{ "language": "en", "title": "Nazir", "versionSource": "https://www.nli.org.il/he/books/NNL_ALEPH001042448/NLI", "versionTitle": "Talmud Bavli. German trans. by Lazarus Goldschmidt, 1929 [de]", "shortVersionTitle": "Lazarus Goldschmidt, 1929", "actualLanguage": "de", "languageFamilyName": "german", "isBaseText": false, "isSource": false, "direction": "ltr", "heTitle": "נזיר", "categories": [ "Talmud", "Bavli", "Seder Nashim" ], "text": [ [], [], [ "i ALLE UMSCHREIBUNGEN VON NAZIR1Des W.s Nazir (eigentl. Abgesonderter, Geweihter, der sich durch seinen Lebenswandel ganz Gott weiht; cf. Num:. 6,2ff.), beim Sprechen des diesbezüglichen Gelübdes. GELTEN WIE NAZIR.", "SAGTE JEMAND: ICH WILL SEIN2Sc. ein Nazir; schon der Ansatz der Gelübdeformel ist bindend., SO IST ER NAZIR; [SAGTE ER:] ICH WILL SCHÖN3Einen üppigen Haarwuchs tragen, wie dies dem Nazir vorgeschrieben ist; cf. Num. 6,5. SEIN, SO IST ER NAZIR; [SAGTE ER:] NAZIQ, NAZIḤ, PAZIḤ4Umschreibungen od. Kakophonien des W.s Nazir., SO IST ER NAZIR. [SAGTE JEMAND:] ICH WILL SO5Wenn er dabei auf einen vorübergehenden Nazir zeigt. SEIN, ODER: ICH WILL [DAS HAAR] KRÄUSELN LASSEN, ODER: ICH WILL [DAS HAAR] PFLEGEN6Dh. das Scheren unterlassen., ODER: ICH NEHME AUF MICH, DAS HAAR HINWACHSEN ZU LASSEN, SO IST ER NAZIR.", "[SAGTE JEMAND:] ICH NEHME AUF MICH [DIE DARBRINGUNG] VON VÖGELN7Das Opfer, das ein unrein gewordener Nazir darzubringen hat; cf. Num. 6,10., SO IST ER, WIE R. MEÍR SAGT, NAZIR, UND WIE DIE WEISEN SAGEN, KEIN NAZIR.", "GEMARA. Merke, der Autor befindet sich ja bei der Sektion von den Frauen8So heißt die Mišnasektion, in die unser Traktat eingereiht ist., wieso lehrt er da [das Gesetz] vom Nazir!? –", "Der Autor bezieht sich auf folgenden Schriftvers: 9Dt. 24,1.wenn sie aber keinen Gefallen in seinen Augen findet, weil er etwas Widerwärtiges an ihr entdeckt. Er lehrt folgendes: der Wein ist es, der zur Sünde veranlaßt, und er lehrt, wer eine Ehebruchsverdächtigte bei ihrer Entartung sieht, gelobe sich den Wein ab10Und Nazir werde.. –", "Er beginnt mit den Umschreibungen und nennt die Ansätze11Die Mišna spricht eingangs nur von den Umschreibungen des W.s Nazir, daß sie diesem gleichen, bei der Aufzählung dagegen werden zuerst die Formelansätze genannt.!?", "Raba, nach anderen Kadi, erwiderte: [Die Mišna] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: alle Umschreibungen von Nazir gelten wie Nazir und die Ansätze des Nazirgelübdes gelten wie das Nazirgelübde. Folgendes sind Ansätze: wenn jemand sagt: ich will sein, so ist er Nazir. –", "Sollte er doch zuerst die Umschreibungen13Mit denen der Autor beginnt.aufzählen!? – Der Autor erklärt zuerst das, womit er14Im einleitenden Salze.aufhört. So haben wir auch gelernt: Was man als Brennstoff15Zur Beleuchtung am Šabbath; cf. Sab. Fol. 20b.verwenden darf und was man nicht als Brennstoff verwenden darf. Aufgezählt aber werden zuerst [diejenigen Dinge], die man nicht als Brennstoff verwenden darf.", "Worin man warmstellen16Speisen für den Šabbath; cf. ib. Fol. 47b.darf und worin man nicht warmstellen darf? Aufgezählt aber wird zuerst das, worin man nicht warmstellen darf.", "Womit eine Frau ausgehen17Welchen Schmuck sie am Šabbath (an dem das Tragen jeder Last verboten ist, cf. Jer. 21) auf öffentlichem Gebiete tragen darf; cf. ib. Fol. 57a. darf und womit sie nicht ausgehen darf. Aufgezählt aber wird zuerst das, womit sie nicht ausgehen darf. –", "Wir haben ja aber gelernt: Womit man ein Vieh austreiben18Am Šabbath; cf. ib. Fol. 51b.darf und womit man es nicht austreiben darf, und er zählt zuerst auf, womit man ein Kamel austreiben darf!?", "Manche [Verwandte] beerben und vererben, beerben und vererben nicht, vererben und beerben nicht, beerben nicht und vererben nicht, und er zählt zuerst diejenigen auf, die beerben und vererben!? –", "Vielmehr, tatsächlich nennt er einmal das eine und einmal das andere [zuerst];", "bei einem Verbote, das sich auf die Person selbst bezieht, nennt er das Verbotene zuerst, bei einem Vieh, wobei das Verbot durch das Vieh erfolgt, nennt er das Erlaubte zuerst," ], [ "und bei der Beerbung nennt er das Grundgesetz der Erbschaft19Die Fälle, in welchen dieses Gesetz wohl zur Anwendung kommt.zuerst. –", "Demnach20Da in unserem Falle beides sich auf die Person selbst bezieht u. kein Grund vorhanden ist, das zuerst genannte später zu erklären.sollte er auch hierbei die Umschreibungen zuerst nennen!? – Vielmehr aus folgendem Grunde: [die Gültigkeit] der Ansätze wird durch eine Schriftauslegung gefolgert, und diese ist ihm lieb. –", "Sollte er damit auch eingangs beginnen!? – Der Autor beginnt mit dem, was hauptsächlich zum Opfer [verpflichtet21Es ist dies das W. Nazir, dem die Umschreibung gleicht.], bei der Erklärung aber nennt er die Ansätze zuerst.", "SAGTE JEMAND: ICH WILL SEIN, SO IST ER NAZIR. Vielleicht meinte er: ich will im Fasten verweilen22Im Hebräischen mit ‘sein’ konstruiert.!? Šemuél erwiderte: Wenn ein Nazir an ihm vorüberging23Und er auf diesen Bezug nimmt.. –", "Es wäre anzunehmen, daß Šemuél der Ansicht ist, Ansätze, die nichts24Wenn aus dem Ansatz der eigentliche Sinn der Formel nicht hervorgeht.beweisen, gelten nicht als Ansätze25Während er an anderer Stelle (Qid. Fol. 5b) entgegengesetzter Ansicht ist.? – Ich will dir sagen, wenn ein Nazir an ihm vorüberging, so ist eine andere Absicht nicht zu vermuten26Auch in diesem Falle beweist der Ansatz nicht, daß er ein Nazirgelübde aussprechen wollte, jedoch ist dies wahrscheinlich., wenn aber ein Nazir nicht vorüberging, sagen wir, er meinte vielleicht: ich will im Fasten verweilen27In diesem Falle fehlt sogar die Wahrscheinlichkeit, daß er an ein Naziratgelübde dachte.. –", "Vielleicht meinte er, er wolle ihn seiner Opfer entheben28Für ihn die Opfer darbringen, die der Nazir bei Beendigung seines Nazirates darzubringen hat; cf. Num. 6,14ff.!? – Wenn er im Herzen [das Richtige] gedacht hat. –", "Wozu braucht dies demnach gelehrt zu werden!? – Man könnte glauben, Mund und Herz müssen übereinstimmen, so lehrt er uns.", "ICH WILL SCHÖN SEIN, SO IST ER NAZIR. Vielleicht meinte er: ich will mich schön zeigen in der Ausübung der Gebote!? Es wird nämlich gelehrt:29Ex. 15,2.Dieser ist mein Gott, ich will ihn verherrlichen; ich will ihn verherrlichen30Eigentl. mich schön zeigen.bei der Ausübung der Gebote: ich will ihm [zu Ehren] eine schöne Festhütte31Cf. Lev. 23,42ff., einen schönen Feststrauß32Cf. Ib. V. 40., schöne Çiçith33Cf. Num. 15,38.machen, eine schöne Torarolle schreiben und sie in schöne Seide hüllen.", "Šemuél erwiderte: Wenn er sich an das Haar faßte und sprach: ich will schön34Durch die Ausübung dieses Gebotes.sein. –", "Dies35Das Nazirgelübde.ist ja eine Übertretung, und das soll schön heißen!? –" ], [ "Freilich: selbst nach R. Elea͑zar ha Qappar, welcher sagt, ein Nazir sei ein Sünder, gilt dies nur von einem unreinen Nazir, weil er, da [die verstrichene Zeit]36Des Nazirates, das durch die Unreinheit unterbrochen wurde.hinfällig ist, denn der Allbarmherzige sagt: 37Num. 6,12.und die früheren Tage sind hinfällig, das Nazirat übertreten könnte, ein reiner Nazir aber ist kein Sünder.", "ICH WILL SO SEIN. Er hat ja, selbst wenn er sich an das Haar faßte, nicht ‘dadurch’38Durch den Haarwuchs; das W. כזה ist nach anderen in בזה zu korrigieren.gesagt!? Šemuél erwiderte: Wenn ein Nazir an ihm vorüberging.", "ICH WILL KRÄUSELN LASSEN. Woher, daß darunter das Kräuseln des Haares zu verstehen ist? – So sprach einst eine Magd im Hause Rabbis zu einem: wie lange noch wirst du dein Haar kräuseln? –", "Vielleicht die Tora39Er gelobte, sich mit dieser zu befassen; hiervon wird figürlich der Ausdruck ‘kräuseln’ gebraucht., denn es heißt:40Pr. 4,8.kräusle sie und sie wird dich erheben!? Šemuél erwiderte: Hierbei ebenfalls, wenn er sich an das Haar faßte.", "ICH WILL PFLEGEN. Woher, daß unter Pflegen das des Haares zu verstehen ist? – Wie wir gelernt haben: R. Jehuda sagt, Kalk, um den Haarwuchs41Hierfür wird der in Rede stehende Ausdruck gebraucht.zu entfernen42Das Tragen eines solchen Quantums am Šabbath aus einem Gebiete nach einem anderen ist strafbar; cf. Sab. Fol. 76b., und Rabh erklärte, an der Unterschläfe. –", "Vielleicht die Pflege von Armen, wie es heißt:43Gen. 47,12.und Joseph verpflegte seinen Vater und seine Brüder!? Šemuél erwiderte: Hierbei ebenfalls, wenn er sich an das Haar faßte.", "ICH NEHME AUF MICH, DAS HAAR HINWACUSEN ZU LASSEN, SO IST ER NAZIR. Woher, daß unter Šalaḥ44Dem in der Mišna hierfür gebrauchten Ausdrucke.das Wachsenlassen zu verstehen ist? – Es heißt:45Cant. 4,13.deine Schößlinge [šelaḥajikh] wie ein Granatenhain. –", "Vielleicht etwas, das vorübergeht46Was später nicht mehr zu merken ist, da das in Rede stehende Wort auch diesen Begriff hat; hier wäre dies zu verstehen, er werde sich das Haar scheren lassen., wie es heißt:47Ij. 5,10.er läßt Wasser über die Straßen ziehen [šoleaḥ]!? –", "Der Autor folgert aus [dem Worte] Haarwuchs; hierbei heißt es:48Num. 6,5.heilig soll er sein, den Haarwuchs gedeihen lassen, und dort, beim gemeinen Priester, heißt es:49Ez. 44,20.den Haarwuchs sollen sie nicht nachhängen lassen.", "Wenn du aber willst, sage ich: auch beim Wasser50Im oben angezogenen Verse Ij. 5,10.ist unter šoleaḥ das Wachsen zu verstehen, denn R. Joseph paraphrasiert: wie das Wasser die Frucht tränkt und sie wachsen macht.", "ICH NEHME AUF MICH [DIE DARBRINGUNG] VON VÖGELN, SO IST ER, WIE R. MEÍR SAGT, NAZIR. Was ist der Grund R. Meírs? Reš Laqiš erwiderte: Er nahm auf sich [die Darbringung] der Vögel, die neben ‘Haar’ genannt51Die damit im Zusammenhange stehen.werden, wie es heißt:52Dan. 4,30.bis das Haar ihm wie den Adlern gewachsen war, und die Nägel wie Vögel[krallen].", "R. Meír ist der Ansicht, er werde vom daneben genannten53Es ist ebenso als würde er gesagt haben, er nehme auf sich das Wachsenlassen des Haares, dh. er wolle Nazir sein.erfaßt," ], [ "und die Rabbanan sind der Ansicht, er werde vom daneben genannten nicht erfaßt.", "R. Joḥanan erwiderte: Alle stimmen überein, daß er vom daneben genannten nicht erfaßt werde, vielmehr ist folgendes der Grund R. Meírs: wir berücksichtigen, er kann [die Darbringung der] Vögel eines unreinen Nazirs54Die ein solcher darzubringen hat; hierzu muß er Nazir sein.auf sich genommen haben. –", "Merke, er sagt ja, es sei zu berücksichtigen, somit kann er ja ein freiwilliges Vogelopfer auf sich genommen haben!? – Sodann sollte er gesagt haben: ich nehme auf mich [die Darbringung] eines Vogelpaares55Wörtl. Nest; dies ist die übliche Bezeichnung für das freiwillige Vogelopfer.. –", "Vielleicht meinte er die Vögel eines Aussätzigen56Ein Vogelopfer, das so herzurichten ist, wie dies für einen Aussätzigen zu erfolgen hat; cf. Lev. Kap. 14.!? – Wenn ein Nazir an ihm vorüberging. – Vielleicht meinte er einen unreinen Nazir, ihn seiner Opfer zu entheben57Er wolle für einen unreinen Nazir das Vogelopfer darbringen.!? – Wenn ein reiner Nazir an ihm vorüberging. –", "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen58RL. u. RJ.; nach beiden ist er nur dann Nazir, wenn beim Sprechen ein Nazir an ihm vorüberging.? –", "Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen in dem Falle, wenn er gesagt hat: er nehme auf sich [die Darbringung von] Vögeln, die neben ‘Haar’ genannt werden. Nach R. Joḥanan ist er, obgleich er diesen Ausdruck gebraucht hat, nur dann [Nazir], wenn ein Nazir an ihm vorüberging, sonst aber nicht, nach Reš Laqiš aber auch dann, wenn kein Nazir an ihm vorüberging. –", "Gibt es denn jemand, der der Ansicht wäre, man werde von dem, was daneben genannt ist, nicht erfaßt!? Es wird ja gelehrt: Sagte jemand: bei der Rechten, so ist dies ein Schwur. Doch wohl aus dem Grunde, weil es heißt:59Dan 12,7.da hob er seine Rechte und seine Linke gegen den Himmel und schwor bei dem, der ewig lebt60Das W. ‘Rechte’’ wird neben ‘Schwur’’ gebraucht.. –", "Ich will dir sagen, nein, weil die Rechte an sich einen Schwur bedeutet. Es wird nämlich gelehrt: Woher, daß, wenn jemand ‘[bei der] Rechten’ sagt, dies ein Schwur sei? Es heißt:61Jes. 62,8.der Herr hat bei seiner Rechten geschworen. Und woher, daß, wenn jemand ‘[bei der] Linken’ sagt, dies ein Schwur sei? Es heißt:61Jes. 62,8.und beim Arme seiner Macht.", "ii,1 SAGTE JEMAND:] ICH WILL NAZIR SEIN INBEZUG AUF TRAUBENKERNE, SCHLAUBEN62Cf. Num. 6,4., DAS HAARSCHEREN ODER DIE VERUNREINIGUNG, SO IST ER NAZIR, UND ALLE GENAUIGKEITEN DES NAZIRATES LIEGEN IHM OB.", "GEMARA. Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht R. Šimo͑ns, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagt, er sei nur dann schuldig63Wegen Übertretung des Nazirgesetzes., wenn er sich alles64Was dem Nazir verboten ist.abgelobt hat; die Weisen sagen, selbst wenn nur eines davon, sei er Nazir. –", "Was ist der Grund R. Šimo͑ns? – Die Schrift sagt:65Num. 6,4.von allem,, was aus dem Weinstocke bereitet wird, weder Kerne noch Schlauben66Er ist daher nur dann Nazir, wenn er sich alles abgelobt hat.. – Was ist der Grund der Rabbanan? – Die Schrift sagt: 67Num. 6,3.des Weines und des Rauschtrankes enthalte er sich68Er ist Nazir, auch wenn er sich nur den Wein abgelobt hat.. –", "Und R. Šimo͑n, es heißt ja: des Weines und des Rauschtrankes enthalte er sich!? – Dies deutet darauf, daß ihm der Wein auch zu Gebotszwecken gleich dem freigestellten verboten sei. –", "Das sind wohl der Weihsegen und der Unterscheidungssegen, und bezüglich dieser" ], [ "ist er ja vom Berg Sinaj her69Dh. seit der Gesetzgebung.mit einem Schwure belegt70Dieses Gebot besteht seit jeher u. kann durch das Gelübde nicht aufgehoben werden.!? –", "Vielmehr, nach einer Lehre Rabas: Wenn jemand geschworen hat, [Wein] zu trinken, und darauf spricht: ich will Nazir sein, so erstreckt sich das Nazirat auf den Schwur71Er darf ihn nicht trinken, obgleich er durch den Schwur dazu verpflichtet ist.. –", "Und die Rabbanan, dieser [Schriftvers]72Num. 6,3, aus dem sie ihre Ansicht entnehmen.ist ja nötig, um hieraus das Verbot des Weines zu Gebotszwecken gleich dem Freigestellten zu entnehmen!? – Die Schrift sollte ja nur den Wein nennen, da sie aber auch den Rauschtrank nennt, so ist beides zu entnehmen. –", "Und R. Šimo͑n!? – Der Rauschtrank wird deshalb genannt, um hieraus hinsichtlich des Tempels73Den der Priester in der Trunkenheit nicht betreten darf.zu folgern. Es heißt:74Lev. 10,9.Wein und Rauschtrank sollst du nicht trinken, du und deine Söhne mit dir; wie dem Nazir nur Wein verboten ist, nicht aber andere [berauschende] Getränke, ebenso erstreckt sich das Verbot hinsichtlich des Tempels nur auf Wein, nicht aber auf andere berauschende Getränke.", "Dies schließt die Ansicht R. Jehudas aus, denn es wird gelehrt: R. Jehuda sagt, wer eine qei͑lische Feige gegessen oder Honig und Milch getrunken hat75Wodurch er etwas berauscht worden ist.und darauf in den Tempel eingetreten ist, sei schuldig.", "Wenn du aber willst, sage ich: R. Šimo͑n ist nicht der Ansicht, daß ein Verbot sich auf Verbotenes76Diese Stelle ist etwas dunkel u. auch die Kommentare, die hier von einander vollständig abweichen, geben keine befriedigende Erklärung; weil, (anders als sonst) zu übersetzen: er ist nicht der Ansicht, daß ein Verbot sich zu einem Verbote geselle, dh. ihm ist nur das verboten, was er ausdrücklich genannt hat.erstrecke.", "Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n sagt, wer Aas am Versöhnungstage gegessen hat, sei frei77Von der Strafe wegen Essens am Versöhnungstage, weil schon das Aas an sich verboten ist.. –", "Und die Rabbanan, es heißt ja: von allem, was aus dem Weinstocke bereitet wird78Nur wenn er sich alles abgelobt.!? – Die Rabbanan können dir erwidern: dies lehrt, daß die dem Nazir verbotenen Dinge mit einander vereinigt werden79Zum strafbaren Quantum einer Olive.. –", "Und R. Šimo͑n!? – Er hält nichts von der Vereinigung. Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n sagt, die Geißelung80Wegen Essens von Verbotenem; eine Vereinigung zur Olivengröße ist überhaupt nicht erforderlich.sei auf ein Minimum gesetzt, und nur hinsichtlich des Opfers81Das wegen der unvorsätzlichen Ausübung eines Verbotes darzubringen ist.ist Olivengröße erforderlich.", "ii,2 SAGTE JEMAND:] ICH WILL SEIN WIE ŠIMŠON82Der schon vor seiner Geburt als Nazir bezeichnet worden war; er war es jed. nur in beschränktem Umfange, da er sich das Nazirat nicht selbst auferlegt hatte; cf. Jud. 13,5., DER SOHN MANOAḤS, DER EHEMANN DER DELILA, ODER83Wenn er neben dem vollen Namen Šimšons folgende Bezeichnung nennt; so nach der weiter folgenden Auslegung des T.s, der Kommentatoren u. der Decisoren. Auch Maimonides (Jad הלכות נזירות Kap. 3) ist nicht anderer Ansicht, denn § 14 spricht er von dem Falle, wenn jemand ausdrücklich sagt, er wolle ‘Nazir wie Šimšon’ sein, u. § 15 heißt es in den von mir benutzten ältesten Ausgaben (Rom(?) vor 1480 u. Soncino 1490) כשמשון בן מנוח; die Lesart כבן מנוח in den späteren Ausgaben ist wohl eine Änderung, die ebenso auf Unkenntnis beruht, wie die breitspurige Gelehrttuerei mancher Mišnaübersetzer.DER, DER DIE TORE VONZA AUSHOB, ODER DER, DEM DIE PELIŠTIM DIE AUGEN AUSSTACHEN, SO IST ER NAZIR WIE ŠIMŠON.", "GEMARA. Wozu lehrt er dies alles? – Dies ist nötig. Hieße es nur: ich will wie Šimšon sein, so könnte ein anderer Šimšon gemeint sein, daher heißt es: wie der Sohn Manoaḥs.", "Und hieße es auch: wie der Sohn Manoaḥs, so könnte man glauben, es gebe einen anderen, der so heißt, daher heißt es auch: wie der Ehemann der Delila, oder wie der, dem die Pelištim die Augen ausstachen.", "ii,3 WELCHEN UNTERSCHIED GIBT ES ZWISCHEN EINEM LEBENSLÄNGLICHEN NAZIR UND EINEM NAZIR WIE ŠIMŠON? EIN LEBENSLÄNGLICHER NAZIR DARF, WENN IHM DAS HAAR LÄSTIG WIRD, ES MIT EINEM SCHERMESSER STUTZEN UND BRINGT84Beim Haarscheren gleich jedem anderen Nazir; cf. Num. 6,14ff.DIE DREI OPFERTIERE DAR, UND WENN ER UNREIN WIRD, BRINGT ER DAS UNREINHEITSOPFER85Cf. Num. 6,10.DAR, \n", "EIN NAZIR WIE ŠIMŠON ABER DARF, WENN IHM DAS HAAR LÄSTIG WIRD, ES NICHT STUTZEN, UND WENN ER UNREIN WIRD, BRINGT ER DAS [UNREINHEITS]OPFER NICHT DAR.", "GEMARA. Wer spricht von einem lebenslänglichen Nazir!? – [Die Mišna] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: sagte jemand: ich will lebenslänglicher Nazir sein, so ist er Nazir. Welchen Unterschied gibt es zwischen einem lebenslänglichen Nazir und einem Nazir wie Šimšon? Ein lebenslänglicher Nazir darf, wenn ihm das Haar lästig wird, es mit einem Schermesser stutzen und bringt die drei Opfertiere dar, und wenn er unrein wird, bringt er das Unreinheitsopfer dar, ein Nazir wie Šimšon aber darf, wenn ihm das Haar lästig wird, es nicht stutzen," ], [ "und er bringt das Unreinheitsopfer nicht dar. –", "Er braucht also nur das Opfer nicht darzubringen, wohl aber ist er diesbezüglich86Bezüglich der Verunreinigung; er darf sich von vornherein nicht rit. verunreinigen. Nazir,", "somit vertritt ja unsere Mišna weder die Ansicht R. Jehudas noch die des R. Šimo͑n!? Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagt, ein Nazir wie Šimšon dürfe sich an Toten verunreinigen, denn wir finden, daß Šimšon sich verunreinigt hat. R. Šimo͑n sagt, wenn jemand sagte, er wolle ein Nazir wie Šimšon sein, habe er nichts gesagt, denn wir finden nirgends, daß aus dem Munde Šimšons ein Nazirgelübde gekommen sei.", "Wessen Ansicht: wenn die des R. Jehuda, so erlaubt er es ja auch von vornherein, während unsere Mišna von dem Falle spricht, wenn er unrein geworden ist, und wenn die des R. Šimo͑n, so wird er ja vom Nazirate überhaupt nicht erfaßt. –", "Tatsächlich die des R. Jehuda, da sie aber vom lebenslänglichen Nazir ‘wenn er unrein wird’ lehrt, so lehrt sie auch vom Nazir wie Šimšon ‘wenn er unrein wird’87In Wirklichkeit aber darf dieser es auch von vornherein.. –", "Es wäre anzunehmen, daß sie den Streit der folgenden Tannaím führen: Wir haben gelernt: [Sagte jemand:] dies88Auf irgend eine Speise zeigend.sei mir wie Erstgeborenes89Von einem reinen Tiere, das heilig ist u. von einem Gemeinen nicht gegessen werden darf., so ist es ihm nach R. Ja͑qob verboten und nach R. Jose erlaubt.", "Wahrscheinlich ist R. Jehuda der Ansicht R. Ja͑qobs, welcher sagt, es brauche keine Sache zu sein, die erst durch Gelübde [verboten wird], und R. Šimo͑n der Ansicht R. Joses, welcher sagt, es müsse eine Sache sein, die erst durch Gelübde [verboten wird]90Durch ein solches Gelübde wird die Speise nur dann verboten, wenn die Sache, der sie gleichgestellt wird, ebenfalls an sich erlaubt u. nur durch Gelübde verboten wird, wie dies bei anderen Opfertieren der Fall ist, die durch das Gelübde des Eigentümers heilig werden; dagegen aber ist die Erstgeburt an sich heilig u. kann nicht gelobt werden. Auch das Nazirat Šimšons erfolgte nicht durch ein Gelübde, sondern bei der Geburt.. –", "Nein, alle sind der Ansicht, es müsse eine Sache sein, die erst durch Gelübde [verboten wird], nur ist das Erstgeborene anders, denn es heißt:91Beim Gesetze vom Gelübde, Num, 30,3.für den Herrn, und dies schließt das Erstgeborene ein92Wenn jemand gelobt, daß ihm eine Speise als solches gelten solle, so ist sie ihm verboten.. –", "Und R. Jose!? – Er kann dir erwidern: [die Worte] für den Herrn schließen Sündopfer und Schuldopfer92Dt. 15,19. ein. –", "Was veranlaßt dich, Sündopfer und Schuldopfer einzuschließen und das Erstgeborene auszuschließen? – Ich schließe Sündopfer und Schuldopfer ein, die vom Gelübde erfaßt werden, und ich schließe das Erstgeborene aus, das nicht vom Gelübde erfaßt wird.", "Und R. Ja͑qob!? – Er kann dir erwidern: auch das Erstgeborene wird vom Gelübde erfaßt, denn es wird gelehrt: Im Hause unseres Meisters sagten sie: Woher, daß, wenn einem in seiner Herde ein Erstgeborenes geworfen wird, es Gebot sei, es zu weihen? Es heißt:93Dt. 15,19.das Männliche sollst du heiligen94Obgleich sie an sich heilig ist, muß dies dennoch auch durch den Eigentümer erfolgen.. –", "Und R. Jose!? – Er kann dir erwidern: zugegeben, daß es Gebot ist, es zu heiligen, aber ist sie etwa nicht heilig, auch wenn man sie nicht geheiligt hat!? –", "Auch beim Nazir heißt es ja:95Num. 6,2.für den Herrn96Entsprechend sollte dies den Nazir wie Šimšon einbegreifen.!? –", "Dies ist wegen der folgenden Lehre nötig: Šimo͑n der Gerechte sagte: Nie im Leben aß ich vom Schuldopfer97Dieses Opfer hat nur der unrein gewordene Nazir darzubringen (Num. 6,12), u. da ein solcher das Nazirat von vornherein beginnen muß, so ist zu berücksichtigen, er könnte das Gelübde bereuen u. dadurch das Opfer ungültig machen.eines unreinen Nazirs, außer im folgenden Falle. Einst kam zu mir ein Mann aus dem Süden, hübschäugig, schön von Gestalt, und die Locken in Krausen herabwallend. Ich sprach zu ihm: Mein Sohn, was veranlaßte dich, dies schöne Haar zu verunstalten?", "Er erwiderte mir: Hirte bei meinem Vater war ich daheim; als ich einst Wasser schöpfen ging und mein Spiegelbild in der Quelle betrachtete, überfiel mich der böse Trieb und wollte mich aus der Welt verstoßen. Da sprach ich zu ihm: Wicht, weshalb stolzierst du mit einer Welt, die nicht dein ist; dein Ende ist Moder und Gewürm! Beim Kult, ich schere dich im Namen des Himmels.", "Hierauf stand ich auf, küßte ihn aufs Haupt und sprach zu ihm: Viele mögen der Naziräer deinesgleichen in Jisraél sein! Deinetwegen spricht die Schrift: 98Num. 6,2.Wenn jemand ein Nazirgelübde ausspricht, dem Herrn gesondert zu sein.", "War etwa Šimšon kein gelobter Nazir, es heißt ja:99Jud. 13,5.denn vom Mutterleibe an soll der Knabe ein Nazir Gottes sein!? – Dies hatte der Engel gesagt100Ein diesbezügliches Gelübde war nicht erfolgt.. –", "Woher, daß er sich an Toten verunreinigte; wollte man sagen, weil es heißt:101Jud. 15,16.mit einer Eselskinnlade habe ich tausend Mann erschlagen, so kann er sie ja auf diese geschleudert und sie nicht berührt haben!? –", "Vielmehr, hieraus:102Ib. 14,19.er erschlug von ihnen dreißig Mann und zog ihnen die Kleider ab. – Vielleicht zog er ihnen zuerst die Kleider ab und tötete sie nachher!? – Es heißt: erschlug, und zog. –", "Vielleicht machte er sie nur totverletzt!? – Vielmehr, dies ist eine Überlieferung.", "Wo ist dies103Daß er sich das Haar stutzen dürfe.vom lebenslänglichen Nazir in der Schrift zu finden? – Es wird gelehrt: Rabbi sagte: Abšalom war lebenslänglicher Nazir, denn es heißt:104iiSam 15,7.nach Verlauf von vierzig Jahren sprach Abšalom zum Könige: Ich möchte gehen und mein Gelübde, das ich dem Herrn gelobt105Unter Gelübde wird das Nazirgelübde verstanden.habe, in Ḥebron einlösen. Er schor sich einmal in zwölf Monaten, denn es heißt: es geschah nach Ablauf eines jeden Jahres [jamim]," ], [ "und die Bedeutung [des Wortes] jamim ist von dem, der auch beim Wohnhause in einer ummauerten Stadt106Cf. Lev. 25,29ff.gebraucht wird, zu entnehmen: wie es da zwölf Monate bedeutet, ebenso bedeutet es auch hierbei zwölf Monate.", "R. Nehoraj sagt, er schor sich einmal in dreißig Tagen. R. Jose sagt, er schor sich jeden Vorabend des Šabbaths, denn wir finden, daß Königssöhne sich jeden Vorabend des Šabbaths scheren. –", "Rabbi ist dieser Ansicht aus dem Grunde, weil er von [jamim] entnimmt, das beim Wohnhause in einer ummauerten Stadt gebraucht wird, und er selbst sagt ja, daß da unter jamim wenigstens zwei Tage107Der Rückkauf kann erst nach 2 Tagen erfolgen.zu verstehen seien!? –", "Diesen [Schluß durch] Wortanalogie folgert er wegen der Lästigkeit, und in zwei Tagen erfolgt keine Lästigkeit108Bei Abšalom heißt es (iiSam. 14,26), daß er sich das Haar schor, weil es ihm lästig geworden war.. –", "Vielleicht zwei Jahre, wie es heißt:109Gen. 41,1.nach Ablauf von zwei Jahren, jamim!? – Man folgere hinsichtlich jamim, wobei Jahre nicht genannt werden, von jamim, wobei Jahre nicht genannt werden, nicht aber ist hieraus zu folgern, da hierbei Jahre genannt werden. –", "Vielleicht dreißig Tage, denn es heißt: 110Num. 11,20.bis zu einem Monat, jamim!? – Man folgere hinsichtlich jamim, wobei Monate nicht genannt werden, von jamim, wobei Monate nicht genannt werden, nicht aber ist hieraus zu folgern, da hierbei Monate genannt werden. –", "Vielleicht hieraus:111Jud. 11,40.von Jahr [jamim] zu Jahr [jamima]112Da erfolgte es 4mal jährlich, also einmal in 3 Monaten.!? – Man folgere hinsichtlich jamim von jamim, nicht aber hinsichtlich jamim von jamima. –", "Welchen Unterschied gibt es denn hierbei, in der Schule R. Jišma͑éls lehrten sie ja:113Lev. 11,40.Wenn der Priester wiederkommt,114Ib. V. 44.wenn der Priester hineingeht, ‘kommen’ und ‘gehen’ sind dasselbe115Diese Worte sind nur sinnverwandt, dennoch wird aus ihnen ein Schluß durch Wortanalogie gebildet.!? –", "Dies nur, wenn kein gleiches [Wort] vorhanden ist, wenn aber ein gleiches vorhanden ist, folgere man vom gleichen.", "Wenn du aber willst, sage ich: woher, daß es da einmal in drei Monaten erfolgte, vielleicht viermal im Jahre: einmal in vier Monaten und alle zwei Monate einmal. –", "«R. Nehoraj sagt, er schor sich einmal in dreißig Tagen.» Aus welchem Grunde? – Priester tun dies116Sich alle 30 Tage scheren; cf. Tan. Fol, 17a u. Syn. Fol. 22b.wegen der Lästigkeit, und auch hierbei ist die Lästigkeit zu berücksichtigen. –", "«R. Jose sagt, er schor sich an jedem Vorabend des Šabbaths.» Welchen Unterschied gab es zwischen ihm und seinen Brüdern117Die sich dann ebenfalls das Haar schoren.? –", "Wenn ein Fest in die Mitte der Woche fiel; seine Brüder gehören sich, er aber schor sich nicht. Oder auch, hinsichtlich des Scherens am Morgen des Vorabends des Šabbaths; seine Brüder schoren sich dann, er aber durfte sich erst abends scheren. –", "Welche vierzig Jahre sind118Von welchen iiSam 15,7 gesprochen wird.es? R. Nehoraj erwiderte im Namen R. Jehošua͑s: Nach Ablauf von vierzig Jahren, seitdem sie nach einem Könige119Cf. iSam. 8,5.verlangten. Es wird gelehrt: Das Jahr, in dem sie nach einem Könige verlangten, war das zehnte Šemuéls aus Rama.", "iii,1 DAS NAZIRAT OHNE ZEITBESTIMMUNG120Für welche Dauer der Gelobende sich dies auferlegt hat.DAUERT DREISSIG TAGE.", "GEMARA. Woher dies? R. Mathna erwiderte: Die Schrift sagt:121Num. 6,5.heilig soll er sein [jihje], und der Zahlenwert von jihje beträgt dreißig.", "Bar Pada erklärte: Entsprechend [den Wiederholungen des Wortes] Nazir in der Schrift, dreißig weniger eines122Die W.e נזר u. נדר kommen (nominal u. verbal) im bezüglichen Abschnitte 29mal vor; das W. נזר in Vers 7 wird hierbei nicht mitgezählt, da es an dieser Stelle die Bedeutung Krone hat. Das eigentliche Nazirat dauert somit 29 Tage, während der 30. für die Opferung bestimmt ist.. –", "Sollte es R. Mathna ebenfalls aus [der Wiederholung des Wortes] Nazir entnehmen!? –", "Er kann dir erwidern: diese ist zur Auslegung123Es ist dies keine überflüssige Wiederholung, die nur zur Zählung dient, vielmehr sind damit Lehren angedeutet, die nicht ausdrücklich in der Schrift zu finden sind.nötig. Des Weines und des Rauschtrankes enthalte [jazir] er sich; der Wein ist ihm zu Gebotszwecken ebenso wie der freigestellte verboten. Wenn er ein Nazirgelübde ausspricht, sich zu enthalten; dies lehrt, daß das Nazirat sich auf das Nazirat erstrecke124Wenn jemand das Gelübde 2mal ausspricht, so ist er 2mal Nazir.. –" ], [ "Und Bar Pada!? – Er kann dir erwidern: ist etwa nicht eines darunter, das nicht zur Auslegung dient!? Da nun dieses auf die Zahl deutet, so deuten auch die übrigen auf die Zahl. –", "Wir haben gelernt: Das Nazirat ohne Zeitbestimmung dauert dreißig Tage. Richtig ist dies nach R. Mathna, gegen Bar Pada aber ist dies ja ein Einwand125Nach ihm sind es nur 29 Tage.!? –", "Bar Pada kann dir erwidern: da noch der dreißigste Tag hinzukommt, an dem er sich scheren und seine Opfer bringen muß, so lehrt er: dreißig. –", "Wir haben gelernt: Sagte jemand: ich will Nazir sein, so schere er sich am einunddreißigsten Tage. Richtig ist dies nach R. Mathna, gegen Bar Pada aber ist dies ja ein Einwand!? –", "Bar Pada kann dir erwidern: beachte den Schlußsatz: schor er sich am dreißigsten Tage, so hat er der Pflicht genügt. Vielmehr ist der Schlußsatz für ihn eine Stütze, und der Anfangsatz ist [zu erklären:] es ist ebenso als würde er ‘vollständige’ gesagt126Daher hat das Scheren von vornherein am 31. Tage zu erfolgen.haben. –", "Gegen R. Mathna ist ja aus dem Schlußsatze ein Einwand zu erheben!? Er ist der Ansicht, ein Teil des Tages gelte als ganzer127Der 30. Tag zählt daher mit, obgleich er an diesem nur bis zum Haarscheren Nazir war.. –", "Wir haben gelernt: [Sagte jemand:] ich will dreißig Tage Nazir sein, so hat er, wenn er sich am dreißigsten Tage schor, der Pflicht nicht genügt!? – Wenn er ‘vollständige’ gesagt hat. –", "Wir haben gelernt: Wer zwei Nazirate gelobt hat, schere sich wegen des ersten am einunddreißigsten und wegen des anderen am ein und sechzigsten Tage. Richtig ist dies nach R. Mathna," ], [ "gegen Bar Pada aber ist dies ja ein Einwand!? –", "Bar Pada kann dir erwidern: achte auf den Schlußsatz: schor er sich wegen des ersten am dreißigsten Tage, so schere er sich wegen des anderen am sechzigsten. Vielmehr ist der Schlußsatz für ihn eine Stütze, und der Anfangsatz [ist zu erklären:] es ist128Raschi hat נעשה כאומר.ebenso, als würde er ‘vollständige’ gesagt haben. –", "Gegen R. Mathna ist ja aus dem Schlußsatze ein Einwand zu erheben!? – R. Mathna kann dir erwidern: wie weiter gelehrt wird: der dreißigste Tag wird zum einen und zum anderen gerechnet129Weil ein Teil des Tages als ganzer gilt; für jedes Nazirat sind jed. 30 Tage erforderlich.. –", "Dies lehrt wohl, daß ein Teil des Tages als ganzer gilt, und dies lehrte er ja bereits einmal!? – Man könnte glauben, dies gelte nur bei einem Nazirat, nicht aber130Da der unvollständige Tag, der bereits zum einen mitgerechnet worden ist, nicht auch zum anderen mitgerechnet werden kann.bei zwei, so lehrt er uns. –", "Wir haben gelernt: Schor er sich am neunundfünfzigsten Tage, so hat er der Pflicht genügt, denn der dreißigste Tag wird ihm mitgerechnet. Einleuchtend ist dies131Daß dies besonders hervorgehoben wird.nach R. Mathna, wozu aber ist dies nach Bar Pada nötig, nach ihm sind es ja überhaupt nur neunundzwanzig!? –", "Er kann dir erwidern: hierauf stütze ich mich eben132Daß das Nazirat ohne Zeitbestimmung nur 29 Tage dauere.. –", "Wir haben gelernt: Wenn jemand gesagt hat: ich will Nazir sein, und am dreißigsten Tage unrein geworden ist, so ist alles hinfällig. Einleuchtend ist dies nach R. Mathna, gegen Bar Pada aber133Nach dem der 30. Tag überhaupt nicht mehr zum Nazirate gehört.ist dies ja ein Einwand!? –" ], [ "Bar Pada kann dir erwidern: achte auf den Schlußsatz: R. Elie͑zer sagt, nur sieben seien hinfällig. Wenn du sagst, es seien dreißig erforderlich, so sollten alle hinfällig134Nach RE. kommen die 7 Tage deshalb hinzu, weil die Reinigung solange dauert, u. er die Opfer in Reinheit darbringen muß.sein!? –", "R. Elie͑zer ist der Ansicht, ein Teil des Tages gelte als ganzer. –", "Wir haben gelernt: [Wenn jemand gesagt hat:] ich will hundert Tage Nazir sein, und er am hundertsten Tage unrein geworden ist, so ist alles hinfällig; R. Elie͑zer sagt, nur dreißig Tage seien hinfällig. Wenn du nun sagst, R. Elie͑zer sei der Ansicht, ein Teil des Tages gelte als ganzer, sollten doch nur sieben hinfällig sein!? – Wenn er nicht der Ansicht ist, ein Teil des Tages gelte als ganzer, sollten doch alle hinfällig sein!? –", "Tatsächlich ist er nicht der Ansicht, daß ein Teil des Tages als ganzer gelte. – Demnach sollten doch alle hinfällig sein!? Reš Laqiš erwiderte: Folgendes ist der Grund R. Elie͑zers: die Schrift sagt:135Num. 6,13.dies ist das Gesetz inbetreff des Nazirs, am Tage des Vollwerdens, die Schrift sagt damit, daß, wenn er am Tage des Vollwerdens unrein wird, für ihn das Gesetz des Nazirs gelte.", "Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaím streiten.136Ib. V. 5.Bis zum Vollwerden der Tage;", "unter Tage könnte man das wenigste, zwei verstehen, so heißt es: heilig soll er sein, das Haar hinwachsen lassen, und ein Haarwuchs erfolgt in wenigstens dreißig Tagen – so R. Jošija.", "Rabbi sagte: Dies ist nicht nötig; es heißt: bis zum Vollwerden der Tage, und dreißig Tage sind es, die voll137Der gewöhnliche Monat hat 29 Tage, der volle (Schaltmonat) hat 30 Tage.werden.", "Wahrscheinlich ist R. Mathna der Ansicht R. Jošijas und Bar Pada der Ansicht Rabbis138Der dies aus den W.en ‘bis zum Vollwerden’ entnimmt, wonach der Tag des Vollwerdens nicht einbegriffen ist.. –", "R. Mathna kann dir erwidern: alle sind der Ansicht, es seien dreißig erforderlich, und hierbei streiten sie, ob das ‘bis’ einschließlich zu verstehen ist. R. Jošija ist der Ansicht, das ‘bis’ sei nicht einschließlich139Somit muß aus einer anderen Schriftstelle gefolgert werden, daß es 30 Tage sind.zu verstehen, und Rabbi ist der Ansicht, das ‘bis’ sei einschließlich zu verstehen.", "Der Meister sagte: Und dreißig Tage sind es, die voll werden. Vielleicht eine Woche140Od. Šabbath (das W. שבת wird für beide Begriffe gebraucht); es sind 6 Werktage u. mit dem Šabbath wird die Woche voll.!? – Gibt es denn bei der Woche ein Fehlen141Alle Wochen gleichen einander in ihrer Länge, somit ist bei diesen nicht von einem Fehlen od. Vollwerden zu sprechen.? –" ], [ "Vielleicht ein Jahr142Es gibt gewöhnliche u. volle (Schalt-) Jahre.!? – Wird dieses etwa nach Tagen gezählt143Die Schrift spricht vom Vollwerden der Tage.!? Die Rabbanan zu Cäsarea sagten ja: Woher, daß man die Jahre nicht nach Tagen zähle? Es heißt:144Ex. 12,2.nach den Monaten des Jahres; die Monate werden zu einem Jahre zusammengezählt, nicht aber werden die Tage zu einem Jahre [zusammengezählt].", "iii,2 SAGTE JEMAND: ICH WILL EINMAL LANGE NAZIR SEIN, ODER: ICH WILL EINMAL KURZE [ZEIT] NAZIR SEIN, SO IST ER, SELBST WENN ERVON JETZT BIS ANS ENDE DER WELTGESAGT HAT, DREISSIG TAGE NAZIR.", "GEMARA. Weshalb denn, er sagte ja: von jetzt bis ans Ende der Welt!? – Er meinte es wie folgt: dies kommt mir so lange145Er wollte damit sagen, daß dies ihm lästig sei.vor, wie von jetzt bis ans Ende der Welt. –", "Wir haben gelernt: [Sagte jemand:] ich will Nazir sein von hier bis zu jenem Orte, so schätze man, wieviel Tage es von hier bis zu jenem Orte sind; sind es weniger als dreißig Tage, so ist er146Da es kein Nazirat unter 30 Tagen gibt.Nazir dreißig Tage, sonst aber ist er Nazir in der Anzahl dieser Tage. Demnach sollte man auch hierbei sagen, [er meinte es:] dies kommt mir so lange vor, wie von hier bis zu jenem Orte!?", "Raba erwiderte: Wenn er die Reise bereits angetreten147Es ist ersichtlich, daß er tatsächlich diesen Weg meinte.hat. – Sollte er es [in der Anzahl] der Parasangen148Ein Nazirat (30 Tage) für jede Parasange.sein!? R. Papa erwiderte: In einer Ortschaft, wo man nicht nach Parasangen zählt. –", "Sollte er es [in der Anzahl] der Stationen sein!? Wir haben ja gelernt: [Sagte jemand:] ich will Nazir sein wie der Staub der Erde, wie das Haar meines Hauptes, wie der Sand am Meere, so ist er lebenslänglich Nazir und schere sich alle dreißig Tage. –", "Von einer begrenzten Dauer149Dies gilt nur in den genannten Fällen, wo er eine ganz unbegrenzte Zeit nennt, in unserem Falle aber, wo er eine begrenzte Zeit nennt, ist ein Nazirat von dieser Dauer zu verstehen.lehrt er dies nicht.", "Es wird auch gelehrt: [Sagte jemand:] ich will lebenslänglich Nazir sein, ich will ewig Nazir sein, so ist er lebenslänglich150Nach Ablauf eines Nazirates (30 Tage) muß er sich das Haar scheren u. die Opfer darbringen, worauf sofort ein anderes beginnt.Nazir; wenn aber: auch hundert Jahre, auch tausend Jahre, so ist er nicht lebenslänglich Nazir, sondern lebenslänglicher151Cf. supra Fol. 4a.Nazir.", "Rabba erwiderte: Anders verhält es sich bei den Haaren, da sie von einander getrennt sind152Für jedes Haar ist daher ein besonderes Nazirat erforderlich; wenn er aber die Wegedauer nennt, so ist ein Nazirat von dieser Dauer zu verstehen.. –", "Auch, von den Tagen Heißt es ja:153Gen. 1,5.es ward Abend und es ward Morgen, ein Tag154Und da hierbei die Tage gezählt werden, so sollte für jeden Tag ein Nazirat erforderlich sein.!? –", "Dies besagt nicht, daß sie von einander getrennt sind, sondern, daß ein Tag und eine Nacht zusammen ein Tag sind; von einander getrennt sind sie nicht.", "Raba erwiderte: Was ist da viel einzuwenden? Anders ist es hierbei, wo er ausdrücklich lehrt: ich will einmal Nazir sein.", "iii,3 SAGTE JEMAND:] ICH WILL NAZIR SEIN UND EINEN TAG DARÜBER, ICH WILL NAZIR SEIN UND EINE STUNDE DARÜBER, ICH WILL ANDERTHALBMAL NAZIR SEIN, SO IST ER ZWEIMAL NAZIR155Da es kein Nazirat unter 30 Tagen gibt, so hat er auch wegen der einzelnen Stunde bezw. der Hälfte ein ganzes Nazirat zu absolvieren..", "GEMARA. Wozu werden all diese Fälle gelehrt? – Sie sind nötig. Würde er nur gelehrt haben: ich will Nazir sein und einen Tag darüber, [so könnte man glauben,] nur in diesem Falle müsse er zwei absolvieren, weil es kein Nazirat auf einen Tag gibt, wenn er aber gesagt hat: ich will Nazir sein und eine Stunde darüber, zähle er einunddreißig Tage, so lehrt er uns." ], [ "Und würde er es nur von einer Stunde gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil er nicht deutlich156Er sprach von einer Stunde, während es kein Nazirat auf Stunden gibt.war, wenn er aber anderthalb [sagte], wobei er deutlich war, absolviere er keine zwei157Sondern genau das, was er gelobt hat., so lehrt er uns, daß er in allen Fällen zweimal Nazir sei.", "iii,4 SAGTE JEMAND:] ICH WILL DREISSIG TAGE UND EINE STUNDE NAZIR SEIN, SO IST ER EINUNDDREISSIG TAGE NAZIR, DENN ES GIBT KEIN NAZIRAT AUF STUNDEN.", "GEMARA. Rabh sagte: Dies gilt nur dann, wenn er gesagt hat: einunddreißig Tage, wenn aber: dreißig Tage und einen Tag, so ist er zweimal158Durch die Teilung entsteht ein Nazirat von 30 Tagen u. eines von einem Tage, das aber ebenfalls 30 Tage dauert.Nazir.", "Rabh ist nämlich der Ansicht R. A͑qibas, der die überflüssige Redewendung deutet.", "Wir haben nämlich gelernt: Nicht den Brunnen159Hat der Käufer des Hauses miterworben; cf. Bb. Fol. 64a.und nicht die Zisterne, obgleich er ihm geschrieben hat: Tiefe und Höhe. Er160Der Verkäufer, in dessen Besitz zwar diese verbleiben, nicht aber der Platz um diese.muß sich aber den Weg zu diesen kaufen – so R. A͑qiba;", "die Weisen sagen, er brauche sich den Weg nicht161Da diese anders nicht zu erreichen sind, so hat er auch den Weg zu diesen zurückbehalten.zu kaufen. Jedoch pflichtet R. A͑qiba bei, daß, wenn er gesagt hat: außer diesen, er sich den Weg nicht zu kaufen brauche162Da diese auch stillschweigend nicht mitverkauft sind, so hat er mit dem ganz überflüssigen Vorbehalt sagen wollen, daß er auch den Weg zu diesen zurückbehalte.." ], [ "iv SAGTE JEMAND:] ICH WILL NAZIR SEIN WIE DIE HAARE MEINES HAUPTES, WIE DER STAUB DER ERDE, WIE DER SAND AM MEERE, SO IST ER IMMERWÄHREND NAZIR UND SCHERE SICH162Wobei auch die Num. 6,14ff. genannten Opfer darzubringen sind.ALLE DREISSIG TAGE.", "RABBI SAGT, DIESER SCHERE SICH NICHT163Durch dieses Gelübde hat er sich vielmehr ein einziges, lebenslänglich dauerndes Nazirat auferlegt.ALLE DREISSIG TAGE; ALLE DREISSIG TAGE SCHERE SICH VIELMEHR DERJENIGE, DER GESAGT HAT: ICH NEHME AUF MICH NAZIRATE WIE DIE HAARE MEINES HAUPTES, WIE DER STAUB DER ERDE, WIE DER SAND AM MEERE.", "v [SAGTE JEMAND:] ICH WILL EIN HAUS VOLL, EIN KORB VOLL NAZIR SEIN, SO FRAGE MAN IHN AUS; SAGT ER, ER HABE EIN GROSSES NAZIRAT GELOBEN WOLLEN, SO IST ER DREISSIG TAGE164Cf. supra Fol. 7a.NAZIR, UND SAGT ER, ER HABE SCHLECHTHIN GELOBEN WOLLEN, SO ERACHTE MAN DEN KORB ALS VOLL SENFKÖRNER, UND ER IST LEBENSLÄNGLICH165Worüber ebenfalls der Streit zwischen dem 1. Autor u. R. besteht.NAZIR.", "vi [SAGTE JEMAND:] ICH WILL NAZIR SEIN VON HIER BIS ZU JENEM ORTE, SO SCHÄTZE MAN, WIEVIEL TAGE ES VON HIER BIS ZU JENEM ORTE SIND; SIND ES WENIGER ALS DREISSIG TAGE, SO IST ER NAZIR DREISSIG TAGE, SONST ABER IST ER NAZIR IN DER ANZAHL DIESER TAGE.", "vii [SAGTE JEMAND:] ICH WILL NAZIR SEIN IN DER ANZAHL DER TAGE DES SONNENJAHRES, SO ABSOLVIERE ER NAZIRATE IN DER ANZAHL DER TAGE DES SONNENJAHRES. R. JEHUDA SAGTE: EINST EREIGNETE SICH EIN SOLCHER FALL, UND NACH DER BEENDIGUNG STARB ER.", "GEMARA. SO BETRACHTE MAN DEN KORB ALS VOLL SENFKÖRNER, UND ER IST LEBENSLÄNGLICH NAZIR. Weshalb denn, sollte man ihn doch als voll Gurken und Kürbisse betrachten, und es sollte für ihn ein Mittel166Er brauchte dann nur Nazirate in der Anzahl der Gurken u. Kürbisse, die der Korb fassen könnte, zu absolvieren.geben!?", "Ḥizqija erwiderte: Bezüglich dieser Lehre besteht ein Streit, und hier ist die Ansicht R. Šimo͑ns vertreten, welcher sagt, man pflege auf sich etwas zu nehmen, wobei der Zweifel strenger ist167Wenn er Nazirate wie ein Korb voll Senfkörner gelobt hätte, so wäre er lebenslänglich Nazir, dh. er könnte sich alle 30 Tage das Haar scheren, da er dies aber im Zweifel ließ, so ist jede Eventualität zu berücksichtigen, auch die eines einzigen langen Nazirates.als die Gewißheit.", "Es wird nämlich gelehrt: [Wenn jemand sagte:] ich will Nazir sein unter der Bedingung, daß in diesem Getreidehaufen hundert Kor vorhanden sind, und er hingeht und findet, daß er gestohlen worden oder abhanden gekommen ist, so ist er nach R. Šimo͑n168An sein Gelübde, er ist Nazir.gebunden, denn beim Nazirate ist der Zweifel erschwerend zu entscheiden,", "und nach R. Jehuda entbunden, denn beim Nazirate ist der Zweifel erleichternd zu entscheiden.", "R. Joḥanan erwiderte: Du kannst auch sagen, die des R. Jehuda, denn in jenem Falle169Der hier angezogen wird, in dem RJ. erleichternder Ansicht ist.ist er in das Nazirat nicht eingetreten, hierbei aber ist er in das Nazirat eingetreten, und es ist nichts vorhanden, wodurch er sich dessen entledigen könnte170Das Nazirgelübde ist auf jeden Fall gültig u. nur die Dauer ist zweifelhaft; in diesem Falle pflichtet auch RJ. bei, daß erschwerend zu entscheiden sei.. –", "Wieso nicht, der Korb sollte doch als voll Gurken und Kürbisse gelten, somit gibt es ja ein Mittel für ihn, denn es ist anzunehmen, daß er [einzelne] Nazirate auf sich genommen171Er absolviere 30tägige Nazirate in der Anzahl der Gurken u. Kürbisse; hiervon getrennt ist dann der Zweifel über die Fortsetzung des Nazirates in der Anzahl von Senfkörnern, der nach RJ. erleichternd zu entscheiden ist. hat!? –" ], [ "R. Jehuda ist der Ansicht Rabbis, und wir haben gelernt: Rabbi sagt, dieser schere sich nicht alle dreißig Tage; alle dreißig Tage schere sich vielmehr derjenige, der gesagt hat: ich nehme auf mich Nazirate wie die Haare meines Hauptes, wie der Staub der Erde, wie der Sand am Meere172Es gilt als ein langes Nazirat, während dessen er kürzere Nazirate nicht absolvieren darf.. –", "Ist R. Jehuda denn der Ansicht Rabbis, wir haben ja gelernt: [Sagte jemand:] ich will Nazir sein in der Anzahl der Tage des Sonnenjahres &c. R. Jehuda sagte: Einst ereignete sich ein solcher Fall, und nach der Beendigung starb er.", "Erklärlich ist es, daß er nach der Beendigung starb, wenn du sagst, er hatte [mehrere] Nazirate173Er starb nach Absolvierung derselben.auf sich genommen, wenn du aber sagst, er hatte ein Nazirat auf sich genommen, so war ja eine Beendigung überhaupt nicht174Nach Rabbi war er ja im behandelten Falle, auf den RJ. sich bezieht, lebenslänglicher Nazir. Da aber RJ. von einer Beendigung spricht, so ist er nicht der Ansicht Rabbis.erfolgt!?", "Und ist er ferner der Ansicht Rabbis, es wird ja gelehrt: R. Jehuda sagte: [Sagte jemand:] ich will Nazir sein in der Anzahl der Gänge175Nach anderer Erklärung der Haufen von לקט sammeln.des Trockenplatzes, in der Anzahl der Feldpfade im Siebentjahre176In dem die Felder frei liegen u. viele Pfade ausgetreten werden., so absolviere er Nazirate in der Anzahl der Gänge des Trockenplatzes, beziehungsweise der Feldpfade im Siebentjahre. –", "Anders ist es bei einer Anzahl177Rabbi spricht von dem Falle, wenn er die W.e ‘in der Anzahl’ nicht gebraucht.. –", "Unterscheidet Rabbi denn bei einer Anzahl, es wird ja gelehrt: [Sagte jemand:] ich will Nazir sein in der Anzahl der Tage des Sonnenjahres, so absolviere er Nazirate in der Anzahl der Tage des Sonnen Jahres; [sagte er:] in der Anzahl der Tage des Mondes, so absolviere er sie in der Anzahl der Tage des Mondes. Rabbi sagt, nur wenn er gesagt hat: ich nehme auf mich Nazirate in der Anzahl der Tage des Sonnenjahres, oder: in der Anzahl der Tage des Mondes178Nur wenn er die Pluralform gebraucht hat.. –", "R. Jehuda ist seiner Ansicht in der einen Hinsicht und streitet gegen ihn in der anderen Hinsicht. Er ist seiner Ansicht in der einen Hinsicht, daß er [ein] Nazirat auf sich genommen habe, und er streitet gegen ihn in einer Hinsicht, denn R. Jehuda unterscheidet bei einer Anzahl179In einem solchen Falle ist er der Ansicht der Rabbanan, daß er die entsprechende Anzahl von 30tägigen Naziraten zu absolvieren habe.und Rabbi unterscheidet auch bei einer Anzahl nicht.", "Die Rabbanan lehrten: [Sagte jemand:] ich will Nazir sein und einmal, so absolviere er zweimal; [sagte180Zum vorangehend genannten Satze hinzufügend.er:] und noch, so absolviere er dreimal; [sagte180Zum vorangehend genannten Satze hinzufügend.er:] und wiederum, so absolviere er viermal. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, und wiederum, wie alle zusammen, das wäre sechsmal, so lehrt er uns, daß dem nicht so sei181Unter ‘wiederum’ ist nur einmal zu verstehen..", "Die Rabbanan lehrten: [Sagte jemand:] ich will lebenslänglich Nazir sein, ich will ewig Nazir sein, so ist er ewig182Er schere sich alle 30 Tage das Haar u. bringe die Opfer dar.Nazir; [sagte er:] auch hundert Jahre, auch tausend Jahre, so ist er nicht ewig Nazir, sondern ewiger Nazir183Es ist ein Nazirat von unbeschränkter Dauer, u. er darf sich das Haar nur einmal jährlich scheren..", "Die Rabbanan lehrten: [Sagte jemand:] ich will Nazir sein, so ist er es, wie Symachos sagt, wenn er hen sagte, einmal, wenn er digon sagte, zweimal, wenn er trigon sagte, dreimal, wenn er tetragon sagte, viermal, wenn er pentagon sagte, fünfmal184Das Gelübde ist bindend, obgleich er die Zahl (die Silbe גון in der Bedeutung Mal dürfte wohl Vulgärausdruck sein) griechisch nannte..", "Die Rabbanan lehrten: Ein rundes185Diese Lehre wird hier wegen der gleichlautenden Gräzismen angezogen.Haus, ein Digon, ein Trigon, und ein Pentagon sind nicht durch Aussatz186Cf. Lev. 14,34ff.verunreinigungsfähig; ein Tetragon ist durch Aussatz verunreinigungsfähig. – Weshalb? – Unten187Cf. Lev. 14,37,39. heißt es Wände [statt] Wand188In beiden Schriftversen wird die Mehrzahl gebraucht, während die Einzahl richtiger erscheint.und oben187Cf. Lev. 14,37,39.heißt es Wände statt Wand, zusammen vier." ], [ "i SAGTE JEMAND:] ICH WILL NAZIR SEIN1Dh. mich vom Genüsse derselben enthalten. INBEZUG AUF DÖRR- UND PRESSFEIGEN, SO IST ER2Obgleich diese einem Nazir überhaupt nicht verboten sind, da schon durch die ersten Worte das Nazirgelübde bindend ist u. die letzten somit belanglos sind., WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, NAZIR, UND WIE DIE SCHULE HILLELS SAGT, KEIN NAZIR. R. JEHUDA SAGTE: DIE WORTE DER SCHULE ŠAMMAJS BEZIEHEN SICH NUR AUF DEN FALL, WENN ER GESAGT HAT: SIE SOLLEN FÜR MICH EINEM OPFER GLEICHEN3Ebenso zum Genusse verboten sein; er ist dann nicht wirklicher Nazir, vielmehr ist dieses Gelübde bindend, daß ihm der Genuß verboten ist..", "GEMARA. [SAGTE JEMAND:] ICH WILL NAZIR SEIN INBEZUG AUF DÖRRUND PRESSFEIGEN, SO IST ER, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, NAZIR. Weshalb denn, der Allbarmherzige sagt ja:4Num. 6,4.von allem, was aus dem Weinstocke bereitet wird!? – Die Schule Šammajs ist der Ansicht R. Meírs, welcher sagt, niemand bringe seine Worte unnütz hervor,", "und die Schule Hillels ist der Ansicht R. Joses, welcher sagt, der Schluß seiner Worte sei für einen Menschen bindend, somit ist dies ein Gelübde mit einer Tür5Zum Entschlüpfen; mit der Ergänzung ‘inbezug auf Feigen’ hat er sein Nazirgelübde widerrufen.. –", "Dies ist ja auch nach der Schule Šammajs ein Gelübde mit einer Tür6Auch diese pflichtet bei, daß ein solches ungültig sei.!? –", "Vielmehr, die Schule Šammajs ist der Ansicht R. Meírs, welcher sagt, niemand bringe seine Worte unnütz hervor, somit wird er, sobald er sagt: ich will Nazir sein, Nazir, und wenn er darauf sagt: inbezug auf Dörr- und Preßfeigen, so tut er dies wegen der Auflösung7Um einen Grund zur Auflösung zu haben; jed. ist dieser Satz vom vorangehenden getrennt., und die Schule Šammajs vertritt hierbei ihre Ansicht, daß es beim Geheiligten keine Auflösung8Wenn jemand etwas dem Heiligtume gelobt hat, so kann das Gelübde nicht mehr aufgelöst werden. gebe, und wenn es beim Geheiligten keine Auflösung gibt, so gibt es auch beim Nazirate keine Auflösung.", "Die Schule Hillels aber ist der Ansicht R. Šimo͑ns, denn wir haben gelernt: R. Šimo͑n befreit davon9Von der Darbringung des Opfers, wenn er falsch gelobt hat; cf. Hul. Fol. 103a., weil er nicht so gelobt hat, wie man geloben soll10Auch das Gelübde eines Nazirates inbezug auf Feigen ist an sich falsch.. –" ], [ "Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht des Autors der folgenden Lehre: R. Nathan lehrte: Die Schule Šammajs sagt, es gelte das Gelübde11Hinsichtl. der Feigen, die er sich im in der Mišna behandelten Falle abgelobt hat.und das Nazirat12Durch den 1. Satz gilt er als Nazir u. auch der Wein ist ihm verboten; dagegen lehrt unsere Mišna, daß nach dieser nur das Nazirat gültig sei., und die Schule Hillels sagt, nur das Gelübde13Dagegen ist sie nach unserer Mišna der Ansicht, daß nichts Geltung habe.und nicht das Nazirat. Die Schule Šammajs ist der Ansicht R. Meírs14Daß man seine Worte nicht unnütz spreche, somit ist auch das Nazirgelübde gültig.und der Ansicht R. Jehudas15Daß das Gelübde hinsichtl. der Feigen gültig sei., und die Schule Hillels ist der Ansicht R. Joses.", "Eine andere Lesart lautet wie folgt: R. Nathan lehrte: Die Schule Šammajs sagt, es gelte das Gelübde11Hinsichtl. der Feigen, die er sich im in der Mišna behandelten Falle abgelobt hat.und nicht das Nazirat, und die Schule Hillels sagt, weder das Gelübde noch das Nazirat. Die Schule Šammajs ist der Ansicht R. Jehudas und die Schule Hillels ist der Ansicht R. Šimo͑ns16Daß das unrichtig gesprochene Gelübde ungültig sei..", "Dort haben wir gelernt: Sagte jemand, er gelobe ein Speisopfer aus Gerste, so bringe er es aus Weizen17Da es nach Vorschrift so dargebracht werden muß; ebenso in den weiteren Fällen.; wenn aus Mehl, so bringe er es aus Feinmehl; wenn ohne Öl und Weihrauch, so bringe er auch Öl und Weihrauch; wenn ein halbes I͑saron, so bringe er ein ganzes I͑saron18Mindestquantum für das Speisopfer.; wenn anderthalb I͑saron, so bringe er zwei. R. Šimo͑n befreit davon, da er nicht so gelobt hat, wie man geloben19Das Gelübde ist daher überhaupt nicht gültig.soll.", "Wer ist der Autor, welcher lehrt, daß, wenn jemand ein Speisopfer aus Gerste gelobt hat, er es aus Weizen bringe? Ḥizqija erwiderte: Über diese Lehre besteht ein Streit, und hier ist die Ansicht der Schule Šammajs vertreten. Die Schule Šammajs ist der Ansicht, daß, wenn er ‘inbezug auf Dörr- und Preßfeigen’ gesagt hat, er Nazir20Das Gelübde ist gültig u. zwar hat die Erfüllung in vorschriftsmäßiger Weise zu erfolgen.sei, ebenso muß derjenige, der ‘aus Gerste’ gesagt hat, es aus Weizen bringen.", "R. Joḥanan erwiderte: Du kannst auch sagen, aller Ansicht, wenn er nämlich sagt, daß, falls er gewußt hätte, daß man nicht so geloben könne, er nicht so, sondern anders21In vorschriftsmäßiger Weise.gelobt haben würde.", "Ḥizqija sagte: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn er ‘aus Gerste’ gesagt hat, wenn er aber ‘aus Linsen’ gesagt hat, so braucht er nichts22Manche Speisopfer sind tatsächlich aus Gerste darzubringen, obgleich dies bei freiwillig gespendeten nicht der Fall ist, dagegen aber gibt es keine aus Linsen.darzubringen.", "Merke, Ḥizqija erklärte die Mišna nach der Schule Šammajs, und Linsen bei einem Speisopfer entsprechen Dörrfeigen bei einem Nazir23Da auch dies nicht vorkommt, dh. diese sind dem Nazir überhaupt nicht verboten., und die Schule Šammajs sagt ja, daß er Nazir sei24Entsprechend müßte er auch in diesem Falle ein vorschriftsmäßiges Speisopfer darbringen, auch wenn er ein gar nicht existierendes Speisopfer aus Gerste gelobt hat.!? – Ḥizqija ist davon25Von der Erklärung der Mišna nach der Schule Š.s.zurückgetreten. –", "Weshalb ist er davon zurückgetreten? Raba erwiderte: Die Mišna war ihm schwierig: weshalb lehrt sie es von [einem Speisopfer aus] Gerste, sollte sie es von einem aus Linsen26Wenn er ein solches gelobt hat; nach der Schule Š.s müßte er dann ein vorschriftsmäßiges bringen, u. um so mehr in dem Falle, wenn er eines aus Gerste gelobt hat. lehren!? Vielmehr, erklärte Ḥizqija, lehrte es da die Schule Šammajs nach R. Jehuda27Wenn er gelobt hat, sich der Feigen zu enthalten; es ist dies ein richtiges Gelübde u. daher gültig..", "R. Joḥanan aber sagte: Auch wenn er ‘aus Linsen’ [gesagt hat]. – R. Joḥanan bezog es ja auf den Fall, wenn er sagt, daß, wenn er gewußt hätte, daß man nicht so geloben könne, er anders gelobt haben würde28Wenn er aber ein gar nicht existierendes Opfer gelobt, so ist nicht einmal ein Irrtum zu berücksichtigen.!? – Er sagte es nach der Ansicht Ḥizqijas:", "du bist davon deshalb zurückgetreten, weil er es nicht von einem aus Linsen lehrt, aber vielleicht ist es davon zu lehren nicht nötig. Wenn er ‘aus Linsen’ gesagt hat, so hat er selbstverständlich ein richtiges Speisopfer darzubringen, da anzunehmen ist, er wollte29Durch den Zusatz ‘aus Linsen’.zurücktreten, und man sich nach der ersten Fassung30Der Rücktritt ist ungültig.richte; [man könnte aber glauben,] daß, wenn er ‘aus Gerste’ gesagt hat, er es wie folgt verstanden habe: wird es heilig gleich dem Speisopfer der Schwingegarbe" ], [ "und dem Speisopfer der Ehebruchsverdächtigten31Die aus Gerste darzubringen sind., so ist es recht, sonst aber nicht, so lehrt er uns, daß er es dennoch aus Weizen darbringen müsse.", "ii SAGTE JEMAND: DIESE KUH SAGT, ICH WILL INBEZÜG AUF SIE NAZIR32Mich ihres Fleisches enthalten.SEIN, WENN SIE AUFSTEHT, [ODER:] DIESE TÜR33St. אומר הדלת (Mišna separata אמר) ist wohl אמרה דלת zu lesen.SAGT, ICH WILL INBEZUG AUF SIE NAZIR SEIN, WENN SIE SICH ÖFFNET, SO IST ER, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, NAZIR, UND WIE DIE SCHULE HILLELS SAGT, KEIN NAZIR. R. JEHUDA SAGTE: DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT ES NUR VON DEM FALLE, WENN ER SAGT: DIESE KUH SOLL FÜR MICH OPFER SEIN, FALLS SIE AUFSTEHT.", "GEMARA. Kann denn eine Kuh sprechen!? Rami b. Ḥama erwiderte: Hier ist der Fall zu verstehen, wenn eine Kuh vor ihm gelegen und er gesagt hat: diese Kuh denkt, sie werde nicht37Dh. vom Aussehen der Kuh zu schließen, wird sie nicht mehr aufstehen.aufstehen, ich will inbezug auf ihr Fleisch Nazir sein, falls sie von selbst aufsteht, und sie von selbst aufgestanden ist. Hierbei vertritt die Schule Šammajs ihre Ansicht und die Schule Hillels ihre Ansicht.", "Nach der Schule Šammajs, die der Ansicht ist, er sei Nazir, wenn er ‘inbezug auf Dörr- und Preßfeigen’ gesagt hat, ist er Nazir auch hierbei, wo er ‘inbezug auf das Fleisch’ gesagt hat; nach der Schule Hillels aber ist er kein Nazir. –", "Die Schule Šammajs lehrte dies38Daß er Nazir sei, obgleich die Sache, die er sich abgelobt, dem Nazir gar nicht verboten ist.ja bereits einmal!? Raba erwiderte: Sogar zwei- und dreimal39Dh. Dies wird sogar auch ein 3. Mal wiederholt (beim Falle von der Tür), dennoch sind alle Fälle nötig.. Ebenso lehrte es auch R. Ḥija sogar zwei- und dreimal. Ferner lehrte es auch R. Oša͑ja sogar zwei- und dreimal.", "Und [alle Fälle] sind nötig. Würde es nur von Dörr- und Preßfeigen gelehrt worden sein, [so könnte man glauben,] die Schule Šammajs sei nur hierbei der Ansicht, daß er Nazir sei, weil diese mit Weintrauben verwechselt werden können, nicht aber kann Fleisch mit Weintrauben verwechselt werden. Würde es nur vom Fleische gelehrt worden sein, [so könnte man glauben,] die Schule Šammajs sei nur hierbei der Ansicht, daß er Nazir sei, weil Fleisch zum Weine [gehört40Als er das eine nannte, dachte er auch an das andere.], nicht aber Dörr- und Preßfeigen, so lehrt er uns.", "Und würde es nur von beidem gelehrt worden sein, so [könnte man glauben,] die Schule Šammajs vertrete ihre Ansicht nur bei diesen Fällen, beim Falle von der Tür41Die mit dem Weingenusse in gar keinem Zusammenhange steht.aber pflichte sie der Schule Hillels bei. Und würde er es nur von der Tür gelehrt haben, [so könnte man glauben,] die Schule Hillels vertrete ihre Ansicht nur hierbei, bei jenen beiden aber pflichte sie der Schule Šammajs bei, so lehrt er uns, daß dem nicht so sei.", "Raba entgegnete: Es heißt ja nicht: wenn sie von selbst auf gestanden42Nach der obigen Erklärung ist das Nazirgelübde nur in diesem Falle gültig.ist!? Vielmehr, erklärte Raba, wenn eine Kuh vor ihm gelegen und er gesagt hat: sie soll mir als Opfer dienen43Als freiwilliges Naziropfer.. – Allerdings ist eine Kuh zur Opferung geeignet, aber ist etwa eine Tür zur Opferung geeignet!? Vielmehr, erklärte Raba, wenn eine Kuh vor ihm gelegen und er gesagt hat: ich will Nazir sein inbezug auf" ], [ "Wein, falls sie nicht aufsteht44Dh. falls ich sie nicht aufrichten kann., und sie von selbst aufgestanden ist. Die Schule Šammajs ist der Ansicht, dieser Mann meinte hauptsächlich, er wolle sie mit den Händen aufrichten, und er hat sie nicht45Die Bedingung ist erfolgt u. er ist daher Nazir.aufgerichtet, und die Schule Hillels ist der Ansicht, er dachte an das Liegen46Er wollte damit sagen, die Kuh werde liegen bleiben u. nicht aufstehen., und sie ist ja aufgestanden. –", "Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: R. Jehuda sagte: Die Schule Šammajs sagte es nur von dem Falle, wenn er gesagt hat: [die Kuh] soll für mich Opfer sein. Sollte denn die Kuh erfaßt47Vom Gelübde; er hat ja ausdrücklich gesagt, er wolle Nazir sein, falls sie nicht aufsteht, dh. er sie nicht aufrichtet.werden!? –", "Vielmehr, wenn er gesagt hat: ich will Nazir sein inbezug auf ihr Fleisch, falls sie nicht aufsteht, und sie von selbst aufgestanden ist. Die Schule Šammajs ist der Ansicht, dieser Mann meinte hauptsächlich, er wolle sie mit den Händen aufrichten, und er hat sie nicht aufgerichtet, und die Schule Hillels ist der Ansicht, er dachte an das Liegen, und sie ist aufgestanden. –", "Demnach wäre die Schule Hillels der Ansicht, daß, wenn sie nicht aufsteht, er Nazir sei, und diese sagt ja, daß, wenn er ‘inbezug auf ihr Fleisch’ gesagt hat, er nicht Nazir48Dies sei kein Nazirgelübde.sei!? –", "Sie sagte es nach der Ansicht der Schule Šammajs; nach unserer Ansicht ist er kein ‘Nazir, selbst wenn sie nicht aufsteht, aber auch ihr solltet ja, obgleich er nach eurer Ansicht49In einem Falle, wenn er sich die Enthaltung des Genusses auferlegt.Nazir ist, zugeben, daß dieser Mann hauptsächlich an das Liegen dachte, und sie ist ja aufgestanden. – Und die Schule Šammajs!? – Nein, dieser Mann meinte hauptsächlich, er werde sie mit den Händen aufrichten, und er hat sie nicht aufgerichtet." ], [ "iii WENN MAN JEMANDEM EINEN BECHER EINSGHENKT UND ER SPRICHT: ICH WILL INBEZUG AUF DIESEN NAZIR SEIN, SO IST ER NAZIR50In jeder Hinsicht.. EINST SCHENKTE MAN EINER FRAU, DIE TRUNKEN WAR, EINEN BECHER EIN, UND SIE SPRACH: ICH WILL INBEZUG AUF DIESEN NEZIRA SEIN. DA ENTSCHIEDEN DIE WEISEN: DIESE WOLLTE DAMIT NUR SAGEN, ER GELTE FÜR SIE WIE EIN OPFER51Dessen Fleisch ihr verboten ist, ebenso sei ihr auch nur dieser Becher verboten..", "GEMARA. Ein Tatfall zur Widerlegung!? Zuerst heißt es, er sei Nazir, und hierauf lehrt er einen Fall von einer Frau, wonach nur dieser Wein verboten, anderer aber erlaubt ist. –", "[Die Mišna] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: wenn man jemandem einen Becher einschenkt und er spricht: ich will inbezug auf diesen Nazir sein, so ist er Nazir; wenn er aber trunken ist und spricht: ich will inbezug auf diesen Nazir sein, so ist er nicht Nazir, denn es ist ebenso, als würde er gesagt haben: er gelte52Da er bereits trunken ist, so wollte er damit sagen, er wolle nicht mehr trinken.für mich wie ein Opfer. Wollte man einwenden: demnach sollte er es gesagt haben, [so ist zu erwidern:] er dachte, sie würden einen anderen holen und ihn quälen, daher gebrauchte er eine entscheidende53Nach welcher ihm der Weingenuß überhaupt verboten ist.Redewendung. Einst [schenkte man] einer Frau &c.", "iv SAGTE JEMAND:] ICH WILL NAZIR SEIN UNTER DER BEDINGUNG, WEIN TRINKEN UND SICH AN TOTEN VERUNREINIGEN ZU DÜRFEN, SO IST ER NAZIR, UND ALLES54Auch das, was er sich vorbehalten hat.IST IHM VERBOTEN.", "[SAGTE ER,] ER HABE GEWUSST, DASS ES NAZIRÄER55Die Lesart נזירות ist eine Änderung nach der Mišna separata; die jerušal. Lesart stimmt mit der unserigen überein.GEBE, JEDOCH NICHT, DASS DEM NAZIR DER WEIN VERBOTEN56Und in diesem Irrtum das Nazirat gelobt.SEI, SO IST ER IHM DENNOCH VERBOTEN; NACH R. ŠIMO͑N ABER ERLAUBT57Das Nazirgelübde ist ungültig.. [SAGTE ER,] ER HABE GEWUSST, DASS EINEM NAZIR DER WEIN VERBOTEN SEI, JEDOCH GEGLAUBT, DASS DIE WEISEN IHN IHM ERLAUBEN WÜRDEN, WEIL ER OHNE WEIN NICHT LEBEN KANN, ODER58Deshalb angenommen hat, daß die Weisen ihm die Verunreinigung an Toten erlauben würden., WEIL ER TOTENGRÄBER IST, SO IST ES IHM ERLAUBT; NACH R. ŠIMO͑N ABER VERBOTEN.", "GEMARA. Sollte doch R. Šimo͑n auch gegen den Anfangsatz59Hinsichtl. des Falles, wenn er sich dem Nazir Verbotenes vorbehält.streiten!? R. Jehošua͑ b. Levi erwiderte: R. Šimo͑n streitet auch gegen den Anfangsatz,", "Rabina erwiderte: Gegen den Anfangsatz streitet R. Šimo͑n nicht, weil es ein Vorbehalt wider eine Bestimmung der Tora ist, und ein Vorbehalt wider eine Bestimmung der Tora ist ungültige60Dagegen aber handelt es sich im 2. Falle um einen Irrtum.. – Und R. Jehošua͑ b. Levi!? – Er kann dir erwidern: hierbei gleichen [die Worte] ‘unter der Bedingung’ [den Worten] ‘mit Ausnahme’61Und nach RŠ. ist er nur dann Nazir, wenn er alle Obliegenheiten auf sich nimmt..", "Übereinstimmend mit Rabina wird gelehrt: Sagte jemand: ich will Nazir sein unter der Bedingung, Wein trinken und sich an Toten verunreinigen zu dürfen, so ist er Nazir, und alles ist ihm verboten, weil dies ein Vorbehalt wider eine Bestimmung der Tora ist, und ein Vorbehalt wider eine Bestimmung der Tora ist ungültig.", "ER HABE GEWUSST, DASS EINEM NAZIR DER WEIN VERBOTEN SEI. Du sagst ja vorangehend: verboten, nach R. Šimo͑n aber erlaubt62In beiden Fällen handelt es sich um ein unvollständiges Nazirat.!? – Lies auch hier: verboten, nach R. Šimo͑n aber erlaubt. Wenn du willst, sage ich: man wende es tatsächlich nicht um." ], [ "Im ersten Falle, wo das Gelübde sich auf das eine63Dh. wenn er eines nicht einbegriffen hat.erstreckt, ist es ihm nach den Rabbanan, welche sagen, er sei Nazir, auch wenn er sich nur einem entzogen hat, verboten, und nach R. Šimo͑n, welcher sagt, nur wenn er sich allem entzogen hat, erlaubt;", "im letzten Falle, wo er sich alles abgelobt hat und das Gelübde hinsichtlich des einen auflösen lassen64Er hat unter dieser Voraussetzung das Gelübde getan.will,", "ist es ihm nach den Rabbanan, welche sagen, er sei Nazir, auch wenn er sich nur einem entzogen hat, da er es sich hinsichtlich des einen auflösen läßt, erlaubt, nach R. Šimo͑n aber, welcher sagt, nur wenn er sich allem entzogen hat, ist, wenn er es hinsichtlich des einen auflösen läßt, [die Auflösung nur dann gültig,] wenn er es vollständig auflösen läßt. Daher lehrt er: nach R. Šimo͑n verboten.", "Wenn du aber willst, sage ich: sie streiten über das Zwangsgelübde65Wenn das Gelübde erzwungen ist od. der Gelobende durch einen Zwangsfall verhindert wird, das Gelübde zu halten; hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er den Wein nicht entbehren kann, bezw. beruflich gezwungen ist, sich an Leichen zu verunreinigen.. Sie führen denselben Streit wie Šemuél und R. Asi, denn wir haben gelernt: Vier Gelöbnisschwüre erklärten die Weisen als aufgelöst: Anspornungsgelübde66Wenn man etwas affektiv gelobt., Übertreibungsgelübde67Wenn man eine Übertreibung dadurch bekräftigt., irrtümliche Gelübde und Zwangsgelübde.", "Hierzu sagte R. Jehuda: R. Asi sagte, diese vier Gelübde benötigen der Auflösung durch einen Gelehrten. Als ich dies Šemuél vortrug, sprach er zu mir: Der Autor lehrt, die Weisen erklärten sie als aufgelöst, und du sagst, sie benötigen der Auflösung durch einen Gelehrten!?", "Die Rabbanan sind der Ansicht Šemuéls und R. Šimo͑n der Ansicht R. Asis.", "v WENN JEMAND SAGT:] ICH WILL NAZIR SEIN UND NEHME AUF MICH DIE HAARSCHUR68Unter ‘Haarschur’ ist hier überall die Darbringung der beim Haarscheren, das beim Ablauf des Nazirates zu erfolgen hat, erforderlichen Opfer zu verstehen.FÜR EINEN NAZIR, UND EIN ANDERER DIES HÖRT UND SAGT: AUCH ICH, UND NEHME AUF MICH DIE HAARSCHUR FÜR EINEN NAZIR, SO KÖNNEN SIE, WENN SIE GESCHEIT SIND, SICH FÜR EINANDER SCHEREN, SONST ABER MÜSSEN SIE SICH FÜR ANDERE NAZIRÄER SCHEREN.", "GEMARA. Sie fragten: Wie ist es, wenn ein anderer es hört und sagt: auch69Ohne zu sagen, er wolle sich auch das Haar scheren.ich; bezieht sich das ‘auch ich’ auf das ganze [Gelöbnis] oder nur auf die Hälfte? Und bezieht es sich, wenn du entscheidest, es beziehe sich auf die Hälfte, auf den Anfang oder auf den Schluß? –", "Komm und höre: Auch ich, und nehme auf mich die Haarschur für einen Nazir, so können sie, wenn sie gescheit sind, sich für einander scheren. Da es nun heißt: auch ich, und ich nehme auf mich, so ist zu entnehmen, daß das ‘auch ich’ sich nur auf die Hälfte des [Gelöbnisses] beziehe. – Ich will dir sagen, allerdings bezieht es sich auf die Hälfte, aber auf den Anfang oder auf den Schluß? – Hieraus, da es heißt: und nehme auf mich die Haarschur, ist zu entnehmen, daß das ‘auch ich’ sich auf den Anfang beziehe.", "R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sprach zu Raba: Woher, daß dem so ist? Tatsächlich, kann ich dir erwidern, bezieht sich das ‘auch ich’ auf das ganze [Gelöbnis], und [die Worte] ‘und nehme auf mich’ beziehen sich ebenfalls70Dies ist eine Erklärung od. Ergänzung der vorigen Worte.hierauf. Wie ist, wenn du nicht so erklären wolltest, der Schlußsatz zu verstehen: [Wenn jemand sagt:] ich nehme auf mich die Hälfte der Haarschur für einen Nazir, und ein anderer dies hört und sagt: auch ich, ich nehme auf mich die Hälfte der Haarschur für einen Nazir. Da sind es ja keine zwei71Auch der erstere hat nur eines, die Darbringung der Scheropfer, gelobt.Dinge!? Da ist also das ‘auf mich’ auf dieselbe Sache zu beziehen, ebenso ist es auch hierbei auf dieselbe Sache zu beziehen.", "Raba erwiderte ihm: Was soll dies; allerdings lehrt er es, wenn du sagst, im Anfangsatze sei es nötig72Wegen des 2. Satzes.und im Schlußsatze sei es nicht nötig, im Schlußsatze unnötig wegen des Anfangssatzes, wo es nötig ist, wozu aber lehrt er es, wenn du sagst, es sei im Anfangsatze unnötig und im Schlußsatze unnötig, unnötig im Anfangsatze und unnötig im Schlußsatze!?", "R. Jiçḥaq b. Joseph sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn jemand zu seinem Beauftragten gesagt hat," ], [ "daß er gehe und für ihn irgend eine Frau73Ohne ihm eine bezeichnet oder auch nur eine Stadt genannt zu haben. Die Antrauung kann auch durch einen Bevollmächtigten erfolgen.antraue, so sind ihm alle Frauen der Welt verboten, denn es gilt als feststehend, daß ein Beauftragter seinen Auftrag ausführe, und da er ihm nicht eine besondere genannt hat, so weiß er nicht, welche er für ihn angetraut74Von jeder Frau ist anzunehmen, sie sei vielleicht eine Mutter, Tochter od. Schwester der angetrauten, die ihm dann verboten ist.hat.", "Reš Laqiš wandte gegen R. Joḥanan ein: Wenn von einem nicht bezeichneten Taubenpaare75Das bei manchen Gelegenheiten darzubringen ist (cf. Lev. 12,8); wenn die Tauben noch nicht bezeichnet worden sind, welche als Brandopfer u. welche als Sündopfer dargebracht werden soll.eine in die Lüfte (der Welt) fortfliegt, unter Sündopfer kommt, die man verenden lassen76Wenn beispielsweise der Eigentümer gestorben ist od. durch ein anderes Opfer Sühne erlangt hat.muß, oder verendet, so hole man eine andere zur Ergänzung des Paares;", "bei einem bezeichneten Paare gibt es demnach kein Mittel77Da man die zurückgebliebene Taube nicht mehr erkennt u. nicht weiß, ob sie als Brand- od. als Sündopfer bestimmt worden ist. mehr.", "Wieso sind nun sonstige Taubenpaare tauglich, von jeder ist ja anzunehmen, es ist vielleicht jene78Die jenem fortgeflogen u. somit das Opfer eines anderen ist.!?", "Dieser erwiderte: Ich spreche von einer Frau, die sich nicht79Dh. die sich zuhause aufhält u. somit quasi einer unbeweglichen Sache gleicht. Beim Unbeweglichen ist die Mehrheit niemals entscheidend (vgl. beispielsweise Hul. Fol. 95a), vielmehr steht die kleinste Minderheit der Mehrheit gegenüber; somit gilt auch hierbei die eine angetraute Frau als die Hälfte aller Frauen, u. da die Mehrheit nicht entscheidend ist, sind ihm alle verboten.bewegt, und du sprichst von einem Verbote, wobei [die Sache] sich80Da es nur eine Taube ist, die verboten ist, so verliert sie sich in der Mehrheit.bewegt.", "Wolltest du erwidern, auch jene ist beweglich, denn er kann sie auf der Straße getroffen und angetraut haben, so kehrt jene auf ihren Platz zurück, aber kehrt etwa die Taube zurück!?", "Raba sagte: R. Joḥanan pflichtet jedoch bei81Daß ihm andere Frauen nicht verboten seien.hinsichtlich einer Frau, die weder eine Tochter noch eine Tochterstochter noch eine Sohnestochter noch eine Mutter noch eine Großmutter noch eine Schwester hat. Und selbst wenn sie82Die Frau, die der Auftraggebende heiratet.eine Schwester hat, die nachher geschieden worden83Wobei zu berücksichtigen ist, der Beauftragte kann sie nach der Scheidung für ihn angetraut haben.ist, ist sie ihm erlaubt,", "denn zur Zeit, wo er ihn beauftragte, war sie verheiratet, und er beauftragte ihn nur mit einer Sache, die ihm dann erlaubt war, nicht aber mit einer Sache, die ihm dann nicht84Zur Antrauung einer Frau, die zur Zeit des Auftrages verheiratet war. erlaubt war, –", "Wir haben gelernt: Wenn jemand sagt: ich will Nazir sein und nehme auf mich die Haarschur für einen Nazir, und ein anderer dies hört und sagt: auch ich, und nehme auf mich die Haarschur für einen Nazir, so können sie, wenn sie gescheit sind, sich für einander scheren, sonst aber müssen sie sich für andere Naziräer scheren. Allerdings hat der andere den ersteren vor sich, der erstere aber hatte ja nicht den anderen85Beim Geloben des ersteren war der andere noch nicht Nazir, u. gemäß der obigen Lehre konnte sein Gelöbnis sich nur auf einen Nazir beziehen, der es zur Zeit des Gelobens war.vor sich!?" ], [ "Er meinte es vielmehr wie folgt: wenn ich einen finde, der Nazir ist, so schere ich mich für ihn; ebenso ist dies hierbei zu verstehen: wenn du eine findest, die geschieden ist, so traue sie für mich an!? –", "Ich will dir sagen: man kann jemand mit einer Handlung beauftragen, die man selbst sofort ausführen kann, nicht aber kann man jemand mit einer Handlung beauftragen, die man selbst nicht sofort ausführen86Dies war bei der damals verheirateten Frau nicht möglich.kann. –", "Etwa nicht, komm und höre: Man könnte glauben, daß, wenn jemand zum Pfleger87Den er vor seiner Ausreise für seine Frau bestellt.gesagt hat: hebe alle Gelübde meiner Frau auf, die sie von jetzt ab bis ich von jenem Orte komme tut, und dieser sie aufgehoben hat, sie aufgehoben seien, so heißt es:88Num. 30,14.ihr Mann bestätige es und ihr Mann hebe es auf – so R. Jošija. R. Jonathan sagt, wir finden überall, daß ein Vertreter eines Menschen ihm selbst gleiche.", "Nur aus dem Grunde, weil der Allbarmherzige sagt: ihr Mann bestätige es und ihr Mann hebe es auf, sonst aber könnte der Pfleger sie aufheben. Vom [Ehemanne] selbst aber wird gelehrt: wenn jemand zu seiner Frau spricht: alle Gelübde, die du von jetzt ab bis ich von jenem Orte zurückkomme tust, sollen gültig sein, so sind seine Worte nichtig; wenn aber: sollen aufgehoben sein, so sind sie, wie R. Elie͑zer sagt, aufgehoben, und wie die Weisen sagen, nicht aufgehoben.", "Er89Der diesen Einwand erhob.glaubte, R. Jošija lehre es nach den Rabbanan, welche sagen, [der Ehemann] könne sie nicht aufheben, und wenn der Allbarmherzige nicht gesagt hätte: ihr Mann bestätige es und ihr Mann hebe es auf, könnte der Vormund sie wohl aufheben90Der Beauftragte kann demnach auch eine Handlung ausführen, die der Auftraggeber zur Zeit des Auftrages nicht ausführen kann.!? –", "Vielleicht nach R. Elie͑zer, welcher sagt, [der Ehemann] könne sie wohl aufheben. – Wozu braucht er demnach einen Pfleger, er kann sie ja selber aufheben91Im voraus, vor Antritt seiner Reise.!? – Er befürchtet, er könnte es aus Vergeßlichkeit, Ärger oder Zerstreutheit [unterlassen].", "vi WENN JEMAND SAGT: ICH NEHME AUF MICH DIE HÄLFTE DER HAARSCHUR FÜR EINEN NAZIR, UND EIN ANDERER DIES HÖRT UND SAGT: AUCH ICH, ICH NEHME AUF MICH DIE HÄLFTE DER HAARSCHUR FÜR EINEN NAZIR, SO HAT DER EINE DIE GANZE HAARSCHUR92Zur Darbringung sämtlicher Opfer.FÜR EINEN NAZIR ZU LEISTEN UND DER ANDERE DIE GANZE HAARSGHUR FÜR EINEN NAZIR ZU LEISTENSO R. MEÍR. DIE WEISEN SAGEN, DER EINE HAT DIE HÄLFTE DER HAARSCHUR FÜR EINEN NAZIR ZU LEISTEN UND DER ANDERE HAT DIE HÄLFTE DER HAARSCHUR FÜR EINEN NAZIR ZU LEISTEN.", "GEMARA. Raba sagte: Alle stimmen überein, daß, wenn er gesagt hat, er nehme auf sich die Hälfte der Naziropfer, er nur die Hälfte der Naziropfer darzubringen habe, und wenn: die Opfer eines halben Nazirates, er die vollständigen Opfer darzubringen habe, denn es gibt kein Nazirat zur Hälfte,", "und sie streiten nur über die in der Mišna genannte Fassung. R. Meír ist der Ansicht, sobald er gesagt hat: ich nehme auf mich, sei er zu den vollständigen Naziratopfern verpflichtet worden, und wenn er später sagt: die Hälfte eines Nazirates, sei dies belanglos, die Rabbanan aber sind der Ansicht, dies sei ein Gelübde mit einer Tür93Zum Entschlüpfen; er dachte daran von vornherein, u. da es 2 Gelobende sind, so ist es kein halbes Opfer..", "vii WENN JEMAND GESAGT HAT:] ICH WILL NAZIR SEIN, WENN ICH EINEN SOHN BEKOMME, UND IHM EIN SOHN GEBOREN WIRD, SO IST ER NAZIR; WENN EINE TOCHTER, EIN GESCHLECHTSLOSER ODER EIN ZWITTER, SO IST ER KEIN NAZIR. WENN ER ABER GESAGT HAT: WENN ICH EIN KIND BEKOMME94Die babyl. Mišna separata hat כשאדאה כשיהיה, wohl eine Vermengung zweier Lesarten., SO IST ER NAZIR, AUCH WENN IHM EINE TOCHTER, EIN GESCHLECHTSLOSER ODER EIN ZWITTER GEBOREN WIRD." ], [ "viii HAT SEINE FRAU [VORZEITIG] ABORTIERT, SO IST ER KEIN NAZIR. R. ŠIMO͑N SAGT, ER MÜSSE SAGEN: WÄRE ES EIN LEBENSFÄHIGES KIND, SO BIN ICH PFLICHTGEMÄSS NAZIR, WENN ABER NICHT, SO BIN ICH FREIWILLIG95Er muß auf jeden Fall das Nazirat absolvieren, da mit der Möglichkeit zu rechnen ist, daß, wenn seine Frau nicht vorzeitig abortiert hätte, das Kind lebensfähig wäre.NAZIR.", "GEBÄRT SIE WIEDERUM96Nachdem sie einmal abortiert hat., SO IST ER NAZIR. R. ŠIMO͑N SAGT, ER MÜSSE SAGEN: WÄRE DAS ERSTE KIND LEBENSFÄHIG, SO SEI DAS ERSTE [NAZIRAT] EIN PFLICHTGEMÄSSES UND DIESES EIN FREIWILLIGES, WENN ABER NICHT, SO SEI DAS ERSTE EIN FREIWILLIGES UND DIESES EIN PFLICHTGEMÄSSES. ", "GEMARA. Wozu ist dies98Daß, wenn ihm ein Sohn geboren wird, er Nazir sei.zu lehren nötig!? – Wegen des Schlußsatzes: wenn eine Tochter, ein Geschlechtsloser oder ein Zwitter, so ist er kein Nazir. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, er habe verstanden: wenn ich Vater99Unter בן sei nicht nur Sohn, sondern auch Kind zu verstehen; das W. בן ist v. בנה bauen, übertragen: fortpflanzen, abzuleiten.werde, so lehrt er uns, daß dem nicht so sei.", "WENN ER ABER GESAGT HAT: WENN ICH EIN KIND BEKOMME &C. Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, ein Kind, das als solches unter den Menschen100Durch das die Familie fortgepflanzt wird.gilt, so lehrt er uns.", "HAT SEINE FRAU ABORTIERT, SO IST ER KEIN NAZIR. Wer lehrt dies? – Es ist R. Jehuda, [der Autor der Lehre] vom Haufen101Cf. supra Fol. 8a; nach ihm ist bei einem Zweifel hinsichtl. des Nazirates erleichternd zu entscheiden..", "R. ŠIMO͑N SAGT, ER MÜSSE SAGEN: WÄRE ES EIN LEBENSFÄHIGES KIND, SO BIN ICH PFLICHTGEMÄSS NAZIR, WENN ABER NICHT, SO BIN ICH FREIWILLIG NAZIR. R. Abba fragte R. Hona: Wie ist es, [wenn jemand gesagt hat:] ich will Nazir sein, wenn ich einen Sohn bekomme, und seine Frau abortiert hat, und nachdem er ein Opfer abgesondert, sie wiederum102Am selben Tage.geboren hat? –", "Nach wessen Ansicht: wenn nach R. Šimo͑n, so ist es ja nach ihm nicht fraglich, R. Šimo͑n sagt ja, ein Zweifel beim Nazirate sei erschwerend103Er ist auf jeden Fall Nazir, somit ist das Opfer entschieden heilig.zu entscheiden!? Vielmehr, nach R. Jehuda, welcher sagt, ein Zweifel beim Nazirate sei erleichternd zu entscheiden; wie ist es nun, ist es heilig oder nicht? –", "In welcher Hinsicht104Er ist ja wegen der 2. Geburt Nazir.? – Hinsichtlich der Schur und der Verwendung zur Arbeit105Wenn die Absonderung vor der 2. Geburt gültig ist, so ist es heilig u. zur Schur u. zur Arbeit verboten.. – Dies bleibt unentschieden.", "Ben Riḥumi fragte Abajje: Wie ist es, [wenn jemand gesagt hat:] ich will Nazir sein, wenn ich einen Solin bekomme, und ein anderer dies hört und spricht: auf mich; bezieht er dies auf seinen Ausspruch106Er wolle ebenfalls Nazir sein, falls dieser einen Sohn bekommt.oder auf sich selbst107Er wolle Nazir sein, falls er selbst einen Sohn bekommt.?", "Und wie ist es, wenn du entscheidest, er beziehe dies auf sich selbst, wenn jemand gesagt hat: ich will Nazir sein, wenn ich einen Sohn bekomme, und ein anderer dies hört und spricht: ich ebenfalls; bezieht er dies auf sich selbst, oder meint er es wie folgt: mir wäre dies ebenso lieb wie dir? Und wie ist es ferner, wenn du entscheidest, da es in seiner Gegenwart erfolgt ist," ], [ "so war es ihm peinlich108Nicht ebenfalls seine Freude über dieses Ereignis zu bekunden; er hat dies also auf das Gelöbnis des anderen u. nicht auf sich selbst bezogen., wenn jemand gesagt hat: ich will Nazir sein, wenn jener einen Sohn bekommt, und ein anderer dies hört und spricht: ich ebenfalls; bezieht er dies, da es in seiner Abwesenheit erfolgt, auf sich selbst, oder meint er es wie folgt: dies wäre mir ebenso lieb wie dir. – Dies bleibt unentschieden.", "ix [WENN JEMAND GESAGT HAT:] ICH WILL NAZIR SEIN, UND WIEDERUM NAZIR SEIN, WENN ICH EINEN SOHN BEKOMME, UND NACHDEM ER SEINES ZU ABSOLVIEREN BEGONTXEN HAT, IHM EIN SOHN GEBOREN WIRD, SO BEENDIGE ER SEINES97Er schere sich das Haar u. bringe die erforderlichen Opfer dar.UND ABSOLVIERE DANN DAS WEGEN SEINES SOHNES. WENN [ER ABER GESAGT HAT:] ICH WILL, WENN ICH EINEN SOHN BEKOMME, NAZIR SEIN, UND AUSSERDEM NAZIR SEIN, UND NACHDEM ER SEINES ZU ABSOLVIEREN BEGONNEN HAT, IHM EIN SOHN GEBOREN WIRD, SO UNTERBRECHE ER SEINES, ABSOLVIERE DAS WEGEN SEINES SOHNES UND BEENDIGE DANN SEINES.", "Raba fragte: Wie ist es, [wenn jemand gesagt hat:] ich will nach zwanzig Tagen Nazir109Ein gewöhnl. Nazirat von 30 Tagen.sein, und hundert Tage von jetzt ab? Erstreckt sich [das Nazirat] auf diese110Die 20 Tage vom Geloben bis zum Beginne des 30tägigen Nazirates.nicht, da das hunderttägige in zwanzig [Tagen] nicht beendet111Da er das 30tägige Nazirat zuerst genannt u. erst nach 20 Tagen beginnen soll, so hat dieses erst nach 20 Tagen, u. nach Absolvierung desselben das 100tägige zu beginnen.ist, oder erstreckt es sich auf diese, da auch nachher die Dauer des Haarwuchses112Das Nazirat ist deshalb auf mindestens 30 Tage auszudehnen, weil die Dauer eines Haarwuchses erforderlich ist; hierbei kann das 100tägige Nazirat sofort begonnen u. nach 20 Tagen unterbrochen werden, da der erforderliche Haarwuchs in den folgenden 80 Tagen erfolgt.vorhanden ist? –", "Sollte er doch hinsichtlich eines kürzeren Nazirates113Wenn jemand gesagt hat, er wolle nach 20 Tagen ein Nazirat absolvieren u. eines von jetzt ab; die Frage ist nun, ob das andere sofort begonnen u. durch das erstere unterbrochen werden kann.gefragt haben!? – Er fragte hinsichtlich des einen mit Bezugnahme auf das andere." ], [ "Wie ist es, falls du entscheidest, daß bei einem kürzeren Nazirate, wobei114Falls es nach 20 Tagen durch ein anderes Nazirat unterbrochen wird.nur zehn Tage zurückbleiben, diese nicht mitgerechnet115Zu den ersten 20 Tagen, da die Dauer eines Haarwuchses nicht vorhanden ist.werden, wenn es ein Nazirat von hundert Tagen ist: werden sie, da es achtzig Tage sind, hinzugerechnet116Zu den ersten 20, wonach das Nazirat sofort zu beginnen hat.oder nicht?", "Wie ist es ferner, wenn er gesagt hat: ich will Nazir sein nach zwanzig Tagen und lebenslänglicher Nazir von jetzt ab; erstreckt es sich auf diese110Die 20 Tage vom Geloben bis zum Beginne des 30tägigen Nazirates.oder nicht.", "Wie ist es ferner, falls du entscheidest, daß es sich auf diese erstrecke, da es117Das 30tägige Gelübde, das nach 20 Tagen beginnen soll.aufgelöst werden118In diesem Falle braucht das andere überhaupt nicht unterbrochen zu werden u. hat sofort zu beginnen.kann, wenn er gesagt hat: ich will nach zwanzig Tagen Nazir wie Šimšon119Ein solches Nazirat kann nicht mehr aufgelöst werden. sein, und gewöhnlicher Nazir von jetzt ab? Erstreckt es sich hierbei auf diese, da eine Auflösung nicht möglich ist, oder nicht? Wie ist es, wenn jemand gesagt hat: wie Mose am siebenten120Der Sinn ist etwas dunkel; dieser Tag ist sowohl der Geburtstag als auch der Sterbetag Mošes, an dem wahrscheinlich viele Nazirate gelobt wurden.Adar? –", "Die erste Frage ist [aus folgendem] zu entscheiden: Sagte jemand: ich will Nazir sein nach zwanzig Tagen, und hundert Tage von jetzt ab, so absolviere er zwanzig Tage, dann dreißig, und dann achtzig, um das erste Nazirat zu beendigen.", "Hat er sich während des Nazirates wegen seines Sohnes121Im letzten Falle der Mišna, wo er das begonnene Nazirat zu unterbrechen u. vorher das wegen seines Sohnes zu absolvieren hat.verunreinigt, so sind, wie R. Joḥanan sagt, auch jene122Die bereits absolvierten Tage des begonnenen Nazirates.hinfällig, und wie Reš Laqiš sagt, nicht hinfällig.", "R. Joḥanan sagt, sie seien hinfällig, denn [beide Nazirate] sind zusammen ein langes Nazirat; Reš Laqiš sagt, sie seien nicht hinfällig, denn seines ist ein Nazirat für sich und das wegen seines Sohnes ist ein Nazirat für sich." ], [ "Hat er sich während der Tage seines Aussatzes123Von dem er während des Nazirates befallen worden ist; dieser unterbricht wohl das Nazirat, macht aber die bereits absolvierten Tage nicht hinfällig.verunreinigt124An einem Toten., so sind [die früheren Tage], wie R. Joḥanan sagt, hinfällig, und wie Reš Laqiš sagt, nicht hinfällig.", "R. Joḥanan sagt, sie seien hinfällig, denn er befindet sich im Nazirate; Reš Laqiš sagt, sie seien nicht hinfällig, denn; der Aussatz ist [ein Zustand] für sich125Da diese Zeit nicht mitgerechnet wird. und das Nazirat ist [ein Zustand] für sich.", "Und [beide Lehren] sind nötig. Würde nur die erste gelehrt worden sein, so könnte man glauben, R. Joḥanan sei nur hierbei der Ansicht, daß sie hinfällig seien, weil es dem Namen nach ein126Das eine Nazirat wird durch ein anderes unterbrochen.Nazirat ist, während er bei der anderen Reš Laqiš beipflichte, daß das Nazirat [ein Zustand] für sich und der Aussatz [ein Zustand] für sich sei.", "Und würde nur die andere gelehrt worden sein, so könnte man glauben, Reš Laqiš vertrete seine Ansicht nur bei dieser, während er bei jener R. Joḥanan beipflichtet. Daher sind beide nötig.", "Ist er an einem Tage des Haarwuchses127Wenn jemand beispielsweise während des Nazirates gewaltsam geschoren worden ist, so wird dadurch das Nazirat nicht unterbrochen; das Nazirat ist nach 30 Tagen zuende, jedoch darf er erst 30 Tage nach der Schur sich das Haar scheren u. die Opfer darbringen. Die Tage zwischen dem Ablauf des Nazirates u. dem 30. Tage nach der widerwilligen Schur heißen Tage des Haarwuchses.unrein geworden, so sind [die früheren Tage], wie Rabh sagt, nicht hinfällig, denn auch nach R. Joḥanan, welcher sagt, sie seien128Wenn solches während der Unterbrechung des Nazirates erfolgt.hinfällig, gilt dies nur da, wo er sich im Nazirate befindet, während der Haarwuchs nur eine Ergänzung des Nazirates ist.", "Šemuél aber sagt, sie seien hinfällig, denn auch nach Reš Laqiš, welcher sagt, sie seien nicht hinfällig, gilt dies nur da, wo es zwei Nazirate129Das eine wird durch das andere nicht berührt.sind, hierbei aber ist es ein Nazirat.", "R. Ḥisda sagte: Alle stimmen überein, daß, wenn beim Blut[sprengen] das Haar noch heilig130Dh. noch nicht geschoren, mit Bezugnahme auf Num. 6,11; wenn er zwischen der Darbringung der Opfer u. dem Haarscheren unrein geworden ist.war, es für ihn kein Mittel mehr131Er darf sich nie mehr das Haar scheren od. Wein trinken; das dargebrachte Opfer wird ihm nicht angerechnet, auch darf er kein anderes darbringen, da das betreffende Opfer nur einmal darzubringen ist.gebe. –", "Nach wessen Ansicht: wenn nach R. Elie͑zer, welcher sagt, es132Der völlige Abschluß des Nazirates, um Wein trinken zu dürfen.sei vom Scheren abhängig, so erfolgt es ja innerhalb des Vollwerdens, und sie133Die früheren Tage; vor dem Scheren ist das Nazirat noch nicht zuende, u. es ist ebenso, als würde er während desselben unrein geworden sein.sollten hinfällig sein, und wenn nach den Rabbanan, so sind sie ja der Ansicht, es sei vom Scheren nicht134Die Verunreinigung ist überhaupt ohne Einfluß auf das Nazirat.abhängig!? – Tatsächlich nach den Rabbanan, und unter ‘kein Mittel’ ist zu verstehen, er habe kein Mittel zur Ausübung des Gebotes des Scherens135Die beim Abschlüsse des Nazirates zu erfolgen hat, jed. ist das Nazirat beendet..", "R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Wenn ein Nazir die Tage absolviert hat, so erhält er Geißelhiebe wegen der Verunreinigung, nicht aber wegen des Scherens und nicht wegen des Wein[trinkens]136Wenn er es vor der Darbringung der Opfer getan hat.. – Wegen der Verunreinigung erhält er wohl deshalb Geißelhiebe, weil die Schrift sagt: 137Num. 6,6.alle Tage seiner Absonderung für den Herrn, und dies vergleicht die Tage nach dem Vollwerden138Vor der Darbringung der Opfer.mit den Tagen vor dem Vollwerden,", "somit sollte er auch wegen des Scherens schuldig sein, denn der Allbarmherzige sagt:139Num. 6,5.alle Tage seines Absonderungsgelübdes soll kein Schermesser über sein Haupt gehen, und dies vergleicht die Tage nach dem Vollwerden mit den Tagen vor dem Vollwerden!? Ferner:140Ib. V. 4.alle Tage seiner Absonderung, von allem, was aus dem Weinstocke bereitet wird, und dies vergleicht die Tage nach dem Vollwerden mit den Tagen vor dem Vollwerden!? –" ], [ "Anders ist es hierbei, denn der Allbarmherzige sagt: 141Ib. V. 9.und er sein geweihtes Haupt verunreinigt, wenn die Weihe noch an seinem Haupte142Wenn er sich noch nicht geschoren hat, selbst wenn das Nazirat bereits beendet ist.haftet. Man wandte ein: Wenn ein Nazir die Tage absolviert hat, so ist ihm143Vor der Darbringung der Opfer.das Scheren, das Weintrinken und die Verunreinigung an Toten verboten; hat er sich geschoren, Wein getrunken oder sich an Toten verunreinigt, so erhält er die vierzig [Geißelhiebe]!? – Dies ist eine Widerlegung.", "x SAGTE JEMAND:] ICH WILL NAZIR SEIN, FALLS ICH EINEN SOHN BEKOMME, UND AUSSERDEM HUNDERT TAGE NAZIR SEIN, SO HAT ER, WENN IHM BIS ZUM SIEBZIGSTEN [TAGE] EIN SOHN GEBOREN WIRD, NICHTS144Durch die Unterbrechung des 100tägigen Nazirats, da die spätere Nachholung mindestens 30 Tage dauert.VERLOREN; WENN ABER NACH SIEBZIG, SO SIND DIE SIEBZIG HINFÄLLIG, DA DAS SCHEREN VOR DREISSIG TAGEN NICHT ERFOLGEN DARF145Er hat weniger als 30 Tage nachzuholen u. muß trotzdem ein vollständiges Nazirat absolvieren..", "GEMARA. Rabh sagte: Der siebzigste Tag wird hin und her146Zum unterbrochenen 100tägigen Nazirate u. zum Nazirate wegen seines Sohnes.angerechnet. – Wir haben gelernt: So hat er, wenn ihm bis zum siebzigsten [Tage ein Sohn] geboren wird, nichts verloren. Wenn man nun sagen wollte, er werde hin und her angerechnet, so gewinnt er147Er spart einen Tag, da der 70. doppelt zählt.ja!? – Eigentlich braucht er [diesen Fall, wenn] bis zum siebzigsten, nicht zu lehren, da er aber im Schlußsatze lehrt, daß, wenn nach dem siebzigsten, die siebzig hinfällig seien, so lehrt er im Anfangsatze: [bis] zum siebzigsten. –", "Komm und höre den Schlußsatz: Wird ihm einer nach dem siebzigsten geboren, so sind die siebzig hinfällig148Entsprechend wird ja auch der 30. Tag hin u. her angerechnet, somit bleiben, auch wenn ihm am 71. Tage ein Kind gehören wird, zur Ergänzung noch 30 Tage zurück.!? –Unter ‘nach’ ist zu verstehen: nach dem folgenden149Am 72. Tage.Tage. –", "Wieso lehrt er, wenn demnach nichts hinfällig ist, falls unmittelbar nachher erfolgt, daß, wenn ihm bis zum siebzigsten [Tage ein Sohn] geboren wird, er nichts verloren habe, du sagst ja, auch wenn dies nach dem siebzigsten erfolgt, sei nichts hinfällig!? Vielmehr ist unter ‘nach’ unmittelbar nachher zu verstehen. Somit ist aus unserer Mišna [gegen] Rabh zu entnehmen. –", "Nach wem lehrte Rabh seine Lehre? – Nach150Das W. אילימא, das in Handschriften fehlt, erschwert die Konstruktion.Abba Šaúl, denn wir haben gelernt: Wenn jemand drei Tage vor dem Feste seinen Toten begräbt, so ist er der Pflicht der siebentägigen Trauer151Der Grad der Trauer über Angehörige ist in Stufen geteilt, die sich auf einen, drei, sieben u. dreißig Tage erstrecken; ausführt. Mq. Fol. 14aff.enthoben;", "wenn acht Tage vor dem Feste, so ist er der Pflicht der dreißigtägigen Trauer enthoben, und er darf sich am Vorabend des Festes das Haar scheren; hat er es am Vorabend des Festes unterlassen, so darf er es nach dem Feste nicht tun." ], [ "Abba Šaúl sagt, wenn er es vor dem Feste unterlassen hat, dürfe er es auch nach dem Feste tun, denn wie die dreitägige Trauer die siebentägige152Im bezüglichen Falle ist er durch die 3tägige Trauer, die er vor dem Feste gehalten hat, der 7tägigen enthoben, er braucht die fehlenden Tage nach dem Feste nicht nachzuholen.aufhebt, so hebt auch die siebentägige die dreißigtägige auf.", "Abba Šaúl sagt dies wohl aus dem Grunde, weil er der Ansicht ist, der siebente werde hin und her mitgerechnet153Der 7. Tag zählt auch als 1. der 30tägigen Trauer, u. durch diesen hat er der Pflicht genügt.. – Vielleicht ist Abba Šaúl dieser Ansicht nur bei der siebentägigen Trauer, die nur rabbanitisch ist, nicht aber beim Nazirate, das ein Gebot der Tora ist. –", "Vielmehr, Rahb ist der Ansicht R. Joses, denn es wird gelehrt: R. Jose sagte: Wenn man für eine Flußverdächtige154Wörtl. Tag um Tag abwartende. Wenn eine Frau nach der auf die Menstruation folgenden Reinheitswoche Blutfluß bemerkt, so hat sie ‘abzuwarten’; wiederholt sich dies 3 Tage, so ist sie 7 Tage unrein.am zweiten Tage [das Pesaḥopfer] geschlachtet und [das Blut] gesprengt hat,", "und sie darauf [Fluß] wahrnimmt, so darf sie155Da sie nunmehr unrein ist.davon nicht essen, und sie ist von der Herrichtung des zweiten Pesaḥopfers156Das der zur Pesaḥzeit Unreine im folgenden Monat darzubringen hat (cf. Num. 9,10ff.); das Pesaḥopfer ist für sie hergerichtet worden u. das Essen ist nicht unerläßlich.frei.", "R. Jose sagt dies wohl aus dem Grunde, weil er der Ansicht ist, ein Teil des Tages gelte als ganzer157Der Teil des Tages (vor der Herrichtung), an dem sie rein war, gilt als ganzer, somit war sie an diesem Tage rein u. ist daher vom 2. Pesaḥopfer frei.. – Wieso denn, vielleicht aus dem Grunde, weil er der Ansicht ist, sie sei nur von jetzt ab158Wo sie unrein wird, nicht aber rückwirkend. unrein. –", "Ist R. Jose denn dieser Ansicht,", "es wird ja gelehrt: R. Jose sagte: Wenn man für einen Flußbehafteten, der zweimal [Fluß] wahrgenommen159Er ist dann 7 Tage unrein.hat, [das Pesaḥopfer] am siebenten geschlachtet und [das Blut] gesprengt hat, oder wenn man es für eine Flußverdächtige geschlachtet und gesprengt hat, und sie darauf [Fluß] wahrnehmen, so sind sie, obgleich sie rückwirkend Lager und Sitz160Worauf sie gelegen u. gesessen haben.verunreinigen, von der Herrichtung des zweiten Pesaḥopfers frei. –", "Rückwirkend erfolgt dies nur rabbanitisch. Dies ist auch einleuchtend; wieso wären sie, wenn man sagen wollte, nach der Tora, von der Herrichtung des zweiten Pesaḥopfers frei!? –", "Tatsächlich, kann ich dir erwidern, erfolgt die [rückwirkende] Unreinheit nach der Tora, nur haben sie bei der verborgenen Unreinheit161Wörtl. Unreinheit des Abgrundes, dh. die vorher überhaupt nicht sichtbar war, wie dies hierbei der Fall ist. des Ausflusses erleichtert.", "Auch R. Ošaja ist der Ansicht, rückwirkend erfolge es162Nach RJ.nur rabbanitisch, denn es wird gelehrt: R. Ošaja sagte: Wenn aber [der Flußbehaftete] am siebenten Tage Fluß bemerkt, so sind die vorangehenden163Die 7 Tage der Unreinheit; er ist dann wiederum 7 Tage unrein.hinfällig. R. Joḥanan sprach zu ihm: Dies sollte nur den einen Tag hinfällig machen. –", "Wie du es nimmst: macht es hinfällig, so sind ja alle hinfällig, und macht es nicht hinfällig, so ist ja auch dieser Tag nicht hinfällig!? – Lies vielmehr: dies sollte auch diesen Tag nicht hinfällig machen. Jener erwiderte:" ], [ "R. Jose ist deiner Ansicht, denn dieser sagt, er sei von dann ab unrein. R. Jose sagt ja aber, rückwirkend!? Wahrscheinlich rabbanitisch. –", "Wieso kann es nach R. Jose, der der Ansicht ist, ein Teil des Tages gelte als ganzer, vorkommen, daß eine richtige Flußbehaftete164Die an 3 Tagen Fluß bemerkt hat.ein Opfer darzubringen hat; sobald sie es zur Hälfte des Tages wahrnimmt, gilt ja die andere Hälfte als Tag des Abwartens165Der halbe Tag gilt als ganzer, u. wenn an einem Tage der Fluß ausfällt, hat sie keine Opfer darzubringen.!? – Wenn du willst, sage ich: wenn sie drei Tage hinter einander Ausfluß hat, und wenn du willst, sage ich: wenn sie es drei Tage bei Sonnenuntergang wahrnimmt, wo keine Zeit zurückbleibt, die [als Tag] angerechnet werden könnte.", "", "i WENN JEMAND GESAGT HAT: ICH WILL NAZIR SEIN, SO SCHERE ER SICH AM EINUNDDREISSIGSTEN TAGE; HAT ER SICH AM DREISSIGSTEN GESCHOREN, SO HAT ER SEINER PFLICHT GENÜGT; [WENN ER ABER GESAGT HAT:] ICH WILL DREISSIG TAGE NAZIR SEIN, SO HAT ER, WENN ER SICH AM DREISSIGSTEN GESCHOREN HAT, SEINER PFLICHT NICHT GENÜGT.", "ii WENN JEMAND ZWEI NAZIRATE GELOBT HAT, SO SCHERE ER SICH WEGEN DES ERSTEN AM EINUNDDREISSIGSTEN TAGE UND WEGEN DES ANDEREN AM EINUNDSECHZIGSTEN TAGE; HAT ER SICH WEGEN DES ERSTEN AM DREISSIGSTEN GESCHOREN, SO SCHERE ER SICH WEGEN DES ANDEREN AM SECHZIGSTEN; HAT ER SICH ABER AM NEUNUNDFÜNFZIGSTEN GESCHOREN, SO HAT ER SEINER PFLICHT GENÜGT.", "DIES BEKUNDETE AUCH R. PAPJAS: WENN JEMAND ZWEI NAZIRATE GELOBT UND SICH WEGEN DES ERSTEN AM DREISSIGSTEN GESCHOREN HAT, SO SCHERE ER SICH WEGEN DES ANDEREN AM SECHZIGSTEN, HAT ER SICH ABER AM NEUNUNDFÜNFZIGSTEN GESCHOREN, SO HAT ER SEINER PFLICHT GENÜGT, DENN DER DREISSIGSTE TAG WIRD IHM ANGERECHNET.", "iii WENN JEMAND GESAGT HAT: ICH WILL NAZIR SEIN, UND AM DREISSIGSTEN TAGE UNREIN WIRD, SO SIND ALLE HINFÄLLIG; R. ELIE͑ZER SAGT, NUR SIEBEN SEIEN HINFÄLLIG. [WENN ER ABER GESAGT HAT:] ICH WILL DREISSIG TAGE NAZIR SEIN, UND AM DREISSIGSTEN TAGE UNREIN WIRD, SO SIND ALLE HINFÄLLIG. iv [WENN JEMAND GESAGT HAT:] ICH WILL HUNDERT TAGE NAZIR SEIN, UND AM HUNDERTSTEN TAGE UNREIN WIRD, SO SIND ALLE HINFÄLLIG; R. ELIE͑EZR SAGT, NUR DREISSIG SEIEN HINFÄLLIG. WIRD ER AM HUNDERTSTEN TAGE UNREIN, SO SIND DREISSIG TAGE HINFÄLLIG; R. ELIE͑ZER SAGT, NUR SIEBEN SEIEN HINFÄLLIG.", "GEMARA. WENN JEMAND GESAGT HAT: ICH WILL NAZIR SEIN, UND AM DREISSIGSTEN TAGE UNREIN WIRD, SO SIND ALLE HINFÄLLIG; R. ELIE͑ZER SAGT, NUR SIEBEN SEIEN HINFÄLLIG." ], [ "R. Elie͑zer ist der Ansicht, wenn es nach dem Vollwerden1Nach Ablauf von 29 Tagen; cf. supra Fol. 6b. erfolgt, seien nur sieben hinfällig. [WENN ER ABER GESAGT HAT:] ICH WILL DREISSIG TAGE NAZIR SEIN, UND AM DREISSIGSTEN TAGE UNREIN WIRD, SO SIND ALLE HINFÄLLIG. Dagegen streitet R. Elie͑zer nicht, denn dieser hat vollständige [Tage] gelobt.", "[WENN JEMAND GESAGT HAT:] ICH WILL HUNDERT TAGE NAZIR SEIN, UND AM HUNDERTSTEN TAGE UNREIN WIRD, SO SIND ALLE HINFÄLLIG; R. ELIE͑ZER SAGT, NUR DREISSIG SEIEN HINFÄLLIG. Alles, wie wir nach Bar Pada und nach R. Mathna2Ob. Fol. 5a. erörtert haben.", "v WENN JEMAND SICH AUF EINEM BEGRÄBNISPLATZE BEFINDET UND EIN NAZIRAT GELOBT, SO WERDEN IHM, SELBST WENN ER SICH DA DREISSIG TAGE AUFHÄLT, DIESE NICHT ANGERECHNET UND ER BRAUCHT DAS UNREINHEITSOPFER NICHT DARZUBRINGEN3Dieses ist nur dann darzubringen, wenn das Nazirat durch eine Verunreinigung unterbrochen wird (cf. Num. 6,10), während es hierbei zu einer Unterbrechung gar nicht gekommen ist.. HAT ER IHN VERLASSEN4Und sich nach Vorschrift (cf. Num. 19,11ff.) reinigen lassen; das Nazirat beginnt sofort. UND WIEDERUM BETRETEN, SO WERDEN SIE IHM ANGERECHNET UND ER MUSS DAS UNREINHEITSOPFER DARBRINGEN.", "R. ELIE͑ZER SAGT, NICHT, WENN AM SELBEN TAGE5Wenn er am Tage der Reinigung den Begräbnisplatz betreten hat., DENN ES HEISST: 6Num. 12.und die früheren Tage sind hinfällig, NUR WENN ES FRÜHERE TAGE7Wenn mindestens 2 Tage gültig waren. SIND.", "GEMARA. Es wurde gelehrt: Wenn jemand sich auf einem Begräbnisplatze befindet und ein Nazirat gelobt, so wird er, wie R. Joḥanan sagt, vom Nazirate erfaßt8Sobald er den Begräbnisplatz verläßt u. Reinheit erlangt, ist er Nazir., und wie Reš Laqiš sagt, vom Nazirate nicht erfaßt9Er muß nach der Reinigung das Gelöbnis bestätigen.. R. Joḥanan sagt, er werde vom Nazirate erfaßt, denn er ist der Ansicht, es besteht und schwebt, und sobald es Reinheit findet, erfaßt es ihn. Reš Laqiš aber sagt, er werde vom Nazirate nicht erfaßt; wenn er es wiederholt, so erfaßt es ihn, sonst aber nicht.", "R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein: Wenn jemand sich auf einem Begräbnisplatze befindet und ein Nazirat gelobt, so werden ihm, selbst wenn er sich da dreißig Tage aufhält, diese nicht angerechnet und er braucht das Unreinheitsopfer nicht darzubringen. Nur das Unreinheitsopfer braucht er nicht darzubringen, wohl aber erfaßt es ihn!? Dieser erwiderte: Bei ihm hat weder das Gesetz von der Verunreinigung noch das Gesetz vom Opfer Geltung10Da er vom Nazirate nicht erfaßt wird..", "Er wandte gegen ihn ein: Wenn jemand unrein ist und ein Nazirat gelobt, so ist ihm das Scheren, das Weintrinken und die Verunreinigung an Toten verboten; hat er sich geschoren, Wein getrunken oder sich an Toten verunreinigt, so erhält er die vierzig Geißelhiebe. Einleuchtend ist es, daß er die vierzig Geißelhiebe erhält, wenn du sagst, es erfasse ihn, weshalb aber erhält er die vierzig Geißelhiebe, wenn du sagst, es erfasse ihn nicht!? –" ], [ "Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er ihn11Den Begräbnisplatz, durch den er unrein wurde.verlassen und wieder betreten hat12Nachdem er Reinigung erlangt u. das Gelübde wiederholt hat..", "Er wandte gegen ihn ein: Der Unterschied zwischen einem Unreinen, der ein Nazirat gelobt hat, und einem reinen Nazir, der unrein wurde, besteht nur hierin: einem Unreinen, der ein Nazirat gelobt hat, wird der siebente Tag13Der Unreinheit, an dem er Reinheit erlangt.angerechnet, und einem reinen Nazir, der sich verunreinigt hat, wird der siebente Tag nicht angerechnet. Wieso wird er ihm angerechnet, wenn du sagst, es erfasse ihn nicht!?", "Mar, Sohn des R. Aši, sagte: Alle stimmen überein, daß es ihn14Selbst wenn er das Gelübde nicht wiederholt hat.erfasse, und sie streiten nur über die Geißelung15Wegen des Gelobens des Nazirates in Unreinheit.. R. Joḥanan ist der Ansicht, daß er, da es ihn erfaßt, Geißelhiebe erhalte, und Reš Laqiš ist der Ansicht, daß es ihn wohl erfasse, er aber keine Geißelhiebe erhalte.", "R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein: Wenn jemand sich auf einem Begräbnisplatze befindet und ein Nazirat gelobt, so werden ihm, selbst wenn er sich da dreißig Tage aufhält, diese nicht angerechnet und er braucht das Unreinheitsopfer nicht darzubringen. Nur das Unreinheitsopfer braucht er nicht darzubringen, Geißelhiebe aber erhält er wohl!? –", "Eigentlich sollte er lehren, daß er keine Geißelhiebe erhalte, da er aber im Schlußsatze lehren will, daß, wenn er ihn verlassen und wiederum betreten hat, sie ihm angerechnet werden und er das Unreinheitsopfer darbringen müsse, so lehrt er im Anfangsatze, daß er das Unreinheitsopfer nicht darzubringen brauche. –", "Komm und höre: Der Unterschied zwischen einem Unreinen, der ein Nazirat gelobt hat, und einem reinen Nazir, der unrein wird, besteht nur hierin: einem Unreinen, der ein Nazirat gelobt hat, wird der siebente Tag angerechnet, und einem reinen Nazir, der unrein wird, wird der siebente Tag nicht angerechnet. Hinsichtlich der Geißelung aber gleichen sie einander!? Dieser erwiderte: Nein, sie gleichen einander hinsichtlich des Scherens. –", "Sollte er doch, wenn der eine Geißelhiebe erhält und der andere keine Geißelhiebe erhält, dies lehren!? – Er spricht nur von dem, was ihm dienlich ist, nicht aber von einer Bestrafung. –", "Komm und höre: Wenn jemand unrein ist und ein Nazirat gelobt, so ist ihm das Scheren, das Weintrinken [und die Verunreinigung an Toten] verboten; hat er sich geschoren, Wein getrunken oder sich an Toten verunreinigt, so erhält er die vierzig Geißelhiebe, Dies ist eine Widerlegung.", "Raba fragte: Wie ist16Nach RJ., mit dessen Ansicht die Barajtha übereinstimmt, daß er Geißelhiebe erhalte.es, wenn jemand sich auf einem Begräbnisplatze befindet und ein Nazirat gelobt: ist hinsichtlich der Geißelung ein Verweilen17Auf dem Begräbnisplatze. Der Unreine ist wegen Betretens des Tempels nur dann strafbar, wenn er da solange verweilt, als man sich niederwerfen kann; cf. Mak. Fol. 14b u. Fol. 16b.erforderlich oder nicht? –", "In welchem Falle: wollte man sagen, wenn man zu ihm gesagt18Dh. er gewarnt worden ist.hat, daß er kein Nazirat gelobe, so ist ja kein Verweilen erforderlich; bei einem Nazir19Der rein ist u. einen Begräbnisplatz betritt.ist das Verweilen deshalb nicht erforderlich, weil man ihn gewarnt20Die Bestrafung ist von der vorangehenden Warnung abhängig.hat, und. auch diesen hat man ja gewarnt. –" ], [ "Vielmehr, wenn er in einer Truhe, einer Kiste oder einem Schranke hinaufgekommen ist21Und darin, wo er vor Verunreinigung geschützt war, das Nazirat gelobt hat.und jemand das Verdeck entfernt hat;", "ist das Verweilen nur beim Tempel22Wenn jemand ihn unrein betritt; dieser wird zum Zwecke des Sichniederwerfens betreten, somit ist diese Dauer auch erforderlich.erforderlich, nicht aber außerhalb desselben, oder gibt es hierbei keinen Unterschied? – Dies bleibt unentschieden.", "R. Aši fragte: Benötigt derjenige, der sich auf einem Begräbnisplatze befindet und ein Nazirat gelobt, des Scherens oder nicht? Benötigt nur ein Reiner, der unrein wird, des Scherens23Am Tage, an dem er Reinheit erlangt; cf. Num. 6,9., weil er sein Nazirat verunreinigt hat, nicht aber ein Unreiner, der ein Nazirat gelobt24Da er noch gar nicht Nazir war.hat, oder gibt es hierbei keinen Unterschied? –", "Komm und höre: Wenn jemand sich auf einem Begräbnisplatze befindet und ein Nazirat gelobt, so werden ihm, selbst wenn er sich da dreißig Tage aufhält, diese nicht angerechnet und er braucht das Unreinheitsopfer nicht darzubringen. Nur das Unreinheitsopfer braucht er nicht darzubringen, wohl aber benötigt er des Scherens. – Eben aus diesem Grunde: das Unreinheitsopfer braucht er deshalb nicht darzubringen, weil er des Scherens nicht benötigt25Das Opfer ist nach dem Scheren darzubringen.. –", "Komm und höre: Der Unterschied zwischen einem Unreinen, der ein Nazirat gelobt hat, und einem reinen Nazir, der unrein wird, besteht nur hierin: einem Unreinen, der ein Nazirat gelobt hat, wird der siebente Tag13Der Unreinheit, an dem er Reinheit erlangt.angerechnet, und einem reinen Nazir, der unrein wird, wird der siebente Tag nicht angerechnet. Hinsichtlich des Scherens aber gleichen sie wohl einander. – Nein, sie gleichen einander hinsichtlich der Geißelung. –", "Sollte er doch, wenn der eine des Scherens benötigt und der andere des Scherens nicht benötigt, dies lehren!? – Er lehrt vom siebenten Tage und allem, was damit zusammenhängt26Dieser Tag wird ihm deshalb angerechnet, weil er kein Opfer darzubringen hat, u. ein Opfer bringt er deshalb nicht dar, weil er des Scherens nicht benötigt.. –", "Komm und höre: Ich weiß nur, daß die Tage seiner Unreinheit27Wenn er sich an einem Toten verunreinigt hat.ihm nicht angerechnet werden, woher dies von den Tagen des entschiedenen28Als Ggs. zur Absperrungszeit, während welcher über das Aussatzmal ein Zweifel besteht; cf. Lev. 13,3ff.Aussatzes? Es ist durch einen Schluß zu folgern: [nach] den Tagen der Unreinheit muß er sich scheren und ein Opfer darbringen und [nach] den Tagen des entschiedenen Aussatzes muß er sich scheren und ein Opfer darbringen, wie nun die Tage der Unreinheit ihm nicht angerechnet werden, ebenso werden ihm die Tage des entschiedenen Aussatzes nicht angerechnet.", "Nein, die Tage der Unreinheit heben die vorangehenden29Die bereits in Reinheit absolvierten Tage des Nazirates.auf, daher werden sie ihm nicht angerechnet, die Tage des entschiedenen Aussatzes aber heben die vorangehenden nicht auf, daher sind sie ihm wohl anzurechnen.", "Ich will dir sagen: wenn sie30Die Tage der Unreinheit.demjenigen, der an einem Grabe ein Nazirat gelobt, dessen Haar zum Scheren geeignet ist, nicht angerechnet werden, um wieviel weniger sind ihm die Tage des entschiedenen Aussatzes anzurechnen, während welcher es zum Scheren nicht geeignet31Das Haar muß zunächst wegen des Aussatzes geschoren werden.ist.", "Wahrscheinlich doch das Scheren wegen der Unreinheit32Er hat sich nach Erlangung der Reinheit das Haar zu scheren.. – Nein, das Scheren der Reinheit33Das nach Ablauf des Nazirates zu erfolgen hat.. Dies ist auch einleuchtend;" ], [ "wenn man sagen wollte, das Scheren wegen der Unreinheit, so benötigen ja auch die Tage des entschiedenen Aussatzes des Scherens34Ebenfalls wegen der Unreinheit.. – Nein, er lehrt es vom Scheren wegen des Nazirates35Auch der unreine Nazir schert sich zu dem Zwecke, um das Nazirat abhalten zu können, der Aussätzige aber zu dem Zwecke, um sich des Aussatzes zu entledigen.. –", "Komm und höre:36Num. 6,9.Und er sein geweihtes Haupt verunreinigt; die Schrift spricht von einem reinen [Nazir,] der unrein wird; daß er nämlich der Entfernung des Haares und der Darbringung des Vogelopfers benötige, und daß derjenige, der an einem Grabe ein Nazirat gelobt, der Entfernung des Haares und der Darbringung des Vogelopfers nicht benötige.", "Man könnte nämlich [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere folgern: wenn ein reiner [Nazir,] der unrein wird, der Entfernung des Haares und der Darbringung des Vogelopfers benötigt, um wieviel mehr benötigt der von vornherein Unreine der Entfernung des Haares und der Darbringung des Vogelopfers.", "Daher heißt es: und er sein geweihtes Haupt verunreinigt, die Schrift spricht von dem, der rein war und unrein wird. Dieser benötigt der Entfernung des Haares und der Darbringung des Vogelopfers, derjenige aber, der an einem Grabe ein Nazirat gelobt, ist davon befreit. Schließe hieraus.", "Wer ist der Autor der folgenden Lehre der Rabbanan, daß der Unterschied zwischen einem Unreinen, der ein Nazirat gelobt hat, und einem reinen Nazir, der unrein wird, nur darin bestehe, indem dem Unreinen, der ein Nazirat gelobt hat, der siebente Tag angerechnet, und dem reinen Nazir, der unrein wird, der siebente Tag nicht angerechnet werde?", "R. Ḥisda erwiderte: Es ist Rabbi, welcher sagt, das in Reinheit [gelobte] Nazirat beginne37Wenn er unrein wird.erst am achten [Tage], denn wenn man sagen wollte, es sei R. Jose b. R. Jehuda, so sagt er ja, auch das in Reinheit [gelobte] Nazirat beginne schon am siebenten. –", "Was ist das für [ein Streit zwischen] Rabbi und R. Jose b. R. Jehuda? – Es wird gelehrt: 38Num. 6,11.Und er heilige an diesem Tage sein Haupt, am Tage der Darbringung seiner Opfer39Am 8. seit der Unreinheit; an diesem beginnt das Nazirat von neuem.