{ "language": "en", "title": "Kiddushin", "versionSource": "https://www.nli.org.il/he/books/NNL_ALEPH001042448/NLI", "versionTitle": "Talmud Bavli. German trans. by Lazarus Goldschmidt, 1929 [de]", "shortVersionTitle": "Lazarus Goldschmidt, 1929", "actualLanguage": "de", "languageFamilyName": "german", "isBaseText": false, "isSource": false, "direction": "ltr", "heTitle": "קידושין", "categories": [ "Talmud", "Bavli", "Seder Nashim" ], "text": [ [], [], [ "i DIE FRAU WIRD1Von ihrem Ehemanne als Ehefrau. AUF DREI ARTEN ANGEEIGNET UND EIGNET SICH SELBST2Sie kommt aus dem Besitze ihres Ehemannes und erlangt ihre Selbständigkeit. AN AUF ZWEI ARTEN! SIE WIRD ANGEEIGNET DURCH GELD3Wenn er ihr zu diesem Behufe ein Geldstück gibt., URKUNDE4Die Antrauungsurkunde. UND BEISCHLAF5Wenn er zur Ehelichung erfolgt.. DURCH GELD, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, MIT EINEM DENAR UND DEM WERTE EINES DENARS, UND WIE DIE SCHULE HILLELS SAGT, MIT EINER PERUṬA6Kleinste Scheidemünze. UND DEM WERTE EINER PERUṬA. WIEVIEL IST EINE PERUṬA? EIN ACHTEL EINES ITALISCHEN ASSARS.\n", "SIE EIGNET SICH SELBST AN DURCH SCHEIDEBRIEF UND TOD IHRES EHEMANNES. DIE EHESCHWÄGERIN7Cf. Dt. 25,5ff. WIRD ANGEEIGNET DURCH BEISCHLAF UND EIGNET SICH SELBST AN DURCH ḤALIÇA UND TOD DES EHESCHWAGERS.\n", "GEMARA. DIE FRAU WIRD ANGEEIGNET. Weshalb heißt es hier: die Frau wird angeeignet, dort8Weiter Fol, 41a. aber : der Mann traue9Eigentl. heilige, womit die Antrauung als heiliger Akt bezeichnet wird, während der hier gebrauchte Ausdruck ‘aneignen’ sie als profane Handlung bezeichnet. sich an? –\n", "Weil er es hier vom Gelde lehren will, und [die Antrauung durch] Geld aus [dem Worte] nehmen entnommen wird, das auch beim Felde E͑phrons gebraucht wird. Hierbei heißt es:10Dt. 22,13.wenn jemand eine Frau nimmt, und dort11Gen. 23,13.heißt es: ich gebe das Geld für das Feld, nimm es,\n", "und unter nehmen ist die Aneignung zu verstehen, wie es heißt:12Ib. 25,10.das Feld, das Abraham angeeignet13Dieses Wort wird vom Felde gebraucht, bei dem das W. ‘aneignen’ gebraucht wird.hat;\n" ], [ " ferner auch :14Jer. 32,44.sie werden Felder für Geld aneignen. Daher lehrt er: die Frau wird angeeignet. –\n", "Sollte er auch dort lehren: der Mann erwirbt!? – Anfangs gebrauchte er die Ausdrucksweise der Tora, später aber gebraucht er die Ausdrucksweise der Rabbanan15Nach der Tora ist die Heirat ein zivilrechtlicher Akt, die Frau wird, wie irgend eine andere Sache, von ihrem Manne angeeignet, u. erst die Rabbanan erhoben sie zu einer religiösen Zeremonie u. änderten die Bezeichnung Nehmen [Aneignung] in die Bezeichnung Heiligung [Antrauung].. – Was bezeichnet die rabbanitische Ausdrucksweise? – Daß er sie für die ganze Welt verboten mache, wie das Geheiligte. –\n", "Sollte er hier lehren: der Mann eignet sich an16In aktiver Form, wie im folgenden Abschnitte.!? – Da er im Schlußsatze von ihr lehren will, daß sie sich selbst erwerbe, so lehrt er auch im Anfangsatze von ihr. –\n", "Sollte er lehren: der Mann eignet sich an, und: eignet zu17Der Frau ihre Selbständigkeit; in beiden Fällen der Mann als Subjekt.!? – Hierzu gehört der Tod des Ehemannes, wobei die Zueignung nicht durch ihn, sondern durch den Himmel erfolgt.\n", "Wenn du aber willst, sage ich: wenn er ‘erwirbt’ lehren würde, so könnte man glauben, auch gegen ihren Willen, daher lehrt er: wird angeeignet, nur mit ihrem Willen, nicht aber gegen ihren Willen18Die Frau wird als handelnde Person genannt.. –\n", "Weshalb lehrt er šaloš, sollte er doch šeloša19Die weibliche bezw. männliche Form des W.s drei.lehren!? – Weil er [das Wort] ‘derekh’ [Weg, Art] gebrauchen will, und ‘derekh’ weiblich ist, wie es heißt :20Ex. 18,20.du sollst ihnen die derekh [den Weg] kund tun, auf der sie wandeln sollen. –\n", "Wir haben gelernt: nach sieben Richtungen21Auch hierfür gebraucht der Text das W. דרך, Weg, Art, u. zwar männlich.untersuche man den Flußbehafteten22Ob sein Ausfluß rit. verunreinigend ist; cf. Naz. Fol. 65b u. hierzu Anm. 126.; sollte er wegen des Gebrauchs des Wortes ‘derekh’ šeba͑23Weibliche Form des W.s sieben. lehren !? – Wir finden, daß ‘derekh’ auch männlich gebraucht wird, denn es heißt :24Dt. 28,7.auf einem Wege [derekh] werden sie gegen dich ziehen, aber auf sieben Wegen vor dir fliehen. – Demnach widersprechen ja die Schriftverse einander und auch die Lehren widersprechen einander25An der einen Stelle wird das W. דרך männlich u. an der anderen dagegen weiblich gebraucht.!? –\n", "Die Schriftverse widersprechen einander nicht. Da wird von der Tora gesprochen, und da die Tora weiblich ist, wie es heißt:26Ps. 19,8.die Lehre [Tora] des Herrn ist vollkommen, sie erquickt die Seele. so gebraucht er es weiblich; dort aber wird vom Kriege gesprochen, und da nur der Mann Krieg zu führen pflegt, nicht aber die Frau, so gebraucht er es männlich.\n", "Die Lehren widersprechen einander ebenfalls nicht. Hier wird von der Frau gesprochen, daher gebraucht er es weiblich, dort wird vom Manne gesprochen, denn nur ein Mann ist zu untersuchen, nicht aber eine Frau, da sie auch unverschuldet27Durch irgend eine natürliche Ursache; in einem solchen Falle ist der Fluß eines Mannes nicht unrein.unrein ist, daher gebraucht er es männlich. –\n", "Er lehrt also šaloš wegen [des Wortes] ‘Arten’; aber sollte er doch [das Wort] ‘Dinge’28Das W. דבר ist männlichen Geschlechtes.gebrauchen und šeloša lehren!? – Er will darunter auch den Beischlaf zählen, und der Beischlaf wird Art genannt, wie es heißt:29Pv. 30,19,20.die Art des Mannes bei einer Jungfrau, so die Art eines hurenden Weibes. –\n", "Erklärlich ist dies vom Beischlafe, wie ist es aber vom Gelde und von der Urkunde zu erklären!? – Wegen des Beischlafs30Gebraucht er auch bei den übrigen ein weibliches Wort.. –\n", "Er lehrt dies beiden zweien wegen des einen!? – Auch durch diese erfolgt es31Die ganze Antrauung erfolgt nur zum Zwecke des Beischlafs.nur wegen des Beischlafs.\n", "Wenn du aber willst, sage ich: hier ist die Ansicht R. Šimo͑ns vertreten, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagte: Die Tora sagt deshalb:32Dt. 22,13.wenn ein Mann eine Frau nimmt, nicht aber: wenn eine Frau von einem Manne genommen wird, weil es die Art des Mannes ist, nach einer Frau zu suchen, nicht aber ist es die Art33Er gebraucht bei der Antrauung das W. Art.der Frau, nach einem Manne zu suchen. Dies ist mit dem zu vergleichen, der etwas verloren hat; wer sucht wen? Der Verlierende sucht das Verlorene34Die Frau wurde aus einer Rippe des Mannes erschaffen, die ihm nun fehlt; cf. Gen. 2,21ff.. –\n", "Wir haben gelernt: nach sieben Richtungen21Auch hierfür gebraucht der Text das W. דרך, Weg, Art, u. zwar männlich.untersuche man den Flußbehafteten; sollte er doch ‘Dinge’ lehren35Da er nach der obigen Erklärung Grund hat, den männlichen Artikel zu gebrauchen.!? – Da lehrt er uns, daß es die Art des übermäßigen Essens ist, Samenfluß zu verursachen, daß es die Art des übermäßigen Trinkens ist, Samenfluß zu verursachen36Aus diesem Grunde gebraucht er das W. Art.. –\n", "Wir haben gelernt: der Etrog gleicht37Bezüglich der Verzehntung.in drei Hinsichten21Auch hierfür gebraucht der Text das W. דרך, Weg, Art, u. zwar männlich.dem Baume; sollte er doch ‘Dinge’ lehren!? –Weil er im Schlußsatze lehren will: und dem Kraute in einer Hinsicht. – Sollte er auch im Schlußsatze ‘Ding’ lehren!? –\n" ], [ "Da lehrt er uns, daß der Etrog in seiner Art dem Kraute gleiche; wie es die Art des Krautes ist, an jedem Wasser zu wachsen, und die Verzehntung erfolgt beim Einsammeln, ebenso ist es die Art des Etrogs an jedem Wasser zu wachsen, und die Verzehntung erfolge beim Einsammeln. –\n", "Wir haben gelernt: der Koj38Mischling von Bock u. Hirsch; cf. Hul. Fol. 80a.gleicht in mancher Hinsicht39Auch hier wird im Texte das W. דרך gebraucht.dem Wild, in mancher Hinsicht dem Vieh, in mancher Hinsicht dem Wild und dem Vieh, und in mancher Hinsicht weder dem Wild noch dem Vieh; sollte er doch ‘Dinge’ lehren!? Ferner haben wir gelernt: dies ist eine von den Hinsichten39Auch hier wird im Texte das W. דרך gebraucht., worin Scheidebriefe und Freilassungsbriefe einander gleichen; sollte er doch ‘Dinge’ lehren!? –\n", "Vielmehr, überall, wo eine Unterscheidung gemacht40In einer Hinsicht so u. in einer anderen Hinsicht anders, od. eine Beschränkung, wie beispielsweise in unserer Mišna, wo die Nennung der Anzahl andere Arten ausschließt.wird, lehrt er ‘derekh’, und überall, wo keine Unterscheidung gemacht wird, lehrt er ‘Dinge’. Dies ist auch zu beweisen, denn im Schlußsatze lehrt er: R. E͑lie͑zer sagt, der Etrog gleiche dem Baume in jeder Beziehung41Hier wird das W. דבר, Ding, Sache, gebraucht.. Schließe hieraus.\n", "Was schließt die Zahl im Anfangsatze aus und was schließt die Zahl im Schlußsatze aus? –\n", "Die Zahl im Anfangsatze schließt das Brautgemach42Wörtl. Baldachin; das Hochzeitsbett od. die Hochzeitskemnate; wenn der Vater eine Minderjährige dem Bräutigam in das Hochzeitsgemach führt, so ist sie dadurch nicht angetraut.aus. – Was schließt sie nach R. Hona aus, welcher43Cf. infra Fol. 5a.sagt, [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere sei zu entnehmen, daß durch das Brautgemach eine Aneignung erfolge!? –\n", "Dies schließt den Tausch44Wie dies auch bei unbeweglichen Sachen in figürlicher Form (durch ein Kleidungsstück, den sog. Mantelgriff; cf. Rut. 4,7) erfolgen kann.aus. Man könnte glauben, da aus [dem Worte] nehmen, das auch beim Felde E͑phrons gebraucht wird, gefolgert45Ob. Fol. 2a.wird, [so folgere man ferner:] wie ein Feld durch Tausch angeeignet werden kann, könne auch eine Frau durch Tausch angeeignet werden, so lehrt er uns. –\n", "Vielleicht ist dem auch so!? – Der Tausch kann auch [durch eine Sache] unter einer Peruṭa erfolgen,\n" ], [ "die Aneignung der Frau aber kann [durch] eine Sache] unter einer Peruṭa nicht erfolgen. –\n", "Was schließt die Zahl im Schlußsatze aus? – Dies schließt die Ḥaliça aus. Man könnte glauben, es sei von der Eheschwägerin [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn die Eheschwägerin, die durch einen Scheidebrief nicht frei ausgeht, durch die Ḥaliça frei ausgeht, um wieviel mehr geht diese46Die angeheiratete Frau., die durch einen Scheidebrief frei ausgeht, durch die Ḥaliça frei aus, so lehrt er uns. –\n", "Vielleicht ist dem auch so!? – Die Schrift sagt:47Dt. 24,1.Brief der Trennung, nur der Brief trennt sie, nicht aber etwas anderes.\n", "DURCH GELD. Woher dies48Die bereits oben angezogene Folgerung ist nur ein Zitat in der Diskussion.? Ferner wird gelehrt, dem Vater stehe das Recht auf die Antrauung seiner Tochter durch Geld, Urkunde und Beischlaf 49Der Antrauungsbetrag gehört ihm, er nimmt die Urkunde in Empfang u. er kann sie gegen ihren Willen zum Beischlafe ausliefern.zu; woher, daß sie durch Geld angeeignet werde und das Geld ihrem Vater gehöre?\n", "R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Die Schrift sagt:50Ex 21,11.so gehe sie umsonst aus, ohne Geld; nur dieser Herr51Diese Schriftstelle spricht von einer jüdischen Magd, die Pubertätszeichen bekommt.erhält kein Geld, wohl aber erhält es ein anderer Herr, nämlich der Vater52Wenn sie von ihm ausgeht, durch ihre Verheiratung.. –\n", "Vielleicht gehört es ihr53Die Schrift sagt, daß kein Geld zu zahlen sei, woraus nur zu deduzieren ist, daß es bei einer Verheiratung wohl zu zahlen sei, jed. nicht an den Vater.!? – Wieso denn, der Vater nimmt ihre Antrauung in Empfang, wie es heißt:54Dt. 22,16.meine Tochter habe ich diesem Manne gegeben, und sie sollte das Geld erhalten!? –\n", "Vielleicht gilt dies nur von einer Minderjährigen, die keine Hand55Darunter versteht der T. die Rechtsfähigkeit zur Entgegennahme.zur Empfangsnahme ihrer Antrauung hat, ein [erwachsenes] Mädchen56Das bereits Pubertätszeichen hat.aber, daß eine Hand zur Empfangsnahme ihrer Antrauung hat, kann sich selber antrauen lassen und erhält auch das Geld!? – Die Schrift sagt:57Num. 30,17.in ihren Mädchenjähren im Hause ihres Vaters, jeder Ertrag ihrer Mädchenjähre gehört ihrem Vater. –\n", "R. Hona sagte im Namen Rabhs : Woher, daß die Händearbeit der Tochter dem Vater gehöre? Es heißt:58Ex. 21,17.wenn jemand seine Tochter zur Magd verkauft, wie die Händearbeit der Magd dem Herrn gehört, ebenso gehört die Händearbeit der Tochter ihrem Vater. Dies ist ja zu folgern aus [dem Verse:] in ihren Mädchenjähren im Hause ihres Vaters !?\n", "Vielmehr ist zu erwidern, dieser Schriftvers spreche von der Aufhebung von Gelübden, ebenso ist auch hierbei zu erwidern, dieser Schriftvers spreche von der Aufhebung von Gelübden. Wolltest du sagen, man folgere es hiervon59Wie ihre Gelübde ihrem Vater unterstehen, ebenso gehört ihm auch der Ertrag ihrer Antrauung., so sind Zivilsachen von kanonischen Dingen nicht zu folgern.\n", "Wolltest du sagen, man folgere es von der Bußzahlung60Für Notzucht u. Verführung, die an den Vater zu leisten ist; cf. Ex. 22,16 u. Dt. 22,29., so sind Geldzahlungen von Bußzahlungen nicht zu folgern.\n", "Wolltest du sagen, man folgere es von [der Zahlung für] Beschämung und Bemakelung61Die der Notzüchter od. Verführer ebenfalls an den Vater zu leisten hat (cf. Ket. Fol. 40b); diese Zahlung ist keine Buße, sondern eine richtige Ersatzleistung für die Entwertung der Tochter., so verhält es sich bei [der Zahlung für] Beschämung und Bemakelung anders, da der Vater [den Schaden] erleidet. –\n", "Vielmehr, es ist einleuchtend, daß das ähnliche Ausgehen ausgeschlossen wird62Durch die oben angezogenen Schriftworte Ex. 21,11; beim Ausgehen der Magd erhält der Herr, aus dessen Gewalt sie kommt, kein Geld, u. dementsprechend erhält der Vater, aus dessen Gewalt die Tochter kommt, das Antrauungsgeld.. –\n" ], [ "Das eine Ausgehen gleicht ja nicht dem anderen Ausgehen:\n", "aus der Gewalt des Herrn geht sie vollständig aus, während hierbei noch die Übergabe zum Brautgemache63Zur Vollziehung des Beischlafs; erst dann kommt sie vollständig aus der Gewalt des Vaters.fehlt!? – Immerhin kommt sie hinsichtlich der Auflösung von Gelübden aus seiner Gewalt, denn wir haben gelernt, Gelübde der Verlobten können nur von ihrem Vater und ihrem Manne [zusammen] aufgelöst werden. –\n", "Deutet denn [der Schriftvers:] so gehe sie umsonst aus, hierauf, er deutet ja auf folgende Lehre!? Es wird nämlich gelehrt: So gehe sie umsonst aus, im Alter der Mannbarkeit64Diese beginnt mit 12½ Jahren.; ohne Geld, im Mädchenalter.\n", "Rabina erwiderte: Die Schrift könnte ja sagen: én [ohne] Geld, wenn es aber éjn65Nach dem T. stammen die W.e אין u. מאן von der Wurzel אן, u. das erste sollte wie das andere defektiv geschrieben werden.heißt, so besagt dies auch, daß nur dieser Herr kein Geld erhalte, wohl aber erhalte es ein anderer Herr, nämlich der Vater. –\n", "Woher, daß man so auslege? – Es wird gelehrt:66Lev. 22,13.Und Kinder hat sie nicht;\n", "ich weiß dies nur von Kindern, woher dies67Daß die verwitwete Tochter eines Priesters auch dann keine Hebe essen darf, wenn sie nur Kindeskinder hat.von Kindeskindern? Es heißt: Kinder hat sie nicht, nichts68Die Schreibweise עיין dürfte wohl eine schärfere Betonung des W. אין sein; eine Handschrift hat עיין עליה, achte, untersuche genau, ob sie nicht Nachkommen irgend welcher Art hat.hat sie. Ich weiß dies nur von makellosen69Hinsichtl. der Legitimität.Kindern, woher dies von bemakelten Kindern!? Es heißt: und Kinder hat sie nicht, nichts hat sie. –\n", "Hiervon hast du ja hinsichtlich der Kindeskinder gefolgert!? – Hinsichtlich der Kindeskinder ist kein Schriftvers nötig, da Kindeskinder als Kinder gelten; nötig ist ein Schriftvers nur hinsichtlich bemakelter Kinder. –\n", "Woher entnimmt dieser Autor selber eine solche Folgerung? – Ich will dir sagen; es heißt:70Num. 22,14.Bilea͑m will nicht [meén], 71Dt. 25,7.mein Schwager will nicht [meén], ohne Jod, hier aber wird es72Das W. אין vgl. Anm. 65.mit Jod geschrieben, wohl zur Auslegung.\n", "Die Schrift muß es sowohl von ihrer Antrauung73Dh. vom Antrauungsgeide.lehren, daß sie ihrem Vater gehöre, als auch von ihrer Händearbeit, daß sie ihrem Vater gehöre. Würde der Allbarmherzige es nur von ihrer Antrauung geschrieben haben, daß sie ihrem Vater gehöre, so könnte man glauben, weil sie dabei keine Mühe hatte, ihre Händearbeit aber, bei der sie Mühe hatte, gehöre ihr.\n", "Und würde er es nur von ihrer Händearbeit gelehrt haben, so könnte man glauben, weil sie dafür ernährt wird, ihre Antrauung aber, die ihr von anderwärts74Es ist dies ein außerordentlicher Gewinn, der nicht als Äquivalent für ihren Unterhalt gilt.zufällt, gehöre ihr. Daher ist beides nötig.\n", "Der Text. So gehe sie umsonst aus, im Alter der Mannbarkeit; ohne Geld, im Mädchenalter. Sollte der Allbarmherzige es nur vom Mädchenalter geschrieben haben und nicht vom Alter75Wenn sie im erstgenannten Alter aus seiner Gewalt kommt, so ist dies ja beim letztgenannten Alter erst recht der Fall.der Mannbarkeit!?\n", "Rabba erwiderte: Er lehrt das eine wegen des anderen76Wörtl. das eine lehrt für das andere. Würde die Schrift nur eines gelehrt haben, so würde man gesagt haben, dies beziehe sich auf das mannbare Alter.,\n", "wie dies auch bei Beisaß und Mietling der Fall ist. Es wird gelehrt:77Lev. 22,10.Beisaß, das ist der lebenslänglich Gekaufte,77Lev. 22,10.Mietling, das ist der auf Jahre Gekaufte.\n", "Sollte es78Daß er von der Hebe nicht essen dürfe.doch nur vom Beisaß und nicht vom Mietling gesagt werden, und ich würde gefolgert haben: wenn der lebenslänglich Gekaufte79Der doch entschieden zum Gesinde des Priesters gehört.davon nicht essen darf, um wieviel weniger der auf Jahre Gekaufte!?\n", "Wenn dem so wäre, würde man gesagt haben, unter Beisaß sei der auf Jahre Gekaufte zu verstehen, während der lebenslänglich Gekaufte davon essen dürfe; daher heißt es Mietling, das lehrt, daß auch der Beisaß, obgleich lebenslänglich gekauft, davon nicht essen dürfe.\n", "Abajje sprach zu ihm: Es ist ja nicht gleich; da handelt es sich um zwei verschiedene Personen, und obgleich der Allbarmherzige schreiben könnte, der angebohrte Beisaß80Der zur lebenslänglichen Sklaverei verurteilt worden ist; cf. Ex. 21,6.dürfe nicht essen, so nannte er dennoch den anderen, hinsichtlich dessen dies [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern wäre, denn die Schrift bemüht sich, auch das zu schreiben,\n", "was [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern wäre, hierbei aber handelt es sich um dieselbe Person, und wenn sie schon im Mädchenalter frei ausgeht, wieso befindet sie sich bei ihm noch im Alter der Mannbarkeit81Somit sollte die Schrift es nur vom Mädchenalter geschrieben haben.!?\n", "Vielmehr, erklärte Abajje, dies ist wegen der mannbaren Zwitterhaften82Vgl. S. 86 Anm. 9.nötig;\n", "man könnte glauben, durch das Mädchenalter83Durch Erlangung der Pubertätszeichen, die bei dieser ausbleiben.gehe sie frei aus, nicht aber durch das Alter der Mannbarkeit, so lehrt er uns.\n", "Mar, Sohn des R. Aši, wandte ein: Es ist ja [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn die Pubertätszeichen, die sie nicht aus der Gewalt des Vaters bringen, sie aus der Gewalt ihres Herrn bringen, um wieviel mehr bringt sie das Mannbarkeitsalter, daß sie aus der Gewalt des Vaters bringt, aus der Gewalt des Herrn!?\n", "Vielmehr, erklärte Mar, Sohn des R. Aši, dies ist wegen des Verkaufes einer Zwitterhaften nötig; man könnte glauben, bei der, die Pubertätszeichen bekommt, gebe es84Da ihr dadurch die Möglichkeil gegeben ist, aus der Gewalt des Herrn zu kommen.einen Verkauf, bei dieser aber, die keine Pubertätszeichen bekommt, gebe es keinen Verkauf,\n" ], [ "so heißt es: sie gehe umsonst aus. –\n", "Gegen Mar, den Sohn R. Ašis, welcher sagt, dies sei durch [einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern, [ist ja zu erwidern:] wir sagen ja, die Schrift bemühe sich, auch das zu schreiben, was [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern85Somit ist ja seine Frage hinfällig u. die Antwort überflüssig.wäre !? – Dies nur, wenn keine andere Erklärung vorhanden ist, wenn aber eine andere Erklärung vorhanden ist, erklären wir.\n", "Der Autor der folgenden Lehre entnimmt dies86Die Antrauung durch Geld.aus folgendem:87Dt. 24,1.Wenn jemand eine Frau nimmt und ihr beiwohnt, und sie dann keine Gunst in seinen Augen findet, weil er an ihr gefunden &c. Unter nehmen ist [das Nehmen] durch Geld zu verstehen, denn so heißt es:11Gen. 23,13.ich gebe das Geld für das Feld, nimm es von mir.\n", "Wollte man es durch einen Schluß folgern: wenn die hebräische Magd, die durch Beischlaf nicht erworben wird, durch Geld erworben wird, um wieviel mehr wird diese, die durch Beischlaf erworben wird, durch Geld erworben,\n", "so ist von der Eheschwägerin zu erwidern: sie wird durch Beischlaf erworben, nicht aber durch Geld. [Entgegnet man:] wohl die Eheschwägerin, die durch Urkunde nicht angeeignet88Sie wird die Frau des Eheschwagers nur durch den Beischlaf und ist von ihm entbunden nur durch die Ḥaliça; Trauung u. Scheidung gibt es bei dieser nicht.wird, während diese durch Urkunde angeeignet wird,\n", "so heißt es: wenn jemand nimmt. – Wozu ist der Schriftvers nötig, dies ist ja gefolgert89Durch einen Schluß; der Einwand von der Eheschwägerin ist widerlegt worden.worden !? R. Aši erwiderte: Man könnte entgegnen, der Schluß sei zu widerlegen:\n", "du folgerst dies von der hebräischen Magd, aber dies gilt nur von der hebräischen Magd, die auch durch Geld frei ausgeht, während diese nicht durch Geld frei ausgeht; daher heißt es: wenn jemand nimmt.\n", "Und sowohl der Schriftvers :90Aus dem dies oben (Fol. 3b) gefolgert wird.sie gehe umsonst aus, als auch der Schriftvers: wenn jemand nimmt, ist nötig. Würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: wenn jemand nimmt, so könnte man glauben, das Antrauungsgeld, das der Ehemann ihr gibt, gehöre ihr, daher schrieb der Allbarmherzige: sie gehe umsonst aus.\n", "Und würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: sie gehe umsonst aus, so könnte man glauben, wenn sie [das Geld] ihm gegeben und sich ihm angetraut hat, sei die Antrauung gültig. Daher sind beide nötig.\n", "Und ihr beiwohnt, dies lehrt, daß sie durch den Beischlaf angeeignet wird. Wollte man es durch einen Schluß folgern: wenn die Eheschwägerin, die durch Geld nicht angeeignet wird, durch Beischlaf angeeignet wird, um wieviel mehr wird diese, die durch Geld angeeignet wird, durch Beischlaf angeeignet,\n", "so ist von der hebräischen Magd zu erwidern: diese wird durch Geld angeeignet, aber nicht durch Beischlaf. [Entgegnet man:] wohl die hebräische Magd, bei der die Aneignung nicht zur Ehelichung erfolgt, während bei dieser die Aneignung zur Ehelichung erfolgt, so heißt es: und ihr beiwohnt. –\n", "Wozu ist der Schriftvers nötig, dies ist ja gefolgert91Cf. Anm. 89 mut. mut.worden !? R. Aši erwiderte: Man könnte entgegnen, der Schluß sei zu widerlegen: du folgerst dies von der Eheschwägerin,\n", "aber dies gilt nur von der Eheschwägerin, die mit ihm bereits verbunden92Die Antrauung mit dem ersten Manne wird auf den Schwager übertragen.ist, während diese mit ihm nicht verbunden ist; daher heißt es: und er ihr beiwohnt.\n" ], [ "Woher, daß dies auch durch Urkunde erfolgen kann? Wollte man es durch einen Schluß folgern : wenn das Geld, das nicht hinausbringt93Durch das keine Scheidung erfolgt., hereinbringt, um wieviel mehr bringt die Urkunde, die hinausbringt, auch herein, so ist zu erwidern:\n", "wohl gilt dies vom Gelde, durch das man Geheiligtes und den zweiten Zehnten94Cf. Dt. 14,22ff.auslösen kann, während man durch Urkunde Geheiligtes und den zweiten Zehnten nicht auslösen kann, denn es heißt :95Lev. 27,19, jed. in anderem Wortlaute.er gebe das Geld und soll es erstehen,\n", "daher sagt die Schrift :96Dt. 24,2.sie gehe fort und sei, das Sein gleicht dem Gehen97Dh. die Heirat der Scheidung; Vgl. S. 454 Anm. 54., wie das Gehen durch Urkunde erfolgt, ebenso erfolgt das Sein durch Urkunde. – Sollte auch das Gehen dem Sein gleichen, wie das Sein durch Geld erfolgt, ebenso auch das Gehen durch Geld?\n", "Abajje erwiderte: Man würde sagen, das Geld bringe herein und das Geld bringe hinaus; sollte der Verteidiger Ankläger werden!? – Demnach kann man ja auch von der Urkunde sagen, die Urkunde bringe hinaus und die Urkunde bringe herein; sollte der Ankläger Verteidiger werden!? –\n", "Der Inhalt der einen Urkunde ist ein anderer als der der anderen Urkunde. – Auch beim Gelde ist ja das eine anders als das andere98Das eine gibt er ihr zur Antrauung, das andere dagegen zur Scheidung.!? – Immerhin ist es die gleiche Münze99Von gleichem Charakter, während bei der Urkunde nicht das Papier, sondern der Inhalt maßgebend ist..\n", "Raba erwiderte: Die Schrift sagt:100Dt. 24,1.er schreibe ihr, sie wird nur durch ein Schriftstück geschieden, nicht aber wird sie durch Geld geschieden. – Vielleicht aber : sie wird nur durch ein Schriftstück geschieden, nicht aber wird sie durch ein Schriftstück angetraut!? – Es heißt ja: sie gehe fort und sei, und es gleicht &c.101Die Antrauung der Scheidung; auch die erstere kann durch ein Schriftstück erfolgen.–\n", "Was veranlaßt dich dazu102Zur ersteren Auslegung.!? – Es ist einleuchtend, daß, wenn er von der Scheidung spricht, er die Scheidung ausschließt, aber sollte er denn, wenn er von der Scheidung spricht, die Antrauung ausschließen!? –\n", "Woher entnimmt R. Jose der Galiläer, der diesen Schriftvers für eine andere Auslegung103Cf. infra Fol. 21b.verwendet, daß sie nicht durch Geld geschieden werden könne!? – Die Schrift sagt: Brief der Trennung, der Brief trennt sie, nicht aber trennt sie etwas anderes. –\n", "Wofür verwenden die Rabbanan [das Wort] Trennung? – Daß es eine Sache sein müsse, die zwischen ihm und ihr [vollständig]104Der Scheidebrief darf nicht verklauselt sein.trennt.\n", "Es wird nämlich gelehrt: [Sagte er:] da hast du deinen Scheidebrief mit der Bedingung, daß du niemals Wein trinkest, oder: mit der Bedingung, daß du niemals in das Haus deines Vaters gehst, so ist dies105Da die Bedingung erst mit ihrem Tode erfüllt werden kann.keine Trennung, wenn aber: dreißig Tage, so ist dies eine Trennung106Die Scheidung ist so fort gültig.. –\n", "Und R. Jose der Galiläer !? – Er entnimmt dies aus [dem Worte] Trennung107Vgl. S. 245 Anm. 185.. – Und die Rabbanan!? – Ihnen leuchtet die Auslegung aus [dem Worte] Trennung nicht ein.\n", "Wenn auch eines von einem nicht zu folgern108Wegen der oben angeführten Widerlegungen.ist, so sollte doch eines von zweien gefolgert werden !? – Welches sollte gefolgert werden: wenn der Allbarmherzige es von der Urkunde nicht geschrieben hätte und man bezüglich dieser von jenen folgern wollte, so wäre zu erwidern: wohl durch jene, weil sie einen bedeutenden Genuß109Sowohl vom Beischlafe als auch vom Gelde hat sie etwas, nicht aber von der Urkunde.gewähren.\n", "Wenn der Allbarmherzige es vom Beischlafe nicht geschrieben hätte und man bezüglich dessen von jenen folgern wollte, so wäre zu erwidern: wohl durch jene, weil die Erwerbung durch sie eine vielfache110Durch sie werden auch andere Sachen erworben.ist.\n", "Und wenn der Allbarmherzige es vom Gelde nicht geschrieben hätte und man bezüglich dessen von jenen folgern wollte, so wäre zu erwidern:\n", "wohl durch jene, da sie auch gegenwillig111Die Eheschwägerin gilt als Frau ihres Schwagers, auch wenn er an ihr den Beischlaf gegen ihren Willen vollzogen hat, u. ebenso wird eine Frau durch Urkunde auch gegen ihren Willen geschieden.zur Anwendung kommen. Wolltest du entgegnen, auch das Geld komme gegenwillig zur Anwendung, bei der hebräisch en112Die der Vater gegen ihren Willen verkaufen kann.Magd, so ist dies immerhin beim Ehegesetze nicht der Fall.\n", "R. Hona sagte: [Durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere ist zu folgern, daß durch das Brautgemach113Vgl. Anm. 42.eine Aneignung114Dh. eine gültige Antrauung.erfolge: wenn durch das Geld, das nicht zum Essen von Hebe115Die einem Priester Angetraute darf erst dann Hebe essen, wenn sie mit ihm im Hochzeitsgemache war.berechtigt, eine Aneignung erfolgt, um wieviel mehr erfolgt eine Aneignung durch das Brautgemach, das zum Essen von Hebe berechtigt. –\n", "Berechtigt denn das Geld nicht zum Essen von Hebe, U͑la sagte ja, daß nach der Tora eine verlobte Jisraélitin116Die mit einem Priester verlobt ist.Hebe essen dürfe, denn es heißt :117Lev. 22,11.wenn ein Priester eine Seele erwirbt, für sein Geld gekauft, und diese ist für sein Geld gekauft,\n", "nur sagten sie deshalb, daß sie nicht essen dürfe, weil berücksichtigt wird, man könnte ihr im Hause ihres Vaters einen Becher118Mit Wein von Hebe.einschenken und sie ihn ihrem Bruder oder ihrer Schwester zu trinken geben!? –\n", "Vielmehr, man folgere wie folgt: wenn durch das Geld, durch das keine Vollendung119Der Antrauung; cf. supra Fol. 4a.erfolgt, eine Aneignung erfolgt,\n" ], [ "um wieviel mehr erfolgt eine Aneignung durch das Brautgemach, durch das eine Vollendung erfolgt. [Erwidert man:] wohl gilt dies vom Gelde, durch das Geheiligtes und der zweite Zehnt ausgelöst wird, so beweist der Beischlaf\n", "[das Entgegengesetzte; erwidert man:] wohl gilt dies vom Beischlafe, durch den die Aneignung der Eheschwägerin erfolgt, so beweist das Geld [das Entgegengesetzte]. Die Replikation wiederholt sich nun: die Eigenheit des einen gleicht nicht der Eigenheit des anderen und die Eigenheit des anderen gleicht nicht der Eigenheit des einen; das Gemeinsame bei ihnen ist, daß durch sie anderweitig eine Aneignung erfolgt, und auch hierbei erfolgt durch sie eine Aneignung, somit ist auch das Brautgemach einzuschließen, denn durch dieses erfolgt anderweitig eine Aneignung, und auch hierbei hat durch dieses eine Aneignung zu erfolgen.\n", "[Erwidert man:] das Gemeinsame bei ihnen ist, daß sie einen bedeutenden Genuß gewähren, so beweist die Urkunde [das Entgegengesetzte; erwidert man:] wohl gilt dies von der Urkunde, durch die eine Jisraélitin geschieden wird, so beweisen Geld und Beischlaf [das Entgegengesetzte].\n", "Die Replikation wiederholt sich nun: die Eigenheit des einen gleicht nicht der Eigenheit des anderen und die Eigenheit des anderen gleicht nicht der Eigenheit des einen; das Gemeinsame bei ihnen ist, daß durch sie anderweitig eine Aneignung erfolgt, und auch hierbei erfolgt durch sie eine Aneignung, somit ist auch das Brautgemach einzuschließen, denn durch dieses erfolgt anderweitig eine Aneignung, und auch hierbei hat durch dieses eine Aneignung zu erfolgen. –\n", "Aber das Gemeinsame bei ihnen ist ja, daß sie auch gegenwillig zur Anwendung120Vgl. Anm. 111; auch durch Geld erfolgt die Erwerbung gegenwillig, beim Verkaufe einer minderjährigen Tochter.kommen!? – Und R. Hona!? – Immerhin finden wir nicht, daß es bei der Ehelichung durch Geld gegenwillig erfolgen könne.\n", "Raba sprach: Dagegen121Gegen die Lehre RH.s.sind zwei Einwände zu erheben: erstens haben wir von drei [Arten] und nicht von vier [Arten] gelernt,\n", "und zweitens erfolgt ja die Vollendung durch das Brautgemach nur infolge der Antrauung, wieso sollte nun hinsichtlich des Brautgemaches ohne Antrauung vom Brautgemache infolge der Antrauung zu folgern sein!?\n", "Abajje erwiderte ihm: Gegen deinen Einwand, wir haben es nur von drei und nicht von vier [Arten] gelernt, [ist zu erwidern,] der Autor nenne nur Arten, die ausdrücklich geschrieben sind, nicht aber Arten, die nicht ausdrücklich geschrieben sind;\n", "und gegen deinen Einwand, die Vollendung durch das Brautgemach erfolge nur infolge der Antrauung, [ist zu erwidern,] dies eben sage R. Hona: wenn durch das Geld, durch das nach dem Gelde122Wenn er ihr wiederum einen Geldbetrag zur Antrauung gibt.keine Vollendung erfolgt, eine Aneignung erfolgt, um wieviel mehr erfolgt sie durch das Brautgemach, durch das nach dem Gelde eine Vollendung erfolgt.\n", "Die Rabbanan lehrten: Wieso durch Geld? Wenn er ihr Geld oder eine Wertsache gegeben und zu ihr gesagt hat: sei mir angetraut, sei mir angelobt, sei meine Frau, so ist sie ihm angetraut; wenn aber sie es ihm, gegeben und zu ihm gesagt hat: ich bin dir angetraut, ich bin dir angelobt, ich bin deine Frau, so ist sie ihm nicht angetraut.\n", "R. Papa wandte ein: Nur wenn er gegeben und er gesagt hat, wenn aber er gegeben und sie gesagt hat, so ist sie ihm nicht angetraut; wie ist nun der Schlußsatz zu erklären: wenn aber sie es ihm gegeben und zu ihm gesagt hat, so ist die Antrauung ungültig; nur wenn sie gegeben und sie gesagt hat, wenn aber er gegeben und sie gesagt hat, so ist die Antrauung gültig!? –\n", "Der Anfangsatz ist entscheidend, den Schlußsatz aber lehrt er unnötig. – Er lehrt also im Schlußsatze, was dem Anfangsatze widerspricht!? –\n", "Vielmehr, er meint es wie folgt: wenn er gegeben und er gesagt hat, so ist die Antrauung selbstverständlich gültig, wenn aber er gegeben und sie gesagt hat, so ist es ebenso, als würde sie gegeben und sie gesagt haben, und die Antrauung ist ungültig. Wenn du aber willst, sage ich: wenn er gegeben und er gesagt hat, so ist sie ihm angetraut, wenn sie gegeben und sie gesagt hat, so ist sie ihm nicht angetraut, und wenn er gegeben und sie gesagt hat, so ist [die Trauung] zweifelhaft, und rabbanitisch zu berücksichtigen123Sie benötigt der Scheidung..\n", "Šemuél sagte: Wenn er ihr Geld oder eine Wertsache zur Antrauung gegeben und zu ihr gesagt hat: sei angetraut, sei angelobt, sei [meine] Frau, so ist sie ihm124Obgleich er nicht ausdrücklich gesagt hat, daß sie ihm angetraut sein solle.angetraut; wenn aber: ich bin dein Mann, ich bin dein Herr, ich bin dein Verlobter, so ist hierbei nichts125Die Trauung ist ganz u. gar ungültig, da der Mann die Frau zu nehmen, nicht aber sich von ihr nehmen zu lassen hat.zu berücksichtigen.\n", "Dasselbe gilt auch von der Scheidung. Wenn er ihr [den Scheidebrief] gegeben und zu ihr gesagt hat: sei fortgeschickt126Diesen Ausdruck gebraucht die Schrift (Dt. 24,1) von der Scheidung., sei geschieden, sei jedermann erlaubt, so ist sie geschieden; wenn aber: ich bin nicht dein Gatte, ich bin nicht dein Mann, ich bin nicht dein Angetrauter, so ist hierbei nichts127Die Scheidung ist vollständig ungültig.zu berücksichtigen.\n", "R. Papa sprach zu Abajje: Demnach wäre Šemuél der Ansicht, Ansätze, die nichts beweisen128Anfänge eines Satzes, aus denen der Sinn nicht deutlich hervorgeht., gelten als Ansätze129Wenn er sagt: sei angetraut, so ist sie ihm angetraut, obgleich er nicht ‘mir’ gesagt hat.,\n", "dagegen haben wir gelernt, wenn jemand gesagt hat: ich will sein, sei er Nazir, und auf unseren Einwand, er habe vielleicht gesagt, er wolle im Fasten130Im Hebräischen mit ‘sei’ konstruiert.verweilen, erklärte Šemuél, wenn ein Nazir131Auf den er Bezug nahm; er wollte sagen: ich will wie dieser sein.an ihm vorüberging; nur wenn ein Nazir an ihm vorüberging, sonst aber nicht132Wenn aus dem Formelansatz nicht klar hervorgeht, daß er Nazir sein wollte, so ist er nicht Nazir.!? –\n", "Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er ‘mir’ gesagt hat. – Was lehrt er uns demnach damit!? –\n" ], [ "Er lehrt uns die [Ungültigkeit der] letzteren Formeln; bezüglich der einen133Der Antrauung bezw. der Scheidung.heißt es: wenn jemand nimmt, nicht aber, wenn er sich nehmen läßt, und bezüglich der anderen133Der Antrauung bezw. der Scheidung.heißt es: er schicke sie fort, nicht aber, wenn er sich fortschicken läßt.\n", "Die Rabbanan lehrten : [Sagte er :] sei meine Frau, sei meine Verlobte, sei mir angeeignet, so ist sie ihm angetraut; [sagte er:] sei mein, sei in meinem Besitze, gehöre mir, so ist sie ihm angetraut. – Sollte er es doch summarisch134Alle 6 Formeln zusammen.lehren!? – Der Autor hörte dies von je drei [Formeln], und er lehrt sie so.\n", "Sie fragten: Wie ist es, [wenn er gesagt hat: sei] mit mir135Die hier folgenden Ausdrücke werden in der Schrift von der Angliederung der Frau an den Mann gebraucht: vereint, Gen. 2,24; bestimmt, Ex. 21,8; Hilfe, Gen. 2,18; aufgenommen, iSam. 21,6 (nach den Übersetzungen hat das W. עצר an dieser Stelle die Bedeutung versagt, vgl. jed. Tos. sv. עצורתי); Gegenstück, Gen. 2,18; Rippe (od. Seitenstück), Gen. 2,21; Angeschlossene (od. Verschluß), Gen. 2,21; Ergänzung (eigentl. an meiner Stelle), Gen. 2,21; Ergriffene, Dt. 22,28; Genommene Dt. 24,1.vereint, sei mir bestimmt, sei meine Hilfe, sei meine Aufgenommene, sei mein Gegenstück, sei meine Rippe, sei meine Angeschlossene, sei meine Ergänzung, sei meine Ergriffene, sei meine Genommene? –\n", "Hinsichtlich des einen ist aus folgender Lehre zu entscheiden: Wenn jemand ‘meine Genommene’ gesagt hat, so ist sie ihm angetraut, denn es heißt: wenn jemand eine Frau nimmt.\n", "Sie fragten: Wie ist es, [wenn er gesagt hat:] meine Vergebene? – Komm und höre, es wird gelehrt: Wenn jemand ‘meine Vergebene’ gesagt hat, so ist sie ihm angetraut, denn in Judäa nennt man die Verlobte ‘Vergebene’. – Ist Judäa denn die Mehrheit der Welt? –\n", "Er meint es wie folgt: wenn jemand ‘meine Vergebene’ sagt, so ist sie ihm angetraut, denn es heißt :136Lev. 19,20.und sie eine Sklavin ist, die einem Manne vergeben ist; ferner nennt man in Judäa die Verlobte ‘Vergebene’. – Ist denn der Beweis von Judäa als Stütze für den Schriftvers nötig!? – Vielmehr, er meint es wie folgt: wenn jemand in Judäa ‘Vergebene’ sagt, so ist sie ihm angetraut, denn in Judäa nennt man die Verlobte Vergebene. –\n", "Von welchem Falle wird hier gesprochen: hat er mit ihr über die Angelegenheit ihrer Scheidung oder ihrer Antrauung nicht gesprochen, so wußte sie ja nicht, was er ihr gesagt137Wenn er die oben genannten Ausdrücke gebraucht hat, selbst wenn sie gesetzlich als Antrauungsformeln gelten sollten.hat, und hat er mit ihr über die Angelegenheit ihrer Scheidung oder ihrer Antrauung gesprochen, so gilt dies138Daß die Scheidung bezw. die Antrauunggültig ist.ja auch von dem Falle, wenn er nichts zu ihr gesagt hat!?\n", "Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand mit einer Frau über die Angelegenheit ihrer Scheidung oder ihrer Antrauung spricht und ihr ihren Scheidebrief oder ihre Antrauungsurkunde ohne Erklärung gibt, so ist dies, wie R. Jose sagt, genügend; R. Jehuda sagt, er müsse es139Daß er sie ihr zum Zwecke der Scheidung bezw. Antrauung gebe.ihr erklären. Hierzu sagte R. Hona im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie R. Jose. –\n", "Ich will dir sagen, tatsächlich, wenn er mit ihr über die Angelegenheit ihrer Scheidung oder ihrer Antrauung gesprochen hat; wenn er ihr schweigend gegeben hat, ist dem139Daß er sie ihr zum Zwecke der Scheidung bezw. Antrauung gebe.auch so, hier aber wird von dem Falle gesprochen, wenn er ihr gegeben und jene Ausdrücke gebraucht hat.\n", "Er fragt folgendes: sind es Ausdrücke der Antrauung, oder wollte er sie140Da er einen bei der Antrauung nicht üblichen Ausdruck gebraucht hat.nur zur Arbeit haben? – Dies bleibt unentschieden.\n", "Der Text. Wenn jemand mit einer Frau über die Angelegenheit ihrer Scheidung oder ihrer Antrauung spricht und ihr ihren Scheidebrief oder ihre Antrauungsurkunde ohne Erklärung gibt, so ist dies, wie R. Jose sagt, genügend; R. Jehuda sagt, er müsse es ihr erklären. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Dies141Daß nach R. Jose eine Erklärung nicht nötig sei.nur, wenn sie sich mit dieser Angelegenheit befaßt haben.\n", "Ebenso sagte auch R. Elea͑zar im Namen R. Oša͑jas: Dies nur, wenn sie sich damit befaßt haben. Hierüber streiten auch Tannaím: Rabbi sagt, nur, wenn sie sich mit dieser Angelegenheit befaßt haben; R. Elea͑zar b. Šimo͑n sagt, auch wenn sie sich nicht mit dieser Angelegenheit befaßt haben.\n", "Woher wußte sie, wenn sie sich mit dieser Angelegenheit nicht befaßt haben, was er ihr sagte!? Abajje erwiderte: Von Angelegenheit zu Angelegenheit, diese Angelegenheit142Wenn sie zwar nicht darüber gesprochen haben, jed. über Angelegenheiten, die dies betreffen.betreffend.\n", "R. Hona sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Jose. R. Jemar sprach zu R. Aši: R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, wer in den Vorschriften über Scheidung und Antrauung nicht kundig ist, befasse sich damit nicht; gilt dies auch von dem, der die Lehre R. Honas im Namen Šemuéls nicht gehört hat? Dieser erwiderte: Freilich, dem ist auch so.\n", "«Dasselbe gilt auch von der Scheidung. Wenn er ihr ihren Scheidebrief gegeben und zu ihr gesagt hat: sei fortgeschickt, sei geschieden, sei jedermann erlaubt, so ist sie geschieden.» Klar ist es, daß, wenn jemand seiner Frau ihren Scheidebrief gegeben und zu ihr gesagt hat: sei nun eine Freie,\n" ], [ "er nichts gesagt143Dies ist die Formel des Freilassungsbriefes u. nicht des Scheidebriefes.habe, wenn er zu seiner Sklavin gesagt hat; sei nun jedermann erlaubt, er nichts gesagt habe;\n", "wie ist es aber, wenn er zu seiner Frau gesagt hat: du gehörst dir nun selber; sagen wir, er habe es nur inbetreff der Arbeitsleistung gemeint, oder aber, er habe es vollständig144Daß sie sich selber angehöre u. von ihm geschieden sei.gemeint?\n", "Rabina sprach zu R. Aši: Komm und höre, wir haben gelernt: Der wesentliche Text des Freilassungsbriefes ist: du bist nun ein Freier, du gehörst nun dir selber. Wenn nun ein kenaa͑nitischer Sklave, dessen Person sein Eigentum ist, seine Person erwirbt, wenn er zu ihm sagt : du gehörst nun dir seiner, um wieviel mehr die Ehefrau, deren Person nicht sein Eigentum ist.\n", "Rabina fragte R. Aši: Wie ist es, wenn er zu seinem Sklaven gesagt hat: ich habe nichts mehr mit dir zu tun; sagen wir, er meinte, er habe überhaupt nichts mehr mit ihm zu tun, oder aber, er habe es nur hinsichtlich der Arbeit gemeint?\n", "R. Naḥman sprach zu R. Aši, und manche sagen, R. Ḥanin aus Maḥoza zu R. Aši: Komm und höre, es wird gelehrt: Wenn jemand seinen Sklaven an einen Nichtjuden verkauft hat, so wird er frei145Da es verboten ist, seinen Sklaven an einen Nichtjuden zu verkaufen.und benötigt eines Freilassungsbriefes von seinem ersten Herrn.\n", "R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Dies nur, wenn er keine Urkunde geschrieben hat, wenn er aber eine Urkunde geschrieben hat, so ist dies sein Freilassungsbrief. Und [auf die Frage], was dies für eine Urkunde sei, erwiderte R. Šešeth, wenn er ihm geschrieben hat: falls du von ihm fortläufst, so habe ich mit dir nichts mehr zu tun146Dies gilt somit als Freilassungsformel..\n", "Abajje sagte: Wenn jemand [sich eine Frau] mit einem Darlehen147Das er bei ihr hat.antraut, so ist sie ihm nicht148Da er ihr bei der Antrauung einen Betrag geben muß, was hierbei nicht der Fall ist; der entliehene Betrag ist längst in ihren Besitz übergegangen, während sie ihm ganz anderes Geld zurückzuzahlen hat.angetraut; wenn aber mit dem Nutzen eines Darlehens, so ist sie ihm angetraut, jedoch ist dies als Wucherlist149Zur Umgehung des Wucherverbotes.verboten. –\n", "Welcher Nutzen eines Darlehens ist hier zu verstehen; wollte man sagen, wenn er ihr [die Zinsen] aufgeschlagen, wenn er ihr vier für fünf gesagt150Und ihr die Zinsen als Antrauungsgeld gibt.hat, so ist dies ja richtiger Wucher, auch ist es ja151Da er es auf das Kapital geschlagen hat.ein Darlehen !? –\n", "In dem Falle, wenn er ihr die Zahlungsfrist hinausgeschoben hat152Dies ist zwar kein richtiger Wucher, jed. eine Umgehung des Wuchergesetzes, da er ihr sonst einen Geldbetrag geben müßte..\n", "Raba sagte: [Sagte jemand:] da hast du eine Mine mit der Bedingung, daß du sie mir zurückgibst, so ist153Da er ihm in Wirklichkeit nichts gegeben hat., wenn es sich um einen Kauf handelt, dieser nichtig, wenn um eine Antrauung, die Frau nicht angetraut, wenn um die Auslösung154Cf. Ex. 13,13.eines Sohnes, der Sohn nicht ausgelöst,\n", "und wenn um die Hebe155Wenn er sie dem Priester unter der Bedingung der Rückgabe gegeben hat., der Pflicht des Gebens genügt, jedoch ist dies verboten, weil es den Anschein hat, als helfe der Priester in der Tenne156Damit der Eigentümer die Hebe ihm gebe; dies ist verboten. Auch in diesem Falle erhält der Priester dafür eine Entschädigung.. –\n", "Welcher Ansicht ist Raba: ist er der Ansicht, die Schenkung mit der Bedingung zur Rückgabe gelte als Schenkung, so sollte es auch von jenen anderen Fällen gelten, und ist er der Ansicht, sie gelte nicht als Schenkung, so sollte dies auch von der Hebe nicht gelten!?\n", "Ferner sagte ja Raba, die Schenkung mit der Bedingung der Rückgabe gelte als Schenkung !? Raba sagte nämlich: [Sagte jemand:] da hast du diesen Etrog157Zur Benutzung beim Gottesdienste am Hüttenfeste muß jeder einen eigenen verwenden.mit der Bedingung, daß du ihn mir zurückgibst, so hat er, wenn er ihn benutzt und zurückgegeben hat, seiner Pflicht genügt, wenn aber nicht, nicht158Da er die Bedingung nicht erfüllt hat, so ist rückwirkend die Benutzung ohne Erlaubnis erfolgt.genügt.\n", "Vielmehr, sagte R. Aši, erfolgt in allen Fällen eine Aneignung, nur nicht bei [der Antrauung] einer Frau, weil die Aneignung der Frau nicht durch Tausch159Symbolisch, durch Mantelgriff; vgl. S. 508 Anm. 44.erfolgen kann. R. Hona Mar, Sohn des R. Neḥemja, sprach zu R. Aši: Auch wir lehren im Namen Rabas wie du.\n", "Raba sagte: [Sagte sie:] gib jenem eine Mine,\n" ], [ "so will ich dir angetraut sein, so ist sie ihm160Sobald er sie jenem in ihrem Auftrage gegeben u. zu ihr die Antrauungsformel gesprochen hat.auf Grund des Gesetzes vom Bürgen angetraut. Der Bürge verpflichtet sich, obgleich er keinen Nutzen hat, ebenso eignete diese Frau ihre Person zu, obgleich sie keinen Nutzen hat.\n", "[Sagte er:] da hast du eine Mine und sei jenem angetraut, so ist sie ihm auf Grund des Gesetzes vom kenaa͑nitisehen Sklaven angetraut. Der kenaa͑nitische Sklave eignet sich161Wenn andere ihn auslösen.selbst an, obgleich er gar keinen Verlust162Dh. er selber keine Zahlung leistet.hat, ebenso eignet sich jener die Frau an, obgleich er gar keinen Verlust hat.\n", "[Sagte sie:] gib jenem eine Mine, so will ich ihm angetraut sein, so ist sie ihm auf Grund beider Gesetze angetraut. Der Bürge verpflichtet sich, obgleich er keinen Nutzen hat, ebenso eignete diese Frau ihre Person zu, obgleich sie keinen Nutzen hat.\n", "[Erwidert man,] es sei nicht gleich, beim Bürgen hat der, dem er sich verpflichtet, einen Verlust164Er veranlaßte ihn zur Hergabe eines Betrages, u. daher ist seine Haftbarkeit eine ernste., während dieser Mann, der die Frau eignet, keinen Verlust hat, so beweist der kenaa͑nitische Sklave [das Entgegengesetzte]: er hat keinen Verlust, dennoch erwirbt er sich selber.\n", "[Erwidert man,] es sei nicht gleich, da erhalte der Zueignende [Ersatz], während hierbei die Frau ihre Person zueignet und nichts erhält, so beweist der Bürge [das Entgegengesetzte] : er verpflichtet sich, obwohl er keinen Nutzen erhält.\n", "Raba fragte: Wie ist es, wenn [sie gesagt hat:] da hast du eine Mine und ich will dir angetraut sein? Mar Zuṭra erwiderte im Namen R. Papas: Sie ist ihm angetraut R. Aši sprach zu Mar Zuṭra: Demnach werden Güter, die eine Sicherheit165Immobilien, zu denen auch Menschen [Sklaven] gehören.gewähren, mit Gütern erworben, die keine Sicherheit166Mobilien; mit dem ihm übergeben en Betrage eignet er auch die Frau.gewähren,\n", "während wir entgegengesetzt gelernt haben, daß nämlich Güter, die keine Sicherheit gewähren, mit Gütern, die eine Sicherheit gewähren, durch Geld, Urkunde und Besitznahme erworben167Sobald die letzteren in den Besitz des Käufers übergegangen sind, so erstreckt sich die Besitznahme auch auf die ersteren.werden!? Dieser erwiderte: Du glaubst wohl, wenn sie ‘mit’168Daß er mit dem Geldbetrage auch ihre Person eigne.gesagt Hat? Hier wird von einem angesehenen Manne gesprochen, und für die Befriedigung, daß er von ihr ein Geschenk169Es ist ebenso, als würde sie von ihm etwas erhalten haben.annimmt, eignet sie ihm ihre Person zu.\n", "Es wurde auch im Namen Rabas gelehrt: Dasselbe170Daß die beauftragte Übergabe an einen anderen der Übergabe an die betreffende Person gleiche.gilt auch bei Geldangelegenheiten. Und beides ist nötig.\n", "Würde er es nur von der Antrauung gelehrt haben, so könnte man glauben, weil eine Frau mit allem zufrieden171Nur um einem Manne angetraut zu werden.ist, nach Reš Laqiš, denn Reš Laqiš sagte: lieber zu zweien sitzen als verwitwet weilen, nicht aber gelte dies bei Geldangelegenheiten.\n", "Und würde er es nur von Geldangelegenheiten gelehrt haben, so könnte man glauben, weil [auf Geld] verzichtet werden172Wenn die beteiligten Personen einverstanden sind, so ist die rechtliche Ungültigkeit des Kaufes belanglos.kann, nicht aber gelte dies von der Antrauung. Daher ist beides nötig.\n", "Raba sagte: [Sagte er:] sei meiner Hälfte angetraut, so ist sie ihm angetraut: wenn aber: deine Hälfte sei mir angetraut, so ist sie ihm nicht angetraut. Abajje sprach zu Raba: Wenn [er gesagt hat]: deine Hälfte sei mir angetraut, ist sie ihm wohl deshalb nicht angetraut, weil der Allbarmherzige von einer Frau spricht, nicht aber von einer halben Frau, ebenso spricht ja der Allbarmherzige auch von einem Manne, nicht aber von einem halben Manne!?\n", "Dieser erwiderte: Was soll dies; allerdings ist eine Frau für zwei [Männer] nicht geeignet, aber ist etwa ein Mann nicht für zwei [Frauen] geeignet!? Er wollte ihr nur folgendes sagen: wenn ich es wünsche, nehme ich noch eine andere.\n", "Mar Zuṭra, Sohn des R. Mari, sprach zu Rabina: Die Antrauung sollte sich doch auf sie vollständig ausdehnen!? Es wird ja gelehrt: Sagte jemand: der Fuß von diesem [Vieh] sei ein Brandopfer, so ist das ganze ein Brandopfer.\n", "Und auch nach demjenigen, welcher sagt, das ganze sei kein Brandopfer, gilt dies nur von dem Falle, wenn er einen Teil heiligt, von dem das Leben nicht abhängt, wenn er aber einen Teil heiligt, von dem das Leben abhängt, so ist es vollständig ein Brandopfer. –\n", "Es ist ja nicht gleich; da ist es ein Vieh173Die Heiligung hängt vom Willen des Eigentümers ab., hierbei aber eine andere denkende Person.\n", "Dies ist vielmehr mit dem Falle R. Joḥanans zu vergleichen : Wenn das Vieh zwei Gesellschaftern gehört und einer die Hälfte dem Heiligtume geweiht, es dann angekauft und wiederum geweiht hat, so ist es heilig und darf nicht dargebracht174Da es bei der 1. Weihung zur Darbringung ungeeignet war; nur der Geldwert ist heilig.werden;\n", "es macht Umgetauschtes175Wenn es auf ein anderes Vieh umgetauscht wird, so ist dieses heilig.und das Umgetauschte gleicht diesem.\n", "Hieraus ist dreierlei zu entnehmen;\n" ], [ "es ist zu entnehmen, daß auch Lebendes verdrängt176Von der Darbringung, während nach einer anderen Ansicht dies nur von Geschlachtetem gilt.werden könne,\n", "es ist zu entnehmen, daß, was einmal verdrängt war, verdrängt177Wenn das Opfervieh aus irgend einem Grunde nicht geschlachtet werden konnte, so bleibt es hierzu ungeeignet, selbst wenn der Grund nicht mehr besteht.bleibe, und es ist zu entnehmen, daß es auch beim Geldwerte178Bei einem Vieh, das zur Opferung gar nicht geeignet, von dem nur der Geldwert heilig ist, wie in diesem Falle.eine Verdrängung gebe.\n", "Raba fragte: Wie ist es, [wenn er gesagt hat:] deine eine Hälfte179Sc. sei mir angetraut.durch eine halbe Peruṭa und deine andere Hälfte durch eine halbe Peruṭa. Hat er, sobald er eine halbe Peruṭa genannt hat, [die Antrauung] beendet180Und da eine halbe Person nicht angetraut werden kann, so ist die Antrauung ungültig., oder aber ist dies nur eine Aufzählung181Die Antrauung ist erst nach Nennung der 2. Hälfte beendet u. daher gültig.?\n", "Und wie ist es, falls du entscheidest, dies sei eine Aufzählung, [wenn er gesagt hat:] deine eine Hälfte durch eine Peruṭa und deine andere Hälfte durch eine Peruṭa; hat er, sobald er eine andere Peruṭa genannt hat, [die Antrauung]182Da hierzu eine Peruta ausreichend ist.beendet, oder aber ist dies während des ganzen Tages eine Aufzählung?\n", "Und wie ist es, falls du entscheidest, dies sei während des ganzen Tages eine Aufzählung, [wenn er gesagt hat:] heute deine eine Hälfte durch eine Peruṭa und morgen deine andere Hälfte durch eine Peruṭa; hat er, sobald er ‘morgen’ gesagt hat, [die Antrauung] beendet, oder aber meinte er es wie folgt: die Antrauung beginne sofort, ende aber erst morgen?\n", "Und wie ist es, [wenn er gesagt hat:] deine zwei Hälften durch eine Peruṭa: hierbei meinte er es entschieden mit einem Male, oder aber kann eine Frau in Hälften überhaupt nicht angetraut werden? – Dies bleibt unentschieden.\n", "Raba fragte: Wie ist es, [wenn er gesagt hat:] deine beiden Töchter meinen beiden Söhnen183Sc. sollen ihnen angetraut sein; die Söhne können ihren Vater hierzu zum Vertreter bestellen.durch eine Peruṭa; richte man sich nach dem Geber und Empfänger, somit ist der [erforderliche] Geldbetrag vorhanden, oder richte man sich nach jenen, und er ist nicht vorhanden? – Dies bleibt unentschieden.\n", "R. Papa fragte: Wie ist es, [wenn er gesagt hat:] deine Tochter und deine Kuh184Soll meinem Sohne angetraut sein, bezw. in meinen Besitz übergehen.durch eine Peruṭa; sagen wir, die Tochter durch eine halbe Peruṭa185Die Antrauung ist somit ungültig.und die Kuh durch eine halbe Peruṭa, oder aber, die Tochter durch eine Peruṭa und die Kuh durch das Ansichziehen186Sobald dies geschehen ist, dadurch erfolgt die Besitznahme beweglicher Sachen.? – Dies bleibt unentschieden.\n", "R. Aši fragte: Wie ist es, [wenn er gesagt hat:] deine Tochter und dein Grundstück durch eine Peruṭa; heißt dies, die Tochter durch eine halbe Peruṭa und das Grundstück durch eine halbe Peruṭa, oder aber, die Tochter durch eine Peruṭa und das Grundstück durch Besitznahme187Cf. Anm. 186 mut. mut.? – Dies bleibt unentschieden.\n", "Einst vollzog jemand die Antrauung mit [einem Stücke] Seide, und Rabba sagte, es benötige nicht der Schätzung188Der Feststellung des Geldwertes.; R.Joseph aber sagte, es benötige der Schätzung. Falls er zu ihr gesagt hat: wieviel es auch wert ist, stimmen alle überein, daß es keiner Schätzung189Da es mindestens eine Peruta wert ist, so ist die Antrauung gültig.benötige,\n", "und falls er zu ihr gesagt hat, es sei fünfzig wert, und es keine fünfzig wert ist, so ist es ja nicht soviel190Die Antrauung ist ungültig, da sie nicht das erhalten hat, was er ihr versprochen hat.wert, sie streiten nur über den Fall, wenn er gesagt hat, es sei fünfzig wert, und es auch fünfzig wert ist. Rabba sagt, es benötige keiner Schätzung, denn es ist ja fünfzig wert; R. Joseph sagt, es benötige der Schätzung, weil die Frau darin nicht kundig ist und sich auf ihn nicht verläßt.\n", "Manche sagen, sie streiten auch über den Fall, [wenn er gesagt hat:] wieviel es auch wert ist, denn R. Joseph ist der Ansicht, eine Wertsache müsse dem Gelde gleichen; wie das Geld eine bestimmte Summe repräsentiert,\n" ], [ " ebenso muß auch eine Wertsache eine bestimmte Summe repräsentieren.\n", " R. Joseph sagte: Dies entnehme ich aus folgender Lehre:191Lev. 25,51.Vom Gelde seines Kaufes; er wird durch Geld erworben, nicht aber durch Getreide oder Geräte.\n", " Wie ist dies vom Getreide und von Geräten zu verstehen: wollte man sagen, durch diese könne eine Aneignung überhaupt nicht erfolgen, so sagt ja der Allbarmherzige:191Lev. 25,51.er erstatte sein Lösegeld, und dies schließt Wertsachen ein, daß sie dem Gelde gleichen;\n", " und wollte man sagen, wenn sie keine Peruṭa wert sind, so gilt dies ja nicht nur von Getreide und Geräten, sondern auch vom Gelde. Doch wohl, wenn sie eine Peruṭa wert sind, und aus dem Grunde nicht,\n", " weil sie keine bestimmte Summe repräsentieren. – Nein, er meint es wie folgt: er wird nur im Geldzahlungswege angeeignet, nicht aber durch Getreide und Geräte, nämlich im Tauschwege192Vgl. Anm. 44.. –\n", " Wie ist es aber nach R. Naḥman zu erklären, welcher sagt, Früchte seien kein Tauschmittel193Eine derartige Aneignung gibt es überhaupt nicht.!? – Vielmehr, tatsächlich, wenn sie keine Peruṭa wert sind, wenn du aber einwendest, dies gilt nicht nur von Getreide und Geräten, sondern auch vom Gelde, [so ist zu erwidern,] von diesen sei es selbstverständlich.\n", " Selbstverständlich kann es durch Geld nur dann erfolgen, wenn es eine Peruṭa beträgt, sonst aber nicht, bei Getreide und Geräten aber könnte man glauben, daß er, da sie einen direkten Nutzen194Auch wenn sie keine Peruṭa wert sind.gewähren, seine Person zueignet, so lehrt er uns.\n", " R. Joseph sagte: Dies entnehme ich aus folgender Lehre: [Sagte jemand:] dieses Kalb195Das er dem Priester gibt.zur Auslösung196Dies hat durch einen Betrag von 5 Sela͑ zu erfolgen; cf. Num. 18,16.meines Sohnes, dieses Gewand zur Auslösung meines Sohnes, so hat er nichts gesagt; wenn aber: dieses Kalb im Werte von fünf Sela͑ zur Auslösung meines Sohnes, dieses Gewand im Werte von fünf Sela͑ zur Auslösung meines Sohnes, so ist sein Sohn ausgelöst.\n", " In welchem Falle gilt dies von der Auslösung: ist es nicht soviel wert, wieso sollte er197Es dem Priester mit 5 Sela͑ anrechnen.dies!? Doch wohl, wenn es wert ist, und nur deshalb nicht, weil der Wert nicht präzisiert ist. –\n", " Nein, tatsächlich, wenn es nicht soviel wert ist, jedoch in dem Falle, wenn der Priester einverstanden198Wenn er erklärt, daß es für ihn diesen Wert habe.ist. So nahm einst R. Kahana bei der Auslösung eines Sohnes ein Sudarium an, indem er sagte, für ihn sei es fünf Sela͑ wert.\n", " R. Aši sagte: Dies gilt nur von einem Manne wie R. Kahana, der als bedeutender Mann eines Sudariums auf dem Haupte benötigte, nicht aber von jedem199Der lieber barhäuptig gehen als überzahlen würde.anderen. So kaufte Mar, Sohn des R. Aši, von der Mutter des Raba aus Qube ein Sudarium im Werte von zehn für zwölf.\n", "R. Elea͑zar sagte: [Wenn er zu ihr gesagt hat:] sei mir mit einer Mine2001 M. = 100 Silberdenar. angetraut, und ihr einen Denar gegeben hat, so ist sie ihm angetraut und er ergänze [den Betrag]. – Aus welchem Grunde? – Da er ‘eine Mine’ gesagt und ihr einen Denar gegeben hat, so ist es ebenso, als würde er ‘mit der Bedingung’ gesagt201Die Antrauung erfolgt durch den Denar, jed. mit der Bedingung, daß er ihr eine Mine geben werde.haben,\n", "und R. Hona sagte im Namen Rabhs, wenn jemand ‘mit der Bedingung’ sagt, sei es ebenso, als würde er ‘von jetzt202Die Vereinbarung ist sofort gültig.ab’ sagen.\n", "Man wandte ein: [Wenn er gesagt hat:] sei mir mit einer Mine angetraut, und während des Zählens203Des Geldbetrages.einer von ihnen zurücktreten will, so steht es ihm frei, selbst beim letzten Denar!? –\n", "Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er ‘mit dieser204Dh. mit der ganzen Mine. Mine’ gesagt hat. – Wenn es aber im Schlußsatze ‘mit dieser Mine’ heißt, so spricht ja der Anfangsatz von einer unbezeichneten Mine!?\n", "Im Schlußsatze wird nämlich gelehrt: Wenn er zu ihr gesagt hat: sei mir mit dieser Mine angetraut, und es sich herausstellt, daß von der Mine ein Denar fehlt, oder daß ein Denar aus Kupfer ist, so ist sie ihm nicht angetraut; wenn aber ein Denar schlecht ist, so ist sie ihm angetraut und er tausche ihn ihr um. –\n", "Nein, der Anfangsatz und der Schlußsatz sprechen beide von dem Falle, wenn er ‘mit dieser Mine’ gesagt hat, denn dies ist eine Erklärung: wenn einer von ihnen zurücktreten will, so steht es ihm frei, selbst beim letzten Denar, und zwar, wenn er ‘mit dieser Mine’ gesagt hat.\n", "Dies ist auch einleuchtend, denn wenn man sagen wollte, der Anfangsatz spreche von einer unbezeichneten Mine, so ist ja, wenn mit einer unbezeichneten Mine die Antrauung ungültig ist, dies um so mehr der Fall, wenn er ‘diese Mine’ [gesagt hat]205Der Schlußsatz ist dann überflüssig.. –\n", "Wenn nur dies, so beweist dies nichts, denn er lehrt den Schlußsatz zur Erklärung des Anfangsatzes; damit man nicht glaube, der Anfangsatz spreche von dem Falle, wenn er ‘diese Mine’ gesagt hat, wenn er aber die Mine nicht bezeichnet hat, sei die Antrauung gültig, lehrt er im Schlußsatze: diese Mine, wonach der Anfangsatz von einer unbezeichneten Mine spricht, und dennoch ist die Antrauung ungültig.\n", "R. Aši erwiderte: Anders ist es, wenn er [ihr den Betrag] aufzählt, weil sie dann auf das ganze206Wenn sie aber eine einzelne Münze annimmt, so ist sie mit dieser einverstanden.rechnet. –\n", "Von welchem Falle wird hier hinsichtlich des kupfernen Denars gesprochen: wußte sie es, so war sie ja einverstanden!? – In dem Falle, wenn er ihn ihr nachts gegeben oder sie ihn unter den Münzen gefunden hat. –\n", "Von welchem schlechten Denar wird hier gesprochen, wenn er nicht geht, so gleicht er ja einem kupfernen Denar!? R. Papa erwiderte: Wenn er im Notfalle geht.\n", "Raba sagte im Namen R. Naḥmans: Wenn er zu ihr gesagt hat: sei mir mit einer Mine angetraut, und ihr für diese ein Pfand hinterlegt hat, so ist sie ihm nicht angetraut,\n" ], [ "denn hierbei ist keine Mine und auch kein Pfand207Er hat ihr weder das Geld gegeben noch das Pfand geschenkt.vorhanden. Raba wandte gegen R. Naḥman ein: Hat er sie sich mit einem Pfande angetraut, so ist sie ihm angetraut!? – Hier ist ein fremdes Pfand208Das sich in seinem Besitze befindet; er gab ihr nicht ein Pfand für das Antrauungsgeld, sondern ein solches als Antrauungsgeld.zu verstehen. Dies nach R. Jiçḥaq,\n", "denn R. Jiçḥaq sagte: Woher, daß der Gläubiger das Pfand erwirbt? Es heißt:209Dt 24,13.dir wird es210Die Rückgabe des Pfandes an den Schuldner.zur Rechtschaffenheit angerechnet werden; welche Rechtschaffenheit wäre dies, wenn er es nicht erwerben würde!? Hieraus, daß der Gläubiger das Pfand erwirbt.\n", "Einst kauften die Söhne des R. Hona b. Abin eine Magd um geprägte Münze, und da sie solche nicht hatten, hinterlegten sie einen Barren [als Pfand]. Später stieg die Magd im Preise. Als sie hierauf zu R. Ami kamen, sprach er zu ihnen : Hier ist keine Münze und kein Barren vorhanden211Die Magd sollte durch den Kaufpreis erworben werden, u. ein solcher ist nicht gezahlt worden..\n", "Die Rabbanan lehrten: [Wenn er zu ihr gesagt hat:] sei mir mit einer Mine angetraut, und sie sie genommen und ins Meer, ins Feuer oder sonstwo, wo sie vernichtet wird, geworfen hat, so ist sie ihm nicht angetraut. – Demnach ist die Antrauung gültig, wenn sie sie vor ihn geworfen hat: aber sie sagte ja damit: nimm, ich will nicht!? –\n", "Dieser Fall ist selbstverständlich; selbstverständlich ist die Antrauung ungültig, wenn sie sie vor ihn geworfen hat; man könnte aber glauben, wenn sie sie ins Meer oder ins Feuer geworfen hat, war sie, da sie haftbar ist, mit der Antrauung einverstanden, und tat dies nur deshalb, um ihn zu prüfen, ob er jähzornig ist oder nicht, so lehrt er uns.\n", "Die Rabbanan lehrten: [Sagte er:] sei mir mit einer Mine angetraut, [und erwiderte sie:] gib sie meinem Vater, oder: deinem Vater, so ist sie ihm nicht angetraut; wenn aber: mit der Weisung, daß er sie für mich empfange, so ist sie ihm angetraut.\n", "Er lehrt ‘meinem Vater’, um den Anfangsatz212Wenn sie ‘meinem Vater’ sagte, so ist eher anzunehmen, daß sie es ernst meinte, wenn aber ‘deinem Vater’, so ist eher anzunehmen, daß sie ihn abweisen wollte.hervorzuheben, und er lehrt ‘deinem Vater’, um den Schlußsatz212Wenn sie ‘meinem Vater’ sagte, so ist eher anzunehmen, daß sie es ernst meinte, wenn aber ‘deinem Vater’, so ist eher anzunehmen, daß sie ihn abweisen wollte.hervorzuheben.\n", "[Sagte er:] sei mir mit einer Mine angetraut, [und erwiderte sie:] gib sie jenem, so ist sie ihm nicht angetraut; wenn aber: mit der Weisung, daß er sie für mich empfange, so ist sie ihm angetraut. Und beide Fälle sind nötig.\n", "Würde er nur ‘meinem Vater’ und ‘deinem Vater’ gelehrt haben, [so könnte man glauben,] die Antrauung sei nur dann gültig, wenn sie gesagt hat: mit der Weisung, daß er sie für mich empfange, weil sie sich auf sie verläßt und annimmt, daß sie ihren Auftrag ausführen, nicht aber gilt dies von einem Fremden.\n", "Und würde er es nur von einem Fremden gelehrt haben, so könnte man glauben, die Antrauung sei nur dann ungültig, wenn sie ‘gib sie jenem’ gesagt hat, weil sie ihm nicht nahe steht, um sie ihm als Geschenk zu geben, wenn sie aber ‘meinem Vater’ oder ‘deinem Vater’ [gesagt hat], habe sie sie ihnen, da sie ihnen nahe steht, als Geschenk gegeben. Daher ist beides nötig.\n", "Die Rabbanan lehrten: [Sagte er:] sei mir mit einer Mine angetraut, [und erwiderte sie:] leg sie zum Sela͑, so ist sie ihm nicht angetraut; wenn aber der Sela͑ ihr gehört, so ist sie ihm angetraut. R. Bebaj fragte: Wie ist es, wenn der Sela͑ beiden gehört? – Dies bleibt unentschieden.\n", "[Sagte er:] sei mir mit diesem Brote angetraut, [und erwiderte sie:] gib es dem Hunde, so ist sie ihm nicht angetraut; wenn aber der Hund ihr gehört, so ist sie ihm angetraut. R. Mari fragte : Wie ist es, wenn der Hund sie verfolgt hat :\n", "hat sie für den Nutzen, daß sie sich vor ihm gerettet213Der Hund wurde dadurch zurückgehalten.hat, sich diesem zugeeignet, oder kann sie sagen: du warst nach dem Gesetze mich zu retten verpflichtet214Er hat sie dadurch zu nichts verpflichtet.. – Dies bleibt unentschieden.\n", "[Sagte er:] sei mir mit diesem Brote angetraut, [und erwiderte sie:] gib es dem Armen, so ist sie ihm nicht angetraut, selbst wenn es ein Armer ist, der von ihr unterhalten215Sodaß dies zu ihrem Nutzen gereicht.wird, denn sie kann zu ihm sagen: wie ich dazu verpflichtet bin, so bist auch du dazu verpflichtet216Sie hat ihn dadurch nur zur Erfüllung seiner Pflicht veranlaßt..\n", "Einst verkaufte jemand\n" ], [ "bunte217חומרי Kügelchen, Steinchen, Perlen aus Glas od. Metall; פתך syr. bunt, schillernd.Perlenschnüre, und eine Frau kam heran und sprach zu ihm: Gib mir ein Schnürchen. Da fragte er sie: Willst du, wenn ich es dir gebe, mir angetraut sein? Diese erwiderte: Gib mir, gib. Hierauf entschied R. Ḥama: ‘Gib mir, gib’ ist nichts218Durch die Wiederholung des W.es ‘gib’ bekundete sie, daß sie nicht auf seine Worte, sondern nur auf die Gewährung ihrer Bitte achtete..\n", "Einst trank jemand Wein in einem Laden, und eine Frau kam heran und sprach zu ihm: Gib mir einen Becher. Da fragte er sie: Willst du, wenn ich dir gebe, mir angetraut sein? Diese erwiderte: Trinken laß mich, trinken. Hierauf entschied R. Ḥama: ‘Trinken laß mich, trinken’ ist nichts219Cf. Anm. 218. mut. mut..\n", "Einst schüttelte jemand Datteln von einer Palme, und eine Frau kam heran und sprach zu ihm: Wirf mir zwei herunter. Da fragte er sie: Willst du, wenn ich sie dir herunterwerfe, mir angetraut sein? Diese erwiderte: Wirf nur, wirf. Hierauf entschied R. Zebid: ‘Wirf nur, wirf’ ist nichts219Cf. Anm. 218. mut. mut..\n", "Sie fragten: Wie ist es, wenn sie nur gesagt hat: gib, laß mich trinken, oder: wirf220Wenn sie ihre Worte nicht wiederholt hat; dies kann als Zustimmung gelten.? Rabina erwiderte: So ist sie ihm angetraut. R. Sama b. Raqta sprach: Bei der Krone des Königs, sie ist ihm nicht angetraut. Die Halakha ist, sie ist ihm nicht angetraut.\n", "Die Halakha ist, Seidenzeug221Cf. supra Fol. 7b.benötigt nicht der Schätzung. Die Halakha ist wie R. Elea͑zar222Cf. ib. Fol. 3a.. Die Halakha ist wie Raba im Namen R. Naḥmans lehrte223Cf. ib. ib..\n", "Die Rabbanan lehrten: Wieso durch Urkunde? Wenn er auf Papier oder auf einen Fetzen, auch wenn sie keine Peruṭa wert sind, geschrieben hat: deine Tochter224Die noch in der Gewalt des Vaters steht.sei mir angetraut, deine Tochter sei mir angelobt, deine Tochter sei meine Frau, so ist sie ihm angetraut.\n", "R. Zera b. Mamal wandte ein: Diese Urkunde gleicht ja nicht der Verkaufsurkunde225Von der die Antrauung durch Urkunde gefolgert wird.; bei einer solchen schreibt der Verkäufer: mein Feld sei dir verkauft, bei dieser aber schreibt der Ehemann226Der ah Käufer gilt.: deine Tochter sei mir angetraut!?\n", "Raba erwiderte: Bei jener nach dem Wortlaute der Schrift und bei dieser nach dem Wortlaute der Schrift. Bei jener heißt es:227Lev. 25,25.und er von seinem Erbbesitze verkauft, wonach der Allbarmherzige es vom Verkäufer abhängig gemacht228Dh. er ist die handelnde Person.hat; bei dieser aber heißt es:229Dt. 22,13.wenn jemand nimmt, wonach der Allbarmherzige es vom Ehemanne abhängig gemacht hat.\n", "Auch von jener heißt es ja:230Jer. 32,44.Felder werden sie um Geld kaufen!? – Lies: kaufen machen231In transitiver Form, dh. verkaufen.. – Du liest kaufen machen, weil es verkauft heißt, demnach ist ja auch hierbei nehmen machen zu lesen, denn es heißt:232Dt. 22,16.meine Tochter habe ich diesem Manne gegeben!?\n", "Vielmehr, erwiderte Raba, es sind überlieferte Lehren und die Rabbanan haben sie an die Schriftverse nur angelehnt. Wenn du aber willst, sage ich: auch von jener heißt es:233Jer. 32,11.und ich nahm den Kaufbrief234Dieser Schriftvers spricht vom Käufer; demnach schreibt ihn der Verkäufer u. gibt ihn dem Käufer..\n", "Raba sagte ferner im Namen R. Naḥmans: Wenn er auf Papier oder auf einen Fetzen, auch wenn sie keine Peruṭa wert sind, geschrieben hat: deine Tochter sei mir angetraut, deine Tochter sei mir angelobt, deine Tochter sei meine Frau, so ist sie, einerlei ob es235Die Empfangnahme der Urkunde.durch ihren Vater oder durch sie selbst erfolgt ist, ihm angetraut; mit seinem236Des Vaters.Einvernehmen, falls sie noch nicht mannbar ist.\n", "Wenn er ihr auf Papier oder auf einen Fetzen, auch wenn sie keine Peruṭa wert sind, geschrieben hat: sei mir angetraut, sei meine Frau, sei mir angelobt, so ist sie, einerlei ob es durch ihren Vater oder durch sie selbst erfolgt ist, ihm angetraut; mit ihrem Einvernehmen, falls sie mannbar ist.\n", "R. Šimo͑n b. Laqiš fragte: Wie ist es, wenn er die Antrauungsurkunde nicht auf ihren Namen geschrieben237Wenn sie ursprünglich für eine andere Frau bestimmt war.hat: vergleichen wir die Antrauung238Eigentlich das Sein [sc. zu einer Frau] mit dem Fortgehen [sc. vom Ehemanne], da die Schrift hierbei diese Ausdrücke gebraucht; cf. Dt. 24,2.mit der Scheidung,\n" ], [ "wie die Scheidung auf den richtigen Namen erfolgen239Cf. Git. Fol. 2a.muß, ebenso muß die Antrauung auf den richtigen Namen erfolgen, oder aber sind die Antrauungen mit einander zu vergleichen, wie die Antrauung durch Geld nicht auf den richtigen Namen zu erfolgen240Die Münze ist nicht für die betreffende Person geprägt worden.braucht, ebenso braucht die Antrauung durch Urkunde nicht auf den richtigen Namen zu erfolgen?\n", "Nachdem er es gefragt hatte, entschied er es: die Antrauung ist mit der Scheidung zu vergleichen, denn es heißt :241Dt. 24,2.sie gehe fort und sei242Vgl. Anm. 238..\n", "Es wurde gelehrt: Wenn er sie auf ihren Namen ohne ihr Einvernehmen geschrieben hat, so ist sie ihm, wie Raba und Rabina sagen, angetraut, und wie R. Papa und R. Šerebja sagen, nicht angetraut. R. Papa sprach: Ich will ihren Grund sagen und ich will meinen Grund sagen. Ich will ihren Grund sagen: es heißt: sie gehe fort und sei, womit er die Antrauung mit der Scheidung238Eigentlich das Sein [sc. zu einer Frau] mit dem Fortgehen [sc. vom Ehemanne], da die Schrift hierbei diese Ausdrücke gebraucht; cf. Dt. 24,2.vergleicht; wie die Scheidung auf ihren Namen und ohne ihr Einvernehmen, ebenso auch die Antrauung auf ihren Namen und ohne ihr Einvernehmen.\n", "Ich will meinen Grund sagen: sie gehe fort und sei, womit er die Antrauung mit der Scheidung vergleicht; wie bei der Scheidung das Einvernehmen des Zueignenden243Des Ehemannes, der ihr dadurch den Besitz ihrer Person zueignet.erforderlich ist, ebenso ist bei der Antrauung das Einvernehmen des Zueignenden244Der Frau, die ihm ihre Person zueignet.erforderlich.\n", "Man wandte ein: Man schreibe Antrauungsund Heiratsurkunden nur mit dem Einvernehmen beider. Doch wohl wirkliche Antrauungs- und Heiratsurkunden245Durch die die Antrauung erfolgt.!? – Nein, Vereinbarungsurkunden.\n", "Dies nach R. Gidel im Namen Rabhs, denn R. Gidel sagte im Namen Rabhs: [Wenn der eine sagte:] wieviel gibst du deinem Sohne, [und der andere erwidert:] so und so viel; und du deiner Tochter? [und jener erwidert:] so und so viel, und darauf die Antrauung erfolgt ist, so ist es perfekt. Es sind dies Dinge, die durch Worte perfekt werden.\n", "DURCH DEN BEISCHLAF. Woher dies? R. Abahu sagte im Namen R. Joḥanans: Die Schrift sagt:246Gen. 20,3. Raschi zitiert den Vers Dt. 22,22, weshalb in den kursierenden Ausgaben das W. והיא fortgelassen ist.und sie ist von einem Manne beschlafen; dies lehrt, daß er durch die Beschlafung ihr Mann werde. R. Zera sprach zu R. Abahu, und manche sagen, Reš Laqiš zu R. Joḥanan: Mißfällt dir das, was Rabbi lehrte?247Dt. 24,1.Und sie beschläft, dies lehrt, daß sie durch den Beischlaf angeeignet248Dieser Schriftvers spricht von der Antrauung.werde. –\n", "Wenn hieraus, so könnte man glauben, nur wenn er sie sich angetraut249Auf andere Weise, durch Geld od. Urkunde.und nachher beschlafen hat, so lehrt er uns.\n", "R. Abba b. Mamal wandte ein : Wieso kann demnach250Wenn beides erforderlich ist.der Fall von der verlobten Jungfrau vorkommen, von der der Allbarmherzige sagt, daß sie zu steinigen251Wegen des Verkehrs mit einem Fremden; cf. Dt. 22,23ff.seil?\n", "Hat er sie sich angetraut und beschlafen, so ist sie ja defloriert252Nur die Jungfernhafte wird mit Steinigung bestraft, während die Deflorierte als Ehefrau durch Erdrosselung hingerichtet wird; cf. Ket. Fol. 48b., und hat er sie sich angetraut und nicht beschlafen, so ist es ja nichts!? Die Jünger erklärten vor Abajje: Dies kann in dem Falle vorkommen, wenn ihr Verlobter sie auf widernatürliche Weise beschlafen253Sie ist beschlafen, jed. nicht defloriert.hat.\n", "Da sprach Abajje zu ihnen: Rabbi und die Rabbanan streiten nur254Über die Beschlafung, bei der keine Defloration erfolgt ist.über einen Fremden, beim Ehemanne aber stimmen sie überein, daß er sie255Durch den widernatürlichen Beischlaf, durch den keine Defloration erfolgt ist.zur Begatteten mache. – Was ist256Worüber Rabbi u. die Rabbanan streiten.dies? –\n", "Es wird gelehrt: Wenn zehn Männer sie257Eine verlobte Jungfrau; nach Dt. 22,24 ist sowohl diese als auch der Ehebrecher mit Steinigung zu bestrafen.beschlafen haben258Auf widernatürliche Weise.und sie noch Jungfrau ist, so sind sie alle durch Steinigung [hinzurichten]. Rabbi sagte: Ich bin der Ansicht, der erste durch Steinigung und alle übrigen durch Erdrosselung259Wie beim Ehebruche mit einer verheirateten Frau, da sie rechtlich nicht mehr als Jungfrau gilt..\n", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Dies260Die Steinigung einer verlobten Jungfrau.kann in dem Falle vorkommen, wenn er sie sich durch eine Urkunde angetraut hat, denn wie diese die Scheidung vollendet, so vollendet sie auch die Antrauung261Auch ohne Beischlaf; ohne die Lehre RJ.s könnte man glauben, daß zur Antrauung durch Geld der Beischlaf erforderlich sei.. –\n", "Wofür verwendet R. Joḥanan [das Wort] und sie beschläft? – Hieraus folgert er : nur diese wird durch Beischlaf erworben, nicht aber wird die hebräische Magd durch Beischlaf erworben.\n", "Man könnte glauben, es sei von der Eheschwägerin [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn die Eheschwägerin, die durch Geld nicht erworben wird, durch den Beischlaf erworben wird, um wieviel mehr wird diese, die durch Geld erworben wird, durch den Beischlaf erworben. – Wohl die Eheschwägerin, die mit ihm bereits verbunden262Durch den Tod ihres Mannes fällt sie ihrem Schwager zu u. ist jedem anderen verboten.ist !? –\n", "Man könnte auslegen, die Schrift sagt:263Ex. 21,10.wenn er eine andere nimmt, somit hat sie sie mit einer anderen [Frau] verglichen, wie eine andere durch Beischlaf erworben wird, ebenso werde auch die hebräische Magd durch Beischlaf erworben, so lehrt er uns. –\n", "Woher entnimmt dies264Daß die hebr. Magd durch den Beischlaf nicht angeeignet werde.Rabbi? – Der Allbarmherzige sollte beschläft geschrieben haben, wenn es aber sie beschläft heißt, so ist beides zu entnehmen. –\n", "Raba sagte, Bar Ahina habe es265Weshalb die Antrauung mit einer von 2 Schwestern, ohne sie bezeichnet zu haben, ungültig ist.ihm erklärt: wenn jemand eine Frau nimmt und sie beschläft; die Antrauung, die zum Beischlaf führt, gilt als Antrauung, die Antrauung die nicht zum Beischlaf266In diesem Falle ist ihm jede der beiden Schwestern verboten, da zu berücksichtigen ist, sie ist vielleicht die Schwester seiner Frau.führt, gilt nicht als Antrauung. Woher folgert er dies267Die obigen Auslegungen; aus dem W.e ‘beschläft’ wird ja die letztere Auslegung gefolgert.!? –\n", "Es sollte oder sie beschläft heißen, wenn es aber und sie beschläft heißt, so ist beides268Die Verbindung ‘und’ besagt, daß auf das ‘Nehmen’ der Beischlaf folgen können müsse.zu entnehmen. –\n", "Wofür verwendet Rabbi [die Worte:] von einem Manne beschlafen? – Hieraus folgert er: nur der Ehemann macht sie durch widernatürlichen [Beischlaf] zur Begatteten, nicht aber macht sie ein anderer durch widernatürlichen [Beischlaf] zur Begatteten. –\n", "Ist Rabbi denn dieser Ansicht, es wird ja gelehrt: Wenn zehn Männer sie beschlafen haben und sie noch Jungfrau ist, so sind sie alle durch Steinigung [hinzurichten]. Rabbi sagte: Ich bin der Ansicht, der erste durch Steinigung und alle übrigen durch Erdrosselung!?\n" ], [ "R. Zera erwiderte: Rabbi pflichtet hinsichtlich der Buße269Die der Notzüchter od. Verführer einer Jungfrau zu zahlen hat; cf. Ex. 22,16 u. Dt. 22,29. bei, daß alle sie zahlen müssen270In dieser Hinsicht gilt sie auch nach ihm durch den widernatürlichen Beischlaf nicht als begattet.. – Womit ist es hierbei anders als bei der Todesstrafe!? – Anders ist es bei dieser, denn die Schrift sagt :271Dt. 22,25.so soll der Mann, der sie beschlafen hat, allein sterben272Das W. ‘allein’ ist überflüssig, da es ausdrücklich (V. 26) heißt, daß die Jungfrau straffrei sei, u. deutet darauf, daß im behandelten Falle nur der erste Mann der genannten Strafe verfalle.. –\n", "Wofür verwenden die Rabbanan [das Wort] allein? – Dieses verwenden sie für folgende Lehre :273Dt. 22,24.So sollt ihr beide hinausführen, nur wenn sie einander274Wenn beide großjährig sind.gleichen – so R. Jošija. R. Jonathan sagt: [es heißt:] so soll der Mann, der sie beschlafen hat, allein sterben. –\n", "Woher entnimmt dies275Daß der Ehemann sie auch durch den widernatürlichen Beischlaf zur Begatteten mache.R. Joḥanan? – Die Schrift sollte sagen: von jemand beschlafen, wenn es aber heißt: von einem Manne beschlafen, so ist beides zu entnehmen.\n", "Sie fragten: Erfolgt die Aneignung mit dem Beginne des Beischlafs oder mit der Beendigung desselben? Dies ist von Bedeutung in dem Falle, wenn sie bei der Anschmiegung276Der Genitalien an einander, vor der Vollziehung des Beischlafs.die Hand ausgestreckt und die Antrauung von einem anderen empfangen hat;\n", "oder auch, wenn ein Hochpriester eine Jungfrau durch Beischlaf277Dieser darf nur eine Jungfrau heiraten, u. wenn die Aneignung erst nach der Vollziehung des Beischlafs erfolgt, so heiratet er eine Deflorierte.eignet. Wie ist es nun? Amemar erwiderte im Namen Rabas : Wer den Beischlaf vollzieht, beabsichtigt die Beendigung desselben.\n", "Sie fragten: Erfolgt durch den Beischlaf278Der zur Antrauung erfolgt ist.Verheiratung oder Verlobung? Dies ist insofern von Bedeutung, ob er sie beerbt,\n", "sich an ihr verunreinigen279An ihrer Leiche, wenn er Priester ist; er darf dies nur bei seiner Ehefrau.darf und ihre Gelübde aufheben280Cf. Num. 30,7ff.kann. Wenn du sagst, dadurch erfolge eine Verheiratung, so beerbt er sie, darf er sich an ihr verunreinigen und kann er ihre Gelübde aufheben, wenn du aber sagst, dadurch erfolge nur eine Verlobung, so beerbt er sie nicht, darf er sich an ihr nicht verunreinigen und kann er ihre Gelübde nicht aufheben. Wie ist es nun?\n", "Abajje erwiderte: Komm und höre: Der Vater hat Anrecht auf ihre Antrauung durch Geld, Urkunde und Beischlaf; ferner hat er das Anrecht auf ihren Fund, ihre Arbeitsleistung und die Aufhebung ihrer Gelübde, er nimmt ihren Scheidebrief in Empfang281Wenn sie als Verlobte geschieden worden ist.und er erhält bei ihren Lebzeiten den Fruchtgenuß282Von ihren Gütern mütterlicherseits.nicht. Hat sie sich verheiratet, so ist der Ehemann ihm überlegen, indem er bei ihren Lebzeiten den Fruchtgenuß erhält.\n", "Hier wird also vom Beischlafe283Dh. von der Antraruung durch Beischlaf.besonders und von der Verheiratung besonders gelehrt284Demnach erfolgt durch die Antrauung durch Beischlaf nur eine Verlobung.. – Der Passus von der Verheiratung bezieht sich auf die anderen285Arten der Antrauung: Geld u. Urkunde..\n", "Raba sagte: Auch wir haben es gelernt: Mit drei Jahren und einem Tage kann eine [weibliche Person] durch Beischlaf angetraut werden; wenn der Eheschwager sie beschlafen hat, so hat er sie geeignet; man ist ihretwegen wegen Ehebruches schuldig; sie macht286Während ihrer Menstruation.den sie Beschlafenden unrein,\n" ], [ "sodaß er das unterste Polster gleich dem oberen287Wenn er auf mehreren Decken übereinander liegt, so ist auch das allerunterste unrein, obgleich er diese nicht berührt hat.verunreinigt;\n", "ist sie mit einem Priester verheiratet, so darf sie Hebe essen; hat jemand an ihr eines der in der Tora genannten Inzestgesetze übertreten, so wird er ihretwegen hingerichtet, während sie288Wegen ihrer Minderjährigkeit.straffrei ist; hat einer der Bemakelten289In legitimer Hinsicht, ein Hurenkind, ein Sklave udgl.sie beschlafen, so hat er sie für die Priesterschaft untauglich290Ein Priester darf sie nicht heiraten.gemacht.\n", "Hier wird also vom Beischlafe besonders und von der Verheiratung besonders gelehrt. – Er meint es wie folgt: wenn ihre Heirat291Die aber durch den Beischlaf erfolgen kann.mit einem Priester erfolgt ist, darf sie Hebe essen. –\n", "Komm und höre: Bereits sandte Joḥanan b. Bag Bag an R. Jehuda b. Bethera in Nezibis: Ich hörte, du sagst, eine verlobte Jisraélitin292Die mit einem Priester verlobt ist.dürfe Hebe essen. Dieser ließ ihm erwidern: Bist du etwa nicht dieser Ansicht? Es ist mir von dir sicher, daß du in allen Kammern der Tora kundig bist, und [einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere deduzieren kannst du nicht.\n", "Wenn eine kenaa͑nitische Sklavin, die der Beischlaf zum Essen von Hebe nicht berechtigt, das Geld293Wenn ein Priester sie gekauft hat, so gehört sie zu seinem Gesinde u. darf Hebe essen.zum Essen von Hebe berechtigt, um wieviel mehr berechtigt das Geld diese zum Essen von Hebe, die auch der Beischlaf zum Essen von Hebe berechtigt. Was aber kann ich gegen die Bestimmung der Weisen, daß eine verlobte Jisraélitin nicht eher Hebe essen dürfe, als bis sie in das Brautgemach gekommen ist.\n", "Wovon wird hier gesprochen: wenn von Beischlaf und Brautgemach294Vom Beischlafe, den er nach der Hochzeit vollzieht, nicht aber, der zur Antrauung erfolgt ist.und von Geld und Brautgemach295Wenn sie nach der Antrauung durch Geld mit ihm im Brautgemache war., so darf sie ja in beiden Fällen [Hebe]296Während er eine Bestimmung der Weisen anführt, daß sie nicht essen dürfe.essen,\n", "und wenn von Beischlaf und Brautgemach und vom Geld ohne Brautgemach, so sind es ja bei dem einen zwei [Handlungen] und beim anderen297Beim Gelde, somit ist hinsichtl. des Geldes vom Beischlafe nicht zu folgern.eine; doch wohl vom Beischlaf ohne Brautgemach und vom Geld ohne Brautgemach.\n", "Einleuchtend ist es, wenn du sagst, dadurch erfolge die Verheiratung, daß ihm klar war, daß der Beischlaf wirksamer sei als das Geld; wieso aber war es ihm, wenn du sagst, dadurch erfolge die Verlobung, von dem einen klar und von dem anderen zweifelhaft!?\n", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Tatsächlich, kann ich dir erwidern, wird hier von Beischlaf und Brautgemach und vom Geld ohne Brautgemach gesprochen, wenn du aber einwendest, bei dem einen sind es zwei [Handlungen] und beim anderen eine, so ist zu erwidern: [der Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere ist immerhin vorhanden.\n", "Er ließ ihm wie folgt erwidern : wenn eine kenaa͑nitische Magd, die der Beischlaf zum Essen von Hebe nicht berechtigt, auch wenn das Brautgemach298Dh. wenn er sie ehelichen wollte; bei einer solchen ist die legale Ehelichung ungültig.hinzukommt, das Geld auch ohne Brautgemach zum Essen berechtigt, um wieviel mehr berechtigt das Geld ohne Brautgemach diese zum Essen von Hebe, die Beischlaf und Brautgemach zum Essen von Hebe berechtigen.\n", "Was aber kann ich gegen die Bestimmung der Weisen, daß eine verlobte Jisraélitin nicht eher Hebe essen dürfe, als bis sie in das Brautgemach gekommen ist, wegen der Lehre U͑las299Ob. Fol. 5a.. –\n", "Und Ben Bag Bag300Weshalb folgert er diesen Schluß nicht.!? – Bei der kenaa͑nitischen Sklavin hat er bei der Aneignung nichts301Mit der Zahlung des Kaufpreises ist die Aneignung perfekt.zurückgelassen, bei dieser aber hat er bei der Aneignung etwas302Erst nachdem sie im Brautgemach war, ist sie seine richtige Frau auch hinsichtlich der Beerbung u. der Verunreinigung an ihrer Leiche. zurückgelassen.\n", "Rabina erklärte: Entschieden war es ihm, daß sie nach der Tora essen dürfe, er fragte ihn nur, wieso sie es auch rabbanitisch dürfe.\n", "Er sandte an ihn folgendes: Ich hörte, du sagst, eine verlobte Jisraélitin dürfe Hebe essen, und daß du eine Aufhebung303Beim Vollzug des Beischlafs kann es sich herausstellen, daß sie mit einem Leibesfehler behaftet ist, der die Antrauung aufhebt.nicht berücksichtigst. Jener ließ ihm erwidern: Bist du etwa nicht dieser Ansicht? Es ist mir von dir sicher, daß du in allen Kammern der Tora kundig bist, und [einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere deduzieren kannst du nicht.\n", "Wenn eine kenaa͑nitische Sklavin, die der Beischlaf zum Essen von Hebe nicht berechtigt, das Geld zum Essen von Hebe berechtigt, ohne daß eine Aufhebung berücksichtigt wird, um wieviel mehr berechtigt das Geld diese zum Essen von Hebe, die der Beischlaf zum Essen von Hebe berechtigt, ohne daß eine Aufhebung zu berücksichtigen ist. Was aber kann ich gegen die Bestimmung der Weisen, daß nämlich eine verlobte Jisraélitin nicht eher Hebe essen dürfe,\n" ], [ "als bis sie in das Brautgemach gekommen ist, wegen der Lehre U͑las. –\n", "Und Ben Bag Bag300Weshalb folgert er diesen Schluß nicht.!? – Bei Sklaven gibt es keine Aufhebung. Sichtbare Fehler sieht304Wenn jemand ihn trotzdem gekauft hat, so war er einverstanden.man; auf heimliche Fehler achtet man nicht, da man ihn nur zur Arbeit braucht;\n", "stellt es sich heraus, daß er ein Dieb oder ein Würfelspieler ist, so muß man ihn305Der Kauf ist gültig u. er kann nicht zurücktreten.behalten. Zu berücksichtigen wäre nur, er konnte ein Räuber oder der Regierung verschrieben306Zum Tode verurteilt; der Sklave gilt als tot u. ist nichts wert.sein, aber solche sind bekannt307Und da er ihn trotzdem gekauft hat, so kann er nicht mehr zurücktreten.. –\n", "Merke, sie darf ja weder nach dem einen noch nach dem anderen [Hebe] essen, welchen Unterschied gibt es nun zwischen ihnen!? –\n", "Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen im Falle des Einverständnisses308Wenn er mit einem etwaigen Leibesfehler einverstanden war; Aufhebung ist nicht zu berücksichtigen, wohl aber der Grund U͑las (ob. Fol. 5a), sie könnte Hebe an ihre Geschwister verabreichen., der Übergabe309Wenn der Vater sie den Abgesandten des Ehemannes übergeben hat.und des Hingehens310Wenn sie sich unterwegs zum Bräutigam befindet; in beiden letzteren Fällen ist wohl Aufhebung zu berücksichtigen, nicht aber der Grund U͑las, da sie nicht mit ihren Geschwistern beisammen ist..\n", "DURCH GELD, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, MIT EINEM DENARE &C. Was ist der Grund311Auch die kleinste Münze, eine Peruṭa, ist Geld, u. sollte genügen.der Schule Šammajs? R. Zera erwiderte: Eine Frau schätzt ihre Person und läßt sich mit einem Betrage unter einem Denare nicht antrauen.\n", "Abajje sprach zu ihm: Demnach ist bei einer gleich den Töchtern R. Jannajs, die ihre Person besonders schätzen und sich mit weniger als einem Trikab Denare nicht antrauen lassen, die Antrauung ungültig, wenn sie die Hand ausgestreckt und von jemand einen Zuz empfangen hat!?\n", "Dieser erwiderte: Ich spreche nicht von dem Falle, wenn sie die Hand ausgestreckt und [das Geld] empfangen312Sie war einverstanden u. die Antrauung ist gültig.hat, ich spreche von dem Falle, wenn er sie sich nachts angetraut313Und sie den Betrag nicht gesehen hat.oder wenn sie einen Vertreter bestellt314Ohne ihm einen Betrag genannt zu haben.hat.\n", "R. Joseph erklärte: Der Grund der Schule Šammajs ist nach R. Jehuda im Namen R. Asis zu erklären. R. Jehuda sagte nämlich im Namen R. Asis, daß beim Gelde, von dem die Tora spricht, stets die tyrische Währung, und von dem die [Gelehrten] sprechen, die Provinzial-Währung315Die erstere hat den 8fachen Wert der letzteren; das Provinzialgeld war wohl in denselben Nominalen wie das tyrische Silbergeld ausgeprägt, hatte jed. nur etwa 12% Feingehalt.zu verstehen sei316Da es in der tyrischen Währung keine Peruṭa gibt, so ist die Norm auf einen Denar festzusetzen. Nach einer anderen Erklärung ist der Denar die kleinste tyrische Münze..\n", "Der Text. R. Jehuda sagte im Namen R. Asis : Überall, wo die Tora von Geld spricht, ist die tyrische Währung, und wo die [Gelehrten] von Geld sprechen, ist die Provinzial-Währung zu verstehen. Ist dies denn eine stichhaltige Regel;\n" ], [ "hinsichtlich der Forderung heißt es:317Ex. 22,6.wenn jemandseinem Nächsten Geld oder Geräte zur Aufbewahrung gibt, und es wird gelehrt, daß beim gerichtlichen Eide die Forderung zwei Silberlinge und das Zugestandene eine Peruṭa betragen318Auch hier spricht das Gesetz von Geld, u. darunter werden 2 Silbermünzen verstanden.müsse!? –\n", "Hierbei ist es mit ‘Geräten’ zu vergleichen; wie unter ‘Geräte’ zwei zu verstehen sind, ebenso auch unter ‘Geld’ zwei, und wie Geld etwas Wertvolles ist, ebenso ‘Geräte’, wenn wertvoll319Es sind daher 2 Silbermünzen erforderlich.. –\n", "Vom zweiten Zehnten heißt es ja:320Dt. 14,25.nimm das Geld in deine Hand, dennoch haben wir [den Fall] gelernt, wenn jemand einen Sela͑ vom Gelde des zweiten Zehnten in Scheidemünze321Diese Schriftstelle spricht von Geld, dennoch sind Kupfermünzen zulässig.wechselt!? – [Der Artikel] das Geld ist einschließend. –\n", "Vom Geheiligten heißt es ja:322Vgl. Anm. 95.er gebe das Geld und soll es erstehen, und Šemuél sagte, wenn man Geheiligtes im Werte einer Mine durch den Wert einer Peruṭa ausgeweiht hat, sei die Ausweihung gültig!? – Diesbezüglich wird es aus [dem Worte] Geld gefolgert, das auch beim Zehnten gebraucht wird323Es darf gleich diesem durch Kupfermünzen ausgelöst werden.. –\n", "Bei der Antrauung heißt es ja:324Dt. 24,1.wenn jemand eine Frau nimmt und ihr beiwohnt, und durch [das Wort] nehmen wird vom Felde E͑phrons325Bei dem das W. ‘Geld’ gebraucht wird; hieraus wird gefolgert, daß auch die Antrauung durch Geld erfolgen könne.gefolgert, dennoch haben wir gelernt: die Schule Hillels sagt, mit einer Peruṭa und dem Werte einer Peruṭa; demnach lehrte R. Asi nach der Schule Šammajs326Während die Halakha nach der Schule Hillels zu entscheiden ist.!? –\n", "Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: R. Jehuda sagte im Namen R. Asis: Überall, wo die Tora einen festgesetzten Geldbetrag nennt, ist die tyrische Währung, und wo die [Gelehrten] von Geld sprechen, ist die Provinzial-Währung zu verstehen. –\n", "Was lehrt er uns damit, wir haben ja bereits gelernt, die fünf Sela͑327Das Lösegeld für den erstgeborenen Sohn; cf. Num. 18,16.für den [erstgeborenen] Sohn, die dreißig für einen Sklaven328Die der Eigentümer des Rindes, das einen Sklaven getötet hat, für diesen zu zahlen hat; cf. Ex. 21,32., die fünfzig für Notzucht329Cf. Dt. 22,29.und Verführung, und die hundert des Verleumders330Inbetreff der Unbescholtenheit seiner Frau; cf. Dt. 22,19.seien sämtlich mit dem Šeqel des Heiligtums in tyrischer Währung zu zahlen!? –\n", "Nötig ist die Lehre, daß beim von den [Gelehrten] genannten Gelde die Provinzial-Währung zu verstehen sei, was wir [anderweitig] nicht gelernt haben. So wird gelehrt, wer seinem Nächsten einen Stoß331Nach den Kommentaren Backenstreich.versetzt, müsse ihm einen Sela͑ bezahlen; man sage nicht, einen Sela͑ im Werte von vier Zuz, sondern einen Sela͑ im Werte von einem halben Zuz332In Provinzial-Währung, ein Achtel des tyrischen Sela͑., denn die Leute pflegen einen halben Zuz Stater333Der gewöhnlich den Wert eines Sela͑ von 4 Denaren hat.zu nennen.\n", "R. Šimo͑n b. Laqiš sagte: Der Grund der Schule Šammajs ist nach Ḥizqija zu erklären, denn Ḥizqija sagte :334Ex. 21,8.Und ausgelöst, dies lehrt, daß sie das Lösegeld reduziere335Die bereits abgedienten Jahre werden nach Verhältnis vom Kaufpreise in Abzug gebracht u. der Rest an den Herrn zurückgezahlt.und frei ausgehe.\n", "Allerdings kann sie, wenn du sagst, er gebe ihr einen Denar, es bis auf eine Peruṭa reduzieren, wenn du aber sagst, er gebe ihr eine Peruṭa, so ist ja eine Peruṭa nicht mehr zu reduzieren336Nach der weiter folgenden Ausführung ist nach der Schule Š.s hinsichtlich der Antrauung vom Verkaufe einer hebräischen Magd zu folgern; die Höhe des Betrages muß somit bei beiden gleichmäßig sein.. – Vielleicht sagt der Allbarmherzige folgendes: wenn er ihr einen Denar gegeben hat, so ist [das Lösegeld] auch bis auf eine Peruṭa zu reduzieren, wenn er ihr aber nur eine Peruṭa gegeben hat, so ist es nicht zu reduzieren337Weil kein Geldbetrag zurückbleiben würde.!? –\n" ], [ "Dies338Daß die Erwerbung durch einen Betrag, bei dem die Reduktion für die abgelaufene Zeit nicht möglich ist, zulässig sei.ist nicht einleuchtend, denn es muß der Bestimmung339Der Magd zur Frau für sich; cf. Ex. 21,8.gleichen; wie der Verkauf ungültig ist, wenn die Bestimmung nicht erfolgen340Der Verkauf an Blutsverwandte, denen sie zur Ehe verboten ist, ist unzulässig.kann, obgleich es von seinem Willen abhängt, ob er sie [für sich] bestimmen will oder nicht, ebenso ist, wenn er [das Lösegeld] nicht reduzieren kann, der Verkauf ungültig.\n", "Die Antrauung ist nach der Schule Šammajs von der hebräischen Magd zu folgern: wie die hebräische Magd nicht durch eine Peruṭa angeeignet341Aus dem oben angegebenen Grunde.wird, ebenso wird eine Frau nicht durch eine Peruṭa angetraut. –\n", "Vielleicht mit einem halben Denar, oder mit zwei Peruṭas342Bei diesem Betrage ist eine Reduktion möglich.!? – Da es aus der Norm einer Peruṭa gekommen ist, so ist es auf die Norm eines Denars343Vgl. Anm. 316.zu bringen.\n", "Raba erklärte: Folgendes ist der Grund der Schule Šammajs: damit die Töchter Jisraéls nicht als Freigut gelten344Sie sollen daher nicht mit der kleinsten Scheidemünze angetraut werden..\n", "DIE SCHULE HILLELS SAGT, MIT EINER PERUṬA. R. Joseph wollte erklären, mit irgend einer345Mit der kleinsten Kupfermünze, auch in Orten od. zu Zeiten, wo sie besonders klein geprägt wird.Peruṭa, da sprach Abajje zu ihm: Hierzu wird ja gelehrt, eine Peruṭa sei der achte Teil eines italischen Assars.\n", "Wolltest du erwidern, nur im Zeitalter Mošes, hierbei aber, wie die Leute zu rechnen pflegen, so sagte ja R. Dimi, als er kam, R. Simaj berechnete in seinem Zeitalter, eine Peruṭa sei der achte Teil eines italischen Assars. Und als Rabin kam, sagte er, R. Dostaj, R. Jannaj und R. Oša͑ja berechneten, eine Peruṭa sei der sechste Teil eines italienischen Assars.\n", "R. Joseph sprach zu ihm; Wir haben gelernt: Wenn du gehst und nachrechnest, wieviel Peruṭas in zwei Sela͑ vorhanden sind, so sind es mehr als zweitausend. Demnach346Wenn 8 Peruṭas auf den Assar gehen; 1 Sela͑ = 4 Denar, 1 D. = 24 Assar, wonach 2 Sela͑ 1536 Peruṭas haben.sind es nicht einmal zweitausend, und er sagt, es seien mehr als zweitausend!? Da sprach ein Greis zu ihnen: Ich habe gelernt: nahezu zweitausend. – Aber immerhin sind es ja nur eintausendfünfhundertsechsunddreißig!? – Da es die Hälfte347Des 2. Tausends.übersteigt, so sagt er: nahezu zweitausend.\n", "Der Text. Als R. Dimi kam, sagte er: R. Simaj berechnete in seinem Zeitalter, daß eine Peruṭa der achte Teil eines italischen Assars sei. Als Rabin kam, sagte er: R. Dostaj, R. Jannaj und R. Oša͑ja berechneten, daß eine Peruṭa der sechste Teil eines italischen Assars sei. Abajje sprach zu R. Dimi: Es wäre anzunehmen, daß du und Rabin den Streit der folgenden Tannaím führen.\n", "Es wird gelehrt: Die Peruṭa, von der die Weisen sprechen, ist der achte Teil eines italischen Assars. Ein Denar hat sechs Silbermaa͑, eine Maa͑ hat zwei Pondion, ein Pondion hat zwei Assar, ein Assar hat zwei Masmas, ein Masmas348Vermutlich Semis u. Teruncius.hat zwei Qonṭerunq, ein Qonṭerunq348Vermutlich Semis u. Teruncius.hat zwei Peruṭas; es ergibt sich, daß eine Peruṭa den achten Teil eines italischen Assars beträgt.\n", "R. Šimo͑n b. Gamliél sagt: Eine Maa͑ hat zwei Hadras, ein Hadras349Vermutlich Hordeum,’ ἐννεάς u. Semuncia.hat zwei Hanaç, ein Hanaç349Vermutlich Hordeum,’ ἐννεάς u. Semuncia.hat zwei Šamin, ein Šamin349Vermutlich Hordeum,’ ἐννεάς u. Semuncia.hat zwei Peruṭas; es ergibt sich, daß eine Peruṭa den sechsten Teil eines italischen Assars beträgt. Es wäre also anzunehmen, daß der Meister der Ansicht des ersten Autors und Rabin der Ansicht des R. Šimo͑n b. Gamliél ist.\n", "Dieser erwiderte: Sowohl meine Ansicht als auch die des Rabin gelten nach dem ersten Autor, dennoch besteht hier kein Widerspruch; das eine, wenn der Assar im Werte hoch steht, und das andere, wenn der Assar im Werte niedrig steht. Wenn der Assar im Werte hoch steht, gehen vierundzwanzig im Zuz, wenn er im Werte niedrig steht, gehen zweiunddreißig im Zuz.\n", "Šemuél sagte: wenn er sie sich mit einer Dattel angetraut hat, so ist sie ihm angetraut, selbst wenn ein Kor Datteln einen Denar kostet, denn es ist zu berücksichtigen, sie ist vielleicht in Medien350Wohl wegen des Reichtums dieses Landes; cf. Jes. 13,17.eine Peruṭa wert. –\n", "Wir haben ja aber gelernt, die Schule Hillels sagt, mit einer Peruṭa und dem Werte einer Peruṭa!? – Das ist kein Einwand; das eine für die sichere Antrauung, das andere für die zweifelhafte Antrauung351Ist die Dattel an Ort u. Stelle eine Peruṭa wert, so ist die Antrauung entschieden gültig, wenn aber nicht, so ist dies zweifelhaft, sodaß event, eine Scheidung erforderlich ist..\n", "Einst vollzog jemand die Antrauung mit einem Bündel Charpie352אורדי in der Erstausgabe ist ein Druckfehler, in Raschi richtig אודרי; die späteren Ausgaben haben, statt den Text nach Raschi zu verbessern, die La. in Raschi nach dem Texte verballhornisiert.. Da saß R. Šimi b. Ḥija vor Rabh und dachte darüber nach: ist es eine Peruṭa wert, so ist [die Antrauung] gültig, ist es keine Peruṭa wert, so ist sie ungültig. – Šemuél sagte ja aber, es sei zu berücksichtigen353Die Sache kann in einer anderen Gegend eine Peruṭa wert sein.!? – Das ist kein Einwand; das eine für die entschiedene Antrauung, das andere für die zweifelhafte Antrauung.\n", "Einst vollzog jemand die Antrauung mit einem Stibiumstein. Da saß R. Ḥisda und dachte darüber nach: ist er eine Peruṭa wert, so ist [die Antrauung] gültig, ist er keine Peruṭa wert, so ist sie ungültig. – Šemuél sagte ja aber, es sei zu berücksichtigen!? – R. Ḥisda ist nicht der Ansicht Šemuéls.\n", "Hierauf sprach seine Mutter: An dem Tage, an dem er sie sich angetraut hat, war er eine Peruṭa wert. Da erwiderte er ihr: Du bist nicht glaubhaft, sie dem anderen354In der Annahme, daß die Antrauung ungültig ist, war sie einem anderen angetraut worden.verboten zu machen.\n" ], [ "Hierbei verhält es sich ebenso wie bei der Judith, der Frau R. Ḥijas. Einst sprach sie, da sie Geburtswehen355Sie gebar wiederholt Zwillinge, u. wegen der heftigen Geburtswehen wollte sie eine Trennung von Bett herbeiführen; später griff sie zu einem Sterilitätsmittel; cf. Jab. Fol. 65b.hatte, zu ihm: Meine Mutter sagte mir: dein Vater hatte dich, als du klein warst, einem anderen angetraut. Da sprach er zu ihr: Deine Mutter ist nicht glaubhaft, dich mir verboten zu machen.\n", "Die Jünger sprachen zu R. Ḥisda: Weshalb denn, es sind ja in Idith356Nach anderen Texten באורית ,באוריא, im Westen, dh. irgendwo in der Ferne.Zeugen vorhanden, die wissen, daß er an jenem Tage eine Peruṭa wert war!? – Immerhin sind sie nicht vor uns vorhanden.\n", "Dies gleicht dem Falle R. Ḥaninas, hinsichtlich dessen er sagte: Zeugen sind am Nordpol357Im fernen Norden; niemand bekundet, daß sie ihrem Manne verboten sei, u. nur in weiter Ferne sollen derartige Zeugen vorhanden sein.und sie sollte verboten sein!?\n", "Abajje und Raba halten nichts von der Lehre R. Ḥisdas: sollten wir, wenn wir bei einer Gefangenen, die sich vor dem Fänger358Sie ist bestrebt, von ihm unbehelligt zu bleiben.verunstaltet, eine Erleichterung getroffen359Daß man ihr glaube, sie sei unbefleckt geblieben, obgleich gerüchtweise irgendwo Zeugen vorhanden sein sollen, die das Gegenteil bekunden; auf einen solchen Fall bezieht sich der obige Ausspruch R. Ḥaninas; cf. Ket. Fol. 23a.haben, auch beim Ehegesetze360Es gibt keinen Grund zur Annahme, daß der Stein an jenem Tage keine Peruṭa wert war.eine Erleichterung treffen!?\n", "[Nachkommen] jener Familie361Die Frau, um die es sich hierbei handelt, verheiratete sich später mit einem anderen.waren in Sura zurückgeblieben, und die Rabbanan hielten sich von ihnen fern; nicht etwa weil sie der Ansicht Šemuéls362Daß zu berücksichtigen sei, die Sache könne in einer anderen Gegend eine Peruṭa wert sein.waren, sondern weil sie der Ansicht Abajjes und Rabas363Daß die Zeugen in der Ferne zu berücksichtigen seien.waren.\n", "Einst vollzog jemand die Antrauung auf der Straße mit einem Myrtenzweige. Da ließ R. Aḥa b. Hona R. Joseph fragen, wie es sich in einem solchen Falle verhalte. Dieser ließ ihm erwidern: Laß ihn geißeln, nach Rabh, und benötige ihn eines Scheidebriefes, nach Šemuél.\n", "Rabh ließ nämlich geißeln wegen der Antrauung auf der Straße, wegen der Antrauung durch Beischlaf, wegen der Antrauung ohne Werbung364Ohne vorherige Besprechung; dies alles ist als Ausgelassenheit zu betrachten.,\n", "wegen der Annullierung365Cf. Git. Fol. 32a.eines Scheidebrief es366Die Frau könnte einen ungültigen Scheidebrief erhalten u. sich daraufhin verheiraten.und wegen der Erklärung367Daß er ihn nur gezwungen gebe (cf. Git. Fol. 88b); der Scheidebrief ist gültig, jed. bringt er ihn in den Verdacht der Ungültigkeit.über einen Scheidebrief; ferner den, der einen Gerichtsboten kränkt, der einen Barmspruch dreißig Tage auf sich sitzen368Um Aufhebung nicht nachsucht.läßt,\n", "und einen Bräutigam, der bei seinem Schwiegervater wohnt. – Nur wenn er wohnt, nicht aber, wenn er vorübergeht, und [dem widersprechend] ließ ja R. Šešeth einen Schwiegersohn geißeln, der an der Tür seines Schwiegervaters vorüberging!? – Mit diesem hatte man seine Schwiegermutter verdächtigt.\n", "Die Nehardee͑nser sagen: Von all diesen ließ Rabh nur den geißeln, der die Antrauung ohne Werbung durch Beischlaf vollzog. Manche sagen, auch bei [vorangehender] Werbung, wegen der Ausgelassenheit.\n", "Einst vollzog jemand die Antrauung mit einer Myrtenmatte, und als man ihm sagte, diese sei keine Peruṭa wert, erwiderte er: So mag sie mit den vier Zuz, die sich darin befinden, angetraut sein. Jene nahm sie entgegen und schwieg. Hierauf entschied Raba: Das Schweigen ist nach der Übergabe des Geld es369Bei der Übergabe zur Antrauung rechnete sie nicht mit dem Gelde, sondern nur mit der Matte, u. da diese keine Peruṭa wert ist, so ist die Antrauung ungültig.er folgt, und das Schweigen nach der Übergabe des Geldes ist ohne Bedeutung.\n", "Raba sagte: Dies entnehme ich aus folgender Lehre: Wenn er zu ihr gesagt hat: nimm diesen Sela͑ in Verwahrung, und darauf zu ihr sagt: sei mir damit angetraut, so ist sie, wenn es bei der Übergabe des Geldes erfolgt ist, ihm angetraut, wenn aber nach der Übergabe des Geldes, wenn sie es wünscht, ihm angetraut, und wenn sie es nicht wünscht, ihm nicht angetraut.\n", "Was heißt ‘wünscht’ und was heißt ‘nicht wünscht’: wollte man sagen ‘wünscht’ heiße, wenn sie ‘ja’ sagt, und ‘nicht wünscht’ heiße,\n" ], [ "wenn sie ‘nein’ sagt, so wäre ja demnach im ersten Falle die Antrauung gültig, auch wenn sie ‘nein’ sagt; wieso denn, sie sagte ja ‘nein’!? Wahrscheinlich heißt ‘wünscht’, wenn sie ‘ja’ sagt, und nicht wünscht, wenn sie schweigt; somit ist hieraus zu entnehmen, daß das Schweigen nach der Übergabe des Geldes nichts sei.\n", "In Pum Nahara wandten sie dagegen im Namen R. Honas, des Sohnes R. Jehošua͑s, folgendes ein: Es ist ja nicht gleich; da gab er es380Das, womit er sie sich antrauen wollte.ihr zur Verwahrung, und sie dachte, sie sei, wenn sie es fortwirft und es zerbricht, ersatzpflichtig, hierbei aber gab er es ihr zur Antrauung, und wenn sie es nicht wünschte, so sollte sie es fortwerfen!?\n", "R. Aḥaj entgegnete: Sind denn alle Frauen im Gesetze kundig; auch hierbei dachte sie, wenn sie es fortwirft und es zerbricht, sei sie ersatzpflichtig. R. Aḥa b. Rabh ließ Rabina fragen: Wie verhält es sich in einem solchen Falle? Dieser ließ ihm erwidern: Wir haben den [Einwand] R. Honas, des Sohnes R. Jehošua͑s, nicht gehört; ihr, die ihr ihn gehört habt, berücksichtiget ihn.\n", "Einst verkaufte eine Frau Gürtel, da kam ein Mann und entriß ihr einen Gürtel. Sie sprach zu ihm: Gib ihn mir zurück. Er entgegnete: Willst du, wenn ich ihn dir zurückgebe, mir angetraut sein? Sodann nahm sie ihn schweigend zurück. Hierauf entschied R. Naḥman : Sie kann sagen, sie habe zwar von ihm etwas erhalten, jedoch das ihrige.\n", "Raba wandte gegen R. Naḥman ein : Wenn er sie sich mit Geraubtem, Geplündertem oder Gestohlenem angetraut hat, oder wenn er ihr einen Sela͑ aus der Hand gerissen und sie sich damit angetraut hat, so ist sie ihm angetraut!? – Dies, wenn er um sie geworben hat. –\n", "Woher entnimmst du, daß zu unterscheiden sei, ob er um sie geworben oder nicht geworben hat? – Es wird gelehrt: Wenn er zu ihr gesagt hat: nimm diesen Sela͑, den ich dir schulde, und darauf: sei mir damit angetraut, so ist sie, wenn es beim Geben des Geldes erfolgt ist, wenn sie es wünscht, ihm angetraut, und wenn sie es nicht wünscht, ihm nicht angetraut, wenn aber nach dem Geben des Geldes, so ist sie, auch wenn sie es wünscht, ihm nicht angetraut.\n", "Was heißt ‘wünscht’ und was heißt ‘nicht wünscht’ : wollte man sagen, ‘wünscht’ heiße, wenn sie ‘ja’ sagt, und ‘nicht wünscht’ heiße, wenn sie ‘nein’ sagt, so sollte er doch, wenn demnach die Antrauung gültig ist, falls sie geschwiegen hat, schlechthin lehren, sie sei381Und keinen Unterschied hinsichtl. ihres Wunsches machen, da es doch selbstverständlich ist, daß, wenn sie es nicht wünscht, die Antrauung ungültig ist.angetraut, wie in jenem382Bei der Verrechnung, ob. Fol. 12b.Falle.\n", "Vielmehr heißt ‘wünscht’, wenn sie ‘ja’ sagt, und ‘nicht wünscht’, wenn sie schweigt, und er lehrt, daß sie nicht geschieden sei; doch wohl aus dem Grunde, weil sie sagen kann, sie habe zwar etwas erhalten, jedoch das ihrige.\n", "Nun widerspricht dem ja die Lehre, daß, wenn er sie sich mit Geraubtem, Geplündertem oder Gestohlenem angetraut hat, oder wenn er ihr einen Sela͑ aus der Hand gerissen und sie sich damit angetraut hat, sie ihm angetraut sei!? Wahrscheinlich gilt das eine, wenn er um sie geworben hat, und das andere, wenn er um sie nicht geworben hat.