besagt, daß R. Šimo͑n der Ansicht ist, daß, wenn ein Nazir sich nach einem freiwilligen Heilsopfer geschoren hat, er seiner Pflicht genügt habe. – Aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt:er lege es auf das Feuer unter der Schlachtung des Heilsopfers, es heißt aber nicht: seines Heilsopfers."
],
[
" WENN FÜR IHN DAS BLUT EINES [DER OPFER] GESPRENGT WORDEN UND ER UNREIN GEWORDEN IST, SO SIND, WIE R. ELIE͑ZER SAGT, ALLE [FRÜHEREN TAGE] HINFÄLLIG; DIE WEISEN SAGEN, ER BRINGE SEINE ÜBRIGEN OPFER, SOBALD ER REIN IST. SIE SPRACHEN ZU IHM: EINST EREIGNETE ES SICH, DASS MAN FÜR MIRJAM AUS TADMORDAS BLÜT EINES [DER OPFER] GESPRENGT HATTE, UND ALS MAN IHR BERICHTETE, DASS IHRE TOCHTER LEBENSGEFÄHRLICH KRANK SEI, GING SIE ZU IHR HIN UND FAND SIE TOT. DA ENTSCHIEDEN DIE WEISEN, DASS SIE IHRE ANDEREN OPFER DARBRINGE, SOBALD SIE REIN IST.",
"GEMARA. Er lehrt hier, daß R. Elie͑zer der Ansicht sei, alle [früheren Tage] seien hinfällig, und dem widersprechend sagte ja R. Elie͑zer, daß, wenn [die Verunreinigung] nach dem Vollwerdenerfolgt, nur sieben Tage hinfällig seien!? Rabh erwiderte: Unter hinfällig, von dem R. Elie͑zer spricht, ist zu verstehen, seine Opfer seien hinfällig.",
"Dies ist auch einleuchtend, denn er lehrt: die Weisen sagen, er bringe seine übrigen Opfer, sobald er rein ist. Schließe hieraus.",
"Einst ereignete es sich auch, daß man für Mirjam aus Tadmor das Blut eines [der Opfer] gesprengt hatte, und als man ihr berichtete, daß ihre Tochter lebensgefährlich krank sei, ging sie zu ihr hin und fand sie tot. Da entschieden die Weisen, daß sie ihre anderen Opfer darbringe, sobald sie rein ist. Schließe hieraus.",
"",
"i DER HOCHPRIESTER UND DER NAZIR DÜRFEN SICH AN IHREN VERWANDTEN NICHT VERUNREINIGEN, WOHL ABER VERUNREINIGEN SIE SICH AN EINEM PFLICHTTOTEN. WENN BEIDE UNTERWEGS SIND UND EINEN PFLICHTTOTEN FINDEN, SO VERUNREINIGE SICH, WIE R. ELIE͑ZER SAGT, DER HOCHPRIESTER UND NICHT DER NAZIR; DIE WEISEN SAGEN, DER NAZIR VERUNREINIGE SICH, UND NICHT EINMAL EIN GEMEINER PRIESTER.",
"R. ELIE͑ZER SPRACH ZU IHNEN: LIEBER VERUNREINIGE SICH DER PRIESTER, DER KEIN OPFER WEGEN SEINER VERUNREINIGUNG DARBRINGEN MUSS, NICHT ABER VERUNREINIGE SICH DER NAZIR, DER EIN OPFER WEGEN SEINER VERUNREINIGUNG DARBRINGEN MUSS. SIE ERWIDERTEN IHM: LIEBER VERUNREINIGE SICH DER NAZIR, DESSEN HEILIGKEIT KEINE LEBENSLÄNGLICHE IST, NICHT ABER VERUNREINIGE SICH DER PRIESTER, DESSEN HEILIGKEIT EINE LEBENSLÄNGLICHE IST.",
"GEMARA. Einleuchtend ist dies von Hochpriester und Nazir, denn nach der einen Ansicht ist der Hochpriester bevorzugter und nach der anderen Ansicht ist der Nazir bevorzugter.",
"Vom mit dem Salböl geweihten"
],
[
"und dem durch die Amtskleidung geweihten [Hochpriester] ist der mit dem Salböl geweihte bevorzugter, denn der mit dem Salböl geweihte hat den Farren wegen aller Gebote darzubringen und der durch die Amtskleidung geweihte hat diesen nicht darzubringen.",
"Vom entamteten gesalbtem und dem durch die Amtskleidung geweihten [Hochpriester] ist der durch die Amtskleidung geweihte bevorzugter, denn der durch die Amtskleidung geweihte tut Dienst und der entamtete gesalbte tut keinen Dienst.",
"Von einem wegen Pollution entamteten und einem wegen eines Gebrechens entamteten [Hochpriester] ist der wegen Pollution entamtete bevorzugter, denn dieser ist morgen dienstfähig und der wegen eines Gebrechens entamtete ist nicht mehr dienstfähig.",
"Folgendes aber fragten sie: Wer ist von Feldpriester und Priesterpräses bevorzugter : ist der Feldpriester bevorzugter, da er im Kriege geeignet ist, oder ist der Priesterpräses bevorzugter, da er für den Dienst geeignet ist?",
"Komm und höre, es wird gelehrt: Ein Unterschied zwischen dem Feldpriester und dem Priesterpräses besteht in folgendem: wenn sie unterwegs sind und einen Pflichttoten finden, so verunreinige sich der Feldpriester und nicht der Priesterpräses. –",
"Es wird ja aber gelehrt, daß der Kriegsgesalbte dem Priesterpräses vorgehe!? Mar Zuṭra erwiderte: Hinsichtlich des Unterhaltes ist der Feldpriester bevorzugter, weil auf ihn das Publikum angewiesen ist,",
"hinsichtlich der Verunreinigung aber ist der Priesterpräses bevorzugter. Es wird nämlich gelehrt: R. Ḥanina b. Antigonos sagte: Wozu haben sie dem Hochpriester den Priesterpräses beigeordnet? Damit, wenn der Hochpriester von einer Untauglichkeit betroffen wird, dieser eintrete und seinerstatt den Dienst verrichte.",
"Sie streiten nur über den Fall, wenn der Hochpriester und der Nazir beisammen gehen, wenn aber jeder von ihnen allein geht, so muß er sich verunreinigen ; woher dies? –",
"Die Rabbanan lehrten : Zu einer toten Seele darf er nicht kommen; wovon spricht die Schrift, wenn von Fremden, so ist es ja [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn der gemeine Priester, der sich an Verwandten verunreinigen darf, an Fremden sich nicht verunreinigen darf, um wieviel weniger darf der Hochpriester, der sich an Verwandten nicht verunreinigen darf, sich an Fremden verunreinigen. Vielmehr spricht die Schrift von Verwandten.",
"An seinem Vater, nur an diesem darf er sich nicht verunreinigen, wohl aber verunreinige er sich an einem Pflichttoten."
],
[
"Und an seiner Mutter, hieraus ist [ein Schluß] durch Wortanalogie zu folgern. Es wird nämlich vom Nazir gelehrt :Wenn sie tot sind, nur dann darf er sich nicht verunreinigen, wohl aber darf er sich an ihrem Aussatz und an ihrem Ausflußverunreinigen. Ich weiß dies nur vom Nazir, woher dies vom Hochpriester?",
"Ich will dir sagen: [das Wort] Mutter ist beim Hochpriester überflüssig und sollte nicht genannt werden, denn es ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern : wenn der Hochpriester sich an seinem Vater nicht verunreinigen darf, wo doch ein gemeiner Priester an seinem Bruder väterlicherseits sich verunreinigen darf, um wieviel weniger darf der Hochpriester sich an seiner Mutter verunreinigen, wo ein gemeiner Priester an seinem Bruder mütterlicherseits sich nicht verunreinigendarf.",
"Wozu ist nun, wo dies durch einen Schluß zu folgern ist, [das Wort] Mutter beim Hochpriester nötig? Dieses ist überflüssig und dient zur Vergleichung, um daraus einen Schluß durch Wortanalogie zu folgern: beim Nazir heißt es Mutter und beim Hochpriester heißt es Mutter,",
"wie der Nazir, bei dem es Mutter heißt, sich an ihren Leichen nicht verunreinigen darf, wohl aber an ihrem Aussatz und an ihrem Ausfluß, ebenso darf der Hochpriester, bei dem es Mutter heißt, sich nur an ihren Leichen nicht verunreinigen, wohl aber an ihrem Aussatz und an ihrem Ausfluß.",
"Wir wissen diesvom Hochpriester, woher dies vom Nazir? – Es wird gelehrt :Während aller Tage seiner Absonderung für den Herrn darf er zu einer toten Seele nicht kommen;",
"man könnte verstehen, auch die Seele eines Viehs sei einbegriffen, wie es heißt :wer die Seele eines Viehs erschlägt, so heißt es: zur toten Seele eines Toten darf er nicht kommen, wonachdie Schrift von einer menschlichen Seele spricht. R. Jišma͑él sagte: Dies ist nicht nötig; es heißt: darf er nicht kommen, somit spricht die Schrift von Wesen, die beim Hereinkommenverunreinigend sind.",
"An seinem Vater und an seiner Mutter; an diesen darf er sich nicht verunreinigen, wohl aber verunreinige er sich an einem Pflichttoten.",
"Dies wäre ja, auch wenn es nicht gelehrt worden wäre, durch einen Schluß zu folgern: wenn der Hochpriester, dessen Heiligkeit eine lebenslängliche ist, sich an einem Pflichttoten verunreinige, um wieviel mehr verunreinige sich ein Nazir, dessen Heiligkeit keine lebenslängliche ist, an einem Pflichttoten.",
"Nein, sollte dies, wenn es vom Hochpriester gilt, der wegen seiner Verunreinigung kein Opfer bringt, auch von einem Nazir gelten, der wegen seiner Verunreinigung ein Opfer bringen muß!? Man könnte nun glauben, daß er, da er wegen seiner Verunreinigung ein Opfer bringen muß, sich an einem Pflichttoten nicht verunreinigen dürfe, so heißt es: an seinem Vater und an seiner Mutter darf er sich nicht verunreinigen, wohl aber verunreinige er sich an einem Pflichttoten.",
"Man könnte glauben, daß er sich auch an anderen Toten verunreinige, so ist ein Schluß vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn ein gemeiner Priester, der sich an Verwandten verunreinigen darf, sich an anderen Toten nicht verunreinigen darf, um wieviel weniger darf ein Nazir, der sich auch an Verwandten nicht verunreinigen darf, sich an anderen Toten verunreinigen."
],
[
"Wenn es nun heißt: an seinem Vater und an seiner Mutter, so besagt dies, nur an seinem Vater und an seiner Mutter dürfe er sich nicht verunreinigen, wohl aber verunreinige er sich an einem Pflichttoten.",
"Dieswäre ja, auch wenn dies nicht gelehrt worden wäre, durch einen Schluß zu folgern: beim Hochpriester wird esallgemein gelehrt und beim Nazir wird es allgemein gelehrt, wie der Hochpriester, bei dem es allgemein gelehrt wird, nur an seinem Vater sich nicht verunreinigen darf, wohl aber an einem Pflichttoten, ebenso darf auch der Nazir, bei dem es allgemein gelehrt wird, sich nur an seinem Vater nicht verunreinigen, wohl aber an einem Pflichttoten.",
"Oder aber wie folgt: beim gemeinen Priester wird es allgemein gelehrt und beim Nazir wird es allgemein gelehrt, wie der gemeine Priester, bei dem es allgemein gelehrt wird, sich an seinem Vater verunreinigen darf, ebenso darf auch der Nazir, bei dem es allgemein gelehrt wird, sich an seinem Vater verunreinigen.",
"Daher heißt es: an seinem Vater und an seiner Mutter darf er sich nicht verunreinigen, wohl aber verunreinige er sich an einem Pflichttoten. – Dies ist ja demnachnötig, um zu lehren,",
"daß er sich an seinem Vater nicht verunreinigen dürfe!? – Vielmehr, [das Wort] an seinem Vater lehrt, daß er sich an seinem Vater nicht verunreinigen dürfe, jedoch lehrt [das Wort] an seinem Bruder, daß er sich nur an seinem Bruder nicht verunreinigen darf, wohl aber verunreinige er sich an einem Pflichttoten. An seiner Mutter, dies ist wegen der Wortanalogie Rabbisnötig.",
"An seiner Schwester, wegen der folgenden Lehre: An seiner Schwester, worauf deutet dies?",
"Man könnte glauben, daß, wenn einersein Pesaḥopfer schlachten oder seinen Sohn beschneiden geht und hört, daß ihm jemand gestorben sei, er sich an diesem verunreinige, so heißt es: verunreinige er sich nicht.",
"Man könnte glauben, daß er sich auch an einem Pflichttoten nicht verunreinigen dürfe, so heißt es: an seiner Schwester, an seiner Schwester darf er sich nicht verunreinigen, wohl aber verunreinige er sich an einem Pflichttoten.",
"R. A͑qiba erklärte: Seelen, das sind Fremde; Toten, das sind Verwandte; an seinem Vater und an seiner Mutter, an diesendarf er sich nicht verunreinigen, wohl aber verunreinige er sich an einem Pflichttoten.",
"An seinem Bruder; wenn er Hochpriester und Nazir ist, so darf er sich nur an seinem Bruder nicht verunreinigen, wohl aber verunreinige er sich an einem Pflichttoten. An seiner Schwester, wegen folgender Lehre: Wenn jemand sein Pesaḥopfer schlachten oder seinen Sohn beschneiden geht &c. –",
"Woher entnimmt R. A͑qibadie Wortanalogie Rabbis? –",
"Er kann dir erwidern: da der Meister gesagt hat, daß, wenn er Hochpriester und Nazir ist, er sich nur an seinem Bruder nicht verunreinigen dürfe, wohl aber an einem Pflichttoten, so ist es ja einerlei, ob er nur Hochpriester oder Nazir und Hochpriesterist. –",
"Woher entnimmt R. Jišma͑él den Fall, wenn er Hochpriester und Nazir ist? – Da der Allbarmherzige bei einem Pflichttoten ein Verbot erlaubt hat, so ist es ja einerlei, ob es ein Verbot ist oder zwei Verbote sind. –",
"Wozu heißt es: an seiner Schwester? – Man könnte glauben, der Allbarmherzige habe es bei einem Pflichttoten nur einem Nazir und einem Priester erlaubt, wobei nur gewöhnliche Verbote begangen werden, wegen der Beschneidung und des Pesaḥopfers aber, auf [deren Unterlassung] die Ausrottungsstrafe gesetzt ist, verunreinige man sich auch an einem Pflichttoten nicht, so lehrt er uns. –"
],
[
"Wozu sind nach R. A͑qiba, wo dies doch, da es einerlei ist, ob er nur Hochpriester oder Hochpriester und Nazir ist, aus [dem Wort] an seinem Bruder zu entnehmen ist, [die Worte] an seinem Vater und an seiner Mutter nötig!? –",
"Sie sind nötig. Würde der Allbarmherzige es nur von seinem Vater geschrieben haben, so könnte man glauben, er dürfe sich an diesem deshalb nicht verunreinigen, weil bezüglich dessen nur eine Annahmebesteht, an seiner Mutter aber, von der es sicher ist, daß sie ihn geboren hat, dürfe er sich wohl verunreinigen.",
"Und würde er es nur von seiner Mutter geschrieben haben, so könnte man glauben, an seiner Mutter dürfe er sich deshalb nicht verunreinigen, weil die Nachkommenschaft nicht nach ihr geht, an seinem Vater aber dürfe er sich wohl verunreinigen, da es heißt :nach ihren Geschlechtern, nach ihren Väterhäusern, so lehrt er uns. –",
"Wozu heißt es: zu irgend welchen toten Seelen darf er nicht kommen? –"
],
[
"Zu irgend welchen, dies schließt Fremde aus; toten, dies schließt Verwandte aus; Seelen, dies schließt ein Viertel[log] Blut von zwei Totenaus. Dieses ist durch Bezeltung verunreinigend, denn es heißt: zu irgend welchen toten Seelen darf er nicht kommen.",
" WEGEN FOLGENDER VERUNREINIGUNGEN MUSS DER NAZIR SICH SCHEREN: WEGEN [DER VERUNREINIGUNG AN] EINER LEICHE, AN EINER OLIVE VON EINER LEICHE, AN EINER OLIVE VERWESTES, AN EINEM LÖFFEL MODER, AM RÜCKGRAT, AM SCHÄDEL, AN EINEM GLIEDE VON EINER LEICHE ODER EINEM GLIEDE VON EINEM LEBENDEN, AN DEM GENÜGEND FLEISCHIST, AN EINEM HALBEN KAB GEBEINEUND EINEM HALBEN LOG BLUT,\n",
"DURCH BERÜHRUNG, DURCH TRAGEN UND DURCH BEZELTUNG, UND AN EINEM GERSTEN-GROSSEN KNOCHEN DURCH BERÜHRUNG UND TRAGEN.",
"WEGEN DIESER MUSS DER NAZIR SICH SCHEREN UND AM DRITTEN UND AM SIEBENTEN [TAGE] BESPRENGENLASSEN; DIE VORANGEHENDEN TAGE SIND HINFÄLLIG UND ERST NACHDEM ER SICH GEREINIGTUND SEINE OPFER DARGEBRACHT HAT, BEGINNT ER ZU ZÄHLEN.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Nach dem Hinscheiden R. Meírs sprach R. Jehuda zu seinen Schülern : Die Schüler R. Meírs sollen hiernicht eintreten, denn diese sind streitsüchtig und kommen nicht, um das Gesetz zu lernen, sondern um mich mit Halakhot niederzukämpfen. Symmachos aber drängte sich vor und trat ein.",
"Da spracher: R. Meír lehrte uns wie folgt: wegen folgender Verunreinigungen muß der Nazir sich scheren: wegen [der Verunreinigung an] einer Leiche und an einer Olive von einer Leiche. Da geriet R. Jehuda in Zorn und sprach zu ihnen: Habe ich euch etwa nicht gesagt, daß die Schüler R. Meírs hier nicht eintreten sollen, weil sie streitsüchtig sind!? Wenn er sich wegen einer Olive von einer Leiche scheren muß, um wieviel mehr wegen einer Leiche."