– so Rabbi; R. Jose b. R. Jehuda sagt, am Tage des Scherens40Dies erfolgt am 7. Tage.. –", "Wer ist der Autor der Lehre, daß, wenn ein Nazir wiederholt unrein geworden ist, er nur ein Opfer darbringe? R. Ḥisda erwiderte: Es ist R. Jose b. R. Jehuda, welcher sagt, das in Reinheit [gelobte] Nazirat beginne schon am siebenten. Dies kann in dem Falle vorkommen, wenn er vor41So ist diese Stelle zu verstehen.sieben [Tagen] unrein war und am siebenten42Nachdem er ein Reinheitsbad genommen hat; an diesem Tage sollte nach RJ. das abermalige Nazirat beginnen, somit sind es 2 von einander getrennte Verunreinigungen.wiederum unrein wird; da die für die Darbringung des Opfers geeignete Zeit noch nicht vorüber ist, so braucht er nur ein Opfer darzubringen.", "Wenn man aber sagen wollte, es sei Rabbi, so ist es ja, wenn er vor sieben [Tagen] unrein war und am siebenten wiederum unrein wird, eine43Da das neue Nazirat erst am 8. Tage beginnt.lange Unreinheit, und wenn er vor acht [Tagen] unrein war und am achten wiederum unrein wird, so hat ja die zur Darbringung des Opfers geeignete Zeit begonnen44Er müßte dann 2 Opfer darbringen.. –", "Was ist der Grund Rabbis? – Die Schrift sagt:45Num. 6,11.er schaffe ihm Sühne dafür, daß er sich an der Seele vergangen hat, und erst nachher heißt es: und er heilige sein Haupt46Die Heiligung, dh. das abermalige Nazirat, erfolgt erst nach der Sühne durch das Opfer, am 8. Tage.. – Und R. Jose b. R. Jehuda!? – Der Schriftvers könnte ja lauten: er heilige sein Haupt," ], [ "wenn es aber auch heißt: an diesem Tage, so ist dies, da es nicht auf den achten zu beziehen47Er spricht ja von diesem Tage.ist, auf den siebenten zu beziehen48ההוא heißt auch an jenem, von dem vorangehend gesprochen wird.. – Und Rabbi, es heißt ja: an diesem Tage!? – Rabbi kann dir erwidern: dies besagt, auch wenn er seine Opfer nicht dargebracht49Beginnt am 8. das abermalige Nazirat.hat. –", "Was veranlaßt R. Ḥisda, es R. Jose b. R. Jehuda zu addizieren, er kann es ja auf den Fall beziehen, wenn er in der Nacht zum achten unrein geworden50Da am 8. Tage, zu dem die vorangehende Nacht gehört, das abermalige Nazirat beginnt, so ist dies eine von der 1. getrennte Unreinheit, jed. hat die Zeit zur Darbringung des Opfers noch nicht begonnen, da es nachts nicht dargebracht werden darf.ist, nach Rabbi!?", "Da er es aber nicht Rabbi addiziert, so ist er wohl der Ansicht, nachts gebe es kein Fehlen der Frist51Obgleich Opfer nachts nicht dargebracht werden dürfen, so ist dennoch die hierfür geeignete Zeit eingetreten.?", "R. Ada b. Ahaba erwiderte: Eines hängt vom anderen ab; wenn du sagst, nachts gebe es ein Fehlen der Frist, wonach er erst morgens zur Darbringung des Opfers geeignet ist, so beginnt auch das Nazirat erst morgens, und wenn du sagst, nachts gebe es kein Fehlen der Frist, so beginnt auch das Nazirat der Reinheit schon abends52Er müßte dann wegen jeder Verunreinigung besonders das Opfer darbringen. Die Erstausgabe hat hier einen als ‘andere Fassung’ bezeichneten Zusatz, der aber nichts weiter als eine Wiederholung des vorangehenden ist..", "Der Text53Das W. גופא ist nach dem gewöhnlichen Sprachgebrauche des T.s hier nicht angebracht, weshalb manche statt dessen תנו רבנן lesen. Übrigens weicht der ganze Traktat Nazir in seinem Sprachgebrauche von den übrigen Traktaten des T.s stark ab u. stimmt an vielen Stellen mit dem des jerušalemischen T.s überein.. Wenn [ein Nazir] vor sieben [Tagen] unrein war und am siebenten wiederum unrein wird, so bringe er nur ein Opfer dar; wenn er aber vor acht [Tagen] unrein war und am achten wiederum unrein wird, so bringe er wegen jeder [Verunreinigung] besonders ein Opfer dar. Er beginne und zähle54Das abermalige Nazirat.sofort55Am 8. Tage, auch wenn er die Opfer nicht dargebracht hat. – so R. Elie͑zer.", "Die Weisen sagen, ein Opfer wegen aller zusammen, falls er sein Sündopfer noch nicht dargebracht hat; wenn er aber sein Sündopfer dargebracht hat und unrein geworden ist, wiederum ein Sündopfer dargebracht und unrein geworden ist, so bringe er ein Opfer wegen jeder besonders. Hat er sein Sündopfer und nicht sein Schuldopfer dargebracht, so zähle56Vorher aber nicht.er.", "R. Jišmáél, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagt, wie dies von seinem Sündopfer abhängig ist, ebenso sei es von seinem Schuldopfer abhängig57Die Zählung des abermaligen Nazirates beginnt erst nach der Darbringung beider Opfer.. –", "Einleuchtend ist die Ansicht R. Elie͑zers, denn die Schrift sagt:58Num. 6,11.er heilige sein Haupt an diesem Tage, auch wenn er seine Opfer nicht dargebracht hat, ebenso erklären die Rabbanan, [das Wort] diesem, auch wenn er sein Schuldopfer nicht dargebracht hat,", "wozu aber ist nach R. Jišma͑él [das Wort] diesem nötig!? – Er kann dir erwidern: an diesem, auch wenn er sein Brandopfer59Es sind im ganzen 3 Opfer, die er darzubringen hat: 2 Tauben als Sündopfer u. Brandopfer u. ein Lamm als Schuldopfer.nicht dargebracht hat. – Und die Rabbanan!? – Das Brandopfer braucht nicht besonders ausgeschlossen zu werden, denn es ist nichts weiter als eine Gabe60Es wird nicht zur Sühne dargebracht, wie die beiden anderen Opfer.. –", "Was ist der Grund der Rabbanan? – Es wird gelehrt:61Num. 6,12.Er sondere für den Herrn die Tage seines Nazirates ab und bringe ein einjähriges Lamm als Schuldopfer; was lehrt dies? Wir finden bei allen Schuldopfern der Tora, daß es62Die Gültigkeit der bezüglichen Handlung.von diesen abhängt, man könnte somit glauben, daß es auch von diesem abhängig sei," ], [ "so heißt es: er sondere ab und er bringe, auch wenn er nicht gebracht hat, hat er abgesondert63Beginnt das abermalige Nazirat.. R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, erklärte: Er sondere ab und er bringe, er sondere ab, erst wenn er es gebracht hat64Das Nazirat beginnt erst nach der Darbringung des Schuldopfers..", "Wer ist der Autor der Lehre der Rabbanan, daß, wenn eine Frau ein Nazirat gelobt hat und unrein geworden ist, und ihr Mann es ihr nachher aufgehoben hat, sie nur das Geflügelsündopfer und nicht das Geflügelbrandopfer darbringe?", "R. Ḥisda erwiderte: Es ist R. Jišma͑él. –", "Welcher Ansicht ist er: ist er der Ansicht, der Ehemann entwurzle65Er hebe das Gelöbnis von Grund aus vollständig auf, auch rückwirkend.es, so sollte sie auch das Geflügelsündopfer nicht darbringen, und ist er der Ansicht, der Ehemann durchschneide66Es ist nur von der Aufhebung ab ungültig, die bereits eingetretenen Obliegenheiten bleiben jed. bestehen.des, so sollte sie auch das Geflügelbrandopfer darbringen!? – Tatsächlich ist er der Ansicht, der Ehemann entwurzle es, nur ist R. Jišma͑él der Ansicht des R. Elea͑zar ha Qappar,", "denn es wird gelehrt: R. Elea͑zar ha Qappar Berabbi sagte: Es heißt: 67Num. 6,11.er schaffe ihm Sühne dafür, daß er sich an der Seele vergangen hat; an welcher Seele hat er sich vergangen? Weil er sich dem Weingenusse entzogen68Sie hat somit eine Sünde begangen u. muß daher das Sündopfer darbringen.hat. Nun ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn dieser, der sich nur die Entziehung des Weingenusses auferlegt hat, Sünder heißt, um wieviel mehr derjenige, der sich die Entziehung jeglichen Genusses auferlegt. –", "Dieser Schriftvers spricht ja von einem unreinen Nazir, während wir dies auch auf einen reinen beziehen69Nach RE. gilt auch ein solcher als Sünder.!? – R. Elea͑zar ha Qappar ist der Ansicht, auch ein reiner Nazir sei ein Sünder, nur spricht die Schrift deshalb von einem unreinen, weil dieser eine Sünde wiederholt hat.", "HAT ER IHN VERLASSEN UND WIEDERUM BETRETEN, SO WERDEN SIE IHM ANGERECHNET. Er lehrt, daß sie ihm angerechnet werden; sollte ihn das Nazirat deshalb erfassen, weil er ihn verlassen70Er wird ja dadurch nicht rein, sondern nachdem er am 3. u. am. 7. Tage besprengt worden ist u. ein Reinheitsbad genommen hat.hat!? Šemuél erwiderte: Wenn er ihn verlassen hat, besprengt worden, wiederum besprengt worden und untergetaucht ist. –", "Werden sie ihm etwa nur dann angerechnet, wenn er ihn wiederum betreten hat, sonst aber nicht!? – Dies ist selbstverständlich; selbstverständlich, wenn er ihn ganz verlassen hat, aber auch wenn er ihn wiederum betreten hat, werden sie ihm angerechnet.", "R. Kahana und R. Asi sprachen zu Rabh: Weshalb erklärst du uns nicht solche Dinge? Dieser erwiderte ihnen: Ich dachte, ihr benötigt dessen nicht.", "R. ELIE͑ZER SAGT, NICHT, WENN AM SELBEN TAGE, DENN ES HEISST: und die früheren Tage sind hinfällig, NUR WENN ES FRÜHERE TAGE SIND. U͑la sagte: R, Elie͑zer sagt es nur von einem Unreinen, der ein Nazirat gelobt hat, bei einem reinen Nazir aber, der unrein geworden ist, macht auch ein Tag hinfällig." ], [ "Raba sagte: Folgendes ist der Grund R. Elie͑zers: die Schrift sagt:71Num. 6,12.denn er hat sein Nazirat verunreinigt, weil er das Nazirat in Unreinheit gelobt hat.", "Abajje wandte gegen ihn ein: Man könnte glauben, daß, wenn [jemand gesagt hat:] ich will hundert Tage Nazir sein, und er am Beginne der hundert [Tage] unrein wird, er72Der 1. Tag.hinfällig sei, so heißt es: und die früheren Tage sind hinfällig, nur wenn es frühere Tage sind, und hierbei sind es keine früheren.", "Man könnte glauben, daß, wenn er am Ende der hundert [Tage] unrein wird, sie hinfällig seien, so heißt es: und die früheren Tage sind hinfällig, wonach noch spätere folgen müssen, während hierbei keine späteren folgen. Man könnte glauben, daß, wenn er am neunundneunzigsten Tage unrein wird, sie nicht hinfällig seien, so heißt es: und die früheren Tage sind hinfällig, wonach noch spätere folgen müssen, und hierbei sind frühere und spätere vorhanden.", "Dies kannst du ja auf einen Unreinen, der ein Nazirat gelobt hat, nicht beziehen, denn er lehrt: ich will hundert Tage Nazir sein, und er am Beginne der hundert unrein wird, und es heißt: nur wenn es frühere Tage sind. Eine Widerlegung.", "R. Papa sprach zu Abajje: Sind diese Tage, von denen wir sprechen, zu verstehen, wenn einer vorüber ist und der zweite begonnen hat, oder aber, wenn zwei vorüber sind und der dritte begonnen hat? Er wußte es nicht. Hierauf kam er zu Raba und fragte es ihn. Dieser erwiderte: Es heißt: sind73Demnach müssen 2 vollständige Tage verstrichen sein.hinfällig.", "Und sowohl [das Wort] Tage als auch [die Worte] sind hinfällig sind nötig. Würde der Allbarmherzige nur Tage und nicht sind hinfällig geschrieben haben, so könnte man glauben, nur wenn zwei vorüber sind und der dritte begonnen74Auch ein Teil des 3. Tages sei unerläßlich; so nach Handschriften; die Texte sind korrupt.hat, daher schrieb der Allbarmherzige sind hinfällig; und würde er nur sind hinfällig und nicht Tage geschrieben haben, so könnte man glauben, auch einer75Die Mehrzahl sei auf alle Fälle (ob ein, zwei od. drei Tage) u. nicht auf die Tage zu beziehen., so heißt es Tage.", "vi WENN JEMAND EIN LÄNGERES NAZIRAT GELOBT UND ES ABSOLVIERT HAT, UND NACHHER NACH DEM [JISRAÉL]LANDE KOMMT, SO IST ER, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, NOCH DREISSIG TAGE NAZIR; DIE SCHULE HILLELS SAGT, ER MÜSSE DAS NAZIRAT VON VORNHEREIN76Das nichtjisraélitische Land ist nach rabbanitischer Bestimmung unrein, u. es ist ebenso, als würde er das Nazirat auf einem unreinen Platz gelobt u. absolviert haben.BEGINNEN.", "EINST GELOBTE DIE KÖNIGIN HELENA, ALS IHR SOHN IN DEN KRIEG ZOG: WENN MEIN SOHN IN FRIEDEN VOM KRIEGE HEIMKEHRT, WILL ICH SIEBEN JAHRE NEZIRA SEIN. IHR SOHN KEHRTE IN FRIEDEN VOM KRIEGE HEIM UND SIE WAR SIEBEN JAHRE NEZIRA. AM ENDE DER SIEBEN JAHRE ZOG SIE NACH DEM [JISRAÉL]LANDE, UND DIE SCHULE HILLELS ENTSCHIED IHR, DASS SIE WIEDERUM SIEBEN JAHRE NEZIRA SEIN MÜSSE. AM ENDE DIESER SIEBEN JAHRE WARD SIE UNREIN. ES ERGAB SICH ALSO, DASS SIE EINUNDZWANZIG JAHRE NEZIRA WAR. R. JEHUDA SAGTE: SIE WAR NUR VIERZEHN JAHRE NEZIRA.", "GEMARA. Im Anfangsatze lehrt er, die Schule Šammajs sagt, er sei dreißig Tage Nazir, und die Schule Hillels sagt, er müsse das Nazirat von vornherein beginnen. Es wäre anzunehmen, daß ihr Streit in folgendem bestehe: die Schule Šammajs ist der Ansicht, über das Land der weltlichen Völker sei die [Unreinheit] wegen des Bodens verhängt worden," ], [ "und die Schule Hillels ist der Ansicht, sie sei wegen der Luft77Die Unreinheit ist eine viel strengere, sodaß auch die Luft unrein ist. verhängt worden. – Nein, alle sind der Ansicht, sie sei wegen der Luft verhängt worden, nur ist die Schule Šammajs der Ansicht, die Maßregelung erstrecke sich auf die Dauer eines gewöhnlichen Nazirates, und die Schule Hillels ist der Ansicht, sie erstrecke sich auf das Nazirat seit Beginn desselben.", "EINST GELOBTE DIE KÖNIGIN HELENA &C. Sie fragten: War sie unrein geworden78Nachdem sie nach der Schule Š.s ein 30tägiges Nazirat zu absolvieren begonnen hatte; sie mußte dann das vollständige 7jährige Nazirat von neuem beginnen.und tat dies nach der Schule Šammajs, oder war sie nicht unrein geworden und tat dies nach der Schule Hillels? –", "Komm und höre: Zog sie nach dem [Jisraél]lande, und die Schule Hillels entschied ihr, daß sie wiederum sieben Jahre Nezira sein müsse &c. Wieso sagte nun R. Jehuda, wenn man sagen wollte, sie war unrein geworden und tat dies nach der Schule Šammajs, daß sie nur vierzehn Jahre Nezira war, es sollte ja heißen: vierzehn Jahre und dreißig Tage!?", "Ebenso wird auch gelehrt: R. Jehuda sagte im Namen R. Elie͑zers: Die Schrift sagt:79Num. 6,21.dies ist das Gesetz inbetreff des Nazirs, die Tora sagt damit, daß, wenn er am Tage der Beendigung unrein wird, bei ihm das für den Nazir geltende Gesetz anzuwenden sei80Demnach sollte nach der Schule Š.s auch die 2. Wiederholung nur 30 Tage dauern..", "vii WENN ZWEI ZEUGENPARTIEN VON EINEM [VERSCHIEDEN] BEKUNDEN, DIE EINE, DASS ER ZWEI NAZIRATE, UND DIE ANDERE, DASS ER FÜNF NAZIRATE GELOBT81Während er dies bestreitet od. es nicht mehr weiß.HAT, SO HAT SICH, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, DAS ZEUGNIS ZERSPLITTERT UND ES GIBT HIERBEI KEIN NAZIRAT; DIE SCHULE HILLELS SAGT, ER MÜSSE, DA IN FÜNF ZWEI ENTHALTEN SIND, ZWEI NAZIRATE ABSOLVIEREN.", "GEMARA. Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht des Autors der folgenden Lehre: R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagte: Die Schule Šammajs und die Schule Hillels streiten nicht über den Fall, wenn von zwei Zeugenpartien die eine zwei und die andere fünf sagt, ob in fünf zwei82Er muß nach aller Ansicht 2 Nazirate absolvieren, da die bezügliche Aussage an sich gültig u. durch die weitergehende andere nicht bestritten wird.enthalten sind, sie streiten nur über den Fall, wenn von einer Zeugenpartie ein [Zeuge] zwei und der andere fünf sagt; die Schule Šammajs sagt, das Zeugnis habe sich zersplittert83Für jede Aussage bleibt nur 1 Zeuge zurück, dessen Aussage ungültig ist., und die Schule Hillels sagt, in fünf seien zwei enthalten.", "Rabh sagte: Alle stimmen bei einer Zählung84Wenn die Nazirate besonders gezählt werden, wobei ein Irrtum ausgeschlossen ist; das Zeugnis gilt nach aller Ansicht als zersplittert.überein. R. Ḥama sprach zu R. Ḥisda: Wie meint er es: wollte man sagen, wenn einer sagt: fünf und nicht zwei, und einer sagt: zwei und nicht fünf, so widersprechen sie ja einander85Ein solches Zeugnis ist ja selbstverständlich ungültig.. – Vielmehr, wenn einer sagt: eines und zwei, und einer sagt: drei, vier und fünf86Die kleinere Zahl ist in der größeren nicht einbegriffen.. –" ], [ "Wozu ist dies weiter nötig, wenn Rabh dies von einem strengeren Falle gesagt hat, wie sollte es nicht von einem leichteren Falle gelten87Raschi führt hier eine Lehre R.s bei einem leichteren Falle an; die meisten Kommentare streichen die W.e אמר רב, trotzdem bleibt diese Stelle dunkel.!? Im Westen erklärten sie: Bei einer Zählung gibt es keine Widersprechung88Obgleich der eine Zeuge die Zahl 1 u. 2, der andere aber die Zahlen 3, 4 u. 5 nennt, so gilt dies dennoch nicht als Widersprechung, vielmehr ist die kleinere Anzahl in der größeren enthalten..", "", "i WENN JEMAND GESAGT HAT: ICH WILL NAZIR SEIN, UND EIN ANDERER ES HÖRT UND SAGT: AUCH ICH, UND [DARAUF EIN DRITTER:] AUCH ICH, SO SIND SIE ALLE NAZIRÄER. WIRD [DAS GELÖBNIS] DEM ERSTEN AUFGELÖST, SO SIND ALLE ENTBUNDEN; WIRD ES DEM LETZTEN AUFGELÖST, SO IST DER LETZTE ENTBUNDEN, JENE ALLE ABER GEBUNDEN. WENN JEMAND GESAGT HAT: ICH WILL NAZIR SEIN, UND EIN ANDERER ES HÖRT UND SAGT: MEIN MUND WIE SEIN MUND, MEIN HAAR WIE SEIN HAAR, SO IST ER NAZIR. WENN", "[JEMAND GESAGT HAT:] ICH WILL NAZIR SEIN, UND SEINE FRAU ES HÖRT UND SAGT: AUCH ICH, SO KANN ER IHR [NAZIRGELÖBNIS] AUFHEBEN UND SEINES BLEIBT BESTEHEN. [WENN EINE FRAU GESAGT HAT:] ICH WILL NEZIRA SEIN, UND IHR MANN ES HÖRT UND SAGT: AUCH ICH, SO KANN ER ES NICHT MEHR1Durch die Bezugnahme hat ei es bestätigt. AUFHEBEN. ii WENN [JEMAND GESAGT HAT:] ICH WILL NAZIR SEIN, UND DU2Wenn er diese Frage an seine Frau richtet.? UND SIE ‘AMENSAGT, SO KANN ER IHRES AUFHEBEN UND SEINES BLEIBT BESTEHEN. [WENN EINE FRAU GESAGT HAT:] ICH WILL NEZIRA SEIN, UND DU? UND ER ‘AMENSAGT, SO KANN ER ES NICHT MEHR AUFHEBEN3Cf. Anm. 1 mut. mut..", "GEMARA. Reš Laqiš saß vor R. Jehuda dem Fürsten und trug vor: Dies nur dann, wenn sie alle gesprochen haben innerhalb [einer Zeit], während welcher man einen Satz [aussprechen kann]4Wenn von der Beendigung des ersten bis zur Beendigung des letzten keine längere Dauer verstrichen ist.. – Was heißt eine Zeit, während welcher man einen Satz aussprechen kann? – Die Dauer einer Begrüßung. – Welches ist die Dauer einer Begrüßung? – Daß ein Schüler seinen Lehrer begrüßen5Diese besteht aus 3 Worten: Friede dir, Meister. kann.", "Da sprach dieser zu ihm: Du läßt ja gar keinen Spielraum für einen Schüler6Demnach gilt die Begrüßung eines Lehrers als Unterbrechung u. die Bezugnahme wäre in einem solchen Falle ungültig.!" ], [ "Ebenso wird auch gelehrt: Wenn jemand gesagt hat: ich will Nazir sein, und ein anderer, der es hört, solange wartet, als man einen Satz sprechen kann, und sagt: ich ebenfalls, so ist der erste gebunden und der andere ungebunden. – Welches heißt [eine Zeit], während welcher man einen Satz [aussprechen kann]? – Die Dauer der Begrüßung eines Schülers an seinen Lehrer.", "Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Wenn jemand gesagt hat: ich will Nazir sein, und ein anderer es hört und sagt: auch ich, [und darauf ein dritter:] auch ich. Mehr aber nicht7Wenn es 3 Personen sind u. die beiden anderen je ein Wort (ich) sprechen, so sind es zusammen (mit dem letzten Worte des ersteren) 3 Worte; die Bezugnahme einer 4. Person kann während dieser Dauer nicht mehr erfolgen.. – Soll etwa der Autor mit der Aufzählung wie ein Hausierer fortfahrend8Er nennt als Beispiel nur 2 Bezugnahmen.!? –", "Demnach sollte er nur einen nennen und dies9Daß die Bezugnahme weiterer Personen auf einander als Gelübde gelte. lehren!? – Dem ist auch so, da er aber im Schlußsatze lehren will, daß, wenn [das Gelübde] dem ersten aufgelöst wird, alle entbunden seien, und wenn es dem letzten aufgelöst wird, nur der letzte entbunden sei, jene alle aber gebunden, wonach ein mittelster vorhanden sein muß, so lehrt er zweimal ‘auch ich’10Bei den angezogenen Fällen sind mindestens 3 Personen erforderlich..", "Sie fragten: Wird jeder durch den vorangehenden erfaßt11Vom Nazirate, das er auf diesen bezugnehmend gelobt.oder alle durch den ersten? – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Ob sie fortgesetzt erfaßt werden. Wenn du sagst, jeder werde durch den vorangehenden erfaßt, so können sie bis in die Ewigkeit erfaßt werden, und wenn du sagst, sie werden durch den ersten erfaßt, so werden nach [einer Dauer], während welcher man einen Satz [aussprechen kann], keine weiter erfaßt. Wie ist es nun? –", "Komm und höre: Wenn jemand gesagt hat: ich will Nazir sein, und ein anderer es hört und sagt: auch ich, [und darauf ein dritter:] auch ich. Mehr aber nicht. Hieraus ist zu entnehmen, daß sie durch den ersten erfaßt werden7Wenn es 3 Personen sind u. die beiden anderen je ein Wort (ich) sprechen, so sind es zusammen (mit dem letzten Worte des ersteren) 3 Worte; die Bezugnahme einer 4. Person kann während dieser Dauer nicht mehr erfolgen., denn wenn man sagen wollte, jeder durch den vorangehenden, so sollte er [den Satz] ‘und ich’ noch weiter fortsetzen. – Soll etwa der Autor mit der Aufzählung wie ein Hausierer fortfahren!? –", "Demnach sollte er nur einen nennen und dies9Daß die Bezugnahme weiterer Personen auf einander als Gelübde gelte. von allen übrigen lehren!? – Da er lehren will, daß, wenn [das Gelöbnis] dem ersten aufgelöst wird, alle entbunden seien, und wenn es dem letzten aufgelöst wird, nur der letzte entbunden sei, jene alle aber gebunden, wonach ein mittelster vorhanden sein muß, so lehrt er zweimal ‘auch ich’. –", "Komm und höre: Wird [das Gelöbnis] den ersten aufgelöst, so sind alle entbunden. Nur wenn dem ersten, sind alle entbunden, nicht aber, wenn dem mittelsten; somit ist hieraus zu entnehmen, daß alle durch den ersten erfaßt werden. –", "Tatsächlich, kann ich dir erwidern, wird jeder durch den vorangehenden erfaßt, da er aber lehren will, daß alle entbunden seien, und wenn er es vom mittelsten gelehrt hätte, der erste zurückbleiben müßte, der nicht entbunden sein würde, so lehrt er es vom ersten. –", "Komm und höre: Wird es dem letzten aufgelöst, so ist der letzte entbunden, jene alle aber gebunden. Nur wenn diesem, dem niemand folgt, wenn aber dem mittelsten, dem noch einer folgt, so ist dieser entbunden; hieraus ist somit zu entnehmen, daß einer durch den anderen erfaßt werde. –", "Tatsächlich, kann ich dir erwidern, werden alle durch den ersten erfaßt, denn unter letzten, von dem er spricht, ist der mittelste zu verstehen, und nur weil er [den vorangehenden] ersten nennt, nennt er diesen letzten12Er will damit sagen, daß, wenn es einem anderen als dem ersten aufgelöst wird, nur dieser allein entbunden sei.. –", "Komm und höre, es wird ausdrücklich gelehrt: Wird [das Gelöbnis] dem ersten aufgelöst, so sind alle entbunden; wird es dem letzten aufgelöst, so ist dieser entbunden und alle anderen gebunden; wird es dem mittelsten aufgelöst, so sind die ihm folgenden entbunden und die vorangehenden gebunden. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß jeder durch den vorangehenden erfaßt werde. Schließe hieraus.", "[WENN JEMAND GESAGT HAT:] ICH WILL NAZIR SEIN, UND EIN ANDERER ES HÖRT UND SAGT: MEIN MUND WIE SEIN MUND, MEIN HAAR WIE SEIN HAAR &C. Ist er denn Nazir, weil er ‘mein Mund wie sein Mund, mein Haar wie sein Haar’ sagt," ], [ "ich will auf einen Widerspruch hinweisen: [Sagte jemand:] meine Hand sei Nezira, mein Fuß sei Nazir, so hat er nichts gesagt; wenn aber: mein Haupt sei Nazir, meine Leber sei Nezira, so ist er Nazir13Dies ist bei den in der Mišna genannten Dingen nicht der Fall, dennoch ist er Nazir.. Die Regel ist: ist es ein Organ, von dem das Leben abhängt, so ist er Nazir.", "R. Jehuda erwiderte: Wenn er wie folgt gesagt hat: mein Mund wie sein Mund, hinsichtlich der Enthaltung vom Weine, mein Haar wie sein Haar, hinsichtlich der Unterlassung des Scherens14Da er die Obliegenheiten des Nazirs ausdrücklich genannt hat, so ist er Nazir..", "[WENN EINE FRAU GESAGT HAT:] ICH WILL NEZIRA SEIN, UND IHR MANN ES HÖRT UND SAGT: AUCH ICH, SO KANN ER ES NICHT MEHR AUFHEBEN. Sie fragten: Entwurzelt der Ehemann [das Gelöbnis] oder durchschneidet er15Vgl. S. 583 Anmm. 65 u. 66. es? –", "In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Wenn eine Frau ein Nazirat gelobt, eine andere es hört und sagt: auch ich, und der Ehemann der ersten es hört und es aufhebt. Wenn du sagst, er entwurzle es, so ist die andere ebenfalls entbunden, und wenn du sagst, er schneide es ab, so ist diese entbunden, die andere aber gebunden. Wie ist es nun? –", "Komm und höre: [Wenn eine Frau gesagt hat:] ich will Nezira sein, und ihr Mann es hört und sagt: auch ich, so kann er es nicht mehr aufheben. Wenn man nun sagen wollte, der Mann durchschneide es, so sollte er es seiner Frau aufheben und er gebunden bleiben. Hieraus ist also zu entnehmen, daß der Ehemann es entwurzle16Mit der Aufhebung ihres Gelöbnisses müßte er auch seines aufheben, u. dazu ist er nicht berechtigt.. –", "Nein, tatsächlich durchschneidet er es und sollte es ihr aufheben können, und nur aus dem Grunde kann er es ihr nicht aufheben, weil die Worte ‘auch ich’ ebenso gelten, als würde er zu ihr gesagt haben: es sei dir bestätigt. Daher kann er, wenn er wegen seiner Bestätigung nachsucht, es auch ihr aufheben, sonst aber kann er es ihr nicht aufheben. –", "Komm und höre: Wenn eine Frau ein Nazirat gelobt und ein Vieh17Zur Darbringung ihres Opfers; cf. Num. 6,14. abgesondert hat, und ihr Mann es ihr darauf aufhebt, so kann das Vieh, wenn es ihm gehört, in die Herde kommen und weiden, wenn es aber ihr gehört, so muß man das Sündopfer verenden lassen.", "Wenn man sagen wollte, der Ehemann entwurzle es, müßte ja [das Vieh] profan werden. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß der Ehemann es durchschneide. –", "Tatsächlich, kann ich dir erwidern, entwurzelt es der Ehemann, und dies18Daß man das Sündopfer verenden lassen muß.erfolgt aus dem Grunde, weil [das Vieh], da sie der Sühne nicht benötigt, einem Sündopfer gleicht, dessen Eigentümer gestorben ist, und es ist uns überliefert, daß man ein Sündopfer, dessen Eigentümer gestorben ist, verenden lassen müsse. –", "Komm und höre: Wenn eine Frau ein Nazirat gelobt und Wein getrunken oder sich an Toten verunreinigt hat, so erhält sie die vierzig [Geißelhiebe]. In welchem Falle: wollte man sagen, wenn ihr Mann es ihr nicht aufgehoben hat, so braucht dies ja nicht gelehrt zu werden; doch wohl, wenn ihr Mann es ihr aufgehoben hat.", "Wieso erhält sie, wenn man sagen wollte, der Ehemann entwurzle es, die vierzig [Geißelhiebe]!? Hieraus ist somit zu entnehmen, daß der Ehemann es durchschneide. –", "Tatsächlich, kann ich dir erwidern, entwurzelt es der Ehemann19Und hier wird von dem Falle gesprochen, wenn der Ehemann es ihr nicht aufgehoben hat., da er aber im Schlußsatze lehren will, daß, wenn ihr Mann es ihr ohne ihr Wissen aufgehoben hat, und sie Wein getrunken oder sich an Toten verunreinigt hat, sie die vierzig [Geißelhiebe] nicht erhalte," ], [ "so lehrt er im Anfangsatze daß sie sie erhalte20Obgleich dies selbstverständlich ist.. –", "Komm und höre: Wenn eine Frau ein Nazirat gelobt hat und unrein geworden ist, und ihr Mann es ihr darauf aufgehoben hat, so bringe sie das Geflügelsündopfer dar und nicht das Geflügelbrandopfer. Wenn man sagen wollte, der Ehemann durchschneide es, so müßte sie ja auch das Geflügelbrandopfer darbringen!? –", "Wenn er es entwurzelt, sollte sie auch das Geflügelsündopfer nicht darbringen!? – Dem ist auch so, nur ist hier die Ansicht des R. Elea͑zar ha Qappar vertreten,", "denn es wird gelehrt: R. Elea͑zar ha Qappar Berabbi sagte: Es heißt:21Num. 6,11.daß er sich an der Seele vergangen hat; an welcher Seele hat er sich vergangen? Er heißt deshalb Sünder, weil er sich dem Weingenusse entzogen hat. Nun ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn dieser, der sich nur die Entziehung des Weingenusses auferlegt hat, Sünder heißt, um wieviel mehr derjenige, der sich die Entziehung jeglichen Genusses auferlegt. –", "Komm und höre, es wird ausdrücklich gelehrt: Wenn eine Frau ein Nazirat gelobt und eine andere es hört und sagt: auch ich, und darauf der Ehemann der ersteren kommt und es ihr auflöst, so ist diese entbunden und die andere gebunden. Schließe hieraus, daß der Ehemann es durchschneidet.", "R. Šimo͑n22Fortsetzung der angezogenen Lehre.sagt, wenn sie gesagt hat: ich will es gleich dir sein, so sind beide entbunden." ], [ "Mar Zuṭra, Sohn des R. Mari, sagte: Das23Die obige Frage, ob durch die Aufhebung des Gelöbnisses durch den Ehemann auch die Bezugnahme aufgehoben ist.ist die Frage des Rami b. Ḥama, denn Rami b. Ḥama fragte: Wie ist es, [wenn jemand gesagt hat:] dieses24Das profane Fleisch, das vor ihm neben Fleisch von einem Heilsopfer liegt.gelte für mich wie das Fleisch vom Heilsopfer:", "bezog er sich auf den ersten Zustand25Vor dem Blutsprengen, wo das Fleisch noch verboten ist.oder bezog er sich auf den fertigen26Nach dem Blutsprengen. צננא syr. Geruch, besonders von gebratenem Fleische (cf. Payne-Smith, Thes. Syr. col. 3421); dh. wo das Fleisch schon gebraten u. zum Essen geeignet ist.Zustand? –", "Es ist ja nicht gleich, in jenem Falle, wenn jemand gesagt hat: dieses gelte für mich wie das Fleisch vom Heilsopfer, ist es, obgleich er es nach dem Blutsprengen essen darf, immerhin heilig, wenn man aber hierbei sagt, sie habe sich auf den Schluß bezogen, so hat der Ehemann es ja aufgelöst. Manche aber sagen, dies decke sich entschieden mit der [Frage des] Rami b. Ḥama.", "Wie ist es, wenn sie27Eine Frau, die eine andere ein Nazirat geloben hört.gesagt hat: ich will in deiner Spur Nezira28Und der Ehemann der ersten es nachher aufhebt. sein: ist unter Spur der ganze Vorgang zu verstehen, somit ist sie entbunden, oder der Zustand vor der Aufhebung durch den Ehemann, somit ist sie gebunden? –", "Komm und höre: Wenn eine Frau ein Nazirat gelobt und ihr Mann es hört und sagt: auch ich, so kann er es nicht mehr aufheben. Wenn man nun sagen wollte, die Worte ‘ich trete in deine Spur’ beziehen sich nur auf den Anfang, so kann er ja ihr [Gelöbnis] auflösen, während seines bestehen bleibt.", "Hieraus ist somit zu entnehmen, daß sie sich auf das ganze beziehen, daher29Weil man sein eigenes Gelöbnis nicht aufheben kann.kann er es nicht mehr aufheben. Somit ist auch die Frau entbunden, die gesagt hat: ich trete in deine Spur30Falls das Gelöbnis der ersteren aufgehoben wird.. –", "Nein, tatsächlich beziehen sie sich auf den Anfang, hierbei aber ist es, da er ‘auch ich’ gesagt hat, ebenso, als würde er gesagt haben: es sei dir bestätigt. Daher kann er, wenn er wegen seiner Bestätigung nachsucht, es auch ihr aufheben, sonst aber nicht.", "[WENN JEMAND GESAGT HAT:] ICH WILL NAZIR SEIN, UND DU? UND SIE ‘AMENSAGT, SO KANN ER IHRES AUFHEBEN UND SEINES BLEIBT BESTEHEN. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: [Wenn jemand gesagt hat:] ich will Nazir sein, und du? und sie ‘Amen’ sagt, so sind beide gebunden, wenn aber nicht, so sind beide nicht gebunden, weil er sein Gelöbnis von ihrem abhängig gemacht hat!?", "R. Jehuda erwiderte: Lies: er kann ihres aufheben und seines bleibt bestehen. Abajje erwiderte: Du kannst auch die Lesart der Barajtha aufrecht erhalten, wenn er nämlich zu ihr gesagt hat: ich will Nazir sein und31Dh. mit dir zusammen.du, wobei er sein Gelöbnis von ihrem abhängig gemacht hat;" ], [ "unsere Mišna aber spricht von dem Falle, wenn er gesagt hat: ich will Nazir sein, du auch? er kann daher ihres aufheben und seines bleibt bestehen.", "iii WENN EINE FREI EIN NAZIRAT GELOBT UND WEIN GETRUNKEN ODER SICH AN TOTEN VERUNREINIGT HAT, SO ERHÄLT SIE DIE VIERZIG [GEISSELHIEBE]. WENN IHR MANN ES IHR AUFGEHOBEN HAT UND SIE, OHNE ZU WISSEN, DASS IHR MANN ES IHR AUFGEHOBEN HAT, WEIN GETRUNKEN ODER SICH AN TOTEN VERUNREINIGT HAT, SO ERHÄLT SIE NICHT DIE VIERZIG [GEISSELHIEBE]. R. JEHUDA SAGT, WENN SIE AUCH DIE VIERZIG GEISSELHIEBE NICHT ERHÄLT, SO ERHÄLT SIE DENNOCH GEISSELHIEBE DER WIDERSPENSTIGKEIT.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten:32Num. 30,13.Ihr Mann hat sie aufgehoben, und der Herr wird ihr verzeihen. Die Schrift spricht von einer Frau, der ihr Mann [das Gelübde] aufgehoben und sie es nicht gewußt33Von dem Falle, wenn sie es gewußt hat, spricht schon der vorangehende Vers. 9.hat, daß sie der Sühne und der Vergebung benötige.", "Wenn R. A͑qiba an diesen Vers herankam, weinte er: wenn einer, der Schweinefleisch [essen] wollte und Lammfleisch ihm in die Hand gekommen ist, der Sühne und der Vergebung benötigt, um wieviel mehr derjenige, der Schweinefleisch [essen] wollte und Schweinefleisch ihm in die Hand gekommen ist.", "Desgleichen heißt es:34Lev. 5,17.und er es nicht wußte und sich verschuldet, so trage er seine Sünde;", "wenn die Schrift von einem, der Lammfleisch [essen] wollte und Schweinefleisch ihm in die Hand gekommen ist, wenn es beispielsweise zweifelhaft ist, ob es ein Stück Fett oder ein Stück Talg35Die losen Fettschichten der Schlachttiere (cf. Hui. Fol. 49b), die zum Essen verboten sind. war, sagt: so trage er seine Sünde, um wieviel mehr gilt dies von dem, der Schweinefleisch [essen] wollte und Schweinefleisch ihm in die Hand gekommen ist.", "Isi b. Jehuda sagte: Und er es nicht wußte und sich verschuldet, so trage er seine Sünde; wenn einer, der Lammfleisch [essen] wollte und Schweinefleisch ihm in die Hand gekommen ist, wenn es beispielsweise zwei Stücke waren, eines Talg und eines Fett, seine Sünde trägt, um wieviel mehr derjenige, der Schweinefleisch [essen] wollte und Schweinefleisch ihm in die Hand gekommen ist.", "Hierüber sind die Betrübten betrübt. –", "Wozu sind all diese [Fälle] nötig? – Sie sind nötig. Würde er es nur von der Frau gelehrt haben, [so könnte man glauben,] nur diese benötige der Sühne und der Vergebung, weil sie von vornherein Verbotenes36Die Bestimmungen über das Nazirat zu übertreten.beabsichtigt hat, bei einem Stücke aber, hinsichtlich dessen es zweifelhaft ist, ob es Talg oder Fett war, wobei er Erlaubtes [essen] wollte, benötige er nicht der Sühne und der Vergebung.", "Würden nur die anderen gelehrt worden sein, [so könnte man glauben,] weil Verbotenes vorhanden37Ein Stück war entschieden verboten, nur ist es zweifelhaft, ob er dieses gegessen hat.war, eine Frau aber, der ihr Mann [das Gelöbnis] aufgehoben hat, die somit Erlaubtes getan hat, benötige nicht der Sühne und Vergebung.", "Und würden nur diese beiden gelehrt worden sein, so könnte man glauben, nur in diesen beiden Fällen genügen Sühne und Vergebung, weil das Verbotene nicht festgestellt ist, bei zwei Stücken aber, eines Talg und eines Fett, wobei das Verbotene festgestellt38Er wußte, daß eines von beiden verboten ist.ist, seien Sühne und Vergebung nicht39Dies gleiche vielmehr einer vorsätzlichen Sünde.ausreichend, so lehrt er uns, daß es hierbei keinen Unterschied gebe.", "Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Es heißt:40Hos. 14,10.Gerade sind die Wege des Herrn, die Frommen wandeln auf ihnen, aber die Frevler kommen auf ihnen zu Fall; dies ist zu vergleichen mit dem Falle, wenn zwei Personen ihr Pesaḥlamm gebraten und der eine es zur Ausübung des Gebotes und der andere es zur Völlerei gegessen hat. Über den, der es zur Ausübung des Gebotes gegessen hat, heißt es: die Frommen wandeln auf ihnen, und über den, der es zur Völlerei gegessen hat, heißt es: und die Frevler kommen auf ihnen zu Fall.", "Reš Laqiš sprach zu ihm: Wieso nennst du ihn einen Frevler; zugegeben, daß er das Gebot nicht auf das Vorzügliche ausgeübt hat, aber das Pesaḥopfer hat er ja hergerichtet!? Vielmehr ist dies mit folgendem Falle zu vergleichen; wenn zwei Personen Frau und Schwester bei sich hatten, und einer zu seiner Frau und der andere zu seiner Schwester geriet. Über den, der zu seiner Frau geriet, heißt es: die Frommen wandeln auf ihnen, und über den, der zu seiner Schwester geriet, heißt es: und die Frevler kommen auf ihnen zu Fall. –", "Ist es denn gleich, wir sprechen von einem Wege, hierbei aber sind es zwei41Einer hat eine erlaubte, der andere dagegen eine verbotene Handlung begangen.Wege!? Vielmehr, dies ist mit Loṭ und seinen beiden Töchtern zu vergleichen; über sie, die eine gute Handlung42Cf. Gen. 19,32.bezweckten, heißt es: die Frommen wandeln auf ihnen, über ihn, der eine Sünde bezweckte, heißt es: und die Frevler kommen auf ihnen zu Fall. –", "Vielleicht hatte er ebenfalls eine gute Handlung bezweckt!? R. Joḥanan erwiderte: Der ganze Schriftvers deutet43Die in diesem Schriftverse gebrauchten Worte werden an anderen Schriftstellen im Zusammenhange mit sündhaften Handlungen gebraucht.darauf, daß er nur eine Sünde bezweckt hatte.", "44Gen. 13,10.Loṭ erhob, [und es heißt:]45Ib. 39,7.da erhob die Frau seines Herrn ihre Augen.41Einer hat eine erlaubte, der andere dagegen eine verbotene Handlung begangen.Seine Augen, [und es heißt:] 46Jud. 18,3.denn sie ist recht in meinen Augen.", "44Gen. 13,10.Und sah, [und es heißt:]47Gen. 34,2.da sah Šekhem, der Sohn Ḥamors.44Gen. 13,10.Den ganzen Umkreis [kikar] des Jarden, [und es heißt:]48Pr. 6,26.denn durch ein Hurenweib [kommt man herunter] bis auf einen Laib [kikar] Brot.44Gen. 13,10.Daß er ganz durchtränkt war, [und es heißt:]49Hos. 2,7.ich will meinen Buhlen folgen, die mir Brot und Wasser, Wolle und Flachs, Öl und Getränke spenden. –", "Bei ihm50Loṭ, der dann betrunken war u. nichts merkte.war es ja ein Zwangsfall!? – Im Namen des R. Jose b. R. Ḥoni wurde gelehrt: Auf dem u im [Worte] ubequma, das bei der älteren [Tochter gebraucht wird], befindet sich deshalb ein Punkt51Im masor. Texte befindet sich auf dem genannten Buchstaben im Schriftverse, der von der Beschlafung der älteren Tochter berichtet (Gen. 19,33), ein diakritischer Punkt., um anzudeuten, daß er es zwar bei ihrem Sichniederlegen nicht gemerkt hatte, wohl aber bei ihrem Aufstehen. –", "Was sollte er dann machen, was geschehen, war ja bereits geschehen52Er merkte es ja erst beim Aufstehen.!? – Er sollte am folgenden Abend keinen Wein trinken.", "Raba trug vor: Es heißt:53Pr. 18,19.Ein Bruder, der treulos wird der festen" ], [ "Stadt, und Streitigkeiten, wie des Palastes Riegel. Ein Bruder, der treulos wird der festen Stadt, das ist Loṭ, der sich von Abraham trennte; und Streitigkeiten, wie des Palastes Riegel, der Streitigkeiten hervorrief, wie der Riegel beim Palaste54Durch den Riegel werden die Einwohner des Palastes von der Außenwelt getrennt, ebenso trennten sich die Nachkommen Abrahams u. die Nachkommen Loṭs von einander., [denn es heißt:]55Dt. 23,4.es soll kein A͑mmoniter und kein Moabiter in die Gemeinde des Herrn kommen.", "Raba, nach anderen R. Jiçḥaq, trug vor: Es heißt:56Pr. 18,1.Nach Wollust strebt, wer sich trennt, und gegen jeglichen Rat wälzt er sich einher. Nach Wollust strebt, wer sich trennt, das ist Loṭ; gegen jeglichen Rat wälzt er sich einher, dessen Schande in den Bet- und Lehrhäusern aufgedeckt57גלה wegen der Ähnlichkeit der Aussprache mit גלע identifiziert.wurde, denn wir haben gelernt: A͑mmoniter und Moabiter sind verboten58Dh. sie dürfen in die jüd. Gemeinde nicht aufgenommen werden., und das Verbot ist ein ewiges.", "U͑la sagte: Tamar hurte59In guter Absicht, um das Geschlecht zu erhalten; cf. Gen. 38,14.und Zimri hurte60Cf. Num. 25,14.;", "Tamar hurte, und Könige und Propheten kamen aus ihr hervor, Zimri hurte, und viele Myriaden von Jisraél fielen durch ihn.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Besser ist eine gutgemeinte Sünde als ein nicht gutgemeintes gutes Werk. – R. Jehuda sagte ja aber im Namen Rabhs, daß man sich stets mit der Tora und guten Werken befasse, auch nicht um ihrer selbst61In gutgemeinter Absicht.willen, denn dadurch kommt man dazu, es um ihrer selbst willen zu tun!? –", "Lies vielmehr: wie ein nicht gutgemeintes gutes Werk, denn es heißt:62Jud. 5,24.gepriesen vor anderen Weibern sei Jae͑l, das Weib Ḥebers, des Qeniters, vor den Weibern im, Zelte sei sie gepriesen, und unter ‘Weibern im Zelte’ sind Sara, Ribqa, Raḥel und Lea zu verstehen63Nach der weiter folgenden Auslegung gab sich Jae͑l dem von ihr gastfreundlich aufgenommenen Sisra hin, um ihn zu schwächen u. töten zu können..", "R. Joḥanan sagte: Sieben Beschlafungen vollzog dieser Frevler in jener Stunde, denn es heißt:64Jud. 5,27.zwischen ihren Füßen kniete er, fiel hin, lag da &c.65In diesem Schriftverse kommen je 3mal die W.e ‘knien’ u. ‘fallen’ u. 1mal das W. ‘liegen’ vor.–", "Sie hatte ja aber von seiner Beschlafung einen Genuß!? R. Joḥanan erwiderte: Jede Wohltat der Frevler ist ein Übel für die Frommen.", "Es heißt nämlich:66Gen. 31,29.hüte dich mit Ja͑qob zu reden, Gutes oder Böses; allerdings nicht Böses, weshalb aber nicht Gutes? Wohl deshalb, weil für ihn das Gute Böses wäre. Schließe hieraus.", "Der Text. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Stets befasse man sich mit der Tora und guten Werken, auch nicht um ihrer selbst willen, denn dadurch kommt man dazu, es um ihrer selbst willen zu tun. Als Belohnung für die zweiundvierzig Opfer, die der ruchlose Balaq darbrachte, ward es ihm beschieden, daß aus ihm Ruth hervorging. R. Jose b. R. Ḥanina sagte nämlich, daß Ruth eine Tochter des Sohnes E͑glons, Königs67Der Balaq entstammte.von Moab, war.", "R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Woher, daß der Heilige, gepriesen sei er, nicht einmal den Lohn für ein schönes Wort kürze? Die ältere68Der Töchter Loṭs.nannte [ihren Sohn] Moab69Dh. vom Vater., daher sprach der Heilige, gepriesen sei er:70Dt. 2,9.befehde die Moabiter nicht und lasse dich in keinen Krieg mit ihnen ein; nur in einen Krieg sollte er sich mit ihnen nicht einlassen, wohl aber durfte er sie bedrängen;", "die jüngere aber nannte [ihren Sohn] Ben A͑mi71Dh. Sohn meines Volkes., daher sprach er:72Dt. 2,19.befehde sie nicht und streite nicht mit ihnen, nicht einmal bedrängen durfte er sie.", "R. Ḥija b. Abin sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Qorḥa: Man beeile sich stets zu einem guten Werke, denn als Belohnung für die eine Nacht, um die die ältere der jüngeren zuvorgekommen war," ], [ "ward es ihr beschieden, vier Generationen früher zur Königswürde73David war ein Urenkel der Moabiterin Ruth (cf. Ruth 4,21,22), sein Enkel Rehabea͑m ein Sohn der A͑mmoniterin Noa͑mi; demnach wäre es nur ein Unterschied von 2 Generationen. In der Parallelstelle Bq. 38b, in einer Handschrift auch hier, fehlt das W. למלכות; falsch die Parallelstelle Hor. 11a, wo es nur למלכות heißt.in Jisraél zu gelangen.", "iv WENN EINE FRAU EIN NAZIRAT GELOBT UND EIN VIEH17Zur Darbringung ihres Opfers; cf. Num. 6,14.ABGESONDERT HAT, UND IHR MANN ES IHR DARAUF AUFHEBT, SO KANN DAS VIEH, WENN ES IHM GEHÖRT, IN DIE HERDE KOMMEN UND WEIDEN, \n", "WENN ES ABER IHR GEHÖRT, SO IST DAS SÜNDOPFER VERENDEN ZU LASSEN, DAS BRANDOPFER ALS BRANDOPFER DARZUBRINGEN UND DAS HEILSOPFER ALS HEILSOPFER DARZUBRINGEN; ES74Das Heilsopfer, das sonst, wenn es freiwillig gespendet wird, 2 Tage gegessen werden darf; cf. Zeb. Fol. 55a.DARF NUR EINEN TAG GEGESSEN WERDEN, BENÖTIGT ABER NICHT DER BROTE75Die zum Heilsopfer des Nazirs gehören, obgleich es hinsichtlich der Essensfrist diesem gleicht..", "HATTE SIE UNBEZEICHNETES GELD76Zur Anschaffung der Opfer, ohne bezeichnet zu haben, welches für das eine u. welches für das andere Opfer zu verwenden sei.ZURÜCKGELEGT, SO FÄLLT ES DER FREIWILLIGEN SPENDENKASSE ZU, WENN ABER BEZEICHNETES77Für jedes Opfer einen besonderen Betrag. GELD, SO IST DAS GELD ZUM SÜNDOPFER IN DAS SALZMEER ZU WERFEN, MAN DARF ES NICHT NUTZNIESSEN NOCH BEGEHT MAN DARAN EINE VERUNTREUUNG78Am Geheiligten; cf. Lev. 5,15.,", "FÜR DAS GELD ZUM BRANDOPFER EIN BRANDOPFER DARZUBRINGEN, UND MAN BEGEHT DARAN EINE VERUNTREUUNG, UND FÜR DAS GELD ZUM HEILSOPFER EIN HEILSOPFER DARZUBRINGEN; ES DARF NUR EINEN TAG GEGESSEN WERDEN, BENÖTIGT ABER NICHT DER BROTE.", "GEMARA. Wer ist der Autor, welcher sagt, daß der Ehemann hierfür79Für das Opfer seiner Frau. nicht haftbar sei!? R. Ḥisda erwiderte: Es sind die Rahbanan, denn wieso dürfte [das Vieh,] wenn man sagen wollte, es sei R. Jehuda, in die Herde kommen und weiden, er ist ja haftbar80Somit wird beim Geloben die Heiligkeit auf das Vieh übertragen, selbst wenn es ihm gehört.!?", "Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagte: Der Ehemann muß für seine Frau das Opfer81Das sie darzubringen verpflichtet ist.eines Reichen82Falls er reich ist, obgleich sie besitzlos ist.darbringen83In Fällen, wo das Opfer nach den Vermögensverhältnissen des Opfernden darzubringen ist; cf. Lev. 5,7ff.,", "ebenso auch jedes andere Opfer, zu dem sie verpflichtet ist, denn er unterschrieb ihr84Im Ehekontrakte.folgendes: jeden Anspruch, den du an mich von früher her85Auch die Opfer, die sie aus der Zeit vor der Verheiratung schuldet.hast.", "Raba sagte: Du kannst auch sagen, es sei R. Jehuda, denn haftbar ist er nur für eine Sache, deren sie benötigt, nicht aber für eine Sache, deren sie nicht86Der Ehemann hat ihr das Gelöbnis aufgehoben u. sie hat somit kein Opfer darzubringen.benötigt.", "Manche lesen: Wer ist der Autor? R. Ḥisda erwiderte: Es ist R. Jehuda, denn auch nach ihm ist er für sie haftbar nur für eine Sache, deren sie benötigt, nicht aber für eine Sache, deren sie nicht benötigt. Nach den Rahbanan aber ist er ja überhaupt nicht87Das Vieh ist nicht heilig, selbst wenn er ihr das Gelübde nicht aufhebt.haftbar,", "und eine Haftbarkeit88Daß sie das Opfer von seinem Vieh darbringen darf.kann nur dann erfolgen, wenn er es ihr zueignet, und sobald er es ihr zueignet, gehört es ihr89Das Vieh dürfte dann nicht mehr in die Herde kommen.." ], [ "Raba sagte: Du kannst auch sagen, es seien die Rabbanan, denn er eignet ihr nur eine Sache zu, deren sie benötigt, nicht aber eine Sache, deren sie nicht benötigt.", "WENN DAS VIEH IHR GEHÖRT, SO IST DAS SÜNDOPFER VERENDEN ZU LASSEN, DAS BRANDOPFER DARZUBRINGEN. Woher hat sie solches, du sagest ja, was die Frau erwirbt, habe ihr Mann erworben!? R. Papa erwiderte: Wenn sie es von ihrem Teige90Vom ihr zugeteilten Haushaltungsgelde.abgespart hat. Wenn du aber willst, sage ich: wenn ein Fremder es ihr zugeeignet und gesagt hat: mit der Bedingung, daß dein Mann keine Befugnis darüber habe.", "DAS BRANDOPFER ALS BRANDOPFER DARZUBRINGEN UND DAS HEILSOPFER &C. DARZUBRINGEN. Šemuél sprach zu Abuha b. Ihi: Du setzest dich nicht hin, bevor du mir folgendes erklärt hast: Folgende vier Widder91Die als Heilsopfer dargebracht werden. benötigen nicht der Brote: seiner, ihrer, der nach dem Tode [des Eigentümers zurückbleibt], und der nach der Sühne92Durch einen anderen, wenn dieser abhanden gekommen war.