\n", "Als R. Asi gestorben war, traten die Jünger ein, um seine Lehren zu sammeln. Da sprach einer von den Jüngern, namens R. Ja͑qob: Folgendes sagte R. Asi im Namen R. Manis : Wie eine Frau nicht durch weniger als eine Peruṭa angeeignet wird, so wird auch ein Grundstück nicht durch weniger als eine Peruṭa angeeignet. Sie entgegneten ihm: Es wird ja gelehrt, obgleich eine Frau durch weniger als eine Peruṭa nicht angeeignet wird, werde ein Grundstück auch durch weniger als eine Peruṭa angeeignet!?\n", "Er erwiderte ihnen: Diese Lehre spricht von [der Aneignung durch] Tausch, hinsichtlich welcher gelehrt wird, daß man vermittelst eines Gerätes383Durch symbol. Tausch, Mantelgriff.erwerben könne, selbst wenn es keine Peruṭa wert ist.\n", "Hierauf fuhren sie fort und sprachen : R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, wenn jemand in den Vorschriften über Scheidung und Antrauung nicht kundig ist, befasse er sich damit nicht. Hierzu sagte R. Asi im Namen R. Joḥanans: Solche384Unkundige, die in diesen Dingen Entscheidungen treffen u. dadurch die Übertretung des Ehegesetzes veranlassen.sind für die Welt schlimmer als das Zeitalter der Sintflut, denn es heißt :385Hos. 4,2.schwören und lügen, morden und stehlen und ehebrechen, sie breiten sich aus, und Blut an Blut reihen sie. –\n", "Wieso geht dies hieraus hervor? – Nach der Verdolmetschung R. Josephs : sie zeugen Kinder von den Frauen ihrer Genossen386פרץ sich vermehren (wie Ex. 1,12), in Verbindung mit dem folgenden, durch Ehebruch. Diese freie Übersetzung ist übrigens von Jonathan, den RJ. benutzte.und Schuld über Schuld häufen sie.\n", "Hierauf folgt :387Hos. 4,3.darum trauert das Land und es verschmachten die Bewohner darin; die Tiere des Feldes und die Vögel des Himmels, selbst die Fische des Meeres werden dahingerafft &c. Während im Zeitalter der Sintflut über die Fische des Meeres die Strafe nicht verhängt worden war, wie es heißt :388Gen. 7,22.von allem, was auf dem Trocknen war, starb, nicht aber die Fische des Meeres, wird sie hierbei auch über die Fische des Meeres verhängt. –\n", "Vielleicht nur dann, wenn er alles389Was im angezogenen Schriftverse aufgezählt wird.getan hat!? – Dies ist nicht einleuchtend, denn es heißt :390Jer. 23,10.denn wegen des Schwörens trauert das Land391Auch wegen einer der aufgezählten Sünden.. –\n", "Vielleicht wegen des Schwörens allein und wegen aller anderen allein!? –\n" ], [ "Es heißt ja nicht: und392Nur dann wäre es mit dem Vorangehenden zu verbinden u. daraus zu folgern, daß die genannte Strafe nur wegen aller genannten Sünden zusammen verhängt werde.sie breiten sich aus, sondern: sie breiten sich aus.\n", "Hierauf fuhren sie fort und sprachen: wir haben gelernt, wenn eine Frau393Eine Wöchnerin, die nach Lev. 12,6ff. ein Brand- und ein Sündopfer darzubringen hat.ihr Sündopfer dargebracht hat und gestorben ist, müssen ihre Erben ihr Brandopfer bringen. Hierzu sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls, dies nur, wenn sie es bereits bei Lebzeiten abgesondert hat, nicht aber, wenn sie es nicht bei Lebzeiten abgesondert hat;\n", "er ist demnach der Ansicht, die Haftbarkeit394Des Nachlasses für die Verpflichtungen des Verstorbenen.sei nicht aus der Tora. R. Asi aber sagte im Namen R. Joḥanans, auch wenn sie es nicht bei Lebzeiten abgesondert hat; er ist demnach der Ansicht, die Haftbarkeit sei aus der Tora. –\n", "Hierüber streiten sie ja bereits einmal!? Rabh und Šemuél sagen beide, ein mündliches Darlehen könne von den Erben eingefordert werden, nicht aber von den Käufern; R. Joḥanan und Reš Laqiš sagen beide, ein mündliches Darlehen könne sowohl von den Erben als auch von den Käufern eingefordert werden. –\n", "Beides ist nötig. Würde nur dies gelehrt worden sein, so könnte man glauben, Šemuél vertrete seine Ansicht nur hierbei, weil das Darlehen nicht in der Tora geschrieben ist, da aber pflichte er395Da die Darbringung des Opfers in der Tora genannt ist u. somit einem Darlehen auf einen Schuldschein gleicht.R. Joḥanan und Reš Laqiš bei.\n", "Und würde er nur jenes gelehrt haben, so könnte man glauben, R. Joḥanan vertrete seine Ansicht nur da, weil ein in der Tora geschriebenes Darlehen einem Darlehen auf einen Schuldschein gleicht, dort aber pflichte er Šemuél bei. Daher ist beides nötig.\n", "R. Papa sagte: Die Halakha ist, ein mündliches Darlehen ist von den Erben einzufordern, nicht aber von den Käufern. Es ist von den Erben einzufordern, weil die Haftbarkeit aus der Tora ist, und es ist nicht von den Käufern einzufordern, weil es nicht bekannt ist396Der Käufer braucht von derartigen Schulden nicht gewußt zu haben u. muß vor Schaden geschützt werden..\n", "SIE EIGNET SICH SELBST AN DURCH SCHEIDEBRIEF UND TOD IHRES EHEMANNES. Allerdings durch einen Scheidebrief, denn es heißt :396Dt. 24,1.er schreibe ihr einen Scheidebrief,\n", "woher dies aber vom Tode ihres Ehemannes? – Dies ist einleuchtend: er hat sie397Durch sein Vorhandensein, für andere Personen.verboten gemacht, und er macht sie auch erlaubt. –\n", "Beim Inzestgesetze398Beim Verbote der Frau für die nahen Verwandten des Ehemannes.ist er es ja, der sie verboten macht, und er macht sie nicht399Sie bleibt ihnen auch nach seinem Tode verboten.erlaubt!? – Vielmehr, die Tora sagt, die Eheschwägerin, die keine Kinder hat, sei400Anderen außer ihrem Schwager.verboten, demnach ist sie erlaubt, wenn sie Kinder hat. –\n", "Vielleicht ist sie, wenn sie keine Kinder hat, anderen verboten und dem Eheschwager erlaubt, und wenn sie Kinder hat, allen verboten!? – Vielmehr, da die Tora sagt, eine Witwe sei dem Hochpriester verboten, so ist sie wohl einem gemeinen Priester erlaubt. –\n", "Vielleicht übertritt der Hochpriester ein Verbot, während jeder andere ein Gebot401Der Scheidung, die zu erfolgen hat, um einen anderen heiraten zu dürfen.übertritt!? – Was soll hierbei das Gebot: ist der Tod des Ehemannes von Wirkung, so ist sie vollständig erlaubt, und ist der Tod des Ehemannes nicht von Wirkung, so verbleibt sie in ihrem Zustande402Jedem Menschen verboten, u. das besondere Verbot für den Hochpriester ist überflüssig.. –\n", "Weshalb denn nicht, sie ist der Todesstrafe enthoben und unterliegt nur403Als Ehefrau war sie jedem anderen bei Todesstrafe verboten, was nach dem Tode des Ehemannes nicht mehr der Fall ist.einem Gebote !? Ebenso verhält es sich bei untauglich gewordenen Opfertieren;\n", "vorher404Bevor man sie auslöst.hat bei ihnen das Verbot der Veruntreuung405Am Geheiligten; cf. Lev. 5,14ff.Geltung und sie sind zur Schur und zur Arbeit verboten, sobald man sie aber ausgelöst hat, begeht man an ihnen keine Veruntreuung mehr, doch sind sie zur Schur und zur Arbeit verboten. –\n", "Vielmehr, die Schrift sagt:406Dt. 20,7.er könnte im Kriege den Tod finden und ein anderer sie nehmen, R. Šiša, Sohn des R. Idi, wandte ein: Vielleicht ist unter ‘anderer’ der Eheschwager zu verstehen!?\n", "R. Aši entgegnete: Dagegen ist zweierlei zu erwidern: erstens heißt der Eheschwager nicht ‘anderer’, und zweitens heißt es:407Ib. 24,3.und der andere Mann sie haßt und ihr einen Scheidebrief schreibt, oder wenn der andere Mann stirbt, womit das Sterben mit der Scheidung verglichen wird: wie die Scheidung sie vollständig erlaubt macht, ebenso macht der Tod sie vollständig erlaubt.\n", "DIE EHESCHWÄGERIN WIRD ANGEEIGNET DURCH BEISCHLAF &C. Woher dies vom Beischlafe? –\n" ], [ "Die Schrift sagt:408Dt. 25,5.ihr Schwager soll zu ihr kommenund sie zur Frau nehmen409Dies erfolgt durch das Kommen, womit der Hebräer den Beischlaf bezeichnet.. – Vielleicht auf jede Art, wie bei einer [angeheirateten] Frau!? – Dies ist nicht einleuchtend, denn es wird gelehrt: Man könnte glauben, die Vollendung410Der Ehelichung.erfolge bei ihr durch Geld und Urkunde, wie dies durch den Beischlaf erfolgt,\n", "so heißt es: und vollziehe an ihr die Schwagerehe, nur der Beischlaf vollendet dies, nicht aber vollenden es Geld und Urkunde. – Vielleicht deuten [die Worte] und vollziehe an ihr die Schwagerehe darauf, daß er dies auch gegen ihren Willen411Hierauf deuten diese Worte nach einer anderweitigen Auslegung; cf. Jab. Fol. 8b.tue!? – Demnach sollte es heißen: und vollziehe die Schwagerehe, wenn es aber heißt: und vollziehe an ihr die Schwagerehe, so ist beides zu entnehmen.\n", "DURCH ḤALIÇA. Woher dies? – Es heißt :412Dt. 25,10.und sein Haus werde in Jisraél genannt: das Haus des Schuhabgestreiften, sobald sie ihm den Schuh abgestreift413Nach der Ḥaliça.hat, ist sie für ganz Jisraél erlaubt. –\n", "Ist denn [das Wort] Jisraél hierfür zu verwenden, es ist ja wegen der Lehre des R. Šemuél b. Jehuda nötig: in Jisraél, vor einem jisraélitischen Gerichte, nicht aber vor einem Gerichte von Nichtjuden!? – Es heißt zweimal in Jisraél414Cf. Dt. 25,7.. –\n", "Aber auch das andere ist ja für folgende Lehre nötig!? R. Jehuda erzählte: Einst saßen wir vor R. Tryphon und eine Frau kam zur Ḥaliça; da sprach er zu uns: ruft alle: Schuhabgestreifter, Schuhabgestreifter. – Dies415Daß man ihn so rufe.geht hervor aus [den Worten:] sein Name werde genannt.\n", "UND TOD DES EHESCHWAGERS. Woher dies? – Dies ist [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn die Ehefrau, bei der es416Der geschlechtliche Verkehr mit einem fremden Manne.mit der Erdrosselung belegt ist, durch den Tod des Ehemannes erlaubt wird, um wieviel mehr die Eheschwägerin, bei der es mit einem Verbote belegt ist. –\n", "Wohl die Ehefrau, die durch einen Scheidebrief frei wird, während diese nicht durch einen Scheidebrief frei wird!? – Auch diese wird durch die Ḥaliça417Die der Scheidung entspricht.frei. –\n", "Vielmehr, wohl die Ehefrau, weil der, der sie verboten machte, sie auch erlaubt418Durch seinen Tod; dagegen aber war die Eheschwägerin durch ihren Mann anderen verboten u. soll durch den Tod des Schwagers erlaubt werden.macht!? R. Aši erwiderte: Auch diese macht der erlaubt, der sie verboten machte: der Eheschwager419Beim Tode des Ehemannes wäre sie jedem anderen erlaubt, u. nur durch den Eheschwager ist sie anderen verboten.machte sie verboten und der Eheschwager macht sie erlaubt. –\n", "Sollte doch [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere gefolgert werden, daß die Ehefrau durch Ḥaliça frei werde: wenn die Eheschwägerin, die durch Scheidung nicht frei wird, durch Ḥaliça frei wird, um wieviel mehr sollte diese, die durch Scheidungfrei wird, durch Ḥaliça frei werden!? – Die Schrift sagt:420Dt. 24,1.Brief der Trennung, nur der Brief trennt sie, nicht aber trennt sie etwas anderes. –\n", "Sollte doch [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere gefolgert werden, daß die Eheschwägerin durch Scheidung frei werde: wenn die Ehefrau, die durch Ḥaliça nicht frei wird, durch Scheidung frei wird, um wieviel mehr wird diese, die durch Ḥaliça frei wird, durch Scheidung frei. – Die Schrift sagt :421Dt. 25,9.so, und so ist eine Einschränkung422Daß sie nur auf diese Weise frei werde.. –\n", "Ist denn da, wo eine Einschränkung vorhanden ist, [ein Schluß] nicht vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern, heim Versöhnungstage heißt es ja Los und Satzung423Diese Worte gelten als Einschränkung, daß es nur nach der in der Schrift genannten Vorschrift erfolgen dürfe.,\n", "dennoch wird gelehrt: 424Lev. 16,9.Er richte ihn als Sündopfer her, das Los macht ihn425Den einen der beiden Böcke; cf. Lev. 16,5ff.zum Sündopfer, nicht aber macht ihn die Bestimmung zum Sündopfer.\n", "Man könnte nämlich einen Schluß folgern : wenn in einem Falle, wo das Los nicht426In anderen Fällen, wo 2 Tiere als verschiedenartige Opfer darzubringen sind (beispielsweise Lev. 5,7ff.); die Heiligung erfolgt nicht durch das Los, sondern nur durch die Bestimmung.heiligt, die Bestimmung heiligt, um wieviel mehr heiligt die Bestimmung in einem Falle, wo das Los heiligt.\n", "Daher heißt es: er richte ihn als Sündopfer her, das Los macht ihn zum Sündopfer, nicht aber macht ihn die Bestimmung zum Sündopfer. Nur deshalb, weil die Schrift es ausgeschlossen hat, sonst aber würden wir [den Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert haben!? –\n", "Die Schrift sagt:427Dt. 24,1.ihr, nicht aber der Eheschwägerin. – Vielleicht: ihr, auf ihren Namen!? –\n", "Es heißt zweimal ihr428Cf. Dt. 24,3.. – Aber immerhin deutet ja das eine ihr, daß es auf ihren Namen erfolgen müsse, und das andere ihr, daß es nur für sie, nicht aber für sie und ihre Genossin erfolgen429Der Scheidebrief, der für die eine Frau geschrieben worden ist, darf nicht für eine andere gleichnamige benutzt werden.dürfe !? –\n", "Die Schrift sagt Schuh, nur durch den Schuh, nicht aber durch etwas anderes. –\n", "Deutet denn [das Wort] Schuh hierauf, es ist ja für die folgende Lehre nötig!? Seinen Schuh; ich weiß dies nur von seinem Schuh, woher dies vom Schuh jedes anderen430Daß er auch entliehen sein dürfe.Menschen?\n", "Es heißt zweimal Schuh, und dies ist einschließend. Weshalb heißt es demnach seinen Schuh? Ein Schuh, der für ihn brauchbar ist; ausgenommen ein [besonders] großer, mit dem er nicht gehen kann, ausgenommen ein besonders kleiner, der nicht den größeren Teil seines Fußes bedeckt, ausgenommen\n" ], [ "die Sohlensandale ohne Ferse. – Die Schrift sollte ja Schuh sagen, wenn es aber den Schuh heißt, so ist beides zu entnehmen.\n", "ii DER HEBRÄISCHE SKLAVE WIRD ANGEEIGNET DURCH GELD UND URKUNDE, UND EIGNET SICH SELBST431Er geht frei aus.AN DURCH DIE JAHRE432Der Dienstzeit, die auf 6 Jahre festgesetzt ist; cf. Ex. 21,2 u. Dt. 15,12., DURCH DAS JOBELJAHR433Auch wenn es vor Ablauf der 6 Jahre eintritt; cf. Lev. 25,8ff.UND DURCH REDUKTION434Vgl. Anm. 335.DES KAUFGELDES. IHM ÜBERLEGEN IST DIE HEBRÄISCHE MAGD, DIE SICH [AUCH] DURCH PUBERTÄTSZEICHEN435Zwei Haare an der Scham; sobald sie diese bekommt, wird sie frei.ANEIGNET. DER ANGEBOHRTE436Ein Sklave, der nach Ablauf der 6 Jahre seinen Dienstherrn nicht verlassen will; cf. Ex. 21,6.WIRD DURCH DAS ANBOHREN ANGEEIGNET, UND EIGNET SICH SELBST AN DURCH DAS JOBELJAHR UND DURCH DEN TOD DES HERRN.\n", "GEMARA. DER HEBRÄISCHE SKLAVE WIRD ANGEEIGNET DURCH GELD. Woher dies? – Die Schrift sagt :437Lev. 25,51.von seinem Kaufgelde, dies lehrt, daß er durch das Geld angeeignet werde. Wir wissen dies vom an einen Nichtjuden verkauften hebräischen Sklaven, bei dem438Beim Nichtjuden; auch bewegliche Sachen, die von einem Jisraéliten auf andere Weise erworben werden, werden von ihm nur durch Zahlung des Kaufpreises erworben.die Aneignung nur durch Geld erfolgt,\n", "woher dies vom an einen Jisraéliten verkauften? – Die Schrift sagt:439Ex. 21,8.und ausgelöst worden, dies lehrt, daß sie das Lösegeld reduziere und frei werde440Hier wird die Hopha͑lform gebraucht, die darauf deutet, daß die Freiwerdung durch das Geld vom Herrn erwirkt werde; demnach erfolgt auch die Aneignung durch das Geld.. –\n", "Wir wissen dies von der hebräischen Magd, die, wie sie durch Geld angetraut wird, auch durch Geld angeeignet wird, woher dies vom hebräischen Sklaven? – Die Schrift sagt:441Dt. 15,12.wenn dein Bruder dir verkauft wird, ein Hebräer oder eine Hebräerin, so soll er dir sechs Jahre dienen; er vergleicht somit den Hebräer mit der Hebräerin. –\n", "Wir wissen dies von dem, der durch das Gericht442Wegen eines Diebstahls; cf. Ex. 22,2.verkauft wird, da er gegen seinen Willen verkauft443Es ist daher erklärlich, daß bei ihm die Aneignung erleichtert worden ist.wird, woher dies von dem, der selber sich verkauft!? –\n", "Dies ist aus [dem Worte] Mietling444Dieses Wort wird sowohl beim durch das Gericht verkauften (Dt. 15,18) als auch beim sich freiwillig verkaufenden Sklaven (Lev. 25,40) gebraucht, woraus zu folgern ist, daß sie diesbezüglich einander gleichen.zu folgern. – Einleuchtend ist dies nach demjenigen, der aus [dem Worte] Mietling folgert, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, der aus [dem Worte] Mietling nichts folgert445Der hierbei den Schluß durch Wortanalogie nicht anerkennt. Ein solcher Schluß ist nicht eigenmächtig anzuwenden, vielmehr muß er überliefert sein.!? –\n", "Die Schrift sagt:446Lev. 25,47.und wenn es reicht; dies447Diese Schriftstelle spricht von einem, der sich an einen Nichtjuden verkauft, u. vorher wird von einem gesprochen, der sich an einen Jisraéliten verkauft.ist eine Hinzufügung zum Vorangehenden; und man folgere hinsichtlich des Vorangehenden vom Folgenden448Wie beim folgenden die Aneignung durch Geld erfolgt, ebenso erfolgt sie beim vorangehenden durch Geld..\n", "Wer ist der Autor, der aus [dem Worte] Mietling nichts folgert? – Es ist der Autor der folgenden Lehre: Wer selber sich verkauft, kann auf sechs [Jahre] und auf mehr als sechs verkauft werden, wen das Gericht verkauft, kann nur auf sechs verkauft werden.\n", "Wer selber sich verkauft, wird nicht angebohrt, und wen das Gericht verkauft, wird449Am Ohre, wenn er nach Ablauf der 6 Jahre sich weigert, den Dienst zu verlassen.angebohrt. Wer selber sich verkauft, wird450Beim Verlassen des Dienstes; cf. Dt. 15,13.nicht beschenkt, wen das Gericht verkauft, wird beschenkt. Wer selber sich verkauft, dem gibt sein Herr keine kenaa͑nitische Sklavin, wen das Gericht verkauft, dem gibt sein Herr eine kenaa͑nitische Sklavin.\n", "R. Elie͑zer sagt, der eine wie der andere werde nur auf sechs [Jahre] verkauft, der eine wie der andere werde angebohrt, der eine wie der andere werde beschenkt, und dem einen wie dem anderen gebe sein Herr eine kenaa͑nitische Sklavin. Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: der erste Autor folgert nichts aus [dem Worte] Mietling und R. Elie͑zer folgert451Daß beide Sklaven diesbezüglich einander gleichen.wohl aus [dem Worte] Mietling.\n", "R. Ṭabjomi erwiderte im Namen Abajjes: Beide folgern452In anderer Hinsicht.aus [dem Worte] Mietling, und hierbei streiten sie über folgenden Schriftvers. Der erste Autor sagt deshalb, der selber sich verkauft, könne auf sechs [Jahre] und auf mehr als sechs verkauft werden, weil der Allbarmherzige beim durch das Gericht Verkauften einschränkt :453Dt. 15,12.er diene dir sechs Jahre, dieser, nicht aber, der selber sich verkauft. –\n", "Und der andere!? – Er diene dir, nicht aber dem Erben. –\n", "Und jener!? – Es heißt nochmals: er diene dir454Cf. Dt. 15,18.. – Und der andere!? – Dieses spornt den Herrn zur Willfährigkeit455Bei der Beschenkung; es bezieht sich nicht auf den Verkauf.an. –\n", "Ferner sagt der erste Autor deshalb, der selber sich verkauft, werde nicht angebohrt, weil der Allbarmherzige beim durch das Gericht verkauften einschränkt :456Ex. 21,6.der Herr bohre sein Ohr mit einem Pfriemen, sein Ohr, nicht aber das Ohr dessen, der selber sich verkauft. –\n" ], [ "Und der andere!? – Dies ist wiegen einer Wortanalogie nötig, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Woher, daß das Anbohren am rechten Ohre erfolgen müsse? Hierbei heißt es Ohr und dort457Lev. 14,28.heißt es Ohr, wie dort das rechte, ebenso auch hier das rechte. –\n", "Und jener!? – Die Schrift sollte ja Ohr sagen, während es sein Ohr458Somit ist hieraus beides zu entnehmen.heißt. – Und der andere!? –\n", "Hieraus ist zu folgern: sein Ohr, nicht aber ihr Ohr459Einer hebräischen Magd.. – Und jener!? – Dies geht hervor aus:460Ex. 21,5.wenn der Sklave sagt, der Sklave, nicht aber die Magd. –\n", "Und der andere!? – Hieraus ist zu folgern: wenn er es sagt, solange er noch Sklave461Wenn aber nach Ablauf der Dienstzeit, so wird er nicht angebohrt.ist. –\n", "Und jener!? – Dies geht hervor aus: der Sklave462Aus dem W. ‘Sklave’ ist zu folgern, daß er noch Sklave sein müsse, u. durch den Artikel ‘der’ ist die Magd auszuschließen.. – Und der andere!? Aus [dem Worte] der Sklave folgert er nichts463Da der Artikel wegen des Sprachgebrauches erforderlich ist.. –\n", "Ferner sagt der erste Autor deshalb, wenn er selber sich verkauft, beschenke man ihn nicht, weil der Allbarmherzige beim durch das Gericht verkauften einschränkt :464Dt. 15,14.beschenken sollst du ihn, nicht aber den, der selber sich verkauft. –\n", " Und der andere!? – Hieraus ist zu folgern: ihn, nicht aber seine Erben. – Weshalb nicht seine Erben, der Allbarmherzige nennt ihn ja einen Mietling, und wie der Lohn des Mietlings seinen Erben gehört, ebenso gehört ja auch der Lohn von diesem seinen Erben!? – Vielmehr, ihn, nicht aber seinen Gläubiger,\n", " da wir sonst nach R. Nathan entscheiden. Es wird nämlich gelehrt: R. Nathan sagte: Woher, daß, wenn jemand von seinem Nächsten und der Nächste von einem anderen eine Mine zu erhalten hat, man sie diesem abnehme und jenem gebe? Es heißt :465Num. 5,7.er gebe sie dem, dem die Schuld zukommt.\n", " [Das Wort] ihn schließt dies hierbei aus. – Und jener!? – Auch sonst entscheiden wir nicht nach R. Nathan. –\n", " Ferner sagt der erste Autor deshalb, der selber sich verkauft, dem gebe sein Herr keine kenaa͑nitische Sklavin, weil der Allbarmherzige beim durch das Gericht verkauften einschränkt :466Ex. 21,4.wenn sein Herr ihm eine Frau gibt, ihm, nicht aber dem, der selber sich verkauft. – Und der andere!? – Ihm, gegen seinen Willen. –\n", " Und jener!? – Dies geht hervor aus :467Dt. 15,18.denn das Doppelte des Lohnes eines Mietlings. Es wird nämlich gelehrt : Denn das Doppelte des Lohnes eines Mietlings hat er dir gedient; der Mietling arbeitet nur am Tage, der hebräische Sklave aber arbeitet sowohl am Tage als auch nachts.\n", " Kann es dir denn in den Sinn kommen, daß der hebräische Sklave am Tage und nachts arbeiten müsse, es heißt ja bereits:468Ib. V. 16.weil ihm wohl ist bei dir, mit dir beim Essen und mit dir469Der Herr darf nicht besser essen od. trinken als der Sklave.beim Trinken!? Vielmehr, erklärte R. Jiçḥaq, besagt dies, daß sein Herr, ihm eine kenaa͑nitische Sklavin gebe470Und da die Kinder dem Herrn gehören, so ist dies ebenso, als würde er für ihn nachts arbeiten.. –\n", " Und der andere!? – Wenn hieraus, so könnte man glauben, nur mit seinem Willen, nicht aber gegen seinen Willen, so lehrt er uns. –\n", " Vielmehr, der Autor, der aus [dem Worte] Mietling nichts folgert, ist der Autor der folgenden Lehre:471Lev. 25,41.Er kehre zu seiner Familie zurück &c. R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Von wem spricht die Schrift: wenn von einem, der selber sich verkauft hat, so ist es ja von diesem bereits gesagt,\n", " wenn vom Angebohrten, so ist dies ja von diesem bereits472Die bezüglichen Schriftstellen folgen weiter.gesagt, vielmehr spricht die Schrift von dem, den das Gericht zwei oder drei Jahre vor dem Jobeljahre verkauft hat, daß das Jobeljahr ihn befreie. Wozu ist dies nötig, wenn man sagen wollte, er folgere aus [dem Worte] Mietling, es473Daß der durch das Gericht verkaufte Sklave dem freiwillig verkauften diesbezüglich gleiche.ist ja aus [dem Worte] Mietling zu folgern!?\n", " R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Tatsächlich folgert er aus [dem Worte] Mietling, dennoch ist dies nötig; man könnte glauben, nur der selber sich verkauft474Werde im Jobeljahre frei.und nichts Verbotenes begangen hat, denjenigen aber, den das Gericht verkauft hat, der Verbotenes begangen hat, maßregle man, so lehrt er uns.\n", "Der Meister sagte: Wenn von einem Angebohrten, so ist dies von diesem bereits gesagt. Wo dies? – Es wird gelehrt :475Lev. 25,10.Daß ihr zurückkehrt jeder (Mann) zu seinem Besitze und jeder (Mann) zu seinem Geschlechte &c. Von wem spricht die Schrift,\n", "wenn von einem, der selber sich verkauft hat, so ist dies ja von diesem bereits476Cf. Lev. 25,39ff.gesagt, wenn von einem, den das Gericht verkauft hat, so ist dies ja von diesem bereits477Nach der obigen Auslegung bezieht sich der Schriftvers Lev. 25,41 auf diesen.gesagt, vielmehr spricht die Schrift von dem, der zwei oder drei Jahre vor dem Jobeljahre angebohrt worden ist, daß das Jobeljahr ihn befreie. Wieso geht dies hieraus hervor? Raba b. Šila erwiderte: Die Schrift sagt Mann, und das, was nur beim Manne und nicht beim Weibe vorkommt, ist das Anbohren.\n", "Dies muß sowohl vom durch das Gericht Verkauften als auch vom Angebohrten gelehrt werden. Würde er es nur vom durch das Gericht Verkauften gelehrt haben, so könnte man glauben, weil seine Zeit nicht herangereicht ist, den Angebohrten aber, dessen Zeit herangereicht war, maßregle478Da er gegen die Bestimmung des Gesetzes Sklave geblieben ist.man, so lehrt er uns.\n", "Und würde er es nur vom Angebohrten gelehrt haben, so könnte man glauben, weil er bereits sechs [Jahre] gedient479Sodaß der Herr durch die Freilassung keinen Schaden erleidet.hat, nicht aber gelte dies vom durch das Gericht Verkauften, der die sechs [Jahre] nicht gedient hat. Daher ist beides nötig.\n", "Und sowohl [das Wort] zurückkehrt als auch [das Wort] ewig480Worunter, nach einer weiter folgenden Auslegung, die Ewigkeit des Jobelzyklus, dh. bis zum Ablaufe desselben, verstanden wird.ist nötig. Würde der Allbarmherzige nur ewig geschrieben haben, so könnte man dies wörtlich verstehen, daher schrieb er zurückkehrt.\n", "Und würde der Allbarmherzige nur zurückkehrt geschrieben haben, so könnte man glauben, nur wenn er keine sechs Jahre gedient481Nach dem Anbohren; nur in diesem Falle werde er erst im Jobeljahre frei.hat, wenn er aber sechs Jahre gedient hat, sei das Ende nicht strenger als der Anfang; wie der Anfang482Die Dauer seines Verkaufes.nur sechs [Jahre] währt, ebenso auch das Ende nur sechs483Nach Ablauf von weiteren 6 Jahren werde er frei, auch vor Eintritt des Jobeljahres.[Jahre]. Daher heißt es ewig, den ganzen Jobelzyklus.\n", "Der Autor, der aus [dem Worte] Mietling nichts folgert, ist vielmehr Rabbi, denn es wird gelehrt:484Dt. 25,54.\n" ], [ "Wenn er durch diese nicht eingelöst wird; Rabbi sagte, durch diese werde er485Der an einen Nichtjuden verkaufte Sklave.eingelöst, nicht aber werde er durch die sechs [Jahre] eingelöst.\n", "Man könnte einen Schluß folgern: wenn der, der durch diese nicht eingelöst486Der an einen Jisraéliten verkaufte Sklave.wird, durch die sechs [Jahre] eingelöst wird, um wieviel mehr wird dieser, der durch diese eingelöst wird, durch die sechs [Jahre] eingelöst. Daher heißt es: durch diese, er wird nur durch diese eingelöst, nicht aber durch die sechs [Jahre].\n", "Wieso spricht er, wenn man sagen wollte, er folgere aus [dem Worte] Mietling, von dem, der durch diese nicht eingelöst wird, es487Daß auch der an einen Jisraéliten verkaufte auf diese Arten eingelöst werde.ist ja aus [dem Worte] Mietling zu folgern!?\n", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Tatsachlich folgert er aus [dem Worte] Mietling, nur ist es hierbei anders, denn die Schrift sagt: 488Lev. 25,48.löse ihn ein, ihn, nicht aber einen anderen. –\n", "Wer streitet gegen Rabbi? – Es sind R. Jose der Galiläer und489Diese sind der Ansicht, daß beide durch die 6 Jahre frei werden, u. den von R. angezogenen Schriftvers verwenden sie für eine andere Auslegung.R. A͑qiba, denn es wird gelehrt: Durch diese nicht eingelöst. R. Jose der Galiläer erklärte: Durch diese490Die in der Schrift genannten Verwandten.zur Freilassung, durch Fremde zur Dienstbarkeit491Wenn andere ihn aus den Händen des Nichtjuden auslösen, so bleibt er ihnen als Sklave dienstbar..\n", "R. A͑qiba erklärte: Durch diese zur Dienstbarkeit, durch Fremde zur Freilassung. Was ist der Grund R.Jose des Galiläers? – Die Schrift sagt: wenn er durch diese nicht eingelöst wird, sondern durch Fremde, so gehe er im Jobeljahre aus. R. A͑qiba aber erklärt: wenn er nicht eingelöst492Durch fremde Personen.wird, sondern: durch diese, so gehe er im Jobel jähre aus. – Heißt es denn: sondern durch diese!? –\n", "Vielmehr, sie streiten über folgenden Schriftvers,493Lev. 25,49.Oder sein Oheim oder der Sohn seines Oheims löse ihn ein, das ist die Einlösung durch Verwandte;493Lev. 25,49.oder seine Hand erschwingt, das ist die Selbsteinlösung; so sei er eingelöst, das ist die Einlösung durch Fremde.\n", "R. Jose der Galiläer ist der Ansicht, der Schriftvers sei mit dem vorangehenden auszulegen, somit ist die Einlösung durch Verwandte mit der Selbsteinlösung zu verbinden, wie die Selbsteinlösung zur Freilassung erfolgt, ebenso erfolgt die Einlösung durch Verwandte zur Freilassung. R. A͑qiba aber ist der Ansicht, der Schriftvers sei mit dem folgenden auszulegen, somit ist die Einlösung durch Fremde mit der Selbsteinlösung zu verbinden; wie die Selbsteinlösung zur Freilassung erfolgt, ebenso erfolgt die Einlösung durch Fremde zur Freilassung. –\n", "Wozu ist demnach [das Wort] durch diese nötig? – Wenn es nicht durch diese hieße, könnte man glauben, der Schriftvers sei mit dem vorangehenden und mit dem folgenden auszulegen, und es erfolge bei allen zur Freilassung. –\n", "Demnach bleibt ja der Einwand494Woher es erwiesen ist, daß die Freiwerdung im Jobeljahre sich auf die Einlösung durch Verwandte beziehe.bestehen !? – Vielmehr, ihr Streit stützt sich auf einen Vernunftgrund.\n", "R. Jose der Galiläer ist der Ansicht, es sei einleuchtend, daß die Einlösung durch Fremde zur Dienstbarkeit erfolge, denn wenn man zur Freilassung sagen wollte, so unterläßt man dies und löst ihn nicht ein. R. A͑qiba aber ist der Ansicht, es sei einleuchtend, daß die Einlösung durch Verwandte zur Dienstbarkeit erfolge, denn wenn man zur Freilassung sagen wollte, so könnte er jeden Tag gehen und sich verkaufen.\n", "R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Dies ist die Ansicht R. Jose des Galiläers und R. A͑qibas, die Weisen aber sagen, durch alle zur Freilassung. –\n", "Wer sind die Weisen? – Es ist Rabbi, der [das Wort] durch diese für eine andere Schriftauslegung495Daß es nicht durch eine sechsjährige Dienstzeit erfolge.verwendet, und der Schriftvers somit sowohl mit dem vorangehenden als auch mit dem folgenden auszulegen ist. –\n", "Wofür verwendet Rabbi [den Vers] so gehe er im Jobeljahre aus? – Diesen verwendet er für folgende Lehre: So gehe er im Jobeljahre aus;\n" ], [ "dies gilt von einem Nichtjuden, der in deiner Gewalt496Dennoch kann der hebräische Sklave nur durch Einlösung aus seinem Besitze gebracht werden.ist. Vielleicht ist dem nicht so, sondern von einem Nichtjuden, der nicht in deiner Gewalt ist? Ich will dir sagen: was ist gegen diesen497Wenn er den Sklaven nicht freigibt, so sind alle Bestimmungen des Gesetzes hinfällig.auszurichten!? Vielmehr spricht die Schrift von einem Nichtjuden, der in deiner Gewalt ist.\n", "DURCH URKUNDE. Woher dies? U͑la erwiderte: Die Schrift sagt:498Ex. 21,10.wenn er sich eine andere nimmt; die Schrift vergleicht sie mit einer anderen, wie eine andere durch Urkunde angeeignet wird, ebenso wird auch die hebräische Magd durch Urkunde angeeignet. –\n", "Einleuchtend ist dies nach demjenigen, welcher sagt, die Urkunde der hebräischen Magd schreibe der Herr, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, der Vater schreibe499Während die Antrauungsurkunde vom Ehemanne geschrieben wird; somit ist diesbezüglich nicht von der Antrauung zu folgern.sie !? Es wurde nämlich gelehrt: Wer schreibt die Urkunde der hebräischen Magd? R. Hona sagt, der Herr schreibe sie, und R. Ḥisda sagt, der Vater schreibe sie. Einleuchtend ist es nun nach R. Hona, wie ist es aber nach R. Ḥisda zu erklären!?\n", "R. Aḥa b. Ja͑qob er widerte: Die Schrift sagt:500Ex. 21,7.sie soll nicht ausgehen, wie die Sklaven ausgehen, wohl aber wird sie angeeignet, wie die Sklaven angeeignet werden, nämlich durch Urkunde501Hierüber weit. Fol. 22b.. –\n", "Vielleicht wird sie angeeignet, wie die Sklaven angeeignet werden, durch Besitzergreifung502Dies erfolgt durch Verrichtung irgend einer Arbeit.!? – Die Schrift sagt: 503Lev. 25,46.ihr sollt sie euren Söhnen nach euch vererben, sie durch Besitzergreifung, nicht aber andere durch Besitzergreifung. –\n", "Vielleicht aber: sie durch Urkunde, nicht aber andere durch Urkunde !? – Es heißt ja: sie soll nicht ausgehen, wie die Sklaven ausgehen. – Was veranlaßt dich dazu504Die Urkunde einzuschließen u. die Besitzergreifung auszuschließen.? –\n", "Es ist einleuchtend, daß die Urkunde einzubegreifen ist, da durch diese eine Jisraélitin auch geschieden wird. – Im Gegenteil, die Besitzergreifung ist einzubegreifen, da dadurch auch die Güter eines Proselyten505Der ohne Erben gestorben ist; das von ihm hinterlassene Vermögen ist Freigut.erworben werden !? – Immerhin finden wir dies506Die Wirkung der Besitzergreifung.beim Ehegesetze nicht. Wenn du aber willst, sage ich : hierauf deuten [die Worte :] wenn eine andere507Diese Worte beziehen sich auf das Ausgehen, u. hierbei kommt nur die Urkunde u. nicht die Besitzergreifung in Betracht.. –\n", "Wofür verwendet R. Hona [den Schriftvers:] sie soll nicht ausgehen, wie die Sklaven ausgehen? – Dieser deutet darauf, daß sie nicht gleich einem Sklaven durch [Verlust von] vorragenden Gliedern508Die am Körper hervorragen, dh. die sichtbar sind; cf. Ex. 21,26.ausgehe. – Und R. Ḥisda!? – Es sollte ja heißen: sie soll nicht ausgehen wie Sklaven, wenn es aber heißt: wie Sklaven ausgehen, so ist beides zu entnehmen.\n", "UND EIGNET SICH SELBST AN DURCH DIE JAHRE. Denn es heißt :509Ex. 21,2.sechs Jahre soll er dienen und im siebenten &c.\n", "DURCH DAS JOBELJAHR. Denn es heißt :510Lev. 25,40.bis zum Jobeljahre soll er bei dir dienen.\n", "DURCH REDUKTION DES KAUFGELDES. Die Schrift sagt:511Ex. 21,8.und ausgelöst, dies lehrt, daß sie512Die hebräische Sklavin u. ebenso der Sklave.das Lösegeld reduziere und frei ausgehe. Es wird gelehrt: Er eignet sich selbst an durch Geld, durch Geldeswert und durch Urkunde.\n", "Erklärlich ist dies vom Gelde, denn es heißt :513Lev. 25,51.von seinem Kaufgelde, ebenso auch vom Geldeswerte, denn der Allbarmherzige sagt: er erstatte sein Lösegeld, und dies schließt Geldeswert ein, daß es dem Gelde gleiche, was aber ist unter Urkunde zu verstehen: wollte man sagen, ein Schuldschein über seinen Geldwert, den [der Sklave] ihm schreibe, so ist dies ja dasselbe was Geld,\n", "und wollte man sagen, ein Freilassungsbrief, so soll er doch vor zwei Personen oder vor Gericht zu ihm sagen: geh514Er wird dann frei u. das Schreiben eines Freilassungsbriefes ist nicht erforderlich.!? Raba erwiderte: Dies besagt, daß ein Hebräischer Sklave mit seinem Leibe verkauft515Und nicht nur seine Arbeit.ist, und wenn der Herr auf das Lösegeld verzichtet, so ist der Verzicht ungültig516Er kann zurücktreten u. ihn zum Sklavendienste anhalten; er wird daher frei nur durch einen geschriebenen Freilassungsbrief..\n", "IHM ÜBERLEGEN IST DIE HEBRÄISCHE MAGD. Reš Laqiš sagte: [Durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere ist zu folgern, daß die hebräische Magd durch den Tod ihres Vaters sich selbst aus dem Besitze des Herrn aneigne: wenn die Pubertätszeichen, die sie nicht aus dem Besitze ihres Vaters bringen, sie aus dem Besitze des Herrn bringen, um wieviel mehr bringt der Tod, der sie aus dem Besitze ihres Vaters bringt, sie aus dem Besitze des Herrn.\n", "R. Hoša͑ja wandte ein: Ihm überlegen ist die hebräische Magd, die sich selbst durch die Pubertätszeichen aneignet. Wenn dem so wäre, so sollte er doch auch den Tod ihres Vaters nennen!? – Manches lehrt er und manches läßt er fort. –\n", "Was läßt er noch außerdem517Wenn nur ein Fall zurückgelassen wird, so ist anzunehmen, daß die genannte Bestimmung tatsächlich von diesem Falle nicht gilt.fort? – Er läßt noch den Tod des Herrn518Auch dann geht sie frei aus.fort. – Wenn nur den Tod des Herrn, so ist dies keine Fortlassung, denn er lehrt es deshalb nicht, weil dies auch beim Manne Geltung519Auch der angebohrte Sklave wird dadurch frei (cf. infra Fol. 17b); die Magd ist ihm damit nicht überlegen.hat. – Demnach sollte er es520Daß die Magd durch den Tod ihres Vaters frei ausgehe.lehren!? –\n", "Das, wofür es eine Festsetzung521Wie dies bei den 6 Jahren, dem Jobeljahre u. dem Kaufpreise der Fall ist.gibt, lehrt er, und das, wofür es keine Festsetzung gibt, lehrt er nicht. –\n", "Er nennt ja die Pubertätszeichen, für die es ebenfalls keine Festsetzung gibt!? R. Saphra erwiderte: Dafür gibt es keine Festsetzung nach oben, wohl aber gibt es dafür eine Festsetzung522Die Gültigkeit der Pubertätszeichen sind von einem bestimmten Alter abhängig; bekommt sie sie vor Erlangung dieses Alters, so gelten sie nicht als solche.\n" ], [ "nach unten.\n", "Es wird nämlich gelehrt : Wenn ein Neunjähriger zwei Haare bekommen hat, so ist dies ein Mal523Kein wirkliches Pubertätszeichen; dies nach aller Ansicht.. Wenn mit neun Jahren und einem Tage bis zu zwölf Jahren und einem Tage und sie ihm haften524Falls sie sich aber verlieren, pflichtet auch RJ. bei, daß sie nichts weiter als ein Mal waren.bleiben, so ist dies ein Mal; R. Jose b. R. Jehuda sagt, ein Pubertätszeichen. Wenn mit dreizehn Jahren und einem Tage, so ist dies nach aller Ansicht ein Pubertätszeichen.\n", "R. Šešeth wandte ein : R. Šimo͑n sagte: Vier525Verschiedene Arten von Sklaven beim Verlassen ihres Dienstes; cf. Dt. 15,12ff.werden beschenkt, drei kommen bei einem Manne vor und drei bei einem Weibe; alle vier können bei einem von ihnen nicht vorkommen, weil es bei einem Manne keine Pubertätszeichen526Er wird dadurch nicht frei.und bei einem Weibe kein Anbohren527Cf. supra Fol. 15a.gibt.\n", "Wenn dem nun so wäre, so sollte er doch den Tod des Vaters528Auch die aus diesem Anlaß frei ausziehende Magd muß beschenkt werden.lehren!? Wolltest du erwidern, auch hierbei lehre er manches und manches lasse er fort, so lehrt er ja: vier. Wolltest du erwidern, der Autor lehre nur das, wofür es eine Festsetzung gibt, nicht aber das, wofür es keine Festsetzung gibt, so nennt er ja die Pubertätszeichen, wofür es keine Festsetzung gibt.\n", "Wolltest du auch hierbei wie R. Saphra529Dafür gebe es eine Festsetzung nach unten.erklären, so gehört ja dazu530Zu den Fällen, wo der Sklave frei auszieht u. beschenkt wird.der Tod des Herrn, wofür es keine Festsetzung gibt, den er mitzählt. – Auch den Tod des Herrn zählt er nicht mit. –\n", "Welche vier sind es demnach? – Die Jahre531Der Ablauf der 6 Jahre., das Jobeljahr532Vor Ablauf der 6 Jahre., das Jobeljahr des Angebohrten533Der nach Ablauf der 6 Jahre weiter dient u. im Jobeljahre frei wird.und die Pubertätszeichen der hebräischen Magd534In diesen 4 Fällen wird der Sklave, bezw. die Sklavin frei.. –\n", "Dies ist auch einleuchtend, denn im Schlußsatze lehrt er, daß bei einem von ihnen vier nicht vorkommen können, weil es beim Manne keine Pubertätszeichen und beim Weibe kein Anbohren gibt, und wenn dem so535Daß zu den 4 Fällen der Tod des Herrn gehöre, während beide Arten der Freiwerdung durch das Jobeljahr als ein Fall zu zählen seien.wäre, so gäbe es ja vier beim Weibe. Schließe hieraus.\n", "R. A͑mram wandte ein: Folgende werden beschenkt: wer ausgeht durch die Jahre, durch das Jobeljahr, durch den Tod des Herrn, und die hebräische Magd durch Pubertätszeichen. Wenn dem so wäre, so sollte er auch den Tod des Vaters nennen!? Wolltest du erwidern, manches lehre er und manches lasse er fort, so heißt es ja: folgende.\n", "Wolltest du erwidern, er lehre nur das, wofür es eine Festsetzung gibt, nicht aber das, wofür es keine Festsetzung gibt, so nennt er ja die Pubertätszeichen, wofür es keine Festsetzung gibt. Wolltest du auch hierbei wie R. Saphra529Dafür gebe es eine Festsetzung nach unten.erklären, so gibt es ja den Tod536Wofür es ebenfalls keine Festsetzung gibt.des Herrn. Dies ist eine Widerlegung des Reš Laqiš. Eine Widerlegung. – Reš Laqiš folgert es ja [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere!? –\n", "Dieser [Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere ist zu widerlegen; es ist zu erwidern: wohl durch Pubertätszeichen, wodurch eine Veränderung des Körpers erfolgt, während durch den Tod des Vaters keine Veränderung des Körpers erfolgt.\n", "Das Eine lehrt, die Beschenkung des hebräischen Sklaven gehöre ihm selber und die Beschenkung der hebräischen Magd ihr selber, und ein Anderes lehrt, die Beschenkung und der Fund einer hebräischen Magd gehöre ihrem Vater und der Herr erhalte nur Versäumnisersatz537Für den Zeitverlust bei der Herbeischaffung des Fundes..\n", "Dieses wohl in dem Falle, wenn sie durch Pubertätszeichen ausgeht, und jenes, wenn sie durch den Tod des Vaters ausgeht. –\n", "Nein, beides in dem Falle, wenn sie durch Pubertätszeichen ausgeht, dennoch besteht hier kein Widerspruch; dieses, wenn der Vater vorhanden ist, und jenes, wenn der Vater nicht vorhanden ist. –\n", "Allerdings schließt die Lehre, die Beschenkung der hebräischen Magd gehöre ihr selber, die Brüder aus, wie gelehrt wird:538Lev. 25,46.ihr sollt sie euren Söhnen nach euch vererben, sie euren Söhnen, nicht aber eure Töchter euren Söhnen; hieraus, daß man nicht den Gewinn seiner Tochter539Das sonst dem Vater zufallen würde.seinem Söhne vererbe;\n", "daß aber die Beschenkung des hebräischen Sklaven ihm selber gehöre, ist ja selbstverständlich, wem denn sonst!? R. Joseph sprach: Jod-Stadt540Wohl irgend eine Anspielung auf diese Stadt, die auf Überflüssiges deuten soll. Nach der Erklärung Raschis: das Jod ist ein winziger Buchstabe, doch wird nach ihm eine Stadt benannt, ebenso wird eine selbstverständliche Sache in eine weitschweifige Lehre ausgedehnt.sehe ich hier!\n", "Abajje erwiderte: R. Šešeth erklärte, hier sei die Ansicht Taṭajs vertreten, denn es wird gelehrt: Taṭaj sagte: ihm, nicht aber seinem Gläubiger541Cf. supra Fol. 15a..\n", "Der Text: Folgende werden beschenkt: wer ausgeht durch die Jahre, durch das Jobeljahr, durch den Tod des Herrn, und die hebräische Magd durch Pubertätszeichen; der Entflohene aber und der durch Reduktion des Kaufgeldes542Vgl. Anm. 335.ausgeht, wird nicht beschenkt. R. Meír sagt, der Entflohene werde nicht beschenkt, der durch Reduktion des Kaufgeldes ausgeht, werde wohl beschenkt.\n", "R. Šimo͑n sagte: Vier werden beschenkt, drei kommen bei einem Manne vor und drei bei einem Weibe; alle vier können bei einem von ihnen nicht vorkommen, weil es bei einem Manne keine Pubertätszeichen und bei einem Weibe kein Anbohren gibt.\n", "Woher dies? – Die Rabbanan lehrten: Man könnte glauben, daß nur der, der nach sechs Jahren ausgeht, beschenkt werde, woher, daß auch der, der im Jobeljahre oder durch den Tod des Herrn und die hebräische Magd, die durch Pubertätszeichen ausgeht, einbegriffen sind? Es heißt:543Dt. 15,12.sollst du ihn entlassen, und:544Ib. V. 13.wenn du ihn entlassest.\n", "Man könnte glauben, daß auch der Entflohene und der, der durch Reduktion des Kaufgeldes ausgeht, einbegriffen sei, so heißt es: wenn du ihn frei entläßt von dir, nur der, dessen Entlassung durch dich erfolgt, ausgenommen der Entflohene und der, der durch Reduktion des Kaufgeldes ausgeht, deren Entlassung nicht durch dich erfolgt. R. Meír sagt, den Entflohenen beschenke man nicht, da seine Entlassung nicht durch dich erfolgt, die Entlassung dessen aber, der durch Reduktion des Kaufgeldes ausgeht, erfolgt durch dich. –\n", "Beim Entflohenen ist ja die Ergänzung545Wenn er eingefangen wird, so hat er die 6 Jahre zu ergänzen; nach Ablauf dieser Zeit sollte er gleich jedem anderen beschenkt werden.erforderlich!? Es wird nämlich gelehrt: Woher, daß der Entflohene [die Dienstjahre] ergänzen müsse? Es heißt:546Ex.21,2.sechs Jahre soll er dienen.\n" ], [ "Man könnte glauben, auch wenn er krank war, so heißt es: und im siebenten gehe er547In jedem Falle, auch wenn er keine 6 Jahre gedient hat.aus.\n", "R. Šešeth erwiderte: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er entflohen und das Jobeljahr eingetreten548Gleich am folgenden Tage.ist; man könnte glauben, da er durch das Jobeljahr ausgegangen sein würde, so heiße dies eine durch den [Herrn] erfolgte Entlassung und er werde beschenkt und nicht gemaßregelt, so lehrt er uns.\n", "Der Meister sagte: Man könnte glauben, auch wenn er krank war, so heißt es: und im siebenten gehe er aus. Auch wenn er alle sechs [Jahre] krank war, dagegen wird gelehrt, wenn er drei [Jahre] krank war und drei gedient hat, brauche er nicht zu ergänzen, und wenn or alle sechs krank war, müsse er ergänzen!? R. Šešeth erwiderte: Wenn er Nadelarbeit verrichtet549Eine besonders leichte Arbeit, die er auch während seiner Krankheit verrichten konnte; in diesem Falle braucht er nichts zu ergänzen, selbst wenn er alle sechs Jahre krank war.hat. –\n", "Dies widerspricht sich ja selbst: zuerst heißt es, wenn er drei krank war und drei gedient hat, brauche er nicht zu ergänzen, wonach er vier ergänzen muß, und im Schlußsatze lehrt er, wenn er alle sechs krank war, müsse er ergänzen, wonach er vier nicht zu ergänzen braucht!? – Er meint es wie folgt: wenn er vier [Jahre] krank war, so ist es ebenso, als wäre er alle sechs krank, und er muß sie ergänzen.\n", "Die Rabbanan lehrten: Wieviel schenke man ihm? Fünf Sela͑550Als Gewichtsmaß.von jeder Art551Die im bezüglichen Schriftverse genannt ist., das sind fünfzehn Sela͑ – so R. Meír. R. Jehuda sagt, dreißig, entsprechend den dreißig [Šeqel]552Gf. Ex. 21,32.für einen Sklaven. R. Šimo͑n sagt, fünfzig, entsprechend den fünfzig beim Schätzgelübde553Die erwachsene Person wird beim Geloben des Wertes für das Heiligtum mit 50 Šeqel eingeschätzt; cf. Lev. 27,Iff..\n", "Der Meister sagte: Fünf Sela͑ von jeder Art, das sind fünfzehn Šela͑ – so R. Meír. Will uns R. Meír etwa das Zählen lehren!? – Folgendes lehrt er uns: er darf ihm nicht weniger als in dieser [Gesamt]zahl geben; wenn er ihm von einer Art weniger und von einer anderen Art mehr gibt, so ist nichts dabei. –\n", "Was ist der Grund R. Meírs? – Er folgert es aus [dem Worte] leer, das auch beim Erstgeborenen554Dieses Wort wird sowohl hierbei (Dt. 15,13) als auch beim Erstgeborenen (Ex. 34,20) gebraucht u. deutet darauf, daß beide Gesetze einander gleichen.gebraucht wird; wie da fünf Sela͑, ebenso auch hierbei fünf Sela͑. –\n", "Vielleicht fünf Sela͑ von allen zusammen!? – Wenn es nachher leer hieße, so würdest du recht haben, es heißt aber vorher leer, somit ist [das Wort] leer auf [die Worte] Schaf, Tenne und Kelter zu beziehen555Fünf von jedem.. –\n", "Sollte doch aus [dem Worte] leer gefolgert werden, das beim Erscheinungsopfer556Das beim Erscheinen im Tempel an den 3 Festen des Jahres darzubringen ist, wobei ebenfalls das W. ‘leer’ gebraucht wird; cf. Ex. 23,15.gebraucht557Hierfür sind nur 2 Silberlinge erforderlich; cf. Hg. Fol. 2a.wird!? – Die Schrift sagt:558Dt. 15,14.womit der Herr, dein Gott, dich gesegnet hat559Man deduziere daher die größere Summe..\n", "«R. Jehuda sagt, dreißig, entsprechend den dreißig [Šeqel] für einen Sklaven.» Was ist der Grund R. Jehudas? – Er folgert es aus [dem Worte] geben, das auch beim Sklaven gebraucht560Dieses Wort wird hierbei (Dt. 15,14) u. beim Ersatz für einen Sklaven (Ex. 21,32) gebraucht.wird; wie da dreißig, ebenso auch hierbei dreißig. –\n", "Sollte er doch aus [dem Worte] geben folgern, das beim Schätzgelübde gebraucht561Beim Schätzgelübde (Lev. 27,2–8) wird das W. ‘geben’ nicht gebraucht, jed. bezieht der T. (cf. Hul. Fol. 139a) den Schriftvers Lev. 27,23, in dem dieses Wort vorkommt, auf das vorangehend behandelte Schätzgelübde.wird, wie da fünfzig, ebenso auch hierbei fünfzig!? –\n", "Erstens hat man, wenn man viel ergreift, nichts ergriffen, und wenn man wenig ergreift, es ergriffen, und ferner ist hinsichtlich des Sklaven vom Sklaven zu folgern.\n", "«R. Šimo͑n sagt, fünfzig, entsprechend den fünfzig beim Schätzgelübde.» Was ist der Grund R. Šimo͑ns? – Er folgert es aus [dem Worte] geben, das auch beim Schätzgelübde gebraucht wird; wie da fünfzig, ebenso auch hierbei fünfzig. – Vielleicht entsprechend dem niedrigsten [Betrage] beim Schätzgelübde562Dieser beträgt nur 3 Šeqel.!? – Es heißt: womit der Herr, dein Gott, dich gesegnet hat559Man deduziere daher die größere Summe.. –\n", "Sollte er doch aus [dem Worte] geben folgern, das beim Sklaven gebraucht wird, wie da dreißig, ebenso auch hierbei dreißig, denn erstens hat man, wenn man viel ergreift, nichts ergriffen, und zweitens ist hinsichtlich des Sklaven vom Sklaven zu folgern!? – R.Šimo͑n folgert aus [dem Worte] Armut563Das sowohl beim Sklaven (Lev. 25,39) als auch beim Schätzgelübde (ib. 27,8) gebraucht wird.. –\n", "Erklärlich sind [die Worte] Schaf, Tenne und Kelter nach R. Meír564Nach ihm bezieht sich der Schluß durch Wortanalogie auf jedes besonders, sodaß es zusammen 15 Sela͑ sind., wozu aber sind nach R. Jehuda und R. Šimo͑n [die Worte] Schaf, Tenne und Kelter nötig!? –\n", "Diese sind wegen der folgenden Lehre nötig: Man könnte glauben, man beschenke ihn nur mit dem, was von Schaf, Kelter und Tenne kommt, woher, daß auch alles andere einbegriffen ist? Es heißt: womit der Herr, dein Gott, dich gesegnet hat. Wozu heißt es demnach: Schaf, Kelter und Tenne? Um dir zu sagen, wie Schaf, Kelter und Tenne sich dadurch auszeichnen, daß sie beim Segen einbegriffen565Sie wachsen u. gedeihen infolge des Segens. sind, ebenso auch alles andere, was beim Segen einbegriffen ist, ausgenommen Geld – so R. Šimo͑n; R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, ausgenommen Maultiere566Die sich nicht fortpflanzen.. –\n", "Und R. Šimo͑n!? – Maultiere gedeihen567Auch auf diese erstreckt sich der Segen.körperlich. Und alles ist nötig.\n", "Würde der Allbarmherzige nur Schaf geschrieben haben, so könnte man glauben, nur Lebewesen, nicht aber Bodengewächse, daher schrieb der Allbarmherzige Tenne. Würde er nur Tenne geschrieben haben, so könnte man glauben, nur Bodengewächse, nicht aber Lebewesen, daher schrieb der Allbarmherzige Schafe. Und Kelter\n" ], [ "heißt es deshalb, um nach dem einen Geld und nach dem anderen Maultiere auszuschließen.\n", "Die Rabbanan lehrten: Womit der Herr, dein Gott, dich gesegnet hat; man könnte glauben, wenn das Haus seinetwegen gesegnet worden ist, beschenke man ihn, und wenn das Haus nicht seinetwegen gesegnet worden ist, beschenke man ihn nicht, so heißt es: schenken, beschenken sollst du, in jedem Falle. Weshalb heißt es demnach: womit der Herr, dein Gott, dich gesegnet hat? Man gebe ihm dem Segen entsprechend.\n", "R. Elea͑zar b. A͑zarja sagt, die Worte seien wörtlich zu nehmen: ist das Haus seinetwegen gesegnet worden, beschenke man ihn, ist das Haus nicht seinetwegen gesegnet worden, beschenke man ihn nicht. Weshalb heißt es demnach schenken, beschenken sollst du? – Die Tora gebraucht die übliche Redewendung der Menschen568Die Hinzufügung des Infinitivs gehört zum hebräischen Sprachgebrauche u. ist exegetisch bedeutungslos..\n", "Die Rabbanan lehrten: Der hebräische Sklave569Dessen Herr vor Ablauf der 6 Jahre gestorben ist.diene dem Sohne, nicht aber der Tochter; die hebräische Magd diene weder dem Sohne noch der Tochter; der Angebohrte und der an einen Nichtjuden Verkaufte diene weder dem Sohne noch der Tochter. Der Meister sagte: Der hebräische Sklave diene dem Sohne, nicht aber der Tochter. Woher dies? –\n", "Die Rabbanan lehrten:570Dt. 15,12.Er diene dir sechs Jahre; dir, nicht aber einem Erben571Einem anderen als dem Sohne.. Du sagst: dir, nicht aber einem Erben, vielleicht ist dem nicht so, sondern: dir, nicht aber einem Sohne!? Wenn es heißt:572Ex. 21,2.sechs Jahre soll er dienen, so gilt dies ja auch573Es heißt, daß er diene, ohne dies auf den Herrn zu beschränken.vom Sohne, somit sind [die Worte] er diene dir sechs Jahre zu erklären: dir, nicht aber einem Erben.\n", "Was veranlaßt dich, den Sohn einzuschließen und den Bruder auszuschließen? – Ich schließe den Sohn ein, der anstelle seines Vaters tritt bei der Bestimmung574Der hebräischen Magd zum Eheweibe (cf. Ex. 21,9); das vom Vater gezahlte Kaufgeld gilt auch für den Sohn als Antrauungsgeld.und beim Erbbesitzfelde575Wenn ein dem Heiligtume geweihtes Feld vom Eigentümer nicht eingelöst, sondern an einen Fremden verkauft wird, so geht es im Jobeljahre in den Besitz der Priester über (cf. Lev. 27,16ff); wenn aber der Sohn des Eigentümers es kauft, so bleibt es dann in seinem Besitze.. –\n", "Im Gegenteil, der Bruder ist ja einzuschließen, da er anstelle seines Bruders tritt bei der Schwagerehe576Cf. Dt. 25,5ff.!? – Die Schwagerehe erfolgt nur dann, wenn kein Sohn vorhanden ist, wenn aber ein Sohn da ist, erfolgt auch keine Schwagerehe. –\n", "Nur wegen dieser Widerlegung, sonst wäre der Bruder bevorzugter; aber es sollte doch maßgebend sein, daß bei jenem zweierlei und bei diesem nur eines577Der Sohn tritt anstelle seines Vaters in 2 Fällen, dagegen aber der Bruder anstelle seines Bruders nur in einem Falle.zu berücksichtigen ist!? –\n", "Auch bezüglich des Erbbesitzfeldes wird es578Daß hierbei der Sohn anstelle seines Vaters trete.durch diese Widerlegung gefolgert: die Schwager ehe erfolgt nur dann, wenn kein Sohn vorhanden ist579Auch beim Erbbesitzfelde wird der Sohn nicht ausdrücklich genannt, u. wenn nicht diese Widerlegung, würde man nicht gewußt haben, ob der Sohn od. der Bruder anstelle des Eigentümers tritt; es bleibt somit nur die eine, in der Schrift genannte Vertretung zurück..\n", "«Die hebräische Magd diene weder dem Sohne noch der Tochter.» Woher dies? R. Papa erwiderte: Die Schrift sagt:580Dt. 15,17.und auch deiner Magd tue also; die Schrift vergleicht sie mit dem Angebohrten, wie der Angebohrte weder dem Sohne noch der Tochter dient, ebenso diene die hebräische Magd weder dem Sohne noch der Tochter. – Ist denn [der Schriftvers:] und auch deiner Magd tue also, hierfür zu verwenden, er ist ja wegen folgender Lehre nötig!? Auch deiner Magd tue also, hinsichtlich der Beschenkung.\n", "Du sagst, hinsichtlich der Beschenkung, vielleicht hinsichtlich des Anbohrens!? Wenn es heißt:581Ex. 21,5.wenn der Sklave sagt, nicht aber die hebräische Magd, so ist es582Daß es bei der Magd nicht erfolge.vom Anbohren bereits gesagt,\n", "somit ist [der Schriftvers:] und auch deiner Magd tue also, auf die Beschenkung zu beziehen. – Es sollte heißen: mit deiner Magd also, wenn es aber auch tue heißt, so ist beides zu entnehmen.\n", "«Der Angebohrte und der an einen Nichtjuden Verkaufte diene weder dem Sohne noch der Tochter.» Der Angebohrte, denn es heißt:583Ex. 21,6.der Herr bohre ihm sein Ohr mit einem Pfriemen, und er diene ihm ewig, nicht aber dem Sohne oder der Tochter. Woher dies von einem an einen Nichtjuden Verkauften? Ḥizqija erwiderte: Die Schrift sagt:584Lev. 25,50.er rechne mit seinem Käufer, nicht aber mit den Erben seines Käufers.\n", "Raba sagte: Nach der Tora beerbt ein Nichtjude seinen Vater, denn es heißt: er rechne mit seinem Käufer, nicht aber mit den Erben seines Käufers, demnach hat er Erben. Ein Proselyt einen Nichtjuden nicht nach der Tora, wohl aber rabbanitisch,\n", "denn wir haben gelernt: Wenn ein Proselyt und ein Nichtjude ihren nichtjüdischen Vater beerben, so kann der Proselyt zum Nichtjuden sagen: nimm du die Götzen und ich das Geld, nimm du den Libationswein585Der für den Götzendienst verwendet worden ist; als solcher gilt jeder von einem Nichtjuden berührte Wein.und ich die Früchte; sind sie bereits in den Besitz des Proselyten gekommen, so ist dies586Da er für diese Dinge Ersatz erhält, während sie zur Nutznießung verboten sind.verboten.\n", "Wenn man nun sagen wollte, [er beerbe ihn] nach der Tora, so nimmt er ja, auch wenn sie noch nicht in seinen Besitz gekommen sind, Ersatz587Da die Hälfte des Nachlasses mit dem Tode des Vaters in seinen Besitz übergeht.für die Götzen.\n", "Vielmehr erfolgt dies nur rabbanitisch, denn die Rabbanan haben diese Bestimmung getroffen, weil er588Wegen des Verlustes der Erbschaft.zu seiner Schlechtigkeit zurückkehren könnte. Ebenso wird gelehrt: Dies gilt nur von dem Falle, wenn sie geerbt haben, wenn sie aber Teilhaber sind, so ist es verboten.\n", "Ein Nichtjude einen Proselyten und ein Proselyt einen Proselyten [beerbt] weder nach der Tora noch rabbanitisch, denn es wird gelehrt: Wenn er Geld geliehen hat von einem Proselyten, dessen Kinder sich mit ihm bekehrt haben, so gebe er es seinen Kindern nicht zurück; gibt er es ihnen zurück, so gebührt ihm keine Anerkennung der Weisen589Es ist dies keine lobenswerte Handlung, da die Kinder ihren Vater nicht beerben.. –\n", "Es wird ja aber gelehrt, daß ihm eine Anerkennung der Weisen gebühre!? – Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn seine Schwängerung und seine Geburt nicht in Heiligkeit erfolgt ist,\n" ], [ "und das andere, wenn seine Schwängerung nicht in Heiligkeit und seine Geburt in Heiligkeit590Wenn der Vater sich vor seiner Geburt bekehrt hat, so gebe man es ihm zurück, nach den Tosaphoth entgegengesetzt, weil man ihn im letzteren Falle mit einem wirklichen Jisraéliten verwechseln könnte.erfolgt ist.\n", "R. Ḥija b. Abin aber sagte im Namen R. Joḥanans: Ein Nichtjude beerbt seinen Vater nach der Tora, denn es heißt:591Dt. 2,5.denn das Gebirge Sei͑r habe ich E͑sav zum Erbbesitze gegeben. – Vielleicht ist es bei einem abtrünnigen Jisraéliten592Als solcher gilt E͑sav, als Sohn Jiçḥaqs.anders!? – Vielmehr, hieraus:593Dt. 2,9.denn A͑r habe ich den Söhnen Loṭs zum Erbbesitze gegeben. –\n", "Weshalb lehrt R. Ḥija b. Abin nicht wie Raba? – Heißt es etwa, daß er nur mit seinem Käufer und nicht mit den Erben seines Käufers rechne594Die Schrift spricht vom Käufer, weil es in der Regel mit diesem zu erfolgen hat, jed. schließt dies die Erben nicht aus.!? –\n", "Weshalb lehrt Raba nicht wie R. Ḥija b. Abin? – Da ist es anders, wegen der Ehrung Abrahams595Seine Nachkommen werden bevorzugt..\n", "Die Rabbanan lehrten: Manches gilt beim hebräischen Sklaven und nicht bei der Magd, und manches bei der Magd und nicht beim Sklaven. Manches beim Sklaven, denn er geht frei aus, durch die Jahre, durch das Jobeljahr und durch den Tod des Herrn, was bei der Magd nicht der Fall ist. Manches bei der Magd, denn die Magd geht frei aus durch Pubertätszeichen, sie wird nicht zweitmals verkauft und man löse sie gegen seinen Willen aus, was beim Sklaven nicht der Fall ist.\n", "Der Meister sagte: Manches gilt beim hebräischen Sklaven, was bei der Magd nicht der Fall ist. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: ihm überlegen596Wonach die Umstände, die den Sklaven befreien, auch die Sklavin befreien.ist die hebräische Magd, die sich durch die Pubertätszeichen aneignet!? R. Šešeth erwiderte: Wenn er sie [zur Frau] bestimmt597Sie geht dann durch die genannten Umstände nicht aus.hat. –\n", "Wenn er sie bestimmt hat, so ist es ja selbstverständlich, sie benötigt ja dann eines Scheidebriefes!? – Man könnte glauben, man hebe bei ihr die Gesetze598Die bei der hebräischen Magd gelten, selbst wenn er sie geheiratet hat.nicht auf, so lehrt er uns. – Wieso geht sie demnach durch Pubertätszeichen aus!? – Er meint es wie folgt: wenn er sie nicht [zur Frau] bestimmt hat, so geht sie auch durch Pubertätszeichen aus.\n", "«Sie wird nicht zweitmals verkauft.» Demnach wird ein hebräischer Sklave zweitmals verkauft, und dem widersprechend wird gelehrt:599Ex. 22,2.wegen seines Diebstahls, nicht aber wegen des Doppelten600Der Dieb hat das Gestohlene doppelt zu ersetzen; cf. Ex. 22,3.; wegen seines Diebstahls, nicht aber wegen seiner falschen601Der falsche Zeuge wird zu dem verurteilt, was er durch seine Aussage erwirken wollte (cf. Dt. 19,19); wenn er jemand des Diebstahls beschuldigt hat u. nicht bezahlen kann, so wird er dieserhalb nicht verkauft.Zeugenaussage; wegen seines Diebstahls, wenn er einmal verkauft worden war, so darfst du ihn nicht wiederum verkaufen!?\n", "Raba erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine gilt von einem Diebstahl602Wenn sein Verkauf den Diebstahl nicht deckt, so wird er nicht nochmals verkauft.und das andere von zwei603Wenn es sich um einen ganz anderen Fall handelt, wird er auch zum 2. Male verkauft.Diebstählen.\n", "Abajje sprach zu ihm: Unter seines Diebstahls sind ja viele604Der T. faßt das W. גניבה als Kollektivum auf.zu verstehen!? Vielmehr, erklärte Abajje, dies ist kein Widerspruch; das eine gilt von einer Person und das andere von zwei Personen605Die er bestohlen hat; cf. Maimonides, Jad, הלכות גניבה Jad, Kap. 3 § 15..\n", "Die Rabbanan lehrten: Wenn sein Diebstahl tausend beträgt und er fünfhundert wert ist, so wird er verkauft und abermals606Die W.e ונמכר וחוזר sind eine Interpolation Raschis, sie fehlen in Handschriften u. dürften auch im ursprünglichen Texte gefehlt haben.verkauft; wenn sein Diebstahl fünfhundert beträgt und er tausend wert ist, so wird er überhaupt nicht verkauft. R. Elie͑zer sagt, wenn sein Diebstahl seinem Werte entspricht, werde er verkauft, wenn aber nicht, werde er nicht607Auch wenn er weniger wert ist.verkauft.\n", "Raba sagte: Durch folgendes besiegte R. Elie͑zer die Rabbanan: wenn sein Diebstahl fünfhundert beträgt und er tausend wert ist, wird er wohl deshalb nicht verkauft, weil der Allbarmherzige sagt, er werde vollständig verkauft, nicht aber zur Hälfte, ebenso sagt der Allbarmherzige, er werde wegen seines [vollständigen] Diebstahls verkauft, nicht aber wegen des halben Diebstahls.\n", "«Man löse sie gegen seinen Willen aus.» Raba wollte erklären, gegen den Willen des Herrn, da sprach Abajje zu ihm: Dies heißt wohl, daß man ihm einen Schuldschein über ihren Wert608Sie zahle ihm das Lösegeld (vgl. Anm. 335) nicht bar, sondern mit einem Schuldscheine.schreibe; wieso sollte man ihm statt einer Perle, die er in der Hand hat, eine Scherbe609Ihre Person ist ihm sicher, dagegen aber ist ihr Schuldschein nichts wert, da sie nichts hat.geben!?\n", "Vielmehr, erklärte Abajje, gegen den Willen des Vaters, wegen der Bemakelung der Familie610Wenn der Vater bemittelt ist, so zwinge man ihn dazu.. – Demnach sollte man auch die Verwandten eines hebräischen Sklaven dazu zwingen, wegen der Bemakelung der Familie!? – Er könnte gehen und sich wiederum verkaufen. –\n", "Auch bei jener kann er ja gehen und sie wiederum verkaufen!? – Er lehrt ja, daß sie nicht zweitmals verkauft werden dürfe. Dies nach R. Šimo͑n, denn es wird gelehrt: Man kann seine Tochter zur Ehelichung verkaufen und dies wiederholen, zur Dienstbarkeit, und dies611Falls sie durch einen der oben genannten Umstände minderjährig frei geworden ist.wiederholen, zur Ehelichung nach der Dienstbarkeit, nicht aber zur Dienstbarkeit nach der Ehelichung. R. Šimo͑n sagt, wie man seine Tochter nicht zur Dienstbarkeit nach der Ehelichung verkaufen darf, ebensowenig darf man seine Tochter zur Dienstbarkeit nach der Dienstbarkeit verkaufen.\n", "Sie führen den gleichen Streit612Sie streiten ebenfalls über die Auslegung des folgenden Schriftverses.wie die Tannaím der folgenden Lehre:613Ex. 21,8.Wenn er treulos an ihr handelt,\n" ], [ "sobald dieser sein Gewand über sie ausgebreitet614Dh. sie geheiratet; das W. בבגדו wird vonבגד, Gewand, abgeleitet.hat, darf er sie nicht mehr verkaufen – so R. A͑qiba. R. Elie͑zer erklärte: Wenn er treulos an ihr handelt, sobald er treulos an ihr gehandelt615Indem er sie zur Magd verkauft hat.hat, darf er sie nicht mehr verkaufen. –\n", "Worin besteht ihr Streit? – R. Elie͑zer ist der Ansicht, die überlieferte [Schreibart]616Die Schreibweise ist defektiv בבגדו u. nicht בביגדו, demnach ist es von בׇּנַד, treulos handeln abzuleiten; dagegen aber ist die Lesart, בבִנדו während בכׇנדו zu erwarten wäre, wonach es von ,בנד Gewand, abzuleiten ist.sei maßgebend, R. A͑qiba ist der Ansicht, die Lesart616Die Schreibweise ist defektiv בבגדו u. nicht בביגדו, demnach ist es von בׇּנַד, treulos handeln abzuleiten; dagegen aber ist die Lesart, בבִנדו während בכׇנדו zu erwarten wäre, wonach es von ,בנד Gewand, abzuleiten ist.sei maßgebend, und R. Šimo͑n ist der Ansicht, die Lesart und die überlieferte [Schreibart] seien beide maßgebend.\n", "Rabba b. Abuha fragte: Erfolgt durch die Bestimmung Verheiratung oder Verlobung? Dies ist insofern von Bedeutung, ob er sie beerbt, sich an ihr verunreinigen617Vgl. Anm. 279.darf und ihre Gelübde aufheben kann; wie ist es nun? –\n", "Komm und höre: Wenn er treulos an ihr handelt, sobald dieser sein Gewand über sie ausgebreitet hat, darf er sie nicht mehr verkaufen. Verkaufen darf er sie nicht, wohl aber darf er eine Bestimmung618Sie für einen anderen bestimmen.treffen. Wenn man sagen wollte, dadurch erfolge eine Verheiratung, so hat ja der Vater, sobald sie sich verheiratet hat, keine Gewalt mehr über sie. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß dadurch eine Verlobung erfolge.\n", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Hier wird von einer gewöhnlichen Antrauung619Nicht von der ‘Bestimmung’ des Dienstherrn.gesprochen, und er meint es wie folgt: sobald der Vater sie dem übergeben hat, der ihr zu Kost, Kleidung und Beiwohnung verpflichtet ist, darf er sie nicht mehr verkaufen. –\n", "Komm und höre: Er darf sie nicht an Verwandte620Nahe Verwandte, die sie nach Lev. 18,6ff. nicht heiraten dürfen, da dann die Bestimmung zur Frau unmöglich ist.verkaufen; im Namen R. Elie͑zers sagten sie, er dürfe621Die Bestimmung der Schrift, sie zu ehelichen, gilt nur in dem Falle, wo dies möglich ist.sie an Verwandte verkaufen. Sie stimmen überein, daß er sie als Witwe an einen Hochpriester und als Geschiedene oder Ḥaluça an einen gemeinen Priester verkaufen622Auch diese dürfen sie nicht heiraten, jedoch ist, wenn sie dies getan haben, die Heirat gültig, nur haben sie ein Verbot begangen.dürfe.\n", "[Auf die Frage,] von welcher Witwe hier gesprochen werde: hat sie selbst sich ihm angetraut, so ist sie ja nicht Witwe623Da sie minderjährig ist, so war die Antrauung ungültig.zu nennen, und hat der Vater sie ihm angetraut, so kann er sie ja nicht verkaufen, da man seine Tochter nach der Ehelichung nicht zur Dienstbarkeit verkaufen darf,\n", "erwiderte R. A͑mram im Namen R. Jiçḥaqs, hier werde von der Antrauung durch Bestimmung624Wenn der Herr, der sie für sich bestimmt hatte, gestorben ist.gesprochen, nach R. Jose b. R. Jehuda, welcher sagt, das erste Geld625Das er für sie beim Kaufe gezahlt hat.gelte nicht als Antrauungsgeld626Die Antrauung erfolgt vielmehr durch die Bestimmung des Herrn, obgleich sie minderjährig ist, da dies eine Verfügung der Tora ist.. Wenn man nun sagen wollte, dadurch erfolge eine Verheiratung, so hat ja der Vater, sobald sie verheiratet ist, keine Gewalt mehr über sie. –\n", "Wieso stimmen sie überein, wenn du sagst, dadurch erfolge eine Verlobung, daß er sie verkaufen dürfe, man kann ja seine Tochter nach der Ehelichung627Selbst wenn nur die Verlobung erfolgt ist.nicht zur Dienstbarkeit verkaufen!? Du mußt also erklären, die durch sie erfolgte Verlobung628Dh. ohne ihren Vater, wie dies bei der Bestimmung ihres Herrn der Fall ist.sei anders als die durch den Vater erfolgte, somit kannst du auch sagen, dadurch erfolge eine Verheiratung, und die durch sie erfolgte Verheiratung ist anders als die durch den Vater erfolgte. –\n", "Was soll dies: allerdings kann eine Verlobung anders sein629Nach der einen darf der Vater sie verkaufen u. nach der anderen nicht.als die andere, aber kann etwa eine Verheiratung\n" ], [ "anders sein630Sie ist dann überhaupt nicht mehr in der Gewalt des Vaters.als die andere!? –\n", "Wie ist es aber nach R. Naḥman b. Jiçḥaq zu erklären, welcher sagt, auch nach R. Jose b. R. Jehuda gelte das erste Geld als Antrauungsgeld631Der Vater hat das Geld in Empfang genommen, somit ist die Antrauung durch ihn erfolgt.!? – Er erklärt es nach R. Elie͑zer, welcher sagt, er könne sie nicht zweitmals zur Magd verkaufen, wohl aber könne er sie nach der Ehelichung zur Dienstbarkeit verkaufen.\n", "Reš Laqiš fragte: Darf er sie für seinen minderjährigen Sohn bestimmen: ist unter Sohn, von dem der Allbarmherzige spricht, irgend ein Sohn zu verstehen, oder ein Sohn, der ihm gleicht: wie er erwachsen ist, ebenso auch ein Sohn, der erwachsen ist?\n", "R. Zera erwiderte: Komm und höre:632Lev. 20,10.Ein Mann, ausgenommen ein Minderjähriger; der ehebricht mit der Frau seines Nächsten, ausgenommen die Frau eines Minderjährigen. Wenn man sagen wollte, er könne [sie für ihn] bestimmen, so wäre ja Ehelich und bei einem Minderjährigen zu finden633Man sollte wegen des Ehebruches mit seiner Frau strafbar sein.. –\n", "Weshalb schließt ihn, wenn man sagt, er könne [sie für ihn] nicht bestimmen, die Schrift aus!? – Demnach wäre hieraus zu entnehmen, daß er [sie für ihn] bestimmen könne? R. Aši erwiderte: Hier wird von einem neun Jahre und einen Tag alten Eheschwager gesprochen, der seine Eheschwägerin beschlafen hat, die nach der Tora mit ihm verbunden634Der Beischlaf eines solchen ist nach dem Gesetze gültig, somit Wird sie dadurch nach dem Leviratsgesetze, wonach sie ihm ohne Antrauung zufällt, seine Frau, obgleich er als Minderjähriger zur Ehelichung ungeeignet ist.ist. Man könnte glauben, daß man ihretwegen wegen Beschlafung einer Ehefrau schuldig sei,\n", "da sie mit ihm nach der Tora verbunden und sein Beischlaf gültig ist, so lehrt er uns. –\n", "Wie bleibt es damit? – Komm und höre: Ajbu sagte im Namen R. Jannajs: Eine Bestimmung gilt nur bei einem Erwachsenen, eine Bestimmung gibt es nur mit Bewußtsein635Er muß sich seiner Handlung bewußt sein, was aber bei einem Minderjährigen nicht der Fall ist.. – Beides636Der eine Passus macht den anderen überflüssig.!? – Dies ist eine Begründung: eine Bestimmung gibt es nur bei einem Erwachsenen aus dem Grunde, weil die Bestimmung nur mit Bewußtsein erfolgen kann.\n", "Wenn du aber willst, sage ich: unter Bewußtsein ist ihr Bewußtsein zu verstehen. Abajje, Sohn637Dieser Name ist sonst unbekannt; אביי dürfte wohl eine falsche Auflösung v. אבי׳ sein, richt, mit einer Handschrift אבימי zu lesen.des R. Abahu, lehrte nämlich:638Ex. 31,8.Die er für sich bestimmt hat, dies lehrt, daß er es ihr mitteilen müsse.\n", "Er lehrte es und er erklärte es auch: bei der Antrauung durch Bestimmung, nach R. Jose b. Jehuda, welcher sagt, das erste Geld gelte nicht als Antrauungsgeld639Der Vater ist bei der Bestimmung nicht beteiligt, somit muß er es ihr mitteilen.. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Du kannst auch sagen, es gelte als Antrauungsgeld, denn hierbei ist es anders, da der Allbarmherzige bestimmt sagt640Das W. יעד ist mit ידע, wissen, verwandt; es ist eine Bestimmung der Schrift, daß es mit ihrem Bewußtsein erfolgen müsse..\n", "Was ist dies für eine Lehre des R. Jose b. R. Jehuda? – Es wird gelehrt:638Ex. 31,8.Und ausgelöst, vom Tage muß ein Betrag zur Auslosung641Wenn er sie am letzten Tage der Dienstzeit zur Frau bestimmt, so muß vom Tage soviel zurückbleiben, daß eine Auslösung noch in Betracht kommt, damit der eventuelle Betrag der Auslösung, od. das Guthaben an Arbeitsleistung, das er bei ihr hat, als Antrauungsgeld gelte.zurückbleiben.\n", "Hieraus folgerte R. Jose b. R. Jehuda, wenn vom Tage soviel zurückbleibt, um bei ihm im Werte einer Peruṭa arbeiten zu können, sei sie ihm angetraut, wenn aber nicht, sei sie ihm nicht angetraut. Demnach ist er der Ansicht, das erste Geld gelte nicht als Antrauungsgeld.\n", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Du kannst auch sagen, es gelte als Antrauungsgeld, denn hierbei ist es anders, da der Allbarmherzige ausgelöst sagt642Es ist dies eine Bestimmung der Schrift, ohne Berücksichtigung der oben angegebenen Begründung..\n", "Rabba sagte im Namen R. Naḥmans: Nach der Lehre des R. Jose b. R. Jehuda kann man zu seiner minderjährigen Tochter sagen: geh und nimm deine Antrauung in Empfang.\n", "R. Jose b. R. Jehuda sagt, das erste Geld gelte nicht als Antrauungsgeld, dennoch sei die Antrauung gültig, wenn der Wert einer Peruṭa zurückbleibt643Die Antrauung wird dann nicht vom Vater, sondern von ihr selbst in Empfang genommen., ebenso auch hierbei644Wenn sie selber mit Zustimmung ihres Vaters die Antrauung in Empfang genommen hat, bezw. wenn es mit einem Darlehen erfolgt ist..\n", "Ferner sagte Rabba im Namen R. Naḥmans: Nach der Lehre des R. Jose b. R. Jehuda ist, wenn jemand die Antrauung mit einem Darlehen vollzieht, für das ein Pfand hinterlegt ist, sie ihm angetraut. R. Jose b. R. Jehuda sagt, das erste Geld gelte nicht als Antrauungsgeld, demnach ist es ein Darlehen und sie selbst das Pfand,\n" ], [ "und wenn der Wert einer Peruṭa zurückbleibt und er sie [für sich] bestimmt, ist die Antrauung gültig, ebenso auch hierbei644Wenn sie selber mit Zustimmung ihres Vaters die Antrauung in Empfang genommen hat, bezw. wenn es mit einem Darlehen erfolgt ist..\n", "Die Rabbanan lehrten: Wie hat das Gebot der Bestimmung zu erfolgen? Er spreche zu ihr vor zwei [Zeugen]: sei mir angetraut, sei mir angelobt; selbst am Schlusse645Vgl. Anm. 641.der sechs Jahre, auch kurz vor Sonnenuntergang. Er hat dann mit ihr nach dem Brauche der Ehelichung und nicht nach dem Brauche der Dienstbarkeit zu verfahren. R. Jose b. R. Jehuda sagt, wenn vom Tage soviel zurückbleibt, um bei ihm im Werte einer Peruṭa arbeiten zu können, sei sie ihm angetraut, wenn aber nicht, sei sie ihm nicht angetraut.\n", "Desgleichen ist, wenn jemand zu einer Frau gesagt hat: sei mir von jetzt ab nach dreißig Tagen angetraut, und ein anderer innerhalb der dreißig Tage kommt und sie sich antraut, sie dem ersten646Er wollte damit sagen, daß wenn er nach 30 Tagen sich dafür entscheiden werde, die Antrauung sofort gültig sei.angetraut. Wessen Ansicht gleicht dies,\n", "wenn der des R. Jose b. R. Jehuda, so ist sie ihm ja nur dann angetraut, wenn vom Tage soviel zurückbleibt, um bei ihm im Werte einer Peruṭa arbeiten zu können, sonst aber nicht647Die Antrauung hat demnach keine rückwirkende Kraft u. beginnt erst bei der Entscheidung.!?\n", "R. Aḥa, Sohn des Raba, erwiderte: Gleich der Ansicht der Rabbanan648Nach ihnen erfolgt die Antrauung rückwirkend u. der gezahlte Kaufpreis gilt als Antrauungsgeld.. – Selbstverständlich!? –\n", "Man könnte glauben, er sagte ja nicht: von jetzt649Demnach wäre zu folgern, daß sie dem ersten angetraut sei, auch wenn er nicht ‘von jetzt ab’ gesagt hat.ab, so lehrt er uns650Daß sie nur dann dem ersten angetraut sei, wenn er ‘von jetzt ab’ gesagt hat..\n", "Ein Anderes lehrt: Wenn jemand seine Tochter verkauft und sie einem anderen angetraut hat, so lacht er den Herrn aus und sie ist dem anderen angetraut – so R. Jose b. R. Jehuda. Die Weisen sagen, wenn [der Herr] sie für sich bestimmen will, könne er dies.\n", "Desgleichen ist, wenn jemand zu einer Frau gesagt hat: sei mir nach dreißig Tagen angetraut, und ein anderer innerhalb der dreißig Tage kommt und sie sich antraut, sie dem anderen angetraut. Wessen Ansicht gleicht dies,\n", "wenn der der Rabbanan, so sagen sie ja, wenn er sie für sich bestimmen will, könne er dies648Nach ihnen erfolgt die Antrauung rückwirkend u. der gezahlte Kaufpreis gilt als Antrauungsgeld.!?\n", "Vielmehr, erwiderte R. Aḥa, Sohn des Raba, gleich der Ansicht des R. Jose b. R. Jehuda651Nach ihm erfolgt die Antrauung nicht rückwirkend.. – Selbstverständlich!? –\n", "Man könnte glauben, weil er zu ihr nicht ‘nach dreißig Tagen’ gesagt652Die Antrauung mit einem anderen sei deshalb gültig, weil er beim Ankaufe nicht gesagt hat, daß er sie für sich bestimmen werde; im genannten Falle aber sei die Antrauung sofort gültig. hat, so lehrt er uns.\n", "Ein Anderes lehrt: Wenn jemand seine Tochter verkauft und vereinbart hat: mit der Bedingung, daß er sie nicht für sich bestimme, so ist die Bedingung gültig – so R. Meír. Die Weisen sagen, wenn er sie für sich bestimmen will, könne er dies, weil dies eine Vereinbarung gegen eine Bestimmung der Tora ist, und eine Vereinbarung gegen eine Bestimmung der Tora ist ungültig. –\n", "Ist denn nach R. Meír eine solche Vereinbarung gültig, es wird ja gelehrt: Wenn jemand zu einer Frau sagt: sei mir angetraut mit der Bedingung, daß du an mich keinen Anspruch auf Kost, Kleidung und Beischlaf hast, so ist sie ihm angetraut und die Vereinbarung ungültig653Da er dazu nach der Tora verpflichtet ist; cf. Ex. 21,10.– so R. Meír. R. Jehuda sagt, inbetreff der Geldangelegenheit654Kost u. Kleidung, worauf sie verzichten kann.sei die Vereinbarung gültig.\n", "Ḥizqija erwiderte: Anders ist es hierbei; die Schrift sagt:655Ex. 21,7.zur Magd, wonach er sie zuweilen nur zur Magd verkauft. –\n", "Wofür verwenden die Rabbanan [das Wort] zur Magd? – Dieses verwenden sie für folgende Lehre: Zur Magd, dies lehrt, daß er sie auch an Bemakelte656Hinsichtl. der Legitimität (Hurenkind udgl.); der Verkauf erfolgt nur als Magd, da sie ihnen zur Ehelichung verboten ist.verkaufen dürfe.\n", "Wollte man es durch einen Schluß folgern: wenn er sie an Bemakelte antrauen657Die Antrauung mit diesen ist zwar verboten, jed. gültig.kann, wie sollte er sie an Bemakelte nicht verkaufen können, [so ist zu erwidern:] wohl an Bemakelte antrauen, wie man auch seine Tochter im Mädchenalter658Nach Erlangung der Großjährigkeit.antrauen659Hinsichtlich der Antrauung ist seine Gewalt über sie bedeutender als hinsichtlich des Verkaufes.kann, aber sollte er sie auch an Bemakelte verkaufen können, wo er sie im Mädchenalter nicht verkaufen659Hinsichtlich der Antrauung ist seine Gewalt über sie bedeutender als hinsichtlich des Verkaufes.kann!? Daher heißt es zur Magd, und dies lehrt, daß er sie an Bemakelte verkaufen könne.\n", "R. Elie͑zer sagte: Wenn dies etwa lehren sollte, daß er sie an Bemakelte verkaufen könne, so heißt es bereits:660Ex. 21,8.wenn sie schlecht ist in den Augen ihres Herrn, wenn sie schlecht zur Verheiratung661Dh. wenn sie ihm verboten ist.ist; vielmehr lehrt [das Wort] zur Magd, daß er sie an [nahe]\n" ], [ "Verwandte662Die sie zur Ehelichung nicht bestimmen können, da eine Heirat mit diesen ungültig ist.verkaufen könne.\n", "Wollte man es durch einen Schluß folgern: wenn er sie an Bemakelte verkaufen kann, wie sollte er sie an Verwandte nicht verkaufen können, [so ist zu erwidern:] sollte er sie, wenn er sie an einen Bemakelten verkaufen kann, der, wenn er es will, sie für sich657Die Antrauung mit diesen ist zwar verboten, jed. gültig.bestimmen kann, auch an einen Verwandten verkaufen können, der, wenn er sie für sich bestimmen will, dies nicht kann!? Daher heißt es zur Magd, und dies lehrt, daß er sie an Verwandte verkaufen könne. –\n", "Und R. Meír663Dieser folgert aus dem W.e ‘zur Magd’ die Vereinbarung, sie nicht zu ehelichen, somit bleibt ihm keine Andeutung hinsichtl. des Verkaufes an Bemakelte od. Verwandte.!? – Hinsichtlich Bemakelter folgert er es aus [dem Schriftverse], aus dem R. Elie͑zer es folgert, und hinsichtlich Verwandter ist er der Ansicht der Rabbanan, welche sagen, er könne sie an Verwandte nicht verkaufen.\n", "Eines lehrt, daß er sie an seinen Vater, nicht aber an seinen Sohn verkaufen könne, und ein Anderes lehrt, daß er sie weder an seinen Vater noch an seinen Sohn verkaufen könne. Allerdings vertritt die Lehre, er könne sie weder an seinen Vater noch an seinen Sohn verkaufen, die Ansicht der Rabbanan, die Lehre aber, er könne sie an seinen Vater, nicht aber an seinen Sohn verkaufen,\n", "vertritt ja weder die Ansicht der Rabbanan noch die des R. Elie͑zer664Nach der einen Ansicht sollte er sie an beide nicht verkaufen können, u. nach der anderen Ansicht sollte er sie an beide verkaufen können.!? – Tatsächlich die der Rabbanan, denn die Rabbanan pflichten bei, wenn in einem Falle eine Bestimmung erfolgen kann665Wenn er sie an seinen Vater verkauft, so ist sie zwar diesem verboten, jed. kann er sie, wenn er einen anderen Sohn hat, für diesen bestimmen, da dieser seine Nichte heiraten darf; die Rabbanan pflichten daher bei, daß er sie an seinen Vater verkaufen könne, obgleich sie ihm selber verboten ist..\n", "Die Rabbanan lehrten:666Ex. 21,3.Wenn er allein eingetreten ist, so soll er allein ausgehen; wenn er mit nur seinem Körper667גפו gl. גופו, Körper, bezw. v. גנף (syr.גנפא) od. אגף Flügel, mit seinem Flügel, wohl stehende Redensart für das Alleinsein.eingetreten ist, so soll er mit nur seinem Körper ausgehen. R. Elie͑zer b. Ja͑qob erklärte: Wenn er allein667גפו gl. גופו, Körper, bezw. v. גנף (syr.גנפא) od. אגף Flügel, mit seinem Flügel, wohl stehende Redensart für das Alleinsein.eingetreten ist, so soll er allein ausgehen. Was heißt: wenn er mit nur seinem Körper eingetreten ist, so soll er mit nur seinem Körper ausgehen? Raba erwiderte: Dies besagt, daß er nicht wie ein [nichtjüdischer] Sklave wegen der vorragenden Glieder668Wenn der Herr ihm ein Glied beschädigt; vgl. Anm. 508.ausgehe. Abajje sprach zu ihm: Dies geht ja hervor aus:669Ex. 21,7.sie gehe nicht aus, wie Sklaven ausgehen670Und ebenso auch der jüd. Sklave.!? –\n", "Wenn hieraus, so könnte man glauben, er ersetze ihm den Wert seines Auges671Während ein nichtjüdischer Sklave nur frei ausgeht u. keinen Ersatz erhält.und er gehe frei aus, so lehrt er uns. –\n", "«R. Elie͑zer b. Ja͑qob erklärte: Wenn er allein eingetreten ist, so soll er allein ausgehen.» Was heißt: so soll er allein ausgehen. R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Er meint es wie folgt: hat er Frau und Kinder, so gebe ihm sein Herr eine kenaa͑nitische Sklavin, hat er nicht Frau und Kinder, so gebe ihm sein Herr keine kenaa͑nitische Sklavin.\n", "Die Rabbanan lehrten: Woher, daß, wenn er für eine Mine672Die M. hat 100 Silberdenar.verkauft worden und dann zugenommen hat und zweihundert wert ist, man673Bei der Einlösung.ihn nur mit einer Mine anrechne? Es heißt:674Lev. 25,51.von seinem Kaufpreise.\n", "Woher daß, wenn er für zweihundert verkauft worden und dann abgenommen hat und nur eine Mine wert ist, man ihn nur mit einer Mine675Als wäre für ihn dieser Preis gezahlt worden.anrechne? Es heißt:676Lev. 25,52.nach seinen Jahren.\n", "Ich weiß dies nur von einem Sklaven, der verkauft worden ist an einen Nichtjuden, der, da jener durch Verwandte ausgelöst wird, die Unterhand677Die Einlösung kann gegen seinen Willen erfolgen, u. ebenso wird bei der Berechnung des Lösegeldes (vgl. Anm. 335) nur der Vorteil des Sklaven berücksichtigt.hat,\n", "woher dies von einem an einen Jisraéliten verkauften? – Es heißt bei beiden678Dieses Wort wird sowohl beim Verkaufe an einen Jisraéliten (Lev. 25,40) als auch beim Verkaufe an einen Nichtjuden (ib. V. 50) gebraucht und deutet darauf, daß beide einander gleichen.Mietling, für [einen Schluß durch] Wortanalogie.\n", "Einst sprach Abajje: Ich fühle mich wie Ben A͑zaj679Vgl. S. 159 Anm. 38.in den Straßen von Tiberjas. Da sprach ein Jünger zu Abajje: Merke, jene Schriftverse680Aus denen oben hinsichtl. der Einlösung eines Sklaven, dessen Wert sich später verändert hat, gefolgert wird.sind ja erleichternd und erschwerend681Man kann ebensogut den Vers 51 auf den im Werte gefallenen u. den Vers 52 auf den im Werte gestiegenen beziehen.auszulegen, was veranlaßt nun, sie erleichternd auszulegen, lege man sie doch erschwerend aus!? –\n", "Dies ist nicht einleuchtend, da der Allbarmherzige für ihn erleichtert hat. Es wird nämlich gelehrt:682Dt. 15,16.Weil ihm wohl ist bei dir; mit dir beim Essen und mit dir beim Trinken.\n", "Du darfst nicht feines Brot und er grobes Brot essen; du [darfst nicht] alten Wein und er neuen Wein trinken; du [darfst nicht] auf Polstern und er auf Stroh schlafen. Hieraus folgerten sie, wenn jemand einen hebräischen Sklaven kauft, sei es ebenso, als würde er einen Herrn über sich kaufen. –\n", "Vielleicht nur hinsichtlich des Essens und Trinkens, um ihn nicht zu kränken, hinsichtlich des Lösegeldes aber erschwere man ihm, wegen der Lehre des R. Jose b. R. Ḥanina!? Es wird nämlich gelehrt: R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Komm und sieh, wie streng sogar der Staub des Siebentjahrgesetzes683Die leichteste Übertretung dieses Gesetzes, wie der weiter genannte Handel mit Früchten dieses Jahres; die Schrift verbietet nur die Feldarbeit.ist.\n", "Wer mit Früchten des Siebentjahres handelt, verkauft schließlich seine Mobilien, denn es heißt:684Lev. 25,13.in diesem Jobeljahre sollt ihr ein jeder zu seinem Besitze zurückkehren, und darauf folgt:685Ib. V. 14.wenn ihr eurem Nächsten etwas verkauft oder aus der Hand des Nächsten kauft, eine Sache, die von Hand zu Hand686Mobilien, die durch Übergäbe erworben werden.gekauft wird.\n", "Merkt er dies687Wenn diese Strafe, seine Mobilien verkaufen zu müssen, wirkungslos bleibt.nicht, so verkauft er endlich seine Felder, denn es heißt:688Lev. 25,25.wenn dein Bruder verarmt und von seinem Erbbesitze verkauft. Sie689Die Buße; die Strafe wirkt auf ihn nicht.reicht an ihn nicht heran, als bis er sein Haus verkauft, denn es heißt:690Lev. 25,29.wenn jemand ein Wohnhaus in einer ummauerten Stadt verkauft. –\n", "Weshalb heißt es zuerst: merkt er dies nicht, weiter aber: sie reicht an ihn nicht heran? – Nach R. Hona, denn R. Hona sagte, wenn jemand eine Sünde begangen und sie wiederholt hat, werde sie ihm erlaubt691Bei der Wiederholung wird daher nicht mehr bedingungsweise gesprochen.. – Erlaubt, wie kommst du darauf!? – Vielmehr, sie kommt ihm erlaubt vor.\n", "Sie reicht an ihn nicht heran, als bis er seine Tochter verkauft, denn es heißt:692Ex. 21,7.wenn jemand seine Tochter zur Magd verkauft. Und obgleich [der Verkauf] einer Tochter in diesem Abschnitte nicht genannt wird, lehrt er uns, daß man lieber seine Tochter verkauft als auf Wucher693Und da der bezügliche Abschnitt weiter vom Borgen auf Wucher spricht, so ist vorauszusetzen, daß er bereits seine Tochter verkauft habe.borgt, denn beim [Verkaufe der] Tochter verringert sich [der erhaltene Betrag], während er im anderen Falle wächst.\n", "Sie reicht an ihn nicht heran, als bis er auf Wucher borgt, denn es heißt:694Lev. 25,25.wenn dein Bruder verarmt und seine Hand wankt, und hierauf folgt:695Ib. V. 36.nimm nicht von ihm &c. Sie reicht an ihn nicht heran, als bis er sich selbst verkauft, denn es heißt: 696Ib. V. 39.wenn dein Bruder verarmt und sich dir verkauft.\n", "Nicht nur dir, sondern auch einem Fremdling, denn es heißt:697Ib. V. 47.deinem Fremdling; und nicht nur einem wirklichen Proselyten, sondern auch einem Beisaß, denn es heißt Beisaßfremdling. Unter Fremdlingsgeschlecht ist ein Nichtjude zu verstehen, und wenn es noch Abkömmling heißt,\n" ], [ "so ist darunter der Verkauf für den Götzendienst698עקר, Wurzel, Stamm, der Götzendiener.selbst zu verstehen.\n", "Jener erwiderte: Diesbezüglich hat die Schrift ihn wieder699Daß man ihn nicht ganz verstoße; demnach sind die Schriftverse nicht erschwerend auszulegen.aufgenommen, denn in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Man könnte glauben, daß man, da dieser700Durch den Verkauf an einen Nichtjuden.Götzenpfaffe geworden ist, dem Stürzenden einen Stein nachwerfe, so heißt es:701Lev. 25,48.soll ihm Einlösung werden; auch geht er im Jobeljahre frei702Die W.e וביובל יצא gehören nicht mehr zum angezogenen Schrifiverse, sondern sind eine Ergänzung des T. mit Beibehaltung des biblischen Ausdruckes. Die in die kursierenden Ausgaben übergegangene Korrektur Lorjas ist somit überflüssig.aus. –\n", "Vielleicht soll ihm eine Einlösung werden, damit er nicht zwischen den Nichtjuden untergehe, hinsichtlich des Lösegeldes aber erschwere man ihm, wegen der Lehre des R. Jose b. R. Ḥanina!?\n", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Es sind zwei Schriftverse vorhanden; es heißt: sind es noch viele der Jahre, und es heißt: und wenn wenig der Jahre zurückbleiben; gibt es denn viele Jahre und wenige703Der Verkauf erfolgt ja stets auf 6 Jahre.Jahre!? Vielmehr: ist sein Wert größer704Unter ‘viel der Jahre’ u. ‘wenig der Jahre’ wird verstanden: wenn während der Jahre sein Wert viel, dh. größer, bezw. wenig, dh. kleiner, geworden ist.geworden, so richte man sich nach seinem Kaufpreise, ist sein Wert geringer geworden, so richte man sich nach den Jahren705Nach seinem Werte bei der Einlösung.. –\n", "Vielleicht meint er es wie folgt: wenn er zwei [Jahre] gedient hat und vier zurückbleiben, so zahle er ihm für vier zurück, von seinem Kaufgelde, und wenn er vier gedient hat und zwei zurückbleiben, so zahle er ihm für zwei zurück, nach den Jahren706Die er noch zu dienen hat; die Schrift spricht überhaupt nicht vom Falle des Steigens od. Fallens seines Wertes.!? –\n", "Demnach sollte es heißen: wenn noch viele Jahre, wenn wenige Jahre zurückbleiben; da es aber der Jahre heißt, [so besagt dies:] ist während der Jahre sein Wert größer geworden, so richte man sich nach seinem Kaufgelde, ist während der Jahre sein Wert geringer geworden, so richte man sich nach den Jahren. R. Joseph sagte: R. Naḥman b. Jiçḥaq erklärte diese Schriftverse so, als wäre es vom Sinaj.\n", "R. Hona b. Henana fragte R. Šešeth: Kann ein an einen Nichtjuden verkaufter Sklave zur Hälfte eingelöst707Ob er, wenn er die Hälfte seines Lösegeldes besitzt, diese zahlen u. entsprechend die Dienstzeit reduzieren kann.werden, oder kann er nicht zur Hälfte eingelöst werden?\n", "Ist durch [das Wort] seine Einlösung, das auch beim Erbbesitzfelde gebraucht708Cf. Lev. 25,26.wird, von diesem zu folgern, wie das Erbbesitzfeld nicht zur Hälfte eingelöst werden kann, ebenso kann auch dieser nicht zur Hälfte eingelöst werden, oder aber kann es nur erleichternd709Wie dies auch beim Steigen od. Fallen seines Wertes der Fall ist.erfolgen, nicht aber erschwerend?\n", "Dieser erwiderte: Dort710Cf. supra Fol. 18a.sagtest du, er werde nur vollständig und nicht zur Hälfte verkauft, ebenso wird er hierbei nur vollständig eingelöst, nicht aber zur Hälfte.\n", "Abajje sagte: Wenn du sagst, er könne zur Hälfte eingelöst werden, so kann dies erleichternd und erschwerend erfolgen. Erleichternd, falls er ihn für hundert gekauft und dieser ihm fünfzig, die Hälfte seines Kaufpreises, gegeben711Als Hälfte seines Lösegeldes.hat und dann auf zweihundert gestiegen ist. Wenn du sagst, er könne zur Hälfte eingelöst werden, so gebe er ihm hundert712Da der Wertzuwachs zur Hälfte dem Herrn gehört.und gehe frei aus, und wenn du sagst, er könne nicht zur Hälfte ausgelöst werden, so gebe er ihm hundertfünfzig713Da dann der ganze Wertzuwachs dem Herrn gehört.und gehe frei aus. –\n", "Du sagtest ja aber, daß, wenn sein Wert gestiegen ist, man sich nach seinem Kaufpreise714Demnach hat er ja überhaupt nur 100 als Lösegeld zu zahlen.richte!? – Wenn er im Preise hochstand, gefallen war und wiederum gestiegen715Auch wenn man sich nach dem Kaufpreise richtet, hat er 200 zu zahlen.ist.\n", "Erschwerend kann es vorkommen, falls er ihn für zweihundert gekauft und dieser ihm hundert, die Hälfte seines Kaufpreises, gegeben711Als Hälfte seines Lösegeldes.hat und dann auf hundert gefallen ist. Wenn du sagst, er könne zur Hälfte ausgelöst werden, so gebe er ihm noch fünfzig716Da auch er die Hälfte des Minderwertes zu tragen hat.und gehe frei aus, und wenn du sagst, er könne nicht zur Hälfte ausgelöst werden, so gelten jene hundert als Depositum, die er ihm nun gebe und frei ausgehe717Da nur der Herr den Verlust zu tragen hat..\n", "R. Hona b. Ḥenana fragte R. Šešeth: Kann, wenn jemand ein Haus in einer ummauerten Stadt718Ein solches kann innerhalb eines Jahres vom Verkäufer eingelöst werden; cf. Lev. 25,29ff.gekauft bat, dieses in Hälften eingelöst werden, oder kann es nicht in Hälften eingelöst werden? Ist durch [das Wort] seine Einlösung, das auch beim Erbbesitzfelde gebraucht wird, von diesem zu folgern, wie das Erbbesitzfeld nicht in Hälften eingelöst werden kann, ebenso kann auch dieses nicht in Hälften eingelöst werden,\n", "oder aber gilt dies nur da, wo dies gesagt ist, nicht aber da, wo dies nicht gesagt ist?\n", "Dieser erwiderte: Aus einer Auslegung R. Šimo͑ns ist zu entnehmen, daß er borgen719Falls er nichts hat; hinsichtl. eines Feldes aber heißt es (Lev. 25,26): wenn er erschwingt.und in Hälften einlösen könne. Es wird nämlich gelehrt: 720Lev. 27,19.wenn einlösen wird er einlösen, dies lehrt, daß er borgen und es721Das dem Heiligtume geweihte Feld.in Hälften einlösen könne.\n", "R. Šimo͑n722Dieser pflegte stets die Gebote der Schrift zu begründen; cf. Bm. Fol. 115a.sagte: Aus folgendem Grunde; wir finden, daß, wenn jemand ein Erbbesitzfeld verkauft, wobei sein Interesse einerseits gestärkt ist, indem es, wenn es vor Eintritt des Jobeljahres nicht eingelöst worden ist, im Jobeljahre zum Eigentümer zurückkehrt, sein Interesse andererseits geschmälert723Dh. für ihn ist genügend gesorgt u. er braucht keine weitere Vergünstigung.ist, indem er nicht borgen und in Hälften einlösen kann,\n", "ebenso ist, wenn jemand ein solches heiligt, wobei einerseits sein Interesse geschmälert ist, indem es, wenn es vor Eintritt des Jobeljahres nicht ausgelöst worden ist, im Jobeljahre den Priestern zufällt, andererseits sein Interesse erweitert, indem er borgen und in Hälften einlösen724Da er im Jobeljahre nicht zu seinem Besitze kommt, so wird für ihn anderweitig gesorgt.kann.\n", "Ebenso ist, wenn jemand ein Haus in einer ummauerten Stadt verkauft hat, wobei sein Interesse geschmälert ist, indem es verfällt, falls ein volles Jahr verstrichen ist und es nicht eingelöst worden ist, andererseits sein Interesse zu erweitern, indem er borgen und in Hälften einlösen kann.\n", "Er wandte gegen ihn ein: Wenn einlösen wird er einlösen, dies lehrt, daß er borgen und in Hälften einlösen könne.\n", "Man könnte einen Schluß folgern: wenn beim Verkaufe eines Erbbesitzfeldes, wobei sein Interesse erweitert ist, indem es, wenn es vor Eintritt des Jobeljahres nicht eingelöst worden ist, im Jobeljahre zum Eigentümer zurückkehrt, andererseits sein Interesse geschmälert ist, indem er weder borgen noch in Hälften einlösen kann, um wieviel mehr ist bei der Heiligung, wobei [auch in jener Hinsicht] sein Interesse geschmälert ist, indem es, wenn es vor Eintritt des Jobeljahres nicht eingelöst worden ist, im Jobeljahre den Priestern zufällt, sein Interesse auch andererseits zu schmälern, weder borgen noch in Hälften einlösen zu können.\n", "[Erwidert man :] wohl beim Verkaufe eines Erbbesitzfeldes, wobei sein Interesse auch insofern geschmälert ist, indem es nicht sofort eingelöst werden725Aus dem Gebrauche des Plurals in Lev. 25,15 folgert der T., daß vor 2 Jahren eine Einlösung nicht erfolgen könne.kann, während bei der Heiligung sein Interesse erweitert ist, indem es sofort eingelöst werden kann,\n", "so ist vom Verkaufe eines Hauses in einer ummauerten Stadt ein Gegenbeweis zu erbringen: sein Interesse ist erweitert, indem es sofort eingelöst werden kann, dennoch kann er weder borgen noch in Hälften einlösen726Hier heißt es ausdrücklich, daß dies beim Verkaufe eines Hauses in einer ummauerten Stadt unzulässig sei.. –\n" ], [ "Das ist kein Einwand; das eine nach den Rabbanan727Die bei den Gesetzen einen logischen Grund nicht suchen; nach ihnen kann sein Interesse in beiden Hinsichten geschmälert werden.und das andere nach R.Šimo͑n. –\n", "Eines lehrt, daß er borgen und in Hälften einlösen könne, und ein Anderes lehrt, daß er weder borgen noch in Hälften einlösen könne!? – Das ist kein Einwand; dieses nach den Rabbanan, jenes nach R.Šimo͑n.\n", "\n", "R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Es ist zu widerlegen: wohl beim Verkaufe eines Hauses in einer ummauerten Stadt, weil sein Interesse geschmälert ist, indem es nicht ewig eingelöst werden728Nach Ablauf eines Jahres verfällt es für immer.kann, während bei der Heiligung sein Interesse erweitert ist, indem er es ewig729Bis zum Ablaufe des Jobelzyklus, falls das Feld nicht weiter verkauft worden ist.einlösen kann!?\n", "R. Aḥa der Greis sprach zu R. Aši: Man kann erwidern, der Schluß sei durch Vergleichung zu folgern. Der Verkauf eines Erbbesitzfeldes beweist [das Entgegengesetzte]: sein Interesse ist erweitert, indem es ewig eingelöst werden kann, dennoch kann er nicht borgen und in Hälften einlösen. [Erwidert man:] wohl beim Verkaufe eines Erbbesitzfeldes, weil sein Interesse hinsichtlich der sofortigen Einlösung geschmälert ist, so beweist der Verkauf eines Hauses in einer ummauerten Stadt [das Entgegengesetzte].\n", "Die Replikation wiederholt sich nun: die Eigenheit des einen gleicht nicht der Eigenheit des anderen und die Eigenheit des anderen gleicht nicht der Eigenheit des einen; das Gemeinsame bei ihnen ist, daß sie eingelöst werden und er weder borgen noch in Hälften einlösen kann, somit ist auch die Heiligung einzuschließen, es kann eingelöst werden, und er kann weder borgen noch in Hälften einlösen.\n", "Mar Zuṭra, Sohn des R. Mari, sprach zu Rabina: Es ist ja zu erwidern: das Gemeinsame bei ihnen ist, daß ihr Interesse hinsichtlich der Einlösung im zweiten Jahre geschmälert730Das erste kann vor dem 3. Jahre u. das andere vom 2. Jahre ab nicht eingelöst werden.ist, während bei der Heiligung sein Interesse hinsichtlich der Einlösung im zweiten Jahre erweitert ist!?\n", "Rabina erwiderte: Es ist zu erwidern, der an einen Nichtjuden verkaufte hebräische Sklave beweist [das Entgegengesetzte]: sein Interesse hinsichtlich der Einlösung im zweiten Jahre ist erweitert, dennoch kann er weder borgen noch in Hälften eingelöst werden.\n", "R. Hona b. Ḥenana fragte R. Šešeth: Kann, wenn jemand ein Haus in einer ummauerten Stadt verkauft hat, dieses durch Verwandte eingelöst werden, oder kann es nicht durch Verwandte eingelöst werden? Ist durch [das Wort] seine Einlösung, das auch beim Erbbesitzfelde gebraucht wird, von diesem zu folgern, wie das Erbbesitzfeld, das nicht in Hälften eingelöst werden kann, durch Verwandte eingelöst werden kann, ebenso kann auch dieses, das nicht in Hälften eingelöst werden kann, durch Verwandte eingelöst werden,\n", "oder erstreckt sich [das Wort] Einlösung nur auf die Einlösung in Hälften, nicht aber auf die durch Verwandte731Diesbezüglich ist von jenem nicht zu folgern.!? Dieser erwiderte: Es kann nicht eingelöst werden.\n", "Er wandte gegen ihn ein:732Lev. 25,24.Überall &c. sollt ihr Einlösung gewähren; dies schließt Häuser und den hebräischen Sklaven733Hinsichtl. der Einlösung durch Verwandte.ein. Doch wohl Häuser in einer ummauerten Stadt!? – Nein, Häuser in Freistädten734Die nicht ummauert sind (wörtl. Gehöfthäuser); solche können immer eingelöst werden, auch gehen sie ins Jobeljahre zurück in den Besitz des früheren Eigentümers über.. –\n", "Von Häusern in Freistädten heißt es ja ausdrücklich:735Lev. 25,31.zum Felde des Landes rechne man es!? – Dies, um es736Die Einlösung durch die Verwandten.zur Pflicht zu machen, nach R. Elie͑zer.\n", "Es wird nämlich gelehrt:737Lev. 25,25.Er löse das Verkaufte seines Bruders ein, dies ist freigestellt. Du sagst, freigestellt, vielleicht ist dem nicht so, sondern Pflicht? Es heißt:738Ib. V. 26.wenn jemand keinen Verwandten hat, und da es niemand in Jisraél gibt, der keinen Verwandten hat, so ist darunter zu verstehen, wenn er zwar, einen hat, dieser es aber nicht loskaufen will, daß es ihm freistehe – so R. Jehošua͑.\n", "R. Elie͑zer erklärte: Er löse das Verkaufte seines Bruders ein, dies ist Pflicht. Du sagst Pflicht, vielleicht ist dem nicht so, sondern freigestellt? Es heißt: überall &c. sollt ihr eine Einlösung gewähren, womit die Schrift es zur Pflicht gemacht hat.\n", "Die Rabbanan sprachen zu R. Aši, und wie manche sagen, Rabina zu R. Aši: Erklärlich ist [das Wort] überall nach demjenigen, welcher sagt, es schließe Häuser in einer ummauerten Stadt ein, was aber bedeutet [das Wort] überall nach demjenigen, welcher sagt, es schließe Häuser in Freistädten ein!? – Dies ist ein Einwand.\n", "Abajje wandte gegen ihn ein: Es heißt739Bei der Einlösung eines an einen Nichtjuden verkauften hebräischen Sklaven; Lev. 25,48,49.dreimal löse ihn ein, um alle Einlösungen einzuschließen, daß sie in dieser Reihenfolge740Wie sie in der bezüglichen Schriftstelle angegeben ist.zu erfolgen haben. Doch wohl Häuser in einer ummauerten Stadt und den hebräischen Sklaven!? – Nein, Häuser in Freistädten und Erbbesitzfelder. –\n", "Von Häusern in Freistädten und von Erbbesitzfeldern heißt es ja ausdrücklich: zum Felde des Landes rechne man es!? – Wie R. Naḥman b. Jiçḥaq erklärt hat, [dies lehre,] daß der Nächstverwandte vorgehe, ebenso auch hierbei, daß der Nächstverwandte vorgehe741Die Schrift lehrt dies ausdrücklich nur beim hebräischen Sklaven; nicht aber beim Erbbesitzfelde.. –\n", "Worauf bezieht sich die Erklärung des R. Naḥman b. Jiçḥaq? – Auf das folgende. Sie fragten: Kann der an einen Jisraéliten verkaufte hebräische Sklave durch Verwandte ausgelöst werden, oder kann er durch Verwandte nicht ausgelöst werden. Nach Rabbi ist dies nicht fraglich, denn dieser erklärt, dies742Daß er nach 6 Jahren frei ausgehe; cf. supra Fol. 15b.gelte von dem, der durch diese743Die Lev. 25,47ff. genannten Fälle der Einlösung.nicht eingelöst wird, demnach kann er nicht eingelöst werden,\n", "fraglich ist es nur nach den Rabbanan: folgern sie aus [dem Worte] Mietling744Das bei beiden gebraucht wird, daß sie diesbezüglich einander gleichen.und berücksichtigen [das Wort] löse ihn ein745Das W. ‘ihn’ ist einschränkend: nur den an einen Nichtjuden verkauften.nicht, oder aber, [es heißt:] löse ihn ein, ihn und keinen anderen? –\n", "Komm und höre: Überall &c. sollt ihr eine Einlösung gewähren, dies schließt Häuser und den hebräischen Sklaven ein. Doch wohl Häuser in einer ummauerten Stadt und den an einen Jisraéliten verkauften hebräischen Sklaven. – Nein, den an einen Nichtjuden verkauften hebräischen Sklaven. –\n", "Vom an einen Nichtjuden verkauften hebräischen Sklaven heißt es ja ausdrücklich:746Lev. 25,49.oder sein Oheim oder der Sohn seines Oheims löse ihn ein!? –\n" ], [ "Dies deutet, daß es Pflicht sei, selbst nach R. Jehošua͑747Nach dem beim Erbbesitzfelde die Einlösung keine Pflicht ist..\n", "– Komm und höre: Es heißt dreimal löse ihn ein, um alle Einlösungen einzuschließen, daß sie in dieser Reihenfolge zu erfolgen haben. Doch wohl Häuser in einer ummauerten Stadt und den an einen Jisraéliten verkauften hebräischen Sklaven. – Nein, Häuser in Freistädten und Erbbesitzfelder. – Von Häusern in Freistädten heißt es ja ausdrücklich: zum Felde des Landes rechne man es!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Dies lehrt, daß der Nächstverwandte vorgehe748Der Verwandte heißt hebräisch ‘der Nahe’, der nächst verwandt ist..\n", "DER ANGEBOHRTE WIRD DURCH DAS ANBOHREN ANGEEIGNET. Denn es heißt:749Ex. 21,6.und der Herr bohre sein Ohr mit einem Pfriemen &c.\n", "UND EIGNET SICH SELBST AN DURCH DAS JOBELJAHR UND DURCH DEN TOD DES HERRN. Denn es heißt:749Ex. 21,6.und er diene ihm, nicht aber dem Sohne noch der Tochter;749Ex. 21,6.ewig, bis zur Ewigkeit des Jobelzyklus750Da nach Lev. 25,10ff. in diesem Jahre eine allgemeine Freilassung zu erfolgen hat..\n", "Die Rabbanan lehrten: Pfriemen, ich weiß dies vom Pfriemen, woher, daß auch Stachel, Dorn, Nadel, Bohrer und Griffel einbegriffen sind? Es heißt:751Dt. 15,17.du sollst nehmen, dies schließt alles ein, was mit der Hand genommen werden kann – so R. Jose b. R. Jehuda.\n", "Rabbi sagte: Pfriemen, wie ein Pfriemen aus Metall ist, ebenso auch alles andere, was aus Metall ist. Eine andere Auslegung: Den Pfriemen, dies deutet auf den großen Pfriemen.\n", "R. Elea͑zar sagte: Jodan Berabbi trug vor: Beim Bohren durchsteche man das Läppchen. Die Weisen sprachen: Ein hebräischer Sklave, der Priester ist, wird nicht angebohrt, weil er dadurch gebrechenbehaftet752Ein solcher ist für den Tempeldienst unzulässig.wird; wieso wird, wenn du sagst, man durchsteche das Läppchen, ein Sklave, der Priester ist, dadurch gebrechenbehaftet!? Vielmehr durchsteche man den Oberteil des Ohres. – Worm besteht ihr Streit? –\n", "Rabbi wendet hierbei [die Regel von der] Generalisierung und Spezialisierung an: nimm, generell, Pfriemen, speziell, durch sein Ohr in die Tür, wiederum generell, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung und wiederum eine Generalisierung folgt, so richte man sich nach dem Speziellen; wie das Spezielle aus Metall ist, ebenso alles andere aus Metall.\n", "R. Jose b. R. Jehuda wendet hierbei [die Regel von der] Einschließung und Ausschließung an: nimm, einschließend, Pfriemen, ausschließend, durch sein Ohr in die Tür, wiederum einschließend, und wenn auf eine Einschließung eine Ausschließung und wiederum eine Einschließung folgt, so ist alles einbegriffen.\n", "Einbegriffen ist jeder Gegenstand, und ausgeschlossen ist eine Salbe753Die zwar ebenfalls das Ohr durchbohrt, jed. durch A͑tzung u. nicht durch menschliche Kraft..\n", "Der Meister sagte: Den Pfriemen, dies deutet auf den großen Pfriemen. Wieso geht dies hieraus hervor? – Wie Raba erklärt754Cf. Hui. Fol. 91a.hat: die Hüfte, die rechte der Hüften, ebenso auch hierbei: den Pfriemen, den ausgezeichneten unter den Pfriemen.\n", "«R. Elea͑zar sagte: Jodan Berabbi trug vor: Beim Anbohren durchsteche man das Läppchen. Die Weisen sprachen: Ein hebräischer Sklave, der Priester ist, wird nicht angebohrt, weil er dadurch gebrechenbehaftet wird.» Mag er doch gebrechenbehaftet werden!? Rabba b. R. Šila erwiderte: Die Schrift sagt:755Lev. 25,41.er kehre zu seiner Familie zurück, im Zustande seiner Familie.\n", "Sie fragten: Darf der Herr einem hebräischen Sklaven, der Priester756Der nicht einmal eine Witwe heiraten darf.ist, eine kenaa͑nitische Sklavin geben? Ist hierbei, da dies757Die Erlaubnis einer kenaa͑nitischen Sklavin für einen Jisraéliten.ein Novum ist, zwischen Priestern und Jisraéliten nicht zu unterscheiden,\n", "oder aber ist es bei Priestern anders, da die Schrift ihnen mehr Gebote auferlegt hat? Rabh sagt, es sei erlaubt, und Šemuél sagt, es sei verboten.\n", "R. Naḥman sprach zu R. A͑nan: Als ihr bei Mar Šemuél wart, habt ihr euch wohl mit Spielmarken befaßt; weshalb habt ihr ihm nicht folgendes vorgehalten: Die Weisen sagten: Ein hebräischer Sklave, der Priester ist, wird nicht angebohrt, weil er dadurch gebrechenbehaftet wird.\n", "Wenn man sagen wollte, der Herr dürfe ihm keine kenaanitische Sklavin geben, so sollte dies759Daß er nicht angebohrt werde.schon aus dem Grunde erfolgen, weil es heißt: 760Ex. 21,5.ich liebe meinen Herrn, meine Frau und meine Kinder, was bei diesem nicht der Fall761Wenn dieser Grund nicht vorhanden ist, falls er keine Frau u. Kinder hat, wird er nicht angebohrt.ist!? Weiter nichts darüber.\n", "Sie fragten: Ist einem Priester eine Schöne762Sc. erbeutete Kriegsgefangene; cf. Dt. 21,10ff.erlaubt? Ist hierbei, da dies ein Novum ist, zwischen Priestern und Jisraéliten nicht zu unterscheiden, oder aber ist es bei Priestern anders, da ihnen mehr Gebote auferlegt sind. Rabh sagt, sie sei ihm erlaubt, und Šemuél sagt, sie sei ihm verboten.\n", "Hinsichtlich der ersten Beiwohnung stimmen alle überein, daß sie ihm erlaubt sei, denn die Tora hat hierbei nur den bösen Trieb763Unter Berücksichtigung des Umstandes, daß man in solchem Falle seine Leidenschaft nicht besiegt, hat die Tora es unter Beobachtung bestimmter Vorschriften erlaubt.berücksichtigt,\n", "sie streiten nur über die folgende764Wo die Leidenschaft schon geschwächt ist.Beiwohnung. Rabh sagt, sie sei ihm erlaubt, und Šemuél sagt, sie sei ihm verboten. Rabh sagt, sie sei ihm erlaubt, denn da dies einmal erlaubt worden ist, ist es auch ihm erlaubt; Šemuél sagt, sie sei ihm verboten, da sie als Proselytin gilt und die Proselytin für Priester untauglich765Sie dürfen solche nicht heiraten.ist.\n", "Manche lesen: Hinsichtlich der folgenden Beiwohnung stimmen alle überein, daß sie ihm verboten sei, denn sie gilt als Proselytin, sie streiten nur über die erste Beiwohnung. Rabh sagt, sie sei ihm erlaubt, da die Tora hierbei nur den bösen Trieb berücksichtigt hat; Šemuél sagt, sie sei ihm verboten, denn da, wo [die Worte:]766Dt. 21,12.bring sie in dein Haus, befolgt werden767Wenn er sie zur Frau behalten darf.können, gelten auch [die Worte:]768Dt. 21,11.und du unter den Gefangenen siehst, und da, wo [die Worte:] bring sie in dein Haus, nicht befolgt werden können, gelten auch nicht [die Worte:] und du unter den Gefangenen siehst.