],
[
"Da sagte R. Jose : Man würde sagen : Meír ist tot, Jehuda zürnt und Jose schweigt; was wird nun aus der Tora!? Hierauf erklärte R. Jose: Diesist wegen einer Leiche nötig, an der keine Olive Fleisch ist. – Aber noch ist ja einzuwenden: wenn er sich wegen eines Gliedes davon scheren muß, um wieviel mehr wegen der ganzen!?",
"Vielmehr, wie R. Joḥanan erklärt hat, dies gelte von einem Abortus, dessen Glieder noch nicht durch Adern verbunden sind, ebenso ist dies auch hierbei wegen eines Abortus nötig, dessen Glieder noch nicht durch Adern verbundensind.",
"Raba erklärte: Dies gilt von einer, deren größere Hälfte dem Umfange und der Gliederzahl nach kein Viertelkab Gebeine hat.",
"AN EINER OLIVE VON EINER LEICHE, AN EINER OLIVE VERWESTES. Was heißt Verwestes? – Leichenfleisch, das vertrocknetist, und Jauche, die zersetzt worden ist. –",
"In welchem Falle, weiß man nicht, daß es von [der Leiche] ist, so ist ja nichts dabei, daß es vertrocknet ist, und weiß man, daß es von dieser ist, so sollte es auch von dem Falle gelten, wenn es nicht vertrocknet ist!?",
"R. Jirmeja erwiderte: Wenn es unentschieden ist; ist es vertrocknet, so ist es Leichenjauche, und ist es nicht vertrocknet, so kann es Mund oder Nasenschleim sein.",
"Abajje fragte Rabba: Gibt es bei einem Vieh Verwestesoder nicht: sagen wir, die Überlieferung hinsichtlich des Verwestengelte nur von dem eines Menschen, nicht aber von dem eines Viehs, oder gibt es hierbei keinen Unterschied?",
"Nicht fraglich ist dies allerdings nach demjenigen, welcher sagt, hinsichtlich der schweren Unreinheit, solange es für einen Fremdling, und hinsichtlich der leichten Unreinheit, solange es für einen Hund [genießbar ist],",
"wie ist es aber nach demjenigen, welcher sagt, auch hinsichtlich der schweren Unreinheit, solange es für einen Hund [genießbar ist]? –",
"Komm und höre: Hat man esam Feuer geschmolzen, so ist erunrein, wenn aber an der Sonne, so ist errein. Wenn dem nun sowäre, so sollte er [unrein sein,] auch wenn man es an der Sonne geschmolzen hat!? –",
"An der Sonne schmilzt es erst, nachdem es verwest ist, und sobald es verwest ist, gilt es als Erde.",
"Es wird gelehrt : Alles, was durch den Strahl verbunden wird, ist rein,",
"ausgenommen der Honig aus Ziph und Çapaḥath;"
],
[
"die Schule Šammajs sagt, auch der Brei aus Graupen oder Bohnen, weil er sich zurückzieht.",
"Rami b. Ḥama fragte : Gibt es eine Strahlverbindung bei Speisenoder nicht: sagen wir, bei jenenerfolgt dies deshalb, weil sie sich dehnen, diese aber dehnen sich nicht, oder deshalb, weil sie dick sind, und auch diese sind dick?",
"Raba erwiderte: Komm und höre: Wenn man ein ganzes Stück Fettvon einem Toten geschmolzen hat, so ist es unrein; wenn es aber zerbröckelt war und man es geschmolzen hat, so ist es rein. Wenn man nun sagen wollte, bei Speisen gebe es keine Verbindung durch den Strahl, so sollte auch ein ganzes Stück, das man geschmolzen hat, reinsein!?",
"R. Zera erwiderte: Ich und Mar, der Sohn Rabinas, erklärten es. Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn beim Schmelzen ein Feuerstrahl in das Gefäß gedrungenund es darauf geronnen ist.",
"Rabina sprach zu R. Aši: Komm und höre: Die Schule Šammajs sagt, auch der Brei aus Graupen und Bohnen, weil er sich zurückzieht. – Es ist nicht gleich; da erfolgt es, weil er dick ist, hierbei aber, weil er sich dehnt.",
"AN EINEM LÖFFEL MODER. Wieviel ist dies? Ḥizqija erklärte, einen Handtellervoll. R. Joḥanan erklärte, einen Handhaufenvoll. – Es wird gelehrt: Der Löffel Verwestes ist zu verstehen, von den Wurzeln der Finger aufwärts– so R. Meír; die Weisen sagen, einen Handhaufen voll.",
"Allerdings ist R. Joḥanan der Ansicht der Rabbanan, Ḥizqija aber ist ja weder der Ansicht R. Meírs noch der der Rabbanan!? – Ich will dir sagen, der Handteller und die Fingergelenke aufwärts sind ein Maß.",
"R. Šimi b. Ada sprach zu R. Papa: Woher, daß mit ‘Fingergelenke’ aufwärts [die Seite] nach den Spitzen zu verstehen ist, vielleicht die Seite nach der Hand, der Handteller!? – Dies bleibt unentschieden."
],
[
"Die Rabbanan lehrten: Bei welcher Leiche gibt es Moder? Wenn die Leiche nackt in einem Sarge aus Marmor begraben worden ist, oder auf einem Steinfließ, so gibt es bei dieser Moder; ist sie in einem Gewande oder einem Holzsarge begraben worden, oder auf einem Ziegelfließ, so ist es eine Leiche, bei der es keinen Moder gibt.",
"U͑la sagte: Als Moder gilt nur das, was vom Fleische, von den Sehnen und von den Knochenkommt. Raba wandte gegen U͑la ein: Moder, der vom Fleische kommt, ist rein. Demnach ist der, der von den Knochen kommt, unrein, selbst wenn kein Fleisch daran ist!? – Lies wie folgt: Moder, der vom Fleische kommt, ist rein; nurwenn am Fleische ein Knochen ist. –",
"Es sind ja keine Sehnen vorhanden!? – Es gibt nicht Fleisch und Knochen ohne Sehnen.",
"R. Šemuél b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn zwei Leichen beisammen begraben worden sind, so gilt jede als Zusatzder anderen. R. Nathan wandte ein : Der von zwei Leichen herrührende Moder ist unrein!?",
"Raba erwiderte: In dem Falle, wenn jede besonders begraben worden und vermodert ist, und sie zusammen einen Löffel Moder ergeben.",
"Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn man [einer Leiche] das Haar abgeschnitten und mit dieser begraben hat, so gilt es als Zusatz. Dort haben wir gelernt: Alles an einer Leiche ist unrein, ausgenommen die Zähne, das Haar und die Nägel; wenn sie an dieser haften, sind sie alle unrein.",
"Ḥizqija fragte: Wie verhält es sich mit dem Haare, das zum Scheren und einem Nagel, der zum Abschneiden bestimmtwar: sagen wir, alles, was zum Abschneiden bestimmt ist, gelte als abgeschnitten, oder aber [sagen wir,] gegenwärtig haften sie? –",
"Dies ist ja aus [der Lehre] des Rabba b. Bar Ḥana zu entscheiden, wonach diesnur von dem Falle gilt, wenn man [das Haar] abgeschnitten hat, nicht aber, wenn man es nicht abgeschnittenhat !? – Er sagte nur, daß, wenn man es abgeschnitten hat, es als Zusatz gelte, wenn man es aber nicht abgeschnitten hat, so ist dies fraglich.",
"R. Jirmeja fragte: Wie verhält es sich mit dem Moder, der von der Fersekommt: gilt dies nur vom Moder der ganzen Leiche, nicht aber von dem der Ferse, oder gibt es hierbei keinen Unterschied? –",
"Komm und höre: R. Nathan b. Oša͑ja lehrte: Der von zwei Leichen herrührende Moder ist unrein. Wenn man sagen wollte, dies gelte nicht vom von der Ferse herrührenden, so ist ja sowohl hinsichtlich der einen als auch hinsichtlich der anderen zu berücksichtigen, [der Moder] rühre vielleicht von der Ferseher!? –",
"Wenn die ganze Leiche samt der Ferse vermodert ist, ist demauch so, hier aber wird von dem Falle gesprochen, wenn ein Glied an der Ferse vermodert ist; wie ist es nun? – Dies bleibt unentschieden.",
"R. Jirmeja fragte: Gilt die Geburt im Leibe der Mutter als Zusatzoder nicht: gehört sie, da der Meister gesagt hat, die Geburt gelte als Glied der Mutter, zum Körper, somit ist sie kein Zusatz, oder gilt sie, da sie später heraustritt, als gesondert? Und wie verhält es sich ferner, wenn du entscheidest, sie gelte als gesondert, da sie später heraustritt,"
],
[
"mit dem Samenim Leibe der Mutter: sagen wir, da er noch nicht entwickelt ist, gleiche er ihrem Körper, oder nicht, da er von außen hineingekommen ist?",
"R. Papa fragte: Wie verhält es sich mit dem Kote: sagen wir, dieser gehöre, da man ohne zu essen nicht leben kann, zum Körper, oder aber, auch dieser ist von außen hineingekommen? R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, fragte : Wie verhält es sich mit der Haut? R. Hona b. Manoah fragte: Wie verhält es sich mit dem Mund- und Nasenschleime?",
"R. Šemuél b. Aḥa sprach zu R. Papa: Wie kann es, wenn man sagen wollte, all diese genannten Dinge gelten als Zusatz, überhaupt vorkommen, daß der Moder unreinist!? – Wenn man [die Leiche] mit Dattelwassergetränkt, mit einem Enthaarungsmittel bestrichen und mit Tiberjaswassergebrüht hat.",
"Abajje sagte: Es ist uns überliefert, daß, wenn man eine Leiche gemahlen hat, es bei dieser keinen Moder gebe. Sie fragten : Wie ist es, wenn man sie gemahlen hat und sie darauf vermodert ist: ist es davon abhängig, ob Fleisch, Sehnen und Knochen vorhanden sind, und diese sind vorhanden, oder ist der natürliche Zustand erforderlich, was hierbei nicht der Fall ist? – Dies bleibt unentschieden.",
"U͑la b. Ḥanina lehrte: Bei einer unvollständigen Leiche gibt es keinen Moder, keine Erdunterlageund keine Gräber statte.",
"Man wandte ein: [Es wird gelehrt :] Nein, wenn diesvon einem Toten gilt, der [verunreinigend ist] durch die größere Hälfte, ein Viertel [Kab Knochen] und einen Löffel Moder, sollte dies auch von einem Lebenden gelten, der durch die größere Hälfte, ein Viertel [Kab Knochen] und einen Löffel Moder nicht [verunreinigend] ist!?",
"Dies kommt wohl in dem Falle vor, wenn ein einzelnes Glied vermodert ist, somit ist dem entsprechend bei einer Leiche der Moder eines einzelnen Gliedes [unrein]!? – Es heißt ja nicht: dem entsprechend bei einer Leiche; er sagt nur, daß es bei einem Toten Moderunreinheit gebe, und bei einem Lebenden keine Moderunreinheit gebe.",
"Raba fragte : Wie ist es, wenn einem bei Lebzeiten ein Glied vermodert und er darauf gestorbenist: gilt dies nur von der Vermoderung als Leiche, oder aber, gegenwärtig ist er ja tot? –",
"Komm und höre: [Es wird gelehrt :] Nein, wenn dies von einem Toten gilt, der [verunreinigend ist] durch die größere Hälfte, ein Viertel [Kab Knochen] und einen Löffel Moder, sollte dies auch von einem Lebenden &c.",
"Dies gilt also nur von einem Lebenden, bei einem Toten aber gibt es Moderunreinheit. – Es heißt ja nicht: bei einem Toten aber; er sagt nur, daß es bei einem Toten Moderunreinheit gebe, bei einem Lebenden aber keine Moderunreinheit gebe.",
"Raba fragte: Wie verhält es sich bei einer unvollständigen Ameise: bezieht sich die Lehreauf das Quantum, und dieses ist unvollständig, oder bezieht es sich auf das Geschöpf, und dieses istvorhanden?"