[zurückbleibt].", "Ihrer, wie wir bereits gesagt93Im in der Mišna gelehrten Falle, wenn der Mann das Naziratgelübde seiner Frau aufhebt.haben. Seiner, wie wir gelernt haben: Ein Mann kann seinem Sohne ein Nazirat auferlegen, nicht aber kann eine Frau ihrem Sohne ein Nazirat auferlegen. Wenn er sich geschoren94Während des Nazirates; dies gilt als Einspruch u. das Nazirgelöbnis ist ungültig.hat oder seine Verwandten ihn geschoren haben, wenn er widersprochen hat oder seine Verwandten widersprochen haben", "und das Geld95Zur Darbringung der Naziropfer.unbezeichnet vorhanden ist, so fällt es der freiwilligen Spendenkasse zu, wenn aber bezeichnet, so ist das Geld zum Sündopfer in das Salzmeer zu werfen, für das Geld zum Brandopfer ein Brandopfer darzubringen, und man begeht daran eine Veruntreuung, und für das Geld zum Heilsopfer ein Heilsopfer darzubringen; es darf nur einen Tag gegessen werden, benötigt aber nicht der Brote.", "Woher dies von dem, der nach dem Tode [zurückbleibt]? – Es wird gelehrt: Wenn jemand Geld für seine Nazir[opfer] abgesondert hat, so darf man es nicht nutznießen noch begeht man daran eine Veruntreuung, weil alles96Jede einzelne Münze, da sie nicht bezeichnet ist.für das Heilsopfer97Bei diesem hat das Gesetz von der Veruntreuung am Geheiligten (Lev. 5,15) vor dem Blutsprengen keine Geltung.verwendbar ist.", "Wenn er gestorben ist und das Geld unbezeichnet zurückbleibt, so fällt es der freiwilligen Spendenkasse zu, wenn aber bezeichnet, so ist das Geld zum Sündopfer in das Salzmeer zu werfen, weder darf man es nutznießen noch begeht man daran eine Veruntreuung, für das Geld zum Brandopfer ein Brandopfer darzubringen, und man begeht daran eine Veruntreuung, und für das Geld zum Heilsopfer ein Heilsopfer darzubringen; es darf nur einen Tag gegessen werden, benötigt aber nicht der Brote.", "Hinsichtlich dessen, der nach der Sühne [zurückbleibt], ist es begründet. Bei dem, der nach dem Tode [zurückbleibt], erfolgt dies aus dem Grunde, weil er nicht mehr zur Sühne geeignet ist, und auch dieser ist nicht mehr zur Sühne geeignet. –", "Gibt es denn weiter keine mehr, es gibt ja noch die [der folgenden Lehre:] alle übrigen Heilsopfer des Naziräers, die nicht nach Vorschrift geschlachtet worden sind, sind tauglich und der Eigentümer entledigt sich durch sie nicht seiner Pflicht; sie dürfen nur einen Tag gegessen werden, benötigen aber nicht der Brote und des Buges98Der von einem gültigen Opfer an den Priester zu entrichten ist; cf. Num. 6,19,20.. –", "Er nennt nur die nach Vorschrift hergerichteten, nicht aber die nicht nach Vorschrift hergerichteten.", "«Und das Geld unbezeichnet zurückbleibt, so fällt es der freiwilligen Spendenkasse zu.»" ], [ "Das Geld zum Sündopfer99Das zu vernichten ist.befindet sich ja dabei!? R. Joḥanan erwiderte: Dies100Daß unbezeichnetes Geld der freiwilligen Spendenkasse zufalle; gegen eine überlieferte Halakha ist nichts einzuwenden.ist eine Halakha beim Nazir. Reš Laqiš erwiderte:101Lev. 22,18.Inbetreff all ihrer Gelübde und all ihrer freiwilligen Gaben, die Tora sagt damit, daß das zurückbleibende des Gelobten als freiwillige Gabe zu verwenden102Obgleich sich darunter auch das Geld zum Sündopfer befindet; da der Eigentümer gestorben ist, so ist das Geld zurückbleibendes.sei. –", "Einleuchtend ist es nach R. Joḥanan, welcher sagt, dies sei eine Halakha beim Nazir, daß dies nur von unbezeichnetem und nicht von bezeichnetem gilt, weshalb aber gilt dies nach Reš Laqiš, der dies entnimmt aus [dem Schriftverse:] inbetreff all ihrer Gelübde und all ihrer freiwilligen Gaben, nur von unbezeichnetem, dies sollte ja auch von bezeichnetem103Auch solches ist zurückgebliebenes.gelten!?", "Raba erwiderte: Von bezeichnetem kannst du dies nicht sagen, denn ein Autor der Schule R. Jišma͑éls hat es104Daß das vom Sündopfer zurückbleibende zu vernichten ist.bereits entschieden:105Dt. 12,26.Nur deine heiligen Gaben, die du haben wirst, und deine Gelübde[opfer]; die Schrift spricht von den Jungen106Dies wird aus den W.en ‘die du haben wirst’ gefolgert, die später entstehen.und dem Eingetauschten der heiligen Opfer.", "Was mache man mit diesen?105Dt. 12,26.Bringe sie107Gleich den gewöhnlichen Opfern.nach der Stätte, die der Herr wählen wird. Man könnte glauben, daß man sie nach dem Tempel bringe und ihnen Wasser und Nahrung vorenthalte, damit sie verenden, so heißt es:108Dt. 12,27.und sollst deine Brandopfer, das Fleisch und das Blut, herrichten;", "dies besagt: wie du mit dem Brandopfer verfährst, so verfahre auch mit dem Eingetauschten, wie du mit dem Heilsopfer verfährst, so verfahre auch mit den Jungen. Man könnte glauben, auch mit den Jungen eines Sündopfers und dem Eingetauschten eines Schuldopfers sei ebenso zu verfahren, so heißt es: nur109Diese Partikel ist einschränkend; dies gilt nur von dem, was im Schriftverse genannt ist. – so R. Jišma͑él.", "R. A͑qiba sagt, dies sei nicht nötig; es heißt:110Lev. 5,19.es ist ein Schuldopfer, es111Nur dieses selbst ist darzubringen.behält sein Wesen. –", "Er lehrt: Man könnte glauben, daß man sie nach dem Tempel bringe und ihnen Wasser und Nahrung vorenthalte, damit sie verenden, so heißt es: und sollst deine Brandopfer herrichten. Wieso denn, die Lehre, daß man es112Das zurückbleibende des Opfers.verenden lasse, bezieht sich ja nur auf das Junge des Sündopfers!? – Wenn nicht der Schriftvers, so könnte man glauben, das Junge des Sündopfers überall" ], [ "und das Junge anderer Opfer nur im Tempel, so lehrt er uns, daß dem nicht so sei. –", "Er lehrt: Man könnte glauben, auch mit dem Jungen eines Sündopfers und dem Eingetauschten eines Schuldopfers sei ebenso zu verfahren, so heißt es nur. Wozu ist der Schriftvers nötig, es gibt ja eine überlieferte Lehre, daß das Junge eines Sündopfers verenden zu lassen sei!? – Dem ist auch so und der Schriftvers bezieht sich auf das Schuldopfer. –", "Auch hinsichtlich des Schuldopfers gibt es ja eine überlieferte Lehre, daß in Fällen, wo das Sündopfer verenden zu lassen ist, das Schuldopfer weiden zu lassen: sei!? –", "Vielmehr, wenn nur die Halakha vorhanden wäre, so könnte man glauben, die Halakha sei zwar demgemäß, jedoch sei man nicht schuldig, wenn man es dargebracht hat, daher lehrt der Schriftvers, daß, wenn man es dargebracht hat, man ein Gebot übertreten habe.", "«R. A͑qiba sagt, dies sei nicht nötig; es heißt: es ist ein Schuldopfer, es behält sein Wesen.» Wozu ist der Schriftvers nötig, es gibt ja eine überlieferte Lehre, daß in Fällen, wo das Sündopfer verenden zu lassen ist, das Schuldopfer weiden zu lassen sei!? –", "Dem ist auch so, und der Schriftvers deutet auf eine Lehre Rabhs. R. Hona sagte nämlich im Namen Rabhs: Wenn ein Schuldopfer zum Weiden ausgeschieden worden ist und man es als Brandopfer geschlachtet hat, so ist es tauglich.", "Nur wenn es ausgeschieden worden ist, sonst aber nicht, denn die Schrift sagt: ist es, es behält sein Wesen.", "Der Meister sagte: Dies ist beim Nazir eine Halakha. Gibt es denn weiter nichts113Wobei diese Bestimmung Geltung hat, daß nämlich das Geld der freiwilligen Spendenkasse zufalle, obgleich dabei sich der Betrag für das Sündopfer befindet.mehr, es wird ja gelehrt: Ebenso kann jeder andere, der nach der Tora ein Geflügelopfer darzubringen114Hier wird von einem gesprochen, der bei Begehung der Sünde arm war, u. daher zur Darbringung eines Geflügelopfers berechtigt war (cf. Lev. 5,7ff.), u. nach der Absonderung des hierfür erforderlichen Betrages reich geworden ist." ], [ "und das Geld hierfür abgesondert hat, wenn er will, dafür ein Viehsündopfer115Wenn er die Differenz hinzufügt.oder ein Viehbrandopfer darbringen. Wenn er gestorben ist und das Geld unbezeichnet zurückbleibt, so fällt es der freiwilligen Spendenkasse zu116Obgleich darin auch der Betrag für das Sündopfer enthalten ist.. –", "Er lehrt dies vom Nazir, und dies gilt auch von den zur Darbringung von Geflügelopfern Pflichtigen, die diesem117Da auch der Nazir ein Geflügelbrandopfer darzubringen hat.gleichen. Dies schließt den Fall der folgenden Lehre aus. Wenn jemand, der ein Sündopfer schuldig ist, gesagt hat: ich nehme auf mich118Als freiwillige Spende.die Darbringung eines Brandopfers, und darauf Geld absondert und sagt: dies sei für meine Opferschuld,", "so kann er, wenn er dafür119Für den ganzen Betrag.das Viehsündopfer bringen will, dies nicht, und wenn das Viehbrandopfer, dies nicht. Wenn er gestorben ist und unbezeichnetes Geld zurückgelassen hat, so ist es in das Salzmeer zu werfen.", "R. Aši sagte: Unter bezeichnet, wovon hier gesprochen wird, ist nicht zu verstehen, wenn er gesagt hat: dies für mein Sündopfer, dies für mein Brandopfer und dies für mein Heilsopfer, vielmehr heißt es bezeichnet, auch wenn er gesagt hat: dies für mein Sündopfer, mein Brandopfer und mein Heilsopfer120Unbezeichnet heißt es nur dann, wenn er die Opfer überhaupt nicht genannt hat..", "Manche lesen: R. Aši sagte: Sage nicht, nur wenn er gesagt hat: dies für mein Sündopfer, mein Brandopfer und mein Heilsopfer, vielmehr heißt es bezeichnet:, auch wenn er gesagt hat: dies für meine Opferschuld121Unbezeichnet heißt es nur dann, wenn er auch dies nicht gesagt hat..", "Raba sagte: Wenn aus dem unbezeichneten Gelde, von dem es heißt, daß es der freiwilligen Spendenkasse zufalle, das Geld zum Sündopfer ausgeschieden ist, so gilt es als bezeichnet122Für die Hälfte ist ein Brandopfer u. für die Hälfte ein Heilsopfer darzubringen.." ], [ "Übereinstimmend mit Raba wird gelehrt: [Wenn jemand gesagt hat:] dieses für mein Sündopfer und das übrige für meine anderen Nazir[opfer], so ist das Geld für das Sündopfer in das Salzmeer zu werfen und für das übrige zur Hälfte das Brandopfer und zur Hälfte das Heilsopfer darzubringen; man begeht eine Veruntreuung am ganzen123Da darin auch das Geld zum Sündopfer enthalten ist.Betrage, nicht aber an einem Teile.", "[Wenn jemand gesagt hat:] dieses für mein Brandopfer und das übrige für meine anderen Nazir[opfer], so ist für das Geld zum Brandopfer ein Brandopfer darzubringen, und man begeht daran eine Veruntreuung, und das übrige fällt der freiwilligen Spendenkasse zu; man begeht eine Veruntreuung am ganzen Betrage, nicht aber an einem Teile.", "R. Hona sagte im Namen Rabhs: Dies gilt nur vom Gelde, ein Vieh aber gilt als bezeichnet.", "R. Naḥman sagte: Dies, daß ein Vieh als bezeichnet gilt, gilt nur von einem gebrechenfreien, ein gebrechenbehaftetes124Das zur Opferung untauglich ist. u. nur Geldwert hat.aber gilt als unbezeichnet; Barren125Wenn er solche zur Anschaffung der Opfer zurückläßt, so gelten sie als bezeichnet.aber nicht.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagt, auch Barren, nicht aber eine Schicht Balken. R. Šimi b. Aši sprach zu R. Papa: Die Gelehrten sind wohl dieser Ansicht aus dem Grunde, weil sie erklären: Geld, nicht aber ein Vieh, [Geld,] nicht aber ein Barren, Geld, nicht aber eine Schicht Balken; demnach sollte man auch sagen: Geld, nicht aber Geflügel126Auch diese gelten als bezeichnet.!?", "Wieso sagte R. Ḥisda demnach, das Vogelpaar könne nur beim Kaufen durch den Eigentümer und bei der Herrichtung durch den Priester bezeichnet127Wenn einer vorher abhanden kommt, darf er durch einen anderen ersetzt werden.werden,", "diese Lehre128Daß es als unbezeichnet gilt. gilt ja nur vom Gelde!?" ], [ "Dieser erwiderte: Wir haben gelernt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, wenn jemand drei Stück Vieh gebracht und sie nicht bezeichnet hat, so ist das zum Sündopfer geeignete als Sündopfer, das zum Brandopfer geeignete als Brandopfer und das zum Heilsopfer geeignete als Heilsopfer darzubringen; wieso dies nach deiner Auffassung, du sagst ja, ein Vieh gelte nicht als bezeichnet!?", "Jener entgegnete: Da129Beim Geflügelopfer.sagt der Allbarmherzige130Richt. ולקחה, Lev. 12,8.er nehme und131Lev. 15,30.er richte her, ", "dies erfolgt somit beim Nehmen durch den Eigentümer und bei der Herrichtung durch den Priester," ], [ "hierbei aber kann ja das zum Sündopfer geeignete nicht als Brandopfer hergerichtet werden, da für das eine nur ein Weibchen und für das andere nur ein Männchen tauglich132Das Vieh ist mit dem Geflügel nicht zu vergleichen u. gilt als bezeichnet.ist.", "R. Ḥamnuna wandte ein: Gilt denn ein gebrechenbehaftetes Vieh als unbezeichnet, [es wird ja gelehrt:] In welchem Falle sagten sie, daß der Mann sich für das Nazirat seines Vaters schere133Dh. die von seinem Vater hinterlassenen Naziropfer darbringe; vgl. S. 565 Anm. 68.? Wenn sein Vater Nazir war und nachdem er Geld für die Nazir[opfer] abgesondert hat, gestorben ist, und er sagt: ich will Nazir sein mit der Bedingung, daß ich mich mit dem Gelde meines Vaters schere,", "so fällt das Geld, wenn es unbezeichnet ist, der freiwilligen Spendenkasse zu; hat er bezeichnetes Vieh hinterlassen, so ist das Sündopfer verenden zu lassen, das Brandopfer als Brandopfer darzubringen und das Heilsopfer als Heilsopfer darzubringen. Wahrscheinlich auch ein gebrechenbehaftetes!? –", "Nein, ein gebrechenfreies. – Weshalb lehrt er es, wenn demnach ein gebrechenbehaftetes als unbezeichnet gilt, vom Gelde, sollte er doch lehren: hat er ein gebrechenbehaftetes Vieh hinterlassen, so fällt es der freiwilligen Spendenkasse134Und man würde gefolgert haben, daß dies um so mehr vom Bargelde gelte. zu!? –", "Dem ist auch so, am Gebrechenbehafteten ist ja nur der Wert heilig, und der Wert ist Geld.", "Raba wandte ein:135Lev. 4,23.Sein Opfer; man genügt seiner Pflicht nur mit seinem Opfer, nicht aber mit dem seines Vaters. Man könnte glauben, man genüge seiner Pflicht nicht mit dem von seinem Vater wegen einer leichten [Sünde] abgesonderten Opfer bei einer schweren, oder wegen einer schweren bei einer leichten,", "wohl aber genüge man seiner Pflicht mit dem von seinem Vater wegen einer leichten [Sünde] abgesonderten Opfer bei einer leichten, oder wegen einer schweren bei einer schweren, so heißt es [wiederum:]136Ib. V. 28.sein Opfer, man genügt seiner Pflicht mit seinem Opfer, nicht aber mit dem seines Vaters.", "Man könnte glauben, man genüge seiner Pflicht nicht selbst mit dem von seinem Vater wegen einer leichten [Sünde] abgesonderten Opfer bei einer leichten, oder wegen einer schweren bei einer schweren, nur wenn er ein Vieh abgesondert hat, denn auch beim Nazirate darf das Scheren nicht mit dem Vieh seines Vaters erfolgen, wohl aber genüge man seiner Pflicht mit dem von seinem Vater abgesonderten Gelde, selbst wegen einer schweren [Sünde] bei einer leichten, oder wegen einer leichten bei einer schweren, denn auch beim Nazirate darf das Scheren mit dem Gelde seines Vaters erfolgen," ], [ "wenn es unbezeichnet ist, nicht aber, wenn es bezeichnet ist, so heißt es [wiederum:]137Ib. V. 32.sein Opfer, man genügt seiner Pflicht nur mit seinem Opfer, nicht aber mit dem Opfer seines Vaters.", "Man könnte glauben, man genüge seiner Pflicht nicht einmal mit dem von seinem Vater wegen einer leichten [Sünde] abgesonderten Gelde bei einer leichten oder wegen einer schweren bei einer schweren, wohl aber genüge man seiner Pflicht mit einem Opfer, das man selbst abgesondert138Wegen einer anderen Sünde.hat, selbst wegen einer leichten bei einer schweren oder wegen einer schweren bei einer leichten, so heißt es: sein Opfer,139Lev. 4,35. wegen seiner Sünde, das Opfer muß wegen dieser Sünde sein.", "Man könnte glauben, man genüge seiner Pflicht nicht mit einem Vieh, das man selbst wegen einer leichten [Sünde] abgesondert hat bei einer leichten, wegen einer schweren bei einer schweren, wegen einer leichten bei einer schweren, oder wegen einer schweren bei einer leichten,", "denn auch wenn man ein Vieh wegen Talggenusses abgesondert und es wegen Blutgenusses dargebracht oder wegen Blutgenusses [abgesondert] und es wegen Talggenusses dargebracht hat, begeht man keine Veruntreuung140Am Geheiligten, da es heilig bleibt u. nicht profan wird; aus diesem Grunde erlangt man dadurch auch keine Sühne.und erlangt keine Sühne,", "wohl aber genüge man seiner Pflicht mit dem Gelde, das man für sich wegen einer leichten [Sünde] abgesondert hat bei einer leichten, wegen einer schweren bei einer schweren, wegen einer schweren bei einer leichten, oder wegen einer leichten bei einer schweren,", "denn auch wenn man Geld [zu einem Opfer] wegen Talggenusses abgesondert und eines wegen Blutgenusses dargebracht oder wegen Blutgenusses abgesondert und eines wegen Talggenusses dargebracht hat, begeht man eine Veruntreuung und erlangt Sühne,", "so heißt es: wegen seiner Sünde, das Opfer muß wegen dieser Sünde sein.", "Hier wird von einem Vieh gelehrt, doch wohl auch ein gebrechenbehaftetes!? – Nein, ein gebrechenfreies. –", "Weshalb lehrt er es, wenn demnach ein gebrechenbehaftetes als unbezeichnet gilt, vom Gelde, das sein Vater abgesondert hat, sollte er es doch von einem gebrechenbehafteten Vieh134Und man würde gefolgert haben, daß dies um so mehr vom Bargelde gelte.lehren!? – Dem ist auch so, am Gebrechenbehafteten ist nur der Wert geeignet, und der Wert ist Geld.", "v IST FÜR SIE141Eine Frau, die das Nazirat absolviert hat.DAS BLUT EINES [DER OPFER] GESPRENGT WORDEN, SO KANN [IHR MANN DAS GELÖBNIS] NICHT MEHR AUFHEBEN. R. A͑QIBA SAGT, SOBALD EINES DER TIERE142Die sie als Opfer darzubringen hat.NUR GESCHLACHTET WORDEN IST, KÖNNE ER ES NICHT MEHR AUFHEBEN.", "DIES GILT NUR BEIM SCHEREN143Vgl. S. 565 Anm. 68.IN REINHEIT144Wo das Nazirat bereits absolviert ist., BEIM SCHEREN WEGEN VERUNREINIGUNG145Wo sie das Nazirat von neuem beginnen muß.ABER KANN ER ES AUFHEBEN, DENN ER KANN SAGEN: ICH MAG KEINE VERKÜMMERTE146Durch die Entziehung des Weingenusses.FRAU. RABBI (MEÍR)147Fehlt im jerusalemischen Talmud, der Mišna separata u. den Handschriften; in der Erstausgabe nur an dieser Stelle, jed. nicht weiter.SAGT, AUCH BEIM SCHEREN IN REINHEIT KÖNNE ER ES AUFHEBEN, DENN ER KANN SAGEN: ICH MAG KEINE GESCHORENE FRAU.", "GEMARA. Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht R. Elie͑zers, denn R. Elie͑zer sagt, es148Die vollständige Beendigung des Nazirates, um Wein trinken zu dürfen.sei vom Scheren abhängig, somit kann er, da ihr solange sie sich nicht geschoren hat der Weingenuß verboten und Verkümmerung zu berücksichtigen ist, es ihr149Auch nach dem Scheren.aufheben." ], [ "Unser Autor ist der Ansicht, sobald das Blut gesprengt worden ist, sei ihr der Weingenuß erlaubt, somit ist hierbei Verkümmerung nicht zu berücksichtigen, und R. A͑qiba ist der Ansicht, sobald das Vieh geschlachtet worden ist, könne er es nicht aufheben, wegen der Vernichtung150Das Opfer ist dann zum Essen verboten.des Geheiligten.", "R. Zera wandte ein: Wieso denn, man kann ja das Blut auf einen anderen Namen151Auf den Namen eines anderen Opfers.sprengen und dadurch das Fleisch zum Essen erlaubt machen!? Es wird nämlich gelehrt: Wenn man die Lämmer des Wochenfestes auf einen anderen Namen oder vor oder nach der festgesetzten Zeit geschlachtet hat, so ist das Blut zu sprengen und das Fleisch zu essen.", "Erfolgt es an einem Šabbath, so ist [das Blut] nicht152Da das Opferfleisch dann nicht gebraten werden darf u. somit nicht gegessen werden kann. zu sprengen; hat man es aber gesprengt, so ist es gültig, sodaß die Opferteile abends aufzuräuchern sind. –", "Ich will dir sagen, wenn das Brandopfer oder das Heilsopfer geschlachtet worden ist, ist dem auch so, hier aber wird von dem Falle gesprochen, wenn zuerst das Sündopfer153Das auf einen anderen Namen ganz untauglich ist; cf. Zeb. Fol. 2a. geschlachtet worden ist,", "denn es wird gelehrt: Hat er sich nach einem von den drei [Opfern] geschoren, so hat er der Pflicht genügt.", "DIES GILT NUR BEIM SCHEREN IN REINHEIT, BEIM SCHEREN WEGEN VERUNREINIGUNG ABER KANN ER ES AUFLÖSEN, DENN ER KANN SAGEN: ICH MAG KEINE VERKÜMMERTE FRAU. RABBI SAGT, AUCH BEIM SCHEREN IN REINHEIT KÖNNE ER ES AUFHEBEN, DENN ER KANN SAGEN: ICH MAG KEINE GESCHORENE FRAU.", "Und der erste Autor!? – Er kann dir erwidern: sie kann eine Perücke tragen. – Und Rabbi!? – Er ist der Ansicht, eine Perücke ist widerwärtig, und er ist damit nicht einverstanden.", "vi EIN MANN KANN SEINEM SOHNE EIN NAZIRAT AUFERLEGEN, NICHT ABER KANN EINE FRAU IHREM SOHNE EIN NAZIRAT AUFERLEGEN. WENN ER SICH GESCHOREN154Während des Nazirates; dies gilt als Einspruch.HAT ODER SEINE VERWANDTEN IHN GESCHOREN HABEN, WENN ER WIDERSPROCHEN HAT ODER SEINE VERWANDTEN WIDERSPROCHEN HABEN \n", "UND DAS ABGESONDERTE VIEH VORHANDEN IST, SO IST DAS SÜNDOPFER VERENDEN ZU LASSEN, DAS BRANDOPFER ALS BRANDOPFER DARZUBRINGEN UND DAS HEILSOPFER ALS HEILSOPFER DARZUBRINGEN; DIESES DARF NUR EINEN TAG GEGESSEN WERDEN, BENÖTIGT JEDOCH NICHT DER BROTE.", "IST UNBEZEICHNETES GELD VORHANDEN, SO FÄLLT ES DER FREIWILLIGEN SPENDENKASSE ZU, WENN BEZEICHNETES, SO IST DAS GELD ZUM SÜNDOPFER IN DAS SALZMEER ZU WERFEN, MAN DARF ES NICHT NUTZNIESSEN UND MAN BEGEHT DARAN KEINE VERUNTREUUNG, FÜR DAS GELD ZUM BRANDOPFER EIN BRANDOPFER DARZUBRINGEN, UND MAN BEGEHT DARAN EINE VERUNTREUUNG, UND FÜR DAS GELD ZUM HEILSOPFER EIN HEILSOPFER DARZUBRINGEN; ES DARF NUR EINEN TAG GEGESSEN WERDEN, BENÖTIGT JEDOCH NICHT DER BROTE.", "GEMARA. Aus welchem Grunde nur ein Mann und nicht eine Frau? R. Joḥanan erwiderte: Dies155Daß nur ein Mann dazu berechtigt ist; eine überlieferte Halakha braucht nicht begründet zu werden.ist eine Halakha beim Nazir. R. Jose b. Ḥanina erwiderte" ], [ "im Namen des Reš Laqiš: Um ihn in das Gesetz einzuüben. – Demnach sollte dies auch von einer Frau gelten!? – Er ist der Ansicht, nur ein Mann müsse seinen Sohn in das Gesetz einüben, nicht aber braucht eine Frau ihren Sohn [in das Gesetz] einzuüben. –", "Erklärlich ist es nach R. Joḥanan, welcher sagt, dies sei eine Halakha beim Nazir, daß dies nur von einem Sohne gilt, nicht aber von einer Tochter, nach Reš Laqiš aber sollte dies doch auch von einer Tochter gelten!? – Er ist der Ansicht, nur einen Sohn müsse man [in das Gesetz] einüben, nicht aber braucht man eine Tochter [in das Gesetz] einzuüben. –", "Erklärlich ist es nach R. Joḥanan, welcher sagt, dies sei eine Halakha beim Nazir, daß dies nur vom Nazirate gilt, nicht aber von anderen Gelübden, nach Reš Laqiš aber sollte dies156Daß man solche seinem Sohne auferlegen könne.auch von anderen Gelübden gelten!? –", "Dies ist selbstverständlich; selbstverständlich gilt dies von Gelübden, wobei Verkümmerung nicht157Die Einlösung des Gelübdes ist nicht von nachteiliger Wirkung auf seinen Körper.zu berücksichtigen ist, aber dies gilt auch vom Nazirate, wobei Verkümmerung zu berücksichtigen ist, da er ihn [in das Gesetz] einüben muß. –", "Erklärlich ist es nach R. Joḥanan, welcher sagt, dies sei eine Halakha beim Nazir, daß er selbst und die Verwandten widersprechen können,", "wieso aber sind nach R. Jose b. R. Ḥanina im Namen des Reš Laqiš die Verwandten zu sagen berechtigt, daß er ihn nicht in das Gesetz einübe!? – Er ist der Ansicht, mit einer entwürdigenden158Er wird durch das vollständige Glattscheren des Kopfes entstellt.Einübung sei er nicht einverstanden159Die Verwandten können daher in seinem Namen widersprechen.. –", "Erklärlich ist es nach R. Joḥanan, welcher sagt, dies sei eine Halakha beim Nazir, daß er sich scheren und dabei den Kopf rundschneiden160Obgleich dies sonst verboten ist; cf. Lev. 19,27.darf,", "wieso aber darf er nach R. Jose b. R. Ḥanina im Namen des Reš Laqiš, welcher sagt, um ihn in das Gesetz einzuüben, den Kopf rundschneiden161Man begeht ja bei dieser Einübung ein Verbot der Tora.!? –", "Er ist der Ansicht, das Rundschneiden des ganzen Kopfes162Die Schrift spricht nur von den Ecken des Haupthaares.sei nur rabbanitisch [verboten] und die Einübung rabbanitisch geboten, und die rabbanitisch gebotene Einübung verdrängt das rabbanitisch verbotene Rundschneiden. –", "Erklärlich ist es nach R. Joḥanan, welcher sagt, dies sei eine Halakha beim Nazir, daß er sich schere und das Opfer bringe,", "nach R. Jose b. R. Ḥanina im Namen des Reš Laqiš aber, welcher sagt, um ihn in das Gesetz einzuüben, bringt er ja Profanes163Da er nach dem Gesetze nicht Nazir ist, ist auch das Opfer nicht heilig.in den Tempelhof!? – Er ist der Ansicht, Profanes im Tempelhof sei kein [Verbot] der Tora. –", "Erklärlich ist es nach R. Joḥanan, welcher sagt, dies sei eine Halakha beim Nazir, daß, wenn er unrein wird, er das Geflügelopfer bringe und es dem Priester durch Kopfabkneifen zum Essen erlaubt ist,", "nach R. Jose b. R. Ḥanina im Namen des Reš Laqiš aber ißt er ja Aas164Das Geflügelopfer wird nicht durch Schlachten, sondern durch Abkneifen des Kopfes getötet, u. da er nach dem Gesetze zur Darbringung eines Opfers gar nicht verpflichtet ist, müßte das auf diese Weise getötete Geflügel zum Essen verboten sein.!? –", "R. Jose b. R. Ḥanina ist der Ansicht, das Geflügel benötige nach der Tora nicht des Schlachtens, auch ist das Profane im Tempelhofe kein [Verbot] der Tora. –", "Ist denn R. Jose dieser Ansicht, es wird ja gelehrt: R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Woher, daß das wegen eines Zweifels165Wenn es zweifelhaft ist, ob dieses Opfer darzubringen ist, zBs. bei einer zweifelhaften Geburt (cf. Lev. 12,6) od. einem zweifelhaften Fluß (cf. ib. 15,14).dargebrachte Geflügelsündopfer nicht gegessen werden darf? Es heißt:166Lev. 15,33.und der den Fluß hat, Mann oder Frau; er vergleicht die Frau mit dem Manne, wie der Mann ein Opfer bringt wegen einer entschieden [begangenen Sünde], ebenso bringe auch die Frau ein Opfer wegen eines entschiedenen Falles, und wie der Mann es wegen einer zweifelhaft [begangenen Sünde] bringt, ebenso bringe auch die Frau es wegen eines Zweifels;", "und wie der Mann wegen eines Zweifels [das Opfer] von derselben Art wie wegen der entschiedenen [Sünde] bringt, ebenso bringe auch die Frau wegen eines Zweifels [das Opfer] von derselben Art167Ebenfalls vom Geflügel.wie wegen eines entschiedenen Falles. Man könnte glauben, wie der Mann ein Opfer bringt und es gegessen wird, auch die Frau ein Opfer bringe und es gegessen168Auch wenn es wegen eines Zweifels dargebracht wird.werde, so ist zu erwidern:" ], [ "nein, sollte, wenn es von einem Manne gilt, bei dem nur ein Verbot zu berücksichtigen169Falls er die Sünde nicht begangen hat, ist es kein Opfer u. Profanes wird in den Tempel gebracht.ist, dies auch von einer Frau gelten, bei der zwei Verbote zu berücksichtigen sind!?", "Die zwei Verbote sind wohl das Verbot des Aases170Da das Geflügelopfer nicht geschlachtet wird u. event. Aas ist; demnach benötigt das Geflügel nach der Tora des Schlachtens.und das Verbot von Profanem im Tempelhofe!? R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, entgegnete: Vielleicht (weil es den Anschein von [zwei Verboten] hat, es sind) zwei rabbanitische Verbote171Nach der Tora aber benötigt das Geflügel nicht des Schlachtens. Der eingeklammerte Satz ist störend u. fehlt in den Kommentaren u. Handschriften..", "Es wäre anzunehmen, daß hierüber172Weshalb nur ein Mann seinem Sohn ein Nazirat auferlegen kann.Tannaím streiten: Wie lange kann man seinem Sohne ein Naziratgelübde auferlegen? Bis er zwei Haare173An der Scham; dies gilt als Zeichen der Pubertät u. tritt nach Annahme des T.s im vollendeten 13. Lebensjahre ein.bekommt – so Rabbi. R. Jose b. R. Jehuda sagt, bis er das zum Geloben erforderliche Alter174Wenn er die Bedeutung des Gelübdes kennt; diese Periode fällt zwischen das 12. u. 13. Lebensjahr.erreicht.", "Diese Tannaím führen wahrscheinlich folgenden Streit. Rabbi ist der Ansicht, dies sei eine Halakha beim Nazir, somit kann er ihm, obgleich er das zum Geloben erforderliche Alter erreicht175Und diesbezüglich seinen eigenen Willen hat.hat, bis er zwei Haare bekommen hat, das Nazirat auferlegen; R. Jose b. R. Jehuda aber, welcher sagt, bis er das zum Geloben erforderliche Alter erreicht hat, ist der Ansicht, um ihn in das Gesetz einzuüben, und sobald er aus seiner Gewalt gekommen ist, ist er dazu nicht mehr verpflichtet. –", "Ich will dir sagen: nein, alle sind der Ansicht, dies sei eine Halakha beim Nazir, und hier streiten sie über das Gelübde dessen, der dem Mannesalter nahe176Nach dem 12. Lebensjahre.ist.", "Rabbi ist der Ansicht, das Gelübde dessen, der dem Mannesalter nahe ist, sei rabbanitisch [gültig], und ein Gesetz der Tora177Das Gelübde des Vaters.verdrängt ein rabbanitisches, und R. Jose b. R. Jehuda ist der Ansicht, das Gelübde dessen, der dem Mannesalter nahe ist, sei nach der Tora [gültig].", "Wenn du aber willst, sage ich: alle sind der Ansicht, um ihn in das Gesetz einzuüben, ferner auch, daß das Gelübde dessen, der dem Mannesalter nahe ist, rabbanitisch [gültig] sei, nur ist Rabbi der Ansicht, das rabbanitische Gebot der Einübung [in das Gesetz] verdränge die rabbanitische [Gültigkeit] des Gelübdes dessen, der dem Mannesalter nahe ist,", "und R. Jose b. R. Jehuda, welcher sagt, bis er das zum Geloben erforderliche Alter erreicht hat, ist der Ansicht, das rabbanitische Gebot der Einübung [in das Gesetz] verdränge nicht das Gelübde dessen, der dem Mannesalter nahe ist.", "Es wäre anzunehmen, daß folgende Tannaím denselben Streit führen wie jene Tannaím. Es wird gelehrt: Einst legte der Vater R. Ḥaninas ihm ein Naziratgelübde auf. Hierauf brachte er ihn vor R. Gamliél, und R. Gamliél untersuchte ihn, um sich zu überzeugen, ob er zwei Haare bekommen habe oder nicht.", "R. Jose sagt, um sich zu überzeugen, ob er das zum Geloben erforderliche Alter erreicht habe oder nicht. Da sprach er zu ihm: Meister, bemühe dich nicht, mich zu untersuchen; bin ich minderjährig, so will ich es wegen [des Gelübdes] meines Vaters sein, und bin ich großjährig, so will ich es aus eigenem Antriebe sein. Da stand R. Gamliél auf, küßte ihn aufs Haupt und sprach: Ich bin dessen sicher, daß dieser dereinst Halakha in Jisraél lehren wird. Man erzählt, kaum waren wenige Tage verstrichen, und er traf Entscheidungen in Jisraél. –", "Erklärlich ist es nach R. Jose b. R. Jehuda, welcher sagt, bis er das zum Geloben erforderliche Alter erreicht hat, daß er sagte: wenn ich minderjährig bin, so will ich es wegen [des Gelübdes] meines Vaters sein, wieso aber sagte er nach Rabbi, welcher sagt, bis er zwei Haare bekommen hat: und bin ich großjährig, so will ich es aus eigenem Antriebe sein," ], [ "er stand ja178Falls er noch keine 2 Haare hatte; selbst wenn er bezüglich des Gelübdes großjährig war.in der Gewalt seines Vaters!? – Vielmehr, er sagte wie folgt: ich will es wegen [des Gelübdes] meines Vaters sein und ich will es aus eigenem Antriebe179Je nachdem, ob ich Pubertätsmerkmale habe od. nicht. Nach Raschi ist dieser Satz u. die folgende Frage mit der vorangehenden Frage zu konstruieren.sein. –", "Allerdings haftete an ihm, wenn er vorher180Vor dem Geloben seines Vaters.zwei Haare hatte, sein eigenes Nazirat, und wenn er sie erst nachher181Nach Absolvierung des Nazirates.bekam, das Nazirat seines Vaters, wie ist es aber, wenn er sie inzwischen bekommen hat!?", "Erklärlich ist es nach R. Jose b. R. Jehuda, welcher sagt, bis er das zum Geloben erforderliche Alter erreicht182Seine eigene Bestimmung war dann maßgebend.hat,", "wie ist es aber nach Rabbi zu erklären, welcher sagt, bis er zwei Haare bekommen hat!? – Ich will dir sagen, nach Rabbi gab es kein anderes Mittel, als sein eigenes und seines Vaters [Gelübde] zu absolvieren.", "vii EIN MANN SCHERE SICH133Dh. die von seinem Vater hinterlassenen Naziropfer darbringe; vgl. S. 565 Anm. 68.FÜR DAS NAZIRAT SEINES VATERS, NICHT ABER SCHERE SICH EINE FRAU FÜR DAS NAZIRAT IHRES VATERS. WENN SEIN VATER NAZIR WAR UND NACHDEM ER UNBEZEICHNETES GELD FÜR SEINE NAZIR[OPFER] ABGESONDERT HAT, GESTORBEN IST, UND ER SAGT: ICH WILL NAZIR SEIN MIT DER BEDINGUNG, DASS ICH MICH MIT DEM GELDE MEINES VATERS SCHERE, SO FÄLLT DAS GELD,\n", "WIE R. JOSE SAGT, DER FREIWILLIGEN SPENDENKASSE ZU UND ER SCHERE SICH NICHT FÜR DAS NAZIRAT SEINES VATERS. WER SCHERE SICH FÜR DAS NAZIRAT SEINES VATERS? WENN ER UND SEIN VATER NAZIRÄER WAREN UND SEIN VATER UNBEZEIGHNETES GELD FÜR SEINE NAZIR[OPFER] ABGESONDERT HAT UND GESTORBEN IST; DIESER SCHERE SICH FÜR DAS NAZIRAT SEINES VATERS.", "GEMARA. Aus welchem Grunde? R. Joḥanan erwiderte: Dies ist eine Halakha beim Nazir. – Selbstverständlich, ein Sohn beerbt183Auch die von ihm hinterlassenen Opfertiere.ja seinen Vater, nicht aber eine Tochter!? –", "In dem Falle, wenn er nur eine Tochter184Sie ist dann Erbin.hinterlassen hat; man könnte glauben, dies gelte von den Erben185Einerlei ob ein Sohn od. eine Tochter.," ], [ "so lehrt er uns die Halakha186Daß dies nur von einem Sohne gelte..", "Sie fragten: Streiten die Rabbanan gegen R. Jose oder streiten sie gegen ihn nicht? Und streiten sie, wenn du entscheidest, daß sie gegen ihn streiten, nur gegen den Anfangsatz187Nach ihnen schere er sich in jedem Falle für das Nazirat seines Vaters.oder auch gegen den Schlußsatz188Sie sind auch in diesem Falle entgegengesetzter Ansicht.? – Komm und höre: Von welchem Falle sagten sie, ein Mann schere sich für das Nazirat seines Vaters?", "Wenn sein Vater Nazir war und nachdem er das Geld für sein Nazirat abgesondert hat, gestorben ist, und er sagt: ich will Nazir sein mit der Bedingung, daß ich mich mit dem Gelde meines Vaters schere; dieser schere sich mit dem Gelde seines Vaters. Wenn aber er und sein Vater Naziräer waren und sein Vater das Geld für seine Naziropfer abgesondert hat und gestorben ist, so fällt es der freiwilligen Spendenkasse zu – so R. Jose.", "R. Elie͑zer, R. Meír und R. Jehuda sagen, dieser schere sich für das Nazirat seines Vaters.", "Raba fragte: Wie ist es, wenn er zwei Söhne Naziräer hinterläßt: ist es eine überlieferte Halakha, und wer zuvorkommt, schere sich, oder gelten sie nach der überlieferten Halakha als Erben und sie teilen189Jeder hat die andere Hälfte aus seiner Tasche zu ergänzen.?", "Raba fragte: Wie ist es, wenn einer Erstgeborener und der andere Nachgeborener ist: ist dies eine überlieferte Halakha, somit richte man sich beim Scheren nicht nach dem, was [der Erstgeborene] sonst erhält, oder gilt dies als Nachlaß, und wie er von diesem doppelten Anteil erhält, ebenso auch von den Scher[opfern]?", "Und erhält er ferner, wenn du entscheidest, dies gelte als Nachlaß und entsprechend seinem Anteile erhalte er auch von den Scher[opfern], einen doppelten Anteil nur vom Profanen, nicht aber vom Geheiligten190Von den zurückgelassenen Opfertieren erhält er zwar einen doppelten Anteil, da sie vor der Darbringung noch profan sind, nach der Opferung aber, bei der Teilung des Opferfleisches, erlischt sein Anrecht auf einen doppelten Anteil., oder aber gibt es hierbei keinen Unterschied, da er es als Scher[opfer] erworben hat?", "Wie ist es, wenn der Vater dauernder Nazir war und er gewöhnlicher191Auf 30 Tage. Nazir ist, oder der Vater gewöhnlicher Nazir war und er dauernder Nazir ist: erstreckt sich die Halakha nur auf das gewöhnliche Nazirat, oder gibt es hierbei keinen Unterschied?", "R. Aši fragte: Wie ist es, wenn du entscheidest, bei beiden erfolge das Nazirat in Reinheit192Zwischen dem gewöhnlichen u. dem dauernden Nazirate sei kein Unterschied zu machen, da beide in Reinheit absolviert werden., wenn der Vater unreiner Nazir war und er reiner Nazir ist, oder der Vater reiner Nazir war und er unreiner Nazir ist? – Wir wissen dies nicht und es bleibt unentschieden.", "", "i DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, DIE IRRTÜMLICHE HEILIGUNG GELTE ALS HEILIGUNG,\n" ], [ "DIE SCHULE HILLELS SAGT, SIE GELTE NICHT ALS HEILIGUNG. WENN JEMAND ZUM BEISPIEL GESAGT HAT: DER AUS MEINEM HAUSE ZUERST HERAUSKOMMENDE SCHWARZE OCHS1Damit bringt er seine Annahme zum Ausdruck, daß ein solches zuerst herauskommen wird. SEI GEHEILIGT, UND EIN WEISSER HERAUSGEKOMMEN IST, SO IST ER, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, GEHEILIGT, UND WIE DIE SCHULE HILLELS SAGT, NICHT GEHEILIGT. [WENN JEMAND GESAGT HAT:] ii DER IN MEINE HAND ZUERST KOMMENDE GOLDDENAR SEI GEHEILIGT, UND EINER AUS SILBER [IN SEINE HAND] GEKOMMEN IST, SO IST ER, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, GEHEILIGT, UND WIE DIE SCHULE HILLELS SAGT, NICHT GEHEILIGT. [WENN JEMAND GESAGT HAT:] DAS IN MEINE HAND ZUERST KOMMENDE FASS WEIN SEI GEHEILIGT, UND EINES MIT ÖL [IN SEINE HAND] GEKOMMEN IST, SO IST ES, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, GEHEILIGT, UND WIE DIE SCHULE HILLELS SAGT, NICHT GEHEILIGT.", "GEMARA. DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, DIE [IRRTÜMLICHE] HEILIGUNG &C. Was ist der Grund der Schule Šammajs? – Man folgere hinsichtlich des Anfangs der Heiligung vom Abschluß der Heiligung: wie der Umtausch2Wenn das geheiligte Vieh auf ein anderes umgetauscht wird; mit dem Umtausch ist die Heiligung abgeschlossen. [gültig ist], auch wenn er irrtümlich erfolgt ist, ebenso ist die Heiligung gültig, auch wenn sie irrtümlich erfolgt ist. –", "Und die Schule Hillels!? – Dies gilt nur vom Umtausch3Wobei die gültige Heiligkeit des einen Viehs auf ein anderes übertragen wird., nicht aber ist die irrtümlich erfolgte Heiligung von Wirkung. –", "Aber auch nach der Schule Šammajs erfolgt ja, wenn jemand sagt: dieses trete4Bezüglich der Heiligkeit. in der Mittagsstunde an Stelle von diesem, der Umtausch nicht sofort, sondern erst, wenn die Mittagsstunde eintritt, ebenso sollte auch hierbei [die Heiligung gültig sein], erst wenn die Sache sich herausstellt5Daß seine Voraussetzung eingetreten ist; da dies aber nicht der Fall war, müßte die Heiligung ungültig sein.!?", "R. Papa erwiderte: Er sagte deshalb ‘zuerst’, der zuerst herauskommt6Wenn er mehrere schwarze Ochsen hat u. den zuerst herauskommenden heiligt; die weißen scheiden hierbei aus.. –", "Er sagte ja aber: der schwarze Ochs, und dies gilt wohl auch von dem Falle, wenn er nur einen hat!? – In dem Falle, wenn er zwei oder drei hat. Die Schule Hillels aber sagt: demnach sollte er gesagt haben: der zuerst herauskommt7Darunter wäre der erste unter den schwarzen Ochsen zu verstehen; wenn er aber sagt: der zuerst herauskommende schwarze Ochs, so nimmt er an, daß ein solcher zuerst herauskommen werde..", "Raba aus Barniš sprach zu R. Aši: Wieso ist dies eine irrtümliche Heiligung, dies ist ja eine beabsichtigte8Nach der Auslegung der Schule Šammajs dachte er ja an den schwarzen Ochsen, der zuerst herauskommt. Heiligung!? – Die ersten Worte waren irreführend9Diese können so ausgelegt werden, daß er auch an die weißen dachte; er sollte ausdrücklich gesagt haben: der erste schwarze Ochs.. –", "Ist denn die Schule Šammajs der Ansicht, daß die irrtümliche Heiligung nicht als Heiligung10Nach der obigen Erklärung ist nach der Schule Š.s die Heiligung deshalb gültig, weil er sie beabsichtigt hat, wonach bei einem wirklichen Irrtum die Heiligung ungültig ist.gilt, wir haben ja gelernt: Wenn jemand ein Nazirat gelobt, dieserhalb einen Gelehrten befragt11Wenn ihm zweifelhaft war, ob das Gelübde gültig war od. nicht.und dieser es als unverbindlich erklärt hat, so darf das bereits abgesonderte Vieh in die Herde kommen und weiden.", "Die Schule Hillels sprach zu der Schule Šammajs: Pflichtet ihr etwa nicht bei, daß hierbei eine irrtümliche12Da der Gelehrte das Gelübde als unverbindlich erklärt hat.Heiligung erfolgt ist, und [das Vieh] kommt in die Herde und weidet!? Demnach ist ja die Schule Šammajs der Ansicht, die irrtümliche Heiligung sei gültig. –", "Nein, die Schule Hillels hatte sich geirrt; sie glaubte, der Grund13Weshalb diese in unserer Mišna der Ansicht ist, die Weihung sei gültig.der Schule Šammajs sei, weil die irrtümliche Heiligung als Heiligung gelte, darauf aber erwiderte die Schule Šammajs, dies sei keine irrtümliche Heiligung, vielmehr waren seine ersten Worte irreführend9Diese können so ausgelegt werden, daß er auch an die weißen dachte; er sollte ausdrücklich gesagt haben: der erste schwarze Ochs.. –", "Ist denn die Schule Šammajs der Ansicht, die irrtümliche Heiligung gelte nicht als Heiligung, komm und höre: Wenn [mehrere Personen] auf der Straße gehen" ], [ "und jemand ihnen entgegenkommt, und einer spricht: ich will Nazir sein, wenn14Er wollte damit seine Behauptung, daß er es nicht sei, bekräftigen.dieser N. ist, darauf ein anderer: ich will Nazir sein, wenn es nicht N. ist, [darauf ein anderer15Nach den Kommentaren handelt es sich hierbei um 6 verschiedene Personen; nach dem eigentl. Wortlaute der Mišna dürfte hier von nur 2 Personen die Rede sein, während die Person, um die sie streiten, eine der 4 folgenden Äußerungen tut.:] ich will Nazir sein, wenn einer von euch Nazir ist, [darauf ein anderer:] wenn einer von euch nicht Nazir ist, [darauf ein anderer:] wenn ihr beide Naziräer seid, [und darauf ein anderer:] wenn ihr alle Naziräer seid, so sind, wie die Schule Šammajs sagt, alle Naziräer.", "Hierbei ist es ja eine irrtümliche16Die ersten zwei widersprechen einander, somit sind auch die Behauptungen der übrigen hinfällig.Heiligung, und er lehrt, daß alle Naziräer seien!? – Ich will dir sagen, hieraus ist zu entnehmen, daß die Schule Šammajs der Ansicht ist, die irrtümliche Heiligung gelte als Heiligung, aus jener Lehre17Vom schwarzen Ochsen; statt הכא ist mit einer Handschrift התם zu lesen. aber nicht.", "Abajje erklärte: Hier wird nicht von dem Falle gesprochen, wenn es morgens18Bevor das Vieh ausgetrieben wird.erfolgt, sondern wenn es mittags19Nachdem das Vieh bereits ausgetrieben worden ist; der obige Einwand, die Heiligung könne erst nach Eintritt der Bedingung erfolgen, ist somit hinfällig.erfolgt; wenn er nämlich gesagt hat: der zuerst aus meinem Hause herauskommende schwarze Ochs sei geheiligt, und als man zu ihm sagte, ein weißer sei zuerst herausgekommen, er erwidert: wenn ich gewußt hätte, daß ein weißer herausgekommen ist, würde ich nicht ‘schwarzer’ gesagt haben. –", "Wieso kannst du sagen, hier werde20Statt עסיק ist wohl עסיקינן zu lesen; in Handschriften עסי׳.von dem Falle gesprochen, wenn es mittags erfolgt, es heißt ja: der [zuerst] kommende21Das unvokalisierte יצא kann sowohl Imperfektum als auch Perfektum gelesen werden, dies ist jedoch bei den Tatwörtern der folgenden Fälle nicht der Fall.Golddenar!? – Lies: gekommene22Auch hierbei handelt es sich um den Fall, wenn es bereits erfolgt ist.. – Das zuerst kommende Faß Wein!? – Lies: gekommene22Auch hierbei handelt es sich um den Fall, wenn es bereits erfolgt ist..", "R. Ḥisda sagte: Ein schwarzes [Rind] unter weißen ist ein: Fehler23Ein weißer ist wertvoller., dennoch sind weiße [Flecke] an einem schwarzen ein Fehler. – Es wird gelehrt: Der zuerst aus meinem Hause herauskommende schwarze Ochs sei geheiligt. Er glaubte, wer etwas heiligt, tue es ja mit mißgönnendem24Demnach wollte er den weniger wertvollen Ochsen weihen.Auge, und die Schule Šammajs sagt, daß er25Der zuerst herauskommende weiße Ochs; demnach ist ein solcher weniger wert.geheiligt sei!? –", "Erfolgt etwa die Heiligung mit gönnendem26Nach der Lehre RḤ.s, in Übereinstimmung mit der Ansicht der Schule Š.s.Auge, [es wird ja gelehrt:] der in meine Hand zuerst kommende Golddenar [sei geheiligt], und einer aus Silber [in seine Hand] gekommen ist, so ist er, wie die Schule Šammajs sagt, geheiligt27Demnach sollte es der Golddenar sein u. nicht der Silberdenar.. –", "Erfolgt etwa die Heiligung mit mißgönnendem Auge, [es wird ja gelehrt:] Das in meine Hand zuerst kommende Faß Wein [sei geheiligt], und eines mit Öl [in seine Hand] gekommen ist, so ist es, wie die Schule Šammajs sagt, geheiligt. Öl ist ja wertvoller als Wein28Demnach sollte der Wein geheiligt sein.!? – Wenn nur dies, so ist dies kein Einwand, diese Lehre gilt für Galiläa, wo Wein wertvoller ist als Öl;", "aus dem ersten Falle aber ist ein Einwand gegen R. Ḥisda zu entnehmen. – R. Ḥisda kann dir erwidern: ich spreche von den carmanischen Ochsen29Die gewöhnl. zum Pflügen verwandt werden; hierzu sind die weißen besser..", "Ferner sagte R. Ḥisda: Ein schwarzes [Rind]30Sc. ist vorzuziehen.wegen der Haut, ein rotes wegen des Fleisches und ein weißes zum Pflügen. – R. Ḥisda sagte ja aber, ein schwarzes unter weißen sei ein Fehler31Demnach sind weiße in jeder Hinsicht besser.!? – Er sagte dies von den carmanischen Ochsen.", "iii WENN JEMAND EIN NAZIRAT GELOBT, DIESBEZÜGLICH EINEN GELEHRTEN BEFRAGT11Wenn ihm zweifelhaft war, ob das Gelübde gültig war od. nicht.UND DIESER ES ALS VERBINDLICH ERKLÄRT HAT, SO BEGINNT DIE ZÄHLUNG MIT DER STUNDE DES GELOBENS32Die Tage bis zur Entscheidung werden mitgezählt, selbst wenn er während dieser Zeit das Nazirat übertreten u. Wein getrunken hat.. WENN ER EINEN GELEHRTEN BEFRAGT UND DIESER ES ALS UNVERBINDLICH ERKLÄRT HAT, SO DARF DAS BEREITS ABGESONDERTE VIEH IN DIE HERDE KOMMEN UND WEIDEN.", "DIE SCHULE HILLELS SPRACH ZU DER SCHULE ŠAMMAJS: PFLICHTET IHR ETWA NICHT BEI, DASS HIERBEI EINE IRRTÜMLICHE HEILIGUNG ERFOLGT IST UND [DAS VIEH] IN DIE HERDE KOMMT UND WEIDET!? DIE SCHULE ŠAMMAJS ERWIDERTE: PFLICHTET IHR ETWA NICHT BEI, DASS, WENN JEMAND33Beim Absondern des Viehzehnten; die Tiere werden einzeln durch eine kleine Tür aus dem Stalle gelassen u. das zehnte mit einem Stabe gezeichnet; cf. Lev. 27,32.SICH GEIRRT UND DAS NEUNTE ALS ZEHNTES, DAS ZEHNTE ALS NEUNTES ODER DAS ELFTE ALS ZEHNTES BEZEICHNET HAT, ES GEHEILIGT34Obgleich die Heiligung auf einem Irrtum beruht.IST!?", "DIE SCHULE HILLELS ERWIDERTE: NICHT DER STAB HEILIGT ES; IST ES DENN VON WIRKUNG, WENN ER DEN STAB AUF DAS ACHTE ODER AUF DAS ZWÖLFTE GELEGT35Diese u. die ihnen vorangehenden, bezw. folgenden sind durch die Bezeichnung als zehntes nicht geheiligt.HAT!? VIELMEHR HAT DIE SCHRIFT, DIE DAS ZEHNTE FÜR HEILIG ERKLÄRT HAT, AUCH DAS NEUNTE \n" ], [ "UND DAS ELFTE36Falls sie irrtümlich als zehntes gezeichnet worden sind.FÜR HEILIG ERKLÄRT37Nicht aber durch die irrtümlich erfolgte Heiligung..", "GEMARA. Wessen Ansicht vertritt unsere Mišna, weder die des R. Jose noch die der Rabbanan?", "Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand [ein Nazirat] gelobt und das Nazirat übertreten38Durch Handlungen, die dem Nazir verboten sind.hat, so komme man seinem Wunsche39Um Auflösung des Gelübdes od. Darbringung der Opfer nach der Absolvierung.nicht eher nach, als bis er ebensoviele Tage gehalten wie er übertreten40Dh. die Tage, die er das Nazirat übertreten hat, werden ihm nicht angerechnet.hat. R. Jose sagt, dreißig Tage41Wenn er beispielsweise ein Nazirat von 100 Tagen gelobt u. 60 übertreten hat, so braucht er nur 30 nachzuholen.genügen.", "Wenn die der Rabbanan, so ist ja bezüglich des kurzen Nazirates ein Einwand42Diese sind der Ansicht, daß ihm die Tage der Übertretung nicht angerechnet werden, während sie ihm nach unserer Mišna anzurechnen sind. zu erheben, und wenn die des R. Jose, so ist ja bezüglich des langen Nazirates ein Einwand43Nach unserer Mišna ist in einem solchen Falle das längere Nazirat vollständig zu absolvieren, nur werden die Tage der Übertretung angerechnet, während nach RJ. nur 30 Tage zu absolvieren sind.zu erheben!? –", "Wenn du willst, sage ich: die des R. Jose, und wenn du willst, sage ich: die der Rabbanan. Wenn du willst, sage ich: die des R. Jose, denn das eine gilt von einem langen Nazirate und das andere gilt von einem kurzen44RJ. spricht von einem kurzen Nazirate, das überhaupt nur 30 Tage dauert, bei einem längeren dagegen hat er übereinstimmend mit unserer Mišna die ganze Zeit zu absolvieren.
45. Dieselbe Dauer, die Tage der Übertretung werden ihm nicht angerechnet.