\n", "Die Rabbanan lehrten: Und du unter den Gefangenen siehst, bei der Gefangennahme769Nicht aber, wenn er sie von vornherein als Sklavin gefangen hat.; ein Weib, selbst ein Eheweib; von schöner Gestalt, die Tora hat nur den bösen Trieb berücksichtigt; lieber mögen die Jisraéliten Fleisch von geschlachteten Siechlingen essen,\n" ], [ "als Fleisch von verendeten Siechlingen. Und du begehrst, auch wenn sie nicht schön ist; nach ihr, nicht aber nach ihr und ihrer Genossin.\n", "Und nimmst sie, bei diesen gibt es ein Nehmen770Dh. die Heirat ist gültig, obgleich sie sich nicht freiwillig bekehrt hat.. Dir zur Frau, man darf nicht zwei Frauen nehmen, eine für sich und eine für seinen Vater, eine für sich und eine für seinen Sohn. Und bringst sie, dies lehrt, daß man sie nicht auf dem Kriegsplatze zwingen dürfe.\n", "Die Rabbanan lehrten:760Ex. 21,5.Wenn sagen wird sagen, nur wenn er es gesagt und wiederholt hat. Wenn er es bei Beginn der sechs [Jahre] und nicht am Schlusse derselben gesagt hat, so wird er nicht angebohrt, denn es heißt: ich will nicht frei ausgehen; nur wenn er es beim Ausgehen gesagt hat.\n", "Wenn er es am Schlusse der sechs [Jahre] und nicht bei Beginn gesagt hat, so wird er nicht angebohrt, denn es heißt: wenn der Sklave sagt, nur wenn er es als Sklave gesagt hat.\n", "Der Meister sagte: Wenn er es bei Beginn der sechs [Jahre] und nicht am Schlusse derselben gesagt hat, so wird er nicht angebohrt, denn es heißt: ich will nicht frei ausgehen. Wozu die Folgerung aus [den Worten:] ich will nicht frei ausgehen, dies geht ja hervor schon aus:771Ex. 21,5.ich liebe meinen Herrn, meine Frau und meine Kinder, was hierbei772Wo er Frau u. Kinder noch gar nicht hat.nicht der Fall ist!?\n", "Und wieso heißt es ferner, wenn er es am Schlusse der sechs [Jahre] und nicht bei Beginn derselben gesagt hat, werde er nicht angebohrt, weil es der Sklave heißt, ist er denn am Schlusse der sechs [Jahre]773Am letzten Tage; nach Ablauf dieses Tages kommt dieses Gesetz überhaupt nicht mehr zur Geltung.kein Sklave!? Raba erwiderte: Darunter ist der Beginn der letzten Peruṭa774Wenn er noch im Werte dieses Betrages bei ihm zu arbeiten hat.und das Ende der letzten Peruṭa775Da seine Arbeitsleistung nicht mehr diesen Betrag wert ist, so gilt er nicht mehr als Sklave.zu verstehen.\n", "Die Rabbanan lehrten: Wenn er Frau und Kinder hat und sein Herr nicht Frau und Kinder hat, so wird er nicht angebohrt, denn es heißt: 776Dt. 15,16.denn er liebt dich und dein Haus; wenn sein Herr Frau und Kinder hat und er nicht Frau und Kinder hat, so wird er nicht angebohrt, denn es heißt:\n", "ich liebe meinen Herrn, meine Frau und meine Kinder. Wenn er seinen Herrn liebt, sein Herr aber ihn nicht liebt, so wird er nicht angebohrt, denn es heißt: weil ihm wohl ist bei dir. Wenn sein Herr ihn liebt, er aber seinen Herrn nicht liebt, so wird er nicht angebohrt, denn es heißt: denn er liebt dich. Wenn er krank und sein Herr nicht krank ist, so wird er nicht angebohrt, denn es heißt: weil ihm wohl ist bei dir. Wenn sein Herr krank und er nicht krank ist, so wird er nicht angebohrt, denn es heißt: bei777Nach dem hebr. Sprachgebrauche: mit, gleich dir.dir.\n", "R. Bebaj b. Abajje fragte: Wie ist es, wenn beide krank sind: kommt es auf [das Wort] bei dir an, was hierbei der Fall777Nach dem hebr. Sprachgebrauche: mit, gleich dir.ist, oder aber, es heißt: weil ihm wohl ist bei dir, was hierbei nicht der Fall ist? – Dies bleibt unentschieden.\n", "Die Rabbanan lehrten: Weil ihm wohl ist bei dir, bei dir beim Essen und bei dir beim Trinken. Du darfst nicht feines Brot und er grobes Brot essen; du [darfst nicht] alten Wein und er neuen Wein trinken; du [darfst nicht] auf Polstern und er auf Stroh schlafen. Hieraus folgerten sie, wenn jemand einen hebräischen Sklaven kauft, sei es ebenso, als würde er einen Herrn über sich kaufen.\n", "Die Rabbanan lehrten:778Lev. 25,41.Dann gehe er von dir aus, er und seine Kinder mit ihm. R. Šimo͑n sagte: Werden denn, wenn er verkauft wird, auch seine Söhne und seine Töchter verkauft!? Hieraus ist zu entnehmen, daß sein Herr zur Ernährung seiner Kinder verpflichtet ist. Desgleichen heißt es:779Ex. 21,3.Wenn er eine Frau hat, so gehe seine Frau mit ihm aus. R. Šimo͑n sagte: Wird denn, wenn er verkauft wird, auch seine Frau verkauft!? Hieraus ist zu entnehmen, daß sein Herr zur Ernährung seiner Frau verpflichtet ist.\n", "Und beides ist nötig. Würde er es nur von seinen Kindern gelehrt haben, so könnte man glauben, weil sie nicht für das Essen zu arbeiten780In diesem Falle obliegt dies dem Herrn.brauchen, seine Frau aber, die für das Essen arbeiten muß, arbeite und esse dafür.\n", "Und würde er es nur von seiner Frau gelehrt haben, so könnte man glauben, weil das Umher wandern781Um nach Nahrung zu suchen.für sie unschicklich ist, nicht aber gelte dies von seinen Kindern, für die das Umherwandern nicht unschicklich782Sie können betteln gehen.ist. Daher ist beides nötig.\n", "Die Rabbanan lehrten:\n" ], [ "Würde es geheißen haben: [am] Ohre in dieTür, so könnte man glauben, er durchbohre die Tür an seinem Ohre, nur die Tür und nicht das Ohr783Man lege nur sein Ohr an die Tür, ohne es zu durchbohren.. – Wieso nicht auch das Ohr, es heißt ja:784Ex. 21,6.der Herr durchbohre sein Ohr mit einem Pfriemen!? –\n", "Vielmehr, man könnte glauben, er durchbohre das Ohr anderwärts, lege es dann an die Tür und durchbohre die Tür am Ohre, daher heißt es: durch sein Ohr in die Tür. Wie mache er es? Er bohre soweit, bis er in die Tür dringt.\n", "Aus [dem Worte] Tür könnte man entnehmen, einerlei ob sie abgehängt ist oder nicht, daher heißt es784Ex. 21,6.Pfosten, wie der Pfosten stehend ist, ebenso auch die Tür, wenn sie stehend ist785In den Türrahmen eingehängt..\n", "R. Joḥanan b. Zakkaj legte diesen Schriftvers wie eine Perle786Vgl. S. 60 Anm. 36.aus: Womit ist das Ohr anders als alle anderen Glieder des Körpers? Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: das Ohr hat am Berge Sinaj meine Stimme gehört, als ich sagte:787Lev. 25,55.denn mir sollen die Kinder Jisraél Sklaven sein, nicht aber Sklaven von Sklaven; daher soll [das Ohr dessen] durchbohrt werden, der hinging und einen Herrn über sich kaufte.\n", "Auch R. Šimo͑n b. Rabbi legte diesen Schriftvers wie eine Perle aus: Womit sind Tür und Pfosten anders als alle anderen Gegenstände im Hause? Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Tür und Pfosten waren in Miçrajim788Bei der Auslösung der Jisraéliten aus der Sklaverei; cf. Ex. 12,22ff.Zeugen, wie ich die Oberschwelle und beide Pfosten übersprang, und ich sagte: denn mir sollen die Kinder Jisraél Sklaven sein, nicht aber Sklaven von Sklaven; ich führte sie aus der Sklaverei zur Freiheit, dieser aber ging hin und kaufte einen Herrn über sich, daher soll er vor ihnen angebohrt werden.\n", "iii DER KENAA͑NITISCHE SKLAVE WIRD ANGEEIGNET DURCH GELD, URKUNDE UND BESITZNAHME, UND EIGNET SICH SELBST AN DURCH GELD, DAS ANDERE789Wenn er selbst Geld hat, so gehört es seinem Herrn.[ZAHLEN], UND DURCH URKUNDE, DIE ER SELBER [EMPFÄNGT] – SO R. MEÍR; DIE WEISEN SAGEN, DURCH GELD, DAS ER SELBER [ZAHLT], UND DURCH URKUNDE, DIE ANDERE [EMPFANGEN], NUR MUSS ES DAS GELD ANDERER789Wenn er selbst Geld hat, so gehört es seinem Herrn.SEIN.\n", "GEMARA. Woher dies? – Es heißt:790Lev. 25,46.ihr sollt sie euren Söhnen nach euch vererben zum Erbbesitze; die Schrift hat sie mit dem Erbbesitzfelde verglichen: wie das Erbbesitzfeld durch Geld, Urkunde und Besitznahme angeeignet wird, ebenso wird auch der kenaa͑nitische Sklave durch Geld, Urkunde und Besitznahme angeeignet.\n", "[Man könnte folgern:] wie das Erbbesitzfeld im Jobeljahre zum Eigentümer zurückkehrt, ebenso kehre auch der kenaa͑nitische Sklave im Jobeljahre zum Eigentümer zurück, so heißt es:790Lev. 25,46.ewig behaltet sie als Knechte.\n", "Es wird gelehrt: Auch791Werden kenaa͑ni4tische Sklaven angeeignet.durch Tausch. Unser Autor aber lehrt nur das, was bei Mobilien keine Geltung hat, was aber auch bei Mobilien Geltung hat, lehrt er nicht792Da Sklaven rechtlich als Immobilien gelten..\n", "Šemuél sagte: Ein kenaa͑nitischer Sklave wird durch das Ansichziehen erworben, und zwar: wenn [der Herr] ihn ruft und er herankommt, so erwirbt er ihn nicht, wenn er ihn anfaßt und er herankommt, so erwirbt er ihn793Nur letzteres gilt als Ansichziehen, nicht aber ersteres, da er aus eigenem Antriebe herangekommen ist.. –\n", "Allerdings lehrt unser Autor nicht das, was auch bei Mobilien Geltung hat, sondern nur das, was bei Mobilien keine Geltung hat, der Autor der Barajtha aber sollte doch794Nach der Lehre Š.s.auch das Ansichziehen lehren!? – Er lehrt nur das, was sowohl bei Immobilien als auch bei Mobilien Geltung hat, das Ansichziehen aber hat nur bei Mobilien Geltung, nicht aber bei Immobilien; daher lehrt er es nicht.\n", "«Und zwar: wenn [der Herr] ihn anfaßt und er herankommt, so erwirbt er ihn, wenn er ihn ruft und er herankommt, so erwirbt er ihn nicht.» Etwa nicht in dem Falle, wenn er ihn ruft, es wird ja gelehrt: Durch Übergabe795Wird das Vieh erworben.: wenn er es am Fuße, am Haare, am Sattel, den es auf hat, am Futtersacke, den es auf hat, an der Kandare, die es im Maule hat, oder an der Schelle, die es am Halse hat, anfaßt, so erwirbt er es.\n", "Durch das Ansichziehen: wenn er es ruft und es herankommt, oder wenn er es mit einem Stocke antreibt und es vor ihm läuft, so erwirbt er es, sobald es einen Vorder- und einen Hinterfuß in Bewegung gesetzt hat. R. Asi, manche sagen, R. Aḥa, sagt, wenn es die Strecke in seiner Größe vor ihm gegangen ist. –\n", "Ich will dir sagen, ein Vieh geht796Wenn man es ruft.nach dem Willen des Herrn797Da es keinen Verstand hat; das Heranrufen gilt daher als Ansichziehen., ein Sklave aber geht nach seinem eigenen Willen. R. Aši sagte: Ein minderjähriger Sklave gleicht einem Vieh798In dieser Hinsicht, da er keinen Verstand hat..\n", "Die Rabbanan lehrten: Durch Besitznahme auf folgende Weise: wenn er ihm den Schuh löst, seine Sachen nach dem Badehaus trägt, ihn auszieht, wäscht, schmiert, frottiert, anzieht und anschuht, oder wenn er ihn hochhebt, so hat er ihn geeignet. R.Šimo͑n sagte: Die Besitznahme ist nicht wirksamer als das Hochheben, denn durch das Hochheben erwirbt man immer799Auch Mobilien.. – Wie meint er es?\n", "R. Aši erwiderte: Wenn er den Herrn hochhebt, hat er ihn geeignet, wenn der Herr ihn hochhebt, hat er ihn nicht geeignet; hierzu sagte R. Šimo͑n, die Besitznahme sei nicht wirksamer als das Hochheben, denn durch das Hochheben erwerbe man immer800Er hat ihn erworben, auch wenn der Herr ihn hochgehoben hat.. –\n", "Sollte doch, da du nun sagst, wenn er den Herrn hochhebt, habe er ihn geeignet, eine kenaa͑nitische Sklavin durch den Beischlaf an geeignet801Da sie ihn dabei auf ihrem Körper trägt.werden!? – Wir sagen dies nur von dem Falle, wenn der eine die Annehmlichkeit und der andere die Qual802Wenn es sich um ein wirkliches Hochheben od. Tragen handelt, wobei der eine den Nutzen u. der andere die Arbeit hat.at, hierbei aber haben ja beide einen Genuß. –\n", "Wie ist es aber hinsichtlich des Falles zu erklären, wenn der Beischlaf auf widernatürliche Weise erfolgt!? R. Aḥaj aus Aḥa erwiderte: Wer sagt uns, daß auch dann nicht beide einen Genuß haben!? Ferner heißt es ja:803Lev. 18,22.wie man ein Weib beschläft, womit die Schrift den widernatürlichen Beischlaf mit dem natürlichen vergleicht804Vgl. S. 93 Anm. 82..\n", "R. Jehuda der Inder war ein Proselyt, der keine Erben hatte, und als er erkrankte und Mar Zuṭra ihn besuchte, merkte dieser, daß es mit ihm sehr schlecht stand. Da sprach er zu seinem Sklaven: Zieh mir die Schuhe ab805Durch diese Tätigkeit sollte der Sklave sofort nach dem Tode seines Herrn in seinen Besitz übergehen.und bringe sie mir nach Hause. Manche sagen, es war ein erwachsener,\n" ], [ "und der eine schied zum Tode und der andere schied806Beim Hinscheiden des einen war er bereits im Dienste des anderen, sodaß er keinen Augenblick herrenlos war, um seine eigene Person erwerben zu können.zum Leben;\n", "und manche sagen, es war ein minderjähriger, [und er tat es] gegen die Ansicht des Abba Šaúl807Nach diesem erwirbt ein minderjähriger Sklave in einem solchen Falle seine Person nicht, da ein Minderjähriger nichts erwerben kann, somit konnte er ihn auch später in Besitz genommen haben.. Es wird nämlich gelehrt: Wenn ein Proselyt808Da er keine Erben hat, so ist sein hinterlassenes Vermögen Freigut.gestorben ist und Jisraéliten sein Vermögen geplündert haben, und darunter Sklaven sich befinden, einerlei ob erwachsene oder minderjährige, so haben sie ihre Person809Sie werden frei, da sie im Augenblicke ihrer Herrenlosigkeit ihre eigene Person erwerben.erworben. Abba Šaúl sagt, erwachsene haben ihre Person erworben, minderjährige aber erwirbt jeder, der sie in Besitz nimmt.\n", "UND EIGNET SICH SELBST DURCH GELD &C. Durch Geld, das andere [zahlen], nicht aber, das er selber [zahlt]; in welchem Falle: wollte man sagen, ohne sein810Wenn der Sklave nicht weiß, daß andere für ihn das Lösegeld gezahlt haben.Wissen, so wissen wir ja von R. Meír, daß er der Ansicht ist, es sei eine Benachteiligung für den Sklaven, wenn er aus dem Besitze seines Herrn in Freiheit811Als Sklave eines Priesters darf er gleich diesem Hebe essen; cf. Git. Fol. 12b.gelangt, und wir haben gelernt, man könne jemand in seiner Abwesenheit bevorteilen, benachteiligen aber nur in seiner Gegenwart;\n", "doch wohl mit seinem Wissen, und er lehrt, nur durch andere, nicht aber durch ihn selbst; demnach kann ein Sklave ohne seinen Herrn812Dh. selbständig; was er erwirbt, geht sofort in den Besitz seines Herrn über.nichts erwerben.\n", "Wie ist nun der Schlußsatz zu erklären: durch Urkunde, die er selber [empfängt]; nur die er selber empfängt, nicht aber andere; wenn mit seinem Wissen, weshalb nicht durch andere!?\n", "Wolltest du erwidern, ‘die er selber empfängt’ heiße: auch wenn er selber sie empfängt, und er lehre uns damit, daß Urkunde und Besitzrecht gleichzeitig in Kraft813Sodaß sie nicht im Besitze des Herrn verbleibt.treten, so wird ja anders gelehrt!? Es wird nämlich gelehrt: Durch Urkunde, die er selber empfängt, nicht aber andere – so R. Meír.\n", "Abajje erwiderte: Tatsächlich ohne sein Wissen, nur ist es beim Gelde anders; da er ihn gegen seinen Willen sich aneignen kann, so kann er ihm auch gegen seinen Willen auch zueignen. –\n", "Demnach sollte dies auch von der Urkunde gelten!? – Diese Urkunde ist eine andere und jene Urkunde ist eine andere814Der Inhalt der einen lautet auf Aneignung u. der der anderen auf Freilassung.. –\n", " Auch beim Gelde ist ja das eine anders als das andere815Das eine wird als Kaufpreis u. das andere als Lösegeld gezahlt.!? – Immerhin ist es eine gleiche816Die Münzen unterscheiden sich von einander nicht.Münze.\n", " Raba erwiderte: Beim Gelde hat die Empfangsnahme seines Herrn es817Die Freilassung; der Herr ist Empfänger u. er ist dazu befugt, obgleich es zum Nachteile des Sklaven erfolgt.veranlaßt, bei der Urkunde hat die Empfangsnahme anderer es veranlaßt818Und da dies zum Nachteile des Sklaven erfolgt, so sind sie dazu nicht befugt..\n", "DIE WEISEN SAGEN, DURCH GELD, DAS ER SELBER [ZAHLT]. Durch Geld, das er selber [zahlt], nicht aber, das andere [zahlen]; weshalb denn, zugegeben, daß es ohne sein Wissen erfolgt, aber wir wissen ja von den Rabbanan, daß sie der Ansicht sind, es sei eine Bevorteilung für den Sklaven, wenn er aus dem Besitze seines Herrn in Freiheit gelangt, und wir haben gelernt, man könne jemand in seiner Abwesenheit bevorteilen, benachteiligen aber nur in seiner Gegenwart!?\n", "Wolltest du erwidern, ‘das er selbst [zahlt]’ heiße: auch wenn er es selbst zahlt, und er lehre uns damit, daß der Sklave ohne seinen Herrn aneignen könne, wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: durch Urkunde, die andere [empfangen], weshalb nicht durch ihn selbst, es gilt ja als Norm, daß Urkunde und Besitzrecht gleichzeitig in Kraft treten!?\n", "Wolltest du erwidern, ‘die andere [empfangen]’ heiße: auch wenn andere sie empfangen, und er lehre uns damit, daß es eine Bevorteilung für den Sklaven sei, aus dem Besitze seines Herrn in Freiheit zu gelangen, so sollte er es doch summarisch lehren: durch Geld und durch Urkunde, sowohl durch andere als auch durch ihn selbst!? –\n", "Vielmehr, durch Geld, sowohl durch andere als auch durch ihn selbst, durch Urkunde, nur wenn andere sie [empfangen], nicht aber, wenn er selbst. Dies nach R. Šimo͑n b. Elea͑zar, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, durch Urkunde, nur wenn andere sie [empfangen], nicht aber wenn er selbst. Hierüber bestehen drei verschiedene819Nach RM. wenn durch Geld, nur durch andere, wenn durch Urkunde, nur durch ihn selbst; nach RS. bei beiden nur durch andere; nach den Rabbanan bei beiden sowohl durch andere als auch durch ihn selbst.Ansichten.\n", "Rabba sagte: Folgendes ist der Grund des R. Šimo͑n b. Elea͑zar: er folgert es durch [das Wort] ihr820Vgl. S. 304 Anm. 247.von der Ehefrau; wie bei der Ehefrau der Scheidebrief aus seinem Gebiete821Er muß ihr den Scheidebrief in die Hand geben od. in das ihr gehörige Gebiet legen.kommen muß, ebenso muß auch beim Sklaven die Urkunde aus seinem Gebiete kommen822Und dies erfolgt nur dann, wenn andere sie in Empfang nehmen..\n", "Rabba fragte:\n" ], [ "Kann nach R. Šimo͑n b. Elea͑zar ein kenaa͑nitischer Sklave einen Vertreter bestellen, für ihn seine Urkunde aus der Hand seines Herrn zu empfangen? Gleicht er, da er dies823Die Empfangsnahme der Urkunde für einen Sklaven.von der Frau folgert, der Frau,\n", "oder aber kann nur die Frau, die selber ihren Scheidebrief empfangen kann, einen Vertreter bestellen, ein Sklave aber, der selber seine Urkunde nicht empfangen kann, kann auch keinen Vertreter bestellen. Nachdem er es gefragt hatte, entschied er es auch: es ist durch [das Wort] ihr von der Ehefrau zu folgern, daß er dieser gleiche. –\n", "Wieso sagte demnach R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, die Priester seien824Bei der Darbringung der Opfer.Vertreter des Allbarmherzigen, denn wenn man sagen wollte, sie seien unsere Vertreter, [wäre einzuwenden:] ist denn der Fall möglich, daß sie das, was wir selber nicht tun826Ein Gemeiner ist für den Opferdienst unzulässig.können, [für uns] tun können;\n", "dies ist ja beim Sklaven der Fall: er selbst kann seine Urkunde nicht empfangen, wohl aber hierfür einen Vertreter bestellen!? –\n", "Dies ist aber nichts; Jisraéliten sind beim Opferdienste ganz ausgeschlossen, während Sklaven bei [der Empfangsnahme von] Urkunden nicht ausgeschlossen sind, denn es wird gelehrt: Es ist einleuchtend, daß ein Sklave für einen anderen einen Freilassungsbrief aus der Hand des Herrn des anderen in Empfang nehmen kann, nicht aber aus der Hand seines eigenen Herrn827Wenn beide demselben Herrn gehören; er kann also von einem anderen Herrn einen Freilassungsbrief in Vertretung in Empfang nehmen, da dabei der Freilassungsbrief aus dem Besitze dieses Herrn kommt..\n", "NUR MUSS ES DAS GELD ANDERER SEIN. Es wäre anzunehmen, daß ihr Streit in folgendem besteht: R. Meír ist der Ansicht, der Sklave habe kein Besitzrecht ohne seinen Herrn, und die Frau kein Besitzrecht ohne ihren Mann, und die Rabbanan sind der Ansicht, der Sklave habe Besitzrecht ohne seinen Herrn und die Frau habe Besitzrecht ohne ihren Mann.\n", "Rabba erwiderte im Namen R. Šešeths: Alle sind der Ansicht, der Sklave habe kein Besitzrecht ohne seinen Herrn, und die Frau habe kein Besitzrecht ohne ihren Mann, und hier wird von dem Falle gesprochen, wenn jemand ihm eine Mine zugeeignet und zu ihm gesagt hat: mit der Bedingung, daß der Herr keine Befugnis darüber habe.\n", "R. Meír ist der Ansicht, sobald er zu ihm ‘erwirb’ gesagt hat, habe der Sklave und somit der Herr es erworben, und wenn er zu ihm ‘mit der Bedingung’ sagt, sei dies828Da der Herr es bereits erworben hat.nichts, und die Rabbanan sind der Ansicht, da er ‘mit der Bedingung’ gesagt hat, sei die Bedingung von Wirkung.\n", "R. Elea͑zar aber sagte: Hinsichtlich eines solchen Falles stimmen alle überein, daß der Sklave und somit der Herr es erworben habe, und hier wird von dem Falle gesprochen, wenn jemand ihm eine Mine zugeeignet und zu ihm gesagt hat: mit der Bedingung, daß du damit in Freiheit gelangst.\n", "R. Meír ist der Ansicht, sobald er zu ihm ‘erwirb’ gesagt hat, habe es der Sklave und somit der Herr erworben, und wenn er ‘mit der Bedingung’ sagt, sei dies nichts, und die Rabbanan sind der Ansicht, er habe sie auch ihm nicht zugeeignet, denn er sagte zu ihm: mit der Bedingung, daß du damit in Freiheit gelangst829Sie kam gar nicht in den Besitz des Sklaven.. –\n", "Ich will auf einen Widerspruch hinweisen, in dem R. Meír sich befindet, und auf einen Widerspruch, in dem die Rabbanan sich befinden. Es wird gelehrt:\n" ], [ "Eine Frau kann den zweiten Zehnten830Cf. Dt. 14,22ff.ohne das Fünftel831Das man bei der Auslösung des eigenen Ertrages zum Auslösungsbetrage hinzuzufügen hat.nicht auslösen; R. Šimo͑n b, Elea͑zar sagt im Namen R. Meírs, eine Frau könne den zweiten Zehnten ohne das Fünftel auslösen. In welchem Falle: wenn den Zehnten des Ehemannes mit dem Gelde des Ehemannes, so handelt sie ja in Vertretung832Sie hat dann selbstverständlich das Fünftel hinzuzufügen.des Ehemannes,\n", "und wenn seinen Zehnten mit ihrem Gelde, so spricht ja der Allbarmherzige von einem Manne und nicht833Die Frau kann den Zehnten ihres Mannes nicht auslösen, da sie als Fremder gilt.von einer Frau.\n", "Wahrscheinlich in einem solchen Falle, wenn jemand ihr eine Mine zugeeignet und zu ihr gesagt hat: mit der Bedingung, daß du damit den Zehnten auslösest; somit sind sie hierbei entgegengesetzter834Nach den Rabbanan geht das Geld in den Besitz des Ehemannes über, somit muß sie das Fünftel hinzufügen, nicht aber nach RM.Ansicht!?\n", "Abajje erwiderte: Man wende es835Die Namen in dieser Lehre, sodaß ihre Ansichten in beiden Lehren übereinstimmen.um. Raba erwiderte: Tatsächlich wende man es nicht um, denn hier wird vom Zehnten gesprochen, den sie von den Schwiegereltern836Des Ehemannes, den sie von ihren Eltern geerbt hat; die ererbten Grundstücke sind ihr Eigentum, während die Früchte dem Ehemanne gehören.erhalten hat. R. Meír vertritt hierbei seine Ansicht, daß nämlich der Zehnt Eigentum Gottes sei, somit erwirbt ihn der Ehemann nicht,\n", "und die Rabbanan vertreten hierbei ihre Ansicht, daß er Privateigentum sei, somit erwirbt ihn der Ehemann und sie handelt hierbei in seiner Vertretung.\n", "Es wird gelehrt: Er geht wegen Zahn und Auge837Die der Herr ihm ausschlägt.oder anderer nicht zurückkehrender vorragender Glieder838Wörtl. Gliederspitzen, dh. Glieder, die am Körper hervorragen u. äußerlich zu sehen sind; cf. infra Fol. 25a.frei aus. Einleuchtend ist dies von Zahn und Auge, da sie in der Schrift genannt sind, woher dies aber von den vorragenden Gliedern? – Gleich Zahn und Auge: wie [das Fehlen von] Zahn und Auge ein sichtbares Gebrechen ist, und sie nicht zurückkehren, ebenso jedes andere sichtbare Gebrechen, wobei [das Glied] nicht zurückkehrt. –\n", "Sollten doch Zahn und Auge als zwei Schriftverse839Da die Schrift es gerade von 2 Dingen lehrt, so ist es ebenso, als würde sie das Gesetz 2mal lehren.gelten, die dasselbe lehren, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts840Da die Schrift es wiederholt, so gilt dies nur von diesen.zu folgern!? – Beide sind nötig. Würde der Allbarmherzige nur Zahn geschrieben haben, so könnte man glauben,\n" ], [ "selbst einen Milchzahn841Der später nachwächst., daher schrieb er auch Auge. Und würde der Allbarmherzig« nur Auge geschrieben haben, so könnte man glauben, wie das Auge mit ihm erschaffen worden ist, ebenso alles andere, was mit ihm erschaffen worden ist, nicht aber ein Zahn. Daher ist beides nötig. –\n", "Vielleicht aber [ist wie folgt auszulegen:]842Ex. 21,26.wenn jemand ausschlägt, generell, einen Zahn oder ein Auge, speziell, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung folgt, so enthält die Generalisierung nur das speziell Genannte: nur Zahn und Auge, anderes aber nicht!? –\n", "[Die Worte] zur Freiheit entlasse er ihn, sind eine abermalige Generalisierung, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung und wiederum eine Generalisierung folgt, so richte man sich nach dem Speziellen: wie das Spezielle ein sichtbares Gebrechen ist und [das Glied] nicht zurückkehrt, ebenso jedes andere sichtbare Gebrechen, wobei [das Glied] nicht zurückkehrt. –\n", "Sollte doch, wie das Spezielle ein sichtbares Gebrechen ist, ihn von der Arbeit zurückhält, wobei [das Glied] nicht wiederkehrt, dies nur von Gebrechen gelten, die sichtbar sind, ihn von der Arbeit zurückhalten und [das Glied] nicht zurückkehrt, während gelehrt wird, wenn er den Sklaven am Barte gezerrt und einen Knochen gelockert843Sodaß er abstirbt u. ausfällt; dadurch wird seine Arbeitsleistung nicht beeinträchtigt.hat, gehe er dieserhalb frei aus!? – [Die Worte] zur Freiheit entlasse er ihn sind einschließend. –\n", "Wenn sie einschließend sind, so sollte es auch von dem Falle gelten, wenn er ihm auf die Hand geschlagen hat und sie verdorrt ist, später aber heilt, während gelehrt wird, wenn er [seinen Sklaven] auf die Hand geschlagen hat und sie verdorrt ist, später aber heilt, gehe er dieserhalb nicht frei aus!? – Welche Bedeutung hätten demnach844Wenn nichts ausgeschlossen wäre.[die Worte] Zahn und Auge.\n", "Die Rabbanan lehrten: Wegen all dieser845Der weiter Fol. 25a aufgezählten Glieder, die der Herr ihm verletzt.geht ein Sklave frei aus und benötigt eines Freilassungsbriefes – so R. Šimo͑n. R. Meír sagt, er benötige dessen nicht; R. Elie͑zer846Die Parallelstelle Git Fol. 42b hat Elea͑zar [b. Šamua͑], wohl richtiger.sagt, er benötige dessen; R. Tryphon sagt, er benötige dessen nicht; R. A͑qiba sagt, er benötige dessen.\n", "Die vor den Weisen Entscheidenden sagten: Die Worte R. Tryphons sind einleuchtend hinsichtlich eines Zahnes und eines Auges, da die Tora es ihm zugesprochen847Daß er dadurch frei werde; diese werden in der Schrift ausdrücklich genannt.hat, und die Worte R. A͑qibas hinsichtlich anderer Organe, weil es848Die Freilassung wegen anderer, in der Schrift nicht genannter Glieder.eine von den Weisen angeordnete Buße ist. – Wieso eine Buße, dies wird ja aus den Schriftversen deduziert!? – Vielmehr, weil es eine Auslegung der Weisen ist. –\n", "Was ist der Grund R. Šimo͑ns? – Er folgert aus [dem Worte] entlassen, das auch bei der Ehefrau gebraucht849Cf. Dt. 24,1.wird; wie die Ehefrau durch Urkunde, ebenso der Sklave durch Urkunde. – Und R. Meír!? – Wenn es zur Freiheit nachher hieße, so würdest du recht haben, es heißt aber: zur Freiheit entlasse er ihn, demnach ist er schon vorher frei850Vor der Entlassung; das W. ‘entlasse’ deutet darauf, daß dies auch von anderen Gliedern gilt..\n", "Die Rabbanan lehrten: Wenn er seinen Sklaven auf das Auge geschlagen und es blind, auf das Ohr und es taub gemacht hat, so geht er dieserhalb frei aus; wenn aber gegen das Auge und er nicht sehen, gegen das Ohr und er nicht hören851Wenn er diese Organe gar nicht berührt u. die Schädigung nur durch den Luftdruck entstanden ist.kann, so geht er dieserhalb nicht frei aus. R. Šamen sprach zu R. Aši: Demnach ist der Schall852Die Schädigung durch den Luftdruck infolge eines Geräusches.nichts,\n", "und [dem widersprechend] lehrte Rami b. Jeḥezqel, wenn ein Hahn den Kopf in ein Glasgefäß gesteckt, hineingekräht hat und es dadurch zerbrochen ist, sei der ganze Schaden853Als Ggs. zu der direkten, böswilligen Schädigung eines Tieres, wofür der Eigentümer nur die Hälfte zu ersetzen hat; ausführl. Bq. Fol. 2a.zu ersetzen. Ferner sagte R. Joseph, in der Schule Rabhs sei gelehrt worden, wenn ein Pferd durch das Wiehern oder ein Esel durch das Schreien Gefäße im Hause zerbrochen hat, sei die Hälfte des Schadens854Nach einer anderen Ansicht; cf. ib. Fol. 18b.zu ersetzen!?\n", "Dieser erwiderte: Anders verhält es sich bei einem Menschen; da er vernünftig ist, so hat er selber das Erschrecken855Die Schädigung ist durch seine Nervosität entstanden, die seine eigene Schuld ist.verschuldet. So wird auch gelehrt: Wenn jemand seinen Nächsten erschreckt856Und ihn dadurch an seiner Gesundheit schädigt., so ist er dem menschlichen Gerichte gegenüber frei und dem himmlischen Gerichte gegenüber schuldig; und zwar: wenn er ihm ins Ohr hineingeblasen und ihn taub gemacht hat, so ist er frei, wenn er ihn angefaßt, ins Ohr hineingeblasen und ihn taub gemacht hat, so ist er schuldig.\n", "Die Rabbanan lehrten: Wenn er seinem Sklaven aufs Auge geschlagen und es geschwächt, auf den Zahn und ihn gelockert hat, so geht er, wenn er sich zur Zeit deren bedienen kann, dieserhalb nicht frei aus, wenn aber nicht, so geht er frei aus. Ein Anderes lehrt: Wenn das Auge des Sklaven geschwächt war und er es geblendet hat, wenn sein Zahn locker war und er ihn ausgeschlagen hat, so geht er, wenn er sich vorher deren bedienen konnte, dieserhalb frei aus, wenn aber nicht, so geht er dieserhalb nicht frei aus.\n", "Und [beide Lehren] sind nötig. Würde er nur die erste gelehrt haben, so könnte man glauben, weil vorher das Gesicht gut war, nachher aber geschwächt ist, nicht aber in jenem Falle, wenn es schon vorher geschwächt857Er geht wegen eines solchen nicht frei aus, obgleich er es ihm vollends geblendet hat.war.\n", "Und würde er nur die andere gelehrt haben, so könnte man glauben, weil er ihn vollständig blind gemacht hat, nicht aber im anderen Falle, wo er ihn nicht vollständig blind gemacht hat. Daher sind beide nötig.\n", "Die Rabbanan lehrten: Wenn sein Dienstherr Arzt ist und [der Sklave] ihn bittet, ihm das Auge zu schminken, und dieser es blind macht, ihm einen Zahn zu bohren, und dieser ihn ihm ausbricht, so lacht er seinen Herrn aus und geht frei aus. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt:858Ex. 21,26.und er es zerstört, nur wenn er es zu zerstören beabsichtigt hat. –\n", "Wofür verwenden die Rabbanan [das Wort] zerstört? – Sie verwenden es für folgende Lehre: R. Elie͑zer sagte: Wenn er seine Hand in den Leib seiner Magd gesteckt und die Geburt in ihrem Leibe blind gemacht hat, so ist er frei, denn die Schrift sagt: und es zerstört, nur wenn er es zu zerstören beabsichtigt hat. –\n", "Und jener!? – Dies geht hervor aus: und es859Wenn er sich damit befaßt, während er im Falle RE.s sich mit der Geburt überhaupt nicht befassen wollte.zerstört. – Und der andere!? – Er legt [das Wort] es zerstört nicht aus.\n", "R. Šešeth sagte: Wenn das Auge seines Sklaven blind war und er es ausgestochen hat, so geht er frei aus, denn ihm fehlt nun das Glied.\n", "Folgender Autor lehrt dasselbe: Es gibt Gebrechenlosigkeit und Männlichkeit860Vom Vieh sind in manchen Fällen nur Männchen u. in manchen nur Weibchen als Opfer verwendbar; beide müssen gebrechenlos sein.beim Vieh, nicht aber gibt es Gebrechenlosigkeit und Männlichkeit beim Geflügel.\n", "Man könnte glauben, auch wenn ein Flügel verdorrt, ein Fuß abgehauen oder ein Auge ausgestochen ist, so heißt es:861Lev. 1,14.vom Geflügel, nicht aber jedes Geflügel.\n", "R. Ḥija b. Aši sagte im Namen Rabhs:\n" ], [ "Wenn der Sklave einen Überfinger hatte und er ihn ihm abgeschnitten hat, so geht er dieserhalb frei aus. R. Ḥisda sagte: Nur dann, wenn er an der Handfläche mitgezählt wurde862In einer Reihe mit den übrigen Fingern..\n", "Die Alten von Nezonja kamen nicht zum Vortrage R. Ḥisdas; da sprach er zu R. Hamnuna: Geh und laß sie verborgen863Dh. mit Stubenarrest belegen.bleiben. Da ging er hin und sprach zu ihnen: Weshalb sind die Rabbanan nicht zum Vortrage gekommen? Diese erwiderten: Wozu sollten wir hingehen, wenn wir ihn etwas fragen, entscheidet er es uns nicht. Jener sprach: Habt ihr etwa mich etwas gefragt und ich es euch nicht entschieden?\n", "Da fragten sie ihn: Wie ist es, wenn der Herr seinem Sklaven die Hoden kastriert hat: gilt dies als sichtbares Gebrechen864Sie ragen zwar hervor, jed. sind sie nicht sichtbaroder nicht? Er wußte es nicht. Da sprachen sie zu ihm: Wie heißt du? – Hamnuna. Sie erwiderten: Nicht Hamnuna, sondern Qarnuna865קִרנונא ist wohl von קִרן, Ecke, Winkel, abzuleiten: Eckensteher, Müßiggänger (vgl. jed. Bd. I S. 123 Anm. 66); nach den Tosaphoth handelt es sich lediglich um ein Wortspiel; המנונא (gl. חמנונא) heißt Warmfisch, קרנונא Kaltfisch..\n", "Als er hierauf zu R. Ḥisda kam, sprach dieser zu ihm: Sie fragten dich eine Mišna866Dh. eine Sache, über die eine Mišna Aufschluß gibt., denn wir haben gelernt: Vierundzwanzig Gliederspitzen am Menschen sind durch eine Fleischwunde867Eine Art rituell unreine Wunde (cf. Lev. 13,10); aus dem Wortlaute von Lev. 13,12 wird gefolgert, daß diese Aussatzwunde nur dann unrein ist, wenn die ganze Wunde gleichzeitig zu sehen ist, was aber bei den hier aufgezählten Gliederspitzen nicht möglich ist.nicht verunreinigungsfähig,\n", "und zwar: die Fingerspitzen der Hände und der Füße, die Ohrenspitzen, die Nasenspitze, die Spitze des Gliedes und die Brustwarzen der Frau; R. Jehuda sagt, auch die des Mannes. Hierzu wird gelehrt: Wegen all dieser geht ein Sklave frei868Wenn sein Herr sie ihm abschneidet; es sind sichtbare Gebrechen, auch wächst der Körperteil nicht nach.aus; Rabbi sagt, auch wegen der Kastration; Ben A͑zaj sagt, auch wegen der Zunge869Beim Sprechen ist auch diese sichtbar..\n", "(Der Meister sagte:) Rabbi sagt, auch wegen der Kastration. Welche Kastration, wollte man sagen, die Kastration des Gliedes, so ist dies ja dasselbe, was [Spitze des] Gliedes; doch wohl die Kastration der Hoden.\n", "«Rabbi sagt, auch wegen der Kastration.» Gilt dies denn nach Rabbi nicht von der Zunge, ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn bei der Besprengung870Des rit. Unreinen (cf. Lev. 14,7); es müssen sichtbare Körperteile besprengt werden.der Spritzer auf seinen Mund gekommen ist, so ist die Besprengung, wie Rabbi sagt, gültig, und wie die Weisen sagen, ungültig.\n", "Wahrscheinlich doch auf seine Zunge871Demnach gilt sie nach ihm als sichtbarer Körperteil.!? – Nein, auf seine Lippen. Von den Lippen ist es ja selbstverständlich!? – Man könnte glauben, es kommt ja vor, daß er die Lippen schließt872Sodaß sie nicht sichtbar sind., so lehrt er uns. –\n", "Es wird ja aber gelehrt: auf seine Zunge!? Ferner wird gelehrt: wenn der größere Teil der Zunge873Dies gilt bei einem Tiere als Gebrechen u. es ist zur Opferung untauglich.fehlt; Rabbi sagt, der größere sprechende Teil874Der vordere lose Teil; die Zunge gilt somit als sichtbares Glied.der Zunge!? –\n", "Vielmehr: Rabbi sagt, wegen der Kastration, und um so mehr wegen der Zunge; Ben A͑zaj sagt, wegen der Zunge, nicht aber wegen der Kastration. – Wieso [sagt er:] auch!? – Dies bezieht sich auf das Vorangehende875Die vom 1. Autor genannten 24 Gliederspitzen.. – Demnach876Wenn seine Hinzufügung sich auf die Aufzählung des 1. Autors bezieht.sollte er doch die Ansicht Ben A͑zajs zuerst lehren!? –\n", "Der Autor hörte zuerst die Ansicht Rabbis und legte sie fest, nachher die des Ben A͑zaj und fügte sie hinzu, ohne aber am [Wortlaute] der Lehre zu rütteln.\n", "U͑la sagte: Alle stimmen überein, daß hinsichtlich der Unreinheit durch ein Kriechtier877Cf. Lev. 11,29ff.die Zunge als sichtbar878Wenn ihm ein Kriechtier die Zunge berührt hat, so ist er unrein; eine Verunreinigung erfolgt nur bei sichtbaren Körperteilen u. nicht bei verborgenen.gilt, denn der Allbarmherzige sagt:879Lev. 15,11.den er berührt, und auch diese ist berührbar,\n", "und daß sie hinsichtlich des Untertauchens880Beim rituellen Untertauchen müssen alle sichtbaren Körperteile vom Wasser berührt werden, zu welchen die Zunge nicht gehört.als verborgen gilt, denn der Allbarmherzige sagt:881Lev. 15,13.er wasche seinen Leib in Wasser, wie sein Leib äußerlich ist, ebenso auch alles, was äußerlich ist;\n", "sie streiten nur über die Besprengung. Rabbi vergleicht sie mit der Verunreinigung und die Rabbanan vergleichen sie mit dem Untertauchen.\n", "Sie streiten beide über folgenden Schriftvers:882Num. 19,19.der Reine sprenge auf den Unreinen &c. Rabbi erklärt: der Reine sprenge auf den Unreinen am dritten Tage und am siebenten Tage und reinige ihn;\n", "die Rabbanan aber erklären: und reinige ihn am siebenten Tage, und er wasche seine Kleider und bade sich im Wasser883Nach der 1. Auslegung ist das W. ‘reinige’ mit dem vorangehenden W. ‘Unreinen’ zu verbinden, wonach die Reinigung (dh. die Besprengung) mit der Verunreinigung zu vergleichen ist, u. nach der anderen Ansicht ist es mit dem folgenden W. ‘bade’ zu verbinden, wonach sie mit dem Untertauchen zu vergleichen ist.. –\n", "Sollten auch die Rabbanan sie mit der Unreinheit vergleichen!? – Die Reinigung ist mit der Reinigung884Die Besprengung mit dem Untertauchen.zu vergleichen. – Sollte auch Rabbi sie mit dem Untertauchen vergleichen!? – [Die Worte] er wasche seine Kleider unterbrechen den Zusammenhang885Die Verbindung mit dem W. ‘bade’; das W. ‘reinige’ ist daher mit dem vorangehenden ‘Unreinen’ zu verbinden.. –\n", "Ist Rabbi denn der Ansicht, daß sie hinsichtlich des Untertauchens dem Verborgenen gleiche, Rabin erzählte ja im Namen R. Adas im Namen R. Jiçḥaqs, daß einst eine Magd aus dem Hause Rabbis, als sie aus dem Tauchbade heraufstieg, einen Knochen zwischen den Zähnen fand, und Rabbi sie eines abermaligen Untertauchens886Da die Stelle, wo der Knochen saß, vom Wasser unberührt blieb; demnach muß das Wasser auch in den Mund kommen.benötigte!? –\n", "Zugegeben, daß das Wasser nicht heranzukommen braucht, aber immerhin muß die Stelle zum Herankommen des Wassers frei sein.\n", "Dies nach R. Zera, denn R. Zera sagte: Was zum Umrühren geeignet887Bei der Bereitung des Speisopfers, wenn Mehl u. Öl in den vorschriftsmäßigen Quantitäten vorhanden sind; cf. Men. Fol. 18a.ist, ist vom Umrühren nicht888Das Opfer ist tauglich, auch wenn die Masse nicht umgerührt worden ist, obgleich dies nach Vorschrift zu erfolgen hat.abhängig, und was zum Umrühren nicht geeignet ist, ist vom Umrühren889Wenn das vorschriftsmäßige Quantum nicht vorhanden ist, so ist das Opfer untauglich; cf. ib. Fol. 103b.abhängig.\n" ], [ "Hierüber890Ob das Fehlen der Hoden als sichtbares Gebrechen gilt.[streiten auch] Tannaím:891Lev. 22,24.Zerquetscht, zerschlagen, abgerissen oder zerschnitten, alles an den Hoden – so R. Jehuda. –\n", "Etwa nur an den Hoden und nicht auch am Gliede892Bei diesem ist es ja entschieden ein sichtbares Gebrechen.!? – Lies vielmehr: auch an den Hoden – so R. Jehuda. R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, alles am Gliede. R. Jose sagt, zerquetscht und zerschlagen, auch an den Hoden; abgerissen und zerschnitten, nur am Gliede und nicht an den Hoden.\n", "iv EIN GROSSVIEH WIRD DURCH ÜBERGABE893An den Käufer; cf. supra Fol. 22b.UND EIN KLEINVIEH DURCH DAS HOCHHEBEN ANGEEIGNET – SO R. MEÍR UND R. ELIE͑ZER; DIE WEISEN SAGEN, DAS KLEINVIEH WERDE DURCH DAS ANSICHZIEHEN ANGEEIGNET.\n", "GEMARA. Rabh trug in Qimḥunja vor: Ein Großvieh wird durch das Ansichziehen angeeignet. Hierauf traf Šemuél die Schüler Rabhs und sprach zu ihnen: Wieso kann Rabh gesagt haben, ein Großvieh werde durch das Ansichziehen angeeignet, wir haben ja gelernt: durch Übergabe!? Und auch Rabh sagte ja, durch Übergabe; sollte er davon zurückgetreten sein!? – Er lehrte es nach dem Autor der folgenden Lehre: Die Weisen sagen, beide durch das Ansichziehen: R. Šimo͑n sagt, beide durch das Hochheben.\n", "R. Joseph wandte ein: Wie ist demnach nach R. Šimo͑n ein Elefant anzueignen!? Abajje erwiderte: Durch Tausch, oder auch, wenn man den Platz mietet.\n", "R. Zera erwiderte: Man hole vier Gegenstände und lege sie ihm unter die Füße. – Hieraus wäre zu entnehmen, daß durch die Gefäße des Käufers im Gebiete des Verkäufers eine Aneignung894Der Dinge, die in die Gefäße hineingetan werden.erfolge? – Hier wird von einem Seitenwege895Der nicht zur öffentlichen Straße gehört, aber auch nicht Eigentum des Verkäufers ist.gesprochen.\n" ], [ "Oder auch, durch Zweigenbündel896Man führe den Elefanten auf diese u. er gilt dann als hochgehoben..\n", "v GÜTER, DIE SICHERHEIT897Für den Gläubiger, dh. Immobilien, die er dem Käufer für die Schuld des Verkäufers abnehmen kann.GEWÄHREN, WERDEN DURCH GELD, URKUNDE UND BESITZNAHME ANGEEIGNET, UND DIE KEINE SICHERHEIT898Mobilien, die vom Schuldner beiseite geschafft werden können.GEWÄHREN, WERDEN NUR DURCH DAS ANSICHZIEHEN ANGEEIGNET. GÜTER, DIE KEINE SICHERHEIT GEWÄHREN, WERDEN899Wenn man beides zusammen kauft.MIT GÜTERN, DIE SICHERHEIT GEWAHREN, ANGEEIGNET DURCH GELD, URKUNDE UND BESITZNAHME; FERNER WERDEN SIE\n", "MIT GÜTERN, DIE EINE SICHERHEIT GEWÄHREN, VERBUNDEN, UM AUCH WEGEN DIESER SCHWÖREN900In einem strittigen Falle, obgleich wegen Grundstücken allein nicht zu schwören ist; cf. Seb. Fol. 42b.ZU MÜSSEN.\n", "GEMARA. DURCH GELD. Woher dies? Ḥizqija erwiderte: Die Schrift sagt:901Jer. 32,44.sie werden Felder für Geld erwerben. – Vielleicht nur, wenn eine Urkunde vorhanden ist, wie es heißt:901Jer. 32,44.und eine Urkunde schreiben und versiegeln!? – Wenn es nachher erwerben hieße, so würdest du recht haben, es heißt aber erwerben zuerst, demnach erfolgt die Aneignung durch das Geld, während die Urkunde nur ein Beweisstück ist.\n", "Rabh sagte: Dies902Daß durch die Zahlung des Kaufpreises eine Erwerbung erfolge.nur in Orten, wo man keine Urkunde zu schreiben pflegt, wo man aber eine Urkunde zu schreiben pflegt, erwirbt er nicht. Hat er es902Daß durch die Zahlung des Kaufpreises eine Erwerbung erfolge.aber vereinbart, so ist es gültig.\n", "So vereinbarte R. Idi b. Abin, als er ein Grundstück kaufte: die Aneignung mag, wenn ich es will, durch das Geld903Das er sofort zahlte., und wenn ich es will, durch die Urkunde erfolgen. Wenn ich will, durch das Geld, sodaß ihr, wenn ihr es wollt, nicht zurücktreten könnt, und wenn ich will, durch Urkunde, sodaß ich, wenn ich es will, zurücktreten kann.\n", "DURCH URKUNDE. Woher dies? Wollte man sagen, weil es heißt: eine Urkunde schreiben und versiegeln und Zeugen bestellen, so sagtest du ja, die Urkunde sei nichts weiter als ein Beweisstück. – Vielmehr, aus folgendem:904Jer. 32,11.und ich nahm den Kaufbrief.Šemuél sagte: Dies gilt nur von einer Schenkungsurkunde, bei einer Verkaufsurkunde aber erfolgt eine Aneignung erst dann, wenn er das Geld gezahlt hat,\n", "R. Hamnuna wandte ein: Durch Urkunde wie folgt: wenn er ihm auf Papier oder auf einen Fetzen, auch wenn sie keine Peruṭa wert sind, geschrieben hat: mein Feld sei dir verkauft, mein Feld sei dir geschenkt, so ist es verkauft, beziehungsweise verschenkt!? Er erhob diesen Einwand und er selbst erklärte es auch: wenn er das Feld wegen seiner Minderwertigkeit verkauft905Dem Verkäufer selbst ist die Aneignung durch die Urkunde allein erwünscht.hat.\n", "R. Aši erklärte: Er wollte es ihm schenken, nur gebrauchte er deshalb den Ausdruck des Verkaufes, um seine Rechtskraft zu stärken906Diese Lehre spricht überhaupt nicht von einem Verkaufe, sondern nur von einer Schenkung, bei der der Schenkende wegen des genannten Grundes statt einer Schenkungsurkunde eine Verkaufsurkunde geschrieben hat..\n", "DURCH BESITZNAHME. Woher dies? Ḥizqija erwiderte: Die Schrift sagt: 907Jer. 40,10.wohnt in euren Städten, die ihr ersessen habt; wodurch habt ihr sie ersessen? Durch das Wohnen. In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: 908Dt. 11,31.Erbt es und wohnt darin; wodurch erbt ihr es? Durch das Wohnen.\n", "UND DIE KEINE SICHERHEIT GEWÄHREN, WERDEN NUR DURCH DAS ANSICHZIEHEN ANGEEIGNET. Woher dies? – Es heißt:909Lev. 25,14.wenn ihr etwas an den Nächsten verkauft oder aus der Hand des Nächsten kauft; eine Sache, die von Hand zu Hand910Durch das Ansichziehen.angeeignet wird. –\n", "Wie ist es aber nach R. Joḥanan zu erklären, welcher sagt, daß nach der Tora die Aneignung durch das Geld erfolge!? – Der Autor lehrt die von den Rabbanan getroffene Bestimmung.\n", "GÜTER, DIE KEINE SICHERHEIT GEWÄHREN. Woher dies? Ḥizqija erwiderte: Die Schrift sagt:911iiChr. 21,3.ihr Vater hatte ihnen große Geschenke gemacht an Silber und Gold und Kostbarkeiten nebst912Im Texte עם, mit, durch; die Erwerbung der ersteren erfolgte durch die anderen.befestigten Städten in Jehuda.\n", "Sie fragten: Müssen sie beisammen sein913Ob die Mobilien sich auf den Immobilien befinden müssen.oder nicht? R. Joseph erwiderte: Komm und höre: R. A͑qiba sagte: Eine Bodenfläche irgendwie [groß] ist für den Eckenlaß, die Erstlinge und das Bekenntnis914Das beim Ablauf der Frist für die Entrichtung des Zehnten zu sprechen ist; cf. Dt. 26,12ff. pflichtig,\n" ], [ "man schreibe darüber einen Prosbul915Um einen solchen schreiben zu können, muß der Schuldner Grundbesitz haben., und man kann damit Güter, die keine Sicherheit gewähren, aneignen. Wofür ist sie, wenn man sagen wollte, sie müssen beisammen sein, irgendwie [groß]918Sie kann ja die mitverkauften od. verschenkten Mobilien nicht fassen.verwendbar!?\n", "R. Šemuél b. Bisna erklärte vor R. Joseph: Wenn er da eine Nadel919Die mitverkauft wird.hineinsteckt. R. Joseph sprach zu ihm: Quälgeist920So ungefähr nach Raschi; die Etymologie des W.s קבסתן ist dunkel; vgl. Anm. zu Syn. Fol. 55b., sollte der Autor es ausgesucht von einer Nadel gelehrt haben!? R. Aši entgegnete: Wer sagt uns, daß er daran nicht eine Perle im Werte von Tausenden von Zuz gehängt921Es gibt auch wertvolle Kaufobjekte, die einen winzigen Raum einnehmen.hat!? –\n", "Komm und höre: R. Elea͑zar sagte: Einst war in Jerušalem ein Madonite, der viele Mobilien besaß und sie verschenken wollte; man sagte ihm aber, es gebe für ihn922Da er sie den Empfängern nicht einhändigen konnte.kein anderes Mittel, als sie vermittelst Grundbesitz923Den er aber nicht besaß.zuzueignen. Was tat er? Er ging und kaufte eine Sela͑fläche924Nach der Auffassung des T., ein winziges Stück Feld in der Größe eines Sela͑.in der Nähe von Jerušalem und sprach: die Nordseite davon und damit hundert Schafe und hundert Fässer seien jenem925Und ebenso verfuhr er auch mit den übrigen Teilen.zugeeignet. Darauf starb er und man erfüllte seine Worte.\n", "Wofür ist, wenn man sagen wollte, sie müssen beisammen sein, eine Sela͑fläche918Sie kann ja die mitverkauften od. verschenkten Mobilien nicht fassen.verwendbar!? – Du glaubst wohl, Sela͑ sei wörtlich zu verstehen; es war eine große [Fläche], nur nennt er sie deshalb Sela͑, weil sie hart wie ein Felsen [sela͑] war. –\n", "Komm und höre: R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Einst war jemand in Jerušalem, – er war krank, nach R. Elie͑zer, und manche sagen, er war gesund, nach den Rabbanan926Hier wird berichtet, daß die mündliche Zueignung ungültig sei; nach RE. gilt dies sowohl von einem Gesunden als auch von einem Kranken, nach den Rabbanan dagegen nur von einem Gesunden, während die mündliche Verfügung eines Sterbenskranken die Rechtskraft einer Urkunde hat., –\n", "der viele Mobilien hatte und sie verschenken wollte; man sagte ihm aber, es gebe für ihn kein anderes Mittel, als sie durch Grundbesitz zuzueignen. Was tat er? Er ging und kaufte eine Viertelkabfläche927Eine Fläche zur Aussaat eines Viertelkabs Getreide.in der Nähe von Jerušalem und sprach: eine Handbreite im Quadrat und damit hundert Schafe und hundert Fässer seien jenem925Und ebenso verfuhr er auch mit den übrigen Teilen.zugeeignet. Darauf starb er und die Weisen erfüllten seine Worte. Wofür ist, wenn man sagen wollte, sie müssen beisammen sein, eine Handbreite im Quadrat918Sie kann ja die mitverkauften od. verschenkten Mobilien nicht fassen.verwendbar!? –\n", "Hier wird von Bargeld928Im Betrage der genannten Gegenstände; es nahm nicht mehr als eine Handbreite ein.gesprochen. Dies ist auch einleuchtend; wenn man sagen wollte, wirklich hundert Schafe und hundert Fässer, so sollte er sie durch Tausch929Vgl. S. 508 Anm. 44.zugeeignet haben. –\n", "Sollte er, wenn hier von Bargeld gesprochen wird, es durch das Ansichziehen zugeeignet haben!? Du mußt also erklären, der Empfänger war nicht anwesend, ebenso ist auch [hinsichtlich des Tausches] zu erklären, der Empfänger war nicht anwesend. –\n", "Sollte er es durch einen anderen930Der den Empfänger vertreten konnte.zugeeignet haben!? – Er traute einem anderen nicht, denn er dachte, dieser könnte es unterschlagen und selber verzehren. –\n", "Wieso heißt es, es gebe für ihn kein anderes931Die Vertretung durch einen anderen hing ja nur von seinem Willen ab.Mittel!? – Er meint es wie folgt: da er anderen nicht traute, so gab es für ihn kein anderes Mittel, als sie durch Grundbesitz zuzueignen. –\n", "Komm und höre: Einst reisten R. Gamliél und die Ältesten auf einem Schiffe. Da sprach R. Gamliél932Der sich erinnerte, zuhause unverzehntete Früchte zurückgelassen zu haben.zu den Ältesten: Der Zehnt, den ich zumessen werde,\n" ], [ "sei Jehošua͑933Der Priester war; RJ. u. RA͑. befanden sich mit ihm auf dem Schiffe.gegeben, und der Platz934Mit dem er die Früchte erwerben sollte.sei ihm vermietet. Der andere935Der Armenzehnt.Zehnt, den ich zumessen werde, sei A͑qiba, dem Sohne Josephs, gegeben, daß er ihn für die Armen erwerbe, und der Platz sei ihm vermietet. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß sie beisammen sein müssen. – Anders verhielt es sich da, weil er sie nicht bemühen936Die Abgaben fortzuschaffen, daher überließ er ihnen auch den Platz.wollte. –\n", "Komm und höre: Rabba b. Jiçḥaq sagte im Namen Rabhs: Es gibt zweierlei937Der Zueignung, die hinsichtlich ihrer Rechtskraft von einander zu unterscheiden sind.Urkunden; [sagte er:] erwerbt dieses Feld für jenen und schreibt ihm die Urkunde, so kann er938Wenn die Zueignung des Feldes durch irgend eine Form erfolgt, die Urkunde aber dem Empfänger noch nicht eingehändigt worden ist.hinsichtlich der Urkunde zurücktreten, nicht aber939Der Empfänger ist im Besitze des Feldes, jed. hat er keine Urkunde darüber.hinsichtlich des Feldes; wenn aber: mit der Bedingung, daß ihr ihm die Urkunde schreibt, so kann er zurücktreten sowohl hinsichtlich der Urkunde als auch hinsichtlich des Feldes.\n", "R. Ḥija b. Abin aber sagte im Namen R. Ḥonas, es gebe dreierlei Urkunden, zwei, von denen wir gesprochen haben, und eine in dem Falle, wenn der Verkäufer die Urkunde im Voraus940Bevor noch der Verkauf erfolgt ist.geschrieben hat, wie wir gelernt haben: Man schreibe dem Verkäufer eine Urkunde, auch wenn der Käufer nicht dabei ist; sobald dieser941Der Käufer od. der Beschenkte.das Grundstück in Besitz genommen hat, wird die Urkunde miterworben, wo sie sich auch befindet.\n", "Hieraus ist somit zu entnehmen, daß sie nicht beisammen zu sein942Die Urkunde ist ebenfalls eine bewegliche Sache.brauchen. – Anders verhält es sich bei einer Urkunde, die die Handhabe943Eigentl. Halfter, dh. sie gehört zum Grundstücke.des Grundstückes ist. –\n", "Hierzu wird ja aber gelehrt: das ist es, was wir gelernt haben: Güter, die keine Sicherheit gewähren, werden angeeignet mit Gütern, die eine Sicherheit944Demnach gilt dies auch von anderen Mobilien.gewähren, durch Geld, Urkunde und Besitznahme!? Hieraus ist somit zu entnehmen, daß sie nicht beisammen zu sein brauchen. Schließe hieraus.\n", "Sie fragten: Ist das ‘durch’ erforderlich945Ob der Verkäufer od. Schenkende sagen müsse, daß die Aneignung der Mobilien durch die Immobilien, vermittelst dieser, erfolgen solle.oder nicht? – Komm und höre: er lehrt dies alles, und es heißt nicht ‘durch’946In den oben mitgeteilten Fällen von der Zueignung von Mobilien mit Immobilien wird nicht gelehrt, daß diese Formel gebraucht werden müsse.. – Wird etwa, nach deiner Auffassung, [das Wort] ‘erwirb’947Daß der Zueignende dieses Wort gebrauchen müsse.genannt!?\n", "Dies948Daß die Zueignung gültig ist.gilt dennoch nur dann, wenn er ‘erwirb’ gesagt hat, ebenso auch nur dann, wenn er ‘durch’ gesagt hat. Die Halakha ist, das Beisammensein ist nicht erforderlich, [die Worte] ‘durch’ und ‘erwirb’ sind erforderlich.\n", "Sie fragten: Wie ist es, wenn [die Zueignung] des Feldes durch Verkauf und die der Mobilien durch Schenkung erfolgt? – Komm und höre: Der Zehnt, den ich zumessen werde, sei Jehošua͑ gegeben, und der Platz sei ihm vermietet. Schließe hieraus.\n", "Sie fragten: Wie ist es, wenn das Feld an einen und die Mobilien an einen anderen? – Komm und höre: Der Zehnt, den ich zumessen werde, sei A͑qiba, dem Sohne Josephs, gegeben, damit er ihn für die Armen erwerbe, und der Platz sei ihm vermietet. –\n", "Die Vermietung erfolgte für den Zehnten949Zur Aufbewahrung desselben, also ebenfalls für die Armen.. Wenn du aber willst, sage ich, bei R. A͑qiba verhielt es sich anders, da er Vertreter der Armen war.\n", "Raba sagte: Dies950Daß er die mitverkauften Mobilien durch das Feld erwerbe.gilt nur von dem Falle, wenn er den Betrag für alles gezahlt hat, wenn er aber nicht den Betrag für alles gezahlt hat, so erwirbt er nur im Betrage der Zahlung.\n", "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Raba: Bedeutender ist die Rechtskraft des Geldes als die der Urkunde, und die der Urkunde als die des Geldes. Bedeutender ist die Rechtskraft des Geldes, denn durch Geld sind Geheiligtes und der zweite Zehnt951Cf. Dt. 15,22ff.auszulösen, nicht aber durch eine Urkunde; bedeutender ist die Rechtskraft der Urkunde, denn durch die Urkunde wird eine Jisraélitin952Dadurch erfolgt die Scheidung.frei, nicht aber durch das Geld.\n", "Bedeutender ist die Rechtskraft beider als die der Besitznahme, und die der Besitznahme als die der beiden. Die der beiden, denn durch beide ist ein hebräischer Sklave zu erwerben, nicht aber durch Besitznahme; die der Besitznahme, denn, wenn er ihm zehn Felder in zehn Provinzen verkauft hat, so hat dieser, sobald er eines in Besitz genommen hat, alle erworben.\n" ], [ "Dies nur in dem Falle, wenn er das Geld für alle gezahlt hat, wenn er aber nicht das Geld für alle gezahlt hat so erwirbt er nur im Betrage953Und von Mobilien gilt dies erst recht.der Zahlung. Dies ist eine Stütze für Šemuél, denn Šemuél sagte: Wenn er ihm zehn Felder in zehn Provinzen verkauft hat, so hat dieser, sobald er eines in Besitz genommen hat, alle erworben.\n", "R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, sagte: Dies ist auch zu beweisen; hat jemand, dem man zehn Stück Vieh an einem Halfter übergeben und zu ihm gesagt hat, daß er sie erwerbe, sie etwa nicht954Obgleich er nicht jedes besonders in Empfang genommen hat.erworben!? Man erwiderte ihm: Es ist nicht gleich; hierbei955Bei der Übergabe von zusammengebundenen Tieren.hat er die Verbindung in der Hand, da aber hat er nicht die Verbindung in der Hand.\n", "Manche lesen: R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, sagte: Es ist zu beweisen, daß er nicht alle erwirbt; hat jemand, dem man zehn Stück Vieh an einem Halfter übergeben und zu ihm gesagt hat, daß er das eine erwerbe, etwa alle erworben!? –\n", "Es ist nicht gleich; hierbei sind es von einander getrennte Körper, da aber ist der ganze Erdboden ein Komplex.\n", "WERDEN SIE VERBUNDEN MIT GÜTERN &C. U͑la sagte: Wo ist die Zuschiebung des Schwures956Die Zuschiebung eines Eides, der sonst nicht zu leisten wäre, lediglich aus dem Grunde, weil die betreffende Person außerdem einen zu leisten hat.aus der Tora zu entnehmen? Es heißt:957Num. 5,22.die Frau spreche; Amen, Amen,\n", "und hierzu wird gelehrt: worauf spricht sie958Die Ehebruchsverdächtigte; cf. Sot. Fol. 2a.zweimal Amen, Amen auf die Verfluchung, Amen auf den Schwur; Amen inbezug auf diesen959Mit dem sie verdächtigt wird.Mann, Amen inbezug auf einen anderen960Mit dem sie gar nicht verdächtigt worden ist. Mann; Amen, daß ich nicht als Verlobte, als Verheiratete, als Anwärterin der Schwagerehe oder als Heimgeführte961Nach Vollziehung der Schwagerehe.abgeschweift bin.\n", "Von welcher Verlobten wird hier gesprochen: wenn er sie als Verlobte verwarnt962Cf. Sot. Fol. 2b.hat und sie als Verlobte trinken963Das Fluchwasser; cf. Num. 5,17ff.ließ, so haben wir ja gelernt, daß die Verlobte und die Anwärterin der Schwagerehe weder trinken noch ihre Morgengabe erhalten, denn der Allbarmherzige sagt:964Num. 5,20.unter deinem Manne, was bei diesen nicht der Fall ist,\n", "und wenn er sie als Verlobte verwarnt hat, sie als Verlobte sich verborgen965Mit dem fremden Manne.hat, und er sie als Verheiratete trinken ließ,\n", "so prüft sie ja das Wasser966Durch die in der Schrift genannte Wirkung.nicht, denn der Allbarmherzige sagt: 967Num. 5,31.und der Mann sei frei von Schuld, ist der Mann frei von Schuld, so prüft das Wasser seine Frau, ist der Mann nicht frei968Wenn er ihr nach der Verwarnung beigewohnt hat.von Schuld, so prüft das Wasser seine Frau nicht.\n", "Wahrscheinlich durch Zuschiebung969Da sie schwören muß hinsichtl. der Zeit nach ihrer Verheiratung, so wird ihr ein Schwur zugeschoben auch hinsichtl. der Zeit ihrer Verlobung.. –\n", "Wir wissen dies von der Ehebruchsverdächtigten, wobei es sich um ein Verbot handelt, woher dies bei Geldangelegenheiten? – In der Schule R. Jišmaéls wurde gelehrt: Es ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern:\n" ], [ "wenn bei der Ehebruchsverdächtigten, die hierzu durch einen Zeugen nicht aufgefordert werden970Das Trinken des Fluchwassers u. das Schwören hat nur dann zu erfolgen, wenn 2 Zeugen bekunden, daß sie sich mit einem fremden Manne verborgen habe.kann, eine Zuschiebung erfolgt, um wieviel mehr hat eine Zuschiebung bei Geldangelegenheiten zu erfolgen, wobei eine Aufforderung971Zur Eidesleistung; wenn der Kläger von einem Zeugen unterstützt wird, so hat der Beklagte einen Eid zu leisten.durch einen Zeugen erfolgen kann. –\n", "Wir wissen dies von einer sicheren972Des Klägers, in Fällen, wo der Beklagte keinen Eid zu leisten hat, bei Immobilien, od. wenn er die Forderung vollständig bestreitet.Behauptung, woher dies bei einem Zweifel973Wenn der Kläger eine Forderung nur vermutet; cf. Seb. Fol. 45a.? –\n", "Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte: Es wird von einem außerhalb [zu leistenden] Schwure974Bei zivil. Rechtsstreitigkeiten, wobei der Schwur außerhalb des Tempelhofes zu leisten ist.gesprochen und es wird von einem innerhalb [zu leistenden] Schwure975Der Schwur der Ehebruchsverdächtigten, der innerhalb des Tempelhofes zu leisten ist.gesprochen, wie beim innerhalb [zu leistenden] Schwüre der Zweifel der Entschiedenheit976Sie hat zu schwören, ob sie nicht auch mit anderen Männern die Ehe gebrochen hat, obgleich dies nie mit Bestimmtheit behauptet worden ist.gleicht, ebenso gleicht beim außerhalb [zu leistenden] Schwüre der Zweifel der Entschiedenheit. –\n", "Wie weit reicht977Wenn er ihm einen solchen auch wegen gar nicht präzisierter Forderungen zuschieben kann.die Zuschiebung des Schwures? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Er kann zu ihm sagen: Schwöre mir, daß du nicht mein Sklave bist. –\n", "Dieserhalb ist er ja in den Bann zu tun, denn es wird gelehrt, wer seinen Nächsten einen Sklaven nennt, sei in den Bann zu tun, wenn Hurenkind, so erhalte er die vierzig [Geißelhiebe], und wenn Frevler, so gehe dieser ihm ans Leben!?\n", "Vielmehr, erwiderte Raba, schwöre mir, daß du dich mir nicht als hebräischer Sklave978Nur die Bezeichnung ‘nichtjüdischer Sklave’ ist eine Beschimpfung, die mit der genannten Strafe zu belegen ist.verkauft hast. – Dies ist ja eine richtige Forderung979Derentwegen der Beklagte auch sonst zu schwören hat.eines Geldbetrages, den er bei ihm hat!? – Raba vertritt hierbei seine Ansicht, denn Raba sagte, daß ein hebräischer Sklave mit seinem Körper verkauft980Sklaven gellen als Immobilien, derentwegen sonst nicht zu schwören ist.sei. –\n", "Demnach gilt er ja als Grundstück981Und schon die Mišna lehrt, daß der zugeschobene Schwur auch wegen Grundstücken zu leisten sei.!? – Man könnte glauben, wohl komme es vor, daß man Grundstücke heimlich verkauft und dies unbekannt982Und nur aus diesem Grunde kann event, ein Schwur zugeschoben werden.ist,\n", "wenn dieser aber sich ihm verkauft hätte, wäre es bekannt, so lehrt er uns.\n", "vi,1 WENN JEMAND DAS, WAS ZAHLUNGSMITTEL IST, [IN TAUSCH GEGEBEN983Wenn er dem Verkäufer das Geld nicht in Form einer Zahlung, sondern in Form eines Tausches gegeben hat. HAT], SO IST ER, SOBALD DER ANDERE ES ERWORBEN HAT, FÜR DAS EINGETAUSCHTE984Sobald der Verkäufer eine Münze an sich genommen hat, geht die Sache in den Besitz des Käufers über, sodaß er für jeden Schaden haftbar ist.HAFTBAR. ZUM985Diese Worte werden weiter erklärt.BEISPIEL: WENN ER EIN RIND AUF eine KUH ODER EINEN ESEL AUF EIN RIND GETAUSCHT HAT, SO IST ER, SOBALD DER ANDERE SEINES GEEIGNET HAT, FÜR DAS EINGETAUSCHTE HAFTBAR.\n", "GEMARA. Unter Tauschmittel ist wohl eine Münze zu verstehen, somit wäre hieraus zu entnehmen, daß eine Münze Tauschmittel sein986Während anderweitig (cf. Bm. Fol. 46a) entgegengesetzt gelehrt wird.könne? R. Jehuda erwiderte: Er meint es wie folgt: was geschätzt987Auf seinen Wert; jede bewegliche Sache mit Ausnahme von Münzen.wird, wenn es für etwas anderes in Zahlung gegeben wird;\n" ], [ "er ist, sobald der andere es erworben hat, für das Eingetauschte haftbar. Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: Zum Beispiel: wenn er ein Rind auf eine Kuh oder einen Esel auf ein Rind988Hier wird ausdrücklich von einer Sache u. nicht von einer Münze gesprochen.getauscht hat. Schließe hieraus. –\n", "Wie ist dieses Beispiel zu verstehen nach unserer früheren Auffassung, daß eine Münze Tauschmittel sein989Dh. daß hier von einer Münze gesprochen werde.könne? – Er meint es wie folgt: auch Produkte990Wörth Früchte, dh. Genuß- u. Verbrauchsmittel.können Tauschmittel sein; zum Beispiel: wenn er das Fleisch eines Rindes auf eine Kuh oder das Fleisch eines Esels auf ein Rind getauscht hat, so ist er, sobald der andere seines erworben hat, für das Eingetauschte haftbar. –\n", "Allerdings nach R. Šešeth, welcher sagt, Produkte können Tauschmittel sein, wie ist es aber nach R. Naḥman zu erklären, welcher sagt, Produkte können nicht Tauschmittel sein!? –\n", "Er meint es wie folgt: es gibt einen Kauf, der dem Tausche gleicht; zum Beispiel: wenn er die Zahlung für ein Rind auf eine Kuh, oder die Zahlung für einen Esel auf ein Rind getauscht hat.\n", "Er ist der Ansicht R. Joḥanans, welcher sagt, nach der Tora werde [die Sache] durch die Zahlung erworben, und nur deshalb sagten sie, sie werde nur durch das Ansichziehen erworben, damit [der Verkäufer] nicht sagen991Wenn beispielsweise der gekaufte Weizen bei ihm lagert.könne: dein Weizen ist auf dem Boden verbrannt.\n", "Bei einem gewöhnlichen Falle haben die Rabbanan diese Bestimmung getroffen, bei einem seltenen Falle992Wie hierbei, wenn der Verkauf in Tauschform erfolgt.haben die Rabbanan diese Bestimmung nicht getroffen. –\n", "Allerdings kann Reš Laqiš, welcher sagt, das Ansichziehen sei ausdrücklich in der Tora vorgeschrieben, falls er der Ansicht R. Šešeths ist, daß Produkte Tauschmittel sein können, es nach R. Šešeth erklären,\n", "wie aber erklärt er es, falls er der Ansicht R. Naḥmans ist, welcher sagt, Produkte können nicht Tauschmittel sein, durch die Münze erfolgt ja keine Aneignung993Diese erfolgt nur durch das Ansichziehen der gekauften Ware.!? – Er ist notgedrungen der Ansicht R. Šešeths.\n", "vi,2 DAS EIGENTUMSRECHT DES HÖCHSTEN994Wenn etwas für den Tempelbedarf gekauft wird.ERFOLGT DURCH DAS [KAUF]GELD UND DAS EIGENTUMSRECHT DES GEMEINEN ERFOLGT DURCH DIE BESITZERGREIFUNG. DEM HÖCHSTEN GEGENÜBER GILT DAS SPRECHEN WIE DIE ÜBERGABE BEI EINEM GEMEINEN.\n", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wieso erfolgt das Eigentumsrecht des Höchsten durch das [Kauf]geld? Wenn der Schatzmeister995Des Tempels.das Geld für ein Vieh gezahlt hat, so hat er es erworben, selbst wenn das Vieh sich am Ende der Welt befindet. Ein Gemeiner aber erwirbt es erst dann, wenn er es an sich gezogen hat.\n", "Wieso gleicht das Sprechen dem Höchsten gegenüber der Übergabe bei einem Gemeinen? Wenn jemand gesagt hat: dieses Rind sei ein Brandopfer, dieses Haus sei geheiligt, so hat [das Heiligtum] es geeignet, selbst wenn es sich am Ende der Welt befindet; ein Gemeiner aber erwirbt es nicht eher,\n" ], [ "als bis er es an sich gezogen oder davon Besitz ergriffen hat. Wenn er es996Ein Gemeiner ein Objekt des Heiligtumes.für eine Mine an sich gezogen und es, bevor er es eingelöst997Dh. vor Zahlung des Kaufpreises.hat, auf zweihundert gestiegen ist, so zahle er zweihundert, denn es heißt:998Vgl. S. 513 Anm. 95.er gebe das Geld und soll es erstehen.\n", "Wenn er es für zweihundert an sich gezogen und es, bevor er es eingelöst hat, auf eine Mine gefallen ist, so zahle er zweihundert, denn das Recht eines Gemeinen darf nicht stärker sein als das999Die Sache eines Gemeinen würde er durch das Ansichziehen geeignet haben.des Heiligtums.\n", "Wenn er es für zweihundert eingelöst und es, bevor er es an sich gezogen hat, auf eine Mine gefallen ist, so zahle er zweihundert, denn es heißt: er gebe das Geld und soll es erstehen. Wenn er es für eine Mine eingelöst und es, bevor er es an sich gezogen hat, auf zweihundert gestiegen ist, so ist die Einlösung gültig und er zahle nur eine Mine. –\n", "Weshalb denn, sollte man auch hierbei sagen, das Recht eines Gemeinen1Die Sache eines Gemeinen würde er durch die Geldzahlung nicht geeignet haben. dürfe nicht stärker sein als das des Heiligtums?! –\n", "Gilt etwa bei einem Gemeinen nicht [der Spruch:] wer bestraft hat2Bm. Fol. 44a heißt es, daß durch die Geldzahlung zwar rechtlich keine Aneignung erfolge, jed. werde der, der andere Sünder bestraft hat, auch den Wortbrüchigen bestrafen.!?\n", "vii ZU ALLEN GEBOTEN DES SOHNES FÜR DEN VATER SIND MÄNNER VERPFLICHTET UND FRAUEN DAVON FREI, UND ZU ALLEN GEBOTEN DES VATERS FÜR DEN SOHN SIND SOWOHL MÄNNER ALS AUCH FRAUEN VERPFLICHTET. ZU ALLEN VON EINER FESTGESETZTEN ZEIT BEDINGTEN GEBOTEN SIND MÄNNER VERPFLICHTET UND FRAUEN DAVON FREI, UND ZU ALLEN VON EINER FESTGESETZTEN ZEIT NICHT BEDINGTEN GEBOTEN SIND SOWOHL MÄNNER ALS AUCH FRAUEN VERPFLICHTET.\n", "ALLE VERBOTE ABER, EINERLEI OB VON EINER FESTGESETZTEN ZEIT BEDINGT ODER NICHT VON EINER FESTGESETZTEN ZEIT BEDINGT, GELTEN SOWOHL FÜR MÄNNER ALS AUCH FÜR FRAUEN, AUSGENOMMEN DAS VERBOT DES RUNDSCHERENS3Des Haupthaares; cf. Lev. 19,27., DES ZERSTÖRENS4Des Bartrandes; cf. Lev. 19,27. UND DER VERUNREINIGUNG AN TOTEN5Das nur dem Priester verboten ist (Lev. 21,1ff.); ihren Frauen ist dies erlaubt..\n", "GEMARA. Was heißt: zu allen Geboten des Sohnes für den Vater; wollte man sagen, alle Gebote, die der Sohn für seinen Vater auszuüben verpflichtet ist, wieso sind Frauen davon frei!? Es wird je gelehrt: 6Lev. 19,3.Jeder Mann, ich weiß dies nur von einem Manne, woher dies von einer Frau? Wenn es heißt: jeder Mann, Mutter und Vater sollt ihr fürchten, so sind darunter beide7Denen dies geboten ist, Mann u. Frau. zu verstehen.\n", "R. Jehuda erwiderte: Er meint es wie folgt: zu allen Geboten des Sohnes, die dem Sohne gegenüber dem Vater obliegen, sind Männer verpflichtet und Frauen davon frei.\n", "Die Mišna lehrt also das, was die Rabbanan gelehrt haben: Der Vater ist seinem Sohne gegenüber verpflichtet: ihn zu beschneiden, auszulösen, die Tora zu lehren, zu verheiraten und ein Handwerk zu lehren; manche sagen, auch schwimmen zu lehren. R. Jehuda sagte: Wer seinen Sohn kein Handwerk lehrt, lehrt ihn plündern. – Plündern, wie kommst du darauf!? – Vielmehr, es ist ebenso als würde er ihn plündern lehren.\n", "«Beschneiden.» Woher dies? – Es heißt: 8Gen. 21,4.Abraham beschnitt seinen Sohn Jiçḥaq. Hat der Vater ihn nicht beschnitten, so ist das Gericht ihn zu beschneiden verpflichtet, denn es heißt: 9Ib. 17,10.beschnitten werden soll bei euch alles Männliche. Hat das Gericht ihn nicht beschnitten, so muß er selber sich beschneiden, denn es heißt:10Ib. V. 14.und der männliche Unbeschnittene, der das Fleisch seiner Vorhaut nicht beschneidet, soll ausgerottet werden. –\n", "Woher, daß sie dazu nicht verpflichtet ist? – Es heißt:11Ib. 21,4.wie der Herr ihm befohlen hatte, ihm und nicht ihr. –\n", "Wir wissen dies von damals, woher dies für die kommenden Generationen? – In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Überall, wo es ‘befehlen’ heißt, ist eine Anspornung für sofort und für die kommenden Generationen zu verstehen.\n", "Eine Anspornung, denn es heißt:12Dt. 3,28.befiehl Jehošua͑, ermutige ihn und stärke ihn; für sofort und für die kommenden Generationen, denn es heißt:13Num. 15,23.von dem Tage an, da der Herr es befohlen hat, und weiterhin für all eure Generationen.\n", "«Auszulösen.» Woher dies? – Es heißt:14Ex. 34,20.jeden Erstgeborenen deiner Söhne sollst du auslösen. Hat sein Vater ihn nicht ausgelöst, so muß er selber sich auslösen, denn es heißt:15Num. 18,15.auslösen werde ausgelöst16Das W. תפדה wird passiv gelesen.. –\n", "Woher, daß sie dazu nicht verpflichtet ist? – Es heißt: auslösen werde ausgelöst; wer sich selbst auslösen muß, muß auch andere auslösen, und wer sich selbst nicht auslösen muß, braucht auch andere nicht auszulösen. –\n", "Woher, daß sie sich nicht auszulösen braucht? – Es heißt: auslösen werde ausgelöst; wen andere auslösen müssen, muß auch sich selbst auslösen, und wen andere nicht auslösen müssen, braucht auch sich selbst nicht auszulösen. – Woher, daß andere sie nicht auszulösen brauchen? – Es heißt:17Ex. 34,20. jeden Erstgeborenen deiner Söhne sollst du auslösen, deiner Söhne und nicht deiner Töchter.\n", "Die Rabbanan lehrten: Wenn er selbst auszulösen ist und sein Sohn auszulösen ist, so geht er seinem Sohne vor; R. Jehuda sagt, sein Sohn gehe ihm vor, denn für ihn selbst obliegt das Gebot seinem Vater, für seinen Sohn aber obliegt das Gebot ihm.\n", "R. Jirmeja sagte: Alle stimmen überein,\n" ], [ "daß, wenn nur fünf Sela͑18Der Betrag der Auslösung; cf. Num. 16. vorhanden sind, er seinem Sohne vorgehe, weil das ihn selbst betreffende Gebot bevorzugter ist, sie streiten nur über den Fall, wenn für fünf veräußerte Güter19Güter, worauf er anderen Geld schuldet. und für fünf freie vorhanden sind. ", "R. Jehuda ist der Ansicht, das in der Tora genannte Darlehen20Die Zahlung des Lösegeldes an den Priester. gleicht dem Darlehen auf einen Schuldschein, somit löse er mit den fünf seinen Sohn aus, und für ihn fordere der Priester21Da ein Darlehen auf einen Schuldschein von verkauften Gütern eingefordert werden kann. die fünf veräußerten ein; ", "die Rabbanan aber sind der Ansicht, das in der Tora genannte Darlehen gleiche nicht dem Darlehen auf einen Schuldschein, daher ist22Da das Lösegeld für nur einen vorhanden ist. das ihn selbst betreffende Gebot bevorzugter. ", "Die Rabbanan lehrten: Wenn er seinen Sohn auszulösen und zur Wallfahrt23An den 3 Festen des Jahres; cf. Ex. 17. zu gehen hat, so löse er zuerst seinen Sohn aus und gehe nachher zur Wallfahrt. R. Jehuda sagt, zuerst gehe er zur Wallfahrt und nachher löse er seinen Sohn aus, denn das eine ist ein vorübergehendes Gebot und das andere ist kein vorübergehendes Gebot. – ", "Allerdings gibt R. Jehuda seinen Grund an, was aber ist der Grund der Rabbanan? – In der Schrift heißt es [zuerst]: jeden Erstgeborenen deiner Söhne sollst da auslösen, und erst nachher: du sollst nicht leer vor mir erscheinen 24Diese Worte beziehen sich auf die Wallfahrt.. ", "Die Rabbanan lehrten: Woher, daß er, wenn er fünf Söhne von fünf Frauen hat, sie alle auslösen müsse? Es heißt: jeden Erstgeborenen deiner Söhne sollst du auslösen. – Selbstverständlich, die Schrift hat es ja von der Öffnung des Muttermundes25Die erste männliche Leibesfrucht ist auszulösen: cf. Ex. 13,2. abhängig gemacht!? – ", "Man könnte glauben, man folgere durch [das Wort] Erstgeburt26Das sowohl bei der Auslösung als auch beim Gesetze von der Erstgeburt (Dt. 21,17) gebraucht wird. von der Erbschaft, wie da der erste der Manneskraft, ebenso auch hierbei der erste der Manneskraft, so lehrt er uns. ", "«Die Tora zu lehren.» Woher dies? – Es heißt:27Dt. 11,19. ihr sollt sie eure Söhne lehren. Hat sein Vater sie ihn nicht gelehrt, so muß er selber sie lernen, denn es heißt: ihr sollt lernen 28Das W. ולמדתם wird defektiv geschrieben u. wird als Qal gelesen.. – ", "Woher, daß sie dazu nicht verpflichtet ist? – Es heißt: ihr sollt lehren, [und man lese:] ihr sollt lernen; wer zu lernen verpflichtet ist, ist auch zu lehren verpflichtet, und wer zu lernen nicht verpflichtet ist, ist auch zu lehren nicht verpflichtet. – ", "Woher, daß sie nicht zu lernen verpflichtet ist? – Es heißt: ihr sollt lehren, [und man lese:] ihr sollt lernen; wen andere lehren müssen, muß auch lernen, und den andere nicht lehren müssen, braucht auch nicht zu lernen. – Woher, daß andere sie nicht zu lehren brauchen? – Die Schrift sagt: ihr sollt sie eure Söhne lehren, eure Söhne und nicht eure Töchter. ", "Die Rabbanan lehrten: Wenn er zu lernen hat und sein Sohn zu lernen hat, so geht er seinem Sohne vor; R. Jehuda sagt, wenn sein Sohn tüchtig und begabt29Wörth salzig; wohl tropisch; an die Einwirkung des Salz- od. Phosphorgehaltes auf die Begabung dürften die Talmudisten kaum gedacht haben. ist und sein Studium ihm erhalten bleibt, gehe sein Sohn ihm vor. So sandte einst R. Aḥa b. Ja͑qob seinen Sohn R. Ja͑qob zu Abajje30Um bei ihm das Gesetz zu lernen., und als er bei seiner Rückkehr sah, daß seine Lehren nicht scharfsinnig waren, sprach er zu ihm: Ich bin bevorzugter als du; bleib du daheim und ich will hingehen. ", "Im Lehrhause31Die Lehr-u. Bethäuser befanden sich in der Regel außerhalb der Stadt. Abajjes war ein Dämon, sodaß, wenn sogar zwei [Personen], selbst am Tage, hineingingen, sie zu Schaden kamen, und als Abajje hörte, daß er komme, sagte er zu den Leuten, daß niemand ihm Aufnahme gewähre. Er dachte nämlich: es ist wahrscheinlich, daß ihm ein Wunder geschehen32Er wird dann gezwungen sein, im leer stehenden Lehrhause zu übernachten u. durch seine Frömmigkeit den Dämon unschädlich machen. werde. ", "Hierauf ging jener ins Lehrhaus und übernachtete da. [Der Dämon] erschien ihm dann als Drache mit sieben Köpfen, aber bei jeder Bückung33Bei der Verrichtung des Gebetes., die jener machte, fiel diesem ein Kopf ab. Am folgenden Tage sprach er zu ihnen: Wäre mir nicht ein Wunder geschehen, so würdet ihr mich in Gefahr gebracht haben. ", "Die Rabbanan lehrten: Hat er die Tora zu lernen und eine Frau zu nehmen, so lerne er zuerst die Tora und nachher nehme er eine Frau. Wenn er aber eine Frau nicht entbehren kann, so nehme er eine Frau und lerne nachher die Tora. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist, zuerst nehme man eine Frau und nachher lerne man die Tora. ", "R. Joḥanan sagte: Einen Mühlstein auf dem Halse34Die Sorge für Frau u. Kinder. und die Tora lernen!? Sie streiten aber nicht; das eine für uns, das andere für sie35Unter ‘uns’ sind die Babylonier u. unter ‘sie’ die Palästinenser zu verstehen. R. Joḥanan lebte in Palästina, wo die Juden durch den Druck der Römer in ihrem Lebensunterhalte sehr beschränkt waren; bedeutend besser war ihre Lage in Babylonien, der Heimat R. Jehudas.. ", "R. Ḥisda lobte R. Hamnuna vor R. Hona, daß er ein bedeutender Mann sei. Da sprach er zu ihm: Wenn du ihn triffst, bring ihn zu mir. Als jener hierauf zu ihm kam, sah dieser, daß er kein Sudarium36Ein Tuch (der sog. Gebetmantel), das Verheiratete auf dem Kopfe, über den ganzen Körper nachhängend, zu tragen pflegten. um hatte. Da sprach er zu ihm: Weshalb hast du kein Sudarium um? Jener erwiderte: Ich bin unverheiratet. Da wandte er sein Gesicht von ihm ab und sprach zu ihm: Achte, du siehst mein Gesicht nicht eher, als bis du verheiratet bist. ", "R. Hona vertritt hierbei seine Ansicht, denn er sagte, wer zwanzig Jahre alt ist und unverheiratet, lebe in der Sünde. – In der Sünde, wie kommst du darauf!? – Sage vielmehr, in sündhaften Gedanken. ", "Raba sagte, und dasselbe wurde in der Schule R. Jišma͑éls gelehrt: Bis zum zwanzigsten Lebensjahre wartet der Heilige, gepriesen sei er, dem Menschen, daß er sich verheiraten werde; hat er das zwanzigste Jahr erreicht und nicht geheiratet, so spricht er: Schwinden möge sein Geist37So richt, nach einer Handschrift; statt עצמותיו ist עצמו zu lesen; cf. Syn. Fol. 97b.. ", "R. Ḥisda sagte: Daß ich meinen Genossen überlegen bin, kommt daher, weil ich mit sechzehn geheiratet habe, und hätte ich mit vierzehn geheiratet," ], [ "so würde ich zum Satan gesagt haben: ein Pfeil in deine Augen! Raba sprach zu R. Nathan b. Ami: Solange noch deine Hand auf dem Halse deines Sohnes38Sc. verheirate ihn; später gehorcht er nicht mehr.ruht; von sechzehn bis zweiundzwanzig,\n", "und manche sagen, von achtzehn bis vierundzwanzig. [Hierüber streiten] Tannaím. 39Pr. 22,6.Erziehe den Knaben nach seiner Art. R. Jehuda und R. Neḥemja [streiten hierüber]; einer sagt von sechzehn bis zweiundzwanzig, und einer sagt, von achtzehn bis vierundzwanzig.\n", "Wie weit ist man seinen Sohn die Tora zu lehren verpflichtet? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Wie beispielsweise Zebulun, den Sohn Dans, den sein Vatersvater die Schrift, Mišna, Talmud, Halakha und Agada lehrte. Man wandte ein: Hat er ihn die Schrift gelehrt, so braucht er ihn nicht die Mišna zu lehren, und hierzu sagte Raba, unter Schrift sei die Tora40Nur der Pentateuch u. nicht die übrigen biblischen Bücher.zu verstehen!? –\n", "Wie Zebulun, den Sohn Dans, und nicht wie Zebulun, den Sohn Dans. Wie Zebulun, den Sohn Dans, den sein Vatersvater lehrte41Die Frage ‘wie weit’ ist zu verstehen: bis zu welcher Generation., und nicht wie Zebulun, den Sohn Dans, denn diesen lehrte er die Schrift, Mišna, Talmud, Halakha und Agada, während [die Pflicht] sich nur auf die Schrift erstreckt. –\n", "Ist der Großvater denn dazu verpflichtet, es wird ja gelehrt: Ihr sollt sie eure Söhne lehren, nicht aber die Söhne eurer Söhne. Wieso aber halte ich aufrecht [den Vers:]42Dt. 4,9.du sollst sie kund tun deinen Söhnen und den Söhnen deiner Söhne? Dies besagt dir, daß, wenn jemand seinen Sohn die Tora lehrt, die Schrift es ihm anrechnet, als hätte er sie ihn gelehrt, dessen Sohn und den Sohn des Sohnes, bis ans Ende aller Geschlechter. –\n", "Er ist der Ansicht des Autors der folgenden Lehre: Ihr sollt sie eure Söhne lehren; ich weiß dies nur von Söhnen, woher dies von Söhnen der Söhne? Es heißt: du sollst sie kund tun deinen Söhnen und den Söhnen deiner Söhne. Weshalb heißt es demnach: eure Söhne? Eure Söhne und nicht eure Töchter.\n", "R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Wer den Sohn seines Sohnes die Tora lehrt, dem rechnet die Schrift es an, als hätte er sie vom Berge Sinaj in Empfang genommen, denn es heißt: du sollst sie kund tun deinen Söhnen und den Söhnen deiner Söhne, und darauf folgt:43Ib. V. 10.den Tag, an dem du vor dem Herrn, deinem Gott, am Ḥoreb gestanden hast.\n", "Einst traf R. Ḥija b. Abba den R. Jehošua͑ b. Levi, der ein Tuch44Od. Laken; so nach Raschi.über den Kopf geworfen45Aus Eile unterließ er, eine richtige Kopfbedeckung zu nehmen.hatte und einen Knaben in die Schule führte; da sprach er zu ihm: Was soll dies!? Dieser erwiderte: Nicht gering ist das, was geschrieben steht: du sollst sie kund tun deinen Söhnen, und darauf folgt: den Tag, an dem du vor dem Herrn, deinem Gott, am Ḥoreb gestanden hast. Von da ab aß R. Ḥija b. Abba nicht eher seinen Morgenimbiß46Eigentl. Fleischschnitte, wie solche morgens gegessen wurde., als bis er einen Knaben47Wohl seinen Sohn.in der Schrift unterrichtet und hinzugefügt48Dh. er wiederholte mit ihm das gestrige Pensum u. lehrte ihn einen neuen Abschnitt.hatte. Rabba b. R. Hona aß nicht eher seinen Morgenimbiß, als bis er einen Knaben in das Lehrhaus gebracht hatte.\n", "R. Saphra sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Ḥananja: Es heißt:49Dt, 6,7.Du sollst sie deinen Söhnen einschärfen; man lese nicht ‘einschärfen’50Das W. ושננתם wird V.שנה, wiederholen, abgeleitet., sondern ‘verdreifachen’.\n", "Man teile seine Jahre in drei Teile: ein Drittel [befasse man sich] mit der Schrift, ein Drittel mit der Mišna und ein Drittel mit dem Talmud. – Weiß man denn, wie lange man leben wird!? – Gemeint sind die [einzelnen] Tage.\n", "Die Alten heißen deshalb Sopherim51Schreiber, Gelehrte; der T. nimmt hier dieses Wort in seiner ursprünglichen Bedeutung (v. ספר, zählen), die Zählenden., weil sie alle Buchstaben der Tora zählten. Sie sagten: das Vav im [Worte] gaḥon52Lev. 11,42.ist die Hälfte53An diesem Buchstaben schließt die Hälfte ab.der Buchstaben der Tora; [die Worte]54Lev. 10,16.forschen forschte sind die Hälfte der Worte; [der Vers]55Ib. 13.33.er schere sich [ist die Hälfte] der Verse. Das A͑jin in jaa͑r [im Verse]:56Ps. 80,14.es frißt ihn ab das Schwein im Walde [jaa͑r], ist die Hälfte57Der Buchstaben.[des Buches] der Psalmen; [der Vers:]58Ps. 78,38.er ist barmherzig und vergibt die Sünde, ist die Hälfte der Verse.\n", "R. Joseph fragte: Gehört das Vav [im Worte] gaḥon zu der einen oder zu der anderen Hälfte? Sie erwiderten ihm: Hole man doch eine Torarolle und zähle nach. So sagte auch Rabba b. Bar Ḥana, daß sie von da nicht wichen, als bis sie eine Torarolle holten und sie zählten. Dieser entgegnete: Jene waren kundig in der defekten und vollen [Schreibweise der Worte], wir aber sind darin nicht kundig59Nicht einmal die Anzahl der Buchstaben ist festzustellen..\n", "R. Joseph fragte ferner: Gehört [der Vers] er schere sich zu der einen oder zu der anderen Hälfte? Abajje sprach zu ihm: Die Schriftverse können wir ja zählen. – Auch in den Schriftversen sind wir nicht kundig. Als R. Aḥa b. Ada kam, sagte er, daß sie im Westen folgenden Vers in drei Verse teilen:60Dt. 19,9.Der Herr sprach zu Moše: Siehe, ich komme zu dir in dichtem Gewölk.\n", "Die Rabbanan lehrten: Achttausendachthundertachtundachtzig61Die kursierenden Ausgaben haben 5888, jed. mit der bekannten masoretischen Zählung ebenfalls nicht übereinstimmend. Noch auffallender ist die Angabe, daß die Verse der Psalmen u. der Chronica mit denen des Pentateuches nahezu übereinstimmen, während nach der masoret. Verstrennung die Psalmen nur ungefähr die Hälfte u. die Chronica nicht viel mehr als ein Viertel enthalten. Hier handelt es sich wohl um eine ganz andere, jetzt nicht mehr bekannte Verstrennung.Verse hat die Tora; acht mehr haben die Psalmen, acht weniger haben die Chronica.\n", "Die Rabbanan lehrten: Du sollst sie einschärfen, die Worte müssen in deinem Munde geschärft sein; wenn jemand dich etwas fragt, so sage es ihm nicht stotternd, sondern antworte ihm sofort, denn es heißt:\n" ], [ "62Pr. 7,4.sprich zur Weisheit: du bist meine Schwester63Die man genau kennt.&c. Ferner heißt es: 64Ps. 7,3.binde sie an deine Finger, schreibe sie auf die Tafel deines Herzens. Ferner heißt es:65Ps. 127,4.wie die Pfeile in des Helden Hand, so die Söhne der Jugend. Ferner heißt es:66Ib. 120,4.die Pfeile des Helden sind geschärft. Ferner heißt es:67Ib.45,6.deine Pfeile sind geschärft, Völker fallen unter dir. Ferner heißt es:68Ib. 127,5.heil dem Manne, der mit ihnen seinen Köcher gefüllt hat; sie werden nicht zu Schanden, wenn sie mit den Feinden am Tore reden. –\n", "Was heißt: mit den Feinden am Tore? R. Ḥija b. Abba erwiderte: Selbst Vater und Sohn, Lehrer und Schüler werden Feinde, wenn sie sich mit der Tora am Tore befassen69Einander in der Gesetzeskunde bekämpfen., doch weichen sie nicht von da, bis sie Freunde werden, denn es heißt 70Num. 21,14.vaheb [Freundschaft] in Supha, und man lese nicht supha, sondern sopha [am Ende].\n", "Die Rabbanan lehrten: Es heißt:71Dt. 11,18.vesamtem, [legt sie], und man lese: sam tam [vollkommene Mixtur], denn die Tora wird mit einer Mixtur des Lebens verglichen. Gleich einem Menschen, der, nachdem er seinem Sohne einen starken Schlag versetzt hat, ihm ein Pflaster auf die Wunde legt und zu ihm spricht: Mein Sohn, solange das Pflaster auf deiner Wunde ist, iß, was dir schmeckt, trink, was dir schmeckt, bade warm und kalt, und du brauchst nichts zu fürchten; wenn du es aber entfernst, so wächst wildes Fleisch hervor.\n", "Ebenso sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu Jisraél: Meine Kinder, ich habe den bösen Trieb erschaffen, und ich habe die Tora als Mittel gegen ihn erschaffen; wenn ihr euch mit der Tora befasset, so werdet ihr nicht in seine Hand ausgeliefert, wie es heißt:72Gen. 4,7.wenn du gut handelst, wirst du dich erheben,\n", "und wenn ihr euch mit der Tora nicht befasset, so werdet ihr in seine Hand ausgeliefert, wie es heißt:72Gen. 4,7.an der Tür lauert die Sünde. Und nicht nur das, sogar seine ganze Beschäftigung ist nur mit dir, wie es heißt:72Gen. 4,7.nach dir ist sein Verlangen. Wenn du aber willst, kannst du über ihn herrschen, wie es heißt: 72Gen. 4,7.du wirst über ihn herrschen.\n", "Die Rabbanan lehrten: Unerträglich ist der böse Trieb, daß sogar sein Schöpfer ihn böse nennt, denn es heißt:73Ib. 8,21.denn böse ist der Trieb des Menschenherzens von Jugend auf. R. Jiçḥaq sagte: Der böse Trieb des Menschen erneuert sich tagtäglich gegen ihn, denn es heißt:74Ib. 6,5.nur schlecht den ganzen Tag.\n", "Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Der böse Trieb des Menschen übermächtigt sich seiner tagtäglich gegen ihn und trachtet ihn zu töten, denn es heißt:75Ps. 37,32.der Frevler lauert auf den Gerechten und trachtet ihn zu töten, und wenn der Heilige, gepriesen sei er, ihm nicht beistehen würde, könnte er sich seiner nicht erwehren, denn es heißt:76Ib. V. 33.der Herr läßt ihn nicht in seine Hand geraten.\n", "In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Mein Sohn, begegnet dir dieses Scheusal, so schleppe ihn ins Lehrhaus mit; ist er Stein, so wird er zerrieben, ist er Eisen, so wird er zersplittert, denn es heißt: 77Jer. 23,29.so sind meine Worte wie Feuer, Spruch des Herrn, wie der Hammer Felsen zersplittert. Ist er Stein, so wird er zerrieben, denn es heißt:78Jes. 55,1.auf, ihr Durstigen alle, kommt zum Wasser, und ferner heißt es:79Ij. 14,19.wie Wasser Steine zerreibt.\n", "«Zu verheiraten.» Woher dies? – Es heißt:80Jer. 29,6.nehmet Weiber und zeuget Söhne und Töchter, und nehmet Weiber für eure Söhne und eure Töchter gebt Männern. –\n", "Allerdings liegt es hinsichtlich seines Sohnes in seiner Hand, aber liegt es denn hinsichtlich seiner Tochter in seiner Hand!? – Er meint es wie folgt: man gebe ihr etwas mit und kleide sie und hülle sie, damit Leute sich um sie bewerben.\n", "«Ein Handwerk zu lehren.» Woher dies? Ḥizqija erwiderte: Die Schrift sagt:81Ecc. 9,9.genieße das Leben82Nach dem T. sorge für Lebensunterhalt.mit dem Weibe, das du liebst; ist darunter ein wirkliches Weib zu verstehen, so ist er, wie er ihn zu verheiraten verpflichtet ist, ebenso verpflichtet, ihn ein Handwerk zu lehren, und ist darunter die Tora zu verstehen, so ist er, wie er ihn die Tora zu lehren verpflichtet ist, ebenso verpflichtet, ihn ein Handwerk zu lehren.\n", "«Manche sagen, auch das Schwimmen.» Aus welchem Grunde? – Zu seiner Lebensrettung.\n", "«R. Jehuda sagt: Wer ihn kein Handwerk lehrt, lehrt ihn plündern. – Plündern, wie kommst du darauf!? – Es ist vielmehr ebenso, als würde er ihn plündern lehren.» –\n", "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Wenn er ihn Handel gelehrt hat83Nach dem ersten Autor ist dies genügend, nach RJ. dagegen nicht, da ihm das Betriebskapital fehlen könnte..\n", "ZU ALLEN GEBOTEN DES VATERS FÜR DEN SOHN &C. Was heißt: zu allen Geboten des Vaters für den Sohn; wollte man sagen, alle Gebote, die der Vater für seinen Sohn auszuüben verpflichtet ist, wieso sind demnach Frauen verpflichtet, es wird ja gelehrt, der Vater sei seinem Sohne verpflichtet, ihn zu beschneiden und auszulösen; nur der Vater und nicht die Mutter!?\n", "R. Jehuda erwiderte: Er meint es wie folgt: zu allen Geboten des Vaters, die dem Sohne seinem Vater gegenüber obliegen, sind sowohl Männer als auch Frauen verpflichtet. Unsere Mišna lehrt das, was die Rabbanan lehrten:84Lev. 19,3.Mann, ich weiß dies nur vom Manne, woher dies von der Frau? Wenn es heißt: sollt ihr fürchten, so sind darunter beide zu verstehen.\n", "Weshalb heißt es demnach Mann? Ein Mann ist in der Ausführung unbehindert, eine Frau ist in der Ausführung nicht unbehindert, weil sie anderen unterworfen ist. R. Idi b. Abin sagte im Namen Rabhs: Ist sie geschieden, so sind beide gleich.\n", "Die Rabbanan lehrten: Es heißt:85Ex. 20,12.ehre deinen Vater und deine Mutter, und es heißt:86Pr. 3,9.ehre den Herrn mit deinem Gute; die Schrift hat somit die Ehrung von Vater und Mutter mit der Ehrung Gottes verglichen.\n", "Es heißt: jeder Mann, Mutter und Vater sollt ihr fürchten, und es heißt: 87Dt. 6,13.den Herrn, deinen Gott, sollst du fürchten und ihm sollst du dienen; die Schrift hat somit die Furcht vor Vater und Mutter mit der Furcht vor Gott verglichen.\n", "Es heißt:88Ex. 21,17.wer Vater und Mutter flucht, soll getötet werden, und es heißt:89Lev. 24,15.jeder, der seinem Gotte flucht, trage seine Sünde; die Schrift hat somit das Fluchen von Vater und Mutter mit dem Fluchen Gottes verglichen. Hinsichtlich des Schlagens90Von Vater u. Mutter; cf. Ex. 21,15.aber ist [ein Vergleich] entschieden nicht möglich.\n", "Dies ist auch erklärlich, denn sie alle drei sind an ihm beteiligt. Die Rabbanan lehrten: Drei Teilhaber sind am Menschen91An seiner Erschaffung.[beteiligt]: der Heilige, gepriesen sei er, sein Vater und seine Mutter. Wenn der Mensch seinen Vater und seine Mutter ehrt, spricht der Heilige, gepriesen sei er: ich rechne es ihnen an, als würde ich unter ihnen gewohnt und sie mich geehrt haben.\n", "Es wird gelehrt: Rabbi sagte: Offenbar und bekannt ist es dem, der gesprochen hat und die Welt geworden, daß der Sohn seine Mutter mehr ehrt als seinen Vater, weil sie ihn mit Worten kost, daher hat der Heilige, gepriesen sei er, die Ehrung des Vaters der Ehrung der Mutter vorangesetzt.\n" ], [ "Ferner ist es offenbar und bekannt dem, der gesprochen hat und die Welt geworden, daß ein Sohn seinen Vater mehr fürchtet als seine Mutter, weil er ihn die Tora lehrt, daher hat der Heilige, gepriesen sei er, die Furcht vor der Mutter der Furcht vor dem Vater vorangesetzt.\n", "Ein Jünger rezitierte vor R. Naḥman: Wenn ein Mensch seinen Vater und seine Mutter kränkt, so spricht der Heilige, gepriesen sei er: gut, daß ich nicht unter ihnen wohne; wohnte ich unter ihnen, so würden sie auch mich kränken. R. Jiçḥaq sagte: Wenn jemand heimlich eine Sünde begeht, so ist es ebenso, als würde er die Füße der Göttlichkeit92Wenn er eine Sünde heimlich begeht, so glaubt er nicht, daß die Göttlichkeit, mit den Füßen nach unten, über ihm weilt.zurückdrängen, denn es heißt:93Jes. 66,1.so spricht der Herr, der Himmel ist mein Stuhl und die Erde meiner Füße Schemel.\n", "R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Es ist dem Menschen verboten, vier Ellen in aufgerichteter Haltung zu gehen, denn es heißt:94Ib. 6,3.die ganze Erde füllt seine Herrlichkeit. R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, ging keine vier Ellen mit entblößtem Haupte, denn er sagte: die Göttlichkeit ist über meinem Haupte.\n", "Der Sohn einer Witwe95Nach einer Handschrift: einer Geschiedenen; diese Lesart scheint auch wahrscheinlicher.fragte R. Elie͑zer: Wie ist es, wenn der Vater von mir verlangt, daß ich ihm Wasser zum Trinken reiche, und die Mutter von mir verlangt, daß ich ihr Wasser zum Trinken reiche: wer von ihnen geht vor? Dieser erwiderte: Laß die Ehrung deiner Mutter und übe die Ehrung deines Vaters, denn du und deine Mutter seid zur Ehrung deines Vaters verpflichtet. Als er hierauf zu R. Jehošua͑ kam, und dieser ihm dasselbe erwiderte,\n", "sprach er zu ihm: Meister, wie ist es, wenn sie geschieden sind? Dieser erwiderte: An deinen Augenwimpern ist zu sehen, daß du der Sohn einer Witwe bist; fülle ein Becken mit Wasser und gackre ihnen zu, wie den Hühnern96Abweisende od, ausweichende Antwort..\n", "U͑la der Große trug an der Tür des Fürsten vor: Es heißt:97Ps. 138,4.dir, Herr, huldigen alle Könige98So in den kursierenden Ausgaben nach dem masoret, Texte, in der Erstausgabe: alle Enden.der Erde, wenn sie die Worte deines Mundes hören; es heißt nicht: das Wort, sondern: die Worte. Als der Heilige, gepriesen sei er, sprach:99Ex. 20,2,3.ich bin, und: du sollst nicht haben, sagten die weltlichen Völker, er fordere es zu seiner eigenen Verherrlichung;\n", "als er aber darauf sprach:100Ib. V. 12.ehre deinen Vater und deine Mutter, traten sie zurück und bekannten sich auch zu den früheren Aussprüchen. Raba entnimmt dies aus folgendem:101Ps. 119,160.der Anfang deiner Worte ist Wahrheit; etwa nur der Anfang deiner Worte und nicht der Schluß deiner Worte? Vielmehr, aus dem Schlusse deiner Worte ist zu erkennen, daß der Anfang deiner Worte Wahrheit ist.\n", "Man fragte U͑la, wie weit die Ehrung von Vater und Mutter zu reichen habe, und er erwiderte ihnen: Geht und schaut, was ein Nichtjude in Ašqelon, namens Dama b. Nethina, für seinen Vater getan hat. Einst wollten die Weisen von ihm Waren bei einem Gewinne von sechzig Myriaden [kaufen]; der Schlüssel aber lag unter dem Kopfkissen seines Vaters, und er störte ihn nicht.\n", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Man fragte R. Elie͑zer, wie weit die Ehrung von Vater und Mutter zu reichen habe, und er erwiderte ihnen: Geht und schaut, was ein Nichtjude in Ašqelon, namens Dama b. Nethina, für seinen Vater getan hat. Einst wünschten die Weisen von ihm Edelsteine für das Schulterkleid102Des Hochpriesters.bei einem Gewinne von sechzig Myriaden, und wie R. Kahana lehrte, von achtzig Myriaden; der Schlüssel aber lag unter dem Kopfkissen seines Vaters, und er störte ihn nicht.\n", "Im folgenden Jahre gab ihm der Heilige, gepriesen sei er, seinen Lohn, indem ihm in seiner Herde eine rote Kuh103Cf. Num. 19,2ff. Wegen der mannigfachen Bedingungen, die bei dieser vorgeschrieben sind (cf. Par. Abschn. II), gehörte sie zur größten Seltenheit u. wurde hoch bezahlt.geboren wurde. Als die Weisen Jisraéls zu ihm kamen, sprach er zu ihnen: Ich weiß wohl, daß ihr, wenn ich von euch alles Geld der Welt verlangen würde, es mir geben würdet; ich verlange jedoch von euch nur den Betrag, den ich durch die Ehrung meines Vaters verloren habe.\n", "Hierzu sagte R. Ḥanina: Wenn der, dem es nicht geboten ist, so [belohnt wird], um wieviel mehr der, dem es geboten ist und es befolgt. R. Ḥanina sagte nämlich: Bedeutender ist der, dem etwas geboten ist und es tut, als der, dem es nicht geboten ist und es tut.\n", "R. Joseph104Er war blind.sagte: Früher sagte ich: wenn mir jemand sagt, die Halakha sei wie R. Jehuda, welcher sagt, ein Blinder sei von den Geboten befreit, so gebe ich den Gelehrten ein Fest, denn ich bin zu diesen nicht verpflichtet und übe sie doch; nachdem ich aber das gehört habe, was R. Ḥanina gesagt hat, daß nämlich derjenige, dem es geboten ist und es tut, bedeutender sei als der, dem es nicht geboten ist und es tut, gebe ich, wenn jemand mir sagt, die Halakha sei nicht wie R. Jehuda, den Gelehrten ein Fest.\n", "Als R. Dimi kam, erzählte er: Einst saß er105Der oben genannte Dama b. Nethina.mit goldgewirktem Seidengewande bekleidet unter den Vornehmen Roms; da kam seine Mutter, riß es ihm herunter, schlug ihn aufs Haupt und spie ihm ins Gesicht; er aber beschämte sie nicht.\n", "Abimi, der Sohn R. Abahus, lehrte: Mancher gibt seinem Vater Fasanen zu essen, und doch bringt dies ihn aus der Welt, und mancher läßt ihn in der Mühle mahlen,\n" ], [ "und doch bringt dies ihn zum Leben der zukünftigen Welt106Es kommt ganz auf die Behandlung u. die Absicht an..\n", "R. Abahu sagte: Mein Sohn Abimi beispielsweise hat das Gebot der Ehrung ausgeübt. Fünf ordinierte Söhne hatte Abimi bei Lebzeiten seines Vaters, doch lief er, wenn R. Abahu kam und an die Tür klopfte, diese öffnen, indem er rief: ja, ja, ich komme.\n", "Eines Tages verlangte er von ihm, daß er ihm Wasser zum Trinken reiche, und während er es ihm holte, schlummerte dieser ein; da bückte er sich und stand vor ihm, bis er erwachte. Währenddessen glückte ihm die Auslegung [des Psalms]107Ps. 79,1.ein Psalm Asaphs108Den er vorher nicht verstanden hatte..\n", "R. Ja͑qob b. Abuha sprach zu Abajje: Mir zum Beispiel hält, wenn ich aus dem Lehrhause komme, mein Vater einen Becher vor und meine Mutter schenkt mir ein; was habe ich zu tun? Dieser erwiderte: Von deiner Mutter nimm es an, von deinem Vater nimm es nicht an, denn dies könnte, da er Gelehrter ist, ihn betrüben.\n", "R. Tryphon hatte eine alte Mutter, und wenn sie ins Bett steigen wollte, bückte er sich und sie stieg auf ihn hinauf. Als er ins Lehrhaus kam und sich damit rühmte, sprachen sie zu ihm: Noch hast du die Hälfte [der Pflicht] der Ehrung nicht erfüllt; hat sie etwa in deiner Gegenwart einen Geldbeutel ins Meer geworfen, ohne daß du sie beschämt hast!?\n", "Wenn R. Joseph die Schritte seiner Mutter hörte, sprach er: Ich will vor der Göttlichkeit aufstehen, die da kommt. R. Joḥanan sagte: Heil dem, der sie nicht gesehen109Da es gar nicht möglich ist, den Eltern genügend Ehrfurcht zu erweisen.hat. Während der Schwangerschaft [der Mutter] R. Joḥanans starb sein Vater, nach seiner Geburt starb seine Mutter. Ebenso geschah es bei Abajje. – Dem ist ja aber nicht so, Abajje pflegte ja zu sagen: meine Mutter sagte mir!? – Es war seine Pflegemutter110Od. Erzieherin; Mitteilungen A.s im Namen seiner Mutter kommen im T. sehr oft vor, deshalb von mir überall mit ‘Mutter’ ohne Possessivpronomen übersetzt..\n", "R. Asi hatte eine alte Mutter. Einst sagte sie zu ihm, sie wolle Schmucksachen; da fertigte er ihr solche. – Ich möchte einen Mann haben. – Wir wollen einen suchen. – Ich möchte einen Mann haben, der so schön ist, wie du. Da verließ er sie und ging nach dem Jisraéllande.\n", "Als er hierauf hörte, daß sie ihm nachfolge, kam er zu R. Joḥanan und fragte ihn, ob man aus dem Jisraéllande nach dem Auslande gehen dürfe. Dieser erwiderte, es sei verboten. – Wie ist es, wenn zum Empfange einer Mutter? Da erwiderte er etwas ärgerlich111So nach der Erstausgabe. Nach den kursierenden Ausgaben: er wartete ein wenig. Ex. 20,12.: Ich weiß es nicht. Als er hierauf wiederum zu ihm kam, sprach er: Asi, du bist nun entschlossen fortzugehen; Gott bringe dich in Frieden zurück.\n", "Hierauf kam er zu R. Elea͑zar und sprach zu ihm: Er ist, behüte und bewahre, vielleicht böse. Dieser fragte: Was sagte er zu dir? Jener erwiderte: Gott bringe dich in Frieden zurück. Dieser entgegnete: Wäre er böse, würde er dich nicht gesegnet haben. Währenddessen hörte er den Sarg112Seiner Mutter, die auf der Reise starb.kommen. Da sprach er: Hätte ich dies geahnt, würde ich nicht hinausgegangen sein.\n", "Die Rabbanan lehrten: Er ehre ihn113Der Sohn seinen Vater.bei Lebzeiten und er ehre ihn nach seinem Tode. Auf welche Weise bei Lebzeiten? Wenn man im Orte die Worte seines Vaters achtet, so sage er nicht: sendet mich meinetwegen, fertigt mich schnell ab meinetwegen, entlaßt mich meinetwegen, sondern bei allem: wegen meines Vaters.\n", "Auf welche Weise nach seinem Tode? Wenn er eine aus seinem Munde herrührende Lehre vorträgt, so sage er nicht: so sagte mein Vater, sondern: so sagte mein Vater und Meister, für dessen Lager ich eine Sühne sei. Dies nur innerhalb der zwölf114Nach seinem Tode; während dieser Zeit werden die Seelen der Toten im Fegefeuer geläutert.Monate, von da ab sage er: sein Andenken zum Segen, zum Leben in der zukünftigen Welt.\n", "Die Rabbanan lehrten: Der Gelehrte ändere115Wenn er beim Vortrag seinen Vater zitiert.den Namen seines Vaters116Statt seinen Namen zu nennen, gebrauche er die oben genannte Formel.und den Namen seines Lehrers; der Dolmetsch ändere weder den Namen seines Vaters noch den Namen seines Lehrers. Wessen Vaters, wenn etwa des Vaters des Dolmetsch’, so ist er ja ebenfalls dazu verpflichtet!?\n", "Vielmehr, erklärte Raba, den Namen des Vaters des Gelehrten und den Namen des Lehrers des Gelehrten. So pflegte Mar, Sohn des R. Aši, beim Vortrage zu sagen: mein Vater und Meister sagte, sein Dolmetsch aber pflegte zu sagen : R. Aši sagte.\n", "Die Rabbanan lehrten : Was heißt [Ehr]furcht und was heißt Ehrung? [Ehr]furcht: er stehe nicht auf seinem Platze, er sitze nicht auf seinem Platze, ex widerspreche ihm nicht und er überstimme ihn117Bei einer Meinungsverschiedenheit zwischen seinem Vater u. einem anderen.nicht. Ehrung: er speise ihn, tränke ihn, kleide ihn, hülle ihn und führe ihn ein und aus.\n", "Sie fragten: Aus wessen Mitteln?\n" ], [ "R. Jehuda sagt, aus des Sohnes, R. Nathan b. Oša͑ja sagt, aus des Vaters. Die Rabbanan entschieden dem R. Jirmeja, und manche sagen, dem Sohne R. Jirmejas, nach der Ansicht dessen, welcher sagt, aus des Vaters.\n", "Man wandte ein: Es heißt:118Ex. 20,12.ehre deinen Vater und deine Mutter, und es heißt:119Pr. 3,9.ehre den Herrn mit deinem Gute; wie dies mit Geldverlust, ebenso auch jenes mit Geldverlust. Welchen Verlust hat er dadurch, wenn man aus des Vaters sagt!? – Die Arbeitsversäumnis. –\n", "Komm und höre: Zwei Brüder, zwei Gesellschafter, Vater und Sohn oder Lehrer und Schüler dürfen für einander den zweiten Zehnten auslösen120Mit eigenem Gelde, ohne das Fünftel hinzufügen zu müssen, wie dies beim Eigentümer selbst der Fall ist.und an einander den Armenzehnten entrichten.\n", "Wenn man nun aus des Sohnes sagt, so ergibt es sich ja, daß er seine Schuld121Die Ernährung des Vaters.mit dem [Gute] der Armen bezahlt!? – Dies gilt vom Überschusse122Der zur unbedingten Ernährung seines Vaters nicht mehr nötig ist.. –\n", "Wieso wird demnach hierzu gelehrt: R. Jehuda sagte, Fluch komme über den, der seinen Vater mit dem Armenzehnten ernährt; wenn den Überschuß, so ist ja nichts dabei!? – Dies ist dennoch entwürdigend. –\n", "Komm und höre: Man fragte R. Elie͑zer, wie weit die Ehrung von Vater und Mutter zu reichen habe, und er erwiderte: Soweit, daß, wenn dieser vor ihm einen Geldbeutel ins Meer wirft, er ihn nicht beschäme. Was verliert er dabei, wenn man aus des Vaters123Dies müßte demnach von dem Falle gelten, wenn der Geldbeutel dem Vater gehört.sagt!? – Wenn er Anwartschaft hat, ihn zu beerben.\n", "So zerriß einst Rabba b. R. Hona Seidengewand er in Gegenwart seines Sohnes Rabba, indem er sagte: ich will sehen, ob er zornig werden wird oder nicht. – Er übertrat ja, da dieser zornig werden könnte, [das Verbot]:124Lev. 19,14.du sollst vor einem Blinden keinen Anstoß legen!? – Er hatte auf seine Ehrung verzichtet. –\n", "Er übertrat ja [das Verbot]:125Dt. 20,19.du sollst nicht verderben!? – Er tat dies an den Nähten. – Vielleicht ward er deshalb nicht zornig!? – Er tat es während seines Zornes126Sodaß er dies nicht merkte..\n", "R. Jeḥezqel lehrte seinen Sohn Rami: Wenn zu Verbrennende127Wenn Delinquenten, die durch Verbrennen hinzurichten sind, unter solche, die durch Steinigung hinzurichten sind, gekommen sind, dh. wenn letztere mehr sind; cf. Syn. Fol. 79b.unter zu Steinigende, so werden alle, wie R. Šimo͑n sagt, durch Steinigung hingerichtet, weil die Verbrennung eine schwerere [Todesart] ist.\n", "Da sprach sein Sohn R. Jehuda zu ihm: Vater, lehre nicht so; dies128Daß sie durch Steinigung hinzurichten sind.brauchte ja nicht mit der Schwere der Verbrennung begründet zu werden, es sollte schon aus dem Grunde erfolgen, weil die meisten zu Steinigende sind. Lehre vielmehr wie folgt: wenn zu Steinigende unter zu Verbrennende129Obgleich die letzteren mehr sind, werden sie dennoch durch Steinigung hingerichtet.. –\n", "Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: die Weisen sagen, sie seien durch Verbrennung hinzurichten, weil die Steinigung eine schwerere [Todesart] ist. Dies braucht ja nicht mit der Schwere der Steinigung begründet zu werden, es sollte schon aus dem Grunde erfolgen, weil die meisten zu Verbrennende sind!?\n", "Jener erwiderte: Dies entgegneten130Jedoch nicht als Begründung.die Rabbanan dem R.Šimo͑n: du sagst, die Verbrennung sei eine schwere [Todesart]; nein, die Steinigung ist eine schwerere.\n", "Da sprach Šemuéls zu R. Jehuda: Scharfsinniger, sprich nicht so zu deinem Vater, denn es wird gelehrt: Wenn sein Vater Worte der Tora übertreten hat, so sage er zu ihm nicht: Vater, du hast Worte der Tora übertreten, vielmehr sage er zu ihm: Vater, in der Tora aber heißt es so. – [Auch wenn er sagt:] in der Tora aber heißt es so, kränkt er ihn ja!? – Vielmehr, er sage zu ihm: in der Tora befindet sich folgender Schriftvers131Ohne ihm direkt zu sagen, daß er sich geirrt habe..\n", "Elea͑zar b. Mathja sagte: Wenn mein Vater [zu mir] sagt, daß ich ihm Wasser zum Trinken reiche, und ich ein Gebot auszuüben habe, so lasse ich die Ehrung des Vaters und übe das Gebot aus, denn ich und mein Vater sind zur Ausübung des Gebotes verpflichtet. Isi b. Jehuda sagte: Wenn das Gebot durch andere ausgeübt werden kann, so mag es durch andere ausgeübt werden, und er begebe sich zur Ehrung seines Vaters. R. Mathna sagte: Die Halakha ist wie Isi b. Jehuda.\n", "R. Jiçḥaq b. Šila sagte im Namen R. Mathnas im Namen R. Ḥisdas: Wenn ein Vater auf seine Ehrung verzichtet, so ist sein Verzicht gültig, wenn aber ein Lehrer auf seine Ehrung verzichtet, so ist sein Verzicht nicht gültig.\n", "R. Joseph aber sagte, auch wenn ein Lehrer auf seine Ehrung verzichtet, sei sein Verzicht gültig, denn es heißt:132Ex. 13,21.und der Herr ging vor ihnen am Tage. Raba sprach: Es ist ja nicht gleich; allerdings konnte der Heilige, gepriesen sei er, da die Welt sein ist und die Tora sein ist, auf seine Ehrung verzichten,\n" ], [ "aber ist denn hierbei die Tora sein133Des Gelehrten; die ihm gebührende Ehrung wird nicht ihm, sondern seiner Gesetzeskunde erwiesen.!? Später sagte Raba: Freilich ist die Tora sein, denn es heißt:134Ps. 1,2.und über seine Lehre sinnt er Tag und Nacht. –\n", "Dem ist ja aber nicht so, als Raba bei der Hochzeit seines Sohnes einschenkte und R. Papa und R. Hona einen Becher reichte, und sie vor ihm aufstanden, und R. Mari und R. Pinḥas, dem Sohne R. Ḥisdas, und sie vor ihm nicht aufstanden, nahm er es übel135Obgleich er dadurch, daß er sie bediente, auf seine Ehrung verzichtet hatte.und sprach: Sind etwa diese Gelehrte und jene keine Gelehrten!?\n", "Und als R. Papa bei der Hochzeit seines Sohnes Abba Mar einschenkte und R. Jiçḥaq, dem Sohne R. Jehudas, einen Becher reichte, und dieser vor ihm nicht aufstand, nahm er es übel!? – Immerhin sollten sie ihm Achtung erwiesen haben.\n", "R. Aši sagte: Selbst nach demjenigen, welcher sagt, wenn ein Lehrer auf seine Ehrung verzichtet, sei der Verzicht gültig, ist, wenn der Fürst auf seine Ehrung verzichtet, sein Verzicht nicht gültig. Man wandte ein: Einst waren R. Elie͑zer, R. Jehošua͑ und R. Çadoq beim Hochzeitsmahle des Sohnes R. Gamliéls, und R. Gamliél136Dieser war Fürst.stand vor ihnen und schenkte ein. Er reichte R. Elie͑zer einen Becher, und dieser nahm ihn nicht, er reichte ihn R. Jehošua͑, und dieser nahm ihn wohl. Da sprach R. Elie͑zer zu ihm: Was soll dies, Jehošua͑, wir sitzen und lassen Gamliél Berabbi vor uns stehen und einschenken!?