],
[
"R. Jehuda aus Disqarta sprach: Komm und höre:An ihnen; man könnte glauben, nur am ganzen, so heißt es:von ihnen. Aus [dem Worte] von ihnen könnte man entnehmen, auch an einem Teilchen, so heißt es: an ihnen.",
"Wie ist dies zu erklären? Wenn man ein Teilchen berührt, das einem ganzen gleicht. Die Weisen haben dieses auf die Größe einer Linse bemessen, denn die Schneckeist bei Beginn ihrer Erschaffung linsengroß. Schließe hieraus, daß die Lehre sich auf das Quantum erstrecke.",
"R. Šema͑ja erwiderte: Nur bei einem leblosen Stücke, das unter Linsengröße nicht verunreinigend ist, ist das Quantum erforderlich, nicht aber bei einem Lebewesen.",
"AM RÜCKGRAT, AM SCHÄDEL. Sie fragten: Heißt es: am Rückgrat und Schädel, oder am Rückgrat oder am Schädel? Raba erwiderte: Komm und höre: Wenn vom Rückgrat die meisten Rippen entfernt worden sind, so ist es rein. Im Grabe aber ist es durch das Grab auch zerbrochen oder zerlegt unrein.",
"Nur wenn sie entfernt worden sind, wenn sie nicht entfernt worden sind, ist esunrein. Schließe hieraus, daß es Rückgrat oder Schädel heißt. – Dieslehrt er nicht; er lehrt nur, daß, wenn sie entfernt worden sind, es rein sei; sonst aber ist es fraglich. –",
"Komm und höre: R. Jehuda sagte: Sechs Dingesind nach R. A͑qiba unrein und nach den Weisen rein; R. A͑qiba aber trat von seiner Ansicht zurück. Einst brachte man einen Korb Gebeine in das Bethaus der Kupferschmiede und legte sie schwebendnieder, und als der Arzt Theodos und mit ihm alle anderen Ärzte hineingingen, sprachen sie: Das ist kein Rückgrat von einer Leiche.",
"Also nur aus dem Grunde, weil es kein Rückgrat von einer Leiche war, wenn es aber ein Rückgrat oder ein Schädel von einer Leiche wäre, müßte ein Nazir sich wegen dieser das Haar schneiden. Schließe hieraus, daß hier von einem Rückgrat oder einem Schädel gelehrt wird. – Dies ist selbstverständlich; selbstverständlich waren da nicht Schädel und Rückgrat von einer Leiche vorhanden, aber nicht einmal ein Rückgrat von einer Leiche oder ein Schädel von einer Leichewar da vorhanden. –",
"Komm und höre aus der Aufzählung : Folgende sind die sechs Dinge, nie nach R. A͑qiba unrein und nach den Weisen rein sind: ein von zwei Leichenherrührendes Glied, ein von zwei Lebenden herrührendes Glied, ein halber Kab Gebeine von zwei Leichen, ein Viertel[log] Blut von zwei [Leichen], ein entzwei geteilter gerstengroßer Knochen, das Rückgrat und der Schädel."
],
[
"Wenn man nun sagen wollte, es sei Rückgrat oder Schädel zu verstehen, so sind es ja sieben!? –",
"Er zählt nur das mit, hinsichtlich dessen mehreregegen ihn streiten, während hinsichtlich eines gerstengroßen Knochens ein einzelnergegen ihn streitet. Es wird nämlich gelehrt: Ein gerstengroßer entzwei geteilter Knochen ist nach R. A͑qiba unrein und nach R. Joḥanan b. Nuri rein.",
"Wenn du willst, sage ich: er zählt nur das Glied von einer Leichemit, nicht aber das Glied von einem Lebenden.",
"Wenn du willst, sage ich : er zählt nur das mit, wegen dessen ein Nazir bei Bezeltungsich scheren muß, was bei einem gerstengroßen Knochen nicht der Fallist.",
"Wenn du aber willst, sage ich: er zählt nur das mit, hinsichtlich dessen [R. A͑qiba] zurückgetretenist, während er hinsichtlich eines Viertel[logs] Blut nicht zurückgetreten ist. Rabbi sprach nämlich zu Bar Qappara: Zähle unter den Dingen, hinsichtlich welcher er zurückgetreten ist, das Viertel[log] Blut nicht mit, denn diesbezüglich hat R. A͑qiba eine Lehre in der Hand,",
"auch unterstützt ihn die Schrift, denn es heißt :zu den Seelen von Toten soll er nicht eintreten. R. Šimo͑n sprach: Während seines ganzen Lebens erklärte er es als unrein, ich weiß nicht, ob er nicht nach seinem Tode davon zurückgetreten ist. Es wird gelehrt: Ihmwaren die Zähne vor Fasten schwarz geworden. –",
"Komm und höre: Die Schule Šammajs sagt, ein Viertel[kab] Gebeinevon zwei oder drei [Gliedern]; die Schule Hillels sagt, ein Viertel[kab] von dem Umfange oder der Gliederzahl nach größeren Teile des Körpers. R. Jehošua͑ sagte: Ich kann die Worte der Schule Šammajs und die Worte der Schule Hillels in Übereinstimmung bringen;",
"die Schule Šammajs sagt, von zwei oder drei [Gliedern] : entweder von zwei Schenkeln und einer Hüfte oder von zwei Hüften und einem Schenkel, weil sie den größeren Teil der Statur ausmachen; die Schule Hillels sagt, von dem Umfange oder der Gliederzahl nach größeren Teile des Körpers, wie dies auch bei den Gliedern der Hände und der Füße der Fall sein kann. Šammaj sagt, auch ein Knochen vom Rückgrat oder vom Schädel. –",
"Šammaj ist besonders erschwerend. – Demnach ist ja hieraus zu entscheiden, daß die Schule Šammajs dieser Ansicht aus dem Grunde ist, weil sie erschwerend ist, nach den Rabbanan aber nur dann, wenn Rückgrat und Schädel vorhanden sind!? – Nein, die Rabbanan streiten gegen Šammaj nur hinsichtlich eines Knochens vom Rückgrat und vom Schädel, vollständig aber ist es auch eines von ihnen.",
"Rami b. Ḥama fragte: Wie verhält es sichmit einem Viertel[kab] Gebeine vom Rückgrat und vom Schädel: gilt die Norm von einem halben Kab Gebeine nur von solchen anderer Glieder, bei solchen von Rückgrat und Schädel aber, bei denen es strenger ist, genügt auch ein Viertel[kab] Gebeine, oder gibt es hierbei keinen Unterschied?",
"Raba erwiderte: Komm und höre: Am Rückgrat und am Schädel. Wenn man sagen wollte, ein Viertel[kab] Gebeine vom Rückgrat oder dem Schädel sei [verunreinigend], so sollte er auch lehren: an einem vom Rückgrat herrührenden Viertel[kab] Gebeine!? –"
],
[
"Aber Raba ist es ja selbst, welchererklärte, dies sei wegen des Falles nötig, wenn das Rückgrat und der Schädel kein Viertel[kab] Gebeine haben!? – Nachdem er die Lehre R. A͑qibashörte. –",
"Komm und höre : Šammaj sagt, auch ein Knochen vom Rückgrat oder vom Schädel. – Šammaj ist besonders erschwerend. –",
"Demnach ist ja hieraus zu entscheiden, daß Šammaj dieser Ansicht aus dem Grunde ist, weil er erschwerend ist, nach den Rabbanan aber nur dann, wenn ein halber Kab Gebeine vorhanden ist? –",
"Vielleicht streiten die Rabbanan gegen Šammaj nur hinsichtlich eines Knochens, hinsichtlich eines Viertel[kabs] aber pflichten auch die Rabbanan bei.",
"R.Elie͑zer sagte: Ein Teil der früheren Ältesten sagte, ein halber Kab Gebeine und ein halbes Log Blut seien in jeder Hinsicht, und ein Viertel[kab] Gebeine und ein Viertel[log] Blut seien nicht in jeder Hinsicht [verunreinigend], und ein Teil sagte, auch ein Viertel[kab] Gebeine und ein Viertel[log] Blut seien es in jeder Hinsicht.",
"Das Gericht, das ihnen folgte, entschied, ein halber Kab Gebeine und ein halbes Log Blut in jeder Hinsicht, ein Viertel[kab] Gebeine und ein Viertel[log] Blut nur hinsichtlich der Hebe und des Heiligen, nicht aber für den Nazir und den das Pesaḥopfer Herrichtenden. –",
"Merke, die Schlichtung eines dritten ist ja nichtentscheidend!? R. Ja͑qob b. Ibi erwiderte: Sie entschieden dies auf Grund einer Überlieferung aus dem Munde von Ḥaggaj, Zekharja und Maleakhi.",
"WEGEN DIESER MUSS DER NAZIR SICH SCHEREN. [Die Worte] ‘wegen folgender’ im Anfangsatze schließen einen gerstengroßen Knochen aus, daß er es nur durch Berührung und Tragen ist, nicht aber durch Bezeltung, und [die Worte] ‘wegen dieser’ im Schlußsatze schließen den Deckelsteinaus.",
"AN EINEM HALBEN KAB GEBEINE."
],
[
"Nur an einem halben Kab Gebeine, nicht aber an einem Viertel[kab] ; in welchem Falle: sind darunter gerstengroße Knochen, so sollte dies schon wegen des gerstengroßen Knochens erfolgen!? – Vielmehr, wenn sie gemahlen sind.",
"AN EINEM GLIEDE VON EINER LEICHE ODER EINEM GLIEDE VON EINEM LEBENDEN, AN DEM GENÜGEND FLEISCH IST. Wie ist es, wenn an ihnen nicht genügend Fleisch ist? – R. Joḥanan sagt, der Nazir schere sich ihretwegen nicht; Reš Laqiš sagt, der Nazir schere sich ihretwegen wohl.",
"R. Joḥanan sagt, der Nazir schere sich ihretwegen nicht, denn im Anfangsatze lehrt er: an einem Gliede von einer Leiche oder an einem Gliede von einem Lebenden, nur wenn an ihnen genügend Fleisch ist, sonst aber nicht.",
"R. Šimo͑n b. Laqiš sagt, er schere sich wohl, da dies nicht im Schlußsatzegelehrt wird. – Und R. Joḥanan!? –",
"Er kann dir erwidern: was durch einen Schluß zu folgernist, lehrt er im Schlußsatze nicht. –",
"Aber auch hinsichtlich des halben Kabs Gebeine ist ja zu folgern, nur an einem halben Kalb, nicht aber an einem Viertel [Kab] Gebeine, dennoch lehrt er im Schlußsatze: ein Viertel [Kab] Gebeine!? –",
"Wenn er es nicht von einem Viertel [Kab] gelehrt haben würde, könnte man glauben, daß es auch durch Berühren und Tragen nicht [verunreinigend] sei, daher muß er lehren, daß wegen eines Viertel [Kabs] Gebeine der Nazir nur bei Bezeltung sich nicht schere. –",
"Aber auch hinsichtlich des halben Logs Blut ist ja zu folgern, nur an einem halben Log Blut, nicht aber an einem Viertel[log] Blut, dennoch lehrt er im Schlußsatz: ein Viertel[log] Blut!? – Dies schließt die Ansicht R. A͑qibas aus, denn R. A͑qiba sagt, ein von zwei Leichen herrührendes Viertel[log] Blut sei durch Bezeltung verunreinigend. –",
"Von was für einem Gliede von einer Leiche wird hier gesprochen: ist daran ein gerstengroßer Knochen, was ist demnach der Grund R. Joḥanans, und ist daran kein gerstengroßer Knochen, was ist demnach der Grund des Reš Laqiš!? – Nach Reš Laqiš ist zu erwidern: tatsächlich, wenn daran kein gerstengroßer Knochen ist, jedoch hat der Allbarmherzige dieses einbegriffen.",
"Es wird nämlich gelehrt:Und jeder, der rührt auf freiem Felde an einen Erschlagenen durch ein Schwert oder einen Toten. Auf freiem Felde, das ist die Bezeltung über den Toten; Erschlagenen, das ist ein Glied von einem Lebenden, das soviel [Fleisch] hat, um heilenzu können;",
"Schwert, dieses gleichtdem Erschlagenen; oder einen Toten, das ist ein von einem Toten abgetrenntes Glied; oder an einen Menschenknochen, das ist ein Viertelkab Gebeine; oder an ein Grab, das ist das ausgefüllteGrab,"
],
[
"denn der Meister sagte, bei einem solchen dringe die Unreinheit nach obenund nach unten. Hinsichtlich der [Verunreinigung durch] Berührung aber, sagte R. Jehuda, wird gelehrt : Dergerührt hat an einen Knochen oder einen Erschlagenen. Einen Knochen, das ist ein gerstengroßer Knochen; oder einen Erschlagenen, das ist ein von einem Lebenden abgetrenntes Glied, das nicht soviel [Fleisch] hat, anheilen zu können;",
"oder einen Toten, das ist ein von einem Toten abgetrenntes Glied; oder ein Grab, Reš Laqiš erklärte, das Grab vor der Gesetzgebung. –",
"Von was für einem Gliede von einer Leiche wird hier gesprochen: ist daran ein gerstengroßer Knochen, so ist dies ja das Berühren eines Knochens, doch wohl, wenn kein gerstengroßer Knochen daran ist, dennoch hat der Allbarmherzige es einbegriffen!? –",
"R. Joḥanan kann dir erwidern: tatsächlich, wenn ein solcher daran ist, und da es nicht auf das Berühren zu beziehenist, so beziehe man es auf das Tragen.",
"UND AM DRITTEN UND SIEBENTEN [TAGE] BESPRENGEN LASSEN &C. HINFÄLLIG.",
"Sie fragten: Erfolgt die Reinigung, von der gelehrt wird, am siebenten, sobald Sonnenuntergang erfolgt ist, nach R. Elie͑zer, oder erfolgt sie am achten, denn darunter ist die Darbringung seiner Opfer zu verstehen, nach den Rabbanan? –",
"Komm und höre: Im Schlußsatze wird gelehrt: er beginne mit der Zählung sofort; demnach ist unter Reinigung im Anfangsatze die Darbringung seiner Opfer zu verstehen, nach den Rabbanan, welche sagen, das Nazirat in Reinheit beginne erst am achten [Tage].",
" WEGEN DER ÜBERHÄNGENDEN ZWEIGE, DER MAUERVORSPRÜNGE, EINES GRÄBERPFLUGES,\n",
"DES LANDES DER WELTLICHENVÖLKER, DES ROLLSTEINES UND DER STÜTZE, EINES VIERTEL[LOGS] BLUT, EINES ZELTES, EINES VIERTEL[KAB] GEBEINE, DER MIT EINER LEICHE IN BERÜHRUNG GEKOMMENEN GERÄTE, DER ZÄHLTAGEUND DER DAUER DES ENTSCHIEDENEN AUSSATZES ABER SCHERE DER NAZIR SICH NICHT.",
"AM DRITTEN UND AM SIEBENTEN [TAGE]IST ER ZU BESPRENGEN"
],
[
"UND DIE FRÜHEREN TAGE SIND NICHT HINFÄLLIG; ER BEGINNE MIT DER ZÄHLUNG SOFORTUND HAT KEIN OPFER DARZUBRINGEN. IN WIRKLICHKEIT SAGTENSIE, DASS DIE TAGE DES MÄNNLICHEN ODER WEIBLICHEN FLUSSES UND DIE TAGE DER ABSCHLIESSUNG DES AUSSÄTZIGENIHM ANGERECHNET WERDEN.",
"GEMARA. Überhängende Zweige sind solche, die von einem Baume über den Boden hängen. Vorsprünge sind solche, die aus einer Mauer hervorragen.",
"DES LANDES DER WELTLICHEN VÖLKER. Sie fragten : Ist über das Land der weltlichen Völker [die Unreinheit] wegen der Luftverhängt worden oder ist sie wegen des Bodens verhängt worden? –",
"Komm und höre: Am dritten und am siebenten [Tage] ist er zu besprengen. Wozu ist, wenn man sagen wollte, wegen der Luft, die Besprengung nötig!?",
"Doch wohl wegen des Bodens. – Nein, tatsächlich, kann ich dir erwidern, wegen der Luft, und diesbezieht sich auf die übrigen Fälle.",
"Dies ist auch einleuchtend; er lehrt dies von mit einer Leiche in Berührung gekommenen Geräten; ist denn wegen solcher Geräte die Besprengung erforderlich? Vielmehr bezieht es sich auf die übrigen Fälle."
