{ "language": "en", "title": "Ketubot", "versionSource": "https://www.nli.org.il/he/books/NNL_ALEPH001042448/NLI", "versionTitle": "Talmud Bavli. German trans. by Lazarus Goldschmidt, 1929 [de]", "shortVersionTitle": "Lazarus Goldschmidt, 1929", "actualLanguage": "de", "languageFamilyName": "german", "isBaseText": false, "isSource": false, "direction": "ltr", "heTitle": "כתובות", "categories": [ "Talmud", "Bavli", "Seder Nashim" ], "text": [ [], [], [ "i EINE JUNGFRAU IST AM MITTWOCH UND EINE WITWE AM DONNERSTAG ZU EHELICHEN, WEIL ZWEIMAL WÖCHENTLICH, AM MONTAG UND AM DONNERSTAG, DIE GERICHTE SITZUNGEN IN DEN STÄDTEN ABHALTEN, UND ER, WENN ER DIE JUNGFERNSCHAFTSANKLAGE1Wenn er die Zeichen der Jungfernschaft (unverletztes Hymen, Blutung) vermißt. ZU ERHEBEN HAT, SICH SOFORT AM FOLGENDEN MORGEN2Bevor sein Groll sich legt, weil sie viell. nach der Verlobung Unzucht getrieben hat, u. ihm zur Ehe verboten ist. AN DAS GERICHT WENDEN KANN.", "GEMARA. R. Joseph sagte: R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Sie sagten deshalb, eine Jungfrau sei am Mittwoch zu ehelichen, weil wir gelernt haben: Wenn die Zeit3Die für die Hochzeit festgesetzt worden ist.heranreicht und sie4Die Mehrzahl bezieht sich auf Jungfrau u. Witwe, von denen die bezügl. Lehre spricht.nicht geehelicht werden, so sind sie auf seine Kosten zu unterhalten und dürfen Hebe5Wenn er Priester ist. essen.", "Man könnte glauben, auch wenn die Zeit an einem Sonntag heranreicht, gewähre er ihr Unterhalt, daher lehrt er: eine Jungfrau sei am Mittwoch zu ehelichen.", "Hierzu sprach R. Joseph6Cf. Bd. IV. S. 586 Anm. 312.: Herr Abrahams, er stützt das, was gelehrt wird, auf das, was nicht gelehrt wird!? — Wird denn eines gelehrt und eines nicht, beides wird ja gelehrt!? — Vielmehr, er stützt eine Lehre, für die ein Grund angegeben wird, auf eine Lehre, für die kein Grund angegeben wird. —", "Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Sie sagten deshalb, eine Jungfrau sei am Mittwoch zu ehelichen, damit er, wenn er die Jungfernschaftsanklage zu erheben hat, sich sofort am folgenden Morgen an das Gericht wenden könne. Mag sie doch am Sonntag geehelicht werden, sodaß er, wenn er die Jungfernschaftsanklage zu erheben hat, sich sofort am folgenden Morgen an das Gericht wenden könne!? Die Weisen haben eine Vorsorge für die Töchter Jisraéls getroffen; [der Bräutigam] befasse sich [mit der Vorbereitung] für das Hochzeitsmahl drei Tage, Sonntag, Montag und Dienstag, und am Mittwoch heirate er sie.", "Da wir nun die Lehre von der Vorsorge kennen, so ist die Lehre, daß, wenn die Zeit heranreicht und sie nicht geehelicht werden, sie auf seine Kosten zu unterhalten sind und Hebe essen dürfen, [dahin zu beschränken,] daß, wenn die Zeit an einem Sonntag heranreicht, er ihr, da er sie nicht ehelichen kann, keinen Unterhalt zu gewähren braucht.", "Daher braucht er, wenn er erkrankt ist, sie erkrankt ist, oder sie Menstruation bekommen hat, ihr keinen Unterhalt zu gewähren.", "Manche richteten diesbezüglich eine Frage: Wie ist es, wenn er erkrankt ist; erfolgt es da7Daß er ihr keinen Unterhalt zu gewähren braucht, falls der Hochzeitstag auf einen Sonntag fällt. aus dem Grunde, weil er verhindert ist, und auch hierbei ist er verhindert, oder aber nur da, wo er durch die Bestimmung der Rabbanan verhindert ist, nicht aber hierbei8Seine Erkrankung ist sein Mißgeschick, das er zu tragen hat.?", "Und wie ist es, falls du entscheidest, wenn er erkrankt ist, habe er ihr Unterhalt zu gewähren, wenn sie erkrankt ist; kann er zu ihr sagen, er sei bereit, oder kann sie ihm erwidern, sein Feld sei überschwemmt9Auch ihre Erkrankung ist sein Mißgeschick. worden.", "Und wie ist es, falls du entscheidest, sie könne ihm erwidern, sein Feld sei überschwemmt worden, wenn sie Menstruation bekommen hat?", "Ist es regelmäßig erfolgt, so ist es fraglos," ], [ "daß sie nicht sagen kann, sein Feld sei überschwemmt worden, fraglich ist es nur, wenn es außer der Regel erfolgt ist; kann sie, da es außer der Regel erfolgt ist, sagen, sein Feld sei überschwemmt worden, oder aber gleicht es der regelmäßigen Menstruation, da bei manchen Frauen Abweichungen von der Regel vorkommen?", "R. Aḥaj entschied dies [hieraus:] Wenn die Zeit heranreicht und sie nicht geehelicht werden, so sind sie auf seine Kosten zu unterhalten und dürfen Hebe essen. Es heißt nicht: nicht geehelicht hat, sondern: nicht geehelicht werden.", "In welchem Falle: verhindert sie es, wieso ist sie auf seine Kosten zu unterhalten und darf Hebe essen; doch wohl in dem Falle, wenn ein derartiges Hindernis eintritt, und er lehrt, daß sie auf seine Kosten zu unterhalten sind und Hebe essen dürfen.", "R. Aši erwiderte: Tatsächlich, kann ich dir erwidern, ist sie bei einem Hindernis nicht zu unterhalten, und dies gilt von dem Falle, wenn er es verschiebt. Eigentlich sollte es heißen: er nicht geehelicht hat, da er aber im Anfangssatze10Der angezogenen Lehre; weit. Fol. 57a.von ihr spricht, spricht er auch im Schlußsatze von ihr.", "Raba sagte: Nicht so11Daß ein unvorhergesehenes Hindernis zu berücksichtigen sei.aber verhält es sich bei der Scheidung. Raba ist somit der Ansicht, bei der Scheidung gebe es keine höhere Gewalt12Wenn jemand durch höhere Gewalt verhindert wird, die Bedingung, von der er die Ungültigkeit des Scheidebriefes abhängig gemacht hat, zu erfüllen, so ist die Scheidung gültig.;", "woher entnimmt dies Raba? Wollte man sagen, aus der Lehre, daß, [wenn jemand gesagt hat:] da ist dein Scheidebrief, falls ich von jetzt bis nach zwölf Monaten nicht komme13Dh. nur dann soll er Gültigkeit erlangen., und innerhalb der zwölf Monate gestorben ist, der Scheidebrief ungültig ist, wonach er nur dann ungültig ist, wenn er gestorben ist, jedoch gültig, wenn er erkrankt14Und aus diesem Grunde innerhalb der Frist nicht zurückgekommen ist.ist,", "so ist zu erwidern: vielleicht ist der Scheidebrief ungültig, auch wenn er erkrankt ist, nur lehrt er uns eben dies, daß es nämlich keine Scheidung nach dem Tode gebe15Da er innerhalb der Frist gestorben ist, so gilt sie als Witwe u. nicht als Geschiedene.. —", "Daß es keine Scheidung nach dem Tode gebe, lehrt ja schon der Anfangssatz: [sagte jemand:] da ist dein Scheidebrief, falls ich sterbe, da ist dein Scheidebrief nach dieser Krankheit16Falls sie durch meinen Tod beendet wird., da ist dein Scheidebrief für nach meinem Tode, so hat er nichts gesagt!? —", "Vielleicht schließt dies17Der vorher genannte Fall.die Ansicht unserer Meister18Nach der dies gar keine Scheidung nach dem Tode ist.aus. Es wird nämlich gelehrt: Unsere Meister erlauben ihr zu heiraten19Falls dies ihr ohne Scheidebrief verboten wäre, wenn sie beispielsweise einen Schwager hat, der an ihr die Schwagerehe vollziehen müßte.. Wir fragten: Wer sind diese Meister? Und R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Das Gericht, das das Öl20Von Nichtjuden; cf. Az. Fol. 37a.erlaubt hat. Sie sind der Ansicht R. Joses, welcher sagt, das Datum der Urkunde21Da im Scheidebriefe das Datum des Ausstellungstages angegeben ist, so ist die Scheidung rückwirkend von diesem Tage ab gültig.beweise es.", "Wollte man dies aus dem Schlußsatze entnehmen: [wenn er aber sagte:] von jetzt ab, falls ich von jetzt bis nach zwölf Monaten nicht komme, und innerhalb der zwölf Monate gestorben ist, so ist der Scheidebrief gültig. Gestorben, und ebenso, wenn er erkrankt ist.", "Vielleicht aber nur dann, wenn gestorben, weil es ihm nicht erwünscht ist, daß sie dem Schwager zufalle. —", "Vielmehr, aus folgendem: Einst sagte jemand: Wenn ich in dreißig Tagen nicht komme, sei der Scheidebrief gültig. Als er am Ende der dreißig Tage kam, verhinderte ihn die Fähre22Die nicht anwesend war, über den Fluß zu gelangen.. Da rief er: Seht, ich bin gekommen, seht, ich bin gekommen. Hierauf entschied Šemuél, dies heiße kein Kommen23Die Scheidung ist gültig, obgleich er durch höhere Gewalt verhindert worden ist.. —", "Vielleicht ist es bei einem häufig vorkommenden Hindernisse anders; da er sich dies vorbehalten sollte und es unterlassen hat, so hat er selber es verschuldet. —", "Vielmehr, Raba lehrte, was ihm selber einleuchtete; nämlich wegen der Keuschen und wegen der Zuchtlosen. Wegen der Keuschen, denn, wenn man sagen wollte, der Scheidebrief sei ungültig," ], [ "könnte es vorkommen, daß er tatsächlich nicht verhindert24Die Scheidung ist dann gültig.war, sie aber würde glauben, er sei durch höhere Gewalt verhindert worden, und verlassen sitzen bleiben. Wegen der Zuchtlosen, denn, wenn man sagen wollte, der Scheidebrief sei ungültig, könnte es vorkommen, daß er tatsächlich durch höhere Gewalt verhindert worden ist, sie aber würde sagen, er sei nicht verhindert worden, und sich anderweitig verheiraten; der Scheidebrief ist dann ungültig und ihre Kinder sind Hurenkinder. —", "Ist es denn denkbar, daß, während nach der Tora der Scheidebrief ungültig ist, wir mit Rücksicht auf Keusche und Zuchtlose eine Ehefrau Fremden erlauben!? —", "Freilich, wer sich [eine Frau] antraut, tut dies gestützt auf die Bestimmung der Rabbanan, und die Rabbanan haben seine Trauung annulliert.", "Rabina sprach zu R. Aši: Allerdings, wenn die Trauung durch Geld25Cf. Qid. Fol. 2a.erfolgt ist, wie ist es aber, wenn sie durch Beiwohnung erfolgt ist!? — Die Rabbanan haben seine Beiwohnung zu einer außerehelichen gemacht.", "Manche lesen: Raba sagte: Dasselbe gilt auch von der Scheidung. Raba ist somit der Ansicht, bei der Scheidung gebe es eine höhere Gewalt26Cf. Anm. 12 mut. mut..", "Man wandte ein: [Sagte jemand:] da ist dein Scheidebrief, falls ich von jetzt ab bis nach zwölf Monaten nicht komme, und innerhalb der zwölf Monate gestorben ist, so ist der Scheidebrief ungültig. Nur wenn gestorben, ist der Scheidebrief ungültig, jedoch gültig, wenn erkrankt!? —", "Tatsächlich, kann ich dir erwidern, ist der Scheidebrief ungültig, auch wenn er erkrankt ist, nur lehrt er eben dies, daß es nämlich keine Scheidung nach dem Tode gebe. —", "Daß es keine Scheidung nach dem Tode gebe, lehrt er ja schon im Anfangssatze!? — Vielleicht schließt dies17Der vorher genannte Fall.die Ansicht unserer Meister aus. —", "Komm und höre: [Wenn er aber sagte:] von jetzt ab, falls ich von jetzt bis nach zwölf Monaten nicht komme, und innerhalb der zwölf Monate gestorben ist, so ist der Scheidebrief gültig. Doch wohl auch in dem Falle, wenn er erkrankt ist!? — Nein, nur wenn er gestorben ist, weil es ihm nicht erwünscht ist, daß sie dem Schwager zufalle. —", "Komm und höre: Einst sagte jemand: Wenn ich in dreißig Tagen nicht komme, sei der Scheidebrief gültig. Als er kam, verhinderte ihn die Fähre. Da rief er: Seht, ich bin gekommen, seht, ich bin gekommen. Hierauf entschied Šemuél, dies heiße kein Kommen!? —", "Anders ist es bei einem häufig vorkommenden Hindernisse; da er sich dies vorbehalten sollte und dies unterlassen hat, so hat er selber es verschuldet.", "R. Šemuél b. Jiçḥaq sagte: Dies gilt nur seit der Anordnung E͑zras27Cf. Bq. Fol. 28a., Gerichtssitzungen nur am Montag und am Donnerstag abzuhalten, vor der Anordnung E͑zras aber, als Gerichtssitzungen an verschiedenen Tagen28So nach den Tosaphoth.abgehalten wurden, konnte eine Frau jeden Tag geehelicht werden. —", "Was vor der Anordnung E͑zras geschah, ist ja gleichgültig!? — So meint er es: in Orten, wo jetzt noch die Gerichtssitzungen so abgehalten werden, wie vor der Anordnung E͑zras, kann eine Frau jeden Tag geehelicht werden. —", "Die Vorsorge29Ob. Fol. 2a; der Bräutigam muß einige Tage zur Vorbereitung haben, somit sollte dies in der ersten Hälfte der Woche verboten sein.ist ja zu berücksichtigen!? — Wenn er alles vorbereitet hat." ], [ "Welches Bewenden hat es mit der Vorsorge? — Es wird gelehrt: Sie sagten deshalb, daß eine Jungfrau am Mittwoch geehelicht werde, damit er, wenn er die Jungfernschaftsanklage zu erheben hat, sich sofort am folgenden Morgen an das Gericht wenden könne. Mag sie doch am Sonntag geehelicht werden, sodaß er, wenn er die Jungfernschaftsanklage zu erheben hat, sich sofort am folgenden Morgen an das Gericht wenden könne!? Die Weisen haben eine Vorsorge für die Töchter Jisraéls getroffen; ein Mensch befasse sich drei Tage mit [der Vorbereitung] für das Hochzeitsmahl, Sonntag, Montag und Dienstag, und am Mittwoch heirate er sie.", "Seit der Gefahr aber ist es beim Volke Brauch, am Dienstag zu heiraten, und die Weisen wehrten es ihnen nicht. Am Montag heirate man nicht; liegt aber ein Zwangsfall vor, so ist es erlaubt. Soll die [Beiwohnung] erstmalig in der Nacht zum Šabbath erfolgen, so trenne man den Bräutigam von der Braut; weil dabei eine Verletzung30Die am Š. verboten ist.erfolgt. —", "Welche Gefahr: wollte man sagen, als verhängt worden war, eine Jungfrau, die am Mittwoch geehelicht wird, werde hingerichtet: wieso ist dies Brauch, dies31Die Heirat am Mittwoch, da dies mit der Todesstrafe bedroht war.sollte ja ganz abgeschafft werden!?", "Rabba erwiderte: Als verhängt worden war, jede Jungfrau, die (am Mittwoch32Das jus primae noctis war natürlich nicht auf den Mittwoch beschränkt, vielmehr wurde an diesem für die Hochzeit festgesetzten Tage schärfer kontrolliert.) geehelicht wird, werde erstmalig vom Hegemon beschlafen. — Dies ist ja keine Gefahr, sondern ein Zwangsfall33Die Betroffenen brauchen dieserhalb nicht das Leben zu opfern.!? — Es gibt Keusche, die sich dem Tode preisgeben und in Gefahr geraten. —", "Sollte man sie doch belehrt haben, daß es gezwungen erlaubt sei!? — Es gibt Zuchtlose34Die es willig tun u. ihrem Ehemanne verboten sind.und es gibt Priesterinnen35Die auch genotzüchtigt ihrem Ehemanne verboten sind.. —", "Sollte man dies abgeschafft haben!? — Das Verhängnis wird aufgehoben, und wegen eines Verhängnisses ist daher eine Bestimmung der Rabbanan nicht abzuschaffen. — Demnach kann er ja auch am Dienstag kommen und ihr beiwohnen!? — Im Falle eines Zweifels bemüht er sich nicht.", "«Am Montag heirate man nicht; liegt aber ein Zwangsfall vor, so ist es erlaubt.» Was ist unter Zwangsfall zu verstehen; wenn etwa das, was wir gesagt haben, wieso nennt er es da Gefahr und hier Zwangsfall!? Und ferner heißt es da, es sei Brauch, hier aber, es sei erlaubt!?", "Raba erwiderte: Wenn ein Gerücht geht, ein Heerführer komme in die Stadt36Die Vorräte für das Hochzeitsmahl könnten geplündert werden.. — In welchem Falle: wenn er kommt und weiter geht, schiebe man es doch auf37Auf den nächsten Mittwoch.!? — In dem Falle, wenn er kommt und bleibt. — Die Hochzeit kann ja am Dienstag erfolgen!? — Seine Quartiermeister kommen am Dienstag.", "Wenn du aber willst, sage ich: unter Zwangsfall ist der Fall der folgenden Lehre zu verstehen. Wenn sein Brot gebacken, sein Vieh geschlachtet und sein Wein verschnitten ist, und der Vater des Bräutigams oder die Mutter der Braut stirbt, so bringe man die Leiche in eine Kammer, sodann führe man den Bräutigam und die Braut unter den Baldachin38Cf. Bd. IV S. 512 Anm. 171.," ], [ "und er vollziehe den Pflichtbeischlaf39Erst nachher hat die Bestattung der Leiche zu erfolgen.und ziehe sich zurück. Er halte die sieben Hochzeitstage40Wörtl. Tage des Gastmahls; hiervon weit. Fol. 7b.und nachher die sieben Trauertage. Während all dieser Tage41Des Hochzeitsmahles u. der Trauer.schlafe er unter den Männern und sie unter den Frauen. Während der dreißig Tage42Dauer der Trauerzeremonie.verweigere man der Braut nicht ihren Schmuck43Um sie hei ihrem Ehemanne beliebt zu machen, obgleich dies sonst während der Trauer verboten ist..", "Dies44Daß die Trauer aufzuschieben sei.nur, wenn der Vater des Bräutigams oder die Mutter der Braut, weil niemand anders sich um sie45Der Vater bemüht sich um den Bräutigam u. die Mutter um die Braut.bemüht, nicht aber, wenn umgekehrt.", "Raphram b. Papa sagte im Namen R. Ḥisdas: Dies44Daß die Trauer aufzuschieben sei.nur, wenn bereits Wasser über das Fleisch gegossen ist, wenn aber noch kein Wasser über das Fleisch gegossen ist, so ist es zu verkaufen.", "Raba sagte: In einer Großstadt ist das Fleisch zu verkaufen, auch wenn bereits Wasser darüber gegossen ist. R. Papa sagte: In einem Dorfe ist das Fleisch nicht zu verkaufen, auch wenn noch kein Wasser darüber gegossen ist. — Wo hat demnach die Lehre R. Ḥisdas Geltung!? R. Aši erwiderte: Beispielsweise in Matha Meḥasja, das nicht Großstadt und nicht Dorf ist.", "Übereinstimmend mit R. Ḥisda wird gelehrt: Wenn sein Brot gebacken, sein Vieh geschlachtet, sein Wein verschnitten und bereits Wasser über das Fleisch gegossen ist, und der Vater des Bräutigams oder die Mutter der Braut stirbt, so bringe man die Leiche in eine Kammer, sodann führe man den Bräutigam und die Braut unter den Baldachin, und er vollziehe den Pflichtbeischlaf und ziehe sich zurück. Er halte die sieben Hochzeitstage und nachher die sieben Trauertage. Während all dieser Tage schlafe er unter den Männern und seine Frau unter den Frauen.", "Ebenso schlafe er, wenn seine Frau Menstruation bekommen hat, unter den Männern und sie unter den Frauen. Während der dreißig Tage verweigere man der Braut nicht ihren Schmuck. Keinesfalls darf er die Beiwohnung [erstmalig] am Vorabend des Šabbaths oder am Ausgange des Šabbaths vollziehen.", "Der Meister sagte: Er schlafe unter den Männern und sie schlafe unter den Frauen. Dies ist eine Stütze für R. Joḥanan, denn R. Joḥanan sagte: Obgleich sie gesagt haben, während des Festes45Als solches gelten für den Bräutigam die Hochzeitstage.sei keine Trauer zu halten, so sind heimliche Dinge46Die Vollziehung der Gattenpflichten.dennoch zu beobachten.", "R. Joseph, der Sohn Rabas, trug im Namen Rabas vor: Dies nur, wenn er die Beiwohnung noch nicht vollzogen hat, wenn er aber bereits die Beiwohnung vollzogen hat, darf seine Frau mit ihm47In einem Raume; seine Leidenschaft ist befriedigt u. er wird das Verbot der Beiwohnung nicht übertreten.schlafen. —", "Da48In der obigen Lehre, daß er vorher die Beiwohnung vollziehe. wird ja von dem Falle gesprochen, wenn er die Beiwohnung vollzogen hat, und es wird gelehrt, daß er unter den Männern und sie unter den Frauen schlafe!? — Er bezieht sich auf den Fall, wenn seine Frau Menstruation bekommen hat. —", "Es heißt ja: ebenso!? —" ], [ "Er meint es wie folgt: ebenso schlafe er, wenn seine Frau Menstruation bekommen, und er die Beiwohnung noch nicht vollzogen hat, unter den Männern und sie unter den Frauen. —", "Demnach ist ihm die Trauer leichter49Es wird angenommen, er könnte den Beischlaf während der Trauer vollziehen, jed. nicht während der Menstruation.als die Menstruation,", "und dem widersprechend sagte R. Jiçḥaq b. Ḥanina im Namen R. Honas, daß alle von der Frau für ihren Mann zu leistenden Verrichtungen auch eine Menstruierende für ihren Mann leiste, ausgenommen ihm einen Becher einschenken, das Bett machen und Gesicht, Hände und Füße50Diese sind Leistungen der Liebesbezeugung.waschen, während hinsichtlich der Trauer gelehrt wird: obgleich sie gesagt haben, niemand könne seine Frau51Während ihrer Trauer.zwingen, sich Augen und Gesicht zu schminken, so sagten sie in Wirklichkeit, daß sie ihm einen Becher einschenke, das Bett mache und Gesicht, Hände und Füße wasche52Liebesbezeugungen sind erlaubt, weil er wegen der Strenge der Trauer sich nicht verleiten läßt.!? —", "Das ist kein Einwand, das eine gilt von seiner Trauer und das andere von ihrer Trauer53In diesem Falle leistet sie selbst Widerstand, obgleich der Mann es mit der Trauer leichter nimmt.. —", "Er lehrt ja: der Vater des Bräutigams oder die Mutter der Braut!? — Dies bezieht sich auf die übrigen Dinge54Daß zuerst die Hochzeitszeremonie zu vollziehen sei.. —", "Ist denn zwischen seiner Trauer und ihrer Trauer zu unterscheiden, es wird ja gelehrt: Wenn einem sein Schwiegervater oder seine Schwiegermutter gestorben ist, so kann er seine Frau nicht zwingen, sich Augen und Gesicht zu schminken, vielmehr lege er sein Bett um und halte mit ihr Trauer. Ebenso darf sie, wenn ihr Schwiegervater oder ihre Schwiegermutter gestorben ist, sich nicht Augen und Gesicht schminken, vielmehr lege sie ihr Bett um und halte mit ihm Trauer!? —", "Lehre hinsichtlich seiner Trauer: er schlafe unter den Männern und seine Frau unter den Frauen. — Es heißt ja: ebenso!? — Dies bezieht sich auf das von Augen und Gesicht. — Es heißt ja: mit ihm, doch wohl mit ihm im Bette55Es wird angenommen, daß er wegen der Strenge der Trauer seine Leidenschaft beherrscht.!? — Nein, mit ihm im Zimmer. So sagte Rabh zu seinem Sohne Ḥija: In ihrer Gegenwart halte Trauer, in ihrer Abwesenheit brauchst du keine Trauer zu halten.", "R. Aši erwiderte: Du kannst nicht die Trauer in diesem Falle56Wenn sie mit der Hochzeit zusammentrifft.mit der sonstigen Trauer vergleichen; die sonstige Trauer ist streng, und man wird nicht veranlaßt, sie zu mißachten, in diesem Falle aber, wobei die Rabbanan es erleichtert haben, könnte man veranlaßt werden, sie zu mißachten. —", "Wieso erleichtert: wollte man sagen, weil gelehrt wird, er vollziehe den Pflichtbeischlaf und ziehe sich zurück, so erfolgt dies ja aus dem Grunde, weil für ihn die Trauer noch gar nicht begonnen hat!? Nach R. Elie͑zer [beginnt sie], sobald [die Leiche] das Haus verläßt, und nach R. Jehošua͑, sobald der Rollstein sich schließt. —", "Vielmehr weil er lehrt, daß er zuerst die sieben Hochzeitstage und erst nachher die sieben Trauertage halte.", "Der Meister sagte: Keinesfalls darf er die Beiwohnung [erstmalig] am Vorabend des Šabbaths oder am Ausgange des Šabbaths vollziehen. Allerdings nicht am Vorabend des Šabbaths, wegen der Verletzung, weshalb aber nicht am Ausgange des Šabbaths?", "R. Zera erwiderte:" ], [ "Wegen der Kalkulationen57Wenn er die Hochzeit am Ausgange des Šabbaths veranstaltet, so kann er veranlaßt werden, am Š. die Kalkulation für das Hochzeitsmahl aufzustellen..", "Abajje sprach zu ihm: Sind denn religiöse58Wörtl. zu Geboteswerken, zu gottgefälligen Handlungen.Kalkulationen [am Šabbath] verboten, R. Ḥisda und R. Hamnuna sagen ja beide, man dürfe religiöse Kalkulationen am Šabbath aufstellen!? Ferner sagte R. Elea͑zar, man dürfe am Šabbath Gaben für die Armen festsetzen. Ferner sagte R. Ja͑qob im Namen R. Joḥanans, man dürfe am Šabbath in Bet- und Lehrhäuser gehen, um öffentliche Angelegenheiten zu ordnen. Ferner sagte R. Ja͑qob b. Idi im Namen R. Joḥanans, man dürfe am Šabbath Lebensrettung vollziehen.", "Ferner sagte R. Šemuél b. Naḥmani im Namen R. Jonathans, man dürfe am Šabbath Theater und Zirkusse besuchen, um für öffentliche Interessen zu sorgen. Ferner lehrten sie in der Schule des Menasja, man dürfe sich am Šabbath um ein Mädchen bemühen, es zu verheiraten, ebenso um einen Knaben, ihn die Schriftkunde und ein Handwerk zu lehren.", "Vielmehr erklärte R. Zera, mit Rücksicht darauf, er könnte veranlaßt werden, ein Geflügel59Für das abends stattfindende Hochzeitsmahl.zu schlachten. Abajje sprach zu ihm: Demnach sollte der Versöhnungstag, wenn er auf einen Montag fällt, verlegt werden, mit Rücksicht darauf, man könnte ein Geflügel schlachten60Am S. für das Mahl am Rüsttage des Versöhnungstages, das festlich abgehalten werden muß; cf. Br. Fol. 8b.!? — Da, wo man es für sich braucht, ist man nicht überstürzt, hierbei aber, wo man es für andere61Zur Zubereitung des Hochzeitsmahles.braucht, ist man überstürzt. Oder auch, da hat man Spielraum, hierbei aber nicht62Bei der Hochzeit am Š. muß das Mahl für dieselbe Nacht zubereitet werden, beim Versöhnungstage am Montag aber für den folgenden Tag.. Da du nun auf diese Erklärung gekommen bist,", "so ist es auch am Vorabend des Šabbaths mit Rücksicht darauf [verboten], er könnte ein Geflügel schlachten63Am Abend desselben Tages, nach Beginn der Šabbathfeier..", "Sie fragten: Ist eine Jungfrau am Mittwoch zu ehelichen und am Mittwoch zu beschlafen, und man befürchte nicht, er könnte sich64Bis zur Gerichtssitzung, die erst am folgenden Tage stattfindet.beruhigen, oder aber ist eine Jungfrau am Mittwoch zu ehelichen und am Donnerstag65In der zu diesem gehörenden Nacht.zu beschlafen, denn man befürchte, er könnte sich beruhigen? —", "Komm und höre: Bar Qappara lehrte: Eine Jungfrau ist am Mittwoch zu ehelichen und am Donnerstag zu beschlafen, weil an diesem der Segen über die Fische gesprochen66Bei der Weltschöpfung; cf. Gen. 1,22.wurde; eine Witwe ist am Donnerstag zu ehelichen und am Freitag zu beschlafen, weil an diesem der Segen über den Menschen gesprochen67Cf. ib. V. 28.wurde. Nur wegen des Segens, die Beruhigung aber befürchten wir nicht68Wer auf den Segen kein Gewicht legt, darf dies auch am Mittwoch.. —", "Demnach sollte auch eine Witwe am Donnerstag beschlafen werden, da an diesem der Segen über die Fische gesprochen wurde!? — Der Segen über den Menschen ist bedeutender.", "Oder auch, wegen der Vorsorge. Es wird nämlich gelehrt: Sie sagten deshalb, eine Witwe sei am Donnerstag zu ehelichen und am Freitag zu beschlafen, weil [der Ehemann], wenn man sagen würde, sie sei am Donnerstag zu beschlafen, am folgenden Morgen aufstehen und seinem Berufe nachgehen69Die sieben Hochzeitstage finden nur bei einer Jungfrau statt.würde. Die Weisen haben daher eine Vorsorge für die Töchter Jisraéls getroffen, daß er sich mit [seiner Frau] drei Tage der Wonne hingebe, Donnerstag, Freitag und Šabbath. —", "Welchen Unterschied gibt es zwischen [der Begründung mit dem] Segen und der mit der Vorsorge? — Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich eines Müßiggängers; oder auch, wenn auf den Freitag ein Festtag fällt70Die Vorsorge ist dann unnötig..", "Bar Qappara trug vor: Bedeutender sind die Werke der Frommen als die Schöpfung von Himmel und Erde. Von der Schöpfung von Himmel und Erde heißt es:71Jes. 48,13.auch hat meine Hand die Erde gegründet, meine Rechte den Himmel ausgespannt, von den Werken der Frommen aber heißt es:72Ex. 15,17.der Stätte, der du zu deinem Sitze bereitet hast, o Herr, dem Heiligtume, Gott, das deine Hände73In der Mehrzahl, während bei der Schöpfung von Himmel u. Erde die Einzahl gebraucht wird.errichtet haben.", "Ein Babylonier, namens R. Ḥija, entgegnete:74Ps. 95,5.Seine Hände haben das Festland gebildet!? — Die Schreibweise ist Hand75Defektiv ידו, wie in der Einzahl. Unsere Texte haben jed. ידיו, plene, u. auch nach der Zählung der Mosora gehört diese nicht zu den 5 Stellen, an denen es defektiv geschrieben ist.. — Es heißt ja aber: haben gebildet!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Haben gebildet, seine Finger, wie es heißt:76Ps. 8,4.wenn ich deine Himmel sehe, Werke deiner Finger, Mond und Sterne, die du errichtet hast.", "Man wandte ein:77Ib. 19,2.Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, das Werk seiner Hände verkündet das Firmament!? — Er meint es wie folgt: die (Hände)werke der Frommen verkündet das Firmament, nämlich der Regen78Der auf das Gebet der Frommen niedergeht..", "Bar Qappara trug [ferner] vor: Es heißt:79Dt. 23,14.und einen Pflock sollst du dir halten zu deiner Rüstung; man lese nicht azenekha [Rüstung], sondern oznekha [Ohr]. Wenn jemand Ungehöriges hört," ], [ "so stecke er den Finger ins Ohr. Das ist das, was R. Elea͑zar sagte: Weshalb gleichen die Finger des Menschen Pflöcken? — In welcher Hinsicht, wenn etwa, indem sie von einander getrennt sind, so hat ja jeder seinen besonderen Zweck!? Der Meister sagte nämlich: einer ist der Spannfinger80Benennung des kleinen Fingers (wahrscheinlich elidiert aus זערת) mit dem die Spanne gemessen wird. Die hier genannten Messungen beziehen sich sämtlich auf die Maße im Tempel., einer der Hauffinger81Benennung des Goldfingers, mit dem der Haufe vom Speisopfer (cf. Lev. 2,2) abgehoben wurde., einer der Ellenfinger82Benennung des Mittelfingers, mit dem die Elle gemessen wird, da er am längsten ist., einer der Zeigefinger83Der beim Blutsprengen in das Blut getaucht wurde.und einer der Daumen84Der bei der Reinigung des Aussätzigen besprengt wurde; cf. Lev. 14,25.. —", "Vielmehr, weshalb sind sie wie die Pflöcke zugespitzt? Damit der Mensch, wenn er Ungehöriges hört, die Finger in die Ohren stecke. In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Weshalb ist das ganze Ohr hart und das Läppchen weich? Damit der Mensch, wenn er Ungehöriges hört, das Läppchen ins [Ohr] biege. Die Rabbanan lehrten: Man lasse seine Ohren keine unnützen Worte hören, denn diese werden früher als alle anderen Glieder verbrüht85Dh. bestraft; sie sind weich u. empfindlich..", "Sie fragten: Darf man am Šabbath den ersten Beischlaf vollziehen: ist das Blut angesammelt86Hinter dem Hymen, sodaß beim Austreten des Blutes keine Verletzung entsteht.oder verteilt87In den Blutgefäßen; durch das Austreten entsteht eine Verletzung, die am Š. verboten ist.?", "Und benötigt er, wenn du entscheidest, das Blut sei angesammelt, des Blutes, somit ist es erlaubt, oder benötigt er der Öffnung, somit ist es88Da eine solche am Š. nicht hergestellt werden darf.verboten?", "Und ist, wenn du entscheidest, er benötige des Blutes und die Öffnung entstehe von selbst, die Halakha wie R. Šimo͑n, welcher sagt, die unbezweckte Verrichtung sei [am Šabbath] erlaubt, oder ist die Halakha wie R. Jehuda, welcher sagt, die unbezweckte Verrichtung sei verboten?", "Und gilt, wenn du entscheidest, die Halakha sei wie R. Jehuda, die Öffnung als zerstörende89Die Ansicht RJ.s bezieht sich nur auf eine nutzbringende Verrichtung, nicht aber auf eine zerstörende Handlung.oder bessernde90Einerseits wird ihre Jungfräulichkeit zerstört, andererseits aber wird sie erst dadurch begattungsfähig.Handlung?", "Manche lesen: Benötigt er, wenn du entscheidest, das Blut sei verteilt, des Blutes, somit ist es verboten, oder bezweckt er nur seinen Genuß, somit ist es erlaubt?", "Und ist, wenn du entscheidest, er bezwecke nur seinen Genuß und das Blut komme von selbst, die Halakha wie R. Jehuda91Es ist verboten, obgleich er das Hervortreten des Bluts gar nicht bezweckt.oder wie R. Šimo͑n?", "Und ist die Verletzung, wenn du entscheidest, die Halakha sei wie R. Jehuda, eine zerstörende oder eine bessernde Handlung?", "Und ist, wenn du entscheidest, die Verletzung sei eine zerstörende Handlung, bei der zerstörenden Handlung die Halakha wie R. Jehuda" ], [ "oder wie R. Šimo͑n? —", "Es wurde gelehrt: in der Schule Rabhs sagten sie, Rabh habe es erlaubt und Šemuél verboten, und in Nehardea͑92Der Ortschaft Šemuéls.sagten sie, Rabh habe es verboten und Šemuél erlaubt. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Als Merkzeichen diene dir: die einen erleichtern für sich und die anderen erleichtern für sich. —", "Wieso kann Rabh es erlaubt haben, R. Šimi b. Ḥizqija sagte ja im Namen Rabhs, man dürfe nicht am Feste den Spund fest in das Faß drücken93Wenn er aus porösem Stoffe besteht, weil man dabei die darin enthaltene Flüssigkeit ausdrückt, obgleich dies gar nicht bezweckt wird.!? —", "Da pflichtet auch R. Šimo͑n bei, denn Abajje und Raba sagten beide, R. Šimo͑n pflichte bei [in einem Falle, gleich dem] Kopfabschlagen ohne zu töten94Dh. wenn die unbezweckte verbotene Handlung bei Ausübung der erlaubten unvermeidlich ist; beim Hineindrücken eines vollgezogenen Spundes ist das Auspressen der Flüssigkeit nicht zu vermeiden.. —", "Aber R. Ḥija b. Aši sagte ja im Namen Rabhs, die Halakha sei wie R. Jehuda, und R. Ḥanan b. Ami sagte im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie R. Šimo͑n, und R. Ḥija b. Abbin lehrte es ohne [Zwischen]personen: Rabh sagte, die Halakha sei wie R. Jehuda, und Šemuél sagte, die Halakha sei wie R. Šimo͑n!? —", "Tatsächlich ist Rabh der Ansicht R. Jehudas, jedoch wirkt hierbei nach der Lesart, das Blut sei angesammelt, die Öffnung zerstörend, und nach der Lesart, das Blut sei verteilt, die Verletzung zerstörend89Die Ansicht RJ.s bezieht sich nur auf eine nutzbringende Verrichtung, nicht aber auf eine zerstörende Handlung..", "R. Ḥisda wandte ein: Wenn ein Mädchen sich vor Erlangung des Menstruationsalters verheiratet, so gewähre man ihr, wie die Schule Šammajs sagt, vier Nächte95Das Blut, das sie während dieser Zeit bei der Begattung merkt, gilt als Jungfernblut, u. sie ist ihrem Manne nicht als Menstruierende verboten., und wie die Schule Hillels sagt, [soviel Zeit,] bis die Wunde heilt.", "Verheiratet sie sich nach Erlangung des Menstruationsalters96Ohne jed. bisher Menstruation gehabt zu haben., so gewähre man ihr, wie die Schule Šammajs sagt, nur die erste Nacht97Während dieser darf er die Beiwohnung wiederholt vollziehen., und wie die Schule Hillels sagt, [die Zeit] bis zum Šabbathausgange, vier Nächte98Da die Hochzeit am Mittwoch stattfindet.." ], [ "Er darf wohl, wenn er die Beiwohnung nicht vollzogen hat, dies auch [erstmalig] am Šabbath99Er darf die Entjungferung vollziehen od. beendigen auch in der letzten der 4 Nächte.!? Raba erwiderte: Nein, außer am Šabbath. Abajje sprach zu ihm: Es heißt ja: bis zum Šabbathausgange, vier100Die Nacht zum Šabbath ist somit einbegriffen.Nächte!? Vielmehr, erklärte Raba, wenn er die Beiwohnung vollzogen hat. —", "Wozu braucht, wenn er ihr bereits beigewohnt hat, dies101Die Hervorhebung: bis zum Š.ausgange; dies lehrt wohl, daß es auch am Š. erstmalig erfolgen darf.gelehrt zu werden!? — Er lehrt uns, daß man die Beiwohnung am Šabbath vollziehen darf. Dies nach Šemuél, denn Šemuél sagte, man dürfe am Šabbath durch eine enge Bresche gehen, obgleich man dabei Späne102Auch hierbei ist noch am 4. Tage eine leichte Verletzung möglich, obgleich die Entjungferung bereits erfolgt ist.lockert.", "R. Joseph wandte ein: Ein Bräutigam ist von der ersten Nacht bis zum Šabbathausgange vom Lesen des Šema͑ befreit, solange er den Akt noch nicht vollzogen hat. Doch wohl deshalb, weil er wegen der zu vollziehenden Beiwohnung zerstreut103Er darf somit in der Nacht zum Šabbath die Beiwohnung erstmalig vollziehen.ist!? Abajje erwiderte: Nein, weil er wegen der noch nicht vollzogenen Beiwohnung zerstreut ist.", "Raba sprach zu ihm: Sollte er denn wegen der Zerstreuung befreit sein, demnach müßte auch der befreit sein, dessen Schiff im Meere unterging!? Wolltest du sagen, dem sei auch so, so sagte ja R. Abba b. Zabhda im Namen Rabhs, der Leidtragende sei zu allen in der Tora genannten Geboten verpflichtet, ausgenommen das der Tephillin, weil sie Schmuck104Ez. 24,17 wird von einem Kopfschmucke gesprochen, worunter die Tephillin verstanden werden, den anzulegen dem trauernden Jeḥezqel erlaubt wurde, wonach dies jedem anderen während der Trauer verboten ist; cf. Mq. Fol. 15a.genannt werden!?", "Vielmehr, erklärte Raba, streiten hierüber Tannaím. Eines lehrt, er sei, wenn er in der ersten [Nacht] den Akt nicht vollzogen hat, auch in der zweiten105Vom Lesen des Šema͑.befreit, und wenn auch in der zweiten [nicht], auch in der dritten befreit,", "dagegen aber lehrt ein Anderes, in der ersten, [beziehungsweise] in der zweiten sei er befreit, in der dritten106In der Nacht zum Šabbath, da er dann den Beischlaf nicht vollziehen darf.aber verpflichtet. —", "Und Abajje!? — Diese streiten über die Zerstreuung107Auch nach der 1. Lehre darf die Entjungferung nicht in der Nacht zum Šabbath erfolgen, u. nur wegen der Zerstreuung ist er vom Šema͑ befreit. Die Zerstreuung befreit ihn jed. nur dann, wenn sie durch die Ausübung einer religiösen Handlung erfolgt, wie in diesem Falle, nicht aber, wenn aus Gram od. Ärger..", "Diese Tannaím führen denselben Streit wie die Tannaím der folgenden Lehre. Wer eine Jungfrau heiratet, vollziehe die erste Beiwohnung nicht am Šabbath; die Weisen erlauben dies. —", "Wer ist unter Weisen zu verstehen? Raba erwiderte: Es ist R. Šimo͑n, welcher sagt, die unbezweckte Verrichtung sei erlaubt.", "Abajje sprach zu ihm: R. Šimo͑n pflichtet ja bei [in einem Falle, gleich dem] Kopfabschlagen108Cf. Anm. 94 mut. mut. ohne zu töten!? Dieser erwiderte: Nicht wie diese Babylonier, die im Biegen109Beim Vollzug des Beischlafes, sodaß dabei das Hymen nicht verletzt wird.nicht gewandt sind, vielmehr sind manche im Biegen gewandt110Die Vermeidung einer Verletzung ist möglich.. —", "Wieso ist er demnach zerstreut!? — Der nicht gewandt ist. — Sollten sie doch bestimmt haben, wer gewandt ist, dürfe, und wer nicht gewandt ist, dürfe nicht!? — Die meisten sind gewandt.", "Rabba b. R. Ḥanan sprach zu Abajje: Welchen Zweck haben demnach die Brautzeugen111Hierüber weiter Fol. 12a.und welchen Zweck hat das Tuch112Zur Feststellung der Jungfräulichkeit; der Beischlaf kann ja ohne Blutung vollzogen werden.!? Dieser erwiderte: Damit er, wenn er [Blut] bemerkt, es nicht beiseite113Um sie fälschlich zu beschuldigen.schaffe.", "R. Ami wandte ein: Wenn jemand am Šabbath eine Pustel öffnet, so ist er, falls er die Öffnung bezweckt, schuldig, wenn aber die Entfernung des Eiters," ], [ "frei114Auch hierbei wird das Ausfließen bezweckt.!? — Dieser ist angesammelt und getrennt, jenes aber ist angesammelt und nicht getrennt115Der Eiter ist vom Fleische gänzlich getrennt, nicht aber das Jungfernblut..", "R. Ami erlaubte die erste Beiwohnung am Šabbath zu vollziehen. Da sprachen die Jünger zu ihm: Noch ist ja die Urkunde über die Morgengabe116Ohne die das Beisammensein mit der Frau verboten ist.nicht geschrieben. Dieser erwiderte: Laßt sie117Zur Sicherung ihrer Morgengabe.Mobilien einhaschen.", "R. Zebid erlaubte die erste Beiwohnung am Šabbath zu vollziehen. Manche sagen, R. Zebid selber habe die erste Beiwohnung am Šabbath vollzogen.", "R. Jehuda erlaubte die erste Beiwohnung am Feste zu vollziehen. R. Papi sagte im Namen Rabas: Man sage nicht, es sei nur am Feste erlaubt, am Šabbath aber verboten, vielmehr ist es auch am Šabbath erlaubt, nur geschah es gerade an einem solchen.", "R. Papa aber sagte im Namen Rabas: Am Feste ist es erlaubt, am Šabbath aber verboten. R. Papi sprach zu R. Papa: Du bist wohl dieser Ansicht118Daß es am Festo erlaubt, obgleich es am Šabbath verboten ist. deshalb, weil die Verletzung, da sie für das [zum Leben] nötige117Beispielsweise das Schlachten; derartige Verrichtungen sind am Feste erlaubt.erlaubt worden ist, auch für das unnötige erlaubt ist, demnach sollte auch das Räucherwerk118Daß es am Festo erlaubt, obgleich es am Šabbath verboten ist.am Feste erlaubt sein, denn da das Feueranzünden für das [zum Leben] nötige erlaubt worden ist, ist es auch für das unnötige erlaubt!?", "Dieser erwiderte: Deinetwegen sagt die Schrift: 119Ex. 12,16.nur was von jeglicher Seele gegessen wird, was für jedermann nötig120Während das Räucherwerk nur für verwöhnte Personen erforderlich ist. ist.", "R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Demnach darf, wenn einem am Feste ein Reh zu Händen kommt, er es nicht schlachten, weil es nicht für jedermann nötig ist!? Dieser erwiderte: Ich meine: was für jedermann verwendbar ist, und ein Reh ist für jedermann verwendbar.", "R. Ja͑qob b. Idi sagte: R. Joḥanan traf in Çajdan eine Entscheidung, daß man die erste Beiwohnung nicht am Šabbath vollziehen dürfe. — Ist denn ein Verbot als Entscheidung121Ein Verbot kann zur strengeren Beobachtung des Gesetzes statuiert werden, eine Entscheidung aber, erleichternd, muß auf einer Tradition od. Begründung beruhen.zu bezeichnen!? —", "Allerdings, wir haben gelernt: die Schule Hillels entschied ihr122Der Königin Helena; cf. Naz. Fol. 19b,, wiederum123Nachdem das erste ungültig geworden war.sieben Jahre das Nezirat zu absolvieren.", "Ebenso bei folgender Lehre: Wenn der größere Teil des Markfadens des Rückgrates durchgerissen ist124Gilt das Tier als totverletzt. — so Rabbi. R. Ja͑qob sagt, auch wenn er durchlöchert ist. Rabbi entschied nach R. Ja͑qob. R. Hona sagte: Die Halakha ist nicht wie R. Ja͑qob.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq lehrte es wie folgt: R. Abahu sagte: R. Jišma͑él b. Ja͑qob aus Çor fragte R. Joḥanan in Çajdan, und ich hörte es, ob man die Beiwohnung erstmalig am Šabbath vollziehen dürfe, und er erwiderte ihm, es sei verboten. Die Halakha ist, man darf die Beiwohnung erstmalig am Šabbath vollziehen.", "R. Ḥelbo sagte im Namen R. Honas im Namen des R. Abba b. Zabhda im Namen Rabhs: Sowohl bei einer Jungfrau als auch bei einer Witwe ist der [Hochzeits]segen125Weit. Fol. 7b.erforderlich. — Kann R. Hona dies denn gesagt haben, R. Hona sagte ja, bei einer Witwe sei der [Hochzeits]segen nicht erforderlich!? — Das ist kein Einwand; das eine, wenn ein Lediger eine Witwe heiratet, das andere, wenn ein Witwer eine Witwe heiratet. —", "Etwa nicht, wenn ein Witwer eine Witwe heiratet, R. Naḥman sagte ja, Hona b. Nathan habe ihm folgende Lehre vorgetragen: Woher, daß beim Hochzeitssegen zehn [Personen] erforderlich sind? Es heißt:126Rut. 4,2.er nahm zehn Leute von den Ältesten der Stadt und sprach: setzt euch hierher, und sie setzten sich, Boa͑z war ja Witwer und heiratete eine Witwe!? —", "Die Worte R. Honas, der [Hochzeits]segen sei nicht erforderlich, sind zu verstehen, der [Hochzeits]segen sei nicht sieben Tage erforderlich, wohl aber einen Tag. —", "Von wem spricht demnach die Lehre, daß die Rabbanan eine Vorsorge für die Töchter Jisraéls getroffen haben, damit er sich mit [seiner Frau] drei Tage127Donnerstag, Freitag u. Sonnabend.der Wonne hingebe: wenn von einem Ledigen, so sagst du ja, sieben128Die Worte RH.s werden erklärt, es sei nicht an 7 Tagen erforderlich, demnach spricht die vorangehende Lehre vom Hochzeitssegen an 7 Tagen.[Tage], und wenn von einem Witwer, so sagst du ja, einen Tag!? —", "Wenn du willst, sage ich: von einem Witwer, und zwar einen Tag für den [Hochzeits]segen und drei Tage für die Wonne; wenn du aber willst, sage ich: von einem Ledigen, und zwar sieben Tage für den [Hochzeits]segen und drei Tage für die Wonne." ], [ "Man wandte ein: Man spreche den [Hochzeits]segen bei einer Jungfrau sieben [Tage] und bei einer Witwe einen Tag. Doch wohl auch bei einer Witwe, die sich mit einem Ledigen verheiratet!? — Nein, mit einem Witwer. — Wenn demnach sieben [Tage], falls mit einem Ledigen, so sollte er doch lehren: man spreche den [Hochzeits]segen bei einer Jungfrau sieben Tage, bei einer Witwe mit einem Ledigen sieben Tage, und bei einer Witwe [mit einem Witwer] einen Tag!? —", "Er lehrt eine abgeschlossene Regel: bei keiner Jungfrau weniger als sieben [Tage] und bei keiner Witwe weniger als einen Tag.", "Der Text. R. Naḥman sagte: Hona b. Nathan trug mir folgende Lehre vor: Woher, daß beim Hochzeitssegen zehn [Personen] erforderlich sind? Es heißt: er nahm zehn Leute von den Ältesten der Stadt und sprach: setzt euch hierher. R. Abahu entnimmt dies aus folgendem: 129Ps. 68,27.in Versammlungen preiset Gott den Herrn, ihr aus der Quelle Jisraéls130Unter Versammlung od. Gemeinde sind wenigstens 10 Personen zu verstehen (cf. Ber. Fol. 21b). Der angezogene Schriftvers wird auf die Hochzeit bezogen, da in diesem von der Quelle Jisraéls, der Fortpflanzung desselben, gesprochen wird.. —", "Wofür verwendet R. Naḥman den Schriftvers R. Abahus!? — Er verwendet ihn für folgende Lehre: R. Meír sagte: Woher, daß am Meere131Beim Auszug der Jisraéliten aus Ägypten; cf. Ex. 14,22ff.auch die Geburten im Mutterleibe einen Gesang anstimmten? Es heißt: in Versammlungen preiset Gott den Herrn, ihr aus der Quelle Jisraéls. — Und jener!? — Demnach sollte es doch heißen: aus dem Leibe, es heißt aber: aus der Quelle, bei der die Quelle132Dh. die Fortpflanzung; das W. מקור bezeichnet übrigens auch die inneren Geschlechtsorgane des Weibes.betreffenden Angelegenheit. —", "Wofür verwendet R. Abahu den Schriftvers R. Naḥmans? — Dieser ist nötig wegen der Auslegung:133Dt. 23,4.A͑mmoniter, nicht aber134Cf. Bd. IV S. 555 Anm. 115. Boa͑z, der eine Moabiterin heiratete, wollte den versammelten Leuten erklären, daß dies erlaubt sei. eine A͑mmoniterin,133Dt. 23,4.Moabiter, nicht aber eine Moabiterin. Brauenten es denn, wenn man sagen wollte, wegen des Segens, Älteste zu sein!? —", "Und jener!? — Brauchten es denn, wenn man sagen wollte, wegen der genannten Auslegung, zehn zu sein!? — Freilich, damit die Sache bekannt werde. So sagte Šamuél zu R. Ḥana aus Bagdad: Geh, hole mir zehn Leute, und ich will dir vor ihnen sagen: wenn jemand etwas einem Fötus zueignet, so hat er es erworben. Die Halakha ist: wenn jemand etwas einem Fötus zueignet, so hat er es nicht erworben.", "Die Rabbanan lehrten: Man spreche den Hochzeitssegen bei der Hochzeit135Wörtl. im Hause des Bräutigams (dh. sobald die Frau ihm zur Begattung übergeben worden ist) bezw. im Hause der Verlobung.; R. Jehuda sagt, man spreche ihn auch bei der Verlobung.", "Abajje sagte: Dies wurde für Judäa136Wo der Bräutigam in der Zeit zwischen der Verlobung u. der Hochzeit mit der Braut intimen Verkehr pflegte; cf. infra Fol. 12a.gelehrt, weil er mit ihr allein137Vor dem Hochzeitssegen ist der geschlechtl. Verkehr zwischen den Brautleuten verboten.ist.", "Ein Anderes lehrt: Man spreche den Hochzeitssegen bei der Hochzeit und den Verlobungssegen bei der Verlobung. — Wie lautet der Verlobungssegen? Rabin b. R. Ada und Rabba b. R. Ada sagten beide im Namen R. Jehudas: Gepriesen sei, der uns durch seine Gebote geheiligt, uns die Unzucht untersagt, und uns die Verlobten verboten und die durch Baldachin138Unter dem die Trauungszeremonie stattfindet.und Antrauung Angeheirateten erlaubt hat. R. Aḥa, der Sohn Rabas, schließt ihn im Namen R. Jehudas wie folgt: Gepriesen sei, der sein Volk Jisraél durch Baldachin und Antrauung heiligt.", "Wer der Schlußformel nicht benötigt, vergleicht ihn mit dem Segensspruch über Früchte139Der keine Schlußformel hat; er ist gleich diesem ein Dankspruch.und religiöse Handlungen, und wer der Schlußformel benötigt, vergleicht ihn mit dem Weihsegen140Der beim Beginne des Šabbaths u. des Festes über einen Becher Wein gesprochen wird (cf. Pes. Fol. 100a); beide bestehen aus mehreren Absätzen u. sprechen von der Heiligkeit..", "Die Rabbanan lehrten: Man spreche den Hochzeitssegen vor zehn [Personen] alle sieben141Dauer der Hochzeitsfeier.Tage. R. Jehuda sagte: Dies nur, wenn neue Gäste142Die am vorangehenden Tage nicht anwesend waren, sodaß ihretwegen die Feier ausgedehnt wird.anwesend sind. —", "Welche sind die Segenssprüche? R. Jehuda erwiderte: Gepriesen sei," ], [ "der alles ihm zu Ehren erschaffen hat.", "Der den Menschen gebildet hat.", "Der den Menschen in seinem Ebenbilde, im Ebenbilde seiner143Vielleicht im Ebenbilde [sc. Gottes] seine Gestalt, da תבנית von Gott nicht gebraucht wird.Gestalt, gebildet und ihm aus ihm selbst einen Bau für die Ewigkeit errichtet144Gemeint ist die Erschaffung der Frau aus der Rippe Adams, wobei der Ausdruck ‘bauen’ (cf. Gen. 2,22) gebraucht wird.hat. Gepriesen seist du, o Herr, Schöpfer des Menschen.", "Freuen wird sich die Unfruchtbare145Cf. Jes. 54,1.und frohlocken, wenn in Freude ihre Kinder in ihre Mitte gesammelt werden. Gepriesen seist du, o Herr, der Çijon mit seinen Kindern erfreut.", "Erfreue das Liebespaar, wie du dereinst deine Geschöpfe im E͑dengarten erfreut hast. Gepriesen seist du, o Herr, der du Bräutigam und Braut erfreuest.", "Gepriesen seist du, o Herr, der du ins Dasein gerufen hast Freude und Wonne, Bräutigam und Braut, Jubel und Gesang und Lust und Fröhlichkeit, Liebe und Eintracht und Frieden und Freundschaft. Baldigst, o Herr, unser Gott, mögen gehört werden in den Städten Jehudas und in den Straßen Jerušalems Rufe der Freude und der Wonne, Rufe von Bräutigam und Braut, Rufe des Jauchzens der Bräutigame unter dem Baldachin und der Jünglinge beim Gastmahl. Gepriesen seist du, o Herr, der du den Bräutigam mit der Braut erfreuest.", "Levi kam zu Rabbi zur Hochzeitsfeier seines Sohnes R. Šimo͑n und sprach fünf [Segenssprüche]. R. Asi kam zu R. Aši zur Hochzeitsfeier seines Sohnes Mar und sprach sechs146Es handelte sich um den Segen ‘Der den Menschen gebildet hat’, der sich mit dem folgenden deckt u. daher vom ersteren fortgelassen wurde.[Segenssprüche].", "Es wäre anzunehmen, daß ihr Streit in folgendem besteht: einer ist der Ansicht, es war nur eine Bildung, und einer ist der Ansicht, es waren zwei Bildungen147Bei der Erschaffung des Menschenpaares; cf. Er. Fol. 18a.. —", "Nein, beide sind der Ansicht, es war nur eine Bildung, nur ist einer der Ansicht, man richte sich nach der Absicht, und einer ist der Ansicht, man richte sich nach der Ausführung. R. Jehuda wies nämlich auf einen Widerspruch hin. Es heißt:148Gen. 1,27.und der Herr schuf den Menschen in seinem Ebenbilde und es heißt:149Ib. 5,2.Mann und Weib schuf er sie; wie ist dies zu erklären? Anfangs dachte er zwei [Menschen] zu erschaffen, schließlich erschuf er aber nur einen.", "R. Aši kam zu R. Kahana150Zu einer Hochzeitsfeier.und sprach am ersten Tage alle [Segenssprüche], später aber sprach er, wenn neue Gäste anwesend waren, alle Segenssprüche, und wenn nicht, nur die Segenssprüche, ‘In dessen Wohnung die Wonne ist’151Dieser wird beim Hochzeitsmahl vor dem Tischsegen gesprochen.und ‘Der du ins Dasein gerufen hast’, da dies nichts weiter als eine Ausdehnung der Feier ist.", "Vom siebenten bis zum dreißigsten spreche man den Segen ‘In dessen Wohnung die Wonne ist’, einerlei ob er [den Gästen] gesagt hat, [er habe sie geladen] wegen der Hochzeit, oder es ihnen nicht gesagt hat, von da ab spreche man, wenn er ihnen gesagt hat, wegen der Hochzeit, den Segen ‘In dessen Wohnung die Wonne ist’, sonst aber nicht. —", "Wie lange, wenn er ihnen gesagt hat, wegen der Hochzeit? R. Papi erwiderte im Namen Rabas: Zwölf Monate, ein Jahr. — Von wann ab vor [der Hochzeit]? R. Papa erwiderte: Sobald die Gerste in den Kübel geschüttet152Zur Bereitung von Met für das Hochzeitsmahl.wird. — Dem ist ja aber nicht so, R. Papa sprach ja, als er seinen Sohn Abba Mar verlobte, den Segen schon bei der Verlobung!? — Anders verhielt es sich bei R. Papa, der alles besorgt hatte153Es war nicht zu befürchten, die Hochzeit könnte rückgängig gemacht werden..", "Rabina verlobte seinen Sohn im Hause des R. Ḥabiba und sprach den Segen schon bei der Verlobung, denn er sagte, er sei sicher, daß sie nicht zurücktreten werden. Die Sache mißlang aber, und sie traten zurück. R. Taḥlipha aus dem Westen154Vgl. Bd. II S. 167 Anm. 69.kam nach Babylonien und sprach sechs verlängerte155Er verlängerte sie durch Einschaltungen u. Schlußformeln.Segenssprüche. Die Halakha ist aber nicht wie er.", "Einst kam R. Ḥabiba zu einer Beschneidungsfeier und sprach den Segen ‘In dessen Wohnung die Wonne ist’. Die Halakha ist aber nicht wie er, denn bei einer solchen ist man betrübt, weil das Kind Schmerzen leidet.", "R. Naḥman sagte im Namen Rabhs: Bräutigame werden156Zu der festgesetzten Anzahl von Personen, die bei einer liturgischen Handlung erforderlich ist.mitgezählt, nicht aber werden Leidtragende mitgezählt. Man wandte ein: Bräutigame und Leidtragende werden mitgezählt!? — Aus einer Barajtha ist gegen Rabh nichts einzuwenden; er ist selber Tanna und streitet gegen diese. Es wurde gelehrt: R. Jiçḥaq sagte im Namen R. Joḥanans: Bräutigame werden mitgezählt, nicht aber werden Leidtragende mitgezählt. Man wandte ein: Bräutigame und Leidtragende werden mitgezählt!? —" ], [ "Diese Lehre spricht vom Tischsegen157Zu dem 3 Personen erforderlich sind., während R. Joḥanan von der [Trauer]-reihe158Hierbei sind 10 Personen erforderlich; cf. Syn. Fol. 19a.spricht. —", "R. Jiçḥaq sagte im Namen R. Joḥanans, man spreche den Hochzeitssegen bei zehn [Personen], und der Bräutigam werde mitgezählt, und den Trauersegen bei zehn und der Leidtragende werde nicht mitgezählt; ist denn bei der [Trauer]reihe ein Segen zu sprechen!? — Vielmehr, R. Joḥanan spricht vom [Trauersegen] auf dem Stadtplatze159Wo der Leidtragende das Trauermahl einnahm.. —", "R. Jiçḥaq sagte im Namen R. Joḥanans, man spreche den Hochzeitssegen vor zehn [Personen] alle sieben [Tage], und der Bräutigam werde mitgezählt, und den Trauersegen vor zehn alle sieben [Tage], und der Leidtragende werde nicht mitgezählt; wird denn [der Trauersegen] auf dem Stadtplatze alle sieben [Tage] gesprochen!? — Dies kommt bei neuen Gästen vor.", "So ereignete es sich bei R. Ḥija b. Abba, der den Sohn des Reš Laqiš in der Schrift unterrichtete, und wie manche sagen, den Sohn des Reš Laqiš in der Mišna unterrichtete, dem ein Kind starb. Am ersten Tage besuchte er ihn nicht; am folgenden Tage nahm er seinen Dolmetsch Jehuda b. Naḥmani mit und sprach zu ihm: Auf, sprich etwas inbezug auf das Kind. Da begann er und sprach:160Dt. 32,19.Der Herr sah und zürnte, gekränkt durch seine Söhne und Töchter; ein Zeitalter, in dem die Väter den Heiligen, gepriesen sei er, kränken, sodaß er über ihre Söhne und ihre Töchter zürnt und sie im Kindesalter sterben.", "Manche sagen, es war ein Jüngling, und er habe folgendes gesprochen: 161Jes. 9,16.Darum freut sich der Herr nicht über seine Jünglinge und über seine Waisen und Witwen erbarmt er sich nicht; sie alle sind heuchlerisch und rachlos und jeder Mund spricht Schändliches; bei alledem wandte sich sein Zorn nicht, noch ist seine Hand ausgestreckt. — Was heißt: noch ist seine Hand ausgestreckt? R. Ḥanan b. Rabh erwiderte: Jeder weiß, wozu eine Braut unter den Baldachin kommt, wer aber seinen Mund beschmutzt und Schändliches aus seinem Munde hervorbringt, dem wird, auch wenn ihm siebzig Jahre des Glückes besiegelt worden sind, es zum Bösen verwandelt. —", "Er kam ihn trösten und kränkte162Durch den angezogenen Schriftvers.ihn!? — Er meinte es wie folgt: du bist würdig, für das Zeitalter ergriffen163Die Frommen sühnen die Sünden ihres Zeitalters; cf. Sab. Fol. 33b.zu werden.", "Hierauf sprach er zu ihm: Auf, sprich etwas zur Verherrlichung des Heiligen, gepriesen sei er. Da begann er und sprach: Der Gott, der groß ist in der Fülle seiner Größe, mächtig und stark in der Fülle der furchtbaren Taten; der durch sein Wort die Toten belebt, Großes wirkt bis ins Unerforschliche, Wundertaten bis ins Zahllose. Gepriesen sei, o Herr, der du die Toten belebest.", "Hierauf sprach er zu ihm: Auf, sprich etwas inbezug auf die Leidtragenden. Da begann er und sprach: O Brüder, die ihr erschöpft und niedergedrückt seid, lasset durch diesen Trauerfall euer Herz lenken, dies zu ergründen. Es besteht ewig, ein Pfad seit den sechs Schöpfungstagen. Viele haben es getrunken und viele werden es trinken. Dem Trinken der Früheren gleicht das Trinken der Späteren. Möge, Brüder, der Herr des Trostes euch trösten. Gepriesen sei, der die Trauernden tröstet.", "Abajje sagte: Man sage ‘viele haben es getrunken’, nicht aber sage man ‘viele werden es trinken’; man spreche vom Trinken der Früheren, nicht aber spreche man vom Trinken der Späteren. R. Šimo͑n b. Laqiš sagte nämlich, und ebenso wurde im Namen R. Joses gelehrt: Nie öffne man seinen Mund für den Satan164Ungefähr: man soll den Teufel nicht an die Wand malen.. R. Joseph sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:165Jes. 1,9.wie Sedom wären wir, A͑mora glichen wir, und ihnen wurde erwidert:166Ib. V. 10.höret das Wort des Herrn, Fürsten von Sedom &c.", "Hierauf sprach er zu ihm: Auf, sprich etwas inbetreff derjenigen, die die Trauernden trösten. Da begann er und sprach: O Brüder, Mildtätige, Kinder Mildtätiger, die ihr am Bündnisse unseres Vaters Abraham167Der Mildtätigkeit übte; cf. Sota Fol. 10a.festhaltet, von dem es heißt:168Gen. 18,19.denn ich habe ihn erkoren, damit er seinen Kindern anbefehle &c. Möge, Brüder, der Herr der Vergeltung es euch vergelten. Gepriesen seist du, der du Liebeswerke belohnest.", "Hierauf sprach er zu ihm: Auf, sprich etwas ganz Jisraél betreffend. Da begann er und sprach: Herr der Welt, erlöse und errette dein Volk Jisraél und gewähre ihm Entkommen und Hilfe vor Seuche, Schwert, Plünderung, Dürre, Rost und allen anderen Unglücksfällen, die über die Welt hereinbrechen. Bevor wir zu dir rufen, erhöre uns. Gepriesen seist du, der du der Plage Einhalt tust.", "U͑la sagte, und wie manche sagen, wurde es in einer Barajtha gelehrt: Zehn Becher ordneten die Weisen für das Haus des Leidtragenden169Mit Anlehnung an Pr. 31,6, damit er sich nicht dem Kummer hingebe.an, drei vor der Mahlzeit, um die Därme zu öffnen, drei während der Mahlzeit, um die Speisen in den Därmen zu lockern, und vier nach der Mahlzeit: einen für den Segen ‘Der speist’, einen für den Segen ‘Über das Land’, einen für den Segen ‘Der Jerušalem erbaut’ und einen für den Segen ‘Der Gute170Aus diesen Segenssprüchen besteht der Tischsegen.und Gütige’.", "Zu diesen fügte man noch vier hinzu: einen für die Beamten der Stadt, einen für die Vorsteher der Stadt, einen für den Tempel und einen für R. Gamliél. Als sie aber beim Trinken sich zu berauschen anfingen, brachte man es auf den früheren Zustand zurück. —", "Weshalb für R. Gamliél!? — Es wird gelehrt: Früher war das Begängnis des Verstorbenen für die Verwandten noch schlimmer171Wegen des großen Aufwandes, der dabei getrieben wurde; cf. Mq. Fol. 27a.als sein Tod, sodaß sie ihn liegen ließen und davonliefen; da trat R. Gamliél auf und übte an sich selber eine Vereinfachung, und man führte ihn172Auf Grund seiner letztwilligen Bestimmung.in linnenen Gewändern hinaus. Ihm nachahmend wurde es beim ganzen Volke Brauch, [den Toten] in linnenen Gewändern hinauszuführen. R. Papa sagte: Jetzt ist es beim Volke Brauch, auch in einer Hülle im Werte eines Zuz.", "R. Elea͑zar sagte:" ], [ "Wenn jemand sagt, er habe eine offene Tür173Bei seiner Frau, sie war bereits defloriert; wenn beispielsweise das Ausfallen der Blutung auf eine andere Ursache zurückzuführen od. das zur Feststellung dienende Laken abhanden gekommen ist, sodaß er seine Behauptung durch das Fehlen des Jungfernblutes nicht beweisen kann.gefunden, so ist er glaubhaft, sie für sich verboten174Wegen Ehebruches; jed. kann er sie nicht ihrer Morgengabe verlustig machen.zu machen. —", "Weshalb dies, hierbei liegt ja ein zwiefacher Zweifel vor: es ist zweifelhaft, ob es unter ihm175Nach der Verlobung.erfolgt ist oder nicht unter ihm, und auch wenn man annimmt, es sei unter ihm erfolgt, ist es zweifelhaft, ob gezwungen176Die Genotzüchtigte ist ihrem Manne nicht verboten.oder willig!? —", "Dies gilt von der Frau eines Priesters177Die auch genotzüchtigt ihrem Manne verboten ist.. Wenn du aber willst, sage ich, auch von der Frau eines Jisraéliten, wenn aber ihr Vater für sie die Antrauung empfangen hat, als sie noch nicht drei Jahre und einen Tag alt war178Nach einer talmudischen Annahme wächst bis zu diesem Alter das Hymen nach, somit kann der Verlust desselben erst nach der Verlobung erfolgt sein; in beiden Fällen besteht also nur ein Zweifel, u. er darf erschwerend verfahren.. —", "Was lehrt er uns damit, wir haben ja bereits gelernt, daß, wenn jemand zu einer Frau sagt: ich habe dich mir angetraut, und sie sagt: du hast mich dir nicht angetraut, sie seinen Verwandten179Den nahen Verwandten, die wegen Inzestes verboten sind. erlaubt, und ihm ihre Verwandten verboten seien180Er ist also glaubhaft, eine Frau als ihm verboten zu erklären.!? —", "Man könnte glauben, nur da, wo er es bestimmt weiß, nicht aber hierbei, wo er es nicht bestimmt181Die offene Tür spricht zwar für seine Behauptung, jed. ist eine Täuschung od. eine andere Erklärung dieses Zustandes möglich.weiß, so lehrt er uns. —", "Kann R. Elea͑zar dies denn gesagt haben, R. Elea͑zar sagte ja, eine Frau werde ihrem Manne nur bei Verwarnung182Wenn er seine Frau vor dem Beisammensein mit der betreffenden Person gewarnt hat; cf. Sot. Fol. 2a.und heimlicher Zusammenkunft183Wenn Zeugen bekunden, daß sie nach der Verwarnung mit der betreffenden Person die Dauer der Beiwohnung in einem verborgenen Raume beisammen war; cf. Sot. Fol. 2a.verboten, wie bei jenem Ereignisse184Beim Ehebruche Davids mit der Frau Urijas; cf. iiSam. Kap. 11.!? —", "Glaubst du, in jenem Falle war ja keine Verwarnung und heimliche Zusammenkunft185Sondern nur das andere.erfolgt; und hat man sie denn verboten186Ihrem Ehemanne Urija; wäre dies der Fall, so dürfte auch David sie nicht heiraten; cf. Sot. Fol. 27b.!? —", "Das ist kein Einwand, denn er meint es wie folgt: die Frau wird ihrem Manne nur bei Verwarnung und heimlicher Zusammenkunft verboten, wie aus jenem Ereignisse zu entnehmen; da waren Verwarnung und heimliche Zusammenkunft nicht erfolgt, und sie wurde nicht verboten. Der Einwand bleibt bestehen: nur bei Verwarnung und heimlicher Zusammenkunft, nicht aber wegen der offenen Tür!? —", "Auch nach deiner Auffassung: etwa nur bei Verwarnung und heimlicher Zusammenkunft, nicht aber durch Zeugen187Wenn Zeugen den Ehebruch bekunden, ist sie ihrem Ehemanne verboten, auch wenn die genannten Bedingungen nicht erfolgt sind.!?", "Er meint es vielmehr wie folgt: eine Frau wird ihrem Manne nicht durch einen Zeugen verboten, sondern nur durch zwei Zeugen, bei Verwarnung und heimlicher Zusammenkunft auch durch einen Zeugen. Und die offene Tür gleicht ja [der Aussage] zweier Zeugen.", "Wenn man aber die Frage auf wirft, weshalb man sie demnach in jenem Falle188Auch beim Ehebruche Davids mit der Frau Urijas waren Zeugen vorhanden, da er allgemein bekannt war.nicht verboten hat, so geschah es deshalb, weil es gezwungen erfolgt war. Wenn du aber willst, sage ich, dies sei nach einer Lehre des R. Šemuél b. Naḥmani im Namen R. Jonathans zu erklären:" ], [ "Wer in einen Krieg des Davidischen Hauses zog, schrieb seiner Frau einen Scheidebrief, denn es heißt: 189iSam. 17,18.erkundige dich nach dem Frieden deiner Brüder und nimm von ihnen eine Bürgschaft, und unter ‘Bürgschaft’ ist, wie R. Joseph lehrte, das zu verstehen, was zwischen ihm oder ihr als Bürgschaft190Die Trauung; diese sollte er ihnen durch den Scheidebrief nehmen.gilt.", "Abajje sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: Eine Jungfrau ist am Mittwoch zu ehelichen. Nur am Mittwoch und nicht am Donnerstag, und zwar wegen der Beruhigung191Damit sich während der Zeit sein Unwille nicht lege..", "In welcher Hinsicht: wenn hinsichtlich der Auszahlung der Morgengabe, so mag er sie ihr doch auszahlen! Doch wohl hinsichtlich des Verbotenseins für ihn. Welche Anklage hat er zu erheben?", "Wohl die Anklage der offenen Tür. — Nein, wenn er die Anklage inbetreff der Blutung192Und somit für seine Anklage den Beweis erbringt.zu erheben hat.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Wenn jemand sagt, er habe eine offene Tür gefunden, so ist er glaubhaft, sie ihrer Morgengabe verlustig zu machen. R. Joseph sprach: Was lehrt er uns damit, wir haben ja bereits gelernt, daß, wenn jemand in Judäa193Cf. Fol. 7b Anm. 136.im Hause seines Schwiegervaters ohne Zeugen ißt, er die Jungfernschaftsanklage nicht erheben könne, weil er mit ihr intim ist. Nur in Judäa kann diese Anklage nicht erhoben werden, wohl aber in Galiläa.", "In welcher Hinsicht: wenn etwa, um sie sich verboten zu machen, weshalb nicht194Er ist sich bewußt, ihr vorher nicht beigewohnt zu haben.in Judäa? Doch wohl, um sie der Morgengabe verlustig zu machen. Welche Anklage kann er erheben? Wohl die Anklage der offenen Tür. — Nein, er kann die Anklage inbetreff der Blutung192Und somit für seine Anklage den Beweis erbringt.erheben." ], [ "Es wurde gelehrt: R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls im Namen des R. Šimo͑n b. Elea͑zar: Die Weisen sind es, die für die Töchter Jisraéls die Anordnung getroffen haben, daß eine Jungfrau zweihundert [Zuz] und eine Witwe eine Mine1951 M. = 100 Z.erhalte, und sie glauben ihm, wenn er sagt, er habe eine offene Tür196Die Morgengabe ist nur eine rabbanitische Institution, u. auf seine Aussage hin wird sie dieser verlustig.gefunden. — Was haben die Weisen demnach197Wenn es in seiner Hand liegt, sie dieser verlustig zu machen. mit ihrer Anordnung erreicht!?", "Raba erwiderte: Es steht fest, daß niemand sich mit einem Gastmahle abmüht198Hätte er sie nicht gewollt, so brauchte er sie nicht zu heiraten u. sich in Unkosten zu stürzen.und es verdirbt.", "Es wird gelehrt: Da dies nur eine von den Weisen angeordnete Geldbuße ist, so kann sie nur vom Schlechtesten199Seiner Felder, falls sie die Morgengabe mit Ackerland ausgezahlt erhält; cf. Bq. Fol. 6b.einfordern. — ‘Eine Geldbuße’, wieso denn eine Geldbuße!? — Vielmehr, da dies nur eine Anordnung der Weisen ist, so kann sie nur vom Schlechtesten einfordern. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, die Morgengabe (der Frau) sei eine Anordnung der Tora. —", "Kann R. Šimo͑n b. Gamliél dies denn gesagt haben, es wird ja gelehrt: 200Ex. 22,16.Einen Geldbetrag soll er darwägen gemäß der Gabe für Jungfrauen; diese gleicht der Gabe für Jungfrauen201Die Dt. 22,29 auf 50 Silberstücke festgesetzt ist.und die Gabe für Jungfrauen gleicht202Hierbei wird der Ausdruck ‘wägen’ gebraucht, hebr. שקל, wonach die Zahlung in Šeqel zu erfolgen hat.dieser. Hierauf stützten sich die Weisen, die Morgengabe (der Frau) in der Tora [angedeutet zu finden]. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, die Morgengabe (der Frau) sei nicht aus der Tora, sondern eine Anordnung der Schriftkundigen. —", "Wende es um203Nach RŠ. ist sie eine Anordnung der Tora, nach den Weisen eine der Schriftkundigen.. — Was veranlaßt dich, die letztere [Lehre] umzuwenden, wende die erstere um!? —", "Wir wissen von R. Šimo͑n b. Gamliél, daß er der Ansicht ist, die Morgengabe (der Frau) sei aus der Tora, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, er zahle ihr204Die Morgengabe, falls die Heirat in Kappadokien u. die Scheidung in Palästina erfolgt ist; die kappad. Münze war wertvoller; cf. infra Fol. 110b.in kappadokischer Münze.", "Wenn du aber willst, sage ich: die ganze Lehre ist von R. Šimo͑n b. Gamliél, nur ist sie lückenhaft und muß wie folgt lauten: hierauf stützten sich die Weisen, die Morgengabe der [Jung]frau in der Tora [angedeutet zu finden]; die Morgengabe der Witwe aber ist nicht aus der Tora, sondern eine Anordnung der Schriftkundigen. R. Šimo͑n b. Gamliél sagte nämlich, die Morgengabe der Witwe sei nicht aus der Tora, sondern eine Anordnung der Schriftkundigen.", "Einst kam jemand vor R. Naḥman und klagte, er habe eine offene Tür gefunden. Da sprach R. Naḥman: Verabreicht ihm mit der Gerte, Huren liegen vor ihm niedergestreckt205Da er in diesen Dingen so sehr kundig ist. So ist das W. מברכתא nach der Tradition bei den älteren Kommentatoren übersetzt u. wohl von ברך niederknien abzuleiten; die anderweitigen Erklärungen sind nicht befriedigend.. —", "R. Naḥman selber sagte ja aber, er sei glaubwürdig!? — Er ist glaubwürdig, jedoch verabreiche man ihm206Wegen seines unsittlichen Lebenswandels.mit der Gerte. R. Aḥaj erklärte: Das eine gilt von einem Ledigen, das andere von einem Verheirateten207Letzterer ist glaubwürdig, da er Erfahrung hat..", "Einst kam jemand vor R. Gamliél und klagte, er habe eine offene Tür gefunden. Dieser erwiderte: Vielleicht hast du eine Biegung208Und nicht auf das Hymen gestoßen; vgl. Anm. 109.gemacht? Ich will dir ein Gleichnis sagen, womit dies zu vergleichen ist. Wenn jemand in nächtlicher Dunkelheit geht, so findet er [die Tür], wenn er eine Biegung209Den Verschluß der Tür beiseite schiebt.macht, offen, und wenn er keine Biegung macht, geschlossen.", "Manche sagen, er habe ihm wie folgt erwidert: Vielleicht hast du absichtlich eine Biegung gemacht und die Tür samt dem Riegel210Der Sinn ist nicht recht klar; viell. er habe so ungestüm zugestoßen, daß er das Hindernis nicht merkte.fortgerissen. Ich will dir ein Gleichnis sagen, womit dies zu vergleichen ist. Wenn jemand bei nächtlicher Dunkelheit geht, so findet er [die Tür], wenn er heftig anstößt, offen, und wenn er nicht heftig anstößt, geschlossen.", "Einst kam jemand vor R. Gamliél b. Rabbi und klagte: Meister, ich habe ihr beigewohnt und kein Blut gefunden. Sie aber erwiderte: Meister, ich war Jungfer. Da sprach er zu ihnen: Holt mir das Laken. Als man es ihm holte, ließ er es in Wasser weichen und waschen, worauf sich auf diesem viele Blutflecke211Das Laken war wohl vorher so sehr schmutzig od. mit Sperma besudelt, daß diese nicht zu sehen waren.zeigten. Hierauf sprach er zu ihm: Geh, freue dich deines Kaufes.", "Hona Mar, der Sohn Rabas, aus Parziqa, sprach zu R. Aši: Sollen auch wir dies tun? Dieser erwiderte:" ], [ "Unser Bleichen gleicht nur ihrem212In Palästina hatten sie geeigneteres Wasser od. bessere Ingredienzen; in Babylonien wirkt das Waschen nicht so intensiv.Waschen. Wolltest du sagen, man sollte es demnach bleichen, so würde der Bleichstein [das Blut] entfernen.", "Einst kam jemand vor R. Gamliél b. Rabbi und klagte: Meister ich habe ihr beigewohnt und kein Blut gefunden. Sie aber erwiderte: Meister, ich bin noch Jungfer. Da sprach er: Holt mir zwei Mägde, eine Jungfer und eine Deflorierte. Als man sie ihm! vorführte, setzte er sie auf die Mündung eines Weinfasses. Bei der Deflorierten drang der [Wein]duft durch, bei der Jungfer aber drang der [Wein]duft nicht durch. Alsdann ließ er auch jene aufsetzen, und der [Wein]duft drang nicht durch. Hierauf sprach er zu ihm: Geh, freue dich deines Kaufes. —", "Sollte er doch die Probe mit ihr allein angestellt haben!? — Ihm war es nur aus der Überlieferung213Dies soll bei den Weibern von Gilea͑d (Jud. 21,12) angewandt worden sein; cf. Jab. Fol. 60b.und nicht aus Erfahrung bekannt, und er dachte: vielleicht ist die Sache nicht so sicher, und es ist nicht angängig, die Töchter Jisraéls zu verunglimpfen.", "Einst kam jemand vor R. Gamliél den Älteren und klagte: Meister, ich habe ihr beigewohnt und kein Blut gefunden. Sie aber erwiderte: Meister, ich bin aus der Familie Dorqaṭi, [deren Angehörige] weder Menstrualblut noch Jungfernblut haben. Da ließ R. Gamliél bei ihren Verwandten nachforschen, und ihre Worte stimmten. Hierauf sprach er zu ihm: Geh, freue dich deines Kaufes; wohl dir, daß dir eine aus der Familie Dorqaṭi beschieden ist. —", "Was heißt Dorqaṭi? — Ein verstümmeltes Geschlecht [dor qaṭua͑]. R. Ḥanina sagte: Nichtige Trostworte richtete R. Gamliél an jenen Mann. R. Ḥija sagte nämlich: Wie der Sauerteig dem Teige zuträglich ist, so ist das Blut einem Weibe zuträglich. Ferner wird im Namen R. Meírs gelehrt: Ein Weib, das viel Blut hat, hat auch viele Kinder.", "Es wurde gelehrt: R. Jirmeja b. Abba sagt, er habe zu ihm gesagt: freue dich deines Kaufes, und R. Jose b. Abin sagt, er habe zu ihm gesagt: du bist mit deinem Kaufe hereingefallen. — Erklärlich ist die Ansicht desjenigen, welcher ‘hereingefallen’ sagt, nach R. Ḥija, worin aber bestand der Vorzug nach demjenigen, welcher ‘freue dich’ sagt!? — Er war keinem Zweifel hinsichtlich der Menstruation ausgesetzt.", "Einst kam jemand vor Rabbi und klagte: Meister, ich habe ihr beigewohnt und kein Blut gefunden. Sie aber erwiderte: Meister, ich bin noch Jungfer. Da es ein Jahr der Dürre war und Rabbi sah, daß ihre Gesichter schwarz waren, ließ er sie ins Bad führen und Speise und Trank verabreichen. Alsdann ließ man sie in die Hochzeitskammer gehen, wo er ihr beiwohnte und Blut fand. Hierauf sprach er zu ihm: Geh, freue dich deines Kaufes. Da las Rabbi über sie:214Thr. 4,8.Ihre Haut klebt an ihren Knochen, verdorrt ist sie wie Holz.", "ii,1 DIE MORGENGABE EINER JUNGFRAU BETRÄGT ZWEIHUNDERT [Zuz], DIE EINER WITWE EINE MINE. EINE JUNGFRAU, DIE NACH DER VERLOBUNG WITWE, GESCHIEDENE ODERALUÇA GEWORDEN IST, ERHÄLT ZWEIHUNDERT [ZUZ] ALS MORGENGABE, UND DIE JUNGFERNSCHAFTSANKLAGE KANN GEGEN SIE ERHOBEN WERDEN.", "GEMARA. Weshalb heißt [die Witwe] ‘Almana’? R. Ḥana aus Bagdad erwiderte: Wegen der Mine215Hebr. Mana.. — Wie ist es aber hinsichtlich der Witwe nach der Verlobung zu erklären? — Da jene ‘Almana’ heißt, heißt auch diese ‘Almana’. —", "Wie ist es hinsichtlich der in der Schrift genannten Witwe216Die ebenfalls ‘Almana’ heißt, obgleich die Morgengabe noch gar nicht eingeführt war.zu erklären? — Für die die Rabbanan dereinst eine Mine festsetzen werden. — Erwähnt denn die Schrift das, was erst später eintraf!? — Freilich; so heißt es:217Gen. 2,14.der Name des dritten Stromes ist Ḥiddeqel, der in der Ostseite von Ašur fließt, und R. Joseph lehrte, Ašur sei Seleukia. Hat es damals schon bestanden? Vielmehr, weil es später sein wird, ebenso auch hierbei, weil es sein wird.", "Ferner sagte R. Ḥana aus Bagdad: Der Regen tränkt, sättigt, düngt, verfeinert und dehnt. Raba b. R. Jišma͑él, manche sagen, R. Jemar b. Šelemja, sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:218Ps. 65,11.seine Furchen tränke, lockere seine Schollen, mit Güssen erweiche es, sein Gewächs segne.", "R. Elea͑zar sagte: Der Altar entfernt, nährt, macht beliebt und sühnt. — Sühnen und entfernen219Sc. der Sünden.sind ja identisch!? — Er entfernt die Verhängnisse und sühnt die Sünden.", "Ferner sagte R. Ḥana aus Bagdad: Datteln erwärmen, sättigen, purgieren, kräftigen und verzärteln nicht. Rabh sagte: Wer Datteln gegessen hat, darf keine Entscheidung treffen. Man wandte ein: Datteln sind morgens220Dh. nach der Mahlzeit.und abends220Dh. nach der Mahlzeit.zuträglich, zur Vesperzeit schädlich, mittags220Dh. nach der Mahlzeit.unvergleichlich [gut], sie beseitigen dreierlei: trübe Gedanken, Leibschmerzen und Stuhlleiden!? —", "Sagen wir etwa, daß sie nicht zuträglich sind; zuträglich sind sie, jedoch für den Moment sinnverwirrend. So verhält es sich auch mit dem Weine, denn der Meister sagte, wer ein Viertel[log] Wein getrunken hat, dürfe keine Entscheidung treffen. Wenn du aber willst, sage ich: das ist kein Einwand; eines gilt vor der Mahlzeit und eines nach der Mahlzeit. Abajje sagte nämlich: Mutter sagte mir: Datteln sind vor der Mahlzeit wie eine Axt für die Palme, nach der Mahlzeit aber wie ein Riegel für die Tür.", "Daša [Tür] erklärte Raba: derekh šam [da durch]. Darga [Treppe] erklärte Raba: derekh gag [zum Dache]. Purja [Bett] erklärte R. Papa: parin verabim [worauf Fruchtbarkeit und Vermehrung erfolgt]. R. Naḥman b. Jiçhauq sagte:" ], [ "Auch wir wollen [ähnliches] sagen: Ajlunith [Sterile], die Widderartige221Vom hebr. איל, Widder., die nicht gebiert.", "ii,2 EINE PROSELYTIN, EINE GEFANGENE UND EINE SKLAVIN, DIE UNTER DREI JAHREN UND EINEM TAGE AUSGELÖST, BEKEHRT ODER FREIGELASSEN WORDEN SIND, ERHALTEN EINE MORGENGABE VON ZWEIHUNDERT [Zuz], UND DIE JUNGFERNSCHAFTSANKLAGE KANN GEGEN SIE ERHOBEN WERDEN222Vgl. Anm. 178..", "GEMARA. R. Hona sagte: Einen minderjährigen Proselyten lasse man auf Veranlassung des Gerichtes223Wenn er keinen Vater hat; er selber ist nicht geschäftsfähig.untertauchen. —", "Er lehrt uns damit, daß dies für ihn eine Bevorteilung ist, und man einen in seiner Abwesenheit bevorteilen kann, und dies haben wir ja bereits gelernt: man kann einen in seiner Abwesenheit bevorteilen, nicht aber kann man einen in seiner Abwesenheit benachteilen!? —", "Man könnte glauben, einem Nichtjuden sei die Zügellosigkeit224Seine Bekehrung zum Judentume sei gar keine Bevorteilung für ihn.erwünscht, wie uns auch von einem Sklaven bekannt ist, daß ihm die Zügellosigkeit erwünscht225Cf. Git. Fol. 13a.ist,", "so lehrt er uns, daß dies nur von einem Erwachsenen gilt, der bereits die Sünde gekostet hat, für einen Minderjährigen aber ist es226Daß er in das Judentum aufgenommen wird.eine Bevorteilung.", "Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Eine Proselytin, eine Gefangene und eine Sklavin, die unter drei Jahren und einem Tage ausgelöst, bekehrt, oder freigelassen worden sind &c. Doch wohl, die auf Veranlassung des Gerichtes untergetaucht ist. —", "Nein, hier wird von dem Falle gesprochen, wenn ein Proselyt sich samt seinen Söhnen und Töchtern bekehrt hat, die mit dem, was ihr Vater tut, einverstanden sind.", "R. Joseph sagte: Sobald sie227Die minderjährig bekehrt worden sind.großjährig werden, können sie Einspruch erheben. Abbajje wandte gegen ihn ein: Eine Proselytin, eine Gefangene und eine Sklavin, die unter drei Jahren und einem Tage ausgelöst, bekehrt oder freigelassen worden sind, erhalten eine Morgengabe von zweihundert [Zuz]. Wieso gebe man ihr, wenn du sagst, sie könne, sobald sie großjährig wird, Einspruch erheben, die Morgengabe, die sie als Nichtjüdin verzehren kann!? —", "Erst wenn sie großjährig ist. — Auch nach Erlangung der Großjährigkeit kann sie ja Einspruch erheben und austreten!? — Sobald sie eine Stunde großjährig war und Einspruch nicht erhoben hat, kann sie keinen Einspruch mehr erheben.", "Raba wandte ein: In folgenden Fällen ist die für Mädchen festgesetzte Geldbuße228Wenn sie genotzüchtigt wird; cf. Dt. 22,29.zu zahlen: wenn jemand einem Hurenkinde, einer Nethina, einer Samaritanerin beigewohnt hat, oder einer Proselytin, einer Gefangenen oder einer Sklavin, die unter drei Jahren und einem Tage ausgelöst, bekehrt oder freigelassen worden ist. Wieso gebe man ihr, wenn du sagst, sie könne, sobald sie großjährig wird, Einspruch erheben, die Geldbuße, die sie als Nichtjüdin verzehren kann!? —", "Erst wenn sie großjährig ist. — Auch nach Erlangung der Großjährigkeit kann sie ja Einspruch erheben und austreten!? — Sobald sie eine Stunde großjährig war und Einspruch nicht erhoben hat, kann sie keinen Einspruch mehr erheben.", "Abajje erhebt nicht den Einwand Rabas229Dh. aus der Lehre, aus der Raba ihn erhebt., weil bei der Geldbuße zu berücksichtigen ist, der Sünder dürfe keinen Gewinn230Deshalb muß er sie trotzdem zahlen.erzielen.", "Ebenso erhebt Raba nicht den Einwand Abajjes, weil bei der Morgengabe der Grund zu berücksichtigen ist, damit sie ihm nicht leicht zu entfernen sei231Aus diesem Grunde wurde die Morgengabe eingeführt, u. auch die genannten Personen benötigen dieses Schutzes..", "iii DIE VON EINEM ERWACHSENEN BESCHLAFENE MINDERJÄHRIGE, DIE VON EINEM MINDERJÄHRIGEN BESCHLAFENE ERWACHSENE UND DIE VERLETZTE232Wörtl. Holzverletzte, die die Merkmale der Jungfernschaft durch Verletzung verloren hat.ERHALTEN ZWEIHUNDERT [ZUZ] ALS MORGENGABE — SO R. MEÍR. DIE WEISEN SAGEN, DIE VERLETZTE ERHALTE EINE MINE ALS MORGENGABE.", "iv EINE JUNGFRAU, DIE NACH DER VERHEIRATUNG WITWE, GESCHIEDENE ODERALUÇA GEWORDEN IST, ERHÄLT EINE MINE ALS MORGENGABE, \n" ], [ "UND DIE JUNGFERNSCHAFTSANKLAGE KANN GEGEN SIE NICHT ERHOBEN WERDEN.", "EINE PROSELYTIN, EINE GEFANGENE UND EINE SKLAVIN, DIE ÄLTER DREI JAHRE UND EINEN TAG AUSGELÖST, BEKEHRT ODER FREIGELASSEN WORDEN SIND, ERHALTEN EINE MINE ALS MORGENGABE, UND DIE JUNGFERNSCHAFTSANKLAGE KANN GEGEN SIE NICHT ERHOBEN WERDEN.", "GEMARA. R. Jehuda sagte: Rabh lehrte, wenn ein Minderjähriger einer Erwachsenen beigewohnt hat, habe er sie zur Verletzten233Seine Beiwohnung ist rechtlich unwirksam, jed. hat sie die Jungfernschaft verloren.gemacht. Als ich dies Šemuél vortrug, sprach er zu mir: Es gibt keine Verletzte durch Fleisch234Da die Beiwohnung des Minderjährigen unwirksam ist, so gilt die ganze Handlung als nicht geschehen..", "Manche lehren dies als selbständige Lehre: Wenn ein Minderjähriger einer Erwachsenen beigewohnt hat, so hat er sie, wie Rabh sagt, zur Verletzten gemacht; Šemuél aber sagt, es gebe keine Verletzte durch Fleisch.", "R. Oša͑ja wandte ein: Die von einem Erwachsenen beschlafene Minderjährige, die von einem Minderjährigen beschlafene Erwachsene und die Verletzte erhalten zweihundert [Zuz] als Morgengabe — so R. Meír. Die Weisen sagen, die Verletzte erhalte eine Mine235Die Weisen streiten nur hinsichtl. der Verletzten, demnach gilt sie durch die Beiwohnung eines Minderjährigen nicht als solche.als Morgengabe!?", "Raba erwiderte: Er meint es wie folgt: Wenn ein Erwachsener einer Minderjährigen beigewohnt hat, so ist dies nichts, denn unter diesem236Die Beiwohnung eines Mädchens unter 3 Jahren.Alter ist es ebenso, als wenn man mit dem Finger gegen das Auge237Die dadurch ausfließende Träne ist kein Verlust, da der Tränensack sich wieder füllt, ebenso wächst die Jungfernschaft in diesem Alter nach.kommt, wenn aber ein Minderjähriger einer Erwachsenen beigewohnt hat, so hat er sie zur Verletzten gemacht, und hinsichtlich der Verletzten besteht ein Streit zwischen R. Meír und den Rabbanan.", "Rami b. Ḥama sagte: Der Streit besteht nur über den Fall, wenn er es238Daß sie verletzt ist.von ihr wußte, denn R. Meír vergleicht sie mit einer Mannbaren239Einem unbescholtenen Weibe im reiferen Alter, das ebenfalls keine Jungfernschaft hat, trotzdem aber 200 Zuz als Morgengabe erhält.und die Rabbanan vergleichen sie mit einer Deflorierten, wenn er es aber von ihr nicht wußte, stimmen alle überein, daß sie nichts erhalte240Nicht einmal eine Mine, da er irregeführt worden ist.. —", "Weshalb vergleicht sie R. Meír mit einer Mannbaren, er kann sie ja mit einer Deflorierten vergleichen!? — An einer Deflorierten ist eine Handlung durch einen Mann241So besser nach Handschriften.geschehen, an dieser aber ist keine Handlung durch einen Mann geschehen. — Weshalb vergleichen sie die Rabbanan mit einer Deflorierten, sie können sie ja mit einer Mannbaren vergleichen!? — An der Mannbaren ist überhaupt nichts geschehen, an dieser aber ist etwas geschehen. —", "«Wenn er es aber von ihr nicht wußte, stimmen alle überein, daß sie nichts erhalte.» R. Naḥman wandte ein: Wenn sie sagt, sie sei verletzt worden, und er sagt nein, von einem Manne242Das W. דרוסה od. דרוסת איש (von דרס treten, von einem Manne betreten, belegt) ist wohl eine volkstümliche Kakophonie v. ארוסה bezw. ארוסת איש; die anderweitigen gezwungenen Erklärungen erübrigen sich.beschlaf en, so ist sie, wie R. Gamliél und R. Elie͑zer sagen, glaubhaft243Demnach erhält sie die Morgengabe.!?", "Vielmehr, sagte Raba, erhält sie nach R. Meír, einerlei ob er es von ihr wußte oder nicht, zweihundert [Zuz], und nach den Rabbanan, wenn er es von ihr wußte, eine Mine, und wenn er es von ihr nicht wußte, nichts.", "Raba ist jedoch davon abgekommen, denn es wird gelehrt: Wie erfolgt die Ausbringung des üblen Gerüchtes244Über seine Frau, daß sie nicht unbescholten war; Dt. 22,13ff.? Wenn er vor Gericht kommt und sagt: N., ich habe bei deiner Tochter keine Jungfernschaft gefunden, so erhält sie, wenn Zeugen vorhanden sind, daß sie unter ihm245Nach der Verlobung.gehurt hat, eine Mine als Morgengabe. — Wenn Zeugen vorhanden sind, daß sie unter ihm gehurt hat, ist sie ja zu steinigen!? — Er meint es wie folgt: wenn Zeugen vorhanden sind, daß sie unter ihm gehurt hat, so ist sie zu steinigen, wenn aber vorher, so erhält sie eine Mine als Morgengabe.", "Hierzu sagte R. Ḥija b. Abin im Namen des R. Šešeth: Dies besagt, daß, wenn er sie als Jungfer genommen und sie als Deflorierte befunden wird, sie eine Mine als Morgengabe erhalte. Dagegen wandte R. Naḥman ein: Wenn jemand eine Frau genommen und bei ihr keine Jungfernschaft gefunden hat, und sie sagt, sie sei nachdem er sie sich angelobt hat genotzüchtigt worden, sodaß sein Feld überschwemmt worden ist, und er sagt, nein, bevor er sie sich angelobt hat, sodaß sein Kauf ein irrtümlicher ist, wonach sie nichts zu erhalten246Demnach erhält sie in einem solchen Falle nichts.hat.", "Und R. Ḥija b. Abin erwiderte: Ist dies möglich! R. A͑mram und alle Bedeutenden des Zeitalters saßen dabei, als R. Šešeth jene Lehre vortrug, und auf ihren Einwand erwiderte er ihnen, der irrtümliche Kauf betreffe die zweihundert [Zuz], eine Mine aber erhält sie, und du sagst, sie erhalte überhaupt nichts!?", "Hieirzu sagte Raba, wer den Einwand erhob, hatte Recht, denn unter ‘irrtümlicher Kauf’ sei zu verstehen, [sie erhalte] überhaupt nichts. Da aber ein Einwand aus jener Lehre247Vom üblen Gerüchte, wonach sie, wenn sie vor der Verlobung defloriert worden ist, eine Mine als Morgengabe erhält.zu erheben ist, so ist jene wie folgt zu berichtigen: wenn Zeugen vorhanden sind, daß sie unter ihm gehurt hat, so ist sie zu steinigen, wenn vorher, so erhält sie nichts, und wenn sie als Verletzte befunden wird, so erhält sie eine Mine als Morgengabe.", "Raba sagte ja aber, nach den Rabbanan erhalte sie, wenn er es von ihr nicht wußte, nichts? Wahrscheinlich ist Raba davon abgekommen.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn der erste sie bereits zwecks Heirat heimgeführt hatte, jedoch Zeugen vorhanden sind, daß sie mit ihm nicht allein war, oder allein war, jedoch nicht die Dauer einer Beiwohnung, so kann der andere keine Jungfernschaftsanklage erheben, da der erste sie bereits heimgeführt hatte." ], [ "Rabba sagte: Dies besagt, daß, wenn er sie als Jungfer genommen und sie als Deflorierte befunden wird, sie eine Mine als Morgengabe erhalte. R. Aši aber sagte: Tatsächlich, kann ich dir erwidern, erhält sie nichts, anders aber ist es hierbei, wo der erste sie bereits heimgeführt hatte. —", "Es ist ja zu berücksichtigen, sie kann unter ihm gehurt248Sodaß sie ihm überhaupt verboten ist.haben!? R. Šerebja erwiderte: Wenn er sie sich angetraut und ihr sofort beigewohnt hat.", "Manche beziehen dies auf unsere Mišna: Eine Jungfrau, die nach der Verheiratung Witwe, Geschiedene oder Ḥaluça geworden ist, erhält eine Mine als Morgengabe, und die Jungfernschaftsanklage kann gegen sie nicht erhoben werden. Eine Jungfrau nach der Verheiratung kommt wohl in dem Falle vor, wenn sie unter den Baldachin gekommen, jedoch nicht beschlafen worden ist.", "Rabba sagte: Dies besagt, daß, wenn er sie als Jungfer genommen und sie als Deflorierte befunden wird, sie eine Mine als Morgengabe erhalte. R. Aši aber sagte: Tatsächlich, kann ich dir erwidern, erhält sie nichts, anders aber ist es hierbei, wo sie bereits unter den Baldachin gekommen war. —", "Es ist ja zu berücksichtigen, sie kann unter ihm gehurt haben!? R. Šerebja erwiderte: Wenn er sie sich angetraut und ihr sofort beigewohnt hat.", "Wer dies auf die Barajtha249Wo sogar Zeugen vorhanden sind, daß sie noch nicht defloriert worden ist.bezieht, nach dem gilt dies um so mehr von unserer Mišna, und wer dies auf unsere Mišna bezieht, nach dem gilt dies nicht von der Barajtha, da er sagen kann, er habe sich auf die Zeugen verlassen250Die Erwiderung RA͑.s, in diesem Falle sei es anders, weil einer sie bereits genommen hatte, ist nicht stichhaltig, da Zeugen bekunden, daß keine Gelegenheit zur Beiwohnung vorhanden war..", "v,1 WER IN JUDÄA136Wo der Bräutigam in der Zeit zwischen der Verlobung u. der Hochzeit mit der Braut intimen Verkehr pflegte; cf. infra Fol. 12a.IM HAUSE SEINES SCHWIEGERVATERS OHNE ZEUGEN ISST, KANN KEINE JUNGFERNSCHAFTSANKLAGE ERHEBEN, WEIL ER MIT IHR INTIM IST251Es ist anzunehmen, daß er schon vorher mit ihr Verkehr gepflogen hat..", "GEMARA. Wenn er ‘wer ißt’ lehrt, so gibt es [auch in Judäa] Orte, wo man nicht ißt? Abajje sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß auch in Judäa der Orts[brauch] verschieden ist. Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagte: Früher ließ man in Judäa den Bräutigam und die Braut eine Zeitlang vor dem Eintritt in das Brautgemach allein, damit er mit ihr vertraut werde; in Galiläa tat man es nicht.", "Früher gab man ihnen in Judäa zwei Brautzeugen, einen ihm und einen ihr, um den Bräutigam und die Braut beim Eintritt in das Brautgemach zu252Damit sie sich nicht gegenseitig betrügen; sie könnte, um ihn zu betrügen, ein mit Blut beflecktes Laken mitnehmen, ebenso er das in der Brautnacht benutzte Laken beseitigen. Dieser Brauch konnte nur in solchen Orten Zweck haben, wo die Brautleute vorher nicht vertraut waren.überwachen; in Galiläa tat man es nicht.", "Früher schliefen in Judäa die Brautzeugen im Hause, in dem der Bräutigam und die Braut schliefen; in Galiläa tat man es nicht.", "Wer nicht nach diesem Brauche handelte, konnte die Jungfernschaftsanklage nicht erheben. Worauf bezieht sich dies: wenn auf den Anfangsatz253Auf den Brauch, das Brautpaar allein zu lassen., so müßte es ja heißen: wer danach handelte,", "und wenn auf den Schlußsatz254Auf den Brauch, das Brautpaar zu überwachen., so müßte es ja heißen: wer nicht überwacht worden255Während nach dem Wortlaute dies sich auf die Braut bezieht, u. in einem solchen Falle, wenn nur er bewacht worden ist, sollte er erst recht die Jungfernschaftsanklage erheben können.ist!?", "Abajje erwiderte: Tatsächlich auf den Anfangsatz, und man lese: wer danach handelte. Raba sprach zu ihm: Et lehrt ja aber: wer danach nicht handelte!? Vielmehr, erklärte Raba, ist dies wie folgt zu verstehen: wer in Galiläa nicht nach dem galiläischen Brauch handelte, sondern nach dem judäischen Brauche, konnte die Jungfernschaftsanklage nicht erheben. R. Aši erwiderte: Tatsächlich auf den Schlußsatz, und man lese: wer nicht überwacht worden ist.", "v,2 SOWOHL EINE JISRAÉLITISCHE WITWE ALS AUCH EINE PRIESTERLICHE WITWE256Die Tochter eines Priesters.ERHÄLT EINE MINE ALS MORGENGABE. DAS PRIESTERGERICHT ERHOB FÜR EINE JUNGFRAU VIERHUNDERT ZUZ, UND DIE WEISEN VERWEHRTEN ES IHNEN NICHT.", "GEMARA. Es wird gelehrt: Die priesterliche Witwe erhält zweihundert [Zuz] als Morgengabe. — Unsere Mišna lehrt ja aber, sowohl eine jisraélitische Witwe als auch eine priesterliche Witwe erhalte eine Mine als Morgengabe!?", "R. Aši erwiderte: Es sind zwei Bestimmungen getroffen worden. Ursprünglich bestimmten sie vierhundert Zuz für eine Jungfrau und eine Mine für eine Witwe;" ], [ "es zeigte sich aber, daß man sie geringschätzte, und sie bestimmten für sie zweihundert [Zuz]. Als sich aber herausstellte, daß man sich von ihnen zurückzog, denn man sagte, anstatt eine priesterliche Witwe zu heiraten, heiraten wir lieber eine jisraélitische Jungfrau, führten sie die ursprüngliche Bestimmung wieder ein.", "DAS PRIESTERGERICHT &C. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Sie sagten es nicht nur vom Priestergerichte, vielmehr darf jede vornehme Familie in Jisraél, wenn sie es will, nach der Art der Priester verfahren.", "Man wandte ein: Wenn jemand nach der Art der Priester verfahren will, beispielsweise bei [der Verheiratung] einer Jisraélitin mit einem Priester oder einer Priesterstochter mit einem Jisraéliten, so darf er dies. Nur bei einer Jisraélitin mit einem Priester oder einer Priesterstochter mit einem Jisraéliten, wo eine priesterliche Seite vorhanden ist, nicht aber bei einer Jisraélitin mit einem Jisraéliten!? —", "Dieser Fall ist selbstverständlich; selbstverständlich ist dies von einer Jisraélitin mit einem Jisraéliten, der nicht sagen kann, er habe sie in einen höheren Stand erhoben, man könnte aber glauben, dies gelte nicht von einer Jisraélitin mit einem Priester, der sagen kann, er habe sie in einen höheren Stand erhoben, so lehrt er uns.", "vi WENN JEMAND EINE FRAU GEHEIRATET UND BEI IHR KEINE JUNGFERNSCHAFT GEFUNDEN HAT, UND SIE SAGT, SIE SEI NACHDEM ER SIE SICH ANGELOBT HAT GENOTZÜCHTIGT WORDEN, SODASS SEIN FELD ÜBERSCHWEMMT WORDEN IST, UND ER SAGT, NEIN, BEVOR ER SIE SICH ANGELOBT HAT, SODASS SEIN KAUF EIN IRRTÜMLICHER IST, SO IST SIE, WIE R. GAMLIÉL UND R. ELIE͑ZER SAGEN, GLAUBHAFT. R. JEHOŠUA͑ SAGT, WIR LEBEN NICHT VON IHRER BEHAUPTUNG, VIELMEHR GELTE SIE ALS VOR DER VERLOBUNG DEFLORIERTE, DIE IHN BETROGEN HAT, BIS SIE DEN BEWEIS FÜR IHRE WORTE ANGETRETEN HAT.", "GEMARA. Es wurde gelehrt: [Wenn jemand zu einem sagt:] ich habe bei dir eine Mine, und dieser ihm erwidert: ich weiß es nicht, so ist er, wie R. Jehuda und R. Hona sagen, schuldig, und wie R. Naḥman und R. Joḥanan sagen, frei. R. Hona und R. Jehuda sagen, er sei schuldig, denn von einer sicheren und einer unsicheren [Behauptung] ist die sichere maßgebend. R. Naḥman und R. Joḥanan sagen, er sei frei, denn man lasse das Geld im Besitze des Inhabers257Solange der Kläger nicht den Beweis angetreten hat..", "Abajje sprach zu R. Joseph: Die Ansicht R. Honas und R. Jehudas entspricht der Ansicht Šemuéls. Wir haben nämlich gelernt: Wenn sie schwanger ist, und [auf die Frage], welcher Art der Fötus258Dh. von wem sie geschwängert wurde.sei, erwidert, er sei von jenem Manne, der Priester259Ein Mann aus vornehmer Herkunft, der sie für die Priesterschaft nicht untauglich gemacht hat.ist, so ist sie, wie R. Gamliél und R. Elie͑zer sagen, glaubhaft. Hierzu sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie R. Gamliél.", "R. Šemuél b. Jehuda sprach zu R. Jehuda: Scharfsinniger, du sagtest uns im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie R. Gamliél sogar bei der ersten260In unserer Mišna, wo der Streit sich um die Morgengabe dreht; auch in diesem Falle ist sie glaubhaft u. hat die Morgengabe einer Jungfrau zu beanspruchen.Lehre. Was heißt: sogar bei der ersten? Obgleich man sagen sollte, das Geld sei im Besitze des Inhabers zu lassen, dennoch sagt R. Gamliél, die sichere Behauptung sei maßgebend. —", "Es wäre anzunehmen, daß R. Jehuda und R. Hona der Ansicht R. Gamliéls, und R. Naḥman und R. Joḥanan der Ansicht R. Jehošua͑s seien. —", "R. Naḥman kann dir erwidern: meine Ansicht gilt auch nach R. Gamliél, denn R. Gamliél sagt es nur da, weil [eine Glaubwürdigkeit]261Wenn sie lügen wollte, könnte sie sagen, sie sei überhaupt nicht durch Beiwohnung, sondern durch eine Verletzung ihrer Jungfernschaft beraubt worden, u. sogar einem Priester erlaubt bleiben. Die Schulpartikel מיגו, hebr. מתוך, weil, da, durch, wird in der Rechtssprache nominal behandelt u. hat die Bedeutung: etwas Voraus zu haben.vorliegt, welche [Glaubwürdigkeit] aber liegt hierbei vor!?", "Oder auch: R. Gamliél sagt es nur da, weil wir sagen, sie sei beim bisherigen Zustande262Vor der Defloration war sie entschieden Jungfer, somit gilt sie als solche auch für die Dauer, wo dies zweifelhaft ist.zu belassen, welche Belassung aber gibt es hierbei!?", "Diese unsere Erwiderung, die Ansicht R. Naḥmans stimme mit der des R. Gamliél überein," ], [ "ist auch einleuchtend, denn sonst würden zwei Halakhas einander widersprechen. Es ist uns bekannt, daß bei Zivilsachen die Halakha wie R. Naḥman ist, und hinsichtlich jener Lehre sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie R. Gamliél. Schließe hieraus.", "vii WENN SIE SAGT, SIE SEI VERLETZT, UND ER SAGT, NEIN, DURCH EINEN MANN DEFLORIERT, SO IST SIE, WIE R. GAMLIÉL UND R. ELIE͑ZER SAGEN, GLAUBHAFT. R. JEHOSUA SAGT, WIR LEBEN NICHT VON IHRER BEHAUPTUNG, VIELMEHR, GELTE SIE ALS VON EINEM MANNE DEFLORIERT, BIS SIE DEN BEWEIS FÜR IHRE WORTE ANGETRETEN HAT.", "GEMARA. Worum streiten sie? — R. Joḥanan sagt, ob zweihundert [Zuz]263Die sie nach ihrer Behauptung zu erhalten hat.oder eine Mine, und R. Elea͑zar sagt, ob eine Mine263Die sie nach ihrer Behauptung zu erhalten hat.oder nichts.", "R. Joḥanan sagt, ob zweihundert [Zuz] oder eine Mine, denn er264Der Autor der Mišna.ist der Ansicht R. Meírs, welcher sagt, sie erhalte, einerlei ob er es265Daß sie nicht mehr Jungfer ist; cf. supra Fol. 11b.von ihr gewußt hat oder nicht, zweihundert [Zuz]. R. Elea͑zar sagt, ob eine Mine oder nichts, denn er ist der Ansicht der Rabbanan, welche sagen, sie erhalte, einerlei ob er es von ihr gewußt hat oder nicht, eine Mine.", "Allerdings erklärt R. Elea͑zar nicht wie R. Joḥanan, weil er [die Mišna] den Rabbanan266Nach welchen die Halakha entschieden wird.addizieren will, weshalb aber erklärt R. Joḥanan nicht wie R. Elea͑zar? —", "Er ist der Ansicht, daß, wenn er sie als Jungfer genommen und sie als Deflorierte befunden wird, sie eine Mine als Morgengabe erhalte, somit würde sie nach seiner Behauptung und nach ihrer Behauptung eine Mine zu erhalten haben; welchen Unterschied gäbe es dann zwischen seiner Behauptung und ihrer Behauptung!? —", "Erklärlich ist es nach R. Elea͑zar, daß er zwei Fälle267Den Fall unserer Mišna, wenn sie über die Ursache der Defloration streiten, u. den Fall der vorangehenden Mišna, wenn sie über die Zeit der Defloration streiten.lehrt, diesen zur Ausschließung der Lehre des Rami b. Ḥama268Hinsichtl. der Verletzten (ob. Fol. 11b), daß sie, wenn er es nicht wußte, keine Morgengabe erhalte.", "und jenen zur Ausschließung der Lehre des R. Ḥija b. Abin269Hinsichtl. der als Jungfer geheirateten u. als Deflorierte befundenen (ob. Fol. 11b), daß sie eine Morgengabe erhalte.im Namen des R. Šešeth, wozu aber sind nach R. Joḥanan zwei Fälle270Nach ihm hat die als Deflorierte befundene eine Mine als Morgengabe zu erhalten, auch im Falle der vorangehenden Lehre, somit lehrt diese nichts weiter als die bekannte Kontroverse zwischen RG. u. RJ.nötig!? —", "Einen, um die Ansicht R. Gamliéls hervorzuheben, und einen, um die Ansicht R. Jehošua͑s hervorzuheben. Den ersten, um die Ansicht R. Jehošua͑s hervorzuheben, daß sie nicht glaubhaft ist, obgleich [eine Glaubwürdigkeit]261Wenn sie lügen wollte, könnte sie sagen, sie sei überhaupt nicht durch Beiwohnung, sondern durch eine Verletzung ihrer Jungfernschaft beraubt worden, u. sogar einem Priester erlaubt bleiben. Die Schulpartikel מיגו, hebr. מתוך, weil, da, durch, wird in der Rechtssprache nominal behandelt u. hat die Bedeutung: etwas Voraus zu haben. vorliegt, den anderen, um die Ansicht R. Gamliéls hervorzuheben, daß sie glaubhaft ist, obgleich keine Glaubwürdigkeit vorliegt.", "viii WENN MAN SIE MIT JEMAND REDEN271Euphemistisch, der engere Begriff wird weiter erklärt.SAH, UND SIE [AUF DIE FRAGE],WELCHER ART JENER MANN SEI, ERWIDERT, ES SEI N., DER PRIESTER IST, SO IST SIE, WIE R. GAMLIÉL UND R. ELIE͑ZER SAGEN, GLAUBHAFT. R. JEHOŠUA͑ SAGT, WIR LEBEN NICHT VON IHRER BEHAUPTUNG, VIELMEHR GELTE SIE ALS VON EINEM NATHIN ODER EINEM HURENKINDE272Und somit einem Priester zur Ehe verboten.BESCHLAFEN, BIS SIE DEN BEWEIS FÜR IHRE WORTE ANGETRETEN HAT.", "ix WENN SIE SCHWANGER IST, UND [AUF DIE FRAGE], WELCHER ART IHR FÖTUS SEI, ERWIDERT, ER SEI VON JENEM MANNE, DER PRIESTER IST, SO IST SIE, WIE R. GAMLIÉL UND R. ELIE͑ZER SAGEN, GLAUBHAFT. R. JEHOŠUA͑ SAGT, WIR LEBEN NICHT VON IHRER BEHAUPTUNG, VIELMEHR GELTE SIE ALS VON EINEM NATHIN ODER EINEM HURENKINDE SCHWANGER, BIS SIE DEN BEWEIS FÜR IHRE WORTE ANGETRETEN HAT.", "GEMARA. Was heißt ‘reden’? — Zee͑ri erklärt, sich273Mit einem fremden Manne; es wird angenommen, daß er mit ihr intimen Verkehr gepflogen hat.verbergen, und R. Asi erklärt, beiwohnen. Erklärlich ist es nach Zee͑ri, daß er [den Ausdruck] ‘reden’273Mit einem fremden Manne; es wird angenommen, daß er mit ihr intimen Verkehr gepflogen hat.gebraucht, wieso aber heißt es ‘reden’ nach R. Asi? — Er gebraucht eine euphemistische Redewendung, wie es heißt:274Pr. 30,20.sie aß und wischt sich den Mund und spricht: ich habe nichts Unrechtes getan275Dieser Schriftvers spricht vom ehebrecherischen Weibe.. —", "Erklärlich ist es nach Zee͑ri, daß er zwei Fälle, vom Reden und vom Schwangersein276In einem Falle sind keine Beweise für den geschlechtlichen Verkehr vorhanden, im anderen wohl., lehrt, wozu aber lehrt er zwei nach R. Asi!? —", "Einen, daß sie tauglich277Für die Heirat mit einem Priester, nach RG.ist, und einen, daß auch ihre Tochter tauglich278Man könnte sonst glauben, dies gelte nur von der Mutter, weil sie bis dahin tauglich war u. man sie bei ihrem bisherigen Zustande belasse. ist. —", "Allerdings nach demjenigen, welcher279Weit. Fol. 13b.sagt, nach dem sie selber tauglich ist, sei auch ihre Tochter tauglich, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, nach dem sie tauglich ist, sei ihre Tochter untauglich!? — R. Asi ist der Ansicht desjenigen, welcher sagt, nach dem sie tauglich ist, sei auch ihre Tochter tauglich.", "R. Papa sprach zu Abajje: Rabh sagte, wegen des Beisammenseins280Einer Ehefrau mit einem fremden Manne.sei zu geißeln, jedoch [die Frau] nicht verboten, somit ist er nach Zee͑ri, welcher sagt, ‘reden’ heiße sich verbergen, nicht der Ansicht R. Jehošua͑s, welcher sagt, sie sei nicht281Sie ist demnach ihrem Manne verboten. glaubhaft!? —", "Du kannst auch sagen, daß er der Ansicht R. Jehošua͑s ist, nur haben sie bei der Legitimität282Der Eignung für Priester.eine Verschärfung283Wörtl. Erhöhung; die Reinheit des Standes muß gewahrt werden, dagegen aber wird sie dadurch ihrem Manne nicht verboten.getroffen.", "Man wandte ein: Wenn man sie mit jemand in einen verborgenen Ort" ], [ "oder in eine Ruine gehen sah, und sie [auf die Frage], welcher Art jener Mann sei, erwidert, er sei Priester, der Sohn des Bruders ihres Vaters, so ist sie, wie R. Gamliél und R. Elie͑zer sagen, glaubhaft. R. Jehošua͑ sagt, wir leben nicht von ihrer Behauptung, vielmehr gelte sie als von einem Nathin oder einem Hurenkinde beschlafen, bis sie den Beweis für ihre Worte angetreten hat.", "Erklärlich ist es nach Zee͑ri, daß er beides nennt, einen verborgenen Ort oder284In einem verborgenen Orte ist es nicht so sicher, eine Ruine aber wird entschieden zum Zwecke der Unzucht aufgesucht.eine Ruine, wozu aber nennt er beides nach R. Asi, welcher sagt, wenn beigewohnt!? — Er lehrt nur eines: in einen verborgenen Ort einer Ruine. —", "Es heißt ja: in einen verborgenen Ort oder in eine Ruine!? — Mit dem einen ist eine Ruine auf dem Felde und mit dem anderen ist eine Ruine in der Stadt gemeint. Und beides ist nötig. Würde er es nur von einer Ruine in der Stadt gelehrt haben, so könnte man glauben, sie sei nach R. Gamliél nur bei einer solchen tauglich, weil die meisten sie nicht285Er spricht von einer Stadt, deren Einwohner größtenteils Jisraéliten sind.bemakeln, wenn aber in eine Ruine auf dem Felde, wo die meisten286Sklaven, Nichtjuden udgl., die sie durch die Beiwohnung für Priester verboten machen.sie bemakeln, pflichte er R. Jehošua͑ bei.", "Und würde er es nur von dieser gelehrt haben, so könnte man glauben, R. Jehošua͑ vertrete seine Ansicht nur bei dieser, bei jener aber pflichte er R. Gamliél bei. Daher ist beides nötig.", "Man wandte ein: Dies287Der in Rede stehende Fall, wenn die Frau gefragt wird, wer ihr beigewohnt habe.ist ein Fall, wo die Frau für sich selbst Zeugnis ablegen kann. R. Jehošua͑ sagt, sie sei nicht glaubhaft. R. Jehošua͑ sprach zu ihnen: Pflichtet ihr etwa nicht bei, daß, wenn eine Gefangene, von der Zeugen bekunden, daß sie gefangen war, sagt, sie sei rein288Niemand habe ihr während ihrer Gefangenschaft beigewohnt., sie nicht glaubhaft ist!?", "Sie erwiderten: Allerdings. — Welchen Unterschied gibt es zwischen dieser und jener? — Bei dieser sind Zeugen289Ihre Gefangenschaft ist durch Zeugen bestätigt, u. bei der Zuchtlosigkeit ihrer Umgebung liegt keine Veranlassung vor, ihr zu glauben, daß sie rein geblieben ist.vorhanden, bei jener sind keine Zeugen290Wenn sie lügen wollte, könnte sie sagen, die Person, mit der sie gesehen worden ist, habe ihr überhaupt nicht beigewohnt.vorhanden.", "Jener entgegnete: Auch bei jener sind Zeugen vorhanden, denn der Bauch reicht ihr291Ihre Schwangerschaft hat mindestens die Bedeutung einer Zeugenaussage; nach RG. u. RE. ist sie auch in dem Falle glaubhaft, wenn sie schwanger ist.bis an die Zähne. Diese erwiderten: Die meisten Nichtjuden292Unter denen die Gefangene sich befand.sind in der Unzucht ausschweifend. Jener entgegnete: Bei der Unzucht gibt es keine Sicherheit.", "Dies gilt nur von der Aussage der Frau für sich selbst, hinsichtlich der Aussage der Frau für ihre Tochter aber stimmen alle überein, daß das Kind als verschwiegen293Benennung einer Person, deren Vater unbekannt (cf. Qid. Fol. 69a) u. somit einem Priester verboten ist; in diesem Falle ist zwar die Mutter einem Priester erlaubt (vgl. Anm. 278), jed. nicht die Tochter.gilt.", "Was erwiderten sie ihm und was entgegnete er294So besser nach Handschriften.ihnen? Sie erwiderten ihm wie folgt: Du hast uns hinsichtlich der Schwangeren entgegnet, was aber hast du zu entgegnen hinsichtlich derjenigen, die man nur reden sah!? Er entgegnete ihnen: Die man reden sah, gleicht295Bei beiden ist es anzunehmen, jed. sind keine Zeugen vorhanden.der Gefangenen. Hierauf erwiderten diese: Anders verhält es sich bei der Gefangenen, da die meisten Nichtjuden in der Unzucht ausschweifend sind. Jener aber entgegnete ihnen: Auch diese war mit jemand verborgen, und bei der Unzucht gibt es keine Sicherheit296Sie war mit einem Manne zusammen, u. es ist anzunehmen, daß er ihr auch beigewohnt hat..", "Hier lehrt er von beidem, vom Reden und vom Schwangersein!? Dies ist eine Widerlegung R. Asis. Eine Widerlegung. —", "Es sollte doch der Umstand maßgebend sein, daß in dem einen Falle die meisten sie bemakeln und in dem anderen Falle die meisten sie nicht bemakeln296Die Gefangene befand sich unter Nichtjuden, nicht aber die anderen.!? Dies wäre somit eine Stütze für R. Jehošua͑ b. Levi, denn R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Nach dem sie tauglich ist, ist sie es auch dann, wenn die meisten Bemakelte sind, und nach dem sie untauglich ist, ist sie es auch dann, wenn die meisten Unbemakelte sind.", "R. Joḥanan sagte: Nach dem sie tauglich ist, ist auch ihre Tochter tauglich, und nach dem sie untauglich ist, ist auch ihre Tochter untauglich. R. Elea͑zar aber sagte: Auch nach dem sie tauglich ist, ist ihre Tochter untauglich.", "Rabba sagte: Folgendes ist der Grund R. Elea͑zars: allerdings befand sie sich bisher297Des Zweifels wegen bringe man sie nicht aus dem bisherigen Zustande.im Zustande der Makellosigkeit, ihre Tochter aber befand sich nie im Zustande der Makellosigkeit.", "R. Elea͑zar wandte gegen R. Joḥanan ein: Dies gilt nur von der Aussage der Frau für sich selbst, hinsichtlich der Aussage der Frau für ihre Tochter aber stimmen alle überein, daß sie als verschwiegen gilt. Doch wohl verschwiegen und untauglich!? — Nein, verschwiegen und tauglich. —", "Gibt es denn einen tauglichen Verschwiegenen!? — Freilich, nach Šemuél, denn Šemuél sagte: Wenn zehn Priester beisammen waren und einer sich entfernt und die Beiwohnung vollzogen hat, so ist das Kind Verschwiegener298Da man nicht weiß, wer der Vater ist (vgl. Anm. 293), jed. ist es sicher unbemakelt u. für die Heirat mit einem Priester tauglich.. —", "Inwiefern Verschwiegener, wollte man sagen, man bringe ihn zum Schweigen [beim Anspruch] auf die Güter seines Vaters, so weiß man ja gar nicht, wer sein Vater ist!? — Vielmehr, man bringe ihn zum Schweigen [beim Anspruch] auf die priesterlichen299Ist es ein Mann, so ist er weder für den Tempeldienst zulässig, noch darf er Hebe essen. Rechte. Es heißt:300Num. 25,13.es sei ihm und seinen Nachkommen nach ihm zum Bündnisse ewigen Priestertumes; wenn die Nachkommen sich nach ihm legitimieren, ausgenommen dieser, bei dem die Nachkommen sich nicht nach ihm legitimieren.", "Einst kamen ein Verlobter und eine Verlobte vor R. Joseph; sie sagte: von301Sie sei schwanger.ihm, und er sagte: jawohl, von mir." ], [ "Da sprach R. Joseph: Was ist hierbei zu befürchten; erstens gibt er es zu, und zweitens sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls, die Halakha sei302Daß sie glaubhaft ist, selbst wenn er es bestreitet.wie R. Gamliél.", "Abajje sprach zu ihm: Ist sie denn, falls er es nicht zugibt, in einem derartigen Falle nach R. Gamliél tauglich, Šemuél sagte ja zu R. Jehuda: Scharfsinniger, die Halakha ist wie R. Gamliél, du aber entscheide danach nur dann, wenn die meisten sie nicht untauglich machen, hierbei aber303Bei einer Verlobten, die mit Ausnahme des Bräutigams jedem verboten ist.machen sie ja die meisten untauglich!? —", "Du solltest ja, nach deiner Auffassung, auf den Widerspruch an sich hinweisen: so ist die Halakha, du aber entscheide nicht danach!? Du mußt erklären: das eine, von vornherein, und das andere, wenn bereits304Von vornherein darf ein Priester sie nicht heiraten, hat er dies aber bereits getan, so braucht er sie nicht zu entfernen.erfolgt, und auch dieser Fall gilt als bereits erfolgt305Da sie bereits schwanger ist..", "Abajje wies Rabba auf einen Widerspruch hin: Kann R. Jehošua͑ denn gesagt haben, sie sei nicht glaubhaft, dem widersprechend bekundeten ja R. Jehošua͑ und R. Jehošua͑ b. Bethera, daß die Witwe eines Menschen aus einer Mischfamilie306Die hinsichtl. ihrer Geschlechtsreinheit nicht einwandfrei ist (עיסה Teig, gleich diesem zusammengeknetet); ausführl. weiter.für Priester tauglich sei!?", "Dieser erwiderte: Es ist nicht gleich; wenn eine Frau sich verheiratet, untersucht sie307Bei der Mischfamilie wird der Fall angenommen, daß eine Frau von ihrem Manne nicht ganz einwandfrei geschieden war u. einen Priester geheiratet hat, sodaß das Kind wegen der viell, verbotenen Heirat möglicherweise ‘Entweihter’ (cf. Bd. IV S. 436 Anm. 53) ist. Es ist anzunehmen, daß die Frau sich über die Gültigkeit der Scheidung genau informiert u. erst dann wiederum geheiratet hat.und verheiratet sich erst dann, wenn aber eine Frau hurt, untersucht308Ob es nicht eine Person ist, die sie für Priester untauglich macht.sie etwa und hurt erst dann!?", "Raba sprach: Befindet sich denn nur R. Jehošua͑ in einem Widerspruche und nicht auch R. Gamliél!? Der Schlußsatz lehrt nämlich: R. Gamliél sprach zu ihnen: Wir erkennen eure Bekundung an, was aber ist dagegen zu machen, daß R. Joḥanan b. Zakkaj angeordnet hat, hierfür kein Gericht309Das ihr die Heirat mit einem Priester erlauben sollte.einzusetzen, weil die Priester nur auf [eine Entscheidung] zur Entfernung und nicht auf eine zur Aufnahme gehorchen310Nach RG. ist sie demnach Priestern verboten, während er in unserer Mišna entgegengesetzt lehrt.würden.", "Vielmehr, erklärte Raba, R. Gamliél befindet sich nicht in einem Widerspruche, denn da ist es311Daß sie den Verkehr mit einer unbemakelten Person gepflogen hat; sie behauptet dies u. ist nach RG. glaubwürdig.sicher, hierbei aber unsicher312Die Frau selber weiß nicht, ob die Scheidung ihrer Mutter einwandfrei war..", "R. Jehošua͑ befindet sich ebenfalls nicht in einem Widerspruche, denn da ist es ein Zweifel313Über die Person, mit der sie Verkehr gepflogen hat., hierbei aber sind es zwei314Der Zweifel begann schon mit der Mutter des betreffenden Priesters.Zweifel.", "Nach R. Gamliél ist die sichere Behauptung wesentlich, daß sie tauglich ist, auch wenn nur ein Zweifel vorliegt, und die unsichere unwesentlich, daß sie auch bei zwei Zweifeln untauglich ist. R. Jehošua͑ dagegen ist bei einem Zweifel erschwerend, daß sie auch bei einer sicheren Behauptung untauglich ist, und bei zwei Zweifeln erleichternd, daß sie auch bei einer unsicheren tauglich ist.", "Die Rabbanan lehrten: Witwe eines Menschen aus einer Mischfamilie ist sie, wenn bei ihr Hurenkind, Nathin oder königlicher Sklave315Die jisraélit. Könige hielten Sklaven u. Arbeiter aus fremden Völkern; cf. Jab. Fol. 79b.nicht in Betracht316Dh. in die derartige Personen, die in die Gemeinde nicht aufgenommen werden dürfen, bestimmt nicht gekommen sind, u. ein Zweifel nur hinsichtl. eines Entweihten besteht.kommt. R. Meír sprach:" ], [ "Ich hörte, daß man solche, bei denen keiner von diesen inbetracht kommt, zur Verheiratung mit einem Priester zulasse.", "R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte im Namen R. Meírs, und mit ihm übereinstimmend R. Šimo͑n b. Menasja: Witwe eines Menschen aus einer Mischfamilie ist sie, wenn in diese ein zweifelhaft Entweihter gekommen ist,", "denn die Jisraéliten kennen die Hurenkinder unter ihnen, nicht aber kennen sie die Entweihten unter ihnen317Daher ist gerade bei letzteren Vorsicht geboten..", "Der Meister sagte: Witwe eines Menschen aus einer Mischfamilie ist sie, wenn bei ihr Hurenkind, Nathin oder königlicher Sklave nicht inbetracht kommt. Wenn aber ein Entweihter, so ist sie tauglich.", "Wenn jene, wohl deshalb, weil sie nach der Tora [unzulässig sind], und auch ein Entweihter ist es ja nach der Tora318Cf. Jab. Fol. 68a.!? Ferner sagte R. Meír, er habe gehört, daß man solche, bei denen keiner von diesen inbetracht kommt, zur Verheiratung mit einem Priester zulasse, und dies sagt ja auch der erste Autor!?", "Ferner sagte R. Šimo͑n b. Elea͑zar im Namen R. Meírs, und mit ihm übereinstimmend R. Šimo͑n b. Menasja, Witwe eines Menschen aus einer Mischfamilie sei sie, wenn in diese ein zweifelhaft Entweihter gekommen ist, denn die Jisraéliten kennen die Hurenkinder unter ihnen, nicht aber die Entweihten unter ihnen, und im Anfangsatze heißt es ja, wenn ein Entweihter, sei sie tauglich!?", "R. Joḥanan erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich eines solchen, der gegen ‘Hurenkind’319Wenn er als solcher bezeichnet wird.protestiert und ‘Entweihter’ hinnimmt. Der erste Autor ist der Ansicht, wenn man einen bemakelt nennt, und er es hinnimmt, so ist er bemakelt, und er sprach wie folgt: Witwe eines Menschen aus einer Mischfamilie ist sie, wenn in dieser niemand ist, der auf [die Benennung] Hurenkind, Nathin, königlicher Sklave oder Entweihter schweigt.", "Hierzu sprach R. Meír: Dies gilt nur von denen, die für die Gemeinde bemakelt sind, wer aber auf ‘Entweihter’ schweigt, ist tauglich, nur schweigt er deshalb, weil er sich daraus nichts320Da ein Entweihter in die Gemeinde kommen darf.macht.", "Hierauf sprach R. Šimo͑n b. Elea͑zar zum ersten Autor R. Meírs321Der seine Worte vortrug.: Wenn du von R. Meír gehört hast, daß es einen gibt, der unbemakelt ist, falls er schweigt, so gilt dies nicht von dem, der auf die Benennung ‘Entweihter’ schweigt, sondern von dem, der auf die Benennung ‘Hurenkind’ schweigt, denn dieser schweigt deshalb, weil er sich sagt, ein Hurenkind sei322Und da dies nicht von ihm bekannt ist, so weiß jeder, daß er fälschlich als solcher bezeichnet wird.bekannt. Wer aber gegen ‘Hurenkind’ protestiert und auf ‘Entweihter’ schweigt, ist bemakelt, denn er schweigt deshalb, weil er sich sagt, es genüge ihm, nicht aus der Gemeinde ausgestoßen323Als solcher darf er in die Gemeinde kommen; er schweigt deshalb, weil er eine Untersuchung seiner Herkunft vermeiden will.zu werden.", "Eines lehrt im Namen R. Joses, wer auf ‘Hurenkind’ schweigt, sei unbemakelt, und wer auf ‘Entweihter’ schweigt, sei bemakelt, und ein Anderes lehrt, wer auf ‘Entweihter’ schweigt, sei unbemakelt, und wer auf ‘Hurenkind’ schweigt, sei bemakelt!? —", "Das ist kein Einwand; eines324Die andere Lehre.nach dem ersten Autor im Sinne R. Meírs, und eines nach R. Šimo͑n b. Elea͑zar im Sinne R. Meírs.", "x R. JOSE SAGTE: EINST STIEG EIN MÄDCHEN ZU EINER QUELE HINAB, UM WASSER ZU SCHÖPFEN, UND WURDE GENOTZÜCHTIGT; DA ENTSCHIED R. JOḤANAN B. NURI: VERHEIRATEN DIE MEISTEN EINWOHNER [IHRE TÖCHTER] AN PRIESTER325Dh. wenn sie unbemakelt u. dazu berechtigt sind; es wird angenommen, daß der Notzüchter zur Mehrheit gehört., SO DARF AUCH DIESE VON EINEM PRIESTER GEHEIRATET WERDEN.", "GEMARA. Raba sprach zu R. Naḥman: Wessen Ansicht ist R. Joḥanan b. Nuri; wenn des R. Gamliél, so ist sie ja nach ihm tauglich, auch wenn die meisten Bemakelte326Da man bei einem Zweifel die betreffende Person beim bisherigen Zustand der Tauglichkeit belasse.sind, und wenn des R. Jehošua͑, so ist sie ja nach ihm untauglich, auch wenn die meisten Unbemakelte sind. Dieser erwiderte: Folgendes sagte R. Jehuda im Namen Rabhs:" ], [ "Jener Vorfall ereignete sich an der Badequelle327Wo viele Fremde verkehren; die La. בקרונה (ϰϱήνη, Quelle, Brunnen, Wasserbehälter) im jerušalemischen Talmud wird durch Handschriften bestätigt.von Sepphoris, und zwar nach R. Ami, welcher sagte, dies nur dann, wenn eine Schar makelloser Leute328Sodaß sowohl die Mehrheit der Einwohner als auch die Mehrheit der Fremden aus makellosen Personen besteht.da vorüberzog, und nach R. Jannaj, welcher sagte, die an den Badequellen beschlafen worden ist, sei für Priester tauglich. — Wieso gerade an den Badequellen!? —", "Vielmehr, die zur Zeit [des Verkehrs] an den Badequellen beschlafen worden ist, ist für Priester tauglich. Wenn aber jemand aus Sepphoris sich entfernt und [einer Frau] beigewohnt hat, so ist das Kind verschwiegen.", "So sagte R. Dimi, als er kam, im Namen Zee͑ris im Namen R. Ḥaninas, und wie manche sagen, sagte es Zee͑ri im Namen R. Ḥaninas: Man richte sich nach der Mehrheit der Stadtbürger, nicht aber richte man sich nach der Mehrheit der durchreisenden Schar. —", "Wo denkst da hin, diese zieht ja umher, jene aber sind ansässig328Nach der weiter folgenden Ausführung wird gerade beim Seßhaften od. Unbeweglichen die Mehrheit nicht berücksichtigt.!? —", "Vielmehr, man richte sich nach der Mehrheit der Stadtbürger nur dann, wenn die Mehrheit der durchreisenden Schar hinzukommt329Wenn auch diese unbemakelt ist., nicht aber richte man sich nach der Mehrheit der Stadtbürger allein, noch nach der Mehrheit der durchreisenden Schar allein. Dies aus dem Grunde, weil bei der Mehrheit der durchreisenden Schar die Mehrheit der Stadtbürger zu berücksichtigen330Damit man sich nicht nach der Mehrheit dieser allein richte.ist. —", "Aber auch bei der Mehrheit der Stadtbürger ist ja, wenn er zu ihr gegangen ist, anzunehmen, wer sich trennt, trenne sich von der Mehrheit!? — Sie kann zu ihm gegangen und er auf seinem Platze geblieben sein, und R. Zera sagte, was sich auf einem Platze befindet, gilt als Hälfte gegen Hälfte331In einem solchen Falle ist die Mehrheit nicht zu berücksichtigen.. —", "Sind denn zwei Mehrheiten erforderlich, es wird ja gelehrt, daß, wenn neun Läden Fleisch von Geschlachtetem verkaufen und einer Fleisch von Aas verkauft, und man in einem von diesen gekauft, und nicht weiß, in welchem man gekauft hat, es wegen des Zweifels verboten sei, und wenn [Fleisch] gefunden wird, man sich nach der Mehrheit332Die Mehrheit der Läden verkauft geschlachtetes Fleisch, u. es ist anzunehmen, daß es von dieser herrührt.richte!?", "Wolltest du erwidern, wenn die Tore der Stadt nicht geschlossen sind, sodaß eine Mehrheit333Von Schlächtern, die rituell geschlachtetes Fleisch verkaufen; in diesem Falle sind auch hierbei 2 Mehrheiten vorhanden.von Auswärts kommt, so sagte ja R. Zera, auch wenn die Tore der Stadt geschlossen sind!? — Bei der Legitimität haben sie eine Verschärfung getroffen334Daß 2 Mehrheiten erforderlich sind..", "Der Text. R. Zera sagte: Was sich auf seinem Platze befindet, gilt als Hälfte gegen Hälfte, ob erleichternd oder erschwerend.", "Woher entnimmt dies R. Zera? Wollte man sagen aus [der Lehre], daß, wenn neun Läden Fleisch von Geschlachtetem verkaufen und einer Fleisch von Aas verkauft, und man in einem von diesen gekauft, und nicht weiß, in welchem man gekauft hat, es wegen des Zweifels verboten sei und wenn [Fleisch] gefunden wird, man sich nach der Mehrheit richte, so erfolgt es ja hierbei erschwerend.", "Und wenn etwa aus der Lehre, daß, wenn es neun Frösche und ein Kriechtier335Erstere sind nicht rituell verunreinigend, letztere wohl; cf. Lev. 1,29ff.waren, und er eines von ihnen berührt, und nicht weiß, welches er berührt hat, er wegen des Zweifels unrein sei, so erfolgt es ja hierbei erschwerend. —", "Vielmehr, aus [der Lehre], daß, wenn es neun Kriechtiere und ein Frosch waren, und ein Zweifel hinsichtlich der Verunreinigung336Wenn er nicht weiß, ob er den Frosch od. ein Kriechtier berührt hat.besteht, er im Falle des Zweifels, wenn es auf öffentlichem Gebiete erfolgt ist, rein, und wenn auf Privatgebiet, unrein sei. —", "Woher, daß dies nach der Tora gilt? — Die Schrift sagt:337Dt. 19,11.wenn er ihm aufgelauert und ihn überfallen, nur wenn er auf ihn gezielt338Ist er wegen Mordes schuldig, nicht aber in dem Falle, wenn er in der Absicht, diesen zu töten, einen anderen getötet hat; cf. Syn. Fol. 78b.hat. — Und die Rabbanan339Nach welchen man in diesem Falle schuldig ist.? — In der Schule R. Jannajs erklärten sie: Ausgenommen der Fall, wenn jemand einen Stein hineinwirft340In eine Gruppe von Menschen, Juden u. Nichtjuden; in diesem Falle ist er frei, da er überhaupt nicht auf einen Juden gezielt hat.. —", "In welchem Falle: wollte man sagen, wenn es neun Nichtjuden und ein Jisraélit sind, so sollte schon der Umstand maßgebend sein, daß die meisten Nichtjuden sind, und selbst wenn sie Hälfte gegen Hälfte sind, ist ja bei Todesstrafsachen in einem Zweifel erleichternd zu entscheiden!? —", "In dem Falle, wenn es neun Jisraéliten und ein Nichtjude sind. Der Nichtjude befindet sich auf seinem Platze, und was sich auf seinem Platze befindet, gilt als Hälfte gegen Hälfte.", "Es wurde gelehrt: R. Ḥija b. Aši sagte im Namen Rabhs, die Halakha sei341Im Falle unserer Mišna.wie R. Jose, und R. Ḥanan b. Raba sagte im Namen Rabhs, es war nur eine Entscheidung für die Stunde342In jenem Falle lag eine besondere Veranlassung zu dieser Entscheidung vor..", "R. Jirmeja wandte ein: Sind denn bei der Legitimität nicht zwei Mehrheiten erforderlich, wir haben ja gelernt, daß," ], [ "wenn man da343In einer Stadt, in der Juden u. Nichtjuden wohnen.ein ausgesetztes Kind findet, es, wenn die meisten Nichtjuden sind, als nichtjüdisches, wenn die meisten Jisraéliten sind, als jisraélitisches, und wenn Hälfte gegen Hälfte, als jisraélitisches gilt,", "und hierzu sagte Rabh, nur insofern, als daß man es am Leben erhalte, nicht aber hinsichtlich der Legitimität, und Šemuél sagte, insofern, als daß man seinetwegen [am Šabbath] einen Trümmerhaufen freilege344Um ihm das Leben zu retten.!? —", "Ihm war entgangen, daß R. Jehuda im Namen Rabhs sagte, jener Vorfall habe sich an der Badequelle von Sepphoris ereignet345Es waren 2 Mehrheiten vorhanden.. —", "Gegen R. Ḥanan b. Raba, welcher sagt, es war eine Entscheidung für die346Nur in jenem Falle waren 2 Mehrheiten erforderlich.Stunde ist ja hieraus ein Einwand347Eine Mehrheit ist nicht ausreichend.zu erheben!? — Wer das eine lehrte, lehrte das andere nicht.", "Der Text. Wenn man da ein ausgesetztes Kind findet, so gilt es, wenn die meisten Nichtjuden sind, als nichtjüdisches, wenn die meisten Jisraéliten sind, als jisraélitisches, und wenn Hälfte gegen Hälfte, als jisraélitisches. Rabh sagte: Dies nur insofern, als daß man es am Leben erhalte, nicht aber hinsichtlich der Legitimität. Šemuél sagte: Daß man seinetwegen einen Trümmerhaufen freilege. —", "Kann Šemuél dies denn gesagt haben, R. Joseph sagte ja im Namen R. Jehudas im Namen Šemuéls, daß man sich bei der Lebensrettung nicht nach der Mehrheit348Es ist auf jeden Fall zu retten. richte!? — Vielmehr, die Lehre Šamuéls bezieht sich auf den Anfangsatz: wenn die meisten Nichtjuden sind, als nichtjüdisches; hierzu sagte Šemuél, anders aber, wenn seinetwegen ein Trümmerhaufen freizulegen ist348Es ist auf jeden Fall zu retten.. —", "In welcher Hinsicht gilt es demnach, wenn die meisten Nichtjuden sind, als nichtjüdisches? R. Papa erwiderte: Daß man es Aas essen lasse. —", "In welcher Hinsicht gilt es, wenn die meisten Jisraéliten sind, als jisraélitisches? R. Papa erwiderte: Daß man ihm eine verlorene Sache wiederbringe349Cf. Ex. 23,3 u. Syn. Fol. 76b.. —", "In welcher Hinsicht gilt es, wenn Hälfte gegen Hälfte, als jisraélitisches? Reš Laqiš erwiderte: Hinsichtlich der Schädigungen350Durch ein Tier, wobei zwischen Juden u. Nichtjuden unterschieden wird; cf. Bq. Fol. 37b.. — In welchem Falle: hat ein uns gehörender Ochs einem ihm gehörenden niedergestoßen, so kann man ja zu ihm sagen: tritt den Beweis an, daß du Jisraélit bist, so erhältst du351Den dir zukommenden Schadenersatz; der Kläger hat den Beweis anzutreten; cf. Bq. Fol. 46a.!? —", "In dem Falle, wenn ein ihm gehörender Ochs einen uns gehörenden niedergestoßen hat. Die Hälfte muß er352Wie dies bei einem Jisraéliten einem Jisraéliten gegenüber der Fall ist.ersetzen; und hinsichtlich der anderen Hälfte kann er sagen: tritt den Beweis an, daß ich kein Jisraélit bin, so zahle ich sie dir.", "", "i WENN EINE FRAU, DIE VERWITAVET ODER GESCHIEDEN WIRD, SAGT, ER HABE SIE ALS JUNGFRAU GEHEIRATET, UND ER1Der Ehemann, bezw. der Erbe, der ihr die Morgengabe auszuzahlen hat. SAGT, NEIN, ER HABE SIE ALS WITWE GEHEIRATET, SO ERHÄLT SIE, WENN ZEUGEN VORHANDEN SIND, DASS SIE MIT EINEM HINUMA2Wird weiter erklärt.UND ENTBLÖSSTEM HAUPTE HINAUSGEFÜHRT3Wie dies nur bei Jungfrauen üblich war. WURDE, EINE MORGENGABE VON ZWEIHUNDERT [ZUZ]. R. JOḤANAN B. BEROQA SAGT, AUCH DIE VERTEILUNG VON ROSTÄHREN4An Kinder, die den Hochzeitszug begleiten; auch dies war nur bei Hochzeiten von Jungfrauen üblich. GELTE ALS BEWEIS.", "ii R. JEHOŠUA͑5Der in ähnlichen Fällen beweislosen Behauptungen weniger Glaubwürdigkeit beimißt. PFLICHTET JEDOCH BEI, DASS, WENN JEMAND ZU SEINEM NÄCHSTEN SAGT: DIESES FELD GEHÖRTE DEINEM VATER, UND ICH HABE ES VON IHM GEKAUFT, ER GLAUBHAFT SEI, \n" ], [ "DENN DERSELBE MUND, DER ES VERBOTEN GEMACHT HAT, MACHT ES ERLAUBT6Bekannte Redewendung; jener erfuhr erst durch ihn, daß das Feld früher seinem Vater gehörte, er selber aber erklärt auch, es gekauft zu haben.. SIND ABER ZEUGEN VORHANDEN, DASS ES DESSEN VATER GEHÖRTE, SO IST ER, WENN ER SAGT, ER HABE ES VON IHM GEKAUFT, NICHT GLAUBHAFT.", "GEMARA. Nur wenn Zeugen vorhanden sind, wenn aber keine Zeugen vorhanden sind, ist der Ehemann glaubhaft. Eine anonyme Lehre widerspricht somit R. Gamliél, denn R. Gamliél sagt, sie sei glaubhaft. —", "Du kannst auch sagen, nach R. Gamliél, denn R. Gamliél ist dieser Ansicht nur da, wo [sie] ‘bestimmt’ und [er] ‘vielleicht’ sagt7In jenem Falle (ob. Fol. 12b) kann der Mann zwar behaupten, sie sei vorher genotzüchtigt worden, jed. dies nicht sicher wissen., nicht aber hierbei, wo beide es bestimmt behaupten. —", "Was dachte sich der Fragende: hierbei behaupten es ja beide8Es liegt gar keine Veranlassung vor, ihr mehr Glauben zu schenken. bestimmt!? — Da die meisten Frauen sich als Jungfrauen verheiraten, so ist es ebenso, als würde [sie] ‘bestimmt’ und er ‘vielleicht’ sagen9Die Wahrscheinlichkeit ist auf ihrer Seite..", "Dies ist auch einleuchtend, denn er lehrt, R. Jehošua͑ pflichte bei. Erklärlich ist dies, wenn du sagst, er spreche von einem Falle, hinsichtlich dessen R. Gamliél beipflichtet, wem aber pflichtet R. Jehošua͑ bei, wenn du sagst, er spreche nicht von einem Falle, hinsichtlich dessen R. Gamliél beipflichtet!? —", "Du glaubst wohl, R. Jehošua͑ beziehe sich auf [die Lehre in] diesem Abschnitte, er bezieht sich auf den Fall von der Glaubwürdigkeit10Wo die Frau deshalb glaubhaft ist, weil sie, wenn sie lügen wollte, für sie günstigeres behaupten könnte.im ersten Abschnitte. —", "Auf welchen: wenn etwa auf den Fall, wenn sie schwanger ist, und [auf die Frage], welcher Art ihr Fötus sei, erwidert, er sei von jenem Manne, der Priester ist, hinsichtlich dessen R. Gamliél und R. Elie͑zer sagen, sie sei glaubhaft, und R. Jehošua͑ sagt, wir leben nicht von ihrer Behauptung, so liegt ja da keine Glaubwürdigkeit vor, wo ihr der