{
"language": "en",
"title": "Kiddushin",
"versionSource": "https://www.nli.org.il/he/books/NNL_ALEPH001042448/NLI",
"versionTitle": "Talmud Bavli. German trans. by Lazarus Goldschmidt, 1929 [de]",
"shortVersionTitle": "Lazarus Goldschmidt, 1929",
"actualLanguage": "de",
"languageFamilyName": "german",
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"direction": "ltr",
"heTitle": "קידושין",
"categories": [
"Talmud",
"Bavli",
"Seder Nashim"
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"text": [
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[],
[
" DIE FRAU WIRD AUF DREI ARTEN ANGEEIGNET UND EIGNET SICH SELBST AN AUF ZWEI ARTEN! SIE WIRD ANGEEIGNET DURCH GELD, URKUNDE UND BEISCHLAF. DURCH GELD, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, MIT EINEM DENAR UND DEM WERTE EINES DENARS, UND WIE DIE SCHULE HILLELS SAGT, MIT EINER PERUṬA UND DEM WERTE EINER PERUṬA. WIEVIEL IST EINE PERUṬA? EIN ACHTEL EINES ITALISCHEN ASSARS.\n",
"SIE EIGNET SICH SELBST AN DURCH SCHEIDEBRIEF UND TOD IHRES EHEMANNES. DIE EHESCHWÄGERIN WIRD ANGEEIGNET DURCH BEISCHLAF UND EIGNET SICH SELBST AN DURCH ḤALIÇA UND TOD DES EHESCHWAGERS.\n",
"GEMARA. DIE FRAU WIRD ANGEEIGNET. Weshalb heißt es hier: die Frau wird angeeignet, dort aber : der Mann traue sich an? –\n",
"Weil er es hier vom Gelde lehren will, und [die Antrauung durch] Geld aus [dem Worte] nehmen entnommen wird, das auch beim Felde E͑phrons gebraucht wird. Hierbei heißt es:wenn jemand eine Frau nimmt, und dortheißt es: ich gebe das Geld für das Feld, nimm es,\n",
"und unter nehmen ist die Aneignung zu verstehen, wie es heißt:das Feld, das Abraham angeeignethat;\n"
],
[
" ferner auch :sie werden Felder für Geld aneignen. Daher lehrt er: die Frau wird angeeignet. –\n",
"Sollte er auch dort lehren: der Mann erwirbt!? – Anfangs gebrauchte er die Ausdrucksweise der Tora, später aber gebraucht er die Ausdrucksweise der Rabbanan. – Was bezeichnet die rabbanitische Ausdrucksweise? – Daß er sie für die ganze Welt verboten mache, wie das Geheiligte. –\n",
"Sollte er hier lehren: der Mann eignet sich an!? – Da er im Schlußsatze von ihr lehren will, daß sie sich selbst erwerbe, so lehrt er auch im Anfangsatze von ihr. –\n",
"Sollte er lehren: der Mann eignet sich an, und: eignet zu!? – Hierzu gehört der Tod des Ehemannes, wobei die Zueignung nicht durch ihn, sondern durch den Himmel erfolgt.\n",
"Wenn du aber willst, sage ich: wenn er ‘erwirbt’ lehren würde, so könnte man glauben, auch gegen ihren Willen, daher lehrt er: wird angeeignet, nur mit ihrem Willen, nicht aber gegen ihren Willen. –\n",
"Weshalb lehrt er šaloš, sollte er doch šelošalehren!? – Weil er [das Wort] ‘derekh’ [Weg, Art] gebrauchen will, und ‘derekh’ weiblich ist, wie es heißt :du sollst ihnen die derekh [den Weg] kund tun, auf der sie wandeln sollen. –\n",
"Wir haben gelernt: nach sieben Richtungenuntersuche man den Flußbehafteten; sollte er wegen des Gebrauchs des Wortes ‘derekh’ šeba͑ lehren !? – Wir finden, daß ‘derekh’ auch männlich gebraucht wird, denn es heißt :auf einem Wege [derekh] werden sie gegen dich ziehen, aber auf sieben Wegen vor dir fliehen. – Demnach widersprechen ja die Schriftverse einander und auch die Lehren widersprechen einander!? –\n",
"Die Schriftverse widersprechen einander nicht. Da wird von der Tora gesprochen, und da die Tora weiblich ist, wie es heißt:die Lehre [Tora] des Herrn ist vollkommen, sie erquickt die Seele. so gebraucht er es weiblich; dort aber wird vom Kriege gesprochen, und da nur der Mann Krieg zu führen pflegt, nicht aber die Frau, so gebraucht er es männlich.\n",
"Die Lehren widersprechen einander ebenfalls nicht. Hier wird von der Frau gesprochen, daher gebraucht er es weiblich, dort wird vom Manne gesprochen, denn nur ein Mann ist zu untersuchen, nicht aber eine Frau, da sie auch unverschuldetunrein ist, daher gebraucht er es männlich. –\n",
"Er lehrt also šaloš wegen [des Wortes] ‘Arten’; aber sollte er doch [das Wort] ‘Dinge’gebrauchen und šeloša lehren!? – Er will darunter auch den Beischlaf zählen, und der Beischlaf wird Art genannt, wie es heißt:die Art des Mannes bei einer Jungfrau, so die Art eines hurenden Weibes. –\n",
"Erklärlich ist dies vom Beischlafe, wie ist es aber vom Gelde und von der Urkunde zu erklären!? – Wegen des Beischlafs. –\n",
"Er lehrt dies beiden zweien wegen des einen!? – Auch durch diese erfolgt esnur wegen des Beischlafs.\n",
"Wenn du aber willst, sage ich: hier ist die Ansicht R. Šimo͑ns vertreten, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagte: Die Tora sagt deshalb:wenn ein Mann eine Frau nimmt, nicht aber: wenn eine Frau von einem Manne genommen wird, weil es die Art des Mannes ist, nach einer Frau zu suchen, nicht aber ist es die Artder Frau, nach einem Manne zu suchen. Dies ist mit dem zu vergleichen, der etwas verloren hat; wer sucht wen? Der Verlierende sucht das Verlorene. –\n",
"Wir haben gelernt: nach sieben Richtungenuntersuche man den Flußbehafteten; sollte er doch ‘Dinge’ lehren!? – Da lehrt er uns, daß es die Art des übermäßigen Essens ist, Samenfluß zu verursachen, daß es die Art des übermäßigen Trinkens ist, Samenfluß zu verursachen. –\n",
"Wir haben gelernt: der Etrog gleichtin drei Hinsichtendem Baume; sollte er doch ‘Dinge’ lehren!? –Weil er im Schlußsatze lehren will: und dem Kraute in einer Hinsicht. – Sollte er auch im Schlußsatze ‘Ding’ lehren!? –\n"
],
[
"Da lehrt er uns, daß der Etrog in seiner Art dem Kraute gleiche; wie es die Art des Krautes ist, an jedem Wasser zu wachsen, und die Verzehntung erfolgt beim Einsammeln, ebenso ist es die Art des Etrogs an jedem Wasser zu wachsen, und die Verzehntung erfolge beim Einsammeln. –\n",
"Wir haben gelernt: der Kojgleicht in mancher Hinsichtdem Wild, in mancher Hinsicht dem Vieh, in mancher Hinsicht dem Wild und dem Vieh, und in mancher Hinsicht weder dem Wild noch dem Vieh; sollte er doch ‘Dinge’ lehren!? Ferner haben wir gelernt: dies ist eine von den Hinsichten, worin Scheidebriefe und Freilassungsbriefe einander gleichen; sollte er doch ‘Dinge’ lehren!? –\n",
"Vielmehr, überall, wo eine Unterscheidung gemachtwird, lehrt er ‘derekh’, und überall, wo keine Unterscheidung gemacht wird, lehrt er ‘Dinge’. Dies ist auch zu beweisen, denn im Schlußsatze lehrt er: R. E͑lie͑zer sagt, der Etrog gleiche dem Baume in jeder Beziehung. Schließe hieraus.\n",
"Was schließt die Zahl im Anfangsatze aus und was schließt die Zahl im Schlußsatze aus? –\n",
"Die Zahl im Anfangsatze schließt das Brautgemachaus. – Was schließt sie nach R. Hona aus, welchersagt, [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere sei zu entnehmen, daß durch das Brautgemach eine Aneignung erfolge!? –\n",
"Dies schließt den Tauschaus. Man könnte glauben, da aus [dem Worte] nehmen, das auch beim Felde E͑phrons gebraucht wird, gefolgertwird, [so folgere man ferner:] wie ein Feld durch Tausch angeeignet werden kann, könne auch eine Frau durch Tausch angeeignet werden, so lehrt er uns. –\n",
"Vielleicht ist dem auch so!? – Der Tausch kann auch [durch eine Sache] unter einer Peruṭa erfolgen,\n"
],
[
"die Aneignung der Frau aber kann [durch] eine Sache] unter einer Peruṭa nicht erfolgen. –\n",
"Was schließt die Zahl im Schlußsatze aus? – Dies schließt die Ḥaliça aus. Man könnte glauben, es sei von der Eheschwägerin [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn die Eheschwägerin, die durch einen Scheidebrief nicht frei ausgeht, durch die Ḥaliça frei ausgeht, um wieviel mehr geht diese, die durch einen Scheidebrief frei ausgeht, durch die Ḥaliça frei aus, so lehrt er uns. –\n",
"Vielleicht ist dem auch so!? – Die Schrift sagt:Brief der Trennung, nur der Brief trennt sie, nicht aber etwas anderes.\n",
"DURCH GELD. Woher dies? Ferner wird gelehrt, dem Vater stehe das Recht auf die Antrauung seiner Tochter durch Geld, Urkunde und Beischlaf zu; woher, daß sie durch Geld angeeignet werde und das Geld ihrem Vater gehöre?\n",
"R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Die Schrift sagt:so gehe sie umsonst aus, ohne Geld; nur dieser Herrerhält kein Geld, wohl aber erhält es ein anderer Herr, nämlich der Vater. –\n",
"Vielleicht gehört es ihr!? – Wieso denn, der Vater nimmt ihre Antrauung in Empfang, wie es heißt:meine Tochter habe ich diesem Manne gegeben, und sie sollte das Geld erhalten!? –\n",
"Vielleicht gilt dies nur von einer Minderjährigen, die keine Handzur Empfangsnahme ihrer Antrauung hat, ein [erwachsenes] Mädchenaber, daß eine Hand zur Empfangsnahme ihrer Antrauung hat, kann sich selber antrauen lassen und erhält auch das Geld!? – Die Schrift sagt:in ihren Mädchenjähren im Hause ihres Vaters, jeder Ertrag ihrer Mädchenjähre gehört ihrem Vater. –\n",
"R. Hona sagte im Namen Rabhs : Woher, daß die Händearbeit der Tochter dem Vater gehöre? Es heißt:wenn jemand seine Tochter zur Magd verkauft, wie die Händearbeit der Magd dem Herrn gehört, ebenso gehört die Händearbeit der Tochter ihrem Vater. Dies ist ja zu folgern aus [dem Verse:] in ihren Mädchenjähren im Hause ihres Vaters !?\n",
"Vielmehr ist zu erwidern, dieser Schriftvers spreche von der Aufhebung von Gelübden, ebenso ist auch hierbei zu erwidern, dieser Schriftvers spreche von der Aufhebung von Gelübden. Wolltest du sagen, man folgere es hiervon, so sind Zivilsachen von kanonischen Dingen nicht zu folgern.\n",
"Wolltest du sagen, man folgere es von der Bußzahlung, so sind Geldzahlungen von Bußzahlungen nicht zu folgern.\n",
"Wolltest du sagen, man folgere es von [der Zahlung für] Beschämung und Bemakelung, so verhält es sich bei [der Zahlung für] Beschämung und Bemakelung anders, da der Vater [den Schaden] erleidet. –\n",
"Vielmehr, es ist einleuchtend, daß das ähnliche Ausgehen ausgeschlossen wird. –\n"
],
[
"Das eine Ausgehen gleicht ja nicht dem anderen Ausgehen:\n",
"aus der Gewalt des Herrn geht sie vollständig aus, während hierbei noch die Übergabe zum Brautgemachefehlt!? – Immerhin kommt sie hinsichtlich der Auflösung von Gelübden aus seiner Gewalt, denn wir haben gelernt, Gelübde der Verlobten können nur von ihrem Vater und ihrem Manne [zusammen] aufgelöst werden. –\n",
"Deutet denn [der Schriftvers:] so gehe sie umsonst aus, hierauf, er deutet ja auf folgende Lehre!? Es wird nämlich gelehrt: So gehe sie umsonst aus, im Alter der Mannbarkeit; ohne Geld, im Mädchenalter.\n",
"Rabina erwiderte: Die Schrift könnte ja sagen: én [ohne] Geld, wenn es aber éjnheißt, so besagt dies auch, daß nur dieser Herr kein Geld erhalte, wohl aber erhalte es ein anderer Herr, nämlich der Vater. –\n",
"Woher, daß man so auslege? – Es wird gelehrt:Und Kinder hat sie nicht;\n",
"ich weiß dies nur von Kindern, woher diesvon Kindeskindern? Es heißt: Kinder hat sie nicht, nichtshat sie. Ich weiß dies nur von makellosenKindern, woher dies von bemakelten Kindern!? Es heißt: und Kinder hat sie nicht, nichts hat sie. –\n",
"Hiervon hast du ja hinsichtlich der Kindeskinder gefolgert!? – Hinsichtlich der Kindeskinder ist kein Schriftvers nötig, da Kindeskinder als Kinder gelten; nötig ist ein Schriftvers nur hinsichtlich bemakelter Kinder. –\n",
"Woher entnimmt dieser Autor selber eine solche Folgerung? – Ich will dir sagen; es heißt:Bilea͑m will nicht [meén], mein Schwager will nicht [meén], ohne Jod, hier aber wird esmit Jod geschrieben, wohl zur Auslegung.\n",
"Die Schrift muß es sowohl von ihrer Antrauunglehren, daß sie ihrem Vater gehöre, als auch von ihrer Händearbeit, daß sie ihrem Vater gehöre. Würde der Allbarmherzige es nur von ihrer Antrauung geschrieben haben, daß sie ihrem Vater gehöre, so könnte man glauben, weil sie dabei keine Mühe hatte, ihre Händearbeit aber, bei der sie Mühe hatte, gehöre ihr.\n",
"Und würde er es nur von ihrer Händearbeit gelehrt haben, so könnte man glauben, weil sie dafür ernährt wird, ihre Antrauung aber, die ihr von anderwärtszufällt, gehöre ihr. Daher ist beides nötig.\n",
"Der Text. So gehe sie umsonst aus, im Alter der Mannbarkeit; ohne Geld, im Mädchenalter. Sollte der Allbarmherzige es nur vom Mädchenalter geschrieben haben und nicht vom Alterder Mannbarkeit!?\n",
"Rabba erwiderte: Er lehrt das eine wegen des anderen,\n",
"wie dies auch bei Beisaß und Mietling der Fall ist. Es wird gelehrt:Beisaß, das ist der lebenslänglich Gekaufte,Mietling, das ist der auf Jahre Gekaufte.\n",
"Sollte esdoch nur vom Beisaß und nicht vom Mietling gesagt werden, und ich würde gefolgert haben: wenn der lebenslänglich Gekauftedavon nicht essen darf, um wieviel weniger der auf Jahre Gekaufte!?\n",
"Wenn dem so wäre, würde man gesagt haben, unter Beisaß sei der auf Jahre Gekaufte zu verstehen, während der lebenslänglich Gekaufte davon essen dürfe; daher heißt es Mietling, das lehrt, daß auch der Beisaß, obgleich lebenslänglich gekauft, davon nicht essen dürfe.\n",
"Abajje sprach zu ihm: Es ist ja nicht gleich; da handelt es sich um zwei verschiedene Personen, und obgleich der Allbarmherzige schreiben könnte, der angebohrte Beisaßdürfe nicht essen, so nannte er dennoch den anderen, hinsichtlich dessen dies [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern wäre, denn die Schrift bemüht sich, auch das zu schreiben,\n",
"was [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern wäre, hierbei aber handelt es sich um dieselbe Person, und wenn sie schon im Mädchenalter frei ausgeht, wieso befindet sie sich bei ihm noch im Alter der Mannbarkeit!?\n",
"Vielmehr, erklärte Abajje, dies ist wegen der mannbaren Zwitterhaftennötig;\n",
"man könnte glauben, durch das Mädchenaltergehe sie frei aus, nicht aber durch das Alter der Mannbarkeit, so lehrt er uns.\n",
"Mar, Sohn des R. Aši, wandte ein: Es ist ja [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn die Pubertätszeichen, die sie nicht aus der Gewalt des Vaters bringen, sie aus der Gewalt ihres Herrn bringen, um wieviel mehr bringt sie das Mannbarkeitsalter, daß sie aus der Gewalt des Vaters bringt, aus der Gewalt des Herrn!?\n",
"Vielmehr, erklärte Mar, Sohn des R. Aši, dies ist wegen des Verkaufes einer Zwitterhaften nötig; man könnte glauben, bei der, die Pubertätszeichen bekommt, gebe eseinen Verkauf, bei dieser aber, die keine Pubertätszeichen bekommt, gebe es keinen Verkauf,\n"
],
[
"so heißt es: sie gehe umsonst aus. –\n",
"Gegen Mar, den Sohn R. Ašis, welcher sagt, dies sei durch [einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern, [ist ja zu erwidern:] wir sagen ja, die Schrift bemühe sich, auch das zu schreiben, was [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgernwäre !? – Dies nur, wenn keine andere Erklärung vorhanden ist, wenn aber eine andere Erklärung vorhanden ist, erklären wir.\n",
"Der Autor der folgenden Lehre entnimmt diesaus folgendem:Wenn jemand eine Frau nimmt und ihr beiwohnt, und sie dann keine Gunst in seinen Augen findet, weil er an ihr gefunden &c. Unter nehmen ist [das Nehmen] durch Geld zu verstehen, denn so heißt es:ich gebe das Geld für das Feld, nimm es von mir.\n",
"Wollte man es durch einen Schluß folgern: wenn die hebräische Magd, die durch Beischlaf nicht erworben wird, durch Geld erworben wird, um wieviel mehr wird diese, die durch Beischlaf erworben wird, durch Geld erworben,\n",
"so ist von der Eheschwägerin zu erwidern: sie wird durch Beischlaf erworben, nicht aber durch Geld. [Entgegnet man:] wohl die Eheschwägerin, die durch Urkunde nicht angeeignetwird, während diese durch Urkunde angeeignet wird,\n",
"so heißt es: wenn jemand nimmt. – Wozu ist der Schriftvers nötig, dies ist ja gefolgertworden !? R. Aši erwiderte: Man könnte entgegnen, der Schluß sei zu widerlegen:\n",
"du folgerst dies von der hebräischen Magd, aber dies gilt nur von der hebräischen Magd, die auch durch Geld frei ausgeht, während diese nicht durch Geld frei ausgeht; daher heißt es: wenn jemand nimmt.\n",
"Und sowohl der Schriftvers :sie gehe umsonst aus, als auch der Schriftvers: wenn jemand nimmt, ist nötig. Würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: wenn jemand nimmt, so könnte man glauben, das Antrauungsgeld, das der Ehemann ihr gibt, gehöre ihr, daher schrieb der Allbarmherzige: sie gehe umsonst aus.\n",
"Und würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: sie gehe umsonst aus, so könnte man glauben, wenn sie [das Geld] ihm gegeben und sich ihm angetraut hat, sei die Antrauung gültig. Daher sind beide nötig.\n",
"Und ihr beiwohnt, dies lehrt, daß sie durch den Beischlaf angeeignet wird. Wollte man es durch einen Schluß folgern: wenn die Eheschwägerin, die durch Geld nicht angeeignet wird, durch Beischlaf angeeignet wird, um wieviel mehr wird diese, die durch Geld angeeignet wird, durch Beischlaf angeeignet,\n",
"so ist von der hebräischen Magd zu erwidern: diese wird durch Geld angeeignet, aber nicht durch Beischlaf. [Entgegnet man:] wohl die hebräische Magd, bei der die Aneignung nicht zur Ehelichung erfolgt, während bei dieser die Aneignung zur Ehelichung erfolgt, so heißt es: und ihr beiwohnt. –\n",
"Wozu ist der Schriftvers nötig, dies ist ja gefolgertworden !? R. Aši erwiderte: Man könnte entgegnen, der Schluß sei zu widerlegen: du folgerst dies von der Eheschwägerin,\n",
"aber dies gilt nur von der Eheschwägerin, die mit ihm bereits verbundenist, während diese mit ihm nicht verbunden ist; daher heißt es: und er ihr beiwohnt.\n"
],
[
"Woher, daß dies auch durch Urkunde erfolgen kann? Wollte man es durch einen Schluß folgern : wenn das Geld, das nicht hinausbringt, hereinbringt, um wieviel mehr bringt die Urkunde, die hinausbringt, auch herein, so ist zu erwidern:\n",
"wohl gilt dies vom Gelde, durch das man Geheiligtes und den zweiten Zehntenauslösen kann, während man durch Urkunde Geheiligtes und den zweiten Zehnten nicht auslösen kann, denn es heißt :er gebe das Geld und soll es erstehen,\n",
"daher sagt die Schrift :sie gehe fort und sei, das Sein gleicht dem Gehen, wie das Gehen durch Urkunde erfolgt, ebenso erfolgt das Sein durch Urkunde. – Sollte auch das Gehen dem Sein gleichen, wie das Sein durch Geld erfolgt, ebenso auch das Gehen durch Geld?\n",
"Abajje erwiderte: Man würde sagen, das Geld bringe herein und das Geld bringe hinaus; sollte der Verteidiger Ankläger werden!? – Demnach kann man ja auch von der Urkunde sagen, die Urkunde bringe hinaus und die Urkunde bringe herein; sollte der Ankläger Verteidiger werden!? –\n",
"Der Inhalt der einen Urkunde ist ein anderer als der der anderen Urkunde. – Auch beim Gelde ist ja das eine anders als das andere!? – Immerhin ist es die gleiche Münze.\n",
"Raba erwiderte: Die Schrift sagt:er schreibe ihr, sie wird nur durch ein Schriftstück geschieden, nicht aber wird sie durch Geld geschieden. – Vielleicht aber : sie wird nur durch ein Schriftstück geschieden, nicht aber wird sie durch ein Schriftstück angetraut!? – Es heißt ja: sie gehe fort und sei, und es gleicht &c.–\n",
"Was veranlaßt dich dazu!? – Es ist einleuchtend, daß, wenn er von der Scheidung spricht, er die Scheidung ausschließt, aber sollte er denn, wenn er von der Scheidung spricht, die Antrauung ausschließen!? –\n",
"Woher entnimmt R. Jose der Galiläer, der diesen Schriftvers für eine andere Auslegungverwendet, daß sie nicht durch Geld geschieden werden könne!? – Die Schrift sagt: Brief der Trennung, der Brief trennt sie, nicht aber trennt sie etwas anderes. –\n",
"Wofür verwenden die Rabbanan [das Wort] Trennung? – Daß es eine Sache sein müsse, die zwischen ihm und ihr [vollständig]trennt.\n",
"Es wird nämlich gelehrt: [Sagte er:] da hast du deinen Scheidebrief mit der Bedingung, daß du niemals Wein trinkest, oder: mit der Bedingung, daß du niemals in das Haus deines Vaters gehst, so ist dieskeine Trennung, wenn aber: dreißig Tage, so ist dies eine Trennung. –\n",
"Und R. Jose der Galiläer !? – Er entnimmt dies aus [dem Worte] Trennung. – Und die Rabbanan!? – Ihnen leuchtet die Auslegung aus [dem Worte] Trennung nicht ein.\n",
"Wenn auch eines von einem nicht zu folgernist, so sollte doch eines von zweien gefolgert werden !? – Welches sollte gefolgert werden: wenn der Allbarmherzige es von der Urkunde nicht geschrieben hätte und man bezüglich dieser von jenen folgern wollte, so wäre zu erwidern: wohl durch jene, weil sie einen bedeutenden Genußgewähren.\n",
"Wenn der Allbarmherzige es vom Beischlafe nicht geschrieben hätte und man bezüglich dessen von jenen folgern wollte, so wäre zu erwidern: wohl durch jene, weil die Erwerbung durch sie eine vielfacheist.\n",
"Und wenn der Allbarmherzige es vom Gelde nicht geschrieben hätte und man bezüglich dessen von jenen folgern wollte, so wäre zu erwidern:\n",
"wohl durch jene, da sie auch gegenwilligzur Anwendung kommen. Wolltest du entgegnen, auch das Geld komme gegenwillig zur Anwendung, bei der hebräisch enMagd, so ist dies immerhin beim Ehegesetze nicht der Fall.\n",
"R. Hona sagte: [Durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere ist zu folgern, daß durch das Brautgemacheine Aneignungerfolge: wenn durch das Geld, das nicht zum Essen von Hebeberechtigt, eine Aneignung erfolgt, um wieviel mehr erfolgt eine Aneignung durch das Brautgemach, das zum Essen von Hebe berechtigt. –\n",
"Berechtigt denn das Geld nicht zum Essen von Hebe, U͑la sagte ja, daß nach der Tora eine verlobte JisraélitinHebe essen dürfe, denn es heißt :wenn ein Priester eine Seele erwirbt, für sein Geld gekauft, und diese ist für sein Geld gekauft,\n",
"nur sagten sie deshalb, daß sie nicht essen dürfe, weil berücksichtigt wird, man könnte ihr im Hause ihres Vaters einen Bechereinschenken und sie ihn ihrem Bruder oder ihrer Schwester zu trinken geben!? –\n",
"Vielmehr, man folgere wie folgt: wenn durch das Geld, durch das keine Vollendungerfolgt, eine Aneignung erfolgt,\n"
],
[
"um wieviel mehr erfolgt eine Aneignung durch das Brautgemach, durch das eine Vollendung erfolgt. [Erwidert man:] wohl gilt dies vom Gelde, durch das Geheiligtes und der zweite Zehnt ausgelöst wird, so beweist der Beischlaf\n",
"[das Entgegengesetzte; erwidert man:] wohl gilt dies vom Beischlafe, durch den die Aneignung der Eheschwägerin erfolgt, so beweist das Geld [das Entgegengesetzte]. Die Replikation wiederholt sich nun: die Eigenheit des einen gleicht nicht der Eigenheit des anderen und die Eigenheit des anderen gleicht nicht der Eigenheit des einen; das Gemeinsame bei ihnen ist, daß durch sie anderweitig eine Aneignung erfolgt, und auch hierbei erfolgt durch sie eine Aneignung, somit ist auch das Brautgemach einzuschließen, denn durch dieses erfolgt anderweitig eine Aneignung, und auch hierbei hat durch dieses eine Aneignung zu erfolgen.\n",
"[Erwidert man:] das Gemeinsame bei ihnen ist, daß sie einen bedeutenden Genuß gewähren, so beweist die Urkunde [das Entgegengesetzte; erwidert man:] wohl gilt dies von der Urkunde, durch die eine Jisraélitin geschieden wird, so beweisen Geld und Beischlaf [das Entgegengesetzte].\n",
"Die Replikation wiederholt sich nun: die Eigenheit des einen gleicht nicht der Eigenheit des anderen und die Eigenheit des anderen gleicht nicht der Eigenheit des einen; das Gemeinsame bei ihnen ist, daß durch sie anderweitig eine Aneignung erfolgt, und auch hierbei erfolgt durch sie eine Aneignung, somit ist auch das Brautgemach einzuschließen, denn durch dieses erfolgt anderweitig eine Aneignung, und auch hierbei hat durch dieses eine Aneignung zu erfolgen. –\n",
"Aber das Gemeinsame bei ihnen ist ja, daß sie auch gegenwillig zur Anwendungkommen!? – Und R. Hona!? – Immerhin finden wir nicht, daß es bei der Ehelichung durch Geld gegenwillig erfolgen könne.\n",
"Raba sprach: Dagegensind zwei Einwände zu erheben: erstens haben wir von drei [Arten] und nicht von vier [Arten] gelernt,\n",
"und zweitens erfolgt ja die Vollendung durch das Brautgemach nur infolge der Antrauung, wieso sollte nun hinsichtlich des Brautgemaches ohne Antrauung vom Brautgemache infolge der Antrauung zu folgern sein!?\n",
"Abajje erwiderte ihm: Gegen deinen Einwand, wir haben es nur von drei und nicht von vier [Arten] gelernt, [ist zu erwidern,] der Autor nenne nur Arten, die ausdrücklich geschrieben sind, nicht aber Arten, die nicht ausdrücklich geschrieben sind;\n",
"und gegen deinen Einwand, die Vollendung durch das Brautgemach erfolge nur infolge der Antrauung, [ist zu erwidern,] dies eben sage R. Hona: wenn durch das Geld, durch das nach dem Geldekeine Vollendung erfolgt, eine Aneignung erfolgt, um wieviel mehr erfolgt sie durch das Brautgemach, durch das nach dem Gelde eine Vollendung erfolgt.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Wieso durch Geld? Wenn er ihr Geld oder eine Wertsache gegeben und zu ihr gesagt hat: sei mir angetraut, sei mir angelobt, sei meine Frau, so ist sie ihm angetraut; wenn aber sie es ihm, gegeben und zu ihm gesagt hat: ich bin dir angetraut, ich bin dir angelobt, ich bin deine Frau, so ist sie ihm nicht angetraut.\n",
"R. Papa wandte ein: Nur wenn er gegeben und er gesagt hat, wenn aber er gegeben und sie gesagt hat, so ist sie ihm nicht angetraut; wie ist nun der Schlußsatz zu erklären: wenn aber sie es ihm gegeben und zu ihm gesagt hat, so ist die Antrauung ungültig; nur wenn sie gegeben und sie gesagt hat, wenn aber er gegeben und sie gesagt hat, so ist die Antrauung gültig!? –\n",
"Der Anfangsatz ist entscheidend, den Schlußsatz aber lehrt er unnötig. – Er lehrt also im Schlußsatze, was dem Anfangsatze widerspricht!? –\n",
"Vielmehr, er meint es wie folgt: wenn er gegeben und er gesagt hat, so ist die Antrauung selbstverständlich gültig, wenn aber er gegeben und sie gesagt hat, so ist es ebenso, als würde sie gegeben und sie gesagt haben, und die Antrauung ist ungültig. Wenn du aber willst, sage ich: wenn er gegeben und er gesagt hat, so ist sie ihm angetraut, wenn sie gegeben und sie gesagt hat, so ist sie ihm nicht angetraut, und wenn er gegeben und sie gesagt hat, so ist [die Trauung] zweifelhaft, und rabbanitisch zu berücksichtigen.\n",
"Šemuél sagte: Wenn er ihr Geld oder eine Wertsache zur Antrauung gegeben und zu ihr gesagt hat: sei angetraut, sei angelobt, sei [meine] Frau, so ist sie ihmangetraut; wenn aber: ich bin dein Mann, ich bin dein Herr, ich bin dein Verlobter, so ist hierbei nichtszu berücksichtigen.\n",
"Dasselbe gilt auch von der Scheidung. Wenn er ihr [den Scheidebrief] gegeben und zu ihr gesagt hat: sei fortgeschickt, sei geschieden, sei jedermann erlaubt, so ist sie geschieden; wenn aber: ich bin nicht dein Gatte, ich bin nicht dein Mann, ich bin nicht dein Angetrauter, so ist hierbei nichtszu berücksichtigen.\n",
"R. Papa sprach zu Abajje: Demnach wäre Šemuél der Ansicht, Ansätze, die nichts beweisen, gelten als Ansätze,\n",
"dagegen haben wir gelernt, wenn jemand gesagt hat: ich will sein, sei er Nazir, und auf unseren Einwand, er habe vielleicht gesagt, er wolle im Fastenverweilen, erklärte Šemuél, wenn ein Naziran ihm vorüberging; nur wenn ein Nazir an ihm vorüberging, sonst aber nicht!? –\n",
"Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er ‘mir’ gesagt hat. – Was lehrt er uns demnach damit!? –\n"
],
[
"Er lehrt uns die [Ungültigkeit der] letzteren Formeln; bezüglich der einenheißt es: wenn jemand nimmt, nicht aber, wenn er sich nehmen läßt, und bezüglich der anderenheißt es: er schicke sie fort, nicht aber, wenn er sich fortschicken läßt.\n",
"Die Rabbanan lehrten : [Sagte er :] sei meine Frau, sei meine Verlobte, sei mir angeeignet, so ist sie ihm angetraut; [sagte er:] sei mein, sei in meinem Besitze, gehöre mir, so ist sie ihm angetraut. – Sollte er es doch summarischlehren!? – Der Autor hörte dies von je drei [Formeln], und er lehrt sie so.\n",
"Sie fragten: Wie ist es, [wenn er gesagt hat: sei] mit mirvereint, sei mir bestimmt, sei meine Hilfe, sei meine Aufgenommene, sei mein Gegenstück, sei meine Rippe, sei meine Angeschlossene, sei meine Ergänzung, sei meine Ergriffene, sei meine Genommene? –\n",
"Hinsichtlich des einen ist aus folgender Lehre zu entscheiden: Wenn jemand ‘meine Genommene’ gesagt hat, so ist sie ihm angetraut, denn es heißt: wenn jemand eine Frau nimmt.\n",
"Sie fragten: Wie ist es, [wenn er gesagt hat:] meine Vergebene? – Komm und höre, es wird gelehrt: Wenn jemand ‘meine Vergebene’ gesagt hat, so ist sie ihm angetraut, denn in Judäa nennt man die Verlobte ‘Vergebene’. – Ist Judäa denn die Mehrheit der Welt? –\n",
"Er meint es wie folgt: wenn jemand ‘meine Vergebene’ sagt, so ist sie ihm angetraut, denn es heißt :und sie eine Sklavin ist, die einem Manne vergeben ist; ferner nennt man in Judäa die Verlobte ‘Vergebene’. – Ist denn der Beweis von Judäa als Stütze für den Schriftvers nötig!? – Vielmehr, er meint es wie folgt: wenn jemand in Judäa ‘Vergebene’ sagt, so ist sie ihm angetraut, denn in Judäa nennt man die Verlobte Vergebene. –\n",
"Von welchem Falle wird hier gesprochen: hat er mit ihr über die Angelegenheit ihrer Scheidung oder ihrer Antrauung nicht gesprochen, so wußte sie ja nicht, was er ihr gesagthat, und hat er mit ihr über die Angelegenheit ihrer Scheidung oder ihrer Antrauung gesprochen, so gilt diesja auch von dem Falle, wenn er nichts zu ihr gesagt hat!?\n",
"Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand mit einer Frau über die Angelegenheit ihrer Scheidung oder ihrer Antrauung spricht und ihr ihren Scheidebrief oder ihre Antrauungsurkunde ohne Erklärung gibt, so ist dies, wie R. Jose sagt, genügend; R. Jehuda sagt, er müsse esihr erklären. Hierzu sagte R. Hona im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie R. Jose. –\n",
"Ich will dir sagen, tatsächlich, wenn er mit ihr über die Angelegenheit ihrer Scheidung oder ihrer Antrauung gesprochen hat; wenn er ihr schweigend gegeben hat, ist demauch so, hier aber wird von dem Falle gesprochen, wenn er ihr gegeben und jene Ausdrücke gebraucht hat.\n",
"Er fragt folgendes: sind es Ausdrücke der Antrauung, oder wollte er sienur zur Arbeit haben? – Dies bleibt unentschieden.\n",
"Der Text. Wenn jemand mit einer Frau über die Angelegenheit ihrer Scheidung oder ihrer Antrauung spricht und ihr ihren Scheidebrief oder ihre Antrauungsurkunde ohne Erklärung gibt, so ist dies, wie R. Jose sagt, genügend; R. Jehuda sagt, er müsse es ihr erklären. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Diesnur, wenn sie sich mit dieser Angelegenheit befaßt haben.\n",
"Ebenso sagte auch R. Elea͑zar im Namen R. Oša͑jas: Dies nur, wenn sie sich damit befaßt haben. Hierüber streiten auch Tannaím: Rabbi sagt, nur, wenn sie sich mit dieser Angelegenheit befaßt haben; R. Elea͑zar b. Šimo͑n sagt, auch wenn sie sich nicht mit dieser Angelegenheit befaßt haben.\n",
"Woher wußte sie, wenn sie sich mit dieser Angelegenheit nicht befaßt haben, was er ihr sagte!? Abajje erwiderte: Von Angelegenheit zu Angelegenheit, diese Angelegenheitbetreffend.\n",
"R. Hona sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Jose. R. Jemar sprach zu R. Aši: R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, wer in den Vorschriften über Scheidung und Antrauung nicht kundig ist, befasse sich damit nicht; gilt dies auch von dem, der die Lehre R. Honas im Namen Šemuéls nicht gehört hat? Dieser erwiderte: Freilich, dem ist auch so.\n",
"«Dasselbe gilt auch von der Scheidung. Wenn er ihr ihren Scheidebrief gegeben und zu ihr gesagt hat: sei fortgeschickt, sei geschieden, sei jedermann erlaubt, so ist sie geschieden.» Klar ist es, daß, wenn jemand seiner Frau ihren Scheidebrief gegeben und zu ihr gesagt hat: sei nun eine Freie,\n"
],
[
"er nichts gesagthabe, wenn er zu seiner Sklavin gesagt hat; sei nun jedermann erlaubt, er nichts gesagt habe;\n",
"wie ist es aber, wenn er zu seiner Frau gesagt hat: du gehörst dir nun selber; sagen wir, er habe es nur inbetreff der Arbeitsleistung gemeint, oder aber, er habe es vollständiggemeint?\n",
"Rabina sprach zu R. Aši: Komm und höre, wir haben gelernt: Der wesentliche Text des Freilassungsbriefes ist: du bist nun ein Freier, du gehörst nun dir selber. Wenn nun ein kenaa͑nitischer Sklave, dessen Person sein Eigentum ist, seine Person erwirbt, wenn er zu ihm sagt : du gehörst nun dir seiner, um wieviel mehr die Ehefrau, deren Person nicht sein Eigentum ist.\n",
"Rabina fragte R. Aši: Wie ist es, wenn er zu seinem Sklaven gesagt hat: ich habe nichts mehr mit dir zu tun; sagen wir, er meinte, er habe überhaupt nichts mehr mit ihm zu tun, oder aber, er habe es nur hinsichtlich der Arbeit gemeint?\n",
"R. Naḥman sprach zu R. Aši, und manche sagen, R. Ḥanin aus Maḥoza zu R. Aši: Komm und höre, es wird gelehrt: Wenn jemand seinen Sklaven an einen Nichtjuden verkauft hat, so wird er freiund benötigt eines Freilassungsbriefes von seinem ersten Herrn.\n",
"R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Dies nur, wenn er keine Urkunde geschrieben hat, wenn er aber eine Urkunde geschrieben hat, so ist dies sein Freilassungsbrief. Und [auf die Frage], was dies für eine Urkunde sei, erwiderte R. Šešeth, wenn er ihm geschrieben hat: falls du von ihm fortläufst, so habe ich mit dir nichts mehr zu tun.\n",
"Abajje sagte: Wenn jemand [sich eine Frau] mit einem Darlehenantraut, so ist sie ihm nichtangetraut; wenn aber mit dem Nutzen eines Darlehens, so ist sie ihm angetraut, jedoch ist dies als Wucherlistverboten. –\n",
"Welcher Nutzen eines Darlehens ist hier zu verstehen; wollte man sagen, wenn er ihr [die Zinsen] aufgeschlagen, wenn er ihr vier für fünf gesagthat, so ist dies ja richtiger Wucher, auch ist es jaein Darlehen !? –\n",
"In dem Falle, wenn er ihr die Zahlungsfrist hinausgeschoben hat.\n",
"Raba sagte: [Sagte jemand:] da hast du eine Mine mit der Bedingung, daß du sie mir zurückgibst, so ist, wenn es sich um einen Kauf handelt, dieser nichtig, wenn um eine Antrauung, die Frau nicht angetraut, wenn um die Auslösungeines Sohnes, der Sohn nicht ausgelöst,\n",
"und wenn um die Hebe, der Pflicht des Gebens genügt, jedoch ist dies verboten, weil es den Anschein hat, als helfe der Priester in der Tenne. –\n",
"Welcher Ansicht ist Raba: ist er der Ansicht, die Schenkung mit der Bedingung zur Rückgabe gelte als Schenkung, so sollte es auch von jenen anderen Fällen gelten, und ist er der Ansicht, sie gelte nicht als Schenkung, so sollte dies auch von der Hebe nicht gelten!?\n",
"Ferner sagte ja Raba, die Schenkung mit der Bedingung der Rückgabe gelte als Schenkung !? Raba sagte nämlich: [Sagte jemand:] da hast du diesen Etrogmit der Bedingung, daß du ihn mir zurückgibst, so hat er, wenn er ihn benutzt und zurückgegeben hat, seiner Pflicht genügt, wenn aber nicht, nichtgenügt.\n",
"Vielmehr, sagte R. Aši, erfolgt in allen Fällen eine Aneignung, nur nicht bei [der Antrauung] einer Frau, weil die Aneignung der Frau nicht durch Tauscherfolgen kann. R. Hona Mar, Sohn des R. Neḥemja, sprach zu R. Aši: Auch wir lehren im Namen Rabas wie du.\n",
"Raba sagte: [Sagte sie:] gib jenem eine Mine,\n"
],
[
"so will ich dir angetraut sein, so ist sie ihmauf Grund des Gesetzes vom Bürgen angetraut. Der Bürge verpflichtet sich, obgleich er keinen Nutzen hat, ebenso eignete diese Frau ihre Person zu, obgleich sie keinen Nutzen hat.\n",
"[Sagte er:] da hast du eine Mine und sei jenem angetraut, so ist sie ihm auf Grund des Gesetzes vom kenaa͑nitisehen Sklaven angetraut. Der kenaa͑nitische Sklave eignet sichselbst an, obgleich er gar keinen Verlusthat, ebenso eignet sich jener die Frau an, obgleich er gar keinen Verlust hat.\n",
"[Sagte sie:] gib jenem eine Mine, so will ich ihm angetraut sein, so ist sie ihm auf Grund beider Gesetze angetraut. Der Bürge verpflichtet sich, obgleich er keinen Nutzen hat, ebenso eignete diese Frau ihre Person zu, obgleich sie keinen Nutzen hat.\n",
"[Erwidert man,] es sei nicht gleich, beim Bürgen hat der, dem er sich verpflichtet, einen Verlust, während dieser Mann, der die Frau eignet, keinen Verlust hat, so beweist der kenaa͑nitische Sklave [das Entgegengesetzte]: er hat keinen Verlust, dennoch erwirbt er sich selber.\n",
"[Erwidert man,] es sei nicht gleich, da erhalte der Zueignende [Ersatz], während hierbei die Frau ihre Person zueignet und nichts erhält, so beweist der Bürge [das Entgegengesetzte] : er verpflichtet sich, obwohl er keinen Nutzen erhält.\n",
"Raba fragte: Wie ist es, wenn [sie gesagt hat:] da hast du eine Mine und ich will dir angetraut sein? Mar Zuṭra erwiderte im Namen R. Papas: Sie ist ihm angetraut R. Aši sprach zu Mar Zuṭra: Demnach werden Güter, die eine Sicherheitgewähren, mit Gütern erworben, die keine Sicherheitgewähren,\n",
"während wir entgegengesetzt gelernt haben, daß nämlich Güter, die keine Sicherheit gewähren, mit Gütern, die eine Sicherheit gewähren, durch Geld, Urkunde und Besitznahme erworbenwerden!? Dieser erwiderte: Du glaubst wohl, wenn sie ‘mit’gesagt Hat? Hier wird von einem angesehenen Manne gesprochen, und für die Befriedigung, daß er von ihr ein Geschenkannimmt, eignet sie ihm ihre Person zu.\n",
"Es wurde auch im Namen Rabas gelehrt: Dasselbegilt auch bei Geldangelegenheiten. Und beides ist nötig.\n",
"Würde er es nur von der Antrauung gelehrt haben, so könnte man glauben, weil eine Frau mit allem zufriedenist, nach Reš Laqiš, denn Reš Laqiš sagte: lieber zu zweien sitzen als verwitwet weilen, nicht aber gelte dies bei Geldangelegenheiten.\n",
"Und würde er es nur von Geldangelegenheiten gelehrt haben, so könnte man glauben, weil [auf Geld] verzichtet werdenkann, nicht aber gelte dies von der Antrauung. Daher ist beides nötig.\n",
"Raba sagte: [Sagte er:] sei meiner Hälfte angetraut, so ist sie ihm angetraut: wenn aber: deine Hälfte sei mir angetraut, so ist sie ihm nicht angetraut. Abajje sprach zu Raba: Wenn [er gesagt hat]: deine Hälfte sei mir angetraut, ist sie ihm wohl deshalb nicht angetraut, weil der Allbarmherzige von einer Frau spricht, nicht aber von einer halben Frau, ebenso spricht ja der Allbarmherzige auch von einem Manne, nicht aber von einem halben Manne!?\n",
"Dieser erwiderte: Was soll dies; allerdings ist eine Frau für zwei [Männer] nicht geeignet, aber ist etwa ein Mann nicht für zwei [Frauen] geeignet!? Er wollte ihr nur folgendes sagen: wenn ich es wünsche, nehme ich noch eine andere.\n",
"Mar Zuṭra, Sohn des R. Mari, sprach zu Rabina: Die Antrauung sollte sich doch auf sie vollständig ausdehnen!? Es wird ja gelehrt: Sagte jemand: der Fuß von diesem [Vieh] sei ein Brandopfer, so ist das ganze ein Brandopfer.\n",
"Und auch nach demjenigen, welcher sagt, das ganze sei kein Brandopfer, gilt dies nur von dem Falle, wenn er einen Teil heiligt, von dem das Leben nicht abhängt, wenn er aber einen Teil heiligt, von dem das Leben abhängt, so ist es vollständig ein Brandopfer. –\n",
"Es ist ja nicht gleich; da ist es ein Vieh, hierbei aber eine andere denkende Person.\n",
"Dies ist vielmehr mit dem Falle R. Joḥanans zu vergleichen : Wenn das Vieh zwei Gesellschaftern gehört und einer die Hälfte dem Heiligtume geweiht, es dann angekauft und wiederum geweiht hat, so ist es heilig und darf nicht dargebrachtwerden;\n",
"es macht Umgetauschtesund das Umgetauschte gleicht diesem.\n",
"Hieraus ist dreierlei zu entnehmen;\n"
],
[
"es ist zu entnehmen, daß auch Lebendes verdrängtwerden könne,\n",
"es ist zu entnehmen, daß, was einmal verdrängt war, verdrängtbleibe, und es ist zu entnehmen, daß es auch beim Geldwerteeine Verdrängung gebe.\n",
"Raba fragte: Wie ist es, [wenn er gesagt hat:] deine eine Hälftedurch eine halbe Peruṭa und deine andere Hälfte durch eine halbe Peruṭa. Hat er, sobald er eine halbe Peruṭa genannt hat, [die Antrauung] beendet, oder aber ist dies nur eine Aufzählung?\n",
"Und wie ist es, falls du entscheidest, dies sei eine Aufzählung, [wenn er gesagt hat:] deine eine Hälfte durch eine Peruṭa und deine andere Hälfte durch eine Peruṭa; hat er, sobald er eine andere Peruṭa genannt hat, [die Antrauung]beendet, oder aber ist dies während des ganzen Tages eine Aufzählung?\n",
"Und wie ist es, falls du entscheidest, dies sei während des ganzen Tages eine Aufzählung, [wenn er gesagt hat:] heute deine eine Hälfte durch eine Peruṭa und morgen deine andere Hälfte durch eine Peruṭa; hat er, sobald er ‘morgen’ gesagt hat, [die Antrauung] beendet, oder aber meinte er es wie folgt: die Antrauung beginne sofort, ende aber erst morgen?\n",
"Und wie ist es, [wenn er gesagt hat:] deine zwei Hälften durch eine Peruṭa: hierbei meinte er es entschieden mit einem Male, oder aber kann eine Frau in Hälften überhaupt nicht angetraut werden? – Dies bleibt unentschieden.\n",
"Raba fragte: Wie ist es, [wenn er gesagt hat:] deine beiden Töchter meinen beiden Söhnendurch eine Peruṭa; richte man sich nach dem Geber und Empfänger, somit ist der [erforderliche] Geldbetrag vorhanden, oder richte man sich nach jenen, und er ist nicht vorhanden? – Dies bleibt unentschieden.\n",
"R. Papa fragte: Wie ist es, [wenn er gesagt hat:] deine Tochter und deine Kuhdurch eine Peruṭa; sagen wir, die Tochter durch eine halbe Peruṭaund die Kuh durch eine halbe Peruṭa, oder aber, die Tochter durch eine Peruṭa und die Kuh durch das Ansichziehen? – Dies bleibt unentschieden.\n",
"R. Aši fragte: Wie ist es, [wenn er gesagt hat:] deine Tochter und dein Grundstück durch eine Peruṭa; heißt dies, die Tochter durch eine halbe Peruṭa und das Grundstück durch eine halbe Peruṭa, oder aber, die Tochter durch eine Peruṭa und das Grundstück durch Besitznahme? – Dies bleibt unentschieden.\n",
"Einst vollzog jemand die Antrauung mit [einem Stücke] Seide, und Rabba sagte, es benötige nicht der Schätzung; R.Joseph aber sagte, es benötige der Schätzung. Falls er zu ihr gesagt hat: wieviel es auch wert ist, stimmen alle überein, daß es keiner Schätzungbenötige,\n",
"und falls er zu ihr gesagt hat, es sei fünfzig wert, und es keine fünfzig wert ist, so ist es ja nicht sovielwert, sie streiten nur über den Fall, wenn er gesagt hat, es sei fünfzig wert, und es auch fünfzig wert ist. Rabba sagt, es benötige keiner Schätzung, denn es ist ja fünfzig wert; R. Joseph sagt, es benötige der Schätzung, weil die Frau darin nicht kundig ist und sich auf ihn nicht verläßt.\n",
"Manche sagen, sie streiten auch über den Fall, [wenn er gesagt hat:] wieviel es auch wert ist, denn R. Joseph ist der Ansicht, eine Wertsache müsse dem Gelde gleichen; wie das Geld eine bestimmte Summe repräsentiert,\n"
],
[
" ebenso muß auch eine Wertsache eine bestimmte Summe repräsentieren.\n",
" R. Joseph sagte: Dies entnehme ich aus folgender Lehre:Vom Gelde seines Kaufes; er wird durch Geld erworben, nicht aber durch Getreide oder Geräte.\n",
" Wie ist dies vom Getreide und von Geräten zu verstehen: wollte man sagen, durch diese könne eine Aneignung überhaupt nicht erfolgen, so sagt ja der Allbarmherzige:er erstatte sein Lösegeld, und dies schließt Wertsachen ein, daß sie dem Gelde gleichen;\n",
" und wollte man sagen, wenn sie keine Peruṭa wert sind, so gilt dies ja nicht nur von Getreide und Geräten, sondern auch vom Gelde. Doch wohl, wenn sie eine Peruṭa wert sind, und aus dem Grunde nicht,\n",
" weil sie keine bestimmte Summe repräsentieren. – Nein, er meint es wie folgt: er wird nur im Geldzahlungswege angeeignet, nicht aber durch Getreide und Geräte, nämlich im Tauschwege. –\n",
" Wie ist es aber nach R. Naḥman zu erklären, welcher sagt, Früchte seien kein Tauschmittel!? – Vielmehr, tatsächlich, wenn sie keine Peruṭa wert sind, wenn du aber einwendest, dies gilt nicht nur von Getreide und Geräten, sondern auch vom Gelde, [so ist zu erwidern,] von diesen sei es selbstverständlich.\n",
" Selbstverständlich kann es durch Geld nur dann erfolgen, wenn es eine Peruṭa beträgt, sonst aber nicht, bei Getreide und Geräten aber könnte man glauben, daß er, da sie einen direkten Nutzengewähren, seine Person zueignet, so lehrt er uns.\n",
" R. Joseph sagte: Dies entnehme ich aus folgender Lehre: [Sagte jemand:] dieses Kalbzur Auslösungmeines Sohnes, dieses Gewand zur Auslösung meines Sohnes, so hat er nichts gesagt; wenn aber: dieses Kalb im Werte von fünf Sela͑ zur Auslösung meines Sohnes, dieses Gewand im Werte von fünf Sela͑ zur Auslösung meines Sohnes, so ist sein Sohn ausgelöst.\n",
" In welchem Falle gilt dies von der Auslösung: ist es nicht soviel wert, wieso sollte erdies!? Doch wohl, wenn es wert ist, und nur deshalb nicht, weil der Wert nicht präzisiert ist. –\n",
" Nein, tatsächlich, wenn es nicht soviel wert ist, jedoch in dem Falle, wenn der Priester einverstandenist. So nahm einst R. Kahana bei der Auslösung eines Sohnes ein Sudarium an, indem er sagte, für ihn sei es fünf Sela͑ wert.\n",
" R. Aši sagte: Dies gilt nur von einem Manne wie R. Kahana, der als bedeutender Mann eines Sudariums auf dem Haupte benötigte, nicht aber von jedemanderen. So kaufte Mar, Sohn des R. Aši, von der Mutter des Raba aus Qube ein Sudarium im Werte von zehn für zwölf.\n",
"R. Elea͑zar sagte: [Wenn er zu ihr gesagt hat:] sei mir mit einer Mine angetraut, und ihr einen Denar gegeben hat, so ist sie ihm angetraut und er ergänze [den Betrag]. – Aus welchem Grunde? – Da er ‘eine Mine’ gesagt und ihr einen Denar gegeben hat, so ist es ebenso, als würde er ‘mit der Bedingung’ gesagthaben,\n",
"und R. Hona sagte im Namen Rabhs, wenn jemand ‘mit der Bedingung’ sagt, sei es ebenso, als würde er ‘von jetztab’ sagen.\n",
"Man wandte ein: [Wenn er gesagt hat:] sei mir mit einer Mine angetraut, und während des Zählenseiner von ihnen zurücktreten will, so steht es ihm frei, selbst beim letzten Denar!? –\n",
"Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er ‘mit dieser Mine’ gesagt hat. – Wenn es aber im Schlußsatze ‘mit dieser Mine’ heißt, so spricht ja der Anfangsatz von einer unbezeichneten Mine!?\n",
"Im Schlußsatze wird nämlich gelehrt: Wenn er zu ihr gesagt hat: sei mir mit dieser Mine angetraut, und es sich herausstellt, daß von der Mine ein Denar fehlt, oder daß ein Denar aus Kupfer ist, so ist sie ihm nicht angetraut; wenn aber ein Denar schlecht ist, so ist sie ihm angetraut und er tausche ihn ihr um. –\n",
"Nein, der Anfangsatz und der Schlußsatz sprechen beide von dem Falle, wenn er ‘mit dieser Mine’ gesagt hat, denn dies ist eine Erklärung: wenn einer von ihnen zurücktreten will, so steht es ihm frei, selbst beim letzten Denar, und zwar, wenn er ‘mit dieser Mine’ gesagt hat.\n",
"Dies ist auch einleuchtend, denn wenn man sagen wollte, der Anfangsatz spreche von einer unbezeichneten Mine, so ist ja, wenn mit einer unbezeichneten Mine die Antrauung ungültig ist, dies um so mehr der Fall, wenn er ‘diese Mine’ [gesagt hat]. –\n",
"Wenn nur dies, so beweist dies nichts, denn er lehrt den Schlußsatz zur Erklärung des Anfangsatzes; damit man nicht glaube, der Anfangsatz spreche von dem Falle, wenn er ‘diese Mine’ gesagt hat, wenn er aber die Mine nicht bezeichnet hat, sei die Antrauung gültig, lehrt er im Schlußsatze: diese Mine, wonach der Anfangsatz von einer unbezeichneten Mine spricht, und dennoch ist die Antrauung ungültig.\n",
"R. Aši erwiderte: Anders ist es, wenn er [ihr den Betrag] aufzählt, weil sie dann auf das ganzerechnet. –\n",
"Von welchem Falle wird hier hinsichtlich des kupfernen Denars gesprochen: wußte sie es, so war sie ja einverstanden!? – In dem Falle, wenn er ihn ihr nachts gegeben oder sie ihn unter den Münzen gefunden hat. –\n",
"Von welchem schlechten Denar wird hier gesprochen, wenn er nicht geht, so gleicht er ja einem kupfernen Denar!? R. Papa erwiderte: Wenn er im Notfalle geht.\n",
"Raba sagte im Namen R. Naḥmans: Wenn er zu ihr gesagt hat: sei mir mit einer Mine angetraut, und ihr für diese ein Pfand hinterlegt hat, so ist sie ihm nicht angetraut,\n"
],
[
"denn hierbei ist keine Mine und auch kein Pfandvorhanden. Raba wandte gegen R. Naḥman ein: Hat er sie sich mit einem Pfande angetraut, so ist sie ihm angetraut!? – Hier ist ein fremdes Pfandzu verstehen. Dies nach R. Jiçḥaq,\n",
"denn R. Jiçḥaq sagte: Woher, daß der Gläubiger das Pfand erwirbt? Es heißt:dir wird eszur Rechtschaffenheit angerechnet werden; welche Rechtschaffenheit wäre dies, wenn er es nicht erwerben würde!? Hieraus, daß der Gläubiger das Pfand erwirbt.\n",
"Einst kauften die Söhne des R. Hona b. Abin eine Magd um geprägte Münze, und da sie solche nicht hatten, hinterlegten sie einen Barren [als Pfand]. Später stieg die Magd im Preise. Als sie hierauf zu R. Ami kamen, sprach er zu ihnen : Hier ist keine Münze und kein Barren vorhanden.\n",
"Die Rabbanan lehrten: [Wenn er zu ihr gesagt hat:] sei mir mit einer Mine angetraut, und sie sie genommen und ins Meer, ins Feuer oder sonstwo, wo sie vernichtet wird, geworfen hat, so ist sie ihm nicht angetraut. – Demnach ist die Antrauung gültig, wenn sie sie vor ihn geworfen hat: aber sie sagte ja damit: nimm, ich will nicht!? –\n",
"Dieser Fall ist selbstverständlich; selbstverständlich ist die Antrauung ungültig, wenn sie sie vor ihn geworfen hat; man könnte aber glauben, wenn sie sie ins Meer oder ins Feuer geworfen hat, war sie, da sie haftbar ist, mit der Antrauung einverstanden, und tat dies nur deshalb, um ihn zu prüfen, ob er jähzornig ist oder nicht, so lehrt er uns.\n",
"Die Rabbanan lehrten: [Sagte er:] sei mir mit einer Mine angetraut, [und erwiderte sie:] gib sie meinem Vater, oder: deinem Vater, so ist sie ihm nicht angetraut; wenn aber: mit der Weisung, daß er sie für mich empfange, so ist sie ihm angetraut.\n",
"Er lehrt ‘meinem Vater’, um den Anfangsatzhervorzuheben, und er lehrt ‘deinem Vater’, um den Schlußsatzhervorzuheben.\n",
"[Sagte er:] sei mir mit einer Mine angetraut, [und erwiderte sie:] gib sie jenem, so ist sie ihm nicht angetraut; wenn aber: mit der Weisung, daß er sie für mich empfange, so ist sie ihm angetraut. Und beide Fälle sind nötig.\n",
"Würde er nur ‘meinem Vater’ und ‘deinem Vater’ gelehrt haben, [so könnte man glauben,] die Antrauung sei nur dann gültig, wenn sie gesagt hat: mit der Weisung, daß er sie für mich empfange, weil sie sich auf sie verläßt und annimmt, daß sie ihren Auftrag ausführen, nicht aber gilt dies von einem Fremden.\n",
"Und würde er es nur von einem Fremden gelehrt haben, so könnte man glauben, die Antrauung sei nur dann ungültig, wenn sie ‘gib sie jenem’ gesagt hat, weil sie ihm nicht nahe steht, um sie ihm als Geschenk zu geben, wenn sie aber ‘meinem Vater’ oder ‘deinem Vater’ [gesagt hat], habe sie sie ihnen, da sie ihnen nahe steht, als Geschenk gegeben. Daher ist beides nötig.\n",
"Die Rabbanan lehrten: [Sagte er:] sei mir mit einer Mine angetraut, [und erwiderte sie:] leg sie zum Sela͑, so ist sie ihm nicht angetraut; wenn aber der Sela͑ ihr gehört, so ist sie ihm angetraut. R. Bebaj fragte: Wie ist es, wenn der Sela͑ beiden gehört? – Dies bleibt unentschieden.\n",
"[Sagte er:] sei mir mit diesem Brote angetraut, [und erwiderte sie:] gib es dem Hunde, so ist sie ihm nicht angetraut; wenn aber der Hund ihr gehört, so ist sie ihm angetraut. R. Mari fragte : Wie ist es, wenn der Hund sie verfolgt hat :\n",
"hat sie für den Nutzen, daß sie sich vor ihm gerettethat, sich diesem zugeeignet, oder kann sie sagen: du warst nach dem Gesetze mich zu retten verpflichtet. – Dies bleibt unentschieden.\n",
"[Sagte er:] sei mir mit diesem Brote angetraut, [und erwiderte sie:] gib es dem Armen, so ist sie ihm nicht angetraut, selbst wenn es ein Armer ist, der von ihr unterhaltenwird, denn sie kann zu ihm sagen: wie ich dazu verpflichtet bin, so bist auch du dazu verpflichtet.\n",
"Einst verkaufte jemand\n"
],
[
"buntePerlenschnüre, und eine Frau kam heran und sprach zu ihm: Gib mir ein Schnürchen. Da fragte er sie: Willst du, wenn ich es dir gebe, mir angetraut sein? Diese erwiderte: Gib mir, gib. Hierauf entschied R. Ḥama: ‘Gib mir, gib’ ist nichts.\n",
"Einst trank jemand Wein in einem Laden, und eine Frau kam heran und sprach zu ihm: Gib mir einen Becher. Da fragte er sie: Willst du, wenn ich dir gebe, mir angetraut sein? Diese erwiderte: Trinken laß mich, trinken. Hierauf entschied R. Ḥama: ‘Trinken laß mich, trinken’ ist nichts.\n",
"Einst schüttelte jemand Datteln von einer Palme, und eine Frau kam heran und sprach zu ihm: Wirf mir zwei herunter. Da fragte er sie: Willst du, wenn ich sie dir herunterwerfe, mir angetraut sein? Diese erwiderte: Wirf nur, wirf. Hierauf entschied R. Zebid: ‘Wirf nur, wirf’ ist nichts.\n",
"Sie fragten: Wie ist es, wenn sie nur gesagt hat: gib, laß mich trinken, oder: wirf? Rabina erwiderte: So ist sie ihm angetraut. R. Sama b. Raqta sprach: Bei der Krone des Königs, sie ist ihm nicht angetraut. Die Halakha ist, sie ist ihm nicht angetraut.\n",
"Die Halakha ist, Seidenzeugbenötigt nicht der Schätzung. Die Halakha ist wie R. Elea͑zar. Die Halakha ist wie Raba im Namen R. Naḥmans lehrte.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Wieso durch Urkunde? Wenn er auf Papier oder auf einen Fetzen, auch wenn sie keine Peruṭa wert sind, geschrieben hat: deine Tochtersei mir angetraut, deine Tochter sei mir angelobt, deine Tochter sei meine Frau, so ist sie ihm angetraut.\n",
"R. Zera b. Mamal wandte ein: Diese Urkunde gleicht ja nicht der Verkaufsurkunde; bei einer solchen schreibt der Verkäufer: mein Feld sei dir verkauft, bei dieser aber schreibt der Ehemann: deine Tochter sei mir angetraut!?\n",
"Raba erwiderte: Bei jener nach dem Wortlaute der Schrift und bei dieser nach dem Wortlaute der Schrift. Bei jener heißt es:und er von seinem Erbbesitze verkauft, wonach der Allbarmherzige es vom Verkäufer abhängig gemachthat; bei dieser aber heißt es:wenn jemand nimmt, wonach der Allbarmherzige es vom Ehemanne abhängig gemacht hat.\n",
"Auch von jener heißt es ja:Felder werden sie um Geld kaufen!? – Lies: kaufen machen. – Du liest kaufen machen, weil es verkauft heißt, demnach ist ja auch hierbei nehmen machen zu lesen, denn es heißt:meine Tochter habe ich diesem Manne gegeben!?\n",
"Vielmehr, erwiderte Raba, es sind überlieferte Lehren und die Rabbanan haben sie an die Schriftverse nur angelehnt. Wenn du aber willst, sage ich: auch von jener heißt es:und ich nahm den Kaufbrief.\n",
"Raba sagte ferner im Namen R. Naḥmans: Wenn er auf Papier oder auf einen Fetzen, auch wenn sie keine Peruṭa wert sind, geschrieben hat: deine Tochter sei mir angetraut, deine Tochter sei mir angelobt, deine Tochter sei meine Frau, so ist sie, einerlei ob esdurch ihren Vater oder durch sie selbst erfolgt ist, ihm angetraut; mit seinemEinvernehmen, falls sie noch nicht mannbar ist.\n",
"Wenn er ihr auf Papier oder auf einen Fetzen, auch wenn sie keine Peruṭa wert sind, geschrieben hat: sei mir angetraut, sei meine Frau, sei mir angelobt, so ist sie, einerlei ob es durch ihren Vater oder durch sie selbst erfolgt ist, ihm angetraut; mit ihrem Einvernehmen, falls sie mannbar ist.\n",
"R. Šimo͑n b. Laqiš fragte: Wie ist es, wenn er die Antrauungsurkunde nicht auf ihren Namen geschriebenhat: vergleichen wir die Antrauungmit der Scheidung,\n"
],
[
"wie die Scheidung auf den richtigen Namen erfolgenmuß, ebenso muß die Antrauung auf den richtigen Namen erfolgen, oder aber sind die Antrauungen mit einander zu vergleichen, wie die Antrauung durch Geld nicht auf den richtigen Namen zu erfolgenbraucht, ebenso braucht die Antrauung durch Urkunde nicht auf den richtigen Namen zu erfolgen?\n",
"Nachdem er es gefragt hatte, entschied er es: die Antrauung ist mit der Scheidung zu vergleichen, denn es heißt :sie gehe fort und sei.\n",
"Es wurde gelehrt: Wenn er sie auf ihren Namen ohne ihr Einvernehmen geschrieben hat, so ist sie ihm, wie Raba und Rabina sagen, angetraut, und wie R. Papa und R. Šerebja sagen, nicht angetraut. R. Papa sprach: Ich will ihren Grund sagen und ich will meinen Grund sagen. Ich will ihren Grund sagen: es heißt: sie gehe fort und sei, womit er die Antrauung mit der Scheidungvergleicht; wie die Scheidung auf ihren Namen und ohne ihr Einvernehmen, ebenso auch die Antrauung auf ihren Namen und ohne ihr Einvernehmen.\n",
"Ich will meinen Grund sagen: sie gehe fort und sei, womit er die Antrauung mit der Scheidung vergleicht; wie bei der Scheidung das Einvernehmen des Zueignendenerforderlich ist, ebenso ist bei der Antrauung das Einvernehmen des Zueignendenerforderlich.\n",
"Man wandte ein: Man schreibe Antrauungsund Heiratsurkunden nur mit dem Einvernehmen beider. Doch wohl wirkliche Antrauungs- und Heiratsurkunden!? – Nein, Vereinbarungsurkunden.\n",
"Dies nach R. Gidel im Namen Rabhs, denn R. Gidel sagte im Namen Rabhs: [Wenn der eine sagte:] wieviel gibst du deinem Sohne, [und der andere erwidert:] so und so viel; und du deiner Tochter? [und jener erwidert:] so und so viel, und darauf die Antrauung erfolgt ist, so ist es perfekt. Es sind dies Dinge, die durch Worte perfekt werden.\n",
"DURCH DEN BEISCHLAF. Woher dies? R. Abahu sagte im Namen R. Joḥanans: Die Schrift sagt:und sie ist von einem Manne beschlafen; dies lehrt, daß er durch die Beschlafung ihr Mann werde. R. Zera sprach zu R. Abahu, und manche sagen, Reš Laqiš zu R. Joḥanan: Mißfällt dir das, was Rabbi lehrte?Und sie beschläft, dies lehrt, daß sie durch den Beischlaf angeeignetwerde. –\n",
"Wenn hieraus, so könnte man glauben, nur wenn er sie sich angetrautund nachher beschlafen hat, so lehrt er uns.\n",
"R. Abba b. Mamal wandte ein : Wieso kann demnachder Fall von der verlobten Jungfrau vorkommen, von der der Allbarmherzige sagt, daß sie zu steinigenseil?\n",
"Hat er sie sich angetraut und beschlafen, so ist sie ja defloriert, und hat er sie sich angetraut und nicht beschlafen, so ist es ja nichts!? Die Jünger erklärten vor Abajje: Dies kann in dem Falle vorkommen, wenn ihr Verlobter sie auf widernatürliche Weise beschlafenhat.\n",
"Da sprach Abajje zu ihnen: Rabbi und die Rabbanan streiten nurüber einen Fremden, beim Ehemanne aber stimmen sie überein, daß er siezur Begatteten mache. – Was istdies? –\n",
"Es wird gelehrt: Wenn zehn Männer siebeschlafen habenund sie noch Jungfrau ist, so sind sie alle durch Steinigung [hinzurichten]. Rabbi sagte: Ich bin der Ansicht, der erste durch Steinigung und alle übrigen durch Erdrosselung.\n",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Dieskann in dem Falle vorkommen, wenn er sie sich durch eine Urkunde angetraut hat, denn wie diese die Scheidung vollendet, so vollendet sie auch die Antrauung. –\n",
"Wofür verwendet R. Joḥanan [das Wort] und sie beschläft? – Hieraus folgert er : nur diese wird durch Beischlaf erworben, nicht aber wird die hebräische Magd durch Beischlaf erworben.\n",
"Man könnte glauben, es sei von der Eheschwägerin [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn die Eheschwägerin, die durch Geld nicht erworben wird, durch den Beischlaf erworben wird, um wieviel mehr wird diese, die durch Geld erworben wird, durch den Beischlaf erworben. – Wohl die Eheschwägerin, die mit ihm bereits verbundenist !? –\n",
"Man könnte auslegen, die Schrift sagt:wenn er eine andere nimmt, somit hat sie sie mit einer anderen [Frau] verglichen, wie eine andere durch Beischlaf erworben wird, ebenso werde auch die hebräische Magd durch Beischlaf erworben, so lehrt er uns. –\n",
"Woher entnimmt diesRabbi? – Der Allbarmherzige sollte beschläft geschrieben haben, wenn es aber sie beschläft heißt, so ist beides zu entnehmen. –\n",
"Raba sagte, Bar Ahina habe esihm erklärt: wenn jemand eine Frau nimmt und sie beschläft; die Antrauung, die zum Beischlaf führt, gilt als Antrauung, die Antrauung die nicht zum Beischlafführt, gilt nicht als Antrauung. Woher folgert er dies!? –\n",
"Es sollte oder sie beschläft heißen, wenn es aber und sie beschläft heißt, so ist beideszu entnehmen. –\n",
"Wofür verwendet Rabbi [die Worte:] von einem Manne beschlafen? – Hieraus folgert er: nur der Ehemann macht sie durch widernatürlichen [Beischlaf] zur Begatteten, nicht aber macht sie ein anderer durch widernatürlichen [Beischlaf] zur Begatteten. –\n",
"Ist Rabbi denn dieser Ansicht, es wird ja gelehrt: Wenn zehn Männer sie beschlafen haben und sie noch Jungfrau ist, so sind sie alle durch Steinigung [hinzurichten]. Rabbi sagte: Ich bin der Ansicht, der erste durch Steinigung und alle übrigen durch Erdrosselung!?\n"
],
[
"R. Zera erwiderte: Rabbi pflichtet hinsichtlich der Buße bei, daß alle sie zahlen müssen. – Womit ist es hierbei anders als bei der Todesstrafe!? – Anders ist es bei dieser, denn die Schrift sagt :so soll der Mann, der sie beschlafen hat, allein sterben. –\n",
"Wofür verwenden die Rabbanan [das Wort] allein? – Dieses verwenden sie für folgende Lehre :So sollt ihr beide hinausführen, nur wenn sie einandergleichen – so R. Jošija. R. Jonathan sagt: [es heißt:] so soll der Mann, der sie beschlafen hat, allein sterben. –\n",
"Woher entnimmt diesR. Joḥanan? – Die Schrift sollte sagen: von jemand beschlafen, wenn es aber heißt: von einem Manne beschlafen, so ist beides zu entnehmen.\n",
"Sie fragten: Erfolgt die Aneignung mit dem Beginne des Beischlafs oder mit der Beendigung desselben? Dies ist von Bedeutung in dem Falle, wenn sie bei der Anschmiegungdie Hand ausgestreckt und die Antrauung von einem anderen empfangen hat;\n",
"oder auch, wenn ein Hochpriester eine Jungfrau durch Beischlafeignet. Wie ist es nun? Amemar erwiderte im Namen Rabas : Wer den Beischlaf vollzieht, beabsichtigt die Beendigung desselben.\n",
"Sie fragten: Erfolgt durch den BeischlafVerheiratung oder Verlobung? Dies ist insofern von Bedeutung, ob er sie beerbt,\n",
"sich an ihr verunreinigendarf und ihre Gelübde aufhebenkann. Wenn du sagst, dadurch erfolge eine Verheiratung, so beerbt er sie, darf er sich an ihr verunreinigen und kann er ihre Gelübde aufheben, wenn du aber sagst, dadurch erfolge nur eine Verlobung, so beerbt er sie nicht, darf er sich an ihr nicht verunreinigen und kann er ihre Gelübde nicht aufheben. Wie ist es nun?\n",
"Abajje erwiderte: Komm und höre: Der Vater hat Anrecht auf ihre Antrauung durch Geld, Urkunde und Beischlaf; ferner hat er das Anrecht auf ihren Fund, ihre Arbeitsleistung und die Aufhebung ihrer Gelübde, er nimmt ihren Scheidebrief in Empfangund er erhält bei ihren Lebzeiten den Fruchtgenußnicht. Hat sie sich verheiratet, so ist der Ehemann ihm überlegen, indem er bei ihren Lebzeiten den Fruchtgenuß erhält.\n",
"Hier wird also vom Beischlafebesonders und von der Verheiratung besonders gelehrt. – Der Passus von der Verheiratung bezieht sich auf die anderen.\n",
"Raba sagte: Auch wir haben es gelernt: Mit drei Jahren und einem Tage kann eine [weibliche Person] durch Beischlaf angetraut werden; wenn der Eheschwager sie beschlafen hat, so hat er sie geeignet; man ist ihretwegen wegen Ehebruches schuldig; sie machtden sie Beschlafenden unrein,\n"
],
[
"sodaß er das unterste Polster gleich dem oberenverunreinigt;\n",
"ist sie mit einem Priester verheiratet, so darf sie Hebe essen; hat jemand an ihr eines der in der Tora genannten Inzestgesetze übertreten, so wird er ihretwegen hingerichtet, während siestraffrei ist; hat einer der Bemakeltensie beschlafen, so hat er sie für die Priesterschaft untauglichgemacht.\n",
"Hier wird also vom Beischlafe besonders und von der Verheiratung besonders gelehrt. – Er meint es wie folgt: wenn ihre Heiratmit einem Priester erfolgt ist, darf sie Hebe essen. –\n",
"Komm und höre: Bereits sandte Joḥanan b. Bag Bag an R. Jehuda b. Bethera in Nezibis: Ich hörte, du sagst, eine verlobte Jisraélitindürfe Hebe essen. Dieser ließ ihm erwidern: Bist du etwa nicht dieser Ansicht? Es ist mir von dir sicher, daß du in allen Kammern der Tora kundig bist, und [einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere deduzieren kannst du nicht.\n",
"Wenn eine kenaa͑nitische Sklavin, die der Beischlaf zum Essen von Hebe nicht berechtigt, das Geldzum Essen von Hebe berechtigt, um wieviel mehr berechtigt das Geld diese zum Essen von Hebe, die auch der Beischlaf zum Essen von Hebe berechtigt. Was aber kann ich gegen die Bestimmung der Weisen, daß eine verlobte Jisraélitin nicht eher Hebe essen dürfe, als bis sie in das Brautgemach gekommen ist.\n",
"Wovon wird hier gesprochen: wenn von Beischlaf und Brautgemachund von Geld und Brautgemach, so darf sie ja in beiden Fällen [Hebe]essen,\n",
"und wenn von Beischlaf und Brautgemach und vom Geld ohne Brautgemach, so sind es ja bei dem einen zwei [Handlungen] und beim andereneine; doch wohl vom Beischlaf ohne Brautgemach und vom Geld ohne Brautgemach.\n",
"Einleuchtend ist es, wenn du sagst, dadurch erfolge die Verheiratung, daß ihm klar war, daß der Beischlaf wirksamer sei als das Geld; wieso aber war es ihm, wenn du sagst, dadurch erfolge die Verlobung, von dem einen klar und von dem anderen zweifelhaft!?\n",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Tatsächlich, kann ich dir erwidern, wird hier von Beischlaf und Brautgemach und vom Geld ohne Brautgemach gesprochen, wenn du aber einwendest, bei dem einen sind es zwei [Handlungen] und beim anderen eine, so ist zu erwidern: [der Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere ist immerhin vorhanden.\n",
"Er ließ ihm wie folgt erwidern : wenn eine kenaa͑nitische Magd, die der Beischlaf zum Essen von Hebe nicht berechtigt, auch wenn das Brautgemachhinzukommt, das Geld auch ohne Brautgemach zum Essen berechtigt, um wieviel mehr berechtigt das Geld ohne Brautgemach diese zum Essen von Hebe, die Beischlaf und Brautgemach zum Essen von Hebe berechtigen.\n",
"Was aber kann ich gegen die Bestimmung der Weisen, daß eine verlobte Jisraélitin nicht eher Hebe essen dürfe, als bis sie in das Brautgemach gekommen ist, wegen der Lehre U͑las. –\n",
"Und Ben Bag Bag!? – Bei der kenaa͑nitischen Sklavin hat er bei der Aneignung nichtszurückgelassen, bei dieser aber hat er bei der Aneignung etwas zurückgelassen.\n",
"Rabina erklärte: Entschieden war es ihm, daß sie nach der Tora essen dürfe, er fragte ihn nur, wieso sie es auch rabbanitisch dürfe.\n",
"Er sandte an ihn folgendes: Ich hörte, du sagst, eine verlobte Jisraélitin dürfe Hebe essen, und daß du eine Aufhebungnicht berücksichtigst. Jener ließ ihm erwidern: Bist du etwa nicht dieser Ansicht? Es ist mir von dir sicher, daß du in allen Kammern der Tora kundig bist, und [einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere deduzieren kannst du nicht.\n",
"Wenn eine kenaa͑nitische Sklavin, die der Beischlaf zum Essen von Hebe nicht berechtigt, das Geld zum Essen von Hebe berechtigt, ohne daß eine Aufhebung berücksichtigt wird, um wieviel mehr berechtigt das Geld diese zum Essen von Hebe, die der Beischlaf zum Essen von Hebe berechtigt, ohne daß eine Aufhebung zu berücksichtigen ist. Was aber kann ich gegen die Bestimmung der Weisen, daß nämlich eine verlobte Jisraélitin nicht eher Hebe essen dürfe,\n"
],
[
"als bis sie in das Brautgemach gekommen ist, wegen der Lehre U͑las. –\n",
"Und Ben Bag Bag!? – Bei Sklaven gibt es keine Aufhebung. Sichtbare Fehler siehtman; auf heimliche Fehler achtet man nicht, da man ihn nur zur Arbeit braucht;\n",
"stellt es sich heraus, daß er ein Dieb oder ein Würfelspieler ist, so muß man ihnbehalten. Zu berücksichtigen wäre nur, er konnte ein Räuber oder der Regierung verschriebensein, aber solche sind bekannt. –\n",
"Merke, sie darf ja weder nach dem einen noch nach dem anderen [Hebe] essen, welchen Unterschied gibt es nun zwischen ihnen!? –\n",
"Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen im Falle des Einverständnisses, der Übergabeund des Hingehens.\n",
"DURCH GELD, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, MIT EINEM DENARE &C. Was ist der Grundder Schule Šammajs? R. Zera erwiderte: Eine Frau schätzt ihre Person und läßt sich mit einem Betrage unter einem Denare nicht antrauen.\n",
"Abajje sprach zu ihm: Demnach ist bei einer gleich den Töchtern R. Jannajs, die ihre Person besonders schätzen und sich mit weniger als einem Trikab Denare nicht antrauen lassen, die Antrauung ungültig, wenn sie die Hand ausgestreckt und von jemand einen Zuz empfangen hat!?\n",
"Dieser erwiderte: Ich spreche nicht von dem Falle, wenn sie die Hand ausgestreckt und [das Geld] empfangenhat, ich spreche von dem Falle, wenn er sie sich nachts angetrautoder wenn sie einen Vertreter bestellthat.\n",
"R. Joseph erklärte: Der Grund der Schule Šammajs ist nach R. Jehuda im Namen R. Asis zu erklären. R. Jehuda sagte nämlich im Namen R. Asis, daß beim Gelde, von dem die Tora spricht, stets die tyrische Währung, und von dem die [Gelehrten] sprechen, die Provinzial-Währungzu verstehen sei.\n",
"Der Text. R. Jehuda sagte im Namen R. Asis : Überall, wo die Tora von Geld spricht, ist die tyrische Währung, und wo die [Gelehrten] von Geld sprechen, ist die Provinzial-Währung zu verstehen. Ist dies denn eine stichhaltige Regel;\n"
],
[
"hinsichtlich der Forderung heißt es:wenn jemandseinem Nächsten Geld oder Geräte zur Aufbewahrung gibt, und es wird gelehrt, daß beim gerichtlichen Eide die Forderung zwei Silberlinge und das Zugestandene eine Peruṭa betragenmüsse!? –\n",
"Hierbei ist es mit ‘Geräten’ zu vergleichen; wie unter ‘Geräte’ zwei zu verstehen sind, ebenso auch unter ‘Geld’ zwei, und wie Geld etwas Wertvolles ist, ebenso ‘Geräte’, wenn wertvoll. –\n",
"Vom zweiten Zehnten heißt es ja:nimm das Geld in deine Hand, dennoch haben wir [den Fall] gelernt, wenn jemand einen Sela͑ vom Gelde des zweiten Zehnten in Scheidemünzewechselt!? – [Der Artikel] das Geld ist einschließend. –\n",
"Vom Geheiligten heißt es ja:er gebe das Geld und soll es erstehen, und Šemuél sagte, wenn man Geheiligtes im Werte einer Mine durch den Wert einer Peruṭa ausgeweiht hat, sei die Ausweihung gültig!? – Diesbezüglich wird es aus [dem Worte] Geld gefolgert, das auch beim Zehnten gebraucht wird. –\n",
"Bei der Antrauung heißt es ja:wenn jemand eine Frau nimmt und ihr beiwohnt, und durch [das Wort] nehmen wird vom Felde E͑phronsgefolgert, dennoch haben wir gelernt: die Schule Hillels sagt, mit einer Peruṭa und dem Werte einer Peruṭa; demnach lehrte R. Asi nach der Schule Šammajs!? –\n",
"Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: R. Jehuda sagte im Namen R. Asis: Überall, wo die Tora einen festgesetzten Geldbetrag nennt, ist die tyrische Währung, und wo die [Gelehrten] von Geld sprechen, ist die Provinzial-Währung zu verstehen. –\n",
"Was lehrt er uns damit, wir haben ja bereits gelernt, die fünf Sela͑für den [erstgeborenen] Sohn, die dreißig für einen Sklaven, die fünfzig für Notzuchtund Verführung, und die hundert des Verleumdersseien sämtlich mit dem Šeqel des Heiligtums in tyrischer Währung zu zahlen!? –\n",
"Nötig ist die Lehre, daß beim von den [Gelehrten] genannten Gelde die Provinzial-Währung zu verstehen sei, was wir [anderweitig] nicht gelernt haben. So wird gelehrt, wer seinem Nächsten einen Stoßversetzt, müsse ihm einen Sela͑ bezahlen; man sage nicht, einen Sela͑ im Werte von vier Zuz, sondern einen Sela͑ im Werte von einem halben Zuz, denn die Leute pflegen einen halben Zuz Staterzu nennen.\n",
"R. Šimo͑n b. Laqiš sagte: Der Grund der Schule Šammajs ist nach Ḥizqija zu erklären, denn Ḥizqija sagte :Und ausgelöst, dies lehrt, daß sie das Lösegeld reduziereund frei ausgehe.\n",
"Allerdings kann sie, wenn du sagst, er gebe ihr einen Denar, es bis auf eine Peruṭa reduzieren, wenn du aber sagst, er gebe ihr eine Peruṭa, so ist ja eine Peruṭa nicht mehr zu reduzieren. – Vielleicht sagt der Allbarmherzige folgendes: wenn er ihr einen Denar gegeben hat, so ist [das Lösegeld] auch bis auf eine Peruṭa zu reduzieren, wenn er ihr aber nur eine Peruṭa gegeben hat, so ist es nicht zu reduzieren!? –\n"
],
[
"Diesist nicht einleuchtend, denn es muß der Bestimmunggleichen; wie der Verkauf ungültig ist, wenn die Bestimmung nicht erfolgenkann, obgleich es von seinem Willen abhängt, ob er sie [für sich] bestimmen will oder nicht, ebenso ist, wenn er [das Lösegeld] nicht reduzieren kann, der Verkauf ungültig.\n",
"Die Antrauung ist nach der Schule Šammajs von der hebräischen Magd zu folgern: wie die hebräische Magd nicht durch eine Peruṭa angeeignetwird, ebenso wird eine Frau nicht durch eine Peruṭa angetraut. –\n",
"Vielleicht mit einem halben Denar, oder mit zwei Peruṭas!? – Da es aus der Norm einer Peruṭa gekommen ist, so ist es auf die Norm eines Denarszu bringen.\n",
"Raba erklärte: Folgendes ist der Grund der Schule Šammajs: damit die Töchter Jisraéls nicht als Freigut gelten.\n",
"DIE SCHULE HILLELS SAGT, MIT EINER PERUṬA. R. Joseph wollte erklären, mit irgend einerPeruṭa, da sprach Abajje zu ihm: Hierzu wird ja gelehrt, eine Peruṭa sei der achte Teil eines italischen Assars.\n",
"Wolltest du erwidern, nur im Zeitalter Mošes, hierbei aber, wie die Leute zu rechnen pflegen, so sagte ja R. Dimi, als er kam, R. Simaj berechnete in seinem Zeitalter, eine Peruṭa sei der achte Teil eines italischen Assars. Und als Rabin kam, sagte er, R. Dostaj, R. Jannaj und R. Oša͑ja berechneten, eine Peruṭa sei der sechste Teil eines italienischen Assars.\n",
"R. Joseph sprach zu ihm; Wir haben gelernt: Wenn du gehst und nachrechnest, wieviel Peruṭas in zwei Sela͑ vorhanden sind, so sind es mehr als zweitausend. Demnachsind es nicht einmal zweitausend, und er sagt, es seien mehr als zweitausend!? Da sprach ein Greis zu ihnen: Ich habe gelernt: nahezu zweitausend. – Aber immerhin sind es ja nur eintausendfünfhundertsechsunddreißig!? – Da es die Hälfteübersteigt, so sagt er: nahezu zweitausend.\n",
"Der Text. Als R. Dimi kam, sagte er: R. Simaj berechnete in seinem Zeitalter, daß eine Peruṭa der achte Teil eines italischen Assars sei. Als Rabin kam, sagte er: R. Dostaj, R. Jannaj und R. Oša͑ja berechneten, daß eine Peruṭa der sechste Teil eines italischen Assars sei. Abajje sprach zu R. Dimi: Es wäre anzunehmen, daß du und Rabin den Streit der folgenden Tannaím führen.\n",
"Es wird gelehrt: Die Peruṭa, von der die Weisen sprechen, ist der achte Teil eines italischen Assars. Ein Denar hat sechs Silbermaa͑, eine Maa͑ hat zwei Pondion, ein Pondion hat zwei Assar, ein Assar hat zwei Masmas, ein Masmashat zwei Qonṭerunq, ein Qonṭerunqhat zwei Peruṭas; es ergibt sich, daß eine Peruṭa den achten Teil eines italischen Assars beträgt.\n",
"R. Šimo͑n b. Gamliél sagt: Eine Maa͑ hat zwei Hadras, ein Hadrashat zwei Hanaç, ein Hanaçhat zwei Šamin, ein Šaminhat zwei Peruṭas; es ergibt sich, daß eine Peruṭa den sechsten Teil eines italischen Assars beträgt. Es wäre also anzunehmen, daß der Meister der Ansicht des ersten Autors und Rabin der Ansicht des R. Šimo͑n b. Gamliél ist.\n",
"Dieser erwiderte: Sowohl meine Ansicht als auch die des Rabin gelten nach dem ersten Autor, dennoch besteht hier kein Widerspruch; das eine, wenn der Assar im Werte hoch steht, und das andere, wenn der Assar im Werte niedrig steht. Wenn der Assar im Werte hoch steht, gehen vierundzwanzig im Zuz, wenn er im Werte niedrig steht, gehen zweiunddreißig im Zuz.\n",
"Šemuél sagte: wenn er sie sich mit einer Dattel angetraut hat, so ist sie ihm angetraut, selbst wenn ein Kor Datteln einen Denar kostet, denn es ist zu berücksichtigen, sie ist vielleicht in Medieneine Peruṭa wert. –\n",
"Wir haben ja aber gelernt, die Schule Hillels sagt, mit einer Peruṭa und dem Werte einer Peruṭa!? – Das ist kein Einwand; das eine für die sichere Antrauung, das andere für die zweifelhafte Antrauung.\n",
"Einst vollzog jemand die Antrauung mit einem Bündel Charpie. Da saß R. Šimi b. Ḥija vor Rabh und dachte darüber nach: ist es eine Peruṭa wert, so ist [die Antrauung] gültig, ist es keine Peruṭa wert, so ist sie ungültig. – Šemuél sagte ja aber, es sei zu berücksichtigen!? – Das ist kein Einwand; das eine für die entschiedene Antrauung, das andere für die zweifelhafte Antrauung.\n",
"Einst vollzog jemand die Antrauung mit einem Stibiumstein. Da saß R. Ḥisda und dachte darüber nach: ist er eine Peruṭa wert, so ist [die Antrauung] gültig, ist er keine Peruṭa wert, so ist sie ungültig. – Šemuél sagte ja aber, es sei zu berücksichtigen!? – R. Ḥisda ist nicht der Ansicht Šemuéls.\n",
"Hierauf sprach seine Mutter: An dem Tage, an dem er sie sich angetraut hat, war er eine Peruṭa wert. Da erwiderte er ihr: Du bist nicht glaubhaft, sie dem anderenverboten zu machen.\n"
],
[
"Hierbei verhält es sich ebenso wie bei der Judith, der Frau R. Ḥijas. Einst sprach sie, da sie Geburtswehenhatte, zu ihm: Meine Mutter sagte mir: dein Vater hatte dich, als du klein warst, einem anderen angetraut. Da sprach er zu ihr: Deine Mutter ist nicht glaubhaft, dich mir verboten zu machen.\n",
"Die Jünger sprachen zu R. Ḥisda: Weshalb denn, es sind ja in IdithZeugen vorhanden, die wissen, daß er an jenem Tage eine Peruṭa wert war!? – Immerhin sind sie nicht vor uns vorhanden.\n",
"Dies gleicht dem Falle R. Ḥaninas, hinsichtlich dessen er sagte: Zeugen sind am Nordpolund sie sollte verboten sein!?\n",
"Abajje und Raba halten nichts von der Lehre R. Ḥisdas: sollten wir, wenn wir bei einer Gefangenen, die sich vor dem Fängerverunstaltet, eine Erleichterung getroffenhaben, auch beim Ehegesetzeeine Erleichterung treffen!?\n",
"[Nachkommen] jener Familiewaren in Sura zurückgeblieben, und die Rabbanan hielten sich von ihnen fern; nicht etwa weil sie der Ansicht Šemuélswaren, sondern weil sie der Ansicht Abajjes und Rabaswaren.\n",
"Einst vollzog jemand die Antrauung auf der Straße mit einem Myrtenzweige. Da ließ R. Aḥa b. Hona R. Joseph fragen, wie es sich in einem solchen Falle verhalte. Dieser ließ ihm erwidern: Laß ihn geißeln, nach Rabh, und benötige ihn eines Scheidebriefes, nach Šemuél.\n",
"Rabh ließ nämlich geißeln wegen der Antrauung auf der Straße, wegen der Antrauung durch Beischlaf, wegen der Antrauung ohne Werbung,\n",
"wegen der Annullierungeines Scheidebrief esund wegen der Erklärungüber einen Scheidebrief; ferner den, der einen Gerichtsboten kränkt, der einen Barmspruch dreißig Tage auf sich sitzenläßt,\n",
"und einen Bräutigam, der bei seinem Schwiegervater wohnt. – Nur wenn er wohnt, nicht aber, wenn er vorübergeht, und [dem widersprechend] ließ ja R. Šešeth einen Schwiegersohn geißeln, der an der Tür seines Schwiegervaters vorüberging!? – Mit diesem hatte man seine Schwiegermutter verdächtigt.\n",
"Die Nehardee͑nser sagen: Von all diesen ließ Rabh nur den geißeln, der die Antrauung ohne Werbung durch Beischlaf vollzog. Manche sagen, auch bei [vorangehender] Werbung, wegen der Ausgelassenheit.\n",
"Einst vollzog jemand die Antrauung mit einer Myrtenmatte, und als man ihm sagte, diese sei keine Peruṭa wert, erwiderte er: So mag sie mit den vier Zuz, die sich darin befinden, angetraut sein. Jene nahm sie entgegen und schwieg. Hierauf entschied Raba: Das Schweigen ist nach der Übergabe des Geld eser folgt, und das Schweigen nach der Übergabe des Geldes ist ohne Bedeutung.\n",
"Raba sagte: Dies entnehme ich aus folgender Lehre: Wenn er zu ihr gesagt hat: nimm diesen Sela͑ in Verwahrung, und darauf zu ihr sagt: sei mir damit angetraut, so ist sie, wenn es bei der Übergabe des Geldes erfolgt ist, ihm angetraut, wenn aber nach der Übergabe des Geldes, wenn sie es wünscht, ihm angetraut, und wenn sie es nicht wünscht, ihm nicht angetraut.\n",
"Was heißt ‘wünscht’ und was heißt ‘nicht wünscht’: wollte man sagen ‘wünscht’ heiße, wenn sie ‘ja’ sagt, und ‘nicht wünscht’ heiße,\n"
],
[
"wenn sie ‘nein’ sagt, so wäre ja demnach im ersten Falle die Antrauung gültig, auch wenn sie ‘nein’ sagt; wieso denn, sie sagte ja ‘nein’!? Wahrscheinlich heißt ‘wünscht’, wenn sie ‘ja’ sagt, und nicht wünscht, wenn sie schweigt; somit ist hieraus zu entnehmen, daß das Schweigen nach der Übergabe des Geldes nichts sei.\n",
"In Pum Nahara wandten sie dagegen im Namen R. Honas, des Sohnes R. Jehošua͑s, folgendes ein: Es ist ja nicht gleich; da gab er esihr zur Verwahrung, und sie dachte, sie sei, wenn sie es fortwirft und es zerbricht, ersatzpflichtig, hierbei aber gab er es ihr zur Antrauung, und wenn sie es nicht wünschte, so sollte sie es fortwerfen!?\n",
"R. Aḥaj entgegnete: Sind denn alle Frauen im Gesetze kundig; auch hierbei dachte sie, wenn sie es fortwirft und es zerbricht, sei sie ersatzpflichtig. R. Aḥa b. Rabh ließ Rabina fragen: Wie verhält es sich in einem solchen Falle? Dieser ließ ihm erwidern: Wir haben den [Einwand] R. Honas, des Sohnes R. Jehošua͑s, nicht gehört; ihr, die ihr ihn gehört habt, berücksichtiget ihn.\n",
"Einst verkaufte eine Frau Gürtel, da kam ein Mann und entriß ihr einen Gürtel. Sie sprach zu ihm: Gib ihn mir zurück. Er entgegnete: Willst du, wenn ich ihn dir zurückgebe, mir angetraut sein? Sodann nahm sie ihn schweigend zurück. Hierauf entschied R. Naḥman : Sie kann sagen, sie habe zwar von ihm etwas erhalten, jedoch das ihrige.\n",
"Raba wandte gegen R. Naḥman ein : Wenn er sie sich mit Geraubtem, Geplündertem oder Gestohlenem angetraut hat, oder wenn er ihr einen Sela͑ aus der Hand gerissen und sie sich damit angetraut hat, so ist sie ihm angetraut!? – Dies, wenn er um sie geworben hat. –\n",
"Woher entnimmst du, daß zu unterscheiden sei, ob er um sie geworben oder nicht geworben hat? – Es wird gelehrt: Wenn er zu ihr gesagt hat: nimm diesen Sela͑, den ich dir schulde, und darauf: sei mir damit angetraut, so ist sie, wenn es beim Geben des Geldes erfolgt ist, wenn sie es wünscht, ihm angetraut, und wenn sie es nicht wünscht, ihm nicht angetraut, wenn aber nach dem Geben des Geldes, so ist sie, auch wenn sie es wünscht, ihm nicht angetraut.\n",
"Was heißt ‘wünscht’ und was heißt ‘nicht wünscht’ : wollte man sagen, ‘wünscht’ heiße, wenn sie ‘ja’ sagt, und ‘nicht wünscht’ heiße, wenn sie ‘nein’ sagt, so sollte er doch, wenn demnach die Antrauung gültig ist, falls sie geschwiegen hat, schlechthin lehren, sie seiangetraut, wie in jenemFalle.\n",
"Vielmehr heißt ‘wünscht’, wenn sie ‘ja’ sagt, und ‘nicht wünscht’, wenn sie schweigt, und er lehrt, daß sie nicht geschieden sei; doch wohl aus dem Grunde, weil sie sagen kann, sie habe zwar etwas erhalten, jedoch das ihrige.\n",
"Nun widerspricht dem ja die Lehre, daß, wenn er sie sich mit Geraubtem, Geplündertem oder Gestohlenem angetraut hat, oder wenn er ihr einen Sela͑ aus der Hand gerissen und sie sich damit angetraut hat, sie ihm angetraut sei!? Wahrscheinlich gilt das eine, wenn er um sie geworben hat, und das andere, wenn er um sie nicht geworben hat.\n",
"Als R. Asi gestorben war, traten die Jünger ein, um seine Lehren zu sammeln. Da sprach einer von den Jüngern, namens R. Ja͑qob: Folgendes sagte R. Asi im Namen R. Manis : Wie eine Frau nicht durch weniger als eine Peruṭa angeeignet wird, so wird auch ein Grundstück nicht durch weniger als eine Peruṭa angeeignet. Sie entgegneten ihm: Es wird ja gelehrt, obgleich eine Frau durch weniger als eine Peruṭa nicht angeeignet wird, werde ein Grundstück auch durch weniger als eine Peruṭa angeeignet!?\n",
"Er erwiderte ihnen: Diese Lehre spricht von [der Aneignung durch] Tausch, hinsichtlich welcher gelehrt wird, daß man vermittelst eines Geräteserwerben könne, selbst wenn es keine Peruṭa wert ist.\n",
"Hierauf fuhren sie fort und sprachen : R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, wenn jemand in den Vorschriften über Scheidung und Antrauung nicht kundig ist, befasse er sich damit nicht. Hierzu sagte R. Asi im Namen R. Joḥanans: Solchesind für die Welt schlimmer als das Zeitalter der Sintflut, denn es heißt :schwören und lügen, morden und stehlen und ehebrechen, sie breiten sich aus, und Blut an Blut reihen sie. –\n",