],
[
"Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaim streiten: Wer in einer Truhe, einer Kiste oder einem Schranke in das Land der weltlichen Völker gekommen war, ist nach Rabbi unrein und nach R. Jose b. R. Jehuda rein. Wahrscheinlich ist Rabbi der Ansicht, wegen der Luft, und R. Jose b. R. Jehuda der Ansicht, wegen des Bodens. –",
"Nein, alle sind der Ansicht, wegen des Bodens, nur ist einer der Ansicht, das bewegliche Zelt gelteals Zelt, und einer ist der Ansicht, es gelte nicht als Zelt. –",
"Es wird ja aber gelehrt, daß, wenn man eine Kiste voll Geräte zeltartigüber eine Leiche wirft, sie, wie R. Jose b. R. Jehuda sagt, unrein, und wenn sie liegt, rein sei!? –",
"Vielmehr, alle sind der Ansicht, wegen der Luft, nur ist einer der Ansicht, daß die Verordnung der Rabbanan sich hierauf, da dies ungewöhnlich ist, nicht erstrecke, und einer ist der Ansicht, daß die Verordnung der Rabbanan sich hierauf, obgleich es ungewöhnlich ist, wohl erstrecke.",
"Es wird auch gelehrt: Wer in einer Truhe, einer Kiste oder einem Schranke in das Land der weltlichen Völker kommt, ist rein; wenn aber in einem Wagen, einem Schiffe oder einem Segelschiffe, so ist er unrein.",
"Wenn du aber willst, sage ich: hierbei streiten sie, [ob zu berücksichtigen ist,] er könnte den Kopf und den größeren Teil des Körpers hervorstrecken.",
"Es wird auch gelehrt: R. Jose b. R. Jehuda sagt, wenn jemand in einer Truhe, einer Kiste oder einem Schranke in das Land der weltlichen Völker kommt, so ist er rein, es sei denn, daß er den Kopf und den größeren Teil des Körpers hervorstreckt.",
"ER BEGINNE MIT DER ZÄHLUNG. R. Ḥisda sagte: Dies gilt nur von einem kürzeren Nazirate, bei einem längeren Nazirateaber werden sie ihm auch angerechnet.",
"R. Šerebja wandte ein: Er beginne mit der Zählung sofort und die früheren [Tage] sind nicht hinfällig. In welchem Falle: wollte man sagen, bei einem kürzeren Nazirate, so ist ja ein Haarwuchs erforderlich;"
],
[
"doch wohl bei einem längeren Nazirate, und er lehrt, daß er mit der Zählung sofortbeginne !? Er erhob diesen Einwand, und er selbst erklärte es auch: Bei einem Nazirate von fünfzig Tagen, wenn er zwanzig Tage absolviert hat und dann von einem Aussatz befallen worden ist; er schere sich wegen seines Aussatzes und absolviere dann die dreißig Tage des Nazirates, denn nur dannist ein Haarwuchs vorhanden.",
"Rami b. Ḥama wandte ein: Wenn ein Nazir zweifelhaft unrein und zweifelhaft aussätzig ist,"
],
[
"so darf er nach sechzig TagenHeiliges essen",
"und nach hundertundzwanzig TagenWein trinken und sich an Toten verunreinigen.",
"Hierzu wird gelehrt: Dies gilt nur von einem kurzen Nazirate, bei einem Nazirate von einem Jahre aber darf er Heiliges essen erst nach zwei Jahren",
"und Wein trinken und sich an Toten verunreinigen erst nach vierJahren.",
"Wenn man nun sagen wollte, die Tage werden ihm angerechnet, so sollten doch drei Jahre und dreißig Tageausreichen!?",
"Ferner wandte R. Aši ein: [Es wird gelehrt:] Ich weiß nur, daß ihm die Tage der Unreinheitnicht angerechnet werden, woher dies von den Tagen des entschiedenen Aussatzes? Dies ist durch einen Schluß zu folgern: wegen der Tage der Unreinheit muß er sich scheren und ein Opfer bringen und wegen der Tage des entschiedenen Aussatzes muß er sich scheren und ein Opfer bringen, wie ihm nun die Tage der Unreinheit nicht angerechnet werden, ebenso werden ihm die Tage des entschiedenen Aussatzes nicht angerechnet.",
"Nein, sollte dies, wenn dies von den Tagen der Unreinheit gilt, durch die die früherenhinfällig werden, auch von den Tagen des entschiedenen Aussatzes gelten, wodurch die früheren nicht hinfällig werden!?",
"Ich will dir sagen, es ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn bei einem an einem Grabe erfolgten Nazirate, wobei das Haar zum Scheren geeignetist, die früheren Tage nicht angerechnet werden, um wieviel weniger die Tage des entschiedenen Aussatzes, wobei das Haar zum Scheren wegen des Nazirates nicht geeignetist.",
"Ich weiß dies nur von den Tagen des entschiedenen Aussatzes, woher dies von den Zähltagen!? Dies ist durch einen Schluß zu folgern:"
],
[
"die Tage des entschiedenen Aussatzes benötigen des Scherens und die Zähltage benötigen dessen, wie nun die Tage des entschiedenen Aussatzes ihm nicht angerechnet werden, ebenso gilt dies auch von den Zähltagen.",
"Man könnte glauben, dies gelte auch von den Tagen seiner Abschließung, wie dies durch einen Schluß zu folgern ist: während des entschiedenen Aussatzes verunreinigt er Lager und Sitz und während der Abschließung verunreinigt er Lager und Sitz, somit sind ihm, wie du hinsichtlich der Tage des entschiedenen Aussatzes folgerst, daß sie ihm nicht angerechnet werden, auch die Tage der Abschließung nicht anzurechnen.",
"Nein, wohl gilt dies von den Tagen des entschiedenen Aussatzes, denn da der entschiedene Aussatz des Scherens und der Darbringung des Opfers benötigt, werden sie ihm auch nicht angerechnet, die Tage der Abschließung aber benötigen nicht des Scherens und der Darbringung des Opfers, daher werden sie ihm wohl angerechnet.",
"Hieraus folgerten sie, daß die Zähltage und die Dauer des entschiedenen Aussatzes nicht angerechnet werden, aber die Tage des männlichen oder weiblichen Flusses und der Abschließung des Aussätzigen wohl angerechnet werden.",
"Hier heißt es nun: nein, sollte dies, wenn dies von den Tagen der Unreinheit gilt, durch die die früheren hinfällig werden, auch von den Tagen des entschiedenen Aussatzes gelten &c. In welchem Falle: wollte man sagen, bei einem kurzen Nazirate, so ist ja ein Haarwuchs erforderlich;",
"doch wohl bei einem längeren Nazirate, und er lehrt, daß sie ihm nicht angerechnet werden. Sie werden ihm somit nicht angerechnet. Schließe hieraus.",
"iv,1 R. ELIE͑ZER SAGTE IM NAMEN R. JEHOŠUA͑S : JEDE VON EINER LEICHE HERRÜHRENDE VERUNREINIGUNG, DERENTWEGEN DER NAZIR SICH SCHEREN MUSS, MACHT DAS BETRETEN DES HEILIGTUMS STRAFBAR, UND JEDE VON EINER LEICHE HERRÜHRENDE VERUNREINIGUNG, DERENTWEGEN DER NAZIR SICH NICHT SCHERT, MACHT DAS BETRETEN DES HEILIGTUMS NICHT STRAFBAR.",
"R. MEÍR SAGTE : DIESE DARF NICHT GERINGER SEIN ALS DIE [VERUNREINIGUNG] AN EINEM KRIECHTIERE.",
"GEMARA. Lehrte R. Elie͑zer dies denn im Namen R. Jehošua͑s, er lehrte es ja im Namen des R. Jehošua͑ b. Marnai!? Es wird nämlich gelehrt: R. Elie͑zer erzählte: Als ich nach A͑rdisqakam, traf ich R. Jehošua͑ b. Pathar Rošvor R. Meír sitzen und Halakha vortragen: jede von einer Leiche herrührende Verunreinigung, derentwegen der Nazir sich scheren muß, macht das Betreten des Heiligtums strafbar, und jede von einer Leiche herrührende Verunreinigung, derentwegen der Nazir sich nicht schert, macht das Betreten des Heiligtums nicht strafbar. Da sprach dieser zu ihm: Diese darf nicht geringer sein als die [Verunreinigung] an einem Kriechtiere.",
"Hierauf sprach ich zu ihm: Bist du in [den Lehren des] R. Jehošua͑ b. Mamal kundig? Er erwiderte mir : Jawohl. Folgendes sagte mir R. Jehošua͑ b. Mamal im Namen R. Jehošua͑s: jede von einer Leiche herrührende Verunreinigung, derentwegen der Nazir sich scheren muß, macht das Betreten des Heiligtums strafbar, und jede von einer Leiche herrührende Verunreinigung, derentwegen der Nazir sich nicht schert, macht das Betreten des Heiligtums nicht strafbar. Demnach lehrte er es ja im Namen des R. Jehošua͑ b. Mamal!? –",
"Ich will dir sagen, hieraus ist zu entnehmen, daß, wenn eine Lehre von dritter Hand herrührt, sie auf den Namen des ersten und des letzten [Autors] vorzutragen sei, nicht aber auf den Namen des mittelsten.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: Naḥum der Schreiber sagte: Es ist mir überliefert worden von R. Mejaša, diesem von seinem Vater, diesem von den Paaren und diesen von den Propheten, es sei eine Moše am Sinaj überlieferte Halakha, daß, wenn jemand Dill oder Senf an zwei oder drei Stellen gesäet hat, er den Eckenlaß an jeder besonders lasse.",
"Jehošua͑ und Kalebaber nennt er nicht. Schließe hieraus.",
"iv,2 R. A͑QIBA SAGTE : ICH DEDUZIERTE VOR R. ELIE͑ZER : WENN DER NAZIR SICH SCHEREN MUSS WEGEN DER BERÜHRUNG UND DES TRAGENS EINES GERSTENGROSSEN KNOCHENS, DER EINEN MENSCHEN DURCH BEZELTUNG NICHT UNREIN MACHT, UM WIEVIEL MEHR MUSS DER NAZIR SICH SCHEREN WEGEN DER BERÜHRUNG UND DES TRAGENS EINES VIERTEL[LOGS] BLUT, DAS EINEN MENSCHEN DURCH BEZELTUNG UNREIN MACHT.",
"DA SPRACH ER ZU MIR: WAS SOLL DIES, A͑QIBA; MAN DEDUZIERT HIERBEI NICHTS DURCH EINEN [SCHLUSS VOM] LEICHTEREN AUF DAS SCHWERERE. ALS ICH DARAUF ZU R. JEHOŠUA͑ KAM UND IHM DIES UNTERBREITETE, SPRACH ER ZU MIR: DU HAST RECHT, ABER SO HABEN SIE DIE HALAKHA FESTGESETZT."