Bauch bis an die Zähne11Sie ist schwanger u. kann nicht sagen, sie sei überhaupt nicht beschlafen worden.reicht.", "Und wenn auf den Fall, wenn man sie mit jemand reden sah, und sie [auf die Frage], welcher Art jener Mann sei, erwidert, es sei N., der Priester ist, hinsichtlich dessen R. Gamliél und R. Elie͑zer sagen, sie sei glaubhaft, und R. Jehošua͑ sagt, wir leben nicht von ihrer Behauptung, so liegt allerdings nach Zee͑ri, welcher sagt, ‘reden’ heiße sich verbergen12Mit einem fremden Manne; cf. S. 36 Anm. 273., eine Glaubhaftigkeit vor, denn, da sie, wenn sie wollte, sagen könnte, sie sei nicht beschlafen worden, und sagt, sie sei beschlafen worden, so ist sie glaubhaft, welche Glaubhaftigkeit liegt aber nach R. Asi vor, welcher sagt, ‘reden’ heiße beschlafen werden!?", "Und wenn auf den Fall, wenn sie sagt, sie sei verletzt13Sie habe das Hymen durch Unfall od. Verletzung verloren., und er sagt, nein, von einem Manne defloriert, hinsichtlich dessen R. Gamliél und R. Elie͑zer sagen, sie sei glaubhaft, und R. Jehošua͑ sagt, wir leben nicht von ihrer Behauptung, so liegt ja auch hierbei keine Glaubhaftigkeit vor.", "Allerdings liegt nach R. Elea͑zar, welcher sagt, sie streiten, ob eine Mine oder nichts14Als Verletzte hat sie eine Mine als Morgengabe zu beanspruchen, als Deflorierte nichts., eine Glaubhaftigkeit vor, denn, da sie, wenn sie wollte, sagen könnte, sie sei unter ihm15Nach der Verlobung.verletzt worden, sodaß sie zweihundert [Zuz] zu erhalten hätte, und sagt, es sei vorher erfolgt, sodaß sie nur eine Mine zu erhalten hat, so ist sie glaubhaft; welche Glaubhaftigkeit aber liegt nach R. Joḥanan vor, welcher sagt, sie streiten, ob zweihundert [Zuz] oder eine Mine16Cf. Anm. 14 mut. mut.!? —", "Vielmehr, auf den Fall, wenn jemand eine Frau genommen und bei ihr keine Jungfernschaft gefunden hat, und sie sagt, sie sei, nachdem er sich mit ihr verlobt hat, genotzüchtigt worden, sodaß sein Feld überschwemmt worden17Es ist sein Mißgeschick.ist, und er sagt, nein, bevor er sich mit ihr verlobt hat,", "hinsichtlich dessen R. Gamliél und R. Elie͑zer sagen, sie sei glaubhaft, und R. Jehošua͑ sagt, wir leben nicht von ihrer Behauptung. Da sie sagen könnte, sie sei unter ihm verletzt, und somit für Priester nicht untauglich geworden, und sagt, sie sei genotzüchtigt, und somit für Priester untauglich geworden, so ist sie nach R. Gamliél glaubhaft. Hierauf bezugnehmend sprach R. Jehošua͑ zu ihm: Bei dieser Glaubhaftigkeit18Im Falle unserer Mišna.pflichte ich dir bei, bei jener aber streite ich gegen dich. —", "Merke, in diesem Falle liegt eine Glaubhaftigkeit vor und in jenem Falle liegt eine Glaubhaftigkeit vor, womit ist die eine Glaubhaftigkeit anders als die andere? — Hierbei liegt kein geschlachtetes Rind19Kein casus certationis; wenn dieser ihm nicht gesagt hätte, daß das Feld früher seinem Vater gehörte, würde jede Veranlassung zu irgend einem Ansprüche gefehlt haben.vor dir, da aber liegt ein geschlachtetes Rind vor dir20Es liegt die Tatsache vor, daß sie nicht Jungfer war; sie ist daher nicht glaubhaft, obgleich sie eine für sie günstigere Ausrede hatte.. —", "Was ist dabei, wenn die meisten Frauen als Jungfrauen heiraten, daß keine Zeugen gekommen21Es sollte trotzdem angenommen werden, daß sie zur Mehrheit gehöre.sind!? Rabina erwiderte: Man sage wie folgt: die meisten Frauen heiraten als Jungfrauen und die wenigsten als Witwen, dagegen aber ist jede Hochzeit einer Jungfrau bekannt22Da es bei einer solchen pomphafter zugeht.," ], [ "und da ihre nicht bekannt23Da keine Zeugen vorhanden sind, die die in der Mišna genannten Bräuche bekunden.war, so ist ihre [Angehörigkeit zur] Mehrheit unsicher. —", "Welche Bedeutung hat es, wenn jede Hochzeit einer Jungfrau bekannt ist, daß Zeugen gekommen sind, es sind ja falsche Zeugen!? Vielmehr, erwiderte Rabina, die meisten Hochzeiten von Jungfrauen sind bekannt, und da ihre nicht bekannt war, so ist ihre [Zugehörigkeit zur] Mehrheit unsicher.", "WENN ZEUGEN VORHANDEN SIND, DASS SIE MIT EINEM HINUMA &C. HINAUSGEFÜHRT WURDE. Es sollte doch berücksichtigt werden, sie könnte vor einem Gerichte Zeugen bringen und [die Morgengabe] einfordern, und [vor einem anderen Gerichte] die Urkunde vorlegen und sie wiederum einfordern!? R. Abahu erwiderte: Dies besagt, daß eine Quittung zu schreiben24Darüber besteht ein Streit; cf. Bb. Fol. 170b.sei. R. Papa erwiderte: Dies gilt von Orten, wo keine Urkunde über die Morgengabe geschrieben wird.", "Manche beziehen dies auf folgende Barajtha: Hat sie die Urkunde über ihre Morgengabe verloren, versteckt oder ist sie verbrannt25Und ein Streit besteht, ob sie bei der Verheiratung Jungfrau od. Witwe war.worden, so ist [der Umstand entscheidend], ob man vor ihr26Bei ihrer Hochzeit.getanzt, gespielt, oder an ihr den Verkündungsbecher27So wörtlich; die Erklärung folgt weiter.oder das Jungfernschaftslaken vorübergetragen28Dies alles erfolgte nur bei der Hochzeit einer Jungfrau.hat; hat sie Zeugen, die eines davon bekunden, so erhält sie eine Morgengabe von zweihundert [Zuz].", "Sollte doch berücksichtigt werden, sie könnte vor dem einen Gerichte Zeugen bringen und [die Morgengabe] einfordern, und [vor einem anderen Gericht] die Urkunde vorlegen und sie wiederum einfordern!? R. Abahu erwiderte: Dies besagt, daß eine Quittung zu schreiben sei. R. Papa erwiderte: Dies gilt von Orten, wo keine Urkunde über die Morgengabe geschrieben wird. —", "Es heißt ja: hat sie die Urkunde über ihre Morgengabe verloren!? — Wenn jemand eine geschrieben hat. — Aber schließlich kann sie ja diese vorlegen und damit [nochmals] einfordern!? — Unter verloren ist zu verstehen: im Feuer vernichtet. —", "Dies heißt ja demnach verbrannt!? Und wie ist es ferner hinsichtlich des Versteckens zu erklären!? Und wozu wird der Fall vom Verlieren gelehrt!? — Vielmehr, hat sie [die Urkunde] verloren, so ist es ebenso, als würde sie sie vor uns versteckt haben; sie erhält [die Morgengabe] nur dann, wenn Zeugen bekunden, daß die Urkunde verbrannt ist.", "Wer dies29Die Erklärung von RA. u. RP.auf die Barajtha bezieht, nach dem gilt dies um so mehr von unserer Mišna, und wer dies auf unsere Mišna bezieht, nach dem gilt dies nicht von der Barajtha, wegen des Einwandes30Der gegen die Erklärung RP.s erhoben wurde; die Erwiderung ist sehr gezwungen..", "WENN ZEUGEN VORHANDEN SIND &C. Sollte doch berücksichtigt werden, sie könnte [vor einem Gerichte] Zeugen des Hinuma bringen und [die Morgengabe] einfordern, sodann vor einem anderen Gerichte Zeugen des Hinuma bringen und sie wiederum einfordern!? — Wo nicht anders möglich ist, ist entschieden eine Quittung zu schreiben.", "Was ist dies für ein Verkündungsbecher? R. Ada b. Ahaba erwiderte: Man trug an ihr einen Becher Wein von Hebe vorüber; dies bedeutet: diese ist würdig, Hebe zu essen31Dh. sie ist makellos u. einem Priester erlaubt.. R. Papa wandte ein: Darf etwa eine Witwe keine Hebe32Auch diese ist einem Priester erlaubt.essen!? Vielmehr, erklärte R. Papa, diese ist [sexuell] Erstling, wie die Hebe Erstling33Diese ist Erstling der Ernte; cf. Dt. 18,4.ist.", "Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Man trug an ihr ein Faß Wein vorüber. R. Ada b. Ahaba sagte: Vor einer Jungfrau trug man ein geschlossenes und vor einer Deflorierten ein offenes vorüber. — Wozu denn, sollte man34Wenn dies nur als Beweismittel bei späteren Streitfällen dienen soll.vor einer Jungfrau vorübertragen und vor einer Deflorierten überhaupt nicht!? — Sie könnte, wenn sie die zweihundert [Zuz] eingehascht hat35Sodaß ihr Mann bezw. dessen Erben die Klagenden sind u. den Beweis anzutreten haben., sagen, sie sei Jungfrau gewesen, [das Faß] aber wegen eines Hindernisses nicht vorübergetragen worden.", "Die Rabbanan lehrten: Wie erfolgt der Tanz36Dh. was dabei zu sprechen u. vorzutragen ist.vor der Braut? Die Schule Šammajs sagt," ], [ "je nach der Beschaffenheit der Braut. Die Schule Hillels sagt, [man spreche:] Schöne Braut und liebreiche! Die Schule Šammajs sprach zur Schule Hillels: Wie sollte man, wenn sie lahm oder blind ist, über sie sagen: schöne Braut und liebreiche, die Tora sagt ja: 37Ex. 23,7.von einer Lüge halte dich fern!? Die Schule Hillels erwiderte der Schule Šammajs: Hat man, nach eurer Ansicht, wenn jemand einen schlechten Kauf auf dem Markte gemacht hat, [die Ware] in seinen Augen zu loben oder herabzusetzen? Doch wohl zu loben. Hierauf bezugnehmend sagten die Weisen: Stets passe man seine Sinnesart der seiner Mitmenschen an.", "Als R. Dimi kam, sagte er: Im Westen singen sie vor der Braut wie folgt: Kein Stibium, keine Schminke und keine Frisur, und doch eine anmutige Gazelle. Als die Rabbanan R. Zera ordinierten, sangen sie vor ihm wie folgt: Kein Stibium, keine Schminke und keine Frisur, und doch eine anmutige Gazelle.", "Als sie R. Ami und R. Asi ordinierten, sangen sie vor ihnen wie folgt: Solche, nur solche ordiniert uns; ordiniert uns aber keine von den Sarmisin38Die Bedeutung dieser Worte ist dunkel, u. dem T. selber ist sogar die Lesart unsicher; nach der etymolog. gezwungenen Erklärung Raschis Verdrehten u. Lumpen.und den Sarmitin. Manche lesen: von den Ḥamisin und den Ṭurmisin39Nach den Kommentaren: Halbwissenden u. Nichtswürdigen.. Wenn", "R. Abahu aus dem Lehrhause zum Kaiser ging, kamen ihm kaiserliche Dienerinnen entgegen und sangen vor ihm wie folgt: Fürst seines Volkes, Leiter seiner Nation, strahlende Leuchte, gesegnet sei dein Kommen in Frieden.", "Man erzählt von R. Jehuda b. Ilea͑j, daß er einen Myrtenzweig nahm und vor der Braut tanzte, indem er sprach: Schöne Braut und liebreiche. R. Šemuél b. R. Jiçḥaq tanzte mit drei [Zweiglein jonglierend]. Da sprach R. Zera: Dieser Greis kompromittiert uns40Er machte sich mit seinem Tanze vor der Braut lächerlich.. Als seine Seele zur Ruhe einkehrte, trennte eine Feuersäule zwischen ihm und der ganzen Gemeinde, und es ist uns überliefert, daß eine derartige Trennung durch eine Feuersäule nur bei dem erfolgt, der einzig ist in seinem Zeitalter oder nur noch einen zweiten hat.", "Hierauf sprach R. Zera: Der Greis hat es seinem Myrtenzweige41Diese 3 Worte haben im Texte die gleichen Konsonanten u. unterscheiden sich nur durch ihre Vokale, daher die Unsicherheit der Lesart.zu verdanken. Manche lesen: seiner Albernheit41Diese 3 Worte haben im Texte die gleichen Konsonanten u. unterscheiden sich nur durch ihre Vokale, daher die Unsicherheit der Lesart., und manche lesen: seiner Gepflogenheit41Diese 3 Worte haben im Texte die gleichen Konsonanten u. unterscheiden sich nur durch ihre Vokale, daher die Unsicherheit der Lesart..", "R. Aḥa nahm [die Braut] auf die Schulter und tanzte mit ihr. Die Jünger sprachen zu ihm: Dürfen auch wir dies tun? Dieser erwiderte: Kommt sie euch wie ein Balken42Wenn sie keine sinnliche Empfindungen erregt.vor, so ist es recht, sonst aber nicht.", "R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Man darf alle sieben Tage die Braut anschauen, um sie ihrem Ehemanne lieb zu machen. Die Halakha ist aber nicht wie er.", "Die Rabbanan lehrten: Man lasse die Leiche vor der Braut43Wenn der Leichenzug u. der Brautzug nicht gleichzeitig die Straße passieren können.ausweichen, und beide vor einem jisraélitischen Könige. Man erzählt vom Könige Agrippa, daß er vor der Braut auswich, und die Weisen lobten ihn. —", "Wenn sie ihn lobten, so tat er wohl recht, und [dem widersprechend] sagte ja R. Aši, daß selbst nach demjenigen, welcher sagt, wenn ein Fürst auf seine Ehrung verzichtet, der Verzicht gültig sei, der Verzicht eines Königs auf seine Ehrung ungültig sei, denn es heißt: 44Dt. 17,15.du sollst einen König über dich setzen, daß du Ehrfurcht vor ihm hast!? — Es war an einem Scheidewege45Und nicht offensichtlich, daß er wegen des Brautzuges auswich..", "Die Rabbanan lehrten: Man unterbreche das Studium der Tora wegen des Leichenbegängnisses und der Brautführung. Man erzählt von R. Jehuda b. R. Ilea͑j, daß er wegen des Leichenbegängnisses und wegen der Brautführung das Studium der Tora unterbrach. Dies nur in dem Falle, wenn nicht genügend [Begleitung] vorhanden ist, wenn aber genügend vorhanden ist, unterbreche man nicht. —", "Was heißt genügend? R. Šemuél b. Inj a erwiderte im Namen Rabhs: Zwölftausend Personen und sechstausend Posaunenbläser. Manche sagen: Dreizehntausend46Rieht, mit der Parallelstelle (Meg. 29a) zwölf tausend.Personen und unter diesen sechstausend Posaunenbläser. U͑la erklärte: Daß die Leute Spalier bilden vom Stadttore bis zur Grabstätte. R. Šešeth, nach anderen R. Joḥanan, erklärte: Die Fortnahme [der Tora]47Dh. der Tod des Gelehrten.gleicht der Verleihung; wie bei der Verleihung sechzig Myriaden anwesend waren, ebenso müssen bei der Fortnahme sechzig Myriaden anwesend sein. Dies gilt von einem, der Schrift und Mišna gelernt hat," ], [ "für einen aber, der auch gelehrt hat, gibt es keine Grenze.", "WENN ZEUGEN VORHANDEN SIND, DASS SIE MIT EINEM HINUMA &C. HINAUSGEFÜHRT WURDE. Was ist Hinuma? Surḥab b. Papa erklärte im Namen Zee͑ris: Ein Myrtenkleid48תנורא syr. (aus dem Persischen) Panzer, wohl eine Art Überwurf; eine Transmutation von רותונא (ϱοδων, Rosenkranz) ganz unwahrscheinlich.. R. Joḥanan erklärte: Ein Schleier, unter dem die Braut schlummert49Es hat diesen Anschein, da ihr Augen u. Gesicht verdeckt sind: so nach den Kommentaren..", "R. JOḤANAN B. BEROQA SAGT &C. Es wird gelehrt: Dies dient als Beweis in Judäa50Wo die in der Mišna genannten Bräuche üblich waren., was in Babylonien? — Rabh sagte, das Ölträufeln auf die Häupter der Jünger51Die bei der Hochzeit einer Jungfrau anwesend waren.. R. Papa sprach zu Abajje: Spricht der Meister vom Öl zur Kopfreinigung? Dieser erwiderte: Waisenkind52Wohl scherzhaft (nach Raschi Unkundiger), da wie aus einem Jab. Fol. 106a mitgeteilten Berichte hervorgeht, RP. als Erwachsener noch beide Eltern hatte. Grätz, der in seiner Geschichte RP. zur Waise macht u. ihm einen Vater Chanan gibt, jed. auffallenderweise ohne Nennung der Quelle, hat sein Wissen aus Fürst, Lb. d. Or. Jg. VIII col. 134., deine Mutter hat wohl bei dieser Gelegenheit das Ölträufeln auf die Häupter der Jünger nicht veranstaltet. So verheiratete einst ein Gelehrter seinen Sohn im Hause des Rabba b. U͑la, und wie manche sagen, verheiratete Rabba b. U͑la seinen Sohn im Hause eines Gelehrten, und träufelte bei dieser Gelegenheit Öl auf die Häupter der Jünger. —", "Was [kennzeichnet] eine Witwe? — R. Joseph lehrte, bei einer Witwe werden keine Rostähren verteilt.", "R. JEHOŠU͑ PFLICHTET JEDOCH BEI, DASS, WENN JEMAND ZU SEINEM NÄCHSTEN SAGT &C. Sollte er doch lehren, R. Jehošua͑ pflichte bei hinsichtlich des Falles, wenn jemand zu seinem Nächsten sagt: dieses Feld gehörte dir, und ich habe es von dir gekauft!? —", "Weil er im Schlußsatze lehren müßte: wenn aber Zeugen vorhanden sind, daß es jenem gehörte, und er sagt, er habe es von ihm gekauft, so ist er nicht glaubhaft.", "In welchem Falle: hat er es die Ersitzungsjahre53Die Ersitzung eines Grundstückes erfolgt in 3 Jahren, falls während dieser Zeit kein Einspruch erhoben worden ist.nießbraucht, weshalb sollte er nicht glaubhaft sein, und hat er es nicht die Ersitzungsjahre nießbraucht, so ist es ja selbstverständlich, daß er nicht glaubhaft ist. —", "Demnach ist dies ja auch bei dem seines Vaters einzuwenden: hat er es die Ersitzungsjahre nießbraucht, weshalb sollte er nicht glaubhaft sein, und hat er es nicht die Ersitzungsjahre nießbraucht, so ist es ja selbstverständlich, daß er nicht glaubhaft ist!? —", "Bei dem seines Vaters kann es vorkommen, daß er es zwei Jahre bei Lebzeiten des Vaters und ein Jahr bei Lebzeiten des Sohnes54Während seiner Minderjährigkeit; dieses Jahr zählt nicht zu den Ersitzungsjahren, weil die Unterlassung des Einspruches wegen der Minderjährigkeit erfolgt ist.nießbraucht hat. Dies nach R. Hona, denn R. Hona sagte, man könne die Güter eines Minderjährigen nicht ersitzen, auch nachdem er großjährig geworden55Da er von seiner Kindheit her jenen als Nießbraucher der Güter kannte, so hielt er ihn für den rechtmäßigen Besitzer und legte keinen Einspruch ein.ist. —", "Braucht denn R. Hona uns eine Mišna56Nach der obigen Auslegung lehrt unsere Mišna dasselbe.zu lehren!? — Wenn du willst, sage ich, R. Hona lehre uns das, was aus unserer Mišna zu entnehmen57Die Mišna lehrt dies nicht ausdrücklich.ist. Wenn du aber willst, sage ich, er lehre uns [hauptsächlich]: auch nachdem er großjährig geworden58Dies lehrt unsere Mišna nicht.ist. —", "Sollte er es von seinem eigenen [Felde] lehren, falls dieser es zwei Jahre in seiner Anwesenheit und eines in seiner Abwesenheit nießbraucht hat, wenn er nämlich geflohen59Dieses Jahr wird nicht mitgezählt, da jener keinen Einspruch erheben konnte.war!? —", "Aus welcher Veranlassung geflohen; wenn wegen einer Todesstrafe, so ist es ja selbstverständlich, daß er nicht glaubhaft ist, da jener keinen Einspruch erheben konnte, und wenn wegen einer Geldsache, so sollte er Einspruch60In seinem Aufenthaltsorte, den er nicht zu verheimlichen brauchte.erheben, denn es ist uns bekannt, daß der Einspruch in absentia gültig61Weil es von Mund zu Mund geht u. der Besitzergreifer es erfährt.sei!?", "Wir haben nämlich gelernt: Es gibt drei Landgebiete62Innerhalb des Jisraéllandes.hinsichtlich der Ersitzung: Judäa, Transjarden und Galiläa. Wenn er63Der Eigentümer eines im Stiche gelassenen Grundstückes.sich in Judäa befindet, und jemand [sein Grundstück] in Galiläa in Besitz genommen hat, oder in Galiläa, und jemand [sein Grundstück] in Judäa in Besitz genommen hat, so erfolgt keine Ersitzung; nur wenn er sich mit ihm zusammen im selben Landgebiete befindet.", "Dagegen wandten wir ein: Welcher Ansicht ist er; ist er der Ansicht, der Einspruch in absentia sei gültig, so sollte dies auch von Judäa und Galiläa64Wenn einer da u. der andere dort sich befindet.gelten, und ist er der Ansicht, der Einspruch in absentia sei ungültig, so sollte dies auch von Judäa und Galiläa nicht gelten!?", "Und R. Abba b. Mamal erwiderte: Tatsächlich ist er der Ansicht, der Einspruch in absentia sei gültig, nur spricht unsere Mišna von einer Zeit der Anarchie65Wo der Verkehr unterbrochen ist u. der neue Besitzer es tatsächlich nicht erfährt.. —", "Weshalb lehrt er es von Judäa und Galiläa66In diesem Falle müßte dies auch von 2 Städten im selben Landgebiete gelten.? —" ], [ "Bei Judäa und Galiläa verhält es sich gewöhnlich wie bei einer Zeit der Anarchie67Zwischen diesen Provinzen besteht kein regelmäßiger Karawanenverkehr.. —", "Sollte er doch lehren: R. Jehošua͑ pflichte bei, daß, wenn jemand zu seinem Nächsten sagt: ich habe von dir eine Mine geborgt und sie dir bezahlt, er glaubhaft sei!? — Weil er [im Schlußsatze] lehren müßte: wenn aber Zeugen vorhanden sind, daß er sie von ihm geborgt hat, und er sagt, er habe sie ihm bezahlt, so ist er nicht glaubhaft; uns aber ist es bekannt, daß, wenn jemand seinem Nächsten vor Zeugen borgt, dieser ihm nicht vor Zeugen zurückzuzahlen brauche68Er ist wohl glaubhaft.. —", "Sollte er doch lehren, R. Jehošua͑ pflichte bei, daß, wenn jemand zu seinem Nächsten sagt: dein Vater hatte bei mir eine Mine und die Hälfte verzehrt, er glaubhaft sei!? —", "Nach wessen Ansicht: wenn nach den Rabbanan, so sagen sie ja, er69Wer eine Schuld teilweise anerkennt, cf. Seb. Fol. 38b.gelte als Wiederbringer70Da er einen Teil freiwillig eingesteht; er ist glaubhaft, selbst wenn der andere von der Schuld Kenntnis hatte und ihn mahnt.eines Fundes, und wenn nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob, so sagt er ja, er müsse schwören!?", "Es wird nämlich gelehrt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Es kann vorkommen, daß jemand wegen seiner eigenen Aussage71Wenn er eine Schuld anerkennt, die überhaupt nicht bekannt war.schwören muß. Wenn beispielsweise [jemand zu einem sagt:] dein Vater hatte bei mir eine Mine und die Hälfte verzehrt, so muß er72Da er einen Teil eingesteht, die Begründung folgt weiter.schwören. Dieser muß wegen seiner eigenen Aussage schwören. Die Weisen sagen, er gleiche dem Wiederbringer eines Fundes und sei frei. —", "Hält denn R. Elie͑zer b. Ja͑qob nichts von der Lehre, wer einen Fund wiederbringt, sei frei73Von einem Schwure, falls der Verlierer behauptet, er habe einen Teil unterschlagen; cf. Git. Fol. 51a.!? Rabh erwiderte: Wenn ein Minderjähriger ihn gemahnt hat. — Der Meister sagte ja, daß man wegen der Forderung eines Tauben, Blöden oder Minderjährigen nicht schwöre!? —", "Unter ‘Minderjähriger’ ist ein Erwachsener zu verstehen, und er nennt ihn deshalb Minderjähriger, weil er hinsichtlich der Angelegenheiten seines Vaters als Minderjähriger gilt74Er kann nicht wissen, ob nicht sein Vater die Schuld bereits erhalten hat.. — Wieso ist dies demnach seine Aussage, die Mahnung geht ja von einem anderen aus!? — Eines anderen Mahnung und sein Geständnis. —", "Auch bei jeder anderen Streitsache handelt es sich ja um die Mahnung eines anderen und des eigenen Geständnisses!? —", "Vielmehr, sie streiten über eine Lehre Rabbas, denn Rabba sagte: Die Tora sagte deshalb, wer einen Teil der Forderung eingesteht, müsse schwören, weil es feststeht, daß niemand sich seinem Gläubiger gegenüber erkühne75Die ganze Forderung zu bestreiten.. Er möchte die ganze [Schuld] ableugnen, nur tut er dies deshalb nicht, weil niemand sich erkühnt;" ], [ "daher würde er sie vollständig eingestehen, nur tut er dies deshalb nicht, weil er einen Aufschub erzielen will, denn er denkt: sobald ich Geld habe, bezahle ich sie. Der Allbarmherzige sagte daher, daß man ihm einen Eid zuschiebe, damit er die ganze [Schuld] eingestehe.", "R. Elie͑zer b. Ja͑qob ist der Ansicht, er erkühne sich weder gegen ihn selbst noch gegen seinen Sohn, somit gilt er nicht als Wiederbringer eines Fundes; die Rabbanan aber sind der Ansicht, nur gegen ihn selbst erkühne er sich nicht, wohl aber gegen seinen Sohn, und da er sich nicht erkühnt hat, gilt er als Wiederbringer eines Fundes.", "iii WENN DIE ZEUGEN SAGEN, DIE UNTERSCHRIFTEN76Eine Urkunde, die ihnen vorgelegt wird.SEIEN VON IHNEN, JEDOCH GEZWUNGEN, MINDERJÄHRIG, ODER ALS UNZULÄSSIGE ZEUGEN77Wegen Verwandtschaft (cf. Syn. Fol. 27b) oder moralischer Unfähigkeit (cf. ib. Fol. 24b). GELEISTET, SO SIND SIE GLAUBHAFT. SLND ABER ZEUGEN VORHANDEN, DASS ES IHRE UNTERSCHRIFTEN SIND, ODER SIND IHRE UNTERSCHRIFTEN ANDERWEITIG78Wenn eine von ihnen unterschriebene Urkunde bei Gericht beglaubigt worden ist.FESTGESTELLT, SO SIND SIE NICHT GLAUBHAFT.", "GEMARA. Rami b. Ḥama sagte: Dies79Daß sie nicht glaubhaft sind, falls ihre Unterschrift anderweitig festgestellt ist.nur, wenn sie sagen, sie seien [durch Bedrohung] des Vermögens80In diesem Falle durften sie nicht Unwahres unterschreiben, u. sie sind nicht glaubhaft, wenn sie sich selber einer Frevelei bezichtigen.gezwungen worden, wenn aber [durch Bedrohung] des Lebens, so sind sie glaubhaft.", "Raba sprach zu ihm: Niemand kann ja, sobald er ausgesagt hat, zurücktreten und [anders]81Durch die Unterschrift haben sie über die Tatsache bekundet, somit können sie nicht mehr anders aussagen. sagen!? Wolltest du sagen, dies gelte nur von einer mündlichen Aussage, nicht aber von einer Beurkundung, so sagte ja Reš Laqiš, daß, wenn Zeugen auf einer Urkunde unterschrieben sind, dies ebenso sei, als würde ihre Aussage vor Gericht geprüft worden sein. —", "Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so bezieht es sich auf den Anfangssatz: so sind sie glaubhaft. Rami b. Ḥama sagte: Dies nur, wenn sie sagen, sie seien [durch Bedrohung] des Lebens gezwungen worden, wenn aber [durch Bedrohung] des Vermögens, so sind sie nicht glaubhaft, denn niemand macht sich zum Frevler80In diesem Falle durften sie nicht Unwahres unterschreiben, u. sie sind nicht glaubhaft, wenn sie sich selber einer Frevelei bezichtigen..", "Die Rabbanan lehrten: Sie82Die auf der Urkunde unterschriebenen Zeugen.sind nicht glaubhaft, [die Urkunde] ungültig zu machen83Durch die in der Mišna genannte Aussage, selbst wenn sie ihre Unterschrift mit Bedrohung des Lebens begründen.— so R. Meír; die Weisen sagen, sie seien glaubhaft. Allerdings vertreten die Rabbanan ihren Grundsatz: derselbe Mund, der verboten gemacht hat, macht es erlaubt, was aber ist der Grund R. Meírs? Allerdings ist hinsichtlich der Unzulässigkeit ihrer Zeugnisfähigkeit [zu erklären], der Gläubiger selbst prüfe genau84Die Zeugnisfähigkeit der Unterzeichnenden, um nicht seine Urkunde zu entwerten.und lasse erst dann unterzeichnen. Ebenso ist hinsichtlich der Minderjährigkeit nach Reš Laqiš zu erklären, denn Reš Laqiš sagte," ], [ "es gelte als feststehend, Zeugen unterschreiben eine Urkunde nur dann, wenn alles durch Erwachsene85Wenn alle Beteiligte es sind, auch die unterschreibenden Zeugen.erfolgt, was aber ist sein Grund bei der Gezwungenheit?", "R. Ḥisda erwiderte: R. Meír ist der Ansicht, daß, wenn Zeugen bei Todesandrohung aufgefordert werden, Falsches zu unterschreiben, sie sich eher töten lassen müssen, als Falsches80In diesem Falle durften sie nicht Unwahres unterschreiben, u. sie sind nicht glaubhaft, wenn sie sich selber einer Frevelei bezichtigen.unterschreiben.", "Raba sprach zu ihm: Wenn sie zu uns kommen und um Rat fragen, entscheiden wir ihnen, zu unterschreiben und sich nicht töten zu lassen, denn der Meister sagte, außer Götzendienst, Unzucht und Blutvergießen gehe nichts86Wenn man bei Bedrohung des Lebens gezwungen wird, eine Sünde, mit Ausnahme der 3 genannten, zu begehen, braucht man das Leben nicht zu opfern.über die Lebenserhaltung, und wenn sie unterschrieben haben, sollten wir zu ihnen sagen: weshalb habt ihr unterschrieben!?", "Vielmehr, der Grund R. Meírs ist nach einer Lehre R. Honas im Namen Rabbis zu erklären, denn R. Hona sagte im Namen Rabhs, ein Schuldschein, von dem [der Schuldner] zugibt, ihn geschrieben zu haben, brauche nicht beglaubigt zu werden87Durch Nachprüfung der Zeugenunterschriften; wenn der Schuldner behauptet, ihn bezahlt zu haben, ist er nicht glaubhaft. Von diesem Falle spricht RM., sodaß die Aussage der Zeugen irrelevant ist..", "Der Text. R. Hona sagte im Namen Rabhs: Wenn [der Schuldner] zugibt, den Schuldschein geschrieben zu haben, so braucht er nicht beglaubigt zu werden. R. Naḥman sprach zu ihm: Dieb, weshalb sagst du es verstohlen; bist du der Ansicht R. Meírs, so sage, die Halakha sei wie R. Meír!?", "Dieser entgegnete: Welcher Ansicht ist der Meister? Jener erwiderte: Wenn [Gläubiger] zu uns vor Gericht kommen, sprechen wir zu ihnen: Laßt [die Zeugenunterschriften] eurer Schuldscheine beglaubigen und kommt vor Gericht.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wenn jemand sagt, dieser sei ein Vertrauensschuldschein88Um nötigenfalls Geld zu erhalten, habe er dem Gläubiger den Schuldschein anvertraut, ohne jedoch den genannten Betrag erhalten zu haben., so ist er nicht glaubhaft. —", "Wer sagt: wenn der Schuldner, so ist dies ja selbstverständlich, wieso sollte er glaubhaft sein, wenn der Gläubiger, so mag doch Segen über ihn kommen, und wenn die Zeugen, so ist es ja, wenn ihre Unterschrift anderweitig festgestellt ist, selbstverständlich, daß sie nicht glaubhaft sind, und ist ihre Unterschrift anderweitig nicht festgestellt, weshalb sind sie nicht glaubhaft90Die Gültigkeit der Urkunde hängt von ihrer Aussage ab.!?", "Raba erwiderte: Tatsächlich, wenn der Schuldner es sagt, und zwar nach R. Hona, denn R. Hona sagte im Namen Rabhs: Ein Schuldschein, von dem [der Schuldner] zugibt, ihn geschrieben zu haben, braucht nicht beglaubigt91Er lehrt damit, daß nicht einmal eine Beglaubigung der Unterschriften erforderlich sei.zu werden.", "Abajje erwiderte: Tatsächlich, wenn der Gläubiger es sagt, und zwar in dem Falle, wenn er dadurch andere schädigt92Wenn er einen Gläubiger hat, der ihm das Geld abnehmen würde.. Dies nach R. Nathan,", "denn es wird gelehrt: R. Nathan sagte: Woher, daß, wenn jemand von seinem Nächsten und der Nächste von einem anderen eine Mine zu erhalten hat, man sie diesem abnehme und jenem gebe? Es heißt:93Num. 5,7.er gebe sie dem, dem die Schuld zukommt94Der 2. Schuldner zahle direkt an den 1. Gläubiger..", "R. Aši erwiderte: Tatsächlich, wenn die Zeugen es sagen, und zwar in dem Falle, wenn ihre Unterschrift anderweitig nicht festgestellt ist; wenn du aber einwendest, wieso sie denn nicht glaubhaft sind, so ist dies nach R. Kahana [zu erklären], denn R. Kahana sagte, es sei verboten, einen Vertrauensschuldschein in seinem Hause zu halten, denn es heißt:95Ij. 11,14.laß in deinem Zelte kein Unrecht wohnen." ], [ "Ferner sagte R. Šešeth, Sohn des R. Idi, aus den Worten R. Kahanas sei96Nach einer Handschrift: ich habe von RK. gehört.zu entnehmen, daß, wenn die Zeugen sagen, sie hätten einen Vertrauensschuldschein unterschrieben, sie nicht glaubhaft seien, denn da ein solcher ‘Unrecht’ heißt, durften sie ihn nicht unterschreiben97Vgl. Anm. 80..", "R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Man darf keinen bezahlten Schuldschein in seinem Hause halten, denn es heißt: laß in deinem Zelte kein Unrecht wohnen. Im Westen sagten sie im Namen Rabhs:95Ij. 11,14.Ist Schuld in deiner Hand, entferne sie, das sind Vertrauensschuldschein und Gefälligkeitsschuldschein98Den ihm jemand aus Gefälligkeit gegeben, ohne darauf Geld erhalten zu haben. פסים der kursierenden Ausgaben ist ein Lapsus, richtiger im Cod. Hamb. Bb. Fol. 154b פיס; in meinen Anmerkungen zum genannten Codex (p. 490c) bereits auf das syr. פיסא ,פיס (aus dem gr. (πεισα) Überredung hingewiesen.; laß in deinem Zelte kein Unrecht wohnen, das ist ein bezahlter Schuldschein.", "Wer dies auf einen bezahlten Schuldschein bezieht, nach dem gilt dies um so mehr von einem Vertrauensschuldschein, und wer dies auf einen Vertrauensschuldschein bezieht, nach dem gilt dies nicht von einem bezahlten Schuldschein, den man zuweilen wegen der Schreibegebühr99Die der Schuldner noch zu bezahlen hat.zurückhält.", "Es wurde gelehrt: Ein unkorrigiertes Buch100Aus der hl. Schrift.darf man, wie R. Ami sagte, dreißig Tage halten, länger aber nicht, denn es heißt: laß in deinem Hause kein Unrecht wohnen.", "R. Naḥman sagte: Wenn die Zeugen sagen, sie hätten einen Vertrauensschuldschein unterschrieben, so sind sie nicht glaubhaft; sie hätten auf eine Erklärung101Der Verkäufer hätte beim Unterschreiben der Verkaufsurkunde erklärt, er sei zum Verkaufe gezwungen worden u. erkenne ihn nicht an.unterschrieben, so sind sie nicht glaubhaft. Mar b. R. Aši sagte: Wenn einen Vertrauensschuldschein, so sind sie nicht glaubhaft, wenn auf eine Erklärung, so sind sie glaubhaft, denn diese darf unterschrieben102Um den Verkäufer aus der Zwangslage zu befreien.werden, jene aber darf nicht unterschrieben werden.", "Raba fragte R. Naḥman: Wie ist es, [wenn sie sagen,] sie hätten auf eine Bedingung103Die Gültigkeit der Verkaufsurkunde sei von einer Bedingung abhängig gemacht worden, die aber nicht erfüllt worden ist.unterschrieben: gilt dies104Daß sie nicht glaubhaft sind.von der Erklärung und der Vertrauensurkunde deshalb, weil sie die Urkunde entwerten, und auch diese entwertet ihn, oder aber ist die Bedingung etwas anderes105Auch nach ihrer Aussage war die Urkunde bei der Niederschrift gültig.? Dieser erwiderte: Wenn sie zu uns vor Gericht kommen, sagen wir zu ihnen: geht und erfüllt die Bedingung, sodann106Wenn der Verkäufer sich auch dann weigert, den Vertrag zu erfüllen.kommt vor Gericht.", "Wenn ein Zeuge sagt: mit einer107Die Urkunde sei echt, ihre Gültigkeit aber von einer noch nicht erfüllten Bedingung abhängig gemacht worden.Bedingung, und ein Zeuge sagt: ohne Bedingung, so bekunden, wie R. Papa sagte, beide die Echtheit der Urkunde und nur einer die Bedingung, und die Worte des einen108Der gegen die Gültigkeit der Urkunde aussagt.gegen zwei haben keine Geltung.", "R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, wandte ein: Demnach sollte dies auch dann gelten, wenn beide es109Daß die Gültigkeit der Urkunde von einer Bedingung abhängig gemacht worden ist; auch in diesem Falle sollte die Urkunde gültig sein, da sie einmal die Gültigkeit bekundet haben, u. nach der obigen Lehre nicht mehr anders aussagen können.bekunden!? Vielmehr sagen wir, sie heben ihre Zeugenschaft110Beim Unterschreiben konnten sie nicht wissen, ob die Bedingung erfüllt wird od. nicht; hätten sie dies gewußt, würden sie überhaupt nicht unterzeichnet haben.auf, ebenso hebt auch dieser seine Zeugenschaft auf. Die Halakha ist wie R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn beide, die die Urkunde unterschrieben haben, gestorben sind, und zwei [Zeugen] kommen und bekunden, sie wissen, daß es ihre Unterschriften sind, jedoch gezwungen, minderjährig oder als Zeugen unzulässig geleistet, so sind sie glaubhaft. Sind aber Zeugen vorhanden, daß es ihre Unterschriften sind, oder sind ihre Unterschriften anderweitig festgestellt, aus einer Urkunde, die angefochten, aber bei Gericht beglaubigt worden111Sodaß die Echtheit nicht zu bezweifeln ist.ist, so sind sie nicht glaubhaft. —", "Mit dieser ist somit [die Schuld] einzufordern, wie mit einer intakten Urkunde; weshalb denn, es sind ja zwei gegen112Diese Zeugen bekunden, daß jene unzulässig waren u. die Urkunde ungültig ist.zwei!?", "R. Šešeth erwiderte: Dies besagt, daß die Widersprechung der Beginn der Überführung113Überführte Falschzeugen verfallen der Dt. 19,19 genannten Strafe.ist," ], [ "und wie man Zeugen nur in ihrer Gegenwart [als falsch] überführen kann, ebenso kann man Zeugen nur in ihrer Gegenwart widersprechen.", "R. Naḥman sprach zu ihm: Falls man ihnen in unserer Gegenwart widersprochen hätte, würde man auf sie nicht geachtet haben, da ihre Bekundung eine bestrittene wäre, wieso sollten sie jetzt, Wo sie nicht vor uns stehen, glaubhaft sein, es ist ja möglich, daß sie vor uns eingestanden114Daß die Urkunde ungültig ist.hätten!?", "Vielmehr, sagte R. Naḥman, sind es zwei gegen zwei, und man lasse das Geld im Besitze seines Inhabers. So geschah es bei den Gütern jenes Irrsinnigen. Einst verkaufte ein Irrsinniger Güter; zwei bekundeten, er habe sie verkauft, als er irrsinnig war, und zwei andere bekundeten, er habe sie verkauft, als er gesund war.", "Da entschied R. Aši, zwei stehen gegenüber zwei, und das Grundstück115So besser in der Parallelstelle Jab. Fol. 31a.verbleibe im Besitze des Irrsinnigen. Dies nur dann, wenn das Besitzrecht von seinen Vorfahren116Wenn er sie von diesem geerbt hat.herrührt, wenn aber das Besitzrecht nicht von seinen Vorfahren herrührt, sagen wir, er habe sie als Irrsinniger gekauft und als Irrsinniger117Wird seine Befugnis zum Verkaufe bestritten, so gilt dies auch vom Ankaufe.verkauft.", "R. Abahu aber sagte: Zeugen als falsch überführen kann man nur in ihrer Gegenwart, Zeugen widersprechen kann man auch in ihrer Abwesenheit. Immerhin gilt die Überführung in der Abwesenheit, wenn sie auch keine gültige Überführung ist, als Widersprechung.", "Der Meister sagte: Sind aber Zeugen vorhanden, daß es ihre Unterschriften sind, oder sind ihre Unterschriften anderweitig festgestellt, aus einer Urkunde, die angefochten, aber bei Gericht beglaubigt worden ist, so sind sie nicht glaubhaft. Nur wenn sie angefochten worden ist, nicht aber, wenn sie nicht angefochten worden ist. Dies ist eine Stütze für R. Asi, denn R. Asi sagte, man könne [die Unterschriften] einer Urkunde beglaubigen nur durch eine Urkunde, die angefochten und bei Gericht beglaubigt worden118Da sonst auch die Unterschriften der ersten Urkunde gefälscht sein können.ist.", "Die Nehardee͑nser sagten: Man kann [die Unterschriften] einer Urkunde beglaubigen nur durch zwei Urkunden über die Morgengabe oder [den Verkauf] von Feldern, und zwar nur dann, wenn die Eigentümer sie drei Jahre nießbraucht haben, und in Ruhe119Wenn die Echtheit der Verkaufsurkunden nicht bemängelt wurde..", "R. Šimi b. Aši sagte: Nur dann, wenn sie von anderen vorgelegt werden, nicht aber, wenn von ihm120Dem Besitzer der 3. Urkunde, deren Zeugenunterschriften durch jene 2 beglaubigt werden sollen.selber. — Wenn von ihm selber deshalb nicht, weil er [nach diesen] gefälscht haben kann, ebenso kann er ja, wenn von anderen, sie bei jenen gesehen und [nach diesen] gefälscht haben!? — So genau kann man [eine Unterschrift] nicht nachahmen121Wenn man sie nicht vor sich liegen hat..", "Die Rabbanan lehrten: Man darf seine Zeugenaussage in eine Urkunde niederschreiben und danach selbst nach vielen Jahren bekunden. R. Hona sagte, nur wenn man sich daran auch von selbst122Wenn auch nicht in allen Einzelheiten.erinnert. R. Joḥanan aber sagte, auch wenn man sich daran nicht von selbst123Sondern erst nachdem man die Schriftstücke gelesen hat; auf jeden Fall nur dann, wenn bei der Aussage der Hergang in Erinnerung ist.erinnert. Raba sagte: Aus [den Worten] R. Joḥanans ist zu entnehmen, daß, wenn zwei Zeugnis abzulegen wußten, und einer von ihnen es vergessen hat, der andere ihn erinnern dürfe.", "Sie fragten: Darf es [der Prozeßbeteiligte] selber? R. Ḥabiba sagte, auch er selber; Mar, Sohn des R. Aši, sagte, er selber nicht. Die Halakha ist, er selber nicht." ], [ "Ist [der Zeuge] ein Gelehrter124Ein solcher weiß zu ermessen, wie weit die Angelegenheit in seiner Erinnerung ist., so darf er es auch Kahana, und dieser sprach zu ihm: Erinnert sich der Meister des Vorfalls? Jener erwiderte: Nein. — War es nicht so und so? Jener erwiderte: Ich weiß es nicht. Später erinnerte sich R. Aši und legte Zeugnis ab. Als er diesen betroffen125Darüber, daß er trotzdem Zeugnis ablegte.sah, sprach er zu ihm: Du glaubst wohl, ich stütze mich auf dich; ich nahm mich zusammen und erinnerte mich.", "Dort wird gelehrt: Hügelchen126Die als Grabstätten benutzt werden.nahe der Stadt oder dem Wege, ob neu oder alt, sind unrein127Sie gelten als Gräber.; fernliegende sind neu rein128Die Bestattung einer Leiche an dieser Stelle müßte bekannt sein.und alt unrein. Nahe heißt: fünfzig Ellen, alt heißt: sechzig Jahre — so R. Meír. R. Jehuda sagt, nahe: wenn kein näheres vorhanden129Das nächste Hügelchen; das folgende, auch innerhalb 50 Ellen, gilt als fernes.ist, alt: deren [Entstehung] sich niemand erinnert.", "Was heißt Stadt und was heißt Weg: wollte man sagen, eine gewöhnliche Stadt und ein gewöhnlicher Weg, wieso gelten sie des Zweifels wegen als unrein, Reš Laqiš sagte ja, sie fanden eine Veranlassung, für die Reinheit des Jisraéllandes einzutreten!? R. Zera erwiderte: Unter Stadt ist eine Stadt nahe einem Begräbnisplatze und unter Weg ist ein Weg zu einem Begräbnisplatze zu verstehen. —", "Erklärlich ist dies von einem Wege zu einem Begräbnisplatze, weil es vorkommen kann, daß bei Dämmerung130Am Vorabend des Šabbaths, wo vor Beginn desselben der Begräbnisplalz nicht zu erreichen ist.[die Leiche] da begraben wird, wenn aber eine Stadt in der Nähe eines Begräbnisplatzes liegt, gehen ja alle zum Begräbnisplatze!?", "R.Ḥanina erwiderte: Weil Frauen ihre Fehlgeburten und Grindige ihre [amputierten] Gliedmaßen da begraben. Bis fünfzig Ellen geht [eine Frau]130Sie benutzt den erstbesten Hügel als Grabstätte.allein, mehr aber nimmt sie jemand zur Begleitung mit und geht zum Begräbnisplatze. Im Jisraéllande ist daher keine bestehende Unreinheit anzunehmen.", "R. Ḥisda sagte: Hieraus131Aus der Erklärung RM.s, 60 Jahre heiße alt.ist zu entnehmen, daß man sich bei einer Zeugenaussage bis auf sechzig Jahre erinnert, mehr aber nicht. Dem ist aber nicht so; da132Bei der Erinnerung an die Entstehung eines Hügels.geht es ihn nicht an, hierbei aber, wo er133Der Zeuge, der von früherher als solcher bestellt wurde.damit zu tun hat, auch länger.", "iv WENN DER EINE [ZEUGE] SAGT: DIES IST MEINE UNTERSCHRIFT134Im Texte Handschrift, worunter die Unterschrift zu verstehen ist.UND DIES DIE UNTERSCHRIFT MEINES GENOSSEN, UND DER ANDERE SAGT: DIES IST MEINE UNTERSCHRIFT UND DIES DIE UNTERSCHRIFT MEINES GENOSSEN, SO SIND SIE GLAUBHAFT135Dh. die Urkunde ist beglaubigt, da die Echtheit beider Unterschriften von 2 Zeugen bekundet wird.. WENN DER EINE SAGT: DIES IST MEINE UNTERSCHRIFT, UND DER ANDERE SAGT: DIES IST MEINE UNTERSCHRIFT, SO MUSS ZU IHNEN NOCH JEMAND136Der die Echtheit der Unterschriften bekundet, da über jede nur ein Zeuge bekundet.HINZUGEZOGEN WERDEN — SO RABBI; DIE WEISEN SAGEN, ES BRAUCHE NIEMAND WEITER HINZUGEZOGEN ZU WERDEN, VIELMEHR IST JEDER GLAUBHAFT, EINE UNTERSCHRIFT ALS SEINE ZU ERKLÄREN137Zwei Zeugen bekunden die Echtheit der Urkunde..", "GEMARA. Wenn du darüber nachdenkst, bekunden sie nach der Ansicht Rabbis" ], [ "über ihre Unterschriften138Im 2. Falle muß ein 3. Zeuge hinzugezogen werden, damit jede Unterschrift von 2 Zeugen beglaubigt werde.und nach der Ansicht der Weisen über die im Schuldschein genannte Mine139Daß der Schuldner den genannten Betrag erhalten hat.. —", "Selbstverständlich? — Man könnte glauben, Rabbi sei es zweifelhaft, ob sie über ihre Unterschrift oder über die in der Urkunde genannte Mine bekunden,", "sodaß, wenn einer von ihnen gestorben ist, zwei von der Straße zur Bestätigung140Der Unterschrift des verstorbenen Zeugen.erforderlich seien,", "damit nicht der Betrag abzüglich eines Viertels durch die Aussage des einen [Zeugen] eingefordert141Wenn der lebende Zeuge über seine eigene Unterschrift u. mit noch jemand über die Unterschrift des verstorbenen bekundet, so erstreckt sich seine Bekundung, wenn sie sich auf die Schuld bezieht, auf ¾ derselben.werde, denn es sei nach der einen und der anderen Richtung zu erschweren,", "so lehrt er uns, daß es142Daß sie über ihre Unterschriften bekunden; auch für die Unterschrift des lebenden sind 2 Zeugen erforderlich.Rabbi entschieden ist, erleichternd und erschwerend.", "So sagte R. Jehuda im Namen Rabhs: Wenn zwei auf einer Urkunde unterschrieben sind und einer von ihnen gestorben ist, so sind143Nach den Weisen, nach denen über die Schuld bekundet wird.zwei von der Straße zur Bestätigung nötig. Hierbei ist Rabbi erleichternd144Nach ihm bekunden sie über die Unterschrift, somit kann dies auch durch den anderen Zeugen u. einen Fremden erfolgen.und die Weisen erschwerend. —", "Wie ist es, wenn keine zwei vorhanden sind, sondern nur einer? Abajje erwiderte: Er145Der lebende Zeuge.schreibe seine Unterschrift auf einen Fetzen und lege sie dem Gerichte vor, sodaß sie dem Gerichte bekannt ist und von ihm nicht bestätigt zu werden braucht, sodann bekunde er mit jenem über die Unterschrift des anderen [Zeugen].", "Aber nur auf einen Fetzen und nicht auf ein Blatt, denn ein unredlicher Mensch könnte es finden und darauf146Über der Unterschrift.schreiben, was ihm beliebt, und es wird gelehrt, daß, wenn jemand von einem eine Unterschrift147Einen Schuldschein ohne Zeugenunterschriften.vorzeigt, daß er ihm [Geld] schulde, er es von freien Gütern148Die dem Schuldner gehören u. nicht verpfändet od. verkauft sind.einfordern könne.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie die Weisen. — Selbstverständlich, bei [einem Streite zwischen] einem Einzelnen und einer Mehrheit ist ja nach der Mehrheit zu entscheiden!? — Man könnte glauben, da die Halakha wie Rabbi gegen einen Genossen ist, gelte es auch von mehreren Genossen, so lehrt er uns.", "R. Ḥenana b. Ḥija sprach zu R. Jehuda, wie manche sagen, R. Hona b. Jehuda zu R. Jehuda, und wie manche sagen, R. Ḥija b. Jehuda zu R. Jehuda: Kann Šemuél dies denn gesagt haben,", "aus dem Gerichte Mar Šemuéls ging149Sie wurde da beglaubigt.ja eine Urkunde aus, in der geschrieben stand: Da R. A͑nan b. Ḥija seine Unterschrift und die seines Genossen, das ist R. Ḥanan b. Rabba, bestätigte, und ebenso R. Ḥanan b. Rabba seine Unterschrift und die seines Genossen, das ist R. A͑nan b. Ḥija, bestätigte, so bekräftigen und beglaubigen wir [diese Urkunde], wie es sich gehört.", "Dieser erwiderte: Jene Urkunde gehörte Waisen, und Šemuél berücksichtigte einen Irrtum150Die Bestätigung der Unterschrift durch den Unterzeichner allein sei ungültig.des Gerichtes. Šemuél dachte wie folgt: es könnte jemand der Ansicht sein, die Halakha sei zwar sonst wie Rabbi gegen einen Genossen und nicht gegen mehrere Genossen, hierbei aber auch gegen mehrere150Die Bestätigung der Unterschrift durch den Unterzeichner allein sei ungültig.Genossen, daher will ich ein Übriges tun, damit die Waisen keinen Schaden erleiden.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Zeuge und Richter151Der die Unterschrift des Zeugen beglaubigt hat; wenn später die Echtheit der Urkunde angefochten wird, kann der Richter mit dem Zeugen zu einem Zeugenpaare vereinigt werden.werden vereinigt.", "Rami b. Ḥama sprach: Wie vortrefflich ist diese Lehre. Raba sprach: Wieso vortrefflich, was der Zeuge bekundet, bekundet der Richter nicht, und was der Richter bekundet, bekundet der Zeuge152Ersterer bekundet die Schuld, letzterer die Beglaubigung der Unterschrift.nicht!?", "Vielmehr sagte Rami b. Jeḥezqel, als er kam, daß man auf die Normen, die sein Bruder Jehuda im Namen Šemuéls sagte, nicht achte." ], [ "Rabanaj, der Bruder des R. Ḥija b. Abba, kam Sesam kaufen und berichtete. Folgendes sagte Šemuél: Zeuge und Richter werden vereinigt. Amemar sprach: Wie vortrefflich ist diese Lehre. Da sprach R. Aši zu Amemar: Weil der Vater deiner Mutter sie lobte, lobst du sie ebenfalls; Raba hat sie bereits widerlegt.", "R. Saphra sagte im Namen R. Abbas im Namen R. Jiçḥaqs, des Sohnes des Šemuél b. Martha, im Namen R. Honas, und wie manche sagen, R. Hona im Namen Rabhs: Wenn drei153Tres faciunt collegium; cf. Syn. Fol. 2.zusammentreten, um eine Urkunde zu beglaubigen, und zwei die Unterschriften der Zeugen kennen und einer sie nicht kennt, so können sie, solange sie noch nicht unterzeichnet haben, vor ihm154Über die Echtheit der Unterschriften.bekunden und er mit ihnen unterzeichnen; haben sie bereits unterzeichnet, so können sie nicht mehr vor ihm bekunden und er mit ihnen unterzeichnen155Die Beglaubigung lautet: wir 3 haben uns von der Echtheit überzeugt, u. da der eine nicht überzeugt war, so ist sie ungültig.. —", "Darf man denn [die Beglaubigung] vorher schreiben, R. Papi sagte ja, eine richterliche Beglaubigung, die geschrieben worden ist, bevor die Zeugen ihre Unterschriften bestätigt haben, sei ungültig, weil sie wie eine Lüge erscheint, und auch hierbei erscheint es wie eine Lüge!? —", "Lies vielmehr: solange sie [die Beglaubigung] noch nicht geschrieben haben, können sie vor ihm bekunden, und er kann mit ihnen unterzeichnen; haben sie sie bereits geschrieben, so können sie nicht mehr vor ihm bekunden und er mit ihnen unterzeichnen.", "Hieraus ist dreierlei zu entnehmen. Es ist zu entnehmen, daß ein Zeuge Richter157Die beiden Richter fungieren hierbei als Zeugen.sein könne; es ist zu entnehmen, daß, wenn die Richter die Unterschriften der Zeugen kennen, diese sie nicht vor ihnen zu bestätigen brauchen; und es ist zu entnehmen, daß, wenn die Richter die Unterschriften der Zeugen nicht kennen, diese sie vor jedem besonders bestätigen158Wenn einer sie nicht kennt, darf die Beglaubigung nicht geschrieben werden.müssen.", "R. Aši wandte ein: Allerdings ist hieraus zu entnehmen, daß ein Zeuge Richter sein kann, wieso aber, daß, wenn die Richter die Unterschriften der Zeugen kennen, diese sie vor ihnen nicht zu bestätigen brauchen, vielleicht müssen sie es wohl, nur ist es hierbei anders, da die Bekundung vor einem erfolgt159Bei der Beglaubigung ist eine Zeugenaussage erforderlich, u. dies ist durch die Bekundung der beiden Richter geschehen.ist.", "Und wieso ferner, daß, wenn die Richter die Unterschriften der Zeugen nicht kennen, diese sie vor jedem besonders bestätigen müssen, vielleicht brauchen sie es nicht, nur ist es hierbei anders, da sonst gar keine Bekundung erfolgen160Wenn aber eine Bekundung vor einem der Richter erfolgt, so ist dies ausreichend. würde!?", "R. Abba saß und trug vor diese Lehre, daß ein Zeuge Richter sein kann. Da wandte R. Saphra gegen R. Abba ein: Wenn drei ihn161Den Neumond; die Jisraéliten hatten früher keinen systematischen, im Voraus zu berechnenden Kalender, vielmehr wurde der Beginn eines jeden Monates durch Zeugenaussage über die Sichtung des Neumondes vom Gerichte festgestellt.gesehen, die das Gerichtskollegium bilden, so müssen zwei vortreten, ihren Sitz neben dem einen [andern] von ihren Kollegen einnehmen lassen und es vor ihnen bekunden; sodann sprechen sie: Geweiht ist der Neumond, geweiht. Ein einzelner ist nämlich dazu nicht befugt. Wozu ist dies alles nötig, wenn du sagst, ein Zeuge könne Richter sein, mögen sie doch auf ihrem Platze bleiben162Zwei können es bekunden u. alle drei zusammen das Gerichtskollegium bilden.und ihn weihen!?", "Dieser erwiderte: Auch mir war dies unerklärlich und ich befragte R. Jiçḥaq, den Sohn des Šemuél b. Martha, und R. Jiçḥaq den R. Hona, und R. Hona den Ḥija b. Rabh, und Ḥija b. Rabh den Rabh, und dieser erwiderte: Laß die Bekundung über den Neumond; diese ist [eine Bestimmung] der Tora, während die Beglaubigung von Urkunden rabbanitisch ist.", "R. Abba sagte im Namen R. Honas im Namen Rabhs: Wenn drei zusammentreten, um eine Urkunde zu beglaubigen, und gegen [die Zulässigkeit des] einen von ihnen Einspruch erhoben wird, so können sie, solange sie noch nicht unterzeichnet haben, über ihn bekunden163Daß er wohl zulässig ist.und er mit ihnen unterzeichnen; haben sie bereits unterzeichnet, so können sie, nicht mehr über ihn bekunden164Sie gelten als befangen, da es ihnen unangenehm ist, gegen einen Amtskollegen auszusagen.und er mit ihnen unterzeichnen. —", "Einen worauf beruhenden Einspruch: wenn wegen Raubes165Wegen eines Eigentumsvergehens.," ], [ "so sind es ja zwei gegen166Wenn sie für ihn aussagen; er bleibt dann trotzdem unzulässig.zwei, und wenn wegen eines Makels der Herkunft, so ist ja nur eine Klarsteilung167Sie sollten auch nach der Unterzeichnung über ihn bekunden können, da bei einer Sache, die sich aufklären läßt, Befangenheit nicht zu befürchten ist.erforderlich!? — Tatsächlich, kann ich dir erwidern, einen Einspruch wegen Raubes, wenn sie aber bekunden, sie wissen von ihm, daß er Buße getan hat168Es besteht dann keine Aussage gegen Aussage, vielmehr wird er durch diese Bekundung als Richter zulässig..", "R. Zera sagte: Folgendes hörte ich von R. Abba, und wenn nicht R. Abba aus A͑kko, würde ich es vergessen haben. Wenn drei zusammentreten, um eine Urkunde zu beglaubigen, und einer von ihnen stirbt, so müssen sie schreiben: wir waren ein Kollegium von drei [Richtern], und einer ist nicht mehr169Damit man später die Gültigkeit der Beglaubigung nicht anfechten u. sagen könne, der 3. Richter war unzulässig u. habe deshalb nicht unterschrieben.da.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Wenn aber darin geschrieben ist: diese Urkunde ist uns bei der Gerichtssitzung vorgelegt worden, so ist weiter nichts nötig170Man weiß, daß es 3 waren, u. unzulässige Richter sind ungewöhnlich.. — Vielleicht war es ein anmaßendes171Aus 2 Personen bestehend, u. gegen die Ansicht Š.s unzulässig.Gericht!? Dies nach Šemuél, denn Šemuél sagte, wenn zwei Recht gesprochen haben, sei das Urteil gültig, nur heiße es ein anmaßendes Gericht. —", "Wenn darin geschrieben ist: bei der Gerichtssitzung unseres Meisters Aši172Beispielsweise; dieser war zur Zeit RN.s Schuloberhaupt.. — Vielleicht waren die Jünger der Schule R. Ašis der Ansicht Šemuéls!? — Wenn darin geschrieben ist: unser Meister Aši beauftragte uns.", "v WENN EINE FRAU SAGT: ICH WAR VERHEIRATET UND BIN GESCHIEDEN, SO IST SIE GLAUBHAFT, DENN DERSELBE MUND, DER VERBOTEN GEMACHT HAT, MACHT AUCH ERLAUBT. WENN ABER ZEUGEN VORHANDEN SIND, DASS SIE VERHEIRATET WAR, UND SIE SAGT, SIE SEI GESCHIEDEN, SO IST SIE NICHT GLAUBHAFT. WENN [EINE FRAU] SAGT: ICH WAR GEFANGEN, JEDOCH REIN173Niemand habe ihr beigewohnt.GEBLIEBEN, SO IST SIE GLAUBHAFT, DENN DERSELBE MUND, DER VERBOTEN GEMACHT HAT, MACHT AUCH ERLAUBT. WENN ABER ZEUGEN VORHANDEN SIND, DASS SIE GEFANGEN WAR, UND SIE SAGT, SIE SEI REIN GEBLIEBEN, SO IST SIE NICHT GLAUBHAFT. KOMMEN ZEUGEN, NACHDEM SIE SICH VERHEIRATET HAT, SO IST SIE NICHT ZU ENTFERNEN.", "GEMARA. R. Asi sagte: Wo finden wir in der Tora, daß der Mund, der verboten machte, erlaubt machen könne? Es heißt:174Dt. 22,16.meine Tochter gab ich diesem Manne zur Frau; mit Mann175Wonach er sie irgend einem nicht näher bezeichneten Manne gegeben hat, sodaß sie jedem, auch diesem verboten ist; in der hebräischen Satzkonstruktion befindet sich das Nomen vor dem Prom. demonstr.machte er sie verboten, mit diesem macht er sie wieder erlaubt. —", "Wozu ist hierfür ein Schriftvers nötig, dies ist ja einleuchtend; wer verboten macht, kann ja erlaubt machen!? — Vielmehr, der Schriftvers ist wegen einer Lehre R. Honas im Namen Rabhs nötig, denn R. Hona sagte im Namen Rabhs: Woher, daß nach der Tora der Vater glaubhaft ist, seine Tochter als verboten zu erklären? Es heißt: meine Tochter gab ich (diesem) Manne176Er ist zum Vergeben u. sie somit jedem anderen Manne verboten zu machen befugt.. — Wozu heißt es diesem? —", "Wegen einer Lehre R. Jonas, denn R. Jona lehrte: Meine Tochter gab ich diesem Manne, diesem, nicht aber dem Schwager177Der die Schwagerehe vollzieht; bei diesem hat das bezügliche Gesetz (vom üblen Gerüchte) keine Geltung..", "Die Rabbanan lehrten: Wenn sie zuerst sagte, sie sei verheiratet, und später sagt, sie sei ledig, so ist sie glaubhaft. — Sie machte sich ja zum verbotenen Individuum!? Raba b. R. Hona erwiderte: Wenn sie ihre Worte178Weshalb sie sich als verheiratet ausgab.motiviert. Desgleichen wird gelehrt: Wenn sie zuerst sagte, sie sei verheiratet, und später sagt, sie sei ledig, so ist sie nicht glaubhaft; wenn sie aber ihre Worte motiviert, so ist sie glaubhaft.", "So ereignete es sich einst mit einer vornehmen Frau, die sehr schön war, daß Leute sich an sie herandrängten, sie sich anzutrauen; sie aber sagte ihnen, sie sei bereits angetraut. Später aber ließ sie sich antrauen. Als die Weisen sie fragten, was sie dazu veranlaßt habe, erwiderte sie ihnen: Anfangs traten an mich unwürdige Leute heran, daher sagte ich, ich sei bereits angetraut, später aber traten würdige Leute an mich heran, und ich ließ mich antrauen. Als R. Aḥa der Burgfürst diese Halakha vor die Weisen in Uša brachte, sprachen sie: Motiviert sie ihre Worte, so ist sie glaubhaft.", "Šemuél fragte Rabh: Wie ist es, wenn [eine Frau] zuerst sagte, sie sei unrein, und später sagt, sie sei180Sie habe keine Menstruation gehabt.rein? Dieser erwiderte ihm: Auch hierbei ist sie," ], [ "wenn sie ihre Worte motiviert, glaubhaft. Er lernte es von ihm vierzigmal, und dennoch entschied Šemuél für sich selber nicht demgemäß.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn zwei sagen, [ihr Mann] sei gestorben, und zwei sagen, er sei nicht gestorben, oder zwei sagen, sie sei geschieden, und zwei sagen, sie sei nicht geschieden, so darf sie nicht heiraten; hat sie sich verheiratet, so ist sie nicht zu entfernen. R. Menaḥem b. R. Jose sagt, sie sei zu entfernen. R. Menaḥem b. R. Jose sprach: Nur dann, wenn Zeugen gekommen sind und sie sich nachher verheiratet hat, sage ich, sie sei zu entfernen, wenn sie sich aber verheiratet hat und Zeugen nachher gekommen sind, ist sie nicht zu entfernen. —", "Merke, es sind ja zwei [Zeugen] gegen zwei, somit hat ja, wer ihr beiwohnt, ein Schwebeschuldopfer181Ein solches ist in dem Falle darzubringen, wenn es zweifelhaft ist, ob die begangene Handlung sündhaft war od. nicht.darzubringen!? R. Šešeth erwiderte: Wenn sie sich mit einem von ihren Zeugen182Der überzeugt ist, daß sie heiraten darf.verheiratete. — Sie selber hat ja ein Schwebeschuldopfer darzubringen!? — Wenn sie sagt, sie wisse es183Daß ihr Mann tot ist.sicher.", "R. Joḥanan sagte: Wenn zwei sagen, [ihr Mann] sei gestorben, und zwei sagen, er sei nicht gestorben, so darf sie nicht heiraten; hat sie sich verheiratet, so ist sie nicht zu entfernen. Wenn zwei sagen, sie sei geschieden, und zwei sagen, sie sei nicht geschieden, so darf sie nicht heiraten; hat sie sich verheiratet, so ist sie zu entfernen.", "Welchen Unterschied gibt es zwischen dem ersten Falle und dem zweiten Falle? Abajje erwiderte: Dies ist auf einzelne Zeugen184In beiden Fällen handelt es sich nicht um Zeugenpaare, sondern um einzelne Zeugen, deren Aussage nicht entscheidend ist.zu beziehen. Wenn ein einzelner Zeuge sagt, [ihr Mann] sei gestorben, glaubten ihm die Rabbanan185Sie darf sich daraufhin verheiraten; cf. Jab. Fol. 88a.wie zweien. Dies nach U͑la, denn U͑la sagte: Überall, wo die Tora einem einzelnen Zeugen geglaubt hat, sind es zwei. Derjenige aber, welcher sagt, er sei nicht gestorben, ist allein, und die Worte des einen gelten nicht gegen zwei. —", "Demnach sollte sie es auch von vornherein dürfen!? — Wegen einer Lehre R. Asis, denn R. Asi sagte:186Pr. 4,24.Schaffe von dir Krümme des Mundes, und das Lästermaul halte fern von dir187Ihre Berechtigung zur Verheiratung wird angefochten, somit hat sie dies zu unterlassen..", "Im zweiten Falle, wenn einer sagt, sie sei geschieden, und einer sagt, sie sei nicht geschieden, bekunden beide, daß sie [bisher] verheiratet war, derjenige aber, welcher sagt, sie sei geschieden, ist allein, und die Worte des einen gelten nicht gegen zwei.", "Raba erwiderte: Tatsächlich, wenn es zwei gegen zwei sind, und R. Joḥanan erkennt an die Worte des R. Menaḥem b. Jose bei der Scheidung, nicht aber beim Tode. — Weshalb? — Bei der Todeserklärung kann sie ihm187Wenn ihr erster Mann nach ihrer Verheiratung zurückkehrt, kann sie ihm nicht widersprechen u. sagen, er sei tot; sie ist daher vorsichtig u. verheiratet sich erst nachdem sie sich Gewißheit verschafft hat.nicht widersprechen, bei der Scheidung aber kann sie ihm188Cf. Anm. 187 mut. mut.widersprechen. —", "Erfrecht sie sich denn soweit, R. Hamnuna sagte ja, daß, wenn eine Frau zu ihrem Manne sagt: du hast dich von mir geschieden, sie glaubhaft sei, weil es als feststehend gilt, eine Frau erfreche sich nicht vor ihrem Manne!? — Dies nur, wenn keine Zeugen da sind, die sie unterstützen, wenn aber Zeugen da sind, die sie unterstützen, erfrecht sie sich wohl.", "R. Asi erklärte: Wenn die Zeugen sagen, er sei soeben gestorben, er habe sich soeben von ihr geschieden. Der Tod ist nicht zu beweisen, die Scheidung aber ist189Durch den Scheidebrief, den sie in der kurzen Zeit nicht verloren haben kann.zu beweisen; man spreche daher zu ihr: wenn dem so ist, zeige uns deinen Scheidebrief190Wenn sie sich trotzdem verheiratet, ist die Heirat als ungültig zu erklären..", "Die Rabbanan lehrten: Wenn zwei sagen, sie sei angetraut worden, und zwei sagen, sie sei nicht angetraut worden, so darf sie nicht heiraten; hat sie sich verheiratet, so ist sie nicht zu entfernen. Wenn zwei sagen, sie sei geschieden, und zwei sagen, sie sei nicht geschieden, so darf sie nicht heiraten; hat sie sich verheiratet, so ist sie zu entfernen." ], [ "Welchen Unterschied gibt es zwischen dem ersten Falle und dem zweiten Falle?", "Abajje erwiderte: Dies ist auf einzelne Zeugen184In beiden Fällen handelt es sich nicht um Zeugenpaare, sondern um einzelne Zeugen, deren Aussage nicht entscheidend ist.zu beziehen. Wenn einer sagt, sie sei angetraut worden, und einer sagt, sie sei nicht angetraut worden, bekunden beide, daß sie [bisher] ledig war, derjenige aber, welcher sagt, sie sei angetraut worden, ist allein, und die Worte des einen gelten nicht gegen zwei.", "Im zweiten Falle, wenn einer sagt, sie sei geschieden, und einer sagt, sie sei nicht geschieden, bekunden beide, daß sie [bisher] verheiratet war, derjenige aber, welcher sagt, sie sei geschieden, ist allein, und die Worte des einen gelten nicht gegen zwei.", "R. Aši erwiderte: Tatsächlich, wenn es zwei gegen zwei sind, nur wende man191Im 1. Falle muß es heißen, sie sei zu entfernen, im 2. Falle, sie sei nicht zu entfernen.es um. Wenn zwei sagen, sie hätten gesehen, daß sie angetraut worden ist, und zwei sagen, sie hätten nicht gesehen, daß sie angetraut worden ist, so darf sie sich nicht verheiraten; hat sie sich verheiratet, so ist sie zu entfernen. —", "Selbstverständlich, nicht gesehen ist ja kein Beweis!? — In dem Falle, wenn sie im selben Hofe wohnen; man könnte glauben, wenn sie angetraut worden wäre, müßte dies bekannt sein, so lehrt er uns, daß manche die Antrauung heimlich vollziehen.", "Der Schlußsatz: wenn zwei sagen, sie hätten gesehen, daß sie geschieden worden ist, und zwei sagen, sie hätten nicht gesehen, daß sie geschieden worden ist, so darf sie nicht heiraten; hat sie sich verheiratet, so ist sie nicht zu entfernen. — Was lehrt er uns damit192Nicht gesehen beweist ja nichts.!? — Obgleich sie im selben Hofe wohnen. — Dies ist ja dasselbe!? —", "Man könnte glauben, nur bei der Antrauung komme es vor, daß manche sie heimlich vollziehen, [nicht] aber bei der Scheidung, und wenn sie geschieden worden wäre, müßte es bekannt sein, so lehrt er uns, daß manche sowohl die Antrauung als auch die Scheidung heimlich vollziehen.", "WENN SIE SAGT: ICH WAR GEFANGEN, JEDOCH REIN GEELIEBEN, SO IST SIE GLAUBHAFT &C. R. Oša͑ja bezieht dies193Daß, wenn Zeugen nach ihrer Verheiratung gekommen sind, sie nicht zu entfernen ist.auf den ersten Fall und Rabba b. Abbin bezieht dies auf den zweiten Fall.", "Wer dies auf den ersten Fall bezieht, nach dem gilt dies um so mehr vom zweiten Falle, denn bei einer Gefangenen194Von der nur angenommen wird, sie sei beschlafen worden.haben sie erleichtert, und wer dies auf den zweiten Fall bezieht, nach dem gilt dies nicht vom ersten Falle. —", "Es wäre anzunehmen, daß sie über die Lehre R. Hamnunas195Eine Frau sei glaubhaft, wenn sie behauptet, geschieden worden zu sein.streiten; wer dies auf den ersten Fall bezieht, hält von der Lehre R. Hamnunas, und wer dies auf den zweiten Fall bezieht, hält nichts von der Lehre R. Hamnunas196Sie ist nicht glaubhaft u. daher zu entfernen. 196. Die ihre Gefangenschaft bekunden.. —", "Nein, alle sind der Ansicht R. Hamnunas, und ihr Streit besteht in folgendem: einer ist der Ansicht, die Lehre R. Hamnunas beziehe sich nur auf den Fall, wenn es in seiner Gegenwart erfolgt, in seiner Abwesenheit aber erfreche sie sich wohl, und einer ist der Ansicht, auch in seiner Abwesenheit erfreche sie sich nicht.", "KOMMEN ZEUGEN, NACHDEM SIE SICH VERHEIRATET HAT &C. Der Vater Šemuéls sagte: Verheiratet heißt nicht wirklich verheiratet, sondern sobald ihr zu heiraten erlaubt worden ist, auch wenn sie sich noch nicht verheiratet hat. — Es heißt ja: so ist sie nicht zu entfernen!? — Sie ist aus ihrem bisherigen Zustande des Erlaubtseins nicht zu entfernen.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn sie sagt: ich war gefangen, jedoch rein geblieben, und habe auch Zeugen, daß ich rein bin, so sage man nicht, man warte, bis die Zeugen kommen, vielmehr erlaube man ihr, sofort zu heiraten. Wenn man ihr zu heiraten erlaubt hat, und darauf die Zeugen kommen196Sie ist nicht glaubhaft u. daher zu entfernen. 196. Die ihre Gefangenschaft bekunden.und sagen, sie wissen es nicht, so ist sie nicht zu entfernen. Kommen aber Zeugen der Verunreinigung, so ist sie zu entfernen, selbst wenn sie viele Kinder hat.", "Einst wurden gefangene Frauen nach Nehardea͑ gebracht, und der Vater Šemuéls gab ihnen Wächter197Die sie bis zu ihrer Auslösung bewachen u. für sie Zeugnis ablegen sollten.. Da sprach Šemuél zu ihm: Wer hat sie denn bis jetzt bewacht? Dieser erwiderte: Würdest du sie so mißwürdigt haben, wenn es deine Töchter wären!?", "Es war wie ein aus [dem Munde] des Herrschers entschlüpftes Versehen, und die Töchter Šemuéls gerieten in Gefangenschaft und man brachte sie nach dem Jisraéllande. Da ließen sie die Gefangenenführer draußen198Damit man diese nicht sehe, u. ihnen auf Grund ihrer eigenen Aussage glaube, daß sie rein geblieben sind.und traten in das Lehrhaus R. Ḥaninas. Die eine sagte, sie sei gefangen worden, jedoch rein, und die andere sagte, sie sei gefangen worden, jedoch rein. Darauf erlaubte man199Für Priester.sie.", "Als später die Gefangenenführer eintraten, sprach R. Ḥanina: Es sind Kinder eines Gelehrten. Als sich herausstellte, daß sie die Töchter des Mar Šemuél sind,", "sprach R. Ḥanina zu R. Šamen b. Abba: Geh, bemühe dich200Er forderte ihn auf, eine zu heiraten, obgleich er Priester war.um deine Verwandten. Dieser erwiderte R. Ḥanina: Es sind ja Zeugen im Überseelande vorhanden201Dh. es können später Zeugen kommen u. ihre Gefangenschaft bekunden, sodann sind sie nicht mehr glaubhaft.. — Immerhin sind vorläufig keine vorhanden. Sollten sie, weil Zeugen am Nordpol202Eigentl. in der Gegend des Nordwindes.sein können, verboten sein!? — Nur weil keine Zeugen gekommen sind, wenn aber Zeugen kommen, ist sie verboten,", "und dem widersprechend sagte ja der Vater Šemuéls, sobald man ihr zu heiraten erlaubt hat, auch wenn sie noch nicht geheiratet203Wird sie durch die später auftretenden Zeugen nicht verboten.hat!? R. Aši erwiderte: Er meinte Zeugen der Verunreinigung204Durch solche wird sie allerdings verboten, nicht aber durch Zeugen der Gefangenschaft.." ], [ "vi WENN ZWEI FRAUEN GEFANGEN205Wenn Zeugen vorhanden sind.WAREN, UND EINE SAGT: ICH WAR GEFANGEN, JEDOCH REIN GEBLIEBEN, UND DIE ANDERE SAGT: ICH WAR GEFANGEN, JEDOCH REIN GEBLIEBEN, SO SIND SIE NICHT GLAUBHAFT. BEKUNDEN SIE DIES FÜR EINANDER, SO SIND SIE GLAUBHAFT.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: [Sagt sie,] sie sei unrein und ihre Gefährtin rein, so ist sie glaubhaft; sie sei rein und ihre Gefährtin unrein, so ist sie nicht glaubhaft; sie und ihre Gefährtin seien unrein, so ist sie für sich glaubhaft und für ihre Gefährtin nicht glaubhaft; sie Und ihre Gefährtin seien rein, so ist sie für ihre Gefährtin glaubhaft und für sich nicht glaubhaft.", "Der Meister sagte: Sie sei rein und ihre Gefährtin unrein, so ist sie nicht glaubhaft. In welchem Falle: sind keine Zeugen vorhanden, wieso ist sie für sich nicht glaubhaft, sie sagt ja: ich war gefangen, jedoch rein206Cf. supra Fol. 22a.geblieben!? Doch wohl, wenn Zeugen vorhanden sind;", "wie ist nun der Mittelsatz zu erklären: sie und ihre Gefährtin seien unrein, so ist sie für sich glaubhaft und für ihre Gefährtin nicht glaubhaft; wieso ist sie, wenn Zeugen vorhanden sind, nicht glaubhaft!? Doch wohl, wenn keine Zeugen vorhanden sind;", "wie ist nun der Schlußsatz zu erklären: sie und ihre Gefährtin seien rein, so ist sie für ihre Gefährtin glaubhaft und für sich nicht glaubhaft; wieso ist sie, wenn keine Zeugen vorhanden sind, für sich nicht glaubhaft!? Doch wohl, wenn Zeugen vorhanden sind.", "Der Anfangsatz und der Schlußsatz, wenn Zeugen vorhanden sind, und der Mittelsatz, wenn keine Zeugen vorhanden sind!? Abajje erwiderte: Allerdings, der Anfangsatz und der Schlußsatz, wenn Zeugen vorhanden sind, und der Mittelsatz, wenn keine Zeugen vorhanden sind.", "R. Papa erwiderte: Die ganze [Lehre] spricht von dem Falle, wenn Zeugen vorhanden sind, aber ein einzelner Zeuge entgegengesetzt bekundet. Sagt sie, sie sei unrein und ihre Gefährtin rein, und der einzelne Zeuge sagt, sie sei rein und ihre Gefährtin unrein, so hat sie sich zum verbotenen Individuum gemacht, während ihre Gefährtin durch ihre Aussage erlaubt ist.", "[Sagt sie,] sie sei rein und ihre Gefährtin unrein, und der einzelne Zeuge sagt, sie sei unrein und ihre Gefährtin rein, so ist sie, da Zeugen vorhanden sind, [für sich] nicht glaubhaft, während ihre Gefährtin durch die Aussage des einzelnen Zeugen erlaubt ist.", "[Sagt sie,] sie und ihre Gefährtin seien unrein, und der einzelne Zeuge sagt, sie und ihre Gefährtin seien rein, so hat sie sich zum verbotenen Individuum gemacht, während ihre Gefährtin durch die Aussage des einzelnen Zeugen erlaubt ist. — Wozu ist dies nötig, dies lehrt ja bereits der Anfangsatz!? —", "Man könnte glauben, beide seien rein, nur sage sie so, [wie es heißt:]207Jud. 16,30.ich will samt den Pelištim sterben, so lehrt er uns.", "[Sagt sie,] sie und ihre Gefährtin seien rein, und der einzelne Zeuge sagt, sie und ihre Gefährtin seien unrein, so ist sie, da Zeugen vorhanden sind, nicht glaubhaft, während ihre Gefährtin durch ihre Aussage erlaubt ist. — Wozu ist dies nötig, dies lehrt ja bereits der Anfangsatz des ersten Falles!? —", "Man könnte glauben, sie sei208Für ihre Gefährtin.nur dann glaubhaft, wenn sie sich selbst als unrein bezeichnet, wenn sie sich aber als rein bezeichnet, sei sie nicht glaubhaft, so lehrt er uns.", "vii EBENSO SUND ZWEI MÄNNER, WENN DER EINE SAGT, ER SEI PRIESTER, UND DER ANDERE SAGT, ER SEI PRIESTER, NIGHT GLAUBHAFT. BEKUNDEN SIE DIES FÜR EINANDER, SO SIND SIE GLAUBHAFT. viii R. JEHUDA SAGTE: AUF DIE AUSSAGE EINES ZEUGEN HIN ERHEBE MAN NICHT209Und um so weniger in diesem Falle, wo eine verabredete gegenseitige Bekundung zu vermuten ist.IN DEN PRIESTERSTAND. R. ELEA͑ZAR SAGTE: NUR DANN, WENN DAGEGEN EINE ANFECHTUNG ERHOBEN210Er sei nicht priesterl. Herkunft oder er entstamme einem Entweihten.WIRD, WENN ABER KEINE ANFECHTUNG ERHOBEN211Und die Bekundung, nicht wie in diesem Falle, unverdächtig ist.WIRD, ERHEBE MAN AUF DIE AUSSAGE EINES ZEUGEN HIN IN DEN PRIESTERSTAND. R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGTE IM NAMEN R. ŠIMO͑NS, DES SOHNES DES PRIESTERVORSTEHERS: MAN ERHEBE AUF DIE AUSSAGE EINES ZEUGEN HIN IN DEN PRIESTERSTAND.", "GEMARA. Wozu all diese212In den vorangehenden Mišnas; allesamt lehren sie, daß, wenn jemand über sich selbst Ungünstiges bekundet, dies aber einschränkt, er glaubhaft sei.Fälle? — Sie sind nötig. Würde er nur den Fall gelehrt haben, hinsichtlich dessen R. Jehošua͑213Den Fall vom gekauften Felde ob. Fol. 15b.beipflichtet, so könnte man glauben, weil ein Streitobjekt214Syr. דררא od. דררותא, Kampf, Streit, Wetteifer; nach Raschi Geldschaden, etymol. unrichtig.vorhanden ist, nicht aber gelte dies von den Zeugen, wobei kein Streitobjekt vorhanden ist.", "Und würde er nur den Fall von den Zeugen gelehrt haben, so könnte man glauben, weil [die Aussage] andere215Die Zeugen (Fol. 18b) sind bei ihrer Aussage materiell unbeteiligt.betrifft, nicht aber gelte dies da, wo sie ihn selbst betrifft." ], [ "", "Und würde er nur diese beide gelehrt haben, so könnte man glauben, weil es sich um eine Geldsache handelt, nicht aber bei Ehesachen216Wenn eine Frau behauptet, geschieden zu sein; ob. Fol. 22a., wobei es sich um ein kanonisches Verbot handelt. —", "Wozu ist der Fall nötig, [wenn sie sagt], sie war gefangen, jedoch rein geblieben? — Weil er lehren will, daß, wenn die Zeugen gekommen sind, nachdem sie sich verheiratet hat, sie nicht zu entfernen sei. —", "Allerdings nach demjenigen, der dies auf den zweiten Fall217Ob. Fol. 23a. bezieht, wie ist es aber zu erklären nach demjenigen, der dies auf den ersten Fall218Der andere ist dann überflüssig.bezieht!? — Weil er den Fall lehren will, wenn zwei Trauen gefangen waren. —", "Wozu ist der Fall, wenn zwei Frauen gefangen waren, nötig? — Man könnte glauben, man befürchte gegenseitige Begünstigung, so lehrt er uns. —", "Wozu ist der Fall von zwei Männern219Der Fall unserer Mišna.nötig? — Weil er den Streit zwischen R. Jehuda und den Rabbanan lehren will.", "Die Rabbanan lehrten: [Sagt jemand,] er sei Priester und sein Gefährte sei Priester, so ist er glaubhaft, daß man ihn Hebe essen lasse, nicht aber eine Frau220Wenn die Makellosigkeit seiner Herkunft zweifelhaft ist.zu heiraten; nur wenn es drei sind, sodaß zwei über den einen und zwei über den anderen bekunden. R. Jehuda sagt, er sei auch nicht glaubhaft, ihn Hebe essen zu lassen, nur wenn es drei sind, sodaß zwei über den einen und zwei über den anderen bekunden. —", "Demnach berücksichtigt R. Jehuda gegenseitige Begünstigung und die Rabbanan nicht, und [anderweitig] sind sie ja entgegengesetzter Ansicht!? Wir haben nämlich gelernt: Wenn Eseltreiber221Die Getreide feilbieten.in eine Stadt kommen, und einer sagt, sein [Getreide] sei neu222Noch frisch u. nicht trocken; das alte ist besser u. stand höher im Preise (cf. Bm. Fol. 72b). Nach anderer Erklärung ist unter ‘neu’ die neue Ernte zu verstehen, die vor der Darbringung der Schwingegarbe zum Genüsse verboten ist; cf. Lev. 23,10ff.und seines Gefährten sei alt, seines sei nicht fertig223Dh. die priesterl. Abgaben sind davon noch nicht entrichtet worden.und seines Gefährten sei fertig, so ist er nicht glaubhaft; R. Jehuda sagt, er sei glaubhaft.", "R. Ada b. Ahaba erwiderte im Namen Rabhs: Die Lehre ist umzuwenden224Er ist nach RJ. nicht glaubhaft u. nach dem ersten Autor wohl.. Abajje erwiderte: Tatsächlich ist sie nicht umzuwenden, denn beim Demaj haben sie es erleichtert, weil die meisten aus dem gemeinen Volke225Obgleich sie diesbezüglich verdächtig sind.den Zehnten entrichten.", "Raba sprach: Befindet sich etwa nur R. Jehuda in einem Widerspruche mit sich selbst und nicht auch die Rabbanan226Nach ihnen müßte er ja beim D. erst recht glaubhaft sein.!? — R. Jehuda227Das in Handschriften fehlende אלא gibt keinen Sinn, da dieselbe Antwort folgt; viell. Abbreviatur v. ליה אביי אמר.befindet sich nicht in einem Widerspruche mit sich selbst, wie wir erklärt haben, und auch die Rabbanan befinden sich nicht in einem Widerspruche mit sich selbst, denn wie R. Ḥama b. U͑qaba [anderweitig] erklärt hat: wenn er seine Handwerksgeräte in der Hand hat," ], [ "ebenso auch hierbei, wenn er seine Handwerksgeräte in der Hand228Wenn er seine Gerätschaften (Maße und Streichholz) bei sich führt, so ist anzunehmen, daß er auch verkaufen u. nicht nur seinen Kollegen begünstigen will, damit dieser es für ihn in einer anderen Stadt tue.hat. —", "Worauf bezieht sich die Erklärung des R. Ḥama b. U͑qaba? — Auf das, was wir gelernt haben: Wenn ein Töpfer seine Töpfe stehen läßt und zum Teiche hinabsteigt, um Wasser zu trinken, so sind229Da zu vermuten ist, daß sie von Personen, die die Reinheitsgesetze nicht beobachten, berührt worden sind.die inneren rein und die äußeren unrein.", "Es wird ja aber gelehrt, diese und jene seien unrein? R. Ḥama b. U͑qaba erklärte: Wenn er seine Handwerksgeräte in der Hand230Und damit anzeigt, daß er die Töpfe zum Verkaufe umhertrage.hat, sodaß jeder an diesen231Um sie genauer zu besichtigen.herumtastet.", "Es wird ja aber gelehrt, diese und jene seien rein? R. Ḥama b. U͑qaba erklärte: Wenn er keine Handwerksgeräte in der Hand232Man hält sie für unverkäuflich u. betastet sie nicht.hat. —", "Auf welchen Fall ist demnach die Lehre, die inneren seien rein und die äußeren unrein, zu beziehen? —", "Wenn sie sich nahe der Straße befinden, wegen der Reibung233Der unbeabsichtigten Berührung. Die W.e רשות הרבים werden von A͑rukh richtig mit עוברי דרכים erklärt; חפופי ist Nomen verbi, u. die Erklärung Raschis unrichtig.des Publikums.", "Wenn du aber willst, sage ich: R. Jehuda und die Rabbanan streiten, ob die Hebe in den [Priester]stand setze234RJ. ist der Ansicht, wer Hebe ißt, gilt ohne weiteres als makelloser Priester, u. damit man ihn nicht hinsichtlich der Heirat als solchen erkläre, darf er auch keine Hebe essen; die gegenseitige Begünstigung wird hierbei überhaupt nicht berücksichtigt..", "Sie fragten: Setzt eine Urkunde235Wenn er in einer Urkunde als solcher genannt ist.in den [Priester]stand? — In welchem Falle: wollte man sagen, wenn darin geschrieben steht: ich Priester N. unterzeichne als Zeuge, — wer bekundet dies!? —", "In dem Falle, wenn darin geschrieben steht: ich Priester N. lieh eine Mine von N., und Zeugen unterzeichnet sind. Wie ist es nun: bekunden diese nur über die in der Urkunde genannte Mine oder über den ganzen Inhalt? — [Hierüber streiten] R. Hona und R. Ḥisda; einer sagt, sie setze, und einer sagt, sie setze nicht.", "Sie fragten: Setzt die Händeerhebung236Beim Priestersegen, wobei die Priester die Hände in die Höhe heben, cf. Tan. Fol. 26a.in den [Priester]stand? Dies ist fraglich sowohl nach demjenigen, welcher sagt, die Hebe setze in den [Priester]stand, als auch nach demjenigen, welcher sagt, sie setze nicht.", "Nach demjenigen, welcher sagt, sie setze, ist es fraglich, denn dies gilt vielleicht nur von der Hebe, [deren Genuß] eine mit dem Tode belegte Sünde237Für einen Gemeinen, dem dies verboten ist; es ist daher anzunehmen, wer Hebe ißt, sei sicher Priester.ist, nicht aber von der Händeerhebung, wobei238Wenn ein Gemeiner den Priestersegen erteilt.nur ein Gebot übertreten wird.", "Ebenso ist es fraglich nach demjenigen, welcher sagt, sie setze nicht, denn dies gilt vielleicht nur von der Hebe, die nicht öffentlich gegessen wird, zur Händeerhebung aber, die öffentlich erfolgt, würde er, wenn er nicht Priester wäre, sich nicht erkühnt haben. —", "[Hierüber streiten] R. Ḥisda und R. Abina; einer sagt, sie setze, und einer sagt, sie setze nicht. R. Naḥman b. Jiçḥaq fragte Raba: Setzt die Händeerhebung in den [Priester]stand? Dieser erwiderte: Darüber besteht ein Streit zwischen R. Ḥisda und R. Abina. —", "Wie ist die Halakha? Dieser erwiderte: Ich kenne folgende Lehre: R. Jose sagte: Bedeutend ist die Belassung239Einer konkreten od. abstrakten Sache beim bisherigen Zustande., denn es heißt:240Ezr. 2,61, 62,63.Und von den Söhnen der Priester: die Söhne des Ḥabaja, die Söhne des Haqoç, die Söhne des Barzilaj, der eine Frau von den Töchtern Barzilaj des Gilea͑diten genommen hatte und nach ihrem Namen benannt wurde. Diese suchten ihre Schrift der Geschlechtsverzeichnisse, sie ward aber nicht gefunden, und wurden daher aus dem Priestertume ausgestoßen. Und der Tiršatha sprach zu ihnen, daß sie vom Hochheiligen nicht essen dürfen, bis ein Priester den Urim und Tummim241Das Orakel im Brustschilde des Hochpriesters.vorstehen wird.", "Er sprach nämlich zu ihnen: Bleibt beim bisherigen Zustande; in der Diaspora habt ihr Heiliges der Provinz242Die priesterl. Abgaben von Feldfrüchten (Hebe), die auch in der Provinz gegessen werden durften, als Ggs. zum Hochheiligen, den Opfergefällen, die nur innerhalb der Tempelmauer bezw. der Stadtmauer v. Jerušalem gegessen werden durften. gegessen, auch hier sollt ihr Heiliges der Provinz essen. Wenn man nun sagen wollte, die Händeerhebung setze in den [Priester]stand, so konnten ja jene durch die Händeerhebung in diesen gesetzt werden!? —", "Anders verhielt es sich bei diesen, deren Belassung erschüttert243Da sie kein Hochheiliges essen durften; bei ihnen war dies daher nicht zu befürchten.war. Wollte man nicht so erklären, so konnten sie ja, da sie Hebe aßen, nach demjenigen, welcher sagt, die Hebe setze in den [Priester]stand, in diesen gesetzt werden!? Vielmehr war ihre Belassung erschüttert. —" ], [ "Worin besteht nun die Bedeutung der Belassung? — Vorher aßen sie rabbanitische Hebe244Im Exil, wo sie nach der Tora nicht zu entrichten war.und nachher auch Hebe der Tora. —", "Wenn du aber willst, sage ich: auch nachher durften sie nur rabbanitische Hebe und keine der Tora essen, und nur die Hebe der Tora setzt in den [Priester]stand, nicht aber die rabbanitische. — Worin besteht demnach die Bedeutung der Belassung!? — Obgleich Hebe der Tora berücksichtigt werden245Sie konnten veranlaßt werden, auch diese zu essen; vorher war dies nicht zu berücksichtigen, da es in der Diaspora keine solche gab.sollte, wurde dies nicht berücksichtigt. —", "Aßen sie denn nicht auch Hebe der Tora, es heißt ja: daß sie vom Hochheiligen nicht essen dürfen, nur Hochheiliges246Vgl. Anm. 242.nicht, wohl aber durften sie Hebe der Tora essen!? —", "Er meinte es wie folgt: nichts was ‘heilig’ genannt wird, wovon es heißt:247Lev. 22,10.und kein Gemeiner soll Heiliges248Diese Schriftstelle spricht von der Hebe.essen, und nichts was ‘Geheiligtes’249Für Hochheiliges hat der Text: das Heilige des Geheiligten.genannt wird, wovon es heißt:250Lev. 22,12.und eine Priesterstochter, die einem Gemeinen zuteil wird, darf die Hebe vom Heiligen nicht essen, und der Meister erklärte, sie dürfe das nicht essen, was vom Heiligen abgehoben251Die Priestergefälle von den Opfern.wird. —", "Komm und höre: Als Präsumtion der [Zugehörigkeit zur] Priesterschaft gilt in Babylonien die Händeerhebung, in Syrien das Essen von Teighebe252Die vom Teige an den Priester zu entrichtende Abgabe; cf. Num. 15,20.und in den Großstädten die Beteiligung an den Priestergaben253Die Priester vom geschlachteten Vieh erhalten; cf. Dt. 18,3. In Großstädten herrscht großer Verkehr, u. ein Unbefugter wagt sich nicht heran.. Hier wird von der Händeerhebung gelehrt, doch wohl hinsichtlich der Legitimität254Er gilt auch hinsichtl. der Heirat als unbemakelter Priester.. — Nein, hinsichtlich der Hebe. —", "Er lehrt ja hiervon wie vom Essen von Teighebe, und wie das Essen von Teighebe hinsichtlich der Legitimität, ebenso die Händeerhebung hinsichtlich der Legitimität!? — Nein, auch das Essen von Teighebe nur hinsichtlich der Hebe. Er ist der Ansicht, die Teighebe sei in der Jetztzeit nur rabbanitisch, die Hebe aber nach der Tora [zu entrichten], und die rabbanitische Teighebe berechtigt zur Hebe der Tora. So nach R. Hona, dem Sohne R. Jehošua͑s, der diesbezüglich entgegengesetzt von dem der Jünger255Diese Lehre folgt weiter.lehrte. —", "Komm und höre: Als Präsumtion der [Zugehörigkeit zur] Priesterschaft gilt im Jisraéllande die Händeerhebung und die Beteiligung an den Tennen256An den priesterl. Abgaben vom Getreide, die an der Tenne verteilt werden.; in Syrien und in allen Orten, in die die Neumondsboten257Die in der Provinz die Weihung des Neumondes durch das Gericht bekannt machen, damit die Feste an den richtigen Tagen gefeiert werden; cf. Rh. Fol. 18a.gelangen, gilt die Händeerhebung als Beweis, nicht aber die Beteiligung258Da ist die Hebe nur rabbanitisch zu entrichten, somit kann mancher auch unbefugt einen Anteil erhalten.an den Tennen.", "Babylonien gleicht Syrien. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, früher259Zur Zeit der hellenischen Diaspora.auch Alexandrien in Ägypten, weil da ein Gerichtshof permanenten Sitz hatte.", "Hier wird von der Händeerhebung gelehrt, doch wohl hinsichtlich der Legitimität!? — Nein, hinsichtlich der Teighebe. — Er lehrt ja hiervon ebenso wie von der Beteiligung an den Tennen, und wie die Beteiligung an den Tennen hinsichtlich der Legitimität, ebenso die Händeerhebung hinsichtlich der Legitimität!? — Nein, auch die Beteiligung an den Tennen nur hinsichtlich der Hebe. Er ist der Ansicht, die Hebe sei in der Jetztzeit nur rabbanitisch, die Teighebe aber nach der Tora [zu entrichten], und die rabbanitische Hebe berechtigt zur Teighebe der Tora.", "So [nach der Lehre, die] R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, die Jünger vortragen traf. R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erzählte nämlich: Ich traf die Jünger im Lehrhause dasitzen und vortragen: Auch nach demjenigen, welcher sagt, die Hebe sei in der Jetztzeit nur rabbanitisch [zu entrichten], ist es die Teighebe nach der Tora, denn während der sieben [Jahre] der Eroberung und der sieben [Jahre] der Aufteilung260Des Jisraéllandes unter Jehošua͑; cf. Zeb. Fol. 118b.war en sie zur [Entrichtung der] Teighebe verpflichtet, nicht aber der Hebe.", "Da sprach ich zu ihnen: Im Gegenteil, auch nach demjenigen, welcher sagt, die Hebe sei in der Jetztzeit nach der Tora [zu entrichten], ist es die Teighebe nur rabbanitisch, denn es wird gelehrt: Hieße261Beim Gesetze von der Teighebe, Num. 15,20,21.es: wenn262Wie an allen übrigen bezüglichen Stellen (כי תבאו), Ex. 12,25, Lev. 14,34, ib. 19,23, ib. 23,10, ib. 25,2, Num. 15,2.ihr kommt, so könnte man verstehen, sobald zwei oder drei Kundschafter263Cf. Num. Kap. 13.hineingekommen sind, daher heißt es:264Num. 15,18.wenn ihr gekommen seid, ich spreche vom Kommen eurer Gesamtheit und nicht vom Kommen eines Teiles. Beim Einzüge unter E͑zra" ], [ "gingen ja nicht alle265Ein Teil blieb in Babylonien zurück, somit hat dieses Gesetz in der Jetztzeit nach der Tora keine Geltung.mit. —", "Komm und höre: Als Präsumtion der [Zugehörigkeit zur] Priesterschaft gelten die Händeerhebung, die Beteiligung an den Tennen und die Zeugenaussage. Ist denn die Zeugenaussage266Wenn Zeugen über einen bekunden, daß er Priester ist, so ist er es entschieden.eine Präsumtion!? Wahrscheinlich ist dies wie folgt zu verstehen: die Händeerhebung gleicht der Zeugenaussage; wie die Zeugenaussage für die Legitimität [ausreicht], ebenso die Händeerhebung für die Legitimität. — Nein, die Zeugenaussage auf Grund einer Präsumtion267Wenn beispielsweise Zeugen bekunden, daß er den Priestersegen erteilt hat.gilt als Präsumtion.", "So kam einst jemand vor R. Ami und sagte, er sei überzeugt, daß N. Priester ist. — Woraus schließt du268Wörtl. was hast du gesehen.dies? — Er las269Die Verse aus dem Wochenabschnitte. Dieser wird (an Feier- u. manchen Wochentagen, cf. Meg. Fol. 21a) von mehreren Personen vorgetragen (jetzt vom Vorbeter, während Personen aus dem Publikum hierzu aufgerufen u. nur den Segen sprechen), wobei ein Priester als erster u. ein Levite als zweiter an die Reihe kommt.im Bethause als erster. — Als Priester oder als angesehener270Da, wenn kein Priester anwesend ist, ein solcher ihn vertritt.Mann? — Nach ihm las ein Levite271Dies erfolgt nur dann, wenn ein Priester als erster las; cf. Git. Fol. 59b.. Auf Grund dieser Aussage erhob ihn R. Ami in den Priesterstand.", "Einst kam jemand vor R. Jehošua͑ b. Levi und sagte, er sei überzeugt, daß N. Levite ist. Dieser fragte ihn: Woraus schließt du dies? — Er las im Bethause als zweiter. — Als Levite oder als angesehener Mann? — Vor ihm las ein Priester272Ist kein Levite anwesend, so liest ein Priester auch als zweiter; cf. ib.. Auf Grund dieser Aussage erhob ihn R. Jehošua͑ b. Levi in den Levitenstand.", "Einst kam jemand vor Reš Laqiš und sagte, er sei überzeugt, daß N. Priester ist. Dieser fragte ihn: Woraus schließt du dies? — Er las im Bethause als erster. Hierauf fragte er ihn: Hast du273Statt ראיתיו (bezw. ראיתי in einer. Handschrift) ist ראיתו zu lesen; weiter richtig, in den kursierenden Ausgaben aber verballhornisiert.ihn an der Tenne beteiligt gesehen? Da sprach R. Elea͑zar zu ihm: Hört denn, wenn da keine Tenne ist, die Priesterschaft auf!?", "Ein anderes Mal saßen sie vor R. Joḥanan, und als ein solcher Fall vor sie kam, fragte Reš Laqiš ebenfalls: Hast du ihn an der Tenne beteiligt gesehen? Da erwiderte R. Joḥanan: Hört denn, wenn da keine Tenne ist, die Priesterschaft auf!? Hierauf sah er R. Elea͑zar274Der einst an ihn diesen Einwurf richtete.schief an und sprach zu ihm: Du hast etwas vom Schmiedesohne275Benennung RJ.s; נפחא als Eigenname unwahrscheinlich, zumal auch die hebr. Form הנפח vorkommt.gehört und es nicht in seinem Namen gesagt.", "Von Rabbi und R. Ḥija erhob einer einen Sohn auf Grund der Aussage seines Vaters in den Priesterstand und einer einen Bruder auf Grund der Aussage seines Bruders in den Levitenstand.", "Es ist zu beweisen, daß Rabbi es ist, der einen Sohn auf Grund der Aussage seines Vaters in den Priesterstand erhob. Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand kommt und sagt, dieser ist mein Sohn und Priester, so ist er glaubhaft, daß man ihn Hebe essen lasse, nicht aber eine Frau heiraten — so Rabbi. R. Ḥija sprach zu ihm: Glaubst du ihm, diesen Hebe essen zu lassen, so glaube ihm auch, diesen eine Frau heiraten zu lassen, und glaubst du ihm nicht, diesen eine Frau heiraten zu lassen, so glaube ihm auch nicht, diesen Hebe essen zu lassen.", "Dieser erwiderte: Ich glaube ihm, diesen Hebe essen zu lassen, weil es in seiner Hand liegt, diesen Hebe essen276Er selber ist als Priester im Besitze solcher u. kann sie ihm geben.zu lassen, und ich glaube ihm nicht, diesen eine Frau heiraten zu lassen, weil es nicht in seiner Hand liegt, ihn eine Frau heiraten zu lassen. Dies ist somit zu beweisen. Und wenn es Rabbi ist, der einen Sohn auf Grund der Aussage seines Vaters in den Priesterstand erhob, so ist es R. Ḥija, der einen Bruder auf Grund der Aussage seines Bruders in den Levitenstand erhob. —", "Nach R. Ḥija ist wohl ein Sohn nicht zulässig, weil er seines Vaters Verwandter ist, und auch ein Bruder ist ja seines Bruders Verwandter!? —" ], [ "Wenn er es harmlos277Eine Zeugenaussage gar nicht bezweckt.berichtet. So erzählte R. Jehuda im Namen Šemuéls: Einst erzählte jemand harmlos: ich erinnere mich, als ich noch ein Kind war und auf der Schulter meines Vaters ritt, holte man mich aus der Schule, zog mir das Hemd ab und ließ mich untertauchen, um abends Hebe278Die nur in ritueller Reinheit gegessen werden darf.zu essen.", "R. Ḥija fügte noch folgendes hinzu: meine Genossen sonderten sich von mir ab und nannten mich Joḥanan Kuchenesser. Auf Grund seiner Erzählung erhob ihn Rabbi in den Priesterstand.", "Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Wie die Hebe als Präsumtion der [Zugehörigkeit zur] Priesterschaft gilt, ebenso gilt der erste Zehnt279Der von Feld- und Baumfrüchten zu entrichten ist.als Präsumtion der [Zugehörigkeit zur] Priesterschaft, der Anteil durch das Gericht gilt nicht als Präsumtion. —", "Der erste Zehnt gehört ja dem Leviten280Cf. Num. 18,24.!? — Nach R. Elea͑zar b. A͑zarja, denn es wird gelehrt: Die Hebe dem Priester, der erste Zehnt dem Leviten — so R. A͑qiba; R. Elea͑zar b. A͑zarja sagt, der erste Zehnt auch dem Priester. — Allerdings sagt R. Elea͑zar b. A͑zarja: auch dem Priester, sagt er etwa: nur dem Priester und nicht dem Leviten!? —", "Freilich, nachdem E͑zra [die Leviten] gemaßregelt281Cf. Jab. Fol. 86b.hat. — Es kann ja vorgekommen sein, daß jemand282Der darüber nicht unterrichtet war.ihm gegeben hat!? R. Ḥisda erwiderte: Dies gilt von einem, dessen Vater als Priester bekannt ist, über den aber ein Gerücht geht, er sei der Sohn einer Geschiedenen283Die sein Vater nicht heiraten durfte, sodaß er Entweihter ist.oder einer Ḥaluça, und man ihm in der Tenne den Zehnten verabreicht hat.", "Levite kann er nicht sein, denn er ist es ja284Es ist bekannt, daß sein Vater Priester ist.nicht, und wenn man annehmen wollte, er sei der Sohn einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça, so würde man nach demjenigen, welcher sagt, der erste Zehnt sei Gemeinen verboten, ihn ihm entschieden nicht gegeben haben, aber auch nach demjenigen, welcher sagt, der erste Zehnt sei Gemeinen erlaubt, gilt dies nur vom Genusse, als Anteil aber dürfte man ihn ihm nicht geben285Und da man ihm gegeben hat, gilt er als makelloser Priester.. —", "«Der Anteil durch das Gericht gilt nicht als Präsumtion.» Wenn er sogar bei Gericht nicht als Präsumtion gilt, wo sollte er sonst als Präsumtion gelten!? R. Šešeth erwiderte: Er meint es wie folgt: wenn jemand den Nachlaß seines Vaters mit seinen Brüdern durch das Gericht geteilt hat, so gilt [sein Anteil] an der Hebe nicht als Präsumtion286Falls über ihn ein Gerücht geht, daß die Heirat mit seiner Mutter verboten war, da dies seine Erbberechtigung nicht beeinträchtigt.. —", "Selbstverständlich!? — Man könnte schließen, wie jene sie zum Essen [erhalten haben], ebenso dieser zum Essen, so lehrt er uns, jene zum Essen, dieser zum Verkaufe.", "R. JEHUDA SAGTE: AUF DIE AUSSAGE EINES ZEUGEN HIN ERHEBE MAN NICHT IN DEN PRIESTERSTAND &C. R. Šimo͑n b. Gamliél287Der selbstverständlich von dem Falle spricht, wenn keine Anfechtung erhoben wird, da sonst ein einzelner Zeuge nicht glaubhaft sein würde.sagt ja dasselbe, was R. Elea͑zar!? Wolltest du sagen, sie streiten über die Anfechtung an sich, R. Elea͑zar sei der Ansicht, eine Anfechtung könne durch einen erfolgen, und R. Šimo͑n b. Gamliél sei der Ansicht, eine Anfechtung könne nur durch zwei erfolgen, so sagte ja R. Joḥanan, alle stimmen überein, eine Anfechtung könne nur durch mindestens zwei erfolgen. —", "Vielmehr, dies gilt von einem, dessen Vater als Priester bekannt ist, über den aber ein Gerücht ausgegangen war, er sei der Sohn einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça, infolgedessen man ihn288Aus der Priesterschaft, bis zur Aufklärung des Falles.ausstieß, worauf ein einzelner Zeuge gekommen war und bekundet hat, er wisse von ihm, daß er [unbemakelter] Priester sei," ], [ "infolgedessen man ihn wieder aufnahm, dann zwei andere [Zeugen] kamen und sagten, er sei der Sohn einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça, infolgedessen man ihn [wiederum] ausstieß, und darauf ein einzelner Zeuge kommt und sagt, er wisse von ihm, daß er Priester sei. Alle stimmen überein, beide289Der 1. einzelne Zeuge u. der 2. einzelne Zeuge, sodaß 2 Zeugenpaare einander gegenüberstehen.seien zu einer Zeugenaussage zu vereinigen,", "und sie streiten darüber, ob hierbei eine Mißachtung des Gerichtes290Durch die Wiederaufnahme, nachdem er 2 mal ausgestoßen worden ist.zu berücksichtigen sei. Der erste Autor ist der Ansicht, da er einmal ausgestoßen worden ist, nehme man ihn nicht mehr auf, weil eine Mißachtung des Gerichtes zu berücksichtigen ist, und R. Šimo͑n b. Gamliél ist der Ansicht, wir haben ihn ausgestoßen und wir nehmen ihn wieder auf, und eine Mißachtung des Gerichtes sei nicht291Da eine Aussage die andere auf wiegt, lasse man ihn im früheren Zustande der Priesterschaft.zu berücksichtigen.", "R. Aši wandte ein: Demnach sollte dies auch von zwei [Zeugen] gegen zwei292Wenn er durch die Aussage von 2 Zeugen ausgestoßen worden ist, sollte er, wenn 2 andere Zeugen gleichzeitig seine Makellosigkeit bekunden, nicht zurück aufgenommen werden.gelten!?", "Vielmehr, erklärte R. Aši, streiten sie über die Vereinigung293Der beiden einzelnen Zeugen im genannten Falle.zu einer Zeugenaussage. Sie führen denselben Streit wie die Autoren der folgenden Lehre: Ihre Aussagen werden nur dann294Zu einer gültigen Zeugenaussage.vereinigt, wenn sie es295Worüber sie bekunden.gleichzeitig gesehen haben; R. Jehošua͑ b. Qorḥa sagt, auch wenn nacheinander. Ihre Aussage vor Gericht ist nur dann entscheidend, wenn beide gleichzeitig bekunden;", "R. Nathan sagt, man dürfe heute die Worte des einen hören, und wenn der andere am folgenden Tage kommt, seine Worte hören296Beide werden zu einem Zeugenpaare vereinigt..", "ix,1 WENN EINE FRAU VON NICHTJUDEN INHAFTIERT WAR, SO IST SIE, WENN WEGEN EINER GELDSACHE, IHREM MANNE297Da sie das Geld zu verlieren befürchten, schonen sie sie u. geben sie nicht preis.ERLAUBT, UND WENN WEGEN EINER STRAFSACHE298Im Texte Lebenssache, wenn sie zum Tode verurteilt worden war; es ist zu vermuten, daß sie, um ihr Leben zu retten, sich preisgegeben hat., IHREM MANNE VERBOTEN.", "GEMARA. R. Šemuél b. R. Jiçḥaq sagte im Namen Rabhs: Nur in dem Falle, wenn die Jisraéliten die Oberhand über die weltlichen Völker haben, wenn aber die weltlichen Völker die Oberhand über sich selber299Euphemistisch, dh. über die Jisraéliten.haben, ist sie ihrem Manne verboten, auch wenn es wegen einer Geldangelegenheit erfolgt ist.", "Raba wandte ein: R. Jose der Priester und R. Zekharja b. Haqaçab bekundeten folgendes: Einst wurde in Ašqelon eine Jisraélitin verpfändet, und die Angehörigen ihrer Familie stießen sie aus, obgleich ihre Zeugen300Die die Verpfändung bekundeten.bekundet hatten, daß sie mit niemand isoliert war und nicht verunreinigt worden ist. Da sprachen die Weisen zu ihnen: Glaubt ihr ihnen, daß sie verpfändet war, so glaubt ihnen auch, daß sie mit niemand isoliert war und nicht verunreinigt worden ist, und glaubt ihr ihnen nicht, daß sie mit niemand isoliert war und nicht verunreinigt worden ist, so glaubt ihnen auch nicht, daß sie verpfändet war.", "In Ašqelon hatten die weltlichen Völker die Oberhand über sich selber," ], [ "und er lehrt dies nur von der Verpfändung, nicht aber von der Inhaftierung301Die Inhaftierte ist der Willkür weniger ausgesetzt als die Verpfändete, die event. verfällt, u. ist demnach auch ohne Zeugen ihrem Manne erlaubt.!? — Dasselbe gilt auch von der Inhaftierung, nur hatte es sich so ereignet.", "Manche lesen: Raba sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: R. Jose der Priester und R. Zekharja b. Haqaçab bekundeten folgendes: Einst wurde in Ašqelon eine Jisraélitin verpfändet, und die Angehörigen ihrer Familie stießen sie aus, obgleich ihre Zeugen bekundet hatten, daß sie mit niemand isoliert war und nicht verunreinigt worden ist. Da sprachen die Weisen zu ihnen: Glaubt ihr ihnen, daß sie verpfändet war, so glaubt ihnen auch, daß sie mit niemand isoliert war und nicht verunreinigt worden ist, und glaubt ihr ihnen nicht, daß sie mit niemand isoliert war und nicht verunreinigt worden ist, so glaubt ihnen auch nicht, daß sie verpfändet war.", "In Ašqelon geschah es wegen einer Geldsache, trotzdem nur deshalb, weil Zeugen es bekundeten, nicht aber, wenn keine Zeugen es bekunden, und es ist wohl einerlei, ob verpfändet oder inhaftiert. — Nein, anders verhält es sich bei der Verpfändung301Die Inhaftierte ist der Willkür weniger ausgesetzt als die Verpfändete, die event. verfällt, u. ist demnach auch ohne Zeugen ihrem Manne erlaubt..", "Manche weisen auf einen Widerspruch hin: Wir haben gelernt, daß sie, wenn wegen einer Geldsache, ihrem Manne erlaubt sei; auch in Ašqelon geschah es ja wegen einer Geldsache, und nur deshalb, weil Zeugen es bekundeten, nicht aber, wenn keine Zeugen es bekunden!?", "Darauf wird erwidert: R. Šemuél b. R. Jiçḥaq sprach: Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn die Jisraéliten die Oberhand über die weltlichen Völker haben, und das andere, wenn die weltlichen Völker die Oberhand über sich selber haben.", "WENN WEGEN EINER STRAFSACHE, [IHREM MANNE] VERBOTEN. Rabh sagte: Beispielsweise die Frauen302Die wohl von der Regierung preisgegeben werden.der Diebe. Levi sagte: Beispielsweise die Frau des Ben-Dunaj303Bekannter Räuber, wahrscheinlich mit dem Sot. Fol. 47a genannten Elie͑zer b. Dinaj identisch.. Ḥizqija sagte: Dies nur, wenn sie bereits zur Hinrichtung verurteilt worden sind. R. Joḥanan sagte: Auch wenn sie noch nicht zur Hinrichtung verurteilt worden sind.", "ix,2 WENN EINE STADT VON EINER BELAGERUNGSTRUPPE EROBERT WORDEN IST, SO SIND ALLE IN DIESER BEFINDLICHEN PRIESTERFRAUEN VERBOTEN. HABEN SIE304Daß sie nicht geschändet worden sind.ZEUGEN, SELBST EINEN SKLAVEN ODER EINE SKLAVIN, SO SIND SIE GLAUBHAFT. NIEMAND ABER IST FÜR SICH SELBST GLAUBHAFT.", "GEMARA. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn eine Truppe in eine Stadt einrückt, so sind zur Friedenszeit die offenen Fässer305Mit Wein, der, wenn ein Nichtjude ihn berührt, zum Genusse verboten ist, weil angenommen wird, dieser habe ihn den Götzen libiert.verboten und die geschlossenen erlaubt, zur Kriegszeit aber diese und jene erlaubt, weil sie keine Zeit haben [den Wein] zu libieren!?", "R. Mari erwiderte: Sie finden306Durch die Leidenschaft getrieben.Zeit zur Beiwohnung, wenn sie auch keine Zeit zum Libieren finden. R. Jiçḥaq b. Elea͑zar erklärte im Namen Ḥizqijas: Das eine gilt von einer Belagerungstruppe desselben307Die eine Stadt besetzt, ohne zu plündern.Reiches, und das andere gilt von einer Belagerungstruppe eines fremden Reiches. —", "Auch bei einer Belagerungstruppe desselben Reiches ist es ja nicht denkbar, daß nicht ein einziger herangekommen ist!? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Wenn die Wachen308Die zum Schutze der Bürger aufgestellt sind.einander sehen. — Es ist ja nicht denkbar, daß keiner ein wenig einschläft!? R. Levi erwiderte: Wenn die Stadt mit Ketten, Hunden, Glocken309So nach der richtigen Lesart des A͑rukh; diese machen, sobald jemand herankommt, ein Geräusch.und Gänsen umgeben ist.", "R. Abba b. Zabhda sagte: Hierüber streiten R. Jehuda der Fürst und die Rabbanan; einer erklärt, das eine gelte von einer Belagerungstruppe desselben Reiches und das andere von einer Belagerungstruppe eines fremden Reiches, und wandte dagegen nichts ein, und einer erhob dagegen all jene Einwendungen und erklärte, wenn die Stadt mit Ketten, Hunden, Glocken und Gänsen umgeben ist.", "R. Idi b. Abin sagte im Namen des R. Jiçḥaq b. Ašjan: Ist da ein Versteck vorhanden, so schützt er310Da von jeder anzunehmen ist, sie habe sich versteckt.alle Priesterinnen.", "R. Jirmeja fragte: Wie ist es, wenn er nur eine von ihnen faßt: sagen wir von jeder, diese war es, oder sagen wir es nicht? —", "Hierbei sollte es nicht anders sein, [als beim folgenden Falle]. Wenn es zwei Stege sind, einer unrein311Rituell; wenn bekannt ist, daß in einem von beiden, jed. nicht in welchem, Leichen begraben sind.und einer rein, und jemand den einen ging und sich mit Reinem befaßte, und darauf ein anderer den anderen ging und sich mit Reinem befaßte, so ist,", "wie R. Jehuda sagt, falls jeder besonders [einen Gelehrten] fragt, jeder rein, wenn aber beide312Es ist nicht möglich, beiden erleichternd zu entscheiden, da einer sicher unrein ist.zusammen, so sind sie unrein; R. Jose sagt, sie seien ob so oder so unrein.", "Raba, nach anderen R. Joḥanan, sagte: [Fragen sie] gleichzeitig, so sind sie nach aller Ansicht unrein, wenn nach einander, nach aller Ansicht rein, sie streiten nur über den Fall, wenn einer für sich und seinen Gefährten fragt; nach einem gilt dies als gleichzeitig und nach einem gilt dies als nach einander. Auch hierbei erfolgt es ja, wenn man alle erlaubt, gleichzeitig. —", "Es ist ja nicht gleich; in jenem Falle ist eine Verunreinigung bestimmt erfolgt, hierbei aber ist es überhaupt nicht sicher, daß eine verunreinigt worden ist.", "R. Aši fragte: Wie ist es, wenn sie sagt, sie habe sich nicht versteckt und sei nicht verunreinigt worden: sagen wir," ], [ "sie habe keine Veranlassung313Wenn sie nicht sagt, daß sie nicht versteckt war, gilt sie als rein.zu lügen, oder sagen wir es nicht. —", "Hierbei sollte es nicht anders sein als im folgenden Falle. Einst vermietete jemand seinem Nächsten einen Esel und sprach zu ihm: Geh nicht den Weg am Strome Peqod, wo Wasser vorhanden ist, sondern geh den Weg von Naraš, wo kein Wasser vorhanden ist. Er aber ging den Weg am Strome Peqod, und der Esel verendete.", "Als er hierauf vor Raba kam, sagte er: Ich ging zwar den Weg am Strome Peqod, aber da war kein Wasser vorhanden. Da entschied Raba: Er hat keine Ursache zu lügen, denn wenn er wollte, könnte er sagen, er sei den Weg von Naras gegangen. Abajje sprach zu ihm: Wo Zeugen vorhanden314Jeder weiß, daß da wohl Wasser vorhanden ist.sind, sagen wir nicht, er habe keine Veranlassung zu lügen. —", "Es ist nicht gleich; da waren Zeugen, daß entschieden Wasser vorhanden war, aber ist es denn hierbei entschieden, daß sie verunreinigt worden ist!? Es ist nichts weiter als eine Befürchtung, und wo nur eine Befürchtung vorliegt, sagen wir dies.", "HABEN SIE ZEUGEN, SELBST EINEN SKLAVEN ODER EINE SKLAVIN, SO SIND SIE GLAUBHAFT. Demnach ist auch ihre eigene Sklavin glaubhaft, und dem widersprechend wird gelehrt, daß sie mit ihm315Eine Frau mit ihrem Manne, von dem sie bedingungsweise geschieden ist; cf. Git. Fol. 72a.nicht allein sein dürfe, sondern nur vor Zeugen,", "selbst einem Sklaven oder einer Sklavin, ausgenommen ihre eigene Sklavin, weil sie mit ihr vertraut ist!? R. Papi erwiderte: Bei einer Gefangenen haben sie erleichtert.", "R. Papa erwiderte: Das eine gilt von ihrer Sklavin, das andere von seiner Sklavin. —", "Ist denn ihre Sklavin nicht glaubhaft, er lehrt ja, niemand könne über sich selbst bekunden; demnach ist ihre Sklavin glaubhaft!? — Ihre Sklavin gleicht ihr selbst.", "R. Aši erwiderte: Beide sprechen von ihrer Sklavin, und diese sieht und schweigt. Da, wo das Schweigen sie erlaubt316Solange nicht bekundet wird, daß ihr Mann ihr beigewohnt hat, ist sie ihm erlaubt.macht, ist sie nicht glaubhaft, hierbei aber, wo das Schweigen sie verboten317Die Frau ist solange verboten, bis bekundet wird, daß sie nicht verunreinigt worden ist.macht, ist sie glaubhaft. —", "Auch hierbei kann sie ja kommen und lügen!? — Zweierlei tut sie nicht.", "Wie im folgenden Falle. Zu Mari b. Isaq, manche sagen, Ḥana b. Isaq, kam ein Bruder aus Ḥozäa und verlangte einen Anteil von den Gütern ihres Vaters; er aber erwiderte ihm: Ich kenne dich nicht. Als dieser hierauf vor R. Ḥisda kam, sprach er zu ihm: Er hat recht; so heißt es:318Gen. 42,8.Joseph erkannte seine Brüder, sie aber erkannten ihn nicht; dies lehrt, daß er ohne Bart fortgegangen war und mit einem Barte zurückkam.", "Alsdann sprach er zu ihm: Geh, bringe Zeugen, daß du sein Bruder bist. Dieser erwiderte: Ich habe Zeugen, sie fürchten sich aber vor ihm, da er ein mächtiger Mann ist. Hierauf sprach er zu jenem: Geh, bringe du die Zeugen, daß er nicht dein Bruder ist. Jener entgegnete: Ist dies das Recht, wer etwas von einem fordert, hat ja den Beweis anzutreten!? Dieser erwiderte: So urteile ich für dich und jeden anderen Mächtigen deinesgleichen. Sie können ja kommen und lügen!? Zweierlei tun sie also nicht.", "Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaím streiten. Bei dieser Zeugenaussage sind ein Mann, ein Weib, ein Knabe, ein Mädchen, ihr Vater, ihre Mutter, ihr Bruder und ihre Schwester [zulässig], nicht aber ihr Sohn, ihre Tochter, ihr Sklave und ihre Sklavin. Dagegen aber lehrt ein Anderes, jeder sei glaubhaft, für sie Zeugnis abzulegen, nur nicht sie selbst.", "Nach R. Papi und R. Aši streiten hierüber entschieden319Sie lehren, ihre eigene Sklavin sei glaubhaft, übereinstimmend mit der 2. Lehre.Tannaím, aber streiten hierüber Tannaím auch nach R. Papa320Seine Ansicht, ihre eigene Sklavin sei nicht glaubhaft, stimmt zwar mit der 1. Lehre überein, aber sie kann auch mit der 2. in Übereinstimmung gebracht werden, wenn erklärt wird, ihre eigene Sklavin gleiche ihr selbst.? —", "R. Papa kann dir erwidern, die andere Lehre spreche von dem Falle, wenn sie es harmlos321In diesem Falle ist auch ihre Sklavin glaubhaft.erzählt.", "So sagte R. Dimi als er kam, R. Ḥana aus Karthagene habe einen Fall erzählt, der vor R. Jehošua͑ b. Levi kam, und wie manche sagen, habe R. Jehošua͑ b. Levi einen Fall erzählt, der vor Rabbi kam: Einst erzählte jemand harmlos, daß er und seine Mutter unter Nichtjuden gefangen waren, und er, wenn er Wasser schöpfen ging, an seine Mutter dachte, und wenn er Holz sammeln ging, an seine Mutter dachte. Auf Grund seiner Erzählung323Daß er seine Mutter stets im Auge behielt u. sie rein geblieben ist.ließ sie Rabbi einen Priester heiraten.", "ix,3 R. ZEKHARJA B. HAQAÇAB324Er war Priester in Jerušalem zur Zeit der Eroberung durch die Römer u. legte Zeugnis ab für seine Frau.SPRACH: BEI DIESEM TEMPEL325Die Erklärung מעון sei mit Anspielung auf Ps. 90,1 eine Bezeichnung für Gott (הרואה II p. 58), ist schon durch das Pronom, demonstr. hinfällig., SEIT DEM EINTRITTE DER NICHTJUDEN IN JERUŠALEM BIS ZU IHREM ABZUGE WICH IHRE HAND NICHT AUS MEINER. SIE ERWIDERTEN IHM: NIEMAND KANN FÜR SICH SELBST ZEUGNIS ABLEGEN.", "GEMARA. Es wird gelehrt: Trotzdem wies er ihr eine Wohnung in seinem Hofe an; wenn sie ausging, ging sie an der Spitze326Damit sie nicht mit ihrem Manne, dem sie verboten worden war, allein sei.ihrer Kinder, und wenn sie zurückkam, ging sie hinter326Damit sie nicht mit ihrem Manne, dem sie verboten worden war, allein sei.ihren Kindern.", "Abajje fragte: Darf man so327Daß sie unter Beobachtung dieser Vorsichtsmaßregeln in seinem Hause wohnen bleibe.mit seiner Geschiedenen328Ein Priester, dem die Geschiedene verboten ist, od. auch ein Gemeiner, nachdem seine Frau mit einem anderen verheiratet war (cf. Dt. 24,4).verfahren: nur da, weil sie bei einer Gefangenen erleichtert haben, nicht aber hierbei, oder ist nicht zu unterscheiden? —", "Komm und höre: Wenn jemand sich von seiner Frau scheiden ließ, so darf sie sich nicht in seiner Nachbarschaft verheiraten;" ], [ "ist er Priester, so darf sie nicht329Auch wenn sie unverheiratet ist.mit ihm in einer Durchgangsgasse wohnen. Gelegentlich eines Falles, der sich ereignete, entschieden sie, ein kleines Dorf gelte als Nachbarschaft. —", "Wer vor wem muß weichen? — Komm und höre, es wird gelehrt: Sie muß vor ihm weichen, nicht aber er vor ihr; gehört der Hof ihr, so muß er vor ihr weichen:", "Sie fragten: Wie ist es, wenn der Hof beiden gehört? — Komm und höre: Sie muß vor ihm weichen. In welchem Falle: gehört der Hof ihm, so ist es ja selbstverständlich, und gehört der Hof ihr, so wird ja gelehrt, daß, wenn der Hof ihr gehört, er vor ihr weichen muß; doch wohl in einem solchen Falle. — Vielleicht in dem Falle, wenn [sie] zur Miete wohnen. —", "Wie bleibt es damit? — Komm und höre: Rabh sagte: Das Umhergestoßenwerden eines Mannes ist schlimmer als das eines Weibes, denn es heißt:330Jes. 22,17.siehe, der Herr schleudert dich, wie man einen Mann schleudert.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn er von ihr331Ein Priester von seiner Frau, bevor er sich von ihr scheiden ließ.Güter aus ihrem väterlichen Hause geborgt332Die er ihr nunmehr zurückgeben muß.hat, so darf sie diese nur durch einen Fremden333Um eine Annäherung zu vermeiden.einfordern. R. Šešeth sagte: Wenn sie vor uns zu Gericht kommen, befassen wir uns nicht334Sie muß sich vertreten lassen.mit ihnen. R. Papa sagte: Man tue sie auch in den Bann. R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sagte: Man geißele sie sogar. R. Naḥman sagte: Im großen Traktate von der Trauer wird gelehrt: Dies nur dann, wenn sie nach der Verheiratung geschieden worden ist, wenn aber nach der Verlobung, so darf sie auch selber einfordern, weil er mit ihr nicht vertraut ist.", "Einst kam ein Verlobter mit seiner Verlobten vor Raba, und R. Ada b. Mathna saß vor ihm. Da stellte Raba einen Vertreter zwischen sie. R. Ada b. Mathna sprach zu ihm: R. Naḥman sagte ja, im großen Traktate von der Trauer werde gelehrt &c.!? Dieser erwiderte: Ich sehe, daß sie miteinander vertraut sind.", "Manche sagen, Raba stellte keinen Vertreter zwischen sie, und R. Ada b. Mathna sprach zu ihm: Möge der Meister einen Vertreter zwischen sie stellen. Dieser erwiderte: R. Naḥman sagte, im großen Traktat von der Trauer werde gelehrt &c. Da entgegnete jener: Dies nur, wenn sie miteinander nicht vertraut sind, diesen aber sehe ich an, daß sie miteinander vertraut sind.", "x IN FOLGENDEN FÄLLEN SIND ERWACHSENE ZU BEKUNDEN GLAUBHAFT, WAS SIE IN DER KINDHEIT GESEHEN HABEN. JEDER IST GLAUBHAFT, WENN ER SAGT: DIES IST DIE HANDSCHRIFT MEINES VATERS, DIES IST DIE HANDSCHRIFT MEINES LEHRERS, DIES IST DIE HANDSCHRIFT335Die Unterschrift wird daraufhin beglaubigt.MEINES BRUDERS.", "FERNER: ICH ERINNERE MICH, DASS DIE N. MIT EINEM HINUMA336Cf. supra Fol. 17b.UND ENTBLÖSSTEM HAUPTE HINAUSGEFÜHRT337Zur Trauung, als Zeichen, daß sie Jungfer war; cf. supra Fol. 15b.WURDE, DASS N. AUS DER SCHULE ZUM UNTERTAUCHEN GEFÜHRT WURDE, UM HEBE338Ein Beweis, daß er Priester ist.ZU ESSEN, DASS ER MIT UNS EINEN ANTEIL AN DER TENNE338Ein Beweis, daß er Priester ist.ERHIELT, DASS JENER ORT EIN GRÄBERPFLUG339Die Bedeutung des W.s בית הפרס geht aus Ah. XVII, 1 hervor: wer ein Grab pflügt, macht (rieht. mache) ein בית הפרס (dass. Nid. 57a); zur Etymologie erklärt Raschi, es sei v. פרס brechen abzuleiten, da dabei die Gebeine zerbrochen werden (schon deshalb unrichtig, weil פרס den Begriff durchbrechen, teilen hat, während für zerbrechen, zertrümmern von Knochen Bibel u. Talmud das Tatwort שבר haben); nach Maimonides hingegen v. פרש ausbreiten, da dadurch das Grab oder die Unreinheit desselben ausgedehnt wird. Zu diesen Erklärungen, die zwar gezwungen sind, haben Buxtorf u. Levy nichts hinzuzufügen, während die abenteuerlichen Erklärungen der an ihnen parasitierenden ‘Forscher’ nur beweisen, daß diese das genannte Wort aus den Wörterbüchern u. nicht aus dem T. selber kennen. Das ה in הפרס gehört zur Wurzel, da das W. בית in der Bedeutung Platz, Raum, Fläche niemals den Artikel nach sich zieht (בית כור, בית סאה, בית רובע), u. da, wie aus Ahiluth Absch. 17 hervorgeht, unter בה״ף ein Raum auf einem Ackerfelde zu verstehen ist, der wegen Unreinheit unbestellt bleiben muß, so ist הפרס nichts weiter als das griech. ἆφαϱος, ungepflügt, unbebaut, (פרס an manchen Stellen ist ein Lapsus, Tosephta hat überall הפרס.) Die partizipielle Form עושה in der angezogenen Mišna ist, wie oft im T., als Imperativ aufzufassen; der Sinn lautet: wer beim Pflügen auf ein Grab stößt, lasse ein בה״ף, einen Raum, der unbestellt bleiben muß.IST, DASS WIR BIS HIERHER AM ŠABBATH340Da ist also die Šabbathgrenze.GINGEN.", "NIEMAND ABER IST GLAUBHAFT, WENN ER SAGT: N. HATTE WEGE[RECHT] AN DIESER STELLE, N. HATTE EINEN AUFSTELLUNGS- ODER TRAUERPLATZ341Bei der Bestattung von Familienangehörigen; cf. Bb. Fol. 100b.AN DIESER STELLE.", "GEMARA. R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sagte: Nur in Verbindung mit einem Erwachsenen.", "Und [alle Fälle] sind nötig. Würde er es nur von seinem Vater gelehrt haben, so könnte man glauben, weil er stets bei ihm342Er merkte sich daher seine Unterschrift.war, nicht aber gelte dies von seinem Lehrer. Würde er es nur von seinem Lehrer gelehrt haben, so könnte man glauben, weil er Ehrfurcht vor ihm342Er merkte sich daher seine Unterschrift.hatte, nicht aber gelte dies von seinem Vater.", "Und würde er es von beiden gelehrt haben, so könnte man glauben, beim Vater, weil er stets bei ihm war, und beim Lehrer, weil er Ehrfurcht vor ihm hatte, nicht aber gelte dies von seinem Bruder, bei dem weder das eine noch das andere zutrifft, so lehrt er uns, daß die Rabbanan ihm, da die Beglaubigung von Urkunden rabbanitisch ist, bei einer rabbanitischen Bestimmung glauben.", "ICH ERINNERE MICH, DASS DIE N. MIT EINEM HINUMA UND ENTBLÖSSTEM HAUPTE HINAUSGEFÜHRT WURDE. Weshalb? — Da die meisten Frauen als Jungfrauen heiraten, so ist dies nichts weiter als eine Kundgebung343Daß dies auch bei dieser der Fall war; eine richtige Bestätigung durch Zeugen ist nicht nötig..", "DASS N. AUS DER SCHULE ZUM UNTERTAUCHEN GEFÜHRT WURDE, UM HEBE ZU ESSEN. Vielleicht war er Sklave eines Priesters344Der ebenfalls Hebe essen darf.!? Dies ist eine Stütze für R. Jehošua͑ b. Levi, denn R. Jehošua͑ b. Levi sagte, es sei verboten, seinen Sklaven die Tora zu lehren. —", "Etwa nicht, es wird ja gelehrt, daß, wenn sein Herr von ihm geborgt oder (sein Herr) ihn" ], [ "zum Verwalter eingesetzt, oder er in Gegenwart seines Herrn Tephillin angelegt oder drei Schriftverse im Bethause vorgelesen hat, er dadurch keine Freiheit erlange!? — In dem Falle, wenn er es zuweilen mit seiner Zustimmung getan hat, wir aber sprechen von dem Falle, wenn er ihn wie ein Kind behandelt345Ihm regelmäßigen Unterricht erteilen läßt.. ", "ZUM UNTERTAUCHEN. Nur inbezug auf rabbanitische Hebe346Ist eine derartige Bekundung ausreichend.. DASS ER MIT UNS EINEN ANTEIL AN DER TENNE ERHIELT. Vielleicht war er Sklave eines Priesters!? — Wir lernen also übereinstimmend mit dem, welcher sagt, man verabreiche einem Sklaven Hebe nur dann, wenn sein Herr bei ihm ist. Es wird nämlich gelehrt: Man verabreiche einem Sklaven Hebe nur dann, wenn sein Herr bei ihm ist — so R. Jehuda. R. Jose sagt, er könne sagen: bin ich Priester, so gebt sie mir meinetwegen, und bin ich Sklave eines Priesters, so gebt sie mir meines Herrn wegen.", "In der Ortschaft R. Jehudas erhob man auf Grund der Hebe347Deshalb ist bei der Verteilung derselben Vorsicht geboten. in den [Priester]stand; in der Ortschaft R. Joses erhob man nicht auf Grund der Hebe in den [Priester]stand.", "Es wird gelehrt: R. Elea͑zar b. R. Jose sagte: In meinem ganzen Leben habe ich nur einmal Zeugnis abgelegt, und auf Grund meiner Aussage erhob man einen Sklaven in den Priesterstand. — Erhob man, wie kommst du darauf; wenn der Heilige, gepriesen sei er, sogar durch das Vieh der Frommen zu keinem Verstoße348Cf. Bd. IV S. 669 Anm. 118.kommen läßt, um wieviel weniger durch die Frommen selbst!? —", "Vielmehr, man wollte auf Grund meiner Aussage einen Sklaven in den Priesterstand erheben. Er sah es349Einem Sklaven Hebe verabreichen.in der Ortschaft R. Joses und bekundete es in der Ortschaft R. Jehudas.", "DASS JENER ORT EIN GRÄBERPFLUG IST. Weshalb? — [Die Unreinheit] des Gräberpfluges ist rabbanitisch. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Šemuéls: Man blase auf einem Gräberpfluge [die Erde] weg und gehe weiter. Ferner sagte R. Jehuda b. Ami im Namen R. Jehudas, ein ausgetretener Gräberpflug sei [rituell] rein, weil nicht anzunehmen ist, daß ein gerstengroßer Knochen350Der nur in dieser Größe verunreinigend ist.nicht mit dem Fuße zertreten worden ist.", "DASS WIR BIS HIERHER AM ŠABBATH GINGEN. Er ist der Ansicht, die Bestimmung der Šabbathgrenze sei rabbanitisch.", "NIEMAND ABER IST GLAUBHAFT, WENN ER SAGT: N. HATTE WEGE[RECHT] AN DIESER STELLE, N. HATTE EINEN AUFSTELLUNGS- ODER TRAUERPLATZ AN DIESER STELLE. Aus welchem Grunde? — Geld nehmen wir nicht351In Zivilsachen ist ein einzelner Zeuge nicht glaubhaft.ab.", "Die Rabbanan lehrten: Jemand ist glaubhaft, wenn er sagt, sein Vater habe ihm als Kind gesagt, jene Familie sei rein, jene Familie sei unrein. — Rein oder unrein, wie kommst du darauf!? — Vielmehr, jene Familie sei unbemakelt, jene Familie sei bemakelt.", "Ferner: daß wir bei der Ausstoßung352Eigentl. Abschneidung, die Trennung eines Mitgliedes von seiner Familie; näheres weiter.gelegentlich [der Verheiratung] von N. mit N. gegessen haben, daß wir dem Priester N. Teighebe und Priestergaben353Vom Schlachtvieh; cf. Dt. 18,3. gebracht haben. Nur durch ihn selbst, nicht aber durch einen anderen. In all diesen Fällen ist er, wenn er ein Nichtjude war und sich bekehrt hat, wenn er Sklave war und freigelassen worden354Wenn er als Jisraélit bekundet, er habe seine Wahrnehmung als Nichtjude bezw. Sklave gemacht.ist, nicht glaubhaft. Ferner ist niemand glaubhaft, wenn er sagt, N. hatte Wege[recht] an dieser Stelle, N. hatte einen Aufstellungs- oder Trauerplatz an dieser Stelle. R. Joḥanan b. Beroqa sagt, er sei glaubhaft.", "Worauf bezieht sich R. Joḥanan b. Beroqa: wenn auf den Schlußsatz, so wird ja dadurch Geld abgenommen351In Zivilsachen ist ein einzelner Zeuge nicht glaubhaft.!? — Vielmehr, auf den Anfangsatz: in all diesen Fällen ist er, wenn er Nichtjude war und sich bekehrt hat, wenn er Sklave war und freigelassen worden ist, nicht glaubhaft. R. Joḥanan b. Beroqa sagt, er sei glaubhaft. —", "Worin besteht ihr Streit? — Der erste Autor ist der Ansicht, da er Nichtjude war, merkte er es sich nicht, und R. Joḥanan b. Beroqa ist der Ansicht, da er sich zu bekehren beabsichtigte, merkte er es sich.", "Was heißt Ausstoßung? — Die Rabbanan lehrten: Folgenderweise erfolgt die Ausstoßung. Wenn einer von den Brüdern eine für ihn unwürdige Frau geheiratet hat, so versammeln sich die Familienangehörigen und holen ein Faß voll Früchte, die sie in der Mitte der Straße zerschlagen, und sprechen: Brüder aus dem Hause Jisraéls, höret! Unser Bruder N. heiratete eine für ihn unwürdige Frau, und wir befürchten, seine Nachkommenschaft könnte sich mit der unserigen vermischen. Kommt und behaltet ein Merkzeichen für die Zukunft, damit seine Nachkommenschaft sich nicht mit der unserigen vermische. Dies ist die Ausstoßung, über die man aus dem Kindesalter zu bekunden glaubhaft ist." ], [ "i IN FOLGENDEN FÄLLEN IST DIE FÜR MÄDCHEN FESTGESETZTE GELDBUSSE1Wegen Notzucht; Dt. 22,29. ZU ZAHLEN: WENN JEMAND EINEM HURENKINDE, EINER NETHINA, EINER SAMARITANERIN BEIGEWOHNT HAT, ODER EINER PROSELYTIN, EINER GEFANGENEN ODER EINER SKLAVIN, DIE UNTER DREI JAHREN UND EINEM TAGE2Cf. supra Fol. 11b. AUSGELÖST, BEKEHRT ODER FREIGELASSEN WORDEN IST.", "WER SEINER SCHWESTER, DER SCHWESTER SEINES VATERS, DER SCHWESTER SEINER MUTTER, DER SCHWESTER SEINER FRAU, DER SCHWESTER SEINES BRUDERS, DER SCHWESTER DES BRUDERS SEINES VATERS ODER EINER MENSTRUIERENDEN BEIGEWOHNT HAT, MUSS DIE GELDBUSSE ZAHLEN, DENN DARAUF IST, WENN ES AUCH MIT DER AUSROTTUNG BELEGT IST, DIE TODESSTRAFE DURCH DAS GERICHT NICHT GESETZT3Nur die peinliche Strafe durch das Gericht schließt bei Idealkonkurrenz die Geldstrafe aus..", "GEMARA. Nur diese bemakelten Mädchen erhalten die Geldbuße, unbemakelte aber nicht!? — Er meint es wie folgt: in folgenden Fällen erhalten die bemakelten die für Mädchen festgesetzte Geldbuße: wenn jemand einem Hurenkinde, einer Nethina, einer Samaritanerin beigewohnt4Von den unbemakelten braucht dies nicht gelehrt zu werden. hat. —", "Nur im Mädchenalter und nicht eine Minderjährige; wer lehrte dies?", "R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Es ist R. Meír, denn es wird gelehrt: Bei einer Minderjährigen vom Alter eines Tages bis zur Zeit, wo sie zwei Haare5An der Scham, ein Zeichen der Pubertät. bekommt, findet der Verkauf6Der Vater ist berechtigt, seine minderjährige Tochter als Magd zu verkaufen (cf. Ex. 21,7), nicht aber die erwachsene. statt, aber keine Geldbuße; von der Zeit, wo sie zwei Haare bekommt, bis zur Mannbarkeit7Cf. Bd. IV S. 516. Anm. 207; dieser Zustand tritt nach dem T. in der Mitte des 13. Lebensjahres ein. findet die Geldbuße statt, aber kein Verkauf — so R. Meír. R. Meír sagte nämlich, wenn Verkauf, keine Geldbuße, und wenn Geldbuße, kein Verkauf.", "Die Weisen aber sagen, bei einer Minderjährigen von drei Jahren und einem Tage bis zur Mannbarkeit gebe es Geldbuße. — Nur Geldbuße und nicht Verkauf!? — Lies:" ], [ "auch Geldbuße, neben Verkauf.", "Wieso haben diese Anspruch auf die Geldbuße, man sollte doch hierauf beziehen: 8Dt. 22,29.ihm soll sie zur Frau sein, eine Frau, die für ihn geeignet9Die er heiraten darf, während die genannten Personen einem Jisraéliten verboten sind; ist der eine Teil des Gesetzes nicht anwendbar, so muß dies auch vom anderen Teile gelten. ist!? Reš Laqiš erwiderte: [Es heißt] Mädchen, Mädchen und das (Mädchen)10Dt. 22,28 wird von der Notzucht eines Mädchens gesprochen, wo das W. ‘Mädchen’ nicht fortgelassen werden kann, dagegen aber ist es im folgenden Schriftverse, wo es sogar mit dem Artikel gebraucht wird, überflüssig, da es durch ein Pronomen ersetzt werden könnte; der Artikel gilt als Nennung, somit wird es 3mal genannt., einmal ist es an sich nötig, einmal zur Einbegreifung der mit einem Verbote11Die zu heiraten verboten ist, bezw. mit der Ausrottung bestraft wird.Belegten, und einmal zur Einbegreifung der mit der Ausrottung11Die zu heiraten verboten ist, bezw. mit der Ausrottung bestraft wird.Belegten.", "R. Papa erwiderte: [Es heißt]12Ex. 22,15, wo von der Verführung gesprochen wird; cf. Anm. 10 mut. mut. Jungfrau, Jungfrauen und die (Jungfrauen); einmal ist es an sich nötig, einmal zur Einbegreifung der mit einem Verbote Belegten, und einmal zur Einbegreifung der mit der Ausrottung Belegten. —", "Weshalb erklärt R. Papa nicht wie Reš Laqiš? — Jener Schriftvers ist für eine Lehre Abajjes nötig, denn Abajje sagte: Wenn er ihr beigewohnt hat und sie gestorben ist, so ist er13Von der Zahlung der Geldbuße.frei, denn es heißt:14Dt. 22,29.er gebe dem Vater des Mädchens, nicht aber dem Vater einer Toten. —", "Weshalb erklärt Reš Laqiš nicht wie R. Papa? — Dieser Schriftvers ist für eine Wortanalogie nötig, denn es wird gelehrt:15Ex. 22,16.Einen Geldbetrag soll er darwägen, gemäß der Gabe für Jungfrauen; dieser gleicht der Gabe für Jungfrauen16Cf. S. 25 Anm. 201 u. 202.und die Gabe für Jungfrauen gleicht diesem16Cf. S. 25 Anm. 201 u. 202.. — Aber auch nach Reš Laqiš ist ja das eine wegen der Lehre Abajjes, und auch nach R. Papa das andere wegen der Wortanalogie nötig!? —", "Vielmehr, es sind sechs Schriftworte vorhanden: Mädchen, Mädchen, das (Mädchen), Jungfrau, Jungfrauen und die (Jungfrauen); zwei sind an sich nötig, eines für die Lehre Abajjes, eines für die Wortanalogie, und von den zweien, die zurückbleiben, ist eines zur Einbegreifung der mit einem Verbote Belegten und eines zur Einbegreifung der mit der Ausrottung Belegten nötig.", "Dies17Die Lehre der Mišna, daß auch bei Personen, mit denen eine Verheiratung nicht möglich (cf. Qid. Fol. 66b) ist, die Geldbuße zu zahlen ist.schließt die Ansicht des Autors der folgenden Lehre aus. Ihm soll sie zur Frau sein; Šimo͑n der Temanite sagte: Eine Frau, mit der eine Heirat möglich18Wörtl. ein Sein; cf. Bd. IV S. 347 Anm. 246.ist. R. Šimo͑n b. Menasja sagte: Eine Frau, die zu behalten geeignet ist. —", "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? R. Zera erwiderte: Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen bei einem Hurenkinde und einer Nethina. Einer sagt, mit der eine Heirat möglich ist, und auch mit diesen ist eine Heirat19Die Heirat ist zwar verboten, wenn aber bereits erfolgt, gültig.möglich, und einer sagt, die er behalten darf, diese aber darf er nicht behalten. —", "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen nach R. A͑qiba, welcher sagt, bei den mit einem Verbote belegten sei die Antrauung ungültig? — Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen bei einer Witwe mit einem Hochpriester20Die Antrauung ist auch nach RA. gültig, obgleich er sie nicht heiraten darf.. Dies nach R. Simaj, denn es wird gelehrt: R. Simaj sagte: Aus allen21Die durch eine verbotene Beiwohnung erzeugt worden sind. macht R. A͑qiba Hurenkinder, ausgenommen [die Kinder] eines Hochpriesters von einer Witwe, denn die Tora sagt:22Lev. 21,14 u. ib. V. 15.er soll nicht nehmen, und: er soll nicht entweihen, er erzeugt Entweihte und keine Hurenkinder. —", "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen nach R. Ješebab? Dieser sagte nämlich: Wir wollen uns über A͑qiba b. Joseph beklagen, welcher sagt, jeder durch einen in Jisraél verbotenen Beischlaf [Erzeugte] sei ein Hurenkind23Er vermehrt die Zahl der Hurenkinder; nach ihm ist somit auch die Heirat eines Hochpriesters mit einer Witwe ungültig.. — Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen" ], [ "bei den mit [Übertretung eines] Gebotes belegten, wie Miçri24Hinsichtl. dieser besteht ein Gebot, erst die 3. Generation aufzunehmen (cf. Dt. 23,9); durch die Heirat mit diesen wird aber kein Verbot übertreten.und Edomiter. —", "Einleuchtend ist dies, wenn R. Ješebab nur die Ansicht R. Simajs ausschließen25Daß die Ansicht RA.s sich auch auf die Heiart eines Hochpriesters mit einer Witwe beziehe.will, welchen Unterschied aber gibt es zwischen ihnen, wenn die Lehre R. Ješebabs eine selbständige ist: jeder durch einen in Jisraél verbotenen Beischlaf [Erzeugte] sei Hurenkind, auch wenn dadurch nur ein Gebot übertreten wird!? —", "Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen bei einer Deflorierten mit einem Hochpriester26Dem geboten ist, eine Jungfrau zu heiraten (cf. Lev. 21,13), jed. ist die Heirat mit einer Deflorierten gültig.. — Womit ist dieses [Gebot] anders? — Es ist ein Gebot, das nicht für jeden Geltung hat27Sondern nur für einen Hochpriester..", "R. Ḥisda sagte: Alle stimmen überein, daß, wenn jemand einer Menstruierenden beigewohnt hat, er28Obgleich dies verboten ist.die Geldbuße zu zahlen hat. Nach dem eine gültige Heirat erforderlich ist, ist auch bei dieser die Heirat gültig, und nach dem sie zu behalten geeignet sein muß, ist auch diese zu behalten geeignet.", "Dies29Die Lehre unserer Misha, daß bei der Notzucht einer Schwester die Geldbuße zu zahlen ist, obgleich darauf die Ausrottung gesetzt ist.schließt ferner die Ansicht des R. Neḥunja b. Haqana aus, denn es wird gelehrt: R. Neḥunja b. Haqana vergleicht den Versöhnungstag mit dem Šabbath hinsichtlich der Ersatzleistung30Für den an diesem Tage angerichteten Schaden.: wie man bei der Entweihung des Šabbaths, da man das Leben verwirkt31Darauf ist die Todesstrafe gesetzt; vgl. Anm. 3.hat, von der Ersatzleistung30Für den an diesem Tage angerichteten Schaden.frei ist, ebenso ist man bei der Entweihung des Versöhnungstages, da man das Leben verwirkt hat, von der Ersatzleistung frei32Obgleich darauf die himmlische Ausrottung u. nicht die gerichtliche Todesstrafe gesetzt ist.. —", "Was ist der Grund des R. Neḥunja b. Haqana? Abajje erwiderte: [Die Fügung durch] Menschen wird Unfall33Gf. Ex. 21,22.genannt, und [die Fügung] durch den Himmel wird Unfall34Cf. Gen. 42,4.genannt, wie man bei der Unfall genannten Fügung durch Menschen von der Ersatzleistung frei35Falls der Angeschuldigte mit dem Tode zu bestrafen ist; cf. Ex. 21,23.ist, ebenso ist man bei der Unfall genannten Fügung durch den Himmel36Wenn die Sünde mit der Ausrottung belegt ist.von der Ersatzleistung frei.", "R. Ada b. Ahaba wandte ein: Woher, daß Ja͑qob37Der an der angezogenen Stelle (Gen. 42,4) den Ausdruck ‘Unfall’ gebrauchte. seine Söhne vor Kälte und Hitze warnte, die eine himmlische Fügung sind, vielleicht vor Löwen und Dieben, die durch Menschen [abzuwenden] sind!? — Warnte sie Ja͑qob etwa nur vor diesen und nicht auch vor jenen, er warnte sie vor jedem [Unfall], —", "Ist denn [die Gefährdung durch] Kälte und Hitze eine himmlische Fügung, es wird ja gelehrt, alles erfolge durch himmlische Fügung, nur nicht [die Gefährdung durch] Kälte und Hitze, denn es heißt:38Pr. 22,5.Kälte und Hitze auf dem Wege des Falschen, wer seine Seele bewahrt, bleibt ihnen fern!? Und sind denn ferner Löwen und Diebe durch Menschen [abzuwenden], R. Joseph sagte ja, und ebenso lehrte R. Ḥija, daß seit dem Tage der Zerstörung des Tempels zwar das Synedrium aufgehoben worden ist, die vier Todesstrafarten39Cf. Syn. Fol. 49b.aber nicht aufgehoben worden seien!? — Wieso nicht aufgehoben, sie sind ja aufgehoben worden!? —" ], [ "Vielmehr, das Gesetz von den vier Todesstrafarten ist nicht auf gehoben40Er verfällt durch himmlische Fügung einem ähnlichen Tode.worden. Wer sich die Steinigung zuschulden kommen ließ, fällt entweder von einem Dache herab oder ein wildes Tier zertritt ihn; wer sich die Verbrennung zuschulden kommen ließ, kommt entweder in eine Feuersbrunst oder eine Schlange beißt ihn; wer sich die Enthauptung zuschulden kommen ließ, wird entweder der Regierung ausgeliefert oder Räuber überfallen ihn; wer sich die Erdrosselung zuschulden kommen ließ, ertrinkt entweder in einem Flusse oder stirbt an der Bräune. — Man wende es vielmehr um: Löwen und Diebe sind eine himmlische Fügung, Kälte und Hitze sind durch Menschen [abzuwenden].", "Raba erwiderte: Der Grund des R. Neḥunja b. Haqana ist aus folgendem zu entnehmen:41Lev. 20,4,5.wenn das Volk des Landes seine Augen von dem Manne abwendet, der von seinem Samen dem Molekh gibt &c. so werde ich mein Antlitz gegen diesen Mann und gegen sein Geschlecht kehren und ihn ausrotten. Die Tora sagt damit: meine Ausrottungsstrafe gleicht eurer Todesstrafe; wie eure Todesstrafe von der Ersatzleistung befreit, ebenso befreit meine Ausrottungsstrafe von der Ersatzleistung. —", "Welchen Unterschied gibt es zwischen Raba und Abajje? — Ein Unterschied besteht zwischen ihnen, wenn ein Gemeiner Hebe gegessen42Darauf ist der Tod durch himmlische Fügung gesetzt (cf. Lev. 22,9) u. nicht die Ausrottung, die sich auch auf die Nachkommen erstreckt.hat; nach Abajje43Nach dem ersteren spricht RN. von jeder himmlischen Fügung, nach dem letzteren nur von der Ausrottung.ist er [von der Ersatzleistung] frei und nach Raba43Nach dem ersteren spricht RN. von jeder himmlischen Fügung, nach dem letzteren nur von der Ausrottung.ist er dazu verpflichtet. —", "Ist er denn nach Abajje frei, R. Ḥisda sagte ja, R. Neḥunja b. Haqana pflichte bei, daß, wenn jemand seinem Nächsten Talg44Der zum Genusse verboten ist; cf. Hul. Fol. 49b.gestohlen und ihn gegessen hat, er [zur Ersatzleistung] verpflichtet sei, weil er wegen des Diebstahls schuldig war, noch bevor er zum Talgverbote45Beide Vergehen sind nicht gleichzeitig, sondern nach einander erfolgt.kam. Hierbei hat er ihn sich beim Hochheben angeeignet und sich erst nach dem Essen der Todesstrafe schuldig gemacht, ebenso hat er [die Hebe] beim Hochheben sich angeeignet und sich erst nach dem Essen der Todesstrafe schuldig gemacht!? — Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn jemand ihm [Hebe] in den Mund gesteckt46Er hat sie sich nicht durch Hochheben angeeignet.hat. —", "Aber immerhin hat er sie sich bereits beim Kauen angeeignet und erst nach dem Herunterschlucken sich der Todesstrafe schuldig gemacht!? — Wenn jemand sie ihm in den Schlund gesteckt hat. — In welchem Falle: konnte er sie von sich geben, so sollte er dies, und konnte er sie nicht von sich geben, wieso ist er strafbar47Er müßte dann von der himmlischen Strafe frei sein.!? — In dem Falle, wenn er sie durch Anstrengung von sich geben48Er sollte wegen des Genusses ersatzpflichtig sein, jed. ist er frei, da er strafbar ist.könnte.", "R. Papa erklärte: Wenn jemand ihm Flüssigkeiten von Hebe in den Mund gegossen hat. R. Aši erklärte: Wenn ein Gemeiner seine eigene Hebe gegessen" ], [ "und dabei Seidenstoffe eines anderen zerrissen hat49Er ist für die Seidenstoffe nicht ersatzpflichtig, da die Schädigung bei Begehung der mit dem Tode belegten Sünde erfolgt ist..", "Der Text. R. Ḥisda sagte: R. Neḥunja b. Haqana pflichtet bei, daß, wenn jemand seinem Nächsten Talg gestohlen und ihn gegessen hat, er [zur Ersatzleistung] verpflichtet sei, weil er wegen des Diebstahls schuldig war, noch bevor er zum Talgverbote kam. Es wäre anzunehmen, daß er gegen R. Abin streitet. R. Abin sagte, daß, wenn jemand einen Pfeil vier Ellen geworfen50Am Šabbath, wodurch er sich der Todesstrafe schuldig macht.und dieser im Fluge Seidenstoffe zerrissen hat, er frei sei, weil die Fortnahme zum Zwecke des Niederlegens51Die Transportation am Šabbath ist nur dann strafbar, wenn eine Fortnahme u. ein Niederlegen der Sache erfolgt ist, demnach sollte er ersatzpflichtig sein, da die Straffälligkeit später als die Schädigung eintritt, trotzdem ist er ersatzfrei, weil die Expulsion nicht Selbstzweck, sondern als Beginn des Niederfallens anzusehen ist.erfolgt; ebenso ist auch hierbei das Hochheben zum Zwecke des Essens erfolgt. —", "Es ist nicht gleich; da ist das Niederlegen ohne Fortnahme nicht möglich, hierbei aber ist das Essen ohne Hochheben wohl möglich, denn er kann sich niederbücken und essen. Oder auch, da kann er, wenn er es will, [den Pfeil] nicht mehr zurückziehen, hierbei aber kann er zurücktreten52Und den Diebstahl nicht ausführen, od. nur den Diebstahl u. nicht die Sünde des Talgessens begehen.. —", "Welchen Unterschied gibt es zwischen der einen Begründung und der anderen Begründung? — Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen, wenn jemand ein Messer über die Straße trägt50Am Šabbath, wodurch er sich der Todesstrafe schuldig macht.und im Tragen Seidenstoffe zerreißt; die Begründung, das Niederlegen sei ohne Fortnahme nicht möglich, gilt auch hierbei, denn das Niederlegen ist ohne Fortnahme nicht möglich, die Begründung, er könne nicht mehr zurücktreten, gilt hierbei nicht, denn er kann zurücktreten.", "Der Text. R. Abin sagte: Wenn jemand einen Pfeil vier Ellen geworfen und dieser im Fluge Seidenstoffe zerrissen hat, so ist er frei, denn die Fortnahme erfolgte zum Zwecke des Niederlegens. R. Bebaj b. Abajje wandte ein: Wer am Šabbath einen Geldbeutel gestohlen hat, ist [ersatz]pflichtig, denn bevor er noch zum mit der Steinigung belegten Verbote kam, war er bereits wegen des Diebstahls53Die Aneignung erfolgt beim Hochheben, die Strafbarkeit wegen der Translokation am Šabbath erst beim Niederlegen.schuldig; wenn er ihn aber allmählich herangezerrt hat, so ist er [ersatz]frei, weil die Šabbathentweihung und der Diebstahl gleichzeitig54Erst in seinem Besitze.erfolgt sind.", "Weshalb denn, auch hierbei sollte man sagen, das Hochheben erfolge zum Zwecke des Hinausbringens!? — Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er ihn hochgehoben hat, um ihn zu verwahren55Im selben Gebiete u. gar keine Translokation ausführen wollte., und sich überlegt und ihn hinausgebracht hat. —", "Ist er denn in einem solchen Falle strafbar, R. Šimo͑n sagte ja im Namen R. Amis im Namen R. Joḥanans, daß, wenn jemand [am Šabbath] Sachen von Winkel zu Winkel trägt, sich aber überlegt und sie56Nach einem anderen Gebiete.hinausträgt, er frei sei, weil ursprünglich die Fortnahme nicht dazu erfolgt war!? —", "Sage nicht: um ihn zu verwahren, sondern: um ihn hinauszubringen, nur wird hier von dem Falle gesprochen, wenn er stehen blieb57Dadurch ist die Fortnahme erledigt.. —", "Zu welchem Zwecke blieb er stehen: wenn zur Schulterung, so ist dies ja das gewöhnliche [Tragen]58Dies ist keine Unterbrechung der Translokation.!? — Vielmehr, wenn er stehen blieb, um auszuruhen. — Wozu lehrt er, wenn er demnach frei ist, falls er zur Schulterung stehen blieb," ], [ "daß er, wenn er ihn allmählich herangezerrt hat, frei sei, sollte er doch den Unterschied beim selben Falle machen: dies nur, wenn er um auszuruhen stehen blieb, wenn aber zur Schulterung, so ist er frei!? —", "Vielmehr, hier ist Ben A͑zaj vertreten, welcher sagt, das Gehen gleiche dem Stehenbleiben59Mit jedem Schritte erfolgt eine neue Fortnahme, sodaß beim letzten Schritte die Straffälligkeit eintritt.. — Sollte er doch, wenn er demnach frei ist, falls er ihn geworfen hat, den Unterschied beim selben Falle machen: dies nur, wenn er gegangen ist, wenn er ihn aber geworfen hat, ist er frei!? —", "Der Fall vom Heranzerren ist nötig; man könnte glauben, dies gelte nicht als Hinausbringen, so lehrt er uns. —", "Von welchem [Beutel spricht er]: bei einem großen ist dies ja die gewöhnliche Art und bei einem kleinen ist dies ja ganz ungewöhnlich60Dies sollte nicht als strafbare Translokation gelten.!? — Vielmehr, von einem mittelgroßen. —", "Wo soll er ihn hinausgebracht haben: wenn nach öffentlichem Gebiete, so liegt ja nur das den Šabbath betreffende Verbot und nicht das den Diebstahl61Auf öffentlichem Gebiete kann die Aneignung nur durch Hochheben erfolgen.betreffende Verbot vor, und wenn nach Privatgebiet, so liegt ja nur das den Diebstahl betreffende Verbot und nicht das den Šabbath betreffende Verbot62Strafbar ist nur die Translokation aus einem Privatgebiete nach einem öffentlichen od. umgekehrt.vor!? — In dem Falle, wenn er ihn nach dem Straßenrande gebracht hat. —", "Nach wessen Ansicht: nach R. Elie͑zer, welcher sagt, der Straßenrand gelte als öffentliches Gebiet, liegt ja nur das den Šabbath betreffende Verbot und nicht das den Diebstahl betreffende Verbot vor, und nach den Rabbanan, welche sagen, der Straßenrand gelte nicht als öffentliches Gebiet, liegt ja nur das den Diebstahl betreffende Verbot und nicht das den Šabbath betreffende Verbot vor!? —", "Tatsächlich nach R. Elie͑zer, und nur hinsichtlich der Strafbarkeit wegen der Šabbath[entweihung] sagt R. Elie͑zer, der Straßenrand gelte als öffentliches Gebiet, weil zuweilen das Publikum auf diesen gedrängt wird, nicht aber hinsichtlich der Aneignung, weil das Publikum sich da nicht aufhält63Da werden keine Geschäfte abgeschlossen..", "R. Aši erklärte: Wenn er die [andere] Hand unterhalb drei [Handbreiten]64Vom Erdboden; dies gilt nicht als Hochheben.gehalten und ihn aufgenommen hat. Dies nach Raba, denn Raba sagte, die Hand eines Menschen gelte für ihn wie vier zu vier [Handbreiten]65Nur ein Raum in dieser Größe gilt als besonderes ‘Gebiet’ hinsichtl. des Šabbathgesetzes; cf. Sab. Fol. 4a.. So lehrte es R. Aḥa,", "Rabina aber lehrte: Tatsächlich, wenn er ihn auf öffentliches Gebiet hinausgebracht hat, denn eine Aneignung66Durch das Ansichziehen, ohne Hochheben.kann auch auf öffentlichem Gebiete erfolgen. Sie streiten über eine Deduktion der folgenden Mišna: Wenn er es67Der Dieb das gestohlene Vieh; cf. Bq. Fol. 79a.herangezogen hat, und es im Gebiete des Eigentümers verendet ist, so ist er68Da es nicht in seinen Besitz gekommen ist.frei; wenn er es aber hochgehoben oder aus dem Gebiete des Eigentümers gebracht hat, und es verendet ist, so ist er schuldig.", "Rabina deduziert aus dem Anfangssatze und R. Aḥa deduziert aus dem Schlußsatze. Rabina deduziert aus dem Anfangssatze: wenn er es herangezogen hat, und es auf dem Gebiete des Eigentümers verendet ist, so ist er frei; nur wenn es auf dem Gebiete des Eigentümers verendet ist, wenn er es aber aus dem Gebiete des Eigentümers gebracht69Auch auf öffentliches Gebiet; auch da erfolgt eine Aneignung durch das Ansichziehen ohne Hochheben.hat, und es dann verendet ist, ist er schuldig. R. Aḥa aber deduziert aus dem Schlußsatze: wenn er es aber hochgehoben oder [aus dem Gebiete des Eigentümers] gebracht hat; das Herausbringen muß dem Hochheben gleichen, wie es durch das Hochheben in seinen Besitz gekommen ist, ebenso hinausgebracht, wenn er es in seinen Besitz70Nur in diesem Falle ist er schuldig, wenn aber auf öffentliches Gebiet, so erfolgt keine Aneignung.gebracht hat. —", "Gegen R. Aḥa ist ja ein Einwand aus dem Anfangsatze und ebenso gegen Rabina ein Einwand aus dem Schlußsatze zu erheben!? — Gegen R. Aḥa ist kein Einwand aus dem Anfangsatze zu erheben, denn solange es nicht in sein Gebiet gekommen ist, heißt es: im Gebiete des Eigentümers71Auch wenn es sich auf öffentl. Gebiete befindet.. Gegen Rabina ist kein Einwand aus dem Schlußsatze zu erheben, denn wir sagen nicht, das Herausbringen müsse dem Hochheben gleichen.", "WER SEINER SCHWESTER, DER SCHWESTER SEINES VATERS &C. BEIGEWOHNT HAT. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Folgende sind zu geißeln: wer seiner Schwester, der Schwester seines Vaters, der Schwester seiner Mutter, der Schwester seiner Frau, der Frau seines Bruders, der Frau des Bruders seines Vaters oder einer Menstruierenden beigewohnt hat." ], [ "Uns ist es ja bekannt, daß nicht mit Geißelung und Geldzahlung72Wegen zweier in Idealkonkurrenz begangener Verbrechen; der Angeschuldigte wird nur zur schwereren Strafe verurteilt, somit sollte bei Notzüchtigung der genannten Personen eine der beiden Strafen fortfallen.[zu bestrafen] ist!? U͑la erwiderte: Das ist kein Einwand; eines gilt von einer Schwester im Mädchenalter und eines gilt von einer mannbaren Schwester73Die Geldbuße ist nur bei der ersteren zu zahlen, u. bei dieser fällt tatsächlich die Geißelung fort.. –", "Auch bei der mannbaren Schwester ist ja Beschämungsgeld und Minderungsgeld74Den Betrag, um den eine Deflorierte weniger wert ist als eine Jungfrau (cf. infra Fol. 40b); diese, sowie die weiter genannten Zahlungen sind auch bei der Mannbaren zu leisten.[zu zahlen]!? – Bei einer Blöden75Bei der auch diese Zahlungen fortfallen.. – Es ist ja Schmerzensgeld zu zahlen!? – Bei einer Verführten76Gf. infra Fol. 39b..", "Da du nun darauf gekommen bist, so kann es auch auf eine Schwester im Mädchenalter bezogen werden, wenn sie Waise und verführt worden ist77Als Waise gehören alle Geldzahlungen ihr selber, u. da sie sich verführen ließ, verzichtete sie auf diese.. –", "Demnach ist U͑la der Ansicht, wenn Geldzahlung und Geißelung zusammentreffen, sei die Geldzahlung und nicht die Geißelung zu verhängen; woher entnimmt dies U͑la? – Er folgert dies von der Verletzung seines Nächsten; wie bei der Verletzung seines Nächsten, worauf Geldzahlung78Cf. Ex. 21,19.und Geißelung79Die W.e ‘nicht mehr’ bei der Vorschrift über die Geißelung (Dt. 25,3) involvieren das Verbot, jemand zu schlagen od. zu verletzen, u. auf jedes in der Schrift genannte Verbot ist, soweit es nicht mit einer anderen Strafe belegt ist, die Geißelung gesetzt.gesetzt sind, die Geldzahlung und nicht die Geißelung verhängt80Wie die Schrift dies ausdrücklich bestimmt.wird, ebenso ist überall, wo Geldzahlung und Geißelung zusammentreffen, die Geldzahlung und nicht die Geißelung zu verhängen. –", "Wohl gilt dies von der Verletzung seines Nächsten, wobei fünf Zahlungen81Cf. Bq. Fol. 83b; hierbei gilt daher die Geldzahlung als schwerere Strafe.zu leisten sind!? Und [erwidert man], die Geldzahlung sei eine Erleichterung82Auch bei der Verletzung ist die Geldzahlung eine leichtere Strafe als die Geißelung, u. eben hieraus zu folgern, daß um so mehr in anderen Fällen die leichtere Geldzahlung zu verhängen ist., [so ist zu entgegnen:] dies83Die Verletzung.ist aus der Regel heraus dem Gerichte erlaubt84Das Verbot, jemand zu verletzen, besteht für das Gericht nicht, denn es darf die Geißelung verhängen; die leichtere Geldzahlung ist daher nur bei der Verletzung zu verhängen, in anderen Fällen aber die schwerere Geißelung.worden!? –", "Vielmehr, es ist von den überführten Falschzeugen85Cf. Dt. 19,17ff.zu folgern: wie bei den überführten Falschzeugen, die mit einer Geldzahlung86Wenn sie eine solche einem anderen zufügen wollten, nach Dt. 19,19.und der Geißelung87Wegen des Verbotes der falschen Zeugenaussage, Ex. 20,16.zu belegen sind, nur die Geldzahlung und nicht die Geißelung88Cf. infra Fol. 33a.verhängt wird, ebenso ist überall, wo Geißelung und Geldzahlung zusammentreffen, die Geldzahlung und nicht die Geißelung zu verhängen. –", "Wohl gilt dies von den überführten Falschzeugen, bei denen keine Warnung89Von der die Strafbarkeit jedes anderen Vergehens abhängig ist; bei diesen ist es strenger, daher werden sie mit der schwereren Geldzahlung belegt.erforderlich ist!? Und [erwidert man,] die Geldzahlung sei eine Erleichterung90Cf. Anm. 82 mut. mut., [so ist zu entgegnen:] diese haben keine Handlung91Sie haben die Sünde nur durch Worte begangen, daher ist bei ihnen erleichternd zu verfahren, in anderen Fällen aber ist die schwerere Geißelung zu verhängen.ausgeübt ! ? –", "Vielmehr, dies ist von beiden zu entnehmen; das Gemeinsame bei beiden ist, daß Geldzahlung und Geißelung zusammentreffen, und verhängt wird die Geldzahlung und nicht die Geißelung, ebenso ist überall, wo Geldzahlung und Geißelung zusammentreffen, die Geldzahlung und nicht die Geißelung zu verhängen. – Aber das Gemeinsame bei beiden ist ja, daß bei ihnen eine erschwerende Seite92Bei der Verletzung die 5 Zahlungen, bei den Falschzeugen der Fortfall der Warnung.vorhanden ist!? Und [erwidert man,] die Geldzahlung sei eine Erleichterung, [so ist zu entgegnen:] weil bei ihnen eine erleichternde Seite93Beim Verbote der Verletzung gibt es eine Ausnahme, die Falschzeugen haben keine Handlung ausgeübt.vorhanden ist!? –" ], [ "Vielmehr U͑la entnimmt es aus [dem Worte] um. Hierbei heißt es:94Dt. 22,29.um des Schwächens wegen, und dort heißt es:95Ex. 21,24.Auge um Auge; wie dort die Geldzahlung und nicht die Geißelung verhängt wird, ebenso ist überall, wo Geldzahlung und Geißelung zusammentreffen, die Geldzahlung und nicht die Geißelung zu verhängen.", "R. Joḥanan erwiderte: Du kannst sie96Die oben angezogene Lehre, nach der in diesem Falle zu geißeln ist.auch auf eine Schwester im Mädchenalter beziehen, nur gilt das eine von dem Falle, wenn man ihn gewarnt97In diesem Falle ist die Geißelung zu verhängen, sodaß tatsächlich die Geldbuße nicht zu zahlen ist.hat, und das andere von dem Falle, wenn man ihn nicht gewarnt hat. –", "Demnach ist R. Joḥanan der Ansicht, wenn Geldzahlung und Geißelung zusammentreffen und man ihn gewarnt hat, sei die Geißelung und nicht die Geldzahlung zu verhängen; woher entnimmt dies R. Joḥanan? – Die Schrift sagt:98Dt. 25,2.entsprechend seinem Frevel, du kannst ihn nur wegen eines Frevels verurteilen, nicht aber kannst du ihn wegen zweier Frevel verurteilen, und darauf folgt:99Ib. V. 3.vierzig Schläge gebe man ihm. –", "Bei der Verletzung seines Nächsten treffen ja Geldzahlung und Geißelung zusammen, und verhängt wird die Geldzahlung und nicht die Geißelung!? Wolltest du erwidern, dies nur, wenn man ihn nicht gewarnt hat, wenn man ihn aber gewarnt hat, sei die Geißelung und nicht die Geldzahlung zu verhängen, so sagte ja R. Ami im Namen R. Joḥanans, daß, wenn jemand einem einen Schlag versetzt hat, der keine Peruṭa100Kleinste Scheidemünze (⅛ Assar); ein Betrag unter diesem kann überhaupt nicht Gegenstand eines Rechtsstreites sein; cf. Seb. Fol. 38b.wert ist, er zu geißeln sei. In welchem Falle: hat man ihn nicht gewarnt, wieso ist er zu geißeln, doch wohl, wenn man ihn gewarnt hat, und nur in dem Falle, wenn er keine Peruṭa wert101Sodaß die Geldzahlung nicht verhängt werden kann.ist, wenn er aber eine Peruṭa wert ist, ist die Geldzahlung und nicht die Geißelung zu verhängen!? –", "Wie R. Ilea͑͑ erklärt hat, die Tora habe bei den überführten Falschzeugen die Geldzahlung ausdrücklich hervorgehoben, ebenso hat die Tora bei der Verletzung seines Nächsten die Geldzahlung ausdrücklich hervorgehoben. – Worauf bezieht sich die Erklärung R. Ilea͑͑s? – Auf das folgende: Wenn sie bekundet haben, N. schulde seinem Nächsten zweihundert Zuz, und als Falschzeugen überführt worden sind, so sind sie zu geißeln und haben [den Geldbetrag]102Um den sie jenen schädigen wollten.zu zahlen, denn nicht das Delikt, das ihnen die Geißelung zuzieht, zieht ihnen die Zahlung103Erstere hat nach Ex. 20,16 u. letztere nach Dt. 19,19 zu erfolgen.zu – so R. Meír; die Weisen sagen, wer zahlen muß, sei nicht zu geißeln.", "Man sollte doch sagen, wer gegeißelt wird, habe nichts zu zahlen!? Hierauf erwiderte R. Ilea͑: Die Tora hat bei den überführten Falschzeugen die Geldzahlung ausdrücklich hervorgehoben. – Wo hat die Tora dies hervorgehoben!? – Merke, es heißt ja bereits :104Dt. 19,19.ihr sollt an ihm das tun, was er seinem Bruder zuzufügen gedacht hat, wozu heißt es weiter105Ib. V. 21.Hand um Hand? Etwas, das von Hand zu Hand geht, nämlich Geld. –", "Ebenso bei der Verletzung seines Nächsten. Merke, es heißt ja bereits :106Lev. 24,19.wie er getan, so werde ihm getan, wozu heißt es weiter:107Ib. V. 20.so werde ihm gegeben? Etwas, das gegeben wird, nämlich Geld. –", "Weshalb erklärt R. Joḥanan nicht wie U͑la? – Demnach108Wenn bei der Notzucht einer Schwester wegen der Geldbuße die Geißelung fortfallen würde.wird aufgehoben [das Verbot:]109Lev. 18,9.die Scham deiner Schwester &c. sollst du nicht entblößen. –" ], [ "Ebenso wird ja bei der Verletzung seines Nächsten aufgehoben [das Verbot:]110Dt. 25,3.er soll nicht hinzufügen, daß er nicht hinzufüge; und desgleichen wird bei den überführten Falschzeugen aufgehoben [das Gesetz :]111Ib. V. 2.wenn der Schuldige Geißelung verdient112Dieser Schriftvers wird auf Falschzeugen bezogen; cf. Mak. Fol. 2b.!? Vielmehr [ist zu erwidern], bei den überführten Falschzeugen wird es bei [der Bekundung], jemand113Ein Priester, den sie dadurch für die Priesterschaft untauglich machen wollten; in diesem Falle ist die Vergeltung unmöglich u. daher die Geißelung zu vollziehen.sei der Sohn einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça, aufrecht erhalten; desgleichen bei der Verletzung seines Nächsten, wenn er ihn! einen Schlag versetzt hat, der keine Peruṭa114In diesem Falle kann keine Geldzahlung erfolgen (vgl. Anm. 100) u. ist daher die Geißelung zu vollziehen.wert ist.", "Ebenso wird es bei einer Schwester aufrecht erhalten, wenn sie mannbar115Gf. Anm. 73 mut. mut.ist!? – R. Joḥanan verwendet [die Worte:] um116Woraus Û. dies folgert, ob Fol. 32a.des Schwachem wegen, für eine Lehre Abajjes, denn Abajje sagte: Die Schrift sagt: um des Schwachem wegen; dies des Schwächens wegen, demnach kommen noch Beschämungsgeld und Minderungsgeld hinzu. –", "Und U͑la!? – Dies entnimmt er aus einer Lehre Rabas, denn Raba sagte: Die Schrift sagt :117Dt. 22,29.so gehe der Mann, der bei ihr gelegen hat, dem Vater des Mädchens fünfzig Silberstücke; die fünfzig für den Genuß des Liegens, demnach kommen noch Beschämungsgeld und Minderungsgeld hinzu.", "R. Elie͑zer118Rieht. Elea͑zar, wie schon in einer Randglosse bemerkt.sagte : Bei den überführten Falschzeugen ist die Geldzahlung und nicht die Geißelung deshalb zu verhängen, weil sie nicht gewarnt werden119Die peinliche Strafe ist nur nach erfolgter Warnung zu verhängen.können. Raba sagte: So ist es; wann sollte man sie warnen: warnt man sie vorher, so können sie sagen, sie hätten es vergessen, warnt man sie bei [der Aussage], so würden sie120Alle Zeugen, die zu einer Aussage aufgefordert werden; niemand will sich eine derartige beleidigende Warnung gefallen lassen.sich zurückziehen und die Aussage verweigern, und warnt man sie nachher, so ist es ja bereits geschehen.", "Abajje wandte ein: Man kann sie ja unmittelbar darauf121Nach ihrer Aussage; wörtl. innerhalb eines Satzes, dh. innerhalb der Zeit, während der man einen Satz (der auf eine Begrüßung von 2–4 Worten bemessen wird, Bq. Fol. 73b) aussprechen kann. Eine Zeit unter dieser gilt nicht als Unterbrechung, u. es ist ebenso, als würde man sie während ihrer Aussage gewarnt haben.warnen!? R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, wandte ein: Man kann sie ja vorher warnen und dann122Bei der Aussage, sodaß sie nicht sagen können, sie hätten es vergessen.durch Zeichen andeuten!?", "Später sagte Abajje: Was ich gesagt habe, ist nichts; wenn man sagen wollte, die überführten Falschzeugen benötigen der Warnung, und wenn man sie nicht gewarnt hat, töte123Falls sie diese Strafe herbeiführen wollten.man sie nicht, – ist es denn möglich, daß sie, die ohne Warnung töten123Falls sie diese Strafe herbeiführen wollten.wollten, der Warnung benötigen, es heißt ja:104Dt. 19,19.ihr sollt ihm tun, was er seinem Bruder zuzufügen gedacht hat, und dies würde nicht erfolgen!?", "R. Sama, Sohn des R. Jirmeja, wandte ein: Demnach sollte doch bei der Bekundung, jemand113Ein Priester, den sie dadurch für die Priesterschaft untauglich machen wollten; in diesem Falle ist die Vergeltung unmöglich u. daher die Geißelung zu vollziehen.sei der Sohn einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça, die Warnung erforderlich sein, da dieser Fall in [den Worten] was er gedacht hat nicht einbegriffen ist!? – Die Schrift sagt:124Lev. 24,22.einerlei Recht gelte für euch, das Recht soll für euch alle gleichmäßig sein125Da bei den Falschzeugen in allen anderen Fällen die Warnung nicht erforderlich ist, so ist sie auch in diesem Falle nicht erforderlich..", "R. Šiša, Sohn des R. Idi, sagte : Daß bei der Verletzung seines Nächsten die Geldzahlung und nicht die Geißelung zu verhängen ist, geht aus folgendem hervor:126Ex. 21,22.Wenn Männer mit einander streiten und eine schwangere Frau treffen und ihr die Kinder abgehen. Hierzu sagte R. Elea͑zar, die Schrift spreche von einem Streite [in der Absicht] zu töten, denn es heißt :127Ib. V. 23.wenn ein Unfall erfolgt, so gib Leben128Obgleich er einen anderen erschlagen wollte; wenn die Absicht einer Tötung fehlt, ist er nicht mit dem Tode zu bestrafen.um Leben.", "In welchem Falle: hat man ihn nicht gewarnt, wieso ist er hinzurichten, doch wohl, wenn man ihn gewarnt hat, und die eine schwere Strafe betreffende Warnung gilt auch für eine leichte129Wenn man jemand inbetreff der Tötung gewarnt u. er den anderen nur verletzt hat, so erstreckt sich die Warnung auch auf die Verletzung., und der Allbarmherzige sagt :126Ex. 21,22.wenn kein Unfall erfolgt, so ist er um Geld zu bestrafen.", "R. Aši wandte ein: Woher, daß die eine schwere Strafe betreffende Warnung auch für eine leichte gilt, vielleicht nicht130Er ist daher nicht mit der Geißelung zu bestrafen u. die Geldstrafe bleibt bestehen.!? Und woher ferner, wenn du sagst, sie gelte wohl, daß die Todesstrafe schwerer ist," ], [ "vielleicht ist die Geißelung schwerer, denn Rabh sagte, hätte man Ḥananja, Mišaél und A͑zarja131Cf. Dan. Kap. 3.geschlagen, würden sie das Götzenbild angebetet haben!? R. Sama, Sohn des R. Ithaj, manche sagen, R. Sama, Sohn des R. Aši, sprach zu R. Aši: Unterscheidest du denn nicht zwischen einer begrenzten Geißelung und einer unbegrenzten132Die unbegrenzte Geißelung bis zum Nachgeben ist tatsächlich schwerer als der Tod, dagegen aber ist die gerichtliche Geißelung auf eine bestimmte Anzahl von Schlägen festgesetzt.!?", "R. Ja͑qob aus Nehar Peqod wandte ein: Allerdings nach den Rabbanan, welche133Cf. Syn. Fol. 79a.sagen, [das Wort] Leben sei wörtlich134Er ist im in der Schrift genannten Falle mit dem Tode zu bestrafen.zu verstehen, wie ist es aber nach Rabbi zu erklären, welcher sagt, darunter sei ein Geldersatz135Die obige Folgerung hinsichtl. des Geldersatzes im Falle der Warnung ist hinfällig.zu verstehen!?", "Vielmehr, erklärte R. Ja͑qob aus Nehar Peqod im Namen Rabinas, ist dies aus folgendem zu entnehmen:136Ex. 21,19.Wenn er wieder aufsteht und im Freien auf seinen Stock gestützt umhergeht, so soll der Schläger frei ausgehen; könnte es dir denn in den Sinn kommen, daß, wenn jener auf der Straße umhergeht, dieser hingerichtet wird? Vielmehr lehrt dies, daß man ihn einsperre; stirbt jener, so ist er hinzurichten, wenn aber nicht, so hat er Versäumnis und Kurkosten zu zahlen.", "In welchem Falle: hat man ihn nicht gewarnt, wieso ist er hinzurichten, doch wohl, wenn man ihn gewarnt hat, und die eine schwere Strafe betreffende Warnung gilt auch für eine leichtere, und der Allbarmherzige sagt:136Ex. 21,19.sein Versäumnis soll er erstatten und heilen soll er ihn lassen.", "R. Aši wandte ein: Woher, daß die eine schwere Strafe betreffende Warnung auch für eine leichte gilt, vielleicht nicht!? Und woher ferner, wenn du sagst, sie gelte wohl, daß die Todesstrafe schwerer ist, vielleicht ist die Geißelung schwerer, denn Rabh sagte, hätte man Ḥananja, Mišaél und A͑zarja geschlagen, würden sie das Götzenbild angebetet haben!?", "R. Sama, Sohn des R. Ithaj, manche sagen, R. Sama, Sohn des R. Aši, sprach zu R. Aši: Unterscheidest du denn nicht zwischen einer begrenzten Geißelung und einer unbegrenzten!?", "R. Mari wandte ein: Woher, daß hier von der Vorsätzlichkeit [gesprochen wird], und er frei von der Todesstrafe ist, vielleicht von der Unvorsätzlichkeit, und er ist von der Verbannung36Cf. Dt. 19,2ff.frei!? – Ein Einwand.", "Reš Laqiš erklärte: Hier137In unserer Mišna, die lehrt, daß wegen der an einer Schwester begangenen Notzucht die Geldbuße zu zahlen ist.ist die Ansicht R. Meírs vertreten, welcher sagt, Geißelung und Geldzahlung können gleichzeitig verhängt werden. – Wenn die des R. Meír, so sollte es auch von einer Tochter138Obgleich auf den Verkehr mit dieser die Todesstrafe gesetzt ist.gelten!? –", "Wolltest du erwidern, nach R. Meír können nur Geißelung und Geldzahlung gleichzeitig verhängt werden, nicht aber Todesstrafe und Geldzahlung, so wird ja gelehrt, daß, wenn jemand [ein Vieh] gestohlen und es am Šabbath geschlachtet139Wodurch er sich der Todesstrafe schuldig gemacht hat.hat, gestohlen und es für den Götzendienst geschlachtet139Wodurch er sich der Todesstrafe schuldig gemacht hat.hat, oder einen zu steinigenden Ochsen140Der einen Menschen getötet hat; der Genuß seines Fleisches ist verboten; cf. Ex. 21,28.gestohlen und ihn geschlachtet hat, er, wie R. Meír sagt, das Vier- oder Fünffache141Des gestohlenen Viehs; cf. Ex. 21,37.bezahlen müsse, und nach den Weisen davon frei sei!? –", "Hierzu wurde ja gelehrt: R. Ja͑qob sagte im Namen R. Joḥanans, ebenso R. Jirmeja im Namen des R. Šimo͑n b. Laqiš, und ebenso R. Abin und R. Ilea͑ und das ganze Kollegium im Namen R. Joḥanans: wenn er es durch einen anderen schlachten ließ. –", "Sollte denn, wenn jener die Sünde begeht, dieser strafbar sein!? Raba erwiderte: Der Allbarmherzige sagt:142Ex. 21,37.und es schlachtet oder verkauft, wie der Verkauf mit Beteiligung eines anderen erfolgt, ebenso das Schlachten mit Beteiligung eines anderen.", "In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt, das oder schließe einen Vertreter ein. In der Schule Ḥizqijas wurde gelehrt, das statt143Im angezogenen Schriftverse, Ex. 21,37.schließe einen Vertreter ein.", "Mar Zuṭra wandte ein: Ist denn der Fall möglich, daß jemand, wenn er selber die Handlung begeht, nicht schuldig ist, und wenn sein Vertreter sie begeht, schuldig ist !? – Wenn er selber, nicht weil er nicht schuldig ist, sondern weil er mit der schwereren Strafe belegt144Er verfällt der Todesstrafe u. hat daher die Geldzahlung nicht zu leisten.wird. –", "Weshalb ist er, wenn er es durch einen anderen schlachten ließ, nach den Weisen frei? –" ], [ "Unter Weisen ist R. Šimo͑n zu verstehen, welcher sagt, die unwirksame Schlachtung145In den genannten Fällen ist die Schlachtung unwirksam, da das Fleisch zum Genüsse verboten ist.gelte nicht als Schlachtung. – Allerdings [die Schlachtung] für den Götzendienst und des zu steinigenden Rindes, die Schlachtung am Šabbath aber ist ja eine wirksame Schlachtung, denn es wird gelehrt, daß, wenn jemand am Šabbath oder am Versöhnungstage geschlachtet hat, die Schlachtung, obgleich er das Leben verwirkt hat, gültig seil? –", "Er ist der Ansicht R. Joḥanan des Schusters, denn es wird gelehrt: Wenn jemand versehentlich am Šabbath gekocht hat, so darf er es146Auch am selben Tage.essen, wenn aber vorsätzlich, so darf er es nicht essen – so R. Meír. R. Jehuda sagt, wenn versehentlich, dürfe er es nach dem Šabbath essen, wenn vorsätzlich, dürfe er es niemals essen; R. Joḥanan der Schuster sagt, wenn versehentlich, dürfen andere es nach dem Šabbath essen, er selber aber nicht, wenn vorsätzlich, dürfe man es niemals essen, weder er selber noch andere. –", "Was ist der Grund R. Joḥanan des Schusters? – Wie R. Ḥija an der Pforte des Fürsten vorgetragen hat :147Ex. 31,14.Beobachtet den Šabbath, denn er soll euch heilig sein; wie das Heilige [zum Essen] verboten ist, ebenso ist das am Šabbath Zubereitete verboten. – Demnach sollte, wie das Heilige sogar zur Nutznießung verboten ist, auch das am Šabbath Zubereitete zur Nutznießung verboten sein!? – Es heißt euch, es gehört euch.", "Man könnte glauben, auch wenn148Sei es zum Essen verboten.versehentlich, so heißt es:147Ex. 31,14.wer ihn entweiht, soll sterben; ich habe es dir nur von der Vorsätzlichkeit gesagt, nicht aber von der Unvorsätzlichkeit.", "Hierüber streiten R. Aḥa und Rabina, einer sagt, das am Šabbath Zubereitete sei [verboten] nach der Tora, und einer sagt, nur rabbanitisch. Einer sagt, nach der Tora, wie wir bereits erklärt haben ; und einer sagt, nur rabbanitisch, denn die Schrift sagt: er soll heilig sein, er ist heilig, nicht aber ist das an ihm Zubereitete heilig. –", "Weshalb ist er149Wer ein gestohlenes Vieh am Šabbath schlachtet.nach demjenigen, welcher sagt, nur rabbanitisch, nach den Rabbanan150Von der Zahlung des 4- od. 5-fachen.frei!? – Die Befreiung der Rabbanan bezieht sich auf die übrigen Fälle. –", "Beim Schlachten für den Götzendienst macht er es ja, sobald er etwas151Cf. Hul. Fol. 40a.anschlachtet, verboten, somit erfolgt ja die weitere Schlachtung152Da es zur Nutznießung verboten ist; er sollte daher von der Zahlung des 4- od. 5-fachen frei sein.nicht an dem des Eigentümers!? Raba erwiderte: Wenn er sagt, er wolle den Götzendienst mit der Beendigung des Schlachtens begehen. –", "Beim zu steinigenden Ochsen schlachtet er ja152Da es zur Nutznießung verboten ist; er sollte daher von der Zahlung des 4- od. 5-fachen frei sein.nicht seines!? Rabba erwiderte: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn [der Eigentümer] ihn einem Hüter übergeben und er im Besitze des Hüters den Schaden angerichtet hat und im Besitze des Hüters abgeurteilt worden ist, und der Dieb ihn aus dem Besitze des Hüters gestohlen hat.", "R. Meír ist der Ansicht R. Ja͑qobs und der Ansicht R. Šimo͑ns. Er ist der Ansicht R. Ja͑qobs, welcher sagt, wenn der Hüter ihn nach der Aburteilung dem Eigentümer zurückgegeben153Gf. Bq. Fol. 45a.hat, sei die Rückgabe154Obgleich der Ochs nunmehr nichts wert ist.gültig, und er ist der Ansicht R. Šimo͑ns, welcher sagt, was Geld ersetzt, gelte155Obgleich er an sich wertlos ist; im in Rede stehenden Falle ist zwar der Ochs an sich wertlos, wohl aber hat er für den Hüter Geldwert, da er sich durch die Rückgabe desselben an den Eigentümer von der Haftpflicht befreien kann.als Geld.", "Rabba erklärte: Tatsächlich, wenn er selber es geschlachtet hat," ], [ "auch ist R. Meír der Ansicht, man könne Geißelung und Geldzahlung verhängen, nicht aber Todesstrafe und Geldzahlung, hierbei aber ist es anders, da die Tora mit den Bußgeldern ein Novum geschaffen hat; sie sind daher zu zahlen, auch wenn er hingerichtet wird. Rabba vertritt hierbei seine Ansicht, denn Rabba sagte: Wenn jemand im Besitze eines gestohlenen Böckchens war und es am Šabbath geschlachtet hat, so ist er schuldig156Zur Zahlung des 4- od. 5fachen verpflichtet., denn er war wegen des Diebstahls157Zum Ersatze des Grundwertes; die Verpflichtung zur Zahlung des Bußbeitrages erfolgt erst beim Schlachten.schuldig, noch bevor er zur Entweihung des Šabbaths kam; wenn er es aber am Šabbath gestohlen und geschlachtet hat, so ist er frei, denn ohne Diebstahl158Da der Diebstahl bei der mit der Todesstrafe belegten Entweihung des Šabbaths erfolgt ist, ist er vom Ersatze des Grundwertes frei, u. ohne den Grundwert ist auch das Bußgeld nicht zu zahlen. Die Todesstrafe schließt somit die Geldzahlung aus, nicht aber die Bußzahlung.gibt es kein Schlachten und kein Verkaufen.", "Ferner sagte Rabba: Wenn jemand im Besitze eines gestohlenen Böckchens war und es am Einbruchsorte geschlachtet hat, so ist er schuldig, denn er war wegen des Diebstahls157Zum Ersatze des Grundwertes; die Verpflichtung zur Zahlung des Bußbeitrages erfolgt erst beim Schlachten.schuldig, noch bevor er dem Gesetz über den Einbruch unterworfen war; wenn er es aber am Einbruchsorte gestohlen und geschlachtet hat, so ist er frei, denn ohne Diebstahl159Der ertappte Einbrecher darf niedergeschlagen werden (cf. Ex. 22,1), u. die Preisgebung des Lebens befreit ihn von der Geldzahlung.gibt es kein Schlachten und kein Verkaufen.", "Und beides ist nötig. Würde er es nur vom Šabbath gelehrt haben, so könnte man glauben, weil das Verbot ein dauerndes160Er entgeht der Todesstrafe nicht, sondern kann jederzeit verurteilt u. hingerichtet werden.ist, nicht aber gelte dies vom Einbruch, wobei die Preisgebung nur für diese Stunde161Wird er beim Einbruch nicht niedergeschlagen, so ist sein Leben nicht mehr preisgegeben; cf. Ex. 22,2.gilt. Und würde er es nur vom Einbruch gelehrt haben, so könnte man glauben, weil sein Einbruch als Warnung162Er darf ohne Warnung niedergeschlagen werden.gilt, nicht aber gelte dies beim Šabbath, wobei eine Warnung erforderlich ist. Daher ist beides nötig.", "R. Papa sagte : Wenn jemand im Besitz einer gestohlenen Kuh war und sie am Šabbath geschlachtet hat, so ist er schuldig, denn er war wegen des Diebstahls schuldig, noch bevor er zur Entweihung des Šabbaths kam; wenn er aber im Besitze einer entliehenen Kuh war und sie am Šabbath geschlachtet hat, so ist er163Da die Aneignung erst beim Schlachten erfolgt; vgl. Anm. 158.frei. R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Will uns etwa R. Papa lehren, daß dies164Die obige Lehre R.s vom gestohlenen Böckchen.auch von einer Kuh gilt !?", "Dieser erwiderte : R. Papa lehrt uns, daß dies auch von einer entliehenen gilt. Man könnte glauben, er sei, da R. Papa sagte, mit dem Ansichziehen sei er zur Fütterung165Gf. Bm. Fol. 91a.verpflichtet, auch hierbei mit dem Entleihen für jeden Unfall166Auch für den Tod durch das Schlachten; bei der Entweihung des Š.s bleibt somit nur die Bußzahlung zurück, die er wegen der Todesstrafe nicht zu leisten hat.haftbar, so lehrt er uns167Daß auch die Zahlung des Grundwertes erst beim Schlachten fällig ist..", "Raba sagte: Wenn ihr Vater ihnen eine entliehene Kuh hinterlassen hat, so dürfen sie sich ihrer die ganze Dauer der Entleihung bedienen; ist sie verendet, so sind sie für den Unfall nicht haftbar. Wenn sie sie, im Glauben, sie gehöre ihrem Vater, geschlachtet und verzehrt haben, so haben sie einen niedrigen Fleischpreis zu ersetzen. Hinterließ ihnen ihr Vater Sicherheit gewährende168Dh. Grundstücke.Güter, so sind sie zum Ersatze verpflichtet.", "Manche beziehen dies auf den ersten Fall169Sie sind für einen Unfall nur dann nicht haftbar, wenn ihr Vater keine Immobilien hinterlassen hat.und manche beziehen dies auf den anderen Fall. Wer dies auf den ersten Fall bezieht, nach dem gilt dies um so mehr vom anderen Falle, und er streitet170Nach ihm erfolgt die Haftpflicht beim Entleihen u. nicht erst beim Unfall.somit gegen R. Papa; wer dies auf den anderen Fall bezieht, nach dem gilt dies nicht vom ersten Falle, übereinstimmend mit R. Papa171Die Haftbarkeit erfolgt beim Unfall, wo der Entleiher nicht mehr da ist..", "Allerdings erklärt R. Joḥanan172Der ob. Fol. 32b unsere Mišna auf den Fall bezieht, wenn man ihn nicht gewarnt hat.nicht wie Reš Laqiš173Der unsere Mišna R. Meír addiziert., weil er [die Mišna] nach den Rabbanan erklären will, weshalb aber erklärt Reš Laqiš nicht wie R. Joḥanan? – Er kann dir erwidern : wenn er frei174Von der Bußzahlung.ist, falls man ihn gewarnt hat, so ist er frei, auch wenn man ihn nicht gewarnt175Wenn er wegen der Geißelung von der Bußzahlung frei ist, so ist es gleichgültig, ob die erstere zur Anwendung kommt od. nicht.hat.", "Sie vertreten hierbei ihre Ansichten, denn als R. Dimi kam, sagte er: Wer sich einer mit der Todesstrafe oder Geißelung und noch etwas176Mit einer Geldzahlung.belegten Handlung versehentlich177Sodaß die peinliche Strafe nicht zur Anwendung kommt.schuldig macht, ist, wie R. Joḥanan sagt, schuldig178Zur Leistung der Geldzahlung verpflichtet., und wie Reš Laqiš sagt, frei. R. Joḥanan sagt, er sei schuldig, denn man hat ihn nicht179Die peinliche Strafe kommt nicht zur Anwendung, somit bleibt die Geldstrafe allein zurück, mit der er zu belegen ist.gewarnt; Reš Laqiš sagt, er sei frei, denn da er frei wäre, falls man ihn gewarnt hätte, so ist er frei, auch wenn man ihn nicht gewarnt hat.", "Reš Laqiš wandte gegen R. Joḥanan ein :180Ex. 21,22.Wenn kein Unfall erfolgt, so ist er um Geld zu bestrafen." ], [ "Doch wohl ein tatsächlicher Unfall181Falls ein solcher nicht erfolgt, tritt Geldstrafe wegen der Kinder ein, falls aber ein solcher erfolgt, ist die Geldstrafe nicht zu zahlen, selbst wenn er nicht gewarnt worden ist, sodaß die Todesstrafe nicht zur Anwendung kommt.!? – Nein, [die Anwendung] des Gesetzes182Wenn das Gesetz zur Anwendung kommt, dh. wenn er gewarnt worden ist u. wegen des Unfalls mit dem Tode bestraft wird ; nur in diesem Falle hat er keine Geldstrafe zu zahlen, ist aber keine Warnung erfolgt, sodaß die Todesstrafe nicht zur Anwendung kommt, tritt die Geldstrafe ein.über den Unfall. Manche lesen : R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein: Wenn kein Unfall erfolgt, so ist er um Geld zu bestrafen. Doch wohl [die Anwendung] des Gesetzes über den Unfall!? – Nein, ein tatsächlicher Unfall.", "Raba sprach: Gibt es denn jemand, der der Ansicht ist, wer sich versehentlich einer mit der Todesstrafe belegten Handlung schuldig gemacht hat, sei178Zur Leistung der Geldzahlung verpflichtet.schuldig, in der Schule Ḥizqijas wurde ja gelehrt:183Lev. 24,21.Wer einen Menschen erschlägt, wer ein Vieh erschlägt;", "wie du beim Erschlagen eines Viehs zwischen Versehen und Vorsatz, zwischen Absicht und Absichtslosigkeit, zwischen Herunterschlagen und Heraufschlagen184Beim Ausholen; cf. Syn. Fol. 7b.nicht unterscheidest, ihn von der Geldentschädigung zu befreien, vielmehr verpflichte man ihn zur Geldentschädigung, ebenso ist beim Erschlagen eines Menschen zwischen Versehen und Vorsatz, zwischen Absicht und Absichtslosigkeit, zwischen Herunterschlagen und Heraufschlagen nicht zu unterscheiden, ihn zur Geldentschädigung zu verpflichten, vielmehr befreie man ihn von der Geldentschädigung185Ist die Handlung mit der Todesstrafe belegt, so ist auf keinen Fall eine Geldzahlung zu leisten, selbst wenn sie versehentlich erfolgt ist, sodaß die Todesstrafe nicht zur Anwendung gelangt.. –", "Als Rabin kam, sagte er vielmehr: Wer sich versehentlich einer mit der Todesstrafe belegten Handlung schuldig gemacht hat, ist, wie alle übereinstimmen, frei186Von der Geldzahlung., sie streiten nur über die versehentliche mit der Geißelung und noch etwas176Mit einer Geldzahlung.belegte Handlung. R. Joḥanan sagt, er sei schuldig, denn nur die der Todesstrafe Schuldigen werden mit einander verglichen187Hinsichtl. der Befreiung von der Geldzahlung.und nicht die der Geißelung Schuldigen. Reš Laqiš sagt, er sei frei, denn die Tora hat die der Geißelung Schuldigen wie die der Todesstrafe Schuldigen ausdrücklich einbegriffen. –", "Wo hat sie die Tora einbegriffen? Abajje erwiderte: Dies geht aus [dem Worte] Schuldiger188Das sowohl bei der Geißelung (Dt. 25,2) als auch bei der Todesstrafe (Num. 35,31) gebraucht wird; es dient als Wortanalogie u. deutet darauf, daß beide einander gleichen.hervor. Raba erwiderte: Es189Daß auch die Geißelung mit der Geldzahlung in oben genannter Hinsicht zu vergleichen ist; die Wortanalogie zur Vergleichung der Geißelung mit der Todesstrafe ist nicht nötig.ist aus [dem Worte] erschlägt190Das nebeneinander bei der Geißelung u. der Geldzahlung [beim Erschlagen eines Viehs] gebraucht wird.zu entnehmen. R. Papa sprach zu Raba: Wo [heißt es bei beiden] erschlägt; wenn etwa [im Schriftverse]:183Lev. 24,21.wer ein Vieh erschlägt, soll es bezahlen; wer einen Menschen erschlägt, soll getötet werden, so spricht ja dieser von der Todesstrafe!? – Vielmehr, [das Wort] erschlägt im Schriftverse :191Lev. 24,18.wer ein Viehwesen erschlägt, soll es bezahlen, Seele um Seele, und darauf folgt :192Ib. V. 19.wenn jemand seinem Nächsten einen Leibesschaden zufügt, wie er getan hat, so tue man ihm193Worunter die Geißelung verstanden wird.. –", "Hier heißt es ja nicht erschlägt!? Wir sprechen [vom Begriffe] ‘schlagen’194Der auch von der Geißelung gilt.. – Dies bezieht sich ja auf die Verletzung seines Nächsten, und wegen der Verletzung seines Nächsten ist ja eine Geldzahlung zu leisten!? – Da dies nicht auf einen Schlag im Werte einer Peruṭa195Nur in diesem Falle ist eine Geldzahlung zu leisten.zu beziehen196Da dieser Fall im folgenden Verse (Lev. 24,20) behandelt wird.ist, so beziehe man es auf einen Schlag, der keine Peruṭa wert197In diesem Falle kann keine Geldzahlung erfolgen u. die Geißelung kommt zur Anwendung.ist. –" ], [ "Aber schließlich ist dieser ja überhaupt nicht zahlungspflichtig198Er leistet die Geldzahlung nicht, weil er überhaupt nicht zahlungspflichtig ist; hieraus ist nicht hinsichtl. des Falles zu folgern, wenn eine Zahlungspflicht vorliegt.!? – Das ist kein Einwand; wenn er ihm beim Schlagen seidene Kleider zerrissen hat199Für diese besteht eine Zahlungspflicht, jed. ist er frei, weil er mit der Geißelung bestraft wird..", "R. Ḥija sprach zu Raba: Woher ist es nach dem Autor der Schule Ḥizqijas, der es aus [den Worten]: wer einen Menschen erschlägt, wer ein Vieh erschlägt, folgert200Daß bei dem einen wie beim anderen hinsichtl. der Geldzahlung nicht von Fall zu Fall zu unterscheiden ist., erwiesen, daß dies vom Alltag gilt, wo nicht zu unterscheiden201Hinsichtl. des Schadenersatzes.ist, vielleicht vom Šabbath, wo auch hinsichtlich eines Viehs zu unterscheiden202Versehentlich hat er Entschädigung zu zahlen, vorsätzlich nicht, da er wegen der Entweihung des Šabbaths der Todesstrafe verfällt.ist!? –", "Dies ist nicht einleuchtend, denn es heißt: wer ein Vieh erschlägt, soll es bezahlen; wer einen Menschen erschlägt, soll getötet werden. In welchem Falle: hat man ihn nicht gewarnt, wieso wird er, wenn er einen Menschen erschlägt, getötet; doch wohl, wenn man ihn gewarnt hat, und da er, wenn er am Šabbath ein Vieh erschlägt, es nicht zu bezahlen hat, so gilt dies wohl vom Alltag.", "R. Papa sprach zu Abajje : Wem ist nach Rabba, welcher sagt, die Tora habe bei den Bußgeldern ein Novum geschaffen, und sie seien zu zahlen, auch wenn er hingerichtet wird, unsere Mišna zu addizieren: wenn R. Meír203Nach dem neben der Geißelung die Geldzahlung zu leisten ist., so besteht ein Einwand hinsichtlich der Tochter204Wegen der die Geldbuße nicht zu zahlen ist, weit. Fol. 36b., wenn R. Neḥunja205Nach dem neben der Geißelung, jed. nicht neben der Ausrottung die Geldzahlung zu leisten ist.b. Haqana, so besteht ein Einwand hinsichtlich der Schwester206Auf den Verkehr mit dieser ist die Ausrottung gesetzt, dennoch hat er die Geldbuße zu zahlen., und wenn R. Jiçḥaq207Nach dem auf den Verkehr mit der Schwester die Geißelung nicht gesetzt ist; cf. Mak. Fol. 14a., so besteht ein Einwand hinsichtlich des Hurenkindes208Auf den Verkehr mit diesem ist die Geißelung gesetzt, dennoch ist die Geldbuße zu zahlen.!?", "Allerdings kann er, wenn er der Ansicht R. Joḥanans209Wenn er nicht gewarnt worden ist u. die peinliche Strafe nicht zur Anwendung kommt, sei die Geldzahlung zu leisten.ist, wie R. Joḥanan210Ob. Fol. 32b.erklären, wie aber ist es zu erklären, wenn er der Ansicht des Reš Laqiš211Auch wenn die peinliche Strafe nicht zur Anwendung kommt, sei die Geldzahlung nicht zu leisten.ist!? – Er ist notgezwungen der Ansicht R. Joḥanans.", "R. Mathna sprach zu Abajje : Wer ist nach Reš Laqiš, welcher sagt, die Tora habe die der Geißelung Schuldigen gleich den der Todesstrafe Schuldigen ausdrücklich212Cf. supra Fol. 35a.einbegriffen, der Autor, der gegen R. Neḥunja b. Haqana streitet213Hinsichtl. der Geldzahlung neben der Ausrottungsstrafe.? – Es ist R. Meír oder R. Jiçḥaq.", "Die Rabbanan lehrten: Bei den Inzestuösen und den zweitgradig Inzestuösen214Cf. Jab. Fol. 21a.hat das Gesetz von der Geldbuße215Damit wird der Fall der Notzucht bezeichnet.und der Verführung keine Geltung. Bei der Weigerungserklärenden hat das Gesetz von der Geldbuße und der Verführung keine216Da sie bereits verheiratet war.Geltung. Bei der Sterilen hat das Gesetz von der Geldbuße und der Verführung keine Geltung. Bei der wegen üblen Gerüchtes217Cf. supra Fol. 11b.Entfernten hat das Gesetz von der Geldbuße und der Verführung keine Geltung.", "Was heißt inzestuös und was heißt zweitgradig inzestuös; wollte man sagen, inzestuös [nenne er]" ], [ "die wirklich Inzestuösen218Die Lev. Kap. 18 aufgezählt werden.und zweitgradig inzestuös [nenne er] die von den Schriftkundigen214Cf. Jab. Fol. 21a.[hinzugefügten], wieso erhalten diese, die nach der Tora für ihn [zur Ehe] tauglich sind, nicht die Geldbuße!? – Vielmehr, inzestuös heißen solche, derentwegen man sich219Wegen des Inzestverbrechens.der gerichtlichen Todesstrafe, und zweitgradig inzestuös heißen solche, derentwegen man sich der Ausrottung schuldig macht; die nur einem Verbote unterliegenden220Personen, die zu heiraten nach der Tora verboten ist.aber erhalten die Geldbuße. Demnach ist hier die Ansicht Šimo͑n des Temaniten221Nach dem nur Personen ausgeschlossen sind, mit denen die Trauung ungültig ist, während bei den letztgenannten Personen die Heirat zwar verboten, die Trauung aber gültig ist; cf. supra Fol. 29b.vertreten.", "Manche erklären: Inzestuös heißen solche, derentwegen man sich der gerichtlichen Todesstrafe oder der Ausrottung schuldig macht, zweitgradig inzestuös heißen solche, die nur einem Verbote unterliegen. Demnach ist hier die Ansicht des R. Šimo͑n b. Menasja222Nach dem auch Personen ausgeschlossen sind, die man nicht heiraten darf: cf. ib.vertreten.", "«Bei der Weigerungserklärenden hat das Gesetz von der Geldbuße und der Verführung keine Geltung.» Demnach erhält jede andere Minderjährige [die Geldbuße], nach den Rabbanan, welche sagen, die Minderjährige erhalte die Geldbuße; dagegen aber lehrt der Schlußsatz, bei der Sterilen habe das Gesetz von der Geldbuße und der Verführung keine Geltung, nach R. Meír, welcher sagt, die Minderjährige erhalte nicht die Geldbuße, und diese223Die Sterile, die die Pubertätszeichen nicht hat, u. somit nicht in die Periode des Mädchenalters (cf. infra Fol. 39a) kommt.kommt aus der Minderjährigkeit in die Mannbarkeit. Der Anfangssatz nach den Rabbanan und der Schlußsatz nach R. Meír!?", "Wolltest du sagen, das ganze nach R. Meír, nur sei er hinsichtlich der Weigerungserklärenden der Ansicht224Daß die Weigerungserklärung auch im Mädchenalter erfolgen könne; diese Lehre spricht überhaupt nicht von einer Minderjährigen.R. Jehudas, so ist er ja nicht dessen Ansicht, denn es wird gelehrt: Wie lange kann die Weigerungserklärung (der Tochter) erfolgen? Bis sie zwei Haare225An der Scham.bekommt – so R. Meír; R. Jehuda sagt, bis das Schwarze mehr als das Weiße226Wenn die Haare an der Scham stärker entwickelt sind.ist. –", "Vielmehr, hier ist die Ansicht R. Jehudas227Daß die Erwachsene, von der diese Lehre spricht, die Weigerung erklären könne.vertreten, der hinsichtlich der Minderjährigen die Ansicht R. Meírs228Daß die Minderjährige die Geldbuße nicht erhalte; aus diesem Grunde (vgl. Anm. 223) erhält sie auch die Sterile nicht.vertritt. – Ist er denn seiner Ansicht, R. Jehuda sagte ja im Namen Rabhs, dies229Cf. infra Fol. 40b.sei die Ansicht R. Meírs, und wenn dem so wäre, müßte er ja sagen, dies sei die Ansicht R. Meírs und R. Jehudas!? – Dieser Autor ist in einer Hinsicht228Daß die Minderjährige die Geldbuße nicht erhalte; aus diesem Grunde (vgl. Anm. 223) erhält sie auch die Sterile nicht.der Ansicht R. Meírs und in einer Hinsicht230Hinsichtl. der Dauer der Weigerungserklärung.streitet er gegen ihn.", "Raphram erwiderte: Unter ‘Weigerungserklärende’ ist zu verstehen, die zur Weigerung berechtigt231Die Minderjährige; die ganze Lehre vertritt demnach die Ansicht RM.s.ist. – Sollte er doch Minderjährige lehren!? – Ein Einwand.", "«Bei der Sterilen hat das Gesetz von der Geldbuße und der Verführung keine Geltung.» Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Die Taube, die Blöde und die Sterile erhalten die Geldbuße, auch kann gegen sie die Jungfernschaftsanklage erhoben werden!? – Was ist dies für ein Widerspruch : das eine nach R. Meír228Daß die Minderjährige die Geldbuße nicht erhalte; aus diesem Grunde (vgl. Anm. 223) erhält sie auch die Sterile nicht.und das andere nach den Rabbanan!? – Was dachte der, der auf diesen Widerspruch hinwies? –", "Weil er auf einen Widerspruch mit noch einer anderen Lehre hinzuweisen232Die von ihm angezogene Lehre befindet sich in Widerspruch mit einer anderen, u. um auf diesen hinzuweisen, trug er sie vor.hat : Gegen eine Taube, Blöde, Mannbare oder Verletzte kann die Jungfernschaftsanklage nicht erhoben werden, gegen eine Blinde oder Sterile kann die Jungfernschaftsanklage erhoben werden. Symmachos sagt im Namen R. Meírs, gegen eine Blinde könne die Jungfernschaftsanklage nicht erhoben werden.", "R. Šešeth erwiderte : Das ist kein Widerspruch, das eine nach R. Gamliél und das andere nach R. Jehošua͑32Ob. Fol. 12b. Nach RG. ist sie glaubhaft, wenn sie nach der Verlobung genotzüchtigt worden zu sein behauptet, somit kann gegen sie die Jungfernschaftsanklage nicht erhoben werden, nach RJ. ist sie nicht glaubhaft.. – Allerdings ist R. Jehošua͑ dieser Ansicht in dem Falle, wenn sie Einspruch erhebt, aber ist er dieser Ansicht auch in dem Falle, wenn sie keinen Einspruch233In der hier angezogenen Lehre heißt es schlechthin, gegen die genannten Personen sei die Jungfernschaftsanklage nicht zu erheben, auch wenn sie den Einwand von der Notzucht vor der Verlobung nicht erheben.erhebt !? – Freilich, da R. Gamliél der Ansicht ist, sie sei glaubhaft, so gilt hierbei :234Pr. 31,8.öffne deinen Mund für den Stummen235Wenn sie selber keinen Einspruch erhebt, so tut dies das Gericht..", "Kann denn gegen die Mannbare die Jungfernschaftsanklage nicht erhoben werden, Rabh sagte ja, daß man der Mannbaren die erste Nacht freigebe236Der Bräutigam darf während der 1. Nacht die Beiwohnung wiederholt vollziehen, auch wenn er jedesmal Blut bemerkt, da dies nicht als Menstruations-, sondern als Jungfernblut anzusehen ist.!? –" ], [ "Wenn er die Anklage hinsichtlich der Blutung erhebt, ist dem237Daß sie erfolgen kann, da auch die Mannbare bei der 1. Beiwohnung blutet.auch so, hier aber wird von dem Falle gesprochen, wenn er die Anklage der offenen Tür238Cf. S. 22 Anm. 173; dieser Zustand ist bei der Mannbaren natürlich.erhebt.", "«Symmachos sagt im Namen R. Meírs, gegen eine Blinde könne die Jungfernschaftsanklage nicht erhoben werden.» Was ist der Grund Symmachos’? R. Zera erwiderte: Weil sie auf den Erdboden aufschlägt239Sie fällt oft, wobei durch den Aufschlag an den Erdboden eine Verletzung des Hymens entstehen kann.. – Auch jede andere kann ja aufschlagen!? – Jede andere sieht es240Wenn sie infolge des Aufschlagens blutet.und zeigt es ihrer Mutter, diese aber sieht nicht und zeigt es ihrer Mutter nicht.", "«Bei der wegen üblen Gerüchtes entfernten hat das Gesetz von der Geldbuße und der Verführung keine Geltung.» Die wegen üblen Gerüchtes entfernt wird, ist ja zu steinigen!? R. Šešeth erwiderte: Er meint es wie folgt: wenn das üble Gerücht über sie aus ihrer Jugendzeit241Wenn ihr Verkehr mit einem Fremden vor der Verlobung erfolgt war, sodaß sie nicht strafbar ist.ausgebracht worden ist, so hat bei ihr das Gesetz von der Geldbuße und der Verführung keine Geltung.", "R. Papa sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß man mit einem berüchtigten Schuldscheine nicht einfordern könne. – In welchem Falle: wollte man sagen, wenn ein Gerücht geht, der Schuldschein sei gefälscht, und entsprechend hierbei, wenn ein Gerücht geht, sie habe gehurt, so sagte ja Raba, daß, wenn über sie in der Stadt ein Gerücht geht, sie habe gehurt, man dies nicht berücksichtige!? –", "Vielmehr, wenn zwei kommen und bekunden, diese habe sie selbst zur Sünde aufgefordert. – Entsprechend in jenem Falle, wenn zwei kommen und bekunden, er habe sie zur Fälschung242Einen gefälschten Schuldschein zu unterschreiben.aufgefordert. Erklärlich ist dies von diesem Falle, da Lüstlinge häufig243Da sie einmal den Hang zur Unzucht bekundet hat, so ist anzunehmen, daß sie andere zur Befriedigung ihres Wunsches gefunden hat.sind, weshalb aber in jenem Falle, sollte es denn, weil dies von ihm festgestellt worden ist, auch für ganz Jisraél festgestellt244Daß sie sich zu Fälschungen hergeben; es ist zwar festgestellt, daß er falsche Zeugen gesucht, jed. anzunehmen, daß er keine gefunden hat.sein!? – Auch hierbei hat er, da er nach einer Fälschung suchte, wahrscheinlich selber die Fälschung begangen und geschrieben.", "ii IN FOLGENDEN FÄLLEN IST DIE GELDBUSSE NICHT ZU ZAHLEN: WENN JEMAND BEIGEWOHNT HAT EINER PROSELYTIN, EINER GEFANGENEN ODER EINER SKLAVIN, DIE ÄLTER ALS DREI JAHRE UND EINEN TAG AUSGELÖST, BEKEHRT ODER FREIGELASSEN WORDEN SIND. R. JEHUDA SAGT, DIE AUSGELÖSTE GEFANGENE, AUCH DIE ERWACHSENE, VERBLEIBE IM ZUSTANDE DER HEILIGKEIT244Sie gilt als unberührt..", "WER SEINER TOCHTER, DER TOCHTER SEINER TOCHTER, DER TOCHTER SEINES SOHNES, DER TOCHTER SEINER FRAU, DER TOCHTER IHRES SOHNES ODER DER TOCHTER IHRER TOCHTER BEIGEWOHNT HAT, HAT DIE GELDBUSSE NIGHT ZU ZAHLEN, WEIL ER DAS LEBEN VERWIRKT HAT. HLERAUF IST DIE GERICHTLICHE TODESSTRAFE GESETZT, UND WER DAS LEBEN VERWIRKT HAT, HAT KEINE GELDZAHLUNG ZU LEISTEN, DENN ES HEISST :245Ex. 21,22.wenn kein Unfall erfolgt, so werde er um Geld gestraft.", "GEMARA. R. Joḥanan sagte: R. Jehuda und R. Dosa lehren dasselbe. R. Jehuda, was wir gesagt haben, und R. Dosa, was gelehrt wird: Die Gefangene darf Hebe essen – so R. Dosa. R. Dosa sagte : Was hat jener Araber ihr denn getan ; sollte er sie, weil er sie zwischen den Brüsten gekitzelt hat, für die Priesterschaft untauglich246Die Gefangenenführer treiben mit den Gefangenen ihren Scherz, jed. keine Notzucht.gemacht haben!?", "Raba sprach : Vielleicht ist dem nicht so. R. Jehuda ist dieser Ansicht247Daß die Gefangene als unberührt gilt u. der Notzüchter die Geldbuße zu zahlen hat.nur hierbei, damit der Sünder nichts gewinne, da aber ist er der Ansicht der Rabbanan. Oder aber, R. Dosa ist der Ansicht nur da, bei der rabbanitischen Hebe, bei der Geldbuße aber, die [eine Bestimmung] der Tora ist, ist er der Ansicht der Rabbanan!?", "Abajje erwiderte ihm: Ist denn hierbei der Grund R. Jehudas, damit der Sünder nichts gewinne, es wird ja gelehrt, R. Jehuda sagt, die ausgelöste248So rieht, in einer Handschrift.Gefangene, auch zehnjährig, [verbleibe im Zustande der Heiligkeit;] ihre Morgengabe beträgt zweihundert [Zuz]. Wieso ist da zu begründen, damit der Sünder nichts gewinne!? – Da deshalb, weil man249Wenn sie nur 100 Zuz erhalten u. dadurch zur Deflorierten gestempelt werden würde.vermeiden würde, sie zu heiraten. –", "Ist R. Jehuda denn der Ansicht, sie verbleibe im Zustande der Heiligkeit, es wird ja gelehrt: Wer eine Gefangene auslöst, darf sie heiraten; wer über sie250Daß sie unberührt geblieben ist.bekundet, darf sie251Wenn er Priester ist.nicht heiraten; R. Jehuda sagt, ob so oder so dürfe er sie nicht heiraten!? – Dies widerspricht sich ja selbst: zuerst heißt es, wer eine Gefangene auslöst, dürfe sie heiraten, nachher aber heißt es, wer252Auch derjenige, der sie ausgelöst hat.über sie bekundet, dürfe sie nicht heiraten; darf er sie deshalb nicht heiraten, weil er über sie bekundet!? –", "Das ist kein Widerspruch; er meint es wie folgt: wer eine Gefangene auslöst und über sie bekundet, darf sie heiraten, wer aber nur über sie bekundet, darf sie nicht heiraten.", "Aber immerhin befindet sich ja R. Jehuda in einem Widersprüche!? R. Papa erwiderte: Lies: R. Jehuda sagt, ob so oder so dürfe er sie heiraten. R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erwiderte: R. Jehuda sagte es nach der Ansicht der Rabbanan; nach meiner Ansicht darf er sie ob so oder so heiraten, nach eurer An sieht253Daß von der Gefangenen anzunehmen ist, sie sei geschändet worden.aber sollte er sie ob so oder so nicht heiraten dürfen. –", "Und die Rabbanan!? – Wer eine Gefangene auslöst und über sie bekundet, darf sie heiraten, weil niemand Geld umsonst254Wenn er sich Kosten macht u. sie auslöst, so weiß er bestimmt, daß sie rein geblieben ist.fortwirft, wer aber über sie nur bekundet, darf sie nicht heiraten, weil er vielleicht ein Auge auf sie geworfen hat.", "R. Papa b. Šemuél wies R. Joseph auf einen Widerspruch hin:" ], [ "Ist R. Jehuda denn der Ansicht, sie verbleibe im Zustande der Heiligkeit, es wird ja gelehrt: Wenn eine Proselytin, die sich bekehrt, Blut gemerkt255Am Tage der Bekehrung; nur das Menstruationsblut von Jisraélitinnen ist verunreinigend, nicht aber das der Nichtjüdinnen. hat, so genügt, wie R. Jehuda sagt, diese256Dh. es genügt, daß ihre Unreinheit mit der Wahrnehmung beginnt; was sie vorher berührt hat, ist rein,Zeit ; R. Jose sagt, sie gleiche jeder anderen Frau und sei verunreinigend von dieser Stunde bis zur [gleichen] Stunde257Des vorangehenden Tages, volle 24 Stunden rückwirkend.oder von der [letzten] Untersuchung bis zur [vorletzten] Untersuchung258In manchen Fällen ist die rückwirkende Verunreinigung der Menstruierenden auf 24 Stunden u. in manchen Fällen auf die Zeit von der Wahrnehmung bis zur vorangehenden negativen Untersuchung normiert; cf. Ed. I,1 u. Nid. Fol. 2a..", "Ferner muß sie drei Monate259Seit der Bekehrung bis zur Verheiratung, damit kein Zweifel über das Kind bestehe; cf. Jab. Fol. 42a.warten – so R. Jehuda; R. Jose erlaubt ihr, sich sofort zu verloben und zu verheiraten. Dieser erwiderte: Du weisest auf einen Widerspruch hin zwischen einer Proselytin und einer Gefangenen!? Eine Proselytin behütete sich nicht, eine Gefangene aber behütete sich. –", "Ich will auf einen Widerspruch hinweisen, der hinsichtlich einer Gefangenen besteht. Es wird gelehrt: Eine Proselytin, eine Gefangene und eine Sklavin, die älter als drei Jahre und einen Tag ausgelöst, bekehrt oder freigelassen worden sind, müssen drei Monate warten – so R. Jehuda; R. Jose erlaubt ihnen, sich sofort zu verloben und zu verheiraten. Dieser schwieg.", "Hierauf sprach er zu jenem: Hast du etwas darüber gehört? Jener erwiderte: Folgendes sagte R. Šešeth: wenn man gesehen hat, daß sie beschlafen worden ist. – Was ist demnach der Grund R. Joses? Rabba erwiderte : R. Jose ist der Ansicht, eine Frau verwende beim Huren Watte, damit sie nicht schwanger werde. –", "Allerdings ist eine Proselytin vorsichtig260Vorher Watte zu besorgen., weil sie sich zu bekehren beabsichtigt, ebenso eine Gefangene, weil sie nicht weiß, wo261Und welchen Angriffen sie ausgesetzt sein wird.man sie hinbringt, desgleichen eine Sklavin, sobald sie es262Daß er sie demnächst freilassen werde.von ihrem Herrn hört, wieso aber diejenige, die wegen Zahn und Auge263Cf. Ex. 21,26; dieser kommt die Freilassung ganz überraschend.frei ausgeht!?", "Wolltest du erwidern, wenn unerwartet, sei R. Jose nicht dieser Ansicht, so erfolgt ja auch die Notzucht und die Verführung unerwartet, und es wird gelehrt, daß die Genotzüchtigte und die Verführte, wie R. Jehuda sagt, drei Monate warten müssen, und nach R. Jose sich sofort verloben und verheiraten dürfen!?", "Vielmehr, erwiderte Rabba, R. Jose ist der Ansicht, eine Frau drehe sich beim Huren um, damit sie nicht schwanger werde. – Und jener!? – Man berücksichtige, sie habe sich vielleicht nicht richtig umgedreht.", "DENN ES HEISST :245Ex. 21,22.wenn kein Unfall erfolgt, so werde er um Geld gestraft (&c.) Ist dies denn hieraus zu entnehmen, dies wird ja aus folgendem entnommen :264Dt. 25,2.entsprechend seinem Frevel, du kannst ihn nur wegen eines Frevels verurteilen, nicht aber kannst du ihn wegen zweier Frevel verurteilen!? –", "Eines bezieht sich auf Todesstrafe und Geldzahlung, und eines auf Geißelung und Geldzahlung. Und beides ist nötig. Würde es nur von Todesstrafe und Geldzahlung gelehrt worden sein, so könnte man glauben, weil eine Vernichtung des Lebens265Die Strafe ist so groß, daß sie allein eine ausreichende Sühne ist.vorliegt, nicht aber gelte dies von Geißelung und Geldzahlung, wobei keine Vernichtung des Lebens vorliegt.", "Und würde es nur von Geißelung und Geldzahlung gelehrt worden sein, so könnte man glauben, weil sein Verbrechen kein Schweres266Eine Strafe ist ausreichend.ist, nicht aber gelte dies von Todesstrafe und Geldzahlung, wobei es sich um ein schweres Verbrechen handelt. Daher ist beides nötig. –", "Wozu ist beides nötig nach R. Meír, welcher sagt, Geißelung und Geldzahlung seien gleichzeitig zu verhängen!? –" ], [ "Eines bezieht sich auf Todesstrafe und Geldzahlung, und eines auf Todesstrafe und Geißelung. Und beides ist nötig. Würde es nur von Todesstrafe und Geldzahlung gelehrt worden sein, so könnte man glauben, weil man nicht körperlich und am Vermögen strafe, Todesstrafe und Geißelung aber, die beide körperlich erfolgen, gellen zusammen als verstärkte Todesstrafe und seien gleichzeitig zu verhängen.", "Und würde es nur von Todesstrafe und Geißelung gelehrt worden sein, so könnte man glauben, weil man nicht zweimal körperlich strafe, Todesstrafe und Geldzahlung aber, von denen eine körperlich und eine am Vermögen erfolgt, seien gleichzeitig zu verhängen. Daher ist beides nötig. –", "Wozu heißt es:267Num. 35,31.ihr dürft kein Lösegeld nehmen für die Person eines Mörders268Nach der Auffassung des Fragenden: daß man nicht eine Geldzahlung außer der Todesstrafe verhänge.? – Der Allbarmherzige sagt damit, daß man nicht von ihm Geld annehme und ihn von der Todesstrafe befreie. – Wozu heißt es:269Num. 35,32.ihr dürft kein Lösegeld nehmen von dem, der in die Asylstadt zu flüchten hat270Vgl. Anm. 268 mut. mut.? – Der Allbarmherzige sagt damit, daß man nicht von ihm Geld annehme und ihn von der Verbannung befreie. –", "Wozu sind hierfür zwei Schriftverse nötig? – Einer spricht von der Unvorsätzlichkeit271In diesem Falle muß der Totschläger in die Asylstadt flüchten.und einer von der Vorsätzlichkeit. Und beide sind nötig. Würde er es nur von der Vorsätzlichkeit gelehrt haben, so könnte man glauben, weil es ein schweres Verbrechen ist, nicht aber gelte dies von der Unvorsätzlichkeit, das kein schweres Verbrechen ist. Und würde er es nur von der Unvorsätzlichkeit gelehrt haben, so könnte man glauben, weil keine Vernichtung des Lebens272Die Strafe ist nicht besonders schwer, daher nehme man kein Lösegeld.vorliegt, nicht aber gelte dies von der Vorsätzlichkeit, wobei eine Vernichtung des Lebens vorliegt. Daher sind beide nötig. –", "Wozu heißt es:273Num. 35,33.und dem Lande wird keine Sühne für das Blut, das darin vergossen worden ist, außer durch das Blut dessen, der es vergoß274Dies geht aus den vorangehenden Schriftversen hervor.? –", "Dies ist wegen der folgenden Lehre nötig: Woher, daß, wenn dem Kalbe das Genick gebrochen worden275Zeremonie bei einem unentdeckten Morde; cf. Dt. 21,1ff.ist und darauf der Totschläger entdeckt wird, man ihn nicht frei ausgehen lasse? Es heißt: und dem Lande wird keine Sühne für das Blut, das darin vergossen worden ist. –", "Wozu heißt es:276Dt. 21,9.und du sollst das unschuldig vergossene Blut aus deiner Mitte hinwegtilgen? – Dies ist wegen der folgenden Lehre nötig: Und du sollst das unschuldig vergossene Blut aus deiner Mitte hinwegtilgen; die Blutvergießenden werden mit dem genickbrochenen Kalbe verglichen, wie dieses am Halse [getötet wird], ebenso die Blutvergießenden am Halse. –", "Demnach sollte [die Tötung] wie es bei diesem mit einem Beile und vom Nacken aus erfolgt, auch bei jenen mit einem Beile und vom Nacken aus erfolgen!? R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: Die Schrift sagt:277Lev. 19,18.du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, wähle für ihn einen leichten Tod. –", "Wozu heißt es :278Ib. 27,29.alles Gebannte, das vom Menschen gebannt wird, kann nicht losgekauft werden? – Dies ist wegen der folgenden Lehre nötig: Woher, daß, wenn jemand inbezug auf einen, der zur Hinrichtung hin ausgeführt wird, sagt, er gelobe279Dem Tempel zu spenden; cf. Lev. 27,1ff.seinen Schätzungswert, er nichts gesagt hat?", "Es heißt: alles Gebannte, das vom Menschen gebannt wird, kann nicht losgekauft280Er ist gebannt, dh. hat das Leben verwirkt (cf. Ex. 22,19), u. hat keinen Wert.werden. Man könnte glauben, auch vor der Aburteilung, so heißt es: vom Menschen, nicht aber der ganze Mensch281Vor seiner Aburteilung gilt er noch als ganzer Mensch, da ihm das Leben noch nicht abgesprochen worden ist.. –", "Wofür ist der Schriftvers alles Gebannte nach R. Ḥananja b. A͑qabja nötig, welcher sagt, seine Schätzung könne gelobt werden, weil sein Geldwert festgesetzt282Im bezüglichen Abschnitte (Lev. Kap. 27) ist der Wert eines jeden Menschen nach seinem Alter festgesetzt, u. auch jener hat nicht den Wert seines Lebens, sondern den Wert seines Alters gelobt.ist? –", "Er ist wegen der folgenden Lehre nötig: R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagte: Wir finden, daß diejenigen, die sich des Todes durch den Himmel schuldig gemacht283Gf. Syn. Fol. 15b.haben, Lösegeld zahlen und Sühne erlangen können, wie es heißt :284Ex. 21,30.wenn ihm eine Sühne auferlegt wird, somit könnte man glauben, dies gelte auch von solchen, bei denen es durch Menschenhand zu erfolgen hat, so heißt es: [alles] Gebannte, das vom Menschen gebannt wird, kann nicht ausgelöst werden.", "Ich weiß dies von den schweren Todesstrafen, für die es bei Unvorsätzlichkeit keine Sühne gibt, woher dies von den leichteren Todesstrafen, für die es bei Unvorsätzlichkeit eine Sühne gibt? Es heißt: alles Gebannte. –", "Dies ist ja zu entnehmen aus [den Worten:] ihr dürft kein Lösegeld nehmen, woraus hervorgeht, daß man nicht von ihm Lösegeld annehme und ihn befreie; wozu heißt es: alles Gebannte!? Rami b. Ḥama erwiderte: Dies ist nötig; man könnte glauben," ], [ "nur dann, wenn er ihn auf schlagend285Dh. durch richtiges Ausholen, in voller Absicht, u. dementsprechend unvorsätzlich, wenn die Sache, mit der der tödliche Schlag erfolgt ist, von oben nach unten fiel; cf. Mak. Fol. 7a.getötet hat, wobei es versehentlich keine Sühne286Durch die Verbannung.gibt, wenn er ihn aber herunterschlagend getötet hat, wobei es versehentlich eine Sühne gibt, nehme man von ihm eine Geldzahlung und befreie ihn.", "Raba sprach zu ihm: Dies ist ja aus einer Lehre der Schule Ḥizqijas zu entnehmen!? In der Schule Ḥizqijas wurde nämlich gelehrt: Wer einen Menschen erschlägt, und wer ein Vieh erschlägt;", "wie beim Erschlagen eines Viehs zwischen Unvorsätzlichkeit und Vorsätzlichkeit, zwischen Absicht und Absichtslosigkeit, zwischen Herunterschlagen und Heraufschlagen nicht unterschieden wird, ihn von der Geldzahlung zu befreien, vielmehr verpflichte man ihn zur Geldzahlung, ebenso ist beim Erschlagen eines Menschen zwischen Unvorsätzlichkeit und Vorsätzlichkeit, zwischen Absicht und Absichtslosigkeit, zwischen Herunterschlagen und Heraufschlagen nicht zu unterscheiden, ihn zur Zahlung zu verpflichten, vielmehr befreie man ihn von der Geldzahlung.", "Vielmehr, erklärte Rami b. Ḥama, ist dies deshalb nötig: man könnte glauben, nur dann, wenn er ihm ein Auge geblendet und ihn dadurch getötet hat, wenn er ihm aber ein Auge geblendet und ihn auf andere Weise getötet hat, nehme man von ihm [auch] Geldzahlung. Raba sprach zu ihm: Auch dies ist ja aus einer anderen Lehre der Schule Ḥizqijas zu entnehmen, denn in der Schule Ḥizqijas wurde gelehrt:287Ex. 21,24.Auge um Auge, nicht aber Auge und Leben um Auge!?", "Vielmehr, erklärte R. Aši, ist dies deshalb nötig: man könnte glauben, daß er, da die Tora bei der Geldbuße ein Novum geschaffen hat, die Geldzahlung leiste, auch wenn er hingerichtet wird, so lehrt er uns. – Wofür sind [die Worte] alles Gebannte nach Rabba zu verwenden, welcher sagt, die Tora habe bei der Geldbuße ein Novum geschaffen, und er leiste die Geldzahlung, auch wenn er hingerichtet wird!? – Er ist der Ansicht des (ersten) Autors, der gegen R. Ḥananja b. A͑qabja [streitet]288Und ob. Fol. 37b hieraus eine andere Lehre entnimmt..", "iii EIN MÄDCHEN, DAS VERLOBT WAR UND GESCHIEDEN WURDE, ERHÄLT, WIE R. JOSE DER GALILÄER SAGT, DIE GELDBUSSE NICHT ; R. A͑QIBA SAGT, SIE ERHALTE DIE GELDBUSSE, UND SIE GEHÖRE IHR SELBER.", "GEMARA. Was ist der Grund R. Jose des Galiläers? - Die Schrift sagt:289Dt. 22,28.die nicht verlobt ist, war sie aber verlobt, so erhält sie die Geldbuße nicht. – Und R. A͑qiba!? – Die nicht verlobt ist, [so gehört die Geldbuße] ihrem Vater, war sie verlobt, ihr selber. –", "[Es heißt ja auch:] Mädchen, nicht aber die Mannbare; gehört etwa [die Geldbuße] ihr selber!? Desgleichen: Jungfrau, nicht aber die Deflorierte; gehört sie etwa ihr selber!? Vielmehr ist sie überhaupt nicht [zu zahlen], ebenso bei jener, überhaupt nicht. –", "R. A͑qiba kann dir erwidern, [die Worte] die nicht verlobt ist, sind wegen der folgenden Lehre nötig: Die nicht verlobt ist, ausgenommen ein Mädchen, das verlobt war und geschieden wurde, das die Geldbuße nicht erhält – so R. Jose der Galiläer; R. A͑qiba sagt, sie erhalte die Geldbuße, und sie gehöre ihrem Vater. Dies ist durch einen Schluß zu folgern: ihr Antrauungsgeld290Cf. Qid. Fol. 2a.gehört ihrem Vater und ihre Geldbuße gehört ihrem Vater, wie das Antrauungsgeld ihrem Vater gehört, auch wenn sie verlobt war und geschieden wurde, ebenso gehört die Geldbuße ihrem Vater, auch wenn sie verlobt war und geschieden wurde.", "Wozu heißt es demnach: die nicht verlobt ist? Es ist entbehrlich und dient dazu, um durch Wortanalogie anderes damit zu vergleichen. Hierbei heißt es: die nicht verlobt ist, und dort291Bei der Verführung, Ex. 22,15.heißt es: die nicht verlobt ist, wie hierbei fünfzig [Silberstücke], ebenso dort fünfzig, und wie es dort Šeqel292Cf. S. 25 Anm. 202.sind, ebenso hierbei Šeqel. –", "Was veranlaßt R. A͑qiba, [die Worte] die nicht verlobt ist zur Wortanalogie, und [das Wort] Jungfrau zur Ausschließung der Deflorierten zu verwenden," ], [ "vielleicht dient [das Wort] Jungfrau als Wortanalogie293Und nicht zur Ausschließung der illegitim Deflorierten, die somit die Geldbuße erhalten sollte.und [die Worte] die nicht verlobt ist zur Ausschließung eines Mädchens, das verlobt war und geschieden wurde!? –", "Es ist einleuchtend, daß [die Worte] die nicht verlobt ist als Wortanalogie294Und nicht zur Ausschließung derjenigen, die verlobt war u. geschieden wurde.dienen, denn auf diese295Die verlobt war.sind [die Worte] jungfräuliches Mädchen anwendbar. – Im Gegenteil, [das Wort] Jungfrau sollte als Wortanalogie293Und nicht zur Ausschließung der illegitim Deflorierten, die somit die Geldbuße erhalten sollte.dienen, denn auf diese296Die Deflorierte.sind [die Worte] die nicht verlobt ist anwendbar!? – Jenes297Die Ausschließung der Deflorierten hinsichtl. der Geldbuße.ist einleuchtend, denn bei der einen war bereits eine Änderung am Körper298Sie war bereits defloriert, u. die ihr zugefügte Unbill ist nicht so arg.erfolgt, bei der anderen aber war eine Änderung am Körper nicht erfolgt. –", "Woher entnimmt R. Jose der Galiläer jene Folgerung299Daß sowohl bei der Notzucht als auch bei der Verführung 50 Šeqel zu zahlen sind.? – Er entnimmt sie aus folgender Lehre :300Ex. 22,16.Einen Geldbetrag soll er darwägen, gemäß der Gabe der Jungfrauen; dieser gleicht der Gabe der Jungfrauen301Vgl. S. 25 Anm. 201 u. 202.und die Gabe der Jungfrauen gleicht diesem301Vgl. S. 25 Anm. 201 u. 202.. –", "R. A͑qiba befindet sich ja in einem Widersprüche302In unserer Mišna lehrt er, die Geldbuße gehöre ihr selber, in der Barajtha dagegen, sie gehöre ihrem Vater.!? – Zwei Autoren streiten über die Ansicht R. A͑qibas. –", "Allerdings hebt nach R. A͑qiba in unserer Mišna die Wortanalogie den einfachen Sinn des Schriftverses303Wonach wegen einer, die verlobt war, keine Geldbuße an den Vater zu zahlen ist.nicht vollständig auf, nach R. A͑qiba in der Barajtha aber hebt ja die Wortanalogie den einfachen Sinn des Schriftverses vollständig auf!?", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Man betone: die nicht verlobt ist304Der Schriftvers schließt nur die Verlobte aus, nicht aber die verlobt war u. geschieden wurde.. – Wegen der Verlobten ist er ja hinzurichten305Und schon deshalb von der Bußzahlung befreit.!? – Man könnte glauben, daß er, da die Tora bei Bußzahlungen ein Novum geschaffen hat, die Geldbuße zahle, auch wenn er hingerichtet wird. –", "Wie ist es nach Rabba zu erklären, welcher sagt, die Tora habe bei den Bußzahlungen ein Novum geschaffen, und er leiste die Zahlung, auch wenn er hingerichtet wird!? – Er vertritt die Ansicht R. A͑qibas in unserer Mišna.", "Die Rabbanan lehrten: Wem gehört die Geldbuße? Ihrem Vater; manche sagen, ihr selber. Wieso ihr selber306In der Schrift (Dt. 22,29) heißt es ausdrücklich, daß sie an den Vater zu zahlen sei.!? R. Ḥisda erwiderte: Hier wird von einem Mädchen gesprochen, das verlobt war und geschieden wurde. Sie führen den Streit unserer Mišna und der Barajtha über die Ansicht R. A͑qibas.", "Abajje sagte: Wenn er ihr beigewohnt hat und sie gestorben307Vor seiner Verurteilung.ist, so ist er frei, denn es heißt :308Dt. 22,29.so gebe er dem Vater des Mädchens, nicht aber dem Vater einer Toten. Das, was Abajje entschieden war, war Raba fraglich,", "denn Raba fragte: Gibt es eine Mannbarwerdung im Grabe309Wenn die Genotzüchtigte im Mädchenalter gestorben ist u. zur Zeit seiner Verurteilung das Alter der Mannbarkeit erreicht haben würde.oder nicht: gibt es eine Mannbarwerdung im Grabe, sodaß [die Geldbuße] ihrem Sohne310Falls sie einen hat, da diese bei einer Verurteilung nach Eintritt ihrer Mannbarkeit ihr selber u. nicht ihrem Vater gehört.gehört, oder gibt es keine Mannbarwerdung im Grabe, sodaß sie ihrem Vater gehört? –" ], [ "Kann eine solche311Eine Minderjährige; im fraglichen Falle müßte sie schon minderjährig geschwängert worden sein.denn schwanger werden!? R. Bebaj lehrte ja vor R. Naḥman: Drei Frauen dürfen die Beiwohnung mit Watte312Zur Verhinderung der Konzeption, obgleich dies sonst verboten ist; cf. Gen. 38,9,10.vollziehen, und zwar: die Minderjährige, die Schwangere und die Säugende. Die Minderjährige, weil sie schwanger werden und sterben könnte; die Schwangere, weil sie aus dem Fötus eine Mißgeburt313Durch Superfötation.machen könnte; die Säugende, weil sie ihr Kind [vorzeitig] entwöhnen314Und es dadurch in Lebensgefahr geraten.könnte.", "‘Minderjährige’ heißt sie von ihrem elften Jahre und einem Tage bis zu ihrem zwölften Jahre und einem Tage; jünger oder älter vollziehe sie den Beischlaf auf gewöhnliche Weise – so R. Meír. Die Weisen sagen, die eine wie die andere vollziehe den Beischlaf auf gewöhnliche Weise, und im Himmel werde man sich ihrer erbarmen, denn es heißt:315Ps. 116,6.der Herr behütet die Einfältigen.", "Wolltest du erwidern, wenn sie im Mädchenalter schwanger wurde und im Mädchenalter geboren hat, so kann sie ja in sechs Monaten nicht gebären!? Šemuél sagte nämlich: Zwischen [Beginn des] Mädchenalters und der Mannbarkeit liegen nur sechs316Mit 12 Jahren beginnt das Mädchenalter u. mit 12½ die Mannbarkeit.Monate. Wolltest du erwidern, nicht weniger, wohl aber können es mehr sein, so sagt er ja: nur. –", "Vielmehr, folgendes fragte er: gibt es eine Mannbarwerdung im Grabe, sodaß [das Anrecht des] Vaters317Da in diesem Alter die Geldbuße an sie selber zu zahlen ist; der Notzüchter hat sie somit überhaupt nicht zu zahlen.aufhört, oder gibt es keine Mannbarwerdung im Grabe, sodaß [das Anrecht des] Vaters nicht aufhört? Mar, Sohn des R. Aši, fragte wie folgt: Bewirkt der Tod Mannbarwerdung318Dh. Entziehung aus der Gewalt des Vaters; wenn sie im Mädchenalter stirbt, wird der Notzüchter schon durch ihren Tod von der Geldbuße entbunden.oder bewirkt der Tod keine Mannbarwerdung? – Dies bleibt unentschieden.", "Raba fragte Abajje: Wie ist es, wenn er ihr beigewohnt und sie sich verlobt319Ob die Geldbuße an sie od. ihren Vater zu zahlen ist.hat? Dieser erwiderte: Heißt es etwa: so gebe er dem Vater des Mädchens, das nicht verlobt ist!? – Nach deiner Ansicht ist ja gegen die Lehre, daß, wenn er ihr beigewohnt und sie sich verheiratet hat, [die Geldbuße] ihr gehöre, [einzuwenden:] heißt es etwa: so gebe er dem Vater des Mädchens, das nicht verheiratet ist!? –", "Es ist nicht gleich; da sage man: die Mannbarkeit bringt sie aus der Gewalt des Vaters und die Verheiratung bringt sie aus der Gewalt des Vaters, wie nun [die Geldbuße] infolge der Mannbarkeit, wenn er ihr beigewohnt hat und sie mannbar geworden ist, ihr selber gehört, ebenso gehört sie ihr selber infolge der Verheiratung, wenn er ihr beigewohnt und sie sich verheiratet hat; aber bringt sie denn die Verlobung vollständig aus der Gewalt des Vaters, es wird ja gelehrt, daß die Gelübde eines verlobten Mädchens nur ihr Vater und ihr Mann [zusammen]320Da die Verlobung sie nicht ganz aus der Gewalt ihres Vaters bringt.aufheben können!?", "iv DER VERFÜHRER HAT DREIERLEI UND DER NOTZÜCHTER VIERERLEI ZU ZAHLEN. DER VERFÜHRER HAT BESCHÄMUNG, MINDERUNG321Ihres Wertes durch die Defloration; ausführl. weiter.UND DIE GELDBUSSE ZU ZAHLEN; DER NOTZÜCHTER AUSSERDEM NOCH SCHMERZENSGELD. WELCHEN UNTERSCHIED GIBT ES ZWISCHEN NOTZUCHT UND VERFÜHRUNG? DER NOTZÜCHTER MUSS SCHMERZENSGELD ZAHLEN, DER VERFÜHRER ZAHLT KEIN SCHMERZENSGELD; DER NOTZÜCHTER MUSS SOFORT ZAHLEN, DER VERFÜHRER, WENN ER SIE ENTFERNT; DER NOTZÜCHTER MUSS AUS SEINEM GEFÄSSE322Er muß sie behalten, ob er will od. nicht.TRINKEN, DER VERFÜHRER DARF, WENN ER WILL, SIE ENTFERNEN", "v. WAS HEISST AUS SEINEM GEFÄSSE TRINKEN? SELBST WENN SIE LAHM, BLIND ODER GRINDIG IST. WIRD VON IHR EINE SCHANDSACHE BEKANNT, ODER IST SIE ZUR AUFNAHME IN JISRAÉL323Die ein Jisraélit wegen ihrer Herkunft nicht heiraten darf.UNTAUGLICH, SO DARF ER SIE NICHT BEHALTEN, DENN ES HEISST :324Dt. 22,29.ihm soll sie zur Frau sein, EINE FRAU, DIE FÜR IHN TAUGLICH IST.", "GEMARA. Wofür Schmerzensgeld? Der Vater Šemuéls erwiderte: Für die Schmerzen beim Niederschlagen auf den Erdboden. R. Zera wandte ein: Demnach ist er davon frei, wenn er sie auf Seidenstoffe niederwarf!? Wolltest du sagen, dem sei auch so, so wird ja gelehrt: R. Šimo͑n b. Jehuda sagte im Namen R. Šimo͑ns, der Notzüchter brauche kein Schmerzensgeld zu zahlen, weil" ], [ "sie sonst die Schmerzen bei ihrem Manne haben325Es sind demnach Schmerzen, denen keine Frau entgeht.würde. Man erwiderte ihm: Die gewaltsam beschlafen wird, ist nicht mit der zu vergleichen, die willig beschlafen wird. Vielmehr, erklärte R. Naḥman im Namen des Rabba b. Abuha, für die Schmerzen beim Spreizen der Beine, wie es heißt :326Ez. 16,25.und du spreiztest deine Beine jedem Vorüberziehenden. –", "Demnach sollte dies auch bei der Verführten gelten!? R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abulia: Bei der Verführten verhält es sich ebenso, als wenn jemand zu seinem Nächsten sagen würde: zerreiße mein Seidenkleid und sei ersatzfrei327Sie war mit den Schmerzen einverstanden.. – ‘Mein’, es gehört ja ihrem Vater328Sie ist überhaupt nicht zu verzichten befugt.!? Vielmehr, erklärte R. Naḥman im Namen des Rabba b. Abuha, die Schlauen unter ihnen sagen, die Verführte habe keine Schmerzen. –", "Wir sehen ja, daß sie wohl hat!? Abajje erwiderte: Mutter sagte mir, wie warmes Wasser auf einen Kahlkopf. Raba erwiderte : Die Tochter R. Ḥisdas329Seine Frau.sagte mir, wie der Stich der Schröpflanzette. R. Papa erwiderte: Die Tochter des Abba aus Sura329Seine Frau.sagte mir, wie hartes Brot am Gaumen330In all diesen Fällen empfindet man zwar einen leichten Schmerz, jed. mit einem angenehmen Prickeln verbunden..", "DER NOTZÜCHTER MUSS SOFORT ZAHLEN, DER VERFÜHRER, WENN ER SIE ENTFERNT &C. ‘Wenn er sie entfernt’, ist sie denn seine Frau!? Abajje erwiderte: Lies: wenn er sie nicht heiratet. Ebenso wird gelehrt: Der Verführer muß, obgleich sie gesagt haben, er zahle [die Geldbuße], wenn er sie nicht heiratet, Beschämung und Minderung sofort zahlen. Sowohl den Notzüchter als auch den Verführer kann sie und ebenso ihr Vater zurückweisen. –", "Allerdings die Verführte, denn es heißt :331Ex. 22,16.wenn weigern weigert sich ihr Vater, und dies gilt nicht nur von ihrem Vater, sondern auch von ihr selbst, denn es heißt weigert332Die überflüssige Wiederholung deutet auf die Verführte.sich,", "ebenso die Genotzüchtigte selber, denn es heißt:333Dt. 22,29.ihm soll sie sein, wenn sie334Es heißt nicht: er nehme sie, sondern: sie sei, wonach es von ihr abhängt.will, woher dies aber von ihrem Vater?", "Abajje erwiderte: Damit der Sünder nichts gewinne. Raba erwiderte: Dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn den Verführer, der sich nur gegen den Willen ihres Vaters vergangen hat, sowohl sie als auch ihr Vater zurückweisen kann, um wieviel mehr gilt dies vom Notzüchter, der sich gegen den Willen ihres Vaters und ihren Willen vergangen hat.", "Raba erklärt nicht wie Abajje, denn er hat die Geldbuße zu zahlen und ist somit kein Gewinn habender Sünder. Abajje erklärt nicht wie Raba, denn [es ist zu erwidern:] den Verführer, der sie zurückweisen kann, kann auch ihr Vater zurückweisen, den Notzüchter, der sie nicht zurückweisen kann, kann auch ihr Vater nicht zurückweisen.", "Ein Anderes lehrt: Obgleich sie gesagt haben, der Notzüchter müsse sofort zahlen, dennoch hat sie, wenn er sie entfernt, keinen Anspruch335Auf die Morgengabe; diese wird auf die Geldbuße verrechnet.an ihn. – ‘Wenn er sie entfernt’, kann er sie denn entfernen!? – Lies: wenn sie fortgeht, keinen Anspruch an ihn. Stirbt er, so ist die Geldbuße auf die Morgengabe zu verrechnen. R. Jose b. R. Jehuda sagt, sie erhalte336Gleich jeder anderen Deflorierten.eine Mine als Morgengabe. –", "Worin besteht ihr Streit? – Die Rabbanan sind der Ansicht, die Rabbanan haben die Morgengabe deshalb eingeführt, damit ihm [die Frau] nicht leicht zu entfernen sei, diese aber kann er überhaupt nicht entfernen. R. Jose b. R. Jehuda aber ist der Ansicht, auch diese, denn er kann sie so sehr quälen, bis sie sagt, sie wolle ihn nicht337Auch diese muß durch eine Morgengabe geschützt werden..", "DER NOTZÜCHTER MUSS AUS SEINEM GEFÄSSE TRINKEN. Raba aus Parziqa sprach zu R. Aši: Merke, es wird ja von einem auf das andere338Vom Notzüchter auf den Verführer u. vice versa; cf. S. 25 Anm. 201 u. 202.gefolgert," ], [ "so sollte doch auch diesbezüglich339Daß auch der Verführer sie heiraten muß.gefolgert werden!? – Die Schrift sagt:340Ex. 22,15.er statte sie sich zur Frau aus, wenn er will.", "WAS HEISST AUS SEINEM GEFÄSSE TRINKEN &C. R. Kahana sagte: Ich trug R. Zebid aus Nehardea͑ folgendes vor : Mag doch das Gebot341Sie zu heiraten.das Verbot342Eine Person zu heiraten, die in die Gemeinde nicht aufgenommen werden darf.verdrängen !?", "Dieser erwiderte mir: Nur in einem Falle wie bei Beschneidung343Es ist verboten, den Aussatz (cf. Lev. Kap. 13) auf operativem Wege zu entfernen, wenn er sich aber auf der Vorhaut befindet u. dadurch das Gebot der Beschneidung verhindert wird, wird das Verbot durch das Gebot verdrängt.und Aussatz, wo das Gebot nicht anders ausgeübt werden kann, sagen wir, das Gebot verdränge das Verbot, hierbei aber kommt ja, wenn sie sagt, sie wolle ihn nicht, das Gebot überhaupt nicht zur Anwendung.", "vi IST SIE EINE WAISE, DIE VERLOBT WAR UND GESCHIEDEN WURDE, SO IST ER, WIE R. ELEA͑ZAR SAGT, BEI VERFÜHRUNG FREI344Von der Geldbuße, da diese ihr selber gehören würde, u. sie darauf verzichtet hat.UND BEI NOTZUCHT VERPFLICHTET.", "GEMARA. Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: R. Elea͑zar lehrte es nach der Ansicht seines Lehrers R. A͑qiba, welcher sagt, sie345Die verlobt war u. geschieden wurde; cf. supra Fol. 38a.erhalte Geldbuße und die Geldbuße gehöre ihr selber. – Woher dies? – Er lehrt, daß, wenn sie Waise ist, er, wie R. Elea͑zar sagt, bei Notzucht [zur Geldbuße] verpflichtet und bei Verführung davon frei sei,", "und da dies von einer Waise selbstverständlich346Sie hat keinen Vater, an den er zahlen könnte, u. sie selber verzichtete darauf.ist, so lehrt er uns wahrscheinlich folgendes: die im Mädchenalter verlobt war und geschieden wurde, gleicht einer Waise; wie bei einer Waise [die Geldbuße] ihr selber gehört, ebenso bei einer, die im Mädchenalter verlobt war und geschieden wurde, ihr selber.", "R. Zera sagte im Namen des Rabba b. Šila im Namen R. Hamnuna des Greisen im Namen des R. Ada b. Ahaba im Namen Rabhs: Die Halakha ist wie R. Elea͑zar. Rabh rief über R. Elea͑zar: Der vorzüglichste unter den Weisen.", "vii WIE WIRD DIE BESCHÄMUNG [BERECHNET]? JE NACH DEM BESCHÄMENDEN347Je geringer seine Stellung, desto größer die Beschämung; entgegengesetzt verhält es sich beim Beschämten.UND DER BESCHÄMTEN. WIE DIE MINDERUNG? MAN SCHÄTZT SIE, WIEVIEL SIE ALS ZU VERKAUFENDE SKLAVIN VORHER WERT WAR UND WIEVIEL SIE JETZT WERT IST. DIE GELDBUSSE IST FÜR JEDEN GLEICH. JEDE [ZAHLUNG], DIE IN DER TORA FESTGESETZT IST, GILT FÜR JEDEN GLEICH.", "GEMARA. Vielleicht meint der Allbarmherzige fünfzig Sela͑ für alles zusammen!? R. Zera erwiderte: Man würde dann sagen: wieso sollte, wer die Tochter eines Königs beschlafen hat, fünfzig [zahlen], und wer die Tochter eines Gemeinen beschlafen hat, fünfzig348Dies wäre ja eine Ungerechtigkeit, da die Schmach der einen ganz bedeutend größer ist als die der anderen.[zahlen]!? Abajje sprach zu ihm: Demnach kann man ja auch hinsichtlich eines Sklaven349Für den 30 Šeqel zu ersetzen sind; cf. Ex. 21,32.sagen: wieso für einen Sklaven, der Perlen locht, dreißig, und für einen Sklaven," ], [ "der Nadelarbeit verrichtet, dreißig!? Vielmehr, erwiderte", "R. Zera, wenn eine zweimal beschlafen worden ist, auf natürliche Weise und auf widernatürliche350Sodaß sie noch Jungfer ist.Weise, würde man sagen: wieso sollte, wer eine intakte beschlafen hat, fünfzig [zahlen] und wer eine bescholtene beschlafen hat, fünfzig [zahlen]!? Abajje sprach zu ihm: Demnach kann man ja auch hinsichtlich eines Sklaven sagen: wieso für einen gesunden Sklaven dreißig und für einen grindigen Sklaven dreißig!?", "Vielmehr, erklärte Abajje, die Schrift sagt:351Dt. 22,29.um des Schwächens wegen; dies des Schwächens wegen, demnach gibt es noch außerdem Beschämung und Minderung. Raba erklärte: Die Schrift sagt: so gebe der Mann, der mit ihr gelegen hat, dem Vater des Mädchens fünfzig Silberstücke; die fünfzig für den Genuß des Liegens, demnach gibt es noch außerdem Beschämung und Minderung. –", "Vielleicht ihr352Sind diese Zahlungen an sie selber zu leisten, da nur von der Geldbuße gesagt wird, daß sie an den Vater zu zahlen sei.!? – Die Schrift sagt :353Num. 30,17.in ihren Mädchenjahren im Hause ihres Vaters, jeder Ertrag ihrer Mädchenjahre gehört ihrem Vater. –", "R. Hona sagte im Namen Rabhs: Woher daß die Händearbeit der Tochter ihrem Vater gehört? Es heißt:354Ex. 21,7.wenn jemand seine Tochter zur Magd verkauft; wie die Händearbeit der Magd ihrem Herrn gehört, ebenso gehört die Händearbeit der Tochter ihrem Vater. Wozu dies, es sollte ja entnommen werden aus [dem Schriftverse]: in ihren Mädchenjahren im Hause ihres Vaters!? Vielmehr spricht dieser nur von der Auflösung von Gelübden.", "Wolltest du erwidern, dies sollte hiervon gefolgert355Der Einwand, die Folgerung aus Ex. 21,7 sei unnötig, bleibt bestehen; wenn auch der angezogene Schriftvers von der Auflösung von Gelübden spricht, so ist dennoch auf die Arbeitsleistung zu folgern, daß auch diesbezüglich die Tochter ihrem Vater gehöre.werden, so sind Zivilsachen von kanonischen Dingen nicht zu folgern. Und wolltest du erwidern, dies sollte von der Geldbuße gefolgert355Der Einwand, die Folgerung aus Ex. 21,7 sei unnötig, bleibt bestehen; wenn auch der angezogene Schriftvers von der Auflösung von Gelübden spricht, so ist dennoch auf die Arbeitsleistung zu folgern, daß auch diesbezüglich die Tochter ihrem Vater gehöre.werden, so sind Geldzahlungen von Bußzahlungen nicht zu folgern. – Vielmehr, es ist einleuchtend, daß sie ihrem Vater gehören, weil er, wenn er will, sie an ein Scheusal oder einen Grindigen verheiraten kann356Schmach u. Minderung liegen in seiner Hand..", "WIE DIE MINDERUNG? MAN SCHÄTZT SIE, WIEVIEL SIE ALS ZU VERKAUFENDE SKLAVIN &C. Auf welche Weise erfolgt die Schätzung? Der Vater Šemuéls erwiderte: Man schätze, wieviel jemand für eine jungfräuliche Sklavin zur Bedienung [mehr] als für eine Deflorierte zahlen würde. –", "Bei einer Sklavin zur Bedienung ist es ihm ja einerlei!? – Vielmehr, [die Preisdifferenz] zwischen einer deflorierten und einer nicht deflorierten Sklavin, die jemand mit seinem Sklaven verheiraten will. – Wenn mit seinem Sklaven, so ist es ihm ja einerlei!? – Mit einem Sklaven, der seinem Herrn zugetan ist357Und dieser ihm eine Annehmlichkeit bereiten will..", "viii WENN VERKAUF358Vgl. Anm. 6., KEINE GELDBUSSE, UND WENN GELDBUSSE, KEIN VERKAUF. BEI EINER MINDERJÄHRIGEN FINDET VERKAUF STATT, ABER KEINE GELDBUSSE; BEI EINEMDCHEN359Im Mädchenalter, während der 1. Hälfte des 13. Lebensjahres.FINDET DIE GELDBUSSE STATT, ABER KEIN VERKAUF; BEI DER MANNBAREN FINDET WEDER VERKAUF NOCH DIE GELDBUSSE STATT.", "GEMARA. R. Jehuda sagte im Namen Rahhs: Dies ist die Ansicht R. Meírs, die Weisen aber sagen, die Geldbuße finde neben Verkaufe statt. Es wird nämlich gelehrt: Bei einer Minderjährigen vom Alter eines Tages bis zur Zeit, wo sie zwei Haare360An der Scham, ein Zeichen der Pubertät.bekommt, findet Verkauf statt, aber keine Geldbuße; von der Zeit, wo sie zwei Haare bekommt bis zur Mannbarkeit, findet die Geldbuße statt, aber kein Verkauf – so R. Meír. R. Meír sagte nämlich, wenn Verkauf, keine Geldbuße, und wenn Geldbuße, kein Verkauf. Die Weisen aber sagen, bei einer Minderjährigen von drei Jahren und einem Tage bis zur Mannbarkeit gebe es Geldbuße. –", "Nur Geldbuße und nicht Verkauf!? – Lies: auch Geldbuße, neben Verkauf. R. Ḥisda sagte: Folgendes ist der Grund R. Meírs: Die Schrift sagt: ihm soll sie zur Frau sein, die Schrift spricht von einer, die sich selbst zur solchen machen361Ausgenommen die Minderjährige, die nur durch ihren Vater angetraut werden kann.kann. – Und der der Rabbanan? Reš Laqiš erwiderte: Es heißt Naa͑r362So rieht, in einer Handschrift.[Mädchen], und darunter363Der masoret. Text hat נער st. נערה, u. dies deutet darauf, daß auch Minderjährige einbegriffen sind.ist auch eine Minderjährige einbegriffen.", "R. Papa Sohn des R. Ḥanan aus Be Kloḥith hörte dies und trug es R. Šimi b. Aši vor. Da sprach dieser zu ihm: Ihr bezieht dies hierauf, wir beziehen es auf folgende Lehre: Reš Laqiš sagte: Wer ein übles Gerücht über eine Minderjährige ausbringt, ist364Von der Geldbuße.frei, denn es heißt :365Dt. 22,19.und gebe dem Vater des Mädchens, und [das Wort] Naa͑ra [Mädchen] ist hier plene366Ist das W. נערה plene (mit ה-feminini) geschrieben, so ist darunter nur eine weibl. Person im Mädchenalter u. keine Minderjährige zu verstehen.geschrieben.", "R. Ada b. Ahaba wandte ein : Nur aus dem Grunde, weil der Allbarmherzige Naa͑ra geschrieben hat, sonst aber würde man gesagt haben, auch eine Minderjährige sei einbegriffen; es heißt ja aber:367Dt. 22,20,21.wenn aber die Sache wahr ist, das Weib hatte keine Jungfernschaft, so soll man das Weib vor die Tür seines väterlichen Hauses führen und steinigen, und eine Minderjährige ist ja nicht strafmündig!? – Vielmehr, hierbei heißt es Naa͑ra368Die Minderjährige ist daher ausgeschlossen., überall aber, wo es Naa͑r heißt, ist auch eine Minderjährige einbegriffen." ], [ "ix WENN JEMAND SAGT, ER HABE DTE TOCHTER DES N. VERFÜHRT, SO HAT ER AUF GRUND SEINER SELBSTANZEIGE BESCHÄMUNG UND MINDERUNG, JEDOCH NICHT369Wer eine mit einer Geldbuße belegte Handlung freiwillig eingesteht, ist von der Zahlung der Geldbuße frei; cf. Bq. Fol. 74b.DIE GELDBUSSE ZU ZAHLEN. WENN JEMAND SAGT, ER HABE GESTOHLEN, SO HAT ER AUF GRUND SEINER SELBSTANZEIGE DEN GRUNDWERT, JEDOCH NICHT DAS DOPPELTE370Gf. Ex. 21,37 u, 22,3.ODER DAS VIER- UND FÜNFFACHE370Gf. Ex. 21,37 u, 22,3.ZU BEZAHLEN. [SAGT JEMAND], SEIN OCHS HABE N. ODER EINEN OCHSEN DES N. GETÖTET, SO MUSS ER AUF GRUND SEINER SELBSTANZEIGE ERSATZ LEISTEN; WENN ABER, SEIN OCHS HABE EINEN SKLAVEN DES N. GETÖTET, SO HAT ER AUF GRUND SEINER SELBSTANZEIGE NICHTS371Der Ersatz für einen Sklaven ist in der Schrift (Ex. 21,32) festgesetzt, u. jede festgesetzte Zahlung gilt als Geldbuße; ob. Fol. 40a.ZU ZAHLEN. DIE REGEL IST: WER MEHR ALS DEN ANGERICHTETEN SCHADEN ZU ZAHLEN HAT, BRAUCHT BEI EINER SELBSTANZEIGE NICHTS ZU ZAHLEN.", "GEMARA. Sollte er doch ‘genotzüchtigt’ lehren!? – Er setzt dies als selbstverständlich voraus; selbstverständlich hat er bei einer Selbstanzeige der Notzucht, wodurch er sie nicht beschimpft, Beschämung und Minderung372Die Genotzüchtigte ist unschuldig u. ihre Ehre wird dadurch nicht angegriffen; es ist ersichtlich, daß seine Selbstanzeige auf Wahrheit beruht u. nur aus Reue erfolgt ist.zu zahlen, man könnte aber glauben, daß er bei einer Selbstanzeige der Verführung, wodurch er sie beschimpft, nichts373Da vielleicht die ganze Sache überhaupt nicht wahr u. die Selbstanzeige nur zur Beschimpfung des Weibes erfolgt ist.zahle, so lehrt er uns. –", "Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht des Autors der folgenden Lehre: R. Šimo͑n b. Jehuda sagte im Namen R. Šimo͑ns, auch Beschämung und Minderung seien bei einer Selbstanzeige nicht zu zahlen, weil er nicht glaubhaft ist, die Tochter des N. zu beschimpfen.", "R. Papa fragte Abajje: Wie ist es, wenn es ihr recht374Den Schimpf auf sich zu nehmen, um dadurch die genannten Zahlungen zu erhalten.ist? – Vielleicht ist es ihrem Vater nicht recht. – Wie ist es, wenn es auch ihrem Vater recht ist? – Vielleicht ist es den Familienangehörigen nicht recht. – Wie ist es, wenn es auch den Familienangehörigen recht ist? – Es ist nicht denkbar, daß es keinen im Überseelande375Irgend einen Verwandten in weiter Ferne.gibt, dem es nicht recht ist.", "WENN JEMAND SAGT, ER HABE GESTOHLEN, SO HAT ER DEN GRUNDWERT ZU BEZAHLEN &C. Es wurde gelehrt : [Die Zahlung] des halben Schadens376Wenn ein Vieh durch Bösartigkeit Schaden anrichtet, so haben beide, der Eigentümer desselben u. der Geschädigte, den Schaden zu tragen; cf. Ex. 21,35 u. hierzu Bq. Fol. 2b.ist, wie R. Papa sagt, eine Entschädigung, und wie R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sagt, eine Geldbuße377Da sie dem angerichteten Schaden nicht entspricht..", "R. Papa sagt, [die Zahlung] des halben Schadens sei eine Entschädigung, denn er ist der Ansicht, gewöhnliche Ochsen378Die Schrift spricht von der Schädigung eines Ochsen durch Niederstoßen eines anderen.seien nicht als bewacht379Ein Ochs ist bösartig, u. es ist Pflicht seines Eigentümers, ihn zu bewachen; unterläßt er dies, so ist er für den Schaden haftbar.anzusehen, somit sollte der [Eigentümer] rechtlich den ganzen Schaden ersetzen, nur schonte ihn der Allbarmherzige, da er inbetreff seines Ochsen noch nicht gewarnt worden380Erst wenn der Eigentümer wiederholt gewarnt worden ist, hat er den ganzen Schaden zu ersetzen; cf. Ex. 21,36.ist. R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑ sagt, [die Zahlung] des halben Schadens sei eine Geldbuße, denn er ist der Ansicht, gewöhnliche Ochsen seien als bewacht381Da der Ochs nicht als bösartig bekannt ist, braucht der Eigentümer ihn nicht zu bewachen; die Schädigung ist ein Mißgeschick des Geschädigten.anzusehen, somit sollte [der Eigentümer] rechtlich überhaupt nichts zahlen, nur hat der Allbarmherzige ihm eine Geldbuße auferlegt, damit er [fortan] seinen Ochsen bewache. –", "Wir haben gelernt: Der Geschädigte und der Schädiger tragen gemeinsam den Schaden. Allerdings ist der Geschädigte am Schaden beteiligt nach demjenigen, welcher sagt, [die Zahlung] des halben Schadens sei eine Entschädigung, wieso aber nach demjenigen, welcher sagt, [die Zahlung] des halben Schadens sei eine Geldbuße: er erhält ja sogar, was ihm nicht zukommt, wieso am Schaden beteiligt!? –", "Dies bezieht sich auf die Wertminderung des Aases382Die er zu tragen hat; ausführt. Bq. Fol. 10b.. – Von der Wertminderung des Aases haben wir ja [anderweitig] gelernt: Schadenersatz, dies lehrt, daß der Eigentümer sich mit dem Aase378Die Schrift spricht von der Schädigung eines Ochsen durch Niederstoßen eines anderen.befasse!? –", "Eines spricht von einem ungewarnten383Diese elliptische Redewendung des T.s spricht von einem gewarnten od. ungewarnten Ochsen, worunter naturi, der Eigentümer eines solchen zu verstehen ist; vgl. Anm. 380.und eines von einem gewarnten. Und beides ist nötig. Würde er es nur von einem ungewarnten gelehrt haben, so könnte man glauben, weil er noch nicht gewarnt worden384Der Eigentümer desselben muß möglichst verschont bleiben.ist, nicht aber gelte dies von einem gewarnten. Und würde er es nur von einem gewarnten gelehrt haben, so könnte man glauben, weil er den ganzen Schaden zu ersetzen hat, nicht aber gelte dies von einem ungewarnten. Daher ist beides nötig. –", "Komm und höre: Der Unterschied zwischen einem ungewarnten und einem gewarnten besteht darin, indem [der Eigentümer] beim ungewarnten für den halben Schaden und dinglich385Der halbe Schaden ist aus dem Erlöse des schädigenden Ochsen zu decken; wenn dieser nicht ausreicht, braucht der Eigentümer nichts hinzuzufügen.haftbar ist, während er beim gewarnten für den ganzen Schaden und persönlich haftbar ist. Er lehrt aber nicht, daß beim ungewarnten bei einer Selbstanzeige kein Ersatz zu leisten386Wie dies bei der Geldbuße der Fall ist.ist, beim gewarnten aber auch bei einer Selbstanzeige Ersatz zu leisten ist!? –", "Manches lehrt er und manches läßt er fort. – Was läßt er noch außerdem fort? – Er läßt die Zahlung der Hälfte des Lösegeldes387Der Eigentümer eines Ochsen, der nach wiederholter Warnung einen Menschen getötet hat, muß an die Erben ein Lösegeld zahlen (Ex. 21,30); analog sollte er ungewarnt die Hälfte des Lösegeldes zahlen, jed. ist er davon frei.fort. – Wenn nur die Zahlung der Hälfte des Lösegeldes, so ist dies keine Fortlassung," ], [ "denn hier ist die Ansicht R. Jose des Galiläers vertreten, welcher sagt, ungewarnt sei die Hälfte des Lösegeldes zu zahlen. –", "Komm und höre: [Sagte jemand], sein Ochs habe N. oder einen Ochsen des N. getötet, so hat er auf Grund der Selbstanzeige Ersatz zu leisten. Dies gilt wohl von einem ungewarnten!? – Nein, von einem gewarnten. –", "Weshalb lehrt er, wenn er demnach bei einem ungewarnten auf Grund einer Selbstanzeige nichts zu zahlen braucht, im Schlußsatze, daß er auf Grund einer Selbstanzeige für einen Sklaven eines anderen nichts zu zahlen braucht, sollte er doch hinsichtlich desselben Falles einen Unterschied machen: dies gilt nur von einem gewarnten, bei einem ungewarnten aber braucht er bei einer Selbstanzeige nichts zu bezahlen!? – Das ganze handelt von einem gewarnten. –", "Komm und höre: Die Regel ist : wer mehr als den angerichteten Schaden zu zahlen hat, braucht bei einer Selbstanzeige nichts zu zahlen. Wenn aber weniger als den angerichteten Schaden, hat er demnach wohl zu zahlen!? – Folgere nicht: wenn aber weniger als den angerichteten Schaden, sondern: wenn aber dem angerichteten Schaden entsprechend, so hat er auch bei einer Selbstanzeige zu zahlen. –", "Sollte er doch, wenn er, falls weniger, nichts zu bezahlen braucht, lehren, die Regel sei, wer nicht dem angerichteten Schaden entsprechend zu zahlen hat, brauche bei einer Selbstanzeige nichts zu zahlen, worunter weniger und mehr zu verstehen ist!? – Eine Widerlegung.", "Die Halakha ist, der Ersatz des halben Schadens ist eine Geldbuße. – Widerlegt, und so die Halakha!? – Allerdings; widerlegt dadurch, weil er nicht lehrt: dem Schaden entsprechend, aber [diese Wendung] gebraucht er deshalb nicht, weil dazu388Zu den Zahlungen, die dem Schaden nicht entsprechen.der Ersatz des halben Schadens für die Schädigung durch Geröll389Wenn ein Vieh ohne Berührung des Körpers, durch das Aufwirbeln von Geröll od. durch Luftdruck, Schaden anrichtet, so hat der Eigentümer nur die Hälfte zu ersetzen; cf. Bq. Fol. 17b.gehört, hinsichtlich dessen eine überlieferte Halakha besteht, daß er eine Entschädigung sei.", "Da du nun ausgeführt hast, [der Ersatz] des halben Schadens sei eine Geldbuße, so kann, wenn ein Hund Lämmer oder eine Katze große Hühner gefressen hat, da dies ungewöhnlich390Und somit nur aus Bösartigkeit erfolgt ist; der Eigentümer hat somit nur die Hälfte des Schadens zu ersetzen.ist, in Babylonien391Wo keine autorisierten Richter vorhanden sind u. Bußgelder nicht eingeklagt werden können.keine Entschädigung eingefordert werden; für kleine aber wohl, weil dies nicht ungewöhnlich ist.", "Hat [der Geschädigte] etwas392Eine dem Eigentümer des schädigenden Tieres gehörende Sache als Faustpfand.eingehascht, so nehme man es ihm nicht ab. Verlangt [der Geschädigte], daß man ihm einen Termin im Jisraéllande393Wo Bußgelder eingeklagt werden können.ansetze, so setze man ihn an, und wenn jener nicht hingeht, belege man ihn mit dem Banne.", "Auf jeden Fall wird er mit dem Banne belegt und zur Abschaffung des schädigenden Tieres aufgefordert. Dies nach einer Lehre R. Nathans, denn es wird gelehrt: R. Nathan sagte: Woher, daß man in seinem Hause keinen bösen Hund halten und keine schadhafte Leiter stehen haben darf? Es heißt :394Dt. 22,8.du sollst nicht Blutschuld auf dein Haus laden.", "", "i WENN EIN MÄDCHEN VERFÜHRT WORDEN IST, SO GEHÖREN BESCHÄMUNGSGELD, MINDERUNGSGELD UND GELDBUSSE IHREM VATER, BEI DER GENOTZÜCHTIGTEN AUCH DAS SCHMERZENSGELD. STAND SIE VOR GERICHT BEVOR DER VATER STARB, SO GEHÖREN SIE DEM VATER, UND WENN DER VATER VERSTORBEN IST, DEN BRÜDERN1Als Erben des Vaters, da sie ihm bei Lebzeiten zugesprochen worden sind.;", "KAM SIE NICHT DAZU, VOR GERICHT ZU STEHEN, ALS BIS DER VATER GESTORBEN IST, SO GEHÖREN SIE IHR SELBER. STAND SIE VOR GERICHT, BEVOR SIE MANNBAR WARD, SO GEHÖREN SIE DEM VATER, UND WENN DER VATER VERSTORBEN IST, DEN BRÜDERN; KAM SIE NICHT DAZU, VOR GERICHT ZU STEHEN, ALS BIS SIE MANNBAR GEWORDEN IST, SO GEHÖREN SIE IHR SELBER. R. ŠIMO͑N SAGT, WENN DER VATER GESTORBEN IST BEVOR SIE EINGEFORDERT WURDEN, GEHÖREN SIE IHR SELBER." ], [ "IHRE HÄNDEARBEIT UND IHR FuND, AUCH WENN SIE NOCH NICHT EINGEFORDERT SIND, GEHÖREN, WENN DER VATER STIRBT, DEN BRÜDERN2Diese Ansprüche gelangen schon bei ihrem Entstehen in den Besitz des Vaters u. brauchen ihm nicht erst durch das Gericht zugesprochen zu werden..", "GEMARA. Was lehrt er uns damit, es wurde ja bereits gelehrt, daß der Verführer dreierlei und der Notzüchter viererlei zu zahlen hat, der Verführer Beschämung, Minderung und die Geldbuße, und der Notzüchter außerdem noch Schmerzensgeld!? – Nötig zu lehren ist, daß es dem Vater gehöre. – Auch daß es dem Vater gehört, ist ja selbstverständlich, da auch der Verführer diese zu zahlen hat, und ihr selber brauchte der Verführer nichts zu zahlen, da sie es freiwillig getan hat!? –", "Nötig ist der Fall, wenn sie vor Gericht gestanden hat, wegen des Streites zwischen R. Šimo͑n und den Rabbanan.", "Dort haben wir gelernt: [Wenn jener sagte:] du hast meine Tochter genotzüchtigt oder verführt, und dieser ihm erwiderte: ich habe sie nicht genotzüchtigt oder verführt, und [als ihm jener entgegnete:] ich beschwöre dich, dieser Amen sagte, später aber eingesteht, so ist er schuldig3Zur Zahlung des Betrages nebst dem Fünftel (cf. Lev. 5,24) u. zur Darbringung eines Schuldopfers verpflichtet..", "Nach R. Šimo͑n ist er frei, da bei einer Selbstanzeige keine Geldbuße zu zahlen4Bei einer Selbstanzeige hat der andere gar keine Geldforderung an ihn, somit ist das bezügliche Gesetz hierbei nicht anwendbar.ist. Sie erwiderten ihm: Wenn er bei einer Selbstanzeige auch die Geldbuße nicht zu zahlen hat, so hat er immerhin Beschämung und Minderung zu zahlen.", "Abajje fragte Rabba: Wie ist es nach R. Šimo͑n, wenn jemand zu seinem Nächsten sagte: du hast meine Tochter genotzüchtigt oder verführt und ich habe dich vor Gericht gestellt, und du bist verurteilt worden, an mich Zahlung zu leisten, und dieser ihm erwiderte: ich habe sie nicht genotzüchtigt oder verführt, du hast mich nicht vor Gericht gestellt, und ich bin nicht verurteilt worden, an dich Zahlung zu leisten, und dies beschwor, später aber eingesteht:", "ist es, da er bereits vor Gericht gestanden hat, eine Geldforderung, somit ist er dieserhalb ein Opfer wegen des [falschen] Schwörens schuldig, oder ist es, trotzdem er vor Gericht gestanden hat, eine Geldbuße, und wer eine Geldbuße eingesteht, ist frei? Dieser erwiderte: Es ist eine Geldforderung, und er ist dieserhalb wegen des [falschen] Schwörens ein Opfer schuldig.", "Er wandte gegen ihn ein : R. Šimo͑n sagte : Man könnte glauben, daß, wenn jemand zu seinem Nächsten sagte: du hast meine Tochter genotzüchtigt oder verführt, und dieser ihm erwiderte: ich habe sie nicht genotzüchtigt oder verführt, [oder:] dein Ochs hat meinen Sklaven getötet, und dieser ihm erwiderte: er hat ihn nicht getötet, oder sein Sklave zu ihm sagte: du hast mir einen Zahn ausgeschlagen oder ein Auge5Er muß ihn dann freilassen (cf. Ex. 21,26,27); auch dies gilt als Bußzahlung. geblendet, und dieser ihm erwiderte: ich habe nicht ausgeschlagen oder geblendet, und dies beschwor, später aber eingesteht, er schuldig sei,", "so heißt es:6Lev. 5,21,22.indem er seinem Nächsten ein verwahrtes, eingehändigtes oder geraubtes Gut ableugnet, oder seinem Nächsten etwas vorenthält, oder Verlorenes gefunden und es ableugnet, und es lügenhaft beschwört; wie diese sich dadurch auszeichnen, daß sie Geldforderungen sind, ebenso jede andere Geldforderung, ausgenommen jene Fälle, wobei es sich um eine Geldbuße handelt." ], [ "Doch wohl, wenn er bereits vor Gericht gestanden hat!? – Nein, wenn er noch nicht vor Gericht gestanden hat. –", "Wenn aber der Anfangsatz von dem Falle spricht, wenn er vor Gericht gestanden hat, so spricht ja auch der Schlußsatz von dem Falle, wenn er vor Gericht gestanden hat!? Im Anfangsatz wird nämlich gelehrt: Ich weiß dies nur von Fällen, wo der Grundwert zu zahlen ist, woher dies von der Zahlung des Doppelten, des Vier oder Fünffachen7Cf. Ex. 21,37 u. 22,3. und [der Geldbuße] des Notzüchters, Verführers und falschen Anklägers? Es heißt :8Lev. 5,21.und eine Untreue begeht, und dies ist einschließend.", "In welchem Falle: hat er nicht vor Gericht gestanden, so ist ja das Doppelte nicht zu zahlen; doch wohl, wenn er vor Gericht gestanden hat, und wenn der Anfangsatz von dem Falle spricht, wenn er vor Gericht gestanden hat, so spricht auch der Schlußsatz von dem Falle, wenn er vor Gericht gestanden hat.", "Dieser erwiderte: Ich könnte dir erwidern: der Anfangsatz, wenn er vor Gericht gestanden hat, und der Schlußsatz, wenn er nicht vor Gericht gestanden hat, beide nach R. Šimo͑n, nur will ich dir mit keiner gezwungenen Erklärung erwidern, denn du könntest mir entgegnen: demnach müßte es entweder vorangehend ‘R. Šimo͑n sagt’ oder am Schlusse ‘Worte R. Šimo͑ns’ heißen9RŠ. wird jedoch am Anfange des Schlußsatzes als Autor genannt, wonach nur dieser u. nicht der Anfangsatz von ihm ist..", "Vielmehr spricht das ganze von dem Falle, wenn er vor Gericht gestanden hat, der Anfangsatz nach den Rabbanan und der Schlußsatz nach R. Šimo͑n,", "denn ich pflichte dir bei, daß ihn der Allbarmherzige durch [den Schriftvers] ableugnet10Der in der vorangehenden Lehre genannt wird.vom Opfer wegen des [falschen] Schwörens befreit hat,", "und nur hinsichtlich der Vererbung an seine Söhne sage ich, daß es eine Geldforderung sei.", "Er wandte gegen ihn ein : R. Šimo͑n sagt, wenn sie dazu nicht kam, es einzufordern, als bis der Vater gestorben ist, gehören sie ihr selber. Wieso gehören sie, wenn du sagst, sie gelten als Geldforderung hinsichtlich der Vererbung an seine Söhne, ihr selber, sie sollten ja den Brüdern gehören!?", "Raba sagte : Mit dieser Sache plagten sich Rabba und R. Joseph zweiundzwanzig Jahre11Während der ganzen Amtszeit R.s, dem RJ. folgte; cf. Ber. Fol. 64a.ab und konnten es nicht erklären, und erst als R. Joseph Schuloberhaupt wurde, erklärte er es. Anders verhält es sich da; die Schrift sagt :12Dt. 22,29.so gebe der Mann, der bei ihr gelegen hat, dem Vater des Mädchens fünfzig Silberstücke; die Tora hat sie dem Vater erst beim Geben zugeeignet.", "Die Lehre Rabbas aber, es gelte hinsichtlich der Vererbung an seine Söhne als Geldforderung, bezieht sich auf andere Bußzahlungen. –", "Hinsichtlich eines Sklaven heißt es ja:13Ex. 21,32.dreißig Šeqel Silber gebe er seinem Herrn; demnach hat die Tora auch diese dem Herrn erst beim Geben zugeeignet!? – Jiten14Im letzteren Schriftverse wird das gewöhnliche Imperfektum יתן (geben) gebraucht, im vorangehenden (bei der Notzucht) hingegen das Perfektum נתן mit dem ו-consecutivum, eigentl. er wird gegeben haben, dh. die Zahlung gehört erst dann dem Vater, wenn sie bereits geleistet ist.ist etwas anderes als venathan14Im letzteren Schriftverse wird das gewöhnliche Imperfektum יתן (geben) gebraucht, im vorangehenden (bei der Notzucht) hingegen das Perfektum נתן mit dem ו-consecutivum, eigentl. er wird gegeben haben, dh. die Zahlung gehört erst dann dem Vater, wenn sie bereits geleistet ist.. –", "Wieso beruft er sich demnach auf den Schriftvers: und ableugnet, er sollte sich ja auf das Schriftwort venathan berufen!?", "Raba erwiderte: [Der Schriftvers] und ableugnet ist wegen des Falles nötig, wenn sie, nachdem sie vor Gericht gestanden, mannbar geworden15Wodurch der Anspruch auf sie überging; in unserer Mišna spricht er nur von dem Falle, wenn er durch den Tod des Vaters auf sie überging.und gestorben ist, sodaß der Vater es von ihr erbt. –", "Wieso heißt es demnach: ausgenommen jene Fälle, wobei es sich um eine Geldbuße handelt, es ist ja eine Geldforderung16Der Anspruch des Vaters auf die Geldbuße scheidet hierbei vollständig aus, er ist nichts weiter als Erbe eines seiner Tochter gehörenden Geldbetrages.!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Ausgenommen jene Fälle, wobei [die Forderung] ursprünglich eine Geldbuße war.", "Man wandte gegen ihn ein : Nach R. Šimo͑n17Oh. Col. a.ist er frei, da bei einer Selbstanzeige keine Geldbuße zu zahlen ist. Nur solange er nicht vor Gericht gestanden hat, wenn er aber vor Gericht gestanden hat, sodaß er sich durch Selbstanzeige von der Zahlung nicht befreien18So sinngemäß.kann, ist er ein Opfer wegen des [falschen] Schwörens schuldig19Obgleich die Zahlung ursprünglich eine Geldbuße war.!? –", "R. Šimo͑n sagte es nach der Ansicht der Rabbanan; nach meiner Ansicht hat der Allbarmherzige ihn durch [das Schriftwort] und ableugnet befreit, selbst wenn er vor Gericht gestanden hat, aber auch ihr solltet mir beipflichten, daß, solange er nicht vor Gericht gestanden hat, jener nur eine Geldbuße fordern hat," ], [ "und wer eine Bußzahlung freiwillig eingesteht, ist davon frei20Somit besteht hierbei gar keine Forderung, sodaß er wegen des Ableugnens nicht schuldig sein kann.. – Und die Rabbanan!? – Sie sind der Ansicht, seine Forderung beziehe sich [hauptsächlich] auf das Beschämungsgeld und das Bemakelungsgeld21Diese sind richtige Geldentschädigungen.. –", "Worin besteht ihr Streit? R. Papa erwiderte : R. Šimo͑n ist der Ansicht, niemand lasse Festgesetztes22Als Geldbuße ist ein Betrag von 50 Šeqel festgesetzt, dagegen aber müssen Beschämung u. Minderung erst festgesetzt werden, u. er weiß überhaupt nicht, ob ihm ein wesentlicher Betrag zugesprochen werden wird.und fordere Nichtfestgesetztes, die Rabbanan aber sind der Ansicht, niemand lasse das, wovon jener sich durch Selbstanzeige nicht befreien kann, und fordere das, wovon jener sich durch Selbstanzeige befreien kann.", "R. Abina fragte R. Šešeth : Wem gehört die Händearbeit der Tochter, die von den Brüdern unterhalten wird;", "treten sie anstelle des Vaters, und wie sonst ihre Händearbeit ihrem Vater gehört, ebenso gehört in diesem Falle ihre Händearbeit den Brüdern, oder gleichen sie nicht dem Vater, denn der Vater unterhält sie von seinem Vermögen, während diese sie nicht von ihrem Vermögen23Sondern vom Nachlasse des Vaters, der nach dem mit ihrer Mutter geschlossenen Heiratsvertrage dazu verpflichtet war; cf. Bb. Fol. 131a.unterhalten?", "Dieser erwiderte: Ihr habt es gelernt: Die Witwe ist vom Vermögen der Waisen zu unterhalten und ihre Händearbeit gehört ihnen24Obgleich auch die Unterhaltung der Witwe vom Nachlasse eine vom Ehemanne gewährleistete Verpflichtung ist.. –", "Es ist nicht gleich; für seine Witwe ist ihm ein Überschuß nicht erwünscht, für seine Tochter ist ihm ein Überschuß25Für ihre Ausstattung; er ging auf die Verpflichtung zu ihrer Unterhaltung ein, ohne dafür ihre Arbeitsleistung zu beanspruchen.erwünscht. –", "Demnach ist einem die Tochter bevorzugter als die Witwe, und [dem widersprechend] sagte ja R. Abba im Namen R. Joses, daß sie bei einem geringen Vermögen26Wenn die Hinterlassenschaft des Verstorbenen nicht ausreicht, alle Hinterbliebenen ein Jahr zu versorgen; cf. Bb. Fol. 139b.das Verhältnis von Witwe und Tochter dem von Tochter und Brüdern gleichgestellt haben:", "wie bei Tochter und Brüdern27Wenn die Erbschaft nur für diese od. jene allein ausreicht.die Tochter zu unterhalten ist und die Brüder an den Türen betteln mögen, ebenso ist bei Witwe und Tochter die Witwe zu unterhalten und die Tochter mag an den Türen betteln!? – Hinsichtlich der Entwürdigung bevorzugt man seine Witwe28Wenn nicht anders möglich, läßt man lieber seine Tochter betteln gehen., hinsichtlich des Überschusses bevorzugt man seine Tochter29Damit sie versorgt werde..", "R. Joseph wandte ein: Ihre Händearbeit und ihr Fund, auch wenn sie sie noch nicht eingefordert hat, gehören, wenn der Vater gestorben ist, den Brüdern. Nur [aus der Zeit], wo der Vater noch lebte, [aus der Zeit] nach dem Tode des Vaters aber gehören sie ihr selber; doch wohl, wenn sie unterhalten wird!? – Nein, wenn sie nicht unterhalten wird. –", "Wozu braucht dies, wenn sie nicht unterhalten wird, gelehrt zu werden!? Selbst nach demjenigen, welcher sagt, der Herr könne zu seinem Sklaven sagen, arbeite bei mir und ich ernähre dich nicht, gilt dies nur von einem kenaa͑nitischen Sklaven, von dem es nicht30Dt. 15,16.mit dir heißt,", "nicht aber von einem hebräischen Sklaven, von dem es mit dir heißt, und um so weniger von einer Tochter. ", "Rabba b. U͑la erwiderte : Dies ist wegen des Überschusses31Ihre Arbeitsleistung, die ihre Ernährung übersteigt; auch diese gehört ihr selber.nötig. Raba sprach: Ein so bedeutender Mann wie R. Joseph sollte nicht gewußt haben, daß es sich um den Überschuß handeln kann, und einen solchen Einwand erheben!? –", "Vielmehr, erklärte Raba, richtete R. Joseph einen Einwand aus unserer Mišna selbst; diese lehrt, ihre Händearbeit und ihr Fund, auch wenn sie sie noch nicht eingefordert hat. Von wem ist denn ein Fund einzufordern?", "Wahrscheinlich ist dies wie folgt zu verstehen: ihre Händearbeit gleicht ihrem Funde; wie ihr Fund bei Lebzeiten des Vaters ihrem Vater und nach dem Tode ihres Vaters ihr selber32Cf. Bm. Fol. 12a.gehört, ebenso gehört ihre Händearbeit bei Lebzeiten ihres Vaters ihrem Vater und nach dem Tode ihres Vaters ihr selber. Schließe hieraus.", "Es wurde auch gelehrt: R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Die Händearbeit der Tochter, die von den Brüdern unterhalten wird, gehört ihr selber. R. Kahana sagte : Dies aus folgendem Grunde; es heißt :33Lev. 25,46.ihr sollt sie euren Söhnen nach euch vererben, sie euren Söhnen, nicht aber eure Töchter euren Söhnen; dies besagt, daß niemand das Anrecht seiner Tochter seinem Sohne vererben könne.", "Rabba wandte ein: Vielleicht spricht die Schrift von [der Zahlung wegen] Verführung, der Geldbuße und Verletzungsgeldern34Die sie wegen einer ihr zugefügten Verletzung erhält; nur diese außergewöhnlichen Zahlungen gehören ihr selber, ihre Händearbeit dagegen gilt als Entgelt für ihren Unterhalt u. gehört ihren Brüdern.!? Ebenso lehrte R. Ḥanina, die Schrift spreche von [der Zahlung wegen] Verführung, der Geldbuße und Verletzungsgeldern. –", "Die Verletzung ist ja ein ihr selber zugefügter Schmerz35Auf das Schmerzensgeld hat nicht einmal der Vater Anrecht; cf. Bq. Fol. 87b.!? R. Jose b. R. Ḥanina erwiderte:" ], [ "Wenn jemand ihr das Gesicht verletzt hat36Sie hat dadurch an Wert verloren, u. wenn der Vater lebte, würde der Schaden ihn treffen.. Rabh Zera sagte im Namen R. Mathnas im Namen Rabhs, und wie manche sagen, Rabbi37Die Variation besteht nur im Titel; RZ. lebte zuerst in Babylonien, wo er den Titel Rabh führte, später ging er nach Palästina (cf. Bm. Fol. 85a), wurde ordiniert u. erhielt den Titel Rabbi. Nach der einen Lesart sagte er es vor u. nach der anderen nach seiner Palästinareise.Zera im Namen R. Mathnas im Namen Rabhs: Die Händearbeit einer Tochter, die von den Brüdern unterhalten wird, gehört ihr selber, denn es heißt: ihr sollt sie euren Söhnen nach euch vererben, sie euren Söhnen, nicht aber eure Töchter euren Söhnen; dies besagt, daß niemand das Anrecht seiner Tochter seinem Sohne vererben könne.", "Abimi b. Papi sprach zu ihm : Dies sagte der Strebsame38Od. Vorsichtige; diese Benennung ist ebenso sonderbar u. von d. Kommentaren nicht befriedigend erklärt, wie der Beiname אריוך, den Š. ebenfalls führte.. – Der Strebsame ist Šemuél, und dies sagte ja Rabh!? – Lies: dies sagte auch der Strebsame. Mar, der Sohn Amemars, sprach zu R. Aši: die Nehardee͑nser sagten, die Halakha sei wie R. Šešeth. R. Aši sagte: Die Halakha ist wie Rabh. Und die Halakha ist wie Rabh.", "ii WENN JEMAND SEINE ToCHTER39Die das Mannbarkeitsalter noch nicht erreicht u. sich in der Gewalt des Vaters befindet.VERLOBT UND SIE GESCHIEDEN WIRD, DANN [WIEDERUM] VERLOBT UND SIE VERWITWET WIRD, SO GEHÖRT IHRE MORGENGABE40Aus beiden Verlobungen.IHM ; WENN ER SIE ABER VERHEIRATET UND SIE GESCHIEDEN WIRD, DANN [WIEDERUM] VERHEIRATET UND SIE VERWITWET WIRD, SO GEHÖRT IHRE MORGENGABE40Aus beiden Verlobungen.IHR SELBER41Da sie durch die Heirat aus der Gewalt des Vaters gekommen ist.. R. JEHUDA SAGT, DIE ERSTE GEHÖRE DEM VATER. SIE ERWIDERTEN IHM: SOBALD IHR VATER SIE VERHEIRATET, HAT ER KEINE GEWALT MEHR ÜBER SIE.", "GEMARA. Nur verheiratet und geschieden, dann verheiratet und verwitwet, wenn aber eine zweimal verwitwet worden ist, ist sie zur Verheiratung nicht mehr geeignet; der Autor statuiert uns somit nebenbei übereinstimmend mit Rabbi, welcher sagt, mit zweimal erfolge eine Feststellung42Wenn eine Frau 2mal verwitwet worden ist, so gilt es als feststehend, daß ihre Männer sterben, und sie darf nicht mehr heiraten; cf. Jab. Fol. 64b..", "R. JEHUDA SAGT, DIE ERSTE GEHÖRE DEM VATER. Was ist der Grund R. Jehudas? Rabba und R. Joseph erklärten beide : weil er sie bei der Verlobung erworben43Bei der Verlobung mit dem 1. Manne befand sie sich noch in der Gewalt des Vaters, u. er erwarb den Anspruch auf ihre Morgengabe.hat.", "Raba wandte ein : R. Jehuda sagt, die erste gehöre dem Vater ; jedoch pflichtet R. Jehuda bei, daß wenn ein Vater seine Tochter minderjährig verlobt und sie darauf mannbar wird und sich verheiratet, er keine Gewalt über sie habe. Weshalb denn, auch hierbei sollte man sagen, er habe sie bei der Verlobung erworben!?", "Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: Rabba und R. Joseph erklärten beide : Weil sie44Die Morgengabe; war sie vorher mannbar, so war sie nicht in seiner Gewalt.unter seiner Gewalt verschrieben wurde. –", "Wann beginnt das Einforderungsrecht45Ob bei der Verlobung od. beim Schreiben der Urkunde; die Frage ist nun, ob die Morgengabe von Grundstücken, die in der Zwischenzeit veräußert worden sind, einzufordern ist.? –", "R. Hona sagt, der Mine und der zweihundert [Zuz]46Die ihr gesetzlich zukommen u. daher einer Verschreibung nicht benötigen.bei der Verlobung, der Zulage47Über den genannten Betrag, die ihr erst durch die Urkunde zugeeignet wurde.bei der Verheiratung. R. Asi sagt, dieses und jenes bei der Verheiratung. –", "Kann R. Hona dies denn gesagt haben, es wurde ja gelehrt, daß, wenn sie gegen ihn zwei Urkunden über die Morgengabe präsentiert, eine über zweihundert und eine48Die später datiert ist.