\n", "Dieser erwiderte: Wir finden einen, der größer war als er, und andere bediente. Abraham war größer als er, und er bediente andere. Abraham war der größte des Zeitalters, und von ihm heißt es:137Gen. 18,8.er stand vor ihnen. Vielleicht glaubst du, sie erschienen ihm als Dienstengel, so ist dem nicht so, sie erschienen ihm als Araber138Cf. Bm. Fol. 86b.. Weshalb soll nun R. Gamliél nicht vor uns stehen und uns einschenken!?\n", "Hierauf sprach R. Çadoq zu ihnen: Wie lange noch wollt ihr die Ehre Gottes lassen und euch mit der Ehre von Menschen befassen. Der Heilige, gepriesen sei er, läßt Winde wehen, Wolken aufsteigen, Regen fallen, die Erde sprossen und richtet jedem eine Tafel her; weshalb soll nun Gamliél Berabbi nicht vor uns stehen und einschenken. –\n", "Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: R. Aši sagte: Selbst nach demjenigen, welcher sagt, wenn ein Fürst auf seine Ehrung verzichtet, sei der Verzicht gültig, ist, wenn ein König auf seine Ehrung verzichtet, der Verzicht nicht gültig, denn es heißt:139Dt 17,15.du sollst einen König über dich setzen, daß du Ehrfurcht vor ihm hast.\n", "Die Rabbanan lehrten:140Lev. 19,32.Vor einem Greise sollst du aufstehen; man könnte glauben, auch vor einem lasterhaften Alten, so heißt es: Alten, und unter Alten ist ein Gelehrter zu verstehen, denn es heißt:141Num. 11.16.versammle mir siebzig Männer von den Ältesten Jisraéls. R. Jose der Galiläer sagte: Unter Alten ist einer zu verstehen, der Weisheit erworben142Das W. וקו wird als Kompositum v. וה קנה (dieser hat erworben) erklärt. hat, denn es heißt:143Pr. 8,22.der Herr hat mich erworben als Anfang seines Weges.\n", "Man könnte glauben, man stehe vor ihm schon aus weiter Ferne auf, so heißt es:140Lev. 19,32.du sollst aufstehen und ehren; ich habe das Aufstehen nur dann geboten, wenn eine Ehrung erfolgt.\n", "Man könnte glauben, man ehre ihn mit seinem Gelde, so heißt es: sollst du aufstehen und ehren; wie das Aufstehen ohne Geldverlust erfolgt, ebenso auch die Ehrung ohne Geldverlust. Man könnte glauben, man stehe vor ihm auch im Aborte oder im Badehause auf, so heißt es: sollst du aufstehen und ehren, ich habe das Aufstehen nur dann geboten, wenn eine Ehrung erfolgt.\n", "Man könnte glauben, man dürfe die Augen schließen, als hätte man ihn nicht gesehen, so heißt es: sollst du aufstehen, und sollst fürchten; dies ist eine Sache, die dem Herzen anvertraut ist, daher heißt es: du sollst vor deinem Gott fürchten.\n", "R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Woher, daß der Alte andere nicht belästigen dürfe? Es heißt: Alien, sollst fürchten144Diese Worte werden auf וקן bezogen.. Isi b. Jehuda sagte: Vor einem Greise sollst du aufstehen, darin ist jeder Greis einbegriffen. –\n", "R. Jose der Galiläer sagt ja dasselbe, was der erste145Auch nach diesem gilt dies nur von einem Gelehrten.Autor!? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen bei einem Jungen und Gelehrten. Der erste Autor ist der Ansicht, nicht vor einem Jungen und Gelehrten, und R. Jose der Galiläer ist der Ansicht, auch vor einem Jungen und Gelehrten. –\n", "Was ist der Grund R. Jose des Galiläers? – Er kann dir erwidern: wenn man so sagt, wie der erste Autor, so sollte doch der Allbarmherzige geschrieben haben: vor einem Greise, einem Alten sollst du aufstehen und ehren, wenn er es aber teilt, so besagt dies, daß der eine nicht mit dem anderen identisch sei; somit ist hieraus zu entnehmen, daß dies auch von einem Jungen und Gelehrten gilt. –\n", "Und der erste Autor!? – Weil er [das Wort] Alten neben fürchten setzen will146Wegen der obigen Auslegung, daß der Alte die Leute nicht belästigen dürfe; aus diesem Grunde befindet sich das W. ‘Alter’ am Schlusse des Satzes.. – Was ist der Grund des ersten Autors? – Wenn man so sagt, wie R. Jose der Galiläer, so sollte doch der Allbarmherzige geschrieben haben:\n" ], [ "vor einem Greise sollst du aufstehen und ihn ehren, ehren147Die W.e ‘ehren’ u. ‘aufstehen’ müßten bei beiden genannt werden.sollst du das Gesicht eines Alten und vor ihm aufstehen, und da es nicht so heißt, so ist zu entnehmen, daß es eines ist.\n", "Der Meister sagte: Man könnte glauben, man ehre ihn mit seinem Gelde, so heißt es: sollst du aufstehen und ehren; wie das Aufstehen ohne Geldverlust erfolgt, ebenso die Ehrung ohne Geldverlust. Erfolgt denn das Aufstehen [immer] ohne Geldverlust, es kann ja vorkommen, daß er gerade Perlen148Dh. eine kostbare Sache in Arbeit hat.durchlocht, und während er vor ihm aufsteht, die Arbeit unierbricht!? –\n", "Vielmehr, man vergleiche das Aufstehen mit der Ehrung, wie die Ehrung149Die auch durch eine Geste od. durch Worte erfolgen kann.ohne Versäumnis erfolgt, ebenso das Aufstehen ohne Versäumnis, und ferner vergleiche man die Ehrung mit dem Aufstehen, wie das Aufstehen ohne Geldverlust erfolgt, ebenso die Ehrung ohne Geldverlust. Hieraus folgerten sie, daß Handwerker, wenn sie sich mit ihrer Arbeit befassen, nicht vor den Schriftgelehrten aufstehen dürfen. –\n", "Etwa nicht, wir haben ja gelernt: Alle Handwerker standen vor ihnen150Den Überbringern der Erstlingsfrüchte nach Jerušalem; cf. Bik. III,3.auf und begrüßten sie, indem sie zu ihnen sprachen: Brüder, Bürger aus dem und dem Orte, in Frieden sei euer Kommen!? R. Joḥanan erwiderte: Vor ihnen standen sie auf, vor Schriftgelehrten stehen sie nicht auf.\n", "R. Jose b. Abin sagte: Komm und sieh, wie beliebt ein Gebot zur festgesetzten Zeit ist; vor ihnen mußten sie aufstehen, vor Schriftgelehrten aber stehen sie nicht auf. – Vielleicht war es da anders, um sie nicht zu einem Verstoße in zukünftigen Fällen zu bringen151Die besonders freundliche Aufnahme sollte sie zur Darbringung in den folgenden Jahren anspornen..\n", "Der Meister sagte: Man könnte glauben, man stehe vor ihm auch im Aborte oder im Badehause auf. Etwa nicht, einst saß ja R. Ḥija im Badehause und R. Šimo͑n b. Rabbi ging an ihm vorüber, und als er vor ihm nicht aufstand, nahm er es ihm übel und ging zu seinem Vater und sprach zu ihm: Zwei Bücher der Psalmen lehrte ich ihn, und er stand vor mir nicht auf!?\n", "Ferner saß einst Bar Qappara, und wie manche sagen, R. Šemuél b. R. Jose, im Badehause und R. Šimo͑n b. Rabbi ging an ihm vorüber, und als er vor ihm nicht aufstand, nahm er es ihm übel und ging zu seinem Vater und sprach zu ihm: Zwei Drittel eines Drittels lehrte ich ihn im Leviticus, und er stand vor mir nicht auf. Dieser erwiderte ihm: Vielleicht saß er und dachte darüber152Über das, was er ihn lehrte.nach.\n", "Nur weil er darüber nachgedacht haben konnte, sonst aber nicht153Würde er nicht recht gehandelt haben.!? –\n", "Das ist kein Einwand; das eine gilt von den inneren Räumen und das andere gilt von den äußeren154In den eigentlichen Baderäumen stehe man nicht auf, wohl aber in den Vorräumen.Räumen.\n", "Dies ist auch einleuchtend, denn Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans, daß man überall nachdenken155Über Worte der Tora.dürfe, nur nicht in einem Badehause und in einem Aborte156Demnach befand er sich dann im Vorraum.. – Vielleicht ist es anders, wenn es gegen seinen Willen erfolgt157Wenn er die Gedanken nicht verscheuchen kann..\n", "«Man könnte glauben, man dürfe die Augen schließen, als hätte man ihn nicht gesehen.» Sprechen wir denn von Frevlern!? –\n", "Vielmehr, man könnte glauben, man dürfe die Augen schließen, bevor die Pflicht158Wenn er sich noch in der Ferne befindet.heranreicht, sodaß man, wenn die Pflicht heranreicht, ihn nicht sieht, um vor ihm aufzustehen, so heißt es: so sollst du aufstehen, und sollst fürchten.\n", "Es wird gelehrt: Welches heißt ein Aufstehen, durch das eine Ehrung erfolgt? Innerhalb159Es ist zu ersehen, daß er seinetwegen aufsteht.vier Ellen. Abajje sagte: Dies gilt nur von einem, der nicht sein Hauptlehrer ist, vor einem Hauptlehrer aber, soweit seine Augen reichen.\n", "Wenn Abajje das Ohr des Esels R. Josephs erblickte, stand er auf. Einst ritt Abajje auf einem Esel am Ufer des Flusses Sagja160Sonst unbekannt; bekannter ist נהר פניא, woraus סגיא entstanden sein kann.entlang, und R. Mešaršeja und die Jünger saßen an der anderen Seite und standen vor ihm nicht auf. Da sprach er zu ihnen: Bin ich etwa nicht [euer] Hauptlehrer!? Sie erwiderten ihm: Wir bemerkten [dich] nicht.\n", "«R.Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Woher, daß der Alte andere nicht belästigen dürfe? Es heißt: Alten, sollst fürchten.» Abajje sagte: Es ist uns überliefert, wenn er einen Umweg161Um zu vermeiden, daß man vor ihm aufstehe.macht, werde er [lange] leben. Abajje machte einen Umweg. R. Zera machte einen Umweg.\n", "Einst saß Rabina vor R. Jirmeja aus Diphte und jemand ging an ihnen vorüber, ohne das Haupt zu bedecken. Da sprach er: Wie unverschämt ist dieser Mann. Jener erwiderte: Er ist vielleicht aus Matha Meḥasja, die mit den Gelehrten vertraut sind.\n", "«Isi b. Jehuda sagte: Vor einem Greise sollst du aufstehen, darin ist jeder Greis einbegriffen.» R. Joḥanan sagte: Die Halakha ist wie Isi b. Jehuda. R. Joḥanan stand vor greisen Aramäern auf, indem er sagte: was alles haben diese überstanden! Raba stand vor solchen nicht auf, aber Ehrung erwies er ihnen.\n", "Abajje reichte den Greisen162Die an ihm vorübergingen, damit sie sich auf ihn stützen.die Hand. Raba sandte seinen Diener. R. Naḥman sandte seine Eunuchen163Die zum Hofstaate des Fürsten gehörten, dessen Schwiegersohn er war., denn er sagte: Wenn nicht die Tora, wie viele Naḥman (b. Abba)164Die W e בד אב א sind ganz unverständlich u. fehlen auch in Raschi u. anderen Codices; sie werden wohl durch Flüchtigkeit aus כי אנא, wie in Handschriften, entstanden sein.gibt es auf der Straße!\n", "R. Ajbu sagte im Namen R. Jannajs:\n" ], [ "Ein Schriftgelehrter darf nur morgens und abends vor seinem Lehrer aufstehen, damit seine Ehrung nicht größer sei als die Ehrung des Himmels165Die beim Verrichten des Gebetes nur 2mal täglich erfolgt.. Man wandte ein: R. Simon b. Elazar sagte: Woher , daß der Alte andere nicht belästigen dürfe? Es heißt: Alten, sollst fürchten. ", "Weshalb sollte er es nicht, wenn nur morgens und abends, dies ist die Pflicht166Schüler, die im Hause des Lehrers wohnen (um solche handelt es sich nach den Kommentaren), pflegen dann ohnehin den Lehrer zu begrüßen.!? Wahrscheinlich den ganzen Tag. – Nein, tatsächlich nur morgens und abends, dennoch darf er, soweit möglich, andere nicht belästigen. ", "R. Elea͑zar sagte: Ein Schriftgelehrter, der vor seinem Lehrer nicht aufsteht, heißt ein Frevler; er lebt nicht lange und sein Studium gerät in Vergessenheit. Es heißt:167Ecc. 8,13.nicht gut168‘Gut’ ist die Tora; cf. Ber. Fol. 5a.gehen wird es dem Frevler, gleich dem Schatten wird er nicht lange leben, weil er nicht vor Gott fürchtet. Ich würde nicht gewußt haben, welche Furcht hier zu verstehen sei, wenn es aber169Beim Gebote, vor einem Gelehrten aufzustehen.heißt: du sollst vor deinem Gott fürchten, so ist hier die Furcht hinsichtlich des Aufstehens zu verstehen. – ", "Vielleicht die Furcht hinsichtlich des Wuchers, oder die Furcht hinsichtlich der Gewichte170Keine falschen Gewichte zu verwenden. Auffallend ist, daß zwar beim ersteren auf die Furcht vor Gott hingewiesen wird (Lev. 25,36), nicht aber beim anderen, weshalb manche מכשולות (cf. Lev. 19,14) st. משקלות lesen.!? – R. Elea͑zar folgert aus [dem Worte:] vor171Das in beiden angezogenen Schriftversen gebraucht wird.’. ", "Sie fragten: Muß der Sohn vor seinem Vater aufstehen, wenn er dessen Lehrer ist? – Komm und höre: Šemuél sagte zu R. Jehuda: Scharfsinniger, stehe vor deinem Vater172R. Jeḥezqel; cf. supra Fol. 32a.auf. – Anders verhielt es sich bei R. Jeḥezqel, der ein Mann von Taten war, vor dem sogar Mar Šemuél aufzustehen pflegte. – ", "Wozu brauchte er es ihm demnach zu sagen!? – Er sagte ihm folgendes: sollte es vorkommen, daß er hinter mir173Besser nach Handschriften: daß ich hinter ihm komme.kommt, so stehe du vor ihm auf und achte nicht auf meine Ehrung. ", "Sie fragten: Muß der Vater vor seinem Sohne aufstehen, wenn dieser sein Lehrer ist? – Komm und höre: R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Ich brauchte vor meinem Sohne nicht aufzustehen, jedoch [tu ich dies] wegen der Ehrung174Sein Sohn (wohl R. Joseph, der nur selten im T. genannt wird) war Schwiegersohn des Fürsten.des Fürstenhauses. ", "Nur aus dem Grunde, weil er dessen Lehrer war, wenn aber dieser sein Lehrer wäre, würde er vor ihm aufgestanden sein. – Er meint es wie folgt: ich brauchte vor meinem Sohne nicht aufzustehen, selbst wenn er mein Lehrer wäre, denn ich bin sein Vater, jedoch [tu ich dies] wegen der Ehrung des Fürstenhauses. ", "Sie fragten: Gleicht das Reiten dem Gehen175Ob man auch dann vor ihm aufstehen muß, wenn er vorüberreitet; wenn dies dem Sitzen gleicht, so ist dies nicht erforderlich.oder nicht? – Komm und höre: Wenn der Unreine unter dem Baume sitzt176Der sitzende Unreine macht den Raum unter dem Baume unrein, u. wer sich in einem solchen Räume befindet, ist unrein, einerlei ob er sitzt od. steht.und der Reine steht, so ist er unrein, ", "wenn der Unreine unter dem Baume steht und der Reine sitzt, so ist er rein, wenn aber der Unreine sich niedersetzt, so ist der Reine unrein. ", "Dasselbe gilt auch von einem aussätzigen177Cf. Lev. 14,34ff. Wenn jemand mit einem solchen Steine stehend unter dem Baume sich befindet, so bleibt der daneben Stehende od. Sitzende rein, setzt er sich nieder, so überträgt er die Unreinheit.Steine. Hierzu sagte R. Naḥman b. Kahan, hieraus sei zu entnehmen, daß das Reiten178Man richtet sich hierbei nicht nach dem Steine, der gleich dem Reitenden sitzt, dh. getragen wird, sondern nach der Person, die ihn trägt.dem Gehen gleiche. Schließe hieraus. ", "Sie fragten: Muß man vor einer Torarolle aufstehen? R. Ḥilqija, R. Simon und R. Elea͑zar sagten: Es ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn man vor den sie Studierenden aufstehen muß, um wieviel mehr vor ihr selbst. ", "Einst saßen R. Elea͑zar und R. Ja͑qob b. Zabhdi, und als R. Šimo͑n b. Abba an ihnen vorüberging, standen sie vor ihm auf. Da sprach er zu ihnen: Erstens seid ihr Gelehrte und ich nur Genosse, und zweitens sollte denn die Tora179Sie hatten sich gerade mit der Tora befaßt, daher nannte er sie selber Tora.vor den sie Studierenden aufstehen!? ", "Er ist der Ansicht R. Elea͑zars, denn R. Elea͑zar sagte, ein Schriftgelehrter dürfe, wenn er sich mit der Tora befaßt, vor seinem Lehrer nicht aufstehen. Abajje fluchte darüber. ", "180Ex. 33,8.Sie schauten Moše nach, bis er zum Zelte kam. R. Ami und R. Jiçḥaq der Schmied [streiten hierüber]; einer sagt, zur Beschimpfung, und einer sagt, aus Hochachtung. Einer sagt, zur Beschimpfung, wie dies mitgeteilt181An anderer Stelle (cf. Jerušalmi Bik. Fol. 65c); der T. will dies wohl nicht mitteilen.wird, und einer sagt aus Hochachtung, denn Ḥizqija sagte im Namen ", "R. Ḥananjas, des Sohnes R. Abahus, im Namen R. Abahus im Namen des R. Evdämi aus Ḥajpha: Wenn ein Gelehrter vorübergeht, stehe man vor ihm [in einer Entfernung] von vier Ellen auf, und wenn er vorüber ist, setze man sich nieder; wenn das Gerichtsoberhaupt vorübergeht, stehe man vor ihm auf, sobald man ihn erblickt, und wenn er vorüber ist, setze man sich nieder; wenn der Fürst vorübergeht, stehe man auf, sobald man ihn erblickt, und setze sich erst dann nieder, wenn dieser auf seinem Platze sitzt, denn es heißt: sie schauten Moše nach, bis er zum Zelte kam. ", "ZU ALLEN VOW EINER FESTGESETZTEN ZEIT BEDINGTEN GEBOTEN. Die Rabbanan lehrten: Von einer festgesetzten Zeit bedingte Gebote sind Festhütte, Feststrauß, Posaune, Çiçith182Die beiden letztgenannten Gebote haben Geltung nur am Tage u. sind somit von einer festgesetzten Zeit bedingt.und " ], [ "Tephillin.\n", "Von einer festgesetzten Zeit nicht bedingte Gebote sind Mezuza, Geländer183Das als Schutz um das Dach zu machen ist; cf. Dt. 22,8., Fund[ablieferung]184Wörtl. Verlust; das Wiederbringen einer verlorenen Sache zum Verlierer; cf. Dt. 22,1ff. und Fliegenlassen des Nest[vogels]185Cf. Dt. 22,6,7.. –\n", "Ist dies denn eine stichhaltige Regel, das Ungesäuerte, die Festfreude186Cf. Dt. 16,11.und die Versammlung187Am Hüttenfeste; cf. Dt. 31,12.sind ja von einer festgesetzten Zeit bedingte Gebote, dennoch sind Frauen hierzu verpflichtet!? Ferner sind Studium der Tora, Fortpflanzung und die Auslösung des [erstgeborenen] Sohnes von einer festgesetzten Zeit nicht bedingte Gebote, dennoch sind Frauen davon frei!?\n", "R. Joḥanan erwiderte: Aus Regeln ist nichts zu entnehmen, selbst wenn es ‘ausgenommen’ heißt.\n", "Wir haben nämlich gelernt: Mit allem kann man einen E͑rub machen zur Vereinigung und zur Verbindung, ausgenommen Wasser und Salz. Gibt es denn weiter nichts188Was hierfür ungeeignet ist.mehr, es gibt ja noch Schwämme und Morcheln!? Vielmehr ist aus Regeln nichts zu entnehmen, selbst wenn es ‘ausgenommen’ heißt.\n", "Woher, daß Frauen frei sind von Geboten, die von einer festgesetzten Zeit bedingt sind? – Es ist von den Tephillin zu folgern: wie Frauen von den Tephillin frei sind, ebenso sind sie von allen von einer festgesetzten Zeit bedingten Geboten frei. Hinsichtlich der Tephillin ist es vom Studium der Tora zu folgern: wie Frauen vom Studium der Tora frei sind, ebenso sind Frauen von den Tephillin frei. –\n", "Sollte man doch die Tephillin mit der Mezuza vergleichen198Um Frauen auch zu diesen zu verpflichten, da beide Gesetze neben einander (Dt. 6,8,9) geschrieben sind.!? – Die Tephillin gleichen dem Studium der Tora sowohl im ersten Abschnitte199Im ersten der beiden Abschnitte der Mezuza (Dt. 6,4ff.) befindet sich das Gebot der Tephillin zwischen den Geboten des Studiums der Tora u. der Mezuza, sodaß es mit beiden verbunden ist, dagegen aber befindet es sich im zweiten Abschnitte (Dt. 11,13ff.) vor dem Gebote des Studiums der Tora, sodaß es nur mit diesem verbunden ist.als auch im zweiten Abschnitte, dagegen aber gleichen die Tephillin nicht der Mezuza im zweiten Abschnitte. –\n", "Sollte man doch die Mezuza mit dem Studium der Tora200Um die Frau auch davon zu befreien.vergleichen!? – Dies ist nicht einleuchtend. Es heißt:201Im Anschluß an das Gebot der Mezuza, Dt. 11,21.damit sich mehren eure Tage; sollen denn nur Männer [lange] leben und Frauen nicht!? –\n", "Die Festhütte ist ja ein von einer festgesetzten Zeit bedingtes Gebot, denn es heißt:202Lev. 23,42.sieben Tage sollt ihr in Hütten sitzen, dennoch sind Frauen nur deshalb ausgeschlossen, weil der Allbarmherzige der Eingesessene geschrieben203Cf. Suk. Fol. 28a.hat, sonst aber wären sie dazu verpflichtet!?\n", "Abajje erwiderte: Dies204Frauen hinsichtl. dieses Gebotes besonders auszuschließen.ist nötig; es heißt: in Hütten sollt ihr sitzen, und man könnte glauben, Sitzen gleich dem Wohnen, wie in der Wohnung Mann und Frau weilen, ebenso auch in der Festhütte Mann und Frau.\n", "Raba erwiderte:\n" ], [ "Dies204Frauen hinsichtl. dieses Gebotes besonders auszuschließen.ist nötig; man könnte glauben, es sei durch [das Wort] fünfzehn, das auch beim Pesaḥfeste gebraucht wird, zu folgern, wie da Frauen verpflichtet sind, ebenso seien sie auch hierbei verpflichtet; daher ist es nötig. –\n", "Das Erscheinen205Am Feste im Tempel; cf. Ex. 23,17.ist ja ein von einer festgesetzten Zeit bedingtes Gebot, dennoch sind Frauen nur deshalb ausgeschlossen, weil der Allbarmherzige deine Mannschaft geschrieben hat, sonst aber wären sie dazu verpflichtet!? –\n", "Dies204Frauen hinsichtl. dieses Gebotes besonders auszuschließen.ist nötig, denn man könnte glauben, es sei durch [das Wort] erscheinen, das auch bei der Versammlung206Am Hüttenfeste; cf. Dt. 31,12.gebraucht wird, zu folgern207Daß sie ebenso hierzu verpflichtet sind.. –\n", "Weshalb wird dies208Die Befreiung der Frau von den von einer festgesetzten Zeit bedingten Geboten.von den Tephillin gefolgert, zur Befreiung, sollte es doch von der Festfreude gefolgert werden, zur Verpflichtung!? Abajje erwiderte: Die Festfreude der Frau erfolgt durch ihren Mann209Die Pflicht ist eigentlich dem Manne auferlegt u. nicht der Frau.. –\n", "Wie ist es hinsichtlich einer Witwe zu erklären!? –\n", "Bei dem sie weilt210Dieser ist hierzu verpflichtet.. – Sollte es doch von der Versammlung gefolgert werden!? – Vom Ungesäuerten und von der Versammlung lehren zwei Schriftverse211Daß Frauen hierzu verpflichtet sind.dasselbe, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts212Vgl. S. 585 Anm. 840.zu folgern. –\n", "Auch von den Tephillin und dem Erscheinen lehren ja zwei Schriftverse dasselbe, demnach sollte von diesen nichts zu folgern sein!? – Beide sind nötig. Würde der Allbarmherzige es nur von den Tephillin und nicht vom Erscheinen geschrieben haben, so könnte man glauben, daß man durch [das Wort] erscheinen, das auch bei der Versammlung gebraucht wird, von dieser folgere.\n", "Und würde der Allbarmherzige es nur vom Erscheinen und nicht von den Tephillin geschrieben haben, so könnte man glauben, daß man die Tephillin mit der Mezuza vergleiche. Daher ist beides nötig. –\n", "Demnach ist dies ja auch bei Ungesäuertem und Versammlung nötig!? – Wieso ist beides nötig: allerdings könnte man, wenn der Allbarmherzige es nur von der Versammlung und nicht vom Ungesäuerten geschrieben hätte, glauben, man folgere durch [das Wort] fünfzehn vom Hüttenfeste,\n", "aber der Allbarmherzige sollte es doch nur vom Ungesäuerten geschrieben haben und nicht von der Versammlung, und man würde gefolgert haben: wenn Kinder213Diese werden im bezüglichen Schriftverse (Dt. 31,12) ausdrücklich genannt.dazu verpflichtet sind, um wieviel mehr Frauen. Es sind daher zwei Schriftverse, die dasselbe lehren, von denen nichts zu folgern ist. –\n", "Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, von solchen sei nichts zu folgern, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, es sei zu folgern!?\n", "Ferner: daß Frauen zu von einer festgesetzten Zeit nicht bedingten Geboten verpflichtet sind, wird ja von der Ehrfurcht214Vor den Eltern, zu der Männer u. Frauen verpflichtet sind; cf. supra Fol. 29a.gefolgert, wie Frauen hierzu verpflichtet sind, ebenso sind sie auch zu allen von einer festgesetzten Zeit nicht bedingten Geboten verpflichtet; sollte man doch vom Studium der Tora215Zu dem Frauen nicht verpflichtet sind.folgern!? –\n", "Vom Studium der Tora und von der Fortpflanzung lehren zwei Schriftverse216Daß Frauen davon frei sind.dasselbe, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu folgern. –\n" ], [ "Wie ist es aber nach R. Joḥanan b. Beroqa zu erklären, welcher sagt, auf beide beziehe sich der Schriftvers:217Gen. 1,28.Gott segnete sie &c. seid fruchtbar und mehret218Auch die Frau ist zur Fortpflanzung verpflichtet.euch!? – Vom Studium der Tora und von der Auslösung des [erstgeborenen] Sohnes lehren zwei Schriftverse216Daß Frauen davon frei sind.dasselbe, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu folgern. –\n", "Sollten doch nach R. Joḥanan b. Beroqa Fortpflanzung und Ehrfurcht als zwei Schriftverse gelten, die dasselbe lehren, von denen nichts zu folgern ist!? – Beide sind nötig. Würde der Allbarmherzige es nur von der Ehrfurcht und nicht von der Fortpflanzung geschrieben haben, so könnte man glauben, das Wort bezwingen, das der Allbarmherzige hierbei219Beim Gebote der Fortpflanzung, Gen. 1,28.gebraucht, besage, daß dies nur vom Manne gelte, dem das Bezwingen eigen220Durch Kriegführung udgl.ist, nicht aber von der Frau, der das Bezwingen nicht eigen ist.\n", "Und würde er es nur von der Fortpflanzung und nicht von der Ehrfurcht geschrieben haben, so könnte man glauben, dies gelte nur vom Manne, der in der Ausführung unbehindert ist, die Frau aber, die221Da es vom Willen des Ehemannes abhängig ist.in der Ausführung nicht unbehindert ist, sei dazu überhaupt nicht222Selbst wenn sie unverheiratet ist.verpflichtet. Daher ist beides nötig. –\n", "Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, von zwei Schriftversen, die dasselbe lehren, sei nichts zu folgern, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, es sei wohl zu folgern!? Raba erwiderte: Ein Papunäer223Im Texte in der Mehrzahl.weiß dies zu erklären,\n", "das ist R. Aḥa b. Ja͑qob. Die Schrift sagt:224Ex. 13,9.es soll dir ein Merkmal an deiner Hand und eine Erinnerung zwischen deinen Augen sein, damit die Lehre des Herrn in deinem Munde sei; die ganze Tora wird mit den Tephillin verglichen; wie die Tephillin ein von einer festgesetzten Zeit bedingtes Gebot sind, und Frauen davon frei sind, ebenso sind Frauen von allen anderen von einer festgesetzten Zeit bedingten Geboten frei. Ferner sind Frauen, da sie von von einer festgesetzten Zeit bedingten Geboten befreit worden sind, zu von einer festgesetzten Zeit nicht bedingten Geboten verpflichtet. –\n", "Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, die Tephillin seien ein von einer festgesetzten Zeit bedingtes Gebot, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, die Tephillin seien ein von einer festgesetzten Zeit nicht bedingtes225Man sei dazu am Tage u. nachts verpflichtet.Gebot!? – Derjenige, welcher sagt, die Tephillin seien ein von einer festgesetzten Zeit nicht bedingtes Gebot, ist R. Meír, und er ist der Ansicht, von zwei Schriftversen, die dasselbe lehren, sei nichts zu folgern. –\n", "Wie ist es aber nach R. Jehuda zu erklären, welcher sagt, von zwei Schriftversen, die dasselbe lehren, sei zu folgern, und die Tephillin seien ein von einer festgesetzten Zeit nicht bedingtes Gebot!? – Ungesäuertes, Festfreude und Versammlung sind drei Schriftverse, die dasselbe lehren, und wenn drei Schriftverse dasselbe lehren, so ist226Nach aller Ansicht.von diesen nichts zu folgern.\n", "ALLE VERBOTE ABER &C. Woher dies? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs, und ebenso wurde es in der Schule R. Jišma͑éls gelehrt: Die Schrift sagt:227Num. 5,6.wenn ein Mann oder eine Frau irgend eine Sünde der Menschen begeht; die Schrift hat damit die Frau dem Manne hinsichtlich aller Strafgesetze der Tora gleichgestellt.\n", "In der Schule R. Elie͑zers wurde gelehrt: Die Schrift sagt:228Ex. 21,1.die du ihnen vorlegen sollst; die Schrift hat damit die Frau dem Manne hinsichtlich aller Zivilgesetze der Tora gleichgestellt. In der Schule Ḥizqijas wurde gelehrt: Die Schrift sagt:229Ib. V. 29.und einen Mann oder eine Frau tötet; die Schrift hat damit die Frau dem Manne hinsichtlich aller Todesarten der Tora gleichgestellt.\n", "Und [all diese Schriftverse] sind nötig. Würde er nur den ersten gelehrt haben, so könnte man glauben, der Allbarmherzige habe sie geschont, damit sie Sühne erlange, das Zivilgesetz aber gelte nur für den Mann, der Handel treibt, nicht aber für die Frau.\n", "Würde er es nur von diesem gelehrt haben, so könnte man glauben, wegen ihres Unterhaltes, das Gesetz vom Lösegelde aber gelte\n" ], [ "nur für den Mann, der zu den Geboten verpflichtet ist, nicht aber für die Frau. Und würde er es nur von diesem gelehrt haben, so könnte man glauben, der Allbarmherzige habe sie diesbezüglich geschont, weil es sich um die Einbüßung des Lebens handelt, nicht aber gelte dies von jenen beiden. Daher sind alle nötig.\n", "AUSGENOMMEN DAS VERBOT DES RUNDSCHERENS, DES ZERSTÖRENS &C. Erklärlich ist dies vom Verbote der Verunreinigung an Toten, denn es heißt:230Lev. 21,1.sprich zu den Priestern, den Söhnen Ahrons, den Söhnen Ahrons, nicht aber den Töchtern Ahrons; woher dies aber vom Verbote des Rundscherens und des Zerstörens? –\n", "Es heißt:231Ib. 19,27.ihr sollt den Rand eures Haupthaares nicht rundscheren und den Rand deines Bartes sollst du nicht zerstören; wer [dem Verbote] des Zerstörens unterworfen ist, ist auch dem des Rundscherens unterworfen, Frauen aber, die dem des Zerstörens nicht unterworfen sind, sind auch dem des Rundscherens nicht unterworfen. –\n", "Woher, daß sie dem des Zerstörens nicht unterworfen sind? – Wenn du willst, aus einem Vernunftgrunde: weil sie keinen Bart haben. Wenn du aber willst, aus einem Schriftverse: ihr sollt den Rand eures Haupthaares nicht rundscheren und den Rand deines Bartes sollst du nicht zerstören;\n", "die Schrift ändert die Redewendung, denn der Allbarmherzige sollte schreiben: den Rand eures Bartes, und es heißt: deines Bartes, nämlich deines Bartes, nicht aber des Bartes deiner Frau. –\n", "Etwa nicht, es wird ja gelehrt, wenn eine Frau oder ein Kastrat Barthaare bekommt, gelten diese in jeder Beziehung als Bart; wohl hinsichtlich des Zerstörens!?\n", "Abajje erwiderte: Du kannst nicht sagen, daß dies hinsichtlich des Zerstörens gelte, denn durch [das Wort] Rand, das auch bei den Söhnen Ahrons232Cf. Lev. 21,5.gebraucht wird, ist zu folgern, wie da233Wo ausdrücklich von den Söhnen Ahrons gesprochen wird.Frauen davon befreit sind, ebenso sind auch hierbei Frauen davon befreit. –\n", "Sollte doch, wenn man annimmt, [die Worte] Söhne Ahrons beziehen sich auf den ganzen234Auch auf das Verbot des Zerstörens des Bartrandes.Abschnitt, die Schrift davon235Von der Ausschließung der Frauen beim Verbote des Zerstörens des Bartrandes durch das W. ‘Rand’.schweigen, und man würde es durch [einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere gefolgert haben: wenn es bei den Priestern, denen die Schrift mehr Gebote auferlegt hat, nur von den Söhnen Ahrons und nicht den Töchtern Ahrons gilt, um wieviel mehr bei Jisraéliten!? –\n", "Wenn nicht die Wortanalogie236Aus dem W.e ‘Rand’, durch die gefolgert wird, daß Frauen auszuschließen seien., könnte man glauben, das Thema sei zu trennen237Die W.e ‘Söhne Ahrons’ beziehen sich nur auf die ersten Verse, die von der Verunreinigung sprechen.. –\n", "Auch jetzt kann man ja sagen, das Thema sei zu trennen, und die Wortanalogie236Aus dem W.e ‘Rand’, durch die gefolgert wird, daß Frauen auszuschließen seien.sei für die folgende Lehre nötig!?238Lev. 21,5. Sollen sie nicht abscheren; man könnte glauben, man sei schuldig, wenn man ihn mit einer Schere abgenommen hat, so heißt es: sollst du nicht zerstören;\n", " man könnte nun glauben, man sei schuldig, wenn man ihn mit einer Zange oder Feile entfernt hat, so heißt es: sollen sie nicht abscheren; dies gilt von einem Scheren, wobei ein Zerstören erfolgt, mit einem Schermesser. –\n", "Es sollte doch heißen : den239Da das W. ‘Rand’ bereits im Schriftverse genannt ist.deines Bartes, wenn es aber den Rand deines Bartes heißt, so ist beides zu entnehmen. –\n", "In welcher Hinsicht wird demnach gelehrt, wenn eine Frau oder ein Kastrat Barthaare bekommt, gelten diese in jeder Beziehung als Bart!? – Hinsichtlich der Verunreinigung durch Aussatz240Wobei für behaarte Stellen u. für unbehaarte Stellen besondere Kennzeichen vorhanden sind; cf. Lev. Kap. 13.. – Von der Verunreinigung durch Aussatz heißt es ja ausdrücklich:241Lev. 13,29.\n", "wennbei einem Manne oder einer Frau ein Aussatz entsteht am Kopfe oder am Barte!? Vielmehr, erwiderte Mar Zuṭra: Hinsichtlich der Reinigung vom Aussatze242Wobei der Unreine sich das Haar scheren muß; cf. Lev. 14,9.. –\n", "Auch hinsichtlich der Reinigung vom Aussatze ist es ja selbstverständlich: wenn es bei der Unreinheit berücksichtigt wird, so gilt dies ja auch bei der Reinigung!? – Dies243Zu lehren, daß solches Haar hinsichtl. der Unreinheit als Bart gelte.ist nötig; man könnte glauben, [der Schriftvers] sei zu teilen: wenn bei einem Manne oder einer Frau ein Aussatz entsteht am Kopfe, [und die Worte] oder am Barte beziehen sich nur auf den Mann, so lehrt er uns.\n", "Isi lehrte: Auch dem Verbote des Glatzenscherens244Als Zeichen der Trauer um einen Toten; cf. Dt. 14,1.sind Frauen nicht unterworfen. – Was ist der Grund Isis? – Er erklärt [den Schriftvers] wie folgt:245Dt. 14,1,2.Ihr seid Söhne des Herrn, eures Gottes, macht euch keine Ritzungen und scheret keine Glatze zwischen euren Augen um einen Toten, denn ein heiliges Volk bist du dem Herrn, deinem Gott; Söhne und nicht Töchter, nur hinsichtlich des Glatzenscherens246Während Ritzungen auch Frauen verboten sind.. – \n", "Du sagst, nur hinsichtlich des Glatzenscherens, vielleicht ist dem nicht so, sondern auch hinsichtlich der Ritzungen!? – Wenn es heißt: denn ein heiliges Volk bist du dem Herrn, deinem Gott, so bezieht dies247Die Einbegreifung des ganzen Volkes, auch Frauen.sich ja auf Ritzungen, somit ist [die Einschränkung:] Söhne, und nicht Töchter, auf das Glatzenscheren zu beziehen. – \n", "Was veranlaßt dich, Ritzungen einzuschließen und das Glatzenscheren auszuschließen!? – Ich schließe Ritzungen ein, die sowohl an haarigen Stellen als auch an haarlosen Stellen erfolgen können, und ich schließe das Glatzenscheren aus, das nur an haarigen Stellen erfolgen kann248Da nach den angezogenen Schriftversen eines einzuschließen u. eines auszuschließen ist.. – \n", "Vielleicht gilt dies von Söhnen und nicht von Töchtern sowohl hinsichtlich des Glatzenscherens als auch hinsichtlich der Ritzungen, und [die Worte]: denn ein heiliges Volk bist du dem Herrn, deinem Gott, beziehen sich auf Einschnitte249Die an anderer Stelle (cf. Lev. 19,28) ebenfalls verboten werden; Einschnitte u. Ritzungen werden als 2 verschiedene, von einander zu trennende Handlungen aufgefaßt, da die einen mit der Hand u. die anderen mit einem Geräte erfolgen.!? – Isi ist der Ansicht, \n" ], [ "Einschnitte und Ritzungen seien dasselbe.\n", " Abajje erklärte: Folgendes ist der Grund Isis: er folgert es durch [das Wort] Glatze, das auch bei den Söhnen Ahrons250Cf. Lev. 21,5.gebraucht wird; wie da Frauen frei251Von der Beobachtung dieses Verbotes, da die Schrift ausdrücklich von den Söhnen Ahrons spricht.sind, ebenso sind sie auch hierbei frei. – \n", " Sollte doch, wenn man annimmt, der Schriftvers252Die Wie ‘Söhne Ahrons’.beziehe sich auf den ganzen253Auch auf das Verbot des Glatzenscherens.Abschnitt, die Schrift davon schweigen, und man würde es [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere gefolgert haben: wenn es bei Priestern, denen die Schrift mehr Gebote auferlegt hat, nur von den Söhnen Ahrons und nicht von den Töchtern Ahrons gilt, um wieviel mehr bei Jisraéliten!? – \n", " Wenn nicht die Wortanalogie254Cf. Anm. 236 mut. mut., könnte man glauben, das Thema sei zu trennen237Die W.e ‘Söhne Ahrons’ beziehen sich nur auf die ersten Verse, die von der Verunreinigung sprechen.. – \n", " Auch jetzt kann man ja sagen, das Thema sei zu trennen, und die Wortanalogie sei für die folgende Lehre nötig !?255Lev. 21,5.Sie sollen sich nicht glatt scheren; man könnte glauben, wer sich vier oder fünf Glatzen geschoren hat, sei nur einmal strafbar, so heißt es eine Glatze, wonach er wegen jeder besonders schuldig ist. \n", " An ihrem Kopfe, worauf deutet dies? Da es heißt: macht euch keine Ritzungen und scheret keine Glatze zwischen euren Augen um einen Toten, so könnte man glauben, man sei nur dann strafbar, wenn zwischen den Augen, woher, daß der ganze Kopf einbegriffen ist? Es heißt: an ihrem Kopfe, wonach es am ganzen Kopfe ebenso strafbar ist, wie zwischen den Augen. \n", " Ich weiß dies nur von Priestern, denen die Schrift mehr Gebote auf erlegt hat, woher dies von Jisraéliten? Hier heißt es Glatze und dort256Bei Jisraéliten, Dt. 14,1.heißt es Glatze; wie man hierbei wegen jeder Glatze besonders, und dies am ganzen Kopfe wie zwischen den Augen strafbar ist, ebenso auch dort wegen jeder Glatze besonders, und am ganzen Kopfe wie zwischen den Augen; \n", " und wie dort um einen Toten, ebenso auch hierbei um einen Toten. – Die Schrift sollte gereḥ257Eine kürzere Form desselben Begriffes.geschrieben haben, wenn es aber qorḥa heißt, so ist beides zu entnehmen. \n", " Raba erklärte: Folgendes ist der Grund Isis: er folgert es durch [die Worte] zwischen euren Augen, die auch bei den Tephillin258Cf. Dt. 11,18.gebraucht werden; wie da Frauen frei sind, ebenso sind auch hierbei Frauen frei. – Weshalb erklärt Raba nicht wie Abajje? – Ihm leuchtet [die Unterscheidung zwischen] qereḥ und qorḥa nicht ein. – \n", " Weshalb erklärt Abajje nicht wie Raba? Er kann dir erwidern: hieraus259Aus den W.en ‘zwischen euren Augen’, die als Wortanalogie dienen.ist hinsichtlich der Tephillin selbst zu folgern: wie bei der Glatze die höchste Stelle des Kopfes zu verstehen ist, wo eine solche gemacht werden kann, ebenso ist die Stelle des Anlegens260Der Tephillin.die höchste am Kopfe. – \n", " Wofür sind sowohl nach Abajje als auch nach Raba [die Warte:] ihr seid Söhne des Herrn, eures Gottes, zu verwenden? – Diese sind für folgende Lehre zu verwenden: Ihr seid Söhne des Herrn, eures Gottes, wenn ihr euch wie Söhne betragt, heißt ihr Söhne, wenn ihr euch nicht wie Söhne betragt, heißt ihr nicht Söhne – so R. Jehuda. \n", " R. Meír sagt, ob so oder so heißt ihr Söhne, denn es heißt:261Jer. 4,22.törichte Söhne sind sie; ferner: 262Dt. 32,20.Söhne, in denen keine Treue ist; ferner:263Jes. 1,4.entartete Söhne; ferner:264Hos. 2,1.es wird geschehen, statt daß man sie Nichtmeinvolk nennt, wird man sie Söhne des lebendigen Gottes nennen. – \n", " Wozu das ‘ferner’265Die Belege durch weitere Schriftverse.? – Man könnte glauben, töricht heißen sie Söhne, ist aber in ihnen keine Treue, heißen sie nicht Söhne, so heißt es ferner: Söhne, denen keine Treue ist. \n", " Man könnte glauben, auch wenn in ihnen keine Treue ist, heißen sie Söhne, wenn sie aber Götzen dienen, heißen sie nicht Söhne, so heißt es ferner: Brut der Missetäter, entartete Söhne. Endlich könnte man glauben, sie heißen wohl entartete Söhne, nicht aber gute Söhne, so heißt es ferner: es wird geschehen, statt daß man sie Nichtmeinvolk nennt, wird man sie Söhne des lebendigen Gottes nennen.\n", "viiiDAS STÜTZEN266Der Hand auf den Kopf des zu schlachtenden Opfertieres; cf. Lev. 1,4 uö., DAS SCHWINGEN267Bestimmter Teile des Heilsopfers., DAS HERANBRINGEN268Des Opfers zum Altar., DAS ABHEBEN269Des aufzuräuchernden Haufens vom Speisopfer., DAS AUFRÄUCHERN270Der Opferteile auf dem Altar., DAS ABKNEIFEN271Des Kopfes vom Geflügelopfer., DIE AUFNAHME272Des Blutes der Schlachtopfer.UND DAS SPRENGEN273Wird weiter erklärt.ERFOLGT NUR DURCH MÄNNER UND NICHT DURCH FRAUEN, AUSGENOMMEN DAS SPEISOPFER DER EHEBRUCHSVERDÄCHTIGTEN274Cf. Sot. Fol. 2a.UND DER NEZIRA, BEI DENEN DIESE ZU SCHWINGEN HABEN.\n", "GEMARA. DAS STÜTZEN. Denn es heißt:276Lev. 1,2,4.sprich zu den Söhnen Jisraél &c. er stütze; die Söhne Jisraél stützen, nicht aber stützen die Töchter Jisraél.\n", "DAS SCHWINGEN. [Denn es heißt :]277Ib. 7,29; diese Schriftstelle hat aber nicht והניף, sondern להניף.sprich zu den Söhnen Jisraél &c. er schwinge; die Söhne Jisraél schwingen, nicht aber schwingen die Töchter Jisraél.\n", "DAS HERANBRINGEN. Denn es heißt:278Lev. 6,7.dies ist das Gesetz des Speisopfers; die Söhne Ahrons sollen es darbringen; die Söhne Ahrons und nicht die Töchter Ahrons.\n", "DAS ABHEBEN. Denn es heißt:279Ib. 2,2.er bringe es zu den Söhnen Ahrons &c. und er hebe ab; die Söhne Ahrons heben ab and nicht die Töchter Ahrons.\n", "DAS AUFRÄUCHERN. Denn es heißt :280Ib. 3,5.die Söhne Ahrons sollen es aufräuchern; die Söhne Ahrons und nicht die Töchter Ahrons.\n", "DAS ABKNEIFEN. Denn es heißt :281Ib. 1,15.er kneife ab und er räuchere auf, womit das Abkneifen mit dem Aufräuchern verglichen wird.\n", "DIE AUFNAHME. Denn es heißt:282Ib. V. 5.die Söhne Ahrons sollen es heranbringen, und der Meister sagte, \n" ], [ "unter heranbringen, sei die Aufnahme des Blutes zu verstehen.\n", "DAS SPRENGEN. Welches Sprengen ist hier zu verstehen, wenn das der [roten]283Cf. Num. 19,4.Kuh, so wird ja bei dieser Eleázar284Es hat durch den Hochpriester zu erfolgen u. nicht einmal Priester sind zulässig.genannt, und wenn das innerhalb285Des Allerheiligsten; cf. Lev. 4,6.zu erfolgende, so wird ja dabei der gesalbte Priester284Es hat durch den Hochpriester zu erfolgen u. nicht einmal Priester sind zulässig.genannt!? – Vielmehr, das Sprengen beim Geflügel[opfer], \n", "was [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern ist: wenn bei einem Vieh, bei dem die Schlachtung nicht durch einen Priester zu erfolgen braucht, die Sprengung durch einen Priester erfolgen muß, um wieviel mehr muß bei einem Geflügel, bei dem das Abkneifen286Das dem Schlachten bei einem Vieh entspricht. durch einen Priester erfolgen muß, das Sprengen durch einen solchen erfolgen.\n", "AUSGENOMMEN DAS SPEISOPFER DER EHEBRUCHSVERDÄCHTIGTEN UND DER NEZIRA. R. Elea͑zar287So rieht, nach Handschriften.sprach zu seinem Altersgenossen288Vgl. Bd. V S. 70 Anm. 4.R. Jošija: Du setzt dich nicht hin, bis du mir folgendes erklärt hast. Woher, daß das Speisopfer der Ehebruchsverdächtigten des Schwingens benötigt? – ‘Woher’, bei diesem selbst heißt es ja :289Num. 5,25.er schwinge das Speisopfer!? – Vielmehr, woher, daß das Schwingen durch den Eigentümer erfolgen müsse? – \n", "Dies ist durch [das Wort] Hand vom Friedensopfer zu folgern; hierbei heißt es :289Num. 5,25.der Priester nehme aus der Hand der Frau, und dort heißt es:290Lev. 7,30.seine Hände sollen bringen; \n", "wie hierbei der Priester, ebenso dort der Priester, und wie dort der Eigentümer, ebenso hier der Eigentümer. Wie erfolgt dies? Der Priester lege seine Hände unter die Hände des Eigentümers und schwinge. – \n", "Wir wissen dies von der Ehebruchsverdächtigten, woher dies von der Nezira? – Dies ist durch [das Wort] Handfläche291Das sowohl bei der Ehebruchsverdächtigten (Num. 5,18) als auch beim Nazir (ib. 6,19) gebraucht wird. von der Ehebruchsverdächtigten zu folgern.\n", "ixJEDES GESETZ, DAS MIT DEM [JISRAÉLITISCHEN] LANDE ZUSAMMENHÄNGT, GILT NUR IM LANDE UND DAS NICHT MIT DEM LANDE ZUSAMMENHÄNGT, GILT SOWOHL IM LANDE ALS AUCH AUSSERHALB DES LANDES, \n" ], [ "AUSGENOMMEN [DIE GESETZE] VOM UNGEWEIHTEN UND VON DER MISCHFRUCHT; R. ELIE͑ZER SAGT, AUCH DAS VOM NEUEN294Heurige Feldfrüchte vor der Darbringung der Schwingegarbe (cf. Lev. 23,10ff.); ausführl. hierüber Men. Fol. 68a..\n", "GEMARA. Was heißt ‘zusammenhängt’ und was heißt ‘nicht zusammenhängt’; wollte man sagen, ,zusammenhängt’ heiße, wenn dabei das Kommen295In das Jisraélland; viele Gebote in der Schrift beginnen mit der Einleitung: wenn der Herr dich in das Land bringen wird.erwähnt wird, und ‘nicht zusammenhängt’ heiße, wenn dabei das Kommen nicht erwähnt wird, so wird ja das Kommen auch bei den Tephillin und beim Erstgeborenen des Esels296Oder anderer Haustiere, die an den Priester zu entrichten ist; cf. Ex. 13,11.erwähnt, dennoch gelten diese sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes!? \n", "R. Jehuda erwiderte: Er meint es wie folgt: jedes Gesetz, wobei die Person pflichtig ist, gilt sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes, und wobei das Land pflichtig297Wenn die Ausübung des Gebotes vom Landbesitze abhängig ist.ist, gilt nur im Lande. – \n", "Woher dies? – Die Rabbanan lehrten :298Dt. 21,1.Dies sind die Satzungen, das sind die Schriftauslegungen; und die Vorschriften, das sind die Rechtsgesetze; die ihr beobachten sollt, das ist das Studium; zu tun, das ist die Ausübung. \n", "Aus [dem Worte] im Lande könnte man entnehmen, all diese Gesetze gelten nur im Lande, so heißt es: alle Tage, die ihr auf dem Erdboden lebt. Aus [den Worten] alle Tage könnte man entnehmen, sie gelten sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes, \n", "so heißt es: im Lande. Da die Schrift einschließt und ausschließt, so richte man sich nach dem, was im Abschnitte genannt ist:299Ib. V. 2.vernichten sollt ihr all die Orte, woselbst die Völker gedient haben; wie der Götzendienst sich dadurch auszeichnet, daß dabei die Person pflichtig ist, und dies gilt sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes, ebenso gelten alle anderen Gesetze, wobei die Person pflichtig ist, sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes.\n", "AUSGENOMMEN [DIE GESETZE] VOM UNGEWEIHTEN UND VON DER MISCHFRUCHT. Sie fragten: Streitet R. Elie͑zer erleichternd oder erschwerend? \n", "Streitet er erschwerend, denn der erste Autor lehrt wie folgt: ausgenommen [die Gesetze] vom Ungeweihten und von der Mischfrucht, hinsichtlich welcher eine überlieferte Lehre300Daß sie überall gelten.besteht, obgleich anzunehmen wäre, es seien Gesetze, wobei das Land pflichtig ist, das Gesetz vom Neuen aber gilt nur im Lande und nicht außerhalb des Landes, \n", "weil unter ‘Wohnort’301Von diesem Gesetze heißt es in der Schrift, daß es in allen Wohnorten gelten solle; cf. Lev. 23,14.der Besitz und die Eingesessenheit302Wörtl. [die Zeit] nach der Besitznahme u. der Eingesessenheit, sc. im eroberten Palästina; das W. ‘Wohnort’ besagt nicht, daß das Gesitz überall, sondern daß er erst nach der Besitznahme des Landes u. der Eingesessenheit in diesem gelle, nicht aber während der Kriegsjahre.zu verstehen ist, \n", "und hierzu sagt R. Elie͑zer, auch [das Gesetz] vom Neuen gelte sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes, weil unter ‘Wohnort’ jeder Ort, in dem ihr wohnt, zu verstehen ist. \n", "Oder aber streitet er erleichternd, denn der erste Autor lehrt wie folgt: ausgenommen [die Gesetze] vom Ungeweihten und von der Mischfrucht, hinsichtlich welcher eine überlieferte Lehre300Daß sie überall gelten.besteht, und um so mehr gilt dies [vom Gesetze] vom Neuen, weil unter ‘Wohnort’ jeder Ort, in dem ihr wohnt, zu verstehen ist, \n", "und hierzu sagt R. Elie͑zer, [das Gesetz] vom Neuen gelte nur im Lande, weil unter ‘Wohnort’ der Besitz und die Eingesessenheit zu verstehen ist. [Das Wort] ‘auch303Wonach RE. es hinzufügend lehrt.bezieht sich demnach auf das Vorangehende304Auf die Regel u. nicht auf die Ausnahme.. \n", "Komm und höre: Abajje sagte: Derjenige, der gegen R. Elie͑zer streitet, ist R. Jišma͑él, denn es wird gelehrt: Dies305Die Nennung des Wohnortes beim Gesetze vom Gußopfer; cf. Num. 15,2.lehrt dich, daß unter ‘Wohnort’ überall der Besitz und die Eingesessenheit zu verstehen ist – so R. Jišma͑él. \n", "R. A͑qiba sprach zu ihm: Beim Šabbath[gesetze] heißt es306Cf. Ex. 35,3.ja ‘Wohnort’, und es gilt sowohl in! Lande als auch außerhalb des Landes!? Dieser erwiderte: Hinsichtlich des Šabbaths wird dies [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert: wenn leichtere Gesetze sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes gelten, um wieviel mehr das strenge Šabbathgesetz]. \n", "Da nun Abajje sagt, der Autor, der gegen R. Elie͑zer streitet, sei R. Jišma͑él307Und dieser ist der Ansicht, daß unter ‘Wohnort’ Besitz u. Eingesessenheit zu verstehen sei., so ist zu entnehmen, daß R. Elie͑zer erschwerend streite. Schließe hieraus. – \n", "Merke, R. Jišma͑él spricht ja vom Gußopfer, und beim Gußopfer werden ja [die Worte] ‘kommen’ und ‘Wohnort’ genannt308Demnach ist ja hiervon nur hinsichtl. solcher Gesetze zu folgern, bei denen beide Worte gebraucht werden.!? – \n" ], [ "Er meint es wie folgt: dies lehrt, daß überall, wo es ‘kommen’ und ‘Wohnort’ heißt, der Besitz und die Eingesessenheit zu verstehen ist – so R. Jišma͑él. – \n", "Wieso erwiderte er demnach auf den Einwand R. A͑qibas, beim Šabbath heiße es ‘Wohnort’, hinsichtlich des Šabbath[gesetzes] werde dies [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert, sollte er ihm doch erwidert haben: ich spreche von [den Worten] ‘kommen’ und ‘Wohnort’!? – Er erwiderte ihm das eine und noch ein anderes: erstens spreche ich von [den Worten] ‘kommen’ und ‘Wohnort’, und zweitens ist gegen deine Einwendung, beim Šabbath[gesetz] heiße es ‘Wohnort’, [zu erwidern:] hinsichtlich des Šabbath[gesetzes] wird dies [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert. – \n", "Worin besteht ihr Streit? – Sie streiten darüber, ob in der Wüste309Während des Aufenthaltes der Jisraéliten in dieser.Gußopfer dargebracht worden sind. R. Jišma͑e͑l ist der Ansicht, in der Wüste seien310Da die Worte ‘Wohnort’ u. ‘kommen’ darauf deuten, daß dieses Gesetz erst nach der Eroberung Palästinas Geltung habe.keine Gußopfer dargebracht worden, und R. A͑qiba ist der Ansicht, in der Wüste seien Gußopfer dargebracht worden.\n", "Abajje sagte: Dieser Autor der Schule R. Jišma͑éls folgert es aus der Lehre eines anderen Autors der Schule R. Jišma͑éls. \n", "In der Schule R. Jišma͑éls wurde nämlich gelehrt: Da in der Tora oft das Kommen schlechthin erwähnt wird, und an einer Stelle311Beim Gesetze von der Einsetzung des Königs; Dt. 17,14.die Schrift dies mit Besitz und Eingesessenheit erklärt, so ist darunter auch überall Besitz und Eingesessenheit zu verstehen. – \n", "Und jener!? – Vom Könige311Beim Gesetze von der Einsetzung des Königs; Dt. 17,14.und von den Erstlingen312Auch bei diesen wird es mit Besitz u. Eingesessenheit erklärt; cf. Dt. 26,1.lehren zwei Schriftverse dasselbe, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu folgern. – \n", "Und der andere? – Beide sind nötig. Würde der Allbarmherzige es nur beim Könige und nicht bei den Erstlingen geschrieben haben, so könnte man glauben, die Erstlinge, die einen Genuß gewähren, beginnen313Dieses Gesetz sollte auch vor der Eingesessenheit Geltung haben.sofort. Und würde er es nur bei den Erstlingen und nicht beim Könige geschrieben haben, so könnte man glauben, der König könne die Eroberung sofort beginnen. – \n", "Und jener!? – Sollte der Allbarmherzige es beim Könige und nicht bei den Erstlingen geschrieben, und ich würde gefolgert haben: wenn [das Gesetz] vom Könige, der die Eroberung sofort beginnen kann, erst nach der Besitznahme und der Eingesessenheit gilt, um wieviel mehr das der Erstlinge. – \n", "Und der andere!? – Wenn der Allbarmherzige es [nur bei jenem] geschrieben hätte, könnte man glauben, diese gleichen der Teighebe314Dieses Gesetz (cf. Num. 15,20) hatte nach aller Ansicht Geltung auch vor der Eingesessenheit im Jisraéllande., so lehrt er uns.\n", "Wozu schrieb der Allbarmherzige, wenn du sagst, alles, wobei die Person pflichtig ist, gelte sowohl im Jisraéllande als auch außerhalb des Landes, [das Wort] ‘Wohnort’ beim Šabbathgesetze]!? – Dies ist nötig; man könnte glauben, [der Šabbath] benötige, da es im Abschnitte von den Festen geschrieben ist, der Weihung315Durch das Gericht, u. dies erfolgt nur im Jisraéllande.gleich den Festen, so lehrt er uns. – \n", "Wozu schrieb der Allbarmherzige [das Wort] ‘Wohnort’ beim [Gesetze] von Talg und Blut316Cf. Lev. 3,17.? – Dies ist nötig; da es im Abschnitte von den Opfern geschrieben ist, so könnte man glauben, zur Zeit, wo die Opfer[gesetze] gelten, seien auch Talg und Blut verboten, nicht aber zur Zeit, wo die Opfer[gesetze] nicht gelten, so lehrt er uns. – \n", "Wozu schrieb der Allbarmherzige [das Wort] ‘Wohnort’ [beim Gesetze] vom Ungesäuerten und dem Bitterkraute317Die am Pesaḥfeste zu essen sind; cf. Ex. 12,20.? – Dies ist nötig; da es heißt: 318Num. 9,11.mit Ungesäuertem und Bitterkraut sollen sie es essen, so könnte man glauben, nur wenn das Pesaḥopfer dargebracht wird, nicht aber, wenn das Pesaḥopfer nicht dargebracht wird, so lehrt er uns. – \n", "Wozu schrieb der Allbarmherzige [das Wort] ‘kommen’ beim [Gesetze] von den Tephillin? – Dies ist wiegen einer Lehre der Schule R. Jišma͑éls nötig: Übe dieses Gebot, denn wegen dessen kommst du in das Land. – \n", "Erklärlich ist nach demjenigen, welcher sagt, unter ‘Wohnort’ sei jeder Ort, in dem ihr wohnt, zu verstehen, der Schriftvers:319Jos. 5,11.sie aßen vom Ertrage des Landes vom folgenden Tage des Pesaḥs an; sie aßen vom folgenden Tage des Pesaḥs an, während sie vorher nicht gegessen hatten, \n" ], [ "denn sie brachten zuerst die Schwingegarbe dar und aßen nachher; \n", "nach demjenigen aber, welcher sagt, darunter sei der Besitz und die Eingesessenheit zu verstehen, sollten sie doch sofort320Da vor der Eingesessenheit das Gesetz von der Schwingegarbe keine Geltung hatte.gegessen haben!? – Sie brauchten dies nicht, \n", "wie es heißt :321Ex. 16,35.und die Kinder Jisraél aßen das Manna vierzig Jahre, bis sie in bewohntes Land kamen; das Manna aßen sie, bis sie an die Grenze des Landes Kenaa͑n kamen. Man kann nicht sagen, bis sie in bewohntes Land322Solches hatten sie schon vor ihrem Einzüge in das Land Kenaa͑n.kamen, denn es heißt: bis sie an die Grenze des Landes Kenaa͑n kamen, und man kann nicht sagen, bis sie an die Grenze des Landes Kenaa͑n kamen, denn es heißt: bis sie in bewohntes Land kamen; wie ist dies nun zu erklären? Am siebenten Adar starb Mose und das Manna hörte auf niederzufallen, und bis zum sechzehnten Nisan323Dem 2. Tage des Pesaḥfestes; nur aus diesem Grunde aßen sie erst von diesem Tage ab vom Ertrage des Landes.reichten sie mit dem Manna, das sie in ihren Gefäßen hatten. \n", "Ein Anderes lehrt: Und die Kinder Jisraél aßen das Manna vierzig Jahre; aßen sie es denn vierzig Jahre, sie aßen es ja vierzig Jahre weniger dreißig324Die ersten 30 Tage ihres Aufenthaltes in der Wüste reichten sie mit den aus Miçrajim mitgebrachten Kuchen; am 15. des 1. Monats (Nisan) zogen sie aus diesem Lande u. erst am 15. des folgenden Monats begann das Manna niederzufallen; cf. Ex. 16,1ff.Tage!? Dies besagt vielmehr, daß die Kuchen, die sie aus Miçrajim mitgenommen hatten, den Geschmack des Manna hatten. \n", "Ein Anderes lehrt: Am siebenten Adar starb Moše und am siebenten Adar ward er geboren. – Woher, daß er am siebenten Adar starb? – Es heißt :325Dt. 34,5.und es starb daselbst Moše, der Knecht des Herrn, ferner :326Ib. V. 8.die Kinder Jisraél beweinten Moše in A͑rboth Moab dreißig Tage, ferner :327Jos. 1,1.und es geschah nach dem Tode Mošes, des Knechtes des Herrn, ferner:328Ib. V. 2. mein Knecht Moše ist tot, nun mach dich auf und geh hinüber, \n", "ferner :329Ib. V. 11.geht im Lager umher und gebietet dem Volke also: bereitet euch Mundvorrat, denn binnen drei Tagen geht ihr über den Jarden, ferner :330Ib. 4,19.und das Volk kam herauf aus dem Jarden am zehnten des ersten Monats; wenn du hiervon dreiunddreißig Tage331Die 30 der Trauer u. die 3 der Vorbereitung; vom 10. Nisan bis zum vorangehenden 7. Adar sind 33 Tage.abziehst, so findest du, daß Moše am siebenten Adar starb. – \n", "Woher, daß Moše am siebenten Adar geboren wurde? – Es heißt :332Dt. 31,2.Er sprach zu ihnen: Hundertundzwanzig Jahre bin ich heute; ich vermag nicht mehr auszuziehen und einzuziehen. Es brauchte ja nicht heute zu heißen, und wenn es heute heißt, so lehrt dies, daß der Heilige, gepriesen sei er, dasitzt und die Jahre der Frommen (vom Tag) bis auf den Tag und (vom Monat) bis auf den Monat voll werden läßt, wie es heißt :333Ex. 23,26.die Zahl deiner Tage werde ich voll machen.\n", "Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte: Drei Gebote sind den Jisraéliten bei ihrem Einzuge in das Land auferlegt worden, und sie gelten sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes, \n", "und es ist auch durch einen Schluß zu folgern, daß sie gelten: wenn [das Gesetz] vom Neuen, wobei das Verbot kein dauerndes334Es ist nur bis zu einem bestimmten Tage, dem 16. Nisan, verboten.ist, sich nicht auf die Nutznießung335Verboten ist nur das Essen desselben. erstreckt, und aufgehoben werden336Durch die Darbringung der Schwingegarbe; sobald dies erfolgt ist, ist das Neue erlaubt, noch am selben Tage.kann, sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes gilt,\n", "um wieviel mehr gilt [das Gesetz] von der Mischfrucht, wobei das Verbot ein dauerndes ist, sich auf die Nutznießung erstreckt, und nicht aufgehoben werden kann, sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes. Dies gilt in zwei Hinsichten auch vom Ungeweihten337Auch bei diesem erstreckt sich das Verbot auf die Nutznießung, auch kann es nicht aufgehoben werden, jed. ist es kein dauerndes, da im 4. Jahre die Früchte erlaubt sind.. \n", "R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagte: \n" ], [ "Jedes Gesetz, das den Jisraéliten vor ihrem Einzuge in das Land338Dh. das vorher Geltung haben sollte.[auferlegt worden ist], gilt sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes, und das ihnen nach ihrem Einzuge in das Land338Dh. das vorher Geltung haben sollte.[auferlegt worden ist], gilt nur im Lande, ausgenommen die Erlassung von Geldforderungen und die Entlassung der Sklaven339Im Jobeijahre; cf. Dt. 15,1ff., die, obgleich sie ihnen nach ihrem Einzuge in das Land auferlegt worden sind, sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes gelten. – \n", "Die Erlassung von Geldforderungen ist ja ein an der Person haftendes Gesetz!? – \n", "Dies ist wegen einer Lehre Rabbis nötig, denn es wird gelehrt: Rabbi sagte:340Dt. 15,2.Folgendes Bewenden hat es mit dem erlassen. Die Schrift spricht von zwei Erlassungen, von der Erlassung des Bodens und von der Erlassung von Geldern; zur Zeit, wenn der Boden zu erlassen341Wenn die Jisraéliten im Jisraéllande weilen. ist, sind auch Gelder zu erlassen, und zur Zeit, wenn der Boden nicht zu erlassen ist, sind auch Gelder nicht zu erlassen. – \n", "Vielleicht aber: in Orten, wo der Boden zu erlassen ist, sind auch Gelder zu erlassen, und in Orten, wo der Boden nicht zu erlassen ist, sind auch Gelder nicht zu342Wonach dieses Gesetz außerhalb des Landes keine Geltung hat. erlassen!? – Es heißt :340Dt. 15,2.denn es ist ein Erlaß für den Herrn auszurufen, allerorts. – \n", "Die Entlassung von Sklaven ist ja ein an der Person haftendes Gesetz!? – Da es heißt:343Lev. 25,10.rufet Freiheit aus im Lande, so könnte man glauben, nur im Lande, nicht aber außerhalb des Landes, so heißt es:343Lev. 25,10.es ist ein Jobel, allerorts. – \n", "Weshalb heißt es demnach im Lande? – Zur Zeit, wenn die Freilassung im Lande? – gilt, gilt sie auch außerhalb des Landes, und wenn die Freilassung im Lande nicht gilt, gilt sie auch nicht außerhalb des Landes.\n", "Dort haben wir gelernt: Das Neue ist überall nach der Tora verboten, vom Ungeweihten ist es344Daß es außerhalb des Landes verboten sei.eine Halakha, und von der Mischfrucht ist es eine Bestimmung der Schriftkundigen. Was ist dies für eine Halakha? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Ein Landesbrauch345Hierüber besteht keinerlei Überlieferung, jedoch gilt es auch außerhalb des Landes als verboten.. U͑la erwiderte im Namen R. Joḥanans: Eine Moše am Sinaj überlieferte Halakha. \n", "U͑la sprach zu R. Jehuda: Erklärlich ist es nach meiner Ansicht, es sei eine Moše am Sinaj überlieferte Halakha, daß zwischen dem zweifelhaften Ungeweihten und der zweifelhaften Mischfrucht unterschieden346Das Verbot des Ungeweihten außerhalb des Landes ist ein strengeres, da es Moše am Berge Sinaj überliefert worden ist.wird. \n", "Wir haben nämlich gelernt: Das zweifelhafte Ungeweihte ist im Lande verboten, in Syrien347In den später von den Jisraéliten eroberten Provinzen.erlaubt348Wenn die Früchte bereits gepflückt sind; es ist jed. verboten, das Pflücken zu veranlassen.und außerhalb des Landes darf man hinabsteigen349In den Garten eines Nichtjuden.und kaufen350Die bereits gepflückten Früchte., jedoch nicht beim Einsammeln Zusehen. \n", "Hinsichtlich der Mischfrucht aber haben wir gelernt: Wenn in einem Weinberge Grünkraut gepflanzt351Und ein Zweifel besteht, ob es auf verbotene od. erlaubte Weise gepflanzt worden ist.ist, und außerhalb desselben Grünkraut verkauft wird, so ist es im Lande verboten, in Syrien erlaubt \n", "und außerhalb des Landes darf man hinabsteigen und einsammeln [lassen], jedoch nicht mit der Hand352Während beim Ungeweihten in einem solchen Falle auch das Zusehen verboten ist.einsammeln. \n", "Nach deiner Erklärung sollte er doch \n" ], [ "entweder bei beiden lehren: hinabsteigen und kaufen, oder bei beiden: hinabsteigen und einsammeln [lassen]!? – Šemuél sagte auch zu R. A͑nan: lies entweder bei beiden: hinabsteigen und kaufen, oder bei beiden: hinabsteigen und einsammeln [lassen]. Mar, der Sohn Rabanas, lehrte bei beiden erleichternd: hinabsteigen und einsammeln, jedoch nicht mit der Hand einsammeln. \n", "Levi sprach zu Šemuél: Arjokh353Bisher nicht befriedigend erklärte Benennung od. Titel Š.s., reich354Solche Früchte, hinsichtl. welcher ein Zweifel besteht.mir, und ich will sie essen. R. Ivja und Rabba b. R. Hanan reichten sie einander355Ohne aber selbst zu pflücken od. das Pflücken zu veranlassen.. Die Scharfsinnigen von Pumbeditha356Cf. Syn. Fol. 17b.entschieden, das Gesetz vom Ungeweihten gelte außerhalb des Landes. \n", "Als R. Jehuda es R. Joḥanan mitteilte, ließ dieser ihm sagen: Laß das Zweifelhafte unentschieden357Dh. lehre nicht, daß es erlaubt sei.und das Entschiedene358Wenn die Früchte entschieden von Ungeweihtem herrühren.vernichten. Erlasse über sie eine Bekanntmachung, und über ihre Früchte, daß sie zu verstecken seien. Wer da sagt, [das Gesetz] vom Ungeweihten gelte nicht außerhalb des Landes, wird keinen Nachkommen und keinen Enkel haben, [von dem es heißt :]359Mich. 2,5.der schnür zieht über ein Los im Erbbesitze Gottes. – \n", "Nach wessen Ansicht lehrten jene? – Nach der folgenden Lehre: R. Elea͑zar b. R. Jose sagte im Namen des R. Jose b. Durmaskith360Dieser RJ. war aus Damaskus (cf. Siphre, ed. Friedmann Fol. 65a), demnach könnte D. Ortsname (דמשק = דרמשק) sein., der es im Namen R. Jose des Galiläers sagte, der es im Namen des R. Joḥanan b. Nuri sagte, der es im Namen R. Elie͑zer des Großen sagte: [Das Gesetz] vom Ungeweihten gilt nicht außerhalb des Landes. – \n", "Etwa nicht, wir haben ja gelernt: R. Elie͑zer sagt: auch361Demnach gilt das Gesetz vom Ungeweihten erst recht auch außerhalb des Landes.das vom Neuen!? – Lies: das Neue.\n", "R. Asi sagte im Namen R. Joḥanans: Vom Ungeweihten außerhalb des Landes ist es eine Moše am Sinaj überlieferte Halakha. R. Zera sprach zu R. Asi: Wir haben ja gelernt, das zweifelhafte Ungeweihte sei im Lande verboten, in Syrien erlaubt362Wenn hinsichtl. des Entschiedenen eine überlieferte Halakha besteht, daß es verboten sei, so darf das Zweifelhafte nicht von vornherein erlaubt sein.und außerhalb des Landes dürfe man hinabsteigen und einsammeln [lassen]!? Da stutzte er eine Weile und sprach dann zu ihm: Vielleicht lautet [die Halakha] wie folgt: das zweifelhafte ist erlaubt und das entschiedene ist verboten.\n", "R. Asi sagte im Namen R. Joḥanans: Wegen der Mischfrucht363Wegen der Übertretung dieses Gesetzes außerhalb des Landes.ist nach der Tora zu geißeln. R. Elea͑zar sprach zu R. Asi: Wir haben ja gelernt, von der Mischfrucht sei es eine Bestimmung der Schriftkundigen!? – Das ist kein Einwand; das eine gilt von der Mischfrucht des Weinbergs364Das Säen von Sämereien zwischen Weinstöcken; dieserhalb ist nicht nach der Tora zu geißeln. und das andere von der Pfropfung von Bäumen. \n", "Dies nach Šemuél, denn Šemuél sagte :365Lev. 19,19.Meine Satzungen sollt ihr beobachten, die Satzungen, die ich dir bereits auf erlegt habe:365Lev. 19,19.Du sollst nicht zweierlei Arten des Viehs sich begatten lassen noch dein Feld mit zweierlei Arten besäen; \n", "wie beim Vieh nur die Begattung verboten ist, ebenso ist beim Felde nur das Pfropfen verboten, und wie das Gesetz hinsichtlich des Viehs sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes gilt, ebenso gilt auch das Gesetz hinsichtlich des Feldes sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes. – \n", "Es heißt ja aber dein Feld!? – Dies schließt Sämereien außerhalb des Landes aus.\n", "R. Ḥanan und R. A͑nan gingen auf dem Wege und sahen einen Mann verschiedene Sämereien mit einander säen. Da sprach dieser: Möge der Meister ihn in den Bann tun. Jener erwiderte: Ihr seid darin366Im Gesetze von der Mischfrucht.nicht bewandert. \n", "Hierauf sahen sie einen Weizen und Gerste zwischen Weinstocken säen. Da sprach dieser: Möge der Meister ihn in den Bann tun. Jener erwiderte: Ihr seid darin nicht kundig; entscheiden wir etwa nicht nach R. Jošija, welcher sagt, nur367Dann ist er strafbar.wenn er Weizen, Gerste und Weinbeerkerne mit einem Handwurfe gesäet hat!? \n", "R. Joseph vermengte Sämereien und säete sie. Da sprach Abajje zu ihm: Wir haben ja gelernt, [das Verbot] der Mischfrucht sei eine Bestimmung der Schriftkundigen!? Dieser erwiderte: Das ist kein Ein wand; das eine gilt von der Mischfrucht des Weinbergs364Das Säen von Sämereien zwischen Weinstöcken; dieserhalb ist nicht nach der Tora zu geißeln.und das andere von der Mischung von Sämereien. Bei der Mischfrucht des Weinbergs, die im Lande zur Nutznießung verboten ist, haben die Rabbanan ein Verbot angeordnet, bei der Mischung von Sämereien aber, die auch im Lande nicht zur Nutznießung verboten sind, haben die Rabbanan kein Verbot angeordnet. \n", "Später sagte R. Joseph: Das, was ich gesagt habe, ist nichts. Rabh säete den Garten der Schule in gesonderten368Jede Art besonders.Beeten; doch wohl, um eine Mischung [zu vermeiden]. Abajje sprach zu ihm: Einleuchtend wäre dies, \n" ], [ "wenn er vier [verschiedene Arten] an den vier Seiten eines Beetes und eine in der Mitte369Auf diese Weise ist das Säen verschiedener Arten erlaubt, weil sie dann die Nahrung nicht von einander ziehen; cf. Sab. Fol. 84b.gesäet hätte: er aber tat es370Da er diese Vorschrift nicht beobachtete.nur zur Verschönerung oder zur Erleichterung für den Diener371Damit er jede Art leicht herausfinde..\n", "x,1WER AUCH NUR EIN GEBOT AUSÜBT, DEM ERWEIST MAN GUTES, MAN VERLÄNGERT IHM DAS LEBEN UND ER ERBT372Wohl in messianischen Zeitalter.DAS LAND; WER EIN GEBOT NICHT AUSÜBT, DEM ERWEIST MAN NICHT GUTES, MAN VERLÄNGERT IHM NICHT DAS LEBEN UND ER ERBT NICHT DAS LAND.\n", "GEMARA. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Von folgenden Dingen genießt der Mensch die Früchte auf dieser Welt, und der Stamm bleibt ihm für die zukünftige Welt erhalten, und zwar: Ehrung von Vater und Mutter, Liebeswerke, Gastfreundschaft, Friedensstiftung zwischen einem Menschen und anderen, und das Studium der Tora wiegt alles373Nach unserer Mišna dagegen gilt dies auch von jedem anderen Gebote.auf. \n", "R. Jehuda erwiderte: Er meint es wie folgt: wer374Dessen Sünden u. Verdienste einander aufwiegen.ein Gebot über seine Verdienste ausübt, dem erweist man Gutes, und es ist ebenso, als hätte er die ganze Tora gehalten. – Demnach gilt dies bei jenen auch von einem einzigen375Auch wenn er sonst nur Sünden u. gar keine Verdienste hat.!? R. Šema͑ja erwiderte: Dies besagt, daß, wenn sie376Seine Sünden u. seine Verdienste.einander aufwiegen, jene377Die hier aufgezählten guten Werke.den Ausschlag geben. – \n", "Erweist man denn dem Gutes, der ein Gebot über seine Verdienste ausübt, ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Dessen Verdienste mehr sind als seine Sünden, dem erweist man378Auf dieser Welt, um ihn zu läutern u. ihn der zukünftigen Welt teilhaftig werden zu lassen.Schlechtes, und es ist ebenso, als hätte er die ganze Tora verbrannt und auch nicht einen Buchstaben zurückgelassen, und dessen Sünden mehr sind als seine Verdienste, dem erweist man379Damit er in der zukünftigen Welt leer ausgehe.Gutes, und es ist ebenso, als hätte er die ganze Tora gehalten und auch nicht einen Buchstaben unterlassen!? \n", "Abajje erwiderte: Unsere Mišna lehrt, daß man ihm einen guten Tag380Dadurch, daß man ihm die Vergeltung für seine Sünden, bezw. für seine Verdienste auf dieser Welt gewährt.beziehungsweise einen schlechten bereite. Raba erwiderte: Hier381In der Barajtha, nach welcher die Verdienste hinieden nicht vergolten werden.ist die Ansicht R. Ja͑qobs vertreten, welcher sagt, auf dieser Welt gebe es keine Belohnung für die Gebote. \n", "Es wird nämlich gelehrt: R. Ja͑qob sagte: Du hast kein in der Tora geschriebenes Gebot, bei dem eine Belohnung angegeben ist, von dem nicht die Auferstehung der Toten zu entnehmen wäre. Bei der Ehrung von Vater und Mutter heißt es:382Dt. 5,16.damit du lange lebest und damit es dir wohl gehe; beim Fliegenlassen des Nest[vogels] heißt es:383Ib. 22,7.damit es dir wohl gehe und du lange lebest. \n", "Wo ist, wenn zu einem sein Vater gesagt hat, daß er auf eine Burg steige und ihm junge Tauben hole, und er auf die Burg steigt, die Mutter fliegen läßt und die Jungen holt, und auf der Rückkehr abstürzt und stirbt, das Wohlergehen von diesem, und wo ist das lange Leben von diesem!? Vielmehr [ist zu erklären:] damit es dir wohl gehe, in der Welt, die ganz Wohlergehen ist; damit du lange lebest, in der Welt, die ganz Ewigkeit ist. – \n", "Vielleicht kommt so etwas nicht vor!? – R. Ja͑qob sah einen solchen Fall. – Vielleicht hatte jener sündhafte Gedanken!? – Die böse Absicht rechnet der Heilige, gepriesen sei er, nicht zur Tat. – \n", "Vielleicht hatte er Götzendienst im Sinne, und es heißt:384Ez. 14,5. und das Haus Jisraél ans Herz zu ergreifen385Dieser Schriftvers spricht vom Götzendienste, der auch im Herzen erfolgen kann.!? – Das sagte er eben: wenn man sagen wollte, die Belohnung für die Gebote erfolge auf dieser Weit, so sollten die Gebote ihn schützen, daß er nicht zu [sündhaften] Gedanken komme. – \n", "R. Elea͑zar sagte ja aber, Boten einer gottgefälligen Handlung kommen nicht zu Schaden!? – Anders ist es auf der Rückkehr. – \n", "R. Elea͑zar sagte ja aber, Boten einer gottgefälligen Handlung kommen weder auf dem Hinwege noch auf dem Rückwege zu Schaden!? – Es war eine schadhafte Leiter, sodaß ein Schaden zu gewärtigen war, und wenn ein Schaden zu gewärtigen ist, verlasse man sich nicht auf ein Wunder, denn es heißt :386iSam. 16,2.da sprach Šemuél: Wie kann ich hingehen, wenn Šaúl es hört, tötet er mich387Er sollte im Auftrage Gottes gehen..\n", "R. Joseph sagte: Wenn Aher388Eigentl. ‘jener’, Benennung des Eliša͑ b. Abuja; cf. Hg. Fol. 15a.diesen Schriftvers so ausgelegt hätte, wie R. Ja͑qob, der Sohn seiner Tochter, würde er nicht der Sünde verfallen sein. – Was hatte Aḥer gesehen389Was veranlaßte ihn zum Abfall.? – \n", "Manche sagen, er hatte einen solchen Fall gesehen, und manche sagen, er hatte ein Schwein die Zunge eines bedeutenden Menschen390Die kursierenden Ausgaben haben gleich der Parallelstelle (Hui. Fol. 142a): des Dolmetschers Ḥuçpith; er erlitt unter Hadrian den Märtyrertod.schleppen sehen. Er sprach dann: Ein Mund, der Perlen hervorbrachte, muß nun Staub lecken. Hierauf ging er und verfiel der Sünde.\n", "R. Tobi b. R. Qisana wies Raba auf einen Widerspruch hin: Wir haben gelernt, wer auch nur ein Gebot ausübt, dem erweise man Gutes, nur wenn er es ausübt, sonst aber nicht, und dem widersprechend wird gelehrt, wer dasitzt und keine Sünde begeht, den belohne man ebenso, wie einen, der ein Gebot ausübt!? Dieser erwiderte: Dies gilt von einem, der Gelegenheit zur Sünde hatte und davon errettet worden ist. \n", "So ereignete es sich einst, daß eine Matrone R. Ḥanina b. Papi [zur Sünde] aufforderte. Da sprach er391Damit sie von ihm lasse.etwas, und sein Leib ward mit Grinden und Wunden voll; sie aber tat etwas dagegen, und er genas. Hierauf entfloh er und versteckte sich in einem Badehause, in dem, wenn sogar zwei hineingingen, selbst am Tage, sie zu Schaden392Durch böse Geister.kamen. Später fragten ihn die Rabbanan, wer ihn behütet habe. Er erwiderte ihnen: Zwei \n" ], [ "kaiserliche Mohren393So nach manchen Codices.bewachten mich die ganze Nacht. Sie sprachen dann zu ihm: Wahrscheinlich hattest du Gelegenheit zur Sünde und bist errettet worden, denn es wird gelehrt, wer Gelegenheit zur Sünde hatte und davon errettet worden ist, dem lasse man ein Wunder geschehen. 394Ps. 103,20.Helden der Kraft, die seinen Willen395In den kursierenden Ausgaben, wie im masoret. Texte: sein Wort.tun, gehorchend auf die Stimme seines Wortes. Zum Beispiel R. Çadoq und seine Genossen. \n", "Einst forderte ihn eine Matrone [zur Sünde] auf. Da sprach er zu ihr: Das Herz ist mir schwach und ich kann nicht; ist etwas zum Essen da? Sie erwiderte: Es ist etwas Unreines da. Er entgegnete: Schadet nichts; wer dies tut, kann auch solches essen. Hierauf heizte sie den Ofen ein und setzte [die Speise] auf; da kroch er hinein und setzte sich da hin. Sie sprach: Was soll dies!? Er erwiderte: Wer dies tut, fällt da396In das Feuer der Hölle.hinein. Da sprach sie: Hätte ich es gewußt, würde ich dich nicht so sehr gequält haben.\n", "R. Kahana verkaufte397Er hausierte damit bei den Frauen.Körbe, und einmal forderte ihn eine Matrone [zur Sünde] auf. Da sprach er zu ihr: Ich will gehen und mich schmücken. Hierauf stieg er aufs Dach und stürzte sich auf die Erde hinab. Da kam Elijahu und fing ihn auf. Er sprach dann zu ihm: Du hast mich vierhundert Parasangen bemüht. Jener erwiderte: Was denn sonst als meine Armut hat dies verursacht!? Da gab er ihm ein Gefäß mit Denaren.\n", "Rami wies R. Naḥman auf einen Widerspruch hin: wir haben gelernt: von folgenden Dingen genießt der Mensch, wenn er sie tut, die Früchte auf dieser Welt, und der Stamm bleibt ihm für die zukünftige Welt erhalten, und zwar: Ehrung von Vater und Mutter, Liebeswerke, Friedensstiftung zwischen einem Menschen und dem anderen, und das Studium der Tora wiegt alles auf. \n", "Von der Ehrung von Vater und Mutter heißt es: damit da lange lebest und damit es dir wohl gehe. Von den Liebeswerken heißt es:398Pr. 21,21.wer nach Wohltat und Liebe jagt, wird Leben, Wohltat und Ehre finden. \n", "Von der Friedensstiftung heißt es:399Ps. 34,15.suche den Frieden und jage ihm nach, und hierzu sagte R. Abahu, man folgere es400Die Belohnung hierfür auf dieser Welt.aus [dem Worte] jagen; hierbei heißt es: suche den Frieden und jage ihm nach, und dort401Bei den Liebeswerken, wobei die Belohnung genannt wird.heißt es: wer nach Wohltat und Liebe jagt. Vom Studium der Tora heißt es :402Dt. 30,20.denn es ist dein Leben und die Verlängerung deiner Tage. \n", "Auch beim Fliegenlassen des Nest[vogels] heißt es ja:383Ib. 22,7.damit es dir wohlgehe und du lange lebest, somit sollte er auch dies mitzählen!? – Manches lehrt er und manches läßt er fort. – Der Autor leint ‘folgende’, und du sagst, manches lehre er und manches lasse er fort!? \n", "Raba erwiderte: R. Idi erklärte es mir. [Es heißt:] 403Jes. 3,10.saget dem Frommen, daß er gut ist, denn die Frucht ihrer Taten den sie genießen; gibt es denn einen guten Frommen und einen nicht guten Frommen? Vielmehr heißt er, wenn er gegen den Himmel und gegen Menschen gut ist, ein guter Frommer, und wenn er gegen den Himmel gut und gegen Menschen schlecht ist, ein nicht guter Frommer. \n", "Desgleichen heißt es:404Ib. V. 11.wehe dem Frevler, der böse ist, denn nach dem Verdienste seiner Hände wird ihm geschehen; gibt es denn einen bösen Frevler und einen nicht bösen Frevler? Vielmehr heißt er, wenn er gegen den Himmel und gegen Menschen böse ist, ein böser Frevler, und wenn er gegen den Himmel böse und gegen Menschen nicht böse ist, ein nicht böser Frevler405Unter Berücksichtigung dieser Auslegung zählt die obige Lehre nur solche Werke auf, die den Mitmenschen zugute kommen, was aber beim Fliegenlassen des Nestvogels nicht der Fall ist..\n", "Das Verdienst hat einen Stamm und trägt Früchte, denn es heißt: saget dem Frommen, daß er gut &c. Die Sünde hat einen Stamm und trägt keine406Er wird nicht mehr bestraft, als ihm zukommt.Früchte, denn es heißt: wehe dem Frevler, der böse &c. \n", "Wieso aber halte ich aufrecht [den Vers :]407Pr. 1,31.sie werden genießen die Frucht ihres Weges und an ihren Ratschlägen sich sättigen? Die Sünde, die Früchte408Wenn er beispielsweise auch andere zur Sünde verleitet hat.bringt, trägt Früchte, und die keine Früchte bringt, trägt keine Früchte. \n", "Die gute Absicht rechnet der Heilige, gepriesen sei er, zur Tat, denn es heißt:409Mal. 3,16. damals besprachen sich die Gottesfürchtigen mit einander, und der Herr merkte auf und hörte, und es wurde für sie, die den Herrn fürchten und an seinen Namen denken, ein Gedenkbuch auf gezeichnet, und [die Worte:] die an seinen Namen denken, erklärte R. Asi, auch wenn ein Mensch ein Gebot auszuüben nur gedacht, aber verhindert worden ist und es nicht ausgeübt hat, rechne die Schrift es ihm an, als hätte er es ausgeübt. \n", "Die böse Absicht rechnet der Heilige, gepriesen sei er, nicht zur Tat, denn es heißt:410Ps. 66,18.hätte ich Unrecht in meinem Herzen, der Herr hörte es nicht. Wieso aber halte ich aufrecht [den Vers:]411Jer, 6,19.siehe, ich bringe diesem Volke Unglück, die Frucht ihrer Gedanken? Die Absicht, die zur Ausführung gelangt, rechnet der Heilige, gepriesen sei er, zur Tat, und die Absicht, die nicht zur Ausführung gelangt, rechnet der Heilige, gepriesen sei er, nicht zur Tat. – \n", "Es heißt ja aber :412Ez. 14,5.und das Haus Jisraél ans Herz zu ergreifen!? R. Aba b. Ja͑qob erwiderte: Dies gilt vom Götzendienste, denn der Meister sagte, der Götzendienst sei so streng, daß, wenn jemand ihn verleugnet, es ebenso sei, als würde er sich zur ganzen Tora413Wohl entgegengesetzt zu verstehen.bekennen. \n", "U͑la erwiderte: Dies ist nach R. Hona zu erklären, denn R. Hona sagte, wenn jemand eine Sünde begangen und sie wiederholt hat, werde sie ihm erlaubt. – Erlaubt, wie kommst du darauf!? – Vielmehr, sie erscheint ihm erlaubt.\n", "R. Abahu sagte im Namen R. Ḥaninas: Lieber begehe der Mensch eine Sünde heimlich, als den Namen des Himmels öffentlich zu entweihen, denn es heißt:414Ez. 20,39.und ihr, Haus Jisraél, so spricht der Herr, geht hin und dient jeder seinem Götzen, da ihr auf mich doch nicht hören wollt, aber meinen heiligen Namen entweiht nicht.\n", "R. Ilea͑j sagte: Sieht jemand, daß der böse Trieb sich seiner bemächtigt, so gehe er nach einem Orte, wo man ihn nicht kennt, kleide sich schwarz, hülle sich schwarz und folge dem Triebe seines Herzens, aber er entweihe nicht den Namen des Himmels öffentlich. – \n", "Dem ist ja aber nicht so, es wird ja gelehrt, wer nicht die Ehre seines Schöpfers schont, für den wäre es besser, er wäre nicht auf die Welt gekommen, [und auf die Frage,] was dies sei, erklärte Rabba, wenn jemand den Regenbogen415Das Betrachten des Regenbogens ist verboten (cf. Hg. Fol. 16a), wohl weil er als Abglanz der Göttlichkeit betrachtet wird.betrachtet, und R. Joseph erklärte, wenn jemand eine Sünde heimlich416Er fürchtet die Menschen, Gott aber nicht.begeht!? – \n", "Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn er seinen Trieb bezwingen kann, und das andere, wenn er seinen Trieb nicht bezwingen kann.\n", "Dort haben wir gelernt: Bei der Entweihung des göttlichen Namens wird nichts geborgt, einerlei ob fahrlässig oder vorsätzlich. Was heißt: nichts geborgt? Mar Zuṭra erwiderte: Man verfährt hierbei nicht nach Art eines Krämers. Mar, der Sohn Rabanas, erklärte: Dies besagt, daß, wenn sie417Seine Verdienste u. seine Sünden.einander aufwiegen, dies den Ausschlag gebe.\n", "Die Rabbanan lehrten: Stets \n" ], [ "betrachte sich der Mensch so, als habe er zur Hälfte Sünden und zur Hälfte Verdienste. Heil ihm, wenn er ein Gebot ausgeübt hat, denn er hat die Wagschale seiner Verdienste zum Überwiegen gebracht; wehe ihm, wenn er eine Sünde begangen hat, denn er hat die Wagschale seiner Schuld zum Überwiegen gebracht. So heißt es :418Ecc. 9,18.ein Sünder kann viel Gutes vernichten; durch die eine einzige Sünde, die er begangen hat, hat er sich um viel Gutes gebracht. \n", "R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagte: Die Welt wird nach der Mehrheit gerichtet, und auch der einzelne wird nach der Mehrheit gerichtet. Heil ihm, wenn er ein Gebot ausgeübt hat, denn er hat für sich und für die ganze Welt die Wagschale der Verdienste zum Überwiegen gebracht; wehe ihm, wenn er eine Sünde begangen hat, denn er hat für sich und für die ganze Welt die Wagschale der Schuld zum Überwiegen gebracht. Daher heißt es: ein Sünder &c. durch die eine Sünde, die er begangen hat, hat er sich und die ganze Welt um viel Gutes gebracht. \n", "R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte: Auch wenn er sein ganzes Leben lang vollkommen fromm war und zuletzt abtrünnig wurde, hat er sich um das frühere gebracht, denn es heißt:419Ez. 33,12.die Frömmigkeit des Frommen wird ihn nicht retten am Tage seiner Gottlosigkeit420Über die Lesart רשעתו od. רשעו statt פשעו des mas. Textes ist Norzi zSt. zu vergleichen.. Und auch wenn er sein ganzes Leben lang vollkommen gottlos war und zuletzt Buße getan, erinnert man ihn nicht mehr an seine Gottlosigkeit, denn es heißt :419Ez. 33,12.und durch seine Gottlosigkeit soll der Gottlose nicht straucheln am Tage seiner Umkehr von seiner Gottlosigkeit. – \n", "Sollte er doch als zur Hälfte sündhaft und zur Hälfte verdienstlich gelten!? Reš Laqiš erwiderte: Wenn er das frühere bereut.\n", "x,2WEM SCHRIFT, MIŠNA UND LEBENSART EIGEN SIND, DER SÜNDIGT NICHT SOBALD, DENN ES HEISST:421Ecc. 4,12.der dreifache Faden wird nicht sobald reißen. WEM SCHRIFT, MIŠNA UND LEBENSART NICHT EIGEN SIND, GEHÖRT NICHT ZUR GESELLSCHAFT.\n", "GEMARA. R. Elea͑zar b. R. Çadoq sagte: Womit sind die Frommen auf dieser Welt zu vergleichen? Mit einem Baume, der ganz auf einem Platze der Reinheit steht, dessen Gezweige aber auf einen Platz der Unreinheit hinüberragt; wird das Gezweige422Der hinüberragende Teil.abgeschnitten, so steht er ganz auf einem Platze der Reinheit. Ebenso bringt der Heilige, gepriesen sei er, Züchtigungen über die Frommen auf dieser Welt, damit sie die zukünftige Welt erben, wie es heißt:423Ij. 8,7.dein Beginn ist gering, dein Ende aber wird groß sein. \n", "Womit sind die Gottlosen auf dieser Welt zu vergleichen? Mit einem Baume, der ganz auf einem Platze der Unreinheit steht, dessen Gezweige aber auf einen Platz der Reinheit hinüberragt; wird das Gezweige abgeschnitten, so steht er ganz auf einem Platze der Unreinheit. Ebenso überhäuft der Heilige, gepriesen sei er, die Gottlosen auf dieser Welt mit Gutem, um sie in der zukünftigen Welt zu verstoßen und in die tiefste Stufe zu drängen, wie es heißt:424Pr. 14,12.mancher Weg erscheint dem Menschen gerade, am Ende aber sind es Wege des Todes.\n", "Einst waren R. Tryphon und die Ältesten im Söller des Hauses Nithza in Lud versammelt, und es wurde da die Frage aufgeworfen, ob das Studium oder die Tat bedeutender sei. Da begann R. A͑qiba und sprach: Das Studium ist bedeutender. Hierauf stimmten alle zu, daß das Studium bedeutender sei, denn das Studium bringt zur Tat.\n", "Es wurde gelehrt: R. Jose sagte: Bedeutend ist das Studium, daß es dem Gesetze von der Teighebe425Cf. Num. 15,20; dieses Gesetz kam erst nach dem Einzuge in das Jisraélland zur Geltung.vierzig Jahre, dem von der Hebe und der Verzehntung426Diese kamen erst nach der Aufteilung des Landes zur Geltung; die folgenden erst 7, bezw. 50 Jahre später.vierundfünfzig Jahre, dem vom Erlasse sechzig Jahre und dem vom Jobel hundertunddrei Jahre voranging. – \n", "Wieso hundertunddrei, es sind ja hundertundvierl? – \n", "Er ist der Ansicht, die Erlassung durch das Jobeljahr erfolgt am Beginne desselben. Und wie das Studium der Tat vorangeht, so geht auch die Rechenschaft darüber der wegen der Tat vor. Dies nach R. Hamnuna, denn R. Hamnuna sagte: Das Gericht über den Menschen beginnt mit [der Vernachlässigung des] Torastudiums, denn es heißt:427Pr. 17,14.wie wenn man Wasser428Die Tora wird mit dem Wasser verglichen (cf. Az. Fol. 5b), u. unter Zank wird das himmlische Gericht verstanden.entfesselt, beginnt der Zank. \n", "Und wie man dieserhalb früher zur Rechenschaft gezogen wird als wegen der Tat, ebenso erfolgt auch die Belohnung dafür früher als für die Tat, denn es heißt :429Ps. 105,44,45.er gab ihnen die Länder der Völker und die Mühe der Nationen gewannen sie, weil sie seine Satzungen beobachteten430Cf. supra Fol. 37a.und seine Lehren bewahrten.\n", "WEM SCHRIFT UND MIŠNA NICHT EIGEN IST. R. Joḥanan sagte: Er ist auch als Zeuge unzulässig. Die Rabbanan lehrten: Wer auf der Straße ißt, gleicht einem Hunde; andere sagen, er sei auch als Zeuge unzulässig. R. Idi b. Abin sagte : Die Halakha ist nach den anderen zu entscheiden.\n", "Bar Qappara trug vor: \n" ], [ "Der Jähzornige hat keinen anderen Gewinn als seinen Jährzorn. Einen guten Menschen läßt man die Frucht seiner Werke genießen. Von dem, dem Schrift, Mišna und Lebensart nicht eigen sind, gelobe dir jeden Genuß ab, denn es heißt :431Ps. 1,1.und auf dem Sitze der Spötter nicht sitzt; sein Sitz ist ein Sitz der Spötter432Im folgenden Verse wird als Gegensatz das Studium der Tora genannt..\n", "\n", "i,1DER MANN KANN SICH [EINE FRAU] ANTRAUEN PERSÖNLICH UND DURCH EINEN BEAUFTRAGTEN, DIE FRAU KANN ANGETRAUT WERDEN PERSÖNLICH UND DURCH EINEN BEAUFTRAGTEN. EIN MANN KANN SEINE TOCHTER IM MÄDCHENALTER1Solange sie in seiner Gewalt ist; vgl. S. 400 Anm. 67. ANTRAUEN PERSÖNLICH UND DURCH SEINEN BEAUFTRAGTEN.\n", "GEMARA. Wenn er sie sich durch einen Beauftragten antrauen kann, um wieviel mehr persönlich2Dies zu lehren ist überflüssig.!? R. Joseph erwiderte: Persönlich ist es gottgefälliger als durch einen Beauftragten. So pflegte R. Saphra persönlich einen Kopf3Für die Šabbathmahlzeit, zu Ehren des Šabbaths. zu sengen, und ebenso Raba persönlich einen Šibuḥa4Name eines Fisches. Nach dem Talmud (Hui. Fol. 109b) vom Geschmacke des Schweines; wahrscheinl. der Stör, der von den alten Schriftstellern Porcus marinus genannt wird.zu salzen.\n", "Manche sagen: Hierbei5Bei der Antrauung durch einen Vertreter, wenn dies persönlich möglich ist. liegt sogar ein Verbot vor. Dies nach R. Jehuda im Namen Rabhs, denn R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Es ist verboten, sich eine Frau anzutrauen, bevor man sie gesehen hat, weil er an ihr etwas Häßliches entdecken und sie ihm widerwärtig werden könnte, und die Tora sagt: 6Lev. 19,18.liebe deinen Nächsten wie dich selbst.\n", "Die Lehre R. Josephs7Daß es persönlich gottgefälliger sei. bezieht sich vielmehr auf den Schlußsatz: die Frau kann angetraut werden persönlich und durch einen Beauftragten. Wenn sie durch einen Beauftragten angetraut werden kann, um wieviel mehr persönlich!? Hierzu sagte R. Joseph: persönlich ist es gottgefälliger als durch einen Beauftragten. So pflegte R. Saphra persönlich einen Kopf zu sengen, und ebenso Raba persönlich einen Šibuta zu salzen.\n", "Hierbei liegt aber kein Verbot vor. Dies nach Reš Laqiš, denn Res Laqiš sagte: lieber zu zweien sitzen als verwitwet weilen8Die Frau benutze die erstbeste Gelegenheit, um angetraut zu werden..\n", "EIN MANN KANN SEINE TOCHTER IM MÄDCHENALTER ANTRAUEN. Nur im Mädchenalter, nicht aber als Minderjährige; dies ist somit eine Stütze für Rabh, denn R. Jehuda sagte im Namen Rabhs, nach anderen R. Elea͑zar, es sei verboten, seine Tochter minderjährig anzutrauen, sondern erst wenn sie erwachsen ist und sagt, jenen wolle sie haben.\n", "Woher ist die Beauftragung9Daß dies durch einen Beauftragten erfolgen könne; in der Schrift wird dies nicht ausdrücklich gelehrt. zu entnehmen? – Es wird gelehrt:10Dt. 24,1.Er schicke, dies lehrt, daß er einen Beauftragten bestellen könne;\n", "er schicke sie, dies lehrt, daß sie11Das ה am Schlüsse wird nicht als Accusativpronomen (mit Mappiq), sondern als weibl. Verbalendung aufgefaßt.einen Beauftragten bestellen könne; es heißt zweimal12Cf. Dt. 24,3.er schicke sie, dies lehrt, daß der Beauftragte einen Beauftragten bestellen könne.\n", "Wir wissen dies von der Scheidung13Von der die angezogene Schriftstelle spricht., woher dies von der Antrauung? Wolltest du sagen, es sei von der Scheidung zu folgern, [so ist zu erwidern:] wohl die Scheidung, die auch gegen ihren Willen erfolgen kann!? – Die Schrift sagt :14Dt. 24,2.sie gehe fort und sei, das Sein gleicht15Dh. die Antrauung der Scheidung; vgl. S. 454 Anm. 54.dem Gehen, wie man beim Gehen einen Beauftragten bestellen kann, ebenso kann man beim Sein einen Beauftragten bestellen. –\n", "Wir haben gelernt: Wenn jemand zu seinem Beauftragten gesagt hat, daß er gehe und für ihn die Hebe absondere, so sondere er sie nach dem Wunsche des Eigentümers16Da hierfür kein Quantum festgesetzt ist; er berücksichtige den Charakter des Eigentümers, ob er freigebig od. geizig ist.ab, und wenn ihm der Wunsch des Eigentümers unbekannt ist, so sondere er ein Fünfzigstel vom Mittelmäßigen ab;\n" ], [ "hat er um zehn weniger oder um zehn mehr abgesondert, so ist die Hebe gültig. Woher dies17Daß es durch einen Beauftragten erfolgen kann.hierbei? Wolltest du sagen, es sei von der Scheidung zu folgern, [so ist zu erwidern:] wohl bei der Scheidung, weil sie Profanes betrifft. – Anders ist es hierbei; die Schrift sagt: 18Num. 28.auch ihr, und dies schließt den Beauftragten ein. –\n", "Sollte der Allbarmherzige es nur bei der Hebe geschrieben und man würde es hiervon hinsichtlich jener gefolgert19Wenn bei Geheiligtem ein Beauftragter zulässig ist, um wieviel mehr bei Profanem.haben!? – Man könnte erwidern: weil es bei dieser auch im Gedanken20Wenn man bestimmt hat, die Hebe von der einen Seite zu entrichten, so dürfen die Früchte an der anderen Seite gegessen werden; bei der Absonderung der Hebe sind somit Erleichterungen zulässig.erfolgen kann. –\n", "Wir haben gelernt: Wenn eine Gesellschaft, der das Pesaḥopfer21Cf. Ex. 12,4ff.abhanden gekommen ist, zu einem sagte, daß er gehe und es für sie suche und schlachte, und er gegangen ist und es gefunden und geschlachtet hat, aber auch jene eines geholt und geschlachtet haben, so esse dieser, wenn seines zuerst geschlachtet worden ist, von seinem und sie essen (und trinken) mit ihm ebenfalls von seinem.\n", "Woher dies17Daß es durch einen Beauftragten erfolgen kann.hierbei? Wolltest du sagen, es sei von jenen zu folgern, [so ist ja zu erwidern:] wohl bei jenen, die22Sogar die Hebe.Opfern gegenüber als profan gelten. –\n", "Dies ist aus einer Lehre des R. Jehošua͑ b. Qorḥa zu entnehmen, denn dieser sagte: Woher, daß der Beauftragte eines Menschen ihm selber gleiche? Es heißt :23Ex. 12,6.die ganze Versammlung der Gemeinde Jisraél schlachte es gegen Abend; schlachtet es denn die ganze Gemeinde, es schlachtet ja nur einer!? Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß der Beauftragte eines Menschen ihm selber gleiche. –\n", "Sollte der Allbarmherzige es nur bei Opfern geschrieben und man würde hiervon hinsichtlich jener gefolgert haben!? – Man könnte erwidern: wohl bei Opfern, bei denen die meisten Verrichtungen durch Beauftragte24Durch die Priester, die den Eigentümer (vgl. jed. ob. Fol. 23b) vertreten.erfolgen. –\n", "Wenn auch eines von einem nicht zu folgern ist, so sollte doch eines von zweien gefolgert werden!? – Welches sollte gefolgert werden:\n", "wenn der Allbarmherzige es bei Opfern nicht geschrieben hätte und man es von jenen folgern wollte, [so wäre zu erwidern:] wohl gilt dies von jenen, die Opfern gegenüber als profan gelten. Und wenn der Allbarmherzige es bei der Scheidung nicht geschrieben hätte und man es von jenen folgern wollte, [so wäre zu erwidern:]\n", "wohl gilt dies von jenen, weil es bei ihnen auch im Gedanken25Dies gilt auch bei Opfern; wenn man im Gedanken ein Vieh als Opfer bestimmt hat, so ist dies gültig. erfolgen kann. –\n", "Vielmehr, sollte der Allbarmherzige es bei der Hebe nicht geschrieben haben, und man würde es von jenen gefolgert haben!? – Dem ist auch so. – Wozu heißt es demnach auch ihr!? – Dies ist wegen einer Lehre R. Jannajs nötig, denn R. Jannaj sagte: Wie ihr Bundesgenossen seid, ebenso müssen auch eure Beauftragten Bundesgenossen26Ein Nichtjude ist hierzu unzulässig.sein. –\n", "Wozu ist hierfür ein Schriftvers nötig, dies geht ja hervor aus einer Lehre des R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans!? R. Hija b. Abba sagte nämlich im Namen R. Joḥanans, ein Sklave könne nicht Beauftragter sein, für eine Frau den Scheidebrief aus der Hand ihres Ehemannes zu empfangen, weil er [im Gesetze] von der Scheidung und der Antrauung nicht einbegriffen ist. –\n", "Dies ist nötig; man könnte glauben, nur ein Sklave [nicht], da er bei der Erlaubtmachung27Der Frau für andere, dh. beim Gesetze der Scheidung. überhaupt ausscheidet, wohl aber sei ein Nichtjude [bei der Hebe] als Beauftragter zulässig, da er sie für sich selber entrichten kann, denn wir haben gelernt, wenn ein Nichtjude oder ein Samaritaner die Hebe entrichtet hat, sei es gültig, so lehrt er uns. –\n", "Wozu heißt es auch ihr nach R. Šimo͑n, der davon28Von der Zahlung des Fünftels (cf. Lev. 22,14) wegen des Genusses der von einem Nichtjuden entrichteten Hebe: nach ihm hat sie ein Nichtjude nicht zu entrichten.befreit!? Wir haben nämlich gelernt: Die Hebe eines Nichtjuden erwirkt Bemischung29Wenn sie unter profane Früchte gekommen ist, ist sie Gemeinen verboten.und man ist wegen dieser zum Fünftel verpflichtet; R. Šimo͑n befreit davon. –\n", "Dies ist nötig; da der Meister gesagt hat: ihr, nicht aber Quotenpächter, nicht aber Gesellschafter, ihr, nicht aber ein Vormund, ihr, nicht aber von Fremdem30Ohne Wissen des Eigentümers., so könnte man auch deduzieren : ihr, nicht aber ein Beauftragter, so lehrt er uns. –\n", "Einleuchtend ist dies nach R. Jehošua͑31Der aus dem oben angezogenen Schriftverse Ex. 12,6 die Beauftragung bei den Opfern folgert.b. Qorḥa, woher dies aber nach R. Jonathan, der diesen Schriftvers für eine andere Auslegung verwendet!? Es wird nämlich gelehrt: R. Jonathan sagte: Woher, daß ganz Jisraél der Pflicht\n" ], [ "mit einem Pesaḥopfer32Obgleich auf die einzelne Person das vorschriftsmäßige Quantum einer Olive nicht entfällt.genügen könne? Es heißt:die ganze Versammlung der Gemeinde Jisraél schlachte es gegen Abend; schlachtet es etwa die ganze Gemeinde, es schlachtet ja nur einer!? Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß ganz Jisraél der Pflicht mit einem Pesaḥopfer genüge.\n", "Woher entnimmt er, daß [bei Opfern] ein Beauftragter zulässig sei!? – Hieraus33Aus eben diesem Schriftverse; einer schlachtet im Auftrage der ganzen Gemeinde.. –\n", "Vielleicht ist es da anders, da er34Der Schlachtende, was aber bei einem gewöhnlichen Auftrage nicht der Fall ist.daran beteiligt ist!? – Vielmehr, hieraus:35Ex. 12,3.es nehme jeder Mann ein Lamm für seine Familie, ein Lamm für das Haus36Einer ist Beauftragter des ganzen Hauses.. – Auch hierbei ist er ja daran beteiligt!? – Wozu sind hierfür zwei Schriftverse nötig? Da der eine wegen eines Beteiligten nicht nötig ist, so beziehe man ihn auf einen Unbeteiligten. –\n", "Dies ist ja aber wegen einer Lehre R. Jiçḥaqs nötig, denn R. Jiçḥaq folgert hieraus, daß nur ein Mann dazu befugt sei, nicht aber ein Minderjähriger!? Dies geht hervor aus :37Ex. 12,4.jeder Mann gemäß seinem Essen. –\n", "Hieraus wird ja aber gefolgert, daß man das Pesaḥopfer wegen eines einzelnen schlachte!? – Er ist der Ansicht desjenigen, welcher sagt, daß man das Pesaḥopfer wegen eines einzelnen nicht schlachte. –\n", "R. Gidel sagte im Namen Rabhs: Woher, daß der Beauftragte eines Menschen ihm selbst gleiche? Es heißt :38Num. 34,18.je einen Fürsten39Bei der Aufteilung des Landes vertrat der Fürst den ganzen Stamm.. Die Beauftragung ist ja hieraus40Aus dem oben angezogenen Schriftverse.zu entnehmen!? – Du glaubst wohl, daß es da eine Beauftragung war; Minderjährige41Auch solche befanden sich unter den Einzüglern u. sollten vertreten werden.können ja keinen Beauftragten bestellen!?\n", "Dies ist vielmehr nach Rabba b. R. Hona zu erklären, denn Rabba b. R. Hona sagte im Namen R. Gidels : Woher, daß man einen Menschen in seiner Abwesenheit bevorteilen könne? Es heißt: je einen Fürsten42Die Fürsten waren nicht bevollmächtigte Vertreter, sondern handelten selbständig zu ihrer Bevorteilung.. – Glaubst du etwa, daß es hierbei [nur] eine Bevorteilung war, es war ja auch eine Benachteiligung, denn manchem war ein Gebirge und nicht ein Tal erwünscht, und manchem war ein Tal und nicht ein Gebirge erwünscht43Während er einen Anteil nicht nach seinem Wunsche erhielt, u. da man einen Menschen nicht ohne sein Wissen benachteiligen kann, so konnten die Fürsten nur als Beauftragte gehandelt haben.!? –\n", "Vielmehr, nach Rabba b. R. Hona, denn Rabba b. R. Hona sagte im Namen R. Gidels: Woher, daß, wenn die Waiden die Güter ihres Vaters teilen, das Gericht ihnen einen Vormund zu ihrem Nachteile und zu ihrem Vorteile stelle? – Weshalb zu ihrem Nachteile!? – Vielmehr, auch zu ihrem Nachteile, zum Zwecke ihres Vorteiles44Wenn beispielsweise der Vormund in ihrem Interesse prozessiert u. den Prozeß verliert, so ist seine Tätigkeit gültig.; es heißt: je einen Fürsten vom Stamme sollt ihr nehmen45Auch in diesem Falle handelten die Fürsten im Interesse des einzelnen, doch war mancher mit seinem Teile nicht zufrieden, sodaß es zu seinem Nachteile geschah..\n", "R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls: Wenn die Waisen die Güter ihres Vaters teilen, so stellt ihnen das Gericht Vormünde, die für sie einen guten Teil heraussuchen; sind sie großjährig geworden, so können sie Einspruch erheben. In seinem eigenen Namen sagte R. Naḥman, wenn sie großjährig geworden sind, können sie keinen Einspruch erheben, denn worin bestände denn sonst46Wenn gegen die Verfügung des Gerichtes Einspruch erhoben werden könnte.die Macht des Gerichtes. –\n", "Berücksichtigt denn R. Naḥman die Macht des Gerichtes, wir haben ja gelernt: Wenn die Schätzung der Richter47Beim zwangsweisen Verkaufe der Güter des Schuldners.um ein Sechstel zu niedrig oder um ein Sechstel zu hoch erfolgt ist, so ist der Verkauf ungültig; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, der Verkauf sei gültig. R. Šimo͑n b. Gamliél sprach: Worin bestände sonst die Macht des Gerichtes!? Hierzu sagte R. Ḥona b. Henana im Namen R. Naḥmans, die Halakha sei wie die Weisen!? –\n", "Dies ist kein Widerspruch;\n" ], [ "das eine, wenn es sich geirrt48In diesem Falle ist der Verkauf ungültig.hat, und das andere, wenn es sich nicht geirrt hat. – Weshalb sollten sie, wenn es sich nicht geirrt hat, Einspruch erheben!? – Sie können Einspruch erheben inbezug auf die Lage49Wenn beispielsweise bei der Verteilung des Feldes ihr angrenzender Besitz nicht berücksichtigt worden ist..\n", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Brüder, die geteilt haben, gelten als Käufer: beträgt [die Übervorteilung]50Beim Kauf u. Verkauf; cf. Bm. Fol. 49b.weniger als ein Sechstel, so ist der Kauf gültig, wenn mehr als ein Sechstel, so ist der Kauf ungültig, und wenn ein Sechstel, so ist er gültig und die Differenz zurückzuzahlen.\n", "Raba sagte: Das, was wir sagen, wenn [die Differenz] weniger als ein Sechstel beträgt, sei der Kauf51Soll wohl heißen: die Teilung, von der hier gesprochen wird.gültig, gilt nur dann, wenn er ihn52Den, der die Güter geschätzt hat.nicht zum Beauftragten gemacht hat, wenn er ihn aber zum Beauftragten gemacht hat, kann er zu ihm sagen: ich habe dich zu meinem Nutzen beauftragt, nicht aber zu meiner Schädigung.\n", "Und das, was wir sagen, daß, wenn sie mehr als ein Sechstel beträgt, der Kauf ungültig sei, gilt nur dann, wenn sie nicht vereinbart haben, daß die Teilung durch Schätzung des Gerichtes erfolge, wenn sie aber vereinbart haben, daß die Teilung durch Schätzung des Gerichtes53Daß die Schätzenden als Gerichtskollegium gelten sollen.erfolge, so ist der Verkauf gültig, denn wir haben gelernt, wenn die Schätzung der Richter um ein Sechstel zu niedrig oder um ein Sechstel zu hoch erfolgt ist, sei der Verkauf ungültig, und wie R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, gültig.\n", "Und das, was wir sagen, wenn sie ein Sechstel beträgt, sei der Kauf gültig und die Differenz zurückzuzahlen, gilt nur bei Mobilien, nicht aber bei Grundstücken, da es bei Grundstücken keine Übervorteilung54Da sie ewig erhalten bleiben u. somit jede gezahlte Summe wert sind.gibt. Jedoch gilt dies bei Grundstücken nur von dem Falle, wenn sie nach dem Werte geteilt haben, nicht aber, wenn sie mit einem Meßstriche55Und beim Messen ein Irrtum erfolgt ist. 55. Somit sollte der Anstifter u. nicht der Ausführende schuldig sein.geteilt haben. Dies nach Rabba, denn Rabba sagte, bei einer Sache, die nach Maß, Gewicht oder Stückzahl [verkauft wird], könne man zurücktreten, auch wenn die Übervorteilung das hierfür festgesetzte Maß nicht beträgt. –\n", "Wir haben gelernt, wer einen Brand stiftet durch einen Tauben, Blöden oder Minderjährigen, sei beim menschlichen Gerichte frei und beim himmlischen Gerichte schuldig, und wenn durch einen Vollsinnigen, der Vollsinnige schuldig sei;\n", "weshalb denn, man sollte doch sagen, der Beauftragte gleiche ihm55Und beim Messen ein Irrtum erfolgt ist. 55. Somit sollte der Anstifter u. nicht der Ausführende schuldig sein. selbst!? – Anders ist es da, weil es bei einer verbotenen Handlung keine Beauftragung gibt, denn man sage: wem hat man von Meister und Schüler56Er sollte den Auftrag nicht ausführen.zu gehorchen!? –\n", "Es wird gelehrt: Hat der Beauftragte57Dem jemand irrtümlich dem Heiligtume gehöriges Geld zum Einkäufe einer Sache gegeben hat.seinen Auftrag nicht58Wenn er für das Geld etwas anderes gekauft hat.ausgeführt, so hat er die Veruntreuung59Am Geheiligten, er hat das Veruntreuungsopfer (cf. Lev. 5,15) darzubringen. begangen, und hat er den Auftrag ausgeführt, so hat der Hausherr60Dh. der Beauftragende.die Veruntreuung begangen. Wieso hat nun der Hausherr, wenn jener den Auftrag ausgeführt hat, die Veruntreuung begangen, man sollte doch sagen, bei einer verbotenen Handlung gebe es keine Beauftragung!? –\n", "Anders verhält es sich bei der Veruntreuung, denn diesbezüglich ist es durch [das Wort] Sünde61Das sowohl bei der Veruntreuung (Lev. 5,15) als auch bei der Hebe (ib. 22,9) gebraucht wird. von der Hebe zu folgern; wie [die Entrichtung] der Hebe durch einen Beauftragten erfolgen kann, ebenso kann die Veruntreuung durch einen Beauftragten erfolgen. –\n", "Sollte es62Daß es auch bei verbotenen Handlungen eine Beauftragung gebe.doch hiervon gefolgert werden!? – Von der Veruntreuung und von der Unterschlagung lehren zwei Schriftverse dasselbe, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu folgern. – Von der Veruntreuung sagten wir63Wo die Schrift dies lehrt.es, wo dies von der Unterschlagung? –\n", "Es wird gelehrt :64Ex. 22,8.Wegen jedes Vergehens; die Schule Šammajs sagt, [dies lehre,] daß er wegen der Absicht wie wegen der Tat schuldig65Wenn er die Absicht geäußert hat, das Depositum zu unterschlagen, so ist er für jeden Unfall haftbar. Das W. דבר wird in der Bedeutung Wort genommen, auch wenn das Vergehen nur in Worten bestanden hat.sei; die Schule Hillels sagt, er sei schuldig, nur wenn er sich wirklich daran vergriffen hat.\n", "Die Schule Šammajs sprach zu der Schule Hillels: Es heißt ja: wegen jedes Vergehens!? Die Schule Hillels erwiderte der Schule Šammajs: Es heißt ja:66Ex. 22,7.ob er sich nicht am Eigentume seines Nächsten vergriffen hat!? – Weshalb heißt es demnach: wegen jedes Vergehens? – Man könnte glauben, nur wenn er es selbst getan hat, woher dies von dem Falle, wenn er damit seinen Sklaven oder Beauftragten beauftragt hat? Es heißt: wegen jedes Vergehens67Hier lehrt die Schrift, daß es auch bei einer verbotenen Handlung eine Beauftragung gebe.. –\n", "Einleuchtend ist dies nach der Schule Hillels, nach der Schule Šammajs aber, die diesen Schriftvers darauf deutet, daß die Absicht der Tat gleiche, sollte es62Daß es auch bei verbotenen Handlungen eine Beauftragung gebe.doch aus jenem gefolgert werden!? –\n" ], [ "Von der Veruntreuung und vom Schlachten oder Verkaufen68Eines gestohlenen Viehs, wofür der Dieb dann das Vier- od. Fünffache zu ersetzen hat; cf. Ex. 21,37.lehren zwei Schriftverse dasselbe, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu folgern. – Von der Veruntreuung sagten wir es, wo dies vom Schlachten oder Verkaufen? – Die Schrift sagt: 69Ex. 21,37.und es schlachtet oder verkauft, wie der Verkauf mit einem anderen70Ohne eine andere Person, den Käufer, ist der Verkauf nicht möglich., ebenso das Schlachten [auch] durch einen anderen.\n", "In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt :69Ex. 21,37.Oder, dies schließt den Beauftragten ein. In der Schule Ḥizqijas wurde gelehrt:69Ex. 21,37.Statt, dies71Im angezogenen Schriftverse heißt es 2mal ‘statt’, u. einmal ist es überflüssig.schließt den Beauftragten ein. –\n", "Einleuchtend ist dies nach demjenigen, welcher sagt, daß von zwei Schriftversen, die dasselbe lehren, nichts zu folgern sei, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, es sei wohl zu folgern72Es sollte gefolgert werden, daß es bei einer verbotenen Handlung eine Beauftragung gebe.!? – Der Allbarmherzige lehrt vom außerhalb73Außerhalb des Tempelhofes.Geschlachteten:74Lev. 17,4.als Blutschuld soll es jedem Manne angerechnet werden, Blut hat er vergossen, jenem, nicht aber seinem Beauftragten. –\n", "Wir wissen dies vom außerhalb Geschlachteten, woher dies von der ganzen Tora!? – Es ist vom außerhalb Geschlachteten zu folgern. –\n", "Weshalb vom außerhalb Geschlachteten, sollte es doch von jenen75Den Schriftversen, die lehren, daß es bei verbotenen Handlungen wohl eine Beauftragung gebe.gefolgert werden!? – Der Allbarmherzige schreibt weiter :74Lev. 17,4.jener Mann soll ausgerottet werden, und da dies76Die W.e ‘jener Mann’, da die Schrift von eben diesem spricht.selbst wegen nicht nötig ist, so beziehe man es auf alle [anderen Gesetze] der Tora. –\n", "Wofür verwendet derjenige, welcher sagt, von zwei Schriftversen, die dasselbe lehren, sei nichts zu folgern, [die Worte] jenem, jener77Es braucht ja nicht gelehrt zu werden, daß es bei einer verbotenen Handlung keine Vertretung gebe.? – Das eine schließt den Fall aus, wenn zwei das Messer halten und schlachten, und das eine lehrt: jener, nicht aber gezwungen78Die Schrift spricht von einem, der es mit Absicht u. Überlegung tut., jener, nicht aber fahrlässig, jener, nicht aber irrtümlich. –\n", "Und jener79Woher entnimmt er die Ausschließung dieser Fälle.!? – [Er folgert dies] aus dem80Aus dem Artikel am Pronomen הוא.jenem. Und der andere!? Aus dem jenem folgert er nichts81Der Artikel gehört zur Konstruktion des Satzes.. –\n", "Es wird gelehrt: Wenn jemand zu seinem Beauftragten gesagt hat, daß er gehe und jemand töte, so ist dieser schuldig und der Beauftragende frei. Šammaj der Älteste sagte im Namen des Propheten Ḥaggaj, der Beauftragende sei schuldig, denn es heißt:82iiSam. 12,9.ihn hast du durch das Schwert der A͑mmoniter getötet.\n", "Was ist der Grund Šammaj des Ältesten? – Er ist der Ansicht, von zwei Schriftversen, die dasselbe lehren, sei zu folgern, und aus dem jenem folgert er nichts. Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich folgert er hieraus83Wonach er der Ansicht ist, daß es hierbei keine Beauftragung gebe., und unter ‘schuldig’ ist zu verstehen, beim himmlischen Gerichte84Während er beim menschlichen Gerichte tatsächlich frei ist.schuldig.\n", "Demnach wäre der erste Autor der Ansicht, er sei auch beim himmlischen Gerichte frei!? – Vielmehr, sie streiten über die Strafe, ob sie eine hohe oder eine niedrige85Nach dem ersten Autor hat er den Mord nur verursacht u. verfällt nur einer niedrigen Strafe, nach Š. dagegen gilt er als Mörder.ist.\n", "Wenn du aber willst, sage ich: anders verhält es sich da86Beim Auftrage, einen Mord zu begehen., denn der Allbarmherzige sagt: ihn hast du durch das Schwert der A͑mmoniter getötet. – Und jener!? – [Dies heißt:] es gelte dir wie durch das Schwert der A͑mmoniter [getötet];\n", "wie du für das Schwert der A͑mmoniter nicht strafbar bist, ebenso bist du wegen Urija des Hethiters nicht strafbar, weil er Hochverräter war, denn er sagte :87iiSam. 11,11.mein Herr Joah und die Knechte meines Herrn lagern auf freiem Felde88Er nannte Joab in Gegenwart Davids seinen Herrn..\n", "Raba sagte: Selbst wenn du sagst, Šammaj sei der Ansicht, von zwei Schriftversen, die dasselbe lehren, sei zu folgern, und er aus dem jenem nichts folgere, so pflichtet er dennoch bei, daß, wenn jemand zu einem gesagt hat, daß er gehe und ein Inzestverbrechen ausübe, oder Talg esse, dieser schuldig und der Beauftragende frei sei, denn wir finden in der ganzen Tora keinen Fall, daß der eine den Genuß89Durch die Ausübung der verbotenen Handlung.hat und ein anderer strafbar ist.