],
[
"GEMARA. Sie fragten : Besteht über den gerstengroßen Knochen eine Halakha, und [der Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere soll hinsichtlich des Viertel[logs] Blut gefoIgertwerden, und von einer Halakha ist [kein Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere zu folgern,",
"oder besteht über das Viertel[log] Blut eine Halakha, und vom gerstengroßen Knochen soll [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgertwerden, und von einer Halakha ist kein [Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere zu folgern? – Komm und höre: Über den gerstengroßen Knochen besteht eine Halakha, und hinsichtlich des Viertel[logs] Blut soll [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden, und von einer Halakha ist nichts [durch einen Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere zu folgern.",
"",
" WENN JEMAND ZU ZWEI NAZIRÄERN SPRICHT : ICH HABE GESEHEN, DASS EINER VON EUCH SICH VERUNREINIGT HAT, WEISS ABER NICHT, WER VON EUCH, SO MÜSSEN SIE SICH SCHEREN UND [ZUSAMMEN] EIN OPFER DER UNREINHEIT UND EIN OPFER DER REINHEIT DARBRINGEN, WOBEI EINER SPRECHE: BIN ICH DER UNREINE, SO SEI DAS OPFER DER UNREINHEIT FÜR MICH UND DAS OPFER DER REINHEIT FÜR DICH, UND BIN ICH DER REINE, SO SEI DAS OPFER DER REINHEIT FÜR MICH UND DAS OPFER DER UNREINHEIT FÜR DICH.",
"SODANN ZÄHLEN SIE DREISSIG TAGEUND BRINGEN EIN OPFER DER REINHEIT, WOBEI EINER SPRECHE: BIN ICH DER UNREINE, SO SEI DAS OPFER DER UNREINHEIT FÜR MICH, DAS OPFER DER REINHEIT FÜR DICH UND DIESES SEI MEIN OPFER DER REINHEIT, UND BIN ICH DER REINE, SO SEI DAS OPFER DER REINHEIT FÜR MICH, DAS OPFER DER UNREINHEIT FÜR DICH UND DIESES SEI DEIN OPFER DER REINHEIT.",
"GEMARA. Er lehrt den Fall, wenn jemand zu zwei Naziräern spricht: ich habe gesehen, daß einer von euch sich verunreinigt hat, weiß aber nicht, wer von euch. Weshalb denn, hinsichtlich der zweifelhaften Unreinheit auf Privatgebiet wird ja von der Ehebruchsverdächtigten gefolgert:",
"wie bei der Ehebruchsverdächtigten nur der Ehebrecher und die Ehebrecherin [zugegen sind], ebenso gilt dies von jeder zweifelhaften Unreinheit nur auf Privatgebiet, wenn bis zwei Personen zugegen sind; hierbei aber sind es ja drei, die zwei Naziräer und dieser, der neben ihnen stand, somit ist dies eine zweifelhafte Unreinheit auf öffentlichem Gebiete, und die zweifelhafte Unreinheit auf öffentlichem Gebiete gilt ja als rein!?",
"Rabba b. R. Hona erwiderte: Wenn er sagt: ich habe gesehen, daß das Verunreinigende unter euch gekommen ist. R. Aši sagte: Dies ist auch zu beweisen,"
],
[
"denn er lehrt: weiß aber nicht, wer von euch. Schließe hieraus.",
"SCHEREN UND &C. DARBRINGEN. Weshalb denn, vielleicht sind sie nicht unrein und vollziehen ein Rundscheren!? Šemuél erwiderte: Dies gilt von einer Frau und einem Minderjährigen. –",
"Er könnte es ja auch auf Erwachsene beziehen [und erklären,] das Rundscheren des ganzen Kopfesgelte nicht als Rundscheren, da er aber nicht so erklärt, so ist hieraus zu entnehmen, Šemuél sei der Ansicht, das Rundscheren des ganzen Kopfes gelte als Rundscheren.",
"Mar Zuṭra bezieht die Lehre Šemuéls auf den Schlußsatz: Wenn ein Nazir zweifelhaft unrein und zweifelhaft aussätzig ist, so darf er nach sechzig Tagen Heiliges essen und muß sich viermalscheren. Weshalb denn, er vollzieht ja ein Rundscheren!? Šemuél erwiderte: Dies gilt von einer Frau und einem Minderjährigen.",
"R. Hona sagte: Wenn jemand einen Minderjährigen rundschert, so ist er schuldig. R. Ada b. Ahaba sprach zu R. Hona : Wer schert deine [Kinder]? Dieser erwiderte: Ḥoba. – Ḥoba wird ihre Kinder begraben ! Während der ganzen Lebenszeit des R. Ada b. Ahaba erhielten sich R. Hona keine Kinder. –",
"Merke, beide sind ja der Ansicht, das Rundscheren des ganzen Kopfes gelte als Rundscheren, worin besteht nun ihr Streit? – R. Hona ist der Ansicht, [es heißt :]ihr sollt die Ecke eures Haupthaares nicht rundscheren und die Ecke deines Bartes sollst du nicht zerstören; wer [dem Verbote] des Zerstörens unterliegt, unterliegt auch dem des Rundscherens, Frauen aber, die dem des Zerstörens nicht unterliegen, unterliegen auch nicht dem des Rundscherens.",
"R. Ada b. Ahaba aber ist der Ansicht, sowohl der Scherende als auch der Geschorene sei einbegriffen; der Scherende ist mit dem Geschorenen zu vergleichen: wenn der Geschorene strafbar ist, ist auch der Scherende strafbar, bei einem Minderjährigen aber, der selber nicht strafbar ist, ist auch der Scherende nicht strafbar.",
"Es wäre anzunehmen, daß über das Rundscheren des ganzen Kopfes Tannaím streiten, denn die Rabbanan lehrten:Sein Haupt; was lehrt dies? Da es heißt: ihr sollt die Ecke eures Haupthaares nicht rundscheren,"
],
[
"so könnte man glauben, dies gelte auch von einem Aussätzigen, so heißt es: sein Haupt. Ferner lehrt ein Anderes: Sein Haupt; was lehrt dies? Da es beim Nazir heißt:ein Schermesser gehe nicht über sein Haupt, so könnte man glauben, dies gelte auch vom aussätzigen Nazir, so heißt es: sein Haupt.",
"Der Streit dieser Tannaím besteht wahrscheinlich in folgendem: derjenige, der es auf den Nazir bezieht, ist der Ansicht, das Rundscheren des ganzen Kopfes gelte nicht als Rundscheren, und der Schriftvers lehrt die Verdrängung des Verbotes und des Gebotes, und, der andere ist der Ansicht, das Rundscheren des ganzen Kopfes gelte als Rundscheren, und der Schriftvers lehrt die Verdrängung dieses Verbotesallein.",
"Raba erwiderte: Alle sind der Ansicht, das Rundscheren des ganzen Kopfes gelte nicht als Rundscheren, und der Schriftvers bezieht sich auf den Fall, wenn er zuerst [die Ecken] und nachher [den ganzen Kopf] geschoren hat. Er ist, da er nicht strafbar wäre, wenn er sich mit einem Male geschoren hätte, auch dann nicht strafbar, wenn er sich zuerst [die Ecken] und nachher [den ganzen Kopf] geschoren hat. –",
"Lehrt denn die Schrift solches, Reš Laqiš sagte ja, überall, wo du ein Gebot mit einem Verbote [zusammenstoßen] findest, sei es, wenn du beide aufrecht erhalten kannst, recht, wenn aber nicht, so komme das Gebot und verdränge das Verbot!?",
"Vielmehr sind alle der Ansicht, das Rundscheren des ganzen Kopfes gelte als Rundscheren. – Woher weiß derjenige, nach dem der Schriftvers lehrt, daß [das Gebot] das Verbot und Gebot verdränge, daß dies auch von einem Verbote alleingelte? –",
"Er folgert dies von den Çiçithfaden. Die Schrift sagt:du sollst kein Mischgewebe tragen, und hierzu wird gelehrt: du sollst kein Mischgewebe tragen, wohl aber darfst du dir aus solchen Çiçithfaden machen. –",
"Weshalb folgert derjenige, der dies aus [dem Worte] Haupt folgert, es nicht von den Çiçithfaden!? – Er kann dir erwidern: [dieser Schriftvers] deutet auf eine Lehre Rabas.",
"Raba wies nämlich auf einen Widerspruch hin: es heißt:sie sollen an der Zipfelquaste einen purpurblauen Faden anbringen, von der Art des Zipfels, und es heißt:Wolle und Flachs zusammen;",
"wie ist dieszu erklären? Wolle und Flachs sind zulässig sowohl für dieselbe Artals auch für andere Arten, alles andere aber ist zulässig nur für dieselbe Art, nicht aber für andere Arten. –",
"Woher weiß der Autor, der aus [dem Worte] Haupt [die Verdrängung] eines Verbotes allein entnimmt, daß ein Gebot ein Verbot und Gebot verdränge!? – Er entnimmt dies aus [dem Worte] seinen Bart.",
"Es wird nämlich gelehrt: Seinen Bart; was lehrt dies? Da es heißt:die Ecke ihres Bartes sollen sie nicht scheren, so könnte man glauben, dies gelte auch von einem aussätzigen Priester, so heißt es seinen Bart. –",
"Sollte doch derjenige, der [die Verdrängung] eines Gebotes und Verbotes aus [dem Worte] sein Haupt entnimmt, es aus [dem Worte] seinen Bart entnehmen!? – Wir wissen, daß sonst"
],
[
"ein Gebot nicht ein Verbot und Gebot verdränge, und nach deiner Auffassung sollte doch vom [aussätzigen] Priester gefolgert werden, daß es wohl [beide] verdränge!?",
"Vielmehr ist vom Priester nicht zu folgern, da es sich bei einem Priester um ein Verbot handelt, das nicht für jeden anderen gilt, ebenso ist auch hinsichtlich des Nazirs nicht vom Priester zu folgern, da es ein Verbot ist, das nicht für jeden anderen gilt. –",
"Wozu ist nach demjenigen, der [das Wort] sein Haupt auf den Nazir bezieht, [das Wort] seinen Bart nötig? –",
"Wegen der folgenden Lehre: Seinen Bart; was lehrt dies? Da es heißt: die Ecke ihres Bartes sollen sie nicht scheren, so könnte man glauben, dies gelte auch von einem aussätzigen Priester, so heißt es seinen Bart. –",
"Woher, daß mit einem Schermesser? – Es wird gelehrt: Die Ecke ihres Bartes sollen sie nicht scheren; man könnte glauben, er sei schuldig, auch wenn er ihn mit einer Schere geschoren hat, so heißt es:sollst du nicht zerstören. Aus [dem Worte] zerstören könnte man entnehmen, man sei schuldig, auch wenn man ihn mit einer Zange oder einer Feile entfernt hat,",
"so heißt es: die Ecke ihres Bartes sollen sie nicht scheren, und ein Zerstören erfolgt beim Scheren nur dann, wenn es mit einem Schermesser geschieht. –",
"Wozu heißt es nach demjenigen, der aus [dem Worte] sein Haupt hinsichtlich eines Verbotes allein folgert, sowohl sein Haupt als auch seinen Bart,",
"aus jenem ist ja sowohl die Verdrängung eines Verbotes allein als auch die Verdrängung eines Verbotes und Gebotes zu entnehmen, denn da sie gleichwertig sind, ist aus ihnen beides zu entnehmen!? –",
"Hinsichtlich des Priesters ist nicht vom Nazir zu folgern, weil bei diesem die Auflösung möglich ist, und hinsichtlich des Nazirs ist nicht vom Priester zu folgern, weil es bei diesem ein Verbot ist, das nicht für jeden anderen gilt. Und auch sonst ist von diesen nicht zu folgern, weil zu erwidern ist, wie wir eben erwidert haben.",
"Rabh sagte: man darf seinen ganzen Körper mit einem Schermesser enthaaren. Man wandte ein: Wer das Haar der Achselhöhle und an der Scham entfernt, erhält Geißelhiebe!? –",
"Das eine mit einem Schermesser und das andere mit einer Schere. – Rabh spricht ja ebenfalls von einem Schermesser !? – Wie mit einem Schermesser.",
"R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Wer das Haar der Achselhöhle und das Haar an der Scham entfernt, erhält Geißelhiebe. Man wandte ein: Die Entfernung des Haaresist nicht nach der Tora, sondern nur rabbanitisch [verboten]!? – Auch die Geißelhiebe, wovon er spricht, sind rabbanitisch."
],
[
"Manche lesen : R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Wer das Haar der Achselhöhle und an der Scham entfernt, erhält Geißelhiebe wegen [des Verbotes :]ein Mann soll nicht Frauenkleider anlegen. Man wandte ein: Die Entfernung des Haares ist nicht nach der Tora, sondern nur rabbanitisch [verboten] !? – Er ist der Ansicht des Autors der folgenden Lehre: Wer das Haar der Achselhöhle und an der Scham entfernt, begeht das Verbot: ein Mann soll nicht Frauenkleider anlegen. –",
"Wofür verwendet jener Autor [den Vers:] ein Mann soll nicht anlegen!? – Diesen verwendet er für folgende Lehre: Eine Frau soll nicht Männertracht tragen; was lehrt dies: wenn etwa, daß ein Mann nicht Frauenkleider und eine Frau nicht Männerkleider anlege, so heißt es ja :das ist ein Gräuel, und dies ist ja kein Gräuel.",
"Vielmehr, daß ein Mann nicht Frauenkleider anlege und zwischen Frauen weile, und eine Frau nicht Männerkleider anlege und zwischen Männern weile. R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte : Woher, daß eine Frau nicht mit Waffen in den Krieg ziehe? Es heißt: eine Frau soll nicht Männertracht tragen. Ein Mann soll nicht Frauenkleider anlegen, daß ein Mann nicht die Kosmetika einer Frau anwende.",
"R. Naḥman sagte : Einem Nazir ist eserlaubt. Die Halakha ist aber nicht wie er. Die Jünger sprachen zu R. Šimo͑n b. Abba : Wir sahen, daß R. Joḥanan keineshatte. Er erwiderte ihnen : Ihm war es durch das Alter ausgefallen.",
"Einst sollte jemand vor R. Ami gegeißelt werden, und als man ihm die Achselhöhle entblößte, sah er, daß diese nicht geschoren war. Da sprach R. Ami zu ihnen : Laßt ihn, er gehört zu den Genossen.",
"Rabh fragte R. Ḥija: Darf man sich da scheren? Dieser erwiderte: Es ist verboten. Jener sprach: [Das Haar] wächstja aus. Dieser erwiderte: Fürstensohn, es hat eine Grenze; je mehr es wächst, desto mehr fällt es aus.",
"Rabh fragte R. Ḥija: Darf man sich da kratzen? Dieser erwiderte: Es ist verboten. – Mit einem Gewände? Dieser erwiderte: Es ist erlaubt. Manche sagen, er habe ihn gefragt, ob es beim Gebetemit einem Gewände erlaubt sei, und dieser erwiderte ihm, es sei verboten. Die Halakha ist aber nicht wie er."
],
[
" IST EINER VON IHNENGESTORBEN, SO BITTE DER ANDERE, WIE R. JEHOŠUA͑ SAGT, EINEN VON DER STRASSE, DASS ER EIN ENTSPRECHENDES NAZIRAT GELOBE,",
"UND SPRECHE ZU IHM: BIN ICH DER UNREINE, SO SEI SOFORT NAZIR, UND BIN ICH DER REINE, SO SEI NACH DREISSIG TAGEN NAZIR. SODANN ZÄHLEN SIE DREISSIG TAGE UND BRINGEN EIN OPFER DER UNREINHEIT UND EIN OPFER DER REINHEIT, WOBEI DIESER SPRECHE: BIN ICH DER UNREINE SO SEI DAS OPFER DER UNREINHEIT FÜR MICH UND DAS OPFER DER REINHEIT FÜR DICH, UND BIN ICH DER REINE, SO SEI DAS OPFER DER REINHEIT FÜR MICH UND DAS OPFER DER UNREINHEIT WEGEN DES ZWEIFELS.",
"HIERAUF ZÄHLEN SIE WIEDERUM DREISSIG TAGE UND BRINGEN EIN OPFER DER REINHEIT, WOBEI DIESER SPRECHE : BIN ICH DER UNREINE, SO SEI DAS OPFER DER UNREINHEIT FÜR MICH, DAS OPFER DER REINHEIT FÜR DICH, UND DIESES SEI MEIN OPFER DER REINHEIT, UND BIN ICH DER REINE, SO SEI DAS OPFER DER REINHEIT FÜR MICH, DAS OPFER DER UNREINHEIT WEGEN DES ZWEIFELS, UND DIESES SEI DEIN OPFER DER REINHEIT.",
"BEN ZOMA SPRACH ZU IHM: WER WIRD AUF IHN HÖREN, EIN ENTSPRECHENDES NAZIRAT ZU GELOBEN!? VIELMEHR BRINGE ER EIN GEFLÜGELSÜNDOPFER UND EIN VIEHBRANDOPFER, WOBEI ER SPRECHE: BIN ICH DER UNREINE, SO SEI DAS SÜNDOPFER MEIN PFLICHTGEMÄSSES UND DAS BRANDOPFER EIN FREIWILLIGES, UND BIN ICH DER REINE, SO SEI DAS BRANDOPFER MEIN PFLICHTGEMÄSSES UND DAS SÜNDOPFER DES ZWEIFELS WEGEN.",
"SODANN ZÄHLE ER DREISSIG TAGE UND BRINGE DAS OPFER DER REINHEIT UND SPRECHE: BIN ICH DER UNREINE, SO SEI DAS ERSTE BRANDOPFER EIN FREIWILLIGES UND DIESES DAS PFLICHTGEMÄSSE, UND BIN ICH DER REINE, SO SEI DAS ERSTE BRANDOPFER DAS PFLICHTGEMÄSSE, DIESES EIN FREIWILLIGES UND DIE ANDEREN MEINE ÜBRIGENOPFER.",
"R. JEHOŠUA͑ ENTGEGNETE : DEMNACH BRINGT DIESER SEINE OPFER GETEILT! DIE WEISEN ABER PFLICHTETEN BEN ZOMA BEI.",
"GEMARA. Soll er sie doch sobringen !? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: R. Jehošua͑ sagte es nur, um den Scharfsinn der Schüler zu wecken.",
"R. Naḥman sagte : Was kann R. Jehošua͑ tun, damit die Eingeweide nicht stinken.",
" WENN EIN NAZIR ZWEIFELHAFT UNREIN UND ZWEIFELHAFT AUSSÄTZIG IST, SO DARF ER NACH SECHZIG TAGENHEILIGES ESSEN \n",
"UND NACH HUNDERTUNDZWANZIG TAGEN WEIN TRINKEN UND SICH AN TOTEN VERUNREINIGEN, \n",
"DENN DAS SCHEREN WEGEN DES AUSSATZES VERDRÄNGT DAS SCHEREN WEGEN DES NAZIRATES NUR DANN, WENN ES SICHER ZU ERFOLGEN HAT, NICHT ABER, WENN ES ZWEIFELHAFT IST."