"Wieso geht dies hieraus hervor? – Nach der Verdolmetschung R. Josephs : sie zeugen Kinder von den Frauen ihrer Genossenund Schuld über Schuld häufen sie.\n",
"Hierauf folgt :darum trauert das Land und es verschmachten die Bewohner darin; die Tiere des Feldes und die Vögel des Himmels, selbst die Fische des Meeres werden dahingerafft &c. Während im Zeitalter der Sintflut über die Fische des Meeres die Strafe nicht verhängt worden war, wie es heißt :von allem, was auf dem Trocknen war, starb, nicht aber die Fische des Meeres, wird sie hierbei auch über die Fische des Meeres verhängt. –\n",
"Vielleicht nur dann, wenn er allesgetan hat!? – Dies ist nicht einleuchtend, denn es heißt :denn wegen des Schwörens trauert das Land. –\n",
"Vielleicht wegen des Schwörens allein und wegen aller anderen allein!? –\n"
],
[
"Es heißt ja nicht: undsie breiten sich aus, sondern: sie breiten sich aus.\n",
"Hierauf fuhren sie fort und sprachen: wir haben gelernt, wenn eine Frauihr Sündopfer dargebracht hat und gestorben ist, müssen ihre Erben ihr Brandopfer bringen. Hierzu sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls, dies nur, wenn sie es bereits bei Lebzeiten abgesondert hat, nicht aber, wenn sie es nicht bei Lebzeiten abgesondert hat;\n",
"er ist demnach der Ansicht, die Haftbarkeitsei nicht aus der Tora. R. Asi aber sagte im Namen R. Joḥanans, auch wenn sie es nicht bei Lebzeiten abgesondert hat; er ist demnach der Ansicht, die Haftbarkeit sei aus der Tora. –\n",
"Hierüber streiten sie ja bereits einmal!? Rabh und Šemuél sagen beide, ein mündliches Darlehen könne von den Erben eingefordert werden, nicht aber von den Käufern; R. Joḥanan und Reš Laqiš sagen beide, ein mündliches Darlehen könne sowohl von den Erben als auch von den Käufern eingefordert werden. –\n",
"Beides ist nötig. Würde nur dies gelehrt worden sein, so könnte man glauben, Šemuél vertrete seine Ansicht nur hierbei, weil das Darlehen nicht in der Tora geschrieben ist, da aber pflichte erR. Joḥanan und Reš Laqiš bei.\n",
"Und würde er nur jenes gelehrt haben, so könnte man glauben, R. Joḥanan vertrete seine Ansicht nur da, weil ein in der Tora geschriebenes Darlehen einem Darlehen auf einen Schuldschein gleicht, dort aber pflichte er Šemuél bei. Daher ist beides nötig.\n",
"R. Papa sagte: Die Halakha ist, ein mündliches Darlehen ist von den Erben einzufordern, nicht aber von den Käufern. Es ist von den Erben einzufordern, weil die Haftbarkeit aus der Tora ist, und es ist nicht von den Käufern einzufordern, weil es nicht bekannt ist.\n",
"SIE EIGNET SICH SELBST AN DURCH SCHEIDEBRIEF UND TOD IHRES EHEMANNES. Allerdings durch einen Scheidebrief, denn es heißt :er schreibe ihr einen Scheidebrief,\n",
"woher dies aber vom Tode ihres Ehemannes? – Dies ist einleuchtend: er hat sieverboten gemacht, und er macht sie auch erlaubt. –\n",
"Beim Inzestgesetzeist er es ja, der sie verboten macht, und er macht sie nichterlaubt!? – Vielmehr, die Tora sagt, die Eheschwägerin, die keine Kinder hat, seiverboten, demnach ist sie erlaubt, wenn sie Kinder hat. –\n",
"Vielleicht ist sie, wenn sie keine Kinder hat, anderen verboten und dem Eheschwager erlaubt, und wenn sie Kinder hat, allen verboten!? – Vielmehr, da die Tora sagt, eine Witwe sei dem Hochpriester verboten, so ist sie wohl einem gemeinen Priester erlaubt. –\n",
"Vielleicht übertritt der Hochpriester ein Verbot, während jeder andere ein Gebotübertritt!? – Was soll hierbei das Gebot: ist der Tod des Ehemannes von Wirkung, so ist sie vollständig erlaubt, und ist der Tod des Ehemannes nicht von Wirkung, so verbleibt sie in ihrem Zustande. –\n",
"Weshalb denn nicht, sie ist der Todesstrafe enthoben und unterliegt nureinem Gebote !? Ebenso verhält es sich bei untauglich gewordenen Opfertieren;\n",
"vorherhat bei ihnen das Verbot der VeruntreuungGeltung und sie sind zur Schur und zur Arbeit verboten, sobald man sie aber ausgelöst hat, begeht man an ihnen keine Veruntreuung mehr, doch sind sie zur Schur und zur Arbeit verboten. –\n",
"Vielmehr, die Schrift sagt:er könnte im Kriege den Tod finden und ein anderer sie nehmen, R. Šiša, Sohn des R. Idi, wandte ein: Vielleicht ist unter ‘anderer’ der Eheschwager zu verstehen!?\n",
"R. Aši entgegnete: Dagegen ist zweierlei zu erwidern: erstens heißt der Eheschwager nicht ‘anderer’, und zweitens heißt es:und der andere Mann sie haßt und ihr einen Scheidebrief schreibt, oder wenn der andere Mann stirbt, womit das Sterben mit der Scheidung verglichen wird: wie die Scheidung sie vollständig erlaubt macht, ebenso macht der Tod sie vollständig erlaubt.\n",
"DIE EHESCHWÄGERIN WIRD ANGEEIGNET DURCH BEISCHLAF &C. Woher dies vom Beischlafe? –\n"
],
[
"Die Schrift sagt:ihr Schwager soll zu ihr kommenund sie zur Frau nehmen. – Vielleicht auf jede Art, wie bei einer [angeheirateten] Frau!? – Dies ist nicht einleuchtend, denn es wird gelehrt: Man könnte glauben, die Vollendungerfolge bei ihr durch Geld und Urkunde, wie dies durch den Beischlaf erfolgt,\n",
"so heißt es: und vollziehe an ihr die Schwagerehe, nur der Beischlaf vollendet dies, nicht aber vollenden es Geld und Urkunde. – Vielleicht deuten [die Worte] und vollziehe an ihr die Schwagerehe darauf, daß er dies auch gegen ihren Willentue!? – Demnach sollte es heißen: und vollziehe die Schwagerehe, wenn es aber heißt: und vollziehe an ihr die Schwagerehe, so ist beides zu entnehmen.\n",
"DURCH ḤALIÇA. Woher dies? – Es heißt :und sein Haus werde in Jisraél genannt: das Haus des Schuhabgestreiften, sobald sie ihm den Schuh abgestreifthat, ist sie für ganz Jisraél erlaubt. –\n",
"Ist denn [das Wort] Jisraél hierfür zu verwenden, es ist ja wegen der Lehre des R. Šemuél b. Jehuda nötig: in Jisraél, vor einem jisraélitischen Gerichte, nicht aber vor einem Gerichte von Nichtjuden!? – Es heißt zweimal in Jisraél. –\n",
"Aber auch das andere ist ja für folgende Lehre nötig!? R. Jehuda erzählte: Einst saßen wir vor R. Tryphon und eine Frau kam zur Ḥaliça; da sprach er zu uns: ruft alle: Schuhabgestreifter, Schuhabgestreifter. – Diesgeht hervor aus [den Worten:] sein Name werde genannt.\n",
"UND TOD DES EHESCHWAGERS. Woher dies? – Dies ist [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn die Ehefrau, bei der esmit der Erdrosselung belegt ist, durch den Tod des Ehemannes erlaubt wird, um wieviel mehr die Eheschwägerin, bei der es mit einem Verbote belegt ist. –\n",
"Wohl die Ehefrau, die durch einen Scheidebrief frei wird, während diese nicht durch einen Scheidebrief frei wird!? – Auch diese wird durch die Ḥaliçafrei. –\n",
"Vielmehr, wohl die Ehefrau, weil der, der sie verboten machte, sie auch erlaubtmacht!? R. Aši erwiderte: Auch diese macht der erlaubt, der sie verboten machte: der Eheschwagermachte sie verboten und der Eheschwager macht sie erlaubt. –\n",
"Sollte doch [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere gefolgert werden, daß die Ehefrau durch Ḥaliça frei werde: wenn die Eheschwägerin, die durch Scheidung nicht frei wird, durch Ḥaliça frei wird, um wieviel mehr sollte diese, die durch Scheidungfrei wird, durch Ḥaliça frei werden!? – Die Schrift sagt:Brief der Trennung, nur der Brief trennt sie, nicht aber trennt sie etwas anderes. –\n",
"Sollte doch [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere gefolgert werden, daß die Eheschwägerin durch Scheidung frei werde: wenn die Ehefrau, die durch Ḥaliça nicht frei wird, durch Scheidung frei wird, um wieviel mehr wird diese, die durch Ḥaliça frei wird, durch Scheidung frei. – Die Schrift sagt :so, und so ist eine Einschränkung. –\n",
"Ist denn da, wo eine Einschränkung vorhanden ist, [ein Schluß] nicht vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern, heim Versöhnungstage heißt es ja Los und Satzung,\n",
"dennoch wird gelehrt: Er richte ihn als Sündopfer her, das Los macht ihnzum Sündopfer, nicht aber macht ihn die Bestimmung zum Sündopfer.\n",
"Man könnte nämlich einen Schluß folgern : wenn in einem Falle, wo das Los nichtheiligt, die Bestimmung heiligt, um wieviel mehr heiligt die Bestimmung in einem Falle, wo das Los heiligt.\n",
"Daher heißt es: er richte ihn als Sündopfer her, das Los macht ihn zum Sündopfer, nicht aber macht ihn die Bestimmung zum Sündopfer. Nur deshalb, weil die Schrift es ausgeschlossen hat, sonst aber würden wir [den Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert haben!? –\n",
"Die Schrift sagt:ihr, nicht aber der Eheschwägerin. – Vielleicht: ihr, auf ihren Namen!? –\n",
"Es heißt zweimal ihr. – Aber immerhin deutet ja das eine ihr, daß es auf ihren Namen erfolgen müsse, und das andere ihr, daß es nur für sie, nicht aber für sie und ihre Genossin erfolgendürfe !? –\n",
"Die Schrift sagt Schuh, nur durch den Schuh, nicht aber durch etwas anderes. –\n",
"Deutet denn [das Wort] Schuh hierauf, es ist ja für die folgende Lehre nötig!? Seinen Schuh; ich weiß dies nur von seinem Schuh, woher dies vom Schuh jedes anderenMenschen?\n",
"Es heißt zweimal Schuh, und dies ist einschließend. Weshalb heißt es demnach seinen Schuh? Ein Schuh, der für ihn brauchbar ist; ausgenommen ein [besonders] großer, mit dem er nicht gehen kann, ausgenommen ein besonders kleiner, der nicht den größeren Teil seines Fußes bedeckt, ausgenommen\n"
],
[
"die Sohlensandale ohne Ferse. – Die Schrift sollte ja Schuh sagen, wenn es aber den Schuh heißt, so ist beides zu entnehmen.\n",
" DER HEBRÄISCHE SKLAVE WIRD ANGEEIGNET DURCH GELD UND URKUNDE, UND EIGNET SICH SELBSTAN DURCH DIE JAHRE, DURCH DAS JOBELJAHRUND DURCH REDUKTIONDES KAUFGELDES. IHM ÜBERLEGEN IST DIE HEBRÄISCHE MAGD, DIE SICH [AUCH] DURCH PUBERTÄTSZEICHENANEIGNET. DER ANGEBOHRTEWIRD DURCH DAS ANBOHREN ANGEEIGNET, UND EIGNET SICH SELBST AN DURCH DAS JOBELJAHR UND DURCH DEN TOD DES HERRN.\n",
"GEMARA. DER HEBRÄISCHE SKLAVE WIRD ANGEEIGNET DURCH GELD. Woher dies? – Die Schrift sagt :von seinem Kaufgelde, dies lehrt, daß er durch das Geld angeeignet werde. Wir wissen dies vom an einen Nichtjuden verkauften hebräischen Sklaven, bei demdie Aneignung nur durch Geld erfolgt,\n",
"woher dies vom an einen Jisraéliten verkauften? – Die Schrift sagt:und ausgelöst worden, dies lehrt, daß sie das Lösegeld reduziere und frei werde. –\n",
"Wir wissen dies von der hebräischen Magd, die, wie sie durch Geld angetraut wird, auch durch Geld angeeignet wird, woher dies vom hebräischen Sklaven? – Die Schrift sagt:wenn dein Bruder dir verkauft wird, ein Hebräer oder eine Hebräerin, so soll er dir sechs Jahre dienen; er vergleicht somit den Hebräer mit der Hebräerin. –\n",
"Wir wissen dies von dem, der durch das Gerichtverkauft wird, da er gegen seinen Willen verkauftwird, woher dies von dem, der selber sich verkauft!? –\n",
"Dies ist aus [dem Worte] Mietlingzu folgern. – Einleuchtend ist dies nach demjenigen, der aus [dem Worte] Mietling folgert, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, der aus [dem Worte] Mietling nichts folgert!? –\n",
"Die Schrift sagt:und wenn es reicht; diesist eine Hinzufügung zum Vorangehenden; und man folgere hinsichtlich des Vorangehenden vom Folgenden.\n",
"Wer ist der Autor, der aus [dem Worte] Mietling nichts folgert? – Es ist der Autor der folgenden Lehre: Wer selber sich verkauft, kann auf sechs [Jahre] und auf mehr als sechs verkauft werden, wen das Gericht verkauft, kann nur auf sechs verkauft werden.\n",
"Wer selber sich verkauft, wird nicht angebohrt, und wen das Gericht verkauft, wirdangebohrt. Wer selber sich verkauft, wirdnicht beschenkt, wen das Gericht verkauft, wird beschenkt. Wer selber sich verkauft, dem gibt sein Herr keine kenaa͑nitische Sklavin, wen das Gericht verkauft, dem gibt sein Herr eine kenaa͑nitische Sklavin.\n",
"R. Elie͑zer sagt, der eine wie der andere werde nur auf sechs [Jahre] verkauft, der eine wie der andere werde angebohrt, der eine wie der andere werde beschenkt, und dem einen wie dem anderen gebe sein Herr eine kenaa͑nitische Sklavin. Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: der erste Autor folgert nichts aus [dem Worte] Mietling und R. Elie͑zer folgertwohl aus [dem Worte] Mietling.\n",
"R. Ṭabjomi erwiderte im Namen Abajjes: Beide folgernaus [dem Worte] Mietling, und hierbei streiten sie über folgenden Schriftvers. Der erste Autor sagt deshalb, der selber sich verkauft, könne auf sechs [Jahre] und auf mehr als sechs verkauft werden, weil der Allbarmherzige beim durch das Gericht Verkauften einschränkt :er diene dir sechs Jahre, dieser, nicht aber, der selber sich verkauft. –\n",
"Und der andere!? – Er diene dir, nicht aber dem Erben. –\n",
"Und jener!? – Es heißt nochmals: er diene dir. – Und der andere!? – Dieses spornt den Herrn zur Willfährigkeitan. –\n",
"Ferner sagt der erste Autor deshalb, der selber sich verkauft, werde nicht angebohrt, weil der Allbarmherzige beim durch das Gericht verkauften einschränkt :der Herr bohre sein Ohr mit einem Pfriemen, sein Ohr, nicht aber das Ohr dessen, der selber sich verkauft. –\n"
],
[
"Und der andere!? – Dies ist wiegen einer Wortanalogie nötig, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Woher, daß das Anbohren am rechten Ohre erfolgen müsse? Hierbei heißt es Ohr und dortheißt es Ohr, wie dort das rechte, ebenso auch hier das rechte. –\n",
"Und jener!? – Die Schrift sollte ja Ohr sagen, während es sein Ohrheißt. – Und der andere!? –\n",
"Hieraus ist zu folgern: sein Ohr, nicht aber ihr Ohr. – Und jener!? – Dies geht hervor aus:wenn der Sklave sagt, der Sklave, nicht aber die Magd. –\n",
"Und der andere!? – Hieraus ist zu folgern: wenn er es sagt, solange er noch Sklaveist. –\n",
"Und jener!? – Dies geht hervor aus: der Sklave. – Und der andere!? Aus [dem Worte] der Sklave folgert er nichts. –\n",
"Ferner sagt der erste Autor deshalb, wenn er selber sich verkauft, beschenke man ihn nicht, weil der Allbarmherzige beim durch das Gericht verkauften einschränkt :beschenken sollst du ihn, nicht aber den, der selber sich verkauft. –\n",
" Und der andere!? – Hieraus ist zu folgern: ihn, nicht aber seine Erben. – Weshalb nicht seine Erben, der Allbarmherzige nennt ihn ja einen Mietling, und wie der Lohn des Mietlings seinen Erben gehört, ebenso gehört ja auch der Lohn von diesem seinen Erben!? – Vielmehr, ihn, nicht aber seinen Gläubiger,\n",
" da wir sonst nach R. Nathan entscheiden. Es wird nämlich gelehrt: R. Nathan sagte: Woher, daß, wenn jemand von seinem Nächsten und der Nächste von einem anderen eine Mine zu erhalten hat, man sie diesem abnehme und jenem gebe? Es heißt :er gebe sie dem, dem die Schuld zukommt.\n",
" [Das Wort] ihn schließt dies hierbei aus. – Und jener!? – Auch sonst entscheiden wir nicht nach R. Nathan. –\n",
" Ferner sagt der erste Autor deshalb, der selber sich verkauft, dem gebe sein Herr keine kenaa͑nitische Sklavin, weil der Allbarmherzige beim durch das Gericht verkauften einschränkt :wenn sein Herr ihm eine Frau gibt, ihm, nicht aber dem, der selber sich verkauft. – Und der andere!? – Ihm, gegen seinen Willen. –\n",
" Und jener!? – Dies geht hervor aus :denn das Doppelte des Lohnes eines Mietlings. Es wird nämlich gelehrt : Denn das Doppelte des Lohnes eines Mietlings hat er dir gedient; der Mietling arbeitet nur am Tage, der hebräische Sklave aber arbeitet sowohl am Tage als auch nachts.\n",
" Kann es dir denn in den Sinn kommen, daß der hebräische Sklave am Tage und nachts arbeiten müsse, es heißt ja bereits:weil ihm wohl ist bei dir, mit dir beim Essen und mit dirbeim Trinken!? Vielmehr, erklärte R. Jiçḥaq, besagt dies, daß sein Herr, ihm eine kenaa͑nitische Sklavin gebe. –\n",
" Und der andere!? – Wenn hieraus, so könnte man glauben, nur mit seinem Willen, nicht aber gegen seinen Willen, so lehrt er uns. –\n",
" Vielmehr, der Autor, der aus [dem Worte] Mietling nichts folgert, ist der Autor der folgenden Lehre:Er kehre zu seiner Familie zurück &c. R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Von wem spricht die Schrift: wenn von einem, der selber sich verkauft hat, so ist es ja von diesem bereits gesagt,\n",
" wenn vom Angebohrten, so ist dies ja von diesem bereitsgesagt, vielmehr spricht die Schrift von dem, den das Gericht zwei oder drei Jahre vor dem Jobeljahre verkauft hat, daß das Jobeljahr ihn befreie. Wozu ist dies nötig, wenn man sagen wollte, er folgere aus [dem Worte] Mietling, esist ja aus [dem Worte] Mietling zu folgern!?\n",
" R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Tatsächlich folgert er aus [dem Worte] Mietling, dennoch ist dies nötig; man könnte glauben, nur der selber sich verkauftund nichts Verbotenes begangen hat, denjenigen aber, den das Gericht verkauft hat, der Verbotenes begangen hat, maßregle man, so lehrt er uns.\n",
"Der Meister sagte: Wenn von einem Angebohrten, so ist dies von diesem bereits gesagt. Wo dies? – Es wird gelehrt :Daß ihr zurückkehrt jeder (Mann) zu seinem Besitze und jeder (Mann) zu seinem Geschlechte &c. Von wem spricht die Schrift,\n",
"wenn von einem, der selber sich verkauft hat, so ist dies ja von diesem bereitsgesagt, wenn von einem, den das Gericht verkauft hat, so ist dies ja von diesem bereitsgesagt, vielmehr spricht die Schrift von dem, der zwei oder drei Jahre vor dem Jobeljahre angebohrt worden ist, daß das Jobeljahr ihn befreie. Wieso geht dies hieraus hervor? Raba b. Šila erwiderte: Die Schrift sagt Mann, und das, was nur beim Manne und nicht beim Weibe vorkommt, ist das Anbohren.\n",
"Dies muß sowohl vom durch das Gericht Verkauften als auch vom Angebohrten gelehrt werden. Würde er es nur vom durch das Gericht Verkauften gelehrt haben, so könnte man glauben, weil seine Zeit nicht herangereicht ist, den Angebohrten aber, dessen Zeit herangereicht war, maßregleman, so lehrt er uns.\n",
"Und würde er es nur vom Angebohrten gelehrt haben, so könnte man glauben, weil er bereits sechs [Jahre] gedienthat, nicht aber gelte dies vom durch das Gericht Verkauften, der die sechs [Jahre] nicht gedient hat. Daher ist beides nötig.\n",
"Und sowohl [das Wort] zurückkehrt als auch [das Wort] ewigist nötig. Würde der Allbarmherzige nur ewig geschrieben haben, so könnte man dies wörtlich verstehen, daher schrieb er zurückkehrt.\n",
"Und würde der Allbarmherzige nur zurückkehrt geschrieben haben, so könnte man glauben, nur wenn er keine sechs Jahre gedienthat, wenn er aber sechs Jahre gedient hat, sei das Ende nicht strenger als der Anfang; wie der Anfangnur sechs [Jahre] währt, ebenso auch das Ende nur sechs[Jahre]. Daher heißt es ewig, den ganzen Jobelzyklus.\n",
"Der Autor, der aus [dem Worte] Mietling nichts folgert, ist vielmehr Rabbi, denn es wird gelehrt:\n"
],
[
"Wenn er durch diese nicht eingelöst wird; Rabbi sagte, durch diese werde ereingelöst, nicht aber werde er durch die sechs [Jahre] eingelöst.\n",
"Man könnte einen Schluß folgern: wenn der, der durch diese nicht eingelöstwird, durch die sechs [Jahre] eingelöst wird, um wieviel mehr wird dieser, der durch diese eingelöst wird, durch die sechs [Jahre] eingelöst. Daher heißt es: durch diese, er wird nur durch diese eingelöst, nicht aber durch die sechs [Jahre].\n",
"Wieso spricht er, wenn man sagen wollte, er folgere aus [dem Worte] Mietling, von dem, der durch diese nicht eingelöst wird, esist ja aus [dem Worte] Mietling zu folgern!?\n",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Tatsachlich folgert er aus [dem Worte] Mietling, nur ist es hierbei anders, denn die Schrift sagt: löse ihn ein, ihn, nicht aber einen anderen. –\n",
"Wer streitet gegen Rabbi? – Es sind R. Jose der Galiläer undR. A͑qiba, denn es wird gelehrt: Durch diese nicht eingelöst. R. Jose der Galiläer erklärte: Durch diesezur Freilassung, durch Fremde zur Dienstbarkeit.\n",
"R. A͑qiba erklärte: Durch diese zur Dienstbarkeit, durch Fremde zur Freilassung. Was ist der Grund R.Jose des Galiläers? – Die Schrift sagt: wenn er durch diese nicht eingelöst wird, sondern durch Fremde, so gehe er im Jobeljahre aus. R. A͑qiba aber erklärt: wenn er nicht eingelöstwird, sondern: durch diese, so gehe er im Jobel jähre aus. – Heißt es denn: sondern durch diese!? –\n",
"Vielmehr, sie streiten über folgenden Schriftvers,Oder sein Oheim oder der Sohn seines Oheims löse ihn ein, das ist die Einlösung durch Verwandte;oder seine Hand erschwingt, das ist die Selbsteinlösung; so sei er eingelöst, das ist die Einlösung durch Fremde.\n",
"R. Jose der Galiläer ist der Ansicht, der Schriftvers sei mit dem vorangehenden auszulegen, somit ist die Einlösung durch Verwandte mit der Selbsteinlösung zu verbinden, wie die Selbsteinlösung zur Freilassung erfolgt, ebenso erfolgt die Einlösung durch Verwandte zur Freilassung. R. A͑qiba aber ist der Ansicht, der Schriftvers sei mit dem folgenden auszulegen, somit ist die Einlösung durch Fremde mit der Selbsteinlösung zu verbinden; wie die Selbsteinlösung zur Freilassung erfolgt, ebenso erfolgt die Einlösung durch Fremde zur Freilassung. –\n",
"Wozu ist demnach [das Wort] durch diese nötig? – Wenn es nicht durch diese hieße, könnte man glauben, der Schriftvers sei mit dem vorangehenden und mit dem folgenden auszulegen, und es erfolge bei allen zur Freilassung. –\n",
"Demnach bleibt ja der Einwandbestehen !? – Vielmehr, ihr Streit stützt sich auf einen Vernunftgrund.\n",
"R. Jose der Galiläer ist der Ansicht, es sei einleuchtend, daß die Einlösung durch Fremde zur Dienstbarkeit erfolge, denn wenn man zur Freilassung sagen wollte, so unterläßt man dies und löst ihn nicht ein. R. A͑qiba aber ist der Ansicht, es sei einleuchtend, daß die Einlösung durch Verwandte zur Dienstbarkeit erfolge, denn wenn man zur Freilassung sagen wollte, so könnte er jeden Tag gehen und sich verkaufen.\n",
"R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Dies ist die Ansicht R. Jose des Galiläers und R. A͑qibas, die Weisen aber sagen, durch alle zur Freilassung. –\n",
"Wer sind die Weisen? – Es ist Rabbi, der [das Wort] durch diese für eine andere Schriftauslegungverwendet, und der Schriftvers somit sowohl mit dem vorangehenden als auch mit dem folgenden auszulegen ist. –\n",
"Wofür verwendet Rabbi [den Vers] so gehe er im Jobeljahre aus? – Diesen verwendet er für folgende Lehre: So gehe er im Jobeljahre aus;\n"
],
[
"dies gilt von einem Nichtjuden, der in deiner Gewaltist. Vielleicht ist dem nicht so, sondern von einem Nichtjuden, der nicht in deiner Gewalt ist? Ich will dir sagen: was ist gegen diesenauszurichten!? Vielmehr spricht die Schrift von einem Nichtjuden, der in deiner Gewalt ist.\n",
"DURCH URKUNDE. Woher dies? U͑la erwiderte: Die Schrift sagt:wenn er sich eine andere nimmt; die Schrift vergleicht sie mit einer anderen, wie eine andere durch Urkunde angeeignet wird, ebenso wird auch die hebräische Magd durch Urkunde angeeignet. –\n",
"Einleuchtend ist dies nach demjenigen, welcher sagt, die Urkunde der hebräischen Magd schreibe der Herr, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, der Vater schreibesie !? Es wurde nämlich gelehrt: Wer schreibt die Urkunde der hebräischen Magd? R. Hona sagt, der Herr schreibe sie, und R. Ḥisda sagt, der Vater schreibe sie. Einleuchtend ist es nun nach R. Hona, wie ist es aber nach R. Ḥisda zu erklären!?\n",
"R. Aḥa b. Ja͑qob er widerte: Die Schrift sagt:sie soll nicht ausgehen, wie die Sklaven ausgehen, wohl aber wird sie angeeignet, wie die Sklaven angeeignet werden, nämlich durch Urkunde. –\n",
"Vielleicht wird sie angeeignet, wie die Sklaven angeeignet werden, durch Besitzergreifung!? – Die Schrift sagt: ihr sollt sie euren Söhnen nach euch vererben, sie durch Besitzergreifung, nicht aber andere durch Besitzergreifung. –\n",
"Vielleicht aber: sie durch Urkunde, nicht aber andere durch Urkunde !? – Es heißt ja: sie soll nicht ausgehen, wie die Sklaven ausgehen. – Was veranlaßt dich dazu? –\n",
"Es ist einleuchtend, daß die Urkunde einzubegreifen ist, da durch diese eine Jisraélitin auch geschieden wird. – Im Gegenteil, die Besitzergreifung ist einzubegreifen, da dadurch auch die Güter eines Proselytenerworben werden !? – Immerhin finden wir diesbeim Ehegesetze nicht. Wenn du aber willst, sage ich : hierauf deuten [die Worte :] wenn eine andere. –\n",
"Wofür verwendet R. Hona [den Schriftvers:] sie soll nicht ausgehen, wie die Sklaven ausgehen? – Dieser deutet darauf, daß sie nicht gleich einem Sklaven durch [Verlust von] vorragenden Gliedernausgehe. – Und R. Ḥisda!? – Es sollte ja heißen: sie soll nicht ausgehen wie Sklaven, wenn es aber heißt: wie Sklaven ausgehen, so ist beides zu entnehmen.\n",
"UND EIGNET SICH SELBST AN DURCH DIE JAHRE. Denn es heißt :sechs Jahre soll er dienen und im siebenten &c.\n",
"DURCH DAS JOBELJAHR. Denn es heißt :bis zum Jobeljahre soll er bei dir dienen.\n",
"DURCH REDUKTION DES KAUFGELDES. Die Schrift sagt:und ausgelöst, dies lehrt, daß siedas Lösegeld reduziere und frei ausgehe. Es wird gelehrt: Er eignet sich selbst an durch Geld, durch Geldeswert und durch Urkunde.\n",
"Erklärlich ist dies vom Gelde, denn es heißt :von seinem Kaufgelde, ebenso auch vom Geldeswerte, denn der Allbarmherzige sagt: er erstatte sein Lösegeld, und dies schließt Geldeswert ein, daß es dem Gelde gleiche, was aber ist unter Urkunde zu verstehen: wollte man sagen, ein Schuldschein über seinen Geldwert, den [der Sklave] ihm schreibe, so ist dies ja dasselbe was Geld,\n",
"und wollte man sagen, ein Freilassungsbrief, so soll er doch vor zwei Personen oder vor Gericht zu ihm sagen: geh!? Raba erwiderte: Dies besagt, daß ein Hebräischer Sklave mit seinem Leibe verkauftist, und wenn der Herr auf das Lösegeld verzichtet, so ist der Verzicht ungültig.\n",
"IHM ÜBERLEGEN IST DIE HEBRÄISCHE MAGD. Reš Laqiš sagte: [Durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere ist zu folgern, daß die hebräische Magd durch den Tod ihres Vaters sich selbst aus dem Besitze des Herrn aneigne: wenn die Pubertätszeichen, die sie nicht aus dem Besitze ihres Vaters bringen, sie aus dem Besitze des Herrn bringen, um wieviel mehr bringt der Tod, der sie aus dem Besitze ihres Vaters bringt, sie aus dem Besitze des Herrn.\n",
"R. Hoša͑ja wandte ein: Ihm überlegen ist die hebräische Magd, die sich selbst durch die Pubertätszeichen aneignet. Wenn dem so wäre, so sollte er doch auch den Tod ihres Vaters nennen!? – Manches lehrt er und manches läßt er fort. –\n",
"Was läßt er noch außerdemfort? – Er läßt noch den Tod des Herrnfort. – Wenn nur den Tod des Herrn, so ist dies keine Fortlassung, denn er lehrt es deshalb nicht, weil dies auch beim Manne Geltunghat. – Demnach sollte er eslehren!? –\n",
"Das, wofür es eine Festsetzunggibt, lehrt er, und das, wofür es keine Festsetzung gibt, lehrt er nicht. –\n",
"Er nennt ja die Pubertätszeichen, für die es ebenfalls keine Festsetzung gibt!? R. Saphra erwiderte: Dafür gibt es keine Festsetzung nach oben, wohl aber gibt es dafür eine Festsetzung\n"
],
[
"nach unten.\n",
"Es wird nämlich gelehrt : Wenn ein Neunjähriger zwei Haare bekommen hat, so ist dies ein Mal. Wenn mit neun Jahren und einem Tage bis zu zwölf Jahren und einem Tage und sie ihm haftenbleiben, so ist dies ein Mal; R. Jose b. R. Jehuda sagt, ein Pubertätszeichen. Wenn mit dreizehn Jahren und einem Tage, so ist dies nach aller Ansicht ein Pubertätszeichen.\n",
"R. Šešeth wandte ein : R. Šimo͑n sagte: Vierwerden beschenkt, drei kommen bei einem Manne vor und drei bei einem Weibe; alle vier können bei einem von ihnen nicht vorkommen, weil es bei einem Manne keine Pubertätszeichenund bei einem Weibe kein Anbohrengibt.\n",
"Wenn dem nun so wäre, so sollte er doch den Tod des Vaterslehren!? Wolltest du erwidern, auch hierbei lehre er manches und manches lasse er fort, so lehrt er ja: vier. Wolltest du erwidern, der Autor lehre nur das, wofür es eine Festsetzung gibt, nicht aber das, wofür es keine Festsetzung gibt, so nennt er ja die Pubertätszeichen, wofür es keine Festsetzung gibt.\n",
"Wolltest du auch hierbei wie R. Saphraerklären, so gehört ja dazuder Tod des Herrn, wofür es keine Festsetzung gibt, den er mitzählt. – Auch den Tod des Herrn zählt er nicht mit. –\n",
"Welche vier sind es demnach? – Die Jahre, das Jobeljahr, das Jobeljahr des Angebohrtenund die Pubertätszeichen der hebräischen Magd. –\n",
"Dies ist auch einleuchtend, denn im Schlußsatze lehrt er, daß bei einem von ihnen vier nicht vorkommen können, weil es beim Manne keine Pubertätszeichen und beim Weibe kein Anbohren gibt, und wenn dem sowäre, so gäbe es ja vier beim Weibe. Schließe hieraus.\n",
"R. A͑mram wandte ein: Folgende werden beschenkt: wer ausgeht durch die Jahre, durch das Jobeljahr, durch den Tod des Herrn, und die hebräische Magd durch Pubertätszeichen. Wenn dem so wäre, so sollte er auch den Tod des Vaters nennen!? Wolltest du erwidern, manches lehre er und manches lasse er fort, so heißt es ja: folgende.\n",
"Wolltest du erwidern, er lehre nur das, wofür es eine Festsetzung gibt, nicht aber das, wofür es keine Festsetzung gibt, so nennt er ja die Pubertätszeichen, wofür es keine Festsetzung gibt. Wolltest du auch hierbei wie R. Saphraerklären, so gibt es ja den Toddes Herrn. Dies ist eine Widerlegung des Reš Laqiš. Eine Widerlegung. – Reš Laqiš folgert es ja [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere!? –\n",
"Dieser [Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere ist zu widerlegen; es ist zu erwidern: wohl durch Pubertätszeichen, wodurch eine Veränderung des Körpers erfolgt, während durch den Tod des Vaters keine Veränderung des Körpers erfolgt.\n",
"Das Eine lehrt, die Beschenkung des hebräischen Sklaven gehöre ihm selber und die Beschenkung der hebräischen Magd ihr selber, und ein Anderes lehrt, die Beschenkung und der Fund einer hebräischen Magd gehöre ihrem Vater und der Herr erhalte nur Versäumnisersatz.\n",
"Dieses wohl in dem Falle, wenn sie durch Pubertätszeichen ausgeht, und jenes, wenn sie durch den Tod des Vaters ausgeht. –\n",
"Nein, beides in dem Falle, wenn sie durch Pubertätszeichen ausgeht, dennoch besteht hier kein Widerspruch; dieses, wenn der Vater vorhanden ist, und jenes, wenn der Vater nicht vorhanden ist. –\n",
"Allerdings schließt die Lehre, die Beschenkung der hebräischen Magd gehöre ihr selber, die Brüder aus, wie gelehrt wird:ihr sollt sie euren Söhnen nach euch vererben, sie euren Söhnen, nicht aber eure Töchter euren Söhnen; hieraus, daß man nicht den Gewinn seiner Tochterseinem Söhne vererbe;\n",
"daß aber die Beschenkung des hebräischen Sklaven ihm selber gehöre, ist ja selbstverständlich, wem denn sonst!? R. Joseph sprach: Jod-Stadtsehe ich hier!\n",
"Abajje erwiderte: R. Šešeth erklärte, hier sei die Ansicht Taṭajs vertreten, denn es wird gelehrt: Taṭaj sagte: ihm, nicht aber seinem Gläubiger.\n",
"Der Text: Folgende werden beschenkt: wer ausgeht durch die Jahre, durch das Jobeljahr, durch den Tod des Herrn, und die hebräische Magd durch Pubertätszeichen; der Entflohene aber und der durch Reduktion des Kaufgeldesausgeht, wird nicht beschenkt. R. Meír sagt, der Entflohene werde nicht beschenkt, der durch Reduktion des Kaufgeldes ausgeht, werde wohl beschenkt.\n",
"R. Šimo͑n sagte: Vier werden beschenkt, drei kommen bei einem Manne vor und drei bei einem Weibe; alle vier können bei einem von ihnen nicht vorkommen, weil es bei einem Manne keine Pubertätszeichen und bei einem Weibe kein Anbohren gibt.\n",
"Woher dies? – Die Rabbanan lehrten: Man könnte glauben, daß nur der, der nach sechs Jahren ausgeht, beschenkt werde, woher, daß auch der, der im Jobeljahre oder durch den Tod des Herrn und die hebräische Magd, die durch Pubertätszeichen ausgeht, einbegriffen sind? Es heißt:sollst du ihn entlassen, und:wenn du ihn entlassest.\n",
"Man könnte glauben, daß auch der Entflohene und der, der durch Reduktion des Kaufgeldes ausgeht, einbegriffen sei, so heißt es: wenn du ihn frei entläßt von dir, nur der, dessen Entlassung durch dich erfolgt, ausgenommen der Entflohene und der, der durch Reduktion des Kaufgeldes ausgeht, deren Entlassung nicht durch dich erfolgt. R. Meír sagt, den Entflohenen beschenke man nicht, da seine Entlassung nicht durch dich erfolgt, die Entlassung dessen aber, der durch Reduktion des Kaufgeldes ausgeht, erfolgt durch dich. –\n",
"Beim Entflohenen ist ja die Ergänzungerforderlich!? Es wird nämlich gelehrt: Woher, daß der Entflohene [die Dienstjahre] ergänzen müsse? Es heißt:sechs Jahre soll er dienen.\n"
],
[
"Man könnte glauben, auch wenn er krank war, so heißt es: und im siebenten gehe eraus.\n",
"R. Šešeth erwiderte: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er entflohen und das Jobeljahr eingetretenist; man könnte glauben, da er durch das Jobeljahr ausgegangen sein würde, so heiße dies eine durch den [Herrn] erfolgte Entlassung und er werde beschenkt und nicht gemaßregelt, so lehrt er uns.\n",
"Der Meister sagte: Man könnte glauben, auch wenn er krank war, so heißt es: und im siebenten gehe er aus. Auch wenn er alle sechs [Jahre] krank war, dagegen wird gelehrt, wenn er drei [Jahre] krank war und drei gedient hat, brauche er nicht zu ergänzen, und wenn or alle sechs krank war, müsse er ergänzen!? R. Šešeth erwiderte: Wenn er Nadelarbeit verrichtethat. –\n",
"Dies widerspricht sich ja selbst: zuerst heißt es, wenn er drei krank war und drei gedient hat, brauche er nicht zu ergänzen, wonach er vier ergänzen muß, und im Schlußsatze lehrt er, wenn er alle sechs krank war, müsse er ergänzen, wonach er vier nicht zu ergänzen braucht!? – Er meint es wie folgt: wenn er vier [Jahre] krank war, so ist es ebenso, als wäre er alle sechs krank, und er muß sie ergänzen.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Wieviel schenke man ihm? Fünf Sela͑von jeder Art, das sind fünfzehn Sela͑ – so R. Meír. R. Jehuda sagt, dreißig, entsprechend den dreißig [Šeqel]für einen Sklaven. R. Šimo͑n sagt, fünfzig, entsprechend den fünfzig beim Schätzgelübde.\n",
"Der Meister sagte: Fünf Sela͑ von jeder Art, das sind fünfzehn Šela͑ – so R. Meír. Will uns R. Meír etwa das Zählen lehren!? – Folgendes lehrt er uns: er darf ihm nicht weniger als in dieser [Gesamt]zahl geben; wenn er ihm von einer Art weniger und von einer anderen Art mehr gibt, so ist nichts dabei. –\n",
"Was ist der Grund R. Meírs? – Er folgert es aus [dem Worte] leer, das auch beim Erstgeborenengebraucht wird; wie da fünf Sela͑, ebenso auch hierbei fünf Sela͑. –\n",
"Vielleicht fünf Sela͑ von allen zusammen!? – Wenn es nachher leer hieße, so würdest du recht haben, es heißt aber vorher leer, somit ist [das Wort] leer auf [die Worte] Schaf, Tenne und Kelter zu beziehen. –\n",
"Sollte doch aus [dem Worte] leer gefolgert werden, das beim Erscheinungsopfergebrauchtwird!? – Die Schrift sagt:womit der Herr, dein Gott, dich gesegnet hat.\n",
"«R. Jehuda sagt, dreißig, entsprechend den dreißig [Šeqel] für einen Sklaven.» Was ist der Grund R. Jehudas? – Er folgert es aus [dem Worte] geben, das auch beim Sklaven gebrauchtwird; wie da dreißig, ebenso auch hierbei dreißig. –\n",
"Sollte er doch aus [dem Worte] geben folgern, das beim Schätzgelübde gebrauchtwird, wie da fünfzig, ebenso auch hierbei fünfzig!? –\n",
"Erstens hat man, wenn man viel ergreift, nichts ergriffen, und wenn man wenig ergreift, es ergriffen, und ferner ist hinsichtlich des Sklaven vom Sklaven zu folgern.\n",
"«R. Šimo͑n sagt, fünfzig, entsprechend den fünfzig beim Schätzgelübde.» Was ist der Grund R. Šimo͑ns? – Er folgert es aus [dem Worte] geben, das auch beim Schätzgelübde gebraucht wird; wie da fünfzig, ebenso auch hierbei fünfzig. – Vielleicht entsprechend dem niedrigsten [Betrage] beim Schätzgelübde!? – Es heißt: womit der Herr, dein Gott, dich gesegnet hat. –\n",
"Sollte er doch aus [dem Worte] geben folgern, das beim Sklaven gebraucht wird, wie da dreißig, ebenso auch hierbei dreißig, denn erstens hat man, wenn man viel ergreift, nichts ergriffen, und zweitens ist hinsichtlich des Sklaven vom Sklaven zu folgern!? – R.Šimo͑n folgert aus [dem Worte] Armut. –\n",
"Erklärlich sind [die Worte] Schaf, Tenne und Kelter nach R. Meír, wozu aber sind nach R. Jehuda und R. Šimo͑n [die Worte] Schaf, Tenne und Kelter nötig!? –\n",
"Diese sind wegen der folgenden Lehre nötig: Man könnte glauben, man beschenke ihn nur mit dem, was von Schaf, Kelter und Tenne kommt, woher, daß auch alles andere einbegriffen ist? Es heißt: womit der Herr, dein Gott, dich gesegnet hat. Wozu heißt es demnach: Schaf, Kelter und Tenne? Um dir zu sagen, wie Schaf, Kelter und Tenne sich dadurch auszeichnen, daß sie beim Segen einbegriffen sind, ebenso auch alles andere, was beim Segen einbegriffen ist, ausgenommen Geld – so R. Šimo͑n; R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, ausgenommen Maultiere. –\n",
"Und R. Šimo͑n!? – Maultiere gedeihenkörperlich. Und alles ist nötig.\n",
"Würde der Allbarmherzige nur Schaf geschrieben haben, so könnte man glauben, nur Lebewesen, nicht aber Bodengewächse, daher schrieb der Allbarmherzige Tenne. Würde er nur Tenne geschrieben haben, so könnte man glauben, nur Bodengewächse, nicht aber Lebewesen, daher schrieb der Allbarmherzige Schafe. Und Kelter\n"
],
[
"heißt es deshalb, um nach dem einen Geld und nach dem anderen Maultiere auszuschließen.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Womit der Herr, dein Gott, dich gesegnet hat; man könnte glauben, wenn das Haus seinetwegen gesegnet worden ist, beschenke man ihn, und wenn das Haus nicht seinetwegen gesegnet worden ist, beschenke man ihn nicht, so heißt es: schenken, beschenken sollst du, in jedem Falle. Weshalb heißt es demnach: womit der Herr, dein Gott, dich gesegnet hat? Man gebe ihm dem Segen entsprechend.\n",
"R. Elea͑zar b. A͑zarja sagt, die Worte seien wörtlich zu nehmen: ist das Haus seinetwegen gesegnet worden, beschenke man ihn, ist das Haus nicht seinetwegen gesegnet worden, beschenke man ihn nicht. Weshalb heißt es demnach schenken, beschenken sollst du? – Die Tora gebraucht die übliche Redewendung der Menschen.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Der hebräische Sklavediene dem Sohne, nicht aber der Tochter; die hebräische Magd diene weder dem Sohne noch der Tochter; der Angebohrte und der an einen Nichtjuden Verkaufte diene weder dem Sohne noch der Tochter. Der Meister sagte: Der hebräische Sklave diene dem Sohne, nicht aber der Tochter. Woher dies? –\n",
"Die Rabbanan lehrten:Er diene dir sechs Jahre; dir, nicht aber einem Erben. Du sagst: dir, nicht aber einem Erben, vielleicht ist dem nicht so, sondern: dir, nicht aber einem Sohne!? Wenn es heißt:sechs Jahre soll er dienen, so gilt dies ja auchvom Sohne, somit sind [die Worte] er diene dir sechs Jahre zu erklären: dir, nicht aber einem Erben.\n",
"Was veranlaßt dich, den Sohn einzuschließen und den Bruder auszuschließen? – Ich schließe den Sohn ein, der anstelle seines Vaters tritt bei der Bestimmungund beim Erbbesitzfelde. –\n",
"Im Gegenteil, der Bruder ist ja einzuschließen, da er anstelle seines Bruders tritt bei der Schwagerehe!? – Die Schwagerehe erfolgt nur dann, wenn kein Sohn vorhanden ist, wenn aber ein Sohn da ist, erfolgt auch keine Schwagerehe. –\n",
"Nur wegen dieser Widerlegung, sonst wäre der Bruder bevorzugter; aber es sollte doch maßgebend sein, daß bei jenem zweierlei und bei diesem nur eineszu berücksichtigen ist!? –\n",
"Auch bezüglich des Erbbesitzfeldes wird esdurch diese Widerlegung gefolgert: die Schwager ehe erfolgt nur dann, wenn kein Sohn vorhanden ist.\n",
"«Die hebräische Magd diene weder dem Sohne noch der Tochter.» Woher dies? R. Papa erwiderte: Die Schrift sagt:und auch deiner Magd tue also; die Schrift vergleicht sie mit dem Angebohrten, wie der Angebohrte weder dem Sohne noch der Tochter dient, ebenso diene die hebräische Magd weder dem Sohne noch der Tochter. – Ist denn [der Schriftvers:] und auch deiner Magd tue also, hierfür zu verwenden, er ist ja wegen folgender Lehre nötig!? Auch deiner Magd tue also, hinsichtlich der Beschenkung.\n",
"Du sagst, hinsichtlich der Beschenkung, vielleicht hinsichtlich des Anbohrens!? Wenn es heißt:wenn der Sklave sagt, nicht aber die hebräische Magd, so ist esvom Anbohren bereits gesagt,\n",
"somit ist [der Schriftvers:] und auch deiner Magd tue also, auf die Beschenkung zu beziehen. – Es sollte heißen: mit deiner Magd also, wenn es aber auch tue heißt, so ist beides zu entnehmen.\n",
"«Der Angebohrte und der an einen Nichtjuden Verkaufte diene weder dem Sohne noch der Tochter.» Der Angebohrte, denn es heißt:der Herr bohre ihm sein Ohr mit einem Pfriemen, und er diene ihm ewig, nicht aber dem Sohne oder der Tochter. Woher dies von einem an einen Nichtjuden Verkauften? Ḥizqija erwiderte: Die Schrift sagt:er rechne mit seinem Käufer, nicht aber mit den Erben seines Käufers.\n",
"Raba sagte: Nach der Tora beerbt ein Nichtjude seinen Vater, denn es heißt: er rechne mit seinem Käufer, nicht aber mit den Erben seines Käufers, demnach hat er Erben. Ein Proselyt einen Nichtjuden nicht nach der Tora, wohl aber rabbanitisch,\n",
"denn wir haben gelernt: Wenn ein Proselyt und ein Nichtjude ihren nichtjüdischen Vater beerben, so kann der Proselyt zum Nichtjuden sagen: nimm du die Götzen und ich das Geld, nimm du den Libationsweinund ich die Früchte; sind sie bereits in den Besitz des Proselyten gekommen, so ist diesverboten.\n",
"Wenn man nun sagen wollte, [er beerbe ihn] nach der Tora, so nimmt er ja, auch wenn sie noch nicht in seinen Besitz gekommen sind, Ersatzfür die Götzen.\n",
"Vielmehr erfolgt dies nur rabbanitisch, denn die Rabbanan haben diese Bestimmung getroffen, weil erzu seiner Schlechtigkeit zurückkehren könnte. Ebenso wird gelehrt: Dies gilt nur von dem Falle, wenn sie geerbt haben, wenn sie aber Teilhaber sind, so ist es verboten.\n",
"Ein Nichtjude einen Proselyten und ein Proselyt einen Proselyten [beerbt] weder nach der Tora noch rabbanitisch, denn es wird gelehrt: Wenn er Geld geliehen hat von einem Proselyten, dessen Kinder sich mit ihm bekehrt haben, so gebe er es seinen Kindern nicht zurück; gibt er es ihnen zurück, so gebührt ihm keine Anerkennung der Weisen. –\n",
"Es wird ja aber gelehrt, daß ihm eine Anerkennung der Weisen gebühre!? – Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn seine Schwängerung und seine Geburt nicht in Heiligkeit erfolgt ist,\n"
],
[
"und das andere, wenn seine Schwängerung nicht in Heiligkeit und seine Geburt in Heiligkeiterfolgt ist.\n",
"R. Ḥija b. Abin aber sagte im Namen R. Joḥanans: Ein Nichtjude beerbt seinen Vater nach der Tora, denn es heißt:denn das Gebirge Sei͑r habe ich E͑sav zum Erbbesitze gegeben. – Vielleicht ist es bei einem abtrünnigen Jisraélitenanders!? – Vielmehr, hieraus:denn A͑r habe ich den Söhnen Loṭs zum Erbbesitze gegeben. –\n",
"Weshalb lehrt R. Ḥija b. Abin nicht wie Raba? – Heißt es etwa, daß er nur mit seinem Käufer und nicht mit den Erben seines Käufers rechne!? –\n",
"Weshalb lehrt Raba nicht wie R. Ḥija b. Abin? – Da ist es anders, wegen der Ehrung Abrahams.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Manches gilt beim hebräischen Sklaven und nicht bei der Magd, und manches bei der Magd und nicht beim Sklaven. Manches beim Sklaven, denn er geht frei aus, durch die Jahre, durch das Jobeljahr und durch den Tod des Herrn, was bei der Magd nicht der Fall ist. Manches bei der Magd, denn die Magd geht frei aus durch Pubertätszeichen, sie wird nicht zweitmals verkauft und man löse sie gegen seinen Willen aus, was beim Sklaven nicht der Fall ist.\n",
"Der Meister sagte: Manches gilt beim hebräischen Sklaven, was bei der Magd nicht der Fall ist. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: ihm überlegenist die hebräische Magd, die sich durch die Pubertätszeichen aneignet!? R. Šešeth erwiderte: Wenn er sie [zur Frau] bestimmthat. –\n",
"Wenn er sie bestimmt hat, so ist es ja selbstverständlich, sie benötigt ja dann eines Scheidebriefes!? – Man könnte glauben, man hebe bei ihr die Gesetzenicht auf, so lehrt er uns. – Wieso geht sie demnach durch Pubertätszeichen aus!? – Er meint es wie folgt: wenn er sie nicht [zur Frau] bestimmt hat, so geht sie auch durch Pubertätszeichen aus.\n",
"«Sie wird nicht zweitmals verkauft.» Demnach wird ein hebräischer Sklave zweitmals verkauft, und dem widersprechend wird gelehrt:wegen seines Diebstahls, nicht aber wegen des Doppelten; wegen seines Diebstahls, nicht aber wegen seiner falschenZeugenaussage; wegen seines Diebstahls, wenn er einmal verkauft worden war, so darfst du ihn nicht wiederum verkaufen!?\n",
"Raba erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine gilt von einem Diebstahlund das andere von zweiDiebstählen.\n",
"Abajje sprach zu ihm: Unter seines Diebstahls sind ja vielezu verstehen!? Vielmehr, erklärte Abajje, dies ist kein Widerspruch; das eine gilt von einer Person und das andere von zwei Personen.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn sein Diebstahl tausend beträgt und er fünfhundert wert ist, so wird er verkauft und abermalsverkauft; wenn sein Diebstahl fünfhundert beträgt und er tausend wert ist, so wird er überhaupt nicht verkauft. R. Elie͑zer sagt, wenn sein Diebstahl seinem Werte entspricht, werde er verkauft, wenn aber nicht, werde er nichtverkauft.\n",
"Raba sagte: Durch folgendes besiegte R. Elie͑zer die Rabbanan: wenn sein Diebstahl fünfhundert beträgt und er tausend wert ist, wird er wohl deshalb nicht verkauft, weil der Allbarmherzige sagt, er werde vollständig verkauft, nicht aber zur Hälfte, ebenso sagt der Allbarmherzige, er werde wegen seines [vollständigen] Diebstahls verkauft, nicht aber wegen des halben Diebstahls.\n",
"«Man löse sie gegen seinen Willen aus.» Raba wollte erklären, gegen den Willen des Herrn, da sprach Abajje zu ihm: Dies heißt wohl, daß man ihm einen Schuldschein über ihren Wertschreibe; wieso sollte man ihm statt einer Perle, die er in der Hand hat, eine Scherbegeben!?\n",
"Vielmehr, erklärte Abajje, gegen den Willen des Vaters, wegen der Bemakelung der Familie. – Demnach sollte man auch die Verwandten eines hebräischen Sklaven dazu zwingen, wegen der Bemakelung der Familie!? – Er könnte gehen und sich wiederum verkaufen. –\n",
"Auch bei jener kann er ja gehen und sie wiederum verkaufen!? – Er lehrt ja, daß sie nicht zweitmals verkauft werden dürfe. Dies nach R. Šimo͑n, denn es wird gelehrt: Man kann seine Tochter zur Ehelichung verkaufen und dies wiederholen, zur Dienstbarkeit, und dieswiederholen, zur Ehelichung nach der Dienstbarkeit, nicht aber zur Dienstbarkeit nach der Ehelichung. R. Šimo͑n sagt, wie man seine Tochter nicht zur Dienstbarkeit nach der Ehelichung verkaufen darf, ebensowenig darf man seine Tochter zur Dienstbarkeit nach der Dienstbarkeit verkaufen.\n",
"Sie führen den gleichen Streitwie die Tannaím der folgenden Lehre:Wenn er treulos an ihr handelt,\n"
],
[
"sobald dieser sein Gewand über sie ausgebreitethat, darf er sie nicht mehr verkaufen – so R. A͑qiba. R. Elie͑zer erklärte: Wenn er treulos an ihr handelt, sobald er treulos an ihr gehandelthat, darf er sie nicht mehr verkaufen. –\n",
"Worin besteht ihr Streit? – R. Elie͑zer ist der Ansicht, die überlieferte [Schreibart]sei maßgebend, R. A͑qiba ist der Ansicht, die Lesartsei maßgebend, und R. Šimo͑n ist der Ansicht, die Lesart und die überlieferte [Schreibart] seien beide maßgebend.\n",
"Rabba b. Abuha fragte: Erfolgt durch die Bestimmung Verheiratung oder Verlobung? Dies ist insofern von Bedeutung, ob er sie beerbt, sich an ihr verunreinigendarf und ihre Gelübde aufheben kann; wie ist es nun? –\n",
"Komm und höre: Wenn er treulos an ihr handelt, sobald dieser sein Gewand über sie ausgebreitet hat, darf er sie nicht mehr verkaufen. Verkaufen darf er sie nicht, wohl aber darf er eine Bestimmungtreffen. Wenn man sagen wollte, dadurch erfolge eine Verheiratung, so hat ja der Vater, sobald sie sich verheiratet hat, keine Gewalt mehr über sie. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß dadurch eine Verlobung erfolge.\n",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Hier wird von einer gewöhnlichen Antrauunggesprochen, und er meint es wie folgt: sobald der Vater sie dem übergeben hat, der ihr zu Kost, Kleidung und Beiwohnung verpflichtet ist, darf er sie nicht mehr verkaufen. –\n",
"Komm und höre: Er darf sie nicht an Verwandteverkaufen; im Namen R. Elie͑zers sagten sie, er dürfesie an Verwandte verkaufen. Sie stimmen überein, daß er sie als Witwe an einen Hochpriester und als Geschiedene oder Ḥaluça an einen gemeinen Priester verkaufendürfe.\n",
"[Auf die Frage,] von welcher Witwe hier gesprochen werde: hat sie selbst sich ihm angetraut, so ist sie ja nicht Witwezu nennen, und hat der Vater sie ihm angetraut, so kann er sie ja nicht verkaufen, da man seine Tochter nach der Ehelichung nicht zur Dienstbarkeit verkaufen darf,\n",
"erwiderte R. A͑mram im Namen R. Jiçḥaqs, hier werde von der Antrauung durch Bestimmunggesprochen, nach R. Jose b. R. Jehuda, welcher sagt, das erste Geldgelte nicht als Antrauungsgeld. Wenn man nun sagen wollte, dadurch erfolge eine Verheiratung, so hat ja der Vater, sobald sie verheiratet ist, keine Gewalt mehr über sie. –\n",
"Wieso stimmen sie überein, wenn du sagst, dadurch erfolge eine Verlobung, daß er sie verkaufen dürfe, man kann ja seine Tochter nach der Ehelichungnicht zur Dienstbarkeit verkaufen!? Du mußt also erklären, die durch sie erfolgte Verlobungsei anders als die durch den Vater erfolgte, somit kannst du auch sagen, dadurch erfolge eine Verheiratung, und die durch sie erfolgte Verheiratung ist anders als die durch den Vater erfolgte. –\n",
"Was soll dies: allerdings kann eine Verlobung anders seinals die andere, aber kann etwa eine Verheiratung\n"
],
[
"anders seinals die andere!? –\n",
"Wie ist es aber nach R. Naḥman b. Jiçḥaq zu erklären, welcher sagt, auch nach R. Jose b. R. Jehuda gelte das erste Geld als Antrauungsgeld!? – Er erklärt es nach R. Elie͑zer, welcher sagt, er könne sie nicht zweitmals zur Magd verkaufen, wohl aber könne er sie nach der Ehelichung zur Dienstbarkeit verkaufen.\n",
"Reš Laqiš fragte: Darf er sie für seinen minderjährigen Sohn bestimmen: ist unter Sohn, von dem der Allbarmherzige spricht, irgend ein Sohn zu verstehen, oder ein Sohn, der ihm gleicht: wie er erwachsen ist, ebenso auch ein Sohn, der erwachsen ist?\n",
"R. Zera erwiderte: Komm und höre:Ein Mann, ausgenommen ein Minderjähriger; der ehebricht mit der Frau seines Nächsten, ausgenommen die Frau eines Minderjährigen. Wenn man sagen wollte, er könne [sie für ihn] bestimmen, so wäre ja Ehelich und bei einem Minderjährigen zu finden. –\n",
"Weshalb schließt ihn, wenn man sagt, er könne [sie für ihn] nicht bestimmen, die Schrift aus!? – Demnach wäre hieraus zu entnehmen, daß er [sie für ihn] bestimmen könne? R. Aši erwiderte: Hier wird von einem neun Jahre und einen Tag alten Eheschwager gesprochen, der seine Eheschwägerin beschlafen hat, die nach der Tora mit ihm verbundenist. Man könnte glauben, daß man ihretwegen wegen Beschlafung einer Ehefrau schuldig sei,\n",
"da sie mit ihm nach der Tora verbunden und sein Beischlaf gültig ist, so lehrt er uns. –\n",
"Wie bleibt es damit? – Komm und höre: Ajbu sagte im Namen R. Jannajs: Eine Bestimmung gilt nur bei einem Erwachsenen, eine Bestimmung gibt es nur mit Bewußtsein. – Beides!? – Dies ist eine Begründung: eine Bestimmung gibt es nur bei einem Erwachsenen aus dem Grunde, weil die Bestimmung nur mit Bewußtsein erfolgen kann.\n",
"Wenn du aber willst, sage ich: unter Bewußtsein ist ihr Bewußtsein zu verstehen. Abajje, Sohndes R. Abahu, lehrte nämlich:Die er für sich bestimmt hat, dies lehrt, daß er es ihr mitteilen müsse.\n",
"Er lehrte es und er erklärte es auch: bei der Antrauung durch Bestimmung, nach R. Jose b. Jehuda, welcher sagt, das erste Geld gelte nicht als Antrauungsgeld. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Du kannst auch sagen, es gelte als Antrauungsgeld, denn hierbei ist es anders, da der Allbarmherzige bestimmt sagt.\n",
"Was ist dies für eine Lehre des R. Jose b. R. Jehuda? – Es wird gelehrt:Und ausgelöst, vom Tage muß ein Betrag zur Auslosungzurückbleiben.\n",
"Hieraus folgerte R. Jose b. R. Jehuda, wenn vom Tage soviel zurückbleibt, um bei ihm im Werte einer Peruṭa arbeiten zu können, sei sie ihm angetraut, wenn aber nicht, sei sie ihm nicht angetraut. Demnach ist er der Ansicht, das erste Geld gelte nicht als Antrauungsgeld.\n",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Du kannst auch sagen, es gelte als Antrauungsgeld, denn hierbei ist es anders, da der Allbarmherzige ausgelöst sagt.\n",
"Rabba sagte im Namen R. Naḥmans: Nach der Lehre des R. Jose b. R. Jehuda kann man zu seiner minderjährigen Tochter sagen: geh und nimm deine Antrauung in Empfang.\n",
"R. Jose b. R. Jehuda sagt, das erste Geld gelte nicht als Antrauungsgeld, dennoch sei die Antrauung gültig, wenn der Wert einer Peruṭa zurückbleibt, ebenso auch hierbei.\n",
"Ferner sagte Rabba im Namen R. Naḥmans: Nach der Lehre des R. Jose b. R. Jehuda ist, wenn jemand die Antrauung mit einem Darlehen vollzieht, für das ein Pfand hinterlegt ist, sie ihm angetraut. R. Jose b. R. Jehuda sagt, das erste Geld gelte nicht als Antrauungsgeld, demnach ist es ein Darlehen und sie selbst das Pfand,\n"
],
[
"und wenn der Wert einer Peruṭa zurückbleibt und er sie [für sich] bestimmt, ist die Antrauung gültig, ebenso auch hierbei.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Wie hat das Gebot der Bestimmung zu erfolgen? Er spreche zu ihr vor zwei [Zeugen]: sei mir angetraut, sei mir angelobt; selbst am Schlusseder sechs Jahre, auch kurz vor Sonnenuntergang. Er hat dann mit ihr nach dem Brauche der Ehelichung und nicht nach dem Brauche der Dienstbarkeit zu verfahren. R. Jose b. R. Jehuda sagt, wenn vom Tage soviel zurückbleibt, um bei ihm im Werte einer Peruṭa arbeiten zu können, sei sie ihm angetraut, wenn aber nicht, sei sie ihm nicht angetraut.\n",
"Desgleichen ist, wenn jemand zu einer Frau gesagt hat: sei mir von jetzt ab nach dreißig Tagen angetraut, und ein anderer innerhalb der dreißig Tage kommt und sie sich antraut, sie dem erstenangetraut. Wessen Ansicht gleicht dies,\n",
"wenn der des R. Jose b. R. Jehuda, so ist sie ihm ja nur dann angetraut, wenn vom Tage soviel zurückbleibt, um bei ihm im Werte einer Peruṭa arbeiten zu können, sonst aber nicht!?\n",
"R. Aḥa, Sohn des Raba, erwiderte: Gleich der Ansicht der Rabbanan. – Selbstverständlich!? –\n",
"Man könnte glauben, er sagte ja nicht: von jetztab, so lehrt er uns.\n",
"Ein Anderes lehrt: Wenn jemand seine Tochter verkauft und sie einem anderen angetraut hat, so lacht er den Herrn aus und sie ist dem anderen angetraut – so R. Jose b. R. Jehuda. Die Weisen sagen, wenn [der Herr] sie für sich bestimmen will, könne er dies.\n",
"Desgleichen ist, wenn jemand zu einer Frau gesagt hat: sei mir nach dreißig Tagen angetraut, und ein anderer innerhalb der dreißig Tage kommt und sie sich antraut, sie dem anderen angetraut. Wessen Ansicht gleicht dies,\n",
"wenn der der Rabbanan, so sagen sie ja, wenn er sie für sich bestimmen will, könne er dies!?\n",
"Vielmehr, erwiderte R. Aḥa, Sohn des Raba, gleich der Ansicht des R. Jose b. R. Jehuda. – Selbstverständlich!? –\n",
"Man könnte glauben, weil er zu ihr nicht ‘nach dreißig Tagen’ gesagt hat, so lehrt er uns.\n",
"Ein Anderes lehrt: Wenn jemand seine Tochter verkauft und vereinbart hat: mit der Bedingung, daß er sie nicht für sich bestimme, so ist die Bedingung gültig – so R. Meír. Die Weisen sagen, wenn er sie für sich bestimmen will, könne er dies, weil dies eine Vereinbarung gegen eine Bestimmung der Tora ist, und eine Vereinbarung gegen eine Bestimmung der Tora ist ungültig. –\n",
"Ist denn nach R. Meír eine solche Vereinbarung gültig, es wird ja gelehrt: Wenn jemand zu einer Frau sagt: sei mir angetraut mit der Bedingung, daß du an mich keinen Anspruch auf Kost, Kleidung und Beischlaf hast, so ist sie ihm angetraut und die Vereinbarung ungültig– so R. Meír. R. Jehuda sagt, inbetreff der Geldangelegenheitsei die Vereinbarung gültig.\n",
"Ḥizqija erwiderte: Anders ist es hierbei; die Schrift sagt:zur Magd, wonach er sie zuweilen nur zur Magd verkauft. –\n",
"Wofür verwenden die Rabbanan [das Wort] zur Magd? – Dieses verwenden sie für folgende Lehre: Zur Magd, dies lehrt, daß er sie auch an Bemakelteverkaufen dürfe.\n",
"Wollte man es durch einen Schluß folgern: wenn er sie an Bemakelte antrauenkann, wie sollte er sie an Bemakelte nicht verkaufen können, [so ist zu erwidern:] wohl an Bemakelte antrauen, wie man auch seine Tochter im Mädchenalterantrauenkann, aber sollte er sie auch an Bemakelte verkaufen können, wo er sie im Mädchenalter nicht verkaufenkann!? Daher heißt es zur Magd, und dies lehrt, daß er sie an Bemakelte verkaufen könne.\n",
"R. Elie͑zer sagte: Wenn dies etwa lehren sollte, daß er sie an Bemakelte verkaufen könne, so heißt es bereits:wenn sie schlecht ist in den Augen ihres Herrn, wenn sie schlecht zur Verheiratungist; vielmehr lehrt [das Wort] zur Magd, daß er sie an [nahe]\n"
],
[
"Verwandteverkaufen könne.\n",
"Wollte man es durch einen Schluß folgern: wenn er sie an Bemakelte verkaufen kann, wie sollte er sie an Verwandte nicht verkaufen können, [so ist zu erwidern:] sollte er sie, wenn er sie an einen Bemakelten verkaufen kann, der, wenn er es will, sie für sichbestimmen kann, auch an einen Verwandten verkaufen können, der, wenn er sie für sich bestimmen will, dies nicht kann!? Daher heißt es zur Magd, und dies lehrt, daß er sie an Verwandte verkaufen könne. –\n",
"Und R. Meír!? – Hinsichtlich Bemakelter folgert er es aus [dem Schriftverse], aus dem R. Elie͑zer es folgert, und hinsichtlich Verwandter ist er der Ansicht der Rabbanan, welche sagen, er könne sie an Verwandte nicht verkaufen.\n",
"Eines lehrt, daß er sie an seinen Vater, nicht aber an seinen Sohn verkaufen könne, und ein Anderes lehrt, daß er sie weder an seinen Vater noch an seinen Sohn verkaufen könne. Allerdings vertritt die Lehre, er könne sie weder an seinen Vater noch an seinen Sohn verkaufen, die Ansicht der Rabbanan, die Lehre aber, er könne sie an seinen Vater, nicht aber an seinen Sohn verkaufen,\n",
"vertritt ja weder die Ansicht der Rabbanan noch die des R. Elie͑zer!? – Tatsächlich die der Rabbanan, denn die Rabbanan pflichten bei, wenn in einem Falle eine Bestimmung erfolgen kann.\n",
"Die Rabbanan lehrten:Wenn er allein eingetreten ist, so soll er allein ausgehen; wenn er mit nur seinem Körpereingetreten ist, so soll er mit nur seinem Körper ausgehen. R. Elie͑zer b. Ja͑qob erklärte: Wenn er alleineingetreten ist, so soll er allein ausgehen. Was heißt: wenn er mit nur seinem Körper eingetreten ist, so soll er mit nur seinem Körper ausgehen? Raba erwiderte: Dies besagt, daß er nicht wie ein [nichtjüdischer] Sklave wegen der vorragenden Gliederausgehe. Abajje sprach zu ihm: Dies geht ja hervor aus:sie gehe nicht aus, wie Sklaven ausgehen!? –\n",
"Wenn hieraus, so könnte man glauben, er ersetze ihm den Wert seines Augesund er gehe frei aus, so lehrt er uns. –\n",
"«R. Elie͑zer b. Ja͑qob erklärte: Wenn er allein eingetreten ist, so soll er allein ausgehen.» Was heißt: so soll er allein ausgehen. R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Er meint es wie folgt: hat er Frau und Kinder, so gebe ihm sein Herr eine kenaa͑nitische Sklavin, hat er nicht Frau und Kinder, so gebe ihm sein Herr keine kenaa͑nitische Sklavin.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Woher, daß, wenn er für eine Mineverkauft worden und dann zugenommen hat und zweihundert wert ist, manihn nur mit einer Mine anrechne? Es heißt:von seinem Kaufpreise.\n",
"Woher daß, wenn er für zweihundert verkauft worden und dann abgenommen hat und nur eine Mine wert ist, man ihn nur mit einer Mineanrechne? Es heißt:nach seinen Jahren.\n",
"Ich weiß dies nur von einem Sklaven, der verkauft worden ist an einen Nichtjuden, der, da jener durch Verwandte ausgelöst wird, die Unterhandhat,\n",
"woher dies von einem an einen Jisraéliten verkauften? – Es heißt bei beidenMietling, für [einen Schluß durch] Wortanalogie.\n",
"Einst sprach Abajje: Ich fühle mich wie Ben A͑zajin den Straßen von Tiberjas. Da sprach ein Jünger zu Abajje: Merke, jene Schriftversesind ja erleichternd und erschwerendauszulegen, was veranlaßt nun, sie erleichternd auszulegen, lege man sie doch erschwerend aus!? –\n",
"Dies ist nicht einleuchtend, da der Allbarmherzige für ihn erleichtert hat. Es wird nämlich gelehrt:Weil ihm wohl ist bei dir; mit dir beim Essen und mit dir beim Trinken.\n",
"Du darfst nicht feines Brot und er grobes Brot essen; du [darfst nicht] alten Wein und er neuen Wein trinken; du [darfst nicht] auf Polstern und er auf Stroh schlafen. Hieraus folgerten sie, wenn jemand einen hebräischen Sklaven kauft, sei es ebenso, als würde er einen Herrn über sich kaufen. –\n",
"Vielleicht nur hinsichtlich des Essens und Trinkens, um ihn nicht zu kränken, hinsichtlich des Lösegeldes aber erschwere man ihm, wegen der Lehre des R. Jose b. R. Ḥanina!? Es wird nämlich gelehrt: R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Komm und sieh, wie streng sogar der Staub des Siebentjahrgesetzesist.\n",
"Wer mit Früchten des Siebentjahres handelt, verkauft schließlich seine Mobilien, denn es heißt:in diesem Jobeljahre sollt ihr ein jeder zu seinem Besitze zurückkehren, und darauf folgt:wenn ihr eurem Nächsten etwas verkauft oder aus der Hand des Nächsten kauft, eine Sache, die von Hand zu Handgekauft wird.\n",
"Merkt er diesnicht, so verkauft er endlich seine Felder, denn es heißt:wenn dein Bruder verarmt und von seinem Erbbesitze verkauft. Siereicht an ihn nicht heran, als bis er sein Haus verkauft, denn es heißt:wenn jemand ein Wohnhaus in einer ummauerten Stadt verkauft. –\n",
"Weshalb heißt es zuerst: merkt er dies nicht, weiter aber: sie reicht an ihn nicht heran? – Nach R. Hona, denn R. Hona sagte, wenn jemand eine Sünde begangen und sie wiederholt hat, werde sie ihm erlaubt. – Erlaubt, wie kommst du darauf!? – Vielmehr, sie kommt ihm erlaubt vor.\n",
"Sie reicht an ihn nicht heran, als bis er seine Tochter verkauft, denn es heißt:wenn jemand seine Tochter zur Magd verkauft. Und obgleich [der Verkauf] einer Tochter in diesem Abschnitte nicht genannt wird, lehrt er uns, daß man lieber seine Tochter verkauft als auf Wucherborgt, denn beim [Verkaufe der] Tochter verringert sich [der erhaltene Betrag], während er im anderen Falle wächst.\n",
"Sie reicht an ihn nicht heran, als bis er auf Wucher borgt, denn es heißt:wenn dein Bruder verarmt und seine Hand wankt, und hierauf folgt:nimm nicht von ihm &c. Sie reicht an ihn nicht heran, als bis er sich selbst verkauft, denn es heißt: wenn dein Bruder verarmt und sich dir verkauft.\n",
"Nicht nur dir, sondern auch einem Fremdling, denn es heißt:deinem Fremdling; und nicht nur einem wirklichen Proselyten, sondern auch einem Beisaß, denn es heißt Beisaßfremdling. Unter Fremdlingsgeschlecht ist ein Nichtjude zu verstehen, und wenn es noch Abkömmling heißt,\n"
],
[
"so ist darunter der Verkauf für den Götzendienstselbst zu verstehen.\n",
"Jener erwiderte: Diesbezüglich hat die Schrift ihn wiederaufgenommen, denn in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Man könnte glauben, daß man, da dieserGötzenpfaffe geworden ist, dem Stürzenden einen Stein nachwerfe, so heißt es:soll ihm Einlösung werden; auch geht er im Jobeljahre freiaus. –\n",
"Vielleicht soll ihm eine Einlösung werden, damit er nicht zwischen den Nichtjuden untergehe, hinsichtlich des Lösegeldes aber erschwere man ihm, wegen der Lehre des R. Jose b. R. Ḥanina!?\n",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Es sind zwei Schriftverse vorhanden; es heißt: sind es noch viele der Jahre, und es heißt: und wenn wenig der Jahre zurückbleiben; gibt es denn viele Jahre und wenigeJahre!? Vielmehr: ist sein Wert größergeworden, so richte man sich nach seinem Kaufpreise, ist sein Wert geringer geworden, so richte man sich nach den Jahren. –\n",
"Vielleicht meint er es wie folgt: wenn er zwei [Jahre] gedient hat und vier zurückbleiben, so zahle er ihm für vier zurück, von seinem Kaufgelde, und wenn er vier gedient hat und zwei zurückbleiben, so zahle er ihm für zwei zurück, nach den Jahren!? –\n",
"Demnach sollte es heißen: wenn noch viele Jahre, wenn wenige Jahre zurückbleiben; da es aber der Jahre heißt, [so besagt dies:] ist während der Jahre sein Wert größer geworden, so richte man sich nach seinem Kaufgelde, ist während der Jahre sein Wert geringer geworden, so richte man sich nach den Jahren. R. Joseph sagte: R. Naḥman b. Jiçḥaq erklärte diese Schriftverse so, als wäre es vom Sinaj.\n",
"R. Hona b. Henana fragte R. Šešeth: Kann ein an einen Nichtjuden verkaufter Sklave zur Hälfte eingelöstwerden, oder kann er nicht zur Hälfte eingelöst werden?\n",
"Ist durch [das Wort] seine Einlösung, das auch beim Erbbesitzfelde gebrauchtwird, von diesem zu folgern, wie das Erbbesitzfeld nicht zur Hälfte eingelöst werden kann, ebenso kann auch dieser nicht zur Hälfte eingelöst werden, oder aber kann es nur erleichternderfolgen, nicht aber erschwerend?\n",
"Dieser erwiderte: Dortsagtest du, er werde nur vollständig und nicht zur Hälfte verkauft, ebenso wird er hierbei nur vollständig eingelöst, nicht aber zur Hälfte.\n",
"Abajje sagte: Wenn du sagst, er könne zur Hälfte eingelöst werden, so kann dies erleichternd und erschwerend erfolgen. Erleichternd, falls er ihn für hundert gekauft und dieser ihm fünfzig, die Hälfte seines Kaufpreises, gegebenhat und dann auf zweihundert gestiegen ist. Wenn du sagst, er könne zur Hälfte eingelöst werden, so gebe er ihm hundertund gehe frei aus, und wenn du sagst, er könne nicht zur Hälfte ausgelöst werden, so gebe er ihm hundertfünfzigund gehe frei aus. –\n",
"Du sagtest ja aber, daß, wenn sein Wert gestiegen ist, man sich nach seinem Kaufpreiserichte!? – Wenn er im Preise hochstand, gefallen war und wiederum gestiegenist.\n",
"Erschwerend kann es vorkommen, falls er ihn für zweihundert gekauft und dieser ihm hundert, die Hälfte seines Kaufpreises, gegebenhat und dann auf hundert gefallen ist. Wenn du sagst, er könne zur Hälfte ausgelöst werden, so gebe er ihm noch fünfzigund gehe frei aus, und wenn du sagst, er könne nicht zur Hälfte ausgelöst werden, so gelten jene hundert als Depositum, die er ihm nun gebe und frei ausgehe.\n",
"R. Hona b. Ḥenana fragte R. Šešeth: Kann, wenn jemand ein Haus in einer ummauerten Stadtgekauft bat, dieses in Hälften eingelöst werden, oder kann es nicht in Hälften eingelöst werden? Ist durch [das Wort] seine Einlösung, das auch beim Erbbesitzfelde gebraucht wird, von diesem zu folgern, wie das Erbbesitzfeld nicht in Hälften eingelöst werden kann, ebenso kann auch dieses nicht in Hälften eingelöst werden,\n",
"oder aber gilt dies nur da, wo dies gesagt ist, nicht aber da, wo dies nicht gesagt ist?\n",
"Dieser erwiderte: Aus einer Auslegung R. Šimo͑ns ist zu entnehmen, daß er borgenund in Hälften einlösen könne. Es wird nämlich gelehrt:",
"R. Šimo͑nsagte: Aus folgendem Grunde; wir finden, daß, wenn jemand ein Erbbesitzfeld verkauft, wobei sein Interesse einerseits gestärkt ist, indem es, wenn es vor Eintritt des Jobeljahres nicht eingelöst worden ist, im Jobeljahre zum Eigentümer zurückkehrt, sein Interesse andererseits geschmälertist, indem er nicht borgen und in Hälften einlösen kann,\n",
"ebenso ist, wenn jemand ein solches heiligt, wobei einerseits sein Interesse geschmälert ist, indem es, wenn es vor Eintritt des Jobeljahres nicht ausgelöst worden ist, im Jobeljahre den Priestern zufällt, andererseits sein Interesse erweitert, indem er borgen und in Hälften einlösenkann.\n",
"Ebenso ist, wenn jemand ein Haus in einer ummauerten Stadt verkauft hat, wobei sein Interesse geschmälert ist, indem es verfällt, falls ein volles Jahr verstrichen ist und es nicht eingelöst worden ist, andererseits sein Interesse zu erweitern, indem er borgen und in Hälften einlösen kann.\n",
"Er wandte gegen ihn ein: Wenn einlösen wird er einlösen, dies lehrt, daß er borgen und in Hälften einlösen könne.\n",
"Man könnte einen Schluß folgern: wenn beim Verkaufe eines Erbbesitzfeldes, wobei sein Interesse erweitert ist, indem es, wenn es vor Eintritt des Jobeljahres nicht eingelöst worden ist, im Jobeljahre zum Eigentümer zurückkehrt, andererseits sein Interesse geschmälert ist, indem er weder borgen noch in Hälften einlösen kann, um wieviel mehr ist bei der Heiligung, wobei [auch in jener Hinsicht] sein Interesse geschmälert ist, indem es, wenn es vor Eintritt des Jobeljahres nicht eingelöst worden ist, im Jobeljahre den Priestern zufällt, sein Interesse auch andererseits zu schmälern, weder borgen noch in Hälften einlösen zu können.\n",
"[Erwidert man :] wohl beim Verkaufe eines Erbbesitzfeldes, wobei sein Interesse auch insofern geschmälert ist, indem es nicht sofort eingelöst werdenkann, während bei der Heiligung sein Interesse erweitert ist, indem es sofort eingelöst werden kann,\n",
"so ist vom Verkaufe eines Hauses in einer ummauerten Stadt ein Gegenbeweis zu erbringen: sein Interesse ist erweitert, indem es sofort eingelöst werden kann, dennoch kann er weder borgen noch in Hälften einlösen. –\n"
],
[
"Das ist kein Einwand; das eine nach den Rabbananund das andere nach R.Šimo͑n. –\n",
"Eines lehrt, daß er borgen und in Hälften einlösen könne, und ein Anderes lehrt, daß er weder borgen noch in Hälften einlösen könne!? – Das ist kein Einwand; dieses nach den Rabbanan, jenes nach R.Šimo͑n.\n",
"\n",
"R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Es ist zu widerlegen: wohl beim Verkaufe eines Hauses in einer ummauerten Stadt, weil sein Interesse geschmälert ist, indem es nicht ewig eingelöst werdenkann, während bei der Heiligung sein Interesse erweitert ist, indem er es ewigeinlösen kann!?\n",
"R. Aḥa der Greis sprach zu R. Aši: Man kann erwidern, der Schluß sei durch Vergleichung zu folgern. Der Verkauf eines Erbbesitzfeldes beweist [das Entgegengesetzte]: sein Interesse ist erweitert, indem es ewig eingelöst werden kann, dennoch kann er nicht borgen und in Hälften einlösen. [Erwidert man:] wohl beim Verkaufe eines Erbbesitzfeldes, weil sein Interesse hinsichtlich der sofortigen Einlösung geschmälert ist, so beweist der Verkauf eines Hauses in einer ummauerten Stadt [das Entgegengesetzte].\n",
"Die Replikation wiederholt sich nun: die Eigenheit des einen gleicht nicht der Eigenheit des anderen und die Eigenheit des anderen gleicht nicht der Eigenheit des einen; das Gemeinsame bei ihnen ist, daß sie eingelöst werden und er weder borgen noch in Hälften einlösen kann, somit ist auch die Heiligung einzuschließen, es kann eingelöst werden, und er kann weder borgen noch in Hälften einlösen.\n",
"Mar Zuṭra, Sohn des R. Mari, sprach zu Rabina: Es ist ja zu erwidern: das Gemeinsame bei ihnen ist, daß ihr Interesse hinsichtlich der Einlösung im zweiten Jahre geschmälertist, während bei der Heiligung sein Interesse hinsichtlich der Einlösung im zweiten Jahre erweitert ist!?\n",
"Rabina erwiderte: Es ist zu erwidern, der an einen Nichtjuden verkaufte hebräische Sklave beweist [das Entgegengesetzte]: sein Interesse hinsichtlich der Einlösung im zweiten Jahre ist erweitert, dennoch kann er weder borgen noch in Hälften eingelöst werden.\n",
"R. Hona b. Ḥenana fragte R. Šešeth: Kann, wenn jemand ein Haus in einer ummauerten Stadt verkauft hat, dieses durch Verwandte eingelöst werden, oder kann es nicht durch Verwandte eingelöst werden? Ist durch [das Wort] seine Einlösung, das auch beim Erbbesitzfelde gebraucht wird, von diesem zu folgern, wie das Erbbesitzfeld, das nicht in Hälften eingelöst werden kann, durch Verwandte eingelöst werden kann, ebenso kann auch dieses, das nicht in Hälften eingelöst werden kann, durch Verwandte eingelöst werden,\n",
"oder erstreckt sich [das Wort] Einlösung nur auf die Einlösung in Hälften, nicht aber auf die durch Verwandte!? Dieser erwiderte: Es kann nicht eingelöst werden.\n",
"Er wandte gegen ihn ein:Überall &c. sollt ihr Einlösung gewähren; dies schließt Häuser und den hebräischen Sklavenein. Doch wohl Häuser in einer ummauerten Stadt!? – Nein, Häuser in Freistädten. –\n",
"Von Häusern in Freistädten heißt es ja ausdrücklich:zum Felde des Landes rechne man es!? – Dies, um eszur Pflicht zu machen, nach R. Elie͑zer.\n",
"Es wird nämlich gelehrt:Er löse das Verkaufte seines Bruders ein, dies ist freigestellt. Du sagst, freigestellt, vielleicht ist dem nicht so, sondern Pflicht? Es heißt:wenn jemand keinen Verwandten hat, und da es niemand in Jisraél gibt, der keinen Verwandten hat, so ist darunter zu verstehen, wenn er zwar, einen hat, dieser es aber nicht loskaufen will, daß es ihm freistehe – so R. Jehošua͑.\n",
"R. Elie͑zer erklärte: Er löse das Verkaufte seines Bruders ein, dies ist Pflicht. Du sagst Pflicht, vielleicht ist dem nicht so, sondern freigestellt? Es heißt: überall &c. sollt ihr eine Einlösung gewähren, womit die Schrift es zur Pflicht gemacht hat.\n",
"Die Rabbanan sprachen zu R. Aši, und wie manche sagen, Rabina zu R. Aši: Erklärlich ist [das Wort] überall nach demjenigen, welcher sagt, es schließe Häuser in einer ummauerten Stadt ein, was aber bedeutet [das Wort] überall nach demjenigen, welcher sagt, es schließe Häuser in Freistädten ein!? – Dies ist ein Einwand.\n",
"Abajje wandte gegen ihn ein: Es heißtdreimal löse ihn ein, um alle Einlösungen einzuschließen, daß sie in dieser Reihenfolgezu erfolgen haben. Doch wohl Häuser in einer ummauerten Stadt und den hebräischen Sklaven!? – Nein, Häuser in Freistädten und Erbbesitzfelder. –\n",
"Von Häusern in Freistädten und von Erbbesitzfeldern heißt es ja ausdrücklich: zum Felde des Landes rechne man es!? – Wie R. Naḥman b. Jiçḥaq erklärt hat, [dies lehre,] daß der Nächstverwandte vorgehe, ebenso auch hierbei, daß der Nächstverwandte vorgehe. –\n",
"Worauf bezieht sich die Erklärung des R. Naḥman b. Jiçḥaq? – Auf das folgende. Sie fragten: Kann der an einen Jisraéliten verkaufte hebräische Sklave durch Verwandte ausgelöst werden, oder kann er durch Verwandte nicht ausgelöst werden. Nach Rabbi ist dies nicht fraglich, denn dieser erklärt, diesgelte von dem, der durch diesenicht eingelöst wird, demnach kann er nicht eingelöst werden,\n",
"fraglich ist es nur nach den Rabbanan: folgern sie aus [dem Worte] Mietlingund berücksichtigen [das Wort] löse ihn einnicht, oder aber, [es heißt:] löse ihn ein, ihn und keinen anderen? –\n",
"Komm und höre: Überall &c. sollt ihr eine Einlösung gewähren, dies schließt Häuser und den hebräischen Sklaven ein. Doch wohl Häuser in einer ummauerten Stadt und den an einen Jisraéliten verkauften hebräischen Sklaven. – Nein, den an einen Nichtjuden verkauften hebräischen Sklaven. –\n",
"Vom an einen Nichtjuden verkauften hebräischen Sklaven heißt es ja ausdrücklich:oder sein Oheim oder der Sohn seines Oheims löse ihn ein!? –\n"
],
[
"Dies deutet, daß es Pflicht sei, selbst nach R. Jehošua͑.\n",
"– Komm und höre: Es heißt dreimal löse ihn ein, um alle Einlösungen einzuschließen, daß sie in dieser Reihenfolge zu erfolgen haben. Doch wohl Häuser in einer ummauerten Stadt und den an einen Jisraéliten verkauften hebräischen Sklaven. – Nein, Häuser in Freistädten und Erbbesitzfelder. – Von Häusern in Freistädten heißt es ja ausdrücklich: zum Felde des Landes rechne man es!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Dies lehrt, daß der Nächstverwandte vorgehe.\n",
"DER ANGEBOHRTE WIRD DURCH DAS ANBOHREN ANGEEIGNET. Denn es heißt:und der Herr bohre sein Ohr mit einem Pfriemen &c.\n",
"UND EIGNET SICH SELBST AN DURCH DAS JOBELJAHR UND DURCH DEN TOD DES HERRN. Denn es heißt:und er diene ihm, nicht aber dem Sohne noch der Tochter;ewig, bis zur Ewigkeit des Jobelzyklus.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Pfriemen, ich weiß dies vom Pfriemen, woher, daß auch Stachel, Dorn, Nadel, Bohrer und Griffel einbegriffen sind? Es heißt:du sollst nehmen, dies schließt alles ein, was mit der Hand genommen werden kann – so R. Jose b. R. Jehuda.\n",
"Rabbi sagte: Pfriemen, wie ein Pfriemen aus Metall ist, ebenso auch alles andere, was aus Metall ist. Eine andere Auslegung: Den Pfriemen, dies deutet auf den großen Pfriemen.\n",
"R. Elea͑zar sagte: Jodan Berabbi trug vor: Beim Bohren durchsteche man das Läppchen. Die Weisen sprachen: Ein hebräischer Sklave, der Priester ist, wird nicht angebohrt, weil er dadurch gebrechenbehaftetwird; wieso wird, wenn du sagst, man durchsteche das Läppchen, ein Sklave, der Priester ist, dadurch gebrechenbehaftet!? Vielmehr durchsteche man den Oberteil des Ohres. – Worm besteht ihr Streit? –\n",
"Rabbi wendet hierbei [die Regel von der] Generalisierung und Spezialisierung an: nimm, generell, Pfriemen, speziell, durch sein Ohr in die Tür, wiederum generell, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung und wiederum eine Generalisierung folgt, so richte man sich nach dem Speziellen; wie das Spezielle aus Metall ist, ebenso alles andere aus Metall.\n",
"R. Jose b. R. Jehuda wendet hierbei [die Regel von der] Einschließung und Ausschließung an: nimm, einschließend, Pfriemen, ausschließend, durch sein Ohr in die Tür, wiederum einschließend, und wenn auf eine Einschließung eine Ausschließung und wiederum eine Einschließung folgt, so ist alles einbegriffen.\n",
"Einbegriffen ist jeder Gegenstand, und ausgeschlossen ist eine Salbe.\n",
"Der Meister sagte: Den Pfriemen, dies deutet auf den großen Pfriemen. Wieso geht dies hieraus hervor? – Wie Raba erklärthat: die Hüfte, die rechte der Hüften, ebenso auch hierbei: den Pfriemen, den ausgezeichneten unter den Pfriemen.\n",
"«R. Elea͑zar sagte: Jodan Berabbi trug vor: Beim Anbohren durchsteche man das Läppchen. Die Weisen sprachen: Ein hebräischer Sklave, der Priester ist, wird nicht angebohrt, weil er dadurch gebrechenbehaftet wird.» Mag er doch gebrechenbehaftet werden!? Rabba b. R. Šila erwiderte: Die Schrift sagt:er kehre zu seiner Familie zurück, im Zustande seiner Familie.\n",
"Sie fragten: Darf der Herr einem hebräischen Sklaven, der Priesterist, eine kenaa͑nitische Sklavin geben? Ist hierbei, da diesein Novum ist, zwischen Priestern und Jisraéliten nicht zu unterscheiden,\n",
"oder aber ist es bei Priestern anders, da die Schrift ihnen mehr Gebote auferlegt hat? Rabh sagt, es sei erlaubt, und Šemuél sagt, es sei verboten.\n",
"R. Naḥman sprach zu R. A͑nan: Als ihr bei Mar Šemuél wart, habt ihr euch wohl mit Spielmarken befaßt; weshalb habt ihr ihm nicht folgendes vorgehalten: Die Weisen sagten: Ein hebräischer Sklave, der Priester ist, wird nicht angebohrt, weil er dadurch gebrechenbehaftet wird.\n",
"Wenn man sagen wollte, der Herr dürfe ihm keine kenaanitische Sklavin geben, so sollte diesschon aus dem Grunde erfolgen, weil es heißt: ich liebe meinen Herrn, meine Frau und meine Kinder, was bei diesem nicht der Fallist!? Weiter nichts darüber.\n",
"Sie fragten: Ist einem Priester eine Schöneerlaubt? Ist hierbei, da dies ein Novum ist, zwischen Priestern und Jisraéliten nicht zu unterscheiden, oder aber ist es bei Priestern anders, da ihnen mehr Gebote auferlegt sind. Rabh sagt, sie sei ihm erlaubt, und Šemuél sagt, sie sei ihm verboten.\n",
"Hinsichtlich der ersten Beiwohnung stimmen alle überein, daß sie ihm erlaubt sei, denn die Tora hat hierbei nur den bösen Triebberücksichtigt,\n",
"sie streiten nur über die folgendeBeiwohnung. Rabh sagt, sie sei ihm erlaubt, und Šemuél sagt, sie sei ihm verboten. Rabh sagt, sie sei ihm erlaubt, denn da dies einmal erlaubt worden ist, ist es auch ihm erlaubt; Šemuél sagt, sie sei ihm verboten, da sie als Proselytin gilt und die Proselytin für Priester untauglichist.\n",
"Manche lesen: Hinsichtlich der folgenden Beiwohnung stimmen alle überein, daß sie ihm verboten sei, denn sie gilt als Proselytin, sie streiten nur über die erste Beiwohnung. Rabh sagt, sie sei ihm erlaubt, da die Tora hierbei nur den bösen Trieb berücksichtigt hat; Šemuél sagt, sie sei ihm verboten, denn da, wo [die Worte:]bring sie in dein Haus, befolgt werdenkönnen, gelten auch [die Worte:]und du unter den Gefangenen siehst, und da, wo [die Worte:] bring sie in dein Haus, nicht befolgt werden können, gelten auch nicht [die Worte:] und du unter den Gefangenen siehst.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Und du unter den Gefangenen siehst, bei der Gefangennahme; ein Weib, selbst ein Eheweib; von schöner Gestalt, die Tora hat nur den bösen Trieb berücksichtigt; lieber mögen die Jisraéliten Fleisch von geschlachteten Siechlingen essen,\n"
],
[
"als Fleisch von verendeten Siechlingen. Und du begehrst, auch wenn sie nicht schön ist; nach ihr, nicht aber nach ihr und ihrer Genossin.\n",
"Und nimmst sie, bei diesen gibt es ein Nehmen. Dir zur Frau, man darf nicht zwei Frauen nehmen, eine für sich und eine für seinen Vater, eine für sich und eine für seinen Sohn. Und bringst sie, dies lehrt, daß man sie nicht auf dem Kriegsplatze zwingen dürfe.\n",
"Die Rabbanan lehrten:Wenn sagen wird sagen, nur wenn er es gesagt und wiederholt hat. Wenn er es bei Beginn der sechs [Jahre] und nicht am Schlusse derselben gesagt hat, so wird er nicht angebohrt, denn es heißt: ich will nicht frei ausgehen; nur wenn er es beim Ausgehen gesagt hat.\n",
"Wenn er es am Schlusse der sechs [Jahre] und nicht bei Beginn gesagt hat, so wird er nicht angebohrt, denn es heißt: wenn der Sklave sagt, nur wenn er es als Sklave gesagt hat.\n",
"Der Meister sagte: Wenn er es bei Beginn der sechs [Jahre] und nicht am Schlusse derselben gesagt hat, so wird er nicht angebohrt, denn es heißt: ich will nicht frei ausgehen. Wozu die Folgerung aus [den Worten:] ich will nicht frei ausgehen, dies geht ja hervor schon aus:ich liebe meinen Herrn, meine Frau und meine Kinder, was hierbeinicht der Fall ist!?\n",
"Und wieso heißt es ferner, wenn er es am Schlusse der sechs [Jahre] und nicht bei Beginn derselben gesagt hat, werde er nicht angebohrt, weil es der Sklave heißt, ist er denn am Schlusse der sechs [Jahre]kein Sklave!? Raba erwiderte: Darunter ist der Beginn der letzten Peruṭaund das Ende der letzten Peruṭazu verstehen.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn er Frau und Kinder hat und sein Herr nicht Frau und Kinder hat, so wird er nicht angebohrt, denn es heißt: denn er liebt dich und dein Haus; wenn sein Herr Frau und Kinder hat und er nicht Frau und Kinder hat, so wird er nicht angebohrt, denn es heißt:\n",
"ich liebe meinen Herrn, meine Frau und meine Kinder. Wenn er seinen Herrn liebt, sein Herr aber ihn nicht liebt, so wird er nicht angebohrt, denn es heißt: weil ihm wohl ist bei dir. Wenn sein Herr ihn liebt, er aber seinen Herrn nicht liebt, so wird er nicht angebohrt, denn es heißt: denn er liebt dich. Wenn er krank und sein Herr nicht krank ist, so wird er nicht angebohrt, denn es heißt: weil ihm wohl ist bei dir. Wenn sein Herr krank und er nicht krank ist, so wird er nicht angebohrt, denn es heißt: beidir.\n",