\n", "Es wurde gelehrt: Rabh sagt, der Beauftragte könne Zeuge90In der Angelegenheit, in der er seinen Auftraggeber vertritt; er kann mit einem anderen Zeugen zu einem Zeugenpaare vereinigt werden, u. ebenso können 2 Beauftragte zugleich als Zeugen fungieren.sein, und in der Schule R. Šilas sagen sie, der Beauftragte könne nicht Zeuge sein. Was ist der Grund der Schule R. Šilas; wollte man sagen, weil er zu ihm nicht gesagt hat: sei mein Zeuge, so müßte demnach, wenn jemand sich vor zwei Zeugen eine Frau angetraut und zu ihnen nicht gesagt hat: seid meine Zeugen, die Antrauung ungültig sein!? –\n", "Vielmehr, Rabh sagt, der Beauftragte könne Zeuge sein, denn er hat die Sache91Dadurch, daß die Zeugen selbst sie ausführen.wirksamer gemacht; in der Schule R. Šilas sagen sie, der Beauftragte könne nicht Zeuge sein, denn der Meister sagte, der Beauftragte gleiche dem Auftraggeber selbst, somit gilt er wie seine Person.\n", "Man wandte ein: Wenn jemand zu drei [Personen] gesagt hat: geht und traut mir eine Frau an, so ist einer Beauftragter und die beiden anderen sind Zeugen – so die Schule Šammajs; die Schule Hillels sagt, sie seien alle Beauftragte, und der Beauftragte kann nicht Zeuge sein. Sie streiten nur über drei92Wo eine Verteilung der Funktionen möglich ist.[Personen], bei zwei aber stimmen alle überein, daß dies nicht zulässig sei!? –\n", "[Rabh] ist der Ansicht des Autors der folgenden Lehre: R. Nathan sagte: Die Schule Šammajs sagt, der Beauftragte und ein Zeuge, die Schule Hillels sagt, der Beauftragte und zwei Zeugen93Können Zeugnis ablegen.. – Rabh ist demnach der Ansicht der Schule Šammajs94Während die Halakha nach der Schule Hillels zu entscheiden ist.!? – Wende es95Die Ansichten der Schule S.s u. der Schule H.s.um. R. Aḥa, der Sohn Rabas, lehrte es umgekehrt: Rabh sagt, der Beauftragte könne nicht Zeuge sein, und in der Schule R. Šilas sagen sie, der Beauftragte könne Zeuge sein. Die Halakha ist, der Beauftragte kann Zeuge sein.\n", "Raba sagte im Namen R. Naḥmans: Wenn jemand zu zwei [Personen] gesagt hat: geht und traut mir eine Frau an, so sind sie sowohl seine Beauftragten als auch seine Zeugen. Desgleichen auch bei der Scheidung96Wenn er ihnen den Scheidebrief zur Übergabe an seine Frau gegeben hat.,\n" ], [ "und desgleichen auch bei Geldangelegenheiten97Wenn der Schuldner ihnen den Betrag zur übergäbe an den Gläubiger gegeben hat.. Und alles ist nötig. –\n", "Würde er es nur von der Antrauung gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil sie anderen verboten gemacht98Die Zeugen, bezw. die Beauftragten haben keine Veranlassung, die Unwahrheit zu berichten.wird, bei der Scheidung aber sei zu befürchten, er habe vielleicht sein Auge auf sie99Und aus diesem Grunde bekundet er, die Scheidung sei richtig erfolgt.geworfen.\n", "Und würde er es nur von der Scheidung gelehrt haben, so könnte man glauben, weil eine Frau nicht von zweien geheiratet werden100Und da beide Zeugen die Scheidung bekunden, so sind sie glaubhaft.kann, während ein Geldbetrag geteilt werden kann101Sie können es unterschlagen haben u. seien daher nicht glaubhaft.. –\n", "Welcher Ansicht ist er: ist er der Ansicht, wenn jemand seinem Nächsten vor Zeugen borgt, müsse dieser ihm auch vor Zeugen bezahlen102Er ist nicht glaubhaft, wenn er sagt, er habe bereits bezahlt., so sind sie ja bei ihrer Zeugenaussage parteiisch, denn wenn sie sagen, er habe ihm nicht bezahlt, so verlangt er von ihnen, daß sie es103Den Betrag, den er ihnen für den Gläubiger gegeben hat.ihm zurückzahlen!?\n", "Er ist der Ansicht, wenn jemand seinem Nächsten vor Zeugen borgt, brauche er ihm nicht vor Zeugen zu bezahlen, und da sie sagen könnten, sie hätten es103Den Betrag, den er ihnen für den Gläubiger gegeben hat.dem Schuldner104Der Schuldner hat dadurch keinen Verlust, da er bei seiner Behauptung, er habe die Schuld bezahlt, verbleiben kann.zurückgegeben, so können sie auch105Dh. sie sind glaubhaft, wenn sie es sagen.sagen, sie haben es an den Gläubiger gezahlt.\n", "Jetzt aber, wo die Rabbanan den Verleitungseid106Die den Betreffenden zur Wahrheit verleiten soll; in Fällen, wo er nach dem Gesetze nicht zu schwören braucht. eingeführt haben, müssen die Zeugen schwören, daß sie es ihm gegeben107Wodurch sie sich des Schuldners entledigen, da er ihnen einmal Vertrauen geschenkt hat. haben, und dieser schwört, daß er nichts erhalten 108Der Eid der Zeugen ist ihm gleichgültig.habe, sodann zahle der Schuldner an den Gläubiger.\n", "EIN MANN KANN SEINE TOCHTER ANTRAUEN. Dort haben wir gelernt: Ein verlobtes Mädchen kann ihren Scheidebrief selbst in Empfang nehmen und ebenso ihr Vater. R. Jehuda sagt, zwei Hände können nicht gleichzeitig aneignen, vielmehr kann nur ihr Vater allein ihren Scheidebrief in Empfang nehmen. Die ihren Scheidebrief nicht zu verwahren109Cf. Git. Fol. 64b.versteht, kann auch nicht geschieden werden.\n", "Reš Laqiš sagte, wie sie über die Scheidung streiten, so streiten sie auch über die Antrauung; R. Joḥanan aber sagte, sie streiten nur über die Scheidung, hinsichtlich der Antrauung aber stimmen alle überein, daß dies nur durch ihren Vater und nicht durch sie selbst erfolgen könne.\n", "R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Folgendes ist der Grund der Rabbanan110Die diesbezüglich zwischen Scheidung u. Antrauung unterscheiden.nach R. Joḥanan: durch die Scheidung bringt sie sich in die Gewalt ihres Vaters, daher kann diese sowohl durch sie111Da der Vater damit einverstanden ist.als auch durch ihren Vater erfolgen, durch die Antrauung bringt sie sich aus der Gewalt des Vaters, daher kann diese nur durch den Vater und nicht durch sie erfolgen. –\n", "Auch durch die Eheformel112Die Antrauungsformel, durch die der Schwager die Eheschwägerin (cf. Dt. 25,5ff.) ehelicht.bringt sie sich ja aus der Gewalt ihres Vaters, dennoch haben wir gelernt,\n" ], [ "daß bei einer während der Verlobung [verwitweten] Minderjährigen die Eheformel nur mit Willigung des Vaters erfolgen könne, und im Mädchenalter sowohl mit ihrer Willigung als auch mit Willigung ihres Vaters, was aber bei der Antrauung nicht der Fall ist!? –\n", "Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten. R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Folgendes ist der Grund der Rabbanan nach R. Joḥanan: die Antrauung erfolgt nur mit ihrem Willen, daher nur durch ihren Vater113Da das Gesetz dieses Recht auf ihren Vater übertragen hat.und nicht durch sie, die Scheidung erfolgt auch gegen ihren Willen, daher sowohl durch sie114Die Einwilligung des Vaters ist ganz irrelevant, da die Scheidung auch gegen seinen Willen erfolgen kann.als auch durch ihren Vater. –\n", "Auch die Eheformel erfolgt ja nur mit ihrem Willen, dennoch lehrt er: sowohl mit ihrer als auch mit ihres Vaters [Willigung]!? – Da wird von der Eheformel gegen ihren Willen gesprochen, nach Rabbi. Es wird nämlich gelehrt: Wer die Eheformel an seine Schwägerin gegen ihren Willen gerichtet hat, hat sie sich, wie Rabbi sagt, angeeignet, und wie die Weisen sagen, nicht angeeignet. –\n", "Was ist der Grund Rabbis? – Er folgert dies vom Beischlafe bei der Eheschwägerin; wie [die Aneignung] der Eheschwägerin durch Beischlaf gegen ihren Willen erfolgen kann, ebenso auch dies gegen ihren Willen. Die Rabbanan aber sind der Ansicht, es sei von der Antrauung zu folgern; wie die Antrauung nur mit ihrem Willen erfolgen kann, ebenso auch dies nur mit ihrem Willen. –\n", "Worin besteht ihr Streit? – Rabbi ist der Ansicht, eine Sache inbetreff der Eheschwägerin sei von einer Sache inbetreff der Eheschwägerin zu folgern, und die Rabbanan sind der Ansicht, die Antrauung115Auch die Eheformel ist nichts weiter als eine Antrauung.sei von der Antrauung zu folgern.\n", "Dies, wie R. Joḥanan erklärt, ist auch einleuchtend, denn im Schlußsatze lehrt er: was aber bei der Antrauung nicht der Fall116Vielmehr kann es nur durch den Vater erfolgen.ist. – Dies wäre somit eine Widerlegung des Reš Laqiš!? – Reš Laqiš kann dir erwidern, hier sei die Ansicht R. Jehudas vertreten, welcher sagt, zwei Hände können nicht gleichzeitig erwerben. –\n", "Wieso heißt es, wenn hier die Ansicht R. Jehudas vertreten ist: was aber bei der Antrauung nicht der Fall ist, es sollte ja heißen: was aber bei der Scheidung nicht der Fall117Obgleich hierbei der Wille des Vaters irrelevant ist.ist!? – Dem ist auch so; da er aber von der Eheformel spricht, die der Antrauung gleicht, so lehrt er: was aber bei der Antrauung nicht der Fall ist. –\n", "Womit ist nach R. Jehuda die Eheformel anders118Daß es gerade hierbei auch durch sie erfolgen kann.? – Weil sie mit ihm119Mit ihrem Schwager; hierbei ist auch die sonst unzulässige Handlung wirksam. bereits verbunden ist. Da du nun darauf gekommen bist, so ist auch gegen die ursprüngliche Erklärung R. Joḥanans120Daß die Antrauung deshalb nur durch den Vater erfolgen kann, weil sie dadurch aus seiner Gewalt kommt.nichts einzuwenden, denn bei der Eheformel ist es anders, da sie mit ihm bereits verbunden121Es kann daher auch durch sie erfolgen, obgleich sie dadurch aus der Gewalt des Vaters kommt.ist. –\n", "Wir haben gelernt: Ein Mann kann seine Tochter im Mädchenalter antrauen persönlich und durch seinen Beauftragten. Nur er und sein Beauftragter, nicht aber sie und ihr Beauftragter; dies ist somit eine Widerlegung des Reš Laqiš!? – Reš Laqiš kann dir erwidern, hier sei ebenfalls die Ansicht R. Jehudas vertreten. –\n", "Wieso kannst du es R. Jehuda addizieren, im Schlußsätze lehrt er: wenn jemand zu einer Frau sagt: sei mir mit dieser Dattel angetraut, sei mir mit dieser122Da wird gelehrt, daß sie ihm nur dann angetraut sei, wenn eine von beiden Datteln eine Peruṭa (cf. supra Fol. 2a) wert ist; vereinigt werden sie nicht, weil er bei jeder besonders die Antrauungsformel gebraucht hat.angetraut; und auf unsere Frage, wer der Autor sei, der zweimal ‘sei mir angetraut’ lehrt123Dh. nach dem beide Datteln nur dann nicht vereinigt werden, wenn er die Antrauungsformel wiederholt hat, wenn aber nicht, so werden sie zum Betrage einer Peruṭa vereinigt.,\n", "erwiderte Rabba, es sei R. Šimo͑n, welcher sagt, nur wenn er den Schwur bei jedem besonders gesprochen124Ist er wegen eines jeden besonders schuldig. Wenn mehrere Personen von einem ein Depositum verlangen u. er falsch schwört, daß sie von ihm nichts zu erhalten haben, so ist er nur einmal schuldig; wenn er aber bei einem Schwure jede Person besondert nennt, so ist er nach dem ersten Autor wegen eines jeden besonders u. nach RŠ. nur einmal schuldig; cf. Seb. 36b.hat!?\n", "Wolltest du erwidern, die ganze [Lehre] sei von R. Jehuda, und dieser sei hinsichtlich der Sondernennung der Ansicht R. Šimo͑ns, so ist er ja nicht dessen Ansicht!?\n", "Es wird nämlich gelehrt: Die Regel hierbei ist: hat er es125Das Abschwören der Forderungen mehrerer Personen.verallgemeinert, so ist er nur einmal schuldig, hat er es spezialisiert, so ist er wegen eines jeden besonders schuldig – so R. Meir. R. Jehuda sagt, [sagte er:] ich schwöre, nicht dir, nicht dir und nicht dir, so ist er wegen eines jeden besonders schuldig. R. Elea͑zar sagt, [sagte er :] nicht dir, nicht dir, nicht dir und nicht dir, ich schwöre es, so ist er wegen eines jeden besonders126Nur in diesem Falle bezieht sich der Schwur auf jeden besonders.schuldig. R. Šimo͑n sagt, er sei nur dann [besonders] schuldig, wenn er den Schwur jedem besonders geleistet hat. –\n", "Vielmehr, die ganze [Lehre] vertritt die Ansicht R. Šimo͑ns, und dieser ist hinsichtlich der Beauftragung der Ansicht R. Jehudas127Daß nur der Vater einen solchen bestellen könne..\n", "Einst fehlte R. Asi im Lehrhause, und als er darauf R. Zera traf, fragte er ihn, was heute im Lehrhause gesagt worden sei. Dieser erwiderte: Auch ich war nicht da, aber R. Abin war da, und er erzählt, die ganze Versammlung war der Ansicht R. Joḥanans, und obgleich Reš Laqiš wie ein Kranich schrie :128Dt. 24,2.sie gehe fort und sei129Woraus zu folgern ist, daß das Gehen (die Scheidung) u. das Sein (die Antrauung) einander gleichen., achtete niemand auf ihn. Jener fragte: Ist R. Abin ein Mann, auf den man sich verlassen130Dh. ob er den Vorgang genau im Gedächtnisse habe.kann? Dieser erwiderte: Freilich, wie aus der See in den131Er berichtete es sofort nach dem Hergange, wie man einen Fisch sofort nach dem Fange in den Tiegel zum braten wirft.Tiegel.\n", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Ich [weiß nicht], ob es R. Abin b. R. Ḥija oder R. Abin b. Kahana war, sondern nur R. Abin. – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Hinsichtlich eines Widerspruches, in dem er sich etwa befinden sollte.\n", "Raba fragte R. Naḥman:\n" ], [ "Kann sie im Mädchenalter einen Beauftragten bestellen, ihren Scheidebrief aus der Hand ihres Ehemannes in Empfang zu nehmen? Gleicht sie132Da sie nach den Rabbanan auch selbst ihren Scheidebrief empfangen kann, obgleich dies ihrem Vater zusteht.der Hand ihres Vaters oder gleicht sie dem Hofe133Jeder erwirbt das, was in seine Hand od. in seinen Hof kommt.ihres Vaters: wie ihr Vater einen Beauftragten bestellen kann, ebenso kann auch sie einen Beauftragten bestellen, oder gleicht sie dem Hofe ihres Vaters, und solange der Scheidebrief nicht in ihre Hand gekommen ist, ist sie nicht geschieden. –\n", "Ist dies Raba denn zweifelhaft, er sagte ja, wenn jemand einen Scheidebrief geschrieben und ihn in die Hand ihres Sklaven gegeben hat, sei er, wenn dieser schläft und sie ihn bewacht, gültig, und wenn er wach ist, ungültig, und zwar ist er, wenn dieser wach ist, deshalb ungültig, weil dieser einem Hofe gleicht, der ohne ihr Wissen134Dh. ohne ihren Einfluß; die Behütung erfolgt durch den Sklaven u. nicht durch sie.behütet wird. Wenn man nun sagt, sie gleiche dem Hofe ihres Vaters, so sollte sie, auch wenn der Scheidebrief in ihre Hand gekommen ist, nicht geschieden sein, denn sie gleicht einem Hofe, der ohne Wissen ihres Vaters behütet wird!? –\n", "Vielmehr, tatsächlich ist es ihm entschieden, daß sie der Hand ihres Vaters gleicht, und seine Frage lautet wie folgt: gleicht sie der Hand ihres Vaters auch zur Befugnis, einen Beauftragten zu bestellen, oder nicht?\n", "Dieser erwiderte: Sie kann keinen Beauftragten bestellen. Er wandte gegen ihn ein: Wenn eine Minderjährige [zu einem] gesagt hat: nimm für mich meinen Scheidebrief in Empfang, so ist der Scheidebrief erst dann rechtskräftig, wenn er in ihre Hand gekommen ist. Demnach ist der Scheidebrief [sofort] rechtskräftig, wenn sie im Mädchenalter ist!? – Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn sie keinen Vater hat. –\n", "Wenn aber im Schlußsatze gelehrt wird, wenn der Vater zu ihm gesagt hat: geh, nimm für meine Tochter den Scheidebrief in Empfang, und der Ehemann zurück treten will, könne135Weil sie, sobald der Scheidebrief in die Hand des Vertreters kommt, geschieden ist.er dies nicht mehr, so spricht ja [auch] der Anfangsatz von dem Falle, wenn sie einen Vater hat!? – [Die Lehre] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: wenn eine Minderjährige [zu einem] gesagt hat, daß er für sie ihren Scheidebrief in Empfang nehme, so ist der Scheidebrief nicht eher rechtskräftig, als bis er in ihre Hand gekommen ist, ist sie aber im Mädchenalter, so ist er [sofort] rechtskräftig. Dies nur in dem Falle, wenn sie keinen Vater hat, wenn sie aber einen Vater hat, und der Vater [zu einem] gesagt hat: geh, nimm für meine Tochter ihren Scheidebrief in Empfang, und der Ehemann zurücktreten will, so kann er dies nicht mehr.\n", "Es wurde gelehrt: Wenn eine Minderjährige ohne Wissen ihres Vaters angetraut worden ist, so benötigt sie, wie Šemuél sagt, des Scheidebrief es und der Weigerungserklärung. Qama sprach: Da ist136Dh. etwas stimmt da nicht.etwas; wenn des Scheidebriefes, wozu die Weigerungserklärung, und wenn der Weigerungserklärung, wozu der Scheidebrief.\n", "Man erwiderte ihm: Da ist Mar U͑qaba137Wenn Nehardea͑, der Wohnort Š.s, zu sehr entfernt ist, so kann MÜ. es erklären.und sein Lehrhaus in Kaphri. Sie wandten es138Im Namen Q.s, daß sie beider benötige, u. im Namen Š.s, daß dies nicht richtig sei.um und sandten es an Rabh; da sprach er: Bei Gott, sie benötigt des Scheidebriefes und benötigt der Weigerungserklärung. Behüte und bewahre, daß der Nachkomme des Abba b. Abba139Der Vater Š.s.dies140Daß beides nicht erforderlich sei.gesagt haben sollte. –\n", "Aus welchem Grunde? R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, erwiderte: Sie benötigt des Scheidebriefes, weil der Vater in die Antrauung eingewilligt haben141Es ist dann eine gültige Antrauung.kann, und sie benötigt der Weigerungserklärung, weil der Vater vielleicht nicht eingewilligt142Sodaß die Antrauung überhaupt ungültig ist.hat, und man143Wenn man sieht, daß sie geschieden wird.glauben könnte, die Antrauung sei bei ihrer Schwester unwirksam144Wie dies bei der Schwester einer Geschiedenen der Fall ist; wenn er sich ihre Schwester angetraut hat, könnte er veranlaßt werden, sie ohne Scheidung zu entlassen..\n", "R. Naḥman sagte: Dies nur dann, wenn er um sie geworben145Bei ihrem Vater, es ist zu vermuten, daß der Vater eingewilligt hat.hat.\n", "U͑la aber sagte, sie benötige nicht einmal der Weigerungserklärung146Die selbständige Handlung einer Minderjährigen ist ungültig.. – Selbst wenn er um sie geworben hat!? – Wer das eine lehrte, lehrte das andere147Wer den Streit Ulas lehrte, lehrte nicht die Auslegung RN.s, daß Š. von dem Falle spreche, wenn er um sie geworben hat.nicht. Manche lesen: U͑la sagte: Wenn eine Minderjährige148Dies ist eine ganz unabhängige Lehre, auf die die Erklärung zur Lehre Š.s sich nicht bezieht.ohne Wissen ihres Vaters angetraut worden ist, so benötigt sie nicht einmal der Weigerungserklärung.\n", "R. Kahana wandte ein: Wenn eine von diesen allen149Den Frauen, die ihre Nebenbuhlerinnen von der Schwagerehe befreien.gestorben ist, die Weigerung erklärt hat, geschieden worden ist, oder als zwitterhaft150Vgl. S. 86 Anm. 9. befunden worden ist, so sind die Nebenbuhlerinnen frei.\n", "Durch wen soll die Antrauung erfolgt sein, wenn durch ihren Vater, so ist ja die Weigerungserklärung nicht ausreichend, sondern ein richtiger Scheidebrief erforderlich; doch wohl durch sie selbst, und er lehrt, eine Weigerungserklärung sei erforderlich!?\n", "Er richtete diesen Einwand und er selbst erklärte es: wenn ihr bei Lebzeiten ihres Vaters wie einer Waise geschehen151Wenn er sie bereits einmal minderjährig verheiratet hatte u. sie dadurch aus seiner Gewalt gekommen war.ist.\n", "R. Hamnuna wandte ein : Er darf [seine Tochter] nicht an Verwandte152Vgl. S. 563 Anm. 620.verkaufen; im Namen R. Elea͑zars sagten sie, er dürfe sie an Verwandte verkaufen.\n" ], [ "Sie stimmen überein, daß er sie als Witwe an einen Hochpriester und als Geschiedene oder Ḥaluça an einen gemeinen Priester verkaufen153Vgl. S. 563 Anm. 622.dürfe. Von welcher Witwe wird hier gesprochen, wollte man sagen, wenn die Antrauung durch den Vater erfolgt war, so kann er sie ja nicht verkaufen, da man seine Tochter nach der Ehelichung nicht zur Dienstbarkeit verkaufen kann; doch wohl, wenn die Antrauung durch sie selbst erfolgt war, und er nennt sie Witwe154Wonach die Antrauung gültig ist.!?\n", "R. A͑mram erwiderte im Namen R. Jiçḥaqs: Hier wird von der Antrauung durch Bestimmung155Wenn ihr früherer Dienstherr sie für sich zur Frau bestimmt hatte; cf. Ex. 21,8.gesprochen, nach R. Jose b. R. Jehuda, welcher sagt, das erste Geld156Das der Herr für sie beim Kaufe gezahlt hat.gelte nicht als Antrauungsgeld157Vielmehr gilt sein Guthaben an Dienstleistung bei ihr als Antrauungsgeld; die erste Antrauung war somit nicht durch den Vater erfolgt, sodaß er nunmehr befugt ist, sie zu verkaufen..\n", "Es wurde gelehrt: Wenn er158Der sich die Minderjährige ohne Wissen ihres Vaters angetraut hat.gestorben ist und sie seinem Bruder zur Schwagerehe zufällt, so benötigt sie, wie R. Ilona im Namen Rabhs sagt, wegen der Eheformel159Wenn der Schwager sie sich dadurch angetraut hat.der Weigerungserklärung160Da sie dann der Scheidung benötigt, die aber allein nicht ausreicht; cf. supra Fol. 44b., nicht aber wegen der Gebundenheit161Auch wenn er die Eheformel nicht gesprochen hat, ist sie an ihn gebunden, jed. benötigt sie nur der Ḥaliça u. nicht der Scheidung.. Und zwar: hat er die Formel gesprochen, so benötigt sie der Scheidung, der Haliça und der Weigerungserklärung.\n", "Sie benötigt der Scheidung, weil der Vater vielleicht die Antrauung des anderen gebilligt162Die erste Antrauung ist ungültig u. die andere gültig.hat; sie benötigt der Haliça, weil der Vater vielleicht die Antrauung des ersten gebilligt163Sie ist dann eine richtige Witwe.hat; sie benötigt der Weigerungserklärung, weil der Vater vielleicht weder die Antrauung des ersten noch die Antrauung des anderen gebilligt164Die Antrauung, die durch sie selbst erfolgt, ist durch die Weigerungserklärung aufzulösen.hat, und man glauben könnte, die Antrauung sei bei ihrer Schwester unwirksam.\n", "Hat er die Formel nicht gesprochen, so benötigt sie nur der Ḥaliça. Wollte man sagen, sie sollte auch der Weigerungserklärung benötigen, weil man glauben könnte, die Antrauung sei bei ihrer Schwester unwirksam, so weiß jeder, daß die Schwester der Ḥaluça nur rabbanitisch [verboten]165Somit ist die Antrauung bei einer solchen wirksam.ist. Res Laqiš sagte nämlich: Hier166Cf. Jab. Fol. 41a.lehrte Rabbi, die Schwester der Geschiedenen sei nach der Tora und die Schwester der Ḥaluça rabbanitisch [verboten].\n", "Einst tranken zwei Leute in Babel Wein unter einem Mattengeflechte; da nahm einer einen Becher Wein, gab ihn dem anderen und sprach: deine Tochter sei meinem Sohne angetraut. Hierauf entschied Rabina: Selbst nach demjenigen, welcher sagt, man berücksichtige, der Vater könnte eingewilligt haben,\n" ], [ "berücksichtige man nicht, der Sohn könnte eingewilligt167Der Sohn ist nicht in der Gewalt seines Vaters u. die Antrauung ist nur dann gültig, wenn sie durch ihn selbst erfolgt.haben. Die Jünger sprachen zu Rabina: Vielleicht hat er ihn zum Beauftragten gemacht!? – Niemand ist so respektlos, seinen Vater zum Beauftragten168Nach dem hebr. Sprachgebrauche; Boten.zu machen. – Vielleicht hat er ihn dazu geneigi169Durch die Erklärung, daß dies ihm erwünscht sei; der Vater handelte nicht in Beauftragung seines Sohnes, sondern in seinem Interesse, u. die Bevorteilung eines Menschen kann auch ohne sein Wissen erfolgen.gemacht!? Rabba b. R. Šimi sagte: Der Meister [sagte] ausdrücklich, daß er von der Lehre Rabhs und Šemuéls170Daß zu berücksichtigen sei, der Vater könnte die Antrauung gebilligt haben; bei einem Sohne ist dies erst recht nicht zu berücksichtigen.nichts halte.\n", "Einst vollzog jemand die Antrauung171Mit einer Minderjährigen, ohne Wissen ihres Vaters.auf der Straße mit einem Bündel Grünkraut. Da entschied Rabina: Selbst nach demjenigen, welcher sagt, man berücksichtige, der Vater könnte eingewilligt haben, gilt dies nur von dem Falle, wenn es in achtungsvoller Weise erfolgt, nicht aber, wenn in achtungsloser Weise.\n", "R. Aha aus Diphte sprach zu Rabina: Worin besteht die Achtungslosigkeit: weil es mit Grünkraut erfolgt ist, oder weil es auf der Straße erfolgt ist? Ein Unterschied besteht in dem Falle, wenn es mit einem silbernen Becher auf der Straße oder mit einem Bündel Grünkraut in der Wohnung erfolgt ist. Wie ist es nun? – Das eine wie das andere ist eine achtungslose Art.\n", "Einst sagte er: meinem Verwandten, sie aber: meinem172Der Mann u. die Frau stritten darüber, wer ihre minderjährige Tochter zur Frau erhalten solle. Verwandten; sie aber bedrängte ihn, und er sprach: ihren Verwandten. Während sie aßen173Beim Hochzeitsmahle.und tranken, kam sein Verwandter und traute sie sich im Söller an.\n", "Da sagte Abajje: Es heißt :174Zph. 3, 13.der Überrest Jisraéls wird kein Unrecht begehen noch Lügen175Die einmal erfolgte Zustimmung des Ehemannes ist gültig.reden. Raba sagte: Es ist feststehend, niemand bemühe sich mit einem Festmahle und vernichte es176Er hat damit bekundet, daß er bei der Zustimmung verbleiben wollte.. –\n", "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen, wenn er sich damit nicht bemüht hat.\n", "Wenn sie mit Wissen ihres Vaters angetraut worden und dieser nach dem Überseelande verreist ist, und sie darauf geheiratet hat, so darf sie, wie Rabh sagt, solange nicht ihr Vater kommt und es177Die Heirat mit diesem.verwehrt, Hebe178Wenn er Priester ist, obgleich dies der Frau erst nach der Hochzeit erlaubt ist, zu der hierbei die Billigung des Vaters fehlt. essen. R. Asi sagt, sie dürfe nicht essen, weil ihr Vater kommen und es verwehren könnte, sodaß sie rückwirkend Gemeine sein würde. Einst ereignete sich ein solcher Fall, und Rabh berücksichtigte die Ansicht R. Asis.\n", "R. Šemuél b. R. Jiçḥaq sagte: Rabh pflichtet bei, daß, wenn sie gestorben ist, er sie nicht beerbe, denn man lasse das Geld im Besitze des Eigentümers.\n", "Wenn sie mit Wissen ihres Vaters angetraut worden ist und ohne sein Wissen geheiratet hat, und er ortsanwesend ist, so darf sie, wie R. Hona sagt, [Hebe] nicht essen, und wie R. Jirmeja b. Abba sagt, wohl essen.\n", "R. Hona sagt, sie dürfe nicht essen, denn selbst nach [Rabh], nach dem sie in jenem Falle essen darf, gilt dies nur da, wo der Vater nicht ortsanwesend ist, in diesem Falle aber, wo der Vater ortsanwesend ist und schweigt, tut er dies aus179Er bekundet, daß er dies nicht wünsche. 179. Pr. 10,26.Zorn. R. Jirmeja b. Abba sagt, sie dürfe essen, denn selbst nach R. Asi, nach dem sie in jenem Falle nicht essen darf, gilt dies nur da, weil ihr Vater kommen und es verwehren könnte, hierbei aber ist er, da er schweigt, damit einverstanden.\n", "Wenn sie ohne Wissen ihres Vaters angetraut worden ist und ohne sein Wissen geheiratet hat und er ortsanwesend ist, so darf sie, wie R. Hona sagt, [Hebe] essen, und wie R. Jirmeja b. Abba sagt, nicht essen. U͑la sagte: Die Ansicht R. Honas ist:179Er bekundet, daß er dies nicht wünsche. 179. Pr. 10,26.wie Essig für die Zähne und Rauch für die Augen. Wenn sie da, wo die Antrauung nach der Tora gültig180Wenn es mit Wissen des Vaters erfolgt ist. ist, nicht essen darf, um wieviel weniger in diesem Falle.\n" ], [ "Die Worte des Schülers181RJ. war ein Schüler RH.s.sind einleuchtend. Raba sagte: Folgendes ist der Grund R. Honas: weil es bei ihr bei Lebzeiten ihres Vaters wie bei einer Waise erfolgt ist182Da er sich um die Antrauung nicht gekümmert hat, so hat er auf sein Recht verzichtet, u. die Heirat kann auch ohne sein Wissen erfolgen..\n", "Es wurde gelehrt: Wenn eine Minderjährige ohne Wissen ihres Vaters angetraut worden ist, so können, wie Rabh sagt, sowohl sie als auch ihr Vater zurücktreten, und wie R. Asi sagt, nur ihr Vater und nicht sie. R. Hona wandte gegen R. Asi ein, und manche sagen, Hija b. Rabh gegen R. Asi :183Ex. 22,16.Wenn weigern weigert sich ihr Vater; ich weiß dies von ihrem Vater, woher dies von ihr selbst? Es heißt: weigern weigert sich, in jedem184Die Schrift spricht von der Verführung, nach der Auffassung des T.s zur Antrauung.Falle!?\n", "Rabh sprach zu ihnen: Beruft euch nicht auf etwas Unrichtiges. Er könnte euch erwidern: wenn er sie nicht zur Ehelichung verführt hat. – Ist denn, wenn er sie nicht zur Ehelichung verführt hat, diesbezüglich185Daß beide die Heirat zurück weisen können.ein Schriftvers nötig!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Dieser lehrt, daß er dennoch186Obgleich sie die Heirat ablehnt.die Buße zahlen müsse, wie bei der Verführten187Bei der der Vater die Heirat verweigert..\n", "R. Joseph sprach zu ihm: Dem ist auch so, denn es wird gelehrt:188Ex. 22,15.So statte er sie sich zur Frau aus, sie muß von ihm angetraut werden. Wozu ist, wenn er sie zur Ehelichung verführt hat, die Antrauung nötig!? Dieser erwiderte: Sie benötigt der Antrauung mit Wissen ihres Vaters189Weil die Antrauung durch die Verführung ohne sein Wissen erfolgt ist..\n", "i,2WENN JEMAND ZU EINER FRAU SAGT: SEI MIR MIT DIESER DATTEL ANGETRAUT. SEI MIR MIT DIESER ANGETRAUT, SO IST SIE IHM, WENN EINE VON DIESEN EINE PERUṬA WERT IST, ANGETRAUT, WENN ABER NIGHT, NICHT ANGETRAUT. [SAGT ER:] MIT DIESER UND MIT DIESER UND MIT DIESER, SO IST SIE IHM, WENN ALLE ZUSAMMEN EINE PERUṬA WERT SIND, ANGETRAÜT, WENN ABER NIGHT, NICHT ANGETRAUT. WENN SIE INZWISCHEN JEDE EINZELN AUFISST, SO IST SIE IHM NUR DANN ANGETRAUT, WENN EINE VON DIESEN EINE PERUṬA WERT IST.\n", "GEMARA. Wer ist der Autor, der lehrt, daß dies89Daß beide Sätze als von einander getrennt gelten.nur von dem Falle gilt, wenn er zweimal ‘sei mir angetraut’ gesagt hat? Rabba erwiderte: Es ist R. Šimo͑n, welcher sagt, nur wenn er den Schwur190Vgl. Anm. 124.bei jedem besonders gesprochen hat.\n", "[SAGT ER:] MIT DIESER UND MIT DIESER UND MIT DIESER, SO IST SIE, WENN ALLE ZUSAMMEN EINE PERUṬTA WERT SIND &C. Worauf bezieht sich dies191Daß, wenn sie sie inzwischen einzeln aufißt, die Antrauung nur dann gültig ist, wenn eine eine Peruṭa wert ist.: wenn auf den Anfangsatz, so gilt dies ja nicht nur dann, wenn sie sie auf ißt, sondern auch, wenn sie sie liegen läßt, denn er sagte ja: sei mir mit dieser192Mit einer einzelnen.angetraut, und wenn auf den Schlußsatz,\n", "und dies auch von der ersten gilt, so ist es ja ein Darlehen193Die Antrauung erfolgt erst bei der Nennung der letzten Dattel, u. zu dieser Zeit ist die erste nicht mehr vorhanden; er hat sie bei ihr nur als Darlehen, u. die Antrauung mit einem Darlehen ist ungültig.!? R. Joḥanan erwiderte: Da ist ein Tisch, da ist Fleisch und da ist ein Messer, und wir haben nichts, womit194Nach einer Handschrift: keinen Mund; dh. die Mišna ist deutlich, nur wissen wir sie nicht zu erklären.zu essen.\n", "Rabh und Šemuél erklärten beide: Tatsächlich bezieht es sich auf den Anfangsatz, und jener Fall ist selbstverständlich; selbstverständlich gilt dies, wenn sie sie liegen läßt, nur von dem Falle, wenn eine eine Peruṭa wert ist, sonst aber nicht; man könnte aber glauben, daß, wenn sie sie aufißt und sich sofort in den Genuß setzt, sie195Auch wenn die Dattel keine Peruṭa wert ist.ihm ihre Person zueigne, so lehrt er uns.\n", "R. Ami erwiderte: Tatsächlich bezieht es sich auf den Schlußsatz, und unter ‘eine’, die eine Peruṭa wert sein muß, ist zu verstehen, die letzte müsse eine Peruṭa wert sein.\n", "Raba sagte: Aus der Erklärung R. Amis ist dreierlei zu entnehmen. Es ist196Da seine Erklärung sich gegen den Einwand richtet, dies sei ein Darlehen.zu entnehmen, wenn jemand [sich eine Frau] mit einem Darlehen antraut, sei sie ihm nicht angetraut; es ist zu entnehmen, wenn er sie sich mit einem Darlehen und einer Peruṭa antraut, rechne sie mit der Peruṭa197Sodaß die Antrauung gültig ist; in diesem Falle gelten die bereits aufgegessenen Datteln als Darlehen.,\n" ], [ "und es ist zu entnehmen, das Geld sei sonst198In allen anderen Fällen, wo die Antrauung ungültig ist; er nennt die Datteln, durch die die Antrauung nicht erfolgt ist, ein Darlehen.zurückzugeben.\n", "Es wurde gelehrt: Wenn jemand sich seine Schwester angetraut hat, so ist das Geld, wie Rabh sagt, zurückzugeben, und wie Šemuél sagt, ein Geschenk. Rabh sagt, das Geld sei zurückzugeben, denn jeder weiß, daß die Antrauung bei einer Schwester nicht wirksam sei, und er gab es ihr als Depositum. – Sollte er ihr doch gesagt haben, er gebe es ihr als Depositum!? – Er dachte, sie werde es nicht nehmen.\n", "Šemuél sagt, das Geld sei ein Geschenk, denn jeder weiß, daß die Antrauung bei einer Schwester nicht wirksam sei, und er gab es ihr als Geschenk. – Sollte er ihr doch gesagt haben, er gebe es ihr als Geschenk!? – Er dachte, es werde ihr genant sein.\n", "Rabina wandte ein: Wenn jemand die Teighebe199Die nur vom fertigen Teige an den Priester zu entrichten ist; cf. Num. 15,20.vom Mehl entrichtet hat, so ist dies keine Teighebe und Raub200Da der Eigentümer sich damit der Pflicht nicht entledigt, so hat er es ihm zurückzugeben.im Besitze des Priesters. Weshalb ist es Raub im Besitze des Priesters, man sollte doch sagen, jeder weiß, daß die Teighebe nicht vom Mehl zu entrichten sei, und er gab es ihm als Geschenk!? –\n", "Anders ist es da, weil es201Wenn man das Mehl im Besitze des Priesters lassen würde.zu einem Verstoße kommen könnte. Es könnte Vorkommen, daß der Priester, wenn er weniger als fünf Viertelflog] Mehl202Als das zur Teighebe pflichtige Quantum.hat, es mit diesem zusammen203Der Teig ist dann zur Teighebe pflichtig.kneten, und im Glauben, der Teig sei zubereitet204Hinsichtl. der priesterl. Abgaben, dh. sie seien entrichtet worden. Wenn dies tatsächlich der Fall ist, so wird das unvollständige Quantum dadurch nicht ergänzt u. bleibt unpflichtig., es unverzehntet essen würde. –\n", "Du sagtest ja, man wisse, daß die Teighebe nicht vom Mehl zu entrichten sei!? – Man weiß und man weiß nicht man weiß, daß die Teighebe nicht vom Mehl zu entrichten sei, man weiß aber nicht den Grund, denn man glaubt, wegen der Mühe205Um ihm das Kneten zu ersparen.des Priesters, und der Priester hat darauf verzichtet206Er glaubt, er sei dazu befugt.. –\n", "Sollte es doch als Hebe gelten und nicht eher gegessen werden dürfen, als bis hierfür die Teighebe von anderer Stelle abgesondert worden207Es sollte aber Eigentum des Priesters bleiben.ist!? Wir haben ja gelernt: Wenn von einem durchlochten208Der durchlochte Pflanzentopf gleicht dem Boden, u. die in einem solchen gezogenen Früchte unterliegen dem Gesetze von der Hebe; die in einem undurchlochten gezogenen sind hierzu nicht pflichtig.für einen undurchlochten, so ist es209Das, was er entrichtet hat; der Priester braucht es dem Eigentümer nicht zurückzugeben, obgleich die Früchte aus dem undurchlochten Pflanzen topf nicht pflichtig sind.Hebe und darf nicht eher gegessen werden, als bis hiervon die Hebe und der Zehnt von anderer Stelle entrichtet worden ist. –\n", "Bei zwei verschiedenen Gefäßen gehorcht210Hierfür Hebe u. Zehnten von anderer Stelle zu entrichten.er, bei einem Gefäße gehorcht er nicht.\n", "Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich gehorcht der Priester, nur könnte der Hausherr211Wenn der Priester ihm das falsch entrichtete Mehl nicht zurückgeben würde.glauben, sein Teig sei zubereitet, und es unverzehntet essen. –\n", "Du sagtest ja, man wisse, daß die Teighebe nicht vom Mehl zu entrichten sei!? – Man weiß und man weiß nicht; man weiß, daß die Teighebe nicht vom Mehl zu entrichten sei, man weiß aber nicht dein Grund, denn man glaubt, wegen der Mühe des Priesters, und der Priester hat dies auf sich genommen. –\n", "Sollte diese Hebe sein und er sie wiederum entrichten!? Wir haben ja gelernt: Wenn von einem undurchlochten für einen durchlochten, so ist es Hebe und er entrichte sie wiederum. – Wir sagten ja, daß er bei zwei verschiedenen Gefäßen gehorche, nicht aber bei einem Gefäße. –\n", "Gehorcht er etwa nicht, wir haben ja gelernt, wenn jemand eine Gurke als Hebe absondert und sie bitter befunden wird, eine Melone, und sie faul befunden wird, sei die Hebe gültig und er entrichte sie wiederum!? – Anders verhält es sich da, wo die Hebe nach der Tora gültig ist.\n", "Dies nach R. Eléaj, denn R. Eléaj sagte: Woher, daß die Absonderung der Hebe von Schlechtem für das Gute gültig ist? Es heißt:212Num. 18,32.ihr sollt seinethalben auf euch keine Sünde laden, wenn ihr das Beste davon abhebt, und wenn es nicht heilig wäre, könnte ja keine Sünde auf geladen werden. Hieraus, daß die Absonderung der Hebe von Schlechtem für das Gute gültig ist.\n", "Raba sagte:\n" ], [ "Dies213Daß, wenn sie die Datteln während der Antrauung einzeln aufißt, sie zu einer Peruṭa nicht vereinigt werden.nur, wenn er zu ihr sagt: mit dieser und mit dieser und mit dieser, wenn er aber sagt: mit diesen, so ist sie214Da dann alle zusammengehören.ihm angetraut, auch wenn sie sie einzeln aufißt, denn sie aß ja ihres.\n", "Übereinstimmend mit Raba wird gelehrt: [Sagt er:] sei mir angetraut mit der Eichel, mit der Granate, mit der Nuß, oder sagt er zu ihr: sei mir mit diesen angetraut, so ist sie ihm, wenn sie zusammen eine Peruṭa wert sind, angetraut, wenn aber nicht, nicht angetraut; [sagt er:] mit dieser und mit dieser und mit dieser, so ist sie ihm, wenn sie zusammen eine Peruṭa wert sind, angetraut, wenn aber nicht, nicht angetraut. [Wenn er aber sagt:] mit dieser, und sie sie nimmt und aufißt, mit dieser, und sie sie nimmt und aufißt, noch mit dieser, noch mit dieser, so ist sie ihm nur dann angetraut, wenn eine von diesen eine Peruṭa wert ist.\n", "Von welchem Falle wird hier von Eichel, Granate und Nuß gesprochen; sagte er: entweder mit der Eichel oder mit der Granate oder mit der Nuß, wieso ist sie, wenn sie zusammen eine Peruṭa wert sind, ihm angetraut, er sagte ja oder 215Sie sollte ihm mit einer von diesen angetraut werden., und sagte er : mit der Eichel und mit der Granate und mit der Nuß, so heißt dies ja: mit dieser216Dieser Fall brauchte ja nicht weiter wiederholt zu werden.und mit dieser und mit dieser!? Doch wohl, wenn er zu ihr ‘mit diesen’ gesagt hat. – Wenn er aber im Schlußsätze lehrt: oder sagt er zu ihr: sei mir mit diesen angetraut, so spricht ja der Anfangsatz nicht von dem Falle, wenn er ‘mit diesen’ sagt!? –\n", "Dies ist eine Erklärung: sei mir angetraut mit der Eichel, mit der Granate, mit der Nuß, wenn er nämlich sagt: sei mir mit diesen angetraut.\n", "Im Schlußsätze lehrt er, daß, wenn er ‘mit diesen’ [sagt], und sie sie nimmt und auf ißt, sie ihm, wenn eine von diesen eine Peruṭa wert ist, angetraut, wenn aber nicht, nicht angetraut sei;\n", "dagegen: aber unterscheidet er im Anfangsatze nicht zwischen essen und zurücklegen. Somit ist hieraus zu entnehmen, daß, wenn er zu ihr ‘mit diesen’ gesagt hat, sie ihres214Da dann alle zusammengehören.esse. Schließe hieraus. –\n", "Allerdings ist nach demjenigen, welcher sagt, dies191Daß, wenn sie sie inzwischen einzeln aufißt, die Antrauung nur dann gültig ist, wenn eine eine Peruṭa wert ist.beziehe sich auf den Schlußsatz, und unter ‘eine’, die eine Peruṭa wert sein muß, sei zu verstehen, die letzte müsse eine Peruṭa wert sein, auch hier zu erklären, die letzte müsse eine Peruṭa wert sein,\n", "nach Rabh und Šemuél aber, die beide erklären, dies beziehe sich auf den Anfangsatz, und es sei nur hinsichtlich des Aufessens zu lehren217Cf. supra Fol. 46a.nötig, [ist ja einzuwenden:] hier wird es ja von der Zusammenfassung218Die Barajtha spricht von dem Falle, wenn er sagt: mit dieser und mit dieser, sodaß die Antrauung mit allen zusammen erfolgt ist.und nicht von der Teilung gelehrt!? –\n", "Hier ist die Ansicht Rabbis vertreten, welcher sagt, einerlei ob er ‘Olive, Olive’ oder ‘Olive und Olive’ gesagt219Wenn ein Priester beabsichtigt, ein olivengroßes Quantum vom Opferfleische auf verbotene Weise zu essen; cf. Zeh. Foll. 29b u. 30b.hat, sei es eine Teilung220Auch hierbei ist es keine Zusammenfassung, obgleich er ‘und’ sagt. Der folgende Passus, in dem es ‘noch mit dieser’ heißt, ist nach Raschi von einem anderen Autor..\n", "Rabh sagte: Wenn jemand [sich eine Frau] mit einem Darlehen antraut, so ist sie ihm nicht angetraut, weil ein Darlehen zur Verausgabung221Der Schuldner braucht nur den Wert zu ersetzen, während die Sache selbst in seinen Besitz übergeht; die entliehene Sache gehört somit ihr u. nicht ihm.bestimmt ist. Es wäre anzunehmen, daß hierüber folgende Tannaim streiten : Wenn jemand [sich eine Frau] mit einem Darlehen antraut, so ist sie ihm nicht angetraut; manche sagen, sie sei ihm angetraut. Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, ein Darlehen sei zur Verausgabung bestimmt, und einer ist der Ansicht, ein Darlehen sei nicht zur Verausgabung bestimmt. –\n", "Wie ist nach deiner Auffassung der Schlußsatz zu erklären: sie stimmen hinsichtlich des Kaufes überein, daß er es222Der Käufer das gekaufte Grundstück, für das er dem Verkäufer das bei ihm befindliche Darlehen in Zahlung gegeben hat.erworben habe. Womit hat er, wenn du sagst, ein Darlehen sei zur Verausgabung bestimmt, es erworben!?\n", "R. Naḥman sagte: Unser Genosse Hona bezieht dies auf einen ganz anderen223Nicht auf die Antrauung mit einem Darlehen, das er bei ihr hat. Fall. Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er zu ihr gesagt hat: sei mir mit der Mine angetraut, und es sich ergibt, daß von der Mine ein Denar224Den er ihr später bezahlen will; dies ist unter Darlehen zu verstehen.fehlt; einer ist der Ansicht, es sei ihr genant, ihn zu225Sie ist daher mit der Antrauung nicht einverstanden.mahnen, und einer ist der Ansicht, es sei ihr nicht genant, ihn zu mahnen. –\n", "R. Elea͑zar sagte, wenn [er zu ihr gesagt hat:] sei mir mit einer Mine angetraut, und ihr einen Denar gegeben hat, sei sie ihm angetraut, und er ergänze [den Betrag]; demnach lehrte er etwas, worüber Tannaím [streiten]!? – Ich will dir sagen, wenn von der Mine ein Denar fehlt, so ist es ihr genant, ihn zu mahnen, wenn aber von der Mine neunundneunzig fehlen, so ist es ihr nicht genant, ihn zu mahnen.\n", "Man wandte ein: Wenn jemand zu einer Frau gesagt hat: sei mir angetraut mit dem Depositum, das ich bei dir habe, und sie hingeht und findet, daß es gestohlen worden oder abhanden gekommen ist, so ist sie ihm, falls im Werte einer Peruṭa zurückgeblieben ist, angetraut, und falls nicht, nicht angetraut; wenn aber mit einem Darlehen, so ist sie ihm angetraut, auch wenn im Werte einer Peruṭa nicht zurückgeblieben226Da sie dafür haftbar ist; sie erhält von ihm den Verzicht auf die Sache.ist. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt im Namen R. Meírs, das Darlehen\n" ], [ "gleiche dem Depositum. Sie streiten nur insofern, indem der eine der Ansicht ist, mit einem Darlehen, auch wenn im Werte einer Peruṭa nicht zurückgeblieben ist, und der andere der Ansicht ist, nur wenn im Werte einer Peruṭa zurückgeblieben ist, sonst aber nicht, alle aber stimmen überein, daß die Antrauung mit einem Darlehen gültig sei!?\n", "Raba erwiderte: Du glaubst wohl, diese Lehre sei eine richtige, sie ist korrupt.\n", "Von welchem Depositum wird hier gesprochen: hat sie Verantwortung übernommen, so ist es ja ein Darlehen, und hat sie keine Verantwortung übernommen, weshalb lehrt er im Schlußsätze, wenn es mit einem Darlehen erfolgt ist, sei sie ihm angetraut, auch wenn im Werte einer Peruṭa nicht zurückgeblieben ist, sollte er doch beim [Depositum] selbst einen Unterschied machen: dies gilt nur von dem Falle, wenn sie keine Verantwortung übernommen hat, wenn sie aber Verantwortung übernommen hat, so ist sie ihm angetraut,\n", "auch wenn im Werte einer Peruṭa nicht zurückgeblieben ist!? Sie ist vielmehr wie folgt zu berichtigen: wenn aber mit einem Darlehen, so ist sie ihm nicht angetraut, auch wenn im Werte einer Peruṭa zurückgeblieben ist.\n", "R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt im Namen R. Meírs, das Darlehen gleiche dem Depositum. – Worin besteht ihr Streit? Rabba erwiderte: Ich traf die Jünger im Lehrhause sitzen und erklären: sie streiten über das Darlehen im Besitze des Eigentümers227Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn das Darlehen sich noch unberührt im Besitze des Schuldners befindet.hinsichtlich des Rücktrittes228Der Gläubiger kann zurücktreten.und ebenso hinsichtlich des Unfalls; einer ist der Ansicht, das Darlehen befinde sich im Besitze des Schuldners, auch hinsichtlich des Unfalls,\n", "und einer ist der Ansicht, das Darlehen befinde sich im Besitze des Gläubigers, auch229Sonst erwirbt der Schuldner das Darlehen, in einem solchen Falle aber bleibt es im Besitze des Gläubigers, sodaß er dafür auch nicht haftbar ist, u. die damit erfolgte Antrauung ist gültig.hinsichtlich des Unfalls.\n", "Ich sprach dann zu ihnen: Alle stimmen überein, daß es sich hinsichtlich des Unfalls im Besitze des Schuldners befinde, da es nicht geringer ist als eine entliehene Sache; wenn man für eine entliehene Sache, die in natura zurückzugeben ist, haftbar ist, um wieviel mehr für ein Darlehen; vielmehr streiten sie hierbei über den Rücktritt bei einem Darlehen im Besitze des Eigentümers. –\n", "R. Hona sagte, wer von seinem Nächsten eine Axt geborgt hat, habe sie, wenn er damit gespalten hat, geeignet230Der Eigentümer kann sie innerhalb der Leihfrist nicht zurückverlangen., und wenn er damit nicht gespalten hat, nicht geeignet; demnach lehrte er etwas, worüber Tannaim [streiten]!? –\n", "Nein, sie streiten nur über ein Darlehen, das nicht in natura zurückzugeben ist; bei einer geborgten [Axt] aber, die in natura zurückzugeben ist, stimmen alle überein, daß er sie nur dann geeignet habe, wenn er damit gespalten hat, nicht aber, wenn er damit nicht gespalten hat.\n", "Es wäre anzunehmen, daß hierüber231Über die Antrauung mit einem Darlehen.Tannaím streiten. [Wenn er zu ihr sagt:] sei mir mit dem Schuldscheine angetraut, oder wenn er bei anderen ein Darlehen hat und es ihr abtritt, so ist sie ihm, wie R. Meír sagt, angetraut, und wie die Weisen sagen, nicht angetraut. Von welchem Schuldscheine wird hier gesprochen, wenn etwa auf andere, so wäre dies ja ein Darlehen bei anderen; doch wohl ein Schuldschein auf sie selbst, und sie streiten über die Antrauung mit einem Darlehen. –\n", "Tatsächlich ein Schuldschein auf andere, hier aber streiten sie über das Darlehen auf einen Schuldschein und über das mündliche Darlehen232Beide Fälle sind nicht identisch.. –\n", "Worin besteht ihr Streit über das Darlehen auf einen Schuldschein? – Sie führen den Streit von Rabbi und den Rabbanan, denn es wird gelehrt: Schriftstücke werden durch Übergabe233Mit dem Empfange des Schuldscheines geht die Schuld in seinen Besitz über, obgleich er keine Verkaufsurkunde erhalten hat.angeeignet so Rabbi. Die Weisen sagen, wenn er ihm [eine Verkaufsurkunde] geschrieben und [das Schriftstück] nicht übergeben, oder es ihm übergeben und keine [Verkaufsurkunde] geschrieben hat, habe er es nicht geeignet; nur wenn er ihm [eine Verkaufsurkunde] geschrieben und [das Schriftstück] übergeben hat.\n", "Einer ist der Ansicht Rabbis234Mit der Übergabe des Scheines erwirbt sie den Inhalt u. ist ihm angetraut.und einer ist nicht der Ansicht Rabbis.\n", "Wenn du willst, sage ich: alle sind sie der Ansicht Rabbis, und hier streiten sie über eine Lehre R. Papas, denn R. Papa sagte: Wer seinem Nächsten einen Schuldschein verkauft, muß ihm schreiben: erwirb ihn und alle darin enthaltenen Rechte. Einer ist der Ansicht R. Papas235Sie streiten über den Fall, wenn er ihr diesen Passus nicht geschrieben hat.und einer ist nicht der Ansicht R. Papas.\n", "Wenn du willst, sage ich: alle sind der Ansicht R. Papas, und hier streiten sie über eine Lehre Šemuéls, denn Šemuél sagte:\n" ], [ "Wenn jemand seinem Nächsten einen Schuldschein verkauft und darauf [auf die Schuld] verzichtet hat, so ist der Verzicht gültig, und auch der Erbe kann verzichten. Einer ist der Ansicht Šemuéls236Daß er auf die Schuld verzichten könne, somit verläßt sie sich nicht darauf u. die Antrauung ist ungültig.und einer ist nicht der Ansicht Šemuéls.\n", "Wenn du aber willst, sage ich: alle sind der Ansicht Šemuéls237Hinsichtl. des Verzichtes auf eine verkaufte Schuld.und sie streiten nur über eine Frau; einer ist der Ansicht, sie verlasse sich darauf, denn sie sagt, er werde nicht sie schädigen und zu Gunsten anderer verzichten, und einer ist der Ansicht, auch eine Frau verlasse sich nicht darauf. –\n", "Worin besteht ihr Streit über das mündliche Darlehen? – In einer Lehre R. Honas im Namen Rabhs, denn R. Hona sagte im Namen Rabhs: [Wenn jemand zu einem gesagt hat:] ich habe bei dir eine Mine, gib sie diesem, so hat dieser sie, wenn sie alle drei beisammen sind, erworben.\n", "Einer ist der Ansicht, Rabh sage es238Dh. diese Lehre, die später im Namen Rabhs gelehrt worden ist, gilt nur in diesem Falle.nur von einem Depositum239Da ein solches nicht verausgabt werden darf u. sich im Besitze des Depositors befindet.und nicht von einem Darlehen, und einer ist der Ansicht, einerlei ob Darlehen oder Depositum.\n", "Es wäre anzunehmen, daß hierüber231Über die Antrauung mit einem Darlehen.Tannaím streiten. [Wenn er zu ihr gesagt hat:] sei mir mit der Urkunde angetraut, so ist sie ihm, wie R. Meír sagt, nicht angetraut, und wie R. Elea͑zar sagt, angetraut. Die Weisen sagen, man schätze das Papier; hat es den Wert einer Peruṭa, so ist sie ihm angetraut, wenn aber nicht, so ist sie ihm nicht angetraut,\n", "Von welcher Urkunde wird hier gesprochen, wenn von einem Schuldschein auf andere, so befindet sich ja R. Meír240Der in der oben angezogenen Lehre der Ansicht ist, sie sei mit einem solchen angetraut.in einem Widerspruche; doch wohl mit einem Schuldschein auf sie selbst, und sie streiten über die Antrauung mit einem Darlehen.\n", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er sie sich mit einer [Antrauungs]urkunde ohne Zeugenunterschriften angetraut hat.\n", "R. Meír vertritt hierbei seine Ansicht, die Trennung241Die Scheidung durch den Scheidebrief.erfolge durch die Zeugen242Und da in diesem Falle diese fehlen, so ist die Urkunde nichtig.der Unterschrift, R. Elea͑zar vertritt seine Ansicht, die Trennung erfolge durch die Zeugen243Die Urkunde ist auch ohne Unterschriftzeugen gültig.der Übergabe, und den Rabbanan ist es zweifelhaft, ob nach R. Meír oder nach R. Elea͑zar zu entscheiden sei, daher schätze man das Papier; hat es den Wert einer Peruṭa, so ist sie ihm angetraut, wenn aber nicht, so ist sie ihm nicht angetraut.\n", "Wenn du willst, sage ich: wenn er [die Antrauungs]urkunde nicht auf ihren Namen geschrieben244Wenn sie ursprünglich für eine andere bestimmt war.hat, und sie streiten über eine Lehre des Reš Laqiš, denn Res Laqiš fragte: Wie ist es, wenn er die Antrauungsurkunde nicht auf ihren Namen geschrieben hat: vergleichen wir die Antrauung245Vgl. S. 528 Anm. 238.mit der Scheidung, wie die Scheidung auf ihren Namen erfolgen246Cf. Git. Fol. 2a.muß, ebenso muß auch die Antrauung auf ihren Namen erfolgen, oder aber sind die Antrauungen mit einander zu vergleichen, wie die Antrauung durch Geld nicht auf ihren Namen zu erfolgen247Die Münze ist nicht für diese geprägt worden.braucht, ebenso braucht auch die Antrauung durch eine Urkunde nicht auf ihren Namen zu erfolgen?\n", "Nachdem er es gefragt hatte, entschied er es: [es heißt :]248Dt. 24,2.sie gehe fort und sei, womit er die Antrauung215Sie sollte ihm mit einer von diesen angetraut werden.mit der Scheidung vergleicht. Einer ist der Ansicht des Reš Laqiš und der andere ist nicht der Ansicht des Reš Laqiš.\n", "Wenn du aber willst, sage ich: alle sind der Ansicht des Reš Laqiš, und hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er [die Urkunde] auf ihren Namen ohne ihr Einvernehmen geschrieben hat, und sie führen den Streit von Raba und Rabina mit R. Papa und R. Serebja, denn es wurde gelehrt: Wenn er sie auf ihren Namen ohne ihr Einvernehmen geschrieben hat, so ist sie ihm, wie Raba und Rabina sagen, angetraut, und wie R. Papa und R. Serebja sagen, nicht angetraut.\n", "Es wäre anzunehmen, daß hierüber231Über die Antrauung mit einem Darlehen. folgende Tannaím streiten: [Sagte sie zu ihm:] mache mir Armbänder, Nasenringe, Fingerringe, und ich will dir angetraut249Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn sie ihm das Metall gibt u. der Arbeitslohn als Antrauungsgeld gelten soll.sein, so ist sie ihm, sobald er sie gemacht hat, angetraut – so R. Meír; die Weisen sagen, sie sei ihm nicht eher angetraut, als bis eine Wertsache in ihren Besitz gekommen ist.\n", "Welche Wertsache: wollte man sagen, diese Wertsache, so wäre ja der erste Autor der Ansicht, auch diese Wertsache sei nicht erforderlich, womit sollte sie ihm denn angetraut sein!? Doch wohl mit einer anderen Wertsache, und sie streiten über die Antrauung mit einem Darlehen252Als solcher gilt der Arbeitslohn, den er bei ihr hat..\n", "Sie glaubten, beide seien der Ansicht, der Arbeitslohn sei von Beginn [der Arbeit] bis zur Beendigung fällig, sodaß er als Darlehen253Mit jedem Hammerschlage ist der entsprechende Teil des Arbeitslohnes fällig, sodaß er in ein Darlehen umgewandelt wird.gilt, somit besteht ihr Streit wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, die Antrauung mit einem Darlehen sei gültig, und einer ist der Ansicht, die Antrauung mit einem Darlehen sei ungültig. –\n", "Nein, alle sind der Ansicht, die Antrauung mit einem Darlehen sei ungültig, und hier streiten sie, ob der Arbeitslohn von Beginn bis zur Beendigung fällig ist;\n" ], [ "einer ist der Ansicht, der Arbeitslohn sei erst bei Beendigung254Bei der Ablieferung, somit ist dies kein Darlehen.fällig, und einer ist der Ansicht, der Arbeitslohn sei von Beginn bis zur Beendigung fällig.\n", "Wenn du willst, sage ich: alle sind der Ansicht, der Arbeitslohn sei von Beginn bis zur Beendigung fällig, und daß ferner die Antrauung mit einem Darlehen ungültig sei, und hier streiten sie, ob der Handwerker den Mehrwert des Gerätes255Das er aus dem ihm gelieferten Metalle fertigt.erwerbe; einer ist der Ansicht, der Handwerker erwerbe den Mehrwert256Es ist sein Eigentum, somit gibt er ihr bei der Ablieferung etwas, was ihm gehört, u. die Antrauung ist gültig.des Gerätes, und einer ist der Ansicht, der Handwerker erwerbe nicht den Mehrwert des Gerätes.\n", "Wenn du aber willst, sage ich: alle sind der Ansicht, der Handwerker erwerbe nicht den Mehrwert des Gerätes, ferner auch, daß der Arbeitslohn von Beginn bis zur Beendigung fällig sei, und ferner, daß die Antrauung mit einem Darlehen ungültig sei, und hier streiten sie über den Fall, wenn er etwas vom seinigen zugefügt257Zum ihm gelieferten Metalle.hat; einer ist der Ansicht, bei einem Darlehen und einer Peruṭa rechne sie mit der Peruṭa258Sie rechnete hierbei mit der von ihm zugefügten Kleinigkeit u. ist damit angetraut., und einer ist der Ansicht, sie rechne mit dem Darlehen.\n", "Sie führen den Streit der Autoren der folgenden Lehre. [Sagte er: sei mir angetraut] mit dem Lohne für die Arbeit, die ich dir geleistet habe, so ist sie ihm nicht angetraut, wenn aber: mit dem Lohne für die Arbeit, die ich dir leisten werde, so ist sie259Im 1. Falle befindet sich der Lohn bei ihr als Darlehen, im 2. Falle erhält sie ihn erst bei erfolgter Arbeitsleistung, da er erst dann fällig ist.ihm angetraut. R. Nathan sagt, [sagte er:] mit dem Lohne für die Arbeit, die ich dir leisten werde, sei sie ihm nicht260Da er schon vor Beendigung der Arbeit fällig ist u. somit sich bei ihr als Darlehen befindet.angetraut, und um so weniger, wenn: mit dem Lohne für die Arbeit, die ich dir geleistet habe.\n", "R. Jehuda der Fürst sagte: In Wirklichkeit sagten sie, sie sei ihm nicht angetraut, einerlei ob [er gesagt hat:] mit dem Lohne für die Arbeit, die ich dir geleistet habe, oder: mit dem Lohne für die Arbeit, die ich dir leisten werde; hat er etwas vom seinigen zugefügt, so ist sie ihm angetraut.\n", "Zwischen dem ersten Autor und R. Nathan besteht ein Unterschied hinsichtlich des Arbeitslohnes261Ob er erst bei Beendigung der Arbeit od. schon vorher fällig ist., und zwischen R. Nathan und R. Jehuda dem Fürsten besteht ein Unterschied hinsichtlich eines Darlehens und einer Peruṭa; einer ist der Ansicht, bei einem Darlehen und einer Peruṭa rechne sie mit dem Darlehen, und einer ist der Ansicht, sie rechne mit der Peruṭa.\n", "iiWENN ER ZU IHR GESAGT HAT:] SEI MIR MIT DIESEM BECHER WEIN ANGETRAUT, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS ES HONIG IST, ODER: MIT DIESEM BECHER HONIG, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS ES WEIN IST, ODER: MIT DIESEM SILBERNEN DENAR, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS ER GOLD IST, ODER: GOLDENEN, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS ER SILBER IST, ODER: MIT DER ZUSICHERUNG, DASS ICH REICH BIN, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS ER ARM IST, ODER: ARM BIN, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS ER REICH IST, SO IST SIE IHM NICHT ANGETRAUT. R. ŠIMÓN SAGT, HAT ER SIE ZU [IHREM] VORTEIL GETÄUSCHT, SEI SIE IHM ANGETRAUT.\n", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: [Sagte er:] sei mir mit dem Becher angetraut, so erfolgt dies, wie das Eine lehrt, mit diesem und dem Inhalt262Der Becher u. der Inhalt werden zum Betrage einer Peruṭa vereinigt., wie ein Anderes lehrt, mit dem Inhalt und nicht mit diesem, und wie ein Anderes lehrt, mit diesem und nicht mit dem Inhalt. Jedoch widersprechen sie einander nicht; eines gilt von Wasser263Sie rechnete nur mit dem Becher., eines von Wein264Nach dem Trinken pflegt man den Becher zurückzugeben.und eines von Saft265Da dieser nach u. nach verbraucht wird, so behält man auch das Gefäß. Das W. ציהרא ist weder mit יצהר (Öl) noch mit צירא (Tunke) zu identifizieren, da der T. für diese ausnahmslos משחא, bezw. ציר gebraucht; es ist nichts anderes als das syr. צהרא od. צהרוא, Saft aus Schierlingsblättern, od. mit Zusatz von solchen, die bei den Alten als bekanntes Hausmittel galten..\n", "HAT ER SIE ZU [IHREM] VORTEIL GETÄUSCHT, SEI SIE IHM ANGETRAUT. Hält denn R. Šimo͑n nichts von der Lehre, daß, wenn er266Der Inhalt des verkauften Fasses; cf. Bb. Fol. 83b.Wein sein sollte und er sich als Essig herausstellt, Essig, und er sich als Wein herausstellt, beide zurücktreten können!? Wir sagen also, manchem sei Essig lieber und manchem sei Wein267Man richte sich nicht nach dem objektiven Mehrwert der Sache.lieber, ebenso sollte man auch hierbei sagen, manchem sei Silber lieber und nicht Gold!?\n", "R. Šimi b. Aši erwiderte: Ich traf Abajje sitzen und seinem Sohne erklären: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er zu seinem Beauftragten gesagt hat: borge mir einen silbernen Denar und geh und traue mir jene Frau an, und dieser ihm einen goldenen Denar geborgt hat. Einer ist der Ansicht, er achtete268Daß er dies mit einem Silberdenar tue; er ermächtigte ihn nicht, hierfür einen Golddenar auszugeben.darauf, und einer ist der Ansicht, er gab ihm nur einen Hinweis269Auf welche Weise er sie ihm antraue; es war ihm aber gleichgültig, ob mit einem Denar aus Silber od. einem aus Gold.. –\n", "Wieso heißt es demnach : sei mir angetraut, es sollte ja heißen: sei ihm angetraut!? Wieso: hat er sie zu [ihrem] Vorteil getäuscht, es sollte ja heißen: hat er ihn zum Vorteil getäuscht!? Wieso: und es sich herausstellt, er [gab ihr] ja von vornherein einen aus Gold!?\n", "Vielmehr, sagte Raba, ich und der Löwe des Kollegiums, das ist R. Ḥija b. Abin, erklärten es: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn sie zu ihrem Bevollmächtigten gesagt hat: geh, nimm für mich von jenem meine Antrauung in Empfang, denn er sagte mir, daß ich ihm mit einem Silberdenar angetraut sein solle, und als dieser hinging, jener ihm einen Golddenar gab; einer ist der Ansicht, sie achtete darauf, und einer ist der Ansicht, sie gab ihm damit nur einen Hinweis270Daß sie auch mit einem Silberdenar zufrieden sei.. – Wieso heißt es: sich herausstellt!? – Wenn er in einen Lappen gewickelt war271Sodaß dies dem Vertreter unbekannt war..\n", "Abajje sagte: R. Šimo͑n, R. Šimo͑n b. Gamliél und R. Elea͑zar sind alle der Ansicht, er habe ihm nur einen Hinweis272In Fällen, wo der Beauftragte von der Weisung seines Auftraggebers abgewichen ist.gegeben. R. Šimo͑n, wie wir bereits gesagt haben. R. Šimo͑n b. Gamliél, denn wir haben gelernt :\n" ], [ "Die einfache Urkunde hat die Zeugen[unterschriften] auf der Innenseite, und die gefaltete273Vgl. S. 464 Anm. 145.hat die Zeugen auf der Rückseite. Wenn bei einer einfachen die Zeugen auf der Rückseite oder bei einer gefalteten die Zeugen auf der Innenseite unterschrieben sind, so sind beide ungültig. R. Ḥanina b. Gamliél sagt, wenn bei einer gefalteten die Zeugen auf der Innenseite unterschrieben sind, sei sie gültig, denn man kann aus ihr eine einfache machen. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, alles nach dem Landesbrauche.\n", "Und auf unseren Einwand, ob denn der erste Autor nicht der Ansicht sei, daß man sich nach dem Landesbrauche richte, erwiderte R. Aši : Wenn in der Ortschaft einfache [Urkunden] gebräuchlich sind und [der Schreiber] eine gefaltete, oder gefaltete gebräuchlich sind, und er eine einfache gefertigt hat, stimmen alle überein, daß er274Der Auftraggeber, der den Schreiber beauftragt hat, eine ortsübliche zu schreiben.darauf geachtet habe;\n", "sie streiten nur über eine Ortschaft, wo sowohl einfache als auch gefaltete gebräuchlich sind, und er zu ihm gesagt hat, daß er ihm eine einfache fertige, dieser eine gefaltete gefertigt hat; einer ist der Ansicht, er habe darauf geachtet, und einer ist der Ansicht, er habe ihm nur einen Hinweis gegeben.\n", "R. Elea͑zar, denn wir haben gelernt: Wenn eine Frau zu einem gesagt hat: nimm für mich meinen Scheidebrief in jenem Orte in Empfang, und er ihn in einem anderen Otte in Empfang genommen hat, so ist er ungültig, und wie R. Elea͑zar sagt, gültig. Demnach ist er der Ansicht, sie habe ihm nur einen Hinweis gegeben.\n", "U͑la sagte: Sie streiten nur über einen Vorteil inbetreff des Geldwertes, wenn er aber die Abstammung275Seiner Person, die er ihr bei der Antrauung angegeben hatte.betrifft, so sind alle der Ansicht, sie sei ihm nicht angetraut. – Aus welchem Grunde? – [Sie denkt:] ich will keinen Schub, der für meinen Fuß zu groß276Es ist ihr nicht erwünscht, daß ihr Mann ihr in dieser Hinsicht überlegen sei.ist. Ebenso wird auch gelehrt: R. Šimo͑n pflichtet bei, daß, wenn er sie inbetreff seiner Abstammung zu [ihrem] Vorteil getäuscht hat, sie ihm nicht angetraut sei.\n", "R. Aši sagte: Dies ist auch aus unserer Mishna zu entnehmen, denn diese lehrt: mit der Zusicherung, daß ich Priester bin, und es sich herausstellt, daß er Levite ist, Levite, und es sich herausstellt, daß er Priester ist, Nathin, und es sich herausstellt, daß er Hurenkind ist, Hurenkind, und es sich herausstellt, daß er Nathin278Sie ist ihm dann nicht angetraut.ist; und R. Šimo͑n streitet dagegen279Weil die Täuschung die Abstammung betrifft. nicht.\n", "Mar, Sohn des R. Aši, wandte ein: Er lehrt: mit der Zusicherung, daß ich eine große Tochter oder Magd habe, und er keine hat, mit der Zusicherung, daß ich keine habe, und er eine solche hat; streitet er etwa nicht diesbezüglich, wo der Vorteil das Vermögen280Doch wird nicht gelehrt, daß er dagegen streite.betrifft!?\n", "Vielmehr streitet er im Anfangsatze, und dies gilt auch vom Schlußsätze, ebenso gilt diesbezüglich sein Streit im Anfangsatze auch vom Schlußsätze. –\n", "Es ist ja nicht gleich; da betrifft bei beidem der Vorteil das Vermögen, und wenn er im Anfangsatze streitet, so gilt dies auch vom Schlußsatze, hierbei aber betrifft der Vorteil die Abstammung, und falls er auch diesbezüglich streitet, sollte dies gelehrt werden.\n", "Wenn du aber willst, sage ich: auch hierbei betrifft der Vorteil die Abstammung, denn unter groß281Bei der Magd od. Tochter. ist nicht wirklich groß zu verstehen, sondern vornehm; sie kann sagen, sie wünsche keine, die ihre Worte auffängt und zu den Nachbarinnen trägt282Wenn die Tochter od. die Magd vornehm ist, so ist sie bei den Nachbarinnen gern gesehen u. pflegt mit ihnen Verkehr..\n", "Die Rabbanan lehrten: [Sagte er:] mit der Zusicherung, daß ich Schriftleser bin, so ist sie ihm, wenn er drei Schriftverse im Bethause vorgelesen hat, angetraut; R. Jehuda sagt, wenn er vorlesen und übersetzen kann. – Darf man denn eigenmächtig283Von der überlieferten Übersetzung des Onkelos (Targum) abweichend.übersetzen, es wird ja gelehrt: R. Jehuda sagt, wer einen Schriftvers wörtlich284An Stellen, wo die überlieferte Übersetzung vom Texte abweicht.übersetzt, sei ein Schwätzer285Eigentl. Lügner; dadurch geht oft der eigentliche Sinn verloren., und wer etwas hinzufügt, beschimpfe und286Dadurch können Blasphemien entstehen.lästere!? – Vielmehr, unter Übersetzung ist unsere [überlieferte] Übersetzung zu verstehen.\n", "Dies nur dann, wenn er zu ihr gesagt hat, er sei Schriftleser, wenn er aber zu ihr gesagt hat, er sei Schriftkundiger, so muß er Pentateuch, Propheten und Hagiographen mit Genauigkeit lesen können.\n", "[Sagte er:] mit der Zusicherung, daß ich die Lehre studiere, so bezieht sich dies, wie Ḥizqija sagt, auf die [überlieferte] Halakha, und wie R. Joḥanan sagt, auf die Tora.\n", "Man wandte ein: Unter Lehre ist, wie R. Meír sagt, die Halakha, und wie R. Jehuda sagt, die Schriftauslegung287Nach keiner Ansicht aber die Tora. zu verstehen. –\n" ], [ "Unter Tora ist die Auslegung der Tora zu verstehen. Dies nur dann, wenn er zu ihr gesagt hat, er studiere, wenn er aber gesagt hat, er sei Gelehrter, so muß er Halakha, Siphra, Siphre und Tosephta gelernt haben.\n", "[Sagte er:] mit der Zusicherung, daß ich Schüler bin, so sage man nicht, einer wie Šimo͑n b. Zoma oder wie Šimo͑n b. Azaj, sondern, daß, wenn man ihn etwas aus seinem Studium fragt, er zu antworten weiß, und sei es auch aus dem Traktate Kalla288Einer der leichtesten apokryphen Talmudtraktate.. [Sagte er:] mit der Zusicherung, daß ich Weiser bin, so sage man nicht, einer wie die Weisen von Jabne, wie R. A͑qiba und seine Genossen, sondern, daß, wenn man an ihn eine wissenschaftliche Frage auf irgend einem Gebiete richtet, er zu antworten weiß.\n", "[Sagte er:] mit der Zusicherung, daß ich ein Held bin, so sage man nicht, einer wie Abner, der Sohn Ners, oder wie Joab, der Sohn Çerujas, sondern, daß seine Genossen ihn wegen seiner Kraft fürchten. [Sagte er:] mit der Zusicherung, daß ich reich bin, so sage man nicht, wie R. Elea͑zar b. Çarsom292Cf. Jom. Fol. 35b.oder wie R. Elea͑zar293Cf. Sab. Fol. 54b.b. Azarja, sondern, daß die Leute seiner Stadt ihn wegen seines Reichtums ehren.\n", "[Sagte er:] mit der Zusicherung, daß ich ein Frommer bin, so ist sie ihm angetraut, selbst wenn er ein vollkommen Gottloser ist, weil ihm ein Bußgedanke gekommen sein kann. [Sagte er:] mit der Zusicherung, daß ich ein Gottloser bin, so ist sie ihm angetraut, selbst wenn er ein vollkommen Frommer ist, denn er kann götzendienstliche Gedanken gehabt haben.\n", "Zehn Kab Weisheit kamen in die Welt herab, neun erhielt das Jisraélland und einen die ganze Welt. Zehn Kab Schönheit kamen in die Welt herab, neun erhielt Jerusalem und einen die ganze Welt. Zehn Kab Reichtum kamen in die Welt herab, neun erhielt Rom und einen die ganze Welt. Zehn Kab Armut kamen in die Welt herab, neun erhielt Babel und einen die ganze Welt. Zehn Kab Hochmut kamen in die Welt herab, neun erhielt Élam und einen die ganze Welt. –\n", "Kam denn der Hochmut nicht in Babel herab, es heißt ja:294Zach. 5,9.Ich erhob meine Augen und sah zwei Weiber hervorkommen, und der Wind blies in ihre Flügel, sie hatten nämlich Flügel wie die Storchenflügel, und sie hoben das Epha zwischen Erde und Himmel empor. Da fragte ich den Engel, der mit mir redete: Wohin bringen sie das Epha? Er erwiderte mir: Um ihr eine Wohnung im Lande Šinea͑r zu bauen. Hierzu sagte R. Joḥanan, das sind Heuchelei und Hochmut, die in Babel herabkamen!? –\n", "Allerdings, zuerst kam er da herab, und allmählich dehnte er sich bis dahin295Bis E͑lam.aus. Dies ist auch zu beweisen, denn es heißt: um ihr296Nur der einen, der Heuchelei.eine Wohnung im Lande Šinea͑r zu bauen. Schließe hieraus. —\n", "Dem ist ja aber nicht so, der Meister sagte, daß Armut ein Zeichen des Hochmuts sei, und die Armut ließ sich in Babel nieder!? — Unter Armut ist die Armut in der Tora zu verstehen, denn es heißt:297Cant. 8,8.wir haben eine kleine Schwester, noch ohne Brüste, und R. Joḥianan sagte, dies sed E͑lam, dem es beschieden war zu lernen, nicht aber zu lehren298Der T. denkt wohl an Daniél u. Mordekhaj, die das Gesetz studiert, nicht aber weiter verbreitet haben, gleich einer Frau ohne Brüste, die nicht säugen kann..\n", "Zehn Kab Kraft kamen in die Welt herab, neun erhielten die Perser &c. Zehn Kab Läuse kamen in die Welt herab, neun erhielt Medien &c. Zehn Kab Zauberei kamen in die Welt herab, neun erhielt Miçrajim &c. Zehn Kab Aussatz kamen in die Welt herab, neun erhielten die Schweine &c. Zehn Kab Hurerei kamen in die Welt herab, neun erhielt Arabien &c.\n", "Zehn Kab Frechheit kamen in die Welt herab, neun erhielt Mešan &c. Zehn Kab Geschwätzigkeit kamen in die Welt herab, neun erhielten die Frauen &c. Zehn Kab Schwärze kamen in die Welt herab, neun erhielten die Kušiten &c. Zehn Kab Schlaf kamen in die Welt herab, neun erhielten Sklaven und einen die ganze Welt.\n", "iii SAGTE ER:] MIT DER ZUSICHERUNG, DASS ICH PRIESTER BIN, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS ER LEVITE IST, LEVITE, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS ER PRIESTER IST, NATHIN, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS ER HURENKIND IST, HURENKIND, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS ER NATHIN IST, KLEINSTÄDTER, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS ER GROSSTÄDTER IST, GROSSTÄDTER, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS ER KLEINSTÄDTER IST; MIT DER ZUSICHERUNG, DASS MEIN HAUS NAHE DEM BADEHAUSE IST, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS ES FERN IST, DASS ES FERN IST, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS ES NAHE IST;\n", "MIT DER ZUSICHERUNG, DASS ICH EINE GROSSE TOCHTER ODER MAGD HABE, UND ER KEINE HAT, ODER MIT DER ZUSICHERUNG, DASS ER EINE SOLCHE NICHT HAT, UND EINE HAT; MIT DER ZUSICHERUNG, DASS ER KEINE SÖHNE HAT, UND SOLCHE HAT, ODER MIT DER ZUSICHERUNG, DASS ER SOLCHE HAT, UND KEINE HAT, SO IST SIE IN ALL DIESEN FÄLLEN, SELBST WENN SIE SAGT, SIE HABE IM HERZEN GEDACHT, IHM DENNOCH299Auch wenn seine Zusicherung nicht wahr sein sollte.ANGETRAUT ZU SEIN, IHM NICHT ANGETRAUT. DASSELBE GILT AUCH, WENN SIE IHN GETÄUSCHT HAT.\n", "GEMARA. Einst verkaufte jemand seine Güter in der Absicht, nach dem Jisraéllande300Woran er aber später verhindert wurde.zu gehen, beim Verkaufe aber sagte er nichts. Da entschied301Da er vom Verkaufe zurücktreten wollte.Raba, es302Die Voraussetzung, unter welcher der Verkauf erfolgt ist.seien nur im Herzen [gedachte] Worte, und solche gelten nicht als Worte. — Woher entnimmt dies303Im Texte: wollte man sagen, aus folgender Lehre &c.; die beiden folgenden Fragen u. Antworten in einem Satze; wegen der schwierigen Konstruktion in der Übersetzung geteilt.Raba? — Aus dem, was wir gelernt haben:304Lev. 1,3.\n" ], [ "Soll er es darbringen, dies lehrt, daß man ihn dazu305Zur Darbringung des Opfers.zwinge; man könnte glauben, durch Gewalt, so heißt es: nach seinem Wunsche.\n", "Man nötige ihn, bis er sagt, er wolle es. Wieso dies, in seinem Herzen wünscht er dies ja nicht!? Wahrscheinlich sagen wir, im Herzen [gedachte] Worte gelten nicht als Worte. — Vielleicht ist es da anders, denn wir sind Zeugen, daß ihm die Sühne erwünscht306Da er dazu genötigt wird, so ist er auch im Herzen einverstanden.ist!? —\n", "Vielmehr, aus dem Schlußsatze: Ebenso auch bei der Scheidung und der Freilassung307Dies muß freiwillig erfolgen, jed. gibt es Fälle, wo man ihn dazu nötigt.von Sklaven: man nötige ihn, bis er sagt, er wolle es. Wieso denn, im Herzen wünscht er es ja nicht!? Wahrscheinlich sagen wir, im Herzen [gedachte] Worte gelten nicht als Worte. — Vielleicht ist es da anders, weil es Gebot ist, auf die Worte der Weisen306Da er dazu genötigt wird, so ist er auch im Herzen einverstanden.zu hören!?\n", "Vielmehr, erwiderte R. Joseph, aus folgendem: Wenn jemand sich eine Frau angetraut hat und [später] sagt, er habe geglaubt, sie sei Priesterin, und sie ist Levitin308Dh. Tochter eines Priesters bezw. Leviten., Levitin, und sie ist Priesterin, arm, und sie ist reich, reich, und sie ist arm, so ist sie ihm angetraut, weil sie ihn nicht getäuscht hat. Weshalb denn, er glaubte ja!? Wahrscheinlich sagen wir, im Herzen [gedachte] Worte gelten nicht als Worte. Abajje sprach zu ihm: Vielleicht ist es da anders, indem es erschwerend309Die Antrauung ist gültig nur inbezug auf andere, denen sie dadurch verboten wird, jed. ist sie nicht vollständig gültig.erfolgt!?\n", "Vielmehr, sagte Abajje, aus folgendem: So ist sie in all diesen Fällen, selbst wenn sie sagt, sie habe im Herzen gedacht, ihm dennoch angetraut zu sein, ihm nicht angetraut. Weshalb denn, sie sagt ja, sie habe im Herzen310Das Einverständnis im Herzen ist somit ungültig.gedacht!? — Vielleicht ist es da anders, denn er hat die Bedingung gestellt, und sie ist nicht befugt, die Bedingung aufzuheben.\n", "Viermehr, sagte R. Ḥija b. Abin, einst kam ein solcher Fall vor R. Ḥisda und R. Ḥisda wandte sich an die Schule R. Honas, und sie entschieden es aus folgendem: Wenn jemand zu seinem Beauftragten gesagt hat, daß er [Geld] aus der Luke oder aus der Tasche hole, und dieser geholt311Anderes Geld, das dem Heiligtume gehört, u. der Bote es für ihn ausgegeben hat.hat, so hat der Hausherr, obgleich er sagt, er habe im Herzen an jenes312Das Geld, das ihm selbst gehört.gedacht, da jener ihm von diesem geholt hat, die Veruntreuung begangen. Weshalb denn, er sagt ja, er habe im Herzen an jenes gedacht!? Wahrscheinlich sagen wir, im Herzen [gedachte] Worte gelten nicht als Worte. —\n", "Vielleicht ist es da anders, weil er sich von [der Darbringung] des Opfers313Wegen der Veruntreuung am Geheiligten.befreien314Aus diesem Grunde sagt er die Unwahrheit: dagegen aber war er in jenem Falle bestrebt, nach dem Jisraéllande zu geben, u. nur das Hindernis vereitelte dies.will!? —\n", "Er könnte sagen, er habe es vorsätzlich315Ein Opfer ist nur wegen einer unvorsätzlich begangenen Sünde darzubringen.getan. — Niemand macht sich ja aber zum Frevler!? —\n", "Er könnte sagen, er habe sich316Vor der Verausgabung des Geldes, daß es dem Heiligtume gehöre.erinnert, denn wir haben gelernt, wenn der Eigentümer sich erinnert hat und der Bote nicht, habe der Bote die Veruntreuung begangen.\n", "Einst verkaufte jemand seine Güter in der Absicht, nach dem Jisraéllande zu gehen. Er ging auch hin, blieb da aber nicht wohnen. Hierauf entschied Raba: Wer hingeht, will da auch wohnen bleiben, und dieser blieb da nicht317Er kann daher vom Verkaufe zurücktreten.wohnen. Manche lesen: In der Absicht hinzugehen, und er ging auch hin.\n", "Einst verkaufte jemand seine Güter in der Absicht, nach dem Jisraéllande zu gehen, und ging nicht hin. Da entschied R. Aši: Wenn er will, kann er hingehen. Manche lesen: Er kann, wenn er auch will, nicht hingehen. — Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen!? — Ein Unterschied besteht zwischen ihnen, wenn unterwegs ein Hindernis entstanden ist318Nach der 1. Lesart wollte er damit sagen, er könne, wenn er nur auch will, trotzdem hingehen, u. der Verkauf sei nicht rückgängig zu machen; nach der 2. dagegen wollte er damit sagen, wenn er nur könnte, würde er hingegangen sein..\n", "iv WENN JEMAND ZU SEINEM BEAUFTRAGTEN GESAGT HAT: GEH, TRAUE MIR JENE FRAU IN JENEM ORTE AN, UND ER GEGANGEN IST UND SIE IHM IN EINEM ANDEREN ORTE ANGETRAUT HAT, SO IST SIE IHM NICHT ANGETRAUT; WENN ABER: SIE BEFINDET SICH IN JENEM ORTE, UND ER SIE IHM IN EINEM ANDEREN ORTE ANGETRAUT HAT, SO IST SIE IHM ANGETRAUT.\n", "GEMARA. Desgleichen haben wir auch von der Scheidung gelernt: Wenn jemand gesagt hat: gib meiner Frau diesen Scheidebrief in jenem Orte, und er ihn ihr in einem anderen Orte gegeben hat, so ist er ungültig; wenn aber: sie befindet sich in jenem Orte, und er ihn ihr in einem anderen Orte gegeben hat, so ist er gültig.\n", "Und beides ist nötig. Würde er es nur von der Antrauung gelehrt haben, so könnte man glauben, da er eine Verbindung wünscht, [so denkt er,] in diesem Orte sei man ihm freund und rede nichts über ihn, in jenem Orte sei man ihm feind, und man rede über ihn, bei der Scheidung aber, wobei er eine Trennung wünscht, sei es319Wo ihr der Scheidebrief übergeben wird.ihm gleichgültig.\n", "Und würde er es nur von der Scheidung gelehrt haben, so könnte man glauben, in diesem Orte wolle er sich der Beschämung320Als welche die Scheidung gilt.aussetzen, in einem anderen Orte wolle er es nicht, bei der Antrauung aber sei es ihm gleichgültig. Daher ist beides nötig.\n", "v WENN JEMAND SICH EINE FRAU ANGETRAUT HAT UNTER DER BEDINGUNG, DASS SIE KEINE GELÜBDE AUF SICH HAT, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS SIE GELÜBDE AUF SICH HAT, SO IST SIE IHM NICHT ANGETRAUT. WENN ER SIE OHNE BEDINGUNG GENOMMEN, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS SIE GELÜBDE AUF SICH HAT, SO IST SIE OHNE MORGENGABE ZU ENTLASSEN.\n", "WENN UNTER DER BEDINGUNG, DASS SIE KEINE LEIBESFEHLER HAT, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS SIE LEIBESFEHLER HAT, SO IST SIE IHM NICHT ANGETRAUT. WENN ER SIE OHNE BEDINGUNG GENOMMEN, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS SIE LEIBESFEHLER HAT, SO IST SIE OHNE MORGENGABE ZU ENTLASSEN. ALLE LEIBESFEHLER, DIE PRIESTER UNTAUGLICH321Für den Tempeldienst.MACHEN, MACHEN AUCH FRAUEN UNTAUGLICH322Bezüglich des Verlustes der Morgengabe..\n", "GEMARA. Dasselbe haben wir ja auch bei der Morgengabe gelernt!? — Hier ist dies hinsichtlich der Antrauung nötig, und wegen der Antrauung lehrt er es auch von der Morgengabe, dort ist dies hinsichtlich der Morgengabe nötig, und wegen der Morgengabe lehrt er es auch von der Antrauung.\n", "vi WENN JEMAND SICH ZWEI FRAUEN MIT DEM WERTE EINER PERUṬA ODER EINE FRAU MIT DEM WERTE UNTER EINER PERUṬA ANGETRAUT HAT, SO SIND SIE IHM, SELBST WENN ER IHNEN NACHHER BRAUTGESCHENKE GESCHICKT\n" ], [ "HAT, NICHT ANGETRAUT, DENN ER SCHICKTE SIE AUF GRUND DER VORANGEHENDEN323Die er für gültig hielt. ANTRAUUNG. EBENSO AUCH, WENN EIN MINDERJÄHRIGER SICH [EINE FRAU] ANGETRAUT HAT324Und nach Erlangung der Großjährigkeit ihr Geschenke gemacht hat; seine frühere Antrauung ist ungültig u. die Geschenke gelten nicht als Antrauungsgeld..\n", "GEMARA. Und [alle Fälle] sind nötig. Würde er es nur vom Werte einer Peruṭa325Bei der Antrauung von 2 Frauen.gelehrt haben, so könnte man glauben, da er einen Geldbetrag ausgegeben hat, habe er sich326Er weiß, daß damit die Antrauung erfolgen könne, u. glaubte, auch mit 2 Frauen.geirrt; wenn es aber mit dem Werte unter einer Peruṭa327Ein solcher gilt überhaupt nicht als Geldbetrag.erfolgt ist, habe er, da er weiß, daß mit dem Werte unter einer Peruṭa keine Antrauung erfolgen kann, die Brautgeschenke zur Antrauung geschickt.\n", "Und würde er nur diese beiden Fälle gelehrt haben, so könnte man glauben, weil die Leute zwischen einer Peruṭa und [dem Betrage] unter einer Peruṭa nicht328In seinem Irrtum glaubte er, die Antrauung mit einer halben Peruṭa sei gültig.unterscheiden, wenn aber ein Minderjähriger sich [eine Frau] angetraut hat, habe er, da jeder weiß, daß die Antrauung eines Minderjährigen nichtig sei, die Brautgeschenke zur Antrauung geschickt, so lehrt er uns.\n", "Es wurde gelehrt: R. Hona sagte, man berücksichtige329Wenn jemand um eine Frau geworben u. ihr vor Zeugen Geschenke gemacht hat, so ist zu berücksichtigen, dies könnte zur Antrauung erfolgt sein; sie ist dadurch jedem anderen verboten.Brautgeschenke, und ebenso sagte auch Rabba, man berücksichtige Brautgeschenke. Rabba sagte: Gegen diese Lehre wandten wir ein: So ist sie ihm, selbst wenn er ihnen nachher Brautgeschenke geschickt hat, nicht angetraut!? Abajje sprach zu ihm: Da wird auch der Grund angegeben: denn er schickte sie auf Grund der vorangehenden330Die aber ungültig ist; wenn aber gar keine Antrauung vorangegangen ist, so ist dies zu berücksichtigen.Antrauung.\n", "Manche lesen: Rabba sagte: Dies entnehme ich aus dem angegebenen Grunde: denn er schickte sie auf Grund der vorangegangenen Antrauung; da kann er sich geirrt haben, sonst aber gilt dies als Antrauung. —\n", "Und Abajje331Was kann er dagegen erwidert haben.!? — Dies ist selbstverständlich; selbstverständlich ist dies332Daß die Geschenke nicht als Antrauungsgeld gelten.von anderen Fällen, wo eine Antrauung überhaupt nicht erfolgt ist, hierbei aber, wo eine Antrauung erfolgt ist, könnte man glauben, sie sei gültig, so lehrt er uns. —\n", "Wie bleibt es damit? R. Papa erwiderte: In Orten, wo man zuerst die Antrauung vollzieht und nachher Brautgeschenke schickt, berücksichtige333Da die Antrauung nicht vorangegangen ist, so kann er die Schenkung als eine solche aufgefaßt haben. man, und wo man zuerst Brautgeschenke schickt und nachher die Antrauung vollzieht, berücksichtige man nicht. —\n", "Wenn man zuerst die Antrauung vollzieht und nachher Brautgeschenke schickt, ist es ja selbstverständlich!? — In dem Falle, wenn die meisten zuerst die Antrauung vollziehen und nachher Brautgeschenke schicken und wenige zuerst Brautgeschenke schicken und nachher die Antrauung vollziehen; man könnte glauben, man berücksichtige die Minderheit, so lehrt er uns.\n", "R. Aḥa b. Hona fragte Raba: Wie ist es, wenn ihre Urkunde über die Morgengabe auf der Straße bekannt334Und sie von einem anderen Manne angetraut worden ist; ob die Urkunde als Beweis gilt, daß sie dem ersteren, von dem diese ausgestellt ist, angehört.ist? Dieser erwiderte: Sollten wir sie denn, weil ihre Urkunde über die Morgengabe auf der Straße bekannt ist, für eine Ehefrau335Er kann geschrieben u. nicht verwandt worden sein.halten!? — Wie bleibt es damit? R. Aši erwiderte: In Orten, wo man zuerst die Antrauung vollzieht und nachher die Urkunde über die Morgengabe schreibt, berücksichtige man336Sie kann dem Aussteller der Urkunde angetraut worden sein.es, und wo man sie zuerst schreibt und nachher die Antrauung vollzieht, berücksichtige man es nicht. —\n", "Wenn man zuerst die Antrauung vollzieht und nachher schreibt, ist es ja selbstverständlich!? — In dem Falle, wenn da ein Schreiber selten zu treffen ist; man könnte glauben, er habe gerade einen Schreiber getroffen337Und ließ deshalb die Urkunde im Voraus schreiben., so lehrt er uns.\n", "vii WENN JEMAND SICH EINE FRAU UND IHRE TOCHTER ODER EINE FRAU UND IHRE SCHWESTER GLEICHZEITIG338Wenn er die Formel gebraucht: seid mir beide angetraut.ANTRAUT, SO SIND SIE IHM NICHT ANGETRAUT. EINST EREIGNETE SICH EIN FALL MIT FÜNF FRAUEN, UNTER DENEN ZWEI SCHWESTERN WAREN, DASS JEMAND EINEN KORB FEIGEN SAMMELTE, SIE GEHÖRTEN IHNEN UND WAREN VOM SIEBENTJAHRE339Früchte dieses Jahres sind Freigut., UND ZU IHNEN SPRACH: SEID MIR ALLE MIT DIESEM KORBE ANGETRAUT, WORAUF EINE VON IHNEN IHN FÜR ALLE IN EMPFANG NAHM; HIERAUF ENTSCHIEDEN DIE WEISEN, DIE SCHWESTERN SEIEN NICHT ANGETRAUT.\n", "GEMARA. Woher dies340Daß in einem solchen Falle keine von beiden Frauen angetraut ist.? R. Ami b. Ḥama erwiderte: Die Schrift sagt: 341Lev. 18,18.und eine Frau zu ihrer Schwester sollst du nicht nehmen, sie zur Nebenbuhlerin zu machen; die Tora sagt damit, daß, wenn sie einander Nebenbuhlerinnen342Wenn die Antrauung beider gleichzeitig erfolgt.werden, das Nehmen auch bei einer von ihnen nicht erfolge. Raba sprach zu ihm: Es heißt:343Lev. 18,29.so sollen die Personen, die dies tun, aus der Mitte ihres Volkes ausgerottet werden; wieso hat er sich, wenn die Antrauung sie nicht erfaßt, der Ausrottung schuldig344Die Ausrottung ist auf die Beschlafung der Schwester seiner Frau gesetzt, u. in diesem Falle ist keine von ihnen seine Frau.gemacht!?\n", "Vielmehr, erwiderte Raba, spricht die Schrift von dem Falle, wenn es nach einander345Wenn jemand die Schwester seiner bereits angetrauten Frau nimmt; die Antrauung mit der anderen ist nichtig u. er verfällt der angedrohten Strafe.erfolgt, und unsere Mišna ist nach Rabba zu erklären, denn Rabba sagte, was nach einander nicht gilt, gelte auch gleichzeitig nicht.\n", "Der Text. Rabba sagte: Was nach einander nicht gilt, gilt auch gleichzeitig nicht. Abajje wandte gegen ihn ein:\n" ], [ "Wenn jemand den Zehnten zu hoch absondert, so sind die Früchte zubereitet und der Zehnt346Wenn beispielsweise ein Fünftel abgesondert worden ist, so ist die Hälfte heilig u. die Hälfte profan, u. da diese zehntpflichtig ist, so ist nicht nur diese, sondern auch der damit vermischte Zehnt zum Genusse verboten.unbrauchbar. Weshalb denn, man sollte doch sagen, was nach einander nicht gilt, gelte auch gleichzeitig347Wenn der Zehnt einmal entrichtet worden ist, kann er nicht wiederum entrichtet werden, somit sollte auch der gleichzeitig doppelt entrichtete Zehnt ungültig u. auch die Früchte verboten sein.nicht!?\n", "Dieser erwiderte: Anders verhält es sich heim Zehnten, wobei eine Teilung möglich ist, denn wenn er sagt, die Hälfte eines jeden Weizenkornes sei heilig, ist sie heilig348Die Heiligkeit erstreckt sich nur auf die eine Hälfte, während die andere unberührt bleibt; dagegen aber ist es bei der Antrauung zweier Schwestern nicht möglich, daß jede zum Teil angetraut werde.. —\n", "Beim Viehzehnten ist ja eine Teilung nicht349Man kann nicht 2 Schafe absondern, mit der Bestimmung, daß jedes zur Hälfte heilig sei.möglich, auch nicht nach350Wenn nach der Absonderung des 10. (cf. Lev. 27,32) das 11. als solches bezeichnet wird, so ist dieses nicht heilig. einander, dennoch sagte Raba, wenn beim zehnten zwei zusammen herauskommen und er ‘zehn’ ruft, seien das zehnte und das elfte mit einander vermischt!? —\n", "Anders verhält es sich beim Viehzehnten, der bei einem Irrtum gültig ist, denn wir haben gelernt, wenn man das neunte als zehntes, das zehnte als neuntes und das elfte als zehntes bezeichnet hat, seien alle drei heilig. —\n", "Das Dankopfer ist ja bei einem Irrtum ungültig, auch nicht nach351Wenn die zum Dankopfer erforderlichen Brote (cf. Lev. 7,11ff.) bereits bestimmt sind, können nicht wiederum andere hierzu bestimmt werden.einander, dennoch wurde gelehrt, wenn ein Dankopfer zu achtzig Broten352Hierzu sind vierzig erforderlich; cf. Men. Fol. 76a.geschlachtet worden ist, seien vierzig von den achtzig. wie Ḥizqija sagt, heilig, und wie R. Joḥanan sagt, nicht heilig!? —\n", "Hierzu wurde ja gelehrt: R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Alle stimmen überein, daß, wenn er gesagt hat, vierzig von den achtzig mögen heilig sein, sie heilig353Die übrigen gelten als nicht vorhanden.seien, und wenn: die vierzig mögen nur dann heilig sein, wenn alle achtzig heilig sind, sie nicht heilig seien;\n", "sie streiten nur über den Fall, wenn er nichts gesagt hat. Einer ist der Ansicht, er tat dies zur Sicherheit354Wenn die eine Hälfte abhanden kommen sollte, bleibt die andere zurück., und einer ist der Ansicht, er wollte ein großes Opfer darbringen355Und ein solches ist ungültig.. —\n", "Wozu braucht Raba [die Mišna] nach Rabba zu erklären, es genügt ja der Umstand, daß es eine Antrauung ist, die nicht zum Beischlafe356Da von jeder anzunehmen ist, sie sei die Schwester seiner Frau; eine solche ist nach Raba ungültig.führt!? —\n", "Er erklärte es nach Rami b. Ḥama357Der dies aus dem angezogenen Schriftverse folgert..\n", "Es wurde gelehrt: Die Antrauung, die nicht zum Beischlafe führt, gilt wie Abajje sagt, als Antrauung, und wie Raba sagt, nicht als Antrauung. Raba sagte: Bar Ahina erklärte es mir:358Dt. 24,1.wenn jemand eine Frau nimmt und sie beschläft; die Antrauung, die zum Beischlafe führt, gilt als Antrauung, und die Antrauung, die nicht zum Beischlafe führt, gilt nicht als Antrauung. —\n", "Wir haben gelernt: wenn jemand sich eine Frau und ihre Tochter oder eine Frau und ihre Schwester gleichzeitig antraut, so sind sie ihm nicht angetraut. Demnach ist, wenn eine von Frau und Tochter oder eine von Frau und Schwester, sie ihm angetraut; weshalb denn, es ist ja eine Antrauung, die nicht zum Beischlafe359Da er sie nicht bezeichnet hat, so ist von jeder anzunehmen, sie sei die Schwester seiner Frau.führt!? Dies ist eine Widerlegung Rabas. —\n", "Raba kann dir erwidern: wie ist nach deiner Auffassung der Schlußsatz zu erklären: einst ereignete sich ein Fall mit fünf Frauen, unter denen zwei Schwestern waren, daß jemand einen Korb Feigen sammelte, sie gehörten ihnen und waren vom Siebentjahre, und zu ihnen sprach: seid mir alle mit diesem Korbe angetraut; hierauf entschieden die Weisen, die Schwestern seien nicht angetraut. Nur die Schwestern nicht, wohl aber die Fremden.\n", "In welchem Falle: sagte er zu ihnen: es sei euch allen zugeeignet, so ist es ja ebenso als würde jemand ‘du360Wenn jemand zu einem sagt: erwirb du u. der Esel diese Sache, so erwirbt er sie nicht, da ein Esel nichts erwerben kann, u. jener die Sache nur beiden zusammen zugeeignet hat; ebenso war hierbei eine, die nicht angetraut werden konnte.und der Esel’ sagen, und wenn jemand ‘du und der Esel’ sagt, so hat [der Empfänger] nichts geeignet;\n" ], [ "doch wohl, wenn er gesagt hat: eine361Von den beiden Schwestern.von euch, und er lehrt, die Schwestern seien nicht angetraut!? Gegen Raba ist ein Einwand vom Anfangsatze und gegen Abajje ist ein Einwand vom Schlußsatze zu erheben.\n", "Abajje erklärt alles nach seiner Ansicht und Rabba erklärt alles nach seiner Ansicht. Abajje erklärt alles nach seiner Ansicht: Wenn jemand sich eine Frau und ihre Tochter oder eine Frau und ihre Schwester gleichzeitig antraut, so sind sie ihm nicht angetraut; wenn aber eine von Frau und Tochter oder eine von Frau und Schwester, so ist sie ihm angetraut;\n", "sagte er aber: die zum Beischlafe geeignet ist, sei mir angetraut, so ist sie ihm nicht362Da dies von jeder gilt.angetraut. Einst ereignete sich auch ein Fall mit fünf Frauen, worunter zwei Schwestern waren, daß jemand einen Korb mit Feigen sammelte und zu ihnen sprach: diejenige unter euch, die für mich geeignet ist, sei mir angetraut, und hierauf entschieden die Weisen, die Schwestern seien nicht angetraut.\n", "Raba erklärt alles nach seiner Ansicht: Wenn jemand sich eine von Frau und Tochter oder eine von Frau und Schwester antraut, so ist es ebenso, als würde er sich eine Frau und ihre Tochter oder eine Frau und ihre Schwester gleichzeitig antrauen, und sie sind ihm nicht angetraut. Einst ereignete sich auch ein Fall mit fünf Frauen, unter denen zwei Schwestern waren, daß jemand einen Korb mit Feigen sammelte und zu ihnen sprach: seid mir alle und eine von den zwei Schwestern mit diesem Korbe angetraut, und hierauf entschieden die Weisen, die Schwestern seien nicht angetraut. —\n", "Komm und höre: Wenn jemand einem seine Tochter schlechthin363Wenn er zu ihm spricht: meine Tochter sei dir angetraut, ohne sie zu bezeichnen.antraut, so sind die Mannbaren nicht364Da sie bezüglich der Antrauung nicht mehr in der Gewalt des Vaters sind.einbegriffen. Demnach sind die Minderjährigen einbegriffen; weshalb denn, es ist ja eine Antrauung, die nicht zum Beischlafe365Da es mehrere sind.führt!? Dies ist eine Widerlegung Rabas. —\n", "Raba kann dir erwidern, hier werde von dem Falle gesprochen, wenn nur eine Erwachsene und eine Minderjährige vorhanden ist. —\n", "Es heißt ja: die Mannbaren!? — Unter ‘die Mannbaren’ sind andere Mannbare366Töchter anderer Eltern. zu verstehen. — Wozu braucht dies demnach gelehrt367Wenn nur eine Minderjährige u. eine Mannbare vorhanden sind, so ist selbstverständlich die erstere angetraut, da die andere diesbezügl. gar nicht in der Gewalt ihres Vaters ist.zu werden!? —\n", "Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn sie ihn zum Bevollmächtigten368Sodaß er befugt ist, auch die Antrauung für die Mannbare in Empfang zu nehmen.gemacht hat. Man könnte glauben, er habe die Antrauung für sie in Empfang genommen, so lehrt er uns, daß man nicht das unterlasse, wovon man einen Nutzen369Das Antrauungsgeld der Minderjährigen gehört ihm, dagegen aber gehört das der Mannbaren ihr selbst.hat. —\n", "Es kann ja auch der Fall vorkommen, daß sie zu ihm gesagt hat: mein Antrauungsgeld gehöre dir!? — Dennoch unterläßt man nicht ein Gebot, das ihm obliegt, um ein Gebot auszuüben, das nicht ihm obliegt370Die Antrauung der Minderjährigen hat durch ihn selbst zu erfolgen.. —\n", "Komm und höre: Wenn jemand zwei Klassen von Töchtern von zwei Frauen371Die er nach einander geheiratet hat.hat, und sagt, er habe einem seine große Tochter angetraut, wisse aber nicht, ob die große unter den größeren, ob die große unter den kleineren, oder die kleine und den größeren, die größer ist als die große unter den kleineren, so sind sie alle verboten, ausgenommen die kleine unter den kleineren — so R. Meír372Die Antrauung ist gültig, obgleich der Beischlaf nicht folgen kann.. —\n", "Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn sie bezeichnet und später vermischt worden373Wenn er später vergessen hat, welche bei der Antrauung bezeichnet worden ist; die Antrauung bezog sich auf nur eine u. ist daher gültig.ist. Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: wisse374Dies heißt: er wisse es jetzt nicht mehr.aber nicht, nicht aber: nicht bekannt ist. Schließe hieraus. — Wozu braucht dies demnach gelehrt zu werden!? —\n", "Dies schließt die Ansicht R. Joses aus; dieser sagt, niemand setze sich einem Zweifel375Bei der Antrauung wird er wohl die große unter den größeren genannt haben, um später darüber nicht im Zweifel zu sein.aus, so lehrt er uns, daß man sich wohl einem Zweifel aussetze. —\n", "Komm und höre: Wenn jemand sich eine von zwei Schwestern angetraut und nicht weiß, welche er sich angetraut hat, so gebe er einen Scheidebrief der einen und einen Scheidebrief der anderen!? — Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn sie bezeichnet und später vermischt worden ist. Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: nicht weiß, nicht aber: nicht bekannt ist. —\n", "Wozu braucht dies demnach gelehrt zu werden!? — Nötig ist der Schlußsatz: wenn er stirbt, und einen Bruder hinterläßt, so vollziehe dieser an beiden376Da er nicht weiß, welche seine Schwägerin ist.die Ḥaliça; hinterläßt er zwei, so vollziehe einer an der einen die Ḥaliça und der andere darf die Schwagerehe377Ist diese seine Schwägerin, so hat dies nach Vorschrift zu erfolgen, u. ist es ihre Schwester, so ist sie ihm erlaubt, da an der Schwester die Ḥaliça vollzogen worden u. sie somit ihm fremd ist.vollziehen. Wenn sie zuvorgekommen sind und sie geheiratet378Vor der Entscheidung des Gerichtes.haben, so bringe man sie von ihnen nicht fort.\n", "Nur zuerst die Ḥaliça und nachher die Schwagerehe vollziehen, nicht aber zuerst die Schwagerehe und nachher die Ḥaliça, weil er auf die Schwerster der an ihn Gebundenen379Der Witwe, die an ihn gebunden ist.stoßen könnte. —\n", "Komm und höre: Wenn zwei [Personen] sich zwei Schwestern angetraut haben und der eine nicht weiß, welche er sich angetraut hat, und der andere nicht weiß, welche er sich angetraut hat, so gebe der eine zwei Scheidebriefe und der andere zwei Scheidebriefe380Jeder von beiden; auch hierbei führt die Antrauung nicht zum Beischlafe.!? — Auch dies gilt von dem Falle, wenn sie zuerst bekannt waren und nachher vermischt worden sind. Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: nicht weiß, nicht aber: nicht bekannt ist. Schließe hieraus. —\n", "Wozu braucht dies demnach gelehrt zu werden!? — Nötig ist der Schlußsatz: wenn sie sterben, und der eine einen Bruder hinterläßt und der andere einen Bruder hinterläßt, so vollziehe sowohl der eine als auch der andere an beiden die Ḥaliça; wenn der eine einen und der andere zwei hinterläßt,\n" ], [ "so vollziehe der eine an beiden die Ḥaliça und von den zweien vollziehe einer an der einen die Ḥaliça und der andere darf die Schwagerehe vollziehen. Wenn sie zuvorgekommen sind und sie geheiratet haben, so bringe man sie von ihnen nicht fort.\n", "Nur zuerst die Ḥaliça und nachher die Schwagerehe vollziehen, nicht aber zuerst die Schwagerehe und nachher die Ḥaliça, weil er auf eine Eheschwägerin von der Straße stoßen konnte381Dh. eine fremde; sie ist vielleicht die Eheschwägerin des anderen.. —\n", "Komm und höre: Tabjomi lehrte: Wenn der eine fünf Söhne und der andere fünf Töchter hat, und der eine sagt: eine deiner Töchter sei einem meiner Söhne angetraut, so benötigt jede fünf Scheidebriefe; ist einer von ihnen gestorben, so benötigt jede vier Scheidebriefe und von einem von ihnen382Da sie viell. dem Verstorbenen angetraut worden ist.der Ḥaliça.\n", "Wolltest du erwidern, auch dies gelte von dem Falle, wenn eine bezeichnet und nachher vermischt worden ist, so heißt es ja: eine deiner Töchter einem meiner Söhne!? Dies ist eine Widerlegung Rabas. Eine Widerlegung. Die Halakha ist bei JA͑L QGM383Anfangsbuchstaben der Stichworte von sechs Kontroversen zwischen A. und R. (1. an dieser Stelle, 2. Git. Fol. 34a, 3. Er. Fol. 15a, 4. Bq. Fol. 73a, 5. Bm. Fol. 21b, 6. Syn. Fol. 27a).nach Abajje zu entscheiden.\n", "EINST EREIGNETE SICH EIN FALL MIT FÜNF FRAUEN. Rabh sagte, aus unserer Mišna seien vier [Lehren] zu entnehmen, jedoch hatte er nur drei384Nur 3 nannte er ausdrücklich. in der Hand.\n", "Es ist zu entnehmen, daß, wenn jemand sich [eine Frau] mit Früchten vom Siebentjahre antraut, sie ihm angetraut sei. Es ist zu entnehmen, daß, wenn er sie sich mit Geraubtem antraut, sie ihm nicht angetraut sei, selbst wenn das Geraubte ihr gehört. — Woher dies? — Er lehrt: sie gehörten ihnen und waren vom Siebentjahre; nur weil sie vom Siebentjahre und somit Freigut waren, nicht aber, wenn von anderen Jahren385Wenn sie ihr wirkliches Eigentum wären.des Septenniums.\n", "Ferner ist zu entnehmen, daß eine Frau Beauftragte ihrer Genossin sein könne, selbst wenn sie dadurch ihre Nebenbuhlerin wird. —\n", "Was ist das andere? — Die Antrauung, der der Beischlaf nicht folgen kann386Daß dann die Antrauung ungültig sei.. — Sollte er es doch mitzählen. — Ihm war es zweifelhaft, ob nach Abajje oder nach Raba387Die Mišna auszulegen ist (ob. Fol. 51a); aus dieser ist ebensogut das Entgegengesetzte zu folgern..\n", "Als R. Zera hinaufgegangen388Nach Palästina.war, trug er diese Lehre R. Joḥanan vor; da sprach dieser zu ihm: Dies sagte Rabh!? — Lehrte denn er selbst nicht dasselbe, R. Joḥanan sagte ja, wenn jemand etwas geraubt und der Eigentümer es nicht aufgegeben389Die Hoffnung nicht aufgegeben, es wieder zu erhalten.hat, so können beide es nicht dem Heiligtume weihen; der eine, weil es nicht ihm390Das Geraubte gilt nicht als sein Eigentum; demnach ist auch die Antrauung mit solchem ungültig.gehört, und der andere, weil es nicht in seinem Besitze ist!? — Er meinte es wie folgt: lehrte Rabh ebenso wie ich?\n", "Man wandte ein: Wenn er sie sich mit Geraubtem, Geplündertem oder Gestohlenem antraut, oder wenn er ihr einen Sela͑ aus der Hand reißt und sie sich damit antraut, so ist sie ihm angetraut!? — Dies gilt von Geraubtem, das ihr gehört391Mit der Annahme hat sie auf ihr Eigentumsrecht verzichtet.. —\n", "Wenn er aber im Schlußsatze lehrt: oder wenn er ihr einen Sela͑ aus der Hand reißt, so spricht ja der Anfangsatz von Geraubtem anderer!? — Dies ist eine Erklärung: wenn er sie sich mit Geraubtem, Geplündertem oder Gestohlenem antraut, wenn er ihr nämlich einen Sela͑ aus der Hand reißt und sie sich damit antraut. —\n" ], [ "Auch unsere Mišna spricht ja von Geraubtem, das ihr gehört, und Rabh sagt, sie sei ihm nicht angetraut!? — Dies ist kein Einwand; das eine, wenn er um sie geworben hat, das andere, wenn er nicht um sie geworben392In diesem Falle geschah die Annahme ohne Überlegung u. ein Verzicht auf ihr Eigentumsrecht war nicht erfolgt.hat.\n", "Einst wusch eine Frau den Fuß in einem Becken Wasser und ein Mann kam heran, entriß seinem Nächsten einen Zuz, warf ihn ihr zu und sprach zu ihr: sei mir angetraut. Als dieser Mann hierauf zu Raba kam, sprach er: Niemand berücksichtigt die Ansicht R. Šimo͑ns, welcher sagt, beim Raube erfolge gewöhnlich eine Desperation des Eigentümers.\n", "Einst vollzog ein Teilpächter die Antrauung mit einem Haufen393So nach Raschi, nach anderen: Zwiebelkopf, jed, weder sachlich noch sprachlich begründet.Zwiebeln. Als er hierauf zu Raba kam, sprach dieser zu ihm: Wer hat es dir geschenkt394Eigentl. darauf verzichtet; da auf diese Weise eine genaue Teilung nicht möglich ist, so ist hierzu die Erlaubnis des Eigentümers erforderlich.? Dies395Daß er zur Aneignung nicht befugt ist.gilt nur von einem Haufen, wenn aber mit einem Bündel, so kann er sagen: ich habe ein Bündel genommen, nimm auch du ein Bündel; ein Bündel wie das andere.\n", "Einst vollzog ein Brauer die Antrauung mit einem Kruge Met; da kam der Eigentümer des Mets heran und sprach zu ihm: Weshalb nimmst du nicht vom kräftigeren? Als er darauf zu Raba kam, sprach er zu ihm: Der Hinweis auf das Bessere396Seitens des Eigentümers, woraus zu schließen, daß er damit einverstanden sei.gilt nur bei der Hebe.\n", "Es wird nämlich gelehrt: Von welchem Falle sagten sie, die Absonderung der Hebe ohne Wissen [des Eigentümers] sei gültig? Wenn jemand sich unbefugt in das Feld eines anderen begibt und da [Früchte] einsammelt und die Hebe absondert, so ist die Absonderung der Hebe, wenn [der Eigentümer] es übel nimmt und als Raub betrachtet, ungültig, wenn aber nicht, gültig.\n", "Woher kann er wissen, ob [der Eigentümer] dies übel nimmt und es als Raub betrachtet oder nicht? Wenn der Eigentümer, als er herankam und ihn traf, zu ihm sprach: du solltest zu den besseren [Früchten] gehen, so ist, wenn bessere vorhanden sind, die Absonderung gültig, wenn aber nicht, ungültig397Die Bemerkung des Eigentümers ist nur als Vorwurf aufzufassen.; wenn aber der Eigentümer selbst sammelt und hinzufügt, so ist die Hebe auf jeden Fall gültig.\n", "Hierbei aber sagte er es nur aus Gêne398Gegen die Frau, während er in Wirklichkeit nicht einverstanden war., und sie ist nicht angetraut.\n", "viii WENN [EIN PRIESTER SICH EINE FRAU] MIT SEINEM ANTEILE399Von den Schlachtopfern.ANTRAUT, EINERLEI OB VON HOCHHEILIGEM ODER MINDERHEILIGEM, SO IST SIE IHM NICHT ANGETRAUT. WENN [EIN GEMEINER] MIT DEM ZWEITEN400Dieser ist heilig u. darf unausgelöst außerhalb Jerušalems nicht gegessen werden.ZEHNTEN, EINERLEI OB VERSEHENTLICH ODER VORSÄTZLICH, SO HAT ER SIE SICH NICHT ANGETRAUT — SO R. MEÍR; R. JEHUDA SAGT, VERSEHENTLICH HABE ER SIE SICH NICHT ANGETRAUT, VORSÄTZLICH401Die Antrauung ist dann irrtümlich erfolgt.HABE ER SIE SICH ANGETRAUT.\n", "WENN MIT GEHEILIGTEM, SO HAT ER SIE SICH, FALLS VORSÄTZLICH, ANGETRAUT, FALLS VERSEHENTLICH, NICHT ANGETRAUT — SO R. MEÍR; R. JEHUDA SAGT, VERSEHENTLICH HABE ER SIE SICH ANGETRAUT, VORSÄTZLICH HABE ER SIE SICH NICHT ANGETRAUT.\n", "GEMARA. Es wäre anzunehmen, daß unsere Mišna nicht die Ansicht R. Jose des Galiläers vertritt, denn es wird gelehrt:402Lev. 5,21.Und an dem Herrn eine Veruntreuung begeht; dies schließt das Minderheilige ein, das Eigentum [des Priesters] ist — so R. Jose der Galiläer. —\n", "Du kannst auch sagen, sie vertrete die Ansicht R. Jose des Galiläers, denn R. Jose der Galiläer sagt es nur von Lebendem, nicht aber von Geschlachtetem, weil sie es vom Tisch Gottes403Erst nach der Darbringung der Opferteile auf dem Altar ist den Priestern ihr Anteil zum Essen erlaubt.erwerben.\n", "Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: wenn [ein Priester sich eine Frau] mit seinem Anteile404Darunter ist der Anteil zu verstehen, den er von den geschlachteten Opfern erhält.antraut, einerlei ob von Hochheiligem oder von Minderheiligem, so hat er sie sich nicht angetraut. Schließe hieraus.\n", "Die Rabbanan lehrten: Nach dem Hinscheiden R. Meírs sprach R. Jehuda zu seinen Schülern: Die Schüler R. Meírs sollen hier nicht eintreten, denn diese sind streitsüchtig und kommen nicht, um die Tora zu lernen, sondern um mich mit Halakhoth niederzukämpfen. Symmachos aber drängte sich vor und trat ein. Da sprach er: R. Meír lehrte mich wie folgt: wenn [ein Priester sich eine Frau] mit seinem Anteile antraut, einerlei ob von Hochheiligem oder von Minderheiligem, so hat er sie sich nicht angetraut.\n", "Da geriet R. Jehuda in Zorn und sprach zu ihnen: Habe ich euch etwa nicht gesagt, daß niemand von den Schülern R. Meírs hier eintrete, weil sie streitsüchtig sind und nicht kommen, um die Tora zu lernen, sondern um mich mit Halakhoth niederzukämpfen!? Wie kommt eine Frau in den Tempelhof405Das Fleisch von den hochheiligen Opfern darf nur innerhalb des Tempelhofes gegessen werden; außerhalb desselben wird es untauglich u. ist zum Genüsse verboten.!?\n", "R. Jose sprach: Nun wird man sagen: Meír ist tot, Jehuda zürnt, und Jose schweigt; was soll nun aus der Tora werden!? Kann etwa nicht jemand die Antrauung für seine Tochter im Tempelhofe in Empfang nehmen, oder kann eine Frau nicht einen Bevollmächtigten bestellen, für sie ihre Antrauung im Tempelhofe in Empfang406Die Antrauung kann im Tempelhofe erfolgen, auch ohne daß die Frau ihn betritt.zu nehmen!? Und wie ist es ferner, wenn sie sich hineingedrängt und doch eingetreten ist!?\n", "Es wird gelehrt: R. Jehuda sagt, sie sei ihm angetraut; R. Jose sagt, sie sei ihm nicht angetraut. R. Joḥanan sagte: Beide entnehmen sie es aus ein und demselben Schriftverse: 407Num. 18,9.Folgendes soll dir vom Hochheiligen gehören, vom Feuer; R. Jehuda erklärt: dir, für all408Auch zur Antrauung einer Frau.deine Bedürfnisse, und R. Jose erklärt: gleich dem Feuer, wie dem Feuer409Die Opferteile werden im Feuer verbrannt.zur Verzehrung, ebenso auch dir zur Verzehrung.\n", "R. Joḥanan sagte,\n" ], [ "sie stimmten ab und kamen überein, daß, wenn [ein Priester sich eine Frau] mit seinem Anteile angetraut hat, einerlei ob von Hochheiligem oder Minderheiligem, er sie sich nicht angetraut410Dh. R. Jehuda trat von seiner Ansicht zurück. habe; Rabh aber sagte, der Streit bestehe noch. Abajje sprach: Die Ansicht R. Joḥanans ist einleuchtend,\n", "denn es wird gelehrt: Woher, daß man nicht Speisopfer gegen Schiachtopfer411Daß nicht der eine Priester ganz allein die Speisopfer u. der andere ganz allein die Schlachtopfer erhalte.teile? Es heißt:412Lev. 7,9,10.und jedes Speisopfer, das im Ofen gebacken wird &c. soll allen Söhnen Ahrons gehören.\n", "Man könnte glauben, man dürfe nur Speisopfer gegen Schlachtopfer nicht teilen, da sie bei Armut nicht an deren Stelle treten, wohl aber Speisopfer gegen Geflügelopfer, da sie bei Armut an deren Stelle413Wer zur Darbringung eines Viehs als Schuldopfer nicht bemittelt ist, hat statt dessen ein Geflügel als solches darzubringen, u. wenn er auch dazu nicht bemittelt ist, so hat er ein Speisopfer darzubringen (cf. Lev. Kap. 5); das Speisopfer tritt somit nur an Stelle des Geflügels u. nicht an Stelle des Schlachtopfers. treten, so heißt es:414Lev. 7,9.alles, was im Tiegel bereitet wird, soll allen Söhnen Ahrons gehören.\n", "Man könnte glauben, man dürfe nur Speisopfer gegen Geflügelopfer nicht teilen, weil diese Blutopfer und jene Mahlopfer sind, wohl aber Geflügelopfer gegen Schlachtopfer, denn die einen wie die anderen sind Blutopfer, so heißt es:414Lev. 7,9.und auf der Pfanne415Weiter heißt es: soll allen Söhnen Ahrons gehören, u. da dies hinsichtl. des Speisopfers bereits gesagt worden ist, so ist es auf das Geflügelopfer zu beziehen..\n", "Man könnte glauben, man dürfe nur Geflügel gegen Schlachtopfer nicht teilen, weil die einen mit der Hand416Das Geflügelopfer wird nicht mit einem Messer geschlachtet, sondern ihm mit der Hand der Kopf abgekniffen.und die anderen mit einem Gerät hergerichtet werden, wohl aber Speisopfer gegen Speisopfer, da sowohl diese als auch jene mit der Hand hergerichtet werden, so heißt es: 417Lev. 7,10.und jedes mit Öl gemengte Speisopfer &c. soll allen Söhnen Ahrons gehören.