],
[
"GEMARA. Es wird gelehrt: Dies gilt nur von einem kurzen Nazirate, bei einem Nazirate von einem Jahre aber darf er Heiliges essen erst nach zwei Jahren",
"und Wein trinken und sich an Toten verunreinigen erst nach vierJahren.",
"Hierzu wird gelehrt: Er muß sich viermal scheren; beim ersten Scheren bringe er die Vögel,",
"das Geflügelsündopfer und das Viehbrandopfer ; beim zweiten bringe er das Geflügelsündopfer und das Viehbrandopfer; beim dritten bringe er das Geflügelsündopfer und das Viehbrandopfer; beim vierten bringe er das Opfer der Reinheit.",
"Es heißt: beim ersten Scheren bringe er &c. Die Darbringung erfolgt auf jeden Fall richtig; ist er aussätzig und nicht unrein, so sind die Vögel sein Pflichtopfer, das Geflügelsündopfer ist wegen des Zweifels und muß begraben werden, und das Brandopfer ist ein freiwilliges.",
"Nach sieben Tagen kann diesnicht erfolgen, da er vielleicht nicht aussätzig war, und der Allbarmherzige sagt:ein Schermesser gehe nicht über sein Haupt bis zum Vollwerden.",
"Ist er nicht aussätzig, aber unrein, so ist das Geflügelsündopfer ein pflichtgemäßes, die Vögel werden außerhalb hergerichtet und es kommt kein Profanes in den Tempelhof, und das Viehbrandopfer ist ein freiwilliges.",
"Ist er weder aussätzig noch unrein, so werden ja die Vögel außerhalb hergerichtet, das Geflügelsündopfer wird begraben und das Geflügelbrandopfer ist ein pflichtgemäßes. – Er benötigt ja eines Schuldopfers? – Nach R. Šimo͑n, welcher sagt, man könne es bedingungsweisedarbringen.",
"Beim zweiten und beim dritten Scheren benötigt er der Vögel nicht, da er sie bereits gebracht hat, denn wenn er aussätzig war, so ist das einewegen der zweifelhaften Zähltageund das anderewegen der zweifelhaften Unreinheit.",
"Beim vierten Scheren bringe er das Opfer der Reinheitbedingungsweise."
],
[
"Ist er [reiner] Nazir, so ist das erste Brandopfer das pflichtgemäße und das folgende ein freiwilliges, und ist er unrein oder aussätzig, so ist das erste Brandopfer ein freiwilliges und das folgende das pflichtgemäße und die anderen seine übrigen Opfer.",
"Wenn er zweifelhaft unrein und entschieden aussätzig ist, so darf er nach acht TagenHeiliges essen und nach siebenundsechzig TagenWein trinken und sich an Toten verunreinigen.",
"Ist er zweifelhaft aussätzig und entschieden unrein, so darf er nach siebenunddreißig Tagen Heiliges essen und nach vierundsiebzig Tagen Wein trinken und sich an Toten verunreinigen.",
"Ist er entschieden unrein und entschieden aussätzig, so darf er nach acht Tagen Heiliges essen und nach vierundvierzig Tagen Wein trinken und sich an Toten verunreinigen.",
"Die Schüler fragten R. Šimo͑n b. Joḥaj : Darf ein reiner Nazir, der aussätzig war, sich einmal scheren, so daß es ihm für das eine und für das andereangerechnet werde? Dieser erwiderte: Er darf dies nicht.",
"Jene fragten: Weshalb? Er erwiderte ihnen: Würde es bei dem einen wegen des Wachsens und beim anderen wegen des Wachsens oder bei dem einen zur Entfernung und beim anderen zur Entfernung erfolgen, so würdet ihr recht haben, in Wirklichkeit aber erfolgt es beim Nazir zur Entfernungund beim Aussätzigen wegen des Wachsens. –",
"Sollte es ihm, wenn es ihm auch nicht für die Tage des entschiedenen Aussatzes angerechnet wird, für die Zähltage angerechnetwerden !? Er erwiderte ihnen: Würde es bei dem einen vor dem Blutsprengen und beim anderen vor dem Blutsprengen erfolgen, so würdet ihr recht haben, in Wirklichkeit aber erfolgt es beim Aussätzigen vor dem Blutsprengen und beim Nazir nach dem Blutsprengen. –",
"Sollte es, wenn es ihm auch für die Tage des Aussatzes und des Nazirates nicht angerechnet wird, für die Tage seines Aussatzes und der Unreinheitangerechnet werden!? Er erwiderte ihnen: Würde es wegen des einen vor dem Untertauchen und wegen des anderen vor dem Untertauchen erfolgen, so würdet ihr recht haben, in Wirklichkeit aber erfolgt es beim Unreinen nach dem Untertauchen und beim Aussätzigen vor dem Untertauchen.",
"Jene sprachen zu ihm: Du hast recht, wenn du sagst, daß es ihm nicht für die Tage des Aussatzes und des Nazirates angerechnet werde, aber es sollte ihm doch für die Tage des Aussatzes und der Unreinheitangerechnet werden, denn es erfolgt ja bei beiden wegen des Wachsens!?",
"Er erwiderte ihnen: Beim reinen Nazir, der aussätzig ist, erfolgt das eine [Scheren] wegen des Wachsens und das andere wegen der Entfernung, und beim unreinen Nazir, der aussätzig ist, erfolgt das eine vor dem Untertauchen und das andere nach dem Untertauchen."
],
[
"R. Ḥija lehrte: Bei dem einen erfolgt es vor dem Untertauchen und beim anderen nach dem Untertauchen, bei dem einen vor dem Blutsprengen und beim anderen nach dem Blutsprengen.",
"DENN DAS SCHEREN WEGEN DES AUSSATZES &C. Rami b. Ḥama fragte: Erfolgt das viermalige Scheren, wovon er spricht, wegen des Gebotes oder zur Entfernung des unreinen Haares? –",
"In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Hinsichtlich der Entfernung mit einem Enthaarungsmittel ; wenn du sagst, es erfolge wegen des Gebotes, so darf es nicht mit einem Enthaarungsmittel entferntwerden, und wenn du sagst, zur Entfernung des unreinen Haares, so darf es auch mit einem Enthaarungsmittel erfolgen.",
"Wie ist es nun? Raba erwiderte: Komm und höre: Er schere sich viermal; wenn man sagen wollte, es erfolge zur Entfernung des unreinen Haares, so sollten auch dreimalgenügen. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß es wegen des Gebotes zu erfolgen habe. Schließe hieraus.",
"",
" BEI DEN NICHTJUDEN HAT DAS NAZIRAT KEINE GELTUNG, BEI FRAUEN UND SKLAVEN HAT DAS NAZIRAT GELTUNG. STRENGER IST ES BEI FRAUEN ALS BEI SKLAVEN, DENN MAN KANN SEINEN SKLAVEN ZWINGEN, NICHT ABER KANN MAN SEINE FRAU ZWINGEN.",
"GEMARA. Er lehrt hier, daß bei Nichtjuden das Nazirat keine Geltung habe; woher dies? – Die Rabbanan lehrten : Rede zu den Kindern Jisraél, nicht aber zu den Nichtjuden; und sprich zu ihnen, dies schließt Sklaven ein. – Wozu ist hierfür ein Schriftvers nötig, du sagst ja, daß jedem Gebote, dem eine Frau unterliegt, auch ein Sklave unterliege!?",
"Raba erwiderte: Anders ist es hierbei; die Schrift sagt:daß er seiner Person eine Entsagung auferlegt, nur wenn seine Person ihm selbst gehört, ausgenommen ein Sklave, dessen Person nicht ihm selbst gehört. Man könnte nun glauben, daß er, da seine Person nicht ihm selbst gehört, auch hinsichtlich des Nazirates nicht [einbegriffen] sei, so lehrt er uns.",
"Der Meister sagte: Rede zu den Kindern Jisraél, nicht aber zu den Nichtjuden. Sind denn überall, wo es Jisraél heißt, Nichtjuden ausgeschlossen, beim Schätzgelübde heißt es ja ebenfalls : rede zu den Kindern Jisraél, dennoch wird gelehrt: die Kinder Jisraél können ein Schätzgelübde tun, nicht aber können Nichtjuden ein Schätzgelübde tun;",
"man könnte glauben, sie können auch nicht geschätzt werden, so heißt es",
"jemand !? – Anders ist es hierbei ; die Schrift sagt : an seinem Vater und an seiner Mutter darf er sich nicht verunreinigen; nur wer einen Vater hat, ausgenommen ein Nichtjude, der keinen Vater hat. – In welcher Hinsicht, wollte man sagen, hinsichtlich der Erbschaft, so sagte ja R. Ḥija b. Abin im Namen R. Joḥanans, daß nach der Tora ein Nichtjude seinen Vater beerbe, denn es heißt :denn den Berg Seỉr habe ich E͑sav zum Erbbesitze gegeben!? –",
"Vielmehr, nur dem die Ehrung seines Vaters gebotenist. – Wird denn die Ehrung des Vaters beim Nazir genannt!? – Vielmehr, die Schrift sagt: an seinem Vater und an seiner Mutter darf er sich nicht verunreinigen, bei dem die Unreinheit Geltung hat,"
],
[
"ausgenommen ein Nichtjude, bei dem die Unreinheit keine Geltunghat. – Woher, daß bei ihm die Unreinheit keine Geltung hat? – Die Schrift sagt :wenn jemand unrein wird und sich nicht reinigt, so soll diese Person aus der Mitte der Gemeinde ausgerottet werden; nur bei dem es eine Gemeinschaft gibt, ausgenommen dieser, bei dem es keine Gemeinschaft gibt. –",
"Woher dies, vielleicht verfällt ernur der Ausrottungsstrafe nicht, wohl aber wird er unrein!? – Die Schrift sagt:es sprenge der Reine auf den Unreinen; bei dem es eine Reinigunggibt, gibt es auch eine Unreinheit, und bei dem es keine Reinigung gibt, gibt es auch keine Unreinheit. –",
"Vielleicht gibt es bei ihm nur keine Reinigung, wohl aber eine Unreinheit!? – Die Schrift sagt: wenn jemand unrein wird und sich nicht reinigt.",
"R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: Anders ist es hierbei; die Schrift sagt:ihr sollt sie euren Söhnen nach euch vererben,",
"bei dem die VererbungGeltung hat, hat auch die Unreinheit Geltung, und bei dem die Vererbung keine Geltung hat, hat auch die Unreinheit keine Geltung. – Demnach sollte dies auch von den Sklaven gelten!?",
"Vielmehr, erwiderte Raba, allerdings ist beim Schätzgelübde wie folgt auszulegen: die Kinder Jisraél, die Kinder Jisraél können ein Schätzgelübde tun, nicht aber können Nichtjuden ein Schätzgelübde tun ; man könnte glauben, deren Schätzungswert könne auch nicht gelobt werden, so heißt es jemand.",
"Wenn man aber hierbei auslegt: die Kinder Jisraél können ein Nazirat geloben und das Opfer bringen, nicht aber können Nichtjuden ein Nazirat geloben und das Opfer bringen, man könnte glauben, sie können überhaupt nicht Naziräersein, so heißt! es jemand,",
"so ist zu erwidern: hinsichtlich des Opfersbraucht es nicht hieraus gefolgert zu werden, denn dies geht aus folgendem hervor:Als Brandopfer, nicht aber als Naziropfer– so R. Jose der Galiläer. –",
"Vielleicht aber wie folgt: die Kinder Jisraél können ein lebenslängliches Nazirat geloben, nicht aber können Nichtjuden ein lebenslängliches Nazirat geloben; man könnte glauben, sie können überhaupt nicht Naziräer sein, so heißt es jemand!? R. Joḥanan erwiderte: Heißt es denn: lebenslänglicher Nazir!? –",
"Vielleicht aber wie folgt: die Kinder Jisraél können ihren Kindern ein Nazirat auferlegen, nicht aber können Nichtjuden ihren Kindern ein Nazirat auferlegen; man könnte glauben, sie können überhaupt nicht Naziräer sein, so heißt es jemand!? R. Joḥanan sagte ja, dies sei eine Halakha beim Nazir. –",
"Vielleicht aber wie folgt: die Kinder Jisraél scheren sich wegen des Naziratesihres Vaters, nicht aber scheren sich Nichtjuden wegen des Nazirates ihres Vaters;"
],
[
"man könnte glauben, sie können überhaupt nicht Naziräer sein, so heißt es jemand!? – Es wird ja gelehrt, R. Joḥanan sagte, dies seieine überlieferte Halakha beim Nazir. –",
"Wozu heißt es demnach beim Schätzgelübde :wenn jemand ein Gelübde ausspricht, die Schätzung !? Merke, das Schätzgelübde gleicht ja dem Gelübde, denn die Schrift sagt: wenn jemand ein Gelübde ausspricht, somitbraucht es ja beim Schätzgelübde nicht zu heißen: wenn jemand ausspricht. Hinsichtlich des Gelübdes wird nämlich gelehrt :Jemand, wozu heißt es zweimal jemand? – Dies schließt Nichtjuden ein, daß auch sie gleich den Jisraéliten geloben und freiwillig spenden können. –",
"Vielmehr, [das Wort] jemand ist dazu nötig, das Gelübde dessen, der dem Mannesalter naheist, einzuschließen. –",
"Einleuchtend ist dies nach demjenigen, welcher sagt, das Gelübde dessen, der dem Mannesalter nahe ist, sei nach der Tora [gültig], wozu aber sind [die Worte] wenn jemand ausspricht nach demjenigen nötig, welcher sagt, das Gelübde dessen, der dem Mannesalter nahe ist, sei nur rabbanitisch [gültig]!? – Dies schließt das Gelübde eines Nichtjuden ein, der dem Mannesalter nahe ist. –",
"Einleuchtend ist dies nach demjenigen, der wie folgt auslegt: die Kinder Jisraél, nur der Schätzungswert von diesen kann gelobt werden, nicht aber kann der Schätzungswert von Nichtjuden gelobt werden; man könnte glauben, daß sie auch kein Schätzgelübde tun können, so heißt es jemand.",
"Wozu aber sind [die Worte] wenn jemand ausspricht nötig nach demjenigen, der wie folgt auslegt: die Kinder Jisraél, diese können ein Schätzgelübde tun, nicht aber können Nichtjuden ein Schätzgelübde tun; man könnte glauben, deren Schätzungswert könne auch nicht gelobt werden, so heißt es jemand; auch ein einen Monat altes Kind kann ja geschätzt werden!?",
"R. Ada b. Ahaba erwiderte: Dies schließt einen Nichtjuden aus, der das Gelübde nicht aussprechen kann, selbst wenn er erwachsen ist. –",
"Wozu schrieb der Allbarmherzige beim Nazirat: wenn jemand ausspricht; merke, das Nazirat gleicht ja dem Gelübde, somit sind ja [die Worte] wenn jemand ausspricht nicht nötig!? –",
"Dies schließt Ansätze, die nichts beweisen, ein. Es wird nämlich gelehrt: Ansätze, die nichts beweisen, gelten, wie Abajje sagt, als Ansätze, und wie Raba sagt, nicht als Ansätze. – Erklärlich ist dies nach Abajje, wie ist es aber nach Raba zu erklären !? –",
"Vielmehr, [die Worte] wenn jemand ausspricht sind wegen einer Lehre R. Tryphons nötig. Es wird nämlich gelehrt : R. Jehuda sagte im Namen R. Tryphons: keiner von beidenist Nazir, weil das Nazirat bestimmt ausgesprochen werdenmuß. – Einleuchtend ist dies nach R. Tryphon, wie ist es aber nach den Rabbanan zu erklären!? –",
"Vielmehr, dies ist wegen der folgenden Lehre nötig. Die Auflösung von Gelübden schwebt in den Lüften und es gibt keine Stützedafür;",
"R. Elie͑zer sagt, es gebe wohl eine Stütze dafür, denn es heißtzweimal : wenn jemand ausspricht, wenn jemand ausspricht, einmal wegen des verbindlichen Aussprechens und einmal wegen des entbundenen Aussprechens."