"R. Bebaj b. Abajje fragte: Wie ist es, wenn beide krank sind: kommt es auf [das Wort] bei dir an, was hierbei der Fallist, oder aber, es heißt: weil ihm wohl ist bei dir, was hierbei nicht der Fall ist? – Dies bleibt unentschieden.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Weil ihm wohl ist bei dir, bei dir beim Essen und bei dir beim Trinken. Du darfst nicht feines Brot und er grobes Brot essen; du [darfst nicht] alten Wein und er neuen Wein trinken; du [darfst nicht] auf Polstern und er auf Stroh schlafen. Hieraus folgerten sie, wenn jemand einen hebräischen Sklaven kauft, sei es ebenso, als würde er einen Herrn über sich kaufen.\n",
"Die Rabbanan lehrten:Dann gehe er von dir aus, er und seine Kinder mit ihm. R. Šimo͑n sagte: Werden denn, wenn er verkauft wird, auch seine Söhne und seine Töchter verkauft!? Hieraus ist zu entnehmen, daß sein Herr zur Ernährung seiner Kinder verpflichtet ist. Desgleichen heißt es:Wenn er eine Frau hat, so gehe seine Frau mit ihm aus. R. Šimo͑n sagte: Wird denn, wenn er verkauft wird, auch seine Frau verkauft!? Hieraus ist zu entnehmen, daß sein Herr zur Ernährung seiner Frau verpflichtet ist.\n",
"Und beides ist nötig. Würde er es nur von seinen Kindern gelehrt haben, so könnte man glauben, weil sie nicht für das Essen zu arbeitenbrauchen, seine Frau aber, die für das Essen arbeiten muß, arbeite und esse dafür.\n",
"Und würde er es nur von seiner Frau gelehrt haben, so könnte man glauben, weil das Umher wandernfür sie unschicklich ist, nicht aber gelte dies von seinen Kindern, für die das Umherwandern nicht unschicklichist. Daher ist beides nötig.\n",
"Die Rabbanan lehrten:\n"
],
[
"Würde es geheißen haben: [am] Ohre in dieTür, so könnte man glauben, er durchbohre die Tür an seinem Ohre, nur die Tür und nicht das Ohr. – Wieso nicht auch das Ohr, es heißt ja:der Herr durchbohre sein Ohr mit einem Pfriemen!? –\n",
"Vielmehr, man könnte glauben, er durchbohre das Ohr anderwärts, lege es dann an die Tür und durchbohre die Tür am Ohre, daher heißt es: durch sein Ohr in die Tür. Wie mache er es? Er bohre soweit, bis er in die Tür dringt.\n",
"Aus [dem Worte] Tür könnte man entnehmen, einerlei ob sie abgehängt ist oder nicht, daher heißt esPfosten, wie der Pfosten stehend ist, ebenso auch die Tür, wenn sie stehend ist.\n",
"R. Joḥanan b. Zakkaj legte diesen Schriftvers wie eine Perleaus: Womit ist das Ohr anders als alle anderen Glieder des Körpers? Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: das Ohr hat am Berge Sinaj meine Stimme gehört, als ich sagte:denn mir sollen die Kinder Jisraél Sklaven sein, nicht aber Sklaven von Sklaven; daher soll [das Ohr dessen] durchbohrt werden, der hinging und einen Herrn über sich kaufte.\n",
"Auch R. Šimo͑n b. Rabbi legte diesen Schriftvers wie eine Perle aus: Womit sind Tür und Pfosten anders als alle anderen Gegenstände im Hause? Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Tür und Pfosten waren in MiçrajimZeugen, wie ich die Oberschwelle und beide Pfosten übersprang, und ich sagte: denn mir sollen die Kinder Jisraél Sklaven sein, nicht aber Sklaven von Sklaven; ich führte sie aus der Sklaverei zur Freiheit, dieser aber ging hin und kaufte einen Herrn über sich, daher soll er vor ihnen angebohrt werden.\n",
" DER KENAA͑NITISCHE SKLAVE WIRD ANGEEIGNET DURCH GELD, URKUNDE UND BESITZNAHME, UND EIGNET SICH SELBST AN DURCH GELD, DAS ANDERE[ZAHLEN], UND DURCH URKUNDE, DIE ER SELBER [EMPFÄNGT] – SO R. MEÍR; DIE WEISEN SAGEN, DURCH GELD, DAS ER SELBER [ZAHLT], UND DURCH URKUNDE, DIE ANDERE [EMPFANGEN], NUR MUSS ES DAS GELD ANDERERSEIN.\n",
"GEMARA. Woher dies? – Es heißt:ihr sollt sie euren Söhnen nach euch vererben zum Erbbesitze; die Schrift hat sie mit dem Erbbesitzfelde verglichen: wie das Erbbesitzfeld durch Geld, Urkunde und Besitznahme angeeignet wird, ebenso wird auch der kenaa͑nitische Sklave durch Geld, Urkunde und Besitznahme angeeignet.\n",
"[Man könnte folgern:] wie das Erbbesitzfeld im Jobeljahre zum Eigentümer zurückkehrt, ebenso kehre auch der kenaa͑nitische Sklave im Jobeljahre zum Eigentümer zurück, so heißt es:ewig behaltet sie als Knechte.\n",
"Es wird gelehrt: Auchdurch Tausch. Unser Autor aber lehrt nur das, was bei Mobilien keine Geltung hat, was aber auch bei Mobilien Geltung hat, lehrt er nicht.\n",
"Šemuél sagte: Ein kenaa͑nitischer Sklave wird durch das Ansichziehen erworben, und zwar: wenn [der Herr] ihn ruft und er herankommt, so erwirbt er ihn nicht, wenn er ihn anfaßt und er herankommt, so erwirbt er ihn. –\n",
"Allerdings lehrt unser Autor nicht das, was auch bei Mobilien Geltung hat, sondern nur das, was bei Mobilien keine Geltung hat, der Autor der Barajtha aber sollte dochauch das Ansichziehen lehren!? – Er lehrt nur das, was sowohl bei Immobilien als auch bei Mobilien Geltung hat, das Ansichziehen aber hat nur bei Mobilien Geltung, nicht aber bei Immobilien; daher lehrt er es nicht.\n",
"«Und zwar: wenn [der Herr] ihn anfaßt und er herankommt, so erwirbt er ihn, wenn er ihn ruft und er herankommt, so erwirbt er ihn nicht.» Etwa nicht in dem Falle, wenn er ihn ruft, es wird ja gelehrt: Durch Übergabe: wenn er es am Fuße, am Haare, am Sattel, den es auf hat, am Futtersacke, den es auf hat, an der Kandare, die es im Maule hat, oder an der Schelle, die es am Halse hat, anfaßt, so erwirbt er es.\n",
"Durch das Ansichziehen: wenn er es ruft und es herankommt, oder wenn er es mit einem Stocke antreibt und es vor ihm läuft, so erwirbt er es, sobald es einen Vorder- und einen Hinterfuß in Bewegung gesetzt hat. R. Asi, manche sagen, R. Aḥa, sagt, wenn es die Strecke in seiner Größe vor ihm gegangen ist. –\n",
"Ich will dir sagen, ein Vieh gehtnach dem Willen des Herrn, ein Sklave aber geht nach seinem eigenen Willen. R. Aši sagte: Ein minderjähriger Sklave gleicht einem Vieh.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Durch Besitznahme auf folgende Weise: wenn er ihm den Schuh löst, seine Sachen nach dem Badehaus trägt, ihn auszieht, wäscht, schmiert, frottiert, anzieht und anschuht, oder wenn er ihn hochhebt, so hat er ihn geeignet. R.Šimo͑n sagte: Die Besitznahme ist nicht wirksamer als das Hochheben, denn durch das Hochheben erwirbt man immer. – Wie meint er es?\n",
"R. Aši erwiderte: Wenn er den Herrn hochhebt, hat er ihn geeignet, wenn der Herr ihn hochhebt, hat er ihn nicht geeignet; hierzu sagte R. Šimo͑n, die Besitznahme sei nicht wirksamer als das Hochheben, denn durch das Hochheben erwerbe man immer. –\n",
"Sollte doch, da du nun sagst, wenn er den Herrn hochhebt, habe er ihn geeignet, eine kenaa͑nitische Sklavin durch den Beischlaf an geeignetwerden!? – Wir sagen dies nur von dem Falle, wenn der eine die Annehmlichkeit und der andere die Qualat, hierbei aber haben ja beide einen Genuß. –\n",
"Wie ist es aber hinsichtlich des Falles zu erklären, wenn der Beischlaf auf widernatürliche Weise erfolgt!? R. Aḥaj aus Aḥa erwiderte: Wer sagt uns, daß auch dann nicht beide einen Genuß haben!? Ferner heißt es ja:wie man ein Weib beschläft, womit die Schrift den widernatürlichen Beischlaf mit dem natürlichen vergleicht.\n",
"R. Jehuda der Inder war ein Proselyt, der keine Erben hatte, und als er erkrankte und Mar Zuṭra ihn besuchte, merkte dieser, daß es mit ihm sehr schlecht stand. Da sprach er zu seinem Sklaven: Zieh mir die Schuhe abund bringe sie mir nach Hause. Manche sagen, es war ein erwachsener,\n"
],
[
"und der eine schied zum Tode und der andere schiedzum Leben;\n",
"und manche sagen, es war ein minderjähriger, [und er tat es] gegen die Ansicht des Abba Šaúl. Es wird nämlich gelehrt: Wenn ein Proselytgestorben ist und Jisraéliten sein Vermögen geplündert haben, und darunter Sklaven sich befinden, einerlei ob erwachsene oder minderjährige, so haben sie ihre Personerworben. Abba Šaúl sagt, erwachsene haben ihre Person erworben, minderjährige aber erwirbt jeder, der sie in Besitz nimmt.\n",
"UND EIGNET SICH SELBST DURCH GELD &C. Durch Geld, das andere [zahlen], nicht aber, das er selber [zahlt]; in welchem Falle: wollte man sagen, ohne seinWissen, so wissen wir ja von R. Meír, daß er der Ansicht ist, es sei eine Benachteiligung für den Sklaven, wenn er aus dem Besitze seines Herrn in Freiheitgelangt, und wir haben gelernt, man könne jemand in seiner Abwesenheit bevorteilen, benachteiligen aber nur in seiner Gegenwart;\n",
"doch wohl mit seinem Wissen, und er lehrt, nur durch andere, nicht aber durch ihn selbst; demnach kann ein Sklave ohne seinen Herrnnichts erwerben.\n",
"Wie ist nun der Schlußsatz zu erklären: durch Urkunde, die er selber [empfängt]; nur die er selber empfängt, nicht aber andere; wenn mit seinem Wissen, weshalb nicht durch andere!?\n",
"Wolltest du erwidern, ‘die er selber empfängt’ heiße: auch wenn er selber sie empfängt, und er lehre uns damit, daß Urkunde und Besitzrecht gleichzeitig in Krafttreten, so wird ja anders gelehrt!? Es wird nämlich gelehrt: Durch Urkunde, die er selber empfängt, nicht aber andere – so R. Meír.\n",
"Abajje erwiderte: Tatsächlich ohne sein Wissen, nur ist es beim Gelde anders; da er ihn gegen seinen Willen sich aneignen kann, so kann er ihm auch gegen seinen Willen auch zueignen. –\n",
"Demnach sollte dies auch von der Urkunde gelten!? – Diese Urkunde ist eine andere und jene Urkunde ist eine andere. –\n",
" Auch beim Gelde ist ja das eine anders als das andere!? – Immerhin ist es eine gleicheMünze.\n",
" Raba erwiderte: Beim Gelde hat die Empfangsnahme seines Herrn esveranlaßt, bei der Urkunde hat die Empfangsnahme anderer es veranlaßt.\n",
"DIE WEISEN SAGEN, DURCH GELD, DAS ER SELBER [ZAHLT]. Durch Geld, das er selber [zahlt], nicht aber, das andere [zahlen]; weshalb denn, zugegeben, daß es ohne sein Wissen erfolgt, aber wir wissen ja von den Rabbanan, daß sie der Ansicht sind, es sei eine Bevorteilung für den Sklaven, wenn er aus dem Besitze seines Herrn in Freiheit gelangt, und wir haben gelernt, man könne jemand in seiner Abwesenheit bevorteilen, benachteiligen aber nur in seiner Gegenwart!?\n",
"Wolltest du erwidern, ‘das er selbst [zahlt]’ heiße: auch wenn er es selbst zahlt, und er lehre uns damit, daß der Sklave ohne seinen Herrn aneignen könne, wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: durch Urkunde, die andere [empfangen], weshalb nicht durch ihn selbst, es gilt ja als Norm, daß Urkunde und Besitzrecht gleichzeitig in Kraft treten!?\n",
"Wolltest du erwidern, ‘die andere [empfangen]’ heiße: auch wenn andere sie empfangen, und er lehre uns damit, daß es eine Bevorteilung für den Sklaven sei, aus dem Besitze seines Herrn in Freiheit zu gelangen, so sollte er es doch summarisch lehren: durch Geld und durch Urkunde, sowohl durch andere als auch durch ihn selbst!? –\n",
"Vielmehr, durch Geld, sowohl durch andere als auch durch ihn selbst, durch Urkunde, nur wenn andere sie [empfangen], nicht aber, wenn er selbst. Dies nach R. Šimo͑n b. Elea͑zar, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, durch Urkunde, nur wenn andere sie [empfangen], nicht aber wenn er selbst. Hierüber bestehen drei verschiedeneAnsichten.\n",
"Rabba sagte: Folgendes ist der Grund des R. Šimo͑n b. Elea͑zar: er folgert es durch [das Wort] ihrvon der Ehefrau; wie bei der Ehefrau der Scheidebrief aus seinem Gebietekommen muß, ebenso muß auch beim Sklaven die Urkunde aus seinem Gebiete kommen.\n",
"Rabba fragte:\n"
],
[
"Kann nach R. Šimo͑n b. Elea͑zar ein kenaa͑nitischer Sklave einen Vertreter bestellen, für ihn seine Urkunde aus der Hand seines Herrn zu empfangen? Gleicht er, da er diesvon der Frau folgert, der Frau,\n",
"oder aber kann nur die Frau, die selber ihren Scheidebrief empfangen kann, einen Vertreter bestellen, ein Sklave aber, der selber seine Urkunde nicht empfangen kann, kann auch keinen Vertreter bestellen. Nachdem er es gefragt hatte, entschied er es auch: es ist durch [das Wort] ihr von der Ehefrau zu folgern, daß er dieser gleiche. –\n",
"Wieso sagte demnach R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, die Priester seienVertreter des Allbarmherzigen, denn wenn man sagen wollte, sie seien unsere Vertreter, [wäre einzuwenden:] ist denn der Fall möglich, daß sie das, was wir selber nicht tunkönnen, [für uns] tun können;\n",
"dies ist ja beim Sklaven der Fall: er selbst kann seine Urkunde nicht empfangen, wohl aber hierfür einen Vertreter bestellen!? –\n",
"Dies ist aber nichts; Jisraéliten sind beim Opferdienste ganz ausgeschlossen, während Sklaven bei [der Empfangsnahme von] Urkunden nicht ausgeschlossen sind, denn es wird gelehrt: Es ist einleuchtend, daß ein Sklave für einen anderen einen Freilassungsbrief aus der Hand des Herrn des anderen in Empfang nehmen kann, nicht aber aus der Hand seines eigenen Herrn.\n",
"NUR MUSS ES DAS GELD ANDERER SEIN. Es wäre anzunehmen, daß ihr Streit in folgendem besteht: R. Meír ist der Ansicht, der Sklave habe kein Besitzrecht ohne seinen Herrn, und die Frau kein Besitzrecht ohne ihren Mann, und die Rabbanan sind der Ansicht, der Sklave habe Besitzrecht ohne seinen Herrn und die Frau habe Besitzrecht ohne ihren Mann.\n",
"Rabba erwiderte im Namen R. Šešeths: Alle sind der Ansicht, der Sklave habe kein Besitzrecht ohne seinen Herrn, und die Frau habe kein Besitzrecht ohne ihren Mann, und hier wird von dem Falle gesprochen, wenn jemand ihm eine Mine zugeeignet und zu ihm gesagt hat: mit der Bedingung, daß der Herr keine Befugnis darüber habe.\n",
"R. Meír ist der Ansicht, sobald er zu ihm ‘erwirb’ gesagt hat, habe der Sklave und somit der Herr es erworben, und wenn er zu ihm ‘mit der Bedingung’ sagt, sei diesnichts, und die Rabbanan sind der Ansicht, da er ‘mit der Bedingung’ gesagt hat, sei die Bedingung von Wirkung.\n",
"R. Elea͑zar aber sagte: Hinsichtlich eines solchen Falles stimmen alle überein, daß der Sklave und somit der Herr es erworben habe, und hier wird von dem Falle gesprochen, wenn jemand ihm eine Mine zugeeignet und zu ihm gesagt hat: mit der Bedingung, daß du damit in Freiheit gelangst.\n",
"R. Meír ist der Ansicht, sobald er zu ihm ‘erwirb’ gesagt hat, habe es der Sklave und somit der Herr erworben, und wenn er ‘mit der Bedingung’ sagt, sei dies nichts, und die Rabbanan sind der Ansicht, er habe sie auch ihm nicht zugeeignet, denn er sagte zu ihm: mit der Bedingung, daß du damit in Freiheit gelangst. –\n",
"Ich will auf einen Widerspruch hinweisen, in dem R. Meír sich befindet, und auf einen Widerspruch, in dem die Rabbanan sich befinden. Es wird gelehrt:\n"
],
[
"Eine Frau kann den zweiten Zehntenohne das Fünftelnicht auslösen; R. Šimo͑n b, Elea͑zar sagt im Namen R. Meírs, eine Frau könne den zweiten Zehnten ohne das Fünftel auslösen. In welchem Falle: wenn den Zehnten des Ehemannes mit dem Gelde des Ehemannes, so handelt sie ja in Vertretungdes Ehemannes,\n",
"und wenn seinen Zehnten mit ihrem Gelde, so spricht ja der Allbarmherzige von einem Manne und nichtvon einer Frau.\n",
"Wahrscheinlich in einem solchen Falle, wenn jemand ihr eine Mine zugeeignet und zu ihr gesagt hat: mit der Bedingung, daß du damit den Zehnten auslösest; somit sind sie hierbei entgegengesetzterAnsicht!?\n",
"Abajje erwiderte: Man wende esum. Raba erwiderte: Tatsächlich wende man es nicht um, denn hier wird vom Zehnten gesprochen, den sie von den Schwiegerelternerhalten hat. R. Meír vertritt hierbei seine Ansicht, daß nämlich der Zehnt Eigentum Gottes sei, somit erwirbt ihn der Ehemann nicht,\n",
"und die Rabbanan vertreten hierbei ihre Ansicht, daß er Privateigentum sei, somit erwirbt ihn der Ehemann und sie handelt hierbei in seiner Vertretung.\n",
"Es wird gelehrt: Er geht wegen Zahn und Augeoder anderer nicht zurückkehrender vorragender Gliederfrei aus. Einleuchtend ist dies von Zahn und Auge, da sie in der Schrift genannt sind, woher dies aber von den vorragenden Gliedern? – Gleich Zahn und Auge: wie [das Fehlen von] Zahn und Auge ein sichtbares Gebrechen ist, und sie nicht zurückkehren, ebenso jedes andere sichtbare Gebrechen, wobei [das Glied] nicht zurückkehrt. –\n",
"Sollten doch Zahn und Auge als zwei Schriftversegelten, die dasselbe lehren, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichtszu folgern!? – Beide sind nötig. Würde der Allbarmherzige nur Zahn geschrieben haben, so könnte man glauben,\n"
],
[
"selbst einen Milchzahn, daher schrieb er auch Auge. Und würde der Allbarmherzig« nur Auge geschrieben haben, so könnte man glauben, wie das Auge mit ihm erschaffen worden ist, ebenso alles andere, was mit ihm erschaffen worden ist, nicht aber ein Zahn. Daher ist beides nötig. –\n",
"Vielleicht aber [ist wie folgt auszulegen:]wenn jemand ausschlägt, generell, einen Zahn oder ein Auge, speziell, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung folgt, so enthält die Generalisierung nur das speziell Genannte: nur Zahn und Auge, anderes aber nicht!? –\n",
"[Die Worte] zur Freiheit entlasse er ihn, sind eine abermalige Generalisierung, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung und wiederum eine Generalisierung folgt, so richte man sich nach dem Speziellen: wie das Spezielle ein sichtbares Gebrechen ist und [das Glied] nicht zurückkehrt, ebenso jedes andere sichtbare Gebrechen, wobei [das Glied] nicht zurückkehrt. –\n",
"Sollte doch, wie das Spezielle ein sichtbares Gebrechen ist, ihn von der Arbeit zurückhält, wobei [das Glied] nicht wiederkehrt, dies nur von Gebrechen gelten, die sichtbar sind, ihn von der Arbeit zurückhalten und [das Glied] nicht zurückkehrt, während gelehrt wird, wenn er den Sklaven am Barte gezerrt und einen Knochen gelockerthat, gehe er dieserhalb frei aus!? – [Die Worte] zur Freiheit entlasse er ihn sind einschließend. –\n",
"Wenn sie einschließend sind, so sollte es auch von dem Falle gelten, wenn er ihm auf die Hand geschlagen hat und sie verdorrt ist, später aber heilt, während gelehrt wird, wenn er [seinen Sklaven] auf die Hand geschlagen hat und sie verdorrt ist, später aber heilt, gehe er dieserhalb nicht frei aus!? – Welche Bedeutung hätten demnach[die Worte] Zahn und Auge.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Wegen all diesergeht ein Sklave frei aus und benötigt eines Freilassungsbriefes – so R. Šimo͑n. R. Meír sagt, er benötige dessen nicht; R. Elie͑zersagt, er benötige dessen; R. Tryphon sagt, er benötige dessen nicht; R. A͑qiba sagt, er benötige dessen.\n",
"Die vor den Weisen Entscheidenden sagten: Die Worte R. Tryphons sind einleuchtend hinsichtlich eines Zahnes und eines Auges, da die Tora es ihm zugesprochenhat, und die Worte R. A͑qibas hinsichtlich anderer Organe, weil eseine von den Weisen angeordnete Buße ist. – Wieso eine Buße, dies wird ja aus den Schriftversen deduziert!? – Vielmehr, weil es eine Auslegung der Weisen ist. –\n",
"Was ist der Grund R. Šimo͑ns? – Er folgert aus [dem Worte] entlassen, das auch bei der Ehefrau gebrauchtwird; wie die Ehefrau durch Urkunde, ebenso der Sklave durch Urkunde. – Und R. Meír!? – Wenn es zur Freiheit nachher hieße, so würdest du recht haben, es heißt aber: zur Freiheit entlasse er ihn, demnach ist er schon vorher frei.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn er seinen Sklaven auf das Auge geschlagen und es blind, auf das Ohr und es taub gemacht hat, so geht er dieserhalb frei aus; wenn aber gegen das Auge und er nicht sehen, gegen das Ohr und er nicht hörenkann, so geht er dieserhalb nicht frei aus. R. Šamen sprach zu R. Aši: Demnach ist der Schallnichts,\n",
"und [dem widersprechend] lehrte Rami b. Jeḥezqel, wenn ein Hahn den Kopf in ein Glasgefäß gesteckt, hineingekräht hat und es dadurch zerbrochen ist, sei der ganze Schadenzu ersetzen. Ferner sagte R. Joseph, in der Schule Rabhs sei gelehrt worden, wenn ein Pferd durch das Wiehern oder ein Esel durch das Schreien Gefäße im Hause zerbrochen hat, sei die Hälfte des Schadenszu ersetzen!?\n",
"Dieser erwiderte: Anders verhält es sich bei einem Menschen; da er vernünftig ist, so hat er selber das Erschreckenverschuldet. So wird auch gelehrt: Wenn jemand seinen Nächsten erschreckt, so ist er dem menschlichen Gerichte gegenüber frei und dem himmlischen Gerichte gegenüber schuldig; und zwar: wenn er ihm ins Ohr hineingeblasen und ihn taub gemacht hat, so ist er frei, wenn er ihn angefaßt, ins Ohr hineingeblasen und ihn taub gemacht hat, so ist er schuldig.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn er seinem Sklaven aufs Auge geschlagen und es geschwächt, auf den Zahn und ihn gelockert hat, so geht er, wenn er sich zur Zeit deren bedienen kann, dieserhalb nicht frei aus, wenn aber nicht, so geht er frei aus. Ein Anderes lehrt: Wenn das Auge des Sklaven geschwächt war und er es geblendet hat, wenn sein Zahn locker war und er ihn ausgeschlagen hat, so geht er, wenn er sich vorher deren bedienen konnte, dieserhalb frei aus, wenn aber nicht, so geht er dieserhalb nicht frei aus.\n",
"Und [beide Lehren] sind nötig. Würde er nur die erste gelehrt haben, so könnte man glauben, weil vorher das Gesicht gut war, nachher aber geschwächt ist, nicht aber in jenem Falle, wenn es schon vorher geschwächtwar.\n",
"Und würde er nur die andere gelehrt haben, so könnte man glauben, weil er ihn vollständig blind gemacht hat, nicht aber im anderen Falle, wo er ihn nicht vollständig blind gemacht hat. Daher sind beide nötig.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn sein Dienstherr Arzt ist und [der Sklave] ihn bittet, ihm das Auge zu schminken, und dieser es blind macht, ihm einen Zahn zu bohren, und dieser ihn ihm ausbricht, so lacht er seinen Herrn aus und geht frei aus. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt:und er es zerstört, nur wenn er es zu zerstören beabsichtigt hat. –\n",
"Wofür verwenden die Rabbanan [das Wort] zerstört? – Sie verwenden es für folgende Lehre: R. Elie͑zer sagte: Wenn er seine Hand in den Leib seiner Magd gesteckt und die Geburt in ihrem Leibe blind gemacht hat, so ist er frei, denn die Schrift sagt: und es zerstört, nur wenn er es zu zerstören beabsichtigt hat. –\n",
"Und jener!? – Dies geht hervor aus: und eszerstört. – Und der andere!? – Er legt [das Wort] es zerstört nicht aus.\n",
"R. Šešeth sagte: Wenn das Auge seines Sklaven blind war und er es ausgestochen hat, so geht er frei aus, denn ihm fehlt nun das Glied.\n",
"Folgender Autor lehrt dasselbe: Es gibt Gebrechenlosigkeit und Männlichkeitbeim Vieh, nicht aber gibt es Gebrechenlosigkeit und Männlichkeit beim Geflügel.\n",
"Man könnte glauben, auch wenn ein Flügel verdorrt, ein Fuß abgehauen oder ein Auge ausgestochen ist, so heißt es:vom Geflügel, nicht aber jedes Geflügel.\n",
"R. Ḥija b. Aši sagte im Namen Rabhs:\n"
],
[
"Wenn der Sklave einen Überfinger hatte und er ihn ihm abgeschnitten hat, so geht er dieserhalb frei aus. R. Ḥisda sagte: Nur dann, wenn er an der Handfläche mitgezählt wurde.\n",
"Die Alten von Nezonja kamen nicht zum Vortrage R. Ḥisdas; da sprach er zu R. Hamnuna: Geh und laß sie verborgenbleiben. Da ging er hin und sprach zu ihnen: Weshalb sind die Rabbanan nicht zum Vortrage gekommen? Diese erwiderten: Wozu sollten wir hingehen, wenn wir ihn etwas fragen, entscheidet er es uns nicht. Jener sprach: Habt ihr etwa mich etwas gefragt und ich es euch nicht entschieden?\n",
"Da fragten sie ihn: Wie ist es, wenn der Herr seinem Sklaven die Hoden kastriert hat: gilt dies als sichtbares Gebrechenoder nicht? Er wußte es nicht. Da sprachen sie zu ihm: Wie heißt du? – Hamnuna. Sie erwiderten: Nicht Hamnuna, sondern Qarnuna.\n",
"Als er hierauf zu R. Ḥisda kam, sprach dieser zu ihm: Sie fragten dich eine Mišna, denn wir haben gelernt: Vierundzwanzig Gliederspitzen am Menschen sind durch eine Fleischwundenicht verunreinigungsfähig,\n",
"und zwar: die Fingerspitzen der Hände und der Füße, die Ohrenspitzen, die Nasenspitze, die Spitze des Gliedes und die Brustwarzen der Frau; R. Jehuda sagt, auch die des Mannes. Hierzu wird gelehrt: Wegen all dieser geht ein Sklave freiaus; Rabbi sagt, auch wegen der Kastration; Ben A͑zaj sagt, auch wegen der Zunge.\n",
"(Der Meister sagte:) Rabbi sagt, auch wegen der Kastration. Welche Kastration, wollte man sagen, die Kastration des Gliedes, so ist dies ja dasselbe, was [Spitze des] Gliedes; doch wohl die Kastration der Hoden.\n",
"«Rabbi sagt, auch wegen der Kastration.» Gilt dies denn nach Rabbi nicht von der Zunge, ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn bei der Besprengungder Spritzer auf seinen Mund gekommen ist, so ist die Besprengung, wie Rabbi sagt, gültig, und wie die Weisen sagen, ungültig.\n",
"Wahrscheinlich doch auf seine Zunge!? – Nein, auf seine Lippen. Von den Lippen ist es ja selbstverständlich!? – Man könnte glauben, es kommt ja vor, daß er die Lippen schließt, so lehrt er uns. –\n",
"Es wird ja aber gelehrt: auf seine Zunge!? Ferner wird gelehrt: wenn der größere Teil der Zungefehlt; Rabbi sagt, der größere sprechende Teilder Zunge!? –\n",
"Vielmehr: Rabbi sagt, wegen der Kastration, und um so mehr wegen der Zunge; Ben A͑zaj sagt, wegen der Zunge, nicht aber wegen der Kastration. – Wieso [sagt er:] auch!? – Dies bezieht sich auf das Vorangehende. – Demnachsollte er doch die Ansicht Ben A͑zajs zuerst lehren!? –\n",
"Der Autor hörte zuerst die Ansicht Rabbis und legte sie fest, nachher die des Ben A͑zaj und fügte sie hinzu, ohne aber am [Wortlaute] der Lehre zu rütteln.\n",
"U͑la sagte: Alle stimmen überein, daß hinsichtlich der Unreinheit durch ein Kriechtierdie Zunge als sichtbargilt, denn der Allbarmherzige sagt:den er berührt, und auch diese ist berührbar,\n",
"und daß sie hinsichtlich des Untertauchensals verborgen gilt, denn der Allbarmherzige sagt:er wasche seinen Leib in Wasser, wie sein Leib äußerlich ist, ebenso auch alles, was äußerlich ist;\n",
"sie streiten nur über die Besprengung. Rabbi vergleicht sie mit der Verunreinigung und die Rabbanan vergleichen sie mit dem Untertauchen.\n",
"Sie streiten beide über folgenden Schriftvers:der Reine sprenge auf den Unreinen &c. Rabbi erklärt: der Reine sprenge auf den Unreinen am dritten Tage und am siebenten Tage und reinige ihn;\n",
"die Rabbanan aber erklären: und reinige ihn am siebenten Tage, und er wasche seine Kleider und bade sich im Wasser. –\n",
"Sollten auch die Rabbanan sie mit der Unreinheit vergleichen!? – Die Reinigung ist mit der Reinigungzu vergleichen. – Sollte auch Rabbi sie mit dem Untertauchen vergleichen!? – [Die Worte] er wasche seine Kleider unterbrechen den Zusammenhang. –\n",
"Ist Rabbi denn der Ansicht, daß sie hinsichtlich des Untertauchens dem Verborgenen gleiche, Rabin erzählte ja im Namen R. Adas im Namen R. Jiçḥaqs, daß einst eine Magd aus dem Hause Rabbis, als sie aus dem Tauchbade heraufstieg, einen Knochen zwischen den Zähnen fand, und Rabbi sie eines abermaligen Untertauchensbenötigte!? –\n",
"Zugegeben, daß das Wasser nicht heranzukommen braucht, aber immerhin muß die Stelle zum Herankommen des Wassers frei sein.\n",
"Dies nach R. Zera, denn R. Zera sagte: Was zum Umrühren geeignetist, ist vom Umrühren nichtabhängig, und was zum Umrühren nicht geeignet ist, ist vom Umrührenabhängig.\n"
],
[
"Hierüber[streiten auch] Tannaím:Zerquetscht, zerschlagen, abgerissen oder zerschnitten, alles an den Hoden – so R. Jehuda. –\n",
"Etwa nur an den Hoden und nicht auch am Gliede!? – Lies vielmehr: auch an den Hoden – so R. Jehuda. R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, alles am Gliede. R. Jose sagt, zerquetscht und zerschlagen, auch an den Hoden; abgerissen und zerschnitten, nur am Gliede und nicht an den Hoden.\n",
" EIN GROSSVIEH WIRD DURCH ÜBERGABEUND EIN KLEINVIEH DURCH DAS HOCHHEBEN ANGEEIGNET – SO R. MEÍR UND R. ELIE͑ZER; DIE WEISEN SAGEN, DAS KLEINVIEH WERDE DURCH DAS ANSICHZIEHEN ANGEEIGNET.\n",
"GEMARA. Rabh trug in Qimḥunja vor: Ein Großvieh wird durch das Ansichziehen angeeignet. Hierauf traf Šemuél die Schüler Rabhs und sprach zu ihnen: Wieso kann Rabh gesagt haben, ein Großvieh werde durch das Ansichziehen angeeignet, wir haben ja gelernt: durch Übergabe!? Und auch Rabh sagte ja, durch Übergabe; sollte er davon zurückgetreten sein!? – Er lehrte es nach dem Autor der folgenden Lehre: Die Weisen sagen, beide durch das Ansichziehen: R. Šimo͑n sagt, beide durch das Hochheben.\n",
"R. Joseph wandte ein: Wie ist demnach nach R. Šimo͑n ein Elefant anzueignen!? Abajje erwiderte: Durch Tausch, oder auch, wenn man den Platz mietet.\n",
"R. Zera erwiderte: Man hole vier Gegenstände und lege sie ihm unter die Füße. – Hieraus wäre zu entnehmen, daß durch die Gefäße des Käufers im Gebiete des Verkäufers eine Aneignungerfolge? – Hier wird von einem Seitenwegegesprochen.\n"
],
[
"Oder auch, durch Zweigenbündel.\n",
" GÜTER, DIE SICHERHEITGEWÄHREN, WERDEN DURCH GELD, URKUNDE UND BESITZNAHME ANGEEIGNET, UND DIE KEINE SICHERHEITGEWÄHREN, WERDEN NUR DURCH DAS ANSICHZIEHEN ANGEEIGNET. GÜTER, DIE KEINE SICHERHEIT GEWÄHREN, WERDENMIT GÜTERN, DIE SICHERHEIT GEWAHREN, ANGEEIGNET DURCH GELD, URKUNDE UND BESITZNAHME; FERNER WERDEN SIE\n",
"MIT GÜTERN, DIE EINE SICHERHEIT GEWÄHREN, VERBUNDEN, UM AUCH WEGEN DIESER SCHWÖRENZU MÜSSEN.\n",
"GEMARA. DURCH GELD. Woher dies? Ḥizqija erwiderte: Die Schrift sagt:sie werden Felder für Geld erwerben. – Vielleicht nur, wenn eine Urkunde vorhanden ist, wie es heißt:und eine Urkunde schreiben und versiegeln!? – Wenn es nachher erwerben hieße, so würdest du recht haben, es heißt aber erwerben zuerst, demnach erfolgt die Aneignung durch das Geld, während die Urkunde nur ein Beweisstück ist.\n",
"Rabh sagte: Diesnur in Orten, wo man keine Urkunde zu schreiben pflegt, wo man aber eine Urkunde zu schreiben pflegt, erwirbt er nicht. Hat er esaber vereinbart, so ist es gültig.\n",
"So vereinbarte R. Idi b. Abin, als er ein Grundstück kaufte: die Aneignung mag, wenn ich es will, durch das Geld, und wenn ich es will, durch die Urkunde erfolgen. Wenn ich will, durch das Geld, sodaß ihr, wenn ihr es wollt, nicht zurücktreten könnt, und wenn ich will, durch Urkunde, sodaß ich, wenn ich es will, zurücktreten kann.\n",
"DURCH URKUNDE. Woher dies? Wollte man sagen, weil es heißt: eine Urkunde schreiben und versiegeln und Zeugen bestellen, so sagtest du ja, die Urkunde sei nichts weiter als ein Beweisstück. – Vielmehr, aus folgendem:und ich nahm den Kaufbrief.Šemuél sagte: Dies gilt nur von einer Schenkungsurkunde, bei einer Verkaufsurkunde aber erfolgt eine Aneignung erst dann, wenn er das Geld gezahlt hat,\n",
"R. Hamnuna wandte ein: Durch Urkunde wie folgt: wenn er ihm auf Papier oder auf einen Fetzen, auch wenn sie keine Peruṭa wert sind, geschrieben hat: mein Feld sei dir verkauft, mein Feld sei dir geschenkt, so ist es verkauft, beziehungsweise verschenkt!? Er erhob diesen Einwand und er selbst erklärte es auch: wenn er das Feld wegen seiner Minderwertigkeit verkaufthat.\n",
"R. Aši erklärte: Er wollte es ihm schenken, nur gebrauchte er deshalb den Ausdruck des Verkaufes, um seine Rechtskraft zu stärken.\n",
"DURCH BESITZNAHME. Woher dies? Ḥizqija erwiderte: Die Schrift sagt: wohnt in euren Städten, die ihr ersessen habt; wodurch habt ihr sie ersessen? Durch das Wohnen. In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Erbt es und wohnt darin; wodurch erbt ihr es? Durch das Wohnen.\n",
"UND DIE KEINE SICHERHEIT GEWÄHREN, WERDEN NUR DURCH DAS ANSICHZIEHEN ANGEEIGNET. Woher dies? – Es heißt:wenn ihr etwas an den Nächsten verkauft oder aus der Hand des Nächsten kauft; eine Sache, die von Hand zu Handangeeignet wird. –\n",
"Wie ist es aber nach R. Joḥanan zu erklären, welcher sagt, daß nach der Tora die Aneignung durch das Geld erfolge!? – Der Autor lehrt die von den Rabbanan getroffene Bestimmung.\n",
"GÜTER, DIE KEINE SICHERHEIT GEWÄHREN. Woher dies? Ḥizqija erwiderte: Die Schrift sagt:ihr Vater hatte ihnen große Geschenke gemacht an Silber und Gold und Kostbarkeiten nebstbefestigten Städten in Jehuda.\n",
"Sie fragten: Müssen sie beisammen seinoder nicht? R. Joseph erwiderte: Komm und höre: R. A͑qiba sagte: Eine Bodenfläche irgendwie [groß] ist für den Eckenlaß, die Erstlinge und das Bekenntnis pflichtig,\n"
],
[
"man schreibe darüber einen Prosbul, und man kann damit Güter, die keine Sicherheit gewähren, aneignen. Wofür ist sie, wenn man sagen wollte, sie müssen beisammen sein, irgendwie [groß]verwendbar!?\n",
"R. Šemuél b. Bisna erklärte vor R. Joseph: Wenn er da eine Nadelhineinsteckt. R. Joseph sprach zu ihm: Quälgeist, sollte der Autor es ausgesucht von einer Nadel gelehrt haben!? R. Aši entgegnete: Wer sagt uns, daß er daran nicht eine Perle im Werte von Tausenden von Zuz gehängthat!? –\n",
"Komm und höre: R. Elea͑zar sagte: Einst war in Jerušalem ein Madonite, der viele Mobilien besaß und sie verschenken wollte; man sagte ihm aber, es gebe für ihnkein anderes Mittel, als sie vermittelst Grundbesitzzuzueignen. Was tat er? Er ging und kaufte eine Sela͑flächein der Nähe von Jerušalem und sprach: die Nordseite davon und damit hundert Schafe und hundert Fässer seien jenemzugeeignet. Darauf starb er und man erfüllte seine Worte.\n",
"Wofür ist, wenn man sagen wollte, sie müssen beisammen sein, eine Sela͑flächeverwendbar!? – Du glaubst wohl, Sela͑ sei wörtlich zu verstehen; es war eine große [Fläche], nur nennt er sie deshalb Sela͑, weil sie hart wie ein Felsen [sela͑] war. –\n",
"Komm und höre: R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Einst war jemand in Jerušalem, – er war krank, nach R. Elie͑zer, und manche sagen, er war gesund, nach den Rabbanan, –\n",
"der viele Mobilien hatte und sie verschenken wollte; man sagte ihm aber, es gebe für ihn kein anderes Mittel, als sie durch Grundbesitz zuzueignen. Was tat er? Er ging und kaufte eine Viertelkabflächein der Nähe von Jerušalem und sprach: eine Handbreite im Quadrat und damit hundert Schafe und hundert Fässer seien jenemzugeeignet. Darauf starb er und die Weisen erfüllten seine Worte. Wofür ist, wenn man sagen wollte, sie müssen beisammen sein, eine Handbreite im Quadratverwendbar!? –\n",
"Hier wird von Bargeldgesprochen. Dies ist auch einleuchtend; wenn man sagen wollte, wirklich hundert Schafe und hundert Fässer, so sollte er sie durch Tauschzugeeignet haben. –\n",
"Sollte er, wenn hier von Bargeld gesprochen wird, es durch das Ansichziehen zugeeignet haben!? Du mußt also erklären, der Empfänger war nicht anwesend, ebenso ist auch [hinsichtlich des Tausches] zu erklären, der Empfänger war nicht anwesend. –\n",
"Sollte er es durch einen anderenzugeeignet haben!? – Er traute einem anderen nicht, denn er dachte, dieser könnte es unterschlagen und selber verzehren. –\n",
"Wieso heißt es, es gebe für ihn kein anderesMittel!? – Er meint es wie folgt: da er anderen nicht traute, so gab es für ihn kein anderes Mittel, als sie durch Grundbesitz zuzueignen. –\n",
"Komm und höre: Einst reisten R. Gamliél und die Ältesten auf einem Schiffe. Da sprach R. Gamliélzu den Ältesten: Der Zehnt, den ich zumessen werde,\n"
],
[
"sei Jehošua͑gegeben, und der Platzsei ihm vermietet. Der andereZehnt, den ich zumessen werde, sei A͑qiba, dem Sohne Josephs, gegeben, daß er ihn für die Armen erwerbe, und der Platz sei ihm vermietet. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß sie beisammen sein müssen. – Anders verhielt es sich da, weil er sie nicht bemühenwollte. –\n",
"Komm und höre: Rabba b. Jiçḥaq sagte im Namen Rabhs: Es gibt zweierleiUrkunden; [sagte er:] erwerbt dieses Feld für jenen und schreibt ihm die Urkunde, so kann erhinsichtlich der Urkunde zurücktreten, nicht aberhinsichtlich des Feldes; wenn aber: mit der Bedingung, daß ihr ihm die Urkunde schreibt, so kann er zurücktreten sowohl hinsichtlich der Urkunde als auch hinsichtlich des Feldes.\n",
"R. Ḥija b. Abin aber sagte im Namen R. Ḥonas, es gebe dreierlei Urkunden, zwei, von denen wir gesprochen haben, und eine in dem Falle, wenn der Verkäufer die Urkunde im Vorausgeschrieben hat, wie wir gelernt haben: Man schreibe dem Verkäufer eine Urkunde, auch wenn der Käufer nicht dabei ist; sobald dieserdas Grundstück in Besitz genommen hat, wird die Urkunde miterworben, wo sie sich auch befindet.\n",
"Hieraus ist somit zu entnehmen, daß sie nicht beisammen zu seinbrauchen. – Anders verhält es sich bei einer Urkunde, die die Handhabedes Grundstückes ist. –\n",
"Hierzu wird ja aber gelehrt: das ist es, was wir gelernt haben: Güter, die keine Sicherheit gewähren, werden angeeignet mit Gütern, die eine Sicherheitgewähren, durch Geld, Urkunde und Besitznahme!? Hieraus ist somit zu entnehmen, daß sie nicht beisammen zu sein brauchen. Schließe hieraus.\n",
"Sie fragten: Ist das ‘durch’ erforderlichoder nicht? – Komm und höre: er lehrt dies alles, und es heißt nicht ‘durch’. – Wird etwa, nach deiner Auffassung, [das Wort] ‘erwirb’genannt!?\n",
"Diesgilt dennoch nur dann, wenn er ‘erwirb’ gesagt hat, ebenso auch nur dann, wenn er ‘durch’ gesagt hat. Die Halakha ist, das Beisammensein ist nicht erforderlich, [die Worte] ‘durch’ und ‘erwirb’ sind erforderlich.\n",
"Sie fragten: Wie ist es, wenn [die Zueignung] des Feldes durch Verkauf und die der Mobilien durch Schenkung erfolgt? – Komm und höre: Der Zehnt, den ich zumessen werde, sei Jehošua͑ gegeben, und der Platz sei ihm vermietet. Schließe hieraus.\n",
"Sie fragten: Wie ist es, wenn das Feld an einen und die Mobilien an einen anderen? – Komm und höre: Der Zehnt, den ich zumessen werde, sei A͑qiba, dem Sohne Josephs, gegeben, damit er ihn für die Armen erwerbe, und der Platz sei ihm vermietet. –\n",
"Die Vermietung erfolgte für den Zehnten. Wenn du aber willst, sage ich, bei R. A͑qiba verhielt es sich anders, da er Vertreter der Armen war.\n",
"Raba sagte: Diesgilt nur von dem Falle, wenn er den Betrag für alles gezahlt hat, wenn er aber nicht den Betrag für alles gezahlt hat, so erwirbt er nur im Betrage der Zahlung.\n",
"Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Raba: Bedeutender ist die Rechtskraft des Geldes als die der Urkunde, und die der Urkunde als die des Geldes. Bedeutender ist die Rechtskraft des Geldes, denn durch Geld sind Geheiligtes und der zweite Zehntauszulösen, nicht aber durch eine Urkunde; bedeutender ist die Rechtskraft der Urkunde, denn durch die Urkunde wird eine Jisraélitinfrei, nicht aber durch das Geld.\n",
"Bedeutender ist die Rechtskraft beider als die der Besitznahme, und die der Besitznahme als die der beiden. Die der beiden, denn durch beide ist ein hebräischer Sklave zu erwerben, nicht aber durch Besitznahme; die der Besitznahme, denn, wenn er ihm zehn Felder in zehn Provinzen verkauft hat, so hat dieser, sobald er eines in Besitz genommen hat, alle erworben.\n"
],
[
"Dies nur in dem Falle, wenn er das Geld für alle gezahlt hat, wenn er aber nicht das Geld für alle gezahlt hat so erwirbt er nur im Betrageder Zahlung. Dies ist eine Stütze für Šemuél, denn Šemuél sagte: Wenn er ihm zehn Felder in zehn Provinzen verkauft hat, so hat dieser, sobald er eines in Besitz genommen hat, alle erworben.\n",
"R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, sagte: Dies ist auch zu beweisen; hat jemand, dem man zehn Stück Vieh an einem Halfter übergeben und zu ihm gesagt hat, daß er sie erwerbe, sie etwa nichterworben!? Man erwiderte ihm: Es ist nicht gleich; hierbeihat er die Verbindung in der Hand, da aber hat er nicht die Verbindung in der Hand.\n",
"Manche lesen: R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, sagte: Es ist zu beweisen, daß er nicht alle erwirbt; hat jemand, dem man zehn Stück Vieh an einem Halfter übergeben und zu ihm gesagt hat, daß er das eine erwerbe, etwa alle erworben!? –\n",
"Es ist nicht gleich; hierbei sind es von einander getrennte Körper, da aber ist der ganze Erdboden ein Komplex.\n",
"WERDEN SIE VERBUNDEN MIT GÜTERN &C. U͑la sagte: Wo ist die Zuschiebung des Schwuresaus der Tora zu entnehmen? Es heißt:die Frau spreche; Amen, Amen,\n",
"und hierzu wird gelehrt: worauf spricht siezweimal Amen, Amen auf die Verfluchung, Amen auf den Schwur; Amen inbezug auf diesenMann, Amen inbezug auf einen anderen Mann; Amen, daß ich nicht als Verlobte, als Verheiratete, als Anwärterin der Schwagerehe oder als Heimgeführteabgeschweift bin.\n",
"Von welcher Verlobten wird hier gesprochen: wenn er sie als Verlobte verwarnthat und sie als Verlobte trinkenließ, so haben wir ja gelernt, daß die Verlobte und die Anwärterin der Schwagerehe weder trinken noch ihre Morgengabe erhalten, denn der Allbarmherzige sagt:unter deinem Manne, was bei diesen nicht der Fall ist,\n",
"und wenn er sie als Verlobte verwarnt hat, sie als Verlobte sich verborgenhat, und er sie als Verheiratete trinken ließ,\n",
"so prüft sie ja das Wassernicht, denn der Allbarmherzige sagt: und der Mann sei frei von Schuld, ist der Mann frei von Schuld, so prüft das Wasser seine Frau, ist der Mann nicht freivon Schuld, so prüft das Wasser seine Frau nicht.\n",
"Wahrscheinlich durch Zuschiebung. –\n",
"Wir wissen dies von der Ehebruchsverdächtigten, wobei es sich um ein Verbot handelt, woher dies bei Geldangelegenheiten? – In der Schule R. Jišmaéls wurde gelehrt: Es ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern:\n"
],
[
"wenn bei der Ehebruchsverdächtigten, die hierzu durch einen Zeugen nicht aufgefordert werdenkann, eine Zuschiebung erfolgt, um wieviel mehr hat eine Zuschiebung bei Geldangelegenheiten zu erfolgen, wobei eine Aufforderungdurch einen Zeugen erfolgen kann. –\n",
"Wir wissen dies von einer sicherenBehauptung, woher dies bei einem Zweifel? –\n",
"Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte: Es wird von einem außerhalb [zu leistenden] Schwuregesprochen und es wird von einem innerhalb [zu leistenden] Schwuregesprochen, wie beim innerhalb [zu leistenden] Schwüre der Zweifel der Entschiedenheitgleicht, ebenso gleicht beim außerhalb [zu leistenden] Schwüre der Zweifel der Entschiedenheit. –\n",
"Wie weit reichtdie Zuschiebung des Schwures? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Er kann zu ihm sagen: Schwöre mir, daß du nicht mein Sklave bist. –\n",
"Dieserhalb ist er ja in den Bann zu tun, denn es wird gelehrt, wer seinen Nächsten einen Sklaven nennt, sei in den Bann zu tun, wenn Hurenkind, so erhalte er die vierzig [Geißelhiebe], und wenn Frevler, so gehe dieser ihm ans Leben!?\n",
"Vielmehr, erwiderte Raba, schwöre mir, daß du dich mir nicht als hebräischer Sklaveverkauft hast. – Dies ist ja eine richtige Forderungeines Geldbetrages, den er bei ihm hat!? – Raba vertritt hierbei seine Ansicht, denn Raba sagte, daß ein hebräischer Sklave mit seinem Körper verkauftsei. –\n",
"Demnach gilt er ja als Grundstück!? – Man könnte glauben, wohl komme es vor, daß man Grundstücke heimlich verkauft und dies unbekanntist,\n",
"wenn dieser aber sich ihm verkauft hätte, wäre es bekannt, so lehrt er uns.\n",
" WENN JEMAND DAS, WAS ZAHLUNGSMITTEL IST, [IN TAUSCH GEGEBEN HAT], SO IST ER, SOBALD DER ANDERE ES ERWORBEN HAT, FÜR DAS EINGETAUSCHTEHAFTBAR. ZUMBEISPIEL: WENN ER EIN RIND AUF eine KUH ODER EINEN ESEL AUF EIN RIND GETAUSCHT HAT, SO IST ER, SOBALD DER ANDERE SEINES GEEIGNET HAT, FÜR DAS EINGETAUSCHTE HAFTBAR.\n",
"GEMARA. Unter Tauschmittel ist wohl eine Münze zu verstehen, somit wäre hieraus zu entnehmen, daß eine Münze Tauschmittel seinkönne? R. Jehuda erwiderte: Er meint es wie folgt: was geschätztwird, wenn es für etwas anderes in Zahlung gegeben wird;\n"
],
[
"er ist, sobald der andere es erworben hat, für das Eingetauschte haftbar. Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: Zum Beispiel: wenn er ein Rind auf eine Kuh oder einen Esel auf ein Rindgetauscht hat. Schließe hieraus. –\n",
"Wie ist dieses Beispiel zu verstehen nach unserer früheren Auffassung, daß eine Münze Tauschmittel seinkönne? – Er meint es wie folgt: auch Produktekönnen Tauschmittel sein; zum Beispiel: wenn er das Fleisch eines Rindes auf eine Kuh oder das Fleisch eines Esels auf ein Rind getauscht hat, so ist er, sobald der andere seines erworben hat, für das Eingetauschte haftbar. –\n",
"Allerdings nach R. Šešeth, welcher sagt, Produkte können Tauschmittel sein, wie ist es aber nach R. Naḥman zu erklären, welcher sagt, Produkte können nicht Tauschmittel sein!? –\n",
"Er meint es wie folgt: es gibt einen Kauf, der dem Tausche gleicht; zum Beispiel: wenn er die Zahlung für ein Rind auf eine Kuh, oder die Zahlung für einen Esel auf ein Rind getauscht hat.\n",
"Er ist der Ansicht R. Joḥanans, welcher sagt, nach der Tora werde [die Sache] durch die Zahlung erworben, und nur deshalb sagten sie, sie werde nur durch das Ansichziehen erworben, damit [der Verkäufer] nicht sagenkönne: dein Weizen ist auf dem Boden verbrannt.\n",
"Bei einem gewöhnlichen Falle haben die Rabbanan diese Bestimmung getroffen, bei einem seltenen Fallehaben die Rabbanan diese Bestimmung nicht getroffen. –\n",
"Allerdings kann Reš Laqiš, welcher sagt, das Ansichziehen sei ausdrücklich in der Tora vorgeschrieben, falls er der Ansicht R. Šešeths ist, daß Produkte Tauschmittel sein können, es nach R. Šešeth erklären,\n",
"wie aber erklärt er es, falls er der Ansicht R. Naḥmans ist, welcher sagt, Produkte können nicht Tauschmittel sein, durch die Münze erfolgt ja keine Aneignung!? – Er ist notgedrungen der Ansicht R. Šešeths.\n",
" DAS EIGENTUMSRECHT DES HÖCHSTENERFOLGT DURCH DAS [KAUF]GELD UND DAS EIGENTUMSRECHT DES GEMEINEN ERFOLGT DURCH DIE BESITZERGREIFUNG. DEM HÖCHSTEN GEGENÜBER GILT DAS SPRECHEN WIE DIE ÜBERGABE BEI EINEM GEMEINEN.\n",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wieso erfolgt das Eigentumsrecht des Höchsten durch das [Kauf]geld? Wenn der Schatzmeisterdas Geld für ein Vieh gezahlt hat, so hat er es erworben, selbst wenn das Vieh sich am Ende der Welt befindet. Ein Gemeiner aber erwirbt es erst dann, wenn er es an sich gezogen hat.\n",
"Wieso gleicht das Sprechen dem Höchsten gegenüber der Übergabe bei einem Gemeinen? Wenn jemand gesagt hat: dieses Rind sei ein Brandopfer, dieses Haus sei geheiligt, so hat [das Heiligtum] es geeignet, selbst wenn es sich am Ende der Welt befindet; ein Gemeiner aber erwirbt es nicht eher,\n"
],
[
"als bis er es an sich gezogen oder davon Besitz ergriffen hat. Wenn er esfür eine Mine an sich gezogen und es, bevor er es eingelösthat, auf zweihundert gestiegen ist, so zahle er zweihundert, denn es heißt:er gebe das Geld und soll es erstehen.\n",
"Wenn er es für zweihundert an sich gezogen und es, bevor er es eingelöst hat, auf eine Mine gefallen ist, so zahle er zweihundert, denn das Recht eines Gemeinen darf nicht stärker sein als dasdes Heiligtums.\n",
"Wenn er es für zweihundert eingelöst und es, bevor er es an sich gezogen hat, auf eine Mine gefallen ist, so zahle er zweihundert, denn es heißt: er gebe das Geld und soll es erstehen. Wenn er es für eine Mine eingelöst und es, bevor er es an sich gezogen hat, auf zweihundert gestiegen ist, so ist die Einlösung gültig und er zahle nur eine Mine. –\n",
"Weshalb denn, sollte man auch hierbei sagen, das Recht eines Gemeinen dürfe nicht stärker sein als das des Heiligtums?! –\n",
"Gilt etwa bei einem Gemeinen nicht [der Spruch:] wer bestraft hat!?\n",
"vii ZU ALLEN GEBOTEN DES SOHNES FÜR DEN VATER SIND MÄNNER VERPFLICHTET UND FRAUEN DAVON FREI, UND ZU ALLEN GEBOTEN DES VATERS FÜR DEN SOHN SIND SOWOHL MÄNNER ALS AUCH FRAUEN VERPFLICHTET. ZU ALLEN VON EINER FESTGESETZTEN ZEIT BEDINGTEN GEBOTEN SIND MÄNNER VERPFLICHTET UND FRAUEN DAVON FREI, UND ZU ALLEN VON EINER FESTGESETZTEN ZEIT NICHT BEDINGTEN GEBOTEN SIND SOWOHL MÄNNER ALS AUCH FRAUEN VERPFLICHTET.\n",
"ALLE VERBOTE ABER, EINERLEI OB VON EINER FESTGESETZTEN ZEIT BEDINGT ODER NICHT VON EINER FESTGESETZTEN ZEIT BEDINGT, GELTEN SOWOHL FÜR MÄNNER ALS AUCH FÜR FRAUEN, AUSGENOMMEN DAS VERBOT DES RUNDSCHERENS, DES ZERSTÖRENS UND DER VERUNREINIGUNG AN TOTEN.\n",
"GEMARA. Was heißt: zu allen Geboten des Sohnes für den Vater; wollte man sagen, alle Gebote, die der Sohn für seinen Vater auszuüben verpflichtet ist, wieso sind Frauen davon frei!? Es wird je gelehrt: Jeder Mann, ich weiß dies nur von einem Manne, woher dies von einer Frau? Wenn es heißt: jeder Mann, Mutter und Vater sollt ihr fürchten, so sind darunter beide zu verstehen.\n",
"R. Jehuda erwiderte: Er meint es wie folgt: zu allen Geboten des Sohnes, die dem Sohne gegenüber dem Vater obliegen, sind Männer verpflichtet und Frauen davon frei.\n",
"Die Mišna lehrt also das, was die Rabbanan gelehrt haben: Der Vater ist seinem Sohne gegenüber verpflichtet: ihn zu beschneiden, auszulösen, die Tora zu lehren, zu verheiraten und ein Handwerk zu lehren; manche sagen, auch schwimmen zu lehren. R. Jehuda sagte: Wer seinen Sohn kein Handwerk lehrt, lehrt ihn plündern. – Plündern, wie kommst du darauf!? – Vielmehr, es ist ebenso als würde er ihn plündern lehren.\n",
"«Beschneiden.» Woher dies? – Es heißt: Abraham beschnitt seinen Sohn Jiçḥaq. Hat der Vater ihn nicht beschnitten, so ist das Gericht ihn zu beschneiden verpflichtet, denn es heißt: beschnitten werden soll bei euch alles Männliche. Hat das Gericht ihn nicht beschnitten, so muß er selber sich beschneiden, denn es heißt:und der männliche Unbeschnittene, der das Fleisch seiner Vorhaut nicht beschneidet, soll ausgerottet werden. –\n",
"Woher, daß sie dazu nicht verpflichtet ist? – Es heißt:wie der Herr ihm befohlen hatte, ihm und nicht ihr. –\n",
"Wir wissen dies von damals, woher dies für die kommenden Generationen? – In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Überall, wo es ‘befehlen’ heißt, ist eine Anspornung für sofort und für die kommenden Generationen zu verstehen.\n",
"Eine Anspornung, denn es heißt:befiehl Jehošua͑, ermutige ihn und stärke ihn; für sofort und für die kommenden Generationen, denn es heißt:von dem Tage an, da der Herr es befohlen hat, und weiterhin für all eure Generationen.\n",
"«Auszulösen.» Woher dies? – Es heißt:jeden Erstgeborenen deiner Söhne sollst du auslösen. Hat sein Vater ihn nicht ausgelöst, so muß er selber sich auslösen, denn es heißt:auslösen werde ausgelöst. –\n",
"Woher, daß sie dazu nicht verpflichtet ist? – Es heißt: auslösen werde ausgelöst; wer sich selbst auslösen muß, muß auch andere auslösen, und wer sich selbst nicht auslösen muß, braucht auch andere nicht auszulösen. –\n",
"Woher, daß sie sich nicht auszulösen braucht? – Es heißt: auslösen werde ausgelöst; wen andere auslösen müssen, muß auch sich selbst auslösen, und wen andere nicht auslösen müssen, braucht auch sich selbst nicht auszulösen. – Woher, daß andere sie nicht auszulösen brauchen? – Es heißt: jeden Erstgeborenen deiner Söhne sollst du auslösen, deiner Söhne und nicht deiner Töchter.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn er selbst auszulösen ist und sein Sohn auszulösen ist, so geht er seinem Sohne vor; R. Jehuda sagt, sein Sohn gehe ihm vor, denn für ihn selbst obliegt das Gebot seinem Vater, für seinen Sohn aber obliegt das Gebot ihm.\n",
"R. Jirmeja sagte: Alle stimmen überein,\n"
],
[
"daß, wenn nur fünf Sela͑ vorhanden sind, er seinem Sohne vorgehe, weil das ihn selbst betreffende Gebot bevorzugter ist, sie streiten nur über den Fall, wenn für fünf veräußerte Güter und für fünf freie vorhanden sind. ",
"R. Jehuda ist der Ansicht, das in der Tora genannte Darlehen gleicht dem Darlehen auf einen Schuldschein, somit löse er mit den fünf seinen Sohn aus, und für ihn fordere der Priester die fünf veräußerten ein; ",
"die Rabbanan aber sind der Ansicht, das in der Tora genannte Darlehen gleiche nicht dem Darlehen auf einen Schuldschein, daher ist das ihn selbst betreffende Gebot bevorzugter. ",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn er seinen Sohn auszulösen und zur Wallfahrt zu gehen hat, so löse er zuerst seinen Sohn aus und gehe nachher zur Wallfahrt. R. Jehuda sagt, zuerst gehe er zur Wallfahrt und nachher löse er seinen Sohn aus, denn das eine ist ein vorübergehendes Gebot und das andere ist kein vorübergehendes Gebot. – ",
"Allerdings gibt R. Jehuda seinen Grund an, was aber ist der Grund der Rabbanan? – In der Schrift heißt es [zuerst]: jeden Erstgeborenen deiner Söhne sollst da auslösen, und erst nachher: du sollst nicht leer vor mir erscheinen . ",
"Die Rabbanan lehrten: Woher, daß er, wenn er fünf Söhne von fünf Frauen hat, sie alle auslösen müsse? Es heißt: jeden Erstgeborenen deiner Söhne sollst du auslösen. – Selbstverständlich, die Schrift hat es ja von der Öffnung des Muttermundes abhängig gemacht!? – ",
"Man könnte glauben, man folgere durch [das Wort] Erstgeburt von der Erbschaft, wie da der erste der Manneskraft, ebenso auch hierbei der erste der Manneskraft, so lehrt er uns. ",
"«Die Tora zu lehren.» Woher dies? – Es heißt: ihr sollt sie eure Söhne lehren. Hat sein Vater sie ihn nicht gelehrt, so muß er selber sie lernen, denn es heißt: ihr sollt lernen . – ",
"Woher, daß sie dazu nicht verpflichtet ist? – Es heißt: ihr sollt lehren, [und man lese:] ihr sollt lernen; wer zu lernen verpflichtet ist, ist auch zu lehren verpflichtet, und wer zu lernen nicht verpflichtet ist, ist auch zu lehren nicht verpflichtet. – ",
"Woher, daß sie nicht zu lernen verpflichtet ist? – Es heißt: ihr sollt lehren, [und man lese:] ihr sollt lernen; wen andere lehren müssen, muß auch lernen, und den andere nicht lehren müssen, braucht auch nicht zu lernen. – Woher, daß andere sie nicht zu lehren brauchen? – Die Schrift sagt: ihr sollt sie eure Söhne lehren, eure Söhne und nicht eure Töchter. ",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn er zu lernen hat und sein Sohn zu lernen hat, so geht er seinem Sohne vor; R. Jehuda sagt, wenn sein Sohn tüchtig und begabt ist und sein Studium ihm erhalten bleibt, gehe sein Sohn ihm vor. So sandte einst R. Aḥa b. Ja͑qob seinen Sohn R. Ja͑qob zu Abajje, und als er bei seiner Rückkehr sah, daß seine Lehren nicht scharfsinnig waren, sprach er zu ihm: Ich bin bevorzugter als du; bleib du daheim und ich will hingehen. ",
"Im Lehrhause Abajjes war ein Dämon, sodaß, wenn sogar zwei [Personen], selbst am Tage, hineingingen, sie zu Schaden kamen, und als Abajje hörte, daß er komme, sagte er zu den Leuten, daß niemand ihm Aufnahme gewähre. Er dachte nämlich: es ist wahrscheinlich, daß ihm ein Wunder geschehen werde. ",
"Hierauf ging jener ins Lehrhaus und übernachtete da. [Der Dämon] erschien ihm dann als Drache mit sieben Köpfen, aber bei jeder Bückung, die jener machte, fiel diesem ein Kopf ab. Am folgenden Tage sprach er zu ihnen: Wäre mir nicht ein Wunder geschehen, so würdet ihr mich in Gefahr gebracht haben. ",
"Die Rabbanan lehrten: Hat er die Tora zu lernen und eine Frau zu nehmen, so lerne er zuerst die Tora und nachher nehme er eine Frau. Wenn er aber eine Frau nicht entbehren kann, so nehme er eine Frau und lerne nachher die Tora. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist, zuerst nehme man eine Frau und nachher lerne man die Tora. ",
"R. Joḥanan sagte: Einen Mühlstein auf dem Halse und die Tora lernen!? Sie streiten aber nicht; das eine für uns, das andere für sie. ",
"R. Ḥisda lobte R. Hamnuna vor R. Hona, daß er ein bedeutender Mann sei. Da sprach er zu ihm: Wenn du ihn triffst, bring ihn zu mir. Als jener hierauf zu ihm kam, sah dieser, daß er kein Sudarium um hatte. Da sprach er zu ihm: Weshalb hast du kein Sudarium um? Jener erwiderte: Ich bin unverheiratet. Da wandte er sein Gesicht von ihm ab und sprach zu ihm: Achte, du siehst mein Gesicht nicht eher, als bis du verheiratet bist. ",
"R. Hona vertritt hierbei seine Ansicht, denn er sagte, wer zwanzig Jahre alt ist und unverheiratet, lebe in der Sünde. – In der Sünde, wie kommst du darauf!? – Sage vielmehr, in sündhaften Gedanken. ",
"Raba sagte, und dasselbe wurde in der Schule R. Jišma͑éls gelehrt: Bis zum zwanzigsten Lebensjahre wartet der Heilige, gepriesen sei er, dem Menschen, daß er sich verheiraten werde; hat er das zwanzigste Jahr erreicht und nicht geheiratet, so spricht er: Schwinden möge sein Geist. ",
"R. Ḥisda sagte: Daß ich meinen Genossen überlegen bin, kommt daher, weil ich mit sechzehn geheiratet habe, und hätte ich mit vierzehn geheiratet,"
],
[
"so würde ich zum Satan gesagt haben: ein Pfeil in deine Augen! Raba sprach zu R. Nathan b. Ami: Solange noch deine Hand auf dem Halse deines Sohnesruht; von sechzehn bis zweiundzwanzig,\n",
"und manche sagen, von achtzehn bis vierundzwanzig. [Hierüber streiten] Tannaím. Erziehe den Knaben nach seiner Art. R. Jehuda und R. Neḥemja [streiten hierüber]; einer sagt von sechzehn bis zweiundzwanzig, und einer sagt, von achtzehn bis vierundzwanzig.\n",
"Wie weit ist man seinen Sohn die Tora zu lehren verpflichtet? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Wie beispielsweise Zebulun, den Sohn Dans, den sein Vatersvater die Schrift, Mišna, Talmud, Halakha und Agada lehrte. Man wandte ein: Hat er ihn die Schrift gelehrt, so braucht er ihn nicht die Mišna zu lehren, und hierzu sagte Raba, unter Schrift sei die Torazu verstehen!? –\n",
"Wie Zebulun, den Sohn Dans, und nicht wie Zebulun, den Sohn Dans. Wie Zebulun, den Sohn Dans, den sein Vatersvater lehrte, und nicht wie Zebulun, den Sohn Dans, denn diesen lehrte er die Schrift, Mišna, Talmud, Halakha und Agada, während [die Pflicht] sich nur auf die Schrift erstreckt. –\n",
"Ist der Großvater denn dazu verpflichtet, es wird ja gelehrt: Ihr sollt sie eure Söhne lehren, nicht aber die Söhne eurer Söhne. Wieso aber halte ich aufrecht [den Vers:]du sollst sie kund tun deinen Söhnen und den Söhnen deiner Söhne? Dies besagt dir, daß, wenn jemand seinen Sohn die Tora lehrt, die Schrift es ihm anrechnet, als hätte er sie ihn gelehrt, dessen Sohn und den Sohn des Sohnes, bis ans Ende aller Geschlechter. –\n",
"Er ist der Ansicht des Autors der folgenden Lehre: Ihr sollt sie eure Söhne lehren; ich weiß dies nur von Söhnen, woher dies von Söhnen der Söhne? Es heißt: du sollst sie kund tun deinen Söhnen und den Söhnen deiner Söhne. Weshalb heißt es demnach: eure Söhne? Eure Söhne und nicht eure Töchter.\n",
"R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Wer den Sohn seines Sohnes die Tora lehrt, dem rechnet die Schrift es an, als hätte er sie vom Berge Sinaj in Empfang genommen, denn es heißt: du sollst sie kund tun deinen Söhnen und den Söhnen deiner Söhne, und darauf folgt:den Tag, an dem du vor dem Herrn, deinem Gott, am Ḥoreb gestanden hast.\n",
"Einst traf R. Ḥija b. Abba den R. Jehošua͑ b. Levi, der ein Tuchüber den Kopf geworfenhatte und einen Knaben in die Schule führte; da sprach er zu ihm: Was soll dies!? Dieser erwiderte: Nicht gering ist das, was geschrieben steht: du sollst sie kund tun deinen Söhnen, und darauf folgt: den Tag, an dem du vor dem Herrn, deinem Gott, am Ḥoreb gestanden hast. Von da ab aß R. Ḥija b. Abba nicht eher seinen Morgenimbiß, als bis er einen Knabenin der Schrift unterrichtet und hinzugefügthatte. Rabba b. R. Hona aß nicht eher seinen Morgenimbiß, als bis er einen Knaben in das Lehrhaus gebracht hatte.\n",
"R. Saphra sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Ḥananja: Es heißt:Du sollst sie deinen Söhnen einschärfen; man lese nicht ‘einschärfen’, sondern ‘verdreifachen’.\n",
"Man teile seine Jahre in drei Teile: ein Drittel [befasse man sich] mit der Schrift, ein Drittel mit der Mišna und ein Drittel mit dem Talmud. – Weiß man denn, wie lange man leben wird!? – Gemeint sind die [einzelnen] Tage.\n",
"Die Alten heißen deshalb Sopherim, weil sie alle Buchstaben der Tora zählten. Sie sagten: das Vav im [Worte] gaḥonist die Hälfteder Buchstaben der Tora; [die Worte]forschen forschte sind die Hälfte der Worte; [der Vers]er schere sich [ist die Hälfte] der Verse. Das A͑jin in jaa͑r [im Verse]:es frißt ihn ab das Schwein im Walde [jaa͑r], ist die Hälfte[des Buches] der Psalmen; [der Vers:]er ist barmherzig und vergibt die Sünde, ist die Hälfte der Verse.\n",
"R. Joseph fragte: Gehört das Vav [im Worte] gaḥon zu der einen oder zu der anderen Hälfte? Sie erwiderten ihm: Hole man doch eine Torarolle und zähle nach. So sagte auch Rabba b. Bar Ḥana, daß sie von da nicht wichen, als bis sie eine Torarolle holten und sie zählten. Dieser entgegnete: Jene waren kundig in der defekten und vollen [Schreibweise der Worte], wir aber sind darin nicht kundig.\n",
"R. Joseph fragte ferner: Gehört [der Vers] er schere sich zu der einen oder zu der anderen Hälfte? Abajje sprach zu ihm: Die Schriftverse können wir ja zählen. – Auch in den Schriftversen sind wir nicht kundig. Als R. Aḥa b. Ada kam, sagte er, daß sie im Westen folgenden Vers in drei Verse teilen:Der Herr sprach zu Moše: Siehe, ich komme zu dir in dichtem Gewölk.\n",
"Die Rabbanan lehrten: AchttausendachthundertachtundachtzigVerse hat die Tora; acht mehr haben die Psalmen, acht weniger haben die Chronica.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Du sollst sie einschärfen, die Worte müssen in deinem Munde geschärft sein; wenn jemand dich etwas fragt, so sage es ihm nicht stotternd, sondern antworte ihm sofort, denn es heißt:\n"
],
[
"sprich zur Weisheit: du bist meine Schwester&c. Ferner heißt es: binde sie an deine Finger, schreibe sie auf die Tafel deines Herzens. Ferner heißt es:wie die Pfeile in des Helden Hand, so die Söhne der Jugend. Ferner heißt es:die Pfeile des Helden sind geschärft. Ferner heißt es:deine Pfeile sind geschärft, Völker fallen unter dir. Ferner heißt es:heil dem Manne, der mit ihnen seinen Köcher gefüllt hat; sie werden nicht zu Schanden, wenn sie mit den Feinden am Tore reden. –\n",
"Was heißt: mit den Feinden am Tore? R. Ḥija b. Abba erwiderte: Selbst Vater und Sohn, Lehrer und Schüler werden Feinde, wenn sie sich mit der Tora am Tore befassen, doch weichen sie nicht von da, bis sie Freunde werden, denn es heißt\n",
"Die Rabbanan lehrten: Es heißt:vesamtem, [legt sie], und man lese: sam tam [vollkommene Mixtur], denn die Tora wird mit einer Mixtur des Lebens verglichen. Gleich einem Menschen, der, nachdem er seinem Sohne einen starken Schlag versetzt hat, ihm ein Pflaster auf die Wunde legt und zu ihm spricht: Mein Sohn, solange das Pflaster auf deiner Wunde ist, iß, was dir schmeckt, trink, was dir schmeckt, bade warm und kalt, und du brauchst nichts zu fürchten; wenn du es aber entfernst, so wächst wildes Fleisch hervor.\n",
"Ebenso sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu Jisraél: Meine Kinder, ich habe den bösen Trieb erschaffen, und ich habe die Tora als Mittel gegen ihn erschaffen; wenn ihr euch mit der Tora befasset, so werdet ihr nicht in seine Hand ausgeliefert, wie es heißt:wenn du gut handelst, wirst du dich erheben,\n",
"und wenn ihr euch mit der Tora nicht befasset, so werdet ihr in seine Hand ausgeliefert, wie es heißt:an der Tür lauert die Sünde. Und nicht nur das, sogar seine ganze Beschäftigung ist nur mit dir, wie es heißt:nach dir ist sein Verlangen. Wenn du aber willst, kannst du über ihn herrschen, wie es heißt: du wirst über ihn herrschen.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Unerträglich ist der böse Trieb, daß sogar sein Schöpfer ihn böse nennt, denn es heißt:denn böse ist der Trieb des Menschenherzens von Jugend auf. R. Jiçḥaq sagte: Der böse Trieb des Menschen erneuert sich tagtäglich gegen ihn, denn es heißt:nur schlecht den ganzen Tag.\n",
"Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Der böse Trieb des Menschen übermächtigt sich seiner tagtäglich gegen ihn und trachtet ihn zu töten, denn es heißt:der Frevler lauert auf den Gerechten und trachtet ihn zu töten, und wenn der Heilige, gepriesen sei er, ihm nicht beistehen würde, könnte er sich seiner nicht erwehren, denn es heißt:der Herr läßt ihn nicht in seine Hand geraten.\n",
"In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Mein Sohn, begegnet dir dieses Scheusal, so schleppe ihn ins Lehrhaus mit; ist er Stein, so wird er zerrieben, ist er Eisen, so wird er zersplittert, denn es heißt: so sind meine Worte wie Feuer, Spruch des Herrn, wie der Hammer Felsen zersplittert. Ist er Stein, so wird er zerrieben, denn es heißt:auf, ihr Durstigen alle, kommt zum Wasser, und ferner heißt es:wie Wasser Steine zerreibt.\n",
"«Zu verheiraten.» Woher dies? – Es heißt:nehmet Weiber und zeuget Söhne und Töchter, und nehmet Weiber für eure Söhne und eure Töchter gebt Männern. –\n",
"Allerdings liegt es hinsichtlich seines Sohnes in seiner Hand, aber liegt es denn hinsichtlich seiner Tochter in seiner Hand!? – Er meint es wie folgt: man gebe ihr etwas mit und kleide sie und hülle sie, damit Leute sich um sie bewerben.\n",
"«Ein Handwerk zu lehren.» Woher dies? Ḥizqija erwiderte: Die Schrift sagt:genieße das Lebenmit dem Weibe, das du liebst; ist darunter ein wirkliches Weib zu verstehen, so ist er, wie er ihn zu verheiraten verpflichtet ist, ebenso verpflichtet, ihn ein Handwerk zu lehren, und ist darunter die Tora zu verstehen, so ist er, wie er ihn die Tora zu lehren verpflichtet ist, ebenso verpflichtet, ihn ein Handwerk zu lehren.\n",
"«Manche sagen, auch das Schwimmen.» Aus welchem Grunde? – Zu seiner Lebensrettung.\n",
"«R. Jehuda sagt: Wer ihn kein Handwerk lehrt, lehrt ihn plündern. – Plündern, wie kommst du darauf!? – Es ist vielmehr ebenso, als würde er ihn plündern lehren.» –\n",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Wenn er ihn Handel gelehrt hat.\n",
"ZU ALLEN GEBOTEN DES VATERS FÜR DEN SOHN &C. Was heißt: zu allen Geboten des Vaters für den Sohn; wollte man sagen, alle Gebote, die der Vater für seinen Sohn auszuüben verpflichtet ist, wieso sind demnach Frauen verpflichtet, es wird ja gelehrt, der Vater sei seinem Sohne verpflichtet, ihn zu beschneiden und auszulösen; nur der Vater und nicht die Mutter!?\n",
"R. Jehuda erwiderte: Er meint es wie folgt: zu allen Geboten des Vaters, die dem Sohne seinem Vater gegenüber obliegen, sind sowohl Männer als auch Frauen verpflichtet. Unsere Mišna lehrt das, was die Rabbanan lehrten:Mann, ich weiß dies nur vom Manne, woher dies von der Frau? Wenn es heißt: sollt ihr fürchten, so sind darunter beide zu verstehen.\n",
"Weshalb heißt es demnach Mann? Ein Mann ist in der Ausführung unbehindert, eine Frau ist in der Ausführung nicht unbehindert, weil sie anderen unterworfen ist. R. Idi b. Abin sagte im Namen Rabhs: Ist sie geschieden, so sind beide gleich.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Es heißt:ehre deinen Vater und deine Mutter, und es heißt:ehre den Herrn mit deinem Gute; die Schrift hat somit die Ehrung von Vater und Mutter mit der Ehrung Gottes verglichen.\n",
"Es heißt: jeder Mann, Mutter und Vater sollt ihr fürchten, und es heißt: den Herrn, deinen Gott, sollst du fürchten und ihm sollst du dienen; die Schrift hat somit die Furcht vor Vater und Mutter mit der Furcht vor Gott verglichen.\n",
"Es heißt:wer Vater und Mutter flucht, soll getötet werden, und es heißt:jeder, der seinem Gotte flucht, trage seine Sünde; die Schrift hat somit das Fluchen von Vater und Mutter mit dem Fluchen Gottes verglichen. Hinsichtlich des Schlagensaber ist [ein Vergleich] entschieden nicht möglich.\n",
"Dies ist auch erklärlich, denn sie alle drei sind an ihm beteiligt. Die Rabbanan lehrten: Drei Teilhaber sind am Menschen[beteiligt]: der Heilige, gepriesen sei er, sein Vater und seine Mutter. Wenn der Mensch seinen Vater und seine Mutter ehrt, spricht der Heilige, gepriesen sei er: ich rechne es ihnen an, als würde ich unter ihnen gewohnt und sie mich geehrt haben.\n",
"Es wird gelehrt: Rabbi sagte: Offenbar und bekannt ist es dem, der gesprochen hat und die Welt geworden, daß der Sohn seine Mutter mehr ehrt als seinen Vater, weil sie ihn mit Worten kost, daher hat der Heilige, gepriesen sei er, die Ehrung des Vaters der Ehrung der Mutter vorangesetzt.\n"
],
[
"Ferner ist es offenbar und bekannt dem, der gesprochen hat und die Welt geworden, daß ein Sohn seinen Vater mehr fürchtet als seine Mutter, weil er ihn die Tora lehrt, daher hat der Heilige, gepriesen sei er, die Furcht vor der Mutter der Furcht vor dem Vater vorangesetzt.\n",
"Ein Jünger rezitierte vor R. Naḥman: Wenn ein Mensch seinen Vater und seine Mutter kränkt, so spricht der Heilige, gepriesen sei er: gut, daß ich nicht unter ihnen wohne; wohnte ich unter ihnen, so würden sie auch mich kränken. R. Jiçḥaq sagte: Wenn jemand heimlich eine Sünde begeht, so ist es ebenso, als würde er die Füße der Göttlichkeitzurückdrängen, denn es heißt:so spricht der Herr, der Himmel ist mein Stuhl und die Erde meiner Füße Schemel.\n",
"R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Es ist dem Menschen verboten, vier Ellen in aufgerichteter Haltung zu gehen, denn es heißt:die ganze Erde füllt seine Herrlichkeit. R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, ging keine vier Ellen mit entblößtem Haupte, denn er sagte: die Göttlichkeit ist über meinem Haupte.\n",
"Der Sohn einer Witwefragte R. Elie͑zer: Wie ist es, wenn der Vater von mir verlangt, daß ich ihm Wasser zum Trinken reiche, und die Mutter von mir verlangt, daß ich ihr Wasser zum Trinken reiche: wer von ihnen geht vor? Dieser erwiderte: Laß die Ehrung deiner Mutter und übe die Ehrung deines Vaters, denn du und deine Mutter seid zur Ehrung deines Vaters verpflichtet. Als er hierauf zu R. Jehošua͑ kam, und dieser ihm dasselbe erwiderte,\n",
"sprach er zu ihm: Meister, wie ist es, wenn sie geschieden sind? Dieser erwiderte: An deinen Augenwimpern ist zu sehen, daß du der Sohn einer Witwe bist; fülle ein Becken mit Wasser und gackre ihnen zu, wie den Hühnern.\n",
"U͑la der Große trug an der Tür des Fürsten vor: Es heißt:dir, Herr, huldigen alle Königeder Erde, wenn sie die Worte deines Mundes hören; es heißt nicht: das Wort, sondern: die Worte. Als der Heilige, gepriesen sei er, sprach:ich bin, und: du sollst nicht haben, sagten die weltlichen Völker, er fordere es zu seiner eigenen Verherrlichung;\n",
"als er aber darauf sprach:ehre deinen Vater und deine Mutter, traten sie zurück und bekannten sich auch zu den früheren Aussprüchen. Raba entnimmt dies aus folgendem:der Anfang deiner Worte ist Wahrheit; etwa nur der Anfang deiner Worte und nicht der Schluß deiner Worte? Vielmehr, aus dem Schlusse deiner Worte ist zu erkennen, daß der Anfang deiner Worte Wahrheit ist.\n",
"Man fragte U͑la, wie weit die Ehrung von Vater und Mutter zu reichen habe, und er erwiderte ihnen: Geht und schaut, was ein Nichtjude in Ašqelon, namens Dama b. Nethina, für seinen Vater getan hat. Einst wollten die Weisen von ihm Waren bei einem Gewinne von sechzig Myriaden [kaufen]; der Schlüssel aber lag unter dem Kopfkissen seines Vaters, und er störte ihn nicht.\n",
"R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Man fragte R. Elie͑zer, wie weit die Ehrung von Vater und Mutter zu reichen habe, und er erwiderte ihnen: Geht und schaut, was ein Nichtjude in Ašqelon, namens Dama b. Nethina, für seinen Vater getan hat. Einst wünschten die Weisen von ihm Edelsteine für das Schulterkleidbei einem Gewinne von sechzig Myriaden, und wie R. Kahana lehrte, von achtzig Myriaden; der Schlüssel aber lag unter dem Kopfkissen seines Vaters, und er störte ihn nicht.\n",
"Im folgenden Jahre gab ihm der Heilige, gepriesen sei er, seinen Lohn, indem ihm in seiner Herde eine rote Kuhgeboren wurde. Als die Weisen Jisraéls zu ihm kamen, sprach er zu ihnen: Ich weiß wohl, daß ihr, wenn ich von euch alles Geld der Welt verlangen würde, es mir geben würdet; ich verlange jedoch von euch nur den Betrag, den ich durch die Ehrung meines Vaters verloren habe.\n",
"Hierzu sagte R. Ḥanina: Wenn der, dem es nicht geboten ist, so [belohnt wird], um wieviel mehr der, dem es geboten ist und es befolgt. R. Ḥanina sagte nämlich: Bedeutender ist der, dem etwas geboten ist und es tut, als der, dem es nicht geboten ist und es tut.\n",
"R. Josephsagte: Früher sagte ich: wenn mir jemand sagt, die Halakha sei wie R. Jehuda, welcher sagt, ein Blinder sei von den Geboten befreit, so gebe ich den Gelehrten ein Fest, denn ich bin zu diesen nicht verpflichtet und übe sie doch; nachdem ich aber das gehört habe, was R. Ḥanina gesagt hat, daß nämlich derjenige, dem es geboten ist und es tut, bedeutender sei als der, dem es nicht geboten ist und es tut, gebe ich, wenn jemand mir sagt, die Halakha sei nicht wie R. Jehuda, den Gelehrten ein Fest.\n",
"Als R. Dimi kam, erzählte er: Einst saß ermit goldgewirktem Seidengewande bekleidet unter den Vornehmen Roms; da kam seine Mutter, riß es ihm herunter, schlug ihn aufs Haupt und spie ihm ins Gesicht; er aber beschämte sie nicht.\n",
"Abimi, der Sohn R. Abahus, lehrte: Mancher gibt seinem Vater Fasanen zu essen, und doch bringt dies ihn aus der Welt, und mancher läßt ihn in der Mühle mahlen,\n"
],
[
"und doch bringt dies ihn zum Leben der zukünftigen Welt.\n",
"R. Abahu sagte: Mein Sohn Abimi beispielsweise hat das Gebot der Ehrung ausgeübt. Fünf ordinierte Söhne hatte Abimi bei Lebzeiten seines Vaters, doch lief er, wenn R. Abahu kam und an die Tür klopfte, diese öffnen, indem er rief: ja, ja, ich komme.\n",
"Eines Tages verlangte er von ihm, daß er ihm Wasser zum Trinken reiche, und während er es ihm holte, schlummerte dieser ein; da bückte er sich und stand vor ihm, bis er erwachte. Währenddessen glückte ihm die Auslegung [des Psalms]ein Psalm Asaphs.\n",
"R. Ja͑qob b. Abuha sprach zu Abajje: Mir zum Beispiel hält, wenn ich aus dem Lehrhause komme, mein Vater einen Becher vor und meine Mutter schenkt mir ein; was habe ich zu tun? Dieser erwiderte: Von deiner Mutter nimm es an, von deinem Vater nimm es nicht an, denn dies könnte, da er Gelehrter ist, ihn betrüben.\n",
"R. Tryphon hatte eine alte Mutter, und wenn sie ins Bett steigen wollte, bückte er sich und sie stieg auf ihn hinauf. Als er ins Lehrhaus kam und sich damit rühmte, sprachen sie zu ihm: Noch hast du die Hälfte [der Pflicht] der Ehrung nicht erfüllt; hat sie etwa in deiner Gegenwart einen Geldbeutel ins Meer geworfen, ohne daß du sie beschämt hast!?\n",
"Wenn R. Joseph die Schritte seiner Mutter hörte, sprach er: Ich will vor der Göttlichkeit aufstehen, die da kommt. R. Joḥanan sagte: Heil dem, der sie nicht gesehenhat. Während der Schwangerschaft [der Mutter] R. Joḥanans starb sein Vater, nach seiner Geburt starb seine Mutter. Ebenso geschah es bei Abajje. – Dem ist ja aber nicht so, Abajje pflegte ja zu sagen: meine Mutter sagte mir!? – Es war seine Pflegemutter.\n",
"R. Asi hatte eine alte Mutter. Einst sagte sie zu ihm, sie wolle Schmucksachen; da fertigte er ihr solche. – Ich möchte einen Mann haben. – Wir wollen einen suchen. – Ich möchte einen Mann haben, der so schön ist, wie du. Da verließ er sie und ging nach dem Jisraéllande.\n",
"Als er hierauf hörte, daß sie ihm nachfolge, kam er zu R. Joḥanan und fragte ihn, ob man aus dem Jisraéllande nach dem Auslande gehen dürfe. Dieser erwiderte, es sei verboten. – Wie ist es, wenn zum Empfange einer Mutter? Da erwiderte er etwas ärgerlich: Ich weiß es nicht. Als er hierauf wiederum zu ihm kam, sprach er: Asi, du bist nun entschlossen fortzugehen; Gott bringe dich in Frieden zurück.\n",
"Hierauf kam er zu R. Elea͑zar und sprach zu ihm: Er ist, behüte und bewahre, vielleicht böse. Dieser fragte: Was sagte er zu dir? Jener erwiderte: Gott bringe dich in Frieden zurück. Dieser entgegnete: Wäre er böse, würde er dich nicht gesegnet haben. Währenddessen hörte er den Sargkommen. Da sprach er: Hätte ich dies geahnt, würde ich nicht hinausgegangen sein.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Er ehre ihnbei Lebzeiten und er ehre ihn nach seinem Tode. Auf welche Weise bei Lebzeiten? Wenn man im Orte die Worte seines Vaters achtet, so sage er nicht: sendet mich meinetwegen, fertigt mich schnell ab meinetwegen, entlaßt mich meinetwegen, sondern bei allem: wegen meines Vaters.\n",
"Auf welche Weise nach seinem Tode? Wenn er eine aus seinem Munde herrührende Lehre vorträgt, so sage er nicht: so sagte mein Vater, sondern: so sagte mein Vater und Meister, für dessen Lager ich eine Sühne sei. Dies nur innerhalb der zwölfMonate, von da ab sage er: sein Andenken zum Segen, zum Leben in der zukünftigen Welt.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Der Gelehrte ändereden Namen seines Vatersund den Namen seines Lehrers; der Dolmetsch ändere weder den Namen seines Vaters noch den Namen seines Lehrers. Wessen Vaters, wenn etwa des Vaters des Dolmetsch’, so ist er ja ebenfalls dazu verpflichtet!?\n",
"Vielmehr, erklärte Raba, den Namen des Vaters des Gelehrten und den Namen des Lehrers des Gelehrten. So pflegte Mar, Sohn des R. Aši, beim Vortrage zu sagen: mein Vater und Meister sagte, sein Dolmetsch aber pflegte zu sagen : R. Aši sagte.\n",
"Die Rabbanan lehrten : Was heißt [Ehr]furcht und was heißt Ehrung? [Ehr]furcht: er stehe nicht auf seinem Platze, er sitze nicht auf seinem Platze, ex widerspreche ihm nicht und er überstimme ihnnicht. Ehrung: er speise ihn, tränke ihn, kleide ihn, hülle ihn und führe ihn ein und aus.\n",
"Sie fragten: Aus wessen Mitteln?\n"
],
[
"R. Jehuda sagt, aus des Sohnes, R. Nathan b. Oša͑ja sagt, aus des Vaters. Die Rabbanan entschieden dem R. Jirmeja, und manche sagen, dem Sohne R. Jirmejas, nach der Ansicht dessen, welcher sagt, aus des Vaters.\n",
"Man wandte ein: Es heißt:ehre deinen Vater und deine Mutter, und es heißt:ehre den Herrn mit deinem Gute; wie dies mit Geldverlust, ebenso auch jenes mit Geldverlust. Welchen Verlust hat er dadurch, wenn man aus des Vaters sagt!? – Die Arbeitsversäumnis. –\n",
"Komm und höre: Zwei Brüder, zwei Gesellschafter, Vater und Sohn oder Lehrer und Schüler dürfen für einander den zweiten Zehnten auslösenund an einander den Armenzehnten entrichten.\n",
"Wenn man nun aus des Sohnes sagt, so ergibt es sich ja, daß er seine Schuldmit dem [Gute] der Armen bezahlt!? – Dies gilt vom Überschusse. –\n",
"Wieso wird demnach hierzu gelehrt: R. Jehuda sagte, Fluch komme über den, der seinen Vater mit dem Armenzehnten ernährt; wenn den Überschuß, so ist ja nichts dabei!? – Dies ist dennoch entwürdigend. –\n",
"Komm und höre: Man fragte R. Elie͑zer, wie weit die Ehrung von Vater und Mutter zu reichen habe, und er erwiderte: Soweit, daß, wenn dieser vor ihm einen Geldbeutel ins Meer wirft, er ihn nicht beschäme. Was verliert er dabei, wenn man aus des Vaterssagt!? – Wenn er Anwartschaft hat, ihn zu beerben.\n",
"So zerriß einst Rabba b. R. Hona Seidengewand er in Gegenwart seines Sohnes Rabba, indem er sagte: ich will sehen, ob er zornig werden wird oder nicht. – Er übertrat ja, da dieser zornig werden könnte, [das Verbot]:du sollst vor einem Blinden keinen Anstoß legen!? – Er hatte auf seine Ehrung verzichtet. –\n",
"Er übertrat ja [das Verbot]:du sollst nicht verderben!? – Er tat dies an den Nähten. – Vielleicht ward er deshalb nicht zornig!? – Er tat es während seines Zornes.\n",
"R. Jeḥezqel lehrte seinen Sohn Rami: Wenn zu Verbrennendeunter zu Steinigende, so werden alle, wie R. Šimo͑n sagt, durch Steinigung hingerichtet, weil die Verbrennung eine schwerere [Todesart] ist.\n",
"Da sprach sein Sohn R. Jehuda zu ihm: Vater, lehre nicht so; diesbrauchte ja nicht mit der Schwere der Verbrennung begründet zu werden, es sollte schon aus dem Grunde erfolgen, weil die meisten zu Steinigende sind. Lehre vielmehr wie folgt: wenn zu Steinigende unter zu Verbrennende. –\n",
"Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: die Weisen sagen, sie seien durch Verbrennung hinzurichten, weil die Steinigung eine schwerere [Todesart] ist. Dies braucht ja nicht mit der Schwere der Steinigung begründet zu werden, es sollte schon aus dem Grunde erfolgen, weil die meisten zu Verbrennende sind!?\n",
"Jener erwiderte: Dies entgegnetendie Rabbanan dem R.Šimo͑n: du sagst, die Verbrennung sei eine schwere [Todesart]; nein, die Steinigung ist eine schwerere.\n",
"Da sprach Šemuéls zu R. Jehuda: Scharfsinniger, sprich nicht so zu deinem Vater, denn es wird gelehrt: Wenn sein Vater Worte der Tora übertreten hat, so sage er zu ihm nicht: Vater, du hast Worte der Tora übertreten, vielmehr sage er zu ihm: Vater, in der Tora aber heißt es so. – [Auch wenn er sagt:] in der Tora aber heißt es so, kränkt er ihn ja!? – Vielmehr, er sage zu ihm: in der Tora befindet sich folgender Schriftvers.\n",
"Elea͑zar b. Mathja sagte: Wenn mein Vater [zu mir] sagt, daß ich ihm Wasser zum Trinken reiche, und ich ein Gebot auszuüben habe, so lasse ich die Ehrung des Vaters und übe das Gebot aus, denn ich und mein Vater sind zur Ausübung des Gebotes verpflichtet. Isi b. Jehuda sagte: Wenn das Gebot durch andere ausgeübt werden kann, so mag es durch andere ausgeübt werden, und er begebe sich zur Ehrung seines Vaters. R. Mathna sagte: Die Halakha ist wie Isi b. Jehuda.\n",
"R. Jiçḥaq b. Šila sagte im Namen R. Mathnas im Namen R. Ḥisdas: Wenn ein Vater auf seine Ehrung verzichtet, so ist sein Verzicht gültig, wenn aber ein Lehrer auf seine Ehrung verzichtet, so ist sein Verzicht nicht gültig.\n",
"R. Joseph aber sagte, auch wenn ein Lehrer auf seine Ehrung verzichtet, sei sein Verzicht gültig, denn es heißt:und der Herr ging vor ihnen am Tage. Raba sprach: Es ist ja nicht gleich; allerdings konnte der Heilige, gepriesen sei er, da die Welt sein ist und die Tora sein ist, auf seine Ehrung verzichten,\n"
],
[
"aber ist denn hierbei die Tora sein!? Später sagte Raba: Freilich ist die Tora sein, denn es heißt:und über seine Lehre sinnt er Tag und Nacht. –\n",
"Dem ist ja aber nicht so, als Raba bei der Hochzeit seines Sohnes einschenkte und R. Papa und R. Hona einen Becher reichte, und sie vor ihm aufstanden, und R. Mari und R. Pinḥas, dem Sohne R. Ḥisdas, und sie vor ihm nicht aufstanden, nahm er es übelund sprach: Sind etwa diese Gelehrte und jene keine Gelehrten!?\n",
"Und als R. Papa bei der Hochzeit seines Sohnes Abba Mar einschenkte und R. Jiçḥaq, dem Sohne R. Jehudas, einen Becher reichte, und dieser vor ihm nicht aufstand, nahm er es übel!? – Immerhin sollten sie ihm Achtung erwiesen haben.\n",
"R. Aši sagte: Selbst nach demjenigen, welcher sagt, wenn ein Lehrer auf seine Ehrung verzichtet, sei der Verzicht gültig, ist, wenn der Fürst auf seine Ehrung verzichtet, sein Verzicht nicht gültig. Man wandte ein: Einst waren R. Elie͑zer, R. Jehošua͑ und R. Çadoq beim Hochzeitsmahle des Sohnes R. Gamliéls, und R. Gamliélstand vor ihnen und schenkte ein. Er reichte R. Elie͑zer einen Becher, und dieser nahm ihn nicht, er reichte ihn R. Jehošua͑, und dieser nahm ihn wohl. Da sprach R. Elie͑zer zu ihm: Was soll dies, Jehošua͑, wir sitzen und lassen Gamliél Berabbi vor uns stehen und einschenken!?\n",
"Dieser erwiderte: Wir finden einen, der größer war als er, und andere bediente. Abraham war größer als er, und er bediente andere. Abraham war der größte des Zeitalters, und von ihm heißt es:er stand vor ihnen. Vielleicht glaubst du, sie erschienen ihm als Dienstengel, so ist dem nicht so, sie erschienen ihm als Araber. Weshalb soll nun R. Gamliél nicht vor uns stehen und uns einschenken!?\n",