\n", "Man könnte glauben, man dürfe nur ein Pfannopfer gegen ein Tiegelopfer oder ein Tiegelopfer gegen ein Pfannopfer nicht teilen, weil das eine weich und das andere hart hergerichtet wird, wohl aber ein Pfannopfer gegen ein Pfannopfer oder ein Tiegelopfer gegen ein Tiegelopfer, da das eine wie das andere hart oder das eine wie das andere weich hergerichtet wird, so heißt es:417Lev. 7,10.oder trockne soll allen Söhnen Ahrons gehören.\n", "Man könnte glauben, man dürfe nur Hochheiliges nicht teilen, wohl aber Minderheiliges, so heißt es:417Lev. 7,10.einem wie dem anderen, und darauf folgt:418Ib. V. 12.wenn als Dank; wie sie Hochheiliges nicht teilen dürfen, ebenso dürfen sie Minderheiliges nicht teilen.\n", "Mann419Wörtl. Übersetzung des W.s איש, oben sinngemäß mit ‘einem’ übersetzt., ein. Mann erhält einen Anteil, selbst gebrechenbehaftet, nicht aber ein Minderjähriger, selbst gebrechenfrei. Eine anonyme Lehre im Siphra420Eine solche ist die hier angezogene.ist ja von R. Jehuda, und diese lehrt, daß hierbei eine Teilung überhaupt nicht erfolgen421Demnach ist es nicht Eigentum des Priesters.dürfe. Schließe hieraus.\n", "Raba sprach: Gibt es denn nicht eine Lehre nach Rabh, es wird ja gelehrt, daß die Gesitteten die Hand davon422Von den Schaubroten (cf. Ex. 25,30), die beim Umtausche an die Priester verteilt wurden; cf. Suk. Fol. 56a.zurückzogen und die Gefräßigen unter sich teilten!? — Unter ‘teilten’ ist das Haschen zu verstehen, wie im Schlußsatze gelehrt wird: einst haschte jemand seinen Anteil und den Anteil seines Genossen, und man nannte ihn ‘Gewalttäter’ bis zum Tage seines Todes.\n", "Rabba b. R. Šila sagte: Hierauf423Daß das im Texte gebrauchte W. חמצן die Bedeutung ‘Gewalttäter’ habe.deutet folgender Schriftvers:424Ps. 71,4.mein Gott, befreie mich aus der Hand des Gottlosen, aus der Faust des Frevlers und des Gewalttäters. Raba entnimmt dies aus folgendem:425Jes. 1,17.lernt Gutes tun, forscht nach Recht, leitet den Vergewaltigten.\n", "WENN [EIN GEMEINER] MIT DEM ZWEITEN ZEHNTEN, EINERLEI OB VERSEHENTLICH ODER VORSÄTZLICH, SO HAT ER SIE SICH NICHT ANGETRAUT — SO R. MEÍR; R. JEHUDA SAGT, VERSEHENTLICH HABE ER SIE SICH NICHT ANGETRAUT, VORSÄTZLICH HABE ER SIE SICH ANGETRAUT. Woher dies? R. Aḥa, der Sohn Rabas, sagte im Namen einer Überlieferung:426Lev. 27,30.Und aller Zehnte des Landes, vom Saate des Landes und von der Baumfrucht, gehört dem Herrn; es gehört dem Herrn, nicht aber, um sich damit eine Frau anzutrauen. —\n", "Auch von der Zehnthebe427Die die Leviten an die Priester zu entrichten haben.heißt es ja:428Num. 18,28.so sollt auch ihr eine Hebe für den Herrn abheben, dennoch wird gelehrt, wenn [ein Priester sich eine Frau] mit der Hebe antraut, sei sie ihm angetraut!? — Da heißt es nicht dem Herrn. —\n", "Bei der Teighebe heißt es ja:429Ib. 15,21.sollt ihr dem Herrn geben, dennoch wird gelehrt, wenn er sie sich mit den Heben430Zu denen auch die Teighebe gehört. antraut, sei sie ihm angetraut!? — Da heißt es nicht heilig. —\n", "Beim Siebentjahre heißt es ja:431Lev. 25,12.es ist ein Jobel, heilig soll es euch sein, dennoch wird gelehrt, wenn jemand sich [eine Frau] mit Früchten vom Siebentjahre antraut, sei sie ihm angetraut432Oben (Fol. 50b) heißt es, daß in einem solchen Falle nur Schwestern nicht angetraut seien.!? — Da heißt es nicht dem Herrn. —\n", "Von der Hebe heißt es ja:433Jer. 2,3.heilig ist Jisraél dem Herrn, der Erstling seines Ertrages, dennoch haben wir gelernt, wenn er sie sich mit der Hebe antraut, sei sie ihm angetraut!? — Dies434Die W.e ‘heilig dem Herrn’.bezieht sich auf Jisraél. —\n" ], [ "Ist dies denn nicht von selbst435Da die Jisraéliten mit der Hebe verglichen werden, so gilt ja die angezogene Bezeichnung auch von der Hebe.zu verstehen!? Rabin der Greis erklärte es vor Rabh: Die Schrift sagt436Vom Zehnten.ist es, es verbleibt bei seinem Sein437Als Eigentum Gottes..\n", "WENN MIT GEHEILIGTEM, SO HAT ER SIE SICH, FALLS VORSÄTZLICH, ANGETRAUT, FALLS VERSEHENTLICH, NICHT ANGETRAUT — SO R. MEÍR; R. JEHUDA SAGT, VERSEHENTLICH HABE ER SIE SICH ANGETRAUT, VORSÄTZLICH HABE ER SIE SICH NICHT ANGETRAUT. R. Ja͑qob sagte: Ich habe von R. Joḥanan zwei Dinge gehört: vom Zehnten bei Unvorsätzlichkeit nach R. Jehuda, und vom Geheiligten bei Unvorsätzlichkeit nach R. Meír, [weshalb] bei beidem die Frau nicht angetraut sei.\n", "Hinsichtlich des einen [erklärte er,] weil die Frau es nicht wünsche, und hinsichtlich des einen, weil beide es nicht wünschen; ich weiß aber nicht, von welchem von diesen. R. Jirmeja sagte: Wir wollen nun sehen; beim Zehnten wünscht sie es nicht, wegen der Reisebeschwerden438Da es nur in Jerušalem gegessen werden darf., ihm aber ist es erwünscht, sich eine Frau umsonst439Da er den Zehnten unausgelöst außerhalb Jerušalems nicht genießen darf.anzueignen; beim Geheiligten wünschen beide nicht, daß ihretwegen das Geheiligte entweiht440Dies erfolgt nur dann, wenn die Antrauung gültig ist.werde.\n", "R. Ja͑qob sagte: Das Entgegengesetzte leuchtet ein: beim Zehnten kann man sagen, sie wünsche es nicht, wegen der Reisebeschwerden, und er wünsche es nicht, wegen eines Reiseunfalles441Er ist dafür bis zur Ankunft in Jerušalem haftbar, da er erst da einen Wert erhält., beim Geheiligten aber wünscht sie allerdings nicht, daß ihretwegen das Geheiligte entweiht442Sie hat davon keinen Nutzen, da er es sonst mit seinem Gelde tun würde.werde, aber ist es etwa ihm nicht erwünscht, sich eine Frau umsonst anzueignen443Da er davon einen Nutzen hat, so ist es ihm erwünscht.!?\n", "Raba fragte R. Ḥisda: Die Frau ist ihm nicht angetraut, aber wird das Geld profan? Dieser erwiderte: Wieso sollte, wenn die Frau ihm nicht angetraut wird, das Geld profan werden444Die Handlung ist ungültig.!?\n", "R. Ḥija b. Abin fragte R. Ḥisda: Wie verhält es sich beim Verkaufe445Ob nach RM. der Verkauf gültig ist, wenn versehentlich mit Geld vom Geheiligten gezahlt worden ist.? Dieser erwiderte: Auch beim Verkaufe erfolgt keine Aneignung.\n", "Er wandte gegen ihn ein: Ein Krämer gleicht einem Privatmanne446Diese Lehre spricht von dem Falle, wenn der Schatzmeister jemandem dem Heiligtume gehöriges Geld zur Verwahrung gibt; hinsichtl. der Benutzung desselben wird zwischen einem Geldwechsler u. einem Privatmanne unterschieden. — so R. Meír; R. Jehuda sagt, ein Krämer gleiche einem Geldwechsler.\n", "Ihr Streit besteht nur insofern, indem der eine sagt, der Krämer gleiche einem Geldwechsler, und der andere sagt, der Krämer gleiche447Nach der einen Ansicht hat, wenn der Krämer das Geld ausgegeben hat, der Schatzmeister u. nach der anderen der Krämer die Veruntreuung begangen.einem Privatmanne, alle stimmen jedoch überein, daß, wenn er es ausgegeben hat, eine Veruntreuung erfolgt448Demnach muß der damit erfolgte Verkauf gültig sein.sei!? — R. Meír sagte es nach der Ansicht R. Jehudas: nach meiner Ansicht ist, wenn er es ausgegeben hat, keine Veruntreuung erfolgt, aber auch du solltest mir beipflichten, daß der Krämer einem Privatmanne gleiche; dieser aber erwiderte ihm: nein, er gleicht einem Geldwechsler.\n", "Rabh sagte:\n" ], [ "Wir haben die Ansicht R. Meírs nach allen Richtungen untersucht und nicht gefunden, daß [nach ihm] Geheiligtes versehentlich449Wenn es versehentlich benutzt worden ist.nicht entweiht und vorsätzlich entweiht450Die Ungültigkeit der Antrauung bei Unvorsätzlichkeit erfolgt nicht aus dem Grunde, weil dann keine Veruntreuung erfolgt; diese erfolgt vielmehr auf jeden Fall.werde;\n", "unsere Mišna aber451Nach der die Antrauung ungültig ist, wonach das Geheiligte nicht entweiht wird.spricht von unzerschlissenen452Die beim Tempeldienste noch verwendbar sind.Hemden des Heiligtums; diese sind zur Nutznießung freigegeben, da die Tora nicht für Dienstengel verliehen worden453Die Priester sind nur Menschen u. es ist ihnen nicht möglich, sie im Augenblicke der Beendigung des Tempeldienstes abzulegen; diese bleiben daher, wenn der Priester sie versehentlich für Privatzwecke benutzt, Eigentum des Heiligtumes.ist. —\n", "Komm und höre: An den zerschlissenen Hemden der Priester begeht man eine Veruntreuung — so R. Meír. Doch wohl, auch wenn sie nicht zerschlissen sind!? — Nein, nur wenn sie zerschlissen454Da sie für den Tempeldienst nicht mehr verwendbar sind, so dürfen sie auch außerdienstlich nicht getragen werden u. gleichen jedem anderen Eigentume des Heiligtums. sind. —\n", "Komm und höre: Man begeht eine Veruntreuung an den neuen455Münzen der Tempelsteuer, dh. an den Münzen, die für die Opfer des laufenden Jahres bestimmt sind; die alten, dh. was vom Opferfonds am Schlüsse des Jahres zurückbleibt, werden nicht für Opfer, sondern für andere Bedürfnisse des Tempels verwandt. und nicht an den alten — so R. Jehuda; R. Meír sagt, man begehe eine Veruntreuung auch an den alten, denn R. Meír ist der Ansicht, man begehe eine Veruntreuung an den Überschüssen der Tempelkammer.\n", "Weshalb denn, man sollte doch sagen, sie seien zur Nutznießung freigegeben, da die Tora nicht für Dienstengel verliehen worden ist, denn auch die Stadtmauern nebst ihren Türmen wurden von den Überschüssen der Schatzkammer456Da die Überschüsse auch für städtische Bauten verwandt werden, so ist eine profane Nutznießung unvermeidlich.errichtet!? Wir haben nämlich gelernt: Die Stadtmauern nebst ihren Türmen und sämtliche Bedürfnisse der Stadt wurden von den Überschüssen der Schatzkammer bestritten. — Lies nicht R. Meír, sondern R. Jehuda457Dieser ist es, nach dem man an den Überschüssen eine Veruntreuung begeht.. — \n", "Komm und höre, es wird gelehrt: R. Jišma͑él h. R. Jiçḥaq sagte: Wenn Steine von [Bauten in] Jerušalem abgefallen sind, so begeht man an ihnen458Da die Stadt heilig ist.eine Veruntreuung — so R. Meír459Auch bei diesen ist eine profane Nutznießung unvermeidlich.!? — Lies nicht R. Meír, sondern R. Jehuda. — \n", "Ist denn nach R. Jehuda Jerušalem heilig, wir haben ja gelernt: wie460Wenn jemand hinsichtlich einer fremden Sache gelobt, sie möge für ihn wie eines der hier aufgezählten heiligen Dinge gelten, so ist sie ihm verboten.das Lamm461Des beständigen Opfers., wie die Ställe462Der Opfertiere., wie das Holz463Zur Verbrennung der Opfer auf dem Altare., wie das Feueropfer, wie der Tempel, wie der Altar, wie Jerušalem; R. Jehuda sagt, wer ‘Jerušalem’ gesagt hat, habe nichts464Demnach ist Jerušalem nicht heilig.gesagt!? \n", "Wolltest du sagen, weil er nicht ‘wie Jerušalem’ gesagt hat, so wird ja gelehrt: R. Jehuda sagt, wer ‘wie Jerušalem’ gesagt hat, habe nichts gesagt; nur wenn er bei einer Sache gelobt hat, die in Jerušalem dargebracht wird. — \n" ], [ "Zwei Tannaím streiten über die Ansicht R. Jehudas465Hinsichtl. der Heiligkeit Jerušalems..\n", "U͑la sagte im Namen Bar Padas: R. Meír ist der Ansicht, das Geheiligte werde vorsätzlich entweiht und versehentlich nicht entweiht, und nur hinsichtlich des Opfers sagten sie, daß es versehentlich entweiht466Wer versehentlich dem Heiligtume gehöriges Geld benutzt, hat zwar das Opfer darzubringen, jed. wird das Geld nicht entweiht u. bleibt Eigentum des Heiligtums. werde. — Wieso ist er, wenn es nicht entweiht wird, zu einem Opfer verpflichtet!? — \n", "Vielmehr, als Rabin kam, erklärte er im Namen Bar Padas: R. Meír ist der Ansicht, das Geheiligte werde vorsätzlich entweiht und versehentlich nicht entweiht, und nur hinsichtlich der Verzehrung467Wenn jemand eine Sache des Heiligtums verzehrt hat, sodaß sie nicht mehr vorhanden ist; wenn er sie aber anderen gegeben hat, so bleibt sie im Besitze des Heiligtums, wo sie sich auch befindet.sagten sie, daß es versehentlich entweiht werde.\n", "R. Naḥman sagte im Namen des R. Ada b. Ahaba: Die Halakha ist beim [zweiten] Zehnten468Daß es heilig ist.wie R. Meír, weil der Autor nach seiner Ansicht anonym469Die Halakha wird nach der anonymen Lehre entschieden.lehrt, und beim Geheiligten wie R. Jehuda, weil der Autor nach seiner Ansicht anonym lehrt. — Wo dies wie R. Meír beim Zehnten? — \n", "Wir haben gelernt: Beim vierjährigen Weinberge gibt es, wie die Schule Šammajs sagt, kein Fünftel und keine Fortschaffung; die Schule Hillels sagt, es gebe wohl. \n", "Die Schule Šammajs sagt, bei diesem gebe es Abfall und Traubennachlese473Die für den Armen zurückzulassen sind; cf. Lev. 19,10.; die Schule Hillels sagt, alles in die Kelter474Und werde vom Eigentümer ausgelöst, da es Eigentum Gottes ist.. \n", "Was ist der Grund der Schule Hillels? Sie folgert es durch [das Wort] heilig475Das sowohl beim Zehnten (Lev. 27,30) als auch beim vierjährigen Weinberge (ib. 19,24) gebraucht wird. vom Zehnten, wie es beim Zehnten das Fünftel und die Fortschaffung gibt, ebenso gibt es beim vierjährigen Weinberge das Fünftel und die Fortschaffung. Die Schule Šammajs aber folgert nicht durch [das Wort] heilig vom Zehnten. \n", "Wessen Ansicht ist nun die Schule Hillels, die es mit dem Zehnten vergleicht: wenn der des R. Jehuda, wieso kommt alles in die Kelter, dieser sagt ja, der Zehnt sei Eigentum des Gemeinen, doch wohl der des R. Meír476Die Halakha wird nach der Schule Hillels entschieden u. ihre Ansicht gleicht der anonymen Lehre.. — \n", "Wo dies wie R. Jehuda beim Geheiligten? — Wir haben gelernt: Wenn er es477Geld, das dem Heiligtume gehört, um dafür etwas für sich zu kaufen.durch einen Vollsinnigen geschickt und bevor dieser zum Krämer kam, sich erinnert478Daß das Geld dem Heiligtume gehöre.hat, so hat der Krämer, wenn er es ausgegeben hat, die Veruntreuung479Die Veruntreuung ist in diesem Falle durch den Eigentümer vorsätzlich u. durch den Krämer versehentlich begangen worden.begangen. — \n", "Gibt es denn nicht eine Lehre nach R. Jehuda beim Zehnten, wir haben ja gelernt, wer seinen zweiten Zehnten auslöst, müsse ein Fünftel hinzufügen, einerlei ob seinen Ertrag oder Geschenktes. Nach wessen Ansicht: wenn nach R. Meír, wieso kann er verschenkt werden, dieser sagt ja, er sei Eigentum Gottes; doch wohl nach R. Jehuda!? — \n", "Nein, tatsächlich nach R. Meír, und hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er ihm das Unverzehntete480In dem der Zehnt enthalten war.gegeben hat, und er ist der Ansicht, Priestergaben, die nicht abgehoben sind, gelten nicht als abgehoben481Er ist noch nicht Eigentum Gottes u. darf verschenkt werden.. — \n", "Komm und höre: Wer seinen vierjährigen Weinberg auslöst, füge das Fünftel hinzu, einerlei ob seinen Ertrag oder Geschenktes. Nach wessen Ansicht: wenn nach R. Meír, wieso können solche [Früchte] verschenkt werden, er482Der Autor, nach welchem bei der Auslösung des vierjährigen Weinbergs das Fünftel hinzuzufügen ist.folgert ja durch [das Wort] heilig vom Zehnten483Demnach kann auch der Zehnt verschenkt werden u. ist somit Privateigentum.; doch wohl nach R. Jehuda!? — \n", "Nein, tatsächlich nach R. Meír, und hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er sie als Knospenansatz erhalten hat, gegen die Ansicht R. Joses, welcher sagt, der Knospenansatz484Von Baumfrüchten während der ersten 3 Jahre.sei verboten, weil er als Frucht gilt. — \n", "Komm und höre: Wenn jemand den [zweiten] Zehnten zum Preise eines Sela͑ an sich gezogen und dieser, bevor er ihn eingelöst hat, auf zwei gestiegen ist, so zahle er nur einen Sela͑, sodaß er einen Sela͑ verdient, denn der zweite Zehnt ist485Er hat ihn durch das Ansichziehen erworben.sein. Nach wessen Ansicht: wenn nach R. Meír, wieso verdient er einen Sela͑, der Allbarmherzige sagt ja:486Vgl. S. 513 Anm. 95.er gebe das Geld487Geheiligtes wird nur durch Zahlung des Kaufpreises angeeignet.und soll es erstehen; doch wohl nach R. Jehuda!? — \n", "Tatsächlich nach R. Jehuda, aber nach dessen Ansicht gibt es nur eine anonyme Lehre, nach der [des R. Meír] aber zwei488Die oben angezogene Lehre vom vierjährigen Weinberge kommt in der Mišna zweimal (Ms. V,3 u. Ed. IV,5) vor.. — \n", "Wenn die Anonymität entscheidend ist, so ist es ja einerlei, ob sie einmal vorkommt oder zweimal vorkommt!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Die Halakha ist wie R. Meír, weil in der Beḥirta nach ihm gelehrt wird. \n" ], [ "Dort haben wir gelernt: Wenn ein Vieh zwischen Jerušalem und Migdal Eder490Ortschaft nahe Jerušalem.gefunden wird, und in derselben Entfernung im ganzen Umkreise [von Jerušalem], so ist491Da es vermutlich ein Opfertier ist.es, wenn ein Männchen, ein Brandopfer, und wenn ein Weibchen, ein Heilsopfer. \n", "Können denn Männchen nur Brandopfer sein und nicht auch Heilsopfer!? R. Ošaja erwiderte: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn man sich für den Geldwert492Wenn jemand das Vieh auslöst und für profane Zwecke verwendet, so hat er die genannten Opfer darzubringen, u. zwar beide, eines als Ersatz u. das andere freiwillig.verpflichtet, und er meint es wie folgt: man berücksichtige, es kann ein Brandopfer sein. Dies nach R. Meír, welcher sagt, das Geheiligte könne vorsätzlich entweiht493Es wird durch die Auslösung profan.werden. — \n", "Wird denn das an sich Heilige494Ein Opfertier, das nicht für das Heiligtum verwandt, sondern selbst dargebracht wird.entweiht, wir haben ja gelernt: Eine Veruntreuung nach einer Veruntreuung am Geheiligten gibt es nur bei einem Vieh495Das zur Opferung bestimmt ist; andere Dinge werden durch die erste Veruntreuung, dh. Benutzung für profane Zwecke, profan, sodaß der folgende Benutzende keine Veruntreuung begeht.und einem Dienstgeräte. \n", "Wenn zum Beispiel einer das Vieh geritten hat, darauf ein anderer gekommen ist und es geritten hat, und darauf ein anderer gekommen ist und es geritten hat, so haben alle eine Veruntreuung begangen. Wenn einer aus einem goldenen Becher496Das für den Tempeldienst verwandt wird.getrunken hat, darauf ein anderer gekommen ist und daraus getrunken hat, und darauf ein anderer gekommen ist und daraus getrunken hat, so haben alle eine Veruntreuung begangen. — Hier ist die Ansicht R. Jehudas vertreten, während dort die Ansicht R. Meírs vertreten ist — \n", "Von R. Jehuda ist ja aber auf R. Meír zu schließen: nach R. Jehuda wird Geheiligtes versehentlich entweiht, jedoch wird das an sich Heilige nicht entweiht, ebenso sollte auch nach R. Meír, obgleich nach ihm Geheiligtes vorsätzlich entweiht wird, das an sich Heilige nicht entweiht werden!? — Da497Bei der unvorsätzlichen Entweihung.beabsichtigte er nicht, es zu profanieren, hierbei498Bei der vorsätzlichen Entweihung.aber beabsichtigte er, es zu profanieren499Dies ist daher auch bei Opfertieren wirksam.. — \n", "Allerdings sagt es500Daß Geheiligtes bei Vorsätzlichkeit entweiht werde.R. Meír von Hochheiligem, sagte er es etwa auch von Minderheiligem501Wie es das Heilsopfer ist, von dem die angezogene Lehre spricht.!? Einer von den Jüngern, namens R. Ja͑qob, erwiderte: Es ist [ein Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn das Hochheilige entweiht wird, um wieviel mehr das Minderheilige. \n", "Es wurde auch gelehrt: R. Ḥama b. U͑qaba502So ist der Text zu verbessern.sagte: R. Jose b. Ḥanina sagte, R. Meír sei der Ansicht, das Geheiligte werde vorsätzlich entweiht, versehentlich aber nicht entweiht. Dies gilt sowohl vom Hochheiligen als auch vom Minderheiligen, denn es ist [ein Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn das Hochheilige entweiht wird, um wieviel mehr das Minderheilige. \n" ], [ "R. Joḥanan staunte darüber: sagt man denn zu einem: auf und sündige, damit du gewinnest503Das gebrechenfreie Opfertier darf nicht entweiht, dh. auf ein anderes eingetauscht werden.!? Vielmehr, erklärte R. Joḥanan, warte er, bis es ein Gebrechen bekommt, sodann bringe er zwei Tiere unter Vereinbarung dar504War das ursprüngliche ein Brandopfer, so sei das von ihm dargebrachte Brandopfer ein Ersatz u. das Heilsopfer ein freiwilliges, u. vice verca..\n", "«Wenn ein Männchen, ein Brandopfer.» Vielleicht ist es ein Dankopfer505Als welche ebenfalls Männchen dargebracht werden; ebenso weiter.!? — Er bringe auch ein Dankopfer dar. — Zu diesem sind ja die Brote506Cf. Lev. 7,11ff.erforderlich!? — Er bringe auch Brote dar. — \n", "Vielleicht ist es ein Schuldopfer!? — Wenn es einjährig ist, und als Schuldopfer ist ein zweijähriges erforderlich. — Vielleicht ist es das Schuldopfer eines Aussätzigen oder das Schuldopfer eines Nazirs507Als solches werden einjährige dargebracht.!? — Solche sind selten. — \n", "Vielleicht ist es ein Pesaḥopfer!? — Mit einem Pesaḥopfer ist man zur festgesetzten Zeit508An der es zu schlachten ist.behutsam, und außerhalb dieser Zeit509Wenn es dann aus irgend einem Grunde nicht geschlachtet worden ist.gilt es als Heilsopfer. — \n", "Vielleicht ist es ein Erstgeborenes oder Zehnt!? — Dies ist insofern von Bedeutung, indem sie510Wenn ein Zweifel obwaltet.gebrechenbehaftet gegessen werden dürfen, und auch jene dürfen gebrechenbehaftet gegessen werden511Da sie ausgelöst worden sind..\n", "«Wenn ein Weibchen, ein Heilsopfer.» Vielleicht ist es ein Dankopfer. — Er bringe auch ein Dankopfer dar. — Zu diesem sind ja die Brote erforderlich!? — Er bringe auch die Brote dar. — \n", "Vielleicht ist es ein Sündopfer!? — Wenn es zweijährig ist, und als Sündopfer ist ein ein jähriges erforderlich. — Vielleicht ist es ein Sündopfer, das über ein Jahr alt geworden ist!? — Solches ist selten. — \n", "Wie ist es, wenn ein einjähriges gefunden worden ist? — Es wird gelehrt: Ḥananja b. Ḥakhinaj sagte: eine einjährige Ziege als Sündopfer. — Als Sündopfer, wie kommst du darauf512Viell. ist es kein Sündopfer; als solches kann es nicht einmal bedingungsweise dargebracht werden, da es keine freiwilligen Sündopfer gibt.!? Vielmehr, erklärte Abajje, gleich einem Sündopfer; man sperre sie in den Stall und lasse sie von selbst verenden513Wie dies bei einem Sündopfer, das nicht dargebracht werden kann, zu erfolgen hat; cf. Hör. Fol. 6b..\n", "Die Rabbanan lehrten: Man darf für Geld vom zweiten Zehnten kein Vieh514Außerhalb Jerušalems.kaufen; \n" ], [ "hat man gekauft, so muß man, wenn versehentlich, das Geld zurück auf seinen Platz515Der Verkäufer muß das Geld zurückzahlen, da der Kauf ungültig ist.tun, und wenn vorsätzlich, [das Vieh] nach dem Orte516Nach Jerušalem; ein in der Schrift geprägter Ausdruck (cf. Dt. 15,23).bringen und es da verzehren. R. Jehuda sagte: Dies nur in dem Falle, wenn man es gekauft hat in der Absicht, es als Heilsopfer [darzubringen], wenn man aber beabsichtigt hat, Geld vom zweiten Zehnten für Profanes auszugeben, so muß man, ob versehentlich oder vorsätzlich, das Geld zurück auf seinen Platz tun. — \n", "Wir haben ja aber gelernt, R. Jehuda sagt, vorsätzlich habe er sie sich angetraut517Demnach wird es profan.!? R. Elea͑zar erwiderte: Eine Frau weiß, daß durch sie das Geld vom zweiten Zehnten nicht ausgeweiht werde; sie geht nach Jerušalem hin und verzehrt es518Aus diesem Grunde ist die Antrauung gültig; in diesem Falle dagegen maßregle man den. Verkäufer, da durch den Verkauf das Geld profaniert werden sollte.da. \n", "R. Jirmeja wandte ein: Jeder weiß ja auch, daß durch unreines Vieh, Sklaven und Grundstücke das Geld vom zweiten Zehnten nicht ausgeweiht519Da diese Dinge für das Geld nicht gekauft werden dürfen, so ist der Kauf ungültig u. das Geld bleibt heilig.werde, dennoch haben wir gelernt, man dürfe für Geld vom zweiten Zehnten, auch in Jerušalem nicht unreines Vieh, Sklaven oder Grundstücke kaufen, und wenn man gekauft hat, müsse man den entsprechenden Betrag verzehren520Dies sollte auch bei der Antrauung gelten, die Frau sollte nicht angetraut sein u. der entsprechende Betrag in Jerušalem verzehrt werden müssen.!? — \n", "Vielmehr, hier wird von einer gelehrten Frau gesprochen, die es weiß.\n", "Der Meister sagte: Wenn er gekauft hat, den entsprechenden Betrag verzehren. Weshalb denn, man sollte doch, wie in jenem Falle, das Geld zurück auf seinen Platz tun!? \n", "Šemuél erwiderte: \n" ], [ "Wenn [der Verkäufer] entflohen ist. — Nur weil er entflohen ist, wenn er aber nicht entflohen ist, maßregle man den Verkäufer; man sollte doch den Käufer maßregeln!? — Nicht die Maus hat gestohlen, sondern das Loch521Der Verkäufer hat ihn dazu veranlaßt.. — \n", "Wenn nicht die Maus, würde ja das Loch nichts getan haben!? — Es ist einleuchtend, daß der zu maßregeln ist, bei dem das Verbotene sich befindet.\n", "ix WENN JEMAND SICH [EINE FRAU] ANTRAUT MIT522Die hier aufgezählten Dinge sind zur Nutznießung verboten.UNGEWEIHTEM, MISCHFRUCHT (DES WEINBERGS), EINEM ZU STEINIGENDEN524Cf. Ex. 21,28.RINDE, DEM GENICKBROCHENEN525Cf. Dt. 21,1ff.KALBE, DEN VÖGELN526Cf. Lev. 14,4.DES AUSSÄTZIGEN, DEM HAARE527Cf. Num. 6,18.DES NAZIRS, DEM ERSTGEBORENEN528Cf. Ex. 13,13.DES ESELS, FLEISCH MIT MILCH529Zusammen gekocht u. daher zum Genüsse verboten.ODER IM TEMPELHOFE GESCHLACHTETEM PROFANEM, SO IST SIE IHM NICHT ANGETRAUT; HAT ER DIESE VERKAUFT UND SIE SICH MIT DEM ERLÖSE ANGETRAUT, SO IST SIE IHM ANGETRAUT.\n", "GEMARA. MIT UNGEWEIHTEM. Woher dies? — Es wird gelehrt:530Lev. 19,23.Ungeweiht, es darf nicht gegessen werden; ich weiß dies nur vom Verbote des Essens, woher dies von der Nutznießung, daß man es nicht benutzen darf, damit nicht färben darf und es nicht in der Lampe brennen darf? Es heißt: ihr sollt es als ungeweiht verrufen, dies schließt alles ein.\n", "MISCHFRUCHT (DES WEINBERGS). Woher dies? Ḥizqija erwiderte: Die Schrift sagt:531Dt. 22,9.damit es nicht heilig werde, damit es nicht im Feuer verbrannt532Zur Nutznießung verboten; תקדש aus תוקד אש zusammengesetzt.werde. \n", "R. Aši erklärte: Damit es nicht Geheiligtes sei. — Demnach sollte doch, wie das Geheiligte den Erlös erfaßt und profan533Die Heiligkeit wird auf den Erlös übertragen; cf. infra Fol. 58a.wird, auch die Mischfrucht (des Weinbergs) den Erlös erfassen534Während in der Mišna gelehrt wird, daß die Antrauung mit dem Erlöse gültig sei.und profan werden!? — Am richtigsten ist vielmehr die Erklärung Ḥizqijas.\n", "ZU STEINIGENDEN RINDE. Woher dies? — Es wird gelehrt: Ich weiß es536Daß man dessen Fleisch nicht essen darf. ja schon aus den Worten:535Ex. 21,28.das Rind soll gesteinigt werden, da es Aas und das Aas zum Essen verboten ist, und wenn es noch heißt:535Ex. 21,28.das Fleisch darf nicht gegessen werden, so besagt dies, daß, wenn er es nach der Aburteilung geschlachtet hat, es zum Essen verboten sei. — \n", "Woher dies von der Nutznießung? — Es heißt:535Ex. 21,28.und der Besitzer des Rindes ist frei. Wieso geht dies hieraus hervor? Šimo͑n b. Zoma erklärte: Wie wenn jemand zu seinem Nächsten sagt: jener ist seines Vermögens frei, ohne davon irgend etwas zu haben. — \n", "Woher, daß [die Worte:] und das Fleisch darf nicht gegessen werden, sich auf den Fall beziehen, wenn er es nach der Aburteilung geschlachtet hat, vielleicht ist es, wenn er es nach der Aburteilung geschlachtet hat, erlaubt, und [die Worte:] darf nicht gegessen werden, beziehen sich auf den Fall, wenn es gesteinigt worden ist, und zwar537Ist die besondere Hervorhebung, daß man es nicht essen darf, nötig; dies deutet nach dem folgenden auf das Verbot der Nutznießung, das beim Aase keine Geltung hat.nach \n", "R. Abahu im Namen R. Elea͑zars!? R. Abahu sagte nämlich im Namen R. Elea͑zars: Überall, wo es heißt: darf nicht gegessen werden, du darfst nicht essen, oder: ihr dürft nicht essen, ist sowohl das Verbot des Essens als auch das Verbot der Nutznießung zu verstehen, es sei denn, daß die Schrift [das Entgegengesetzte] ausdrücklich hervorhebt, wie sie dies beim Aase hervorgehoben538Von diesem sagt die Schrift ausdrücklich, daß man es einem Fremdlinge gebe. hat. — \n", "Dies nur, wenn das Verbot des Essens aus [den Worten] darf nicht gegessen werden hervorgeht, hierbei aber geht das Verbot des Essens aus [den Worten] soll gesteinigt, werden hervor; wenn man sagen wollte, sie deuten auf das Verbot der Nutznießung, so sollte doch der Schriftvers lauten: es soll davon nichts genossen werden, \n", "oder: es soll nicht gegessen werden, wenn es aber das Fleisch heißt, so besagt dies, selbst wenn er es geschlachtet und zu Fleisch gemacht hat, sei es verboten. \n", "Mar Zuṭra wandte ein: Vielleicht nur in dem Falle, wenn er einen Stein untersucht539Ob er keine Scharten hat, da diese das Schlachtgerät untauglich machen.und damit geschlachtet hat, sodaß es den Anschein der Steinigung hat, nicht aber, wenn er es mit einem Messer geschlachtet hat!? — Wird denn in der Tora ein Messer genannt!? Ferner wird gelehrt, man dürfe mit allem schlachten, mit einem Steine, mit Glas oder mit einem Rohre. — \n", "Wozu sind nun, wo wir das Verbot des Essens und das Verbot der Nutznießung aus [den Worten:] darf nicht gegessen werden, folgern, [die Worte:] der Besitzer des Rindes ist frei, nötig!? — Wegen der Nutznießung der Haut. Da es heißt: das Fleisch darf nicht gegessen werden, könnte man glauben, nur das Fleisch sei verboten, die Haut aber erlaubt. — \n", "Woher entnehmen jene Autoren, die aus [den Worten:] der Besitzer des Rindes ist frei, hinsichtlich des halben Lösegeldes540Das der Eigentümer des Rindes, das Menschen wiederholt getötet hat, zu zahlen hat; cf. Ex. 21,30.und der Zahlung für die Kinder541Wenn es eine Frau gestoßen u. sie abortiert hat.folgern542Cf. Bq. Fol. 41b., [das Verbot] der Nutznießung der Haut? — \n", "Aus: das [eth]543Die Partikel את ist überflüssig.Fleisch, das zum Fleische gehörige. — Und jener!? — \n" ], [ "Er verwendet das eth nicht zur Schriftforschung. Es wird nämlich gelehrt: Šimo͑n I͑msoni, manche sagen, Neḥemja I͑msoni, interpretierte sämtliche eth in der Tora, als er aber herankam [zum Schriftverse:]544Dt. 6,13.den [eth] Herrn, deinen Gott, sollst du fürchten, zog er sich545Diese Partikel sollte etwas ähnliches einschließen.zurück. \n", "Da sprachen seine Schüler zu ihm: Meister, was soll aus all den Forschungen werden, die du aus eth eruiert hast!? Dieser erwiderte: Wie ich einen Lohn für die Forschung zu erwarten hätte, ebenso habe ich einen Lohn zu erwarten für die Zurückziehung. Als aber R. A͑qiba kam, lehrte er: Den Herrn, deinen Gott, sollst da fürchten, dies schließt die Schriftgelehrten ein.\n", "DEM GENICKBROCHENEN KALBE. Woher dies? — In der Schule R. Jannajs sagten sie: Bei diesem wird [das Wort] Sühne gebraucht, wie bei den Opfern546Es ist daher gleich diesen zur Nutznießung verboten..\n", "DEN VÖGELN DES AUSSÄTZIGEN. Woher dies? — In der Schule R. Jišma͑éls wird gelehrt: Es gibt tauglichmachende [Opfer]547ZBs. das Schuldopfer des Aussätzigen, das nicht zur Sühne, sondern zur Tauglichmachung der Person dargebracht wird.und sühnende548Opfer, die wegen einer Sünde dargebracht werden.innerhalb549Die innerhalb des Tempelhofes dargebracht werden.und es gibt tauglichmachende und sühnende außerhalb550Die außerhalb des Tempelhofes dargebracht werden, zBs. das genickbrochene Kalb u. die Vögel des Aussätzigen., \n", "wie bei den tauglichmachenden und sühnenden innerhalb die tauglichmachenden den sühnenden gleichen, ebenso gleichen bei den tauglichmachenden und sühnenden außerhalb die tauglichmachenden den sühnenden551Die Vögel des Aussätzigen sind gleich dem genickbrochenen Kalbe zur Nutznießung verboten..\n", "Es wurde gelehrt: Wann werden die Vögel des Aussätzigen verboten? — R. Joḥanan sagt, vom Schlachten552Nur der geschlachtete, während der andere, den man fliegen läßt, erlaubt wird.ab, Reš Laqiš sagt, vom Nehmen553Sobald sie hierfür reserviert werden. ab. R. Joḥanan sagt, vom Schlachten ab, weil sie durch das Schlachten verboten werden. Reš Laqiš sagt, vom Nehmen ab, weil dies durch [das Wort] nehmen554Das sowohl bei diesen (Lev. 14,4) als auch beim genickbrochenen Kalbe (Dt. 21,3) gebraucht wird.vom genickbrochenen Kalbe555Das schon lebend verboten ist.zu folgern ist. — \n", "Wann wird es das genickbrochene Kalb selbst? R. Jannaj erwiderte: Ich hörte diesbezüglich eine Zeitgrenze, habe sie aber vergessen; die Genossen meinen jedoch, das Hinabbringen zum Felstale556Wo das Genickbrechen erfolgt; cf. Dt. 21,4.mache es verboten. — Demnach sollten doch, wie das genickbrochene Kalb nicht schon beim Nehmen verboten wird, auch die Vögel des Aussätzigen nicht schon dann verboten werden!? — Es ist nicht gleich; bei jenem gibt es eine andere Zeitgrenze, aber gibt es etwa bei diesen eine andere557Und da es vom Schlachten bis zum Nehmen keine andere Zeitgrenze gibt, so wird es bis zum Nehmen hinaufgeschoben.Zeitgrenze!? \n", "R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein:558Dt. 14,11.Jeden reinen Vogel dürft ihr essen, dies559Die Partikeln ‘jeden’ und ‘die’ sind einschließend.schließt den fortgeflogenen560Den einen der beiden Vögel des Aussätzigen, den der Priester nach dem Schlachten des anderen fortfliegen läßt.ein;561Dt. 14,12.folgende sind es, die ihr von ihnen nicht essen dürft, dies559Die Partikeln ‘jeden’ und ‘die’ sind einschließend.schließt den geschlachteten ein. Wenn man sagt, er sei schon lebend verboten, so ist er es ja nach dem Schlachten selbstverständlich562Dies braucht ja nicht in der Schrift angedeutet zu werden.!? — Man könnte glauben, bei diesen verhalte es sich wie bei den Opfertieren, die lebend verboten sind und durch das Schlachten erlaubt563Die Teile, die gegessen werden, werden dann den Priestern, bezw. dem Eigentümer erlaubt.werden, so lehrt er uns. \n", "Er wandte gegen ihn ein: Wenn er nach dem Schlachten totverletzt befunden wird, so nehme man für den anderen ein anderes Paarstück, und der erste ist564Da das Schlachten ungültig ist, so wird er dadurch nicht verboten.zur Nutznießung erlaubt. Wieso ist der erste, wenn man sagt, er sei schon lebend verboten, zur Nutznießung565Die Verletzung ist viell, erst nach dem Nehmen entstanden.erlaubt!? Dieser erwiderte: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er an den Eingeweiden totverletzt befunden wurde, sodaß er überhaupt nicht heilig war. \n", "Er wandte gegen ihn ein: Hat man ihn ohne Ysop, ohne Zedernholz und ohne Karmesinwolle566Cf. Lev, 14,4.geschlachtet, so ist er, wie R. Ja͑qob sagt, da er zu Gebotszwecken bestimmt worden ist, verboten, und wie R. Šimo͑n sagt, da er nicht nach Vorschrift geschlachtet worden ist, erlaubt. \n", "Ihr Streit besteht nur darin, indem einer der Ansicht ist, die ungültige Schlachtung gelte als Schlachtung, und der andere der Ansicht ist, die ungültige Schlachtung gelte nicht als Schlachtung, alle aber stimmen überein, daß er lebend nicht verboten sei!? — \n", "Hierüber streiten Tannaím, denn in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Es gibt tauglichmachende [Opfer]547ZBs. das Schuldopfer des Aussätzigen, das nicht zur Sühne, sondern zur Tauglichmachung der Person dargebracht wird.und sühnen de548Opfer, die wegen einer Sünde dargebracht werden.innerhalb549Die innerhalb des Tempelhofes dargebracht werden.und es gibt tauglichmachende und sühnende außerhalb550Die außerhalb des Tempelhofes dargebracht werden, zBs. das genickbrochene Kalb u. die Vögel des Aussätzigen., \n", "wie bei den tauglichmachenden und sühnenden innerhalb die tauglichmachenden den sühnenden gleichen, ebenso gleichen beim tauglichmachenden und sühnenden außerhalb die tauglichmachenden den sühnenden567Nach diesem Autor gleichen die Vögel des Aussätzigen dem sühnenden genickbrochenen Kalbe u. sind gleich diesem schon lebend verboten..\n", "Der Text. Jeden reinen Vogel dürft ihr essen, dies schließt den fortgeflogenen ein, folgende sind es, die ihr von ihnen nicht essen dürft, dies schließt den geschlachteten ein. Vielleicht entgegengesetzt!? \n", "R. Joḥanan erwiderte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Wir finden nicht, daß Lebendes verboten568Dauernd, falls es nicht für einen bestimmten Zweck verwandt wird.wäre. R. Šemuél b. R. Jiçḥaq wandte ein: Etwa nicht, \n" ], [ "das Abgesonderte und das Angebetete569Ein Vieh, das für den Götzendienst reserviert od. götzendienstlich verehrt worden ist.sind ja lebend verboten!? — Sie sind nur für Gott verboten, für Gemeine aber erlaubt. \n", "R. Jirmeja wandte ein: Das vor Zeugen aktiv oder passiv zur Bestialität verwandte [Vieh] ist ja lebend verboten!? Vielmehr, erwiderte R. Joḥanan im Namen des R, Šimo͑n b. Joḥaj: Meistens finden wir nicht, daß sie570Die zu solchem Zwecke bestimmten Tiere; man richte sich bei der obigen Auslegung nach der Mehrheit.lebend verboten wären. \n", "In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Die Schrift sagt:571Lev. 14,7.er lasse ihn fliegen &c. auf das Feld, gleich dem Felde; wie das Feld erlaubt ist, ebenso ist auch dieser erlaubt. — Ist denn [das Wort] Feld hierfür zu verwenden, es ist ja für folgende Lehre nötig!? Feld, er darf ihn572Den Vogel, den er fliegen läßt.nicht, wenn er sich in Japho573Das unmittelbar am Meere, bezw. an der Wüste liegt.befindet, nach dem Meer schleudern, wenn er sich in Gebet573Das unmittelbar am Meere, bezw. an der Wüste liegt.befindet, nach der Wüste schleudern, oder wenn er sich außerhalb der Stadt befindet, in die Stadt schleudern; vielmehr muß er, wenn er sich in der Stadt befindet, ihn über die Mauer schleudern. \n", "Und jener!? — Die Schrift sollte Feld sagen, wenn es aber das Feld heißt, so ist hieraus beides zu entnehmen. \n", "Raba erwiderte: Die Tora hat das Fliegenlassen nicht zum Verstoße574Er kann von anderen eingefangen u. gegessen werden; es ist daher anzunehmen, daß der, den man fliegen läßt, erlaubt ist.angeordnet.\n", "DEM HAARE DES NAZIES. Woher dies? Die Schrift sagt:575Num. 6,5.heilig soll er sein, er soll das Kopfhaar frei wachsen lassen, sein [Haarwuchs ist heilig. — \n", "Demnach sollte doch, wie das Geheiligte den Erlös erfaßt533Die Heiligkeit wird auf den Erlös übertragen; cf. infra Fol. 58a.und profan wird, auch das Haar des Nazirs den Erlös erfassen und profan werden!? — Wir lesen ja nicht Heiliger, sondern heilig576Nicht nominal, sondern verbal, er befindet sich in einem Zustande der Heiligkeit, nicht aber so intensiv, um die Heiligkeit auch auf den Erlös des Haares zu übertragen..\n", "DEM ERSTGEBORENEN DES ESELS. Es wäre anzunehmen, daß unsere Mišna nicht die Ansicht R. Šimo͑ns vertritt, denn es wird gelehrt, das Erstgeborene des Esels sei, wie R. Jehuda sagt, zur Nutznießung verboten, und nach R. Šimo͑n erlaubt!? R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: Nach dem Genickbrechen, nach aller Ansicht577Nach dem Genickbrechen (cf. Ex. 13,13) ist es nach RŠ. verboten..\n", "FLEISCH MIT MILCH. Woher dies? — In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Es heißt dreimal:578Ex. 23,19, ib. 34,26 u. Dt. 14,21.du sollst kein Böckchen mit der Milch seiner Mutter kochen, einmal [deutet es] auf das Verbot des Essens, einmal auf das Verbot der Nutznießung und einmal auf das Verbot des Kochens. — \n", "Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht des Autors der folgenden Lehre: R.Šimo͑n b. Jehuda sagte: Fleisch mit Milch ist zum Essen verboten und zur Nutznießung erlaubt, denn es heißt:579Dt. 14,21.denn du bist ein heiliges Volk dem Herrn deinem Gott, du sollst kein Böckchen mit der Milch seiner Mutter kochen, und dort580Beim Verbote des Aases, Ex. 22,30.heißt es: heilige Leute sollt ihr mir sein; wie es dort zum Essen verboten und zur Nutznießung erlaubt ist, ebenso ist es auch hierbei zum Essen verboten und zur Nutznießung erlaubt.\n", "IM TEMEPLHOFE GESCHLACHTETEM PROFANEM. Woher dies? R. Joḥanan erwiderte im Namen R. Meírs: Die Tora sagt: schlachte meines bei mir und deines581Opfer im Tempelhofe, Profanes außerhalb desselben.bei dir; wie meines bei dir verboten ist, ebenso ist deines bei mir verboten. — \n", "Demnach sollte doch, wie meines bei dir mit der Ausrottung bestraft wird, auch deines bei mir mit der Ausrottung bestraft werden!? — Die Schrift sagt:582Lev. 17,4.und zum Eingange des Offenbarungszeltes nicht hinbringt, es als Opfer für den Herrn darzubringen &c., so soll ausgerottet werden; wegen eines Opfers wird man mit der Ausrottung583Wegen der Schiachtung außerhalb des Tempelhofes.bestraft, wegen des im Tempelhofe geschlachteten Profanen wird man nicht mit der Ausrottung bestraft. — \n", "Es ist ja zu erwidern: wohl gilt dies584Das Verbot der Nutznießung.von meinem bei dir, weil es mit der Ausrottung bestraft wird!? \n", "Vielmehr, erklärte Abajje, ist es aus folgendem zu entnehmen. Es heißt: 585Lev. 3,2,8,13.er schlachte es, er schlachte es, er schlachte es, überflüssigerweise drei Schriftverse; wozu dies? \n", "Es heißt:586Dt. 12,21.wenn der Ort dir zu weit ist &c., so schlachte, fern vom Orte587Dh. außerhalb bezw. innerhalb des Tempelhofes.darfst du schlachten, nahe dem Orte587Dh. außerhalb bezw. innerhalb des Tempelhofes.darfst du nicht schlachten, ausgenommen ist das Schlachten von Profanem im Tempelhofe. \n", "Ich weiß dies nur von Gebrechenfreien, die zur Opferung geeignet sind, woher, daß auch Gebrechenbehaftete einbegriffen sind? Ich schließe Gebrechenbehaftete ein, da sie zur tauglichen Art gehören. Woher, daß auch das Wild einbegriffen ist? Ich schließe das Wild ein, da es gleich dem Vieh des Schlachtens benötigt. Woher, daß auch das Geflügel einbegriffen ist? Es heißt: er schlachte es, er schlachte588Die 2 Wiederholungen deuten auf das Wild u. das Geflügel.es. \n", "Man könnte glauben, man dürfe nicht schlachten, wenn man aber geschlachtet hat, sei es erlaubt, so heißt es: wenn dir der Ort zu weit ist &c., so schlachte und iß, was du fern vom Orte schlachtest, darfst du essen, nicht aber darfst du essen, was du nahe dem Orte schlachtest; ausgenommen ist das im Tempelhofe geschlachtete Profane. \n", "Ich weiß dies nur von Gebrechenfreien, \n" ], [ "die zur Opferung geeignet sind, woher, daß auch Gebrechenbehaftete einbegriffen sind? Ich schließe Gebrechenbehaftete ein, da sie zur tauglichen Art gehören. Woher, daß auch das Wild einbegriffen ist? Ich schließe das Wild ein, da es gleich dem Vieh des Schlachtens benötigt. Woher, daß auch das Geflügel einbegriffen ist? Es heißt: er schlachte es, er schlachte es, er589Das 3. Mal deutet es auf die bereits erfolgte Schlachtung.schlachte es. \n", "Man könnte glauben, man dürfe nicht schlachten, wenn man aber geschlachtet hat, werfe man es vor die Hunde, so heißt es:590Ex. 22,30.vor die Hunde sollt ihr es werfen, dieses591Das Aas, wovon die Schriftstelle spricht.dürft ihr vor die Hunde werfen, nicht aber dürft ihr im Tempelhofe geschlachtetes Profanes [vor die Hunde] werfen.\n", "Mar Jehuda traf R. Joseph und R. Šemuél, Sohn des Rabba b. Bar Ḥana, vor der Tür der Schule Rabbas stehen; da sprach er zu ihnen: Es wird gelehrt, wenn jemand sich [eine Frau] mit dem Erstgeborenen eines Esels, Fleisch mit Milch oder im Tempelhofe geschlachtetem Profanem angetraut hat, sei sie ihm, wie R. Šimo͑n sagt, angetraut592Nach ihm sind die beiden erstgenannten Dinge zur Nutznießung erlaubt., und wie die Weisen sagen, nicht angetraut, wonach nach R. Šimo͑n die Schlachtung von Profanem im Tempelhofe nach der Tora nicht verboten ist; \n", "ich will auf einen Widerspruch hinweisen: R. Šimo͑n sagt, das im Tempelhofe geschlachtete Profane ist zu verbrennen, und ebenso das im Tempelhofe geschlachtete Wild!? Da schwiegen sie. \n", "Als sie hierauf zu Rabba kamen, sprach er zu ihnen: Der Streitsüchtige hat euch zum Stehen gebracht. Hier593In der Lehre, daß die Antrauung gültig sei.wird von dem Falle gesprochen, wenn es nach dem Schlachten totverletzt594Da die Schlachtung ungültig ist, so wird es dadurch nicht verboten.befunden wird. R. Šimo͑n vertritt hierbei seine Ansicht, \n", "denn es wird gelehrt: wenn man Totverletztes geschlachtet hat, oder wenn das Geschlachtete totverletzt befunden wird, so ist beides als Profanes im Tempelhofe nach R. Šimo͑n zur Nutznießung erlaubt und nach den Weisen verboten.\n", "HAT ER DIESE VERKAUFT UND SIE SICH MIT DEM ERLÖSE ANGETRAUT, SO IST SIE IHM ANGETRAUT. Woher dies? — Die Tora bekundet vom Götzen:595Dt. 7,26.und du gleich ihm dem Banne verfällst, alles, was du daraus erzielst, gleicht diesem; demnach ist es bei anderen in der Tora verbotenen Dingen erlaubt. — \n", "Sollte man doch hiervon folgern!? — Vom Götzendienste und vom Siebentjähre lehren zwei Schriftverse dasselbe, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu folgern. — \n", "Vom Götzendienste, wie wir gesagt haben, wo dies vom Siebentjahre? —596Lev. 25,12.Es ist ein Jobel, heilig soll es euch sein; wie das Geheiligte den Erlös erfaßt, ebenso erfaßt auch die Siebentjahrs[frucht] den Erlös. — \n", "Demnach sollte doch, wie das Geheiligte den Erlös erfaßt und selbst profan wird, auch die Siebentjahrs[frucht] den Erlös erfassen und profan werden!? — Es heißt: sein, sie verbleibe597Sie behält ihre Eigenheit u. kann nicht gleich dem Geheiligten ausgelöst werden.bei ihrem sein. \n", "Zum Beispiel: wenn man für die Früchte vom Siebentjahre Fleisch gekauft hat, so muß im Siebentjahre beides fortgeschafft598Cf. Dt. 26,13 u. hiezu Ms. V,6.werden; wenn für das Fleisch Fische, so wird das Fleisch profan und die Fische treten an seine Stelle; wenn für die Fische Wein, so werden die Fische profan und der Wein tritt an ihre Stelle; wenn für den Wein Öl, so wird der Wein profan und das Öl tritt an seine Stelle. Das allerletzte verfällt stets dem Siebentjahrsgesetze und auch die originäre Frucht bleibt verboten. — \n", "Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, aus solchen sei nichts zu folgern, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, es sei wohl zu folgern!? — Bei diesen sind599Hinsichtl. des Verbotes der Nutznießung.Ausschließungen vorhanden; da heißt es: und du gleich ihm dem Banne verfällst, und dort600Beim Gesetze vom Siebentjahre, Lev. 25,10.heißt es: es ist ein Jobel; nur bei diesen, nicht aber bei anderem.\n", "x WENN JEMAND SICH [EINE FRAU] MIT DER HEBE, DEM ZEHNTEN, DEN PRIESTERGABEN601Die die Priester vom geschlachteten Vieh erhalten; cf. Dt. 18,3., DEM ENTSÜNDIGUNGSWASSER ODER DER ENTSÜNDIGUNGSASCHE602Cf. Num. 19,9,17.ANTRAUT, SO IST SIE IHM ANGETRAUT, SELBST EINEM JISRAÉLITEN603Der die genannten Dinge dem Priester unentgeltlich zu geben u. dafür nichts mehr als einen Dank zu gewärtigen hat..\n", "GEMARA. U͑la sagte: Ein Dank604Eine Sache, an der man nichts mehr als einen Dank hat.gilt nicht605Hinsichtl. der Antrauung.als Geld. R. Abba wandte gegen U͑la ein: Wenn jemand sich [eine Frau] mit der Hebe, dem Zehnten, den Priestergaben, dem Entsündigungswasser oder der Entsündigungsasche antraut, so ist sie ihm angetraut, selbst einem Jisraéliten603Der die genannten Dinge dem Priester unentgeltlich zu geben u. dafür nichts mehr als einen Dank zu gewärtigen hat.!? \n", "Dieser erwiderte: Dies gilt von einem Jisraéliten, dem vom Vater seiner Mutter, einem Priester, Unverzehntetes606In dem die genannten Priestergefälle enthalten sind; er darf sie zwar nicht essen, jed. kann er sie an Priester verkaufen.zugefallen ist, und er ist der Ansicht, die nicht abgesonderten Priestergaben gelten als abgesondert607Sein Großvater hat sie noch vor der Absonderung erworben u. ihm vererbt..\n", "R. Ḥija b. Abin fragte R. Hona: Gilt der Dank als Geld oder gilt er nicht als Geld? Dieser erwiderte: Ihr habt es gelernt: wenn jemand sich [eine Frau] mit der Hebe, dem Zehnten, den Priestergaben, dem Entsündigungswasser oder der Entsündigungsasche antraut, so ist sie ihm angetraut, selbst einem Jisraéliten. Jener entgegnete: Haben wir es etwa nicht auf einen Jisraéliten bezogen, dem vom Vater seiner Mutter, einem Priester, Unverzehntetes zugefallen ist!? \n" ], [ "Dieser erwiderte: Du sprichst wie ein Hucäer! Da wurde er verlegen, denn er glaubte, er sage es608Er verstand dies wohl (abgeleitet von הוצא, Staude, Weide, Gerte) in der Bedeutung Staudenschneider, Besenbinder.inbezug auf sein Studium. Hierauf sprach dieser: Ich meine, R. Asi aus Huçal ist deiner Ansicht.\n", "Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaím streiten: Wer von seinem Nächsten Unverzehntetes gestohlen hat, bezahle ihm den Wert des Unverzehnteten609Auch die darin enthaltenen Priestergaben, obgleich sie für den Eigentümer ohne Wert waren.— so Rabbi. R. Jose b. R. Jehuda sagt, er bezahle ihm nur den Wert des darin enthaltenen Profanen610Die Priestergaben braucht er weder an den Eigentümer zu zahlen, da sie nicht ihm gehören, noch an den Priester, da er jeden abweisen u. sagen kann, er wolle an einen anderen zahlen.. Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, der Dank611Den der Eigentümer vom Priester erhalten haben würde.gelte als Geld, und einer ist der Ansicht, der Dank gelte nicht als Geld. — \n", "Nein, alle sind der Ansicht, der Dank gelte nicht als Geld, hier aber wird von Unverzehntetem gesprochen, das einem vom Vater seiner Mutter, einem Priester, zugefallen ist, und sie streiten, ob die noch nicht abgehobenen Priestergaben als abgehoben gelten: einer ist der Ansicht, sie gelten als abgehoben607Sein Großvater hat sie noch vor der Absonderung erworben u. ihm vererbt., und einer ist der Ansicht, sie gelten nicht612Er hat sie abzuheben u. an den Priester zu entrichten.als abgehoben. \n", "Wenn du willst, sage ich: alle sind der Ansicht, sie gelten als abgehoben, ferner auch, daß der Dank nicht als Geld gelte, und sie streiten über eine Lehre Šemuéls. Šemuél sagte nämlich, ein Weizenkorn befreie613Nach der Tora ist für das Quantum der Hebe kein Maß festgesetzt u. auch ein Korn ist für den ganzen Haufen ausreichend; der Eigentümer kann daher zum Diebe sagen, er würde nur ein Korn als Hebe entrichtet haben; den Zehnten aber braucht er auch nach R. nicht zu bezahlen.den ganzen Weizenhaufen; \n", "einer ist der Ansicht Šemuéls, und einer ist nicht der Ansicht Šemuéls. \n", "Wenn du willst, sage ich: alle sind nicht der Ansicht Šemuéls, hierbei aber ist der Grund Rabbis, weil der Dieb zu maßregeln614Damit nicht die Priestergaben in seinem Besitze bleiben. ist. \n", "Wenn du aber willst, sage ich: alle sind sie der Ansicht Šemuéls, hierbei aber ist der Grund des R. Jose b. R. Jehuda, weil der Eigentümer zu maßregeln ist, denn er sollte [das Getreide] nicht unverzehntet halten.\n", "WENN JEMAND SICH [EINE FRAU] MIT DER HEBE, DEM ZEHNTEN, DEN PRIESTERGABEN, DEM ENTSÜNDIGUNGSWASSER ODER DER ENTSÜNDIGUNGSASCHE ANTRAUT, SO IST SIE IHM ANGETRAUT, SELBST EINEM JISRAÉLITEN. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn jemand für seine Rechtsprechung Bezahlung nimmt, so ist seine Rechtsprechung nichtig, wenn für seine Zeugenaussage, so ist seine Zeugenaussage nichtig, wenn für die Besprengung615Des Unreinen mit dem Entsündigungswasser.und die Weihung616Des Wassers mit der Asche von der roten Kuh., so ist sein Wasser Höhlenwasser und seine Asche Herdasche617Demnach ist die Besprengung u. die Weihung des Wassers nichts wert u. die Antrauung sollte ungültig sein.!? \n", "Abajje erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine gilt von der Bezahlung für das Bringen618Der Asche u. des Wassers; dies ist erlaubt.und Füllen, das andere gilt von der Bezahlung für die Besprengung und die Weihung. \n", "Dies ist auch einleuchtend, denn hier heißt es: Entsündigungswasser619Mit dem Lohne für die Besorgung u. nicht für die heilige Handlung.und Entsündigungsasche, dort aber heißt es: Besprengung und Weihung. Schließe hieraus.\n", "\n", "i WENN JEMAND ZU SEINEM NÄCHSTEN GESAGT HAT: GEH, TRAUE MIR JENE FRAU AN, UND DIESER HINGEGANGEN IST UND SIE SICH SELBST ANGETRAUT HAT, SO IST SIE DEM ANDEREN ANGETRAUT. DESGLEICHEN IST, WENN JEMAND ZU EINER FRAU GESAGT HAT: SEI MIR NACH DREISSIG TAGEN ANGETRAUT, UND INNERHALB DER DREISSIG TAGE EIN ANDERER GEKOMMEN IST UND SIE SICH ANGETRAUT HAT, SIE DEM ANDEREN ANGETRAUT; IST SIE DIE TOCHTER EINES JISRAÉLITEN UND ER PRIESTER, SO DARF SIE HEBE ESSEN. \n", "WENN [ER GESAGT HAT:] VON JETZT AB NACH DREISSIG TAGEN, UND EIN ANDERER INNERHALB DER DREISSIG TAGE GEKOMMEN IST UND SIE SICH ANGETRAUT HAT, SO IST SIE ANGETRAUT UND NICHT1Sie benötigt eines Scheidebriefes von beiden. ANGETRAUT; IST SIE DIE TOCHTER EINES JISRAÉLITEN UND ER PRIESTER ODER DIE TOCHTER EINES PRIESTERS UND ER JISRAÉLIT, SO DARF SIE KEINE HEBE ESSEN.\n", "GEMARA. WENN JEMAND ZU SEINEM NÄCHSTEN GESAGT HAT: GEH, TRAUE MIR AN. Es wird gelehrt: Was er getan hat, ist getan, nur hat er gegen ihn trügerisch gehandelt. — \n", "Und unser Autor!? — Unter ‘hingegangen’, das hier gelehrt wird, ist eben zu verstehen: trügerischerweise hingegangen. — \n" ], [ "Weshalb heißt es hier: wenn jemand zu seinem Nächsten gesagt hat, dort2Oben Fol. 50a. aber, wenn jemand zu seinem Beauftragten gesagt hat!? — \n", "Hier hebt er etwas hervor und dort hebt er etwas hervor. Hier hebt er etwas hervor, denn, wenn er es von einem Beauftragten gelehrt haben würde, so könnte man glauben, nur ein Beauftragter gelte als Betrüger, weil er sich auf ihn verlassen hatte, denn er glaubte er werde seinen Auftrag ausführen, nicht aber gelte sein Nächster als Betrüger, weil er sich auf ihn nicht verlassen hatte. \n", "Dort hebt er etwas hervor, denn, wenn er es von seinem Nächsten gelehrt haben würde, so könnte man glauben, nur wenn sein Nächster sie ihm in einem anderen Orte angetraut hat, sei sie ihm nicht angetraut, weil er angenommen hatte, er werde sich nicht bemühen3Sie auch in anderen Orten zu suchen; er hat ihn nur für den genannten Ort bevollmächtigt., bei einem Beauftragten aber, der sich Mühe gibt, könnte man glauben, er wollte ihm nur einen Hinweis geben4Wo er sie trifft, er rechnete aber auch mit anderen Orten., so lehrt er uns.\n", "Einst ging Rabin der Fromme seinem Sohne eine Frau antrauen und traute sie für sich selbst an. — Es wird ja gelehrt, was er getan hat, sei getan, nur habe er gegen ihn trügerisch gehandelt!? — Sie gaben sie ihm nicht5Für seinen Sohn.. — Sollte er ihm dies mitgeteilt haben!? — Er dachte, mittlerweile könnte ein anderer kommen und sie sich antrauen.\n", "Einst gab Rabba b. Bar Ḥana dem Rabh Geld und sagte zu ihm, daß er für ihn jenes Grundstück kaufe. Hierauf ging er hin und kaufte es für sich selbst. — Es wird ja gelehrt, was er getan hat, sei getan, nur habe er gegen ihn trügerisch gehandelt!? — Es war ein Felderkomplex von gewalttätigen Menschen6Die nicht jeden sich in ihrer Nachbarschaft ankaufen ließen.; Rabh erwiesen sie Ehrung, Rabba b. Bar Ḥana erwiesen sie keine Ehrung. — Sollte er ihm dies mitgeteilt haben!? — Er dachte, mittlerweile könnte ein anderer kommen und es kaufen.\n", "R. Gidel bemühte sich um ein Grundstück, und R. Abba ging hin und kaufte es. Da ging R. Gidel und klagte darüber vor R. Zera, und R. Zera klagte darüber vor R. Jiçḥaq dem Schmied. Dieser sprach zu ihm: Warte bis er am Feste zu uns kommt. Als er kam und dieser ihn traf, sprach er zu ihm: Wenn ein Armer sich um einen Kohlenkuchen bemüht, und jemand kommt und ihn ihm wegnimmt, was ist dieser? \n", "Jener erwiderte: Er heißt ein Bösewicht. — Weshalb hat der Meister so gehandelt!? Jener erwiderte: Ich wußte es nicht. — So mag der Meister es ihm abtreten. Jener erwiderte: Verkaufen will ich es nicht, denn es ist das erste Grundstück und dies7Der Verkauf des ersten Grundstückes. ist nicht glückbringend, wenn er es aber geschenkt haben will, mag er es nehmen. \n", "R. Gidel aber trat den Besitz nicht an, denn es heißt: 8Pr. 15,27.wer Geschenke haßt, wird leben, und R. Abba trat ebenfalls den Besitz nicht an, weil R. Gidel sich darum bemüht hatte. Weder trat der eine den Besitz an noch trat der andere den Besitz an, und man nennt es das Grundstück der Gelehrten9Der Jünger, denen der Nießbrauch zufiel..\n", "EBENSO IST, WENN JEMAND ZU EINER FRAU GESAGT HAT: SEI MIR ANGETRAUT &C. Wie ist es, wenn innerhalb der dreißig Tage kein anderer gekommen ist und sie sich angetraut hat? Rabh und Šemuél sagen beide, sie sei ihm angetraut, selbst wenn das Geld verzehrt worden10Sodaß bei der Fälligkeit der Antrauung das Antrauungsgeld nicht mehr vorhanden ist.ist, \n", "denn dieses Geld gleicht weder einem Darlehen11Womit die Antrauung nicht erfolgen kann.noch einem Depositum12Damit kann die Antrauung nur dann erfolgen, wenn zur Zeit der Antrauung davon im Werte einer Peruṭa vorhanden ist; cf. supra Fol. 47a.. \n", "Einem Depositum gleicht es nicht, denn das Depositum wird13Da es nicht dem Depositar gehört.im Besitze des Eigentümers verzehrt, während dieses in ihrem Besitze verzehrt worden ist; einem Darlehen gleicht es ebenfalls nicht, denn ein Darlehen wird zur Verausgabung14Sodaß er ihr später bei der Antrauung nichts gibt.gegeben, dieses aber hat er ihr zur Antrauung gegeben. — \n", "Wie ist es, wenn kein anderer gekommen ist und sie sich angetraut hat, sie aber zurückgetreten15Innerhalb der 30 Tage.ist? R. Joḥanan sagt, sie könne zurücktreten, denn Worte können Worte aufheben; Reš Laqiš sagt, sie könne nicht zurücktreten, denn Worte können nicht Worte aufheben. \n", "R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein: Hat er es16Den seinem Vertreter erteilten Auftrag, für ihn die Hebe von seinen Früchten zu entrichten.widerrufen, so ist die Absonderung der Hebe, wenn der Widerruf vorher erfolgt ist, ungültig. Hierbei sind es ja Worte und Worte, und die Worte heben die Worte auf!? — Anders verhält es sich beim Geben des Geldes in die Hand der Frau, da dies einer Handlung gleicht17Es ist keine wirkliche Handlung, da die Wirkung erst nach 30 Tagen erfolgen sollte., und Worte können eine Handlung nicht aufheben. \n", "Er wandte gegen ihn ein: Wenn jemand seiner Frau einen Scheidebrief geschickt hat und den Boten erreicht oder ihm einen Boten nachsendet und zu ihm spricht: der Scheidebrief, den ich dir gegeben habe, sei nichtig, so ist er nichtig. Das Geben des Scheidebriefes in die Hand des Boten gleicht ja dem Geben des Geldes in die Hand der Frau, und er lehrt, sei er nichtig18Die Aufhebung erfolgt durch Worte.!? — \n", "Auch da sind es, solange der Scheidebrief nicht in die Hand der Frau gekommen ist, nur Worte und Worte, und Worte können Worte aufheben. \n", "Reš Laqiš wandte gegen R. Joḥanan ein: Jedes Gerät wird durch die Bestimmung19Es in seinem unfertigen Zustande in Gebrauch zu nehmen; sonst erst dann, wenn es vollständig fertig ist.verunreinigungsfähig und nur durch eine ändernde Handlung20Wenn es zerbrochen wird u. für seine Bestimmung nicht mehr verwendbar ist.der Verunreinigungsfähigkeit enthoben. Die Handlung hebt die Handlung und die Bestimmung auf, die Bestimmung hebt weder die Handlung noch die Bestimmung auf. \n" ], [ "Erklärlich ist es, daß [die Bestimmung] die Handlung nicht aufhebt, denn Worte können keine Handlung aufheben, die Bestimmung aber sollte sie doch aufheben!? — \n", "Anders verhält es sich bei der Bestimmung hinsichtlich der Verunreinigung, da diese einer Handlung gleicht. Dies nach R. Papa, denn R. Papa wies auf einen Widerspruch hin: Es heißt:21Lev. 11,38.wenn jemand gibt, und wir lesen: wenn gegeben wird22Die Schreibweise יתן ist aktiv, gelesen aber wird es יותן, passiv.; wie ist dies zu erklären? \n", "Das Gegebenwerden23Der Flüssigkeit auf die Früchte, erst dann ist es verunreinigungsfähig.muß dem Geben gleichen; wie das Geben mit seinem Willen erfolgt, ebenso das Gegebenwerden, nur wenn mit seinem Willen24Sein Wille gilt hierbei als Handlung, als hätte er selber die Früchte befeuchtet..\n", "R. Zebid bezieht diese Lehre auf das folgende. Ebenso ist, wenn sie ihrem Beauftragten den Auftrag erteilt hat, für sie ihre Antrauung in Empfang zu nehmen, und sie sich darauf selbst antrauen25Von einem anderen.ließ, falls ihre eigene Antrauung zuerst erfolgt ist, ihre eigene gültig, und falls die des Beauftragten zuerst erfolgt ist, ihre eigene ungültig. \n", "Wie ist es, wenn sie selbst sich nicht antrauen ließ, aber zurückgetreten26Von ihrem Auftrage.ist? R. Joḥanan sagt, sie könne zurücktreten, Reš Laqiš sagt, sie könne nicht zurücktreten. R. Joḥanan sagt, sie könne zurücktreten, denn Worte können Worte aufheben; Reš Laqiš sagt, sie könne nicht zurücktreten, denn Worte können nicht Worte aufheben. \n", "R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein: Hat er es widerrufen, so ist die Absonderung der Hebe, wenn der Widerruf vorher erfolgt ist, ungültig!? Raba erwiderte: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn der Eigentümer zuvorgekommen ist und selber die Hebe abgehoben hat; dies ist eine Handlung. \n", "Reš Laqiš wandte [gegen R. Joḥanan] ein: Jedes Gerät wird durch die Bestimmung verunreinigungsfähig und nur durch eine ändernde Handlung der Verunreinigungsfähigkeit enthoben. Die Handlung hebt die Handlung und die Bestimmung auf, die Bestimmung hebt weder die Handlung noch die Bestimmung auf. Erklärlich ist es, daß [die Bestimmung] die Handlung nicht aufhebt, denn Worte können keine Handlung aufheben, die Bestimmung aber sollte sie doch aufheben!? \n", "Dieser erwiderte: Anders verhält es sich bei der Bestimmung hinsichtlich der Unreinheit, da diese der Handlung gleicht. Dies nach R. Papa, denn R. Papa wies auf einen Widerspruch hin: Es heißt: wenn jemand gibt, und wir lesen: wenn gegeben wird; wie ist dies zu erklären? Das Gegebenwerden muß dem Geben gleichen; wie das Geben mit seinem Willen erfolgt, ebenso das Gegebenwerden nur mit seinem Willen. \n", "R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein: Wenn jemand seiner Frau einen Scheidebrief geschickt hat und den Boten erreicht oder ihm einen Boten nachsendet und zu ihm spricht: der Scheidebrief, den ich dir gegeben habe, sei nichtig, so ist er nichtig. Dies ist eine Widerlegung des Reš Laqiš. Eine Widerlegung. \n", "Die Halakha ist wie R. Joḥanan, selbst bei der ersten [Lehre]. Obgleich man sagen könnte, beim Geben des Geldes in die Hand der Frau verhalte es sich anders, da dies einer Handlung gleicht, dennoch werden Worte durch Worte aufgehoben. — \n", "Demnach besteht ja ein Widerspruch zwischen einer Halakha und der anderen: du sagst, die Halakha sei wie R. Joḥanan, und dem widersprechend ist es uns bekannt, daß die Halakha wie R. Naḥman27Daß Worte nicht durch Worte aufgehoben werden können.sei!? Sie fragten nämlich, ob er zurücktreten und sich damit28Mit dem Scheidebriefe, den er seinem Boten als nichtig erklärt hat.von ihr scheiden lassen könne; \n", "hierzu sagte R. Naḥman, er könne zurücktreten und sich damit von ihr scheiden lassen, und R. Šešeth sagte, er könne nicht zurücktreten und sich damit von ihr scheiden lassen. Diesbezüglich ist uns bekannt, daß die Halakha wie R. Naḥman sei. — Zugegeben, daß er seine Eigenheit als Boten aufgehoben hat, die Eigenheit des Scheidebriefes aber hat er nicht aufgehoben.\n", "DEM ANDEREN ANGETRAUT. Rabh sagte: Sie ist dem anderen dauernd angetraut. Šemuél aber sagte: Sie ist dem anderen nur dreißig Tage angetraut, und nach dreißig Tagen schwindet die Antrauung des anderen und die Antrauung des ersten wird perfekt. \n", "R. Ḥisda saß und warf folgende Frage auf: Wodurch schwindet die Antrauung des anderen!? R. Joseph sprach zu ihm: Der Meister bezieht dies auf den Anfangsatz29Der von der gültigen Antrauung des anderen spricht., und es ist ihm fraglich; R. Jehuda aber bezieht dies auf den Schlußsatz, und ihm ist nichts fraglich. \n", "Von jetzt ab nach dreißig Tagen &c. Rabh sagte: Sie ist ihm angetraut und nicht angetraut, dauernd30Der Zweifel bleibt auch nach Ablauf der 30 Tage bestehen.. Šemuél aber sagte: Sie ist ihm angetraut und nicht angetraut, nur dreißig Tage, und nach dreißig Tagen schwindet die Antrauung des anderen und die Antrauung des ersten wird perfekt31Während der 30 Tage ist die Antrauung zweifelhaft, da der erste sterben u. die Antrauung des anderen rückwirkend gültig werden kann; nach Ablauf der 30 Tage ist sie dem ersten rückwirkend angetraut u. die Antrauung des anderen ungültig.. \n", "Rabh ist es zweifelhaft, ob dies32Der Passus ‘von jetzt bis nach 30 Tagen’.eine Bedingung33Daß, wenn er innerhalb 30 Tagen nicht zurücktritt, die Antrauung von jetzt ab gültig sei.oder ein Rücktritt34Die W.e ‘nach 30 Tagen’ widerrufen die W.e ‘von jetzt ab’.sei, Šemuél aber ist es entschieden, daß dies eine Bedingung sei. \n", "Sie führen den Streit der Autoren der folgenden Lehre: [Sagte er:] von heute ab35Soll der Scheidebrief gültig sein.nach meinem Tode, so ist der Scheidebrief gültig und nicht gültig36Die Scheidung ist zweifelhaft.— so die Weisen; Rabbi sagt, dieser sei ein Scheidebrief37Dies ist eine Bedingung, u. wenn er nicht zurücktritt, ist die Scheidung rückwirkend gültig.. — \n", "Sollte doch Rabh sagen, die Halakha sei wie die Rabbanan, und Šemuél sollte sagen, die Halakha sei wie Rabbi!? — Dies38Der selbständige Streit über diesen Fall.ist nötig. Würde Rabh gesagt haben, die Halakha sei wie die Rabbanan, so könnte man glauben, nur da39Ist die von ihm gebrauchte Wendung vielleicht ein Rücktritt., wo er sie entfernen40Da dies ihm schwer fällt, so kann er sich hierzu nicht entschließen.will, hierbei aber, wo er sich ihr nähern will, pflichte er Šemuél bei, daß dies eine Bedingung sei. \n", "Und würde Šemuél gesagt haben, die Halakha sei wie Rabbi, so könnte man glauben, nur da41Gilt diese Wendung als Bedingung., weil es keine Scheidung nach dem Tode42Die W.e ‘von heute ab nach meinem Tode’ sind daher zu verstehen, die Scheidung möge von jetzt ab gültig sein, falls er bis zu seinem Tode nicht zurücktritt.gibt, hierbei aber, wo die Antrauung auch nach dreißig Tagen erfolgen kann, pflichte er Rabh bei. Daher ist dies38Der selbständige Streit über diesen Fall.nötig.\n", "Abajje sagte: Nach der Begründung Rabhs43Daß bei der in Rede stehenden Wendung ein Zweifel obwalte, ob sie als Bedingung od. als Rücktritt aufzufassen sei.benötigt sie, wenn einer zu [einer Frau] gesagt hat: sei mir von jetzt ab nach dreißig Tagen angetraut, und ein anderer kommt und zu ihr sagt: sei mir von jetzt ab nach zwanzig Tagen angetraut, \n" ], [ "und darauf ein dritter kommt und zu ihr sagt: sei mir von jetzt ab nach zehn Tagen angetraut, vom ersten und vom letzten eines Scheidebriefes und vom mittelsten keines Scheidebriefes. \n", "Wie du es nimmst: ist dies eine Bedingung, so ist die Antrauung des ersten gültig und die Antrauungen der anderen sind ungültig, und ist dies ein Rücktritt, so ist die Antrauung des letzten gültig und die Antrauungen der anderen sind ungültig. — \n", "Selbstverständlich!? — Man könnte glauben, diese Wendung könne als Bedingung und als Rücktritt44Der erste kann sie als Rücktritt u. der andere als Bedingung aufgefaßt haben, sodaß die Antrauung des anderen gültig ist.aufgefaßt werden und sie benötige eines Scheidebriefes von jedem, so lehrt er uns. \n", "U͑la aber sagte im Namen R. Joḥanans, auch hundert erfassen45Der Zweifel besteht hinsichtlich aller.sie. Ebenso sagte R. Asi im Namen R. Joḥanans, auch hundert erfassen sie. R. Mešaršeja, Sohn des R. Ami, sprach zu R. Asi: Ich will dir den Grund R. Joḥanans erklären: hierbei verhält es sich wie bei einer Reihe von Ziegelsteinen, bei der jeder Raum für den anderen46Beim Aufstapeln von Ziegelsteinen werden die Steine nicht genau aufeinander gelegt, da sie dann zusammenfallen würden, sondern über den nächsten hinüberragend; ebenso ließ hierbei jeder eine Handhabe für die Antrauung des anderen zurück.zurückläßt. \n", "R. Ḥanina wandte ein: [Sagte er:] von heute ab nach meinem Tode, so ist die Scheidung gültig und nicht gültig; stirbt47Innerhalb dieser Zeit.er, so ist an ihr die Ḥaliça zu vollziehen und nicht die Schwager ehe48Da die Scheidung viell. gültig u. die Geschiedene des Bruders verboten ist.. \n", "Dies ist für Rabh eine Stütze, und auch nach Šemuél ist zu erklären, hier sei die Ansicht der Rabbanan vertreten, während er der Ansicht Rabbis49Daß die Scheidung gültig sei.ist; \n", "nach R. Joḥanan aber, welcher sagt, dies sei eine Zurücklassung, sollte doch, da eine Scheidung, von der etwas zurückbleibt50Die irgendwie verklauselt u. nicht ganz vollständig ist., nichtig ist, auch die Schwagerehe zulässig sein!? \n", "Raba erwiderte: Der Scheidebrief befreit sie und der Tod befreit sie, was der Scheidebrief zurückläßt, ergänzt der Tod. Abajje sprach zu ihm: Es ist ja nicht gleich: der Scheidebrief bringt sie aus der Gewalt des Eheschwagers, der Tod aber bringt sie in die Gewalt des Eheschwagers!? \n", "Vielmehr, erklärte Abajje, aus dem Grunde, weil [die Wendung] ‘von heute ab, wenn ich sterbe’ berücksichtigt wird; die Scheidung ist dann gültig51Diese Wendung ist entschieden eine Bedingung u. die Schwagerehe ist verboten, u. aus diesem Grunde ist sie auch bei jener Wendung verboten.. — \n", "Sollte sie doch bei [der Wendung] ‘von heute ab, wenn ich sterbe’ der Ḥaliça benötigen mit Rücksicht auf [die Wendung] ‘von heute nach meinem Tode’!? — Wenn du sagen wolltest, sie benötige der Ḥaliça, so könnte an ihr auch die Schwagerehe vollzogen werden. — \n", "Auch in jenem Falle kann ja, da du sagst, sie benötige der Ḥaliça, an ihr auch die Schwagerehe vollzogen werden!? — Mag an ihr die Schwagerehe vollzogen werden; dabei ist nichts, da dies52Die Bestimmung, daß an ihr die Schwagerehe nicht vollzogen werde.nur eine rabbanitische Berücksichtigung ist53Nach dem Gesetze ist die verklauselte Scheidung nichtig..\n", "ii SAGT JEMAND ZU EINER FRAU: SEI MIR ANGETRAUT54Mit einer Wertsache, die er ihr sofort gibt.MIT DER BEDINGUNG, DASS ICH DIR ZWEIHUNDERT ZUZ GEBE, SO IST SIE IHM ANGETRAUT, UND ER GEBE SIE IHR; WENN ABER: MIT DER BEDINGUNG, DASS ICH SIE DIR VON JETZT BIS DREISSIG TAGEN GEBE, SO IST SIE IHM, WENN ER SIE INNERHALB DREISSIG TAGEN GEGEBEN HAT, ANGETRAUT, WENN ABER NICHT, NICHT ANGETRAUT. \n", "SAGTE ER: MIT DER BEDINGUNG, DASS ICH ZWEIHUNDERT ZUZ HABE, SO IST SIE IHM, WENN ER SIE HAT, ANGETRAUT; WENN: MIT DER BEDINGUNG, DASS ICH DIR ZWEIHUNDERT ZUZ ZEIGEN WERDE, SO IST SIE IHM ANGETRAUT, UND ER ZEIGE SIE IHR; ZEIGT ER SIE IHR AUF DEM [WECHSEL]-TISCHE55Wenn er Geldwechsler ist u. sie nicht ihm gehören., SO IST SIE IHM NICHT ANGETRAUT.\n", "GEMARA. Es wurde gelehrt: R. Hona erklärte: Er soll ihr geben, R. Jehuda erklärte: Wenn er ihr gibt. R. Hona erklärt: er soll ihr geben, denn dies ist eine Bedingung, die er dann56Die Antrauung ist rückwirkend gültig.erfüllt; R. Jehuda erklärt: wenn er ihr gibt, denn die Antrauung erfolgt erst dann, wenn er sie ihr gibt, vorher aber erfolgt keine Antrauung. — \n", "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? — Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen in dem Falle, wenn sie57Bevor er ihr das Geld gegeben hat.die Hand ausgestreckt und die Antrauung von einem anderen in Empfang genommen hat; nach R. Hona ist diese Antrauung nicht gültig, nach R. Jehuda aber ist diese Antrauung gültig.\n", " Desgleichen wird auch bei der Scheidung gelehrt: Wenn jemand zu einer Frau sagt: da hast du deinen Scheidebrief mit der Bedingung, daß du mir zweihundert Zuz gibst, so ist sie geschieden, und sie gebe sie ihm. Hierzu wurde gelehrt: R. Hona erklärte: Sie soll ihm geben. R. Jehuda erklärte: Wenn sie ihm gibt. R. Hona erklärt: sie soll ihm geben, denn dies ist eine Bedingung, die sie dann erfüllt; R. Jehuda erklärt: wenn sie ihm gibt, denn die Scheidung erfolgt erst dann, wenn sie sie ihm gibt, vorher aber erfolgt keine Scheidung. — \n" ], [ " Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? — Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen in dem Falle, wenn der Scheidebrief zerrissen worden oder abhanden gekommen ist; nach R. Hona ist die Scheidung gültig, nach R. Jehuda ist die Scheidung ungültig. \n", " Und beides ist nötig. Würde er es nur von der Antrauung gelehrt haben, so könnte man glauben, nur hierbei erkläre R. Hona so, weil es zur Näherung57Er wünscht daher, daß es sofort erfolge.erfolgt, bei der Scheidung aber, die zur Entfernung58Er rechnet mit einer Versöhnung vor der Übergabe des Betrages.erfolgt, pflichte er R. Jehuda bei. \n", " Und würde er es nur da gelehrt haben, so könnte man glauben, nur da erkläre R. Hona so, weil er sich nicht geniert, sie zu mahnen59Daher ist ihm eine sofortige Scheidung erwünscht., hierbei aber, wobei sie sich geniert, ihn zu mahnen60Sobald er ihr Ehemann ist; ihr ist es daher erwünscht, daß die Antrauung erst nach Zahlung des Betrages erfolge., pflichte er R. Jehuda bei. Daher ist beides nötig. \n", " Man wandte ein: [Sagt jemand:] da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du mir zweihundert Zuz gibst, so ist sie, selbst wenn der Scheidebrief zerrissen worden oder abhanden gekommen ist, geschieden, jedoch darf sie, bis sie sie ihm gegeben hat, einen anderen nicht heiraten. \n", " Ferner wird gelehrt: Wenn er zu ihr sagt: da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du mir zweihundert Zuz gibst, und darauf stirbt, so ist sie, wenn sie sie ihm gegeben hat, an den Eheschwager nicht gebunden, und wenn sie sie ihm nicht gegeben hat, an den Eheschwager gebunden. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, sie gebe sie seinem Bruder, seinem Vater oder einem seiner Verwandten. \n", " Sie streiten nur insofern, indem der eine erklärt: mir, nicht aber meinen Erben, und der andere erklärt: mir, auch meinen Erben; alle stimmen jedoch überein, daß es nur eine Bedingung sei. Dies ist eine Widerlegung des R. Jehuda!? — \n", " R. Jehuda kann dir erwidern: hier ist die Ansicht Rabbis vertreten. R. Hona sagte im Namen Rabbis, wenn jemand ‘mit der Bedingung’ sagt, sei es ebenso, als würde er ‘von jetzt ab’ sagen61Wenn die Bedingung erfüllt wird, ist die Vereinbarung rückwirkend gültig.; die Rabbanan aber streiten gegen ihn, und ich bin der Ansicht der Rabbanan.\n", "Der Text. R. Hona sagte im Namen Rabbis: Wenn jemand ‘mit der Bedingung’ sagt, so ist es ebenso, als würde er ‘von jetzt ab’ sagen. R. Zera sagte: Als wir in Babylonien waren, sagten wir: R. Hona sagte im Namen Rabbis, wenn jemand ‘mit der Bedingung’ sagt, sei es ebenso, als würde er ‘von jetzt ab’ sagen; die Rabbanan aber streiten gegen ihn. \n", "Als ich dort62In Palästina.hinaufkam, traf ich R. Asi sitzen und im Namen R. Joḥanans vortragen: Alle stimmen überein, wenn jemand ‘mit der Bedingung’ sagt, sei es ebenso, als würde er ‘von jetzt ab’ sagen, sie streiten nur über [die Wendung] ‘von heute ab nach meinem Tode’63Sc. soll die Scheidung gültig sein; nach den Rabbanan hebt der 2. Satz den 1. auf.. \n", "Es wird auch gelehrt: [Sagt er:] von heute ab nach meinem Tode, so ist die Scheidung gültig und nicht gültig — so die Weisen; R. Jehuda sagt, diese Scheidung sei gültig. — \n", "Weshalb streiten sie nach R. Jehuda, welcher sagt, ihr Streit bestehe auch über [die Wendung] ‘mit der Bedingung’, über [die Wendung] ‘von heute ab, nach meinem Tode’, sollten sie doch über [die Wendung] ‘mit der Bedingung’ streiten64Um die Ansicht der Rabbanan hervorzuheben, daß auch in diesem Falle die Scheidung ungültig sei.!? — \n", "Um die Ansicht Rabbis hervorzuheben, daß, selbst wenn er ‘von heute ab, nach meinem Tode’ sagt, der Scheidebrief gültig sei. — Sollten sie doch über [die Wendung] ‘mit der Bedingung’ streiten, um die Ansicht der Rabbanan hervorzuheben!? — Die erleichternde Ansicht ist bedeutender.\n", "MIT DER BEDINGUNG, DASS ICH DIR VON JETZT &C. GEBE. Selbstverständlich65Daß, wenn er sie ihr nicht gibt, sie ihm nicht angetraut sei.!? — Man könnte glauben, dies sei keine Bedingung, und nur um sie anzuspornen, sagte er es, so lehrt er uns.\n", "MIT DER BEDINGUNG, DASS ICH ZWEIHUNDERT ZUZ HABE &C. Sollte doch berücksichtigt werden, vielleicht hat66Die W.e ‘wenn er sie hat’, besagen, daß die Antrauung nur dann gültig ist, wenn dies durch Zeugen bewiesen ist, sonst aber nicht.er sie!? Ferner wird gelehrt, man berücksichtige, vielleicht hat er sie!? — \n", "Das ist kein Einwand; in dem einen Falle ist die Antrauung entschieden gültig, im anderen ist die Antrauung zweifelhaft67Wenn dies nicht festgestellt ist, so ist die Antrauung zweifelhaft u. sie benötigt ev. eines Scheidebriefes..\n", "MIT DER BEDINGUNG, DASS ICH DIR ZWEIHUNDERT ZUZ ZEIGEN WERDE &C. Es wird gelehrt: Sie wollte nur seines sehen68So ist diese Vereinbarung zu verstehen. u. wenn er ihr fremdes Geld zeigt, so ist die Antrauung ungültig.. ZEIGT ER SIE IHR AUF DEM [WECHSEL]TISCHE, SO IST SIE IHM NICHT ANGETRAUT. Selbstverständlich!? — Auch in dem Falle, wenn er mit dem Gelde Geschäfte macht69Wenn es zwar nicht ihm gehört, er aber am Gewinne durch Wechselgebühr beteiligt ist..\n", "iii SAGT ER:] MIT DER BEDINGUNG, DASS ICH EINE KORFLÄCHE70Ein Feld, auf dem ein Kor Getreide ausgesäet werden kann.ACKERLAND HABE, SO IST SIE IHM, WENN ER SIE HAT, ANGETRAUT; WENN ABER: MIT DER BEDINGUNG, DASS ICH SIE AN JENER STELLE HABE, SO IST SIE IHM, WENN ER SIE AN JENER STELLE HAT, ANGETRAUT, WENN ABER NICHT, NICHT ANGETRAUT. [SAGT ER:] MIT DER BEDINGUNG, DASS ICH DIR EINE KORFLÄCHE ACKERLAND ZEIGEN WERDE, SO IST SIE IHM ANGETRAUT, UND ER ZEIGE SIE IHR; ZEIGTE ER SIE IHR IN EINER EBENE71Dh. ein großes Plateau, in dem viele Korflächen vorhanden sind, die aber nicht ihm gehören., SO IST SIE IHM NICHT ANGETRAUT.\n", "GEMARA. Sollte doch berücksichtigt werden, vielleicht hat er sie!? Ferner wird gelehrt, man berücksichtige, vielleicht hat er sie!? — Das ist kein Einwand; in dem einen Falle ist die Antrauung entschieden gültig, im anderen ist die Antrauung zweifelhaft. — \n", "Wozu braucht dies von einem Grundstücke besonders und vom Gelde besonders gelehrt zu werden!? — Dies ist nötig. Würde er es nur vom Gelde gelehrt haben, so könnte man glauben, weil manche es heimlich verwahren, von Grundstücken aber ist dies bekannt72Wenn jemand ein solches besitzt; man könnte nun glauben, wenn dies nicht bekannt ist, erfolge nicht einmal eine zweifelhafte Antrauung., so lehrt er uns.\n", "MIT DER BEDINGUNG, DASS ICH SIE AN JENER STELLE HABE, SO IST SIE, WENN ER SIE AN JENER STELLE HAT &C. Selbstverständlich!? — Man könnte glauben, er könne zu ihr sagen: was geht dies73Wo das Ackerland sich befindet.dich an, ich will mich bemühen und [das Getreide] einbringen, so lehrt er uns.\n", "MIT DER BEDINGUNG, DASS ICH DIR EINE KORFLÄCHE ACKERLAND ZEIGEN WERDE. Es wird gelehrt: Sie wollte nur seines sehen. ZEIGTE ER SIE IHR IN EINER EBENE, SO IST SIE IHM NICHT ANGETRAUT. Selbstverständlich!? — In dem Falle, wenn er sie in Pacht hat.\n", "Vom Geheiligten haben wir gelernt: \n" ], [ "Wenn jemand zur Zeit des Jobelgesetzes74Wenn dieses Geltung hat.dem Heiligtume sein Feld weiht, so hat er75Wenn er es auslöst; cf. Lev. 27,16ff.fünfzig Šeqel für die Aussaatfläche eines Ḥomer Gerste zu zahlen; sind da zehn Handbreiten tiefe Spalte oder zehn Handbreiten hohe Felsen vorhanden, so werden sie nicht mitgemessen; kleinere werden mitgemessen. \n", "Dagegen wandten wir ein: Zugegeben, daß sie mit dem Grundstücke nicht heilig76Da sie nicht zum Ackerlande gehören. werden, aber besonders77Sie sollten als kleines Grundstück für sich gelten. Nach der Erklärung Raschis: wenn auch die Höhe bezw. die Tiefe nicht mitgerechnet wird, der Durchmesser aber sollte mitgerechnet werden.sollten sie doch heilig werden!? Wolltest du erwidern, da sie keine Korfläche fassen, seien sie unwesentlich, so will ich auf einen Widerspruch hinweisen: Feld, \n", "worauf deutet dies? Da es heißt:78Lev. 27,16.die Saatfläche von einem Ḥomer Gerste für fünfzig, so könnte man glauben, dies gelte nur von dem Falle, wenn man ein solches79Ein Feld von mindestens 1 Kor Aussaat.geweiht hat, und man wüßte nicht, daß auch ein Lethekh80Ein Feld von diesem Quantum Aussaat., ein halber Lethekh, eine Seá, ein Trikab, ein halber Trikab und sogar ein Viertel[kab] einbegriffen ist; daher heißt es: Feld, von jedem Umfange. \n", "Mar U͑qaba b. Ḥama erwiderte: Hier wird von Spalten voll Wasser gesprochen, die zum Besäen nicht geeignet sind. Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt es gleichlautend von diesen und von hohen Felsen81Die in der Regel zum Besäen ungeeignet sind.. Schließe hieraus. — \n", "Demnach sollte es doch auch von kleineren gelten!? — Solche heißen Erdritzen82Sie sind unwesentlich u. daher mitzumessen.oder Erdadern. \n", "Vom Verkaufe haben wir gelernt: Wenn jemand zu seinem Nächsten sagt: ich verkaufe dir eine Korfläche Ackerland, und da zehn Handbreiten tiefe Spalte oder zehn Handbreiten hohe Felsen sich befinden, so werden sie nicht mitgemessen; kleinere werden mitgemessen. Hierzu sagte Mar U͑qaba b. Ḥama, selbst wenn sie nicht voll Wasser sind, \n", "und zwar, wie R. Papa erklärte, aus dem Grunde, weil niemand Geld für ein Feld zahlt, das auf zwei oder drei Stellen [verteilt] aussieht. \n", "Wie ist es nun hierbei83Wenn die Korfläche, die er besitzt, mit Wasser gefüllte Spalten hat.: ist es mit dem Geheiligten oder mit dem Gekauften zu vergleichen? — Es ist einleuchtend, daß es mit dem Geheiligten zu vergleichen ist, denn er kann zu ihr sagen: ich will mich bemühen und säen und [das Getreide] einbringen84Nur er u. nicht sie ist dadurch benachteiligt..\n", "iv R. MEÍR SAGTE: EINE BEDINGUNG, DIE NICHT DER BEDINGUNG DER GADITEN UND DER REÚBENITEN85Diese war eine doppelte, dh. es wurde die Leistung für den Fall der Erfüllung u. auch für den Fall der Nichterfüllung der Bedingung vereinbart.GLEICHT, GILT NIGHT ALS BEDINGUNG. BEI DIESER HEISST ES:86Num. 32,29.und Moše sprach zu ihnen: wenn die Söhne Gads und die Söhne Reúbens hinüberziehen werden, UND FERNER:87Ib. V. 30.und wenn sie nicht gerüstet hinüberziehen werden. \n", "R. ḤANINA B. GAMLIÉL SAGTE: DIES ZU SAGEN WAR NÖTIG, DENN SONST KÖNNTE MAN VERSTEHEN, DASS SIE AUCH IM LANDE KENA͑AN KEINEN ANTEIL ERHALTEN SOLLTEN88Als Buße für die Nichterfüllung der Bedingung; sonst aber ist die Verdoppelung der Bedingung nicht erforderlich..\n", "GEMARA. H. Ḥanina b. Gamliél erwiderte ja R. Meír treffend!? — R. Meír kann dir erwidern: wenn man sagen wollte, nicht zur Verdoppelung der Bedingung, so sollte es heißen: wenn sie nicht hinüberziehen, so sollen sie in eurer Mitte Besitz erhalten, da es aber noch im LandeKenaa͑n heißt, \n" ], [ "so erfolgt dies zur Verdoppelung der Bedingung. — \n", "Und R. Ḥanina b. Gamliél!? — Er kann dir erwidern: wenn der Allbarmherzige nicht im Lande Kenaa͑n geschrieben hätte, könnte man verstehen: so sollen sie in eurer Mitte Besitz erhalten, im Lande Gilea͑d89Nicht das ganze Land, sondern nur nach Verhältnis ihrer Beteiligung bei der Eroberung dieses Landes., nicht aber im Lande Kenaa͑n. — Und R. Meír!? — Unter in eurer Mitte ist zu verstehen: überall, wo ihr [Besitz] habt. \n", "Es wird gelehrt: R. Ḥanina b. Gamliél sagte: Dies90Die Vereinbarung bei der Verteilung des Landes.gleicht dem Falle, wenn jemand seine Güter an seine Söhne verteilt und spricht: mein Sohn N. erbe jenes Feld, mein Sohn N. erbe jenes Feld und mein Sohn N. zahle zweihundert Zuz heraus und erbe jenes Feld; wenn er aber nicht herauszahlt, so erbe er mit seinen Brüdern an den anderen91Die sie erhalten haben.Gütern. \n", "Die Verdoppelung ist es, die veranlaßt, daß er mit seinen Brüdern an den anderen Gütern92Aus dem 1. Passus allein könnte man folgern, daß er, falls er nichts herauszahlt, vom 3. Felde nur einen entsprechenden Anteil erhalte, von den anderen aber überhaupt nichts. Ebenso in der angezogenen Schriftstelle: wenn nicht die Verdoppelung, würde man verstanden haben, bei Nichterfüllung der Bedingung erhalten sie einen verhältnismäßigen Anteil in Gilea͑d.erbe. — \n", "Dies gleicht ja aber nicht [seinen Worten] in unserer Mišna; in dieser heißt es: könnte man verstehen, daß sie auch im Lande Kenaa͑n keinen Anteil erhalten, wonach die Verdoppelung sich auf das Land Gilea͑d93Wenn nicht die Verdoppelung, würden sie weder von Gilea͑d noch von Kenaa͑n etwas erhalten haben.bezieht, \n", "hier aber heißt es: die Verdoppelung ist es, die veranlaßt, daß er mit seinen Brüdern an den übrigen Gütern erbe, wonach die Verdoppelung sich nur auf die übrigen Güter94Er würde sonst von den übrigen Gütern nichts erhalten haben, sondern einen entsprechenden Teil vom 3. Felde; ebenso würden sie hierbei keinen Anteil in Kenaa͑n, wohl aber einen solchen in Gilea͑d erhalten haben.bezieht!? — \n", "Das ist kein Einwand; das eine [sagte er] bevor R. Meír ihm [den Schriftvers] Besitz erhalten95Er glaubte, daß nach RM. der ganze Schriftvers zur Verdoppelung der Bedingung vorhanden sei, u. sagte, ohne diese wäre zu verstehen, daß sie überhaupt nichts erhalten.\n", "erwiderte, das andere [sagte er] nachdem R. Meír ihm [den Schriftvers] Besitz erhalten erwiderte96Aus dem Wortlaute in seiner Erwiderung geht hervor, daß sie ohne die Verdoppelung einen Anteil erhalten sollten, jed. nicht in Kenaa͑n.. — \n", "Erklärlich ist es nach R. Meír, daß es heißt:97Gen. 4,7.wenn du gut handelst, erhältst du einen Lohn, wenn du aber nicht gut handelst, so lagert die Sünde vor der Tür, wozu aber ist dies98Die Verdoppelung der Bedingung.nach R. Ḥanina nötig!? — Man könnte glauben; wenn du gut handelst, erhältst du einen Lohn, wenn du nicht gut handelst, weder Lohn noch Strafe, so lehrt er uns. — \n", "Erklärlich ist es nach R. Meír, daß es heißt:99Gen. 24,41.so100Wenn er durch Weigerung der Verwandten verhindert sein sollte, den Auftrag auszuführen.bist du meines Eids frei, wozu aber ist dies nach R. Ḥanina b. Gamliél nötig!? — \n", "Dies ist nötig; man könnte glauben: wenn sie101Die Frau bezw. ihre Angehörigen.selbst es wünschen sollte, jene101Die Frau bezw. ihre Angehörigen.aber nicht, müsse er sie gegen den Willen jener holen, so lehrt er uns. — \n", "Wozu heißt es:102Gen. 24,8.wenn die Frau aber nicht will!? — Man könnte glauben: wenn jene es wünschen sollten, sie selbst aber nicht, müsse er sie gegen ihren Willen holen, so lehrt er uns. — \n", "Erklärlich ist es nach R. Meír, daß es heißt:103Lev. 26,1.wenn ihr in meinen Satzungen wandeln werdet, und:104Ib. V. 15.wenn ihr meine Satzungen mißachten werdet, wozu aber ist dies nach R. Ḥanina b. Gamliél nötig!? — Dies ist nötig; man könnte glauben: wenn ihr in meinen Satzungen wandeln werdet, zum Segen, wenn ihr meine Satzungen mißachten werdet, weder zum Segen noch zum Fluche, so lehrt er uns. — \n", "Erklärlich ist es nach R. Meír, daß es heißt:105Jes. 1,19,20.wenn ihr willig seid und höret &c. und wenn ihr euch weigert und widerspenstig seid &c., wozu aber ist dies nach R. Ḥanina b. Gamliél nötig!? — Dies ist nötig; man könnte glauben: wenn ihr willig seid, dafür Gutes, wenn ihr euch weigert, weder Gutes noch Böses, so lehrt er uns. — \n", "Was heißt:\n" ], [ "105Jes. 1,19,20.so sollt ihr vom Schwerte verzehrt106Nach der folgenden Auslegung scheint der T. das W. תאכלו aktiv zu lesen: sollt ihr Schwerter essen.werden? Raba erwiderte: Steinsalz, hartes Gerstenbrot und Zwiebeln. Der Meister sagte nämlich, trockenes Backofenbrot107Das gewöhnliche Fladenbrot wurde an den Wänden tragbarer topf artiger Öfen gebacken.mit Salz und Zwiebeln seien dem Körper wie Schwerter unzuträglich. — \n", "Erklärlich ist es nach R. Ḥanina b. Gamliél, daß es heißt: 108Num. 5,19.wenn kein Mann bei dir gelegen hat und du nicht zu Unreinheit unter deinem Manne abgeschweift bist, so sei109Hier ist die Bedingung nicht verdoppelt, vielmehr ist für den Fall der Abschweifung das Entgegengesetzte zu folgern.frei, nach R. Meír aber sollte es doch ‘ersticke’ heißen110Im Falle der Abschweifung, da ohne Verdoppelung das Entgegengesetzte nicht zu folgern ist.!? R. Tanḥum erwiderte: Es heißt tatsächlich ersticke111Das W. הנקי kann auch in dieser Bedeutung gelesen werden; vgl. S. 65 Anm. 94.. — \n", "Erklärlich ist es nach R. Meír, daß es hinaqi112Die Schrift gebraucht ein doppelsinniges Wort, das sowohl als Segen als auch als Fluch aufgefaßt werden kann, u. die gleicht der Verdoppelung der Bedingung.heißt: wozu aber ist dies nach R. Ḥanina b. Gamliél nötig!? — Dies ist nötig; man könnte glauben: wenn kein Mann bei dir gelegen hat, so sei frei, wenn aber einer gelegen hat, weder frei sein noch ersticken, vielmehr sei dies nur ein gewöhnliches Verbot, so lehrt er uns. — \n", "Erklärlich ist es nach R. Meír, daß es heißt:113Num. 19,12.er entsündige sich am dritten Tage und am siebenten Tage wird er rein sein, und wenn er sich nicht entsündigt &c. wozu aber ist dies nach R. Ḥanina b. Gamliél nötig!? — \n", "Dies ist nötig; man könnte glauben, das Gebot der Besprengung habe am dritten und am siebenten zu erfolgen, wenn er es aber nur an einem von diesen getan hat, sei es recht, so lehrt er uns. — \n", "Wozu heißt es:114Ib. V. 19.und der Reine sprenge auf den Unreinen am dritten und am siebenten Tage? — Dies ist nötig; man könnte glauben, dritten schließe den zweiten und siebenten schließe den sechsten aus, wobei die Tage der Reinigung vermindert werden, wenn er es aber am dritten und am achten getan hat, wobei die Tage der Reinigung vermehrt werden, sei es recht, so lehrt er uns. — \n", "Wozu heißt es:114Ib. V. 19.und entsündige ihn am siebenten Tage? — Dies ist nötig; man könnte glauben, nur für Heiliges, für die Hebe aber115Um diese essen zu dürfen.sei auch einmal ausreichend, so lehrt er uns.\n", "WENN JEMAND SICH EINE FRAU ANGETRAUT HAT UND SPÄTER SAGT, ER HABE GEGLAUBT, SIE SEI PRIESTERIN, UND SIE IST LEVITIN116Dh. die Tochter eines Priesters bezw. Leviten., LEVITIN, UND SIE IST PRIESTERIN, ARM, UND SIE IST REICH, REICH, UND SIE IST ARM, SO IST SIE IHM ANGETRAUT, WEIL SIE IHN NICHT GETÄUSCHT HAT. \n", "WENN JEMAND ZU EINER FRAU SAGT: SEI MIR ANGETRAUT NACHDEM ICH PROSELYT GEWORDEN BIN, NACHDEM DU PROSELYTIN GEWORDEN BIST, NACHDEM ICH FREIER GEWORDEN BIN, NACHDEM DU FREIE GEWORDEN BIST, NACHDEM DEIN MANN GESTORBEN IST, NACHDEM DEINE SCHWESTER GESTORBEN IST, NACHDEM DEIN SCHWAGER AN DIR DIEALIÇA VOLLZOGEN HAT, SO IST SIE IHM NICHT ANGETRAUT. \n", "EBENSO IST, WENN JEMAND ZU SEINEM NÄCHSTEN SAGT: WENN DEINE FRAU EIN MÄDCHEN GEBIERT, SEI ES MIR ANGETRAUT, ES IHM NICHT ANGETRAUT. (IST ABER DIE FRAU SCHWANGER UND DIE GEBURT BEMERKBAR, SIND SEINE WORTE GÜLTIG, UND WENN SIE EIN MÄDCHEN GEBIERT, IHM ANGETRAUT.)\n", "GEMARA. Dort haben wir gelernt: Man darf die Hebe nicht vom Gepflückten für das [am Boden] Haftende117Das am Boden haftende Getreide wird erst nach der Ernte für die priesterl. Abgaben pflichtig, u. auch das Abgesonderte gilt demnach nicht als Hebe, sondern als Profanes, von dem die Abgaben nicht entrichtet worden sind.absondern; hat man sie abgesondert, so ist die Hebe ungültig. \n", "R. Asi fragte R. Joḥanan: Wie ist es, wenn jemand gesagt hat: die Früchte von diesem gepflückten Beete, mögen Hebe sein für die Früchte von jenem haftenden Beete, oder: die Früchte von diesem haftenden Beete mögen Hebe sein für die Früchte von jenem gepflückten Beete, nachdem sie118Die Früchte, für die die Hebe entrichtet worden ist, bezw. die als Hebe entrichtet worden sind.gepflückt sind, und sie gepflückt worden sind? Dieser erwiderte: Was in seiner Hand liegt, gilt nicht als fehlende119Da er selber sie pflücken kann, so gelten sie als gepflückt u. die Hebe ist gültig.Handlung. \n", "Er wandte gegen ihn ein: Wenn jemand zu einer Frau sagt: sei mir angetraut nachdem ich Proselyt geworden bin, nachdem du Proselytin geworden bist, nachdem ich Freier geworden bin, nachdem du Freie geworden bist, nachdem dein Mann gestorben ist, nachdem deine Schwester gestorben ist oder nachdem dein Schwager an dir die Ḥaliça vollzogen hat, so ist sie ihm nicht angetraut. \n", "Allerdings liegt es in all diesen Fällen nicht in seiner Hand, aber Proselyt [zu werden] liegt ja in seiner Hand!? — Auch Proselyt [zu werden] liegt nicht in seiner Hand. R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans, \n" ], [ "ein Proselyt benötige120Bei der Zeremonie der Bekehrung.dreier [Personen], weil es bei diesem Recht121Cf. Num. 15,16; bei Rechtsverhandlungen sind 3 Personen erforderlich.heißt, und wer sagt, daß er diese drei zur Verfügung haben werde. \n", "R. Abba b. Mamal wandte ein: Ist etwa, wenn jemand seiner Sklavin eine Peruṭa gibt und zu ihr sagt: sei mir angetraut, nachdem ich dich freigelassen habe, diese ihm122Die Freilassung liegt in seiner Hand.angetraut!? — Es ist ja nicht gleich; hierbei ist sie vorher123In ihrem Zustande als Sklavin.ein Vieh, nachher aber eine ganz andere Person. — \n", "R. Oša͑ja sagte, wenn jemand seiner Frau eine Peruṭa gibt und zu ihr sagt: sei mir angetraut nachdem ich von dir geschieden bin, sie ihm nicht angetraut sei; ist etwa nach R. Joḥanan die Antrauung ebenfalls gültig!? — Zugegeben, daß es in seiner Hand liegt, sich von ihr scheiden zu lassen, aber liegt es etwa in seiner Hand, sie sich anzutrauen124Nach der Scheidung; dies hängt von ihrem Willen ab.!? — \n", "Demnach wäre hieraus125Aus der Erwiderung, die Antrauung sei deshalb ungültig, weil es nach der Scheidung nicht mehr von seinem Willen abhängt.eine Frage R. Oša͑jas zu entscheiden, wie es denn sei, wenn jemand einer Frau zwei Peruṭas gibt und bei der einen sagt: sei mir heute angetraut, und bei der anderen: sei mir angetraut nachdem ich von dir geschieden bin; hieraus wäre zu entscheiden, daß die Antrauung ungültig sei? — Vielleicht wird sie, da sie von der sofortigen Antrauung erfaßt wird, auch von der folgenden126Dies gleicht nicht dem vorangehenden Falle.erfaßt. \n", "Übereinstimmend mit R. Joḥanan wird gelehrt: Man darf die Hebe nicht vom Gepflückten für das [am Boden] Haftende absondern; hat man sie abgesondert, so ist die Hebe ungültig. Wenn jemand beispielsweise gesagt hat: die Früchte von diesem gepflückten Beete mögen Hebe sein für die Früchte von jenem haftenden Beete, oder: die Früchte von diesem haftenden Beete mögen Hebe sein für die Früchte von jenem gepflückten Beete, so hat er nichts gesagt; wenn er aber gesagt hat: nachdem sie gepflückt sind, und sie gepflückt worden sind, so sind seine Worte gültig. \n", "Noch mehr sagte R. Elie͑zer b. Ja͑qob: Selbst wenn er gesagt hat: die Früchte von diesem gepflückten Beete mögen Hebe sein für die Früchte von jenem gepflückten Beete nachdem sie ein Drittel der Reife erlangt haben und gepflückt worden sind, und sie ein Drittel der Reife erlangt haben und gepflückt worden sind, so sind seine Worte gültig127Obgleich sie vor Erlangung eines Drittels der Reife gar nicht als Früchte gelten u. das Heranreifen nicht von ihm abhängt..\n", "Rabba sagte, R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte es nur von Futtergras128Wenn zwar die Ähren ein Drittel der Reife noch nicht erlangt haben, die Halme jed. soweit herangewachsen sind, daß sie als Viehfutter verwendbar sind., nicht aber von Sproßgras129Wenn die Ähren erst hervorzusprossen begonnen haben u. nicht einmal als Viehfutter verwendbar sind.; R. Joseph sagte, auch von Sproßgras. — Woher geht hervor, daß agam130Das im Texte gebrauchte Wort für Sproßgras.die Bedeutung Hervorsprossendes habe? R. Elie͑zer erwiderte: Die Schrift sagt:131Jes. 58,5.seinen Kopf gleich der Binse [agmon] krümmen. — \n", "Es wird gelehrt: Wenn jemand zu seinem Nächsten sagt: wenn deine Frau ein Mädchen gebiert, sei es mir angetraut, so hat er nichts gesagt. Hierzu sagte R. Ḥanina, dies gelte nur von dem Falle wenn seine Frau nicht schwanger ist, wenn aber seine Frau schwanger ist, sind seine Worte gültig. Nach wessen Ansicht? Nach Rabba, nur wenn die Geburt zu merken ist, nach R. Joseph, auch wenn die Geburt nicht zu merken ist. \n", "Manche lesen: Rabba sagte, R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte es nur von Futtergras auf einem feuchten132Das nicht bewässert zu werden braucht.Felde, nicht aber von Futtergras auf einem zu bewässernden133Da, wenn es nicht bewässert wird, nichts wächst.Felde; R., Joseph aber sagt, auch von Futtergras auf einem zu bewässernden Felde. \n", "Es wird gelehrt: Wenn jemand zu seinem Nächsten sagt: wenn deine Frau ein Mädchen gebiert, sei es mir angetraut, so hat er nichts gesagt. Hierzu sagte R. Ḥanina, dies gelte nur von dem Falle, wenn seine Frau nicht schwanger ist, wenn aber seine Frau schwanger ist, sind seine Worte gültig. Nach wessen Ansicht? Wenn die Geburt zu merken ist, nach aller Ansicht134Beide stimmen überein, daß eine Sicherheit des Wachstumes ohne menschliche Mithilfe erforderlich sei..\n", "Abajje sagte: R. Elie͑zer b. Ja͑qob, Rabbi und R. Meír sind alle der Ansicht, man könne das zueignen, was noch nicht auf der Welt135Dh. was man noch nicht in seinem Besitze hat.ist. R. Elie͑zer b. Ja͑qob, wie wir eben gesagt136Man kann das noch gar nicht herangereifte Getreide als Hebe bestimmen.haben. Rabbi, denn es wird gelehrt:137Dt. 23,16.\n" ], [ "Du sollst nicht einen Sklaven an seinen Herrn ausliefern. Rabbi sagte: Die Schrift spricht von einem Sklaven, den jemand zur Freilassung gekauft138Er wird durch das Gericht gezwungen, ihn auch freizulassen.hat. Dies bezieht139Da dies von einem bereits freigelassenen Sklaven selbstverständlich ist.R. Naḥman b. Jiçḥaq auf den Fall, wenn er ihm wie folgt geschrieben hat: wenn ich dich gekauft habe, sei dir deine Person von jetzt ab140Die Zueignung ist gültig, obgleich er ihn noch gar nicht gekauft hat.zugeeignet. \n", "R. Meír, denn es wird gelehrt: Wenn jemand zu einer Frau gesagt hat: sei mir angetraut, nachdem ich Proselyt geworden bin, nachdem du Proselytin geworden bist, nachdem ich Freier geworden bin, nachdem du Freie geworden bist, nachdem dein Marni gestorben ist, nachdem deine Schwester gestorben ist, nachdem dein Schwager an dir die Ḥaliça vollzogen hat, so ist sie ihm nicht angetraut. R. Meír sagt, sie sei ihm angetraut. R. Joḥanan der Schuster sagt, sie sei ihm nicht angetraut. \n", "R. Jehuda der Fürst sagte: Eigentlich ist sie ihm angetraut, und nur wegen der Feindschaft141Seitens ihres Ehemannes u. ihrer Schwester, da es den Anschein hat, daß ihr Tod erwartet werde; in den übrigen Fällen ist die Antrauung ungültig.sagten sie, sie sei ihm nicht angetraut. — \n", "Sollte er auch R. Jehuda den Fürsten mitzählen!? — Rabbi ist mit R. Jehuda dem Fürsten identisch. — \n", "Sollte er auch R. A͑qiba mitzählen!? Es wird nämlich gelehrt: [Sagte sie:]142Zu ihrem Ehemanne.Qonam sei meine Arbeit für deinen Mund, so braucht er es nicht144Da ihre Händearbeit ihm gehört, so ist sie dazu nicht befugt u. der Schwur ist überhaupt ungültig.aufzuheben. \n", "R. A͑qiba sagt, er müsse es aufheben, weil sie mehr betragen kann, als ihm zukommt145Für ihre Ernährung, Ihr Gelöbnis erstreckt sich auf ihre Händearbeit, obgleich von dieser noch nichts vorhanden ist.. — Hierzu wurde ja gelehrt: R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erklärte, wenn sie gesagt hat: meine Hände mögen ihrem Schöpfer geheiligt146Sodaß ihre Arbeit heilig u. ihrem Ehemanne verboten ist.sein, und ihre Hände sind auf der Welt vorhanden.\n", "vi,1 WENN JEMAND ZU EINER FRAU SAGT: SEI MIR ANGETRAUT MIT DER BEDINGUNG, DASS ICH FÜR DICH BEI DER REGIERUNG SPRECHEN WERDE, ODER: BEI DIR ALS TAGELÖHNER ARBEITEN WERDE, SO IST SIE, WENN ER FÜR SIE BEI DER REGIERUNG GESPROCHEN ODER BEI IHR ALS TAGELÖHNER GEARBEITET HAT, IHM ANGETRAUT, WENN ABER NICHT, NICHT ANGETRAUT.\n", "GEMARA. Reš Laqiš sagte: Dies nur, wenn er ihr den Wert einer Peruṭa gegeben147Bei der Antrauung.hat. — Etwa nicht mit dem Lohne149Für die ihr versprochene Leistung., es wird ja gelehrt, wenn [er zu ihr sagt:] mit dem Lohne dafür, daß ich dich auf dem Esel reiten ließ, daß ich dich auf dem Wagen oder dem Schiffe sitzen ließ, sei sie ihm nicht150Der Lohn befindet sich bereits in ihrem Besitze u. gilt als Darlehen, womit die Antrauung nicht erfolgen kann.angetraut, wenn aber: \n", "mit dem Lohne dafür, daß ich dich auf dem Esel reiten lassen werde, daß ich dich auf dem Wagen oder dem Schiffe sitzen lassen werde, sei sie ihm angetraut!? Wolltest du erwidern, auch dies in dem Falle, wenn er ihr den Wert einer Peruṭa gegeben hat, so heißt es ja: mit dem Lohne!? \n", "Ferner wird gelehrt: [Sagt sie:] leiste mir Gesellschaft, so will ich dir angetraut sein, oder: spiele vor mir, tanze vor mir, mache ein solches151So nach Raschi, jed. nicht ganz verständlich.Bauwerk, so schätze man: ist dies eine Peruṭa wert, so ist sie ihm angetraut, wenn aber nicht, so ist sie ihm nicht angetraut. Wolltest du erwidern, auch dies in dem Falle, wenn er ihr eine Peruṭa gegeben hat, so heißt es ja: schätze man!? Dies ist eine Widerlegung des Reš Laqiš!? — \n", "Reš Laqiš kann dir erwidern: der Autor der Barajtha ist der Ansicht, der Arbeitslohn sei erst bei Beendigung152Der Leistung, somit erhält sie hei der Antrauung den Betrag des Lohnes.fällig, und unser Autor ist der Ansicht, der Arbeitslohn sei vom Beginne bis zur Beendigung153Vgl. S. 669 Anm. 253.fällig. — \n", "Was veranlaßt Reš Laqiš zu der Erklärung, nach unserer Mišna sei der Arbeitslohn vom Beginne bis zur Beendigung fällig, wenn er ihr [eine Peruṭa] gegeben154Er kann sie ja auf den Fall beziehen, wenn er sie sich mit dem Lohne angetraut hat; der Autor wäre dann entgegengesetzter Ansicht.hat? \n", "Raba erwiderte: Unsere Mišna war ihm auffallend: weshalb heißt es ‘mit der Bedingung’, es sollte doch ‘mit dem Lohne’ heißen!? Wahrscheinlich ist hieraus zu entnehmen, daß unter ‘mit der Bedingung’ zu verstehen sei, wenn er ihr [eine Peruṭa] gegeben hat.\n", "vi,2 SAGT ER:] MIT DER BEDINGUNG, DASS MEIN VATER EINVERSTANDEN SEIN WIRD, SO IST SIE IHM, WENN SEIN VATER EINVERSTANDEN IST, ANGETRAUT, WENN ABER NICHT, NICHT ANGETRAUT. STIRBT DER VATER, SO IST SIE IHM ANGETRAUT; STIRBT DER SOHN, SO BELEHRE MAN DEN VATER ZU SAGEN, ER SEI NICHT EINVERSTANDEN155Damit die Antrauung ungültig u. sie von der Schwagerehe entbunden sei..\n", "GEMARA. Was heißt: mit der Bedingung, daß mein Vater einverstanden sein wird; wollte man sagen, daß der Vater ‘ja’ sagen werde, wieso heißt es im Mittelsatze, wenn der Vater stirbt, sei sie ihm angetraut, er hat ja nicht ‘ja’ gesagt!? \n" ], [ "Wollte man sagen, daß der Vater schweigen werde, wieso heißt es im Schlußsatze, wenn der Sohn stirbt, belehre man den Vater zu sagen, er sei nicht einverstanden, er hat ja geschwiegen156Die Antrauung ist bereits gültig.!? — Vielmehr, wenn er zu ihr sagt: mit der Bedingung, daß mein Vater es nicht verbieten werde157Von diesem Falle spricht der Schlußsatz.. — \n", "Der Anfangsatz von diesem Falle und der Schlußsatz von jenem anderen Falle!? R. Jannaj erwiderte: Allerdings158Da die Mišna anders nicht zu erklären ist.. Reš Laqiš sagte: Aus der Erklärung R. Jannajs ist zu entnehmen, daß man notgedrungen eine Lehre auf zwei Fälle beziehe, jedoch nach einem Autor, nicht aber auf einen Fall nach zwei159Man könnte ebensogut erklären, der Autor des Schlußsatzes sei ein anderer als der des Anfangsatzes.Autoren. \n", "R. Joseph b. Ami erklärte: Tatsächlich handelt es sich um denselben Fall, denn unter ‘mit der Bedingung, daß mein Vater einverstanden sein wird’, ist zu verstehen, wenn er es von jetzt bis nach dreißig Tagen nicht verbieten werde160Durch das Schweigen des Vaters vor Ablauf dieser Frist ist die Antrauung nicht gültig, u. wenn der Sohn innerhalb dieser Frist stirbt, belehre man den Vater zu sagen, er sei nicht einverstanden..\n", "vii WENN JEMAND SAGT, ER HABE EINEM SEINE TOCHTER ANGETRAUT, WISSE ABER NICHT, WEM ER SIE ANGETRAUT HAT, UND EINER KOMMT UND SAGT, ER HABE SIE SICH ANGETRAUT, SO IST ER GLAUBHAFT. WENN EINER SAGT, ER HABE SIE SICH ANGETRAUT, UND EIN ANDERER SAGT, ER HABE SIE SICH ANGETRAUT, SO MÜSSEN BEIDE IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GEBEN; WENN SIE WOLLEN, GEBE IHR EINER EINEN SCHEIDEBRIEF UND DER ANDERE HEIRATE SIE.\n", "GEMARA. Rabh sagte: Er ist glaubhaft, um ihr einen Scheidebrief zu geben, nicht aber ist er glaubhaft, um sie zu heiraten. Er ist glaubhaft, um ihr einen Scheidebrief zu geben, da niemand sündigt, ohne etwas davon161Dies hat nur den Erfolg, daß sie anderen erlaubt wird.zu haben; er ist nicht glaubhaft, um sie zu heiraten, weil vielleicht sein Trieb sich seiner bemächtigt hat. \n", "R. Asi sagte: Er ist auch glaubhaft, um sie zu heiraten. R. Asi pflichtet jedoch bei, daß, wenn sie sagt, sie sei einem angetraut worden, wisse aber nicht, wem sie angetraut worden ist, und jemand kommt und sagt, er habe sie sich angetraut, er nicht glaubhaft sei, um sie zu heiraten. — \n", "Wir haben gelernt: Wenn sie wollen, gebe ihr einer einen Scheidebrief und der andere heirate sie. Dies ist eine Widerlegung Rabhs!? — Rabh kann dir erwidern: anders ist es hierbei, da noch jemand mit ihm vorhanden ist, so fürchtet162Zu lügen, u. da er trotz der Behauptung des anderen sie heiraten will, so sagt er wohl die Wahrheit.er. \n", "Übereinstimmend mit R. Asi wird gelehrt: [Wenn jemand sagt.] er habe einem seine Tochter angetraut, wisse aber nicht, wem er sie angetraut hat, und einer kommt und sagt, er habe sie sich angetraut, so ist er glaubhaft, auch um sie zu heiraten. Wenn er sie geheiratet hat und ein anderer kommt und sagt, er habe sie sich angetraut, so ist er nicht glaubhaft, sie jenem verboten zu machen. \n", "Wenn eine Frau sagt, sie sei einem angetraut worden, wisse aber nicht, wem sie angetraut worden ist, und jemand kommt und sagt, er habe sie sich angetraut, so ist er nicht glaubhaft, um sie zu heiraten, weil sie ihn schützt163Wenn Zeugen nachher bekunden, daß dies nicht wahr sei..\n", "Sie fragten: Ist sie durch ihn164Durch die Aussage des Vaters; wenn er bekundet hat, daß er jemandem seine Tochter angetraut habe, u. sie später mit einem anderen gehurt hat; hierauf ist bei einer Verlobten der Tod durch Steinigung gesetzt; cf. Dt. 22,21.zu steinigen? Rabh sagt, man steinige sie nicht; R. Asi sagt, man steinige sie. \n", "Rabh sagt, man steinige sie nicht, denn der Allbarmherzige hat den Vater nur hinsichtlich des Verbotes165Durch seine Aussage wird sie jedem anderen verboten. als glaubhaft erachtet, hinsichtlich der Hinrichtung aber hat er ihn nicht als glaubhaft erachtet. R. Asi sagt, man steinige sie, denn der Allbarmherzige hat den Vater in jeder Hinsicht als glaubhaft erachtet. R. Asi sagte: Ich gebe zu, daß, wenn sie sagt, sie sei einem angetraut worden, man sie nicht steinige. \n", "Ferner sagte R. Asi: Meine Lehren brechen Dächer166Sie erscheinen im ersten Momente ganz widersinnig.ein; wenn man sie in dem Falle steinige, wo derjenige, der sie heiraten will, dies darf167Wenn der Vater bekundet, daß er sie einem angetraut habe., um wieviel mehr sollte man sie in dem Falle steinigen, wo derjenige, der sie heiraten will, dies nicht168Wenn sie selbst bekundet, daß sie einem angetraut worden sei; dieser Fall ist somit strenger als jener.darf. \n", "Dies ist aber nichts. Den Vater hat der Allbarmherzige als glaubhaft erachtet, sie hat er nicht als glaubhaft erachtet. \n", "R. Ḥisda aber sagte: Sowohl in diesem Falle als auch in jenem Falle steinige man sie. R. Ḥisda vertritt hierbei seine Ansicht, denn R. Ḥisda sagte: [Sagt jemand:] dieser mein Sohn ist neun Jahre und einen Tag169Mit diesem Alter werden sie begattungsfähig, sodaß der Partner strafbar ist.alt, diese meine Tochter ist drei Jahre und einen Tag169Mit diesem Alter werden sie begattungsfähig, sodaß der Partner strafbar ist.alt, so ist er glaubhaft hinsichtlich des Opfers170Das im Falle der Unvorsätzlichkeit darzubringen ist., nicht aber hinsichtlich der Geißelung noch hinsichtlich der Strafbarkeit171In einem Falle, wo die Handlung mit der Todesstrafe belegt ist.. \n", "Übereinstimmend mit R. Ḥisda wird gelehrt: [Sagt jemand:] dieser mein Sohn ist dreizehn Jahre und einen Tag172Mit diesem Alter werden sie großjährig.alt, diese meine Tochter ist zwölf Jahre und einen Tag172Mit diesem Alter werden sie großjährig.alt, \n" ], [ "so ist er glaubhaft hinsichtlich der Gelübde, der Banngelübde173Cf. Lev. 27,28., der Heiligung174Wenn sie etwas dem Heiligtume geweiht haben.und der Schätzgelübde175Cf. Lev. 27,1ff.; nicht aber hinsichtlich der Geißelung und der Strafbarkeit.