],
[
" STRENGER IST ES BEI SKLAVEN ALS BEI FRAUEN, BENN BAS GELÜBBE SEINER FRAU KANN MAN AUFHEBEN, NICHT ABER KANN MAN BAS GELÜBBE SEINES SKLAVEN AUFHEBEN. HAT MAN [BAS GELÜBBE] SEINER FRAU AUFGEHOBEN, SO GILT BIES EWIG, HAT MAN [DAS GELÜBBE] SEINES SKLAVEN AUFGEHOBEN, SO MUSS ER, WENN ER FREI WIRB, DAS NAZIRAT BEENBIGEN.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Sein Herr kann ihn beim Nazirate zwingen, nicht aber bei Gelübden und Schätzgelübden. –",
"Beim Nazirate wohl deshalb, weil der Allbarmherzige sagt:daß er seiner Person eine Enthaltung auferlegt, nur wenn seine Person ihm selbst gehört, nicht aber ein Sklave, dessen Person nicht ihm selbst gehört, demnachsollte dies auch von Gelübden gelten !?",
"R. Šešeth erwiderte : Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn ein Traubenkamm vor ihm liegt; bei einem Gelübde, wobei ihm, wenn ihm eines verboten ist, ein anderes nicht verboten ist, kann [sein Herr] ihn nichtzwingen,",
"beim Nazirate aber, wobei ihm gleich diesem auch alle anderen verboten sind, kann er ihn zwingen. – Auch beim Gelübde kann es ja vorkommen, daß nur der eine Traubenkamm vorhanden ist, und er, wenn er diesen nicht ißt, schwach wird!?",
"Vielmehr, erklärte Raba, wenn Trauben kerne vor ihm liegen; bei einem Gelübde, wobei ihm nur diese verboten sind, kann [sein Herr] ihn nicht zwingen, bei einem Nazirate aber, wobei ihm auch alles andereverboten ist, kann er ihn zwingen. –",
"Auch bei Gelübden kann es ja vorkommen, daß nur diese vorhanden sind, und er, wenn er sie nicht ißt, schwach wird!?",
"Vielmehr, erklärte Abajje, nur beim Nazirate brauchtder Herr ihn zu zwingen, nicht aber braucht er ihn beim Gelübde und beim Schwurezu zwingen,",
"denn die Schrift sagt:Böses oder Gutes zu tun, wie das Gute freisteht, ebenso Böses, wenn es ihm freisteht, ausgenommen Böses für andere, das ihm nicht freisteht.",
" IST ER VON IHMFORT, SO DARF ER, WIE R. MEÍR SAGT, KEINEN [WEIN] TRINKEN, UND WIE R. JOSE SAGT, WOHL TRINKEN.",
"GEMARA. Es wäre anzunehmen, daß sie über die Lehre Šemuéls streiten, denn Šemuél sagte, daß, wenn jemand seinen Sklaven preisgibt, er frei sei, ohne eines Freibriefes zu benötigen.",
"R. Meír ist der Ansicht Šemuélsund R. Jose ist nicht der Ansicht Šemuéls. –",
"Nein, alle sind der Ansicht Šemuéls, nur ist derjenige, welcher sagt, er dürfe trinken, der Ansicht, endlich kehrt er zum [Herrn] zurück, daher darf er Wein trinken, damit er nicht abmagere, und derjenige, welcher sagt, er dürfe nicht trinken, ist der Ansicht, möge er Qual erdulden, damit er zum [Herrn] zurückkehre."
],
[
" WENN EIN NAZIR SICH GESCHOREN HAT UND ERFÄHRT, DASS ER UNREIN SEI, SO [SIND DIE FRÜHEREN TAGE], WENN ES EINE SICHTBARE UNREINHEITWAR, HINFÄLLIG, UND WENN ES EINE UNBEKANNTE UNREINHEITWAR, NICHT HINFÄLLIG; [ERFÄHRT ER ES] BEVOR ER SICH SCHERT, SO SIND SIE AUF JEDEN FALL HINFÄLLIG.",
"ZUM BEISPIEL! WENN ER IN EINE HÖHLE HINABGESTIEGEN WAR, UM DA EIN REINHEITSBAD ZU NEHMEN, UND EINE SCHWIMMENDE LEICHE AM ELNGANGE DER HÖHLE GEFUNDEN WIRD, SO IST ERUNREIN;\n",
"WENN SIE ABER AUF DEM GRUNDE DER HÖHLE GESUNKEN GEFUNDEN WIRD, SO IST ER, FALLS ER ZUR ABKÜHLUNG HINABGESTIEGEN WAR, REIN, UND FALLS ZUR REINIGUNG VON DER UNREINHEIT EINER LEICHE, UNREIN, DENN DER UNREINE BLEIBT IM ZUSTANDE DER UNREINHEIT UND DER REINE BLEIBT IM ZUSTANDE DER REINHEIT, WEIL DIE SACHE EINEN GRUND HAT.",
"GEMARA. Woher dies? R. Elie͑zer erwiderte: Die Schrift sagt:wenn ihm jemand plötzlich stirbt; ihm, wenn es ihm klar ist.",
"Reš Laqiš erwiderte: Gleich dem Wege, wie der Weg offen liegt, ebenso [die Unreinheit], wenn sie offen liegt. –",
"Es wird gelehrt: Eine unbekannte Unreinheit heißt diejenige, die niemand am Ende der Welt kannte; kannte sie jemand am Ende der Welt, so ist sie keine unbekannte Unreinheit.",
"Einleuchtend ist die Erklärung: gleich einem Wege, was aber ist dabei, daß jemand am Ende der Welt sie kennt, nach demjenigen, welcher erklärt: wenn es ihm klarist!?",
"Ferner wird gelehrt: Wenn jemand eine Leiche über die Breite des Wegesliegen findet, so ist er hinsichtlich der Hebe unrein und hinsichtlich des Nazirates und der Herrichtung des Pesaḥopfers rein. Welchen Unterschied gibt es denn hierbei!? – Vielmehr, hinsichtlich der unsichtbaren Unreinheit ist dieseine überlieferte Lehre.",
"BEVOR ER SICH SCHERT &C. Wer ist der Autor? R. Joḥanan erwiderte: Es ist R. Elie͑zer, welcher sagt, das Scheren sei unerläßlich.",
"Rami b. Ḥama fragte : Wie ist es, wenn er innerhalb des Vollwerdensunrein geworden war und er dies nach dem Vollwerden erfährt: richten wir uns nach dem Erfahren, und erfahren hat er es nach dem Vollwerden, oder nicht? Dies ist von Bedeutung hinsichtlich der Hinfälligkeit."
],
[
"Raba erwiderte: Komm und höre: [Erfährt er es] bevor er sich schert, so sind sie auf jeden Fall hinfällig. In welchem Falle: erfährt er es innerhalb des Vollwerdens, so ist es ja selbstverständlich, doch wohl nach dem Vollwerden. Schließe hieraus. –",
"Aber immerhin ist noch fraglich: ist das ganze [Nazirat] hinfällig oder sind nur sieben [Tage] hinfällig? – Nach wessen Ansicht: wenn nach den Rabbanan, so ist selbstverständlich das ganze [Nazirat] hinfällig, und wenn nach R. Elie͑zer, so sind, wenn nach dem Vollwerden, sieben [Tage] hinfällig. –",
"Gilt dies nur von dem Falle, wenn er nach dem Vollwerden unrein wird, und dieser ist es vor dem Vollwerden geworden, oder ist es hierbei anders, da er es erst nach dem Vollwerden erfahren hat? –",
"Hieraus: er lehrt, daß sie auf jeden Fall hinfällig seien, und es wird kein Unterschied gemacht.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand eine Leiche über die Breite der Straße liegen findet, so ist er hinsichtlich der Hebe unrein und hinsichtlich des Nazirates und der Herrichtung des Pesaḥopfers rein. Dies nur in dem Falle, wenn kein Raumzum Durchgehen da ist,",
"wenn aber Raum zum Durchgehen da ist, so ist er auch hinsichtlich der Heberein.",
"Ferner nur in dem Falle, wenn sie vollständig ist, wenn aber zerschlagen oder zerstückelt, so ist, selbst wenn kein Raum zum Durchgehen da ist, anzunehmen, er kann zwischen den Stücken durchgegangen sein. [Liegt sie] bei einem Grabe, ist er unrein, selbst wenn sie zerschlagen oder zerstückelt ist, weil das Grab sie vereinigt.",
"Dies nur in dem Falle, wenn er zu Fuß geht, wenn er aber getragen wird oder reitet, so ist er unrein, denn wenn man zu Fuß geht, so ist es möglich, daß man [die Leiche] nicht berührt, bewegt oder bezeltet, wenn man aber getragen wird oder reitet, so ist es nicht möglich, daß man sie nicht berührt, bewegt oder bezeltet.",
"Dies gilt nur von einer unbekannten Unreinheit, bei einer sichtbaren Unreinheit aber sind sie alle dreiunrein.",
"Eine unbekannte Unreinheit ist diejenige, die niemand am Ende der Welt kannte; kannte sie jemand am Ende der Welt, so ist sie keine unbekannte Unreinheit.",
"War [die Leiche] in Stroh oder Geröll versteckt, so ist dies eine unbekannte Unreinheit, wenn in Flüssen, in der Dunkelheit oder in Felsspalten, so ist dieskeine unbekannte Unreinheit.",
"[Die Bestimmung] von der unbekannten Unreinheit trafen sie nur bei einer Leiche.",
"ZUM BEISPIEL &C. HINABGESTIEGEN. Bei einem Kriechtiere aber ist die schwimmende [Unreinheit] nicht verunreinigend, denn es wird gelehrt: Die schwimmende Unreinheit, einerlei ob in einem Gefäße oder im Grund[wasser], hinsichtlich welcher ein Zweifelobwaltet, ist nicht verunreinigend. R. Šimo͑n sagt, in einem Gefäße sei sie verunreinigend, im Grund[wasser] sei sie nicht verunreinigend."
],
[
"Was ist der Grund des ersten Autors? R. Jiçḥaq b. Evdämi erwiderte: Es heißt:an irgend einem Kriechtiere, das kriecht, wo es auch kriecht, und dem widersprechend heißt es:auf der Erde; wie ist dies zu erklären? Bei einer sicheren Berührung ist es verunreinigend, bei einer zweifelhaften Berührung ist es nicht verunreinigend. –",
"Was ist der Grund R. Šimo͑ns? U͑la erwiderte: Es heißt:nur eine Quelle, und es heißt: ist unrein; wie ist dies zu erklären? Schwimmt es in einem Gefäße, so ist es verunreinigend, wenn im Grund[wasser], so ist es nicht verunreinigend.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn die [unreine Sache] getragen oder gezogen wird und darüberein Zweifel besteht, so ist sie verunreinigend, weil sie als liegend gilt, wenn sie aber geworfen wird und darüberein Zweifel besteht, so ist sie nichtverunreinigend ;",
"ausgenommen ist eine Olive von einer Leiche, der Fall, wenn eine [solche] Unreinheit bezeltetwird, und alles, was nach oben wie nach unten verunreinigt, dies schließt männliche und weibliche Flußbehafteteein.",
"Rami b. Ḥama fragte : Wie ist es, wenn eine Leiche sich in einem Gefäße befindet und das Gefäß auf dem Wasser schwimmt: richten wir uns nach dem Gefäßeoder nach der Leiche?",
"Und wie ist es ferner, wenn du entscheidest, daß wir uns nach dem Gefäße richten, wenn die Leiche sich auf einem Kriechtiere befindet: ist es, da die Unreinheit des anderen bis zum Abend und die des ersteren sieben Tage anhält, ebenso als würde das Unreine in einem Gefäße liegen, oder bilden sie zusammen eine gepreßte Unreinheit?",
"Und wie ist es ferner, wenn du entscheidest, es sei ebenso als würde das Unreine sich in einem Gefäße befinden, wenn ein Kriechtier sich auf einem schwimmenden Aase befindet: bilden sie, da die Unreinheit von beiden bis zum Abend anhält, zusammen eine gepreßte Unreinheit, oder aber, das andere ist in Olivengröße und das erstere in Linsengrößeverunreinigend?",
"Und wie ist es ferner, wenn ein Kriechtier sich auf einem Kriechtiere befindet: ist zu berücksichtigen, daß für beide ein gleiches Quantum bestimmt ist, oder aber, sie sind ja von einander getrennt?",
"Und wie ist es ferner, wenn du entscheidest, daß es bei einem Kriechtiere auf einem Kriechtiere ebenso sei, als würde es in einem Gefäße liegen, da sie von einander getrennt sind, wenn ein Kriechtier sich auf einem zerflossenen Aase befindet: gilt es, da es zerflossen ist, als Flüssigkeit, oder behält es seinen Charakter als Speise?",
"Und wie ist es ferner, wenn du entscheidest, es behalte seinen Charakter als Speise, wenn ein Kriechtier sich auf Samenergußbefindet? Und wie ist es ferner, wenn du entscheidest, er gelte, da er [vom Körper] abgeht, als Speise, wenn ein Kriechtier sich auf dem Entsündigungswasserbefindet und das Entsündigungswasser auf anderem Wasser schwimmt? – Wir wissen dies nicht, und dies bleibt unentschieden."