"Hierauf sprach R. Çadoq zu ihnen: Wie lange noch wollt ihr die Ehre Gottes lassen und euch mit der Ehre von Menschen befassen. Der Heilige, gepriesen sei er, läßt Winde wehen, Wolken aufsteigen, Regen fallen, die Erde sprossen und richtet jedem eine Tafel her; weshalb soll nun Gamliél Berabbi nicht vor uns stehen und einschenken. –\n",
"Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: R. Aši sagte: Selbst nach demjenigen, welcher sagt, wenn ein Fürst auf seine Ehrung verzichtet, sei der Verzicht gültig, ist, wenn ein König auf seine Ehrung verzichtet, der Verzicht nicht gültig, denn es heißt:du sollst einen König über dich setzen, daß du Ehrfurcht vor ihm hast.\n",
"Die Rabbanan lehrten:Vor einem Greise sollst du aufstehen; man könnte glauben, auch vor einem lasterhaften Alten, so heißt es: Alten, und unter Alten ist ein Gelehrter zu verstehen, denn es heißt:versammle mir siebzig Männer von den Ältesten Jisraéls. R. Jose der Galiläer sagte: Unter Alten ist einer zu verstehen, der Weisheit erworben hat, denn es heißt:der Herr hat mich erworben als Anfang seines Weges.\n",
"Man könnte glauben, man stehe vor ihm schon aus weiter Ferne auf, so heißt es:du sollst aufstehen und ehren; ich habe das Aufstehen nur dann geboten, wenn eine Ehrung erfolgt.\n",
"Man könnte glauben, man ehre ihn mit seinem Gelde, so heißt es: sollst du aufstehen und ehren; wie das Aufstehen ohne Geldverlust erfolgt, ebenso auch die Ehrung ohne Geldverlust. Man könnte glauben, man stehe vor ihm auch im Aborte oder im Badehause auf, so heißt es: sollst du aufstehen und ehren, ich habe das Aufstehen nur dann geboten, wenn eine Ehrung erfolgt.\n",
"Man könnte glauben, man dürfe die Augen schließen, als hätte man ihn nicht gesehen, so heißt es: sollst du aufstehen, und sollst fürchten; dies ist eine Sache, die dem Herzen anvertraut ist, daher heißt es: du sollst vor deinem Gott fürchten.\n",
"R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Woher, daß der Alte andere nicht belästigen dürfe? Es heißt: Alien, sollst fürchten. Isi b. Jehuda sagte: Vor einem Greise sollst du aufstehen, darin ist jeder Greis einbegriffen. –\n",
"R. Jose der Galiläer sagt ja dasselbe, was der ersteAutor!? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen bei einem Jungen und Gelehrten. Der erste Autor ist der Ansicht, nicht vor einem Jungen und Gelehrten, und R. Jose der Galiläer ist der Ansicht, auch vor einem Jungen und Gelehrten. –\n",
"Was ist der Grund R. Jose des Galiläers? – Er kann dir erwidern: wenn man so sagt, wie der erste Autor, so sollte doch der Allbarmherzige geschrieben haben: vor einem Greise, einem Alten sollst du aufstehen und ehren, wenn er es aber teilt, so besagt dies, daß der eine nicht mit dem anderen identisch sei; somit ist hieraus zu entnehmen, daß dies auch von einem Jungen und Gelehrten gilt. –\n",
"Und der erste Autor!? – Weil er [das Wort] Alten neben fürchten setzen will. – Was ist der Grund des ersten Autors? – Wenn man so sagt, wie R. Jose der Galiläer, so sollte doch der Allbarmherzige geschrieben haben:\n"
],
[
"vor einem Greise sollst du aufstehen und ihn ehren, ehrensollst du das Gesicht eines Alten und vor ihm aufstehen, und da es nicht so heißt, so ist zu entnehmen, daß es eines ist.\n",
"Der Meister sagte: Man könnte glauben, man ehre ihn mit seinem Gelde, so heißt es: sollst du aufstehen und ehren; wie das Aufstehen ohne Geldverlust erfolgt, ebenso die Ehrung ohne Geldverlust. Erfolgt denn das Aufstehen [immer] ohne Geldverlust, es kann ja vorkommen, daß er gerade Perlendurchlocht, und während er vor ihm aufsteht, die Arbeit unierbricht!? –\n",
"Vielmehr, man vergleiche das Aufstehen mit der Ehrung, wie die Ehrungohne Versäumnis erfolgt, ebenso das Aufstehen ohne Versäumnis, und ferner vergleiche man die Ehrung mit dem Aufstehen, wie das Aufstehen ohne Geldverlust erfolgt, ebenso die Ehrung ohne Geldverlust. Hieraus folgerten sie, daß Handwerker, wenn sie sich mit ihrer Arbeit befassen, nicht vor den Schriftgelehrten aufstehen dürfen. –\n",
"Etwa nicht, wir haben ja gelernt: Alle Handwerker standen vor ihnenauf und begrüßten sie, indem sie zu ihnen sprachen: Brüder, Bürger aus dem und dem Orte, in Frieden sei euer Kommen!? R. Joḥanan erwiderte: Vor ihnen standen sie auf, vor Schriftgelehrten stehen sie nicht auf.\n",
"R. Jose b. Abin sagte: Komm und sieh, wie beliebt ein Gebot zur festgesetzten Zeit ist; vor ihnen mußten sie aufstehen, vor Schriftgelehrten aber stehen sie nicht auf. – Vielleicht war es da anders, um sie nicht zu einem Verstoße in zukünftigen Fällen zu bringen.\n",
"Der Meister sagte: Man könnte glauben, man stehe vor ihm auch im Aborte oder im Badehause auf. Etwa nicht, einst saß ja R. Ḥija im Badehause und R. Šimo͑n b. Rabbi ging an ihm vorüber, und als er vor ihm nicht aufstand, nahm er es ihm übel und ging zu seinem Vater und sprach zu ihm: Zwei Bücher der Psalmen lehrte ich ihn, und er stand vor mir nicht auf!?\n",
"Ferner saß einst Bar Qappara, und wie manche sagen, R. Šemuél b. R. Jose, im Badehause und R. Šimo͑n b. Rabbi ging an ihm vorüber, und als er vor ihm nicht aufstand, nahm er es ihm übel und ging zu seinem Vater und sprach zu ihm: Zwei Drittel eines Drittels lehrte ich ihn im Leviticus, und er stand vor mir nicht auf. Dieser erwiderte ihm: Vielleicht saß er und dachte darübernach.\n",
"Nur weil er darüber nachgedacht haben konnte, sonst aber nicht!? –\n",
"Das ist kein Einwand; das eine gilt von den inneren Räumen und das andere gilt von den äußerenRäumen.\n",
"Dies ist auch einleuchtend, denn Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans, daß man überall nachdenkendürfe, nur nicht in einem Badehause und in einem Aborte. – Vielleicht ist es anders, wenn es gegen seinen Willen erfolgt.\n",
"«Man könnte glauben, man dürfe die Augen schließen, als hätte man ihn nicht gesehen.» Sprechen wir denn von Frevlern!? –\n",
"Vielmehr, man könnte glauben, man dürfe die Augen schließen, bevor die Pflichtheranreicht, sodaß man, wenn die Pflicht heranreicht, ihn nicht sieht, um vor ihm aufzustehen, so heißt es: so sollst du aufstehen, und sollst fürchten.\n",
"Es wird gelehrt: Welches heißt ein Aufstehen, durch das eine Ehrung erfolgt? Innerhalbvier Ellen. Abajje sagte: Dies gilt nur von einem, der nicht sein Hauptlehrer ist, vor einem Hauptlehrer aber, soweit seine Augen reichen.\n",
"Wenn Abajje das Ohr des Esels R. Josephs erblickte, stand er auf. Einst ritt Abajje auf einem Esel am Ufer des Flusses Sagjaentlang, und R. Mešaršeja und die Jünger saßen an der anderen Seite und standen vor ihm nicht auf. Da sprach er zu ihnen: Bin ich etwa nicht [euer] Hauptlehrer!? Sie erwiderten ihm: Wir bemerkten [dich] nicht.\n",
"«R.Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Woher, daß der Alte andere nicht belästigen dürfe? Es heißt: Alten, sollst fürchten.» Abajje sagte: Es ist uns überliefert, wenn er einen Umwegmacht, werde er [lange] leben. Abajje machte einen Umweg. R. Zera machte einen Umweg.\n",
"Einst saß Rabina vor R. Jirmeja aus Diphte und jemand ging an ihnen vorüber, ohne das Haupt zu bedecken. Da sprach er: Wie unverschämt ist dieser Mann. Jener erwiderte: Er ist vielleicht aus Matha Meḥasja, die mit den Gelehrten vertraut sind.\n",
"«Isi b. Jehuda sagte: Vor einem Greise sollst du aufstehen, darin ist jeder Greis einbegriffen.» R. Joḥanan sagte: Die Halakha ist wie Isi b. Jehuda. R. Joḥanan stand vor greisen Aramäern auf, indem er sagte: was alles haben diese überstanden! Raba stand vor solchen nicht auf, aber Ehrung erwies er ihnen.\n",
"Abajje reichte den Greisendie Hand. Raba sandte seinen Diener. R. Naḥman sandte seine Eunuchen, denn er sagte: Wenn nicht die Tora, wie viele Naḥman (b. Abba)gibt es auf der Straße!\n",
"R. Ajbu sagte im Namen R. Jannajs:\n"
],
[
"Ein Schriftgelehrter darf nur morgens und abends vor seinem Lehrer aufstehen, damit seine Ehrung nicht größer sei als die Ehrung des Himmels. Man wandte ein: R. Simon b. Elazar sagte: Woher , daß der Alte andere nicht belästigen dürfe? Es heißt: Alten, sollst fürchten. ",
"Weshalb sollte er es nicht, wenn nur morgens und abends, dies ist die Pflicht!? Wahrscheinlich den ganzen Tag. – Nein, tatsächlich nur morgens und abends, dennoch darf er, soweit möglich, andere nicht belästigen. ",
"R. Elea͑zar sagte: Ein Schriftgelehrter, der vor seinem Lehrer nicht aufsteht, heißt ein Frevler; er lebt nicht lange und sein Studium gerät in Vergessenheit. Es heißt:nicht gutgehen wird es dem Frevler, gleich dem Schatten wird er nicht lange leben, weil er nicht vor Gott fürchtet. Ich würde nicht gewußt haben, welche Furcht hier zu verstehen sei, wenn es aberheißt: du sollst vor deinem Gott fürchten, so ist hier die Furcht hinsichtlich des Aufstehens zu verstehen. – ",
"Vielleicht die Furcht hinsichtlich des Wuchers, oder die Furcht hinsichtlich der Gewichte!? – R. Elea͑zar folgert aus [dem Worte:] vor. ",
"Sie fragten: Muß der Sohn vor seinem Vater aufstehen, wenn er dessen Lehrer ist? – Komm und höre: Šemuél sagte zu R. Jehuda: Scharfsinniger, stehe vor deinem Vaterauf. – Anders verhielt es sich bei R. Jeḥezqel, der ein Mann von Taten war, vor dem sogar Mar Šemuél aufzustehen pflegte. – ",
"Wozu brauchte er es ihm demnach zu sagen!? – Er sagte ihm folgendes: sollte es vorkommen, daß er hinter mirkommt, so stehe du vor ihm auf und achte nicht auf meine Ehrung. ",
"Sie fragten: Muß der Vater vor seinem Sohne aufstehen, wenn dieser sein Lehrer ist? – Komm und höre: R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Ich brauchte vor meinem Sohne nicht aufzustehen, jedoch [tu ich dies] wegen der Ehrungdes Fürstenhauses. ",
"Nur aus dem Grunde, weil er dessen Lehrer war, wenn aber dieser sein Lehrer wäre, würde er vor ihm aufgestanden sein. – Er meint es wie folgt: ich brauchte vor meinem Sohne nicht aufzustehen, selbst wenn er mein Lehrer wäre, denn ich bin sein Vater, jedoch [tu ich dies] wegen der Ehrung des Fürstenhauses. ",
"Sie fragten: Gleicht das Reiten dem Gehenoder nicht? – Komm und höre: Wenn der Unreine unter dem Baume sitztund der Reine steht, so ist er unrein, ",
"wenn der Unreine unter dem Baume steht und der Reine sitzt, so ist er rein, wenn aber der Unreine sich niedersetzt, so ist der Reine unrein. ",
"Dasselbe gilt auch von einem aussätzigenSteine. Hierzu sagte R. Naḥman b. Kahan, hieraus sei zu entnehmen, daß das Reitendem Gehen gleiche. Schließe hieraus. ",
"Sie fragten: Muß man vor einer Torarolle aufstehen? R. Ḥilqija, R. Simon und R. Elea͑zar sagten: Es ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn man vor den sie Studierenden aufstehen muß, um wieviel mehr vor ihr selbst. ",
"Einst saßen R. Elea͑zar und R. Ja͑qob b. Zabhdi, und als R. Šimo͑n b. Abba an ihnen vorüberging, standen sie vor ihm auf. Da sprach er zu ihnen: Erstens seid ihr Gelehrte und ich nur Genosse, und zweitens sollte denn die Toravor den sie Studierenden aufstehen!? ",
"Er ist der Ansicht R. Elea͑zars, denn R. Elea͑zar sagte, ein Schriftgelehrter dürfe, wenn er sich mit der Tora befaßt, vor seinem Lehrer nicht aufstehen. Abajje fluchte darüber. ",
"Sie schauten Moše nach, bis er zum Zelte kam. R. Ami und R. Jiçḥaq der Schmied [streiten hierüber]; einer sagt, zur Beschimpfung, und einer sagt, aus Hochachtung. Einer sagt, zur Beschimpfung, wie dies mitgeteiltwird, und einer sagt aus Hochachtung, denn Ḥizqija sagte im Namen ",
"R. Ḥananjas, des Sohnes R. Abahus, im Namen R. Abahus im Namen des R. Evdämi aus Ḥajpha: Wenn ein Gelehrter vorübergeht, stehe man vor ihm [in einer Entfernung] von vier Ellen auf, und wenn er vorüber ist, setze man sich nieder; wenn das Gerichtsoberhaupt vorübergeht, stehe man vor ihm auf, sobald man ihn erblickt, und wenn er vorüber ist, setze man sich nieder; wenn der Fürst vorübergeht, stehe man auf, sobald man ihn erblickt, und setze sich erst dann nieder, wenn dieser auf seinem Platze sitzt, denn es heißt: sie schauten Moše nach, bis er zum Zelte kam. ",
"ZU ALLEN VOW EINER FESTGESETZTEN ZEIT BEDINGTEN GEBOTEN. Die Rabbanan lehrten: Von einer festgesetzten Zeit bedingte Gebote sind Festhütte, Feststrauß, Posaune, Çiçithund "
],
[
"Tephillin.\n",
"Von einer festgesetzten Zeit nicht bedingte Gebote sind Mezuza, Geländer, Fund[ablieferung] und Fliegenlassen des Nest[vogels]. –\n",
"Ist dies denn eine stichhaltige Regel, das Ungesäuerte, die Festfreudeund die Versammlungsind ja von einer festgesetzten Zeit bedingte Gebote, dennoch sind Frauen hierzu verpflichtet!? Ferner sind Studium der Tora, Fortpflanzung und die Auslösung des [erstgeborenen] Sohnes von einer festgesetzten Zeit nicht bedingte Gebote, dennoch sind Frauen davon frei!?\n",
"R. Joḥanan erwiderte: Aus Regeln ist nichts zu entnehmen, selbst wenn es ‘ausgenommen’ heißt.\n",
"Wir haben nämlich gelernt: Mit allem kann man einen E͑rub machen zur Vereinigung und zur Verbindung, ausgenommen Wasser und Salz. Gibt es denn weiter nichtsmehr, es gibt ja noch Schwämme und Morcheln!? Vielmehr ist aus Regeln nichts zu entnehmen, selbst wenn es ‘ausgenommen’ heißt.\n",
"Woher, daß Frauen frei sind von Geboten, die von einer festgesetzten Zeit bedingt sind? – Es ist von den Tephillin zu folgern: wie Frauen von den Tephillin frei sind, ebenso sind sie von allen von einer festgesetzten Zeit bedingten Geboten frei. Hinsichtlich der Tephillin ist es vom Studium der Tora zu folgern: wie Frauen vom Studium der Tora frei sind, ebenso sind Frauen von den Tephillin frei. –\n",
"Sollte man doch die Tephillin mit der Mezuza vergleichen!? – Die Tephillin gleichen dem Studium der Tora sowohl im ersten Abschnitteals auch im zweiten Abschnitte, dagegen aber gleichen die Tephillin nicht der Mezuza im zweiten Abschnitte. –\n",
"Sollte man doch die Mezuza mit dem Studium der Toravergleichen!? – Dies ist nicht einleuchtend. Es heißt:damit sich mehren eure Tage; sollen denn nur Männer [lange] leben und Frauen nicht!? –\n",
"Die Festhütte ist ja ein von einer festgesetzten Zeit bedingtes Gebot, denn es heißt:sieben Tage sollt ihr in Hütten sitzen, dennoch sind Frauen nur deshalb ausgeschlossen, weil der Allbarmherzige der Eingesessene geschriebenhat, sonst aber wären sie dazu verpflichtet!?\n",
"Abajje erwiderte: Diesist nötig; es heißt: in Hütten sollt ihr sitzen, und man könnte glauben, Sitzen gleich dem Wohnen, wie in der Wohnung Mann und Frau weilen, ebenso auch in der Festhütte Mann und Frau.\n",
"Raba erwiderte:\n"
],
[
"Diesist nötig; man könnte glauben, es sei durch [das Wort] fünfzehn, das auch beim Pesaḥfeste gebraucht wird, zu folgern, wie da Frauen verpflichtet sind, ebenso seien sie auch hierbei verpflichtet; daher ist es nötig. –\n",
"Das Erscheinenist ja ein von einer festgesetzten Zeit bedingtes Gebot, dennoch sind Frauen nur deshalb ausgeschlossen, weil der Allbarmherzige deine Mannschaft geschrieben hat, sonst aber wären sie dazu verpflichtet!? –\n",
"Diesist nötig, denn man könnte glauben, es sei durch [das Wort] erscheinen, das auch bei der Versammlunggebraucht wird, zu folgern. –\n",
"Weshalb wird diesvon den Tephillin gefolgert, zur Befreiung, sollte es doch von der Festfreude gefolgert werden, zur Verpflichtung!? Abajje erwiderte: Die Festfreude der Frau erfolgt durch ihren Mann. –\n",
"Wie ist es hinsichtlich einer Witwe zu erklären!? –\n",
"Bei dem sie weilt. – Sollte es doch von der Versammlung gefolgert werden!? – Vom Ungesäuerten und von der Versammlung lehren zwei Schriftversedasselbe, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichtszu folgern. –\n",
"Auch von den Tephillin und dem Erscheinen lehren ja zwei Schriftverse dasselbe, demnach sollte von diesen nichts zu folgern sein!? – Beide sind nötig. Würde der Allbarmherzige es nur von den Tephillin und nicht vom Erscheinen geschrieben haben, so könnte man glauben, daß man durch [das Wort] erscheinen, das auch bei der Versammlung gebraucht wird, von dieser folgere.\n",
"Und würde der Allbarmherzige es nur vom Erscheinen und nicht von den Tephillin geschrieben haben, so könnte man glauben, daß man die Tephillin mit der Mezuza vergleiche. Daher ist beides nötig. –\n",
"Demnach ist dies ja auch bei Ungesäuertem und Versammlung nötig!? – Wieso ist beides nötig: allerdings könnte man, wenn der Allbarmherzige es nur von der Versammlung und nicht vom Ungesäuerten geschrieben hätte, glauben, man folgere durch [das Wort] fünfzehn vom Hüttenfeste,\n",
"aber der Allbarmherzige sollte es doch nur vom Ungesäuerten geschrieben haben und nicht von der Versammlung, und man würde gefolgert haben: wenn Kinderdazu verpflichtet sind, um wieviel mehr Frauen. Es sind daher zwei Schriftverse, die dasselbe lehren, von denen nichts zu folgern ist. –\n",
"Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, von solchen sei nichts zu folgern, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, es sei zu folgern!?\n",
"Ferner: daß Frauen zu von einer festgesetzten Zeit nicht bedingten Geboten verpflichtet sind, wird ja von der Ehrfurchtgefolgert, wie Frauen hierzu verpflichtet sind, ebenso sind sie auch zu allen von einer festgesetzten Zeit nicht bedingten Geboten verpflichtet; sollte man doch vom Studium der Torafolgern!? –\n",
"Vom Studium der Tora und von der Fortpflanzung lehren zwei Schriftversedasselbe, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu folgern. –\n"
],
[
"Wie ist es aber nach R. Joḥanan b. Beroqa zu erklären, welcher sagt, auf beide beziehe sich der Schriftvers:Gott segnete sie &c. seid fruchtbar und mehreteuch!? – Vom Studium der Tora und von der Auslösung des [erstgeborenen] Sohnes lehren zwei Schriftversedasselbe, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu folgern. –\n",
"Sollten doch nach R. Joḥanan b. Beroqa Fortpflanzung und Ehrfurcht als zwei Schriftverse gelten, die dasselbe lehren, von denen nichts zu folgern ist!? – Beide sind nötig. Würde der Allbarmherzige es nur von der Ehrfurcht und nicht von der Fortpflanzung geschrieben haben, so könnte man glauben, das Wort bezwingen, das der Allbarmherzige hierbeigebraucht, besage, daß dies nur vom Manne gelte, dem das Bezwingen eigenist, nicht aber von der Frau, der das Bezwingen nicht eigen ist.\n",
"Und würde er es nur von der Fortpflanzung und nicht von der Ehrfurcht geschrieben haben, so könnte man glauben, dies gelte nur vom Manne, der in der Ausführung unbehindert ist, die Frau aber, diein der Ausführung nicht unbehindert ist, sei dazu überhaupt nichtverpflichtet. Daher ist beides nötig. –\n",
"Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, von zwei Schriftversen, die dasselbe lehren, sei nichts zu folgern, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, es sei wohl zu folgern!? Raba erwiderte: Ein Papunäerweiß dies zu erklären,\n",
"das ist R. Aḥa b. Ja͑qob. Die Schrift sagt:es soll dir ein Merkmal an deiner Hand und eine Erinnerung zwischen deinen Augen sein, damit die Lehre des Herrn in deinem Munde sei; die ganze Tora wird mit den Tephillin verglichen; wie die Tephillin ein von einer festgesetzten Zeit bedingtes Gebot sind, und Frauen davon frei sind, ebenso sind Frauen von allen anderen von einer festgesetzten Zeit bedingten Geboten frei. Ferner sind Frauen, da sie von von einer festgesetzten Zeit bedingten Geboten befreit worden sind, zu von einer festgesetzten Zeit nicht bedingten Geboten verpflichtet. –\n",
"Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, die Tephillin seien ein von einer festgesetzten Zeit bedingtes Gebot, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, die Tephillin seien ein von einer festgesetzten Zeit nicht bedingtesGebot!? – Derjenige, welcher sagt, die Tephillin seien ein von einer festgesetzten Zeit nicht bedingtes Gebot, ist R. Meír, und er ist der Ansicht, von zwei Schriftversen, die dasselbe lehren, sei nichts zu folgern. –\n",
"Wie ist es aber nach R. Jehuda zu erklären, welcher sagt, von zwei Schriftversen, die dasselbe lehren, sei zu folgern, und die Tephillin seien ein von einer festgesetzten Zeit nicht bedingtes Gebot!? – Ungesäuertes, Festfreude und Versammlung sind drei Schriftverse, die dasselbe lehren, und wenn drei Schriftverse dasselbe lehren, so istvon diesen nichts zu folgern.\n",
"ALLE VERBOTE ABER &C. Woher dies? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs, und ebenso wurde es in der Schule R. Jišma͑éls gelehrt: Die Schrift sagt:wenn ein Mann oder eine Frau irgend eine Sünde der Menschen begeht; die Schrift hat damit die Frau dem Manne hinsichtlich aller Strafgesetze der Tora gleichgestellt.\n",
"In der Schule R. Elie͑zers wurde gelehrt: Die Schrift sagt:die du ihnen vorlegen sollst; die Schrift hat damit die Frau dem Manne hinsichtlich aller Zivilgesetze der Tora gleichgestellt. In der Schule Ḥizqijas wurde gelehrt: Die Schrift sagt:und einen Mann oder eine Frau tötet; die Schrift hat damit die Frau dem Manne hinsichtlich aller Todesarten der Tora gleichgestellt.\n",
"Und [all diese Schriftverse] sind nötig. Würde er nur den ersten gelehrt haben, so könnte man glauben, der Allbarmherzige habe sie geschont, damit sie Sühne erlange, das Zivilgesetz aber gelte nur für den Mann, der Handel treibt, nicht aber für die Frau.\n",
"Würde er es nur von diesem gelehrt haben, so könnte man glauben, wegen ihres Unterhaltes, das Gesetz vom Lösegelde aber gelte\n"
],
[
"nur für den Mann, der zu den Geboten verpflichtet ist, nicht aber für die Frau. Und würde er es nur von diesem gelehrt haben, so könnte man glauben, der Allbarmherzige habe sie diesbezüglich geschont, weil es sich um die Einbüßung des Lebens handelt, nicht aber gelte dies von jenen beiden. Daher sind alle nötig.\n",
"AUSGENOMMEN DAS VERBOT DES RUNDSCHERENS, DES ZERSTÖRENS &C. Erklärlich ist dies vom Verbote der Verunreinigung an Toten, denn es heißt:sprich zu den Priestern, den Söhnen Ahrons, den Söhnen Ahrons, nicht aber den Töchtern Ahrons; woher dies aber vom Verbote des Rundscherens und des Zerstörens? –\n",
"Es heißt:ihr sollt den Rand eures Haupthaares nicht rundscheren und den Rand deines Bartes sollst du nicht zerstören; wer [dem Verbote] des Zerstörens unterworfen ist, ist auch dem des Rundscherens unterworfen, Frauen aber, die dem des Zerstörens nicht unterworfen sind, sind auch dem des Rundscherens nicht unterworfen. –\n",
"Woher, daß sie dem des Zerstörens nicht unterworfen sind? – Wenn du willst, aus einem Vernunftgrunde: weil sie keinen Bart haben. Wenn du aber willst, aus einem Schriftverse: ihr sollt den Rand eures Haupthaares nicht rundscheren und den Rand deines Bartes sollst du nicht zerstören;\n",
"die Schrift ändert die Redewendung, denn der Allbarmherzige sollte schreiben: den Rand eures Bartes, und es heißt: deines Bartes, nämlich deines Bartes, nicht aber des Bartes deiner Frau. –\n",
"Etwa nicht, es wird ja gelehrt, wenn eine Frau oder ein Kastrat Barthaare bekommt, gelten diese in jeder Beziehung als Bart; wohl hinsichtlich des Zerstörens!?\n",
"Abajje erwiderte: Du kannst nicht sagen, daß dies hinsichtlich des Zerstörens gelte, denn durch [das Wort] Rand, das auch bei den Söhnen Ahronsgebraucht wird, ist zu folgern, wie daFrauen davon befreit sind, ebenso sind auch hierbei Frauen davon befreit. –\n",
"Sollte doch, wenn man annimmt, [die Worte] Söhne Ahrons beziehen sich auf den ganzenAbschnitt, die Schrift davonschweigen, und man würde es durch [einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere gefolgert haben: wenn es bei den Priestern, denen die Schrift mehr Gebote auferlegt hat, nur von den Söhnen Ahrons und nicht den Töchtern Ahrons gilt, um wieviel mehr bei Jisraéliten!? –\n",
"Wenn nicht die Wortanalogie, könnte man glauben, das Thema sei zu trennen. –\n",
"Auch jetzt kann man ja sagen, das Thema sei zu trennen, und die Wortanalogiesei für die folgende Lehre nötig!? Sollen sie nicht abscheren; man könnte glauben, man sei schuldig, wenn man ihn mit einer Schere abgenommen hat, so heißt es: sollst du nicht zerstören;\n",
" man könnte nun glauben, man sei schuldig, wenn man ihn mit einer Zange oder Feile entfernt hat, so heißt es: sollen sie nicht abscheren; dies gilt von einem Scheren, wobei ein Zerstören erfolgt, mit einem Schermesser. –\n",
"Es sollte doch heißen : dendeines Bartes, wenn es aber den Rand deines Bartes heißt, so ist beides zu entnehmen. –\n",
"In welcher Hinsicht wird demnach gelehrt, wenn eine Frau oder ein Kastrat Barthaare bekommt, gelten diese in jeder Beziehung als Bart!? – Hinsichtlich der Verunreinigung durch Aussatz. – Von der Verunreinigung durch Aussatz heißt es ja ausdrücklich:\n",
"wennbei einem Manne oder einer Frau ein Aussatz entsteht am Kopfe oder am Barte!? Vielmehr, erwiderte Mar Zuṭra: Hinsichtlich der Reinigung vom Aussatze. –\n",
"Auch hinsichtlich der Reinigung vom Aussatze ist es ja selbstverständlich: wenn es bei der Unreinheit berücksichtigt wird, so gilt dies ja auch bei der Reinigung!? – Diesist nötig; man könnte glauben, [der Schriftvers] sei zu teilen: wenn bei einem Manne oder einer Frau ein Aussatz entsteht am Kopfe, [und die Worte] oder am Barte beziehen sich nur auf den Mann, so lehrt er uns.\n",
"Isi lehrte: Auch dem Verbote des Glatzenscherenssind Frauen nicht unterworfen. – Was ist der Grund Isis? – Er erklärt [den Schriftvers] wie folgt:Ihr seid Söhne des Herrn, eures Gottes, macht euch keine Ritzungen und scheret keine Glatze zwischen euren Augen um einen Toten, denn ein heiliges Volk bist du dem Herrn, deinem Gott; Söhne und nicht Töchter, nur hinsichtlich des Glatzenscherens. – \n",
"Du sagst, nur hinsichtlich des Glatzenscherens, vielleicht ist dem nicht so, sondern auch hinsichtlich der Ritzungen!? – Wenn es heißt: denn ein heiliges Volk bist du dem Herrn, deinem Gott, so bezieht diessich ja auf Ritzungen, somit ist [die Einschränkung:] Söhne, und nicht Töchter, auf das Glatzenscheren zu beziehen. – \n",
"Was veranlaßt dich, Ritzungen einzuschließen und das Glatzenscheren auszuschließen!? – Ich schließe Ritzungen ein, die sowohl an haarigen Stellen als auch an haarlosen Stellen erfolgen können, und ich schließe das Glatzenscheren aus, das nur an haarigen Stellen erfolgen kann. – \n",
"Vielleicht gilt dies von Söhnen und nicht von Töchtern sowohl hinsichtlich des Glatzenscherens als auch hinsichtlich der Ritzungen, und [die Worte]: denn ein heiliges Volk bist du dem Herrn, deinem Gott, beziehen sich auf Einschnitte!? – Isi ist der Ansicht, \n"
],
[
"Einschnitte und Ritzungen seien dasselbe.\n",
" Abajje erklärte: Folgendes ist der Grund Isis: er folgert es durch [das Wort] Glatze, das auch bei den Söhnen Ahronsgebraucht wird; wie da Frauen freisind, ebenso sind sie auch hierbei frei. – \n",
" Sollte doch, wenn man annimmt, der Schriftversbeziehe sich auf den ganzenAbschnitt, die Schrift davon schweigen, und man würde es [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere gefolgert haben: wenn es bei Priestern, denen die Schrift mehr Gebote auferlegt hat, nur von den Söhnen Ahrons und nicht von den Töchtern Ahrons gilt, um wieviel mehr bei Jisraéliten!? – \n",
" Wenn nicht die Wortanalogie, könnte man glauben, das Thema sei zu trennen. – \n",
" Auch jetzt kann man ja sagen, das Thema sei zu trennen, und die Wortanalogie sei für die folgende Lehre nötig !?Sie sollen sich nicht glatt scheren; man könnte glauben, wer sich vier oder fünf Glatzen geschoren hat, sei nur einmal strafbar, so heißt es eine Glatze, wonach er wegen jeder besonders schuldig ist. \n",
" An ihrem Kopfe, worauf deutet dies? Da es heißt: macht euch keine Ritzungen und scheret keine Glatze zwischen euren Augen um einen Toten, so könnte man glauben, man sei nur dann strafbar, wenn zwischen den Augen, woher, daß der ganze Kopf einbegriffen ist? Es heißt: an ihrem Kopfe, wonach es am ganzen Kopfe ebenso strafbar ist, wie zwischen den Augen. \n",
" Ich weiß dies nur von Priestern, denen die Schrift mehr Gebote auf erlegt hat, woher dies von Jisraéliten? Hier heißt es Glatze und dortheißt es Glatze; wie man hierbei wegen jeder Glatze besonders, und dies am ganzen Kopfe wie zwischen den Augen strafbar ist, ebenso auch dort wegen jeder Glatze besonders, und am ganzen Kopfe wie zwischen den Augen; \n",
" und wie dort um einen Toten, ebenso auch hierbei um einen Toten. – Die Schrift sollte gereḥgeschrieben haben, wenn es aber qorḥa heißt, so ist beides zu entnehmen. \n",
" Raba erklärte: Folgendes ist der Grund Isis: er folgert es durch [die Worte] zwischen euren Augen, die auch bei den Tephillingebraucht werden; wie da Frauen frei sind, ebenso sind auch hierbei Frauen frei. – Weshalb erklärt Raba nicht wie Abajje? – Ihm leuchtet [die Unterscheidung zwischen] qereḥ und qorḥa nicht ein. – \n",
" Weshalb erklärt Abajje nicht wie Raba? Er kann dir erwidern: hierausist hinsichtlich der Tephillin selbst zu folgern: wie bei der Glatze die höchste Stelle des Kopfes zu verstehen ist, wo eine solche gemacht werden kann, ebenso ist die Stelle des Anlegensdie höchste am Kopfe. – \n",
" Wofür sind sowohl nach Abajje als auch nach Raba [die Warte:] ihr seid Söhne des Herrn, eures Gottes, zu verwenden? – Diese sind für folgende Lehre zu verwenden: Ihr seid Söhne des Herrn, eures Gottes, wenn ihr euch wie Söhne betragt, heißt ihr Söhne, wenn ihr euch nicht wie Söhne betragt, heißt ihr nicht Söhne – so R. Jehuda. \n",
" R. Meír sagt, ob so oder so heißt ihr Söhne, denn es heißt:törichte Söhne sind sie; ferner: Söhne, in denen keine Treue ist; ferner:entartete Söhne; ferner:es wird geschehen, statt daß man sie Nichtmeinvolk nennt, wird man sie Söhne des lebendigen Gottes nennen. – \n",
" Wozu das ‘ferner’? – Man könnte glauben, töricht heißen sie Söhne, ist aber in ihnen keine Treue, heißen sie nicht Söhne, so heißt es ferner: Söhne, denen keine Treue ist. \n",
" Man könnte glauben, auch wenn in ihnen keine Treue ist, heißen sie Söhne, wenn sie aber Götzen dienen, heißen sie nicht Söhne, so heißt es ferner: Brut der Missetäter, entartete Söhne. Endlich könnte man glauben, sie heißen wohl entartete Söhne, nicht aber gute Söhne, so heißt es ferner: es wird geschehen, statt daß man sie Nichtmeinvolk nennt, wird man sie Söhne des lebendigen Gottes nennen.\n",
"DAS STÜTZEN, DAS SCHWINGEN, DAS HERANBRINGEN, DAS ABHEBEN, DAS AUFRÄUCHERN, DAS ABKNEIFEN, DIE AUFNAHMEUND DAS SPRENGENERFOLGT NUR DURCH MÄNNER UND NICHT DURCH FRAUEN, AUSGENOMMEN DAS SPEISOPFER DER EHEBRUCHSVERDÄCHTIGTENUND DER NEZIRA, BEI DENEN DIESE ZU SCHWINGEN HABEN.\n",
"GEMARA. DAS STÜTZEN. Denn es heißt:sprich zu den Söhnen Jisraél &c. er stütze; die Söhne Jisraél stützen, nicht aber stützen die Töchter Jisraél.\n",
"DAS SCHWINGEN. [Denn es heißt :]sprich zu den Söhnen Jisraél &c. er schwinge; die Söhne Jisraél schwingen, nicht aber schwingen die Töchter Jisraél.\n",
"DAS HERANBRINGEN. Denn es heißt:dies ist das Gesetz des Speisopfers; die Söhne Ahrons sollen es darbringen; die Söhne Ahrons und nicht die Töchter Ahrons.\n",
"DAS ABHEBEN. Denn es heißt:er bringe es zu den Söhnen Ahrons &c. und er hebe ab; die Söhne Ahrons heben ab and nicht die Töchter Ahrons.\n",
"DAS AUFRÄUCHERN. Denn es heißt :die Söhne Ahrons sollen es aufräuchern; die Söhne Ahrons und nicht die Töchter Ahrons.\n",
"DAS ABKNEIFEN. Denn es heißt :er kneife ab und er räuchere auf, womit das Abkneifen mit dem Aufräuchern verglichen wird.\n",
"DIE AUFNAHME. Denn es heißt:die Söhne Ahrons sollen es heranbringen, und der Meister sagte, \n"
],
[
"unter heranbringen, sei die Aufnahme des Blutes zu verstehen.\n",
"DAS SPRENGEN. Welches Sprengen ist hier zu verstehen, wenn das der [roten]Kuh, so wird ja bei dieser Eleázargenannt, und wenn das innerhalbzu erfolgende, so wird ja dabei der gesalbte Priestergenannt!? – Vielmehr, das Sprengen beim Geflügel[opfer], \n",
"was [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern ist: wenn bei einem Vieh, bei dem die Schlachtung nicht durch einen Priester zu erfolgen braucht, die Sprengung durch einen Priester erfolgen muß, um wieviel mehr muß bei einem Geflügel, bei dem das Abkneifen durch einen Priester erfolgen muß, das Sprengen durch einen solchen erfolgen.\n",
"AUSGENOMMEN DAS SPEISOPFER DER EHEBRUCHSVERDÄCHTIGTEN UND DER NEZIRA. R. Elea͑zarsprach zu seinem AltersgenossenR. Jošija: Du setzt dich nicht hin, bis du mir folgendes erklärt hast. Woher, daß das Speisopfer der Ehebruchsverdächtigten des Schwingens benötigt? – ‘Woher’, bei diesem selbst heißt es ja :er schwinge das Speisopfer!? – Vielmehr, woher, daß das Schwingen durch den Eigentümer erfolgen müsse? – \n",
"Dies ist durch [das Wort] Hand vom Friedensopfer zu folgern; hierbei heißt es :der Priester nehme aus der Hand der Frau, und dort heißt es:seine Hände sollen bringen; \n",
"wie hierbei der Priester, ebenso dort der Priester, und wie dort der Eigentümer, ebenso hier der Eigentümer. Wie erfolgt dies? Der Priester lege seine Hände unter die Hände des Eigentümers und schwinge. – \n",
"Wir wissen dies von der Ehebruchsverdächtigten, woher dies von der Nezira? – Dies ist durch [das Wort] Handfläche von der Ehebruchsverdächtigten zu folgern.\n",
"ixJEDES GESETZ, DAS MIT DEM [JISRAÉLITISCHEN] LANDE ZUSAMMENHÄNGT, GILT NUR IM LANDE UND DAS NICHT MIT DEM LANDE ZUSAMMENHÄNGT, GILT SOWOHL IM LANDE ALS AUCH AUSSERHALB DES LANDES, \n"
],
[
"AUSGENOMMEN [DIE GESETZE] VOM UNGEWEIHTEN UND VON DER MISCHFRUCHT; R. ELIE͑ZER SAGT, AUCH DAS VOM NEUEN.\n",
"GEMARA. Was heißt ‘zusammenhängt’ und was heißt ‘nicht zusammenhängt’; wollte man sagen, zusammenhängt’ heiße, wenn dabei das Kommenerwähnt wird, und ‘nicht zusammenhängt’ heiße, wenn dabei das Kommen nicht erwähnt wird, so wird ja das Kommen auch bei den Tephillin und beim Erstgeborenen des Eselserwähnt, dennoch gelten diese sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes!? \n",
"R. Jehuda erwiderte: Er meint es wie folgt: jedes Gesetz, wobei die Person pflichtig ist, gilt sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes, und wobei das Land pflichtigist, gilt nur im Lande. – \n",
"Woher dies? – Die Rabbanan lehrten :Dies sind die Satzungen, das sind die Schriftauslegungen; und die Vorschriften, das sind die Rechtsgesetze; die ihr beobachten sollt, das ist das Studium; zu tun, das ist die Ausübung. \n",
"Aus [dem Worte] im Lande könnte man entnehmen, all diese Gesetze gelten nur im Lande, so heißt es: alle Tage, die ihr auf dem Erdboden lebt. Aus [den Worten] alle Tage könnte man entnehmen, sie gelten sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes, \n",
"so heißt es: im Lande. Da die Schrift einschließt und ausschließt, so richte man sich nach dem, was im Abschnitte genannt ist:vernichten sollt ihr all die Orte, woselbst die Völker gedient haben; wie der Götzendienst sich dadurch auszeichnet, daß dabei die Person pflichtig ist, und dies gilt sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes, ebenso gelten alle anderen Gesetze, wobei die Person pflichtig ist, sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes.\n",
"AUSGENOMMEN [DIE GESETZE] VOM UNGEWEIHTEN UND VON DER MISCHFRUCHT. Sie fragten: Streitet R. Elie͑zer erleichternd oder erschwerend? \n",
"Streitet er erschwerend, denn der erste Autor lehrt wie folgt: ausgenommen [die Gesetze] vom Ungeweihten und von der Mischfrucht, hinsichtlich welcher eine überlieferte Lehrebesteht, obgleich anzunehmen wäre, es seien Gesetze, wobei das Land pflichtig ist, das Gesetz vom Neuen aber gilt nur im Lande und nicht außerhalb des Landes, \n",
"weil unter ‘Wohnort’der Besitz und die Eingesessenheitzu verstehen ist, \n",
"und hierzu sagt R. Elie͑zer, auch [das Gesetz] vom Neuen gelte sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes, weil unter ‘Wohnort’ jeder Ort, in dem ihr wohnt, zu verstehen ist. \n",
"Oder aber streitet er erleichternd, denn der erste Autor lehrt wie folgt: ausgenommen [die Gesetze] vom Ungeweihten und von der Mischfrucht, hinsichtlich welcher eine überlieferte Lehrebesteht, und um so mehr gilt dies [vom Gesetze] vom Neuen, weil unter ‘Wohnort’ jeder Ort, in dem ihr wohnt, zu verstehen ist, \n",
"und hierzu sagt R. Elie͑zer, [das Gesetz] vom Neuen gelte nur im Lande, weil unter ‘Wohnort’ der Besitz und die Eingesessenheit zu verstehen ist. [Das Wort] ‘auchbezieht sich demnach auf das Vorangehende. \n",
"Komm und höre: Abajje sagte: Derjenige, der gegen R. Elie͑zer streitet, ist R. Jišma͑él, denn es wird gelehrt: Dieslehrt dich, daß unter ‘Wohnort’ überall der Besitz und die Eingesessenheit zu verstehen ist – so R. Jišma͑él. \n",
"R. A͑qiba sprach zu ihm: Beim Šabbath[gesetze] heißt esja ‘Wohnort’, und es gilt sowohl in! Lande als auch außerhalb des Landes!? Dieser erwiderte: Hinsichtlich des Šabbaths wird dies [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert: wenn leichtere Gesetze sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes gelten, um wieviel mehr das strenge Šabbathgesetz]. \n",
"Da nun Abajje sagt, der Autor, der gegen R. Elie͑zer streitet, sei R. Jišma͑él, so ist zu entnehmen, daß R. Elie͑zer erschwerend streite. Schließe hieraus. – \n",
"Merke, R. Jišma͑él spricht ja vom Gußopfer, und beim Gußopfer werden ja [die Worte] ‘kommen’ und ‘Wohnort’ genannt!? – \n"
],
[
"Er meint es wie folgt: dies lehrt, daß überall, wo es ‘kommen’ und ‘Wohnort’ heißt, der Besitz und die Eingesessenheit zu verstehen ist – so R. Jišma͑él. – \n",
"Wieso erwiderte er demnach auf den Einwand R. A͑qibas, beim Šabbath heiße es ‘Wohnort’, hinsichtlich des Šabbath[gesetzes] werde dies [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert, sollte er ihm doch erwidert haben: ich spreche von [den Worten] ‘kommen’ und ‘Wohnort’!? – Er erwiderte ihm das eine und noch ein anderes: erstens spreche ich von [den Worten] ‘kommen’ und ‘Wohnort’, und zweitens ist gegen deine Einwendung, beim Šabbath[gesetz] heiße es ‘Wohnort’, [zu erwidern:] hinsichtlich des Šabbath[gesetzes] wird dies [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert. – \n",
"Worin besteht ihr Streit? – Sie streiten darüber, ob in der WüsteGußopfer dargebracht worden sind. R. Jišma͑e͑l ist der Ansicht, in der Wüste seienkeine Gußopfer dargebracht worden, und R. A͑qiba ist der Ansicht, in der Wüste seien Gußopfer dargebracht worden.\n",
"Abajje sagte: Dieser Autor der Schule R. Jišma͑éls folgert es aus der Lehre eines anderen Autors der Schule R. Jišma͑éls. \n",
"In der Schule R. Jišma͑éls wurde nämlich gelehrt: Da in der Tora oft das Kommen schlechthin erwähnt wird, und an einer Stelledie Schrift dies mit Besitz und Eingesessenheit erklärt, so ist darunter auch überall Besitz und Eingesessenheit zu verstehen. – \n",
"Und jener!? – Vom Königeund von den Erstlingenlehren zwei Schriftverse dasselbe, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu folgern. – \n",
"Und der andere? – Beide sind nötig. Würde der Allbarmherzige es nur beim Könige und nicht bei den Erstlingen geschrieben haben, so könnte man glauben, die Erstlinge, die einen Genuß gewähren, beginnensofort. Und würde er es nur bei den Erstlingen und nicht beim Könige geschrieben haben, so könnte man glauben, der König könne die Eroberung sofort beginnen. – \n",
"Und jener!? – Sollte der Allbarmherzige es beim Könige und nicht bei den Erstlingen geschrieben, und ich würde gefolgert haben: wenn [das Gesetz] vom Könige, der die Eroberung sofort beginnen kann, erst nach der Besitznahme und der Eingesessenheit gilt, um wieviel mehr das der Erstlinge. – \n",
"Und der andere!? – Wenn der Allbarmherzige es [nur bei jenem] geschrieben hätte, könnte man glauben, diese gleichen der Teighebe, so lehrt er uns.\n",
"Wozu schrieb der Allbarmherzige, wenn du sagst, alles, wobei die Person pflichtig ist, gelte sowohl im Jisraéllande als auch außerhalb des Landes, [das Wort] ‘Wohnort’ beim Šabbathgesetze]!? – Dies ist nötig; man könnte glauben, [der Šabbath] benötige, da es im Abschnitte von den Festen geschrieben ist, der Weihunggleich den Festen, so lehrt er uns. – \n",
"Wozu schrieb der Allbarmherzige [das Wort] ‘Wohnort’ beim [Gesetze] von Talg und Blut? – Dies ist nötig; da es im Abschnitte von den Opfern geschrieben ist, so könnte man glauben, zur Zeit, wo die Opfer[gesetze] gelten, seien auch Talg und Blut verboten, nicht aber zur Zeit, wo die Opfer[gesetze] nicht gelten, so lehrt er uns. – \n",
"Wozu schrieb der Allbarmherzige [das Wort] ‘Wohnort’ [beim Gesetze] vom Ungesäuerten und dem Bitterkraute? – Dies ist nötig; da es heißt: mit Ungesäuertem und Bitterkraut sollen sie es essen, so könnte man glauben, nur wenn das Pesaḥopfer dargebracht wird, nicht aber, wenn das Pesaḥopfer nicht dargebracht wird, so lehrt er uns. – \n",
"Wozu schrieb der Allbarmherzige [das Wort] ‘kommen’ beim [Gesetze] von den Tephillin? – Dies ist wiegen einer Lehre der Schule R. Jišma͑éls nötig: Übe dieses Gebot, denn wegen dessen kommst du in das Land. – \n",
"Erklärlich ist nach demjenigen, welcher sagt, unter ‘Wohnort’ sei jeder Ort, in dem ihr wohnt, zu verstehen, der Schriftvers:sie aßen vom Ertrage des Landes vom folgenden Tage des Pesaḥs an; sie aßen vom folgenden Tage des Pesaḥs an, während sie vorher nicht gegessen hatten, \n"
],
[
"denn sie brachten zuerst die Schwingegarbe dar und aßen nachher; \n",
"nach demjenigen aber, welcher sagt, darunter sei der Besitz und die Eingesessenheit zu verstehen, sollten sie doch sofortgegessen haben!? – Sie brauchten dies nicht, \n",
"wie es heißt :und die Kinder Jisraél aßen das Manna vierzig Jahre, bis sie in bewohntes Land kamen; das Manna aßen sie, bis sie an die Grenze des Landes Kenaa͑n kamen. Man kann nicht sagen, bis sie in bewohntes Landkamen, denn es heißt: bis sie an die Grenze des Landes Kenaa͑n kamen, und man kann nicht sagen, bis sie an die Grenze des Landes Kenaa͑n kamen, denn es heißt: bis sie in bewohntes Land kamen; wie ist dies nun zu erklären? Am siebenten Adar starb Mose und das Manna hörte auf niederzufallen, und bis zum sechzehnten Nisanreichten sie mit dem Manna, das sie in ihren Gefäßen hatten. \n",
"Ein Anderes lehrt: Und die Kinder Jisraél aßen das Manna vierzig Jahre; aßen sie es denn vierzig Jahre, sie aßen es ja vierzig Jahre weniger dreißigTage!? Dies besagt vielmehr, daß die Kuchen, die sie aus Miçrajim mitgenommen hatten, den Geschmack des Manna hatten. \n",
"Ein Anderes lehrt: Am siebenten Adar starb Moše und am siebenten Adar ward er geboren. – Woher, daß er am siebenten Adar starb? – Es heißt :und es starb daselbst Moše, der Knecht des Herrn, ferner :die Kinder Jisraél beweinten Moše in A͑rboth Moab dreißig Tage, ferner :und es geschah nach dem Tode Mošes, des Knechtes des Herrn, ferner: mein Knecht Moše ist tot, nun mach dich auf und geh hinüber, \n",
"ferner :geht im Lager umher und gebietet dem Volke also: bereitet euch Mundvorrat, denn binnen drei Tagen geht ihr über den Jarden, ferner :und das Volk kam herauf aus dem Jarden am zehnten des ersten Monats; wenn du hiervon dreiunddreißig Tageabziehst, so findest du, daß Moše am siebenten Adar starb. – \n",
"Woher, daß Moše am siebenten Adar geboren wurde? – Es heißt :Er sprach zu ihnen: Hundertundzwanzig Jahre bin ich heute; ich vermag nicht mehr auszuziehen und einzuziehen. Es brauchte ja nicht heute zu heißen, und wenn es heute heißt, so lehrt dies, daß der Heilige, gepriesen sei er, dasitzt und die Jahre der Frommen (vom Tag) bis auf den Tag und (vom Monat) bis auf den Monat voll werden läßt, wie es heißt :die Zahl deiner Tage werde ich voll machen.\n",
"Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte: Drei Gebote sind den Jisraéliten bei ihrem Einzuge in das Land auferlegt worden, und sie gelten sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes, \n",
"und es ist auch durch einen Schluß zu folgern, daß sie gelten: wenn [das Gesetz] vom Neuen, wobei das Verbot kein dauerndesist, sich nicht auf die Nutznießung erstreckt, und aufgehoben werdenkann, sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes gilt,\n",
"um wieviel mehr gilt [das Gesetz] von der Mischfrucht, wobei das Verbot ein dauerndes ist, sich auf die Nutznießung erstreckt, und nicht aufgehoben werden kann, sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes. Dies gilt in zwei Hinsichten auch vom Ungeweihten. \n",
"R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagte: \n"
],
[
"Jedes Gesetz, das den Jisraéliten vor ihrem Einzuge in das Land[auferlegt worden ist], gilt sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes, und das ihnen nach ihrem Einzuge in das Land[auferlegt worden ist], gilt nur im Lande, ausgenommen die Erlassung von Geldforderungen und die Entlassung der Sklaven, die, obgleich sie ihnen nach ihrem Einzuge in das Land auferlegt worden sind, sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes gelten. – \n",
"Die Erlassung von Geldforderungen ist ja ein an der Person haftendes Gesetz!? – \n",
"Dies ist wegen einer Lehre Rabbis nötig, denn es wird gelehrt: Rabbi sagte:Folgendes Bewenden hat es mit dem erlassen. Die Schrift spricht von zwei Erlassungen, von der Erlassung des Bodens und von der Erlassung von Geldern; zur Zeit, wenn der Boden zu erlassen ist, sind auch Gelder zu erlassen, und zur Zeit, wenn der Boden nicht zu erlassen ist, sind auch Gelder nicht zu erlassen. – \n",
"Vielleicht aber: in Orten, wo der Boden zu erlassen ist, sind auch Gelder zu erlassen, und in Orten, wo der Boden nicht zu erlassen ist, sind auch Gelder nicht zu erlassen!? – Es heißt :denn es ist ein Erlaß für den Herrn auszurufen, allerorts. – \n",
"Die Entlassung von Sklaven ist ja ein an der Person haftendes Gesetz!? – Da es heißt:rufet Freiheit aus im Lande, so könnte man glauben, nur im Lande, nicht aber außerhalb des Landes, so heißt es:es ist ein Jobel, allerorts. – \n",
"Weshalb heißt es demnach im Lande? – Zur Zeit, wenn die Freilassung im Lande? – gilt, gilt sie auch außerhalb des Landes, und wenn die Freilassung im Lande nicht gilt, gilt sie auch nicht außerhalb des Landes.\n",
"Dort haben wir gelernt: Das Neue ist überall nach der Tora verboten, vom Ungeweihten ist eseine Halakha, und von der Mischfrucht ist es eine Bestimmung der Schriftkundigen. Was ist dies für eine Halakha? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Ein Landesbrauch. U͑la erwiderte im Namen R. Joḥanans: Eine Moše am Sinaj überlieferte Halakha. \n",
"U͑la sprach zu R. Jehuda: Erklärlich ist es nach meiner Ansicht, es sei eine Moše am Sinaj überlieferte Halakha, daß zwischen dem zweifelhaften Ungeweihten und der zweifelhaften Mischfrucht unterschiedenwird. \n",
"Wir haben nämlich gelernt: Das zweifelhafte Ungeweihte ist im Lande verboten, in Syrienerlaubtund außerhalb des Landes darf man hinabsteigenund kaufen, jedoch nicht beim Einsammeln Zusehen. \n",
"Hinsichtlich der Mischfrucht aber haben wir gelernt: Wenn in einem Weinberge Grünkraut gepflanztist, und außerhalb desselben Grünkraut verkauft wird, so ist es im Lande verboten, in Syrien erlaubt \n",
"und außerhalb des Landes darf man hinabsteigen und einsammeln [lassen], jedoch nicht mit der Handeinsammeln. \n",
"Nach deiner Erklärung sollte er doch \n"
],
[
"entweder bei beiden lehren: hinabsteigen und kaufen, oder bei beiden: hinabsteigen und einsammeln [lassen]!? – Šemuél sagte auch zu R. A͑nan: lies entweder bei beiden: hinabsteigen und kaufen, oder bei beiden: hinabsteigen und einsammeln [lassen]. Mar, der Sohn Rabanas, lehrte bei beiden erleichternd: hinabsteigen und einsammeln, jedoch nicht mit der Hand einsammeln. \n",
"Levi sprach zu Šemuél: Arjokh, reichmir, und ich will sie essen. R. Ivja und Rabba b. R. Hanan reichten sie einander. Die Scharfsinnigen von Pumbedithaentschieden, das Gesetz vom Ungeweihten gelte außerhalb des Landes. \n",
"Als R. Jehuda es R. Joḥanan mitteilte, ließ dieser ihm sagen: Laß das Zweifelhafte unentschiedenund das Entschiedenevernichten. Erlasse über sie eine Bekanntmachung, und über ihre Früchte, daß sie zu verstecken seien. Wer da sagt, [das Gesetz] vom Ungeweihten gelte nicht außerhalb des Landes, wird keinen Nachkommen und keinen Enkel haben, [von dem es heißt :]der schnür zieht über ein Los im Erbbesitze Gottes. – \n",
"Nach wessen Ansicht lehrten jene? – Nach der folgenden Lehre: R. Elea͑zar b. R. Jose sagte im Namen des R. Jose b. Durmaskith, der es im Namen R. Jose des Galiläers sagte, der es im Namen des R. Joḥanan b. Nuri sagte, der es im Namen R. Elie͑zer des Großen sagte: [Das Gesetz] vom Ungeweihten gilt nicht außerhalb des Landes. – \n",
"Etwa nicht, wir haben ja gelernt: R. Elie͑zer sagt: auchdas vom Neuen!? – Lies: das Neue.\n",
"R. Asi sagte im Namen R. Joḥanans: Vom Ungeweihten außerhalb des Landes ist es eine Moše am Sinaj überlieferte Halakha. R. Zera sprach zu R. Asi: Wir haben ja gelernt, das zweifelhafte Ungeweihte sei im Lande verboten, in Syrien erlaubtund außerhalb des Landes dürfe man hinabsteigen und einsammeln [lassen]!? Da stutzte er eine Weile und sprach dann zu ihm: Vielleicht lautet [die Halakha] wie folgt: das zweifelhafte ist erlaubt und das entschiedene ist verboten.\n",
"R. Asi sagte im Namen R. Joḥanans: Wegen der Mischfruchtist nach der Tora zu geißeln. R. Elea͑zar sprach zu R. Asi: Wir haben ja gelernt, von der Mischfrucht sei es eine Bestimmung der Schriftkundigen!? – Das ist kein Einwand; das eine gilt von der Mischfrucht des Weinbergs und das andere von der Pfropfung von Bäumen. \n",
"Dies nach Šemuél, denn Šemuél sagte :Meine Satzungen sollt ihr beobachten, die Satzungen, die ich dir bereits auf erlegt habe:Du sollst nicht zweierlei Arten des Viehs sich begatten lassen noch dein Feld mit zweierlei Arten besäen; \n",
"wie beim Vieh nur die Begattung verboten ist, ebenso ist beim Felde nur das Pfropfen verboten, und wie das Gesetz hinsichtlich des Viehs sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes gilt, ebenso gilt auch das Gesetz hinsichtlich des Feldes sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes. – \n",
"Es heißt ja aber dein Feld!? – Dies schließt Sämereien außerhalb des Landes aus.\n",
"R. Ḥanan und R. A͑nan gingen auf dem Wege und sahen einen Mann verschiedene Sämereien mit einander säen. Da sprach dieser: Möge der Meister ihn in den Bann tun. Jener erwiderte: Ihr seid darinnicht bewandert. \n",
"Hierauf sahen sie einen Weizen und Gerste zwischen Weinstocken säen. Da sprach dieser: Möge der Meister ihn in den Bann tun. Jener erwiderte: Ihr seid darin nicht kundig; entscheiden wir etwa nicht nach R. Jošija, welcher sagt, nurwenn er Weizen, Gerste und Weinbeerkerne mit einem Handwurfe gesäet hat!? \n",
"R. Joseph vermengte Sämereien und säete sie. Da sprach Abajje zu ihm: Wir haben ja gelernt, [das Verbot] der Mischfrucht sei eine Bestimmung der Schriftkundigen!? Dieser erwiderte: Das ist kein Ein wand; das eine gilt von der Mischfrucht des Weinbergsund das andere von der Mischung von Sämereien. Bei der Mischfrucht des Weinbergs, die im Lande zur Nutznießung verboten ist, haben die Rabbanan ein Verbot angeordnet, bei der Mischung von Sämereien aber, die auch im Lande nicht zur Nutznießung verboten sind, haben die Rabbanan kein Verbot angeordnet. \n",
"Später sagte R. Joseph: Das, was ich gesagt habe, ist nichts. Rabh säete den Garten der Schule in gesondertenBeeten; doch wohl, um eine Mischung [zu vermeiden]. Abajje sprach zu ihm: Einleuchtend wäre dies, \n"
],
[
"wenn er vier [verschiedene Arten] an den vier Seiten eines Beetes und eine in der Mittegesäet hätte: er aber tat esnur zur Verschönerung oder zur Erleichterung für den Diener.\n",
"WER AUCH NUR EIN GEBOT AUSÜBT, DEM ERWEIST MAN GUTES, MAN VERLÄNGERT IHM DAS LEBEN UND ER ERBTDAS LAND; WER EIN GEBOT NICHT AUSÜBT, DEM ERWEIST MAN NICHT GUTES, MAN VERLÄNGERT IHM NICHT DAS LEBEN UND ER ERBT NICHT DAS LAND.\n",
"GEMARA. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Von folgenden Dingen genießt der Mensch die Früchte auf dieser Welt, und der Stamm bleibt ihm für die zukünftige Welt erhalten, und zwar: Ehrung von Vater und Mutter, Liebeswerke, Gastfreundschaft, Friedensstiftung zwischen einem Menschen und anderen, und das Studium der Tora wiegt allesauf. \n",
"R. Jehuda erwiderte: Er meint es wie folgt: werein Gebot über seine Verdienste ausübt, dem erweist man Gutes, und es ist ebenso, als hätte er die ganze Tora gehalten. – Demnach gilt dies bei jenen auch von einem einzigen!? R. Šema͑ja erwiderte: Dies besagt, daß, wenn sieeinander aufwiegen, jeneden Ausschlag geben. – \n",
"Erweist man denn dem Gutes, der ein Gebot über seine Verdienste ausübt, ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Dessen Verdienste mehr sind als seine Sünden, dem erweist manSchlechtes, und es ist ebenso, als hätte er die ganze Tora verbrannt und auch nicht einen Buchstaben zurückgelassen, und dessen Sünden mehr sind als seine Verdienste, dem erweist manGutes, und es ist ebenso, als hätte er die ganze Tora gehalten und auch nicht einen Buchstaben unterlassen!? \n",
"Abajje erwiderte: Unsere Mišna lehrt, daß man ihm einen guten Tagbeziehungsweise einen schlechten bereite. Raba erwiderte: Hierist die Ansicht R. Ja͑qobs vertreten, welcher sagt, auf dieser Welt gebe es keine Belohnung für die Gebote. \n",
"Es wird nämlich gelehrt: R. Ja͑qob sagte: Du hast kein in der Tora geschriebenes Gebot, bei dem eine Belohnung angegeben ist, von dem nicht die Auferstehung der Toten zu entnehmen wäre. Bei der Ehrung von Vater und Mutter heißt es:damit du lange lebest und damit es dir wohl gehe; beim Fliegenlassen des Nest[vogels] heißt es:damit es dir wohl gehe und du lange lebest. \n",
"Wo ist, wenn zu einem sein Vater gesagt hat, daß er auf eine Burg steige und ihm junge Tauben hole, und er auf die Burg steigt, die Mutter fliegen läßt und die Jungen holt, und auf der Rückkehr abstürzt und stirbt, das Wohlergehen von diesem, und wo ist das lange Leben von diesem!? Vielmehr [ist zu erklären:] damit es dir wohl gehe, in der Welt, die ganz Wohlergehen ist; damit du lange lebest, in der Welt, die ganz Ewigkeit ist. – \n",
"Vielleicht kommt so etwas nicht vor!? – R. Ja͑qob sah einen solchen Fall. – Vielleicht hatte jener sündhafte Gedanken!? – Die böse Absicht rechnet der Heilige, gepriesen sei er, nicht zur Tat. – \n",
"Vielleicht hatte er Götzendienst im Sinne, und es heißt: und das Haus Jisraél ans Herz zu ergreifen!? – Das sagte er eben: wenn man sagen wollte, die Belohnung für die Gebote erfolge auf dieser Weit, so sollten die Gebote ihn schützen, daß er nicht zu [sündhaften] Gedanken komme. – \n",
"R. Elea͑zar sagte ja aber, Boten einer gottgefälligen Handlung kommen nicht zu Schaden!? – Anders ist es auf der Rückkehr. – \n",
"R. Elea͑zar sagte ja aber, Boten einer gottgefälligen Handlung kommen weder auf dem Hinwege noch auf dem Rückwege zu Schaden!? – Es war eine schadhafte Leiter, sodaß ein Schaden zu gewärtigen war, und wenn ein Schaden zu gewärtigen ist, verlasse man sich nicht auf ein Wunder, denn es heißt :da sprach Šemuél: Wie kann ich hingehen, wenn Šaúl es hört, tötet er mich.\n",
"R. Joseph sagte: Wenn Aherdiesen Schriftvers so ausgelegt hätte, wie R. Ja͑qob, der Sohn seiner Tochter, würde er nicht der Sünde verfallen sein. – Was hatte Aḥer gesehen? – \n",
"Manche sagen, er hatte einen solchen Fall gesehen, und manche sagen, er hatte ein Schwein die Zunge eines bedeutenden Menschenschleppen sehen. Er sprach dann: Ein Mund, der Perlen hervorbrachte, muß nun Staub lecken. Hierauf ging er und verfiel der Sünde.\n",
"R. Tobi b. R. Qisana wies Raba auf einen Widerspruch hin: Wir haben gelernt, wer auch nur ein Gebot ausübt, dem erweise man Gutes, nur wenn er es ausübt, sonst aber nicht, und dem widersprechend wird gelehrt, wer dasitzt und keine Sünde begeht, den belohne man ebenso, wie einen, der ein Gebot ausübt!? Dieser erwiderte: Dies gilt von einem, der Gelegenheit zur Sünde hatte und davon errettet worden ist. \n",
"So ereignete es sich einst, daß eine Matrone R. Ḥanina b. Papi [zur Sünde] aufforderte. Da sprach eretwas, und sein Leib ward mit Grinden und Wunden voll; sie aber tat etwas dagegen, und er genas. Hierauf entfloh er und versteckte sich in einem Badehause, in dem, wenn sogar zwei hineingingen, selbst am Tage, sie zu Schadenkamen. Später fragten ihn die Rabbanan, wer ihn behütet habe. Er erwiderte ihnen: Zwei \n"
],
[
"kaiserliche Mohrenbewachten mich die ganze Nacht. Sie sprachen dann zu ihm: Wahrscheinlich hattest du Gelegenheit zur Sünde und bist errettet worden, denn es wird gelehrt, wer Gelegenheit zur Sünde hatte und davon errettet worden ist, dem lasse man ein Wunder geschehen. Helden der Kraft, die seinen Willentun, gehorchend auf die Stimme seines Wortes. Zum Beispiel R. Çadoq und seine Genossen. \n",
"Einst forderte ihn eine Matrone [zur Sünde] auf. Da sprach er zu ihr: Das Herz ist mir schwach und ich kann nicht; ist etwas zum Essen da? Sie erwiderte: Es ist etwas Unreines da. Er entgegnete: Schadet nichts; wer dies tut, kann auch solches essen. Hierauf heizte sie den Ofen ein und setzte [die Speise] auf; da kroch er hinein und setzte sich da hin. Sie sprach: Was soll dies!? Er erwiderte: Wer dies tut, fällt dahinein. Da sprach sie: Hätte ich es gewußt, würde ich dich nicht so sehr gequält haben.\n",
"R. Kahana verkaufteKörbe, und einmal forderte ihn eine Matrone [zur Sünde] auf. Da sprach er zu ihr: Ich will gehen und mich schmücken. Hierauf stieg er aufs Dach und stürzte sich auf die Erde hinab. Da kam Elijahu und fing ihn auf. Er sprach dann zu ihm: Du hast mich vierhundert Parasangen bemüht. Jener erwiderte: Was denn sonst als meine Armut hat dies verursacht!? Da gab er ihm ein Gefäß mit Denaren.\n",
"Rami wies R. Naḥman auf einen Widerspruch hin: wir haben gelernt: von folgenden Dingen genießt der Mensch, wenn er sie tut, die Früchte auf dieser Welt, und der Stamm bleibt ihm für die zukünftige Welt erhalten, und zwar: Ehrung von Vater und Mutter, Liebeswerke, Friedensstiftung zwischen einem Menschen und dem anderen, und das Studium der Tora wiegt alles auf. \n",
"Von der Ehrung von Vater und Mutter heißt es: damit da lange lebest und damit es dir wohl gehe. Von den Liebeswerken heißt es:wer nach Wohltat und Liebe jagt, wird Leben, Wohltat und Ehre finden. \n",
"Von der Friedensstiftung heißt es:suche den Frieden und jage ihm nach, und hierzu sagte R. Abahu, man folgere esaus [dem Worte] jagen; hierbei heißt es: suche den Frieden und jage ihm nach, und dortheißt es: wer nach Wohltat und Liebe jagt. Vom Studium der Tora heißt es :denn es ist dein Leben und die Verlängerung deiner Tage. \n",
"Auch beim Fliegenlassen des Nest[vogels] heißt es ja:damit es dir wohlgehe und du lange lebest, somit sollte er auch dies mitzählen!? – Manches lehrt er und manches läßt er fort. – Der Autor leint ‘folgende’, und du sagst, manches lehre er und manches lasse er fort!? \n",
"Raba erwiderte: R. Idi erklärte es mir. [Es heißt:] saget dem Frommen, daß er gut ist, denn die Frucht ihrer Taten den sie genießen; gibt es denn einen guten Frommen und einen nicht guten Frommen? Vielmehr heißt er, wenn er gegen den Himmel und gegen Menschen gut ist, ein guter Frommer, und wenn er gegen den Himmel gut und gegen Menschen schlecht ist, ein nicht guter Frommer. \n",
"Desgleichen heißt es:wehe dem Frevler, der böse ist, denn nach dem Verdienste seiner Hände wird ihm geschehen; gibt es denn einen bösen Frevler und einen nicht bösen Frevler? Vielmehr heißt er, wenn er gegen den Himmel und gegen Menschen böse ist, ein böser Frevler, und wenn er gegen den Himmel böse und gegen Menschen nicht böse ist, ein nicht böser Frevler.\n",
"Das Verdienst hat einen Stamm und trägt Früchte, denn es heißt: saget dem Frommen, daß er gut &c. Die Sünde hat einen Stamm und trägt keineFrüchte, denn es heißt: wehe dem Frevler, der böse &c. \n",
"Wieso aber halte ich aufrecht [den Vers :]sie werden genießen die Frucht ihres Weges und an ihren Ratschlägen sich sättigen? Die Sünde, die Früchtebringt, trägt Früchte, und die keine Früchte bringt, trägt keine Früchte. \n",
"Die gute Absicht rechnet der Heilige, gepriesen sei er, zur Tat, denn es heißt: damals besprachen sich die Gottesfürchtigen mit einander, und der Herr merkte auf und hörte, und es wurde für sie, die den Herrn fürchten und an seinen Namen denken, ein Gedenkbuch auf gezeichnet, und [die Worte:] die an seinen Namen denken, erklärte R. Asi, auch wenn ein Mensch ein Gebot auszuüben nur gedacht, aber verhindert worden ist und es nicht ausgeübt hat, rechne die Schrift es ihm an, als hätte er es ausgeübt. \n",
"Die böse Absicht rechnet der Heilige, gepriesen sei er, nicht zur Tat, denn es heißt:hätte ich Unrecht in meinem Herzen, der Herr hörte es nicht. Wieso aber halte ich aufrecht [den Vers:]siehe, ich bringe diesem Volke Unglück, die Frucht ihrer Gedanken? Die Absicht, die zur Ausführung gelangt, rechnet der Heilige, gepriesen sei er, zur Tat, und die Absicht, die nicht zur Ausführung gelangt, rechnet der Heilige, gepriesen sei er, nicht zur Tat. – \n",
"Es heißt ja aber :und das Haus Jisraél ans Herz zu ergreifen!? R. Aba b. Ja͑qob erwiderte: Dies gilt vom Götzendienste, denn der Meister sagte, der Götzendienst sei so streng, daß, wenn jemand ihn verleugnet, es ebenso sei, als würde er sich zur ganzen Torabekennen. \n",
"U͑la erwiderte: Dies ist nach R. Hona zu erklären, denn R. Hona sagte, wenn jemand eine Sünde begangen und sie wiederholt hat, werde sie ihm erlaubt. – Erlaubt, wie kommst du darauf!? – Vielmehr, sie erscheint ihm erlaubt.\n",
"R. Abahu sagte im Namen R. Ḥaninas: Lieber begehe der Mensch eine Sünde heimlich, als den Namen des Himmels öffentlich zu entweihen, denn es heißt:und ihr, Haus Jisraél, so spricht der Herr, geht hin und dient jeder seinem Götzen, da ihr auf mich doch nicht hören wollt, aber meinen heiligen Namen entweiht nicht.\n",
"R. Ilea͑j sagte: Sieht jemand, daß der böse Trieb sich seiner bemächtigt, so gehe er nach einem Orte, wo man ihn nicht kennt, kleide sich schwarz, hülle sich schwarz und folge dem Triebe seines Herzens, aber er entweihe nicht den Namen des Himmels öffentlich. – \n",
"Dem ist ja aber nicht so, es wird ja gelehrt, wer nicht die Ehre seines Schöpfers schont, für den wäre es besser, er wäre nicht auf die Welt gekommen, [und auf die Frage,] was dies sei, erklärte Rabba, wenn jemand den Regenbogenbetrachtet, und R. Joseph erklärte, wenn jemand eine Sünde heimlichbegeht!? – \n",
"Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn er seinen Trieb bezwingen kann, und das andere, wenn er seinen Trieb nicht bezwingen kann.\n",
"Dort haben wir gelernt: Bei der Entweihung des göttlichen Namens wird nichts geborgt, einerlei ob fahrlässig oder vorsätzlich. Was heißt: nichts geborgt? Mar Zuṭra erwiderte: Man verfährt hierbei nicht nach Art eines Krämers. Mar, der Sohn Rabanas, erklärte: Dies besagt, daß, wenn sieeinander aufwiegen, dies den Ausschlag gebe.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Stets \n"
],
[
"betrachte sich der Mensch so, als habe er zur Hälfte Sünden und zur Hälfte Verdienste. Heil ihm, wenn er ein Gebot ausgeübt hat, denn er hat die Wagschale seiner Verdienste zum Überwiegen gebracht; wehe ihm, wenn er eine Sünde begangen hat, denn er hat die Wagschale seiner Schuld zum Überwiegen gebracht. So heißt es :ein Sünder kann viel Gutes vernichten; durch die eine einzige Sünde, die er begangen hat, hat er sich um viel Gutes gebracht. \n",
"R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagte: Die Welt wird nach der Mehrheit gerichtet, und auch der einzelne wird nach der Mehrheit gerichtet. Heil ihm, wenn er ein Gebot ausgeübt hat, denn er hat für sich und für die ganze Welt die Wagschale der Verdienste zum Überwiegen gebracht; wehe ihm, wenn er eine Sünde begangen hat, denn er hat für sich und für die ganze Welt die Wagschale der Schuld zum Überwiegen gebracht. Daher heißt es: ein Sünder &c. durch die eine Sünde, die er begangen hat, hat er sich und die ganze Welt um viel Gutes gebracht. \n",
"R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte: Auch wenn er sein ganzes Leben lang vollkommen fromm war und zuletzt abtrünnig wurde, hat er sich um das frühere gebracht, denn es heißt:die Frömmigkeit des Frommen wird ihn nicht retten am Tage seiner Gottlosigkeit. Und auch wenn er sein ganzes Leben lang vollkommen gottlos war und zuletzt Buße getan, erinnert man ihn nicht mehr an seine Gottlosigkeit, denn es heißt :und durch seine Gottlosigkeit soll der Gottlose nicht straucheln am Tage seiner Umkehr von seiner Gottlosigkeit. – \n",
"Sollte er doch als zur Hälfte sündhaft und zur Hälfte verdienstlich gelten!? Reš Laqiš erwiderte: Wenn er das frühere bereut.\n",
"WEM SCHRIFT, MIŠNA UND LEBENSART EIGEN SIND, DER SÜNDIGT NICHT SOBALD, DENN ES HEISST:der dreifache Faden wird nicht sobald reißen. WEM SCHRIFT, MIŠNA UND LEBENSART NICHT EIGEN SIND, GEHÖRT NICHT ZUR GESELLSCHAFT.\n",
"GEMARA. R. Elea͑zar b. R. Çadoq sagte: Womit sind die Frommen auf dieser Welt zu vergleichen? Mit einem Baume, der ganz auf einem Platze der Reinheit steht, dessen Gezweige aber auf einen Platz der Unreinheit hinüberragt; wird das Gezweigeabgeschnitten, so steht er ganz auf einem Platze der Reinheit. Ebenso bringt der Heilige, gepriesen sei er, Züchtigungen über die Frommen auf dieser Welt, damit sie die zukünftige Welt erben, wie es heißt:dein Beginn ist gering, dein Ende aber wird groß sein. \n",
"Womit sind die Gottlosen auf dieser Welt zu vergleichen? Mit einem Baume, der ganz auf einem Platze der Unreinheit steht, dessen Gezweige aber auf einen Platz der Reinheit hinüberragt; wird das Gezweige abgeschnitten, so steht er ganz auf einem Platze der Unreinheit. Ebenso überhäuft der Heilige, gepriesen sei er, die Gottlosen auf dieser Welt mit Gutem, um sie in der zukünftigen Welt zu verstoßen und in die tiefste Stufe zu drängen, wie es heißt:mancher Weg erscheint dem Menschen gerade, am Ende aber sind es Wege des Todes.\n",
"Einst waren R. Tryphon und die Ältesten im Söller des Hauses Nithza in Lud versammelt, und es wurde da die Frage aufgeworfen, ob das Studium oder die Tat bedeutender sei. Da begann R. A͑qiba und sprach: Das Studium ist bedeutender. Hierauf stimmten alle zu, daß das Studium bedeutender sei, denn das Studium bringt zur Tat.\n",
"Es wurde gelehrt: R. Jose sagte: Bedeutend ist das Studium, daß es dem Gesetze von der Teighebevierzig Jahre, dem von der Hebe und der Verzehntungvierundfünfzig Jahre, dem vom Erlasse sechzig Jahre und dem vom Jobel hundertunddrei Jahre voranging. – \n",
"Wieso hundertunddrei, es sind ja hundertundvierl? – \n",
"Er ist der Ansicht, die Erlassung durch das Jobeljahr erfolgt am Beginne desselben. Und wie das Studium der Tat vorangeht, so geht auch die Rechenschaft darüber der wegen der Tat vor. Dies nach R. Hamnuna, denn R. Hamnuna sagte: Das Gericht über den Menschen beginnt mit [der Vernachlässigung des] Torastudiums, denn es heißt:wie wenn man Wasserentfesselt, beginnt der Zank. \n",
"Und wie man dieserhalb früher zur Rechenschaft gezogen wird als wegen der Tat, ebenso erfolgt auch die Belohnung dafür früher als für die Tat, denn es heißt :er gab ihnen die Länder der Völker und die Mühe der Nationen gewannen sie, weil sie seine Satzungen beobachtetenund seine Lehren bewahrten.\n",
"WEM SCHRIFT UND MIŠNA NICHT EIGEN IST. R. Joḥanan sagte: Er ist auch als Zeuge unzulässig. Die Rabbanan lehrten: Wer auf der Straße ißt, gleicht einem Hunde; andere sagen, er sei auch als Zeuge unzulässig. R. Idi b. Abin sagte : Die Halakha ist nach den anderen zu entscheiden.\n",
"Bar Qappara trug vor: \n"
],
[
"Der Jähzornige hat keinen anderen Gewinn als seinen Jährzorn. Einen guten Menschen läßt man die Frucht seiner Werke genießen. Von dem, dem Schrift, Mišna und Lebensart nicht eigen sind, gelobe dir jeden Genuß ab, denn es heißt :und auf dem Sitze der Spötter nicht sitzt; sein Sitz ist ein Sitz der Spötter.\n",
"\n",
"DER MANN KANN SICH [EINE FRAU] ANTRAUEN PERSÖNLICH UND DURCH EINEN BEAUFTRAGTEN, DIE FRAU KANN ANGETRAUT WERDEN PERSÖNLICH UND DURCH EINEN BEAUFTRAGTEN. EIN MANN KANN SEINE TOCHTER IM MÄDCHENALTER ANTRAUEN PERSÖNLICH UND DURCH SEINEN BEAUFTRAGTEN.\n",
"GEMARA. Wenn er sie sich durch einen Beauftragten antrauen kann, um wieviel mehr persönlich!? R. Joseph erwiderte: Persönlich ist es gottgefälliger als durch einen Beauftragten. So pflegte R. Saphra persönlich einen Kopf zu sengen, und ebenso Raba persönlich einen Šibuḥazu salzen.\n",
"Manche sagen: Hierbei liegt sogar ein Verbot vor. Dies nach R. Jehuda im Namen Rabhs, denn R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Es ist verboten, sich eine Frau anzutrauen, bevor man sie gesehen hat, weil er an ihr etwas Häßliches entdecken und sie ihm widerwärtig werden könnte, und die Tora sagt: liebe deinen Nächsten wie dich selbst.\n",
"Die Lehre R. Josephs bezieht sich vielmehr auf den Schlußsatz: die Frau kann angetraut werden persönlich und durch einen Beauftragten. Wenn sie durch einen Beauftragten angetraut werden kann, um wieviel mehr persönlich!? Hierzu sagte R. Joseph: persönlich ist es gottgefälliger als durch einen Beauftragten. So pflegte R. Saphra persönlich einen Kopf zu sengen, und ebenso Raba persönlich einen Šibuta zu salzen.\n",
"Hierbei liegt aber kein Verbot vor. Dies nach Reš Laqiš, denn Res Laqiš sagte: lieber zu zweien sitzen als verwitwet weilen.\n",
"EIN MANN KANN SEINE TOCHTER IM MÄDCHENALTER ANTRAUEN. Nur im Mädchenalter, nicht aber als Minderjährige; dies ist somit eine Stütze für Rabh, denn R. Jehuda sagte im Namen Rabhs, nach anderen R. Elea͑zar, es sei verboten, seine Tochter minderjährig anzutrauen, sondern erst wenn sie erwachsen ist und sagt, jenen wolle sie haben.\n",
"Woher ist die Beauftragung zu entnehmen? – Es wird gelehrt:Er schicke, dies lehrt, daß er einen Beauftragten bestellen könne;\n",
"er schicke sie, dies lehrt, daß sieeinen Beauftragten bestellen könne; es heißt zweimaler schicke sie, dies lehrt, daß der Beauftragte einen Beauftragten bestellen könne.\n",
"Wir wissen dies von der Scheidung, woher dies von der Antrauung? Wolltest du sagen, es sei von der Scheidung zu folgern, [so ist zu erwidern:] wohl die Scheidung, die auch gegen ihren Willen erfolgen kann!? – Die Schrift sagt :sie gehe fort und sei, das Sein gleichtdem Gehen, wie man beim Gehen einen Beauftragten bestellen kann, ebenso kann man beim Sein einen Beauftragten bestellen. –\n",
"Wir haben gelernt: Wenn jemand zu seinem Beauftragten gesagt hat, daß er gehe und für ihn die Hebe absondere, so sondere er sie nach dem Wunsche des Eigentümersab, und wenn ihm der Wunsch des Eigentümers unbekannt ist, so sondere er ein Fünfzigstel vom Mittelmäßigen ab;\n"
],
[
"hat er um zehn weniger oder um zehn mehr abgesondert, so ist die Hebe gültig. Woher dieshierbei? Wolltest du sagen, es sei von der Scheidung zu folgern, [so ist zu erwidern:] wohl bei der Scheidung, weil sie Profanes betrifft. – Anders ist es hierbei; die Schrift sagt: auch ihr, und dies schließt den Beauftragten ein. –\n",
"Sollte der Allbarmherzige es nur bei der Hebe geschrieben und man würde es hiervon hinsichtlich jener gefolgerthaben!? – Man könnte erwidern: weil es bei dieser auch im Gedankenerfolgen kann. –\n",
"Wir haben gelernt: Wenn eine Gesellschaft, der das Pesaḥopferabhanden gekommen ist, zu einem sagte, daß er gehe und es für sie suche und schlachte, und er gegangen ist und es gefunden und geschlachtet hat, aber auch jene eines geholt und geschlachtet haben, so esse dieser, wenn seines zuerst geschlachtet worden ist, von seinem und sie essen (und trinken) mit ihm ebenfalls von seinem.\n",
"Woher dieshierbei? Wolltest du sagen, es sei von jenen zu folgern, [so ist ja zu erwidern:] wohl bei jenen, dieOpfern gegenüber als profan gelten. –\n",
"Dies ist aus einer Lehre des R. Jehošua͑ b. Qorḥa zu entnehmen, denn dieser sagte: Woher, daß der Beauftragte eines Menschen ihm selber gleiche? Es heißt :die ganze Versammlung der Gemeinde Jisraél schlachte es gegen Abend; schlachtet es denn die ganze Gemeinde, es schlachtet ja nur einer!? Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß der Beauftragte eines Menschen ihm selber gleiche. –\n",
"Sollte der Allbarmherzige es nur bei Opfern geschrieben und man würde hiervon hinsichtlich jener gefolgert haben!? – Man könnte erwidern: wohl bei Opfern, bei denen die meisten Verrichtungen durch Beauftragteerfolgen. –\n",
"Wenn auch eines von einem nicht zu folgern ist, so sollte doch eines von zweien gefolgert werden!? – Welches sollte gefolgert werden:\n",
"wenn der Allbarmherzige es bei Opfern nicht geschrieben hätte und man es von jenen folgern wollte, [so wäre zu erwidern:] wohl gilt dies von jenen, die Opfern gegenüber als profan gelten. Und wenn der Allbarmherzige es bei der Scheidung nicht geschrieben hätte und man es von jenen folgern wollte, [so wäre zu erwidern:]\n",
"wohl gilt dies von jenen, weil es bei ihnen auch im Gedanken erfolgen kann. –\n",
"Vielmehr, sollte der Allbarmherzige es bei der Hebe nicht geschrieben haben, und man würde es von jenen gefolgert haben!? – Dem ist auch so. – Wozu heißt es demnach auch ihr!? – Dies ist wegen einer Lehre R. Jannajs nötig, denn R. Jannaj sagte: Wie ihr Bundesgenossen seid, ebenso müssen auch eure Beauftragten Bundesgenossensein. –\n",
"Wozu ist hierfür ein Schriftvers nötig, dies geht ja hervor aus einer Lehre des R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans!? R. Hija b. Abba sagte nämlich im Namen R. Joḥanans, ein Sklave könne nicht Beauftragter sein, für eine Frau den Scheidebrief aus der Hand ihres Ehemannes zu empfangen, weil er [im Gesetze] von der Scheidung und der Antrauung nicht einbegriffen ist. –\n",
"Dies ist nötig; man könnte glauben, nur ein Sklave [nicht], da er bei der Erlaubtmachung überhaupt ausscheidet, wohl aber sei ein Nichtjude [bei der Hebe] als Beauftragter zulässig, da er sie für sich selber entrichten kann, denn wir haben gelernt, wenn ein Nichtjude oder ein Samaritaner die Hebe entrichtet hat, sei es gültig, so lehrt er uns. –\n",
"Wozu heißt es auch ihr nach R. Šimo͑n, der davonbefreit!? Wir haben nämlich gelernt: Die Hebe eines Nichtjuden erwirkt Bemischungund man ist wegen dieser zum Fünftel verpflichtet; R. Šimo͑n befreit davon. –\n",
"Dies ist nötig; da der Meister gesagt hat: ihr, nicht aber Quotenpächter, nicht aber Gesellschafter, ihr, nicht aber ein Vormund, ihr, nicht aber von Fremdem, so könnte man auch deduzieren : ihr, nicht aber ein Beauftragter, so lehrt er uns. –\n",
"Einleuchtend ist dies nach R. Jehošua͑b. Qorḥa, woher dies aber nach R. Jonathan, der diesen Schriftvers für eine andere Auslegung verwendet!? Es wird nämlich gelehrt: R. Jonathan sagte: Woher, daß ganz Jisraél der Pflicht\n"
],
[
"mit einem Pesaḥopfergenügen könne? Es heißt:die ganze Versammlung der Gemeinde Jisraél schlachte es gegen Abend; schlachtet es etwa die ganze Gemeinde, es schlachtet ja nur einer!? Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß ganz Jisraél der Pflicht mit einem Pesaḥopfer genüge.\n",
"Woher entnimmt er, daß [bei Opfern] ein Beauftragter zulässig sei!? – Hieraus. –\n",
"Vielleicht ist es da anders, da erdaran beteiligt ist!? – Vielmehr, hieraus:es nehme jeder Mann ein Lamm für seine Familie, ein Lamm für das Haus. – Auch hierbei ist er ja daran beteiligt!? – Wozu sind hierfür zwei Schriftverse nötig? Da der eine wegen eines Beteiligten nicht nötig ist, so beziehe man ihn auf einen Unbeteiligten. –\n",
"Dies ist ja aber wegen einer Lehre R. Jiçḥaqs nötig, denn R. Jiçḥaq folgert hieraus, daß nur ein Mann dazu befugt sei, nicht aber ein Minderjähriger!? Dies geht hervor aus :jeder Mann gemäß seinem Essen. –\n",
"Hieraus wird ja aber gefolgert, daß man das Pesaḥopfer wegen eines einzelnen schlachte!? – Er ist der Ansicht desjenigen, welcher sagt, daß man das Pesaḥopfer wegen eines einzelnen nicht schlachte. –\n",
"R. Gidel sagte im Namen Rabhs: Woher, daß der Beauftragte eines Menschen ihm selbst gleiche? Es heißt :je einen Fürsten. Die Beauftragung ist ja hierauszu entnehmen!? – Du glaubst wohl, daß es da eine Beauftragung war; Minderjährigekönnen ja keinen Beauftragten bestellen!?\n",
"Dies ist vielmehr nach Rabba b. R. Hona zu erklären, denn Rabba b. R. Hona sagte im Namen R. Gidels : Woher, daß man einen Menschen in seiner Abwesenheit bevorteilen könne? Es heißt: je einen Fürsten. – Glaubst du etwa, daß es hierbei [nur] eine Bevorteilung war, es war ja auch eine Benachteiligung, denn manchem war ein Gebirge und nicht ein Tal erwünscht, und manchem war ein Tal und nicht ein Gebirge erwünscht!? –\n",
"Vielmehr, nach Rabba b. R. Hona, denn Rabba b. R. Hona sagte im Namen R. Gidels: Woher, daß, wenn die Waiden die Güter ihres Vaters teilen, das Gericht ihnen einen Vormund zu ihrem Nachteile und zu ihrem Vorteile stelle? – Weshalb zu ihrem Nachteile!? – Vielmehr, auch zu ihrem Nachteile, zum Zwecke ihres Vorteiles; es heißt: je einen Fürsten vom Stamme sollt ihr nehmen.\n",
"R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls: Wenn die Waisen die Güter ihres Vaters teilen, so stellt ihnen das Gericht Vormünde, die für sie einen guten Teil heraussuchen; sind sie großjährig geworden, so können sie Einspruch erheben. In seinem eigenen Namen sagte R. Naḥman, wenn sie großjährig geworden sind, können sie keinen Einspruch erheben, denn worin bestände denn sonstdie Macht des Gerichtes. –\n",
"Berücksichtigt denn R. Naḥman die Macht des Gerichtes, wir haben ja gelernt: Wenn die Schätzung der Richterum ein Sechstel zu niedrig oder um ein Sechstel zu hoch erfolgt ist, so ist der Verkauf ungültig; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, der Verkauf sei gültig. R. Šimo͑n b. Gamliél sprach: Worin bestände sonst die Macht des Gerichtes!? Hierzu sagte R. Ḥona b. Henana im Namen R. Naḥmans, die Halakha sei wie die Weisen!? –\n",
"Dies ist kein Widerspruch;\n"
],
[
"das eine, wenn es sich geirrthat, und das andere, wenn es sich nicht geirrt hat. – Weshalb sollten sie, wenn es sich nicht geirrt hat, Einspruch erheben!? – Sie können Einspruch erheben inbezug auf die Lage.\n",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Brüder, die geteilt haben, gelten als Käufer: beträgt [die Übervorteilung]weniger als ein Sechstel, so ist der Kauf gültig, wenn mehr als ein Sechstel, so ist der Kauf ungültig, und wenn ein Sechstel, so ist er gültig und die Differenz zurückzuzahlen.\n",
"Raba sagte: Das, was wir sagen, wenn [die Differenz] weniger als ein Sechstel beträgt, sei der Kaufgültig, gilt nur dann, wenn er ihnnicht zum Beauftragten gemacht hat, wenn er ihn aber zum Beauftragten gemacht hat, kann er zu ihm sagen: ich habe dich zu meinem Nutzen beauftragt, nicht aber zu meiner Schädigung.\n",
"Und das, was wir sagen, daß, wenn sie mehr als ein Sechstel beträgt, der Kauf ungültig sei, gilt nur dann, wenn sie nicht vereinbart haben, daß die Teilung durch Schätzung des Gerichtes erfolge, wenn sie aber vereinbart haben, daß die Teilung durch Schätzung des Gerichteserfolge, so ist der Verkauf gültig, denn wir haben gelernt, wenn die Schätzung der Richter um ein Sechstel zu niedrig oder um ein Sechstel zu hoch erfolgt ist, sei der Verkauf ungültig, und wie R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, gültig.\n",
"Und das, was wir sagen, wenn sie ein Sechstel beträgt, sei der Kauf gültig und die Differenz zurückzuzahlen, gilt nur bei Mobilien, nicht aber bei Grundstücken, da es bei Grundstücken keine Übervorteilunggibt. Jedoch gilt dies bei Grundstücken nur von dem Falle, wenn sie nach dem Werte geteilt haben, nicht aber, wenn sie mit einem Meßstrichegeteilt haben. Dies nach Rabba, denn Rabba sagte, bei einer Sache, die nach Maß, Gewicht oder Stückzahl [verkauft wird], könne man zurücktreten, auch wenn die Übervorteilung das hierfür festgesetzte Maß nicht beträgt. –\n",
"Wir haben gelernt, wer einen Brand stiftet durch einen Tauben, Blöden oder Minderjährigen, sei beim menschlichen Gerichte frei und beim himmlischen Gerichte schuldig, und wenn durch einen Vollsinnigen, der Vollsinnige schuldig sei;\n",
"weshalb denn, man sollte doch sagen, der Beauftragte gleiche ihm selbst!? – Anders ist es da, weil es bei einer verbotenen Handlung keine Beauftragung gibt, denn man sage: wem hat man von Meister und Schülerzu gehorchen!? –\n",
"Es wird gelehrt: Hat der Beauftragteseinen Auftrag nichtausgeführt, so hat er die Veruntreuung begangen, und hat er den Auftrag ausgeführt, so hat der Hausherrdie Veruntreuung begangen. Wieso hat nun der Hausherr, wenn jener den Auftrag ausgeführt hat, die Veruntreuung begangen, man sollte doch sagen, bei einer verbotenen Handlung gebe es keine Beauftragung!? –\n",
"Anders verhält es sich bei der Veruntreuung, denn diesbezüglich ist es durch [das Wort] Sünde von der Hebe zu folgern; wie [die Entrichtung] der Hebe durch einen Beauftragten erfolgen kann, ebenso kann die Veruntreuung durch einen Beauftragten erfolgen. –\n",
"Sollte esdoch hiervon gefolgert werden!? – Von der Veruntreuung und von der Unterschlagung lehren zwei Schriftverse dasselbe, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu folgern. – Von der Veruntreuung sagten wires, wo dies von der Unterschlagung? –\n",
"Es wird gelehrt :Wegen jedes Vergehens; die Schule Šammajs sagt, [dies lehre,] daß er wegen der Absicht wie wegen der Tat schuldigsei; die Schule Hillels sagt, er sei schuldig, nur wenn er sich wirklich daran vergriffen hat.\n",
"Die Schule Šammajs sprach zu der Schule Hillels: Es heißt ja: wegen jedes Vergehens!? Die Schule Hillels erwiderte der Schule Šammajs: Es heißt ja:ob er sich nicht am Eigentume seines Nächsten vergriffen hat!? – Weshalb heißt es demnach: wegen jedes Vergehens? – Man könnte glauben, nur wenn er es selbst getan hat, woher dies von dem Falle, wenn er damit seinen Sklaven oder Beauftragten beauftragt hat? Es heißt: wegen jedes Vergehens. –\n",
"Einleuchtend ist dies nach der Schule Hillels, nach der Schule Šammajs aber, die diesen Schriftvers darauf deutet, daß die Absicht der Tat gleiche, sollte esdoch aus jenem gefolgert werden!? –\n"
],
[
"Von der Veruntreuung und vom Schlachten oder Verkaufenlehren zwei Schriftverse dasselbe, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu folgern. – Von der Veruntreuung sagten wir es, wo dies vom Schlachten oder Verkaufen? – Die Schrift sagt: und es schlachtet oder verkauft, wie der Verkauf mit einem anderen, ebenso das Schlachten [auch] durch einen anderen.\n",
"In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt :Oder, dies schließt den Beauftragten ein. In der Schule Ḥizqijas wurde gelehrt:Statt, diesschließt den Beauftragten ein. –\n",
"Einleuchtend ist dies nach demjenigen, welcher sagt, daß von zwei Schriftversen, die dasselbe lehren, nichts zu folgern sei, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, es sei wohl zu folgern!? – Der Allbarmherzige lehrt vom außerhalbGeschlachteten:als Blutschuld soll es jedem Manne angerechnet werden, Blut hat er vergossen, jenem, nicht aber seinem Beauftragten. –\n",