\n", "viii,1WENN JEMAND SAGT,] ER HABE SEINE TOCHTER WÄHREND IHRER MINDERJÄHRIGKEIT ANGETRAUT, ODER ANGETRAUT UND FÜR SIE DIE SCHEIDUNG IN EMPFANG GENOMMEN, UND SIE NOCH MINDERJÄHRIG IST, SO IST ER GLAUBHAFT176Sie ist als Geschiedene Priestern verboten.; WENN ABER: ICH HABE MEINE TOCHTER WÄHREND IHRER MINDERJÄHRIGKEIT ANGETRAUT UND IHRE SCHEIDUNG IN EMPFANG GENOMMEN, UND SIE GROSSJÄHRIG IST, SO IST ER NICHT GLAUBHAFT. [SAGT ER:] SIE WAR GEFANGEN177Sie ist dann Priestern verboten.UND ICH HABE SIE AUSGELÖST, SO IST ER, EINERLEI OB SIE MINDERJÄHRIG ODER GROSSJÄHRIG IST, NICHT GLAUBHAFT.\n", "GEMARA. Welchen Unterschied gibt es zwischen dem Anfangsatze und dem Schlußsatze178Ob sie bei seiner Aussage minderjährig od. großjährig ist.? – Im Anfangsatze liegt es179Sie, falls er sie für einen Priester untauglich machen will, an jemand zu verheiraten u. von ihm scheiden zu lassen, er hat somit keine Veranlassung, die Unwahrheit zu sagen.in seiner Hand, im Schlußsatze liegt es nicht in seiner Hand. – \n", "Etwa nicht, es liegt ja in seiner Hand, sie an einen Entweihten180Die Kinder des Priesters von einer ihm verbotenen Frau gelten als entweiht; cf. Lev. 21,15.zu verheiraten und sie dadurch für die Priesterschaft untauglich zu machen!? – \n", "Das ist kein Einwand; nach R. Dostaj b. Jehuda, welcher sagt, die Töchter Jisraéls gelten als Reinigungsbad für die Entweihten181Die Tochter eines Entweihten von einer unbemakelten Mutter ist einem Priester erlaubt, sodaß seine Nachkommen durch die Mutter geläutert werden, u. wenn die Tochter nicht entweiht ist, so ist es auch die Mutter nicht.. – \n", "Es liegt ja in seiner Hand, sie an ein Hurenkind zu verheiraten!? – Nach R. A͑qiba, welcher sagt, die mit einem Verbote belegte Antrauung182Dies ist bei einem Hurenkinde der Fall; cf. Dt. 23,3.sei ungültig. – \n", "Es liegt ja in seiner Hand, sie als Witwe an einen Hochpriester zu verheiraten!? Dies nach R. Simaj, denn es wird gelehrt: R. Simaj sagte: Aus allen183Den durch einen verbotenen Beischlaf Erzeugten.macht nach R. A͑qiba Hurenkinder, ausgenommen [die Kinder] des Hochpriesters von einer Witwe, denn die Tora sagt:184Lev. 21,14.er soll sie nicht nehmen, und:185Ib. V. 15.er soll nicht entweihen, er erzeugt Entweihte und nicht Hurenkinder. – \n", "Nach R. Ješebab, denn er sagte: Kommt, wir wollen mit R. A͑qiba hadern, welcher sagt, jeder durch einen in Jisraél verbotenen Beischlaf Erzeugte sei ein Hurenkind186Auch die Kinder des Hochpriesters von einer Witwe.. – \n", "Einleuchtend ist dies, wenn die Lehre R. Ješebabs eine selbständige187Er bezieht die Ansicht RA͑.s auf alle Fälle des unzulässigen Beischlafs, auch wenn dadurch nur ein Gebot übertreten wird.ist, wenn er aber nur die Ansicht R. Simajs ausschließen188Hinsichtl. der Kinder eines Hochpriesters von einer Witwe, während Fälle, wo nur ein Gebot übertreten wird, unberührt bleiben, dh. in solchen Fällen sei nach RA͑. die Antrauung gültig.will, so liegt es ja in der Hand [des Vaters], sie an einen zu verheiraten, wobei ein Gebot übertreten189Beispielsweise an einen Edomiten, hinsichtl. dessen Aufnahme in die jüd. Gemeinschaft ein Gebot vorliegt, 3 Generationen abzuwarten (cf. Dt. 23,9); die Antrauung ist gültig u. sie wird dadurch Priestern verboten.wird!? \n", "R. Aši erwiderte: Du glaubst wohl, im Anfangsatze erfolge es deshalb, weil es in seiner Hand liegt; zugegeben, daß es in seiner Hand liegt, sie anzutrauen, aber liegt es denn in seiner Hand, sie scheiden zu lassen!? Und kann er denn ferner, wenn jener sagt, er wolle sie nicht, sie gewaltsam antrauen!? \n", "Vielmehr, erklärte R. Aši, im Falle des Anfangsatzes hat der Allbarmherzige ihn als glaubhaft erachtet. Dies nach R. Hona, denn R. Hona sagte im Namen Rabhs: Woher, daß nach der Tora der Vater glaubhaft ist, seine Tochter verboten zu machen? Es heißt:190Dt. 22,16.meine Tochter habe ich diesem Manne gegeben; mit Mann machte er sie191Auch diesem Manne, da er damit keinen bezeichnet hat; nach der hebräischen Satzbildung spricht er zuerst das W. ‘Mann’ u. nachher das W. ‘diesem’.verboten, mit diesem machte er sie erlaubt. \n", "Hinsichtlich der Trauung hat der Allbarmherzige den Vater als glaubhaft erachtet, hinsichtlich der Gefangenschaft hat er ihn nicht als glaubhaft erachtet192Die Schrift spricht nur von der ersteren und nicht von der letzteren..\n", "viii,2WENN JEMAND VOR SEINEM STERBEN SAGT, ER HABE SÖHNE193Seine Witwe ist dann von der Schwagerehe entbunden., SO IST ER GLAUBHAFT, WENN ABER, ER HABE BRÜDER194Dadurch verpflichtet er sie zur Schwagerehe., SO IST ER NICHT GLAUBHAFT.\n", "GEMARA. Er ist demnach glaubhaft, sie erlaubt zu machen, nicht aber, sie verboten zu machen, somit vertritt unsere Mišna nicht die Ansicht R. Nathans, \n", "denn es wird gelehrt: Wenn er bei der Antrauung gesagt hat, er habe Söhne195Daß sie nicht zu fürchten brauche, der Schwagerehe anheimzufallen.und beim Sterben sagt, er habe keine Söhne, oder bei der Antrauung gesagt hat, er habe keine195Daß sie nicht zu fürchten brauche, der Schwagerehe anheimzufallen.Brüder, und beim Sterben sagt, er habe Brüder, so ist er glaubhaft, sie erlaubt zu machen, nicht aber sie verboten zu machen196Seine bei der Antrauung erfolgte Versicherung ist gültig.– so Rabbi. R. Nathan sagt, er sei auch glaubhaft, sie verboten197Seine letzte Versicherung ist gültig.zu machen. \n", "Raba erwiderte: Anders ist es dort; da er bei seinem Sterben zurücktritt, so sagt er wohl198Er fürchtet, sie durch seine erste Versicherung zu einer Sünde zu veranlassen; wenn er aber vorher nichts gesagt hat, so will er sie damit nur kränken.die Wahrheit. Abajje sprach zu ihm: Dies ist ja widersinnig: wenn du da, wo er sich widerspricht, sagst, er spreche die Wahrheit, um wieviel mehr sollte dies im Falle unserer Mišna gelten, wo er sich nicht widerspricht!? \n", "Vielmehr, erklärte Abajje, unsere Mišna spricht von dem Falle, wenn von ihm die Annahme besteht, er habe keine Brüder und keine Söhne. Wenn er sagt, er habe Söhne, so ist er, da von ihm die Annahme besteht, er habe keine Söhne und keine Brüder, glaubhaft199Da er dadurch an ihrem Zustande nichts ändert; wie sie nach der bisherigen Annahme von der Schwagerehe entbunden war, ebenso ist sie auch jetzt von der Schwagerehe entbunden.; wenn aber, er habe Brüder, nicht glaubhaft, weil er nicht berechtigt ist, sie für die ganze Welt verboten200Da sie bisher als erlaubt galt.zu machen. \n" ], [ "Die Barajtha aber spricht von dem Falle, wenn von ihm die Annahme besteht, Brüder und keine Söhne201Sie ist nach der bisherigen Annahme als Anwärterin der Schwagerehe jedem anderen verboten.zu haben; wir sagen, er hat202Wenn er beim Sterben sagt, er habe Söhne.keine Veranlassung zu lügen, denn um sie vom Schwager zu entbinden, braucht er nur zu sagen, er wolle sie durch einen Scheidebrief entbinden. \n", "Rabbi ist der Ansicht, das Fehlen der Veranlassung zu lügen, gelte203In seiner Beweiskraft.soviel wie Zeugen, und Zeugen heben die bisherige Annahme204Daß an ihr die Schwagerehe zu vollziehen ist.auf; R. Nathan aber ist der Ansicht, das Fehlen der Veranlassung zu lügen, gelte soviel wie die bisherige Annahme, und eine Annahme kann nicht eine andere aufheben205Die bisherige Annahme, daß an ihr die Schwagerehe zu vollziehen ist, bleibt bestehen..\n", "viii,3WENN JEMAND SEINE TOCHTER SCHLECHTHIN206Eine seiner Töchter, ohne sie zu bezeichnen.ANGETRAUT HAT, SO SIND DIE MANNBAREN207Da sie nicht mehr in der Gewalt ihres Vaters stehen.NICHT EINBEGRIFFEN. ixWENN JEMAND ZWEI KLASSEN VON TÖCHTERN VON ZWEI FRAUEN208Die er nach einander geheiratet.HAT, UND SAGT, ER HABE EINEM SEINE GROSSE TOCHTER ANGETRAUT, WISSE ABER NICHT, OB DIE GROSSE UNTER DEN GRÖSSEREN, OB DIE GROSSE UNTER DEN KLEINEREN, ODER DIE KLEINE UNTER DEN GRÖSSEREN, DIE GRÖSSER IST ALS DIE GROSSE UNTER DEN KLEINEREN, SO SIND ALLE VERBOTEN, AUSGENOMMEN DIE KLEINE UNTER DEN KLEINERENSO R. MEÍR. R. JOSE SAGT, ALLE SEIEN ERLAUBT, AUSGENOMMEN DIE GROSSE UNTER DEN GRÖSSEREN. \n", "[SAGT ER,] ER HABE SEINE KLEINE TOCHTER ANGETRAUT, WISSE ABER NICHT, OB DIE KLEINE UNTER DEN KLEINEREN, OB DIE KLEINE UNTER DEN GRÖSSEREN, ODER DIE GROSSE UNTER DEN KLEINEREN, DIE KLEINER IST ALS DIE KLEINE UNTER DEN GRÖSSEREN, SO SIND ALLE VERBOTEN, AUSGENOMMEN DIE GROSSE UNTER DEN GRÖSSERENSO R. MEÍR. R. JOSE SAGT, ALLE SEIEN ERLAUBT, AUSGENOMMEN DIE KLEINE UNTER DEN KLEINEREN.\n", "GEMARA. Demnach sind die Minderjährigen einbegriffen, \n", "somit wäre hieraus zu entnehmen, daß die Antrauung, die nicht zum Beischlafe209Vgl. S. 681 Anm. 359. führt, gültig sei? – Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn da nur eine Erwachsene und eine Minderjährige vorhanden ist. – \n", "Es heißt ja: die Mannbaren!? – Unter ‘die Mannbaren’ sind Mannbare in anderen Fällen210Wenn mehrere Erwachsene u. Minderjährige vorhanden sind.zu verstehen. – \n", "Selbstverständlich211Die Antrauung erstreckt sich nur auf die Minderjährigen., was haben die Mannbaren damit zu tun!? – Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn sie ihn zum Beauftragten gemacht haben; man könnte glauben, er habe die Antrauung für sie in Empfang genommen, so lehrt er uns, daß man nicht das unterlasse, wovon man einen Nutzen212Das Antrauungsgeld der Minderjährigen gehört ihm.hat. – \n", "Es kann ja aber vorkommen, daß sie zu ihm gesagt hat: mein Antrauungsgeld gehöre dir!? – Dennoch unterläßt man nicht ein Gebot, das ihm obliegt, um ein Gebot auszuüben, das nicht ihm obliegt.\n", "WENN JEMAND ZWEI KLASSEN VON TÖCHTERN HAT. Und beides ist nötig; würde er nur das erste gelehrt haben, so könnte man glauben, R. Meír vertrete seine Ansicht nur bei diesem, weil, wenn eine kleinere vorhanden ist, man die anderen ‘große’ zu nennen pflegt, \n", "beim anderen aber pflichte er R. Jose bei, daß unter ‘kleine’ die kleinste von allen zu verstehen sei. Und würde er nur das andere gelehrt haben, so könnte man glauben, R. Jose vertrete seine Ansicht nur bei diesem, bei jenem aber pflichte er R. Meír bei. Daher ist beides nötig. – \n", "Demnach ist R. Meír der Ansicht, ein Mensch setze sich einem Zweifel aus, und R. Jose der Ansicht, ein Mensch setze sich nicht213Vgl. S. 683 Anm. 375.einem Zweifel aus, und wir wissen ja von ihnen, daß sie entgegengesetzter Ansicht sind!? Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand gelobt214Etwas zu unterlassen.: bis zum Pesaḥ, so ist es ihm, bis dieses heranreicht, verboten, wenn: bis Pesaḥ gewesen ist, so ist es ihm, bis dieses vorüber ist, verboten, \n", "wenn: bis es Pesaḥ ist, so ist es ihm verboten, wie R. Meír sagt, bis dieses heranreicht, und wie R. Jose sagt, bis dieses vorüber215Nach RJ. ist es zweifelhaft, welcher Tag zu verstehen ist, da mehrere Tage nach einander folgen, nach RM. dagegen läßt sich niemand auf einen Zweifel ein u. er meinte wohl den ersten Tag.ist. \n", "R. Ḥanina b. Avdimi erwiderte im Namen Rabhs: Die Lehre ist umzuwenden. Es wird auch gelehrt: Wenn dafür eine Zeit festgesetzt216Wenn er ein Fest als Frist genannt hat; dagegen aber ist beispielsweise ‘die Erntezeit’ schwankend.ist und er gesagt hat: bis es ist, so heißt dies, wie R. Meír sagt, bis es vorüber ist, und wie R. Jose sagt, bis es heranreicht.\n", "Abajje sagte: Sie streiten nur über zwei Klassen, bei einer Klasse aber217Von derselben Frau.stimmen alle überein, daß unter ‘große’ die größte zu verstehen sei, denn die mittelste nennt man beim Namen. \n", "R. Ada b. Mathna sprach zu Abajje: Demnach \n" ], [ "sollte doch die mittelste der zweiten Klasse erlaubt218Im 1. Falle unserer Mišna, da darunter höchstens die mittlere der ersten Klasse verstanden werden kann.sein!? – Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn nur eine große und eine kleine vorhanden ist. \n", "Dies ist auch einleuchtend; wenn man sagen wollte, wenn auch eine solche vorhanden ist, so sollte er219Bei der Aufzählung, hinsichtlich welcher ein Zweifel obwaltet. auch diese nennen. – Lehrt er es denn, nach deiner Auffassung, von der mittelsten der ersten220Wenn eine solche vorhanden ist.Klasse, die entschieden im Zweifel einbegriffen und somit verboten ist!? – \n", "Es ist ja nicht gleich; von jenen221Den Töchtern der ersten Klasse.ist sogar die kleinste im Verbote einbegriffen und dasselbe, gilt auch222Er braucht dies nicht von der mittleren zu lehren.von der älteren, \n", "diese223Die mittlere der 2. Klasse.aber sollte er doch, wenn eine solche vorhanden ist, besonders nennen. \n", "R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sprach zu Raba: Der Fall vom Pesaḥ224Wenn jemand etwas bis zum Pesaḥfeste gelobt.entspricht ja einer Klasse, und sie streiten!? \n", "Dieser erwiderte: Da streiten sie nur über diese Redewendung: einer ist der Ansicht, unter ‘bis es Pesaḥ ist’ sei zu verstehen, bis vor dem Pesaḥ, und einer ist der Ansicht, bis Pesaḥ vorüber ist225Nicht aber darüber, ob, wenn noch ähnlich zu bezeichnende Tage folgen, diese einbegriffen sind..\n", "xSAGT JEMAND ZU EINER FRAU: ICH HABE DICH MIR ANGETRAUT, UND SIE SAGT: DU HAST MICH NICHT ANGETRAUT, SO SIND IHM IHRE VERWANDTEN226Die nahen Blutsverwandten, die als Inzest verboten sind; cf. Lev. Kap. 20.VERBOTEN, IHR ABER SEINE VERWANDTEN ERLAUBT; SAGT SIE: DU HAST DIR MICH ANGETRAUT, UND ER SAGT: ICH HABE DICH MIR NICHT ANGETRAUT, SO SIND IHM IHRE VERWANDTEN ERLAUBT, IHR ABER SEINE VERWANDTEN VERBOTEN. \n", "[WENN ER SAGT:] ICH HABE DICH MIR ANGETRAUT, UND SIE SAGT: DU HAST DIR MEINE TOCHTER ANGETRAUT, SO SIND IHM DIE VERWANDTEN DER GROSSEN227Der Mutter bezw. der Tochter.VERBOTEN, DER GROSSEN SEINE VERWANDTEN ERLAUBT, IHM DIE VERWANDTEN DER KLEINEN227Der Mutter bezw. der Tochter.ERLAUBT, UND DER KLEINEN SEINE VERWANDTEN ERLAUBT. \n", "xi[WENN ER SAGT:] ICH HABE MIR DEINE TOCHTER ANGETRAUT, UND SIE SAGT: DU HAST DIR MICH ANGETRAUT, SO SIND IHM DIE VERWANDTEN DER KLEINEN VERBOTEN, DER KLEINEN SEINE VERWANDTEN ERLAUBT, IHM DIE VERWANDTEN DER GROSSEN ERLAUBT, UND DER GROSSEN SEINE VERWANDTEN VERBOTEN.\n", "GEMARA. WENN JEMAND ZU EINER FRAU SAGT: ICH HABE DICH MIR ANGETRAUT &C. Und [beide Fälle] sind nötig. Würde er es228Daß derjenige, der angetraut zu sein behauptet, dem Gesetze der Blutsverwandtschaft unterworfen ist, nicht aber der andere.nur von ihm gelehrt haben, so könnte man glauben, da dies229Daß durch seine Behauptung ihm ihre Verwandten verboten werden.einem Manne gleichgültig ist, so sagt er es hin, \n", "sie aber würde es, wenn es nicht wahr wäre, nicht gesagt haben, somit sollten auch ihm ihre Verwandten verboten sein, so lehrt er uns.\n", "ICH HABE DICH MIR ANGETRAUT, UND SIE SAGT &C. Wozu ist dies weiter nötig? – Dies ist nötig. Man könnte glauben, nach der Tora hat zwar der Allbarmherzige nur den Vater als glaubhaft230Cf. supra Fol. 64a.erachtet, rabbanitisch aber sei auch sie glaubhaft und ihre Tochter durch ihre Worte231Seinen Verwandten.verboten, so lehrt er uns.\n", "ICH HABE MIR DEINE TOCHTER ANGETRAUT &C. Wozu ist dies weiter nötig? Da er das eine lehrt, lehrt er auch das andere.\n", "Es wurde gelehrt: Rabh sagt, man zwinge232Ihr einen Scheidebrief zu geben.ihn, und Šemuél saet, man bitte ihn. Worauf bezieht sich dies: wenn auf den Anfangsatz, so ist da ja weder zu zwingen233Sie ist seinen Verwandten erlaubt u. benötigt keines Scheidebriefes von ihm.noch zu bitten, und wenn auf den Schlußsatz, so ist es wohl gelten zu lassen, \n", "daß man ihn234Damit sie heiraten dürfe.bitte, wieso aber zwinge man ihn, er kann ja sagen, er wolle nicht, daß ihm ihre Verwandten verboten235Dadurch, daß er ihr einen Scheidebrief gibt.werden!? – \n", "Vielmehr, diese Lehren beziehen sich auf einander: Šemuél sagte, man bitte ihn, ihr einen Scheidebrief zu geben, und hierzu sagte Rabh, wenn er ihr freiwillig einen Scheidebrief236Womit er bekundet, daß er sie sich tatsächlich angetraut habe.gegeben hat, zwinge man ihn, ihr die Morgengabe zu geben. \n", "Es wurde auch gelehrt: R. Aḥa b. Ada sagte im Namen Rabhs, und manche sagen, R. Aḥa b. Ada im Namen R. Hamnunas im Namen Rabhs: Man zwinge und bitte ihn. – Beides!? – Er meint es wie folgt: man bitte ihn, ihr einen Scheidebrief zu geben, und wenn er ihn ihr freiwillig gegeben hat, zwinge man ihn, ihr die Morgengabe zu geben.\n", "R. Jehuda sagte: Wenn jemand sich [eine Frau] vor einem einzelnen Zeugen angetraut hat, so ist seine Antrauung nicht zu berücksichtigen. Man fragte R. Jehuda: Wie ist es, wenn beide es237Daß die Aussage des Zeugen wahr sei.zugeben? ‘Ja’ und ‘nein’; er schwankte. Es wurde gelehrt: R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls: Wenn jemand sich [eine Frau] vor einem einzelnen Zeugen antraut, so ist seine Antrauung nicht zu berücksichtigen, selbst wenn beide es zugeben. \n", "Raba wandte gegen R. Naḥman ein: Wenn jemand zu einer Frau sagt: ich habe dich mir angetraut, und sie sagt: du hast mich dir nicht angetraut, so sind ihm ihre Verwandten verboten, ihr aber seine Verwandten erlaubt. Sind Zeugen vorhanden, wieso sind ihr seine Verwandten erlaubt, und sind keine Zeugen vorhanden, wieso sind ihm ihre Verwandten238Die Antrauung ist ja ungültig. verboten!? Doch wohl, wenn ein einzelner Zeuge vorhanden ist. – \n", "Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er zu ihr sagt: ich habe dich mir vor jenem und jenem angetraut, und sie nach dem Überseelande verreist sind. \n", "Er wandte gegen ihn ein: Wenn jemand sich von seiner Frau scheiden ließ und sie darauf mit ihm in einer Herberge übernachtet, so benötigt sie von ihm, wie die Schule Šammajs sagt, keines anderen Scheidebriefes, und wie die Schule Hillels sagt, eines anderen Scheidebriefes. In welchem Falle: sind Zeugen239Die den Beischlaf (zur Antrauung) bekunden.vorhanden, was ist der Grund der Schule Šammajs, und sind keine Zeugen vorhanden, was ist der Grund der Schule Hillels!? Doch wohl, wenn ein einzelner Zeuge vorhanden ist. – \n", "Wie ist, nach deiner Auffassung, der Schlußsatz zu erklären: sie stimmen überein, daß, wenn sie aus der Verlobung geschieden worden ist, sie keines anderen Scheidebriefes von ihm benötige, weil er mit ihr nicht vertraut ist. Wenn man sagt, ein einzelner Zeuge sei glaubhaft, so ist es ja einerlei, ob es nach der Verlobung oder nach der Heirat erfolgt240Es ist ja festgestellt, daß er ihr tatsächlich beigewohnt habe, u. der angeführte Grund ist hinfällig.ist!? \n", "Hier wird vielmehr von dem Falle gesprochen, wenn Zeugen des Beisammenseins und keine Zeugen des Beischlafes vorhanden sind. Die Schule Šammajs ist der Ansicht, \n" ], [ "wir sagen nicht, die Zeugen des Beisammenseins seien auch Zeugen des Beischlafs, und die Schule Hillels ist der Ansicht, wir sagen, die Zeugen des Beisammenseins seien auch241Da er mit ihr vertraut ist, so ist anzunehmen, daß auch eine Begattung erfolgt ist.Zeugen des Beischlafs. Sie stimmen aber überein, daß, wenn sie aus der Verlobung geschieden worden ist, wir nicht sagen, die Zeugen des Beisammenseins seien auch Zeugen des Beischlafs, weil er mit ihr nicht vertraut ist.\n", "R. Jiçḥaq, Sohn des Šemuél b. Martha, sagte im Namen Rabhs: Wenn jemand sich [eine Frau] vor einem einzelnen Zeugen angetraut hat, so ist seine Antrauung nicht zu berücksichtigen, selbst wenn beide es zugeben. Rabba b. R. Hona sagte: Wenn jemand sich [eine Frau] vor einem einzelnen Zeugen angetraut hat, so ist, wie das große Gericht sagt, seine Antrauung nicht zu berücksichtigen. Das große Gericht ist Rabh. Manche lesen: Rabba b. R. Hona sagte im Namen Rabhs: Wenn jemand sich [eine Frau] vor einem einzelnen Zeugen angetraut hat, so ist, wie das große Gericht sagt, seine Antrauung nicht zu berücksichtigen. Das große Gericht ist Rabbi. \n", "R. Aḥadboj b. Ami wandte ein: Wenn zwei aus dem Überseelande kommen und eine Frau und Gepäck bei sich haben, und der eine sagt: diese ist meine Frau, dieser ist mein Sklave und dies ist mein Gepäck, und der andere sagt: diese ist meine Frau, dieser ist mein Sklave und dies ist mein Gepäck, und die Frau sagt: beide sind meine Sklaven und dies ist mein Gepäck, so benötigt sie zweier Scheidebriefe und fordert ihre Morgengabe vom Gepäck ein. \n", "In welchem Falle: hat der eine Zeugen und der andere Zeugen, wieso kann sie sagen, beide seien ihre Sklaven und das Gepäck gehöre ihr; doch wohl, wenn ein einzelner Zeuge vorhanden242Und da sie der Scheidebriefe benötigt, so wird die Antrauung wohl berücksichtigt.ist!? – \n", "Glaubst du etwa, ein einzelner Zeuge sei glaubhaft, wenn er widersprochen243In diesem Falle sind ja beide Zeugen überhaupt nicht glaubwürdig, da sie einander widersprechen.wird!? Vielmehr stimmen alle überein, daß sie jedem anderen erlaubt244Auch ohne Scheidebrief.sei, \n", "und [die Lehre] ist wie folgt zu verstehen: sie benötigt zweier Scheidebriefe, um ihre Morgengabe vom Gepäck einfordern zu können. Dies nach R. Meír, welcher sagt, bewegliche Sachen seien der Morgengabe verpfändet. – \n", "Wie bleibt es damit? R. Kahana sagt, man berücksichtige seine Antrauung nicht, R. Papa sagt, man berücksichtige seine Antrauung wohl. R. Aši sprach zu R. Kahana: Du stützt dich wohl darauf, daß diesbezüglich durch [das Wort] Sache245Das sowohl bei der Scheidung (Dt. 24,1) als auch bei Geldsachen (ib. 19,15), wobei 2 Zeugen erforderlich sind, gebraucht wird.von Geldsachen zu folgern sei, \n", "somit sollte, wie bei diesen das Geständnis des Prozeßbeteiligten wie hundert Zeugen gilt, auch hierbei das Geständnis des Prozeßbeteiligten wie hundert Zeugen246Und beide geben zu, sie sich angetraut zu haben.gelten!? Dieser erwiderte: Da benachteiligt er247Durch sein Geständnis.andere nicht, hierbei aber benachteiligt er andere248Dadurch wird den Verwandten die Heirat mit ihnen verboten..\n", "Mar Zuṭra und R. Ada der Greis, die Söhne des R. Mari b. Isur, teilten ihre Güter mit einander. Hierauf kamen sie zu R. Aši und sprachen zu ihm: Der Allbarmherzige sagt:249Dt. 19,15.durch zwei Zeugen; erfolgt dies damit man nicht, wenn man es wünscht, zurücktreten könne, und wir werden nicht zurücktreten, \n", "oder aber erlangt eine Sache Gültigkeit nur durch Zeugen250Die Teilung ohne Zeugen ist ungültig.? Dieser erwiderte ihnen: Zeugen sind nur für Lügner da.\n", "Abajje sagte: Wenn ein einzelner Zeuge zu ihm sagt: du hast Talg251Unvorsätzlich; er hat dieserhalb ein Sündopfer darzubringen.gegessen, und dieser schweigt, so ist er glaubhaft. Folgender Autor lehrt dasselbe: Wenn ein einzelner Zeuge zu ihm sagt: du hast Talg gegessen, und dieser sagt: ich habe nicht gegessen, so ist er252Von der Darbringung des Sündopfers.frei. Nur wenn er ‘nein’ sagt, wenn er aber schweigt, ist jener glaubhaft.\n", "Ferner sagte Abajje: Wenn ein einzelner Zeuge zu ihm sagt: deine reinen [Speisen] sind unrein geworden, und dieser schweigt, so ist er beglaubt. Folgender Autor lehrt dasselbe: Wenn ein einzelner Zeuge sagt: du bist253So auch in der Parallelstelle.unrein geworden, und dieser sagt: ich bin nicht unrein geworden, so ist er rein. Nur wenn er ‘nein’ sagt, wenn er aber schweigt, ist jener glaubhaft.\n", "Ferner sagte Abajje: Wenn ein einzelner Zeuge zu ihm sagt: \n" ], [ "dein Rind ist zur Bestialität verwandt254Es ist dann zur Opferung untauglich.worden, und dieser schweigt, so ist er glaubhaft. Folgender Autor lehrt dasselbe: Das nach der Aussage eines einzelnen Zeugen oder des Eigentümers zur Sünde verwandt worden ist255Hier wird von Tieren gesprochen, die zur Opferung verboten sind.oder einen Menschen getötet256In diesem Falle wird das Tier nicht getötet.hat. Von welchem Falle gilt dies bei einem einzelnen Zeugen: gibt der Eigentümer es zu, so ist dies ja eine Aussage des Eigentümers; doch wohl, wenn er schweigt. \n", "Und [alle Fälle] sind nötig. Würde er nur das erste gelehrt haben, so könnte man glauben, weil er, wenn ihm nicht sicher wäre, daß er tatsächlich [Talg] gegessen hat, nicht Profanes in den Tempelhof257Falls er es nicht gegessen hat, ist ein Opfer ungültig u. er bringt Profanes in den Tempelhof; der Zeuge ist daher vorsichtig u. das Schweigen gilt als Zustimmung.bringen würde, \n", "wenn man ihm aber sagt, seine reinen [Speisen] seien unrein geworden, so denkt er, er werde sie während seiner Unreinheit258Aus diesem Grunde widerspricht er dem Zeugen nicht.verwenden. \n", "Und würde er nur das andere gelehrt haben, so könnte man glauben, weil ihm für die Zeit der Reinheit ein Schaden zugefügt259Und da er dennoch schweigt, so ist dies ein Zugeständnis.wird, hinsichtlich der Verwendung seines Rindes zur Bestialität aber denkt er, nicht alle Rinder sind für den Altar260Er hat durch die Aussage des Zeugen keinen Schaden u. widerspricht ihm daher nicht.bestimmt. Daher sind [alle Fälle] nötig.\n", "Sie fragten: Wie ist es, wenn ein einzelner Zeuge [bekundet], seine Frau habe Ehebruch begangen, und dieser schweigt? Abajje sagte: Das ist261Auch diesbezüglich ist ein einzelner Zeuge glaubwürdig.dasselbe. Raba sagte: Dies ist eine Inzestsache, und bei einer Inzestsache sind wenigstens zwei [Zeugen] erforderlich. \n", "Abajje sagte: Dies entnehme ich aus folgendem: Mar Šemuél hatte einen Blinden, der ihm Lehren vortrug, und als er sich eines Tages verspätete und nicht kam, sandte er nach ihm einen Boten; aber während der Bote den einen Weg ging, kam jener über einen anderen. Als der Bote zurückkam, erzählte er, dessen Frau habe Ehebruch begangen. Hierauf kam jener zu Mar Šemuél, und dieser sprach zu ihm: Ist er dir glaubwürdig, so bring sie hinaus, sonst aber nicht. \n", "Glaubwürdig heißt wohl, wenn er kein Räuber262Wenn er nicht als Zeuge unzulässig ist; ein zulässiger einzelner Zeuge ist demnach in einem solchen Falle glaubwürdig.ist. – Und Raba!? – Wenn er dir wie zwei Zeugen glaubwürdig ist, so bring sie hinaus, sonst aber nicht. \n", "Ferner sagte Abajje: Dies entnehme ich aus folgender Lehre. Einst ging der König Jannaj263Der Held dieser Erzählung war, wie aus anderen Quellen bekannt, nicht [Alexander] Jannaj, sondern sein Vater Joḥanan Hyrkan. Sonderbarerweise vertritt Abajje, der diesen Bericht mitteilt, auch an anderer Stelle (cf. Ber. Fol. 29a) die Ansicht, Joḥanan u. Jannaj seien identisch. nach Koḥlith in der Wüste und eroberte da sechzig Städte. Nach seiner Rückkehr war er überaus froh und lud alle Weisen Jisraéls zu sich. Er sprach dann zu ihnen: Unsere Vorfahren aßen zur Zeit, als sie sich mit dem Tempelbau befaßten, Melde, auch wir wollen zur Erinnerung an unsere Vorfahren Melde essen. Hierauf reichte man Melde auf goldenen Tischen herum und sie aßen. \n", "Unter ihnen befand sich ein schalkhafter Mensch, schlechten Herzens und niederträchtig, namens Elea͑zar b. Poi͑ra, und dieser Elea͑zar b. Poi͑ra sprach zum König Jannaj: König Jannaj, das Herz der Pharisäer ist gegen dich. – Was soll ich264Um mich davon zu überzeugen. tun!? – Prüfe265Das W. קום in dieser Bedeutung ist ganz eigentümlich; nach Raschi: setze das Stirnblatt, das nur der Hochpriester anlegen durfte, auf, u. überzeuge dich, ob sie aufstehen (dagegen protestieren) werden; möglicherweise v. קים schwören lassen, abzuleiten, wofür auch die Wendung שבין עיניך, wonach er es dann anhatte, spricht.sie mit dem Stirnblatte zwischen deinen Augen. Da prüfte er sie mit dem Stirnblatte zwischen seinen Augen. \n", "Unter ihnen befand sich ein Greis namens Jehuda b. Gedidja, und dieser Jehuda b. Gedidja sprach zum Könige Jannaj: König Jannaj, bescheide dich mit der Königskrone und laß die Priesterkrone für die Nachkommen Ahrons. Es hieß nämlich, daß seine Mutter in Modai͑m266Dem Geburtsorte der Ḥasmonäer; die Kinder der Gefangenen sind als Priester unzulässig.gefangen war, aber man hatte es untersucht und es nicht [bestätigt] gefunden. Und die Weisen Jisraéls schieden im Zorn. \n", "Da sprach Elea͑zar b. Poi͑ra zum Könige Jannaj: König Jannaj, so heischt das Recht267Nach Raschi: sich einer Beschimpfung aussetzen zu müssen. Nach einem Berichte bei Josephus (Antiq. 13,10,6) wurde über den Beleidiger, statt der vom Könige erwarteten Todesstrafe, nur die Geißelung verhängt, u. hierauf dürfte wohl diese aufreizende Bemerkung deuten.bei einem Gemeinen in Jisraél, du aber bist König und Hochpriester, sollte dies auch dir gegenüber erfolgen!? – Was soll ich nun tun? – Wenn du auf meinen Rat hören willst, so zertritt sie. – Was soll aus der Tora werden!? – Sie liegt in einem Winkel zusammengerollt; wer lernen will, geh und lerne. \n", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Sofort fuhr Häresie in ihn, denn er sollte erwidert haben: allerdings die geschriebene Lehre, was aber soll aus der mündlichen Lehre werden!? So schoß das Unglück durch Elea͑zar b. Poi͑ra hervor, und alle Weisen Jisraéls wurden getötet. Die Welt war dann verwüstet, bis Šimo͑n b. Šaṭaḥ kam und die Tora auf ihren alten Stand brachte. \n", "Wie verhielt es sich268Bei der Untersuchung über die Gefangenschaft der Mutter des Königs.da: wollte man sagen, zwei bekundeten, daß sie gefangen war, und zwei bekundeten, daß sie nicht gefangen war, so veranlaßte ja nichts, sich auf diese zu verlassen, man konnte sich ja auf jene269Daß sie gefangen war; die Unwahrheit des Gerüchtes ist nicht erwiesen.verlassen; \n", "wahrscheinlich war ein einzelner Zeuge vorhanden, und nur aus dem Grunde, weil zwei ihm widersprachen, sonst aber wäre er glaubhaft. – \n", "Und Raba!? – Tatsächlich waren es zwei gegen zwei, und wie R. Aḥa b. R. Minjomi erklärt270Hinsichtl. eines anderen Falles.hat, wenn es Zeugen der Überführung271Wenn die anderen Zeugen den ersteren nicht nur widersprechen, sondern sie als Falschzeugen überführen; in einem solchen Falle ist die Aussage der ersteren ungültig.sind, ebenso waren es auch hierbei Zeugen der Überführung. \n", "Wenn du aber willst, erkläre ich es nach R. Jiçḥaq, denn R. Jiçḥaq sagte, man hatte an ihrer Stelle eine Sklavin272Die Feinde hatten seiner Zeit eine Sklavin gefangen genommen im Glauben, es sei die Mutter des Königs; die Aussage der Zeugen, die die Gefangennahme bekundeten, war bedeutungslos.hingebracht \n", "Raba sagte: \n" ], [ "Ich entnehme es aus folgender Lehre: R. Šimo͑n erzählte: Einst untersuchte man den Disqisteich in Jabne, der sich im Rufe der Vollständigkeit273Das rituelle Tauchbad muß 40 Sea͑ Wasser haben.befand, und es ergab sich, daß er unvollständig war. \n", "R. Tryphon erklärte dann alles, was durch diesen Reinheit erlangt hatte, als rein, R. A͑qiba aber274Der erstere nahm an, daß die Unvollständigkeit erst nach dem Untertauchen erfolgt sei, nach dem anderen aber war das Untertauchen ungültig.als unrein. R. Tryphon sprach: Dieses Tauchbad befand sich im Zustande der Vollständigkeit, und wegen des Zweifels275Hinsichtlich der Zeit der Entstehung der Untauglichkeit. willst du es als unvollständig erklären; wegen des Zweifels ist es nicht als unvollständig zu erklären. R. A͑qiba sprach: Diese Person276Die in jenem Tauchbade untergetaucht ist.befand sich im Zustande der Unreinheit, und wegen des Zweifels willst du sie als rein erklären; wegen des Zweifels ist sie nicht als rein zu erklären. \n", "R. Tryphon sprach: Dies gleicht ja dem Falle, wenn [ein Priester] am Altar steht und Dienst tut, und es bekannt wird, daß er der Sohn einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça277Er ist dann für den Tempeldienst unzulässig.sei, wobei sein Dienst278Den er bisher getan hat.gültig ist. R. A͑qiba sprach: Dies gleicht dem Falle, wenn [ein Priester] am Altar steht und Dienst tut, und es bekannt wird, daß er gebrechenbehaftet sei, wobei sein Dienst ungültig ist. \n", "R. Tryphon sprach: Du vergleichst dies mit einem Gebrechenbehafteten, ich vergleiche es mit dem Sohne einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça. Wir wollen nun sehen, wem dies gleicht; gleicht es dem Sohne einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça, so behandeln wir es wie den Fall vom Sohne einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça, gleicht es einem Gebrechenbehafteten, so behandeln wir es wie den Fall vom Gebrechenbehafteten. \n", "Hierauf begann R. A͑qiba zu deduzieren: das Tauchbad wird durch einen einzelnen [Zeugen] untauglich und der Gebrechenbehaftete wird durch einen einzelnen [Zeugen] untauglich, nicht aber ist vom Sohne einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça zu beweisen, der nur durch zwei [Zeugen] untauglich wird. \n", "Eine andere Deduktion: beim Tauchbade haftet die Untauglichkeit an diesem selbst und beim Gebrechenbehafteten haftet die Untauglichkeit an diesem selbst, nicht aber ist vom Sohne einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça zu beweisen, bei dem die Untauglichkeit von anderen279Sie ist ihm von seiner Mutter vererbt.kommt. Hierauf sprach R. Tryphon zu ihm: A͑qiba, wer sich von dir trennt, trennt sich vom Leben. \n", "Von welchem Gebrechenbehafteten, bei dem die Untauglichkeit durch einen einzelnen [Zeugen] erfolgt, wird hier gesprochen: widerspricht er ihm, so ist er ja nicht glaubhaft, doch wohl, wenn er schweigt, \n", "dem entsprechend beim Sohne einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça, wenn er schweigt, und er lehrt: das Tauchbad wird durch einen einzelnen [Zeugen] untauglich und der Gebrechenbehaftete wird durch einen einzelnen [Zeugen] untauglich, nicht aber ist vom Sohne einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça zu beweisen, der nur durch zwei [Zeugen] untauglich wird280Ein einzelner Zeuge ist hierbei nicht glaubhaft.. – \n", "Und Abajje!? – Er kann dir erwidern: tatsächlich, wenn dieser ihm widerspricht, und zwar ist er deshalb glaubhaft, weil er zu ihm sagt: entkleide dich und281Seine Behauptung läßt sich beweisen.zeige. Deshalb282Weil die erste Deduktion nicht stich haltig ist.heißt es auch: beim Tauchbade haftet die Untauglichkeit an diesem selbst und beim Gebrechenbehafteten haftet die Untauglichkeit an diesem selbst, nicht aber ist vom Sohne einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça zu beweisen, bei dem die Untauglichkeit von anderen kommt. – \n", "Woher, daß die Dienstverrichtung des Sohnes einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça gültig ist? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Die Schrift sagt:283Num. 25,13.es soll ihm und seinen Kindern nach ihm sein, einerlei ob es makellose Kinder oder bemakelte284Dh. ob die Heirat der Eltern zulässig war od. nicht.Kinder sind. \n", "Der Vater Šemuéls entnimmt dies aus folgendem:285Dt. 33,11.segne, Herr, seinen Wohlstand und lasse dir gefallen das Tun seiner Hände, selbst das der Entweihten286Das W. חילו wird v. חול, entweihen, abgeleitet.laß dir gefallen. \n", "R. Jannaj entnimmt dies aus folgendem:287Dt. 26,3.du sollst dich an den Priester wenden, der zu dieser Zeit sein wird; könnte es dir denn in den Sinn kommen, jemand werde zu einem Priester gehen, der nicht zu seiner Zeit ist? Vielmehr ist dies auf einen zu beziehen, der tauglich war und entweiht befunden wird. – \n", "Woher, daß die Dienstverrichtung des Gebrechenbehafteten ungültig ist? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls. Die Schrift sagt:288Num. 25,12.daher sprich zu ihm: ich gebe ihm meinen Bund Frieden [šalom], wenn er unversehrt [šalem] ist, nicht aber, wenn er fehlerhaft ist. – Es heißt ja šalom!? R. Naḥman erwiderte: Das Vav in šalom ist geteilt289Im masor. Texte ist das Vav im W.e שלומ geteilt u. deutet, daß es zu streichen u. שלם zu lesen ist..\n", "xiiIN JEDEM FALLE, WO DIE ANTRAUUNG GÜLTIG IST UND DABEI KEINE SÜNDE BEGANGEN WIRD, FOLGT DAS KIND DEM MANNE; DIES IN DEM FALLE, WENN EINE PRIESTERSTOCHTER, EINE LEVITIN ODER EINE JISRAÉLITIN VON EINEM PRIESTER, EINEM LEVITEN ODER EINEM JISRAÉLITEN GEHEIRATET WIRD. \n", "IN JEDEM FALLE, WO DIE ANTRAUUNG GÜLTIG IST UND DABEI EINE SÜNDE BEGANGEN WIRD, FOLGT DAS KIND DEM BEMAKELTEN290Hinsichtl. der Legitimität.; DIES IN DEM FALLE, WENN EINE WITWE VOM HOCHPRIESTER, EINE GESCHIEDENE ODER EINEALUÇA VON EINEM GEMEINEN PRIESTER, EIN HURENKIND ODER EINE NETHINA VON EINEM JISRAÉLITEN, ODER EINE JISRAÉLITIN VON EINEM HURENKINDE ODER EINEM NATHIN GEHEIRATET WIRD. \n", "IN JEDEM FALLE, WO IHRE ANTRAUUNG MIT DIESEM NICHTIG IST, MIT EINEM ANDEREN ABER GÜLTIG SEIN WÜRDE, IST DAS KIND EIN HURENKIND; DIES IN DEM FALLE, WENN JEMAND EINER IN DER TORA GENANNTEN INZESTVERBOTENEN BEIWOHNT. IN JEDEM FALLE, WO IHRE ANTRAUUNG MIT DIESEM NICHTIG IST UND AUCH MIT EINEM ANDEREN NICHTIG SEIN WÜRDE, GLEICHT DAS KIND IHR; DIES IST DER FALL BEIM KINDE EINER SKLAVIN ODER EINER NICHTJÜDIN.\n", "GEMARA. IN JEDEM FALLE, WO DIE ANTRAUUNG GÜLTIG IST. R. Šimo͑n sprach zu R. Joḥanan: Ist es denn eine stichhaltige Regel, daß, wenn die Antrauung gültig ist und dabei keine Sünde begangen wird, das Kind dem Manne folge, wenn \n" ], [ "ein Proselyt ein Hurenkind heiratet, ist ja die Antrauung gültig und wird dabei keine Sünde begangen, dennoch folgt das Kind dem Bemakelten!? Es wird nämlich gelehrt: Wenn ein Proselyt ein Hurenkind geheiratet hat, so ist das Kind ein Hurenkind – so R. Jose. Dieser erwiderte: Du glaubst wohl, unsere Mišna vertrete die Ansicht R. Joses, sie vertritt die des R. Jehuda, welcher sagt, ein Proselyt dürfe kein Hurenkind heiraten, und wenn die Antrauung gültig ist und eine Sünde begangen wird, folgt das Kind dem Bemakelten. – \n", "Sollte er es doch292In der Mišna, bei der Aufzählung der ähnlichen Fälle.lehren!? – Er lehrt im Schlußsatze ‘in jedem Falle’, und dies ist einschließend. \n", "Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich ist hier die Ansicht R. Joses vertreten, denn er lehrt ‘dies in dem Falle’ und dies ist ausschließend. – \n", "Gibt es denn außer diesen Fällen weiter keine mehr, wenn ein Entweihter293Der Sohn eines Priesters von einer ihm verbotenen Frau.eine Jisraélitin heiratet, ist ja die Antrauung gültig und wird dabei keine Sünde begangen, und das Kind folgt dem Manne!? – Das ist kein Einwand; er ist der Ansicht des R. Dostaj b. R. Jehuda294Daß die Kinder des Entweihten durch die Mutter tauglich werden; cf. supra Fol. 64a.. – \n", "Wenn ein Jisraélit eine Entweihte heiratet, ist ja die Antrauung gültig und wird dabei keine Sünde begangen, und das Kind folgt dem Manne!? – Er lehrt im Anfangsatze ‘in jedem Falle’, und dies ist einschließend. – \n", "Sollte er es doch ausdrücklich295Die Entweihte mit den übrigen genannten Personen aufzählen.lehren!? – Er kann es nicht [summarisch] lehren; wenn er etwa lehren wollte: wenn eine Priesterstochter, eine Levitin, eine Jisraélitin oder eine Entweihte von einem Priester, einem Leviten oder einem Jisraéliten geheiratet wird, so ist ja die Entweihte einem Priester verboten. – \n", "Es gibt ja aber noch den Fall296Wo die Antrauung gültig u. erlaubt ist.des Rabba b. Bar Ḥana!? Rabba b. Bar Ḥana sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Wenn ein Miçri zweiter Generation297Die sich zum Judentume bekehrt hat; erst einer aus der 3. Generation darf eine Jisraélitin heiraten; cf. Dt. 23,9.eine Miçrith erster Generation geheiratet hat, so ist das Kind dritter Generation298Es folgt somit dem Vater.!? – \n", "Er lehrt im Anfangsatze ‘in jedem Falle’, und dies ist einschließend. Nach R. Dimi aber, welcher sagt, er sei zweiter Generation, sind [die Worte] ‘dies in dem Falle’ ausschließend. – \n", "Es gibt ja aber noch den Fall, den Rabin, als er kam, im Namen R. Joḥanans lehrte, daß bei den [weltlichen] Völkern [das Kind] dem Manne folge, \n", "und wenn sie sich bekehrt haben, es dem Bemakelten unter beiden299Obgleich die Antrauung gültig ist u. dabei keine Sünde begangen wird.folge!? – Er lehrt ‘dies in dem Falle’, und dies ist ausschließend. – \n", "Was soll300Dies bezieht sich auf die obige Erklärung, die Mišna vertrete die Ansicht R. Joses u. die W.e ‘dies in dem Falle’ schließen den Fall aus, wenn ein Proselyt ein Hurenkind geheiratet hat.dies; erklärlich ist unsere Mišna, wenn du sagst, sie vertrete die Ansicht R. Jehudas, [die Worte] ‘in jedem Falle’ im Anfangsatze schließen die Antrauung eines Jisraéliten mit einer Entweihten und den Fall des Rabba b. Bar Ḥana ein, [die Worte] ‘dies in dem Falle’ schließen die Fälle R. Dimis und Rabins aus, \n" ], [ "und [die Worte] ‘in jedem Falle’ im Schlußsatze schließen die Antrauung eines Proselyten mit einem Hurenkinde ein; wenn du aber sagst, sie vertrete die Ansicht R. Joses, so schließen allerdings [die Worte] ‘in jedem Falle’ im Anfangsatze das Genannte301Die Antrauung eines Jisraéliten mit einer Entweihten.ein, [die Worte] ‘dies in dem Falle’ das Genannte302Die Antrauung eines Proselyten mit einem Hurenkinde u. die Fälle Rabins u. R. Amis.aus, was aber schließen [die Worte] ‘in jedem Falle’ im Schlußsatze ein!? – \n", "Wozu heißt es, auch nach deiner Erklärung, nach R. Jehuda im Schlußsatze: dies in dem Falle!? Vielmehr lehrt er im Schlußsatze ‘dies in dem Falle’, weil er es im Anfangsatze lehrt, ebenso lehrt er im Schlußsatze ‘in jedem Falle’, weil er es im Anfangsatze lehrt.\n", "Der Text. Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Bei den [weltlichen] Völkern folgt [das Kind] dem Manne; haben sie sich bekehrt, so folgt es dem Bemakelten unter beiden. \n", "Was heißt, bei den [weltlichen] Völkern folgt [das Kind] dem Manne? – Wie gelehrt wird: Woher, daß, wenn jemand von den übrigen Völkern303Außer den 7 Dt. 7,1 genannten Völkern, die schlechthin Kenaa͑niter genannt werden, von denen es Dt. 20,16 heißt, daß man sie nicht am Leben lasse.eine Kenaa͑nitin beschlafen und einen Sohn gezeugt hat, man diesen als Sklaven kaufen dürfe? \n", "Es heißt:304Lev. 25,45.und auch von den Kindern der Beisassen, die bei euch weilen, aus ihnen möget ihr erwerben. Man könnte glauben, auch wenn ein Kenaa͑niter305So richt. nach Handschriften u. den Parallelstellen.eine Magd von den übrigen Völkern beschlafen und einen Sohn gezeugt hat, dürfe man diesen als Sklaven kaufen, so heißt es: 304Lev. 25,45.die sie in eurem Lande gezeugt haben; von denen, die in eurem Lande gezeugt worden sind, nicht aber von denen, die in eurem Lande wohnen306Das Kind folgt dem Manne..\n", "«Haben sie sich bekehrt, so folgt es dem Bemakelten unter beiden.» Wobei, wollte man sagen, bei der Antrauung eines Miçri mit einer A͑mmoniterin307Der Vater darf erst in der 3. Generation aufgenommen werden, die Mutter dagegen sofort., so gibt es ja hierbei keine Bemakelung, denn dies308Das Verbot der Aufnahme in die jüd. Gemeinschaft.gilt nur von einem A͑mmoniter und nicht von einer A͑mmoniterin!? – \n", "Vielmehr, bei der Antrauung eines A͑mmoniters mit einer Miçrith; ist es ein Knabe, so folgt er309Als Ammoniter darf er niemals in die jüd. Gemeinde aufgenommen werden.ihm, ist es ein Mädchen, so folgt es ihr310Der Sohn dieses Kindes darf nicht gleich der Mutter aufgenommen werden, sondern erst die 3. Generation..\n", "WENN DIE ANTRAUUNG MIT IHM UNGÜLTIG IST. Woher dies? R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans, wie manche meinen, im Namen R. Jannajs, und wie R. Aḥa, der Sohn Rabas, sagt, im Namen R. Jose des Galiläers: Die Schrift sagt:311Dt. 24,2.sie gehe aus seinem Hause fort und sei eines fremden Mannes, eines Fremden, nicht aber eines Verwandten. \n", "R. Abba wandte ein: Vielleicht: eines Fremden, nicht aber des Sohnes!? – Vom Sohne heißt es ausdrücklich:312Ib. 23,1.niemand nehme die Frau seines Vaters, und wenn es hier fremden heißt, so bedeutet dies: eines Fremden, nicht aber eines Verwandten. – \n", "Vielleicht [sprechen] beide [Schriftverse] von einem Sohne, einer von vornherein, und einer, wenn es bereits erfolgt313Daß die Antrauung dennoch ungültig ist.ist!? – \n", "Dies ist von der Schwester seiner Frau zu folgern: wenn die Antrauung mit der Schwester seiner Frau, worauf die Ausrottung gesetzt ist, nicht gültig ist, um wieviel weniger in Fällen, auf die der Tod durch das Gericht314Cf. Syn. Fol. 53a.gesetzt ist. – \n", "Vielleicht gelten beide315Die Schriftverse Lev. 18,18, der von der Schwester seiner Frau spricht, u. Dt. 24,2.von der Schwester seiner Frau, einer von vornherein, und einer, wenn es bereits erfolgt ist!? – Dem ist auch so. – \n", "Demnach wissen wir dies von der Schwester seiner Frau, woher dies von anderen Inzestfällen? – Es ist von der Schwester seiner Frau zu folgern; wie es bei der Schwester seiner Frau ein Inzestfall ist, wodurch man sich bei Vorsatz der Ausrottung und bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht, und die Antrauung ist ungültig, ebenso ist auch bei allen Inzestfällen, wodurch man sich bei Vorsatz der Ausrottung und bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht, die Antrauung ungültig. – \n", "Allerdings sind alle anderen Fälle zu folgern, aber hinsichtlich einer Ehefrau und der Frau seines Bruders ist ja zu erwidern: wohl gilt dies von der Schwester seiner Frau, bei der es kein Erlaubtwerden durch den Fall eines Gebotes gibt, während es bei der Schwester seines Bruders ein Erlaubtwerden im Falle eines Gebotes316Bei der Schwagerehe; es ist ihm sogar geboten, sie zu heiraten.gibt!? \n", "Ebenso ist auch hinsichtlich einer Ehefrau zu erwidern: wohl gilt dies von jener, bei der es bei Lebzeiten des sie verbotenmachenden kein Erlaubtwerden gibt, während es bei einer Ehefrau bei Lebzeiten des sie verbotenmachenden ein Erlaubtwerden317Durch Scheidung.gibt!? \n", "Vielmehr, erklärte R. Jona, nach anderen R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, die Schrift sagt:318Lev. 18,29.jeder, der etwas von all diesen Gräueln tut, soll ausgerottet werden. Alle Inzestfälle werden mit dem Falle von der Schwester seiner Frau verglichen; wie bei der Schwester seiner Frau die Antrauung nicht gültig ist, ebenso ist bei allen anderen Inzestfällen die Antrauung nicht gültig. – \n", "Demnach \n" ], [ "sollte dies auch von der Menstruierenden319Die Antrauung mit einer ledigen Menstruierenden sollte ungültig u. das Kind, auch einer verheirateten, sollte Hurenkind sein.gelten, während doch Abajje sagte, alle stimmen überein, daß, wenn jemand eine Menstruierende oder eine Ehebruchsverdächtigte beschlafen hat, das Kind kein Hurenkind sei320Auch die Beschlafung einer Menstruierenden gehört zu den mit der Ausrottung belegten Inzestfällen.!? Ḥizqija erwiderte: Die Schrift sagt: 321Lev. 15,24.so sei ihr Fluß auf ihm, auch zur Zeit ihres Flusses hat bei ihr die Antrauung322Unter ‘sein’ versteht der T. das sein zur Frau, die Antrauung; dh. die Antrauung ist gültig.Geltung. – \n", "Merke, man kann sie323Alle übrigen Inzestfälle.mit der Menstruierenden vergleichen324Wonach die Antrauung gültig ist.und man kann sie mit der Schwester seiner Frau vergleichen, was veranlaßt dich, sie mit der Schwester seiner Frau zu vergleichen, vergleiche sie doch mit der Menstruierenden!? – Wenn erleichternd und erschwerend, so vergleiche man erschwerend. \n", "R. Aḥa b. Ja͑qob erklärte: Es ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, von der Schwägerin, zu folgern: wenn die Antrauung der Schwägerin, die mit einem Verbote325Die Heirat der Schwägerin mit einem Fremden ist verboten u. ungültig; cf. Dt. 25,5.belegt ist, nicht gültig ist, um wieviel weniger in Fällen, die mit dem Tode oder der Ausrottung belegt sind. – Demnach sollte dies auch von anderen mit einem Verbote belegten Fällen326Die mit der Schwägerin zu vergleichen sind.gelten!? \n", "R. Papa erwiderte: Hinsichtlich der mit einem Verbote belegten Fälle ist dies327Daß die Antrauung gültig ist.ausdrücklich geschrieben:328Dt. 21,15.wenn zwei eines Mannes Frauen sein sollten, eine geliebt und die andere verhaßt; gibt es denn vor Gott eine geliebte329Die Liebe u. der Haß des Ehemannes braucht nicht hervorgehoben zu werden, es sollte kurz heißen, der Erstgeborene sei auf jeden Fall zu bevorzugen.und eine verhaßte? Vielmehr heißt ‘geliebt’, bei ihrer Antrauung geliebt, und ‘verhaßt’, bei ihrer Antrauung330Dh. wenn die Antrauung eine erlaubte, bezw. verbotene war.verhaßt; und der Allbarmherzige sagt: wenn sein322Unter ‘sein’ versteht der T. das sein zur Frau, die Antrauung; dh. die Antrauung ist gültig.sollten. – \n", "Worauf bezieht R. A͑qiba, welcher sagt, die mit einem Verbote belegte Antrauung sei ungültig, [die Worte] wenn sein sollten!? – Auf [die Antrauung] eines Hochpriesters mit einer Witwe. Dies nach R. Simaj, \n", "denn es wird gelehrt: R. Simaj sagte: Aus allen331Den durch alle Fälle verbotener Beschlafung erzeugten Kindern.macht R. A͑qiba Hurenkinder, ausgenommen [die Kinder] eines Hochpriesters von einer Witwe, denn die Tora sagt: 332Lev. 21,15.er soll nicht entweihen, er erzeugt nur Entweihte, nicht aber Hurenkinder333In diesem Falle ist die Antrauung verboten, jed. gültig.. – \n", "R. Ješebab sagte: Kommt, wir wollen mit R. A͑qiba hadern, welcher sagt, jeder durch einen in Jisraél verbotenen Beischlaf Erzeugte sei ein Hurenkind. Einleuchtend ist es, wenn R. Ješebab damit die Ansicht R. Simajs334Hinsichtl. der Antrauung eines Hochpriesters mit einer Witwe, während Antrauungen, durch die ein Gebot übertreten wird, unberührt bleiben, dh. sie sind nach RA͑. gültig; die angezogenen Worte sind auf diese Fälle zu beziehen.ausschließen will, \n", "worauf aber bezieht er sie, wenn er es selbständig lehrt, wonach dies auch von Fällen gilt, wobei ein Gebot übertreten wird!? – \n", "Auf [die Antrauung] eines Hochpriesters mit einer Deflorierten335Die er nach Lev. 21,13 nicht heiraten darf; hierbei wird das Gebot, eine Jungfrau zu heiraten, übertreten, jed. ist die Antrauung gültig.. – Womit ist dieser Fall anders? – Es ist ein Gebot, das nicht für jeden gilt336Sondern nur für den Hochpriester, daher die Erleichterung.. – \n", "Weshalb beziehen sie die Rabbanan auf die mit einem Verbote belegten Fälle, sollten sie sie doch auf Fälle beziehen, wobei ein Gebot übertreten wird!? – \n", "Auf welchen Fall der Übertretung eines Gebotes: sind es zwei Miçrinnen337Bei der Aufnahme von solchen in die jüd. Gemeinschaft ist es Gebot, 3 Generationen zu warten; cf. Dt. 23,9., so sind ja beide ‘verhaßt’338Dh. bei beiden war die Antrauung verboten., ist eine Miçrith und die andere Jisraélitin, so müssen ja beide Frauen von einem Volke sein, und wenn auf [die Antrauung] eines Hochpriesters mit einer Deflorierten, so heißt es ja nicht: eines Priesters sein sollten339Sie sind daher auf die mit einem Verbote belegten Fälle zu beziehen.. – \n", "Und R. A͑qiba340Wieso bezieht er dies auf einen Hochpriester.!? – Er muß notgezwungen [die Worte] wenn sein sollten auf einen [Hoch]priester beziehen341Da sie (nach RJ.) nicht anders zu erklären sind..\n", "WO [IHRE ANTRAUUNG] MIT DIESEM NICHTIG IST &C. Woher dies342Daß die Antrauung ungültig ist.von einer Sklavin? R. Hona erwiderte: Die Schrift sagt:343Gen. 22,5.bleibt hier mit [i͑m] dem Esel, ein Volk [a͑m], das einem Esel gleicht. – Wir wissen nun, daß die Antrauung mit ihr nichtig ist, \n" ], [ "woher, daß das Kind ihr gleiche? – Die Schrift sagt:344Ex. 21,4.das Weib und ihre Kinder bleiben ihrem Herrn. – \n", "Woher dies von einer Nichtjüdin? – Die Schrift sagt:345Dt. 7,3.du sollst dich nicht mit ihnen verschwägern346Die Verschwägerung ist ungültig.. – Wir wissen nun, daß die Antrauung mit ihr nichtig ist, woher, daß das Kind ihr gleiche? \n", "R. Joḥanan erwiderte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Die Schrift sagt:347Dt. 7,4.denn er wird deinen Sohn von mir abwendig machen; dein Sohn von einer Jisraéliten heißt dein Sohn, dein Sohn von einer Nichtjüdin348Vorangehend heißt es, daß man eine Nichtjüdin nicht zur Schwiegertochter nehme.heißt nicht dein Sohn, sondern ihr Sohn. \n", "Rabina sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß der Sohn deiner Tochter von einem Nichtjuden dein Sohn349Auch diesbezüglich folgt das Kind der Mutter.heiße. Es wäre anzunehmen, daß Rabina der Ansicht ist, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave eine Jisraélitin beschlafen hat, sei das Kind ein Hurenkind350Da er der Mutter folgt; würde er dem Vater folgen, so könnte er durch die Bekehrung in die jüd. Gemeinschaft aufgenommen werden.. – \n", "Zugegeben, daß es nicht unbemakelt ist, aber auch ein Hurenkind ist es nicht; es heißt nur bemakelt. – \n", "Aber jener [Schriftvers] spricht ja von den sieben Völkern351Vgl. Anm. 303., woher dies von den anderen Völkern? – Die Schrift sagt: denn er wird deinen Sohn abwendig machen, dies schließt alle Abwendigmachenden ein. – \n", "Allerdings nach R. Šimo͑n, der den Grund des Schriftverses berücksichtigt, woher dies nach den Rabbanan!? – \n", "Die Schrift sagt:352Dt. 21,13.dann kannst du zu ihr kommen und ihr beiwohnen, wahrscheinlich ist vorher die Antrauung mit ihr nicht gültig. – \n", "Wir wissen nun, daß die Antrauung mit ihr nichtig ist, woher, daß das Kind ihr gleiche. – Die Schrift sagt:353Ib. V. 15.wenn sein sollten &c. und sie ihm gebären; in allen Fällen, wo ein Sein354Vgl. Anm. 322. erfolgt, folgt die Geburt ihm, und in allen Fällen, wo kein Sein erfolgt, folgt die Geburt nicht ihm. – \n", "Demnach gilt dies ja auch von einer Sklavin!? – Dem ist auch so. – Wozu heißt es demnach: das Weib und ihre Kinder bleiben ihrem Herrn!? – Wegen folgender Lehre: \n" ], [ "Wenn jemand zu seiner [schwangeren] Sklavin sagt: sei du frei und deine Geburt bleibe Sklave, so gleicht die Geburt ihr355Da sie Freie ist, so ist auch das Kind ein Freier.– so R. Jose der Galiläer; die Weisen sagen, seine Worte seien gültig, denn es heißt: das Weib und ihre Kinder bleiben ihrem Herrn. – \n", "Wieso geht dies hieraus hervor? Raba erwiderte: Dies bezieht sich auf die Ansicht R. Jose des Galiläers356Aus diesem Schriftverse geht hervor, daß die Kinder zur Mutter gehören..\n", "xiiiR. TRYPHON SAGTE: HURENKINDER KÖNNEN REINIGUNG357Ihres Geschlechtes, dh. daß ihre Nachkommen keine Hurenkinder sind.ERLANGEN, UND ZWAR: WENN DAS HURENKIND EINE SKLAVIN GEHEIRATET HAT, SO IST DER SOHN358Da er der Mutter folgt.SKLAVE; WIRD ER FREIGELASSEN, SO ERGIBT ES SICH, DASS DER SOHN FREIER IST. R. ELIE͑ZER SAGT, ER SEI HURENSKLAVE.\n", "GEMARA. Sie fragten: Gilt dies nach R. Tryphon auch von vornherein, oder nur dann, wenn es erfolgt359Auch ein Hurenkind ist Jisraélit u. er darf von vornherein keine Sklavin heiraten.ist? – Komm und höre: Sie sprachen zu R. Tryphon: Du hast für die Reinigung der Männer, nicht aber für die der Frauen360Ein Mann kann nach einem fremden Orte gehen u. unter Vorgabe, er sei Sklave, unbehindert eine Sklavin heiraten, eine Frau dagegen hat dazu keine Gelegenheit.gesorgt. \n", "Wenn du sagst, dies gelte von vornherein, so kann ja auch ein Sklave ein Hurenkind heiraten!? – Ein Sklave hat keine Agnation361Die Kinder gelten nicht als Nachkommen des Vaters, sondern gehören zur Mutter.. – \n", "Komm und höre: Einst sagte R. Šimlaj zu seinem Wirte, der Hurenkind war: Wenn ich dich früher gekannt hätte, würde ich deinen Kindern Reinigung verschafft362Wenn er ihn unverheiratet gekannt hätte, würde er ihm geraten haben, eine Sklavin zu heiraten, sodaß die Kinder Reinigung erlangen könnten.haben. Allerdings könnte er es, wenn du sagst, dies gelte von vornherein, wieso aber, wenn du sagst, nur wenn es bereits erfolgt ist!? – \n", "Er würde ihm den Rat erteilt haben, einen Diebstahl zu begehen, um als hebräischer Sklave verkauft zu werden363Er dürfte dann eine Sklavin heiraten.. – Gab es denn zur Zeit R. Šimlajs hebräische Sklaven, der Meister sagte ja, [das Gesetz vom] hebräischen Sklaven habe nur dann Geltung, wenn [das Gesetz] vom Jobeljahre Geltung364Da dann seine Freilassung erfolgen kann; cf. Lev. 25,8ff.hat!? Hieraus ist vielmehr zu entnehmen, daß dies nach R. Tryphon von vornherein gelte. Schließe hieraus. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Tryphon.\n", "R. ELIE͑ZER SAGT, ER SEI HURENSKLAVE. R. Elea͑zar sagte: Folgendes ist der Grund R. Elie͑zers:365Dt. 23,3.ihm, man richte sich nach seiner Bemakelung.– \n", "Und die Rabbanan!? – Dies bezieht sich auf einen Jisraéliten, der ein Hurenkind geheiratet hat. Man könnte glauben, es heißt ja:366Num. 4,29.nach ihren Familien, nach ihren Vaterhäusern367Somit folge das Kind dem Vater, der kein Hurenkind ist., daher schließt das ihm dies aus. – \n", "Und R. Elie͑zer!? – Das ihm schließt dies aus, obgleich es heißt: nach ihren Familien, nach ihren Vaterhäusern, ebenso schließt das ihm jenen Fall368Wenn ein Hurenkind eine Sklavin geheiratet hat.aus, obgleich es heißt: die Frau und ihre Kinder bleiben ihrem Herrn. – Und die Rabbanan!? – Die Geburt im Leibe einer Sklavin gleicht der Geburt im Leibe eines Viehs369Das Kind folgt der Mutter, während der Vater bei der Nachfolgeschaft nicht berücksichtigt wird..\n", "\n", "iZEHN GEBURTSKASTEN·ZOGEN AUS BABYLONIEN1Beim 2. Einzüge in das Land unter E͑zra. HERAUF. PRIESTER, LEVITEN, JISRAÉLITEN, ENTWEIHTE2Abkömmlinge von Priestern aus einer diesen verbotenen Ehe., PROSELYTEN, FREIGELASSENE, HURENKINDER, NETHINIM, VERSCHWIEGENE3Dessen Vater verschwiegen, dh. unbekannt ist. UND FINDLINGE.\n", "PRIESTER, LEVITEN UND JISRAÉLITEN DÜRFEN UNTER EINANDER HEIRATEN; LEVITEN, JISRAÉLITEN, ENTWEIHTE, PROSELYTEN UND FREIGELASSENE DÜRFEN UNTER EINANDER HEIRATEN;\n", "PROSELYTEN, FREIGELASSENE, HURENKINDER, NETHINIM, VERSCHWIEGENE UND FINDLINGE DÜRFEN ALLE UNTER EINANDER HEIRATEN. iiVERSCHWIEGENER IST DERJENIGE, DER SEINE MUTTER UND NICHT SEINEN VATER KENNT; FINDLING IST DERJENIGE, DER AUF DER STRASSE AUFGEFUNDEN WURDE UND WEDER SEINEN VATER NOCH SEINE MUTTER KENNT. ABBA ŠAÚL NANNTE DEN VERSCHWIEGENEN UNTERSUCHTEN4Wird weiter erklärt..\n", "GEMARA. ZEHN GEBURTSKASTEN ZOGEN AUS BABYLONIEN HERAUF. Weshalb lehrt er: zogen aus Babylonien herauf, sollte er doch lehren: gingen nach dem Jisraéllande? – Er lehrt uns etwas nebenbei. Es wird nämlich gelehrt: 5Dt. 17,8.So sollst du dich aufmachen und hinaufgehen nach dem Orte, den der Herr, dein Gott, erwählen wird; dies lehrt, daß der Tempel höher als das ganze Jisraélland, und das Jisraélland höher als alle anderen Länder sei. –\n", "Allerdings, daß der Tempel höher ist als das ganze Jisraélland, denn es heißt:5Dt. 17,8.\n" ], [ "Streitigkeiten vor deinen Toren, sosollst du dich aufmachen und hinaufgehen, woher aber, daß das Jisraélland höher ist als alle übrigen Länder? – Es heißt: 6Jer. 23,7,8.Siehe, es werden Tage kommen, Spruch des Herrn, daß man nicht mehr sagen wird: so wahr der Herr lebt, der die Kinder Jisraél aus dem Lande Miçrajim heraufgeführt hat, sondern: so wahr der Herr lebt, der die Kinder Jisraél heraufgeführt und gebracht hat, aus dem Lande des Nordens und aus all den Ländern, dahin ich sie verstoßen habe. –\n", "Weshalb lehrt er: zogen aus Babylonien herauf, sollte er doch lehren: zogen nach dem Jisraéllande hinauf!? – Dies ist eine Stütze für R. Elea͑zar, denn R. Elea͑zar sagte: E͑zra zog aus Babylonien herauf, erst nachdem er es wie feines Mehl [gesiebt] hatte7Die Sichtung der verschiedenen Geburtskasten war schon in Babylonien erfolgt..\n", "Es wurde gelehrt: Abajje sagt, die Lehre laute: zogen herauf, (freiwillig,) und Raba sagte, die Lehre laute: brachte man herauf. Sie streiten über die Lehre R. Elea͑zars, denn R. Elea͑zar sagte: E͑zra zog aus Babylonien herauf, erst nachdem er es wie feines Mehl [gesiebt] hatte.\n", "Abajje hält nichts von der Lehre R. Elea͑zars und Raba hält wohl8E͑zra zwang die von ihm als Bemakelte ausgeschiedenen Familien, als solche mit ihm mitzugehen. von der Lehre R. Elea͑zars. Wenn du aber willst, sage ich: beide halten sie von der Lehre R. Elea͑zars, und hier besteht ihr Streit in folgendem: einer ist der Ansicht, er schied sie aus9Damit man sie nicht erkenne. und sie zogen freiwillig hinauf, und einer ist der Ansicht, er brachte sie gezwungen hinauf. –\n", "Einleuchtend ist es nach demjenigen, der ‘zogen herauf’ liest, daß R. Jehuda im Namen Šemuéls sagte, alle Länder seien ein Gemisch10Wörtl. Teig, dh. aus verschiedenen Elementen zusammengesetzt.gegenüber dem Jisraéllande und das Jisraélland sei ein Gemisch gegenüber Babylonien11Dieses wurde von E͑zra gesäubert, während in jenes bemakelte Familien gekommen sind., nach demjenigen aber, der ‘brachte man herauf’ liest, kannte man sie12Die Bemakelten; die reinen Familien hielten sich von ihnen fern.ja!? – Zugegeben, daß man jene Generation kannte, die folgenden Generationen aber kannte man nicht. –\n", "Erklärlich ist nach demjenigen, der ‘zogen herauf’ liest, der Schriftvers:13Ezr. 8,15.ich versammelte sie an dem Strome, der in Ahava fließt, und wir lagerten dort drei Tage, und ich sah mich um unter14Nach der genannten Lesart wußte er nicht, wer mitgekommen u. wer nicht mitgekommen war.dem Volke und den Priestern, und ich fand dort keinen von den Söhnen Levi;\n", "nach demjenigen aber, der ‘brachte man herauf’ liest, war man ja vorsichtig15Man kannte die Exulanten genau.!? – Man war wohl mit den Bemakelten vorsichtig16Daß sie nicht in unbemakelte Familien hineinkommen., mit den Makellosen aber war man nicht vorsichtig17Man wußte nicht, wer mitgekommen war..\n", "PRIESTER, LEVITEN, JISRAÉLITEN. Woher, daß diese heraufkamen? – Es heißt:18Ezr 2,70.und die Priester und die Leviten und manche vom Volke und die Sänger und die Pförtner und die Nethinim wohnten in ihren Städten, und ganz Jisraél in seinen Städten.\n", "ENTWEIHTE, PROSELYTEN, FREIGELASSENE. Woher dies von den Entweihten? – Es wird gelehrt: R. Jose sagte: Bedeutend ist die Belassung19Einer Sache od. Handlung beim bisherigen Zustande., denn es heißt:20Ezr. 2,61,62,63.Und von den Söhnen der Priester: die Söhne des Ḥabaja, die Söhne des Haqoç, die Söhne des Barzilaj, der eine Frau von den Töchtern Barzilaj des Gilea͑diten genommen hatte und nach ihrem Namen benannt wurde. Diese suchten ihre Schrift der Geschlechtsverzeichnisse, sie ward aber nicht gefunden, und wurden daher aus dem Priestertume ausgestoßen. Und der Tiršatha sprach zu ihnen, daß sie vom Hochheiligen nicht essen dürfen, bis ein Priester den Urim21Nach der t.schen Auslegung (cf. Jom. Fol. 73b) Licht u. Wahrheit; Benennung des Orakels im Brustschilde des Hochpriesters. Diese waren im 2. Tempel nicht mehr vorhanden (cf. Sot. 48a), u. die Redewendung soll wohl heißen: bis in alle Ewigkeit.und Tummim vorstehen wird.\n", "Er sprach nämlich zu ihnen: Bleibt beim bisherigen Zustande; in der Diaspora habt ihr Heiliges der Provinz22Die priesterlichen Abgaben von den Feldfrüchten (Hebe) als Ggs. zum Heiligen des Tempels, Opferfleisch udgl.gegessen, auch hier sollt ihr Heiliges der Provinz essen23Obgleich sie aus der Priesterschaft ausgestoßen worden waren; nur das Hochheilige war ihnen verboten worden.. –\n", "Nach demjenigen, welcher sagt, daß die Hebe in den [Priester]stand24Wenn ein Priester in seiner Heimat Hebe ißt, so ist er als makelloser Priester anzusehen, u. seine Genealogie braucht weiter nicht untersucht zu werden.setze, könnte man sie ja, da sie Hebe aßen, [in den Priesterstand] setzen!? – Anders verhielt es sich bei diesen, da die Belassung bei ihnen suspekt25Man hatte sie ausgestoßen.war. –\n", "Wieso ist demnach die Belassung bedeutend!? – Vorher aßen sie rabbanitische Hebe26Die außerhalb des Jisraéllandes entrichtet worden ist; da ist dies nur eine rabbanitische Bestimmung.und nachher aßen sie Hebe der Tora.\n", "Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich aßen sie auch nachher nur rabbanitische Hebe, nicht aber der Tora, und nur Hebe der Tora setzt in den [Priester]stand, nicht aber rabbanitische. –\n", "Wieso ist demnach die Belassung bedeutend!? – Vorher war Hebe der Tora nicht zu berücksichtigen27Da solche nicht vorhanden war., nachher aber war Hebe der Tora28Da ihnen das Essen von Hebe erlaubt war, so konnten sie veranlaßt werden, auch Hebe der Tora (aus dem Jisraéllande) zu essen.zu berücksichtigen, dennoch durften sie rabbanitische essen. – Aßen sie denn nicht auch solche der Tora,\n", "es heißt ja: und der Tiršatha sprach zu ihnen, daß sie vom Hochheiligen nicht essen dürfen, wonach sie nur Hochheiliges nicht essen durften, wohl aber durften sie alles andere essen!? –\n", "Er meinte es wie folgt: nicht das, was ‘heilig’ genannt wird, und nicht das, was ‘Geheiligtes’29Für Hochheiliges heißt es im Texte: das Heilige des Geheiligten.genannt wird. Nicht das, was ‘heilig’ genannt wird, wovon es heißt:30Lev. 22,10.und kein Gemeiner soll Heiliges31Diese Schriftstelle spricht von der Hebe.essen; nicht das, was ‘Geheiligtes’ genannt wird, wovon es heißt: 32Lev. 22,12.und eine Priesterstochter, die einem Gemeinen zu teil wird, darf die Hebe vom Geheiligten nicht essen, und der Meister erklärte,\n" ], [ "sie dürfe das nicht essen, was vom Geheiligten33Die den Priestern zufallenden Opferteile.abgehoben wird.\n", "PROSELYTEN, FREIGELASSENE. Woher dies? R. Ḥisda erwiderte: Die Schrift sagt:34Ezr. 6,21.und jeder, der zu ihnen sich abgesondert hatte von der Unreinheit der Völker des Landes.\n", "HURENKINDER. Woher dies? – Es heißt:35Neh. 2,10.als das hörten Sanbalaṭ der Ḥoroni und Ṭobija der a͑mmonitische Sklave; ferner:36Ib. 6,18.denn viele in Jehuda waren ihm geschworene Freunde, denn er war Schwiegersohn Šekhanjas, des Sohnes Araḥs, und sein Sohn Jehonathan37So auch in manchen Handschriften bei Kennicott.hatte die Tochter Mešullams, des Sohnes Berekhjas, genommen. Er ist der Ansicht, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave eine Jisraélitin beschlafen hat, sei das Kind ein Hurenkind. –\n", "Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, das Kind sei ein Hurenkind, woher aber nach demjenigen, welcher sagt, das Kind sei unbemakelt!? Und woher ferner, daß er Kinder hatte, vielleicht hatte er keine Kinder!? Und woher weißt du ferner, daß sie38Seine Kinder, falls er solche hatte.von dort39Aus Babylonien.hinaufkamen, vielleicht waren sie da [von früher40Sie waren überhaupt nicht in Babylonien.her]!? –\n", "Vielmehr, hieraus:41Neh. 7,61.und diese sind es, die aus Tel Melaḥ, Tel Ḥarša, Kerub, Adon und Immer heraufzogen, ohne daß sie ihr Stammhaus und ihre Abkunft angeben konnten, ob sie aus Jisraél stammen. Tel Melaḥ, Leute, deren Werke den Werken Sedoms glichen, das in einen Salzhaufen [Tel melaḥ] verwandelt wurde. Tel Ḥarša, Leute, die, wenn sie nach ihrem Vater rufen, die Mutter schweigen42Da sie keinen legitimen Vater haben; חרשא v. חרש schweigen, taub sein, abgeleitet.heißt.\n", "Ohne daß sie ihr Stammhaus und ihre Abkunft angeben konnten, ob sie aus Jisraél stammen, das sind die Findlinge, die auf der Straße aufgefunden werden. Kerub, Adon und Immer. R. Abahu sagte: Der Herr [adon] sprach: ich dachte, die Jisraéliten werden vor mir würdig sein wie ein Kerub, sie aber machten sich zu einem Leoparden [namer]. Manche lesen: R. Abahu sagte: Der Herr sprach: obgleich sie sich zu einem Leoparden machten, dennoch sind sie vor mir würdig wie ein Kerub.\n", "Rabba b. Bar Ḥana sagte: Wer eine für ihn unwürdige Frau nimmt, dem rechnet die Schrift es an, als hätte er die ganze Welt umgepflügt [ḥaraš] und mit Salz [melaḥ] besäet, denn es heißt: und diese sind es, die aus Tel Melaḥ, Tel Ḥarša &c. heraufgezogen sind43Nach der t.sehen Auslegung wird hier von Leuten bemakelter Herkunft gesprochen..\n", "Rabba b. R. Ada sagte im Namen Rabhs: Wer eine Frau des Geldes wegen nimmt, bekommt unwürdige Kinder, denn es heißt:44Hos. 5,7.dem Herrn waren sie untreu, denn unechte Kinder haben sie geboren.\n", "Vielleicht glaubst du, das Geld bleibe ihm erhalten, so heißt es: nun soll ein Monat ihren Teil verzehren. Vielleicht glaubst du, nur seinen Teil und nicht ihren Teil, so heißt es: ihren Teil. Vielleicht glaubst du, erst nach langer Zeit, so heißt es: ein Monat. – Wieso geht dies hieraus hervor? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Ein Monat kommt und ein Monat geht, und ihr Geld ist dahin.\n", "Ferner sagte Rabba b. R. Ada, und wie manche sagen, R. Sala im Namen R. Hamnunas: Wer eine für ihn unwürdige Frau nimmt, den bindet45Bei der Geißelung wurde der Delinquent an einen Pfahl gebunden; cf. Mak. Fol. 22b.Elijahu, und der Heilige, gepriesen sei er, geißelt ihn. Es wird gelehrt: Über diese alle46Die Unbemakelten, die eine Frau aus einem bemakelten Geschlechte nehmen.schreibt Elijahu und der Heilige, gepriesen sei er, unterschreibt: wehe dem, der seinen Namen bemakelt und seine Familie befleckt. Und den, der eine für ihn unwürdige Frau nimmt, bindet Elijahu und der Heilige, gepriesen sei er, geißelt ihn.\n", "Wer [andere] berüchtigt, ist selber berüchtigt; nie spricht er Lobendes. Auch sagte Šemuél: Er berüchtigt seinen eigenen Makel.\n", "Einst kam ein Mann in ein Schlachthaus zu Pumbeditha und verlangte Fleisch. Da sprachen sie zu ihm: Warte bis der Diener des R. Jehuda b. Jeḥezqel erhalten hat, sodann geben wir dir. Da sprach dieser: Wer ist dieser Jehuda b. Ševisqal47Wohl spöttische Anspielung auf שויסקי, Spießbraten, dh. Bratenfresser., der mir vorangehen und vor mir erhalten soll!? Als man dies R. Jehuda erzählte, tat er ihn in den Bann, und als man ihm noch sagte, daß er andere Leute Sklaven zu nennen pflege, ließ er über ihn bekannt machen, daß er ein Sklave sei.\n", "Hierauf ließ jener ihn zu Gericht vor R. Naḥman48Dieser war Richter in Nehardea͑, dem Wohnorte jenes Mannes.laden. Als R. Jehuda die Vorladung erhielt, ging er zu R. Hona und fragte ihn, ob er hingehen oder nicht hingehen solle. Dieser erwiderte: Eigentlich brauchst du nicht hinzugehen, denn du bist ein bedeutender Mann, aber aus Achtung vor dem Fürstenhause49RN. war Schwiegersohn des Fürsten.geh hin.\n", "Als er hinkam, traf er ihn ein Geländer50Für das Dach; cf. Dt. 22,8. machen; da sprach er zu ihm: Hält denn der Meister nichts von dem, was R. Hona b. Idi im Namen Šemuéls gesagt hat, daß nämlich ein Mensch, sobald er zum Gemeindeverwalter eingesetzt worden ist, vor drei Personen keine Arbeit verrichten dürfe? Dieser erwiderte: Ich mache nur etwas am Gundaria51Er gebrauchte hierbei, ebenso auch weiter fremde, wahrscheinl. persische, Worte, u. nicht die bei den Gelehrten üblichen hebr. od. aram. Ausdrücke, was RJ. rügte, wohl aus Ärger über die Vorladung.[Geländer]. Jener sprach: Ist denn [das Wort] Maa͑qa, daß die Tora gebraucht, oder Meḥiça, wie die Gelehrten es nennen, so verächtlich!?\n", "Hierauf sprach er zu ihm: Setz dich auf das Qarpiṭa [Bank]. Jener entgegnete: Ist denn [das Wort] Saphsal, das die Gelehrten gebrauchen, oder Içṭeba, das das Volk gebraucht, so verächtlich!? Alsdann sprach er zu ihm: Möge der Meister eine Etronga52Eine Art Zitrone; vgl. Bd. I S. 189 Anm. 173.essen. Jener entgegnete: Folgendes sagte Šemuél: wer Etroga sagt, dem ist ein Drittel Hochmut eigen; entweder [sage man] Etrog, wie die Gelehrten es nennen, oder Etroga, wie das Volk es nennt.\n", "Hierauf sprach er zu ihm: Möge der Meister ein Anbag53Name eines Trinkgefäßes od. -maßes; cf. Bb. Fol. 58b.trinken. Jener entgegnete: Ist denn [das Wort] Ispargos54Wahrscheinl. Spargeltrank., das die Gelehrten gebrauchen, oder Anpaq, das das Volk gebraucht, so verächtlich!? Als er hierauf sprach, Donag55Name seiner Tochter.möge kommen und einschenken, entgegnete jener: Folgendes sagte Šemuél: man lasse sich nicht von einer Frau bedienen. – Sie ist noch klein. – Šemuél sagte ausdrücklich, man lasse sich von einer Frau überhaupt nicht bedienen, einerlei ob groß oder klein. –\n", "Möge der Meister Jalta56Die Frau RN.s.einen Gruß entbieten. Jener erwiderte: Folgendes sagte Šemuél: die Stimme einer Frau57Sie müßte ihm dann antworten.ist Scham. – Es kann ja durch einen Boten erfolgen. Jener erwiderte: Folgendes sagte Šemuél:\n" ], [ "man darf einer Frau keinen Gruß entbieten58Um jede Veranlassung zur Intimität zu vermeiden.. – Durch ihren Ehemann? Jener erwiderte: Folgendes sagte Šemuél: man darf einer Frau in keiner Weise einen Gruß entbieten. Hierauf ließ seine Frau ihm sagen: Schlichte seinen Streit59Dh. fertige ihn schnell ab, damit er gehe., damit er dich nicht zum Menschen aus dem gemeinen Volke mache.\n", "Hierauf fragte er ihn: Was führte den Meister her? Jener erwiderte: Der Meister schickte mir eine Vorladung. Dieser entgegnete: Ich verstehe nicht einmal die Worte des Meisters, und ich sollte ihm eine Vorladung geschickt haben!? Da holte er die Vorladung aus seinem Busen hervor und zeigte sie ihm, indem er sprach: Da ist der Mann und da ist die Vorladung. Da sprach dieser: Da nun der Meister hergekommen ist, so mag er mir seine Angelegenheit vortragen, damit man nicht sage, die Gelehrten begünstigen einander.\n", "Alsdann fragte er ihn: Weshalb hat der Meister jenen Mann in den Bann getan? Jener erwiderte: Er kränkte den Boten eines Gelehrten. –\n", "Weshalb ließ der Meister über ihn bekannt machen, er sei ein Sklave? Jener erwiderte: Er pflegt andere Leute Sklaven zu nennen, und es wird gelehrt: wer [andere] berüchtigt, ist selber berüchtigt; nie spricht er Lobendes. Ferner sagte Šemuél, er berüchtige seinen eigenen Makel. – Allerdings sagte Šemuél, daß man dies berücksichtige, sagte er etwa, daß man solches über ihn bekannt mache!?\n", "Währenddessen kam sein Gegner, [der Mann] aus Nehardea͑, und sprach zu R. Jehuda: Mich nennst du einen Sklaven!? Ich stamme aus dem königlichen Hause der Ḥasmonäer. Hierauf sprach jener: Folgendes sagte Šemuél: wer aus dem Hause der Ḥasmonäer abzustammen behauptet, ist ein Sklave.\n", "Da sprach dieser: Hält denn der Meister nichts von dem, was R. Abba im Namen R. Honas im Namen Rabhs gesagt hat, wenn nämlich ein Gelehrter eine Lehre vorträgt60Im Namen seines Lehrers.und der Fall eintritt, man auf ihn höre, wenn er es vor Eintritt des Falles gesagt hat, sonst aber nicht61Man braucht ihm nicht zu glauben, daß dies ihm von seinem Lehrer überliefert sei, da er es viell. nur wegen dieses Falles sagte.!? Jener erwiderte: Da ist R. Mathna, der es mir bestätigen kann.\n", "R. Mathna hatte Nehardea͑ dreizehn Jahre nicht gesehen, und gerade an jenem Tage traf er da ein. Jener fragte ihn: Erinnert sich der Meister, was Šemuél, als er mit einem Fuße auf dem Ufer und mit dem anderen Fuße auf der Fähre stand, gesagt hat? Dieser erwiderte: Folgendes sagte dann Šemuél: wer aus dem königlichen Hause der Ḥasmonäer abzustammen behauptet, ist ein Sklave. Aus diesem war nur ein Mädchen zurückgeblieben, und dieses stieg aufs Dach, erhob ihre Stimme und rief: Wenn jemand behauptet, er stamme aus dem Hause der Ḥasmonäer, so ist er ein Sklave62Gemeint ist Herodes, der die Ḥasmonäer ermorden ließ; cf. Bb. Fol. 3b..\n", "Alsdann stürzte sie sich vom Dache herab und starb. Hierauf ließ er über ihn bekannt machen, daß er ein Sklave sei.\n", "An jenem Tage wurden viele Ehekontrakte in Nehardea͑ zerrissen63Wegen der Bloßstellung der Familien.. Als er hinausging, gingen sie hinter ihm, um ihn zu steinigen. Da sprach er zu ihnen: Wollt ihr ruhig sein, so ist es recht, wenn aber nicht, so verrate ich das, was Šemuél gesagt hat, daß es nämlich zwei Geschlechter in Nehardea͑ gebe, eines heiße das der Tauben und eines heiße das der Raben. Als Merkzeichen diene dir: Unreines ist unrein, Reines ist rein64Die Taube ist ein reiner u. der Rabe ein unreiner Vogel; die Mitglieder des anderen Geschlechtes waren von bemakelter Herkunft.. Hierauf warfen sie die Wurfsteine aus den Händen, sodaß eine Verstopfung im Königsstrome65In den sie die Steine warfen.entstand.\n", "R. Jehuda ließ in Pumbeditha bekannt machen: Ada und Jonathan sind Sklaven. Jehuda b. Papa ist ein Hurenkind. Baṭi b. Ṭobija nahm in seinem Hochmute keinen Freilassungsbrief. Raba ließ in Maḥoza bekannt machen: Die Balaíten, die Danaíten, die Ṭalaíten, die Malaíten und die Zagaíten sind sämtlich bemakelt. R. Jehuda sagte: Die Gobäer sind Gibeo͑niten. Durninutha ist ein Dorf von Nethinim. R. Joseph sagte: Be Kube bei Pumbeditha besteht ganz aus Sklaven.\n", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Vierhundert Sklaven, manche sagen, viertausend Sklaven hatte Pašḥur, der Sohn Immers66Cf. Jer. 20,1ff., und sie alle haben sich mit den Priestern vermischt. Ein Priester, dem Frechheit eigen ist, stammt von ihnen. Abajje sagte: Sie alle wohnen in Sura67So nach der Lesart einer Randglosse.und Nehardea͑. Er streitet gegen R. Elea͑zar, denn R. Elea͑zar sagte: Wenn du einen Priester siehst, dem Frechheit eigen ist, so mache dir keine Gedanken über ihn, denn es heißt:68Hos. 4,4.und dein Volk wie die streitigen Priester.\n", "R. Abin b. R. Ada sagte im Namen Rabhs: Wer eine für ihn unwürdige Frau nimmt, für den legt der Heilige, gepriesen sei er, wenn69Die W.e משרה שכינתו sind mit Handschriften zu streichen.er für alle Stämme Zeugnis70Über ihre Zugehörigkeit zu Jisraél.ablegt, kein Zeugnis ab, denn es heißt:71Ps. 122,4.die Stämme des Herrn, ein Zeugnis für Jisraél; ein Zeugnis für Jisraél72Daß sie zu Jisraél gehören.nur dann, wenn sie Stämme des Herrn sind.\n", "R. Hama b. R. Ḥanina sagte: Wenn der Heilige, gepriesen sei er, seine Göttlichkeit weilen läßt, so läßt er sie nur über den reinen Geschlechtern in Jisraél weilen, denn es heißt: 73Jer. 30,25.zu jener Zeit, Spruch des Herrn, werde ich zum Gott sein für all die Geschlechter Jisraéls; es heißt nicht: für ganz Jisraél, sondern: für all die Geschlechter.73Jer. 30,25.\n", "Und sie werden mir zum Volke sein. Rabba b. R. Hona sagte: Hierin sind die Jisraéliten den Proselyten überlegen; von den Jisraéliten heißt es:74Ez. 37,27.ich werde ihnen zum Gott sein und sie werden mir zum Volke sein, von den Proselyten aber heißt es:75Jer. 30,21,22.wer ist es, der sich getrauet, mir zu nahen, Spruch des Herrn; ihr sollt mir zum Volke sein und ich werde euch zum Gott sein76Sie müssen zuerst ein Volk Gottes sein, was aber von den Jisraéliten nicht verlangt wird..\n", "R. Ḥelbo sagte: Proselyten sind für Jisraél wie ein Ausschlag unangenehm, denn es heißt:77Jes. 14,1.es schließt sich ihnen der Fremdling an, und sie schlagen sich zum Hause Ja͑qobs; von diesen heißt es schlagen und dort78Lev. 14,56. heißt es: Geschwulst und Ausschlag.\n", "R. Ḥama b. Ḥanina sagte: Wenn der Heilige, gepriesen sei er,\n" ], [ "die Stämme reinigt, so reinigt er den Stamm Levi zuerst, denn es heißt: 79Mal. 3,3.und er wird sitzen schmelzend und reinigend das Silber, und er wird die Söhne Levi reinigen und sie läutern wie Gold und wie Silber, daß sie dem Herrn Opfergaben in Frömmigkeit darbringen.\n", "R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Silber reinigt Hurenkinder, denn es heißt: und er wird sitzen schmelzend und reinigend das Silber. – Was heißt: Opfergaben in Frömmigkeit darbringen? R. Jiçḥaq sagte: Der Heilige, gepriesen sei er, erwies Jisraél eine Wohltat80Diese Bedeutung hat das W. צרקה im Neuhebräischen., indem er jede Familie, die sich vermischt hat, vermischt sein ließ81Er ließ es unbekannt bleiben..\n", "Der Text. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Alle Länder sind ein Gemisch gegenüber Babylonien. In den Tagen Rabbis wollten sie Babylonien zu einem Gemische gegenüber dem Jisraéllande82Die Familien des Jisraéllandes als vornehmer und reiner erklären.machen, da sprach er zu ihnen: Ihr stoßt mir Dornen83Er selber stammte aus einer babylonischen Familie.zwischen die Augen; wenn ihr wollt, mag R. Ḥanina b. Ḥama mit euch verhandeln.\n", "R. Ḥanina b. Ḥama verhandelte mit ihnen und sprach dann zu ihnen: Es ist mir überliefert von R. Jišmaél b. R. Jose, der es im Namen seines Vaters sagte: alle Länder sind ein Gemisch gegenüber dem Jisraéllande, und das Jisraélland ist ein Gemisch gegenüber Babylonien.\n", "In den Tagen des R. Pinḥas wollten sie Babylonien zu einem Gemische gegenüber dem Jisraéllande machen, da sprach er zu seinen Dienern: Sobald ich zwei Dinge im Lehrhause vorgetragen habe, setzt mich in die Sänfte und laufet84Da er selber alt war u. nicht laufen konnte. Er fürchtete, er könnte durch die 2. Lehre gezwungen werden, bemakelte Familien namhaft machen zu müssen.. Als er in [das Lehrhaus] kam, sprach er: Nach der Tora benötigt das Geflügel nicht des Schlachtens.\n", "Während sie saßen und darüber nachdachten85Dies war ihnen neu u. der Grund unbekannt., sprach er weiter: Alle Länder sind ein Gemisch gegenüber dem Jisraéllande, und das Jisraélland ist ein Gemisch gegenüber Babylonien. Alsdann setzten sie ihn in die Sänfte und liefen [mit ihm] fort. Jene liefen hinter ihm86Um von ihm Beweise hierfür zu erhalten.her, sie erreichten ihn aber nicht. Hierauf ließen sie sich nieder und stellten Untersuchungen87Über den Ursprung der Familien im Jisraéllande.an; als sie aber dadurch in Gefahr88Sie waren dadurch veranlaßt worden, machthabende Familien als bemakelt zu erklären.gerieten, unterließen sie es.\n", "R. Joḥanan sagte: Beim Tempel, es89Die Aufdeckung der bemakelten Familien im Jisraéllande.ist in unserer Hand, was aber soll ich machen, auch die Großen des Zeitalters sind mit ihnen vermischt. Er ist der Ansicht R. Jiçḥaqs, denn R. Jiçḥaq sagte, eine Familie, die vermischt worden ist, bleibe vermischt90Da ihre Bemakelung nicht allgemein bekannt ist, so scheide man sie nicht aus..\n", "Abajje sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: In Trans-Jarden war eine Familie, namens Beth Çeripha, die Ben Çijon gewaltsam entfernte; eine andere war da, die Ben Çijon gewaltsam91Obgleich ihre Bemakelung bekannt war.aufnahm. Solche wird Elijahu bei seiner Ankunft als unrein oder rein erklären. Nur diejenigen von denen man es wußte, eine Familie aber, die vermischt worden ist, bleibe vermischt.\n", "Es wird gelehrt: Noch eine92Bemakelte Familie, die aufgenommen wurde, obgleich dies bekannt war.war da vorhanden, nur wollten die Weisen sie nicht nennen; jedoch vertrauen die Weisen es93Daß sie von bemakelter Herkunft sind.einander [und] ihren Schülern einmal im Septennium an, und manche sagen, zweimal im Septennium. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Die Ansicht desjenigen, der einmal im Septennium sagt, ist einleuchtend, denn es wird gelehrt: [Sagt jemand:] ich will Nazir sein, wenn ich nicht Familien bloßstelle, so sei er lieber Nazir und stelle keine Familie bloß94Obgleich dies sündhaft ist; demnach ist dies möglichst selten mitzuteilen..\n", "Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Den vierbuchstabigen Gottesnamen95Das in der Schrift gebräuchliche Tetragramm, dh. wie er auszusprechen ist. vertrauen die Weisen ihren Schülern einmal im Septennium an, und manche sagen, zweimal im Septennium. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Die Ansicht desjenigen, der einmal im Septennium sagt, ist einleuchtend, denn es heißt:96Ex. 3,15.das ist mein Name für ewig [leo͑lam], und die Schreibweise ist lea͑lem [zu verheimlichen]. Raba wollte es in der Vorlesung vortragen, da sprach ein Greis zu ihm: es heißt: lea͑lem.\n", "R. Abina wies auf einen Widerspruch hin. Es heißt: das ist mein Name, und es heißt:96Ex. 3,15.das ist meine Benennung97Demnach sind es zwei verschiedene Namen.!? Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: nicht wie ich geschrieben werde, werde ich genannt; Jod He werde ich geschrieben, aber Aleph Daleth genannt98Das Tetragramm wird aus Scheu Adonaj gelesen..\n", "Die Rabbanan lehrten: Früher vertraute man den zwölfbuchstabigen Gottesnamen99Bereits in der frühesten rabbinischen Literatur unbekannt, wohl mit dem bei den Kabbalisten vorkommenden nicht identisch.jedem Menschen an, seitdem aber die Zuchtlosen100Die damit Mißbrauch trieben.sich mehrten, vertraute man ihn nur den Frommen der Priesterschaft101Die ihn beim Priestersegen aussprachen; cf. Sot. Fol. 38a.an, und die Frommen der Priesterschaft verschluckten ihn bei der Melodie ihrer Priesterbrüder102Während diese den einfachen Gottesnamen melodisch gedehnt sprachen; sie sprachen ihn undeutlich, sodaß die Unkundigen ihn nicht verstehen konnten.. Es wird gelehrt: R. Tryphon erzählte: Einst folgte ich dem Bruder meiner Mutter auf die Estrade103Wo die Priester den Segen sprachen.und neigte mein Ohr zum Hochpriester; da hörte ich, wie er den Gottesnamen bei der Melodie seiner Priesterbrüder verschluckte.\n", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Den zweiundvierzigbuchstabigen Gottesnamen99Bereits in der frühesten rabbinischen Literatur unbekannt, wohl mit dem bei den Kabbalisten vorkommenden nicht identisch.darf man nur dem anvertrauen, der fromm und bescheiden ist, sich in der Mitte des Lebensalters befindet, nicht in Zorn gerät, sich nicht betrinkt, und nicht auf seinem Rechte besteht. Wer ihn kennt, mit ihm behutsam ist, und ihn in Reinheit wahrt, ist droben beliebt und hienieden begehrt; seine Ehrfurcht ruht auf den Mitmenschen und er erbt beide Welten, diese Welt und die zukünftige Welt.\n", "Šemuél sagte im Namen eines Greises: In Babylonien befindet sich jeder im Zustande der Makellosigkeit, bis dir bekannt wird, wieso er bemakelt ist; in anderen Ländern befindet sich jeder im Zustande der Bemakelung, bis dir bekannt wird, wieso104Cf. infra Fol. 76a.er makellos ist; im Jisraéllande gilt jeder, der als bemakelt angesehen wird, als bemakelt, und der als unbemakelt angesehen wird, als unbemakelt. –\n", "Dies widerspricht sich ja selbst: zuerst heißt es, wenn er als bemakelt angesehen wird, gelte er als bemakelt, wonach er, wenn nichts bekannt ist, als unbemakelt gilt, und nachher heißt es, wenn er als unbemakelt angesehen wird, gelte er als unbemakelt, wonach er, wenn nichts bekannt ist, als bemakelt gilt!? R. Hona b. Taḥlipha erwiderte im Namen Rabhs: Das ist kein Widerspruch;\n" ], [ "das eine, um ihm eine Frau zu geben, das andere, um eine Frau aus seinem Besitze zu bringen4Für den 1. Fall gilt er, wenn nichts bekannt ist, als bemakelt u. seine Abstammung muß untersucht werden, für den 2. Fall gilt er als unbemakelt..\n", "R. Joseph sagte: Wenn jemand babylonischen Dialekt spricht, so gebe man ihm eine Frau. Jetzt aber, wo Betrüger vorhanden sind, befürchte man.\n", "Zee͑ri mied R. Joḥanan, denn dieser verlangte von ihm, daß er seine Tochter105Jener aber wollte als Babylonier keine Palästinenserin heiraten.heirate. Eines Tages gingen sie zusammen auf dem Wege, und als sie an einen Wassergraben herankamen, nahm er R. Joḥanan auf seine Schulter und trug ihn hinüber. Da sprach dieser zu ihm: Meine Gesetzeskunde ist unbemakelt und meine Tochter ist bemakelt!?\n", "Du stützest dich wohl auf folgende Lehre: zehn Geburtskasten106Da werden alle Bemakelten aufgezählt, die nach Palästina zogen.zogen aus Babylonien herauf: Priester, Leviten &c. Sind denn alle Priester, Leviten und Jisraéliten hinaufgezogen!? Wie von diesen [ein Teil] zurückblieb, ebenso blieb auch von jenen [ein Teil]107Auch in Babylonien sind bemakelte Familien vorhanden.zurück. Ihm war das entgangen, was R. Elea͑zar gesagt hat, daß nämlich E͑zra erst dann aus Babylonien hinaufzog, nachdem er es wie feines Mehl [gesiebt] hatte.\n", "Einst kam U͑la zu R. Jehuda nach Pumbeditha, und als er seinen Sohn R. Jiçḥaq sah, der bereits erwachsen und unverheiratet war, sprach er zu ihm: Weshalb nimmt der Meister keine Frau für seinen Sohn!? Dieser erwiderte: Weiß ich denn, woher108Wo eine Familie zu finden ist, die ganz sicher unbemakelt ist.ich ihm eine nehmen soll!? Jener entgegnete: Wissen wir denn, von wem wir abstammen!? Vielleicht von jenen, von denen es heißt:109Thr. 5,11.Frauen schändeten sie in Çijon, Jungfrauen in den Städten Jehudas.\n", "Wolltest du erwidern, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave eine Jisraélitin beschlafen hat, sei das Kind unbemakelt, so [stammen wir] vielleicht von jenen, von denen es heißt:110Am. 6,4.die auf Betten von Elfenbein liegen und sich auf ihrem Lager recken. R. Jose b. R. Ḥanina erklärte nämlich, damit seien diejenigen gemeint, die nackt vor ihrem Bette Ḥarn111Wohl in Gegenwart der Frau; dies gilt als besondere Schamverletzung; cf. Sot. Fol. 62b.ließen,\n", "und hierüber schalt R. Abahu: Wieso heißt es demnach:112Am. 6,7.darum sollen sie nun an der Spitze der Verbannten in die Verbannung ziehen; weil sie nackt vor ihrem Bette Harn ließen, sollten sie an der Spitze der Verbannten in die Verbannung ziehen!?\n", "Vielmehr, erklärte R. Abahu, seien damit diejenigen gemeint, die zusammen aßen und tranken, ihre Betten an einander rückten, ihre Frauen mit einander tauschten und ihre Betten durch fremden Samen stinken113Das im angezogenen Schriftverse gebrauchte W. סרח, sich hinstrecken, hat im Neuhebräischen auch die Bestimmung stinken, verwesen.machten.\n", "Hierauf sprach dieser: Was ist nun114Um die Makellosigkeit einer Familie festzustellen.zu machen? Jener erwiderte: Man richte sich nach der Schweigsamkeit115Dh. Bescheidenheit, Nachgiebigkeit; Menschen von vornehmer Herkunft sind weniger zanksüchtig., denn so stellen sie im Westen Untersuchungen an; wenn zwei mit einander zanken, so beobachten sie, wer von ihnen zuerst schweigt, und sagen, dieser sei von vornehmer Herkunft.\n", "Rabh sagte: In der Schweigsamkeit der Babylonier liegt die Vornehmheit ihrer Herkunft. – Dem ist ja aber nicht so, als Rabh einst zu den Essigmachern116Bezeichnung einer bekannten Familie; die Lesart ist unsicher, viell. Ortsname.kam, stellte er Untersuchungen an; doch wohl über ihre Herkunft!? – Nein, über ihre Schweigsamkeit. Er sagte wie folgt: untersucht sie, ob sie schweigsam sind oder nicht.\n", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wenn du zwei Menschen siehst, die einander befehden, so haftet einem von ihnen ein Makel an, und man117Durch himmlische Fügung.läßt nicht zu, daß einer sich mit anderen verbinde. R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Wenn du zwei Familien siehst, die einander befehden, so haftet einer von ihnen ein Makel an, und man läßt nicht zu, daß eine sich mit der anderen verbinde.\n", "R. Papa der Greis sagte im Namen Rabhs: Babylonien ist gesund, Mešan ist tot, Medien ist krank und E͑lam ist sterbend118Bildliche Bezeichnung ihrer Herkunft; das erste besteht aus nur reinen Familien, das andere aus nur bemakelten, u. die folgenden aus überwiegend reinen od. bemakelten.. – Welchen Unterschied gibt es zwischen Kranken und Sterbenden? – Die meisten Kranken bleiben am Leben, die meisten Sterbenden verfallen dem Tode.\n", "Wie weit reicht Babylonien119Hinsichtl. der Reinheit der Herkunft.? Rabh sagt, bis zum Strome A͑zaq120Die Lesart dieses Namens ist schwankend; wahrscheinl. Gazaka od. Ganzaka.; Šemuél sagt, bis zum Strome Joani121Ebenso unbekannt ist נאני in einer Handschrift.. – Wie weit oberhalb des Tigris? Rabh sagt, bis Bagda und Avna; Šemuél sagt, bis Moskani122Meist mit Moxoene identifiziert.. – Ist denn Moskani nicht einbegriffen, R. Ḥija b. Abba sagte ja im Namen Šemuéls, Moskani gleiche hinsichtlich der Herkunft dem Diasporagebiete123Womit Babylonien bezeichnet wird Die Erklärung R. Josephs, darunter sei Pumbeditha zu verstehen (cf. Rh. Fol. 23a), dürfte scherzhaft aufgefaßt werden, da er in dieser Stadt lebte u. wohl sagen wollte: das Gebiet, wo wir uns befinden.!? – Bis Moskani, einschließlich Moskani. –\n", "Wie weit unterhalb des Tigris? R. Šemuél erwiderte: Bis Unter Apamia. Es gibt zwei Apamia, ein oberes und ein unteres; das eine ist unbemakelt und das andere ist bemakelt; sie sind eine Parasange von einander entfernt. Sie nehmen es mit einander so genau, daß sie einander nicht einmal Feuer borgen. Als Merkzeichen diene dir: das bemakelte spricht mesenisch124Mesan besteht ganz aus Bemakelten.. –\n", "Wie weit oberhalb des Euphrat? Rabh sagt, bis zur Burg von Telbenkane, Šemuél sagt, bis zur Euphratbrücke, und R. Joḥanan sagt, bis zur Furt von Gizma. Abajje, nach anderen R. Joseph, schimpfte über die Ansicht Rabhs125Babylonien reicht nicht so weit.. –\n", "Er schimpfte nur über die Ansicht Rabhs und nicht über die des Šemuél126Nach ihm reicht es noch weiter.!? – Vielmehr, er schimpfte über die des Rabh, und um so mehr über die des Šemuél. Wenn du willst, sage ich: tatsächlich schimpfte er nur über die Ansicht Rabhs und nicht über die Ansicht Šemuéls, denn die Brücke des Euphrat befand sich [früher] tiefer,\n" ], [ " die Perser aber haben sie jetzt höher gelegt. Abajje fragte R. Joseph: Wie weit auf der anderen Seite des Euphrat? Dieser erwiderte: Du denkst wohl an Biram127Das auf der anderen Seite lag., aber die Vornehmen von Pumbeditha heiraten aus Biram.\n", "R. Papa sagte: Wie sie hinsichtlich der Legitimität streiten, so streiten sie auch hinsichtlich der Scheidung128Diesbezüglich wird zwischen dem Jisraéllande u. den fremden Ländern unterschieden (cf. Git. Fol. 2a) u. Babylonien gleicht dem ersteren (cf. ib. Fol. 6a).. R. Joseph aber sagte, sie streiten nur hinsichtlich der Legitimität, hinsichtlich der Scheidung aber stimmen alle überein, daß es bis zur zweiten Bachweide129Od. Weidengestrüpp; wohl Name eines bekannten Ortes.der Brücke reiche.\n", "Rami b. Abba sagte: Der Küstenstrich130Für חבל הים (Zeph. 2,5) hat Pešittha חבל ימא u. Cod. Syr. hex. חבלא דימא, dagegen aber Targum ימא ספר.ist die Krone131Od. der Schmuck, so nach Raschi (wohl gekürzt von תכליל); weniger einleuchtend ist die Erklärung Ende (תכלית) od. Purpur (תכלתא); viell, ist unser Wort das syr. תכילותא Schutz, Zuversicht, Vertrauen, dh. das Zuverlässigste.von Babylonien. Sonja132Mit שנייה einer Handschrift stimmt auch der jer. T. überein.und Gobja sind die Krone des Küstenstriches. Rabina sagt, auch Çiçora. Ebenso wird auch gelehrt: Ḥanan b. Pinḥas sagte: Der Küstenstrich ist die Krone von Babylonien. Sonja, Gobja und Çiçora sind die Krone des Küstenstriches. R. Papa sagte: Jetzt aber sind Samaritaner mit ihnen vermischt. Dem ist aber nicht so; er wollte von da eine Frau heiraten, und sie gaben ihm keine133Aus diesem Grunde verbreitete er über sie diese Behauptung. Zur Ehrenrettung RP.s erklären manche: er, ein Samaritaner, wollte eine Frau von ihnen heiraten, sie gaben ihm aber keine. Auch aus einem anderen Berichte im T. ergibt es sich, daß RP. üble Nachrede nicht besonders mied, u. zu seiner Ehrenrettung wurde sogar die betreffende Stelle in den kursierenden Ausgaben korrigiert; cf. Br. Fol. 19a u. hierzu Anm. 23.. – Welches ist der Küstenstrich? R. Papa erwiderte: Das ist [die Gegend am] Euphrat bei Borsippa.\n", "Einst sagte jemand, er sei aus Šašmešoṭ134So nach einer Handschrift; die Identifizierung mit Samosata wird von Hirschensohn (שבע חכמות p. 233) zurückgewiesen.. Da stand R. Jiçḥaq der Schmied (auf seine Füße) auf und sprach: Šašmešoṭ liegt zwischen den Flüssen. – Was ist denn dabei, daß es zwischen den Flüssen liegt? Abajje erwiderte im Namen des R. Ḥama b. U͑qaba im Namen des R. Jose b. R. Ḥanina: [Der Landstrich] zwischen den Flüssen gleicht hinsichtlich der Legitimität der Diaspora. – Wo liegt dieser? R. Joḥanan erwiderte: Von Ihideqara135Im Altertume unter dem Namen Idikara od. Diakara bekannt.aufwärts. – R. Joḥanan sagte ja aber, bis zur Furt von Gizma!? Abajje erwiderte: Ein Streifen ragt hinaus.\n", "R. Iqa b. Abin sagte im Namen R. Ḥananéls im Namen Rabhs: Ḥalvan136Identifiziert mit. Calachene; so nach den neueren Forschungen zu korrigieren.(Nahavend) gleicht hinsichtlich der Legitimität der Diaspora. Abajje sprach: Hört nicht auf ihn; ihm ist da eine Eheschwägerin zugefallen. Jener entgegnete: Ist dies denn von mir, dies stammt ja von R. Ḥananél!? Hierauf fragten sie R. Ḥananél, und er erwiderte ihnen: Folgendes sagte Rabh: Ḥalvan (Nahavend) gleicht hinsichtlich der Legitimität der Diaspora.\n", " Er streitet somit gegen R. Abba b. Kahana, denn R. Abba b. Kahana sagte: Es heißt:137iiReg. 18,11.er führte sie nach Ḥalaḥ, Ḥabor, dem Strome Gozen und den Städten von Madaj. Ḥalaḥ ist Ḥalvan; Ḥabor ist Adiabene; dem Strome Gozen, das ist Ganzaka; den Städten Madajs, das ist Ḥamadan und seine Nachbarorte. Manche sagen, es sei Nahavend und seine Nachbarorte. –\n", " Welche sind seine Nachbarorte? Šemuél erwiderte: Karak, Moski, Ḥosqi und Romqi. Hierzu sagte R. Joḥanan: Alle sind sie bemakelt. Er138Der die folgende Frage richtete.glaubte, Moski sei Moskani. R. Ḥija b. Abba sagte ja aber im Namen Šemuéls, Moskani gleiche hinsichtlich der Legitimität der Diaspora!? – Vielmehr, Moski und Moskani sind verschiedene [Orte].\n", "139Dan. 7,5.Und drei Rippen in seinem Maule, zwischen seinen Zähnen. R. Joḥanan sagte: Das sind Ḥalvan. Adiabene und Nezibis, die es140Das persische Reich; dem diese Orte vorübergehend gehörten.zuweilen verschlingt und zuweilen freigibt.139Dan. 7,5.\n", "Darauf erschien ein anderes Tier, ein zweites, das glich einem Bären. R. Joseph lehrte: Das sind die Perser, die wie ein Bär essen und trinken, wie ein Bär beleibt sind, wie ein Bär das Haar wachsen lassen und wie ein Bär keine Ruhe haben. Wenn R. Ami einen Perser reiten sah, sagte er: Da ist ein Wanderbär.\n", "Rabbi sprach zu Levi141Levi [b. Sisi], ein Schüler R.s, war von seiner Reise nach Babylonien (cf. Rh. Fol. 21a) zurückgekehrt, u. R., der Babylonien nicht gesehen hatte, ließ sich von ihm Land u. Leute schildern.: Zeige142Dh. schildere, beschreibe sie mir.mir die Perser. Dieser erwiderte: Sie gleichen den Truppen des Davidischen Hauses. – Zeige mir die Geber. Dieser erwiderte: Sie gleichen den Teufeln143Wörtl. Verderben bringenden Engeln.. – Zeige mir die A͑raber. – Sie gleichen den Dämonen des Abortes. – Zeige mir die Schriftgelehrten von Babylonien. – Sie gleichen den Dienstengeln.\n", "Als die Seele Rabbis zur Ruhe einkehrte, sprach144In einem visionären Zustande.er: In Babylonien gibt es ein Humania, das ganz aus A͑mmonitern besteht. In Babylonien gibt es ein Sasgarja, das ganz aus Hurenkindern besteht. In Babylonien gibt es ein Birqa, in dem zwei Brüder vorhanden sind, die ihre Frauen mit einander tauschen. In Babylonien gibt es eine Burg der Abtrünnigkeit, und heute fielen sie von Gott ab. Sie ließen nämlich am Šabbath den Teich Fische anschwemmen und fingen sie am Šabbath. R. Aḥi b. R. Jošija tat sie in den Bann, und sie wurden vertilgt. In Babylonien gibt es eine Burg Agma, in der ein Ada b. Ahaba ist,\n" ], [ "der heute im Schoße Abrahams145Nach einer Erklärung: heute ist er gestorben, nach einer anderen: heute wird er beschnitten.sitzt. Heute ist R. Jehuda in Babylonien geboren worden.\n", "Der Meister sagte nämlich: Als R. A͑qiba starb, wurde Rabbi geboren, als Rabbi starb, wurde R. Jehuda geboren, als R. Jehuda starb, wurde Raba geboren, und als Raba starb, wurde R. Aši geboren. Dies lehrt dich, daß ein Frommer nicht eher aus der Welt scheidet, als bis ein anderer Frommer seinesgleichen geboren wird, wie es heißt:146Ecc. 1,5.die Sonne geht auf und die Sonne geht unter. Bevor die Sonne E͑lis untergegangen war, ging die Sonne Šemuéls aus Rama auf, wie es heißt: 147iSam. 3,3.und die Leuchte Gottes war noch nicht erloschen und Šemuél lag &c.\n", "148Thr. 1,17.Entboten hat der Herr gegen Ja͑qob seine Widersacher ringsherum. R. Jehuda sagte: Wie Humania um Pum Nahara.\n", "149Ez. 11,13.Und es geschah, wie ich weissagte, da starb Pelaṭjahu, der Sohn Benajahus; da fiel ich auf mein Angesicht und schrie mit lauter Stimme und sprach: Ach, Herr, o Gott. Rabh und Šemuél [streiten hierüber]; einer sagt, zum Guten, und einer sagt, zum Bösen. Einer sagt zum Guten. Der Statthalter von Mesan, der ein Schwiegersohn Nebukhadneçars war, ließ ihm sagen: Von all den Gefangenen, die du dir geholt hast, schicktest du uns keinen, der vor uns Dienst tun150Eigentl. stehen, leichten (Pagen-)dienst verrichten; cf. Dan. 1,4.könnte!\n", "Hierauf wollte er ihm welche von Jisraél schicken, da sprach Pelaṭjahu, der Sohn Benajahus, zu ihm: Wir Vornehmen wollen bei dir bleiben und die Sklaven mögen da hingehen. Dieserhalb sprach der Prophet: Wer Jisraél dieses Gute erwiesen hat, sollte im halben Lebensalter sterben!?\n", " Einer sagt, zum Bösen. Es heißt:151Er. 11,1.und er brachte mich an das östliche Tor des Hauses des Herrn, das nach Osten gewandt ist; und siehe, am Eingange des Tores waren fünfundzwanzig Männer und ich sah unter ihnen Jaázanja, den Sohn A͑zurs, und Pelaṭjahu, den Sohn Benajahus, die Fürsten des Volkes. Ferner heißt es:152Ib. 8,16.und er brachte mich in den inneren Hof des Hauses des Herrn; und siehe, am Eingange zum Tempel des Herrn, zwischen der Vorhalle und dem Altar, waren gegen fünfundzwanzig Männer, ihr Rücken gegen den Tempel des Herrn und ihr Gesicht gegen Osten.\n", " Wenn es heißt: ihr Gesicht gegen Osten, so weiß ich ja, daß ihr Rücken gegen Westen war, wozu heißt es: ihr Rücken gegen den Tempel des Herrn? Dies lehrt, daß sie sich entblößten und gegen oben gewendet exkrementierten. Dieserhalb sprach der Prophet: Wer diesen Frevel in Jisraél getan hat, sollte in seinem Bette sterben!?\n", " Es ist zu beweisen, daß Šemuél es ist, der zum Bösen sagt. R. Ḥija b. Abin sagte nämlich im Namen Šemuéls: Moskani gleicht hinsichtlich der Legitimität der Diaspora; bei Mesan hat man weder Knechtschaft noch Hurenkindschaft153Sie sind nicht mit Sklaven vermischt; demnach hält er nichts von der obigen Auslegung, nach welcher die Sklaven nach Mesan gesandt worden sind.befürchtet, nur achteten die Priester daselbst nicht auf [das Verbot der] Geschiedenen. –\n", " Tatsächlich, kann ich dir erwidern, ist es Šemuél, der zum Guten sagt, denn er vertritt hierbei seine Ansicht. Er sagte nämlich: Wenn jemand seinen Sklaven preisgibt, so ist er frei und benötigt keines Freilassungsbriefes. Es heißt:154Ex. 12,44.und jeder Sklave eines Mannes, um Geld gekauft; etwa nur der Sklave eines Mannes und nicht der Sklave einer Frau? Vielmehr, ein Sklave, über den sein Herr Gewalt hat, heißt Sklave, ein Sklave, über den sein Herr keine Gewalt hat, heißt nicht Sklave.\n", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Dies155Daß nur Babylonien allein ganz unbemakelt sei.ist die Ansicht R. Meírs, die Weisen aber sagen, alle Länder befinden sich im Zustande der Makellosigkeit.\n", "Amemar erlaubte R. Hona b. Nathan eine Frau aus Ḥozäa156Nach Raschi aus Maḥoza, jed. unrichtig, da dieser Ort in Babylonien lag; cf. כרם חמד Bd. V p. 220ff.zu nehmen. Da sprach R. Aši zu ihm: Du stützest dich wohl auf die Lehre R. Jehudas im Namen Šemuéls, daß dies die Ansicht R. Meírs sei, während die Weisen der Ansicht sind, alle Länder befänden sich im Zustande der Makellosigkeit; aber in der Schule R. Kahanas lehrten sie nicht so, auch in der Schule R. Papas lehrten sie157Im Namen Šemuéls; Š. lehrt oben (Fol. 69b) ganz entgegengesetzt.nicht so, und auch in der Schule R. Zebids lehrten sie nicht so. Dennoch erkannte er dies nicht an, weil er es158Die Ansicht RJ.s im Namen Š.s.von R. Zebid aus Nehardea͑159Der mit Š. aus einer Stadt war.hörte.\n", "Die Rabbanan lehrten: Hurenkinder und Nethinim werden in der zukünftigen Welt rein sein – so R. Jose; R. Meír sagt, sie werden nicht rein sein. R. Jose sprach zu ihm: Es heißt ja:160Ez. 36,25.ich werde auf euch reines Wasser sprengen und ihr werdet rein sein!? R. Meír erwiderte ihm: Wenn es heißt:160Ez. 36,25.von all euren Unreinheiten und all euren Götzen, so schließt dies die Hurenkindschaft aus. R. Jose entgegnete: Wenn es weiter heißt: werde ich euch reinigen, so schließt dies auch die Hurenkindschaft ein. –\n", "Erklärlich ist nach R. Meír der Schriftvers:161Zach. 9,6.ein Hurenkind wird in Ašdod162Getrennt von den Jisraéliten; demnach bleiben Hurenkinder unrein.wohnen, wieso aber heißt es nach R. Jose: ein Hurenkind wird in Ašdod wohnen!? – Nach der Paraphrase R. Josephs: Die Jisraéliten werden in Sicherheit in ihrem Lande wohnen, in dem sie als Fremdlinge galten.\n", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Jose. R. Joseph sagte: Wenn R. Jehuda nicht gesagt hätte, die Halakha sei wie R. Jose, würde Elijahu gekommen sein und aus uns ganze Scharen entfernt haben.\n", "Die Rabbanan lehrten: Ein Proselyt darf ein Hurenkind heiraten und das Kind ist ein Hurenkind – so R. Jose; R. Jehuda sagt, ein Proselyt dürfe kein Hurenkind heiraten. Sowohl einem Proselyten als auch einem freigelassenen Sklaven als auch einem Entweihten ist eine Priesterstochter erlaubt. Was ist der Grund R. Joses? – Es heißt fünfmal 163Beim Gesetze von den Bemakelten, Dt. 23,3,4,9; das W. ‘Gemeinde’ im V. 2 wird nicht mitgezählt, da dieser nicht von den Bemakelten spricht.Gemeinde,\n" ], [ "eines deutet auf Priester, eines auf Leviten, eines auf Jisraéliten, eines auf die Erlaubnis eines Hurenkindes mit einem Verschwiegenen und eines auf die Erlaubnis eines Verschwiegenen mit einer Jisraélitin; die Gemeinschaft der Proselyten aber gilt nicht als Gemeinschaft164Sie sind im Verbote, ein Hurenkind zu heiraten, nicht einbegriffen.. – Und R. Jehuda!? – Hinsichtlich der Priester und der Leviten165Die zum selben Stamme gehören.ist es aus einem Gemeinde zu folgern, somit bleibt eines für die Gemeinschaft der Proselyten zurück.\n", "Wenn du willst, sage ich: auch wegen jener heißt es zweimal Gemeinde, denn hinsichtlich des Hurenkindes mit einer Verschwiegenen und eines Verschwiegenen mit einer Jisraélitin ist es aus einem Gemeinde zu folgern.166Dt. 23,3.Ein Hurenkind soll nicht in die Gemeinde des Herrn kommen,\n", "nur ein sicheres Hurenkind darf nicht kommen, ein zweifelhaftes Hurenkind aber darf wohl kommen; nur in eine sicher [reine] Gemeinde darf es nicht kommen, in eine zweifelhafte Gemeinde aber darf es wohl kommen.\n", "Wenn du aber willst, sage ich: auch wegen dieser heißt es zweimal Gemeinde, und R. Jehuda entnimmt es aus folgendem:167Num. 15,15.was die Gemeinde betrifft, so gilt eine Satzung für euch und für den Fremdling, der wohnt168Der Fremdling (Proselyt) gehört demnach zur Gemeinde.. – Und R. Jose!? – [Die Worte] eine Satzung trennen den Zusammenhang169Zwischen den Worten ‘Gemeinde’ u. Fremdling’..\n", "«Sowohl einem Proselyten als auch einem freigelassenen Sklaven als auch einem Entweihten ist eine Priesterstochter erlaubt.» Dies ist eine Stütze für Rabh, denn R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Den Unbemakelten170Priesterlicher Herkunft.ist es nicht verboten worden, von Bemakelten geheiratet zu werden.\n", "R. Zera trug in Maḥoza vor: Einem Proselyten ist ein Hurenkind erlaubt. Da bewarf ihn das Volk mit den Etrogim171Wohl beim Gottesdienste am Hüttenfeste.. Raba sprach: Wie kann nur einer so etwas in einem Orte vortragen, wo Proselyten vorhanden sind. Raba trug in Maḥoza vor: Einem Proselyten ist eine Priesterstochter erlaubt. Da trugen sie ihn auf Seidengewändern. Hierauf trug er ihnen vor: Einem Proselyten ist ein Hurenkind erlaubt. Da sprachen sie zu ihm: Du hast das frühere aufgehoben. Er erwiderte ihnen: Ich habe euch zu eurem Vorteile entschieden; ihr könnt nun, wenn ihr wollt, von diesen heiraten, und wenn ihr wollt, von jenen heiraten.\n", "Die Halakha ist: ihm ist eine Priesterstochter erlaubt und ihm ist ein Hurenkind erlaubt. Ihm ist eine Priesterstochter erlaubt, denn den Unbemakelten ist es nicht verboten worden, von einem Bemakelten geheiratet zu werden, und ihm ist ein Hurenkind erlaubt, nach R. Jose.\n", "EIN VERSCHWIEGENER IST DERJENIGE, DER &C. KENNT. Raba sagte: Nach der Tora ist ein Verschwiegener unbemakelt, weil [für die Mutter] die Mehrheit nicht bemakelnd und nur die Minderheit bemakelnd172Da sie ledig ist; nur Bemakelte u. Blutsverwandte machen das Kind bemakelt.ist,\n", "und wenn [der Vater] zu ihr kam, [so sage man,] wer sich absondert, sondere sich von der Mehrheit173Da die Mehrheit aus Unbemakelten besteht, so ist anzunehmen, daß der Vater unbemakelt ist.ab; und wenn du erwiderst, sie kam vielleicht zu ihm, sodaß er sich auf seinem Platze befand, und was sich auf seinem Platze befindet, gelte174Selbst wenn es in der Minderheit ist.wie Hälfte gegen Hälfte,\n", "so sagt die Tora: ein Hurenkind soll nicht kommen, nur ein sicheres Hurenkind darf nicht kommen, ein zweifelhaftes Hurenkind aber darf wohl kommen; nur in eine sicher [reine] Gemeinde darf es nicht kommen, in eine zweifelhafte Gemeinde aber darf es wohl kommen.