über dreihundert [Zuz], sie, wie R. Hona sagte, wenn sie zweihundert einfordern will, seit dem Datum der ersteren, und wenn sie dreihundert einfordern will, seit dem Datum der anderen49Wenn der Ehemann in der Zwischenzeit Güter veräußert hat, mit denen er für ihre Morgengabe haftete, so kann sie die 1. Urkunde geltend machen, jedoch ist dann die 2. ungültig; macht sie die 2. Urkunde geltend, so beginnt ihr Anspruch mit dem Datum der 2. Urkunde.einfordern könne.", "Wenn dem nun so wäre, so sollte sie die zweihundert vom Datum der ersten ab und einhundert vom Datum der zweiten ab einfordern können!? –", "Nach deiner Auffassung sollte sie doch die ganzen fünfhundert einfordern können, die zweihundert vom Datum der ersten ab und die dreihundert vom Datum der zweiten ab!?", "Vielmehr kann sie fünfhundert deshalb nicht einfordern, weil er, da er ihr nicht geschrieben hat: außer den zweihundert [Zuz] füge ich dir freiwillig noch dreihundert hinzu, folgendes sagen wollte: willst du vom Datum der ersten ab einfordern, so fordere zweihundert ein, und willst du vom Datum der zweiten ab einfordern, so fordere dreihundert ein," ], [ "ebenso kann sie mit jener50Mit der 1. Urkunde, falls sie die 2. geltend macht.deshalb nicht einfordern, weil er ihr nicht geschrieben hat : ich füge dir zu den zweihundert noch hundert hinzu, und sie somit auf den ersten Anspruch verzichtet hat51Dagegen aber wird bei der Zulage der Ausdruck ‘hinzufügen’ gebraucht, sodaß der 1. Anspruch bestehen bleibt..", "Der Meister sagte: Sie kann, wenn sie will, mit dieser, und wenn sie will, mit jener einfordern. Es wäre anzunehmen, daß er gegen R. Naḥman streitet, denn R. Naḥman sagte, daß, wenn zwei Urkunden nach einander ausgestellt52Von derselben Person die gleiche Sache betreffend.worden sind, die andere die erste aufgehoben53Der Anspruch des Empfängers beginnt mit dem Datum der anderen.habe. –", "Hierzu wurde ja gelehrt: R. Papa sagte: R. Naḥman pflichtet jedoch bei, daß, wenn er in der [anderen] auch nur eine Palme54Wenn es sich zBs. um die Wiederholung einer Verkaufs- oder Schenkungsurkunde über ein Grundstück handelt.hinzugefügt, er diese wegen der Zulage geschrieben55Und nicht zur Entwertung der ersten; er wollte dem Empfänger anheimstellen, die eine od. die andere geltend zu machen.hat. Und auch hierbei hat er ihr etwas hinzugefügt.", "Der Text. R. Naḥman sagte: Wenn zwei Urkunden nach einander ausgestellt worden sind, so hat die andere die erste aufgehoben. R. Papa sagte : R. Naḥman pflichtet jedoch bei, daß, wenn er in der [anderen] auch nur eine Palme hinzugefügt, er diese wegen der Zulage geschrieben hat. Selbstverständlich hat er, wenn die erste den Verkauf und die andere die Schenkung56Desselben Grundstückes an dieselbe Person.[bestätigt], diese nur zur Besserung seines Rechtes geschrieben, wegen des Retraktrechtes57Das auf ein verschenktes Grundstück nicht geltend gemacht werden kann (cf. Bm. Fol. 108a); die andere Urkunde entkräftet die erste nicht, selbst wenn daran nichts hinzugefügt ist.,", "und um so mehr, wenn die erste die Schenkung und die andere den Verkauf [bestätigt], denn wir sagen, er habe diese nur wegen der Gläubiger58Der erste Besitzer ist, wenn sein Gläubiger dem neuen Besitzer das Grundstück wegnimmt, nur für das Verkaufte haftbar, nicht aber für das Verschenkte.geschrieben.", "Wenn aber beide den Verkauf oder beide die Schenkung [bestätigen], hebt die andere die erste auf. – Aus welchem Grunde? – Raphram erklärte, weil er ihm wahrscheinlich eingestanden59Daß die 1. Urkunde gefälscht od. sonst ungültig war; sie einigten sich auf die Ausstellung einer neuen Urkunde.hat; R. Aḥa erklärte, weil er wahrscheinlich auf seinen Anspruch60Auf seine Rechte für die ganze Dauer der Zwischenzeit.verzichtet hat. –", "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich der Verdächtigkeit61Die auf der ersten Urkunde unterschrieben sind, da sie nach R. als gefälscht anzusehen ist.der Zeugen,", "des Ersatzes für den Fruchtgenuß62Während der Zwischenzeit, die nach R. der Käufer an den Gläubiger des Verkäufers zu leisten hat.und der Grundstücksteuer63Für die Zwischenzeit; nach R. hat sie der Verkäufer zu zahlen, nach RA. der Käufer.. –", "Wie bleibt es mit der Morgengabe64Ob der Anspruch mit der Verlobung od. dem Schreiben der Urkunde beginnt.? – Komm und höre: R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls im Namen des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n : [Der Anspruch auf] die Mine und die zweihundert [Zuz besteht] seit der Verlobung, auf die Zulage seit der Verheiratung.", "Die Weisen sagen, diese und jene seit der Verheiratung. Die Halakha ist, diese und jene seit der Verheiratung.", "iii WENN MIT EINER PROSELYTIN AUCH IHRE TOCHTER SICH BEKEHRT UND UNZUCHT65Nach ihrer Verlobung.GETRIEBEN HAT, SO IST SIE DURCH ERDROSSELUNG66Gleich jeder anderen Ehebrecherin, u. nicht durch Steinigung.[HINZURICHTEN], AUCH ERFOLGT BEI IHR WEDER [DAS HINAUSFÜHREN] ZUR TÜR DES VATERHAUSES67Wie bei einer geborenen Jisraélitin; cf. Dt. 22,21.NOCH [DIE ZAHLUNG] DER HUNDERT SELA͑68Wenn die Beschuldigung des Ehemannes sich als falsch herausstellt, Dt. 22,19..", "IST IHRE SCHWÄNGERUNG NICHT IN HEILIGKEIT69Vor der Bekehrung der Mutter.UND IHRE GEBURT IN HEILIGKEIT ERFOLGT, SO IST SIE DURCH STEINIGUNG [HINZURICHTEN], JEDOCH ERFOLGT BEI IHR WEDER [DAS HINAUSFÜHREN] ZUR TÜR DES VATERHAUSES NOCH [DIE ZAHLUNG] DER HUNDERT SELA͑. IST IHRE SCHWÄNGERUNG UND IHRE GEBURT IN HEILIGKEIT ERFOLGT, SO GILT SIE IN JEDER HINSICHT ALS JISRAÉLITIN.", "HAT EINE EINEN VATER, ABER KEINE TÜR DES VATERHAUSES70Wenn ihr Vater kein Haus hat., ODER EINE TÜR DES VATERHAUSES, ABER KEINEN VATER, SO IST SIE TROTZDEM DURCH STEINIGUNG [HINZURICHTEN]; DIE WORTE zur Tür ihres Vaterhauses SIND NICHTS WEITER ALS EINE VORSCHRIFT71Von deren Ausführbarkeit das Gesetz nicht abhängig ist.." ], [ "GEMARA. Woher dies? Reš Laqiš erwiderte: Die Schrift sagt:72Dt. 22,21.daß sie sterbe, dies73Da es ganz überflüssig ist.schließt diejenige aus, deren Schwängerung nicht in Heiligkeit und deren Geburt in Heiligkeit erfolgt ist. –", "Demnach sollte er68Wenn die Beschuldigung des Ehemannes sich als falsch herausstellt, Dt. 22,19.auch gegeißelt werden und die hundert Sela͑ bezahlen!? – Die Schrift sagt: daß sie sterbe, sie ist nur hinsichtlich des Sterbens und nicht hinsichtlich der Bußzahlung einbegriffen. – Vielleicht schließt dies nur diejenige ein, deren Schwängerung und Geburt in Heiligkeit erfolgt ist!? – Diese ist eine richtige Jisraélitin. –", "Vielleicht auch diejenige, deren Schwängerung und Geburt nicht in Heiligkeit erfolgt ist!? – Welche Bedeutung hätte demnach [das Wort]72Dt. 22,21.in Jisraél?", "R. Jose b. Ḥanina sagte: Wenn jemand ein übles Gerücht74Eine falsche Anschuldigung der Defloration.über eine Waise ausbringt, so ist er frei, denn es heißt :75Dt. 22,19.und gebe sie dem Vater des Mädchens, ausgenommen diese, die keinen Vater hat.", "R. Jose b. Abin, nach anderen R. Jose b. Zebida, wandte ein:76Ex. 22,16.Wenn weigern weigert sich ihr Vater, dies77Der überflüssige Gebrauch des Infinitivs.Schließt eine Waise hinsichtlich der Bußzahlung78Auch wegen Ausbringung eines üblen Gerüchtes.ein – so R. Jose der Galiläer!?", "Er richtete den Einwand, und er selber erklärte es: Wenn er ihr beigewohnt hat und sie darauf verwaist worden79Diese ist einbegriffen.ist.", "Raba aber sagte, er sei schuldig. – Woher dies? – Aus der Lehre Amis :75Dt. 22,19.Jisraélitische Jungfrau, nicht aber eine proselytische Jungfrau. Allerdings muß die Schrift eine Proselytin ausschließen,", "wenn du sagst, bei einer Jisraélitin sei er in einem derartigen Falle80Wenn sie keinen Vater hat; die Proselytin gilt als vaterlos.schuldig, wenn du aber sagst, bei einer Jisraélitin sei er frei, so ist er es ja, wenn er sogar bei einer Jisraélitin frei ist, bei einer Proselytin selbstverständlich.", "Reš Laqiš sagte: Wenn jemand ein übles Gerücht über eine Minderjährige ausbringt, so ist er frei, denn es heißt: und gebe sie dem Vater des Mädchens, und [das Wort] Naa͑ra [Mädchen] ist plene81Cf. S. 123 Anm. 366; an dieser Stelle ist es plene geschrieben u. deutet darauf, daß es nur von einer im Mädchenalter gilt.geschrieben.", "R. Ada b. Abba wandte ein : Nur aus dem Grunde, weil hierbei Naa͑ra geschrieben ist, sonst aber würde man auch eine Minderjährige einbegriffen haben, aber es heißt ja :82Dt. 22,20,21.wenn aber die Sache wahr ist, das Weib hatte keine Jungfernschaft, so soll man das Weib zur Tür seines väterlichen Hauses führen und es steinigen, und eine Minderjährige ist ja nicht strafmündig !?", "Vielmehr, hierbei83Wo es sich nur auf eine im Mädchenalter beziehen kann.heißt es Naa͑ra, überall aber, wo es Naa͑r81Cf. S. 123 Anm. 366; an dieser Stelle ist es plene geschrieben u. deutet darauf, daß es nur von einer im Mädchenalter gilt.heißt, ist auch eine Minderjährige einbegriffen.", "Šila lehrte: Drei Verschiedenheiten gibt es beim Gesetze von der Jungfrau. Kommen Zeugen im Hause ihres Schwiegervaters84Dh. nach ihrer Verheiratung., daß sie im Hause ihres Vaters85Nach der Verlobung.gehurt hat," ], [ "so steinige man sie an der Tür ihres Vaterhauses; das heißt: seht den Sprößling, den ihr großgezogen habt. Kommen Zeugen im Hause ihres Vaters, daß sie im Hause ihres Vaters85Nach der Verlobung.gehurt hat, so steinige man sie an der Pforte des Stadttores. Ist sie, nachdem sie sich vergangen hat, mannbar geworden, so ist sie durch Erdrosselung86Gleich einem Eheweibe, da sie bei der Verurteilung nicht mehr in der Gewalt des Vaters war.hinzurichten. –", "Demnach tritt mit der Veränderung des Körpers eine Veränderung der Todesart ein; ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn eine Verlobte im Mädchenalter gehurt hat, und er nach ihrer Mannbarwerdung über sie ein übles Gerücht ausgebracht hat, so ist er68Wenn die Beschuldigung des Ehemannes sich als falsch herausstellt, Dt. 22,19.weder zu geißeln noch hat er die hundert Sela͑ zu zahlen, sie aber87Wenn die Anschuldigung auf Wahrheit beruht.und die Falschzeugen88Die sie beschuldigt haben u. als solche überführt worden sind.werden zur Steinigungsstätte hinausgeführt89Trotz ihrer Mannbarwerdung bleibt die vorgeschriebene Todesart bestehen.. –", "Sie und die Falschzeugen, wie kommst du darauf!? – Vielmehr, entweder sie oder die Falschzeugen werden zur Steinigungsstätte hinausgeführt.", "Raba erwiderte: Von der Ausbringung eines üblen Gerüchtes ist nichts einzuwenden; anders90Die obige Lehre spricht von dem Falle, wenn nicht der Ehemann das Gerücht ausgebracht hat, sondern Zeugen dies bekunden.verhält es sich bei der Ausbringung eines üblen Gerüchtes, da es ein Novum ist. Sonst wird sie, wenn sie, nachdem sie unter den Baldachin gekommen und nicht beschlafen worden ist, gehurt hat, durch Erdrosselung hingerichtet, bei der Ausbringung eines üblen Gerüchtes aber durch Steinigung.", "R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sprach zu Raba, vielleicht hat der Allbarmherzige ein Novum geschaffen nur in dem Falle, wenn der Körper sich nicht verändert91Durch die Mannbarwerdung.hat, nicht aber in dem Falle, wenn der Körper sich verändert hat!?", "Vielmehr, erklärte R. Naḥman b. Jiçḥaq, besteht darüber, ob eine Änderung92Der Todesart, falls sie inzwischen mannbar geworden ist.erfolgt oder nicht, ein Streit von Tannaím. Wir haben nämlich gelernt: Wenn sie93Ein Fürst oder ein Hochpriester, die wegen einer fahrlässig begangenen Sünde ein anderes Opfer darzubringen haben als eine Privatperson; cf. Lev. Kap. 4.vor ihrer Amtseinsetzung die Sünde begangen haben und darauf in ihr Amt eingesetzt worden sind, so gelten sie als Privatpersonen.", "R. Šimo͑n sagt, wenn sie sich [der Sünde] vor ihrer Amtseinsetzung bewußt worden sind, seien sie schuldig, wenn aber nach ihrer Amtseinsetzung, seien sie frei94Von jedem Opfer, wegen der Änderung ihrer Personeneigenschaft.. –" ], [ "Allerdings wissen wir von R. Šimo͑n, daß er sich auch nach dem Bewußtwerden95Die Sünde u. das Bewußtwerden müssen bei gleicher Stellung der Person erfolgt sein.richte, aber lehrt er etwa, daß man sich nur nach dem Bewußtwerden96Daß mit der Änderung der Stellung der Person auch eine Änderung der Opfer erfolgte.und nicht nach der Sündenbegehung richte!? Wenn dem so wäre, müßten sie ja ein Opfer entsprechend ihrer jetzigen Stellung darbringen: der gesalbte [Hochpriester] einen Farren und der Fürst einen Ziegenbock. –", "R. Joḥanan sagte ja zum [vortragenden] Jünger97Der ihm die obige Lehre Šilas vortrug., es sei zu lesen: so ist sie durch Steinigung hinzurichten98Auch wenn sie vor der Gerichtsverhandlung mannbar geworden ist; nach dieser Berichtigung besteht kein Widerspruch.. – Weshalb denn, der Allbarmherzige spricht von einem verlobten Mädchen, und diese ist ja mannbar!? R. Ilea͑ erwiderte: Die Schrift sagt: das Mädchen99Da die Schrift von dieser spricht, so wäre ein Pronomen ausreichend u. die Wiederholung des W.s ‘Mädchen’ ist überflüssig., die vorher Mädchen war.", "R. Ḥananja sprach zu R. Ilea͑: Demnach sollte er auch gegeißelt werden und die hundert Sela͑ zahlen!? Dieser erwiderte: Der Allbarmherzige bewahre uns vor einer solchen100Er wollte ihm die richtige Erklärung nicht sagen u. antwortete ausweichend.Ansicht ! – Im Gegenteil, der Allbarmherzige bewahre uns vor deiner Ansicht. –", "Was ist wirklich der Grund101Daß durch die Änderung im Zustande ihrer Person juridisch für ihn eine Änderung erfolgt, für sie aber nicht.? R. Jiçḥaq b. Abin, nach anderen R. Jiçḥaq b. Abba, erwiderte: Bei ihr erfolgt [die Bestrafung] wegen einer Handlung, bei ihm aber erfolgt sie wegen einer Bewegung102Er hat nichts weiter als Worte gesprochen.der Lippen. Bei ihr erfolgt sie wegen einer Handlung, und bei Begehung der Unzucht befand sie sich im Mädchenalter; bei ihm erfolgt sie wegen einer Bewegung seiner Lippen, wegen welcher er erst dann strafbar wurde, als sie bereits mannbar war.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn eine Verlobte im Mädchenalter gehurt hat, so steinige man sie an der Tür ihres Vaterhauses; hat sie keine Tür des Vaterhauses, so steinige man sie an der Pforte des Stadttores, und in einer Stadt, deren Mehrheit aus Nichtjuden besteht, an der Pforte des Gerichtshofes. Desgleichen steinige man den Götzenanbeter an der Pforte [der Stadt], in der er den Götzendienst begangen hat, und in einer Stadt, deren Mehrheit aus Nichtjuden besteht, an der Pforte des Gerichtshofes. Woher dies? –", "Die Rabbanan lehrten :103Dt. 17,5.Deine Tore, das Tor, innerhalb dessen er den Götzendienst begangen hat. Du sagst, das Tor, innerhalb dessen er den Götzendienst begangen hat, vielleicht ist dem nicht so, sondern das Tor, innerhalb dessen er gerichtet wird?", "Unten104Bei der Exekution wegen des Götzendienstes, Dt. 17,5.heißt es deine Tore und oben105Bei der Nennung des Falles vom Götzendienste, Dt. 17,2.heißt es deine Tore, wie oben unter Tor das Tor zu verstehen ist, innerhalb dessen er den Götzendienst begangen hat, ebenso ist unten unter Tor das Tor zu verstehen, innerhalb dessen er den Götzendienst begangen hat.", "Eine andere Auslegung: Deine Tore, nicht aber Tore der Nichtjuden106Sind die meisten Einwohner der Stadt Nichtjuden, so hat die Exekution vor dem Gerichtshause zu erfolgen.. – Du hast ja [das Wort] Tore bereits ausgelegt!? – Die Schrift könnte ja Tor sagen, wenn es aber deine Tore heißt, so ist beides zu entnehmen. –", "Wir wissen dies vom Götzendienste, woher dies von der verlobten Jungfrau?", "R. Abahu erwiderte: es ist durch [die Worte] Tür, Tür, Tor und deine Tore zu folgern107Num. 4,26 wird ‘Tür’ in Verbindung mit ‘Tor’ (פתח שער) gebraucht, woraus zu folgern ist, daß bei der Verlobten unter ‘Tür’ (Dt. 22,21) das Tor zu verstehen ist, u. durch das auch beim Götzendienste gebrauchte ‘Tor’ ist ferner zu folgern, daß die aus den Worten ‘deine Tore’ eruierte Einschränkung hinsichtl. einer größtenteils aus Nichtjuden bestehenden Stadt auch bei der Verlobten gilt..", "Die Rabbanan lehrten : Wer ein übles Gerücht ausbringt, ist zu geißeln und hat die hundert Sela͑ zu zahlen. R. Jehuda sagt, zu geißeln sei er auf jeden Fall, die hundert Sela͑ aber habe er nur dann zu zahlen, wenn er ihr beigewohnt hat, nicht aber, wenn er ihr nicht beigewohnt hat.", "Sie führen denselben Streit wie R. Elie͑zer b. Jaqob108Weit. Fol. 46a.und die Rabbanan, und dies ist wie folgt zu verstehen: Wer ein übles Gerücht ausbringt, ist zu geißeln und hat die hundert Sela͑ zu zahlen, einerlei ob er ihr beigewohnt hat oder nicht, nach den Rabbanan. R. Jehuda sagt, zu geißeln sei er auf jeden Fall, die hundert Sela͑ aber habe er nur dann zu zahlen, wenn er ihr beigewohnt hat, nicht aber, wenn er ihr nicht beigewohnt hat, nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob.", "Manche sagen, beide nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob, und dies sei wie folgt zu verstehen : Wer ein übles Gerücht ausbringt, ist zu geißeln und hat die hundert Sela͑ zu zahlen, nur wenn er ihr beigewohnt hat. R. Jehuda sagt, zu geißeln sei er auf jeden Fall. –", "Ist denn R. Jehuda der Ansicht, er sei auf jeden Fall zu geißeln, es wird ja gelehrt: R. Jehuda sagt, hat er ihr beigewohnt, sei er zu geißeln, hat er ihr nicht beigewohnt, sei er nicht zu geißeln!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Er erhält die Widerspenstigkeitsgeißelung, rabbanitisch." ], [ "R. Papa erwiderte: Unter ‘geißeln’ in der [zweiten] Lehre109Die es von der Vollziehung der Beiwohnung abhängig macht.ist die Geldzahlung zu verstehen. – Wird denn die Geldzahlung Geißelung genannt? – Freilich, denn es wird gelehrt: Wenn jemand sagt, er gelobe die Hälfte seines Schätzungswertes110Cf. Lev. 27,2ff., so entrichte er die Hälfte seines Schätzungswertes. R. Jose b. R. Jehuda sagt, er werde gegeißelt und entrichte seinen ganzen Schätzungswert. Weshalb gegeißelt? Dies erklärt R. Papa, er werde mit seinem ganzen Schätzungswert gegeißelt111Dh. gestraft; auch für die Geldstrafe wird der Ausdruck ‘geißeln’ gebraucht.. –", "Aus welchem Grunde? – Bei der Hälfte des Schätzungswertes ist der Schätzungswert seiner Hälfte112Die Wendung: ‘ich gelobe die Wertschätzung meiner halben Person’.zu berücksichtigen, und beim Schätzungswerte seiner Hälfte ist ein Organ zu berücksichtigen, von dem das Leben abhängt113Wer den Wert eines solchen Organes gelobt, hat seinen ganzen Schätzungswert zu geben..", "Die Rabbanan lehrten :114Dt. 22,19.Man strafe ihn, mit einer Geldstrafe ;115Ib. V. 18.man züchtige ihn, mit der Geißelung.", "Allerdings ist unter ‘strafen’ eine Geldstrafe zu verstehen, denn es heißt: man strafe ihn um hundert Silberstücke und gebe sie dem Vater der Jungfrau, woher aber, daß unter ‘züchtigen’ die Geißelung zu verstehen ist?", "R. Abahu erwiderte: Es ist zu folgern durch [die Worte] züchtigen, züchtigen, Sohn und Sohn116Hierbei wird das W. ‘züchtigen’ gebraucht, u. ebenso Dt. 21,18 neben ‘Sohn’, u. im weiter angezogenen Schriftverse, in dem es ‘Sohn’ heißt, ist ausdrücklich die Verhängung der Geißelung vorgeschrieben.[im Schriftverse] :117Dt. 25,2.wenn der Schuldige ein Sohn der Züchtigung ist. –", "Woher ist das Verbot118Die Geißelung ist nur auf die Übertretung eines Verbotes gesetzt.der Ausbringung eines üblen Gerüchtes zu entnehmen? R. Elea͑zar erwiderte: Aus:119Lev. 19,16.du sollst nicht als Verleumder umhergehen. R. Nathan erwiderte: Aus:120Ex. 23,10.hüte dich vor jeder bösen Sache. –", "Weshalb entnimmt R. Elea͑zar es nicht aus diesem Schriftverse? – Diesen verwendet er für eine Lehre des R. Pinḥas b. Jaír : Hüte dich vor jeder bösen Sache, hieraus entnimmt R. Pinḥas b. Jaír, daß man nicht am Tage [sündhaft] denke und dadurch nachts zur Verunreinigung komme. –", "Weshalb entnimmt R. Nathan es nicht aus jenem [Schriftverse]? – Jener ist eine Mahnung an das Gericht, daß es nicht mild121Das W. רכיל wird als Compositum v. רך לו aufgefaßt.gegen diesen und hart gegen jenen sei.", "Wenn er die Zeugen zur Aussage nicht aufgefordert hat und sie es aus eigenem Antriebe bekundet haben, so ist er weder zu geißeln noch hat er die hundert Sela͑ zu zahlen, sie aber87Wenn die Anschuldigung auf Wahrheit beruht.und die Falschzeugen88Die sie beschuldigt haben u. als solche überführt worden sind.werden zur Steinigungsstätte hinausgeführt. –", "Sie und die Falschzeugen, wie kommst du darauf!? – Vielmehr, entweder sie oder die Falschzeugen werden zur Steinigungsstätte hinausgeführt. –", "Nur wenn er sie nicht aufgefordert hat, wenn er sie aber aufgefordert hat, auch wenn er sie nicht gedungen hat. Dies schließt die Ansicht R. Jehudas aus, denn es wird gelehrt : R. Jehuda sagt, er sei nur dann strafbar, wenn er Zeugen gedungen hat. –", "Was ist der Grund R. Jehudas? R. Abahu erwiderte: Es ist aus [dem Worte] aufbürden zu entnehmen; hierbei heißt es:122Dt. 22,14.und er ihr Anschuldigungen aufbürdet, und dort123Ex. 22,24.heißt es: ihr sollt ihm keinen Wucher aufbürden; wie dort durch Geldzahlung, ebenso hierbei durch Geldzahlung.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Ebenso lehrte R. Joseph Çidona aus124So nach Handschriften; nach unserem Texte: in der Schule.der Schule des R. Šimo͑n b. Joḥaj, es ist aus [dem Worte] aufbürden zu entnehmen.", "R. Jirmeja fragte: Wie ist es, wenn er sie um ein Stück Land gedungen125Ob dies als Geldzahlung gilt.hat? Wie ist es, wenn um einen Betrag unter einer Peruṭa126Cf. S. 97 Anm. 100.? Wie ist es, wenn beide [Zeugen] um eine Peruṭa?", "R. Aši fragte: Wie ist es, wenn er das üble Gerücht inbetreff einer früheren Heirat127Wenn er mit ihr bereits verheiratet war u. sich von ihr scheiden ließ.ausgebracht hat? Wie ist es, wenn inbetreff der Heirat seines Bruders128Wenn sie ihm auf Grund des Gesetzes von der Schwagerehe zugefallen ist.? –", "Eine dieser Fragen ist zu entscheiden aus der folgenden Lehre R. Jonas :129Dt. 22,16.Meine Tochter gab ich diesem Manne; diesem, nicht aber dem Schwager130Bei diesem hat das bezügliche Gesetz keine Geltung..", "Was ist dies [für ein Streit131Auf den oben Bezug genommen wird.zwischen] den Rabbanan und R. Elie͑zer b. Ja͑qob? – Es wird gelehrt: Wie erfolgt die Ausbringung des üblen Gerüchtes? Wenn er vor Gericht kommt und sagt: N., ich habe bei deiner Tochter keine Jungfernschaft gefunden, so erhält sie, wenn Zeugen vorhanden sind, daß sie unter ihm gehurt hat, eine Mine als Morgengabe. –", "Wieso erhält sie, wenn Zeugen vorhanden sind, daß sie unter ihm gehurt hat, eine Mine als Morgengabe, sie ist ja zu steinigen!? – Er meint es wie folgt: wenn Zeugen vorhanden sind, daß sie unter ihm gehurt hat, so ist sie zu steinigen, wenn aber vorher, so erhält sie eine Mine als Morgengabe.", "Ergibt es sich, daß das üble Gerücht unbegründet war, so ist er zu geißeln und hat hundert Sela͑ zu zahlen, einerlei ob er ihr beigewohnt hat oder nicht. R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, diese Worte beziehen sich nur auf den Fall, wenn er ihr beigewohnt hat. – Erklärlich sind nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob die Worte132Dt. 22,13,14.kam zu ihr und nahte ihr,", "welchen Sinn aber haben nach den Rabbanan133Nach denen dies auch von dem Falle gilt, wenn er ihr nicht beigewohnt hat.[die Worte] kam zu ihr und nahte ihr!? – Kam zu ihr, mit Beschuldigungen, nahte ihr, mit Worten. –", "Erklärlich sind nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob die Worte :134Dt. 22,17.ich fand bei deiner Tochter keine Jungfernschaft, welchen Sinn aber haben nach den Rabbanan [die Worte]: ich fand bei deiner Tochter keine Jungfernschaft!? – Ich fand für deine Tochter keine Bestätigung135Zeugen, die den Zeugen der Bescholtenheit widersprechen.der Jungfernschaft. –", "Erklärlich sind nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob die Worte :134Dt. 22,17.da ist die Jungfernschaft meiner Tochter, welchen Sinn aber haben nach den Rabbanan [die Worte]: da ist die Jungfernschaft meiner Tochter!? – Da ist die Bestätigung135Zeugen, die den Zeugen der Bescholtenheit widersprechen.der Jungfernschaft meiner Tochter. –", "Erklärlich sind nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob die Worte :134Dt. 22,17.man soll das Tuch ausbreiten, welchen Sinn aber haben nach den Rabbanan [die Worte]: man soll das Tuch ausbreiten!?", "R. Abahu erwiderte: Man kläre auf, was er gegen sie vorgebracht136Das W. פרש hat auch den abstrakten Begriff aufklären, aufdecken, u. שמלה ist in שם לה zu teilen.hat. Wie gelehrt wird: Man soll das Tuch ausbreiten, dies lehrt, daß man die Zeugen der einen und die Zeugen der anderen [Partei] vortreten lasse und die Sache wie ein neues Tuch klarlege. R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, die Schriftworte seien wörtlich zu verstehen, das wirkliche Tuch137Sei auszubreiten u. auf Blutflecke zu untersuchen..", "R. Jiçḥaq b. Ja͑qob b. Gijori ließ im Namen R. Joḥanans sagen : Obgleich wir nirgends in der Tora finden, daß die Schrift hinsichtlich der Geißelung und der Bestrafung zwischen dem natürlichen und dem widernatürlichen Beischlaf unterschieden habe, dennoch ist er bei der Ausbringung eines üblen Gerüchtes nur dann schuldig, wenn er ihr beigewohnt hat, [auch] auf widernatürliche Weise, aber das üble Gerücht hinsichtlich der natürlichen Weise angebracht138Wenn er sie der widernatürlichen Unzucht beschuldigt u. es sich als unwahr herausstellt, braucht er die Geldbuße nicht zu zahlen.hat. –", "Nach wessen Ansicht: nach den Rabbanan gilt dies ja auch in dem Falle, wenn er ihr nicht beigewohnt hat, und nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob" ], [ "muß ja beides auf natürliche Weise erfolgt sein!? Vielmehr, ließ R. Kahana im Namen R. Joḥanans sagen, er ist nur dann schuldig, wenn er ihr auf natürliche Weise beigewohnt und das üble Gerücht hinsichtlich der natürlichen Weise ausgebracht hat.", "iv DER VATER HAT VERFÜGUNGSRECHT ÜBER SEINE TOCHTER INBETREFF IHRER ANTRAUUNG DURCH GELD, URKUNDE139Gf. Qid. Fol. 2a. Das Antrauungsgeld gehört ihm, ebenso darf er sie mit jedem, der ihm beliebt, verheiraten.ODER BEIWOHNUNG; FERNER HAT ER ANRECHT AUF IHREN FUND, IHRE HÄNDEARBEIT UND DIE AUFHEBUNG140Cf. Num. 30,4ff.IHRER GELÜBDE, AUCH NIMMT ER IHREN SCHEIDEBRIEF141Falls sie als Verlobte geschieden wird.IN EMPFANG, JEDOCH HAT ER BEI IHREN LEBZEITEN KEIN NIESSBRAUCHSRECHT142Von ihrem Vermögen, das ihr mütterlicherseits zugefallen ist..", "HAT SIE SICH VERHEIRATET, SO IST IHM DER EHEMANN ÜBERLEGEN, INDEM ER BEI IHREN LEBZEITEN NIESSBRAUCHSRECHT HAT; FERNER OBLIEGT IHM IHRE ERNÄHRUNG, IHRE LOSKAUFUNG143Wenn sie gefangen wird.UND IHRE BEERDIGUNG. R. JEHUDA SAGT, SELBST DER ÄRMSTE IN JISRAÉL NEHME144Bei der Beerdigung seiner Frau.WENIGSTENS ZWEI FLÖTEN [BLÄSER] UND EIN KLAGEWEIB.", "GEMARA. Woher dies hinsichtlich des Geldes!? R. Jehuda erwiderte: Die Schrift sagt:145Ex. 21,11.so gehe sie umsonst aus, ohne Geld; nur dieser Herr146An den der Vater seine Tochter zur Magd verkauft hat.erhält kein Geld, wohl aber erhält es ein anderer Herr, nämlich ihr Vater147Wenn sie aus seiner Gewalt kommt.. –", "Vielleicht gehört es ihr148Aus der Schrift ist nur zu deduzieren, daß bei ihrer Verheiratung ein Geldbetrag zu zahlen sei.? – Wenn ihr Vater ihre Antrauung in Empfang nimmt, wie es heißt :149Dt. 22,16.meine Tochter habe ich diesem Manne gegeben, wie sollte sie das Geld erhalten!? –", "Vielleicht gilt dies nur von einer Minderjährigen, die keine Hand150Darunter versteht der T. die Rechtsfähigkeit zur Empfangnahme u. zum Besitze einer Sache.hat, eine im Mädchenalter aber, die eine Hand hat, kann sich selber antrauen lassen und erhält auch das Geld!? – Die Schrift sagt:151Num. 30,17.in ihren Mädchenjähren im Hause ihres Vaters; jeder Ertrag ihrer Mädchenjähre gehört ihrem Vater. –", "R. Hona sagte im Namen Rabhs, daß die Händearbeit der Tochter ihrem Vater gehöre, sei zu entnehmen aus dem Schriftverse:152Ex. 21,7.wenn jemand seine Tochter zur Magd verkauft, wie die Händearbeit der Magd ihrem Herrngehört, ebenso gehört die Händearbeit der Tochter ihrem Vater; wozu dies, es ist ja zu entnehmen aus [dem Schriftverse]: in ihren Mädchenjahren im Hause ihres Vaters!? Vielmehr spricht dieser nur von der Auflösung von Gelübden.", "Wolltest du erwidern, es sei hiervon153Wie der Vater Verfügungsrecht über ihre Gelübde hat, ebenso hat er es über ihre Gewinne.zu folgern, so sind Zivilsachen von kanonischen Dingen nicht zu folgern. Wolltest du erwidern, es sei von der Geldbuße154Wegen Notzucht u. Verführung, die an den Vater zu zahlen ist.zu folgern, so sind Geldzahlungen von Bußzahlungen nicht zu folgern.", "Wolltest du erwidern, es sei von [der Zahlung für] Beschämung und Minderung155Die der Notzüchter od. Verführer an den Vater zu zahlen hat; ob. Fol. 40a.zu folgern, so verhält es sich bei [der Zahlung für] Beschämung und Minderung anders, da auch der Vater daran beteiligt156Cf. ib. Col. b.ist. –", "Vielmehr, es ist einleuchtend, daß der Allbarmherzige das ähnliche Ausgehen ausgeschlossen157Durch den Schriftvers Ex. 21,11; beim Ausgehen der Magd aus der Gewalt des Herrn erhält dieser keine Geldzahlung, u. dementsprechend erhält der Vater beim Ausgehen der Tochter aus seiner Gewalt eine Geldzahlung.hat. –", "Das eine Ausgehen gleicht ja nicht dem anderen Ausgehen: aus der Gewalt des Herrn geht sie vollständig aus, während beim Ausgehen aus der Gewalt des Vaters noch die Übergabe zum Baldachin158Erst dann kommt sie aus der Gewalt des Vaters.fehlt !? –", "Immerhin kommt sie hinsichtlich der Aufhebung von Gelübden aus seiner Gewalt, denn es wird gelehrt, daß die Gelübde einer Verlobten nur ihr Vater und ihr Mann [zusammen] auflösen können.", "URKUNDE ODER BEIWOHNUNG. Die Schrift sagt:159Dt. 24,2.und sei, die Antrauungen gleichen einander160Cf. Bd. IV S. 347 Anm. 246; wie das Antrauungsgeld dem Vater gehört, ebenso hat er Verfügungsrecht über ihre Antrauung auf andere Weise..", "ANRECHT AUF IHREN FUND." ], [ "Um Mißhelligkeiten [vorzubeugen].", "IHRE HÄNDEARBEIT. R. Hona sagte nämlich im Namen Rabhs : Woher, daß die Händearbeit der Tochter ihrem Vater gehört? Es heißt: wenn jemand seine Tochter zur Magd verkauft; wie die Händearbeit der Magd ihrem Herrn gehört, ebenso gehört die Händearbeit der Tochter ihrem Vater. – Vielleicht aber gilt dies nur von einer Minderjährigen, die er verkaufen kann, im Mädchenalter aber, wo er sie nicht verkaufen kann, gehört ihre Händearbeit ihr selber !? –", "Es ist einleuchtend, daß sie ihrem Vater gehört; wieso würde, wenn man sagen wollte, ihre Händearbeit gehöre nicht ihrem Vater, der Allbarmherzige ihn berechtigt haben, sie für den Baldachin auszuliefern, er entzieht sie ja161Für die Dauer der Hochzeitszeremonie.der Arbeit!?", "R. Aḥaj wandte ein: Vielleicht ersetzt er ihr den Zeitverlust!? Oder vielleicht übergibt er sie nachts!? Oder vielleicht übergibt er sie an einem Šabbath161Wo sie ohnehin nicht arbeitet.oder einem Feiertage!? –", "Vielmehr, wegen einer Minderjährigen wäre kein Schriftvers nötig; wenn er sie sogar verkaufen darf, um wieviel mehr gehört ihm ihre Händearbeit. Der Schriftvers ist somit auf eine im Mädchenalter zu beziehen.", "DIE AUFLÖSUNG IHRER GELÜBDE. Denn es heißt :151Num. 30,17.in ihren Mädchenjähren im Hause ihres Vaters.", "AUCH NIMMT ER IHREN SCHEIDEBRIEF IN EMPFANG. Denn es heißt :162Dt. 24,2.sie gehe fort und sei &c., das Fortgehen gleicht dem Sein163Die Scheidung der Trauung (Bd. IV S. 347 Anm. 246)..", "JEDOCH HAT ER BEI IHREN LEBZEITEN KEIN NIESSBRAUCHSRECHT. Die Rabbanan lehrten : Der Vater hat bei Lebzeiten seiner Tochter kein Nießbrauchsrecht; R. Jose b. R. Jehuda sagt, der Vater habe bei Lebzeiten seiner Tochter Nießbrauchsrecht. – Worin besteht ihr Streit!? – Der erste Autor ist der Ansicht, allerdings haben die Rabbanan dem Ehemanne Nießbrauchsrecht zugesprochen, da er sonst ihre Loskaufung164Das Nießbrauchsrecht ist als Entgelt für die Loskaufungspflicht angeordnet worden.unterlassen würde,", "beim Vater aber, der sie auch ohnehin loskaufen würde, ist nicht zu befürchten, er könnte ihre Loskaufung unterlassen. R. Jose b. R. Jehuda aber ist der Ansicht, auch der Vater könnte ihre Loskaufung unterlassen, denn er würde sagen: sie hat einen Geldbeutel liegen, mag sie sich selber loskaufen.", "HAT SIE SICH VERHEIRATET, SO IST IHM DER EHEMANN ÜBERLEGEN, INDEM ER NIESSBRAUCHSRECHT HAT &C. Die Rabbanan lehrten: Wenn ihr Vater ihr als Mitgift für das Haus ihres Ehemannes Früchte, Kleider und Geräte165Dh. bewegliche Sachen.verschrieben hat und sie gestorben166Nach der Verlobung.ist, so hat der Ehemann diese Dinge nicht erworben. Im Namen R. Nathans sagten sie, der Ehemann habe diese Dinge erworben.", "Es wäre anzunehmen, daß sie denselben Streit führen, wie R. Elea͑zar b. A͑zar ja und die Rabbanan, denn es wird gelehrt: Wird sie verwitwet oder geschieden, einerlei ob nach der Verheiratung oder nach der Verlobung, so kann sie alles167Die gesetzlich festgesetzte Morgengabe u. die freiwillige Zulage; hiervon weit. Fol. 54b.einfordern. R. Elea͑zar b. A͑zarja sagt, wenn nach der Verheiratung, könne sie alles einfordern, wenn nach der Verlobung, könne eine Jungfrau nur die zweihundert [Zuz] und eine Witwe nur die Mine einfordern," ], [ "denn er verschrieb es ihr nur in der Voraussetzung, daß er sie heiratet168Dagegen ist der ihr gesetzlich zukommende Betrag von seiner Voraussetzung nicht abhängig.. Derjenige, welcher sagt, er habe sie nicht erworben, ist der Ansicht des R. Elea͑zar169Auch die Schenkung des Vaters ist nur in der Voraussetzung erfolgt, daß er sie heiratet.b. A͑zarja, und derjenige, welcher sagt, er habe sie erwarben, ist der Ansicht der Rabbanan. –", "Nein, alle sind der Ansicht des R. Elea͑zar b. A͑zarja; derjenige, welcher sagt, er habe sie nicht erworben, ist entschieden der Ansicht des R. Elea͑zar b. A͑zarja, und derjenige, welcher sagt, er habe sie erworben, [kann erwidern :] R. Elea͑zar; b. A͑zarja spricht nur von [Zuwendungen], die er ihr machte, denn er verschrieb sie ihr nur in der Voraussetzung, daß er sie heiratet,", "hinsichtlich solcher aber, die sie ihm machte, pflichtet auch R. Elea͑zar b. A͑zarja bei, denn es geschah wegen der Verbindung, und die Verbindung ist erfolgt.", "OBLIEGT IHM IHRE ERNÄHRUNG &C. Die Rabbanan lehrten: Sie haben ihre Ernährung angeordnet für ihre Händearbeit, und ihre Beerdigung für ihre Mitgift170So an dieser Stelle; auch diese wird כתובה genannt, da sie in der Urkunde über die Morgengabe (cf. Bd. IV S. 614 Anm. 43) erwähnt wird., daher hat der Ehemann Nießbrauchsrecht. –", "Wer spricht hier vom Nießbrauchsrechte!? – [Die Lehre] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: Sie haben ihre Ernährung angeordnet für ihre Händearbeit, ihre Loskaufung für das Nießbrauchsrecht und ihre Beerdigung für ihre Mitgift, daher hat der Ehemann Nießbrauchsrecht. –", "Was heißt ‘daher’? –", "Man könnte glauben, er dürfe [den Ertrag] nicht verzehren, sondern müsse ihn verwahren, da er unterlassen könnte, sie loszukaufen, so lehrt er uns, daß dies171Die Freigabe des Fruchtgenusses gegen die Verpflichtung zur Loskaufung aus eigenem Vermögen.vorteilhafter ist, weil er, wenn dieser nicht ausreicht, sie auf seine Kosten loskaufen muß. –", "Vielleicht umgekehrt172Ihren Unterhalt für den Fruchtgenuß, sodaß sie die Arbeitsleistung unter Verzicht auf den Unterhalt nicht verweigern kann.!?", "Abajje erwiderte: Sie ordneten an das Beständige für das Beständige und das Seltene für das Seltene173Eine Frau mit eigenem Vermögen ist selten, desgleichen die Gefangennahme..", "Raba sagte: Folgender Autor ist der Ansicht, die Ernährung sei [eine Pflicht] der Tora: Es wird nämlich gelehrt:174Ex. 21,10.Fleisch, das ist die Ernährung, wie es heißt:175Mich. 3,3.die sich ernähren vom Fleische meines Volkes;174Ex. 21,10.Kleidung, dem Wortlaute gemäß ;174Ex. 21,10.o͑natha, das ist die Beiwohnung, von der die Schrift spricht, wie es heißt :176Gen. 31,50.daß du nicht peinigest [tea͑ne]177Durch Unterlassung der ehelichen Pflicht; cf. Jom. Fol. 77a.meine Töchter.", "R. Elea͑zar erklärte : Fleisch, das ist die Beiwohnung, wie es heißt :178Lev. 18,6.niemand von euch darf sich seiner Fleischverwandten nähern, ihre Scham zu entblößen; Kleidung, dem Wortlaute gemäß; o͑natha, das ist die Ernährung, wie es heißt :179Dt. 8,3.er ließ dich leiden [vajaa͑nkha] und hungern." ], [ "R. Elie͑zer b. Ja͑qob erklärte: Fleisch und Kleidung, entsprechend dem Fleische gebe er ihr die Kleidung; er gebe einer Alten keine für Junge geeignete und einer Jungen keine für Alte geeignete. Kleidung und Zeit180Wörtl. Übersetzung des W.s עונד im bezügl. Schriftverse, das tatsächlich diesen Begriff hat u. nur euphemistisch für Beiwohnung gebraucht wird., entsprechend der Jahreszeit die Kleidung; er gebe ihr nicht neue im Sommer und abgetragene in der Regenzeit.", "R. Jose lehrte: Fleisch, das ist die fleischliche Berührung; er verfahre mit ihr nicht nach Art der Perser, die den Beischlaf in den Kleidern vollziehen. Dies ist eine Stütze für R. Hona, denn R. Hona sagte, daß, wenn jemand sagt, er wolle nicht anders, als er in den Kleidern und sie in den Kleidern, er sie freigeben und ihr ihre Morgengabe zahlen müsse.", "R. JEHUDA SAGT, SELBST DER ÄRMSTE IN JISRAÉL &C. Demnach ist der erste Autor der Ansicht, dies sei nicht nötig; in welchem Falle: ist es [in der Familie] Brauch, wieso sagt der erste Autor, es sei nicht nötig, und ist es [in der Familie] nicht Brauch, was ist der Grund R. Jehudas !? –", "In dem Falle, wenn es in seiner und nicht in ihrer Brauch ist; der erste Autor ist der Ansicht, der Grundsatz, sie steige mit ihm und sinke nicht181In ihrer wirtschaftlichen Lebensweise, falls er eine bessere bezw. schlechtere führt, als sie vor ihrer Verheiratung gewöhnt war.mit ihm, gelte nur bei Lebzeiten, nicht aber nach dem Tode,", "und R. Jehuda ist der Ansicht, auch nach dem Tode. R. Ḥisda sagte im Namen Mar U͑qabas : Die Halakha ist wie R. Jehuda.", "Ferner sagte R. Ḥisda im Namen Mar U͑qabas: Wenn jemand irrsinnig geworden ist, so übernimmt das Gericht seine Güter und ernährt und unterhält seine Frau, seine Söhne und seine Töchter und [sorgt für] anderes. Rabina sprach zu R. Aši: Womit ist es hierbei anders als im Falle der folgenden Lehre: Wenn jemand nach dem Überseelande verreist ist und seine Frau Ernährung verlangt, so übernimmt das Gericht seine Güter und ernährt und unterhält seine Frau, jedoch nicht seine Söhne und seine Töchter, auch [sorgt es] nicht für anderes!?", "Dieser erwiderte: Unterscheidest du denn nicht zwischen dem, der freiwillig fortgeht, und dem, der unfrei willig182Als solcher gilt derjenige, der irrsinnig geworden ist; der erstere konnte vorher seine Kinder versorgen u. tat dies nicht, somit war es ihm nicht erwünscht, jedoch ist er zur Versorgung seiner Frau verpflichtet, u. das Gericht tue dies auch gegen seinen Willen.fortgeht !? –", "Was heißt ‘anderes’? R. Ḥisda erklärte: Putzmittel. R. Joseph erklärte: Almosen. Wer Putzmittel183Daß das Gericht nicht seine Frau damit auf seine Kosten versorge.erklärt, nach dem gilt dies um so mehr vom Almosen184Daß das Gericht nicht befugt ist, auf seine Kosten Liebes werke zu üben., und wer Almosen erklärt, nach dem ist [seine Frau] mit Putzmitteln wohl zu versorgen, weil es ihm nicht lieb ist, daß sie verhäßliche.", "R. Ḥija b. Abin sagte im Namen R. Honas: Wenn jemand nach dem Überseelande verreist und seine Frau gestorben ist, so übernimmt das Gericht seine Güter und beerdigt sie seiner Würde entsprechend. – Seiner und nicht ihrer Würde entsprechend!? –", "Lies: auch seiner Würde entsprechend. Er lehrt uns damit, daß sie mit ihm steige und nicht sinke, auch nach dem Tode.", "R. Mathna sagte: Wenn jemand [letztwillig] bestimmt hat, daß, wenn [seine Frau] stirbt, man sie nicht auf seine Kosten beerdige, so höre man auf ihn. – Wenn er es bestimmt hat, wohl deshalb, weil die Güter den Waisen185Die zu ihrer Beerdigung nicht verpflichtet sind.zufallen, und auch wenn er es nicht bestimmt hat, fallen ja die Güter den Waisen zu!? –", "Vielmehr, wenn jemand [letztwillig] bestimmt hat, daß, wenn er stirbt, man ihn nicht auf seine Kosten beerdige, so höre man auf ihn nicht. Er ist nicht berechtigt, um seine Kinder zu bereichern, sich der Gemeinde zur Last zu werfen.", "v SIE BEFINDET SICH SOLANGE IN DER GEWALT DES VATERS, BIS SIE ZUR" ], [ "VERHEIRATUNG IN DIE GEWALT DES EHEMANNES KOMMT. ÜBERGIBT DER VATER SIE DEN BOTEN DES EHEMANNES, SO BEFINDET SIE SICH IN DER GEWALT DES EHEMANNES. GEHT DER VATER186Mit ihr zum Ehemanne.MIT DEN BOTEN DES EHEMANNES ODER GEHEN DIE BOTEN DES VATERS MIT DEN BOTEN DES EHEMANNES, SO BEFINDET SIE SICH IN DER GEWALT DES VATERS. ÜBERGEBEN DIE BOTEN DES VATERS SIE DEN BOTEN DES EHEMANNES, SO BEFINDET SIE SICH IN DER GEWALT DES EHEMANNES.", "GEMARA. Was heißt: solange? – Dies schließt die ursprüngliche Mišna aus; diese lehrte, daß, wenn die Zeit187Die für die Hochzeit festgesetzt worden ist.herangereicht ist, und sie nicht geehelicht worden sind, sie auf seine Kosten zu unterhalten sind und Hebe188Wenn er Priester ist.essen dürfen, so lehrt er uns : solange189Die genannten Rechte erwirbt sie erst mit der tatsächlichen Verheiratung..", "ÜBERGIBT DER VATER SIE DEN BOTEN DES EHEMANNES, SO BEFINDET SIE SICH IN DER GEWALT DES EHEMANNES &C. Rabh sagt, die Übergabe erstrecke sich auf alles, ausgenommen die Hebe190Sie erwirbt dadurch alle mit der Verheiratung verbundenen Rechte, jed. darf sie, falls er Priester ist, keine Hebe essen.; R. Asi sagt, auch auf die Hebe.", "R. Hona wandte gegen R. Asi ein, und wie manche sagen, Ḥija b. Rabh gegen R. Asi: Sie befindet sich solange in der Gewalt des Vaters, bis sie unter den Baldachin191Bis dahin darf sie keine Hebe essen.kommt!? Da sprach Rabh zu ihnen: Beruft euch nicht auf eine ungenaue [Lehre]; er kann euch erwidern, unter Übergabe sei das Eintreten unter den Baldachin zu verstehen.", "Šemuél sagte, hinsichtlich, ihrer Beerbung192Wenn sie nach der Übergabe an die Boten des Ehemannes stirbt, beerbt er sie, obgleich die Verlobung ihn nicht in dieses Recht setzt; cf. Jab. Fol. 29b.;", "Reš Laqiš sagte, hinsichtlich ihrer Morgengabe193Gelangt sie durch die Übergabe an die Boten in die Gewalt des Ehemannes.. – Hinsichtlich ihrer Morgengabe194Der Fragende versteht unter Morgengabe die Mitgift des Vaters (vgl. Anm. 170), da die ihr von den Weisen zugesprochene Morgengabe des Ehemannes ihr schon durch die Verlobung zusteht.insofern, als er sie, wenn; sie stirbt, beerbt, und dies sagt ja auch Šemuèl!? Rabina erwiderte: Dies besagt, daß sie vom nächsten nur eine Mine195Wenn der Mann nach der Übergabe an seine Boten stirbt, u. sie einen anderen heiratet, erhält sie die Morgengabe einer Witwe.als Morgengabe erhält.", "R. Joḥanan und R. Ḥanina sagten beide, die Übergabe erstrecke sich auf alles, auch hinsichtlich der Hebe.", "Man wandte ein: Geht der Vater mit dem Boten des Ehemannes oder gehen die Boten des Vaters mit den Boten des Ehemannes, oder hat sie unterwegs einen Hof und steigt mit ihm zur Übernachtung196Und nicht zum Zwecke der Ehelichung.ab, so beerbt sie, wenn sie stirbt, ihr Vater, selbst wenn ihre Mitgift sich bereits im Hause ihres Ehemannes befindet.", "Übergibt der Vater sie den Boten des Ehemannes oder übergeben die Boten des Vaters sie den Boten des Ehemannes, oder hat er unterwegs einen Hof und steigt sie mit ihm zur Ehelichung ab, so beerbt sie, wenn sie stirbt, der Ehemann, selbst wenn ihre Mitgift sich noch im Hause ihres Vaters befindet.", "Dies gilt nur hinsichtlich der Beerbung, Hebe aber darf eine Frau nicht eher essen, als bis sie unter den Baldachin gekommen ist. Dies ist eine Widerlegung aller197Die mit Ausnahme von Šemuél oben anders lehren.. Eine Widerlegung. –", "Dies widerspricht sich ja selbst: zuerst heißt es: und steigt mit ihm zur Übernachtung ab, nur zur Übernachtung, wenn aber ohne Bestimmung, so erfolgt es zur Ehelichung, und im Schlußsatze heißt es: und steigt sie mit ihm zur Ehelichung ab, wenn aber ohne Bestimmung, so erfolgt es zur Übernachtung!?", "R. Aši erwiderte: [In beiden Fällen] ohne Bestimmung; ist es ihr Hof, so erfolgt es stillschweigend zur Übernachtung, ist es sein Hof, so erfolgt es stillschweigend zur Ehelichung.", "Es wird gelehrt: Wenn der Vater sie den Boten des Ehemannes übergeben und sie gehurt hat, so ist sie durch Erdrosselung198Gleich einem Eheweibe u, nicht gleich einer Verlobten, durch Steinigung.[hinzurichten]. Woher dies? R. Ami b. Ḥama erwiderte: Die Schrift sagt:199Dt. 22,21.im Hause ihres Vaters zu huren, ausgenommen der Fall, wenn der Vater sie den Boten des Ehemannes übergeben hat. –", "Vielleicht ausgenommen der Fall, wenn sie unter den Baldachin gekommen und noch nicht beschlafen worden200Sie gilt trotzdem als Ehefrau; die Übergabe an die Boten aber macht sie noch nicht zur Ehefrau.ist!?", "Raba erwiderte: Ami sagte mir, vom Baldachin lehre es201Daß sie, sobald sie unter diesen kommt, als Ehefrau gilt; dies braucht nicht durch eine Deutung gefolgert zu werden. die Schrift ausdrücklich :202Dt. 22,23.Wenn ein Mädchen, ein jungfräuliches, verlobt ist mit einem Manne. Mädchen, keine Mannbare; jungfräuliches, keine Deflorierte; verlobt, keine Verheiratete.", "Was heißt Verheiratete: wenn wirklich verheiratet, so ist sie ja [einbegriffen in der Auslegung:] jungfräuliches, keine Deflorierte; doch wohl, die unter den Baldachin gekommen und nicht beschlafen worden ist. –" ], [ "Vielleicht kommt sie, wenn sie in das elterliche Haus zurückkehrt, wieder in das frühere Verhältnis203Sie befindet sich wiederum in der Gewalt des Vaters u. gilt hinsichtl. der Todesart als Jungfrau, dagegen aber lehrt unsere Mišna, daß sie nach der Übergabe als verheiratet gilt, auch wenn sie vor ihrer Ankunft zu ihrem Vater zurückkehrt.!? Raba erwiderte: Dies entschied bereits ein Autor aus der Schule R. Jišma͑éls,", "denn in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt :204Num. 30,10.Und das Gelübde einer Witwe oder einer Geschiedenen, alles, womit sie sich gebunden, soll für sie bestehen; was lehrt dies, sie ist ja aus [der Gewalt] des Vaters und der des Ehemannes205Selbstverständlich können diese ihre Gelübde nicht auflösen.gekommen?", "Vielmehr, gehört sie, wenn der Vater sie den Boten des Ehemannes oder die Boten des Vaters sie den Boten des Ehemannes übergeben206Sie ist aus der Gewalt des Vaters, jed. nicht effektiv in die Gewalt des Ehemannes gekommen.haben, und sie unterwegs verwitwet oder geschieden wird, zum Hause ihres Vaters oder zum Hause ihres Ehemannes? Dies besagt nun, daß, sobald sie nur eine Stunde aus der Gewalt des Vaters gekommen ist, er [ihre Gelübde] nicht mehr auflösen könne.", "R. Papa sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: Wer einem verlobten Mädchen beigewohnt hat, ist nur dann schuldig, wenn sie im Mädchenalter, Jungfrau, Verlobte und im Hause ihres Vaters war. Allerdings schließt [die Einschränkung] ‘Mädchen’ die Mannbare, ‘Jungfrau’ die Deflorierte und ‘Verlobte’ die Verheiratete aus, was aber schließt [die Einschränkung] ‘im Hause ihres Vaters’ aus? Doch wohl den Fall, wenn der Vater sie den Boten des Ehemannes übergeben hat.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: Wenn jemand einer Ehefrau beigewohnt hat: sobald sie in die Gewalt des Ehemannes gekommen, auch wenn sie noch nicht beschlafen worden ist, ist sie207So besser nach einer Handschrift.durch Erdrosselung [hinzurichten]. Nur in die Gewalt208Die durch die Übergabe erfolgt; auch wenn sie noch nicht in die Brautkammer gekommen ist.des Ehemannes. Schließe hieraus.", "viDER VATER IST NICHT ZUR ERNÄHRUNG SEINER TOCHTER VERPFLICHTET, FOLGENDE LEHRE TRUG R. ELEA͑ZAR B. A͑ZARJA DEN WEISEN DER AKADEMIE ZU JABNE VOR: DIE SÖHNE ERBEN UND DIE TÖCHTER SIND ZU ER NÄHREN209Bezieht sich auf eine weit, folgende Lehre. Fol. 52b.: WIE NUN DIE SÖHNE ERST NACH DEM TODE IHRES VATERS ERBEN, EBENSO SIND DIE TÖCHTER ERST NACH DEM TODE IHRES VATERS ZU ERNÄHREN.", "GEMARA. Nur zur Ernährung seiner Tochter ist er nicht verpflichtet, wohl aber ist er zur Ernährung seines Sohnes verpflichtet, und auch hinsichtlich der Tochter besteht nun keine Pflicht, wohl aber ein Gebot210Eigentl. gottgefällige Handlung, wofür keine direkte Verpflichtung besteht.. Wer ist demnach [der Autor] unserer Mišna: weder R. Meír noch R. Jehuda noch R. Joḥanan b. Beroqa!?", "Es wird nämlich gelehrt: Es ist Gebot, die Töchter zu ernähren, und um so mehr die Söhne, weil sie sich mit der Tora befassen – so R. Meír. R. Jehuda sagt, es sei Gebot, die Söhne zu ernähren, und um so mehr die Töchter, wegen der Entwürdigung211Der sie sich zur Erlangung ihres Unterhaltes aussetzen müßten.. R. Joḥanan b. Beroqa sagt, es sei Pflicht, die Töchter nach dem Tode ihres Vaters zu ernähren, bei Lebzeiten ihres Vaters aber brauchen weder diese noch jene ernährt zu werden.", "Wer ist nun [der Autor] unserer Mišna: wenn R. Meír, so sagt er ja, hinsichtlich der Söhne sei es nur Gebot, wenn R. Jehuda, so sagt er ja ebenfalls, hinsichtlich der Söhne sei es nur Gebot, und wenn R. Joḥanan b. Beroqa, so sagt er ja, es sei nicht einmal Gebot !? –", "Wenn du willst, sage ich : R. Meír, wenn du willst, sage ich: R. Jehuda, und wenn du willst, sage ich: R. Joḥanan b. Beroqa.", "Wenn du willst, sage ich: R. Meír, denn [die Mišna] ist wie folgt zu verstehen: der Vater ist zur Ernährung seiner Tochter nicht verpflichtet; dies gilt auch von seinem Sohne, jedoch besteht hinsichtlich seiner Tochter ein Gebot, und um so mehr hinsichtlich der Söhne. Er spricht nur deshalb von einer Tochter, um zu lehren," ], [ "daß auch hinsichtlich der Tochter212Die sich nicht mit der Tora befaßt.nur keine Pflicht besteht, wohl aber ein Gebot.", "Wenn du willst, sage ich: R. Jehuda, denn [die Mišna] ist wie folgt zu verstehen: der Vater ist zur Ernährung seiner Tochter nicht verpflichtet; dies gilt auch von einem Sohne, jedoch besteht hinsichtlich des Sohnes ein Gebot, und um so mehr hinsichtlich der Tochter213Die sich zur Erlangung ihres Unterhaltes der Entwürdigung aussetzen müßte.. Er spricht nur deshalb von einer Tochter, um zu lehren, daß auch hinsichtlich der Tochter keine Pflicht besteht.", "Und wenn du willst, sage ich : R. Joḥanan b. Beroqa, denn [die Mišna] ist wie folgt zu verstehen: [Der Vater] ist zur Ernährung seiner Tochter nicht verpflichtet, und dies gilt auch von einem Sohne. Dies ist nicht einmal Gebot, und nur deshalb lehrt er ‘nicht verpflichtet’, weil nach dem Tode des Vaters hinsichtlich der Töchter eine Pflicht besteht.", "R. Ilea͑ sagte: Reš Laqiš sagte im Namen des R. Jehuda b. Ḥanina: In U͑ša ordnete man an, seine unmündigen Söhne und Töchter zu ernähren. – Ist die Halakha wie er oder ist die Halakha nicht wie er? – Komm und höre: Wenn man214Wegen eines derartigen Falles der Weigerung, seine unmündigen Kinder zu ernähren.zu R. Jehuda kam, sprach er zu ihnen: Der Drache215So vermutlich.gebiert und wälzt216Er tadelte dies nur, zwang ihn aber nicht zum Unterhalt seiner Kinder.auf die Stadtbewohner ab.", "Wenn man zu R. Ḥisda kam, sprach er: Stülpt ihm vor der Gemeinde einen Mörser um, und er steige auf diesen und spreche: Der Rabe verlangt nach seinen Kindern, ich aber verlangte nicht nach meinen Kindern. – Verlangt denn der Rabe nach seinen Kindern, es heißt ja:217Ps. 147,9.den jungen Raben, die da rufen!? Das ist kein Einwand; das eine gilt von weißen und das andere von schwarzen.", "Wenn jemand vor Raba kam, sprach er zu ihm : Ist es dir lieb, daß deine Kinder von Almosen unterhalten werden!?", "Dies nur dann, wenn er unvermögend ist, ist er aber vermögend, so zwinge man ihn gegen seinen Willen. So zwang einst Raba den R. Nathan b. Ami und nahm ihm vierhundert Zuz für Almosen ab218Und um so mehr tue man dies zur Ernährung seiner eigenen Kinder..", "R. Ilea͑ sagte im Namen des Reš Laqiš : In Uša ordnete man an, daß, wenn jemand seine gesamten Güter seinen Söhnen verschrieben hat, er und seine Frau von diesen zu ernähren sind.", "R. Zera, nach anderen R. Šemuél b. Naḥmani, wandte ein : In einem noch weitergehenden Falle sagten sie, seine Witwe sei von seinen Gütern zu ernähren, um wieviel mehr er selber und seine Frau!?", "Rabin sandte nämlich in einem Briefe: Wenn jemand gestorben ist und eine Witwe und eine Tochter hinterlassen hat, so ist die Witwe von seinen Gütern zu ernähren; verheiratet sich die Tochter, so ist219Obgleich der Ehemann die Rechte eines Käufers hat, dem die gekauften Güter zum Unterhalte der Witwe nicht abgenommen werden können; cf. Git. Fol. 48b.die Witwe von seinen Gütern zu ernähren.", "[Hinsichtlich des Falles], wenn die Tochter stirbt, sagte R. Jehuda, Schwesterssohn des R. Jose b. Ḥanina, er habe einen solchen vorgebracht, und man entschied, die Witwe sei von seinen Gütern220Des Schwiegervaters, obgleich der Schwiegersohn nunmehr Erbe seiner Frau, u. der Witwe fremd ist.zu ernähren. Um wieviel mehr er selber und seine Frau!? –", "Man könnte glauben, nur da, wo niemand vorhanden221Für die alleinstehende Witwe muß eine Vorsorge getroffen werden.ist, der für sie sorgt, hierbei aber sorge er für sich222Er habe gleich jedem anderen vermögenslosen Menschen für sich selber u. für seine Frau zu sorgen.und sie, so lehrt er uns. –", "Ist die Halakha wie er oder ist die Halakha nicht wie er? – Komm und höre: Einst standen R. Ḥanina und R. Jonathan beisammen, da kam ein Mann heran, der sich bückte und R. Jonathan den Fuß küßte. Als R. Ḥanina ihn fragte, was dies bedeute, erwiderte er: Dieser verschrieb seine Güter seinen Söhnen" ], [ "und ich zwang sie, ihn zu ernähren. Allerdings mußte er sie zwingen, wenn du sagst, rechtlich sei man dazu nicht verpflichtet, wozu aber brauchte er sie zu zwingen, wenn du sagst, man sei rechtlich dazu verpflichtet?", "R. Ilea͑ sagte: In Uša ordnete man an, wer verschwenderisch spendet, verschwende nicht mehr als ein Fünftel223Nach dem jerušalemischen Talmud Pea 15b, seines Vermögens, das 1. Mal, später des jährl. Einkommens.. Desgleichen wird gelehrt : Wer verschwenderisch spendet, verschwende nicht mehr als ein Fünftel, damit er nicht selber der Menschen bedürftig werde. Einst wollte jemand [mehr] verschwenden, da ließ ihn sein Genösse nicht. Das War R. Ješebab. Manche sagen, R. Ješebab wollte es, und sein Genösse ließ ihn nicht. Das war R. A͑qiba.", "R. Naḥman, nach anderen R. Aḥa b. Ja͑qob, sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers :224Gen. 28,22.alles, was du mir gibst, verzehnten225Im Texte wird neben dem Imperfekt auch der Infinitiv gebraucht, also eine 2fache Verzehntung.werde ich es dir. –", "Das zweite Zehntel226Das vom zurückbleibenden entrichtet wird; es ist um ein Zehntel weniger als das erste.gleicht ja nicht dem ersten Zehntel!? R. Aši erwiderte: Verzehnten werde ich es, das zweite gleich dem ersten.", "R. Šimi b. Aši sagte: Bei diesen Berichten nehmen [die Überlieferer]227Bei der erstgenannten Anordnung nennt RI. 2 Traditoren, bei der 2. einen u. die 3. berichtete er in seinem eigenen Namen.ab. Als Merkzeichen diene dir: Unmündige schrieben und verschwendeten228Die 1. Anordnung betrifft den Unterhalt von Unmündigen, die 2. betrifft das Verschreiben der Güter, die 3. betrifft die verschwenderische Wohltätigkeit..", "R. Jiçḥaq sagte : In Uša ordnete man an, daß ein Mensch mit seinem Sohne bis zu seinem zwölften Lebensjahre Geduld habe, von da ab gehe er ihm ans Leben229Er wende bei seiner Erziehung nötigenfalls schwere Zucht an.. – Dem ist ja aber nicht so, Rabh sagte ja zu R. Šemuél230Der Kinderlehrer war.b. Šilath: Unter sechs Jahren nimm keinen auf, einen Sechsjährigen nimm auf und stopfe ihn wie einen Ochsen231Beim Unterrichte, ohne ihn zu schonen.!? –", "Allerdings, man stopfe ihn wie einen Ochsen, aber erst mit zwölf Jahren gehe man ihm ans Leben. Wenn du aber willst, sage ich: das ist kein Einwand; das eine gilt von der Schrift232Zu der man schon einen Sechsjährigen schonungslos anhalte.und das andere von der Mišna.", "Abajje sagte nämlich: Mutter sagte mir: Mit sechs [Jahren] zur Schrift, mit zehn zur Mišna, mit zwölf zum Fasten233Am Versöhnungstage.von Stunde zur Stunde234Bis zur selben Stunde des folgenden Tages, volle 24 Stunden: cf. Jom. Fol. 82a.. [Letzteres gilt] von Mädchen235Die früher entwickelt sind, während Knaben erst mit 13 Jahren dazu angehalten werden. Die Zusätze in den kursierenden Ausgaben beruhen auf Mißverständnis..", "Abajje sagte: Mutter sagte mir: Ein Sechsjähriger, den ein Skorpion gebissen hat am Tage, an dem er das sechste Lebensjahr vollendet, lebt nicht mehr. – Welches Mittel gibt es? – Die Galle eines weißen Storches236Das hier gebrauchte דיה חיורתא ist an anderer Stelle (Hul. Fol. 63a) Übersetzung des bibl. חסידה Storch, dessen Galle od. Magen auch bei anderen alten Schriftstellern als Heilmittel gegen Gift genannt wird; cf. Levysohn, Zool. d. T. p. 172.in Met; damit reibe man ihn ein und lasse ihn davon trinken. Ein Einjähriger, den eine Hornis gestochen hat am Tage, an dem er das Jahr vollendet, lebt nicht mehr. – Welches Mittel gibt es? – Die Schlingpflanze der Dattelpalme in Wasser; damit reibe man ihn ein und lasse ihn davon trinken.", "R. Qaṭṭina sagte: Wenn jemand seinen Sohn unter sechs Jahren in [die Schule] bringt, so läuft er hinter ihm her und erreicht237Dh. er kann ihm noch soviel Pflege angedeihen lassen, trotzdem bleibt er schwach u. kränklich.ihn nicht. Manche sagen : Seine Kameraden laufen hinter ihm her und erreichen238Dh. er überholt sie in Gelehrsamkeit.ihn nicht. Beides trifft zu: er ist schwächlich und gelehrt. Wenn du aber willst, sage ich: das eine gilt von einem schwächlichen und das andere von einem kräftigen.", "R. Jose b. Ḥanina sagte: in Uša ordnete man an, daß, wenn eine Frau bei Lebzeiten ihres Ehemannes Nießbrauchgüter239Güter, die die Frau als Mitgift in die Ehe bringt u. ihr Eigentum verbleiben (dos non aestimata), während der Ehemann die Nutznießung erhält. Etymolog, vom aram. מלג, rupfen, melken, abgeleitet, eigentl. Rupfgüter. Nach anderer Erklärung Abbreviatur von marito licet usumfructum gaudere.verkauft hat und gestorben ist, der Ehemann sie den Käufern abnehmen könne240Weil er ebenfalls als Käufer gilt u. Prioritätsrecht hat.. R. Jiçḥaq b. Joseph traf R. Abahu in einer Volksmenge und fragte ihn, wer der Autor der Lehren von Uša sei. Dieser erwiderte: R. Jose b. Ḥanina. Er lernte es von ihm vierzigmal, und es kam ihm vor, als hätte er es im Beutel.", "242Ps. 106,3.Heil denen, die das Recht bewahren, dem, der jederzeit Mildtätigkeit übt. Ist es denn möglich, jederzeit Mildtätigkeit zu üben? Dies erklärten unsere Meister in Jabne, manche sagen, R. Elie͑zer : Das ist, der seine unmündigen Söhne und Töchter ernährt. R. Šemuél b. Naḥmani sagte: Das ist, der einen Waisenknaben oder ein Waisenmädchen in seinem Hause großzieht und sie verheiratet.", "243Ib. 112,3.Fülle und Reichtum in seinem Hause, seine Mildtätigkeit besteht ewig. R. Hona und R. Ḥisda [erklärten es,] einer sagt, der die Tora lernt und lehrt, und einer sagt, der die Tora, die Propheten und die Hagiographen schreibt und anderen leiht244In derartigen Fällen übt man, wie im angezogenen Schriftverse angedeutet, Mildtätigkeit ohne das Kapital anzugreifen..", "245Ps. 128,6.Und siehe Kinder von deinen Kindern, Friede über Jisraél. R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Sobald deine Kinder Kinder haben, waltet Frieden über Jisraél, da es dann nicht zur Ḥaliça oder Schwagerehe246Wodurch Streitigkeiten entstehen können.kommt. R. Šemuél b. Naḥmani sagte: Sobald deine Kinder Kinder haben, waltet Frieden für die Richter in Jisraél, da es nicht zu Streitigkeiten247Über Erbschaftsangelegenheiten.kommt.", "FOLGENDE LEHRE TRUG R. ELEA͑ZAR DEN WEISEN VOR &C." ], [ "R. Joseph saß vor R. Hamnuna, und R. Hamnuna saß und trug vor : Wie die Söhne nur vom Grundbesitze erben, ebenso werden die Töchter nur vom Grundbesitze ernährt. Da begannen alle über ihn zu lärmen: nur den, der Grundbesitz hinterläßt, beerben seine Söhne, und den, der keinen Grundbesitz hinterläßt, beerben seine Söhne nicht!? Hierauf sprach", "R. Joseph zu ihm: Vielleicht meint der Meister die den männlichen Kindern248Bei der Verteilung der Hinterlassenschaft des Vaters erben die Kinder einer jeden Frau die Morgengabe ihrer Mutter; cf. infra Fol. 52b.zu fallende Morgengabe. Jener erwiderte: Der Meister ist ein bedeutender Mann und versteht, was ich meine.", "R. Ḥija b. Joseph sagte: Rabh ließ Töchter ernähren vom Weizen249Von beweglichen Gütern.auf dem Söller. Sie fragten: Handelte es sich um eine Versorgung250Um eine Ausstattung zur Verheiratung, die auch von beweglichen Gütern zu entnehmen ist., und unter Söller ist die Schätzung251Das im Texte gebrauchte W. für Söller u. das aram. für Schätzung klingen ähnlich.des Vaters zu verstehen252Wieviel er für die Ausstattung einer Tochter angewandt haben würde; hierbei ist zwischen beweglichen u. unbeweglichen Gütern nicht zu unterscheiden., nach Šemuél, welcher sagte, bei der Versorgung schätze man [den Willen] des Vaters,", "oder handelte es sich um die wirkliche Ernährung, und unter Söller ist zu verstehen, nach jenen schönen Worten, die im Söller gesprochen wurden? R. Jiçḥaq b. Joseph sagte nämlich: Im Söller ordnete man an, die Töchter auch von beweglichen Gütern zu ernähren. –", "Komm und höre: Im Besitze des R. Benaj, des Bruders des R. Ḥija b. Abba, befanden sich Waisen gehörige bewegliche Güter, und als sie vor Šemuél kamen, sprach er zu ihm: Geh und ernähre sie253Die verwaisten Töchter.[davon].", "Es handelte sich wohl um die Ernährung, und er war der Ansicht des R. Jiçḥaq b. Joseph. – Nein, da handelte es sich um die Versorgung, und Šemuél vertrat seine eigene Ansicht, denn Šemuél sagte, bei der Versorgung schätze man [den Willen] des Vaters.", "Einst ereignete sich ein solcher Fall in Nehardea͑, und die Richter von Nehardea͑ entschieden demgemäß; ebenso in Pumbeditha, und R. Ḥana b. Bizna ließ einfordern254Von beweglichen Gütern zur Ernährung der Töchter.. Da sprach R. Naḥman zu ihnen: Geht und widerruft es, sonst lasse ich euch eure Paläste wegnehmen.", "R. Ami und R. Asi wollten von beweglichen Gütern ernähren lassen, da sprach R. Ja͑qob b. Idi zu ihnen : Über einen Fall, über den R. Joḥanan und Reš Laqiš nicht entscheiden wollten, wollt ihr entscheiden!?", "R. Elea͑zar wollte von beweglichen Gütern ernähren lassen, da sprach R. Šimo͑n b. Eljaqim vor ihm: Meister, ich weiß zwar, daß du nicht aus Rechtlichkeit, sondern aus Mitleid so handelst, aber die Schüler könnten es sehen und so die Halakha für die Zukunft festsetzen.", "Einst kam jemand vor R. Joseph, da sprach er zu ihnen: Gebt ihr von den Datteln auf der Matte255Dh. von beweglichen Gütern.. Abajje sprach zu ihm: Würde denn der Meister solches selbst einem Gläubiger256Dessen Rechte soweit reichen, sogar inzwischen verkaufte Güter seines Schuldners den Käufern abzunehmen; auch er ist nicht befugt, den Waisen bewegliche Güter abzunehmen.zusprechen!?", "Dieser erwiderte: Ich meine solche, die für die Matte reif257Jedoch noch an der Palme haften; sie gehören trotzdem zu den unbeweglichen Gütern.sind. –" ], [ "Aber was zum Pflücken reif ist, gilt ja als gepflückt!? – Ich meine solche, die der Dattelpalme noch benötigen.", "Einst kamen ein Waisenknabe und ein Waisenmädchen vor Raba, und dieser entschied, [den Unterhalt] des Knaben so hoch zu bemessen, daß er auch für das Mädchen reiche. Da sprachen die Jünger zu Raba: Der Meister selber sagte ja: von unbeweglichen Gütern und nicht von beweglichen, ob für die Ernährung, für die Morgengabe oder für die Versorgung!?", "Dieser erwiderte ihnen: Würde man ihm, wenn er eine Magd zur Bedienung verlangen würde, eine solche nicht geben? Um so mehr hierbei, wo beides258Seine Schwester kann ihn bedienen u. zugleich mit ihm ernährt werden.vorhanden ist.", "Die Rabbanan lehrten: Sowohl von Sicherheit gewährenden Gütern259Immobilien od. hypothekarische Güter, bezw. Mobilien, die nicht verhypotheziert werden können.als auch von keine Sicherheit259Immobilien od. hypothekarische Güter, bezw. Mobilien, die nicht verhypotheziert werden können.gewährend en Gütern entnehme man zur Ernährung der Frau und der Töchter – so Rabbi. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, von Sicherheit gewährenden Gütern nehme man für Töchter von Söhnen; für Töchter von Töchtern260Von erwachsenen für unmündige, wenn die ersteren sich in den Besitz des Vermögens gesetzt haben., von Söhnen für Söhne260Von erwachsenen für unmündige, wenn die ersteren sich in den Besitz des Vermögens gesetzt haben.;", "für Söhne von Töchtern, wenn es viel Güter sind, nicht aber (für Söhne von Töchtern), wenn es wenig Güter261Und für beide nicht ausreicht; obgleich nur Söhne erbberechtigt sind, ernähre man die Töchter, um sie nicht der Entwürdigung preiszugeben.sind.", "Von keine Sicherheit gewährenden Gütern nehme man für Söhne von Söhnen, für Töchter von Töchtern, für Söhne von Töchtern, nicht aber für Töchter von Söhnen262Da es bewegliche Güter sind u. sich bereits im Besitze der letzten befinden, gelten sie als nicht vorhanden..", "Und obgleich uns bekannt ist, die Halakha sei wie Rabbi gegen seinen Genossen, dennoch ist hierbei die Halakha wie R. Šimo͑n b. Elea͑zar, denn Raba sagte: Die Halakha ist, nur von unbeweglichen Gütern und nicht von beweglichen Gütern, ob für die Morgengabe, für die Ernährung oder für die Versorgung.", "vii VERSGHRIEB ER IHR KEINE MORGENGABE, SO ERHÄLT DIE JUNGFRAU ZWEITE HUNDERT [ZUZ] UND DIE WITWE EINE MINE, DENN DIES IST EINE GERICHTLICHE BESTIMMUNG. VERSCHRIEB ER IHR ANSTELLE DER ZWEIHUNDERT ZUZ EIN FELD IM WERTE EINER MINE, OHNE GESCHRIEBEN ZU HABEN: ALLE263Diese u. die weiter folgenden Formeln gehören zum Texte der Urkunde über die Morgengabe.GÜTER, DIE ICH BESITZE, SEIEN FÜR DEINE MORGENGABE HAFTBAR, SO IST ER DENNOCH HAFTBAR, DENN DIES IST EINE GERICHTLICHE BESTIMMUNG", "viii. SCHRIEB ER IHR NICHT: WENN DU GEFANGEN WIRST, KAUFE ICH DICH LOS UND NEHME DICH WIEDER ZUR FRAU, – EINER PRIESTERSFRAU264Die dadurch ihrem Manne verboten wird; cf. supra Fol. 27a. : UND BRINGE DICH IN DEINE HEIMAT ZURÜCK, – SO IST ER DENNOCH DAZU VERPFLICHTET, DENN DIES IST EINE GERICHTLICHE BESTIMMUNG", "ix. WIRD SIE GEFANGEN, SO MUSS ER SIE LOSKAUFEN; SAGT ER: DA IST IHR SCHEIDEBRIEF UND IHRE MORGENGABE, MAG SIE SICH SELBER LOSKAUFEN, SO IST ER DAZU NICHT BEFUGT. WIRD SIE VERLETZT, SO MUSS ER SIE HEILEN LASSEN, SAGT ER: DA IST IHR SCHEIDEBRIEF UND IHRE MORGENGABE, MAG SIE SICH SELBER HEILEN LASSEN, SO IST ER DAZU BEFUGT265Die Heilung gehört zum Unterhalte, der bei der Geschiedenen fortfällt..", "GEMARA. [Der Autor] ist wohl R. Meír, welcher sagt, wenn jemand einer Jungfrau die zweihundert [Zuz] oder einer Witwe die Mine mindert, sei seine Beiwohnung eine außereheliche,", "denn wenn man sagen wollte, es sei R. Jehuda, so sagt er ja, wenn man will, schreibe man einer Jungfrau eine Urkunde über zweihundert [Zuz], und sie bestätige ihm, eine Mine erhalten266Ohne sie erhalten zu haben; die Urkunde lautet auf die vorschriftsmäßige Höhe der Morgengabe, während sie in Wirklichkeit nur die Hälfte erhält.zu haben, desgleichen einer Witwe über eine Mine, und sie bestätige ihm, fünfzig Zuz erhalten266Ohne sie erhalten zu haben; die Urkunde lautet auf die vorschriftsmäßige Höhe der Morgengabe, während sie in Wirklichkeit nur die Hälfte erhält.zu haben.", "Wie ist nun der Schlußsatz zu erklären: verschrieb er ihr anstelle der zweihundert Zuz ein Feld im Werte einer Mine, ohne geschrieben zu haben: alle Güter, die ich besitze, seien für deine Morgengabe haftbar, so ist er dennoch. haftbar, denn dies ist eine gerichtliche Bestimmung. Dies nach R. Jehuda, welcher sagt, [das Fehlen der] Haftbarkeit sei ein Irrtum des Schreibers,", "denn R. Meír sagt ja, [das Fehlen der] Haftbarkeit sei kein Irrtum des Schreibers. Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand Schuldscheine gefunden hat, so gebe er sie, wenn" ], [ "sie eine Güterhaftbarkeit267Wenn der Schuldner Haftbarkeit mit seinen Immobilien übernommen hat.enthalten, nicht zurück, weil das Gericht von diesen268Auch wenn sie inzwischen verkauft worden sind; der Käufer würde einen Schaden erleiden; cf. Bm. Fol. 12b.Zahlung einzieht,", "und wenn sie keine Güterhaftbarkeit enthalten, gebe er sie zurück, weil das Gericht von solchen keine Zahlung einzieht – so R. Meír. Die Weisen sagen, ob so oder so gebe er sie nicht zurück, weil das Gericht von solchen Zahlung269Auch wenn im Schuldschein die Haftbarkeit mit Immobilien fehlt, weil angenommen wird, daß dies nur irrtümlich fehlt.einzieht.", "Der Anfangsatz nach R. Meír und der Schlußsatz nach R. Jehuda!? Wolltest du erwidern, das ganze nach R. Meír, und R. Meír unterscheide zwischen der Urkunde über die Morgengabe270Hinsichtl. welcher eine gerichtliche Bestimmung besteht.und Schuldurkunden, so unterscheidet er ja nicht,", "denn es wird gelehrt: Fünferlei kann nur von freien Gütern271Die der Schuldner noch besitzt.eingefordert werden, und zwar: die Früchte, die Melioration272Eines Grundstückes, für das man vom Verkäufer Ersatz zu beanspruchen hat., die Ernährung des Sohnes seiner Frau und der Tochter seiner Frau, die man übernommen hat, der Schuldschein, der keine Haftpflicht enthält, und die Morgengabe einer Frau, deren Urkunde keine Haftpflicht273Vgl. Anm. 262.enthält.", "Derjenige, welcher sagt, [das Fehlen der] Haftbarkeit sei kein Irrtum des Schreibers, ist ja R. Meír, und er lehrt dies von der Morgengabe der Frau!? –", "Wenn du willst, sage ich, es sei R. Meír, und wenn du willst, sage ich, es sei R. Jehuda. Wenn du willst, sage ich, es sei R. Jehuda, denn in jenem Falle schrieb sie ihm, sie habe274Es ist ebenso, als würde sie tatsächlich die ganze Morgengabe erhalten u. ihm einen Teil geschenkt haben.erhalten, in diesem Falle aber nicht.", "Wenn du willst, sage ich, es sei R. Meír, denn unter ‘haftbar’, das er gebraucht, ist zu verstehen, er hafte mit seinen freien Gütern275Die er noch besitzt..", "SCHRIEB ER NICHT &C. Der Vater Šemuéls sagte: Wenn die Frau eines Jisraéliten276Als Ggs. zu Priester.genotzüchtigt worden ist, so ist sie ihrem Manne verboten, denn es ist zu berücksichtigen, vielleicht ist nur der Anfang gezwungen erfolgt, die Beendigung aber willig.", "Rabh wandte gegen den Vater Šemuéls ein: [Er lehrt:] wenn du gefangen wirst, kaufe ich dich los und nehme dich wieder zur Frau!? Da schwieg er.", "Hierauf las Rabh über den Vater Šemuéls :277Ij. 29,9. Fürsten hallen die Worte zurück, und legen die Hand auf den Mund. – Was hätte er antworten sollen? – Bei einer Gefangenen278Von der es nicht sicher ist, daß sie überhaupt geschändet worden ist.haben sie erleichtert. –", "In welchem Falle kann nach dem Vater Šemuéls eine Notzucht vorkommen, bei der der Allbarmherzige sie erlaubt279Cf. Dt. 22,26.hat? – Wenn Zeugen bekunden, sie habe von Anfang bis Ende geschrien.", "Er streitet somit gegen Raba, denn Raba sagte, wenn es nur anfangs gezwungen erfolgt war, sei sie erlaubt, selbst wenn sie zuletzt sagte, daß man ihn gewähren lasse, sie selber würde ihn, hätte er sie nicht überwältigt, gemietet haben. Dies aus dem Grunde, weil sie von der Leidenschaft befallen wurde.", "Übereinstimmend mit Raba wird gelehrt:280Num. 5,13.Und sie nicht ergriffen worden ist, nur dann ist sie [ihrem Manne] verboten, jedoch erlaubt, wenn sie ergriffen worden ist; eine andere ist erlaubt, auch wenn sie nicht ergriffen worden ist, in dem Falle, wenn es anfangs gezwungen und nachher willig erfolgt ist.", "Ein Anderes lehrt: Und sie nicht ergriffen worden ist, nur dann ist sie verboten, jedoch erlaubt, wenn sie ergriffen worden ist; eine andere aber ist verboten, auch wenn sie ergriffen worden ist, nämlich die Frau eines Priesters.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls im Namen R. Jišma͑éls : Und sie nicht ergriffen worden ist, nur dann ist sie verboten, jedoch erlaubt, wenn sie ergriffen worden ist; eine andere aber ist erlaubt, auch wenn sie nicht ergriffen worden ist, nämlich die, deren Antrauung eine irrtümliche281Beispielsweise unter einer nicht erfüllten Bedingung erfolgt; sie gilt als ledig u. wird ihm durch den Ehebruch nicht verboten.war. Selbst wenn sie ein Kind auf der Schulter sitzen hat, kann sie ihre Weigerung282Seine Frau zu sein; sie benötigt nicht der Scheidung.erklären und fortgehen.", "R. Jehuda sagte: Die von Dieben gestohlenen Frauen sind ihren Männern erlaubt. Die Rabbanan sprachen zu R. Jehuda: Sie holen ihnen ja Brot!? Aus Furcht. – Sie reichen ihnen ja Pfeile283Sie leisten ihnen Handlangerdienste bei ihren Kämpfen.!? – Aus Furcht. Wenn jene sie aber [laufen] lassen und sie willig mitgehen, sind sie entschieden284Das W. ודאי ist mit anderen Texten vor אסירן zu setzen.verboten.", "Die Rabbanan lehrten: Regierungsgefangene285Die Potentaten zu sich nehmen.gelten als Gefangene, von Straßenräubern gefangene gelten nicht als Gefangene. – Es gibt ja eine entgegengesetzte Lehre!? –", "Hinsichtlich der Regierungsgefangenen besteht kein Widerspruch, denn das eine gilt von einer Regierung wie des Ahašveroš286Von einem wirklichen Herrscher; sie ist überzeugt, daß er sie nicht ehelichen wird, u. bleibt bei ihm nur aus Zwang.und das eine von einer Regierung wie des Ben Neçer287Wohl Name eines räuberischen Häuptlings; von einem solchen vermutet sie, er würde sie ehelichen, u. bleibt willig. Ein arab. Stamm Naçor wird in einer v. Sprenger in der Zeitschr. d. Deutsch, morgenl. Gesellsch. Bd. 17. S. 214ff. mitgeteilten Liste erwähnt..", "Hinsichtlich der Straßenräuber besteht ebenfalls kein Widerspruch, denn das eine gilt von Ben Neçer und das andere von gewöhnlichen Straßenräubern. – Wieso nennt er Ben Neçer da König und dort Straßenräuber!? – Freilich, Aḥašveroš gegenüber gilt er als Straßenräuber, gewöhnlichen Straßenräubern gegenüber gilt er als König.", "EINER PRIESTERSFRAU: UND BRINGE DICH IN DEINE HEIMAT &C. Abajje sagte: Wenn eine Witwe mit einem Hochpriester [verheiratet ist], so muß er sie loskaufen, denn hierbei ist288Obgleich die Heirat verboten ist; cf. Jab. Fol. 85a.anwendbar : einer Priestersfrau: und bringe dich in deine Heimat zurück;" ], [ "wenn aber ein Hurenkind oder eine Nethina mit einem Jisraéliten, so braucht er sie nicht loszukaufen, denn hierbei ist nicht289Da er sie nicht heiraten darf.anwendbar : und nehme dich wieder zur Frau. Raba sagte: Verursacht die Gefangenschaft das Verbot, so muß er sie loskaufen, verursacht etwas anderes das Verbot, so braucht er sie nicht290Der Hochpriester muß seine Frau loskaufen, obgleich sie ihm verboten wird; war sie ihm ohnehin verboten, beispielsweise wegen ihrer Witwenschaft, so braucht er sie nicht loszukaufen.loszukaufen.", "Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaím streiten: Wenn jemand seiner Frau [jeden Nutzen] abgelobt hat, und sie gefangen wird, so muß er, wie R. Elie͑zer sagt, sie loskaufen291Obgleich er sich von ihr scheiden lassen muß.und ihr ihre Morgengabe geben. R. Jehošua͑ sagt, er müsse ihr ihre Morgengabe geben, aber nicht loskaufen.", "R. Nathan sagte: Ich fragte Symmachos, ob die Worte R. Jehošua͑s, er gebe ihr ihre Morgengabe und kaufe sie nicht los, sich auf den Fall beziehen, wenn er vorher gelobt hat und sie nachher gefangen wird, oder [auch auf den Fall], wenn sie vorher gefangen worden ist und er nachher292In diesem Falle ist es möglich, daß er ihr nur deshalb jeden Nutzen abgelobt hat, um sich seiner Verpflichtung zu entziehen.gelobt?", "Und er erwiderte mir: Ich hörte nichts darüber, jedoch leuchtet es ein, [daß es von dem Fall gilt,] wenn er vorher gelobt hat und sie nachher gefangen wird, denn wenn du sagen wolltest, [auch] wenn sie vorher gefangen worden ist und er nachher gelobt, könnte er ja eine List292In diesem Falle ist es möglich, daß er ihr nur deshalb jeden Nutzen abgelobt hat, um sich seiner Verpflichtung zu entziehen.anwenden.", "Sie streiten wahrscheinlich über den Fall, wenn das Gelübde die Frau eines Priesters293Ein Jisraélit braucht in diesem Falle seine Frau nicht auszulösen, da er sich wegen des Gelübdes scheiden lassen muß u. die Verpflichtung ‘und nehme dich wieder zur Frau’ nicht anwendbar ist.betrifft, somit ist Abajje der Ansicht R. Elie͑zers und Raba der Ansicht R. Jehošua͑s. –", "Nein, hier wird von dem Falle gesprochen, wenn sie gelobt und er das Gelübde bestätigt294Es nicht aufgehoben hat; cf. Num. 30,7ff.hat. R. Elie͑zer ist der Ansicht, er habe ihr den Finger zwischen die Zähne295Er hat das Gelübde bestätigt u. muß sie daher auslösen.gesteckt, und R. Jehošua͑ ist der Ansicht, sie selber habe sich den Finger zwischen die Zähne296Sie hat selber Schuld, daß die Verpflichtung, sie wieder zur Frau zu nehmen, nicht anwendbar ist; er braucht sie daher nicht auszulösen.gesteckt. –", "Wieso erhält sie, wenn sie selber sich den Finger zwischen die Zähne gesteckt hat, die Morgengabe!?", "Ferner, R. Nathan sagte, er habe Symmachos gefragt, ob die Worte R. Jehošua͑s, er gebe ihr ihre Morgengabe und kaufe sie nicht los, sich auf den Fall beziehen, wenn er vorher gelobt hat und sie nachher gefangen wird, oder sie vorher gefangen worden ist und er nachher gelobt, und dieser erwiderte, er habe darüber nichts gehört;", "wenn sie gelobt hat, so ist es ja einerlei, ob vorher gelobt und nachher gefangen, oder vorher gefangen297Da in keinem Falle eine List zu befürchten ist.und nachher gelobt!? –", "Vielmehr, tatsächlich, wenn er gelobt hat, jedoch erklärt dies Abajje nach seiner Ansicht und Raba nach seiner Ansicht. Abajje erklärt dies nach seiner Ansicht: hinsichtlich einer mit einem Hochpriester [verheirateten] Witwe stimmen alle überein, daß er sie loskaufen muß, hinsichtlich eines mit einem Jisraéliten [verheirateten] Hurenkindes oder einer Nethina stimmen alle überein, daß er sie nicht loszukaufen298Bei der ersteren ist der bezügliche Passus in der Urkunde anwendbar, bei den anderen nicht.braucht, ebenso stimmen alle überein hinsichtlich der [des Nutzens] abgelobten Frau eines Priesters, daß er sie loskaufen299Obgleich er sich infolge des Gelübdes von ihr scheiden lassen muß, u. die Geschiedene einem Priester verboten ist.muß, denn diese gleicht der [mit einem Hochpriester verheirateten] Witwe,", "und sie streiten nur über die [des Nutzens] abgelobte Frau eines Jisraéliten : R. Elie͑zer richtet sich nach dem ursprünglichen Zustande300Beim Schreiben der Urkunde, wo der bezügliche Passus anwendbar war.und R. Jehošua͑ richtet sich nach dem gegenwärtigen Zustande.", "Raba erklärt dies nach seiner Ansicht: hinsichtlich einer mit einem Hochpriester [verheirateten] Witwe und eines mit einem Jisraéliten [verheirateten] Hurenkindes oder einer Nethina stimmen alle überein, daß er sie nicht loszukaufen301Sie waren ihren Männern schon bei der Verheiratung verboten.braucht, und sie streiten nur über die [des Nutzens] abgelobte Frau, sowohl eines Priesters als auch eines Jisraéliten.", "R. Elie͑zer richtet sich nach dem ursprünglichen Zustande und R. Jehošua͑ richtet sich nach dem gegenwärtigen Zustande.", "WIRD SIE GEFANGEN, SO MUSS ER SIE LOSKAUFEN &C. – Die Rabbanan lehrten: Wenn sie bei Lebzeiten ihres Ehemannes gefangen worden und ihr Ehemann darauf gestorben ist, so müssen die Erben, wenn er davon Kenntnis302Seine Verpflichtung geht auf sie über.hatte, sie loskaufen, und wenn er davon keine Kenntnis hatte, sie nicht loskaufen.", "Levi wollte eine Entscheidung nach dieser Lehre treffen, da sprach Rabh zu ihm: Folgendes sagte mein Oheim303Od. Freund, wie er R. Ḥija nannte.: die Halakha ist nicht wie diese Lehre, sondern wie folgende: Wird sie nach dem Tode ihres Ehemannes gefangen, so brauchen die Waisen sie nicht loszukaufen. Noch mehr, selbst wenn sie bei Lebzeiten ihres Ehemannes gefangen worden und ihr Ehemann darauf gestorben ist, brauchen die Waisen sie nicht loszukaufen, denn hierbei ist nicht anwendbar : und nehme dich wieder zur Frau.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn sie gefangen wird und man von ihm das Zehnfache ihres Wertes verlangt, so muß er sie das erste Mal loskaufen, weiter aber kann er sie, wenn er will, loskaufen, und wenn er will, nicht304Nach den meisten Erklärern, überhaupt nicht, nach anderen dagegen, nicht über ihren Wert.loskaufen. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt," ], [ "man kaufe Gefangene nicht über ihren Wert los, als vorsorgende305Damit kein übermäßig hohes Lösegeld verlangt werde.Institution. Demnach muß er sie um (den Betrag ihres Wertes loskaufen, auch wenn das Lösegeld die Morgengabe übersteigt,", "und dem widersprechend wird gelehrt: Wenn sie gefangen wird und man von ihm das Zehnfache ihres Wertes verlangt, so muß er sie das erste Mal loskaufen, weiter aber kann er sie, wenn er will, loskaufen und wenn er will, nicht loskaufen. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, wenn das Lösegeld ihrer Morgengabe entspricht, kaufe er sie los, wenn aber nicht, brauche er sie nicht loszukaufen!? –", "R. Šimo͑n b. Gamliél erleichtert zwiefach306Weder über ihren Wert noch über den Betrag ihrer Morgengabe..", "WIRD SIE VERLETZT, SO MUSS ER SIE HEILEN LASSEN. – Die Rabbanan lehrten: Die Witwe ist vom Vermögen der Waisen zu ernähren, und benötigt sie der Heilung, so gleicht dies der Ernährung. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, die begrenzte Heilung sei von der Morgengabe zu bestreiten, die unbegrenzte gleiche der Ernährung.", "R. Joḥanan sagte: Den Aderlaß haben sie im Jisraélland der unbegrenzten Heilung gleichgestellt. Verwandte R. Joḥanans hatten die Frau ihres Vaters [zu ernähren], die täglich der Heilung benötigte. Da kamen sie zu R. Joḥanan, und dieser sprach zu ihnen: Geht und vereinbart mit dem Arzte ein Fixum307Die Kosten sind dann begrenzt u. von der Morgengabe abzuziehen..", "Hierauf sagte R. Joḥanan : Wir haben uns zu Anwälten308Die Interessen der einen Partei wahrgenommen; dies ist dem Richter verboten; cf. Ab. I, 8.gemacht. – Was dachte er zuerst und was dachte er später? – Zuerst sagte er sich, [es heißt:]309Jes. 58,7.und deinem Fleische entziehe dich310Man stehe seinen Verwandten mit gutem Rate bei.nicht, später aber sagte er sich, anders verhält es sich bei einem angesehenen, Manne311Er darf nicht in den Verdacht der Parteilichkeit geraten..", "x SCHRIEB ER IHR NICHT : DIE MÄNNLICHEN KINDER, DIE DU VON MIR HABEN WIRST, SOLLEN AUSSER DEM ANTEILE, DEN SIE MIT IHREN BRÜDERN312Von anderen Frauen bei der Teilung der Hinterlassenschaft des Vaters.ERHALTEN, DEN BETRAG DEINER MORGENGABE ERBEN, SO IST ER DENNOCH DAZU313Ihre Kinder erben ihre von ihrem Manne ererbte Morgengabe, obgleich sie zur Hinterlassenschaft des Vaters gehört, an der die Kinder all seiner Frauen beteiligt sind.VERPFLICHTET, WEIL DIES EINE GERICHTLICHE BESTIMMUNG IST xi. [SCHRIEB ER IHR NICHT :] DIE WEIBLICHEN KINDER, DIE DU VON MIR HABEN WIRST, SOLLEN IN MEINEM HAUSE WEILEN UND VON MEINEM VERMÖGEN ERNÄHRT WERDEN, BIS SIE MÄNNER NEHMEN, SO IST ER DENNOCH DAZU VERPFLICHTET, WEIL DIES EINE GERICHTLICHE BESTIMMUNG IST xii.", "[SCHRIEB ER IHR NICHT:] DU SOLLST IN MEINEM HAUSE WEILEN UND WÄHREND DER GANZEN DAUER DEINER WITWENSCHAFT IN MEINEM HAUSE ERNÄHRT WERDEN, SO IST ER DENNOCH DAZU VERPFLICHTET, WEIL DIES EINE GERICHTLICHE BESTIMMUNG IST. SO SCHRIEBEN DIE LEUTE IN JERUŠALEM, UND WIE DIE LEUTE VON JERUŠALEM, SCHRIEBEN AUCH DIE LEUTE IN GALILÄA. DIE LEUTE VON JUDÄA SCHRIEBEN WIE FOLGT: BIS DIE ERBEN DIR DEINE MORGENGABE AUSZAHLEN WOLLEN. DAHER KÖNNEN DIE ERBEN, WENN SIE WOLLEN, IHR IHRE MORGENGABE AUSZAHLEN UND SIE ABFINDEN.", "GEMARA. R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj : Sie haben die Morgengabe für die männlichen Kinder deshalb angeordnet, damit jeder angespornt werde, seine Tochter ebenso zu versorgen, wie seinen Sohn315Durch eine reiche Aussteuer, da nicht zu befürchten ist, sie könnte sterben u. nach dem Tode ihres Mannes von anderen Kindern desselben beerbt werden.. –", "Ist es denn möglich, daß, während der Allbarmherzige sagt, der Sohn erbe und die Tochter316Wenn Söhne vorhanden sind; cf. Num. 27,8.erbe nicht, die Rabbanan kommen und anordnen, auch die Tochter317Durch die reiche Aussteuer der Tochter werden die Söhne bei der Erbschaft benachteiligt.erbe !? –", "Auch dies erfolgt nach der Tora, denn es heißt:319Jer. 29,6.nehmet Weiber und zeuget Söhne und Töchter und nehmet Weiber für eure Söhne und eure Töchter gebet Männern, Allerdings liegt es hinsichtlich der Söhne in seiner Hand, aber liegt es denn hinsichtlich der Töchter in seiner320Die Frau sucht nicht den Mann aus, sondern der Mann die Frau.Hand !?", "Vielmehr lehrt er uns folgendes: man kleide sie, hülle sie und gebe ihr etwas mit, damit [Leute] um sie werben und sie heiraten. – Bis wieviel? Abajje und Raba sagten beide, bis zu einem Zehntel des Vermögens. –", "Demnach sollten [die Söhne] nur das erben, was sie vom Vater erhält, nicht aber das, was vom Ehemanne!? – Wenn dem so321Wenn die Gabe des Ehemannes nicht ausschließlich ihren Kindern zufallen würde.wäre, würde der Vater unterlassen, ihr etwas zu verschreiben. –", "Demnach schreibe es der Ehemann nur dann, wenn der Vater ihr etwas verschreibt, wenn aber der Vater ihr nichts verschreibt, schreibe es der Ehemann nicht!? – Die Rabbanan unterschieden nicht322Der Text der Urkunde wurde für die Gesamtheit festgesetzt unter Berücksichtigung der Tatsache, daß die meisten Väter ihren Töchtern eine Mitgift geben.. –", "Sollte auch die Tochter unter den Söhnen erben323Die Morgengabe ihrer Mutter, falls sie keine Brüder mütterlicherseits hat.!? – Die Rabbanan haben die Morgengabe der Erbschaft324An der nur Söhne beteiligt sind. gleichgestellt. –", "Sollte die Tochter unter den Töchtern325Von anderen Frauen; wenn keine Söhne vorhanden sind, treten die Töchter als Erbinnen ein.erben !? – Die Rabbanan unterschieden nicht326Töchter sind hierbei ausgeschlossen, einerlei ob von den anderen Frauen Söhne od. Töchter vorhanden sind.. – Sollte sie es auch von beweglichen Gütern327Auf die sie keinen Anspruch hat; cf. supra Fol. 50b.einfordern!? – Die Rabbanan haben es der Morgengabe328Für die die Waisen nur mit Mobilien haftbar sind.gleichgestellt. –", "Demnach sollte sie es auch von veräußerten Gütern329Von denen die Morgengabe gleich jeder anderen Schuld einzufordern ist.einfordern ! ? – Es heißt: erben330Nur die Schuld u. nicht die Erbschaft kann von veräußerten Gütern eingefordert werden.. – Vielleicht auch in dem Falle, wenn kein Denar Überschuß331Die Söhne erben nur dann die Morgengabe ihrer Mutter, wenn die Hinterlassenschaft des Vaters die Morgengaben seiner Frauen um einen Denar übersteigt, falls aber nicht, sind die Kinder aller Frauen gleichmäßig beteiligt. vorhanden ist!? – In einem Falle, wo dadurch das Erbschaftsgesetz der Tora aufgehoben werden würde, haben die Rabbanan dies nicht angeordnet332Nach dem Gesetze sind alle Söhne (mit Ausnahme des Erstgeborenen) an der Hinterlassenschaft gleichmäßig beteiligt, u. wenn jemand nur die ererbten Morgengaben seiner Frauen hinterläßt, ist das Gesetz bei diesen anzuwenden..", "R. Papa verheiratete seinen Sohn in das Haus des Abba aus Sura, und ging hin, um [der Braut] die Morgengabe schreiben zu lassen. Als Jehuda b. Meremar es hörte, ging er ihm entgegen und schloß sich ihm an, und als sie an die Tür herankamen, wollte er sich verabschieden. Da sprach jener : Trete doch der Meister mit mir ein." ], [ "Als er merkte, daß es ihm nicht recht war, sprach er zu ihm: Du denkst wohl an das, was Šemuél zu R. Jehuda gesagt hat: Scharfsinniger, sei nicht zugegen bei einer Übertragung der Erbschaft, nicht einmal eines schlechten Sohnes auf einen guten Sohn, und um so weniger eines Sohnes auf eine Tochter, denn man weiß nicht, welche Nachkommenschaft aus ihm hervorgehen wird.", "Dies ist jedoch ebenfalls eine Bestimmung der Rabbanan, wie R. Joḥanan im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj gesagt333Ob. Fol. 52b.hat. Dieser erwiderte: Dies nur freiwillig, darf man etwa hierzu nötigen!? Jener entgegnete: Sagte ich dir denn, daß du mitkommen und nötigen sollst, ich sagte, daß du mitkommest, ohne ihn zu nötigen. Dieser erwiderte: Mein Mitkommen334Seine bloße Gegenwart würde den Vater der Braut veranlassen, ihr eine möglichst große Mitgift zu verschreiben.ist eine Nötigung. Jener drang jedoch in ihn, und er ging mit.", "Da er aber still da saß, glaubte [der Vater], er sei335Die Mitgift erscheine ihm zu wenig.böse, und verschrieb ihr alles, was er besaß. Endlich sprach er: Der Meister spricht noch immer nicht; beim Leben des Meisters, ich habe nichts für mich zurückbehalten.", "Dieser erwiderte: Wenn es nach mir ginge, wäre mir auch das, was du ihr verschrieben hast, nicht genehm. Da sprach er: So will ich nun zurücktreten. Dieser erwiderte: Daß du Wortbrüchiger werden solltest, sagte ich nicht.", "R. Jemar der Greis fragte R. Naḥman : Hat sie, wenn sie ihrem Ehemanne die Morgengabe verkauft336Es ist nicht mehr Erbschaft seiner Frau, sondern sein erworbenes Eigentum, woran alle seine Söhne gleichmäßig beteiligt sein sollten., Anspruch auf die Morgengabe für die männlichen Kinder oder nicht? Raba sprach zu ihm: Frage doch hinsichtlich des Falles, wenn sie verzichtet. –", "Wenn es mir sogar hinsichtlich des Verkaufes fraglich ist, wobei anzunehmen ist, die Geld[not] habe sie gezwungen, und es ebenso sei, als würde man jemand hundert Schläge mit einem Hammer337Syr. כלאא Hammer, Schlägel (Thes. Syr. col. 180), übertragen Hammerschlag: 100 Hammerschläge mit einem Hammer. Hat mit dem Hohlmaß אוכלא nichts gemein, u. die Erklärungen der Lexikographen sind sinnlos u. falsch.versetzen, um wieviel mehr hinsichtlich des Verzichtes.", "Raba sagte: Entschieden ist es mir, daß, wenn sie ihre Morgengabe Fremden verkauft338Für den Fall, wenn sie verwitwet od. geschieden werden sollte., sie Anspruch auf die Morgengabe für die männlichen Kinder hat, weil nur die Geld[not] sie gezwungen339Auf das Erbrecht des Ehemannes hat dieser Verkauf keinen Einfluß.hat, und wenn sie zugunsten ihres Ehemannes auf ihre Morgengabe verzichtet, sie keinen Anspruch auf die Morgengabe für die männlichen Kinder hat, weil sie darauf verzichtet340Sie bekundete damit, daß ihr an der Bevorzugung ihrer Kinder nichts liege.hat.", "Folgendes aber fragte Raba: Gleicht der Verkauf der Morgengabe an ihren Ehemann dem Verkaufe an Fremde oder dem Verzichte341Da er die Urkunde in Händen hat u. sie sich jedes Rechtes begeben hat.zugunsten ihres Ehemannes? Später entschied er es: Der Verkauf der Morgengabe an den Ehemann gleicht dem Verkaufe an Fremde.", "R. Idi b. Abin wandte ein: Stirbt sie, so erben weder die Erben des einen noch die Erben des anderen342Diese Lehre spricht vom einer Frau, die im Glauben, ihr Mann sei gestorben, einen anderen geheiratet hat; vgl. Jab. Fol. 87b.ihre Morgengabe. Und auf unsere Frage, welches Bewenden es mit der Morgengabe343Sie erhält ja keine Morgengabe.habe,", "erwiderte R. Papa, dies gelte von der Morgengabe für die männlichen Kinder. Weshalb dies, auch da sollte man sagen, der Trieb344Sich zu verheiraten, bevor der Tod ihres 1. Ehemannes zweifellos festgestellt war; nach der Lehre R.s ist ihre Zwangslage zu berücksichtigen, u. ihre Kinder erben ihre Morgengabe.habe sie gezwungen!? –", "Da ist es eine Maßregelung, mit der die Rabbanan sie belegt haben345Weil sie sich voreilig verheiratet hat..", "Rabin b. Ḥanina saß vor R. Ḥisda und trug im Namen R. Elea͑zars vor: Verzichtet sie zugunsten ihres Ehemannes auf ihre Morgengabe, so erhält sie346Wenn sie verwitwet wird; da sie auf die Morgengabe verzichtete, verliert sie alles, was dazu gehört.keine Ernährung. Da sprach dieser: Hättest du es nicht im Namen eines bedeutenden Mannes gesagt, würde ich dir erwidert haben:347Pr. 17,18.wer Gutes mit Bösem vergilt, aus dessen Haus weicht das Unglück nicht.", "Einst saßen R. Naḥman, U͑la und Abimi b. Papi beisammen, und R. Ḥija b. Ami saß neben ihnen. Da erschien vor ihnen ein Mann, dessen Verlobte gestorben war. Sie sprachen zu ihm: Entweder du bestattest sie oder du zahlst ihre Morgengabe. Da sprach R. Ḥija zu ihnen: Wir haben gelernt: Wegen seiner348Eines Priesters.Verlobten ist er nicht Leidtragender349Einem solchen ist der Genuß von heiligen Speisen verboten.noch verunreinige er sich an ihr, ebenso ist sie seinetwegen nicht Leidtragende noch verunreinige sie sich an ihm; stirbt sie, so beerbt er sie nicht, stirbt er, so kann sie ihre Morgengabe einfordern.", "Nur wenn er stirbt, wenn sie aber stirbt, erhält sie keine Morgengabe350Ihr Anspruch hierauf erlischt; demnach braucht er sie nicht bestatten zu lassen; cf. supra Fol. 47b.. Aus welchem Grunde351Er sollte ja zur Bestattung verpflichtet sein, wegen der festgesetzten Morgengabe, die er erbt.? R. Hoša͑ja erwiderte: Weil hierbei nicht anwendbar ist: verheiratest352Dieser Passus befindet sich in der Urkunde.du dich mit einem anderen, erhältst du, was dir verschrieben353Solange sie nicht verwitwet od. geschieden ist, hat sie keinen Anspruch auf die Morgengabe, somit erbt er nichts.ist.", "Als Rabin kam, sagte er im Namen des Reš Laqiš: Wenn eine Verlobte stirbt, hat sie keine Morgengabe. Abajje sprach zu ihnen: Geht und sagt ihm :" ], [ "deine Gefälligkeit ist dahin354Bekannter Spruch; wir sind auf die Lehre R.s nicht angewiesen.und auf Dornen geworfen; bereits erklärte R. Hoša͑ja seine Lehre in Babylonien.", "DIE WEIBLICHEN KINDER, DIE DU VON MIR HABEN WIRST &C. Rabh lehrte: bis sie Männer355So lautet dieser Passus in der Urkunde.nehmen, und Levi lehrte: bis sie mannbar355So lautet dieser Passus in der Urkunde.sind. Nach Rabh, obgleich sie mannbar ist, und nach Levi, obgleich sie verheiratet ist356Er müßte sie demnach ernähren, wenn das eine u. nicht das andere erfolgt ist; schon durch den einen Umstand kommt sie aus der Gewalt des Vaters, u. er braucht sie nicht zu ernähren.!? –", "Vielmehr, über den Fall, wenn mannbar und nicht verheiratet oder verheiratet und nicht mannbar, streitet niemand, sie streiten nur über den Fall, wenn verlobt und nicht357Nach R. ist der Vater durch die Verlobung von der Ernährung entbunden, nach L. dagegen nur dann, wenn sie mannbar od. effektiv verheiratet ist.mannbar. Ebenso lehrte Levi in seiner Barajtha: bis sie mannbar sind und die Zeit ihrer Verheiratung heranreicht. – Beides!? – Vielmehr, entweder mannbar sind oder die Zeit ihrer Verheiratung heranreicht.", "[Hierüber streiten auch] Tannaím: Wie lange ist die Tochter zu ernähren? Bis sie sich verlobt; im Namen R. Elea͑zars sagten sie, bis sie mannbar ist. R. Joseph lehrte: Bis sie Frauen sind. Sie fragten: Ist unter ‘sein’358Cf. Bd. IV S. 347 Anm. 246.die Verlobung oder die Antrauung zu verstehen? – Dies bleibt unentschieden.", "R. Ḥisda sprach zu R. Joseph : Hast du vielleicht von R. Jehuda gehört, ob eine Verlobte Unterhalt erhält359Von den Brüdern, wenn sie verwaist ist.oder keinen Unterhalt erhält? Dieser erwiderte: Gehört habe ich es nicht, einleuchtend aber ist es, daß sie keinen erhält; er hat sie sich angelobt, und es ist ihm360Ihrem Verlobten; ihre Ernährung wurde den Brüdern auferlegt, damit sie sich nicht zu entwürdigen brauche (cf. supra Fol. 49a), u. diese hat einen Verlobten, der sie ernähren würde.nicht recht, daß sie sich entwürdige.", "Jener entgegnete: Wenn du es nicht gehört hast, so ist es einleuchtend, daß sie wohl erhält; da sie ihm noch nicht sicher361Er kann noch einen Grund finden, die Heirat rückgängig zu machen.ist, wirft er kein Geld umsonst hinaus.", "Manche lesen: Dieser erwiderte: Gehört habe ich es nicht, einleuchtend aber ist es, daß sie wohl erhält; da sie ihm noch nicht sicher ist, wirft er kein Geld umsonst hinaus. Jener entgegnete: Wenn du es nicht gehört hast, so ist es einleuchtend, daß sie keinen erhält; er hat sie sich angelobt, und es ist ihm nicht recht, daß sie sich entwürdige.", "", "Man fragte R. Šešeth : Erhält die Weigerungserklärende Unterhalt363Von den Brüdern; durch die Heirat kam sie aus der Gewalt der Familie, jed. ist diese durch die Weigerungserklärung annulliert worden.oder erhält sie keinen Unterhalt?", "R. Šešeth erwiderte ihnen: Ihr habt es gelernt: Die Witwe im Hause ihres Vaters, die Geschiedene im Hause ihres Vaters und die Anwärterin der Schwagerehe im Hause ihres Vaters364Wenn sie mit ihrem Manne nur verlobt u. nicht verheiratet war.erhalten Unterhalt. R. Jehuda sagt, die im Hause ihres Vaters weilt, erhalte Unterhalt, die nicht im Hause ihres Vaters weilt, erhalte keinen Unterhalt.", "Da nun R. Jehuda dasselbe sagt, was der erste Autor, so streiten sie wahrscheinlich über die Weigerungserklärende; der erste Autor ist der Ansicht, sie erhalte, und R. Jehuda ist der Ansicht, sie erhalte nicht365Da sie bereits das elterliche Haus verlassen hatte..", "Reš Laqiš fragte: Erhält die Tochter der Schwägerin366Die jemand auf Grund des Gesetzes von der Schwagerehe geheiratet hat.Unterhalt oder erhält sie keinen Unterhalt!? Erhält sie keinen,", "da der Meister sagte, ihre Morgengabe belaste die Güter ihres ersten367Und ebenso die dazu gehörige Verpflichtung, ihre Kinder zu ernähren.Mannes, oder aber erhält sie wohl, da ihr die Rabbanan, wenn der erste nichts hatte, [die Morgengabe] vom zweiten zugesprochen haben. – Dies bleibt unentschieden.", "R. Elea͑zar fragte : Erhält die Tochter der zweitgradig Inzestuösen368Cf. Jab. Fol. 21a.Unterhalt oder erhält sie keinen Unterhalt?" ], [ "Erhält sie, da diese keine Morgengabe erhält, keinen Unterhalt, oder aber haben die Rabbanan nur die Mutter gemaßregelt, die das Verbot begangen hat, nicht aber haben sie jene gemaßregelt, die das Verbot nicht begangen hat. – Dies bleibt unentschieden.", "Raba fragte: Erhält die Tochter der Verlobten Unterhalt oder erhält sie keinen Unterhalt? Erhält sie wohl, da diese die Morgengabe369Wenn er ihr diese schon bei der Verlobung verschrieben hat.erhält, oder erhält sie nicht, da die Rabbanan ihr die Morgengabe erst mit der Verheiratung zugesprochen haben? – Dies bleibt unentschieden.", "R. Papa fragte: Erhält die Tochter der Genotzüchtigten370Die er geheiratet hat.Unterhalt oder nicht? Nach R. Jose b. R. Jehuda ist dies nicht fraglich, denn dieser sagt, diese erhalte eine Mine367Und ebenso die dazu gehörige Verpflichtung, ihre Kinder zu ernähren.als Morgengabe,", "fraglich ist es nur nach den Rabbanan, welche sagen, die Geldbuße sei auf ihre Morgengabe aufzurechnen. Wie ist es nun: erhält sie keinen Unterhalt,", "da diese keine Morgengabe erhält, oder aber wohl, da die Morgengabe nur deshalb angeordnet worden ist, damit ihm [die Frau] nicht leicht zu entfernen sei, während er diese überhaupt nicht entfernen kann371Cf. supra Fol. 39a. Die übrigen Verpflichtungen des Ehemannes bleiben jed. bestehen.. – Dies bleibt unentschieden.", "DU SOLLST IN MEINEM HAUSE WEILEN &C. R. Joseph lehrte : In meinem Hause, aber nicht in meiner Hütte372Hat der Verstorbene eine kleine, enge Wohnung zurückgelassen, so können die Waisen ihr den Aufenthalt verweigern.. Unterhalt aber erhält sie. Mar, Sohn des R. Aši, sagt, sie erhalte auch keinen Unterhalt. Die Halakha ist aber nicht wie Mar, Sohn des R. Aši.", "R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls : Wenn sie zur Verheiratung aufgefordert wird und einwilligt, so erhält sie keinen Unterhalt mehr. – Wenn sie aber nicht einwilligt, erhält sie Unterhalt? R. A͑nan erwiderte: Mir ist es von Meister Šemuél erklärt worden, sagt sie: mit Rücksicht auf meinen Mann373Dessen Andenken durch die neue Heirat leiden würde.N., so erhält sie Unterhalt. Wenn aber: die Leute gefallen mir nicht, so erhält sie keinen Unterhalt.", "R. Ḥisda sagte: Hat sie gehurt, so erhält sie keinen Unterhalt. R. Joseph sagte: Wenn sie sich schminkt374Wodurch sie bekundet, daß sie sich verheiraten will.und pudert, so erhält sie keinen Unterhalt.", "Wer dies vom Huren lehrt, nach dem gilt dies um so mehr vom Schminken und Pudern, und wer dies von Schminken und Pudern lehrt, nach dem erhält sie [Unterhalt], auch wenn sie gehurt hat, weil sie nur von der Leidenschaft überwältigt wurde.", "Die Halakha ist aber nicht wie all jene Lehren, sondern wie R. Jehuda, der im Namen Šemuéls sagte: Wenn sie ihre Morgengabe vor Gericht fordert, so erhält sie keinen Unterhalt mehr. –", "Etwa nicht, es wird ja gelehrt, daß, wenn sie ihre Morgengabe verkauft, verpfändet oder verhypotheziert, sie keinen Unterhalt mehr erhält; nur in diesen Fällen, nicht aber, wenn sie sie fordert!? –", "In diesen Fällen, ob vor Gericht oder außerhalb des Gerichtes, wenn sie sie fordert, nur vor Gericht, nicht aber außerhalb des Gerichtes.", "So [SCHRIEBEN] DIE LEUTE IN JERUŠALEM &C. Es wurde gelehrt: Rabh sagt, die Halakha sei wie die Leute von Judäa, und Šemuél sagt, die Halakha sei wie die Leute von Galiläa.", "Babel und all seine Nachbarorte verfahren nach Rabh, Nehardea͑ und all seine Nachbarorte verfahren nach Šemuél375Nach der Ansicht ihres Ortsgelehrten.. Einst kam eine aus Maḥoza Gebürtige, die nach Nehardea͑ verheiratet war, vor R. Naḥman, und er merkte an ihrer Sprache, daß sie aus Maḥoza war;", "da sprach er zu ihnen: Babel und all seine Nachbarorte verfahren nach Rabh. Als man ihm aber sagte, sie war nach Nehardea͑ verheiratet, sprach er: Nehardea͑ und all seine Nachbarorte verfahren nach Šemuél. – Wie weit reicht Nehardea͑? – Soweit das Getreidemaß376Wörtl. Kab, bekanntestes Hohlmaß.von Nehardea͑ gebräuchlich ist.", "Einer Witwe rechne man an, wie Rabh sagt, was sie anhat377Bei der Auszahlung der Morgengabe; der Wert ihrer Kleider wird ihr abgezogen., und wie Šemuél sagt, nicht an, was sie anhat. R. Ḥija b. Abin sagte : Entgegengesetzt bei einem Erntesammler378Der das Haus seines Herrn verläßt; hinsichtl. der Anrechnung der Kleider bei der Auszahlung des Lohnes sind R. u. Š. entgegengesetzter Ansicht..", "R. Kahana lehrte: Ebenso bei einem Erntesammler. Er prägte ein Merkzeichen: Waise379Benennung des Erntesammlers.und Witwe entkleide und entlasse.", "R. Naḥman sagte: Obgleich wir in einer Mišna übereinstimmend mit Šemuél gelernt haben, ist die Halakha dennoch wie Rabh. Wir haben nämlich gelernt: Ob jemand sein Vermögen [dem Heiligtume] geweiht oder jemand seinen Schätzungswert380Cf. Lev. Kap. 27.gelobt hat, er381Der Schatzmeister des Tempels, der das Vermögen einzieht.hat keinen Anspruch auf die Gewänder seiner Frau und seiner Kinder, noch auf die für sie gefärbten Stoffe, noch auf die neuen382Selbst wenn sie noch nicht benutzt worden sind.für sie gekauften Sandalen.", "Raba sprach zu R. Naḥman : Wieso ist, wenn eine Mišna übereinstimmend mit Šemuél lehrt, die Halakha wie Rabh? Dieser erwiderte: Anscheinend ist die Halakha wie Šemuél, wenn du aber nachdenkst, ist sie wie Rabh. –", "Wieso? – Er kaufte sie ihr in der Voraussetzung, daß sie bei ihm bleibe, nicht aber, daß sie sie nehme und fortgehe.", "Eine Schwiegertochter im Hause des Bar Eljašib forderte von den Waisen ihre Morgengabe und lud sie vor Gericht. Diese erwiderten: Es ist für uns entwürdigend, wenn du so [gekleidet] gehst. Da ging sie und kleidete sich und hüllte sich in all ihre Gewänder. Hierauf kamen sie vor Rabina, und dieser entschied, die Halakha sei wie Rabh, welcher sagt, man rechne ihr an, was sie anhat.", "Einst setzte jemand seiner Tochter eine Aussteuer382Für einen bestimmten Betrag.aus, und der Preis der Aussteuer sank. Da entschied R. Idi b. Abin, die Differenz383So sinngemäß; wörtl. die Aussteuer.gehöre den Waisen.", "Einst setzte jemand seiner Tochter" ], [ "vierhundert Zuz von seinem Weine aus, und der Wein stieg im Preise. Da entschied R. Joseph, der Gewinn gehöre den Waisen.", "Verwandte R. Joḥanans hatten eine Frau des Vaters [zu ernähren], die [viel] Nahrung verzehrte. Da kamen sie384Bei Lebzeiten des Vaters.vor R. Joḥanan und er sprach zu ihnen: Geht und sagt eurem Vater, daß er ihr ein Grundstück zu ihrer Ernährung385Ihre Verpflichtung würde sich dann nur bis zum Ertrag des Grundstückes erstrecken; cf. Pea III,7 u. Bb. Fol. 132a.anweise.", "Als sie später zu Reš Laqiš kamen, sprach er zu ihnen: Nun hat er erst recht ihre Ernährung386Die Verpflichtung zu ihrem Unterhalte besteht ohnehin, u. die Anweisung eines bestimmten Grundstückes erfolgte nur zur Sicherstellung einer reichlichen Bemessung; sollte dieser kärglich sein, so steht ihr noch das angewiesene Grundstück zur Verfügung.erhöht. Sie sprachen zu ihm: R. Joḥanan sagte ja anders! Er erwiderte ihnen: Geht und gebt ihr, sonst bringe ich euch R. Joḥanan aus den Ohren. Hierauf kamen sie zu R. Joḥanan, und dieser sprach zu ihnen : Was kann ich tun, wenn ein Gegner gegen mich streitet.", "R. Abahu sagte: Mir wurde es von R. Joḥanan erklärt; sagte er ‘zu ihrer Ernährung’, so hat er ihre Ernährung erhöht, sagte er ‘für ihre Ernährung’, so hat er ihre Ernährung festgesetzt387Auf eine bestimmte Grenze beschränkt. Nach der 1. Fassung meinte er: außer der Ernährung, nach der 2. Fassung: als Ablösung für die Ernährung..", "", "i OBGLEICH SIE GESAGT HABEN, EINE JUNGFRAU ERHALTE ZWEIHUN DERT [ZUZ] UND EINE WITWE EINE MINE, SO KANN ER DENNOCH, WENN ER HINZUFÜGEN WILL, AUCH HUNDERT MINEN HINZUFÜGEN; WIRD SIE VERWITWET ODER GESCHIEDEN, EINERLEI, OB NACH DER VERLOBUNG ODER NACH DER VERHEIRATUNG, SO KANN SIE ALLES1Auch die freiwillige Zulage. EINFORDERN. R. ELEA͑ZAR B. A͑ZARJA SAGT, NACH DER VERHEIRATUNG KÖNNE SIE ALLES EINFORDERN, NACH DER VERLOBUNG KÖNNE EINE JUNGFRAU NUR DIE ZWEIHUNDERT [ZUZ] UND EINE WITWE NUR DIE MINE EINFORDERN, DENN [DIE ZULAGE] VERSCHRIEB ER IHR NUR IN DER VORAUSSETZUNG, DASS ER SIE HEIRATET.", "R. JEHUDA SAGT, WENN ER WILL, SCHREIBE ER EINER JUNGFRAU EINE URKUNDE ÜBER ZWEIHUNDERT [ZUZ], UND SIE BESTÄTIGE IHM, EINE MINE ERHALTEN ZU HABEN, DESGLEICHEN EINER WITWE ÜBER EINE MINE, UND SIE BESTÄTIGE IHM, FÜNFZIG ZUZ ERHALTEN ZU HABEN. R. MEÍR SAGT, WENN JEMAND EINER JUNGFRAU DIE ZWEIHUNDERT [ZUZ] ODER EINER WITWE DIE MINE MINDERT, SO IST SEINE BEIWOHNUNG EINE AUSSEREHELICHE.", "GEMARA. Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, die Rabbanan haben einen festgesetzten Betrag angeordnet, um nicht den zu beschämen, der nicht [mehr] hat, so lehrt er uns.", "[WENN ER HINZUFÜGEN WILL &C.] Er lehrt nicht: wenn er ‘verschreiben’ will, sondern ‘hinzufügen’2Unter dem 1. Ausdrucke ist eine freiwillige Schenkung zu verstehen, unter dem 2. dagegen eine Hinzufügung zur Morgengabe, wonach sie dieser gleicht. will, somit wäre dies eine Stütze für eine Lehre des R. Ajbu im Namen R. Jannajs. R. Ajbu sagte nämlich im Namen R. Jannajs, die zur Morgengabe gehörenden Bestimmungen3Alle in der Urkunde über die Morgengabe enthaltenen Verpflichtungen; ob. Fol. 52b. gleichen der Morgengabe.", "Dies ist von Bedeutung in dem Falle, wenn sie [die Morgengabe] verkauft4Die Zulage ist dann einbegriffen. oder darauf verzichtet, widerspenstig5Gegen ihren Mann; in diesem Falle werden ihr Abzüge von ihrer Morgengabe gemacht (weit. Fol. 63a), u. zw. auch von der Zulage. ist,", "[die Morgengabe] reduziert6Wenn sie zugibt, einen Teil davon erhalten zu haben; sie erhält den Rest nur gegen Eid; weit. Fol. 87a. oder fordert7In welchem Falle sie keinen Anspruch auf Unterhalt hat; ob. Fol. 54a., oder das Gesetz übertritt8Sie erhält dann keine Morgengabe; weit. Fol. 72a.;" ], [ "ferner hinsichtlich der Melioration9Die nach dem Tode des Ehemannes erfolgt ist; davon kann sie ihre Morgengabe nicht einfordern, u. ebensowenig die Zulage., des Eides10In manchen Fällen erhält sie die Morgengabe nur gegen Eid; weit. Fol. 87a., des Siebentjahres11In dem jede Schuld erlassen wird (cf. Dt. 15,1ff.), jed. nicht die Morgengabe.,", "der Verschreibung all seiner Güter an seine Kinder12Wenn er dann seiner Frau etwas Grundbesitz verschreibt, büßt sie ihre Morgengabe ein; cf. Pea III,7 u. Bb. Fol. 132a., der Einforderung vom Grundbesitze und vom Schlechtesten13Nur von diesem; cf. Git. Fol. 48b., des Aufenthaltes im Hause ihres Vaters, und der Morgengabe für die männlichen Kinder14Die nur ihre Kinder erben (ob. Fol. 52b), dies alles gilt auch von der Zulage..", "Es wurde gelehrt: Die den männlichen Kindern zufallende Morgengabe15Dh. auch die Zulage.ist, wie sie in Pumbeditha sagen, von veräußerten Gütern nicht einzufordern, denn es heißt16In der Urkunde über die Morgengabe, ob. Fol. 52b.‘erben’,", "und wie sie in Matha Meḥasja sagen, von veräußerten Gütern einzufordern, denn es heißt ‘erhalten’17Wie jede andere Schuldforderung; der Gläubiger kann sich auch an veräußerten Gütern schadlos halten, nicht aber der Erbe.. Die Halakha ist: sie ist von veräußerten Gütern nicht einzufordern, denn es heißt ‘erben’.", "Von beweglichen Gütern18Wenn er solche als Deckung für die Morgengabe seiner Frau bestimmt hat., wenn sie vorhanden sind, ohne Eid19Die Witwe kann ihre Morgengabe von den Waisen nur gegen Eid einfordern, weil zu ihrer Sicherung Vermögensstücke zurückgelegt sein können, u. in diesem Falle sind es eben diese.,", "wenn sie nicht vorhanden20Und sie von Grundstücken einfordern will.sind, wie sie in Pumbeditha sagen, ohne Eid, und wie sie in Matha Meḥasja sagen, nur gegen Eid. Die Halakha ist: ohne Eid.", "Hat er für sie ein an den vier Grenzen bezeichnetes Grundstück21Als Sicherheit für ihre Morgengabe; es ist anzunehmen, daß er für sie keine weiteren Vermögensstücke zurückgelegt hat.bestimmt, ohne Eid, wenn aber an einer22Das Grundstück ist nicht genügend bezeichnet, u. er kann ihr zur Sicherheit Vermögensstücke zurückgelegt haben.Grenzseite, wie sie in Pumbeditha sagen, ohne Eid, und wie sie in Matha Meḥasja sagen, nur gegen Eid. Die Halakha ist: ohne Eid.", "Wenn jemand zu den Zeugen gesagt hat: schreibt, unterzeichnet und gebt23Die Schenkungsurkunde.ihm, so brauchen sie, wenn er es ihnen zugeeignet hat, sich mit ihm nicht24Vor der Übergabe, ob es sein unwiderruflicher Entschluß ist.zu beraten; wenn er es ihnen nicht zugeeignet hat, brauchen sie, wie sie in Pumbeditha sagen, sich ebenfalls mit ihm nicht zu beraten, und wie sie in Matha Meḥasja sagen, müssen sie sich mit ihm beraten. Die Halakha ist: sie müssen sich mit ihm beraten.", "R. ELEA͑ZAR B. A͑ZARJA &C. Es wurde gelehrt: Rabh und R. Nathan [streiten]; einer sagt, die Halakha sei wie R. Elea͑zar b. A͑zarja, und einer sagt, die Halakha sei nicht wie R. Elea͑zar b. A͑zarja.", "Es ist zu beweisen, daß R. Nathan es ist, welcher sagt, die Halakha sei wie R. Elea͑zar b. A͑zarja, denn wir wissen von R. Nathan, daß er sich nach der Wahrscheinlichkeit25Wie auch die Ansicht RE.s in unserem Falle sich auf eine Wahrscheinlichkeit stützt.richte. R. Nathan sagte nämlich, die Halakha sei wie R. Šimo͑n Šezori bei den Lehren vom gefährlich [Kranken]" ], [ "26Der den Auftrag erteilt, seiner Frau einen Scheidebrief zu schreiben, cf. Git. Fol. 65b.und von der Zehnthebe vom Demaj27Bei dieser Lehre (cf. Dem. IV,1.) sowohl als auch bei der vorangehenden richtet er sich nach der Wahrscheinlichkeit.. –", "Richtet sich Rabh denn nicht nach der Wahrscheinlichkeit, es wurde ja gelehrt: Wenn in der Schenkung eines Sterbenskranken28Dessen mündliche Verfügung gültig ist u. keiner Zueignung od. Urkunde benötigt.eine Zueignung geschrieben ist, so hat er ihn, wie sie in der Schule Rabhs im Namen Rabhs sagten, auf zwei Reittiere gesetzt; Šemuél aber sagte, er wisse nicht, wie darüber zu urteilen sei.", "In der Schule Rabhs sagten sie im Namen Rabhs, er habe ihn auf zwei Reittiere gesetzt, denn diese gleicht29Durch die Zueignung.der Schenkung eines Gesunden und der Schenkung eines Sterbenskranken.", "Sie gleicht der Schenkung eines Gesunden, indem er, wenn er genesen ist, nicht mehr zurücktreten30Wie dies bei einem Sterbenskranken der Fall ist; cf. Bb. Fol. 146b.kann, und sie gleicht der Schenkung eines Sterbenskranken, denn, wenn er gesagt hat, daß sein Darlehen31Das er bei einem dritten hat.jenem gehören soll, so gehört32Obgleich es sich beim dritten befindet u. jener nicht zugegen ist.das Darlehen jenem.", "Šemuél sagt, er wisse nicht, wie darüber zu urteilen sei, denn er beschloß vielleicht, sie ihm nur durch Beurkundung33Da sie überflüssigerweise eine Zueignung enthält.zuzueignen, und es gibt keine Beurkundung nach dem Tode34Die Zueignung müßte bei Lebzeiten erfolgen. R. richtet sich hierbei nach der Wahrscheinlichkeit, daß er dadurch seine Rechte verdoppeln wollte.. –" ], [ "Vielmehr, beide richten sich nach der Wahrscheinlichkeit;", "nach demjenigen, welcher sagt, die Halakha sei so, stimmt dies, aber auch derjenige, welcher sagt, die Halakha sei nicht so, richtet sich nach der Wahrscheinlichkeit, denn er tat dies wegen der Zuneigung, und die Zuneigung ist erfolgt35Die Wahrscheinlichkeit ist eben, daß er ihr alles für jeden Fall verschrieben hat..", "R. Ḥanina saß vor R. Jonnaj und trug vor: Die Halakha ist wie R. Elea͑zar b. A͑zarja. Da sprach dieser zu ihm: Geh, halte deinen Vortrag draußen; die Halakha ist nicht wie R. Elea͑zar b. A͑zarja.", "R. Jiçḥaq b. Evdämi sagte im Namen unseres Meisters36Nach Raschi Rabh, nach den Tosaphisten Rabbi.: die Halakha sei wie R. Elea͑zar b. A͑zarja. R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie R. Elea͑zar b. A͑zarja.", "In seinem eigenen Namen sagte R. Naḥman, die Halakha sei nicht wie R. Elea͑zar b. A͑zarja. Die Nehardee͑nser aber sagen im Namen R. Naḥmans, die Halakha sei wie R. Elea͑zar b. A͑zarja. Und obgleich R. Naḥman verwünscht und gesagt hat: einem Richter, der nach R. Elea͑zar b. A͑zarja entscheidet, geschehe dies und jenes, ist dennoch die Halakha wie R. Elea͑zar b. A͑zarja. Und die Halakha für die Praxis ist wie R. Elea͑zar b. A͑zarja.", "Rabin fragte: Wie ist es, wenn sie unter den Baldachin gekommen und nicht beschlafen worden ist: erfolgt38Nach RE., nach dem hierbei die Verheiratung erforderlich ist.die Aneignung durch die Liebschaft unter dem Baldachin oder erfolgt sie durch die Liebschaft bei der Beiwohnung? –", "Komm und höre: R. Joseph lehrte: Er verschrieb sie ihr nur wegen der Liebschaft in der ersten Nacht. Erklärlich ist es, daß er von der ersten Nacht spricht, wenn du sagst, die Aneignung erfolge durch die Liebschaft unter dem Baldachin, aber erfolgt denn, wenn du sagst, sie erfolge durch die Liebschaft bei der Beiwohnung, diese nur in der ersten Nacht und nicht auch weiterhin!? –", "Erfolgt denn, wenn durch [die Liebschaft unter dem] Baldachin, diese nur nachts und nicht am Tage!? – Nach deiner Auffassung erfolgt die Beiwohnung nur nachts und nicht am Tage, während doch Raba sagte, in einem finsteren Räume sei es39Die Beiwohnung am Tage zu vollziehen.erlaubt!? – Das ist kein Einwand, er lehrt uns das übliche, die Beiwohnung nachts [zu vollziehen], aber hinsichtlich des Baldachins ist dies ja ein Einwand!? –", "Auch hinsichtlich des Baldachins ist dies kein Einwand; der Baldachin führt zur Beiwohnung, und er lehrt uns das übliche, sie nachts [zu vollziehen].", "R. Aši fragte: wie ist38Nach RE., nach dem hierbei die Verheiratung erforderlich ist.es, wenn sie unter den Baldachin gekommen ist und Menstruation bekommen hat: gilt, wenn du entscheidest, die Aneignung erfolge durch die Liebschaft unter dem Baldachin, dies nur dann, wenn der Baldachin zur Beiwohnung führt, nicht aber, wenn der Baldachin nicht zur Beiwohnung führt, oder gibt es hierbei keinen Unterschied. – Dies bleibt unentschieden.", "R. JEHUDA SAGT, WENN ER WILL, SCHREIBE ER EINER JUNGFRAU &C. Ist R. Jehuda denn der Ansicht, es sei40Wenn eine Teilzahlung der Schuld erfolgt.eine Quittung zu schreiben, wir haben ja gelernt, daß, wenn jemand einen Teil seiner Schuld bezahlt, [der Gläubiger] ihm, wie R. Jehuda sagt, [den Schuldschein] umtausche41Gegen einen anderen Schuldschein über den zurückbleibenden Betrag, weil der Schuldner nicht verpflichtet ist, eine Quittung vor Verlust zu bewahren., und wie R. Jose sagt, eine Quittung42Durch den Umtausch des Schuldscheines würde der Gläubiger seine Rechtsansprüche bis zum Datum des letzteren verlieren.schreibe!?", "R. Jirmeja erwiderte: Die Quittung darin43Sie schreibe die Quittung auf die Urkunde über die Morgengabe, sodaß der Ehemann sie nicht zu verwahren braucht..", "Abajje erwiderte: Du kannst auch sagen, die Quittung braucht nicht darin [enthalten zu sein]. Allerdings ist da, wenn jemand tatsächlich bezahlt, zu berücksichtigen, er könnte die Quittung verlieren und jener den Schuldschein vorzeigen und nochmals [Zahlung] einfordern, hierbei aber: gibt er ihm denn etwas!? Es sind nur Worte, die sie zu ihm spricht; verwahrt er [die Bescheinigung], so ist es recht, wenn aber nicht, so hat er selber sich geschädigt. –", "Allerdings erklärt Abajje nicht wie R. Jirmeja, weil es nicht heißt: [sie schreibe] die Quittung darin, weshalb aber erklärt R. Jirmeja nicht wie Abajje? Bei dieser Quittung sind andere Quittungen zu berücksichtigen44Alan könnte veranlaßt werden, auch in anderen Fällen Quittungen zu schreiben.. –", "Nur wenn sie es ihm schreibt, nicht aber, wenn es mündlich erfolgt; weshalb denn, dies ist ja eine Geldangelegenheit, und wir wissen von R. Jehuda, daß er der Ansicht ist, inbetreff der Geldangelegenheit sei eine Vereinbarung45Die man bei der Verheiratung mit seiner Frau trifft.gültig!?", "Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand zu einem Weibe sagt: sei mir angetraut mit der Bedingung, daß du an mich keinen Anspruch auf Kost, Kleidung und Beiwohnung hast, so ist sie ihm angetraut und seine Bedingung ungültig46Weil sie gegen die Bestimmung des Gesetzes ist, cf. Ex. 21,10.– so R. Meír; R. Jehuda sagt, inbetreff der Geldangelegenheit sei seine Bedingung gültig. –", "R. Jehuda ist der Ansicht, die Morgengabe sei rabbanitisch, und die Weisen haben für ihre Worte eine größere Festigung getroffen als für die der Tora47Damit man sie nicht vernachlässige.. –", "Der Fruchtgenuß48Von den Nießbrauchgütern der Frau, der nach einer rabb. Bestimmung dem Ehemanne zusteht.ist ja ebenfalls rabbanitisch, und die Rabbanan haben dabei keine Festigung49Der Ehemann kann darauf verzichten.getroffen!? Wir haben nämlich gelernt: R. Jehuda sagt, er genieße50Wenn er auf den Fruchtgenuß verzichtet hat.die Früchte der Früchte51Er kann für den Ertrag der Früchte ein anderes Feld kaufen u. von diesem die Früchte genießen.solange, bis er ihr schreibt: ich entsage mich des Rechtes und des Anspruches auf deine Güter, deren Früchte und der Früchte ihrer Früchte bis ins Unendliche;" ], [ "und uns ist es bekannt, unter ‘schreibt’ sei zu verstehen: er sage!?", "Abajje erwiderte: Eine Morgengabe hat jede [Frau], Früchte aber hat nicht jede; bei dem, was häufig ist, haben die Rabbanan eine Festigung getroffen, bei dem, was selten ist, haben die Rabbanan keine Festigung getroffen. –", "Auch der Fall von den Eselstreibern ist ja häufig, dennoch haben die Rabbanan bei diesen keine Festigung getroffen!?", "Wir haben nämlich gelernt: Wenn Eselstreiber52Die Getreide feilbieten.in eine Stadt kommen und einer sagt, sein [Getreide] sei neu53Nicht genügend trocken; vgl. S. 71 Anm. 222.und seines Gefährten alt, seines sei nicht fertig54Zum Genüsse, durch Entrichtung der priesterl. Abgaben.und seines Gefährten fertig, so sind sie nicht glaubhaft; R. Jehuda sagt, sie seien glaubhaft55Obgleich das Verbot der von ihnen herrührenden Feldfrüchte (Demaj) rabbanitisch ist..", "Abajje erwiderte: Bei Entschiedenem haben die Rabbanan für ihre Bestimmung eine Festigung getroffen, bei Zweifelhaftem56Im angezogenen Falle liegt nur ein Zweifel vor, es ist nicht sicher, daß das Getreide unverzehntet ist.haben sie für ihre Bestimmung keine Festigung getroffen. Raba erwiderte: Beim Demaj haben sie erleichtert58Da auch vom gewöhnlichen Volke die meisten die priesterl. Abgaben entrichten..", "R. MEÍR SAGT, WENN JEMAND MINDERT &C. Wenn er mindert, auch durch Vereinbarung, demnach ist er der Ansicht, seine Vereinbarung sei ungültig und sie erhalte wohl; sie war nämlich, als er ihr sagte, sie werde nur eine Mine erhalten, damit nicht einverstanden59Es heißt nicht ‘die nicht erhält’, sondern ‘mindert’, wonach sie den vollen Betrag verlangt., und seine Beiwohnung ist somit eine außereheliche.", "Aber wir wissen ja von R. Meír, daß er der Ansicht60In der oben angezogenen Lehre von der Verweigerung von Kost, Kleidung und Beiwohnung.ist, die Vereinbarung gegen eine Bestimmung der Tora sei ungültig, wonach sie gegen eine rabbanitische Bestimmung gültig ist!? – R. Meír ist der Ansicht, die Morgengabe sei [eine Bestimmung] der Tora.", "Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Wenn jemand einer Jungfrau die zweihundert [Zuz] oder einer Witwe die Mine mindert, so ist seine Beiwohnung eine außereheliche. R. Jose sagt, man dürfe dies. R. Jehuda sagt, wenn er will, schreibe er einer Jungfrau eine Urkunde über zweihundert [Zuz], und sie bestätige ihm, eine Mine erhalten zu haben, desgleichen einer Witwe über eine Mine, und sie bestätige ihm, fünfzig [Zuz] erhalten zu haben. –", "Ist R. Jose denn der Ansicht, man dürfe dies, ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Man bestimme nicht bewegliche Güter als Morgengabe der Frau, als vorsorgende61Sie könnten abhanden kommen od. im Werte sinken.Institution. R. Jose sprach: Was ist dies für eine vorsorgende Institution, sie haben ja keinen festen Preis und können Minderwert62Während sie einen bestimmten Betrag zu erhalten hat.erleiden !?", "Da nun der erste Autor ebenfalls sagt, man dürfe es nicht, so ist dies wohl wie folgt zu verstehen: Dies nur, wenn man keine Haftpflicht übernommen hat, wenn man aber Haftpflicht übernommen hat, darf man63Da er für diese haftbar u. die Preisminderung nicht zu berücksichtigen ist.dies. Hierzu sprach R. Jose: Wieso darf man dies, wenn man Haftpflicht übernommen hat, sie haben ja keinen festen Preis und können Minderwert erleiden!?", "Wenn R. Jose da berücksichtigt, sie könnten vielleicht Minderwert erleiden, um wieviel mehr hierbei, wo er ihr [die Morgengabe] sicher mindert!? – Es ist nicht gleich; da weiß sie es nicht, um darauf verzichten zu können, hierbei aber weiß sie es und verzichtet darauf.", "Die Schwester des Rami b. Ḥama war mit R. Ivja verheiratet und verlor ihre [Urkunde über die] Morgengabe." ], [ "Da kamen sie zu R. Joseph, und er sprach zu ihnen: Folgendes sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls: dies64Daß ohne Morgengabe die Beiwohnung eine außereheliche sei.ist die Ansicht R. Meírs,", "die Weisen aber sagen, man dürfe mit seiner Frau zwei, drei Jahre ohne [Urkunde über die] Morgengabe weilen. Abajje sprach zu ihm: R. Naḥman sagte ja im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie R. Meír bei seinen Erschwerungen !? – Wenn dem so ist, so gehe und schreibe ihr eine.", "Als R. Dimi kam, sagte er im Namen des R. Šimo͑n b. Pazi im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi im Namen des Bar Qappara: Der Streit65Zwischen R. Jehuda u. R. Jose ob. Fol. 56a.besteht nur über den Fall, wenn es zu Beginn erfolgt, wenn aber am Schlusse, stimmen alle überein, dies66Wenn sie sich mündlich mit der Minderung ihrer Morgengabe einverstanden erklärt; sie hat die Morgengabe bereits erworben, u. der Verzicht kann nur durch Quittung erfolgen.sei kein Verzicht. R. Joḥanan aber sagte, sie streiten über den einen und über den anderen Fall. R. Abahu sprach: Mir wurde von R. Joḥanan erklärt : ich und R. Jehošua͑ b. Levi streiten nicht miteinander.", "Unter Beginn, von dem R. Jehošua͑ b. Levi spricht, ist der Beginn der Antrauung67Wörtl. Baldachin; wenn sie unter den Baldachin zur Antrauung kommt., und unter Schluß ist der Schluß der Beiwohnung68Nach der Beiwohnung ist nach beider Ansicht der mündliche Verzicht ungültig.zu verstehen. Wenn ich also sage, sie streiten über den einen und den anderen Fall, so verstehe ich darunter den Beginn der Antrauung und den Schluß der Antrauung, das ist nämlich der Beginn der Beiwohnung.", "Als Rabin kam, sagte er im Namen des R. Šimo͑n b. Pazi im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi im Namen Bar Qapparas: Der Streit besteht nur über den Fall, wenn es am Schlusse erfolgt, wenn aber zu Beginn, stimmen alle überein, dies sei ein Verzicht. R. Joḥanan aber sagte, sie streiten über den einen und den anderen Fall. R. Abahu sprach : Mir wurde von R. Joḥanan erklärt : ich und R. Jehošua͑ b. Levi streiten nicht miteinander. Unter Schluß, von dem R. Jehošua͑ b. Levi spricht, ist der Schluß der Antrauung, und unter Beginn, Beginn der Antrauung69Sie hat die Morgengabe noch nicht erworben u. kann darauf mündlich verzichten.zu verstehen. Wenn ich also sage, sie streiten über den einen und den anderen Fall, so verstehe ich darunter den Beginn der Beiwohnung und den Schluß der Beiwohnung.", "R. Papa sagte: Hätte R. Abahu nicht gesagt, ihm sei von R. Joḥanan erklärt worden, daß er und R. Jehošua͑ b. Levi nicht miteinander streiten, so würde ich gesagt haben, R. Joḥanan und R. Jehošua͑ b. Levi streiten miteinander, aber R. Dimi und Rabin70Die ihre Ansichten entgegengesetzt vortrugen.streiten nicht miteinander.", "Unter Schluß, von dem Rabin spricht, sei der Schluß der Antrauung, und unter Beginn, von dem R. Dimi spricht, sei der Beginn der Beiwohnung zu verstehen. –", "Was sagt er damit71RA. sagte es wohl, somit sind seine Worte gegenstandslos.?", "Folgendes lehrt er uns: eher führen zwei Amoräer einen eigenen Streit, als daß sie einen Streit führen über die Ansicht eines anderen Amoräers.", "i MAN GEBE EINER JUNGFRAU, SOBALD DER MANN SIE AUFGEFORDERT72Vorbereitungen zur Heirat zu treffen.HAT, [EINE FRIST VON] ZWÖLF MONATEN, UM SICH AUSZUSTATTEN, UND WIE MAN SIE DER FRAU GIBT, EBENSO GEBE MAN SIE DEM MANNE, UM SICH AUSZUSTATTEN; EINER WITWE DREISSIG TAGE. WENN DIE ZEIT HERANREICHT, UND SIE73Cf. supra Fol. 2b.NICHT GEHEIRATET WERDEN, SO SIND SIE AUF SEINE KOSTEN ZU UNTERHALTEN UND DÜRFEN74Wenn er Priester ist.HEBE ESSEN.", "R. TRYPHON SAGT, MAN DÜRFE IHR ALLES IN HEBE75Die sie während der Zeit ihrer Unreinheit, wo sie diese nicht genießen darf, verkaufen u. für den Erlös Profanes kaufen kann.GEBEN; R. A͑QIBA SAGT, DIE HÄLFTE PROFANES UND DIE HÄLFTE HEBE iii.", "DER SCHWAGER BERECHTIGT76Die kinderlose Witwe seines Bruders, an der er die Schwagerehe zu vollziehen hat.NICHT ZUM ESSEN VON HEBE, VERBRACHTE SIE SECHS MONATE UNTER IHREM MANNE77Angetraut u. nicht verheiratet.UND SECHS MONATE UNTER DEM SCHWAGER78Der ebenfalls bis zum Ablauf der 12 Monate warten muß., ODER ALLE UNTER IHREM MANNE, BIS AUF EINEN TAG UNTER DEM SCHWAGER, ODER ALLE UNTER DEM SCHWAGER, BIS AUF EINEN TAG UNTER IHREM MANNE, SO DARF SIE KEINE HEBE ESSEN.", "SO DIE URSPRÜNGLICHE MIŠNA ; EIN SPÄTERES GERICHT ABER LEHRTE, \n" ], [ "DIE FRAUDÜRFE NICHT EHER HEBE ESSEN, ALS BIS SIE UNTER DEN BALDACHIN GEKOMMEN IST.", "GEMARA. Woher dies? R. Ḥisda erwiderte: Die Schrift sagt:79Gen. 24,55.da sprachen ihr Bruder und ihre Mutter: das Mädchen möge bei uns [einige] Tage [jamim] oder zehn bleiben.", "Was ist nun unter jamim zu verstehen; wollte man sagen, zwei80Das Minimum der Mehrzahl.Tage, so pflegt man ja nicht so zu verhandeln: wenn sie ihm zwei Tage sagten, und er dies verneinte, wieso sollten sie dann zu ihm zehn gesagt haben!? Vielmehr ist unter jamim ein Jahr zu verstehen, wie es heißt :81Lev. 25,29.ein Jahr [jamim] soll sein Einlösungsrecht bestehen. –", "Vielleicht ein Monat, wie es heißt :82Num. 11,20.bis zu einem Monat von Tagen [jamim]!? – Ich will dir sagen, man folgere hinsichtlich jamim schlechthin von jamim schlechthin, nicht aber hinsichtlich jamim schlechthin von jamim in Verbindung mit Monat.", "R. Zera sagte: Es wird gelehrt: Eine Minderjährige kann es83Daß die Verheiratung nach Ablauf von 12 Monaten erfolge; sie kann dies bis zu ihrer Großjährigkeit verschieben.selber sowohl als auch ihr Vater verweigern. – Einleuchtend ist es, daß sie selber es verweigern kann, wieso aber ihr Vater; wenn sie selber einverstanden ist, was geht es den Vater an!? – Er denkt [wie folgt] : jetzt versteht sie es nicht, morgen aber widersetzt sie sich ihm84Wenn ihr die eheliche Pflicht zuwider ist.und geht fort, sodann kommt sie und fällt mir zur Last.", "R. Abba b. Levi sagte: Man verabrede nicht über eine Minderjährige, sie minderjährig zu verheiraten, wohl aber verabrede man über eine Minderjährige, sie großjährig zu verheiraten. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, es sei zu befürchten, sie könnte schon jetzt von einer Angst befallen werden und erkranken, so lehrt er uns.", "R. Hona sagte: Wenn sie einen Tag mannbar war und angetraut wird, gebe man ihr85Frist bis zur Verheiratung.dreißig Tage, gleich einer Witwe. Man wandte ein: Die Mannbarwerdung gleicht der Aufforderung72Vorbereitungen zur Heirat zu treffen.. Doch wohl der Aufforderung einer Jungfrau!? – Nein, der Aufforderung einer Witwe. –", "Komm und höre: Wenn sie mannbar ist und die zwölf Monate86Seit der Aufforderung, Vorbereitungen zur Heirat zu treffen. verstrichen sind, so kann ihr Ehemann, wie R. Elie͑zer sagt, da er zu ihrem Unterhalte verpflichtet ist, [ihre Gelübde] aufheben87Cf. Num. 30,7ff.. – Lies: wenn sie mannbar ist oder die zwölf Monate verstrichen sind, so kann ihr Ehemann, wie R. Elie͑zer sagt, da er zu ihrem Unterhalte verpflichtet ist, [ihre Gelübde] aufheben. –", "Komm und höre: Wenn jemand sich eine Jungfrau angelobt hat, so gebe man ihr, einerlei ob der Mann sie auffordert und sie nicht will, oder sie ihn auffordert und er nicht will, zwölf Monate seit der Aufforderung und nicht seit der Antrauung. Die Mannbarwerdung gleicht der Aufforderung, und zwar: wenn sie einen Tag mannbar war und angetraut wird, gebe man ihr zwölf Monate; einer verlobten dreißig Tage. Dies ist eine Widerlegung R. Honas. Eine Widerlegung. –", "Was heißt einer Verlobten dreißig Tage? R. Papa erwiderte: Er meint es wie folgt: wenn einer mannbaren [Verlobten] zwölf Monate der Mannbarkeit verstrichen sind und sie angetraut wird, gebe man ihr dreißig Tage, gleich einer Witwe.", "WENN DIE ZEIT HERANREICHT UND SIE NICHT GEHEIRATET WERDEN. U͑la sagte: Nach der Tora darf eine [mit einem Priester] verlobte Jisraélitin Hebe essen, denn es heißt :88Lev. 22,11.wenn ein Priester eine Seele kauft, für sein Geld angeeignet, und diese ist für sein Geld angeeignet, nur sagten sie deshalb, sie dürfe nicht essen, weil sie, wenn man ihr im Hause ihres Vaters einen Becher [von Hebe] einschenkt, ihn auch ihrem Bruder und ihrer Schwester zu trinken geben könnte. –", "Demnach sollte es auch von dem Falle gelten, wenn die Zeit heranreicht und sie nicht geheiratet werden!? – In diesem Falle weist er ihr einen Aufenthaltsort an89Da er sie zu unterhalten hat u. nicht wünscht, daß sie seine Viktualien an ihre Angehörigen verteile.. –", "Demnach sollte ein Priester, der Erntesammler bei Jisraéliten ist, keine Hebe essen dürfen, weil sie veranlaßt werden könnten, mit ihm zu essen !? – Sie beköstigen ihn sogar von ihrem, wie sollten sie von seinem essen!?", "R. Šemuél b. R. Jehuda erklärte: Wegen einer Aufhebung90Er könnte an ihr einen zur Aufhebung der Verlobung veranlassenden Fehler entdecken; die Verlobung ist dann rückwirkend ungültig u. sie Hebe zu genießen unberechtigt.. –", "Demnach sollte es auch von dem Falle gelten, wenn sie unter den Baldachin gekommen und nicht beschlafen worden ist!? – Dann läßt er sie untersuchen und nimmt sie erst nachher. –", "Demnach sollte ein von einem Jisraéliten gekaufter Sklave eines Priesters keine Hebe essen dürfen, wegen der Aufhebung91Er könnte am Sklaven einen Fehler entdecken, der den Verkauf aufhebt.!? – Bei einem Sklaven gibt es keine Aufhebung. Äußerliche [Fehler] sieht92Wenn er ihn trotzdem gekauft hat, war er einverstanden.man, auf heimliche achtet man nicht, da man ihn nur zur Arbeit braucht; ergibt es sich, daß er ein Dieb oder" ], [ "Würfelspieler ist, so muß man ihn93Man kann dieserhalb nicht zurücktreten, da man bei einem Sklaven damit zu rechnen hat.behalten ; zu berücksichtigen wäre nur, er könnte ein Räuber oder der Regierung verschrieben94Zum Tode verurteilt.sein, aber solche sind bekannt92Wenn er ihn trotzdem gekauft hat, war er einverstanden.. –", "Merke, sie darf ja weder nach diesem noch nach jenem [Hebe] essen, welcher Unterschied besteht nun zwischen ihnen!? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen, wenn er einverstanden95Mit dem Leibesfehler; in diesem Falle ist nur die Begründung U͑.s stichhaltig.war, oder [der Vater] sie übergeben96Den Boten des Ehemannes (ob. Fol. 48b).hat oder mitgegangen ist97Mit den Boten des Ehemannes; in diesen Fällen befindet sie sich nicht mehr bei ihren Angehörigen, u. die Begründung U͑.s ist nicht stichhaltig..", "R. TRYPHON SAGT, MAN DÜRFE IHR ALLES IN HEBE GEBEN &C. Abajje sagte: Ihr Streit besteht nur über eine Priesterstochter98Die in der Behandlung von Hebe erfahren ist u. weiß, wann sie diese nicht genießen darf.mit einem Priester, hinsichtlich einer Jisraélitin mit einem Priester aber stimmen alle überein, die Hälfte Profanes und die Hälfte Hebe.", "Ferner sagte Abajje: Ihr Streit besteht nur über eine Verlobte99Tochter eines Priesters; sie weilt noch im Hause ihres Vaters, der auf die Reinhaltung der Hebe achtet., hinsichtlich einer Verheirateten100Die aus irgend einem Grunde (cf. infra Fol. 64b) nicht bei ihrem Ehemanne weilt.aber stimmen alle überein, die Hälfte Profanes101Damit sie für die Zeit ihrer Unreinheit nicht solches zu besorgen brauche.und die Hälfte Hebe.", "Desgleichen wird gelehrt : R. Tryphon sagt, man dürfe ihr alles in Hebe geben ; R. A͑qiba sagt, die Hälfte Profanes und die Hälfte Hebe. Dies gilt nur von einer Priesterstochter mit einem Priester, hinsichtlich einer Jisraélitin mit einem Priester aber stimmen alle überein, die Hälfte Profanes und die Hälfte Hebe. Ferner gilt dies nur von einer Verlobten, hinsichtlich einer Verheirateten aber stimmen alle überein, die Hälfte Profanes und die Hälfte Hebe.", "R. Jehuda b. Bethera sagt, man gebe ihr zwei Teile Hebe und einen Teil Profanes. R. Jehuda sagt, man gebe ihr alles in Hebe, und sie verkaufe es und kaufe102Eigentl. übereinstimmend mit RT.; nach der Erklärung Raschid erhält sie nach RT. Hebe nur das Quantum ihres Verbrauches, nach RJ. dagegen mehr, weil diese nicht für jeden verwendbar ist, u. sie beim Umtausche mehr abgeben muß, als sie Profanes erhält.dafür Profanes. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, man gebe ihr in allen Fällen, wo Hebe genannt103In der bezügl. Lehre.wird, doppelt soviel als Profanes. – Welcher Unterschied besteht zwischen ihnen? –", "Der Unterschied zwischen ihnen besteht in der Bemühung104Nach Käufern zu suchen; nach RŠ. gebe man ihr doppelt soviel, damit sie es für die Hälfte abgeben u. ohne jede Mühe Käufer finden könne..", "DER SCHWAGER BERECHTIGT NICHT ZUM ESSEN VON HEBE. Aus welchem Grunde? Der Allbarmherzige sagt:88Lev. 22,11.für sein Geld angeeignet, während diese die Angeeignete seines Bruders ist.", "VERBRACHTE SIE SECHS MONATE UNTER IHREM MANNE. Wenn sie es nicht darf, wie du sagst, falls unter ihrem105Wenn sie 12 Monate weniger einen Tag unter ihrem Manne weilte.Manne, um wieviel weniger, wenn unter dem Schwager106Der 2. Fall ist überflüssig.!? – Er lehrt das eine, und um so mehr das andere.", "SO DIE URSPRÜNGLICHE MIŠNA &C. Aus welchem Grunde? U͑la, nach anderen R. Šemuél b. Jehuda, erwiderte: Wegen der Aufhebung107Gf. Anm. 90 mut. mut.. –", "Allerdings wird nach U͑la in der ursprünglichen [Mišna] berücksichtigt, man könnte ihr im Hause ihres Vaters einen Becher [Hebe] einschenken108Und sie ihn ihren Angehörigen zu trinken geben., und in der letzteren die Aufhebung107Gf. Anm. 90 mut. mut.," ], [ "nach R. Šemuél b. Jehuda109Ob. Fol. 57b.aber wird in der ursprünglichen die Aufhebung berücksichtigt und in der letzteren ebenfalls die Aufhebung, welcher Unterschied besteht demnach zwischen110Dh. wieso sind sie verschiedener Ansicht hinsichtl. des Zeitpunktes.ihnen!? –", "Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich der fremden111Durch andere Frauen.Untersuchung; nach der einen gilt die fremde Untersuchung als Untersuchung112Er kann nicht mehr wegen eines Fehlers zurücktreten; sie darf daher nach Ablauf der Frist Hebe essen., und nach der anderen gilt die fremde Untersuchung nicht als Untersuchung113Sie darf Hebe essen, erst wenn er selber sie zu untersuchen in der Lage war..", "iv WENN JEMAND DIE HÄNDEARBEIT SEINER FRAU DEM HEILIGTUMS WEIHT, SO DARF SIE ARBEITEN UND [DEN ERTRAG]114Da er, wenn sie auf den Unterhalt verzichtet, nicht ihm gehört.VERZEHREN ; WENN DEN ÜBERSCHUSS115Ihrer Arbeit über ihren Unterhalt., SO IST ER, WIE R. MEÍR SAGT, HEILIG, UND WIE R. JOḤANAN DER SCHUSTER SAGT, PROFAN.", "GEM ARA. R. Hona sagte im Namen Rabhs: Eine Frau kann zu ihrem Manne sagen, sie wolle nicht unterhalten werden und nicht arbeiten. Er ist der Ansicht, die Bestimmung der Rabbanan116Daß die Frau für den Mann arbeite u. er sie unterhalte.bezwecke hauptsächlich ihre Ernährung117Weil oft ihre Arbeit für ihren Unterhalt nicht reicht., und nur um Mißhelligkeit [vorzubeugen118Damit er wegen der Ausgaben nicht ärgerlich sei; hauptsächlich aber ist diese Bestimmung im Interesse der Frau getroffen worden., gehört ihm] ihre Händearbeit; wenn sie aber sagt, sie wolle weder unterhalten sein noch arbeiten, so steht es ihr frei.", "Man wandte ein: Sie haben ihre Ernährung angeordnet für ihre Händearbeit!? – Lies: sie haben ihm ihre Händearbeit für ihre Ernährung [zugesprochen].", "Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Wenn jemand die Händearbeit seiner Frau dem Heiligtume weiht, so darf sie arbeiten und [den Ertrag] verzehren. Doch wohl, wenn sie [von ihm] ernährt wird. – Nein, wenn sie nicht [von ihm] ernährt wird. –", "Wozu braucht dies, wenn sie nicht [von ihm] ernährt wird, gelehrt zu werden!? Auch nach demjenigen, welcher sagt, der Herr könne zu seinem Sklaven sagen, arbeite bei mir und ich ernähre dich nicht, gilt dies nur von einem kenaa͑nitischen Sklaven, von dem es nicht mit dir heißt, nicht aber von einem hebräischen Sklaven, von dem es mit dir heißt, und um so weniger von seiner Frau. –", "Nötig ist der Schlußsatz : wenn den Überschuß, so ist er, wie R. Meír sagt, heilig, und wie R. Joḥanan der Schuster sagt, profan.", "Er streitet somit gegen Reš Laqiš, denn Reš Laqiš sagte: Man erkläre nicht den Grund R. Meírs, er sei der Ansicht man könne dem Heiligtume weihen, was noch nicht auf die Welt gekommen ist, vielmehr ist folgendes der Grund R. Meírs: da er sie zur Arbeit zwingen kann, so ist es ebenso als würde er zu ihr gesagt haben: deine Hände119Die bereits vorhanden sind.sollen ihrem Schöpfer geweiht sein. –", "Er hat dies ja nicht gesagt!? – Da wir von R. Meír wissen, daß er der Ansicht ist, niemand bringe Worte unnütz120Wie dies bei der Heiligung der noch garnicht vorhandenen Händearbeit der Fall ist.hervor, so ist es ebenso, als würde er zu ihr gesagt haben: deine Hände sollen ihrem Schöpfer geweiht sein. –", "Ist R. Meír denn der Ansicht, man könne nicht dem Heiligtume weihen, was noch nicht auf die Welt gekommen ist, es wird ja gelehrt: Wenn jemand zu einer Frau sagt: sei mir angetraut, sobald ich Proselyt geworden bin, sobald du Proselytin geworden bist, sobald ich Freier geworden bin, sobald du Freie geworden bist, sobald dein Mann gestorben ist, sobald deine Schwester121Die er zur Frau hat.gestorben ist, sobald dein Schwager an dir die Ḥaliça vollzogen hat, so ist sie122Obgleich bis dahin die Heirat ungültig ist u. somit einer noch nicht vorhandenen Sache gleicht.ihm, wie R. Meír sagt, angetraut!? –", "Hieraus ist dies [zu entnehmen], aus jener [Lehre] nicht.", "WENN DEN ÜBERSCHUSS, SO IST ER, WIE R. MEÍR SAGT, HEILIG. Wann ist er heilig? – Rabh und Šemuél sagten beide, der Überschuß sei nach ihrem Tode123Wo er sie beerbt.heilig, und R. Ada b. Ahaba sagte, der Überschuß sei schon bei ihren Lebzeiten heilig.", "R. Papa wandte ein : In welchem Falle : wollte man sagen, wenn er ihr Ernährung und die Silbermaa͑124Eine Art Nadelgeld; hierüber weit. Fol. 64b.für ihre Bedürfnisse gibt, was ist der Grund desjenigen, welcher sagt, er sei erst nach ihrem Tode heilig,", "und wenn er ihr Ernährung und die Silbermaa͑ für ihre Bedürfnisse nicht gibt, was ist der Grund desjenigen, welcher sagt, er sei schon bei ihren Lebzeiten heilig!? –", "Wenn er ihr Ernährung gibt, jedoch nicht die Silbermaa͑ für ihre Bedürfnisse. Rabh und Šemuél sind der Ansicht," ], [ "man habe die Ernährung für ihre Händearbeit und die Silbermaa͑ für den Überschuß angeordnet, und da er ihr die Silbermaa͑ nicht gibt, gehört der Überschuß ihr ; R. Ada b. Ahaba ist der Ansicht, man habe die Ernährung für den Überschuß und die Silbermaa͑ für ihre Händearbeit angeordnet, und da er ihr Ernährung gibt, gehört der Überschuß ihm. –", "Worin besteht ihr Streit? – Einer ist der Ansicht, das Beständige124Arbeit verrichtet sie immer u. ebenso bedarf sie immer der Ernährung, dagegen aber ist ein Überschuß selten, wie auch ihre anderen Bedürfnisse seltener sind.für das Beständige, und einer ist der Ansicht, das Festgesetzte125Für ihre Bedürfnisse ist ein Betrag festgesetzt, u. desgleichen ist die von ihr zu leistende Arbeit festgesetzt (weit. Fol. 64b), dagegen aber gibt es weder für den Überschuß noch für ihre Ernährung eine Festsetzung.für das Festgesetzte.", "Man wandte ein: Sie haben ihre Ernährung für ihre Händearbeit angeordnet!? – Lies: für den Überschuß ihrer Händearbeit. –", "Komm und höre; Gibt er ihr nicht die Silbermaa͑ für ihre Bedürfnisse, so gehört ihre Händearbeit ihr!? – Lies: so gehört der Überschuß ihrer Händearbeit ihr. –", "Hierzu wird ja aber gelehrt: wieviel muß sie für ihn arbeiten? Das Gewicht von fünf Sela͑ Kettenfäden in Judäa126Er spricht demnach von der zu leistenden Arbeit.!? – Er meint es wie folgt: wieviel beträgt ihre Händearbeit, um den Überschuß zu bemessen? Das Gewicht von fünf Sela͑ Kettenfäden in Judäa, gleich zehn Sela͑ in Galiläa.", "Šemuél sagte: Die Halakha ist wie R. Joḥanan der Schuster. –", "Kann Šemuél dies denn gesagt haben, wir haben ja gelernt: [Sagte sie:] Qonam sei meine Arbeit für deinen Mund127Dh. der Genuß davon sei dir verboten., so braucht er es nicht128Die Arbeit gehört ihm u. sie kann darüber nicht geloben.aufzunehmen ; R. A͑qiba sagt, er müsse es aufheben, weil sie mehr betragen kann, als ihm zukommt. R. Joḥanan b. Nuri sagt, er müsse es aufheben, weil, wenn er sich von ihr scheiden läßt, sie nicht mehr zu ihm zurückkehren129Durch die Scheidung wird ihr Gelübde gültig, u. unter dieser Beschränkung ist sie ihm verboten.darf.", "Hierzu sagte Šemuél, die Halakha sei wie R. Joḥanan130Ihr Gelübde wird bei der Scheidung gültig, obgleich sie beim Geloben nicht geschieden war, demnach kann man dem Heiligtume das weihen, was noch nicht vorhanden ist.b. Nuri!? – Die Worte Šemuéls, die Halakha sei wie R. Joḥanan b. Nuri, beziehen sich auf die Mehrleistung131Als sie verpflichtet ist; über den erzielten Gewinn kann sie verfügen.. –", "Sollte er doch gesagt haben, die Halakha sei wie R. Joḥanan b. Nuri inbetreff der Mehrleistung, oder: die Halakha sei nicht wie der erste Autor, oder: die Halakha sei wie R. A͑qiba!? –", "Vielmehr, erwiderte R. Joseph, vom Qonam132Wobei die Sache nicht an sich heilig, sondern nur einer bestimmten Person verboten wird.ist nichts einzuwenden. Anders verhält es sich beim Qonam: da man Früchte eines anderen für sich [durch Qonam] verboten133Dagegen aber kann man fremde Früchte nicht dem Heiligtume weihen.machen kann, kann man auch eine Sache, die noch nicht auf die Welt gekommen ist, [durch Qonam] weihen.", "Abajje sprach zu ihm: Allerdings kann man Früchte eines anderen für sich verboten machen, wie man auch seine Früchte für andere134Durch Weihung für das Heiligtum für jeden od. durch Qonam für eine bestimmte Person.verboten machen kann, wieso aber soll man das, was noch nicht auf die Welt gekommen ist, für andere verboten machen können, wo man doch Früchte eines anderen nicht für andere verboten machen135In unserem Falle ist zur Zeit des Gelobens weder die Sache, die Arbeitsleistung, noch das Verfügungsrecht über diese vorhanden.kann!?", "Vielmehr, erklärte R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, wenn sie sagt: meine Hände sollen ihrem Schöpfer geweiht sein; denn die Hände sind bereits auf der Welt vorhanden. –", "Wieso sind sie, auch wenn sie so sagt, heilig, sie sind ja [ihrem Manne] verpflichtet!? – Wenn sie sagt: sobald ich geschieden bin. –", "Ist denn der Fall möglich, das etwas sofort nicht heilig wird, später aber heilig wird!? R. Ileáj erwiderte: Wieso nicht; ist denn, wenn jemand zu seinem Nächsten sagt: das Feld, das ich dir verkaufe, sei heilig, sobald ich es von dir zurückgekauft habe, dieses nicht heilig!?", "R. Jirmeja wandte ein: Ist es denn gleich; hierbei136Wo das Feld sein Eigentum ist.ist es in seiner Hand, es zu heiligen, da aber ist es nicht in ihrer Hand, geschieden137Dies hängt vom Willen des Ehemannes ab.zu werden!? Dies gleicht vielmehr dem Falle, wenn jemand zu seinem Nächsten sagt: das Feld, das ich dir verkauft habe, sei heilig, sobald ich es von dir zurückgekauft habe; es ist nicht heilig.", "R. Papa wandte ein : Ist es denn gleich ; hierbei befinden sich die Sache und die Früchte im Besitze des Käufers, da aber befindet sich die Sache138Ihre Hände, die sie heiligt.in ihrem Beisitze!? Dies gleicht vielmehr dem Falle, wenn jemand zu seinem Nächsten sagt:" ], [ "das Feld, das ich dir verpfändet habe, sei heilig, sobald ich es von dir ausgelöst habe; es ist auch heilig.", "R. Šiša, Sohn des R. Idi, wandte ein: Ist es denn gleich; hierbei ist es in seiner Hand, es auszulösen, da aber ist es nicht in ihrer Hand, geschieden137Dies hängt vom Willen des Ehemannes ab.zu werden!? Dies gleicht vielmehr dem Falle, wenn jemand zu seinem Nächsten sagt: das Feld, das ich dir auf zehn Jahre verpfändet habe, sei heilig, sobald ich es von dir ausgelöst habe; es ist auch heilig.", "R. Aši wandte ein: Ist es denn gleich; hierbei ist es immerhin nach zehn Jahren in seiner Hand, es auszulösen, da aber ist es niemals in ihrer Hand geschieden zu werden !?", "Vielmehr, erwiderte R. Aši, vom Qonam ist nichts einzuwenden. Anders verhält es sich beim Qonam, wobei [die Sache] an sich139Es kann nicht ausgelöst werden; durch diese sachliche Heiligung wird das Anrecht des Ehemannes aufgehoben.heilig wird. Dies nach Raba, denn Raba sagte: Heiligung140Wenn jemand beispielsweise ein verpfändetes Vieh als Opfer weiht., Säuerung141Das Gesäuerte (cf. Ex. 12,15ff. u. Dt. 16,3ff.) im Besitze eines Jisraéliten wird am Pesaḥfeste verboten, auch wenn es einem Nichtjuden verpfändet ist.und Freilassung heben das Anrecht142Des Gläubigers.auf. –", "Demnach sollte es sofort heilig143Und nicht erst nach der Scheidung.sein !? – Die Rabbanan haben das Anrecht des Ehemannes144Er gilt nicht als Gläubiger, sondern als richtiger Eigentümer.gekräftigt, auf daß es nicht sofort heilig werde.", "v FOLGENDE ARBEITEN HAT DIE FRAU FÜR IHREN MANN ZU VERRICHTEN: MAHLEN, BACKEN, WASCHEN, KOCHEN, IHR KIND SÄUGEN, IHM DAS BETT MACHEN UND IN WOLLE ARBEITEN. BRACHTE SIE IHM EINE SKLAVIN145Od. entsprechendes Vermögen; weit. Fol. 61a.MIT, SO BRAUCHT SIE NICHT ZU MAHLEN, ZU BACKEN UND ZU WASCHEN; WENN ZWEI, SO BRAUCHT SIE AUCH NICHT ZU KOCHEN UND IHR KIND ZU SÄUGEN; WENN DREI, SO BRAUCHT SIE IHM AUCH NICHT DAS BETT ZU MACHEN UND IN WOLLE ZU ARBEITEN; WENN VIER, SO KANN SIE IM LEHNSTUHL146Sie ist nicht einmal zu kleinen Handlangungen verpflichtet.SITZEN.", "R. ELIE͑ZER SAGT, SELBST WENN SIE IHM HUNDERT SKLAVINNEN MITGEBRACHT HAT, KÖNNE ER SIE IN WOLLE ZU ARBEITEN ZWINGEN, DENN MÜSSIGGANG FÜHRT ZUR UNZUCHT. R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT, AUCH WENN JEMAND SEINER FRAU DIE ARBEITSLEISTUNG ABGELOBT HAT, MÜSSE ER SIE ENTLASSEN UND IHR DIE MORGENGABE AUSZAHLEN, DENN MÜSSIGGANG FÜHRT ZUM WAHNSINN.", "GEMARA. Mahlen, wie kommst du147Nach dem Wortlaute zu verstehen, die Mühle antreiben.darauf !? – Lies vielmehr: mahlen lassen148Die beim Mahlen erforderlichen Arbeiten verrichten.. Wenn du aber willst, sage ich: mit einer Handmühle.", "Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht R. Ḥijas, denn R. Ḥija lehrte: Eine Frau nur zur Schönheit; eine Frau nur wegen der Kinder. Ferner lehrte R. Ḥija: Eine Frau nur für den Frauenputz. Ferner lehrte R. Ḥija: Wer seine Frau schmücken will, kleide sie in Linnengewänder; wer seine Tochter zart machen will, lasse sie kurz vor ihrer Reife Küchlein essen und Milch trinken.", "IHR KIND SÄUGEN. Es wäre anzunehmen, daß unsere Mišna nicht die Ansicht der Schule Šammajs vertritt, denn es wird gelehrt: Wenn sie gelobt hat, ihr Kind nicht zu säugen, so ziehe sie ihm, wie die Schule Šammajs sagt, die Zitze149Das Gelübde ist gültig; demnach hat der Ehemann kein Verfügungsrecht darüber.aus dem Munde; die Schule Hillels sagt, er zwinge sie und sie säuge150Cf. Anm. 149 mut. mut.es. Wird sie geschieden, so kann er sie nicht zwingen; wenn aber [das Kind] sie kennt151Und von einer anderen nicht saugen will., zahle er ihr ihren Lohn und zwinge sie, es zu säugen, wegen der Lebensgefahr. –", "Du kannst auch sagen, sie vertrete die Ansicht der Schule Šammajs, denn da wird von dem Falle gesprochen, wenn sie gelobt und er es bestätigt hat. Die Schule Šammajs ist der Ansicht, er habe ihr den Finger zwischen die Zähne152Es ist seine Schuld, da er das Gelübde nicht aufgehoben hat.gesteckt, und die Schule Hillels ist der Ansicht, sie habe sich den Finger zwischen die Zähne gesteckt. –", "Demnach sollten sie über die Morgengabe an sich153Wenn sie gelobt hat, ihm keinen Nutzen zu gewähren, u. er das Gelübde nicht aufgehoben hat; nach der Schule Š.s ist es seine Schuld u. muß er ihr die Morgengabe auszahlen, nach der Schule H.s ist es ihre eigene Schuld.streiten !? Ferner wird gelehrt: die Schule Šammajs sagt, [eine Frau] brauche [ihr Kind] nicht zu säugen!? – Das richtige ist vielmehr, unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht der Schule Šammajs.", "«Wenn aber [das Kind] sie kennt.» Wie154Dh. in welchem Alter erkennt das Kind seine Mutter.lange?" ], [ "Raba sagte im Namen des R. Jirmeja b. Abba im Namen Rabhs, drei Monate. Šemuél sagte, dreißig Tage. R. Jiçḥaq sagte im Namen R. Joḥanans, fünfzig Tage. R. Šimi b. Abajje sagte: Die Halakha ist wie R. Jiçḥaq, der im Namen R. Joḥanans lehrte. – Allerdings ist nach Rabh und R. Joḥanan jedes nach seinem Verstande155Manches Kind erkennt seine Mutter erst nach 3 Monaten, manches aber schon mit 50 Tagen.[zu beurteilen], aber kommt denn ein Fall entsprechend der Ansicht Šemuéls vor !? –", "Als Rami b. Jeḥezqel kam, sagte er, daß man nicht auf die Normen höre, die sein Bruder Jehuda im Namen Šemuéls sagte; vielmehr sagte Šemuél: sobald es [die Mutter] kennt156Kann man auch die geschiedene Mutter zwingen, es gegen Belohnung zu säugen; ein bestimmtes Alter ist dafür nicht festgesetzt..", "Einst kam eine157Eine Geschiedene, die sich weigerte, ihr Kind zu säugen.vor Šemuél. Da sprach er zu R. Dimi b. Joseph: Geh und untersuche [das Kind]. Da ließ er sie mit anderen Frauen in einer Reihe sitzen und trug das Kind an ihnen vorüber. Als es an diese herankam, blickte es sie an, sie aber wandte das Auge von ihm ab. Da sprach er zu ihr: Laß dein Auge schweifen; auf, nimm dein Kind. – Woran erkennt sie ein blindes? R. Aši erwiderte: An Geruch und Geschmack.", "Die Rabbanan lehrten: Ein Kind darf mit dem Saugen vierundzwanzig Monate fortfahren, von da ab aber ist es ebenso, als würde es Ekelhaftes saugen – so R. Elie͑zer. R. Jehošua͑ sagt, auch vier und fünf Jahre; nur wenn es nach vierundzwanzig Monaten aufgehört hat und es dann wieder tut, ist es ebenso, als würde es Ekelhaftes saugen.", "Ich will auf einen Widerspruch hinweisen : Man könnte glauben, die Menschenmilch158Wörtl. Milch (bzw. Blut) der Zweifüßler, als Ggs. zu Vierfüßler.sei unrein, und zwar wäre dies durch einen Schluß zu folgern: wenn bei einem Vieh159Dem unreinen, das zum Genüsse verboten ist; cf. Lev. 11,4ff. u. Dt. 14,7ff., bei dem hinsichtlich der Berührung erleichtert worden ist160Es ist lebend nicht rituell verunreinigend.
161. Sie ist zum Genüsse verboten.
, hinsichtlich der Milch erschwert worden ist, um wieviel mehr ist bei einem Menschen, bei dem hinsichtlich der Berührung erschwert worden162Die Menstruierende ist rituell verunreinigend.ist, hinsichtlich der Milch zu erschweren,", "so heißt es:163Lev. 11,4.das Kamel, wenn es auch wiederkäuend ist, dieses ist unrein, nicht aber ist die Menschenmilch unrein, sondern rein. Man könnte glauben, nur die Milch sei auszuschließen, die nicht bei allen gleich164Die Milch der reinen Tiere ist erlaubt, dagegen ist das Blut auch solcher Tiere verboten.ist, nicht aber sei das Blut auszuschließen165Menschenblut sei unrein., das bei allen gleich164Die Milch der reinen Tiere ist erlaubt, dagegen ist das Blut auch solcher Tiere verboten.ist, so heißt es: es, dieses166Der Text der Erstausgabe ist korrumpiert, aus 2 Lesarten zusammengesetzt.ist unrein, nicht aber ist das Menschenblut158Wörtl. Milch (bzw. Blut) der Zweifüßler, als Ggs. zu Vierfüßler.unrein, sondern rein.", "Hierzu sagte R. Šešeth, hierbei liege nicht einmal ein Gebot der Enthaltung167Es ist ganz u. gar erlaubt, auch rabbanitisch.vor!? –", "Das ist kein Einwand; das eine, wenn es getrennt168Vom Körper; befindet sich die Menschenmilch in einem Gefäße, so ist sie erlaubt, dagegen ist das Saugen von der Brust nach 24 Monaten verboten.ist, das andere, wenn es nicht getrennt ist.", "Entgegengesetzt beim Blute, wie gelehrt wird: Wenn [Menschen]blut sich auf einem Laibe befindet, so kratze man es ab und esse ihn, das Blut zwischen den Zähnen aber darf man anstandslos aussaugen169Und herabschlucken; erst vom Körper getrennt ist es verboten..", "Der Meister sagte: R. Jehošua͑ sagt, auch vier und fünf Jahre. Es wird ja aber gelehrt: R. Jehošua͑ sagt, auch wenn es sein Bündel auf den Schultern170Dh. erwachsen ist u. Last trägt.trägt !? – Beide Grenzen sind identisch. R. Joseph sagte : Die Halakha ist wie R. Jehošua͑.", "Es wird gelehrt: R. Marinus sagte: Der Brustleidende darf am Šabbath Milch171Direkt vom Euter; cf. Bd. Bq. Fol. 80a.saugen, weil das Ablösen172Das Melken ist am Š. verboten, weil dabei etwas vom Stamme losgelöst wird u. somit dem Dreschen gleicht, das zu den am Š. verbotenen Hauptarbeiten gehört; cf, Sab. Fol, 73a.auf ungewöhnliche Weise173Mit dem Munde.erfolgt, und wenn es wegen der Schmerzen geschieht, haben die Rabbanan es nicht verboten. R. Joseph sagte : Die Halakha ist wie R. Marinus.", "Es wird gelehrt: Naḥum aus Gallia sagte: Wenn in einer Dachrinne Moos entstanden174Und das Wasser in den Wohnraum dringt.ist, so darf man es am Šabbath anstandslos heimlich mit dem Fuße zertreten, weil die Verrichtung auf ungewöhnliche Weise erfolgt, und wenn ein Schaden vorliegt, haben die Rabbanan es nicht verboten. R. Joseph sagte: Die Halakha ist wie Naḥum aus Gallia.", "«Nur wenn es nach vierundzwanzig Monaten aufgehört hat und es dann wieder tut, ist es ebenso, als würde es Ekelhaftes saugen.» Wie lange175Muß es aufgehört haben.? R. Jehuda b. Ḥabiba erwiderte im Namen Šemuéls: Drei Tage. Manche lesen: R. Jehuda b. Ḥabiba lehrte vor Šemuél: drei Tage.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn der Mann einer Säugenden innerhalb der vierundzwanzig Monate gestorben ist, so darf sie sich vor" ], [ "vierundzwanzig Monaten weder verloben noch verheiraten – so R. Meír; R. Jehuda erlaubt es nach achtzehn Monaten. R. Nathan b. Joseph sagte: Es sind dies die Worte der Schule Šammajs, und es sind dies die Worte der Schule Hillels. Die Schule Šammajs sagt nämlich, vierundzwanzig Monate, und die Schule Hillels sagt, achtzehn176Muß die Frau ihr Kind säugen.Monate.", "R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Ich will es erklären: nach demjenigen, der vierundzwanzig Monate sagt, darf sie sich nach einundzwanzig Monaten verheiraten, und nach demjenigen, der achtzehn Monate sagt, darf sie sich nach fünfzehn Monaten verheiraten, denn erst nach drei Monaten177Nach der Konzeption.wird die Milch getrübt.", "U͑la sagte: Die Halakha ist wie R. Jehuda. Ferner sagte Mar U͑qaba: Mir erlaubte R. Ḥanina, eine nach fünfzehn Monaten zu heiraten. Der Pächter Abajjes kam vor Abajje und fragte ihn, ob man sich nach fünfzehn Monaten verloben dürfe. Dieser erwiderte ihm: Erstens ist bei [einem Streite zwischen] R. Meír und R. Jehuda die Halakha wie R. Jehuda, ferner ist bei [einem Streite zwischen] der Schule Šammajs und der Schule Hillels die Halakha wie die Schule Hillels, ferner sagte U͑la, die Halakha sei wie R. Jehuda, ferner sagte Mar U͑qaba, R. Ḥanina habe ihm erlaubt, eine nach fünfzehn Monaten zu heiraten, und um wieviel mehr, wo du dich nur verloben willst.", "Als er später zu R. Joseph kam, sprach dieser zu ihm: Rabh und Šemuél sagten beide, sie müsse vierundzwanzig Monate warten, außer dem Tage, an dem [das Kind] geboren wurde, und dem Tage, an dem sie sich verlobt. Hierauf lief er ihm drei Parasangen178Um seine Entscheidung zu berichtigen.nach, manche sagen, eine Parasange im Sand, und er erreichte ihn nicht.", "Abajje sagte: Wenn die Rabbanan gesagt haben, man dürfe in der Ortschaft seines Lehrers179A. war ein Schüler RJ.s; cf. Qid. Fol. 33a.nicht einmal ein Ei mit Molkenbrei180Eine einfache Rechtsfrage, die jeder zu entscheiden weiß; viell. von einer geschlachteten Henne; cf. Jt. Fol. 7a.erlauben, so ist dies nicht deshalb, weil es als Anmaßung erscheint, sondern weil dies nicht gelingt. Ich hatte die Lehre von Rabh und Šemuél gelernt, dennoch gelang es mir nicht, sie zur Anwendung zu bringen.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn sie181Eine Witwe.ihr Kind einer Saugamme gegeben hat, es entwöhnt hat, oder es gestorben ist, so darf sie sich sofort verheiraten. R. Papa und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, wollten nach dieser Lehre eine Entscheidung treffen, da sprach eine Greisin zu ihnen: Bei mir traf ein solcher Fall ein, und R. Naḥman verbot es mir. –", "Dem ist ja aber nicht so, R. Naḥman erlaubte dies ja im Hause des Exilarchen182Seiner Frau Jaltha (bevor er sie heiratete). So ausdrücklich שאילתות Kap. 13, wodurch die Polemik Schmiedeis gegen Grätz (אוצר הספרות Bd. III 2. Abt. S. 6) abgetan ist.!? – Anders verhielt es sich im Hause des Exilarchen, da bei ihnen keine183Von den Saugammen, die das Saugen ihrer Kinder übernommen hatten; bei gewöhnlichen Frauen dagegen kann es vorkommen, daß die Saugamme zurücktritt u. das Kind der Mutter zurückgibt.zurücktrat.", "R. Papi sprach zu ihnen: Wißt ihr es nicht selber aus folgender Lehre!? Wenn es sie184Eine Witwe; in den folgenden Fällen ist nicht anzunehmen, daß sie schwanger ist.ins Haus ihres Vaters zu gehen drängte, oder sie mit ihrem Manne zankte, oder ihr Mann im Gefängnisse eingesperrt, im Überseelande verreist, alt oder krank war, oder sie unfruchtbar, alt, steril oder minderjährig ist, oder sie nach dem Tode ihres Mannes abortiert hat, oder sonst geburtsunfähig ist, so muß sie dennoch drei Monate warten – so R. Meír.", "R. Jose erlaubt solchen, sich sofort zu verloben oder zu verheiraten. Hierzu sagte R. Naḥman im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie R. Meír185Wie einer Witwe die 3 Monate nicht erlassen werden, auch wenn der eigentl. Grund (sie könnte schwanger sein) fortfällt, ebensowenig der Säugenden, auch wenn sie das Kind nicht säugt.bei seinen Erschwerungen.", "Diese erwiderten: Wir dachten nicht daran. Die Halakha ist: ist [das Kind] gestorben, so ist es erlaubt, hat sie es entwöhnt, so ist es186Da sie es viell, nur aus Heiratslust tat.verboten. Mar, Sohn des R. Aši, sagte: Auch wenn es gestorben ist, ist es verboten, denn sie könnte es töten, um zu heiraten. Einst ereignete es sich, daß eine [ihr Kind] erdrosselte. Dies ist aber nichts; jene war blöde187In einem Kommentare כותית, ist jed. kein Ggs. zu נשי., denn Frauen erdrosseln ihre Kinder nicht.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn man einer ein Kind zum Säugen gegeben hat, so darf sie nicht mit diesem ihr eigenes Kind oder das Kind einer Freundin säugen. Hat sie wenig [Kost] vereinbart, so esse sie viel, auch darf sie nicht essen, was der Milch schädlich ist.", "Wenn nicht einmal ihr eigenes Kind, wozu dies hinsichtlich eines fremden Kindes!? – Man könnte glauben, ihrem eigenen Kinde, das sie liebt, würde sie mehr geben, das Kind einer Freundin aber würde sie, wenn sie nicht Überfluß hat, überhaupt nicht säugen, so lehrt er uns. –", "«Hat sie wenig [Kost] vereinbart, so esse sie viel.» Wessen? R. Šešeth erwiderte: Ihres188Sie hat das Saugen übernommen u. muß für die Milch sorgen. Nach Maimonides (Jad, הלכות אישות Kap. 21 § 11) hat diese Stelle einen ganz anderen Sinn; wenn sie im Interesse des Kindes wenig essen sollte, jed. starken Appetit hat, darf sie zur Schonung ihrer eigenen Gesundheit viel essen, selbst wenn dies dem Kinde schädlich ist..", "«Auch darf sie nicht essen, was [der Milch] schädlich ist.» R. Kahana sagte: Beispielsweise Hopfen, Getreidegras, kleine Fische oder Erde. Abajje sagte: Nicht einmal Kürbis und Quitten. R. Papa sagte: Nicht einmal Palmkohl und unreife Datteln. R. Aši sagte: Nicht einmal Quarkbrei und Schmorfische. Durch diese versiegt die Milch, durch diese wird die Milch trübe.", "Die den Beischlaf in der Mühle vollzieht, bekommt epileptische Kinder; die den Beischlaf auf der Erde vollzieht, bekommt langhalsige Kinder; die auf Eselsblut189Während der Schwangerschaft; so nach der Lesart דמא u. den Kommentaren.tritt, bekommt grindige190Nach einer anderen Lesart: versoffene Kinder.Kinder; die Senf ißt, bekommt gefräßige Kinder; die Kresse, ißt, bekommt triefäugige Kinder; die Fischchen ißt, bekommt zwinkäugige191Nach anderen: kleinäugige.Kinder; die Erde ißt, bekommt häßliche Kinder; die Met trinkt, bekommt schwarze Kinder; die Fleisch ißt und Wein trinkt, bekommt" ], [ "kräftige Kinder; die Eier ißt, bekommt großäugige Kinder; die Fische ißt, bekommt anmutige Kinder; die Eppich ißt, bekommt schöne Kinder; die Koriander ißt, bekommt fleischige Kinder; die Etrog ißt, bekommt duftende Kinder. Die Mutter der Tochter des Königs Sapor aß während ihrer [Schwangerschaft] Etrog, und man führte sie vor ihrem Vater an der Spitze aller Wohlgerüche.", "R. Hona192Mit Handschriften u. Parallelstelle: Papa.sagte: R. Hona b. Ḥenana prüfte uns [durch folgende Frage:] Wenn sie säugen will, er aber will, daß sie nicht säuge, so höre man auf sie, denn sie hat193Durch die Milchansammlung.die Schmerzen; wenn er will, daß sie säuge, sie aber nicht säugen will, so höre man, wenn es in ihrer [Familie] nicht Brauch ist, auf sie; wie ist es aber, wenn es in ihrer Brauch ist und in seiner nicht: richte man sich nach seiner oder richte man sich nach ihrer?", "Wir entschieden es aus folgender Lehre: sie steige194In ihrer wirtschaftlichen Stellung.mit ihm und sinke nicht mit ihm. R. Hona sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:195Gen. 20,3.denn sie ist mit einem Manne vermählt; mit dem Ehemanne in Erhöhung196Das W. בעל wird von עלה, aufsteigen, abgeleitet.und nicht mit dem Ehemanne in Erniedrigung. R. Elea͑zar entnimmt dies aus folgendem:197Gen. 3,20.denn sie ist die Mutter alles Lebenden; sie ist ihm zum Leben gegeben und nicht zur Qual.", "BRACHTE SIE IHM EINE SKLAVIN MIT &C. Alles andere aber hat sie zu verrichten; sie kann ja zu ihm sagen: ich habe dir meinerstatt ein Weib198Die alle Arbeiten verrichten soll. gebracht!? – Er kann ihr erwidern: sie arbeitet für mich und für sich, wer arbeitet für dich?", "WENN ZWEI, SO BRAUCHT SIE AUCH NICHT ZU KOCHEN UND ZU SÄUGEN. Alles andere aber hat sie zu verrichten; sie kann ja zu ihm sagen: ich habe dir noch ein Weib gebracht; eines, das für mich und für sich arbeitet, und eines, das für dich und für sich arbeitet!? – Er kann ihr erwidern: wer arbeitet für Gäste und Fremde199Wo mehrere Dienstboten sind, kommt auch viel Fremdenbesuch.?", "WENN DREI, SO BRAUCHT SIE IHM AUCH NICHT DAS BETT ZU MACHEN. Alles andere aber hat sie zu verrichten; sie kann ja zu ihm sagen: ich habe dir noch eine gebracht, für Gäste und Fremde!? – Er kann ihr erwidern: je größer der Haushalt, desto mehr die Gäste und Fremden. –", "Demnach sollte es auch von vier gelten!? – Vier sind besonders viel und helfen einander.", "R. Ḥana, manche sagen, R. Šemuél b. Naḥmani, sagte: Nicht wirklich mitgebracht, vielmehr [genügt es], daß sie mitzubringen imstande200Wenn sie genügend Vermögen in die Ehe bringt, um Sklavinnen kaufen zu können.ist, auch wenn sie nicht mitgebracht hat. Es wird gelehrt: Einerlei ob mitgebracht oder selber gespart.", "WENN VIER, SO KANN SIE IM LEHNSTUHL SITZEN. R. Jiçḥaq b. Ḥananja sagte im Namen R. Honas: Obgleich sie gesagt haben, sie könne im Lehnstuhl sitzen, dennoch muß sie ihm einen Becher einschenken, das Bett machen und Gesicht, Hände und Füße201Es sind keine richtigen Arbeiten, sondern Liebesbezeugungen.waschen.", "R. Jiçḥaq b. Ḥananja sagte [ferner] im Namen R. Honas: Alle Verrichtungen, die eine Frau für ihren Mann zu leisten hat, darf auch eine Menstruierende für ihren Mann verrichten, ausgenommen ihm einen Becher einschenken, das Bett machen und Gesicht, Hände und Füße waschen.", "Vom Bettmachen gilt dies, wie Raba sagte, nur in seiner Gegenwart, in seiner Abwesenheit aber ist nichts dabei. Das Einschenken des. Bechers verrichtete die Frau Šemuéls zur Abwechslung202Während ihrer Menstruation.mit der linken Hand. Die des Abajje setzte ihn ihm auf den Rand des Fasses; die des Raba auf das Polster; die des R. Papa auf die Fußbank203Nicht direkt in die Hand..", "R. Jiçḥaq b. Ḥananja sagte [ferner] im Namen R. Honas: Alles darf man dem Tischdiener vorenthalten, nur nicht Fleisch204Diese reizen zum Heißhunger.und Wein. R. Ḥisda sagte: Fettes Fleisch und alten Wein. Raba sagte: Fettes Fleisch während des ganzen Jahres, alten Wein in der Jahreszeit des Tammuz205Im Hochsommer, wo die Hitze u. der stark duftende Wein den Appetit sehr anregt..", "R. A͑nan b. Taḥlipha erzählte: Einst stand ich vor Meister Šemuél, und man brachte ihm eine Pilzspeise, und hätte er mir nicht davon gegeben, würde ich in Gefahr206Durch Heißhunger von einer Ohnmacht befallen zu werden.geraten sein. R. Aši erzählte: Einst stand ich vor R. Kahana, und man brachte ihm Rübenköpfe in Essig, und hätte er mir nicht davon gegeben, würde ich in Gefahr geraten sein. R. Papa sagte: Auch Edeldatteln. Die Regel hierbei ist: alles, was Duft hat, alles, was Herbe hat.", "Von Abuth207In den Ausgaben Abuha.b. Ihi und Minjamin b. Ihi gab einer [dem Tischdiener] von jedem Gerichte und der andere nur von einem208Während der Bedienung.Gerichte; mit dem einen unterhielt sich Elijahu, mit dem anderen aber unterhielt sich Elijah u nicht.", "Von jenen zwei Frommen, manche sagen, R. Mari und R. Pinḥas, den Söhnen R. Ḥisdas, ließ einer [den Tischdiener] vorher essen, und der andere nachher; mit dem, der ihn vorher essen ließ, unterhielt sich Elijahu, mit dem aber, der ihn nachher essen ließ, unterhielt sich Elijahu nicht.", "Einst saßen Amemar, Mar Zuṭra und R. Aši vor der Tür des Königs Jezdegerd, und der Tafeldiener des Königs ging an ihnen vorüber. Da bemerkte R. Aši, wie Mar Zuṭra" ], [ "blaß wurde, und nahm etwas mit dem Finger und legte es ihm in den Mund. Hierauf sprach jener: Du hast nun die Mahlzeit des Königs verdorben. Als man ihn hierauf fragte, weshalb er dies getan, erwiderte er: Wer solches zubereitet, macht die Mahlzeit des Königs ungenießbar. Jene fragten: Wieso? Er erwiderte: Ich sah etwas daran209Schädliches: das Fleisch war von einem aussätzigen Vieh.. Da untersuchten sie und fanden nichts. Hierauf legte er seinen Finger darauf und sprach: Habt ihr da untersucht? Da untersuchten sie [diese Stelle] und fanden es209Schädliches: das Fleisch war von einem aussätzigen Vieh.. Die Rabbanan sprachen zu ihm: Wieso hast du dich auf ein Wunder verlassen? Er erwiderte ihnen: Ich sah das Aussatzfluidum darüber210Nach Raschi über ihm, M. Z.einherfahren.", "Einst sprach ein Römer zu einer Frau: Willst du dich mit mir verheiraten? Sie erwiderte: Nein. Hierauf holte er Granatäpfel, spaltete sie und aß in ihrer Gegenwart. Da verschluckte sie den ganzen Speichel, der sie quälte, er aber gab ihr nichts ab, bis sie ganz durchsichtig wurde. Alsdann sprach er zu ihr: Willst du dich, wenn ich dich heile, mit mir verheiraten? Diese erwiderte: Jawohl. Da holte er wiederum Granatäpfel, die er spaltete und vor ihr aß, und sprach zu ihr: Allen Speichel, der dich quält, speie fortwährend aus. [Sie befolgte dies], bis er aus ihr wie eine grüne Staude hervorkam; darauf genas sie.", "IN WOLLE ARBEITEN. Nur in Wolle und nicht in Flachs, somit vertritt unsere Mišna die Ansicht R. Jehudas, denn es wird gelehrt: Er kann sie nicht zwingen, vor seinem Vater zu stehen211Dh. ihn zu bedienen., vor seinem Sohne zu stehen, oder seinem Vieh Futter zu geben, wohl aber kann er sie zwingen, seinem Rinde212Nach Raschi sind unter Vieh Reittiere zu verstehen.Futter zu geben. R. Jehuda sagt, er könne sie auch nicht zwingen, in Flachs zu arbeiten, weil Flachs den Mund übelriechend macht und die Lippen213Weil sie fortwährend den Faden mit den Lippen anfeuchten muß.faltet. Dies gilt nur vom römischen Flachs.", "R. ELIE͑ZER SAGT, SELBST WENN SIE IHM HUNDERT SKLAVINNEN MITGEBRACHT HAT. R. Malkiju sagte im Namen des R. Ada b. Ahaba: Die Halakha ist wie R. Elie͑zer.", "R. Ḥanina, Sohn des R. Iqa, sagte: Die Lehren vom Spieße214Cf. Jt. Fol. 28b., von den Sklavinnen und von den Grübchen215Cf. Nid. Fol. 52a.sind von R. Malkiju;", "die von den Haarlocken216Cf. Az. Fol. 29a., von der Asche217Cf. Mak. Fol. 21a.und vom Käse218Cf. Az. Fol. 35b. sind von R. Malkija.", "R. Papa sagte: [Bezügliches auf] eine Mišna und eine Barajtha ist von R. Malkija, selbständige Lehren sind von R. Malkiju. Als Merkzeichen diene dir: die Mišna ist Königin219Malketha; ähnlich klingt der Namen Malkija.. – Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen bei [der Lehre von den] Sklavinnen220Diese bezieht sich auf eine Mišna u. ist nach RP. von R. Malkija..", "R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT &C. Dies sagt ja auch der erste Autor!? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen in dem Falle, wenn sie mit jungen Hunden spielt oder sich mit Nardšir221Nach Raschi Schach. Nard bedeutet im Arab.-Persischen Spiel, das Compositum Nardšir heißt wohl Spiel des Ardeschir (Artaxerxes); vgl. auch Lagarde, Semitica I S. 66. Eine derartige Beschäftigung schützt zwar vor Irrsinn, jed. nicht vor Ausschweifung.befaßt.", "viWER SICH DEN BEISCHLAF SEINER FRAU ABGELOBT, KANN222Sie muß sich dies so lange gefallen lassen.DIES, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, ZWEI WOCHEN, UND WIE DIE SCHULE HILLELS SAGT, EINE WOCHE.", "DIE JÜNGER DÜRFEN ZUM STUDIUM DER TORA DREISSIG TAGE OHNE EINWILLIGUNG FORTBLEIBEN; TAGELÖHNER EINE WOCHE. DIE IN DER TORA GENANNTE GATTENPFLICHT IST: MÜSSIGGÄNGER TÄGLICH, ARBEITER ZWEIMAL WÖCHENTLICH, ESELTREIBER EINMAL WÖCHENTLICH, KAMELFÜHRER223Die Transporte nach entfernten Orten übernehmen.EINMAL IN DREISSIG TAGEN. SCHIFFER EINMAL IN SECHS MONATENSO R. ELIE͑ZER.", "GEMARA. Was ist der Grund der Schule Šammajs? – Sie entnimmt dies von der von einem Mädchen Entbundenen224Der 2 Wochen die Beiwohnung verboten ist; cf. Lev. 12,5.. – Und der Schule Hillels? Sie entnimmt dies von der von einem Knaben Entbundenen225Dieser ist es eine Woche verboten; cf. ib. V. 2.. –", "Sollte es die Schule Hillels ebenfalls von der von einem Mädchen Entbundenen226Von dieser ist zu entnehmen, daß eine Unterbrechung von 2 Wochen üblich ist.entnehmen!? – Wenn sie es von der Entbundenen entnehmen würde, wäre dem auch so, aber die Schule Hillels entnimmt es von der Menstruierenden227Die eine Woche aussetzen muß.. –", "Worin besteht ihr Streit? – Eine ist der Ansicht, man folgere hinsichtlich des Öfteren vom Öfteren228Daß ein Mann mit seiner Frau zankt u. ihr den Genuß abgelobt, kommt oft vor, u. ebenso ist die Menstruation ein regelmäßiger Zustand., und eine ist der Ansicht, man folgere hinsichtlich dessen, was er veranlaßt hat, von dem, was er veranlaßt hat229Die Schwangerschaft wird gleich der Abgelobung vom Manne verursacht, nicht aber die Menstruation..", "Rabh sagte, der Streit bestehe nur über den Fall, wenn er die Frist nennt, wenn aber ohne Frist, stimmen alle überein, daß er sie sofort entlassen und ihr die Morgengabe auszahlen müsse; Šemuél aber sagte, auch ohne Frist warte er230Die Zeit, über welche sie streiten.ab, vielleicht findet er eine Tür231Zum Durchschlüpfen, dh. einen Anhalt, sein Gelübde auflösen zu können.für sein Gelübde.", "Hierüber streiten sie ja bereits einmal!? Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand seine Frau mit einem Gelübde belegt hat, von ihm nichts zu genießen, so stelle er ihr, wenn bis zu dreißig Tagen, einen Pfleger, wenn aber länger, so muß er sie entlassen und ihr die Morgengabe auszahlen. Hierzu sagte Rabh, dies gelte nur dann, wenn er die Frist nennt, wenn aber ohne Frist, müsse er sie sofort entlassen und ihr die Morgengabe auszahlen, und Šemuél sagte, auch ohne Frist warte er ab, vielleicht findet er eine Tür für sein Gelübde. –", "Beides ist nötig. Würde nur das eine gelehrt worden sein, so könnte man glauben, Rabh vertrete seine Ansicht nur da, wo ein Pfleger nicht möglich ist, im anderen Falle aber, wo ein Pfleger möglich ist, pflichte er Šemuél bei. Und würde nur das andere gelehrt worden sein, so könnte man glauben, Šemuél vertrete seine Ansicht nur hierbei, da aber pflichte er Rabh bei. Daher ist beides nötig.", "DIE JÜNGER DÜRFEN ZUM STUDIUM DER TORA &C. FORTBLEIBEN. Wie lange mit Einwilligung? – So lange er will. –" ], [ "Wieviel ist das übliche232Mit Einwilligung fortzubleiben.? Rabh sagte, einen Monat hier und einen Monat daheim, denn es heißt: 233iChr. 27,1.in allen Angelegenheiten der Abteilungen, der zuziehenden und der abziehenden, Monat für Monat in allen Monaten des Jahres. R. Joḥanan sagte, einen Monat hier und zwei Monate daheim, denn es heißt:234iReg. 5,28.einen Monat waren sie auf dem Lebanon und zwei Monate daheim. –", "Weshalb entnimmt es Rabh nicht aus diesem? – Anders verhielt es sich beim Bau des Tempels, der auch durch andere erfolgen konnte. – Weshalb folgert es R. Joḥanan nicht aus jenem? – Anders verhielt es sich da, wo es mit einem Gewinne verbunden war235Die Dienstleistung beim Könige; dagegen hat die Frau keinerlei Gewinn, wenn der Mann dem Studium der Tora obliegt..", "Rabh sagte: Ein Seufzer zerbricht den halben Körper des Menschen, denn es heißt:236Ez. 21,11.und du, Menschensohn, seufze, daß die Lenden237Die sich in der Mitte des Körpers befinden.brechen, und mit Bitternis seufze. R. Joḥanan sagte: Sogar den ganzen Körper des Menschen, denn es heißt:238Ib. V. 12.und wenn sie zu dir sprechen: weshalb seufzest du, so sprich: wegen des Gerüchtes, daß es kommt, und schmelzen wird jedes Herz und schlaff werden alle Hände und ermatten aller Mut und alle Kniee zerfließen im Wasser. –", "Wie [erklärt] R. Joḥanan die Worte: daß die Lenden brechen!? – Diese besagen, daß es mit den Lenden beginnt. – Wie [erklärt] Rabh die Worte: schmelzen wird jedes Herz und schlaff werden alle Hände und ermatten aller Mut? – Anders verhielt es sich bei der Kunde über den Tempel, die sehr vehement war.", "Einst gingen ein Jisraélit und ein Nichtjude beisammen einen Weg, und der Nichtjude konnte mit dem Jisraéliten nicht Schritt halten. Da erinnerte er ihn an die Zerstörung des Tempels, worüber dieser seufzte und stöhnte, aber dennoch konnte der Nichtjude mit ihm nicht Schritt halten. Hierauf sprach er zu ihm: Sagt ihr nicht, ein Seufzer zerbreche den halben Körper des Menschen? Jener erwiderte: Dies gilt von einem neuen [Leide], nicht aber von diesem, woran wir schon gewöhnt sind. Die Leute pflegen nämlich zu sagen: Ist sie des Kinderverlierens gewöhnt, so erschrickt sie nicht.", "MÜSSIGGÄNGER TÄGLICH. Wer heißt Müßiggänger? Raba erwiderte: Die Besucher239In der Stadt, u. wegen des Studiums der Tora ihre Heimat nicht zu verlassen brauchen.der Vorträge. Abajje sprach zu ihm: Von diesen heißt es: 240Ps. 127,2umsonst, daß ihr früh aufstehet, spät noch sitzet, die ihr Brot der Mühsal esset, das gibt er seinem Liebling im Schlafe, und hierzu sagte R. Jiçḥaq, das241Die im Schriftverse genannten Lieblinge.seien die Frauen der Schriftgelehrten, die in dieser Welt den Schlaf von ihren Augen scheuchen242Auf ihre Männer warten, die sich mit dem Studium der Tora befassen. Das im angez. Verse gebrauchte ידיד (Liebling) wird von נדד, fliehen, flüchten, den Schlaf verscheuchen, abgeleitet. Nach dieser Auslegung verbringen diese die Nächte mit dem Studium der Tora.und darob der zukünftigen Welt teilhaftig werden, und du sagst, es seien die Besucher der Vorträge!", "Vielmehr, sagte Abajje, ist dies nach Rabh zu erklären, denn Rabh sagte: beispielsweise R. Šemuél b. Šilath, der seines ißt, seines trinkt, im Schatten seines Hauses schläft, und an dessen Tür nie ein Beamter des Königs vorübergeht243Um ihn zu Frondienst od. Steuerzahlung aufzufordern. Er war Kinderlehrer (ob. Fol. 50a) u. vollständig unabhängig.. Als Rabin kam, sagte er: beispielsweise die Genießer des Westens244Palästinas; sie führten ein üppiges Leben..", "Einst stand R. Abahu im Badehause auf zwei Sklaven gestützt, und der Boden brach unter ihm zusammen; da stieß er auf einen Balken, an dem er heraufkletterte, jene mit sich heraufziehend. [Einst ging R. Joḥanan die Treppe hinauf, und R. Ami und R. Asi stützten ihn. Da brach die Treppe unter ihm zusammen, und er stieg hinauf, sie mit sich hinaufziehend.] Die Jünger sprachen zu ihm: Wenn du so [kräftig] bist, wozu braucht man dich zu stützen? Er erwiderte ihnen: Was würde ich sonst für die Zeit des Alters zurückbehalten?", "ARBEITER ZWEIMAL WÖCHENTLICH. Es wird ja gelehrt: Arbeiter einmal wöchentlich!? R. Jose b. R. Ḥanina erwiderte: Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn sie in ihrer Stadt arbeiten, das andere, wenn sie in einer fremden Stadt arbeiten. Desgleichen wird gelehrt: Arbeiter zweimal wöchentlich; dies nur, wenn sie in ihrer Stadt arbeiten, wenn aber in einer fremden Stadt, einmal wöchentlich.", "ESELTREIBER EINMAL WÖCHENTLICH. Rabba b. R. Ḥanan sprach zu Abajje: Sollte der Autor die Lehre nur für Müßiggänger und Arbeiter245Für die es täglich bzw. 2mal wöchentlich festgesetzt ist. Die in der Mišna angegebene Frist kann nur auf diese Bezug haben, da die übrigen genannten Stände überhaupt nur einmal wöchentlich od. noch seltener dazu verpflichtet sind.festgesetzt haben!? Dieser erwiderte: Nein," ], [ "für alle. – Er sagt ja: [einmal in] sechs Monaten!? – Wer Brot im Korbe hat, ist nicht mit dem zu vergleichen, der kein Brot im Korbe246Letzterer leidet durch den Hunger mehr. Auch die Frau des Schiffers rechnet mit der Möglichkeit, ihr Mann kann jeden Tag heimkehren, während beim Gelübde der Frau jede Hoffnung auf den Verkehr mit ihrem Manne genommen ist.hat.", "Rabba b. R. Ḥanan fragte Abajje: Wie ist es, wenn ein Eseltreiber Kamelführer wird? Dieser erwiderte: Einem Weibe ist ein Kab und Ausschweifung lieber als zehn Kab und Enthaltsamkeit247Ihr ist die öftere Beiwohnung lieber als der höhere Verdienst..", "SO R. ELIE͑ZER. R. Beruna sagte im Namen Rabhs: Die Halakha ist wie R. Elie͑zer. R. Ada b. Ahaba sagte im Namen Rabhs: Dies ist die Ansicht R. Elie͑zers, die Weisen aber sagen, Jünger dürfen zum Studium der Tora auch zwei und drei Jahre ohne Einwilligung fortbleiben. Raba sagte: Die Rabbanan stützten sich auf R. Ada b. Ahaba und handelten selber248Das Sprachbild des Textes ‘an ihrer Seele’ nimmt Raschi hier wörtlich: sie verwirkten dadurch das Leben.danach.", "So pflegte R. Riḥumi, der bei Raba in Maḥoza verkehrte, an jedem Rüsttage des Versöhnungstages nach Hause zu gehen; einmal aber vertiefte er sich in eine Lehre. Seine Frau hoffte: nun kommt er, nun kommt er; er kam aber nicht. Da ward sie niedergeschlagen, und Tränen flossen ihr aus den Augen. Er saß gerade in einem Söller, da brach dieser unter ihm zusammen und seine Seele kehrte zur Ruhe ein.", "Wie oft haben Schriftgelehrte die Gattenpflicht [zu üben]? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Von einem Vorabend des Šabbaths zum anderen.249Ps. 1,3.Der seine Frucht gibt zu seiner Zeit. R. Jehuda, nach anderen R. Hona, und nach anderen R. Naḥman, sagte: Das ist, der die Beiwohnung von einem Vorabend des Šabbaths zum anderen vollzieht.", "Jehuda, Sohn des R. Ḥija, war der Schwiegersohn R. Jannajs; er saß stets im Lehrhause, und an jedem Vorabend des Šabbaths ging er nach Hause. Wenn er kam, sah man vor ihm eine Feuersäule; einmal vertiefte er sich in eine Lehre, und als jenes Zeichen ausblieb, sprach R. Jannaj: Legt sein Bett250Nach Raschi wegen der Trauerpflicht (cf. Mq. 15a) wonach מטתי zu lesen.um, denn hätte Jehuda gelebt, würde er die Gattenpflicht nicht versäumt haben. Es251Bezugnehmend auf Ecc. 10,5.war wie ein dem Herrscher entschlüpfendes Versehen, und seine Seele kehrte zur Ruhe ein.", "Rabbi verheiratete seinen Sohn in das Haus R. Ḥijas, und als sie zum Schreiben der [Urkunde über die] Morgengabe kamen, starb die Jungfrau. Da sprach Rabbi: Liegt, behüte und bewahre, ein [Familien]makel252Es ist eine Vorbestimmung, daß die beiden Familien sich nicht verbinden.vor? Hierauf stellten sie eine Untersuchung an. Rabbi stammte von Šephaṭja, dem Sohne der Abiṭal253Der Frau Davids, iiSam. 3,4., und R. Ḥija von Šimi͑, dem Bruder Davids254Ersterer war von königl. Geschlechte, der andere nicht..", "Darauf verheiratete er seinen Sohn in das Haus des R. Jose b. Zimra, und es wurde vereinbart, daß er [vorher] zwölf Jahre das Lehrhaus besuche. Als man sie an ihm vorübergehen ließ, sprach er: Mögen es sechs Jahre sein. Hierauf ließ man sie wiederum an ihm vorübergehen, und er sprach: Ich will sie zuerst heimführen und nachher gehen. Er schämte sich dann vor seinem Vater, dieser aber sprach zu ihm: Mein Sohn, an dir ist die Gesinnung deines Schöpfers;", "zuerst heißt es:255Ex. 15,17.du bringst sie und pflanzest sie, und nachher heißt es:256Ib. 25,8.sie sollen mir ein Heiligtum errichten, daß ich in ihrer Mitte257Zuerst sollte die Errichtung des Heiligtumes bis zur Einwanderung Jisraéls in Palästina hinausgeschoben werden, später aber bestimmte er, es sofort zu errichten.wohne.", "Hierauf ging er fort und verblieb zwölf Jahre im Lehrhaus. Als er zurückkam, war seine Frau steril258Cf. Jab. Fol. 34b.geworden. Da sprach Rabbi: Was ist nun zu machen: läßt er sich von ihr scheiden, so würde man sagen, die Arme wartete umsonst, heiratet er noch eine andere, so würde man sagen, jene sei seine Frau und diese sei seine Konkubine. Hierauf flehte er für sie um Erbarmen, und sie genas.", "R. Ḥananja b. Ḥakhinaj ging am Ende der Hochzeitstage mit R. Šimo͑n b. Joḥaj ins Lehrhaus; da sprach dieser zu ihm: Warte, bis ich mit dir gehe. Jener aber wartete nicht, sondern ging allein und verweilte zwölf Jahre im Lehrhaus. Als er zurückkam, waren die Straßen der Stadt verändert worden, und er fand nicht [den Weg] nach Hause.", "Da setzte er sich ans Ufer des Flusses, und als er da ein Mädchen ‘Tochter des Ḥakhinaj’ rufen hörte, sprach er: dieses Mädchen scheint unseres zu sein, und er folgte ihr. Seine Frau saß gerade und siebte Mehl, und als sie ihre Augen erhob und ihn sah, stockte259Eigentl. verlangte, sehnte sich.ihr Herz und ihr Geist entschwand. Da sprach er vor ihm: Herr der Welt, diese Arme, das soll ihr Lohn sein! Hierauf flehte er für sie um Erbarmen, und sie lebte auf.", "R. Ḥama b. Bisa ging fort und verweilte zwölf Jahre im Lehrhaus. Als er heimkehrte, sagte er: Ich will nicht so tun, wie der Sohn des Ḥakhinaj getan hat. Hierauf kehrte er im Lehrhaus ein und ließ es zu Hause mitteilen. Sein Sohn R. Oša͑ja260Den er nicht kannte.kam heran, setzte sich nieder und richtete an ihn Rechtsfragen, und als er sah, wie scharfsinnig seine Gesetzeskunde war, sprach er: Wäre ich daheim geblieben, könnte auch ich ein solches Kind haben!", "Als er dann nach Hause gekommen war und sein Sohn herantrat, stand er vor ihm auf, denn er glaubte, er wolle an ihn Rechtsfragen richten. Da sprach seine Frau zu ihm: Wer steht vor [s]einem Kinde auf? Rami b. Ḥama las dann über ihn:261Ecc. 4,12.Die dreifache Schnur reißt nicht leicht, das ist R. Oša͑ja, Sohn des R. Ḥama, des Sohnes Bisas.", "R. A͑qiba war Hirt des Ben Kalba Sabua͑262Einer der reichsten Leute in Jerušalem; cf. Git. Fol. 56a., und als dessen Tochter sah, wie keusch und redlich er war, sprach sie zu ihm: Willst du, wenn ich mich von dir antrauen lasse, ins Lehrhaus gehen? Er erwiderte ihr: Jawohl. Da ließ sie sich von ihm heimlich antrauen und sandte ihn hin. Als ihr Vater es erfuhr, jagte er sie aus seinem Hause und gelobte ihr jeden Genuß von seinem Vermögen ab. Er ging fort und verweilte zwölf Jahre im Lehrhaus, und als er zurückkam, brachte er zwölftausend Schüler mit. Da hörte er, wie ein Greis zu ihr sprach: Wie lange noch" ], [ "willst du lebendige Witwenschaft führen? Sie aber erwiderte ihm: Wenn er auf mich hören würde, könnte er da noch zwölf Jahre bleiben. Hierauf sprach er: Es geschieht also mit ihrer Einwilligung. Da kehrte er zurück und verweilte wiederum zwölf Jahre im Lehrhaus, und als er zurückkam, brachte er vierundzwanzigtausend Schüler mit. Als seine Frau dies erfuhr und ihm entgegenging, sprachen die Nachbarinnen zu ihr: Borge doch Gewänder und kleide dich ein. Diese aber erwiderte ihnen:263Pr. 12,10.Der Fromme kennt die Seele seines Viehs. Als sie zu ihm herankam, fiel sie aufs Gesicht und küßte ihm die Füße. Da stießen seine Diener sie fort; er aber sprach zu ihnen: Lasset sie, meines und eures ist ihres.", "Als nun ihr Vater hörte, daß ein bedeutender Mann nach der Stadt gekommen sei, sprach er: Ich will zu ihm gehen, vielleicht löst er mein Gelübde auf. Hierauf kam er zu ihm, und er fragte ihn: Würdest du gelobt haben, wenn er ein bedeutender Mann wäre? Dieser erwiderte: [Nicht einmal,] wenn er einen Abschnitt oder eine Halakha [gelernt hätte]. Hierauf sprach er: Ich bin es. Da fiel er aufs Gesicht und küßte ihm die Füße; auch gab er ihm die Hälfte seines Vermögens. Und ebenso verfuhr die Tochter R. A͑qibas mit Ben A͑zaj. Das ist es, was die Leute sagen: Ein Schaf folgt dem Schafe; wie das Betragen der Mutter, so das Betragen der Tochter264Cf. Sot. Fol. 4b..", "Den R. Joseph, den Sohn Rabas, sandte sein Vater zu R. Joseph ins Lehrhaus. Es waren sechs Jahre265Die er im Lehrhause verbleiben sollte.vereinbart worden, aber als nach drei Jahren der Rüsttag des Versöhnungstages heranreichte, sprach er: Ich will gehen und meine Angehörigen sehen. Als sein Vater dies hörte, nahm er einen Knüttel und ging ihm entgegen, indem er zu ihm sprach: Du hast dich wohl deines Gesponsen266So nach manchen Texten; זונתך (deiner Konkubine) unseres Textes ist viell, vorzuziehen, da nur dieses mit יונתך zu verwechseln ist.erinnert. Manche sagen, er sprach zu ihm: Du hast dich wohl deines Täubchens erinnert. In ihrer Verwirrung nahm weder der eine noch der andere die Fastenmahlzeit267Die am Vorabend des Versöhnungstages einzunehmen ist.ein.", "viiWENN [EINE FRAU] GEGEN IHREN MANN WIDERSPENSTIG IST, SO ZIEHE ER IHR SIEBEN DENARE268Nach einer rabb. Erklärung, entsprechend den ob. Fol. 59b aufgezählten 7 Arbeiten, die die Frau zu verrichten hat.WÖCHENTLICH VON IHRER MORGENGABE AB; R. JEHUDA SAGT, SIEBEN TROPAÏK. WIE LANGE ZIEHE ER SIE IHR AB? BIS ZUM BETRAGE IHRER MORGENGABE269Sodann kann er sich von ihr scheiden lassen, ohne ihr die Morgengabe zu zahlen.. R. JOSE SAGT, ER DÜRFE FORTWÄHREND WEITER ABZIEHEN UND ES, WENN IHR EINE ERBSCHAFT VON ANDERER SEITE ZUFÄLLT, VON DIESER EINFORDERN. EBENSO FÜGE MAN IHR, WENN ER GEGEN SEINE FRAU WIDERSPENSTIG IST, DREI270Nach einer rabb. Erklärung, entsprechend den Ex. 21,10 genannten 3 Pflichten des Ehemannes.DENARE WÖCHENTLICH ZU IHRER MORGENGABE HINZU; R. JEHUDA SAGT, DREI TROPAÏK.", "GEMARA. In welcher Hinsicht widerspenstig? R. Hona erwiderte: Hinsichtlich der Beiwohnung. R. Jose b. R. Ḥanina erwiderte: Hinsichtlich der Arbeitsleistung. – Wir haben gelernt: Ebenso füge man ihr zu, wenn er gegen seine Frau widerspenstig ist. Allerdings nach demjenigen, der hinsichtlich der Beiwohnung sagt, wieso aber nach demjenigen, der hinsichtlich der Arbeitsleistung sagt, ist er ihr denn arbeitspflichtig!? – Freilich, wenn er zu ihr sagt, er wolle sie nicht ernähren und nicht versorgen271Dies entspricht der Arbeitspflicht der Frau.. –", "Rabh sagte ja, daß, wenn jemand sagt, er wolle [seine Frau] nicht ernähren und nicht versorgen, er sie entlassen und ihr die Morgengabe zahlen müsse!? – Läßt man ihn denn nicht sich272Viell, tritt er zurück; während dieser Zeit hat die Zulage zu erfolgen.überlegen!?", "Man wandte ein: Einerlei ob verlobt oder verheiratet, sogar eine Menstruierende oder eine Kranke, sogar eine Anwärterin der Schwagerehe.", "Allerdings nach demjenigen, der hinsichtlich der Arbeitsleistung sagt, wieso aber nach demjenigen, der hinsichtlich der Beiwohnung sagt, ist denn eine Menstruierende zur Beiwohnung geeignet!? – Er kann dir erwidern: Wer Brot im Korbe hat, ist nicht mit dem zu vergleichen, der kein Brot im Korbe273Cf. Anm. 246 mut. mut.hat.", "Manche lesen: Allerdings gilt dies von einer Kranken nach demjenigen, der hinsichtlich der Beiwohnung sagt, wieso aber nach demjenigen, der hinsichtlich der Arbeitsleistung sagt, ist denn eine Kranke zur Arbeit fähig!? –" ], [ "Vielmehr, hinsichtlich der Beiwohnung stimmen alle überein, daß sie als widerspenstig gilt, sie streiten nur über die Arbeitsleistung. Einer274RH., der hierbei seine Ansicht (ob. Fol. 58b) vertritt, eine Frau könne unter Verzicht auf ihre Ernährung die Arbeit verweigern.ist der Ansicht, hinsichtlich der Arbeitsleistung heiße es nicht widerspenstig, und einer ist der Ansicht, auch hinsichtlich der Arbeitsleistung heiße es widerspenstig.", "Der Text. Wenn [eine Frau] gegen ihren Ehemann widerspenstig ist, so ziehe man ihr von ihrer Morgengabe sieben Denare wöchentlich ab; R. Jehuda sagt, sieben Tropäik. Später aber ordneten unsere Meister durch Abstimmung an, daß man über sie vier Šabbathe275Nach Maimonides (Jad, הלכות אישות Kap. 14 § 9), Wochen.hintereinander eine Bekanntmachung erlasse und das Gericht ihr folgendes sagen lasse: Wisse, daß du, auch wenn deine Morgengabe hundert Minen beträgt, sie276Man ziehe ihr nichts wöchentlich ab, vielmehr verliert sie nach einer 4wöchentlichen Warnung die ganze Morgengabe.verlierest. Einerlei ob verlobt oder verheiratet, sogar eine Menstruierende oder eine Kranke, sogar eine Anwärterin der Schwagerehe.", "R. Ḥija b. Joseph sprach zu Šemuél: Ist denn eine Menstruierende zur Beiwohnung geeignet!? Dieser erwiderte: Wer Brot im Korbe hat, ist nicht mit dem zu vergleichen, der kein Brot im Korbe hat.", "Rami b. Ḥama sagte: Die Bekanntmachung über sie hat nur in den Bet- und in den Lehrhäusern zu erfolgen. Raba sprach: Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: vier Šabbathe277Wohl deshalb, weil dann das Publikum da versammelt ist.hintereinander. Schließe hieraus. Rami b. Ḥama sagte [ferner]: Das Gericht läßt es ihr zweimal sagen, einmal vor der Bekanntmachung und einmal nach der Bekanntmachung.", "R. Naḥman b. R. Ḥisda trug vor, die Halakha sei wie unsere Meister. Da sprach Raba: Dies ist eine Erfindung. R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach zu ihm: Wieso ist dies eine Erfindung; ich sagte es ihm, und ich sagte es ihm im Namen eines bedeutenden Mannes, nämlich R. [Jose b.] Ḥanina. –", "Welcher Ansicht ist jener? – Wie gelehrt wurde: Raba sagte im Namen R. Šešeths, die Halakha sei, man verhandle278Man beeinflusse sie, nachzugeben, u. während dieser Zeit kürze man wöchentlich ihre Morgengabe.mit ihr; R. Hona b. R. Jehuda sagte im Namen R. Šešeths, die Halakha sei, man verhandle mit ihr nicht.", "Was heißt widerspenstig? Amemar erwiderte: Wenn sie sagt, sie möge ihn, wolle ihn aber quälen; wenn sie aber sagt, er sei ihr widerwärtig, zwinge man sie279Sie kann unter Verlust der Morgengabe sofortige Scheidung verlangen.nicht. Mar Zuṭra sagte, man zwinge sie.", "Einst ereignete sich ein solcher Fall, und Mar Zuṭra zwang sie. Aus [jener Ehe] ging R. Ḥanina aus Sura hervor. Dies ist aber nichts; da war es nur eine Gnade des Himmels.", "Die Schwiegertochter R. Zebids ward widerspenstig und haschte ein [eingebrachtes] Seidengewand ein. Amemar, Mar Zuṭra und R. Aši saßen beisammen, neben ihnen saß R. Gamda, und trugen folgendes vor: Ist sie widerspenstig, so verliert sie ihre noch vorhandenen Kleidungsstücke. Da sprach R. Gamda zu ihnen: Weil R. Zebid ein bedeutender Mann ist, wollt ihr ihm schmeicheln? R. Kahana sagte, Raba war dies fraglich, und er entschied es nicht. Manche sagen, sie saßen und trugen vor: Ist sie widerspenstig, so verliert sie ihre noch vorhandenen Kleidungsstücke nicht. Da sprach R. Gamda zu ihnen:" ], [ "Weil R. Zebid ein bedeutender Mann ist, wollt ihr ihm das Recht verdrehen? R. Kahana sagte, Raba war dies fraglich, und er entschied es nicht. Da nun weder so noch so gelehrt worden ist, so nehme man sie ihr nicht ab, wenn sie sie eingehascht hat, und gebe sie ihr nicht,", "wenn sie sie nicht eingehascht hat. Ferner warte man ihr mit der Scheidung zwölf Monate, ein Jahr.", "R. Ṭobi b. Qisana sagte im Namen Šemuéls: Man schreibe einen Widerspenstigkeitsbrief über eine Verlobte, nicht aber schreibe man einen Widerspenstigkeitsbrief über eine Anwärterin der Schwagerehe. Man wandte ein: Einerlei ob verlobt oder verheiratet, sogar eine Menstruierende oder eine Kranke, sogar eine Anwärterin der Schwagerehe!? –", "Das ist kein Einwand; das eine, wenn er [die Schwagerehe] verlangt, und das andere, wenn sie sie verlangt. R. Taḥlipha b. Abimi sagte nämlich im Namen Šemuéls: Verlangt er, so trete man für ihn ein, verlangt sie, so trete man für sie nicht ein. –", "Wieso heißt es, wenn du die Lehre Šemuéls auf den Fall beziehst, wenn sie verlangt, daß man einen Widerspenstigkeitsbrief über eine Verlobte schreibe, es sollte ja heißen: für eine Verlobte280Über den Mann.!? – Das ist kein Einwand, lies: für eine Verlobte. –", "Für eine Anwärterin der Schwagerehe wohl deshalb nicht, weil man zu ihr sagt: geh, dir ist [die Heirat] nicht281Cf. Jab. Fol. 65b.geboten, ebenso sollte man auch zur Verlobten sagen: geh, dir ist [die Heirat] nicht geboten!? – Vielmehr, wenn sie mit einem Anspruche282Zu ihrer Versorgung, ohne sich auf die Ehepflicht zu berufen.kommt: wenn sie sagt, sie wolle einen Stab in der Hand und eine Schaufel zur Beerdigung283Ein Kind zur Unterstützung im Alter.. –", "Demnach gilt dies ja auch von der anderen, wenn sie mit einem Anspruche kommt!? – Vielmehr, beide sprechen von dem Falle, wenn er es verlangt, dennoch besteht kein Widerspruch, denn das eine gilt von der Ḥaliça, und das andere von der Schwagerehe. R. Pedath sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Verlangt er die Ḥaliça, so trete man für ihn ein, wenn die Schwagerehe, so trete man für ihn nicht ein. –", "Wenn die Schwagerehe, wohl deshalb nicht, weil man zu ihm sagt: geh, nimm dir eine andere Frau, ebenso sollte man ja, wenn die Ḥaliça, zu ihm sagen: geh, nimm dir eine andere Frau284Woran ihre Weigerung, in die Ḥaliça zu willigen, ihn nicht hindert.!? –", "Vielmehr, wenn er sagt: solange sie an mich gebunden ist, gibt man mir keine andere. –", "Ebenso auch [hinsichtlich der Schwagerehe]: solange sie an mich gebunden ist, gibt man mir keine andere!? – Vielmehr, beide sprechen von dem Falle, wenn er die Schwagerehe verlangt, dennoch besteht kein Widerspruch; das eine nach der ersteren Lehre, und das andere nach der späteren Lehre.", "Wir haben nämlich gelernt: Das Gebot der Schwagerehe geht dem Gebote der Ḥaliça vor. Dies galt früher, wo man die Ausübung des Gebotes bezweckte, jetzt aber, wo man nicht die Ausübung des Gebotes285In einer Handschrift: sondern des Geldes od. der Schönheit wegen.bezweckt, sagten sie, geht das Gebot der Ḥaliça dem der Schwagerehe vor.", "WIE LANGE ZIEHE ER SIE IHR AB &C. Wieviel ist ein Tropaïk? R. Šešeth erwiderte: Ein Stater. – Wieviel ist ein Stater? – Ein halber286Im T. häufig für Denar, also die Hälfte des nach dem 1. Autor abzuziehenden Betrages.Zuz. Ebenso wird gelehrt: R. Jehuda sagt, drei Tropaïk, das sind neun2871 D. = 6 M., u. wenn 9 M, 3 T. entsprechen, so hat ein D 2 T.Maa͑, eineinhalb Maa͑ täglich.", "R. Ḥija b. Joseph sprach zu Šemuél: Weshalb wird es ihm auch für den Šabbath288Die Zahl 7 entspricht den Wochentagen.zugesprochen, und weshalb wird es ihr für den Šabbath nicht zugesprochen? – Bei ihr, der abgezogen wird, hat es nicht den Anschein eines Šabbathlohnes, bei ihm, dem zugelegt wird," ], [ "würde es den Anschein eines Šabbathlohnes, haben.", "R. Ḥija b. Joseph sprach zu Šemuél: Weshalb der Unterschied zwischen seiner289Ihm wird der doppelte Betrag zugesprochen.Widerspenstigkeit und ihrer289Ihm wird der doppelte Betrag zugesprochen.Widerspenstigkeit? Dieser erwiderte: Geh und lerne dies am Hurenmarkte; wer bezahlt290Der Mann bezahlt das Weib, demnach ist sein Schaden größer.wen? Eine andere Erklärung: Bei ihm [zeigt sich] die Leidenschaft äußerlich, bei ihr ist die Leidenschaft nur innerlich.", "viiiWENN JEMAND SEINE FRAU DURCH EINEN BEVOLLMÄCHTIGTEN VERPFLEGEN LÄSST, SO GEBE ER IHR NICHT WENIGER ALS ZWEI KAB WEIZEN ODER VIER KAB GERSTE [WÖCHENTLICH]. R. JOSE SAGTE: GERSTE SETZTE IHR NUR R. JIŠMA͑ÉL AUS, DER IN DER NÄHE VON EDOM291Sonst Bezeichnung für das röm. Reich, hier in der engeren geographischen Bedeutung, Idumäa, im südlichen Palästina.WOHNTE. FERNER GEBE ER IHR EINEN HALBEN KAB HÜLSENFRÜCHTE, EIN HALBES LOG ÖL, EINEN KAB DÖRRFEIGEN ODER EINE MINE PRESSFEIGEN; HAT ER DIESE NICHT, SO GEBE ER IHR DEMENTSPRECHEND ANDERE292So wohl zu verstehen; wörtl. Früchte aus anderer Stelle.FRÜCHTE.", "FERNER GEBE ER IHR EIN BETT, EINE MATRATZE UND EINE MATTE293So nach unserem T. (weit. Fol. 65a); die Lesart der Mišna separata u. des. jer. T. lautet: hat er keine Unterdecke, so gebe er ihr eine Matte.. FERNER GEBE ER IHR EINE HAUBE294Nach Raschi, jährlich.FÜR DEN KOPF, EINEN SCHURZ294Nach Raschi, jährlich.FÜR DIE LENDEN, SCHUHE ZU JEDEM FESTE295Den 3 bibl. Festen; cf. Ex. 23,17ff. u. Dt. 16,16.UND FÜR FÜNFZIG ZUZ KLEIDER JÄHRLICH. ER GEBE IHR NICHT NEUE IM SOMMER UND ABGETRAGENE IN DER REGENZEIT, VIELMEHR GEBE ER IHR IN DER REGENZEIT FÜR FÜNFZIG ZUZ KLEIDER, UND MIT DEN ABGETRAGENEN KLEIDE SIE SICH IM SOMMER; DIE VERBRAUCHTEN GEHÖREN IHR.", "ixFERNER GEBE ER IHR EINE SILBERMAA͑ FÜR IHRE BEDÜRFNISSE, AUCH ESSE SIE BEI IHM IN DER NACHT ZU JEDEM ŠABBATH. GIBT ER IHR NICHT DIE SILBERMAA͑ FÜR IHRE BEDÜRFNISSE, SO GEHÖRT IHRE HÄNDEARBEIT IHR.", "WIEVIEL MUSS SIE FÜR IHN ARBEITEN? DAS GEWICHT VON FÜNF SELA͑ KETTENFÄDEN IN JUDÄA, DAS SIND ZEHN SELA͑ IN GALILÄA, ODER DAS GEWICHT VON ZEHN SELA͑ EINSCHLAGFÄDEN IN JUDÄA, DAS SIND ZWANZIG SELA͑ IN GALILÄA. IST SIE SÄUGENDE, SO VERRINGERE MAN IHRE HÄNDEARBEIT UND VERMEHRE IHRE ERNÄHRUNG. DIES GILT VOM ÄRMSTEN IN JISRAÉL; EIN ANGESEHENER ABER, ALLES SEINEM STANDE ENTSPRECHEND.", "GEMARA. Unsere Mišna vertritt weder die Ansicht des R. Joḥanan b. Beroqa noch die des R. Šimo͑n, denn wir haben gelernt: Welches Quantum muß er296Der E͑rub zur Vereinigung der Gebiete hinsichtl. des Šabbathgesetzes.haben? Speise für zwei Mahlzeiten für jeden. Speise für den Alltag und nicht für den Šabbath – so R. Meír; R. Jehuda sagt, für den Šabbath und nicht für den Alltag. Beide wollen damit erleichtern297Daß ein kleineres Quantum ausreiche; nach dem einen ist die Š. mahlzeit größer, da die Speisen schmackhafter sind, nach dem anderen kleiner, da man an diesem eine Mahlzeit mehr als am Wochentage (cf. Sab. Fol. 117b) ißt..", "R. Joḥanan b. Beroqa sagt, ein Pondionbrot bei einem Preise von einem Sela͑ für vier Sea [Mehl]298Dies entspricht dem Quantum eines halben Kab (1 S. = 6 K.), da auf einen Sela͑ 48 Pondion gehen; cf. Qid. Fol. 12a.. R. Šimo͑n sagt, zwei [Drit]teile eines ein Drittel Kab großen299Dieses Quantum gilt für 2 Mahlzeiten; die Mahlzeit hat demnach nach RJ. 1/<sub>4</sub> u. nach RŠ. 1/<sub>9</sub> K.Brotes.", "Die Hälfte [gilt als Maß] beim aussätzigen300Cf. Lev. 14,33ff. Wer in einem solchen solange weilt, als man ein halbes Brot aufessen kann, ist rituell unrein; cf. Neg. XIII,9.Hause, die Hälfte der Hälfte macht den Körper untauglich301Wer dieses Quantum rit. unreiner Speisen gegessen hat, darf nichts Heiliges essen., und die Hälfte der Hälfte der Hälfte macht für die Verunreinigung durch Speisen302Eine unreine Speise in diesem Quantum (in Eigröße) überträgt die Unreinheit auf andere.empfänglich.", "Wessen nun, wenn die des R. Joḥanan b. Beroqa, so sind es ja acht, und wenn die des R. Šimo͑n, so sind es ja achtzehn303Mahlzeiten, für die 2 Kab Weizen ausreichen; vgl. Anm. 299.!? –", "Tatsächlich die des R. Joḥanan b. Beroqa, und wie R. Ḥisda erklärt304Zur Erklärung einer anderen Lehre; cf. Er. Fol. 82b. hat, ein Drittel davon sei [als Verdienst] des Krämers abzuziehen, entsprechend ist hierbei ein Drittel hinzuzufügen305RJ. rechnet nicht nach dem Quantum, sondern nach dem Preise beim Krämer, der auf den von ihm gezahlten Preis von 1 Sela͑ für 4 Sea ein Drittel aufschlägt; aus einem Kab verkauft er nicht 4, sondern 6 Brote.. – Aber immerhin sind es ja zwölf306Während für die Woche 14 Mahlzeiten erforderlich sind.!? – In der Nacht zum Šabbath ißt sie bei ihm. –", "Allerdings nach demjenigen, welcher307Weit. Fol. 65b.sagt, das ‘essen’ sei wörtlich zu verstehen, wie aber ist es nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, ‘essen’ heiße beiwohnen!? Außerdem sind es ja nur dreizehn!? – Vielmehr, wie R. Ḥisda erklärt304Zur Erklärung einer anderen Lehre; cf. Er. Fol. 82b.hat, die Hälfte davon sei [als Verdienst] des Krämers abzuziehen, entsprechend ist hierbei die Hälfte hinzuzufügen308Cf. Anm. 305 mut. mut.. –", "R. Ḥisda befindet sich ja in einem Widerspruche!? – Das ist kein Einwand; das eine gilt von Orten, wo Holz mitgeliefert wird, und das andere von Orten, wo es nicht mitgeliefert309Wenn der Verkäufer des Getreides das Holz zum Backen mitliefert, schlägt der Krämer nur ein Drittel auf.wird. –", "Es sind demnach sechzehn, also nach R. Ḥidqa, welcher sagt, man müsse am Šabbath vier Mahlzeiten essen310Demnach wird die Halakha nach der Ansieht eines einzelnen festgesetzt.!? –", "Du kannst auch sagen, nach den Rabbanan, denn eine ist für Gäste und Fremde abzuziehen.", "Da du nun darauf gekommen bist, so kann hier auch die Ansicht R. Šimo͑ns vertreten sein, denn nach den Rabbanan sind drei und nach R. Ḥidqa sind zwei für Gäste und Fremde abzuziehen.", "R. JOSE SAGTE: GERSTE SETZTE &C. Ißt man denn Gerste nur in Edom und sonst nirgends? – Er meint es wie folgt: Gerste doppelt soviel als Weizen setzte ihr nur R. Jišma͑él aus, der in der Nähe von Edom wohnte, weil die edomitische Gerste schlecht ist.", "FERNER GEBE ER IHR EINEN HALBEN KAB HÜLSENFRÜCHTE. Vom Weine spricht er nicht, somit ist dies eine Stütze für R. Elea͑zar, denn R. Elea͑zar sagte," ], [ "man setze einer Frau keinen Wein aus. Wenn du aber erwiderst, [es heißt ja:]311Hos. 2,7.ich will meinen Buhlen nachgehen, die mir mein Brot und mein Wasser, meine Wolle und meinen Flachs, mein Öl und mein Getränk geben, so sind darunter312Unter dem für Getränk gebrauchten W. ושקויי, worunter sonst der Wein verstanden wird.Dinge zu verstehen, nach denen die Frau gelüstet, das sind Schmucksachen313Das genannte Wort wird von שוק od. שקק gelüsten, gierig sein, abgeleitet..", "R. Jehuda aus Kephar Naborja, manche sagen, aus Kephar Nabor Ḥajil, trug vor: Woher, daß man einer Frau keine Weine aussetze? Es heißt:314iSam. 1,9.und Ḥanna stand auf nach ihrem Essen zu Šilo und nach (ihrem) Trinken; er trank, sie trank nicht315Der Infinitiv שתה wird שתה (3. mase, sing.) gelesen, da es mit Suff. fem. שתותה heißen müßte.. –", "Demnach wäre auch auszulegen: ihrem Essen und nicht seinem316Mit Suff, mase.; so rieht, in unserem Texte; die Korrektur Lorjas in den kursierenden Ausgaben beruht auf Mißverständnis; vgl. Norzi in seinem Komm. zu iSam. 1,9.Essen!? – Wir entnehmen dies daraus, daß die Schrift die Redewendung geändert hat. Merke, die Schrift spricht ja von ihr, weshalb denn die Änderung315Der Infinitiv שתה wird שתה (3. mase, sing.) gelesen, da es mit Suff. fem. שתותה heißen müßte.? Dies erkläre man: er trank, sie trank nicht.", "Man wandte ein: Ist sie daran gewöhnt, so gebe man ihr!? – Anders ist es, wenn sie daran gewöhnt ist. R. Ḥenana b. Kahana sagte nämlich im Namen Šemuéls: Ist sie daran gewöhnt, so gebe man ihr einen Becher, ist sie daran nicht gewöhnt, so gebe man ihr zwei Becher. –", "Wie ist dies zu verstehen? Abajje erwiderte: Er meint es wie folgt: war sie bei ihrem Manne zwei Becher [zu trinken] gewöhnt, so gebe man ihr in Abwesenheit ihres Mannes einen Becher, war sie bei ihrem Manne nur einen Becher [zu trinken] gewöhnt, so gebe man ihr in Abwesenheit ihres Mannes überhaupt317Im 1. Absatze ist zum W.e ‘gewöhnt’ ergänzend zu erklären: bei ihrem Manne 2 Becher zu trinken; im 2. Absatze sind die W.e ‘so gebe man ihr’ so aufzufassen, als hieße es: daß man ihr gab, während der Nachsatz (so gebe man ihr nichts) fehlt.nicht.", "Wenn du aber willst, erkläre ich: wenn sie daran gewöhnt ist, so gebe man ihr, zum Würzen von Speisen. So erzählte R. Abahu im Namen R. Joḥanans: Für die Schwiegertochter des Nikodemon b. Gorjon318Einer der Reichsten in Jerušalem zur Zeit des jüd.-röm. Krieges; cf. Git. Fol. 56a.setzten die Weisen zwei Seá Wein von Freitag zu Freitag zum Würzen der Speisen aus. Da sprach sie319Aus Ärger, da es ihr wenig schien.zu ihnen: Das mögt ihr euren Töchtern aussetzen! Es wird gelehrt: Sie war Anwärterin der Schwagerehe, deshalb sagten sie nicht: Amen.", "Es wird gelehrt: Ein Becher ist für eine Frau zuträglich, zwei sind unanständig, [trinkt sie] drei, so fordert sie mündlich auf, wenn vier, so fordert sie einen Esel auf der Straße auf, ohne daran Anstoß zu nehmen. Raba sagte: Dies nur, wenn ihr Mann nicht bei ihr ist, wenn aber ihr Mann bei ihr ist, ist nichts dabei. –", "Ḥanna hatte ja ihren Mann bei sich!? – Anders verhält es sich bei einem Logiergaste. R. Hona sagte nämlich: Woher, daß einem Logiergaste die Beiwohnung verboten ist? Es heißt:320iSam. 1,19.sie machten sich morgens früh auf und bückten sich vor dem Herrn und kehrten zurück; und sie kamen heim nach Rama, da erkannte Elqana sein Weib Ḥanna, und der Herr gedachte ihrer; dann wohl, vorher aber nicht.", "Ḥoma, die Frau Abajjes, kam zu Raba321A. ließ sie als Witwe zurück; cf. Jab. Fol. 64b.und sprach zu ihm: Setze mir Kost aus. Er setzte sie ihr fest. – Setze mir Wein aus. Da sprach er zu ihr: Mir ist es von Naḥmani322Eigentlicher Name Abajjes; cf. Bd. I S. 531 Anm. 272.bekannt, daß er keinen Wein trank. Sie erwiderte: Beim Leben des Meisters, er gab ihn mir zu trinken in Humpen, wie dieser da. Als sie [mit der Hand] zeigte, wurde ihr Arm entblößt, und ein Licht fiel ins Lehrhaus.", "Da stand Raba auf, ging nach Hause und forderte die Tochter R. Ḥisdas323Seine Frau.auf. Da sprach die Tochter R. Ḥisdas zu ihm: Wer war soeben im Lehrhause? Er erwiderte ihr: Ḥoma, die Frau Abajjes. Da ging sie hinter ihr her und schlug sie mit dem Schlüssel einer Truhe, bis sie sie aus ganz Maḥoza jagte, indem sie zu ihr sprach: Du hast bereits drei getötet324Sie war 3mal verwitwet worden; cf. Jab. Fol. 64b.und willst noch einen anderen töten.", "Die Frau R. Josephs, des Sohnes Rabas, kam zu R. Neḥemja, dem Sohne R. Josephs, und sprach zu ihm: Setze mir Kost aus. Er setzte sie ihr aus. – Setze mir Wein aus. Er setzte ihn ihr aus. Er sprach: Es ist mir von den Einwohnern von Maḥoza bekannt, daß sie Wein trinken.", "Die Frau R. Josephs, Sohnes des R. Menasja aus Devil, kam zu R. Joseph und sprach zu ihm: Setze mir Kost aus. Er setzte sie ihr aus. – Setze mir Wein aus. Er setzte ihn ihr aus. – Setze mir Seidenzeug aus. Da sprach er zu ihr: Wozu Seidenzeug!? Sie erwiderte: Für dich, für deine Kollegen und für deine Gesellschaft325Zum Verkehre mit angesehenen Personen..", "FERNER GEBE ER IHR EIN BETT, EINE MATRATZE &C. Wozu braucht er ihr Matratze und Matte zu geben? R. Papa erwiderte: In Orten, wo man das Bett mit Stricken zu bespannen pflegt, die drücken.", "Die Rabbanan lehrten: Er braucht ihr nicht Kissen und Polster zu geben; im Namen R. Nathans sagten sie, er müsse ihr Kissen und Polster geben. In welchem Falle: ist sie daran gewöhnt, was ist der Grund des ersten Autors, und ist sie nicht daran gewöhnt, was ist der Grund R. Nathans? –", "In dem Falle, wenn er daran gewöhnt ist, sie aber nicht; der erste Autor ist der Ansicht, er könne zu ihr sagen: wenn ich [von dir] gehe, nehme ich sie fort, und wenn ich [zu dir] komme, bringe ich sie mit; R. Nathan aber ist der Ansicht, sie könne zu ihm sagen: es kann vorkommen, daß es spät wird und du sie nicht mitbringen kannst, sodann nimmst du meine und läßt mich auf der Erde schlafen.", "FERNER GEBE ER IHR EINE HAUBE. R. Papa sprach zu Abajje:" ], [ "Dieser Autor geht nackt mit Schuhen326Bekannter Volksspruch (cf. Sab. Fol. 8b.); nach dieser Vorschrift gebe er ihr 3mal soviel Schuhe als Kleider.bekleidet! Dieser erwiderte: Der Autor spricht von einer gebirgigen Gegend, wo mindestens drei Paar Schuhe erforderlich sind, und nebenbei lehrt er uns, daß er sie ihr zu den Festen gebe, damit sie an ihnen Freude habe.", "FÜR FÜNFZIG ZUZ KLEIDER. Abajje sagte: Fünfzig Zuz Scheidemünze327Sonst unter der Bezeichnung ‘Provinzialwährung’, als Ggs. zum Zuz tyrischer Währung, der den 8fachen Wert hatte; cf. Qid. Fol. 11a.. – Woher dies? – Er lehrt, dies gelte vom Ärmsten in Jisraél, ein Angesehener aber, alles seinem Stande entsprechend. Woher hat, wenn man sagen wollte, wirklich fünfzig Zuz, ein Armer fünfzig Zuz!? Vielmehr sind fünfzig Zuz Scheidemünze gemeint.", "ER GEBE IHR NICHT NEUE &C. Die Rabbanan lehrten: Was von der Kost328Wenn sie das in der Mišna festgesetzte Quantum nicht verbraucht.zurückbleibt, gehört dem Ehemanne, was von den abgetragenen Kleidern zurückbleibt, gehört der Frau. Wozu braucht die Frau die zurückbleibenden abgetragenen Kleider? Reḥaba erwiderte: Damit kleide sie sich während der Tage ihrer Menstruation, damit sie ihrem Manne nicht widerwärtig erscheine.", "Abajje sagte: Es ist uns überliefert, daß die zurückbleibenden abgetragenen Kleider einer Witwe329Die die Erben des Verstorbenen zu unterhalten haben.den Erben gehören. Sonst deshalb, damit sie ihm nicht widerwärtig erscheine, diese aber mag widerwärtig erscheinen.", "FERNER GEBE ER IHR EINE SILBERMAA͑ &C. Was heißt ‘esse’? R. Naḥman erklärte: wirklich essen. R. Aši erklärte: beiwohnen. –", "Wir haben gelernt: Auch esse sie bei ihm in der Nacht zum Šabbath. Erklärlich ist der Ausdruck ‘esse’ nach demjenigen, der ‘wirklich essen’ erklärt, wieso aber heißt es ‘esse’ nach demjenigen, der ‘beiwohnen’ erklärt? – Er gebraucht einen euphemistischen Ausdruck, wie es heißt:330Pr. 30,20.sie aß und wischt sich den Mund und spricht: ich habe nichts Unrechtes getan.", "Man wandte ein: R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, sie esse [bei ihm] in der Nacht zum Šabbath und am Šabbath. Allerdings am Šabbath nach demjenigen, der ‘wirklich essen’ erklärt, wieso aber nach demjenigen, der ‘beiwohnen’ erklärt, ist denn die Beiwohnung am Šabbath erlaubt, R. Hona sagte ja, die Jisraéliten seien Heilige und vollziehen die Beiwohnung nicht am Tage!? – Raba sagte, in einem finsteren Raume sei es erlaubt.", "IST SIE SÄUGENDE &C. R. U͑la der Große trug an der Tür des Fürsten vor: Obgleich sie gesagt haben, niemand brauche seine minderjährigen Söhne und Töchter zu ernähren, so muß er sie dennoch ernähren, solange sie ganz klein sind. –", "Wie lange? – Bis zum sechsten Lebensjahre. Dies nach R. Asi, denn R. Asi sagte, für ein Kind von sechs Jahren genüge der E͑rub seiner Mutter331Da es noch seiner Mutter benötigt, u. wie er für die Mutter sorgen muß, ebenso muß er für das Kind sorgen. Die Kommentare nehmen das W. יוצא wörtlich: gehen; wenn die Mutter den E͑. nördlich u. der Vater ihn südlich niedergelegt hat, gehe es mit der Mutter u. nicht mit dem Vater; in dieser Bedeutung müßte es besser הולך heißen.. –", "Woher dies? – Er lehrt, daß, wenn sie Säugende ist, man ihre Händearbeit verringere und ihre Ernährung vermehre; doch wohl aus dem Grunde, weil [das Kind] mit ihr essen muß. – Vielleicht deshalb, weil sie als Kranke gilt!? –", "Wenn dem so wäre, sollte er lehren: ist sie krank, weshalb: ist sie Säugende? – Vielleicht lehrt er uns damit, daß Säugende gewöhnlich als Kranke gelten. Es wurde gelehrt: R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Man füge ihr Wein hinzu, weil Wein der Milch zuträglich ist.", "", "iDER FUND EINER FRAU UND IHRE HÄNDEARBEIT GEHÖREN IHREM MANNE; VON IHRER ERBSCHAFT GEHÖRT IHM BEI IHREN LEBZEITEN DER FRUCHTGENUSS; BESCHÄMUNG UND MINDERUNG1Die an die Frau wegen einer zugefügten Beschämung bzw. Verletzung zu zahlen sind; cf, Bq. Fol. 83b. GEHÖREN IHR.", "R. JEHUDA B. BETHERA SAGT, WENN2Sc. die Verletzung erfolgt ist. HEIMLICH3Wenn die Verletzung an einer intimen Stelle erfolgt ist, bzw. bei der Beschämung niemand zugegen war., SO GEHÖREN ZWEI TEILE IHR UND EIN TEIL IHM, WENN ÖFFENTTLIGH4Die Verletzung an einer sichtbaren Stelle, bzw. die Beschämung in Gegenwart fremder Personen., SO GEHÖREN ZWEI TEILE IHM UND EIN TEIL IHR. SEINES IST SOFORT AUSZUZAHLEN, FÜR IHRES ABER IST GRUNDBESITZ ZU KAUFEN, UND DER FRUCHTGENUSS GEHÖRT IHM5Wie von anderen Gütern, die ihr während der Ehe zufallen..", "GEMARA. Was lehrt er uns damit, dies wurde ja bereits gelehrt: Der Vater hat Verfügungsrecht über seine Tochter inbetreff ihrer Antrauung durch Geld, Urkunde oder Beiwohnung6Vgl. S. 142 Anm. 139ff., ferner hat er Anrecht auf ihren Fund, ihre Händearbeit und die Aufhebung ihrer Gelübde, auch nimmt er ihren Scheidebrief in Empfang, jedoch hat er bei ihren Lebzeiten kein Nießbrauchsrecht. Hat sie sich verheiratet, so ist ihm der Ehemann überlegen, indem er bei ihren Lebzeiten Nießbrauchsrecht hat!? –", "Nötig ist dies wegen Beschämung und Minderung, worüber R. Jehuda b. Bethera und die Rabbanan streiten.", "Ein Jünger lehrte vor Raba: Der Fund einer Frau gehört ihr selber; R. A͑qiba sagt, ihrem Manne. Da sprach dieser zu ihm: Wenn R. A͑qiba sogar vom Überschusse7Ihrer Arbeitsleistung, zu der sie als Entgelt für ihren Unterhalt verpflichtet ist; cf. supra Fol. 58b.," ], [ "der ihre Händearbeit8Und nach unserer Mišna dem Ehemanne gehört. ist, sagt, er gehöre ihr, um wieviel mehr ihr Fund!?", "Wir haben nämlich gelernt: [Sagte sie:] Qonam sei meine Arbeit für deinen Mund, so braucht er es nicht9Da ihre Arbeit ihm gehört u. sie darüber nicht geloben kann. aufzuheben; R. A͑qiba sagt, er müsse es aufheben, weil sie mehr betragen kann, als ihm10Was sie für ihn zu leisten hat; cf. supra Fol. 59b.zukommt. Wende es vielmehr um: der Fund einer Frau gehört ihrem Manne; R. A͑qiba sagt, ihr selber. –", "Aber als Rabin kam, sagte er ja im Namen R. Joḥanans, alle stimmen überein, die ohne Anstrengung erfolgte Mehrleistung gehöre dem Ehemanne, und sie streiten nur über die durch Anstrengung erfolgte Mehrleistung; der erste Autor sei der Ansicht, sie gehöre dem Ehemanne und R. A͑qiba sei der Ansicht, sie gehöre ihr selber11Der Fund gelangt in ihren Besitz ohne Anstrengung.!? R. Papa erwiderte: Ein Fund gleicht der durch Anstrengung erfolgten Mehrleistung12Es wird auf den Fall bezogen, wenn sie nach herrenlosen Wertgegenständen gesucht hat., und hierüber streiten R. A͑qiba und die Rabbanan.", "R. Papa fragte: Wie ist es, wenn sie für ihn zwei [Leistungen] gleichzeitig13Beispielsweise Wachdienst u. Handarbeit od. Eierbrut; für die andere ist keine besondere Kraftaufwendung erforderlich.verrichtet? Rabina fragte: Wie ist es, wenn drei oder vier? – Dies bleibt unentschieden.", "BESCHÄMUNG UND MINDERUNG. Raba b. R. Ḥanan wandte ein: Demnach14Wenn dem Ehemanne für eine nicht ihm zugefügte Beschämung eine Buße zugesprochen wird. müßte, wer die Stute15Die Übersetzung des W.s סוסתו mit ‘Kleid’ beruht auf einer Verwechslung von סות mit סוסה (übrigens im T. nicht gebräuchlich).eines anderen beschämt, ihm Beschämungsgeld zahlen!? – Ist etwa ein Pferd beschämungsfähig!? – Vielmehr, demnach müßte, wer einem auf das Kleid spuckt, diesem Beschämungsgeld zahlen!?", "Wolltest du sagen, dem sei auch so, so haben wir ja gelernt, daß, wenn jemand gegen einen gespuckt und der Speichel ihn getroffen oder das Haupt einer Frau entblößt, oder einem das Gewand abgezogen hat, er an ihn vierhundert Zuz zu zahlen habe, und hierzu sagte R. Papa, nur wenn ihn selbst, wenn aber sein Kleid, sei er frei!? – [Die Beschämung] seines Kleides ist für ihn keine Beleidigung, die seiner Frau ist für ihn eine Beleidigung.", "Rabina sprach zu R. Aši: Demnach müßte, wer einen Armen aus vornehmer Familie beschämt, wodurch eine Beleidigung der ganzen Familie erfolgt, an alle Familienmitglieder Beschämungsgeld zahlen!? – Jener gehört nicht zu ihrem Körper, seine Frau aber gehört zu seinem Körper.", "iiWENN JEMAND SEINEM SCHWIEGERSOHNE EINEN GELDBETRAG AUSGESETZT HAT UND DIESER GESTORBEN IST, SO KANN ER, WIE DIE WEISEN SAGEN, [ZUM SCHWAGER16Der an der Verlobten seines Bruders die Schwagerehe zu vollziehen hat.] SAGEN: DEINEM BRUDER WOLLTE ICH GEBEN, DIR ABER MAG ICH NICHT GEBEN.", "iiiVERPFLICHTET SIE SICH, IHM TAUSEND DENAR [IN DIE EHE] ZU BRINGEN, SO MUSS ER IHR DAFÜR FÜNFZEHN MINEN17Ein Drittel mehr, weil er das Geld nutzbringend anlegt.AUSSETZEN. FÜR EINGESCHÄTZTES GUT18Mobilien, die sie in die Ehe mitbringt; solche werden in der Regel über den wirklichen Wert eingeschätzt.SETZE ER IHR EIN FÜNFTEL WENIGER AUS;", "BETRÄGT DIE EINSCHÄTZUNG EINE MINE UND AUCH DER WIRKLICHE WERT EINE MINE, SO HAT ER NUR EINE MINE [ZU BEANSPRUCHEN]19Er kann nicht verlangen, entweder, wie üblich, das eingebrachte Gut höher einzuschätzen od. seinerseits ein Fünftel weniger auszusetzen.. BETRÄGT DIE EINSCHÄTZUNG20Hochzeitsgut, wofür der Bräutigam ihr eine Mine gutschreibt.EINE MINE, SO HAT SIE EINUNDDREISSIG SELA͑ UND EINEN DENAR EINZUBRINGEN21Ein Fünftel mehr; 1 M. = 25 S. zu 4 D.; WENN VIERHUNDERT, SO HAT SIE FÜNFHUNDERT EINZUBRINGEN." ], [ "FÜR DAS, WAS DER BRÄUTIGAM SICH VERPFLICHTET, SETZE ER [IHR] EIN FÜNFTEL WENIGER AUS.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Selbstverständlich [in dem Falle], wenn der erstere Gelehrter war und der andere ein Mann aus dem gemeinen Volke ist, aber auch wenn der erstere ein Mann aus dem gemeinen Volke war und der andere Gelehrter ist, kann er sagen: deinem Bruder wollte ich geben, dir mag ich nicht geben.", "VERPFLICHTET SIE SICH, IHM TAUSEND DENAR [IN DIE EHE] ZU BRINGEN &C. Dies22Die weiter genannten Fälle, die alle lehren, daß die Gutschrift des Bräutigams ein Fünftel weniger als die Einschätzung beträgt.lehrt ja schon der Anfangsatz!? – Er lehrt dies sowohl von einer großen Einschätzung als auch von einer kleinen Einschätzung, und er lehrt dies sowohl von seiner Einschätzung als auch von ihrer Einschätzung.", "ivVERPFLICHTET SIE SICH, IHM BARES GELD [IN DIE EHE] ZU BRINGEN, SO GILT IHR SELA͑ SECHS DENARE23Ein Drittel mehr.. DER BRÄUTIGAM HAT SICH FÜR JEDE MINE24Die sie in die Ehe bringt.ZU ZEHN DENAREN FÜR IHRE BÜCHSE ZU VERPFLICHTEN; R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT, ALLES NACH DEM LANDESBRAUCHE.", "GEMARA. Dies ist ja [die Lehre,] er müsse ihr dafür25Für die eingebrachten 1000 Denare; auch hier wird nichts weiter gelehrt, als daß er ihr ⅓ mehr als den eingebrachten Betrag auszusetzen hat.fünfzehn Minen aussetzen!? –", "Er lehrt es von einem großen Betrage und er lehrt es von einem kleinen Betrage. Und beides ist nötig. Würde er es nur von einem großen Betrage gelehrt haben, so könnte man glauben, weil er einen großen Gewinn [bringt], nicht aber gelte dies von einem kleinen Betrage, der einen kleinen Gewinn [bringt]. Und würde er es nur von einem kleinen Betrage gelehrt haben, so könnte man glauben, weil das Risiko klein ist, nicht aber gelte dies von einem großen Betrage, wobei das Risiko groß ist. Daher ist beides nötig.", "DER BRÄUTIGAM HAT SICH ZU ZEHN DENAREN FÜR IHRE BÜCHSE ZU VERPFLICHTEN. Was ist dies für eine Büchse? R. Aši erwiderte: Die Parfümerienbüchse. Ferner sagte R. Aši: Dies gilt nur für Jerušalem26Wo die Frauen viel Parfümerien verbrauchten..", "R. Aši fragte: Für die eingeschätzte Mine oder für die übernommene27Die er ihr für das eingebrachte Gut aussetzt, ein Fünftel weniger. Mine?", "Und gilt dies, wenn du entscheidest, für die übernommene Mine, nur für den ersten Tag oder für jeden Tag? Und gilt dies, wenn du entscheidest, für jeden Tag, nur für die erste Woche oder für jede Woche? Und gilt dies, wenn du entscheidest, für jede Woche, nur für den ersten Monat oder für jeden Monat? Und gilt dies, wenn du entscheidest, für jeden Monat, nur für das erste Jahr oder für jedes Jahr? – Dies bleibt unentschieden.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Als einst die Weisen der Tochter des Nikodemon b. Gorjon28Cf. S. 204 Anm. 318 u. 319.für ihre Parfümerienbüchse vierhundert Goldstücke für jeden Tag aussetzten, sprach sie28Cf. S. 204 Anm. 318 u. 319.zu ihnen: Das mögt ihr euren Töchtern aussetzen! Darauf sagten sie: Amen.", "Die Rabbanan lehrten: Einst zog R. Joḥanan b. Zakkaj auf einem Esel reitend aus Jerušalem, und seine Schüler gingen hinter ihm her; da sah er ein Weib die Gerstenkörner unter dem Miste der Arabertiere sammeln. Als sie ihn bemerkte, hüllte sie sich in ihr Haar, blieb vor ihm stehen", "und sprach zu ihm: Meister, ernähre mich! Er sprach zu ihr: Meine Tochter, wer bist du? Sie erwiderte: Ich bin die Tochter des Nikodemon b. Gorjon. Da sprach er zu ihr: Meine Tochter, wo ist das Geld deines väterlichen Hauses hingekommen? Sie erwiderte: Meister, lautet doch in Jerušalem ein Sprichwort: Des Geldes Salz ist die Minderung29Durch Wohltätigkeit u. Liebesgaben; dadurch bleibt es dem Besitzer erhalten.. Manche lesen: die Liebestat30In der Originalsprache sind beide Worte חסר u. חסד in Klang u. Buchstabenform einander ähnlich, daher die Unsicherheit der Lesart.. – Und wo ist das deines Schwiegervaters? Sie erwiderte: Das eine kam und richtete das andere zugrunde.", "Hierauf sprach sie zu ihm: Meister, erinnerst du dich, wie du [die Urkunde über] meine Morgengabe unterschrieben hast? Da sprach er zu seinen Schülern: Ich erinnere mich noch, wie ich [die Urkunde über] ihre Morgengabe unterschrieben habe; ich las darin: eine Million Golddenare von ihrem väterlichen Hause, außer der [Zulage] ihres Schwiegervaters. Und R. Joḥanan b. Zakkaj weinte, indem er sprach: Heil dir, Jisraél! Wenn sie den Willen Gottes erfüllen, hat keine Nation und kein Sprachstamm Gewalt über sie, wenn sie aber den Willen Gottes nicht erfüllen, gibt er sie in die Hand einer niedrigen Nation, und nicht nur in die Hand einer niedrigen Nation, sondern sogar des Viehes einer niedrigen Nation. –", "Übte denn Nikodemon b. Gorjon keine Wohltätigkeit, es wird ja gelehrt: Man erzählt von Nikodemon b. Gorjon, daß man vor ihm, wenn er aus dem Lehrhause nach seiner Wohnung ging, feine Wollstoffe auslegte," ], [ "die hinter ihm die Armen zusammenrollten!? – Wenn du willst, sage ich: er tat dies zu seiner eigenen Ehrung, und wenn du willst, sage ich: nicht in dem Maße, wie er es sollte. Man pflegt nämlich zu sagen: Dem Kamele entsprechend die Last.", "Es wird gelehrt: R. Elea͑zar b. Çadoq sagte: Ich will [keinen] Trost sehen, wenn ich sie nicht in A͑kko Gerstenkörner unter den Pferdehufen sammeln gesehen habe. Ich las dann über sie folgenden Schriftvers: 31Cant. 1,8.Wenn du nicht weißt, du der Weiber Schönste, so ziehe auf die Spuren der Schafe hinaus und weide deine Böcklein; lies nicht gdijothajikh [deine Böcklein], sondern gvijothajik [deinen Körper].", "R. Šamen b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Bringt sie ihm Gold [in die Ehe], so schätze man es, und es gilt seinen Wert32Er hat den richtigen Einschätzungswert gutzuschreiben, u. nicht, wie bei Bargeld od. Geräten, 1/<sub>3</sub> mehr, bezw. 1/<sub>5</sub> weniger.. Man wandte ein: Gold gleicht Geräten. Doch wohl Silbergeräten, die abgebraucht33Durch den häufigen Gebrauch, wonach das Fünftel abzuziehen ist. werden!? – Nein, Goldgeräten, die nicht abgebraucht werden. – Demnach sollte es doch heißen: solchen Geräten!?", "Ferner wird ausdrücklich gelehrt: Gold gleicht Geräten, Golddenare gelten als [bares] Geld; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, in Orten, wo sie nicht in Scheidemünze gewechselt werden, schätze man sie, und sie gelten ihren Wert. Worauf bezieht sich R. Šimo͑n b. Gamliél: wenn auf den Schlußsatz, so wäre demnach der erste Autor der Ansicht, auch in Orten, wo sie nicht in Scheidemünze gewechselt werden, und da gehen sie ja nicht;", "doch wohl auf den Anfangsatz, und [die Lehre] ist wie folgt zu verstehen: Gold gleicht Geräten, und zwar Silbergeräten; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, es gleiche Golddenaren in Orten, da man sie nicht in Scheidemünze wechselt34Es gilt seinen Einschätzungswert.. –", "Nein, tatsächlich auf den Schlußsatz, und zwar in dem Falle, wenn sie im Notfalle gehen. Ihr Streit besteht in folgendem: einer ist der Ansicht, da sie gehen, erfordern sie den Aufschlag, und einer ist der Ansicht, da sie nur im Notfalle gehen, erfordern sie den Aufschlag nicht.", "Wenn du aber willst, sage ich: das ganze nach R. Šimo͑n b. Gamliél, nur ist [die Lehre] lückenhaft und muß wie folgt lauten: Gold gleicht Geräten, Golddenare gelten als [bares] Geld. Dies nur in Orten, wo man sie in Scheidemünze wechselt, in Orten aber, wo man sie nicht in Scheidemünze wechselt, schätze man sie, und sie gelten ihren Wert – so R. Šimo͑n b. Gamliél. R. Šimo͑n b. Gamliél sagte nämlich, wo man sie nicht in Scheidemünze wechselt, schätze man sie, und sie gelten ihren Wert. –", "Aber immerhin müßte es ja heißen: solchen Geräten!? – Ein Einwand. Wenn du aber willst, sage ich: dies35Die oben angezogene Lehre, Gold gleiche Geräten. RJ. dagegen spricht von reinen Goldbarren.gilt von Bruchgold. R. Aši erklärte: Von Goldstaub36Od. Golderz; von solchen ist das Fünftel abzuziehen..", "R. Jannaj sagte: Parfümerien aus Antiochien gleichen [barem] Gelde37Sie waren ein sehr wichtiger, Gewinn bringender Handelsartikel.. R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Joḥanans: Von arabischen Kamelen kann eine Frau ihr Heiratsgut einfordern38Auch von Waisen, obgleich sie bewegliche Güter sind, da sie Handelsartikel waren u. für die Frau als Bürgschaft dienten..", "R. Papi sagte: Von Kleidern aus Be Mikhse kann eine Frau ihr Heiratsgut einfordern. Ferner sagte R. Papi: Von Säcken aus Rodja und Seilen aus Qimḥunja kann eine Frau ihr Heiratsgut einfordern. Raba sagte: Anfangs glaubte ich, eine Frau könne ihr Heiratsgut von Beuteln aus Maḥoza39Nach den Kommentaren, von in Beuteln aufbewahrtem Bargeld.einfordern, weil sie sich auf diese verläßt, als ich aber beobachtete, daß [die Frauen] diese beim Ausgehen mit sich nehmen und dafür, wenn es sich trifft, Grundbesitz kaufen, sagte ich: sie verlassen sich nur auf Grundbesitz.", "vWENN JEMAND SEINE TOCHTER STILLSCHWEIGEND40Keine Mitgift vereinbart.VERHEIRATET, SO GEBE ER IHR NICHT WENIGER ALS FÜNFZIG ZUZ. VEREINBARTE DER BRÄUTIGAM SIE NACKT ZU NEHMEN, SO KANN ER NICHT SAGEN, ER WERDE SIE EINKLEIDEN, ERST WENN ER SIE IN SEIN HAUS GENOMMEN HAT, VIELMEHR MUSS ER SIE NOCH IM HAUSE IHRES VATERS EINKLEIDEN. DESGLEICHEN GEBE MAN EINER WAISE, DIE VERHEIRATET WIRD, NICHT WENIGER ALS FÜNFZIG ZUZ; IST ABER GENÜGEND IN DER KASSE, SO STATTE MAN SIE IHREM STANDE ENTSPRECHEND AUS.", "GEMARA. Abajje sagte: Fünfzig Zuz Scheidemünze41Vgl. S. 206 Anm. 327.. – Woher dies? – Im Schlußsatze lehrt er, daß, wenn Geld in der Kasse ist, man sie ihrem Stande entsprechend ausstatte, und auf unsere Frage, welche Kasse gemeint sei, erwiderte Reḥaba, die Almosenkasse. Wieviel sollte man ihr denn geben, wenn darunter wirklich Zuz42Tyrischer Währung, die den 8fachen Wert hatten; cf. Qid. Fol. 11a.zu verstehen wären, wenn genügend in der Kasse ist!? Vielmehr sind fünfzig Zuz Scheidemünze zu verstehen.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn ein Waisenknabe und ein Waisenmädchen zu ernähren sind, so ernähre man zuerst das Mädchen, und erst damit den Knaben, denn ein Mann kann betteln gehen, nicht aber kann ein Weib betteln gehen. Wenn ein Waisenknabe und ein Waisenmädchen" ], [ "zu verheiraten sind, so verheirate man zuerst das Mädchen, und erst dann den Knaben, denn die Schande eines Weibes ist größer als die eines Mannes.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn ein Waisenknabe zu verheiraten ist, so miete man ihm eine Wohnung und richte ihm ein Bett her und alle Hausgeräte, und erst dann verheirate man ihn, denn es heißt:43Dt. 15,8.hinreichend für seinen Mangel, was ihm fehlt; hinreichend für seinen Mangel, das ist die Wohnung; was fehlt, das sind Lager und Tisch; ihm, das ist die Frau, wie es heißt:44Gen. 2,18.ich will ihm eine Hilfe machen.", "Die Rabbanan lehrten: Hinreichend für seinen Mangel; soweit mußt du ihn unterhalten, du brauchst ihn aber nicht reich zu machen. Hinreichend für seinen Mangel, selbst ein Pferd zum Reiten und einen Sklaven vor ihm herzulaufen. Man erzählt von Hillel dem Älteren, daß er einem verwöhnten45Wörtl. von guter (vornehmer) Herkunft.Armen ein Pferd zum Reiten stellte und einen Sklaven vor ihm herzulaufen; einst fand er keinen Sklaven zum Herlaufen, da lief er selber drei Mil vor ihm her.", "Die Rabbanan lehrten: Einst kauften Leute in Obergaliläa einem verwöhnten Armen aus Sepphoris46Das W. מציפורי fehlt in Handschriften; die Quelle (Tosephta Pea 4) hat richtig בשר של ציפורי, ähnl. der jer. Talmud Pea 21a.ein Pfund Fleisch täglich. – Ein Pfund Fleisch, was Großes ist dabei!? R. Hona erwiderte: Ein Pfund Geflügelfleisch47Diese Erklärung ist nicht sehr befriedigend, trotzdem scheint die Lesart מוח עופות in der Erstausgabe ein Druckfehler zu sein; richt. die ursprüngliche Lesart של צפרים Singvögelfleisch.. Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich ein Pfund gewöhnliches Fleisch, denn R. Aši sagte, es war in einem kleinen Dorfe, und seinetwegen vernichteten sie jeden Tag ein Vieh48Der Rest konnte nicht verkauft werden..", "Einst kam jemand zu R. Neḥemja, und dieser fragte ihn, womit er seine Mahlzeit zu halten pflege. Jener erwiderte: Mit fettem Fleische und altem Weine. – Willst du mit mir Linsen essen49Wörtl. rollen, wälzen, (herunterwürgen) im t.schen Sprachgebrauche; etwas ohne Lust u. gezwungen tun.? Da aß jener mit ihm Linsen und starb. Hierauf sprach er: Wehe ihm, den Neḥemja getötet! – Er sollte ja sagen: wehe Neḥemja, der diesen getötet!? – Jener vielmehr sollte sich nicht so sehr verwöhnen.", "Einst kam jemand zu Raba, und dieser fragte ihn, womit er seine Mahlzeit zu halten pflege. Jener erwiderte: Mit einer Masthenne und altem Weine. Da sprach er zu ihm: Nimmst du denn, gar keine Rücksicht auf die Belastung der Gemeinde!? Jener erwiderte: Esse ich etwa ihres, ich esse ja des Allbarmherzigen!? Es wird nämlich gelehrt:50Ps. 145,15.Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Nahrung zu seiner Zeit; es heißt nicht: zu ihrer Zeit, sondern: zu seiner Zeit, und dies lehrt, daß der Heilige, gepriesen sei er, jedem einzelnen seine Nahrung seiner Gewohnheit entsprechend gibt.", "Währenddessen kam die Schwester Rabas, die ihn dreizehn Jahre nicht gesehen hatte, und brachte ihm eine Masthenne mit und alten Wein. Da sprach er: Dies hat etwas zu bedeuten. Hierauf sprach er zu jenem: Ich füge mich dir, komm und iß.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn er nichts hat und sich nicht ernähren lassen will, so gebe man ihm zuerst als Darlehen und dann als Geschenk – so R. Meír; die Weisen sagen, man gebe ihm zuerst als Geschenk und dann als Darlehen. – ‘Als Geschenk’, er nimmt ja nicht!? Raba erwiderte: Man biete ihm als Geschenk an.", "Wenn jemand dazu hat und sich nicht ernähren51Aus Geiz lieber hungert.will, so gebe man ihm als Geschenk und nachher fordere man es von ihm ein. – Wenn man es von ihm einfordert, nimmt er ja nicht mehr!? R. Papa erwiderte: Nach seinem Tode. R. Šimo͑n sagt, wenn jemand dazu hat und sich nicht ernähren will, kümmere man sich nicht um ihn; wenn jemand nichts hat und sich nicht ernähren lassen will, fordere man ihn auf, ein Pfand zu bringen und zu nehmen, damit seine Stimmung sich hebe52Er betrachtet es als richtiges Darlehen u. nimmt auch ohne Pfand..", "Die Rabbanan lehrten:53Dt. 15,8.Borgen, dem, der nichts hat und sich nicht ernähren lassen will; man gebe ihm zuerst als Darlehen und dann als Geschenk. Sollst du ihm borgen, dem, der dazu hat und sich nicht ernähren will; man gebe ihm als Geschenk und nach seinem Tode fordere man es von ihm ein – so R. Jehuda.", "Die Weisen sagen, wenn jemand dazu hat und sich nicht ernähren will, kümmere man sich nicht um ihn. – Wozu heißt es: sollst du ihm borgen? – Die Tora gebraucht die landläufige Redewendung54Die überflüssige Anwendung des Infinitivs ist Sprachgebrauch u. ohne exegetische Bedeutung..", "Mar U͑qaba hatte in seiner Nachbarschaft einen Armen, dem er täglich vier Zuz in die Türpfanne zu legen pflegte. Eines Tages sagte sich dieser, er wolle gehen und beobachten, wer ihm eine derartige Wohltat erweise, und gerade an jenem Tage hatte sich Mar U͑qaba im Lehrhause verspätet, und seine Frau55Die ihn abgeholt hatte.begleitete ihn.", "Als jener die Tür sich bewegen sah, folgte er ihnen, und sie liefen vor ihm in einen Ofen, in dem ein Feuerbrand aufgeschichtet war. Als Mar U͑qaba sich die Füße verbrannte, sprach seine Frau zu ihm: Setze deine Füße auf meine. Da wurde er niedergeschlagen56Ob der Überlegenheit seiner Frau.. Hierauf sprach seine Frau zu ihm: Ich bin stets zuhause und übe das Liebeswerk direkt57Die Armen können die Gaben sofort genießen, während der Mann ihnen Geld gibt u. sie ihre Bedürfnisse erst kaufen müssen.. –", "Weshalb dies alles? – Mar Zuṭra b. Ṭobija sagte im Namen Rabhs, wie manche sagen, R. Hona b. Bizna im Namen R. Šimo͑n des Frommen, und wie manche sagen, R. Joḥanan im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Lieber lasse sich ein Mensch in einen Schmelzofen werfen, als das Gesicht seines Nächsten öffentlich zu beschämen. Dies ist von Tamar zu entnehmen, denn es heißt:58Gen. 38,25.sie wurde hinausgeführt59Sie wollte sich eher verbrennen lassen als Jehuda beschämen..", "Mar U͑qaba hatte in seiner Nachbarschaft einen Armen, dem er an jedem Vorabend des Versöhnungstages vierhundert Zuz zu senden pflegte. Eines Tages sandte er sie ihm durch seinen Sohn; dieser aber kam zurück und berichtete, er sei nicht bedürftig. Da fragte er ihn: Was hast du gesehen? – Ich sah, wie man für ihn alten Wein sprengte. Da sprach er: So sehr verwöhnt ist er! Hierauf verdoppelte er [den Betrag] und sandte ihn ihm.", "Als seine Seele zur Ruhe einkehren sollte, verlangte er, daß man ihm seine Almosenrechnungen hole, und er fand darin siebentausend sijanische Denare verzeichnet. Da rief er: Gering die Zehrung und weit die Reise! Hierauf verteilte er die Hälfte seines Vermögens. – Wieso tat er dies, R. Ilea͑j sagte ja, in Uša habe man angeordnet, wer verschwenderisch spendet, verschwende nicht mehr als ein Fünftel60Vgl. S. 152 Anm. 223.!? – Dies nur bei Lebzeiten, weil man sein Vermögen verlieren würde, nach dem Tode aber ist nichts dabei.", "R. Abba wickelte Geld in ein Sudarium, nahm es über den Rücken und begab sich zu den Armen61Die Armen nahmen das Geld, ohne daß er sie sah.; er schielte jedoch nach der Seite, wegen der Betrüger.", "R. Ḥanina hatte einen Armen, dem er jeden Vorabend des Šabbaths vier Zuz zu senden pflegte. Eines Tages sandte er sie ihm durch seine Frau, diese aber kam zurück und berichtete, er sei nicht bedürftig. – Was hast du gesehen? – Ich hörte, wie man ihn fragte, worauf er speisen wolle," ], [ "ob auf silbernem oder auf goldenem Gedecke62טלי eigentl. Stoff, Decke, Polster; nach Raschi silberweißes Leinen bezw. goldfarbige Seide.. Da sprach er: Das ist es, was R. Elea͑zar sagte: Wohlan, wir wollen den Betrügern dankbar sein; wenn nicht sie, würden wir täglich sündigen, denn es heißt: 63Dt. 15,9.wenn er über dich zum Herrn ruft, so wird an dir eine Sünde sein.", "Ferner lehrte R. Ḥija b. Rabh aus Diphte: R. Jehošua͑ b. Qorḥa sagte: Wenn jemand seine Augen von der Wohltätigkeit abwendet, so ist es ebenso als würde er Götzen anbeten; hierbei heißt es:63Dt. 15,9.hüte dich, daß nicht in deinem Herzen ein nichtswürdiger Gedanke aufsteige &c. und dort64Ib. 13,14. heißt es: es sind nichtswürdige Leute aufgetreten, wie dort Götzendienst, ebenso hierbei Götzendienst.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand ein blindes Auge, einen geschwollenen Bauch oder einen gekürzten Schenkel simuliert, so scheidet er nicht aus der Welt, ohne dazu gekommen zu sein.", "Dort haben wir gelernt: Man nötige ihn65Einen Armen, der Anspruch auf die Armenabgaben erhebt; cf. Pea VIII,8.nicht, sein Haus oder seine [kostbaren] Geräte zu verkaufen. – Etwa nicht, es wird ja gelehrt, daß, wenn er sich goldener Geräte bedient, er sich silberner, und wenn silberner, er sich kupferner bedienen müsse!?", "R. Zebid erwiderte: Das ist kein Einwand; eines gilt von Bett und Tisch, und eines gilt von Bechern und Schüsseln. – Becher und Schüsseln deshalb nicht, weil er sagen kann, er empfinde gegen [minderwertige] einen Widerwillen, ebenso kann er ja auch von Bett und Tisch sagen, [minderwertige] seien ihm unerträglich!? Raba, der Sohn Rabbas, erwiderte: Dies gilt von einem silbernen Kamme66Derartige Geräte kann auch der Verwöhnte aus minderwertigem Metalle benutzen..", "R. Papa erklärte: Das ist kein Einwand; das eine, solange es nicht zur Einforderung67Wenn er tatsächlich den als Armutsgrenze festgesetzten Betrag nicht besitzt u. zur Annahme der Armengaben berechtigt ist.kommt, das andere, wenn es zur Einforderung kommt68Wenn er es widerrechtlich genommen u. es ihm exekutiv abgenommen wird; er muß dann kostbare Geräte verkaufen u. sich minderwertiger bedienen..", "viWENN EINE WAISE VON IHRER MUTTER ODER IHREN BRÜDERN VERHEIRATET WORDEN IST, UND SIE IHR HUNDERT ODER FÜNFZIG ZUZ VERSCHRIEBEN HABEN, [SELBST] MIT IHRER WILLIGUNG, SO KANN SIE, SOBALD SIE GROSSJÄHRIG IST, VON IHNEN EINFORDERN, WAS SIE ERHALTEN69Ein Zehntel des väterlichen Nachlasses.SOLLTE.", "R. JEHUDA SAGT, HAT [DER VATER] BEREITS EINE TOCHTER VERHEIRATET, SO GEBE MAN DER ANDEREN EBENSOVIEL, WIE ER DER ERSTEN GEGEBEN HAT. DIE WEISEN SAGEN, ES KOMME VOR, DASS JEMAND ARM WAR UND REICH WIRD ODER REICH WAR UND ARM70Die Ausstattung der 1. Tochter ist für die 2. nicht maßgebend.WIRD; VIELMEHR SCHÄTZE MAN DAS VERMÖGEN UND GEBE IHR ENTSPRECHEND.", "GEMARA. Šemuél sagte: Bei der Versorgung richte man sich nach dem Vater71Die Waise erhält eine Ausstattung, die sie vom Vater erhalten haben würde.. Man wandte ein: Die Töchter sind vom Vermögen des Vaters zu ernähren und zu versorgen. Und zwar: man sage nicht, lebte ihr Vater, so würde er ihr so und soviel gegeben haben, vielmehr schätze man das Vermögen und gebe ihr entsprechend. Dies gilt wohl von der Versorgung für den Ehemann72Ausstattung u. Mitgift.!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Nein, von ihrer eigenen Versorgung73Von ihrem Unterhalte während ihres Verweilens bei den Brüdern.. –", "Es heißt ja: zu ernähren und zu versorgen, und eines bedeutet wohl die Versorgung für den Ehemann und eines ihre eigene Versorgung!? – Nein, beides ihre eigene Versorgung, dennoch besteht kein Einwand, denn eines bedeutet Essen und Trinken und eines Kleider und Gewänder. –", "Wir haben gelernt: Die Weisen sagen, es komme vor, daß jemand arm war und reich wird oder reich war und arm wird; vielmehr schätze man das Vermögen und gebe ihr entsprechend. Was heißt arm und was heißt reich: wollte man sagen, arm heiße, arm an Vermögen, und reich heiße, reich an Vermögen, demnach wäre der erste Autor der Ansicht, man gebe ihr, auch wenn er reich war und arm geworden, nach dem früheren Verhältnisse; er hatte ja nichts!?", "Wahrscheinlich heißt arm, arm an Wohlwollen74Wörtl. Gesinnung; er würde ihr eine geringe Mitgift gegeben haben., und reich, reich an Wohlwollen, und er lehrt, daß man das Vermögen schätze und ihr entsprechend gebe; demnach richte man sich nicht nach der Mutmaßung. Dies ist eine Widerlegung Šemuéls!? – Er ist der Ansicht R. Jehudas, denn es wird gelehrt: R. Jehuda sagt, hat [der Vater] bereits eine Tochter verheiratet, so gebe man der anderen ebensoviel, wie er der ersten gegeben hat. –", "Sollte er doch sagen, die Halakha sei wie R. Jehuda!? – Hätte er gesagt, die Halakha sei wie R. Jehuda, so könnte man glauben, nur wenn er bereits eine verheiratet und somit seinen Willen bekundet hat, nicht aber, wenn er noch keine verheiratet hat, so lehrt er uns den Grund R. Jehudas, daß man sich nach der Mutmaßung richte, einerlei ob er bereits [eine Tochter] verheiratet hat oder nicht,", "nur lehrt er deshalb den Fall, wenn verheiratet, um die Ansicht der Rabbanan hervorzuheben: selbst wenn er eine bereits verheiratet und somit seinen Willen bekundet hat, richte man sich nicht nach der Mutmaßung.", "Raba sprach zu R. Ḥisda: Wir haben in deinem Namen vorgetragen, die Halakha sei wie R. Jehuda. Dieser erwiderte: Mögt ihr doch alle derartig schöne Dinge in meinem Namen vortragen. –", "Kann Raba dies denn gesagt haben, es wird ja gelehrt: Rabbi sagt, eine Tochter, die von den Brüdern unterhalten wird, erhalte ein Zehntel des Vermögens, und hierzu sagte Raba, die Halakha sei wie Rabbi75Demnach richte man sich nicht nach dem Willen des Vaters.!? – Das ist kein Einwand; das eine, wenn man sein Belieben kennt, das andere, wenn man es nicht kennt.", "Dies ist auch einleuchtend; R. Ada b. Ahaba sagte, daß Rabbi einst einer [Waise] ein Zwölftel des Vermögens gab, und da mithin ein Widerspruch besteht, so gilt wohl das eine, wenn man sein Belieben kennt, und das andere, wenn man es nicht kennt.", "Der Text. Rabbi sagte: Eine Tochter, die von den Brüdern unterhalten wird, erhält ein Zehntel des Vermögens. Sie sprachen zu Rabbi: Nach deiner Ansicht erhält, wenn jemand zehn Töchter und einen Sohn [hinterlassen] hat, der Sohn wegen der Töchter überhaupt nichts!?", "Dieser erwiderte: Ich meine es wie folgt: die erste erhält ein Zehntel des Vermögens, die andere von dem, was zurückbleibt, und die dritte von dem, was dann zurückbleibt, sodann teilen sie gleichmäßig. –" ], [ "Jede hat ja das ihrige76Das Zehntel des Vermögens bei ihrer Verheiratung; wenn die 2. sich später verheiratet, ist das Vermögen tatsächlich kleiner. zu erhalten!? – Er meint es wie folgt: wenn alle sich gleichzeitig verheiraten, teilen sie gleichmäßig.", "Dies ist eine Stütze für R. Mathna, denn R. Mathna sagte: Wenn sich alle gleichzeitig verheiraten, so erhalten sie ein Zehntel. – Ein Zehntel, wie kommst du darauf!? – Vielmehr, sie erhalten je ein Zehntel.", "Die Rabbanan lehrten: Die Töchter verlieren, einerlei ob sie zuerst mannbar werden und sich nachher verheiraten, oder sich zuerst verheiraten und nachher mannbar werden, dadurch ihren [Anspruch auf] Ernährung, nicht aber auf Versorgung – so Rabbi. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, sie verlieren auch ihren [Anspruch auf] Versorgung. Was machen sie77Wenn sie vor Eintritt der Mannbarkeit keine Gelegenheit haben, sich zu verheiraten. nun? – Sie mieten sich ihre Ehemänner, und diese verschaffen ihnen die Versorgung.", "R. Naḥman sagte: Hona sagte mir, die Halakha sei wie Rabbi. Raba wandte gegen R. Naḥman ein: Wenn eine Waise von ihrer Mutter oder von ihren Brüdern verheiratet worden ist und sie ihr hundert oder fünfzig Zuz verschrieben haben, [selbst] mit ihrer Willigung, so kann sie, sobald sie großjährig ist, von ihnen einfordern, was sie erhalten sollte. Dies gilt also nur von einer Minderjährigen, eine Erwachsene aber hat verzichtet78Auf den Überschuß, gegen die Ansicht R.s.!? –", "Das ist kein Einwand; das eine, wenn sie Einspruch erhoben79Gegen die Minderung od. den Verlust des ihr zukommenden Anteils.hat, und das andere, wenn sie keinen Einspruch erhoben hat.", "Dies ist auch einleuchtend, denn sonst würde sich Rabbi mit sich selbst in einem Widerspruche befinden. Es wird nämlich gelehrt: Rabbi sagte, eine Tochter, die von den Brüdern unterhalten wird, erhält ein Zehntel des Vermögens. Nur wenn sie unterhalten wird, sonst aber nicht!?", "Wahrscheinlich gilt das eine, wenn sie Einspruch erhoben hat, und das andere, wenn sie keinen Einspruch erhoben hat. Schließe hieraus.", "Rabina sprach zu Raba: R. Ada b. Ahaba sagte uns in deinem Namen, wenn sie mannbar wird, brauche sie keinen Einspruch79Gegen die Minderung od. den Verlust des ihr zukommenden Anteils.zu erheben, wenn sie sich verheiratet, brauche sie keinen Einspruch zu erheben, wenn sie aber mannbar geworden und sich verheiratet, müsse sie Einspruch erheben. –", "Kann Raba dies denn gesagt haben, Raba richtete ja gegen R. Naḥman einen Einwand [aus der Lehre] von der Waise, und dieser erwiderte ihm, das eine, wenn sie Einspruch erhoben hat, und das andere, wenn sie keinen Einspruch erhoben80Demnach muß sie Einspruch erheben, auch wenn sie nicht mannbar ist.hat!? – Das ist kein Einwand; das eine, wenn sie von ihnen unterhalten81Auch nach ihrer Verheiratung; sie wußte nicht, daß ihr Anspruch aufhört, u. erhob deshalb keinen Einspruch.wird, und das andere, wenn sie nicht von ihnen unterhalten wird82Durch die Unterlassung des Einspruchs hat sie Verzicht geleistet..", "R. Hona sagte im Namen Rabbis: Die Versorgung83Ausstattung u. Mitgift zur Verheiratung.gleicht nicht der Eheverpflichtung84Die Verpflichtung des Ehemannes, die Töchter seiner Frau zu unterhalten; ob. Fol. 52b.. – Inwiefern gleicht sie nicht der Eheverpflichtung: wollte man sagen, zur Versorgung sei auch von verkauften Gütern85Die die Söhne nach dem Tode des Vaters verkauft haben; dafür ist ein bestimmter Betrag festgesetzt u. gilt als Schuld, die auch von verkauften Gütern einzufordern ist.einzufordern, während zur Eheverpflichtung von verkauften Gütern nicht einzufordern86Cf. Git. Fol. 48b.ist, so lehrt er uns ja nichts Neues, denn es sind Alltagsfälle, daß man [solche] zur Versorgung einfordert, nicht aber zur Ernährung;", "und wollte man sagen, zur Versorgung sei auch von beweglichen Gütern einzufordern, während zur Eheverpflichtung nur von Grundstücken und nicht von beweglichen Gütern einzufordern sei,", "so ist ja nach Rabbi von beidem einzufordern!? Es wird nämlich gelehrt: Sowohl von Sicherheit gewährenden Gütern als auch von keine Sicherheit gewährenden Gütern87Immobilien bzw. Mobilien.entnehme man zur Ernährung der Frau und der Töchter – so Rabbi. –", "Vielmehr, die Versorgung gleicht nicht der Eheverpflichtung hinsichtlich der folgenden Lehre. Wenn jemand [letztwillig] verfügt, seine Töchter nicht von seinen Gütern zu ernähren, so höre man nicht88Da er dazu verpflichtet ist; cf. supra Fol. 52b.auf ihn, seine Töchter nicht von seinen Gütern zu versorgen, so höre man89Die Verpflichtung obliegt nicht ihm, sondern den Erben, u. er kann über seine Güter verfügen.auf ihn, denn die Versorgung gleicht nicht der Eheverpflichtung." ], [ "Rabh fügte [in einem Briefe] an Rabbi zwischen die Zeilen90So nach Raschi (viell. חטא v. חטט bohren, graben, übertragen: liniieren); nach A͑rukh: zwischen die Nähte (v. חוט nähen), wo die einzelnen Blätter zusammengenäht sind.