"Wir wissen dies vom außerhalb Geschlachteten, woher dies von der ganzen Tora!? – Es ist vom außerhalb Geschlachteten zu folgern. –\n",
"Weshalb vom außerhalb Geschlachteten, sollte es doch von jenengefolgert werden!? – Der Allbarmherzige schreibt weiter :jener Mann soll ausgerottet werden, und da diesselbst wegen nicht nötig ist, so beziehe man es auf alle [anderen Gesetze] der Tora. –\n",
"Wofür verwendet derjenige, welcher sagt, von zwei Schriftversen, die dasselbe lehren, sei nichts zu folgern, [die Worte] jenem, jener? – Das eine schließt den Fall aus, wenn zwei das Messer halten und schlachten, und das eine lehrt: jener, nicht aber gezwungen, jener, nicht aber fahrlässig, jener, nicht aber irrtümlich. –\n",
"Und jener!? – [Er folgert dies] aus demjenem. Und der andere!? Aus dem jenem folgert er nichts. –\n",
"Es wird gelehrt: Wenn jemand zu seinem Beauftragten gesagt hat, daß er gehe und jemand töte, so ist dieser schuldig und der Beauftragende frei. Šammaj der Älteste sagte im Namen des Propheten Ḥaggaj, der Beauftragende sei schuldig, denn es heißt:ihn hast du durch das Schwert der A͑mmoniter getötet.\n",
"Was ist der Grund Šammaj des Ältesten? – Er ist der Ansicht, von zwei Schriftversen, die dasselbe lehren, sei zu folgern, und aus dem jenem folgert er nichts. Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich folgert er hieraus, und unter ‘schuldig’ ist zu verstehen, beim himmlischen Gerichteschuldig.\n",
"Demnach wäre der erste Autor der Ansicht, er sei auch beim himmlischen Gerichte frei!? – Vielmehr, sie streiten über die Strafe, ob sie eine hohe oder eine niedrigeist.\n",
"Wenn du aber willst, sage ich: anders verhält es sich da, denn der Allbarmherzige sagt: ihn hast du durch das Schwert der A͑mmoniter getötet. – Und jener!? – [Dies heißt:] es gelte dir wie durch das Schwert der A͑mmoniter [getötet];\n",
"wie du für das Schwert der A͑mmoniter nicht strafbar bist, ebenso bist du wegen Urija des Hethiters nicht strafbar, weil er Hochverräter war, denn er sagte :mein Herr Joah und die Knechte meines Herrn lagern auf freiem Felde.\n",
"Raba sagte: Selbst wenn du sagst, Šammaj sei der Ansicht, von zwei Schriftversen, die dasselbe lehren, sei zu folgern, und er aus dem jenem nichts folgere, so pflichtet er dennoch bei, daß, wenn jemand zu einem gesagt hat, daß er gehe und ein Inzestverbrechen ausübe, oder Talg esse, dieser schuldig und der Beauftragende frei sei, denn wir finden in der ganzen Tora keinen Fall, daß der eine den Genußhat und ein anderer strafbar ist.\n",
"Es wurde gelehrt: Rabh sagt, der Beauftragte könne Zeugesein, und in der Schule R. Šilas sagen sie, der Beauftragte könne nicht Zeuge sein. Was ist der Grund der Schule R. Šilas; wollte man sagen, weil er zu ihm nicht gesagt hat: sei mein Zeuge, so müßte demnach, wenn jemand sich vor zwei Zeugen eine Frau angetraut und zu ihnen nicht gesagt hat: seid meine Zeugen, die Antrauung ungültig sein!? –\n",
"Vielmehr, Rabh sagt, der Beauftragte könne Zeuge sein, denn er hat die Sachewirksamer gemacht; in der Schule R. Šilas sagen sie, der Beauftragte könne nicht Zeuge sein, denn der Meister sagte, der Beauftragte gleiche dem Auftraggeber selbst, somit gilt er wie seine Person.\n",
"Man wandte ein: Wenn jemand zu drei [Personen] gesagt hat: geht und traut mir eine Frau an, so ist einer Beauftragter und die beiden anderen sind Zeugen – so die Schule Šammajs; die Schule Hillels sagt, sie seien alle Beauftragte, und der Beauftragte kann nicht Zeuge sein. Sie streiten nur über drei[Personen], bei zwei aber stimmen alle überein, daß dies nicht zulässig sei!? –\n",
"[Rabh] ist der Ansicht des Autors der folgenden Lehre: R. Nathan sagte: Die Schule Šammajs sagt, der Beauftragte und ein Zeuge, die Schule Hillels sagt, der Beauftragte und zwei Zeugen. – Rabh ist demnach der Ansicht der Schule Šammajs!? – Wende esum. R. Aḥa, der Sohn Rabas, lehrte es umgekehrt: Rabh sagt, der Beauftragte könne nicht Zeuge sein, und in der Schule R. Šilas sagen sie, der Beauftragte könne Zeuge sein. Die Halakha ist, der Beauftragte kann Zeuge sein.\n",
"Raba sagte im Namen R. Naḥmans: Wenn jemand zu zwei [Personen] gesagt hat: geht und traut mir eine Frau an, so sind sie sowohl seine Beauftragten als auch seine Zeugen. Desgleichen auch bei der Scheidung,\n"
],
[
"und desgleichen auch bei Geldangelegenheiten. Und alles ist nötig. –\n",
"Würde er es nur von der Antrauung gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil sie anderen verboten gemachtwird, bei der Scheidung aber sei zu befürchten, er habe vielleicht sein Auge auf siegeworfen.\n",
"Und würde er es nur von der Scheidung gelehrt haben, so könnte man glauben, weil eine Frau nicht von zweien geheiratet werdenkann, während ein Geldbetrag geteilt werden kann. –\n",
"Welcher Ansicht ist er: ist er der Ansicht, wenn jemand seinem Nächsten vor Zeugen borgt, müsse dieser ihm auch vor Zeugen bezahlen, so sind sie ja bei ihrer Zeugenaussage parteiisch, denn wenn sie sagen, er habe ihm nicht bezahlt, so verlangt er von ihnen, daß sie esihm zurückzahlen!?\n",
"Er ist der Ansicht, wenn jemand seinem Nächsten vor Zeugen borgt, brauche er ihm nicht vor Zeugen zu bezahlen, und da sie sagen könnten, sie hätten esdem Schuldnerzurückgegeben, so können sie auchsagen, sie haben es an den Gläubiger gezahlt.\n",
"Jetzt aber, wo die Rabbanan den Verleitungseid eingeführt haben, müssen die Zeugen schwören, daß sie es ihm gegeben haben, und dieser schwört, daß er nichts erhalten habe, sodann zahle der Schuldner an den Gläubiger.\n",
"EIN MANN KANN SEINE TOCHTER ANTRAUEN. Dort haben wir gelernt: Ein verlobtes Mädchen kann ihren Scheidebrief selbst in Empfang nehmen und ebenso ihr Vater. R. Jehuda sagt, zwei Hände können nicht gleichzeitig aneignen, vielmehr kann nur ihr Vater allein ihren Scheidebrief in Empfang nehmen. Die ihren Scheidebrief nicht zu verwahrenversteht, kann auch nicht geschieden werden.\n",
"Reš Laqiš sagte, wie sie über die Scheidung streiten, so streiten sie auch über die Antrauung; R. Joḥanan aber sagte, sie streiten nur über die Scheidung, hinsichtlich der Antrauung aber stimmen alle überein, daß dies nur durch ihren Vater und nicht durch sie selbst erfolgen könne.\n",
"R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Folgendes ist der Grund der Rabbanannach R. Joḥanan: durch die Scheidung bringt sie sich in die Gewalt ihres Vaters, daher kann diese sowohl durch sieals auch durch ihren Vater erfolgen, durch die Antrauung bringt sie sich aus der Gewalt des Vaters, daher kann diese nur durch den Vater und nicht durch sie erfolgen. –\n",
"Auch durch die Eheformelbringt sie sich ja aus der Gewalt ihres Vaters, dennoch haben wir gelernt,\n"
],
[
"daß bei einer während der Verlobung [verwitweten] Minderjährigen die Eheformel nur mit Willigung des Vaters erfolgen könne, und im Mädchenalter sowohl mit ihrer Willigung als auch mit Willigung ihres Vaters, was aber bei der Antrauung nicht der Fall ist!? –\n",
"Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten. R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Folgendes ist der Grund der Rabbanan nach R. Joḥanan: die Antrauung erfolgt nur mit ihrem Willen, daher nur durch ihren Vaterund nicht durch sie, die Scheidung erfolgt auch gegen ihren Willen, daher sowohl durch sieals auch durch ihren Vater. –\n",
"Auch die Eheformel erfolgt ja nur mit ihrem Willen, dennoch lehrt er: sowohl mit ihrer als auch mit ihres Vaters [Willigung]!? – Da wird von der Eheformel gegen ihren Willen gesprochen, nach Rabbi. Es wird nämlich gelehrt: Wer die Eheformel an seine Schwägerin gegen ihren Willen gerichtet hat, hat sie sich, wie Rabbi sagt, angeeignet, und wie die Weisen sagen, nicht angeeignet. –\n",
"Was ist der Grund Rabbis? – Er folgert dies vom Beischlafe bei der Eheschwägerin; wie [die Aneignung] der Eheschwägerin durch Beischlaf gegen ihren Willen erfolgen kann, ebenso auch dies gegen ihren Willen. Die Rabbanan aber sind der Ansicht, es sei von der Antrauung zu folgern; wie die Antrauung nur mit ihrem Willen erfolgen kann, ebenso auch dies nur mit ihrem Willen. –\n",
"Worin besteht ihr Streit? – Rabbi ist der Ansicht, eine Sache inbetreff der Eheschwägerin sei von einer Sache inbetreff der Eheschwägerin zu folgern, und die Rabbanan sind der Ansicht, die Antrauungsei von der Antrauung zu folgern.\n",
"Dies, wie R. Joḥanan erklärt, ist auch einleuchtend, denn im Schlußsatze lehrt er: was aber bei der Antrauung nicht der Fallist. – Dies wäre somit eine Widerlegung des Reš Laqiš!? – Reš Laqiš kann dir erwidern, hier sei die Ansicht R. Jehudas vertreten, welcher sagt, zwei Hände können nicht gleichzeitig erwerben. –\n",
"Wieso heißt es, wenn hier die Ansicht R. Jehudas vertreten ist: was aber bei der Antrauung nicht der Fall ist, es sollte ja heißen: was aber bei der Scheidung nicht der Fallist!? – Dem ist auch so; da er aber von der Eheformel spricht, die der Antrauung gleicht, so lehrt er: was aber bei der Antrauung nicht der Fall ist. –\n",
"Womit ist nach R. Jehuda die Eheformel anders? – Weil sie mit ihm bereits verbunden ist. Da du nun darauf gekommen bist, so ist auch gegen die ursprüngliche Erklärung R. Joḥanansnichts einzuwenden, denn bei der Eheformel ist es anders, da sie mit ihm bereits verbundenist. –\n",
"Wir haben gelernt: Ein Mann kann seine Tochter im Mädchenalter antrauen persönlich und durch seinen Beauftragten. Nur er und sein Beauftragter, nicht aber sie und ihr Beauftragter; dies ist somit eine Widerlegung des Reš Laqiš!? – Reš Laqiš kann dir erwidern, hier sei ebenfalls die Ansicht R. Jehudas vertreten. –\n",
"Wieso kannst du es R. Jehuda addizieren, im Schlußsätze lehrt er: wenn jemand zu einer Frau sagt: sei mir mit dieser Dattel angetraut, sei mir mit dieserangetraut; und auf unsere Frage, wer der Autor sei, der zweimal ‘sei mir angetraut’ lehrt,\n",
"erwiderte Rabba, es sei R. Šimo͑n, welcher sagt, nur wenn er den Schwur bei jedem besonders gesprochenhat!?\n",
"Wolltest du erwidern, die ganze [Lehre] sei von R. Jehuda, und dieser sei hinsichtlich der Sondernennung der Ansicht R. Šimo͑ns, so ist er ja nicht dessen Ansicht!?\n",
"Es wird nämlich gelehrt: Die Regel hierbei ist: hat er esverallgemeinert, so ist er nur einmal schuldig, hat er es spezialisiert, so ist er wegen eines jeden besonders schuldig – so R. Meir. R. Jehuda sagt, [sagte er:] ich schwöre, nicht dir, nicht dir und nicht dir, so ist er wegen eines jeden besonders schuldig. R. Elea͑zar sagt, [sagte er :] nicht dir, nicht dir, nicht dir und nicht dir, ich schwöre es, so ist er wegen eines jeden besondersschuldig. R. Šimo͑n sagt, er sei nur dann [besonders] schuldig, wenn er den Schwur jedem besonders geleistet hat. –\n",
"Vielmehr, die ganze [Lehre] vertritt die Ansicht R. Šimo͑ns, und dieser ist hinsichtlich der Beauftragung der Ansicht R. Jehudas.\n",
"Einst fehlte R. Asi im Lehrhause, und als er darauf R. Zera traf, fragte er ihn, was heute im Lehrhause gesagt worden sei. Dieser erwiderte: Auch ich war nicht da, aber R. Abin war da, und er erzählt, die ganze Versammlung war der Ansicht R. Joḥanans, und obgleich Reš Laqiš wie ein Kranich schrie :sie gehe fort und sei, achtete niemand auf ihn. Jener fragte: Ist R. Abin ein Mann, auf den man sich verlassenkann? Dieser erwiderte: Freilich, wie aus der See in denTiegel.\n",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Ich [weiß nicht], ob es R. Abin b. R. Ḥija oder R. Abin b. Kahana war, sondern nur R. Abin. – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Hinsichtlich eines Widerspruches, in dem er sich etwa befinden sollte.\n",
"Raba fragte R. Naḥman:\n"
],
[
"Kann sie im Mädchenalter einen Beauftragten bestellen, ihren Scheidebrief aus der Hand ihres Ehemannes in Empfang zu nehmen? Gleicht sieder Hand ihres Vaters oder gleicht sie dem Hofeihres Vaters: wie ihr Vater einen Beauftragten bestellen kann, ebenso kann auch sie einen Beauftragten bestellen, oder gleicht sie dem Hofe ihres Vaters, und solange der Scheidebrief nicht in ihre Hand gekommen ist, ist sie nicht geschieden. –\n",
"Ist dies Raba denn zweifelhaft, er sagte ja, wenn jemand einen Scheidebrief geschrieben und ihn in die Hand ihres Sklaven gegeben hat, sei er, wenn dieser schläft und sie ihn bewacht, gültig, und wenn er wach ist, ungültig, und zwar ist er, wenn dieser wach ist, deshalb ungültig, weil dieser einem Hofe gleicht, der ohne ihr Wissenbehütet wird. Wenn man nun sagt, sie gleiche dem Hofe ihres Vaters, so sollte sie, auch wenn der Scheidebrief in ihre Hand gekommen ist, nicht geschieden sein, denn sie gleicht einem Hofe, der ohne Wissen ihres Vaters behütet wird!? –\n",
"Vielmehr, tatsächlich ist es ihm entschieden, daß sie der Hand ihres Vaters gleicht, und seine Frage lautet wie folgt: gleicht sie der Hand ihres Vaters auch zur Befugnis, einen Beauftragten zu bestellen, oder nicht?\n",
"Dieser erwiderte: Sie kann keinen Beauftragten bestellen. Er wandte gegen ihn ein: Wenn eine Minderjährige [zu einem] gesagt hat: nimm für mich meinen Scheidebrief in Empfang, so ist der Scheidebrief erst dann rechtskräftig, wenn er in ihre Hand gekommen ist. Demnach ist der Scheidebrief [sofort] rechtskräftig, wenn sie im Mädchenalter ist!? – Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn sie keinen Vater hat. –\n",
"Wenn aber im Schlußsatze gelehrt wird, wenn der Vater zu ihm gesagt hat: geh, nimm für meine Tochter den Scheidebrief in Empfang, und der Ehemann zurück treten will, könneer dies nicht mehr, so spricht ja [auch] der Anfangsatz von dem Falle, wenn sie einen Vater hat!? – [Die Lehre] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: wenn eine Minderjährige [zu einem] gesagt hat, daß er für sie ihren Scheidebrief in Empfang nehme, so ist der Scheidebrief nicht eher rechtskräftig, als bis er in ihre Hand gekommen ist, ist sie aber im Mädchenalter, so ist er [sofort] rechtskräftig. Dies nur in dem Falle, wenn sie keinen Vater hat, wenn sie aber einen Vater hat, und der Vater [zu einem] gesagt hat: geh, nimm für meine Tochter ihren Scheidebrief in Empfang, und der Ehemann zurücktreten will, so kann er dies nicht mehr.\n",
"Es wurde gelehrt: Wenn eine Minderjährige ohne Wissen ihres Vaters angetraut worden ist, so benötigt sie, wie Šemuél sagt, des Scheidebrief es und der Weigerungserklärung. Qama sprach: Da istetwas; wenn des Scheidebriefes, wozu die Weigerungserklärung, und wenn der Weigerungserklärung, wozu der Scheidebrief.\n",
"Man erwiderte ihm: Da ist Mar U͑qabaund sein Lehrhaus in Kaphri. Sie wandten esum und sandten es an Rabh; da sprach er: Bei Gott, sie benötigt des Scheidebriefes und benötigt der Weigerungserklärung. Behüte und bewahre, daß der Nachkomme des Abba b. Abbadiesgesagt haben sollte. –\n",
"Aus welchem Grunde? R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, erwiderte: Sie benötigt des Scheidebriefes, weil der Vater in die Antrauung eingewilligt habenkann, und sie benötigt der Weigerungserklärung, weil der Vater vielleicht nicht eingewilligthat, und manglauben könnte, die Antrauung sei bei ihrer Schwester unwirksam.\n",
"R. Naḥman sagte: Dies nur dann, wenn er um sie geworbenhat.\n",
"U͑la aber sagte, sie benötige nicht einmal der Weigerungserklärung. – Selbst wenn er um sie geworben hat!? – Wer das eine lehrte, lehrte das anderenicht. Manche lesen: U͑la sagte: Wenn eine Minderjährigeohne Wissen ihres Vaters angetraut worden ist, so benötigt sie nicht einmal der Weigerungserklärung.\n",
"R. Kahana wandte ein: Wenn eine von diesen allengestorben ist, die Weigerung erklärt hat, geschieden worden ist, oder als zwitterhaft befunden worden ist, so sind die Nebenbuhlerinnen frei.\n",
"Durch wen soll die Antrauung erfolgt sein, wenn durch ihren Vater, so ist ja die Weigerungserklärung nicht ausreichend, sondern ein richtiger Scheidebrief erforderlich; doch wohl durch sie selbst, und er lehrt, eine Weigerungserklärung sei erforderlich!?\n",
"Er richtete diesen Einwand und er selbst erklärte es: wenn ihr bei Lebzeiten ihres Vaters wie einer Waise geschehenist.\n",
"R. Hamnuna wandte ein : Er darf [seine Tochter] nicht an Verwandteverkaufen; im Namen R. Elea͑zars sagten sie, er dürfe sie an Verwandte verkaufen.\n"
],
[
"Sie stimmen überein, daß er sie als Witwe an einen Hochpriester und als Geschiedene oder Ḥaluça an einen gemeinen Priester verkaufendürfe. Von welcher Witwe wird hier gesprochen, wollte man sagen, wenn die Antrauung durch den Vater erfolgt war, so kann er sie ja nicht verkaufen, da man seine Tochter nach der Ehelichung nicht zur Dienstbarkeit verkaufen kann; doch wohl, wenn die Antrauung durch sie selbst erfolgt war, und er nennt sie Witwe!?\n",
"R. A͑mram erwiderte im Namen R. Jiçḥaqs: Hier wird von der Antrauung durch Bestimmunggesprochen, nach R. Jose b. R. Jehuda, welcher sagt, das erste Geldgelte nicht als Antrauungsgeld.\n",
"Es wurde gelehrt: Wenn ergestorben ist und sie seinem Bruder zur Schwagerehe zufällt, so benötigt sie, wie R. Ilona im Namen Rabhs sagt, wegen der Eheformelder Weigerungserklärung, nicht aber wegen der Gebundenheit. Und zwar: hat er die Formel gesprochen, so benötigt sie der Scheidung, der Haliça und der Weigerungserklärung.\n",
"Sie benötigt der Scheidung, weil der Vater vielleicht die Antrauung des anderen gebilligthat; sie benötigt der Haliça, weil der Vater vielleicht die Antrauung des ersten gebilligthat; sie benötigt der Weigerungserklärung, weil der Vater vielleicht weder die Antrauung des ersten noch die Antrauung des anderen gebilligthat, und man glauben könnte, die Antrauung sei bei ihrer Schwester unwirksam.\n",
"Hat er die Formel nicht gesprochen, so benötigt sie nur der Ḥaliça. Wollte man sagen, sie sollte auch der Weigerungserklärung benötigen, weil man glauben könnte, die Antrauung sei bei ihrer Schwester unwirksam, so weiß jeder, daß die Schwester der Ḥaluça nur rabbanitisch [verboten]ist. Res Laqiš sagte nämlich: Hierlehrte Rabbi, die Schwester der Geschiedenen sei nach der Tora und die Schwester der Ḥaluça rabbanitisch [verboten].\n",
"Einst tranken zwei Leute in Babel Wein unter einem Mattengeflechte; da nahm einer einen Becher Wein, gab ihn dem anderen und sprach: deine Tochter sei meinem Sohne angetraut. Hierauf entschied Rabina: Selbst nach demjenigen, welcher sagt, man berücksichtige, der Vater könnte eingewilligt haben,\n"
],
[
"berücksichtige man nicht, der Sohn könnte eingewilligthaben. Die Jünger sprachen zu Rabina: Vielleicht hat er ihn zum Beauftragten gemacht!? – Niemand ist so respektlos, seinen Vater zum Beauftragtenzu machen. – Vielleicht hat er ihn dazu geneigigemacht!? Rabba b. R. Šimi sagte: Der Meister [sagte] ausdrücklich, daß er von der Lehre Rabhs und Šemuélsnichts halte.\n",
"Einst vollzog jemand die Antrauungauf der Straße mit einem Bündel Grünkraut. Da entschied Rabina: Selbst nach demjenigen, welcher sagt, man berücksichtige, der Vater könnte eingewilligt haben, gilt dies nur von dem Falle, wenn es in achtungsvoller Weise erfolgt, nicht aber, wenn in achtungsloser Weise.\n",
"R. Aha aus Diphte sprach zu Rabina: Worin besteht die Achtungslosigkeit: weil es mit Grünkraut erfolgt ist, oder weil es auf der Straße erfolgt ist? Ein Unterschied besteht in dem Falle, wenn es mit einem silbernen Becher auf der Straße oder mit einem Bündel Grünkraut in der Wohnung erfolgt ist. Wie ist es nun? – Das eine wie das andere ist eine achtungslose Art.\n",
"Einst sagte er: meinem Verwandten, sie aber: meinem Verwandten; sie aber bedrängte ihn, und er sprach: ihren Verwandten. Während sie aßenund tranken, kam sein Verwandter und traute sie sich im Söller an.\n",
"Da sagte Abajje: Es heißt :der Überrest Jisraéls wird kein Unrecht begehen noch Lügenreden. Raba sagte: Es ist feststehend, niemand bemühe sich mit einem Festmahle und vernichte es. –\n",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen, wenn er sich damit nicht bemüht hat.\n",
"Wenn sie mit Wissen ihres Vaters angetraut worden und dieser nach dem Überseelande verreist ist, und sie darauf geheiratet hat, so darf sie, wie Rabh sagt, solange nicht ihr Vater kommt und esverwehrt, Hebe essen. R. Asi sagt, sie dürfe nicht essen, weil ihr Vater kommen und es verwehren könnte, sodaß sie rückwirkend Gemeine sein würde. Einst ereignete sich ein solcher Fall, und Rabh berücksichtigte die Ansicht R. Asis.\n",
"R. Šemuél b. R. Jiçḥaq sagte: Rabh pflichtet bei, daß, wenn sie gestorben ist, er sie nicht beerbe, denn man lasse das Geld im Besitze des Eigentümers.\n",
"Wenn sie mit Wissen ihres Vaters angetraut worden ist und ohne sein Wissen geheiratet hat, und er ortsanwesend ist, so darf sie, wie R. Hona sagt, [Hebe] nicht essen, und wie R. Jirmeja b. Abba sagt, wohl essen.\n",
"R. Hona sagt, sie dürfe nicht essen, denn selbst nach [Rabh], nach dem sie in jenem Falle essen darf, gilt dies nur da, wo der Vater nicht ortsanwesend ist, in diesem Falle aber, wo der Vater ortsanwesend ist und schweigt, tut er dies ausZorn. R. Jirmeja b. Abba sagt, sie dürfe essen, denn selbst nach R. Asi, nach dem sie in jenem Falle nicht essen darf, gilt dies nur da, weil ihr Vater kommen und es verwehren könnte, hierbei aber ist er, da er schweigt, damit einverstanden.\n",
"Wenn sie ohne Wissen ihres Vaters angetraut worden ist und ohne sein Wissen geheiratet hat und er ortsanwesend ist, so darf sie, wie R. Hona sagt, [Hebe] essen, und wie R. Jirmeja b. Abba sagt, nicht essen. U͑la sagte: Die Ansicht R. Honas ist:wie Essig für die Zähne und Rauch für die Augen. Wenn sie da, wo die Antrauung nach der Tora gültig ist, nicht essen darf, um wieviel weniger in diesem Falle.\n"
],
[
"Die Worte des Schülerssind einleuchtend. Raba sagte: Folgendes ist der Grund R. Honas: weil es bei ihr bei Lebzeiten ihres Vaters wie bei einer Waise erfolgt ist.\n",
"Es wurde gelehrt: Wenn eine Minderjährige ohne Wissen ihres Vaters angetraut worden ist, so können, wie Rabh sagt, sowohl sie als auch ihr Vater zurücktreten, und wie R. Asi sagt, nur ihr Vater und nicht sie. R. Hona wandte gegen R. Asi ein, und manche sagen, Hija b. Rabh gegen R. Asi :Wenn weigern weigert sich ihr Vater; ich weiß dies von ihrem Vater, woher dies von ihr selbst? Es heißt: weigern weigert sich, in jedemFalle!?\n",
"Rabh sprach zu ihnen: Beruft euch nicht auf etwas Unrichtiges. Er könnte euch erwidern: wenn er sie nicht zur Ehelichung verführt hat. – Ist denn, wenn er sie nicht zur Ehelichung verführt hat, diesbezüglichein Schriftvers nötig!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Dieser lehrt, daß er dennochdie Buße zahlen müsse, wie bei der Verführten.\n",
"R. Joseph sprach zu ihm: Dem ist auch so, denn es wird gelehrt:So statte er sie sich zur Frau aus, sie muß von ihm angetraut werden. Wozu ist, wenn er sie zur Ehelichung verführt hat, die Antrauung nötig!? Dieser erwiderte: Sie benötigt der Antrauung mit Wissen ihres Vaters.\n",
"i,2WENN JEMAND ZU EINER FRAU SAGT: SEI MIR MIT DIESER DATTEL ANGETRAUT. SEI MIR MIT DIESER ANGETRAUT, SO IST SIE IHM, WENN EINE VON DIESEN EINE PERUṬA WERT IST, ANGETRAUT, WENN ABER NIGHT, NICHT ANGETRAUT. [SAGT ER:] MIT DIESER UND MIT DIESER UND MIT DIESER, SO IST SIE IHM, WENN ALLE ZUSAMMEN EINE PERUṬA WERT SIND, ANGETRAÜT, WENN ABER NIGHT, NICHT ANGETRAUT. WENN SIE INZWISCHEN JEDE EINZELN AUFISST, SO IST SIE IHM NUR DANN ANGETRAUT, WENN EINE VON DIESEN EINE PERUṬA WERT IST.\n",
"GEMARA. Wer ist der Autor, der lehrt, daß diesnur von dem Falle gilt, wenn er zweimal ‘sei mir angetraut’ gesagt hat? Rabba erwiderte: Es ist R. Šimo͑n, welcher sagt, nur wenn er den Schwurbei jedem besonders gesprochen hat.\n",
"[SAGT ER:] MIT DIESER UND MIT DIESER UND MIT DIESER, SO IST SIE, WENN ALLE ZUSAMMEN EINE PERUṬTA WERT SIND &C. Worauf bezieht sich dies: wenn auf den Anfangsatz, so gilt dies ja nicht nur dann, wenn sie sie auf ißt, sondern auch, wenn sie sie liegen läßt, denn er sagte ja: sei mir mit dieserangetraut, und wenn auf den Schlußsatz,\n",
"und dies auch von der ersten gilt, so ist es ja ein Darlehen!? R. Joḥanan erwiderte: Da ist ein Tisch, da ist Fleisch und da ist ein Messer, und wir haben nichts, womitzu essen.\n",
"Rabh und Šemuél erklärten beide: Tatsächlich bezieht es sich auf den Anfangsatz, und jener Fall ist selbstverständlich; selbstverständlich gilt dies, wenn sie sie liegen läßt, nur von dem Falle, wenn eine eine Peruṭa wert ist, sonst aber nicht; man könnte aber glauben, daß, wenn sie sie aufißt und sich sofort in den Genuß setzt, sieihm ihre Person zueigne, so lehrt er uns.\n",
"R. Ami erwiderte: Tatsächlich bezieht es sich auf den Schlußsatz, und unter ‘eine’, die eine Peruṭa wert sein muß, ist zu verstehen, die letzte müsse eine Peruṭa wert sein.\n",
"Raba sagte: Aus der Erklärung R. Amis ist dreierlei zu entnehmen. Es istzu entnehmen, wenn jemand [sich eine Frau] mit einem Darlehen antraut, sei sie ihm nicht angetraut; es ist zu entnehmen, wenn er sie sich mit einem Darlehen und einer Peruṭa antraut, rechne sie mit der Peruṭa,\n"
],
[
"und es ist zu entnehmen, das Geld sei sonstzurückzugeben.\n",
"Es wurde gelehrt: Wenn jemand sich seine Schwester angetraut hat, so ist das Geld, wie Rabh sagt, zurückzugeben, und wie Šemuél sagt, ein Geschenk. Rabh sagt, das Geld sei zurückzugeben, denn jeder weiß, daß die Antrauung bei einer Schwester nicht wirksam sei, und er gab es ihr als Depositum. – Sollte er ihr doch gesagt haben, er gebe es ihr als Depositum!? – Er dachte, sie werde es nicht nehmen.\n",
"Šemuél sagt, das Geld sei ein Geschenk, denn jeder weiß, daß die Antrauung bei einer Schwester nicht wirksam sei, und er gab es ihr als Geschenk. – Sollte er ihr doch gesagt haben, er gebe es ihr als Geschenk!? – Er dachte, es werde ihr genant sein.\n",
"Rabina wandte ein: Wenn jemand die Teighebevom Mehl entrichtet hat, so ist dies keine Teighebe und Raubim Besitze des Priesters. Weshalb ist es Raub im Besitze des Priesters, man sollte doch sagen, jeder weiß, daß die Teighebe nicht vom Mehl zu entrichten sei, und er gab es ihm als Geschenk!? –\n",
"Anders ist es da, weil eszu einem Verstoße kommen könnte. Es könnte Vorkommen, daß der Priester, wenn er weniger als fünf Viertelflog] Mehlhat, es mit diesem zusammenkneten, und im Glauben, der Teig sei zubereitet, es unverzehntet essen würde. –\n",
"Du sagtest ja, man wisse, daß die Teighebe nicht vom Mehl zu entrichten sei!? – Man weiß und man weiß nicht man weiß, daß die Teighebe nicht vom Mehl zu entrichten sei, man weiß aber nicht den Grund, denn man glaubt, wegen der Mühedes Priesters, und der Priester hat darauf verzichtet. –\n",
"Sollte es doch als Hebe gelten und nicht eher gegessen werden dürfen, als bis hierfür die Teighebe von anderer Stelle abgesondert wordenist!? Wir haben ja gelernt: Wenn von einem durchlochtenfür einen undurchlochten, so ist esHebe und darf nicht eher gegessen werden, als bis hiervon die Hebe und der Zehnt von anderer Stelle entrichtet worden ist. –\n",
"Bei zwei verschiedenen Gefäßen gehorchter, bei einem Gefäße gehorcht er nicht.\n",
"Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich gehorcht der Priester, nur könnte der Hausherrglauben, sein Teig sei zubereitet, und es unverzehntet essen. –\n",
"Du sagtest ja, man wisse, daß die Teighebe nicht vom Mehl zu entrichten sei!? – Man weiß und man weiß nicht; man weiß, daß die Teighebe nicht vom Mehl zu entrichten sei, man weiß aber nicht dein Grund, denn man glaubt, wegen der Mühe des Priesters, und der Priester hat dies auf sich genommen. –\n",
"Sollte diese Hebe sein und er sie wiederum entrichten!? Wir haben ja gelernt: Wenn von einem undurchlochten für einen durchlochten, so ist es Hebe und er entrichte sie wiederum. – Wir sagten ja, daß er bei zwei verschiedenen Gefäßen gehorche, nicht aber bei einem Gefäße. –\n",
"Gehorcht er etwa nicht, wir haben ja gelernt, wenn jemand eine Gurke als Hebe absondert und sie bitter befunden wird, eine Melone, und sie faul befunden wird, sei die Hebe gültig und er entrichte sie wiederum!? – Anders verhält es sich da, wo die Hebe nach der Tora gültig ist.\n",
"Dies nach R. Eléaj, denn R. Eléaj sagte: Woher, daß die Absonderung der Hebe von Schlechtem für das Gute gültig ist? Es heißt:ihr sollt seinethalben auf euch keine Sünde laden, wenn ihr das Beste davon abhebt, und wenn es nicht heilig wäre, könnte ja keine Sünde auf geladen werden. Hieraus, daß die Absonderung der Hebe von Schlechtem für das Gute gültig ist.\n",
"Raba sagte:\n"
],
[
"Diesnur, wenn er zu ihr sagt: mit dieser und mit dieser und mit dieser, wenn er aber sagt: mit diesen, so ist sieihm angetraut, auch wenn sie sie einzeln aufißt, denn sie aß ja ihres.\n",
"Übereinstimmend mit Raba wird gelehrt: [Sagt er:] sei mir angetraut mit der Eichel, mit der Granate, mit der Nuß, oder sagt er zu ihr: sei mir mit diesen angetraut, so ist sie ihm, wenn sie zusammen eine Peruṭa wert sind, angetraut, wenn aber nicht, nicht angetraut; [sagt er:] mit dieser und mit dieser und mit dieser, so ist sie ihm, wenn sie zusammen eine Peruṭa wert sind, angetraut, wenn aber nicht, nicht angetraut. [Wenn er aber sagt:] mit dieser, und sie sie nimmt und aufißt, mit dieser, und sie sie nimmt und aufißt, noch mit dieser, noch mit dieser, so ist sie ihm nur dann angetraut, wenn eine von diesen eine Peruṭa wert ist.\n",
"Von welchem Falle wird hier von Eichel, Granate und Nuß gesprochen; sagte er: entweder mit der Eichel oder mit der Granate oder mit der Nuß, wieso ist sie, wenn sie zusammen eine Peruṭa wert sind, ihm angetraut, er sagte ja oder , und sagte er : mit der Eichel und mit der Granate und mit der Nuß, so heißt dies ja: mit dieserund mit dieser und mit dieser!? Doch wohl, wenn er zu ihr ‘mit diesen’ gesagt hat. – Wenn er aber im Schlußsätze lehrt: oder sagt er zu ihr: sei mir mit diesen angetraut, so spricht ja der Anfangsatz nicht von dem Falle, wenn er ‘mit diesen’ sagt!? –\n",
"Dies ist eine Erklärung: sei mir angetraut mit der Eichel, mit der Granate, mit der Nuß, wenn er nämlich sagt: sei mir mit diesen angetraut.\n",
"Im Schlußsätze lehrt er, daß, wenn er ‘mit diesen’ [sagt], und sie sie nimmt und auf ißt, sie ihm, wenn eine von diesen eine Peruṭa wert ist, angetraut, wenn aber nicht, nicht angetraut sei;\n",
"dagegen: aber unterscheidet er im Anfangsatze nicht zwischen essen und zurücklegen. Somit ist hieraus zu entnehmen, daß, wenn er zu ihr ‘mit diesen’ gesagt hat, sie ihresesse. Schließe hieraus. –\n",
"Allerdings ist nach demjenigen, welcher sagt, diesbeziehe sich auf den Schlußsatz, und unter ‘eine’, die eine Peruṭa wert sein muß, sei zu verstehen, die letzte müsse eine Peruṭa wert sein, auch hier zu erklären, die letzte müsse eine Peruṭa wert sein,\n",
"nach Rabh und Šemuél aber, die beide erklären, dies beziehe sich auf den Anfangsatz, und es sei nur hinsichtlich des Aufessens zu lehrennötig, [ist ja einzuwenden:] hier wird es ja von der Zusammenfassungund nicht von der Teilung gelehrt!? –\n",
"Hier ist die Ansicht Rabbis vertreten, welcher sagt, einerlei ob er ‘Olive, Olive’ oder ‘Olive und Olive’ gesagthat, sei es eine Teilung.\n",
"Rabh sagte: Wenn jemand [sich eine Frau] mit einem Darlehen antraut, so ist sie ihm nicht angetraut, weil ein Darlehen zur Verausgabungbestimmt ist. Es wäre anzunehmen, daß hierüber folgende Tannaim streiten : Wenn jemand [sich eine Frau] mit einem Darlehen antraut, so ist sie ihm nicht angetraut; manche sagen, sie sei ihm angetraut. Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, ein Darlehen sei zur Verausgabung bestimmt, und einer ist der Ansicht, ein Darlehen sei nicht zur Verausgabung bestimmt. –\n",
"Wie ist nach deiner Auffassung der Schlußsatz zu erklären: sie stimmen hinsichtlich des Kaufes überein, daß er eserworben habe. Womit hat er, wenn du sagst, ein Darlehen sei zur Verausgabung bestimmt, es erworben!?\n",
"R. Naḥman sagte: Unser Genosse Hona bezieht dies auf einen ganz anderen Fall. Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er zu ihr gesagt hat: sei mir mit der Mine angetraut, und es sich ergibt, daß von der Mine ein Denarfehlt; einer ist der Ansicht, es sei ihr genant, ihn zumahnen, und einer ist der Ansicht, es sei ihr nicht genant, ihn zu mahnen. –\n",
"R. Elea͑zar sagte, wenn [er zu ihr gesagt hat:] sei mir mit einer Mine angetraut, und ihr einen Denar gegeben hat, sei sie ihm angetraut, und er ergänze [den Betrag]; demnach lehrte er etwas, worüber Tannaím [streiten]!? – Ich will dir sagen, wenn von der Mine ein Denar fehlt, so ist es ihr genant, ihn zu mahnen, wenn aber von der Mine neunundneunzig fehlen, so ist es ihr nicht genant, ihn zu mahnen.\n",
"Man wandte ein: Wenn jemand zu einer Frau gesagt hat: sei mir angetraut mit dem Depositum, das ich bei dir habe, und sie hingeht und findet, daß es gestohlen worden oder abhanden gekommen ist, so ist sie ihm, falls im Werte einer Peruṭa zurückgeblieben ist, angetraut, und falls nicht, nicht angetraut; wenn aber mit einem Darlehen, so ist sie ihm angetraut, auch wenn im Werte einer Peruṭa nicht zurückgebliebenist. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt im Namen R. Meírs, das Darlehen\n"
],
[
"gleiche dem Depositum. Sie streiten nur insofern, indem der eine der Ansicht ist, mit einem Darlehen, auch wenn im Werte einer Peruṭa nicht zurückgeblieben ist, und der andere der Ansicht ist, nur wenn im Werte einer Peruṭa zurückgeblieben ist, sonst aber nicht, alle aber stimmen überein, daß die Antrauung mit einem Darlehen gültig sei!?\n",
"Raba erwiderte: Du glaubst wohl, diese Lehre sei eine richtige, sie ist korrupt.\n",
"Von welchem Depositum wird hier gesprochen: hat sie Verantwortung übernommen, so ist es ja ein Darlehen, und hat sie keine Verantwortung übernommen, weshalb lehrt er im Schlußsätze, wenn es mit einem Darlehen erfolgt ist, sei sie ihm angetraut, auch wenn im Werte einer Peruṭa nicht zurückgeblieben ist, sollte er doch beim [Depositum] selbst einen Unterschied machen: dies gilt nur von dem Falle, wenn sie keine Verantwortung übernommen hat, wenn sie aber Verantwortung übernommen hat, so ist sie ihm angetraut,\n",
"auch wenn im Werte einer Peruṭa nicht zurückgeblieben ist!? Sie ist vielmehr wie folgt zu berichtigen: wenn aber mit einem Darlehen, so ist sie ihm nicht angetraut, auch wenn im Werte einer Peruṭa zurückgeblieben ist.\n",
"R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt im Namen R. Meírs, das Darlehen gleiche dem Depositum. – Worin besteht ihr Streit? Rabba erwiderte: Ich traf die Jünger im Lehrhause sitzen und erklären: sie streiten über das Darlehen im Besitze des Eigentümershinsichtlich des Rücktrittesund ebenso hinsichtlich des Unfalls; einer ist der Ansicht, das Darlehen befinde sich im Besitze des Schuldners, auch hinsichtlich des Unfalls,\n",
"und einer ist der Ansicht, das Darlehen befinde sich im Besitze des Gläubigers, auchhinsichtlich des Unfalls.\n",
"Ich sprach dann zu ihnen: Alle stimmen überein, daß es sich hinsichtlich des Unfalls im Besitze des Schuldners befinde, da es nicht geringer ist als eine entliehene Sache; wenn man für eine entliehene Sache, die in natura zurückzugeben ist, haftbar ist, um wieviel mehr für ein Darlehen; vielmehr streiten sie hierbei über den Rücktritt bei einem Darlehen im Besitze des Eigentümers. –\n",
"R. Hona sagte, wer von seinem Nächsten eine Axt geborgt hat, habe sie, wenn er damit gespalten hat, geeignet, und wenn er damit nicht gespalten hat, nicht geeignet; demnach lehrte er etwas, worüber Tannaim [streiten]!? –\n",
"Nein, sie streiten nur über ein Darlehen, das nicht in natura zurückzugeben ist; bei einer geborgten [Axt] aber, die in natura zurückzugeben ist, stimmen alle überein, daß er sie nur dann geeignet habe, wenn er damit gespalten hat, nicht aber, wenn er damit nicht gespalten hat.\n",
"Es wäre anzunehmen, daß hierüberTannaím streiten. [Wenn er zu ihr sagt:] sei mir mit dem Schuldscheine angetraut, oder wenn er bei anderen ein Darlehen hat und es ihr abtritt, so ist sie ihm, wie R. Meír sagt, angetraut, und wie die Weisen sagen, nicht angetraut. Von welchem Schuldscheine wird hier gesprochen, wenn etwa auf andere, so wäre dies ja ein Darlehen bei anderen; doch wohl ein Schuldschein auf sie selbst, und sie streiten über die Antrauung mit einem Darlehen. –\n",
"Tatsächlich ein Schuldschein auf andere, hier aber streiten sie über das Darlehen auf einen Schuldschein und über das mündliche Darlehen. –\n",
"Worin besteht ihr Streit über das Darlehen auf einen Schuldschein? – Sie führen den Streit von Rabbi und den Rabbanan, denn es wird gelehrt: Schriftstücke werden durch Übergabeangeeignet so Rabbi. Die Weisen sagen, wenn er ihm [eine Verkaufsurkunde] geschrieben und [das Schriftstück] nicht übergeben, oder es ihm übergeben und keine [Verkaufsurkunde] geschrieben hat, habe er es nicht geeignet; nur wenn er ihm [eine Verkaufsurkunde] geschrieben und [das Schriftstück] übergeben hat.\n",
"Einer ist der Ansicht Rabbisund einer ist nicht der Ansicht Rabbis.\n",
"Wenn du willst, sage ich: alle sind sie der Ansicht Rabbis, und hier streiten sie über eine Lehre R. Papas, denn R. Papa sagte: Wer seinem Nächsten einen Schuldschein verkauft, muß ihm schreiben: erwirb ihn und alle darin enthaltenen Rechte. Einer ist der Ansicht R. Papasund einer ist nicht der Ansicht R. Papas.\n",
"Wenn du willst, sage ich: alle sind der Ansicht R. Papas, und hier streiten sie über eine Lehre Šemuéls, denn Šemuél sagte:\n"
],
[
"Wenn jemand seinem Nächsten einen Schuldschein verkauft und darauf [auf die Schuld] verzichtet hat, so ist der Verzicht gültig, und auch der Erbe kann verzichten. Einer ist der Ansicht Šemuélsund einer ist nicht der Ansicht Šemuéls.\n",
"Wenn du aber willst, sage ich: alle sind der Ansicht Šemuélsund sie streiten nur über eine Frau; einer ist der Ansicht, sie verlasse sich darauf, denn sie sagt, er werde nicht sie schädigen und zu Gunsten anderer verzichten, und einer ist der Ansicht, auch eine Frau verlasse sich nicht darauf. –\n",
"Worin besteht ihr Streit über das mündliche Darlehen? – In einer Lehre R. Honas im Namen Rabhs, denn R. Hona sagte im Namen Rabhs: [Wenn jemand zu einem gesagt hat:] ich habe bei dir eine Mine, gib sie diesem, so hat dieser sie, wenn sie alle drei beisammen sind, erworben.\n",
"Einer ist der Ansicht, Rabh sage esnur von einem Depositumund nicht von einem Darlehen, und einer ist der Ansicht, einerlei ob Darlehen oder Depositum.\n",
"Es wäre anzunehmen, daß hierüberTannaím streiten. [Wenn er zu ihr gesagt hat:] sei mir mit der Urkunde angetraut, so ist sie ihm, wie R. Meír sagt, nicht angetraut, und wie R. Elea͑zar sagt, angetraut. Die Weisen sagen, man schätze das Papier; hat es den Wert einer Peruṭa, so ist sie ihm angetraut, wenn aber nicht, so ist sie ihm nicht angetraut,\n",
"Von welcher Urkunde wird hier gesprochen, wenn von einem Schuldschein auf andere, so befindet sich ja R. Meírin einem Widerspruche; doch wohl mit einem Schuldschein auf sie selbst, und sie streiten über die Antrauung mit einem Darlehen.\n",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er sie sich mit einer [Antrauungs]urkunde ohne Zeugenunterschriften angetraut hat.\n",
"R. Meír vertritt hierbei seine Ansicht, die Trennungerfolge durch die Zeugender Unterschrift, R. Elea͑zar vertritt seine Ansicht, die Trennung erfolge durch die Zeugender Übergabe, und den Rabbanan ist es zweifelhaft, ob nach R. Meír oder nach R. Elea͑zar zu entscheiden sei, daher schätze man das Papier; hat es den Wert einer Peruṭa, so ist sie ihm angetraut, wenn aber nicht, so ist sie ihm nicht angetraut.\n",
"Wenn du willst, sage ich: wenn er [die Antrauungs]urkunde nicht auf ihren Namen geschriebenhat, und sie streiten über eine Lehre des Reš Laqiš, denn Res Laqiš fragte: Wie ist es, wenn er die Antrauungsurkunde nicht auf ihren Namen geschrieben hat: vergleichen wir die Antrauungmit der Scheidung, wie die Scheidung auf ihren Namen erfolgenmuß, ebenso muß auch die Antrauung auf ihren Namen erfolgen, oder aber sind die Antrauungen mit einander zu vergleichen, wie die Antrauung durch Geld nicht auf ihren Namen zu erfolgenbraucht, ebenso braucht auch die Antrauung durch eine Urkunde nicht auf ihren Namen zu erfolgen?\n",
"Nachdem er es gefragt hatte, entschied er es: [es heißt :]sie gehe fort und sei, womit er die Antrauungmit der Scheidung vergleicht. Einer ist der Ansicht des Reš Laqiš und der andere ist nicht der Ansicht des Reš Laqiš.\n",
"Wenn du aber willst, sage ich: alle sind der Ansicht des Reš Laqiš, und hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er [die Urkunde] auf ihren Namen ohne ihr Einvernehmen geschrieben hat, und sie führen den Streit von Raba und Rabina mit R. Papa und R. Serebja, denn es wurde gelehrt: Wenn er sie auf ihren Namen ohne ihr Einvernehmen geschrieben hat, so ist sie ihm, wie Raba und Rabina sagen, angetraut, und wie R. Papa und R. Serebja sagen, nicht angetraut.\n",
"Es wäre anzunehmen, daß hierüber folgende Tannaím streiten: [Sagte sie zu ihm:] mache mir Armbänder, Nasenringe, Fingerringe, und ich will dir angetrautsein, so ist sie ihm, sobald er sie gemacht hat, angetraut – so R. Meír; die Weisen sagen, sie sei ihm nicht eher angetraut, als bis eine Wertsache in ihren Besitz gekommen ist.\n",
"Welche Wertsache: wollte man sagen, diese Wertsache, so wäre ja der erste Autor der Ansicht, auch diese Wertsache sei nicht erforderlich, womit sollte sie ihm denn angetraut sein!? Doch wohl mit einer anderen Wertsache, und sie streiten über die Antrauung mit einem Darlehen.\n",
"Sie glaubten, beide seien der Ansicht, der Arbeitslohn sei von Beginn [der Arbeit] bis zur Beendigung fällig, sodaß er als Darlehengilt, somit besteht ihr Streit wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, die Antrauung mit einem Darlehen sei gültig, und einer ist der Ansicht, die Antrauung mit einem Darlehen sei ungültig. –\n",
"Nein, alle sind der Ansicht, die Antrauung mit einem Darlehen sei ungültig, und hier streiten sie, ob der Arbeitslohn von Beginn bis zur Beendigung fällig ist;\n"
],
[
"einer ist der Ansicht, der Arbeitslohn sei erst bei Beendigungfällig, und einer ist der Ansicht, der Arbeitslohn sei von Beginn bis zur Beendigung fällig.\n",
"Wenn du willst, sage ich: alle sind der Ansicht, der Arbeitslohn sei von Beginn bis zur Beendigung fällig, und daß ferner die Antrauung mit einem Darlehen ungültig sei, und hier streiten sie, ob der Handwerker den Mehrwert des Geräteserwerbe; einer ist der Ansicht, der Handwerker erwerbe den Mehrwertdes Gerätes, und einer ist der Ansicht, der Handwerker erwerbe nicht den Mehrwert des Gerätes.\n",
"Wenn du aber willst, sage ich: alle sind der Ansicht, der Handwerker erwerbe nicht den Mehrwert des Gerätes, ferner auch, daß der Arbeitslohn von Beginn bis zur Beendigung fällig sei, und ferner, daß die Antrauung mit einem Darlehen ungültig sei, und hier streiten sie über den Fall, wenn er etwas vom seinigen zugefügthat; einer ist der Ansicht, bei einem Darlehen und einer Peruṭa rechne sie mit der Peruṭa, und einer ist der Ansicht, sie rechne mit dem Darlehen.\n",
"Sie führen den Streit der Autoren der folgenden Lehre. [Sagte er: sei mir angetraut] mit dem Lohne für die Arbeit, die ich dir geleistet habe, so ist sie ihm nicht angetraut, wenn aber: mit dem Lohne für die Arbeit, die ich dir leisten werde, so ist sieihm angetraut. R. Nathan sagt, [sagte er:] mit dem Lohne für die Arbeit, die ich dir leisten werde, sei sie ihm nichtangetraut, und um so weniger, wenn: mit dem Lohne für die Arbeit, die ich dir geleistet habe.\n",
"R. Jehuda der Fürst sagte: In Wirklichkeit sagten sie, sie sei ihm nicht angetraut, einerlei ob [er gesagt hat:] mit dem Lohne für die Arbeit, die ich dir geleistet habe, oder: mit dem Lohne für die Arbeit, die ich dir leisten werde; hat er etwas vom seinigen zugefügt, so ist sie ihm angetraut.\n",
"Zwischen dem ersten Autor und R. Nathan besteht ein Unterschied hinsichtlich des Arbeitslohnes, und zwischen R. Nathan und R. Jehuda dem Fürsten besteht ein Unterschied hinsichtlich eines Darlehens und einer Peruṭa; einer ist der Ansicht, bei einem Darlehen und einer Peruṭa rechne sie mit dem Darlehen, und einer ist der Ansicht, sie rechne mit der Peruṭa.\n",
"iiWENN ER ZU IHR GESAGT HAT:] SEI MIR MIT DIESEM BECHER WEIN ANGETRAUT, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS ES HONIG IST, ODER: MIT DIESEM BECHER HONIG, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS ES WEIN IST, ODER: MIT DIESEM SILBERNEN DENAR, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS ER GOLD IST, ODER: GOLDENEN, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS ER SILBER IST, ODER: MIT DER ZUSICHERUNG, DASS ICH REICH BIN, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS ER ARM IST, ODER: ARM BIN, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS ER REICH IST, SO IST SIE IHM NICHT ANGETRAUT. R. ŠIMÓN SAGT, HAT ER SIE ZU [IHREM] VORTEIL GETÄUSCHT, SEI SIE IHM ANGETRAUT.\n",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: [Sagte er:] sei mir mit dem Becher angetraut, so erfolgt dies, wie das Eine lehrt, mit diesem und dem Inhalt, wie ein Anderes lehrt, mit dem Inhalt und nicht mit diesem, und wie ein Anderes lehrt, mit diesem und nicht mit dem Inhalt. Jedoch widersprechen sie einander nicht; eines gilt von Wasser, eines von Weinund eines von Saft.\n",
"HAT ER SIE ZU [IHREM] VORTEIL GETÄUSCHT, SEI SIE IHM ANGETRAUT. Hält denn R. Šimo͑n nichts von der Lehre, daß, wenn erWein sein sollte und er sich als Essig herausstellt, Essig, und er sich als Wein herausstellt, beide zurücktreten können!? Wir sagen also, manchem sei Essig lieber und manchem sei Weinlieber, ebenso sollte man auch hierbei sagen, manchem sei Silber lieber und nicht Gold!?\n",
"R. Šimi b. Aši erwiderte: Ich traf Abajje sitzen und seinem Sohne erklären: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er zu seinem Beauftragten gesagt hat: borge mir einen silbernen Denar und geh und traue mir jene Frau an, und dieser ihm einen goldenen Denar geborgt hat. Einer ist der Ansicht, er achtetedarauf, und einer ist der Ansicht, er gab ihm nur einen Hinweis. –\n",
"Wieso heißt es demnach : sei mir angetraut, es sollte ja heißen: sei ihm angetraut!? Wieso: hat er sie zu [ihrem] Vorteil getäuscht, es sollte ja heißen: hat er ihn zum Vorteil getäuscht!? Wieso: und es sich herausstellt, er [gab ihr] ja von vornherein einen aus Gold!?\n",
"Vielmehr, sagte Raba, ich und der Löwe des Kollegiums, das ist R. Ḥija b. Abin, erklärten es: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn sie zu ihrem Bevollmächtigten gesagt hat: geh, nimm für mich von jenem meine Antrauung in Empfang, denn er sagte mir, daß ich ihm mit einem Silberdenar angetraut sein solle, und als dieser hinging, jener ihm einen Golddenar gab; einer ist der Ansicht, sie achtete darauf, und einer ist der Ansicht, sie gab ihm damit nur einen Hinweis. – Wieso heißt es: sich herausstellt!? – Wenn er in einen Lappen gewickelt war.\n",
"Abajje sagte: R. Šimo͑n, R. Šimo͑n b. Gamliél und R. Elea͑zar sind alle der Ansicht, er habe ihm nur einen Hinweisgegeben. R. Šimo͑n, wie wir bereits gesagt haben. R. Šimo͑n b. Gamliél, denn wir haben gelernt :\n"
],
[
"Die einfache Urkunde hat die Zeugen[unterschriften] auf der Innenseite, und die gefaltetehat die Zeugen auf der Rückseite. Wenn bei einer einfachen die Zeugen auf der Rückseite oder bei einer gefalteten die Zeugen auf der Innenseite unterschrieben sind, so sind beide ungültig. R. Ḥanina b. Gamliél sagt, wenn bei einer gefalteten die Zeugen auf der Innenseite unterschrieben sind, sei sie gültig, denn man kann aus ihr eine einfache machen. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, alles nach dem Landesbrauche.\n",
"Und auf unseren Einwand, ob denn der erste Autor nicht der Ansicht sei, daß man sich nach dem Landesbrauche richte, erwiderte R. Aši : Wenn in der Ortschaft einfache [Urkunden] gebräuchlich sind und [der Schreiber] eine gefaltete, oder gefaltete gebräuchlich sind, und er eine einfache gefertigt hat, stimmen alle überein, daß erdarauf geachtet habe;\n",
"sie streiten nur über eine Ortschaft, wo sowohl einfache als auch gefaltete gebräuchlich sind, und er zu ihm gesagt hat, daß er ihm eine einfache fertige, dieser eine gefaltete gefertigt hat; einer ist der Ansicht, er habe darauf geachtet, und einer ist der Ansicht, er habe ihm nur einen Hinweis gegeben.\n",
"R. Elea͑zar, denn wir haben gelernt: Wenn eine Frau zu einem gesagt hat: nimm für mich meinen Scheidebrief in jenem Orte in Empfang, und er ihn in einem anderen Otte in Empfang genommen hat, so ist er ungültig, und wie R. Elea͑zar sagt, gültig. Demnach ist er der Ansicht, sie habe ihm nur einen Hinweis gegeben.\n",
"U͑la sagte: Sie streiten nur über einen Vorteil inbetreff des Geldwertes, wenn er aber die Abstammungbetrifft, so sind alle der Ansicht, sie sei ihm nicht angetraut. – Aus welchem Grunde? – [Sie denkt:] ich will keinen Schub, der für meinen Fuß zu großist. Ebenso wird auch gelehrt: R. Šimo͑n pflichtet bei, daß, wenn er sie inbetreff seiner Abstammung zu [ihrem] Vorteil getäuscht hat, sie ihm nicht angetraut sei.\n",
"R. Aši sagte: Dies ist auch aus unserer Mishna zu entnehmen, denn diese lehrt: mit der Zusicherung, daß ich Priester bin, und es sich herausstellt, daß er Levite ist, Levite, und es sich herausstellt, daß er Priester ist, Nathin, und es sich herausstellt, daß er Hurenkind ist, Hurenkind, und es sich herausstellt, daß er Nathinist; und R. Šimo͑n streitet dagegen nicht.\n",
"Mar, Sohn des R. Aši, wandte ein: Er lehrt: mit der Zusicherung, daß ich eine große Tochter oder Magd habe, und er keine hat, mit der Zusicherung, daß ich keine habe, und er eine solche hat; streitet er etwa nicht diesbezüglich, wo der Vorteil das Vermögenbetrifft!?\n",
"Vielmehr streitet er im Anfangsatze, und dies gilt auch vom Schlußsätze, ebenso gilt diesbezüglich sein Streit im Anfangsatze auch vom Schlußsätze. –\n",
"Es ist ja nicht gleich; da betrifft bei beidem der Vorteil das Vermögen, und wenn er im Anfangsatze streitet, so gilt dies auch vom Schlußsatze, hierbei aber betrifft der Vorteil die Abstammung, und falls er auch diesbezüglich streitet, sollte dies gelehrt werden.\n",
"Wenn du aber willst, sage ich: auch hierbei betrifft der Vorteil die Abstammung, denn unter groß ist nicht wirklich groß zu verstehen, sondern vornehm; sie kann sagen, sie wünsche keine, die ihre Worte auffängt und zu den Nachbarinnen trägt.\n",
"Die Rabbanan lehrten: [Sagte er:] mit der Zusicherung, daß ich Schriftleser bin, so ist sie ihm, wenn er drei Schriftverse im Bethause vorgelesen hat, angetraut; R. Jehuda sagt, wenn er vorlesen und übersetzen kann. – Darf man denn eigenmächtigübersetzen, es wird ja gelehrt: R. Jehuda sagt, wer einen Schriftvers wörtlichübersetzt, sei ein Schwätzer, und wer etwas hinzufügt, beschimpfe undlästere!? – Vielmehr, unter Übersetzung ist unsere [überlieferte] Übersetzung zu verstehen.\n",
"Dies nur dann, wenn er zu ihr gesagt hat, er sei Schriftleser, wenn er aber zu ihr gesagt hat, er sei Schriftkundiger, so muß er Pentateuch, Propheten und Hagiographen mit Genauigkeit lesen können.\n",
"[Sagte er:] mit der Zusicherung, daß ich die Lehre studiere, so bezieht sich dies, wie Ḥizqija sagt, auf die [überlieferte] Halakha, und wie R. Joḥanan sagt, auf die Tora.\n",
"Man wandte ein: Unter Lehre ist, wie R. Meír sagt, die Halakha, und wie R. Jehuda sagt, die Schriftauslegung zu verstehen. –\n"
],
[
"Unter Tora ist die Auslegung der Tora zu verstehen. Dies nur dann, wenn er zu ihr gesagt hat, er studiere, wenn er aber gesagt hat, er sei Gelehrter, so muß er Halakha, Siphra, Siphre und Tosephta gelernt haben.\n",
"[Sagte er:] mit der Zusicherung, daß ich Schüler bin, so sage man nicht, einer wie Šimo͑n b. Zoma oder wie Šimo͑n b. Azaj, sondern, daß, wenn man ihn etwas aus seinem Studium fragt, er zu antworten weiß, und sei es auch aus dem Traktate Kalla. [Sagte er:] mit der Zusicherung, daß ich Weiser bin, so sage man nicht, einer wie die Weisen von Jabne, wie R. A͑qiba und seine Genossen, sondern, daß, wenn man an ihn eine wissenschaftliche Frage auf irgend einem Gebiete richtet, er zu antworten weiß.\n",
"[Sagte er:] mit der Zusicherung, daß ich ein Held bin, so sage man nicht, einer wie Abner, der Sohn Ners, oder wie Joab, der Sohn Çerujas, sondern, daß seine Genossen ihn wegen seiner Kraft fürchten. [Sagte er:] mit der Zusicherung, daß ich reich bin, so sage man nicht, wie R. Elea͑zar b. Çarsomoder wie R. Elea͑zarb. Azarja, sondern, daß die Leute seiner Stadt ihn wegen seines Reichtums ehren.\n",
"[Sagte er:] mit der Zusicherung, daß ich ein Frommer bin, so ist sie ihm angetraut, selbst wenn er ein vollkommen Gottloser ist, weil ihm ein Bußgedanke gekommen sein kann. [Sagte er:] mit der Zusicherung, daß ich ein Gottloser bin, so ist sie ihm angetraut, selbst wenn er ein vollkommen Frommer ist, denn er kann götzendienstliche Gedanken gehabt haben.\n",
"Zehn Kab Weisheit kamen in die Welt herab, neun erhielt das Jisraélland und einen die ganze Welt. Zehn Kab Schönheit kamen in die Welt herab, neun erhielt Jerusalem und einen die ganze Welt. Zehn Kab Reichtum kamen in die Welt herab, neun erhielt Rom und einen die ganze Welt. Zehn Kab Armut kamen in die Welt herab, neun erhielt Babel und einen die ganze Welt. Zehn Kab Hochmut kamen in die Welt herab, neun erhielt Élam und einen die ganze Welt. –\n",
"Kam denn der Hochmut nicht in Babel herab, es heißt ja:Ich erhob meine Augen und sah zwei Weiber hervorkommen, und der Wind blies in ihre Flügel, sie hatten nämlich Flügel wie die Storchenflügel, und sie hoben das Epha zwischen Erde und Himmel empor. Da fragte ich den Engel, der mit mir redete: Wohin bringen sie das Epha? Er erwiderte mir: Um ihr eine Wohnung im Lande Šinea͑r zu bauen. Hierzu sagte R. Joḥanan, das sind Heuchelei und Hochmut, die in Babel herabkamen!? –\n",
"Allerdings, zuerst kam er da herab, und allmählich dehnte er sich bis dahinaus. Dies ist auch zu beweisen, denn es heißt: um ihreine Wohnung im Lande Šinea͑r zu bauen. Schließe hieraus. —\n",
"Dem ist ja aber nicht so, der Meister sagte, daß Armut ein Zeichen des Hochmuts sei, und die Armut ließ sich in Babel nieder!? — Unter Armut ist die Armut in der Tora zu verstehen, denn es heißt:wir haben eine kleine Schwester, noch ohne Brüste, und R. Joḥianan sagte, dies sed E͑lam, dem es beschieden war zu lernen, nicht aber zu lehren.\n",
"Zehn Kab Kraft kamen in die Welt herab, neun erhielten die Perser &c. Zehn Kab Läuse kamen in die Welt herab, neun erhielt Medien &c. Zehn Kab Zauberei kamen in die Welt herab, neun erhielt Miçrajim &c. Zehn Kab Aussatz kamen in die Welt herab, neun erhielten die Schweine &c. Zehn Kab Hurerei kamen in die Welt herab, neun erhielt Arabien &c.\n",
"Zehn Kab Frechheit kamen in die Welt herab, neun erhielt Mešan &c. Zehn Kab Geschwätzigkeit kamen in die Welt herab, neun erhielten die Frauen &c. Zehn Kab Schwärze kamen in die Welt herab, neun erhielten die Kušiten &c. Zehn Kab Schlaf kamen in die Welt herab, neun erhielten Sklaven und einen die ganze Welt.\n",
"iii SAGTE ER:] MIT DER ZUSICHERUNG, DASS ICH PRIESTER BIN, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS ER LEVITE IST, LEVITE, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS ER PRIESTER IST, NATHIN, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS ER HURENKIND IST, HURENKIND, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS ER NATHIN IST, KLEINSTÄDTER, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS ER GROSSTÄDTER IST, GROSSTÄDTER, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS ER KLEINSTÄDTER IST; MIT DER ZUSICHERUNG, DASS MEIN HAUS NAHE DEM BADEHAUSE IST, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS ES FERN IST, DASS ES FERN IST, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS ES NAHE IST;\n",
"MIT DER ZUSICHERUNG, DASS ICH EINE GROSSE TOCHTER ODER MAGD HABE, UND ER KEINE HAT, ODER MIT DER ZUSICHERUNG, DASS ER EINE SOLCHE NICHT HAT, UND EINE HAT; MIT DER ZUSICHERUNG, DASS ER KEINE SÖHNE HAT, UND SOLCHE HAT, ODER MIT DER ZUSICHERUNG, DASS ER SOLCHE HAT, UND KEINE HAT, SO IST SIE IN ALL DIESEN FÄLLEN, SELBST WENN SIE SAGT, SIE HABE IM HERZEN GEDACHT, IHM DENNOCHANGETRAUT ZU SEIN, IHM NICHT ANGETRAUT. DASSELBE GILT AUCH, WENN SIE IHN GETÄUSCHT HAT.\n",
"GEMARA. Einst verkaufte jemand seine Güter in der Absicht, nach dem Jisraéllandezu gehen, beim Verkaufe aber sagte er nichts. Da entschiedRaba, esseien nur im Herzen [gedachte] Worte, und solche gelten nicht als Worte. — Woher entnimmt diesRaba? — Aus dem, was wir gelernt haben:\n"
],
[
"Soll er es darbringen, dies lehrt, daß man ihn dazuzwinge; man könnte glauben, durch Gewalt, so heißt es: nach seinem Wunsche.\n",
"Man nötige ihn, bis er sagt, er wolle es. Wieso dies, in seinem Herzen wünscht er dies ja nicht!? Wahrscheinlich sagen wir, im Herzen [gedachte] Worte gelten nicht als Worte. — Vielleicht ist es da anders, denn wir sind Zeugen, daß ihm die Sühne erwünschtist!? —\n",
"Vielmehr, aus dem Schlußsatze: Ebenso auch bei der Scheidung und der Freilassungvon Sklaven: man nötige ihn, bis er sagt, er wolle es. Wieso denn, im Herzen wünscht er es ja nicht!? Wahrscheinlich sagen wir, im Herzen [gedachte] Worte gelten nicht als Worte. — Vielleicht ist es da anders, weil es Gebot ist, auf die Worte der Weisenzu hören!?\n",
"Vielmehr, erwiderte R. Joseph, aus folgendem: Wenn jemand sich eine Frau angetraut hat und [später] sagt, er habe geglaubt, sie sei Priesterin, und sie ist Levitin, Levitin, und sie ist Priesterin, arm, und sie ist reich, reich, und sie ist arm, so ist sie ihm angetraut, weil sie ihn nicht getäuscht hat. Weshalb denn, er glaubte ja!? Wahrscheinlich sagen wir, im Herzen [gedachte] Worte gelten nicht als Worte. Abajje sprach zu ihm: Vielleicht ist es da anders, indem es erschwerenderfolgt!?\n",
"Vielmehr, sagte Abajje, aus folgendem: So ist sie in all diesen Fällen, selbst wenn sie sagt, sie habe im Herzen gedacht, ihm dennoch angetraut zu sein, ihm nicht angetraut. Weshalb denn, sie sagt ja, sie habe im Herzengedacht!? — Vielleicht ist es da anders, denn er hat die Bedingung gestellt, und sie ist nicht befugt, die Bedingung aufzuheben.\n",
"Viermehr, sagte R. Ḥija b. Abin, einst kam ein solcher Fall vor R. Ḥisda und R. Ḥisda wandte sich an die Schule R. Honas, und sie entschieden es aus folgendem: Wenn jemand zu seinem Beauftragten gesagt hat, daß er [Geld] aus der Luke oder aus der Tasche hole, und dieser geholthat, so hat der Hausherr, obgleich er sagt, er habe im Herzen an jenesgedacht, da jener ihm von diesem geholt hat, die Veruntreuung begangen. Weshalb denn, er sagt ja, er habe im Herzen an jenes gedacht!? Wahrscheinlich sagen wir, im Herzen [gedachte] Worte gelten nicht als Worte. —\n",
"Vielleicht ist es da anders, weil er sich von [der Darbringung] des Opfersbefreienwill!? —\n",
"Er könnte sagen, er habe es vorsätzlichgetan. — Niemand macht sich ja aber zum Frevler!? —\n",
"Er könnte sagen, er habe sicherinnert, denn wir haben gelernt, wenn der Eigentümer sich erinnert hat und der Bote nicht, habe der Bote die Veruntreuung begangen.\n",
"Einst verkaufte jemand seine Güter in der Absicht, nach dem Jisraéllande zu gehen. Er ging auch hin, blieb da aber nicht wohnen. Hierauf entschied Raba: Wer hingeht, will da auch wohnen bleiben, und dieser blieb da nichtwohnen. Manche lesen: In der Absicht hinzugehen, und er ging auch hin.\n",
"Einst verkaufte jemand seine Güter in der Absicht, nach dem Jisraéllande zu gehen, und ging nicht hin. Da entschied R. Aši: Wenn er will, kann er hingehen. Manche lesen: Er kann, wenn er auch will, nicht hingehen. — Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen!? — Ein Unterschied besteht zwischen ihnen, wenn unterwegs ein Hindernis entstanden ist.\n",
"iv WENN JEMAND ZU SEINEM BEAUFTRAGTEN GESAGT HAT: GEH, TRAUE MIR JENE FRAU IN JENEM ORTE AN, UND ER GEGANGEN IST UND SIE IHM IN EINEM ANDEREN ORTE ANGETRAUT HAT, SO IST SIE IHM NICHT ANGETRAUT; WENN ABER: SIE BEFINDET SICH IN JENEM ORTE, UND ER SIE IHM IN EINEM ANDEREN ORTE ANGETRAUT HAT, SO IST SIE IHM ANGETRAUT.\n",
"GEMARA. Desgleichen haben wir auch von der Scheidung gelernt: Wenn jemand gesagt hat: gib meiner Frau diesen Scheidebrief in jenem Orte, und er ihn ihr in einem anderen Orte gegeben hat, so ist er ungültig; wenn aber: sie befindet sich in jenem Orte, und er ihn ihr in einem anderen Orte gegeben hat, so ist er gültig.\n",
"Und beides ist nötig. Würde er es nur von der Antrauung gelehrt haben, so könnte man glauben, da er eine Verbindung wünscht, [so denkt er,] in diesem Orte sei man ihm freund und rede nichts über ihn, in jenem Orte sei man ihm feind, und man rede über ihn, bei der Scheidung aber, wobei er eine Trennung wünscht, sei esihm gleichgültig.\n",
"Und würde er es nur von der Scheidung gelehrt haben, so könnte man glauben, in diesem Orte wolle er sich der Beschämungaussetzen, in einem anderen Orte wolle er es nicht, bei der Antrauung aber sei es ihm gleichgültig. Daher ist beides nötig.\n",
"v WENN JEMAND SICH EINE FRAU ANGETRAUT HAT UNTER DER BEDINGUNG, DASS SIE KEINE GELÜBDE AUF SICH HAT, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS SIE GELÜBDE AUF SICH HAT, SO IST SIE IHM NICHT ANGETRAUT. WENN ER SIE OHNE BEDINGUNG GENOMMEN, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS SIE GELÜBDE AUF SICH HAT, SO IST SIE OHNE MORGENGABE ZU ENTLASSEN.\n",
"WENN UNTER DER BEDINGUNG, DASS SIE KEINE LEIBESFEHLER HAT, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS SIE LEIBESFEHLER HAT, SO IST SIE IHM NICHT ANGETRAUT. WENN ER SIE OHNE BEDINGUNG GENOMMEN, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS SIE LEIBESFEHLER HAT, SO IST SIE OHNE MORGENGABE ZU ENTLASSEN. ALLE LEIBESFEHLER, DIE PRIESTER UNTAUGLICHMACHEN, MACHEN AUCH FRAUEN UNTAUGLICH.\n",
"GEMARA. Dasselbe haben wir ja auch bei der Morgengabe gelernt!? — Hier ist dies hinsichtlich der Antrauung nötig, und wegen der Antrauung lehrt er es auch von der Morgengabe, dort ist dies hinsichtlich der Morgengabe nötig, und wegen der Morgengabe lehrt er es auch von der Antrauung.\n",
"vi WENN JEMAND SICH ZWEI FRAUEN MIT DEM WERTE EINER PERUṬA ODER EINE FRAU MIT DEM WERTE UNTER EINER PERUṬA ANGETRAUT HAT, SO SIND SIE IHM, SELBST WENN ER IHNEN NACHHER BRAUTGESCHENKE GESCHICKT\n"
],
[
"HAT, NICHT ANGETRAUT, DENN ER SCHICKTE SIE AUF GRUND DER VORANGEHENDEN ANTRAUUNG. EBENSO AUCH, WENN EIN MINDERJÄHRIGER SICH [EINE FRAU] ANGETRAUT HAT.\n",
"GEMARA. Und [alle Fälle] sind nötig. Würde er es nur vom Werte einer Peruṭagelehrt haben, so könnte man glauben, da er einen Geldbetrag ausgegeben hat, habe er sichgeirrt; wenn es aber mit dem Werte unter einer Peruṭaerfolgt ist, habe er, da er weiß, daß mit dem Werte unter einer Peruṭa keine Antrauung erfolgen kann, die Brautgeschenke zur Antrauung geschickt.\n",
"Und würde er nur diese beiden Fälle gelehrt haben, so könnte man glauben, weil die Leute zwischen einer Peruṭa und [dem Betrage] unter einer Peruṭa nichtunterscheiden, wenn aber ein Minderjähriger sich [eine Frau] angetraut hat, habe er, da jeder weiß, daß die Antrauung eines Minderjährigen nichtig sei, die Brautgeschenke zur Antrauung geschickt, so lehrt er uns.\n",
"Es wurde gelehrt: R. Hona sagte, man berücksichtigeBrautgeschenke, und ebenso sagte auch Rabba, man berücksichtige Brautgeschenke. Rabba sagte: Gegen diese Lehre wandten wir ein: So ist sie ihm, selbst wenn er ihnen nachher Brautgeschenke geschickt hat, nicht angetraut!? Abajje sprach zu ihm: Da wird auch der Grund angegeben: denn er schickte sie auf Grund der vorangehendenAntrauung.\n",
"Manche lesen: Rabba sagte: Dies entnehme ich aus dem angegebenen Grunde: denn er schickte sie auf Grund der vorangegangenen Antrauung; da kann er sich geirrt haben, sonst aber gilt dies als Antrauung. —\n",
"Und Abajje!? — Dies ist selbstverständlich; selbstverständlich ist diesvon anderen Fällen, wo eine Antrauung überhaupt nicht erfolgt ist, hierbei aber, wo eine Antrauung erfolgt ist, könnte man glauben, sie sei gültig, so lehrt er uns. —\n",
"Wie bleibt es damit? R. Papa erwiderte: In Orten, wo man zuerst die Antrauung vollzieht und nachher Brautgeschenke schickt, berücksichtige man, und wo man zuerst Brautgeschenke schickt und nachher die Antrauung vollzieht, berücksichtige man nicht. —\n",
"Wenn man zuerst die Antrauung vollzieht und nachher Brautgeschenke schickt, ist es ja selbstverständlich!? — In dem Falle, wenn die meisten zuerst die Antrauung vollziehen und nachher Brautgeschenke schicken und wenige zuerst Brautgeschenke schicken und nachher die Antrauung vollziehen; man könnte glauben, man berücksichtige die Minderheit, so lehrt er uns.\n",
"R. Aḥa b. Hona fragte Raba: Wie ist es, wenn ihre Urkunde über die Morgengabe auf der Straße bekanntist? Dieser erwiderte: Sollten wir sie denn, weil ihre Urkunde über die Morgengabe auf der Straße bekannt ist, für eine Ehefrauhalten!? — Wie bleibt es damit? R. Aši erwiderte: In Orten, wo man zuerst die Antrauung vollzieht und nachher die Urkunde über die Morgengabe schreibt, berücksichtige manes, und wo man sie zuerst schreibt und nachher die Antrauung vollzieht, berücksichtige man es nicht. —\n",
"Wenn man zuerst die Antrauung vollzieht und nachher schreibt, ist es ja selbstverständlich!? — In dem Falle, wenn da ein Schreiber selten zu treffen ist; man könnte glauben, er habe gerade einen Schreiber getroffen, so lehrt er uns.\n",
" WENN JEMAND SICH EINE FRAU UND IHRE TOCHTER ODER EINE FRAU UND IHRE SCHWESTER GLEICHZEITIGANTRAUT, SO SIND SIE IHM NICHT ANGETRAUT. EINST EREIGNETE SICH EIN FALL MIT FÜNF FRAUEN, UNTER DENEN ZWEI SCHWESTERN WAREN, DASS JEMAND EINEN KORB FEIGEN SAMMELTE, SIE GEHÖRTEN IHNEN UND WAREN VOM SIEBENTJAHRE, UND ZU IHNEN SPRACH: SEID MIR ALLE MIT DIESEM KORBE ANGETRAUT, WORAUF EINE VON IHNEN IHN FÜR ALLE IN EMPFANG NAHM; HIERAUF ENTSCHIEDEN DIE WEISEN, DIE SCHWESTERN SEIEN NICHT ANGETRAUT.\n",
"GEMARA. Woher dies? R. Ami b. Ḥama erwiderte: Die Schrift sagt: und eine Frau zu ihrer Schwester sollst du nicht nehmen, sie zur Nebenbuhlerin zu machen; die Tora sagt damit, daß, wenn sie einander Nebenbuhlerinnenwerden, das Nehmen auch bei einer von ihnen nicht erfolge. Raba sprach zu ihm: Es heißt:so sollen die Personen, die dies tun, aus der Mitte ihres Volkes ausgerottet werden; wieso hat er sich, wenn die Antrauung sie nicht erfaßt, der Ausrottung schuldiggemacht!?\n",
"Vielmehr, erwiderte Raba, spricht die Schrift von dem Falle, wenn es nach einandererfolgt, und unsere Mišna ist nach Rabba zu erklären, denn Rabba sagte, was nach einander nicht gilt, gelte auch gleichzeitig nicht.\n",
"Der Text. Rabba sagte: Was nach einander nicht gilt, gilt auch gleichzeitig nicht. Abajje wandte gegen ihn ein:\n"
],
[
"Wenn jemand den Zehnten zu hoch absondert, so sind die Früchte zubereitet und der Zehntunbrauchbar. Weshalb denn, man sollte doch sagen, was nach einander nicht gilt, gelte auch gleichzeitignicht!?\n",
"Dieser erwiderte: Anders verhält es sich heim Zehnten, wobei eine Teilung möglich ist, denn wenn er sagt, die Hälfte eines jeden Weizenkornes sei heilig, ist sie heilig. —\n",
"Beim Viehzehnten ist ja eine Teilung nichtmöglich, auch nicht nach einander, dennoch sagte Raba, wenn beim zehnten zwei zusammen herauskommen und er ‘zehn’ ruft, seien das zehnte und das elfte mit einander vermischt!? —\n",
"Anders verhält es sich beim Viehzehnten, der bei einem Irrtum gültig ist, denn wir haben gelernt, wenn man das neunte als zehntes, das zehnte als neuntes und das elfte als zehntes bezeichnet hat, seien alle drei heilig. —\n",
"Das Dankopfer ist ja bei einem Irrtum ungültig, auch nicht nacheinander, dennoch wurde gelehrt, wenn ein Dankopfer zu achtzig Brotengeschlachtet worden ist, seien vierzig von den achtzig. wie Ḥizqija sagt, heilig, und wie R. Joḥanan sagt, nicht heilig!? —\n",
"Hierzu wurde ja gelehrt: R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Alle stimmen überein, daß, wenn er gesagt hat, vierzig von den achtzig mögen heilig sein, sie heiligseien, und wenn: die vierzig mögen nur dann heilig sein, wenn alle achtzig heilig sind, sie nicht heilig seien;\n",
"sie streiten nur über den Fall, wenn er nichts gesagt hat. Einer ist der Ansicht, er tat dies zur Sicherheit, und einer ist der Ansicht, er wollte ein großes Opfer darbringen. —\n",
"Wozu braucht Raba [die Mišna] nach Rabba zu erklären, es genügt ja der Umstand, daß es eine Antrauung ist, die nicht zum Beischlafeführt!? —\n",
"Er erklärte es nach Rami b. Ḥama.\n",
"Es wurde gelehrt: Die Antrauung, die nicht zum Beischlafe führt, gilt wie Abajje sagt, als Antrauung, und wie Raba sagt, nicht als Antrauung. Raba sagte: Bar Ahina erklärte es mir:wenn jemand eine Frau nimmt und sie beschläft; die Antrauung, die zum Beischlafe führt, gilt als Antrauung, und die Antrauung, die nicht zum Beischlafe führt, gilt nicht als Antrauung. —\n",
"Wir haben gelernt: wenn jemand sich eine Frau und ihre Tochter oder eine Frau und ihre Schwester gleichzeitig antraut, so sind sie ihm nicht angetraut. Demnach ist, wenn eine von Frau und Tochter oder eine von Frau und Schwester, sie ihm angetraut; weshalb denn, es ist ja eine Antrauung, die nicht zum Beischlafeführt!? Dies ist eine Widerlegung Rabas. —\n",
"Raba kann dir erwidern: wie ist nach deiner Auffassung der Schlußsatz zu erklären: einst ereignete sich ein Fall mit fünf Frauen, unter denen zwei Schwestern waren, daß jemand einen Korb Feigen sammelte, sie gehörten ihnen und waren vom Siebentjahre, und zu ihnen sprach: seid mir alle mit diesem Korbe angetraut; hierauf entschieden die Weisen, die Schwestern seien nicht angetraut. Nur die Schwestern nicht, wohl aber die Fremden.\n",
"In welchem Falle: sagte er zu ihnen: es sei euch allen zugeeignet, so ist es ja ebenso als würde jemand ‘duund der Esel’ sagen, und wenn jemand ‘du und der Esel’ sagt, so hat [der Empfänger] nichts geeignet;\n"
],
[
"doch wohl, wenn er gesagt hat: einevon euch, und er lehrt, die Schwestern seien nicht angetraut!? Gegen Raba ist ein Einwand vom Anfangsatze und gegen Abajje ist ein Einwand vom Schlußsatze zu erheben.\n",
"Abajje erklärt alles nach seiner Ansicht und Rabba erklärt alles nach seiner Ansicht. Abajje erklärt alles nach seiner Ansicht: Wenn jemand sich eine Frau und ihre Tochter oder eine Frau und ihre Schwester gleichzeitig antraut, so sind sie ihm nicht angetraut; wenn aber eine von Frau und Tochter oder eine von Frau und Schwester, so ist sie ihm angetraut;\n",
"sagte er aber: die zum Beischlafe geeignet ist, sei mir angetraut, so ist sie ihm nichtangetraut. Einst ereignete sich auch ein Fall mit fünf Frauen, worunter zwei Schwestern waren, daß jemand einen Korb mit Feigen sammelte und zu ihnen sprach: diejenige unter euch, die für mich geeignet ist, sei mir angetraut, und hierauf entschieden die Weisen, die Schwestern seien nicht angetraut.\n",
"Raba erklärt alles nach seiner Ansicht: Wenn jemand sich eine von Frau und Tochter oder eine von Frau und Schwester antraut, so ist es ebenso, als würde er sich eine Frau und ihre Tochter oder eine Frau und ihre Schwester gleichzeitig antrauen, und sie sind ihm nicht angetraut. Einst ereignete sich auch ein Fall mit fünf Frauen, unter denen zwei Schwestern waren, daß jemand einen Korb mit Feigen sammelte und zu ihnen sprach: seid mir alle und eine von den zwei Schwestern mit diesem Korbe angetraut, und hierauf entschieden die Weisen, die Schwestern seien nicht angetraut. —\n",
"Komm und höre: Wenn jemand einem seine Tochter schlechthinantraut, so sind die Mannbaren nichteinbegriffen. Demnach sind die Minderjährigen einbegriffen; weshalb denn, es ist ja eine Antrauung, die nicht zum Beischlafeführt!? Dies ist eine Widerlegung Rabas. —\n",
"Raba kann dir erwidern, hier werde von dem Falle gesprochen, wenn nur eine Erwachsene und eine Minderjährige vorhanden ist. —\n",
"Es heißt ja: die Mannbaren!? — Unter ‘die Mannbaren’ sind andere Mannbare zu verstehen. — Wozu braucht dies demnach gelehrtzu werden!? —\n",
"Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn sie ihn zum Bevollmächtigtengemacht hat. Man könnte glauben, er habe die Antrauung für sie in Empfang genommen, so lehrt er uns, daß man nicht das unterlasse, wovon man einen Nutzenhat. —\n",
"Es kann ja auch der Fall vorkommen, daß sie zu ihm gesagt hat: mein Antrauungsgeld gehöre dir!? — Dennoch unterläßt man nicht ein Gebot, das ihm obliegt, um ein Gebot auszuüben, das nicht ihm obliegt. —\n",
"Komm und höre: Wenn jemand zwei Klassen von Töchtern von zwei Frauenhat, und sagt, er habe einem seine große Tochter angetraut, wisse aber nicht, ob die große unter den größeren, ob die große unter den kleineren, oder die kleine und den größeren, die größer ist als die große unter den kleineren, so sind sie alle verboten, ausgenommen die kleine unter den kleineren — so R. Meír. —\n",
"Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn sie bezeichnet und später vermischt wordenist. Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: wisseaber nicht, nicht aber: nicht bekannt ist. Schließe hieraus. — Wozu braucht dies demnach gelehrt zu werden!? —\n",
"Dies schließt die Ansicht R. Joses aus; dieser sagt, niemand setze sich einem Zweifelaus, so lehrt er uns, daß man sich wohl einem Zweifel aussetze. —\n",
"Komm und höre: Wenn jemand sich eine von zwei Schwestern angetraut und nicht weiß, welche er sich angetraut hat, so gebe er einen Scheidebrief der einen und einen Scheidebrief der anderen!? — Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn sie bezeichnet und später vermischt worden ist. Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: nicht weiß, nicht aber: nicht bekannt ist. —\n",
"Wozu braucht dies demnach gelehrt zu werden!? — Nötig ist der Schlußsatz: wenn er stirbt, und einen Bruder hinterläßt, so vollziehe dieser an beidendie Ḥaliça; hinterläßt er zwei, so vollziehe einer an der einen die Ḥaliça und der andere darf die Schwagerehevollziehen. Wenn sie zuvorgekommen sind und sie geheiratethaben, so bringe man sie von ihnen nicht fort.\n",
"Nur zuerst die Ḥaliça und nachher die Schwagerehe vollziehen, nicht aber zuerst die Schwagerehe und nachher die Ḥaliça, weil er auf die Schwerster der an ihn Gebundenenstoßen könnte. —\n",
"Komm und höre: Wenn zwei [Personen] sich zwei Schwestern angetraut haben und der eine nicht weiß, welche er sich angetraut hat, und der andere nicht weiß, welche er sich angetraut hat, so gebe der eine zwei Scheidebriefe und der andere zwei Scheidebriefe!? — Auch dies gilt von dem Falle, wenn sie zuerst bekannt waren und nachher vermischt worden sind. Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: nicht weiß, nicht aber: nicht bekannt ist. Schließe hieraus. —\n",
"Wozu braucht dies demnach gelehrt zu werden!? — Nötig ist der Schlußsatz: wenn sie sterben, und der eine einen Bruder hinterläßt und der andere einen Bruder hinterläßt, so vollziehe sowohl der eine als auch der andere an beiden die Ḥaliça; wenn der eine einen und der andere zwei hinterläßt,\n"
],
[
"so vollziehe der eine an beiden die Ḥaliça und von den zweien vollziehe einer an der einen die Ḥaliça und der andere darf die Schwagerehe vollziehen. Wenn sie zuvorgekommen sind und sie geheiratet haben, so bringe man sie von ihnen nicht fort.\n",
"Nur zuerst die Ḥaliça und nachher die Schwagerehe vollziehen, nicht aber zuerst die Schwagerehe und nachher die Ḥaliça, weil er auf eine Eheschwägerin von der Straße stoßen konnte. —\n",
"Komm und höre: Tabjomi lehrte: Wenn der eine fünf Söhne und der andere fünf Töchter hat, und der eine sagt: eine deiner Töchter sei einem meiner Söhne angetraut, so benötigt jede fünf Scheidebriefe; ist einer von ihnen gestorben, so benötigt jede vier Scheidebriefe und von einem von ihnender Ḥaliça.\n",
"Wolltest du erwidern, auch dies gelte von dem Falle, wenn eine bezeichnet und nachher vermischt worden ist, so heißt es ja: eine deiner Töchter einem meiner Söhne!? Dies ist eine Widerlegung Rabas. Eine Widerlegung. Die Halakha ist bei JA͑L QGMnach Abajje zu entscheiden.\n",
"EINST EREIGNETE SICH EIN FALL MIT FÜNF FRAUEN. Rabh sagte, aus unserer Mišna seien vier [Lehren] zu entnehmen, jedoch hatte er nur drei in der Hand.\n",
"Es ist zu entnehmen, daß, wenn jemand sich [eine Frau] mit Früchten vom Siebentjahre antraut, sie ihm angetraut sei. Es ist zu entnehmen, daß, wenn er sie sich mit Geraubtem antraut, sie ihm nicht angetraut sei, selbst wenn das Geraubte ihr gehört. — Woher dies? — Er lehrt: sie gehörten ihnen und waren vom Siebentjahre; nur weil sie vom Siebentjahre und somit Freigut waren, nicht aber, wenn von anderen Jahrendes Septenniums.\n",
"Ferner ist zu entnehmen, daß eine Frau Beauftragte ihrer Genossin sein könne, selbst wenn sie dadurch ihre Nebenbuhlerin wird. —\n",
"Was ist das andere? — Die Antrauung, der der Beischlaf nicht folgen kann. — Sollte er es doch mitzählen. — Ihm war es zweifelhaft, ob nach Abajje oder nach Raba.\n",
"Als R. Zera hinaufgegangenwar, trug er diese Lehre R. Joḥanan vor; da sprach dieser zu ihm: Dies sagte Rabh!? — Lehrte denn er selbst nicht dasselbe, R. Joḥanan sagte ja, wenn jemand etwas geraubt und der Eigentümer es nicht aufgegebenhat, so können beide es nicht dem Heiligtume weihen; der eine, weil es nicht ihmgehört, und der andere, weil es nicht in seinem Besitze ist!? — Er meinte es wie folgt: lehrte Rabh ebenso wie ich?\n",
"Man wandte ein: Wenn er sie sich mit Geraubtem, Geplündertem oder Gestohlenem antraut, oder wenn er ihr einen Sela͑ aus der Hand reißt und sie sich damit antraut, so ist sie ihm angetraut!? — Dies gilt von Geraubtem, das ihr gehört. —\n",
"Wenn er aber im Schlußsatze lehrt: oder wenn er ihr einen Sela͑ aus der Hand reißt, so spricht ja der Anfangsatz von Geraubtem anderer!? — Dies ist eine Erklärung: wenn er sie sich mit Geraubtem, Geplündertem oder Gestohlenem antraut, wenn er ihr nämlich einen Sela͑ aus der Hand reißt und sie sich damit antraut. —\n"
],
[
"Auch unsere Mišna spricht ja von Geraubtem, das ihr gehört, und Rabh sagt, sie sei ihm nicht angetraut!? — Dies ist kein Einwand; das eine, wenn er um sie geworben hat, das andere, wenn er nicht um sie geworbenhat.\n",
"Einst wusch eine Frau den Fuß in einem Becken Wasser und ein Mann kam heran, entriß seinem Nächsten einen Zuz, warf ihn ihr zu und sprach zu ihr: sei mir angetraut. Als dieser Mann hierauf zu Raba kam, sprach er: Niemand berücksichtigt die Ansicht R. Šimo͑ns, welcher sagt, beim Raube erfolge gewöhnlich eine Desperation des Eigentümers.\n",
"Einst vollzog ein Teilpächter die Antrauung mit einem HaufenZwiebeln. Als er hierauf zu Raba kam, sprach dieser zu ihm: Wer hat es dir geschenkt? Diesgilt nur von einem Haufen, wenn aber mit einem Bündel, so kann er sagen: ich habe ein Bündel genommen, nimm auch du ein Bündel; ein Bündel wie das andere.\n",
"Einst vollzog ein Brauer die Antrauung mit einem Kruge Met; da kam der Eigentümer des Mets heran und sprach zu ihm: Weshalb nimmst du nicht vom kräftigeren? Als er darauf zu Raba kam, sprach er zu ihm: Der Hinweis auf das Besseregilt nur bei der Hebe.\n",
"Es wird nämlich gelehrt: Von welchem Falle sagten sie, die Absonderung der Hebe ohne Wissen [des Eigentümers] sei gültig? Wenn jemand sich unbefugt in das Feld eines anderen begibt und da [Früchte] einsammelt und die Hebe absondert, so ist die Absonderung der Hebe, wenn [der Eigentümer] es übel nimmt und als Raub betrachtet, ungültig, wenn aber nicht, gültig.\n",
"Woher kann er wissen, ob [der Eigentümer] dies übel nimmt und es als Raub betrachtet oder nicht? Wenn der Eigentümer, als er herankam und ihn traf, zu ihm sprach: du solltest zu den besseren [Früchten] gehen, so ist, wenn bessere vorhanden sind, die Absonderung gültig, wenn aber nicht, ungültig; wenn aber der Eigentümer selbst sammelt und hinzufügt, so ist die Hebe auf jeden Fall gültig.\n",
"Hierbei aber sagte er es nur aus Gêne, und sie ist nicht angetraut.\n",
" WENN [EIN PRIESTER SICH EINE FRAU] MIT SEINEM ANTEILEANTRAUT, EINERLEI OB VON HOCHHEILIGEM ODER MINDERHEILIGEM, SO IST SIE IHM NICHT ANGETRAUT. WENN [EIN GEMEINER] MIT DEM ZWEITENZEHNTEN, EINERLEI OB VERSEHENTLICH ODER VORSÄTZLICH, SO HAT ER SIE SICH NICHT ANGETRAUT — SO R. MEÍR; R. JEHUDA SAGT, VERSEHENTLICH HABE ER SIE SICH NICHT ANGETRAUT, VORSÄTZLICHHABE ER SIE SICH ANGETRAUT.\n",
"WENN MIT GEHEILIGTEM, SO HAT ER SIE SICH, FALLS VORSÄTZLICH, ANGETRAUT, FALLS VERSEHENTLICH, NICHT ANGETRAUT — SO R. MEÍR; R. JEHUDA SAGT, VERSEHENTLICH HABE ER SIE SICH ANGETRAUT, VORSÄTZLICH HABE ER SIE SICH NICHT ANGETRAUT.\n",
"GEMARA. Es wäre anzunehmen, daß unsere Mišna nicht die Ansicht R. Jose des Galiläers vertritt, denn es wird gelehrt:Und an dem Herrn eine Veruntreuung begeht; dies schließt das Minderheilige ein, das Eigentum [des Priesters] ist — so R. Jose der Galiläer. —\n",
"Du kannst auch sagen, sie vertrete die Ansicht R. Jose des Galiläers, denn R. Jose der Galiläer sagt es nur von Lebendem, nicht aber von Geschlachtetem, weil sie es vom Tisch Gotteserwerben.\n",
"Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: wenn [ein Priester sich eine Frau] mit seinem Anteileantraut, einerlei ob von Hochheiligem oder von Minderheiligem, so hat er sie sich nicht angetraut. Schließe hieraus.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Nach dem Hinscheiden R. Meírs sprach R. Jehuda zu seinen Schülern: Die Schüler R. Meírs sollen hier nicht eintreten, denn diese sind streitsüchtig und kommen nicht, um die Tora zu lernen, sondern um mich mit Halakhoth niederzukämpfen. Symmachos aber drängte sich vor und trat ein. Da sprach er: R. Meír lehrte mich wie folgt: wenn [ein Priester sich eine Frau] mit seinem Anteile antraut, einerlei ob von Hochheiligem oder von Minderheiligem, so hat er sie sich nicht angetraut.\n",
"Da geriet R. Jehuda in Zorn und sprach zu ihnen: Habe ich euch etwa nicht gesagt, daß niemand von den Schülern R. Meírs hier eintrete, weil sie streitsüchtig sind und nicht kommen, um die Tora zu lernen, sondern um mich mit Halakhoth niederzukämpfen!? Wie kommt eine Frau in den Tempelhof!?\n",
"R. Jose sprach: Nun wird man sagen: Meír ist tot, Jehuda zürnt, und Jose schweigt; was soll nun aus der Tora werden!? Kann etwa nicht jemand die Antrauung für seine Tochter im Tempelhofe in Empfang nehmen, oder kann eine Frau nicht einen Bevollmächtigten bestellen, für sie ihre Antrauung im Tempelhofe in Empfangzu nehmen!? Und wie ist es ferner, wenn sie sich hineingedrängt und doch eingetreten ist!?\n",
"Es wird gelehrt: R. Jehuda sagt, sie sei ihm angetraut; R. Jose sagt, sie sei ihm nicht angetraut. R. Joḥanan sagte: Beide entnehmen sie es aus ein und demselben Schriftverse: Folgendes soll dir vom Hochheiligen gehören, vom Feuer; R. Jehuda erklärt: dir, für alldeine Bedürfnisse, und R. Jose erklärt: gleich dem Feuer, wie dem Feuerzur Verzehrung, ebenso auch dir zur Verzehrung.\n",