\n", "Nur aus dem Grunde sagten sie, ein Verschwiegener sei bemakelt, weil er175Da er seinen Vater nicht kennt.seine Schwester väterlicherseits heiraten könnte. – Demnach sollte ein Verschwiegener auch eine Verschwiegene nicht heiraten dürfen, weil er seine Schwester väterlicherseits heiraten könnte!? –\n", "Sollte denn [ein Mann] alle Hurerei begangen176Es ist nicht angängig, alle unehelichen Kinder einem Vater zuzuschieben.haben!? – Aber die Tochter einer Verschwiegenen sollte er nicht heiraten dürfen, weil er seine Schwester väterlicherseits heiraten könnte!? Vielmehr ist dies selten, ebenso ist auch jenes selten177Und seltene Fälle sind nicht zu berücksichtigen.. –\n", "Vielmehr, bei der Legitimität haben sie eine Verschärfung178Eigentl. Erhöhung; die Reinheit der Familien muß möglichst geschützt werden, u. auch zweifelhaft Bemakelte dürfen nicht aufgenommen werden, obgleich dies nach der Tora erlaubt ist.getroffen.\n", "Ferner sagte Raba: Nach der Tora ist der Findling179Obgleich nicht einmal seine Mutter bekannt ist.unbemakelt, weil eine Verheiratete [das Kind] ihrem Manne180Sie setzt das Kind nicht aus, selbst wenn es von einem verbotenen Beischlafe herrührt.zuschiebt; zu berücksichtigen wäre nur die Minderheit der Verlobten und derjenigen, deren Ehemänner nach dem Überseelande181Nur Kinder dieser Mütter sind bemakelt.verreist sind,\n", "aber da auch Ledige inbetracht kommen, und solche, die es aus Hunger182Die ihre legitimen Kinder aussetzen, weil sie sie nicht ernähren können.tun, so ist eine Hälfte gegen Hälfte183Eine Hälfte setzt bemakelte u. eine Hälfte setzt unbemakelte Kinder aus.vorhanden, und die Tora sagt: ein Hurenkind soll nicht in die Gemeinde des Herrn kommen, nur ein sicheres Hurenkind darf nicht kommen, ein zweifelhaftes Hurenkind aber darf wohl kommen; nur in eine sicher [reine] Gemeinde darf es nicht kommen, in eine zweifelhafte Gemeinde aber darf es wohl kommen.\n", "Nur aus dem Grunde sagten sie, ein Findling sei bemakelt, weil er seine Schwester väterlicherseits184Seine Schwester mütterlicherseits wird hierbei nicht berücksichtigt, weil die Schwiegermutter bekannt ist u. von ihr nicht grundlos angenommen werden darf, daß sie ein außereheliches Kind ausgesetzt habe.heiraten könnte. – Demnach sollte ein Findling auch einen Findling nicht heiraten dürfen, weil er seine Schwester väterlicherseits oder mütterlicherseits heiraten könnte!? – Sollte denn [eine Frau alle Kinder] ausgesetzt185Und ebenso ist hinsichtlich des Vaters wie oben zu erwidern.haben!? – Aber die Tochter eines Findlings sollte er nicht heiraten dürfen, weil er seine Schwester heiraten könnte!? Vielmehr ist dies selten, ebenso ist auch jenes selten. –\n", "Vielmehr, bei der Legitimität haben sie eine Verschärfung getroffen.\n", "Raba b. R. Hona sagte: Wird [das Kind] beschnitten186In all den folgenden Fällen hat die Mutter sich um das Kind bemüht u. es ist somit anzunehmen, daß es unbemakelter Herkunft, u. nur aus Not ausgesetzt worden ist.aufgefunden,\n" ], [ "so gilt es nicht187Dh. es gehört nicht zu dieser Geburtskaste, vielmehr gilt es als unbemakelt.als Findling; sind seine Glieder188Wenn die Extremitäten sich in sorgfältig geordneter Lage befinden.gestreckt, so gilt es nicht als Findling; ist es mit Öl gesalbt und mit Stibium geschminkt, hat es eine Perlenschnur189Vgl. S. 527 Anm. 217., einen Zettel190Wohl Medaillon od. dgl.oder ein Amulett an, so gilt es nicht als Findling.\n", "Hängt es an einem Baume, so gilt es, wenn ein Tier es erreichen kann, als Findling, wenn aber nicht, nicht als Findling;\n", "[befindet es sich unter] einem Sperberbaume, so gilt es, wenn nahe191Ein solcher gilt als Aufenthaltsort der Dämonen (cf. Pes. Fol. 111b) u. die Mutter wollte es wohl absichtlich gefährden.der Stadt, als Findling, wenn aber nicht, nicht als Findling. Wenn in einem Bethause, so gilt es, wenn nahe der Stadt und ein Publikum da verkehrt, nicht als Findling, wenn aber nicht, als Findling.\n", "Amemar sagte: Wenn in einer Futtergrube192Eigentl. Kernengrube, in der sich als Viehfutter verwandte Fruchtkerne befinden., so gilt es als Findling; wenn an der Strömung des Flusses, so gilt es193Da an einer solchen Stelle Schiffe verkehren.nicht als Findling, wenn an der seichten Stelle, so gilt es als Findling. Wenn an den Seiten der Straße, so gilt es nicht als Findling, wenn inmitten der Straße, so gilt es als Findling. Raba sagte: In Hungersjahren gilt es nicht als Findling. –\n", "Worauf bezieht sich Raba: [findet man es] inmitten der Straße, so braucht [die Mutter] es auch in Hungersjahren nicht zu194Da sie es auf eine gefährliche Stelle gelegt hat, so ist es wohl bemakelt.töten, und wenn auf den Seiten der Straße, so gilt dies ja nicht nur in Hungersjähren, sondern auch in solchen, die nicht Hungersjahre sind!? –\n", "Vielmehr, die Lehre Rabas bezieht sich auf eine Lehre R. Jehudas im Namen R. Abbas im Namen des R. Jehuda b. Zabhdi im Namen Rabhs: Solange es sich auf der Straße befindet, sind sein Vater und seine Mutter bezüglich dessen195Wenn sie behaupten, daß es ihr Kind sei.glaubhaft, ist es von der Straße aufgenommen worden, so sind sie nicht mehr glaubhaft. Und Raba erklärte den Grund: weil es bereits den Namen eines Findlings erhalten hat.\n", "Hierzu sagte Raba: in Hungersjahren sind sein Vater und seine Mutter bezüglich dessen glaubhaft, auch nachdem es von der Straße aufgenommen worden ist.\n", "R. Ḥisda sagte: Drei sind nur sofort196Nicht aber, wenn sie ihre Bekundung später machen.glaubhaft, und zwar: [Eltern eines] Findlings, die Hebamme und [eine Frau], die ihre Gefährtinnen enthebt.\n", "Hinsichtlich des Findlings haben wir es bereits gesagt.\n", "Die Hebamme, denn es wird gelehrt: Die Hebamme ist glaubhaft, wenn sie sagt, dieser sei zuerst197Bei der Geburt; er ist somit Erstgeborener.und jener sei nachher herausgekommen. Nur in dem Falle, wenn sie nicht hinausgegangen war und zurückgekommen ist, wenn sie aber hinausgegangen war und zurückgekommen ist, ist sie nicht mehr glaubhaft. R. Elie͑zer sagt, befindet sie sich auf ihrem Platze, sei sie glaubhaft, wenn aber nicht, sei sie nicht glaubhaft. – Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen, wenn sie das Gesicht abgewandt198Ihren Platz verlassen hat, aber nicht hinausgegangen ist.hat. –\n", "Welches Bewenden hat es mit der, die ihre Gefährtinnen enthebt? – Wir haben gelernt: Wenn drei Frauen in einem Bette geschlafen haben und unter einer von ihnen199Wie der T. an jener Stelle erklärt, wenn sie sich umschlungen hatten, so daß unbekannt ist, von welcher das Blut herkommt.[Menstruations]blut gefunden wird, so sind alle unrein; wenn eine sich untersucht und findet, daß sie unrein sei, so ist sie unrein und ihre Gefährtinnen sind200Sie enthebt durch ihre Aussage ihre Gefährtinnen von der Unreinheit.rein. R. Ḥisda sagte: Nur wenn sie sich innerhalb der Zeit der Untersuchung201Wenn sie den Lappen bereits in der Hand hat u. nur durch Wischen zu untersuchen braucht (cf. Nid. Fol. 14b); ist eine solche Zeit bereits verstrichen, so kann sie ihre Gefährtinnen nicht mehr von der Unreinheit entheben. untersucht hat.\n", "Die Rabbanan lehrten: Eine Hebamme ist glaubhaft, wenn sie sagt, dieser sei Priester, dieser sei Levite, dieser sei Nathin und dieser sei Hurenkind202Wenn sich mehrere Wöchnerinnen, Frauen der hier genannten Personen, in einem Raume befinden.. Nur in dem Falle, wenn keine Anfechtung erfolgt, wenn aber eine Anfechtung erfolgt, so ist sie nicht glaubhaft. –\n", "Welche Anfechtung; wenn eine Anfechtung durch einen, so sagte ja R. Joḥanan, eine Anfechtung könne nur durch mindestens zwei erfolgen!? – Vielmehr, eine Anfechtung durch zwei.\n", "Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich, kann ich dir erwidern, eine Anfechtung durch einen, denn die Lehre R. Joḥanans, eine Anfechtung könne nur durch mindestens zwei erfolgen, gilt nur dann, wenn eine Annahme der Makellosigkeit203Wenn die betreffende Person bisher als unbemakelt galt.besteht, wenn aber eine Annahme der Makellosigkeit nicht besteht204Wie in diesem Falle, bei einem neugeborenen Kinde., ist auch einer glaubhaft.\n", "Der Eigentümer der Ware ist glaubhaft, wenn er sagt, diesem habe er sie verkauft und jenem habe er sie nicht verkauft. Nur in dem Falle, wenn er die Ware noch in der Hand hat, wenn er aber die Ware nicht mehr in der Hand hat, so ist er nicht glaubhaft. –\n" ], [ "Sehe man doch, von wem er das Geld erhalten hat!? – In dem Falle, wenn er es von beiden erhalten hat, und sagt, von einem willig, und von einem aufgezwungen, und man nicht weiß, von wem willig und von wem aufgezwungen.\n", "Der Richter ist glaubhaft, wenn er sagt, diesem habe er recht gegeben und jenen habe er verurteilt. Nur in dem Falle, wenn die Prozeßbeteiligten noch vor ihm stehen, wenn aber die Prozeßbeteiligten nicht mehr vor ihm stehen, ist er nicht mehr glaubhaft. – Sehe man doch, wer das obsiegende Urteil hat!? –\n", "In dem Falle, wenn das Urteil zerrissen worden ist. – Er kann ja ein neues Urteil fällen!? – Bei einem Richterspruche nach Ermessen205In einem Falle, wo auf Grund des Sachverhaltes keine Entscheidung getroffen werden konnte, das Urteil erfolgt nach Ermessen des Richters oder durch Abstimmung; bei einer neuen Verhandlung kann das Urteil anders ausfallen..\n", "R. Naḥman sagte: Drei sind hinsichtlich des Erstgeborenen glaubhaft, und zwar: die Hebamme, der Vater und die Mutter. Die Hebamme sofort, die Mutter alle sieben5Während des Wochenbettes.[Tage], der Vater dauernd. Wie gelehrt wird:206Dt. 21,17.Anerkennen, anderen gegenüber anerkennen.\n", "Hieraus folgerte R. Jehuda, daß ein Mensch glaubhaft sei, wenn er sagt: dieser mein Sohn ist Erstgeborener. Und wie er glaubhaft ist, wenn er sagt: dieser mein Sohn ist Erstgeborener, ebenso ist er glaubhaft, wenn er sagt: dieser ist der Sohn einer Geschiedenen, dieser ist der Sohn einer Ḥaluça. Die Weisen sagen, er sei nicht glaubhaft207Wenn er seinen Sohn als bemakelt erklärt..\n", "NANNTE DEN VERSCHWIEGENEN UNTERSUCHTEN. Was heißt Untersuchter: wollte man sagen, man untersuche208Man frage sie aus, von wem das Kind ist.seine Mutter, und wenn sie sagt, sie sei von einem Unbemakelten beschlafen worden, sei sie glaubhaft, nach R. Gamliél, so ist dies209Der Streit darüber, ob sie glaubhaft ist od. nicht.ja bereits einmal gelehrt worden!? Wir haben nämlich gelernt: Wenn sie schwanger ist, und man sie fragt, welches Bewenden es mit ihrer Geburt habe, und sie erwidert, von jenem Manne, der Priester ist, so ist sie, wie R. Gamliél und R. Elie͑zer sagen, glaubhaft; R. Jehošua͑ sagt, wir leben nicht von ihrer Behauptung. Hierzu sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie R. Gamliél. –\n", "Nach diesem ist sie selbst unbemakelt, nach jenem ist auch ihre Tochter210Die Mutter ist bezüglich des Kindes glaubhaft, u. wenn es eine Tochter ist, darf ein Priester sie heiraten.unbemakelt. – Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, nach dem sie unbemakelt ist, sei die Tochter bemakelt,\n", " was aber lehrt Abba Šaúl nach demjenigen, welcher sagt, nach dem sie unbemakelt ist, sei auch die Tochter unbemakelt!? –\n", "Die Ansicht Abba Šaúls geht weiter als die des R. Gamliél. Aus jener Lehre würde man entnommen haben, nur wenn sie durch die Mehrheit unbemakelt211Wenn sie ledig ist.bleibt, nicht aber, wenn sie durch die Mehrheit bemakelt212Wenn sie verlobt ist u. sagt, das Kind sei von ihrem Verlobten.wird, so lehrt er uns. Raba sagte: Die Halakha ist wie Abba Šaúl.\n", "iiiALL DIEJENIGEN, DIE IN DIE GEMEINDE NICHT KOMMEN DÜRFEN, DÜRFEN UNTER EINANDER HEIRATEN. R. JEHUDA VERBIETET DIES.\n", "R. ELIÉZER SAGT, ZWEIFELLOSE213Die sicher bemakelt sind, zBs. Hurenkinder od. Nethinim.MIT ZWEIFELLOSEN DÜRFEN DIES, ZWEIFELLOSE MIT ZWEIFELHAFTEN214Wie zbs. Findlinge, deren Herkunft unbekannt ist., ZWEIFELHAFTE MIT ZWEIFELLOSEN, UND ZWEIFELHAFTE MIT ZWEIFELHAFTEN DÜRFEN DIES215Da viell, nur er allein od. sie allein bemakelt ist.NICHT. FOLGENDE SIND ZWEIFELHAFTE: VERSCHWIEGENE, FINDLINGE UND SAMARITANER.\n", "GEMARA. Worauf bezieht sich [der Passus]: all diejenigen, die in die Gemeinde nicht kommen dürfen; wollte man sagen, auf Hurenkind Nathin, Verschwiegenen und Findling, so heißt es ja bereits in der vorangehenden Lehre, daß Hurenkind, Nathin, Verschwiegener und Findling unter einander heiraten dürfen!?\n", "Und worauf beziehen sich ferner [die Worte:] R. Jehuda verbietet dies; wollte man sagen, auf Zweifellose mit Zweifelhaften, so lehrt er ja im Schlußsatze, daß nach R. Elie͑zer Zweifellose mit Zweifellosen es dürfen, und Zweifellose mit Zweifelhaften und Zweifelhafte mit Zweifelhaften es nicht dürfen, wonach R. Jehuda nicht dieser Ansicht ist!?\n", "Wolltest du sagen, R. Jehuda verbiete [die Heirat] eines Proselyten15Diese Ansicht vertritt er ob. Fol. 72b.mit einem Hurenkinder, so lehrt er ja [vorangehend]216Im Passus, auf den RJ. sich bezieht.nicht von einem Proselyten mit einem Hurenkinde, sondern: all diejenigen, die in die Gemeinde nicht kommen217Während ein Proselyt in die Gemeinde kommen darf.dürfen!?\n", "R. Jehuda erwiderte:\n" ], [ "Er meint es wie folgt: all diejenigen, die in die Priestergemeinde218Diese ist unter ‘Gemeinde’ in der Mišna zu verstehen, u. auf den folgenden Fall von einer Proselytin bezugnehmend spricht RJ. von der Heirat eines Proselyten mit einem Hurenkinde.nicht kommen dürfen, nämlich eine Proselytin, auch unter drei Jahren219Die in diesem Alter Proselytin geworden ist.und einem Tage, gegen die Ansicht des R. Šimo͑n220Nach ihm darf ein Priester eine solche wohl heiraten, da sie als Nichtjüdin nicht begattungsfähig war.b. Joḥaj, dürfen mit einander heiraten221Eine Heirat zwischen dieser u. den genannten Bemakelten ist erlaubt.. –\n", "Soll er es doch auf eine von drei Jahren und einem Tage beziehen, auch nach R. Šimo͑n222Eine solche ist nach aller Ansicht einem Priester verboten.b. Joḥaj!? – Dann hast du die Widerlegung daneben:\n", "nur eine von drei Jahren und einem Tage, wonach eine unter drei Jahren und einem Tage, die in die Priestergemeinde kommen darf, jenen verboten sein sollte, während sie nach R. Šimo͑n b. Joḥaj unter drei Jahren und einem Tage in die Priestergemeinde kommen darf und jenen erlaubt223Diese Regel ist stichhaltig nur nach demjenigen, nach dem die Proselytin Priestern in jedem Falle verboten ist.ist. –\n", "Ist es denn eine stichhaltige Regel, daß all diejenigen, die in die Priestergemeinde nicht kommen dürfen, einander erlaubt seien, die Witwe, die Geschiedene, die Entweihte und die Hure224Die mit einem, den ein nicht heiraten darf, geschlechtlichen Verkehr gepflegt hat.dürfen ja in die Priestergemeinde nicht kommen, und sind jenen verboten!? Und wieso ferner, wenn sie es dürfen, jenen verboten, einem Proselyten ist ja eine Priesterstochter erlaubt, und ihm ist auch ein Hurenkind erlaubt!?\n", "Vielmehr, erwiderte R. Nathan b. Hoša͑ja, meint er es wie folgt: all diejenigen, deren Töchter ein Priester nicht heiraten darf, wenn nämlich ein Proselyt eine Proselytin geheiratet hat, nach R. Elie͑zer225Cf. infra Fol. 77a.b. Ja͑qob, dürfen mit einander heiraten. –\n", "Ist es denn eine stichhaltige Regel, daß diejenigen, deren Töchter ein Priester nicht heiraten darf, einander erlaubt sind, wenn ein Entweihter eine Jisraélitin geheiratet hat, darf ein Priester seine Tochter nicht heiraten, und ihm sind jene verboten!? – Das ist kein Einwand; nach R. Dostaj b. Jehuda226Nach ihm darf ein Priester die Tochter wohl heiraten; vgl. S. 725 Anm. 181.. –\n", "Wenn ein Entweihter eine Entweihte geheiratet hat, darf ja ein Priester seine Tochter nicht heiraten, und ihm sind jene verboten!? Und wieso ferner, wenn sie es dürfen, jenen verboten, wenn ein Proselyt die Tochter eines Jisraéliten geheiratet hat, darf ein Priester seine Tochter heiraten, und ihm sind jene erlaubt227Ein Proselyt darf ein Hurenkind heiraten.!?\n", "Vielmehr, erwiderte R. Naḥman im Namen des Rabba b. Abuha, hier besteht ein Unterschied zwischen ihnen hinsichtlich [der Heirat] zwischen einem Hurenkinde von einer Schwester und einem Hurenkinde von einer Ehefrau.\n", "Der erste Autor ist der Ansicht, auch das Hurenkind von einer Schwester gelte als Hurenkind228Obgleich dieser Inzestfall nicht mit der Todesstrafe, wie dies beim Ehebruche der Fall ist, sondern mit der Ausrottung belegt ist; sie gehören zur selben Geburtskaste u. die Heirat unter ihnen ist erlaubt., und R. Jehuda ist der Ansicht, das Hurenkind von einer Ehefrau heiße Hurenkind, das von einer Schwester heiße nicht Hurenkind229Er gehört zu einer ganz anderen Kaste u. die Heirat unter ihnen ist verboten.. –\n", "Was lehrt er uns damit, dies wurde ja bereits gelehrt!? Ein Hurenkind ist derjenige, der durch einen verbotenen [Verkehr230Auch wenn die Beiwohnung nur mit einem Verbote belegt ist.erzeugt] ist – so R. A͑qiba.\n", "Šimo͑n der Temanite sagt, wegen dessen man sich der himmlischen Ausrottung schuldig macht, und die Halakha ist nach ihm zu entscheiden. R. Jehošua͑ sagt, wegen dessen man sich der göttlichen Todesstrafe schuldig macht.\n", "Vielmehr, erwiderte Raba, ein Unterschied besteht zwischen ihnen bei einem a͑mmonitischen und moabitischen231Diese dürfen niemals in die jüd. Gemeinde aufgenommen werden; cf. Dt. 23,4.Proselyten, und er meint es wie folgt: all diejenigen, die in die Gemeinde nicht kommen dürfen, nämlich ein a͑mmonitischer oder ein moabitischer Proselyt, dürfen mit einander heiraten. –\n", "Wieso heißt es demnach, R. Jehuda verbiete232Diese gehören entschieden nicht zur Gemeinde u. dürfen ein Hurenkind heiraten.es!? – Er meint es wie folgt: obgleich R. Jehuda233Die W.e RJ.s in der Mišna sind vom selben Autor eingeschaltet.die Heirat eines Proselyten mit einem Hurenkinde verbietet; dies gilt nur von einem Proselyten, der in die Gemeinde kommen darf, nicht aber von einem a͑mmonitischen und einem moabitischen Proselyten, die in die Gemeinde nicht kommen dürfen.\n", "Die Rabbanan lehrten: Wenn ein a͑mmonitischer oder moabitischer Proselyt, ein Miçri, ein Edomiter, ein Samaritaner, ein Nathin, ein Entweihter oder ein Hurenkind im Alter von neun Jahren und einem Tage253Mit diesem Alter werden sie begattungsfähig.einer Priesterstochter, einer Levitin oder einer Jisraélitin beigewohnt hat, so hat er sie bemakelt254Sie ist Priestern verboten, u. wenn sie Priesterstochter ist, darf sie keine Hebe mehr essen.. R. Jose sagt, dessen Nachkommenschaft bemakelt ist, bemakle und dessen Nachkommenschaft nicht bemakelt ist, bemakle nicht. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt:\n" ], [ "dessen Tochter du255Dh. der Priester. heiraten darfst, dessen Witwe256Die von ihm beschlafen worden ist.darfst du heiraten, und dessen Tochter du nicht heiraten darfst, dessen Witwe darfst du nicht heiraten. \n", "Welchen Unterschied gibt es zwischen dem ersten Autor und R. Jose? R. Joḥanan erwiderte: Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen bei einem Miçri zweiter257Der Bekehrung; nach dem 1. Autor ist er einbegriffen, da erst die 3. Generation in die jüd. Gemeinde aufgenommen werden darf, nach RJ. ist er nicht einbegriffen, da seine Nachkommen unbemakelt sind.Generation. Beide folgern es vom [Verbote] des Hochpriesters258Der die Frau u. die Kinder bemakelt; cf. infra Fol. 77a.mit einer Witwe: \n", "Der erste folgert: wie beim Hochpriester mit einer Witwe; beim Hochpriester mit einer Witwe ist der Beischlaf verboten, und er bemakelt, ebenso bemakelt auch jeder andere, bei dem der Beischlaf verboten259Und die ist auch bei einem Miçri 2. Generation der Fall.ist. \n", "R. Jose aber folgert: wie beim Hochpriester mit einer Witwe; beim Hochpriester mit einer Witwe ist die Nachkommenschaft bemakelt, und er bemakelt, ebenso bemakelt auch jeder andere, dessen Nachkommenschaft bemakelt ist, ausgenommen ein Miçri zweiter Generation, dessen Nachkommenschaft nicht bemakelt ist, denn es heißt:260Dt. 23,9.Kinder, die ihnen geboren werden, die dritte Generation, darf in die Gemeinde des Herrn kommen. – \n", "«R. Šimo͑n b. Gamliél sagt: dessen Tochter du heiraten darfst, dessen Witwe darfst du heiraten, und dessen Tochter du nicht heiraten darfst, dessen Witwe darfst du nicht heiraten.» Welchen Unterschied gibt es zwischen R. Jose und R. Šimo͑n b. Gamliél? U͑la erwiderte: Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen bei einem a͑mmonitischen oder moabitischen Proselyten. Beide folgern es vom [Verbote] des Hochpriesters mit einer Witwe. \n", "R. Jose folgert: wie beim Hochpriester mit einer Witwe; beim Hochpriester mit einer Witwe ist die Nachkommenschaft bemakelt, und er bemakelt, ebenso bemakelt auch jeder andere, dessen Nachkommenschaft bemakelt ist. \n", "R. Šimo͑n b. Gamliél aber folgert: wie beim Hochpriester mit einer Witwe; beim Hochpriester mit einer Witwe ist die ganze Nachkommenschaft bemakelt, ebenso auch jeder andere, dessen ganze Nochkommenschaft bemakelt ist, auch die weibliche, ausgenommen der a͑mmonitische und der moabitische Proselyt, dessen weibliche Nachkommenschaft in die Gemeinde kommen darf, denn der Meister sagte:261Ib. V. 4.A͑mmoniter, nicht aber eine A͑mmoniterin, Moabiter, nicht aber eine Moabiterin.\n", "R. Ḥisda sagte: Alle stimmen überein, daß die Witwe eines Menschen aus einer Mischfamilie262In der ein zweifelhaft Bemakelter vermischt ist; bezüglich dieser besteht ein doppelter Zweifel: 1. ob er überhaupt bemakelt war, 2. ob ihr Mann der Bemakelte war. Nach der Erklärung Raschis, wenn ihr Mann zweifelhaft bemakelt war; ihr gegenüber gilt der Zweifel bezüglich ihres Mannes als doppelter Zweifel.für Priester bemakelt sei. Der erleichterndste unter all diesen Autoren ist ja R. Šimo͑n b. Gamliél, und er sagt: dessen Tochter du heiraten darfst, dessen Witwe darfst du heiraten, und dessen Tochter du nicht heiraten darfst, dessen Witwe darfst du nicht heiraten; dies schließt wohl die Witwe eines Menschen aus einer Mischfamilie aus, daß sie für Priester bemakelt sei. \n", "Dies schließt die Autoren der folgenden Lehre aus: R. Jehošua͑ und R. Jehuda b. Bethera bekundeten, daß die Witwe eines Menschen aus einer Mischfamilie für Priester tauglich sei. – Aus welchem Grunde? – Hierbei besteht ein doppelter Zweifel, und ein doppelter Zweifel ist erleichternd zu entscheiden.\n", "ZWEIFELLOSE MIT ZWEIFELLOSEN DÜRFEN DIES. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Die Halakha ist wie R. Elie͑zer. Als ich dies Šemuél vortrug, sprach er zu mir: Hillel lehrt, daß zehn Geburtskasten aus Babylonien heraufgezogen, und daß sie263Die in der Mišna genannten Bemakelten.mit einander erlaubt seien, und du sagst, die Halakha sei wie R. Elie͑zer!? – \n", "Ich will auf einen Widerspruch hinweisen, in dem Rabh sich mit sich selbst befindet, und auf einen Widerspruch, in dem Šemuél sich mit sich selbst befindet. Es wurde gelehrt: Wenn eine Verlobte schwanger ist, so ist das Kind, wie Rabb sagt, ein Hurenkind, und wie Šemuél sagt, ein Verschwiegener264Da es vielleicht vom Verlobten u. somit unbemakelt, vielleicht aber von einem Fremden u. somit bemakelt ist.. \n", "Rabh sagt, das Kind sei ein Hurenkind, und ihm ist ein Hurenkind erlaubt; Šemuél sagt, das Kind sei ein Verschwiegener, und ihm ist ein Hurenkind verboten. – Wende es um: Rabh sagt, das Kind sei ein Verschwiegener, und Šemuél sagt, das Kind sei ein Hurenkind265Übereinstimmend mit dem Berichte RJ.s.. – \n", "Wozu ist beides nötig? – Dies ist nötig. Würde nur jenes gelehrt worden sein, so könnte man glauben, Rabh vertrete seine Ansicht nur da266Im Falle der Mišna, bei einem Verschwiegenen von der Ledigen., weil die Mehrheit sie nicht bemakelt macht, hierbei267Bei einer Verlobten, die nur einem einzigen Manne erlaubt ist.aber, wo die Mehrheit sie bemakelt macht, pflichte er Šemuél bei. \n", "Und würde nur dieses gelehrt worden sein, so könnte man glauben, Rabh vertrete seine Ansicht nur hierbei, weil es auf den Verlobten zurückzuführen268Da sie verlobt ist, so ist anzunehmen, daß die Schwängerung durch ihn erfolgt ist.ist, da aber pflichte er Šemuél bei. Daher ist beides nötig. \n", "Wenn du willst, sage ich: tatsächlich brauchst du es nicht umzuwenden, denn die Worte Rabhs, es sei ein Hurenkind, besagen nicht, daß ihm ein Hurenkind erlaubt sei, sondern, daß ihm eine Jisraélitin verboten sei; Šemuél sagt, das Kind sei ein Verschwiegener, und ihm ist eine Jisraélitin verboten. – Demnach sagt er ja dasselbe, was Rabh!? – Vielmehr, unter Verschwiegener ist zu verstehen, man bringe seinen Anspruch auf das Priestertum269Wenn der Verlobte Priester war.zum Schweigen. – \n", "Selbstverständlich, wenn man sogar seinen Anspruch auf das Jisraélitentum zum Schweigen270Er gilt nicht einmal als unbemakelter Jisraélit.bringt, um wieviel mehr, daß man seinen Anspruch auf das Priestertum zum Schweigen bringt!? – Vielmehr, unter Verschwiegener ist zu verstehen, man bringe seinen Anspruch auf das Vermögen seines Vaters zum Schweigen. – Selbstverständlich, weiß man denn, wer sein Vater ist!? – In dem Falle, wenn er es eingehascht271Obgleich sonst in zweifelhaften Fällen der Besitzer der Sache das Vorrecht hat.hat. \n", "Wenn du aber willst, sage ich: unter Verschwiegener ist Untersuchter272Cf. supra Fol. 74a.zu verstehen; man untersuche seine Mutter, und wenn sie sagt, sie sei von einem Unbemakelten beschlafen worden, so ist sie glaubhaft. – Also nach R. Gamliél, und dies sagte ja Šemuél bereits einmal!? Wir haben nämlich gelernt: Wenn sie schwanger ist, und man sie fragt, welches Bewenden es mit ihrer Geburt habe, und sie erwidert, von jenem Manne, der Priester ist, so ist sie, wie R. Gamliél und R. Elie͑zer sagen, glaubhaft, und wie R. Jehošua͑ sagt, nicht glaubhaft. Hierzu sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie R. Gamliél. – \n", "Dies ist nötig; aus jener Lehre könnte man entnehmen, nur wenn die Mehrheit sie nicht bemakelt macht, nicht aber hierbei, wo die Mehrheit sie bemakelt273Da sie Verlobte ist.macht, so lehrt er uns.\n", "Es wird gelehrt: Ebenso sagte R. Elea͑zar, ein Samaritaner dürfe keine Samaritanerin heiraten. – Aus welchem Grunde? R. Joseph erwiderte: Man hat ihn einem Proselyten der zehnten Generation274Da ihre Vorfahren sich ebenfalls zum Judentume bekehrt haben; cf. iiReg. 17,24ff.gleichgestellt. Es wird nämlich gelehrt: Einem Proselyten ist bis zur zehnten Generation ein Hurenkind erlaubt, von da ab ist ihm ein Hurenkind verboten.\n", "Manche sagen, bis der Name des Götzendienstes und der Nichtjudenschaft sich bei ihm verloren hat. \n", "Abajje sprach zu ihm: Es ist ja nicht gleich; da ist er ein eingebürgerter Proselyt und sie ein neues275Dh. die selbst als Hurenkind geboren ist; jeder weiß, daß sie Hurenkind ist, dagegen weiß man nicht von ihm, daß er Proselyt ist.Hurenkind, und man könnte sagen, er sei ein Jisraélit und heirate ein Hurenkind, hierbei aber276Bei einem Samaritaner u. einer Samaritanerin.gleichen sie ja einander!? Vielmehr, als R. Dimi kam, sagte er, R. Elea͑zar sei der Ansicht R. Jišma͑éls, \n" ], [ "und R. Jišma͑él sei der Ansicht R. A͑qibas. R. Elea͑zar ist der Ansicht R. Jišma͑éls, welcher sagt, die Samaritaner seien Löwenproselyten277Sie bekehrten sich zum Judentume, weil sie durch einen Überfall von Löwen dazu gezwungen worden waren (cf. iiReg. 17,25), und da sie dies nicht freiwillig taten, gelten sie als Nichtjuden., und R. Jišma͑él ist der Ansicht R. A͑qibas, welcher sagt, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave eine Jisraélitin278Mit den Samaritanern sind auch richtige Juden vermischt, u. so liegt die Möglichkeit vor, daß sie Jisraélitin ist.beschlafen hat, sei das Kind ein Hurenkind. – \n", "Ist denn R. Jišma͑él der Ansicht R. A͑qibas, R. Joḥanan sagte ja im Namen R. Jišma͑éls: Woher, daß, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave eine Priesterstochter, eine Levitin oder eine Jisraélitin beschlafen hat, er sie bemakelt habe? Es heißt:279Lev. 22,13.wenn die Tochter eines Priesters verwitwet oder geschieden wird und keine Kinder hat, \n", "nur von einem, bei dem es Witwenschaft und Scheidung gibt, ausgenommen ein Nichtjude und ein Sklave, bei denen es keine Witwenschaft und keine Scheidung gibt. \n", "Wenn man nun sagen wollte, er sei der Ansicht R. A͑qibas, so ist ja sogar [das Kind] ein Hurenkind, und selbstverständlich, daß er sie durch den Beischlaf280Dieserhalb ist kein Schriftvers nötig.bemakle!? – \n", "Vielmehr, R. Elea͑zar ist der Ansicht R. Jišma͑éls, welcher sagt, die Samaritaner seien Löwenproselyten, und er ist der Ansicht R. A͑qibas, welcher sagt, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave eine Jisraélitin beschlafen hat, sei das Kind ein Hurenkind. – \n", "Ist denn R. Elea͑zar der Ansicht R. A͑qibas, R. Elea͑zar sagte ja, obgleich die Schule Šammajs und die Schule Hillels über die Nebenbuhlerinnen281Wenn jemand kinderlos stirbt u. 2 Frauen hinterläßt, u. bei einer von ihnen die Schwagerehe inzestuös u. daher unmöglich ist; sie streiten, ob an der anderen die Schwagerehe zu vollziehen ist.streiten, so stimmen sie überein, daß [das Kind] nur dann ein Hurenkind sei, wenn [der Beischlaf] ein Inzestverbot und mit der Ausrottung belegt282Dies trifft beim von RA͑. gelehrten Falle nicht zu.ist!? – \n", "Vielmehr, als Rabin kam, sagte er im Namen des R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans, und wie manche sagen, im Namen des R. Abba b. Zabhda im Namen R. Ḥaninas, und wie manche sagen, im Namen des R. Ja͑qob b. Idi im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi, hierüber82Über die Samaritaner u. die mit ihnen vermischten Priester; cf. iiReg. 17,27.bestehen drei verschiedene Ansichten. \n", "R. Jišma͑él ist der Ansicht, die Samaritaner seien Löwenproselyten, und die Priester, die sich mit ihnen vermischt haben, waren bemakelte Priester. Es heißt nämlich:283iiReg. 17,32.und sie machten aus einem Teile unter ihnen Priester der Anhöhen, und Rabba b. Bar Ḥana erklärte im Namen R. Joḥanans, aus den Dornen284Aus dem Unkraute, den einfachsten Leuten; es waren somit keine legitimen Priester. Das W. מקצותם wird v. קוץ, Dorn, abgeleitet.des Volkes, und sie gelten deshalb als bemakelt. \n", "R. A͑qiba ist der Ansicht, die Samaritaner seien wahrhafte Proselyten, und die Priester, die sich mit ihnen vermischt haben, waren unbemakelt. Es heißt nämlich: und sie machten aus einem Teile von ihnen Priester der Anhöhen, und Rabba b. Bar Ḥana erklärte im Namen R. Joḥanans, von den Auserwählten285Wieso dies aus diesem Schriftverse hervorgeht, ist nicht zu ersehen; eine Variante hat הקצינים, Häuptlinge, Fürsten, das aus מקצותם herausgelesen werden kann.des Volkes. – Weshalb hat man sie demnach verboten? – Weil sie an den Verlobten die Schwagerehe vollzogen\n" ], [ " und die Verheirateten286Dies ist mit einem Verbote belegt.davon befreiten. Sie legen [den Schriftvers] wie folgt aus:287Dt. 25,5.die Frau des Verstorbenen soll nicht außerhalb, eines fremden Mannes werden; die außerhalb288Noch nicht verheiratet.weilt, darf nicht eines fremden Mannes werden, die nicht außerhalb weilt, darf eines fremden Mannes werden. \n", " R. A͑qiba vertritt hierbei seine Ansicht, denn er sagt, der aus einem mit einem Verbote belegten [Beischlaf Erzeugte] sei ein Hurenkind. \n", " Manche sagen, weil sie in den Genauigkeiten der Gebote nicht kundig289Sie kennen die Reinheit der Familien nicht, u. es kann vorkommen, daß einer bemakelt u. der andere unbemakelt ist; daher ist die Heirat unter ihnen verboten.sind. Und R. Idi b. Abin sagte, unter ‘manche’ sei R. Elie͑zer zu verstehen, denn es wird gelehrt: Das Ungesäuerte eines Samaritaners ist erlaubt und man genügt damit seiner Pflicht290Ungesäuertes zu essen; cf. Ex. 12,18.am Pesaḥfeste. R. Elie͑zer verbietet dies, weil sie in den Genauigkeiten der Gebote nicht kundig sind. R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Jedes Gebot, das die Samaritaner halten, beachten sie genauer als die Jisraéliten. – \n", " Was heißt hierbei291Die Kenntnis der Familien hängt ja nicht von der Gesetzeskunde ab.nicht kundig? – Sie sind im Gesetze von der Antrauung und der Scheidung nicht292Dadurch kommen Bemakelungen der Familien vor.kundig. \n", " R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Hurenkinder von einer Schwester und von der Frau eines Bruders sind unter ihnen vermischt. – Was lehrt er uns damit? – Daß der von einem mit der Ausrottung belegten [Beischlafe Erzeugte] ein Hurenkind sei. – Sollte er nur eines293Nur von der Vermischung mit einem Hurenkinde von einer Schwester.lehren!? – So war der Sachverhalt. \n", " Raba sagte: Sklaven und Sklavinnen sind unter ihnen vermischt. – Das Verbot besteht ja wegen der Sklavinnen294Ein Sklave bemakelt keine Jisraélitin durch den Beischlaf., somit sollte er nur eines295Von der Vermischung mit Sklavinnen.lehren!? – So war der Sachverhalt.\n", "ivWER EINE PRIESTERSTOCHTER ZUR FRAU NIMMT, UNTERSUCHE296Die Makellosigkeit ihrer Familien.VIER MÜTTER, DIE ACHT297Vier väterlicherseits u. vier mütterlicherseits.SIND: IHRE MUTTER, DIE MUTTER IHRER MUTTER, DIE MUTTER DES VATERS IHRER MUTTER, DEREN MUTTER, DIE MUTTER IHRES VATERS, DEREN MUTTER, DIE MUTTER DES VATERS IHRES VATERS UND DEREN MUTTER; BEI EINER LEVITIN UND EINER JISRAÉLITIN IST NOCH EINE HINZUZUFÜGEN. v\n", "MAN UNTERSUCHE NICHT ÜBER DEN ALTAR298Wenn ein Ahn am Altare Dienst verrichtet hat, so ist anzunehmen, daß er unbemakelter Herkunft ist u. die Familie braucht aufsteigend nicht weiter untersucht zu werden; ebenso weiter.HINAUS, NOCH ÜBER DIE ESTRADE299Im Tempel, auf der die Leviten den Tempelsang vortrugen.HINAUS, NOCH ÜBER DAS SYNEDRIUM300Wenn sein Ahn Mitglied des Synedriums war.HINAUS. DIEJENIGEN, VON DENEN BEKANNT IST, DASS IHRE VORFAHREN GEMEINDEBEAMTE301Nach der t.schen Erklärung ehrenamtliche Richter; wahrscheinl. jed. in der üblichen Bedeutung Vollstreckungsbeamte u. zwar aus demselben Grunde, wie bei den Almoseneinnehmern, weil sie oft mit dem Publikum in Streit geraten.ODER ALMOSENEINNEHMER WAREN, DÜRFEN [IHRE TÖCHTER] AN PRIESTER VERHEIRATEN UND BRAUCHEN NICHT UNTERSUCHT ZU WERDEN. \n", "R. JOSE SAGT, AUCH WER IN DER RICHTERLISTE302Nach den Kommentaren wurde eine Liste geführt, in der die als Richter geeigneten Personen verzeichnet waren; nach dem Wortlaute: wer beim Gerichtshofe von S. als Zeuge unterzeichnet ist. Das W. הישנד wird als Ortsname erklärt, jed. ganz unwahrscheinlich; viell. Glosse wörtliche Übersetzung des W.s ערכי (ἀϱϰή).VON SEPPHORIS AUFGEFÜHRT IST. R. ḤANINA B. ANTIGONOS SAGT, AUCH WER IN DER LISTE DES KÖNIGLICHEN HEERES AUFGEFÜHRT IST.\n", "GEMARA. Weshalb sind Frauen zu untersuchen303Die Mišna lehrt, daß man die Mütter von 4 Generationen untersuche.und Männer nicht zu untersuchen? – Wenn Frauen einander beschimpfen, so werfen sie sich inzestuöse Dinge vor, und auch wenn ihnen etwas304Makelhaftes in der Familie.anhaftet, wird dies nicht bekannt, wenn aber Männer mit einander zanken, so werfen sie sich die Herkunft betreffende Dinge vor, und wenn ihnen etwas anhaftet, wird dies bekannt. – \n", "Sollte auch sie seine [Familie]305Die Mišna lehrt, daß nur der Mann (ein Priester) die Familie der Frau untersuche.untersuchen!? Dies wäre somit eine Stütze für Rabh, denn R. Jehuda sagte im Namen Rabhs, den Unbemakelten ist es nicht verboten worden, von Bemakelten geheiratet306Dh. sie brauchen die Makellosigkeit nicht zu untersuchen.zu werden.\n", "R. Ada b. Ahaba lehrte: Vier Mütter, die zwölf307Eine bezw. zwei Generationen höher.sind. In einer Barajtha wird gelehrt: Vier Mütter, die sechzehn307Eine bezw. zwei Generationen höher.sind. Allerdings ist die Lehre des R. Ada b. Ahaba \n" ], [ "auf eine Levitin und eine Jisraélitin308Bei diesen ist auch nach der Mišna eine Generation weiter zu untersuchen.zu beziehen, die Barajtha aber, sollte sie309Gegen die Ansicht der Mišna, nach der auch bei den genannten nur eine Generation mehr zu untersuchen ist.streiten? – Nein, unter ‘noch eine’ ist noch ein Paar zu verstehen.\n", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Dies ist die Ansicht R. Meírs, die Weisen aber sagen, jede Familie befinde sich310Wenn nicht Gegenteiliges bekannt ist.im Zustande der Makellosigkeit. – Dem ist ja aber nicht so, R. Ḥama b. Gorja sagte ja im Namen Rabhs, unsere Mišna spreche von dem Falle, wenn über ihn eine Anfechtung vorhanden311Wenn ein Gerücht geht, daß seine Familie nicht ganz makellos ist; es ist nicht anzunehmen, daß in einem solchen Falle die Weisen gegen RM. streiten.ist!? – Wer das eine312Im Namen R.s.lehrte, lehrte das andere nicht. \n", "Manche lesen: R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Dies ist die Ansicht R. Meírs, die Weisen aber sagen, jede Familie befinde sich im Zustande der Makellosigkeit. Hierzu sagte R. Ḥama b. Gorja im Namen Rabhs: Wenn über eine [Familie] eine Anfechtung vorhanden ist, so muß sie untersucht werden313Auch nach den Weisen..\n", "MAN UNTERSUCHE NICHT ÜBER DEN ALTAR HINAUS. Aus welchem Grunde? – Wenn man ihn nicht untersucht hätte, würde man ihn nicht hinaufgebracht haben. NOCH ÜBER DIE ESTRADE HINAUS. Aus welchem Grunde? – Der Meister sagte: da314In einem besonderen Räume des Tempels.saßen die [Untersuchenden der] Herkunft der Priester und der Leviten315Ein Bemakelter wird nicht zugelassen..\n", "NOCH ÜBER DAS SYNEDRIUM HINAUS. Aus welchem Grunde? R. Joseph lehrte: Wie das Gericht hinsichtlich der Gerechtigkeit rein sein muß, ebenso muß es von jedem Makel rein sein. Meremar sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:316Cant. 4,7.alles an dir ist schön, meine Traute, kein Makel ist an dir. – \n", "Vielleicht ein wirkliches Gebrechen!? R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: Die Schrift sagt:317Num. 11,16.sie sollen sich da mit dir aufstellen, mit dir, die dir gleichen. – \n", "Vielleicht wegen der Göttlichkeit318Die dann anwesend war, beim späteren Synedrium dagegen ist die Makellosigkeit nicht erforderlich.!? R. Naḥman erwiderte: Die Schrift sagt:319Ex. 18,22.sie sollen mit dir tragen, die dir gleichen320Dieser Schriftvers spricht von gewöhnlichen Zivilrichtern..\n", "DIEJENIGEN, VON DENEN BEKANNT IST, DASS IHRE VORFAHREN GEMEINDEBEAMTE &C. Demnach werden Bemakelte nicht als solche eingesetzt, und dem widersprechend wird gelehrt, jeder sei zulässig, in Geldangelegenheiten zu richten, und nicht jeder sei zulässig, in Todesstrafsachen zu richten, und auf unsere Frage, was das ‘jeder’ einschließe, erwiderte R. Jehuda, dies schließe ein Hurenkind ein!? Abajje erwiderte: In Jerušalem321Da waren nur Unbemakelte zulässig.. Ebenso lehrte R. Šimo͑n b. Zera im [Traktate von der] Trauung nach [Rezension] Levis: in Jerušalem.\n", "ALMOSENEINNEHMER WAREN, DÜRFEN VERHEIRATEN. Aus welchem Grunde? Weil sie mit den Leuten zanken, denn der Meister sagte, man pfände wegen der Almosenbeiträge, selbst am Vorabend des Šabbaths, und wenn ihnen etwas304Makelhaftes in der Familie.anhaftet, wird dies bekannt.\n", "Der Wirt des R. Ada b. Ahaba, der Proselyt war, stritt mit R. Bebaj; einer sagte, er wolle die Aufsicht über die Stadt übernehmen, und der andere sagte, er wolle die Aufsicht über die Stadt übernehmen. Als sie hierauf zu R. Joseph kamen, sprach er zu ihnen: Es wird gelehrt:322Dt. 17,15.Du sollst einen König über dich setzen, aus der Mitte deiner Brüder; in jedes Amt, das du zu besetzen hast, darfst du nur einen aus der Mitte deiner Brüder einsetzen. \n", "R. Ada b. Ahaba sprach zu ihm: Auch wenn seine Mutter von Jisraéliten stammt? – Dann heißt dies: aus der Mitte deiner Brüder. Daher mag R. Bebaj, der ein bedeutender Mann ist, sich mit den religiösen Dingen befassen, und der Meister befasse sich mit den städtischen Angelegenheiten. Abajje sagte: Wer einen Gelehrtenjünger bei sich wohnen haben will, wähle einen, wie R. Ada b. Ahaba, damit er seine Interessen wahrnehme. \n", "R. Zera bemühte sich mit ihnen. Rabba b. Abuha bemühte sich mit ihnen. Im Westen stellten sie aus ihnen nicht einmal einen Maßaufseher an. In Nehardea͑ stellten sie aus ihnen nicht einmal einen Zisternenaufseher an.\n", "R. JOSE SAGT, AUCH &C. Aus welchem Grunde? Sie waren beim Eintragen vorsichtig.\n", "R. ḤANINA B. ANTIGONOS &C. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Dies gilt von den Truppen des Davidischen Hauses. R. Joseph sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:323iChr. 7,40.und ihre Verzeichneten im Kriegsheere. – Aus welchem Grunde324Wurden diese nur von unbemnkelten Familien gewählt.? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Damit ihre Verdienste und die Verdienste ihrer Vorfahren ihnen beistehen. – \n", "Unter ihnen325Den Truppenführern Davids; iiSam. 23,37,39 u. 15,22.war ja Çeleq der A͑mmoniter, der wahrscheinlich von A͑mmon stammte!? – Nein, er wohnte in A͑mmon. – Unter ihnen war ja Urija der Ḥitti, der wahrscheinlich von Ḥeth stammte!? – Nein, er wohnte in Ḥeth. – \n", "Unter ihnen war ja Itaj der Gitti!? Wolltest du sagen, auch er wohnte in Gath, so sagte ja R. Naḥman: Ittaj der Gitti kam und entheiligte sie326Die eroberten Götzen; dies kann nur durch einen Nichtjuden erfolgen; cf. Az. Fol. 44a.!? \n", "Ferner sagte R. Jehuda im Namen Rabhs: David hatte vierhundert Kinder, es waren Kinder von den schönen327Die er als Kriegsgefangene heimbrachte; cf. Dt. 21,11.Frauen; alle schoren sie sich Qomi328Eine bei den Juden verpönte Haartracht nach heidnischer Sitte.und trugen Nackenlocken, fuhren in goldenen Wagen und gingen an der Spitze von Raubtruppen; diese waren die Faustmänner des Davidischen Hauses. – Sie gingen nur zur Einschüchterung329Der Feinde u. kämpften nicht zusammen mit den Jisraéliten..vi\n" ], [ "DIE TOCHTER EINES MÄNNLICHEN ENTWEIHTEN IST EWIG FÜR PRIESTER BEMAKELT. WENN EIN JISRAÉLIT EINE ENTWEIHTE GEHEIRATET HAT, SO IST SEINE TOCHTER330Da einem Jisraéliten eine solche nicht verboten ist.FÜR PRIESTER UNBEMAKELT; WENN ABER EIN ENTWEIHTER EINE JISRAÉLITIN GEHEIRATET HAT, SO IST SEINE TOCHTER FÜR PRIESTER BEMAKELT. R. JEHUDA SAGT, DIE TOCHTER EINES MÄNNLICHEN PROSELYTEN331Selbst wenn die Mutter Jisraélitin ist.GLEICHE DER TOCHTER EINES MÄNNLICHEN ENTWEIHTEN. \n", "viiR. ELIÉZER B. JA͑QOB SAGT, WENN EIN JISRAÉLIT EINE PROSELYTIN GEHEIRATET HAT, SEI SEINE TOCHTER FÜR PRIESTER UNBEMAKELT, WENN EIN PROSELYT EINE JISRAÉLITIN GEHEIRATET HAT, SEI SEINE TOCHTER FÜR PRIESTER UNBEMAKELT, WENN ABER EIN PROSELYT EINE PROSELYTIN GEHEIRATET HAT, SEI SEINE TOCHTER FÜR PRIESTER BEMAKELT. SOWOHL VON EINEM PROSELYTEN ALS AUCH VON EINEM FREIGELASSENEN SKLAVEN GILT DIES, SELBST BIS ZUR ZEHNTEN GENERATION; NUR332Dann gilt er als richtiger Jisraélit.WENN SEINE MUTTER VON JISRAÉL STAMMT. R. JOSE SAGT, AUCH WENN EIN PROSELYT EINE PROSELYTIN GEHEIRATET HAT, SEI SEINE TOCHTER FÜR PRIESTER UNBEMAKELT.\n", "GEMARA. Was heißt ewig? – Man könnte glauben, wie bei einem Miçri und einem Edomiten; wie diese bis nach drei333Dann dürfen sie in die Gemeinde aufgenommen werden.Generationen, ebenso auch jener bis nach drei Generationen, so lehrt er uns.\n", "WENN EIN JISRAÉLIT EINE ENTWEIHTE &C. Woher dies? R. Joḥanan erwiderte im Namen R. Šimo͑ns: Hierbei heißt es:334Lev. 21,15.daß er seine Nachkommenschaft nicht entweihe unter seinem Volke, und dort335Beim Verbote der Verunreinigung für Priester; Lev. 21,4.heißt es: nicht soll der Herr unter seinem Volke sich verunreinigen, wie dort nur Männer336Nur diese unterliegen dem Verbote der Verunreinigung; cf. ib. V. 1.und nicht Frauen, ebenso auch hierbei nur Männer und nicht Frauen. – \n", "Demnach sollte doch die Tochter des Hochpriesters337Von einer Witwe.erlaubt sein!? – Es heißt ja nicht ‘seinen Sohn’, sondern ‘seine Nachkommenschaft’: daß er nicht seine Nachkommenschaft unter seinem Volke entweihe. – \n", "Sollte aber die Tochter seines Sohnes338Des Entweihten.erlaubt sein!? – Es heißt: daß er seine Nachkommenschaft nicht entweihe, womit seine Nachkommenschaft mit ihm verglichen wird; wie seine Tochter bemakelt ist, ebenso ist die Tochter seines Sohnes bemakelt. – Demnach sollte auch die Tochter seiner Tochter verboten sein!? – Welche Bedeutung hätte dann [der Schluß durch] Wortanalogie339Wodurch gefolgert wird, daß Frauen nicht einbegriffen sind.!?\n", "WENN ABER EIN ENTWEIHTER EINE JISRAÉLITIN GEHEIRATET HAT, SO IST SEINE TOCHTER BEMAKELT. Er lehrt ja bereits im Anfangsatze, die Tochter eines männlichen Entweihten sei ewig für Priester bemakelt!? – Da er den Fall lehrt, wenn ein Jisraélit eine Entweihte geheiratet hat, so lehrt er auch den Fall, wenn ein Entweihter eine Jisraélitin geheiratet hat. – \n", "Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht des R. Dostaj b. Jehuda, denn es wird gelehrt: R. Dostaj b. Jehuda sagte: Wie Jisraéliten ein Reinigungsbad für weibliche Entweihte340Wenn ein Jisraélit eine Entweihte heiratet, so ist die Tochter Priestern erlaubt.sind, so sind Jisraélitinnen ein Reinigungsbad für männliche Entweihte341Auch wenn ein Entweihter eine unbemakelte Jisraélitin heiratet, ist die Tochter Priestern erlaubt.. – Was ist der Grund des R. Dostaj b. Jehuda? – Die Schrift sagt: daß er seine Nachkommenschaft nicht entweihe unter seinem Volke, nur unter einem Volke342Wenn beide Eltern entweiht sind.entweiht er, unter zwei Völkern aber entweiht er nicht.\n", "Die Rabbanan lehrten: Daß er seine Nachkommenschaft nicht entweihe; ich weiß dies von seiner Nachkommenschaft, woher dies von ihr343Der Witwe, die er heiratet; auch sie wird dadurch entweiht, sodaß sie gemeinen Priestern verboten wird u. keine Hebe mehr essen darf. selbst? Ich will dir sagen, es ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn seine Nachkommenschaft, die keine Sünde begangen hat, entweiht wird, um wieviel mehr sie selbst, die eine Sünde344Dies ist auch der Frau verboten.begangen hat. \n", "Aber von ihm selbst ist ja [das Entgegengesetzte] zu beweisen: er hat eine Sünde begangen und wird nicht entweiht!? – Wohl er, weil er auch in anderen Fällen345Auch wenn er eine Sklavin od. eine Hure beschläft.nicht entweiht wird, während sie in anderen Fällen entweiht wird. \n", "Wenn du aber dagegen einwenden willst, so sagt die Schrift: daß er seine Nachkommenschaft nicht entweihe, es soll die nicht entweiht werden, die makellos war und nun entweiht346Die Frau, während hinsichtl. der Kinder der Ausdruck ‘entweihen’ nicht angebracht ist, da sie niemals makellos waren.wird. – \n", "Was heißt: wenn du dagegen einwenden willst? – Man könnte glauben, es sei zu erwidern: wohl seine Nachkommenschaft, weil deren Erschaffung durch Sünde erfolgt ist, so sagt die Schrift: daß er nicht entweihe, es soll die nicht entweiht werden, die makellos war und nun entweiht wird.\n", "Die Rabbanan lehrten: Eine Entweihte ist diejenige, die von Bemakelten geboren wurde. – Was heißt bemakelt, wollte man sagen, wenn sie für ihn347Die Mutter für den Vater, auch wenn er Jisraélit ist; wenn ihm die Heirat mit dieser verboten ist.bemakelt ist, so ist ja die wiedergeheiratete Geschiedene348Nachdem sie mit einem anderen verheiratet war; cf. Dt. 24,4.für ihn bemakelt, die Kinder aber sind unbemakelt, denn nur von ihr heißt es Gräuel, nicht aber sind die Kinder ein Gräuel!? \n", "R. Jehuda erwiderte: Er meint es wie folgt: eine Entweihte ist diejenige, die von für Priester Bemakelten geboren wurde. – Wieso nur, wenn sie geboren wurde, nicht aber, wenn sie nicht geboren wurde, die Witwe und die Geschiedene sind ja nicht als solche geboren, und werden [durch ihn]349Den Priester, der sie beschläft. entweiht!? \n", "Rabba erwiderte: Er meint es wie folgt: eine genannte Entweihte, die niemals unbemakelt war, ist diejenige, die von für Priester Bemakelten geboren wurde. – Was heißt genannt? R. Jiçḥaq b. Abin erwiderte: Er meint es wie folgt: eine Entweihte, von der die Tora spricht und nicht durch Forschung der Gelehrten gefolgert zu werden braucht, ist diejenige, die von für Priester Bemakelten geboren wurde.\n", "Die Rabbanan lehrten: Wenn dreimal eine Witwe, so ist er nur einmal schuldig, wenn dreimal eine Geschiedene, so ist er nur einmal schuldig, \n", "wenn eine Witwe, Geschiedene, Entweihte und Hure, so ist er, falls in dieser350Wie die Aufzählung in der Schrift erfolgt; cf. Lev. 21,14.Reihenfolge, wegen jeder besonders schuldig, und falls sie zuerst gehurt hat und nachher entweiht, geschieden und verwitwet wurde, nur einmal schuldig.\n", "Der Meister sagte: Wenn dreimal eine Witwe, so ist er nur einmal schuldig. Was heißt: [dreimal] eine Witwe, wollte man sagen, wenn er die Witwe Reúbens, die Witwe Šimo͑ns und die Witwe Levis beschlafen hat, wieso ist er nur einmal schuldig, \n" ], [ "es sind ja verschiedene Personen [und verschiedene Namen]!? \n", "Und wenn er eine Witwe dreimal beschlafen hat, in welchem Falle: hat man ihn nicht351Bei jedem Falle; eine verbotene Handlung ist nur dann strafbar, wenn die Person gewarnt wurde.gewarnt, so ist es ja selbstverständlich, daß er nur einmal schuldig ist, \n", "doch wohl, wenn man ihn jedesmal gewarnt hat. Wieso ist er nur einmal schuldig, wir haben ja gelernt, wenn ein Nazir352Dem der Weingenuß verboten ist.den ganzen Tag Wein trinkt, und man zu ihm jedesmal sagt, daß er nicht trinke, sei er wegen jedes Males schuldig!? – \n", "In dem Falle, wenn es die Witwe Reúbens ist, die vorher die Witwe Šimo͑ns und vorher die Witwe Levis war. Man könnte glauben, es komme auf die Verschiedenheit der Namen353Es sei ebenso, als wurde er 3 Witwen beschlafen haben.an, so lehrt er uns, daß es auf die Verschiedenheit der Personen ankomme, was hierbei nicht der Fall ist.\n", "«Wenn eine Witwe, Geschiedene, Entweihte und Hure.» Welcher Ansicht ist dieser Autor: ist er der Ansicht, ein Verbot erstrecke sich auf Verbotenes, so sollte es auch von dem Falle gelten, wenn es umgekehrt354Nicht in der genannten Reihenfolge. erfolgt ist, und ist er der Ansicht, ein Verbot erstrecke sich nicht auf Verbotenes, so sollte es auch nicht von dem Falle gelten, wenn es in dieser Reihenfolge erfolgt ist!? \n", "Raba erwiderte: Dieser Autor ist der Ansicht, ein Verbot erstrecke sich nicht auf Verbotenes, wohl aber das hinzufügende355Wenn das 2. Verbot weitgehender als das 1. ist, so erstreckt es sich auf das bereits vorliegende.Verbot. \n", "Die Witwe ist dem Hochpriester verboten, und einem gemeinen Priester erlaubt, somit gilt sie als Geschiedene, da bei ihr hinsichtlich eines gemeinen Priesters356Dem die Witwe erlaubt, die Geschiedene aber verboten ist.das Verbot erweitert ist, auch dem Hochpriester gegenüber als Erweiterung357Obgleich sie ihm schon als Witwe verboten ist.des Verbotes. Aber da diese noch Hebe essen darf, so gilt die Entweihte, da bei ihr hinsichtlich des Essens von Hebe das Verbot erweitert ist, auch dem Hochpriester gegenüber als Erweiterung des Verbotes. – \n", "Welche Hinzufügung des Verbotes gibt es bei der Hure? R. Ḥana b. R. Qaṭṭina erwiderte: Weil die Bezeichnung Hurerei auch für einen Jisraéliten bemakelt macht358Wenn sie als Ehefrau hurt, so wird sie ihrem Manne verboten..\n", "Ein Jünger lehrte vor R. Šešeth: Von der es nehme er heißt, heißt es auch nehme er nicht, und von der es nicht nehme er heißt, heißt es auch nicht nehme359In der betreffenden Schriftstelle (Lev. 21,13,14) heißt es, daß der Hochpriester eine Jungfrau zur Frau nehme, u. daraus folgt, daß er keine Witwe usw. nehme; das Verbot gilt somit nur bei einer Frau, die er als Jungfrau nehmen darf.er nicht; ausgenommen ist der Fall, wenn der Hochpriester seine verwitwete Schwester beschlafen360Er ist dann nur wegen Blutschande strafbar, nicht aber wegen der Beschlafung einer Witwe.hat. \n", "Dieser sprach zu ihm: Dies hast du wohl von R. Šimo͑n, welcher sagt, das Verbot erstrecke sich nicht auf das Verbotene. Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n sagte: Wer am Versöhnungstage Aas gegessen hat, ist361Von der Strafe des Essens am Versöhnungstage, da schon das Aas an sich verboten ist.frei. Wenn nach den Rabbanan, so sagen sie ja, das Verbot erstrecke sich auf das Verbotene. – \n", "Du kannst auch sagen, nach den Rabbanan, denn sie sagen nur, ein schwereres Verbot erstrecke sich auf ein leichteres Verbot, nicht aber erstreckt sich ein leichteres Verbot auf ein schwereres362Die Blutschande ist ein schwereres Verbot als die Heirat einer Deflorierten.Verbot. \n", "Manche lesen: Dies nach den Rabbanan, welche sagen, das Verbot erstrecke sich auf das Verbotene, denn sie sagen nur, ein schwereres Verbot erstrecke sich auf ein leichteres Verbot, nicht aber erstreckt sich ein leichteres Verbot auf ein schwereres Verbot. Nach R. Šimo͑n aber, nach dem sogar ein schwereres Verbot auf ein leichteres Verbot sich nicht erstreckt, ist dies ja von einem leichteren Verbot auf ein schwereres Verbot selbstverständlich. – \n", "Man könnte glauben, beim Verbote für die Priesterschaft verhalte es sich anders363Den Priestern ist vieles verboten, was anderen erlaubt ist, somit gilt bei ihnen alles als Erweiterung des Verbotes., so lehrt er uns.\n", "R. Papa sprach zu Abajje: Wenn ein Jisraélit seine Schwester beschläft, so macht er sie zur Hure; macht er sie aber auch zur Entweihten oder nicht? \n", "Sagen wir, es sei [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn sie durch einen mit einem Verbote belegten [Beischlaf] zur Entweihten wird, um wieviel mehr durch einen mit der Ausrottung belegten, oder aber wird sie Entweihte nur durch ein die Priesterschaft betreffendes364Wenn ein Priester, dem sie verboten ist, sie beschlafen hat.Verbot? Dieser erwiderte: Sie wird Entweihte nur durch ein die Priesterschaft betreffendes Verbot. \n", "Raba sagte: Woher das, was die Rabbanan gesagt haben, Entweihte werde sie nur durch ein die Priesterschaft betreffendes Verbot? Es wird gelehrt: Sollte doch beim Hochpriester die Geschiedene nicht genannt werden, und ich würde es365Daß der Hochpriester eine solche nicht heiraten dürfe.[durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere vom gemeinen Priester gefolgert haben: wenn sie sogar einem gemeinen Priester verboten ist, um wieviel mehr dem Hochpriester. Sie wird aber deshalb genannt [um anzudeuten:] wie für einen gemeinen Priester die Geschiedene von der Hure und der Entweihten getrennt366Wenn die Frau alles zusammen ist, so hat er 3 Verbote begangen u. ist 3mal strafbar. ist, ebenso ist sie für den Hochpriester von jenen getrennt. – \n", "Selbstverständlich, sollte er denn weniger367Als ein gemeiner Priester.sein!? – Vielmehr, wie für einen gemeinen Priester die Geschiedene von der Hure und der Entweihten getrennt ist, ebenso ist für den Hochpriester die Witwe von der Geschiedenen, der Entweihten und der Hure getrennt. \n", "Die Entweihte368Bezüglich welcher ebenfalls der obige Schluß vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern ist.wird bei ihm deshalb genannt, [um anzudeuten,] daß sie nur durch ein die Priesterschaft betreffendes Verbot Entweihte werde. Die Hure wird bei ihm deshalb genannt: bei diesem heißt es Hure und bei jenem369Dem gemeinen Priester.heißt es Hure, wie die Nachkommenschaft von diesem entweiht ist, ebenso ist auch die Nachkommenschaft von jenem370Von dem die Schrift dies nicht sagt.entweiht. \n", "R. Aši sagte: Daher macht ein Priester, der seine Schwester beschläft, \n" ], [ "sie zur Hure und nicht zur Entweihten, und wenn er sie wiederum beschläft, so macht er sie371Da sie ihm dann als Hure verboten ist.auch zur Entweihten.\n", "R. Jehuda sagte: Wenn ein Hochpriester eine Witwe372Und ebenso ein gemeiner Priester eine Geschiedene.[heiratet], so erhält er zweimal Geißelhiebe, einmal wegen:373Lev. 21,14.er soll nicht nehmen, und einmal wegen:374Ib. V. 15.daß er nicht entweihe375Die Frau, die er heiratet.. – Sollte er Geißelhiebe erhalten auch wegen: daß er seine Nachkommenschaft nicht entweihe376Er entweiht dadurch auch seine Kinder. Unter זרע ist etymologisch der Samen zu verstehen, sodaß schon bei der Ejakulation eine Entweihung entsteht.!? – Wenn er den Beischlaf nicht vollendet hat. \n", "Raba wandte ein: Wenn eine Witwe und Geschiedene, so erhält er Geißelhiebe wegen zweier377Als hätte er eine Witwe und eine Geschiedene beschlafen. Er hat 2 Verbote übertreten. Benennungen. Doch wohl nur wegen zweier Benennungen und nicht mehr378Dagegen müßte er nach der obigen Lehre 4mal Geißelhiebe erhalten.!? – \n", "Nein, zwei Benennungen bei dem einen [Verbote] und zwei Benennungen beim anderen [Verbote]. – \n", "Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: wenn eine Geschiedene und Ḥaluça, so ist er nur einmal379Wegen ihrer Eigenschaft als Geschiedene, nicht aber wegen ihrer Eigenschaft als Ḥaluça, da eine solche einem gemeinen Priester nur rabbanitisch verboten ist.schuldig!? – Er meint es wie folgt: er ist nur wegen des einen schuldig, aber tatsächlich wegen beider Verbote. – \n", "Ist ihm denn die Ḥaluça nur rabbanitisch [verboten], es wird ja gelehrt:380Lev. 21,7. Geschiedene, ich weiß dies nur von der Geschiedenen, woher dies von der Ḥaluça? Es heißt: und eine Frau381Dies ist überflüssigerweise vor dem W.e ‘Geschiedene’ wiederholt.!? – Rabbanitisch, und der Schriftvers ist nichts weiter als eine Anlehnung.\n", "Abajje sagte: Hat er sie382Ein Priester eine ihm verbotene Frau.sich angetraut, so erhält er Geißelhiebe, hat er sie beschlafen, so erhält er [wiederum] Geißelhiebe. Hat er sie sich angetraut, so erhält er Geißelhiebe wegen: er soll nicht nehmen; hat er sie beschlafen, so erhält er Geißelhiebe wegen: daß er nicht entweihe. Raba sagte: Hat er sie beschlafen, so erhält er383Wegen beider Verbote.Geißelhiebe, hat er sie nicht beschlafen, so erhält er keine Geißelhiebe, denn er darf sie deshalb nicht nehmen, damit er nicht entweihe384Und wenn keine Entweihung folgt, ist auch das Nehmen belanglos.. \n", "Abajje pflichtet jedoch hinsichtlich der Wiedernahme einer Geschiedenen bei, daß, wenn er sie sich nur angetraut und nicht beschlafen hat, er keine Geißelhiebe erhalte, denn der Allbarmherzige sagt:385Dt. 24,4.daß sie seine Frau werde, was hierbei nicht der Fall ist. \n", "Ferner pflichtet Raba bei, daß, wenn der Hochpriester eine Witwe nur beschlafen und sie sich nicht angetraut hat, er Geißelhiebe erhalte, denn der Allbarmherzige sagt: daß er seine Nachkommenschaft nicht entweihe, und er hat sie entweiht. Und ferner pflichten beide hinsichtlich der Wiedernahme einer Geschiedenen bei, daß, wenn er sie nur beschlafen und sich nicht angetraut hat, er keine Geißelhiebe erhalte, denn die Tora hat nur die Heirat verboten.\n", "R. JEHUDA SAGT, DIE TOCHTER EINES MÄNNLICHEN PROSELYTEN GLEICHE DER TOCHTER EINES ENTWEIHTEN. Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Die Tochter eines männlichen Proselyten gleicht der Tochter eines männlichen Entweihten. Dies ist auch durch einen Schluß zu folgern: wenn die Tochter eines Entweihten, der von einem reinen Tropfen kommt, bemakelt ist, um wieviel mehr ist die Tochter eines Proselyten, der von einem unreinen Tropfen kommt, bemakelt. \n", "[Erwidert man:] wohl die des Entweihten, weil seine Erschaffung in Sünde erfolgt386Seine Mutter war seinem Vater verboten. Dies ist aber bei einem Proselyten nicht der Fall.ist, so ist vom Hochpriester mit einer Witwe [das Entgegengesetzte] zu beweisen: seine Erschaffung ist nicht in Sünde erfolgt, und seine Tochter ist bemakelt; \n", "[erwidert man:] wohl die des Hochpriesters von einer Witwe, weil der Beischlaf sündhaft war, so ist vom Entweihten [das Entgegengesetzte]387Seine Heirat mit einer Jisraélitin ist erlaubt, dennoch ist seine Tochter Priestern verboten.zu beweisen. \n", "Die Replikation wiederholt sich nun: die Eigenheit des einen gleicht nicht der des anderen; das Gemeinsame bei ihnen ist, daß sie sich von der Mehrheit der Gemeinde388Bei dem einen ist seine Erschaffung u. beim anderen sein Beischlaf in Sünde erfolgt.unterscheiden, somit ist auch der Proselyt einzuschließen, er unterscheidet sich ebenfalls von der Mehrheit der Gemeinde, und seine Tochter ist bemakelt. – \n", "Aber das Gemeinsame bei ihnen ist ja, daß ihnen eine Sünde anhaftet!? – \n", "Sage nicht, vom Hochpriester mit einer Witwe sei [das Entgegengesetzte] zu beweisen, sondern von einem Miçri erster Generation ist [das Entgegengesetzte]389Seine Erschaffung u. sein Beischlaf sind ohne Sünde erfolgt, dennoch ist seine Tochter Priestern verboten.zu beweisen. \n", "[Erwidert man:] wohl die des Miçri erster Generation, weil er nicht in die Gemeinde kommen390Erst die 3. Generation darf in die Gemeinde kommen.darf, so ist vom Entweihten [das Entgegengesetzte] zu beweisen. \n", "Die Replikation wiederholt sich nun: die Eigenheit des einen gleicht nicht der Eigenheit des anderen; das Gemeinsame bei ihnen ist, daß sie sich von der Mehrheit der Gemeinde unterscheiden, und die Tochter ist bemakelt, somit ist auch der Proselyt einzuschließen, er unterscheidet sich von der Mehrheit der Gemeinde, und seine Tochter ist bemakelt. – \n", "Aber das Gemeinsame bei ihnen ist ja, daß sie [eine Frau] durch den Beischlaf bemakeln!? – Auch ein Proselyt bemakelt [eine Frau] durch den Beischlaf, und er folgert es durch denselben Schluß391Durch den er die Bemakelung seiner Tochter folgert..\n", "R. ELIE͑ZER B. JA͑QOB SAGT &C. EIN PROSELYT. Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte: Eine Proselytin unter drei Jahren und einem Tage392Die in diesem Alter Proselytin geworden ist.ist für Priester unbemakelt, denn es heißt:393Num. 31,18.aber Kinder unter den Weibern laßt für euch leben, und auch Pinḥas394Der Priester war.war unter ihnen. – Und die Rabbanan!? – Laßt für euch leben, als Sklaven und Mägde. \n", "Alle folgern sie es aus einem Schriftverse:395Ez. 44,22.und eine Witwe und eine Geschiedene sollen sie sich nicht zu Frauen nehmen, sondern Jungfrauen vom Samen des Hauses Jisraél. R. Jehuda ist der Ansicht, nur wenn der ganze Samen von Jisraél396Wenn der Vater Jisraélit ist.ist; R. Elie͑zer b. Ja͑qob ist der Ansicht, vom Samen, auch ein Teil397Auch wenn nur die Mutter Jisraélitin ist.des Samens; \n", "R. Jose ist der Ansicht, wenn der Samen in Jisraél gesäet398Selbst wenn beide Eltern Proselyten sind.wurde; und R. Šimo͑n b. Joḥaj ist der Ansicht, wenn ihre Jungfernschaft in Jisraél gepflanzt worden ist399Wenn sie bei der Bekehrung das begattungsfähige Alter nicht hatte..\n", "R. Naḥman sprach zu Raba: \n" ], [ "Dieser Schriftvers spricht am Anfang von Hochpriester400Am Beginne desselben wird die Witwe verboten u. am Schlusse erlaubt.und am Schlusse von einem gemeinen400Am Beginne desselben wird die Witwe verboten u. am Schlusse erlaubt.Priester!? Dieser erwiderte: Allerdings. – \n", "Pflegt dies401Der Übergang auf eine andere Person, ohne dies zu kennzeichnen.in der Schrift zu erfolgen!? – Freilich, so heißt es:402iSam. 3,3.die Leuchte Gottes war noch nicht erloschen und Šemuél lag im Tempel des Herrn, und da das Sitzen im Tempelhofe nur Königen aus dem Davidischen Hause erlaubt war, so [ist dies zu verstehen:] die Leuchte Gottes war noch nicht erloschen, im Tempel des Herrn, und Šemuél lag, auf seinem Platze403Auch hier ist der Vers zu teilen, ohne daß dies angedeutet wird..\n", "395Ez. 44,22.Und eine Witwe, die verwitwet ist von einem Priester, mögen sie nehmen. Nur von einem Priester, nicht aber von einem Jisraéliten404Ein gemeiner Priester darf ja jede Witwe heiraten.!? – Er meint es wie folgt: von einem Priester mögen sie nehmen, andere Priester405Von gemeinen Priestern u. nicht der Hochpriester. Das 2. אלמנה bezieht sich auf das Vorangehende, worauf das W. מכהן als Nachsatz folgt, der von einem gemeinen Priester spricht.mögen sie nehmen. Ebenso wird auch gelehrt: Von einem Priester mögen sie nehmen, andere Priester mögen sie nehmen. \n", "R. Jehuda erklärte: Von solchen, die [ihre Töchter] an Priester verheiraten dürfen, mögen sie nehmen. R. Jehuda vertritt hierbei seine Ansicht, denn er sagt, die Tochter eines männlichen Proselyten gleiche der Tochter eines männlichen Entweihten; dessen Tochter du nehmen darfst, dessen Witwe darfst du nehmen, und dessen Tochter du nicht nehmen darfst, dessen Witwe darfst du nicht nehmen.\n", "R. JOSE SAGT, AUCH WENN EIN PROSELYT EINE PROSELYTIN GEHEIRATET HAT. R. Hamnuna sagte im Namen U͑las: Die Halakha ist wie R. Jose. Ebenso sagte auch Rabba b. Bar Ḥana, die Halakha sei wie R. Jose. Seitdem der Tempel zerstört ist, haben jedoch die Priester sich eine Vornehmheit beigelegt, nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob. \n", "R. Naḥman sagte: Hona sagte mir folgendes: wenn jemand um Rat fragen kommt, so entscheide man ihm nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob, hat er bereits geheiratet, so bringe man sie von ihm nicht fort, nach R. Jose.\n", "viiiWENN JEMAND SAGT: DIESER MEIN SOHN IST EIN HURENKIND, SO IST ER NICHT406Da er als Verwandter als Zeuge unzulässig ist.GLAUBHAFT, UND SELBST WENN BEIDE407Der Vater u. die Mutter.ÜBER DIE GEBURT IN IHREM LEIBE SAGEN, ES SEI EIN HURENKIND, SIND SIE NICHT GLAUBHAFT. R. JEHUDA SAGT, SIE SEIEN GLAUBHAFT.\n", "GEMARA. Was heißt: selbst beide? – Jenes ist selbstverständlich; selbstverständlich er nicht, da er es nicht sicher weiß, aber auch sie, die es sicher weiß, ist nicht glaubhaft. Und selbstverständlich sind sie in dem Falle nicht glaubhaft, wo ein bisheriger Zustand der Makellosigkeit vorhanden408Das Kind galt bisher als legitim.ist, aber auch hinsichtlich der Geburt, bei der kein bisheriger Zustand der Makellosigkeit vorhanden ist, sind sie nicht glaubhaft.\n", "R. JEHUDA SAGT, SIE SEIEN GLAUBHAFT. Wie gelehrt wird:409Dt. 21,17.Anerkennen, anderen gegenüber anerkennen. Hieraus folgert R. Jehuda, ein Mensch sei glaubhaft, wenn er sagt: dieser mein Sohn ist Erstgeborener. Und wie ein Mensch glaubhaft ist, wenn er sagt: dieser mein Sohn ist Erstgeborener, ebenso ist er glaubhaft, wenn er sagt: dieser ist der Sohn einer Geschiedenen, dieser ist der Sohn einer Ḥaluça. Die Weisen sagen, er sei nicht glaubhaft. \n", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach zu Raba: Erklärlich ist [das Wort] anerkennen nach R. Jehuda, wozu aber heißt es anerkennen nach den Rabbanan!? – Wenn ein Anerkennen erforderlich410Wenn er aus der Fremde kommt u. es nicht bekannt ist, daß er sein Sohn ist.ist. – \n", "Wohl deshalb, um ihm einen doppelten Anteil411Von der Erbschaft; cf. Dt. 21,17.zu gewähren; wozu ist hierfür ein Schriftvers nötig, dies ist ja selbstverständlich, kann er denn nicht, wenn er es will, ihm ein Geschenk412Er kann ihm einen doppelten Anteil in Form eines Geschenkes gewähren.machen!? – \n", "Hinsichtlich der Güter, die ihm später413Nach der Bekundung, daß der Sohn Erstgeborener sei; wenn er beispielsweise verreisen will u. sie ihm vorher nicht schenken kann.zufallen. – \n", "Wozu ist nach R. Meír, welcher sagt, man könne das zueignen, was noch nicht auf der Welt414Dh. was man noch nicht besitzt.ist, [das Wort] anerkennen nötig415Die Schenkung kann ja im Voraus erfolgen.? – Hinsichtlich solcher, die ihm zufallen, während er im Sterben liegt416Solche kann er auch nach RM. nicht im Voraus zueignen..\n", "ixWENN JEMAND SEINEM BEAUFTRAGTEN DEN AUFTRAG ERTEILT HAT, SEISE TOCHTER ANZUTRAUEN, UND DARAUF GEHT UND SIE SELBER417An einen anderen.ANTRAUT, SO IST, FALLS SEINE ANTRAUUNG ZUERST ERFOLGT IST, SEINE GÜLTIG, UND FALLS DIE DES BEAUFTRAGTEN ZUERST ERFOLGT IST, SEINE GÜLTIG; IST ES NICHT BEKANNT,\n" ], [ " SO MÜSSEN BEIDE IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GEBEN, UNDWENN SIE WOLLEN, GEBE IHR EINER EINEN SCHEIDEBRIEF UND DER ANDERE HEIRATE SIE. \n", " EBENSO IST, WENN EINE FRAU IHREM BEAUFTRAGTEN DEN AUFTRAG ERTEILT HAT, FÜR SIE IHRE ANTRAUUNG IN EMPFANG ZU NEHMEN, UND SICH DARAUF SELBER ANTRAUEN LIESS, FALLS IHRE EIGENE ANTRAUUNG ZUERST ERFOLGT IST, IHRE EIGENE GÜLTIG, UND FALLS DIE DES BEAUFTRAGTEN ZUERST ERFOLGT IST, SEINE GÜLTIG; IST DIES NIGHT BEKANNT, SO MÜSSEN BEIDE IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GEBEN, UND WENN SIE WOLLEN, GEBE IHR EINER EINEN SCHEIDEBRIEF UND DER ANDERE HEIRATE SIE.\n", "GEMARA. Und beides ist nötig. Würde er es nur von ihm gelehrt haben, so könnte man glauben, weil ein Mann in der Genealogie kundig418Als er eine andere fand, deren Herkunft ihm besser gefiel, hob er seinen dem Beauftragten erteilten Auftrag auf. ist, eine Frau aber ist darin nicht kundig, daher sei ihre Antrauung419Selbst wenn sie zuerst erfolgt ist.ungültig. \n", "Und würde er es nur von ihr gelehrt haben, so könnte man glauben, weil eine Frau bei der Verheiratung vorsichtig420Bei der Antrauung durch sie selbst hat sie Veranlassung gefunden, ihren Auftrag aufzuheben u. sich vom anderen antrauen zu lassen.ist, [der Vater] aber mache sich nichts421An wen seine Tochter angetraut wird; die Antrauung durch ihn selbst ist nur zur Sicherheit erfolgt, ohne Aufhebung des dem Beauftragten erteilten Auftrages.daraus. Daher ist beides nötig.\n", "Es wurde gelehrt: Wenn der Vater sie unterwegs angetraut und sie selbst sich in der Stadt angetraut422Am selben Tage.hat, und sie mannbar423Es ist zweifelhaft, ob sie schon am Tage der Antrauung mannbar u. somit die Antrauung durch den Vater ungültig war.ist, so ist sie, wie Rabh sagt, mannbar vor425Dh. ihr gegenwärtiger Zustand ist entscheidend, u. man nehme an, daß sie auch am Tage der Antrauung mannbar war.uns, Šemuél aber sagt, man berücksichtige die Antrauung beider. – \n", "Wann, wenn innerhalb der sechs426Zwischen dem Eintritte in das Mädchenalter u. der Mannbarkeit; ersteres beginnt mit 12½ Jahren, letztere mit dem vollendeten 13, Lebensjahre.[Monate], wieso sagt Rabh, sie stehe mannbar vor uns, sie ist ja erst jetzt mannbar geworden, und wenn nach den sechs [Monaten], wieso sagt Šemuél, daß man die Antrauungen beider berücksichtige, Šemuél sagte ja, zwischen dem Mädchenalter und dem der Mannbarkeit gebe es nur sechs427Die Antrauung des Vaters ist dann entschieden ungültig.Monate!? – \n", "In dem Falle, wenn die Antrauung am letzten Tage der sechs [Monate] erfolgt428Morgens durch den Vater u. abends durch sie selbst.ist. Rabh sagt, sie stehe mannbar vor uns, und da sie jetzt mannbar ist, so war sie auch morgens mannbar; Šemuél sagt, sie habe erst jetzt die Pubertätszeichen bekommen429Dh. diese Möglichkeit ist zu berücksichtigen.. – \n", "Womit ist es nach Šemuél hierbei anders als bei [der Lehre vom] Tauchbade!? Wir haben nämlich gelernt: Wenn ein Tauchbad nachgemessen und unvollständig430Das rituelle Tauchbad muß 40 Seá Wasser haben.befunden wird, so ist alles, was durch dieses Reinheit erlangt hat, ob auf Privatgebiet oder auf öffentlichem431Wobei bei einem Zweifel erleichternd entschieden wird; cf. Sot. Fol. 28b.Gebiete, rückwirkend unrein432Man richtet sich nach dem gegenwärtigen Zustande, u. dies sollte auch hierbei der Fall sein.. – \n", "Anders ist es da; man sage, das Unreine sed in seinem Zustande zu belassen und nehme an, es sei kein Untertauchen433Das Untertauchen war ungültig.erfolgt. – \n", "Im Gregenteil, belasse man doch das Tauchbad in seinem Zustande und nehme an, es war nicht unvollständig!? – Es ist ja unvollständig vor dir. – Auch hierbei steht sie ja mannbar vor dir!? – Sie ist erst jetzt mannbar geworden. – Auch da ist es erst jetzt unvollständig geworden!? – \n", "Da sind zwei [Momente]434Der bisherige Zustand des Unreinen u. der Befund des Tauchbades.verschlechternd, hierbei aber eines435Der Befund der Frau; der bisherige Zustand kommt hierbei nicht in Betracht, da gerade an diesem Tage die Veränderung eingetreten ist.. – \n", "Womit ist es nach Šemuél hierbei anders als bei [der Lehre vom] Fasse!? Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand ein Faß [Wein] untersucht hat, um von diesem die Hebe436Für andere Fässer, die er im Gebrauche hat.zu entrichten, und fortgegangen ist, und er nachher sauer befunden437Er ist somit als Hebe unbrauchbar, u. der Wein, für den er abgesondert worden ist, gilt als unverzehntet.wird, so besteht bezüglich dreier Tage438Nach einer Erklärung gilt dies von den ersten 3 Tagen seit der letzten Untersuchung, ob nämlich dar Wein gut war, u. nach einer anderen von den letzten, ob er schlecht war; cf. Bb. Fol. 96a.kein Zweifel, hinsichtlich der übrigen aber ist es zweifelhaft. \n", "Und auf unseren Hinweis auf den Widerspruch zwischen [der Lehre vorn] Fasse und [der Lehre vom] Tauchbade, weshalb es439In welchem Zustande die Sache seit der letzten Untersuchung bis zum Befunde sich befunden hat; beim Tauchbade wird angenommen, daß es sicher unvollständig war.in der einen entschieden und in der einen zweifelhaft sei, erwiderte \n", "R. Ḥanina aus Sura, der Autor [der Lehre] vom Fasse sei R. Šimo͑n, nach dem auch beim Tauchbade ein Zweifel obwaltet. \n", "Es wird nämlich gelehrt: So ist alles, was durch dieses Reinheit erlangt hat, einerlei ob auf Privatgebiet oder auf öffentlichem Gebiete, rückwirkend unrein; R. Šimo͑n sagt, auf öffentlichem Gebiete rein, auf Privatgebiet zweifelhaft. \n", "Nach den Rabbanan aber gilt es rückwirkend als unverzehntet!? – Anders ist es da; man sage, das Unverzehntete sei bei seinem Zustande zu belassen und nehme an, es sei nicht zubereitet440Stehender Ausdruck für die Entrichtung der priesterl. Abgaben von den Feld- u. Baumfrüchten. worden. – \n", "Im Gegenteil, belasse man doch den Wein bei seinem Zustande und nehme an, er war nicht sauer!? – Er ist ja sauer vor dir. – Auch hierbei steht sie ja mannbar vor uns!? – Sie ist erst jetzt mannbar geworden. – Auch da ist er erst jetzt sauer geworden!? – \n", "Da sind zwei [Momente]441Der bisherige Zustand des Unverzehnteten u. der Befund des Weines.verschlechternd, hierbei aber eines435Der Befund der Frau; der bisherige Zustand kommt hierbei nicht in Betracht, da gerade an diesem Tage die Veränderung eingetreten ist..\n", "Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaím streiten: \n" ], [ "Wer bringt aus dem Besitze442Die Verschenkung des ganzen Vermögens eines Gesunden kann nicht widerrufen werden, wohl aber die eines Sterbenskranken, falls er gesund wird, da es klar ist, daß er mit dem sicheren Tode rechnete; hier wird von dem Falle gesprochen, wenn über seinen Zustand zur Zeit der Verschenkung ein Streit besteht.von wem!? \n", "Er bringt es aus ihrem Besitze443Der Schenkende aus dem Besitze der Beschenkten.ohne Beweis, sie aber bringen es nicht ohne Beweis444Daß er dann gesund war.aus seinem Besitze – so R. Ja͑qob; R. Nathan sagt, ist er gesund, habe er den Beweis anzutreten, daß er dann sterbenskrank war, und ist er sterbenskrank, haben sie den Beweis anzutreten, daß er dann gesund445Solange das Entgegengesetzte nicht bewiesen wird, ist der gegenwärtige Zustand ausschlaggebend.war. \n", "Es wäre nun anzunehmen, daß Rabh der Ansicht R. Nathans und Šemuél der Ansicht R. Ja͑qobs sei. – Rabh kann dir erwidern: meine Ansicht gilt auch nach R. Ja͑qob, denn R. Ja͑qob vertritt seine Ansicht nur da, weil man sage, das Geld sei im bisherigen Besitze446Vor der Schenkung war es zweifellos im Besitze des Schenkenden, u. solange der Zweifel nicht geklärt ist, gilt er auch weiter als Eigentümer.zu belassen, aber kann man etwa hierbei sagen, der Körper sei in seinem bisherigen Zustande447An diesem Tage, an dem der Wechsel vorging, gab es überhaupt keinen festen Zustand.zu belassen!? \n", "Und auch Šemuél kann erwidern: meine Ansicht gilt auch nach R. Nathan, denn R. Nathan vertritt seine Ansicht nur da, weil man sage, die ganze Welt befindet sich im Zustande des Gesundseins, und wer sich aus diesem Zustande bringen will, habe den Beweis anzutreten, aber bringt man sie etwa hierbei aus dem [allgemeinen] Zustande448Der Zweifel an diesem Tage ist ganz normal.!?\n", "Es wäre anzunehmen, daß sie [denselben Streit führen], wie die folgenden Tannaím: Wenn ihr Vater sie unterwegs angetraut und sie selbst sich in der Stadt angetraut hat, und sie mannbar ist, so ist sie, wie das Eine lehrt, mannbar vor uns, und wie ein Anderes lehrt, berücksichtige man die Antrauungen beider. Doch wohl das Eine wie Rabh und das Andere wie Šemuél. – \n", "Nein, beide wie Šemuél, nur gilt das eine von dem Falle wenn sie ihm widerspricht449Wenn sie behauptet, daß sie schon am vorangehenden Tage Pubertätszeichen hatte u. somit mannbar war; die Antrauung des Vaters ist dann ungültig., und das andere, wenn sie ihm nicht widerspricht. – \n", "Es ist wohl anzunehmen, daß, wie diese Lehren nicht mit einander streiten, auch die Amoräer nicht mit einander streiten450Jeder spricht von einem anderen Falle.? – Glaubst du? R. Joseph, Sohn des R. Menasja aus Devil, traf einst eine Entscheidung nach Rabh, und Šemuél rügte es, indem er sprach: Allen anderen hat man es451Ihr Wissen; dh. er will mehr wissen als andere, indem er eine solche Entscheidung trifft.wohl mit einem kleinen Maße zugemessen und diesem Jünger mit einem großen Maße!? Wieso rügte er es, wenn du sagen wolltest, sie streiten nicht, \n", "jener traf ja die Entscheidung in einem Falle, wo sie ihm widersprach!? \n", "Mar Zuṭra sprach zu R. Aši: Folgendes sagte Amemar: die Halakha ist wie Šemuél. R. Aši aber sagte, die Halakha sei wie Rabh. Und die Halakha ist wie Rabh.\n", "xWENN JEMAND MIT SEINER FRAU IM ÜBERSEELANDE VERREIST WAR, UND MIT FRAU UND KINDERN HEIMKEHRT UND SAGT: DAS IST DIE FRAU, DIE MIT MIR IM ÜBERSEELANDE VERREIST WAR, UND DAS SIND IHRE KINDER, SO BRAUCHT ER WEDER FÜR DIE FRAU NOCH FÜR DIE KINDER EINEN BEWEIS452Daß sie aus einer makellosen Familie sind; dies war schon bei der Heirat festgestellt worden.ANZUTRETEN; [SAGT453Wenn er ohne Frau heimkehrt.ER:] SIE IST GESTORBEN UND DIES SIND IHRE KINDER, SO MUSS ER EINEN BEWEIS ANTRETEN FÜR DIE KINDER454Daß es Kinder der verstorbenen Frau sind., NICHT ABER FÜR DIE FRAU. xi[SAGT ER:] \n", "DIESE FRAU HABE ICH IM ÜBERSEELANDE GEHEIRATET UND DAS SIND IHRE KINDER, SO MUSS ER EINEN BEWEIS ANTRETEN FÜR DIE FRAU455Daß sie aus einer makellosen Familie ist., NICHT ABER FÜR DIE KINDER; [SAGT ER:] SIE456Die Frau, die er im Überseelande geheiratet hat. IST GESTORBEN UND DIES SIND IHRE KINDER, SO MUSS ER EINEN BEWEIS ANTRETEN SOWOHL FÜR DIE FRAU ALS AUCH FÜR DIE KINDER.\n", "GEMARA. Rabba b. R. Hona sagte: In allen Fällen, wenn sie an ihr457Die Kinder an der Mutter; nur in diesem Falle braucht er nicht nachzuweisen, daß es Kinder dieser Frau sind. hangen.\n", "Die Rabbanan lehrten: [Sagt jemand:] ich habe im Überseelande eine Frau genommen, so muß er einen Beweis antreten für die Frau, nicht aber für die Kinder; er muß einen Beweis antreten für die großen, nicht aber für die kleinen458Da solche an der Mutter hangen.. Dies gilt nur von einer Frau, bei zwei Frauen459Von denen eine gestorben ist. aber muß er einen Beweis antreten sowohl für die Frau als auch für die Kinder, sowohl für die großen als auch für die kleinen460Da es Kinder der anderen Frau sein können, die deshalb an der lebenden hangen, weil diese sie großgezogen hat.. \n", "Reš Laqiš sagte: \n" ], [ "Dies461Daß das Hangen der Kinder an der Mutter ausschlaggebend sei, daß sie event. als makellose Priester gelten.gilt nur hinsichtlich des Geheiligten462Vgl. Anm. 22.der Provinz, nicht aber hinsichtlich des [Priester]standes463Wenn unter den Kindern Mädchen sind, so dürfen Priester sie nur dann heiraten, wenn die Makellosigkeit ihrer Herkunft nachgewiesen wird.. R. Joḥanan aber sagt, auch hinsichtlich des [Priester]standes. \n", "R. Joḥanan vertritt hierbei464Daß man sich auf den bisherigen Zustand verlasse; die Kinder hangen an der Mutter u. gelten daher als ihre Kinder.seine Ansicht, denn R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Auf Grund des bisherigen Zustandes465Wenn nach dem bisherigen Zustande anzuneḥmen ist, daß eine mit der weiter genannten Strafe belegte Handlung begangen worden ist.erfolgt die Geißelung, auf Grund des bisherigen Zustandes erfolgt die Steinigung und die Verbrennung, nicht aber ist auf Grund des bisherigen Zustandes Hebe466Wenn sie mit einer Sache in Berührung kam, von der angenommen wird, daß sie unrein sei; nur sicher unreine Hebe ist zu verbrennen.zu verbrennen. \n", "Auf Grund des bisherigen Zustandes erfolgt die Geißelung, nach R. Jehuda, denn R. Jehuda sagte: Wenn sie bei ihren Nachbarinnen als Menstruierende467Wenn sie Veranlassung haben, dies anzunehmen.gilt, erhält ihr Ehemann ihretwegen Geißelhiebe wegen [Beschlafung] einer Menstruierenden. \n", "Auf Grund des bisherigen Zustandes erfolgt die Steinigung und die Verbrennung, nach Rabba b. R. Hona, denn Rabba b. R. Hona sagte: Wenn Mann und Frau, Knabe und Mädchen zusammen im Hause468Wenn allgemein angenommen wird, daß es Mann u. Frau u. ihre Kinder sind, ohne daß dies durch Zeugen festgestellt ist.leben, so sind sie wegen einander zu steinigen469Wegen eines unter ihnen vorkommenden Inzestfalles; auf das Inzestverbrechen mit einer Mutter ist die Steinigung u. mit der Tochter die Verbrennung gesetzt.oder zu verbrennen. \n", "R. Šimo͑n b. Pazi sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi im Namen des Bar Qappara: Einst kam nach Jerušalem eine Frau mit einem Kinde auf der Schulter, das sie470Es hieß allgemein, daß es ihr Sohn sei.großzog. Später beschlief er sie, und man brachte sie vor das Gericht und steinigte sie. Nicht weil er sicher ihr Sohn471Dh. es waren keine anderen Beweise vorhanden, daß er ihr Sohn war.war, sondern weil er an ihr hing. \n", "Man verbrenne keine Hebe auf Grund des bisherigen Zustandes. R. Šimo͑n b. Laqiš sagt nämlich, man verbrenne sie auf Grund des bisherigen Zustandes, und R. Joḥanan sagt, man verbrenne sie nicht. Sie vertreten hierbei ihre Ansichten, denn wir haben gelernt: Wenn ein Kind mit Teig in der Hand neben dem Teige angetroffen wird, so ist er nach R. Meír rein und nach den Weisen unrein, weil es die Art eines Kindes ist, herumzuwühlen472Es ist anzunehmen, daß es vorher im Schmutze, wo levitisch verunreinigende Kriechtiere sind, herumgewühlt hat.. \n", "Und auf die Frage nach dem Grunde R. Meírs [wurde erklärt,] er sei der Ansicht, zwar pflegt die Mehrheit der Kinder herumzuwühlen und nur die Minderheit nicht herumzuwühlen, da aber der Teig sich bisher im Zustande der Reinheit befand, so verbinde man die Minderheit mit dem bisherigen Zustande, und die Mehrheit ist suspekt. – Und die Rabbanan!? – Die Minderheit gilt als nicht vorhanden, und von Mehrheit und bisherigem Zustande ist die Mehrheit bedeutender. \n", "Hierzu sagte Reš Laqiš im Namen R. Ošajas, dies sei eine Annahme, woraufhin man Hebe verbrenne, und R. Joḥanan sagte, dies sei keine Annahme, woraufhin man Hebe verbrenne. – \n", "Auf Grund welcher Annahme verbrenne man Hebe nach R. Joḥanan? – Wie wir gelernt haben: Wenn Teig sich in einem Hause befindet, in dem Kriechtiere und Frösche sich befinden, und im Teige Stückchen473Woraus zu ersehen ist, daß Tiere daran genagt haben.gefunden werden, so ist er, wenn es mehr Kriechtiere474Die levit. unrein sind, cf. Lev. 11,29ff. In diesem Falle handelt es sich um eine Mehrheit, die tatsächlich vorhanden ist, während im obigen Falle die Mehrheit angenommen wird.sind, unrein, und wenn es mehr Frösche sind, rein. \n", "Übereinstimmend mit R. Joḥanan wird gelehrt: Es gibt zwei Fälle, wobei kein vernünftiges Wesen zum Befragen475Dh. niemand war bei der Entstehung der Unreinheit anwesend; in solchem Falle gilt sonst die zweifelhafte Unreinheit auch auf Privatgebiet als rein; cf. Sot. Fol. 28b.vorhanden ist, und die Weisen haben sie so behandelt, als wäre ein vernünftiges Wesen zum Befragen476In diesem Falle ist die zweifelhafte Unreinheit auf Privatgebiet unrein.vorhanden. Der Fall vom Kinde und noch einer. – \n", "Über den Fall vom Kinde haben wir eben gesprochen; welcher ist der andere? – Wenn Teig sich in einem Hause befindet, in dem Hühner und unreine Flüssigkeiten sich befinden, \n" ], [ "und im Teige Löcher477Es ist zu ersehen, daß die Hühner, die vermutlich vom unreinen Wasser getrunken haben, daran gepickt haben.sind, so befindet er sich in der Schwebe: weder darf man ihn essen noch478Wenn es Teig von Hebe ist.verbrennen. \n", "R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Dies gilt nur von weißen Flüssigkeiten, wenn es aber rote Flüssigkeiten sind, so ist, wenn sie daran gepickt haben, dies zu merken. – Vielleicht hat der Teig sie eingesogen!? \n", "R. Joḥanan erwiderte: Berabbi hat dies gehört, die Erklärung aber hat er nicht gehört. Dies gilt nur von klaren Flüssigkeiten, in denen das Spiegelbild eines Kindes zu erkennen ist, nicht aber von trüben Flüssigkeiten479Es kommt nicht auf die Farbe der Flüssigkeiten an, sondern darauf, ob es klare od. trübe sind; trübe können nicht so eingesogen werden, daß dies nicht zu merken wäre..\n", "xiiEIN MANN DARF NICHT MIT ZWEI FRAUEN ALLEIN SEIN, WOHL ABER DARF EINE FRAU MIT ZWEI MÄNNERN ALLEIN SEIN. R. ŠIMO͑N SAGT, AUCH EIN MANN DÜRFE MIT ZWEI FRAUEN ALLEIN SEIN, WENN SEINE FRAU MIT IHM IST; AUCH DARF ER MIT IHNEN IN EINER HERBERGE SCHLAFEN, WEIL SEINE FRAU IHN BEWACHT. MAN DARF ALLEIN SEIN MIT SEINER MUTTER UND MIT SEINER TOCHTER, AUCH MIT IHNEN BEI BERÜHRUNG DES LEIBES SCHLAFEN; SIND SIE ERWACHSEN, SO SCHLAFE SIE IN IHREM GEWANDE UND ER IN SEINEM GEWANDE.\n", "GEMARA. Aus welchem Grunde480Ist dies bei Frauen strenger.? – In der Schule des Elijahu wurde gelehrt, weil Frauen leichtsinnig sind. – \n", "Woher dies? R. Joḥanan sagte im Namen R. Jišma͑éls: Wo ist in der Schrift das Verbot des Beisammenseins angedeutet? Es heißt:481Dt. 13,7.wenn dich dein Brader, der Sohn deiner Mutter, verlockt; \n", "kann etwa nur der Sohn einer Mutter verlocken und nicht der Sohn eines Vaters? Dies besagt vielmehr, daß nur ein Sohn mit seiner Mutter allein sein dürfe, sonst aber ist das Alleinsein mit jeder in der Tora verbotenen Frau verboten. – \n", "Wie ist der Schriftvers nach seinem einfachen Sinne482Weshalb spricht die Schrift gerade von der Verführung durch den Sohn einer Mutter.zu erklären? Abajje erwiderte: Von jenem ist es selbstverständlich; selbstverständlich ist dies vom Sohne des Vaters, der ihm gehässig ist483Da er seinen Anteil an der Erbschaft beeinträchtigt.und ihm schlechte Ratschläge erteilt, man könnte aber glauben, dem Sohne einer Mutter, der ihm nicht gehässig ist, gehorche man, so lehrt er uns. – \n", "Es wäre anzunehmen, daß unsere Mišna nicht die Ansicht Abba Šaúls vertritt, denn es wird gelehrt: [Ein Kind] bis zu dreißig Tagen wird auf dem Arme hinausgetragen484Diesem gegenüber ist die einem Toten gebührende Feierlichkeit bei der Bestattung nicht erforderlich.und durch eine Frau und zwei Männer485Bei der Bestattung braucht kein größeres Publikum anwesend zu sein, sondern nur 3 Personen.begraben, nicht aber durch einen Mann und zwei Frauen; Abba Šaúl sagt, auch durch einen Mann und zwei Frauen. – \n", "Du kannst auch sagen, die des Abba Šaúl, denn bei der Trauer ist der böse Trieb gebrochen. \n", "Die Rabbanan aber sind der Ansicht R. Jiçḥaqs, denn R. Jicḥaq sagte:486Ecc. 3,39.Was klagt der Mensch, der lebt, der Mann über seine Sünden; selbst wenn ein Mensch zu klagen hat, bemächtigt sich seiner der böse Trieb. – Und Abba Šaúl!? – Der Schriftvers spricht von dem, der über sein Schicksal klagt, und er ist wie folgt zu verstehen: Wieso klagt er über sein Schicksal, hat er sich etwa seiner Sünden bemächtigt!? Bescheide er sich mit dem Leben, das ich ihm gegeben habe. – \n", "Und die Rabbanan!? – Wegen jenes Falles mit einer Frau, die [ein solches] hinausgebracht487Ein Kind auf den Friedhof, u. mit den Männern, die sie begleiteten, Unzucht trieb. Viell. aber denkt der T. an die im Orient verbreitete Geschichte der Witwe von Ephesus.hatte.\n", "WOHL ABER EINE FRAU. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Dies gilt nur von Keuschen, mit Ausgelassenen aber, nicht einmal, wenn es zehn sind. Einst ereignete es sich, daß zehn [Männer eine Frau] in einer Bahre488Im Glauben, daß sie tot sei; sie war es aber nicht, u. jene trieben mit ihr Unzucht.hinaustrugen. R. Joseph sagte: Dies ist auch zu beweisen; zehn Personen tun sich zusammen und stehlen einen Balken, ohne daß sich einer vor dem anderen schämt. \n", "Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Man gibt ihm489Der seine verdächtigte Frau vor das Gericht führt; cf. Sot. Fol. 7a.zwei Schriftgelehrte mit, weil er ihr unterwegs beiwohnen könnte. Nur Schriftgelehrte, nicht aber gewöhnliche Menschen. – Nein, deshalb Schriftgelehrte, weil sie \n" ], [ "ihn zu warnen490Wenn er ihr beiwohnen will; sie belehren ihn, daß dann die Untersuchung durch das Fluchwasser (cf. Num. 5,12ff.) wirkungslos bleibe.wissen. \n", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Dies nur in der Stadt, unterwegs aber müssen es drei sein, denn wenn einer austreten muß, würde der andere mit der Unzucht allein bleiben. Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Man gibt ihm zwei Schriftgelehrte mit, weil er ihr unterwegs beiwohnen könnte. Zwei und er sind drei. – Nein, hierbei aus dem Grunde, damit Zeugen vorhanden sind491Wenn er ihr beiwohnt, damit nicht unnötig bei der Prüfung der Gottesname geschrieben u. verwischt werde..\n", "Einst gingen Rabh und R. Jehuda auf dem Wege und eine Frau ging vor ihnen. Da sprach Rabh zu R. Jehuda: Hebe deine Füße492Dh. gehe schneller, um die Frau zu überholen.hinweg vor dem Fegefeuer. Dieser entgegnete: Der Meister ist es ja, welcher sagt, mit Keuschen sei es493Das Beisammensein einer Frau mit 2 Männern.erlaubt!? Jener erwiderte: Wer sagt, daß dies von Keuschen wie ich und du gelte!? – Von welchen denn? – Von solchen, wie R. Ḥanina b. Papi494Cf. supra Fol. 39b.und seine Genossen.\n", "Rabh sagte: Wegen des Beisammenseins ist zu geißeln, nicht aber ist wegen des Beisammenseins [die Frau] verboten. R. Aši sagte: Dies gilt nur vom Beisammensein mit einer Ledigen, nicht aber vom Beisammensein mit einer Verheirateten, damit man nicht ihre Kinder ins Gerede bringe. \n", "Mar Zuṭra ließ geißeln und es495Daß die Geißelung nur wegen des Beisammenseins erfolgt sei.bekannt machen. R. Naḥman aus Parhaṭja496Ein Ort dieses Namens ist sonst nicht bekannt; wahrscheinl. mit einer Handschrift פרוקיא zu lesen.sprach zu R. Aši: So lasse doch der Meister ebenfalls geißeln und es bekannt machen. Dieser erwiderte: Mancher erfährt das eine und nicht das andere.\n", "Rabh sagte: Man lasse geißeln wegen des schlechten497Wenn von einem das Gerücht geht, daß er dieses Gesetz übertrete.Gerüchtes, denn498Nach der Erkl. Raschis: im folgenden Schriftverse wird das W. ‘nicht’ gebraucht, u. dieses drückt ein Verbot aus. es heißt:499iSam. 2,24.nicht so, meine Söhne, denn nicht gut ist das Gerücht. Mar Zuṭra ließ einem solchen einen Halfter auf die Schulter legen und vor ihm vorlesen: nicht so, meine Söhne.\n", "Rabba sagte: Ist ihr Mann in der Stadt, so ist das Beisammensein nicht zu berücksichtigen. R. Joseph sagte: Ist eine Tür nach der Straße geöffnet, so ist das Beisammensein nicht zu berücksichtigen. Einst kam R. Bebaj zu R. Joseph, und nachdem sie gegessen hatten, sprach er zu ihnen: Nehmt die Leiter500Der Oberstube, in der er schlief.vor Bebaj fort. – Rabba sagte ja aber, wenn ihr Mann in der Stadt ist, sei das Beisammensein nicht zu berücksichtigen!? – Anders verhielt es sich bei R. Bebaj, denn sie war mit ihm befreundet und daher vertraut.\n", "R. Kahana sagte: Befinden sich die Männer außerhalb501Des Raumes; die Räume sind von innen abzuschließen, sodaß die innerhalb befindlichen Personen nach außen, nicht aber die außerhalb befindlichen nach innen gelangen können. und die Frauen innerhalb, so ist das Beisammensein nicht zu berücksichtigen, wenn aber die Männer innerhalb und die Frauen außerhalb, so ist das Beisammensein zu berücksichtigen. \n", "In einer Barajtha wird entgegengesetzt gelehrt. Abajje sagte: Da nun R. Kahana so lehrt und die Barajtha entgegengesetzt lehrt, so wollen wir erschwerend entscheiden. \n", "Abajje ließ502Zwischen den Männern u. den Frauen, bei größeren Ansammlungen.eine Reihe Krüge aufstellen. Raba ließ eine Reihe Rohrstäbe aufstellen. Abajje sagte: Die Wunde des Jahres ist das Fest503Da dann Ansammlungen von Männern u. Frauen stattfinden..\n", "Einst wurden gefangene [Frauen] nach Nehardea͑ gebracht; da logierte man sie bei R. A͑mram dem Frommen ein und nahm vor ihnen die Leiter fort. Als eine von ihnen vorüberging und ein Lichtstrahl durch die Luke504Des Raumes, in dem sie sich befanden.fiel, nahm R. A͑mram die Leiter und stieg hinauf. Diese vermochten zehn Personen nicht zu tragen, er aber trug sie ganz allein. \n", "Als er die Hälfte der Leiter erreichte, blieb er stehen und rief mit lauter Stimme: Feuer bei A͑mram! Da kamen die Rabbanan heran. Sie sprachen zu ihm: Wir schämen uns deiner. Er aber erwiderte ihnen: Lieber schämt euch des A͑mram auf dieser Welt, als daß ihr euch seiner in der zukünftigen Welt schämet. Hierauf beschwor er ihn505Den bösen Trieb., aus ihm zu fahren, und er fuhr aus ihm wie eine Feuersäule hinaus. Da sprach er zu ihm: Siehe, du bist Feuer und ich Fleisch, doch bin ich stärker als du.\n", "R. Meír pflegte über die Sünder zu spotten. Eines Tages erschien ihm der Satan als Weib auf der anderen Seite des Stromes, und da keine Fähre zum Übersetzen da war, ergriff er die Stegleine und ging hinüber. Als er die Hälfte der Stegleine erreichte, verließ ihn jener, indem er sprach: Hätte man im Himmel nicht ausgerufen, mit R. Meír und seiner Gesetzeskunde vorsichtig zu sein, so würde ich dein Blut mit zwei Maa͑506Kleine Kupfermünze; dh. nicht hoch bewertet haben.eingeschätzt haben.\n", "R. A͑qiba pflegte über die Sünder zu spotten. Eines Tages erschien ihm der Satan als Weib auf der Spitze einer Palme. Da erfaßte er die Palme und stieg hinauf. Als er die Hälfte der Palme erreichte, verließ ihn jener, indem er sprach: Hätte man im Himmel nicht ausgerufen, mit R. A͑qiba und seiner Gesetzeskunde vorsichtig zu sein, würde ich dein Blut mit zwei Maa͑ eingeschätzt haben.\n", "Pelemo pflegte täglich zu sagen: Ein Pfeil in die Augen des Satan! Einst erschien er bei ihm an einem Vorabend des Versöhnungstages als Bettler und klopfte an die Tür. Da brachte man ihm Brot hinaus. Er aber sprach: An einem Tage wie heute507An diesem Tage wurden besonders festliche Mahlzeiten abgehalten; cf. Ber. Fol. 8b.befindet sich jeder innen, ich aber muß draußen sein. Da ließ man ihn eintreten und reichte ihm Brot. Hierauf sprach er: An einem Tage wie heute sitzt jeder am Tische, ich aber muß allein stehen! Da ließen sie ihn herantreten und am Tische sitzen. Sein Körper war mit Grinden und Blattern bedeckt und er handhabte an diesen ekelerregend herum. Da sprach er zu ihm: \n" ], [ "Sitz anständig. Hierauf bat er, ihm einen Becher einzuschenken, und als man ihm einen Becher reichte, hustete er und warf den Schleim hinein. Jene schrien ihn an, und er fiel hin und stellte sich tot. Hierauf hörten sie rufen: Pelemo hat einen Menschen getötet, Pelemo hat einen Menschen getötet! Da lief er fort und versteckte sich im Aborte; jener aber folgte ihm und fiel vor ihm hin. Als er sah, wie er litt, gab er sich zu erkennen und sprach zu ihm: Weshalb sprichst du so!? – Wie soll ich sagen!? Jener erwiderte: So spreche der Meister: der Allbarmherzige möge den Satan anfahren!\n", "R. Ḥija b. Aši pflegte stets, wenn er aufs Gesicht508Beim Verrichten des Gebetes.fiel, zu sprechen: der Allbarmherzige schütze mich vor dem bösen Triebe! Als eines Tages seine Frau dies hörte, sprach sie: Es sind bereits viele Jahre her, daß er sich von mir zurückgezogen hat, wozu spricht er dies!? \n", "Eines Tages saß er im Garten und studierte; da putzte sie sich aus und ging einmal und wiederum an ihm vorüber. Da fragte er sie: Wer bist du? Sie erwiderte: Ich bin Ḥirtha509Wohl Name einer bekannten Kurtisane.und bin heute heimgekehrt. Nachdem sie ihn aufgefordert hatte, sprach sie zu ihm: Hole mir jenen Granatapfel von der Wipfelspitze. Da kletterte er hinauf und holte ihn ihr. \n", "Als er nach Hause kam, heizte seine Frau den Ofen; da stieg er hinein und setzte sich hin. Sie sprach zu ihm: Was soll dies!? Er erwiderte: Das und das ist geschehen. Hierauf sprach sie: Ich war es. Er glaubte ihr aber nicht, bis sie ihm ein Zeichen gab. Alsdann sprach er zu ihr: Immerhin war meine Absicht eine sündhafte. Dieser Fromme fastete dann während seines ganzen Lebens, bis er daran starb. \n", "Es wird nämlich gelehrt:510Num. 30,13.Ihr Mann hat sie aufgehoben, und der Herr wird ihr verzeihen. Die Schrift spricht von einer Frau, die ein Nazirat511Cf. Naz. Fol. 2a.gelobt, und ihr Mann, als er davon erfuhr, es ihr aufgehoben hat, sie aber, ohne gewußt zu haben, daß ihr Mann es ihr aufgehoben hat, Wein getrunken und sich an Toten verunreinigt512Sie hat keine Sünde begangen, dennoch benötigt sie der Verzeihung, weil sie es beabsichtigt hatte.hat. \n", "Wenn R. A͑qiba an diesen Vers herankam, weinte er, indem er sprach: Wenn die Tora von einem, der Schweinefleisch essen wollte und Schaffleisch ihm in die Hand gekommen ist, sagt, er benötige der Sühne und der Vergebung, um wieviel mehr derjenige, der Schweinefleisch essen wollte und Schweinefleisch ihm in die Hand gekommen ist. \n", "Desgleichen heißt es:513Lev. 5,17.und er es nicht wußte und sich verschuldet, so trage er seine Sünde. Wenn R. A͑qiba an diesen Schriftvers herankam, weinte er: wenn die Tora von dem, der Fett essen wollte und Talg ihm in die Hand gekommen ist, sagt: und er es nicht wußte und sich verschuldet, so trage er seine Sünde, um wieviel mehr derjenige, der Talg essen wollte und Talg ihm in die Hand gekommen ist. Isi b. Jehuda sagte: Und er es nicht wußte und sich verschuldet, so trage er seine Sünde; hierüber sind die Betrübten betrübt.\n", "MAN DARF ALLEIN SEIN MIT SEINER MUTTER. R. Jehuda sagte im Namen R. Asis: Man darf mit seiner Schwester allein sein, und mit seiner Mutter und seiner Tochter [auch permanent] wohnen. Als er dies Šemuél vortrug, sprach dieser zu ihm: Man darf mit keiner der in der Tora genannten Inzestuösen allein sein, nicht einmal mit einem Vieh. – \n", "Wir haben gelernt: Man darf allein sein mit seiner Mutter und seiner Tochter, auch mit ihnen bei Berührung des Leibes schlafen. Dies ist eine Widerlegung Šemuéls!? – Šemuél kann dir erwidern: wie ist nach deiner Ansicht folgende Lehre zu erklären: Mit seiner Schwester, seiner Schwiegermutter und allen anderen in der Tora genannten Inzestuösen darf man nur vor Zeugen beisammen sein. Nur vor Zeugen, nicht aber ohne Zeugen!? \n", "Vielmehr [streiten hierüber] Tannaím, wie gelehrt wird: R. Meír sagte: Paßt auf mich auf, wegen meiner514Daß er nicht mit dieser allein zusammen sei.Tochter. R. Tryphon sagte: Paßt auf mich auf, wegen meiner Schwiegertochter. Da spottete ein Schüler über ihn. R. Abahu erzählte im Namen des R. Ḥanina b. Gamliél: Es vergingen nur wenige Tage, da strauchelte jener Schüler mit seiner Schwiegermutter.\n", "«Nicht einmal mit einem Vieh.» Abajje hielṭ sie515Die weidenden Tiere.von der ganzen Wiese zurück. R. Šešeth zog vor ihnen eine Abgrenzung. Einst kam R. Ḥanan aus Nehardea͑ zu R. Kahana nach Pum Nahara, und als er ihn studieren und vor ihm ein Vieh stehen sah, sprach er zu ihm: Hält denn der Meister nichts von [der Lehre:] nicht einmal mit einem Vieh? Dieser erwiderte: Ich bemerkte es nicht.\n", "Raba sagte: Man darf zusammen sein mit zwei Schwägerinnen, mit zwei Nebenbuhlerinnen, mit einer Frau und ihrer Schwiegermutter, mit einer Frau und der Tochter ihres Mannes516Die hier aufgezählten Frauen haben Veranlassung, einander feindlich zu sein; cf. Jab. Fol. 117a.und mit einer Frau und einem Kinde, das den Genuß des Beischlafes kennt, aber sich zum Beischlafe nicht hingibt.\n", "SIND SIE ERWACHSEN, SO SCHLAFE ER IN SEINEM GEWANDE &C. Mit wieviel? R. Ada b. R. A͑za erwiderte im Namen R. Asis: Ein Mädchen mit neun Jahren und einem Tage, ein Knabe mit zwölf Jahren und einem Tage. Manche sagen: Ein Mädchen mit zwölf [Jahren] und einem Tage, ein Knabe mit dreizehn [Jahren] und einem Tage. Beide, sobald die Brüste gerundet sind und das Haar gewachsen. \n", "Raphram b. Papa sagte im Namen R. Ḥisdas: Dies gilt nur von dem Falle, wenn sie sich nicht schämt, vor ihm nackt zu stehen, sobald sie sich aber schämt, vor ihm nackt zu stehen, ist es verboten, weil sie bereits vom Triebe ergriffen ist.\n", "R. Aḥa b. Abba besuchte seinen Schwiegersohn R. Ḥisda und nahm die Tochter seiner Tochter in den Rockschoß. Da sprach dieser: Weiß der Meister nicht, daß sie bereits angetraut ist? Jener erwiderte: Du hast [eine Lehre] Rabhs übertreten, denn R. Jehuda sagte im Namen Rabhs, nach anderen R. Elea͑zar, es sei verboten, seine Tochter minderjährig anzutrauen, sondern erst wenn sie erwachsen ist und sagt, jenen wolle sie haben. – Auch der Meister hat ja [eine Lehre] Šemuéls übertreten, denn Šemuél sagte, man dürfe sich von einer Frau nicht bedienen lassen!? Jener erwiderte: Ich richte mich nach einer anderen Lehre Šemuéls, \n" ], [ "denn Šemuél sagte, alles im Namen des Himmels517Es kommt nicht auf die Handlung an, sondern auf die Absicht..\n", "xiiiEIN LEDIGER DARF NICHT KINDERLEHRER SEIN, EBENSO DARF EINE FRAU NICHT KINDERLEHRERIN SEIN. R. ELEA͑ZAR SAGT, AUCH WER KEINE FRAU HAT, DÜRFE NICHT KINDERLEHRER SEIN. xiv,1R. JEHUDA SAGT, EIN LEDIGER DÜRFE NICHT VIEHHIRT SEIN, AUCH DÜRFEN ZWEI LEDIGE NICHT UNTER EINER DECKE SCHLAFEN; DIE WEISEN ERLAUBEN DIES.\n", "GEMARA. Aus welchem Grunde, wollte man sagen, wegen der Kinder, so wird ja gelehrt: Sie sprachen zu R. Jehuda: Die Jisraéliten sind weder der Päderastie noch der Bestialität verdächtig!? – Vielmehr, ein Lediger wegen der Mütter der Kinder, eine Frau wegen der Väter der Kinder.\n", "R. ELEA͑ZAR SAGT, AUCH WER KEINE FRAU HAT &C. Sie fragten: Wer überhaupt keine Frau hat, oder dessen Frau nicht bei ihm weilt? – Komm und höre: Auch wer eine hat, die aber nicht bei ihm weilt, dürfe nicht Kinderlehrer sein.\n", "R. Jehuda sagt, ein Lediger dürfe nicht Viehhirt sein &c. Es wird gelehrt: Sie sprachen zu R. Jehuda: Die Jisraéliten sind weder der Päderastie noch der Bestialität verdächtig.\n", "xiv,2WER BERUFLICH MIT FRAUEN ZU TUN HAT, SEI NICHT MIT FRAUEN ALLEIN518Auch nicht mit vielen, da er mit ihnen vertraut ist.. MAN LEHRE SEINEN SOHN KEIN FRAUENGEWERBE. R. MEÍR SAGTE: STETS LEHRE MAN SEINEN SOHN EIN SAUBERES UND LEICHTES HANDWERK, UND FLEHE ZU DEM, DEM DER REICHTUM UND DIE GÜTER GEHÖREN, DENN ES GIBT KEIN HANDWERK, MIT DEM NICHT REICHTUM UND ARMUT VERBUNDEN WÄRE. NICHT VOM GEWERBE KOMMT DIE ARMUT, NICHT VOM GEWERBE KOMMT DER REICHTUM, SONDERN ALLES NACH SEINEM VERDIENSTE. \n", "R. ŠIMO͑N B. ELEA͑ZAR SAGTE: HAST DU JE IN DEINEM LEBEN EIN TIER ODER EINEN VOGEL EIN GEWERBE TREIBEN SEHEN? DIESE WERDEN OHNE MÜHSAL ERNÄHRT, OBGLEICH SIE ERSCHAFFEN WORDEN SIND, NUR UM MICH ZU BEDIENEN, UM WIEVIEL MEHR SOLLTE ICH, WO ICH ERSCHAFFEN WORDEN BIN, MEINEM SCHÖPFER ZU DIENEN, OHNE MÜHSAL ERNÄHRT WERDEN. ABER ICH HABE MEINE WERKE VERDORBEN UND MEINE ERNÄHRUNG BEEINTRÄCHTIGT. \n", "ABBA GORJON AUS ÇADJAN SAGTE IM NAMEN DES ABBA GORJA: MAN MACHE SEINEN SOHN NICHT ZUM ESELTREIBER, KAMELFÜHRER, KUTSCHER519Statt קדה, Töpfer, ist offenbar קהר zu lesen, wie auch aus der Erklärung Raschis zu schließen ist; der jer. T. hat beides, jed. dürfte eines eine Variante od. ein Schreibfehler sein. Die Mišna separata hat ספר, Barbier., SCHIFFER, VIEHHIRT ODER KRÄMER, DENN IHR GEWERBE IST EIN RÄUBERGEWERBE. R. JEHUDA SAGTE IN SEINEM NAMEN: ESELTREIBER SIND MEIST FREVELHAFT, KAMELTREIBER SIND MEIST EHRLICH, SCHIFFER520Letztere schweben in den Wüsten bezw. auf dem Meere oft in Lebensgefahr u. sind daher gottergeben.SIND MEIST FROMM. DER BESTE UNTER DEN ÄRZTEN FÜR DAS FEGEFEUER UND DER EHRLICHSTE UNTER DEN SCHLÄCHTERN IST EIN GESELLSCHAFTERMALEQS. \n", "R. NEHORAJ SAGTE: ICH LASSE JEDES GEWERBE DER WELT UND LEHRE MEINEN SOHN NUR DIE TORA; VON IHREM LOHNE GENIESST DER MENSCH AUF DIESER WELT, UND DER STAMM BLEIBT IHM FÜR DIE ZUKÜNFTIGE WELT ERHALTEN, WAS ABER BEI JEDEM ANDEREN GEWERBE NICHT DER FALL IST. WENN EIN MENSCH KRANK, ALT ODER LEIDEND WIRD UND SEIN GEWERBE NICHT AUSÜBEN KANN, SO STIRBT ER VOR HUNGER, WAS ABER BEI DER TORA NICHT DER FALL IST. SIE BEHÜTET IHN VIELMEHR IN SEINER JUGEND VOR ALLEM BÖSEN UND GEWÄHRT IHM ZUKUNFT UND ZUVERSICHT IM ALTER. \n", "VON DER JUGEND HEISST ES:521Jes. 40,31.die auf den Herrn hoffen, legen neue Kraft an, UND VOM ALTER HEISST ES:522Ps. 92,15.noch im Greisenalter sprossen sie. SO HEISST ES VON UNSEREM VATER ABRAHAM:523Gen. 24,1.Abraham war alt &c. und der Herr hatte Abraham mit allem gesegnet. WIR FINDEN, DASS UNSER VATER ABRAHAM DIE GANZE TORA AUSGEÜBT HAT, NOCH BEVOR SIE VERLIEHEN WORDEN WAR, DENN ES HEISST:524Ib. 26,5.weil Abraham meiner Stimme gehorcht hat, meine Vorschrift bewahrt hat, meine Gebote, meine Satzungen und meine Lehren.\n", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wer sich mit Frauen zu befassen hat, dessen Umgang ist schlecht, beispielsweise Goldschmiede, Flachshechler, Mühlenreiniger, Hausierer, Walker, Haarschneider und Wäscher. Von Badern, Bademeistern und Gerbern ist weder ein König noch ein Hochpriester zu wählen. – Weshalb? – Nicht etwa, weil sie makelhaft wären, sondern weil ihr Gewerbe verächtlich ist.\n", "Die Rabbanan lehrten: Zehn Dinge sagt man dem Bader nach: er geht nach der Seite525In hochmütiger Weise.geneigt, er ist hochmütig, er sitzt schwebend525In hochmütiger Weise., er ist geizig, er ist mißgünstig, er ißt viel und scheidet wenig aus, und er ist verdächtig der Unzucht, des Raubs und des Blutvergießens.\n", "Bar Qappara trug vor: Stets lehre man seinen Sohn ein sauberes und leichtes Handwerk. – Welches ist dies? R. Jehuda erwiderte: \n" ], [ "Nadelstikkerei526So nach den Kommentaren..\n", "Es wird gelehrt: Rabbi sagte: Du hast kein Gewerbe, das aus der Welt abgeschafft werden könnte; aber wohl dem, der seine Eltern bei einem vornehmen Gewerbe sieht, und wehe dem, der seine Eltern bei einem verächtlichen Gewerbe sieht. Die Welt kann weder ohne Parfumeure noch ohne Gerber bestehen; wohl dem aber, dessen Gewerbe die Parfümerie ist, und wehe dem, dessen Gewerbe die Gerberei ist. Die Welt kann weder ohne Männer noch ohne Frauen bestehen; wohl dem aber, dessen Kinder männlich sind, und wehe dem, dessen Kinder weiblich sind. \n", "R. Meír sagte: Stets lehre man seinen Sohn ein sauberes und leichtes Handwerk, und flehe zu dem, dem der Reichtum und die Güter gehören. Die Armut kommt nicht vom Gewerbe und der Reichtum kommt nicht vom Gewerbe, sondern von dem, dem der Reichtum gehört, wie es heißt:527Hag. 2,8.denn mein ist das Silber und mein ist das Gold, spricht der Herr der Heerscharen.\n", "R. ŠIMO͑N B. ELEA͑ZAR SAGTE: HAST DU JE IN DEINEM LEBEN GESEHEN. Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Nie im Leben habe ich ein Reh als Feigentrockner, einen Löwen als Lastträger, oder einen Fuchs als Krämer gesehen, doch werden sie ohne Mühsal ernährt. Diese sind erschaffen worden, nur um mich zu bedienen, ich aber bin erschaffen worden, meinem Schöpfer zu dienen. Wenn diese, die erschaffen worden sind, um mich zu bedienen, ohne Mühsal ernährt werden, um wieviel mehr sollte ich, der ich erschaffen worden bin, meinem Schöpfer zu dienen, ohne Mühsal ernährt werden. Aber ich habe meine Werke verdorben und meine Ernährung beeinträchtigt, wie es heißt:528Jer. 5,25.eure Sünden hindern.\n", "R. NEHORAJ SAGTE: ICH LASSE JEDES GEWERBE &C. Es wird gelehrt: R. Nehoraj sagte: Ich lasse jedes Gewerbe der Welt und lehre meinen Sohn nur die Tora. Jedes Gewerbe steht dem Menschen nur in seiner Jugend bei, im Alter aber liegt er hungernd darnieder, was aber bei der Tora nicht der Fall ist. Sie steht dem Menschen in seiner Jugend bei und gewährt ihm Zukunft und Zuversicht im Alter. Von der Jugend heißt es: die auf den Herrn hoffen, legen neue Kraft an, treiben Schwingen gleich den Adlern, und vom Alter heißt es: noch im Greisenalter sprossen sie, sind markig und belaubt.\n" ] ], "sectionNames": [ "Daf", "Line" ] }