Nazirate;", "wenn du willst, sage ich: die der Rabbanan, denn man lese nicht: mit der Stunde des Gelobens, sondern: wie mit der Stunde des Gelobens.", "WENN ER EINEN GELEHRTEN BEFRAGT UND DIESER ES IHM ALS UNVERBINDLICH ERKLÄRT HAT &C. R. Jirmeja sagte: Aus [den Worten] der Schule Šammajs ist auf [die Worte] der Schule Hillels zu schließen; die Schule Šammajs sagt ja, die irrtümliche Heiligung gelte als Heiligung, dennoch darf [das Vieh], wenn es sich herausstellt, daß er unrichtig gelobt46Wenn das Naziratgelübde von vornherein ungültig ist.hat, in die Herde kommen und weiden,", "ebenso gilt nach der Schule Hillels, welche sagt, der irrtümliche Umtausch sei gültig, dies nur dann, wenn die ursprüngliche Heiligung47Die auf das eingetauschte Vieh übertragen werden soll.noch besteht, wenn aber die ursprüngliche Heiligung aufgehoben48Wenn durch Auflösung des Gelübdes die Heiligkeit des ursprünglich reservierten Tieres aufgehoben wird.ist, ist auch der Umtausch aufgehoben.", "PFLICHTET IHR ETWA NICHT BEI, DASS, WENN JEMAND DAS NEUNTE ALS ZEHNTES BEZEICHNET &C. Es wurde gelehrt: Dies gilt vom Zehnten, wie R. Naḥman sagt, nur bei einem Irrtum, nicht aber bei Absicht49Wenn er absichtlich das neunte Stück Vieh als zehntes zeichnet, so ist es nicht heilig., und wie R. Ḥisda und Rabba b. R. Hona sagen, bei einem Irrtum, und um so mehr bei Absicht.", "Raba sprach zu R. Naḥman: Die Schule Šammajs sprach zu der Schule Hillels: Pflichtet ihr etwa nicht bei, daß, wenn jemand das neunte als zehntes, das zehnte als neuntes oder das elfte als zehntes bezeichnet hat, alle drei geheiligt seien!? Weshalb schwieg50Sie erklärte zwar den Grund der Heiligkeit, wies jed. den Einwand selbst nicht zurück. die Schule Hillels, nach deiner Ansicht, daß dies nur bei einem Irrtum, nicht aber bei Absicht gelte,", "sollte diese doch erwidert haben: wohl gilt dies vom Zehnten, wobei die Heiligkeit bei Absicht nicht51Dieses Gesetz bildet eine Ausnahme u. ist mit anderen nicht zu vergleichen. erfolgt!?", "R. Šimi b. Aši erwiderte: Sie erwiderte dies deshalb nicht, weil man [einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere folgern könnte: wenn beim Zehnten, wobei die beabsichtigte Heiligung ungültig ist, die irrtümliche Heiligung gültig ist, um wieviel mehr gilt dies bei Geheiligtem, wobei die beabsichtigte Heiligung gültig ist.", "Dies ist aber nichts; bei Geheiligtem kommt es auf die Absicht des Eigentümers an52Die Heiligung erfolgt durch seine Absicht, u. es ist somit einleuchtend, daß die absichtliche Heiligung u. nicht die irrtümliche gültig ist; beim Zehnten dagegen erfolgt dies durch die Zählung, u. wenn er absichtlich falsch zählt, so ist dies ungültig..", "iv WENN JEMAND EIN NAZIRAT GELOBT HAT UND, ALS ER SEIN VIEH53Das er beim Geloben zur Darbringung seiner Opfer reserviert hat.HOLEN GEHT, FINDET, DASS ES GESTOHLEN WORDEN IST, SO IST ER, FALLS ER, BEVOR DAS VIEH GESTOHLEN WORDEN IST, GELOBT HAT, NAZIR54Wenn er bei einem Gelehrten um Auflösung seines Gelöbnisses nachsucht, so tue dieser es wegen des Diebstahls nicht, da dies erst nach dem Geloben erfolgt ist.," ], [ "UND FALLS ER, NACHDEM DAS VIEH GESTOHLEN WORDEN WAR, GELOBT HAT, KEIN NAZIR55Schon beim Geloben war das Vieh nicht mehr in seinem Besitze, u. wenn er dies gewußt hätte, würde er überhaupt nicht gelobt haben.. IN EINEN DIESBEZÜGLICHEN IRRTUIM56Ein Naziratgelübde wegen eines später erfolgten Ereignisses zu annullieren.VERFIEL NAḤUM DER MEDER. ALS NAZIRÄER AUS DEM EXILE KAMEN UND DAS HEILIGTUM ZERSTÖRT FANDEN, SPRACH NAḤUM DER MEDER ZU IHNEN: WÜRDET IHR, WENN IHR GEWUSST HÄTTET, DASS DAS HEILIGTUM ZERSTÖRT IST, DAS NAZIRAT GELOBT HABEN? SIE ERWIDERTEN IHM: NEIN. DA LÖSTE ES IHNEN NAḤUM DER MEDER AUF.", "ALS DIE SACHE VOR DIE WEISEN KAM, SPRACHEN SIE: WER VOR DER ZERSTÖRUNG DES HEILIGTUMS GELOBT HAT, IST NAZIR, UND WER NACH DER ZERSTÖRUNG DES HEILIGTUMS, IST KEIN NAZIR.", "GEMARA. Rabba sagte: Die Rabbanan haben [die Ansicht] R. Elie͑zers hinweggeschwemmt und ihn zu ihrer Ansicht bekehrt. Wir haben nämlich gelernt: Man öffne einem einen [Ausweg] mit später Erfolgtem57Der Gelehrte löse auf Wunsch das Gelöbnis auf, selbst wenn der Grund zur Auflösung erst nach dem Geloben erfolgt ist.– so R. Elie͑zer; die Weisen verbieten58Dieser Streit befindet sich im vorangehenden Traktate Nedarim (von den Gelübden), u. da unsere Mišna nur die Ansicht der Weisen lehrt, so ist wohl anzunehmen, daß RE. ihnen beipflichtet.dies.", "Ferner sagte Raba: Obgleich die Weisen sagen, daß man keinen [Ausweg] mit später Erfolgtem öffne, so öffne man dennoch mit der Eventualität eines später erfolgten Ereignisses. Zum Beispiel. Man spreche59Im in der Mišna mitgeteilten Falle, wenn die Zerstörung des Tempels als Grund zur Auflösung angegeben wird.zu ihnen: Würdet ihr, wenn jemand gekommen wäre und zu euch gesagt hätte, der Tempel werde zerstört werden, gelobt60Wenn sie es verneinen, so ist das Gelübde aufzulösen.haben?", "R. Joseph sagte: Wenn ich da wäre, würde ich ihnen61Den Gelehrten, die die Zerstörung des Tempels als ein später erfolgtes Ereignis bezeichneten.erwidert haben: Es heißt:62Jer. 7,4.der Tempel des Herrn, der Tempel des Herrn, der Tempel des Herrn ist dies; das ist der erste Tempel zerstört werden wird, aber konnten sie denn wissen, wann!? Abajje und der zweite Tempel63Der dereinst zerstört werden wird, die Zerstörung des Tempels war schon vorher geweissagt worden u. gilt nicht als später eingetretenes Ereignis.. –", "Zugegeben, daß ihnen bekannt war, daß er entgegnete: Wußten sie denn nicht, wann, es heißt ja:64Dan. 9,24.siebzig Septennien sind über dein Volk und über deine heilige Stadt verhängt worden65Nach Annahme des T.s wurde dies bei der Zerstörung des 1. Tempels gesprochen, u. wenn von den 70 Septennien (490 Jahren) die 70 Jahre des babylonischen Exils abgezogen werden, so bleiben für den 2. Tempel 420 Jahre zurück.. – Immerhin, konnten sie denn wissen, an welchem Tage!?", "v WENN [MEHRERE PERSONEN] AUF DER STRASSE GEHEN UND JEMAND IHNEN ENTGEGENKOMMT, UND EINER SPRICHT: ICH WILL NAZIR SEIN, WENN DIESER N. IST, DARAUF EIN ANDERER: ICH WILL NAZIR SEIN, WENN ES NICHT N. IST, [DARAUF EIN ANDERER:] ICH WILL NAZIR SEIN, WENN EINER VON EUCH NAZIR IST, [DARAUF EIN ANDERER:] ICH WILL NAZIR SEIN, WENN EINER VON EUCH NICHT NAZIR IST, [DARAUF EIN ANDERER:] WENN IHR BEIDE NAZIRÄER SEID, [UND DARAUF EIN ANDERER:] WENN IHR ALLE NAZIRÄER SEID, \n", "SO SIND, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, ALLE NAZIRÄER; DIE SCHULE HILLELS SAGT, NUR DERJENIGE IST NAZIR, DESSEN WORTE SICH NICHT BESTÄTIGT HABEN. vi R. TRYPHON SAGT, KEINER VON IHNEN66Da jeder das Nazirat von einem Umstände abhängig gemacht hat, über den Ungewißheit herrschte.IST NAZIR.", "KEHRTE ER PLÖTZLICH67Sodaß seine Person nicht festgestellt werden konnte.UM, SO IST ER68Wohl niemand von ihnen. Nach dem Wortlaute der Mišna scheint dies sich auf die Person des Ankömmlings zu beziehen; auffallend ist auch der Ausdruck הרתיע, eigentl. beben, zurückschrecken; die Übersetzung folgt jed. der Auslegung des T.s u. der Kommentare; vgl. Anm. 15.KEIN NAZIR. R. ŠIMO͑N SAGT, ER ERKLÄRE: IST ES SO, WIE ICH GESAGT HABE, SO WILL ICH PFLICHTGEMÄSS NAZIR SEIN, WENN ABER NICHT, SO WILL ICH FREIWILLIG NAZIR SEIN.", "GEMARA. Weshalb ist derjenige Nazir, dessen Worte sich nicht bestätigt69Wenn seine Worte sich nicht bestätigt haben, sollte er nicht Nazir sein.haben!? R. Jehuda erwiderte: Lies: dessen Worte sich bestätigt haben." ], [ "Abajje erwiderte: Wenn er gesagt hat: oder wenn es auch nicht N. ist, will ich70Statt אי הוי ist איהוי zu lesen.Nazir sein; unter ‘dessen Worte sich nicht bestätigt haben’ ist zu verstehen, wenn seine ersten Worte sich nicht bestätigt haben, sondern die letzten Worte71Und um so mehr in dem Falle, wenn sich seine ersten Worte bestätigt haben..", "KEHRTE ER PLÖTZLICH UM, SO IST ER KEIN NAZIR &C. Nur aus dem Grunde, weil er plötzlich umkehrte, wenn er aber vor uns tritt, so ist er Nazir; nach wessen Ansicht:" ], [], [ "wenn etwa nach R. Tryphon72Nach der Schule Š.s sollte er auf jeden Fall Nazir sein, u. nach der Schule H.s sollte er, da er Nazir ist, wenn seine Worte sich bestätigen, es auch wegen des Zweifels sein., so sollte er nicht Nazir sein, da er beim Geloben nicht wußte, ob es N. ist oder nicht, und das Nazirat ihn nicht erfassen sollte!? Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagte im Namen R. Tryphons; keiner von beiden ist Nazir, weil das Nazirat bestimmt ausgesprochen werden73Es darf nicht von irgend einer Bedingung abhängig gemacht werden.muß. –", "Vielmehr, es ist R. Jehuda, [der Autor der Lehre] vom Haufen. Es wird gelehrt: [Sagte jemand:] ich will Nazir sein unter der Bedingung, daß in diesem Getreidehaufen hundert Kor vorhanden sind, und er hingeht und findet, daß er gestohlen worden oder abhanden gekommen ist, so ist er nach R. Šimo͑n gebunden und nach R. Jehuda entbunden,", "R. Šimo͑n ist da der Ansicht, da der Haufe, falls er nicht gestohlen worden wäre, vielleicht hundert Kor enthalten hätte und er Nazir wäre, sei er auch jetzt Nazir; ebenso auch hierbei: da er, falls jener zu uns herangekommen wäre und wir gesehen hätten, daß er N. sei, Nazir wäre, so ist er auch jetzt Nazir.", "vii WENN JEMAND EINEN KOJ74Über den ein Zweifel besteht, ob er zum Vieh od. zum Wilde gehört.SIEHT UND SPRICHT: ICH WILL NAZIR SEIN, WENN ES EIN WILD IST, [DARAUF EIN ANDERER:] ICH WILL NAZIR SEIN, WENN ES KEIN WILD IST, [DARAUF EIN ANDERER:] ICH WILL NAZIR SEIN, WENN ES EIN VIEH IST, [DARAUF EIN ANDERER:] ICH WILL NAZIR SEIN, WENN ES KEIN VIEH IST, [DARAUF EIN ANDERER:]", "ICH WILL NAZIR SEIN, WENN ES VIEH UND WILD IST, [DARAUF EIN ANDERER:] ICH WILL NAZIR SEIN, WENN ES WEDER VIEH NOCH WILD IST, [DARAUF EIN ANDERER:] ICH WILL NAZIR SEIN, WENN EINER VON EUCH NAZIR IST, [DARAUF EIN ANDERER:] ICH WILL NAZIR SEIN, WENN NICHT EINER VON EUCH NAZIR IST, [DARAUF EIN ANDERER:] ICH WILL NAZIR SEIN, WENN IHR ALLE NAZIRÄER SEID, SO SIND SIE ALLE NAZIRÄER.", "GEMARA. Eine Lehre spricht von neun75In unserer Mišna werden 9 verschiedene Gelöbnisaussprüche aufgezählt.Naziräern, und eine andere spricht von neun Naziraten ; allerdings können es neun Naziräer sein, wenn es viele Personen sind und sie nach einander76Jeder durch die Bezugnahme auf das Nazirat des vorangehenden.erfaßt werden,", "wieso aber können neun Nazirate bei einer Person vorkommen!? Allerdings können sechs vorkommen, wie gelehrt77In der Mišna werden hinsichtl. des Koj 6 Eventualitäten genannt.wird,", "wieso aber weitere78Die letzten 3 Äußerungen beziehen sich auf andere Personen.drei!? R. Šešeth erwiderte: Wenn er gesagt hat: ich will Nazir sein, indem ich die Nazirate von euch allen79Von 9 Personen, die in einem solche Falle vom Nazirate erfaßt werden.auf mich nehme.", "", "i DREIERLEI IST DEM NAZIR VERBOTEN: DIE VERUNREINIGUNG, DIE HAARSCHUR UND DIE PRODUKTE DES WEINSTOCKES. ALLE PRODUKTE DES WEINSTOCKES WERDEN MITEINANDER VEREINIGT1Zum verbotenen Quantum einer Olive., UND SCHULDIG IST ER NUR DANN, WENN ER EIN OLIVENGROSSES QUANTUM VON DEN TRAUBEN GEGESSEN2Od. ein ebensolches Quantum Wein getrunken hat. HAT." ], [ "DIE URSPRÜNGLICHE LEHRE LAUTETE: NUR WENN ER EIN VIERTEL[LOG] WEIN GETRUNKEN HAT. R. A͑QIBA SAGT, SELBST WENN ER NUR SEIN BROT IN WEIN EINTAUCHT, UND DARAN SOVIEL IST, DASS EIN OLIVEN-GROSSES QUANTUM VEREINIGT WERDEN KANN, SEI ER SCHULDIG ii. ER IST SCHULDIG WEGEN DES WEINES ALLEIN, WEGEN DER TRAUBEN ALLEIN, WEGEN DER KERNE ALLEIN UND WEGEN DER SCHLAUBEN ALLEIN. R. ELEA͑ZAR B.ZARJA SAGT, ER SEI NUR DANN SCHULDIG, WENN ER ZWEI KERNE3Die Schrift gebraucht die Mehrzahl. UND EINE SCHLAUBE GEGESSEN HAT.", "FOLGENDES IST UNTER ḤARÇANIM4Die in der Schrift gebrauchten Worte für Kerne u. Schlauben. UND UNTER ZAGIM4Die in der Schrift gebrauchten Worte für Kerne u. Schlauben. ZU VERSTEHEN. ḤARÇANIM IST DAS ÄUSSERE UND ZAGIM IST DAS INNERE5Die Schlauben bezw. die Kerne; diese von der üblichen Übersetzung abweichende Ansicht ist auch im jerušalemischen Targum zSt. vertreten.SO R. JEHUDA. R. JOSE SAGTE : DAMIT DU DICH NICHT IRRST : WIE BEI DER VIEHGLOCKE; DER ÄUSSERE TEIL HEISST ZOG UND DER INNERE HEISSTNBAL [KLÖPPEL].", "GEMARA. DREIERLEI IST DEM NAZIR VERBOTEN: DIE VERUNREINIGUNG &C. Nur das, was aus dem Weinstocke kommt, nicht aber der Weinstock selbst, somit vertritt unsere Mišna nicht die Ansicht R. Elie͑zers, denn es wird gelehrt : R. Elie͑zer sagt, auch Blätter und Stengel seien einbegriffen.", "Manche beziehen dies auf den Schlußsatz : Schuldig ist er nur dann, wenn er ein olivengroßes Quantum von den Trauben gegessen hat. Nur von den Trauben, nicht aber vom Weinstocke selbst, somit vertritt unsere Mišna nicht die Ansicht R. Elie͑zers, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagt, auch Blätter und Stengel seien einbegriffen. –", "Worin besteht ihr Streit? – R. Elie͑zer wendet hierbei [die Regel von der] Einschließung und Ausschließung an: 6Num. 3.von Wein und Rauschtrank enthalte er sich, ausschließend, von allem, was aus dem Weinstocke bereitet wird, einschließend,", "und wenn auf eine Ausschließung eine Einschließung folgt, so ist alles eingeschlossen; eingeschlossen ist somit alles7Auch Blätter u. Stengel., und ausgeschlossen sind die Ranken.", "Die Rabbanan aber wenden hierbei [die Regel von der] Generalisierung und Spezialisierung an: von Wein und Rauschtrank enthalte er sich, speziell, von allem, was aus dem Weinstocke bereitet wird, generell, weder Kerne noch Schlaube, wiederum speziell, und wenn auf eine Spezialisierung eine Generalisierung und wiederum eine Spezialisierung folgt, so richte man sich nach dem Speziellen; wie das Spezielle Frucht und Fruchtabfall ist, ebenso alles andere, was Frucht und Fruchtabfall ist.", "Demnach sollte doch, wie das Spezielle eine fertige Frucht ist, nur das [einbegriffen sein], was eine fertige Frucht ist!? Ich will dir sagen, wenn dem so wäre, so hätte ja die Schrift nichts Ungenanntes8Die Generalisierung wäre demnach ganz überflüssig. zurückgelassen ; frische und getrocknete Trauben werden genannt, Wein und Essig werden genannt. Es ist daher nicht nach der anderen Fassung, sondern nach der ersten Fassung auszulegen.", "Wozu heißt es: weder Kerne noch Schlaube, wo wir doch alles einschließen!? Um dir zu sagen, daß überall, wo auf eine Spezialisierung eine Generalisierung folgt, du diese nicht der Spezialisierung anschließen und dich nach dieser richten darfst,", "sondern die Generalisierung eine Hinzufügung zur Spezialisierung ist, es sei denn, daß die Schrift es9Daß nur das, was dem Speziellgenannten gleicht, einbegriffen sei. ausdrücklich hervorhebt, wie sie dies beim Nazir hervorhebt.", "Der Meister sagte : Wie das Speziellgenannte Frucht und Fruchtabfall ist, ebenso alles andere, was Frucht und Fruchtabfall ist. Frucht sind die Trauben, was ist Fruchtabfall? – Essig. –", "Was ist alles andere, was Frucht ist? – Die unreifen Beeren. – Was ist alles andere, was Fruchtabfall ist? R. Kahana erwiderte : Dies schließt die wurmstichigen10Die kursierenden Ausgaben haben דכרין, wohl v. aram. כרי, krank sein, dh. die angefaulten, angenagten; die Varr. דכדום ,דברום dürften wohl Lapsi sein.Trauben ein. Noch Schlaube. Rabina sagte: Dies schließt die dazwischen befindliche [Masse] ein11Woraus die Hefe bereitet wird..", "Der Meister sagte: Demnach sollte doch, wie das Spezielle eine fertige Frucht ist, nur das [einbegriffen sein,] was eine fertige Frucht ist!? Ich will dir sagen, wenn dem so wäre, so hätte ja die Schrift nichts Ungenanntes zurückgelassen; frische und getrocknete Trauben werden genannt, Wein und Essig werden genannt. Es ist daher nicht nach der anderen Fassung, sondern nach der ersten Fassung auszulegen. Wozu heißt es: weder Kerne noch Schlaube, wo wir doch alles einschließen!? Um dir zu sagen, daß überall, wo auf eine Spezialisierung eine Generalisierung folgt, du diese nicht der Spezialisierung anschließen und dich nach dieser richten darfst, sondern die Generalisierung eine Hinzufügung zur Spezialisierung ist, es sei denn, daß die Schrift es ausdrücklich hervorhebt," ], [ "wie sie dies beim Nazir hervorhebt: weder Kerne noch Schlaube Woher entnimmt R. Elea͑zar b. A͑zarja, der aus [den Worten] weder Kerne noch Schlaube folgert, daß er nur dann schuldig sei, wenn er zwei Kerne und eine Schlaube gegessen hat, die Spezialisierung12Daß man sich nach der Spezialisierung richte.? – Er ist der Ansicht R. Elie͑zers, der hierbei [die Regel von der] Ausschließung und Einschließung anwendet.", "Wenn du willst, sage ich : er ist der Ansicht der Rabbanan; wenn man sagen wollte, [die Worte] weder Kerne noch Schlaube deuten nur auf die Lehre des R. Elea͑zar b. A͑zarja, so sollte sie der Allbarmherzige nach der [ersten] Spezialisierung geschrieben haben, da er sie aber nach der Generalisierung geschrieben hat, so ist hieraus zu entnehmen, daß hierbei [die Regel von der] Generalisierung und Spezialisierung anzuwenden sei. –", "Vielleicht deuten sie nur hierauf13Und nicht auf die Lehre RE.s.!? – Demnach sollte es ‘(zwei) Kerne und (zwei) Schlauben’ oder ‘Kern und Schlaube’ heißen, wenn aber der Allbarmherzige weder Kerne noch Schlaube14Ersteres in der Mehrzahl, letzteres in der Einzahl.geschrieben hat, so deutet dies darauf, daß hier [die Regel von der] Generalisierung und Spezialisierung anzuwenden sei, und ferner auch, daß er15Um schuldig zu sein.zwei Kerne und eine Schlaube gegessen haben muß.", "Woher entnimmt R. Elie͑zer, der hierbei [die Regel von der] Ausschließung und Einschließung anwendet, [die Regel von der] Generalisierung, Spezialisierung und Generalisierung12Daß man sich nach der Spezialisierung richte.?", "R. Abahu erwiderte: Er entnimmt diese aus folgendem Schriftverse :16Ex. 22,9.Wenn jemand seinem Nächsten gibt einen Esel, ein Rind oder ein Schaf, speziell, oder sonst ein Vieh, generell, zur Verwahrung, wiederum speziell, und wenn auf eine Spezialisierung eine Generalisierung und wiederum eine Spezialisierung folgt, so richte man sich, nach dem Speziellen17Daß dies nur von Haustieren gilt..", "Raba erwiderte: Er entnimmt dies aus folgendem Schriftverse :18Lev. 1,10.Wenn von, speziell, dem Kleinvieh, generell, Lämmer und Ziegen, wiederum speziell,", "und wenn auf eine Spezialisierung eine Generalisierung und wiederum eine Spezialisierung folgt, so richte man sich nach dem Speziellen19Alles Kleinvieh..", "R. Jehuda aus Disqarta sprach zu Raba: Er kann es ja aus folgendem Schriftverse entnehmen :20Lev. 1,2.Von, speziell21Diese Partikel ist partitiv, nicht alle Tiere., dem Vieh, generell, Rind und Schaf, wiederum speziell, und wenn auf eine Spezialisierung eine Generalisierung und wiederum eine Spezialisierung folgt, so richte man sich nach dem Speziellen22Demnach ist jede Art von Vieh einbegriffen u. nur das Wild ausgeschlossen.!?", "Dieser erwiderte: Hieraus ist dies23Daß das Wild auszuschließen sei.nicht zu entnehmen, denn man kann sagen," ], [ "das Wild sei im Vieh einbegriffen24Cf. Hul. Fol. 71a.. –", "Wieso ist das Wild im Vieh einbegriffen, es heißt ja: Rind und Schaf25Demnach ist auch durch die erste Spezialisierung das Wild ausgeschlossen.!? Dies ist vielmehr eine Spezialisierung, Generalisierung [und Spezialisierung,] wobei man sich nach der Spezialisierung zu richten hat. –", "Woher, daß dem so26Daß man sich nach der Spezialisierung richte.ist? – Es wird gelehrt :", "27Dt. 14,26.Und gib das Geld hin für alles, was du begehrst, generell, Rinder, Schafe, Wein und Rauschtrank, speziell, und alles, wonach du Verlangen hast, wiederum generell,", "und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung und dann wiederum eine Generalisierung folgt, so richte man sich nach dem Speziellen; wie das Spezielle eine Frucht aus Frucht28Animalien u. Vegetabilien, die durch Befruchtung entstehen u. Früchte hervorbringen.ist und seine Nahrung aus dem Boden zieht, ebenso alles andere, was eine Frucht aus Frucht ist und seine Nahrung aus dem Boden zieht. –", "Merke, wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung und dann wiederum eine Generalisierung folgt, so richten wir uns ja nach der Spezialisierung, wozu dient nun die letztere Generalisierung!? – Diese dient zur Hinzufügung dessen, was jener gleicht29Selbst nur in einer Hinsicht, wie zBs. Fische, die sich fortpflanzen, jed. nicht ihre Nahrung vom Boden ziehen.. –", "Ferner, wenn auf eine Spezialisierung eine Generalisierung und dann wiederum eine Spezialisierung folgt, so richten wir uns ja nach der Spezialisierung, wozu dient nun die letztere Spezialisierung!? – Wenn nicht die letztere Spezialisierung, könnte man glauben, die Generalisierung sei eine Hinzufügung zur Spezialisierung. –", "Merke, sowohl bei zwei Generalisierungen und einer Spezialisierung als auch bei zwei Spezialisierungen und einer Generalisierung richten wir uns ja nach der Spezialisierung, welchen Unterschied gibt es nun zwischen ihnen? –", "Es gibt folgenden; bei zwei Generalisierungen und einer Spezialisierung ist auch das einbegriffen, was der Spezialisierung in einer Hinsicht gleicht, bei zwei Spezialisierungen und einer Generalisierung aber ist nur das einbegriffen, was der Spezialisierung in beiden Hinsichten gleicht, nicht aber das, was ihr in einer Hinsicht gleicht. –", "Merke, wenn auf eine Spezialisierung eine Generalisierung folgt, so gilt die Generalisierung als Hinzufügung zur Spezialisierung und alles andere ist einbegriffen, und wenn auf eine Ausschließung eine Einschließung folgt, ist ebenfalls alles andere einbegriffen, welchen Unterschied gibt es nun zwischen [der Regel von der] Ausschließung und Einschließung und [der Regel von der] Spezialisierung und Generalisierung30Beim obigen Streite zwischen RE. u. den Rabbanan.? –", "Es gibt folgenden: nach [der Regel von der] Spezialisierung und Generalisierung sind auch Blätter und Stengel einzuschließen, nach [der Regel von der] Ausschließung und Einschließung31Wonach etwas ausgeschlossen werden muß.sind nur Stengel und nicht Blätter einzuschließen.", "R. Abahu sagte im Namen R. Joḥanans : Bei allen in der Tora verbotenen Dingen32Deren Genuß an sich verboten ist, bezw. an Tagen, an denen das Essen verboten ist.wird das Erlaubte nicht mit dem Verbotenen vereinigt33Zum strafbaren Quantum einer Olive., ausgenommen die dem Nazir verbotenen Dinge, denn die Tora sagt:34Num. 6,3.Auf geweichtes35Was im Weine aufgeweicht wird, wird damit zum strafbaren Quantum vereinigt.." ], [ "Zee͑ri sagt, auch beim Verbote, Sauerteig aufzuräuchern36Auf dem Altar; wird diesem anderer Teig zugesetzt, so wird er zum verbotenen Quantum ergänzt.. – Wohl nach R. Elie͑zer, der [das Wort] allen37Im bezügl. Schriftverse (Lev. 2,11) heißt es: allen Sauerteig, u. dies deutet darauf, daß auch die Beimischung verboten ist; cf. Pes. Fol. 43a.auslegt,", "demnach sollte dies auch vom Gesäuerten38Am Pesaḥfeste; auch hierbei heißt es (Ex. 12,20) alles Gesäuerte.gelten!? – Freilich, dem ist auch so, nur schließt dies die Lehre Abajjes aus; dieser sagt, es gebe eine Aufräucherung bei einem Quantum unter einer Olive, so lehrt er uns, daß es bei einem Quantum unter einer Olive keine Aufräucherung gebe39Deshalb spricht er vom Sauerteige hinsichtl. der Aufräucherung..", "R. Dimi saß und trug diese Lehre vor, da wandte Abajje gegen ihn ein: Wenn der Brei von Hebe und der Knoblauch und das Öl profan sind, und einer, der am selben Tage untergetaucht40Zur rit. Reinigung; völlige Reinheit erlangt er erst nach Sonnenuntergang. 40. Vom Knoblauch u. vom Öl ist nur ein kleines Quantum vorhanden u. es sollte sich im Brei verlieren.ist, einen Teil berührt, so hat er alles untauglich gemacht; wenn aber der Brei profan und der Knoblauch und das Öl von Hebe sind, und einer, der am selben Tage untergetaucht ist, einen Teil berührt, so hat er nur die berührte Stelle untauglich gemacht.", "Und auf unseren Einwand, weshalb denn die berührte Stelle untauglich40Zur rit. Reinigung; völlige Reinheit erlangt er erst nach Sonnenuntergang. 40. Vom Knoblauch u. vom Öl ist nur ein kleines Quantum vorhanden u. es sollte sich im Brei verlieren.sei, erwiderte Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans, aus dem Grunde, weil ein Gemeiner41Dem die Hebefrüchte verboten sind.wegen [des Quantums] einer Olive42Sc. wegen des Essens.Geißelhiebe erhält.", "Doch wohl deshalb," ], [ "weil das Erlaubte mit dem Verbotenen vereinigt43Zum Quantum einer Olive.wird!? Dieser erwiderte: Unter Olive ist zu verstehen, wenn er ein Peras44Wörtl. Durchbrochenes, dh. die Hälfte eines 8 Eier großen Brotes.ißt, und darin eine Olive45Von den verbotenen Bestandteilen.enthalten ist. –", "Ist denn [die Norm vom] Essen eines Peras46Daß die verbotenen Bestandteile vereinigt werden, wenn das strafbare Quantum innerhalb einer Zeit gegessen wird, während welcher man ein Peras aufessen kann.aus der Tora47Da oben gelehrt wird, daß ein Gemeiner dieserhalb Geißelhiebe erhalte.!? Dieser erwiderte: Freilich. – Wieso streiten demnach die Rabbanan gegen R. Elie͑zer über den babylonischen Quarkbrei48In diesem (cf. Pes. Fol. 42a) ist Brot enthalten, dennoch unterliegt er nach ihm nicht dem Verbote des Gesäuerten am Pesaḥfeste ; cf. ib. Fol. 43a.!? –", "Laß vielmehr den babylonischen Quarkbrei, von dem man während der Dauer des Essens eines Peras keine Olive ißt. Wenn man ihn allein schlürft, so ist dies gegenüber dem Brauche aller anderen Menschen bedeutungslos49Er ist sehr scharf u. wird nur als Zukost gegessen., und wenn man ihn [auf Brot] streicht, so ißt man davon während der Dauer des Essens eines Peras keine Olive.", "Er wandte ferner gegen ihn ein: Wenn vor zwei Gewürzmörsern, einer Hebe und einer Profanes enthaltend, zwei Töpfe, einer Hebe und einer Profanes enthaltend, sich befinden und [Gewürze] aus jenen in diese gekommen sind, so sind beide erlaubt, denn man nehme an, das Profane sei in das Profane und die Hebe in die Hebe gekommen.", "Wieso nehme man dies an, wenn du sagst, [die Norm von] einer Olive während der Dauer des Essens eines Peras sei aus der Tora50In diesem Falle sollte berücksichtigt werden, das einem Gemeinen verbotene Gewürz ist vielleicht in den profanen Topf gekommen.!? –", "Wieso nehme man dies an, auch wenn du sagst, das Erlaubte werde mit dem Verbotenen vereinigt51Das Verbotene kann durch das Erlaubte zur Olivengröße ergänzt werden.!? Laß vielmehr die Hebe vom Gewürz, die nur rabbanitisch [zu entrichten] ist.", "Er wandte ferner gegen ihn ein: Wenn vor zwei Körben, einer Hebe und einer Profanes enthaltend, zwei Seá [Früchte] sich befinden, eine Profanes und eine Hebe enthaltend, und jene in diese gekommen sind, so sind beide erlaubt, denn man nehme an, das Profane sei in das Profane und die Hebe in die Hebe gekommen.", "Wieso nehme man dies an, wenn du sagst, eine Olive während der Dauer des Essens eines Peras sei [nach der Tora] verboten!?" ], [ "Allerdings ist nach meiner Erklärung, weil das Erlaubte mit dem Verbotenen vereinigt wird, dies auf den Fall zu beziehen, wenn das Profane mehr52Nur wenn das Verbotene mehr ist, wird es, falls es das Quantum nicht hat, durch das Erlaubte ergänzt.ist, nach deiner Erklärung aber, weil während der Dauer des Essens eines Peras ein olivengroßes Quantum vorhanden ist, ist ja nichts dabei, daß das Profane mehr ist!?", "Dieser erwiderte: Laß die Hebe, die in der Jetztzeit nur rabbanitisch [zu entrichten]53Der Umstand, daß während der Dauer des Essens eines Peras eine Olive vorhanden ist, ist daher hierbei nicht zu berücksichtigen.ist.", "Abajje sprach zu ihm: Woher, daß [das Wort] Aufgeweichtes darauf deutet, daß das Erlaubte mit dem Verbotenen vereinigt werde, vielleicht deutet es darauf, daß der Geschmack der Sache54Wenn von der verbotenen Sache nur der Geschmack zurückbleibt, so ist es dennoch verboten; cf. Hul. Fol. 96b.selbst gleiche!? –", "Abajje erhob zuerst gegen die Lehre R. Dimis55Daß nur beim Nazir das Erlaubte mit dem Verbotenen vereinigt werde.all jene Einwendungen56Er wollte beweisen, daß dies auch bei anderen Dingen der Fall sei., und nachher sagt er, dies deute vielleicht darauf, daß der Geschmack der Sache selbst gleiche57Daß auch beim Nazir das Erlaubte mit dem Verbotenen nicht vereinigt werde. !? –", "Nachdem jener ihm erwidert hatte, sprach er zu ihm: vielleicht deutet es darauf, daß der Geschmack der Sache selbst gleiche.", "Es wird nämlich gelehrt: Aufgeweichtes, dies besagt, daß der Geschmack der Sache selbst gleiche, wenn nämlich [ein Nazir] Trauben in Wasser geweicht und es den Geschmack von Wein hat, so ist er [wegen des Genusses] schuldig. Hiervon kannst du auf alle Verbote der Tora schließen;", "wenn beim Nazir, bei dem das Verbot nicht bleibend ist, sich nicht auf die Nutznießung erstreckt58Ihm ist nur der Genuß des Weines verboten, wohl aber darf er anderen Nutzen davon haben; cf. Er. Fol. 26b.und aufgehoben werden59Durch Auflösung des Gelöbnisses.kann, der Geschmack der Sache gleicht, um wieviel mehr gleicht der Geschmack der Sache [beim Verbote] der Mischsaat60Cf. Lev. 19,19., das ein ewiges ist, sich auch auf die Nutznießung erstreckt und nicht aufgehoben werden kann.", "Und in zwei Hinsichten gilt dies auch vom Ungeweihten61Baumfrüchte der ersten 3 Jahre (cf. Lev. 19,23); das Verbot erstreckt sich auf die Nutznießung u. kann nicht aufgehoben werden, jed. ist es nicht dauernd, da die Früchte im 4. Jahre erlaubt sind..", "Dieser erwiderte: Hier ist die Ansicht der Rabbanan vertreten, während R. Abahu es nach R. A͑qiba62Nach dem das Erlaubte mit dem Verbotenen zum erforderlichen Quantum vereinigt wird.lehrte. – Welche [Lehre] R. A͑qibas [ist hier gemeint]; wollte man sagen, folgende Lehre: R. A͑qiba sagt, selbst wenn [der Nazir] nur sein Brot in Wein eintaucht und eine Olive vereinigt werden kann, sei er schuldig. Vielleicht aber ist es erforderlich, daß [vom Weine allein] eine Olive vorhanden ist!?", "Wolltest du erwidern, dies zu lehren sei nicht nötig, so schließt dies die Ansicht des ersten Autors aus, welcher sagt, nur wenn er ein Viertel[log] Wein getrunken63Sei er schuldig.hat. –", "Vielmehr, es ist [die Lehre] R. A͑qibas in der folgenden Barajtha : R. A͑qiba sagt, wenn ein Nazir sein Brot in Wein eingetaucht und vom Brote und vom Weine zusammen eine Olive gegessen hat, sei er schuldig.", "R. Aḥa, Sohn des R. Ivja, sprach zu R. Aši: Woher folgert R. A͑qiba, der aus [dem Worte] nichts Aufgeweichtes entnimmt, daß das Erlaubte mit dem Verbotenen vereinigt werde, daß der Geschmack der Sache selbst gleiche? – Er folgert dies [vom Verbote] des Fleisches mit Milch; hierbei handelt es sich nur um den Geschmack64Jedes an sich ist erlaubt., und es ist verboten, ebenso auch sonst. –", "Und die Rabbanan!? – [Vom Verbote] des Fleisches mit Milch ist nichts zu folgern, denn dieses ist ein Novum. –", "Wieso ist es ein Novum; wollte man sagen, weil dieses allein und jenes allein erlaubt ist, zusammen aber verboten, so ist dies ja auch bei der66Sie sind nur dann erlaubt, wenn sie im Feuer ausgebrannt werden.Mischsaat der Fall, die eine allein und die andere allein ist erlaubt, zusammen aber verboten!? –", "Vielmehr, läßt man [das Fleisch] den ganzen Tag in Milch weichen, so ist es erlaubt, gekocht aber ist es verboten. –", "Und R. A͑qiba, [das Verbot von] Fleisch mit Milch ist ja ein Novum!? –" ], [ "Vielmehr, er folgert dies von der Reinigung nichtjüdischer [Gefäße], von denen der Allbarmherzige sagt :65Num. 31,23.alles, was in Feuer66Sie sind nur dann erlaubt, wenn sie im Feuer ausgebrannt werden.kommt; hierbei handelt es sich ja nur um den Geschmack, und sie sind verboten, ebenso auch sonst. –", "Sollten die Rabbanan es ebenfalls von der Reinigung nichtjüdischer [Gefäße] folgern!? Dieser erwiderte: Dieses ist ein Novum; in der ganzen Tora ist die verschlechternde Geschmacksübertragung67Wenn eine verbotene Speise auf eine erlaubte einen verschlechternden Geschmack übertragen hat.erlaubt,", "bei der Reinigung nichtjüdischer [Gefäße]68Der Ansatz von benutzten Gefäßen überträgt einen verschlechternden Geschmack.aber verboten.", "Und R. A͑qiba, dies ist ja ein Novum!? R. Hona b. Ḥija erwiderte: Die Tora hat auch einen am selben Tage benutzten Topf verboten, wobei die Geschmacksübertragung nicht verschlechternd wirkt. –", "Und die Rabbanan!? – Auch bei einem am selben Tage benutzten Topfe ist es nicht möglich, daß es nicht etwas verschlechternd wirkt.", "R. Aḥa, Sohn des R. Ivja, sprach zu R. Aši : Von den Rabbanan sollte man auf R. A͑qiba schließen; die Rabbanan sagen, [das Wort] Aufgeweichtes lehre, daß der Geschmack der Sache seihst gleiche, und hiervon69Vom Nazir.wird auf alle übrigen Verbote der Tora geschlossen, ebenso sollte nach R. A͑qiba, der aus [dem Worte] Aufgeweichtes entnimmt, daß das Erlaubte mit dem Verbotenen vereinigt werde, hiervon69Vom Nazir.auf alle übrigen Verbote der Tora geschlossen werden!?", "Dieser erwiderte: Beim Nazir und beim Sündopfer lehren zwei Schriftverse dasselbe, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu folgern70Da die Schrift dies bei 2 Fällen wiederholt, so gilt dies nur von diesen.. – Beim Nazir, wie wir eben gesagt haben, wo beim Sündopfer? –", "Es wird gelehrt:71Lev. 6,20.Alles, was mit dem Fleische in Berührung kommt, ist heilig; man könnte glauben, auch wenn es nichts angezogen72Vom Sündopferfleische.hat, so heißt es: mit dem Fleische, nur wenn es vom Fleische angezogen hat.", "Ist heilig, es gleicht diesem: ist [das Fleisch] untauglich, so wird es ebenfalls untauglich, und ist es tauglich, so muß es nach Vorschrift des Strengeren gegessen73Wenn Heilsopferfleisch mit dem Sündopferfleische in Berührung kommt, so darf es gleich diesem nur einen Tag u. innerhalb des Tempelhofes gegessen werden.werden74Hierbei wird das Erlaubte mit dem Verbotenen vereinigt.. –", "Und die Rabbanan!? – Beide sind nötig. Würde der Allbarmherzige es nur beim Sündopfer geschrieben haben, so könnte man glauben, hiervon sei bezüglich des Nazirs nicht zu folgern, weil nicht von den Opfern auf den Nazir75Bei dem es sich um das Verbot profaner Speisen handelt.zu schließen ist.", "Und würde der Allbarmherzige es nur beim Nazir geschrieben haben, so könnte man glauben, vom Nazir sei nichts76Auf das Sündopfer.zu schließen, weil bei diesem das Verbot streng ist, denn ihm sind sogar Kerne verboten; daher ist von diesem nicht zu folgern. –", "Und R. A͑qiba!? – Er kann dir erwidern: wozu ist beides nötig? Allerdings könnte man, wenn der Allbarmherzige es nur beim Sündopfer geschrieben hätte, es nicht hinsichtlich des Nazirs folgern, weil vom Heiligen nicht auf das Profane zu schließen ist, aber der Allbarmherzige sollte es nur beim Nazir geschrieben haben, und man würde es hinsichtlich des Sündopfers gefolgert haben, denn vom Nazir wird ja auch hinsichtlich aller übrigen Verbote der Tora gefolgert77Hinsichtl. des Geschmackes.. –", "Und die Rabbanan!? – Sie können dir erwidern: beim Sündopfer wird gelehrt, daß das Erlaubte mit dem Verbotenen vereinigt werde, und vom Geheiligten ist nicht hinsichtlich des Profanen zu folgern;", "und [das Wort] Aufgeweichtes lehrt, daß der Geschmack der Sache gleiche, und hiervon ist auf alle Verbote der Tora zu schließen. –", "Und R. A͑qiba!? – Beide lehren, daß das Erlaubte mit dem Verbotenen vereinigt werde, somit sind es zwei Schriftverse, die dasselbe lehren, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu folgern.", "R. Aši sprach zu R. Kahana: Es wird gelehrt: 78Num. 6,4.Von allem, was aus dem Weinstocke bereitet wird, dies lehrt, daß die dem Nazir verbotenen [Genußmittel] miteinander vereinigt werden. Wenn nun nach R. A͑qiba das Erlaubte mit dem Verbotenen vereinigt wird, um wieviel mehr das Verbotene mit dem Verbotenen79Diese Lehre ist ja nach ihm überflüssig.!?", "Dieser erwiderte: Erlaubtes mit Verbotenem nur zusammen80Wenn durch das Erlaubte das Quantum zur Olivengröße ergänzt wird u. er es so in den Mund nimmt., Verbotenes mit Verbotenem auch nacheinander. –", "Wofür verwendet R. Šimo͑n," ], [ "der von der Vereinigung nichts81Nach ihm ist er wegen des kleinsten Quantums schuldig.hält, [die Worte:] von allem, was bereitet wird!? – Er kann dir erwidern: dies deutet darauf, daß er nur dann Nazir sei, wenn er sich alles82Was dem Nazir verboten ist, während er es nach den Rabbanan ist, auch wenn er sich nur eines abgelobt; cf. supra Fol. 3b.abgelobt.", "R. Abahu sagte im Namen R. Elea͑zars : Überall, wo in der Tora ein Viertel[log] als Norm83So ist beispielsweise ein Viertellog Blut von einem Toten gleich diesem verunreinigend.angegeben wird, wird das Erlaubte nicht mit dem Verbotenen vereinigt, ausgenommen ist das Viertel[log] beim Nazir, denn die Tora sagt Aufgeweichtes. – Welchen Unterschied gibt es zwischen R. Joḥanan84Der dasselbe von festen Speisen lehrt, ob. Fol. 35b.und R. Elea͑zar? –", "Folgenden Unterschied gibt es zwischen ihnen : R. Joḥanan begreift auch Speisen ein, nach R. Elea͑zar aber gilt dies nur von Flüssigkeiten85Da die Schrift ausdrücklich von diesen spricht., nicht aber von Speisen.", "R. Elea͑zar sagte: Es gibt zehn Viertelflog]86Zehn Gesetze, bei denen das Quantum eines Viertellog als Norm gilt.. R. Kahana faßte sie zusammen: fünf rote87Bei 5 Gesetzen handelt es sich um rote Flüssigkeiten, Wein u. Blut, bei 5 anderen um weiße, Wasser u. Öl.und fünf weiße. Fünf rote: wenn ein Nazir und der Herrichtende des Pesaḥopfers eine Entscheidung getroffen haben im Tempel und tot88Mnemotechnischer Satz, in dem die Stichworte der 5 Lehren, die weiter besonders aufgezählt werden, zusammengefaßt sind.sind.", "Beim Nazir: das Viertel[log] Wein für den Nazir. Beim Herrichtenden des Pesaḥopfers: R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, daß diese vier Becher89Die am Abend des Pesaḥfestes getrunken werden müssen; cf. Pes. Fol. 99b.ein Viertel[log] fassen müssen. Beim Entscheiden: wer ein Viertel[log] Wein getrunken hat, darf keine Entscheidung treffen. Beim Tempel: wer ein Viertel[log] Wein getrunken und in den Tempel eingetreten ist, hat sich der Todesstrafe schuldig gemacht.", "Tot, es wird gelehrt: Woher, daß ein Viertel[log] Blut von zwei Toten durch Bezeltung90Alles, womit es sich in einem gemeinsamen Raum, ferner alles, worüber es sich u. alles, was sich über ihm zeltartig befindet.verunreinigend ist? Es heißt:91Lev. 21,11.zu den Seelen92Mit Seele wird das Blut bezeichnet (cf. Lev. 17,11), u. dieses Wort wird hier in der Mehrzahl gebraucht.von Toten soll er nicht eintreten.", "Fünf weiße: wenn die Kuchen des Nazirs und des Aussätzigen untauglich geworden sind88Mnemotechnischer Satz, in dem die Stichworte der 5 Lehren, die weiter besonders aufgezählt werden, zusammengefaßt sind.am Šabbath. Kuchen: das Viertel[log] Öl zum Kuchen93Des Speisopfers des Hochpriesters; cf. Men. Fol. 88b.. Nazir: das Viertelflog] Öl94Zu den Fladen seines Speisopfers ; cf. ib. Fol. 78a.für den Nazir. Aussätziger: das Viertel[log] Wasser des Aussätzigen95Bei seiner Reinigung sind 2 Vögel über einem Gefäße mit Wasser zu schlachten (cf. Lev. 14,5), wobei dieses Quantum erforderlich ist.. Untauglich: es wird gelehrt, alle übrigen unreinen Flüssigkeiten machen im Quantum eines Viertel[log] den Körper96Hinsichtlich des Essens von Hebe.untauglich.", "Šabbath, denn es wird gelehrt: Alle übrigen Flüssigkeiten im Quantum eines Viertel[log] und Ausgußwasser im Quantum eines Viertel[log]97Das Tragen eines solchen Quantums am Šabbath aus einem Gebiete nach einem anderen ist strafbar; cf. Sab. Fol. 76b.. –", "Gibt es denn weiter keine mehr, es gibt ja noch folgendes: Ein Viertel[log] Wasser reicht zum Händewaschen98Vor der Mahlzeit; cf. Hul. Fol. 105a.für einen, nicht aber für zwei – so R. Meír; R. Jose sagt, für einen und auch für zwei. – Dinge, worüber ein Streit besteht, nennt er nicht. –", "Es gibt ja noch folgendes: Er holte99Beim Trinkenlassen der Ehebruchsverdächtigten; cf. Num. 5,17ff.eine Schale aus Ton und tat darin ein halbes Log Wasser aus dem Waschbecken; R. Jehuda sagt, ein Viertel[log]. – Dinge, worüber ein Streit besteht, nennt er nicht. –", "Es gibt ja noch folgendes: wieviel Wasser tue man100In ein Uringefäß, um daneben das Gebet verrichten zu dürfen.hinein? – Etwas; R. Zakkaj sagt, ein Viertel[log]. – Dinge, worüber ein Streit besteht, nennt er nicht. – Es gibt ja noch das Tauchbad101Um ganz kleine Gegenstände zur rituellen Reinigung unterzutauchen, genügt ein Viertellog Wasser; cf. Pes. Fol. 17b.?! – Mit Ausnahme von diesem, da die Rabbanan es aufgehoben haben102Sie bestimmten, daß auch für die kleinsten Dinge ein Tauchbad von 40 Seá Wasser erforderlich ist.." ], [ "SCHULDIG IST ER NUR DANN, WENN ER EIN OLIVENGROSSES QUANTUM VON DEN TRAUBEN GEGESSEN HAT &C. Der erste Autor vergleicht nicht die dem Nazir [zu essen] verbotenen Dinge mit den zu trinken [verbotenen]103Für das Eßbare ist das Quantum einer Olive u. für den Wein das eines Viertellog festgesetzt.. R. A͑qiba aber sagt, da es heißt :104Num. 6,3.frische und getrocknete Trauben soll er nicht essen, so ist, wie beim Essen eine Olive [strafbar ist,] auch hierbei eine Olive [strafbar].", "ER IST SCHULDIG WEGEN DES WEINES ALLEIN &C. Die Rabbanan lehrten: Frische und getrocknete Trauben soll er nicht essen; er ist schuldig wegen des einen allein und wegen des anderen allein. Hiervon ist auf alle anderen in der Tora [dem Nazir] verbotenen Dinge zu folgern : wie es hierbei eine Art und zwei verschiedene Namen105Frische u. getrocknete Trauben gehören zur selben Art, haben aber getrennte Namen.sind, und er wegen des einen allein und wegen des anderen allein schuldig ist, ebenso ist er bei allem anderen, wo es eine Art und zwei verschiedene Namen sind, wegen des einen allein und wegen des anderen allein schuldig.", "Dies schließt neuen Wein und Trauben ein106Wenn er beides genossen hat, so ist er 2 mal schuldig, obgleich neuer Wein den Geschmack von frischen Trauben hat..", "Raba107Die kursierenden Ausgaben haben hier אביי statt רבא und weiter רבא statt אביי ; diese Lesart ist, obgleich sie von den allen Kommentaren bestätigt wird (cf. Tosaphoth zu Pes. 41b sv. אמר) entschieden falsch. Die Lesart unseres Textes stimmt nicht nur mit der Parallelstelle Pes. 41b überein, sondern deckt sich auch mit den von beiden vertretenen Ansichten an allen anderen Stellen des T.s; cf. Bm. 115b Men. 58b u. Tem. 7b.sagte : Hat er Kerne gegessen, so erhält er zweimal108Einmal wegen des Verbotes, Kerne zu essen, u. einmal wegen des Verbotes, Produkte des Weinstockes zu essen.Geißelhiebe; hat er Schlauben gegessen, so erhält er zweimal Geißelhiebe; hat er Kerne und Schlauben gegessen, so erhält er dreimal Geißelhiebe. Abajje sagte, er erhalte nur einmal Geißelhiebe, denn man erhält keine Geißelhiebe wegen des allgemein109Das Verbot der Produkte des Weinstockes ist allgemein gehalten u. die besonders genannten Dinge sind einbegriffen.Verbotenen.", "R. Papa wandte ein : R. Elie͑zer sagte: Wenn ein Nazir den ganzen Tag Wein getrunken hat, so erhält er nur einmal Geißelhiebe; wenn man ihm aber wiederholt gesagt hat, daß er nicht trinke, und er getrunken hat, so ist er wegen jedes Males besonders schuldig. Wenn er frische und getrocknete Trauben, Kerne und Schlauben gegessen und eine Rebe Trauben ausgepreßt und getrunken hat, so erhält er fünfmal Geißelhiebe. Demnach sollte er sechsmal Geißelhiebe erhalten, einmal auch wegen :110Num. 6,4.von allem, was bereitet wird!? –", "Manches lehrt er und manches läßt er fort. – Was läßt er noch außerdem fort? – Er läßt fort [das Verbot :]111Num. 30,3.er soll sein Wort nicht entweihen. –", "Wenn nur dies, so ist es keine Fortlassung, denn er lehrt nur das, was sich nicht auf andere Dinge bezieht, während das Verbot, sein Wort zu entweihen, sich auch auf Gelübde bezieht.", "Rabina aus Parziqa sprach zu R. Aši: Er läßt ja die sich dazwischen befindliche Masse112Woraus die Hefe bereitet wird.fort!? Vielmehr, erwiderte R. Papa, [die Zahl] fünf wird in dieser" ], [ "Lehre nicht genannt113Es heißt nur, daß er wegen aller schuldig sei, auch wegen des hier genannten Verbotes.. – Er114RP., der hier erklärt, die Zahl fünf wurde in der angezogenen Lehre nicht genannt.selbst erhob ja mit Bezug auf [die Zahl] fünf den Einwand, und wenn [die Zahl] fünf nicht genannt wird, wieso erhob er den Einwand!? R.Papa erwiderte: Ich glaubte, er habe darüber keine Überlieferung115Sondern weil ihm diese Ansicht einleuchtet.und werde davon116Wenn ich ihm sage, daß es in jener Lehre ausdrücklich ‘fünf’ heiße; in Wirklichkeit aber wird die Zahl fünf nicht genannt.zurücktreten, wußte aber nicht, daß er es nach einer Überlieferung [lehrte], und er trat davon nicht zurück.", "R. ELEA͑ZAR B.ZARJA SAGT &C. R. Joseph sagte: Nach wessen Ansicht übersetzen wir: mipurçanin vea͑d i͑çurin117Aramäische Übersetzung der W.e מחרצנים ועד זג ; cf. Onkelos zu Num. 6,4.? – Nach der des R.Jose.", "iii,1 DAS UNBESTIMMTE NAZIRAT DAUERT DREISSIG TAGE. HAT ER SICH GESCHOREN ODER HABEN GEWALTTÄTER IHN GESCHOREN, SO SIND DREISSIG TAGE HINFÄLLIG. WENN EIN NAZIR SICH GESCHOREN, EINERLEI OB MIT EINER SCHERE ODER EINEM SCHERMESSER, ODER [DAS HAAR] ETWAS GEZWICKT HAT, SO IST ER SCHULDIG.", "GEMARA. Sie fragten: Wächst das Haar unten oder oben118Dh. an der Wurzel oder an der Spitze.? – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Wenn Gewalttäter einen Nazir geschoren und [vom Haar] soviel zurückgelassen haben, daß man die Spitze zur Wurzel biegen kann.", "Wenn du sagst, es wachse unten nach, so haben sie das durch das Nazirat [geweihte]119Was nachwächst, ist ganz anderes Haar, somit muß er das Nazirat wiederum absolvieren.entfernt, und wenn du sagst, es wachse oben nach, so ist das, was geweiht worden ist, vorhanden120Da soviel zurückgeblieben ist, daß es sich umbiegen läßt.. –", "Komm und sieh dies hieraus. Die lebende Niß befindet sich an der Wurzel des Haares, und wenn man sagen wollte, es wachse unten, so müßte sie sich ja an der Spitze des Haares121Da sie am Haare haftet.befinden. – Tatsächlich wächst es unten, die Niß aber dringt durch das ihr innewohnende Leben stets nach unten. –", "Komm und sieh. Die tote Niß befindet sich an der Spitze des Haares, und wenn man sagen wollte, es wachse oben, so müßte sie sich ja an der Wurzel des Haares befinden. – Diese wird, da ihr keine Kraft innewohnt, [nach außen] gestoßen. –", "Komm und sieh dies am Haarschopfe der Nichtjuden; wenn sie ihn geflochten haben, wird er unten122An der Kopfhaut, demnach wächst das Haar an der Wurzel nach.lose. – Dieser wird, da er straff ist, durch den Druck beim Liegen gelockert123Beim Hin- u. Herbiegen des Zopfes wird die Wurzelseite gelockert.. –", "Komm und sieh dies am roten124Womit bei der Entrichtung des Viehzehnten das 10. Schaf gezeichnet wird; cf. Lev. 27,32.Streifen, wobei das Haar unten125An den Wurzeln, während die Enden durch die Farbe zusammengeklebt bleiben.lose wird. Ferner werden auch, wenn Greise den Bart färben, die Haarwurzeln weiß." ], [ "Schließe hieraus, daß es unten wächst. Schließe hieraus. –", "Es wird gelehrt: Wenn Gewalttäter einen Nazir geschoren und [vom Haar] soviel zurückgelassen haben, daß man die Spitze zur Wurzel biegen kann, so ist [das Nazirat] nicht hinfällig. Wenn man nun sagen wollte, es wachse von unten, so sollte es doch hinfällig sein!? – Wenn sie ihn nach Ablauf126Der 30 Tage.geschoren haben, und zwar ist hier die Ansicht R. Elie͑zers vertreten, welcher sagt, daß, wenn es127Die Verunreinigung.nach Ablauf erfolgt, sieben [Tage] hinfällig seien128Damit das Haar nachwachse; in einem solchen Falle ist dies nicht nötig.. –", "Was ist der Grund R. Elie͑zers? – Er folgert vom Scheren wegen Verunreinigung auf das Scheren in Reinheit; wie das Scheren wegen Verunreinigung nach sieben Tagen129Cf. Num. 6,9.erfolgt, ebenso erfolge das Scheren in Reinheit nach sieben Tagen,", "und es ist den Gelehrten bekannt, daß in sieben Tagen das Haar soweit wächst, um die Spitze zur Wurzel biegen zu können.", "WENN EIN NAZIR SICH GESCHOREN, EINERLEI OB MIT EINEM SCHERMESSER ODER EINER SCHERE, ODER [DAS HAAR] ETWAS GEZWICKT HAT, SO IST ER SCHULDIG. Die Rabbanan lehrten :130Num. 6,5. Schermesser, ich weiß dies nur von einem Schermesser, woher dies von dem Falle, wenn er sich [Haare] ausreißt, rupft oder zwickt? Es heißt :130Num. 6,5.heilig soll er sein, sein Haupthaar hinwachsen lassen – so R. Jošija.", "R. Jonathan erklärte: Schermesser, dies gilt nur von einem Schermesser, wenn er sich aber [Haare] rupft, ausreißt oder zwickt, so ist er frei. – Es heißt ja aber: heilig soll er sein!? – Dies besagt, daß er, wenn er sich mit einem Schermesser geschoren hat, ein Gebot und Verbot übertreten habe.", "Ein Anderes lehrt: Schermesser, ich weiß dies nur von einem Schermesser, woher dies von dem Falle, wenn er sich [Haare] ausreißt, rupft oder zwickt? – es heißt:130Num. 6,5.soll nicht über sein Haupt gehen. Weshalb heißt es nun, wo wir schließlich alles einbegreifen: ein Schermesser soll nicht über sein Haupt gehen!? –", "Wir würden sonst nicht gewußt haben, daß das Scheren bei Beendigung131Des Nazirates; in der Schrift (Num. 6,18) heißt es nur, daß er sich das Haar scheren müsse.mit einem Schermesser zu erfolgen habe, denn vom Scheren des Aussätzigen132Cf. Lev. 14,9; bei diesem muß es mit einem Schermesser erfolgen.ist dies nicht zu entnehmen," ], [ "da nicht vom Schwereren auf das Leichtere erschwerend133Daß dies durchaus mit einem Schermesser zu erfolgen habe.zu folgern ist.", "Rabbi sagt, dies sei nicht nötig; es heißt: ein Schermesser soll nicht über sein Haupt gehen bis zum Vollwerden, und damit sagt die Tora, daß nach dem Vollwerden das Scheren nur mit einem Schermesser zu erfolgen habe. –", "Es heißt ja auch: ein Schermesser soll nicht über sein Haupt gehen134Wieso ist er demnach nach dem 1. Autor wegen andersartiger Enthaarung schuldig.!? –", "Dies lehrt, daß er dadurch135Wenn er es mit einem Schermesser tut.zwei Verbote begehe.", "R. Ḥisda sagte: Geißelung136Wegen des Scherens während des Nazirates.erfolgt wegen eines [Haares], abhängig ist es137Wenn beim Scheren bei Beendigung des Nazirates 2 Haare zurückbleiben, so ist das Scheren ungültig.von zwei, hinfällig ist es138Das zurückgelegte Nazirat durch das verbotene Scheren.beim größeren Teile des Kopfes, wenn es mit einem Schermesser erfolgt ist. –", "Nur mit einem Schermesser, nicht aber mit etwas anderem, und [dem widersprechend] lehrt er : Woher, daß alles einbegriffen ist, was [das Haar] entfernt!?– Lies vielmehr: wie139Wenn das Haar bis zur Wurzel entfernt wird.mit einem Schermesser.", "Ebenso wird auch gelehrt : Wenn ein Nazir etwas [vom Haare] ausgerissen, gerupft oder gezwickt hat, [so ist er schuldig140So rieht, nach manchen Texten.,] hinfällig ist es nur, wenn es am größeren Teile des Kopfes mit einem Schermesser erfolgt ist. R. Šimo͑n b. Jehuda sagte im Namen R. Šimo͑ns : Wie [das Scheren] von zwei Haaren abhängig137Wenn beim Scheren bei Beendigung des Nazirates 2 Haare zurückbleiben, so ist das Scheren ungültig.ist, ebenso ist [das Nazirat] bei zwei Haaren hinfällig.", "Dort haben wir gelernt: Drei müssen sich scheren, und ihre Schur ist Gebot: der Nazir, der Aussätzige und die Leviten. Diese alle haben, wenn sie sich nicht mit einem Schermesser geschoren oder zwei Haare zurückgelassen haben, nichts getan141Das Scheren ist dann ungültig..", "Der Meister sagte: Drei müssen sich scheren und ihre Schur ist Gebot. Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, da dies wegen der Entfernung des Haares erfolgt, sei auch das Bestreichen mit einem Enthaarungsmittel zulässig, so lehrt er uns, daß dem nicht so sei. –", "Er lehrt : wenn sie sich nicht mit einem Schermesser geschoren. Einleuchtend ist dies vom Nazir, denn es heißt: ein Schermesser soll nicht über sein Haupt gehen, ebenso heißt es auch von den Leviten :142Num. 8,7.sie sollen ein Schermesser über ihren ganzen Leib gehen lassen, woher aber, daß es beim Aussätzigen mit einem Schermesser erfolgen muß?", "Wolltest du sagen, dies sei von den Leviten zu entnehmen, wie bei den Leviten, die des Scherens benötigen, das Scheren nur mit einem Schermesser erfolgen muß, ebenso muß beim Aussätzigen, der des Scherens benötigt, das Scheren nur mit einem Schermesser erfolgen, so ist zu erwidern : wohl gilt dies von den Leviten, die auch des Schwingens des Körpers143Cf. Num. 8,11.benötigen, was aber beim Aussätzigen nicht der Fall ist.", "Wollte man es vom Nazir entnehmen, [so ist zu erwidern :] wohl gilt dies vom Nazir, dessen Opfer der Brote144Cf. ib. 6,15benötigt, was beim Aussätzigen nicht der Fall ist. – Vielmehr, wenn dies von einem nicht zu entnehmen ist, so entnehme man es von beiden.", "Wenn man es von den Leviten entnimmt und erwidert: wohl gilt dies von den Leviten, die des Schwingens des Körpers benötigen, so beweist der Nazir [das Entgegengesetzte] ; [erwidert man :] wohl gilt dies vom Nazir, dessen Opfer der Brote benötigt, so beweisen die Leviten [das Entgegengesetzte].", "Die Replikation wiederholt sich nun : die Eigenheit des einen gleicht nicht der Eigenheit des anderen und die Eigenheit des anderen gleicht nicht der Eigenheit des einen ; das Gemeinsame bei ihnen ist, daß sie des Scherens benötigen, und das Scheren muß mit einem Schermesser erfolgen, somit muß auch heim Aussätzigen, der des Scherens benötigt, das Scheren mit einem Schermesser erfolgen.", "Raba aus Barniš sprach zu R. Aši : Es ist ja zu erwidern: das Gemeinsame bei ihnen ist," ], [ "daß es für sie keine Armenopfer gibt, während es für den Aussätzigen ein Armenopfer145Wenn er unbemittelt ist, braucht er nur 2 Vögel als Opfer darzubringen, u. da es bei diesem diesbezüglich weniger streng ist, so ist dies auch hinsichtl. des Schermessers der Fall.gibt!?", "Raba b. Mešaršeja sprach zu Raba: Der Autor sagte zuerst, daß dies146Daß beim Nazir das Scheren nur mit einem Schermesser erfolgen müsse.vom Aussätzigen nicht zu folgern sei, weil man nicht vom Schwereren auf das Leichtere erschwerend folgern könne, nachher aber sagt er, daß es147Hinsichtl. des Aussätzigen selbst.durch einen Schluß gefolgert werden sollte, und auch durch einen Schluß ist es nicht148Wegen des obigen Einwandes R.s.zu folgern!?", "Dieser erwiderte: Das eine149Daß dies hinsichtl. des Nazirs vom Aussätzigen zu folgern wäre, wonach dies bezügl. des Aussätzigen entschieden ist.nach den Rabbanan und das andere nach R. Elie͑zer. Wir haben nämlich gelernt: Man ist150Wegen des Rasierens des Bartes; cf. Lev. 19,27.nur dann schuldig, wenn man ihn mit einem Schermesser abgenommen hat. R. Elie͑zer sagt, man sei schuldig, auch wenn man ihn mit einer Zange oder einer Feile abgenommen hat.", "Was ist der Grund der Rabbanan? Es wird gelehrt :151Lev. 14,9.Seinen Bart, was lehrt152Im selben Schriftverse heißt es, daß er sein ganzes Haar scheren müsse, u. auch der Bart ist einbegriffen.dies? Da es heißt :153Lev. 21,5.Den Rand ihres Bartes sollen sie nicht abscheren, so könnte man glauben, dies gelte auch vom Aussätzigen, so heißt es: seinen Bart. –", "Woher, daß mit einem Schermesser? – Es wird gelehrt :154Ib. 19,27.Den Rand ihres Bartes sollen sie nicht abscheren; man könnte glauben, er sei schuldig, auch wenn er ihn mit einer Schere abgenommen hat, so heißt es: 154Ib. 19,27.nicht zerstören.", "Man könnte glauben, er sei schuldig, auch wenn er ihn mit einer Zange oder einer Feile abgenommen hat, so heißt es: den Rand ihres Bartes sollen sie nicht abscheren. Wie ist dies zu erklären? Ein Scheren, wobei eine Zerstörung erfolgt, mit einem Schermesser155Damit hat dies beim Aussätzigen zu erfolgen.. –", "Wieso dies, vielleicht übt er das Gebot aus, auch wenn er [den Bart] mit einer Zange oder einer Feile abnimmt, nur lehrt uns [die Schrift] folgendes: er ist nicht schuldig, wenn er es mit einem Schermesser156Obgleich dies sonst verboten ist.tut !? –", "Ich will dir sagen, wenn man sagen wollte, es sei auch mit einer Zange oder einer Feile zulässig, so sollte die Schrift darüber schweigen157Den Bart nicht besonders genannt haben.und man würde gefolgert haben: wenn ein Nazir, der dadurch ein Verbot begeht, schuldig158Wenn er sich mit irgend einem Instrumente, ganz ohne Unterschied, das Haar schneidet; ob. Fol. 39b.ist, um wieviel mehr gilt dies159Daß es mit jedem Instrumente erfolgen darf, auch mit einem Schermesser. Die überflüssige Nennung des Bartes besagt somit, daß es mit einem Schermesser erfolgen muß.hierbei, wo ein Gebot ausgeübt wird." ], [ "Ferner sollte, wenn man sagen wollte, das Gebot werde mit einer Zange oder einer Feile ausgeübt, hierbei, da das Schermesser nicht genannt wird, die Lehre des Reš Laqiš zur Anwendung kommen!? Dieser sagte nämlich:", "Überall, wo du ein Gebot mit einem Verbote [zusammenstoßen] findest, ist es, wenn du beide aufrecht erhalten kannst, recht, wenn aber nicht, so komme das Gebot und verdränge das Verbot160Demnach dürfte das Bartscheren des Nazirs mit einem Schermesser nicht erfolgen, da dies nicht vorgeschrieben ist u. gegen das bestehende Verbot verstößt.. –", "Was ist der Grund R. Elie͑zers161Dh. woher entnimmt er, daß es beim Aussätzigen mit einem Schermesser erfolgen müsse; aus dem W.e ‘Bart’ im bezüglichen Schriftverse kann er es nicht folgern, da nach ihm das Bartscheren mit jedem Instrumente strafbar ist u. entsprechend beim Nazir mit jedem Instrumente erlaubt sein müßte.? – Er folgert dies [aus dem Worte]151Lev. 14,9. Haupt. Es wird nämlich gelehrt: Sein Haupt, was lehrt dies? Da es beim Nazir heißt :162Num. 6,5.ein Schermesser soll nicht über sein Haupt gehen, so könnte man glauben, dies gelte auch von einem aussätzigen Nazir, so heißt es : sein Haupt. –", "Wieso dies, vielleicht übt er das Gebot aus, auch wenn er [das Haar] mit einer Zange oder einer Feile abnimmt, und wenn du einwendest, demnach braucht ja nicht163Durch das W. ‘Haupt’.das Schermesser angedeutet zu werden, so besagt dies, daß es auch mit einem Schermesser erfolgen dürfe!? Man könnte nämlich glauben, da der Nazir schuldig ist, wenn er es mit einem Schermesser tut, sei auch der Aussätzige164Wenn er Nazir ist.schuldig, so lehrt er uns, daß dem nicht so sei. –", "Wenn man sagen wollte, das Gebot werde mit einer Zange oder einer Feile ausgeübt, so sollte hierbei, da das Schermesser nicht genannt wird, die Lehre des Reš Laqiš zur Anwendung kommen165Cf. Anm. 160 mut. mut.. –", "Wofür verwenden die Rabbanan [das Wort] Haupt? – Das Verbot des Rundscherens zu verdrängen. Es wird nämlich gelehrt :166Lev. 19,27.Ihr sollt den Rand eures Haupthaares nicht rundscheren; man könnte glauben, dies gelte auch vom Aussätzigen, so heißt es: sein Haupt. –", "Wozu heißt es sein Haupt, dies geht ja hervor aus [dem Worte] seinen Bart!? Es wird nämlich gelehrt: Seinen Bari; was lehrt dies? Da es heißt den Rand ihres Bartes sollen sie nicht abscheren, so könnte man glauben, dies gelte auch vom Aussätzigen, so heißt es seinen Bart.", "Wozu heißt es nun sein Haupt und seinen Bart167Wenn durch das für ihn bestehende Gebot das eine Verbot verdrängt wird, so gilt dies auch vom anderen.!? – Beides ist nötig. Würde der Allbarmherzige nur seinen Bart und nicht sein Haupt geschrieben haben, so könnte man glauben, das Rundscheren des ganzen Hauptes gelte nicht168Das Rundscheren sei nur dann verboten, wenn das Haar in der Mitte des Kopfes zurückbleibt.als Rundscheren, daher schrieb der Allbarmherzige auch sein Haupt." ], [ "Und würde er nur sein Haupt und nicht seinen Bart geschrieben haben, so könnte man zwar beides entnehmen, daß das Gebot ein Verbot verdränge, und daß das Rundscheren des ganzen Hauptes als Rundscheren gelte, man würde aber nicht gewußt haben, daß es mit einem Schermesser erfolgen müsse, daher schrieb der Allbarmherzige seinen Bart. –", "Woher entnimmt R. Elie͑zer, daß das Gebot ein Verbot verdränge? – Er entnimmt dies von den Çiçithfaden. Es wird nämlich gelehrt: 169Dt. 22,11.Du kein Mischgewebe tragen." ], [ "Çiçithfaden aber darfst du dir aus solchem machen170Cf. Men. Fol. 39b..", "Der Meister sagte: Diese alle haben, wenn sie sich nicht mit einem Schermesser geschoren oder zwei Haare zurückgelassen haben, nichts getan. R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, sagte: Dies besagt, daß [die Norm], die größere Hälfte gelte als Ganzes, aus der Tora sei. –", "Wieso? – Der Allbarmherzige hebt beim Nazir hervor:171Num. 6,9.am siebenten Tage soll er ihn scheren, demnach muß es nur hierbei vollständig erfolgen, in anderen Fällen aber gleicht der größere Teil dem Ganzen.", "R. Jose b. R. Ḥanina wandte ein: Dies172Der Ausdruck ‘soll er ihn