"R. Joḥanan sagte,\n"
],
[
"sie stimmten ab und kamen überein, daß, wenn [ein Priester sich eine Frau] mit seinem Anteile angetraut hat, einerlei ob von Hochheiligem oder Minderheiligem, er sie sich nicht angetraut habe; Rabh aber sagte, der Streit bestehe noch. Abajje sprach: Die Ansicht R. Joḥanans ist einleuchtend,\n",
"denn es wird gelehrt: Woher, daß man nicht Speisopfer gegen Schiachtopferteile? Es heißt:und jedes Speisopfer, das im Ofen gebacken wird &c. soll allen Söhnen Ahrons gehören.\n",
"Man könnte glauben, man dürfe nur Speisopfer gegen Schlachtopfer nicht teilen, da sie bei Armut nicht an deren Stelle treten, wohl aber Speisopfer gegen Geflügelopfer, da sie bei Armut an deren Stelle treten, so heißt es:alles, was im Tiegel bereitet wird, soll allen Söhnen Ahrons gehören.\n",
"Man könnte glauben, man dürfe nur Speisopfer gegen Geflügelopfer nicht teilen, weil diese Blutopfer und jene Mahlopfer sind, wohl aber Geflügelopfer gegen Schlachtopfer, denn die einen wie die anderen sind Blutopfer, so heißt es:und auf der Pfanne.\n",
"Man könnte glauben, man dürfe nur Geflügel gegen Schlachtopfer nicht teilen, weil die einen mit der Handund die anderen mit einem Gerät hergerichtet werden, wohl aber Speisopfer gegen Speisopfer, da sowohl diese als auch jene mit der Hand hergerichtet werden, so heißt es: und jedes mit Öl gemengte Speisopfer &c. soll allen Söhnen Ahrons gehören.\n",
"Man könnte glauben, man dürfe nur ein Pfannopfer gegen ein Tiegelopfer oder ein Tiegelopfer gegen ein Pfannopfer nicht teilen, weil das eine weich und das andere hart hergerichtet wird, wohl aber ein Pfannopfer gegen ein Pfannopfer oder ein Tiegelopfer gegen ein Tiegelopfer, da das eine wie das andere hart oder das eine wie das andere weich hergerichtet wird, so heißt es:oder trockne soll allen Söhnen Ahrons gehören.\n",
"Man könnte glauben, man dürfe nur Hochheiliges nicht teilen, wohl aber Minderheiliges, so heißt es:einem wie dem anderen, und darauf folgt:wenn als Dank; wie sie Hochheiliges nicht teilen dürfen, ebenso dürfen sie Minderheiliges nicht teilen.\n",
"Mann, ein. Mann erhält einen Anteil, selbst gebrechenbehaftet, nicht aber ein Minderjähriger, selbst gebrechenfrei. Eine anonyme Lehre im Siphraist ja von R. Jehuda, und diese lehrt, daß hierbei eine Teilung überhaupt nicht erfolgendürfe. Schließe hieraus.\n",
"Raba sprach: Gibt es denn nicht eine Lehre nach Rabh, es wird ja gelehrt, daß die Gesitteten die Hand davonzurückzogen und die Gefräßigen unter sich teilten!? — Unter ‘teilten’ ist das Haschen zu verstehen, wie im Schlußsatze gelehrt wird: einst haschte jemand seinen Anteil und den Anteil seines Genossen, und man nannte ihn ‘Gewalttäter’ bis zum Tage seines Todes.\n",
"Rabba b. R. Šila sagte: Hieraufdeutet folgender Schriftvers:mein Gott, befreie mich aus der Hand des Gottlosen, aus der Faust des Frevlers und des Gewalttäters. Raba entnimmt dies aus folgendem:lernt Gutes tun, forscht nach Recht, leitet den Vergewaltigten.\n",
"WENN [EIN GEMEINER] MIT DEM ZWEITEN ZEHNTEN, EINERLEI OB VERSEHENTLICH ODER VORSÄTZLICH, SO HAT ER SIE SICH NICHT ANGETRAUT — SO R. MEÍR; R. JEHUDA SAGT, VERSEHENTLICH HABE ER SIE SICH NICHT ANGETRAUT, VORSÄTZLICH HABE ER SIE SICH ANGETRAUT. Woher dies? R. Aḥa, der Sohn Rabas, sagte im Namen einer Überlieferung:Und aller Zehnte des Landes, vom Saate des Landes und von der Baumfrucht, gehört dem Herrn; es gehört dem Herrn, nicht aber, um sich damit eine Frau anzutrauen. —\n",
"Auch von der Zehnthebeheißt es ja:so sollt auch ihr eine Hebe für den Herrn abheben, dennoch wird gelehrt, wenn [ein Priester sich eine Frau] mit der Hebe antraut, sei sie ihm angetraut!? — Da heißt es nicht dem Herrn. —\n",
"Bei der Teighebe heißt es ja:sollt ihr dem Herrn geben, dennoch wird gelehrt, wenn er sie sich mit den Heben antraut, sei sie ihm angetraut!? — Da heißt es nicht heilig. —\n",
"Beim Siebentjahre heißt es ja:es ist ein Jobel, heilig soll es euch sein, dennoch wird gelehrt, wenn jemand sich [eine Frau] mit Früchten vom Siebentjahre antraut, sei sie ihm angetraut!? — Da heißt es nicht dem Herrn. —\n",
"Von der Hebe heißt es ja:heilig ist Jisraél dem Herrn, der Erstling seines Ertrages, dennoch haben wir gelernt, wenn er sie sich mit der Hebe antraut, sei sie ihm angetraut!? — Diesbezieht sich auf Jisraél. —\n"
],
[
"Ist dies denn nicht von selbstzu verstehen!? Rabin der Greis erklärte es vor Rabh: Die Schrift sagtist es, es verbleibt bei seinem Sein.\n",
"WENN MIT GEHEILIGTEM, SO HAT ER SIE SICH, FALLS VORSÄTZLICH, ANGETRAUT, FALLS VERSEHENTLICH, NICHT ANGETRAUT — SO R. MEÍR; R. JEHUDA SAGT, VERSEHENTLICH HABE ER SIE SICH ANGETRAUT, VORSÄTZLICH HABE ER SIE SICH NICHT ANGETRAUT. R. Ja͑qob sagte: Ich habe von R. Joḥanan zwei Dinge gehört: vom Zehnten bei Unvorsätzlichkeit nach R. Jehuda, und vom Geheiligten bei Unvorsätzlichkeit nach R. Meír, [weshalb] bei beidem die Frau nicht angetraut sei.\n",
"Hinsichtlich des einen [erklärte er,] weil die Frau es nicht wünsche, und hinsichtlich des einen, weil beide es nicht wünschen; ich weiß aber nicht, von welchem von diesen. R. Jirmeja sagte: Wir wollen nun sehen; beim Zehnten wünscht sie es nicht, wegen der Reisebeschwerden, ihm aber ist es erwünscht, sich eine Frau umsonstanzueignen; beim Geheiligten wünschen beide nicht, daß ihretwegen das Geheiligte entweihtwerde.\n",
"R. Ja͑qob sagte: Das Entgegengesetzte leuchtet ein: beim Zehnten kann man sagen, sie wünsche es nicht, wegen der Reisebeschwerden, und er wünsche es nicht, wegen eines Reiseunfalles, beim Geheiligten aber wünscht sie allerdings nicht, daß ihretwegen das Geheiligte entweihtwerde, aber ist es etwa ihm nicht erwünscht, sich eine Frau umsonst anzueignen!?\n",
"Raba fragte R. Ḥisda: Die Frau ist ihm nicht angetraut, aber wird das Geld profan? Dieser erwiderte: Wieso sollte, wenn die Frau ihm nicht angetraut wird, das Geld profan werden!?\n",
"R. Ḥija b. Abin fragte R. Ḥisda: Wie verhält es sich beim Verkaufe? Dieser erwiderte: Auch beim Verkaufe erfolgt keine Aneignung.\n",
"Er wandte gegen ihn ein: Ein Krämer gleicht einem Privatmanne — so R. Meír; R. Jehuda sagt, ein Krämer gleiche einem Geldwechsler.\n",
"Ihr Streit besteht nur insofern, indem der eine sagt, der Krämer gleiche einem Geldwechsler, und der andere sagt, der Krämer gleicheeinem Privatmanne, alle stimmen jedoch überein, daß, wenn er es ausgegeben hat, eine Veruntreuung erfolgtsei!? — R. Meír sagte es nach der Ansicht R. Jehudas: nach meiner Ansicht ist, wenn er es ausgegeben hat, keine Veruntreuung erfolgt, aber auch du solltest mir beipflichten, daß der Krämer einem Privatmanne gleiche; dieser aber erwiderte ihm: nein, er gleicht einem Geldwechsler.\n",
"Rabh sagte:\n"
],
[
"Wir haben die Ansicht R. Meírs nach allen Richtungen untersucht und nicht gefunden, daß [nach ihm] Geheiligtes versehentlichnicht entweiht und vorsätzlich entweihtwerde;\n",
"unsere Mišna aberspricht von unzerschlissenenHemden des Heiligtums; diese sind zur Nutznießung freigegeben, da die Tora nicht für Dienstengel verliehen wordenist. —\n",
"Komm und höre: An den zerschlissenen Hemden der Priester begeht man eine Veruntreuung — so R. Meír. Doch wohl, auch wenn sie nicht zerschlissen sind!? — Nein, nur wenn sie zerschlissen sind. —\n",
"Komm und höre: Man begeht eine Veruntreuung an den neuen und nicht an den alten — so R. Jehuda; R. Meír sagt, man begehe eine Veruntreuung auch an den alten, denn R. Meír ist der Ansicht, man begehe eine Veruntreuung an den Überschüssen der Tempelkammer.\n",
"Weshalb denn, man sollte doch sagen, sie seien zur Nutznießung freigegeben, da die Tora nicht für Dienstengel verliehen worden ist, denn auch die Stadtmauern nebst ihren Türmen wurden von den Überschüssen der Schatzkammererrichtet!? Wir haben nämlich gelernt: Die Stadtmauern nebst ihren Türmen und sämtliche Bedürfnisse der Stadt wurden von den Überschüssen der Schatzkammer bestritten. — Lies nicht R. Meír, sondern R. Jehuda. — \n",
"Komm und höre, es wird gelehrt: R. Jišma͑él h. R. Jiçḥaq sagte: Wenn Steine von [Bauten in] Jerušalem abgefallen sind, so begeht man an ihneneine Veruntreuung — so R. Meír!? — Lies nicht R. Meír, sondern R. Jehuda. — \n",
"Ist denn nach R. Jehuda Jerušalem heilig, wir haben ja gelernt: wiedas Lamm, wie die Ställe, wie das Holz, wie das Feueropfer, wie der Tempel, wie der Altar, wie Jerušalem; R. Jehuda sagt, wer ‘Jerušalem’ gesagt hat, habe nichtsgesagt!? \n",
"Wolltest du sagen, weil er nicht ‘wie Jerušalem’ gesagt hat, so wird ja gelehrt: R. Jehuda sagt, wer ‘wie Jerušalem’ gesagt hat, habe nichts gesagt; nur wenn er bei einer Sache gelobt hat, die in Jerušalem dargebracht wird. — \n"
],
[
"Zwei Tannaím streiten über die Ansicht R. Jehudas.\n",
"U͑la sagte im Namen Bar Padas: R. Meír ist der Ansicht, das Geheiligte werde vorsätzlich entweiht und versehentlich nicht entweiht, und nur hinsichtlich des Opfers sagten sie, daß es versehentlich entweiht werde. — Wieso ist er, wenn es nicht entweiht wird, zu einem Opfer verpflichtet!? — \n",
"Vielmehr, als Rabin kam, erklärte er im Namen Bar Padas: R. Meír ist der Ansicht, das Geheiligte werde vorsätzlich entweiht und versehentlich nicht entweiht, und nur hinsichtlich der Verzehrungsagten sie, daß es versehentlich entweiht werde.\n",
"R. Naḥman sagte im Namen des R. Ada b. Ahaba: Die Halakha ist beim [zweiten] Zehntenwie R. Meír, weil der Autor nach seiner Ansicht anonymlehrt, und beim Geheiligten wie R. Jehuda, weil der Autor nach seiner Ansicht anonym lehrt. — Wo dies wie R. Meír beim Zehnten? — \n",
"Wir haben gelernt: Beim vierjährigen Weinberge gibt es, wie die Schule Šammajs sagt, kein Fünftel und keine Fortschaffung; die Schule Hillels sagt, es gebe wohl. \n",
"Die Schule Šammajs sagt, bei diesem gebe es Abfall und Traubennachlese; die Schule Hillels sagt, alles in die Kelter. \n",
"Was ist der Grund der Schule Hillels? Sie folgert es durch [das Wort] heilig vom Zehnten, wie es beim Zehnten das Fünftel und die Fortschaffung gibt, ebenso gibt es beim vierjährigen Weinberge das Fünftel und die Fortschaffung. Die Schule Šammajs aber folgert nicht durch [das Wort] heilig vom Zehnten. \n",
"Wessen Ansicht ist nun die Schule Hillels, die es mit dem Zehnten vergleicht: wenn der des R. Jehuda, wieso kommt alles in die Kelter, dieser sagt ja, der Zehnt sei Eigentum des Gemeinen, doch wohl der des R. Meír. — \n",
"Wo dies wie R. Jehuda beim Geheiligten? — Wir haben gelernt: Wenn er esdurch einen Vollsinnigen geschickt und bevor dieser zum Krämer kam, sich erinnerthat, so hat der Krämer, wenn er es ausgegeben hat, die Veruntreuungbegangen. — \n",
"Gibt es denn nicht eine Lehre nach R. Jehuda beim Zehnten, wir haben ja gelernt, wer seinen zweiten Zehnten auslöst, müsse ein Fünftel hinzufügen, einerlei ob seinen Ertrag oder Geschenktes. Nach wessen Ansicht: wenn nach R. Meír, wieso kann er verschenkt werden, dieser sagt ja, er sei Eigentum Gottes; doch wohl nach R. Jehuda!? — \n",
"Nein, tatsächlich nach R. Meír, und hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er ihm das Unverzehntetegegeben hat, und er ist der Ansicht, Priestergaben, die nicht abgehoben sind, gelten nicht als abgehoben. — \n",
"Komm und höre: Wer seinen vierjährigen Weinberg auslöst, füge das Fünftel hinzu, einerlei ob seinen Ertrag oder Geschenktes. Nach wessen Ansicht: wenn nach R. Meír, wieso können solche [Früchte] verschenkt werden, erfolgert ja durch [das Wort] heilig vom Zehnten; doch wohl nach R. Jehuda!? — \n",
"Nein, tatsächlich nach R. Meír, und hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er sie als Knospenansatz erhalten hat, gegen die Ansicht R. Joses, welcher sagt, der Knospenansatzsei verboten, weil er als Frucht gilt. — \n",
"Komm und höre: Wenn jemand den [zweiten] Zehnten zum Preise eines Sela͑ an sich gezogen und dieser, bevor er ihn eingelöst hat, auf zwei gestiegen ist, so zahle er nur einen Sela͑, sodaß er einen Sela͑ verdient, denn der zweite Zehnt istsein. Nach wessen Ansicht: wenn nach R. Meír, wieso verdient er einen Sela͑, der Allbarmherzige sagt ja:er gebe das Geldund soll es erstehen; doch wohl nach R. Jehuda!? — \n",
"Tatsächlich nach R. Jehuda, aber nach dessen Ansicht gibt es nur eine anonyme Lehre, nach der [des R. Meír] aber zwei. — \n",
"Wenn die Anonymität entscheidend ist, so ist es ja einerlei, ob sie einmal vorkommt oder zweimal vorkommt!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Die Halakha ist wie R. Meír, weil in der Beḥirta nach ihm gelehrt wird. \n"
],
[
"Dort haben wir gelernt: Wenn ein Vieh zwischen Jerušalem und Migdal Edergefunden wird, und in derselben Entfernung im ganzen Umkreise [von Jerušalem], so istes, wenn ein Männchen, ein Brandopfer, und wenn ein Weibchen, ein Heilsopfer. \n",
"Können denn Männchen nur Brandopfer sein und nicht auch Heilsopfer!? R. Ošaja erwiderte: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn man sich für den Geldwertverpflichtet, und er meint es wie folgt: man berücksichtige, es kann ein Brandopfer sein. Dies nach R. Meír, welcher sagt, das Geheiligte könne vorsätzlich entweihtwerden. — \n",
"Wird denn das an sich Heiligeentweiht, wir haben ja gelernt: Eine Veruntreuung nach einer Veruntreuung am Geheiligten gibt es nur bei einem Viehund einem Dienstgeräte. \n",
"Wenn zum Beispiel einer das Vieh geritten hat, darauf ein anderer gekommen ist und es geritten hat, und darauf ein anderer gekommen ist und es geritten hat, so haben alle eine Veruntreuung begangen. Wenn einer aus einem goldenen Bechergetrunken hat, darauf ein anderer gekommen ist und daraus getrunken hat, und darauf ein anderer gekommen ist und daraus getrunken hat, so haben alle eine Veruntreuung begangen. — Hier ist die Ansicht R. Jehudas vertreten, während dort die Ansicht R. Meírs vertreten ist — \n",
"Von R. Jehuda ist ja aber auf R. Meír zu schließen: nach R. Jehuda wird Geheiligtes versehentlich entweiht, jedoch wird das an sich Heilige nicht entweiht, ebenso sollte auch nach R. Meír, obgleich nach ihm Geheiligtes vorsätzlich entweiht wird, das an sich Heilige nicht entweiht werden!? — Dabeabsichtigte er nicht, es zu profanieren, hierbeiaber beabsichtigte er, es zu profanieren. — \n",
"Allerdings sagt esR. Meír von Hochheiligem, sagte er es etwa auch von Minderheiligem!? Einer von den Jüngern, namens R. Ja͑qob, erwiderte: Es ist [ein Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn das Hochheilige entweiht wird, um wieviel mehr das Minderheilige. \n",
"Es wurde auch gelehrt: R. Ḥama b. U͑qabasagte: R. Jose b. Ḥanina sagte, R. Meír sei der Ansicht, das Geheiligte werde vorsätzlich entweiht, versehentlich aber nicht entweiht. Dies gilt sowohl vom Hochheiligen als auch vom Minderheiligen, denn es ist [ein Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn das Hochheilige entweiht wird, um wieviel mehr das Minderheilige. \n"
],
[
"R. Joḥanan staunte darüber: sagt man denn zu einem: auf und sündige, damit du gewinnest!? Vielmehr, erklärte R. Joḥanan, warte er, bis es ein Gebrechen bekommt, sodann bringe er zwei Tiere unter Vereinbarung dar.\n",
"«Wenn ein Männchen, ein Brandopfer.» Vielleicht ist es ein Dankopfer!? — Er bringe auch ein Dankopfer dar. — Zu diesem sind ja die Broteerforderlich!? — Er bringe auch Brote dar. — \n",
"Vielleicht ist es ein Schuldopfer!? — Wenn es einjährig ist, und als Schuldopfer ist ein zweijähriges erforderlich. — Vielleicht ist es das Schuldopfer eines Aussätzigen oder das Schuldopfer eines Nazirs!? — Solche sind selten. — \n",
"Vielleicht ist es ein Pesaḥopfer!? — Mit einem Pesaḥopfer ist man zur festgesetzten Zeitbehutsam, und außerhalb dieser Zeitgilt es als Heilsopfer. — \n",
"Vielleicht ist es ein Erstgeborenes oder Zehnt!? — Dies ist insofern von Bedeutung, indem siegebrechenbehaftet gegessen werden dürfen, und auch jene dürfen gebrechenbehaftet gegessen werden.\n",
"«Wenn ein Weibchen, ein Heilsopfer.» Vielleicht ist es ein Dankopfer. — Er bringe auch ein Dankopfer dar. — Zu diesem sind ja die Brote erforderlich!? — Er bringe auch die Brote dar. — \n",
"Vielleicht ist es ein Sündopfer!? — Wenn es zweijährig ist, und als Sündopfer ist ein ein jähriges erforderlich. — Vielleicht ist es ein Sündopfer, das über ein Jahr alt geworden ist!? — Solches ist selten. — \n",
"Wie ist es, wenn ein einjähriges gefunden worden ist? — Es wird gelehrt: Ḥananja b. Ḥakhinaj sagte: eine einjährige Ziege als Sündopfer. — Als Sündopfer, wie kommst du darauf!? Vielmehr, erklärte Abajje, gleich einem Sündopfer; man sperre sie in den Stall und lasse sie von selbst verenden.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Man darf für Geld vom zweiten Zehnten kein Viehkaufen; \n"
],
[
"hat man gekauft, so muß man, wenn versehentlich, das Geld zurück auf seinen Platztun, und wenn vorsätzlich, [das Vieh] nach dem Ortebringen und es da verzehren. R. Jehuda sagte: Dies nur in dem Falle, wenn man es gekauft hat in der Absicht, es als Heilsopfer [darzubringen], wenn man aber beabsichtigt hat, Geld vom zweiten Zehnten für Profanes auszugeben, so muß man, ob versehentlich oder vorsätzlich, das Geld zurück auf seinen Platz tun. — \n",
"Wir haben ja aber gelernt, R. Jehuda sagt, vorsätzlich habe er sie sich angetraut!? R. Elea͑zar erwiderte: Eine Frau weiß, daß durch sie das Geld vom zweiten Zehnten nicht ausgeweiht werde; sie geht nach Jerušalem hin und verzehrt esda. \n",
"R. Jirmeja wandte ein: Jeder weiß ja auch, daß durch unreines Vieh, Sklaven und Grundstücke das Geld vom zweiten Zehnten nicht ausgeweihtwerde, dennoch haben wir gelernt, man dürfe für Geld vom zweiten Zehnten, auch in Jerušalem nicht unreines Vieh, Sklaven oder Grundstücke kaufen, und wenn man gekauft hat, müsse man den entsprechenden Betrag verzehren!? — \n",
"Vielmehr, hier wird von einer gelehrten Frau gesprochen, die es weiß.\n",
"Der Meister sagte: Wenn er gekauft hat, den entsprechenden Betrag verzehren. Weshalb denn, man sollte doch, wie in jenem Falle, das Geld zurück auf seinen Platz tun!? \n",
"Šemuél erwiderte: \n"
],
[
"Wenn [der Verkäufer] entflohen ist. — Nur weil er entflohen ist, wenn er aber nicht entflohen ist, maßregle man den Verkäufer; man sollte doch den Käufer maßregeln!? — Nicht die Maus hat gestohlen, sondern das Loch. — \n",
"Wenn nicht die Maus, würde ja das Loch nichts getan haben!? — Es ist einleuchtend, daß der zu maßregeln ist, bei dem das Verbotene sich befindet.\n",
" WENN JEMAND SICH [EINE FRAU] ANTRAUT MITUNGEWEIHTEM, MISCHFRUCHT (DES WEINBERGS), EINEM ZU STEINIGENDENRINDE, DEM GENICKBROCHENENKALBE, DEN VÖGELNDES AUSSÄTZIGEN, DEM HAAREDES NAZIRS, DEM ERSTGEBORENENDES ESELS, FLEISCH MIT MILCHODER IM TEMPELHOFE GESCHLACHTETEM PROFANEM, SO IST SIE IHM NICHT ANGETRAUT; HAT ER DIESE VERKAUFT UND SIE SICH MIT DEM ERLÖSE ANGETRAUT, SO IST SIE IHM ANGETRAUT.\n",
"GEMARA. MIT UNGEWEIHTEM. Woher dies? — Es wird gelehrt:Ungeweiht, es darf nicht gegessen werden; ich weiß dies nur vom Verbote des Essens, woher dies von der Nutznießung, daß man es nicht benutzen darf, damit nicht färben darf und es nicht in der Lampe brennen darf? Es heißt: ihr sollt es als ungeweiht verrufen, dies schließt alles ein.\n",
"MISCHFRUCHT (DES WEINBERGS). Woher dies? Ḥizqija erwiderte: Die Schrift sagt:damit es nicht heilig werde, damit es nicht im Feuer verbranntwerde. \n",
"R. Aši erklärte: Damit es nicht Geheiligtes sei. — Demnach sollte doch, wie das Geheiligte den Erlös erfaßt und profanwird, auch die Mischfrucht (des Weinbergs) den Erlös erfassenund profan werden!? — Am richtigsten ist vielmehr die Erklärung Ḥizqijas.\n",
"ZU STEINIGENDEN RINDE. Woher dies? — Es wird gelehrt: Ich weiß es ja schon aus den Worten:das Rind soll gesteinigt werden, da es Aas und das Aas zum Essen verboten ist, und wenn es noch heißt:das Fleisch darf nicht gegessen werden, so besagt dies, daß, wenn er es nach der Aburteilung geschlachtet hat, es zum Essen verboten sei. — \n",
"Woher dies von der Nutznießung? — Es heißt:und der Besitzer des Rindes ist frei. Wieso geht dies hieraus hervor? Šimo͑n b. Zoma erklärte: Wie wenn jemand zu seinem Nächsten sagt: jener ist seines Vermögens frei, ohne davon irgend etwas zu haben. — \n",
"Woher, daß [die Worte:] und das Fleisch darf nicht gegessen werden, sich auf den Fall beziehen, wenn er es nach der Aburteilung geschlachtet hat, vielleicht ist es, wenn er es nach der Aburteilung geschlachtet hat, erlaubt, und [die Worte:] darf nicht gegessen werden, beziehen sich auf den Fall, wenn es gesteinigt worden ist, und zwarnach \n",
"R. Abahu im Namen R. Elea͑zars!? R. Abahu sagte nämlich im Namen R. Elea͑zars: Überall, wo es heißt: darf nicht gegessen werden, du darfst nicht essen, oder: ihr dürft nicht essen, ist sowohl das Verbot des Essens als auch das Verbot der Nutznießung zu verstehen, es sei denn, daß die Schrift [das Entgegengesetzte] ausdrücklich hervorhebt, wie sie dies beim Aase hervorgehoben hat. — \n",
"Dies nur, wenn das Verbot des Essens aus [den Worten] darf nicht gegessen werden hervorgeht, hierbei aber geht das Verbot des Essens aus [den Worten] soll gesteinigt, werden hervor; wenn man sagen wollte, sie deuten auf das Verbot der Nutznießung, so sollte doch der Schriftvers lauten: es soll davon nichts genossen werden, \n",
"oder: es soll nicht gegessen werden, wenn es aber das Fleisch heißt, so besagt dies, selbst wenn er es geschlachtet und zu Fleisch gemacht hat, sei es verboten. \n",
"Mar Zuṭra wandte ein: Vielleicht nur in dem Falle, wenn er einen Stein untersuchtund damit geschlachtet hat, sodaß es den Anschein der Steinigung hat, nicht aber, wenn er es mit einem Messer geschlachtet hat!? — Wird denn in der Tora ein Messer genannt!? Ferner wird gelehrt, man dürfe mit allem schlachten, mit einem Steine, mit Glas oder mit einem Rohre. — \n",
"Wozu sind nun, wo wir das Verbot des Essens und das Verbot der Nutznießung aus [den Worten:] darf nicht gegessen werden, folgern, [die Worte:] der Besitzer des Rindes ist frei, nötig!? — Wegen der Nutznießung der Haut. Da es heißt: das Fleisch darf nicht gegessen werden, könnte man glauben, nur das Fleisch sei verboten, die Haut aber erlaubt. — \n",
"Woher entnehmen jene Autoren, die aus [den Worten:] der Besitzer des Rindes ist frei, hinsichtlich des halben Lösegeldesund der Zahlung für die Kinderfolgern, [das Verbot] der Nutznießung der Haut? — \n",
"Aus: das [eth]Fleisch, das zum Fleische gehörige. — Und jener!? — \n"
],
[
"Er verwendet das eth nicht zur Schriftforschung. Es wird nämlich gelehrt: Šimo͑n I͑msoni, manche sagen, Neḥemja I͑msoni, interpretierte sämtliche eth in der Tora, als er aber herankam [zum Schriftverse:]den [eth] Herrn, deinen Gott, sollst du fürchten, zog er sichzurück. \n",
"Da sprachen seine Schüler zu ihm: Meister, was soll aus all den Forschungen werden, die du aus eth eruiert hast!? Dieser erwiderte: Wie ich einen Lohn für die Forschung zu erwarten hätte, ebenso habe ich einen Lohn zu erwarten für die Zurückziehung. Als aber R. A͑qiba kam, lehrte er: Den Herrn, deinen Gott, sollst da fürchten, dies schließt die Schriftgelehrten ein.\n",
"DEM GENICKBROCHENEN KALBE. Woher dies? — In der Schule R. Jannajs sagten sie: Bei diesem wird [das Wort] Sühne gebraucht, wie bei den Opfern.\n",
"DEN VÖGELN DES AUSSÄTZIGEN. Woher dies? — In der Schule R. Jišma͑éls wird gelehrt: Es gibt tauglichmachende [Opfer]und sühnendeinnerhalbund es gibt tauglichmachende und sühnende außerhalb, \n",
"wie bei den tauglichmachenden und sühnenden innerhalb die tauglichmachenden den sühnenden gleichen, ebenso gleichen bei den tauglichmachenden und sühnenden außerhalb die tauglichmachenden den sühnenden.\n",
"Es wurde gelehrt: Wann werden die Vögel des Aussätzigen verboten? — R. Joḥanan sagt, vom Schlachtenab, Reš Laqiš sagt, vom Nehmen ab. R. Joḥanan sagt, vom Schlachten ab, weil sie durch das Schlachten verboten werden. Reš Laqiš sagt, vom Nehmen ab, weil dies durch [das Wort] nehmenvom genickbrochenen Kalbezu folgern ist. — \n",
"Wann wird es das genickbrochene Kalb selbst? R. Jannaj erwiderte: Ich hörte diesbezüglich eine Zeitgrenze, habe sie aber vergessen; die Genossen meinen jedoch, das Hinabbringen zum Felstalemache es verboten. — Demnach sollten doch, wie das genickbrochene Kalb nicht schon beim Nehmen verboten wird, auch die Vögel des Aussätzigen nicht schon dann verboten werden!? — Es ist nicht gleich; bei jenem gibt es eine andere Zeitgrenze, aber gibt es etwa bei diesen eine andereZeitgrenze!? \n",
"R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein:Jeden reinen Vogel dürft ihr essen, diesschließt den fortgeflogenenein;folgende sind es, die ihr von ihnen nicht essen dürft, diesschließt den geschlachteten ein. Wenn man sagt, er sei schon lebend verboten, so ist er es ja nach dem Schlachten selbstverständlich!? — Man könnte glauben, bei diesen verhalte es sich wie bei den Opfertieren, die lebend verboten sind und durch das Schlachten erlaubtwerden, so lehrt er uns. \n",
"Er wandte gegen ihn ein: Wenn er nach dem Schlachten totverletzt befunden wird, so nehme man für den anderen ein anderes Paarstück, und der erste istzur Nutznießung erlaubt. Wieso ist der erste, wenn man sagt, er sei schon lebend verboten, zur Nutznießungerlaubt!? Dieser erwiderte: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er an den Eingeweiden totverletzt befunden wurde, sodaß er überhaupt nicht heilig war. \n",
"Er wandte gegen ihn ein: Hat man ihn ohne Ysop, ohne Zedernholz und ohne Karmesinwollegeschlachtet, so ist er, wie R. Ja͑qob sagt, da er zu Gebotszwecken bestimmt worden ist, verboten, und wie R. Šimo͑n sagt, da er nicht nach Vorschrift geschlachtet worden ist, erlaubt. \n",
"Ihr Streit besteht nur darin, indem einer der Ansicht ist, die ungültige Schlachtung gelte als Schlachtung, und der andere der Ansicht ist, die ungültige Schlachtung gelte nicht als Schlachtung, alle aber stimmen überein, daß er lebend nicht verboten sei!? — \n",
"Hierüber streiten Tannaím, denn in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Es gibt tauglichmachende [Opfer]und sühnen deinnerhalbund es gibt tauglichmachende und sühnende außerhalb, \n",
"wie bei den tauglichmachenden und sühnenden innerhalb die tauglichmachenden den sühnenden gleichen, ebenso gleichen beim tauglichmachenden und sühnenden außerhalb die tauglichmachenden den sühnenden.\n",
"Der Text. Jeden reinen Vogel dürft ihr essen, dies schließt den fortgeflogenen ein, folgende sind es, die ihr von ihnen nicht essen dürft, dies schließt den geschlachteten ein. Vielleicht entgegengesetzt!? \n",
"R. Joḥanan erwiderte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Wir finden nicht, daß Lebendes verbotenwäre. R. Šemuél b. R. Jiçḥaq wandte ein: Etwa nicht, \n"
],
[
"das Abgesonderte und das Angebetetesind ja lebend verboten!? — Sie sind nur für Gott verboten, für Gemeine aber erlaubt. \n",
"R. Jirmeja wandte ein: Das vor Zeugen aktiv oder passiv zur Bestialität verwandte [Vieh] ist ja lebend verboten!? Vielmehr, erwiderte R. Joḥanan im Namen des R, Šimo͑n b. Joḥaj: Meistens finden wir nicht, daß sielebend verboten wären. \n",
"In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Die Schrift sagt:er lasse ihn fliegen &c. auf das Feld, gleich dem Felde; wie das Feld erlaubt ist, ebenso ist auch dieser erlaubt. — Ist denn [das Wort] Feld hierfür zu verwenden, es ist ja für folgende Lehre nötig!? Feld, er darf ihnnicht, wenn er sich in Japhobefindet, nach dem Meer schleudern, wenn er sich in Gebetbefindet, nach der Wüste schleudern, oder wenn er sich außerhalb der Stadt befindet, in die Stadt schleudern; vielmehr muß er, wenn er sich in der Stadt befindet, ihn über die Mauer schleudern. \n",
"Und jener!? — Die Schrift sollte Feld sagen, wenn es aber das Feld heißt, so ist hieraus beides zu entnehmen. \n",
"Raba erwiderte: Die Tora hat das Fliegenlassen nicht zum Verstoßeangeordnet.\n",
"DEM HAARE DES NAZIES. Woher dies? Die Schrift sagt:heilig soll er sein, er soll das Kopfhaar frei wachsen lassen, sein [Haarwuchs ist heilig. — \n",
"Demnach sollte doch, wie das Geheiligte den Erlös erfaßtund profan wird, auch das Haar des Nazirs den Erlös erfassen und profan werden!? — Wir lesen ja nicht Heiliger, sondern heilig.\n",
"DEM ERSTGEBORENEN DES ESELS. Es wäre anzunehmen, daß unsere Mišna nicht die Ansicht R. Šimo͑ns vertritt, denn es wird gelehrt, das Erstgeborene des Esels sei, wie R. Jehuda sagt, zur Nutznießung verboten, und nach R. Šimo͑n erlaubt!? R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: Nach dem Genickbrechen, nach aller Ansicht.\n",
"FLEISCH MIT MILCH. Woher dies? — In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Es heißt dreimal:du sollst kein Böckchen mit der Milch seiner Mutter kochen, einmal [deutet es] auf das Verbot des Essens, einmal auf das Verbot der Nutznießung und einmal auf das Verbot des Kochens. — \n",
"Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht des Autors der folgenden Lehre: R.Šimo͑n b. Jehuda sagte: Fleisch mit Milch ist zum Essen verboten und zur Nutznießung erlaubt, denn es heißt:denn du bist ein heiliges Volk dem Herrn deinem Gott, du sollst kein Böckchen mit der Milch seiner Mutter kochen, und dortheißt es: heilige Leute sollt ihr mir sein; wie es dort zum Essen verboten und zur Nutznießung erlaubt ist, ebenso ist es auch hierbei zum Essen verboten und zur Nutznießung erlaubt.\n",
"IM TEMEPLHOFE GESCHLACHTETEM PROFANEM. Woher dies? R. Joḥanan erwiderte im Namen R. Meírs: Die Tora sagt: schlachte meines bei mir und deinesbei dir; wie meines bei dir verboten ist, ebenso ist deines bei mir verboten. — \n",
"Demnach sollte doch, wie meines bei dir mit der Ausrottung bestraft wird, auch deines bei mir mit der Ausrottung bestraft werden!? — Die Schrift sagt:und zum Eingange des Offenbarungszeltes nicht hinbringt, es als Opfer für den Herrn darzubringen &c., so soll ausgerottet werden; wegen eines Opfers wird man mit der Ausrottungbestraft, wegen des im Tempelhofe geschlachteten Profanen wird man nicht mit der Ausrottung bestraft. — \n",
"Es ist ja zu erwidern: wohl gilt diesvon meinem bei dir, weil es mit der Ausrottung bestraft wird!? \n",
"Vielmehr, erklärte Abajje, ist es aus folgendem zu entnehmen. Es heißt: er schlachte es, er schlachte es, er schlachte es, überflüssigerweise drei Schriftverse; wozu dies? \n",
"Es heißt:wenn der Ort dir zu weit ist &c., so schlachte, fern vom Ortedarfst du schlachten, nahe dem Ortedarfst du nicht schlachten, ausgenommen ist das Schlachten von Profanem im Tempelhofe. \n",
"Ich weiß dies nur von Gebrechenfreien, die zur Opferung geeignet sind, woher, daß auch Gebrechenbehaftete einbegriffen sind? Ich schließe Gebrechenbehaftete ein, da sie zur tauglichen Art gehören. Woher, daß auch das Wild einbegriffen ist? Ich schließe das Wild ein, da es gleich dem Vieh des Schlachtens benötigt. Woher, daß auch das Geflügel einbegriffen ist? Es heißt: er schlachte es, er schlachtees. \n",
"Man könnte glauben, man dürfe nicht schlachten, wenn man aber geschlachtet hat, sei es erlaubt, so heißt es: wenn dir der Ort zu weit ist &c., so schlachte und iß, was du fern vom Orte schlachtest, darfst du essen, nicht aber darfst du essen, was du nahe dem Orte schlachtest; ausgenommen ist das im Tempelhofe geschlachtete Profane. \n",
"Ich weiß dies nur von Gebrechenfreien, \n"
],
[
"die zur Opferung geeignet sind, woher, daß auch Gebrechenbehaftete einbegriffen sind? Ich schließe Gebrechenbehaftete ein, da sie zur tauglichen Art gehören. Woher, daß auch das Wild einbegriffen ist? Ich schließe das Wild ein, da es gleich dem Vieh des Schlachtens benötigt. Woher, daß auch das Geflügel einbegriffen ist? Es heißt: er schlachte es, er schlachte es, erschlachte es. \n",
"Man könnte glauben, man dürfe nicht schlachten, wenn man aber geschlachtet hat, werfe man es vor die Hunde, so heißt es:vor die Hunde sollt ihr es werfen, diesesdürft ihr vor die Hunde werfen, nicht aber dürft ihr im Tempelhofe geschlachtetes Profanes [vor die Hunde] werfen.\n",
"Mar Jehuda traf R. Joseph und R. Šemuél, Sohn des Rabba b. Bar Ḥana, vor der Tür der Schule Rabbas stehen; da sprach er zu ihnen: Es wird gelehrt, wenn jemand sich [eine Frau] mit dem Erstgeborenen eines Esels, Fleisch mit Milch oder im Tempelhofe geschlachtetem Profanem angetraut hat, sei sie ihm, wie R. Šimo͑n sagt, angetraut, und wie die Weisen sagen, nicht angetraut, wonach nach R. Šimo͑n die Schlachtung von Profanem im Tempelhofe nach der Tora nicht verboten ist; \n",
"ich will auf einen Widerspruch hinweisen: R. Šimo͑n sagt, das im Tempelhofe geschlachtete Profane ist zu verbrennen, und ebenso das im Tempelhofe geschlachtete Wild!? Da schwiegen sie. \n",
"Als sie hierauf zu Rabba kamen, sprach er zu ihnen: Der Streitsüchtige hat euch zum Stehen gebracht. Hierwird von dem Falle gesprochen, wenn es nach dem Schlachten totverletztbefunden wird. R. Šimo͑n vertritt hierbei seine Ansicht, \n",
"denn es wird gelehrt: wenn man Totverletztes geschlachtet hat, oder wenn das Geschlachtete totverletzt befunden wird, so ist beides als Profanes im Tempelhofe nach R. Šimo͑n zur Nutznießung erlaubt und nach den Weisen verboten.\n",
"HAT ER DIESE VERKAUFT UND SIE SICH MIT DEM ERLÖSE ANGETRAUT, SO IST SIE IHM ANGETRAUT. Woher dies? — Die Tora bekundet vom Götzen:und du gleich ihm dem Banne verfällst, alles, was du daraus erzielst, gleicht diesem; demnach ist es bei anderen in der Tora verbotenen Dingen erlaubt. — \n",
"Sollte man doch hiervon folgern!? — Vom Götzendienste und vom Siebentjähre lehren zwei Schriftverse dasselbe, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu folgern. — \n",
"Vom Götzendienste, wie wir gesagt haben, wo dies vom Siebentjahre? —Es ist ein Jobel, heilig soll es euch sein; wie das Geheiligte den Erlös erfaßt, ebenso erfaßt auch die Siebentjahrs[frucht] den Erlös. — \n",
"Demnach sollte doch, wie das Geheiligte den Erlös erfaßt und selbst profan wird, auch die Siebentjahrs[frucht] den Erlös erfassen und profan werden!? — Es heißt: sein, sie verbleibebei ihrem sein. \n",
"Zum Beispiel: wenn man für die Früchte vom Siebentjahre Fleisch gekauft hat, so muß im Siebentjahre beides fortgeschafftwerden; wenn für das Fleisch Fische, so wird das Fleisch profan und die Fische treten an seine Stelle; wenn für die Fische Wein, so werden die Fische profan und der Wein tritt an ihre Stelle; wenn für den Wein Öl, so wird der Wein profan und das Öl tritt an seine Stelle. Das allerletzte verfällt stets dem Siebentjahrsgesetze und auch die originäre Frucht bleibt verboten. — \n",
"Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, aus solchen sei nichts zu folgern, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, es sei wohl zu folgern!? — Bei diesen sindAusschließungen vorhanden; da heißt es: und du gleich ihm dem Banne verfällst, und dortheißt es: es ist ein Jobel; nur bei diesen, nicht aber bei anderem.\n",
" WENN JEMAND SICH [EINE FRAU] MIT DER HEBE, DEM ZEHNTEN, DEN PRIESTERGABEN, DEM ENTSÜNDIGUNGSWASSER ODER DER ENTSÜNDIGUNGSASCHEANTRAUT, SO IST SIE IHM ANGETRAUT, SELBST EINEM JISRAÉLITEN.\n",
"GEMARA. U͑la sagte: Ein Dankgilt nichtals Geld. R. Abba wandte gegen U͑la ein: Wenn jemand sich [eine Frau] mit der Hebe, dem Zehnten, den Priestergaben, dem Entsündigungswasser oder der Entsündigungsasche antraut, so ist sie ihm angetraut, selbst einem Jisraéliten!? \n",
"Dieser erwiderte: Dies gilt von einem Jisraéliten, dem vom Vater seiner Mutter, einem Priester, Unverzehnteteszugefallen ist, und er ist der Ansicht, die nicht abgesonderten Priestergaben gelten als abgesondert.\n",
"R. Ḥija b. Abin fragte R. Hona: Gilt der Dank als Geld oder gilt er nicht als Geld? Dieser erwiderte: Ihr habt es gelernt: wenn jemand sich [eine Frau] mit der Hebe, dem Zehnten, den Priestergaben, dem Entsündigungswasser oder der Entsündigungsasche antraut, so ist sie ihm angetraut, selbst einem Jisraéliten. Jener entgegnete: Haben wir es etwa nicht auf einen Jisraéliten bezogen, dem vom Vater seiner Mutter, einem Priester, Unverzehntetes zugefallen ist!? \n"
],
[
"Dieser erwiderte: Du sprichst wie ein Hucäer! Da wurde er verlegen, denn er glaubte, er sage esinbezug auf sein Studium. Hierauf sprach dieser: Ich meine, R. Asi aus Huçal ist deiner Ansicht.\n",
"Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaím streiten: Wer von seinem Nächsten Unverzehntetes gestohlen hat, bezahle ihm den Wert des Unverzehnteten— so Rabbi. R. Jose b. R. Jehuda sagt, er bezahle ihm nur den Wert des darin enthaltenen Profanen. Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, der Dankgelte als Geld, und einer ist der Ansicht, der Dank gelte nicht als Geld. — \n",
"Nein, alle sind der Ansicht, der Dank gelte nicht als Geld, hier aber wird von Unverzehntetem gesprochen, das einem vom Vater seiner Mutter, einem Priester, zugefallen ist, und sie streiten, ob die noch nicht abgehobenen Priestergaben als abgehoben gelten: einer ist der Ansicht, sie gelten als abgehoben, und einer ist der Ansicht, sie gelten nichtals abgehoben. \n",
"Wenn du willst, sage ich: alle sind der Ansicht, sie gelten als abgehoben, ferner auch, daß der Dank nicht als Geld gelte, und sie streiten über eine Lehre Šemuéls. Šemuél sagte nämlich, ein Weizenkorn befreieden ganzen Weizenhaufen; \n",
"einer ist der Ansicht Šemuéls, und einer ist nicht der Ansicht Šemuéls. \n",
"Wenn du willst, sage ich: alle sind nicht der Ansicht Šemuéls, hierbei aber ist der Grund Rabbis, weil der Dieb zu maßregeln ist. \n",
"Wenn du aber willst, sage ich: alle sind sie der Ansicht Šemuéls, hierbei aber ist der Grund des R. Jose b. R. Jehuda, weil der Eigentümer zu maßregeln ist, denn er sollte [das Getreide] nicht unverzehntet halten.\n",
"WENN JEMAND SICH [EINE FRAU] MIT DER HEBE, DEM ZEHNTEN, DEN PRIESTERGABEN, DEM ENTSÜNDIGUNGSWASSER ODER DER ENTSÜNDIGUNGSASCHE ANTRAUT, SO IST SIE IHM ANGETRAUT, SELBST EINEM JISRAÉLITEN. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn jemand für seine Rechtsprechung Bezahlung nimmt, so ist seine Rechtsprechung nichtig, wenn für seine Zeugenaussage, so ist seine Zeugenaussage nichtig, wenn für die Besprengungund die Weihung, so ist sein Wasser Höhlenwasser und seine Asche Herdasche!? \n",
"Abajje erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine gilt von der Bezahlung für das Bringenund Füllen, das andere gilt von der Bezahlung für die Besprengung und die Weihung. \n",
"Dies ist auch einleuchtend, denn hier heißt es: Entsündigungswasserund Entsündigungsasche, dort aber heißt es: Besprengung und Weihung. Schließe hieraus.\n",
"\n",
"i WENN JEMAND ZU SEINEM NÄCHSTEN GESAGT HAT: GEH, TRAUE MIR JENE FRAU AN, UND DIESER HINGEGANGEN IST UND SIE SICH SELBST ANGETRAUT HAT, SO IST SIE DEM ANDEREN ANGETRAUT. DESGLEICHEN IST, WENN JEMAND ZU EINER FRAU GESAGT HAT: SEI MIR NACH DREISSIG TAGEN ANGETRAUT, UND INNERHALB DER DREISSIG TAGE EIN ANDERER GEKOMMEN IST UND SIE SICH ANGETRAUT HAT, SIE DEM ANDEREN ANGETRAUT; IST SIE DIE TOCHTER EINES JISRAÉLITEN UND ER PRIESTER, SO DARF SIE HEBE ESSEN. \n",
"WENN [ER GESAGT HAT:] VON JETZT AB NACH DREISSIG TAGEN, UND EIN ANDERER INNERHALB DER DREISSIG TAGE GEKOMMEN IST UND SIE SICH ANGETRAUT HAT, SO IST SIE ANGETRAUT UND NICHT ANGETRAUT; IST SIE DIE TOCHTER EINES JISRAÉLITEN UND ER PRIESTER ODER DIE TOCHTER EINES PRIESTERS UND ER JISRAÉLIT, SO DARF SIE KEINE HEBE ESSEN.\n",
"GEMARA. WENN JEMAND ZU SEINEM NÄCHSTEN GESAGT HAT: GEH, TRAUE MIR AN. Es wird gelehrt: Was er getan hat, ist getan, nur hat er gegen ihn trügerisch gehandelt. — \n",
"Und unser Autor!? — Unter ‘hingegangen’, das hier gelehrt wird, ist eben zu verstehen: trügerischerweise hingegangen. — \n"
],
[
"Weshalb heißt es hier: wenn jemand zu seinem Nächsten gesagt hat, dort aber, wenn jemand zu seinem Beauftragten gesagt hat!? — \n",
"Hier hebt er etwas hervor und dort hebt er etwas hervor. Hier hebt er etwas hervor, denn, wenn er es von einem Beauftragten gelehrt haben würde, so könnte man glauben, nur ein Beauftragter gelte als Betrüger, weil er sich auf ihn verlassen hatte, denn er glaubte er werde seinen Auftrag ausführen, nicht aber gelte sein Nächster als Betrüger, weil er sich auf ihn nicht verlassen hatte. \n",
"Dort hebt er etwas hervor, denn, wenn er es von seinem Nächsten gelehrt haben würde, so könnte man glauben, nur wenn sein Nächster sie ihm in einem anderen Orte angetraut hat, sei sie ihm nicht angetraut, weil er angenommen hatte, er werde sich nicht bemühen, bei einem Beauftragten aber, der sich Mühe gibt, könnte man glauben, er wollte ihm nur einen Hinweis geben, so lehrt er uns.\n",
"Einst ging Rabin der Fromme seinem Sohne eine Frau antrauen und traute sie für sich selbst an. — Es wird ja gelehrt, was er getan hat, sei getan, nur habe er gegen ihn trügerisch gehandelt!? — Sie gaben sie ihm nicht. — Sollte er ihm dies mitgeteilt haben!? — Er dachte, mittlerweile könnte ein anderer kommen und sie sich antrauen.\n",
"Einst gab Rabba b. Bar Ḥana dem Rabh Geld und sagte zu ihm, daß er für ihn jenes Grundstück kaufe. Hierauf ging er hin und kaufte es für sich selbst. — Es wird ja gelehrt, was er getan hat, sei getan, nur habe er gegen ihn trügerisch gehandelt!? — Es war ein Felderkomplex von gewalttätigen Menschen; Rabh erwiesen sie Ehrung, Rabba b. Bar Ḥana erwiesen sie keine Ehrung. — Sollte er ihm dies mitgeteilt haben!? — Er dachte, mittlerweile könnte ein anderer kommen und es kaufen.\n",
"R. Gidel bemühte sich um ein Grundstück, und R. Abba ging hin und kaufte es. Da ging R. Gidel und klagte darüber vor R. Zera, und R. Zera klagte darüber vor R. Jiçḥaq dem Schmied. Dieser sprach zu ihm: Warte bis er am Feste zu uns kommt. Als er kam und dieser ihn traf, sprach er zu ihm: Wenn ein Armer sich um einen Kohlenkuchen bemüht, und jemand kommt und ihn ihm wegnimmt, was ist dieser? \n",
"Jener erwiderte: Er heißt ein Bösewicht. — Weshalb hat der Meister so gehandelt!? Jener erwiderte: Ich wußte es nicht. — So mag der Meister es ihm abtreten. Jener erwiderte: Verkaufen will ich es nicht, denn es ist das erste Grundstück und dies ist nicht glückbringend, wenn er es aber geschenkt haben will, mag er es nehmen. \n",
"R. Gidel aber trat den Besitz nicht an, denn es heißt: wer Geschenke haßt, wird leben, und R. Abba trat ebenfalls den Besitz nicht an, weil R. Gidel sich darum bemüht hatte. Weder trat der eine den Besitz an noch trat der andere den Besitz an, und man nennt es das Grundstück der Gelehrten.\n",
"EBENSO IST, WENN JEMAND ZU EINER FRAU GESAGT HAT: SEI MIR ANGETRAUT &C. Wie ist es, wenn innerhalb der dreißig Tage kein anderer gekommen ist und sie sich angetraut hat? Rabh und Šemuél sagen beide, sie sei ihm angetraut, selbst wenn das Geld verzehrt wordenist, \n",
"denn dieses Geld gleicht weder einem Darlehennoch einem Depositum. \n",
"Einem Depositum gleicht es nicht, denn das Depositum wirdim Besitze des Eigentümers verzehrt, während dieses in ihrem Besitze verzehrt worden ist; einem Darlehen gleicht es ebenfalls nicht, denn ein Darlehen wird zur Verausgabunggegeben, dieses aber hat er ihr zur Antrauung gegeben. — \n",
"Wie ist es, wenn kein anderer gekommen ist und sie sich angetraut hat, sie aber zurückgetretenist? R. Joḥanan sagt, sie könne zurücktreten, denn Worte können Worte aufheben; Reš Laqiš sagt, sie könne nicht zurücktreten, denn Worte können nicht Worte aufheben. \n",
"R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein: Hat er eswiderrufen, so ist die Absonderung der Hebe, wenn der Widerruf vorher erfolgt ist, ungültig. Hierbei sind es ja Worte und Worte, und die Worte heben die Worte auf!? — Anders verhält es sich beim Geben des Geldes in die Hand der Frau, da dies einer Handlung gleicht, und Worte können eine Handlung nicht aufheben. \n",
"Er wandte gegen ihn ein: Wenn jemand seiner Frau einen Scheidebrief geschickt hat und den Boten erreicht oder ihm einen Boten nachsendet und zu ihm spricht: der Scheidebrief, den ich dir gegeben habe, sei nichtig, so ist er nichtig. Das Geben des Scheidebriefes in die Hand des Boten gleicht ja dem Geben des Geldes in die Hand der Frau, und er lehrt, sei er nichtig!? — \n",
"Auch da sind es, solange der Scheidebrief nicht in die Hand der Frau gekommen ist, nur Worte und Worte, und Worte können Worte aufheben. \n",
"Reš Laqiš wandte gegen R. Joḥanan ein: Jedes Gerät wird durch die Bestimmungverunreinigungsfähig und nur durch eine ändernde Handlungder Verunreinigungsfähigkeit enthoben. Die Handlung hebt die Handlung und die Bestimmung auf, die Bestimmung hebt weder die Handlung noch die Bestimmung auf. \n"
],
[
"Erklärlich ist es, daß [die Bestimmung] die Handlung nicht aufhebt, denn Worte können keine Handlung aufheben, die Bestimmung aber sollte sie doch aufheben!? — \n",
"Anders verhält es sich bei der Bestimmung hinsichtlich der Verunreinigung, da diese einer Handlung gleicht. Dies nach R. Papa, denn R. Papa wies auf einen Widerspruch hin: Es heißt:wenn jemand gibt, und wir lesen: wenn gegeben wird; wie ist dies zu erklären? \n",
"Das Gegebenwerdenmuß dem Geben gleichen; wie das Geben mit seinem Willen erfolgt, ebenso das Gegebenwerden, nur wenn mit seinem Willen.\n",
"R. Zebid bezieht diese Lehre auf das folgende. Ebenso ist, wenn sie ihrem Beauftragten den Auftrag erteilt hat, für sie ihre Antrauung in Empfang zu nehmen, und sie sich darauf selbst antrauenließ, falls ihre eigene Antrauung zuerst erfolgt ist, ihre eigene gültig, und falls die des Beauftragten zuerst erfolgt ist, ihre eigene ungültig. \n",
"Wie ist es, wenn sie selbst sich nicht antrauen ließ, aber zurückgetretenist? R. Joḥanan sagt, sie könne zurücktreten, Reš Laqiš sagt, sie könne nicht zurücktreten. R. Joḥanan sagt, sie könne zurücktreten, denn Worte können Worte aufheben; Reš Laqiš sagt, sie könne nicht zurücktreten, denn Worte können nicht Worte aufheben. \n",
"R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein: Hat er es widerrufen, so ist die Absonderung der Hebe, wenn der Widerruf vorher erfolgt ist, ungültig!? Raba erwiderte: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn der Eigentümer zuvorgekommen ist und selber die Hebe abgehoben hat; dies ist eine Handlung. \n",
"Reš Laqiš wandte [gegen R. Joḥanan] ein: Jedes Gerät wird durch die Bestimmung verunreinigungsfähig und nur durch eine ändernde Handlung der Verunreinigungsfähigkeit enthoben. Die Handlung hebt die Handlung und die Bestimmung auf, die Bestimmung hebt weder die Handlung noch die Bestimmung auf. Erklärlich ist es, daß [die Bestimmung] die Handlung nicht aufhebt, denn Worte können keine Handlung aufheben, die Bestimmung aber sollte sie doch aufheben!? \n",
"Dieser erwiderte: Anders verhält es sich bei der Bestimmung hinsichtlich der Unreinheit, da diese der Handlung gleicht. Dies nach R. Papa, denn R. Papa wies auf einen Widerspruch hin: Es heißt: wenn jemand gibt, und wir lesen: wenn gegeben wird; wie ist dies zu erklären? Das Gegebenwerden muß dem Geben gleichen; wie das Geben mit seinem Willen erfolgt, ebenso das Gegebenwerden nur mit seinem Willen. \n",
"R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein: Wenn jemand seiner Frau einen Scheidebrief geschickt hat und den Boten erreicht oder ihm einen Boten nachsendet und zu ihm spricht: der Scheidebrief, den ich dir gegeben habe, sei nichtig, so ist er nichtig. Dies ist eine Widerlegung des Reš Laqiš. Eine Widerlegung. \n",
"Die Halakha ist wie R. Joḥanan, selbst bei der ersten [Lehre]. Obgleich man sagen könnte, beim Geben des Geldes in die Hand der Frau verhalte es sich anders, da dies einer Handlung gleicht, dennoch werden Worte durch Worte aufgehoben. — \n",
"Demnach besteht ja ein Widerspruch zwischen einer Halakha und der anderen: du sagst, die Halakha sei wie R. Joḥanan, und dem widersprechend ist es uns bekannt, daß die Halakha wie R. Naḥmansei!? Sie fragten nämlich, ob er zurücktreten und sich damitvon ihr scheiden lassen könne; \n",
"hierzu sagte R. Naḥman, er könne zurücktreten und sich damit von ihr scheiden lassen, und R. Šešeth sagte, er könne nicht zurücktreten und sich damit von ihr scheiden lassen. Diesbezüglich ist uns bekannt, daß die Halakha wie R. Naḥman sei. — Zugegeben, daß er seine Eigenheit als Boten aufgehoben hat, die Eigenheit des Scheidebriefes aber hat er nicht aufgehoben.\n",
"DEM ANDEREN ANGETRAUT. Rabh sagte: Sie ist dem anderen dauernd angetraut. Šemuél aber sagte: Sie ist dem anderen nur dreißig Tage angetraut, und nach dreißig Tagen schwindet die Antrauung des anderen und die Antrauung des ersten wird perfekt. \n",
"R. Ḥisda saß und warf folgende Frage auf: Wodurch schwindet die Antrauung des anderen!? R. Joseph sprach zu ihm: Der Meister bezieht dies auf den Anfangsatz, und es ist ihm fraglich; R. Jehuda aber bezieht dies auf den Schlußsatz, und ihm ist nichts fraglich. \n",
"Von jetzt ab nach dreißig Tagen &c. Rabh sagte: Sie ist ihm angetraut und nicht angetraut, dauernd. Šemuél aber sagte: Sie ist ihm angetraut und nicht angetraut, nur dreißig Tage, und nach dreißig Tagen schwindet die Antrauung des anderen und die Antrauung des ersten wird perfekt. \n",
"Rabh ist es zweifelhaft, ob dieseine Bedingungoder ein Rücktrittsei, Šemuél aber ist es entschieden, daß dies eine Bedingung sei. \n",
"Sie führen den Streit der Autoren der folgenden Lehre: [Sagte er:] von heute abnach meinem Tode, so ist der Scheidebrief gültig und nicht gültig— so die Weisen; Rabbi sagt, dieser sei ein Scheidebrief. — \n",
"Sollte doch Rabh sagen, die Halakha sei wie die Rabbanan, und Šemuél sollte sagen, die Halakha sei wie Rabbi!? — Diesist nötig. Würde Rabh gesagt haben, die Halakha sei wie die Rabbanan, so könnte man glauben, nur da, wo er sie entfernenwill, hierbei aber, wo er sich ihr nähern will, pflichte er Šemuél bei, daß dies eine Bedingung sei. \n",
"Und würde Šemuél gesagt haben, die Halakha sei wie Rabbi, so könnte man glauben, nur da, weil es keine Scheidung nach dem Todegibt, hierbei aber, wo die Antrauung auch nach dreißig Tagen erfolgen kann, pflichte er Rabh bei. Daher ist diesnötig.\n",
"Abajje sagte: Nach der Begründung Rabhsbenötigt sie, wenn einer zu [einer Frau] gesagt hat: sei mir von jetzt ab nach dreißig Tagen angetraut, und ein anderer kommt und zu ihr sagt: sei mir von jetzt ab nach zwanzig Tagen angetraut, \n"
],
[
"und darauf ein dritter kommt und zu ihr sagt: sei mir von jetzt ab nach zehn Tagen angetraut, vom ersten und vom letzten eines Scheidebriefes und vom mittelsten keines Scheidebriefes. \n",
"Wie du es nimmst: ist dies eine Bedingung, so ist die Antrauung des ersten gültig und die Antrauungen der anderen sind ungültig, und ist dies ein Rücktritt, so ist die Antrauung des letzten gültig und die Antrauungen der anderen sind ungültig. — \n",
"Selbstverständlich!? — Man könnte glauben, diese Wendung könne als Bedingung und als Rücktrittaufgefaßt werden und sie benötige eines Scheidebriefes von jedem, so lehrt er uns. \n",
"U͑la aber sagte im Namen R. Joḥanans, auch hundert erfassensie. Ebenso sagte R. Asi im Namen R. Joḥanans, auch hundert erfassen sie. R. Mešaršeja, Sohn des R. Ami, sprach zu R. Asi: Ich will dir den Grund R. Joḥanans erklären: hierbei verhält es sich wie bei einer Reihe von Ziegelsteinen, bei der jeder Raum für den anderenzurückläßt. \n",
"R. Ḥanina wandte ein: [Sagte er:] von heute ab nach meinem Tode, so ist die Scheidung gültig und nicht gültig; stirbter, so ist an ihr die Ḥaliça zu vollziehen und nicht die Schwager ehe. \n",
"Dies ist für Rabh eine Stütze, und auch nach Šemuél ist zu erklären, hier sei die Ansicht der Rabbanan vertreten, während er der Ansicht Rabbisist; \n",
"nach R. Joḥanan aber, welcher sagt, dies sei eine Zurücklassung, sollte doch, da eine Scheidung, von der etwas zurückbleibt, nichtig ist, auch die Schwagerehe zulässig sein!? \n",
"Raba erwiderte: Der Scheidebrief befreit sie und der Tod befreit sie, was der Scheidebrief zurückläßt, ergänzt der Tod. Abajje sprach zu ihm: Es ist ja nicht gleich: der Scheidebrief bringt sie aus der Gewalt des Eheschwagers, der Tod aber bringt sie in die Gewalt des Eheschwagers!? \n",
"Vielmehr, erklärte Abajje, aus dem Grunde, weil [die Wendung] ‘von heute ab, wenn ich sterbe’ berücksichtigt wird; die Scheidung ist dann gültig. — \n",
"Sollte sie doch bei [der Wendung] ‘von heute ab, wenn ich sterbe’ der Ḥaliça benötigen mit Rücksicht auf [die Wendung] ‘von heute nach meinem Tode’!? — Wenn du sagen wolltest, sie benötige der Ḥaliça, so könnte an ihr auch die Schwagerehe vollzogen werden. — \n",
"Auch in jenem Falle kann ja, da du sagst, sie benötige der Ḥaliça, an ihr auch die Schwagerehe vollzogen werden!? — Mag an ihr die Schwagerehe vollzogen werden; dabei ist nichts, da diesnur eine rabbanitische Berücksichtigung ist.\n",
" SAGT JEMAND ZU EINER FRAU: SEI MIR ANGETRAUTMIT DER BEDINGUNG, DASS ICH DIR ZWEIHUNDERT ZUZ GEBE, SO IST SIE IHM ANGETRAUT, UND ER GEBE SIE IHR; WENN ABER: MIT DER BEDINGUNG, DASS ICH SIE DIR VON JETZT BIS DREISSIG TAGEN GEBE, SO IST SIE IHM, WENN ER SIE INNERHALB DREISSIG TAGEN GEGEBEN HAT, ANGETRAUT, WENN ABER NICHT, NICHT ANGETRAUT. \n",
"SAGTE ER: MIT DER BEDINGUNG, DASS ICH ZWEIHUNDERT ZUZ HABE, SO IST SIE IHM, WENN ER SIE HAT, ANGETRAUT; WENN: MIT DER BEDINGUNG, DASS ICH DIR ZWEIHUNDERT ZUZ ZEIGEN WERDE, SO IST SIE IHM ANGETRAUT, UND ER ZEIGE SIE IHR; ZEIGT ER SIE IHR AUF DEM [WECHSEL]-TISCHE, SO IST SIE IHM NICHT ANGETRAUT.\n",
"GEMARA. Es wurde gelehrt: R. Hona erklärte: Er soll ihr geben, R. Jehuda erklärte: Wenn er ihr gibt. R. Hona erklärt: er soll ihr geben, denn dies ist eine Bedingung, die er dannerfüllt; R. Jehuda erklärt: wenn er ihr gibt, denn die Antrauung erfolgt erst dann, wenn er sie ihr gibt, vorher aber erfolgt keine Antrauung. — \n",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? — Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen in dem Falle, wenn siedie Hand ausgestreckt und die Antrauung von einem anderen in Empfang genommen hat; nach R. Hona ist diese Antrauung nicht gültig, nach R. Jehuda aber ist diese Antrauung gültig.\n",
" Desgleichen wird auch bei der Scheidung gelehrt: Wenn jemand zu einer Frau sagt: da hast du deinen Scheidebrief mit der Bedingung, daß du mir zweihundert Zuz gibst, so ist sie geschieden, und sie gebe sie ihm. Hierzu wurde gelehrt: R. Hona erklärte: Sie soll ihm geben. R. Jehuda erklärte: Wenn sie ihm gibt. R. Hona erklärt: sie soll ihm geben, denn dies ist eine Bedingung, die sie dann erfüllt; R. Jehuda erklärt: wenn sie ihm gibt, denn die Scheidung erfolgt erst dann, wenn sie sie ihm gibt, vorher aber erfolgt keine Scheidung. — \n"
],
[
" Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? — Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen in dem Falle, wenn der Scheidebrief zerrissen worden oder abhanden gekommen ist; nach R. Hona ist die Scheidung gültig, nach R. Jehuda ist die Scheidung ungültig. \n",
" Und beides ist nötig. Würde er es nur von der Antrauung gelehrt haben, so könnte man glauben, nur hierbei erkläre R. Hona so, weil es zur Näherungerfolgt, bei der Scheidung aber, die zur Entfernungerfolgt, pflichte er R. Jehuda bei. \n",
" Und würde er es nur da gelehrt haben, so könnte man glauben, nur da erkläre R. Hona so, weil er sich nicht geniert, sie zu mahnen, hierbei aber, wobei sie sich geniert, ihn zu mahnen, pflichte er R. Jehuda bei. Daher ist beides nötig. \n",
" Man wandte ein: [Sagt jemand:] da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du mir zweihundert Zuz gibst, so ist sie, selbst wenn der Scheidebrief zerrissen worden oder abhanden gekommen ist, geschieden, jedoch darf sie, bis sie sie ihm gegeben hat, einen anderen nicht heiraten. \n",
" Ferner wird gelehrt: Wenn er zu ihr sagt: da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du mir zweihundert Zuz gibst, und darauf stirbt, so ist sie, wenn sie sie ihm gegeben hat, an den Eheschwager nicht gebunden, und wenn sie sie ihm nicht gegeben hat, an den Eheschwager gebunden. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, sie gebe sie seinem Bruder, seinem Vater oder einem seiner Verwandten. \n",
" Sie streiten nur insofern, indem der eine erklärt: mir, nicht aber meinen Erben, und der andere erklärt: mir, auch meinen Erben; alle stimmen jedoch überein, daß es nur eine Bedingung sei. Dies ist eine Widerlegung des R. Jehuda!? — \n",
" R. Jehuda kann dir erwidern: hier ist die Ansicht Rabbis vertreten. R. Hona sagte im Namen Rabbis, wenn jemand ‘mit der Bedingung’ sagt, sei es ebenso, als würde er ‘von jetzt ab’ sagen; die Rabbanan aber streiten gegen ihn, und ich bin der Ansicht der Rabbanan.\n",
"Der Text. R. Hona sagte im Namen Rabbis: Wenn jemand ‘mit der Bedingung’ sagt, so ist es ebenso, als würde er ‘von jetzt ab’ sagen. R. Zera sagte: Als wir in Babylonien waren, sagten wir: R. Hona sagte im Namen Rabbis, wenn jemand ‘mit der Bedingung’ sagt, sei es ebenso, als würde er ‘von jetzt ab’ sagen; die Rabbanan aber streiten gegen ihn. \n",
"Als ich dorthinaufkam, traf ich R. Asi sitzen und im Namen R. Joḥanans vortragen: Alle stimmen überein, wenn jemand ‘mit der Bedingung’ sagt, sei es ebenso, als würde er ‘von jetzt ab’ sagen, sie streiten nur über [die Wendung] ‘von heute ab nach meinem Tode’. \n",
"Es wird auch gelehrt: [Sagt er:] von heute ab nach meinem Tode, so ist die Scheidung gültig und nicht gültig — so die Weisen; R. Jehuda sagt, diese Scheidung sei gültig. — \n",
"Weshalb streiten sie nach R. Jehuda, welcher sagt, ihr Streit bestehe auch über [die Wendung] ‘mit der Bedingung’, über [die Wendung] ‘von heute ab, nach meinem Tode’, sollten sie doch über [die Wendung] ‘mit der Bedingung’ streiten!? — \n",
"Um die Ansicht Rabbis hervorzuheben, daß, selbst wenn er ‘von heute ab, nach meinem Tode’ sagt, der Scheidebrief gültig sei. — Sollten sie doch über [die Wendung] ‘mit der Bedingung’ streiten, um die Ansicht der Rabbanan hervorzuheben!? — Die erleichternde Ansicht ist bedeutender.\n",
"MIT DER BEDINGUNG, DASS ICH DIR VON JETZT &C. GEBE. Selbstverständlich!? — Man könnte glauben, dies sei keine Bedingung, und nur um sie anzuspornen, sagte er es, so lehrt er uns.\n",
"MIT DER BEDINGUNG, DASS ICH ZWEIHUNDERT ZUZ HABE &C. Sollte doch berücksichtigt werden, vielleicht hater sie!? Ferner wird gelehrt, man berücksichtige, vielleicht hat er sie!? — \n",
"Das ist kein Einwand; in dem einen Falle ist die Antrauung entschieden gültig, im anderen ist die Antrauung zweifelhaft.\n",
"MIT DER BEDINGUNG, DASS ICH DIR ZWEIHUNDERT ZUZ ZEIGEN WERDE &C. Es wird gelehrt: Sie wollte nur seines sehen. ZEIGT ER SIE IHR AUF DEM [WECHSEL]TISCHE, SO IST SIE IHM NICHT ANGETRAUT. Selbstverständlich!? — Auch in dem Falle, wenn er mit dem Gelde Geschäfte macht.\n",
" SAGT ER:] MIT DER BEDINGUNG, DASS ICH EINE KORFLÄCHEACKERLAND HABE, SO IST SIE IHM, WENN ER SIE HAT, ANGETRAUT; WENN ABER: MIT DER BEDINGUNG, DASS ICH SIE AN JENER STELLE HABE, SO IST SIE IHM, WENN ER SIE AN JENER STELLE HAT, ANGETRAUT, WENN ABER NICHT, NICHT ANGETRAUT. [SAGT ER:] MIT DER BEDINGUNG, DASS ICH DIR EINE KORFLÄCHE ACKERLAND ZEIGEN WERDE, SO IST SIE IHM ANGETRAUT, UND ER ZEIGE SIE IHR; ZEIGTE ER SIE IHR IN EINER EBENE, SO IST SIE IHM NICHT ANGETRAUT.\n",
"GEMARA. Sollte doch berücksichtigt werden, vielleicht hat er sie!? Ferner wird gelehrt, man berücksichtige, vielleicht hat er sie!? — Das ist kein Einwand; in dem einen Falle ist die Antrauung entschieden gültig, im anderen ist die Antrauung zweifelhaft. — \n",
"Wozu braucht dies von einem Grundstücke besonders und vom Gelde besonders gelehrt zu werden!? — Dies ist nötig. Würde er es nur vom Gelde gelehrt haben, so könnte man glauben, weil manche es heimlich verwahren, von Grundstücken aber ist dies bekannt, so lehrt er uns.\n",
"MIT DER BEDINGUNG, DASS ICH SIE AN JENER STELLE HABE, SO IST SIE, WENN ER SIE AN JENER STELLE HAT &C. Selbstverständlich!? — Man könnte glauben, er könne zu ihr sagen: was geht diesdich an, ich will mich bemühen und [das Getreide] einbringen, so lehrt er uns.\n",
"MIT DER BEDINGUNG, DASS ICH DIR EINE KORFLÄCHE ACKERLAND ZEIGEN WERDE. Es wird gelehrt: Sie wollte nur seines sehen. ZEIGTE ER SIE IHR IN EINER EBENE, SO IST SIE IHM NICHT ANGETRAUT. Selbstverständlich!? — In dem Falle, wenn er sie in Pacht hat.\n",
"Vom Geheiligten haben wir gelernt: \n"
],
[
"Wenn jemand zur Zeit des Jobelgesetzesdem Heiligtume sein Feld weiht, so hat erfünfzig Šeqel für die Aussaatfläche eines Ḥomer Gerste zu zahlen; sind da zehn Handbreiten tiefe Spalte oder zehn Handbreiten hohe Felsen vorhanden, so werden sie nicht mitgemessen; kleinere werden mitgemessen. \n",
"Dagegen wandten wir ein: Zugegeben, daß sie mit dem Grundstücke nicht heilig werden, aber besonderssollten sie doch heilig werden!? Wolltest du erwidern, da sie keine Korfläche fassen, seien sie unwesentlich, so will ich auf einen Widerspruch hinweisen: Feld, \n",
"worauf deutet dies? Da es heißt:die Saatfläche von einem Ḥomer Gerste für fünfzig, so könnte man glauben, dies gelte nur von dem Falle, wenn man ein solchesgeweiht hat, und man wüßte nicht, daß auch ein Lethekh, ein halber Lethekh, eine Seá, ein Trikab, ein halber Trikab und sogar ein Viertel[kab] einbegriffen ist; daher heißt es: Feld, von jedem Umfange. \n",
"Mar U͑qaba b. Ḥama erwiderte: Hier wird von Spalten voll Wasser gesprochen, die zum Besäen nicht geeignet sind. Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt es gleichlautend von diesen und von hohen Felsen. Schließe hieraus. — \n",
"Demnach sollte es doch auch von kleineren gelten!? — Solche heißen Erdritzenoder Erdadern. \n",
"Vom Verkaufe haben wir gelernt: Wenn jemand zu seinem Nächsten sagt: ich verkaufe dir eine Korfläche Ackerland, und da zehn Handbreiten tiefe Spalte oder zehn Handbreiten hohe Felsen sich befinden, so werden sie nicht mitgemessen; kleinere werden mitgemessen. Hierzu sagte Mar U͑qaba b. Ḥama, selbst wenn sie nicht voll Wasser sind, \n",
"und zwar, wie R. Papa erklärte, aus dem Grunde, weil niemand Geld für ein Feld zahlt, das auf zwei oder drei Stellen [verteilt] aussieht. \n",
"Wie ist es nun hierbei: ist es mit dem Geheiligten oder mit dem Gekauften zu vergleichen? — Es ist einleuchtend, daß es mit dem Geheiligten zu vergleichen ist, denn er kann zu ihr sagen: ich will mich bemühen und säen und [das Getreide] einbringen.\n",
" R. MEÍR SAGTE: EINE BEDINGUNG, DIE NICHT DER BEDINGUNG DER GADITEN UND DER REÚBENITENGLEICHT, GILT NIGHT ALS BEDINGUNG. BEI DIESER HEISST ES:und Moše sprach zu ihnen: wenn die Söhne Gads und die Söhne Reúbens hinüberziehen werden, UND FERNER:und wenn sie nicht gerüstet hinüberziehen werden. \n",
"R. ḤANINA B. GAMLIÉL SAGTE: DIES ZU SAGEN WAR NÖTIG, DENN SONST KÖNNTE MAN VERSTEHEN, DASS SIE AUCH IM LANDE KENA͑AN KEINEN ANTEIL ERHALTEN SOLLTEN.\n",
"GEMARA. H. Ḥanina b. Gamliél erwiderte ja R. Meír treffend!? — R. Meír kann dir erwidern: wenn man sagen wollte, nicht zur Verdoppelung der Bedingung, so sollte es heißen: wenn sie nicht hinüberziehen, so sollen sie in eurer Mitte Besitz erhalten, da es aber noch im LandeKenaa͑n heißt, \n"
],
[
"so erfolgt dies zur Verdoppelung der Bedingung. — \n",
"Und R. Ḥanina b. Gamliél!? — Er kann dir erwidern: wenn der Allbarmherzige nicht im Lande Kenaa͑n geschrieben hätte, könnte man verstehen: so sollen sie in eurer Mitte Besitz erhalten, im Lande Gilea͑d, nicht aber im Lande Kenaa͑n. — Und R. Meír!? — Unter in eurer Mitte ist zu verstehen: überall, wo ihr [Besitz] habt. \n",
"Es wird gelehrt: R. Ḥanina b. Gamliél sagte: Diesgleicht dem Falle, wenn jemand seine Güter an seine Söhne verteilt und spricht: mein Sohn N. erbe jenes Feld, mein Sohn N. erbe jenes Feld und mein Sohn N. zahle zweihundert Zuz heraus und erbe jenes Feld; wenn er aber nicht herauszahlt, so erbe er mit seinen Brüdern an den anderenGütern. \n",
"Die Verdoppelung ist es, die veranlaßt, daß er mit seinen Brüdern an den anderen Güternerbe. — \n",
"Dies gleicht ja aber nicht [seinen Worten] in unserer Mišna; in dieser heißt es: könnte man verstehen, daß sie auch im Lande Kenaa͑n keinen Anteil erhalten, wonach die Verdoppelung sich auf das Land Gilea͑dbezieht, \n",
"hier aber heißt es: die Verdoppelung ist es, die veranlaßt, daß er mit seinen Brüdern an den übrigen Gütern erbe, wonach die Verdoppelung sich nur auf die übrigen Güterbezieht!? — \n",
"Das ist kein Einwand; das eine [sagte er] bevor R. Meír ihm [den Schriftvers] Besitz erhalten\n",
"erwiderte, das andere [sagte er] nachdem R. Meír ihm [den Schriftvers] Besitz erhalten erwiderte. — \n",
"Erklärlich ist es nach R. Meír, daß es heißt:wenn du gut handelst, erhältst du einen Lohn, wenn du aber nicht gut handelst, so lagert die Sünde vor der Tür, wozu aber ist diesnach R. Ḥanina nötig!? — Man könnte glauben; wenn du gut handelst, erhältst du einen Lohn, wenn du nicht gut handelst, weder Lohn noch Strafe, so lehrt er uns. — \n",
"Erklärlich ist es nach R. Meír, daß es heißt:sobist du meines Eids frei, wozu aber ist dies nach R. Ḥanina b. Gamliél nötig!? — \n",
"Dies ist nötig; man könnte glauben: wenn sieselbst es wünschen sollte, jeneaber nicht, müsse er sie gegen den Willen jener holen, so lehrt er uns. — \n",
"Wozu heißt es:wenn die Frau aber nicht will!? — Man könnte glauben: wenn jene es wünschen sollten, sie selbst aber nicht, müsse er sie gegen ihren Willen holen, so lehrt er uns. — \n",
"Erklärlich ist es nach R. Meír, daß es heißt:wenn ihr in meinen Satzungen wandeln werdet, und:wenn ihr meine Satzungen mißachten werdet, wozu aber ist dies nach R. Ḥanina b. Gamliél nötig!? — Dies ist nötig; man könnte glauben: wenn ihr in meinen Satzungen wandeln werdet, zum Segen, wenn ihr meine Satzungen mißachten werdet, weder zum Segen noch zum Fluche, so lehrt er uns. — \n",
"Erklärlich ist es nach R. Meír, daß es heißt:wenn ihr willig seid und höret &c. und wenn ihr euch weigert und widerspenstig seid &c., wozu aber ist dies nach R. Ḥanina b. Gamliél nötig!? — Dies ist nötig; man könnte glauben: wenn ihr willig seid, dafür Gutes, wenn ihr euch weigert, weder Gutes noch Böses, so lehrt er uns. — \n",
"Was heißt:\n"
],
[
"so sollt ihr vom Schwerte verzehrtwerden? Raba erwiderte: Steinsalz, hartes Gerstenbrot und Zwiebeln. Der Meister sagte nämlich, trockenes Backofenbrotmit Salz und Zwiebeln seien dem Körper wie Schwerter unzuträglich. — \n",
"Erklärlich ist es nach R. Ḥanina b. Gamliél, daß es heißt: wenn kein Mann bei dir gelegen hat und du nicht zu Unreinheit unter deinem Manne abgeschweift bist, so seifrei, nach R. Meír aber sollte es doch ‘ersticke’ heißen!? R. Tanḥum erwiderte: Es heißt tatsächlich ersticke. — \n",
"Erklärlich ist es nach R. Meír, daß es hinaqiheißt: wozu aber ist dies nach R. Ḥanina b. Gamliél nötig!? — Dies ist nötig; man könnte glauben: wenn kein Mann bei dir gelegen hat, so sei frei, wenn aber einer gelegen hat, weder frei sein noch ersticken, vielmehr sei dies nur ein gewöhnliches Verbot, so lehrt er uns. — \n",
"Erklärlich ist es nach R. Meír, daß es heißt:er entsündige sich am dritten Tage und am siebenten Tage wird er rein sein, und wenn er sich nicht entsündigt &c. wozu aber ist dies nach R. Ḥanina b. Gamliél nötig!? — \n",
"Dies ist nötig; man könnte glauben, das Gebot der Besprengung habe am dritten und am siebenten zu erfolgen, wenn er es aber nur an einem von diesen getan hat, sei es recht, so lehrt er uns. — \n",
"Wozu heißt es:und der Reine sprenge auf den Unreinen am dritten und am siebenten Tage? — Dies ist nötig; man könnte glauben, dritten schließe den zweiten und siebenten schließe den sechsten aus, wobei die Tage der Reinigung vermindert werden, wenn er es aber am dritten und am achten getan hat, wobei die Tage der Reinigung vermehrt werden, sei es recht, so lehrt er uns. — \n",
"Wozu heißt es:und entsündige ihn am siebenten Tage? — Dies ist nötig; man könnte glauben, nur für Heiliges, für die Hebe abersei auch einmal ausreichend, so lehrt er uns.\n",
"WENN JEMAND SICH EINE FRAU ANGETRAUT HAT UND SPÄTER SAGT, ER HABE GEGLAUBT, SIE SEI PRIESTERIN, UND SIE IST LEVITIN, LEVITIN, UND SIE IST PRIESTERIN, ARM, UND SIE IST REICH, REICH, UND SIE IST ARM, SO IST SIE IHM ANGETRAUT, WEIL SIE IHN NICHT GETÄUSCHT HAT. \n",
"WENN JEMAND ZU EINER FRAU SAGT: SEI MIR ANGETRAUT NACHDEM ICH PROSELYT GEWORDEN BIN, NACHDEM DU PROSELYTIN GEWORDEN BIST, NACHDEM ICH FREIER GEWORDEN BIN, NACHDEM DU FREIE GEWORDEN BIST, NACHDEM DEIN MANN GESTORBEN IST, NACHDEM DEINE SCHWESTER GESTORBEN IST, NACHDEM DEIN SCHWAGER AN DIR DIE ḤALIÇA VOLLZOGEN HAT, SO IST SIE IHM NICHT ANGETRAUT. \n",
"EBENSO IST, WENN JEMAND ZU SEINEM NÄCHSTEN SAGT: WENN DEINE FRAU EIN MÄDCHEN GEBIERT, SEI ES MIR ANGETRAUT, ES IHM NICHT ANGETRAUT. (IST ABER DIE FRAU SCHWANGER UND DIE GEBURT BEMERKBAR, SIND SEINE WORTE GÜLTIG, UND WENN SIE EIN MÄDCHEN GEBIERT, IHM ANGETRAUT.)\n",
"GEMARA. Dort haben wir gelernt: Man darf die Hebe nicht vom Gepflückten für das [am Boden] Haftendeabsondern; hat man sie abgesondert, so ist die Hebe ungültig. \n",
"R. Asi fragte R. Joḥanan: Wie ist es, wenn jemand gesagt hat: die Früchte von diesem gepflückten Beete, mögen Hebe sein für die Früchte von jenem haftenden Beete, oder: die Früchte von diesem haftenden Beete mögen Hebe sein für die Früchte von jenem gepflückten Beete, nachdem siegepflückt sind, und sie gepflückt worden sind? Dieser erwiderte: Was in seiner Hand liegt, gilt nicht als fehlendeHandlung. \n",
"Er wandte gegen ihn ein: Wenn jemand zu einer Frau sagt: sei mir angetraut nachdem ich Proselyt geworden bin, nachdem du Proselytin geworden bist, nachdem ich Freier geworden bin, nachdem du Freie geworden bist, nachdem dein Mann gestorben ist, nachdem deine Schwester gestorben ist oder nachdem dein Schwager an dir die Ḥaliça vollzogen hat, so ist sie ihm nicht angetraut. \n",
"Allerdings liegt es in all diesen Fällen nicht in seiner Hand, aber Proselyt [zu werden] liegt ja in seiner Hand!? — Auch Proselyt [zu werden] liegt nicht in seiner Hand. R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans, \n"
],
[
"ein Proselyt benötigedreier [Personen], weil es bei diesem Rechtheißt, und wer sagt, daß er diese drei zur Verfügung haben werde. \n",
"R. Abba b. Mamal wandte ein: Ist etwa, wenn jemand seiner Sklavin eine Peruṭa gibt und zu ihr sagt: sei mir angetraut, nachdem ich dich freigelassen habe, diese ihmangetraut!? — Es ist ja nicht gleich; hierbei ist sie vorherein Vieh, nachher aber eine ganz andere Person. — \n",
"R. Oša͑ja sagte, wenn jemand seiner Frau eine Peruṭa gibt und zu ihr sagt: sei mir angetraut nachdem ich von dir geschieden bin, sie ihm nicht angetraut sei; ist etwa nach R. Joḥanan die Antrauung ebenfalls gültig!? — Zugegeben, daß es in seiner Hand liegt, sich von ihr scheiden zu lassen, aber liegt es etwa in seiner Hand, sie sich anzutrauen!? — \n",
"Demnach wäre hierauseine Frage R. Oša͑jas zu entscheiden, wie es denn sei, wenn jemand einer Frau zwei Peruṭas gibt und bei der einen sagt: sei mir heute angetraut, und bei der anderen: sei mir angetraut nachdem ich von dir geschieden bin; hieraus wäre zu entscheiden, daß die Antrauung ungültig sei? — Vielleicht wird sie, da sie von der sofortigen Antrauung erfaßt wird, auch von der folgendenerfaßt. \n",
"Übereinstimmend mit R. Joḥanan wird gelehrt: Man darf die Hebe nicht vom Gepflückten für das [am Boden] Haftende absondern; hat man sie abgesondert, so ist die Hebe ungültig. Wenn jemand beispielsweise gesagt hat: die Früchte von diesem gepflückten Beete mögen Hebe sein für die Früchte von jenem haftenden Beete, oder: die Früchte von diesem haftenden Beete mögen Hebe sein für die Früchte von jenem gepflückten Beete, so hat er nichts gesagt; wenn er aber gesagt hat: nachdem sie gepflückt sind, und sie gepflückt worden sind, so sind seine Worte gültig. \n",
"Noch mehr sagte R. Elie͑zer b. Ja͑qob: Selbst wenn er gesagt hat: die Früchte von diesem gepflückten Beete mögen Hebe sein für die Früchte von jenem gepflückten Beete nachdem sie ein Drittel der Reife erlangt haben und gepflückt worden sind, und sie ein Drittel der Reife erlangt haben und gepflückt worden sind, so sind seine Worte gültig.\n",
"Rabba sagte, R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte es nur von Futtergras, nicht aber von Sproßgras; R. Joseph sagte, auch von Sproßgras. — Woher geht hervor, daß agamdie Bedeutung Hervorsprossendes habe? R. Elie͑zer erwiderte: Die Schrift sagt:seinen Kopf gleich der Binse [agmon] krümmen. — \n",
"Es wird gelehrt: Wenn jemand zu seinem Nächsten sagt: wenn deine Frau ein Mädchen gebiert, sei es mir angetraut, so hat er nichts gesagt. Hierzu sagte R. Ḥanina, dies gelte nur von dem Falle wenn seine Frau nicht schwanger ist, wenn aber seine Frau schwanger ist, sind seine Worte gültig. Nach wessen Ansicht? Nach Rabba, nur wenn die Geburt zu merken ist, nach R. Joseph, auch wenn die Geburt nicht zu merken ist. \n",
"Manche lesen: Rabba sagte, R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte es nur von Futtergras auf einem feuchtenFelde, nicht aber von Futtergras auf einem zu bewässerndenFelde; R., Joseph aber sagt, auch von Futtergras auf einem zu bewässernden Felde. \n",
"Es wird gelehrt: Wenn jemand zu seinem Nächsten sagt: wenn deine Frau ein Mädchen gebiert, sei es mir angetraut, so hat er nichts gesagt. Hierzu sagte R. Ḥanina, dies gelte nur von dem Falle, wenn seine Frau nicht schwanger ist, wenn aber seine Frau schwanger ist, sind seine Worte gültig. Nach wessen Ansicht? Wenn die Geburt zu merken ist, nach aller Ansicht.\n",
"Abajje sagte: R. Elie͑zer b. Ja͑qob, Rabbi und R. Meír sind alle der Ansicht, man könne das zueignen, was noch nicht auf der Weltist. R. Elie͑zer b. Ja͑qob, wie wir eben gesagthaben. Rabbi, denn es wird gelehrt:\n"
],
[
"Du sollst nicht einen Sklaven an seinen Herrn ausliefern. Rabbi sagte: Die Schrift spricht von einem Sklaven, den jemand zur Freilassung gekaufthat. Dies beziehtR. Naḥman b. Jiçḥaq auf den Fall, wenn er ihm wie folgt geschrieben hat: wenn ich dich gekauft habe, sei dir deine Person von jetzt abzugeeignet. \n",
"R. Meír, denn es wird gelehrt: Wenn jemand zu einer Frau gesagt hat: sei mir angetraut, nachdem ich Proselyt geworden bin, nachdem du Proselytin geworden bist, nachdem ich Freier geworden bin, nachdem du Freie geworden bist, nachdem dein Marni gestorben ist, nachdem deine Schwester gestorben ist, nachdem dein Schwager an dir die Ḥaliça vollzogen hat, so ist sie ihm nicht angetraut. R. Meír sagt, sie sei ihm angetraut. R. Joḥanan der Schuster sagt, sie sei ihm nicht angetraut. \n",
"R. Jehuda der Fürst sagte: Eigentlich ist sie ihm angetraut, und nur wegen der Feindschaftsagten sie, sie sei ihm nicht angetraut. — \n",
"Sollte er auch R. Jehuda den Fürsten mitzählen!? — Rabbi ist mit R. Jehuda dem Fürsten identisch. — \n",
"Sollte er auch R. A͑qiba mitzählen!? Es wird nämlich gelehrt: [Sagte sie:]Qonam sei meine Arbeit für deinen Mund, so braucht er es nichtaufzuheben. \n",
"R. A͑qiba sagt, er müsse es aufheben, weil sie mehr betragen kann, als ihm zukommt. — Hierzu wurde ja gelehrt: R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erklärte, wenn sie gesagt hat: meine Hände mögen ihrem Schöpfer geheiligtsein, und ihre Hände sind auf der Welt vorhanden.\n",
"vi,1 WENN JEMAND ZU EINER FRAU SAGT: SEI MIR ANGETRAUT MIT DER BEDINGUNG, DASS ICH FÜR DICH BEI DER REGIERUNG SPRECHEN WERDE, ODER: BEI DIR ALS TAGELÖHNER ARBEITEN WERDE, SO IST SIE, WENN ER FÜR SIE BEI DER REGIERUNG GESPROCHEN ODER BEI IHR ALS TAGELÖHNER GEARBEITET HAT, IHM ANGETRAUT, WENN ABER NICHT, NICHT ANGETRAUT.\n",
"GEMARA. Reš Laqiš sagte: Dies nur, wenn er ihr den Wert einer Peruṭa gegebenhat. — Etwa nicht mit dem Lohne, es wird ja gelehrt, wenn [er zu ihr sagt:] mit dem Lohne dafür, daß ich dich auf dem Esel reiten ließ, daß ich dich auf dem Wagen oder dem Schiffe sitzen ließ, sei sie ihm nichtangetraut, wenn aber: \n",
"mit dem Lohne dafür, daß ich dich auf dem Esel reiten lassen werde, daß ich dich auf dem Wagen oder dem Schiffe sitzen lassen werde, sei sie ihm angetraut!? Wolltest du erwidern, auch dies in dem Falle, wenn er ihr den Wert einer Peruṭa gegeben hat, so heißt es ja: mit dem Lohne!? \n",
"Ferner wird gelehrt: [Sagt sie:] leiste mir Gesellschaft, so will ich dir angetraut sein, oder: spiele vor mir, tanze vor mir, mache ein solchesBauwerk, so schätze man: ist dies eine Peruṭa wert, so ist sie ihm angetraut, wenn aber nicht, so ist sie ihm nicht angetraut. Wolltest du erwidern, auch dies in dem Falle, wenn er ihr eine Peruṭa gegeben hat, so heißt es ja: schätze man!? Dies ist eine Widerlegung des Reš Laqiš!? — \n",
"Reš Laqiš kann dir erwidern: der Autor der Barajtha ist der Ansicht, der Arbeitslohn sei erst bei Beendigungfällig, und unser Autor ist der Ansicht, der Arbeitslohn sei vom Beginne bis zur Beendigungfällig. — \n",
"Was veranlaßt Reš Laqiš zu der Erklärung, nach unserer Mišna sei der Arbeitslohn vom Beginne bis zur Beendigung fällig, wenn er ihr [eine Peruṭa] gegebenhat? \n",
"Raba erwiderte: Unsere Mišna war ihm auffallend: weshalb heißt es ‘mit der Bedingung’, es sollte doch ‘mit dem Lohne’ heißen!? Wahrscheinlich ist hieraus zu entnehmen, daß unter ‘mit der Bedingung’ zu verstehen sei, wenn er ihr [eine Peruṭa] gegeben hat.\n",
" SAGT ER:] MIT DER BEDINGUNG, DASS MEIN VATER EINVERSTANDEN SEIN WIRD, SO IST SIE IHM, WENN SEIN VATER EINVERSTANDEN IST, ANGETRAUT, WENN ABER NICHT, NICHT ANGETRAUT. STIRBT DER VATER, SO IST SIE IHM ANGETRAUT; STIRBT DER SOHN, SO BELEHRE MAN DEN VATER ZU SAGEN, ER SEI NICHT EINVERSTANDEN.\n",
"GEMARA. Was heißt: mit der Bedingung, daß mein Vater einverstanden sein wird; wollte man sagen, daß der Vater ‘ja’ sagen werde, wieso heißt es im Mittelsatze, wenn der Vater stirbt, sei sie ihm angetraut, er hat ja nicht ‘ja’ gesagt!? \n"
],
[
"Wollte man sagen, daß der Vater schweigen werde, wieso heißt es im Schlußsatze, wenn der Sohn stirbt, belehre man den Vater zu sagen, er sei nicht einverstanden, er hat ja geschwiegen!? — Vielmehr, wenn er zu ihr sagt: mit der Bedingung, daß mein Vater es nicht verbieten werde. — \n",
"Der Anfangsatz von diesem Falle und der Schlußsatz von jenem anderen Falle!? R. Jannaj erwiderte: Allerdings. Reš Laqiš sagte: Aus der Erklärung R. Jannajs ist zu entnehmen, daß man notgedrungen eine Lehre auf zwei Fälle beziehe, jedoch nach einem Autor, nicht aber auf einen Fall nach zweiAutoren. \n",
"R. Joseph b. Ami erklärte: Tatsächlich handelt es sich um denselben Fall, denn unter ‘mit der Bedingung, daß mein Vater einverstanden sein wird’, ist zu verstehen, wenn er es von jetzt bis nach dreißig Tagen nicht verbieten werde.\n",
"vii WENN JEMAND SAGT, ER HABE EINEM SEINE TOCHTER ANGETRAUT, WISSE ABER NICHT, WEM ER SIE ANGETRAUT HAT, UND EINER KOMMT UND SAGT, ER HABE SIE SICH ANGETRAUT, SO IST ER GLAUBHAFT. WENN EINER SAGT, ER HABE SIE SICH ANGETRAUT, UND EIN ANDERER SAGT, ER HABE SIE SICH ANGETRAUT, SO MÜSSEN BEIDE IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GEBEN; WENN SIE WOLLEN, GEBE IHR EINER EINEN SCHEIDEBRIEF UND DER ANDERE HEIRATE SIE.\n",
"GEMARA. Rabh sagte: Er ist glaubhaft, um ihr einen Scheidebrief zu geben, nicht aber ist er glaubhaft, um sie zu heiraten. Er ist glaubhaft, um ihr einen Scheidebrief zu geben, da niemand sündigt, ohne etwas davonzu haben; er ist nicht glaubhaft, um sie zu heiraten, weil vielleicht sein Trieb sich seiner bemächtigt hat. \n",
"R. Asi sagte: Er ist auch glaubhaft, um sie zu heiraten. R. Asi pflichtet jedoch bei, daß, wenn sie sagt, sie sei einem angetraut worden, wisse aber nicht, wem sie angetraut worden ist, und jemand kommt und sagt, er habe sie sich angetraut, er nicht glaubhaft sei, um sie zu heiraten. — \n",
"Wir haben gelernt: Wenn sie wollen, gebe ihr einer einen Scheidebrief und der andere heirate sie. Dies ist eine Widerlegung Rabhs!? — Rabh kann dir erwidern: anders ist es hierbei, da noch jemand mit ihm vorhanden ist, so fürchteter. \n",
"Übereinstimmend mit R. Asi wird gelehrt: [Wenn jemand sagt.] er habe einem seine Tochter angetraut, wisse aber nicht, wem er sie angetraut hat, und einer kommt und sagt, er habe sie sich angetraut, so ist er glaubhaft, auch um sie zu heiraten. Wenn er sie geheiratet hat und ein anderer kommt und sagt, er habe sie sich angetraut, so ist er nicht glaubhaft, sie jenem verboten zu machen. \n",
"Wenn eine Frau sagt, sie sei einem angetraut worden, wisse aber nicht, wem sie angetraut worden ist, und jemand kommt und sagt, er habe sie sich angetraut, so ist er nicht glaubhaft, um sie zu heiraten, weil sie ihn schützt.\n",
"Sie fragten: Ist sie durch ihnzu steinigen? Rabh sagt, man steinige sie nicht; R. Asi sagt, man steinige sie. \n",
"Rabh sagt, man steinige sie nicht, denn der Allbarmherzige hat den Vater nur hinsichtlich des Verbotes als glaubhaft erachtet, hinsichtlich der Hinrichtung aber hat er ihn nicht als glaubhaft erachtet. R. Asi sagt, man steinige sie, denn der Allbarmherzige hat den Vater in jeder Hinsicht als glaubhaft erachtet. R. Asi sagte: Ich gebe zu, daß, wenn sie sagt, sie sei einem angetraut worden, man sie nicht steinige. \n",
"Ferner sagte R. Asi: Meine Lehren brechen Dächerein; wenn man sie in dem Falle steinige, wo derjenige, der sie heiraten will, dies darf, um wieviel mehr sollte man sie in dem Falle steinigen, wo derjenige, der sie heiraten will, dies nichtdarf. \n",
"Dies ist aber nichts. Den Vater hat der Allbarmherzige als glaubhaft erachtet, sie hat er nicht als glaubhaft erachtet. \n",
"R. Ḥisda aber sagte: Sowohl in diesem Falle als auch in jenem Falle steinige man sie. R. Ḥisda vertritt hierbei seine Ansicht, denn R. Ḥisda sagte: [Sagt jemand:] dieser mein Sohn ist neun Jahre und einen Tagalt, diese meine Tochter ist drei Jahre und einen Tagalt, so ist er glaubhaft hinsichtlich des Opfers, nicht aber hinsichtlich der Geißelung noch hinsichtlich der Strafbarkeit. \n",
"Übereinstimmend mit R. Ḥisda wird gelehrt: [Sagt jemand:] dieser mein Sohn ist dreizehn Jahre und einen Tagalt, diese meine Tochter ist zwölf Jahre und einen Tagalt, \n"
],
[
"so ist er glaubhaft hinsichtlich der Gelübde, der Banngelübde, der Heiligungund der Schätzgelübde; nicht aber hinsichtlich der Geißelung und der Strafbarkeit.\n",
"WENN JEMAND SAGT,] ER HABE SEINE TOCHTER WÄHREND IHRER MINDERJÄHRIGKEIT ANGETRAUT, ODER ANGETRAUT UND FÜR SIE DIE SCHEIDUNG IN EMPFANG GENOMMEN, UND SIE NOCH MINDERJÄHRIG IST, SO IST ER GLAUBHAFT; WENN ABER: ICH HABE MEINE TOCHTER WÄHREND IHRER MINDERJÄHRIGKEIT ANGETRAUT UND IHRE SCHEIDUNG IN EMPFANG GENOMMEN, UND SIE GROSSJÄHRIG IST, SO IST ER NICHT GLAUBHAFT. [SAGT ER:] SIE WAR GEFANGENUND ICH HABE SIE AUSGELÖST, SO IST ER, EINERLEI OB SIE MINDERJÄHRIG ODER GROSSJÄHRIG IST, NICHT GLAUBHAFT.\n",
"GEMARA. Welchen Unterschied gibt es zwischen dem Anfangsatze und dem Schlußsatze? – Im Anfangsatze liegt esin seiner Hand, im Schlußsatze liegt es nicht in seiner Hand. – \n",