],
[
"R. Hamnuna sagte : Wenn ein Nazir oder der Herrichtende des Pesaḥopfers am siebenten [Tage]über ein unbekanntes Grab gegangenwar, so ist er rein, weil das unbekannte Grab nicht intensiv genug ist, eshinfällig zu machen.",
"Raba wandte ein: Falls [er hinabgestiegen ist] zur Reinigung von der Unreinheit einer Leiche, [so ist er] unrein, denn der Unreine bleibt im Zustande der Unreinheit und der Reine bleibt im Zustande der Reinheit!?",
"Dieser erwiderte: Ich pflichte dir hinsichtlich eines Nazirs bei, da ihmnoch das Scheren fehlt.",
"Raba sprach: Auch ich pflichte dir hinsichtlich des Herrichtenden des Pesaḥopfers bei, da ihmnichts fehlt. Abajje sprach zu ihm: Ihm fehlt ja noch der Sonnenuntergang!? Dieser erwiderte: Die Sonne geht von selbstunter.",
"Auch Abajje trat davon zurück, denn es wird gelehrt:",
"Wenn am Tage des Vollwerdens, so bringe sie es, wenn innerhalb [der Tage] des Vollwerdens, so bringe sie es nicht.",
"Man könnte glauben, sie bringe es nicht wegen der Geburt vor dem Vollwerden, wohl aber wegen der Geburt nach dem Vollwerden,",
"so heißt es:beim Vollwerden der Tage ihrer Reinigung, wenn am Tage des Vollwerdens, so bringe sie es, wenn innerhalb [der Tage] des Vollwerdens, so bringe sie es nicht.",
"Hierzu sagte R. Kahana: Anders ist es hierbei, da noch das Opfer fehlt. [Und auf den Einwand:] auch in jenem Fallefehlt ja noch der Sonnenuntergang, erwiderte",
"Abajje, die Sonne gehe von selbst unter.",
" WENN JEMAND EINEN TOTEN AUF GEWÖHNLICHE WEISE LIEGENFINDET, SO SCHAFFE ER IHNSAMT DER ERDUNTERLAGE FORT; \n",
"WENN ZWEI, SO SCHAFFE ER SIE SAMT IHRER ERDÜNTERLAGE FORT. FINDET ER DREI, SO IST [DER PLATZ], WENN SIE VON EINANDER VIER BIS ACHT ELLEN ENTFERNT SIND, EINE GRÄBERSTÄTTE"
],
[
"UND ER MUSS VON DIESEM AB NOCH ZWANZIG ELLEN UNTERSUCHEN; FINDET ER [EINE LEICHE] IN EINER ENTFERNUNG VON ZWANZIG ELLEN, SO UNTERSUCHE ER WEITERE ZWANZIG ELLEN, DENN DIE SACHE HAT EINEN GRUND, OBGLEICH ER IHN, WENN ER IHN ZUERST GEFUNDEN HÄTTE, SAMT DER ERDUNTERLAGE FORTSCHAFFEN DÜRFTE.",
"GEMARA. R. Jehuda sagte : Findet, ausgenommen der aufgefundene; einen Toten, ausgenommen der Erschlagene; liegen, ausgenommen sitzend; auf gewöhnliche Weise, ausgenommen der Fall, wenn der Kopf sich zwischen den Hüften befindet.",
"U͑la b. Ḥanina lehrte: [Auch] bei einer unvollständigen Leiche hat [die Bestimmung von der] Erdunterlage und der Gräberstätte keine Geltung. – Weshalb nicht in all den genannten Fällen? – Wir berücksichtigen, es ist wahrscheinlich ein Nichtjude.",
"Wenn bei zwei der gefundenen [Leichen] der Kopf der einen sich an den Füßen der anderen und der Kopf der anderen sich an den Füßen der einen befindet, so hat bei ihnen [die Bestimmung von der] Erdunterlage und der Gräberstätte keine Geltung. Wenn man drei findet, eine bekannt und zwei erstmalig oder eineerstmalig und zwei bekannt, so hat bei ihnen [die Bestimmung von der] Erdunterlage Geltung, nicht aber die der Gräberstätte.",
"Einst untersuchte R. Ješebab und fand zwei bekannte [Leichen] und eine erstmalig, und er wollte [den Platz] als Gräberstätte erklären, da sprach R. A͑qiba zu ihm : All deine Mühe ist umsonst; [die Bestimmung von der] Gräberstätte gilt nur von dem Falle, wenn es drei bekannte oder drei unbekannte sind.",
"SO SCHAFFE ER SIE SAMT IHRER ERDUNTERLAGE FORT. Was heißtErdunterlage? R. Jehuda erwiderte: Die Schrift sagt:du sollst mich von Miçrajim tragen, nimm etwas von Miçrajimmit mir. –",
"Wieviel beträgt das Quantum der Erdunterlage? R. Elea͑zar (b. R. Çadoq) erklärte: Er nehme die aufgeweichte Erdeund grabe noch drei Fingerbreiten in den jungfräulichen Roden.",
"Man wandte ein: Wieviel beträgt das Quantum der Erdunterläge? R. Elea͑zar b. R. Çadoq erklärte: Er lese die Späne und die Erdklumpenauf,",
"werfe das sicher [reine] fort und lasse das Zweifelhafteliegen, und alles übrigewird zum größeren Teile des Umfanges der Leiche, zum Viertel [Kab] Gebeine und zu einem Löffel Verwestesvereinigt !? –",
"Er ist der Ansicht des Autors der folgenden Lehre: Wieviel beträgt das Quantum der Erdunterlage? R. Joḥanan erwiderte im Namen Ben A͑zajs: Er nehme die aufgeweichte Erde und grabe noch drei Fingerbreiten in den jungfräulichen Boden.",
"UND &C. UNTERSUCHEN."
],
[
"Raba sagte: Wenn er untersucht und eine [Leiche] fortgeschafft, untersucht und eine fortgeschafft und untersucht und wiederum eine findet, so lege er weder diesezu jenen beiden noch jene beidezu dieser.",
"Manche lesen: Raba sagte: Da nun einmal die Erlaubnis zum Fortschaffen vorhanden ist, schaffe er siefort. – Sollte doch [der Platz] eine Gräberstätte werden!? Reš Laqiš erwiderte: Sie fanden eine Veranlassung, für die Reinheit des Jisraéllandes einzutreten.",
"Wie ist es, wenn man zwanzig Ellen untersucht und nichts gefundenhat? R. Menasja b. Jirmeja erwiderte im Namen Rabhs: So ist [der Platz] eine Gräberstätte, – Weshalb? Reš Laqiš erwiderte: Sie fanden eine Veranlassung, für die Reinheitdes Jisraéllandes einzutreten.",
" DER ZWEIFELHAFTE AUSSATZIST BEI DER ENTSTEHUNG, BEVOR DIE UNREINHEIT FESTGESTELLT IST, REIN; IST DIE UNREINHEIT FESTGESTELLT, SO IST ER BEI EINEM ZWEIFEL UNREIN.",
"GEMARA. Woher dies? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Die Schrift sagt:ihn für rein oder unrein zu erklären, die Schrift hat mit der Reinheit begonnen. – Demnach sollte er in einem Zweifel rein sein, auch wenn die Unreinheit festgestellt ist!? –",
"Vielmehr, die Worte R. Jehudas im Namen Rabhs beziehen sich auf folgende Lehre: Wenn der Fleck dem weißen Haarevoranging, so ist er unrein, wenn das weiße Haar dem Fleck voranging, so ist er rein; ist es zweifelhaft, so ist er unrein; R. Jehušua͑ sagt, dunkel. –",
"Was heißt dunkel? R. Jehuda erwiderte: Es ist dunkel, und er ist rein. – Vielleicht dunkel und unrein. R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Die Schrift sagt: ihn für rein oder unrein zu erklären, die Schrift hat mit der Reinheit begonnen.",
" NACH SIEBEN RICHTUNGENIST DER FLUSSBEHAFTETE VOR FESTSTELLUNG DER FLUSSBEHAFTUNGZU UNTERSUCHEN: [ÜBERMASSIGES] EsSEN UND TRINKEN, ÜBERLASTUNG, SPRINGEN, KRANKHEIT, ERSCHEINUNG, [WOLLÜSTIGE] GEDANKEN;\n",
"IST DIE FLUSSBEHAFTUNG FESTGESTELLT WORDEN, SO UNTERSUCHE MAN IHN NICHT MEHR. SEIN UNFREIWILLIGERFLUSS, SEIN ZWEIFELHAFTER FLUSS UND SEIN SAMENERGUSS SIND UNREIN, DENN DIE SACHEHAT EINEN GRUND.",
"WENN JEMAND SEINEM NÄCHSTEN EINEN SCHLAG VERSETZT HAT, DEN MAN ALS TÖTLICH SCHÄTZT, [DIE KRANKHEIT] ABER NACHLÄSST, SPÄTER JEDOCH ZUNIMMT UND JENER STIRBT, SO IST ER SCHULDIG ; R. NEḤEMJA SAGT, ER SEI FREI, DENN DIE SACHEHAT EINEN GRUND.",
"GEMARA. Woher dies? R. Nathan erwiderte: Die Schrift sagt:und der den Fluß (fließen) hat, beim dritten Male gleicht er der Frau. –",
"Es wird ja aber gelehrt: R. Elie͑zer sagt, beim dritten Maleuntersuche man ihn, beim vierten Male untersuche man ihn nicht mehr!? – Vielmehr, sie streiten über [die Partikel] den ; R. Elie͑zer deutet [die Partikel] den, die Rabbanan deuten [die Partikel] den nicht.",
"SEIN UNFREIWILLIGER FLUSS, SEIN ZWEIFELHAFTER FLUSS &C."
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"Raba sagte: Man erkläre nicht, wenn es zweifelhaft ist, ob er [Ausfluß] gemerkt hat oder nicht, sondern wenn er bestimmt gemerkt hat, es aber zweifelhaft ist, ob dies Samenerguß oder Ausfluß war; da einmal die Unreinheit festgestellt ist, ist er auch im Zweifel unrein.",
"SEIN SAMENERGUSS IST UNREIN. Wodurch [verunreinigend], wollte man sagen, durch Berührung, so ist dieser ja nicht weniger als der Samenerguß eines Reinen!? – Vielmehr, der Samenerguß eines Flußbehafteten verunreinigt auch durch das Tragen. –",
"Wer ist der Autor, welcher sagt, der Samenerguß eines Flußbehafteten verunreinige durch das Tragen? Wollte man sagen, es sei der Autor der folgenden Lehre: R. Elie͑zer sagt, der Samenerguß eines Flußbehafteten sei durch Tragen nicht verunreinigend; R. Jehošua͑ sagt, er sei durch Tragen verunreinigend, weil er ohne Flußtropfen nicht möglich ist. Aber auch R. Jehošua͑ ist ja dieser Ansicht nur wegen der Flußtropfen, gesondert aber nicht !?",
"Vielmehr, erklärte R. Ada b. Ahaba, dies besagt, daß [der Fluß] nicht darauf zurückzuführensei.",
"R. Papa wollte vor Raba erklären, weil er aus Schwächeerfolgt ist, da sprach Raba zu ihm: Eis wird ja gelehrt, daß ein Proselyt sofort nach seiner Bekehrung durch Ausfluß verunreinigendsei!? Jener erwiderte: Du hast keine größere Krankheit als diese.",
"Hierüber streiten vielmehr Tannaím, denn es wird gelehrt: Der Samenerguß des Flußbehafteten ist von Stunde bis Stundeverunreinigend; R. Jose sagt, nur diesen Tag. –",
"Worin besteht ihr Streit? – In einer Lehre Šemuéls. Šemuél wies auf einen Widerspruch hin: Es heißt: wenn jemand unter dir ist, der nicht rein istinfolge eines nächtlichen Ereignisses, und es heißt:gegen Abendwasche er sich im Wasser.",
"Derjenige, der von Stunde bis Stunde sagt, betont [die Worte] gegen Abend, und der andere betont [die Worte] nächtlichen Ereignisses. –",
"Wie erklärt derjenige, der [die Worte] gegen Abend betont, [die Worte] nächtlichen Ereignisses!? Er kann dir erwidern: der Samenerguß pflegt gewöhnlich nachts zu erfolgen.",
" ŠEMUÉL WAR, WIE R. NEHORAJ SAGT, EIN NAZIR, DENN ES HEISST :ein Schermesser komme nicht über sein Haupt. BEI ŠIMŠON WIRD [DAS WORT] mora[SCHERMESSER] GEBRAUCHT, UND BEI ŠEMUÉL WIRD [DAS WORT] mora GEBRAUCHT, WIE ŠIMŠON, BEI DEM [DAS WORT] mora GEBRAUCHT WIRD, NAZIR WAR, EBENSO WAR ŠEMUÉL, BEI DEM [DAS WORT] mora GEBRAUCHT WIRD, NAZIR.",
"R. JOSE SPRACH : UNTER mora IST JA [DIE FURCHT]VOR EINEM [MENSCHEN AUS] FLEISCH UND BLUT ZU VERSTEHEN!? R. NEHORAJ ERWIDERTE IHM: ES HEISST BEREITS:Šemuél sprach: Wie kann ich hingehen, wenn Šaúl dies erfährt, bringt er mich um. DEMNACH KAM ÜBER IHN DIE FURCHT VOR [EINEM MENSCHEN AUS] FLEISCH UND BLUT.",
"GEMARA. Rabh sprach zu seinem Sohne Ḥija:"
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"Hasche danachund sprich den Segen. Ebenso sprach R. Hona zu seinem Sohne Rabba : Hasche danach und sprich den Segen.",
"Demnach ist der bedeutender, der den Segen spricht, und dem widersprechend wird gelehrt : R. Jose sagt, wer Amen antwortet, sei bedeutender als der, der den Segen spricht!? Hierzu sagte R. Nehoraj : Beim Himmel, so ist es auch. Merke, die Infanteristen zetteln den Krieg an und die Heldentragen den Sieg davon. –",
"Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: Sowohl der, der den Segen spricht, als auch der, der Amen antwortet, isteinbegriffen, nur kommt der, der den Segen spricht, zuerst daran.",
"R. Elea͑zar sagte im Namen R. Ḥaninas : Die Schriftgelehrten mehre<n den Frieden in der Welt, denn es heißt :all deine Söhne sind Gottesgelehrte, und groß ist der Friede deiner Kinder."
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