scheren’, den ganzen Kopf.steht ja beim unreinen Nazir geschrieben!? Im Westen lachten sie darüber: merke, daß es beim unreinen Nazir mit einem Schermesser erfolgen müsse, wird ja vom reinen Nazir gefolgert, somit ist auch hinsichtlich des reinen Nazirs vom unreinen zu folgern: wie der unreine Nazir, wenn er zwei Haare zurückgelassen hat, nichts getan hat, ebenso hat auch jener, wenn er zwei Haare zurückgelassen hat, nichts getan.", "Abajje fragte: Wie ist es, wenn ein Nazir sich das Haar geschoren und zwei Haare zurückgelassen, und nachdem sein Kopf [haar] gewachsen ist, er auch diese geschoren hat: gelten sie als Hindernis oder nicht?", "Raba fragte: Wie ist es, wenn ein Nazir sich das Haar geschoren und zwei Haare zurückgelassen hat, und er darauf eines geschoren hat und das andere von selbst ausgefallen ist? R. Aḥa aus Diphte sprach zu Rabina: Raba ist demnach der Fall fraglich, wenn er das Haar einzeln geschoren173Das Scheren ist ja selbstverständlich gültig, da er nur 1 Haar zurückgelassen hat u. das Ausfallen desselben kein Hindernis sein kann.hat !? –", "Lies vielmehr: und eines von selbst ausgefallen ist und er das andere geschoren174Die Möglichkeit, die 2 zurückgebliebenen Haare nachträglich zu scheren, ist nicht mehr vorhanden.hat. Dieser erwiderte: Hierbei gibt es kein Scheren und hierbei gibt es keine [zwei] Haare. – Wenn es hierbei keine [zwei] Haare gibt, so ist ja das Scheren wohl erfolgt!? – Er meint es wie folgt: obgleich keine [zwei] Haare vorhanden sind, so ist das Gebot des Scherens dennoch nicht erfolgt.", "iii,2 DER NAZIR DARF [DAS HAAR] REIBEN175Mit reinigenden Substanzen.UND SCHLICHTEN, NICHT ABER KÄMMEN.", "GEMARA. Der Nazir darf [das Haar] reiben und schlichten, nach R. Šimo͑n, welcher sagt, die unbeabsichtigte [verbotene] Handlung sei176Wenn sie nicht bezweckt wird; in diesem Falle! wird die beim Reiben erfolgende Entfernung einzelner Haare nicht bezweckt.erlaubt; nicht aber kämmen, nach den Rabbanan;", "der Anfangsatz nach R. Šimo͑n und der Schlußsatz nach den Rabbanan!? Raba erwiderte: Die ganze Lehre ist nach R. Šimo͑n, denn beim Kämmen wird die Entfernung der losen Haare beabsichtigt.", "iii,3 R. JIŠMA͑ÉL SAGT, ER DÜRFE SICH [DEN KOPF] NICHT MIT TON REIBEN, WEIL DIES DAS HAAR AUSFALLEN MACHT.", "GEMARA. Sie fragten: Heißt es: weil dies das Haar ausfallen macht, oder: wegen des ausfallen machenden? – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? –", "Hinsichtlich des [das Haar] nicht ausfallen machenden Tones; wenn du sagst: weil dies ausfallen macht, so ist es mit diesem, da man weiß, daß er [das Haar] nicht ausfallen macht, erlaubt, wenn du aber sagst, wegen des ausfallen machenden, so ist es mit keinem erlaubt177Nach diesem Wortlaute ist es mit jedem Tone verboten, weil es manche gibt, die das Haar ausfallen machen..", "iv WENN EIN NAZIR DEN GANZEN TAG WEIN GETRUNKEN HAT, SO IST ER NUR EINMAL SCHULDIG; WENN MAN IHM ABER WIEDERHOLT GESAGT HAT, DASS ER NICHT TRINKE, UND ER TROTZDEM GETRUNKEN HAT, SO IST ER WEGEN JEDES MALES SCHULDIG. WENN ER SICH DEN GANZEN TAG GESCHOREN HAT, SO IST ER NUR EINMAL SCHULDIG ; WENN MAN IHM ABER WIEDERHOLT GESAGT HAT, DASS ER SICH NICHT SCHERE, UND ER SICH TROTZDEM GESCHOREN HAT, SO IST ER WEGEN JEDES MALES SCHULDIG. WENN ER SICH DEN GANZEN TAG AN TOTEN VERUNREINIGT HAT, SO IST ER NUR EINMAL SCHULDIG; WENN MAN IHM ABER WIEDERHOLT GESAGT HAT, DASS ER SICH NICHT VERUNREINIGE, UND ER SICH TROTZDEM VERUNREINIGT HAT, SO IST ER WEGEN JEDES MALES SCHULDIG." ], [ "GEMARA. Es wurde gelehrt: Rabba sagte im Namen R. Honas: Die Schrift sagt ausdrücklich :178Num. 6,7.verunreinige er sich nicht, und wenn es noch außerdem heißt :179Ib. V. 6.komme er nicht, so ist ihm die Verunreinigung und außerdem das Eintreten180In einen Raum, in dem ein Toter sich befindet; er ist wegen des Eintretens schuldig, obgleich er bereits unrein ist.verboten worden, nicht aber die Verunreinigung während der181Wenn er während der Verunreinigung durch Berührung einer Leiche eine 2. Leiche berührt, so ist er nur einmal schuldig.Unreinheit.", "R. Joseph sagte: Bei Gott, R. Hona sagte, auch die Verunreinigung während der Unreinheit. R. Hona sagte nämlich: Wenn ein Nazir sich auf einem Begräbnisplatze befindet und man ihm seinen Toten oder einen fremden Toten hinreicht imd er diesen berührt, so ist er schuldig. Weshalb denn, er ist ja ohnehin unrein!? Vielmehr sagte es R. Hona auch von der Verunreinigung während der Unreinheit.", "Abajje wandte gegen ihn ein: Man könnte glauben, daß, wenn ein Priester182Der Hochpriester, von dem der folgende Schriftvers spricht; dies gilt auch von einem gemeinen Priester u. einem Nazir, die diesem hinsichtl. der Verunreinigung gleichen.einen Toten auf der Schulter trägt und man ihm seinen Toten oder einen fremden Toten hinreicht und er diesen berührt, er schuldig sei, so heißt es:183Lev. 21,12.er entweihe nicht, nur wenn er noch nicht entweiht ist, ausgenommen dieser, der bereits entweiht ist!?", "Dieser erwiderte: Du kannst dagegen aus einer Mišna einwenden, denn wir haben gelernt: Wenn er sich den ganzen Tag an Toten verunreinigt hat, so ist er nur einmal schuldig; wenn man ihm aber wiederholt gesagt hat, daß er sich nicht verunreinige, so ist er wegen jedes Males schuldig. Weshalb denn, er ist ja bereits unrein!? –", "[Die Lehren] widersprechen ja einander!? – Dies ist kein Widerspruch; das eine, wenn eine Verbindung184Der beiden Verunreinigungen, dh. wenn er, während er noch die eine Leiche auf der Schulter hat, die andere berührt.besteht, das andere, wenn keine Verbindung185Wenn die Berührungen hinter einander erfolgt sind.besteht. –", "Ist denn die Verbindung bei der Unreinheit186Daß mehrere Unreinheiten durch die Verbindung als eine gelten.aus der Tora, R. Jiçḥaq b. Joseph sagte ja im Namen R. Jannajs, eine Verbindung der Unreinheit gebe es nur bei der Hebe und den Opfern, nicht aber beim Nazir und dem Herrichtenden187Wenn jemand beispielsweise nicht die Leiche selbst berührt, sondern einen der sie hält; er ist dann hinsichtlich des Essens von Hebe od. Opferfleisch unrein, jedoch macht eine solche Verunreinigung das Nazirat nicht hinfällig, auch hindert sie nicht die Herrichtung des Pesaḥopfers.des Pesaḥopfers. Welchen Unterschied gibt es nun hierbei, wenn du sagst, dies sei aus der Tora188Er sollte dann in jeder Hinsicht unrein sein.!? –", "Dies gilt von der Verbindung des Menschen mit einem Menschen, jenes aber von der Verbindung des Menschen mit der Leiche189In jenem Falle handelt es sich nicht um die Übertragung der Unreinheit durch Verbindung, sondern wenn die betreffende Person beide Leichen tatsächlich berührt u. dadurch die Verunreinigungen verbindet; eine solche Verbindung gilt auch nach der Tora.. –", "Von der Verunreinigung während der Unreinheit gilt dies190Daß er wegen jeder besonders schuldig sei.wohl deshalb nicht, weil er bereits unrein ist,", "und auch beim Eintreten180In einen Raum, in dem ein Toter sich befindet; er ist wegen des Eintretens schuldig, obgleich er bereits unrein ist.während der Unreinheit ist er ja bereits unrein!? R.Joḥanan erwiderte: Das eine in einem Raume,", "das andere auf dem Felde191Wenn er rein in einen Raum eintritt, in dem eine Leiche sich befindet, so erfolgt der Eintritt u. die damit verbundene Verunreinigung gleichzeitig, somit ist er wegen beider Verbote schuldig, auf freiem Felde dagegen erfolgen die Verunreinigungen hinter einander, somit ist die andere belanglos.. –" ], [ "Auch in einem Räume wird er ja, sobald er mit der Hand hineinlangt, unrein, und wenn er dann vollständig eintritt, war er bereits unrein!?", "Vielmehr, erklärte R. Elea͑zar, ist die Verbindung durch die Hand192Wenn er tatsächlich zuerst mit der Hand hineinlangte.erfolgt, so ist nur die Verunreinigung und nicht das Eintreten vorhanden, wenn aber durch den Körper, so sind die Verunreinigung und das Eintreten gleichzeitig erfolgt. – Es ist ja aber nicht anders möglich, als daß er die Nase zuerst hineinsteckt und dadurch unrein wird!?", "Vielmehr, erklärte Raba, ist er zuerst mit der Hand193Der Kommentar des R. Ašer hat ראשו st. לוי jed. ist auch unsere Lesart richtig, da diese Antwort sich auf die 1. Frage bezieht.hineingekommen, so ist nur die Verunreinigung und nicht das Eintreten vorhanden, ist er mit dem Körper194Ohne den Kopf vorzubeugen.hineingekommen, so sind die Verunreinigung und das Eintreten gleichzeitig erfolgt. – Es ist ja aber nicht anders möglich, als daß er zuerst mit dem Zeh hineinkommt und dadurch unrein wird!?", "Vielmehr, erklärte R. Papa, wenn er in einer Truhe, einer Kiste oder einem Schranke hineingekommen ist und jemand195Mit seinem Einvernehmen.das Verdeck entfernt hat, wobei die Verunreinigung und das Eintreten gleichzeitig erfolgt sind. Mar, Sohn des R. Aši, erklärte: Wenn er [in einen Raum,] in dem ein Sterbender lag, eintrat und dieser während seines Aufenthaltes gestorben ist; die Verunreinigung und das Eintreten erfolgen dann gleichzeitig.", "Die Rabbanan lehrten :196Lev. 21,4.Sich zu entweihen, bis197Darf der Priester, bezw. der Nazir sich mit dem Sterbenden befassen.zur Stunde seines Sterbens. Rabbi sagte :198Num. 6,7; das W. יטמא ist ein Lapsus.Wenn sie tot sind, bis zur Stunde, wo sie tot sind. –", "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? R. Joḥanan erwiderte: Ein Unterschied besteht nur in der Auslegung. Reš Laqiš erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich eines Sterbenden. Nach demjenigen, der dies aus [den Worten] sich zu entweihen folgert, gilt dies auch von einem Sterbenden, und nach demjenigen, der dies aus [den Worten] wenn sie tot sind folgert, gilt dies nur von einem Toten, nicht aber von einem Sterbenden. –", "Worauf bezieht derjenige, der es aus [den Worten] sich zu entweihen folgert, [die Worte] wenn sie tot sind!? – Diese verwendet er für eine Lehre Rabbis, denn es wird gelehrt: Rabbi sagte: Wenn sie tot sind, nur [an ihrer Leiche] darf er sich nicht verunreinigen, wohl aber darf er sich an ihrem Aussatze und an ihrem Ausflusse199Obgleich auch der Aussätzige u. der Flußbehaftete verunreinigend sind.verunreinigen. –", "Auch nach demjenigen, der es aus [den Worten] wenn sie tot sind entnimmt, sind sie ja hierfür nötig!? – Die Schrift könnte ja sagen: wenn tot, wenn es aber heißt: wenn sie tot sind, so ist beides zu entnehmen. –", "Worauf bezieht derjenige, der es aus [den Worten] wenn sie tot sind entnimmt, [die Worte] sich zu entweihen !? – [Die Worte] sich zu entweihen deuten hierauf: nur wer nicht entweiht ist, ausgenommen derjenige, der bereits entweiht ist. –", "Auch nach demjenigen, der es aus [den Worten] sich zu entweihen entnimmt, sind sie ja hierfür nötig!? – Die Schrift könnte ja sagen: zu entweihen, wenn es aber heißt: sich zu entweihen, so ist beides zu entnehmen.", "Man wandte ein: Ein Mensch ist selbst zerschnitten oder sterbend nicht eher verunreinigend, als bis ihm die Seele ausgeschieden ist. Gegen denjenigen, der dies aus [den Worten] sich zu entweihen entnimmt, [ist ja einzuwenden,] hier wird gelehrt, daß er nicht verunreinigend sei!? – Die Verunreinigung erfolgt erst, wenn die Seele ausgeschieden ist, entweiht aber ist er bereits200Noch vor Eintritt des Todes.." ], [ "R. Ḥisda sagte im Namen Rabhs: Ist seinem Vater der Kopf abgeschlagen worden, so darf er sich an ihm nicht verunreinigen, denn die Schrift sagt:201Lev. 21,11.an seinem Vater, wenn er vollständig ist, nicht aber, wenn er unvollständig ist. R. Hamnuna sprach zu ihm : Demnach darf er, wenn [sein Vater] durch die Steppe A͑raboth reiste und Räuber ihm den Kopf abgeschlagen haben, sich an ihm nicht verunreinigen!?", "Dieser erwiderte: Du sprichst von einem Pflichttoten202Ein Toter auf der Straße, mit dem sich niemand befaßt.; wenn er sich mit einem Fremden befassen muß, um wieviel mehr mit seinem Vater. –", "Gilt dieser denn als Pflichttoter, es wird ja gelehrt, Pflichttoter sei derjenige, der niemand hat, der ihn bestattet, wenn er aber ruft203Bei Lebzeiten, dh. wenn er Angehörige hat.und man ihm antwortet, sei er kein Pflichttoter; dieser aber hat ja einen Sohn!? – Da er sich auf dem Wege befindet, so ist es ebenso, als würde er niemand zur Bestattung haben.", "Man wandte ein:204Lev. 21,3.An ihr verunreinige er sich; an ihr205Ein Priester an der Leiche seiner Schwester. verunreinige er sich, nicht aber verunreinige er sich an einzelnen ihrer Glieder, weil er sich nicht einmal an einem Gliede seines lebenden Vaters oder an einem Gliede seines toten Vaters verunreinigen darf ; wohl aber darf er nach einem gerstengroßen Knochen206Der von der Leiche seines Vaters, an der er sich bereits verunreinigt hat, fehlt.suchen.", "Das Suchen nach einem gerstengroßen Knochen ist wohl zu verstehen, wenn etwas fehlt207Er durfte sich somit an der Leiche verunreinigen, obgleich sie unvollständig war. !? –", "Nein, hier ist die Ansicht R. Jehudas208Während Rabh der Ansicht der Rabbanan ist.vertreten, denn es wird gelehrt : R. Jehuda sagte : An ihr verunreinige er sich, nicht aber verunreinige er sich an einzelnen ihrer Glieder, denn er darf sich nicht einmal an einem Gliede seines lebenden Vaters verunreinigen, wohl aber verunreinige er sich an einem Gliede seines toten Vaters209Durch das Suchen nach diesem, wenn er sich bereits an der Leiche verunreinigt hat.. –", "R. Kahana lehrte ja aber eine Lehre des R. Elie͑zer b. Ja͑qob: An ihr verunreinige er sich, nicht aber darf er sich an einzelnen ihrer Glieder verunreinigen; ausgenommen sind eine Olive von der Leiche, eine Olive Verwestes und ein Löffel Moder.", "Man könnte glauben, daß er sich auch am Rückgrat, am Schädel und am dem Umfange oder der Gliederzahl nach größeren Teile [der Leiche] nicht verunreinigen dürfe, so heißt es:210Lev. 21,1.sprich zu ihnen, womit die Schrift noch eine weitere Verunreinigung hinzufügt." ], [ "Man könnte glauben, daß er sich am Rückgrat, am Schädel und am dem Umfange oder der Gliederzahl nach größeren Teile [der Leiche] von anderen [Verwandten] nicht verunreinigen dürfe, so ist zu folgern: wie seine Schwester sich dadurch auszeichnet, daß ihr Körper ihm211Er hat sie zu bestatten.obliegt, und er sich am Rückgrat, am Schädel und am dem Umfange oder der Gliederzahl nach größeren Teile [der Leiche] verunreinigen darf, ebenso darf er sich bei allen, die ihm obliegen, am Rückgrat, am Schädel und am dem Umfange oder der Gliederzahl nach größeren Teile [der Leiche] verunreinigen. –", "Dies ebenfalls nach R. Jehuda, während Rabh der Ansicht des Autors der folgenden Lehre ist: Der Vater R. Jiçḥaqs212Dieser Bericht dürfte wohl mit dem Berichte in Mq. 20a identisch sein; statt יצחק ist mit manchen Texten auch hier צדוק zu lesen.starb in Ginzaq, und man teilte es ihm erst nach drei Jahren mit. Hierauf kam er zu R. Jehošua͑ b. Eliša͑ und den vier Ältesten und befragte213Ob er sich an seinem Vater verunreinigen dürfe; wahrscheinl. wollte er seine Leiche nach seiner Heimat überführen.sie,", "und diese entschieden : An seinem Vater, wenn er vollständig ist, nicht aber, wenn er unvollständig ist.", "v DREIERLEI IST DEM NAZIR VERBOTEN : DIE VERUNREINIGUNG, DAS SCHEREN UND DIE PRODUKTE DES WEINSTOCKES. BEI DER VERUNREINIGUNG UND BEIM SCHEREN IST ES STRENGER ALS BEI DEN PRODUKTEN DES WEINSTOCKES, DENN DIE VERUNREINIGUNG UND DAS SCHEREN MACHEN [DAS NAZIRAT] HINFÄLLIG, DIE PRODUKTE DES WEINSTOCKES ABER MACHEN ES NICHT HINFÄLLIG.", "BEI DEN PRODUKTEN DES WEINSTOCKES IST ES STRENGER ALS BEI DER VERUNREINIGUNG UND DEM SCHEREN, DENN DIE PRODUKTE DES WEINSTOCKES SIND AUCH AUSNAHMSWEISE214Auch zu Gebotszwecken; cf. supra Fol. 3b.NICHT ERLAUBT, DIE VERUNREINIGUNG UND DAS SCHEREN ABER SIND AUSNAHMSWEISE ERLAUBT, WENN DAS SCHEREN GEBOT215Wenn er aussätzig war.IST UND BEI EINEM PFLICHTTOTEN216Cf. infra Fol. 48a..", "BEI DER VERUNREINIGUNG IST ES STRENGER ALS BEIM SCHEREN, DENN DIE VERUNREINIGUNG MACHT DAS GANZE [NAZIRAT] HINFÄLLIG UND MAN IST DIESERHALB EIN OPFER SCHULDIG, DAS SCHEREN ABER MACHT NUR DREISSIG [TAGE]217Bei einem Nazirate von längerer Dauer.HINFÄLLIG UND MAN IST DIESERHALB KEIN OPFER SCHULDIG.", "GEMARA. Sollte doch vom Weine [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden, daß die Verunreinigung auch ausnahmsweise nicht erlaubt sei: wenn der Wein, der [das Nazirat] nicht hinfällig macht, auch ausnahmsweise nicht erlaubt ist, um wieviel weniger ist die Verunreinigung, die es hinfällig macht, ausnahmsweise erlaubt!? –", "Es heißt:218Lev. 21,11.an seinem Vater und an seiner Mutter soll er sich nicht verunreinigen, an seinem Vater und an seiner Mutter darf er sich nicht verunreinigen, wohl aber verunreinige er sich an einem Pflichttoten. –", "Sollte doch von der Verunreinigung [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere gefolgert werden, daß der Wein ausnahmsweise erlaubt sei: wenn die Verunreinigung, die [das Nazirat] hinfällig macht, ausnahmsweise erlaubt ist, um wieviel mehr ist der Wein, der es nicht hinfällig macht, ausnahmsweise erlaubt!? – Die Schrift sagt: 219Num. 6,3.des Weines und des Rauschtrankes enthalte er sieht daß ihm der Wein zu Gebotszwecken220Cf. supra Fol. 3b.gleich dem freigestellten verboten ist. –", "Sollte doch von der Verunreinigung [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden, daß der Wein [das Nazirat] hinfällig mache: wenn die Verunreinigung, die ausnahmsweise erlaubt ist, es hinfällig macht, um wieviel mehr macht der Wein es hinfällig, der auch ausnahmsweise nicht erlaubt ist!? –", "Die Schrift sagt:221Num. 6,12.und die früheren Tage sind hinfällig, denn er hat sein Nazirat verunreinigt, nur die Verunreinigung macht es hinfällig, nicht aber macht der Wein es hinfällig. –", "Sollte doch von der Verunreinigung [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden, daß das Scheren das ganze [Nazirat] hinfällig mache: wenn die Verunreinigung, wobei der Verunreinigende dem Verunreinigten nicht gleichgestellt222Die Verunreinigung eines Nazirs ist nicht mit einem Verbote belegt, wohl aber das Scheren desselben.worden ist, das ganze hinfällig macht, um wieviel mehr macht das Scheren, wobei der Scherende dem Geschorenen gleichgestellt222Die Verunreinigung eines Nazirs ist nicht mit einem Verbote belegt, wohl aber das Scheren desselben.worden ist, das ganze hinfällig!? –", "Die Schrift sagt: und die früheren Tage sind hinfällig, denn er hat sein Nazirat verunreinigt, die Verunreinigung macht das ganze hinfällig, nicht aber macht das Scheren das ganze hinfällig. –", "Sollte doch vom Scheren [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden, daß bei der Verunreinigung der Verunreinigende dem Verunreinigten gleichzustellen sei: wenn beim Scheren, das nur dreißig [Tage] hinfällig macht, der Scherende dem Geschorenen gleichgestellt ist, um wieviel mehr ist bei der Verunreinigung, die das ganze [Nazirat] hinfällig macht, der Verunreinigende dem Verunreinigten gleichzustellen!? –", "Die Schrift sagt:223Num. 6,9.und er sein geweihtes Haupt verunreinigt, nur der sein geweihtes Haupt verunreinigt224Dieses Verbot gilt nur für ihn.. –", "Sollte doch von der Verunreinigung [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere gefolgert werden, daß beim Scheren der Scherende dem Geschorenen nicht gleichzustellen sei: wenn bei der Verunreinigung, die das ganze [Nazirat] hinfällig macht, der Verunreinigende dem Verunreinigten nicht gleichgestellt ist, um wieviel weniger ist beim Scheren, das nur dreißig Tage hinfällig macht, der Scherende dem Geschorenen gleichzustellen!? –", "Die Schrift sagt:225Num. 6,5.ein Schermesser gehe nicht über sein Haupt, und hieraus ist zu lesen, weder durch ihn selbst noch durch einen anderen. –", "Sollte doch vom Weine [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden, daß das Scheren auch ausnahmsweise nicht erlaubt sei: wenn der Wein, der [das Nazirat] nicht hinfällig macht, auch ausnahmsweise nicht erlaubt ist, um wieviel weniger ist das Scheren, das es hinfällig macht, ausnahmsweise erlaubt!? – Der Allbarmherzige sagt:226Lev. 14,9; cf. supra Fol. 41a.sein Haupt, und der Allbarmherzige sagt: seinen Bart. –", "Sollte doch vom Weine [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere gefolgert werden, daß das Scheren [das Nazirat] nicht hinfällig mache: wenn der Wein, der auch ausnahmsweise nicht erlaubt ist, es nicht hinfällig macht, um wieviel weniger macht das Scheren, das ausnahmsweise erlaubt ist, es hinfällig!? – Es ist ein Haarwuchs erforderlich, der dann nicht vorhanden ist. –", "Sollte doch vom Scheren [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden, daß der Wein dreißig Tage hinfällig mache: wenn das Scheren, das ausnahmsweise erlaubt ist, diese hinfällig macht, um wieviel mehr macht der Wein, der auch ausnahmsweise nicht erlaubt ist, diese hinfällig!? – Der Grund hierbei ist, weil ein Haarwuchs erforderlich ist, und beim Wein[genusse] bleibt das Haar erhalten." ], [ "vi WIE ERFOLGT DAS SCHEREN WEGEN VERUNREINIGUNG227Des Nazirs; cf. Num. 6,9.? ER LÄSST SICH AM DRITTEN UND AM SIEBENTEN [TAGE] BESPRENGEN228Mit dem Entsündigungswasser; cf. Num. 19,9ff., SCHERT SICH AM SIEBENTEN UND BRINGT SEINE OPFER AM ACHTEN; SCHERT ER SICH AM ACHTEN, SO BRINGE ER SEINE OPFER AM SELBEN TAGE – SO R. A͑OIBA. R. TRYPHON SPRACH ZU IHM: WELCHEN UNTERSCHIED GIBT ES DEMNACH ZWISCHEN DIESEM UND DEM AUSSÄTZIGEN229Der nach der Ansicht RA͑.s selbst in einem solchen Falle ebenfalls das Opfer am selben Tage darzubringen hat. So nach der üblichen Lesart im Siphra zu Lev. 14,9 (od. Weiss Fol. 71c). Nach einer anderen Lesart (cf. ed. Malbim Fol. 141a) hat der Aussätzige in einem solchen Falle das Opfer nicht am selben Tage darzubringen, demnach zu übersetzen: welchen Unterschied gibt es denn zwischen ihnen, dh. beide sollten diesbezüglich einander gleichen.!?", "DIESER ERWIDERTE: BEI DIESEM HÄNGT DIE REINIGUNG VOM ABLAUFE DER TAGE230Num. 6,9 heißt es: er schere sich am Tage seiner Reinigung.AB, BEIM AUSSÄTZIGEN ABER HÄNGT SIE VOM SCHEREN231Lev. 14,9 heißt es zuerst, daß er sich das Haar schere, u. erst nachher, daß er ein Reinheitsbad nehme.AB. ER BRINGE SEIN OPFER NUR DANN DAR, WENN ER SONNENUNTERGANG232Wenn er das Reinheitsbad einen Tag später genommen hat, so erlangt er völlige Reinheit erst nach Sonnenuntergang u. darf seine Opfer erst einen Tag später darbringen. ABGEWARTET HAT.", "GEMARA. Hat er es233Die Lehre RA͑.s.anerkannt oder nicht? – Komm und höre: Hillel lehrte: schert er sich am achten, so bringe er seine Opfer erst am neunten. Wenn man sagen wollte, er habe es anerkannt, so müßte er ja seine Opfer am achten bringen234Die angezogene Lehre vertritt wohl die Ansicht RT.s..", "Raba erwiderte: Dies ist kein Widerspruch, das eine, wenn er am siebenten untergetaucht ist, das andere, wenn er nicht am siebenten untergetaucht ist235Sondern erst am 8. Tage, u. da er völlige Reinheit erst nach Sonnenuntergang erlangt, so kann er die Opfer erst am 9. darbringen..", "Abajje sagte: Ich traf die Genossen des R. Nathan b. Hoša͑ja sitzen und vortragen :236Lev. 15,14.Er komme vor den Herrn am Eingange des Offenbarungszeltes und gebe sie dem Priester; dies erfolge erst dann, wenn er untergetaucht ist und Sonnenuntergang abgewartet hat, nicht aber, wenn er nicht untergetaucht ist und Sonnenuntergang abgewartet hat.", "Demnach ist er der Ansicht, der am selben Tage untergetauchte Flußbehaftete gleiche237Auch ihm ist das Betreten des Tempelhofes verboten, obgleich er bereits das Reinheitsbad genommen hat.dem [unreinen] Flußbehafteten.", "Ich sprach dann zu ihnen: Auch beim unreinen Nazir heißt es:238Num. 6,10; die W.e והביא אותם sind ein Lapsus; rieht, in Handschriften.(er bringe sie) zum Priester an der Tür des Offenbarungszeltes, und demnach wäre auch hierbei auszulegen: dies erfolge erst dann, wenn er untergetaucht ist und Sonnenuntergang abgewartet hat." ], [ "Merke, das Nikanortor239Des Tempelhofes, an dem die Reinigung des Nazirs erfolgte.befand sich ja zwischen den levitischen Toren,", "und es wird gelehrt: Der an einem Toten Verunreinigte darf in das levitische Lager kommen, und nicht nur der an einem Toten Verunreinigte, sondern auch ein Toter, denn es heißt: 240Ex. 13,19.da nahm Moše die Gebeine Josephs mit sich, und unter mit sich ist zu verstehen, in seine Abgrenzung, in das levitische241Wie nun hierbei aus den Schriftworten nicht zu folgern ist, daß dies erst nach Sonnenuntergang erfolgen darf, ebenso ist dies auch hinsichtlich des Flußbehafteten nicht zu folgern.Lager!?", "Vielmehr, erklärte Abajje, gleicht der am selben Tage untergetauchte Flußbehaftete nicht242So rieht, nach Handschriften.dem Flußbehafteten, dennoch darf er, da ihm die Sühne fehlt, nicht243Dies ist jed. nicht aus den angezogenen Schriftworten zu folgern.eintreten. –", "Weshalb spricht er, wenn er sich im levitischen Lager244Dh. wenn er dieses betreten darf.befindet, [vom Eintritt in das] Offenbarungszelt!? – Dies besagt, wie der der Sühne Ermangelnde das levitische Lager245Das Offenbarungszelt.nicht betreten darf, ebenso darf der der Sühne Ermangelnde da246In das Nikanortor; so nach unserem Texte, der nicht ganz korrekt ist.nicht eintreten. –", "Woher dies von jenem247Daß er das Offenbarungszelt nicht betreten darf.? – Es wird gelehrt:248Num. 19,13.Unrein ist er, dies schließt den am selben Tage Untergetauchten ein; noch haftet seine Unreinheit an ihm, dies schließt den der Sühne Ermangelnden ein.", "vii WIE ERFOLGT DAS SCHEREN IN REINHEIT? ER BRINGT DREI TIERE, EIN SÜNDOPFER, EIN BRANDOPFER UND EIN HEILSOPFER, SCHLACHTET DAS HEILSOPFER [ZUERST] UND SCHERT SICH NACH DIESEM – SO R. JEHUDA. R. ELEA͑ZAR SAGT, ER SCHERE SICH NACH DEM SÜNDOPFER, DENN DAS SÜNDOPFER GEHT [STETS] VORAN. LIESS ER SICH NACH EINEM VON DIESEN DREIEN SCHEREN, SO HAT ER DER PFLICHT GENÜGT", "viii,1. R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGTE: WENN ER DREI TIERE GEBRACHT UND SIE NICHT BEZEICHNET HAT, SO IST DAS ZUM SÜNDOPFER GEEIGNETE ALS SÜNDOPFER, DAS ZUM BRANDOPFER GEEIGNETE ALS BRANDOPFER UND DAS ZUM HEILSOPFER GEEIGNETE ALS HEILSOPFER DARZUBRINGEN.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten :249Num. 6,18.Der Nazir schere sich an der Tür des Offenbarungszeltes &c. Die Schrift spricht vom Heilsopfer250Dh. daß er sich nach der Darbringung dieses Opfers schere., denn es heißt :251Lev. 3,2.er schlachte es an der Tür des Offenbarungszeltes,", "Du sagst, die Schrift spreche vom Heilsopfer, vielleicht ist dem nicht so, sondern wörtlich, daß es an der Tür des Offenbarungszeltes erfolge? Wenn du so252Daß er sich durchaus am Eingange scheren müsse.erklärst, so erfolgt es ja auf schimpfliche Weise.", "Daher sind die Worte: der Nazir schere sich an der Tür des Offenbarungszeltes, zu erklären, die Schrift spreche vom Heilsopfer.", "R. Jošija sagte: Die Schrift spricht vom Heilsopfer. Du sagst, die Schrift spreche vom Heilsopfer, vielleicht ist dem nicht so, sondern wörtlich, daß es an der Tür des Offenbarungszeltes erfolge? Ich will dir sagen, die Schrift sagt:253Ex. 20,26.du sollst meinen Altar nicht auf Stufen254Damit die Scham nicht gegen den Altar entblößt werde.besteigen, um wieviel weniger darf dies auf schimpfliche Weise erfolgen. Rabbi sagte: Um wieviel weniger darf er sich da scheren.", "R. Jiçḥaq sagte: Dies ist nicht nötig; es heißt:255Num. 6,18.er nehme das Haar seines geweihten Hauptes und lege es ins Feuer &c., nur der des Nehmens und Legens benötigt, ausgenommen derjenige, der des Nehmens, Hinbringens256Dies erfolgt in dem Falle, wenn das Scheren am Eingange erfolgt.und Legens benötigt.", "Manche lesen: R. Jiçḥaq sagte: Die Schrift spricht vom Heilsopfer. Du sagst, die Schrift spreche vom Heilsopfer, vielleicht ist dem nicht so, sondern wörtlich, daß es am Eingange des Offenbarungszeltes erfolge? Es heißt er nehme das Haar seines geweihten Hauptes; an der Stelle, wo das Kochen erfolgte, schor er sich auch.", "Abba Ḥanan erklärte im Namen R. Elie͑zers : Der Nazir schere sich an der Tür des Offenbarungszeltes, solange die Tür des Offenbarungszeltes nicht geöffnet ist, darf er sich nicht scheren.", "R. Šimo͑n Šezori erklärte : Der Nazir schere sich an der Tür des Offenbarungszeltes, nicht aber eine Nezira," ], [ "weil die jungen Priester durch sie in Aufregung geraten könnten. Jener entgegnete: Gegen deine Worte ist ja von der Ehebruchsverdächtigten einzuwenden; von dieser heißt es:257Num. 5,16.der Priester stelle sie vor den Herrn, und wir befürchten nicht, die jungen Priester könnten durch sie in Aufregung geraten!?", "Dieser erwiderte: Jene pudert und schminkt sich, diese pudert und schminkt sich nicht.", "viii,2 HIERAUF NIMMT ER DAS HAAR SEINES GEWEIHTEN HAUPTES UND LEGT ES UNTER DEN KESSEL258In dem das Opferfleisch gekocht wird.; SCHERT ER SICH IN DER PROVINZ259Dh. außerhalb des Tempelhofes., SO LEGT ER ES NICHT UNTER DEN KESSEL. DIES GILT NUR VOM SCHEREN IN REINHEIT, BEIM SCHEREN WEGEN VERUNREINIGUNG ABER LEGT ER ES NICHT UNTER DEN KESSEL.", "R. MEÍR SAGT, ALLE LEGEN ES UNTER DEN KESSEL, MIT ALLEINIGER AUSNAHME DES UNREINEN IN DER PROVINZ.", "GEMARA. NIMMT ER DAS HAAR SEINES GEWEIHTEN HAUPTES. Die Rabbanan lehrten: Hierauf nimmt er etwas Brühe, gießt es auf das Haar seines geweihten Hauptes und legt es unter den Kessel mit dem Fleische vom Heilsopfer ; hat er es unter den Kessel mit dem Fleische vom Sündopfer oder vom Schuldopfer gelegt, so hat er der Pflicht genügt. – Wie kommt ein [reiner] Nazir zu einem Schuldopfer!? Raba erwiderte: Wenn es ein unreiner Nazir ist und er es unter den Kessel des Fleisches vom Schuldopfer gelegt hat. –", "Woher dies? Raba erwiderte: Die Schrift sagt:260Num. 6,18.das sich unter der Schlachtung des Heilsopfers befindet, etwas vom Schlachtopfer selbst befinde sich unten261Unter dem Kessel, in dem das Opferfleisch gekocht wird.. –", "Aus welchem Grunde hat er der Pflicht genügt, wenn er es unter den Kessel mit dem Fleische vom Sündopfer gelegt hat? – Die Schrift sagt Schlachtung, und dies schließt das Sündopfer und das Schuldopfer ein. – Aus [dem Worte] Schlachtung ist ja hinsichtlich der Brühe gefolgert worden!? – Die Schrift könnte ja sagen: von der Brühe des Friedensopfers, wenn es aber Schlachtung heißt, so schließt dies auch das Sündopfer und das Schuldopfer ein. –", "Vielleicht deutet es nur auf [die Einschließungen] des Sündopfers und des Schuldopfers!? –Demnach sollte es heißen: Heilsopfer und Schlachtung, wenn es aber Schlachtung des Heilsopfers heißt, so ist beides zu entnehmen.", "Die Rabbanan lehrten: Alle legen es unter den Kessel, ausgenommen der Unreine, der sich in der Provinz schert, weil sein Haar zu begraben ist – so R. Meír. R. Jehuda sagt, Reine legen es da und dort unter, Unreine legen es da und dort nicht unter. Die Weisen sagen, niemand lege es unter den Kessel, ausgenommen der Reine im Tempel, weil dann [das Scheren] nach Vorschrift erfolgt.", "ix HIERAUF KOCHT ODER SCHMORT ER DAS HEILSOPFER, UND DER PRIESTER NIMMT DEN GEKOCHTEN BUG262Cf. Hul. Fol. 134b.VOM WIDDER, EINEN UNGESÄUERTEN KUCHEN263Cf. Men. Fol. 76a.AUS DEM KORBE UND EINEN UNGESÄUERTEN FLADEN, LEGT SIE AUF DIE HANDFLÄCHE DES NAZIRS UND SCHWINGT SIE. SODANN IST ES DEM NAZIE ERLAUBT, WEIN ZU TRINKEN UND SICH AN TOTEN ZU VERUNREINIGEN." ], [ "R. ŠIMO͑N SAGT, SOBALD FÜR DEN NAZIR DAS BLUT EINES DER OPFER GESPRENGT WORDEN IST, SEI ES IHM ERLAUBT, WEIN ZU TRINKEN UND SICH AN TOTEN ZU VERUNREINIGEN.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten :264Num. 6,20.Und nachher trinke der Nazir Wein, nach allen Handlungen265Der Darbringung des Heilsopfers u. dem Scheren. – so R. Elie͑zer; die Weisen sagen, nach einer einzigen266Auch vor dem Scheren.Handlung.", "Was ist der Grund der Rabbanan? – Hierbei heißt es: nachher trinke der Nazir Wein, und dort heißt es:267Num. 6,19.nachdem er sein geweihtes Haar geschoren hat, wie es dort268Beim Schwingen, das nach dem Scheren erfolgt.nach einer einzigen Handlung erfolgt, ebenso auch hier nach einer einzigen Handlung. –", "Vielleicht, wenn beides269Auch das Scheren.erfolgt ist!? – Wozu wäre dann die Wortanalogie nötig270Dies geht ja schon aus Num. 6,20 hervor..", "Rabh sagte: Das Schwingen ist beim Nazir unerläßlich271Erst wenn dies erfolgt ist, ist ihm der Weingenuß erlaubt.. Nach wessen Ansicht: wenn nach den Rabbanan, so sagen sie ja, selbst das Scheren sei nicht unerläßlich, um wieviel weniger das Schwingen,", "und wenn nach R. Elie͑zer, so ist es ja selbstverständlich, denn dieser sagt, nach allen Handlungen!? – Man könnte glauben, daß dies, da es hinsichtlich der Sühne nur ein Anhängsel des Gebotes ist, auch diesbezüglich nicht unerläßlich sei, so lehrt er uns. –" ], [ "Ist es denn unerläßlich, es wird ja gelehrt:272Num. 6,21.Dies ist das Gesetz für den Nazir, einerlei ob er Hände hat oder keine Hände273Er kann dann die Vorschrift des Schwingens nicht ausüben; demnach ist dies unerläßlich.hat!? –", "Es wird auch gelehrt: Dies ist das Gesetz für den Nazir, einerlei ob er Haare hat oder keine Haare hat. Ist etwa auch dies274Das Haarscheren.nicht unerläßlich, es wird ja gelehrt, daß der kahle Nazir, wie die Schule Šammajs sagt, ein Schermesser über sein Haupt nicht zu führen brauche, und wie die Schule Hillels sagt, ein Schermesser über sein Haupt führen müsse,", "und hierzu sagte Rabina, das ‘nicht brauchen’ der Schule Šammajs sei zu verstehen, für ihn gebe es kein Mittel275Dieses Gebot ausüben zu können.mehr, während es nach der Schule Hillels für ihn ein Mittel276Durch das bloße Führen des Schermessers über den Kopf. Ebenso ist aus der oben angezogenen Lehre nicht zu folgern, daß das Schwingen nicht unerläßlich sei.gibt!?", "Das ist es, was R. Pedath gesagt hat, denn R. Pedath sagte: Die Schule Šammajs und R. Elie͑zer lehrten dasselbe. –", "Was ist dies für eine Lehre R. Elie͑zers? – Es wird gelehrt: Hat er277Der Aussätzige, dem die genannten Glieder mit dem Blute seines Opfers zu besprengen sind; cf. Lev. 14,14.keinen Daumen und keinen großen Zeh, so kann er niemals rein werden – so R. Elie͑zer. R. Šimo͑n sagt, man tue es auf die betreffende Stelle, und der Pflicht ist Genüge getan. Die Weisen sagen, man tue es auf die linken, und der Pflicht ist Genüge getan.", "Eine andere Lesart lautet wie folgt: Das Schwingen ist beim Nazir unerläßlich. Nach wessen Ansicht: wenn nach R. Elie͑zer, so ist es ja selbstverständlich, denn dieser sagt, nach allen Handlungen, und wenn nach den Rabbanan, so sagen sie ja, selbst das Scheren sei nicht unerläßlich, um wieviel weniger das Schwingen!? –", "Ist es denn nicht unerläßlich, es wird ja gelehrt: Dies ist das Gesetz für den Nazir, einerlei ob er Hände hat oder er keine Hände hat278Das Schwingen ist unerläßlich.!? – Es wird auch gelehrt: Dies ist das Gesetz für den Nazir, einerlei ob er Haare hat oder er keine Haare hat. Ist etwa auch dies274Das Haarscheren.unerläßlich,", "es wird ja gelehrt, daß der kahle Nazir, wie die Schule Šammajs sagt, ein Schermesser über sein Haupt nicht zu führen brauche, und wie die Schule Hillels sagt, ein Schermesser über sein Haupt führen müsse279Auch nach der Schule H.s genügt das Hinüberführen des Messers, obgleich ein Scheren nicht erfolgen kann; aus der Auslegung des Schriftverses ist somit die Unerläßlichkeit nicht zu folgern.!? R. Abina erwiderte: Unter ‘müssen’ der Schule Hillels ist zu verstehen, er müsse dies, somit gebe es für ihn kein Mittel mehr,", "während es nach der Schule Šammajs für ihn ein Mittel gibt. Er streitet somit gegen R. Pedath280Der die Ansicht der Schule Š.s nach der 1. Lesart auslegt..", "x WENN ER SICH NACH EINEM DER OPFER GESCHOREN HAT UND DIESES ALS UNTAUGLICH BEFUNDEN WIRD, SO IST AUCH DAS SCHEREN UNGÜLTIG UND SEINE OPFER281Die anderen, die er nachher darbringt; nach Raschi die er bereits abgesondert hat.WERDEN IHM NICHT ANGERECHNET. WENN ER SICH NACH DEM AUF EINEN UNRICHTIGEN NAMEN DARGEBRACHTEN SÜNDOPFER282Es ist dann untauglich; cf. Hul. Fol. 2a.GESCHOREN UND NACHHER SEINE ÜBRIGEN OPFER AUF DEN RICHTIGEN NAMEN DARGEBRACHT HAT, SO IST DAS SCHEREN UNGÜLTIG UND SEINE OPFER WERDEN IHM NICHT ANGERECHNET. WENN ER SICH NACH DEM AUF EINEN UNRICHTIGEN NAMEN DARGEBRACHTEN BRANDOPFER ODER HEILSOPFER283Sie sind zwar tauglich, gelten jedoch nur als freiwillige Opfer, mit denen er sich seiner Pflicht nicht entledigt.GESCHOREN UND NACHHER DIE ÜBRIGEN OPFER AUF DEN RICHTIGEN NAMEN DARGEBRACHT HAT, SO IST DAS SCHEREN UNGÜLTIG UND SEINE OPFER WERDEN IHM NICHT ANGERECHNET.", "R. ŠIMO͑N SAGT, NUR DAS EINE OPFER284Das auf einen unrichtigen Namen dargebracht worden ist.WERDE IHM NICHT ANGERECHNET, DIE ÜBRIGEN OPFER ABER WERDEN IHM WOHL ANGERECHNET. WENN ER SICH NACH ALLEN DREIEN GESCHOREN HAT UND EINES VON IHNEN TAUGLICH IST, SO IST DAS SCHEREN GÜLTIG UND ER BRINGE NUR DIE ANDEREN OPFER285Die untauglich sind..", "GEMARA. R. Ada b. Ahaba sagte: Dies besagt, daß R. Šimo͑n der Ansicht ist, daß, wenn ein Nazir sich nach einem freiwilligen Heilsopfer geschoren hat, er seiner Pflicht genügt habe. – Aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt:286Num. 6,18.er lege es auf das Feuer unter der Schlachtung des Heilsopfers, es heißt aber nicht: seines Heilsopfers." ], [ "xi WENN FÜR IHN DAS BLUT EINES [DER OPFER] GESPRENGT WORDEN UND ER UNREIN GEWORDEN IST, SO SIND, WIE R. ELIE͑ZER SAGT, ALLE [FRÜHEREN TAGE] HINFÄLLIG; DIE WEISEN SAGEN, ER BRINGE SEINE ÜBRIGEN OPFER, SOBALD ER REIN IST. SIE SPRACHEN ZU IHM: EINST EREIGNETE ES SICH, DASS MAN FÜR MIRJAM AUS TADMOR287תדמוד, wohl Transmutation des biblischen תדמר (Palmyra), wofür schon LXX (iReg. 9,18) Θεϱμαϑ hat.DAS BLÜT EINES [DER OPFER] GESPRENGT HATTE, UND ALS MAN IHR BERICHTETE, DASS IHRE TOCHTER LEBENSGEFÄHRLICH KRANK SEI, GING SIE ZU IHR HIN UND FAND SIE TOT288Sie verunreinigte sich an ihrer Leiche.. DA ENTSCHIEDEN DIE WEISEN, DASS SIE IHRE ANDEREN OPFER DARBRINGE, SOBALD SIE REIN IST.", "GEMARA. Er lehrt hier, daß R. Elie͑zer der Ansicht sei, alle [früheren Tage] seien hinfällig, und dem widersprechend sagte ja R. Elie͑zer, daß, wenn [die Verunreinigung] nach dem Vollwerden289Nach Ablauf des Nazirates.erfolgt, nur sieben Tage hinfällig seien!? Rabh erwiderte: Unter hinfällig, von dem R. Elie͑zer spricht, ist zu verstehen, seine Opfer seien hinfällig.", "Dies ist auch einleuchtend, denn er lehrt: die Weisen sagen, er bringe seine übrigen Opfer, sobald er rein ist. Schließe hieraus.", "Einst ereignete es sich auch, daß man für Mirjam aus Tadmor das Blut eines [der Opfer] gesprengt hatte, und als man ihr berichtete, daß ihre Tochter lebensgefährlich krank sei, ging sie zu ihr hin und fand sie tot. Da entschieden die Weisen, daß sie ihre anderen Opfer darbringe, sobald sie rein ist. Schließe hieraus.", "", "i DER HOCHPRIESTER UND DER NAZIR DÜRFEN SICH AN IHREN VERWANDTEN NICHT VERUNREINIGEN, WOHL ABER VERUNREINIGEN SIE SICH AN EINEM PFLICHTTOTEN. WENN BEIDE UNTERWEGS SIND UND EINEN PFLICHTTOTEN FINDEN, SO VERUNREINIGE SICH, WIE R. ELIE͑ZER SAGT, DER HOCHPRIESTER UND NICHT DER NAZIR; DIE WEISEN SAGEN, DER NAZIR VERUNREINIGE SICH, UND NICHT EINMAL EIN GEMEINER PRIESTER.", "R. ELIE͑ZER SPRACH ZU IHNEN: LIEBER VERUNREINIGE SICH DER PRIESTER, DER KEIN OPFER WEGEN SEINER VERUNREINIGUNG DARBRINGEN MUSS, NICHT ABER VERUNREINIGE SICH DER NAZIR, DER EIN OPFER WEGEN SEINER VERUNREINIGUNG DARBRINGEN MUSS. SIE ERWIDERTEN IHM: LIEBER VERUNREINIGE SICH DER NAZIR, DESSEN HEILIGKEIT KEINE LEBENSLÄNGLICHE IST, NICHT ABER VERUNREINIGE SICH DER PRIESTER, DESSEN HEILIGKEIT EINE LEBENSLÄNGLICHE IST.", "GEMARA. Einleuchtend ist dies von Hochpriester und Nazir, denn nach der einen Ansicht ist der Hochpriester bevorzugter und nach der anderen Ansicht ist der Nazir bevorzugter.", "Vom mit dem Salböl1Gf. Ex. 30,30. geweihten" ], [ "und dem durch die Amtskleidung2Nach dem Abhandenkommen des Salböls. geweihten [Hochpriester] ist der mit dem Salböl geweihte bevorzugter, denn der mit dem Salböl geweihte hat den Farren wegen aller Gebote3Cf. Lev. 4,3. darzubringen und der durch die Amtskleidung geweihte hat diesen nicht darzubringen.", "Vom entamteten4Der vorübergehend das Amt des Hochpriesters bekleidet hat. gesalbtem und dem durch die Amtskleidung geweihten [Hochpriester] ist der durch die Amtskleidung geweihte bevorzugter, denn der durch die Amtskleidung geweihte tut Dienst und der entamtete gesalbte tut keinen Dienst.", "Von einem wegen Pollution5Dh. vorübergehend, bezw. dauernd entamtet. entamteten und einem wegen eines Gebrechens5Dh. vorübergehend, bezw. dauernd entamtet. entamteten [Hochpriester] ist der wegen Pollution entamtete bevorzugter, denn dieser ist morgen dienstfähig und der wegen eines Gebrechens entamtete ist nicht mehr dienstfähig.", "Folgendes aber fragten sie: Wer ist von Feldpriester6Wörtl. Kriegsgesalbter; cf. Dt. 20,2. und Priesterpräses7Der zuweilen den Hochpriester vertritt. bevorzugter : ist der Feldpriester bevorzugter, da er im Kriege geeignet8Ein festes Amt bekleidet. ist, oder ist der Priesterpräses bevorzugter, da er für den Dienst geeignet ist?", "Komm und höre, es wird gelehrt: Ein Unterschied zwischen dem Feldpriester und dem Priesterpräses besteht in folgendem: wenn sie unterwegs sind und einen Pflichttoten finden, so verunreinige sich der Feldpriester und nicht der Priesterpräses. –", "Es wird ja aber gelehrt, daß der Kriegsgesalbte dem Priesterpräses vorgehe!? Mar Zuṭra erwiderte: Hinsichtlich des Unterhaltes ist der Feldpriester bevorzugter, weil auf ihn das Publikum angewiesen ist,", "hinsichtlich der Verunreinigung aber ist der Priesterpräses bevorzugter. Es wird nämlich gelehrt: R. Ḥanina b. Antigonos sagte: Wozu haben sie dem Hochpriester den Priesterpräses beigeordnet? Damit, wenn der Hochpriester von einer Untauglichkeit betroffen wird, dieser eintrete und seinerstatt den Dienst verrichte.", "Sie streiten nur über den Fall, wenn der Hochpriester und der Nazir beisammen gehen, wenn aber jeder von ihnen allein geht, so muß er sich verunreinigen ; woher dies? –", "Die Rabbanan lehrten : 9Lev. 21,11.Zu einer toten Seele darf er nicht kommen; wovon spricht die Schrift, wenn von Fremden, so ist es ja [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn der gemeine Priester, der sich an Verwandten verunreinigen darf, an Fremden sich nicht verunreinigen darf, um wieviel weniger darf der Hochpriester, der sich an Verwandten nicht verunreinigen darf, sich an Fremden verunreinigen. Vielmehr spricht die Schrift von Verwandten.", "An seinem Vater, nur an diesem darf er sich nicht verunreinigen, wohl aber verunreinige er sich an einem Pflichttoten." ], [ "Und an seiner Mutter, hieraus ist [ein Schluß] durch Wortanalogie zu folgern. Es wird nämlich vom Nazir gelehrt :10Num. 6,7.Wenn sie tot sind, nur dann darf er sich nicht verunreinigen, wohl aber darf er sich an ihrem Aussatz und an ihrem Ausfluß11Die ebenfalls erstgradig unrein sind.verunreinigen. Ich weiß dies nur vom Nazir, woher dies vom Hochpriester?", "Ich will dir sagen: [das Wort] Mutter ist beim Hochpriester überflüssig und sollte nicht genannt werden, denn es ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern : wenn der Hochpriester sich an seinem Vater nicht verunreinigen darf, wo doch ein gemeiner Priester an seinem Bruder väterlicherseits sich verunreinigen darf, um wieviel weniger darf der Hochpriester sich an seiner Mutter verunreinigen, wo ein gemeiner Priester an seinem Bruder mütterlicherseits sich nicht verunreinigen12Die Verwandtschaft des Vaters ist bedeutender als die der Mutter.darf.", "Wozu ist nun, wo dies durch einen Schluß zu folgern ist, [das Wort] Mutter beim Hochpriester nötig? Dieses ist überflüssig und dient zur Vergleichung, um daraus einen Schluß durch Wortanalogie zu folgern: beim Nazir heißt es Mutter und beim Hochpriester heißt es Mutter,", "wie der Nazir, bei dem es Mutter heißt, sich an ihren Leichen nicht verunreinigen darf, wohl aber an ihrem Aussatz und an ihrem Ausfluß, ebenso darf der Hochpriester, bei dem es Mutter heißt, sich nur an ihren Leichen nicht verunreinigen, wohl aber an ihrem Aussatz und an ihrem Ausfluß.", "Wir wissen dies13Daß er sich an einem Pflichttoten verunreinige.vom Hochpriester, woher dies vom Nazir? – Es wird gelehrt :14Num. 6,6.Während aller Tage seiner Absonderung für den Herrn darf er zu einer toten Seele nicht kommen;", "man könnte verstehen, auch die Seele eines Viehs sei einbegriffen, wie es heißt :15Lev. 24,18.wer die Seele eines Viehs erschlägt, so heißt es: zur toten Seele eines Toten darf er nicht kommen, wonach16Der Ausdruck נפש מת wird nur von einem Menschen gebraucht.die Schrift von einer menschlichen Seele spricht. R. Jišma͑él sagte: Dies ist nicht nötig; es heißt: darf er nicht kommen, somit spricht die Schrift von Wesen, die beim Hereinkommen17Wenn man sich mit ihnen in einem Raume befindet; dies ist nur bei Menschenleichen der Fall, während Tierleichen nur durch Berührung verunreinigend sind.verunreinigend sind.", "An seinem Vater und an seiner Mutter; an diesen darf er sich nicht verunreinigen, wohl aber verunreinige er sich an einem Pflichttoten.", "Dies wäre ja, auch wenn es nicht gelehrt worden wäre, durch einen Schluß zu folgern: wenn der Hochpriester, dessen Heiligkeit eine lebenslängliche ist, sich an einem Pflichttoten verunreinige, um wieviel mehr verunreinige sich ein Nazir, dessen Heiligkeit keine lebenslängliche ist, an einem Pflichttoten.", "Nein, sollte dies, wenn es vom Hochpriester gilt, der wegen seiner Verunreinigung kein Opfer bringt, auch von einem Nazir gelten, der wegen seiner Verunreinigung ein Opfer bringen muß!? Man könnte nun glauben, daß er, da er wegen seiner Verunreinigung ein Opfer bringen muß, sich an einem Pflichttoten nicht verunreinigen dürfe, so heißt es: an seinem Vater und an seiner Mutter darf er sich nicht verunreinigen, wohl aber verunreinige er sich an einem Pflichttoten.", "Man könnte glauben, daß er sich auch an anderen Toten verunreinige, so ist ein Schluß vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn ein gemeiner Priester, der sich an Verwandten verunreinigen darf, sich an anderen Toten nicht verunreinigen darf, um wieviel weniger darf ein Nazir, der sich auch an Verwandten nicht verunreinigen darf, sich an anderen Toten verunreinigen." ], [ "Wenn es nun heißt: an seinem Vater und an seiner Mutter, so besagt dies, nur an seinem Vater und an seiner Mutter dürfe er sich nicht verunreinigen, wohl aber verunreinige er sich an einem Pflichttoten.", "Dies13Daß er sich an einem Pflichttoten verunreinige.wäre ja, auch wenn dies nicht gelehrt worden wäre, durch einen Schluß zu folgern: beim Hochpriester wird es18Das Verbot der Verunreinigung an einem Toten.allgemein gelehrt und beim Nazir wird es allgemein gelehrt, wie der Hochpriester, bei dem es allgemein gelehrt wird, nur an seinem Vater sich nicht verunreinigen darf, wohl aber an einem Pflichttoten, ebenso darf auch der Nazir, bei dem es allgemein gelehrt wird, sich nur an seinem Vater nicht verunreinigen, wohl aber an einem Pflichttoten.", "Oder aber wie folgt: beim gemeinen Priester wird es allgemein gelehrt und beim Nazir wird es allgemein gelehrt, wie der gemeine Priester, bei dem es allgemein gelehrt wird, sich an seinem Vater verunreinigen darf, ebenso darf auch der Nazir, bei dem es allgemein gelehrt wird, sich an seinem Vater verunreinigen.", "Daher heißt es: an seinem Vater und an seiner Mutter darf er sich nicht verunreinigen, wohl aber verunreinige er sich an einem Pflichttoten. – Dies ist ja demnach19Wenn man aus einem Schlusse folgern kann, daß er sich an seinem Vater wohl verunreinigen dürfe.nötig, um zu lehren,", "daß er sich an seinem Vater nicht verunreinigen dürfe!? – Vielmehr, [das Wort] an seinem Vater lehrt, daß er sich an seinem Vater nicht verunreinigen dürfe, jedoch lehrt [das Wort] an seinem Bruder, daß er sich nur an seinem Bruder nicht verunreinigen darf, wohl aber verunreinige er sich an einem Pflichttoten. An seiner Mutter, dies ist wegen der Wortanalogie Rabbis20Ob. Fol. 48a.nötig.", "An seiner Schwester, wegen der folgenden Lehre: An seiner Schwester, worauf deutet dies?", "Man könnte glauben, daß, wenn einer21Der nicht Nazir ist, bezw. ein Nazir, dem die Verunreinigung an sich verboten ist.sein Pesaḥopfer schlachten oder seinen Sohn beschneiden geht und hört, daß ihm jemand gestorben sei, er sich an diesem verunreinige, so heißt es: verunreinige er sich nicht.", "Man könnte glauben, daß er sich auch an einem Pflichttoten nicht verunreinigen dürfe, so heißt es: an seiner Schwester, an seiner Schwester darf er sich nicht verunreinigen, wohl aber verunreinige er sich an einem Pflichttoten.", "R. A͑qiba erklärte: Seelen, das sind Fremde; Toten, das sind Verwandte; an seinem Vater und an seiner Mutter, an diesen22Diese sind ebenfalls Verwandte, somit deuten diese Worte nur hierauf.darf er sich nicht verunreinigen, wohl aber verunreinige er sich an einem Pflichttoten.", "An seinem Bruder; wenn er Hochpriester und Nazir ist, so darf er sich nur an seinem Bruder nicht verunreinigen, wohl aber verunreinige er sich an einem Pflichttoten. An seiner Schwester, wegen folgender Lehre: Wenn jemand sein Pesaḥopfer schlachten oder seinen Sohn beschneiden geht &c. –", "Woher entnimmt R. A͑qiba23Der das W. ולאמו hierfür verwendet.die Wortanalogie Rabbis24Durch die gefolgert wird, daß er sich am Aussatz seines Vaters verunreinigen dürfe.? –", "Er kann dir erwidern: da der Meister gesagt hat, daß, wenn er Hochpriester und Nazir ist, er sich nur an seinem Bruder nicht verunreinigen dürfe, wohl aber an einem Pflichttoten, so ist es ja einerlei, ob er nur Hochpriester oder Nazir und Hochpriester25Somit ist dies beim Hochpriester überflüssig u. deutet auf die Wortanalogie R.s.ist. –", "Woher entnimmt R. Jišma͑él den Fall, wenn er Hochpriester und Nazir ist? – Da der Allbarmherzige bei einem Pflichttoten ein Verbot erlaubt hat, so ist es ja einerlei, ob es ein Verbot ist oder zwei Verbote sind. –", "Wozu heißt es: an seiner Schwester? – Man könnte glauben, der Allbarmherzige habe es bei einem Pflichttoten nur einem Nazir und einem Priester erlaubt, wobei nur gewöhnliche Verbote begangen werden, wegen der Beschneidung und des Pesaḥopfers aber, auf [deren Unterlassung] die Ausrottungsstrafe gesetzt ist, verunreinige man sich auch an einem Pflichttoten nicht, so lehrt er uns. –" ], [ "Wozu sind nach R. A͑qiba, wo dies doch, da es einerlei ist, ob er nur Hochpriester oder Hochpriester und Nazir ist, aus [dem Wort] an seinem Bruder zu entnehmen ist, [die Worte] an seinem Vater und an seiner Mutter nötig!? –", "Sie sind nötig. Würde der Allbarmherzige es nur von seinem Vater geschrieben haben, so könnte man glauben, er dürfe sich an diesem deshalb nicht verunreinigen, weil bezüglich dessen nur eine Annahme26Daß er ihn erzeugt hat.besteht, an seiner Mutter aber, von der es sicher ist, daß sie ihn geboren hat, dürfe er sich wohl verunreinigen.", "Und würde er es nur von seiner Mutter geschrieben haben, so könnte man glauben, an seiner Mutter dürfe er sich deshalb nicht verunreinigen, weil die Nachkommenschaft nicht nach ihr geht, an seinem Vater aber dürfe er sich wohl verunreinigen, da es heißt :27Num. 1,2.nach ihren Geschlechtern, nach ihren Väterhäusern, so lehrt er uns. –", "Wozu heißt es: zu irgend welchen toten Seelen darf er nicht kommen? –" ], [ "Zu irgend welchen, dies schließt Fremde aus; toten, dies schließt Verwandte aus; Seelen, dies schließt ein Viertel[log] Blut von zwei Toten28Da hier die Mehrzahl gebraucht wird.aus. Dieses ist durch Bezeltung verunreinigend, denn es heißt: zu irgend welchen toten Seelen darf er nicht kommen.", "ii WEGEN FOLGENDER VERUNREINIGUNGEN MUSS DER NAZIR SICH SCHEREN: WEGEN [DER VERUNREINIGUNG AN] EINER LEICHE, AN EINER OLIVE VON EINER LEICHE, AN EINER OLIVE VERWESTES, AN EINEM LÖFFEL MODER, AM RÜCKGRAT, AM SCHÄDEL, AN EINEM GLIEDE VON EINER LEICHE ODER EINEM GLIEDE VON EINEM LEBENDEN, AN DEM GENÜGEND FLEISCH29Soviel, daß bei einem Lebenden eine Wunde vernarben würde.IST, AN EINEM HALBEN KAB GEBEINE30Von einem Toten.UND EINEM HALBEN LOG BLUT,\n", "DURCH BERÜHRUNG, DURCH TRAGEN UND DURCH BEZELTUNG31Vgl. S. 626 Anm. 90., UND AN EINEM GERSTEN-GROSSEN KNOCHEN DURCH BERÜHRUNG UND TRAGEN.", "WEGEN DIESER MUSS DER NAZIR SICH SCHEREN UND AM DRITTEN UND AM SIEBENTEN [TAGE] BESPRENGEN32Mit dem Entsündigungswasser; cf. Num. 19,12.LASSEN; DIE VORANGEHENDEN TAGE SIND HINFÄLLIG UND ERST NACHDEM ER SICH GEREINIGT33Durch das Reinigungsbad; cf. Num. 19,19.UND SEINE OPFER DARGEBRACHT HAT, BEGINNT ER ZU ZÄHLEN34Die Tage des von neuem beginnenden Nazirates..", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Nach dem Hinscheiden R. Meírs sprach R. Jehuda zu seinen Schülern : Die Schüler R. Meírs sollen hier35In sein Lehrhaus.nicht eintreten, denn diese sind streitsüchtig und kommen nicht, um das Gesetz zu lernen, sondern um mich mit Halakhot niederzukämpfen. Symmachos aber drängte sich vor und trat ein.", "Da sprach36Als er RJ. in unserer Mišna den Passus ‘an einer Leiche’ fortlassen hörte.er: R. Meír lehrte uns wie folgt: wegen folgender Verunreinigungen muß der Nazir sich scheren: wegen [der Verunreinigung an] einer Leiche und an einer Olive von einer Leiche. Da geriet R. Jehuda in Zorn und sprach zu ihnen: Habe ich euch etwa nicht gesagt, daß die Schüler R. Meírs hier nicht eintreten sollen, weil sie streitsüchtig sind!? Wenn er sich wegen einer Olive von einer Leiche scheren muß, um wieviel mehr wegen einer Leiche." ], [ "Da sagte R. Jose : Man würde sagen : Meír ist tot, Jehuda zürnt und Jose schweigt; was wird nun aus der Tora!? Hierauf erklärte R. Jose: Dies37Der Passus ‘an einer Leiche’.ist wegen einer Leiche nötig, an der keine Olive Fleisch ist. – Aber noch ist ja einzuwenden: wenn er sich wegen eines Gliedes davon scheren muß, um wieviel mehr wegen der ganzen!?", "Vielmehr, wie R. Joḥanan erklärt hat, dies gelte von einem Abortus, dessen Glieder noch nicht durch Adern verbunden sind, ebenso ist dies auch hierbei wegen eines Abortus nötig, dessen Glieder noch nicht durch Adern verbunden38Er ist trotzdem als Leiche verunreinigend.sind.", "Raba erklärte: Dies gilt von einer, deren größere Hälfte dem Umfange und der Gliederzahl nach kein Viertelkab Gebeine hat.", "AN EINER OLIVE VON EINER LEICHE, AN EINER OLIVE VERWESTES. Was heißt Verwestes? – Leichenfleisch, das vertrocknet39Nachdem es in Verwesung übergegangen war.ist, und Jauche, die zersetzt worden ist. –", "In welchem Falle, weiß man nicht, daß es von [der Leiche] ist, so ist ja nichts dabei, daß es vertrocknet ist, und weiß man, daß es von dieser ist, so sollte es auch von dem Falle gelten, wenn es nicht vertrocknet ist!?", "R. Jirmeja erwiderte: Wenn es unentschieden ist; ist es vertrocknet, so ist es Leichenjauche, und ist es nicht vertrocknet, so kann es Mund oder Nasenschleim sein.", "Abajje fragte Rabba: Gibt es bei einem Vieh Verwestes40Ob dieses gleich einem Aase verunreinigend ist.oder nicht: sagen wir, die Überlieferung hinsichtlich des Verwesten41Daß es verunreinigend ist.gelte nur von dem eines Menschen, nicht aber von dem eines Viehs, oder gibt es hierbei keinen Unterschied?", "Nicht fraglich ist dies allerdings nach demjenigen, welcher sagt, hinsichtlich der schweren Unreinheit, solange es für einen Fremdling42Das zum Essen verbotene u. verunreinigende Aas ist entweder den Hunden vorzuwerfen (Ex. 22,30) od. an einen Fremdling zu verschenken (Dt. 14,21)., und hinsichtlich der leichten Unreinheit, solange es für einen Hund [genießbar ist43Ist das Aas verunreinigend; sobald es so sehr in Verwesung übergegangen ist, daß es für einen Hund nicht mehr genießbar ist, gilt es nicht mehr als Aas u. ist nicht mehr verunreinigend.],", "wie ist es aber nach demjenigen, welcher sagt, auch hinsichtlich der schweren Unreinheit, solange es für einen Hund [genießbar ist]? –", "Komm und höre: Hat man es44Fett vom Aase eines reinen Geflügels, daß beim Essen verunreinigend ist.am Feuer geschmolzen, so ist er45Wer die geschmolzene Masse trinkt.unrein, wenn aber an der Sonne, so ist er46Da es nicht mehr genießbar ist.rein. Wenn dem nun so47Das auch bei einem Tiere die verweste Leiche verunreinigend sei; die in Handschriften u. den Kommentaren fehlenden W.e עד לכלב sind störend.wäre, so sollte er [unrein sein,] auch wenn man es an der Sonne geschmolzen hat!? –", "An der Sonne schmilzt es erst, nachdem es verwest ist, und sobald es verwest ist, gilt es als Erde48Es ist nicht einmal für Hunde genießbar u. nicht mehr verunreinigend..", "Es wird gelehrt : Alles, was durch den Strahl verbunden wird, ist rein49Wenn eine reine Flüssigkeit in eine unreine geschüttet wird u. sie durch den Strahl verbunden werden, so wird dadurch die Unreinheit nicht übertragen.,", "ausgenommen der Honig aus Ziph und Çapaḥath50Eine Art Sirup, nach anderen Ortsname; vgl. jed. Sot. Fol. 48b.;" ], [ "die Schule Šammajs sagt, auch der Brei aus Graupen oder Bohnen, weil er sich zurückzieht51Der unterbrochene Strahl zieht sich nach oben u. dies hat den Anschein, als komme etwas aus dem unteren Gefäße in das obere..", "Rami b. Ḥama fragte : Gibt es eine Strahlverbindung bei Speisen52Wenn man eine breiartige Speise laufen läßt u. der untere Teil des Strahles unrein wird.oder nicht: sagen wir, bei jenen53Den genannten Flüssigkeiten, die durch den Strahl verbunden werden.erfolgt dies deshalb, weil sie sich dehnen, diese aber dehnen sich nicht, oder deshalb, weil sie dick sind, und auch diese sind dick?", "Raba erwiderte: Komm und höre: Wenn man ein ganzes Stück Fett54Im verunreinigungsfähigen Quantum einer Olive.von einem Toten geschmolzen hat, so ist es unrein; wenn es aber zerbröckelt war und man es geschmolzen hat, so ist es rein55Da die einzelnen Brocken das verunreinigungsfähige Quantum nicht hatten, so bleibt es rein, obgleich das zusammengeschmolzene Stück dieses Quantum hat.. Wenn man nun sagen wollte, bei Speisen gebe es keine Verbindung durch den Strahl, so sollte auch ein ganzes Stück, das man geschmolzen hat, rein56Da im geschmolzenen Zustande beim Bewegen der Pfanne od. beim Umschütten die einzelnen Teilchen von einander getrennt werden u. eine Verbindung nicht erfolgt.sein!?", "R. Zera erwiderte: Ich und Mar, der Sohn Rabinas, erklärten es. Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn beim Schmelzen ein Feuerstrahl in das Gefäß gedrungen57Wenn es überhaupt nicht umgeschüttet worden ist; die Teilchen sind von einander nicht getrennt worden.und es darauf geronnen ist.", "Rabina sprach zu R. Aši: Komm und höre: Die Schule Šammajs sagt, auch der Brei aus Graupen und Bohnen, weil er sich zurückzieht58Und dies geschieht auch bei Speisen.. – Es ist nicht gleich; da erfolgt es, weil er dick ist, hierbei aber, weil er sich dehnt59Nach der Schule Š.s gilt dies nicht von allen Speisen, sondern nur vom genannten Brei, weil er sich dehnt..", "AN EINEM LÖFFEL MODER. Wieviel ist dies? Ḥizqija erklärte, einen Handteller60Bis zu den Fingern.voll. R. Joḥanan erklärte, einen Handhaufen61Mit Einschluß der Finger.voll. – Es wird gelehrt: Der Löffel Verwestes ist zu verstehen, von den Wurzeln der Finger aufwärts62Soviel, wieviel die Finger von den Wurzeln bis zu den Spitzen fassen.– so R. Meír; die Weisen sagen, einen Handhaufen voll.", "Allerdings ist R. Joḥanan der Ansicht der Rabbanan, Ḥizqija aber ist ja weder der Ansicht R. Meírs noch der der Rabbanan!? – Ich will dir sagen, der Handteller und die Fingergelenke aufwärts sind ein Maß.", "R. Šimi b. Ada sprach zu R. Papa: Woher, daß mit ‘Fingergelenke’ aufwärts [die Seite] nach den Spitzen zu verstehen ist, vielleicht die Seite nach der Hand, der Handteller!? – Dies bleibt unentschieden." ], [ "Die Rabbanan lehrten: Bei welcher Leiche gibt es Moder63Dh. ist der Moder verunreinigend.? Wenn die Leiche nackt in einem Sarge aus Marmor begraben worden ist, oder auf einem Steinfließ, so gibt es bei dieser Moder; ist sie in einem Gewande oder einem Holzsarge begraben worden, oder auf einem Ziegelfließ, so ist es eine Leiche, bei der es keinen Moder gibt64Diese werden mit vermodert, u. wenn der Leichenmoder einen Zusatz enthält, so ist er nicht mehr verunreinigend..", "U͑la sagte: Als Moder gilt nur das, was vom Fleische, von den Sehnen und von den Knochen65Von allen zusammen.kommt. Raba wandte gegen U͑la ein: Moder, der vom Fleische kommt, ist rein. Demnach ist der, der von den Knochen kommt, unrein, selbst wenn kein Fleisch daran ist!? – Lies wie folgt: Moder, der vom Fleische kommt, ist rein; nur66Dann ist er unrein.wenn am Fleische ein Knochen ist. –", "Es sind ja keine Sehnen vorhanden!? – Es gibt nicht Fleisch und Knochen ohne Sehnen.", "R. Šemuél b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn zwei Leichen beisammen begraben worden sind, so gilt jede als Zusatz67Sodaß der Moder von beiden nicht mehr verunreinigend ist.der anderen. R. Nathan wandte ein : Der von zwei Leichen herrührende Moder ist unrein!?", "Raba erwiderte: In dem Falle, wenn jede besonders begraben worden und vermodert ist, und sie zusammen einen Löffel Moder ergeben.", "Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn man [einer Leiche] das Haar abgeschnitten und mit dieser begraben hat, so gilt es als Zusatz. Dort haben wir gelernt: Alles an einer Leiche ist unrein, ausgenommen die Zähne, das Haar und die Nägel; wenn sie an dieser haften, sind sie alle unrein.", "Ḥizqija fragte: Wie verhält es sich mit dem Haare, das zum Scheren und einem Nagel, der zum Abschneiden bestimmt68Noch bei Lebzeiten des Verstorbenen.war: sagen wir, alles, was zum Abschneiden bestimmt ist, gelte als abgeschnitten, oder aber [sagen wir,] gegenwärtig haften sie? –", "Dies ist ja aus [der Lehre] des Rabba b. Bar Ḥana zu entscheiden, wonach dies69Daß das Haar nicht mehr zur Leiche gehört.nur von dem Falle gilt, wenn man [das Haar] abgeschnitten hat, nicht aber, wenn man es nicht abgeschnitten70Selbst wenn es bereits zum Abschneiden bestimmt war.hat !? – Er sagte nur, daß, wenn man es abgeschnitten hat, es als Zusatz gelte, wenn man es aber nicht abgeschnitten hat, so ist dies fraglich.", "R. Jirmeja fragte: Wie verhält es sich mit dem Moder, der von der Ferse71Wohl von der dicken Hornhaut, die schon bei Lebzeiten abgestorben ist.kommt: gilt dies nur vom Moder der ganzen Leiche, nicht aber von dem der Ferse, oder gibt es hierbei keinen Unterschied? –", "Komm und höre: R. Nathan b. Oša͑ja lehrte: Der von zwei Leichen herrührende Moder ist unrein. Wenn man sagen wollte, dies gelte nicht vom von der Ferse herrührenden, so ist ja sowohl hinsichtlich der einen als auch hinsichtlich der anderen zu berücksichtigen, [der Moder] rühre vielleicht von der Ferse72Oben wurde erklärt, dies gelte von dem Falle, wenn von beiden ein Löffel Moder vorhanden ist, u. wenn der Fersenmoder abgezogen wird, ist dieses Quantum nicht mehr vorhanden.her!? –", "Wenn die ganze Leiche samt der Ferse vermodert ist, ist dem73Daß auch der von der Ferse herrührende Teil unrein ist.auch so, hier aber wird von dem Falle gesprochen, wenn ein Glied an der Ferse vermodert ist; wie ist es nun? – Dies bleibt unentschieden.", "R. Jirmeja fragte: Gilt die Geburt im Leibe der Mutter als Zusatz74Und hebt die Unreinheit auf.oder nicht: gehört sie, da der Meister gesagt hat, die Geburt gelte als Glied der Mutter, zum Körper, somit ist sie kein Zusatz, oder gilt sie, da sie später heraustritt, als gesondert? Und wie verhält es sich ferner, wenn du entscheidest, sie gelte als gesondert, da sie später heraustritt," ], [ "mit dem Samen75Der von einem Manne herrührt.im Leibe der Mutter: sagen wir, da er noch nicht entwickelt ist, gleiche er ihrem Körper, oder nicht, da er von außen hineingekommen ist?", "R. Papa fragte: Wie verhält es sich mit dem Kote: sagen wir, dieser gehöre, da man ohne zu essen nicht leben kann, zum Körper, oder aber, auch dieser ist von außen hineingekommen? R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, fragte : Wie verhält es sich mit der Haut76Der Leiche, wohl wenn sie vom Körper getrennt ist.? R. Hona b. Manoah fragte: Wie verhält es sich mit dem Mund- und Nasenschleime?", "R. Šemuél b. Aḥa sprach zu R. Papa: Wie kann es, wenn man sagen wollte, all diese genannten Dinge gelten als Zusatz, überhaupt vorkommen, daß der Moder unrein77Das eine od. das andere befindet sich in jeder Leiche.ist!? – Wenn man [die Leiche] mit Dattelwasser78Wodurch die Därme entleert werden; cf. Sab. Fol. 110a.getränkt, mit einem Enthaarungsmittel bestrichen und mit Tiberjaswasser79Aus den Thermen zu Tiberjas.gebrüht hat.", "Abajje sagte: Es ist uns überliefert, daß, wenn man eine Leiche gemahlen hat, es bei dieser keinen Moder gebe. Sie fragten : Wie ist es, wenn man sie gemahlen hat und sie darauf vermodert ist: ist es davon abhängig, ob Fleisch, Sehnen und Knochen vorhanden sind, und diese sind vorhanden, oder ist der natürliche Zustand erforderlich, was hierbei nicht der Fall ist? – Dies bleibt unentschieden.", "U͑la b. Ḥanina lehrte: Bei einer unvollständigen Leiche gibt es keinen Moder, keine Erdunterlage80Wenn man eine aufgefundene Leiche zur Bestattung bringt, so gehört zu dieser auch die Erde, worauf sie liegt; cf. infra Fol. 64b.und keine Gräber statte81Wenn 3 Leichen nebeneinander aufgefunden werden, so gilt der Platz als Gräberstätte u. sie dürfen nicht entfernt werden..", "Man wandte ein: [Es wird gelehrt :] Nein, wenn dies82Daß ein olivengroßes Stück Fleisch verunreinigend ist; cf. Ed. VI,3.von einem Toten gilt, der [verunreinigend ist] durch die größere Hälfte, ein Viertel [Kab Knochen] und einen Löffel Moder, sollte dies auch von einem Lebenden gelten, der durch die größere Hälfte, ein Viertel [Kab Knochen] und einen Löffel Moder nicht [verunreinigend] ist!?", "Dies kommt wohl in dem Falle vor, wenn ein einzelnes Glied vermodert ist, somit ist dem entsprechend bei einer Leiche der Moder eines einzelnen Gliedes [unrein]!? – Es heißt ja nicht: dem entsprechend bei einer Leiche; er sagt nur, daß es bei einem Toten Moderunreinheit gebe, und bei einem Lebenden keine Moderunreinheit gebe.", "Raba fragte : Wie ist es, wenn einem bei Lebzeiten ein Glied vermodert und er darauf gestorben83Und darauf die ganze Leiche vermodert ist.ist: gilt dies nur von der Vermoderung als Leiche84Somit fehlt das eine Glied u. die Leiche ist defekt., oder aber, gegenwärtig ist er ja tot? –", "Komm und höre: [Es wird gelehrt :] Nein, wenn dies von einem Toten gilt, der [verunreinigend ist] durch die größere Hälfte, ein Viertel [Kab Knochen] und einen Löffel Moder, sollte dies auch von einem Lebenden &c.", "Dies gilt also nur von einem Lebenden, bei einem Toten aber gibt es Moderunreinheit85Auch wenn die Vermoderung zum Teil bei Lebzeiten erfolgt ist.. – Es heißt ja nicht: bei einem Toten aber86Sc. gibt es in jedem Falle Moderunreinheit.; er sagt nur, daß es bei einem Toten Moderunreinheit gebe, bei einem Lebenden aber keine Moderunreinheit gebe.", "Raba fragte: Wie verhält es sich bei einer unvollständigen Ameise: bezieht sich die Lehre87Daß das Essen einer Ameise strafbar sei.auf das Quantum, und dieses ist unvollständig, oder bezieht es sich auf das Geschöpf, und dieses ist88Da die größere Hälfte dem Ganzen gleicht.vorhanden?" ], [ "R. Jehuda aus Disqarta sprach: Komm und höre:89Lev. 11,31.An ihnen; man könnte glauben, nur am ganzen90Man sei unrein, nur wenn man das ganze in der Schrift genannte unreine Tier berührt hat., so heißt es:91Lev. 11,32.von ihnen. Aus [dem Worte] von ihnen könnte man entnehmen, auch an einem Teilchen, so heißt es: an ihnen.", "Wie ist dies zu erklären? Wenn man ein Teilchen berührt, das einem ganzen gleicht. Die Weisen haben dieses auf die Größe einer Linse bemessen, denn die Schnecke92Die an der bezüglichen Schriftstelle genannt wird.ist bei Beginn ihrer Erschaffung linsengroß. Schließe hieraus, daß die Lehre sich auf das Quantum erstrecke.", "R. Šema͑ja erwiderte: Nur bei einem leblosen Stücke, das unter Linsengröße nicht verunreinigend ist, ist das Quantum erforderlich, nicht aber bei einem Lebewesen93Das überhaupt nicht linsengroß u. doch verboten ist..", "AM RÜCKGRAT, AM SCHÄDEL. Sie fragten: Heißt es: am Rückgrat und Schädel, oder am Rückgrat oder am Schädel? Raba erwiderte: Komm und höre: Wenn vom Rückgrat die meisten Rippen entfernt worden sind, so ist es rein. Im Grabe aber ist es durch das Grab auch zerbrochen oder zerlegt unrein94Weil es durch das Grab vereinigt wird..", "Nur wenn sie entfernt worden sind, wenn sie nicht entfernt worden sind, ist es95Auch ohne Schädel.unrein. Schließe hieraus, daß es Rückgrat oder Schädel heißt. – Dies96Daß das Rückgrat ohne Schädel unrein sei.lehrt er nicht; er lehrt nur, daß, wenn sie entfernt worden sind, es rein sei; sonst aber ist es fraglich. –", "Komm und höre: R. Jehuda sagte: Sechs Dinge97Diese werden weiter aufgezählt.sind nach R. A͑qiba unrein und nach den Weisen rein; R. A͑qiba aber trat von seiner Ansicht zurück. Einst brachte man einen Korb Gebeine in das Bethaus der Kupferschmiede und legte sie schwebend98Damit man sich an ihnen nicht verunreinige.nieder, und als der Arzt Theodos und mit ihm alle anderen Ärzte hineingingen, sprachen sie: Das ist kein Rückgrat von einer Leiche99Sie sind nicht durch Bezeltung verunreinigend..", "Also nur aus dem Grunde, weil es kein Rückgrat von einer Leiche war, wenn es aber ein Rückgrat oder ein Schädel von einer Leiche wäre, müßte ein Nazir sich wegen dieser das Haar schneiden. Schließe hieraus, daß hier von einem Rückgrat oder einem Schädel gelehrt wird. – Dies ist selbstverständlich; selbstverständlich waren da nicht Schädel und Rückgrat von einer Leiche vorhanden, aber nicht einmal ein Rückgrat von einer Leiche oder ein Schädel von einer Leiche100Die nach RA͑. verunreinigend sind.war da vorhanden. –", "Komm und höre aus der Aufzählung101Der oben erwähnten 6 Dinge, über die RA͑. u. die Weisen streiten. : Folgende sind die sechs Dinge, nie nach R. A͑qiba unrein und nach den Weisen rein sind: ein von zwei Leichen102Wenn zBs. die beiden Knochen des Armes od. Schenkels von 2 Leichen herrühren.herrührendes Glied, ein von zwei Lebenden herrührendes Glied, ein halber Kab Gebeine von zwei Leichen, ein Viertel[log] Blut von zwei [Leichen], ein entzwei geteilter gerstengroßer Knochen, das Rückgrat und der Schädel." ], [ "Wenn man nun sagen wollte, es sei Rückgrat oder Schädel zu verstehen, so sind es ja sieben!? –", "Er zählt nur das mit, hinsichtlich dessen mehrere103Die in der angezogenen Lehre mit ‘Weisen’ bezeichnet werden.gegen ihn streiten, während hinsichtlich eines gerstengroßen Knochens ein einzelner104Dieser zählt nicht mit, somit bleiben es 6 Dinge, wenn Schädel u. Rückgrat einzeln gezählt werden.gegen ihn streitet. Es wird nämlich gelehrt: Ein gerstengroßer entzwei geteilter Knochen ist nach R. A͑qiba unrein und nach R. Joḥanan b. Nuri rein.", "Wenn du willst, sage ich: er zählt nur das Glied von einer Leiche105Auch bei den übrigen Dingen, die genannt werden, handelt es sich um Leichenteile.mit, nicht aber das Glied von einem Lebenden.", "Wenn du willst, sage ich : er zählt nur das mit, wegen dessen ein Nazir bei Bezeltung106Wegen einer solchen Verunreinigung.sich scheren muß, was bei einem gerstengroßen Knochen nicht der Fall107Bei diesem erfolgt dies nur durch Tragen u. Berührung; cf. supra Fol. 49a.ist.", "Wenn du aber willst, sage ich: er zählt nur das mit, hinsichtlich dessen [R. A͑qiba] zurückgetreten108Von diesen Fällen, wird hier berichtet.ist, während er hinsichtlich eines Viertel[logs] Blut nicht zurückgetreten ist. Rabbi sprach nämlich zu Bar Qappara: Zähle unter den Dingen, hinsichtlich welcher er zurückgetreten ist, das Viertel[log] Blut nicht mit, denn diesbezüglich hat R. A͑qiba eine Lehre in der Hand,", "auch unterstützt ihn die Schrift, denn es heißt :109Lev. 21,11; hieraus wird gefolgert, daß dieses verunreinigend sei; vgl. S. 626 Anm. 92.zu den Seelen von Toten soll er nicht eintreten. R. Šimo͑n sprach: Während seines ganzen Lebens erklärte er es als unrein, ich weiß nicht, ob er nicht nach seinem Tode davon zurückgetreten ist. Es wird gelehrt: Ihm110RŠ., der von seinem Lehrer mit wenig Ehrerbietung sprach.waren die Zähne vor Fasten schwarz geworden. –", "Komm und höre: Die Schule Šammajs sagt, ein Viertel[kab] Gebeine111Von denen es heißt, daß sie verunreinigend sind.von zwei oder drei [Gliedern]; die Schule Hillels sagt, ein Viertel[kab] von dem Umfange oder der Gliederzahl nach größeren Teile des Körpers. R. Jehošua͑ sagte: Ich kann die Worte der Schule Šammajs und die Worte der Schule Hillels in Übereinstimmung bringen;", "die Schule Šammajs sagt, von zwei oder drei [Gliedern] : entweder von zwei Schenkeln und einer Hüfte oder von zwei Hüften und einem Schenkel, weil sie den größeren Teil der Statur ausmachen; die Schule Hillels sagt, von dem Umfange oder der Gliederzahl nach größeren Teile des Körpers, wie dies auch bei den Gliedern der Hände und der Füße der Fall sein kann. Šammaj sagt, auch ein Knochen vom Rückgrat oder vom Schädel. –", "Šammaj ist besonders erschwerend. – Demnach ist ja hieraus zu entscheiden, daß die Schule Šammajs dieser Ansicht aus dem Grunde ist, weil sie erschwerend ist, nach den Rabbanan aber nur dann, wenn Rückgrat und Schädel vorhanden sind!? – Nein, die Rabbanan streiten gegen Šammaj nur hinsichtlich eines Knochens vom Rückgrat und vom Schädel, vollständig aber ist es auch eines von ihnen.", "Rami b. Ḥama fragte: Wie verhält es sich112Ob ein Nazir sich dieserhalb scheren muß.mit einem Viertel[kab] Gebeine vom Rückgrat und vom Schädel: gilt die Norm von einem halben Kab Gebeine nur von solchen anderer Glieder, bei solchen von Rückgrat und Schädel aber, bei denen es strenger ist, genügt auch ein Viertel[kab] Gebeine, oder gibt es hierbei keinen Unterschied?", "Raba erwiderte: Komm und höre: Am Rückgrat und am Schädel. Wenn man sagen wollte, ein Viertel[kab] Gebeine vom Rückgrat oder dem Schädel sei [verunreinigend], so sollte er auch lehren: an einem vom Rückgrat herrührenden Viertel[kab] Gebeine!? –" ], [ "Aber Raba ist es ja selbst, welcher113Ob. Fol. 50a.erklärte, dies sei wegen des Falles nötig, wenn das Rückgrat und der Schädel kein Viertel[kab] Gebeine haben!? – Nachdem er die Lehre R. A͑qibas114Der vom Schädel u. Rückgrat spricht, ohne den Viertelkab zu nennen.hörte. –", "Komm und höre : Šammaj sagt, auch ein Knochen vom Rückgrat oder vom Schädel. – Šammaj ist besonders erschwerend. –", "Demnach ist ja hieraus zu entscheiden, daß Šammaj dieser Ansicht aus dem Grunde ist, weil er erschwerend ist, nach den Rabbanan aber nur dann, wenn ein halber Kab Gebeine vorhanden ist? –", "Vielleicht streiten die Rabbanan gegen Šammaj nur hinsichtlich eines Knochens, hinsichtlich eines Viertel[kabs] aber pflichten auch die Rabbanan bei.", "R.Elie͑zer sagte: Ein Teil der früheren Ältesten sagte, ein halber Kab Gebeine und ein halbes Log Blut seien in jeder Hinsicht, und ein Viertel[kab] Gebeine und ein Viertel[log] Blut seien nicht in jeder Hinsicht [verunreinigend], und ein Teil sagte, auch ein Viertel[kab] Gebeine und ein Viertel[log] Blut seien es in jeder Hinsicht.", "Das Gericht, das ihnen folgte, entschied, ein halber Kab Gebeine und ein halbes Log Blut in jeder Hinsicht, ein Viertel[kab] Gebeine und ein Viertel[log] Blut nur hinsichtlich der Hebe und des Heiligen, nicht aber für den Nazir und den das Pesaḥopfer Herrichtenden115Cf. Num. 9,10.. –", "Merke, die Schlichtung eines dritten ist ja nicht116Das Gericht konnte nur nach der einen od. nach der anderen Ansicht entscheiden.entscheidend!? R. Ja͑qob b. Ibi erwiderte: Sie entschieden dies auf Grund einer Überlieferung aus dem Munde von Ḥaggaj, Zekharja und Maleakhi117Der letzten Propheten, nicht aber zur Schlichtung des Streites..", "WEGEN DIESER MUSS DER NAZIR SICH SCHEREN. [Die Worte] ‘wegen folgender’ im Anfangsatze schließen einen gerstengroßen Knochen aus, daß er es nur durch Berührung und Tragen ist, nicht aber durch Bezeltung, und [die Worte] ‘wegen dieser’ im Schlußsatze schließen den Deckelstein118Über einer Leiche.aus.", "AN EINEM HALBEN KAB GEBEINE." ], [ "Nur an einem halben Kab Gebeine, nicht aber an einem Viertel[kab] ; in welchem Falle: sind darunter gerstengroße Knochen, so sollte dies schon wegen des gerstengroßen Knochens erfolgen!? – Vielmehr, wenn sie gemahlen sind.", "AN EINEM GLIEDE VON EINER LEICHE ODER EINEM GLIEDE VON EINEM LEBENDEN, AN DEM GENÜGEND FLEISCH IST. Wie ist es, wenn an ihnen nicht genügend Fleisch ist? – R. Joḥanan sagt, der Nazir schere sich ihretwegen nicht; Reš Laqiš sagt, der Nazir schere sich ihretwegen wohl.", "R. Joḥanan sagt, der Nazir schere sich ihretwegen nicht, denn im Anfangsatze lehrt er: an einem Gliede von einer Leiche oder an einem Gliede von einem Lebenden, nur wenn an ihnen genügend Fleisch ist, sonst aber nicht.", "R. Šimo͑n b. Laqiš sagt, er schere sich wohl, da dies nicht im Schlußsatze119In der folgenden Mišna, wo diejenigen Verunreinigungen aufgezählt werden, derentwegen der Nazir sich das Haar nicht schere.gelehrt wird. – Und R. Joḥanan!? –", "Er kann dir erwidern: was durch einen Schluß zu folgern120Aus dem Wortlaute der Mišna ist zu entnehmen, daß dies nicht von dem Falle gelte, wenn daran nicht genügend Fleisch ist.ist, lehrt er im Schlußsatze nicht. –", "Aber auch hinsichtlich des halben Kabs Gebeine ist ja zu folgern, nur an einem halben Kalb, nicht aber an einem Viertel [Kab] Gebeine, dennoch lehrt er im Schlußsatze119Wenn man aus einem Schlusse folgern kann, daß er sich an seinem Vater wohl verunreinigen dürfe.: ein Viertel [Kab] Gebeine!? –", "Wenn er es nicht von einem Viertel [Kab] gelehrt haben würde, könnte man glauben, daß es auch durch Berühren und Tragen nicht [verunreinigend] sei, daher muß er lehren, daß wegen eines Viertel [Kabs] Gebeine der Nazir nur bei Bezeltung sich nicht schere. –", "Aber auch hinsichtlich des halben Logs Blut ist ja zu folgern, nur an einem halben Log Blut, nicht aber an einem Viertel[log] Blut, dennoch lehrt er im Schlußsatz: ein Viertel[log] Blut!? – Dies schließt die Ansicht R. A͑qibas aus, denn R. A͑qiba sagt, ein von zwei Leichen herrührendes Viertel[log] Blut sei durch Bezeltung verunreinigend. –", "Von was für einem Gliede von einer Leiche wird hier gesprochen: ist daran ein gerstengroßer Knochen, was ist demnach der Grund R. Joḥanans, und ist daran kein gerstengroßer Knochen, was ist demnach der Grund des Reš Laqiš!? – Nach Reš Laqiš ist zu erwidern: tatsächlich, wenn daran kein gerstengroßer Knochen ist, jedoch hat der Allbarmherzige dieses einbegriffen.", "Es wird nämlich gelehrt:121Num. 19,16.Und jeder, der rührt auf freiem Felde an einen Erschlagenen durch ein Schwert oder einen Toten. Auf freiem Felde, das ist die Bezeltung über den Toten; Erschlagenen, das ist ein Glied von einem Lebenden, das soviel [Fleisch] hat, um heilen122Falls es an einem Lebenden haften würde.zu können;", "Schwert, dieses gleicht123Dieses ist gleich jenem erstgradig unrein.dem Erschlagenen; oder einen Toten, das ist ein von einem Toten abgetrenntes Glied; oder an einen Menschenknochen, das ist ein Viertelkab Gebeine; oder an ein Grab, das ist das ausgefüllte124Wenn zwischen der Leiche u. dem Grabdeckel keine Handbreite freier Raum vorhanden ist.Grab," ], [ "denn der Meister sagte, bei einem solchen dringe die Unreinheit nach oben125Ohne Begrenzung; das Grab gleicht der Leiche selbst, u. wer sich auf diesem befindet, ist durch Bezeltung unrein.und nach unten. Hinsichtlich der [Verunreinigung durch] Berührung aber, sagte R. Jehuda, wird gelehrt :126Num. 19,18. Der127St. וכל ist ועל zu lesen.gerührt hat an einen Knochen oder einen Erschlagenen. Einen Knochen, das ist ein gerstengroßer Knochen; oder einen Erschlagenen, das ist ein von einem Lebenden abgetrenntes Glied, das nicht soviel [Fleisch] hat, anheilen zu können;", "oder einen Toten, das ist ein von einem Toten abgetrenntes Glied; oder ein Grab, Reš Laqiš erklärte, das Grab vor der Gesetzgebung128Dh. das nichtjüdische Grab; dieses ist durch Berührung u. nicht durch Bezeltung verunreinigend.. –", "Von was für einem Gliede von einer Leiche wird hier gesprochen: ist daran ein gerstengroßer Knochen, so ist dies ja das Berühren eines Knochens, doch wohl, wenn kein gerstengroßer Knochen daran ist, dennoch hat der Allbarmherzige es einbegriffen129Daß der Nazir sich wegen dessen schere, gegen die Ansicht RJ.s.!? –", "R. Joḥanan kann dir erwidern: tatsächlich, wenn ein solcher daran ist, und da es nicht auf das Berühren zu beziehen130Da die Verunreinigung schon durch das Berühren des Knochens erfolgt.ist, so beziehe man es auf das Tragen.", "UND AM DRITTEN UND SIEBENTEN [TAGE] BESPRENGEN LASSEN &C. HINFÄLLIG.", "Sie fragten: Erfolgt die Reinigung, von der gelehrt wird, am siebenten, sobald Sonnenuntergang erfolgt ist, nach R. Elie͑zer, oder erfolgt sie am achten, denn darunter ist die Darbringung seiner Opfer zu verstehen, nach den Rabbanan131Cf. supra Fol. 18b.? –", "Komm und höre: Im Schlußsatze wird gelehrt: er beginne mit der Zählung sofort; demnach ist unter Reinigung im Anfangsatze die Darbringung seiner Opfer zu verstehen, nach den Rabbanan, welche sagen, das Nazirat in Reinheit beginne erst am achten [Tage].", "iii WEGEN DER ÜBERHÄNGENDEN ZWEIGE, DER MAUERVORSPRÜNGE132Wenn unter einem der Zweige od. Vorsprünge 1 Stück von einer Leiche sich befunden hat, der Nazir aber nicht weiß, ob er gerade unter diesem war; es besteht somit ein Zweifel, ob eine Verunreinigung durch Bezeltung erfolgt ist., EINES GRÄBERPFLUGES,\n", "DES LANDES DER WELTLICHEN133Das rabbanitisch verunreinigend ist; cf. supra Fol. 20a.VÖLKER, DES ROLLSTEINES UND DER STÜTZE134Cf. Bd. I S. 925 Anm. 101., EINES VIERTEL[LOGS] BLUT, EINES ZELTES135In dem eine Leiche sich befindet, das der Nazir berührt., EINES VIERTEL[KAB] GEBEINE, DER MIT EINER LEICHE IN BERÜHRUNG GEKOMMENEN GERÄTE, DER ZÄHLTAGE136So werden die 7 Tage genannt, die der vom Aussatze geheilte von seiner Heilung bis zu seiner völligen Reinigung außerhalb seiner Wohnung zu verbringen hat; cf. Lev. 14,8ff. Wenn der Nazir während des Nazirates unrein war, so werden ihm diese Tage nicht angerechnet, jedoch sind die bereits absolvierten Tage nicht hinfällig.UND DER DAUER DES ENTSCHIEDENEN AUSSATZES ABER SCHERE DER NAZIR SICH NICHT.", "AM DRITTEN UND AM SIEBENTEN [TAGE]137Seit der Verunreinigung.IST ER ZU BESPRENGEN" ], [ "UND DIE FRÜHEREN TAGE SIND NICHT HINFÄLLIG; ER BEGINNE MIT DER ZÄHLUNG SOFORT138Nach Erlangung der Reinheit.UND HAT KEIN OPFER DARZUBRINGEN. IN WIRKLICHKEIT SAGTEN139Es ist ein normiertes Gesetz; cf. Bm. Fol. 60a.SIE, DASS DIE TAGE DES MÄNNLICHEN ODER WEIBLICHEN FLUSSES UND DIE TAGE DER ABSCHLIESSUNG DES AUSSÄTZIGEN140Während welcher über die Art des Aussatzes noch ein Zweifel obwaltet; cf. Lev. 13,4ff.IHM ANGERECHNET WERDEN.", "GEMARA. Überhängende Zweige sind solche, die von einem Baume über den Boden hängen. Vorsprünge sind solche, die aus einer Mauer hervorragen.", "DES LANDES DER WELTLICHEN VÖLKER. Sie fragten : Ist über das Land der weltlichen Völker [die Unreinheit] wegen der Luft141Die Unreinheit wird auch auf denjenigen übertragen, der den Boden nicht berührt hat.verhängt worden oder ist sie wegen des Bodens verhängt worden? –", "Komm und höre: Am dritten und am siebenten [Tage] ist er zu besprengen. Wozu ist, wenn man sagen wollte, wegen der Luft, die Besprengung nötig!?", "Doch wohl wegen des Bodens. – Nein, tatsächlich, kann ich dir erwidern, wegen der Luft, und dies142Daß er zu besprengen ist.bezieht sich auf die übrigen Fälle.", "Dies ist auch einleuchtend; er lehrt dies von mit einer Leiche in Berührung gekommenen Geräten; ist denn wegen solcher Geräte die Besprengung erforderlich? Vielmehr bezieht es sich auf die übrigen Fälle." ], [ "Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaim streiten: Wer in einer Truhe, einer Kiste oder einem Schranke in das Land der weltlichen Völker gekommen war, ist nach Rabbi unrein und nach R. Jose b. R. Jehuda rein. Wahrscheinlich ist Rabbi der Ansicht, wegen der Luft, und R. Jose b. R. Jehuda der Ansicht, wegen des Bodens. –", "Nein, alle sind der Ansicht, wegen des Bodens, nur ist einer der Ansicht, das bewegliche Zelt gelte143Der Insasse ist somit vom Boden getrennt.als Zelt, und einer ist der Ansicht, es gelte nicht als Zelt. –", "Es wird ja aber gelehrt, daß, wenn man eine Kiste voll Geräte zeltartig144Wenn die Kiste ein schützendes Zelt für die Geräte bildet.über eine Leiche wirft, sie, wie R. Jose b. R. Jehuda sagt, unrein, und wenn sie liegt, rein sei!? –", "Vielmehr, alle sind der Ansicht, wegen der Luft, nur ist einer der Ansicht, daß die Verordnung der Rabbanan sich hierauf, da dies ungewöhnlich ist, nicht erstrecke, und einer ist der Ansicht, daß die Verordnung der Rabbanan sich hierauf, obgleich es ungewöhnlich ist, wohl erstrecke.", "Es wird auch gelehrt: Wer in einer Truhe, einer Kiste oder einem Schranke in das Land der weltlichen Völker kommt, ist rein; wenn aber in einem Wagen, einem Schiffe oder einem Segelschiffe, so ist er unrein.", "Wenn du aber willst, sage ich: hierbei streiten sie, [ob zu berücksichtigen ist,] er könnte den Kopf und den größeren Teil des Körpers hervorstrecken.", "Es wird auch gelehrt: R. Jose b. R. Jehuda sagt, wenn jemand in einer Truhe, einer Kiste oder einem Schranke in das Land der weltlichen Völker kommt, so ist er rein, es sei denn, daß er den Kopf und den größeren Teil des Körpers hervorstreckt.", "ER BEGINNE MIT DER ZÄHLUNG. R. Ḥisda sagte: Dies gilt nur von einem kürzeren Nazirate, bei einem längeren Nazirate145Wo nach dem Scheren wegen des Aussatzes noch die Dauer eines Haarwuchses zurückbleibt.aber werden sie ihm auch angerechnet.", "R. Šerebja wandte ein: Er beginne mit der Zählung sofort und die früheren [Tage] sind nicht hinfällig. In welchem Falle: wollte man sagen, bei einem kürzeren Nazirate, so ist ja ein Haarwuchs erforderlich;" ], [ "doch wohl bei einem längeren Nazirate, und er lehrt, daß er mit der Zählung sofort146Nach Beendigung der Unreinheitstage, diese aber werden nicht mitgerechnet.beginne !? Er erhob diesen Einwand, und er selbst erklärte es auch: Bei einem Nazirate von fünfzig Tagen, wenn er zwanzig Tage absolviert hat und dann von einem Aussatz befallen worden ist; er schere sich wegen seines Aussatzes und absolviere dann die dreißig Tage des Nazirates, denn nur dann147Wenn die in Rede stehenden Tage nicht mitgerechnet werden.ist ein Haarwuchs vorhanden.", "Rami b. Ḥama wandte ein: Wenn ein Nazir zweifelhaft unrein und zweifelhaft aussätzig ist," ], [ "so darf er nach sechzig Tagen148Wenn dieser Zweifel am 1. Tage des Nazirates besteht, so kann das 1. Scheren, wegen des Aussatzes, erst nach 30 Tagen erfolgen, da das Scheren wegen eines Zweifels das Nazirat nicht verdrängt; das 2. Scheren, wegen der Unreinheit, kann ebenfalls erst nach weiteren 30 Tagen erfolgen, da das Nazirat vielleicht beim 2. Scheren begonnen hat.Heiliges essen", "und nach hundertundzwanzig Tagen149Nach Absolvierung von weiteren 30 Tagen besteht noch immer ein Zweifel, er kann aussätzig u. unrein gewesen sein, in welchem Falle das Scheren 2mal wegen des Aussatzes und einmal wegen der Unreinheit erfolgt ist, wonach das Nazirat erst am 90. Tage beginnt.Wein trinken und sich an Toten verunreinigen.", "Hierzu wird gelehrt: Dies gilt nur von einem kurzen Nazirate, bei einem Nazirate von einem Jahre aber darf er Heiliges essen erst nach zwei Jahren", "und Wein trinken und sich an Toten verunreinigen erst nach vier150Er hat wie im 1. Falle 4 Nazirate zu absolvieren, da während des Nazirates das Scheren wegen einer zweifelhaften Unreinheit nicht erfolgen darf.Jahren.", "Wenn man nun sagen wollte, die Tage werden ihm angerechnet, so sollten doch drei Jahre und dreißig Tage151Wegen des Haarwuchses.ausreichen!?", "Ferner wandte R. Aši ein: [Es wird gelehrt:] Ich weiß nur, daß ihm die Tage der Unreinheit152Durch Verunreinigung an einem Toten.nicht angerechnet werden, woher dies von den Tagen des entschiedenen Aussatzes? Dies ist durch einen Schluß zu folgern: wegen der Tage der Unreinheit muß er sich scheren und ein Opfer bringen und wegen der Tage des entschiedenen Aussatzes muß er sich scheren und ein Opfer bringen, wie ihm nun die Tage der Unreinheit nicht angerechnet werden, ebenso werden ihm die Tage des entschiedenen Aussatzes nicht angerechnet.", "Nein, sollte dies, wenn dies von den Tagen der Unreinheit gilt, durch die die früheren153Die in Reinheit absolvierten Tage.hinfällig werden, auch von den Tagen des entschiedenen Aussatzes gelten, wodurch die früheren nicht hinfällig werden!?", "Ich will dir sagen, es ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn bei einem an einem Grabe erfolgten Nazirate, wobei das Haar zum Scheren geeignet154Wegen des Nazirates, da dies wegen der Verunreinigung nicht zu erfolgen braucht; cf. supra Fol. 16b.ist, die früheren Tage nicht angerechnet werden, um wieviel weniger die Tage des entschiedenen Aussatzes, wobei das Haar zum Scheren wegen des Nazirates nicht geeignet155Da es vorher wegen des Aussatzes zu erfolgen hat.ist.", "Ich weiß dies nur von den Tagen des entschiedenen Aussatzes, woher dies von den Zähltagen156Vgl. Anm. 136.!? Dies ist durch einen Schluß zu folgern:" ], [ "die Tage des entschiedenen Aussatzes benötigen des Scherens und die Zähltage benötigen dessen, wie nun die Tage des entschiedenen Aussatzes ihm nicht angerechnet werden, ebenso gilt dies auch von den Zähltagen.", "Man könnte glauben, dies gelte auch von den Tagen seiner Abschließung157Cf. Lev. 13,4ff., wie dies durch einen Schluß zu folgern ist: während des entschiedenen Aussatzes verunreinigt er Lager und Sitz und während der Abschließung verunreinigt er Lager und Sitz, somit sind ihm, wie du hinsichtlich der Tage des entschiedenen Aussatzes folgerst, daß sie ihm nicht angerechnet werden, auch die Tage der Abschließung nicht anzurechnen.", "Nein, wohl gilt dies von den Tagen des entschiedenen Aussatzes, denn da der entschiedene Aussatz des Scherens und der Darbringung des Opfers benötigt, werden sie ihm auch nicht angerechnet, die Tage der Abschließung aber benötigen nicht des Scherens und der Darbringung des Opfers, daher werden sie ihm wohl angerechnet.", "Hieraus folgerten sie, daß die Zähltage und die Dauer des entschiedenen Aussatzes nicht angerechnet werden, aber die Tage des männlichen oder weiblichen Flusses und der Abschließung des Aussätzigen wohl angerechnet werden.", "Hier heißt es nun: nein, sollte dies, wenn dies von den Tagen der Unreinheit gilt, durch die die früheren hinfällig werden, auch von den Tagen des entschiedenen Aussatzes gelten &c. In welchem Falle: wollte man sagen, bei einem kurzen Nazirate, so ist ja ein Haarwuchs erforderlich;", "doch wohl bei einem längeren Nazirate, und er lehrt, daß sie ihm nicht angerechnet werden. Sie werden ihm somit nicht angerechnet. Schließe hieraus.", "iv,1 R. ELIE͑ZER SAGTE IM NAMEN R. JEHOŠUA͑S : JEDE VON EINER LEICHE HERRÜHRENDE VERUNREINIGUNG, DERENTWEGEN DER NAZIR SICH SCHEREN MUSS, MACHT DAS BETRETEN DES HEILIGTUMS STRAFBAR, UND JEDE VON EINER LEICHE HERRÜHRENDE VERUNREINIGUNG, DERENTWEGEN DER NAZIR SICH NICHT SCHERT, MACHT DAS BETRETEN DES HEILIGTUMS NICHT STRAFBAR.", "R. MEÍR SAGTE : DIESE DARF NICHT GERINGER SEIN ALS DIE [VERUNREINIGUNG] AN EINEM KRIECHTIERE.", "GEMARA. Lehrte R. Elie͑zer dies denn im Namen R. Jehošua͑s, er lehrte es ja im Namen des R. Jehošua͑ b. Marnai158Der im T. ohne Vatersnamen genannte RJ. ist RJ. b. Ḥananja, Lehrer des RJ. b. Marmal.!? Es wird nämlich gelehrt: R. Elie͑zer erzählte: Als ich nach A͑rdisqa159Die Schreibweise dieses Namens variiert sehr im t.schen Schrifttum.kam, traf ich R. Jehošua͑ b. Pathar Roš160Dieser Name ist auffallend u. kommt sonst nicht vor. Tosephta hat RJ. b. Pethera; in einer Handschrift R. Jehuda b. Bethera.vor R. Meír sitzen und Halakha vortragen: jede von einer Leiche herrührende Verunreinigung, derentwegen der Nazir sich scheren muß, macht das Betreten des Heiligtums strafbar, und jede von einer Leiche herrührende Verunreinigung, derentwegen der Nazir sich nicht schert, macht das Betreten des Heiligtums nicht strafbar. Da sprach dieser zu ihm: Diese darf nicht geringer sein als die [Verunreinigung] an einem Kriechtiere.", "Hierauf sprach ich zu ihm: Bist du in [den Lehren des] R. Jehošua͑ b. Mamal kundig? Er erwiderte mir : Jawohl. Folgendes sagte mir R. Jehošua͑ b. Mamal im Namen R. Jehošua͑s: jede von einer Leiche herrührende Verunreinigung, derentwegen der Nazir sich scheren muß, macht das Betreten des Heiligtums strafbar, und jede von einer Leiche herrührende Verunreinigung, derentwegen der Nazir sich nicht schert, macht das Betreten des Heiligtums nicht strafbar. Demnach lehrte er es ja im Namen des R. Jehošua͑ b. Mamal!? –", "Ich will dir sagen, hieraus ist zu entnehmen, daß, wenn eine Lehre von dritter Hand herrührt, sie auf den Namen des ersten und des letzten [Autors] vorzutragen sei, nicht aber auf den Namen des mittelsten.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: Naḥum der Schreiber sagte: Es ist mir überliefert worden von R. Mejaša, diesem von seinem Vater, diesem von den Paaren und diesen von den Propheten, es sei eine Moše am Sinaj überlieferte Halakha, daß, wenn jemand Dill oder Senf an zwei oder drei Stellen gesäet hat, er den Eckenlaß an jeder besonders lasse.", "Jehošua͑ und Kaleb161Die Bindeglieder zwischen Moše u. den Propheten.aber nennt er nicht. Schließe hieraus.", "iv,2 R.QIBA SAGTE : ICH DEDUZIERTE VOR R. ELIE͑ZER : WENN DER NAZIR SICH SCHEREN MUSS WEGEN DER BERÜHRUNG UND DES TRAGENS EINES GERSTENGROSSEN KNOCHENS, DER EINEN MENSCHEN DURCH BEZELTUNG NICHT UNREIN MACHT, UM WIEVIEL MEHR MUSS DER NAZIR SICH SCHEREN WEGEN DER BERÜHRUNG UND DES TRAGENS EINES VIERTEL[LOGS] BLUT, DAS EINEN MENSCHEN DURCH BEZELTUNG UNREIN MACHT.", "DA SPRACH ER ZU MIR: WAS SOLL DIES,QIBA; MAN DEDUZIERT HIERBEI NICHTS DURCH EINEN [SCHLUSS VOM] LEICHTEREN AUF DAS SCHWERERE. ALS ICH DARAUF ZU R. JEHOŠUA͑ KAM UND IHM DIES UNTERBREITETE, SPRACH ER ZU MIR: DU HAST RECHT, ABER SO HABEN SIE DIE HALAKHA FESTGESETZT." ], [ "GEMARA. Sie fragten : Besteht über den gerstengroßen Knochen eine Halakha162Daß der Nazir sich wegen der Verunreinigung an diesem scheren müsse., und [der Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere soll hinsichtlich des Viertel[logs] Blut gefoIgert163Daß es durch Bezeltung verunreinige.werden, und von einer Halakha ist [kein Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere zu folgern,", "oder besteht über das Viertel[log] Blut eine Halakha163Daß es durch Bezeltung verunreinige., und vom gerstengroßen Knochen soll [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert163Daß es durch Bezeltung verunreinige.werden, und von einer Halakha ist kein [Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere zu folgern? – Komm und höre: Über den gerstengroßen Knochen besteht eine Halakha, und hinsichtlich des Viertel[logs] Blut soll [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden, und von einer Halakha ist nichts [durch einen Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere zu folgern.", "", "i,1 WENN JEMAND ZU ZWEI NAZIRÄERN1Die ihm nicht widersprechen ; sonst wäre die Aussage des einzelnen Zeugen ungültig. SPRICHT : ICH HABE GESEHEN, DASS EINER VON EUCH SICH VERUNREINIGT HAT, WEISS ABER NICHT, WER VON EUCH, SO MÜSSEN SIE2Nach Ablauf des Nazirates. SICH SCHEREN UND [ZUSAMMEN] EIN OPFER DER UNREINHEIT UND EIN OPFER DER REINHEIT DARBRINGEN, WOBEI EINER SPRECHE: BIN ICH DER UNREINE, SO SEI DAS OPFER DER UNREINHEIT FÜR MICH UND DAS OPFER DER REINHEIT FÜR DICH, UND BIN ICH DER REINE, SO SEI DAS OPFER DER REINHEIT FÜR MICH UND DAS OPFER DER UNREINHEIT FÜR DICH.", "SODANN ZÄHLEN SIE DREISSIG TAGE3Während welcher sie als Naziräer gelten, da jeder von ihnen der Unreine sein kann.UND BRINGEN EIN OPFER DER REINHEIT, WOBEI EINER SPRECHE: BIN ICH DER UNREINE, SO SEI DAS OPFER DER UNREINHEIT FÜR MICH, DAS OPFER DER REINHEIT4Nach Ablauf der ersten 30 Tage. FÜR DICH UND DIESES SEI MEIN OPFER DER REINHEIT, UND BIN ICH DER REINE, SO SEI DAS OPFER DER REINHEIT FÜR MICH, DAS OPFER DER UNREINHEIT FÜR DICH UND DIESES SEI DEIN OPFER DER REINHEIT.", "GEMARA. Er lehrt den Fall, wenn jemand zu zwei Naziräern spricht: ich habe gesehen, daß einer von euch sich verunreinigt hat, weiß aber nicht, wer von euch. Weshalb denn, hinsichtlich der zweifelhaften Unreinheit auf Privatgebiet5Daß bei einer solchen erschwerend zu entscheiden sei. wird ja von der Ehebruchsverdächtigten6Gf. Num. 5,12ff.; für den Ehebruch gebraucht die Schrift den Ausdruck ‘Verunreinigung’. gefolgert:", "wie bei der Ehebruchsverdächtigten nur der Ehebrecher und die Ehebrecherin [zugegen sind], ebenso gilt dies5Daß bei einer solchen erschwerend zu entscheiden sei. von jeder zweifelhaften Unreinheit nur auf Privatgebiet, wenn bis zwei Personen zugegen sind; hierbei aber sind es ja drei, die zwei Naziräer und dieser, der neben ihnen stand, somit ist dies eine zweifelhafte Unreinheit auf öffentlichem7Drei Personen bilden eine Öffentlichkeit. Gebiete, und die zweifelhafte Unreinheit auf öffentlichem Gebiete gilt ja als rein!?", "Rabba b. R. Hona erwiderte: Wenn er sagt: ich habe gesehen, daß das Verunreinigende unter euch gekommen ist. R. Aši sagte: Dies ist auch zu beweisen," ], [ "denn er lehrt: weiß aber nicht, wer von euch. Schließe hieraus.", "SCHEREN UND &C. DARBRINGEN. Weshalb denn, vielleicht sind sie nicht unrein und vollziehen ein Rundscheren8Des Kopfhaares, wie dies beim Scheren des Nazirs zu erfolgen hat, sonst aber verboten ist; cf. Lev. 19,27.!? Šemuél erwiderte: Dies gilt von einer Frau und einem Minderjährigen9Denen dies nicht verboten ist.. –", "Er könnte es ja auch auf Erwachsene beziehen [und erklären,] das Rundscheren des ganzen Kopfes10Wenn Haare überhaupt nicht zurückgelassen werden.gelte nicht als Rundscheren, da er aber nicht so erklärt, so ist hieraus zu entnehmen, Šemuél sei der Ansicht, das Rundscheren des ganzen Kopfes gelte als Rundscheren.", "Mar Zuṭra bezieht die Lehre Šemuéls auf den Schlußsatz: Wenn ein Nazir zweifelhaft unrein und zweifelhaft aussätzig ist, so darf er nach sechzig Tagen Heiliges essen und muß sich viermal11Vgl. S. 665 Anm. 148.scheren. Weshalb denn, er vollzieht ja ein Rundscheren!? Šemuél erwiderte: Dies gilt von einer Frau und einem Minderjährigen.", "R. Hona sagte: Wenn jemand einen Minderjährigen rundschert, so ist er schuldig12Obgleich der Minderjährige selber diesem Verbote nicht unterliegt.. R. Ada b. Ahaba sprach zu R. Hona : Wer schert deine [Kinder]? Dieser erwiderte: Ḥoba13Die Frau RH.s; auch Frauen unterliegen nicht diesem Verbote.. – Ḥoba wird ihre Kinder begraben ! Während der ganzen Lebenszeit des R. Ada b. Ahaba erhielten sich R. Hona keine Kinder. –", "Merke, beide sind ja der Ansicht, das Rundscheren des ganzen Kopfes gelte als Rundscheren14Da nach RH. das Rundscheren des Minderjährigen verboten ist, so ist es auch Frauen verboten, obgleich ihnen selbst das Rundscheren erlaubt ist., worin besteht nun ihr Streit? – R. Hona ist der Ansicht, [es heißt :]15Lev. 19,27.ihr sollt die Ecke eures Haupthaares nicht rundscheren und die Ecke deines Bartes sollst du nicht zerstören; wer [dem Verbote] des Zerstörens unterliegt, unterliegt auch dem des Rundscherens, Frauen aber, die dem des Zerstörens nicht unterliegen, unterliegen auch nicht dem des Rundscherens16Die Frau scheidet bei diesem Verbote überhaupt aus, selbst wenn sie einen Erwachsenen schert..", "R. Ada b. Ahaba aber ist der Ansicht, sowohl der Scherende als auch der Geschorene sei einbegriffen; der Scherende ist mit dem Geschorenen zu vergleichen: wenn der Geschorene strafbar ist, ist auch der Scherende strafbar, bei einem Minderjährigen aber, der selber nicht strafbar ist, ist auch der Scherende nicht strafbar.", "Es wäre anzunehmen, daß über das Rundscheren des ganzen Kopfes Tannaím streiten, denn die Rabbanan lehrten:17Lev. 14,9.Sein Haupt; was lehrt dies? Da es heißt: ihr sollt die Ecke eures Haupthaares nicht rundscheren," ], [ "so könnte man glauben, dies gelte auch von einem Aussätzigen, so heißt es: sein Haupt. Ferner lehrt ein Anderes: Sein Haupt; was lehrt dies? Da es beim Nazir heißt:17Lev. 14,9.ein Schermesser gehe nicht über sein Haupt, so könnte man glauben, dies gelte auch vom aussätzigen Nazir18Dem das Scheren verboten ist., so heißt es: sein Haupt.", "Der Streit dieser Tannaím besteht wahrscheinlich in folgendem: derjenige, der es auf den Nazir bezieht, ist der Ansicht, das Rundscheren des ganzen Kopfes gelte nicht als Rundscheren, und der Schriftvers lehrt die Verdrängung des Verbotes und des Gebotes19Bezüglich des Nazirs, dem das Scheren verboten u. das Tragen des Haarwuchses geboten ist; dagegen aber braucht die Erlaubnis des Rundscherens beim Aussätzigen nicht hevorgehoben zu werden, da er sich den ganzen Kopf scheren muß u. dies überhaupt erlaubt ist., und, der andere ist der Ansicht, das Rundscheren des ganzen Kopfes gelte als Rundscheren, und der Schriftvers lehrt die Verdrängung dieses Verbotes20Des Rundscherens beim Nazir.allein.", "Raba erwiderte: Alle sind der Ansicht, das Rundscheren des ganzen Kopfes gelte nicht als Rundscheren, und der Schriftvers bezieht sich auf den Fall, wenn er zuerst [die Ecken] und nachher [den ganzen Kopf] geschoren hat. Er ist, da er nicht strafbar wäre, wenn er sich mit einem Male geschoren hätte, auch dann nicht strafbar, wenn er sich zuerst [die Ecken] und nachher [den ganzen Kopf] geschoren hat. –", "Lehrt denn die Schrift solches, Reš Laqiš sagte ja, überall, wo du ein Gebot mit einem Verbote [zusammenstoßen] findest, sei es, wenn du beide aufrecht erhalten kannst, recht, wenn aber nicht, so komme das Gebot und verdränge das Verbot21Das Verbot muß möglichst vermieden werden.!?", "Vielmehr sind alle der Ansicht, das Rundscheren des ganzen Kopfes gelte als Rundscheren22Nach der einen Ansicht lehrt die Schrift, daß dies beim Aussätzigen erlaubt sei, u. nach der anderen Ansicht lehrt sie, daß dieses Gebot beim aussätzigen Nazir sogar ein Gebot u. ein Verbot verdränge.. – Woher weiß derjenige, nach dem der Schriftvers lehrt, daß [das Gebot] das Verbot und Gebot verdränge, daß dies auch von einem Verbote allein23In anderen Fällen; von diesem Falle ist dies nach der weiter folgenden Ausführung nicht zu folgern.gelte? –", "Er folgert dies von den Çiçithfaden24Eigentl. Gedrehtes. Quasten, an den Enden des Gewandes; cf. Dt. 22,12.. Die Schrift sagt:25Dt. 22,11.du sollst kein Mischgewebe tragen, und hierzu wird gelehrt: du sollst kein Mischgewebe tragen, wohl aber darfst du dir aus solchen Çiçithfaden machen. –", "Weshalb folgert derjenige, der dies aus [dem Worte] Haupt folgert, es nicht von den Çiçithfaden!? – Er kann dir erwidern: [dieser Schriftvers] deutet auf eine Lehre Rabas.", "Raba wies nämlich auf einen Widerspruch hin: es heißt:26Num. 15,38.sie sollen an der Zipfelquaste einen purpurblauen Faden anbringen, von der Art des Zipfels, und es heißt:25Dt. 22,11.Wolle und Flachs zusammen;", "wie ist dies27Unmittelbar auf die Worte Wolle u. Flachs folgt das Gebot der Çiçith, wonach diese aus den genannten Stoffen zu fertigen sind.zu erklären? Wolle und Flachs sind zulässig sowohl für dieselbe Art28Des Stoffes, aus dem das Gewand gefertigt ist.als auch für andere Arten, alles andere aber ist zulässig nur für dieselbe Art, nicht aber für andere Arten. –", "Woher weiß der Autor, der aus [dem Worte] Haupt [die Verdrängung] eines Verbotes allein entnimmt, daß ein Gebot ein Verbot und Gebot verdränge!? – Er entnimmt dies aus [dem Worte] seinen Bart.", "Es wird nämlich gelehrt: Seinen Bart; was lehrt dies? Da es heißt:29Lev. 21,5.die Ecke ihres Bartes sollen sie nicht scheren, so könnte man glauben, dies gelte auch von einem aussätzigen Priester, so heißt es seinen Bart30Diesem ist das Tragen des Bartes geboten u. das Scheren desselben besonders verboten.. –", "Sollte doch derjenige, der [die Verdrängung] eines Gebotes und Verbotes aus [dem Worte] sein Haupt entnimmt, es aus [dem Worte] seinen Bart entnehmen!? – Wir wissen, daß sonst" ], [ "ein Gebot nicht ein Verbot und Gebot verdränge, und nach deiner Auffassung sollte doch vom [aussätzigen] Priester gefolgert werden, daß es wohl [beide] verdränge!?", "Vielmehr ist vom Priester nicht zu folgern, da es sich bei einem Priester um ein Verbot handelt, das nicht für jeden anderen gilt, ebenso ist auch hinsichtlich des Nazirs nicht vom Priester zu folgern, da es ein Verbot ist, das nicht für jeden anderen gilt. –", "Wozu ist nach demjenigen, der [das Wort] sein Haupt auf den Nazir bezieht, [das Wort] seinen Bart nötig? –", "Wegen der folgenden Lehre: Seinen Bart; was lehrt dies? Da es heißt: die Ecke ihres Bartes sollen sie nicht scheren, so könnte man glauben, dies gelte auch von einem aussätzigen Priester, so heißt es seinen Bart. –", "Woher, daß mit einem Schermesser? – Es wird gelehrt: Die Ecke ihres Bartes sollen sie nicht scheren; man könnte glauben, er sei schuldig, auch wenn er ihn mit einer Schere geschoren hat, so heißt es:31Lev. 19,27.sollst du nicht zerstören. Aus [dem Worte] zerstören könnte man entnehmen, man sei schuldig, auch wenn man ihn mit einer Zange oder einer Feile entfernt hat,", "so heißt es: die Ecke ihres Bartes sollen sie nicht scheren, und ein Zerstören erfolgt beim Scheren nur dann, wenn es mit einem Schermesser geschieht. –", "Wozu heißt es nach demjenigen, der aus [dem Worte] sein Haupt hinsichtlich eines Verbotes allein folgert, sowohl sein Haupt als auch seinen Bart,", "aus jenem ist ja sowohl die Verdrängung eines Verbotes allein als auch die Verdrängung eines Verbotes und Gebotes zu entnehmen, denn da sie gleichwertig sind, ist aus ihnen beides zu entnehmen!? –", "Hinsichtlich des Priesters ist nicht vom Nazir zu folgern, weil bei diesem die Auflösung möglich ist, und hinsichtlich des Nazirs ist nicht vom Priester zu folgern, weil es bei diesem ein Verbot ist, das nicht für jeden anderen gilt. Und auch sonst ist von diesen nicht zu folgern, weil zu erwidern ist, wie wir eben erwidert haben.", "Rabh sagte: man darf seinen ganzen Körper mit einem Schermesser enthaaren32Obgleich dies eine bei Frauen gebräuchliche Körperpflege ist u. aus dem weiter folgenden Grunde verboten sein sollte.. Man wandte ein: Wer das Haar der Achselhöhle und an der Scham entfernt, erhält Geißelhiebe!? –", "Das eine mit einem Schermesser und das andere mit einer Schere. – Rabh spricht ja ebenfalls von einem Schermesser !? – Wie mit einem Schermesser33Ganz radikal..", "R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Wer das Haar der Achselhöhle und das Haar an der Scham entfernt, erhält Geißelhiebe. Man wandte ein: Die Entfernung des Haares34An den genannten Stellen.ist nicht nach der Tora, sondern nur rabbanitisch [verboten]!? – Auch die Geißelhiebe, wovon er spricht, sind rabbanitisch." ], [ "Manche lesen : R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Wer das Haar der Achselhöhle und an der Scham entfernt, erhält Geißelhiebe wegen [des Verbotes :]35Dt. 22,5.ein Mann soll nicht Frauenkleider anlegen. Man wandte ein: Die Entfernung des Haares ist nicht nach der Tora, sondern nur rabbanitisch [verboten] !? – Er ist der Ansicht des Autors der folgenden Lehre: Wer das Haar der Achselhöhle und an der Scham entfernt, begeht das Verbot: ein Mann soll nicht Frauenkleider anlegen. –", "Wofür verwendet jener Autor [den Vers:] ein Mann soll nicht anlegen!? – Diesen verwendet er für folgende Lehre: Eine Frau soll nicht Männertracht tragen; was lehrt dies: wenn etwa, daß ein Mann nicht Frauenkleider und eine Frau nicht Männerkleider anlege, so heißt es ja :36Die W.e תועבה היא sind wohl ein Lapsus; der mas. Text hat תועבת ה׳.das ist ein Gräuel, und dies ist ja kein Gräuel.", "Vielmehr, daß ein Mann nicht Frauenkleider anlege und zwischen Frauen weile, und eine Frau nicht Männerkleider anlege und zwischen Männern weile. R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte : Woher, daß eine Frau nicht mit Waffen in den Krieg ziehe? Es heißt: eine Frau soll nicht Männertracht tragen. Ein Mann soll nicht Frauenkleider anlegen, daß ein Mann nicht die Kosmetika einer Frau anwende.", "R. Naḥman sagte : Einem Nazir ist es37Wenn er sich nach Ablauf des Nazirates das Haar schneidet.erlaubt. Die Halakha ist aber nicht wie er. Die Jünger sprachen zu R. Šimo͑n b. Abba : Wir sahen, daß R. Joḥanan keines38Haare an den intimen Stellen.hatte. Er erwiderte ihnen : Ihm war es durch das Alter ausgefallen.", "Einst sollte jemand vor R. Ami gegeißelt werden, und als man ihm die Achselhöhle entblößte, sah er, daß diese nicht geschoren war. Da sprach R. Ami zu ihnen : Laßt ihn, er gehört zu den Genossen.", "Rabh fragte R. Ḥija: Darf man sich da scheren? Dieser erwiderte: Es ist verboten. Jener sprach: [Das Haar] wächst39Das Scheren erfolgt nicht zur Verschönerung, sondern zur Vermeidung der Lästigkeit.ja aus. Dieser erwiderte: Fürstensohn40So nannte oft RḤ. seinen Neffen Rabh, trotzdem ist die Emendation בר אחתי nicht einleuchtend., es hat eine Grenze; je mehr es wächst, desto mehr fällt es aus.", "Rabh fragte R. Ḥija: Darf man sich da kratzen41Damit das Haar ausfalle.? Dieser erwiderte: Es ist verboten. – Mit einem Gewände? Dieser erwiderte: Es ist erlaubt. Manche sagen, er habe ihn gefragt, ob es beim Gebete42Während dessen das Berühren der intimen Körperstellen verboten ist.mit einem Gewände erlaubt sei, und dieser erwiderte ihm, es sei verboten. Die Halakha ist aber nicht wie er." ], [ "i,2 IST EINER VON IHNEN43Der 2 in der vorangehenden Mišna behandelten Naziräer.GESTORBEN, SO BITTE DER ANDERE, WIE R. JEHOŠUA͑ SAGT, EINEN VON DER STRASSE, DASS ER EIN ENTSPRECHENDES NAZIRAT GELOBE44Dh. das Nazirat des Verstorbenen übernehme.,", "UND SPRECHE ZU IHM: BIN ICH DER UNREINE, SO SEI SOFORT NAZIR, UND BIN ICH DER REINE, SO SEI NACH DREISSIG TAGEN NAZIR. SODANN ZÄHLEN SIE DREISSIG TAGE UND BRINGEN EIN OPFER DER UNREINHEIT UND EIN OPFER DER REINHEIT, WOBEI DIESER SPRECHE: BIN ICH DER UNREINE SO SEI DAS OPFER DER UNREINHEIT FÜR MICH UND DAS OPFER DER REINHEIT FÜR DICH, UND BIN ICH DER REINE, SO SEI DAS OPFER DER REINHEIT FÜR MICH UND DAS OPFER DER UNREINHEIT WEGEN DES ZWEIFELS.", "HIERAUF ZÄHLEN SIE WIEDERUM DREISSIG TAGE UND BRINGEN EIN OPFER DER REINHEIT, WOBEI DIESER SPRECHE : BIN ICH DER UNREINE, SO SEI DAS OPFER DER UNREINHEIT FÜR MICH, DAS OPFER DER REINHEIT FÜR DICH, UND DIESES SEI MEIN OPFER DER REINHEIT, UND BIN ICH DER REINE, SO SEI DAS OPFER DER REINHEIT FÜR MICH, DAS OPFER DER UNREINHEIT WEGEN DES ZWEIFELS, UND DIESES SEI DEIN OPFER DER REINHEIT.", "BEN ZOMA SPRACH ZU IHM: WER WIRD AUF IHN HÖREN, EIN ENTSPRECHENDES NAZIRAT ZU GELOBEN!? VIELMEHR BRINGE ER EIN GEFLÜGELSÜNDOPFER UND EIN VIEHBRANDOPFER, WOBEI ER SPRECHE: BIN ICH DER UNREINE, SO SEI DAS SÜNDOPFER MEIN PFLICHTGEMÄSSES UND DAS BRANDOPFER EIN FREIWILLIGES, UND BIN ICH DER REINE, SO SEI DAS BRANDOPFER MEIN PFLICHTGEMÄSSES UND DAS SÜNDOPFER DES ZWEIFELS WEGEN.", "SODANN ZÄHLE ER DREISSIG TAGE UND BRINGE DAS OPFER DER REINHEIT UND SPRECHE: BIN ICH DER UNREINE, SO SEI DAS ERSTE BRANDOPFER EIN FREIWILLIGES UND DIESES DAS PFLICHTGEMÄSSE, UND BIN ICH DER REINE, SO SEI DAS ERSTE BRANDOPFER DAS PFLICHTGEMÄSSE, DIESES EIN FREIWILLIGES UND DIE ANDEREN MEINE ÜBRIGEN44Die er außer dem Brandopfer darzubringen hat.OPFER.", "R. JEHOŠUA͑ ENTGEGNETE : DEMNACH BRINGT DIESER SEINE OPFER GETEILT45Wenn er der Reine ist, so bringt er das beim ersten Scheren pflichtgemäße Brandopfer u. bei dem zweiten die übrigen Opfer dar.! DIE WEISEN ABER PFLICHTETEN BEN ZOMA BEI.", "GEMARA. Soll er sie doch so46Es ist ja nichts dabei, wenn er sie geteilt bringt.bringen !? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: R. Jehošua͑ sagte es nur, um den Scharfsinn der Schüler zu wecken.", "R. Naḥman sagte : Was kann R. Jehošua͑ tun, damit die Eingeweide nicht stinken47Dh. selbstverständlich können die Opfer geteilt dargebracht werden, da man die Eingeweide der zuerst dargebrachten nicht aufbewahren kann..", "ii WENN EIN NAZIR ZWEIFELHAFT UNREIN UND ZWEIFELHAFT AUSSÄTZIG IST, SO DARF ER NACH SECHZIG TAGEN48Vgl. S. 665 Anmm. 148 u. 149.HEILIGES ESSEN \n", "UND NACH HUNDERTUNDZWANZIG TAGEN WEIN TRINKEN UND SICH AN TOTEN VERUNREINIGEN, \n", "DENN DAS SCHEREN WEGEN DES AUSSATZES VERDRÄNGT DAS SCHEREN WEGEN DES NAZIRATES NUR DANN, WENN ES SICHER ZU ERFOLGEN HAT, NICHT ABER, WENN ES ZWEIFELHAFT IST49Aus diesem Grunde müssen zwischen dem einen Scheren u. dem anderen mindestens 30 Tage verstreichen.." ], [ "GEMARA. Es wird gelehrt: Dies gilt nur von einem kurzen Nazirate, bei einem Nazirate von einem Jahre aber darf er Heiliges essen erst nach zwei Jahren", "und Wein trinken und sich an Toten verunreinigen erst nach vier50Zwischen dem einen Scheren u. dem anderen muß die Dauer des ganzen Nazirates verstreichen.Jahren.", "Hierzu wird gelehrt: Er muß sich viermal scheren; beim ersten Scheren bringe er die Vögel51Des Aussätzigen; cf. Lev. 14,4.,", "das Geflügelsündopfer52Das Unreinheitsopfer des Nazirs; cf. Num. 6,11. und das Viehbrandopfer53Des reinen Nazirs nach Ablauf des Nazirates; cf. Num. 6,14. ; beim zweiten bringe er das Geflügelsündopfer und das Viehbrandopfer; beim dritten bringe er das Geflügelsündopfer und das Viehbrandopfer; beim vierten bringe er das Opfer der Reinheit.", "Es heißt: beim ersten Scheren bringe er &c. Die Darbringung erfolgt auf jeden Fall richtig; ist er aussätzig und nicht unrein, so sind die Vögel sein Pflichtopfer, das Geflügelsündopfer ist wegen des Zweifels und muß begraben werden, und das Brandopfer ist ein freiwilliges.", "Nach sieben Tagen kann dies54Das Scheren u. die Darbringung der Opfer, wie dies bei einem sicher aussätzigen Nazir der Fall ist.nicht erfolgen, da er vielleicht nicht aussätzig war, und der Allbarmherzige sagt:55Num. 6,5.ein Schermesser gehe nicht über sein Haupt bis zum Vollwerden.", "Ist er nicht aussätzig, aber unrein, so ist das Geflügelsündopfer ein pflichtgemäßes, die Vögel werden außerhalb hergerichtet und es kommt kein Profanes in den Tempelhof, und das Viehbrandopfer ist ein freiwilliges.", "Ist er weder aussätzig noch unrein, so werden ja die Vögel außerhalb hergerichtet, das Geflügelsündopfer wird begraben und das Geflügelbrandopfer ist ein pflichtgemäßes. – Er benötigt ja eines Schuldopfers56Falls er aussätzig war.? – Nach R. Šimo͑n, welcher sagt, man könne es bedingungsweise57Daß es je nachdem pflichtgemäß od. freiwillig sei; cf. Men. Fol. 105a.darbringen.", "Beim zweiten und beim dritten Scheren benötigt er der Vögel nicht, da er sie bereits gebracht hat, denn wenn er aussätzig war, so ist das eine58Der beiden Sündopfer, die er beim 2. u. 3. Scheren darbringt.wegen der zweifelhaften Zähltage59Vgl. S. 663 Anm. 136.und das andere58Der beiden Sündopfer, die er beim 2. u. 3. Scheren darbringt.wegen der zweifelhaften Unreinheit.", "Beim vierten Scheren bringe er das Opfer der Reinheit60Das Schuldopfer.bedingungsweise." ], [ "Ist er [reiner] Nazir, so ist das erste Brandopfer das pflichtgemäße und das folgende ein freiwilliges, und ist er unrein oder aussätzig, so ist das erste Brandopfer ein freiwilliges und das folgende das pflichtgemäße und die anderen seine übrigen Opfer.", "Wenn er zweifelhaft unrein und entschieden aussätzig ist, so darf er nach acht Tagen61Da er sich schon dann scheren u. Reinigung erlangen kann.Heiliges essen und nach siebenundsechzig Tagen62Nach Ablauf von 37 Tagen ist noch zu berücksichtigen, er war vielleicht aussätzig u. unrein, sodann ist das 1. Scheren wegen des Aussatzes u. das andere wegen der Unreinheit erfolgt.Wein trinken und sich an Toten verunreinigen.", "Ist er zweifelhaft aussätzig und entschieden unrein, so darf er nach siebenunddreißig Tagen Heiliges essen und nach vierundsiebzig Tagen Wein trinken und sich an Toten verunreinigen.", "Ist er entschieden unrein und entschieden aussätzig, so darf er nach acht Tagen Heiliges essen und nach vierundvierzig Tagen Wein trinken und sich an Toten verunreinigen.", "Die Schüler fragten R. Šimo͑n b. Joḥaj : Darf ein reiner Nazir, der aussätzig war, sich einmal scheren, so daß es ihm für das eine und für das andere63Der Aussatz macht das bereits absolvierte Nazirat nicht hinfällig.angerechnet werde? Dieser erwiderte: Er darf dies nicht.", "Jene fragten: Weshalb? Er erwiderte ihnen: Würde es bei dem einen wegen des Wachsens und beim anderen wegen des Wachsens oder bei dem einen zur Entfernung und beim anderen zur Entfernung erfolgen, so würdet ihr recht haben, in Wirklichkeit aber erfolgt es beim Nazir zur Entfernung64Da ihm bisher das Scheren verboten war.und beim Aussätzigen wegen des Wachsens65Da er sich nach Ablauf von 7 Tagen wiederum scheren muß.. –", "Sollte es ihm, wenn es ihm auch nicht für die Tage des entschiedenen Aussatzes angerechnet wird, für die Zähltage angerechnet66Denen das 2. Scheren folgt, u. er sich das Haar nicht mehr wachsen zu lassen braucht.werden !? Er erwiderte ihnen: Würde es bei dem einen vor dem Blutsprengen und beim anderen vor dem Blutsprengen erfolgen, so würdet ihr recht haben, in Wirklichkeit aber erfolgt es beim Aussätzigen vor dem Blutsprengen und beim Nazir nach dem Blutsprengen. –", "Sollte es, wenn es ihm auch für die Tage des Aussatzes und des Nazirates nicht angerechnet wird, für die Tage seines Aussatzes und der Unreinheit67Aus anderer Ursache.angerechnet werden!? Er erwiderte ihnen: Würde es wegen des einen vor dem Untertauchen und wegen des anderen vor dem Untertauchen erfolgen, so würdet ihr recht haben, in Wirklichkeit aber erfolgt es beim Unreinen nach dem Untertauchen und beim Aussätzigen vor dem Untertauchen.", "Jene sprachen zu ihm: Du hast recht, wenn du sagst, daß es ihm nicht für die Tage des Aussatzes und des Nazirates angerechnet werde, aber es sollte ihm doch für die Tage des Aussatzes und der Unreinheit68Wenn er unreiner Nazir u. aussätzig ist.angerechnet werden, denn es erfolgt ja bei beiden wegen des Wachsens69Auch beim unreinen Nazir erfolgt es wegen des Wachsens, damit er sich während des Nazirates das Haar wachsen lassen könne.!?", "Er erwiderte ihnen: Beim reinen Nazir, der aussätzig ist, erfolgt das eine [Scheren] wegen des Wachsens und das andere wegen der Entfernung, und beim unreinen Nazir, der aussätzig ist, erfolgt das eine vor dem Untertauchen und das andere nach dem Untertauchen." ], [ "R. Ḥija lehrte: Bei dem einen erfolgt es vor dem Untertauchen und beim anderen nach dem Untertauchen, bei dem einen vor dem Blutsprengen und beim anderen nach dem Blutsprengen.", "DENN DAS SCHEREN WEGEN DES AUSSATZES &C. Rami b. Ḥama fragte: Erfolgt das viermalige Scheren, wovon er spricht, wegen des Gebotes oder zur Entfernung des unreinen Haares? –", "In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Hinsichtlich der Entfernung mit einem Enthaarungsmittel ; wenn du sagst, es erfolge wegen des Gebotes, so darf es nicht mit einem Enthaarungsmittel entfernt70Sondern nach Vorschrift, mit einem Schermesser.werden, und wenn du sagst, zur Entfernung des unreinen Haares, so darf es auch mit einem Enthaarungsmittel erfolgen.", "Wie ist es nun? Raba erwiderte: Komm und höre: Er schere sich viermal; wenn man sagen wollte, es erfolge zur Entfernung des unreinen Haares, so sollten auch dreimal71Beim 3. Scheren ist das unreine Haar bereits entfernt.genügen. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß es wegen des Gebotes zu erfolgen habe. Schließe hieraus.", "", "i,1 BEI DEN NICHTJUDEN HAT DAS NAZIRAT KEINE GELTUNG, BEI FRAUEN UND SKLAVEN HAT DAS NAZIRAT GELTUNG. STRENGER IST ES BEI FRAUEN ALS BEI SKLAVEN, DENN MAN KANN SEINEN SKLAVEN ZWINGEN1Wein zu trinken, falls er ein Nazirat gelobt hat., NICHT ABER KANN MAN SEINE FRAU ZWINGEN2Nachdem man das Gelübde gehört u. es nicht aufgehoben hat..", "GEMARA. Er lehrt hier, daß bei Nichtjuden das Nazirat keine Geltung habe; woher dies? – Die Rabbanan lehrten : 3Num. 6,2.Rede zu den Kindern Jisraél, nicht aber zu den Nichtjuden; und sprich zu ihnen, dies schließt Sklaven ein. – Wozu ist hierfür ein Schriftvers nötig, du sagst ja, daß jedem Gebote, dem eine Frau unterliegt, auch ein Sklave unterliege4Und Frauen werden bei diesem Gesetze ausdrücklich genannt.!?", "Raba erwiderte: Anders ist es hierbei; die Schrift sagt:5Num. 30,3.daß er seiner Person eine Entsagung auferlegt, nur wenn seine Person ihm selbst gehört, ausgenommen ein Sklave, dessen Person nicht ihm selbst gehört. Man könnte nun glauben, daß er, da seine Person nicht ihm selbst gehört, auch hinsichtlich des Nazirates nicht [einbegriffen] sei, so lehrt er uns.", "Der Meister sagte: Rede zu den Kindern Jisraél, nicht aber zu den Nichtjuden. Sind denn überall, wo es Jisraél heißt, Nichtjuden ausgeschlossen, beim Schätzgelübde6Wenn jemand den Geldwert seiner Person dem Heiligtume gelobt. heißt es ja ebenfalls : 7Lev. 22.rede zu den Kindern Jisraél, dennoch wird gelehrt: die Kinder Jisraél können ein Schätzgelübde tun, nicht aber können Nichtjuden ein Schätzgelübde tun;", "man könnte glauben, sie können auch nicht geschätzt8Ein Jisraélit könne nicht den Geldwert eines Nichtjuden geloben. werden, so heißt es", "7Lev. 22.jemand !? – Anders ist es hierbei ; die Schrift sagt : 9Num. 6,7.an seinem Vater und an seiner Mutter darf er sich nicht verunreinigen; nur wer einen Vater hat, ausgenommen ein Nichtjude, der keinen Vater hat. – In welcher Hinsicht, wollte man sagen, hinsichtlich der Erbschaft, so sagte ja R. Ḥija b. Abin im Namen R. Joḥanans, daß nach der Tora ein Nichtjude seinen Vater beerbe, denn es heißt :10Dt. 2,5.denn den Berg Seỉr habe ich E͑sav zum Erbbesitze gegeben!? –", "Vielmehr, nur dem die Ehrung seines Vaters geboten11Während ein Nichtjude diesem Gebote nicht unterliegt.ist. – Wird denn die Ehrung des Vaters beim Nazir genannt!? – Vielmehr, die Schrift sagt: an seinem Vater und an seiner Mutter darf er sich nicht verunreinigen, bei dem die Unreinheit Geltung hat," ], [ "ausgenommen ein Nichtjude, bei dem die Unreinheit keine Geltung12Wenn er eine Leiche berührt, ist er nicht unrein.hat. – Woher, daß bei ihm die Unreinheit keine Geltung hat? – Die Schrift sagt :13Num. 19,20.wenn jemand unrein wird und sich nicht reinigt, so soll diese Person aus der Mitte der Gemeinde ausgerottet werden; nur bei dem es eine Gemeinschaft gibt, ausgenommen dieser, bei dem es keine Gemeinschaft gibt. –", "Woher dies, vielleicht verfällt er14Wenn er unrein den Tempel betritt.nur der Ausrottungsstrafe nicht, wohl aber wird er unrein!? – Die Schrift sagt:15Num. 19,19.es sprenge der Reine auf den Unreinen; bei dem es eine Reinigung16Durch das Entsündigungswasser, wobei ausdrücklich Jisraéliten genannt werden; cf. Num. 19,9.gibt, gibt es auch eine Unreinheit, und bei dem es keine Reinigung gibt, gibt es auch keine Unreinheit. –", "Vielleicht gibt es bei ihm nur keine Reinigung, wohl aber eine Unreinheit!? – Die Schrift sagt: wenn jemand unrein wird und sich nicht reinigt.", "R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: Anders ist es hierbei; die Schrift sagt:17Lev. 25,46.ihr sollt sie euren Söhnen nach euch vererben,", "bei dem die Vererbung18Der Sklaven an seine Nachkommenschaft.Geltung hat, hat auch die Unreinheit Geltung, und bei dem die Vererbung keine Geltung hat, hat auch die Unreinheit keine Geltung19Und da beim Nazir von den Eltern gesprochen wird, so gilt dies auch vom Nazirate.. – Demnach sollte dies auch von den Sklaven gelten!?", "Vielmehr, erwiderte Raba, allerdings ist beim Schätzgelübde wie folgt auszulegen: die Kinder Jisraél, die Kinder Jisraél können ein Schätzgelübde tun, nicht aber können Nichtjuden ein Schätzgelübde tun ; man könnte glauben, deren Schätzungswert könne auch nicht gelobt werden, so heißt es jemand.", "Wenn man aber hierbei auslegt: die Kinder Jisraél können ein Nazirat geloben und das Opfer bringen, nicht aber können Nichtjuden ein Nazirat geloben und das Opfer bringen, man könnte glauben, sie können überhaupt nicht Naziräer20Auch ohne das Opfer zu bringen.sein, so heißt! es jemand,", "so ist zu erwidern: hinsichtlich des Opfers21Daß Nichtjuden das Naziropfer nicht darbringen können.braucht es nicht hieraus gefolgert zu werden, denn dies geht aus folgendem hervor:22Lev, 18.Als Brandopfer, nicht aber als Naziropfer23Können Nichtjuden Opfer darbringen.– so R. Jose der Galiläer. –", "Vielleicht aber wie folgt: die Kinder Jisraél können ein lebenslängliches Nazirat geloben, nicht aber können Nichtjuden ein lebenslängliches Nazirat geloben; man könnte glauben, sie können überhaupt nicht Naziräer sein, so heißt es jemand!? R. Joḥanan erwiderte: Heißt es denn: lebenslänglicher Nazir!? –", "Vielleicht aber wie folgt: die Kinder Jisraél können ihren Kindern ein Nazirat auferlegen, nicht aber können Nichtjuden ihren Kindern ein Nazirat auferlegen; man könnte glauben, sie können überhaupt nicht Naziräer sein, so heißt es jemand!? R. Joḥanan sagte ja, dies sei eine Halakha beim Nazir24Daß man seinem Sohne ein Nazirat auferlegen könne (cf. supra Fol. 28b); dieserhalb ist somit der Schriftvers nicht nötig.. –", "Vielleicht aber wie folgt: die Kinder Jisraél scheren sich wegen des Nazirates25Der Sohn bringt die von seinem Vater hinterlassenen Opfer dar.ihres Vaters, nicht aber scheren sich Nichtjuden wegen des Nazirates ihres Vaters;" ], [ "man könnte glauben, sie können überhaupt nicht Naziräer sein, so heißt es jemand!? – Es wird ja gelehrt, R. Joḥanan sagte, dies sei26Cf. Anm. 24 mut. mut.eine überlieferte Halakha beim Nazir. –", "Wozu heißt es demnach beim Schätzgelübde :27Lev. 2.wenn jemand ein Gelübde ausspricht, die Schätzung !? Merke, das Schätzgelübde gleicht ja dem Gelübde, denn die Schrift sagt: wenn jemand ein Gelübde ausspricht, somit28Da demnach die für das Gelübde geltenden Bestimmungen hinsichtlich eines Nichtjuden auch für das Schätzgelübde gelten.braucht es ja beim Schätzgelübde nicht zu heißen: wenn jemand ausspricht. Hinsichtlich des Gelübdes wird nämlich gelehrt :29Lev. 22,18.Jemand, wozu heißt es zweimal jemand30Eigentl. Mann; die Wiederholung dieses Wortes heißt soviel wie jedermann.? – Dies schließt Nichtjuden ein, daß auch sie gleich den Jisraéliten geloben und freiwillig spenden können. –", "Vielmehr, [das Wort] jemand ist dazu nötig, das Gelübde dessen, der dem Mannesalter nahe31Mit Erlangung des 13. Lebensjahres.ist, einzuschließen. –", "Einleuchtend ist dies nach demjenigen, welcher sagt, das Gelübde dessen, der dem Mannesalter nahe ist, sei nach der Tora [gültig], wozu aber sind [die Worte] wenn jemand ausspricht nach demjenigen nötig, welcher sagt, das Gelübde dessen, der dem Mannesalter nahe ist, sei nur rabbanitisch [gültig]!? – Dies schließt das Gelübde eines Nichtjuden ein, der dem Mannesalter nahe ist32Dies ist auch nach der Tora gültig.. –", "Einleuchtend ist dies nach demjenigen, der wie folgt auslegt: die Kinder Jisraél, nur der Schätzungswert von diesen kann gelobt werden, nicht aber kann der Schätzungswert von Nichtjuden gelobt werden; man könnte glauben, daß sie auch kein Schätzgelübde tun können, so heißt es jemand.", "Wozu aber sind [die Worte] wenn jemand ausspricht nötig nach demjenigen, der wie folgt auslegt: die Kinder Jisraél, diese können ein Schätzgelübde tun, nicht aber können Nichtjuden ein Schätzgelübde tun; man könnte glauben, deren Schätzungswert könne auch nicht gelobt werden, so heißt es jemand; auch ein einen Monat altes Kind kann ja geschätzt werden!?", "R. Ada b. Ahaba erwiderte: Dies schließt einen Nichtjuden33Auffallend ist der Ausdruck לאתויי der hier die Bedeutung ‘ausschließen’ hat. aus, der das Gelübde nicht aussprechen kann, selbst wenn er erwachsen ist. –", "Wozu schrieb der Allbarmherzige beim Nazirat: wenn jemand ausspricht; merke, das Nazirat gleicht ja dem Gelübde, somit sind ja [die Worte] wenn jemand ausspricht nicht nötig!? –", "Dies schließt Ansätze34Der Gelübdeformel., die nichts beweisen35Vgl. S. 544 Anm. 24., ein. Es wird nämlich gelehrt: Ansätze, die nichts beweisen, gelten, wie Abajje sagt, als Ansätze, und wie Raba sagt, nicht als Ansätze. – Erklärlich ist dies nach Abajje, wie ist es aber nach Raba zu erklären !? –", "Vielmehr, [die Worte] wenn jemand ausspricht sind wegen einer Lehre R. Tryphons nötig. Es wird nämlich gelehrt : R. Jehuda sagte im Namen R. Tryphons: keiner von beiden36Cf. supra Fol. 32b.ist Nazir, weil das Nazirat bestimmt ausgesprochen werden37Es darf von keiner Bedingung abhängig gemacht werden.muß. – Einleuchtend ist dies nach R. Tryphon, wie ist es aber nach den Rabbanan zu erklären!? –", "Vielmehr, dies ist wegen der folgenden Lehre nötig. Die Auflösung von Gelübden schwebt in den Lüften und es gibt keine Stütze38Dies ist in der Schrift nicht angedeutet.dafür;", "R. Elie͑zer sagt, es gebe wohl eine Stütze dafür, denn es heißt39Lev. 27,2 u. Num. 6,2.zweimal : wenn jemand ausspricht, wenn jemand ausspricht, einmal wegen des verbindlichen Aussprechens und einmal wegen des entbundenen Aussprechens40Wenn das Gelübde aufgelöst wird.." ], [ "i,2 STRENGER IST ES BEI SKLAVEN ALS BEI FRAUEN, BENN BAS GELÜBBE SEINER FRAU KANN MAN AUFHEBEN, NICHT ABER KANN MAN BAS GELÜBBE SEINES SKLAVEN AUFHEBEN. HAT MAN [BAS GELÜBBE] SEINER FRAU AUFGEHOBEN, SO GILT BIES EWIG41Auch wenn sie verwitwet od. geschieden wird., HAT MAN [DAS GELÜBBE] SEINES SKLAVEN AUFGEHOBEN, SO MUSS ER, WENN ER FREI WIRB, DAS NAZIRAT BEENBIGEN.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Sein Herr kann ihn beim Nazirate zwingen, nicht aber bei Gelübden und Schätzgelübden. –", "Beim Nazirate wohl deshalb, weil der Allbarmherzige sagt:42Num. 30,3.daß er seiner Person eine Enthaltung auferlegt, nur wenn seine Person ihm selbst gehört, nicht aber ein Sklave, dessen Person nicht ihm selbst gehört, demnach43Da dieser Schriftvers von Gelübden spricht.sollte dies auch von Gelübden gelten !?", "R. Šešeth erwiderte : Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn ein Traubenkamm vor ihm liegt; bei einem Gelübde, wobei ihm, wenn ihm eines verboten ist, ein anderes nicht verboten ist, kann [sein Herr] ihn nicht44Von diesem Traubenkamme zu essen, da er die dem Herrn erwünschte Nahrung zu sich nehmen kann, ohne das Gelübde zu übertreten.zwingen,", "beim Nazirate aber, wobei ihm gleich diesem auch alle anderen verboten sind, kann er ihn zwingen. – Auch beim Gelübde kann es ja vorkommen, daß nur der eine Traubenkamm vorhanden ist, und er, wenn er diesen nicht ißt, schwach wird!?", "Vielmehr, erklärte Raba, wenn Trauben kerne vor ihm liegen; bei einem Gelübde45Wenn er sich diese abgelobt hat., wobei ihm nur diese verboten sind, kann [sein Herr] ihn nicht zwingen, bei einem Nazirate aber, wobei ihm auch alles andere46Alle Erzeugnisse des Weinstockes.verboten ist, kann er ihn zwingen. –", "Auch bei Gelübden kann es ja vorkommen, daß nur diese vorhanden sind, und er, wenn er sie nicht ißt, schwach wird!?", "Vielmehr, erklärte Abajje, nur beim Nazirate braucht47So ist die obige Lehre zu verstehen.der Herr ihn zu zwingen48Wenn er ein Nazirat gelobt hat u. sein Herr ihn zum Weingenusse nicht zwingt, ist er ihm verboten., nicht aber braucht er ihn beim Gelübde und beim Schwure49Diese sind bei ihm überhaupt ungültig.zu zwingen,", "denn die Schrift sagt:50Lev. 5,4.Böses oder Gutes zu tun, wie das Gute freisteht, ebenso Böses, wenn es ihm freisteht, ausgenommen Böses für andere, das ihm nicht freisteht51Das Gelübde, anderen Böses zuzufügen, ist ungültig; auch der Sklave fügt durch die Schwächung seines Körpers seinem Herrn Schaden zu..", "i,3 IST ER VON IHM52Der Sklave von seinem Herrn.FORT, SO DARF ER, WIE R. MEÍR SAGT, KEINEN [WEIN] TRINKEN, UND WIE R. JOSE SAGT, WOHL TRINKEN.", "GEMARA. Es wäre anzunehmen, daß sie über die Lehre Šemuéls streiten, denn Šemuél sagte, daß, wenn jemand seinen Sklaven preisgibt, er frei sei, ohne eines Freibriefes zu benötigen.", "R. Meír ist der Ansicht Šemuéls53Wenn er seinem Herrn entlauft, so gilt er als frei u. darf daher keinen Wein trinken.und R. Jose ist nicht der Ansicht Šemuéls. –", "Nein, alle sind der Ansicht Šemuéls, nur ist derjenige, welcher sagt, er dürfe trinken, der Ansicht, endlich kehrt er zum [Herrn] zurück, daher darf er Wein trinken, damit er nicht abmagere, und derjenige, welcher sagt, er dürfe nicht trinken, ist der Ansicht, möge er Qual erdulden, damit er zum [Herrn] zurückkehre." ], [ "ii WENN EIN NAZIR SICH GESCHOREN HAT UND ERFÄHRT54Vor der Darbringung der Opfer., DASS ER UNREIN SEI, SO [SIND DIE FRÜHEREN TAGE], WENN ES EINE SICHTBARE UNREINHEIT55Wenn der Tote, an dem er sich verunreinigt hat, frei gelegen hat.WAR, HINFÄLLIG, UND WENN ES EINE UNBEKANNTE UNREINHEIT56Wörtl. Unreinheit des Abgrundes.WAR, NICHT HINFÄLLIG; [ERFÄHRT ER ES] BEVOR ER SICH SCHERT, SO SIND SIE AUF JEDEN FALL HINFÄLLIG.", "ZUM BEISPIEL57In welchem Falle die Unreinheit eine sichtbare u. in welchem sie eine unsichtbare heißt.! WENN ER IN EINE HÖHLE HINABGESTIEGEN WAR, UM DA EIN REINHEITSBAD ZU NEHMEN, UND EINE SCHWIMMENDE LEICHE AM ELNGANGE DER HÖHLE GEFUNDEN WIRD, SO IST ER58Dies heißt eine sichtbare Unreinheit.UNREIN;\n", "WENN SIE ABER AUF DEM GRUNDE DER HÖHLE GESUNKEN GEFUNDEN WIRD, SO IST ER, FALLS ER ZUR ABKÜHLUNG HINABGESTIEGEN WAR, REIN, UND FALLS ZUR REINIGUNG VON DER UNREINHEIT EINER LEICHE, UNREIN, DENN DER UNREINE BLEIBT IM ZUSTANDE DER UNREINHEIT UND DER REINE BLEIBT IM ZUSTANDE DER REINHEIT, WEIL DIE SACHE EINEN GRUND HAT59Wörtl. Füße hat; dh. der Umstand spricht dafür..", "GEMARA. Woher dies60Daß die unsichtbare Unreinheit die vorangehenden Tage nicht hinfällig mache.? R. Elie͑zer erwiderte: Die Schrift sagt:61Num. 6,9.wenn ihm jemand plötzlich stirbt; ihm, wenn es ihm klar ist.", "Reš Laqiš erwiderte: Gleich dem Wege62Num. 9,10 heißt es, daß, wenn jemand zur Zeit des Pesaḥfestes unrein ist od. sich unterwegs befindet, er das Pesaḥopfer im folgenden Monat herrichte. In den kursierenden Ausgaben befindet sich dieser Schriftvers im Texte, ist jedoch, wie aus den Kommentaren zu ersehen, eine spätere Einschiebung., wie der Weg offen liegt, ebenso [die Unreinheit], wenn sie offen liegt. –", "Es wird gelehrt: Eine unbekannte Unreinheit heißt diejenige, die niemand am Ende der Welt kannte; kannte sie jemand am Ende der Welt, so ist sie keine unbekannte Unreinheit.", "Einleuchtend ist die Erklärung: gleich einem Wege63Wenn jemand am Ende der Welt die Unreinheit kennt, so ist sie sichtbar., was aber ist dabei, daß jemand am Ende der Welt sie kennt, nach demjenigen, welcher erklärt: wenn es ihm klar64Ihm selbst ist es ja unbekannt.ist!?", "Ferner wird gelehrt: Wenn jemand eine Leiche über die Breite des Weges65Den er passiert hat, u. zwar wenn die Leiche verborgen war u. er sie nicht sehen konnte.liegen findet, so ist er hinsichtlich der Hebe unrein und hinsichtlich des Nazirates und der Herrichtung des Pesaḥopfers rein. Welchen Unterschied gibt es denn hierbei66Der Unterschied wird ja nur zwischen der sichtbaren u. der unbekannten Unreinheit gemacht.!? – Vielmehr, hinsichtlich der unsichtbaren Unreinheit ist dies67Daß sie nur beim Nazir u. bei der Herrichtung des Pesaḥopfers nicht verunreinigend sei.eine überlieferte Lehre.", "BEVOR ER SICH SCHERT &C. Wer ist der Autor? R. Joḥanan erwiderte: Es ist R. Elie͑zer, welcher sagt, das Scheren sei unerläßlich.", "Rami b. Ḥama fragte : Wie ist es, wenn er innerhalb des Vollwerdens68Vor Ablauf des Nazirates.unrein geworden war und er dies nach dem Vollwerden erfährt: richten wir uns nach dem Erfahren, und erfahren hat er es nach dem Vollwerden, oder nicht? Dies ist von Bedeutung hinsichtlich der Hinfälligkeit." ], [ "Raba erwiderte: Komm und höre: [Erfährt er es] bevor er sich schert, so sind sie auf jeden Fall hinfällig. In welchem Falle: erfährt er es innerhalb des Vollwerdens, so ist es ja selbstverständlich, doch wohl nach dem Vollwerden. Schließe hieraus. –", "Aber immerhin ist noch fraglich: ist das ganze [Nazirat] hinfällig oder sind nur sieben [Tage] hinfällig? – Nach wessen Ansicht: wenn nach den Rabbanan69Cf. supra Fol. 16a., so ist selbstverständlich das ganze [Nazirat] hinfällig, und wenn nach R. Elie͑zer, so sind, wenn nach dem Vollwerden, sieben [Tage] hinfällig. –", "Gilt dies nur von dem Falle, wenn er nach dem Vollwerden unrein wird, und dieser ist es vor dem Vollwerden geworden, oder ist es hierbei anders, da er es erst nach dem Vollwerden erfahren hat? –", "Hieraus70Ist diese Frage zu entscheiden.: er lehrt, daß sie auf jeden Fall hinfällig seien, und es wird kein Unterschied gemacht.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand eine Leiche über die Breite der Straße liegen findet, so ist er hinsichtlich der Hebe unrein und hinsichtlich des Nazirates und der Herrichtung des Pesaḥopfers rein. Dies nur in dem Falle, wenn kein Raum71Als über die Leiche.zum Durchgehen da ist,", "wenn aber Raum zum Durchgehen da ist, so ist er auch hinsichtlich der Hebe72Da damit zu rechnen ist, daß er nicht über die Leiche gegangen ist.rein.", "Ferner nur in dem Falle, wenn sie vollständig ist, wenn aber zerschlagen oder zerstückelt, so ist, selbst wenn kein Raum zum Durchgehen da ist, anzunehmen, er kann zwischen den Stücken durchgegangen sein. [Liegt sie] bei einem Grabe, ist er unrein, selbst wenn sie zerschlagen oder zerstückelt ist, weil das Grab sie vereinigt.", "Dies nur in dem Falle, wenn er zu Fuß geht, wenn er aber getragen wird oder reitet, so ist er unrein, denn wenn man zu Fuß geht, so ist es möglich, daß man [die Leiche] nicht berührt, bewegt oder bezeltet, wenn man aber getragen wird oder reitet, so ist es nicht möglich, daß man sie nicht berührt, bewegt oder bezeltet.", "Dies gilt nur von einer unbekannten Unreinheit, bei einer sichtbaren Unreinheit aber sind sie alle drei73Auch der Nazir u. der Herrichtende des Pesaḥopfers.unrein.", "Eine unbekannte Unreinheit ist diejenige, die niemand am Ende der Welt kannte; kannte sie jemand am Ende der Welt, so ist sie keine unbekannte Unreinheit.", "War [die Leiche] in Stroh oder Geröll versteckt, so ist dies eine unbekannte Unreinheit, wenn in Flüssen, in der Dunkelheit oder in Felsspalten, so ist dies74Da möglich ist, daß jemand sie gesehen hat.keine unbekannte Unreinheit.", "[Die Bestimmung] von der unbekannten Unreinheit trafen sie nur bei einer Leiche.", "ZUM BEISPIEL &C. HINABGESTIEGEN. Bei einem Kriechtiere aber ist die schwimmende [Unreinheit] nicht verunreinigend, denn es wird gelehrt: Die schwimmende Unreinheit, einerlei ob in einem Gefäße oder im Grund[wasser], hinsichtlich welcher ein Zweifel75Ob eine Berührung erfolgt ist od. nicht.obwaltet, ist nicht verunreinigend. R. Šimo͑n sagt, in einem Gefäße sei sie verunreinigend, im Grund[wasser] sei sie nicht verunreinigend." ], [ "Was ist der Grund des ersten Autors? R. Jiçḥaq b. Evdämi erwiderte: Es heißt:76Lev. 11,43.an irgend einem Kriechtiere, das kriecht, wo es auch kriecht, und dem widersprechend heißt es:77Ib. V. 42.auf der Erde; wie ist dies zu erklären? Bei einer sicheren Berührung ist es verunreinigend, bei einer zweifelhaften Berührung ist es nicht verunreinigend. –", "Was ist der Grund R. Šimo͑ns? U͑la erwiderte: Es heißt:78Ib. V. 36.nur eine Quelle, und es heißt: ist unrein; wie ist dies zu erklären? Schwimmt es in einem Gefäße, so ist es verunreinigend, wenn im Grund[wasser], so ist es nicht verunreinigend.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn die [unreine Sache] getragen oder gezogen wird und darüber79Ob während des Tragens od. Ziehens, bezw. des Werfens eine Berührung erfolgt ist.ein Zweifel besteht, so ist sie verunreinigend, weil sie als liegend gilt, wenn sie aber geworfen wird und darüber79Ob während des Tragens od. Ziehens, bezw. des Werfens eine Berührung erfolgt ist.ein Zweifel besteht, so ist sie nicht80Sie gleicht der schwimmenden Unreinheit.verunreinigend ;", "ausgenommen ist eine Olive von einer Leiche, der Fall, wenn eine [solche] Unreinheit bezeltet81Wenn man die reine Sache über diese wirft od. jemand über diese springt; die Leiche ist auch durch Bezeltung (vgl. S. 626 Anm. 90) verunreinigend, und dies ist im Fluge erfolgt.wird, und alles, was nach oben wie nach unten verunreinigt, dies schließt männliche und weibliche Flußbehaftete82Wenn der Flußbehaftete auf mehreren Decken sitzt, so ist nicht nur die von ihm berührte, sondern auch alle übrigen sind unrein.ein.", "Rami b. Ḥama fragte : Wie ist es, wenn eine Leiche sich in einem Gefäße befindet und das Gefäß auf dem Wasser schwimmt: richten wir uns nach dem Gefäße82Und in diesen ruht die Leiche.oder nach der Leiche?", "Und wie ist es ferner, wenn du entscheidest, daß wir uns nach dem Gefäße richten, wenn die Leiche sich auf einem Kriechtiere befindet: ist es, da die Unreinheit des anderen bis zum Abend und die des ersteren sieben Tage anhält, ebenso als würde das Unreine in einem Gefäße liegen, oder bilden sie zusammen eine gepreßte Unreinheit?", "Und wie ist es ferner, wenn du entscheidest, es sei ebenso als würde das Unreine sich in einem Gefäße befinden, wenn ein Kriechtier sich auf einem schwimmenden Aase befindet: bilden sie, da die Unreinheit von beiden bis zum Abend anhält, zusammen eine gepreßte Unreinheit, oder aber, das andere ist in Olivengröße und das erstere in Linsengröße83Das untere gilt daher als Gefäß.verunreinigend?", "Und wie ist es ferner, wenn ein Kriechtier sich auf einem Kriechtiere befindet: ist zu berücksichtigen, daß für beide ein gleiches Quantum bestimmt ist, oder aber, sie sind ja von einander getrennt?", "Und wie ist es ferner, wenn du entscheidest, daß es bei einem Kriechtiere auf einem Kriechtiere ebenso sei, als würde es in einem Gefäße liegen, da sie von einander getrennt sind, wenn ein Kriechtier sich auf einem zerflossenen Aase befindet: gilt es, da es zerflossen ist, als Flüssigkeit84Es ist ebenso, als würde das Kriechtier im Wasser schwimmen., oder behält es seinen Charakter als Speise?", "Und wie ist es ferner, wenn du entscheidest, es behalte seinen Charakter als Speise, wenn ein Kriechtier sich auf Samenerguß85Dieser, der ebenfalls bis abends verunreinigend ist, ist eine Flüssigkeit.befindet? Und wie ist es ferner, wenn du entscheidest, er gelte, da er [vom Körper] abgeht, als Speise, wenn ein Kriechtier sich auf dem Entsündigungswasser86Das für Reine verunreinigend ist; cf. Num. 19,10.befindet und das Entsündigungswasser auf anderem Wasser schwimmt? – Wir wissen dies nicht, und dies bleibt unentschieden." ], [ "R. Hamnuna sagte : Wenn ein Nazir oder der Herrichtende des Pesaḥopfers am siebenten [Tage]87Nachdem sie sich am 3. u. am 7. Tage der Unreinheit besprengen ließen.über ein unbekanntes Grab gegangen88Und es nach Absolvierung des Nazirates, bezw. nach der Herrichtung des Pesaḥopfers erfährt.war, so ist er rein, weil das unbekannte Grab nicht intensiv genug ist, es89Das bereits absolvierte Nazirat, bezw. das bereits hergerichtete Pesaḥopfer.hinfällig zu machen.", "Raba wandte ein: Falls [er hinabgestiegen ist] zur Reinigung von der Unreinheit einer Leiche, [so ist er] unrein, denn der Unreine bleibt im Zustande der Unreinheit und der Reine bleibt im Zustande der Reinheit90Auch diese befanden sich beim Betreten des Grabes, da es vor Sonnenuntergang erfolgt war, im Zustande der Unreinheit.!?", "Dieser erwiderte: Ich pflichte dir hinsichtlich eines Nazirs bei, da ihm91Zur Erlangung der Reinheit.noch das Scheren fehlt.", "Raba sprach: Auch ich pflichte dir hinsichtlich des Herrichtenden des Pesaḥopfers bei, da ihm91Zur Erlangung der Reinheit.nichts fehlt. Abajje sprach zu ihm: Ihm fehlt ja noch der Sonnenuntergang92Erst dann erlangt er völlige Reinheit.!? Dieser erwiderte: Die Sonne geht von selbst93Dies gilt nicht als Fehlen.unter.", "Auch Abajje trat davon zurück, denn es wird gelehrt:", "Wenn am Tage des Vollwerdens94Der 40 bezw. 80 Tage nach der Geburt (cf. Lev. 12,2ff.). Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn eine Frau nach Ablauf bezw. innerhalb dieser Zeit wiederum abortiert., so bringe sie es95Ein besonderes Opfer wegen der 2. Geburt., wenn innerhalb [der Tage] des Vollwerdens, so bringe sie es nicht.", "Man könnte glauben, sie bringe es nicht wegen der Geburt vor dem Vollwerden, wohl aber wegen der Geburt nach dem Vollwerden96Wenn sie innerhalb der Zähltage wegen der 2. Geburt zum 3. Male abortiert; die 3. Geburt ist dann nach Ablauf der Zähltage der 1. Geburt, aber innerhalb der Zähltage der 2. Geburt erfolgt. Die unverständlichen Worte ‘und von beiden frei’ fehlen in Handschriften u. den Kommentaren.,", "so heißt es:97Lev. 12,6.beim Vollwerden der Tage ihrer Reinigung, wenn am Tage des Vollwerdens, so bringe sie es, wenn innerhalb [der Tage] des Vollwerdens, so bringe sie es nicht.", "Hierzu sagte R. Kahana: Anders ist es hierbei, da noch das Opfer fehlt98Sie hat das Opfer erst nach Ablauf der Tage darzubringen u. durch die folgende Geburt ist dies verhindert worden.. [Und auf den Einwand:] auch in jenem Falle99Wenn die 2. Geburt am 41. bezw. 81. Tage erfolgt.fehlt ja noch der Sonnenuntergang100Erst dann kann sie das Opfer wegen der 1. Geburt darbringen. Die Reinigung u. das Untertauchen haben allerdings am 7. bezw. 14. Tage zu erfolgen, jed. kann es vorkommen, daß sie es bis nach Ablauf der Zähltage aufschiebt., erwiderte", "Abajje, die Sonne gehe von selbst unter.", "iii WENN JEMAND EINEN TOTEN AUF GEWÖHNLICHE WEISE LIEGEN101Wenn aus der Lage zu ersehen ist, daß er ein Jisraélit, u. eines natürlichen Todes gestorben ist.FINDET, SO SCHAFFE ER IHN102Es ist nicht zu befürchten, daß auf diesem Platze sich noch andere Leichen befinden können.SAMT DER ERDUNTERLAGE FORT; \n", "WENN ZWEI, SO SCHAFFE ER SIE SAMT IHRER ERDÜNTERLAGE FORT. FINDET ER DREI, SO IST [DER PLATZ], WENN SIE VON EINANDER VIER BIS ACHT ELLEN ENTFERNT SIND, EINE GRÄBERSTÄTTE103Die Leichen müssen an Ort u. Stelle begraben werden u. dürfen nicht fortgeschafft werden." ], [ "UND ER MUSS VON DIESEM AB NOCH ZWANZIG ELLEN UNTERSUCHEN; FINDET ER [EINE LEICHE] IN EINER ENTFERNUNG VON ZWANZIG ELLEN, SO UNTERSUCHE ER WEITERE ZWANZIG ELLEN, DENN DIE SACHE HAT EINEN GRUND104Daß es eine Gräberstätte ist., OBGLEICH ER IHN, WENN ER IHN ZUERST GEFUNDEN HÄTTE, SAMT DER ERDUNTERLAGE FORTSCHAFFEN DÜRFTE.", "GEMARA. R. Jehuda sagte : Findet, ausgenommen der aufgefundene105Wenn es bekannt war, daß da Leichen sich befinden; in diesem Falle hat die Bestimmung der Mišna keine Geltung.; einen Toten, ausgenommen der Erschlagene; liegen106Der Platz gilt nicht als Gräberstätte, selbst wenn es mehrere Leichen sind., ausgenommen sitzend; auf gewöhnliche Weise, ausgenommen der Fall, wenn der Kopf sich zwischen den Hüften befindet.", "U͑la b. Ḥanina lehrte: [Auch] bei einer unvollständigen Leiche hat [die Bestimmung von der] Erdunterlage und der Gräberstätte keine Geltung. – Weshalb nicht in all den genannten Fällen? – Wir berücksichtigen, es ist wahrscheinlich ein Nichtjude107Da eine solche Lage der Leiche bei Jisraéliten nicht gebräuchlich ist..", "Wenn bei zwei der gefundenen [Leichen] der Kopf der einen sich an den Füßen der anderen und der Kopf der anderen sich an den Füßen der einen befindet, so hat bei ihnen [die Bestimmung von der] Erdunterlage und der Gräberstätte keine Geltung. Wenn man drei findet, eine bekannt und zwei erstmalig oder eine108So richtig nach manchen Texten.erstmalig und zwei bekannt, so hat bei ihnen [die Bestimmung von der] Erdunterlage Geltung, nicht aber die der Gräberstätte.", "Einst untersuchte R. Ješebab und fand zwei bekannte [Leichen] und eine erstmalig, und er wollte [den Platz] als Gräberstätte erklären, da sprach R. A͑qiba zu ihm : All deine Mühe ist umsonst; [die Bestimmung von der] Gräberstätte gilt nur von dem Falle, wenn es drei bekannte oder drei unbekannte sind.", "SO SCHAFFE ER SIE SAMT IHRER ERDUNTERLAGE FORT. Was heißt109Heißt wohl: wo ist diese Bestimmung in der Schrift angedeutet. Auf die ungewöhnlichen Wendungen in unserem Traktate ist bereits hingewiesen worden.Erdunterlage? R. Jehuda erwiderte: Die Schrift sagt:110Gen. 47,30.du sollst mich von Miçrajim tragen, nimm etwas von Miçrajim111Etwas von der Erde, auf der die Leiche sich befindet.mit mir. –", "Wieviel beträgt das Quantum der Erdunterlage? R. Elea͑zar (b. R. Çadoq) erklärte: Er nehme die aufgeweichte Erde112Die durch das Blut od. den Ausfluß der Leiche aufgeweicht wurde.und grabe noch drei Fingerbreiten in den jungfräulichen Roden.", "Man wandte ein: Wieviel beträgt das Quantum der Erdunterläge? R. Elea͑zar b. R. Çadoq erklärte: Er lese die Späne und die Erdklumpen112Die durch das Blut od. den Ausfluß der Leiche aufgeweicht wurde.auf,", "werfe das sicher [reine] fort und lasse das Zweifelhafte113Worüber ein Zweifel obwaltet, ob es nicht von der Leiche herrührt.liegen, und alles übrige114Was von der Leiche herrührt.wird zum größeren Teile des Umfanges der Leiche, zum Viertel [Kab] Gebeine und zu einem Löffel Verwestes115Die alle durch Bezeltung verunreinigend sind.vereinigt !? –", "Er ist der Ansicht des Autors der folgenden Lehre: Wieviel beträgt das Quantum der Erdunterlage? R. Joḥanan erwiderte im Namen Ben A͑zajs: Er nehme die aufgeweichte Erde und grabe noch drei Fingerbreiten in den jungfräulichen Boden.", "UND &C. UNTERSUCHEN." ], [ "Raba sagte: Wenn er untersucht und eine [Leiche] fortgeschafft, untersucht und eine fortgeschafft und untersucht und wiederum eine findet, so lege er weder diese116Die wohl absichtlich an dieser Stelle bestattet worden ist.zu jenen beiden noch jene beide117Da sie bereits fortgeschafft worden sind, so brauchen sie nicht zurückgebracht zu werden.zu dieser.", "Manche lesen: Raba sagte: Da nun einmal die Erlaubnis zum Fortschaffen vorhanden ist, schaffe er sie118Auch die 3. Leiche.fort. – Sollte doch [der Platz] eine Gräberstätte werden!? Reš Laqiš erwiderte: Sie fanden eine Veranlassung, für die Reinheit des Jisraéllandes einzutreten119Um den Verkehr für die Priester u. das das Pesaḥopfer darbringende Publikum nicht einzuschränken..", "Wie ist es, wenn man zwanzig Ellen untersucht und nichts gefunden120Ob dann wegen der 3 Leichen allein der Platz als Gräberstätte gilt.hat? R. Menasja b. Jirmeja erwiderte im Namen Rabhs: So ist [der Platz] eine Gräberstätte, – Weshalb? Reš Laqiš erwiderte: Sie fanden eine Veranlassung, für die Reinheit121Dadurch wird die Unreinheit auf den kleinen Raum der 3 Leichen beschränkt.des Jisraéllandes einzutreten.", "iv,1 DER ZWEIFELHAFTE AUSSATZ122Cf. Neg. V,4.IST BEI DER ENTSTEHUNG, BEVOR DIE UNREINHEIT FESTGESTELLT IST, REIN; IST DIE UNREINHEIT FESTGESTELLT, SO IST ER BEI EINEM ZWEIFEL UNREIN.", "GEMARA. Woher dies? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Die Schrift sagt:123Lev. 13,59.ihn für rein oder unrein zu erklären, die Schrift hat mit der Reinheit begonnen. – Demnach sollte er in einem Zweifel rein sein, auch wenn die Unreinheit festgestellt ist!? –", "Vielmehr, die Worte R. Jehudas im Namen Rabhs beziehen sich auf folgende Lehre: Wenn der Fleck dem weißen Haare124Kennzeichen des Aussatzes; cf. Lev. Kap. 13.voranging, so ist er unrein, wenn das weiße Haar dem Fleck voranging, so ist er rein; ist es zweifelhaft, so ist er unrein; R. Jehušua͑ sagt, dunkel125Unentschieden; vgl. S. 243 Anm. 168.. –", "Was heißt dunkel? R. Jehuda erwiderte: Es ist dunkel, und er ist rein. – Vielleicht dunkel und unrein. R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Die Schrift sagt: ihn für rein oder unrein zu erklären, die Schrift hat mit der Reinheit begonnen.", "iv,2 NACH SIEBEN RICHTUNGEN126Dh. Ursachen, die einen Samenerguß (Samenbruch) hervorgerufen haben können, der mit dem in der Schrift beschriebenen krankhaften Samenfluß nicht identisch ist.IST DER FLUSSBEHAFTETE VOR FESTSTELLUNG DER FLUSSBEHAFTUNG127Dies erfolgt erst beim 3. Male.ZU UNTERSUCHEN: [ÜBERMASSIGES] EsSEN UND TRINKEN, ÜBERLASTUNG, SPRINGEN, KRANKHEIT, ERSCHEINUNG128Im Traume od. im wachenden Zustande, die bei ihm Gefühle der Wollust hervorgerufen haben können., [WOLLÜSTIGE] GEDANKEN;\n", "IST DIE FLUSSBEHAFTUNG FESTGESTELLT WORDEN, SO UNTERSUCHE MAN IHN NICHT MEHR. SEIN UNFREIWILLIGER129Durch eine der oben genannten Ursachen.FLUSS, SEIN ZWEIFELHAFTER FLUSS UND SEIN SAMENERGUSS SIND UNREIN, DENN DIE SACHE130Daß diese Ausflüsse durch seinen krankhaften Zustand erfolgt sind.HAT EINEN GRUND.", "WENN JEMAND SEINEM NÄCHSTEN EINEN SCHLAG VERSETZT HAT, DEN MAN ALS TÖTLICH SCHÄTZT, [DIE KRANKHEIT] ABER NACHLÄSST, SPÄTER JEDOCH ZUNIMMT UND JENER STIRBT, SO IST ER SCHULDIG ; R. NEḤEMJA SAGT, ER SEI FREI, DENN DIE SACHE131Daß der Tod keine direkte Folge des Schlages ist.HAT EINEN GRUND.", "GEMARA. Woher dies132Daß nach Feststellung der Flußbehaftung nicht mehr zu untersuchen ist.? R. Nathan erwiderte: Die Schrift sagt:133Lev. 15,33.und der den Fluß (fließen) hat, beim dritten Male gleicht er der Frau134Im angezogenen Schriftverse wird der Ausdruck Fluß 2mal (Fluß, fließen) gebraucht, was auf einen 2maligen Fluß deutet, u. darauf folgt: für Mann u. Frau, dh. beim 3. Male gleicht er der Frau, bei der jeder Ausfluß unrein ist.. –", "Es wird ja aber gelehrt: R. Elie͑zer sagt, beim dritten Male135In der Schrift sind ja nur 2 Male angedeutet.untersuche man ihn, beim vierten Male untersuche man ihn nicht mehr!? – Vielmehr, sie streiten über [die Partikel] den ; R. Elie͑zer deutet [die Partikel] den, die Rabbanan deuten [die Partikel] den nicht136Im angezogenen Schriftverse heißt es ‘den Fluß’, u. nach RE. deutet auch die Akkusativpartikel ‘den’ auf einen einmaligen Fluß, somit sind 3 Male (Anm. 134) angedeutet..", "SEIN UNFREIWILLIGER FLUSS, SEIN ZWEIFELHAFTER FLUSS &C." ], [ "Raba sagte: Man erkläre nicht, wenn es zweifelhaft ist, ob er [Ausfluß] gemerkt hat oder nicht, sondern wenn er bestimmt gemerkt hat, es aber zweifelhaft ist, ob dies Samenerguß oder Ausfluß war; da einmal die Unreinheit festgestellt ist, ist er auch im Zweifel unrein.", "SEIN SAMENERGUSS IST UNREIN. Wodurch [verunreinigend], wollte man sagen, durch Berührung, so ist dieser ja nicht weniger als der Samenerguß eines Reinen137Der ebenfalls durch Berührung verunreinigend ist.!? – Vielmehr, der Samenerguß eines Flußbehafteten verunreinigt auch durch das Tragen138Auch wenn man ihn nicht berührt.. –", "Wer ist der Autor, welcher sagt, der Samenerguß eines Flußbehafteten verunreinige durch das Tragen? Wollte man sagen, es sei der Autor der folgenden Lehre: R. Elie͑zer sagt, der Samenerguß eines Flußbehafteten sei durch Tragen nicht verunreinigend; R. Jehošua͑ sagt, er sei durch Tragen verunreinigend, weil er ohne Flußtropfen nicht möglich ist. Aber auch R. Jehošua͑ ist ja dieser Ansicht nur wegen der Flußtropfen, gesondert aber nicht !?", "Vielmehr, erklärte R. Ada b. Ahaba, dies besagt, daß [der Fluß] nicht darauf zurückzuführen139Allgemein wird jeder Ausfluß unmittelbar nach einem Samenerguß auf diesen zurückgeführt, sodaß er innerhalb 24 Stunden nach diesem als solcher gilt u. nicht verunreinigend ist.sei.", "R. Papa wollte vor Raba erklären, weil er aus Schwäche140Durch den Fluß u. nicht durch den Samenerguß.erfolgt ist, da sprach Raba zu ihm: Eis wird ja gelehrt, daß ein Proselyt sofort nach seiner Bekehrung durch Ausfluß verunreinigend141Obgleich er nicht auf Schwäche zurückzuführen ist.sei!? Jener erwiderte: Du hast keine größere Krankheit als diese142Die seelische Aufregung durch die Bekehrung..", "Hierüber streiten vielmehr Tannaím, denn es wird gelehrt: Der Samenerguß des Flußbehafteten ist von Stunde bis Stunde143Bis zur selben Stunde des folgenden Tages.verunreinigend; R. Jose sagt, nur diesen Tag. –", "Worin besteht ihr Streit? – In einer Lehre Šemuéls. Šemuél wies auf einen Widerspruch hin: Es heißt: 144Dt. 23,11.wenn jemand unter dir ist, der nicht rein ist145Wonach die Schrift von einem spricht, der schon von früher her nicht rein ist, wohl durch Ausfluß, da wahrscheinlich von einer ähnlichen Angelegenheit gesprochen wird.infolge eines nächtlichen Ereignisses, und es heißt:146Dt. 23,12.gegen Abend147Demnach handelt es sich um einen Samenergußbehafteten, der nur bis zum Abend unrein ist.wasche er sich im Wasser.", "Derjenige, der von Stunde bis Stunde sagt, betont [die Worte] gegen Abend148Nach der Etymologie des im Texte gebrauchten Ausdruckes: wenn der Abend vorüber ist; demnach ist er auch nachher unrein, volle 24 Stunden., und der andere betont [die Worte] nächtlichen Ereignisses149Wie dieses, nur bis zum Abend.. –", "Wie erklärt derjenige, der [die Worte] gegen Abend betont, [die Worte] nächtlichen Ereignisses!? Er kann dir erwidern: der Samenerguß pflegt gewöhnlich nachts zu erfolgen.", "v ŠEMUÉL WAR, WIE R. NEHORAJ SAGT, EIN NAZIR, DENN ES HEISST :150iSam. 1,11.
151. Cf. Jud. 13,5.
ein Schermesser komme nicht über sein Haupt. BEI ŠIMŠON WIRD [DAS WORT] mora150iSam. 1,11.
151. Cf. Jud. 13,5.
[SCHERMESSER] GEBRAUCHT, UND BEI ŠEMUÉL WIRD [DAS WORT] mora GEBRAUCHT, WIE ŠIMŠON, BEI DEM [DAS WORT] mora GEBRAUCHT WIRD, NAZIR WAR, EBENSO WAR ŠEMUÉL, BEI DEM [DAS WORT] mora GEBRAUCHT WIRD, NAZIR.", "R. JOSE SPRACH : UNTER mora IST JA [DIE FURCHT]152Nach ihm ist der angezogene Schriftvers zu übersetzen: Furcht komme nicht über sein Haupt; über die sonderbare Ableitung des W.s מורה v. ירא sich fürchten, vgl. ציון II. Jg. p. 170.VOR EINEM [MENSCHEN AUS] FLEISCH UND BLUT ZU VERSTEHEN!? R. NEHORAJ ERWIDERTE IHM: ES HEISST BEREITS:153iSam. 16,2.Šemuél sprach: Wie kann ich hingehen, wenn Šaúl dies erfährt, bringt er mich um. DEMNACH KAM ÜBER IHN DIE FURCHT VOR [EINEM MENSCHEN AUS] FLEISCH UND BLUT.", "GEMARA. Rabh sprach zu seinem Sohne Ḥija:" ], [ "Hasche danach154Nach dem Becher, über den der Tischsegen gesprochen wird.und sprich den Segen. Ebenso sprach R. Hona zu seinem Sohne Rabba : Hasche danach und sprich den Segen.", "Demnach ist der bedeutender, der den Segen spricht, und dem widersprechend wird gelehrt : R. Jose sagt, wer Amen antwortet, sei bedeutender als der, der den Segen spricht!? Hierzu sagte R. Nehoraj : Beim Himmel, so ist es auch. Merke, die Infanteristen zetteln den Krieg an und die Helden155Die Kriegsleiter, die an der Schlacht weniger beteiligt sind.tragen den Sieg davon. –", "Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: Sowohl der, der den Segen spricht, als auch der, der Amen antwortet, ist156Bei der Belohnung für die Ausübung des bezüglichen Gebotes.einbegriffen, nur kommt der, der den Segen spricht, zuerst daran157Demnach ist nach dieser Lehre das Sprechen des Segens bedeutender..", "R. Elea͑zar sagte im Namen R. Ḥaninas : Die Schriftgelehrten mehre<n den Frieden in der Welt, denn es heißt :158Jes. 54,13.all deine Söhne sind Gottesgelehrte, und groß ist der Friede deiner Kinder." ] ], "sectionNames": [ "Daf", "Line" ] }