"Etwa nicht, es liegt ja in seiner Hand, sie an einen Entweihtenzu verheiraten und sie dadurch für die Priesterschaft untauglich zu machen!? – \n",
"Das ist kein Einwand; nach R. Dostaj b. Jehuda, welcher sagt, die Töchter Jisraéls gelten als Reinigungsbad für die Entweihten. – \n",
"Es liegt ja in seiner Hand, sie an ein Hurenkind zu verheiraten!? – Nach R. A͑qiba, welcher sagt, die mit einem Verbote belegte Antrauungsei ungültig. – \n",
"Es liegt ja in seiner Hand, sie als Witwe an einen Hochpriester zu verheiraten!? Dies nach R. Simaj, denn es wird gelehrt: R. Simaj sagte: Aus allenmacht nach R. A͑qiba Hurenkinder, ausgenommen [die Kinder] des Hochpriesters von einer Witwe, denn die Tora sagt:er soll sie nicht nehmen, und:er soll nicht entweihen, er erzeugt Entweihte und nicht Hurenkinder. – \n",
"Nach R. Ješebab, denn er sagte: Kommt, wir wollen mit R. A͑qiba hadern, welcher sagt, jeder durch einen in Jisraél verbotenen Beischlaf Erzeugte sei ein Hurenkind. – \n",
"Einleuchtend ist dies, wenn die Lehre R. Ješebabs eine selbständigeist, wenn er aber nur die Ansicht R. Simajs ausschließenwill, so liegt es ja in der Hand [des Vaters], sie an einen zu verheiraten, wobei ein Gebot übertretenwird!? \n",
"R. Aši erwiderte: Du glaubst wohl, im Anfangsatze erfolge es deshalb, weil es in seiner Hand liegt; zugegeben, daß es in seiner Hand liegt, sie anzutrauen, aber liegt es denn in seiner Hand, sie scheiden zu lassen!? Und kann er denn ferner, wenn jener sagt, er wolle sie nicht, sie gewaltsam antrauen!? \n",
"Vielmehr, erklärte R. Aši, im Falle des Anfangsatzes hat der Allbarmherzige ihn als glaubhaft erachtet. Dies nach R. Hona, denn R. Hona sagte im Namen Rabhs: Woher, daß nach der Tora der Vater glaubhaft ist, seine Tochter verboten zu machen? Es heißt:meine Tochter habe ich diesem Manne gegeben; mit Mann machte er sieverboten, mit diesem machte er sie erlaubt. \n",
"Hinsichtlich der Trauung hat der Allbarmherzige den Vater als glaubhaft erachtet, hinsichtlich der Gefangenschaft hat er ihn nicht als glaubhaft erachtet.\n",
"WENN JEMAND VOR SEINEM STERBEN SAGT, ER HABE SÖHNE, SO IST ER GLAUBHAFT, WENN ABER, ER HABE BRÜDER, SO IST ER NICHT GLAUBHAFT.\n",
"GEMARA. Er ist demnach glaubhaft, sie erlaubt zu machen, nicht aber, sie verboten zu machen, somit vertritt unsere Mišna nicht die Ansicht R. Nathans, \n",
"denn es wird gelehrt: Wenn er bei der Antrauung gesagt hat, er habe Söhneund beim Sterben sagt, er habe keine Söhne, oder bei der Antrauung gesagt hat, er habe keineBrüder, und beim Sterben sagt, er habe Brüder, so ist er glaubhaft, sie erlaubt zu machen, nicht aber sie verboten zu machen– so Rabbi. R. Nathan sagt, er sei auch glaubhaft, sie verbotenzu machen. \n",
"Raba erwiderte: Anders ist es dort; da er bei seinem Sterben zurücktritt, so sagt er wohldie Wahrheit. Abajje sprach zu ihm: Dies ist ja widersinnig: wenn du da, wo er sich widerspricht, sagst, er spreche die Wahrheit, um wieviel mehr sollte dies im Falle unserer Mišna gelten, wo er sich nicht widerspricht!? \n",
"Vielmehr, erklärte Abajje, unsere Mišna spricht von dem Falle, wenn von ihm die Annahme besteht, er habe keine Brüder und keine Söhne. Wenn er sagt, er habe Söhne, so ist er, da von ihm die Annahme besteht, er habe keine Söhne und keine Brüder, glaubhaft; wenn aber, er habe Brüder, nicht glaubhaft, weil er nicht berechtigt ist, sie für die ganze Welt verbotenzu machen. \n"
],
[
"Die Barajtha aber spricht von dem Falle, wenn von ihm die Annahme besteht, Brüder und keine Söhnezu haben; wir sagen, er hatkeine Veranlassung zu lügen, denn um sie vom Schwager zu entbinden, braucht er nur zu sagen, er wolle sie durch einen Scheidebrief entbinden. \n",
"Rabbi ist der Ansicht, das Fehlen der Veranlassung zu lügen, geltesoviel wie Zeugen, und Zeugen heben die bisherige Annahmeauf; R. Nathan aber ist der Ansicht, das Fehlen der Veranlassung zu lügen, gelte soviel wie die bisherige Annahme, und eine Annahme kann nicht eine andere aufheben.\n",
"WENN JEMAND SEINE TOCHTER SCHLECHTHINANGETRAUT HAT, SO SIND DIE MANNBARENNICHT EINBEGRIFFEN. WENN JEMAND ZWEI KLASSEN VON TÖCHTERN VON ZWEI FRAUENHAT, UND SAGT, ER HABE EINEM SEINE GROSSE TOCHTER ANGETRAUT, WISSE ABER NICHT, OB DIE GROSSE UNTER DEN GRÖSSEREN, OB DIE GROSSE UNTER DEN KLEINEREN, ODER DIE KLEINE UNTER DEN GRÖSSEREN, DIE GRÖSSER IST ALS DIE GROSSE UNTER DEN KLEINEREN, SO SIND ALLE VERBOTEN, AUSGENOMMEN DIE KLEINE UNTER DEN KLEINEREN – SO R. MEÍR. R. JOSE SAGT, ALLE SEIEN ERLAUBT, AUSGENOMMEN DIE GROSSE UNTER DEN GRÖSSEREN. \n",
"[SAGT ER,] ER HABE SEINE KLEINE TOCHTER ANGETRAUT, WISSE ABER NICHT, OB DIE KLEINE UNTER DEN KLEINEREN, OB DIE KLEINE UNTER DEN GRÖSSEREN, ODER DIE GROSSE UNTER DEN KLEINEREN, DIE KLEINER IST ALS DIE KLEINE UNTER DEN GRÖSSEREN, SO SIND ALLE VERBOTEN, AUSGENOMMEN DIE GROSSE UNTER DEN GRÖSSEREN – SO R. MEÍR. R. JOSE SAGT, ALLE SEIEN ERLAUBT, AUSGENOMMEN DIE KLEINE UNTER DEN KLEINEREN.\n",
"GEMARA. Demnach sind die Minderjährigen einbegriffen, \n",
"somit wäre hieraus zu entnehmen, daß die Antrauung, die nicht zum Beischlafe führt, gültig sei? – Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn da nur eine Erwachsene und eine Minderjährige vorhanden ist. – \n",
"Es heißt ja: die Mannbaren!? – Unter ‘die Mannbaren’ sind Mannbare in anderen Fällenzu verstehen. – \n",
"Selbstverständlich, was haben die Mannbaren damit zu tun!? – Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn sie ihn zum Beauftragten gemacht haben; man könnte glauben, er habe die Antrauung für sie in Empfang genommen, so lehrt er uns, daß man nicht das unterlasse, wovon man einen Nutzenhat. – \n",
"Es kann ja aber vorkommen, daß sie zu ihm gesagt hat: mein Antrauungsgeld gehöre dir!? – Dennoch unterläßt man nicht ein Gebot, das ihm obliegt, um ein Gebot auszuüben, das nicht ihm obliegt.\n",
"WENN JEMAND ZWEI KLASSEN VON TÖCHTERN HAT. Und beides ist nötig; würde er nur das erste gelehrt haben, so könnte man glauben, R. Meír vertrete seine Ansicht nur bei diesem, weil, wenn eine kleinere vorhanden ist, man die anderen ‘große’ zu nennen pflegt, \n",
"beim anderen aber pflichte er R. Jose bei, daß unter ‘kleine’ die kleinste von allen zu verstehen sei. Und würde er nur das andere gelehrt haben, so könnte man glauben, R. Jose vertrete seine Ansicht nur bei diesem, bei jenem aber pflichte er R. Meír bei. Daher ist beides nötig. – \n",
"Demnach ist R. Meír der Ansicht, ein Mensch setze sich einem Zweifel aus, und R. Jose der Ansicht, ein Mensch setze sich nichteinem Zweifel aus, und wir wissen ja von ihnen, daß sie entgegengesetzter Ansicht sind!? Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand gelobt: bis zum Pesaḥ, so ist es ihm, bis dieses heranreicht, verboten, wenn: bis Pesaḥ gewesen ist, so ist es ihm, bis dieses vorüber ist, verboten, \n",
"wenn: bis es Pesaḥ ist, so ist es ihm verboten, wie R. Meír sagt, bis dieses heranreicht, und wie R. Jose sagt, bis dieses vorüberist. \n",
"R. Ḥanina b. Avdimi erwiderte im Namen Rabhs: Die Lehre ist umzuwenden. Es wird auch gelehrt: Wenn dafür eine Zeit festgesetztist und er gesagt hat: bis es ist, so heißt dies, wie R. Meír sagt, bis es vorüber ist, und wie R. Jose sagt, bis es heranreicht.\n",
"Abajje sagte: Sie streiten nur über zwei Klassen, bei einer Klasse aberstimmen alle überein, daß unter ‘große’ die größte zu verstehen sei, denn die mittelste nennt man beim Namen. \n",
"R. Ada b. Mathna sprach zu Abajje: Demnach \n"
],
[
"sollte doch die mittelste der zweiten Klasse erlaubtsein!? – Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn nur eine große und eine kleine vorhanden ist. \n",
"Dies ist auch einleuchtend; wenn man sagen wollte, wenn auch eine solche vorhanden ist, so sollte er auch diese nennen. – Lehrt er es denn, nach deiner Auffassung, von der mittelsten der erstenKlasse, die entschieden im Zweifel einbegriffen und somit verboten ist!? – \n",
"Es ist ja nicht gleich; von jenenist sogar die kleinste im Verbote einbegriffen und dasselbe, gilt auchvon der älteren, \n",
"dieseaber sollte er doch, wenn eine solche vorhanden ist, besonders nennen. \n",
"R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sprach zu Raba: Der Fall vom Pesaḥentspricht ja einer Klasse, und sie streiten!? \n",
"Dieser erwiderte: Da streiten sie nur über diese Redewendung: einer ist der Ansicht, unter ‘bis es Pesaḥ ist’ sei zu verstehen, bis vor dem Pesaḥ, und einer ist der Ansicht, bis Pesaḥ vorüber ist.\n",
"SAGT JEMAND ZU EINER FRAU: ICH HABE DICH MIR ANGETRAUT, UND SIE SAGT: DU HAST MICH NICHT ANGETRAUT, SO SIND IHM IHRE VERWANDTENVERBOTEN, IHR ABER SEINE VERWANDTEN ERLAUBT; SAGT SIE: DU HAST DIR MICH ANGETRAUT, UND ER SAGT: ICH HABE DICH MIR NICHT ANGETRAUT, SO SIND IHM IHRE VERWANDTEN ERLAUBT, IHR ABER SEINE VERWANDTEN VERBOTEN. \n",
"[WENN ER SAGT:] ICH HABE DICH MIR ANGETRAUT, UND SIE SAGT: DU HAST DIR MEINE TOCHTER ANGETRAUT, SO SIND IHM DIE VERWANDTEN DER GROSSENVERBOTEN, DER GROSSEN SEINE VERWANDTEN ERLAUBT, IHM DIE VERWANDTEN DER KLEINENERLAUBT, UND DER KLEINEN SEINE VERWANDTEN ERLAUBT. \n",
"xi[WENN ER SAGT:] ICH HABE MIR DEINE TOCHTER ANGETRAUT, UND SIE SAGT: DU HAST DIR MICH ANGETRAUT, SO SIND IHM DIE VERWANDTEN DER KLEINEN VERBOTEN, DER KLEINEN SEINE VERWANDTEN ERLAUBT, IHM DIE VERWANDTEN DER GROSSEN ERLAUBT, UND DER GROSSEN SEINE VERWANDTEN VERBOTEN.\n",
"GEMARA. WENN JEMAND ZU EINER FRAU SAGT: ICH HABE DICH MIR ANGETRAUT &C. Und [beide Fälle] sind nötig. Würde er esnur von ihm gelehrt haben, so könnte man glauben, da dieseinem Manne gleichgültig ist, so sagt er es hin, \n",
"sie aber würde es, wenn es nicht wahr wäre, nicht gesagt haben, somit sollten auch ihm ihre Verwandten verboten sein, so lehrt er uns.\n",
"ICH HABE DICH MIR ANGETRAUT, UND SIE SAGT &C. Wozu ist dies weiter nötig? – Dies ist nötig. Man könnte glauben, nach der Tora hat zwar der Allbarmherzige nur den Vater als glaubhafterachtet, rabbanitisch aber sei auch sie glaubhaft und ihre Tochter durch ihre Worteverboten, so lehrt er uns.\n",
"ICH HABE MIR DEINE TOCHTER ANGETRAUT &C. Wozu ist dies weiter nötig? Da er das eine lehrt, lehrt er auch das andere.\n",
"Es wurde gelehrt: Rabh sagt, man zwingeihn, und Šemuél saet, man bitte ihn. Worauf bezieht sich dies: wenn auf den Anfangsatz, so ist da ja weder zu zwingennoch zu bitten, und wenn auf den Schlußsatz, so ist es wohl gelten zu lassen, \n",
"daß man ihnbitte, wieso aber zwinge man ihn, er kann ja sagen, er wolle nicht, daß ihm ihre Verwandten verbotenwerden!? – \n",
"Vielmehr, diese Lehren beziehen sich auf einander: Šemuél sagte, man bitte ihn, ihr einen Scheidebrief zu geben, und hierzu sagte Rabh, wenn er ihr freiwillig einen Scheidebriefgegeben hat, zwinge man ihn, ihr die Morgengabe zu geben. \n",
"Es wurde auch gelehrt: R. Aḥa b. Ada sagte im Namen Rabhs, und manche sagen, R. Aḥa b. Ada im Namen R. Hamnunas im Namen Rabhs: Man zwinge und bitte ihn. – Beides!? – Er meint es wie folgt: man bitte ihn, ihr einen Scheidebrief zu geben, und wenn er ihn ihr freiwillig gegeben hat, zwinge man ihn, ihr die Morgengabe zu geben.\n",
"R. Jehuda sagte: Wenn jemand sich [eine Frau] vor einem einzelnen Zeugen angetraut hat, so ist seine Antrauung nicht zu berücksichtigen. Man fragte R. Jehuda: Wie ist es, wenn beide eszugeben? ‘Ja’ und ‘nein’; er schwankte. Es wurde gelehrt: R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls: Wenn jemand sich [eine Frau] vor einem einzelnen Zeugen antraut, so ist seine Antrauung nicht zu berücksichtigen, selbst wenn beide es zugeben. \n",
"Raba wandte gegen R. Naḥman ein: Wenn jemand zu einer Frau sagt: ich habe dich mir angetraut, und sie sagt: du hast mich dir nicht angetraut, so sind ihm ihre Verwandten verboten, ihr aber seine Verwandten erlaubt. Sind Zeugen vorhanden, wieso sind ihr seine Verwandten erlaubt, und sind keine Zeugen vorhanden, wieso sind ihm ihre Verwandten verboten!? Doch wohl, wenn ein einzelner Zeuge vorhanden ist. – \n",
"Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er zu ihr sagt: ich habe dich mir vor jenem und jenem angetraut, und sie nach dem Überseelande verreist sind. \n",
"Er wandte gegen ihn ein: Wenn jemand sich von seiner Frau scheiden ließ und sie darauf mit ihm in einer Herberge übernachtet, so benötigt sie von ihm, wie die Schule Šammajs sagt, keines anderen Scheidebriefes, und wie die Schule Hillels sagt, eines anderen Scheidebriefes. In welchem Falle: sind Zeugenvorhanden, was ist der Grund der Schule Šammajs, und sind keine Zeugen vorhanden, was ist der Grund der Schule Hillels!? Doch wohl, wenn ein einzelner Zeuge vorhanden ist. – \n",
"Wie ist, nach deiner Auffassung, der Schlußsatz zu erklären: sie stimmen überein, daß, wenn sie aus der Verlobung geschieden worden ist, sie keines anderen Scheidebriefes von ihm benötige, weil er mit ihr nicht vertraut ist. Wenn man sagt, ein einzelner Zeuge sei glaubhaft, so ist es ja einerlei, ob es nach der Verlobung oder nach der Heirat erfolgtist!? \n",
"Hier wird vielmehr von dem Falle gesprochen, wenn Zeugen des Beisammenseins und keine Zeugen des Beischlafes vorhanden sind. Die Schule Šammajs ist der Ansicht, \n"
],
[
"wir sagen nicht, die Zeugen des Beisammenseins seien auch Zeugen des Beischlafs, und die Schule Hillels ist der Ansicht, wir sagen, die Zeugen des Beisammenseins seien auchZeugen des Beischlafs. Sie stimmen aber überein, daß, wenn sie aus der Verlobung geschieden worden ist, wir nicht sagen, die Zeugen des Beisammenseins seien auch Zeugen des Beischlafs, weil er mit ihr nicht vertraut ist.\n",
"R. Jiçḥaq, Sohn des Šemuél b. Martha, sagte im Namen Rabhs: Wenn jemand sich [eine Frau] vor einem einzelnen Zeugen angetraut hat, so ist seine Antrauung nicht zu berücksichtigen, selbst wenn beide es zugeben. Rabba b. R. Hona sagte: Wenn jemand sich [eine Frau] vor einem einzelnen Zeugen angetraut hat, so ist, wie das große Gericht sagt, seine Antrauung nicht zu berücksichtigen. Das große Gericht ist Rabh. Manche lesen: Rabba b. R. Hona sagte im Namen Rabhs: Wenn jemand sich [eine Frau] vor einem einzelnen Zeugen angetraut hat, so ist, wie das große Gericht sagt, seine Antrauung nicht zu berücksichtigen. Das große Gericht ist Rabbi. \n",
"R. Aḥadboj b. Ami wandte ein: Wenn zwei aus dem Überseelande kommen und eine Frau und Gepäck bei sich haben, und der eine sagt: diese ist meine Frau, dieser ist mein Sklave und dies ist mein Gepäck, und der andere sagt: diese ist meine Frau, dieser ist mein Sklave und dies ist mein Gepäck, und die Frau sagt: beide sind meine Sklaven und dies ist mein Gepäck, so benötigt sie zweier Scheidebriefe und fordert ihre Morgengabe vom Gepäck ein. \n",
"In welchem Falle: hat der eine Zeugen und der andere Zeugen, wieso kann sie sagen, beide seien ihre Sklaven und das Gepäck gehöre ihr; doch wohl, wenn ein einzelner Zeuge vorhandenist!? – \n",
"Glaubst du etwa, ein einzelner Zeuge sei glaubhaft, wenn er widersprochenwird!? Vielmehr stimmen alle überein, daß sie jedem anderen erlaubtsei, \n",
"und [die Lehre] ist wie folgt zu verstehen: sie benötigt zweier Scheidebriefe, um ihre Morgengabe vom Gepäck einfordern zu können. Dies nach R. Meír, welcher sagt, bewegliche Sachen seien der Morgengabe verpfändet. – \n",
"Wie bleibt es damit? R. Kahana sagt, man berücksichtige seine Antrauung nicht, R. Papa sagt, man berücksichtige seine Antrauung wohl. R. Aši sprach zu R. Kahana: Du stützt dich wohl darauf, daß diesbezüglich durch [das Wort] Sachevon Geldsachen zu folgern sei, \n",
"somit sollte, wie bei diesen das Geständnis des Prozeßbeteiligten wie hundert Zeugen gilt, auch hierbei das Geständnis des Prozeßbeteiligten wie hundert Zeugengelten!? Dieser erwiderte: Da benachteiligt erandere nicht, hierbei aber benachteiligt er andere.\n",
"Mar Zuṭra und R. Ada der Greis, die Söhne des R. Mari b. Isur, teilten ihre Güter mit einander. Hierauf kamen sie zu R. Aši und sprachen zu ihm: Der Allbarmherzige sagt:durch zwei Zeugen; erfolgt dies damit man nicht, wenn man es wünscht, zurücktreten könne, und wir werden nicht zurücktreten, \n",
"oder aber erlangt eine Sache Gültigkeit nur durch Zeugen? Dieser erwiderte ihnen: Zeugen sind nur für Lügner da.\n",
"Abajje sagte: Wenn ein einzelner Zeuge zu ihm sagt: du hast Talggegessen, und dieser schweigt, so ist er glaubhaft. Folgender Autor lehrt dasselbe: Wenn ein einzelner Zeuge zu ihm sagt: du hast Talg gegessen, und dieser sagt: ich habe nicht gegessen, so ist erfrei. Nur wenn er ‘nein’ sagt, wenn er aber schweigt, ist jener glaubhaft.\n",
"Ferner sagte Abajje: Wenn ein einzelner Zeuge zu ihm sagt: deine reinen [Speisen] sind unrein geworden, und dieser schweigt, so ist er beglaubt. Folgender Autor lehrt dasselbe: Wenn ein einzelner Zeuge sagt: du bistunrein geworden, und dieser sagt: ich bin nicht unrein geworden, so ist er rein. Nur wenn er ‘nein’ sagt, wenn er aber schweigt, ist jener glaubhaft.\n",
"Ferner sagte Abajje: Wenn ein einzelner Zeuge zu ihm sagt: \n"
],
[
"dein Rind ist zur Bestialität verwandtworden, und dieser schweigt, so ist er glaubhaft. Folgender Autor lehrt dasselbe: Das nach der Aussage eines einzelnen Zeugen oder des Eigentümers zur Sünde verwandt worden istoder einen Menschen getötethat. Von welchem Falle gilt dies bei einem einzelnen Zeugen: gibt der Eigentümer es zu, so ist dies ja eine Aussage des Eigentümers; doch wohl, wenn er schweigt. \n",
"Und [alle Fälle] sind nötig. Würde er nur das erste gelehrt haben, so könnte man glauben, weil er, wenn ihm nicht sicher wäre, daß er tatsächlich [Talg] gegessen hat, nicht Profanes in den Tempelhofbringen würde, \n",
"wenn man ihm aber sagt, seine reinen [Speisen] seien unrein geworden, so denkt er, er werde sie während seiner Unreinheitverwenden. \n",
"Und würde er nur das andere gelehrt haben, so könnte man glauben, weil ihm für die Zeit der Reinheit ein Schaden zugefügtwird, hinsichtlich der Verwendung seines Rindes zur Bestialität aber denkt er, nicht alle Rinder sind für den Altarbestimmt. Daher sind [alle Fälle] nötig.\n",
"Sie fragten: Wie ist es, wenn ein einzelner Zeuge [bekundet], seine Frau habe Ehebruch begangen, und dieser schweigt? Abajje sagte: Das istdasselbe. Raba sagte: Dies ist eine Inzestsache, und bei einer Inzestsache sind wenigstens zwei [Zeugen] erforderlich. \n",
"Abajje sagte: Dies entnehme ich aus folgendem: Mar Šemuél hatte einen Blinden, der ihm Lehren vortrug, und als er sich eines Tages verspätete und nicht kam, sandte er nach ihm einen Boten; aber während der Bote den einen Weg ging, kam jener über einen anderen. Als der Bote zurückkam, erzählte er, dessen Frau habe Ehebruch begangen. Hierauf kam jener zu Mar Šemuél, und dieser sprach zu ihm: Ist er dir glaubwürdig, so bring sie hinaus, sonst aber nicht. \n",
"Glaubwürdig heißt wohl, wenn er kein Räuberist. – Und Raba!? – Wenn er dir wie zwei Zeugen glaubwürdig ist, so bring sie hinaus, sonst aber nicht. \n",
"Ferner sagte Abajje: Dies entnehme ich aus folgender Lehre. Einst ging der König Jannaj nach Koḥlith in der Wüste und eroberte da sechzig Städte. Nach seiner Rückkehr war er überaus froh und lud alle Weisen Jisraéls zu sich. Er sprach dann zu ihnen: Unsere Vorfahren aßen zur Zeit, als sie sich mit dem Tempelbau befaßten, Melde, auch wir wollen zur Erinnerung an unsere Vorfahren Melde essen. Hierauf reichte man Melde auf goldenen Tischen herum und sie aßen. \n",
"Unter ihnen befand sich ein schalkhafter Mensch, schlechten Herzens und niederträchtig, namens Elea͑zar b. Poi͑ra, und dieser Elea͑zar b. Poi͑ra sprach zum König Jannaj: König Jannaj, das Herz der Pharisäer ist gegen dich. – Was soll ich tun!? – Prüfesie mit dem Stirnblatte zwischen deinen Augen. Da prüfte er sie mit dem Stirnblatte zwischen seinen Augen. \n",
"Unter ihnen befand sich ein Greis namens Jehuda b. Gedidja, und dieser Jehuda b. Gedidja sprach zum Könige Jannaj: König Jannaj, bescheide dich mit der Königskrone und laß die Priesterkrone für die Nachkommen Ahrons. Es hieß nämlich, daß seine Mutter in Modai͑mgefangen war, aber man hatte es untersucht und es nicht [bestätigt] gefunden. Und die Weisen Jisraéls schieden im Zorn. \n",
"Da sprach Elea͑zar b. Poi͑ra zum Könige Jannaj: König Jannaj, so heischt das Rechtbei einem Gemeinen in Jisraél, du aber bist König und Hochpriester, sollte dies auch dir gegenüber erfolgen!? – Was soll ich nun tun? – Wenn du auf meinen Rat hören willst, so zertritt sie. – Was soll aus der Tora werden!? – Sie liegt in einem Winkel zusammengerollt; wer lernen will, geh und lerne. \n",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Sofort fuhr Häresie in ihn, denn er sollte erwidert haben: allerdings die geschriebene Lehre, was aber soll aus der mündlichen Lehre werden!? So schoß das Unglück durch Elea͑zar b. Poi͑ra hervor, und alle Weisen Jisraéls wurden getötet. Die Welt war dann verwüstet, bis Šimo͑n b. Šaṭaḥ kam und die Tora auf ihren alten Stand brachte. \n",
"Wie verhielt es sichda: wollte man sagen, zwei bekundeten, daß sie gefangen war, und zwei bekundeten, daß sie nicht gefangen war, so veranlaßte ja nichts, sich auf diese zu verlassen, man konnte sich ja auf jeneverlassen; \n",
"wahrscheinlich war ein einzelner Zeuge vorhanden, und nur aus dem Grunde, weil zwei ihm widersprachen, sonst aber wäre er glaubhaft. – \n",
"Und Raba!? – Tatsächlich waren es zwei gegen zwei, und wie R. Aḥa b. R. Minjomi erklärthat, wenn es Zeugen der Überführungsind, ebenso waren es auch hierbei Zeugen der Überführung. \n",
"Wenn du aber willst, erkläre ich es nach R. Jiçḥaq, denn R. Jiçḥaq sagte, man hatte an ihrer Stelle eine Sklavinhingebracht \n",
"Raba sagte: \n"
],
[
"Ich entnehme es aus folgender Lehre: R. Šimo͑n erzählte: Einst untersuchte man den Disqisteich in Jabne, der sich im Rufe der Vollständigkeitbefand, und es ergab sich, daß er unvollständig war. \n",
"R. Tryphon erklärte dann alles, was durch diesen Reinheit erlangt hatte, als rein, R. A͑qiba aberals unrein. R. Tryphon sprach: Dieses Tauchbad befand sich im Zustande der Vollständigkeit, und wegen des Zweifels willst du es als unvollständig erklären; wegen des Zweifels ist es nicht als unvollständig zu erklären. R. A͑qiba sprach: Diese Personbefand sich im Zustande der Unreinheit, und wegen des Zweifels willst du sie als rein erklären; wegen des Zweifels ist sie nicht als rein zu erklären. \n",
"R. Tryphon sprach: Dies gleicht ja dem Falle, wenn [ein Priester] am Altar steht und Dienst tut, und es bekannt wird, daß er der Sohn einer Geschiedenen oder einer Ḥaluçasei, wobei sein Dienstgültig ist. R. A͑qiba sprach: Dies gleicht dem Falle, wenn [ein Priester] am Altar steht und Dienst tut, und es bekannt wird, daß er gebrechenbehaftet sei, wobei sein Dienst ungültig ist. \n",
"R. Tryphon sprach: Du vergleichst dies mit einem Gebrechenbehafteten, ich vergleiche es mit dem Sohne einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça. Wir wollen nun sehen, wem dies gleicht; gleicht es dem Sohne einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça, so behandeln wir es wie den Fall vom Sohne einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça, gleicht es einem Gebrechenbehafteten, so behandeln wir es wie den Fall vom Gebrechenbehafteten. \n",
"Hierauf begann R. A͑qiba zu deduzieren: das Tauchbad wird durch einen einzelnen [Zeugen] untauglich und der Gebrechenbehaftete wird durch einen einzelnen [Zeugen] untauglich, nicht aber ist vom Sohne einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça zu beweisen, der nur durch zwei [Zeugen] untauglich wird. \n",
"Eine andere Deduktion: beim Tauchbade haftet die Untauglichkeit an diesem selbst und beim Gebrechenbehafteten haftet die Untauglichkeit an diesem selbst, nicht aber ist vom Sohne einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça zu beweisen, bei dem die Untauglichkeit von anderenkommt. Hierauf sprach R. Tryphon zu ihm: A͑qiba, wer sich von dir trennt, trennt sich vom Leben. \n",
"Von welchem Gebrechenbehafteten, bei dem die Untauglichkeit durch einen einzelnen [Zeugen] erfolgt, wird hier gesprochen: widerspricht er ihm, so ist er ja nicht glaubhaft, doch wohl, wenn er schweigt, \n",
"dem entsprechend beim Sohne einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça, wenn er schweigt, und er lehrt: das Tauchbad wird durch einen einzelnen [Zeugen] untauglich und der Gebrechenbehaftete wird durch einen einzelnen [Zeugen] untauglich, nicht aber ist vom Sohne einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça zu beweisen, der nur durch zwei [Zeugen] untauglich wird. – \n",
"Und Abajje!? – Er kann dir erwidern: tatsächlich, wenn dieser ihm widerspricht, und zwar ist er deshalb glaubhaft, weil er zu ihm sagt: entkleide dich undzeige. Deshalbheißt es auch: beim Tauchbade haftet die Untauglichkeit an diesem selbst und beim Gebrechenbehafteten haftet die Untauglichkeit an diesem selbst, nicht aber ist vom Sohne einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça zu beweisen, bei dem die Untauglichkeit von anderen kommt. – \n",
"Woher, daß die Dienstverrichtung des Sohnes einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça gültig ist? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Die Schrift sagt:es soll ihm und seinen Kindern nach ihm sein, einerlei ob es makellose Kinder oder bemakelteKinder sind. \n",
"Der Vater Šemuéls entnimmt dies aus folgendem:segne, Herr, seinen Wohlstand und lasse dir gefallen das Tun seiner Hände, selbst das der Entweihtenlaß dir gefallen. \n",
"R. Jannaj entnimmt dies aus folgendem:du sollst dich an den Priester wenden, der zu dieser Zeit sein wird; könnte es dir denn in den Sinn kommen, jemand werde zu einem Priester gehen, der nicht zu seiner Zeit ist? Vielmehr ist dies auf einen zu beziehen, der tauglich war und entweiht befunden wird. – \n",
"Woher, daß die Dienstverrichtung des Gebrechenbehafteten ungültig ist? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls. Die Schrift sagt:daher sprich zu ihm: ich gebe ihm meinen Bund Frieden [šalom], wenn er unversehrt [šalem] ist, nicht aber, wenn er fehlerhaft ist. – Es heißt ja šalom!? R. Naḥman erwiderte: Das Vav in šalom ist geteilt.\n",
"xiiIN JEDEM FALLE, WO DIE ANTRAUUNG GÜLTIG IST UND DABEI KEINE SÜNDE BEGANGEN WIRD, FOLGT DAS KIND DEM MANNE; DIES IN DEM FALLE, WENN EINE PRIESTERSTOCHTER, EINE LEVITIN ODER EINE JISRAÉLITIN VON EINEM PRIESTER, EINEM LEVITEN ODER EINEM JISRAÉLITEN GEHEIRATET WIRD. \n",
"IN JEDEM FALLE, WO DIE ANTRAUUNG GÜLTIG IST UND DABEI EINE SÜNDE BEGANGEN WIRD, FOLGT DAS KIND DEM BEMAKELTEN; DIES IN DEM FALLE, WENN EINE WITWE VOM HOCHPRIESTER, EINE GESCHIEDENE ODER EINE ḤALUÇA VON EINEM GEMEINEN PRIESTER, EIN HURENKIND ODER EINE NETHINA VON EINEM JISRAÉLITEN, ODER EINE JISRAÉLITIN VON EINEM HURENKINDE ODER EINEM NATHIN GEHEIRATET WIRD. \n",
"IN JEDEM FALLE, WO IHRE ANTRAUUNG MIT DIESEM NICHTIG IST, MIT EINEM ANDEREN ABER GÜLTIG SEIN WÜRDE, IST DAS KIND EIN HURENKIND; DIES IN DEM FALLE, WENN JEMAND EINER IN DER TORA GENANNTEN INZESTVERBOTENEN BEIWOHNT. IN JEDEM FALLE, WO IHRE ANTRAUUNG MIT DIESEM NICHTIG IST UND AUCH MIT EINEM ANDEREN NICHTIG SEIN WÜRDE, GLEICHT DAS KIND IHR; DIES IST DER FALL BEIM KINDE EINER SKLAVIN ODER EINER NICHTJÜDIN.\n",
"GEMARA. IN JEDEM FALLE, WO DIE ANTRAUUNG GÜLTIG IST. R. Šimo͑n sprach zu R. Joḥanan: Ist es denn eine stichhaltige Regel, daß, wenn die Antrauung gültig ist und dabei keine Sünde begangen wird, das Kind dem Manne folge, wenn \n"
],
[
"ein Proselyt ein Hurenkind heiratet, ist ja die Antrauung gültig und wird dabei keine Sünde begangen, dennoch folgt das Kind dem Bemakelten!? Es wird nämlich gelehrt: Wenn ein Proselyt ein Hurenkind geheiratet hat, so ist das Kind ein Hurenkind – so R. Jose. Dieser erwiderte: Du glaubst wohl, unsere Mišna vertrete die Ansicht R. Joses, sie vertritt die des R. Jehuda, welcher sagt, ein Proselyt dürfe kein Hurenkind heiraten, und wenn die Antrauung gültig ist und eine Sünde begangen wird, folgt das Kind dem Bemakelten. – \n",
"Sollte er es dochlehren!? – Er lehrt im Schlußsatze ‘in jedem Falle’, und dies ist einschließend. \n",
"Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich ist hier die Ansicht R. Joses vertreten, denn er lehrt ‘dies in dem Falle’ und dies ist ausschließend. – \n",
"Gibt es denn außer diesen Fällen weiter keine mehr, wenn ein Entweihtereine Jisraélitin heiratet, ist ja die Antrauung gültig und wird dabei keine Sünde begangen, und das Kind folgt dem Manne!? – Das ist kein Einwand; er ist der Ansicht des R. Dostaj b. R. Jehuda. – \n",
"Wenn ein Jisraélit eine Entweihte heiratet, ist ja die Antrauung gültig und wird dabei keine Sünde begangen, und das Kind folgt dem Manne!? – Er lehrt im Anfangsatze ‘in jedem Falle’, und dies ist einschließend. – \n",
"Sollte er es doch ausdrücklichlehren!? – Er kann es nicht [summarisch] lehren; wenn er etwa lehren wollte: wenn eine Priesterstochter, eine Levitin, eine Jisraélitin oder eine Entweihte von einem Priester, einem Leviten oder einem Jisraéliten geheiratet wird, so ist ja die Entweihte einem Priester verboten. – \n",
"Es gibt ja aber noch den Falldes Rabba b. Bar Ḥana!? Rabba b. Bar Ḥana sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Wenn ein Miçri zweiter Generationeine Miçrith erster Generation geheiratet hat, so ist das Kind dritter Generation!? – \n",
"Er lehrt im Anfangsatze ‘in jedem Falle’, und dies ist einschließend. Nach R. Dimi aber, welcher sagt, er sei zweiter Generation, sind [die Worte] ‘dies in dem Falle’ ausschließend. – \n",
"Es gibt ja aber noch den Fall, den Rabin, als er kam, im Namen R. Joḥanans lehrte, daß bei den [weltlichen] Völkern [das Kind] dem Manne folge, \n",
"und wenn sie sich bekehrt haben, es dem Bemakelten unter beidenfolge!? – Er lehrt ‘dies in dem Falle’, und dies ist ausschließend. – \n",
"Was solldies; erklärlich ist unsere Mišna, wenn du sagst, sie vertrete die Ansicht R. Jehudas, [die Worte] ‘in jedem Falle’ im Anfangsatze schließen die Antrauung eines Jisraéliten mit einer Entweihten und den Fall des Rabba b. Bar Ḥana ein, [die Worte] ‘dies in dem Falle’ schließen die Fälle R. Dimis und Rabins aus, \n"
],
[
"und [die Worte] ‘in jedem Falle’ im Schlußsatze schließen die Antrauung eines Proselyten mit einem Hurenkinde ein; wenn du aber sagst, sie vertrete die Ansicht R. Joses, so schließen allerdings [die Worte] ‘in jedem Falle’ im Anfangsatze das Genannteein, [die Worte] ‘dies in dem Falle’ das Genannteaus, was aber schließen [die Worte] ‘in jedem Falle’ im Schlußsatze ein!? – \n",
"Wozu heißt es, auch nach deiner Erklärung, nach R. Jehuda im Schlußsatze: dies in dem Falle!? Vielmehr lehrt er im Schlußsatze ‘dies in dem Falle’, weil er es im Anfangsatze lehrt, ebenso lehrt er im Schlußsatze ‘in jedem Falle’, weil er es im Anfangsatze lehrt.\n",
"Der Text. Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Bei den [weltlichen] Völkern folgt [das Kind] dem Manne; haben sie sich bekehrt, so folgt es dem Bemakelten unter beiden. \n",
"Was heißt, bei den [weltlichen] Völkern folgt [das Kind] dem Manne? – Wie gelehrt wird: Woher, daß, wenn jemand von den übrigen Völkerneine Kenaa͑nitin beschlafen und einen Sohn gezeugt hat, man diesen als Sklaven kaufen dürfe? \n",
"Es heißt:und auch von den Kindern der Beisassen, die bei euch weilen, aus ihnen möget ihr erwerben. Man könnte glauben, auch wenn ein Kenaa͑nitereine Magd von den übrigen Völkern beschlafen und einen Sohn gezeugt hat, dürfe man diesen als Sklaven kaufen, so heißt es: die sie in eurem Lande gezeugt haben; von denen, die in eurem Lande gezeugt worden sind, nicht aber von denen, die in eurem Lande wohnen.\n",
"«Haben sie sich bekehrt, so folgt es dem Bemakelten unter beiden.» Wobei, wollte man sagen, bei der Antrauung eines Miçri mit einer A͑mmoniterin, so gibt es ja hierbei keine Bemakelung, denn diesgilt nur von einem A͑mmoniter und nicht von einer A͑mmoniterin!? – \n",
"Vielmehr, bei der Antrauung eines A͑mmoniters mit einer Miçrith; ist es ein Knabe, so folgt erihm, ist es ein Mädchen, so folgt es ihr.\n",
"WENN DIE ANTRAUUNG MIT IHM UNGÜLTIG IST. Woher dies? R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans, wie manche meinen, im Namen R. Jannajs, und wie R. Aḥa, der Sohn Rabas, sagt, im Namen R. Jose des Galiläers: Die Schrift sagt:sie gehe aus seinem Hause fort und sei eines fremden Mannes, eines Fremden, nicht aber eines Verwandten. \n",
"R. Abba wandte ein: Vielleicht: eines Fremden, nicht aber des Sohnes!? – Vom Sohne heißt es ausdrücklich:niemand nehme die Frau seines Vaters, und wenn es hier fremden heißt, so bedeutet dies: eines Fremden, nicht aber eines Verwandten. – \n",
"Vielleicht [sprechen] beide [Schriftverse] von einem Sohne, einer von vornherein, und einer, wenn es bereits erfolgtist!? – \n",
"Dies ist von der Schwester seiner Frau zu folgern: wenn die Antrauung mit der Schwester seiner Frau, worauf die Ausrottung gesetzt ist, nicht gültig ist, um wieviel weniger in Fällen, auf die der Tod durch das Gerichtgesetzt ist. – \n",
"Vielleicht gelten beidevon der Schwester seiner Frau, einer von vornherein, und einer, wenn es bereits erfolgt ist!? – Dem ist auch so. – \n",
"Demnach wissen wir dies von der Schwester seiner Frau, woher dies von anderen Inzestfällen? – Es ist von der Schwester seiner Frau zu folgern; wie es bei der Schwester seiner Frau ein Inzestfall ist, wodurch man sich bei Vorsatz der Ausrottung und bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht, und die Antrauung ist ungültig, ebenso ist auch bei allen Inzestfällen, wodurch man sich bei Vorsatz der Ausrottung und bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht, die Antrauung ungültig. – \n",
"Allerdings sind alle anderen Fälle zu folgern, aber hinsichtlich einer Ehefrau und der Frau seines Bruders ist ja zu erwidern: wohl gilt dies von der Schwester seiner Frau, bei der es kein Erlaubtwerden durch den Fall eines Gebotes gibt, während es bei der Schwester seines Bruders ein Erlaubtwerden im Falle eines Gebotesgibt!? \n",
"Ebenso ist auch hinsichtlich einer Ehefrau zu erwidern: wohl gilt dies von jener, bei der es bei Lebzeiten des sie verbotenmachenden kein Erlaubtwerden gibt, während es bei einer Ehefrau bei Lebzeiten des sie verbotenmachenden ein Erlaubtwerdengibt!? \n",
"Vielmehr, erklärte R. Jona, nach anderen R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, die Schrift sagt:jeder, der etwas von all diesen Gräueln tut, soll ausgerottet werden. Alle Inzestfälle werden mit dem Falle von der Schwester seiner Frau verglichen; wie bei der Schwester seiner Frau die Antrauung nicht gültig ist, ebenso ist bei allen anderen Inzestfällen die Antrauung nicht gültig. – \n",
"Demnach \n"
],
[
"sollte dies auch von der Menstruierendengelten, während doch Abajje sagte, alle stimmen überein, daß, wenn jemand eine Menstruierende oder eine Ehebruchsverdächtigte beschlafen hat, das Kind kein Hurenkind sei!? Ḥizqija erwiderte: Die Schrift sagt: so sei ihr Fluß auf ihm, auch zur Zeit ihres Flusses hat bei ihr die AntrauungGeltung. – \n",
"Merke, man kann siemit der Menstruierenden vergleichenund man kann sie mit der Schwester seiner Frau vergleichen, was veranlaßt dich, sie mit der Schwester seiner Frau zu vergleichen, vergleiche sie doch mit der Menstruierenden!? – Wenn erleichternd und erschwerend, so vergleiche man erschwerend. \n",
"R. Aḥa b. Ja͑qob erklärte: Es ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, von der Schwägerin, zu folgern: wenn die Antrauung der Schwägerin, die mit einem Verbotebelegt ist, nicht gültig ist, um wieviel weniger in Fällen, die mit dem Tode oder der Ausrottung belegt sind. – Demnach sollte dies auch von anderen mit einem Verbote belegten Fällengelten!? \n",
"R. Papa erwiderte: Hinsichtlich der mit einem Verbote belegten Fälle ist diesausdrücklich geschrieben:wenn zwei eines Mannes Frauen sein sollten, eine geliebt und die andere verhaßt; gibt es denn vor Gott eine geliebteund eine verhaßte? Vielmehr heißt ‘geliebt’, bei ihrer Antrauung geliebt, und ‘verhaßt’, bei ihrer Antrauungverhaßt; und der Allbarmherzige sagt: wenn seinsollten. – \n",
"Worauf bezieht R. A͑qiba, welcher sagt, die mit einem Verbote belegte Antrauung sei ungültig, [die Worte] wenn sein sollten!? – Auf [die Antrauung] eines Hochpriesters mit einer Witwe. Dies nach R. Simaj, \n",
"denn es wird gelehrt: R. Simaj sagte: Aus allenmacht R. A͑qiba Hurenkinder, ausgenommen [die Kinder] eines Hochpriesters von einer Witwe, denn die Tora sagt: er soll nicht entweihen, er erzeugt nur Entweihte, nicht aber Hurenkinder. – \n",
"R. Ješebab sagte: Kommt, wir wollen mit R. A͑qiba hadern, welcher sagt, jeder durch einen in Jisraél verbotenen Beischlaf Erzeugte sei ein Hurenkind. Einleuchtend ist es, wenn R. Ješebab damit die Ansicht R. Simajsausschließen will, \n",
"worauf aber bezieht er sie, wenn er es selbständig lehrt, wonach dies auch von Fällen gilt, wobei ein Gebot übertreten wird!? – \n",
"Auf [die Antrauung] eines Hochpriesters mit einer Deflorierten. – Womit ist dieser Fall anders? – Es ist ein Gebot, das nicht für jeden gilt. – \n",
"Weshalb beziehen sie die Rabbanan auf die mit einem Verbote belegten Fälle, sollten sie sie doch auf Fälle beziehen, wobei ein Gebot übertreten wird!? – \n",
"Auf welchen Fall der Übertretung eines Gebotes: sind es zwei Miçrinnen, so sind ja beide ‘verhaßt’, ist eine Miçrith und die andere Jisraélitin, so müssen ja beide Frauen von einem Volke sein, und wenn auf [die Antrauung] eines Hochpriesters mit einer Deflorierten, so heißt es ja nicht: eines Priesters sein sollten. – \n",
"Und R. A͑qiba!? – Er muß notgezwungen [die Worte] wenn sein sollten auf einen [Hoch]priester beziehen.\n",
"WO [IHRE ANTRAUUNG] MIT DIESEM NICHTIG IST &C. Woher diesvon einer Sklavin? R. Hona erwiderte: Die Schrift sagt:bleibt hier mit [i͑m] dem Esel, ein Volk [a͑m], das einem Esel gleicht. – Wir wissen nun, daß die Antrauung mit ihr nichtig ist, \n"
],
[
"woher, daß das Kind ihr gleiche? – Die Schrift sagt:das Weib und ihre Kinder bleiben ihrem Herrn. – \n",
"Woher dies von einer Nichtjüdin? – Die Schrift sagt:du sollst dich nicht mit ihnen verschwägern. – Wir wissen nun, daß die Antrauung mit ihr nichtig ist, woher, daß das Kind ihr gleiche? \n",
"R. Joḥanan erwiderte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Die Schrift sagt:denn er wird deinen Sohn von mir abwendig machen; dein Sohn von einer Jisraéliten heißt dein Sohn, dein Sohn von einer Nichtjüdinheißt nicht dein Sohn, sondern ihr Sohn. \n",
"Rabina sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß der Sohn deiner Tochter von einem Nichtjuden dein Sohnheiße. Es wäre anzunehmen, daß Rabina der Ansicht ist, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave eine Jisraélitin beschlafen hat, sei das Kind ein Hurenkind. – \n",
"Zugegeben, daß es nicht unbemakelt ist, aber auch ein Hurenkind ist es nicht; es heißt nur bemakelt. – \n",
"Aber jener [Schriftvers] spricht ja von den sieben Völkern, woher dies von den anderen Völkern? – Die Schrift sagt: denn er wird deinen Sohn abwendig machen, dies schließt alle Abwendigmachenden ein. – \n",
"Allerdings nach R. Šimo͑n, der den Grund des Schriftverses berücksichtigt, woher dies nach den Rabbanan!? – \n",
"Die Schrift sagt:dann kannst du zu ihr kommen und ihr beiwohnen, wahrscheinlich ist vorher die Antrauung mit ihr nicht gültig. – \n",
"Wir wissen nun, daß die Antrauung mit ihr nichtig ist, woher, daß das Kind ihr gleiche. – Die Schrift sagt:wenn sein sollten &c. und sie ihm gebären; in allen Fällen, wo ein Sein erfolgt, folgt die Geburt ihm, und in allen Fällen, wo kein Sein erfolgt, folgt die Geburt nicht ihm. – \n",
"Demnach gilt dies ja auch von einer Sklavin!? – Dem ist auch so. – Wozu heißt es demnach: das Weib und ihre Kinder bleiben ihrem Herrn!? – Wegen folgender Lehre: \n"
],
[
"Wenn jemand zu seiner [schwangeren] Sklavin sagt: sei du frei und deine Geburt bleibe Sklave, so gleicht die Geburt ihr– so R. Jose der Galiläer; die Weisen sagen, seine Worte seien gültig, denn es heißt: das Weib und ihre Kinder bleiben ihrem Herrn. – \n",
"Wieso geht dies hieraus hervor? Raba erwiderte: Dies bezieht sich auf die Ansicht R. Jose des Galiläers.\n",
"R. TRYPHON SAGTE: HURENKINDER KÖNNEN REINIGUNGERLANGEN, UND ZWAR: WENN DAS HURENKIND EINE SKLAVIN GEHEIRATET HAT, SO IST DER SOHNSKLAVE; WIRD ER FREIGELASSEN, SO ERGIBT ES SICH, DASS DER SOHN FREIER IST. R. ELIE͑ZER SAGT, ER SEI HURENSKLAVE.\n",
"GEMARA. Sie fragten: Gilt dies nach R. Tryphon auch von vornherein, oder nur dann, wenn es erfolgtist? – Komm und höre: Sie sprachen zu R. Tryphon: Du hast für die Reinigung der Männer, nicht aber für die der Frauengesorgt. \n",
"Wenn du sagst, dies gelte von vornherein, so kann ja auch ein Sklave ein Hurenkind heiraten!? – Ein Sklave hat keine Agnation. – \n",
"Komm und höre: Einst sagte R. Šimlaj zu seinem Wirte, der Hurenkind war: Wenn ich dich früher gekannt hätte, würde ich deinen Kindern Reinigung verschaffthaben. Allerdings könnte er es, wenn du sagst, dies gelte von vornherein, wieso aber, wenn du sagst, nur wenn es bereits erfolgt ist!? – \n",
"Er würde ihm den Rat erteilt haben, einen Diebstahl zu begehen, um als hebräischer Sklave verkauft zu werden. – Gab es denn zur Zeit R. Šimlajs hebräische Sklaven, der Meister sagte ja, [das Gesetz vom] hebräischen Sklaven habe nur dann Geltung, wenn [das Gesetz] vom Jobeljahre Geltunghat!? Hieraus ist vielmehr zu entnehmen, daß dies nach R. Tryphon von vornherein gelte. Schließe hieraus. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Tryphon.\n",
"R. ELIE͑ZER SAGT, ER SEI HURENSKLAVE. R. Elea͑zar sagte: Folgendes ist der Grund R. Elie͑zers:ihm, man richte sich nach seiner Bemakelung.– \n",
"Und die Rabbanan!? – Dies bezieht sich auf einen Jisraéliten, der ein Hurenkind geheiratet hat. Man könnte glauben, es heißt ja:nach ihren Familien, nach ihren Vaterhäusern, daher schließt das ihm dies aus. – \n",
"Und R. Elie͑zer!? – Das ihm schließt dies aus, obgleich es heißt: nach ihren Familien, nach ihren Vaterhäusern, ebenso schließt das ihm jenen Fallaus, obgleich es heißt: die Frau und ihre Kinder bleiben ihrem Herrn. – Und die Rabbanan!? – Die Geburt im Leibe einer Sklavin gleicht der Geburt im Leibe eines Viehs.\n",
"\n",
"ZEHN GEBURTSKASTEN·ZOGEN AUS BABYLONIEN HERAUF. PRIESTER, LEVITEN, JISRAÉLITEN, ENTWEIHTE, PROSELYTEN, FREIGELASSENE, HURENKINDER, NETHINIM, VERSCHWIEGENE UND FINDLINGE.\n",
"PRIESTER, LEVITEN UND JISRAÉLITEN DÜRFEN UNTER EINANDER HEIRATEN; LEVITEN, JISRAÉLITEN, ENTWEIHTE, PROSELYTEN UND FREIGELASSENE DÜRFEN UNTER EINANDER HEIRATEN;\n",
"PROSELYTEN, FREIGELASSENE, HURENKINDER, NETHINIM, VERSCHWIEGENE UND FINDLINGE DÜRFEN ALLE UNTER EINANDER HEIRATEN. VERSCHWIEGENER IST DERJENIGE, DER SEINE MUTTER UND NICHT SEINEN VATER KENNT; FINDLING IST DERJENIGE, DER AUF DER STRASSE AUFGEFUNDEN WURDE UND WEDER SEINEN VATER NOCH SEINE MUTTER KENNT. ABBA ŠAÚL NANNTE DEN VERSCHWIEGENEN UNTERSUCHTEN.\n",
"GEMARA. ZEHN GEBURTSKASTEN ZOGEN AUS BABYLONIEN HERAUF. Weshalb lehrt er: zogen aus Babylonien herauf, sollte er doch lehren: gingen nach dem Jisraéllande? – Er lehrt uns etwas nebenbei. Es wird nämlich gelehrt: So sollst du dich aufmachen und hinaufgehen nach dem Orte, den der Herr, dein Gott, erwählen wird; dies lehrt, daß der Tempel höher als das ganze Jisraélland, und das Jisraélland höher als alle anderen Länder sei. –\n",
"Allerdings, daß der Tempel höher ist als das ganze Jisraélland, denn es heißt:\n"
],
[
"Streitigkeiten vor deinen Toren, sosollst du dich aufmachen und hinaufgehen, woher aber, daß das Jisraélland höher ist als alle übrigen Länder? – Es heißt: Siehe, es werden Tage kommen, Spruch des Herrn, daß man nicht mehr sagen wird: so wahr der Herr lebt, der die Kinder Jisraél aus dem Lande Miçrajim heraufgeführt hat, sondern: so wahr der Herr lebt, der die Kinder Jisraél heraufgeführt und gebracht hat, aus dem Lande des Nordens und aus all den Ländern, dahin ich sie verstoßen habe. –\n",
"Weshalb lehrt er: zogen aus Babylonien herauf, sollte er doch lehren: zogen nach dem Jisraéllande hinauf!? – Dies ist eine Stütze für R. Elea͑zar, denn R. Elea͑zar sagte: E͑zra zog aus Babylonien herauf, erst nachdem er es wie feines Mehl [gesiebt] hatte.\n",
"Es wurde gelehrt: Abajje sagt, die Lehre laute: zogen herauf, (freiwillig,) und Raba sagte, die Lehre laute: brachte man herauf. Sie streiten über die Lehre R. Elea͑zars, denn R. Elea͑zar sagte: E͑zra zog aus Babylonien herauf, erst nachdem er es wie feines Mehl [gesiebt] hatte.\n",
"Abajje hält nichts von der Lehre R. Elea͑zars und Raba hält wohl von der Lehre R. Elea͑zars. Wenn du aber willst, sage ich: beide halten sie von der Lehre R. Elea͑zars, und hier besteht ihr Streit in folgendem: einer ist der Ansicht, er schied sie aus und sie zogen freiwillig hinauf, und einer ist der Ansicht, er brachte sie gezwungen hinauf. –\n",
"Einleuchtend ist es nach demjenigen, der ‘zogen herauf’ liest, daß R. Jehuda im Namen Šemuéls sagte, alle Länder seien ein Gemischgegenüber dem Jisraéllande und das Jisraélland sei ein Gemisch gegenüber Babylonien, nach demjenigen aber, der ‘brachte man herauf’ liest, kannte man sieja!? – Zugegeben, daß man jene Generation kannte, die folgenden Generationen aber kannte man nicht. –\n",
"Erklärlich ist nach demjenigen, der ‘zogen herauf’ liest, der Schriftvers:ich versammelte sie an dem Strome, der in Ahava fließt, und wir lagerten dort drei Tage, und ich sah mich um unterdem Volke und den Priestern, und ich fand dort keinen von den Söhnen Levi;\n",
"nach demjenigen aber, der ‘brachte man herauf’ liest, war man ja vorsichtig!? – Man war wohl mit den Bemakelten vorsichtig, mit den Makellosen aber war man nicht vorsichtig.\n",
"PRIESTER, LEVITEN, JISRAÉLITEN. Woher, daß diese heraufkamen? – Es heißt:und die Priester und die Leviten und manche vom Volke und die Sänger und die Pförtner und die Nethinim wohnten in ihren Städten, und ganz Jisraél in seinen Städten.\n",
"ENTWEIHTE, PROSELYTEN, FREIGELASSENE. Woher dies von den Entweihten? – Es wird gelehrt: R. Jose sagte: Bedeutend ist die Belassung, denn es heißt:Und von den Söhnen der Priester: die Söhne des Ḥabaja, die Söhne des Haqoç, die Söhne des Barzilaj, der eine Frau von den Töchtern Barzilaj des Gilea͑diten genommen hatte und nach ihrem Namen benannt wurde. Diese suchten ihre Schrift der Geschlechtsverzeichnisse, sie ward aber nicht gefunden, und wurden daher aus dem Priestertume ausgestoßen. Und der Tiršatha sprach zu ihnen, daß sie vom Hochheiligen nicht essen dürfen, bis ein Priester den Urimund Tummim vorstehen wird.\n",
"Er sprach nämlich zu ihnen: Bleibt beim bisherigen Zustande; in der Diaspora habt ihr Heiliges der Provinzgegessen, auch hier sollt ihr Heiliges der Provinz essen. –\n",
"Nach demjenigen, welcher sagt, daß die Hebe in den [Priester]standsetze, könnte man sie ja, da sie Hebe aßen, [in den Priesterstand] setzen!? – Anders verhielt es sich bei diesen, da die Belassung bei ihnen suspektwar. –\n",
"Wieso ist demnach die Belassung bedeutend!? – Vorher aßen sie rabbanitische Hebeund nachher aßen sie Hebe der Tora.\n",
"Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich aßen sie auch nachher nur rabbanitische Hebe, nicht aber der Tora, und nur Hebe der Tora setzt in den [Priester]stand, nicht aber rabbanitische. –\n",
"Wieso ist demnach die Belassung bedeutend!? – Vorher war Hebe der Tora nicht zu berücksichtigen, nachher aber war Hebe der Torazu berücksichtigen, dennoch durften sie rabbanitische essen. – Aßen sie denn nicht auch solche der Tora,\n",
"es heißt ja: und der Tiršatha sprach zu ihnen, daß sie vom Hochheiligen nicht essen dürfen, wonach sie nur Hochheiliges nicht essen durften, wohl aber durften sie alles andere essen!? –\n",
"Er meinte es wie folgt: nicht das, was ‘heilig’ genannt wird, und nicht das, was ‘Geheiligtes’genannt wird. Nicht das, was ‘heilig’ genannt wird, wovon es heißt:und kein Gemeiner soll Heiligesessen; nicht das, was ‘Geheiligtes’ genannt wird, wovon es heißt: und eine Priesterstochter, die einem Gemeinen zu teil wird, darf die Hebe vom Geheiligten nicht essen, und der Meister erklärte,\n"
],
[
"sie dürfe das nicht essen, was vom Geheiligtenabgehoben wird.\n",
"PROSELYTEN, FREIGELASSENE. Woher dies? R. Ḥisda erwiderte: Die Schrift sagt:und jeder, der zu ihnen sich abgesondert hatte von der Unreinheit der Völker des Landes.\n",
"HURENKINDER. Woher dies? – Es heißt:als das hörten Sanbalaṭ der Ḥoroni und Ṭobija der a͑mmonitische Sklave; ferner:denn viele in Jehuda waren ihm geschworene Freunde, denn er war Schwiegersohn Šekhanjas, des Sohnes Araḥs, und sein Sohn Jehonathanhatte die Tochter Mešullams, des Sohnes Berekhjas, genommen. Er ist der Ansicht, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave eine Jisraélitin beschlafen hat, sei das Kind ein Hurenkind. –\n",
"Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, das Kind sei ein Hurenkind, woher aber nach demjenigen, welcher sagt, das Kind sei unbemakelt!? Und woher ferner, daß er Kinder hatte, vielleicht hatte er keine Kinder!? Und woher weißt du ferner, daß sievon dorthinaufkamen, vielleicht waren sie da [von früherher]!? –\n",
"Vielmehr, hieraus:und diese sind es, die aus Tel Melaḥ, Tel Ḥarša, Kerub, Adon und Immer heraufzogen, ohne daß sie ihr Stammhaus und ihre Abkunft angeben konnten, ob sie aus Jisraél stammen. Tel Melaḥ, Leute, deren Werke den Werken Sedoms glichen, das in einen Salzhaufen [Tel melaḥ] verwandelt wurde. Tel Ḥarša, Leute, die, wenn sie nach ihrem Vater rufen, die Mutter schweigenheißt.\n",
"Ohne daß sie ihr Stammhaus und ihre Abkunft angeben konnten, ob sie aus Jisraél stammen, das sind die Findlinge, die auf der Straße aufgefunden werden. Kerub, Adon und Immer. R. Abahu sagte: Der Herr [adon] sprach: ich dachte, die Jisraéliten werden vor mir würdig sein wie ein Kerub, sie aber machten sich zu einem Leoparden [namer]. Manche lesen: R. Abahu sagte: Der Herr sprach: obgleich sie sich zu einem Leoparden machten, dennoch sind sie vor mir würdig wie ein Kerub.\n",
"Rabba b. Bar Ḥana sagte: Wer eine für ihn unwürdige Frau nimmt, dem rechnet die Schrift es an, als hätte er die ganze Welt umgepflügt [ḥaraš] und mit Salz [melaḥ] besäet, denn es heißt: und diese sind es, die aus Tel Melaḥ, Tel Ḥarša &c. heraufgezogen sind.\n",
"Rabba b. R. Ada sagte im Namen Rabhs: Wer eine Frau des Geldes wegen nimmt, bekommt unwürdige Kinder, denn es heißt:dem Herrn waren sie untreu, denn unechte Kinder haben sie geboren.\n",
"Vielleicht glaubst du, das Geld bleibe ihm erhalten, so heißt es: nun soll ein Monat ihren Teil verzehren. Vielleicht glaubst du, nur seinen Teil und nicht ihren Teil, so heißt es: ihren Teil. Vielleicht glaubst du, erst nach langer Zeit, so heißt es: ein Monat. – Wieso geht dies hieraus hervor? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Ein Monat kommt und ein Monat geht, und ihr Geld ist dahin.\n",
"Ferner sagte Rabba b. R. Ada, und wie manche sagen, R. Sala im Namen R. Hamnunas: Wer eine für ihn unwürdige Frau nimmt, den bindetElijahu, und der Heilige, gepriesen sei er, geißelt ihn. Es wird gelehrt: Über diese alleschreibt Elijahu und der Heilige, gepriesen sei er, unterschreibt: wehe dem, der seinen Namen bemakelt und seine Familie befleckt. Und den, der eine für ihn unwürdige Frau nimmt, bindet Elijahu und der Heilige, gepriesen sei er, geißelt ihn.\n",
"Wer [andere] berüchtigt, ist selber berüchtigt; nie spricht er Lobendes. Auch sagte Šemuél: Er berüchtigt seinen eigenen Makel.\n",
"Einst kam ein Mann in ein Schlachthaus zu Pumbeditha und verlangte Fleisch. Da sprachen sie zu ihm: Warte bis der Diener des R. Jehuda b. Jeḥezqel erhalten hat, sodann geben wir dir. Da sprach dieser: Wer ist dieser Jehuda b. Ševisqal, der mir vorangehen und vor mir erhalten soll!? Als man dies R. Jehuda erzählte, tat er ihn in den Bann, und als man ihm noch sagte, daß er andere Leute Sklaven zu nennen pflege, ließ er über ihn bekannt machen, daß er ein Sklave sei.\n",
"Hierauf ließ jener ihn zu Gericht vor R. Naḥmanladen. Als R. Jehuda die Vorladung erhielt, ging er zu R. Hona und fragte ihn, ob er hingehen oder nicht hingehen solle. Dieser erwiderte: Eigentlich brauchst du nicht hinzugehen, denn du bist ein bedeutender Mann, aber aus Achtung vor dem Fürstenhausegeh hin.\n",
"Als er hinkam, traf er ihn ein Geländer machen; da sprach er zu ihm: Hält denn der Meister nichts von dem, was R. Hona b. Idi im Namen Šemuéls gesagt hat, daß nämlich ein Mensch, sobald er zum Gemeindeverwalter eingesetzt worden ist, vor drei Personen keine Arbeit verrichten dürfe? Dieser erwiderte: Ich mache nur etwas am Gundaria[Geländer]. Jener sprach: Ist denn [das Wort] Maa͑qa, daß die Tora gebraucht, oder Meḥiça, wie die Gelehrten es nennen, so verächtlich!?\n",
"Hierauf sprach er zu ihm: Setz dich auf das Qarpiṭa [Bank]. Jener entgegnete: Ist denn [das Wort] Saphsal, das die Gelehrten gebrauchen, oder Içṭeba, das das Volk gebraucht, so verächtlich!? Alsdann sprach er zu ihm: Möge der Meister eine Etrongaessen. Jener entgegnete: Folgendes sagte Šemuél: wer Etroga sagt, dem ist ein Drittel Hochmut eigen; entweder [sage man] Etrog, wie die Gelehrten es nennen, oder Etroga, wie das Volk es nennt.\n",
"Hierauf sprach er zu ihm: Möge der Meister ein Anbagtrinken. Jener entgegnete: Ist denn [das Wort] Ispargos, das die Gelehrten gebrauchen, oder Anpaq, das das Volk gebraucht, so verächtlich!? Als er hierauf sprach, Donagmöge kommen und einschenken, entgegnete jener: Folgendes sagte Šemuél: man lasse sich nicht von einer Frau bedienen. – Sie ist noch klein. – Šemuél sagte ausdrücklich, man lasse sich von einer Frau überhaupt nicht bedienen, einerlei ob groß oder klein. –\n",
"Möge der Meister Jaltaeinen Gruß entbieten. Jener erwiderte: Folgendes sagte Šemuél: die Stimme einer Frauist Scham. – Es kann ja durch einen Boten erfolgen. Jener erwiderte: Folgendes sagte Šemuél:\n"
],
[
"man darf einer Frau keinen Gruß entbieten. – Durch ihren Ehemann? Jener erwiderte: Folgendes sagte Šemuél: man darf einer Frau in keiner Weise einen Gruß entbieten. Hierauf ließ seine Frau ihm sagen: Schlichte seinen Streit, damit er dich nicht zum Menschen aus dem gemeinen Volke mache.\n",
"Hierauf fragte er ihn: Was führte den Meister her? Jener erwiderte: Der Meister schickte mir eine Vorladung. Dieser entgegnete: Ich verstehe nicht einmal die Worte des Meisters, und ich sollte ihm eine Vorladung geschickt haben!? Da holte er die Vorladung aus seinem Busen hervor und zeigte sie ihm, indem er sprach: Da ist der Mann und da ist die Vorladung. Da sprach dieser: Da nun der Meister hergekommen ist, so mag er mir seine Angelegenheit vortragen, damit man nicht sage, die Gelehrten begünstigen einander.\n",
"Alsdann fragte er ihn: Weshalb hat der Meister jenen Mann in den Bann getan? Jener erwiderte: Er kränkte den Boten eines Gelehrten. –\n",
"Weshalb ließ der Meister über ihn bekannt machen, er sei ein Sklave? Jener erwiderte: Er pflegt andere Leute Sklaven zu nennen, und es wird gelehrt: wer [andere] berüchtigt, ist selber berüchtigt; nie spricht er Lobendes. Ferner sagte Šemuél, er berüchtige seinen eigenen Makel. – Allerdings sagte Šemuél, daß man dies berücksichtige, sagte er etwa, daß man solches über ihn bekannt mache!?\n",
"Währenddessen kam sein Gegner, [der Mann] aus Nehardea͑, und sprach zu R. Jehuda: Mich nennst du einen Sklaven!? Ich stamme aus dem königlichen Hause der Ḥasmonäer. Hierauf sprach jener: Folgendes sagte Šemuél: wer aus dem Hause der Ḥasmonäer abzustammen behauptet, ist ein Sklave.\n",
"Da sprach dieser: Hält denn der Meister nichts von dem, was R. Abba im Namen R. Honas im Namen Rabhs gesagt hat, wenn nämlich ein Gelehrter eine Lehre vorträgtund der Fall eintritt, man auf ihn höre, wenn er es vor Eintritt des Falles gesagt hat, sonst aber nicht!? Jener erwiderte: Da ist R. Mathna, der es mir bestätigen kann.\n",
"R. Mathna hatte Nehardea͑ dreizehn Jahre nicht gesehen, und gerade an jenem Tage traf er da ein. Jener fragte ihn: Erinnert sich der Meister, was Šemuél, als er mit einem Fuße auf dem Ufer und mit dem anderen Fuße auf der Fähre stand, gesagt hat? Dieser erwiderte: Folgendes sagte dann Šemuél: wer aus dem königlichen Hause der Ḥasmonäer abzustammen behauptet, ist ein Sklave. Aus diesem war nur ein Mädchen zurückgeblieben, und dieses stieg aufs Dach, erhob ihre Stimme und rief: Wenn jemand behauptet, er stamme aus dem Hause der Ḥasmonäer, so ist er ein Sklave.\n",
"Alsdann stürzte sie sich vom Dache herab und starb. Hierauf ließ er über ihn bekannt machen, daß er ein Sklave sei.\n",
"An jenem Tage wurden viele Ehekontrakte in Nehardea͑ zerrissen. Als er hinausging, gingen sie hinter ihm, um ihn zu steinigen. Da sprach er zu ihnen: Wollt ihr ruhig sein, so ist es recht, wenn aber nicht, so verrate ich das, was Šemuél gesagt hat, daß es nämlich zwei Geschlechter in Nehardea͑ gebe, eines heiße das der Tauben und eines heiße das der Raben. Als Merkzeichen diene dir: Unreines ist unrein, Reines ist rein. Hierauf warfen sie die Wurfsteine aus den Händen, sodaß eine Verstopfung im Königsstromeentstand.\n",
"R. Jehuda ließ in Pumbeditha bekannt machen: Ada und Jonathan sind Sklaven. Jehuda b. Papa ist ein Hurenkind. Baṭi b. Ṭobija nahm in seinem Hochmute keinen Freilassungsbrief. Raba ließ in Maḥoza bekannt machen: Die Balaíten, die Danaíten, die Ṭalaíten, die Malaíten und die Zagaíten sind sämtlich bemakelt. R. Jehuda sagte: Die Gobäer sind Gibeo͑niten. Durninutha ist ein Dorf von Nethinim. R. Joseph sagte: Be Kube bei Pumbeditha besteht ganz aus Sklaven.\n",
"R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Vierhundert Sklaven, manche sagen, viertausend Sklaven hatte Pašḥur, der Sohn Immers, und sie alle haben sich mit den Priestern vermischt. Ein Priester, dem Frechheit eigen ist, stammt von ihnen. Abajje sagte: Sie alle wohnen in Suraund Nehardea͑. Er streitet gegen R. Elea͑zar, denn R. Elea͑zar sagte: Wenn du einen Priester siehst, dem Frechheit eigen ist, so mache dir keine Gedanken über ihn, denn es heißt:und dein Volk wie die streitigen Priester.\n",
"R. Abin b. R. Ada sagte im Namen Rabhs: Wer eine für ihn unwürdige Frau nimmt, für den legt der Heilige, gepriesen sei er, wenner für alle Stämme Zeugnisablegt, kein Zeugnis ab, denn es heißt:die Stämme des Herrn, ein Zeugnis für Jisraél; ein Zeugnis für Jisraélnur dann, wenn sie Stämme des Herrn sind.\n",
"R. Hama b. R. Ḥanina sagte: Wenn der Heilige, gepriesen sei er, seine Göttlichkeit weilen läßt, so läßt er sie nur über den reinen Geschlechtern in Jisraél weilen, denn es heißt: zu jener Zeit, Spruch des Herrn, werde ich zum Gott sein für all die Geschlechter Jisraéls; es heißt nicht: für ganz Jisraél, sondern: für all die Geschlechter.\n",
"Und sie werden mir zum Volke sein. Rabba b. R. Hona sagte: Hierin sind die Jisraéliten den Proselyten überlegen; von den Jisraéliten heißt es:ich werde ihnen zum Gott sein und sie werden mir zum Volke sein, von den Proselyten aber heißt es:wer ist es, der sich getrauet, mir zu nahen, Spruch des Herrn; ihr sollt mir zum Volke sein und ich werde euch zum Gott sein.\n",
"R. Ḥelbo sagte: Proselyten sind für Jisraél wie ein Ausschlag unangenehm, denn es heißt:es schließt sich ihnen der Fremdling an, und sie schlagen sich zum Hause Ja͑qobs; von diesen heißt es schlagen und dort heißt es: Geschwulst und Ausschlag.\n",
"R. Ḥama b. Ḥanina sagte: Wenn der Heilige, gepriesen sei er,\n"
],
[
"die Stämme reinigt, so reinigt er den Stamm Levi zuerst, denn es heißt: und er wird sitzen schmelzend und reinigend das Silber, und er wird die Söhne Levi reinigen und sie läutern wie Gold und wie Silber, daß sie dem Herrn Opfergaben in Frömmigkeit darbringen.\n",
"R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Silber reinigt Hurenkinder, denn es heißt: und er wird sitzen schmelzend und reinigend das Silber. – Was heißt: Opfergaben in Frömmigkeit darbringen? R. Jiçḥaq sagte: Der Heilige, gepriesen sei er, erwies Jisraél eine Wohltat, indem er jede Familie, die sich vermischt hat, vermischt sein ließ.\n",
"Der Text. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Alle Länder sind ein Gemisch gegenüber Babylonien. In den Tagen Rabbis wollten sie Babylonien zu einem Gemische gegenüber dem Jisraéllandemachen, da sprach er zu ihnen: Ihr stoßt mir Dornenzwischen die Augen; wenn ihr wollt, mag R. Ḥanina b. Ḥama mit euch verhandeln.\n",
"R. Ḥanina b. Ḥama verhandelte mit ihnen und sprach dann zu ihnen: Es ist mir überliefert von R. Jišmaél b. R. Jose, der es im Namen seines Vaters sagte: alle Länder sind ein Gemisch gegenüber dem Jisraéllande, und das Jisraélland ist ein Gemisch gegenüber Babylonien.\n",
"In den Tagen des R. Pinḥas wollten sie Babylonien zu einem Gemische gegenüber dem Jisraéllande machen, da sprach er zu seinen Dienern: Sobald ich zwei Dinge im Lehrhause vorgetragen habe, setzt mich in die Sänfte und laufet. Als er in [das Lehrhaus] kam, sprach er: Nach der Tora benötigt das Geflügel nicht des Schlachtens.\n",
"Während sie saßen und darüber nachdachten, sprach er weiter: Alle Länder sind ein Gemisch gegenüber dem Jisraéllande, und das Jisraélland ist ein Gemisch gegenüber Babylonien. Alsdann setzten sie ihn in die Sänfte und liefen [mit ihm] fort. Jene liefen hinter ihmher, sie erreichten ihn aber nicht. Hierauf ließen sie sich nieder und stellten Untersuchungenan; als sie aber dadurch in Gefahrgerieten, unterließen sie es.\n",
"R. Joḥanan sagte: Beim Tempel, esist in unserer Hand, was aber soll ich machen, auch die Großen des Zeitalters sind mit ihnen vermischt. Er ist der Ansicht R. Jiçḥaqs, denn R. Jiçḥaq sagte, eine Familie, die vermischt worden ist, bleibe vermischt.\n",
"Abajje sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: In Trans-Jarden war eine Familie, namens Beth Çeripha, die Ben Çijon gewaltsam entfernte; eine andere war da, die Ben Çijon gewaltsamaufnahm. Solche wird Elijahu bei seiner Ankunft als unrein oder rein erklären. Nur diejenigen von denen man es wußte, eine Familie aber, die vermischt worden ist, bleibe vermischt.\n",
"Es wird gelehrt: Noch einewar da vorhanden, nur wollten die Weisen sie nicht nennen; jedoch vertrauen die Weisen eseinander [und] ihren Schülern einmal im Septennium an, und manche sagen, zweimal im Septennium. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Die Ansicht desjenigen, der einmal im Septennium sagt, ist einleuchtend, denn es wird gelehrt: [Sagt jemand:] ich will Nazir sein, wenn ich nicht Familien bloßstelle, so sei er lieber Nazir und stelle keine Familie bloß.\n",
"Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Den vierbuchstabigen Gottesnamen vertrauen die Weisen ihren Schülern einmal im Septennium an, und manche sagen, zweimal im Septennium. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Die Ansicht desjenigen, der einmal im Septennium sagt, ist einleuchtend, denn es heißt:das ist mein Name für ewig [leo͑lam], und die Schreibweise ist lea͑lem [zu verheimlichen]. Raba wollte es in der Vorlesung vortragen, da sprach ein Greis zu ihm: es heißt: lea͑lem.\n",
"R. Abina wies auf einen Widerspruch hin. Es heißt: das ist mein Name, und es heißt:das ist meine Benennung!? Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: nicht wie ich geschrieben werde, werde ich genannt; Jod He werde ich geschrieben, aber Aleph Daleth genannt.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Früher vertraute man den zwölfbuchstabigen Gottesnamenjedem Menschen an, seitdem aber die Zuchtlosensich mehrten, vertraute man ihn nur den Frommen der Priesterschaftan, und die Frommen der Priesterschaft verschluckten ihn bei der Melodie ihrer Priesterbrüder. Es wird gelehrt: R. Tryphon erzählte: Einst folgte ich dem Bruder meiner Mutter auf die Estradeund neigte mein Ohr zum Hochpriester; da hörte ich, wie er den Gottesnamen bei der Melodie seiner Priesterbrüder verschluckte.\n",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Den zweiundvierzigbuchstabigen Gottesnamendarf man nur dem anvertrauen, der fromm und bescheiden ist, sich in der Mitte des Lebensalters befindet, nicht in Zorn gerät, sich nicht betrinkt, und nicht auf seinem Rechte besteht. Wer ihn kennt, mit ihm behutsam ist, und ihn in Reinheit wahrt, ist droben beliebt und hienieden begehrt; seine Ehrfurcht ruht auf den Mitmenschen und er erbt beide Welten, diese Welt und die zukünftige Welt.\n",
"Šemuél sagte im Namen eines Greises: In Babylonien befindet sich jeder im Zustande der Makellosigkeit, bis dir bekannt wird, wieso er bemakelt ist; in anderen Ländern befindet sich jeder im Zustande der Bemakelung, bis dir bekannt wird, wiesoer makellos ist; im Jisraéllande gilt jeder, der als bemakelt angesehen wird, als bemakelt, und der als unbemakelt angesehen wird, als unbemakelt. –\n",
"Dies widerspricht sich ja selbst: zuerst heißt es, wenn er als bemakelt angesehen wird, gelte er als bemakelt, wonach er, wenn nichts bekannt ist, als unbemakelt gilt, und nachher heißt es, wenn er als unbemakelt angesehen wird, gelte er als unbemakelt, wonach er, wenn nichts bekannt ist, als bemakelt gilt!? R. Hona b. Taḥlipha erwiderte im Namen Rabhs: Das ist kein Widerspruch;\n"
],
[
"das eine, um ihm eine Frau zu geben, das andere, um eine Frau aus seinem Besitze zu bringen.\n",
"R. Joseph sagte: Wenn jemand babylonischen Dialekt spricht, so gebe man ihm eine Frau. Jetzt aber, wo Betrüger vorhanden sind, befürchte man.\n",
"Zee͑ri mied R. Joḥanan, denn dieser verlangte von ihm, daß er seine Tochterheirate. Eines Tages gingen sie zusammen auf dem Wege, und als sie an einen Wassergraben herankamen, nahm er R. Joḥanan auf seine Schulter und trug ihn hinüber. Da sprach dieser zu ihm: Meine Gesetzeskunde ist unbemakelt und meine Tochter ist bemakelt!?\n",
"Du stützest dich wohl auf folgende Lehre: zehn Geburtskastenzogen aus Babylonien herauf: Priester, Leviten &c. Sind denn alle Priester, Leviten und Jisraéliten hinaufgezogen!? Wie von diesen [ein Teil] zurückblieb, ebenso blieb auch von jenen [ein Teil]zurück. Ihm war das entgangen, was R. Elea͑zar gesagt hat, daß nämlich E͑zra erst dann aus Babylonien hinaufzog, nachdem er es wie feines Mehl [gesiebt] hatte.\n",
"Einst kam U͑la zu R. Jehuda nach Pumbeditha, und als er seinen Sohn R. Jiçḥaq sah, der bereits erwachsen und unverheiratet war, sprach er zu ihm: Weshalb nimmt der Meister keine Frau für seinen Sohn!? Dieser erwiderte: Weiß ich denn, woherich ihm eine nehmen soll!? Jener entgegnete: Wissen wir denn, von wem wir abstammen!? Vielleicht von jenen, von denen es heißt:Frauen schändeten sie in Çijon, Jungfrauen in den Städten Jehudas.\n",
"Wolltest du erwidern, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave eine Jisraélitin beschlafen hat, sei das Kind unbemakelt, so [stammen wir] vielleicht von jenen, von denen es heißt:die auf Betten von Elfenbein liegen und sich auf ihrem Lager recken. R. Jose b. R. Ḥanina erklärte nämlich, damit seien diejenigen gemeint, die nackt vor ihrem Bette Ḥarnließen,\n",
"und hierüber schalt R. Abahu: Wieso heißt es demnach:darum sollen sie nun an der Spitze der Verbannten in die Verbannung ziehen; weil sie nackt vor ihrem Bette Harn ließen, sollten sie an der Spitze der Verbannten in die Verbannung ziehen!?\n",
"Vielmehr, erklärte R. Abahu, seien damit diejenigen gemeint, die zusammen aßen und tranken, ihre Betten an einander rückten, ihre Frauen mit einander tauschten und ihre Betten durch fremden Samen stinkenmachten.\n",
"Hierauf sprach dieser: Was ist nunzu machen? Jener erwiderte: Man richte sich nach der Schweigsamkeit, denn so stellen sie im Westen Untersuchungen an; wenn zwei mit einander zanken, so beobachten sie, wer von ihnen zuerst schweigt, und sagen, dieser sei von vornehmer Herkunft.\n",
"Rabh sagte: In der Schweigsamkeit der Babylonier liegt die Vornehmheit ihrer Herkunft. – Dem ist ja aber nicht so, als Rabh einst zu den Essigmachernkam, stellte er Untersuchungen an; doch wohl über ihre Herkunft!? – Nein, über ihre Schweigsamkeit. Er sagte wie folgt: untersucht sie, ob sie schweigsam sind oder nicht.\n",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wenn du zwei Menschen siehst, die einander befehden, so haftet einem von ihnen ein Makel an, und manläßt nicht zu, daß einer sich mit anderen verbinde. R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Wenn du zwei Familien siehst, die einander befehden, so haftet einer von ihnen ein Makel an, und man läßt nicht zu, daß eine sich mit der anderen verbinde.\n",
"R. Papa der Greis sagte im Namen Rabhs: Babylonien ist gesund, Mešan ist tot, Medien ist krank und E͑lam ist sterbend. – Welchen Unterschied gibt es zwischen Kranken und Sterbenden? – Die meisten Kranken bleiben am Leben, die meisten Sterbenden verfallen dem Tode.\n",
"Wie weit reicht Babylonien? Rabh sagt, bis zum Strome A͑zaq; Šemuél sagt, bis zum Strome Joani. – Wie weit oberhalb des Tigris? Rabh sagt, bis Bagda und Avna; Šemuél sagt, bis Moskani. – Ist denn Moskani nicht einbegriffen, R. Ḥija b. Abba sagte ja im Namen Šemuéls, Moskani gleiche hinsichtlich der Herkunft dem Diasporagebiete!? – Bis Moskani, einschließlich Moskani. –\n",
"Wie weit unterhalb des Tigris? R. Šemuél erwiderte: Bis Unter Apamia. Es gibt zwei Apamia, ein oberes und ein unteres; das eine ist unbemakelt und das andere ist bemakelt; sie sind eine Parasange von einander entfernt. Sie nehmen es mit einander so genau, daß sie einander nicht einmal Feuer borgen. Als Merkzeichen diene dir: das bemakelte spricht mesenisch. –\n",
"Wie weit oberhalb des Euphrat? Rabh sagt, bis zur Burg von Telbenkane, Šemuél sagt, bis zur Euphratbrücke, und R. Joḥanan sagt, bis zur Furt von Gizma. Abajje, nach anderen R. Joseph, schimpfte über die Ansicht Rabhs. –\n",
"Er schimpfte nur über die Ansicht Rabhs und nicht über die des Šemuél!? – Vielmehr, er schimpfte über die des Rabh, und um so mehr über die des Šemuél. Wenn du willst, sage ich: tatsächlich schimpfte er nur über die Ansicht Rabhs und nicht über die Ansicht Šemuéls, denn die Brücke des Euphrat befand sich [früher] tiefer,\n"
],
[
" die Perser aber haben sie jetzt höher gelegt. Abajje fragte R. Joseph: Wie weit auf der anderen Seite des Euphrat? Dieser erwiderte: Du denkst wohl an Biram, aber die Vornehmen von Pumbeditha heiraten aus Biram.\n",
"R. Papa sagte: Wie sie hinsichtlich der Legitimität streiten, so streiten sie auch hinsichtlich der Scheidung. R. Joseph aber sagte, sie streiten nur hinsichtlich der Legitimität, hinsichtlich der Scheidung aber stimmen alle überein, daß es bis zur zweiten Bachweideder Brücke reiche.\n",
"Rami b. Abba sagte: Der Küstenstrichist die Kronevon Babylonien. Sonjaund Gobja sind die Krone des Küstenstriches. Rabina sagt, auch Çiçora. Ebenso wird auch gelehrt: Ḥanan b. Pinḥas sagte: Der Küstenstrich ist die Krone von Babylonien. Sonja, Gobja und Çiçora sind die Krone des Küstenstriches. R. Papa sagte: Jetzt aber sind Samaritaner mit ihnen vermischt. Dem ist aber nicht so; er wollte von da eine Frau heiraten, und sie gaben ihm keine. – Welches ist der Küstenstrich? R. Papa erwiderte: Das ist [die Gegend am] Euphrat bei Borsippa.\n",
"Einst sagte jemand, er sei aus Šašmešoṭ. Da stand R. Jiçḥaq der Schmied (auf seine Füße) auf und sprach: Šašmešoṭ liegt zwischen den Flüssen. – Was ist denn dabei, daß es zwischen den Flüssen liegt? Abajje erwiderte im Namen des R. Ḥama b. U͑qaba im Namen des R. Jose b. R. Ḥanina: [Der Landstrich] zwischen den Flüssen gleicht hinsichtlich der Legitimität der Diaspora. – Wo liegt dieser? R. Joḥanan erwiderte: Von Ihideqaraaufwärts. – R. Joḥanan sagte ja aber, bis zur Furt von Gizma!? Abajje erwiderte: Ein Streifen ragt hinaus.\n",
"R. Iqa b. Abin sagte im Namen R. Ḥananéls im Namen Rabhs: Ḥalvan(Nahavend) gleicht hinsichtlich der Legitimität der Diaspora. Abajje sprach: Hört nicht auf ihn; ihm ist da eine Eheschwägerin zugefallen. Jener entgegnete: Ist dies denn von mir, dies stammt ja von R. Ḥananél!? Hierauf fragten sie R. Ḥananél, und er erwiderte ihnen: Folgendes sagte Rabh: Ḥalvan (Nahavend) gleicht hinsichtlich der Legitimität der Diaspora.\n",
" Er streitet somit gegen R. Abba b. Kahana, denn R. Abba b. Kahana sagte: Es heißt:er führte sie nach Ḥalaḥ, Ḥabor, dem Strome Gozen und den Städten von Madaj. Ḥalaḥ ist Ḥalvan; Ḥabor ist Adiabene; dem Strome Gozen, das ist Ganzaka; den Städten Madajs, das ist Ḥamadan und seine Nachbarorte. Manche sagen, es sei Nahavend und seine Nachbarorte. –\n",
" Welche sind seine Nachbarorte? Šemuél erwiderte: Karak, Moski, Ḥosqi und Romqi. Hierzu sagte R. Joḥanan: Alle sind sie bemakelt. Erglaubte, Moski sei Moskani. R. Ḥija b. Abba sagte ja aber im Namen Šemuéls, Moskani gleiche hinsichtlich der Legitimität der Diaspora!? – Vielmehr, Moski und Moskani sind verschiedene [Orte].\n",
"Und drei Rippen in seinem Maule, zwischen seinen Zähnen. R. Joḥanan sagte: Das sind Ḥalvan. Adiabene und Nezibis, die eszuweilen verschlingt und zuweilen freigibt.\n",
"Darauf erschien ein anderes Tier, ein zweites, das glich einem Bären. R. Joseph lehrte: Das sind die Perser, die wie ein Bär essen und trinken, wie ein Bär beleibt sind, wie ein Bär das Haar wachsen lassen und wie ein Bär keine Ruhe haben. Wenn R. Ami einen Perser reiten sah, sagte er: Da ist ein Wanderbär.\n",
"Rabbi sprach zu Levi: Zeigemir die Perser. Dieser erwiderte: Sie gleichen den Truppen des Davidischen Hauses. – Zeige mir die Geber. Dieser erwiderte: Sie gleichen den Teufeln. – Zeige mir die A͑raber. – Sie gleichen den Dämonen des Abortes. – Zeige mir die Schriftgelehrten von Babylonien. – Sie gleichen den Dienstengeln.\n",
"Als die Seele Rabbis zur Ruhe einkehrte, spracher: In Babylonien gibt es ein Humania, das ganz aus A͑mmonitern besteht. In Babylonien gibt es ein Sasgarja, das ganz aus Hurenkindern besteht. In Babylonien gibt es ein Birqa, in dem zwei Brüder vorhanden sind, die ihre Frauen mit einander tauschen. In Babylonien gibt es eine Burg der Abtrünnigkeit, und heute fielen sie von Gott ab. Sie ließen nämlich am Šabbath den Teich Fische anschwemmen und fingen sie am Šabbath. R. Aḥi b. R. Jošija tat sie in den Bann, und sie wurden vertilgt. In Babylonien gibt es eine Burg Agma, in der ein Ada b. Ahaba ist,\n"
],
[
"der heute im Schoße Abrahamssitzt. Heute ist R. Jehuda in Babylonien geboren worden.\n",
"Der Meister sagte nämlich: Als R. A͑qiba starb, wurde Rabbi geboren, als Rabbi starb, wurde R. Jehuda geboren, als R. Jehuda starb, wurde Raba geboren, und als Raba starb, wurde R. Aši geboren. Dies lehrt dich, daß ein Frommer nicht eher aus der Welt scheidet, als bis ein anderer Frommer seinesgleichen geboren wird, wie es heißt:die Sonne geht auf und die Sonne geht unter. Bevor die Sonne E͑lis untergegangen war, ging die Sonne Šemuéls aus Rama auf, wie es heißt: und die Leuchte Gottes war noch nicht erloschen und Šemuél lag &c.\n",
"Entboten hat der Herr gegen Ja͑qob seine Widersacher ringsherum. R. Jehuda sagte: Wie Humania um Pum Nahara.\n",
"Und es geschah, wie ich weissagte, da starb Pelaṭjahu, der Sohn Benajahus; da fiel ich auf mein Angesicht und schrie mit lauter Stimme und sprach: Ach, Herr, o Gott. Rabh und Šemuél [streiten hierüber]; einer sagt, zum Guten, und einer sagt, zum Bösen. Einer sagt zum Guten. Der Statthalter von Mesan, der ein Schwiegersohn Nebukhadneçars war, ließ ihm sagen: Von all den Gefangenen, die du dir geholt hast, schicktest du uns keinen, der vor uns Dienst tunkönnte!\n",
"Hierauf wollte er ihm welche von Jisraél schicken, da sprach Pelaṭjahu, der Sohn Benajahus, zu ihm: Wir Vornehmen wollen bei dir bleiben und die Sklaven mögen da hingehen. Dieserhalb sprach der Prophet: Wer Jisraél dieses Gute erwiesen hat, sollte im halben Lebensalter sterben!?\n",
" Einer sagt, zum Bösen. Es heißt:und er brachte mich an das östliche Tor des Hauses des Herrn, das nach Osten gewandt ist; und siehe, am Eingange des Tores waren fünfundzwanzig Männer und ich sah unter ihnen Jaázanja, den Sohn A͑zurs, und Pelaṭjahu, den Sohn Benajahus, die Fürsten des Volkes. Ferner heißt es:und er brachte mich in den inneren Hof des Hauses des Herrn; und siehe, am Eingange zum Tempel des Herrn, zwischen der Vorhalle und dem Altar, waren gegen fünfundzwanzig Männer, ihr Rücken gegen den Tempel des Herrn und ihr Gesicht gegen Osten.\n",
" Wenn es heißt: ihr Gesicht gegen Osten, so weiß ich ja, daß ihr Rücken gegen Westen war, wozu heißt es: ihr Rücken gegen den Tempel des Herrn? Dies lehrt, daß sie sich entblößten und gegen oben gewendet exkrementierten. Dieserhalb sprach der Prophet: Wer diesen Frevel in Jisraél getan hat, sollte in seinem Bette sterben!?\n",
" Es ist zu beweisen, daß Šemuél es ist, der zum Bösen sagt. R. Ḥija b. Abin sagte nämlich im Namen Šemuéls: Moskani gleicht hinsichtlich der Legitimität der Diaspora; bei Mesan hat man weder Knechtschaft noch Hurenkindschaftbefürchtet, nur achteten die Priester daselbst nicht auf [das Verbot der] Geschiedenen. –\n",
" Tatsächlich, kann ich dir erwidern, ist es Šemuél, der zum Guten sagt, denn er vertritt hierbei seine Ansicht. Er sagte nämlich: Wenn jemand seinen Sklaven preisgibt, so ist er frei und benötigt keines Freilassungsbriefes. Es heißt:und jeder Sklave eines Mannes, um Geld gekauft; etwa nur der Sklave eines Mannes und nicht der Sklave einer Frau? Vielmehr, ein Sklave, über den sein Herr Gewalt hat, heißt Sklave, ein Sklave, über den sein Herr keine Gewalt hat, heißt nicht Sklave.\n",
"R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Diesist die Ansicht R. Meírs, die Weisen aber sagen, alle Länder befinden sich im Zustande der Makellosigkeit.\n",
"Amemar erlaubte R. Hona b. Nathan eine Frau aus Ḥozäazu nehmen. Da sprach R. Aši zu ihm: Du stützest dich wohl auf die Lehre R. Jehudas im Namen Šemuéls, daß dies die Ansicht R. Meírs sei, während die Weisen der Ansicht sind, alle Länder befänden sich im Zustande der Makellosigkeit; aber in der Schule R. Kahanas lehrten sie nicht so, auch in der Schule R. Papas lehrten sienicht so, und auch in der Schule R. Zebids lehrten sie nicht so. Dennoch erkannte er dies nicht an, weil er esvon R. Zebid aus Nehardea͑hörte.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Hurenkinder und Nethinim werden in der zukünftigen Welt rein sein – so R. Jose; R. Meír sagt, sie werden nicht rein sein. R. Jose sprach zu ihm: Es heißt ja:ich werde auf euch reines Wasser sprengen und ihr werdet rein sein!? R. Meír erwiderte ihm: Wenn es heißt:von all euren Unreinheiten und all euren Götzen, so schließt dies die Hurenkindschaft aus. R. Jose entgegnete: Wenn es weiter heißt: werde ich euch reinigen, so schließt dies auch die Hurenkindschaft ein. –\n",
"Erklärlich ist nach R. Meír der Schriftvers:ein Hurenkind wird in Ašdodwohnen, wieso aber heißt es nach R. Jose: ein Hurenkind wird in Ašdod wohnen!? – Nach der Paraphrase R. Josephs: Die Jisraéliten werden in Sicherheit in ihrem Lande wohnen, in dem sie als Fremdlinge galten.\n",
"R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Jose. R. Joseph sagte: Wenn R. Jehuda nicht gesagt hätte, die Halakha sei wie R. Jose, würde Elijahu gekommen sein und aus uns ganze Scharen entfernt haben.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Ein Proselyt darf ein Hurenkind heiraten und das Kind ist ein Hurenkind – so R. Jose; R. Jehuda sagt, ein Proselyt dürfe kein Hurenkind heiraten. Sowohl einem Proselyten als auch einem freigelassenen Sklaven als auch einem Entweihten ist eine Priesterstochter erlaubt. Was ist der Grund R. Joses? – Es heißt fünfmal Gemeinde,\n"
],
[
"eines deutet auf Priester, eines auf Leviten, eines auf Jisraéliten, eines auf die Erlaubnis eines Hurenkindes mit einem Verschwiegenen und eines auf die Erlaubnis eines Verschwiegenen mit einer Jisraélitin; die Gemeinschaft der Proselyten aber gilt nicht als Gemeinschaft. – Und R. Jehuda!? – Hinsichtlich der Priester und der Levitenist es aus einem Gemeinde zu folgern, somit bleibt eines für die Gemeinschaft der Proselyten zurück.\n",
"Wenn du willst, sage ich: auch wegen jener heißt es zweimal Gemeinde, denn hinsichtlich des Hurenkindes mit einer Verschwiegenen und eines Verschwiegenen mit einer Jisraélitin ist es aus einem Gemeinde zu folgern.Ein Hurenkind soll nicht in die Gemeinde des Herrn kommen,\n",
"nur ein sicheres Hurenkind darf nicht kommen, ein zweifelhaftes Hurenkind aber darf wohl kommen; nur in eine sicher [reine] Gemeinde darf es nicht kommen, in eine zweifelhafte Gemeinde aber darf es wohl kommen.\n",
"Wenn du aber willst, sage ich: auch wegen dieser heißt es zweimal Gemeinde, und R. Jehuda entnimmt es aus folgendem:was die Gemeinde betrifft, so gilt eine Satzung für euch und für den Fremdling, der wohnt. – Und R. Jose!? – [Die Worte] eine Satzung trennen den Zusammenhang.\n",
"«Sowohl einem Proselyten als auch einem freigelassenen Sklaven als auch einem Entweihten ist eine Priesterstochter erlaubt.» Dies ist eine Stütze für Rabh, denn R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Den Unbemakeltenist es nicht verboten worden, von Bemakelten geheiratet zu werden.\n",
"R. Zera trug in Maḥoza vor: Einem Proselyten ist ein Hurenkind erlaubt. Da bewarf ihn das Volk mit den Etrogim. Raba sprach: Wie kann nur einer so etwas in einem Orte vortragen, wo Proselyten vorhanden sind. Raba trug in Maḥoza vor: Einem Proselyten ist eine Priesterstochter erlaubt. Da trugen sie ihn auf Seidengewändern. Hierauf trug er ihnen vor: Einem Proselyten ist ein Hurenkind erlaubt. Da sprachen sie zu ihm: Du hast das frühere aufgehoben. Er erwiderte ihnen: Ich habe euch zu eurem Vorteile entschieden; ihr könnt nun, wenn ihr wollt, von diesen heiraten, und wenn ihr wollt, von jenen heiraten.\n",
"Die Halakha ist: ihm ist eine Priesterstochter erlaubt und ihm ist ein Hurenkind erlaubt. Ihm ist eine Priesterstochter erlaubt, denn den Unbemakelten ist es nicht verboten worden, von einem Bemakelten geheiratet zu werden, und ihm ist ein Hurenkind erlaubt, nach R. Jose.\n",
"EIN VERSCHWIEGENER IST DERJENIGE, DER &C. KENNT. Raba sagte: Nach der Tora ist ein Verschwiegener unbemakelt, weil [für die Mutter] die Mehrheit nicht bemakelnd und nur die Minderheit bemakelndist,\n",
"und wenn [der Vater] zu ihr kam, [so sage man,] wer sich absondert, sondere sich von der Mehrheitab; und wenn du erwiderst, sie kam vielleicht zu ihm, sodaß er sich auf seinem Platze befand, und was sich auf seinem Platze befindet, geltewie Hälfte gegen Hälfte,\n",
"so sagt die Tora: ein Hurenkind soll nicht kommen, nur ein sicheres Hurenkind darf nicht kommen, ein zweifelhaftes Hurenkind aber darf wohl kommen; nur in eine sicher [reine] Gemeinde darf es nicht kommen, in eine zweifelhafte Gemeinde aber darf es wohl kommen.\n",
"Nur aus dem Grunde sagten sie, ein Verschwiegener sei bemakelt, weil erseine Schwester väterlicherseits heiraten könnte. – Demnach sollte ein Verschwiegener auch eine Verschwiegene nicht heiraten dürfen, weil er seine Schwester väterlicherseits heiraten könnte!? –\n",
"Sollte denn [ein Mann] alle Hurerei begangenhaben!? – Aber die Tochter einer Verschwiegenen sollte er nicht heiraten dürfen, weil er seine Schwester väterlicherseits heiraten könnte!? Vielmehr ist dies selten, ebenso ist auch jenes selten. –\n",
"Vielmehr, bei der Legitimität haben sie eine Verschärfunggetroffen.\n",
"Ferner sagte Raba: Nach der Tora ist der Findlingunbemakelt, weil eine Verheiratete [das Kind] ihrem Mannezuschiebt; zu berücksichtigen wäre nur die Minderheit der Verlobten und derjenigen, deren Ehemänner nach dem Überseelandeverreist sind,\n",
"aber da auch Ledige inbetracht kommen, und solche, die es aus Hungertun, so ist eine Hälfte gegen Hälftevorhanden, und die Tora sagt: ein Hurenkind soll nicht in die Gemeinde des Herrn kommen, nur ein sicheres Hurenkind darf nicht kommen, ein zweifelhaftes Hurenkind aber darf wohl kommen; nur in eine sicher [reine] Gemeinde darf es nicht kommen, in eine zweifelhafte Gemeinde aber darf es wohl kommen.\n",
"Nur aus dem Grunde sagten sie, ein Findling sei bemakelt, weil er seine Schwester väterlicherseitsheiraten könnte. – Demnach sollte ein Findling auch einen Findling nicht heiraten dürfen, weil er seine Schwester väterlicherseits oder mütterlicherseits heiraten könnte!? – Sollte denn [eine Frau alle Kinder] ausgesetzthaben!? – Aber die Tochter eines Findlings sollte er nicht heiraten dürfen, weil er seine Schwester heiraten könnte!? Vielmehr ist dies selten, ebenso ist auch jenes selten. –\n",
"Vielmehr, bei der Legitimität haben sie eine Verschärfung getroffen.\n",
"Raba b. R. Hona sagte: Wird [das Kind] beschnittenaufgefunden,\n"
],
[
"so gilt es nichtals Findling; sind seine Gliedergestreckt, so gilt es nicht als Findling; ist es mit Öl gesalbt und mit Stibium geschminkt, hat es eine Perlenschnur, einen Zetteloder ein Amulett an, so gilt es nicht als Findling.\n",
"Hängt es an einem Baume, so gilt es, wenn ein Tier es erreichen kann, als Findling, wenn aber nicht, nicht als Findling;\n",
"[befindet es sich unter] einem Sperberbaume, so gilt es, wenn naheder Stadt, als Findling, wenn aber nicht, nicht als Findling. Wenn in einem Bethause, so gilt es, wenn nahe der Stadt und ein Publikum da verkehrt, nicht als Findling, wenn aber nicht, als Findling.\n",
"Amemar sagte: Wenn in einer Futtergrube, so gilt es als Findling; wenn an der Strömung des Flusses, so gilt esnicht als Findling, wenn an der seichten Stelle, so gilt es als Findling. Wenn an den Seiten der Straße, so gilt es nicht als Findling, wenn inmitten der Straße, so gilt es als Findling. Raba sagte: In Hungersjahren gilt es nicht als Findling. –\n",
"Worauf bezieht sich Raba: [findet man es] inmitten der Straße, so braucht [die Mutter] es auch in Hungersjahren nicht zutöten, und wenn auf den Seiten der Straße, so gilt dies ja nicht nur in Hungersjähren, sondern auch in solchen, die nicht Hungersjahre sind!? –\n",
"Vielmehr, die Lehre Rabas bezieht sich auf eine Lehre R. Jehudas im Namen R. Abbas im Namen des R. Jehuda b. Zabhdi im Namen Rabhs: Solange es sich auf der Straße befindet, sind sein Vater und seine Mutter bezüglich dessenglaubhaft, ist es von der Straße aufgenommen worden, so sind sie nicht mehr glaubhaft. Und Raba erklärte den Grund: weil es bereits den Namen eines Findlings erhalten hat.\n",
"Hierzu sagte Raba: in Hungersjahren sind sein Vater und seine Mutter bezüglich dessen glaubhaft, auch nachdem es von der Straße aufgenommen worden ist.\n",
"R. Ḥisda sagte: Drei sind nur sofortglaubhaft, und zwar: [Eltern eines] Findlings, die Hebamme und [eine Frau], die ihre Gefährtinnen enthebt.\n",
"Hinsichtlich des Findlings haben wir es bereits gesagt.\n",
"Die Hebamme, denn es wird gelehrt: Die Hebamme ist glaubhaft, wenn sie sagt, dieser sei zuerstund jener sei nachher herausgekommen. Nur in dem Falle, wenn sie nicht hinausgegangen war und zurückgekommen ist, wenn sie aber hinausgegangen war und zurückgekommen ist, ist sie nicht mehr glaubhaft. R. Elie͑zer sagt, befindet sie sich auf ihrem Platze, sei sie glaubhaft, wenn aber nicht, sei sie nicht glaubhaft. – Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen, wenn sie das Gesicht abgewandthat. –\n",
"Welches Bewenden hat es mit der, die ihre Gefährtinnen enthebt? – Wir haben gelernt: Wenn drei Frauen in einem Bette geschlafen haben und unter einer von ihnen[Menstruations]blut gefunden wird, so sind alle unrein; wenn eine sich untersucht und findet, daß sie unrein sei, so ist sie unrein und ihre Gefährtinnen sindrein. R. Ḥisda sagte: Nur wenn sie sich innerhalb der Zeit der Untersuchung untersucht hat.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Eine Hebamme ist glaubhaft, wenn sie sagt, dieser sei Priester, dieser sei Levite, dieser sei Nathin und dieser sei Hurenkind. Nur in dem Falle, wenn keine Anfechtung erfolgt, wenn aber eine Anfechtung erfolgt, so ist sie nicht glaubhaft. –\n",
"Welche Anfechtung; wenn eine Anfechtung durch einen, so sagte ja R. Joḥanan, eine Anfechtung könne nur durch mindestens zwei erfolgen!? – Vielmehr, eine Anfechtung durch zwei.\n",
"Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich, kann ich dir erwidern, eine Anfechtung durch einen, denn die Lehre R. Joḥanans, eine Anfechtung könne nur durch mindestens zwei erfolgen, gilt nur dann, wenn eine Annahme der Makellosigkeitbesteht, wenn aber eine Annahme der Makellosigkeit nicht besteht, ist auch einer glaubhaft.\n",
"Der Eigentümer der Ware ist glaubhaft, wenn er sagt, diesem habe er sie verkauft und jenem habe er sie nicht verkauft. Nur in dem Falle, wenn er die Ware noch in der Hand hat, wenn er aber die Ware nicht mehr in der Hand hat, so ist er nicht glaubhaft. –\n"
],
[
"Sehe man doch, von wem er das Geld erhalten hat!? – In dem Falle, wenn er es von beiden erhalten hat, und sagt, von einem willig, und von einem aufgezwungen, und man nicht weiß, von wem willig und von wem aufgezwungen.\n",
"Der Richter ist glaubhaft, wenn er sagt, diesem habe er recht gegeben und jenen habe er verurteilt. Nur in dem Falle, wenn die Prozeßbeteiligten noch vor ihm stehen, wenn aber die Prozeßbeteiligten nicht mehr vor ihm stehen, ist er nicht mehr glaubhaft. – Sehe man doch, wer das obsiegende Urteil hat!? –\n",
"In dem Falle, wenn das Urteil zerrissen worden ist. – Er kann ja ein neues Urteil fällen!? – Bei einem Richterspruche nach Ermessen.\n",
"R. Naḥman sagte: Drei sind hinsichtlich des Erstgeborenen glaubhaft, und zwar: die Hebamme, der Vater und die Mutter. Die Hebamme sofort, die Mutter alle sieben[Tage], der Vater dauernd. Wie gelehrt wird:Anerkennen, anderen gegenüber anerkennen.\n",
"Hieraus folgerte R. Jehuda, daß ein Mensch glaubhaft sei, wenn er sagt: dieser mein Sohn ist Erstgeborener. Und wie er glaubhaft ist, wenn er sagt: dieser mein Sohn ist Erstgeborener, ebenso ist er glaubhaft, wenn er sagt: dieser ist der Sohn einer Geschiedenen, dieser ist der Sohn einer Ḥaluça. Die Weisen sagen, er sei nicht glaubhaft.\n",
"NANNTE DEN VERSCHWIEGENEN UNTERSUCHTEN. Was heißt Untersuchter: wollte man sagen, man untersucheseine Mutter, und wenn sie sagt, sie sei von einem Unbemakelten beschlafen worden, sei sie glaubhaft, nach R. Gamliél, so ist diesja bereits einmal gelehrt worden!? Wir haben nämlich gelernt: Wenn sie schwanger ist, und man sie fragt, welches Bewenden es mit ihrer Geburt habe, und sie erwidert, von jenem Manne, der Priester ist, so ist sie, wie R. Gamliél und R. Elie͑zer sagen, glaubhaft; R. Jehošua͑ sagt, wir leben nicht von ihrer Behauptung. Hierzu sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie R. Gamliél. –\n",
"Nach diesem ist sie selbst unbemakelt, nach jenem ist auch ihre Tochterunbemakelt. – Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, nach dem sie unbemakelt ist, sei die Tochter bemakelt,\n",
" was aber lehrt Abba Šaúl nach demjenigen, welcher sagt, nach dem sie unbemakelt ist, sei auch die Tochter unbemakelt!? –\n",
"Die Ansicht Abba Šaúls geht weiter als die des R. Gamliél. Aus jener Lehre würde man entnommen haben, nur wenn sie durch die Mehrheit unbemakeltbleibt, nicht aber, wenn sie durch die Mehrheit bemakeltwird, so lehrt er uns. Raba sagte: Die Halakha ist wie Abba Šaúl.\n",
"iiiALL DIEJENIGEN, DIE IN DIE GEMEINDE NICHT KOMMEN DÜRFEN, DÜRFEN UNTER EINANDER HEIRATEN. R. JEHUDA VERBIETET DIES.\n",
"R. ELIÉZER SAGT, ZWEIFELLOSEMIT ZWEIFELLOSEN DÜRFEN DIES, ZWEIFELLOSE MIT ZWEIFELHAFTEN, ZWEIFELHAFTE MIT ZWEIFELLOSEN, UND ZWEIFELHAFTE MIT ZWEIFELHAFTEN DÜRFEN DIESNICHT. FOLGENDE SIND ZWEIFELHAFTE: VERSCHWIEGENE, FINDLINGE UND SAMARITANER.\n",
"GEMARA. Worauf bezieht sich [der Passus]: all diejenigen, die in die Gemeinde nicht kommen dürfen; wollte man sagen, auf Hurenkind Nathin, Verschwiegenen und Findling, so heißt es ja bereits in der vorangehenden Lehre, daß Hurenkind, Nathin, Verschwiegener und Findling unter einander heiraten dürfen!?\n",
"Und worauf beziehen sich ferner [die Worte:] R. Jehuda verbietet dies; wollte man sagen, auf Zweifellose mit Zweifelhaften, so lehrt er ja im Schlußsatze, daß nach R. Elie͑zer Zweifellose mit Zweifellosen es dürfen, und Zweifellose mit Zweifelhaften und Zweifelhafte mit Zweifelhaften es nicht dürfen, wonach R. Jehuda nicht dieser Ansicht ist!?\n",
"Wolltest du sagen, R. Jehuda verbiete [die Heirat] eines Proselytenmit einem Hurenkinder, so lehrt er ja [vorangehend]nicht von einem Proselyten mit einem Hurenkinde, sondern: all diejenigen, die in die Gemeinde nicht kommendürfen!?\n",
"R. Jehuda erwiderte:\n"
],
[
"Er meint es wie folgt: all diejenigen, die in die Priestergemeindenicht kommen dürfen, nämlich eine Proselytin, auch unter drei Jahrenund einem Tage, gegen die Ansicht des R. Šimo͑nb. Joḥaj, dürfen mit einander heiraten. –\n",
"Soll er es doch auf eine von drei Jahren und einem Tage beziehen, auch nach R. Šimo͑nb. Joḥaj!? – Dann hast du die Widerlegung daneben:\n",
"nur eine von drei Jahren und einem Tage, wonach eine unter drei Jahren und einem Tage, die in die Priestergemeinde kommen darf, jenen verboten sein sollte, während sie nach R. Šimo͑n b. Joḥaj unter drei Jahren und einem Tage in die Priestergemeinde kommen darf und jenen erlaubtist. –\n",
"Ist es denn eine stichhaltige Regel, daß all diejenigen, die in die Priestergemeinde nicht kommen dürfen, einander erlaubt seien, die Witwe, die Geschiedene, die Entweihte und die Huredürfen ja in die Priestergemeinde nicht kommen, und sind jenen verboten!? Und wieso ferner, wenn sie es dürfen, jenen verboten, einem Proselyten ist ja eine Priesterstochter erlaubt, und ihm ist auch ein Hurenkind erlaubt!?\n",
"Vielmehr, erwiderte R. Nathan b. Hoša͑ja, meint er es wie folgt: all diejenigen, deren Töchter ein Priester nicht heiraten darf, wenn nämlich ein Proselyt eine Proselytin geheiratet hat, nach R. Elie͑zerb. Ja͑qob, dürfen mit einander heiraten. –\n",
"Ist es denn eine stichhaltige Regel, daß diejenigen, deren Töchter ein Priester nicht heiraten darf, einander erlaubt sind, wenn ein Entweihter eine Jisraélitin geheiratet hat, darf ein Priester seine Tochter nicht heiraten, und ihm sind jene verboten!? – Das ist kein Einwand; nach R. Dostaj b. Jehuda. –\n",
"Wenn ein Entweihter eine Entweihte geheiratet hat, darf ja ein Priester seine Tochter nicht heiraten, und ihm sind jene verboten!? Und wieso ferner, wenn sie es dürfen, jenen verboten, wenn ein Proselyt die Tochter eines Jisraéliten geheiratet hat, darf ein Priester seine Tochter heiraten, und ihm sind jene erlaubt!?\n",
"Vielmehr, erwiderte R. Naḥman im Namen des Rabba b. Abuha, hier besteht ein Unterschied zwischen ihnen hinsichtlich [der Heirat] zwischen einem Hurenkinde von einer Schwester und einem Hurenkinde von einer Ehefrau.\n",
"Der erste Autor ist der Ansicht, auch das Hurenkind von einer Schwester gelte als Hurenkind, und R. Jehuda ist der Ansicht, das Hurenkind von einer Ehefrau heiße Hurenkind, das von einer Schwester heiße nicht Hurenkind. –\n",
"Was lehrt er uns damit, dies wurde ja bereits gelehrt!? Ein Hurenkind ist derjenige, der durch einen verbotenen [Verkehrerzeugt] ist – so R. A͑qiba.\n",
"Šimo͑n der Temanite sagt, wegen dessen man sich der himmlischen Ausrottung schuldig macht, und die Halakha ist nach ihm zu entscheiden. R. Jehošua͑ sagt, wegen dessen man sich der göttlichen Todesstrafe schuldig macht.\n",
"Vielmehr, erwiderte Raba, ein Unterschied besteht zwischen ihnen bei einem a͑mmonitischen und moabitischenProselyten, und er meint es wie folgt: all diejenigen, die in die Gemeinde nicht kommen dürfen, nämlich ein a͑mmonitischer oder ein moabitischer Proselyt, dürfen mit einander heiraten. –\n",
"Wieso heißt es demnach, R. Jehuda verbietees!? – Er meint es wie folgt: obgleich R. Jehudadie Heirat eines Proselyten mit einem Hurenkinde verbietet; dies gilt nur von einem Proselyten, der in die Gemeinde kommen darf, nicht aber von einem a͑mmonitischen und einem moabitischen Proselyten, die in die Gemeinde nicht kommen dürfen.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn ein a͑mmonitischer oder moabitischer Proselyt, ein Miçri, ein Edomiter, ein Samaritaner, ein Nathin, ein Entweihter oder ein Hurenkind im Alter von neun Jahren und einem Tageeiner Priesterstochter, einer Levitin oder einer Jisraélitin beigewohnt hat, so hat er sie bemakelt. R. Jose sagt, dessen Nachkommenschaft bemakelt ist, bemakle und dessen Nachkommenschaft nicht bemakelt ist, bemakle nicht. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt:\n"
],
[
"dessen Tochter du heiraten darfst, dessen Witwedarfst du heiraten, und dessen Tochter du nicht heiraten darfst, dessen Witwe darfst du nicht heiraten. \n",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen dem ersten Autor und R. Jose? R. Joḥanan erwiderte: Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen bei einem Miçri zweiterGeneration. Beide folgern es vom [Verbote] des Hochpriestersmit einer Witwe: \n",
"Der erste folgert: wie beim Hochpriester mit einer Witwe; beim Hochpriester mit einer Witwe ist der Beischlaf verboten, und er bemakelt, ebenso bemakelt auch jeder andere, bei dem der Beischlaf verbotenist. \n",
"R. Jose aber folgert: wie beim Hochpriester mit einer Witwe; beim Hochpriester mit einer Witwe ist die Nachkommenschaft bemakelt, und er bemakelt, ebenso bemakelt auch jeder andere, dessen Nachkommenschaft bemakelt ist, ausgenommen ein Miçri zweiter Generation, dessen Nachkommenschaft nicht bemakelt ist, denn es heißt:Kinder, die ihnen geboren werden, die dritte Generation, darf in die Gemeinde des Herrn kommen. – \n",
"«R. Šimo͑n b. Gamliél sagt: dessen Tochter du heiraten darfst, dessen Witwe darfst du heiraten, und dessen Tochter du nicht heiraten darfst, dessen Witwe darfst du nicht heiraten.» Welchen Unterschied gibt es zwischen R. Jose und R. Šimo͑n b. Gamliél? U͑la erwiderte: Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen bei einem a͑mmonitischen oder moabitischen Proselyten. Beide folgern es vom [Verbote] des Hochpriesters mit einer Witwe. \n",
"R. Jose folgert: wie beim Hochpriester mit einer Witwe; beim Hochpriester mit einer Witwe ist die Nachkommenschaft bemakelt, und er bemakelt, ebenso bemakelt auch jeder andere, dessen Nachkommenschaft bemakelt ist. \n",
"R. Šimo͑n b. Gamliél aber folgert: wie beim Hochpriester mit einer Witwe; beim Hochpriester mit einer Witwe ist die ganze Nachkommenschaft bemakelt, ebenso auch jeder andere, dessen ganze Nochkommenschaft bemakelt ist, auch die weibliche, ausgenommen der a͑mmonitische und der moabitische Proselyt, dessen weibliche Nachkommenschaft in die Gemeinde kommen darf, denn der Meister sagte:A͑mmoniter, nicht aber eine A͑mmoniterin, Moabiter, nicht aber eine Moabiterin.\n",
"R. Ḥisda sagte: Alle stimmen überein, daß die Witwe eines Menschen aus einer Mischfamiliefür Priester bemakelt sei. Der erleichterndste unter all diesen Autoren ist ja R. Šimo͑n b. Gamliél, und er sagt: dessen Tochter du heiraten darfst, dessen Witwe darfst du heiraten, und dessen Tochter du nicht heiraten darfst, dessen Witwe darfst du nicht heiraten; dies schließt wohl die Witwe eines Menschen aus einer Mischfamilie aus, daß sie für Priester bemakelt sei. \n",
"Dies schließt die Autoren der folgenden Lehre aus: R. Jehošua͑ und R. Jehuda b. Bethera bekundeten, daß die Witwe eines Menschen aus einer Mischfamilie für Priester tauglich sei. – Aus welchem Grunde? – Hierbei besteht ein doppelter Zweifel, und ein doppelter Zweifel ist erleichternd zu entscheiden.\n",
"ZWEIFELLOSE MIT ZWEIFELLOSEN DÜRFEN DIES. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Die Halakha ist wie R. Elie͑zer. Als ich dies Šemuél vortrug, sprach er zu mir: Hillel lehrt, daß zehn Geburtskasten aus Babylonien heraufgezogen, und daß siemit einander erlaubt seien, und du sagst, die Halakha sei wie R. Elie͑zer!? – \n",
"Ich will auf einen Widerspruch hinweisen, in dem Rabh sich mit sich selbst befindet, und auf einen Widerspruch, in dem Šemuél sich mit sich selbst befindet. Es wurde gelehrt: Wenn eine Verlobte schwanger ist, so ist das Kind, wie Rabb sagt, ein Hurenkind, und wie Šemuél sagt, ein Verschwiegener. \n",
"Rabh sagt, das Kind sei ein Hurenkind, und ihm ist ein Hurenkind erlaubt; Šemuél sagt, das Kind sei ein Verschwiegener, und ihm ist ein Hurenkind verboten. – Wende es um: Rabh sagt, das Kind sei ein Verschwiegener, und Šemuél sagt, das Kind sei ein Hurenkind. – \n",
"Wozu ist beides nötig? – Dies ist nötig. Würde nur jenes gelehrt worden sein, so könnte man glauben, Rabh vertrete seine Ansicht nur da, weil die Mehrheit sie nicht bemakelt macht, hierbeiaber, wo die Mehrheit sie bemakelt macht, pflichte er Šemuél bei. \n",
"Und würde nur dieses gelehrt worden sein, so könnte man glauben, Rabh vertrete seine Ansicht nur hierbei, weil es auf den Verlobten zurückzuführenist, da aber pflichte er Šemuél bei. Daher ist beides nötig. \n",
"Wenn du willst, sage ich: tatsächlich brauchst du es nicht umzuwenden, denn die Worte Rabhs, es sei ein Hurenkind, besagen nicht, daß ihm ein Hurenkind erlaubt sei, sondern, daß ihm eine Jisraélitin verboten sei; Šemuél sagt, das Kind sei ein Verschwiegener, und ihm ist eine Jisraélitin verboten. – Demnach sagt er ja dasselbe, was Rabh!? – Vielmehr, unter Verschwiegener ist zu verstehen, man bringe seinen Anspruch auf das Priestertumzum Schweigen. – \n",
"Selbstverständlich, wenn man sogar seinen Anspruch auf das Jisraélitentum zum Schweigenbringt, um wieviel mehr, daß man seinen Anspruch auf das Priestertum zum Schweigen bringt!? – Vielmehr, unter Verschwiegener ist zu verstehen, man bringe seinen Anspruch auf das Vermögen seines Vaters zum Schweigen. – Selbstverständlich, weiß man denn, wer sein Vater ist!? – In dem Falle, wenn er es eingehaschthat. \n",
"Wenn du aber willst, sage ich: unter Verschwiegener ist Untersuchterzu verstehen; man untersuche seine Mutter, und wenn sie sagt, sie sei von einem Unbemakelten beschlafen worden, so ist sie glaubhaft. – Also nach R. Gamliél, und dies sagte ja Šemuél bereits einmal!? Wir haben nämlich gelernt: Wenn sie schwanger ist, und man sie fragt, welches Bewenden es mit ihrer Geburt habe, und sie erwidert, von jenem Manne, der Priester ist, so ist sie, wie R. Gamliél und R. Elie͑zer sagen, glaubhaft, und wie R. Jehošua͑ sagt, nicht glaubhaft. Hierzu sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie R. Gamliél. – \n",
"Dies ist nötig; aus jener Lehre könnte man entnehmen, nur wenn die Mehrheit sie nicht bemakelt macht, nicht aber hierbei, wo die Mehrheit sie bemakeltmacht, so lehrt er uns.\n",
"Es wird gelehrt: Ebenso sagte R. Elea͑zar, ein Samaritaner dürfe keine Samaritanerin heiraten. – Aus welchem Grunde? R. Joseph erwiderte: Man hat ihn einem Proselyten der zehnten Generationgleichgestellt. Es wird nämlich gelehrt: Einem Proselyten ist bis zur zehnten Generation ein Hurenkind erlaubt, von da ab ist ihm ein Hurenkind verboten.\n",
"Manche sagen, bis der Name des Götzendienstes und der Nichtjudenschaft sich bei ihm verloren hat. \n",
"Abajje sprach zu ihm: Es ist ja nicht gleich; da ist er ein eingebürgerter Proselyt und sie ein neuesHurenkind, und man könnte sagen, er sei ein Jisraélit und heirate ein Hurenkind, hierbei abergleichen sie ja einander!? Vielmehr, als R. Dimi kam, sagte er, R. Elea͑zar sei der Ansicht R. Jišma͑éls, \n"
],
[
"und R. Jišma͑él sei der Ansicht R. A͑qibas. R. Elea͑zar ist der Ansicht R. Jišma͑éls, welcher sagt, die Samaritaner seien Löwenproselyten, und R. Jišma͑él ist der Ansicht R. A͑qibas, welcher sagt, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave eine Jisraélitinbeschlafen hat, sei das Kind ein Hurenkind. – \n",
"Ist denn R. Jišma͑él der Ansicht R. A͑qibas, R. Joḥanan sagte ja im Namen R. Jišma͑éls: Woher, daß, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave eine Priesterstochter, eine Levitin oder eine Jisraélitin beschlafen hat, er sie bemakelt habe? Es heißt:wenn die Tochter eines Priesters verwitwet oder geschieden wird und keine Kinder hat, \n",
"nur von einem, bei dem es Witwenschaft und Scheidung gibt, ausgenommen ein Nichtjude und ein Sklave, bei denen es keine Witwenschaft und keine Scheidung gibt. \n",
"Wenn man nun sagen wollte, er sei der Ansicht R. A͑qibas, so ist ja sogar [das Kind] ein Hurenkind, und selbstverständlich, daß er sie durch den Beischlafbemakle!? – \n",
"Vielmehr, R. Elea͑zar ist der Ansicht R. Jišma͑éls, welcher sagt, die Samaritaner seien Löwenproselyten, und er ist der Ansicht R. A͑qibas, welcher sagt, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave eine Jisraélitin beschlafen hat, sei das Kind ein Hurenkind. – \n",
"Ist denn R. Elea͑zar der Ansicht R. A͑qibas, R. Elea͑zar sagte ja, obgleich die Schule Šammajs und die Schule Hillels über die Nebenbuhlerinnenstreiten, so stimmen sie überein, daß [das Kind] nur dann ein Hurenkind sei, wenn [der Beischlaf] ein Inzestverbot und mit der Ausrottung belegtist!? – \n",
"Vielmehr, als Rabin kam, sagte er im Namen des R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans, und wie manche sagen, im Namen des R. Abba b. Zabhda im Namen R. Ḥaninas, und wie manche sagen, im Namen des R. Ja͑qob b. Idi im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi, hierüberbestehen drei verschiedene Ansichten. \n",
"R. Jišma͑él ist der Ansicht, die Samaritaner seien Löwenproselyten, und die Priester, die sich mit ihnen vermischt haben, waren bemakelte Priester. Es heißt nämlich:und sie machten aus einem Teile unter ihnen Priester der Anhöhen, und Rabba b. Bar Ḥana erklärte im Namen R. Joḥanans, aus den Dornendes Volkes, und sie gelten deshalb als bemakelt. \n",
"R. A͑qiba ist der Ansicht, die Samaritaner seien wahrhafte Proselyten, und die Priester, die sich mit ihnen vermischt haben, waren unbemakelt. Es heißt nämlich: und sie machten aus einem Teile von ihnen Priester der Anhöhen, und Rabba b. Bar Ḥana erklärte im Namen R. Joḥanans, von den Auserwähltendes Volkes. – Weshalb hat man sie demnach verboten? – Weil sie an den Verlobten die Schwagerehe vollzogen\n"
],
[
" und die Verheiratetendavon befreiten. Sie legen [den Schriftvers] wie folgt aus:die Frau des Verstorbenen soll nicht außerhalb, eines fremden Mannes werden; die außerhalbweilt, darf nicht eines fremden Mannes werden, die nicht außerhalb weilt, darf eines fremden Mannes werden. \n",
" R. A͑qiba vertritt hierbei seine Ansicht, denn er sagt, der aus einem mit einem Verbote belegten [Beischlaf Erzeugte] sei ein Hurenkind. \n",
" Manche sagen, weil sie in den Genauigkeiten der Gebote nicht kundigsind. Und R. Idi b. Abin sagte, unter ‘manche’ sei R. Elie͑zer zu verstehen, denn es wird gelehrt: Das Ungesäuerte eines Samaritaners ist erlaubt und man genügt damit seiner Pflichtam Pesaḥfeste. R. Elie͑zer verbietet dies, weil sie in den Genauigkeiten der Gebote nicht kundig sind. R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Jedes Gebot, das die Samaritaner halten, beachten sie genauer als die Jisraéliten. – \n",
" Was heißt hierbeinicht kundig? – Sie sind im Gesetze von der Antrauung und der Scheidung nichtkundig. \n",
" R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Hurenkinder von einer Schwester und von der Frau eines Bruders sind unter ihnen vermischt. – Was lehrt er uns damit? – Daß der von einem mit der Ausrottung belegten [Beischlafe Erzeugte] ein Hurenkind sei. – Sollte er nur eineslehren!? – So war der Sachverhalt. \n",
" Raba sagte: Sklaven und Sklavinnen sind unter ihnen vermischt. – Das Verbot besteht ja wegen der Sklavinnen, somit sollte er nur eineslehren!? – So war der Sachverhalt.\n",
"WER EINE PRIESTERSTOCHTER ZUR FRAU NIMMT, UNTERSUCHEVIER MÜTTER, DIE ACHTSIND: IHRE MUTTER, DIE MUTTER IHRER MUTTER, DIE MUTTER DES VATERS IHRER MUTTER, DEREN MUTTER, DIE MUTTER IHRES VATERS, DEREN MUTTER, DIE MUTTER DES VATERS IHRES VATERS UND DEREN MUTTER; BEI EINER LEVITIN UND EINER JISRAÉLITIN IST NOCH EINE HINZUZUFÜGEN. v\n",
"MAN UNTERSUCHE NICHT ÜBER DEN ALTARHINAUS, NOCH ÜBER DIE ESTRADEHINAUS, NOCH ÜBER DAS SYNEDRIUMHINAUS. DIEJENIGEN, VON DENEN BEKANNT IST, DASS IHRE VORFAHREN GEMEINDEBEAMTEODER ALMOSENEINNEHMER WAREN, DÜRFEN [IHRE TÖCHTER] AN PRIESTER VERHEIRATEN UND BRAUCHEN NICHT UNTERSUCHT ZU WERDEN. \n",
"R. JOSE SAGT, AUCH WER IN DER RICHTERLISTEVON SEPPHORIS AUFGEFÜHRT IST. R. ḤANINA B. ANTIGONOS SAGT, AUCH WER IN DER LISTE DES KÖNIGLICHEN HEERES AUFGEFÜHRT IST.\n",
"GEMARA. Weshalb sind Frauen zu untersuchenund Männer nicht zu untersuchen? – Wenn Frauen einander beschimpfen, so werfen sie sich inzestuöse Dinge vor, und auch wenn ihnen etwasanhaftet, wird dies nicht bekannt, wenn aber Männer mit einander zanken, so werfen sie sich die Herkunft betreffende Dinge vor, und wenn ihnen etwas anhaftet, wird dies bekannt. – \n",
"Sollte auch sie seine [Familie]untersuchen!? Dies wäre somit eine Stütze für Rabh, denn R. Jehuda sagte im Namen Rabhs, den Unbemakelten ist es nicht verboten worden, von Bemakelten geheiratetzu werden.\n",
"R. Ada b. Ahaba lehrte: Vier Mütter, die zwölfsind. In einer Barajtha wird gelehrt: Vier Mütter, die sechzehnsind. Allerdings ist die Lehre des R. Ada b. Ahaba \n"
],
[
"auf eine Levitin und eine Jisraélitinzu beziehen, die Barajtha aber, sollte siestreiten? – Nein, unter ‘noch eine’ ist noch ein Paar zu verstehen.\n",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Dies ist die Ansicht R. Meírs, die Weisen aber sagen, jede Familie befinde sichim Zustande der Makellosigkeit. – Dem ist ja aber nicht so, R. Ḥama b. Gorja sagte ja im Namen Rabhs, unsere Mišna spreche von dem Falle, wenn über ihn eine Anfechtung vorhandenist!? – Wer das einelehrte, lehrte das andere nicht. \n",
"Manche lesen: R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Dies ist die Ansicht R. Meírs, die Weisen aber sagen, jede Familie befinde sich im Zustande der Makellosigkeit. Hierzu sagte R. Ḥama b. Gorja im Namen Rabhs: Wenn über eine [Familie] eine Anfechtung vorhanden ist, so muß sie untersucht werden.\n",
"MAN UNTERSUCHE NICHT ÜBER DEN ALTAR HINAUS. Aus welchem Grunde? – Wenn man ihn nicht untersucht hätte, würde man ihn nicht hinaufgebracht haben. NOCH ÜBER DIE ESTRADE HINAUS. Aus welchem Grunde? – Der Meister sagte: dasaßen die [Untersuchenden der] Herkunft der Priester und der Leviten.\n",
"NOCH ÜBER DAS SYNEDRIUM HINAUS. Aus welchem Grunde? R. Joseph lehrte: Wie das Gericht hinsichtlich der Gerechtigkeit rein sein muß, ebenso muß es von jedem Makel rein sein. Meremar sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:alles an dir ist schön, meine Traute, kein Makel ist an dir. – \n",
"Vielleicht ein wirkliches Gebrechen!? R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: Die Schrift sagt:sie sollen sich da mit dir aufstellen, mit dir, die dir gleichen. – \n",
"Vielleicht wegen der Göttlichkeit!? R. Naḥman erwiderte: Die Schrift sagt:sie sollen mit dir tragen, die dir gleichen.\n",
"DIEJENIGEN, VON DENEN BEKANNT IST, DASS IHRE VORFAHREN GEMEINDEBEAMTE &C. Demnach werden Bemakelte nicht als solche eingesetzt, und dem widersprechend wird gelehrt, jeder sei zulässig, in Geldangelegenheiten zu richten, und nicht jeder sei zulässig, in Todesstrafsachen zu richten, und auf unsere Frage, was das ‘jeder’ einschließe, erwiderte R. Jehuda, dies schließe ein Hurenkind ein!? Abajje erwiderte: In Jerušalem. Ebenso lehrte R. Šimo͑n b. Zera im [Traktate von der] Trauung nach [Rezension] Levis: in Jerušalem.\n",
"ALMOSENEINNEHMER WAREN, DÜRFEN VERHEIRATEN. Aus welchem Grunde? Weil sie mit den Leuten zanken, denn der Meister sagte, man pfände wegen der Almosenbeiträge, selbst am Vorabend des Šabbaths, und wenn ihnen etwasanhaftet, wird dies bekannt.\n",
"Der Wirt des R. Ada b. Ahaba, der Proselyt war, stritt mit R. Bebaj; einer sagte, er wolle die Aufsicht über die Stadt übernehmen, und der andere sagte, er wolle die Aufsicht über die Stadt übernehmen. Als sie hierauf zu R. Joseph kamen, sprach er zu ihnen: Es wird gelehrt:Du sollst einen König über dich setzen, aus der Mitte deiner Brüder; in jedes Amt, das du zu besetzen hast, darfst du nur einen aus der Mitte deiner Brüder einsetzen. \n",
"R. Ada b. Ahaba sprach zu ihm: Auch wenn seine Mutter von Jisraéliten stammt? – Dann heißt dies: aus der Mitte deiner Brüder. Daher mag R. Bebaj, der ein bedeutender Mann ist, sich mit den religiösen Dingen befassen, und der Meister befasse sich mit den städtischen Angelegenheiten. Abajje sagte: Wer einen Gelehrtenjünger bei sich wohnen haben will, wähle einen, wie R. Ada b. Ahaba, damit er seine Interessen wahrnehme. \n",
"R. Zera bemühte sich mit ihnen. Rabba b. Abuha bemühte sich mit ihnen. Im Westen stellten sie aus ihnen nicht einmal einen Maßaufseher an. In Nehardea͑ stellten sie aus ihnen nicht einmal einen Zisternenaufseher an.\n",
"R. JOSE SAGT, AUCH &C. Aus welchem Grunde? Sie waren beim Eintragen vorsichtig.\n",
"R. ḤANINA B. ANTIGONOS &C. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Dies gilt von den Truppen des Davidischen Hauses. R. Joseph sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:und ihre Verzeichneten im Kriegsheere. – Aus welchem Grunde? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Damit ihre Verdienste und die Verdienste ihrer Vorfahren ihnen beistehen. – \n",
"Unter ihnenwar ja Çeleq der A͑mmoniter, der wahrscheinlich von A͑mmon stammte!? – Nein, er wohnte in A͑mmon. – Unter ihnen war ja Urija der Ḥitti, der wahrscheinlich von Ḥeth stammte!? – Nein, er wohnte in Ḥeth. – \n",
"Unter ihnen war ja Itaj der Gitti!? Wolltest du sagen, auch er wohnte in Gath, so sagte ja R. Naḥman: Ittaj der Gitti kam und entheiligte sie!? \n",
"Ferner sagte R. Jehuda im Namen Rabhs: David hatte vierhundert Kinder, es waren Kinder von den schönenFrauen; alle schoren sie sich Qomiund trugen Nackenlocken, fuhren in goldenen Wagen und gingen an der Spitze von Raubtruppen; diese waren die Faustmänner des Davidischen Hauses. – Sie gingen nur zur Einschüchterung.vi\n"
],
[
"DIE TOCHTER EINES MÄNNLICHEN ENTWEIHTEN IST EWIG FÜR PRIESTER BEMAKELT. WENN EIN JISRAÉLIT EINE ENTWEIHTE GEHEIRATET HAT, SO IST SEINE TOCHTERFÜR PRIESTER UNBEMAKELT; WENN ABER EIN ENTWEIHTER EINE JISRAÉLITIN GEHEIRATET HAT, SO IST SEINE TOCHTER FÜR PRIESTER BEMAKELT. R. JEHUDA SAGT, DIE TOCHTER EINES MÄNNLICHEN PROSELYTENGLEICHE DER TOCHTER EINES MÄNNLICHEN ENTWEIHTEN. \n",
"R. ELIÉZER B. JA͑QOB SAGT, WENN EIN JISRAÉLIT EINE PROSELYTIN GEHEIRATET HAT, SEI SEINE TOCHTER FÜR PRIESTER UNBEMAKELT, WENN EIN PROSELYT EINE JISRAÉLITIN GEHEIRATET HAT, SEI SEINE TOCHTER FÜR PRIESTER UNBEMAKELT, WENN ABER EIN PROSELYT EINE PROSELYTIN GEHEIRATET HAT, SEI SEINE TOCHTER FÜR PRIESTER BEMAKELT. SOWOHL VON EINEM PROSELYTEN ALS AUCH VON EINEM FREIGELASSENEN SKLAVEN GILT DIES, SELBST BIS ZUR ZEHNTEN GENERATION; NURWENN SEINE MUTTER VON JISRAÉL STAMMT. R. JOSE SAGT, AUCH WENN EIN PROSELYT EINE PROSELYTIN GEHEIRATET HAT, SEI SEINE TOCHTER FÜR PRIESTER UNBEMAKELT.\n",
"GEMARA. Was heißt ewig? – Man könnte glauben, wie bei einem Miçri und einem Edomiten; wie diese bis nach dreiGenerationen, ebenso auch jener bis nach drei Generationen, so lehrt er uns.\n",
"WENN EIN JISRAÉLIT EINE ENTWEIHTE &C. Woher dies? R. Joḥanan erwiderte im Namen R. Šimo͑ns: Hierbei heißt es:daß er seine Nachkommenschaft nicht entweihe unter seinem Volke, und dortheißt es: nicht soll der Herr unter seinem Volke sich verunreinigen, wie dort nur Männerund nicht Frauen, ebenso auch hierbei nur Männer und nicht Frauen. – \n",
"Demnach sollte doch die Tochter des Hochpriesterserlaubt sein!? – Es heißt ja nicht ‘seinen Sohn’, sondern ‘seine Nachkommenschaft’: daß er nicht seine Nachkommenschaft unter seinem Volke entweihe. – \n",
"Sollte aber die Tochter seines Sohneserlaubt sein!? – Es heißt: daß er seine Nachkommenschaft nicht entweihe, womit seine Nachkommenschaft mit ihm verglichen wird; wie seine Tochter bemakelt ist, ebenso ist die Tochter seines Sohnes bemakelt. – Demnach sollte auch die Tochter seiner Tochter verboten sein!? – Welche Bedeutung hätte dann [der Schluß durch] Wortanalogie!?\n",
"WENN ABER EIN ENTWEIHTER EINE JISRAÉLITIN GEHEIRATET HAT, SO IST SEINE TOCHTER BEMAKELT. Er lehrt ja bereits im Anfangsatze, die Tochter eines männlichen Entweihten sei ewig für Priester bemakelt!? – Da er den Fall lehrt, wenn ein Jisraélit eine Entweihte geheiratet hat, so lehrt er auch den Fall, wenn ein Entweihter eine Jisraélitin geheiratet hat. – \n",
"Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht des R. Dostaj b. Jehuda, denn es wird gelehrt: R. Dostaj b. Jehuda sagte: Wie Jisraéliten ein Reinigungsbad für weibliche Entweihtesind, so sind Jisraélitinnen ein Reinigungsbad für männliche Entweihte. – Was ist der Grund des R. Dostaj b. Jehuda? – Die Schrift sagt: daß er seine Nachkommenschaft nicht entweihe unter seinem Volke, nur unter einem Volkeentweiht er, unter zwei Völkern aber entweiht er nicht.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Daß er seine Nachkommenschaft nicht entweihe; ich weiß dies von seiner Nachkommenschaft, woher dies von ihr selbst? Ich will dir sagen, es ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn seine Nachkommenschaft, die keine Sünde begangen hat, entweiht wird, um wieviel mehr sie selbst, die eine Sündebegangen hat. \n",
"Aber von ihm selbst ist ja [das Entgegengesetzte] zu beweisen: er hat eine Sünde begangen und wird nicht entweiht!? – Wohl er, weil er auch in anderen Fällennicht entweiht wird, während sie in anderen Fällen entweiht wird. \n",
"Wenn du aber dagegen einwenden willst, so sagt die Schrift: daß er seine Nachkommenschaft nicht entweihe, es soll die nicht entweiht werden, die makellos war und nun entweihtwird. – \n",
"Was heißt: wenn du dagegen einwenden willst? – Man könnte glauben, es sei zu erwidern: wohl seine Nachkommenschaft, weil deren Erschaffung durch Sünde erfolgt ist, so sagt die Schrift: daß er nicht entweihe, es soll die nicht entweiht werden, die makellos war und nun entweiht wird.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Eine Entweihte ist diejenige, die von Bemakelten geboren wurde. – Was heißt bemakelt, wollte man sagen, wenn sie für ihnbemakelt ist, so ist ja die wiedergeheiratete Geschiedenefür ihn bemakelt, die Kinder aber sind unbemakelt, denn nur von ihr heißt es Gräuel, nicht aber sind die Kinder ein Gräuel!? \n",
"R. Jehuda erwiderte: Er meint es wie folgt: eine Entweihte ist diejenige, die von für Priester Bemakelten geboren wurde. – Wieso nur, wenn sie geboren wurde, nicht aber, wenn sie nicht geboren wurde, die Witwe und die Geschiedene sind ja nicht als solche geboren, und werden [durch ihn] entweiht!? \n",
"Rabba erwiderte: Er meint es wie folgt: eine genannte Entweihte, die niemals unbemakelt war, ist diejenige, die von für Priester Bemakelten geboren wurde. – Was heißt genannt? R. Jiçḥaq b. Abin erwiderte: Er meint es wie folgt: eine Entweihte, von der die Tora spricht und nicht durch Forschung der Gelehrten gefolgert zu werden braucht, ist diejenige, die von für Priester Bemakelten geboren wurde.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn dreimal eine Witwe, so ist er nur einmal schuldig, wenn dreimal eine Geschiedene, so ist er nur einmal schuldig, \n",
"wenn eine Witwe, Geschiedene, Entweihte und Hure, so ist er, falls in dieserReihenfolge, wegen jeder besonders schuldig, und falls sie zuerst gehurt hat und nachher entweiht, geschieden und verwitwet wurde, nur einmal schuldig.\n",
"Der Meister sagte: Wenn dreimal eine Witwe, so ist er nur einmal schuldig. Was heißt: [dreimal] eine Witwe, wollte man sagen, wenn er die Witwe Reúbens, die Witwe Šimo͑ns und die Witwe Levis beschlafen hat, wieso ist er nur einmal schuldig, \n"
],
[
"es sind ja verschiedene Personen [und verschiedene Namen]!? \n",
"Und wenn er eine Witwe dreimal beschlafen hat, in welchem Falle: hat man ihn nichtgewarnt, so ist es ja selbstverständlich, daß er nur einmal schuldig ist, \n",
"doch wohl, wenn man ihn jedesmal gewarnt hat. Wieso ist er nur einmal schuldig, wir haben ja gelernt, wenn ein Nazirden ganzen Tag Wein trinkt, und man zu ihm jedesmal sagt, daß er nicht trinke, sei er wegen jedes Males schuldig!? – \n",
"In dem Falle, wenn es die Witwe Reúbens ist, die vorher die Witwe Šimo͑ns und vorher die Witwe Levis war. Man könnte glauben, es komme auf die Verschiedenheit der Namenan, so lehrt er uns, daß es auf die Verschiedenheit der Personen ankomme, was hierbei nicht der Fall ist.\n",
"«Wenn eine Witwe, Geschiedene, Entweihte und Hure.» Welcher Ansicht ist dieser Autor: ist er der Ansicht, ein Verbot erstrecke sich auf Verbotenes, so sollte es auch von dem Falle gelten, wenn es umgekehrt erfolgt ist, und ist er der Ansicht, ein Verbot erstrecke sich nicht auf Verbotenes, so sollte es auch nicht von dem Falle gelten, wenn es in dieser Reihenfolge erfolgt ist!? \n",
"Raba erwiderte: Dieser Autor ist der Ansicht, ein Verbot erstrecke sich nicht auf Verbotenes, wohl aber das hinzufügendeVerbot. \n",
"Die Witwe ist dem Hochpriester verboten, und einem gemeinen Priester erlaubt, somit gilt sie als Geschiedene, da bei ihr hinsichtlich eines gemeinen Priestersdas Verbot erweitert ist, auch dem Hochpriester gegenüber als Erweiterungdes Verbotes. Aber da diese noch Hebe essen darf, so gilt die Entweihte, da bei ihr hinsichtlich des Essens von Hebe das Verbot erweitert ist, auch dem Hochpriester gegenüber als Erweiterung des Verbotes. – \n",
"Welche Hinzufügung des Verbotes gibt es bei der Hure? R. Ḥana b. R. Qaṭṭina erwiderte: Weil die Bezeichnung Hurerei auch für einen Jisraéliten bemakelt macht.\n",
"Ein Jünger lehrte vor R. Šešeth: Von der es nehme er heißt, heißt es auch nehme er nicht, und von der es nicht nehme er heißt, heißt es auch nicht nehmeer nicht; ausgenommen ist der Fall, wenn der Hochpriester seine verwitwete Schwester beschlafenhat. \n",
"Dieser sprach zu ihm: Dies hast du wohl von R. Šimo͑n, welcher sagt, das Verbot erstrecke sich nicht auf das Verbotene. Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n sagte: Wer am Versöhnungstage Aas gegessen hat, istfrei. Wenn nach den Rabbanan, so sagen sie ja, das Verbot erstrecke sich auf das Verbotene. – \n",
"Du kannst auch sagen, nach den Rabbanan, denn sie sagen nur, ein schwereres Verbot erstrecke sich auf ein leichteres Verbot, nicht aber erstreckt sich ein leichteres Verbot auf ein schwereresVerbot. \n",
"Manche lesen: Dies nach den Rabbanan, welche sagen, das Verbot erstrecke sich auf das Verbotene, denn sie sagen nur, ein schwereres Verbot erstrecke sich auf ein leichteres Verbot, nicht aber erstreckt sich ein leichteres Verbot auf ein schwereres Verbot. Nach R. Šimo͑n aber, nach dem sogar ein schwereres Verbot auf ein leichteres Verbot sich nicht erstreckt, ist dies ja von einem leichteren Verbot auf ein schwereres Verbot selbstverständlich. – \n",
"Man könnte glauben, beim Verbote für die Priesterschaft verhalte es sich anders, so lehrt er uns.\n",
"R. Papa sprach zu Abajje: Wenn ein Jisraélit seine Schwester beschläft, so macht er sie zur Hure; macht er sie aber auch zur Entweihten oder nicht? \n",
"Sagen wir, es sei [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn sie durch einen mit einem Verbote belegten [Beischlaf] zur Entweihten wird, um wieviel mehr durch einen mit der Ausrottung belegten, oder aber wird sie Entweihte nur durch ein die Priesterschaft betreffendesVerbot? Dieser erwiderte: Sie wird Entweihte nur durch ein die Priesterschaft betreffendes Verbot. \n",
"Raba sagte: Woher das, was die Rabbanan gesagt haben, Entweihte werde sie nur durch ein die Priesterschaft betreffendes Verbot? Es wird gelehrt: Sollte doch beim Hochpriester die Geschiedene nicht genannt werden, und ich würde es[durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere vom gemeinen Priester gefolgert haben: wenn sie sogar einem gemeinen Priester verboten ist, um wieviel mehr dem Hochpriester. Sie wird aber deshalb genannt [um anzudeuten:] wie für einen gemeinen Priester die Geschiedene von der Hure und der Entweihten getrennt ist, ebenso ist sie für den Hochpriester von jenen getrennt. – \n",
"Selbstverständlich, sollte er denn wenigersein!? – Vielmehr, wie für einen gemeinen Priester die Geschiedene von der Hure und der Entweihten getrennt ist, ebenso ist für den Hochpriester die Witwe von der Geschiedenen, der Entweihten und der Hure getrennt. \n",
"Die Entweihtewird bei ihm deshalb genannt, [um anzudeuten,] daß sie nur durch ein die Priesterschaft betreffendes Verbot Entweihte werde. Die Hure wird bei ihm deshalb genannt: bei diesem heißt es Hure und bei jenemheißt es Hure, wie die Nachkommenschaft von diesem entweiht ist, ebenso ist auch die Nachkommenschaft von jenementweiht. \n",
"R. Aši sagte: Daher macht ein Priester, der seine Schwester beschläft, \n"
],
[
"sie zur Hure und nicht zur Entweihten, und wenn er sie wiederum beschläft, so macht er sieauch zur Entweihten.\n",
"R. Jehuda sagte: Wenn ein Hochpriester eine Witwe[heiratet], so erhält er zweimal Geißelhiebe, einmal wegen:er soll nicht nehmen, und einmal wegen:daß er nicht entweihe. – Sollte er Geißelhiebe erhalten auch wegen: daß er seine Nachkommenschaft nicht entweihe!? – Wenn er den Beischlaf nicht vollendet hat. \n",
"Raba wandte ein: Wenn eine Witwe und Geschiedene, so erhält er Geißelhiebe wegen zweier Benennungen. Doch wohl nur wegen zweier Benennungen und nicht mehr!? – \n",
"Nein, zwei Benennungen bei dem einen [Verbote] und zwei Benennungen beim anderen [Verbote]. – \n",
"Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: wenn eine Geschiedene und Ḥaluça, so ist er nur einmalschuldig!? – Er meint es wie folgt: er ist nur wegen des einen schuldig, aber tatsächlich wegen beider Verbote. – \n",
"Ist ihm denn die Ḥaluça nur rabbanitisch [verboten], es wird ja gelehrt: Geschiedene, ich weiß dies nur von der Geschiedenen, woher dies von der Ḥaluça? Es heißt: und eine Frau!? – Rabbanitisch, und der Schriftvers ist nichts weiter als eine Anlehnung.\n",
"Abajje sagte: Hat er siesich angetraut, so erhält er Geißelhiebe, hat er sie beschlafen, so erhält er [wiederum] Geißelhiebe. Hat er sie sich angetraut, so erhält er Geißelhiebe wegen: er soll nicht nehmen; hat er sie beschlafen, so erhält er Geißelhiebe wegen: daß er nicht entweihe. Raba sagte: Hat er sie beschlafen, so erhält erGeißelhiebe, hat er sie nicht beschlafen, so erhält er keine Geißelhiebe, denn er darf sie deshalb nicht nehmen, damit er nicht entweihe. \n",
"Abajje pflichtet jedoch hinsichtlich der Wiedernahme einer Geschiedenen bei, daß, wenn er sie sich nur angetraut und nicht beschlafen hat, er keine Geißelhiebe erhalte, denn der Allbarmherzige sagt:daß sie seine Frau werde, was hierbei nicht der Fall ist. \n",
"Ferner pflichtet Raba bei, daß, wenn der Hochpriester eine Witwe nur beschlafen und sie sich nicht angetraut hat, er Geißelhiebe erhalte, denn der Allbarmherzige sagt: daß er seine Nachkommenschaft nicht entweihe, und er hat sie entweiht. Und ferner pflichten beide hinsichtlich der Wiedernahme einer Geschiedenen bei, daß, wenn er sie nur beschlafen und sich nicht angetraut hat, er keine Geißelhiebe erhalte, denn die Tora hat nur die Heirat verboten.\n",
"R. JEHUDA SAGT, DIE TOCHTER EINES MÄNNLICHEN PROSELYTEN GLEICHE DER TOCHTER EINES ENTWEIHTEN. Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Die Tochter eines männlichen Proselyten gleicht der Tochter eines männlichen Entweihten. Dies ist auch durch einen Schluß zu folgern: wenn die Tochter eines Entweihten, der von einem reinen Tropfen kommt, bemakelt ist, um wieviel mehr ist die Tochter eines Proselyten, der von einem unreinen Tropfen kommt, bemakelt. \n",
"[Erwidert man:] wohl die des Entweihten, weil seine Erschaffung in Sünde erfolgtist, so ist vom Hochpriester mit einer Witwe [das Entgegengesetzte] zu beweisen: seine Erschaffung ist nicht in Sünde erfolgt, und seine Tochter ist bemakelt; \n",
"[erwidert man:] wohl die des Hochpriesters von einer Witwe, weil der Beischlaf sündhaft war, so ist vom Entweihten [das Entgegengesetzte]zu beweisen. \n",
"Die Replikation wiederholt sich nun: die Eigenheit des einen gleicht nicht der des anderen; das Gemeinsame bei ihnen ist, daß sie sich von der Mehrheit der Gemeindeunterscheiden, somit ist auch der Proselyt einzuschließen, er unterscheidet sich ebenfalls von der Mehrheit der Gemeinde, und seine Tochter ist bemakelt. – \n",
"Aber das Gemeinsame bei ihnen ist ja, daß ihnen eine Sünde anhaftet!? – \n",
"Sage nicht, vom Hochpriester mit einer Witwe sei [das Entgegengesetzte] zu beweisen, sondern von einem Miçri erster Generation ist [das Entgegengesetzte]zu beweisen. \n",
"[Erwidert man:] wohl die des Miçri erster Generation, weil er nicht in die Gemeinde kommendarf, so ist vom Entweihten [das Entgegengesetzte] zu beweisen. \n",
"Die Replikation wiederholt sich nun: die Eigenheit des einen gleicht nicht der Eigenheit des anderen; das Gemeinsame bei ihnen ist, daß sie sich von der Mehrheit der Gemeinde unterscheiden, und die Tochter ist bemakelt, somit ist auch der Proselyt einzuschließen, er unterscheidet sich von der Mehrheit der Gemeinde, und seine Tochter ist bemakelt. – \n",
"Aber das Gemeinsame bei ihnen ist ja, daß sie [eine Frau] durch den Beischlaf bemakeln!? – Auch ein Proselyt bemakelt [eine Frau] durch den Beischlaf, und er folgert es durch denselben Schluß.\n",
"R. ELIE͑ZER B. JA͑QOB SAGT &C. EIN PROSELYT. Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte: Eine Proselytin unter drei Jahren und einem Tageist für Priester unbemakelt, denn es heißt:aber Kinder unter den Weibern laßt für euch leben, und auch Pinḥaswar unter ihnen. – Und die Rabbanan!? – Laßt für euch leben, als Sklaven und Mägde. \n",
"Alle folgern sie es aus einem Schriftverse:und eine Witwe und eine Geschiedene sollen sie sich nicht zu Frauen nehmen, sondern Jungfrauen vom Samen des Hauses Jisraél. R. Jehuda ist der Ansicht, nur wenn der ganze Samen von Jisraélist; R. Elie͑zer b. Ja͑qob ist der Ansicht, vom Samen, auch ein Teildes Samens; \n",
"R. Jose ist der Ansicht, wenn der Samen in Jisraél gesäetwurde; und R. Šimo͑n b. Joḥaj ist der Ansicht, wenn ihre Jungfernschaft in Jisraél gepflanzt worden ist.\n",
"R. Naḥman sprach zu Raba: \n"
],
[
"Dieser Schriftvers spricht am Anfang von Hochpriesterund am Schlusse von einem gemeinenPriester!? Dieser erwiderte: Allerdings. – \n",
"Pflegt diesin der Schrift zu erfolgen!? – Freilich, so heißt es:die Leuchte Gottes war noch nicht erloschen und Šemuél lag im Tempel des Herrn, und da das Sitzen im Tempelhofe nur Königen aus dem Davidischen Hause erlaubt war, so [ist dies zu verstehen:] die Leuchte Gottes war noch nicht erloschen, im Tempel des Herrn, und Šemuél lag, auf seinem Platze.\n",
"Und eine Witwe, die verwitwet ist von einem Priester, mögen sie nehmen. Nur von einem Priester, nicht aber von einem Jisraéliten!? – Er meint es wie folgt: von einem Priester mögen sie nehmen, andere Priestermögen sie nehmen. Ebenso wird auch gelehrt: Von einem Priester mögen sie nehmen, andere Priester mögen sie nehmen. \n",
"R. Jehuda erklärte: Von solchen, die [ihre Töchter] an Priester verheiraten dürfen, mögen sie nehmen. R. Jehuda vertritt hierbei seine Ansicht, denn er sagt, die Tochter eines männlichen Proselyten gleiche der Tochter eines männlichen Entweihten; dessen Tochter du nehmen darfst, dessen Witwe darfst du nehmen, und dessen Tochter du nicht nehmen darfst, dessen Witwe darfst du nicht nehmen.\n",
"R. JOSE SAGT, AUCH WENN EIN PROSELYT EINE PROSELYTIN GEHEIRATET HAT. R. Hamnuna sagte im Namen U͑las: Die Halakha ist wie R. Jose. Ebenso sagte auch Rabba b. Bar Ḥana, die Halakha sei wie R. Jose. Seitdem der Tempel zerstört ist, haben jedoch die Priester sich eine Vornehmheit beigelegt, nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob. \n",
"R. Naḥman sagte: Hona sagte mir folgendes: wenn jemand um Rat fragen kommt, so entscheide man ihm nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob, hat er bereits geheiratet, so bringe man sie von ihm nicht fort, nach R. Jose.\n",
"WENN JEMAND SAGT: DIESER MEIN SOHN IST EIN HURENKIND, SO IST ER NICHTGLAUBHAFT, UND SELBST WENN BEIDEÜBER DIE GEBURT IN IHREM LEIBE SAGEN, ES SEI EIN HURENKIND, SIND SIE NICHT GLAUBHAFT. R. JEHUDA SAGT, SIE SEIEN GLAUBHAFT.\n",
"GEMARA. Was heißt: selbst beide? – Jenes ist selbstverständlich; selbstverständlich er nicht, da er es nicht sicher weiß, aber auch sie, die es sicher weiß, ist nicht glaubhaft. Und selbstverständlich sind sie in dem Falle nicht glaubhaft, wo ein bisheriger Zustand der Makellosigkeit vorhandenist, aber auch hinsichtlich der Geburt, bei der kein bisheriger Zustand der Makellosigkeit vorhanden ist, sind sie nicht glaubhaft.\n",
"R. JEHUDA SAGT, SIE SEIEN GLAUBHAFT. Wie gelehrt wird:Anerkennen, anderen gegenüber anerkennen. Hieraus folgert R. Jehuda, ein Mensch sei glaubhaft, wenn er sagt: dieser mein Sohn ist Erstgeborener. Und wie ein Mensch glaubhaft ist, wenn er sagt: dieser mein Sohn ist Erstgeborener, ebenso ist er glaubhaft, wenn er sagt: dieser ist der Sohn einer Geschiedenen, dieser ist der Sohn einer Ḥaluça. Die Weisen sagen, er sei nicht glaubhaft. \n",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach zu Raba: Erklärlich ist [das Wort] anerkennen nach R. Jehuda, wozu aber heißt es anerkennen nach den Rabbanan!? – Wenn ein Anerkennen erforderlichist. – \n",
"Wohl deshalb, um ihm einen doppelten Anteilzu gewähren; wozu ist hierfür ein Schriftvers nötig, dies ist ja selbstverständlich, kann er denn nicht, wenn er es will, ihm ein Geschenkmachen!? – \n",
"Hinsichtlich der Güter, die ihm späterzufallen. – \n",
"Wozu ist nach R. Meír, welcher sagt, man könne das zueignen, was noch nicht auf der Weltist, [das Wort] anerkennen nötig? – Hinsichtlich solcher, die ihm zufallen, während er im Sterben liegt.\n",
"WENN JEMAND SEINEM BEAUFTRAGTEN DEN AUFTRAG ERTEILT HAT, SEISE TOCHTER ANZUTRAUEN, UND DARAUF GEHT UND SIE SELBERANTRAUT, SO IST, FALLS SEINE ANTRAUUNG ZUERST ERFOLGT IST, SEINE GÜLTIG, UND FALLS DIE DES BEAUFTRAGTEN ZUERST ERFOLGT IST, SEINE GÜLTIG; IST ES NICHT BEKANNT,\n"
],
[
" SO MÜSSEN BEIDE IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GEBEN, UNDWENN SIE WOLLEN, GEBE IHR EINER EINEN SCHEIDEBRIEF UND DER ANDERE HEIRATE SIE. \n",
" EBENSO IST, WENN EINE FRAU IHREM BEAUFTRAGTEN DEN AUFTRAG ERTEILT HAT, FÜR SIE IHRE ANTRAUUNG IN EMPFANG ZU NEHMEN, UND SICH DARAUF SELBER ANTRAUEN LIESS, FALLS IHRE EIGENE ANTRAUUNG ZUERST ERFOLGT IST, IHRE EIGENE GÜLTIG, UND FALLS DIE DES BEAUFTRAGTEN ZUERST ERFOLGT IST, SEINE GÜLTIG; IST DIES NIGHT BEKANNT, SO MÜSSEN BEIDE IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GEBEN, UND WENN SIE WOLLEN, GEBE IHR EINER EINEN SCHEIDEBRIEF UND DER ANDERE HEIRATE SIE.\n",
"GEMARA. Und beides ist nötig. Würde er es nur von ihm gelehrt haben, so könnte man glauben, weil ein Mann in der Genealogie kundig ist, eine Frau aber ist darin nicht kundig, daher sei ihre Antrauungungültig. \n",
"Und würde er es nur von ihr gelehrt haben, so könnte man glauben, weil eine Frau bei der Verheiratung vorsichtigist, [der Vater] aber mache sich nichtsdaraus. Daher ist beides nötig.\n",
"Es wurde gelehrt: Wenn der Vater sie unterwegs angetraut und sie selbst sich in der Stadt angetrauthat, und sie mannbarist, so ist sie, wie Rabh sagt, mannbar voruns, Šemuél aber sagt, man berücksichtige die Antrauung beider. – \n",
"Wann, wenn innerhalb der sechs[Monate], wieso sagt Rabh, sie stehe mannbar vor uns, sie ist ja erst jetzt mannbar geworden, und wenn nach den sechs [Monaten], wieso sagt Šemuél, daß man die Antrauungen beider berücksichtige, Šemuél sagte ja, zwischen dem Mädchenalter und dem der Mannbarkeit gebe es nur sechsMonate!? – \n",
"In dem Falle, wenn die Antrauung am letzten Tage der sechs [Monate] erfolgtist. Rabh sagt, sie stehe mannbar vor uns, und da sie jetzt mannbar ist, so war sie auch morgens mannbar; Šemuél sagt, sie habe erst jetzt die Pubertätszeichen bekommen. – \n",
"Womit ist es nach Šemuél hierbei anders als bei [der Lehre vom] Tauchbade!? Wir haben nämlich gelernt: Wenn ein Tauchbad nachgemessen und unvollständigbefunden wird, so ist alles, was durch dieses Reinheit erlangt hat, ob auf Privatgebiet oder auf öffentlichemGebiete, rückwirkend unrein. – \n",
"Anders ist es da; man sage, das Unreine sed in seinem Zustande zu belassen und nehme an, es sei kein Untertauchenerfolgt. – \n",
"Im Gregenteil, belasse man doch das Tauchbad in seinem Zustande und nehme an, es war nicht unvollständig!? – Es ist ja unvollständig vor dir. – Auch hierbei steht sie ja mannbar vor dir!? – Sie ist erst jetzt mannbar geworden. – Auch da ist es erst jetzt unvollständig geworden!? – \n",
"Da sind zwei [Momente]verschlechternd, hierbei aber eines. – \n",
"Womit ist es nach Šemuél hierbei anders als bei [der Lehre vom] Fasse!? Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand ein Faß [Wein] untersucht hat, um von diesem die Hebezu entrichten, und fortgegangen ist, und er nachher sauer befundenwird, so besteht bezüglich dreier Tagekein Zweifel, hinsichtlich der übrigen aber ist es zweifelhaft. \n",
"Und auf unseren Hinweis auf den Widerspruch zwischen [der Lehre vorn] Fasse und [der Lehre vom] Tauchbade, weshalb esin der einen entschieden und in der einen zweifelhaft sei, erwiderte \n",
"R. Ḥanina aus Sura, der Autor [der Lehre] vom Fasse sei R. Šimo͑n, nach dem auch beim Tauchbade ein Zweifel obwaltet. \n",
"Es wird nämlich gelehrt: So ist alles, was durch dieses Reinheit erlangt hat, einerlei ob auf Privatgebiet oder auf öffentlichem Gebiete, rückwirkend unrein; R. Šimo͑n sagt, auf öffentlichem Gebiete rein, auf Privatgebiet zweifelhaft. \n",
"Nach den Rabbanan aber gilt es rückwirkend als unverzehntet!? – Anders ist es da; man sage, das Unverzehntete sei bei seinem Zustande zu belassen und nehme an, es sei nicht zubereitet worden. – \n",
"Im Gegenteil, belasse man doch den Wein bei seinem Zustande und nehme an, er war nicht sauer!? – Er ist ja sauer vor dir. – Auch hierbei steht sie ja mannbar vor uns!? – Sie ist erst jetzt mannbar geworden. – Auch da ist er erst jetzt sauer geworden!? – \n",
"Da sind zwei [Momente]verschlechternd, hierbei aber eines.\n",
"Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaím streiten: \n"
],
[
"Wer bringt aus dem Besitzevon wem!? \n",
"Er bringt es aus ihrem Besitzeohne Beweis, sie aber bringen es nicht ohne Beweisaus seinem Besitze – so R. Ja͑qob; R. Nathan sagt, ist er gesund, habe er den Beweis anzutreten, daß er dann sterbenskrank war, und ist er sterbenskrank, haben sie den Beweis anzutreten, daß er dann gesundwar. \n",
"Es wäre nun anzunehmen, daß Rabh der Ansicht R. Nathans und Šemuél der Ansicht R. Ja͑qobs sei. – Rabh kann dir erwidern: meine Ansicht gilt auch nach R. Ja͑qob, denn R. Ja͑qob vertritt seine Ansicht nur da, weil man sage, das Geld sei im bisherigen Besitzezu belassen, aber kann man etwa hierbei sagen, der Körper sei in seinem bisherigen Zustandezu belassen!? \n",
"Und auch Šemuél kann erwidern: meine Ansicht gilt auch nach R. Nathan, denn R. Nathan vertritt seine Ansicht nur da, weil man sage, die ganze Welt befindet sich im Zustande des Gesundseins, und wer sich aus diesem Zustande bringen will, habe den Beweis anzutreten, aber bringt man sie etwa hierbei aus dem [allgemeinen] Zustande!?\n",
"Es wäre anzunehmen, daß sie [denselben Streit führen], wie die folgenden Tannaím: Wenn ihr Vater sie unterwegs angetraut und sie selbst sich in der Stadt angetraut hat, und sie mannbar ist, so ist sie, wie das Eine lehrt, mannbar vor uns, und wie ein Anderes lehrt, berücksichtige man die Antrauungen beider. Doch wohl das Eine wie Rabh und das Andere wie Šemuél. – \n",
"Nein, beide wie Šemuél, nur gilt das eine von dem Falle wenn sie ihm widerspricht, und das andere, wenn sie ihm nicht widerspricht. – \n",
"Es ist wohl anzunehmen, daß, wie diese Lehren nicht mit einander streiten, auch die Amoräer nicht mit einander streiten? – Glaubst du? R. Joseph, Sohn des R. Menasja aus Devil, traf einst eine Entscheidung nach Rabh, und Šemuél rügte es, indem er sprach: Allen anderen hat man eswohl mit einem kleinen Maße zugemessen und diesem Jünger mit einem großen Maße!? Wieso rügte er es, wenn du sagen wolltest, sie streiten nicht, \n",
"jener traf ja die Entscheidung in einem Falle, wo sie ihm widersprach!? \n",
"Mar Zuṭra sprach zu R. Aši: Folgendes sagte Amemar: die Halakha ist wie Šemuél. R. Aši aber sagte, die Halakha sei wie Rabh. Und die Halakha ist wie Rabh.\n",
"WENN JEMAND MIT SEINER FRAU IM ÜBERSEELANDE VERREIST WAR, UND MIT FRAU UND KINDERN HEIMKEHRT UND SAGT: DAS IST DIE FRAU, DIE MIT MIR IM ÜBERSEELANDE VERREIST WAR, UND DAS SIND IHRE KINDER, SO BRAUCHT ER WEDER FÜR DIE FRAU NOCH FÜR DIE KINDER EINEN BEWEISANZUTRETEN; [SAGTER:] SIE IST GESTORBEN UND DIES SIND IHRE KINDER, SO MUSS ER EINEN BEWEIS ANTRETEN FÜR DIE KINDER, NICHT ABER FÜR DIE FRAU. xi[SAGT ER:] \n",
"DIESE FRAU HABE ICH IM ÜBERSEELANDE GEHEIRATET UND DAS SIND IHRE KINDER, SO MUSS ER EINEN BEWEIS ANTRETEN FÜR DIE FRAU, NICHT ABER FÜR DIE KINDER; [SAGT ER:] SIE IST GESTORBEN UND DIES SIND IHRE KINDER, SO MUSS ER EINEN BEWEIS ANTRETEN SOWOHL FÜR DIE FRAU ALS AUCH FÜR DIE KINDER.\n",
"GEMARA. Rabba b. R. Hona sagte: In allen Fällen, wenn sie an ihr hangen.\n",
"Die Rabbanan lehrten: [Sagt jemand:] ich habe im Überseelande eine Frau genommen, so muß er einen Beweis antreten für die Frau, nicht aber für die Kinder; er muß einen Beweis antreten für die großen, nicht aber für die kleinen. Dies gilt nur von einer Frau, bei zwei Frauen aber muß er einen Beweis antreten sowohl für die Frau als auch für die Kinder, sowohl für die großen als auch für die kleinen. \n",
"Reš Laqiš sagte: \n"
],
[
"Diesgilt nur hinsichtlich des Geheiligtender Provinz, nicht aber hinsichtlich des [Priester]standes. R. Joḥanan aber sagt, auch hinsichtlich des [Priester]standes. \n",
"R. Joḥanan vertritt hierbeiseine Ansicht, denn R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Auf Grund des bisherigen Zustandeserfolgt die Geißelung, auf Grund des bisherigen Zustandes erfolgt die Steinigung und die Verbrennung, nicht aber ist auf Grund des bisherigen Zustandes Hebezu verbrennen. \n",
"Auf Grund des bisherigen Zustandes erfolgt die Geißelung, nach R. Jehuda, denn R. Jehuda sagte: Wenn sie bei ihren Nachbarinnen als Menstruierendegilt, erhält ihr Ehemann ihretwegen Geißelhiebe wegen [Beschlafung] einer Menstruierenden. \n",
"Auf Grund des bisherigen Zustandes erfolgt die Steinigung und die Verbrennung, nach Rabba b. R. Hona, denn Rabba b. R. Hona sagte: Wenn Mann und Frau, Knabe und Mädchen zusammen im Hauseleben, so sind sie wegen einander zu steinigenoder zu verbrennen. \n",
"R. Šimo͑n b. Pazi sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi im Namen des Bar Qappara: Einst kam nach Jerušalem eine Frau mit einem Kinde auf der Schulter, das siegroßzog. Später beschlief er sie, und man brachte sie vor das Gericht und steinigte sie. Nicht weil er sicher ihr Sohnwar, sondern weil er an ihr hing. \n",
"Man verbrenne keine Hebe auf Grund des bisherigen Zustandes. R. Šimo͑n b. Laqiš sagt nämlich, man verbrenne sie auf Grund des bisherigen Zustandes, und R. Joḥanan sagt, man verbrenne sie nicht. Sie vertreten hierbei ihre Ansichten, denn wir haben gelernt: Wenn ein Kind mit Teig in der Hand neben dem Teige angetroffen wird, so ist er nach R. Meír rein und nach den Weisen unrein, weil es die Art eines Kindes ist, herumzuwühlen. \n",
"Und auf die Frage nach dem Grunde R. Meírs [wurde erklärt,] er sei der Ansicht, zwar pflegt die Mehrheit der Kinder herumzuwühlen und nur die Minderheit nicht herumzuwühlen, da aber der Teig sich bisher im Zustande der Reinheit befand, so verbinde man die Minderheit mit dem bisherigen Zustande, und die Mehrheit ist suspekt. – Und die Rabbanan!? – Die Minderheit gilt als nicht vorhanden, und von Mehrheit und bisherigem Zustande ist die Mehrheit bedeutender. \n",
"Hierzu sagte Reš Laqiš im Namen R. Ošajas, dies sei eine Annahme, woraufhin man Hebe verbrenne, und R. Joḥanan sagte, dies sei keine Annahme, woraufhin man Hebe verbrenne. – \n",
"Auf Grund welcher Annahme verbrenne man Hebe nach R. Joḥanan? – Wie wir gelernt haben: Wenn Teig sich in einem Hause befindet, in dem Kriechtiere und Frösche sich befinden, und im Teige Stückchengefunden werden, so ist er, wenn es mehr Kriechtieresind, unrein, und wenn es mehr Frösche sind, rein. \n",
"Übereinstimmend mit R. Joḥanan wird gelehrt: Es gibt zwei Fälle, wobei kein vernünftiges Wesen zum Befragenvorhanden ist, und die Weisen haben sie so behandelt, als wäre ein vernünftiges Wesen zum Befragenvorhanden. Der Fall vom Kinde und noch einer. – \n",
"Über den Fall vom Kinde haben wir eben gesprochen; welcher ist der andere? – Wenn Teig sich in einem Hause befindet, in dem Hühner und unreine Flüssigkeiten sich befinden, \n"
],
[
"und im Teige Löchersind, so befindet er sich in der Schwebe: weder darf man ihn essen nochverbrennen. \n",
"R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Dies gilt nur von weißen Flüssigkeiten, wenn es aber rote Flüssigkeiten sind, so ist, wenn sie daran gepickt haben, dies zu merken. – Vielleicht hat der Teig sie eingesogen!? \n",
"R. Joḥanan erwiderte: Berabbi hat dies gehört, die Erklärung aber hat er nicht gehört. Dies gilt nur von klaren Flüssigkeiten, in denen das Spiegelbild eines Kindes zu erkennen ist, nicht aber von trüben Flüssigkeiten.\n",
"xiiEIN MANN DARF NICHT MIT ZWEI FRAUEN ALLEIN SEIN, WOHL ABER DARF EINE FRAU MIT ZWEI MÄNNERN ALLEIN SEIN. R. ŠIMO͑N SAGT, AUCH EIN MANN DÜRFE MIT ZWEI FRAUEN ALLEIN SEIN, WENN SEINE FRAU MIT IHM IST; AUCH DARF ER MIT IHNEN IN EINER HERBERGE SCHLAFEN, WEIL SEINE FRAU IHN BEWACHT. MAN DARF ALLEIN SEIN MIT SEINER MUTTER UND MIT SEINER TOCHTER, AUCH MIT IHNEN BEI BERÜHRUNG DES LEIBES SCHLAFEN; SIND SIE ERWACHSEN, SO SCHLAFE SIE IN IHREM GEWANDE UND ER IN SEINEM GEWANDE.\n",
"GEMARA. Aus welchem Grunde? – In der Schule des Elijahu wurde gelehrt, weil Frauen leichtsinnig sind. – \n",
"Woher dies? R. Joḥanan sagte im Namen R. Jišma͑éls: Wo ist in der Schrift das Verbot des Beisammenseins angedeutet? Es heißt:wenn dich dein Brader, der Sohn deiner Mutter, verlockt; \n",
"kann etwa nur der Sohn einer Mutter verlocken und nicht der Sohn eines Vaters? Dies besagt vielmehr, daß nur ein Sohn mit seiner Mutter allein sein dürfe, sonst aber ist das Alleinsein mit jeder in der Tora verbotenen Frau verboten. – \n",
"Wie ist der Schriftvers nach seinem einfachen Sinnezu erklären? Abajje erwiderte: Von jenem ist es selbstverständlich; selbstverständlich ist dies vom Sohne des Vaters, der ihm gehässig istund ihm schlechte Ratschläge erteilt, man könnte aber glauben, dem Sohne einer Mutter, der ihm nicht gehässig ist, gehorche man, so lehrt er uns. – \n",
"Es wäre anzunehmen, daß unsere Mišna nicht die Ansicht Abba Šaúls vertritt, denn es wird gelehrt: [Ein Kind] bis zu dreißig Tagen wird auf dem Arme hinausgetragenund durch eine Frau und zwei Männerbegraben, nicht aber durch einen Mann und zwei Frauen; Abba Šaúl sagt, auch durch einen Mann und zwei Frauen. – \n",
"Du kannst auch sagen, die des Abba Šaúl, denn bei der Trauer ist der böse Trieb gebrochen. \n",
"Die Rabbanan aber sind der Ansicht R. Jiçḥaqs, denn R. Jicḥaq sagte:Was klagt der Mensch, der lebt, der Mann über seine Sünden; selbst wenn ein Mensch zu klagen hat, bemächtigt sich seiner der böse Trieb. – Und Abba Šaúl!? – Der Schriftvers spricht von dem, der über sein Schicksal klagt, und er ist wie folgt zu verstehen: Wieso klagt er über sein Schicksal, hat er sich etwa seiner Sünden bemächtigt!? Bescheide er sich mit dem Leben, das ich ihm gegeben habe. – \n",
"Und die Rabbanan!? – Wegen jenes Falles mit einer Frau, die [ein solches] hinausgebrachthatte.\n",
"WOHL ABER EINE FRAU. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Dies gilt nur von Keuschen, mit Ausgelassenen aber, nicht einmal, wenn es zehn sind. Einst ereignete es sich, daß zehn [Männer eine Frau] in einer Bahrehinaustrugen. R. Joseph sagte: Dies ist auch zu beweisen; zehn Personen tun sich zusammen und stehlen einen Balken, ohne daß sich einer vor dem anderen schämt. \n",
"Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Man gibt ihmzwei Schriftgelehrte mit, weil er ihr unterwegs beiwohnen könnte. Nur Schriftgelehrte, nicht aber gewöhnliche Menschen. – Nein, deshalb Schriftgelehrte, weil sie \n"
],
[
"ihn zu warnenwissen. \n",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Dies nur in der Stadt, unterwegs aber müssen es drei sein, denn wenn einer austreten muß, würde der andere mit der Unzucht allein bleiben. Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Man gibt ihm zwei Schriftgelehrte mit, weil er ihr unterwegs beiwohnen könnte. Zwei und er sind drei. – Nein, hierbei aus dem Grunde, damit Zeugen vorhanden sind.\n",
"Einst gingen Rabh und R. Jehuda auf dem Wege und eine Frau ging vor ihnen. Da sprach Rabh zu R. Jehuda: Hebe deine Füßehinweg vor dem Fegefeuer. Dieser entgegnete: Der Meister ist es ja, welcher sagt, mit Keuschen sei eserlaubt!? Jener erwiderte: Wer sagt, daß dies von Keuschen wie ich und du gelte!? – Von welchen denn? – Von solchen, wie R. Ḥanina b. Papiund seine Genossen.\n",
"Rabh sagte: Wegen des Beisammenseins ist zu geißeln, nicht aber ist wegen des Beisammenseins [die Frau] verboten. R. Aši sagte: Dies gilt nur vom Beisammensein mit einer Ledigen, nicht aber vom Beisammensein mit einer Verheirateten, damit man nicht ihre Kinder ins Gerede bringe. \n",
"Mar Zuṭra ließ geißeln und esbekannt machen. R. Naḥman aus Parhaṭjasprach zu R. Aši: So lasse doch der Meister ebenfalls geißeln und es bekannt machen. Dieser erwiderte: Mancher erfährt das eine und nicht das andere.\n",
"Rabh sagte: Man lasse geißeln wegen des schlechtenGerüchtes, denn es heißt:nicht so, meine Söhne, denn nicht gut ist das Gerücht. Mar Zuṭra ließ einem solchen einen Halfter auf die Schulter legen und vor ihm vorlesen: nicht so, meine Söhne.\n",
"Rabba sagte: Ist ihr Mann in der Stadt, so ist das Beisammensein nicht zu berücksichtigen. R. Joseph sagte: Ist eine Tür nach der Straße geöffnet, so ist das Beisammensein nicht zu berücksichtigen. Einst kam R. Bebaj zu R. Joseph, und nachdem sie gegessen hatten, sprach er zu ihnen: Nehmt die Leitervor Bebaj fort. – Rabba sagte ja aber, wenn ihr Mann in der Stadt ist, sei das Beisammensein nicht zu berücksichtigen!? – Anders verhielt es sich bei R. Bebaj, denn sie war mit ihm befreundet und daher vertraut.\n",
"R. Kahana sagte: Befinden sich die Männer außerhalb und die Frauen innerhalb, so ist das Beisammensein nicht zu berücksichtigen, wenn aber die Männer innerhalb und die Frauen außerhalb, so ist das Beisammensein zu berücksichtigen. \n",
"In einer Barajtha wird entgegengesetzt gelehrt. Abajje sagte: Da nun R. Kahana so lehrt und die Barajtha entgegengesetzt lehrt, so wollen wir erschwerend entscheiden. \n",
"Abajje ließeine Reihe Krüge aufstellen. Raba ließ eine Reihe Rohrstäbe aufstellen. Abajje sagte: Die Wunde des Jahres ist das Fest.\n",
"Einst wurden gefangene [Frauen] nach Nehardea͑ gebracht; da logierte man sie bei R. A͑mram dem Frommen ein und nahm vor ihnen die Leiter fort. Als eine von ihnen vorüberging und ein Lichtstrahl durch die Lukefiel, nahm R. A͑mram die Leiter und stieg hinauf. Diese vermochten zehn Personen nicht zu tragen, er aber trug sie ganz allein. \n",
"Als er die Hälfte der Leiter erreichte, blieb er stehen und rief mit lauter Stimme: Feuer bei A͑mram! Da kamen die Rabbanan heran. Sie sprachen zu ihm: Wir schämen uns deiner. Er aber erwiderte ihnen: Lieber schämt euch des A͑mram auf dieser Welt, als daß ihr euch seiner in der zukünftigen Welt schämet. Hierauf beschwor er ihn, aus ihm zu fahren, und er fuhr aus ihm wie eine Feuersäule hinaus. Da sprach er zu ihm: Siehe, du bist Feuer und ich Fleisch, doch bin ich stärker als du.\n",
"R. Meír pflegte über die Sünder zu spotten. Eines Tages erschien ihm der Satan als Weib auf der anderen Seite des Stromes, und da keine Fähre zum Übersetzen da war, ergriff er die Stegleine und ging hinüber. Als er die Hälfte der Stegleine erreichte, verließ ihn jener, indem er sprach: Hätte man im Himmel nicht ausgerufen, mit R. Meír und seiner Gesetzeskunde vorsichtig zu sein, so würde ich dein Blut mit zwei Maa͑eingeschätzt haben.\n",
"R. A͑qiba pflegte über die Sünder zu spotten. Eines Tages erschien ihm der Satan als Weib auf der Spitze einer Palme. Da erfaßte er die Palme und stieg hinauf. Als er die Hälfte der Palme erreichte, verließ ihn jener, indem er sprach: Hätte man im Himmel nicht ausgerufen, mit R. A͑qiba und seiner Gesetzeskunde vorsichtig zu sein, würde ich dein Blut mit zwei Maa͑ eingeschätzt haben.\n",
"Pelemo pflegte täglich zu sagen: Ein Pfeil in die Augen des Satan! Einst erschien er bei ihm an einem Vorabend des Versöhnungstages als Bettler und klopfte an die Tür. Da brachte man ihm Brot hinaus. Er aber sprach: An einem Tage wie heutebefindet sich jeder innen, ich aber muß draußen sein. Da ließ man ihn eintreten und reichte ihm Brot. Hierauf sprach er: An einem Tage wie heute sitzt jeder am Tische, ich aber muß allein stehen! Da ließen sie ihn herantreten und am Tische sitzen. Sein Körper war mit Grinden und Blattern bedeckt und er handhabte an diesen ekelerregend herum. Da sprach er zu ihm: \n"
],
[
"Sitz anständig. Hierauf bat er, ihm einen Becher einzuschenken, und als man ihm einen Becher reichte, hustete er und warf den Schleim hinein. Jene schrien ihn an, und er fiel hin und stellte sich tot. Hierauf hörten sie rufen: Pelemo hat einen Menschen getötet, Pelemo hat einen Menschen getötet! Da lief er fort und versteckte sich im Aborte; jener aber folgte ihm und fiel vor ihm hin. Als er sah, wie er litt, gab er sich zu erkennen und sprach zu ihm: Weshalb sprichst du so!? – Wie soll ich sagen!? Jener erwiderte: So spreche der Meister: der Allbarmherzige möge den Satan anfahren!\n",
"R. Ḥija b. Aši pflegte stets, wenn er aufs Gesichtfiel, zu sprechen: der Allbarmherzige schütze mich vor dem bösen Triebe! Als eines Tages seine Frau dies hörte, sprach sie: Es sind bereits viele Jahre her, daß er sich von mir zurückgezogen hat, wozu spricht er dies!? \n",
"Eines Tages saß er im Garten und studierte; da putzte sie sich aus und ging einmal und wiederum an ihm vorüber. Da fragte er sie: Wer bist du? Sie erwiderte: Ich bin Ḥirthaund bin heute heimgekehrt. Nachdem sie ihn aufgefordert hatte, sprach sie zu ihm: Hole mir jenen Granatapfel von der Wipfelspitze. Da kletterte er hinauf und holte ihn ihr. \n",
"Als er nach Hause kam, heizte seine Frau den Ofen; da stieg er hinein und setzte sich hin. Sie sprach zu ihm: Was soll dies!? Er erwiderte: Das und das ist geschehen. Hierauf sprach sie: Ich war es. Er glaubte ihr aber nicht, bis sie ihm ein Zeichen gab. Alsdann sprach er zu ihr: Immerhin war meine Absicht eine sündhafte. Dieser Fromme fastete dann während seines ganzen Lebens, bis er daran starb. \n",
"Es wird nämlich gelehrt:Ihr Mann hat sie aufgehoben, und der Herr wird ihr verzeihen. Die Schrift spricht von einer Frau, die ein Naziratgelobt, und ihr Mann, als er davon erfuhr, es ihr aufgehoben hat, sie aber, ohne gewußt zu haben, daß ihr Mann es ihr aufgehoben hat, Wein getrunken und sich an Toten verunreinigthat. \n",
"Wenn R. A͑qiba an diesen Vers herankam, weinte er, indem er sprach: Wenn die Tora von einem, der Schweinefleisch essen wollte und Schaffleisch ihm in die Hand gekommen ist, sagt, er benötige der Sühne und der Vergebung, um wieviel mehr derjenige, der Schweinefleisch essen wollte und Schweinefleisch ihm in die Hand gekommen ist. \n",
"Desgleichen heißt es:und er es nicht wußte und sich verschuldet, so trage er seine Sünde. Wenn R. A͑qiba an diesen Schriftvers herankam, weinte er: wenn die Tora von dem, der Fett essen wollte und Talg ihm in die Hand gekommen ist, sagt: und er es nicht wußte und sich verschuldet, so trage er seine Sünde, um wieviel mehr derjenige, der Talg essen wollte und Talg ihm in die Hand gekommen ist. Isi b. Jehuda sagte: Und er es nicht wußte und sich verschuldet, so trage er seine Sünde; hierüber sind die Betrübten betrübt.\n",
"MAN DARF ALLEIN SEIN MIT SEINER MUTTER. R. Jehuda sagte im Namen R. Asis: Man darf mit seiner Schwester allein sein, und mit seiner Mutter und seiner Tochter [auch permanent] wohnen. Als er dies Šemuél vortrug, sprach dieser zu ihm: Man darf mit keiner der in der Tora genannten Inzestuösen allein sein, nicht einmal mit einem Vieh. – \n",
"Wir haben gelernt: Man darf allein sein mit seiner Mutter und seiner Tochter, auch mit ihnen bei Berührung des Leibes schlafen. Dies ist eine Widerlegung Šemuéls!? – Šemuél kann dir erwidern: wie ist nach deiner Ansicht folgende Lehre zu erklären: Mit seiner Schwester, seiner Schwiegermutter und allen anderen in der Tora genannten Inzestuösen darf man nur vor Zeugen beisammen sein. Nur vor Zeugen, nicht aber ohne Zeugen!? \n",
"Vielmehr [streiten hierüber] Tannaím, wie gelehrt wird: R. Meír sagte: Paßt auf mich auf, wegen meinerTochter. R. Tryphon sagte: Paßt auf mich auf, wegen meiner Schwiegertochter. Da spottete ein Schüler über ihn. R. Abahu erzählte im Namen des R. Ḥanina b. Gamliél: Es vergingen nur wenige Tage, da strauchelte jener Schüler mit seiner Schwiegermutter.\n",
"«Nicht einmal mit einem Vieh.» Abajje hielṭ sievon der ganzen Wiese zurück. R. Šešeth zog vor ihnen eine Abgrenzung. Einst kam R. Ḥanan aus Nehardea͑ zu R. Kahana nach Pum Nahara, und als er ihn studieren und vor ihm ein Vieh stehen sah, sprach er zu ihm: Hält denn der Meister nichts von [der Lehre:] nicht einmal mit einem Vieh? Dieser erwiderte: Ich bemerkte es nicht.\n",
"Raba sagte: Man darf zusammen sein mit zwei Schwägerinnen, mit zwei Nebenbuhlerinnen, mit einer Frau und ihrer Schwiegermutter, mit einer Frau und der Tochter ihres Mannesund mit einer Frau und einem Kinde, das den Genuß des Beischlafes kennt, aber sich zum Beischlafe nicht hingibt.\n",
"SIND SIE ERWACHSEN, SO SCHLAFE ER IN SEINEM GEWANDE &C. Mit wieviel? R. Ada b. R. A͑za erwiderte im Namen R. Asis: Ein Mädchen mit neun Jahren und einem Tage, ein Knabe mit zwölf Jahren und einem Tage. Manche sagen: Ein Mädchen mit zwölf [Jahren] und einem Tage, ein Knabe mit dreizehn [Jahren] und einem Tage. Beide, sobald die Brüste gerundet sind und das Haar gewachsen. \n",
"Raphram b. Papa sagte im Namen R. Ḥisdas: Dies gilt nur von dem Falle, wenn sie sich nicht schämt, vor ihm nackt zu stehen, sobald sie sich aber schämt, vor ihm nackt zu stehen, ist es verboten, weil sie bereits vom Triebe ergriffen ist.\n",
"R. Aḥa b. Abba besuchte seinen Schwiegersohn R. Ḥisda und nahm die Tochter seiner Tochter in den Rockschoß. Da sprach dieser: Weiß der Meister nicht, daß sie bereits angetraut ist? Jener erwiderte: Du hast [eine Lehre] Rabhs übertreten, denn R. Jehuda sagte im Namen Rabhs, nach anderen R. Elea͑zar, es sei verboten, seine Tochter minderjährig anzutrauen, sondern erst wenn sie erwachsen ist und sagt, jenen wolle sie haben. – Auch der Meister hat ja [eine Lehre] Šemuéls übertreten, denn Šemuél sagte, man dürfe sich von einer Frau nicht bedienen lassen!? Jener erwiderte: Ich richte mich nach einer anderen Lehre Šemuéls, \n"
],
[
"denn Šemuél sagte, alles im Namen des Himmels.\n",
"xiiiEIN LEDIGER DARF NICHT KINDERLEHRER SEIN, EBENSO DARF EINE FRAU NICHT KINDERLEHRERIN SEIN. R. ELEA͑ZAR SAGT, AUCH WER KEINE FRAU HAT, DÜRFE NICHT KINDERLEHRER SEIN. xiv,1R. JEHUDA SAGT, EIN LEDIGER DÜRFE NICHT VIEHHIRT SEIN, AUCH DÜRFEN ZWEI LEDIGE NICHT UNTER EINER DECKE SCHLAFEN; DIE WEISEN ERLAUBEN DIES.\n",
"GEMARA. Aus welchem Grunde, wollte man sagen, wegen der Kinder, so wird ja gelehrt: Sie sprachen zu R. Jehuda: Die Jisraéliten sind weder der Päderastie noch der Bestialität verdächtig!? – Vielmehr, ein Lediger wegen der Mütter der Kinder, eine Frau wegen der Väter der Kinder.\n",
"R. ELEA͑ZAR SAGT, AUCH WER KEINE FRAU HAT &C. Sie fragten: Wer überhaupt keine Frau hat, oder dessen Frau nicht bei ihm weilt? – Komm und höre: Auch wer eine hat, die aber nicht bei ihm weilt, dürfe nicht Kinderlehrer sein.\n",
"R. Jehuda sagt, ein Lediger dürfe nicht Viehhirt sein &c. Es wird gelehrt: Sie sprachen zu R. Jehuda: Die Jisraéliten sind weder der Päderastie noch der Bestialität verdächtig.\n",
"WER BERUFLICH MIT FRAUEN ZU TUN HAT, SEI NICHT MIT FRAUEN ALLEIN. MAN LEHRE SEINEN SOHN KEIN FRAUENGEWERBE. R. MEÍR SAGTE: STETS LEHRE MAN SEINEN SOHN EIN SAUBERES UND LEICHTES HANDWERK, UND FLEHE ZU DEM, DEM DER REICHTUM UND DIE GÜTER GEHÖREN, DENN ES GIBT KEIN HANDWERK, MIT DEM NICHT REICHTUM UND ARMUT VERBUNDEN WÄRE. NICHT VOM GEWERBE KOMMT DIE ARMUT, NICHT VOM GEWERBE KOMMT DER REICHTUM, SONDERN ALLES NACH SEINEM VERDIENSTE. \n",
"R. ŠIMO͑N B. ELEA͑ZAR SAGTE: HAST DU JE IN DEINEM LEBEN EIN TIER ODER EINEN VOGEL EIN GEWERBE TREIBEN SEHEN? DIESE WERDEN OHNE MÜHSAL ERNÄHRT, OBGLEICH SIE ERSCHAFFEN WORDEN SIND, NUR UM MICH ZU BEDIENEN, UM WIEVIEL MEHR SOLLTE ICH, WO ICH ERSCHAFFEN WORDEN BIN, MEINEM SCHÖPFER ZU DIENEN, OHNE MÜHSAL ERNÄHRT WERDEN. ABER ICH HABE MEINE WERKE VERDORBEN UND MEINE ERNÄHRUNG BEEINTRÄCHTIGT. \n",
"ABBA GORJON AUS ÇADJAN SAGTE IM NAMEN DES ABBA GORJA: MAN MACHE SEINEN SOHN NICHT ZUM ESELTREIBER, KAMELFÜHRER, KUTSCHER, SCHIFFER, VIEHHIRT ODER KRÄMER, DENN IHR GEWERBE IST EIN RÄUBERGEWERBE. R. JEHUDA SAGTE IN SEINEM NAMEN: ESELTREIBER SIND MEIST FREVELHAFT, KAMELTREIBER SIND MEIST EHRLICH, SCHIFFERSIND MEIST FROMM. DER BESTE UNTER DEN ÄRZTEN FÜR DAS FEGEFEUER UND DER EHRLICHSTE UNTER DEN SCHLÄCHTERN IST EIN GESELLSCHAFTER A͑MALEQS. \n",
"R. NEHORAJ SAGTE: ICH LASSE JEDES GEWERBE DER WELT UND LEHRE MEINEN SOHN NUR DIE TORA; VON IHREM LOHNE GENIESST DER MENSCH AUF DIESER WELT, UND DER STAMM BLEIBT IHM FÜR DIE ZUKÜNFTIGE WELT ERHALTEN, WAS ABER BEI JEDEM ANDEREN GEWERBE NICHT DER FALL IST. WENN EIN MENSCH KRANK, ALT ODER LEIDEND WIRD UND SEIN GEWERBE NICHT AUSÜBEN KANN, SO STIRBT ER VOR HUNGER, WAS ABER BEI DER TORA NICHT DER FALL IST. SIE BEHÜTET IHN VIELMEHR IN SEINER JUGEND VOR ALLEM BÖSEN UND GEWÄHRT IHM ZUKUNFT UND ZUVERSICHT IM ALTER. \n",
"VON DER JUGEND HEISST ES:die auf den Herrn hoffen, legen neue Kraft an, UND VOM ALTER HEISST ES:noch im Greisenalter sprossen sie. SO HEISST ES VON UNSEREM VATER ABRAHAM:Abraham war alt &c. und der Herr hatte Abraham mit allem gesegnet. WIR FINDEN, DASS UNSER VATER ABRAHAM DIE GANZE TORA AUSGEÜBT HAT, NOCH BEVOR SIE VERLIEHEN WORDEN WAR, DENN ES HEISST:weil Abraham meiner Stimme gehorcht hat, meine Vorschrift bewahrt hat, meine Gebote, meine Satzungen und meine Lehren.\n",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wer sich mit Frauen zu befassen hat, dessen Umgang ist schlecht, beispielsweise Goldschmiede, Flachshechler, Mühlenreiniger, Hausierer, Walker, Haarschneider und Wäscher. Von Badern, Bademeistern und Gerbern ist weder ein König noch ein Hochpriester zu wählen. – Weshalb? – Nicht etwa, weil sie makelhaft wären, sondern weil ihr Gewerbe verächtlich ist.\n",
"Die Rabbanan lehrten: Zehn Dinge sagt man dem Bader nach: er geht nach der Seitegeneigt, er ist hochmütig, er sitzt schwebend, er ist geizig, er ist mißgünstig, er ißt viel und scheidet wenig aus, und er ist verdächtig der Unzucht, des Raubs und des Blutvergießens.\n",
"Bar Qappara trug vor: Stets lehre man seinen Sohn ein sauberes und leichtes Handwerk. – Welches ist dies? R. Jehuda erwiderte: \n"
],
[
"Nadelstikkerei.\n",
"Es wird gelehrt: Rabbi sagte: Du hast kein Gewerbe, das aus der Welt abgeschafft werden könnte; aber wohl dem, der seine Eltern bei einem vornehmen Gewerbe sieht, und wehe dem, der seine Eltern bei einem verächtlichen Gewerbe sieht. Die Welt kann weder ohne Parfumeure noch ohne Gerber bestehen; wohl dem aber, dessen Gewerbe die Parfümerie ist, und wehe dem, dessen Gewerbe die Gerberei ist. Die Welt kann weder ohne Männer noch ohne Frauen bestehen; wohl dem aber, dessen Kinder männlich sind, und wehe dem, dessen Kinder weiblich sind. \n",
"R. Meír sagte: Stets lehre man seinen Sohn ein sauberes und leichtes Handwerk, und flehe zu dem, dem der Reichtum und die Güter gehören. Die Armut kommt nicht vom Gewerbe und der Reichtum kommt nicht vom Gewerbe, sondern von dem, dem der Reichtum gehört, wie es heißt:denn mein ist das Silber und mein ist das Gold, spricht der Herr der Heerscharen.\n",
"R. ŠIMO͑N B. ELEA͑ZAR SAGTE: HAST DU JE IN DEINEM LEBEN GESEHEN. Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Nie im Leben habe ich ein Reh als Feigentrockner, einen Löwen als Lastträger, oder einen Fuchs als Krämer gesehen, doch werden sie ohne Mühsal ernährt. Diese sind erschaffen worden, nur um mich zu bedienen, ich aber bin erschaffen worden, meinem Schöpfer zu dienen. Wenn diese, die erschaffen worden sind, um mich zu bedienen, ohne Mühsal ernährt werden, um wieviel mehr sollte ich, der ich erschaffen worden bin, meinem Schöpfer zu dienen, ohne Mühsal ernährt werden. Aber ich habe meine Werke verdorben und meine Ernährung beeinträchtigt, wie es heißt:eure Sünden hindern.\n",
"R. NEHORAJ SAGTE: ICH LASSE JEDES GEWERBE &C. Es wird gelehrt: R. Nehoraj sagte: Ich lasse jedes Gewerbe der Welt und lehre meinen Sohn nur die Tora. Jedes Gewerbe steht dem Menschen nur in seiner Jugend bei, im Alter aber liegt er hungernd darnieder, was aber bei der Tora nicht der Fall ist. Sie steht dem Menschen in seiner Jugend bei und gewährt ihm Zukunft und Zuversicht im Alter. Von der Jugend heißt es: die auf den Herrn hoffen, legen neue Kraft an, treiben Schwingen gleich den Adlern, und vom Alter heißt es: noch im Greisenalter sprossen sie, sind markig und belaubt.\n"
]
],
"sectionNames": [
"Daf",
"Line"
]
}