[folgende Frage] ein: Wie ist es, wenn die Brüder [die Güter] belastet haben? R. Ḥija saß vor ihm und fragte: Verkauft oder verpfändet? Dieser entgegnete: Welchen Unterschied gibt es denn hierbei: einerlei ob verkauft oder verpfändet, von diesen ist zur Versorgung einzufordern, nicht aber zur Ernährung. –", "Sollte doch Rabh, wenn er hinsichtlich des Verkaufes fragte, ‘verkauft’ geschrieben haben, und wenn er hinsichtlich der Verpfändung fragte, ‘verpfändet’ geschrieben haben!? –", "Rabh war beides fraglich, und er dachte: schreibe ich ‘verkauft’, so gilt allerdings, wenn er mir erwidert, daß man einfordere, dies um so mehr von der Verpfändung, wenn er mir aber erwidert, daß man nicht einfordere, so bleibt es hinsichtlich der Verpfändung fraglich;", "und schreibe ich ‘verpfändet’, so gilt allerdings, wenn er mir erwidert, daß man nicht einfordere, dies um so mehr vom Verkaufe, wenn er mir aber erwidert, daß man einfordere, so bleibt es hinsichtlich des Verkaufes fraglich. Ich schreibe daher ‘belastet’, worunter sowohl dieses als auch jenes zu verstehen ist.", "R. Joḥanan aber sagte, [von solchen] sei weder für das eine noch für das andere einzufordern. Sie fragten: Hatte R. Joḥanan die Lehre Rabbis nicht gehört, hätte er sie aber gehört, würde er sie anerkannt haben, oder hatte er sie gehört, jedoch nicht anerkannt? –", "Komm und höre: Es wurde gelehrt: Wenn jemand gestorben ist und zwei Töchter und einen Sohn hinterlassen hat, und nachdem die erste zuvorgekommen ist und das Zehntel der Güter empfangen hat, die zweite aber zur Einforderung nicht gekommen ist, der Sohn gestorben ist,", "so hat die zweite, wie R. Joḥanan sagt, verzichtet91Auf das Zehntel, das ihr, wenn männliche Erben vorhanden sind, zusteht; die Hinterlassenschaft ist vielmehr an beide gleichmäßig zu verteilen.. R. Ḥanina sprach: Sie sagten sogar, daß man zur Versorgung und nicht zur Ernährung einfordere92Güter, die die Brüder bereits verkauft haben., und du sagst, die zweite habe verzichtet93Die erste Schwester kann ja nicht bevorzugter sein als ein Käufer.!?", "Wenn dem nun so94Daß er sie nicht gehört hatte. wäre, so sollte er ihm erwidert haben: wer sagte dies? – Vielleicht hatte er sie tatsächlich nicht gehört, und hätte er sie gehört, würde er sie auch anerkannt haben, nur verhält es sich da anders, wo Besitz vorhanden95Die 2. Tochter erhält die Hälfte der ganzen Erbschaft u. kann daher sehr wohl das Zehntel einbüßen, dagegen spricht R. von dem Falle, wo männliche Erben vorhanden sind u. die Töchter auf das Zehntel angewiesen sind. ist.", "R. Jemar sprach zu R. Aši: Demnach erhält sie, wenn sie irgend einen Fund gemacht hat, und ihr somit Besitz zugefallen ist, nicht das Zehntel von den Gütern!? Dieser erwiderte: Ich spreche von einem Besitze aus eben diesen Gütern.", "Amemar sagte: Die Tochter gilt96Hinsichtl. des Zehntels; dieses ist ihr als Erbteil zugesprochen worden.als Erbin. R. Aši sprach zu Amemar: Wenn man sie mit Geld abfinden will, kann man dies demnach nicht? Dieser erwiderte: Allerdings. – Und wenn man sie mit einem Grundstücke abfinden will, kann man dies ebenfalls nicht? Dieser erwiderte: Allerdings97Sie ist als Erbin berechtigt, einen entsprechenden Anteil von jedem hinterlassenen Grundstücke zu verlangen..", "R. Aši aber sagte: Die Tochter gilt als Gläubigerin98Die mit dem entsprechenden Betrage abgefunden werden kann.. Und auch Amemar trat von seiner Ansicht zurück, denn R. Minjomi, der Sohn R. Niḥumis, erzählte: Einst stand ich vor Amemar, als eine Frau vor ihm erschien und das Zehntel der Güter verlangte, und ich merkte seine Ansicht, daß jene, wenn sie wollten, sie mit Geld abfinden könnten. Er hörte nämlich die Brüder zu ihr sagen: hätten wir Geld, würden wir dich mit Geld abgefunden haben, und er schwieg und sagte ihnen nichts. –", "Ist sie, wo du nun ausgeführt hast, sie sei Gläubigerin, die des Vaters oder der Brüder? – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Hinsichtlich der Einforderung von Mittelmäßigem99Der T. teilt das Ackerland in 3 Qualitäten; Gutes, Mittelmäßiges und Schlechtes, womit die Zahlung je nach dem Anspruche zu erfolgen hat; cf. Git. Fol. 48b.und ohne Eid100Das gilt dann, wenn sie Gläubigerin der Erben ist; wenn sie aber Gläubigerin des Verstorbenen ist, so greift hierbei die Bestimmung Platz, daß Waisen die Schuld ihres Vaters mit Schlechtem zahlen können, auch hat sie einen Eid zu leisten, daß sie auf ihren Anspruch hin bisher nichts erhalten hat.oder von Schlechtem und gegen Eid.", "Wie ist es nun? – Komm und höre: Rabina ließ die Tochter R. Ašis von Mar, dem Sohne R. Ašis, Mittelmäßiges ohne Eid, und vom Sohne R. Samas, des Sohnes R. Ašis, Schlechtes gegen Eid einfordern101Die Tochter gilt somit als Gläubigerin der Brüder..", "R. Neḥemja, Sohn des R. Joseph, ließ Rabba, dem Sohne R. Hona des Kleinen aus Nehardea͑, sagen: Wenn jene Frau102Die RN. um eine Empfehlung an ihn gebeten hatte.zu dir kommt, laß sie das Zehntel der Güter einfordern, selbst vom Mühlenuntersatze. R. Aši sagte: Als wir bei R. Kahana waren, ließen wir es sogar von der Wohnungsmiete einfordern103Der Mietzins rührt von unbeweglichen Gütern her u. gehört zu diesen..", "R. A͑nan sandte an R. Hona: Kollege Hona, Friede [sei mit dir]. Wenn jene Frau zu dir kommt, laß sie das Zehntel der Güter einfordern. Da sprach dieser zu R. Šešeth, der vor ihm saß: Geh und sprich zu ihm wie folgt, und im Banne sei, wer nicht [genau so] spricht: A͑nan, A͑nan, von unbeweglichen Gütern oder [auch] von beweglichen? Und wer sitzt beim Trauermahle obenan104Er hielt es für eine Vermessenheit RA͑.s, ihn Kollege zu nennen.?", "Hierauf kam R. Šešeth zu R. A͑nan und sprach zu ihm: Der Meister ist Gelehrter, R. Hona aber ist Lehrer des Meisters, und er verhängte den Bann über den, der nicht wie folgt spricht, und hätte er nicht den Bann verhängt, würde ich es nicht gesprochen haben: A͑nan, A͑nan, von unbeweglichen Gütern oder [auch] von beweglichen? Und wer sitzt beim Trauermahle obenan?", "Hierauf ging R. A͑nan zu Mar U͑qaba und sprach zu ihm: Sehe doch der Meister, wie R. Hona mich ansprechen ließ: A͑nan, A͑nan. Und welches Bewenden hat es mit dem Trauermahle, von dem er mir sagen ließ? Dieser sprach: Erzähle mir doch," ], [ "wie die Sache sich zugetragen hat. Jener erwiderte: So und so hat die Sache sich zugetragen. Da sprach er: Ein Mann, der nicht einmal Trauermahl zu erklären weiß, redet R. Hona mit ‘Kollege Hona’ an!? – Was heißt Trauermahl? – [Das Mahl beim] Leidtragenden, wie es heißt:105Jer. 16,5.So spricht der Herr, gehe nicht in ein Haus der Trauer &c.", "R. Abahu sagte: Woher, daß der Leidtragende obenan sitze? Es heißt: 106Ij. 29,25.ich wählte ihren Weg, saß an der Spitze und thronte wie ein König im Heere, wie ein Tröster der Trauernden. – Tröster heißt ja, der andere tröstet!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Nach der Schreibweise [kann es] heißen: getröstet107Das unvokalisierte ינחם kann sowohl aktiv als auch passiv gelesen werden; die gezwungene Erklärung Raschis wird schon von den Tosaphoth verworfen.wird.", "Mar Zuṭra sagte: Hieraus:108Am. 6,7.es soll weichen der Klageschrei der Hingestreckten; der in Bitternis ist und entrückt, ist Fürst der Hingestreckten109Diese willkürliche Auslegung ist nur im Texte verständlich. סר wird wie שר (Fürst) gelesen, מרזח in מר (bitter) u. זח (v. זחח, weichen, verrücken) geteilt u. unter ‘Hingestreckte’ werden die Kondolierenden verstanden..", "Rabba sagte: Die Halakha ist, von unbeweglichen Gütern und nicht von beweglichen, ob zur Ernährung, für die Morgengabe oder zur Versorgung.", "viiWENN JEMAND GELD FÜR SEINE TOCHTER HINTERLEGT110Es, wenn er sterben sollte, für sie bei ihrer Verheiratung zu verwenden.HAT, UND DIESE SAGT, IHR EHEMANN SEI IHR VERTRAUENSWÜRDIG111Man möge das Geld diesem aushändigen., SO TUE DER DEPOSITAR, WIE ER BEAUFTRAGT WORDEN ISTSO R. MEÍR. R. JOSE SAGTE: SELBST WENN ES EIN FELD112Wenn er für das für sie hinterlegte Geld bereits ein Feld gekauft hat.IST, UND SIE ES VERKAUFEN WILL, IST JA DER VERKAUF113Sie kann daher auch über das noch in bar vorhandene Geld verfügen.VON JETZT AB GÜLTIG! DIES GILT NUR VON EINER GROSSJÄHRIGEN, IST SIE ABER MINDERJÄHRIG, SO IST DIE HANDLUNG EINER MINDERJÄHRIGEN NICHTIG.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand Geld für seinen Schwiegersohn hinterlegt hat, dafür für seine Tochter ein Feld zu kaufen, und sie sagt, daß man es ihrem Manne gebe, so steht es ihr nach der Verheiratung frei, nach der Verlobung aber tue der Depositar, wie er beauftragt worden ist – so R. Meír. R. Jose sagt, einer Erwachsenen steht es frei sowohl nach der Verheiratung als auch nach der Verlobung, ist sie aber minderjährig, so tue der Depositar, wie er beauftragt worden ist, einerlei ob nach der Verheiratung oder nach der Verlobung. –", "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen, wollte man sagen, ein Unterschied besteht zwischen ihnen bei einer Minderjährigen nach der Verheiratung: R. Meír ist der Ansicht, es stehe ihr frei, und hierzu sagte R. Jose, auch nach der Verheiratung gelte dies nur von einer Großjährigen und nicht von einer Minderjährigen;", "wie ist demnach der Schlußsatz114In unserer Mišna.zu erklären: ist sie aber minderjährig, so ist die Handlung einer Minderjährigen nichtig. Wer lehrte dies, wenn R. Jose, so geht es ja schon aus dem Anfangsatze hervor: R. Jose sagte: Selbst wenn es ein Feld ist, und sie es verkaufen will, ist ja der Verkauf von jetzt ab gültig! Dies gilt demnach nur von einer Großjährigen, die verkauffähig ist, nicht aber von einer Minderjährigen!?", "Doch wohl R. Meír, jedoch ist [die Lehre] lückenhaft und muß wie folgt lauten: so tue der Depositar, wie er beauftragt worden ist; dies gilt nur nach der Verlobung, nach der Verheiratung aber steht es ihr frei, ferner gilt dies nur von einer Großjährigen, ist sie aber minderjährig, so ist die Handlung einer Minderjährigen nichtig115Demnach ist die Minderjährige auch nach RM. selbst nach der Verheiratung hierzu nicht berechtigt.. – Vielmehr, einen Unterschied gibt es zwischen ihnen bei einer Großjährigen nach der Verlobung.", "Es wurde gelehrt: R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie R. Jose; Raba sagte im Namen R. Naḥmans, die Halakha sei wie R. Meír.", "Ilpha klammerte sich einst an den Mast eines Schiffes116Cf. Tan. Fol. 21a.und sprach: Wenn jemand kommt und mich etwas aus den Lehren R. Ḥijas und R. Oša͑jas fragt, und ich es nicht mit einer Mišna zu belegen weiß, so will ich mich vom Maste fallen lassen und ertrinken.", "Da kam ein Greis und fragte ihn [nach der Quelle] der folgenden Lehre: Wenn jemand [letztwillig] bestimmt, seinen Söhnen [von seinem Vermögen] einen Šeqel wöchentlich zu geben, und sie einen Sela͑117Gleich 2 Šeqel.brauchen, so gebe man ihnen118Er wollte sie versorgen, nur glaubte er, dies werde ausreichen.einen Sela͑; sagte er aber, daß man ihnen nicht mehr als einen Šeqel gebe, so gebe man ihnen nur einen Šeqel. Wenn er aber hinzugefügt hat: sterben sie [kinderlos], so sollen andere an ihrer Stelle erben, so gebe man ihnen nur einen Šeqel, einerlei ob er ‘gebt’ oder ‘gebt nicht [mehr]’ gesagt119Es ist offenbar, daß er zu Gunsten der Nacherben ihren Unterhalt beschränken wollte.hat.", "Er erwiderte:" ], [ "Dies nach R. Meír, welcher sagt, es sei Gebot, die Worte eines Sterbenden zu erfüllen.", "R. Ḥisda sagte im Namen Mar U͑qabas: Die Halakha ist, man gebe ihnen soviel sie brauchen, einerlei ob er ‘gebt’ oder ‘gebt nicht [mehr]’ gesagt hat. – Es ist uns ja aber bekannt, daß die Halakha wie R. Meír sei, welcher sagt, es sei Gebot, die Worte eines Sterbenden zu erfüllen!? – Dies gilt allerdings von anderen Dingen, hierbei aber wäre es auch ihm recht, nur bestimmte er dies, um sie anzuspornen120Sich mit wenigem zu begnügen u. ihr Brot zu verdienen..", "Dort haben wir gelernt: Der Kauf und der Verkauf kleiner Kinder121Cf. Git. Fol. 59a. ist bei beweglichen Gütern gültig.", "Raphram sagte: Dies nur dann, wenn sie keinen Vormund haben, wenn sie aber einen Vormund haben, ist ihr Kauf und ihr Verkauf ungültig. –", "Woher dies? – Da er lehrt: so ist die Handlung einer Minderjährigen nichtig. – Vielleicht ist es anders, wenn ein Depositar122Der Anweisung hat, wofür er das hinterlegte Geld verwende.vorhanden ist!? – Wenn dem so wäre, so sollte er lehren: bei einer Minderjährigen tue der Depositar, wie er beauftragt worden ist, wenn es aber heißt: so ist die Handlung einer Minderjährigen nichtig, so gilt dies auch sonst.", "", "iWER SEINE FRAU MIT EINEM GELÜBDE BELEGT HAT, VON IHM NICHTS ZU GENIESSEN, STELLE IHR, WENN BIS ZU DREISSIG TAGEN, EINEN PFLEGER, WENN ABER LÄNGER, SO MUSS ER SIE ENTLASSEN UND IHR DIE MORGENGABE AUSZAHLEN.", "R. JEHUDA SAGT, IST ER JISRAÉLIT1Als Gegensatz zu einem Priester., SO BEHALTE ER SIE, WENN FÜR EINEN MONAT, UND ENTLASSE SIE UND ZAHLE IHR DIE MORGENGABE AUS, WENN FÜR ZWEI MONATE, UND IST ER PRIESTER2Er darf die Geschiedene nicht wieder heiraten, u. man gewähre ihm daher längere Bedenkzeit., SO BEHALTE ER SIE, WENN FÜR ZWEI MONATE, UND ENTLASSE SIE UND ZAHLE IHR DIE MORGENGABE AUS, WENN FÜR DREI MONATE.", "iiWER SEINE FRAU MIT EINEM GELÜBDE BELEGT HAT3Da er sie mit einem derartigen Gelübde nicht belegen kann, so gilt dies von dem Falle, wenn sie gelobt u. er es bestätigt, dh. das Gelübde nicht aufgehoben hat; cf. Num. 30,7ff., EINE BESTIMMTE FRUCHT NICHT ZU GENIESSEN, MUSS SIE ENTLASSEN UND IHR DIE MORGENGABE AUSZAHLEN. R. JEHUDA SAGT, IST ER JISRAÉLIT, SO BEHALTE ER SIE, WENN FÜR EINEN TAG, UND ENTLASSE SIE UND ZAHLE IHR DIE MORGENGABE AUS, WENN FÜR ZWEI TAGE, UND IST ER PRIESTER, SO BEHALTE ER SIE, WENN FÜR ZWEI, UND ENTLASSE SIE UND ZAHLE IHR DIE MORGENGABE AUS, WENN FÜR DREI.", "iiiWER SEINE FRAU MIT EINEM GELÜBDE BELEGT HAT3Da er sie mit einem derartigen Gelübde nicht belegen kann, so gilt dies von dem Falle, wenn sie gelobt u. er es bestätigt, dh. das Gelübde nicht aufgehoben hat; cf. Num. 30,7ff., SICH MIT EINER BESTIMMTEN ART NIGHT ZU SCHMÜCKEN, MUSS SIE ENTLASSEN UND IHR DIE MORGENGABE AUSZAHLEN. R. JOSE SAGT, BEI ARMEN, WENN ER KEINE FRIST GENANNT4Für die Dauer des Gelübdes. HAT, BEI REICHEN5Die verwöhnt sind u. die abgelobten Kosmetica nicht lange entbehren können., WENN FÜR DREISSIG TAGE.", "GEMARA. Wieso kann er, wo er ihr verpflichtet ist, sie mit einem Gelübde belegen, ist er denn berechtigt, ihr seine Verpflichtung zu entziehen!?", "Wir haben nämlich gelernt: [Sagte sie:] Qonam sei meine Arbeit für deinen Mund, so braucht er es nicht aufzulösen. Wir sehen also, daß sie, wo sie ihm verpflichtet ist, nicht berechtigt ist, ihm ihre Verpflichtung zu entziehen6Das Gelübde ist daher ungültig., ebenso sollte er, wo er ihr verpflichtet ist, nicht berechtigt sein, ihr seine Verpflichtung zu entziehen. –", "Vielmehr, da er zu ihr sagen kann: rechne deine Arbeitsleistung auf deine Ernährung auf, so ist es ebenso," ], [ "als würde er zu ihr gesagt haben: rechne deine Arbeitsleistung auf deine Ernährung auf7Sie braucht für ihn nicht zu arbeiten u. er ist von ihrer Unterhaltung entbunden.. – Wieso braucht er, wenn man nach R. Hona entscheidet, der im Namen Rabhs sagte, eine Frau könne zu ihrem Manne sagen, sie verzichte auf die Ernährung und wolle nicht arbeiten, wenn sie sagt: Qonam sei meine Arbeit für deinen Mund, es nicht aufzuheben, man sollte doch sagen, da sie sagen kann: ich verzichte auf die Ernährung und will nicht arbeiten, sei es ebenso, als würde sie zu ihm gesagt haben: ich verzichte auf die Ernährung und will nicht arbeiten8Sie hat ihm durch das Qonam das Verfügungsrecht über ihre Arbeit entzogen.!? –", "Vielmehr, man erkläre nicht, es sei ebenso, sondern: wenn er zu ihr gesagt hat: rechne deine Arbeitsleistung auf deine Ernährung auf. –", "Wozu ist demnach9Wenn er sie überhaupt nicht zu unterhalten braucht. der Pfleger nötig!? – Wenn es nicht reicht10Die Arbeitsleistung für ihre Ernährung; cf. supra Fol. 64b.. – Wenn es nicht reicht, bleibt ja unser Einwand bestehen11Er kann sich dann seiner Verpflichtung nicht entziehen.!? R. Aši erwiderte: Wenn es für die wesentlichen Bedürfnisse ausreicht, nicht aber für die unwesentlichen. –", "Welche Art von unwesentlichen Bedürfnissen: ist sie daran gewöhnt, so ist sie ja daran12Er kann sich auch diesen nicht entziehen.gewöhnt, und ist sie nicht daran gewöhnt, wozu ist der Pfleger nötig!? – In dem Falle, wenn sie in ihrem Elternhause daran gewöhnt war, bei ihm aber sich eingeschränkt hat; sie kann zu ihm sagen: bisher, wo du mich nicht mit einem Gelübde belegt hast, schränkte ich mich mit dir ein, jetzt aber, wo du mich mit einem Gelübde belegt hast, kann ich13Sie also getrennt haushält.mich nicht mit dir einschränken. –", "Weshalb gerade bis zu dreißig Tagen? – Bis zu dreißig Tagen erfahren es die Leute nicht, und es ist für sie nicht beschämend, wenn aber mehr, so erfahren es die Leute, und es ist für sie beschämend.", "Wenn du willst, erkläre ich: wenn er sie als Verlobte mit dem Gelübde belegt14Da er zu ihrer Ernährung nicht verpflichtet ist, ist sein Gelübde gültig.hat. – Hat denn die Verlobte Ernährung zu beanspruchen!? – Wenn die Zeit herangereicht ist, und er sie nicht geheiratet hat. Wir haben nämlich gelernt: Wenn die Zeit heranreicht, und sie15Vgl. S. 3 Anm. 4.nicht geheiratet werden, so sind sie auf seine Kosten zu unterhalten und dürfen Hebe essen16Wegen dieser Bestimmung muß er ihr einen Pfleger stellen.. –", "Weshalb gerade bis zu dreißig Tagen!? – Bis zu dreißig Tagen verrichtet der Beauftragte seinen Auftrag, länger aber verrichtet der Beauftragte seinen Auftrag nicht.", "Wenn du aber willst, erkläre ich: wenn er sie als Verlobte mit dem Gelübde belegt und nachher geheiratet17Das Gelübde ist gültig, da seine Verpflichtung erst nachher eintritt.hat. – Wenn [nachher] gerheiratet, war sie ja einverstanden!? – Wenn sie sagt, sie habe geglaubt, sie werde es ertragen können, nun aber könne sie es nicht ertragen. –", "Allerdings gilt dies von Leibesfehlern18Wenn sie einen Mann mit solchen behaftet geheiratet hat, kann sie aus dem genannten Grunde dennoch auf Scheidung bestehen; cf. infra Fol. 77a., gilt dies etwa von der Ernährung19Sie wußte ja, daß sie ohne Ernährung nicht leben kann.!? – Am richtigsten ist es vielmehr, wie wir zuerst erklärt haben.", "STELLE IHR, WENN BIS ZU DREISSIG TAGEN, EINEN PRIESTER. Handelt denn der Pfleger nicht in seinem Auftrage20Es ist ja ebenso, als würde er selber sie ernähren.!? R. Hona erwiderte: Wenn er gesagt hat: wer sie ernährt, soll keinen Schaden erleiden21Er werde es ihm ersetzen.. –", "Handelt denn jener, wenn er so gesagt hat, nicht in seinem Auftrage!? Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand, der in eine Grube geworfen worden ist, ruft: wer meine Stimme hört, schreibe meiner Frau einen Scheidebrief, so schreibe man ihn und gebe22Der Hörende gilt als sein Beauftragter, obgleich er ihn nicht persönlich beauftragt hat.ihr. –", "Es ist nicht gleich; da sagte er ‘schreibe’, hierbei aber sagte er nicht ‘ernähre’, sondern ‘wer23Dies ist nicht einmal ein unpersönlicher Auftrag.sie ernährt’. –", "R. Ami sagte ja aber, daß man bei einer Feuersbrunst24Am Šabbath, an dem nicht nur das Löschen verboten ist, sondern auch die Aufforderung hierzu an einen Nichtjuden.zu sagen erlaubt hat: wer löscht, soll keinen Schaden erleiden, und [die Einschränkung] ‘bei einer Feuersbrunst’ schließt wohl einen derartigen Fall25Daß auch ein derartiger indirekter Auftrag verboten ist.aus!? – Nein, dies schließt andere am Šabbath verbotene Handlungen aus.", "Rabba wandte ein: Wenn einem der Genuß von seinem Nächsten abgelobt ist und er nichts zu essen hat, so gehe jener zu einem ihm bekannten Krämer und spreche zu ihm: Dem N. ist der Genuß von mir abgelobt, und ich weiß nicht, wie ich ihm helfen soll. Dieser kann ihm dann geben und von jenem [Ersatz] nehmen. Nur auf diese Weise ist es erlaubt, nicht aber [die Erklärung:] wer ihn ernährt, soll keinen Schaden erleiden!? –", "Dies ist selbstverständlich; selbstverständlich [darf er erklären:] wer ihn ernährt, soll keinen Schaden erleiden, da es allgemein gesprochen ist, [man könnte aber glauben,] wenn er mit ihm bekannt ist und zu ihm geht und es ihm sagt, sei es ebenso, als würde er zu ihm sagen: geh und gib ihm, so lehrt er uns.", "Der Text. Wenn einem der Genuß von seinem Nächsten abgelobt ist und or nichts zu essen hat, so gehe jener zu einem ihm bekannten Krämer und spreche zu ihm: Dem N. ist der Genuß von mir abgelobt, und ich weiß nicht, wie ich ihm helfen soll. Dieser kann ihm dann geben und von jenem [Ersatz] nehmen. Wenn sein Haus aufzurichten, sein Zaun herzustellen und sein Feld zu ernten ist, so gehe er zu ihm bekannten Lohnarbeitern und spreche zu ihnen: Dem N. ist der Genuß von mir abgelobt, und ich weiß nicht, wie ich ihm helfen soll. Sie können dann bei ihm die Arbeit verrichten und von jenem ihren Lohn erhalten.", "Wenn sie beisammen unterwegs sind und er nichts zu essen hat, so gebe jener einem anderen schenkungsweise, und dieser nehme [von ihm] und esse; dies26Das W. ומותר ist überflüssig, in der Mišna separata fehlt das W. ואוכל; 2 Lesarten nebeneinander.ist erlaubt. Ist kein anderer anwesend, so lege er es auf einen Felsen oder eine Mauer und spreche: Dies sei Freigut für jeden, der es haben will. Dieser nehme es dann und esse; dies26Das W. ומותר ist überflüssig, in der Mišna separata fehlt das W. ואוכל; 2 Lesarten nebeneinander.ist erlaubt. R. Jose verbietet dies. Raba sagte: Folgendes ist der Grund R. Joses: man berücksichtige" ], [ "das Ereignis von Beth Ḥoron27Ein derartiges Verfahren wurde auf verbotene Weise angewandt; cf. Ned. Fol. 48a..", "R. JEHUDA SAGT, IST ER JISRAÉLIT &C. EINEN MONAT &C. Dies [sagt ja auch] der erste Autor!? Abajje erwiderte: Er lehrt uns von der Priestersfrau28Von der der 1. Autor nicht spricht.. Raba erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich des vollzähligen und unvollzähligen Monats29Der aus nur 29 Tagen besteht..", "Rabh sagt, dies gelte nur von dem Falle, wenn er die Frist nennt, wenn aber ohne Frist, müsse er sie sofort entlassen und ihr die Morgengabe auszahlen, und Šemuél sagt, auch ohne Frist brauche er sie nicht [sofort] zu entlassen, vielleicht findet er eine Tür für sein Gelübde30Einen Anhalt zur Auflösung desselben.. –", "Hierüber streiten sie ja bereits einmal!? Wir haben nämlich gelernt: Wer sich den Beischlaf seiner Frau abgelobt, kann31Vgl. S. 192 Anm. 222.dies, wie die Schule Šammajs sagt, zwei Wochen, und wie die Schule Hillels sagt, eine Woche. Hierzu sagte Rabh, der Streit bestehe nur über den Fall, wenn er die Frist nennt, wenn aber ohne Frist, müsse er sie sofort entlassen und ihr die Morgengabe auszahlen, und Šemuél sagte, auch ohne Frist brauche er sie nicht [sofort] zu entlassen, vielleicht findet er eine Tür für sein Gelübde. –", "Beides ist nötig. Würde nur das eine gelehrt worden sein, so könnte man glauben, Rabh vertrete seine Ansicht nur da, wo ein Pfleger nicht möglich ist, im anderen Falle aber, wo ein Pfleger möglich ist, pflichte er Šemuél bei. Und würde nur das andere gelehrt worden sein, so könnte man glauben, Šemuél vertrete seine Ansicht nur da, wo ein Pfleger möglich ist, in jenem Falle aber pflichte er Rabh bei. Daher ist beides nötig. –", "Wir haben gelernt: Wenn jemand seine Frau mit einem Gelübde belegt hat, eine bestimmte Frucht nicht zu genießen, so muß er sie [sofort] entlassen und ihr die Morgengabe auszahlen. Allerdings gilt dies nach Rabh, wenn ohne Frist, und jenes, wenn er eine Frist nennt, nach Šemuél aber besteht ja ein Widerspruch!? –", "Dies gilt von dem Falle, wenn sie gelobt32Er braucht dann nicht zu warten, da sie selber es wünscht.und er es bestätigt hat, und R. Meír33Der Autor unserer Mišna; cf. Syn. Fol. 86a.ist der Ansicht, er sei es, der ihr den Finger zwischen die Zähne gesteckt34Es ist seine Schuld, da er das Gelübde nicht aufgehoben hat; er muß ihr daher die Morgengabe auszahlen.hat. –", "Ist R. Meír denn der Ansicht, er sei es, der ihr den Finger zwischen die Zähne gesteckt hat, es wird ja gelehrt: Wenn eine Frau ein Nazirat35Cf. Num. 6,2ff.gelobt und ihr Mann es gehört und nicht aufgehoben hat, so hat, wie R. Meír und R. Jehuda sagen, sie selber sich den Finger in den Mund gesteckt, und der Ehemann kann daher, wenn er will, es aufheben, und wenn er sagt, er wolle keine gelobende Frau, sie ohne Morgengabe entlassen;", "R. Jose und R. Elea͑zar sagen, er habe ihr den Finger zwischen die Zähne gesteckt, und der Ehemann kann daher, wenn er will, es aufheben, wenn er aber sagt, er wolle keine gelobende Frau, so entlasse er sie und zahle ihr die Morgengabe aus!? – Wende es um: R. Meír und R. Jehuda sagen, er habe ihn gesteckt, und R. Jose und R. Elea͑zar sagen, sie habe ihn gesteckt. –", "Ist R. Jose denn der Ansicht, sie habe ihn gesteckt, wir haben ja gelernt: R. Jose sagt, bei Armen, wenn er keine Frist genannt36Er muß ihr die Morgengabe zahlen; dieser Passus wird oben auf den Fall bezogen, wenn sie gelobt u. er es nicht aufgelöst hat.hat!? –", "Lies: R. Meír und R. Jose sagen, er habe ihn gesteckt, und R. Jehuda und R. Elea͑zar sagen, sie habe ihn gesteckt. – Ist R. Jehuda denn der Ansicht, sie habe ihn gesteckt, wir haben ja gelernt: R. Jehuda sagt, ist er Jisraélit, so behalte er sie, wenn für einen36Er muß ihr die Morgengabe zahlen; dieser Passus wird oben auf den Fall bezogen, wenn sie gelobt u. er es nicht aufgelöst hat.Tag!? –", "Lies: R. Meír, R. Jehuda und R. Jose sagen, er habe ihn gesteckt, und R. Elea͑zar sagt, sie habe ihn gesteckt. Wenn du aber sagen willst, er lehre [die Ansichten] zweier Paare, so lies: R. Meír und R. Elea͑zar sagen, sie habe ihn gesteckt, und R. Jehuda und R. Jose sagen. er habe ihn gesteckt. Diese anonyme Lehre vertritt nicht die Ansicht R. Meírs. –", "Ist R. Jose denn der Ansicht, bei Armen, wenn er keine Frist genannt hat, wonach37Da er ihr die Morgengabe auszahlen muß, weil er das Gelübde nicht aufgehoben hat.der Ehemann [das Gelübde] aufheben kann, ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Folgende Gelübde38So besser in einer Handschrift nach der Mišna separata.kann der Ehemann auflösen, Dinge, die eine Kasteiung des Leibes39Cf. Num. 30,14.bilden: ob ich baden werde, [oder:] daß ich nicht baden werde, ob ich mich schmücken werde, [oder:] daß ich mich nicht schmücken werde. R. Jose sagte: Diese sind keine Gelübde der Leibeskasteiung, folgende vielmehr sind Gelübde der Leibeskasteiung: daß ich kein Fleisch essen werde, daß ich keinen Wein trinken werde," ], [ "daß ich mich nicht mit bunten Gewändern putzen40Dies ist eine seelische Qual, da sie ihrem Manne häßlich erscheint; Gelübde der Enthaltung von kosmetischen Mitteln kann er demnach nicht aufheben.werde!? – Da wird von Dingen gesprochen, die zwischen ihm und ihr vorgehen41Von kosmetischen Mitteln zur Pflege intimer Körperteile.. –", "Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, der Ehemann könne Gelübde über Dinge, die zwischen ihm und ihr vorgehen, auflösen, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, er könne solche nicht auflösen!? Es wurde nämlich gelehrt: Gelübde über Dinge, die zwischen ihm und ihr vorgehen, kann der Ehemann, wie R. Hona sagt, auflösen, und wie R. Ada b. Ahaba sagt, nicht auflösen, denn wir finden keinen Fuchs tot im Schutte seiner Grube42Er hat in seiner Grube genügend Schleichwege; desgleichen findet eine Frau einen Ausweg für ihre intimen Angelegenheiten.. –", "Vielmehr, da wird von dem Falle gesprochen, wenn sie von ihrer Schmückung den Beischlaf abhängig gemacht, indem sie gesagt hat: der Genuß deines Beischlafes sei mir verboten, falls ich mich schmücke. Dies nach R. Kahana,", "denn R. Kahana sagte: [Sagte sie:] der Genuß meines Beischlafes sei dir [verboten], so kann er sie zum Beischlafe zwingen, wenn aber: der Genuß deines Beischlafes sei mir [verboten], so hat er es aufzuheben, denn man darf niemand veranlassen, ihm Verbotenes zu genießen. –", "Mag sie sich nicht schmücken und ihm nicht verboten sein!? – Man würde sie abscheulich nennen43Sie würde dann veranlaßt werden, das Gelübde zu übertreten.. –", "Mag sie sich schmücken und ihm verboten sein, entweder zwei Wochen nach der Schule Šammajs oder eine Woche nach der Schule Hillels44Wie in dem Falle, wenn jemand sich den Beischlaf seiner Frau abgelobt (ob. Fol. 61b): er braucht sie nicht sofort zu entlassen.!? – Dies gilt nur von dem Falle, wenn er sich sie abgelobt hat, denn sie denkt: er zürnt mir und wird sich später beruhigen45Sie ist daher mit der genannten Frist der Enthaltung einverstanden.; wenn sie aber sich ihm abgelobt und er geschwiegen hat, denkt sie: er haßt mich46Sie will daher sofort geschieden sein..", "R. JOSE SAGT, BEI ARMEN, WENN ER KEINE FRIST GENANNT HAT. Welche Frist47Sc. muß sie sich gefallen lassen.? R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Zwölf Monate. Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Zehn Jahre. R. Ḥisda sagte im Namen Abimis: Ein Fest, denn die Töchter Jisraéls pflegen sich am Feste zu schmücken.", "BEI REICHEN, WENN FÜR DREISSIG TAGE. Weshalb gerade dreißig Tage? Abajje erwiderte: Eine vornehme Frau genießt den Duft ihrer Kosmetik dreißig Tage.", "ivWENN JEMAND SEINE FRAU MIT EINEM GELÜBDE BELEGT3Da er sie mit einem derartigen Gelübde nicht belegen kann, so gilt dies von dem Falle, wenn sie gelobt u. er es bestätigt, dh. das Gelübde nicht aufgehoben hat; cf. Num. 30,7ff. HAT, DAS HAUS IHRES VATERS NICHT ZU BESUCHEN, SO DARF ER SIE, WENN DIESER MIT IHR IN DERSELBEN STADT WOHNT, WENN AUF EINEN MONAT, BEHALTEN, WENN ABER AUF ZWEI, SO MUSS ER SIE ENTLASSEN UND IHR DIE MORGENGABE AUSZAHLEN; WOHNT ER IN EINER ANDEREN STADT, SO DARF ER SIE, WENN AUF EIN FEST48An dem sie die Eltern zu besuchen pflegten., BEHALTEN, WENN ABER AUF DREI, SO MUSS ER SIE ENTLASSEN UND IHR DIE MORGENGABE AUSZAHLEN.", "vWENN JEMAND SEINE FRAU MIT EINEM GELÜBDE BELEGT HAT, KEIN HAUS DER TRAUER ODER KEIN HAUS DES FESTMAHLES ZU BESUCHEN, SO MUSS ER SIE ENTLASSEN UND IHR DIE MORGENGABE AUSZAHLEN, WEIL ER VOR IHR [DIE TÜR] ABSCHLIESST; BERUFT ER SICH ABER AUF EINEN GEWISSEN GRUND, SO DARF ER DIES.", "WENN ER ZU IHR GESAGT HAT: UNTER DER BEDINGUNG, DASS DU JENEM SAGST, WAS DU MIR GESAGT49Sei das Gelübde aufgelöst.HAST, ODER: WAS ICH DIR GESAGT HABE, ODER: DASS DU SCHÖPFEST UND AUF DEN MÜLLHAUFEN SCHÜTTEST, SO MUSS ER SIE ENTLASSEN UND IHR DIE MORGENGABE AUSZAHLEN.", "GEMARA. Dies widerspricht sich ja selbst; zuerst heißt es: daß er, wenn auf ein Fest, sie behalten dürfe, wonach er, wenn auf zwei, sie entlassen und ihr die Morgengabe auszahlen muß, und im Schlußsatze heißt es, daß er, wenn auf drei [Feste], sie entlassen und ihr die Morgengabe auszahlen müsse, wonach er, wenn auf zwei, sie behalten darf!?", "Abajje erwiderte: Der Schlußsatz spricht von einer Priestersfrau, nach R. Jehuda50Cf. supra Fol. 70a u. Anm. 2.. Rabba b. U͑la erwiderte: Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn es sie51Ihre Eltern oft zu besuchen; in diesem Falle muß er sie schon bei 2 Monaten entlassen.treibt, das andere, wenn es sie nicht treibt.", "52Cant. 8,10.Ich war dann in seinen Augen wie eine, die Frieden findet, R. Joḥanan erklärte: Wie eine junge Frau, die im Hause ihres Schwiegervaters tadelfrei53Wörtl, ganz, unverletzt, hebr. mit dem W.e ‘Frieden’ etymolog. verwandt.befunden worden ist, und es sie in ihres Vaters Haus treibt, ihr Lob zu erzählen.", "54Hos. 2,18.An jenem Tage, Spruch des Herrn, wirst du mich ‘mein Gatte’ nennen und nicht ‘mein Mann’. R. Joḥanan erklärte: Wie eine junge Frau im Hause ihres Schwiegervaters55Nach der Ehelichung; der erste Ausdruck bezeichnet die bereits erfolgte Begattung., und nicht wie eine junge Frau im Hause ihres Vaters.", "WENN JEMAND SEINE FRAU MIT EINEM GELÜBDE BELEGT &C." ], [ "Allerdings liegt eine Abschließung vor, wenn kein Haus des Festmahles56Er unterbindet ihr jedes Vergnügen., wieso aber liegt eine Abschließung vor, wenn kein Haus der Trauer!? – Es wird gelehrt: Morgen stirbt sie, und kein Geschöpf betrauert57Da auch sie es nicht getan hat.sie. Manche lesen: kein Geschöpf bestattet58Die W.e ספד (betrauern) u. ספן (eigentl. verbergen, verhüllen) sind wegen des gemeinsamen dentalen Auslautes leicht miteinander zu verwechseln, daher die Lesart unsicher.sie.", "Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Es heißt:59Ecc. 7,2.besser in ein Haus der Trauer gehen, als in ein Haus des Festmahles, indem es das Ende des Menschen ist, und der Lebende nehme es sich zu Herzen. Was heißt: und der Lebende nehme es sich zu Herzen? – Die Ereignisse beim Sterben: wer [andere] betrauert, wird betrauert, wer [andere] bestattet, wird bestattet, wer [über andere Klage] erhebt, über den wird [Klage] erhoben, wer [anderen] das Geleit gibt, dem wird das Geleit gegeben, und wer [andere] trägt, wird getragen.", "BERUFT ER SICH AUF EINEN GEWISSEN GRUND, SO DARF ER DIES. Was ist dies für ein gewisser Grund? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Wegen zuchtloser Leute, die da anwesend sind. R. Aši sagte: Dies nur dann, wenn dies sicher ist, ist dies aber nicht sicher, so ist er nicht befugt.", "WENN ER ZU IHR GESAGT HAT: UNTER DER BEDINGUNG, DASS DU SAGST &C. Soll sie doch sagen!? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Schändliche Worte.", "ODER: DASS DU SCHÖPFEST UND AUF DEN MÜLLHAUFEN SCHÜTTEST. Soll sie es doch tun!? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Daß sie fülle und verspritze60Die genannte Aufforderung ist so zu verstehen, daß sie zur Verhinderung der Konzeption den beim Coitus aufgenommenen Samen durch bekannte Manipulationen wieder entferne.. In einer Barajtha wurde gelehrt: Daß sie zehn Krüge Wasser schöpfe und auf den Müllhaufen schütte. –", "Erklärlich ist es nach Šemuél, daß er sie dieserhalb entlassen und ihr die Morgengabe auszahlen muß, weshalb aber nach der Barajtha, was liegt ihr daran, soll sie es doch tun!? Rabba b. Bar Ḥana erwiderte im Namen R. Joḥanans: Weil sie wie blöde erscheinen würde.", "R. Kahana sagte: Wer seine Frau mit einem Gelübde belegt, Schwinge, Sieb, Mühle oder Backofen nicht zu leihen und nicht zu verleihen, muß sie entlassen und ihr die Morgengabe auszahlen, weil er sie bei ihren Nachbarinnen in einen üblen Ruf bringt.", "Ebenso wird gelehrt: Wer seine Frau mit einem Gelübde belegt, Schwinge, Sieb, Mühle oder Backofen nicht zu leihen und nicht zu verleihen, muß sie entlassen und ihr die Morgengabe auszahlen, weil er sie bei ihren Nachbarinnen in einen üblen Ruf bringt. Desgleichen ist sie, wenn sie gelobt, Schwinge, Sieb, Mühle oder Backofen nicht zu leihen und nicht zu verleihen, oder keine schönen Kleider für seine Kinder zu weben, ohne Morgengabe zu entlassen, weil sie ihn bei seinen Nachbarn in einen üblen Ruf bringt61Es fällt auf ihn zurück..", "viFOLGENDE SIND OHNE MORGENGABE ZU ENTLASSEN: DIE DAS MOSAISCHE GESETZ UND JÜDISCHE [SITTE] ÜBERTRITT. DAS MOSAISCHE GESETZ [ÜBERTRETEN] HEISST, WENN SIE IHM ZU ESSEN GIBT, WAS NICHT VERZEHNTET IST, SICII ALS MENSTRUIERENDE BEGATTEN62Cf. Lev. 18,19.LÄSST, DIE TEIGHEBE NICHT ABSONDERT, ODER GELOBT63Cf. Dt. 23,22.UND NICHT HÄLT.", "JÜDISCHE [SITTE ÜBERTRETEN] HEISST, WENN SIE MIT ENTBLÖSSTEM HAUPTE AUSGEHT, AUF DER STRASSE SPINNT ODER SICH MIT JEDEM MENSCHEN UNTERHÄLT. ABBA ŠAÚL SAGT, AUCH DIE SEINE ERZEUGER IN SEINER GEGENWART SCHMÄHT. R. TRYPHON SAGT, AUCH DIE SCHREIERIN. WAS HEISST SCHREIERIN? WENN SIE ZUHAUSE SPRICHT UND DIE NACHBARINNEN IHRE STIMME HÖREN.", "GEMARA. IHM ZU ESSEN GIBT, WAS NICHT VERZEHNTET IST. In welchem Falle: wußte er dies, so sollte er es unterlassen, und wußte er dies nicht, wieso erfuhr er es!? – In dem Falle, wenn sie ihm gesagt hatte, jener Priester habe ihr den Getreidehaufen zubereitet65Den Zehnten in Empfang genommen., und als er ihn fragte, es sich als Lüge herausgestellt hat.", "SICH ALS MENSTRUIERENDE BEGATTEN LÄSST. In welchem Falle: wußte er dies, so sollte er es unterlassen, und wußte er dies nicht, so konnte er sich ja auf sie66Es bleibt ihm unbekannt.verlassen!? R. Ḥenana b. Kahana sagte nämlich im Namen Šemuéls: Woher, daß die Menstruierende selber zu zählen67Die Tage ihrer Unreinheit, dh. ihr Ehemann verlasse sich auf ihre Angabe.hat? Es heißt:68Lev. 15,28.so zähle sie sich sieben Tage; sich, sie selber. –", "In dem Falle, wenn sie ihm gesagt hatte, jener Gelehrte habe ihr das Blut als rein69Es sei kein Menstruationsblut, sondern komme von irgend einer inneren Verletzung. erklärt, und als er ihn fragte, es sich als Lüge herausgestellt hat. Wenn du aber willst, sage ich: dies nach R. Jehuda, denn R. Jehuda sagte: Wenn sie bei ihren Nachbarinnen als Menstruierende70Sie Ursache haben, dies anzunehmen.gilt, so erhält ihr Ehemann ihretwegen Geißelhiebe wegen [Beiwohnung] einer Menstruierenden71Hierbei in dem Falle, wenn die Nachbarinnen es ihm nachher gesagt haben..", "DIE TEIGHEBE NICHT ABSONDERT. In welchem Falle: wußte er dies, so sollte er [das Essen] unterlassen, und wußte er dies nicht, wieso erfuhr er es? – In dem Falle, wenn sie ihm gesagt hatte, jener Bäcker habe ihr den Teig zubereitet72Die Teighebe abgehoben., und als er ihn fragte, es sich als Lüge herausgestellt hat.", "GELOBT UND NICHT HÄLT. Der Meister sagte nämlich: Wegen der Sünde der Gelübde73Wenn sie nicht eingelöst werden.sterben die Kinder, denn es heißt:74Ecc. 5,5.gestatte deinem Munde nicht, deinen Leib in Sünde zu bringen &c. und das Händewerk des Menschen75Im angezogenen Schriftvers heißt es weiter: das Werk deiner Hände zu zerstören.sind seine Söhne und seine Töchter. R. Naḥman sagte: Hieraus:76Jer. 2,30.vergeblich schlug ich eure Kinder; vergeblich, wegen des Vergeblichen77Geloben u. nicht halten..", "Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Wer von seiner Frau weiß, daß sie gelobt und nicht hält, belege sie wiederum mit dem Gelübde. – Was nützt es, daß er sie mit dem Gelübde belegt!? – Vielmehr, er erzürne sie wiederum, damit sie in seiner Gegenwart gelobe, und er hebe es auf. Man erwiderte ihm: Niemand kann mit einer Schlange in einem Korbe wohnen78Man kann nicht immerwährend auf der Hut sein; von einer derartigen Frau lasse man sich scheiden..", "Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Wer von seiner Frau weiß, daß sie ihm die Teighebe nicht absondert, sondere sie hinterher ab. Man erwiderte ihm: Niemand kann mit einer Schlange in einem Korbe78Man kann nicht immerwährend auf der Hut sein; von einer derartigen Frau lasse man sich scheiden.wohnen.", "Wer dies auf diese Lehre bezieht, nach dem gilt dies um so mehr von jener79Hinsichtl. der Gelübde; hierbei ist man einer Übertretung weniger ausgesetzt., und wer dies auf jene bezieht, nach dem gilt dies nicht von dieser, weil es [eher] vorkommen kann, daß er davon ißt.", "JÜDISCHE [SITTE] ÜBERTRETEN HEISST, WENN SIE MIT ENTBLÖSSTEM HAUPTE AUSGEHT. Das Entblößen des Hauptes ist ja [ein Verbot] der Tora!? Es heißt nämlich:80Num. 5,18.er entblöße das Haupt des Weibes, und in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt, dies enthalte ein Verbot für die Töchter Jisraéls, mit entblößtem Haupte auszugehen. – Nach der Tora" ], [ "ist es mit einem Kopfkörbchen81Das zugleich als Kopfbedeckung dient.erlaubt, nach jüdischer [Sitte] aber auch mit einem Kopfkörbchen verboten.", "R. Asi sagte im Namen R. Joḥanans: Mit einem Kopfkörbchen heißt es nicht entblößtes Haupt. R. Zera wandte ein: Wo: wenn auf der Straße, so ist es ja nach jüdischer [Sitte verboten], und wenn auf dem Hofe, so läßt du ja keine Tochter unseres Vaters Abraham bei ihrem Manne weilen!? Abajje, nach anderen R. Kahana, erwiderte: Von einem Hofe nach dem anderen, über eine Durchgangsgasse82Der die Höfe verbindet, wo der Verkehr nicht stark ist..", "AUF DER STRASSE SPINNT. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Wenn sie den Leuten die Arme zeigt. R. Ḥisda erklärte im Namen Abimis: Wenn sie spinnt und [den Faden] gegen ihre Vorderseite sich hinzieht83Und dadurch die Schamstelle markiert. Statt ורד (v. רדד) lesen manche ױורד (v. ירד) u. andere hingegen וורד, eine Rose, wonach פניה in der gewöhnlichen Bedeutung zu verstehen ist, wenn sie eine solche gegen das Gesicht hält, worin eine Verletzung der jüd. Sitte erblickt wird.. SICH MIT JEDEM MENSCHEN UNTERHÄLT. R. Jehuda erklärte im Namen Šemuéls: Wenn sie mit jungen Leuten scherzt.", "Rabba b. Bar Ḥana erzählte: Einst folgten wir R. U͑qaba, und ich sah eine Araberin mit der Spindel hantieren, während beim Spinnen der Faden sich gegen ihre Vorderseite hinzog. Als sie uns sah, schnitt sie den Faden durch, ließ die Spindel fallen und sprach zu mir: Junger Mann, reiche mir die Spindel. Bei dieser Gelegenheit sagte R. U͑qaba etwas. – Was sagte er? Rabina erwiderte: Er sagte etwas über das Spinnen auf der Straße. Die Rabbanan erwiderten: Er sagte etwas über die Unterhaltung mit jedem Menschen.", "ABBA ŠAÚL SAGT, AUCH DIE SEINE ERZEUGER IN SEINER GEGENWART SCHMÄHT. R. Jehuda erklärte im Namen Šemuéls: Wenn sie seine Erzeuger in Gegenwart seiner Nachkommen schmäht. Als Merkzeichen84Daß diesbezügl. Enkelkinder den Kindern gleichen.diene dir:85Gen. 48,5.Ephrajim und Menase seien mir wie Reúben und Šimo͑n. Rabba sagte: Wenn sie in Gegenwart seines Sohnes sagt: Möge ein Löwe den Alten fressen.", "R. TRYPHON SAGT, AUCH DIE SCHREIERIN. Was heißt Schreierin? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Wenn sie über Angelegenheiten der Beiwohnung laut spricht. In einer Barajtha wurde gelehrt: Wenn bei ihrer Beiwohnung in diesem Hofe ihr Stöhnen in einem anderen Hofe gehört86Weil sie den Beischlaf nicht vertragen kann.wird. –", "Sollte er dies in der Mišna unter den Fehlern87Wegen welcher man sich von der Frau scheiden lassen kann; weit. Fol. 75a.aufzählen!? – Am richtigsten ist es vielmehr, wie wir zuerst erklärt haben.", "viiWENN JEMAND SICH EINE FRAU ANGETRAUT HAT UNTER DER BEDINGUNG, DASS SIE KEINE GELÜBDE AUF SICH HAT, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS SIE GELÜBDE AUF SICH HAT, SO IST SIE IHM NICHT ANGETRAUT. WENN ER SIE OHNE BEDINGUNG GENOMMEN, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS SIE GELÜBDE AUF SICH HAT, SO IST SIE OHNE MORGENGABE ZU ENTLASSEN.", "WENN UNTER DER BEDINGUNG, KEINE LEIBESFEHLER ZU HABEN, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS SIE LEIBESFEHLER HAT, SO IST SIE IHM NICHT ANGETRAUT. WENN ER SIE OHNE BEDINGUNG GENOMMEN, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS SIE LEIBESFEHLER HAT, SO IST SIE OHNE MORGENGABE ZU ENTLASSEN. ALLE LEIBESFEHLER, DIE PRIESTER UNTAUGLICH88Für den Tempeldienst; cf. Lev. 21,17ff.MACHEN, MACHEN AUCH FRAUEN UNTAUGLICH89Sie können ohne Morgengabe entlassen werden..", "GEMARA. Dasselbe haben wir ja auch beim [Gesetze von] der Antrauung90Cf. Qid. Fol. 50a.gelernt!? – Hier ist dies hinsichtlich der Morgengabe nötig, und mit der Morgengabe lehrt er es auch von der Antrauung; dort ist dies hinsichtlich der Antrauung nötig, und mit der Antrauung lehrt er es auch von der Morgengabe.", "R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Jehoçadaq: Sie sprechen von folgenden Gelübden: kein Fleisch zu essen, keinen Wein zu trinken, sich nicht mit bunten Gewändern zu schmücken. Ebenso wird gelehrt: Sie sprechen von folgenden Gelübden, Dinge, die eine Kasteiung des Leibes sind: kein Fleisch zu essen, keinen Wein zu trinken, sich nicht mit bunten Gewändern zu schmücken.", "R. Papa wandte ein: Worauf bezieht sich dies: wenn auf den Anfangsatz91Unter der Bedingung, daß sie keine Gelübde auf sich hat., so sollte es, da er daran Anstoß nahm, auch von allen anderen Dingen gelten!? – Vielmehr, auf den Schlußsatz.", "R. Aši erklärte: Tatsächlich auf den Anfangsatz, denn bei Dingen, woran man Anstoß zu nehmen pflegt, ist seine Anstoßnahme berechtigt, und bei Dingen, woran man keinen Anstoß zu nehmen pflegt, ist seine Anstoßnahme nicht berechtigt.", "Es wurde gelehrt: Wenn er sie sich unter einer Bedingung angetraut und ohne Bedingung genommen hat, so benötigt sie92Wenn die Bedingung nicht erfüllt ist u. er sie entlassen will.von ihm, wie Rabh sagt, eines Scheidebriefes, und wie Šemuél sagt, keines Scheidebriefes. Abajje sagte:" ], [ "Man sage nicht, der Grund Rabhs sei, er habe, da er sie ohne Bedingung genommen hat, auf seine Bedingung verzichtet93Und müsse ihr, wenn er sich von ihr scheiden läßt, die Morgengabe auszahlen., vielmehr ist der Grund Rabhs, niemand mache seine Beiwohnung zum Hurenbeischlafe94Er hat die Beiwohnung zur Ehelichung vollzogen, selbst wenn die Bedingung nicht erfüllt ist, jed. hat er darauf hinsichtl. der Morgengabe nicht verzichtet.. –", "Darüber streiten sie ja bereits einmal!? Es wurde nämlich gelehrt: Wenn eine Minderjährige die Weigerung nicht erklärt, und nachdem sie herangewachsen96Und dann die Weigerung erklärt hat.ist, sich [mit einem anderen] verheiratet hat, so benötigt sie, wie Rabh sagt, keines Scheidebriefes97Die Beiwohnung des ersten erfolgte nach ihrer Großjährigkeit zur Ehelichung, u. die Antrauung des zweiten ist ungültig.vom anderen, und", "wie Šemuél sagt, eines Scheidebriefes vom anderen98Cf. Jab. Fol. 110a.. –", "Beides ist nötig. Würde nur dieses gelehrt worden sein, so könnte man glauben, Rabh vertrete seine Ansicht nur hierbei, weil keine Bedingung gestellt worden99Und da die Handlung einer Minderjährigen ungültig ist, so hat er ihr nach ihrer Großjährigkeit zur Ehelichung beigewohnt.ist, da aber, wo eine Bedingung gestellt worden ist, pflichte er Šemuél bei.", "Und würde nur jenes gelehrt worden sein, so könnte man glauben, Šemuél vertrete seine Ansicht nur da, hierbei aber pflichte er Rabh bei. Daher ist beides nötig. –", "Wir haben gelernt: Wenn er sie ohne Bedingung genommen, und es sich herausstellt, daß sie Gelübde auf sich hat, so ist sie ohne Morgengabe zu entlassen. Die Morgengabe erhält sie nicht, wohl aber benötigt sie eines Scheidebriefes. Doch wohl in dem Falle, wenn er sie sich unter einer Bedingung angetraut und ohne Bedingung genommen hat; dies ist somit eine Widerlegung Šemuéls!? –" ], [ "Nein, wenn er sie sich ohne Bedingung angetraut und ohne Bedingung genommen hat. –", "Weshalb lehrt er demnach, wenn sie, falls er sie sich unter einer Bedingung angetraut und ohne Bedingung genommen hat, keines Scheidebriefes benötigt, daß, wenn jemand sich eine Frau angetraut hat unter der Bedingung, daß sie keine Gelübde auf sich hat, und es sich herausstellt, daß sie Gelübde auf sich hat, sie ihm nicht angetraut sei, sollte er lehren: und sie ohne Bedingung genommen, und es sich herausstellt, daß sie Gelübde auf sich hat, so ist sie ihm nicht angetraut, und um so mehr in jenem100Wenn er sie nicht heimgeführt hat.Falle!? –", "So meint er es auch: wenn jemand sich eine Frau angetraut hat unter der Bedingung, daß sie keine Gelübde auf sich hat, und sie ohne Bedingung genommen hat, und es sich herausstellt, daß sie Gelübde auf sich hat, so ist sie ihm nicht angetraut. Hat er sie sich ohne Bedingung angetraut und ohne Bedingung genommen, so ist sie ohne Morgengabe zu entlassen. –", "Nur die Morgengabe erhält sie nicht, wohl aber benötigt sie eines Scheidebriefes. Die Morgengabe erhält sie wohl deshalb nicht, weil er sagen kann, er wolle keine gelobende Frau, demnach sollte sie auch keines Scheidebriefes101Die Antrauung sollte ungültig sein.benötigen!? Rabba erwiderte: Des Scheidebriefes benötigt sie rabbanitisch.", "Raba erwiderte: Dem Autor war es zweifelhaft, und [er entscheidet] hinsichtlich der Geldangelegenheit erleichternd und hinsichtlich des Verbotes102Einer Verheirateten für andere.erschwerend.", "Rabba sagte: Ihr Streit besteht nur über den Fall, wenn die Täuschung bei [einer von] zwei Frauen erfolgt103Wenn er sich zuerst eine unter der genannten Bedingung angetraut hat, dann eine andere ohne Bedingung; nach R. benötigt sie eines Scheidebriefes, da er wahrscheinl. für die andere mehr Liebe hegte u. sie auch in dem Falle heiraten wollte, wenn die Bedingung nicht erfüllt ist; nach Š. hingegen gilt die Kundgebung bei der ersten auch für die andere.ist, wenn aber die Täuschung bei einer Frau erfolgt ist, stimmen alle überein, daß sie keines Scheidebriefes von ihm benötige.", "Abajje sprach zu ihm: Unsere Mišna spricht ja von einer Täuschung bei einer Frau, und aus dieser ist ein Einwand erhoben104Gegen die Ansicht, sie benötige eines Scheidebriefes.worden!? –", "Vielmehr: Rabba sagte: Ihr Streit besteht nur über den Fall, wenn die Täuschung erfolgt ist bei einer Frau, wie bei [einer von] zwei105Wenn er sie sich unter einer Bedingung angetraut hat u. ohne sie zu heiraten sich von ihr scheiden ließ, darauf sie ohne Bedingung wieder genommen hat.Frauen, wenn aber die Täuschung bei einer Frau erfolgt ist, stimmen sie überein, daß sie von ihm keines Scheidebriefes benötigt.", "Abajje wandte gegen ihn ein: Wenn er sie sich in einer Täuschung angetraut hat oder mit dem Werte unter einer Peruṭa106Cf. Qid. Fol. 2a., desgleichen auch, wenn ein Minderjähriger sich [eine Frau] angetraut hat, so ist sie ihm, selbst wenn er nachher107Nach seiner Großjährigkeit.Geschenke gemacht hat, nicht108Die Geschenke gelten nicht als Antrauungsobjekt, vielmehr sind sie infolge der vorangegangenen Antrauung gemacht worden.angetraut, haben sie die Beiwohnung vollzogen, so sind sie ihnen angeeignet. R. Šimo͑n b. Jehuda sagt im Namen R. Jišma͑éls, auch wenn sie die Beiwohnung vollzogen haben, seien sie ihnen nicht angeeignet.", "Hierbei handelt es sich um eine Täuschung bei einer Frau und sie streiten; doch wohl über eine Täuschung Gelübde betreffend!? –", "Nein, über eine Täuschung inbetreff des Wertes unter einer Peruṭa109Er glaubte, dieser genüge zur Antrauung.. – Vom Werte unter einer Peruṭa lehrt er es ja ausdrücklich: wenn er sie sich in einer Täuschung angetraut hat oder mit dem Werte unter einer Peruṭa!? – Dies ist eine Erklärung: wenn er sie sich in einer Täuschung angetraut hat, wenn er sie sich nämlich mit dem Werte unter einer Peruṭa angetraut hat. –", "Worin besteht ihr Streit? – Einer ist der Ansicht, jedermann wisse, daß mit dem Werte unter einer Peruṭa keine Antrauung erfolge, und er habe die Beiwohnung zum Zwecke der Antrauung vollzogen, und einer ist der Ansicht, nicht jedermann wisse, daß mit dem Werte unter einer Peruṭa keine Antrauung erfolge, und er habe die Beiwohnung auf Grund der vorherigen Antrauung110Die aber ungültig ist. vollzogen.", "Er wandte gegen ihn ein: [Sagte er:] ich begatte dich111Zum Zwecke der Antrauung.unter der Bedingung, daß mein Vater einverstanden ist, so ist sie ihm angetraut, auch wenn der Vater nicht einverstanden ist. R. Šimo͑n b. Jehuda sagt im Namen R. Šimo͑ns, ist der Vater einverstanden, sei sie ihm angetraut, ist der Vater nicht einverstanden, sei sie ihm nicht angetraut. Dies gleicht ja der Täuschung bei einer Frau, und sie streiten!? –", "Da besteht ihr Streit in folgendem: einer ist der Ansicht, ‘unter der Bedingung, daß mein Vater einverstanden ist’ heiße: unter der Bedingung, daß mein Vater schweigt, und dieser schwieg ja; und einer ist der Ansicht, [dies heiße:] unter der Bedingung, daß mein Vater ‘ja’ sagt, und dieser sagte es nicht.", "Er wandte gegen ihn ein: Die Weisen pflichten R. Elie͑zer112Cf. Jab. Fol. 109a, wo es durchweg Elea͑zar heißt.bei, daß, wenn eine Minderjährige von ihrem Vater verheiratet und darauf geschieden worden ist, sodaß sie als Waise bei Lebzeiten des Vaters113Sie ist durch die Verheiratung aus seiner Gewalt gekommen.gilt, und [ihr Mann] sie wiedergenommen114Ihre Handlung ist ungültig, auch der Vater kann sie nicht vertreten.hat, an ihr die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen sei,", "weil ihre Scheidung eine vollständige Scheidung, ihre Wiedernahme aber keine vollständige Wiedernahme115Sie ist daher ihrem Schwager verboten.ist.", "Dies nur in dem Falle, wenn er sich von ihr geschieden hat, als sie minderjährig war, und sie minderjährig wiedergenommen hat, wenn er sich aber von ihr geschieden hat, als sie minderjährig war, und sie großjährig wiedergenommen hat, oder minderjährig wiedergenommen hat und sie bei ihm großjährig geworden ist, so ist, wenn er stirbt, an ihr die Ḥaliça oder die Schwagerehe116Die Wiedernahme war eine vollständige.zu vollziehen." ], [ "Im Namen R. Elie͑zers sagten sie, an ihr sei die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen. Dies117Die Täuschung od. der Irrtum über die Antrauung einer Minderjährigen.gleicht ja der Täuschung bei einer Frau, und sie streiten!? –", "Auch da besteht ihr Streit in folgendem: einer ist der Ansicht, jedermann wisse, daß die Antrauung einer Minderjährigen nichtig sei, und er habe die Beiwohnung118Nach ihrer Großjährigkeit.zur Antrauung vollzogen, und einer ist der Ansicht, nicht jedermann wisse, daß die Antrauung einer Minderjährigen nichtig sei, und er habe die Beiwohnung auf Grund der vorherigen Antrauung vollzogen.", "Es wurde auch gelehrt: R. Aḥa b. Ja͑qob sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn jemand sich [eine Frau] unter einer Bedingung angetraut und die Beiwohnung vollzogen hat, so benötigt sie119Wenn er getäuscht worden ist u. sie entläßt; dies gilt nach aller Ansicht.von ihm keines Scheidebriefes. R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, des Sohnes seiner120Wohl des RAbJ. In einer Handschrift: der Schwester des Reš Laqiš.Schwester, wandte gegen ihn ein: Die irrtümliche Ḥaliça ist gültig. Was heißt eine irrtümliche Ḥaliça? Reš Laqiš erwiderte: Wenn man zu ihm gesagt hat, vollziehe an ihr die Ḥaliça, dadurch heiratest du sie.", "R. Joḥanan sprach zu ihm: Ich habe121Cf. Jab. Fol. 102b.eine Lehre, wenn nur er es122Die Ḥ. zu vollziehen.beabsichtigt hat und nicht sie, oder nur sie es beabsichtigt hat und nicht er, sei die Ḥaliça ungültig, nur wenn beide es beabsichtigt haben, und du sagst, die Ḥaliça sei gültig!? Vielmehr, erklärte R. Joḥanan, wenn man zu ihm gesagt hat: vollziehe an ihr die Ḥaliça unter der Bedingung, daß sie dir zweihundert Zuz123Die Ḥ. ist gültig, auch wenn sie ihm nichts gegeben hat.gebe.", "Er hat somit dadurch, daß er eine Handlung vollzogen hat, auf seine Bedingung verzichtet, ebenso hat er hierbei, da er die Beiwohnung vollzogen hat, auf seine Bedingung verzichtet!?", "Jener erwiderte: Jünger, hast du recht? Merke, die [Gültigkeit der] Bedingung folgern wir ja von [der Bedingung der] Reúbeniten124Cf. Num. 32,29,30 u. hierzu Qid. Fol. 61a.und der Gaditen,", "somit ist die Bedingung, die gleich jener durch einen Vertreter erfüllt werden kann, gültig, und die Bedingung, die nicht gleich jener durch einen Vertreter erfüllt werden kann, ungültig125Die Ḥ. kann nicht durch einen Vertreter vollzogen werden, daher ist die Bedingung an sich ungültig.. –", "Auch die Beiwohnung kann ja nicht gleich jener durch einen Vertreter erfüllt werden, dennoch ist hierbei die Bedingung gültig126Cf. supra Fol. 73b.!? –", "Bei dieser deshalb, weil die Antrauungen127Cf. Bd. IV S. 347 Anm. 246.einander gleichen128Die Antrauung kann auch durch Urkunde u. Geldgeschenk (Qid. Fol. 2a) erfolgen, wobei ein Vertreter möglich ist..", "R. U͑la b. Abba sagte im Namen U͑las im Namen R. Elea͑zars: Wenn jemand sich [eine Frau] mit einem Darlehen129Das er bei ihr hat.angetraut und ihr beigewohnt hat, unter einer Bedingung und ihr beigewohnt hat, oder mit dem Werte unter einer Peruṭa und ihr beigewohnt hat, so benötigt sie nach aller Ansicht von ihm eines Scheidebriefes.", "R. Joseph b. Abba sagte im Namen R. Menaḥems im Namen R. Amis: Wenn jemand sich [eine Frau] mit dem Werte unter einer Peruṭa angetraut und ihr beigewohnt hat, so benötigt sie von ihm eines Scheidebriefes. Nur in diesem Falle irrte er130Es ist allbekannt, daß ein derartiger Betrag wertlos ist u. damit keine Antrauung erfolgen kann, u. die Ehelichung sollte vielmehr durch die Beiwohnung erfolgen.sich nicht, in jenen Fällen aber irrte er131Er glaubte, die Bedingung sei erfüllt, ebenso wußte er nicht, daß die Antrauung nicht mit einem Darlehen erfolgen könne; die Beiwohnung erfolgte daher auf Grund der vorangegangenen Antrauung, u. diese war ungültig.sich.", "R. Kahana sagte im Namen U͑las: Wenn jemand sich [eine Frau] unter einer Bedingung angetraut und ihr beigewohnt hat, so benötigt sie von ihm eines Scheidebriefes. Einst ereignete sich ein solcher Fall, und die Weisen fanden keine [Rechts]kraft, sie ohne Scheidebrief zu entlassen.", "Dies schließt die Ansicht des folgenden Autors aus: R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls im Namen R. Jišma͑éls:132Num. 5,13.Und sie nicht ergriffen worden ist, nur dann ist sie [ihrem Manne] verboten, jedoch erlaubt, wenn sie ergriffen worden ist; eine andere aber ist erlaubt, auch wenn sie nicht ergriffen worden ist, nämlich die, deren Antrauung eine irrtümliche war. Selbst wenn sie ihr Kind auf ihrer Schulter sitzen hat," ], [ "kann sie die Weigerung133Bei ihrem Manne zu bleiben; sie benötigt keines Scheidebriefes.erklären und fortgehen.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn sie134Die jemand sich angetraut hat unter der Bedingung, daß sie keine Gelübde, bezw. keine Leibesfehler hat.zu einem Gelehrten ging, und er ihr das Gelübde aufgelöst hat, so ist sie angetraut, wenn zu einem Arzte, und er sie geheilt hat, so ist sie nicht angetraut. Welchen Unterschied gibt es zwischen einem Gelehrten und einem Arzte? – Der Gelehrte löst das Gelübde rückwirkend auf, der Arzt dagegen heilt sie nur von nun135Der erfolgten Heilung; bei der Antrauung war sie mit einem Leibesfehler behaftet.ab. –", "Es wird ja aber gelehrt, wenn zu einem Gelehrten, und er ihr das Gelübde aufgelöst, zu einem Arzte, und er sie geheilt hat, so ist sie nicht angetraut!? Raba erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine nach R. Meír und das andere nach R. Elea͑zar. Das eine nach R. Meír, welcher sagt, man sei damit einverstanden, daß seine Frau sich bei Gericht136Durch die Laufereien zu einem Gelehrten, daß er ihr das Gelübde auflöse; bei seiner Bedingung war er mit einer Auflösung einverstanden.herabsetze, und das eine nach R. Elea͑zar, welcher sagt, man sei nicht damit einverstanden, daß seine Frau sich bei Gericht herabsetze. –", "Welches Bewenden hat es damit? – Wir haben gelernt: Wenn jemand seine Frau wegen Gelobens entlassen hat, so nehme er sie nicht wieder; wenn wegen übler137Wenn ihr Ehebruch nachgesagt wird.Nachrede, so nehme er sie nicht wieder.", "R. Jehuda sagt, war das Gelübde vielen bekannt, so nehme er sie nicht138Da ein öffentlich abgelegtes Gelübde nicht aufgelöst werden kann.wieder, und war es nicht vielen bekannt, so nehme er sie wieder. R. Meír sagt, benötigt das Gelübde einer Untersuchung139Zwecks Auflösung; ein solches, das der Ehemann aufzuheben nicht befugt ist.eines Gelehrten, so nehme er sie nicht wieder, und benötigt das Gelübde keiner Untersuchung eines Gelehrten, so nehme er sie wieder.", "R. Elea͑zar sagt, einerlei ob es benötigt oder nicht, nehme er sie nicht wieder. R. Elea͑zar sprach: Man verbot es in dem Falle, wenn es benötigt, nur wegen des Falles, wenn es nicht140Im 2. Falle könnte der Ehemann sagen, er habe nicht gewußt, daß er zur Aufhebung des Gelübdes befugt war, die Scheidung widerrufen u. die Gültigkeit der neuen Ehe anfechten.benötigt. Was ist der Grund R. Jehudas? – Es heißt:" ], [ "141Jos. 9,18.und die Kinder Jisraél erschlugen sie nicht, weil ihnen die Fürsten der Gemeinde zugeschworen hatten142Sie ließen den Schwur nicht auflösen, weil er öffentl. geleistet worden war.. – Was heißt ‘viele’? R. Naḥman b. Jiçḥaq erklärte: Drei [Personen], denn unter Tage143Cf. Lev. 15,25 u. hierzu Nid. Fol. 73a.sind zwei, und unter viele sind drei [zu verstehen]. R. Jiçḥaq erklärte: Zehn, denn hierbei144Im angezog. Schriftverse. heißt es Gemeinde145Zu der 10 Personen gehören; cf. Syn. Fol. 2a..", "«R. Meír sagt, benötigt das Gelübde einer Untersuchung eines Gelehrten, so nehme er sie nicht wieder. R. Elea͑zar sprach: Man verbot es in dem Falle, wenn es benötigt, nur wegen des Falles, wenn es nicht benötigt.» Worin besteht ihr Streit? – R. Meír ist der Ansicht, man sei damit einverstanden, daß seine Frau sich bei Gericht136Durch die Laufereien zu einem Gelehrten, daß er ihr das Gelübde auflöse; bei seiner Bedingung war er mit einer Auflösung einverstanden.herabsetze, und R. Elea͑zar ist der Ansicht, man sei nicht damit einverstanden, daß seine Frau sich bei Gericht herabsetze.", "Raba erwiderte: Da146In der 2. Lehre, in der es heißt, sie sei im Falle der Auflösung durch einen Gelehrten nicht angetraut.wird von einer Frau aus vornehmer [Familie] gesprochen, denn er kann sagen, er wolle nicht, daß ihm ihre Verwandten verboten147Durch eine Scheidung würden ihm ihre Mutter u. ihre Schwester verboten werden, sie selber wolle er wegen ihres Gelobens nicht; er annulliert daher die Antrauung.würden. –", "Wieso lehrt er demnach im Schlußsatze, daß, wenn er148Wenn seine Vereinbarung lautete, er habe keine Gelübde bezw. Leibesfehler.zu einem Gelehrten ging, und dieser ihm das Gelübde aufgelöst hat, zu einem Arzte, und dieser ihn geheilt hat, sie ihm angetraut sei, er sollte doch lehren, sie sei ihm nicht angetraut, und149In Übereinstimmung mit dem vorangehenden Falle.erklären, dies gelte von einem Manne aus vornehmer [Familie], weil sie sagen kann, sie wolle nicht seinen Verwandten verboten150Cf. Anm. 147 mut. mut.werden!? –", "Sie ist mit jedem151Das Weib annulliert die Antrauung nicht.zufrieden. Dies nach Reš Laqiš, denn Reš Laqiš sagte: Lieber zu zweien sitzen als verwitwet weilen. Abajje sagte: Gleicht ihr Mann auch einer Ameise, ihr Stuhl wird unter die Vornehmen152Cf. Bd. IV S. 745 Anm. 130–134.gesetzt.", "R. Papa sagte: Ist ihr Mann auch wie eine Rübe, sie ruft ihn heran und sitzt mit ihm an der Türschwelle. R. Aši sagte: Ist ihr Mann auch wie ein Stengel, dennoch verlangt sie keine Linsen in den Kochtopf. Es wird gelehrt: Sie alle huren und hängen es ihren Männern an.", "ALLE LEIBESFEHLER, DIE UNTAUGLICH MACHEN &C. Es wird gelehrt: Zu jenen153Den Priester untauglich machenden Leibesfehlern; cf. Bek. Fol. 43a.fügten sie noch Schwitzen, Warzen und [üblen] Mundgeruch hinzu. – Machen diese denn Priester nicht untauglich, wir haben ja154Von den Leibesfehlern bei Tieren, die zur Opferung untauglich sind. gelernt: Das alte, das kranke und das stinkende155Wozu Schwitzen u. übler Mundgeruch gehören., und hierzu haben wir gelernt: diese Fehler, ob dauernd oder vorübergehend, machen Menschen156Priester für den Tempeldienst.untauglich!?", "R. Jose b. R. Ḥanina erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine gilt vom Schweiße, der sich entfernen läßt, und das andere vom Schweiße, der sich nicht entfernen läßt.", "R. Aši erwiderte: Du weisest auf einen Widerspruch zwischen Schwitzen und Stinken hin!? Ein Priester kann [den Schweiß] durch Weingeist entfernen, ebenso bei [üblem] Mundgeruche Pfeffer in den Mund nehmen und den Dienst verrichten, bei einer Frau aber157Mit der er immerwährend zusammen ist.ist dies nicht möglich. –", "Von was für einer Warze gilt dies: ist sie behaart, so macht sie ja beide untauglich, und ist sie nicht behaart, so macht sie ja, wenn sie groß ist, beide untauglich, und wenn sie klein ist, beide nicht untauglich!? Es wird nämlich gelehrt: Eine behaarte Warze ist ein Leibesfehler, eine unbehaarte ist groß ein Leibesfehler und klein kein Leibesfehler. Was heißt groß? R. Šimo͑n b. Gamliél erklärte: Wie ein italischer Assar.", "R. Jose b. R. Ḥanina erwiderte: Wenn sie sich auf ihrer Stirn befindet. – Auf ihrer Stirn sah er sie ja und war einverstanden!? R. Papa erwiderte: Wenn sie sich unter ihrer Haube befindet; zuweilen ist sie zu sehen und zuweilen ist sie nicht zu sehen.", "R. Ḥisda sagte: Folgendes hörte ich von einem bedeutenden Manne, es ist R. Šila: Wenn ein Hund sie gebissen hat und an der Stelle eine Narbe entstanden ist, so ist dies ein Leibesfehler. R. Ḥisda sagte: Eine grobe Stimme ist bei einer Frau ein Fehler, denn es heißt:158Cant. 2,14.denn deine Stimme ist süß und deine Gestalt anmutig. R. Nathan aus Bira lehrte: [Der Abstand] einer Handbreite zwischen den Brüsten einer Frau. R. Aḥa, der Sohn Rabas, wollte vor R. Aši erklären, eine Handbreite, als Vorzug159Dies sei proportionell, mehr oder weniger ein Fehler., da sprach R. Aši zu ihm: Dies wurde unter den Leibesfehlern gelehrt. – Wieviel [normal]? Abajje erwiderte: Drei Fingerbreiten.", "Es wird gelehrt: R. Nathan sagte: Wenn eine Frau größere Brüste hat als andere, so ist dies ein Leibesfehler. – Um wieviel? R. Mejaša, Sohnessohn des R. Jehošua͑ b. Levi, erwiderte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Um eine Handbreite. – Gibt es denn so etwas? – Freilich; so erzählte Rabba b. Bar Ḥana, er habe eine Araberin gesehen, die ihre Brüste nach rückwärts warf und ihren Sohn säugte.", "160Ps. 87,5.Aber von Çijon wird gesagt: ein Mann und noch ein Mann ist darin geboren, und er gründet es, der Höchste. R. Mejaša, Sohnessohn des R. Jehošua͑ b. Levi, sagte: Einerlei ob man darin geboren ist, oder man es zu sehen hofft. Abajje sagte: Einer von ihnen161Den palästinensischen Gelehrten, als Ggs. zu den babylonischen.ist so bedeutend wie zwei von uns. Raba sagte: Wenn aber einer von uns nach dort hinaufgeht, ist er so bedeutend wie zwei von ihnen. So verstand R. Jirmeja nicht, solange er hier war, was die Rabbanan sprachen, nachdem er aber nach dort hinaufgegangen war, nannte er uns ‘törichte Babylonier’.", "viiiHATTE SIE LEIBESFEHLER, ALS SIE NOCH IM HAUSE IHRES VATERS WEILTE, SO HAT DER VATER162Wenn der Ehemann nach der Verlobung sie nicht heiraten u. ihr nicht die Morgengabe auszahlen will.DEN BEWEIS ZU ERBRINGEN, DASS DIE FEHLER AN IHR ENTSTANDEN SIND, ERST NACHDEM SIE SICH VERLOBTE, UND SEIN FELD ÜBERSCHWEMMT163Es ist sein Mißgeschick.WORDEN IST, UND IST SIE BEREITS IN DIE GEWALT DES EHEMANNES GEKOMMEN, SO HAT DER EHEMANN DEN BEWEIS ZU ERBRINGEN, DASS SIE DIE FEHLER HATTE, NOCH BEVOR SIE SICH VERLOBTE, UND SEIN KAUF EIN IRRTÜMLICHER WARSO R. MEÍR. DIE WEISEN SAGEN, DIES GELTE NUR VON VERBORGENEN LEIBESFEHLERN," ], [ "BEI SICHTBAREN ABER KÖNNE ER NICHTS EINWENDEN, UND IST EIN BADEHAUS IN DER STADT, KÖNNE ER AUCH BEI VERBORGENEN LEIBESFEHLERN NICHTS EINWENDEN, WEIL ER SIE DURCH SEINE VERWANDTE UNTERSUCHEN LÄSST.", "GEMARA. Nur wenn der Vater den Beweis bringt, wenn aber der Vater den Beweis nicht bringt, ist der Ehemann glaubhaft, also nach R. Jehošua͑, welcher sagt, wir leben nicht von ihrer164Cf. supra Fol. 12b.Behauptung;", "dem widersprechend aber heißt es im Schlußsatze, daß, wenn sie bereits in die Gewalt des Ehemannes gekommen ist, der Ehemann den Beweis bringen müsse; nur wenn der Ehemann den Beweis bringt, wenn aber der Ehemann den Beweis nicht bringt, ist der Vater glaubhaft, also nach R. Gamliél, welcher sagt, sie sei164Cf. supra Fol. 12b.glaubhaft!? R. Elea͑zar erwiderte: Es ist zu teilen: wer das eine lehrte, lehrte das andere nicht.", "Raba sagte: Man sage nicht, R. Jehošua͑ berücksichtige überhaupt nicht den bisherigen Zustand165Der für ihre Behauptung spricht: da sie ohne Leibesfehler geboren wurde, so war sie es auch bei der Verlobung; hinsichtl. der Deflorierten vgl. S. 35 Anm. 262.des Körpers, vielmehr berücksichtigt er den bisherigen Zustand des Körpers nur dann nicht, wenn [dagegen] die Belassung des Geldes im bisherigen Besitze zu berücksichtigen166Dh. der Grundsatz, daß der Kläger den Beweis anzutreten hat (cf. Bq. Fol. 46a); in den in Rede stehenden Fällen ist die Frau Klägerin.ist,", "wenn aber die Belassung des Geldes im bisherigen Besitze nicht zu berücksichtigen ist, berücksichtigt R. Jehošua͑ den bisherigen Zustand des Körpers. Es wird nämlich gelehrt: Wenn der Fleck dem weißen Haare167Kennzeichen des Aussatzes; cf. Lev. Kap. 13. voranging, so ist er unrein, wenn das weiße Haar dem Flecke voranging, so ist er rein, ist es zweifelhaft, so ist er unrein; R. Jehošua͑ sagt, dunkel168Unentschieden. Die Mišna separata hat קיהה stumpf, dh. er verwirft dies.. – Was heißt dunkel? Rabba erwiderte: Es ist dunkel, und er ist rein169Der Körper bleibt im bisherigen Zustande der Reinheit..", "Raba erklärte: Im Anfangsatze sind sie da170Die Leibesfehler im Hause des Vaters, bezw. im Hause des Ehemannes; dieser Umstand ist in beiden Fällen zu berücksichtigen.entdeckt worden, somit da entstanden, und ebenso im Schlußsatze da entdeckt worden, somit da entstanden.", "Abajje wandte gegen ihn ein: Ist sie bereits in die Gewalt des Ehemannes gekommen, so hat der Ehemann den Beweis zu erbringen, daß sie diese Fehler hatte, noch bevor sie sich verlobte, und sein Kauf ein irrtümlicher war. Nur dann, wenn bevor sie sich verlobte, nicht aber, wenn nachdem sie sich171Obgleich sie sich noch im Hause ihres Vaters befand.verlobte. Weshalb denn, man sollte doch sagen: da sind sie entdeckt worden, somit sind sie da entstanden!?", "Dieser erwiderte: Wenn nachdem sie sich verlobte, sage man, es sei feststehend, niemand trinke aus einem Becher, ohne ihn untersucht zu haben; er hat es somit gesehen und war einverstanden. –", "Demnach sollte dies auch dann gelten, wenn bevor sie sich verlobte!? Vielmehr sagen wir, es sei feststehend, daß niemand mit Leibesfehlern einverstanden ist, ebenso sollten wir auch in jenem Falle sagen, es sei feststehend, daß niemand mit Leibesfehlern einverstanden ist!? –", "Vielmehr, wenn nachdem sie sich verlobte, ist zweierlei zu berücksichtigen: man lasse den Körper bei seinem bisherigen Zustande, und ferner ist es feststehend, daß niemand aus einem Becher trinkte ohne ihn untersucht zu haben, und er es wohl gesehen und einverstanden war. Wenn man aber einwendet, es sei feststehend, daß niemand mit Leibesfehlern einverstanden ist," ], [ "so ist dies ein [Moment] gegen zwei, und eines gegen zwei ist nicht stichhaltig. Wenn aber bevor sie sich verlobte, so scheidet die Belassung des Körpers bei seinem bisherigen Zustande172Da die Zeugen bekunden, daß sie die Fehler schon vorher hatte.aus, und wenn [man sagen wollte,] es sei feststehend, niemand trinke aus einem Becher ohne ihn untersucht zu haben, und er es wohl gesehen und einverstanden war, so ist es im Gegenteil feststehend, daß niemand mit Leibesfehlern einverstanden ist, und man lasse das Geld in seinem bisherigen Besitze.", "R. Aši erklärte: Im Anfangsatze [gleicht es der Forderung:] mein Vater173Die Morgengabe der Verlobten gehört dem Vater, somit scheidet ihre Person aus.hat bei dir eine Mine, der Schlußsatz aber [gleicht der Forderung:] ich habe bei dir eine Mine.", "R. Aḥa, Sohn des R. Ivjas, wandte gegen R. Aši ein: R. Meír pflichtet bei hinsichtlich Leibesfehler, die sie wahrscheinlich im Hause ihres Vaters hatte, daß der Vater den Beweis zu erbringen174Auch nach der Verheiratung.habe. Weshalb denn, dies [gleicht ja der Forderung:] ich habe bei dir eine Mine!? –", "Dies gilt von einem Überfinger. – Welchen Beweis kann er bei einem Überfinger175Ein derartiger Fehler ist bestimmt angeboren. erbringen!? – Er erbringe den Beweis, daß dieser es gesehen hat und einverstanden war.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Wenn jemand mit einem eine Kuh um einen Esel getauscht, und der Besitzer des Esels die Kuh an sich gezogen176Wodurch er sie erwirbt; cf. Qid. Fol. 28a.hat, und der Esel, bevor der Eigentümer der Kuh ihn an sich gezogen hat, verendet ist, so muß der Eigentümer des Esels den Beweis erbringen, daß beim Ansichziehen der Kuh sein Esel noch lebte.", "Und unser Autor lehrt dasselbe im Falle von der Braut177Wobei ebenfalls ein derartiger Zweifel vorliegt.. –" ], [ "In welchem Falle von der Braut: wollte man sagen, von der Braut im Hause ihres Vaters, so ist es ja nicht gleich; da bringt der Vater den Beweis und erhält178Seine Forderung, nach dem bekannten Grundsatze, der Kläger habe den Beweis anzutreten., hierbei aber bringt der Eigentümer des Esels den Beweis und [die Kuh] bleibt im Besitze179Sonst nicht, gegen den genannten Grundsatz.!?", "R. Abba erwiderte: Von der Braut im Hause ihres Schwiegervaters180Der Ehemann hat den Beweis anzutreten, obgleich der Vater Kläger ist.. – Aber immerhin ist es ja nicht gleich; da bringt der Ehemann den Beweis und entkräftet die Präsumtion des Vaters181Zu seinen Gunsten spricht der Grundsatz, daß man den Körper hinsichtl. der Zeit des Zweifels beim bisherigen Zustande belasse u. annehme, daß sie den Leibesfehler erst später bekommen hat, u. mit Recht wird der Beweis dem Ehemanne auferlegt., hierbei aber bringt der Eigentümer des Esels den Beweis und bekräftigt seine Präsumtion182Zu seinen Gunsten spricht schon der genannte Grundsatz, wonach der Esel zur Zeit des Zweifels, wie bisher, gelebt hat; die Beweisführung sollte daher seinem Gegner auferlegt werden.!?", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Von der Braut im Hause ihres Vaters, hinsichtlich des Antrauungsgeldes183Das, wenn der Vater den Beweis antritt, in seinem Besitze verbleibt..", "Und man sage nicht, nach demjenigen, welcher sagt, das Antrauungsgeld werde nicht uneingeschränkt184Es dient nur zur Antrauung, wenn aber der Bräutigam stirbt, ist es zurückzuzahlen; es ist noch nicht sicher in ihrem Besitze, u. da ein Zweifel obwaltet, hat der Vater den Beweis anzutreten.gegeben, sondern auch nach demjenigen, welcher sagt, das Antrauungsgeld werde uneingeschränkt gegeben, denn dies gilt nur von einer richtigen Antrauung, bei einer irrtümlichen aber nur dann, wenn er den Beweis erbringt, sonst aber nicht.", "Man wandte ein: Wenn in der Wandung des Netzmagens eine Nadel gefunden wird, so ist [das Vieh], wenn an einer Seite, tauglich, und wenn an beiden Seiten, totverletzt185Das Fleisch ist zum Genusse verboten.. Findet sich da ein Partikelchen Blut, so ist es sicher vor dem Schlachten185Das Fleisch ist zum Genusse verboten.erfolgt, findet sich da kein Partikelchen Blut, so ist es sicher nach dem Schlachten erfolgt.", "Ist die Verletzung überhäutet, so ist es sicher drei Tage vor dem Schlachten erfolgt, ist sie nicht überhäutet, so hat, der vom anderen186Falls der Schlächter u. der Verkäufer des Viehs darüber streiten, in wessen Besitz die Verletzung erfolgt ist.fordert, den Beweis zu erbringen. Wieso muß der Schlächter, wenn er das Geld bereits gezahlt hat, um es zurück zu erhalten, den Beweis erbringen,", "der Eigentümer des Viehs sollte doch den Beweis erbringen müssen, um es zu behalten187Nach der Lehre Š.s, da der Zweifel nicht über das Geld, sondern über das Vieh besteht.!? –", "Wenn der Schlächter das Geld noch nicht gezahlt188Und der Verkäufer Kläger ist.hat. – Wieso ist dies189Daß dies nur vom Verkäufer gilt; nach der angezogenen Lehre gilt dies vom Kläger, somit auch vom Schlächter.ausgemacht!? –", "Vielmehr, als Rami b. Jeḥezqel kam, sagte er: Hört nicht auf all die Normen, die mein Bruder Jehuda im Namen Šemuéls gesagt hat; vielmehr sagte Šemuél folgendes: Den Beweis hat der zu erbringen, bei dem der Zweifel entstanden190Hierbei der Eigentümer der Kuh, da der Tod des Esels erst nach dem Ansichziehen der Kuh bemerkt worden ist.ist. Und unser Autor lehrt dasselbe im Falle von der Braut191Den Beweis hat der zu erbringen, bei dem die Frau sich befindet..", "Man wandte ein: Wenn in der Wandung des Netzmagens eine Nadel gefunden wird &c. Wieso muß, wenn der Schlächter das Geld noch nicht gezahlt hat, der Eigentümer des Viehs den Beweis erbringen, um es zu erhalten, der Zweifel ist ja beim Schlächter entstanden!? –", "Wenn der Schlächter bereits das Geld gezahlt192Und er Kläger ist.hat. – Wieso ist dies193Cf. Anm. 189 mut. mut. ausgemacht? – So ist es gewöhnlich: solange der eine das Geld nicht gezahlt hat, gibt ihm der andere nicht das Vieh.", "DIE WEISEN SAGEN, DIES GELTE NUR VON VERBORGENEN LEIBESFEHXERN. R. Naḥman sagte:" ], [ "Die Epilepsie gilt als verborgener Leibesfehler. Dies nur, wenn sie periodisch194Sie achtet dann, an einem solchen Tage nicht auszugehen.auftritt, wenn aber nicht periodisch, so gilt sie als sichtbarer Leibesfehler.", "ixWENN AN DEM MANNE LEIBESFEHLER ENTSTANDEN SIND, SO ZWINGE MAN IHN NICHT, SIE ZU ENTLASSEN. R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGTE: DIES GILT NUR VON KLEINEN FEHLERN, WENN ABER GROSSE FEHLER, ZWINGE MAN IHN, SIE ZU ENTLASSEN.", "GEMARA. R. Jehuda lehrte: entstanden195Erst nach der Heirat.sind, und Ḥija b. Rabh lehrte: waren. Nach demjenigen, der ‘entstanden sind’ lehrt, gilt dies um so mehr von solchen, die bereits vorher waren, denn sie war damit einverstanden, und nach demjenigen, der ‘waren’ lehrt, gilt dies nicht von solchen, die später entstanden sind. –", "Wir haben gelernt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Dies gilt nur von kleinen Fehlern, wenn aber große Fehler, zwinge man ihn, sie zu entlassen. Erklärlich ist die Unterscheidung zwischen großen und kleinen nach demjenigen, der ‘entstanden sind’ lehrt, welchen Unterschied aber gibt es zwischen großen und kleinen nach demjenigen, der ‘waren’ lehrt, sie war ja einverstanden!? –", "Sie glaubte, sie würde es ertragen können, nun aber kann sie es nicht ertragen. Folgende sind, wie R. Šimo͑n b. Gamliél erklärte, große Fehler: wenn ihm ein Auge erblindet ist, eine Hand abgehauen worden, oder ein Fuß gebrochen.", "Es wurde gelehrt: R. Abba b. Ja͑qob sagte im Namen R. Joḥanans, die Halakha sei wie R. Šimo͑n b. Gamliél, und Raba sagte im Namen R. Naḥmans, die Halakha sei wie die Weisen. –", "Kann R. Joḥanan dies196In diesem Wortlaute, wonach nur hierbei die Halakha nach ihm zu entscheiden ist.denn gesagt haben, Rabba b. Bar Ḥana sagte ja im Namen R. Joḥanans, daß überall, wo R. Šimo͑n b. Gamliél etwas in unserer Mišna lehrt, die Halakha wie er sei, ausgenommen [die Lehren] vom Bürgen197Cf. Bb. Fol. 173a., vom Ereignis in Çajdan198Cf. Git. Fol. 74a.und vom nachträglichen Beweise199Od. beim letzteren Streite über den Beweis; cf. Syn. Fol. 31a.!? – Amoräer streiten über die Ansicht R. Joḥanans.", "xFOLGENDE ZWINGE MAN, [IHRE FRAUEN] ZU ENTLASSEN: DEN GRINDBEHAFTETEN, DEN POLYPENBEHAFTETEN, DEN SAMMLER200Wird weiter erklärt., DEN KUPFERSCHMELZER200Wird weiter erklärt.UND DEN GERBER; EINERLEI OB SIE ES WAREN, BEVOR SIE GEHEIRATET HABEN, ODER ES GEWORDEN SIND, NACHDEM SIE GEHEIRATET HABEN. VON DIESEN ALLEN SAGTE R. MEÍR, SELBST WENN ER ES MIT IHR VEREINBART HAT, KÖNNE SIE SAGEN, SIE HABE GEGLAUBT, SIE WÜRDE ES ERTRAGEN KÖNNEN, NUN ABER KÖNNE SIE ES NICHT ERTRAGEN.", "DIE WEISEN SAGEN, SIE MÜSSE [IHN] GEGEN IHREN WILLEN DULDEN, AUSGENOMMEN DEN GRINDBEHAFTETEN, WEIL SIE IHN201Durch den ehelichen Verkehr, der ihm schädlich ist; hierüber weiter.ABZEHRT. EINST EREIGNETE ES SICH IN ÇAJDAN202So richt. nach anderen Texten., DASS EIN GERBER STARB UND EINEN BRUDER203Der an der Witwe die Schwagerehe vollziehen sollte.HINTERLIESS, DER EBENFALLS GERBER WAR. DA ENTSCHIEDEN DIE WEISEN, SIE KÖNNE SAGEN: DEINEN BRUDER KONNTE ICH ERTRAGEN, DICH ABER KANN ICH NICHT ERTRAGEN.", "GEMARA. Was heißt polypenbehaftet? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Mit [üblem] Nasengeruche [behaftet]. In einer Barajtha wurde gelehrt: Mit [üblem] Mundgeruche. R. Asi lehrte es umgekehrt und gab hierzu ein Merkzeichen: Šemué1 ließ den ganzen Abschnitt nicht aus dem Munde. –", "Was heißt Sammler? R. Jehuda erwiderte: Der Hundekot sammelt. Man wandte ein: Sammler, das ist ein Gerber204Der Kot wurde zum Gerben der Felle verwendet.!? – Nach deiner Erklärung ist ja unsere Mišna schwierig: den Sammler, den Kupferschmelzer und den Gerber205Beide werden besonders aufgezählt. !? –", "Allerdings ist in unserer Mišna nichts einzuwenden, denn eines bedeutet einen Großgerber206Der nicht selber den Kot sammelt.und eines einen Kleingerber, gegen R. Jehuda aber besteht ja ein Einwand. – Hierüber [streiten] Tannaím, denn es wird gelehrt: Sammler, das ist ein Gerber; manche erklären: der Hundekot sammelt.", "DEN KUPFERSCHMELZER UND DEN GERBER. Was heißt Kupferschmelzer? R. Aši erklärte: Ein Kesselschmied. Rabba b. Bar Ḥana erklärte: Der Kupfer aus dem Erzlager schmilzt. Übereinstimmend mit Rabba b. Bar Ḥana wird gelehrt: Was heißt Schmelzer? Der Kupfer aus dem Erzlager schmilzt.", "Rabh sagte: Wenn jemand sagt, er wolle [seine Frau] nicht ernähren und nicht versorgen, so muß er sie entlassen und ihr die Morgengabe auszahlen. R. Elea͑zar ging und trug diese Lehre Šemuél vor; da sprach er: Gebt Elea͑zar Gerste zu kauen. Statt ihn zu zwingen, sie zu entlassen, zwinge man ihn, sie zu ernähren. –", "Und Rabh!? – Niemand kann mit einer Schlange in einem Korbe207Unter solchem Verhältnisse ist für sie die Scheidung besser.wohnen. Als R. Zera hinaufkam, traf er R. Binjamin b. Jepheth sitzen und dies im Namen R. Joḥanans vortragen; da sprach er zu ihm: Wegen dieser [Lehre] hieß man in Babylonien den Elea͑zar Gerste kauen.", "R. Jehuda sagte im Namen R. Asis: Man zwinge [zur Scheidung], nur bei den Bemakelten. Als ich dies Šemuél vortrug, sagte er: Beispielsweise bei [der Heirat] eines Hochpriesters mit einer Witwe, eines gemeinen Priesters mit einer Geschiedenen208Cf. Lev. 21,13ff.oder Ḥaluça, eines Jisraéliten mit einem Hurenkinde209Cf. Dt. 23,3.oder einer Nethina, oder einer Jisraélitin mit einem Nathin oder einem Hurenkinde. Wenn aber jemand eine Frau genommen und mit ihr zehn Jahre geweilt, und sie keine Kinder bekommen hat, zwinge man ihn nicht.", "R. Taḥlipha b. Abimi aber sagte im Namen Šemuéls, man zwinge auch den, der eine Frau genommen und mit ihr zehn Jahre geweilt, und sie keine Kinder bekommen212Weil die Fortpflanzung Gebot ist.hat. – Wir haben gelernt: Folgende zwinge man, [ihre Frauen] zu entlassen: den Grindbehafteten, den Polypenbehafteten. Allerdings nennt er nach R. Asi nur rabbanitische Fälle213Hinsichtl. der in der Mišna genannten Personen befindet sich kein Verbot in der Tora.und nicht die der Tora, nach R. Taḥlipha b. Abimi aber sollte er doch lehren, daß man auch den zwinge, der eine Frau genommen und mit ihr zehn Jahre geweilt, und sie keine Kinder bekommen hat!?", "R. Naḥman erwiderte: Das ist kein Einwand: diesen durch Worte, jene mit Ruten. R. Abba wandte ein: [Es heißt ja:]214Pr. 29,19.durch Worte läßt sich der Knecht nicht züchtigen!? Vielmehr, erklärte R. Abba, diesen wie jene mit Ruten;" ], [ "bei jenen lasse man sie, wenn sie sagt, sie wolle bei ihm bleiben, bei diesem aber lasse man sie nicht, auch wenn sie sagt, sie wolle bei ihm212Weil die Fortpflanzung Gebot ist.bleiben. – Aber er lehrt ja vom Grindbehafteten, und wenn sie sagt, sie wolle bei ihm bleiben, läßt man sie nicht, denn wir haben gelernt: ausgenommen den Grindbehafteten, weil sie ihn abzehrt!? – Bei diesem läßt man sie,", "wenn sie sagt, sie wolle bei ihm unter Zeugen[aufsicht]215Dh. unter Vermeidung des geschlechtl. Verkehrs.bleiben, bei jenem aber nicht, auch wenn sie sagt, sie wolle bei ihm unter Zeugen[aufsicht] bleiben.", "Es wird gelehrt: R. Jose sagte: Ein Greis von den Bürgern Jerušalems sagte mir, es gebe vierundzwanzig [Arten von] Grindbehafteten; von allen sagten die Weisen, die Beiwohnung sei ihnen schädlich, am schlimmsten unter ihnen dem Ausflußbehafteten216Eine Schleimkrankheit, die weiter beschrieben wird, wahrscheinl. v. gr. ϱ͑έω, fließen, menstruieren, od. ϱ͑υός, der [krankhafte] Fluß.. – Wovon kommt dies? – Es wird gelehrt: Wenn jemand sich zur Ader gelassen und darauf den Beischlaf vollzogen hat, so bekommt er hektische Kinder; wenn beide sich zur Ader gelassen und darauf den Beischlaf vollzogen haben, so bekommen sie mit Ausfluß behaftete Kinder. R. Papa sagte: Dies nur, wenn er inzwischen nichts genossen hat, wenn er aber inzwischen etwas genossen hat, ist nichts dabei. –", "Was sind die Kennzeichen eines solchen? – Seine Augen triefen, seine Nasenlöcher schleimen, Speichel fließt ihm aus dem Munde und Fliegen umschwirren ihn. – Welches Heilmittel gibt es dagegen? Abajje erwiderte: Man koche Polei, Ladanum, Nußbaumrinde, Hautschabsel, Melotenkraut und rote Dattelkelche ein, führe ihn in ein Marmorhaus217In dem es nicht zieht., und wenn kein Marmorhaus da ist, in ein siebeneinhalb Ziegel [starkes] Haus,", "und gieße ihm davon dreihundert Becher auf den Kopf, bis seine Hirnschale weich wird; hierauf öffne man ihm das Gehirn, hole vier Myrtenblätter und lege sie ihm218Dem Tierchen, das in seinem Gehirn nagt, eine Art Gehirnquese.unter die Füße, die man einzeln219Damit es sich beim Abheben nicht an die Hirnhaut klammere u. sie verletze.hochhebe, sodann fasse man es mit einer Zange und verbrenne es, denn sonst kehrt es zu ihm zurück.", "R. Joḥanan ließ bekannt machen: Hütet euch vor den Fliegen der Ausflußbehafteten. R. Zera saß nicht im Luft[kreise] eines solchen. R. Elea͑zar trat nicht in das Zelt eines solchen. R. Ami und R. Asi aßen keine Eier aus dem Gehöfte eines solchen. R. Jehošua͑ b. Levi dagegen schmiegte sich an solche und befaßte sich mit dem Studium der Tora, indem er sagte: [Es heißt:]220Pr. 5,19.eine Gazelle der Liebe und eine Gemse der Anmut; wenn [die Tora] denen, die sich mit ihr befassen, Anmut verleiht, wie sollte sie sie nicht schützen!?", "Als er sterben sollte und man zum Todesengel sagte, daß er gehe und an ihm seinen Willen tue, ging er hin und zeigte sich ihm. Da sprach er zu ihm: Zeige mir meinen Platz221Im Paradiese.. Jener erwiderte: Gut. – Gib mir dein Messer, denn du könntest mich unterwegs ängstigen. Da gab er es ihm. Als er da anlangte, hob er ihn hoch und zeigte ihn ihm. Da sprang er nach der anderen Seite222In das Innere des Paradieses.hinüber,", "jener aber erfaßte den Zipfel seines Gewandes. Da sprach er: Ich schwöre, daß ich nicht zurückkehre. Da sprach der Heilige, gepriesen sei er: Ließ er sich jemals einen Schwur auflösen, so kehre er zurück, wenn aber nicht, so braucht er nicht zurückzukehren. Hierauf sprach jener zu ihm: So gib mir mein Messer. Dieser gab es ihm aber nicht. Da ertönte eine Hallstimme und sprach zu ihm: Gib es ihm zurück, denn es ist für die Geschöpfe nötig. Alsdann ließ Elijahu vor ihm ausrufen: Macht Platz für den Sohn Levajs, macht Platz für den Sohn Levajs!", "Als er weiter ging, traf er R. Šimo͑n b. Joḥaj auf dreizehn Polstern aus Feingold sitzen, und dieser fragte ihn: Bist du der Sohn Levajs? Er erwiderte: Jawohl. – Ist in deinen Tagen ein Regenbogen gesehen worden? Er erwiderte: Allerdings. – Wenn dem so ist, so bist du nicht223Der Regenbogen ist ein Zeichen, daß die Welt die Zerstörung verdiene (cf. Gen. 9,13), sie aber schon durch das Verdienst des Frommen verschont bleiben sollte.der Sohn Levajs. Dem war aber nicht so; tatsächlich war keiner gesehen worden, nur wollte er sich dies nicht zugute halten.", "R. Ḥanina b. Papa war sein224Des Todesengels; nach einer Handschrift des RJ.Vertrauter, und als er sterben sollte und man zum Todesengel sagte, daß er gehe und an ihm seinen Willen tue, ging er zu ihm und zeigte sich ihm. Da sprach er zu ihm: Gewähre mir dreißig Tage, um mein Studium zu wiederholen, denn sie sagten: heil dem, der mit seinem Studium in der Hand herkommt. Jener gewährte sie ihm. Als jener nach dreißig Tagen wiederum zu ihm kam und sich ihm zeigte, sprach er zu ihm: Zeige mir meinen Platz. Jener erwiderte: Gut. Hierauf sprach er zu ihm: Gib mir dein Messer, denn du könntest mich unterwegs ängstigen. Jener aber erwiderte: Du willst wohl mit mir ebenso verfahren wie dein Genosse!", "Da sprach er zu ihm: Hole das Torabuch und sieh, ob sich darin etwas findet, das ich nicht gehalten hätte. Jener sprach: Hast du dich etwa Ausflußbehafteten angeschmiegt und dich mit der Tora225Wie RJ.; dh. dieser war noch bedeutender an Frömmigkeit, dennoch hinterging er mich.befaßt? Dennoch trennte, als seine Seele zur Ruhe einkehrte, eine Feuersäule zwischen ihm und der übrigen Welt, und es ist uns überliefert, daß eine derartige Trennung durch eine Feuersäule nur bei dem erfolgt, der einzig ist in seinem Zeitalter oder nur noch einen zweiten hat.", "Hierauf trat R. Alexandri zu ihm heran und sprach: Tu dies226Sich dem Willen des Todesengels fügen.um der Weisen Ehre willen. Er achtete aber nicht darauf. – Tu dies um deines Vaterhauses Ehre willen. Er achtete aber nicht darauf. – Tu dies um deiner Ehre227Damit man ihn nach Gebühr betrauere.willen. Da verschied er. Abajje sagte: Sie228Die trennende Feuersäule. schließt den aus, der auch nur einen Buchstaben nicht gehalten hat. R. Ada b. Mathna sprach zu ihm: Sie scheidet auch den Meister aus, der kein Geländer an seinem Dache229Cf. Dt. 22,8.hat. Dem war aber nicht so; er hatte eines, nur hatte in jener Stunde der Wind es niedergerissen.", "R. Ḥanina sagte: In Babylonien sind deshalb keine Ausflußbehafteten vorhanden, weil man da Mangold ißt und Met aus Dornen[hopfen] trinkt. R. Joḥanan sagte: In Babylonien sind deshalb keine Aussätzigen vorhanden, weil man da Mangold ißt, Met trinkt und im Gewässer des Euphrat badet." ], [ "iWENN EINER FRAU GÜTER ZUGEFALLEN SIND BEVOR SIE SICH VERLOBTE, SO DARF SIE1Als Verlohte. SIE, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS UND DIE SCHULE HILLELS ÜBEREINSTIMMEN, VERKAUFEN UND VERSCHENKEN, UND ES IST GÜLTIG; WENN SIE IHR ABER ZUGEFALLEN SIND NACHDEM SIE SICH VERLOBTE, SO DARF SIE SIE, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, VERKAUFEN, UND WIE DIE SCHULE HILLELS SAGT, NICHT VERKAUFEN. DIESE UND JENE STIMMEN ÜBEREIN, DASS, WENN SIE VERKAUFT ODER VERSCHENKT HAT, ES GÜLTIG SEI.", "R. JEHUDA SAGTE: [DIE WEISEN] SPRACHEN VOR R. GAMLIÉL: WIE SOLLTE ER, WO ER SOGAR DIE FRAU ERWORBEN HAT, DIE GÜTER NICHT ERWORBEN HABEN!? ER ERWIDERTE IHNEN: WIR SCHÄMEN UNS OB DER NEUEN2Sc. Güter, dh. die ihr nach der Heirat zugefallen sind; eigentlich sollte sogar bei solchen ihr Verkauf gültig sein., UND IHR WÄLZT UNS NOCH DIE ALTEN AUF!", "WENN SIE IHR ZUGEFALLEN SIND NACHDEM SIE SICH VERHEIRATETE, SO STIMMEN DIESE UND JENE ÜBEREIN, DASS, WENN SIE SIE VERKAUFT ODER VERSCHENKT HAT, DER EHEMANN SIE DEN KÄUFERN ABNEHMEN KANN. WENN BEVOR SIE SICH VERHEIRATETE UND SIE SICH DARAUF VERHEIRATETE, SO IST, WIE R. GAMLIÉL SAGT, WENN SIE SIE VERKAUFT ODER VERSCHENKT HAT, DIES GÜLTIG. R. ḤANINA B. A͑QABJA SAGTE: SIE SPRACHEN VOR R. GAMLIÉL: WIE SOLLTE ER, WO ER SOGAR DIE FRAU ERWORBEN HAT, DIE GÜTER NICHT ERWORBEN HABEN!? ER ERWIDERTE IHNEN: WIR SCHÄMEN UNS OB DER NEUEN, UND IHR WÄLZT UNS NOCH DIE ALTEN AUF!", "iiR. ŠIMO͑N UNTERSCHEIDET ZWISCHEN GÜTERN UND GÜTERN: GÜTER, DIE DEM MANNE BEKANNT WAREN, DARF SIE NICHT VERKAUFEN, UND WENN SIE SIE VERKAUFT ODER VERSCHENKT HAT, IST DIES UNGÜLTIG; DIE ABER DEM MANNE NICHT BEKANNT WAREN, DARF SIE NICHT VERKAUFEN, UND WENN SIE SIE VERKAUFT ODER VERSCHENKT HAT, IST DIES GÜLTIG.", "GEMARA. Welchen Unterschied gibt es zwischen dem Anfangsatze, über den sie nicht streiten, und dem Schlußsatze, über den sie streiten3Die Güter gehen durch die Verlobung in seinen Besitz über, somit sollte es einerlei sein, wann sie ihr zugefallen sind.?", "In der Schule R. Jannajs erklärten sie: Im Anfangsatze fielen sie ihr zu eigen zu, im Schlußsatze fielen sie ihm zu eigen zu. –", "Wieso ist es, wenn sie ihm zu eigen zufielen, gültig, wenn sie sie verkauft oder verschenkt hat!? – Vielmehr, im Anfangsatze fielen sie entschieden ihr zu eigen zu, im Schlußsatze aber fielen sie vielleicht ihr zu eigen und vielleicht4Durch die Verlobung ist sie noch nicht effektiv seine Frau, da sie rückgängig gemacht werden kann. ihm zu eigen zu; daher darf sie sie von vornherein nicht verkaufen, wenn sie sie aber verkauft oder verschenkt hat, ist es gültig.", "R. JEHUDA SAGTE: SIE SPRACHEN VOR R. GAMLIÉL. Sie fragten: Bezieht sich R. Jehuda auf [den Verkauf] von vornherein5Gegen die Ansicht der Schule Š.s. oder aber, wenn es bereits erfolgt ist? –" ], [ "Komm und höre: Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Sie sprachen vor R. Gamliél: Diese6Die Verheiratete bezw. die Verlobte. ist seine Frau und jene6Die Verheiratete bezw. die Verlobte. ist seine Frau, wie der Verkauf dieser ungültig ist, ebenso ist der Verkauf jener ungültig. Er erwiderte ihnen: Wir schämen uns ob der neuen, und ihr wälzt uns noch die alten auf! Schließe hieraus7Da sie vom erfolgten Verkaufe sprachen., daß er von dem Falle spricht, wenn es bereits erfolgt ist. Schließe hieraus.", "Es wird gelehrt: R. Ḥanina b. A͑qabja sagte: Nicht so erwiderte R. Gamliél den Weisen, vielmehr erwiderte er ihnen wie folgt: Nein, wenn dies von der Verheirateten gilt, deren Ehemann Anrecht hat auf ihren Fund, ihre Arbeitsleistung und die Aufhebung ihrer Gelübde, sollte es auch von der Verlobten gelten, deren Ehemann kein Anrecht hat auf ihren Fund, ihre Arbeitsleistung und die Aufhebung ihrer Gelübde8Dieser kann dies nur mit ihrem Vater zusammen.!?", "Sie entgegneten ihm: Meister, wie ist es, wenn sie ihr zugefallen sind bevor sie sich verheiratete, und sie sich darauf verheiratet und verkauft hat? Er erwiderte ihnen: Auch diese kann verkaufen und verschenken, und es ist gültig. Sie entgegneten ihm: Wie sollte er, wo er sogar die Frau erworben hat, die Güter nicht erworben haben!? Er erwiderte ihnen: Wir schämen uns ob der neuen, und ihr wälzt uns noch die alten auf! –", "Unsere Lehre lautet ja aber: wenn bevor sie sich verheiratete und sie sich darauf verheiratete, so ist, wie R. Gamliél sagt, wenn sie sie verkauft oder verschenkt9Wenn es bereits erfolgt ist. hat, dies gültig!?", "R. Zebid erwiderte: Lies: so darf sie verkaufen und verschenken, und es ist gültig. R. Papa erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine nach R. Jehuda10Der von der Verlobten spricht, daß auch diese von vornherein nicht verkaufen darf.im Sinne R. Gamliéls und das andere nach R. Ḥanina b. A͑qabja11Dessen Ansicht in der Mišna nicht ausführlich, in der Barajtha aber ausführlich gelehrt wird.im Sinne R. Gamliéls. – R. Ḥanina b. A͑qabja lehrt demnach nach der Schule Šammajs12Daß sie von vornherein verkaufen darf, während die Halakha nach der Schule H.s entschieden wird.!? – Er meint es wie folgt: die Schule Šammajs und die Schule Hillels streiten darüber nicht13Beide sind der Ansicht, sie dürfe von vornherein verkaufen..", "Rabh und Šemuél sagten beide, der Ehemann könne, einerlei ob die Güter ihr zugefallen sind bevor sie sich verlobte, oder die Güter ihr zugefallen sind nachdem sie sich verlobte, und sie sich darauf verheiratete, sie den Käufern abnehmen. –", "Weder nach R. Jehuda noch nach R. Ḥanina b. A͑qabja!? – Sie lehrten nach unseren Meistern, denn es wird gelehrt: Unsere Meister traten zurück und stimmten ab: der Ehemann kann, einerlei ob sie ihr zugefallen sind bevor sie sich verlobte, oder sie ihr zugefallen sind nachdem sie sich verlobte, und sie sich darauf verheiratete, sie den Käufern abnehmen.", "NACHDEM SIE SICH VERHEIRATETE, SO STIMMEN DIESE UND JENE ÜBEREIN &C. Es wäre anzunehmen, daß wir hier die Anordnung von Uša lernen. R. Jose b. Ḥanina sagte nämlich: In Uša ordneten sie an, daß, wenn eine Frau bei Lebzeiten ihres Ehemannes Nießbrauchgüter verkauft hat und gestorben ist, der Ehemann sie den Käufern abnehmen könne. –", "Unsere Mišna spricht von [der Wegnahme] bei ihren Lebzeiten, wegen der Früchte14Die dem Ehemanne gehören: nach ihrem Tode gehen die Güter zurück und in den Besitz der Käufer über., die Anordnung von Uša aber bezieht sich auf das Grundstück selber, auch nach ihrem Tode15Da er sie beerbt..", "R. ŠIMO͑N UNTERSCHEIDET ZWISCHEN GÜTERN &C. Welche heißen bekannt und welche heißen unbekannt? R. Jose b. Ḥanina erwiderte: bekannt heißen Grundstücke, unbekannt heißen bewegliche Sachen. R. Joḥanan erklärte: Diese wie jene heißen bekannt, unbekannt heißen solche, die ihr, während sie hier weilt, im Überseelande zufallen.", "Ebenso wird gelehrt: Unbekannt heißen solche, die ihr, während sie hier weilt, im Überseelande zufallen.", "Einst wollte eine Frau ihrem Manne ihre Güter entziehen und verschrieb sie ihrer Tochter; hierauf verheiratete sie sich und ward geschieden." ], [ "Als sie später vor R. Naḥman16Und die Güter von ihrer Tochter zurück verlangte, da die Schenkung nicht ernst gemeint war.kam, zerriß er die Urkunde17Die Schenkungsurkunde, die die Tochter präsentierte.. R. A͑nan ging zu Mar U͑qaba und sprach zu ihm: Sehe doch der Meister, wie der Bauer18Eigentl. Feldbesitzer, Feldarbeiter.Naḥman die Urkunden der Leute zerreißt. Dieser entgegnete: Erzähle mir doch, wie die Sache sich zugetragen hat.", "Jener erwiderte: So und so geschah es. Da sprach dieser: Du sprichst von einer Entziehungsurkunde! Folgendes sagte R. Ḥanilaj b. Idi im Namen Šemuéls: Ich bin Rechtsentscheider, und sollte eine Entziehungsurkunde in meine Hand kommen, so zerreiße ich sie.", "Raba sprach zu R. Naḥman: Wohl deshalb, weil niemand sich übergeht und [sein Vermögen] anderen19Es ist ersichtlich, daß eine derartige Schenkungsurkunde nicht ernst gemeint u. nur eine Schiebung war.schenkt, aber dies gilt allerdings bei Fremden, ihrer Tochter aber kann sie es ja wirklich geschenkt haben!? – Immerhin ist ihr ihre eigene Person auch als ihre Tochter lieber.", "Man wandte ein: Wie verfahre sie, wenn sie ihre Güter ihrem Manne entziehen will? Sie schreibe einem Fremden eine Gefälligkeitsurkunde20Eine Schenkungsurkunde zum Scheine, nicht um sie diesem zuzueignen, sondern um sie ihrem Ehemanne zu entziehen.– so R. Šimo͑n b. Gamliél.", "Die Weisen sagen, wenn er will, lacht er21Er kann auf Grund der Urkunde die Rückgabe verweigern.sie aus; vielmehr schreibe sie ihm: von jetzt ab, sobald ich es will.", "Nur wenn sie so geschrieben hat, wenn sie aber nicht so geschrieben hat, erwirbt sie der Empfänger!?", "R. Zera erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine, wenn alles, das andere, wenn einen Teil22Wenn sie ihr ganzes Vermögen verschenkt, so ist die Schenkung entschieden nur zum Scheine erfolgt, wenn aber nur einen Teil, so kann der Empfänger behaupten, sie sei eine ernste gewesen.. –", "Wenn der Empfänger sie nicht erwirbt, sollte sie doch der Ehemann23Da die Schenkung ungültig ist, ist auch keine Entziehung erfolgt.erwerben!? Abajje erwiderte: Sie haben sie dem Ehemanne unbekannten Gütern gleichgestellt, nach R. Šimo͑n24Ob. Fol. 78a..", "iiiFALLEN IHR GÜTER25Die keine Früchte tragen; die meisten Texte haben jed. besser כספים, Bargeld.ZU, SO IST DAFÜR EIN GRUNDSTÜCK ZU KAUFEN, UND [DER EHEMANN] GENIESST DIE FRÜCHTE. WENN VOM BODEN GETRENNTE FRÜCHTE, SO IST DAFÜR EIN GRUNDSTÜCK ZU KAUFEN, UND ER GENIESST DIE FRÜCHTE;", "WENN AM BODEN HAFTENDE, SO SCHÄTZE MAN, WIE R. MEÍR SAGT, WIEVIEL [DAS GRUNDSTÜCK] MIT DEN FRÜCHTEN WERT IST, UND WIEVIEL ES OHNE FRÜCHTE WERT IST, UND FÜR DEN ÜBERSCHUSS IST EIN GRUNDSTÜCK ZU KAUFEN, UND ER GENIESST DIE FRÜCHTE26Der Zuwachs unter seinem Besitze gehört ihm.. DIE WEISEN SAGEN, DIE AM BODEN HAFTENDEN GEHÖREN IHM UND DIE VOM BODEN GETRENNTEN GEHÖREN IHR, UND DAFÜR IST EIN GRUNDSTÜCK ZU KAUFEN, UND ER GENIESST DIE FRÜCHTE.", "ivR. ŠIMO͑N SAGTE: WO ER IM VORTEILE IST BEI IHREM EINTRETEN27Dh. Verheiratung bezw. Scheidung., IST ER IM NACHTEILE BEI IHREM AUSTRETEN27Dh. Verheiratung bezw. Scheidung., UND WO ER IM NACHTEILE IST BEI IHREM EINTRETEN, IST ER IM VORTEILE BEI IHREM AUSTRETEN: DIE AM BODEN HAFTENDEN FRÜCHTE GEHÖREN IHM BEI IHREM EINTRETEN UND IHR BEI IHREM AUSTRETEN, DIE VOM BODEN GETRENNTEN GEHÖREN IHR BEI IHREM EINTRETEN UND IHM BEI IHREM AUSTRETEN.", "GEMARA. Selbstverständlich ist es, daß von Land und Häusern28Wenn sie über das Grundstück, das angeschafft werden soll, uneinig sind. Land29Das weniger als ein Haus der Zerstörung durch Zeit u. Ereignisse ausgesetzt ist., von Häusern und Dattelpalmen Häuser30Die mehr Gewinn als jene bringen., von Dattelpalmen und Obstbäumen Dattelbäumen30Die mehr Gewinn als jene bringen., und von Obstbäumen und Weinstöcken Obstbäume30Die mehr Gewinn als jene bringen. [zu kaufen sind];", "aber Sperberbaumwald und Fischgrube gelten, wie manche sagen, als Früchte31Dh. als fruchtbringende Objekte, da zwar Bäume u. Fische aufgezehrt werden, der Boden aber bestehen bleibt., und wie manche sagen, als Grundkapital32Als keine Früchte bringende Objekte, da sie durch die Ausbeutung aufgezehrt werden; für diese ist daher ein fruchtbringendes Grundstück zu kaufen, damit das Grundkapital der Frau erhalten bleibe.. Die Regel hierbei ist, was den Stamm wechselt, ist Frucht33Wofür ein fruchtbringendes Objekt anzuschaffen ist, damit es nicht aufgezehrt werde., und was den Stamm nicht wechselt, ist Grundkapital.", "R. Zera sagte im Namen R. Oša͑jas im Namen R. Jannajs, und wie manche sagen, R. Abba im Namen R. Oša͑jas im Namen R. Jannajs: Wer das Junge eines zum Nießbrauchgute gehörenden Viehs gestohlen hat," ], [ "zahle das Doppelte34Cf. Ex. 22,6ff.an die Frau35Da das Junge zum Kapital gehört.. –", "Weder nach den Rabbanan noch nach Ḥananja!? Es wird nämlich gelehrt: Das Junge eines zum Nießbrauchgute gehörenden Viehs gehört dem Ehemanne, das Kind einer zum Nießbrauchgute gehörenden Sklavin gehört der Frau. Ḥananja, der Bruderssohn Jošijas, sagt, sie haben das Kind einer zum Nießbrauchgute gehörenden Sklavin dem Jungen eines zum Nießbrauchgute gehörenden Viehs gleichgestellt. –", "Du kannst auch sagen, nach aller Ansicht, denn die Rabbanan haben ihm nur die Früchte zugesprochen, nicht aber die Früchte der Früchte36Das Junge gilt als Frucht u. gehört dem Ehemanne, nicht aber auch die Zahlung des Doppelten.. –", "Erklärlich ist die Ansicht Ḥananjas, denn man berücksichtige das Sterben37Der Sklavin od. des Viehs, an deren Stelle das Kind treten sollte.nicht,", "nach den Rabbanan aber sollte, wenn sie das Sterben berücksichtigen, dies auch vom Jungen eines zum Nießbrauchgute gehörenden Viehs38Das לא fehlt in Handschriften, od. zu übersetzen: nicht ihm gehören.gelten, und wenn sie das Sterben nicht berücksichtigen, dies auch vom Kinde einer zum Nießbrauchgute gehörenden Sklavin gelten!? –", "Tatsächlich berücksichtigen sie das Sterben, nur verhält es sich bei einem Vieh anders, da die Haut39Das Grundkapital geht nicht ganz verloren.zurückbleibt.", "R. Hona b. Ḥija sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie Ḥananja. Raba sagte im Namen R. Naḥmans: Obgleich Šemuél gesagt hat, die Halakha sei wie Ḥananja, dennoch pflichtet Ḥananja bei, daß [die Frau], wenn sie geschieden wird, den Geldbetrag ersetzen und [das Kind] erhalten kann, wegen des Ansehens ihres Vaterhauses40Ihr eingebrachter Güterstand soll ihr erhalten bleiben..", "Raba sagte im Namen R. Naḥmans: Hat sie ihm eine Ziege zum Melken, ein Schaf zur Schur, eine Henne zum Eierlegen oder eine Dattelpalme zum Fruchtertrage eingebracht, so kann er solange die Früchte genießen, bis das Grundkapital nicht mehr da ist41Die Früchte brauchen nicht zur Sicherstellung des Eingebrachten festgelegt zu werden; wenn sie verenden od. der Baum verdorrt, bleiben Haut, Federn u. Holz zurück..", "R. Naḥman sagte: Hat sie ihm ein Gewand eingebracht, so gilt [die Benutzung] als Frucht; er kleide sich damit, bis es verbraucht42Sodaß ihr nur die Lumpen zurückbleiben.ist.", "Dies nach dem Autor der folgenden Lehre: Salz und Sand gelten als Frucht43Das Salz- od. Sandlager gelten als Grundkapital, von dem der Ertrag dem Ehemanne zusteht, obgleich durch den Abbau das Lager selbst entwertet wird.; Schwefelgrube und Alaunschacht gelten, wie R. Meír sagt, als Grundkapital44Die Grube u. der Schacht haben an sich gar keinen Wert; für die gewonnenen Produkte ist daher ein fruchtbringendes Grundstück zu kaufen., und wie die Weisen sagen, als Frucht45Cf. Anm. 43 mut. mut..", "R. ŠIMO͑N SAGTE: WO ER IM VORTEILE IST. R. Šimo͑n sagt ja dasselbe, was der erste Autor!? Raba erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich der beim Austreten [am Boden] haftenden46Die nach RŠ. ihr gehören, nach dem ersten Autor aber ihm, da sie unter seiner Verwaltung gewachsen sind.. v,1FALLEN IHR ALTE SKLAVEN UND SKLAVINNEN ZU, SO SIND SIE ZU VERKAUFEN UND DAFÜR EIN GRUNDSTÜCK ZU KAUFEN, UND ER GENIESST DIE FRÜCHTE; R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT, SIE BRAUCHE SIE NIGHT ZU VERKAUFEN, WEIL SIE ZUM ANSEHEN IHRES VATERHAUSES40Ihr eingebrachter Güterstand soll ihr erhalten bleiben.GEHÖREN. FALLEN IHR ALTE OLIVENBÄUME UND WEINSTÖCKE ZU, SO SIND SIE ZU VERKAUFEN UND DAFÜR EIN GRUNDSTÜCK ZU KAUFEN, UND ER GENIESST DIE FRÜCHTE. R. JEHUDA SAGT, SIE BRAUCHE SIE NICHT ZU VERKAUFEN, WEIL SIE ZUM ANSEHEN IHRES VATERHAUSES GEHÖREN.", "GEMARA. R. Kahana sagte im Namen Rabhs: Der Streit besteht nur über den Fall, wenn sie ihr auf ihrem Felde zufallen, wenn aber auf einem fremden Felde, stimmen alle überein, daß sie zu verkaufen sind, weil das Grundkapital aufgezehrt47Wenn die Bäume verdorren, bleibt nichts zurück.wird.", "R. Joseph wandte ein: Sklaven und Sklavinnen gleichen ja [Obstbäumen] auf fremdem48Wenn sie sterben, bleibt nichts zurück.Felde, und sie streiten!? – Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: R. Kahana sagte im Namen Rabhs: Der Streit besteht nur über den Fall, wenn auf fremdem Felde, wenn aber auf ihrem Felde, stimmen alle überein, daß sie nicht zu verkaufen braucht, wegen des Ansehens ihres Vaterhauses.", "v,2WENN JEMAND AUF DIE GÜTER SEINER FRAU AUSGABEN GEMACHT HAT, EINERLEI OB VIEL AUSGEGEBEN UND WENIG GENOSSEN ODER WENIG [AUSGEGEBEN] UND VIEL GENOSSEN, SO HAT ER, WAS ER AUSGEGEBEN, AUSGEGEBEN, UND WAS ER GENOSSEN, GENOSSEN49Bei etwaiger Scheidung hat keiner von beiden Anspruch auf die Differenz.. HAT ER NUR AUSGEGEBEN UND NICHTS GENOSSEN, SO SCHWÖRE ER, WIEVIEL ER AUSGEGEBEN, UND ER ERHÄLT DEN [ERSATZ].", "GEMARA. Was heißt wenig? R. Asi erwiderte: Selbst nur eine einzige Dörrfeige; jedoch nur dann, wenn er sie in würdiger Weise genossen hat." ], [ "R. Abba sagte: In der Schule Rabhs sagten sie: Selbst eine gepreßte Dattel. R. Bebaj fragte: Wie verhält es sich mit den Datteltrebern? – Dies bleibt unentschieden. –", "Wieviel, wenn er sie nicht in würdiger Weise genossen50Welches Quantum gilt dann als Nießung.hat? U͑la erwiderte: Hierüber streiten zwei Amoräer im Westen; einer sagt, im Werte eines Assars und einer sagt, im Werte eines Denars.", "Die Richter von Pumbeditha51Cf. Syn. Fol. 17b.sagten: R. Jehuda traf eine Entscheidung bei Reisigbündeln52Die jemand vom Grundstücke seiner Frau verwendet hat; auch dies erklärte er diesbezüglich als Nießung.. R. Jehuda vertrat hierbei seine Ansicht, denn R. Jehuda sagte: Hat er es53Das durch Nießbrauch zu ersitzende Feld; cf. Bb. Fol. 36a.ungeweiht54Junge Bäume unter 3 Jahren, deren Früchte zum Genusse verboten sind; cf. Lev. 19,23ff., im Siebentjahre55In dem die Felder nicht bestellt werden dürfen; cf. Lev. 25,3ff. oder als Mischfrucht56Baumfrüchte u. Sämereien durcheinander, die zum Genusse verboten sind; cf. Lev. 19,19.nießbraucht, so ist dies eine gültige Ersitzung.", "R. Ja͑qob sagte im Namen R. Ḥisdas: Wenn jemand Ausgaben macht auf die Güter seiner minderjährigen Frau, so ist es ebenso, als würde er Ausgaben machen auf die Güter eines Fremden57Wenn sie später die Weigerung erklärt, erhält er Ersatz, jed. Hat er die Unterhand; cf. Bm. Fol. 101a.. – Weshalb? – Die Rabbanan haben eine Vorsorge getroffen, damit er sie nicht verwahrlose.", "Einst fielen einer Frau vierhundert Zuz in Ḥozäa zu, und ihr Mann verausgabte sechshundert [für die Reise] und holte die vierhundert. Auf der Rückkehr brauchte er einen Zuz und entnahm ihn von diesen. Hierauf kam er vor R. Ami, und dieser entschied: was er ausgegeben, ist ausgegeben, und was er genossen, hat er genossen58Die Reisespesen sind durch die Nießung des einen Zuz beglichen..", "Die Jünger sprachen zu R. Ami: Allerdings in dem Falle, wenn er die Früchte genossen hat, dieser aber verzehrte es vom Kapital, und dies gehört zu den Auslagen!? – Wenn dem so ist, so hat er ausgegeben und nichts genossen; er schwöre daher, wieviel er ausgegeben, und erhalte [Ersatz].", "SO SCHWÖRE ER, WIEVIEL ER AUSGEGEBEN, UND ER ERHÄLT [ERSATZ]. R. Asi sagte: Nur dann, wenn die Melioration den Ausgaben entspricht. – In welcher Hinsicht? Abajje erwiderte: Wenn die Melioration die Ausgaben übersteigt, erhält er [den Ersatz] seiner Ausgaben ohne Eid.", "Raba sprach zu ihm: Demnach kann er ja eine List59Seine Auslagen ein wenig niedriger beziffern, um sie ohne Eidesleistung zu erhalten.anwenden!? Vielmehr, erklärte Raba, wenn die Ausgaben die Melioration übersteigen, erhält er bei Eidesleistung die Ausgaben nur in Höhe der Melioration.", "Sie fragten: Wie ist es, wenn der Ehemann seinerstatt Gärtner60Die einen Teil des Ertrages als Pacht zahlen.eingesetzt hat: sind sie im Interesse des Ehemannes eingesetzt worden, und wenn der Ehemann leer61Falls die Auslagen die Einnahmen übersteigen.ausgeht, gehen, auch diese leer aus, oder sind sie im Interesse des Grundstückes eingesetzt worden, und das Grundstück ist für die Gärtner62Hätte der Ehemann keine Gärtner eingesetzt, würde die Frau dies getan haben; diese werden von der für den Ehemann geltenden Maßregel nicht betroffen.bestimmt?", "Raba b. R. Ḥanan wandte ein: Womit ist es hierbei anders als in dem Falle, wenn jemand ein fremdes Feld ohne Erlaubnis bezieht und es bepflanzt, wobei geschätzt63Um wieviel das bepflanzte Feld mehr wert ist.wird und er die Unterhand64Er erhält nur die Auslagen ersetzt, wenn sie niedriger sind als der Mehrwert, od. nur diesen, wenn sie höher sind; dagegen aber soll er hierbei ganz leer ausgehen.hat!? –", "Da war niemand, der sich [um das Feld] bemüht65Er erhält daher einen Ersatz, soweit der Eigentümer keinen Schaden erleidet.hätte, hierbei aber ist der Ehemann da, der sich darum bemüht66Und nichts erhalten haben würde; sie kann daher auch den Pächter abweisen.hätte. –", "Wie bleibt es damit? R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erwiderte: Wir sehen: ist der Ehemann Gärtner, so gehen, wenn der Ehemann leer ausgeht, auch diese leer aus, und ist der Ehemann kein Gärtner, so war das Grundstück für die Gärtner bestimmt.", "Sie fragten: Wie ist es, wenn der Ehemann ein Grundstück zum Fruchtgenusse67Daß der Käufer es nur bearbeite u. die Früchte genieße, während das Grundstück selber im Besitze der Frau bleibe.verkauft hat: sagen wir, er habe das verkauft, was ihm zugeeignet ist, oder haben die Rabbanan dem Ehemanne die Früchte" ], [ "nur zum Wohlstande des Hauses68Daß auch die Frau davon genieße.zugesprochen, nicht aber zum Verkaufe? Jehuda Mar b. Meremar sagte im Namen Rabas, was er getan, sei getan, und R. Papa sagte im Namen Rabas, er habe nichts getan.", "R. Papa sagte: Das, was Jehuda Mar b. Meremar sagte, ist nicht ausdrücklich gelehrt worden, sondern nur aus dem Zusammenhange gefolgert. Einst brachte nämlich eine Frau ihrem Manne zwei Mägde ein, und als der Mann darauf eine zweite Frau heiratete, führte er ihr eine von diesen zu.", "Hierauf ging jene zu Raba und klagte; dieser aber beachtete sie nicht. Wer dies sah, glaubte, weil er der Ansicht war, was er getan, sei getan; das war es aber nicht; jene war zum Wohlstande des Hauses da, und der Wohlstand blieb69Die Sklavin gehörte zum Haushalt.bestehen.", "Die Halakha ist: wenn der Ehemann ein Grundstück zum Fruchtgenusse verkauft hat, so hat er nichts getan. – Weshalb? Abajje erklärte, es werde berücksichtigt, [der Käufer] könnte es70Da es nicht in seinem Besitze verbleibt, könnte er Raubbau treiben.verwahrlosen, und Raba erklärte, wegen des Wohlstandes des Hauses. –", "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich eines Grundstückes nahe der Stadt71Das vom Ehemanne stets besichtigt werden kann.. Oder auch, wenn der Ehemann Gärtner72Das Grundstück selber bestellt u. die Früchte dem Käufer liefert.ist. Oder auch, wenn er mit dem Gelde73Das er vom Käufer erhält. In diesem Falle wird der Wohlstand des Hauses gemehrt, jed. besteht die Befürchtung der Vernachlässigung.Geschäfte macht.", "viWENN EINER ANWÄRTERIN DER SCHWAGEREHE GÜTER ZUGEFALLEN SIND, SO DARF SIE, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS UND DIE SCHULE HILLELS ÜBEREINSTIMMEN, VERKAUFEN UND VERSCHENKEN, UND ES IST GÜLTIG.", "WAS GESCHIEHT, WENN SIE STIRBT, MIT IHRER MORGENGABE UND MIT DEN MIT IHR EIN- UND AUSGEHENDEN74Den Nießbrauchgütern, von denen dem Ehemanne nur der Nießbrauch zusteht.GÜTERN? DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, DIE ERBEN DES EHEMANNES75Der seine Frau beerbt.TEILEN MIT DEN ERBEN DES VATERS, UND DIE SCHULE HILLELS SAGT, DIE GÜTER BLEIBEN BEI IHREN BESITZERN: DIE MORGENGABE IM BESTIZE DER ERBEN DES EHEMANNES, UND DIE MIT IHR EIN- UND AUSGEHENDEN GÜTER IM BESITZE DER ERBEN DES VATERS.", "viiHINTERLIESS SEIN BRUDER BARGELD, SO IST DAFÜR EIN GRUNDSTÜCK76Zur Sicherung ihrer Morgengabe.ZU KAUFEN, UND ER GENIESSE DIE FRÜCHTE. WENN VOM BODEN GETRENNTE FRÜCHTE, SO IST DAFÜR EIN GRUNDSTÜCK ZU KAUFEN, UND ER GENIESSE DIE FRÜCHTE;", "WENN AM BODEN HAFTENDE FRÜCHTE, SO SCHÄTZE MAN, WIE R. MEÍR SAGT, WIEVIEL [DAS GRUNDSTÜCK] MIT FRÜCHTEN WERT IST UND WIEVIEL ES OHNE FRÜCHTE WERT IST, UND FÜR DEN ÜBERSCHUSS IST EIN GRUNDSTÜCK ZU KAUFEN, UND ER GENIESST DIE FRÜCHTE.", "DIE WEISEN SAGEN, DIE AM BODEN HAFTENDEN FRÜCHTE GEHÖREN IHM UND DIE VOM BODEN GETRENNTEN GEHÖREN DEM, DER ZUVORKOMMT: KOMMT ER [IHR] ZUVOR, SO GEHÖREN SIE IHM, KOMMT SIE [IHM] ZUVOR, SO IST DAFÜR EIN GRUNDSTÜCK ZU KAUFEN, UND ER GENIESST DIE FRÜCHTE.", "HAT ER SIE GENOMMEN, SO GILT SIE IN JEDER HINSICHT ALS SEINE FRAU, NUR DASS IHRE MORGENGABE DIE GÜTER IHRES ERSTEN MANNES BELASTET.", "viiiER KANN ZU IHR NICHT SAGEN: DA LIEGT DEINE MORGENGABE AUF DEM TISCHE77Um die dingliche Haftbarkeit von den Gütern abzuwenden., VIELMEHR HAFTEN ALL SEINE GÜTER FÜR IHRE MORGENGABE. EBENSO KANN AUCH SONST NIEMAND ZU SEINER FRAU SAGEN: DA LIEGT DEINE MORGENGABE AUF DEM TISCHE, VIELMEHR HAFTEN ALL SEINE GÜTER FÜR IHRE MORGENGABE.", "LÄSST ER SICH78Nach Vollziehung der Schwagerehe.VON IHR SCHEIDEN, SO HAT SIE NUR IHRE MORGENGABE79Er kann über die Güter frei verfügen.ZU ERHALTEN, NIMMT ER SIE WIEDER, SO GLEICHT SIE JEDER ANDEREN FRAU80Cf. infra Fol. 89b.UND HAT NUR DIE MORGENGABE ZU BEANSPRUCHEN.", "GEMARA. Sie fragten, wer hat, wenn eine Anwärterin der Schwagerehe stirbt, sie zu bestatten: haben die Erben des Ehemannes sie zu bestatten, da sie ihre Morgengabe81Cf. supra Fol. 47b.erben, oder haben die Erben ihres Vaters sie zu bestatten, da sie die mit ihr ein- und ausgehenden Güter erben? R. A͑mram erwiderte: Komm und höre, es wird gelehrt: Wenn eine Anwärterin der Schwagerehe stirbt," ], [ "so sind ihre Erben, die ihre Morgengabe erben, zu ihrer Bestattung verpflichtet. Abajje sprach: Auch wir haben demgemäß gelernt: Die Witwe ist vom Vermögen der Waisen zu unterhalten und ihre Händearbeit gehört ihnen, zu ihrer Bestattung aber sind sie nicht verpflichtet; ihre Erben, die ihre Morgengabe erben, sind zu ihrer Bestattung verpflichtet. Welche Witwe hat zweierlei82Hier wird von Erben gesprochen, die nur die Morgengabe erben.Erben? Sage, das ist die Anwärterin der Schwagerehe.", "Raba entgegnete: Er83Der Schwager, der die Morgengabe erbt.kann ja sagen: ich beerbe meinen Bruder und habe nicht seine Frau84Die Bestattungspflicht des Ehemannes ist eine Gegenleistung für die Erbschaft der Morgengabe, der Schwager aber erbt diese nicht von ihr, sondern von seinem Bruder.zu bestatten!? Abajje erwiderte ihm: Sie können ihm von zwei Seiten kommen: beerbt er seinen Bruder, so bestatte er85Da er an Stelle seines Bruders tritt.seine Frau, und bestattet er nicht seine Frau, so zahle er ihre Morgengabe.", "Jener entgegnete: Ich meine es wie folgt: ich beerbe meinen Bruder und habe nicht seine Frau zu bestatten, und wenn etwa wegen der Morgengabe81Cf. supra Fol. 47b., so ist die Morgengabe nicht bei Lebzeiten einzufordern86Sie ist beim Tode des Ehemannes fällig, u. der Schwager, der an Stelle des Ehemannes tritt, lebt noch.. –", "Die Schule Šammajs ist es ja, die sich an die Deutung [der Urkunde über] die Morgengabe87In dieser heißt es: wenn du dich mit einem anderen verheiratest, wonach sie die Morgengabe erst dann beanspruchen kann, wenn sie das Recht hat, sich mit einem anderen zu verheiraten; cf. Ket. Fol. 117a.hält und von der Schule Šammajs wissen wir, daß sie der Ansicht ist, die zur Einforderung stehende Urkunde gelte als eingefordert88Somit beerbt der Schwager die Witwe u. nicht seinen Bruder.!?", "Wir haben nämlich gelernt: Sterben ihre89Der dort aufgezählten Ehebruchsverdächtigten.Männer bevor sie getrunken90Das Fluchwasser; cf. Num. 5,17ff.haben, so erhalten sie, wie die Schule Šammajs sagt, die Morgengabe und brauchen nicht zu trinken; die Schule Hillels sagt, entweder sie trinken oder sie erhalten nicht die Morgengabe. –", "Wieso trinken, der Allbarmherzige sagt ja:91Num. 5,15.so bringe der Mann seine Frau zum Priester, was hierbei nicht der Fall ist!? – Vielmehr, da sie nicht trinken, erhalten sie nicht die Morgengabe.", "Wieso sagt die Schule Šammajs, sie erhalten die Morgengabe und trinken nicht, hierbei besteht ja ein Zweifel, denn es ist zweifelhaft, ob sie die Ehe gebrochen92Und ihre Morgengabe verliert.hat oder nicht, somit bringt das Zweifelhafte aus dem Besitze des Entschiedenen93Der Erben des Ehemannes, die entschieden Anspruch auf die Hinterlassenschaft haben.?", "Vielmehr ist die Schule Šammajs der Ansicht, die zur Einforderung stehende Urkunde gelte als eingefordert94Die Morgengabe befindet sich somit im Besitze der Frau u. sie bringt sie nicht aus dem Besitze der Erben.. –", "[Die Urkunde] lautet ja aber: wenn du dich mit einem anderen verheiratest, erhältst du, was dir verschrieben ist, was hierbei95Wo der an Stelle des Ehemannes tretende Schwager lebt; gegen die obige Erklärung von den 2 Seiten gewendet.nicht der Fall ist!?", "R. Aši erwiderte: Auch der Schwager gilt als anderer.", "Raba ließ Abajje durch R. Šema͑ja b. Zera sagen: Ist denn die Morgengabe schon bei Lebzeiten96Des Schwagers.einzufordern,", "es wird ja gelehrt: R. Abba sagte: Ich fragte Symmachos, wie derjenige97Der seine Schwägerin geheiratet; nach der Lehre unserer Mišna darf er die Güter seines Bruders nicht verkaufen, da sie zur Sicherung der Morgengabe erhalten bleiben müssen.verfahre, der Güter seines Bruders verkaufen will, [und er erwiderte:], ist er Priester98Der, wenn er sich von der Frau scheiden läßt, sie nicht wieder heiraten darf., so veranstalte er ihr ein Festmahl und überrede99In der Weinstimmung, ihm den Verkauf der Güter, soweit sie den Betrag der Morgengabe übersteigen, zu gestatten.sie, und ist er Jisraélit, so trenne er sich von ihr durch einen Scheidebrief100Er zahle ihr dann die Morgengabe aus, sodann werden die Güter frei.und nehme sie wieder." ], [ "Wenn man nun sagen wollte, die Morgengabe sei schon bei Lebzeiten einzufordern, so kann er ihr ja [Güter] im Betrage ihrer Morgengabe zuweisen und die übrigen verkaufen!? – Nach deiner Auffassung ist ja auch aus unserer Mišna ein Einwand zu erheben: er kann zu ihr nicht sagen: da liegt deine Morgengabe auf dem Tische!? Vielmehr haften alle seine Güter für ihre Morgengabe. –", "Da lehrt er nur einen guten101Für die Frau, damit sie ihre Morgengabe nicht einbüße, jed. lehrt er kein direktes Verbot des Verkaufes, wie in der angezogenen Lehre RA.s.Rat. Wie wäre, wenn du nicht so erklären wolltest, der Schlußsatz zu verstehen. Er lehrt, ebenso könne niemand zu seiner Frau sagen: da liegt deine Morgengabe auf dem Tische, vielmehr haften all seine Güter für ihre Morgengabe. Darf er etwa, wenn er etwas verkaufen will, dies nicht tun!? Vielmehr lehrt er nur einen guten Rat, ebenso ist auch jenes nur ein guter Rat.", "Aus der Lehre R. Abbas aber ist ein Einwand zu erheben. – Auch aus der Lehre R. Abbas ist kein Einwand zu erheben, denn er tue dies nur, um Mißhelligkeit [zu vermeiden]102Wenn er ihr etwas im Betrage ihrer Morgengabe zuweist, glaubt sie, er beabsichtige sich von ihr scheiden zu lassen, dagegen ist es bei den genannten Mitteln ersichtlich, daß er nur frei über seine Güter verfügen will..", "Einst fiel einem eine Schwägerin in Pumbeditha zu, und sein Bruder103Ein anderer; die Schwagerehe hat der älteste zu vollziehen; cf. Jab. Fol. 39a.wollte sie ihm durch einen Scheidebrief104Den er zu ihr gelangen lassen wollte; an der Geschiedenen darf die Schwagerehe nicht vollzogen werden; cf. ib. Fol. 50a.ungeeignet machen.", "Da sprach jener zu ihm: Du denkst wohl an die Güter105Die der Verstorbene hinterlassen hat; diese fallen dem Bruder zu, der die Schwagerehe vollzieht; cf. ib. Fol. 40a., ich will die Güter mit dir teilen. Hierauf entschied", "R. Joseph: Da die Weisen bestimmt haben, er dürfe nichts verkaufen, so ist, wenn er verkauft hat, der Verkauf106Als solcher gilt die Abtretung an seinen Bruder.ungültig. Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand gestorben ist, und eine Anwärterin der Schwagerehe und für hundert Minen Güter hinterlassen hat, so darf [der Bruder], auch wenn die Morgengabe nur eine Mine beträgt, nichts verkaufen, denn all seine Güter sind für ihre Morgengabe haftbar.", "Abajje sprach zu ihm: Ist denn überall, wo die Rabbanan bestimmt haben, er dürfe nicht verkaufen, falls er verkauft hat, der Verkauf ungültig, wir haben ja gelernt: so darf sie107Cf. supra Fol. 78a.sie, wie die Schule Šammajs sagt, verkaufen, und wie die Schule Hillels sagt, nicht verkaufen. Diese und jene stimmen überein, daß, wenn sie sie verkauft oder verschenkt hat, es gültig sei!? Als sie sich damit an R. Ḥanina b. Papi wandten, entschied er ihnen wie R. Joseph.", "Da sprach Abajje: Hat etwa R. Ḥanina b. Papi daran Edelsteine108Dh. durch seine Entscheidung diese Ansicht besser begründet.gehängt!? Hierauf wandten sie sich damit an R. Minjomi, den Sohn R. Niḥumis, und er entschied ihnen wie Abajje. Sollte109Fortsetzung der Antwort RM.s.aber R. Joseph eine andere Begründung finden, so teile es mir mit.", "Hierauf ging R. Joseph hinaus, dachte nach und fand folgende Lehre: Wenn jemand, der eine Forderung an seinen Bruder hatte, gestorben ist und eine Anwärterin auf die Schwagerehe hinterlassen hat, so kann dieser110Der Schuldner, der die Schwagerehe zu vollziehen hat u. auch seinen Bruder beerbt.nicht sagen: da ich Erbe bin, habe ich [die Schuld] erworben, vielmehr ist sie ihm abzunehmen und dafür ein Grundstück zu kaufen, und er genieße111Dieser Fall gleicht dem bereits erfolgten Verkaufe.die Früchte.", "Abajje erwiderte ihm: Vielleicht haben sie es nur zu seinem Vorteile112Damit ihm die Erbschaft erhalten bleibe.bestimmt!? Jener entgegnete: Der Autor lehrt, daß man sie ihm abnehme, und du sagst, man habe es zu seinem Vorteile bestimmt!?", "Als sie es darauf R. Minjomi, dem Sohne R. Niḥumis, mitteilten, sprach er zu ihnen: Folgendes sagte R. Joseph b. Minjomi im Namen R. Naḥmans: Dies ist keine [authentische] Lehre. –", "Aus welchem Grunde: wollte man sagen, weil [Geld] mobiles [Vermögen] ist, und Mobilien für die Morgengabe nicht haftbar sind, so vertritt sie vielleicht die Ansicht R. Meírs, welcher sagt, Mobilien seien für die Morgengabe haftbar;", "und wollte man sagen, weil er zu ihr sagen kann: du bist nicht meine113Die Schuld war nur an den Bruder zu zahlen.Gläubigerin," ], [ "so vertritt sie vielleicht die Ansicht R. Nathans!? Es wird nämlich gelehrt: R. Nathan sagte: Woher, daß, wenn jemand von seinem Nächsten und der Nächste von einem anderen eine Mine zu erhalten hat, man sie diesem abnehme und jenem gebe? Es heißt:114Num. 5,7.er gebe sie dem, dem die Schuld zukommt. –", "Wir finden keinen Autor, der bei der Morgengabe115Die nur eine rabb. Institution ist.zwiefach erschwert; vielmehr entweder nur nach R. Meír oder nur nach R. Nathan.", "Raba sprach: Deshalb hörte ich Abajje sagen, dies sei keine [authentische] Lehre, und ich wußte nicht, weshalb.", "Einst fiel einem eine Schwägerin in Matha Meḥasja zu, und sein Bruder wollte sie ihm durch einen Scheidebrief ungeeignet104Den er zu ihr gelangen lassen wollte; an der Geschiedenen darf die Schwagerehe nicht vollzogen werden; cf. ib. Fol. 50a.machen. Da sprach jener zu ihm: Du denkst wohl an die Güter, ich will die Güter mit dir teilen. Dieser erwiderte: Ich fürchte, du verfährst mit mir wie jener betrügerische116Wohl bezugnehmend auf den Pumbedithenser in der vorangehenden Erzählung, der sein Versprechen nicht hielt; die Pumbedithenser waren auch sonst als Betrüger verrufen; cf. Bb. Fol. 46a u. Hul. Fol. 127a.Pumbedithenser. Jener sprach: Wenn du willst, teilen wir117Jed. soll die effektive Zueignung erst nach Vollziehung der Schwagerehe erfolgen.sofort", "Hierauf entschied Mar, Sohn des R. Aši: Obgleich R. Dimi, als er kam, im Namen R. Joḥanans sagte, daß, wenn jemand zu seinem Nächsten spricht: geh und ziehe118Wodurch die Erwerbung erfolgt; cf. Qid. Fol. 25b.diese Kuh an dich, jedoch sei sie dir erst nach dreißig Tagen zugeeignet, sie ihm nach dreißig Tagen zugeeignet ist, selbst wenn sie sich auf der Wiese119Nicht im Gebiete des Käufers.befindet,", "[gilt dies hierbei nicht;] da liegt es in seiner120Die Kuh ist sein unbeschränktes Eigentum u. er kann sie anderen zueignen.Hand, hierbei aber liegt es nicht in seiner Hand. –", "Aber als Rabin kam, sagte er ja im Namen R. Joḥanans, sie sei ihm nicht zugeeignet!? – Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn er zu ihm gesagt hat: erwirb sie von jetzt121Die Aneignung nach 30 Tagen soll rückwirkend gelten.ab, das andere, wenn er zu ihm nicht gesagt hat: erwirb sie von jetzt ab.", "Sie fragten U͑la: Wie ist es, wenn er die Schwagerehe vollzogen und nachher geteilt hat? – Er hat nichts getan. – Wie ist es, wenn er geteilt und nachher die Schwagerehe vollzogen hat? – Er hat nichts getan.", "R. Šešeth wandte ein: Wenn er nichts getan hat, falls die Schwagerehe vollzogen und nachher geteilt, so ist es ja selbstverständlich, wenn geteilt und nachher die Schwagerehe122Die 2. Frage ist überflüssig.vollzogen!? – Es waren zwei besondere123Der eine wußte nichts von der Frage des anderen.Ereignisse.", "Als Rabin kam, sagte er im Namen des Reš Laqiš: Er hat nichts getan, ob die Schwagerehe vollzogen und nachher geteilt, oder geteilt und nachher die Schwagerehe vollzogen. Die Halakha ist: er hat nichts getan.", "DIE WEISEN SAGEN, DIE AM BODEN HAFTENDEN FRÜCHTE GEHÖREN IHM. Wieso denn, all seine Güter sind ja haftbar und bürgen für ihre Morgengabe!? Reš Laqiš erwiderte: Lies: ihr.", "HAT ER SIE GENOMMEN, SO GILT SIE ALS SEINE FRAU. In welcher Hinsicht? R. Jose b. Ḥanina erwiderte: Dies besagt, daß er sich von ihr durch einen Scheidebrief scheiden lassen124Sie benötigt dann nicht der Ḥaliça.und sie wiedernehmen125Während sonst die geschiedene Schwägerin dem Schwager verboten ist.darf. – Daß er sich von ihr durch einen Scheidebrief scheiden lassen darf, ist ja selbstverständlich!? –", "Man könnte glauben, da der Allbarmherzige sagt:126Dt. 25,5.und vollziehe an ihr die Schwagerehe, hafte ihr noch die frühere Schwagerpflicht an, somit genüge kein Scheidebrief, sondern nur die Ḥaliça, so lehrt er uns. –", "Daß er sie wiedernehmen darf, ist ja selbstverständlich!? –" ], [ "Man könnte glauben, daß sie ihm, nachdem er das ihm vom Allbarmherzigen auferlegte Gebot erfüllt hat, als Frau seines Bruders verboten sei, so lehrt er uns. –", "Vielleicht ist dem auch so!? – Die Schrift sagt:126Dt. 25,5.er nehme sie zur Frau, sobald er sie genommen hat, gilt sie als seine Frau.", "NUR DASS IHRE MORGENGABE DIE GÜTER IHRES ERSTEN MANNES BELASTET. Aus welchem Grunde? – Im Himmel127Er hat sie nicht freiwillig genommen u. keinerlei Verpflichtungen übernommen.hat man ihm eine Frau beschert.", "Wenn aber der erste nichts hatte, erhält sie [die Morgengabe] vom zweiten, damit sie ihm nicht leicht zu entfernen sei.", "ER KANN ZU IHR NICHT SAGEN: DA LIEGT DEINE MORGENGABE &C. Was heißt ‘ebenso’128Selbstverständlich gilt dies von der angetrauten Frau erst recht.? –", "Man könnte glauben, dies gelte nur von jener, der er nicht geschrieben129Eine Urkunde über die Morgengabe, in der dieser Passus vorkommt.hat: die ich besitze und besitzen werde, diese aber, der er geschrieben hat: die ich besitze und besitzen werde, verlasse sich darauf, so lehrt er uns.", "LÄSST ER SICH VON IHR SCHEIDEN, SO HAT SIE NUR IHRE MORGENGABE ZU ERHALTEN. Nur wenn er sich von ihr scheiden läßt, nicht aber, wenn er sich von ihr nicht scheiden läßt; er lehrt uns somit wie R. Abba130Daß er nur durch die Scheidung über die Güter frei verfügen kann; ob. Fol. 81a..", "NIMMT ER SIE WIEDER, SO GLEICHT SIE JEDER ANDEREN FRAU UND HAT NUR IHRE MORGENGABE ZU BEANSPRUCHEN. Was Neues lehrt er uns hinsichtlich der Wiedernahme, wir haben ja bereits gelernt, wer sich von seiner Frau scheidet und sie wieder heiratet, heirate sie unter der Bedingung der ersten Morgengabe!? –", "Man könnte glauben, dies gelte nur von seiner Frau, der er selber die [Urkunde über die] Morgengabe geschrieben hat, eine Schwägerin aber, der er sie nicht selber geschrieben hat, erhalte, wenn er sich von ihr scheidet und sie wieder heiratet, die Morgengabe von ihm131Er ist ein ganz anderer Kontrahent u. von der Verpflichtung der früheren Morgengabe entbunden., so lehrt er uns.", "R. Jehuda sagte: Anfangs verschrieb man einer Jungfrau zweihundert [Zuz]132Ohne dafür Haftung mit seinem immobilen Vermögen zu übernehmen.und einer Witwe eine Mine, sodaß sie alt wurden und man keine Frauen nehmen133Die Frauen weigerten sich zu heiraten, da ihre Morgengabe nicht sichergestellt war; mobile Güter konnten von den Erben bezw. dem Ehemanne beiseite gebracht werden.konnte, da kam Šimo͑n b. Šaṭaḥ und ordnete an, daß all seine Güter für ihre Morgengabe haften.", "Ebenso wird gelehrt: Anfangs verschrieb man einer Jungfrau zweihundert [Zuz] und einer Witwe eine Mine, sodaß sie alt wurden und man keine Frauen nehmen konnte, da ordnete man an, [die Morgengabe] im Hause ihres Vaters zu hinterlegen. Aber immerhin konnte er noch, wenn er ihr zürnte, zu ihr sagen: geh zu deiner134Der Betrag der Morgengabe lag vorrätig, u. er konnte sich leicht von ihr scheiden lassen.Morgengabe.", "Hierauf ordnete man an, sie im Hause ihres Schwiegervaters135Dh. ihres Ehemannes.zu hinterlegen. Die Reichen fertigten sich dafür Körbchen aus Silber und Gold, und die Armen fertigten sich dafür Gefäße136Die W.e של מימי רגלים (Uringefäße) sind eine Glosse; manche lesen של נחושת (aus Kupfer)..", "Aber immerhin konnte er noch, wenn er ihr zürnte, zu ihr sagen: nimm deine Morgengabe und geh. Da kam Šimo͑n b. Šaṭaḥ und ordnete an, daß er ihr schreibe: all meine Güter haften für deine Morgengabe." ], [ "iWENN JEMAND SEINER FRAU GESCHRIEBEN HAT: ICH ENTSAGE MICH DES RECHTES UND DES ANSPRUCHES AUF DEINE GÜTER, SO GENIESST ER [DENNOCH] DIE FRÜCHTE BEI IHREN LEBZEITEN UND BEERBT SIE, WENN SIE STIRBT. WOZU SCHRIEB ER IHR DEMNACH: ICH ENTSAGE MICH DES RECHTES UND DES ANSPRUCHES AUF DEINE GÜTER? WENN SIE SIE VERKAUFT ODER VERSCHENKT, IST ES GÜLTIG.", "SCHRIEB ER IHR: ICH ENTSAGE MICH DES RECHTES UND DES ANSPRUCHES AUF DEINE GÜTER UND DEREN FRÜCHTE, SO GENIESST ER BEI IHREN LEBZEITEN NICHT DIE FRÜCHTE, WENN SIE ABER STIRBT, BEERBT ER SIE. R. JEHUDA SAGT, ER GENIESSE SOLANGE DIE FRÜCHTE DER FRÜCHTE1Cf. S. 174 Anm. 51., BIS ER IHR GESCHRIEBEN HAT: ICH ENTSAGE MICH DES RECHTES UND DES ANSPRUCHES AUF DEINE GÜTER, DEREN FRÜCHTE UND DIE FRÜCHTE IHRER FRÜCHTE, BIS INS UNENDLICHE.", "SCHRIEB ER IHR: ICH ENTSAGE MICH DES RECHTES UND DES ANSPRUCHES AUF DEINE GÜTER UND DEREN FRÜCHTE BEI DEINEN LEBZEITEN UND NACH DEINEM TODE, SO GENIESST ER DIE FRÜCHTE NICHT BEI IHREN LEBZEITEN, UND BEERBT SIE NICHT, WENN SIE STIRBT. R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT, WENN SIE STIRBT, BEERBE ER SIE WOHL, WEIL ER DIES GEGEN EINE BESTIMMUNG DER TORA VEREINBART HAT, UND WENN JEMAND ETWAS GEGEN EINE BESTIMMUNG DER TORA VEREINBART, SO IST DIE VEREINBARUNG UNGÜLTIG.", "GEMARA. R. Ḥija lehrte: wenn jemand zu seiner Frau gesagt2Der mündliche Verzicht gleicht dem schriftlichen. hat. –", "Was ist denn dabei, daß er es ihr geschrieben hat, es wird ja gelehrt, daß, wenn jemand zu seinem Nächsten3Ein Teilhaber dem anderen. gesagt hat: ich entsage mich des Rechtes und des Anspruches auf dieses Feld, ich will damit nichts zu tun haben, oder: ich entferne meine Hand davon, er nichts gesagt habe!?", "In der Schule R. Jannajs erklärten sie: Wenn er ihr geschrieben hat, als sie noch verlobt4Bevor die Güter in seinen Besitz gekommen sind; dagegen spricht die angezogene Lehre, nach der nur eine richtige Schenkung gültig ist, vom effektiven Besitze des Feldes. war. Dies nach R. Kahana, denn R. Kahana sagte: Hinsichtlich einer Erbschaft, die einem von anderer Seite5Durch irgend eine Aktion, beispielsweise die Erbschaft seiner Frau durch die Heirat. zufällt, kann man vereinbaren, daß man sie nicht erbe. Dies auch nach Raba, denn Raba sagte: Wenn jemand sagt, er verzichte auf die Vorsorge der Weisen6Die in seinem Interesse getroffen worden ist., wie in diesem Falle, so höre man auf ihn. –", "Was heißt: wie in diesem Falle? – Wie bei der Lehre R. Honas im Namen Rabhs, denn R. Hona sagte im Namen Rabhs, eine Frau könne zu ihrem Manne sagen, sie wolle nicht ernährt werden7Die Bestimmung, daß die Frau für ihren Mann arbeite u. er sie ernähre, ist im Interesse der Frau getroffen worden. und nicht arbeiten. –", "Demnach8Wenn er auf das ihm Zukommende verzichten kann. sollte dies auch von der Verheirateten gelten!?", "Abajje erwiderte: Bei einer Verheirateten gleicht sein Anrecht ihrem Anrechte9Sie sind sein Eigentum, u. die genannten Formeln gelten nicht als Schenkung.. Raba sagte, sein Anrecht sei noch bedeutender als ihr Anrecht. Dies ist von Bedeutung bei einer Anwärterin der Schwagerehe10Hinsichtlich ihrer Beerbung; cf. Jab. Fol. 38b..", "Sie fragten: Wie ist es, wenn er es11Die Entsagung des Anspruches.aus der Hand zugeeignet12Durch eine Aktion der Zueignung, beispielsweise durch den sog. Mantelgriff (קנין סודר); cf; Bm. Fol. 46a.hat? – R. Joseph sagte, die Zueignung beziehe sich auf Recht und Anspruch13Und da es abstrakte Begriffe sind, die man seinem Kontrahenten nicht übergeben kann, so ist die Zueignung nichtig.. R. Naḥman sagte, die Zueignung beziehe sich auf das Grundstück14Das dadurch in den Besitz des anderen übergeht.selbst. Abajje sagte: Die Ansicht R. Josephs ist einleuchtend [in dem Falle]," ], [ "wenn or [sofort] Einspruch15Gegen den Besitzanspruch des anderen; wenn er damit nur gesagt haben will, er wolle darüber nicht herumstreiten.erhebt, wenn er aber dabei verblieben16Und erst nach längerer Zeit zurücktreten will.war, bezog sich die Zueignung auf das Grundstück selbst.", "Amemar sagte: Die Halakha ist, die Zueignung bezieht sich auf das Grundstück selbst. R. Aši sprach zu Amemar: Wenn er [sofort] Einspruch erhob, oder dabei verblieben war? – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Hinsichtlich der Lehre R. Josephs. Dieser erwiderte: Ich hörte dies nicht. Dies heißt: Ich halte nichts davon.", "WOZU SCHRIEB ER IHR DEMNACH &C. Sie kann ja zu ihm sagen: du hast dich von jedem Anspruche losgesagt!? Abajje erwiderte: Der Besitzer der Urkunde hat die Unterhand17Sie ist möglichst zugunsten des Gegners auszulegen; der in dieser genannte Verzicht des Ehemannes ist daher nur ein Anrecht des Ehemannes zu beziehen.. –", "Vielleicht hinsichtlich der Früchte18Er hat sich nur seines Anrechtes auf diese entsagt, nicht aber auf Untersagung des Verkaufes, durch den das ganze Grundstück verloren gehen kann.!? Abajje erwiderte: Lieber eine Gurke als ein Kürbis19Obgleich dieser größer ist, da erstere sofort, letzterer aber erst nach erfolgter Zubereitung gegessen werden kann. Viell. aber: besser eine Gurke sofort als ein Kürbis später (ähnlich: besser ein Sperling in der Hand als eine Taube auf dem Dache). Dem Ehemanne ist das Anrecht auf die sofort zu genießenden Früchte wichtiger als das Anrecht auf Untersagung eines etwaigen Verkaufes.. –", "Vielleicht hinsichtlich der Erbschaft!? Abajje erwiderte: Das Sterben ist gewöhnlich, der Verkauf ist selten, und wenn jemand auf etwas verzichtet, verzichtet er auf das Seltene, auf das Gewöhnliche verzichtet er nicht. R. Aši erwiderte: ‘Auf deine20Wortlaut der Verzichtleistung.Güter’, nicht aber auf deren Früchte, ‘auf deine Güter’, nicht aber nach dem Tode21Wo sie gar nicht mehr Besitzerin ist..", "R. JEHUDA SAGT, ER GENIESSE SOLANGE DIE FRÜCHTE &C. Die Rabbanan lehrten: Folgende heißen Früchte und folgende heißen Früchte der Früchte. Wenn sie ihm ein Grundstück eingebracht und es Früchte gebracht hat, so sind es Früchte; wenn er die Früchte verkauft und dafür ein Grundstück gekauft, und dieses Früchte gebracht hat, so sind es Früchte der Früchte.", "Sie fragten: Sind nach R. Jehuda durchaus [die Worte] ‘Früchte ihrer Früchte’22Durch diese allein erfolgt der Verzicht, dagegen genügt es nicht, wenn er auf die Früchte ‘bis ins Unendliche’ verzichtet.erforderlich, oder durchaus ‘bis ins Unendliche’, oder durchaus beides?", "Und wozu sind, wenn du sagst, durchaus ‘Früchte ihrer Früchte’23Durch diese allein erfolge der Verzicht., [die Worte] ‘bis ins Unendliche’ nötig? – Folgendes lehrt er uns: schrieb er ‘Früchte ihrer Früchte’, so ist es ebenso, als hätte er ‘bis ins Unendliche’ geschrieben. –", "Und wozu sind, wenn du sagst, durchaus ‘bis ins Unendliche’23Durch diese allein erfolge der Verzicht., [die Worte] ‘Früchte ihrer Früchte’ nötig? – Folgendes lehrt er uns: obgleich er ‘Früchte ihrer Früchte’ geschrieben hat, gilt dies nur dann, wenn er auch ‘bis ins Unendliche’ geschrieben hat, sonst aber nicht. –", "Wozu ist, wenn du durchaus beides sagst, zweierlei nötig? – Dies ist nötig; würde er nur ‘Früchte ihrer Früchte’ und nicht ‘bis ins Unendliche’ schreiben, so könnte man sagen, nur die Früchte ihrer Früchte genieße er nicht, die Früchte der Früchte ihrer Früchte aber genieße er wohl; daher ist auch ‘bis ins Unendliche’ nötig. Und würde er nur ‘bis ins Unendliche’ und nicht ‘Früchte ihrer Früchte’ schreiben, so könnte man sagen, ‘bis ins Unendliche’ beziehe sich nur auf die Früchte24Er verzichte auf diese für immer.; daher ist auch ‘Früchte ihrer Früchte’ nötig.", "Sie fragten: Genießt er die Früchte, falls er ihr geschrieben hat: ich entsage mich des Rechtes und des Anspruches auf deine Güter und auf die Früchte ihrer Früchte: hat er sich nur der Früchte ihrer Früchte entsagt, nicht aber der Früchte, oder hat er sich aller Ansprüche entsagt? –", "Selbstverständlich hat er sich aller Ansprüche entsagt, denn wieso kann man sagen, er habe sich nur der Früchte ihrer Früchte und nicht der Früchte entsagt, sobald er die Früchte verzehrt hat, gibt es ja keine Früchte der Früchte mehr!? –", "Wir haben gelernt: R. Jehuda sagt, er genieße solange die Früchte der Früchte &c. Nach deiner Auffassung [ist ja einzuwenden:] sobald er die Früchte verzehrt hat, gibt es ja keine Früchte der Früchte mehr!? Doch wohl, wenn sie zurückbleiben25Er sie nicht aufgezehrt, sondern dafür ein Grundstück gekauft hat., ebenso auch hierbei, wenn sie zurückbleiben.", "R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT &C. Rabh sagte: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Gamliél, jedoch nicht wegen seiner Begründung. –", "Was heißt, die Halakha sei wie R. Šimo͑n b. Gamliél, jedoch nicht wegen seiner Begründung? Wollte man sagen, die Halakha sei wie R. Šimo͑n b. Gamliél, daß er sie beerbe, wenn sie stirbt, jedoch nicht wegen seiner Begründung, denn R. Šimo͑n b. Gamliél ist der Ansicht, wenn jemand etwas gegen eine Bestimmung der Tora vereinbart, sei die Vereinbarung ungültig, während Rabh der Ansicht ist, die Vereinbarung sei gültig, nur26Beerbt er sie deshalb. ist er der Ansicht, das Erbrecht des Ehemannes sei rabbanitisch, und die Weisen haben für ihre Worte eine größere Festigung getroffen als für die der Tora27Die Vereinbarung gegen eine rabb. Bestimmung ist daher ungültig.;" ], [ "aber ist Rabh denn der Ansicht, die Vereinbarung sei gültig, es wird ja gelehrt, daß, wenn jemand zu seinem Nächsten28Dem er eine Sache verkauft hat.gesagt hat: mit der Bedingung, daß du an mich keine Übervorteilungsansprüche29Cf. Bm. Fol. 49b.hast, er gegen ihn, wie Rabh sagt, Übervorteilungsansprüche30Da dies gegen eine Bestimmung der Tora verstößt; cf. Lev. 25,14. habe, und wie Šemuél sagt, keine Übervorteilungsansprüche habe!? –", "Vielmehr, die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Gamliél, welcher sagt, wenn jemand etwas gegen eine Bestimmung der Tora vereinbart, sei die Vereinbarung nichtig, jedoch nicht wegen seiner Begründung, denn R. Šimo͑n b. Gamliél ist der Ansicht, wenn sie stirbt, beerbe er sie, und Rabh ist der Ansicht, wenn sie stirbt, beerbe er sie nicht. –", "Dies ist ja seine Begründung und nicht seine Lehre!? –", "Vielmehr, die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Gamliél, welcher sagt, wenn sie stirbt, beerbe er sie, jedoch nicht wegen seiner Begründung, denn R. Šimo͑n b. Gamliél ist der Ansicht, [gegen eine Bestimmung] der Tora sei seine Vereinbarung ungültig, gegen eine rabbanitische aber gültig, während Rabh der Ansicht ist, auch gegen eine rabbanitische sei seine Vereinbarung ungültig. –", "Dies ist ja seine Begründung und seine Lehre, nur ist Rabh weitergehend31Hinsichtl. der begründenden Ansicht RŠ.s.!? –", "Vielmehr, die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Gamliél, welcher sagt, wenn sie stirbt, beerbe er sie, jedoch nicht wegen seiner Begründung, denn R. Šimo͑n b. Gamliél ist der Ansicht, das Erbrecht des Ehemannes sei nach der Tora, und wenn jemand etwas gegen eine Bestimmung der Tora vereinbart, sei die Vereinbarung ungültig, während Rabh der Ansicht ist, das Erbrecht des Ehemannes sei rabbanitisch, nur haben die Weisen für ihre Worte eine ebensolche Festigung getroffen, wie für die der Tora. –", "Ist Rabh denn der Ansicht, das Erbrecht des Ehemannes sei rabbanitisch, wir haben ja gelernt: R. Joḥanan b. Beroqa sagte: Wer seine Frau beerbt hat, gebe32Im Jobeljahre; cf. Lev. 25,8ff.[die Güter] ihren Familienangehörigen zurück und rechne ihnen den Geldwert33Nach der vorläufigen Auffassung: sie haben an ihn einen niedrigen Geldersatz zu leisten.ab.", "Dagegen wandten wir ein: Welcher Ansicht ist er: ist er der Ansicht, das Erbrecht des Ehemannes sei nach der Tora, weshalb gebe34Die Erbschaft ist im Jobeljahre nicht zurückzugeben.er zurück, und ist es rabbanitisch, wieso ist der Geldwert abzurechnen!?", "Und Rabh erwiderte: Tatsächlich ist er der Ansicht, das Erbrecht des Ehemannes sei nach der Tora, dies aber gilt von dem Falle, wenn seine Frau ihm ein [Familien]grab hinterlassen hat, und wegen der Bemakelung der Familie35Für die der Übergang ihres Familiengrabes in fremden Besitz beschämend ist.sagten die Weisen, daß er den Geldwert nehme und es zurückgebe. –", "Welchen Geldwert rechne er ihnen ab? – Den Wert des Grabes seiner Frau. Wie gelehrt wird: Wenn jemand sein [Familien]grab, den Weg zu seinem [Familien]grabe, den Aufstellungsplatz oder seinen Trauerplatz verkauft hat, so kommen die Familienangehörigen und bestatten ihn da36Sie können den Verkauf rückgängig machen.zwangsweise wegen der Bemakelung der Familie. –", "Rabh sagte es nach der Ansicht des R. Joḥanan b. Beroqa, während er selber nicht dieser Ansicht ist.", "iiWENN JEMAND GESTORBEN IST UND EINE FRAU, EINEN GLÄUBIGER UND ERBEN HINTERLASSEN, UND EIN DEPOSITUM ODER EIN DARLEHEN IN FREMDEN HÄNDEN HAT, SO GEBE MAN ES, WIE R. TRYPHON SAGT, DEM SCHWÄCHSTEN UNTER IHNEN; R. A͑QIBA SAGT, DAS RECHT KENNE KEIN MITLEID, VIELMEHR GEBE MAN ES DEN ERBEN, DENN JENE MÜSSEN37Um ihre Forderung vom Nachlasse zu decken.EINEN EID LEISTEN, DIE ERBEN ABER BRAUCHEN KEINEN EID38Mit dem Tode des Erblassers gehen die Mobilien in den Besitz der Erben über.ZU LEISTEN.", "iiiHINTERLIESS ER VOM BODEN GETRENNTE FRÜCHTE, SO ERWIRBT SIE, WER SIE SICH ZUERST [ANEIGNET]. EIGNETE SICH DIE FRAU MEHR AN ALS IHRE MORGENGABE ODER DER GLÄUBIGER MEHR ALS SEINE SCHULD, SO GEBE MAN DEN ÜBERSCHUSS, WIE R. TRYPHON SAGT, DEM SCHWÄCHSTEN UNTER IHNEN; R. A͑QIBA SAGT, DAS RECHT KENNE KEIN MITLEID, VIELMEHR GEBE MAN IHN DEN ERBEN, DENN JENE MÜSSEN EINEN EID LEISTEN, DIE ERBEN ABER BRAUCHEN KEINEN EID ZU LEISTEN.", "GEMARA. Wozu braucht er dies von einem Darlehen und von einem Depositum zu lehren? – Beides ist nötig. Würde er es nur vom Darlehen gelehrt haben, so könnte man glauben, R. Tryphon vertrete seine Ansicht nur bei diesem, weil das Darlehen zur Verausgabung bestimmt39Es gelangt beim Tode des Erblassers nicht in den Besitz der Erben, sondern muß erst eingefordert werden.ist, beim Depositum aber, das sich in seinem Zustande befindet, pflichte er R. A͑qiba bei.", "Und würde er es nur von diesem gelehrt haben, so könnte man glauben, R. A͑qiba vertrete seine Ansicht nur bei diesem, bei jenem aber pflichte er R. Tryphon bei. Daher ist beides nötig.", "Was heißt: dem Schwächsten unter ihnen? – R. Jose b. R. Ḥanina sagte, dem Schwächsten hinsichtlich des Beweisantrittes40Dessen Urkunde das späteste Datum trägt, da er erst von diesem Datum ab sich an verkauften Immobilien schadlos halten kann., R. Joḥanan sagt, die Morgengabe der Frau41Der es schwer fällt, nach Gütern des Verstorbenen zu suchen., wegen der Gunstbezeugung42Die die Frau ihrem Manne für die Sicherstellung ihrer Morgengabe erweist..", "[Hierüber streiten auch] Tannaím: R. Binjamin sagt, dem Schwächsten hinsichtlich des Beweisantrittes, und dies ist einleuchtend; R. Elea͑zar sagt, die Morgengabe der Frau, wegen der Gunstbezeugung.", "HINTERLIESS ER [VOM BODEN] GETRENNTE FRÜCHTE. – Wieso gilt dies nach R. A͑qiba43Nach dem die Erben deshalb bevorzugt werden, weil der Nachlaß sofort in ihren Besitz gelangt.nur vom Überschusse, alles sollte ja den Erben gehören!? – Dem ist auch so; da aber R. Tryphon vom Überschusse spricht, spricht er ebenfalls vom Überschusse. –" ], [ "Ist denn nach R. A͑qiba das Einhaschen ganz ohne Wirkung? Raba erwiderte im Namen R. Naḥmans: Nur wenn er bei Lebzeiten eingehascht44Die Mobilien gelangen dann beim Sterben des Erblassers nicht in den Besitz der Erben.hat. –", "Wo müssen sie sich nach R. Tryphon45Nach dem der die Früchte erwirbt, der sie sich zuerst aneignet.befunden haben? – Rabh und Šemuél sagten beide, nur wenn sie sich zusammengehäuft auf öffentlichem Gebiete befanden, nicht aber, wenn auf einem Seitenwege46Der nicht ganz dem öffentlichen Verkehr dient; wenn sie sich da befinden, gehen sie auch nach RT. in den Besitz der Erben über.; R. Joḥanan und Reš Laqiš sagten beide, auch wenn auf einem Seitenwege.", "Einst entschieden Richter nach R. Tryphon, und Reš Laqiš hob ihre Entscheidung auf. Da sprach R. Joḥanan zu ihm: Du hast wie bei [einem Gesetze] der Tora47Eine Entscheidung gegen ein solches ist aufzuheben; hierbei aber ist von vornherein nach R. A͑qiba zu entscheiden, jed. sollte die bereits erfolgte Entscheidung nach RT. nicht aufgehoben werden.gehandelt. –", "Es wäre anzunehmen, daß ihr Streit in folgendem besteht: einer ist der Ansicht, wenn er sich in einer Lehre geirrt hat, sei [die Entscheidung] aufzuheben, und einer ist der Ansicht, wenn er sich in einer Lehre geirrt hat, sei sie nicht aufzuheben. –", "Nein, alle sind der Ansicht, wenn er sich in einer Lehre geirrt hat, sei [die Entscheidung] aufzuheben, und ihr Streit besteht hierbei in folgendem: einer ist der Ansicht, die Halakha sei wie R. A͑qiba nur gegen seinen Kollegen, nicht aber gegen seinen Lehrer, und einer ist der Ansicht, die Halakha sei [wie er] auch gegen seinen Lehrer.", "Wenn du willst, sage ich: alle sind der Ansicht, die Halakha sei wie R. A͑qiba nur gegen seinen Kollegen, nicht aber gegen seinen Lehrer, und ihr Streit besteht hierbei in folgendem: einer ist der Ansicht, R. Tryphon war sein Lehrer, und einer ist der Ansicht, er war sein Kollege.", "Wenn du aber willst, sage ich: alle sind der Ansicht, er war sein Kollege, und ihr Streit besteht hierbei in folgendem: einer ist der Ansicht, die Lehre laute: so48Wie RA͑., bei einem Streite mit einem Kollegen.die Halakha, und einer ist der Ansicht, die Lehre laute: so hinzuneigen49Man stimme seiner Ansicht zu u. entscheide nach dieser; hat man aber bereits nach der Ansicht seines Gegners entschieden, so bleibe es dabei..", "Die Verwandten R. Joḥanans haschten auf einem Seitenwege eine Waisen gehörende Kuh50Für eine Forderung; sonst hat der Gläubiger auf bewegliche Sachen der Waisen keinen Anspruch.ein, und als sie vor R. Joḥanan kamen, sprach er zu ihnen: Ihr habt sie rechtmäßig eingehascht. Hierauf kamen sie vor R. Šimo͑n b. Laqiš, und dieser sprach zu ihnen: Geht, gebt sie zurück. Als sie hierauf [wiederum] zu R. Joḥanan kamen, sprach er zu ihnen: Was kann ich tun, wenn ein Gegner gegen mich streitet.", "Einst wurde bei einem Rinderhirten ein Waisen gehörendes Rind eingehascht. Der Gläubiger sagte, er habe es bei Lebzeiten [des Vaters]51Er habe es dem Schuldner u. nicht den Waisen abgenommen. eingehascht, und der Rinderhirt sagte, er habe es nach seinem Tode eingehascht. Als sie hierauf vor R. Naḥman kamen, sprach er zum [Hirten]: Hast du Zeugen, daß er es eingehascht hat? Dieser erwiderte: Nein. Hierauf sprach er: Da52Vgl. S. 35 Anm. 261.er sagen könnte, es sei käuflich in seinen Besitz gekommen, ist er auch zu sagen berechtigt, er habe es bei Lebzeiten eingehascht. –", "Reš Laqiš sagte ja aber, beim Kleinvieh gebe es keine Ersitzung53Der Befund in seinem Besitze beweist sein Eigentumsrecht nicht; da es frei umherläuft kann es ihm zugelaufen sein od. er es vom Weideplatze mitgenommen haben.!? – Anders verhält es sich bei einem Rinde, das einem Hirten anvertraut ist.", "Die Leute des Fürsten haschten auf einem Seitenwege eine Waisen gehörende Magd ein. R. Abahu, R. Ḥanina b. Papi und R. Jiçḥaq der Schmied saßen beisammen, vor ihnen R. Abba, und sie entschieden: Ihr habt sie rechtmäßig eingehascht. Da sprach R. Abba zu ihnen: Weil es Leute des Fürsten sind, begünstigt ihr sie!? Einst entschieden Richter nach R. Tryphon54Wie vorangehend berichtet., und Reš Laqiš hob die Entscheidung auf.", "Jemar b. Ḥašu hatte von jemand Geld zu erhalten, und dieser starb und hinterließ ein Schiff. Da sprach er zu seinem Vertreter: Geh, hasche es ein. Dieser ging hin und haschte es ein. Da begegneten ihm R. Papa und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, und sprachen zu ihm: Du haschest für einen Gläubiger ein und benachteiligst dadurch andere [Gläubiger], und R. Joḥanan sagte, wer für einen Gläubiger einhascht, und dadurch andere [Gläubiger] benachteiligt, habe nichts erworben." ], [ "Darauf haschten sie55Die ebenfalls eine Forderung an ihn hatten.es ein. R. Papa ruderte und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, zog es an der Leine. Hierauf sagte der eine, er habe das ganze erworben, und der andere sagte, er habe das ganze56Nach dem einen erfolgte die Besitzergreifung durch das Rudern, nach dem anderen durch das Ziehen.erworben.", "Da begegnete ihnen R. Pinḥas b. Ami und sprach zu ihnen: Rabh und Šemuél sagten beide, nur wenn sie57Die eingehaschten Früchte, um die es sich in jenem Falle handelte.sich zusammengehäuft auf öffentlichem Gebiete58Ist das Einhaschen wirksam, während das Schiff sich wahrscheinlich am Ufer befand, das einem Seitenwege gleicht.befanden. Sie erwiderten ihm: Auch wir haben es in der Strömung des Flusses59Die öffentliches Gebiet ist.eingehascht.", "Als sie hierauf zu Raba kamen, sprach er zu ihnen: Weiße60Soli wohl heißen: alt und grau. Gänse, die den Leuten die Kleider61Entscheidungen zu ihren Gunsten treffen u. andere benachteiligen.ausziehen! Folgendes sagte R. Naḥman: nur wenn er bei Lebzeiten62Des Schuldners.eingehascht hat.", "Einst hatten Leute aus Ḥozäa von Abimi, dem Sohne R. Abahus, Geld zu erhalten, und er sandte es ihnen durch Ḥama, den Sohn des Rabba b. Abuha. Dieser ging hin und bezahlte es ihnen, und als er den Schuldschein verlangte, erwiderten sie ihm, [sie hätten an ihn] noch andere Forderungen.", "Als er vor R. Abahu kam, fragte dieser: Hast du Zeugen, daß du es ihnen bezahlt hast? Jener erwiderte: Nein. Da sprach er: Da sie sagen könnten, sie hätten überhaupt keine [Zahlung] erhalten, sind sie auch zu sagen berechtigt, [sie hätten an ihn] noch andere Forderungen. –", "Wie verhält es sich mit der Ersatzpflicht des Boten? R. Aši erwiderte: Wir sehen nun: sagte jener: verlange den Schein und zahle das Geld, so ist er ersatzpflichtig, wenn aber: zahle das Geld und verlange den Schein, so ist er nicht ersatzpflichtig.", "Dem ist aber nicht so; er ist ob so oder so ersatzpflichtig, denn jener kann sagen: ich habe dich zum Nutzen gesandt und nicht zum Schaden.", "Einst hatte eine Frau eine Mappe mit Schuldscheinen in Verwahrung, und die Erben kamen und verlangten sie von ihr. Sie erwiderte ihnen: Ich habe sie bereits bei seinen Lebzeiten eingehascht63Für eine Forderung, die sie an ihn hatte.. Als sie hierauf vor R. Naḥman kam, sprach er zu ihr: Hast du Zeugen, daß er sie bei Lebzeiten von dir verlangt hat und du sie ihm nicht herausgegeben hast? Diese erwiderte: Nein. – Demnach ist das Einhaschen erst nach dem Tode64Bis dahin waren sie in ihrem Besitze nur als Depositum u. gingen mit dem Tode des Depositars in den Besitz der Erben über.erfolgt, und das Einhaschen nach dem Tode ist nichtig.", "Einst hatte eine Frau einen Eid zu leisten beim Gerichte Rabas. Da sprach die Tochter R. Ḥisdas65Seine Frau.zu ihm: Ich weiß von ihr, daß sie des [Mein]eides verdächtig ist. Hierauf schob Raba den Eid ihrer Gegnerin zu.", "Ein anderes Mal saßen R. Papa und R. Ada b. Mathna vor ihm, und als man ihm einen Schuldschein vorlegte, sprach R. Papa zu ihm: Ich weiß von diesem Schuldscheine, daß er bezahlt ist. Jener fragte: Ist noch jemand mit dem Meister vorhanden? Dieser erwiderte: Nein. Da sprach jener: Obgleich der Meister es [bekundet; die Aussage] eines einzelnen Zeugen ist nichtig.", "R. Ada b. Mathna sprach zu ihm: Sollte R. Papa nicht ebensoviel gelten, wie die Tochter R. Ḥisdas!? – Von der Tochter R. Ḥisdas weiß ich es66Daß sie die Wahrheit spricht.genau, vom Meister weiß ich es nicht genau.", "Hierauf sprach R. Papa: Da nun der Meister sagte, das genaue Wissen sei maßgebend, so würde ich, auf Grund einer Aussage wie beispielsweise meines Sohnes Abba Mar, von dem ich es genau weiß, einen Schuldschein zerreißen. – Zerreißen, wie kommst du darauf67Dies darf entschieden nur auf Grund der Aussage zweier Zeugen erfolgen.!? –", "Vielmehr, ich würde auf Grund seiner Aussage einen Schuldschein verdächtigen68Dem Besitzer wird ein Eid auferlegt..", "Einst hatte eine Frau einen Eid zu leisten beim Gerichte des R. Bebaj b. Abajje; ihr Prozeßgegner aber sprach: Mag sie kommen und in der Stadt schwören, vielleicht schämt sie sich und gesteht. Da sprach sie zu ihnen: Schreibt mir ein Urteil, das man mir gebe, nachdem ich geschworen haben werde. Hierauf sprach R. Bebaj b. Abajje: Schreibt ihr.", "Da sprach R. Papi: Weil ihr von Gekürzten69Vgl. Bd. IV S. 579 Anm. 229.stammt, redet ihr gekürzte Worte.", "Raba sagte, eine richterliche Beglaubigung, die geschrieben worden ist, bevor die Zeugen ihre Unterschriften bestätigt haben, sei ungültig. Wohl deshalb, weil es wie eine Lüge erscheint, und auch hierbei70Wenn es im Urteil heißt, sie habe den Eid geleistet, während sie ihn tatsächlich beim Schreiben noch nicht geleistet hatte. erscheint es wie eine Lüge.", "Dem ist aber nicht so, wegen einer Lehre R. Naḥmans, denn R. Naḥman sagte: R. Meír ist der Ansicht, selbst wenn er [den Scheidebrief] auf dem Misthaufen gefunden, ihn unterschrieben und ihr gegeben hat, sei er gültig. Und auch die Rabbanan streiten gegen R. Meír nur hinsichtlich Scheidebriefe (der Frauen), die auf den Namen geschrieben werden müssen, hinsichtlich anderer Urkunden aber pflichten sie ihm71Daß sie vor der Erfüllung geschrieben werden dürfen.bei.", "R. Asi sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Wenn man auf einen Schuldschein [Geld] geborgt und ihn bezahlt hat, so darf man auf diesen nicht wiederum borgen, weil seine Bürgschaft bereits erloschen ist. Nur weil die Bürgschaft bereits erloschen ist," ], [ "den Anschein einer Lüge72Der Schuldschein wurde gar nicht zum Zwecke des 2. Darlehens geschrieben.aber berücksichtige man nicht.", "Einst gab jemand R. Mejaša, dem Sohnessohne des R. Jehošua͑ b. Levi, sieben in ein Tuch gewickelte Perlen in Verwahrung, und R. Mejaša starb, ohne etwas darüber hinterlassen zu haben. Als sie hierauf vor R. Ami73Die Erben verweigerten die Herausgabe, da die Perlen viell. Eigentum ihres Vaters waren.kamen, sprach er: Erstens ist es mir von R. Mejaša, dem Sohnessohne des R. Jehošua͑ b. Levi, bekannt, daß er nicht reich war, und zweitens gibt dieser ein Kennzeichen74Die Anzahl der Perlen, u. daß sie in ein Tuch gewickelt waren.an.", "Dies nur, wenn er bei ihm nicht ein und ausging, wenn er aber bei ihm ein- und ausging, kann ein anderer sie verwahrt und er dies gesehen haben.", "Einst gab jemand Ḥasa einen silbernen Becher in Verwahrung, und Ḥasa starb, ohne etwas darüber hinterlassen75Cf. Jab. Fol. 121b.zu haben. Als sie76Cf. Anm. 73 mut. mut.hierauf vor R. Naḥman kamen, sprach er: Mir ist es von Ḥasa bekannt, daß er nicht reich war, und zweitens gibt dieser ein Kennzeichen an. Dies nur, wenn er bei ihm nicht ein- und ausging, wenn er aber bei ihm ein- und ausging, kann ein anderer ihn verwahrt und er dies gesehen haben.", "Einst gab jemand R. Dimi, dem Bruder R. Saphras, ein Seidengewand in Verwahrung, und R. Dimi starb, ohne etwas darüber hinterlassen zu haben. Als sie76Cf. Anm. 73 mut. mut.hierauf vor R. Abba kamen, sprach er: Erstens ist es mir von R. Dimi bekannt, daß er nicht reich war, und zweitens gibt dieser ein Kennzeichen an. Dies jedoch nur, wenn er bei ihm nicht ein- und ausging, wenn er aber bei ihm ein- und ausging, kann ein anderer es verwahrt und er dies gesehen haben.", "Einst sagte jemand [letztwillig]: mein Vermögen an Ṭobija, und starb darauf. Als Ṭobija sich meldete, sprach R. Joḥanan: Ṭobija ist da.", "Wenn er ‘Ṭobija’ gesagt hat und R. Ṭobija sich meldet, so meint er ‘Ṭobija’ und nicht ‘R. Ṭobija’; war er aber ein Mann, der mit ihm vertraut war, so war er ja mit ihm vertraut77Er nannte ihn daher beim Namen unter Fortlassung des Titels.. Kommen zwei [Leute namens] Ṭobija, ein Nachbar und ein Gelehrter, so geht der Gelehrte78Der Verstorbene wird wohl in seiner religiösen Anwandlung diesen gemeint haben.vor; wenn ein Verwandter und ein Gelehrter, so geht der Gelehrte vor.", "Sie fragten: Wie ist es, wenn ein Nachbar und ein Verwandter? – Komm und höre: [Es heißt:]79Pr. 27,10.besser ein naher Nachbar als ein entfernter Bruder. Sind beide Verwandte, beide Nachbarn oder beide Gelehrte, so entscheide man nach dem Ermessen80Das W. שודא ist unverkennbar das syn. סוודא, סודא (confabulatio, colloquium) Rat, Beschluß der Richter; die Ableitung von שוחדא (Bestechung) od. שדי (werfen) ist sachlich u. sprachlich ganz unzulässig.der Richter.", "Raba sprach zum Sohne des R. Ḥija b. Abin: Komm, ich will dir etwas Schönes sagen, das dein Vater gesagt hat: Obgleich Šemuél gelehrt hat, daß, wenn jemand seinem Nächsten einen Schulschein verkauft hat und [auf die Schuld] verzichtet, der Verzicht gültig81Der Käufer hat keinerlei Anspruch an den Schuldner.sei, und sogar der Erbe verzichten könne, so pflichtet Šemuél dennoch bei, daß, wenn [eine Frau] ihrem Ehemanne einen Schuldschein in die Ehe gebracht hat und auf [die Schuld] verzichtet, der Verzicht ungültig sei, weil sein Recht ihrem gleicht82Und er darauf nicht verzichtet..", "Eine Verwandte R. Naḥmans verkaufte ihre Morgengabe um eine Kleinigkeit, worauf sie geschieden wurde und dann starb. Hierauf kamen [die Käufer] und forderten sie von ihrer Tochter83Die die Morgengabe ihrer Mutter erben sollte.. Da sprach R. Naḥman: Ist niemand da, der ihr einen Rat erteilt!?" ], [ "Sie könnte gehen und auf die Morgengabe ihrer Mutter zugunsten ihres Vaters verzichten, und sie dann von diesem84Der seine Frau beerbt, u. die Käufer an diesen keinen Anspruch haben.erben. Als sie dies hörte, ging sie und verzichtete.", "Hierauf sprach R. Naḥman : Wir haben uns zu Anwälten85Vgl. S. 161 Anm. 308.gemacht. – Was dachte er zuerst und was dachte er später? – Zuerst sagte er sich, [es heißt :]86Jes. 58,7.und deinem Fleische entziehe87Es sei Pflicht, für eine Verwandte einzutreten.dich nicht, später aber sagte er sich: anders verhält es sich bei einem angesehenen Manne88Er darf sich nicht dem Verdachte der Parteilichkeit aussetzen..", "Der Text. Šemuél sagte: Wenn jemand seinem Nächsten einen Schuldschein verkauft hat und [auf die Schuld] verzichtet, so ist der Verzicht gültig, und sogar der Erbe kann verzichten. R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sagte: Ist [der Käufer] schlau, so klimpere er ihm89Dem Schuldner, bevor ihm der Verzicht mitgeteilt wird; da dieser sich wohl in Geldnot befindet, ist er gegen eine kleine Vergütung einverstanden, den Schuldschein auf den Namen des Käufers umzuschreiben.mit Geld, und dieser schreibt den Schuldschein auf seinen Namen.", "Amemar sagte: Nach demjenigen, nach dem man für die Verursachung90Sc. eines Schadens. Unter Verursachung (גרמי) ist eine mittelbare Schädigung zu verstehen, die durch die Handlung selbst erfolgt, wie zBs. beim Verbrennen fremder Schuldscheine, während unter Veranlassung (גרם) eine kausative Handlung zu verstehen ist, durch die später eine Schädigung erfolgen, aber ebensogut ausbleiben kann, wie zBs. Bq. Fol. 59b, wenn man einem Irrsinnigen Feuer in die Hand gibt.ersatzpflichtig ist, kann er91Der Käufer des Schuldscheines vom Verkäufer, durch dessen Verzicht er einen Schaden erleidet.damit den ganzen Betrag des Schuldscheines einfordern, und nach demjenigen, nach dem man für die Verursachung eines Schadens nicht ersatzpflichtig ist, kann er damit nur den Wert des Papieres92Der Verkäufer kann sagen, er habe ihm nur den Schein verkauft, den er ihm auch ausgehändigt hat.einfordern.", "Einst ereignete sich ein solcher Fall, und Raphram zwang R. Aši, [Ersatz] einfordern zu lassen, wie einen Balken zu Bildwerken93Stehende Redensart: vollständigen Ersatz ohne jeden Abzug, wie zu einem Bildwerke ein Balken ohne jeden Fehler gesucht wird..", "Amemar sagte im Namen R. Ḥamas: Wenn jemand die Morgengabe an eine Frau und eine Schuld an einen Gläuibiger [zu zahlen], und Grundbesitz und Bargeld hat, so ist der Gläubiger mit Bargeld und die Frau mit Grundbesitz zu befriedigen; jener mit dem, was ihm zukommt, und diese mit dem, was ihr zukommt.", "Wenn aber nur ein Grundstück vorhanden ist, das nur für einen ausreicht, so gebe man es dem Gläubiger und der Frau nichts94Falls ihre Urkunde nicht älter ist.. – Weshalb? – Mehr als der Mann heiraten will, will die Frau geheiratet werden95Sie würde auch auf die Morgengabe verzichtet haben; dagegen aber muß für den Gläubiger gesorgt werden, um den Kredit nicht zu unterbinden..", "R. Papa sprach zu R. Ḥama: Ist es wahr, daß ihr im Namen Rabas gesagt habt, daß, wenn jemand, der Geld schuldet und Grundbesitz hat, zu seinem Gläubiger, der ihn mahnt, sagt: nimm vom Grundbesitze, man ihm erwidere: geh, verkaufe du und zahle [Bargeld]? Dieser erwiderte: Nein. –", "Erzähle mir aber den Fall, wie er sich zugetragen hat. Dieser erwiderte: Jemand hatte sein Geld einem Nichtjuden96Und wollte seinen Gläubiger nötigen, Grundbesitz in Zahlung zu nehmen.zugeschoben. Er handelte rechtswidrig, daher verfuhr man auch mit ihm rechtswidrig.", "R. Kahana sprach zu R. Papa: Wie ist es nach deiner Ansicht, die Bezahlung einer Schuld sei Gebot, wenn jemand sagt, er wolle kein Gebot97Der Gläubiger kann sich durch Pfändung von Immobilien schadlos halten.üben? Dieser erwiderte: Es wird gelehrt: Dies98Daß die Übertretung durch die Strafe gesühnt ist.gilt nur von einem Verbote, wegen eines Gebotes aber, wenn man beispielsweise einen auffordert, eine Festhütte99Cf. Lev. 23,40.zu errichten, und er sich weigert, einen Feststrauß99Cf. Lev. 23,40.[zu machen], und er sich weigert," ], [ "geißele man ihn, bis er seine Seele aushaucht.", "Rami b. Ḥama fragte R. Ḥisda: Wie ist es, [wenn jemand zu seiner Frau gesagt hat] : da ist dein Scheidebrief, durch den du erst nach dreißig Tagen geschieden sein sollst, und sie hingegangen und ihn auf den Straßenrand gelegt100Und er da die 30 Tage liegen bleibt; die Frage ist, ob der Scheidebrief dann als in ihrem Besitze befindlich gilt.hat?", "Dieser erwiderte: Sie ist nicht geschieden. Dies nach einer Lehre von Rabh und Šemuél, denn Rabh und Šemuél sagten beide: nur wenn sie sich57Die eingehaschten Früchte, um die es sich in jenem Falle handelte.zusammengehäuft auf öffentlichem Gebiete58Ist das Einhaschen wirksam, während das Schiff sich wahrscheinlich am Ufer befand, das einem Seitenwege gleicht.befanden, und der Straßenrand gilt als öffentliches101Es wahrt dem Eigentümer nicht sein Besitzrecht, somit befand sich der Scheidebrief nicht im Besitze der Frau.Gebiet. –", "Im Gegenteil, sie sollte ja geschieden sein, nach einer Lehre des R. Naḥman, denn R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha, daß, wenn jemand zu seinem Nächsten sagt: ziehe diese Kuh an dich, jedoch sei sie dir erst nach dreißig Tagen zugeeignet, sie ihm [dann] zugeeignet ist, selbst wenn sie sich auf der Wiese102Nicht im Gebiete des Käufers.befindet. Wiese und Straßenrand sind wohl dasselbe!? – Nein, Wiese und Straßenrand sind nicht dasselbe.", "Manche lesen: Dieser erwiderte: Sie ist geschieden. Dies nach der Lehre des R. Naḥman, denn Straßenrand und Wiese sind wohl dasselbe. – Im Gegenteil, sie sollte nicht geschieden sein, nach der Lehre von Rabh und Šemuél, denn öffentliches Gebiet und Straßenrand sind wohl dasselbe!? – Nein, öffentliches Gebiet und Straßenrand sind nicht dasselbe.", "iv WENN JEMAND SEINE FRAU ZUR LADENVERKÄUFERIN EINGESETZT ODER SIE ZUR VERWALTERIN GEMACHT HAT, SO KANN ER SIE ZU JEDER IHM BELIEBIGEN ZEIT SCHWÖREN103Daß sie nichts veruntreut hat.LASSEN. R. ELIE͑ZER SAGT, SOGAR BEZÜGLICH IHRES SPINNROCKENS UND IHRES TEIGES104Er kann von ihr einen solchen Eid nicht nur inbetreff der Geschäftsführung, sondern auch inbetreff der Hausführung verlangen..", "GEMARA. Sie fragten: Meint es R. Elie͑zer in Verbindung105Mit dem Eide inbetreff ihrer Geschäftsführung; falls er von ihr einen solchen verlangt, kann er ihn auch auf die häuslichen Arbeiten ausdehnen., oder auch von vornherein? –", "Komm und höre: Sie sprachen zu R. Elie͑zer: Niemand kann mit einer Schlange in einem106Die Frau braucht sich eine derartige Belästigung nicht gefallen zu lassen.Korbe wohnen. Einleuchtend ist dies, wenn du sagst, von vornherein, wenn du aber sagst, durch Verbindung, so kann es ihr ja gleichgültig107Daß der Eid auch auf ihre Hausführung ausgedehnt wird, da sie ohnehin schwören muß.sein!? –", "Sie kann zu ihm sagen: Wenn du mir alles so genau nachprüfst, kann ich mit dir nicht wohnen108Ein derartiges Mißtrauen ist ihr unerträglich.. –", "Komm und höre: Wenn jemand seine Frau von Gelübde und Schwur nicht109Sich nicht verpflichtet hat, ihr solche nicht aufzuerlegen; ausführl. in folgender Mišna.befreit, und sie zur Ladenverkäuferin eingesetzt oder zur Verwalterin gemacht hat, so kann er sie zu jeder ihm beliebigen Zeit schwören lassen. Hat er sie nicht zur Ladenverkäuferin eingesetzt oder zur Verwalterin gemacht, so kann er sie nicht schwören lassen.", "R. Elie͑zer sagt, auch wenn er sie nicht zur Ladenverkäuferin eingesetzt oder zur Verwalterin gemacht hat, könne er sie zu jeder ihm beliebigen Zeit schwören lassen, denn du hast keine Frau, die nicht eine Stunde während des Lebens ihres Ehemannes Verwalterin über ihren Spinnrocken oder ihren Teig gewesen wäre. Man erwiderte ihm: Niemand kann mit einer Schlange in einem Korbe wohnen. Schließe hieraus, daß von vornherein. Schließe hieraus.", "v SCHRIEB ER IHR: ICH WERDE DIR KEIN GELÜBDE UND KEINEN SCHWUR AUFERLEGEN, SO KANN ER SIE NICHT SCHWÖREN LASSEN, WOHL ABER KANN ER IHRE ERBEN UND IHRE RECHTSNACHFOLGER SCHWÖREN110Wenn er sich von ihr scheiden ließ u. diese ihre Morgengabe fordern.LASSEN.\n", "WENN: ICH WERDE DIR, DEINEN ERBEN UND DEINEN RECHTSNACHFOLGERN KEIN GELÜBDE UND KEINEN SCHWUR AUFERLEGEN, SO KANN ER SIE NICHT SCHWÖREN LASSEN, WEDER SIE NOCH IHRE ERBEN NOCH IHRE RECHTSNACHFOLGER, WOHL ABER KÖNNEN SEINE ERBEN SIE, IHRE ERBEN UND IHRE RECHTSNACHFOLGER SCHWÖREN LASSEN.", "WENN: ICH, MEINE ERBEN UND MEINE RECHTSNACHFOLGER WERDEN DIR, DEINEN ERBEN UND DEINEN RECHTSNACHFOLGERN KEIN GELÜBDE UND KEINEN SCHWUR AUFERLEGEN, SO KÖNNEN WEDER ER NOCH SEINE ERBEN NOCH SEINE RECHTSNACHFOLGER SIE, IHRE ERBEN ODER IHRE RECHTSNACHFOLGER SCHWÖREN LASSEN vi.", "GING SIE111Die der Ehemann vom bezüglichen Eide entbunden hat.VOM GRABE IHRES EHEMANNES IN DAS HAUS IHRES VATERS, ODER KEHRTE SIE ZURÜCK IN DAS HAUS IHRES SCHWIEGERVATERS, OHNE ZUR VERWALTERIN EINGESETZT WORDEN ZU SEIN, SO KÖNNEN DIE ERBEN SIE NICHT SCHWÖREN112Hinsichtl. der Zeit seit dem Tode des Ehemannes bis zur Beerdigung desselben.LASSEN ; IST SIE ZUR VERWALTERIN EINGESETZT WORDEN, SO KÖNNEN DIE ERBEN SIE ÜBER DAS NACHHERIGE113Über ihre Verwaltung nach dem Tode des Ehemannes, da die Entbindung des Ehemannes sich nur auf die Zeit seiner Lebensdauer erstreckt.SCHWÖREN LASSEN, NICHT ABER ÜBER DAS VORHERIGE.", "GEMARA. Was ist dies für ein Schwur114Von dessen Entbindung die Mišna spricht.? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs:" ], [ "Wenn sie bei Lebzeiten ihres Ehemannes zur Verwalterin eingesetzt werden sollte. R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: Wenn sie ihre Morgengabe verringern115Wenn sie zugibt, einen Teil ihrer Morgengabe bereits erhalten zu haben, erhält sie den Rest nur gegen Eidesleistung.sollte.", "R. Mordekhaj kam zu R. Aši und trug ihm folgenden Einwand vor. Einleuchtend ist dies nach demjenigen, der es auf den Fall bezieht, wenn sie ihre Morgengabe verringern sollte, denn da sie daran denkt, sie konnte vielleicht Geld brauchen und es von ihrer Morgengabe nehmen, sagt sie zu ihm, Schreibe mir, daß du mich nicht schwören lassen wirst; wieso aber kann sie, nach demjenigen, der es auf den Fall bezieht, wenn sie bei Lebzeiten ihres Ehemannes zur Verwalterin eingesetzt werden sollte, wissen, daß er sie zur Verwalterin einsetzen wird, um zu ihm zu sagen: schreibe mir, daß du mich nicht schwören lassen wirst!?", "Dieser erwiderte: Ihr bezieht dies116Die genannten Erklärungen inbetreff der Eidesleistung.hierauf, wir beziehen es auf das folgende: Ging sie vom Grabe ihres Ehemannes in das Haus ihres Vaters, oder kehrte sie zurück in das Haus ihres Schwiegervaters, ohne zur Verwalterin eingesetzt worden zu sein, so können die Erben sie nicht schwören lassen; ist sie zur Verwalterin eingesetzt worden, so können die Erben sie über das nachherige schwören lassen, nicht aber über das vorherige.", "Und [auf die Frage,] welches Bewenden es mit dem vorherigen habe, erwiderte R. Jehuda im Namen Rabhs, wenn sie bei Lebzeiten des Ehemannes zur Verwalterin eingesetzt worden war;", "über [die Zeit] zwischen Tod und Beerdigung aber117Die Güter befinden sich dann im Besitze der Erben, auf deren Eigentum der Verzicht des Ehemannes sich nicht erstreckt. Damit nicht zusammenhängend ist die Erklärung RN.s. die sich auf den 1. Fall der Mišna bezieht.können sie sie schwören lassen. R. Mathna aber erklärte, auch über [die Zeit] zwischen Tod und Beerdigung können sie sie nicht schwören lassen, denn die Nehardee͑nser sagten, für Kopfsteuer, Unterhalt und Beerdigung118Es sind unaufschiebbare Fälle, u. das Geld ist sofort nötig.verkaufe man119Güter der Waisen. Beim eiligen Verkaufe von Gütern für die Begräbniskosten kann sie etwas unter dem Werte verkauft haben; ein Eid über unbedingte Gewissenhaftigkeit ist daher nicht möglich.ohne Ausbietung.", "Rabba sagte im Namen R. Ḥijas: [Schrieb er ihr:] kein Gelübde und keinen Schwur [aufzuerlegen], so kann er sie nicht schwören lassen, wohl aber können die Erben sie schwören lassen; wenn aber: gelübdefrei und schwurfrei, so können weder er noch seine Erben sie schwören lassen, denn er meinte es wie folgt: sei frei von der Eidesleistung.", "R. Joseph aber sagte im Namen R. Ḥijas: [Schrieb er ihr:] kein Gelübde und keinen Schwur [aufzuerlegen], so kann er sie nicht schwören lassen, wohl aber können die Erben sie schwören lassen; wenn aber gelübdefrei und schwurfrei, so können sowohl er als auch die Erben sie schwören lassen, denn er meinte es wie folgt: befreie dich120Vom Verdachte der Unterschlagung; nach dem Texte ist auch diese Auffassung zulässig.durch einen Schwur.", "R. Zakkaj ließ Mar U͑qaba sagen : Einerlei ob ‘kein Gelübde’ oder ‘gelübdefrei’; [schrieb er:] inbetreff meiner Güter, so kann er sie nicht schwören lassen, wohl aber können die Erben sie schwören lassen, wenn aber: inbetreff dieser Güter, so können weder er noch die Erben sie schwören lassen.", "R. Naḥman sagte im Namen Šamuéls im Namen des Abba Šaúl, des Sohnes Erna Mirjams: Einerlei ob ‘kein Gelübde’ oder ‘gelübdefrei’, einerlei ob ‘inbetreff meiner Güter’ oder ‘inbetreff dieser Güter’; weder er noch die Erben sollten sie schwören lassen können, was aber kann ich dagegen, daß die Weisen gesagt haben, wer Zahlung vom Vermögen der Waisen haben will, erhalte sie nur gegen Eid.", "Manche lehren dies als Barajtha: Abba Šaúl, der Sohn Erna Mirjams, sagte: Einerlei ob ‘kein Gelübde’ oder ‘gelübdefrei’, ob ‘inbetreff meiner Güter’ oder ‘inbetreff dieser Güter’; weder er noch die Erben sollten sie schwören lassen können, was aber kann ich dagegen, daß die Weisen gesagt haben, wer Zahlung vom Vermögen der Waisen haben will, erhalte sie nur gegen Eid. Hierzu sagte R. Naḥman im Namen Šemuéls : Die Halakha ist nach dem Sohne Erna Mirjams zu entscheiden.", "vii VERRINGERT SIE IHRE MORGENGABE, SO IST SIE IHR NUR GEGEN EID AUSZUZAHLEN; BEKUNDET EIN EINZELNER ZEUGE, SIE SEI BEZAHLT, SO IST SIE IHR NUR GEGEN EID AUSZUZAHLEN; VON GÜTERN DER WAISEN, VON BELASTETEN GÜTERN UND IN [IHRES EHEMANNES] ABWESENHEIT IST SIE viii IHR NUR GEGEN EID AUSZUZAHLEN. \n", "WAS HEISST IHRE MORGENGABE VERRINGERN? WENN IHRE MORGENGABE TAUSEND ZUZ BETRUG, UND ER SAGT, SIE HABE IHRE MORGENGABE BEREITS ERHALTEN, SIE ABER SAGT, SIE HABE NUR EINE MINE ERHALTEN, SO IST IHR [DER REST] NUR GEGEN EID AUSZUZAHLEN.\n", "WAS HEISST: BEKUNDET EIN EINZELNER ZEUGE, SIE SEI BEZAHLT? WENN IHRE MORGENGABE TAUSEND ZUZ BETRUG, UND ER SAGT, SIE HABE IHRE MORGENGABE BEREITS ERHALTEN, SIE ABER SAGT, SIE HABE NICHTS ERHALTEN, UND EIN EINZELNER ZEUGE BEKUNDET, SIE SEI BEREITS BEZAHLT, SO IST SIE IHR NUR GEGEN EID AUSZUZAHLEN.", "WAS HEISST: VON BELASTETEN GÜTERN? WENN ER SEINE GÜTER ANDEREN VERKAUFT HAT UND SIE ZAHLUNG VON DEN KÄUFERN VERLANGT, SO IST SIE IHR NUR GEGEN EID AUSZUZAHLEN.", "WAS HEISST: VON GÜTERN DER WAISEN? WENN ER GESTORBEN IST UDN SEINE GÜTER DEN WAISEN HINTERLASSEN HAT, UND SIE ZAHLUNG VON DEN WAISEN VERLANGT, SO IST SIE IHR NUR GEGEN EID AUSZUZAHLEN.", "WAS HEISST: IN [IHRES EHEMANNES] ABWESENHEIT? WENN ER NACH DEM ÜBERSEELANDE GEGANGEN IST UND SIE IN SEINER ABWESENHEIT ZAHLUNG VERLANGT, SO IST SIE IHR NUR GEGEN EID AUSZUZAHLEN." ], [ "R. ŠIMO͑N SAGT, SOLANGE SIE IHRE MORGENGABE FORDERT, KÖNNEN DIE ERBEN SIE SCHWÖREN LASSEN, FORDERT SIE ABER DIE MORGENGABE NICHT, KÖNNEN DIE ERBEN SIE NICHT SCHWÖREN LASSEN.", "GEMARA. Rami b. Ḥama wollte sagen, [es sei] ein Eid der Tora121Dieser ist feierlicher u. schwerer; cf. Seb. Fol. 38b., denn wenn er zweihundert sagt122Er habe diesen Betrag an sie gezahlt.und sie hundert eingesteht, so ist dies ein Geständnis über einen Teil der Forderung, und wer einen Teil der Forderung eingesteht, muß123Nach der Tora, über den strittigen Betrag.schwören.", "Da sprach Raba: Dagegen sind zwei Einwände zu erheben: erstens hat, wer nach der Tora schwören muß, zu schwören und nicht124Der Eid wird dem Beklagten zugeschoben.zu zahlen, während diese schwört und [Zahlung] erhält, und ferner ist beim Leugnen einer durch Grundstücke gesicherten [Forderung] nicht zu schwören!?", "Vielmehr, sagte Raba, [ist er] rabbanitisch. Wer eine Zahlung leistet, merkt sich dies, wer aber eine Zahlung erhält, merkt sich dies nicht; daher haben ihr die Rabbanan einen Eid auferlegt, damit sie sich dies merke.", "Sie fragten : Wie ist es, wenn sie ihre Morgengabe vor Zeugen125Die die Zahlung des Teilbetrages bekunden.verringert hat: [sagen wir,] er würde, wenn er [den Rest] bezahlt hätte, auch diesen vor Zeugen gezahlt haben, oder war es nur Zufall126Daß Zeugen bei der 1. Zahlung anwesend waren; er würde sie auch ohne Zeugen geleistet haben.? –", "Komm und höre: Alle, die nach der Tora zu schwören haben, schwören und zahlen nicht, folgende aber schwören und erhalten [Zahlung] : der Lohnarbeiter, der Beraubte, der Verletzte, dessen Gegner des [Mein]eides verdächtig ist, der Krämer auf Grund seines Kontobuches und der seinen Schuldschein ohne Zeugen verringert hat. Nur ohne Zeugen, nicht aber, wenn vor Zeugen. –", "Dies ist selbstverständlich; selbstverständlich muß sie einen Eid leisten, wenn vor Zeugen, man könnte aber glauben, ohne Zeugen gelte sie als Wiederbringerin eines Fundes127Da sie sagen könnte, sie habe überhaupt nichts erhalten.und erhalte ohne Eid, so lehrt er uns.", "Sie fragten: Wie ist es, wenn sie ihre Morgengabe [um Beträge] unter einer Peruṭa128Wenn unter den von ihr aufgezählten Zahlungen sich auch solche Kleinigkeiten befinden.verringert hat: sagen wir, da sie es so genau angibt, spreche sie die Wahrheit, oder wendet sie nur eine List an? – Dies bleibt unentschieden.", "Sie fragten : Wie ist es, wenn sie ihre Morgengabe herabsetzt129Wenn die von ihr beanspruchte Morgengabe niedriger ist als der in der Urkunde genannte Betrag, u. er diese an sie bereits gezahlt zu haben behauptet. : sagen wir, dies gleichei der Verringerung, oder aber, die Verringernde gesteht einen Teil130Ihn bereits erhalten zu haben: sie muß daher über den Rest einen Eid leisten.ein, während diese nichts eingesteht. –", "Komm und höre: Setzt sie sie herab, so ist sie ihr ohne Eid auszuzahlen. Zum Beispiel: wenn [die Urkunde über] ihre Morgengabe auf tausend Zuz lautet, und er zu ihr sagt, sie habe ihre Morgengabe bereits erhalten, sie aber sagt, sie habe sie nicht erhalten, jedoch betrage sie nur eine Mine, so ist sie ihr ohne Eid auszuzahlen. –", "Fordern kann sie ja nur auf Grund der Urkunde, und diese ist ja131Da sie selber zugibt, der in dieser genannte Betrag sei unrichtig.nichts als ein Fetzen !? Raba, der Sohn Rabbas, erwiderte: Wenn sie sagt, es habe zwischen ihr und ihm eine Vereinbarung des Vertrauens132Daß sie nur eine Mine u. nicht den ganzen Betrag verlangen werde, jedoch sind Urkunde u. Zeugenunterschriften echt.bestanden.", "BEKUNDET EIN EINZELNER ZEUGE, SIE SEI BEZAHLT. – Rami b. Ḥama wollte sagen, [es sei] ein Eid der Tora, denn es heißt :133Dt. 19,15.ein einzelner Zeuge soll gegen niemand auftreten in irgend einer Vergehung oder einer Sünde, in irgend einer Vergehung oder einer Sünde darf er nicht auftreten, wohl aber darf er zur Eideszuschiebung auftreten. Ferner sagte der Meister: Wo zwei [Zeugen] einen zur Zahlung verpflichten, verpflichte ihn einer zur Eidesleistung.", "Da sprach Raba: Dagegen sind zwei Einwände zu erheben: erstens hat, wer nach der Tora schwören muß, zu schwören und nicht zu zahlen, während diese schwört und [Zahlung] erhält, und ferner ist beim Leugnen einer durch Grundstücke gesicherten [Forderung] nicht zu schwören !?", "Vielmehr, sagte Raba, [ist er] rabbanitisch, um den Ehemann zu beschwichtigen.", "R. Papa sprach:" ], [ "Ist er schlau, so kann er sie j a zu einem Eide der Tora bringen : er zahle ihr [nochmals] die Morgengabe vor einem einzelnen Zeugen und vereinige den ersten Zeugen mit dem anderen, sodann wandle er die erste Zahlung in ein Darlehen134Das er zurückverlange; er hat nun 2 Zeugen, daß sie ihre Morgengabe erhalten hat, u. wenn sie den Empfang der 1. Zahlung, die nunmehr Darlehen ist, bestreitet, kann er ihr, da ein solcher nicht durch Grundstücke gesichert ist u. ein einzelner Zeuge vorhanden ist, einen Eid der Tora zuschieben. um.", "R. Šiša,Sohn des R. Idi, wandte ein: Wieso kann er den ersten Zeugen mit dem anderen135Beide Zeugen müssen ja dieselbe Handlung gesehen haben; cf. Bd. Syn. Fol. 30a.vereinigen !? Vielmehr, sagte R. Šiša, Sohn des R. Idi, gebe er ihr die Morgengabe vor dem ersten und einem anderen Zeugen, und wandle die erste Zahlung in ein Darlehen um.", "R. Aši wandte ein: Immer noch kann sie ja sagen, es waren zwei Urkunden über die Morgengabe136Und habe die eine bei der ersten Zahlung zurückgegeben; der 1. Zeuge bekundet, daß auch die 1. Zahlung als Morgengabe u. nicht als Darlehen geleistet worden ist.!? Vielmehr, sagte R. Aši, teile er es ihnen mit137Vor der 2. Zahlung, daß er ihr die Morgengabe bereits gezahlt hat, u. ihr wegen der 1. einen Eid zuschieben will..", "VON BELASTETEN GÜTERN. Dort haben wir gelernt: Ebenso erhalten Waisen Zahlung nur gegen Eid.", "Von wem: wenn vom Schuldner, so würde ja ihr Vater ohne Eid erhalten haben, und sie nur gegen Eid!? – Er meint es wie folgt: ebenso erhalten Waisen von Waisen Zahlung nur gegen Eid.", "R. Zeriqa sagte im Namen R. Jehudas: Dies nur in dem Falle, wenn die Waisen sagen, ihr Vater sagte ihnen, er habe geliehen und bezahlt, wenn sie aber sagen, ihr Vater sagte ihnen, er habe überhaupt nicht geliehen, so brauchen sie auch gegen Eid nicht zu zahlen.", "Raba wandte ein: Im Gegenteil, wenn jemand sagt, er habe nicht geliehen, so ist es ja ebenso, als würde er sagen, er habe nicht bezahlt!?", "Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten. R. Zeriqa sagte im Namen R. Jehudas: Dies nur, wenn die Waisen sagen, ihr Vater sagte ihnen, er habe geliehen und bezahlt, wenn sie aber sagen, ihr Vater sagte ihnen, er habe nicht geliehen, so erhalten jene Zahlung ohne Eid, denn wenn jemand sagt, er habe nicht geliehen, so ist es ebenso, als würde er sagen, er habe nicht bezahlt.", "UND IN [IHRES EHEMANNES] ABWESENHEIT IST SIE IHR NUR GEGEN EID AUSZUZAHLEN, R. Aḥa der Burgfürst sagte : Einst kam ein solcher Fall vor R. Jiçḥaq in Antiochien, und er entschied, dies138Daß einem in seiner Abwesenheit seine Güter gepfändet werden.gelte nur von der Morgengabe der Frau, wegen der Gunstbezeugung, nicht aber von einem Gläubiger.", "Raba aber sagte im Namen R. Naḥmans, auch von einem Gläubiger, damit nicht der eine oder der andere seines Nächsten Geld nehme, nach dem Überseelande gehe und sich da niederlasse, sodaß du vor dem Darlehensuchenden die Tür abschließen würdest.", "R. ŠIMO͑N SAGT, SOLANGE SIE IHRE MORGENGABE FORDERT &C. Worauf bezieht sich R. Šimo͑n? R. Jirmeja erwiderte: Auf das folgende: Und in [ihres Ehemannes] Abwesenheit ist sie ihr nur gegen Eid auszuzahlen. Einerlei ob Unterhalt oder die Morgengabe. Hierzu sagte R. Šimo͑n, solange sie ihre Morgengabe fordert, können die Erben sie schwören139Daß sie nichts beiseite geschafft hat.lassen," ], [ "falls sie aber ihre Morgengabe nicht fordert, können die Erben sie nicht schwören lassen. Sie führen denselben Streit wie Ḥanan und die Hochpriesterssöhne, denn wir haben gelernt: Wenn jemand nach dem Überseelande gegangen ist und seine Frau Unterhalt fordert, so schwöre sie, wie Ḥanan sagt, später140Wenn ihr Mann gestorben ist u. sie die Morgengabe verlangt.und nicht jetzt141Zur Erlangung des Unterhaltes..", "Die Hochpriesterssöhne aber streiten gegen ihn und sagen, sie schwöre jetzt und später. R. Šimo͑n ist der Ansicht Ḥanans und die Rabbanan sind der Ansicht der Hochpriesterssöhne.", "R. Šešeth wandte ein : Wieso heißt es142Wenn dies sich auf die Forderung des Unterhaltes bei Lebzeiten des Ehemannes bezieht.demnach, die Erben lassen sie schwören, es sollte ja heißen, das Gericht lasse sie schwören!?", "Vielmehr, erklärte R. Šešeth, bezieht es sich auf das folgende: Ging sie143Cf. supra Fol. 86b.vom Grabe ihres Ehemannes in das Haus ihres Vaters, oder kehrte sie zurück in das Haus ihres Schwiegervaters, ohne zur Verwalterin eingesetzt worden zu sein, so können die Erben sie nicht schwören lassen; ist sie zur Verwalterin eingesetzt worden, so können die Erben sie über das nachherige schwören lassen, nicht aber über das vorherige. Hierzu sagte R. Šimo͑n, solange sie ihre Morgengabe fordert, können die Erben sie schwören lassen, falls sie aber ihre Morgengabe nicht fordert, können die Erben sie nicht schwören lassen.", "Sie führen denselben Streit wie Abba Šaúl und die Rabbanan, denn wir haben gelernt: Ein Verwalter, den der Vater der Waisen eingesetzt hat, schwöre, den das Gericht eingesetzt hat, braucht nicht zu schwören. Abba Šaúl sagt, es verhalte sich umgekehrt: den das Gericht eingesetzt hat, schwöre, den der Vater der Waisen eingesetzt hat, braucht nicht zu schwören.", "R. Šimo͑n ist der Ansicht Abba Šaúls und die Rabbanan sind der Ansicht jener Rabbanan.", "Abajje wandte ein: Wieso heißt es demnach: solange sie ihre Morgengabe fordert, es sollte ja heißen: [nur] wenn144Nach der 1. Fassung ist RŠ. erschwerend, wonach sie nach den Rabbanan in keinem Falle zu schwören braucht, nach der 2. Fassung ist RŠ. erleichternd, wonach sie nach den R. auf jeden Fall schwören muß.sie ihre Morgengabe fordert!?", "Vielmehr, erklärte Abajje, bezieht es sich auf das folgende: Schrieb er ihr: ich werde dir kein Gelübde und keinen Schwur auferlegen, so kann er sie nicht schwören lassen &c. Wenn: ich, meine Erben und meine Rechtsnachfolger werden dir, deinen Erben und deinen Rechtsnachfolgern kein Gelübde und keinen Schwur auferlegen, so können weder er noch seine Erben noch seine Rechtsnachfolger sie, ihre Erben oder ihre Rechtsnachfolger schwören lassen. Hierzu sagte R. Šimo͑n, solange sie ihre Morgengabe fordert, können die Erben sie schwören lassen.", "Sie führen denselben Streit wie Abba Šaúl, der Sohn Erna Mirjams, und die Rabbanan145Gf. supra Fol. 87a.. R. Šimo͑n ist der Ansicht Abba Šaúls und die Rabbanan sind der Ansicht jener Rabbanan.", "R. Papa wandte ein: Erklärlich ist [der Passus:] solange sie ihre Morgengabe146Dies schließt die Ansicht der Rabbanan aus, nach welchen sie auch in diesem Falle nicht zu schwören braucht.fordert, wozu aber heißt es: fordert sie ihre Morgengabe nicht!?", "Vielmehr, erklärte R. Papa, schließt dies die [ganze Lehre] R. Elie͑zers und seiner Streitgenossen147Ob. Fol. 86b. Er bezieht sich auf die ganze Kontroverse: falls sie die Morgengabe nicht fordert, braucht sie überhaupt nicht zu schwören, falls sie sie fordert, muß sie in jedem Falle schwören.aus.", "ix,1 WENN SIE EINEN SCHEIDEBRIEF OHNE [URKUNDE ÜBER DIE] MORGENGABE148Und auf Grund der Scheidung ihre Morgengabe verlangt.VORLEGT, \n" ], [ "SO KANN SIE IHRE MORGENGABE149Auf Grund der gesetzlichen Institution; er hat nachzuweisen, daß er sie gezahlt hat.EINFORDERN ; \n", "WENN ABER [DIE URKUNDE ÜBER] DIE MORGENGABE OHNE SCHEIDEBRIEP UND SAGT, SIE HABE DEN SCHEIDEBRIEF VERLOREN, UND ER SAGT, ER HABE DIE QUITTUNG150Sie habe unter der Behauptung, die Urkunde über die Morgengabe verloren zu haben, die Morgengabe auf Grund des Scheidebriefes eingefordert.VERLOREN, ODER WENN DESGLEICHEN EIN GLÄUBIGER EINEN SCHULDSCHEIN OHNE PROSBUL151Schutzurkunde gegen den Verfall einer Schuldforderung im Erlaßjahre; wenn der Gläubiger eine derartige Urkunde gehabt u. verloren zu haben behauptet u. der Schuldner dies bestreitet.VORLEGT, SO ERHALTEN SIE KEINE ZAHLUNG.", "R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGTE : SEIT DER ZEIT DER GEFAHR152Der Religionsverfolgung, während welcher den Juden die Ausstellung dieser Urkunden verboten worden war.KANN EINE FRAU IHRE MORGENGABE OHNE SCHEIDEBRIEF UND EIN GLÄUBIGER [DIE SCHULD] OHNE PROSBUL EINFORDERN.", "GEMARA. Hieraus153Aus der Lehre, daß sie auf Grund des Scheidebriefes die Morgengabe einfordern kann.ist zu entnehmen, daß eine Quittung zu schreiben ist, denn wenn keine Quittung zu schreiben wäre, müßte ja berücksichtigt werden, sie könnte [später154Wenn der Ehemann stirbt; sie könnte sich vor einem Gerichte als Witwe u. nicht als Geschiedene ausgeben.die Urkunde über] die Morgengabe vorlegen und auch damit einfordern.", "Rabh erwiderte: Dies gilt von Orten, wo man keine Urkunde über die Morgengabe schreibt. Šemuél erwiderte: Auch von Orten, wo man eine Urkunde über die Morgengabe schreibt. –", "Demnach ist nach Šemuél eine Quittung zu schreiben155Der Ehemann hat die Quittung zu verwahren.? R. A͑nan erwiderte : Mir wurde vom Meister Šemuél erklärt: in Orten, da man keine [Urkunde] schreibt, hat er, wenn er sagt, er habe eine geschrieben, den Beweis anzutreten, und in Orten, da man eine solche schreibt, hat sie, wenn sie sagt, er habe keine geschrieben, den Beweis anzutreten.", "Auch Rabh ist davon zurückgetreten, denn Rabh sagte: einerlei ob in Orten, da man [eine Urkunde über die Morgengabe] schreibt, oder in Orten, da man keine schreibt: mit dem Scheidebriefe kann sie den Grundbetrag156Der Morgengabe, die 100 bezw. 200 Zuz.und mit der [Urkunde über die] Morgengabe die Zulage157Cf. supra Fol. 54b.einfordern. Und wer etwas dagegen einwenden will, mag kommen und einwenden. –", "Wir haben gelernt: Wenn aber [die Urkunde über] die Morgengabe ohne Scheidebrief und sagt, sie habe den Scheidebrief verloren, und er sagt, er habe die Quittung verloren, oder wenn desgleichen ein Gläubiger einen Schuldschein ohne Prosbul vorlegt, so erhalten sie keine Zahlung.", "Allerdings ist es nach Šemuél158Nach dem sie mit dem Scheidebriefe auch die Zulage einfordern kann.auf Orte zu beziehen, da man keine schreibt, und er sagt, er habe eine geschrieben, denn man fordert ihn auf, den Beweis anzutreten, und wenn er ihn nicht antritt, zu bezahlen159Er braucht daher bei der Vorlegung der Urkunde über die Morgengabe ohne Scheidebrief nichts zu zahlen.,", "nach Rabh160Nach dem sie mit dem Scheidebriefe die Zulage nicht einfordern kann.aber sollte161Mit der Urkunde ohne Scheidebrief.sie, wenn auch nicht den Grundstock, wenigstens die Zulage einfordern können!?", "R. Joseph erwiderte: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn keine Zeugen der Scheidung vorhanden sind; da er sagen könnte, er habe sich von ihr nicht geschieden," ], [ "ist er zu sagen berechtigt, er habe sich von ihr geschieden und ihr die Morgengabe gegeben. –", "Im Schlußsatze heißt es : R. Šimo͑n b. Gamliél sagte : Seit der Zeit der Gefahr kann eine Frau ihre Morgengabe ohne Scheidebrief und ein Gläubiger [die Schuld] ohne Prosbul einfordern. Demnach gilt dies von dem Falle, wenn Zeugen der Scheidung vorhanden sind, denn womit sollte sie einfordern, wenn keine Zeugen der Scheidung vorhanden sind!? –", "Vielmehr, die ganze [Lehre] ist von R. Šimo͑n b. Gamliél, nur ist sie lückenhaft und muß wie folgt lauten: So erhalten sie keine Zahlung. Dies gilt nur von dem Falle, wenn keine Zeugen der Scheidung vorhanden sind, wenn aber Zeugen der Scheidung vorhanden sind, kann sie die Zulage einfordern, den Grundstock aber nur dann, wenn sie den Scheidebrief vorlegt, nicht aber, wenn sie den Scheidebrief nicht vorlegt;", "seit der Zeit der Gefahr aber kann sie auch diesen einfordern, selbst wenn sie keinen Scheidebrief vorlegt. R. Šimo͑n b. Gamliél sagte nämlich, seit der Zeit der Gefahr könne eine Frau ihre Morgengabe ohne Scheidebrief und ein Gläubiger [die Schuld] ohne Prosbul einfordern.", "R. Kahana und R. Asi sprachen zu Rabh: Nach deiner Ansicht, sie fordere mit dem Scheidebriefe den Grundstock ein, fordert ihn wohl die nach der Verheiratung Verwitwete durch die Todeszeugen ein, somit ist ja zu befürchten, sie kann vielleicht geschieden sein und [später] den Scheidebrief vorlegen und [auch] damit einfordern!? – Wenn sie bei ihrem Ehemanne weilte. –", "Vielleicht ließ er sich von ihr kurz vor seinem Tode scheiden!? – Dann hat er selber es verschuldet. –", "Die nach der Antrauung Verwitwete162Die noch nie bei ihrem Ehemanne weilte, aber als Ehefrau gilt.fordert ihn wohl durch die Todeszeugen ein, somit ist ja zu befürchten, sie kann geschieden sein und [später] den Scheidebrief vorlegen und [auch] damit einfordern!? –", "Vielmehr, wo nicht anders möglich ist, schreibe man eine Quittung. Denn wenn man nicht so sagen wollte, wäre ja auch hinsichtlich der Todeszeugen selber zu befürchten: vielleicht bringt sie Todeszeugen bei einem Gerichte und fordert durch diese ein, dann andere bei einem anderen Gerichte und fordert [auch] durch diese ein!? Vielmehr ist, wenn nicht anders möglich ist, entschieden eine Quittung zu schreiben.", "Mar Qašiša, Sohn des R. Ḥisda, sprach zu R. Aši: Woher, daß die nach der Antrauung Verwitwete die Morgengabe erhält: wollte man sagen aus [der Lehre,] wenn sie verwitwet oder geschieden wird, einerlei ob nach der Antrauung oder nach der Verheiratung, könne sie alles163Die eigentliche Morgengabe u. die Zulage.einfordern, so gilt dies vielleicht von dem Falle, wenn er ihr eine verschrieben hat!?", "Wolltest du erwidern, wenn er ihr verschrieben hat, brauche dies nicht gelehrt zu werden, so ist dies zur Ausschließung der Ansicht des R. Elea͑zar b. A͑zarja nötig, welcher sagt, er habe ihr [die Zulage] verschrieben nur in der Voraussetzung, daß er sie heiratet.", "Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt, sie könne alles einfordern. Erklärlich ist es, daß sie alles einfordern kann, wenn du sagst, falls er es ihr verschrieben hat, wieso aber fordert sie alles ein, wenn du sagst, [auch] falls er ihr nicht verschrieben hat, sie hat ja nur die Mine oder die zweihundert [Zuz]164Den für die Witwe bezw. Jungfrau rabbanitisch festgesetzten Betrag; eine Zulage erhält sie nur dann, wenn er sie ihr ausdrücklich verschrieben hat.zu erhalten!?", "Und wolltest du sagen, aus der Lehre des R. Ḥija b. Abin, er165Ein Priester.sei wegen seiner Verlobten nicht Trauernder166Einem solchen ist der Genuß von Hebe verboten.noch verunreinige er sich an167An ihrer Leiche.ihr, ebenso sei sie seinetwegen nicht Trauernde noch verunreinige sie sich an ihm, stirbt sie, beerbe er sie nicht, und stirbt er, fordere sie ihre Morgengabe ein,", "so gilt dies vielleicht von dem Falle, wenn er ihr eine verschrieben hat!? Wolltest du erwidern, wenn er ihr verschrieben hat, brauche dies nicht gelehrt zu werden, so ist dies wegen [der Lehre] nötig, daß, wenn sie stirbt, er sie nicht beerbe.", "R. Naḥman sprach zu R. Hona : Nach Rabh, welcher sagt, sie fordere mit dem Scheidebriefe den Grundstock ein, ist ja zu befürchten, sie könnte den Scheidebrief bei einem Gerichte vorlegen und damit einfordern, dann ihn bei einem anderen Gerichte vorlegen und wiederum einfordern. Wolltest du erwidern, man zerreiße ihn, so kann sie ja sagen, sie brauche ihn, um sich damit zu verheiraten!? –", "Man zerreiße ihn und schreibe darauf: diesen Scheidebrief zerrissen wir nicht, weil er ungültig ist, sondern damit sie mit diesem nicht [die Morgengabe] wiederum einfordere.", "ix,2 WENN SIE ZWEI SCHEIDEBRIEFE UND ZWEI [URKUNDEN ÜBER DIE] MORM GENGABE VORLEGT, \n", "SO FORDERT SIE ZWEI MORGENGABEN168Er ließ sich von ihr scheiden u. heiratete sie wiederum.EIN, WENN ZWEI [URKUNDEN ÜBER DIE] MORGENGABE UND EINEN SGHEIDEBRIEF ODER EINE [URKUNDE ÜBER DIE] MORGENGABE UND ZWEI169Er heiratete sie wiederum, bewilligte ihr aber keine 2. Morgengabe.SCHEIDEBRIEFE, ODER EINE [URKUNDE ÜBER DIE] MORGENGABE, EINEN SGHEIDEBRIEF UND EINEN TODESNAGHWEIS, SO KANN SIE NUR EINE MORGENGABE EINFORDERN; WER SICH NÄMLICH VON SEINER FRAU SCHEIDET UND SIE WIEDER HEIRATET, HEIRATET SIE UNTER DER BEDINGUNG DER ERSTEN MORGENGABE.", "GEMARA. Wenn sie will, kann sie mit der einen170In dem Falle, wenn sie 2 Urkunden über die Morgengabe u. einen Scheidebrief vorlegt.einfordern, und wenn sie will, kann sie mit der anderen einfordern?", "Dies wäre demnach eine Widerlegung der Lehre R. Naḥmans im Namen Šemuéls, denn R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls, wenn zwei Urkunden171Von derselben Person u. dieselbe Sache betreffend.nach einander ausgestellt werden, hebe die andere die erste auf. –", "Hierzu wurde ja gelehrt: R. Papa sagte: R. Naḥman pflichtet jedoch bei, daß, wenn er in der [anderen] nur eine Palme172Beispielsweise in einer Verkaufs- oder Schenkungsurkunde über ein Grundstück.hinzugefügt, er sie wegen der Zulage geschrieben hat. Auch hierbei, wenn er etwas hinzugefügt hat.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn sie einen Scheidebrief, eine [Urkunde über die] Morgengabe und einen Todesnachweis173Und unter der Behauptung, nach der Scheidung wiederum geheiratet zu haben, eine doppelte Morgengabe verlangt.vorlegt," ], [ "so kann sie, wenn der Scheidebrief älter ist als [die Urkunde über] die Morgengabe, zwei Morgengaben174Es ist erwiesen, daß er ihr die Morgengabe nach der Scheidung verschrieben hat.einfordern, und wenn [die Urkunde über] die Morgengabe älter ist als der Scheidebrief, nur eine Morgengabe einfordern; wer sich nämlich von seiner Frau scheidet und sie wieder heiratet, heiratet sie unter der Bedingung der ersten Morgengabe.", "ix,3 DIE MORGENGABE EINES VON SEINEM VATER VERHEIRATETEN MINDERJÄHRIGEN BLEIBT175Nach seiner Großjährigkeit.BESTEHEN, DENN ER HAT SIE UNTER DIESER BEDINGUNG BEHALTEN. WENN MIT EINEM PROSELYTEN AUCH SEINE FRAU SICH BEKEHRT, SO BLEIBT IHRE MORGENGABE176Dh. die jeder jüd. Frau gesetzlich zustehende M.BESTEHEN, DENN ER HAT SIE UNTER DIESER BEDINGUNG BEHALTEN.", "GEMARA. R. Hona sagte, sie lehrten dies nur von der Mine und den zweihundert [Zuz], die Zulage aber177Die ihr vor seiner Großjährigkeit verschrieben worden ist.erhalte sie nicht; R. Jehuda aber sagte, sie erhalte auch die Zulage.", "Man wandte ein: Haben sie178Nach der Großjährigkeit bezw. der Bekehrung.Neues hinzugefügt, so erhalten sie, was sie neu hinzugefügt179Worunter der Einwendende die Zulage versteht.haben. Nur wenn sie Neues hinzugefügt haben, sonst aber nicht!? –", "Lies: auch was sie neu hinzugefügt haben. – Aber es wird ja anders gelehrt: haben sie Neues hinzugefügt, so erhalten sie, was sie neu hinzugefügt haben; haben sie nichts Neues hinzugefügt, so kann eine Jungfrau die zweihundert [Zuz] und eine Witwe die Mine180Jedoch nicht die Zulage.einfordern. Dies ist eine Widerlegung R. Jehudas!? –", "R. Jehuda hat unsere Mišna mißverstanden ; er glaubte, [die Worte] ‘ihre Morgengabe bleibt bestehen’ beziehen sich auf alles, dem ist aber nicht so, sie beziehen sich nur auf den Grundstock der Morgengabe.", "", "i WENN JEMAND MIT ZWEI FRAUEN VERHEIRATET WAR UND GESTORBEN IST, SO GEHT DIE ERSTEHE DER ANDEREN VOR1Bei der Auszahlung der Morgengabe., EBENSO GEHEN DIE ERBEN DER ERSTEHEN DEN ERBEN DER ANDEREN VOR.\n", "WENN ER EINE GEHEIRATET HAT UND SIE GESTORBEN IST, UND DARAUF DIE ZWEITE UND ER GESTORBEN IST, SO GEHEN DIE ANDERE UND IHRE ERBEN DEN ERBEN DER ERSTEREN2Die die Morgengabe ihrer Mutter (cf. supra Fol. 52b) oder ihren Anteil von der Hinterlassenschaft des Vaters verlangen. VOR3Die andere ist selber Gläubigerin, dagegen sind die Kinder der ersteren nur Erben..", "GEMARA. Da gelehrt wird, die erstere gehe der anderen vor, nicht aber, die erstere erhalte und die andere erhalte nicht, so nimmt man, wenn die erstere zuvorgekommen ist und [die Morgengabe] eingehascht hat, sie ihr nicht ab,", "somit ist hieraus zu entnehmen, daß, wenn ein späterer Gläubiger [dem ersteren] zuvorgekommen ist und eingefordert hat, die Einforderung gültig ist. –", "Tatsächlich, kann ich dir erwidern, ist die Einforderung ungültig, denn ‘vorgehen’ heißt gänzlich. So haben wir auch gelernt: der Sohn geht der Tochter vor4Hinsichtl. der Erbschaft (cf. Bb. Fol. 115a); der Sohn ist erbberechtigt, die Tochter nicht..", "Manche lesen: Da nicht gelehrt wird, wenn die andere zuvorgekommen ist und [die Morgengabe] eingehascht hat, nehme man sie ihr nicht ab, so nimmt man sie ihr, wenn sie zuvorgekommen ist und sie eingehascht hat, wohl ab,", "somit ist hieraus zu entnehmen, daß, wenn ein späterer Gläubiger [dem ersteren] zuvorgekommen ist und eingefordert hat, die Einforderung ungültig ist. –", "Tatsächlich, kann ich dir erwidern, ist die Einforderung gültig, da er aber [weiter] lehrt, die andere und ihre Erben gehen der ersteren vor5Wenn jene aber eingehascht haben, nimmt man ihnen keineswegs ab, da sie als Gläubiger Anrecht auf die hinterlassenen Immobilien haben.," ], [ "so lehrt er auch: die erstere gehe der anderen vor.", "WENN ER EINE GEHEIRATET. Hieraus ist dreierlei zu entnehmen. Es ist zu entnehmen, daß, wenn die eine bei seinen Lebzeiten und die andere nach seinem Tode [gestorben] ist, sie6Die Erben der ersteren. die den männlichen Kindern zufallende Morgengabe7Die Morgengabe der Mutter, die bei der Erbschaftsteilung ihren Kindern allein zufällt; cf. supra Fol. 52b. erhalten8Das bezügl. Gesetz gilt nicht nur von dem Falle, wenn beide Frauen bei seinen Lebzeiten gestorben sind u. verschieden hohe Morgengaben hinterlassen haben., und man befürchte nicht, es könnte zwischen ihnen zu Streitigkeiten9Die Söhne der ersteren erheben ihren Anspruch als Erben der Mutter, die der anderen aber als Erben des Vaters, dem die Morgengabe seiner Frau zugefallen war. kommen. –", "Woher dies? – Er lehrt, die andere und ihre Erben gehen den Erben der ersteren vor; sie gehen nur vor, wenn aber genügend vorhanden ist, erhalten auch jene.", "Ferner ist zu entnehmen, daß eine Morgengabe als Überschuß10Die Morgengabe der Mutter fällt nur dann ihren Kindern allein zu, wenn die ganze Hinterlassenschaft des Vaters diese um mindestens 1 Denar übersteigt; weit. Fol. 91a.der anderen gilt. –", "Woher dies? – Da nicht gelehrt wird: wenn ein Denar Überschuß10Die Morgengabe der Mutter fällt nur dann ihren Kindern allein zu, wenn die ganze Hinterlassenschaft des Vaters diese um mindestens 1 Denar übersteigt; weit. Fol. 91a.vorhanden ist.", "Und ferner ist zu entnehmen, daß die den männlichen Kindern zufallende Morgengabe nicht von veräußerten Gütern einzufordern ist, denn wenn man sagen wollte, sie sei [auch] von veräußerten Gütern einzufordern, könnten ja die Söhne der ersteren kommen und sie den Söhnen der anderen abnehmen.", "R. Aši wandte ein: Wieso dies, vielleicht, kann ich dir erwidern, erhalten sie tatsächlich, wenn die eine bei seinen Lebzeiten und die andere nach seinem Tode [gestorben] ist, nicht die den männlichen Kindern zufallende Morgengabe, und das ‘vorgehen’ bezieht sich auf die Erbschaft11Die Kinder der ersteren erhalten vor allem die Morgengabe ihrer Mutter, u. am Überschüsse der Erbschaft sind alle Erben gleichmäßig beteiligt.!?", "Wolltest du erwidern, demnach12Wenn die Söhne der ersteren an der Erbschaft nicht als Erben ihrer Mutter, sondern nur als Erben des Vaters beteiligt sind.sollte es nicht ‘Erben der ersteren’ heißen, so ist [zu entgegnen;] da er von der anderen und ihren Erben spricht, nennt er jene ‘Erben der ersteren’.", "Und gegen deine Folgerung, die eine Morgengabe gelte als Überschuß der anderen, kann ich dir erwidern : tatsächlich gilt die eine Morgengabe nicht als Überschuß der anderen, denn er spricht von dem Falle, wenn ein Denar Überschuß vorhanden ist.", "Über den Fall, wenn die eine bei seinen Lebzeiten und die andere nach seinem Tode gestorben ist, streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: Starb eine bei seinen Lebzeiten und eine nach seinem Tode, so können, wie Ben Nannos sagt, die Söhne der ersteren zu den Söhnen der anderen sagen: ihr seid Söhne einer Gläubigerin13Da die andere erst nach dem Tode des Ehemannes gestorben ist, so kommt bei ihr die Bestimmung, daß die Morgengabe nach dem Tode der Mutter ihren Söhnen zufalle, nicht zur Anwendung; sie war nur Gläubigerin des Verstorbenen., nehmet die Morgengabe eurer Mutter und geht.", "R. A͑qiba sagt, bereits sei14Durch den Tod des Ehemannes, wodurch die bezügl. Bestimmung hinfällig wird.die Erbschaft15Die ihren Söhnen zufallende Morgengabe der Mutter.den Söhnen der ersteren entsprungen und den Söhnen der anderen16Sie sind als Erben des Vaters gleichmäßig am Nachlasse beteiligt.zugefallen.", "Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, wenn die eine bei seinen Lebzeiten und die andere nach seinem Tode [gestorben] ist, erhalten sie die Morgengabe der männlichen Kinder, und einer ist der Ansicht, wenn die eine bei seinen Lebzeiten und die andere nach seinem Tode [gestorben] ist, erhalten sie nicht die Morgengabe der männlichen Kinder.", "Rabba sagte: Ich traf die Jünger der Schule Rabhs sitzen und vortragen: Alle sind der Ansicht, daß, wenn die eine bei seinen Lebzeiten und die andere nach seinem Tode [gestorben] ist, sie6Die Erben der ersteren. die den männlichen Kindern zufallende Morgengabe erhalten, und hierbei streiten sie, ob die eine Morgengabe als Überschuß der anderen, und ob dasselbe auch bei einem Gläubiger17Wenn beide Frauen bei seinen Lebzeiten gestorben sind u. ein beide Morgengaben übersteigender Überschuß vorhanden, jedoch seinem Gläubiger verpfändet ist.gilt.", "Einer ist der Ansicht, eine Morgengabe gelte als Überschuß der anderen, und dasselbe gelte auch bei einem Gläubiger, und einer ist der Ansicht, eine Morgengabe gelte nicht als Überschuß der anderen, und ebensowenig gelte dies bei einem Gläubiger.", "Da sprach ich zu ihnen: Hinsichtlich eines Gläubigers stimmen alle überein, der Überschuß sei gültig, und sie streiten nur über die Morgengabe18Im bezügl. Falle, ob die eine als Überschuß der anderen gilt..", "R. Joseph wandte ein: Wieso sagt R. A͑qiba demnach, die Erbschaft sei bereits19Den Söhnen der ersteren.entsprungen, er sollte ja sagen: wenn ein Denar Überschuß vorhanden20Da dies nach ihm nur in diesem Falle gilt.ist !?", "Vielmehr, sagte R. Joseph, streiten sie über den Fall, wenn die eine bei seinen Lebzeiten und die andere nach seinem Tode [gestorben] ist.", "Diese Tannaím [führen denselben Streit] wie die Tannaím der folgenden Lehre: Wenn er eine geheiratet hat und sie gestorben ist und eine andere geheiratet hat und sie gestorben ist, so kommen nach dem Tode die Söhne dieser21Der anderen, deren Mutter Gläubigerin war.und erhalten die Morgengabe ihrer Mutter. R. Šimo͑n sagt, ist ein Denar Überschuß vorhanden, erhalten diese die Morgengabe ihrer Mutter und jene die Morgengabe ihrer Mutter, wenn aber nicht, teilen sie gleichmäßig.", "Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, wenn die eine bei seinen Lebzeiten und die andere nach seinem Tode [gestorben] ist, erhalten sie die den männlichen Kindern zufallende Morgengabe, und einer ist der Ansicht, wenn die eine bei seinen Lebzeiten und die andere nach seinem Tode [gestorben] ist, erhalten sie nicht die den männlichen Kindern zufallende Morgengabe. –", "Nein, beide sind der Ansicht, wenn die eine bei seinen Lebzeiten und die andere nach seinem Tode [gestorben] ist, erhalten sie die den männlichen Kindern zufallende Morgengabe," ], [ "und hier streiten sie, ob ein Denar Grundbesitz erforderlich22Ob dieser Überschuß auch aus Mobilien bestehen kann.sei ; einer ist der Ansicht, nur Grundbesitz, nicht aber Mobilien, und einer ist der Ansicht, auch Mobilien. –", "Wieso kannst du dies sagen, wir haben ja gelernt: R. Šimo͑n sagt, selbst wenn darunter Güter sind, die keine Sicherheit23Dh. Mobilien.gewähren, gelten sie nicht; nur wenn Sicherheit gewährende Güter um einen Denar mehr als beide Morgengaben vorhanden sind. –", "Vielmehr, hier streiten sie über den Fall, wenn der Denar [Überschuß] belastet ist; einer ist der Ansicht, dies gelte nur von freien Gütern und nicht von belasteten, und einer ist der Ansicht, auch von belasteten. –", "Wieso heißt es24Wenn RŠ. erleichternd ist, daß dies auch von dem Falle gilt, wenn ein Denar Überschuß in belasteten Gütern vorhanden ist.demnach: R. Šimo͑n sagt, ist ein Denar Überschuß vorhanden, er sollte ja sagen: da ein Denar Überschuß vorhanden ist!? –", "Vielmehr, sie streiten über [einen Überschuß] unter einem Denar; einer ist der Ansicht, nur ein Denar, nicht aber, wenn weniger als ein Denar, und einer ist der Ansicht, auch wenn weniger als ein Denar. –", "R. Šimo͑n sagt ja [ebenfalls]: ein Denar!? Wolltest du erwidern, man wende es25Nach dem 1. Autor genüge ein Überschuß unter einem Denar, den Söhnen der ersteren die Morgengabe ihrer Mutter zu retten, nach RŠ. dagegen, nur wenn ein Denar vorhanden ist. So nach den Tosaphoth, besser als die Erkl. Raschis.um, so spricht ja auch der erste Autor der Mišna26Gegen den RŠ. streitet.von einem Denar!? –", "Vielmehr bleibe es bei beiden ersteren Erklärungen27Wenn der Denar Überschuß verpfändet od. in Mobilien vorhanden ist., und man wende es um28Nach dem 1. Autor genügt ein Überschuß in Mobilien od. verpfändeten Grundstücken..", "Mar Zuṭra sagte im Namen R. Papas : Die Halakha ist, wenn die eine bei seinen Lebzeiten und die andere nach seinem Tode [gestorben] ist, erhalten sie die den männlichen Kindern zufallende Morgengabe, und eine Morgengabe gelte als Überschuß der anderen. –", "Allerdings würde man, wenn er nur gelehrt hätte, sie erhalten, wenn die eine bei seinen Lebzeiten und die andere nach seinem Tode [gestorben] ist, die den männlichen Kindern zufallende Morgengabe, nicht aber, daß eine Morgengabe als Überschuß der anderen gilt, gesagt haben, nur wenn ein Denar Überschuß vorhanden ist, sonst aber nicht,", "aber sollte er nur gelehrt haben, eine Morgengabe gelte als Überschuß der anderen, und man würde gewußt haben, daß sie, wenn die eine bei seinen Lebzeiten und die andere nach seinem Tode [gestorben] ist, die den männlichen Kindern zufallende Morgengabe29Es kann sich nur auf diesen Fall beziehen, da, wenn beide bei seinen Lebzeiten sterben, die Söhne beider Erben ihrer Mutter sind u. die Bestimmung vom Überschusse gar nicht zur Anwendung kommt.erhalten!? –", "Hätte er nur dies gelehrt, so könnte man glauben, in dem Falle, wenn er drei Frauen geheiratet, von denen zwei bei seinen Lebzeiten gestorben sind und eine nach seinem Tode, und die nach seinem Tode, ein Mädchen hinterlassen hat, die nicht erbberechtigt30Sie hat auf die Hinterlassenschaft des Vaters überhaupt keinen Anspruch, sondern nur auf die Morgengabe ihrer Mutter.ist,", "wenn aber eine bei seinen Lebzeiten und eine nach seinem Tode, und die nach dem Tode, einen Knaben hinterlassen hat, seien Streitigkeiten31Die Erben der 1. können zu den Erben der 2. sagen: ihr seid auch inbetreff der Morgengabe eurer Mutter nur Erben des Vaters, die wir ebenfalls sind.zu berücksichtigen, so lehrt er uns.", "ii WENN JEMAND ZWEI FRAUEN GEHEIRATET HATTE UND SIE GESTORBEN SIND, WORAUF ER GESTORBEN IST, UND DIE WAISEN DIE MORGENGABE IHRER MUTTER32Wenn durch die Höhe der Morgengabe od. durch die proportionelle Verteilung ihr Anteil größer ausfallen würde; sie verlangen, daß die Morgengaben an die betreffenden Erben vollständig ausgezahlt und nur der Überschuß gleichmäßig geteilt werde.FORDERN, WÄHREND NUR [DER BETRAG VON] BEIDEN MORGENGABEN VORHANDEN IST, SO TEILEN SIE GLEICHMÄSSIG33Damit nicht das Gesetz von der gleichmäßigen Verteilung der Erbschaft umgestoßen werde..", "IST EIN DENAR ÜBERSCHUSS34Woran das Gesetz anwendbar ist.VORHANDEN, SO ERHALTEN DIE EINEN DIE MORGENGABE IHRER MUTTER UND DIE ANDEREN DIE MORGENGABE IHRER MUTTER.\n", "SAGEN DIE WAISEN [DER EINEN], SIE WOLLEN DIE GÜTER IHRES VATERS EINEN DENAR HÖHER35Damit dieser Überschuß zurückbleibe, u. die Differenz ersetzen.ANRECHNEN, UM DIE MORGENGABE IHRER MUTTER ZU ERHALTEN, SO HÖRE MAN NICHT AUF SIE, VIELMEHR SCHÄTZE MAN DAS VERMÖGEN GERICHTLICH.", "iii SIND DARUNTER ANWARTSCHAFTLICHE36Die ihnen als Erben erst später zufallen werden (Rechte, ausstehende Schulden), mit denen der erforderliche Überschuß vorhanden ist.GÜTER, SO GELTEN SIE NICHT ALS IM BESITZE BEFINDLICH.", "R. ŠIMO͑N SAGT, SELBST WENN DARUNTER GÜTER SIND, DIE KEINE SICHERHEIT GEWÄHREN, GELTEN SIE NICHT ; NUR WENN SICHERHEIT GEWÄHRENDE GÜTER UM EINEN DENAR MEHR ALS BEIDE MORGENGABEN VORHANDEN SIND.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wenn die der einen tausend und die der anderen fünfhundert [Zuz beträgt], so erhalten, wenn ein Denar Überschuß vorhanden ist, die einen die Morgengabe ihrer Mutter und die anderen die Morgengabe ihrer Mutter, wenn aber nicht, teilen sie gleichmäßig.", "Selbstverständlich haben, wenn [die Güter]37Die Hinterlassenschaft des Vaters beim Tode desselben.mehr wert waren und gesunken38Vor der gerichtlichen Schätzung; zuerst war ein Denar Überschuß vorhanden, später aber nicht mehr.sind, die Erben sie bereits39Da beim Tode des Vaters die Morgengabe in ihren Besitz übergeht.erworben, wie ist es aber, wenn sie weniger wert waren und gestiegen sind? –", "Komm und höre: Die Güter des Bar Çarçur waren zuerst weniger wert und stiegen, und als [die Erben] vor R. A͑mram kamen, sprach er zu ihnen : Geht und befriedigt40Die Erben, die auf Grund der Morgengabe ihrer Mutter einen größeren Anteil beanspruchten.sie. Sie gehorchten aber nicht.", "Da sprach er zu ihnen: Wenn ihr sie nicht befriedigt, züchtige ich euch mit einem Dorne, der kein Blut fließen41Nach den Kommentaren: mit der Verhängung des Bannes.macht. Hierauf schickte er sie zu R. Naḥman, und dieser sprach zu ihnen: Wie die Erben sie erworben haben, wenn sie mehr wert waren und gesunken sind," ], [ "ebenso haben die Erben sie erworben, wenn sie weniger wert waren und gestiegen sind.", "--", "Einst war ein Mann, von dem jemand tausend Zuz zu fordern hatte, und er besaß zwei Lusthäuser; da verkaufte er das eine für fünfhundert und das andere für fünfhundert. Hierauf kam der Gläubiger und nahm das eine weg und dann das andere.", "Da nahm [der Käufer] tausend Zuz und ging zu jenem und sprach zu ihm: Ist dir [das eine] tausend Zuz wert, so ist es recht, wenn aber nicht, so nimm die tausend Zuz und geh.", "Rami b. Ḥama wollte entscheiden, dies sei [der Fall] unserer Mišna: sagen die Waisen [der einen], sie wollen die Güter ihres Vaters einen Denar höher42Sie sind dazu nicht befugt, u. ebensowenig der Käufer.anrechnen,", "da sprach Raba zu ihm: Ist es denn gleich: da erleiden die Waisen dadurch43Die dadurch bei der Erbteilung einen kleineren Anteil erhalten.einen Schaden, welchen Schaden aber erleidet er hierbei; tausend gab er und tausend erhält er!? –", "Über wieviel schreibe man ihm44Dem Käufer, der das Grundstück für 500 gekauft, es aber dem Gläubiger für 1000 in Zahlung gab.die Einweisungsurkunde45Gegen den Verkäufer, der dem Käufer Ersatz zu leisten hat.? –", "Rabina sagte, über tausend ; R. A͑vira sagte, über fünfhundert. Die Halakha ist, über fünfhundert.", "Einst war ein Mann, von dem jemand hundert Zuz zu fordern hatte, und er besaß zwei Stücke Land; da verkaufte er das eine für fünfzig und das andere für fünfzig. Hierauf kam der Gläubiger und nahm das eine weg und dann das andere.", "Da nahm [der Käufer] hundert Zuz und ging zu jenem und sprach: Ist dir [das eine] hundert Zuz wert, so ist es recht, wenn aber nicht, so nimm die hundert Zuz und geh.", "R. Joseph wollte entscheiden, dies sei [der Fall] unserer Mišna: sagen die Waisen &c., da sprach Abajje zu ihm: Ist es denn gleich: da erleiden die Waisen dadurch einen Schaden, welchen Schaden aber erleidet er hierbei, hundert gab er und hundert erhält er!? –", "Über wieviel schreibe man ihm die Einweisungsurkunde46Cf. Anm. 44 u. 45 mut. mut.? – Rabina sagte, über hundert; R. A͑vira sagte, über fünfzig. Die Halakha ist, über fünfzig.", "Einst starb ein Mann, von dem jemand hundert Zuz zu fordern hatte, und hinterließ ein Stück Land im Werte von fünfzig Zuz. Da kam der Gläubiger und nahm es weg. Hierauf gingen die Waisen und zahlten ihm fünfzig Zuz, worauf jener es wiederum wegnahm.", "Als sie hierauf zu Abajje kamen, sprach er zu ihnen: Es ist für die Waisen Gebot, die Schuld ihres Vaters47Obgleich sie rechtlich nicht haftbar sind.zu bezahlen; mit den ersteren48Mit den 50 Zuz, die sie zur Loskaufung des Grundstückes gezahlt haben.habt ihr das Gebot ausgeübt, jetzt aber49Wo sie im Besitze des hinterlassenen Grundstückes sind.nimmt er es rechtlich ab.", "Dies nur dann, wenn sie ihm nicht gesagt haben, die fünfzig Zuz seien der Kaufpreis für das Stück Land, wenn sie ihm aber gesagt haben, die fünfzig Zuz seien der Kaufpreis für das Stück Land, haben sie ihn hinausgesetzt50Sie haben das Geld nicht auf Rechnung der Schuld gezahlt, sondern als Kaufpreis für das Grundstück, sodaß er keinen Anspruch mehr auf dieses hat..", "Einst verkaufte jemand die Morgengabe seiner Mutter um einen Dank51Dh. für eine Kleinigkeit, da das Risiko sehr groß war; die Mutter könnte bei Lebzeiten des Ehemannes sterben u. dieser sie beerben, od. der Sohn bei Lebzeiten der Mutter u. zur Erbschaft nicht gelangen.und sprach [zum Käufer]: wenn meine Mutter kommt und Einspruch erhebt, komme ich dir dafür nicht auf.", "Hierauf starb seine Mutter, ohne Einspruch erhoben zu haben, dagegen aber kam er und erhob Einspruch52Als Rechtsnachfolger seiner Mutter, da er die Haftung abgelehnt hatte.. Rami b. Ḥama wollte entscheiden, er trete anstelle seiner Mutter, da sprach Raba zu ihm: Zugegeben, daß er keine Haftung für seine [Mutter]53Falls diese Einspruch erheben sollte.übernommen hat, aber hat er sie etwa nicht für sich selber übernommen!?", "Rami b. Ḥama sagte: Wenn Reúben ein Feld an Šimo͑n ohne Haftung54Gegen Wegnahme durch Gläubiger des Verkäufers. verkauft und Šimo͑n es zurück an Reúben mit Haftung verkauft hat," ], [ "und darauf der Gläubiger Reúbens es ihm wegnimmt, so erheischt das Recht, daß Šimo͑n ihm55Ebenso als würde er es einem Fremden verkauft haben.dafür aufkomme.", "Raba sprach zu ihm: Zugegeben, daß er Haftung für andere übernommen hat, aber hat er etwa Haftung für ihn selber56Der selber Schuldner des Gläubigers ist.übernommen!?", "Raba pflichtet jedoch bei, daß, wenn Reúben ein Feld von Ja͑qob geerbt und es an Šimo͑n ohne Haftung verkauft und Šimo͑n es zurück an Reúben mit Haftung verkauft hat, und darauf ein Gläubiger Ja͑qobs es ihm wegnimmt, das Recht erheischt, daß Šimo͑n ihm dafür aufkomme,", "denn der Gläubiger Ja͑qobs gleicht jedem fremden Gläubiger.", "Ferner sagte Rami b. Ḥama: Wenn Reúben ein Feld an Šimo͑n mit Haftung verkauft und [den Kaufpreis] in ein Darlehen umgewandelt hat, und nachdem Reúben gestorben ist, der Gläubiger Reúbens es Šimo͑n abgenommen, dieser aber ihn mit dem Betrage57Den er noch an die Erben R.s zu zahlen hatte.befriedigt hat,", "so erheischt das Recht, daß die Söhne Reúbens zu ihm sagen können: unser Vater hinterließ uns bei dir Mobilien58Den in ein Darlehen umgewandelten Kaufpreis., und Mobilien der Waisen sind dem Gläubiger nicht haftbar.", "Raba sagte: Ist jener schlau, so lasse er sie59Für das gekaufte Feld.Grundbesitz einfordern, sodann nehme er es ihnen60Da er das Feld mit Haftung gekauft hat. Sie erhalten das Grundstück für die von ihrem Vater hinterlassene Schuld, somit ist es ebenso, als würde er dieses hinterlassen haben.ab. Dies nach R. Naḥman, denn R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Wenn Waisen für eine Schuld ihres Vaters Grundbesitz eingefordert haben, so kann ein Gläubiger es ihnen abnehmen.", "Rabba sagte: Wenn Reúben all seine Felder an Šimo͑n, und Šimo͑n eines von diesen an Levi verkauft hat, so kann der Gläubiger Reúbens beliebig von dem einen oder dem anderen einfordern.", "Dies nur, wenn [der andere] Mittelmäßiges61Auf solches hat der Gläubiger Anspruch; cf. Git. Fol. 48b.gekauft hat, wenn aber Gutes oder Schlechtes, so kann er zu ihm sagen: ich habe mich deshalb bemüht und ein solches Feld gekauft, weil du darauf keinen Anspruch hast.", "Und auch wenn Mittelmäßiges, gilt dies nur dann, wenn er Mittelmäßiges desgleichen nicht zurückgelassen hat," ], [ "wenn er aber Mittelmäßiges desgleichen zurückgelassen hat, kann er [zum Gläubiger] sagen: ich habe dir zurückgelassen, wovon du einfordern kannst.", "Abajje sagte: Wenn Reúben ein Feld an Šimo͑n mit Haftung verkauft hat, und ein Gläubiger Reúbens kommt und es ihm wegnimmt, so erheischt das Recht, daß Reúben ihm entgegentreten kann. Dieser kann zu ihm nicht sagen: ich habe nichts mit dir zu tun, denn er kann ihm erwidern: was du ihm wegnimmst, fällt auf mich zurück.", "Manche sagen, auch wenn ohne Haftung, denn er kann ihm erwidern: es ist mir nicht angenehm, daß Šimo͑n gegen mich Groll hege.", "Ferner sagte Abajje: Wenn Reúben ein Feld an Šimo͑n ohne Haftung verkauft hat, und andere darauf Anspruch erheben," ], [ "so kann dieser, solange er es noch nicht in Besitz genommen hat, zurücktreten, und sobald er es in Besitz genommen hat, nicht mehr zurücktreten, denn jener kann zu ihm sagen: du hast mit Einverständnis einen verknoteten Schlauch62Ohne Prüfung des Inhaltes (die Katze im Sacke); nach Raschi an anderer Stelle einen Schlauch mit Wind (eigentl. Rauch).gekauft. – Wann nimmt er es in Besitz? – Sobald er an den Grenzen herumtritt63Nach Maimonides (Jad, הלכות מכירה, Kap. 19 S 2): wenn er die Grenzzeichen schleift, das gekaufte Feld mit seinem alten Grundbesitze vereinigt; nach anderer Erklärung: wenn er ein Grenzzeichen errichtet. Sprachl. jed. ungenau..", "Manche sagen, auch wenn mit Haftung, denn er kann zu ihm sagen: Zeige mir die Einweisungsurkunde64Zur Wegnahme des gekauften Feldes., und ich leiste dir Ersatz.", "iv WENN JEMAND DREI FRAUEN GEHEIRATET HATTE UND GESTORBEN IST, UND DIE MORGENGABE DER EINEN EINE MINE, DER ANDEREN ZWEIHUNDERT UND DER DRITTEN DREIHUNDERT [DENAR] BETRÄGT, UND NUR EINE MINE VORHANDEN IST, SO TEILEN SIE65Wenn alle 3 Urkunden an einem Tage ausgestellt worden sind.GLEICHMÄSSIG ; \n", "SIND ZWEIHUNDERT VORHANDEN, SO ERHÄLT, DIE EINE MINE [ZU BEKOMMEN HAT], FÜNFZIG, UND DIE ZWEIHUNDERT UND DREIHUNDERT [ZU BEKOMMEN HABEN], JE DREI GOLD[DENARE]661 D. in Gold = 25 in Silber.; SIND DREIHUNDERT VORHANDEN, SO ERHÄLT, DIE EINE MINE [ZU BEKOMMEN HAT], FÜNFZIG, DIE ZWEIHUNDERT [ZU BEKOMMEN HAT], EINE MINE, UND DIE DREIHUNDERT [ZU BEKOMMEN HAT], SECHS GOLD[DENARE].", "AUCH DREI, DIE [GELD] IN DEN BEUTEL GETAN67In eine gemeinsame Kasse als Betriebskapital.UND VERLUST ODER GEWINN ERZIELT HABEN, TEILEN EBENSO", "GEMARA. Wieso erhält, die eine Mine zu bekommen hat, fünfzig, ihr kommen ja nur dreiunddreißig und ein Drittel68Ein Drittel der einen Mine; auf den Überschuß hat sie keinen Anspruch.zu!?", "Šemuél erwiderte: Wenn die Inhaberin der zweihundert der Inhaberin der Mine geschrieben hat: ich habe gegen dich kein Anrecht und keinen Anspruch auf die Mine69An dieser Mine ist mit ihr nur die Inhaberin der 300 beteiligt.. –", "Wieso heißt es demnach weiter, die zweihundert und dreihundert [zu bekommen haben], erhalten je drei Golddenare], diese kann ja zu jener sagen: du hast darauf70Auf die 1. Mine, somit sollte sie nur die Hälfte der 2. erhalten.verzichtet!? –", "Jene kann ihr erwidern: ich habe nur auf Anrecht und Anspruch71Gegen die erstere; sie verzichtete jedoch nicht auf ihre Beteiligung an der 2. Hälfte der Mine, woran die erstere nicht beteiligt ist.verzichtet.", "SIND DREIHUNDERT VORHANDEN &C.", "Wieso erhält die [Inhaberin der] zweihundert eine Mine, ihr stehen ja nur fünfundsiebzig72Da sie, wie erklärt, auf ihren Anteil an der 1. Mine verzichtet hat.zu!?", "Šemuél erwiderte: Wenn die Inhaberin der dreihundert der Inhaberin der zweihundert und der Inhaberin der Mine geschrieben hat: ich habe gegen euch kein Anrecht und keinen Anspruch auf die Mine73An der 1. Mine sind nur die erste u. die zweite beteiligt, an der 2. die zweite u. die dritte, u. die 3. gehört der dritten allein..", "R. Ja͑qob aus Nehar Peqod erklärte im Namen Rabinas: Der Anfangsatz spricht von zwei Einhaschungen74Wenn sie für ihre Morgengabe bewegliche Sachen in 2 Beträgen eingehascht haben.und der Schlußsatz spricht von zwei Einhaschungen.", "Der Anfangsatz spricht von zwei Einhaschungen : wenn ihnen einmal fünfundsiebzig und einmal hundertfünfundzwanzig zugefallen75Das 1. Mal hatte jede einen Anspruch auf den vollen Betrag, u. er wurde unter ihnen gleichmäßig verteilt, je 25 Denar, das 2. Mal hat jede Anspruch auf 75 D. u. dieser Betrag wird ebenfalls gleichmäßig verteilt, während am Überschusse nur die zweite u. die dritte beteiligt wird.sind.", "Der Schlußsatz spricht von zwei Einhaschungen: wenn ihnen einmal fünfundsiebzig und einmal zweihundertfünfundzwanzig zugefallen76Bei der 1. Teilung erhielt jede 25, bei der 2. Teilung jede 25, während von den zurückbleibenden 150 eine Mine an die zweite u. die dritte verteilt wird u. der Rest von 50 der dritten allein zufällt.sind.", "Es wird gelehrt: Dies ist die Fassung R. Nathans, Rabbi aber sagte, ihm leuchten die Worte R. Nathans hierbei nicht ein, vielmehr teilen sie gleichmäßig.", "AUCH DREI, DIE [GELD IN DEN BEUTEL] GETAN. Šemuél sagte: Wenn zwei [Geld] in den Beutel getan haben, einer eine Mine und einer zweihundert [Zuz]," ], [ "so ist der Gewinn gleichmäßig zu teilen.", "Rabba sagte: Die Lehre Šemuéls ist einleuchtend [beim Kaufe] eines Ochsen zum Pflügen und er zum Pflügen verwandt77Die Leistung erfolgt für beide gleichmäßig.wird, wenn aber einen Ochsen zum Pflügen78Dh. selbst in diesem Falle, u. selbstverständlich, wenn von vornherein zur Schlachtung.und er zur Schlachtung bestimmt79Und er durch die Mast an Wert zugenommen hat. wird, so erhält der eine seinem Gelde entsprechend, und der andere seinem Gelde entprechend. R. Hamnuna aber sagte, selbst wenn einen Ochsen zum Pflügen und er zur Schlachtung bestimmt wird, sei der Gewinn gleichmäßig zu teilen.", "Man wandte ein : Wenn zwei [Geld] in den Beutel getan haben, einer eine Mine und einer zweihundert [Zuz], so ist der Gewinn gleichmäßig zu teilen. Doch wohl, wenn einen Ochsen zum Pflügen und er zur Schlachtung bestimmt wird, und dies ist eine Widerlegung Rabbas !? – Nein, wenn einen Ochsen zum Pflügen und er zum Pflügen verwandt wird. –", "Wieso lehrt er, wenn demnach der eine seinem Gelde entsprechend und der andere seinem Gelde entsprechend erhält, falls einen Ochsen zum Pflügen und er zur Schlachtung bestimmt wird, im Schlußsatze, daß, wenn einer für sein [Geld] und der andere für seines gekauft hat, und sie80Die hoch bezahlten guten Ochsen des einen u. die niedrig bezahlten Ochsen des anderen.vermischt worden sind, der eine seinem Gelde entsprechend und der andere seinem Gelde entsprechend erhalte,", "er sollte doch denselben Fall unterscheidend lehren: dies nur in dem Falle, wenn einen Ochsen zum Pflügen und er zum Pflügen verwandt wird, wenn aber einen Ochsen zum Pflügen und er zur Schlachtung bestimmt wird, so erhält der eine seinem Gelde entsprechend und der andere seinem Gelde entsprechend!? –", "So meint er es auch: dies nur in dem Falle, wenn einen Ochsen zum Pflügen und er zum Pflügen verwandt wird, wenn aber einen Ochsen zum Pflügen und er zur Schlachtung bestimmt wird, so ist es ebenso, als würde der eine für sein [Geld] und der andere für seines gekauft haben, und sie vermischt worden sein; der eine erhält seinem Gelde entsprechend und der andere seinem Gelde entsprechend. –", "Wir haben gelernt: Auch drei, die [Geld] in den Beutel getan und Verlust oder Gewinn erzielt haben, teilen ebenso.", "Doch wohl Verlust in der gewöhnlichen Bedeutung und Gewinn in der gewöhnlichen81In welcher Weise auch der Verlust od. der Gewinn erzielt worden ist.Bedeutung!?", "R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: Nein, Gewinn durch neue82Wenn das eingezahlte Geld durch eine neue Währung im Wert gestiegen ist.Münzen, Verlust durch Geschwulst-Stater83Nach den Kommentaren, wenn die eingezahlten Münzen (Stater) als ungültig erklärt worden u. nur als Schutz an einer Fuß wunde verwendbar sind; cf. Sab. Fol. 65a..", "v WENN JEMAND VIER FRAUEN GEHEIRATET HATTE UND GESTORBEN IST, SO GEHT DIE ERSTE84Deren Urkunde über die Morgengabe ein früheres Datum trägt.DER ZWEITEN, DIE ZWEITE DER DRITTEN UND DIE DRITTE DER VIERTEN VOR. DLE ERSTE SCHWÖRE [DAHER] DER ZWEITEN85Falls diese sie verdächtigt, sie habe die Morgengabe bereits bei Lebzeiten des Ehemannes erhalten., DIE ZWEITE DER DRITTENN UND DIE DRITTE BER VIERTEN; DIE VIERTE ABER ERHÄLT ZAHLUNG OHNE EID. – BEN NANNOS SPRACH: SOLLTE DIESE, WEIL SIE DIE LETZTE IST, PROFITIEREN!? AUCH DIESE ERHÄLT ZAHLUNG NUR GEGEN EID.", "SIND ALLE [URKUNDEN] AM SELBEN TAGE AUSGESTELLT, SO HAT DIE DEN VORZUG, [DEREN URKUNDE] DER DER ANDEREN AUCH NUR UM EINE STUNDE VORANGEHT. SO PFLEGTE MAN IN JERUŠALEM DIE STUNDE ZU SCHREIBEN. SIND ALLE IN DERSELBEN STUNDE AUSGESTELLT UND NUR EINE MINE VORHANDEN, SO TEILEN SIE GLEICHMÄSSIG.", "GEMARA. Worin besteht ihr Streit? Šemuél erwiderte:" ], [ "Wenn es sich herausstellt, daß eines der Felder86Wenn die 3 ersteren Frauen je ein Feld für ihre Morgengabe erhielten.nicht ihm87Wenn die 4, Frau das 4. Feld erhält, muß sie damit rechnen, daß das betreffende Feld abgenommen u. sie leer ausgehen wird; sie kann daher von ihrer Vorgängerin einen Eid verlangen, daß sie nicht bereits befriedigt ist.gehörte, und sie streiten über den Fall, wenn ein späterer Gläubiger zuvorgekommen ist und eingefordert88Vor dem früheren, der ihm vorgeht.hat:", "der erste Autor ist der Ansicht, die Einforderung sei nichtig89Die 4. braucht nicht zu schwören, da jede der früheren ihr das bereits eingeforderte Feld abnehmen kann.und", "Ben Nannos ist der Ansicht, die Einforderung sei gültig.", "R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha : Alle sind der Ansicht, die Einforderung sei nichtig, und hierbei streiten sie, ob zu berücksichtigen sei, sie90Die 4., die, wenn man ihr keinen Eid auferlegt, damit rechnet, eine der früheren werde ihr das Feld wegnehmen.könnte [das Feld] verwahrlosen:", "einer ist der Ansicht, man berücksichtige, sie könnte es verwahrlosen, und einer ist der Ansicht, man berücksichtige nicht, sie könnte es verwahrlosen.", "Abajje erwiderte: Ihr Streit besteht in einer Lehre Abajje des Älteren, denn Abajje der Ältere lehrte: Unter Waisen, von denen sie91Daß von ihnen nur gegen Eid einzufordern ist.sprechen, sind Erwachsene zu verstehen, und um so mehr gilt dies von Minderjährigen.", "Der erste Autor hält nichts von der Lehre Abajje des Älteren, und Ben Nannos hält wohl von der Lehre Abajje des Älteren92Die 4. hat daher den Erben einen Eid zu leisten..", "R. Hona sagte: Wenn zwei Brüder oder zwei Gesellschafter mit jemandem einen Prozeß haben, und einer von ihnen mit ihm vor Gericht erscheint, so kann der andere93Wenn der eine den Prozeß verloren hat, zum Prozeßgegner.nicht sagen: du bist nicht mein Prozeßgegner; vielmehr handelte jener in seiner Vertretung.", "Einst traf R. Naḥman in Sura ein, und man fragte ihn, wie es sich in einem solchen Falle94Wie in der obigen Lehre RH.s.verhalte.", "Er erwiderte ihnen: Dies ist der Fall der Mišna: die erste schwöre der zweiten, die zweite der dritten und die dritte der vierten. Nicht aber die erste der dritten, wohl deshalb, weil [die zweite] in ihrer Vertretung handelte. –", "Ist es denn gleich: hierbei gilt der einer geleistete Eid auch für hundert, da aber kann er ja sagen: wäre ich zugegen, würde ich mehr vorgebracht haben!?", "Dies jedoch nur dann, wenn er nicht in der Stadt war, war er aber in der Stadt, so sollte er hingehen.", "Es wurde gelehrt: Wenn zwei Urkunden am selben Tage ausgestellt worden sind, so teilen sie, wie Rabh sagt; Šemuél sagt, nach Ermessen95Man überlasse es der Einsicht der Richter od. ihrer Abstimmung; S. 275 Anm. 80.der Richter.", "Es wäre anzunehmen, daß Rabh der Ansicht R. Meírs ist, welcher sagt, die Trennung96Zwischen dem Ehepaare durch den Scheidebrief.erfolge durch die Zeugen der Unterschrift," ], [ "und Šemuél der Ansicht R. Elea͑zars ist, welcher sagt, die Trennung erfolge durch die Zeugen der Übergabe97Selbst wenn der Scheidebrief nicht von Zeugen unterschrieben ist; cf. Git. Fol. 86a.. –", "Nein, alle sind sie der Ansicht R. Elea͑zars, und ihr Streit besteht in folgendem: Rabh ist der Ansicht, die Teilung sei zu bevorzugen, und Šemuél ist der Ansicht, das Ermessen der Richter sei zu bevorzugen. –", "Wieso kannst du sagen, Rabh sei der Ansicht R. Elea͑zars, R. Jehuda sagte ja: Rabh sagte, die Halakha sei bei Scheidebriefen wie R. Elea͑zar; als ich dies aber Šemuél vortrug, sagte er, auch bei Schuldscheinen. Demnach ist Rabh der Ansicht, bei Schuldscheinen nicht!? – Am richtigsten ist vielmehr, Rabh ist der Ansicht R. Meírs und Šemuél ist der Ansicht R. Elea͑zars.", "Man wandte ein: Wenn zwei Urkunden am selben Tage ausgestellt worden sind, so teilen sie. Dies ist eine Widerlegung Šemuéls!? – Šemuél kann dir erwidern: Hier ist die Ansicht R. Meírs vertreten, ich aber bin der Ansicht R. Elea͑zars. –", "Wie ist, wenn die des R. Meír, der Schlußsatz zu erklären: wenn er einem [eine Urkunde] geschrieben und einem anderen eine übergeben98Vor der Übergabe an den ersteren.hat, so hat der erworben, dem er sie [zuerst] übergeben hat. Wieso hat er nach R. Meír erworben, dieser sagt ja, die Trennung99Hierbei die Gültigkeit der Urkunde. Die Übergabe ist nebensächlich, u. die Urkunde des ersteren ist gültig.erfolge durch die Zeugen der Unterschrift!? –", "Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: Die Weisen sagen, sie100Die Erben des Absenders u. des Empfängers eines nicht zur Auszahlung gelangten Betrages; cf. Git. Fol. 14b.teilen; hier101In Babylonien.sagten sie, der Überbringer102So nach der Parallelstelle; statt השליח hatte wohl der Text השלי׳, woraus fälschlich השליש wurde.handle nach Gutdünken103Dies entspricht dem Ermessen der Richter bei einer Entscheidung..", "Die Mutter des Rami b. Ḥama verschrieb morgens ihr Vermögen Rami b. Ḥama und abends verschrieb sie es Mar U͑qaba104Man wußte nicht, wer die Schenkungsurkunde zuerst erhielt.b. Ḥama.", "Da ging Rami b. Ḥama zu R. Šešeth, und er setzte ihn in den Besitz des Vermögens; Mar U͑qaba aber ging zu R. Naḥman, und er setzte ihn in den Besitz des Vermögens. Hierauf ging R. Šešeth zu R. Naḥman und sprach zu ihm: Weshalb entschied der Meister so? Dieser entgegnete: Und weshalb entschied der Meister so?", "Jener erwiderte: Er war zuerst. Dieser entgegnete: Sind wir denn in Jerušalem, wo man die Stunden einschreibt!? – Weshalb aber entschied der Meister so? Dieser erwiderte: Nach Ermessen105Er war überzeugt, daß seine Mutter ihn bevorzugte.der Richter.", "Jener entgegnete: Auch ich verfuhr nach Ermessen der Richter. Da sprach der andere: Erstens bin ich Richter, während der Meister nicht Richter ist, ferner bist du nicht mit dieser Begründung106Weil nach Ermessen des Richters seine Mutter ihn nicht bevorzugte, sondern weil er erster war.gekommen.", "Einst wurden R. Joseph zwei [Kauf]urkunden vorgelegt, in einer stand: am fünften Nisan, und in einer stand nur: im Nisan. Da setzte R. Joseph den Inhaber der vom fünften Nisan in den Besitz der Güter.", "Da sprach der andere zu ihm: Und ich soll Verlust erleiden!? Dieser erwiderte: Du hast die Unterhand, denn deine ist vielleicht vom neunundzwanzigsten Nisan.", "Hierauf sprach jener: Mag mir nun der Meister" ], [ "eine Einweisungsurkunde von Ijar107Dem 1. des folgenden Monats, um sich an noch späteren Käufern schadlos halten zu können.ab schreiben. Dieser erwiderte: Jene108Die nach dir gekauft haben.können dir erwidern: deine sei vom ersten Nisan109Die Wegnahme ist zu Unrecht erfolgt, sodaß er keinen Anspruch an die späteren Käufer hat.. –", "Welches Mittel gibt es? – Schreibt einander eine Zession110Wenn der Inhaber der Urkunde vom 5. Nisan ihm das Recht der Wegnahme zediert, so kann er auf Grund des eigenen oder des zedierten Rechtes späteren Käufern auf jeden Fall abnehmen..", "vi WENN JEMAND ZWEI FRAUEN GEHEIRATET UND SEIN FELD VERKAUFT, UND DIE ERSTE111Deren Urkunde über die Morgengabe zuerst ausgestellt worden ist.DEM KÄUFER GESCHRIEBEN HAT: ICH ENTSAGE MICH DES RECHTES UND DES ANSPRUCHES AN DICH, SO KANN DIE ANDERE ES DEM KÄUFER ABNEHMEN, SODANN DIE ERSTE DER ANDEREN UND DER KÄUFER DER ERSTEN; SO GEHT DIES WEITER IM KREISE, BIS SIE MITEINANDER EINEN VERGLEICH SCHLIESSEN. EBENSO VERHÄLT ES SICH BEI EINEM GLÄUBIGER UND EINER FRAU, DIE GLÄUBIGERIN IST.", "GEMARA. Was ist denn dabei, daß sie es ihm geschrieben hat, es wird ja gelehrt, daß, wenn jemand zu seinem Nächsten112Ein Teilhaber zum anderen.gesagt hat: ich entsage mich des Rechtes und des Anspruches auf dieses Feld, ich will damit nichts zu tun haben, oder: ich entferne meine Hand davon, er nichts gesagt haben, – Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn sie es ihm aus der Hand zugeeignet hat. –", "Was ist denn dabei, daß sie es ihm aus der Hand zugeeignet hat, sie kann ja sagen, sie habe nur ihrem Ehemanne einen Gefallen113Jedoch nicht ernstlich darauf verzichtet.er wiesen !? Haben wir ja auch gelernt: Wenn er es114Ein der Frau gehöriges od. ihr für ihre Morgengabe zugesichertes Grundstück.vom Ehemanne und darauf von der Frau gekauft hat, so ist sein Kauf ungültig. Sie kann demnach sagen, sie habe nur ihrem Ehemanne einen Gefallen erwiesen.", "R. Zera erwiderte im Namen R. Ḥisdas : Das ist kein Einwand ; das eine nach R. Meír und das andere nach R. Jehuda.", "Es wird nämlich gelehrt: Wenn er einen geschrieben115Einen Verkaufsschein über ein Grundstück, auf das seine Frau für ihre Morgengabe Anspruch hat.und sie ihn nicht unterzeichnet hat, und darauf einen zweiten und sie ihn unterzeichnet hat, so hat sie ihre Morgengabe eingebüßt116Falls keine weiteren Güter vorhanden sind; der 1. Käufer kann sie abweisen, da er für ihren Anspruch ein Grundstück zurückließ, ebenso der 2. Käufer, da sie den Verkaufsschein unterschrieben hat.– so R. Meír,", "R. Jehuda sagt, sie könne sagen: ich habe nur meinem Manne einen Gefallen erwiesen, was wollt ihr von mir!? –", "Hier statuiert Rabbi nach R. Meír und dort117In der ob. angezogenen Lehre.statuiert er nach R. Jehuda!?", "R. Papa erwiderte: Dies118Die Lehre unserer Mišna.gilt von einer Geschiedenen119Die nicht sagen kann, sie wollte ihrem Manne einen Gefallen erweisen., nach aller Ansicht.", "R. Aši erwiderte: Alles nach R. Meír, und R. Meír vertritt seine Ansicht nur bei zwei Käufern, da man ihr erwidern kann : wenn du ihm einen Gefallen erweisen wolltest, würdest du es auch beim ersten getan haben, bei einem Käufer aber pflichtet auch R. Meír bei. Unsere Mišna aber spricht von dem Falle, wenn er bereits einem anderen geschrieben hatte120Eine Verkaufsurkunde über das betreffende Grundstück, u. die Frau erst das 2. Mal den Verkauf billigte..", "Dort haben wir gelernt: Man kann nicht Zahlung von verkauften Gütern einfordern, wenn freie vorhanden sind, selbst wenn sie aus Schlechtem121Obgleich der Gläubiger Anspruch auf das bessere Grundstück hat; cf. Git. Fol. 48b.bestehen. Sie fragten: Kann man, wenn die freien verheert worden sind, von verkauften einfordern? –", "Komm und höre: Wenn er einen geschrieben und sie ihn nicht unterzeichnet hat, und darauf einen zweiten und sie ihn unterzeichnet hat, so hat sie ihre Morgengabe eingebüßt – so R. Meír.", "Wenn man nun sagen wollte, man könne, falls die freien verheert worden sind, von den verkauften einfordern, so sollte sie doch, wenn sie auch dem zweiten gegenüber ihre Morgengabe eingebüßt hat, immerhin vom ersten122Ihr Verzicht dem 2. gegenüber gleicht der Verheerung.einfordern !?", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Unter eingebüßt ist zu verstehen: dem zweiten gegenüber.", "Raba sprach: Dagegen sind zwei Einwände zu erheben, erstens heißt ‘eingebüßt’ vollständig, und zweitens wird gelehrt, daß, wenn jemand von einem [Geld] geliehen und seine Güter an zwei verkauft, und der Gläubiger dem zweiten Käufer geschrieben hat: ich entsage mich des Rechtes und des Anspruches an dich, er auch an den ersten Käufer keinen Anspruch hat, weil dieser zu ihm sagen kann: ich habe dir zurückgelassen, wovon du einfordern kannst!? –", "Hierbei123Im Falle dieser Lehre, sowie in dem Falle, wenn die Frau einen Verzicht an den 2. Käufer schreibt, was aber im fraglichen Falle der Verheerung nicht zutrifft.hat er sich den Schaden mit eigenen Händen zugefügt.", "R. Jemar sprach zu R. Aši:" ], [ "Es werden ja täglich Entscheidungen124Daß, wenn die freien Güter verheert werden, der Gläubiger von den verkauften einfordern könne.getroffen! Einst verpfändete nämlich jemand seinem Nächsten einen Obstgarten auf zehn Jahre, der aber nach fünf Jahren verdorrte, und als er hierauf vor die Rabbanan kam, schrieben sie ihm eine Vollstreckung125Über ein anderes, bereits verkauftes Grundstück.. –", "Auch da war es [der Käufer] selber, der sich den Schaden zufügte; da es bekannt ist, daß ein Obstgarten verdorrt, sollte er [das Grundstück]126Das für den Obstgarten haftet. nicht kaufen.", "Die Halakha ist, werden die freien Güter verheert, so kann [der Gläubiger] verkaufte wegnehmen.", "Abajje sagte: [Sagte jemand zu einer Ledigen:] meine Güter sollen dir gehören und nach dir jenem, so gilt, wenn sie sich verheiratet, der Ehemann als Käufer, und der Nachfolger erhält wegen des Anspruches des Ehemannes nichts.", "Dies nach dem Autor der folgenden Lehre: [Sagte jemand zu einem:] meine Güter sollen dir gehören und nach dir jenem, so kann, wenn der erste den Besitz angetreten und sie verkauft hat, der zweite sie den Käufern abnehmen – so Rabbi; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, der zweite erhalte nur das, was der erste zurückläßt. –", "Kann Abajje dies denn gesagt haben, Abajje sagte ja, ein schlauer Bösewicht sei, wer den Rat erteilt, Güter zu verkaufen, nach R. Šimo͑n b. Gamliél127Wie in diesem Falle, sie dem Nachfolger zu entziehen.!? –", "Er sagt nicht, daß sie sich verheirate, sondern: wenn sie sich verheiratet.", "Ferner sagte Abajje: [Sagte er zu ihr128Zu einer fremden verheirateten Frau; in diesem Falle ist es ersichtlich, daß er den Ehemann ausschließen wollte.:] meine Güter sollen dir gehören und nach dir jenem, so kann der Ehemann, wenn sie sie verkauft hat und darauf gestorben ist, sie den Käufern abnehmen, sodann der Nachfolger dem Ehemanne und der Käufer dem Nachfolger. – Demnach beläßt man sie im Besitze des Käufers;", "aber womit ist dies anders als [der Fall, von dem] wir gelehrt haben: so geht dies weiter im Kreise, bis sie einen Vergleich miteinander129Ob. Col. a.schließen!? – Da erleiden sie alle einen Schaden, hierbei aber erleidet nur der Käufer130Der dafür Geld gezahlt hat; der Frau u. dem Ehemanne fallen die Güter als Geschenk zu.einen Schaden.", "Raphram ging hin und trug diese Lehre R. Aši vor: Kann Abajje dies denn gesagt haben, Abajje sagte ja, [daß, wenn er zu ihr gesagt hat:] meine Güter sollen dir gehören und nach dir jenem, und sie sich verheiratet, der Ehemann als Käufer gelte, und der Nachfolger erhalte wegen des Anspruches des Ehemannes nichts!?", "Dieser erwiderte: Jenes, wenn er es zu einer Ledigen sagt, dies, wenn er es zu einer Verheirateten sagt, denn er meinte dann: nach dir sollen sie jenem gehören, nicht aber sollen sie [deinem] Ehemanne gehören.", "EBENSO VERHÄLT ES SICH BEI EINEM GLÄUBIGER. Es wird gelehrt : Ebenso verhält es sich hei einem Gläubiger und zwei131Wenn der Schuldner 2 Felder, auf die der Gläubiger Anspruch hat, an 2 Personen verkauft, u. der Gläubiger dem 2. Käufer einen Verzicht geschrieben hat. Diese Lehre ist eine Erklärung der Mišna.Käufern,", "und ebenso bei einer Frau, die Gläubigerin132Für ihre Morgengabe.ist, und zwei Käufern.", "", "i DIE WITWE IST VOM VERMÖGEN DER WAISEN ZU UNTERHALTEN UND IHRE HÄNDEARBEIT GEHÖRT IHNEN. DIESE SIND ZU IHRER BEERDIGUNG NICHT VERPFLICHTET; IHRE ERBEN ABER, DIE IHRE MORGENGABE ERBEN, SIND ZU IHRER BEERDIGUNG VERPFLICHTET.", "GEMARA. Sie fragten: Lautet unsere Mišna: ist zu unterhalten, oder: die unterhalten wird? Lautet sie: ist zu unterhalten, nach dem Brauche der Galiläer1Die sich verpflichteten, die Witwe von den Erben unterhalten zu lassen; cf. supra Fol. 52b., denn sie können es ihr nicht verweigern,", "oder: die unterhalten wird, nach dem Brauch der Judäer2Cf. Anm. 1 mut. mut., und wenn sie wollen, verweigern sie es ihr. –" ], [ "Komm und höre: R. Zera sagte im Namen Šemuéls, der Fund einer Witwe gehöre ihr selber. Einleuchtend ist dies, wenn du sagst, die Lehre laute: die unterhalten wird, wenn du aber sagst, sie laute: ist zu unterhalten, so sollten sie doch dem Ehemanne gleichen, wie der Fund der Ehefrau ihrem Manne gehört, ebenso sollte der einer Witwe den Erben gehören!? –", "Tatsächlich, kann ich dir erwidern, lautet sie: ist zu unterhalten, denn nur um Feindschaft [vorzubeugen], bestimmten die Rabbanan, der Fund einer Frau gehöre ihrem Manne, diese aber3Die sie auch gegen ihren Willen unterhalten müssen. mögen Feindschaft gegen sie hegen.", "R. Jose b. Ḥanina sagte : Alle Arbeiten, die eine Frau für ihren Ehemann verrichten4Cf. supra Fol. 59b. muß, verrichte auch die Witwe für die Erben, ausgenommen einen Becher einschenken, das Bett machen und Gesicht, Hände und Füße waschen5Diese Leistungen sind Zärtlichkeitsbezeugungen ; cf. ib. Fol. 4b..", "R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Alle Arbeiten, die ein Sklave für seinen Herrn verrichten muß, verrichte auch ein Schüler für seinen Lehrer, ausgenommen den Schuh lösen6Man könnte ihn für einen Sklaven halten..", "Raba sagte: Dies nur in Orten, wo man ihn nicht kennt, in Orten aber, wo man ihn kennt, ist nichts dabei. R. Aši sagte: Auch in Orten, wo man ihn nicht kennt, gilt dies nur dann, wenn er keine Tephillin anlegt, wenn er aber Tephillin7Es ist ersichtlich, daß er kein Sklave ist. anlegt, ist nichts dabei.", "R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn jemand seinen Schüler hindert, ihn zu bedienen, so ist es ebenso, als würde er ihm eine Gnade vorenthalten, denn es heißt : 8Ij. 6,14.der seinem Freunde Liebe versagt. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte, er bürdet ihm auch die Gottesfurcht ab, denn es heißt: 8Ij. 6,14.und die Furcht vor dem Allmächtigen läßt er fahren9Beide beziehen sich wohl auf den vorangehenden Schriftvers: bin ich nicht der Hilfe bar &c..", "R. Elea͑zar sagte: Wenn eine Witwe für ihren Unterhalt Mobilien eingehascht hat, so ist, was sie eingehascht, erhascht. Ebenso wird gelehrt: Wenn eine Witwe für ihren Unterhalt Mobilien eingehascht hat, so ist, was sie eingehascht, erhascht10Obgleich ihr nur Immobilien verpfändet sind..", "Desgleichen erzählte R. Dimi, als er kam : Einst haschte die Schwiegertochter des R. Šabthaj einen Beutel voll Geld ein, und die Weisen fanden keine Macht, ihn ihr aus der Hand zu nehmen.", "Rabina sagte: Dies nur, wenn für ihren Unterhalt, wenn aber für ihre Morgengabe, so nehme man ihr ab.", "Mar, Sohn des R. Aši, wandte ein: Wenn für die Morgengabe, wohl deshalb, weil sie nur auf Immobilien und nicht auf Mobilien [Anspruch hat], und auch für ihren Unterhalt hat sie ja [Anspruch] nur auf Immobilien und nicht auf Mobilien!? Vielmehr ist, was sie für ihren Unterhalt eingehascht hat, eingehascht, und dies gilt auch von der Morgengabe.", "R. Jiçḥaq b. Naphtali sprach zu Rabina: So, mit dir übereinstimmend, sagten wir auch im Namen Rabas.", "R. Joḥanan sagte im Namen des R. Jose b. Zimra: Wenn eine Witwe zwei oder drei Jahre verstreichen läßt und keinen Unterhalt fordert, so verliert sie [den Anspruch auf] Unterhalt.", "Wenn sie bei zwei verliert, selbstverständlich bei drei!? – Das ist kein Einwand; das eine gilt von einer armen11Die darauf angewiesen ist; wenn sie nach 2 Jahren nicht fordert, verzichtet sie sicherlich darauf.und das andere von einer reichen.", "Oder aber, das eine gilt von einer verwegenen und das andere von einer schamhaften12Die sich geniert, vor Gericht zu erscheinen u. gegen die Erben zu klagen..", "Raba sagte: Dies gilt nur von der verstrichenen Zeit, künftig aber erhält sie wohl.", "R. Joḥanan fragte: Wer muß, wenn die Waisen sagen, sie haben ihr13Unterhaltungsgeld für das kommende Jahr.gegeben, und sie sagt, sie habe nicht erhalten, den Beweis antreten:" ], [ "befinden sich die Güter im Besitze der Waisen, somit muß die Witwe den Beweis antreten, oder befinden sich die Güter im Besitze der Witwe14Da sie ihr verpfändet sind., somit müssen die Waisen den Beweis antreten? –", "Komm und höre: Levi lehrte: Solange die Witwe sich nicht verheiratet, müssen die Waisen den Beweis antreten, hat sie sich verheiratet, muß sie den Beweis antreten.", "R. Šimi b. Aši sagte: Hierüber streiten auch folgende Tannaím: Sie verkaufe und schreibe15In die Verkaufsurkunde, wenn sie Vermögensstücke des Verstorbenen verkauft.: dies habe ich für den Unterhalt verkauft, dies habe ich für die Morgengabe verkauft – so R. Jehuda; R. Jose sagt, sie verkaufe und schreibe ohne dies anzugeben, und darin besteht ihr Vorrecht.", "Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem : nach R. Jehuda, welcher sagt, sie müsse es angeben, befinden; sich die Güter im Besitze der Waisen, und die Frau muß den Beweis16Sie gebe es daher in der Verkaufsurkunde an, damit die Erben nicht sagen, sie habe Vermögensstücke für die Morgengabe verkauft, auch den Unterhalt bereits erhalten.antreten, und nach R. Jose, welcher sagt, sie brauche es nicht anzugeben, befinden sich die Güter im Besitze der Witwe, und die Waisen müssen den Beweis antreten. –", "Wieso dies, vielleicht sind alle der Ansicht, die Güter befinden sich im Besitze der Witwe, und die Waisen müssen den Beweis antreten, nur lehrt uns R. Jehuda einen guten Rat, damit man sie nicht gefräßig17Man könnte sonst glauben, sie habe alles für ihren Unterhalt verkauft.heiße.", "Wolltest du nicht so erklären, so wäre ja die Frage R. Joḥanans18Wer den Beweis anzutreten hat.aus folgender Lehre zu entscheiden: sie verkaufe für ihren Unterhalt außerhalb des Gerichtes und schreibe15In die Verkaufsurkunde, wenn sie Vermögensstücke des Verstorbenen verkauft.: dies habe ich für den Unterhalt verkauft. Vielmehr ist aus dieser Lehre nicht zu entscheiden, weil er nur einen guten Rat lehrt, ebenso lehrt er auch da nur einen guten Rat.", "Oder aber: alle sind der Ansicht, die Güter befinden sich im Besitze der Waisen, und der Grund R. Joses ist nach Abajje dem Älteren zu erklären, denn Abajje der Ältere sagte: Dies gleicht dem Falle, wenn ein Sterbenskranker verfügt, daß man jenem, seinem Gläubiger, zweihundert Zuz gebe, der sie, wenn er will, für seine Schuld, und wenn er will, als Geschenk nehmen kann ;" ], [ "nimmt er sie als Geschenk, so ist er nicht im Vorteil19Da er nur die Schuld u. nicht das Geschenk von verkauften Gütern einfordern kann. Auch diese kann nur die Morgengabe u. nicht den Unterhalt von verkauften Gütern einfordern..", "Wie verkaufe sie sie? – R. Daniel b. R. Qaṭṭina sagte im Namen R. Honas, sie verkaufe für zwölf Monate, und der Käufer gebe ihr Unterhalt alle dreißig20Nicht den ganzen Betrag; verheiratet sie sich, so gebe er den Überschuß den Erben.Tage. R. Jehuda sagte, sie verkaufe für sechs Monate, und der Käufer gebe ihr Unterhalt alle dreißig Tage.", "Übereinstimmend mit R. Hona wird gelehrt: Sie verkaufe für zwölf Monate, und der Käufer gebe ihr Unterhalt alle dreißig Tage. Übereinstimmend mit R. Jehuda wird gelehrt: Sie verkaufe für sechs Monate, und der Käufer gebe ihr Unterhalt alle dreißig Tage.", "Amemar sagte: Die Halakha ist, sie verkaufe für sechs Monate, und der Käufer gebe ihr Unterhalt alle dreißig Tage. R. Aši sprach zu Amemar: Was ist mit der Ansicht R. Honas21Dieser ist ja anderer Ansicht.? Dieser erwiderte: Ich hörte sie nicht. Dies heißt, ich halte nichts davon.", "Sie fragten R. Šešeth : Kann sie, wenn sie [Güter] für den Unterhalt verkauft hat, diese für ihre Morgengabe22Vom Käufer, an den sie sie verkauft hat.wegnehmen?", "Diese Frage bezieht sich auf eine Lehre R. Josephs, denn R. Joseph sagte: Verkauft die Witwe23Güter des Verstorbenen für ihren Unterhalt, unter Übernahme der Haftbarkeit., so sind die Waisen haftbar, verkauft das Gericht, so sind die Waisen haftbar. Wie ist es nun:", "kann sie wegnehmen, da die Waisen haftbar sind, oder aber können sie zu ihr sagen: zugegeben, daß du keine Haftbarkeit für andere übernommen; hast, aber hast du etwa nicht Haftbarkeit für dich selber übernommen!?", "Dieser erwiderte: Ihr habt es gelernt: Sie fahre fort zu verkaufen24Wenn sie vom Nachlasse des Ehemannes verkauft, lasse sie soviel zurück.bis zum Betrage ihrer Morgengabe, damit sie gestützt auf das Zurückbleibende ihre Morgengabe einfordern könne. Schließe hieraus, daß sie es nur dann kann, wenn sie zurückläßt, sonst aber nicht. –", "Vielleicht lehrt er nur einen guten Rat, damit man sie nicht wortbrüchig heiße25Damit sie nicht in die Lage komme, ihren Käufern das Verkaufte wegnehmen zu müssen.!? – Wenn dem so wäre, so sollte er doch lehren: und fordere ihre Morgengabe vom Zurückbleibenden ein, wenn es aber ‘gestützt’ heißt, so ist hieraus zu entnehmen, nur wenn sie zurückläßt, sonst aber nicht.", "Sie fragten: Kann, wer [ein Grundstück] verkauft hat und das Geld nicht mehr26Wenn der Zweck des Verkaufes nicht mehr erreicht werden kann.braucht, den Verkauf rückgängig machen oder nicht? –", "Komm und höre: Einst verkaufte jemand Land an R. Papa, weil er das Geld brauchte, um dafür Ochsen zu kaufen; später brauchte er es nicht mehr, und R. Papa gab ihm das Land zurück. – R. Papa handelte innerhalb der Rechtslinie27Er verzichte auf sein Recht.. –", "Komm und höre: Einst war Dürre in Nehardea͑, und alle verkauften ihre Lusthäuser; als aber darauf Weizen eintraf, sprach R. Naḥman: Das Recht erheischt, die Lusthäuser ihren Eigentümern zurückzugeben. –", "Da beruhte der Verkauf auf einem Irrtum, denn es stellte sich heraus, daß das Schiff28Das den Weizen nach der Stadt brachte.in einer Bucht gelegen hatte29Es hatte keine Einfahrt zur Stadt; hätten die Bewohner dies gewußt, so würden sie überhaupt nicht verkauft haben.. –", "Wenn dem so ist, so ist es erklärlich, daß Rami b. Šemuél zu R. Naḥman sagte: Demnach legst du ihnen ein Hindernis30Wenn jemand etwas verkaufen will, findet er keinen Käufer.für die Zukunft! Dieser erwiderte: Nicht jeden Tag herrscht Dürre. Jener entgegnete: Freilich, in Nehardea͑ herrscht oft Dürre31Weil die Schiffe oft einzulaufen verhindert sind; somit aus dem Grunde, weil der Verkauf auf einem Irrtum beruhte..", "Die Halakha ist: wer verkauft hat und das Geld nicht braucht, kann den Verkauf rückgängig machen.", "ii EINE WITWE, OB NACH DER VERLOBUNG ODER NACH DER VERHEIRATUNG, VERKAUFE32Vermögensstücke des Verstorbenen; im 1. Falle für ihre Morgengabe, im 2. Falle auch für ihren Unterhalt.AUCH OHNE GERICHT.", "R. ŠIMO͑N SAGT, DIE NACH DER VERHEIRATUNG, DÜRFE AUCH OHNE GERICHT33Weil sie das Geld zum Unterhalt braucht u. auf den Zusammentritt des Gerichtes nicht warten kann.VERKAUFEN, DIE NACH DER VERLOBUNG, DÜRFE NUR VOR GERICHT VERKAUFEN, WEIL SIE KEINEN [ANSPRUCH AUF] UNTERHALT HAT, UND WER KEINEN [ANSPRUCH AUF] UNTERHALT HAT, NUR VOR GERICHT VERKAUFEN DARF34Da ihre Sache nicht eilt, muß sie gleich jedem anderen Gläubiger auf den Zusammentritt eines Gerichtshofes warten..", "GEMARA. Allerdings die nach der Verheiratung, wegen des Unterhaltes," ], [ "weshalb aber die nach der Verlobung? U͑la erwiderte: Wegen der Gunstbezeugung35Der Gatten gegeneinander; um den Frauen die Heirat nicht zu verleiden.. R. Joḥanan erwiderte: Weil niemand es wünscht, daß sich seine Frau bei Gericht herabsetze36Cf. S. 240 Anm. 136 mut. mut.. –", "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich einer Geschiedenen; nach demjenigen, der erklärt, wegen der Gunstbezeugung, ist Gunstbezeugung auch bei einer Geschiedenen zu berücksichtigen, und nach demjenigen, der erklärt, niemand wünsche, daß sich seine Frau bei Gericht herabsetze, achtet man bei einer Geschiedenen nicht darauf. –", "Es wird gelehrt: Eine Geschiedene darf nur vor Gericht verkaufen. Erklärlich ist dies nach demjenigen, der erklärt, niemand wünsche, daß sich seine Frau bei Gericht herabsetze, denn bei einer Geschiedenen achte man nicht darauf, nach demjenigen aber, der erklärt, wegen der Gunstbezeugung, ist ja die Gunstbezeugung auch bei einer Geschiedenen zu berücksichtigen!? –", "Hier ist die Ansicht R. Šimo͑ns37Nach dem auch die nach der Verlobung Verwitwete nur vor Gericht verkaufen darf, u. somit von der Gunstbezeugung nichts hält.vertreten. –", "Die Ansicht R. Šimo͑ns lehrt er ja schon vorangehend: die nach der Verlobung, dürfe nur &c. verkaufen!? –", "Man könnte glauben, dies gelte nur von einer Witwe nach der Verlobung, bei der die Gunstbezeugung nur gering38Die eigentliche Gunstbezeugung ist erst bei der Verheiratung zu berücksichtigen.ist, bei einer Geschiedenen aber, bei der die Gunstbezeugung bedeutend39Dies wird bei der Heirat berücksichtigt u. die später erfolgte Scheidung ist ohne Einfluß darauf.ist, sei die Gunstbezeugung zu berücksichtigen. –", "Auch von dieser wurde es ja bereits gelehrt: wer keinen [Anspruch auf] Unterhalt hat, und dies schließt wohl die Geschiedene ein!? –", "Nein, dies schließt ein, die geschieden und nicht [vollständig] geschieden40Wenn die Gültigkeit der Scheidung zweifelhaft ist; cf. Git. Fol. 72a.ist. Dies nach R. Zera, denn R. Zera sagte: In allen Fällen, von denen sie sagten, sie sei geschieden und nicht geschieden, ist der Ehemann zu ihrem Unterhalte verpflichtet. –", "Komm und höre: Wie sie ohne Gericht verkaufen darf, ebenso dürfen ihre Erben, die ihre Morgengabe erben, ohne Gericht verkaufen. Erklärlich ist dies nach demjenigen, der erklärt, niemand wünsche, daß sich seine Frau bei Gericht herabsetze, denn wie er nicht wünscht, daß sich seine Frau herabsetze, ebenso wünscht er nicht, daß sich ihre Erben herabsetzen, nach demjenigen aber, der erklärt, wegen der Gunstbezeugung: welche Gunstbezeugung ist bei den Erben zu berücksichtigen41Es sind ja Männer, u. bei diesen ist der ob. Anm. 35 angegebene Grund nicht zu berücksichtigen.!? – U͑la erklärte, wenn ihre Tochter oder ihre Schwester sie beerbt.", "iii VERKAUFT [DIE WITWE] IHRE MORGENGABE ODER EINEN TEIL DERSELBEN, VERPFÄNDET SIE IHRE MORGENGABE ODER EINEN TEIL DERSELBEN, SCHENKT SIE IHRE MORGENGABE ODER EINEN TEIL DERSELBEN EINEM ANDEREN, SO DARF SIE DEN REST42Des Nachlasses, für ihre Zulage (ob. Fol. 54b).NUR VOR GERICHT VERKAUFEN; DIE WEISEN SAGEN, SIE VERKAUFE43Das für ihre Morgengabe bestimmte Grundstück.AUCH VIER- UND FÜNFMAL, UND VERKAUFE [WÄHRENDDESSEN] AUCH FÜR IHREN UNTERHALT OHNE GERICHT, INDEM SIE SCHREIBE: ICH HABE FÜR DEN UNTERHALT44Dies als guter Rat, wie ob. Col. a.VERKAUFT. ELNE GESCHIEDENE DARF NUR VOR GERICHT VERKAUFEN.", "GEMARA. Unsere Mišna vertritt die Ansicht R. Šimo͑ns, denn es wird gelehrt: Verkauft sie ihre Morgengabe, verpfändet sie ihre Morgengabe, oder verhypotheziert sie ihre Morgengabe einem anderen, so hat sie keinen [Anspruch auf] Unterhalt – so R. Meír. R. Šimo͑n sagt, auch wenn sie nur die Hälfte ihrer Morgengabe verkauft oder verpfändet, verliere sie den [Anspruch auf] Unterhalt. –", "Demnach ist R. Šimo͑n der Ansicht, wir sagen nicht, ein Teil des Betrages gleiche dem ganzen Betrage, und sind die Rabbanan der Ansicht, wir sagen, ein Teil des Betrages gleiche dem ganzen Betrage;", "aber sie lehren ja entgegengesetzt!? Es wird nämlich gelehrt :45Lev. 21,13.Er soll eine Frau mit ihrer Jungfernschaft nehmen, ausgenommen die Mannbare46Cf. Bd. IV S. 516 Anm. 207. Eine solche darf der Hochpriester nicht heiraten., deren Jungfernschaft reduziert ist – so R. Meír; R. Elea͑zar und R. Šimo͑n erlauben die Mannbare47Nach RM. (identisch mit den Rabbanan od. Weisen, Hör. 13b) gilt die reduzierte Jungfernschaft nicht als Jungfernschaft, nach RŠ. aber wohl.. –", "Da streiten sie über den Sinn des Schriftverses. R. Meír erklärt: Jungfrau, [würde bedeuten,] wenn sie einen Teil der Jungfernschaft hat; ihre Jungfernschaft; wenn sie die Jungfernschaft vollständig48Hierauf deutet das Suffix.hat; mit ihrer Jungfernschaft, natürlicherweise49Cf. Bd. IV S. 517 Anm. 220.und nicht widernatürlicherweise.", "R. Elea͑zar und R. Šimo͑n aber erklären: Jungfrau, eine vollständige Jungfrau; ihre Jungfernschaft, auch ein Teil der Jungfernschaft50Dies schließt ausdrücklich die Mannbare ein, u. zwar ist dies deshalb nötig, weil sonst ein Teil nicht als Ganzes gilt.;" ], [ "mit ihrer Jungfernschaft, wenn ihre Jungfernschaft vollständig ist, ob natürlicherweise oder widernatürlicherweise51Auch wenn die Beiwohnung in letzterer Weise erfolgt ist, ist sie dem Hochpriester verboten..", "Einst hatte eine Frau einen silbernen Becher für ihre Morgengabe eingehascht52Bei Lebzeiten ihres Mannes; der Becher reichte jed. nicht für den ganzen Betrag.und verlangte Unterhalt. Als sie vor Raba kam, sprach er zu den Waisen : Geht und gebt ihr Unterhalt. Niemand beachtet die Ansicht R. Šimo͑ns, welcher sagt, wir sagen nicht, ein Teil des Betrages gleiche dem ganzen Betrage.", "Rabba, der Sohn Rabas, ließ R. Joseph fragen : Ist, die ohne Gericht verkauft53Vom Nachlasse ihres Mannes, für ihren Unterhalt.hat, zur Eidesleistung54Daß sie nicht mehr als ihr zusteht eingenommen hat.verpflichtet oder ist sie nicht zur Eidesleistung verpflichtet? – Du solltest doch hinsichtlich der Bekanntmachung55Ob dies erforderlich ist, wie beim Verkaufe durch das Gericht.fragen !?", "Jener erwiderte: Hinsichtlich der Bekanntmachung ist es mir nicht fraglich. R. Zera sagte nämlich im Namen R. Naḥmans, eine Witwe, die für sich selber geschätzt56Wenn sie ein von ihrem Manne hinterlassenes Grundstück nach eigener Schätzung für ihre Morgengabe käuflich erworben hat., habe nichts ausgerichtet.", "In, welchem Falle: ist eine Bekanntmachung erfolgt, wieso hat sie nichts ausgerichtet? Doch wohl, wenn keine Bekanntmachung erfolgt ist, und zwar hat sie nur dann nichts ausgerichtet, wenn sie für sich selber geschätzt hat, wenn aber für andere, so ist, was sie getan, gültig. –", "Tatsächlich, wenn eine Bekanntmachung erfolgt ist, denn man spricht zu ihr : wer beauftragte dich zur Schätzung56Sie hatte keinen Auftrag vom Gerichte noch von den Erben, somit bleibt das Grundstück im Besitze der Erben; dagegen aber ist sie gerichtlich befugt, an andere zu verkaufen..", "So ereignete es sich einst, daß man jemand Waisen gehörende Korallen57So richtig nach A͑rukh; nach den Ausgaben כיסתא, Viehfutter.in Verwahrung gab, und er schätzte sie für sich selber auf vierhundert Zuz; später stieg ihr Wert auf sechshundert.", "Als er hierauf zu R. Ami kam, sprach er zu ihm : Wer beauftragte dich zur Schätzung58Cf. Anm. 56 mut. mut.?", "Die Halakha ist, sie ist zur Eidesleistung verpflichtet und benötigt nicht der Ausbietung.", "iv WENN DIE MORGENGABE EINER WITWE ZWEIHUNDERT [ZUZ] BETRÄGT UND SIE [EIN GRUNDSTÜCK] IM WERTE EINER MINE FÜR ZWEIHUNDERT ODER EINES IM WERTE VON ZWEIHUNDERT FÜR EINE MINE VERKAUFT, SO IST IHRE MORGENGABE ABGEGOLTEN.", "WENN IHRE MORGENGABE EINE MINE BETRÄGT UND SIE EINES IM WERTE VON EINER MINE UND EINEM DENAR FÜR EINE MINE VERKAUFT, SO IST59Da sie über einen Teil desselben kein Verfügungsrecht hat.IHR VERKAUF NICHTIG; UND SELBST WENN SIE SAGT, SIE WOLLE DEN ERBEN DEN DENAR ZURÜCKGEBEN, IST IHR VERKAUF NICHTIG.", "R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT, IHR VERKAUF SEI IMMER GÜLTIG60Sie hat die Differenz zu ersetzen., ES SEI DENN, DASS VON EINEM FELDE EINE FLÄGHE VON NEUN KAB ODER VON EINEM GARTEN EINE FLÄCHE VON EINEM HALBEN KAB, NACH DER ANSICHT R. A͑QIBAS, VON EINEM VIERTEL[KAB AUSSAAT61Nur bei diesem Umfange ist die Bestellung des Grundstückes der Mühe wert; cf. Bb. Fol. 11a.] ZURÜCKGEBLIEBEN62Falls sie nicht unter dem Werte verkauft hätte, od. wenn die Differenz soviel beträgt.WÄRE.", "WENN IHRE MORGENGABE VIERHUNDERT ZUZ BETRÄGT UND SIE AN EINEN FÜR EINE MINE, AN EINEN ANDEREN FÜR EINE MINE, AN DEN LETZTEN ABER ETWAS IM WERTE VON EINER MINE UND EINEM DENAR FÜR EINE MINE VERKAUFT, SO IST DER VERKAUF AN DEN LETZTEM NICHTIG UND AN DIE ANDEREN GÜLTIG.", "GEMARA. Wenn etwas im Werte von zweihundert [Zuz] für eine Mine, wohl deshalb, weil man zu ihr sagt: du hast dir selber den Schaden zugefügt, somit sollte auch sie, wenn etwas im Werte einer Mine für zweihundert, sagen: ich habe den Gewinn erzielt!?", "R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha:" ], [ "Damit lehrt Rabbi, alles dem Eigentümer63Wenn der Beauftragte vorteilhaft einkauft, gehört der Gewinn dem Eigentümer des Geldes; ebenso gehört hierbei der Gewinn dem Eigentümer des Grundstückes.des Geldes. Es wird nämlich gelehrt: Gab man ihm64Einem Boten, der Eßwaren für mehrere Personen einholt.eines mehr, so gehört alles dem Boten – so R. Jehuda; R. Jose sagt, alles gehöre dem Eigentümer des Geldes. –", "Es wird ja aber gelehrt: R. Jose sagt, sie teilen!? Rami b. Ḥama erwiderte: Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn die Sache einen festen Preis65Wie Eßwaren, die nach Maß u. Zahl verkauft werden; erhält der Bote eines mehr, so ist es sicherlich ein Geschenk für ihn selber.hat, und das andere, wenn sie keinen festen Preis66Wie Gebrauchsgegenstände od. Kräuter, die nach Augenmaß verkauft werden; es ist anzunehmen, daß der Verkäufer einen niedrigeren Preis berechnet hat.hat.", "R. Papa sagte: Daher67So besser nach Handschriften; vgl. Tosaphoth zSt.teilen sie, wenn die Sache einen festen Preis hat, und gehört alles dem Eigentümer des Geldes, wenn sie keinen festen Preis hat. – Was lehrt er uns damit? – Daß unsere Erklärung eine zutreffende Erklärung ist.", "Sie fragten: Wie ist es, wenn er [zum Beauftragten] gesagt hat, daß er für ihn ein Lethekh68Getreidemaß (½ Kor); ein Feld in der Größe von diesem Quantum Aussaat.verkaufe, und er ein Kor verkauft hat: erweiterte er seinen Auftrag, sodaß [der Käufer] ein Lethekh auf jeden Fall erwirbt, oder übertrat er seinen Auftrag, sodaß dieser auch das Lethekh nicht erwirbt?", "R. Ja͑qob aus Nehar Peqod erwiderte im Namen Rabinas: Komm und höre: Wenn jemand zu seinem Beauftragten gesagt hat, daß er seinen Gästen ein Stück69Vom heiligem Fleische, das Laien zum Genüsse verboten ist; der Genuß gilt als Veruntreuung am Geheiligten; cf. Lev. 5,14ff.vorsetze, und dieser ihnen zwei angeboten, und sie drei genommen haben, so haben sie alle die Veruntreuung begangen.", "Erklärlich ist es, daß der Eigentümer eine Veruntreuung begangen hat, wenn du sagst, [der Beauftragte] habe seinen Auftrag erweitert, wieso aber hat der Eigentümer eine Veruntreuung begangen, wenn du sagst, er habe seinen Auftrag übertreten, wir haben ja gelernt, daß, wenn der Beauftragte seinem Auftrage gemäß70Eine Handlung zu begehen, die sich als Veruntreuung am Geheiligten herausstellt.gehandelt hat, der Eigentümer die Veruntreuung begangen hat, und wenn er nicht seinem Auftrag gemäß gehandelt hat, der Beauftragte die Veruntreuung begangen hat!? –", "Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er zu ihnen gesagt hat, daß sie eines auf Wunsch des Eigentümers und eines auf seinen eignen Wunsch nehmen mögen, und sie drei genommen haben. –", "Komm und höre: Wenn ihre Morgengabe eine Mine beträgt und sie eines im Werte von einer Mine und einem Denar für eine Mine verkauft, so ist ihr Verkauf nichtig.", "Doch wohl in dem Falle, wenn sie eines im Werte von einer Mine und einem Denar für eine Mine und einen Denar verkauft; unter ‘für eine Mine’ ist zu verstehen: für ihre71Die sie zu erhalten hat.Mine, und unter ‘selbst’ ist zu verstehen: selbst wenn sie sagt, sie wolle den Erben den Denar Grundbesitz72Was sie zuviel verkauft hat.zurückgeben, und er lehrt, ihr Verkauf sei73Ebenso ist im fraglichen Falle der Verkauf des einen Lethekh nichtig.nichtig.", "R. Hona, Sohn des R. Nathan, erwiderte: Nein, wenn sie unter Preis verkauft74Der Verkauf beruht auf einem Irrtum.. –" ], [ "Wenn aber der Schlußsatz [vom Verkaufe] unter Preis spricht, so spricht ja der Anfangsatz nicht vom Verkaufe unter Preis!? Der Schlußsatz lehrt nämlich: wenn ihre Morgengabe vierhundert Zuz beträgt und sie an einen für eine Mine, an einen anderen für eine Mine, an den letzten aber etwas im Werte von einer Mine und einem Denar für eine Mine verkauft, so ist der Verkauf an den letzten nichtig und an die anderen gültig. –", "Nein, der Anfangsatz und der Schlußsatz sprechen beide [vom Verkaufe] unter Preis, [der Schlußsatz] aber lehrt uns folgendes: nur wenn sie das der Waisen75Das letzte Feld, sodaß der Schaden nur die Waisen trifft.unter Preis [verkauft], wenn aber ihres76Eines der ersteren Felder, sodaß sie noch zu fordern hat., so ist der Verkauf gültig77Da es beim Verkaufe von Grundstücken auf beiden Seiten keine Übervorteilung gibt; cf. Bm. Fol. 56a.. –", "Dies geht ja schon aus dem Anfangsatze hervor: wenn ihre Morgengabe zweihundert [Zuz] beträgt und sie [ein Grundstück] im Werte einer Mine für zweihundert oder eines im Werte von zweihundert für eine Mine verkauft, so ist ihre Morgengabe abgegolten!? –", "Man könnte glauben, nur da, wo sie dadurch vollständig aus dem Hause78Sie hat keine Forderung mehr. scheidet, hierbei aber berücksichtige man bei der ersten Mine die letzte79Man könnte glauben, auch der Verkauf an den letzten sei gültig. Mine, so lehrt er uns.", "Manche sagen: Dies ist nicht fraglich; wenn er zu ihm gesagt hat, daß er für ihn ein Lethekh verkaufe und er ein Kor verkauft hat, so erweitere er entschieden seinen Auftrag,", "fraglich ist nur der Fall, wenn er zu ihm gesagt hat, daß er für ihn ein Kor verkaufe, und er ein Lethekh verkauft hat: sagen wir, er könne zu ihm sagen: ich habe zu deinem Vorteile gehandelt, denn wenn du das Geld nicht brauchst, kannst du nicht mehr zurücktreten80Dagegen aber kann er den noch nicht verkauften Teil noch immer verkaufen.,", "oder aber kann jener erwidern: es ist mir nicht genehm, daß viele Scheine auf mich zirkulieren.", "R. Ḥanina aus Sura erwiderte: Komm und höre: Wenn jemand einem einen Golddenar81Eigentum des Heiligtums; vgl. Anm. 69.gegeben und zu ihm gesagt hat, daß er für ihn ein Hemd hole, und dieser ihm für drei [Sela]821 D. = 6 S.ein Hemd und für drei ein Obergewand geholt hat, so haben beide die Veruntreuung begangen.", "Erklärlich ist es, daß der Eigentümer eine Veruntreuung begangen hat, wenn du sagst, der Beauftragte habe in einem solchen Falle seinen Auftrag ausgeführt und ihn nur erweitert, wieso aber hat er eine Veruntreuung begangen, wenn du sagst, dieser habe seinen Auftrag übertreten!? –", "Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er ihm eines im Werte von sechs für drei geholt83Er hat somit seinem Auftrage gemäß eines im Werte von 6 geholt.hat. –", "Wieso hat demnach der Beauftragte eine Übertretung begangen!? – Wegen des Obergewandes. –", "Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären : R. Jehuda sagt, auch in diesem Falle habe der Eigentümer keine Veruntreuung begangen, weil er sagen kann: ich wünschte ein großes Hemd, du aber holtest mir ein Hemd, klein und schlecht84Falls er ihm eines im Werte von 6 holt, ist dieser Vorwurf nicht angebracht.. –", "‘Schlecht’ heißt schlecht hinsichtlich des Kaufpreises, denn er kann zu ihm sagen: hättest du mir eines für sechs geholt, so würde es erst recht zwölf85Wer billig verkauft, tut dies bei einem größeren Betrage erst recht.wert sein.", "Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: R. Jehuda pflichtet bei, daß beim [Kaufe von] Erbsen beide die Veruntreuung begangen haben," ], [ "denn Erbsen werden für einen Sela͑ wie für einen Peruṭa86Sie werden auch bei größeren Quantitäten nicht billiger verkauft.gekauft. Schließe hieraus. –", "In welchem Falle: wenn in einer Ortschaft, da man sie nach Augenmaß verkauft, so kauft ja, wer einen [ganzen] Sela͑ zahlt, billiger87Da nicht genau gemessen wird, erhält, wer für einen größeren Betrag kauft, reichlicher zugemessen.!?", "R. Papa erwiderte: In einer Ortschaft, da man sie nach Mesten88Das im Texte gebrauchte כנא ist wohl Name eines Hohlmaßes; vieil, das syr. כדנא Krüglein, Gefäß mit schmaler Mündung.verkauft, und [der Verkäufer zum Käufer] sagt: die Meste um eine Peruṭa. –", "Komm und höre: Wenn ihre Morgengabe vierhundert Zuz beträgt und sie an einen für eine Mine, an einen anderen für eine Mine, an den letzten aber etwas im Werte von einer Mine und einem Denar für eine Mine verkauft, so ist der Verkauf an den letzten nichtig und an die anderen gültig89Sie hat an die ersteren weniger als beauftragt (dh. berechtigt) verkauft, u. der Verkauf ist gültig.. –", "Wie R. Šiša, Sohn des R. Idi, erklärt90Folgt weiter.hat, bei kleinen Stückchen Land, ebenso hierbei, bei kleinen Stückchen Land91Wenn sie nicht Teile eines größeren Feldes, sondern kleinere Felder einzeln verkauft; ihre Befugnis erstreckt sich auf die einzelnen Verkäufer..", "Selbstverständlich ist der Fall, wenn er92Jemand zu seinem Beauftragten, den er mit dem Verkaufe seines Grundstückes beauftragt.an einen und nicht an zwei’ gesagt hat, denn er sagte: an einen und nicht93Der Verkauf ist ungültig, da er ausdrücklich bekundete, daß er nicht mehrere Verkaufsurkunden haben wollte.an zwei; wie ist es aber, wenn er nur ‘an einen’ gesagt hat?", "R. Hona sagte : An einen, nicht aber an zwei. R. Ḥisda und Rabba b. Hona sagten : An einen, auch an zwei; an einen, auch an hundert.", "Einst traf R. Naḥman in Sura ein, und R. Ḥisda und Rabba b. R. Hona besuchten ihn. Da fragten sie ihn, wie es sich in einem solchen Falle verhalte. Er erwiderte ihnen: An einen, auch an zwei; an einen, auch an hundert.", "Jene fragten: Auch wenn der Beauftragte sich geirrt94Und zu billig verkauft hat, ob auch dann der Verkauf gültig ist.hat? Dieser erwiderte: Von dem Falle, wenn der Beauftragte sich geirrt hat, spreche ich nicht. Jene entgegneten: Der Meister sagte ja, bei Grundstücken gebe es keine Übervorteilung95Weder für den Käufer noch für den Verkäufer.!? –", "Dies nur, wenn der Eigentümer sich geirrt hat, wenn aber der Beauftragte sich geirrt hat, kann jener zu ihm sagen: ich habe dich zum Nutzen beauftragt, nicht zum Schädigen. –", "Woher entnimmst du, daß zwischen Beauftragtem und Eigentümer zu unterscheiden sei? –", "Wir haben gelernt: Wenn jemand zu seinem Beauftragten gesagt hat, daß er gehe und für ihn die Hebe absondere, so sondere er sie nach dem Wunsche des Hausherrn96Nach dem Grade seiner Freigebigkeit, da hierfür kein Quantum festgesetzt ist.ab, und wenn er den Wunsch des Hausherrn nicht kennt, so sondere er ein Fünfzigstel mittelmäßiges97Cf. Bd. I S. 368 Anm. 4.ab ; hat er um zehn weniger oder um zehn mehr abgesondert, so ist seine Absonderung gültig.", "Vom Hausherrn aber wird gelehrt, daß, wenn er die Hebe abgesondert und in seine Hand sogar ein Zwanzigstel gekommen ist, seine Absonderung gültig98Während es beim Beauftragten nur um 10 schwanken u. ein Vierzigstel nicht übersteigen darf.sei. –", "Komm und höre: Wenn ihre Morgengabe vierhundert Zuz beträgt und sie an einen für eine Mine, an einen anderen für eine Mine, an den letzten aber etwas im Werte von einer Mine und einem Denar für eine Mine verkauft, so ist der Verkauf an den letzten nichtig und an die anderen99Sie darf also an mehrere Personen verkaufen.gültig.", "R. Šiša, Sohn des R. Idi, erwiderte: Bei kleinen Stückchen Land91Wenn sie nicht Teile eines größeren Feldes, sondern kleinere Felder einzeln verkauft; ihre Befugnis erstreckt sich auf die einzelnen Verkäufer..", "v WENN DIE RICHTER BEI DER SCHÄTZUNG100Des Nachlasses zur Auszahlung der Morgengabe.EIN SECHSTEL ZU NIEDRIG ODER EIN SECHSTEL ZU HOCH ANGESETZT HABEN, SO IST IHR VERKAUF NICHTIG;", "R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT, IHR VERKAUF SEI GÜLTIG, DENN WORIN BESTÄNDE SONST DIE MACHT DES GERICHTES? HABEN SIE ABER EINE PRÜFUNGSURKUNDE101Eine Bestätigung des Gerichtes, daß der Verkauf öffentlich bekannt gemacht wurde, sodaß die Kauflustigen den Taxpreis prüfen konnten.AUSGESTELLT, SO IST, SELBST WENN SIE ETWAS IM WERTE EINER MINE FÜR ZWEIHUNDERT [ZUZ] ODER ETWAS IM WERTE VON ZWEIHUNDERT [ZUZ] FÜR EINE MINE VERKAUFT HABEN, IHR VERKAUF GÜLTIG.", "GEMARA. Sie fragten: Wem gleicht ein Beauftragter102Hinsichtl. des Irrtums beim Verkaufe, ob der Witwe, deren Verkauf schon beim kleinsten Irrtume nichtig ist, od. den Richtern, bei denen dies erst bei einem Sechstel erfolgt.? -" ], [ "Raba sagte im Namen R. Naḥmans, ein Beauftragter gleiche den Richtern, und R. Šemuél b. Bisna sagte im Namen R. Naḥmans, er gleiche der Witwe.", "Raba sagte im Namen R. Naḥmans, ein Beauftragter gleiche den Richtern, denn wie die Richter es nicht für sich selber tun, ebenso tut es ein Beauftragter nicht für sich selber, während die Witwe es für sich selber tut.", "R. Šemuél b. Bisna sagte im Namen R. Naḥmans, er gleiche der Witwe, denn wie die Witwe es allein tut, ebenso tut es der Beauftragte allein, während das Gericht aus einer Gesamtheit besteht. Die Halakha ist, ein Beauftragter gleicht der Witwe. –", "Womit ist dies anders als der Fall der folgenden Lehre: Wenn jemand zu seinem Beauftragten sagt, daß er gehe und für ihn die Hebe absondere, so sondere er sie nach Wunsch des Hausherrn ab, und wenn er den Wunsch des Hausherrn nicht kennt, so sondere er ein Fünfzigstel mittelmäßiges ab; hat er um zehn weniger oder um zehn mehr abgesondert, so ist seine Absonderung gültig103Auch bei einer Schwankung bis zu einem Fünftel.!? –", "Da kann er, da manche mit scheelem Auge und manche mit günstigem Auge absondern, zu ihm sagen: so habe ich dich eingeschätzt, hier aber liegt ja ein Irrtum vor, und jener kann, zu ihm sagen: du solltest dich nicht irren.", "R. Hona b. Ḥanina sagte im Namen R. Naḥmans : Die Halakha ist wie die Weisen. – Hält denn R. Naḥman nichts von der Macht des Gerichtes, R. Naḥman sagte ja im Namen Šemuéls: Wenn Waisen die Güter ihres Vaters teilen wollen, so stellt ihnen das Gericht Vormünder, die ihnen einen guten Teil104Jeder Vormund hat das Interesse seines Mündels wahrzunehmen.heraussuchen ; werden sie großjährig, so können sie Einspruch erheben. In seinem eigenen Namen aber sagte R. Naḥman, sie können, wenn sie großjährig sind, keinen Einspruch erheben, denn worin bestände sonst die Macht des Gerichtes!? –", "Das ist kein Einwand; das eine, wenn es sich geirrt105Der Verkauf ist dann nichtig.hat, und das! andere, wenn es sich nicht geirrt hat. –", "Weshalb sollten sie, wenn es sich nicht geirrt hat, Einspruch erheben!? – Wegen der Lage106Wenn beispielsweise bei der Teilung ihr angrenzender Besitz nicht berücksichtigt worden ist..", "Als R. Dimi kam, erzählte er : Einst entschied Rabbi nach den Weisen. Da sprach Proṭo, Sohn des R. Elea͑zar b. Proṭo, Sohnessohn R. Proṭo des Großen, vor ihm: Worin besteht demnach die Macht des Gerichtes!? Da widerrief Rabbi die Entscheidung.", "So lehrte es R. Dimi, R. Saphra aber lehrte es wie folgt: Einst wollte Rabbi nach den Weisen entscheiden, da sprach Proṭo, Sohn des R. Elea͑zar b. Proṭo, Sohnessohn R. Proṭo des Großen, vor ihm: Worin besteht demnach die Macht des Gerichtes!? Da unterließ Rabbi diese Entscheidung.", "Es wäre anzunehmen, daß ihr Streit in folgendem besteht: einer ist der Ansicht, wenn er sich in einer Lehre geirrt hat, widerrufe er [die Entscheidung], und einer ist der Ansicht, er widerrufe sie nicht. –", "Nein, alle sind der Ansicht, wenn er sich in einer Lehre geirrt hat, widerrufe er [die Entscheidung], nur ist einer der Ansicht, das Ereignis habe sich so zugetragen, und einer ist der Ansicht, das Ereignis habe sich so zugetragen.", "R. Joseph sagte: Verkauft die Witwe, so haften107Wenn andere Anspruch auf das verkaufte Grundstück erheben.die Waisen, verkauft das Gericht, so haften die Waisen108Da sie für die Morgengabe haftbar sind u. der Verkauf auf ihre Veranlassung erfolgt ist.. –", "Selbstverständlich!? –", "Von der Witwe ist dies [zu lehren] nicht nötig, nötig ist es nur vom Gerichte; man könnte glauben," ], [ "wer vom Gerichte kauft, kaufe gestützt auf die Kundwerdung109Der Verkauf wird vorher öffentlich bekannt gemacht, u. wer keinen Anspruch erhebt, verzichtet auf die Haftung., so lehrt er uns.", "R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT &C. Bis wieviel? R. Hona b. Jehuda erwiderte im Namen des R. Šešeth: Bis zur Hälfte.", "Desgleichen wird gelehrt : R. Šimo͑n b. Gamliél sagte : Wenn das Gericht etwas im Werte von zweihundert [Zuz] für eine Mine oder etwas im Werte einer Mine für zweihundert verkauft, so ist der Verkauf gültig.", "Amemar sagte im Namen R. Josephs: Wenn das Gericht ohne Bekanntmachung verkauft, so ist dies ebenso, als würde es sich in einer Lehre geirrt haben, und es widerrufe es. –", "Wieso ebenso, es hat sich ja wirklich geirrt, denn wir haben gelernt, die Schätzung des Waisengutes währe dreißig Tage110Wenn das Gericht bezw. der Schatzmeister diesen gehörige Grundstücke verkauft, so müssen sie 30 bezw. 60 Tage vorher ausgeboten werden.und des Heiligtums110Wenn das Gericht bezw. der Schatzmeister diesen gehörige Grundstücke verkauft, so müssen sie 30 bezw. 60 Tage vorher ausgeboten werden.sechzig Tage, und die Ausbietung müsse morgens und abends erfolgen!? –", "Hieraus könnte man entnehmen, dies gelte nur vom Beauftragten, nicht aber vom Gerichte, so lehrt er uns.", "R. Aši richtete an Amemar folgenden Einwand: Wenn die Richter bei der Schätzung ein Sechstel zu niedrig oder ein Sechstel zu hoch angesetzt haben, so ist ihr Verkauf nichtig. Wenn aber den richtigen Wert, so ist ihr Verkauf gültig. Doch wohl, wenn keine Ausbietung erfolgt ist!? – Nein, wenn eine Ausbietung erfolgt ist. –", "Wenn aber der Schlußsatz von dem Falle spricht, wenn eine Ausbietung erfolgt ist, so spricht ja der Anfangsatz von dem Falle, wenn keine Ausbietung erfolgt ist!? Im Schlußsatze wird nämlich gelehrt: Haben sie aber eine Prüfungsurkunde ausgestellt, so ist, selbst wenn sie etwas im Werte einer Mine für zweihundert [Zuz] oder etwas im Werte von zweihundert [Zuz] für eine Mine verkauft haben, ihr Verkauf gültig. –", "Vielmehr, tatsächlich, wenn keine Ausbietung erfolgt ist, dennoch ist dies kein Einwand; eines gilt von Dingen, über die eine Ausbietung zu erfolgen hat, und eines gilt von Dingen, über die keine Ausbietung zu erfolgen hat.", "Über folgende Dinge hat keine Ausbietung zu erfolgen : Sklaven, Mobilien und Schuldscheine. Sklaven deshalb, weil sie es erfahren und entfliehen; Mobilien und Schuldscheine, weil sie gestohlen werden könnten.", "Wenn du willst, sage ich: eines gilt von Anlässen, bei denen eine Ausbietung erfolgt, und eines gilt von Anlässen, bei denen keine Ausbietung erfolgt.", "Die Nehardee͑nser sagten nämlich.: Für Kopfsteuer, Unterhalt und Beerdigung111Unaufschiebbare Fälle, wobei das Geld sofort nötig ist.verkaufe man112Güter der Waisen.ohne Ausbietung.", "Wenn du aber willst, sage ich: eines gilt von Orten, da eine Ausbietung erfolgt, und eines gilt von Orten, da keine Ausbietung erfolgt. R. Naḥman sagte nämlich : In Nehardea͑ wurde nie eine Prüfungsurkunde ausgestellt.", "Sie glaubten, weil sie da in der Schätzung kundig waren, da sprach R. Joseph b. Minjomi zu ihnen : Mir wurde von R. Naḥman erklärt, weil man [die Käufer] ‘Auktionswucherer’ nannte113Wörtl. Leute, die Ausbietungsgut verzehren; sie nutzen die Notlage der Waisen od. Schuldner aus, um ihre zwangsweise verkauften Güter billig zu kaufen..", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, Mobilien der Waisen schätze man und verkaufe sie114Nach dem Tode ihres Vaters, damit sie nicht verderben.sofort. R. Ḥisda sagte im Namen Abimis, man verkaufe sie auf den Märkten.", "Sie streiten aber nicht; eines, wenn der Markt nahe ist, eines, wenn der Markt fern ist.", "R. Kahana hatte in seinem Besitze Met der Waise R. Mešaršeja b. Ḥilqaj und er hielt ihn bis zum Feste, indem er sagte: Wenn er auch zu gähren anfängt, so bringt er dann trotzdem einen besseren Preis.", "Rabina hatte in seinem Besitze Wein der Waise Rabina des Kleinen, des Sohnes seiner Schwester, und auch eigenen Wein, den er nach Sikhra bringen wollte.", "Da kam er zu R. Aši und fragte ihn, ob er jenen mitnehmen115Um ihn da zu verkaufen; ob er ihn den Fährnissen des Schiffstransportes aussetzen dürfe.dürfe. Dieser erwiderte: Geh, er ist nicht bevorzugter als deiner.", "vi DIE WEIGERUNGSERKLÄRENDE, DIE ZWEITGRADIG INZESTUÖSE116Cf. Jab. Fol. 21a.UND DIE STERILE ERHALTEN KEINE MORGENGABE NOCH DEN FRUCHTGENUSS117Den Ersatz für die Nutznießung ihres Vermögens seitens des Ehemannes.NOCH UNTERHALT NOCH DIE ABGETRAGENEN118Ersatz für die von ihr eingebrachten u. von ihm abgenutzten Kleider.KLEIDER.", "HAT ER SIE VON VORNHEREIN ALS STERILE GENOMMEN, SO ERHÄLT SIE DIE MORGENGABE.", "IST EINE WITWE MIT EINEM HOCHPRIESTER, EINE GESCHIEDENE ODER EINE ḤALUÇA MIT EINEM GEMEINEN PRIESTER, EIN HURENKIND ODER EINE NETHINA MIT EINEM JISRAÉLITEN ODER EINE JISRAÉLITIN MIT EINEM NATHIN ODER EINEM HURENKINDE [VERHEIRATET], SO ERHÄLT SIE DIE MORGENGABE119Obgleich die Ehe verboten ist..", "GEMARA. Rabh lehrte, die durch Scheidebrief entlassene Minderjährige erhalte nicht die Morgengabe, und um so weniger die Weigerungserklärende;", "Šemuél lehrte, die Weigerungserklärende erhalte nicht die Morgengabe, die durch Scheidebrief entlassene [Minderjährige] er halte wohl die Morgengabe.", "Šemuél vertritt hierbei seine Ansicht, denn Šemuél sagte: Die Weigerungserklärende erhält keine Morgengabe, die durch Scheidebrief entlassene [Minderjährige] erhält die Morgengabe;", "die Weigerungserklärende ist für die Brüder120Den nächsten Verwandten des Ehemannes, denen seine Frau verboten ist.nicht untauglich, auch nicht für Priester121Die keine Geschiedene heiraten dürfen.untauglich, die durch Scheidebrief entlassene [Minderjährige] ist für die Brüder untauglich, auch für Priester untauglich.", "Die Weigerungserklärende braucht keine drei Monate122Die eine Geschiedene bis zur Eingehung einer neuen Ehe warten muß.zu warten," ], [ "die durch Scheidebrief entlassene [Minderjährige] muß drei Monate warten. –", "Was lehrt er uns damit, dies alles haben wir ja bereits gelernt: erklärte sie ihrem Manne die Weigerung, so sind ihm ihre Verwandten und ist sie seinen Verwandten erlaubt, auch ist sie für Priester nicht untauglich; gab er ihr einen Scheidebrief, so sind ihm ihre Verwandten und ist sie seinen Verwandten verboten, auch ist sie für Priester untauglich!? –", "Nötig ist die Lehre, sie müsse drei Monate warten, was wir nicht gelernt haben.", "Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaím streiten: R. Elie͑zer sagt, die Handlung einer Minderjährigen sei wirkungslos, ihr Ehemann habe kein Anrecht auf ihren Fund, ihre Händearbeit und die Aufhebung123Cf. Num. 30,7ff.ihrer Gelübde, er beerbe sie nicht und er verunreinige sich nicht124An ihrer Leiche, falls er Priester ist.an ihr. Die Norm ist: sie gilt in keiner Hinsicht als seine Frau, nur daß sie125Um einen anderen heiraten zu dürfen.der Weigerungserklärung benötigt.", "R. Jehošua͑ sagt, die Handlung einer Minderjährigen sei wirksam, ihr Ehemann habe Anrecht auf ihren Fund, ihre Händearbeit und die Aufhebung ihrer Gelübde, er beerbe sie und er verunreinige sich an ihr. Die Norm ist: sie gilt in jeder Hinsicht als seine Frau, nur daß sie ihn durch Weigerungserklärung verlassen kann.", "Es wäre somit anzunehmen, daß Rabh der Ansicht R. Elie͑zers und Šemuél der Ansicht R. Jehošua͑s ist. –", "Über die Ansicht R. Elie͑zers streiten sie überhaupt126Nach beider Ansicht erhält sie nach RE. keine Morgengabe.nicht,", "sie streiten nur über die Ansicht R. Jehošua͑s: Šemuél ist entschieden der Ansicht R. Jehošua͑s, aber auch Rabh [kann erwidern,] R. Jehošua͑ vertrete seine Ansicht nur hinsichtlich seiner Ansprüche] an sie, nicht aber hinsichtlich ihrer an ihn.", "NOCH DIE ABGETRAGENEN KLEIDER. R. Hona b. Ḥija sprach zu R. Kahana: Du sagtest uns im Namen Šemuéls, dies gelte nur von den Nießbrauchgütern127Die ihr Eigentum verbleiben., die Güter des eisernen Bestandes128Eigentl. Güter des eisernen Viehbestandes; diejenigen von der Frau in die Ehe mitgebrachten Güter, die geschätzt u. vollständig in den Besitz des Ehemannes übergehen (dos aestimata). Wenn die Frau geschieden od. verwitwet wird, erhält sie den Wert bei der Übergabe, einerlei ob sie jetzt mehr oder weniger wert sind.aber erhalte sie wohl.", "R. Papa wandte ein : Worauf bezieht sich dies : wenn auf die Weigerungserklärende, so erhält sie ja, falls sie vorhanden sind, beides, und falls sie nicht vorhanden sind, beides nicht129Er kann sagen, er gebe sie ihr nur bei der Scheidung zurück..", "Und wenn auf die Sterile, so erhält sie ja, falls sie vorhanden sind, beides, und falls sie nicht vorhanden sind, müßte es umgekehrt lauten: von den Nießbrauchgütern, die sich in ihrem Besitze befinden, sollte sie sie erhalten, und von den Gütern des eisernen Bestandes, die sich nicht in ihrem Besitze befinden, sollte sie sie nicht erhalten!? –", "Vielmehr, auf die zweitgradig Inzestuöse, und die Rabbanan haben [beide] gemaßregelt, sowohl inbetreff ihres [Anspruches] an ihn130Morgengabe, Unterhalt u. die abgenutzten Kleider von Nießbrauchgütern, die er widerrechtlich veräußert hat.als auch seines131Er hat ihr die berechtigterweise veräußerten abgetragenen Kleider zu ersetzen.an sie.", "R. Šimi b. Aši sagte: Aus der Lehre R. Kahanas ist zu entnehmen, daß, wenn sie ihm132Eine Frau ihrem Ehemanne, als Nießbrauchgut.ein Gewand in die Ehe gebracht hat, es Grundkapital133Es darf nicht aufgezehrt werden; cf. supra Fol. 79a.ist, und es darf nicht abgetragen werden, bis es verbraucht ist. –", "R. Naḥman sagte ja aber, es gelte als Frucht!? – Er streitet gegen R. Naḥman.", "ERHALTEN KEINE MORGENGABE. Šemuél sagte: Dies gilt nur von der Mine und den zweihundert [Zuz], die Zulage134Cf. ib. Fol. 54b.aber erhalten sie wohl.", "Desgleichen wird gelehrt: Die Frauen, von denen die Weisen sagten, sie erhalten nicht die Morgengabe, beispielsweise die Weigerungserklärende und ihresgleichen, erhalten nicht die Mine und die zweihundert [Zuz], wohl aber erhalten sie die Zulage;", "die Frauen, von denen die Weisen sagten, sie seien ohne Morgengabe zu entlassen, beispielsweise die das Gesetz Übertretende135Cf. ib. Fol. 72a.und ihresgleichen, erhalten nicht die Zulage, und um so weniger die Mine und die zweihundert [Zuz]. Die wegen üblen Rufes Entlassene erhält, was sie vor sich hat, und geht.", "Dies ist eine Stütze für R. Hona, denn R. Hona sagte: Hat sie die Ehe gebrochen," ], [ "so büßt sie ihre noch vorhandenen abgetragenen Kleider nicht ein.", "Ein Jünger lehrte vor R. Naḥman : Hat sie die Ehe gebrochen, so büßt sie ihre noch vorhandenen abgetragenen Kleider ein. Da sprach er zu ihm: Haben etwa, wenn sie die Ehe gebrochen hat, auch ihre Kleider die Ehe gebrochen!? Lies: so büßt sie ihre noch vorhandenen abgetragenen Kleider nicht ein.", "Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Dies ist die Ansicht R. Menaḥiem des Anonymus136Von dem viele anonyme Lehren herrühren.; die Weisen aber sagen, wenn sie die Ehe gebrochen hat, büße sie ihre noch vorhandenen abgetragenen Kleider nicht ein.", "HAT ER SIE VON VORNHEREIN GENOMMEN &C. R. Hona sagte: Die Sterile gilt zuweilen als Frau und zuweilen nicht als Frau, die Witwe gilt immer als Frau.", "Die Sterile gilt zuweilen als Frau und zuweilen nicht als Frau : wußte er es, so erhält sie die Morgengabe, wußte er es nicht, so erhält sie nicht die Morgengabe. Die Witwe gilt immer als Frau: einerlei ob er es wußte oder nicht wußte, erhält sie die Morgengabe.", "R. Jehuda Sagte, die eine wie die andere gilt zuweilen als Frau und zuweilen nicht als Frau: wußte er es, so erhält sie die Morgengabe, wußte er es nicht, so erhält sie nicht die Morgengabe.", "Man wandte ein: Wenn er sie als solche137Als Witwe; dies gilt vom Hochpriester.genommen hat und sie als solche befunden wird, so erhält sie die Morgengabe. Demnach erhält sie, wenn es unbekannt138Wenn er ihren Stand nicht kannte.war, die Morgengabe nicht!? –", "Folgere nicht, wenn es unbekannt war, erhalte sie die Morgengabe nicht, sondern wie folgt: wenn er sie genommen hat in der Gewißheit, daß sie keine solche ist, und sie als solche befunden wird, so erhält sie die Morgengabe nicht. –", "Weshalb lehrt er, wenn sie sie demnach erhält, falls es unbekannt war, sie erhalte die Morgengabe, falls er sie als solche [genommen] hat und sie als solche befunden wird, sollte er es doch von dem Falle lehren, wenn es unbekannt war, und um so mehr in jenem Falle!?", "Ferner wird gelehrt: Wenn er sie als solche genommen hat, und sie als solche befunden wird, so erhält sie die Morgengabe, wenn aber unbekannt, so erhält sie die Morgengabe nicht. Dies ist eine Widerlegung R. Honas. –", "R. Hona wurde durch unsere Mišna irregeführt. Er folgerte: da diese hinsichtlich einer Sterilen unterscheidet und hinsichtlich einer Witwe nicht unterscheidet, so erhalte sie die Witwe, auch wenn es unbekannt war. Dem ist aber nicht so; die Lehre von der Witwe bezieht sich auf die Unterscheidung bei der Sterilen139Auch bei jener ist zu unterscheiden, ob ihm dies vorher bekannt war od. nicht..", "", "i WENN JEMAND EINE FRAU HEIRATET UND SIE MIT IHM VEREINBART, DASS ER IHRE TOCHTER1Von einem anderen Manne. FÜNF JAHRE ERNÄHRE, SO MUSS ER SIE FÜNF JAHRE ERNÄHREN.", "VERHEIRATET SIE SICH2Vor Ablauf der 5 Jahre. MIT EINEM ANDEREN UND VEREINBART SIE AUCH MIT DIESEM, DASS ER IHRE TOCHTER FÜNF JAHRE ERNÄHRE, SO MUSS ER SIE [EBENFALLS] FÜNF JAHRE ERNÄHREN. DER ERSTE KANN NICHT SAGEN, WENN SIE ZU IHM KOMMT, WOLLE ER SIE ERNÄHREN3Dh. die Ernährung ablehnen, solange sie bei ihrer Mutter weilt., VIELMEHR MUSS ER IHR IHREN UNTERHALT DAHIN BRINGEN, WO IHRE MUTTER IST.", "DESGLEICHEN KÖNNEN BEIDE NICHT SAGEN, SIE WOLLEN SIE GEMEINSAM ERNÄHREN, VIELMEHR MUSS EINER SIE ERNÄHREN UND EINER IHR DAS GELD FÜR DEN UNTERHALT GEBEN", "ii. HEIRATET2Vor Ablauf der 5 Jahre. SIE, SO GEBE IHR IHR EHEMANN UNTERHALT UND GEBEN JENE IHR DAS GELD FÜR DEN UNTERHALT. STERBEN JENE2Vor Ablauf der 5 Jahre., SO SIND IHRE EIGENEN TÖCHTER VON FREIEN GÜTERN ZU ERNÄHREN, SIE ABER [AUCH] VON BELASTETEN GÜTERN, WEIL SIE ALS GLÄUBIG ERIN4Falls sie hierüber eine schriftliche Verpflichtung besitzt. GILT.", "DIE VORSICHTIGEN PFLEGEN ZU SCHREIBEN: UNTER DER BEDINGUNG, DASS ICH DEINE TOCHTER FÜNF JAHRE ERNÄHRE, SOLANGE DU BEI MIR WEILST.", "GEMARA. Es wurde gelehrt: wenn jemand zu seinem Nächsten sagte: ich schulde dir eine Mine, so ist er, wie R. Joḥanan sagt, schuldig, und wie Reš Laqiš sagt, frei. –", "In welchem Falle: sagte er zu ihnen5Den Anwesenden.: ihr seid meine Zeugen, weshalb ist er nach Reš Laqiš frei, und sagte er nicht: ihr seid meine Zeugen, weshalb ist er nach R. Joḥanan schuldig6Nur die Bekundung der Zeugen verpflichtet ihn zur Zahlung; cf. Syn. Fol. 29b.!? –", "Tatsächlich, wenn er nicht sagte: ihr seid meine Zeugen, nur wird hier von dem Falle gesprochen, wenn er zu ihm sagte: ich schulde dir eine Mine auf einen Schuldschein7Wenn er ihm einen Schuldschein übergibt, der aber keine Unterschrift des Schuldners trägt.. R. Joḥanan sagt, er sei schuldig, denn der Schuldschein hat dieselbe Beweiskraft, wie wenn er gesagt hätte: ihr seid meine Zeugen; Reš Laqiš sagt, er sei frei, denn der Schuldschein hat keine Beweiskraft. –", "Wir haben gelernt: Wenn jemand eine Frau heiratet und sie mit ihm vereinbart, daß er ihre Tochter fünf Jahre ernähre, so muß er sie fünf Jahre ernähren. Doch wohl in einem solchen8Wenn er es ihr schriftlich bestätigt, jed. ohne Unterschrift, da dies, falls mit Unterschrift, selbstverständlich wäre. Falle!? –" ], [ "Nein, auf Grund einer Vereinbarungsurkunde9Die von Zeugen unterschrieben ist.. Dies nach R. Gidel,", "denn R. Gidel sagte im Namen Rabhs : [Wenn der eine sagte:] wieviel gibst du deinem Sohne, und [der andere ihm entgegnete:] so und soviel; und wieviel gibst du deiner Tochter? und [jener ihm erwiderte:] so und so viel, und darauf die Antrauung erfolgt ist, so ist es perfekt. Es sind dies Dinge, die durch Worte perfekt werden. –", "Komm und höre: Wenn jemand einem Priester geschrieben hat: ich schulde dir fünf Sela͑, so muß er ihm fünf Sela͑10Es sind keine Unterschriften und keine Zueignung erforderlich.geben, und sein Sohn ist nicht ausgelöst11Ursprünglich hatten die männl. Erstgeborenen Priesterdienste zu verrichten; nach bibl. Gesetze ist daher für den erstgeborenen Sohn kurz nach der Geburt eine Ablösung von 5 Sela͑ an einen Priester zu zahlen (cf. Ex. 13,13 u. Num. 18,16). Die unterschriftlose Anerkennung ist somit bindend.!? –", "Anders verhält es sich da, wo er ihm nach der Tora verpflichtet ist. – Wozu schrieb er es ihm!? – Um einen Priester zu wählen12Er ist zwar zur Zahlung der 5 Sela͑ an einen Priester verpflichtet, jed. steht ihm die Wahl des Priesters frei.. –", "Weshalb ist demnach sein Sohn nicht ausgelöst!? – Dies nach U͑la, denn U͑la sagte: Nach der Tora ist er ausgelöst, sobald er sie ihm gibt, und nur deshalb sagten sie, er sei nicht ausgelöst, weil zu berücksichtigen ist, man würde glauben, die Auslösung könne mit einem Schuldscheine erfolgen.", "Raba sagte: Hierüber streiten Tannaím: Wenn der Bürge unter den Zeugenunterschriften unterzeichnet ist, so kann [der Gläubiger] nur von dessen freien Gütern13Die Zeugenunterschriften beziehen sich nicht auf die Bürgschaft, und dieses gleicht daher einem mündlichen Darlehen.einfordern.", "Einst kam ein solcher Fall vor R. Jišma͑él, und er entschied, er könne nur von dessen freien Gütern einfordern. Da sprach Ben Nannos zu ihm : Er kann weder von dessen freien Gütern noch von dessen belasteten Gütern einfordern.", "Jener fragte: Weshalb? Dieser erwiderte: Wenn jemand seinen Nächsten auf der Straße würgt14Ihn unter Anwendung von Gewalt zwingt, an ihn eine Zahlung zu leisten., und ein anderer zu ihm sagt: laß ihn, ich will es dir zahlen, so ist dieser ja frei, weil jener ihm nicht im Vertrauen auf diesen geliehen15Die nachträgliche Bürgschaft hat einen besonderen Beweggrund u. ist nicht ernst gemeint.hat.", "Es wäre nun anzunehmen, daß R. Joḥanan der Ansicht R. Jišma͑éls ist und Reš Laqiš der Ansicht des Ben Nannos. –", "Über die Ansicht des Ben Nannons streiten sie überhaupt nicht5Auch RJ. pflichtet bei, daß er im Falle des B. N. frei sei.," ], [ "sie streiten nur über die Ansicht R. Jišma͑éls. R. Joḥanan ist entschieden der Ansicht R. Jišma͑éls, Reš Laqiš aber sagt, R. Jišma͑él vertrete seine Ansicht nur da, wo eine Haftung der Tora16Eine Bürgschaft; cf. Gen. 43,9.vorliegt, hierbei aber liegt keine Haftung der Tora vor.", "Der Text. R. Gidel sagte im Namen Rabhs: [Wenn der eine sagte:] wieviel gibst du deinem Sohne, und [der andere ihm entgegnete:] so und so viel; und wieviel gibst du deiner Tochter? und [jener ihm erwiderte:] so und so viel, und darauf die Antrauung erfolgt ist, so ist es perfekt. Es sind dies Dinge, die durch Worte perfekt werden.", "Raba sagte: Es ist einleuchtend, daß die Worte Rabhs sich auf eine minderjährige Tochter beziehen, wobei ihm ein Nutzen17Das Antrauungsgeld gehört dem Vater.zufließt, nicht aber auf eine Mannbare, wobei ihm kein Nutzen zufließt,", "aber bei Gott, Rabh sagte es auch von einer Mannbaren. Wollte man nicht so sagen: welcher Nutzen fließt ihm18Dem Vater des Bräutigams, dessen Worte ebenfalls bindend sind.bei einem Sohne zu!? Vielmehr eignen sie es einander zu für die Befriedigung, daß sie sich mit einander verschwägern.", "Rabina sprach zu R. Aši : Dürfen diese Worte19Die in Rede stehende Vereinbarung.niedergeschrieben werden oder dürfen sie nicht niedergeschrieben20Damit sie dafür nicht mit verkauften Gütern haften.werden? Dieser erwiderte: Sie dürfen nicht niedergeschrieben werden.", "Jener wandte gegen ihn ein: Die Vorsichtigen pflegen zu schreiben: unter der Bedingung, daß ich deine Tochter fünf Jahre ernähre, solange du bei mir weilst!? – Unter ‘schreiben’ ist sagen zu verstehen. –", "Nennt man das Sagen ‘schreiben’!? – Freilich; wir haben ja auch gelernt: wenn jemand seiner Frau geschrieben hat: ich entsage mich des Rechtes und des Anspruches auf deine Güter, und R. Ḥija lehrte: wenn jemand zu seiner Frau gesagt hat. –", "Komm und höre: Man darf Verlobungs und Heiratsurkunden nur mit Zustimmung beider schreiben. Mit Zustimmung beider aber darf man sie schreiben; doch wohl Vereinbarungsurkunden!? –", "Nein, wirkliche Verlobungsurkunden. Dies nach R. Papa und R. Šerebja, denn es wurde gelehrt: Schrieb er sie21Die Antrauungsformel.auf ihren Namen ohne ihre Zustimmung, so ist sie ihm, wie Rabba und Rabina sagen, angetraut, und wie R. Papa und R. Šerebja sagen, nicht angetraut. –", "Komm und höre: Sterben jene22Die zur Ernährung der Tochter verpflichteten Männer; ob. in unserer Mišna., so sind ihre eigenen Töchter von freien Gütern zu ernähren, sie aber [auch] von belasteten Gütern, weil sie als Gläubigerin gilt23Demnach handelt es sich um eine schriftliche Verpflichtung.. –", "Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er es ihr zugeeignet hat. –", "Demnach sollte dies24Die Ernährung von belasteten Gütern.auch von den [eigenen] Töchtern gelten!? – Wenn er es jener zugeeignet hat, diesen aber nicht. –", "Wieso dies25Wieso sollte die Zueignung gerade für die Stieftochter erfolgen u. nicht für die eigene, zu deren Ernährung man ebenfalls der Frau verpflichtet ist; cf. supra Fol. 52b.!? – Für jene, die bei der Zueignung vorhanden war, ist die Zueignung wirksam, für die eigenen Töchter, die bei der Zueignung nicht vorhanden waren, ist die Zueignung nicht wirksam. –", "Es kann ja auch der Fall vorkommen, daß sie bei der Zueignung vorhanden waren, wenn er nämlich von ihr geschieden war und sie wieder genommen26Und bei der Wiedernahme die Verpflichtung übernommen hat.hat !? –", "Vielmehr, für jene, die in der Bestimmung des Gerichtes27Die Töchter seiner Frau ernähren zu müssen.nicht einbegriffen ist, ist die Zueignung wirksam, für die eigenen Töchter, die in der Bestimmung des Gerichtes einbegriffen sind, ist die Zueignung nicht wirksam. –", "Sollten sie deshalb im Nachteile sein!? – Vielmehr, bei den eigenen Töchtern ist folgendes zu berücksichtigen: da sie in der Bestimmung des Gerichtes einbegriffen sind, so kann er ihnen Sachen eingehändigt haben28Vor seinem Tode, zur Sicherstellung ihrer Ansprüche..", "DER ERSTE KANN NICHT SAGEN &C. R. Ḥisda sagte: Dies besagt, daß die Tochter zur Mutter gehört29Wenn die Erben eine Tochter zu ernähren haben, so können sie sie nicht zwingen, bei ihnen zu weilen.. –", "Woher, daß dies von einer Erwachsenen gilt, vielleicht von einer Minderjährigen30Nur eine solche kann der Mutter nicht entrissen werden., und zwar wegen jenes Ereignisses!?", "Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand stirbt und ein kleines Kind hinterläßt, und die Erben des Vaters verlangen, daß es bei ihnen heranwachse, die Mutter aber verlangt, daß es bei ihr heranwachse, so lasse man es bei seiner Mutter und nicht bei denen, die es beerben31Falls es stirbt, da sie es ermorden könnten.würden. Einst ereignete sich ein solcher Fall, und sie32Die Anwärter der Erbschaft, bei denen das Kind erzogen wurde.schlachteten es am Vorabend des Pesaḥfestes ab33Um es zu beerben. Der Tag war naturl. Zufall, viell, auch absichtl. gewählt, weil während des Festtrubels Verbrechen leichter auszuführen sind. (Manche hirnverbrannte Judenfeinde, die den Sinn dieser Stelle nicht kannten, versuchten diesen aus Habgier entsprungenen Mord als Ritualmord darzustellen, u. hieraus den Beweis zu erbringen, daß die Juden am Osterfeste Christenblut (als ob es sich um ein Christenkind handelte!) verwenden. Der Hinweis stammt von dem Täufling Hirschensohn, alias Liechtenstein, Lehrer am Institutum Judaicum zu Leipzig; cf. המגיד Jg. 29 pp. 112 u. 191. Ich würde diese auf Unwissenheit u. Gehässigkeit beruhende Tatsache nicht erwähnt haben, hätten sich manche Apologeten nicht zu ebenso lächerlichen Spitzfindigkeiten u. Korrumpierungen des Textes veranlaßt gefühlt. So soll die Kürzung ער״ה in den kursierenden Ausgaben ערב הראשון heißen; Fischer (Talmud u. Schulchan-A͑ruch p. 109) ‘korrigiert’ sogar ושחטו הזעף (‘ihn raffte die rasende Sehnsucht hin’!!), ohne zu berücksichtigen, od. vielmehr zu wissen, daß alte Ausgaben u. Handschriften tatsächlich ערב הפסח my haben.). –", "Wenn dem so wäre, so sollte er lehren: wo sie34Die Minderjährige bei ihrer Mutter, die Erwachsene, wo sie sich befindet.ist," ], [ "wenn es aber heißt: wo ihre Mutter ist, so ist hieraus zu entnehmen, daß eine Tochter zur Mütter gehöre, ob erwachsen oder minderjährig.", "BEIDE KÖNNEN NICHT SAGEN &C.", "Einst vermietete jemand seinem Nächsten eine Mühle für das Mahlen35Beim Mieter für den Gebrauch des Vermieters; dies sollte als Mietzins gelten.; später wurde er reich und kaufte eine Mühle mit einem Esel.", "Da sprach er zu ihm: Bisher mahlte ich bei dir, von jetzt ab zahle mir Miete. Dieser erwiderte: Ich will für dich mahlen.", "Rabina wollte entscheiden, dies sei der Fall unserer Mišna: desgleichen können beide nicht sagen, sie wollen sie gemeinsam ernähren, vielmehr muß einer sie ernähren und einer ihr das Geld für den Unterhalt36Er muß ihr bares Geld geben, obgleich er sich nur zum Unterhalte verpflichtet hat; ebenso muß er hierbei den Mietzins in bar zahlen, obgleich nach Vereinbarung dieser nur im Mahlen für den Gebrauch des Vermieters erfolgen sollte.geben.", "Da sprach R. A͑vira zu ihm: Es ist ja nicht gleich; diese hat nur einen Bauch37Da der eine sie zu ernähren hat, so kann der andere seiner Verpflichtung nur durch Barzahlung nachkommen.und nicht zwei Bäuche, hierbei aber kann er zu ihm sagen: mahle [bei dir] und verkaufe, mahle [bei mir] und behalte.", "Dies38Daß er keinen Mietzins in bar zu zahlen braucht.nur dann, wenn [der Mieter] keine Mahlaufträge für die Mühle hat, wenn er aber Mahlaufträge für die Mühle hat, so ist dies ein Fall, wobei man gegen sedomitische Art39Die Verweigerung einer Gefälligkeit, ohne dabei einen Schaden zu erleiden.Zwang anwendet.", "iii SAGT DIE WITWE, SIE WOLLE AUS DEM HAUSE IHRES MANNES NICHT WEICHEN, SO KÖNNEN DIE ERBEN ZU IHR NICHT SAGEN: GEH IN DAS HAUS DEINES VATERS, UND WIR ERNÄHREN DICH; VIELMEHR MÜSSEN SIE SIE [IM HAUSE IHRES MANNES] ERNÄHREN UND IHR EINE IHREM STANDE ANGEMESSENE WOHNUNG GEBEN.", "SAGT SIE, SIE WOLLE AUS DEM HAUSE IHRES VATERS NICHT WEICHEN, SO KÖNNEN DIE ERBEN ZU IHR SAGEN: WEILST DU BEI UNS, SO BEKOMMST DU UNTERHALT, WEILST DU NICHT BEI UNS, SO BEKOMMST DU KEINEN UNTERHALT.", "WENDET SIE EIN: WEIL SIE JUNG IST UND AUCH JENE40Wohl die Kinder ihres Mannes, sie fürchte Zwistigkeiten od. Versuchung; viell. aber die Kinder in ihrem Vaterhause, sie habe da Altersgenossinnen.JUNG SIND, SO MÜSSEN SIE SIE IM HAUSE IHRES VATERS UNTERHALTEN.", "GEMARA. Die Rabanan lehrten: Sie bediene sich der Wohnung, wie sie sich ihrer bei Lebzeiten ihres Mannes bediente, der Kissen und Polster, wie sie sich ihrer bei Lebzeiten ihres Mannes bediente, der silbernen und goldenen Gefäße, wie sie sich ihrer bei Lebzeiten ihres Mannes bediente, denn er schrieb ihr wie folgt: du sollst in meinem Hause weilen und von meinem Vermögen ernährt werden während der ganzen Dauer deiner Witwenschaft. ‘In meinem Hause.’", "R. Joseph erklärte: In meinem Hause und nicht in meiner Hütte41Ist die Wohnung zu eng, so können die Waisen sie hinaussetzen..", "R. Naḥman sagte : Wenn die Waisen von der Wohnung der Witwe verkauft haben, so haben sie nichts getan42Der Verkauf ist ungültig.. –", "Womit ist es hierbei anders als bei der Lehre R. Asis im Namen R. Joḥanans!? R. Asi sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Wenn die Waisen zuvorgekommen sind und von den wenigen Gütern43Die zum Unterhalte der Töchter bestimmt sind; cf. infra Fol. 108b.verkauft haben, so ist ihr Verkauf gültig. –", "Jene waren nicht bei Lebzeiten belastet, diese aber war schon bei Lebzeiten44Die Wohnung der Witwe war ihr schon bei Lebzeiten des Gatten zugesichert, dagegen aber hängt der Anspruch der Töchter auf Unterhalt vom Nachlasse ab.belastet.", "Abajje sagte: Es ist uns überliefert, daß, wenn die Wohnung der Witwe einstürzt, die Waisen nicht verpflichtet sind, sie aufzubauen;", "und noch mehr: selbst wenn sie sagt, man lasse sie, sie wolle sie auf eigene Kosten aufbauen, höre man nicht auf sie.", "Abajje fragte: Wie ist es, wenn sie sie restaurieren will? – Dies bleibt unentschieden.", "SAGT SIE, SIE WOLLE NICHT.", "Sollten sie ihr doch da geben [müssen], wo sie weilt!? Dies ist eine Stütze für R. Hona, denn R. Hona sagte: Der Segen des Hauses besteht in der Größe45Je mehr Personen an der Haushaltung beteiligt sind, desto billiger ist sie im Verhältnis.desselben. –", "Sollten sie ihr doch dem Segen des Hauses entsprechend46Was sie dadurch in der Wirtschaft ersparen.geben [müssen]!? – Dem ist auch so.", "R. Hona sagte: Die Sprache der Weisen ist47Dh. aus dieser ist dies alles zu entnehmen.Segen, die Sprache der Weisen ist Reichtum, die Sprache der Weisen ist Heilung. Segen, wie wir soeben gesagt haben.", "Reichtum, denn wir haben gelernt: Wenn jemand seinem Nächsten Früchte verkauft, so erwirbt sie dieser, sobald er sie48Wenn ein Preis vereinbart worden ist.an sich zieht, obgleich jener sie ihm nicht zugemessen hat; hat jener sie ihm zugemessen und dieser nicht an sich gezogen, so erwirbt er sie nicht; ist er klug, so miete er49Sie gehen dann in seinen Besitz über. Diese Vorsorge ist in dem Falle nötig, wenn der Käufer keine Zeit hat, sie an sich zu ziehen. Hier wird ein Schutzmittel gegen Geldschaden gelehrt, desgleichen weiter ein Heilmittel.den Platz.", "Heilung, denn wir haben gelernt: Man darf nicht am Pesaḥfeste50An dem das gesäuerte Brot verboten ist.Weizen kauen und auf eine Wunde legen, weil sie säuern.", "Die Rabbanan lehrten: Als Rabbi beim Hinscheiden war, verlangte er nach seinen Söhnen. Da traten sie zu ihm ein, und er sprach zu ihnen: Achtet auf die Ehrung eurer Mutter. Das Licht bleibe auf seinem Platze brennen, der Tisch bleibe auf seinem Platze gedeckt und das Lager bleibe auf seinem Platze gebettet. Joseph aus Ḥajpha und Šimo͑n aus Ephrath bedienten mich bei Lebzeiten, und sie mögen mich auch nach meinem Tode bedienen.", "«Achtet auf die Ehrung eurer Mutter.» Dies ist ja [ein Gebot] der Tora, denn es heißt :51Ex. 20,12.ehre deinen Vater und deine Mutter !? – Es war eine Stiefmutter. –", "Auch die [Ehrung] der Stiefmutter ist ja [ein Gebot] der Tora!? Es wird nämlich gelehrt: Ehre deinen Vater und deine Mutter; deinen Vater, das ist die Frau des Vaters, deine Mutter, das ist der Mann der Mutter, und das überflüssige und schließt den älteren Bruder ein. –", "Dies nur bei Lebzeiten, nicht aber nach dem Tode. –", "«Das Licht bleibe auf seinem Platze brennen, der Tisch bleibe auf seinem Platze gedeckt und das Lager bleibe auf seinem Platze gebettet.» Aus welchem Grunde? – An jedem Vorabend des Šabbaths pflegte er52Nach seinem Tode.nach Hause zu kommen.", "Eines Vorabends kam eine Nachbarin und rief an der Tür; da sprach seine Magd: Ruhig, Rabbi sitzt. Als er dies hörte, kam er nicht mehr, um keine Nachrede über die früheren Frommen53Die dieser Begünstigung nicht teilhaftig waren.aufkommen zu lassen.", "«Joseph aus Ḥajpha und Šimo͑n aus Ephrath bedienten mich bei Lebzeiten, und sie mögen mich auch nach meinem Tode bedienen.» Sie glaubten, er meinte, in dieser Welt, als sie aber sahen, daß ihre Bahren seiner Bahre vorangingen54Sie wurden früher bestattet als er., sagten sie: es ist ersichtlich, daß er in jener Welt55Im Jenseits.meinte.", "Er sagte dies56Daß sie ihn im Jenseits bedienen werden.deshalb, damit man nicht glaube, ihnen habe etwas angehaftet, nur habe ihnen bis dahin das Verdienst Rabbis57Deshalb war es ihnen nicht beschieden, sich mit seiner Bestattung zu befassen.beigestanden.", "Hierauf verlangte er nach den Weisen Jisraéls. Da traten die Weisen Jisraéls zu ihm ein, und er sprach zu ihnen: Haltet über mich keine Trauerklage in Kleinstädten" ], [ "und setzt das Kollegium ein nach dreißig Tagen. Mein Sohn Šimo͑n Ḥakham [Weiser], mein Sohn Gamliél Fürst, und Ḥanina b. Ḥama soll den Vorsitz58Im Lehrkollegium.haben.", "«Haltet über mich keine Trauerklage in Kleinstädten.» Sie glaubten, er habe dies wegen der Belästigung angeordnet, als sie aber sahen, daß alle zu den Trauerklagen in die Großstädte kamen, sagten sie: es ist ersichtlich, daß er es wegen der Ehrung59Damit die Kleinstädter zur Trauerfeier nach den Großstädten kommen.angeordnet hat.", "«Setzt das Kollegium ein nach dreißig Tagen.» Denn ich bin nicht bedeutender als unserer Meister Moše, von dem es heißt :60Dt. 34,8.und die Kinder Jisraél beweinten Moše in den Moabsteppen dreißig Tage. Dreißig Tage trauerten sie am Tage und nachts, von dann ab trauerten sie am Tage und studierten nachts oder trauerten nachts und studierten am Tage. So betrauerten sie ihn ein Jahr von zwölf Monaten.", "Am Todestage Rabbis erscholl eine Hallstimme und sprach: Wer dem Tod Rabbis beigewohnt hat, ist für die zukünftige Welt vorbestimmt. Als ein Wäscher, der jeden Tag vor ihm erschien, an diesem Tage aber ausgeblieben war, dies hörte, stieg er aufs Dach und stürzte sich auf die Erde, worauf er starb. Da erscholl eine Hallstimme und sprach: Auch dieser Wäscher ist für die zukünftige Welt vorbestimmt.", "«Mein Sohn Šimo͑n Ḥakham [Weiser].» Wie meinte er es? – Er meinte es wie folgt: obgleich mein Sohn Šimo͑n Weiser ist, dennoch sei mein Sohn Gamliél Fürst.", "Levi sprach: Brauchte er dies zu sagen61RG. war der ältere u. hatte Anspruch darauf.!? R. Šimo͑n b. Rabbi erwiderte : Er brauchte dies für dich und dein Gehinke62Er war lahm; cf. Jt. Fol. 53a.. – Was war da fraglich, dies63Daß der Erstgeborene das Amt des Vaters erbe.lehrt ja die Schrift:64iiChr. 21,3.aber die Königswürde gab er Jehora͑m, denn er war der Erstgeborene!? –", "Dieser füllte die Stelle seiner Vorfahren aus, R. Gamliél aber füllte die Stelle seiner Vorfahren nicht aus65Sein jüngerer Bruder Šimo͑n war weiser als er.. –", "Wieso tat Rabbi dies!? – Allerdings fällte er die Stelle seiner Vorfahren in der Weisheit nicht aus, in der Sündenscheu aber füllte er die Stelle seiner Vorfahren aus.", "«Ḥanina b. Ḥama soll den Vorsitz haben.» R. Ḥanina wollte es nicht annehmen, weil R. Aphes um zweieinhalb Jahre älter war als er. Da trat R. Aphes den Vorsitz an, während R. Ḥanina außerhalb66Des Auditoriums, um ihn nicht als Lehrer anerkennen zu müssen.saß, und Levi kam und setzte sich zu ihm.", "Als hierauf die Seele des R. Aphes zur Ruhe einkehrte und R. Ḥanina den Vorsitz antrat, hatte Levi niemand, zu dem er sich setzen konnte, und ging nach Babylonien. Hierauf [bezieht sich folgendes Ereignis]. Man berichtete Rabh, ein bedeutender Mann, er hinke, sei in Nehardea͑ eingetroffen und trage vor, ein Diadem sei erlaubt67Man dürfe damit am Šabbath ausgehen; cf. Sab. Fol. 57a.. Da sprach er: Offenbar ist die Seele des R. Aphes zur Ruhe eingekehrt und hat R. Ḥanina den Vorsitz angetreten, so daß Levi nunmehr niemand hat, zu dem er sich setzen könnte, und kam daher hierher. –", "Vielleicht war die Seele R. Ḥaninas zur Ruhe eingekehrt und hatte R. Aphes den Vorsitz wie bisher inne; Levi hatte niemand, zu dem er sich setzen könnte, und kam hierher!? – Wenn du willst, sage ich : Levi ordnete sich R. Aphes68Er würde bei ihm geblieben sein.unter.", "Wenn du aber willst, sage ich : da Rabbi angeordnet hatte, Ḥanina b. Ḥama solle den Vorsitz führen, so war nicht anzunehmen, daß dieser [gestorben sei], ohne amtiert zu haben, denn von den Frommen heißt es:69Ij. 22,28.du tust einen Ausspruch, und er bleibt bestehen. –", "R. Ḥija war ja70Den Rabbi für den Vorsitz bestimmen könnte.da!? – Seine Seele war bereits zur Ruhe eingekehrt. – R. Ḥija sagte ja aber, er habe das Grab Rabbis gesehen und darüber Tränen vergossen!? – Wende es um. –", "R. Ḥija sagte ja aber, am Tage, an dem Rabbi starb, habe die Heiligkeit aufgehört!? – Wende es um. –", "Es wird ja aber gelehrt: Als Rabbi erkrankte, besuchte ihn R. Ḥija und fand ihn weinen. Da sprach er zu ihm: Meister, weshalb weinst du? Es wird nämlich gelehrt: Stirbt jemand im Lachen, so ist es für ihn ein gutes Zeichen, im Weinen, so ist es für ihn ein böses Zeichen; mit dem Gesichte nach oben, so ist es für ihn ein gutes Zeichen; mit dem Gesichte nach unten, so ist es für ihn ein böses Zeichen; mit dem Gesichte gegen das Publikum, so ist es für ihn ein gutes Zeichen, gegen die Wand, so ist es für ihn ein böses Zeichen; ist sein Gesicht gelb, so ist es für ihn ein böses Zeichen, ist sein Gesicht glänzend und gerötet, so ist es für ihn ein gutes Zeichen. Stirbt jemand am Vorabend des Šabbaths71An dem auch die Toten im Fegefeuer Ruhe haben., so ist es für ihn ein gutes Zeichen, wenn am Ausgange des Šabbaths, so ist es für ihn ein böses Zeichen. Stirbt jemand am Vorabend des Versöhnungstages, so ist es für ihn ein böses Zeichen, wenn am Ausgange des Versöhnungstages, so ist es für ihn ein gutes72Er ist dann sündenfrei.Zeichen. Stirbt jemand an Unterleibsschmerzen, so ist es für ihn ein gutes Zeichen, denn die meisten Frommen sterben an Unterleibsschmerzen.", "Dieser erwiderte: Ich weine über die Tora und die gottgefälligen Handlungen. –", "Wenn du willst, sage ich, man wende es um, und wenn du willst, sage ich, R. Ḥija befaßte sich mit gottgefälligen Handlungen, und Rabbi wollte ihn nicht zurückhalten73Deshalb übertrug er ihm nicht den Vorsitz..", "So pflegte, wenn R. Ḥanina und R. Ḥija mit einander stritten, R. Ḥanina zu R. Ḥija zu sagen: Mit mir streitest du! Sollte, behüte und bewahre, die Tora in Jisraél in Vergessenheit geraten, so würde ich sie durch meine Disputation beleben.", "R. Ḥija aber erwiderte ihm: Ich sorge dafür, daß die Tora in Jisraél nicht in Vergessenheit gerate. Ich baue Flachs und flechte Netze, dann fange ich Hirsche und gebe das Fleisch den Waisen zu essen und fertige aus den Häuten Pergamentrollen. Sodann gehe ich nach Orten, in denen keine Kinderlehrer sind, und schreibe die fünf Bücher des Pentateuches für fünf Kinder und lehre sechs Kinder die sechs Sektionen [der Mišna]; hierauf gebe ich jedem auf, seine Sektion seine Kameraden zu lehren.", "Das ist es, was Rabbi sagte: Wie bedeutend sind doch die Werke Ḥijas! R. Šimo͑n b. Rabbi sprach zu ihm: Noch [bedeutender] als deine? Dieser erwiderte : Freilich. R. Jišma͑él b. R. Jose sprach zu ihm: Auch als die meines Vaters? Dieser erwiderte: Behüte und bewahre, so etwas gibt es nicht in Jisraél.", "Alsdann verlangte er nach seinem jüngeren Sohne. Da trat R. Šimo͑n zu ihm ein, und er übergab ihm die Ordnungen der Weisheit.", "Hierauf verlangte er nach seinem älteren Sohne. Da trat R. Gamliél zu ihm ein, und er übergab ihm die Regeln des Fürstenamtes. Er sprach zu ihm: Mein Sohn, leite dein Fürstenamt mit Würde und wirf Galle unter die Jünger. –", "Dem ist ja aber nicht so, es heißt ja :74Ps. 15,4.und die Gottesfürchtigen ehrt er, und der Meister sagte, dies beziehe sich auf Jehošaphaṭ, den König von Jehuda, der, wenn er einen Schriftgelehrten sah, von seinem Throne aufstand, ihn küßte und halste und zu ihm sprach: O Meister, O Herr! –", "Das ist kein Einwand; das eine heimlich und das andere öffentlich75Öffentlich wahre man die Würde des hohen Amtes.. –", "Es wird gelehrt: Rabbi lag [krank] in Sepphoris und sein Platz war ihm in Beth Šea͑rim vorbereitet. – Es wird ja aber gelehrt:76Dt. 16,20.Gerechtigkeit, nur Gerechtigkeit sollst du nachjagen, folge Rabbi nach Beth Šea͑rim. –", "Als er erkrankte, brachte man ihn nach Sepphoris," ], [ "weil es höher liegt und die Luft da besser ist. –", "Am Tage, an dem Rabbi starb, ordneten die Rabbanan ein Fasten an und flehten um Erbarmen. Sie bestimmten : wer da sagt, Rabbi sei verschieden, werde mit einem Schwerte niedergestochen.", "Die Magd Rabbis stieg auf den Söller und sprach: Die droben verlangen nach Rabbi, und die hienieden verlangen nach Rabbi; möge es dein Wille sein, daß die hienieden die droben besiegen. Als sie aber sah, wie oft er den Abort77Er litt sehr an schweren Unterleibschmerzen; cf. Bm. Fol. 85.aufsuchte, und sich damit abquälte, die Tephillin78Diese dürfen nicht in den Abort mitgenommen werden.ab- und anzulegen, sprach sie: Möge es dein Wille sein, daß die droben die hienieden besiegen.", "Da aber die Rabbanan nicht aufgehört hatten zu beten, nahm sie einen Krug und warf ihn vom Söller hinab; sie stockten, und die Seele Rabbis kehrte zur Ruhe ein.", "Hierauf sprachen die Rabbanan zu Bar Qappara: Geh, sieh nach. Als er hineinkam, fand er, daß seine Seele zur Ruhe eingekehrt war; da zerriß er sein Gewand, drehte den Riß nach hinten und sprach: Die Gewaltigen und die Stützen79Dh. die Engel u. die Frommen.erfaßten die heilige Lade, da besiegten die Gewaltigen die Stützen, und die heilige Lade wurde entführt. Sie sprachen zu ihm : Seine Seele ist wohl zur Ruhe eingekehrt? Er erwiderte: Ihr sagtet es, ich habe nichts gesagt.", "Bei seinem Hinscheiden richtete Rabbi seine zehn Finger nach oben und sprach: Herr der Welt, offenbar und kund ist es dir, daß ich mich mit meinen zehn Fingern in der Tora abgemüht, und auch nicht von meinem kleinen Finger einen [irdischen] Genuß gehabt habe. Möge es dein Wille sein, daß Friede in meiner Ruhestätte sei. Da erscholl eine Hallstimme und sprach :80Jes. 57,2.Er gehe ein zum Frieden, sie ruhen auf ihren Lagern. –", "Es sollte doch heißen: auf deinem Lager? – Dies wäre eine Stütze für R. Ḥija b. Gamda, denn R. Ḥija b. Gamda sagte im Namen des R. Jose b. Šaúl: Zur Stunde, da der Fromme aus der Welt scheidet, sprechen die Dienstengel vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, der Fromme N kommt. Da erwidert er ihnen: Mögen ihm die Frommen entgegengehen und er in Frieden kommen, sodann auch sie auf ihren Lagern ruhen.", "R. Elea͑zar sagte: Zur Stunde, da der Fromme aus der Welt scheidet, gehen ihm drei Klassen Dienstengel entgegen. Eine spricht: Komm in Frieden. Eine spricht :80Jes. 57,2.Der in seiner Geradheit wandelt. Und eine spricht: Er gehe ein zum Frieden, sie ruhen auf ihren Lagern. Zur Stunde, da der Frevler aus der Welt abhanden kommt, gehen ihm drei Klassen Würgeengel entgegen. Eine spricht :81Ib. 48,22.Kein Friede, spricht der Herr, den Frevlern. Eine spricht :82Ib. 50,11.In Leiden soll er darniederliegen. Und eine spricht zu ihm :83Ez. 32,19.Fahre hinunter und lege dich zu den Unbeschnittenen.", "iv SOLANGE SIE IM HAUSE IHRES VATERS84Und von den Erben unterhallen wird.IST, KANN SIE IHRE MORGENGABE IMMER VERLANGEN, SOLANGE SIE IM HAUSE IHRES MANNES IST, KANN SIE IHRE MORGENGABE FÜNFUNDZWANZIG JAHRE VERLANGEN, DENN IN FÜNFUNDZWANZIG JAHREN KANN SIE MILDTÄTIGKEIT IN HÖHE IHRER MORGENGABE GEÜBT85An ihre Nachbarinnen auf Kosten der Waisen.HABENSO R. MEÍR IM NAMEN DES R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL.", "DIE WEISEN SAGEN, SOLANGE SIE IM HAUSE IHRES MANNES IST, KÖNNE SIE IHRE MORGENGABE IMMER VERLANGEN, SOLANGE SIE IM HAUSE IHRES VATERS IST, KÖNNE SIE IHRE MORGENGABE FÜNFUNDZWANZIG JAHRE86Wenn sie bei den Erben nicht mehr weilt, hat sie wohl nach Ablauf dieser Frist auf die Morgengabe verzichtet.VERLANGEN.", "STIRBT SIE, SO MÜSSEN IHRE ERBEN INNERHALB FÜNFUNDZWANZIG JAHREN IHRE MORGENGABE MAHNEN87Da nach Ablauf dieser Frist eine Verjährung eintritt, die durch die Mahnung unterbrochen wird..", "GEMARA. Abajje sprach zu R. Joseph: Die Ärmste in Jisraél in fünfundzwanzig Jahren, und Martha, die Tochter des Boëthos88Als sehr reich bekannte Frau in Jerušalem (cf. Git. Fol. 56a); es ist nicht denkbar, daß die große Morgengabe einer Reichen ebenso in 25 Jahren durch Mildtätigkeit aufgebraucht wird, wie die kleine einer Armen., in fünfundzwanzig Jahren!?", "Dieser erwiderte: Dem Kamele entsprechend89Der Verbrauch der Reichen ist auch größer.die Last.", "Sie fragten: Ist nach R. Meír auch zu proportionieren90Bei der Berechnung des Verbrauches der Morgengabe; ob nach Ablauf eines Teiles der 25 Jahre der verhältnismäßige Teil der Morgengabe als verbraucht abzuziehen ist.? – Dies bleibt unentschieden.", "DIE WEISEN SAGEN, SOLANGE &C. Abajje sprach zu R. Joseph: Wenn sie vor Sonnenuntergang kommt, kann sie ihre Morgengabe einfordern, und wenn sie nach Sonnenuntergang kommt, kann sie ihre Morgengabe nicht mehr einfordern; sollte sie in dieser kleinen Weile darauf verzichtet haben!?", "Dieser erwiderte: Freilich, so ist es bei allen Normen der Weisen: in vierzig Sea [Wasser] kann man [rituell] untertauchen, in vierzig weniger eines Qurtub kann man nicht untertauchen.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs : R. Jišma͑él b. R. Jose bekundete vor Rabbi, daß er91Das W. שאמר gibt keinen Sinn; viell: er sagte es im Namen.im Namen seines Vaters gesagt hat, dies gelte nur von dem Falle, wenn die Urkunde über die Morgengabe nicht aus ihrer Hand kommt, wenn aber die Urkunde über die Morgengabe aus ihrer Hand kommt, könne sie ihre Morgengabe immer einfordern. R. Elea͑zar aber sagt, auch wenn die Urkunde über die Morgengabe aus ihrer Hand kommt, könne sie nur fünfundzwanzig Jahre einfordern.", "R. Šešeth wandte ein: Ein Gläubiger kann ohne Mahnung92Die Schuld verfällt auch nach 25 Jahren nicht.einfordern. In welchem Falle: hat er keinen Schuldschein, womit sollte er denn einfordern, doch wohl, wenn er einen Schuldschein hat, und dies gilt nur von einem Gläubiger, der nicht verzichtet, eine Witwe aber93Die zur Familie gehört, nichts aus ihrer Tasche hingegeben hat u. während der ganzen Zeit unterhalten worden ist.verzichtet!?", "Er erhob diesen Einwand und er selber erklärte es auch: Tatsächlich, wenn er keinen Schuldschein94Bei einer Witwe hingegen, die keine Urkunde besitzt, verjährt die Forderung nach 25 Jahren.hat, und hier wird von dem Falle gesprochen, wenn der Schuldner es zugibt. –", "R. Elea͑ sagte ja aber, sie lehrten, die Geschiedene gleiche einem Gläubiger95Ihre Forderung verjährt nie, auch wenn keine Mahnung erfolgt ist.. In welchem Falle: hat sie keine [Urkunde über die] Morgengabe, womit sollte sie denn einfordern, doch wohl, wenn sie eine [Urkunde über die] Morgengabe hat, und dies gilt nur von einer Geschiedenen, die nicht verzichtet, eine Witwe aber93Die zur Familie gehört, nichts aus ihrer Tasche hingegeben hat u. während der ganzen Zeit unterhalten worden ist.verzichtet!? –", "Auch dies in dem Falle, wenn der Schuldner es zugibt.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: R. Jehuda b. Qaza lehrte in der Barajtha des Bar Qaza : Verlangt sie ihre Morgengabe," ], [ "so beginnt [die Frist96Der 25 Jahre.] von Neuem; legt sie die Urkunde über die Morgengabe vor, so kann sie ihre Morgengabe immer einfordern.", "R. Naḥman b. R. Ḥisda ließ R. Naḥman b. Ja͑qob fragen : Lehre uns der Meister, ob der Streit über den Fall besteht, wenn sie die Urkunde über ihre Morgengabe vorlegt, oder über den Fall, wenn: sie keine Urkunde über ihre Morgengabe vorlegt? Und nach wem ist die Halakha zu entscheiden?", "Er ließ ihm erwidern: Der Streit besteht über den Fall, wenn sie keine Urkunde über ihre Morgengabe vorlegt, wenn sie aber die Urkunde über ihre Morgengabe vorlegt, kann sie ihre Morgengabe immer einfordern. Und die Halakha ist nach den Weisen zu entscheiden.", "Als R. Dimi kam, sagte er im Namen des R. Šimo͑n b. Pazi im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi im Namen des Bar Qappara: Dies gilt nur von der Mine und den zweihundert [Zuz], die Zulage aber97Diese (cf. supra Fol. 54b) ist keine nach Recht zustehende Forderung, sondern ein Geschenk.erhält sie wohl.", "R. Abahu aber sagte im Namen R. Joḥanans, auch die Zulage erhalte sie nicht, denn R. Ajbu sagte im Namen R. Jannajs, die zur Morgengabe gehörende Bestimmung98Dh. die Zulage.gleiche der Morgengabe.", "Es wurde auch gelehrt: R. Abba sagte im Namen R. Honas im Namen Rabhs : Dies gilt nur von der Mine und den zweihundert [Zuz], die Zulage aber erhält sie wohl.", "R. Abba sprach zu R. Hona: Sagte Rabh dies? Dieser entgegnete: Willst du mich schweigen99Dh. glaubst du nicht, daß R. dies gesagt hat, od. gefällt es dir so sehr, daß du mir einen Becher Wein einschenken willst. Das im Texte gebrauchte Wortspiel läßt sich nicht wiedergeben. So nach den Kommentaren; besser die Lesart der Parallelstelle Ned. 77a.machen oder mir einschenken99Dh. glaubst du nicht, daß R. dies gesagt hat, od. gefällt es dir so sehr, daß du mir einen Becher Wein einschenken willst. Das im Texte gebrauchte Wortspiel läßt sich nicht wiedergeben. So nach den Kommentaren; besser die Lesart der Parallelstelle Ned. 77a.? Jener erwiderte : Ich will dich schweigen machen.", "Die Schwiegermutter R. Ḥija des Großen war die Frau seines Bruders100Der kinderlos starb u. den er beerbte.und Witwe im Hause ihres Vaters. Nachdem er sie in ihrem Elternhause fünfundzwanzig Jahre ernährt hatte, verlangte sie von ihm [weiterhin] Unterhalt.", "Da sprach er zu ihr: Du hast keinen Anspruch auf Unterhalt. – So gib mir meine Morgengabe. Er erwiderte ihr: Du hast keinen Anspruch auf Unterhalt und keinen101Nach der Ansicht der Weisen in unserer Mišna.auf die Morgengabe.", "Hierauf forderte sie ihn zu Gericht vor Rabba b. Šila. Dieser sprach zu ihm: Erzähle mir, wie die Sache sich verhält. Jener erwiderte: Ich ernährte sie fünfundzwanzig Jahre in ihrem Elternhause. Beim Leben des Meisters, auf meiner Schulter brachte ich es ihr.", "Da sprach er: Die Rabbanan sagten deshalb, solange sie im Hause ihres Gatten ist, könne sie ihre Morgengabe immer einfordern, weil wir sagen, sie habe sie aus Gêne nicht gefordert, ebenso hat auch diese sie aus Gêne102Wegen der ihr erwiesenen Ehrerbietung.nicht gefordert. Geh und gib sie ihr.", "Jener achtete nicht darauf. Da schrieb er ihr eine Vollstreckung über seine Güter. Hierauf kam er vor Raba und sprach zu ihm: Sehe doch der Meister, welches Urteil er mir gefällt hat! Dieser erwiderte: Richtig hat er dir das Urteil gefällt.", "Da sprach jene: Nun erstatte er mir die Früchte seit jenem Tage103Die Früchte der Morgen gäbe seit der Vollstreckung; cf. Bm. Fol. 35b.bis heute. Dieser erwiderte: Zeige mir deine Vollstreckungsurkunde. Als er nun sah, daß darin nicht geschrieben war: und wir überzeugten uns, daß diese Güter104Die sie für ihre Morgengabe verlangte.des Verstorbenen sind, sprach er zu ihr: Die Vollstreckungsurkunde ist nicht richtig105Die Vollstreckung lautete auf seine Güter allgemein, während ihr Anspruch sich nur auf die vom Verstorbenen geerbten erstreckte.geschrieben.", "Sie entgegnete: Mag die Vollstreckungsurkunde fortfallen, und ich verlange sie seit dem Schlußtage der Ausbietung106Der Güter des Schuldners; von diesem Tage an gehören die Früchte nach aller Ansicht dem Gläubiger; cf. Bm. Fol. 35b.bis heute. Jener erwiderte: Dies nur, wenn die Vollstreckung nicht fehlerhaft geschrieben ist, wenn aber die Vollstreckung fehlerhaft geschrieben ist, gilt dies nicht.", "Diese entgegnete: Der Meister selber lehrt ja, die [Fortlassung der] Haftung107In einer Verkaufsurkunde.sei ein Versehen108Der Verkäufer ist trotzdem haftbar; niemand kauft ohne Haftung, u. das Fehlen der betr. Formel beruht auf einem Versehen.des Schreibers!?", "Raba erwiderte ihr: Hierbei ist ein Versehen des Schreibers nicht anzunehmen, vielmehr irrte sich Rabba b. Šila von Grund aus. Er dachte, da beides109Seine eigenen Güter u. die von seinem Bruder geerbten.ihm gehört, sei es einerlei, ob diese oder jene;", "dem ist aber nicht so, denn es kann vorkommen, daß sie diese110Die ihr vom Gericht zugesprochenen Güter, die nicht des Verstorbenen sind.melioriert und die ihres Mannes vernachlässigt bleiben, und er zu ihr sagt: nimm deines111Da er sie ihr jederzeit abnehmen kann.und gib mir meines, wodurch ein Gerede über das Gericht112Es habe das Interesse der Witwe nicht wahrgenommen.entstehen würde.", "", "i ZWEI VERORDNUNGSRICHTER1Eigentl. Zivilrichter, v. גזר schneiden, übertragen, bestimmen, verordnen, entscheiden. Eine andere Lesart, דייני גזילות, Richter über Raubangelegenheiten, in der weiteren Bedeutung Eigentumsvergehen, wird weiter im T. zitiert. WAREN IN JERUŠALEM, ADMON UND ḤANAN B. ABIŠALOM. ḤANAN LEHRTE ZWEI DINGE UND ADMON SIEBEN. WENN JEMAND NACH DEM ÜBERSEELANDE GEGANGEN IST UND SEINE FRAU UNTERHALT FORDERT, SO SCHWÖRE SIE, WIE ḤANAN SAGT, \n" ], [ "SPÄTER2Wenn ihr Mann gestorben ist u. sie die Morgengabe verlangt.UND SCHWÖRE NICHT ZUNÄCHST3Wenn sie Unterhalt verlangt.. DIE HOCHPRIESTERSSÖHNE ABER STREITEN GEGEN IHN UND SAGEN, SIE SCHWÖRE ZUNÄCHST UND SPÄTER. R. DOSA B. ARCHINOS STIMMTE IHNEN ZU. R. JOḤANAN B. ZAKKAJ SAGTE: ḤANAN HAT RECHT, SIE SCHWÖRE NUR SPÄTER.", "GEMARA. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen. Drei Richter über Eigentumsvergehen waren in Jerušalem, Admon b. Gadaj, Ḥanan der Miçri und Ḥanan b. Abišalom!? Es besteht nun ein Widerspruch zwischen drei und zwei und ein Widerspruch zwischen Verordnungen und Eigentumsvergehen4Vgl. Anm. 1. Der Unterschied zwischen den beiden im Texte gebrauchten Wörtern גזירות u. גזילות liegt nur in den Buchstaben ר u. ל, u. da beide Liquidae sind, so kann die Variation durch ungenaue Aussprache entstanden sein.!?", "Allerdings ist der Widerspruch zwischen drei und zwei zu erklären: er5Der Autor der angezogenen Lehre. nennt den ihm bedeutend erscheinenden und nennt nicht den ihm nicht bedeutend erscheinenden, aber der Widerspruch zwischen Verordnungen und Eigentumsvergehen besteht ja!?", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Sie trafen Verordnungen über Eigentumsvergehen. Wie gelehrt wird: Biß [ein Vieh ein fremdes] Reis ab, so ist, wie R. Jose im Namen der Verordnungsrichter in Jerušalem sagte, für ein einjähriges Reis zwei Silberstücke und für ein zweijähriges vier Silberstücke zu ersetzen. –", "Ich will auf einen anderen Widerspruch hinweisen: drei Verordnungsrichter waren in Jerušalem, Admon, Ḥanan und Naḥum!? R. Papa erwiderte: Der Nahum nennt, ist R. Nathan, denn es wird gelehrt : R. Nathan sagte, auch Nahum der Meder gehörte zu den Verordnungsrichtern in Jerušalem, die Weisen aber pflichteten ihm nicht bei. –", "Gab es denn keine anderen mehr, R. Pinḥas sagte ja im Namen R. Oša͑jas, daß in Jerušalem dreihundertvierundneunzig Gerichtshöfe waren, diesen entsprechend Bethäuser, diesen entsprechend Lehrhäuser und diesen entsprechend Schulhäuser!? – Es waren viele Richter, wir aber sprechen von verordnungstreffenden.", "R. Jehuda sagte im Namen R. Asis: Die Verordnungs[richter] in Jerušalem erhielten ein Gehalt von neunundneunzig Minen aus der Tempelschatzkammer; waren sie nicht zufrieden, so legte man ihnen zu. – ‘Waren sie nicht zufrieden’, sprechen wir denn von Bösewichtern6Die sich bereichern wollen; das Gehalt des Richters durfte seinen Lebensunterhalt nicht übersteigen.!? – Vielmehr, reichten sie nicht damit, so legte man ihnen zu, auch wenn sie es nicht verlangten.", "Qarna7Bekannter Richter in Nehardea͑; cf. Syn. Fol. 17b. nahm einen Stater vom Rechthabenden und einen Stater vom Unrechthabenden und sprach ihnen Recht. – Wieso tat er dies, es heißt ja: 8Ex. 23,8.Bestechung sollst du nicht nehmen!?", "Wolltest du erwidern, nur dann, wenn man nicht von beiden nimmt, weil man verleitet werden könnte, das Recht zu beugen, während Qarna, der von beiden nahm, nicht verleitet werden konnte, das Recht zu beugen, so ist es ja auch in dem Falle nicht erlaubt, wenn man nicht verleitet wird, das Recht zu beugen!?", "Es wird nämlich gelehrt: Bestechung sollst du nicht nehmen, was lehrt dies: wenn etwa, daß man den Schuldigen nicht begünstige und den Rechthabenden nicht verurteile, so heißt es ja bereits :9Dt. 16,19.du sollst das Recht nicht beugen; vielmehr sagt die Tora: Bestechung sollst du nicht nehmen, selbst zur Begünstigung des Rechthabenden und Verurteilung des Unrechthabenden. –", "Dies nur, wenn man es als Bestechung10Wenn der Richter beeinflußt werden sollte, ein ungerechtes Urteil zu fällen.nimmt, Qarna aber nahm es als Belohnung11Für die Mühewaltung.. – Ist es denn als Belohnung erlaubt, wir haben ja gelernt, wer eine Belohnung für das Rechtsprechen nimmt, dessen Urteile seien nichtig!? – Dies gilt nur von einer Belohnung für das Urteil, Qarna aber nahm eine Entschädigung für den Zeitverlust12Wodurch er einen Schaden erlitt.. –", "Ist denn die Entschädigung für den Zeitverlust erlaubt, es wird ja gelehrt: Verächtlich ist der Richter, der eine Belohnung für das Rechtsprechen nimmt; jedoch ist sein Urteil gültig. Welcher Art: wenn eine Belohnung für das Urteil, wieso ist dieses gültig, es wird ja gelehrt, wer eine Belohnung für das Rechtsprechen nimmt, dessen Urteile seien ungültig; doch wohl eine Entschädigung für den Zeitverlust, und er lehrt, der Richter sei verächtlich!? –", "Dies nur, wenn der Zeitverlust nicht erweislich ist, Qarna aber nahm eine Entschädigung für einen erweislichen Zeitverlust, denn er prüfte die Weinlager13Ob der Wein zur Lagerung geeignet od. schnell zu verbrauchen ist; er hatte stets gewinnbringende Beschäftigung.und erhielt Bezahlung.", "So pflegte R. Hona, wenn man zu ihm mit einem Rechtstreite kam, zu ihnen zu sagen: Geht mir jemand, der mir meinerstatt Wasser schöpft, so werde ich euch Recht sprechen.", "R. Abahu sagte: Komm und sieh, wie geblendet die Augen derer sind, die Bestechung nehmen. Wenn jemand Augenschmerzen hat, so zahlt er an den Arzt Geld, und noch ist es zweifelhaft, ob er genesen oder nicht genesen wird; diese aber nehmen den Wert einer Peruṭa und blenden ihre Augen, denn es heißt:14Ex. 23,8.denn Bestechung blendet die Hellsehenden.", "Die Rabbanan lehrten :15Dt. 16,19.Denn Bestechung blendet die Augen der Weisen, und um so mehr die der Toren :15Dt. 16,19.und verkehrt die Worte der Gerechten, und um so mehr die der Frevler. – Sind denn Toren und Frevler zum Rechtsprechen geeignet!? – Er meint es vielmehr wie folgt: denn Bestechung blendet die Augen der Weisen; selbst ein großer Weiser, wenn er Bestechung nimmt, scheidet nicht aus der Welt ohne Herzensblendung.Und verkehrt die Worte der Gerechten ;" ], [ "selbst ein vollkommener Gerechter, wenn er Bestechung nimmt, scheidet nicht aus der Welt ohne Sinnesverwirrung.", "Als R. Dimi kam, sagte er, R. Naḥman b. Kahan habe vorgetragen : Es heißt:16Pr. 29,4.ein König erhält das Land durch Gerechtigkeit; wer Abgaben erhebt, zerstört es. Gleicht der Richter einem Könige, der nichts braucht, so erhält er das Land, gleicht er aber einem Priester, der durch die Tennen17Und nach den Priestergefällen verlangt.streift, so zerstört er es.", "Raba b. R. Šila sagte: Ein Richter, der Sachen zu leihen pflegt, ist zum Rechtsprechen unzulässig. Dies nur dann, wenn er nichts zu verleihen hat, wenn er aber auch zu verleihen hat, so ist nichts dabei. –", "Dem ist ja aber nicht so, Raba lieh ja von den Leuten des Bar Marjon, obgleich sie nichts von ihm liehen!? – Er wollte sie damit nur beehren.", "Raba sagte: Was ist bei der Bestechung18Die man auch von dem nicht nehmen darf, der im Rechte ist.zu berücksichtigen? Wer von jemand Bestechung annimmt, dessen Sinn nähert sich diesem, sodaß er ihm selber gleicht, und niemand sieht sein eigenes Unrecht. – Was heißt ‘Bestechung’? – Was zusammensticht19Nach dem Wortspiele des Textes: was eins ist, vereint; Geber u. Empfänger werden eine Person.. R. Papa sagte: Man spreche dem nicht Recht, den man liebt, noch dem, den man haßt; man sieht weder das Unrecht dessen, den man liebt, noch das Recht dessen, den man haßt.", "Abajje sagte: Lieben die Einwohner der Stadt einen Gelehrten, so geschieht dies nicht, weil er besser ist, sondern deshalb, weil er sie nicht zurechtweist in göttlichen Angelegenheiten.", "Raba sagte: Anfangs glaubte ich, die Einwohner von Maḥoza lieben mich alle; als ich Richter wurde, glaubte ich, manche hassen mich und manche lieben mich; nachdem ich aber beobachtete, daß, wer heute verliert, morgen gewinnt, sagte ich mir : lieben sie, so lieben mich alle, und hassen sie, so hassen mich alle.", "Die Rabbanan lehrten :14Ex. 23,8.Bestechung sollst du nicht nehmen; dies braucht von einer Bestechung durch Geld nicht gesagt zu werden, aber auch eine Bestechung durch Worte ist verboten, da es nicht heißt: Gewinn sollst du nicht nehmen. – Was heißt Bestechung durch Worte? –", "Wie in folgendem Falle. Einst fuhr Šemuél auf einer Fähre, und ein Mann kam heran und reichte ihm die Hand20Um ihm behilflich zu sein.. – Als er ihn nach seinem Vorhaben fragte, erwiderte er, er habe einen Prozeß. Da sprach er : Ich bin für dich als Richter unzulässig.", "Einst saß Amemar beim Rechtsprechen, und ein Vogel flog ihm auf den Kopf. Da kam ein Mann heran und nahm ihn fort. Als er ihn nach seinem Vorhaben fragte, erwiderte er, er habe einen Prozeß. Da sprach er : Ich bin für dich als Richter unzulässig. Einst spuckte Mar U͑qaba vor sich aus, und ein Mann kam heran und bedeckte [den Speichel]. Als er ihn nach seinem Vorhaben fragte, erwiderte er ihm, er habe einen Prozeß. Da sprach er: Ich bin für dich als Richter unzulässig.", "Der Gartenpächter des R. Jišma͑él b. R. Jose pflegte ihm an jedem Vorabend des Šabbaths einen Korb Früchte zu bringen; einst brachte er ihn ihm am Donnerstag, und als er ihn fragte, weshalb heute anders als sonst, erwiderte er: Ich habe einen Prozeß, und brachte sie nebenbei für den Meister mit. Dieser aber nahm sie nicht an und sprach zu ihm : Ich bin für dich als Richter unzulässig.", "Hierauf setzte er ein Paar Jünger ein, die über seine Angelegenheit verhandelten. Während er auf und ab ging, sprach er [vor sich:] Wollte er, könnte er dies vorbringen; wollte er, könnte er jenes vorbringen. Hierauf sprach er: Daß doch den Bestechung Nehmenden der Geist schwinde! Wenn es mir, der ich nichts genommen habe, und wenn ich genommen hätte, meines genommen haben würde, so21Daß ich stets zu seinen Gunsten denke.ergeht, um wieviel mehr denen, die Bestechung nehmen.", "Einst brachte jemand R. Jišma͑él b. Eliša͑ die Erstlingsschur22Die erste Schafschur, die an einen Priester (RJ. war ein solcher) zu entrichten ist; cf. Dt. 18,4., und als dieser ihn fragte, woher er sei, erwiderte er, er sei aus jenem Orte. – Und von dort bis hier war kein Priester, sie ihm zu geben? Jener erwiderte: Ich habe einen Prozeß, und brachte sie nebenbei für den Meister mit. Da sprach er: Ich bin für dich als Richter unzulässig. Und er nahm sie von ihm nicht an.", "Hierauf setzte er ein Paar23Hier זוגא, oben aber זוזא, rieht, זווא, wie an vielen anderen Stellen.Jünger ein, die über seine Angelegenheit verhandelten. Während er auf und ab ging, sprach er [vor sich]: Wollte er, könnte er dies vorbringen; wollte er, könnte er jenes vorbringen. Hierauf sprach er : Daß doch den Bestechung Nehmenden der Geist schwinde! Wenn es mir, der ich nichts genommen habe, und wenn ich genommen hätte, meines genommen haben würde, so ergeht, um wieviel mehr denen, die Bestechung nehmen.", "Einst brachte jemand R. A͑nan einen Korb kleiner Schilffische, und als er ihn nach seinem Vorhaben fragte, erwiderte er, er habe einen Prozeß. Dieser aber nahm sie nicht an und sprach zu ihm: Ich bin für dich als Richter unzulässig.", "Jener erwiderte: Ich verlange nun nicht, daß der Meister meinen Prozeß entscheide, aber immerhin möge er sie annehmen und mich nicht an der Darbringung der Erstlinge24Die nach dem bibl. Gesetze von den Feldfrüchten an die Priester zu entrichten sind; cf. Ex. 23,19.hindern. Es wird nämlich gelehrt:25iiReg. 4,4.Und ein Mann kam aus Baa͑l Šališa und brachte dem Gottesmanne Brot von Erstlingsfrucht nicht, zwanzig Gerstenbrote und frische Ähren in seiner Tasche; war etwa Eliša͑ Erstlinge zu essen26Er war nicht Priester.berechtigt? Dies besagt vielmehr, daß wenn jemand einem Gelehrten ein Geschenk bringt, es ebenso sei, als würde er die Erstlinge darbringen.", "Da sprach er : Ich wollte sie nicht annehmen, da du es mir aber begründest, nehme ich sie an. Hierauf sandte er ihn zu R. Naḥman und ließ ihm mitteilen: Möge der Meister den Prozeß dieses Mannes entscheiden, denn ich, A͑nan, bin für ihn als Richter unzulässig. Dieser glaubte, er sei, da er ihm dies mitteilen ließ, sein Verwandter27Der als Richter unzulässig ist.. Er hatte gerade einen Prozeß von Waisen vor, jedoch dachte er:" ], [ "das eine ist Gebot und das andere28In beiden Fällen ist Rechtsprechung zu üben.ist Gebot, und das mit der Ehrung der Tora29Den Verwandten eines Gelehrten zuerst abzufertigen.verbundene Gebot ist zu bevorzugen. Da setzte er den Prozeß der Waisen ab und nahm seinen Prozeß vor. Als nun sein Prozeßgegner sah, welche Ehrung er ihm erwies, verstummten seine Einwendungen.", "Bis dahin pflegte Elijahu bei R. A͑nan zu erscheinen und ihn die Sektion des Elijahu zu lehren, nach diesem Ereignisse aber blieb er aus. Da verweilte er in Fasten und Beten, bis er wieder zu erscheinen begann, doch pflegte er, wenn er bei ihm erschien, zu erschrecken.", "Hierauf errichtete er eine Lade, in der er vor ihm saß, bis er ihm die Sektion beibrachte. Deshalb spricht man von der großen Sektion des Elijahu und der kleinen Sektion des Elijahu30Letztere lehrte er ihn in der Lade..", "Im Zeitalter R. Josephs erfolgte eine Heimsuchung31Wörtl. Zorn, gemeint ist eine Hungersnot., und die Rabbanan sprachen zu R. Joseph : Möge der Meister um Erbarmen flehen. Dieser erwiderte: Wenn sogar Eliša͑, bei dem, wenn die Jünger sich von ihm verabschiedeten, noch zweitausendzweihundert Jünger32Die an seinem Tische aßen.zurückblieben, zur Zeit der Heimsuchung nicht um Erbarmen flehte, wie sollte ich um Erbarmen flehen!? –", "Woher, daß soviele zurückblieben? – Es heißt:33iiReg. 4,43.da sprach sein Diener: Was soll ich davon hundert Leuten vorsetzen. Was heißt ‘hundert Leuten’: wollte man sagen, alles34Was im vorangehenden Verse genannt wird, 21 Brote u. frische Ähren. für hundert Leute, so wäre dies ja in Jahren der Dürre für hundert Leute sehr viel; doch wohl jedes für hundert Leute.", "Wenn die Jünger aus dem Lehrhause Rabhs fortgingen, blieben tausendzweihundert Jünger zurück. Wenn aus dem Lehrhause R. Honas, blieben achthundert Jünger zurück. R. Hona hielt seinen Vortrag mit dreizehn Dolmetschern35Die die Zuhörer in ebenso viele Gruppen teilen u. ihnen den Vortrag wiederholen mußten.. Wenn die Jünger von der Vorlesung R. Honas aufstanden und ihre Kleider abschüttelten, wirbelte sich ein Staub auf, der das Tages[licht] verdunkelte, und im Westen36In Palästina, wo dies zu merken war.sagten sie dann: Bei R. Hona dem Babylonier verlassen sie die Vorlesung.", "Wenn die Jünger aus dem Lehrhause Rabbas und R. Josephs fortgingen, blieben vierhundert Jünger zurück, und sie nannten sich Waisen. Wenn die Jünger aus dem Lehrhause Abajjes fortgingen, manche sagen, aus dem Lehrhause R. Papas, und manche sagen, aus dem Lehrhause R. Ašis, blieben zweihundert Jünger zurück, und sie nannten sich Waisen der Waisen.", "R. Jiçḥaq b. Redipha sagte im Namen R. Amis: Die Gebrechenuntersucher37Die die Opfertiere untersuchten; gebrechenbehaftete waren zur Opferung untauglich; cf. Lev. 22,20ff.in Jerušalem erhielten ihr Gehalt von der Hebe der Tempelschatzkammer38Cf. Seq. III,1.. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls : Die Gelehrten, die die Priester die Vorschriften über das Schlachten lehrten, erhielten ihr Gehalt von der Hebe der Tempelschatzkammer.", "R. Gidel sagte im Namen Rabhs : Die Gelehrten, die die Priester die Vorschriften über das Abhäufen39Des Haufens von den Speisopfern; cf. Men. Fol. 11a.lehrten, erhielten ihr Gehalt von der Hebe der Tempelschatzkammer. Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans : Die Bücherkorrektoren40Cf. supra Fol. 19b.in Jerušalem erhielten ihr Gehalt von der Hebe der Tempelschatzkammer.", "R. Naḥman sagte im Namen Rabhs: Die Frauen, die die Tempelvorhänge webten, erhielten ihr Gehalt von der Hebe der Tempelschatzkammer. Ich aber sage, von (den Heiligtümern) des Tempelreparaturfonds’, weil die Vorhänge anstelle des Bauwerkes verwandt wurden.", "Man wandte ein: Die Frauen, die die Tempelvorhänge webten, die über [die Zubereitung des] Schaubrotes41Cf. Ex. 25,30.gesetzte Familie Garmo42Cf. Jom. Fol. 38a.und die über [die Zubereitung des] Räucherwerkes43Cf. Ex. Kap. 30.gesetzte Familie Euthinos44Cf. Jom. Fol. 38a.erhielten alle ihr Gehalt von der Hebe der Tempelschatzkammer!? –", "Dies gilt von den Tür[vorhängen]45Während RN. von den Vorhängen spricht, die als Scheidewände dienten; cf. Jom. Fol. 51b.. So sagte R. Zera im Namen Rabhs : Dreizehn Vorhänge waren im zweiten Tempel, sieben vor den Sieben Toren46Zum Vorhof., einer vor der Tür des Tempelschiffes, einer vor der Tür der Vorhalle, zwei vor dem Allerheiligsten und zwei diesen entsprechend auf dem Söller.", "Die Rabbanan lehrten: Die Frauen, die ihre Kinder für die rote Kuh47Cf. Num. 19,2ff.erzogen48Zur Bereitung des Entsündigungswassers; die ganze Herrichtung mußte durch Kinder erfolgen, die frei von jeder rituellen Verunreinigung waren; cf. Suk. Fol. 21a., erhielten ihr Gehalt von der Hebe der Tempelschatzkammer. Abba Šaul sagt, vornehme Frauen in Jerušalem verpflegten und unterhielten sie.", "R. Hona fragte Rabh:" ], [ "Dürfen die Dienstgeräte49Im Tempel, zur Bedienung des Altars.von (den Heiligtümern des) Tempelreparaturfonds’ angeschafft werden: gehören sie zu den Erfordernissen des Altars, somit sind sie von (den Heiligtümern des) Tempelreparaturfonds’ anzuschaffen, oder gehören sie zu den Erfordernissen der Opfer, somit sind sie von der Hebe der Tempelschatzkammer anzuschaffen?", "Dieser erwiderte: Sie dürfen nur von der Hebe der Tempelschatzkammer angeschafft werden. Er wandte gegen ihn ein:50iiChr. 24,14.Und als sie fertig waren, brachten sie vor den König und Jehojada͑ das übrige Geld, und er machte daraus Dienstgeräte für das Haus des Herrn &c.!?", "Dieser erwiderte: Wer dich die Hagiographen lehrte, lehrte dich die Propheten nicht; [es heißt:]51iiReg. 12,14,15.jedoch wurden für das Haus des Herrn keine Becken gemacht &c., sondern den Arbeitern gab man es. –", "Demnach widersprechen ja die Schriftverse einander!? – Das ist kein Einwand; das eine, wenn von den eingeforderten [Beträgen]52Für den Tempelreparaturfonds.zurückbleibt, und das andere, wenn von den eingeforderten [Beträgen] nichts zurückbleibt. –", "Was ist denn dabei, daß zurückbleibt53Es gehört ja nicht zur Opferkasse.!? R. Abahu erwiderte: Das Gericht behielt es sich vor: wird es verbraucht, so ist es recht, wenn aber nicht, so werde es für Dienstgeräte verwandt.", "In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Die Dienstgeräte wurden von der Hebe der Tempelschatzkammer angeschafft, denn es heißt: das übrige Geld, und die Hebe der Tempelschatzkammer ist Geld, das Übrigbleibendes54Der Überschuß des laufenden Jahres blieb in der Schatzkammer zurück.hat.", "Vielleicht nur vom Übrigbleibenden!? – Wie Raba erklärt hat:55Lev. 6,5.das Brandopfer, das erste56Das beständige Opfer, das zuerst im bezügl. Abschnitte (Num. Kap. 28) genannt wird; dieses ist zuerst darzubringen.Brandopfer, ebenso auch hierbei: das Geld, das erste57Der Beitrag des laufenden Jahres.Geld.", "Man wandte ein: Das Räucherwerk und alle Gemeindeopfer werden von der Hebe der Tempelschatzkammer angeschafft, der goldene Altar, der Weihrauch und die Dienstgeräte von den Überschüssen der Trankopfer58Cf. Men. Fol. 90a.,", "der Brandopferaltar, die Kammern und die Vorhöfe von (den Heiligtümern des) Tempelreparaturfonds’, und alles außerhalb des Tempelhofes von den Überschüssen der Tempelschatzkammer. Das ist es, was wir gelernt haben: Die Mauer der Stadt, ihre Türme und alle Bedürfnisse der Stadt wurden von den Überschüssen der Tempelschatzkammer angeschafft!? –", "Hierüber streiten Tannaím, denn wir haben gelernt: Wofür verwendete man den Überschuß der Hebe59Gf. Seq. IV,4.? Für Goldplatten zur Verkleidung des Allerheiligsten. R. Jišma͑él sagt, der Überschuß der Früchte60Hierüber weiter.wurde für die Zehrung des Altars61Wenn keine Privatopfer gespendet wurden, wurden solche von diesen Beträgen angeschafft.und der Überschuß der Hebe für Dienstgeräte verwendet.", "R. A͑qiba sagte: Der Überschuß der Hebe wurde für die Zehrung des Altars und der Überschuß von den Gußopfern für Dienstgeräte verwendet. R. Ḥanina der Priestervorsteher sagte: Der Überschuß von den Gußopfern wurde für die Zehrung des Altars und der Überschuß der Hebe für Dienstgeräte verwendet. Weder dieser noch jener pflichtet bei hinsichtlich der Früchte62Daß ein derartiger Überschuß überhaupt vorhanden war.. –", "Welches Bewenden hat es mit den Früchten? – Es wird gelehrt: Wofür wurde der Überschuß der Hebe verwendet? Dafür kaufte man billig Früchte und verkaufte sie teuer, und mit dem Gewinne unterhielt man den Altar61Wenn keine Privatopfer gespendet wurden, wurden solche von diesen Beträgen angeschafft.. Das ist es, was wir gelernt haben: der Überschuß der Früchte wurde für die Zehrung des Altars verwendet. –", "Was heißt: weder dieser noch jener pflichtet bei hinsichtlich der Früchte? – Wir haben gelernt: Wofür verwendete man den Überschuß der Schatzkammer? Man kaufte dafür Wein, Öl und feines63Zum Wiederverkauf an Private, die Speisopfer spendeten.Mehl, und der Gewinn gehörte dem Heiligtume – so R. Jišma͑él ; R. A͑qiba sagt, man mache keine Geschäfte mit Heiligengut, auch nicht mit Armengut.", "Weshalb nicht mit Heiligengut? – Wo Reichtum, keine Ärmlichkeit. – Weshalb nicht mit Armengut? – Es könnte vorkommen, daß ein Armer kommt und nichts vorhanden ist, ihm zu geben.", "WENN JEMAND NACH DEM ÜBERSEELANDE GEGANGEN IST. Es wurde gelehrt : Rabh sagt," ], [ "man setze einer Ehefrau Unterhalt64Vom Vermögen des Ehemannes, der in die Ferne verreist ist.aus, und Šemuél sagt, man setze einer Ehefrau keinen Unterhalt aus. Šemuél sagte: Abba65Rufname Rabhs.pflichtet mir bei66Daß man ihr keine Verpflegung aussetze.hinsichtlich der ersten drei Monate, weil niemand sein Haus leer zurückläßt.", "Über den Fall, wenn man gehört hat, daß er gestorben ist, streiten sie nicht67Sie hat als Witwe Unterhalt zu beanspruchen., sie streiten nur über den Fall, wenn man nicht gehört hat, daß er gestorben ist. – Rabh sagt, man setze aus, denn er ist ihr verpflichtet; weshalb aber sagt Šemuél, man setze nicht aus? –", "R. Zebid erklärte, weil er ihr wahrscheinlich Vermögensstücke eingehändigt hat, und R. Papa erklärte, es sei zu berücksichtigen, er kann zu ihr gesagt haben: verrechne deine Arbeitsleistung68Die dem Ehemanne gehört.auf deinen Unterhalt. –", "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen bei einer Großjährigen, die nicht auskommt69Mit dem Ertrage ihrer Arbeitsleistung; sie hat einen derartigen Vorschlag sicherlich nicht angenommen, jed. kann er ihr, da sie großjährig ist, Vermögensstücke eingehändigt haben.,", "und bei einer Minderjährigen, die auskommt70Sie hat den Vorschlag angenommen, jed. händigt man einer solchen keine Vermögensstücke ein.. –", "Wir haben gelernt: Wenn jemand nach dem Überseelande gegangen ist und seine Frau Unterhalt fordert, so schwöre sie, wie Ḥanan sagt, später und schwöre nicht zunächst. Die Hochpriesterssöhne aber streiten gegen ihn und sagen, sie schwöre zunächst und später. Sie streiten also nur über den Schwur, Unterhalt aber gebe man ihr!? – Šemuél erklärte, wenn man gehört hat, daß er gestorben sei. –", "Komm und höre: Wenn jemand nach dem Überseelande gegangen ist und seine Frau Unterhalt fordert, so hat sie, wie die Hochpriesterssöhne sagen, zu schwören, und wie Ḥanan sagt, nicht zu schwören. Kommt er und sagt, er habe ihr Unterhalt ausgesetzt, so ist er glaubwürdig!? –", "Auch dies, [in dem Falle], wenn man gehört hat, daß er gestorben sei. – Es heißt ja aber: kommt er und sagt!? – Wenn er nach dem Gerüchte kommt. –", "Komm und höre: Wenn jemand nach dem Überseelande gegangen ist und seine Frau Unterhalt fordert, er aber heimkehrt und sagt: verrechne deine Arbeitsleistung auf deinen Unterhalt, so darf er dies; hatte das Gericht ihn ihr bereits ausgesetzt, so bleibe es dabei!? – Auch dies [in dem Falle], wenn man gehört hat, daß er gestorben sei. –", "Komm und höre: Wenn jemand nach dem Überseelande gegangen ist und seine Frau Unterhalt fordert, so übernimmt das Gericht seine Güter und verpflegt und versorgt seine Frau, jedoch nicht seine Söhne und seine Töchter, auch [sorgt es] nicht für anderes!?", "R. Šešeth erwiderte: Wenn er seine Frau durch einen Vertreter versorgt71Der nunmehr die Versorgung einstellt; in diesem Falle ist die Einhändigung von Vermögensstücken od. die ob. erwähnte Vereinbarung der Aufrechnung nicht zu berücksichtigen.hat. – Demnach sollte dies auch von seinen Söhnen und seinen Töchtern72Da er bekundet hat, daß er auch seine Kinder versorgen wollte.gelten!? – Wenn er jene versorgt und diese nicht versorgt hat. – Wieso ist dies ausgemacht73Daß jemand seine Frau versorgt u. nicht seine Kinder.!?", "Vielmehr, erwiderte R. Papa, wenn man von einem Zeugen hört, daß er gestorben sei. Ihr, die, wenn sie heiraten will, auf Grund eines einzelnen Zeugen heiraten darf, gebe man auch Unterhalt,", "seinen Söhnen und seinen Töchtern aber, die, wenn sie sich in den Besitz seiner Güter setzen wollen, es auf Grund eines einzelnen Zeugen nicht dürfen, gebe man auch keinen Unterhalt. –", "Was heißt ‘anderes’? R. Ḥisda erklärte: Putzmittel. R. Joseph erklärte: Almosen. Wer Putzmittel erklärt, nach dem gilt dies um so mehr von Almosen74Das Gericht ist nicht befugt, auf seine Kosten Liebeswerke zu üben.," ], [ "und wer Almosen erklärt, nach dem gilt dies nicht von Putzmitteln, weil es ihm nicht lieb ist, daß sie verhäßliche. –", "Komm und höre: Die Schwägerin75An der die Schwagerehe zu vollziehen ist.ist die ersten drei Monate76Nach dem Tode ihres Mannes, während welcher sie nicht heiraten u. an ihr die Schwagerehe nicht vollzogen werden darf.vom Vermögen ihres Mannes zu unterhalten,", "von da ab weder von dem ihres Mannes noch von dem des Schwagers. Wenn er77Der Schwager, gegen den sie auf Vollziehung der Schwagerehe od. der Ḥaliça geklagt hat.vor Gericht gestanden und entflohen ist, so ist sie vom Vermögen des Schwagers zu unterhalten!? –", "Šemuél kann dir erwidern: was sollte bei dieser berücksichtigt werden, wenn etwa Vermögensstücke78Die er ihr zu ihrem Unterhalte gegeben haben könnte., so steht er ihr nicht nahe, und wenn die Arbeitsleistung79Die Vereinbarung, diese auf den Unterhalt zu verrechnen., so ist sie ihm nicht verpflichtet. –", "Komm und höre: Wenn eine Frau, die mit ihrem Manne nach dem Überseelande gegangen war, zurückkehrt und sagt, ihr Mann sei gestorben, so kann sie, wenn sie will, Unterhalt, und wenn sie will, ihre Morgengabe fordern. [Sagt sie,] ihr Mann habe sich von ihr geschieden, so ist sie bis zur Höhe ihrer Morgengabe zu unterhalten80Ist es wahr, so hat sie Anspruch auf die Morgengabe, ist es unwahr, so hat sie Anspruch auf Unterhalt.!? –", "Dies ebenfalls [in dem Falle], wenn man gehört hat, daß er gestorben sei. – Weshalb [nur] bis zur Höhe ihrer Morgengabe? – Sie selber hat sich geschädigt81Sie sagte, sie sei geschieden, u. eine Geschiedene erhält keinen Unterhalt.. –", "Komm und höre: In welchem Falle sagten sie, die Weigerungserklärende habe keinen Anspruch auf Unterhalt? Man kann nicht sagen, wenn sie bei ihrem Manne weilt, denn ihr Mann ist ja sie zu unterhalten verpflichtet; vielmehr, wenn ihr Mann nach dem Überseelande gegangen ist, und sie geborgt und verzehrt hat, darauf auftritt und die Weigerung erklärt. Nur dann, wenn sie die Weigerung erklärt, wenn sie aber die Weigerung nicht erklärt, erhält sie wohl!? –", "Šemuél kann dir erwidern: was sollte bei dieser berücksichtigt werden, wenn etwa Vermögensstücke, so händigt man einer Minderjährigen keine Vermögensstücke ein, und wenn die Arbeitsleistung, so ist die der Minderjährigen nicht ausreichend83Eine Vereinbarung der Aufrechnung ist wohl nicht getroffen worden.. –", "Wie bleibt es damit? – Als R. Dimi kam, erzählte er : Einst kam ein solcher Fall vor Rabbi in Beth Šea͑rim, und er sprach ihr Unterhalt zu, vor R. Jišma͑él in Sepphoris, und er sprach ihr keinen Unterhalt zu. R. Joḥanan staunte darüber: was veranlaßte R. Jišma͑él, ihr keinen Unterhalt zuzusprechen? Die Hochpriesterssöhne und Ḥanan streiten ja nur über den Eid, Unterhalt aber erhält sie ja [nach aller Ansicht]!?", "R. Šamen b. Abba erwiderte ihm: Bereits erklärte es [unser Meister] Šemuél in Babylonien, wenn man gehört hat, daß er gestorben sei. Jener sprach: So vieles erklärt ihr damit.", "Als Rabin kam, erzählte er: Einst kam ein solcher Fall vor Rabbi in Beth Šea͑rim, und er sprach ihr keinen Unterhalt zu, vor R. Jišma͑él in Sepphoris, und er sprach ihr Unterhalt zu. R. Joḥanan sprach: Was veranlaßte Rabbi, ihr keinen [Unterhalt] zuzusprechen? Ḥanan und die Hochpriesterssöhne streiten nur über den Eid, Unterhalt aber erhält sie ja [nach aller Ansicht]!? R. Šamen b. Abba erwiderte ihm : Bereits erklärte es Šemuél in Babylonien, wenn man gehört hat, daß er gestorben sei. Jener sprach: So vieles erklärt ihr damit.", "Die Halakha ist wie Rabh, und man setze einer Ehefrau Unterhalt aus. Ferner ist die Halakha wie R. Hona im Namen Rabhs lehrte. R. Hona sagte nämlich im Namen Rabhs, eine Frau könne zu ihrem Manne sagen, sie wolle nicht unterhalten werden und nicht arbeiten.", "Ferner ist die Halakha wie R. Zebid hinsichtlich der glasierten Gefäße. R. Zebid sagte nämlich : Glasierte Gefäße sind, wenn sie weiß oder schwarz sind, erlaubt,", "wenn grün84Od. gelb; das Textwort wird für beide Farben gebraucht., verboten85Zur Benutzung am Pesaḥfeste od. wenn sie von Nichtjuden herrühren (cf. Az. Fol. 33a). Tongefäße sind porös und enthalten Reste des früheren Inhaltes, was aber bei glasierten nicht der Fall ist; die grüne od. gelbe Glasur hingegen besteht aus scharfen Substanzen, die den Ton noch poröser machen.. Dies nur dann, wenn sie keine Risse haben, wenn sie aber Risse haben, sind sie verboten.", "ii WENN JEMAND NACH DEM ÜBERSEELANDE GEGANGEN IST UND JEMAND SEINE FRAU UNTERHALTEN HAT, SO HAT ER, WIE ḤANAN SAGT, SEIN GELD VERLOREN86Da er vom Ehemanne hierzu keinen Auftrag erhalten hat..", "DIE HOCHPRIESTERSSÖHNE STREITEN GEGEN IHN UND SAGEN, ER SCHWÖRE, WIEVIEL ER AUSGEGEBEN HAT, UND ERHALTE ES ZURÜCK. R. DOSA B. ARCHINOS PFLICHTETE IHNEN BEI. R. JOḤANAN B. ZAKKAJ SAGTE : ḤANAN HAT RECHT : ER HAT SEIN GELD AUF DAS REHGEWEIH87Der damit durchgeht; oft gebräuchliche Redewendung für unwiederbringlichen Schaden.GELEGT.", "GEMARA. Dort haben wir gelernt: Wenn einem der Genuß von seinem Nächsten abgelobt ist," ], [ "so darf dieser für ihn den Šeqel88Den jährlichen Beitrag für die Opferkasse.entrichten, seine Schuld bezahlen und ihm eine verlorene Sache wiederbringen, und wo man dafür eine Belohnung erhält, fällt der Nutzen dem Heiligtume zu.", "Allerdings für ihn den Šeqel entrichten, weil er nur ein Gebot ausübt, denn es wird gelehrt, man hebe ab89Geldbeträge aus der Tempelschatzkammer; cf. Seq. III,1.für das Abhandengekommene, das Eingeforderte90Das aber noch nicht eingegangen ist.und das Einzufordernde91Er ist demnach an der Abhebung beteiligt, auch wenn dieser den Šeqel für ihn nicht entrichtet, sodaß er gar keinen Nutzen hat.,", "ebenso ihm eine verlorene Sache wiederbringen, weil er ebenfalls nur ein Gebot92In beiden Fällen bezweckt er die Ausübung des Gebotes u. nicht den Nutzen des anderen.ausübt, wieso aber seine Schuld bezahlen, jener hat ja einen Nutzen !?", "R. Oša͑ja erwiderte: Hier ist die Ansicht Ḥanans vertreten, welcher sagt, er93Wer unaufgefordert für einen anderen Geld verauslagt.habe sein Geld verloren.", "Raba erwiderte: Du kannst auch sagen, die der Rabbanan, denn hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er geliehen hat mit der Vereinbarung, nicht zu bezahlen94Solange es ihm nicht beliebt, daß der Gläubiger ihn nicht mahne; er hat somit durch die Zahlung des anderen keinen Nutzen erzielt.. –", "Erklärlich ist es, daß Raba nicht wie R. Oša͑ja erklärt, da er [diese Lehre] auf die Rabbanan zurückführen will, weshalb aber erklärt R. Oša͑ja nicht wie Raba!? – R. Oša͑ja kann dir erwidern: zugegeben, daß er keinen Nutzen erzielt," ], [ "aber ist es ihm etwa nicht genannt95Jemand Geld zu schulden, auch wenn dieser ihn nicht mahnt. !? Auch in diesem Falle hat er einen Nutzen, den Nutzen, daß er sich vor jenem [nicht] zu genieren [braucht].", "iii ADMON LEHRTE SIEBEN DINGE : WENN JEMAND STIRBT UND SÖHNE UND TÖCHTER HINTERLÄSST, SO ERBEN, WENN DAS VERMÖGEN GROSS96Wenn es zum Unterhalte für alle auf ein Jahr reicht bezw. nicht reicht; cf. Bb. Fol. 139b.IST, DIE SÖHNE, UND DIE TÖCHTER WERDEN97Bis zu ihrer Verheiratung.UNTERHALTEN; IST ABER DAS VERMÖGEN GERING96Wenn es zum Unterhalte für alle auf ein Jahr reicht bezw. nicht reicht; cf. Bb. Fol. 139b., SO WERDEN DIE TÖCHTER UNTERHALTEN UND DIE SÖHNE MÖGEN AN DEN TÜREN BETTELN. ADMON SAGTE: SOLL ICH, WEIL ICH MÄNNLICHEN GESCHLECHTES BIN, IM NACHTEILE98Vielmehr sind in diesem Falle diese u. jene gleichmäßig zu unterhalten.SEIN!? R. GAMLIÉL SPRACH: MIR LEUCHTEN DIE WORTE ADMONS EIN.", "GEMARA. Wie meint er dies? Abajje erwiderte: Er meint es wie folgt: soll ich, weil ich männlichen Geschlechtes bin und geeignet, mich mit der Tora zu befassen, im Nachteile sein!?", "Raba sprach zu ihm: Wer sich mit der Tora befaßt, ist erbberechtigt, und wer sich nicht mit der Tora befaßt, ist nicht erbberechtigt!? Vielmehr, erklärte Raba, meint er es wie folgt: soll ich, weil ich männlichen Geschlechtes bin und bei großem Vermögen [allein] erbberechtigt bin, bei geringem Vermögen im Nachteile sein!?", "iv WENN JEMAND VON SEINEM NÄCHSTEN KRÜGE ÖL FORDERT, UND DIESER NUR DIE GEFÄSSE ZUGIBT, SO MUSS ER, WIE ADMON SAGT, DA ER EINEN TEIL DER FORDERUNG ZUGIBT, SCHWÖREN99Über den Rest der Forderung: cf. supra Fol. 18a.. DIE WEISEN ABER SAGEN, DER TEIL, DEN ER ZUGIBT, GEHÖRT NICHT ZUM OBJEKTE100Jener fordert von ihm Öl. Er bestreitet somit die ganze Forderung u. braucht nicht zu schwören.DER FORDERUNG. R. GAMLIÉL SPRACH: MIR LEUCHTEN DIE WORTE ADMONS EIN.", "GEMARA. Hieraus ist zu entnehmen, daß, wenn jemand von einem Weizen und Gerste fordert, und dieser ihm die Gerste zugibt, er nach den Rabbanan [vom Eide] frei sei.", "Dies wäre somit eine Widerlegung der Lehre R. Naḥmans im Namen Šemuéls. R. Naḥman sagte nämlich im Namen Šemuéls: Wenn jemand von einem Weizen und Gerste fordert, und dieser ihm eines von beiden zugibt, so ist er [zum Eide] verpflichtet.", "R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs : Wenn er von ihm Maße101‘Krüge’ ist nichts weiter als eine Bezeichnung des Quantums.fordert. – Was ist demnach der Grund Admons?", "Raba erwiderte: Alle stimmen überein, daß, wenn jener zu ihm sagt: ich habe ein Quantum von zehn Krügen Öl in deinem Tanke, er nur Öl und keine Gefäße fordert, wenn aber: ich habe bei dir zehn Krüge voll Öl, er Öl und Gefäße fordert,", "sie streiten nur [über den Fall], wenn er zu ihm sagt: ich habe bei dir zehn Krüge Öl. Admon ist der Ansicht, in dieser Wendung seien die Gefäße einbegriffen, und die Rabbanan sind der Ansicht, in dieser Wendung seien die Gefäße nicht einbegriffen. –", "Nur deshalb, weil in dieser Wendung die Gefäße nicht einbegriffen sind, wären aber in dieser Wendung die Gefäße einbegriffen, würde er [zum Eide] verpflichtet sein, somit ist dies eine Widerlegung des R. Ḥija b. Abba. R. Ḥija b. Abba sagte nämlich: Wenn jemand von einem Weizen und Gerste fordert, und dieser ihm eines von beiden zugibt, so ist er [vom Eide] frei.", "R. Šimi b. Aši erwiderte: Es ist ebenso, als würde er von ihm eine Granate mit der Schale102Weizen u. Gerste sind 2 verschiedene Dinge, u. das Zugeben des einen erstreckt sich nicht auf das andere, dagegen aber gehören Öl u. Gefäße zusammen.fordern. Rabina wandte ein: Eine Granate ist nicht ohne Schale zu verwahren, während Öl auch ohne Gefäße zu verwahren ist!? –", "Vielmehr, hier wird von dem Falle gesprochen, wenn jener zu ihm sagt: ich habe bei dir zehn Krüge Öl, und dieser ihm erwidert: Öl überhaupt nicht, und auch Gefäße hast du nur fünf (und keine weiteren fünf).", "Admon ist der Ansicht, in dieser Wendung seien die Gefäße einbegriffen, und da er wegen der Gefäße103Von denen er einen Teil zugibt.schwören muß, so wird ihm ein Schwur auch über das Öl zugeschoben104Wer einen Eid zu leisten hat, dem kann ein Eid ‘zugewälzt’ werden wegen eines anderen Falles, wegen dessen er gesetzlich keinen zu leisten hätte.und die Rabbanan sind der Ansicht, in dieser Wendung seien die Gefäße nicht einbegriffen, somit gibt dieser nicht zu, was jener fordert, und fordert jener nicht, was dieser zugibt.", "v WENN JEMAND SEINEM SCHWIEGERSOHNE EINEN GELDBETRAG AUSGESETZT HAT UND IHM NACHHER DEN FUSS105Dh. ihm die Zahlung verweigert. Diese Redewendung wird wohl bedeuten: er bietet ihm einen Fußtritt an. Nach manchen Erklärern: er bietet ihm den Dreck am Fuße; nach anderen hingegen: hänge mich an meinem Fuße, ich habe nichts. Wahrscheinl. Übertragung des lat. pollicem vertere.ENTGEGENSTRECKT, \n" ], [ "SO MAG [DIE TOCHTER] WARTEN, BIS IHR DER KOPF WEISS106Er kann sowohl die Ehelichung als auch die Freigabe durch Scheidung verweigern.WIRD. ADMON SAGT, SIE KÖNNE SAGEN: HÄTTE ICH ES VERSPROCHEN, SO HÄTTE ICH ZU WARTEN, BIS MIR DER KOPF WEISS WIRD, ABER MEIN VATER HAT ES VERSPROCHEN, WAS KANN ICH DAFÜR; HEIRATE [MICH] ODER GIB [MICH] FREI. R. GAMLIÉL SPRACH: MIR LEUCHTEN DIE WORTE ADMONS EIN.", "GEMARA. Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht des Autors der folgenden Lehre: R. Jose b. R. Jehuda sagte: Admon und die Weisen streiten nicht über den Fall, wenn jemand seinem Schwiegersohne einen Geldbetrag ausgesetzt hat und ihm nachher den Fuß entgegenstreckt; sie kann sagen : mein Vater hat es versprochen, was kann ich dafür.", "Sie streiten nur über den Fall, wenn sie selber ausgesetzt hat; die Weisen sagen, sie mag warten, bis ihr der Kopf weiß wird, und Admon sagt, sie könne sagen: ich dachte, mein Vater werde ihn für mich geben, was kann ich nun dafür, daß mein Vater ihn für mich nicht gibt; entweder nimm [mich] oder gib [mich] frei. R. Gamliél sprach: Mir leuchten die Worte Admons ein.", "Es wird gelehrt: Dies gilt nur von einer Erwachsenen, bei einer Minderjährigen aber zwinge man ihn. – Wen zwinge man: wenn den Vater, so müßte es ja entgegengesetzt107Der Vater kann für seine erwachsene Tochter eher haftbar gemacht werden als für seine minderjährige.lauten!? Vielmehr, erklärte Raba, man zwinge den Ehemann, ihr einen Scheidebrief zu geben.", "R. Jiçḥaq b. Elea͑zar sagte im Namen Ḥizqijas: Überall, wo R. Gamliél sagte, ihm leuchten die Worte Admons ein, ist die Halakha nach ihm zu entscheiden. Raba sprach zu R. Naḥman: Auch in der Barajtha108Der oben angezogenen Lehre.? Dieser erwiderte: Heißt es etwa: in unsere Mišna!? Es heißt: überall, wo R. Gamliél sagte.", "R. Zera sagte im Namen des Rabba b. Jirmeja: Bei den zwei Dingen, die Ḥanan lehrte, ist die Halakha nach dem ihm zustimmenden109RJbZ. bezw. RG.zu entscheiden, und bei den sieben Dingen, die Admon lehrte, ist die Halakha nicht nach dem ihm zustimmenden109RJbZ. bezw. RG.zu entscheiden. – Wie meint er es:", "wollte man sagen, er meine es wie folgt: bei den zwei Dingen, die Ḥanan lehrte, sei die Halakha nach ihm und dem ihm zustimmenden zu entscheiden, und bei den sieben Dingen, die Admon lehrte, sei die Halakha nicht nach ihm und dem ihm zustimmenden zu entscheiden, so sagte ja R. Jiçḥaq b. Elea͑zar im Namen Ḥizqijas, daß überall, wo R. Gamliél sagte, ihm leuchten die Worte Admons ein, die Halakha nach ihm zu entscheiden sei!? –", "Vielmehr, er meint es wie folgt: bei den zwei Dingen, die Ḥanan lehrte, ist die Halakha nach ihm und dem ihm zustimmenden zu entscheiden, und bei den sieben Dingen, die Admon lehrte, ist bei allen die Halakha nach ihm zu entscheiden, nicht aber nach dem ihm zustimmenden110Der ihm nur in 3 Lehren zustimmt.. –", "R. Jiçḥaq b. Elea͑zar sagte ja aber im Namen Ḥizqijas, daß überall, wo R. Gamliél sagte, ihm leuchten die Worte Admons ein, die Halakha nach ihm zu entscheiden sei; nur wo er es sagte, nicht aber wo er es nicht sagte!? –", "Vielmehr, er meint es wie folgt: bei den zwei Dingen, die Ḥanan lehrte, ist die Halakha nach ihm und dem ihm zustimmenden zu entscheiden, von den sieben Dingen, die Admon lehrte, sind manche, bei denen die Halakha nach ihm und dem ihm zustimmenden zu entscheiden ist, und manche, bei denen nicht nach ihm und dem ihm zustimmenden zu entscheiden ist;", "überall, wo R. Gamliél sagte, ihm leuchten die Worte Admons ein, ist die Halakha nach ihm zu entscheiden, bei den übrigen aber nicht.", "vi WENN JEMAND ANSPRUCH AUF EIN FELD ERHEBT111Es sei sein Eigentum u. widerrechtlich an den jetzigen Besitzer verkauft worden.UND ER SELBER DABEI ALS ZEUGE UNTERSCHRIEBEN112Auf der Verkaufsurkunde.IST, SO WAR IHM, WIE ADMON SAGT, DER ANDERE LIEBER, DENN DER ERSTE WAR SCHLIMMER113Seine Unterschrift spricht nicht gegen seine Behauptung, da er erwidern kann, ihm war der Besitzwechsel erwünscht, weil der frühere Besitzer ein schlimmer Gegner war.ALS DIESER.", "DIE WEISEN SAGEN, ER HABE SEINEN ANSPRUGH114Mit seiner Unterschrift bekundete er, daß der Verkauf rechtsgültig erfolgt ist.VERLOREN. NANNTE [DER VERKÄUFER] ES ALS GRENZZEICHEN115Wenn der Verkäufer nicht das strittige, sondern ein benachbartes Feld verkauft, u. bei der Bezeichnung der Grenzen als ihm gehörig genannt hat.FÜR EINEN ANDEREN, SO HAT ER SEINEN ANSPRUCH VERLOREN116Nach aller Ansicht; in diesem Falle bekundete er mit seiner Unterschrift, daß das Feld nicht ihm gehört..", "GEMARA. Abajje sagte: Dies gilt nur von einem Zeugen, ein Richter117Der die Unterschriften der Zeugen beglaubigt.aber hat seinen Anspruch nicht verloren. Denn R. Ḥija lehrte: Zeugen118Die mit ihrer Unterschrift den Inhalt der Urkunde bestätigen.unterschreiben eine Urkunde, nur wenn sie sie gelesen haben," ], [ "Richter aber unterschreiben sie, auch wenn sie sie nicht gelesen haben119Sie bestätigen nur, daß die Urkunde vorgelegt wurde u. sie die Unterschrift geprüft haben; der Inhalt geht sie nichts an..", "NANNTE ES [DER VERKÄUFER] ALS GRENZZEICHEN FÜR EINEN ANDEREN. Abajje sagte: Dies nur, wenn für einen anderen, wenn aber für ihn120Wenn er ihm selber ein benachbartes Feld verkauft, u. das strittige als ein dem Verkäufer gehöriges angrenzendes bezeichnet hat.selber, so hat er seinen Anspruch nicht verloren,", "denn er kann sagen: hätte ich dies121Die Urkunde unterzeichnet.nicht getan, würde er es mir nicht verkauft haben. Wollte man entgegnen: er sollte eine Erklärung122Vor dritten Personen, daß er nur deshalb die Urkunde unterschrieben hat, damit er ihm das benachbarte Feld verkaufe.abgeben, so hat jeder Freund einen Freund, und der Freund des Freundes einen Freund123Der Verkäufer würde durch dritte von der Erklärung erfahren u. den Verkauf abgelehnt haben..", "Einst nannte jemand [ein Feld] als Grenzzeichen für einen anderen, und [ein Zeuge] erhob darauf Anspruch, worauf er starb. Da wurde ein Vormund eingesetzt, und als er vor Abajje kam, sprach dieser: Nannte er es als Grenzzeichen für einen anderen, so hat er seinen Anspruch verloren.", "Jener entgegnete: Lebte der Vater der Waisen, würde er einwenden und sagen, er habe ihm nur ein Beet124Des strittigen Feldes, das an das verkaufte grenzt; seine Unterschrift bezog sich nur auf dieses Beet, während das ganze Feld ihm gehört.anerkannt. Da sprach er : Du hast Recht, denn R. Joḥanan sagte, wenn er einwendet und sagt, er habe ihm nur ein Beet anerkannt, sei er glaubhaft. Immerhin gib125Nachdem der Vormund hinsichtl. des ganzen Feldes Eigentumsbeweise angetreten hatte.ihm ein Beet zurück.", "Da sich aber darauf eine Dattelreihe befand, erwiderte jener: Lebte der Vater der Waisen, würde er einwenden und sagen, er habe [das Beet] hinterher von ihm gekauft. Da sprach er: Du hast Recht, denn R. Joḥanan sagte, wenn er einwendet und sagt, hier habe [das Beet] hinterher von ihm gekauft, sei er glaubhaft. Hier auf sprach Abajje: Wer einen Vormund einsetzt, setze einen wie diesen ein, der es versteht, das Interesse der Waisen zu vertreten.", "vii WENN JEMAND NACH DEM ÜBERSEELANDE GEGANGEN WAR UND IHM DER WEG ZU SEINEM FELDE VERLOREN126Wenn Grenznachbarn sich den Zugang zu diesem angeeignet haben.GING, SO GEHE ER, WIE ADMON SAGT, DEN KÜRZESTEN127Durch das Feld des Nachbars, da er auf jeden Fall Durchgangsrecht hatte.. DIE WEISEN SAGEN, ENTWEDER KAUFE ER SICH EINEN WEG FÜR HUNDERT MINEN128Dh. um jeden Preis.ODER ER FLIEGE DURCH DIE LUFT.", "GEMARA. Admon hat ja recht129Auf den kürzesten Weg hat er ja bestimmt Anrecht.!? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs : Wenn vier Personen es an den vier Seiten umgeben130Jeder kann ihn zurückweisen.. – Was ist demnach der Grund Admons!?", "Raba erwiderte: Wenn es vier [Rechtsnachfolger] von vier [Vorbesitzern] oder vier Rechtsnachfolger von einem [Vorbesitzer] sind, so stimmen alle überein, daß sie ihn abweisen130Jeder kann ihn zurückweisen.können, sie streiten nur über den Fall, wenn es ein Rechtsnachfolger von vier [Vorbesitzern] ist;", "Admon ist der Ansicht, [er könne sagen:] ich habe auf jeden Fall bei dir einen Weg, und die Rabbanan sind der Ansicht, [jener könne erwidern:] schweigst131Dh. wenn du auf eine Einigung eingehst.du, so ist es recht, wenn aber nicht, so gebe ich die Kaufscheine den Vorbesitzern zurück, und du kannst mit ihnen nicht prozessieren130Jeder kann ihn zurückweisen..", "Einst vermachte jemand seiner Tochter eine Dattelpalme, und als die Waisen seine Güter teilen wollten, gaben sie ihr die Dattelpalme nicht. R. Joseph wollte entscheiden, dies sei der Fall unserer132Jeder kann sie auf eine Dattelpalme des anderen verweisen.Mišna,", "da sprach Abajje zu ihm: Es ist nicht gleich; da kann ihn jeder133Lag der Weg auf der Ostseite, so hat er keinerlei Anspruch an den westlichen Nachbar.zurückweisen, hierbei aber befindet sich ja die Dattelpalme bei ihnen134Als er ihr die Dattelpalme vermachte, gehörten alle Güter zusammen.. – Welches Mittel gibt es hierbei? – Sie müssen ihr die Dattelpalme geben und von Neuem teilen.", "Einst vermachte jemand seiner Tochter eine Dattelpalme, darauf starb er und hinterließ zwei halbe135Dattelpalmen, an denen er zur Hälfte beteiligt war. Er hinterließ wohl auch andere Palmen, jed. wollten die Erben sie schikanieren u. verwiesen sie auf diese.Dattelpalmen.", "R. Aši saß und warf folgende Frage auf: nennt man zwei halbe Dattelpalmen ‘Dattelpalme’ oder nicht. Da sprach R. Mordekhaj zu R. Aši : Folgendes sagte Abimi aus Hagronja im Namen Rabas: auch zwei halbe Dattelpalmen nennt man ‘Dattelpalme’." ], [ "viii WENN JEMAND EINEN SCHULDSCHEIN AUF SEINEN NÄCHSTEN VORLEGT, UND DIESER [EINE URKUNDE]136Später datiert.VORLEGT, DASS JENER IHM EIN FELD VERKAUFT HAT, SO [KANN ER,] WIE ADMON SAGT, [SAGEN] : SCHULDETE ICH DIR ETWAS, SO SOLLTEST DU DIR DAS DEINIGE BEZAHLEN LASSEN, ALS DU MIR DAS FELD VERKAUFTEST. DIE WEISEN SAGEN, JENER WAR SCHLAU, IHM DAS FELD ZU VERKAUFEN, UM IHN PFÄNDEN ZU KÖNNEN137Der Verkauf beweist nur eine Vorsicht..", "GEMARA. Admon hat ja Rocht138Der Gläubiger sollte ja, anstatt dem Schuldner ein Pfandobjekt zu lassen, lieber das Kaufgeld einbehalten.!? – In Orten, AVO vorher das Geld gezahlt und nachher die Urkunde geschrieben wird, kann er nach aller Ansicht sagen: du solltest dir das deinige bezahlen lassen, als du mir das Feld verkauftest,", "sie streiten nur über Ortschaften, wo zuerst die Urkunde geschrieben und nachher das Geld gezahlt wird. Admon ist der Ansicht, er sollte eine Erklärung139Vor dritten Personen, daß er ihm das Feld nur deshalb verkaufe, um ihn pfänden zu können.abgeben, und die Rabbanan sind der Ansicht, jeder Freund hat einen Freund, und der Freund des Freundes einen Freund140Cf. Anm. 123 mut. mut..", "ix WENN ZWEI AUF EINANDER SCHULDSCHEINE VORLEGEN141Einer früher u. der andere später datiert., SO [KANN], WIE ADMON SAGT, [DER SPÄTERE ZUM ERSTEREN SAGEN:] WIESO WÜRDEST DU, WENN ICH DIR SCHULDETE, VON MIR GELIEHEN HABEN!? DIE WEISEN SAGEN, DER EINE FORDERE SEINEN SCHULDSCHEIN EIN UND DER ANDERE FORDERE SEINEN SCHULDSCHEIN EIN.", "GEMARA. Es wurde gelehrt: Wenn zwei auf einander Schuldscheine vorlegen, so fordere, wie R. Naḥman sagt, der eine ein und fordere der andere ein; R. Šešeth sagt, wozu die Säcke wechseln, vielmehr verbleibe der eine bei seinem142Falls es sich um gleiche Beträge handelt.und der andere bei seinem.", "Alle stimmen überein, daß, wenn beide Gutes, beide Mittelmäßiges oder beide Schlechtes143Grundstücke von dieser Qualität, wovon der Gläubiger sich bezahlt macht.haben, dies nur ein Wechseln der Säcke ist,", "sie streiten nur über den Fall, wenn einer Mittelmäßiges und einer Schlechtes hat. R. Naḥman sagt, der eine fordere ein und der andere fordere ein, denn er ist der Ansicht, die Schätzung erfolge nach seinem144Des Gläubigers. Der Landbesitz wird in 3 Klassen geteilt, u. der Gläubiger hat Anspruch auf das Mittelmäßige; fehlt dieses, so kann er nur das Schlechte u. nicht das Gute beanspruchen; cf. Bq. Fol. 7b.[Güterstande] ;", "der Besitzer des Schlechten fordere daher das Mittelmäßige [des anderen] ein, das nur für ihn145Da er kein besseres hat.Gutes ist, während der andere Schlechtes nehmen muß.", "R. Šešeth sagt, wozu die Säcke wechseln, denn er ist der Ansicht, die Schätzung erfolge nach dem allgemeinen [Güterstande], somit würde [der andere] sein Mittelmäßiges zurückerhalten. –", "Weshalb sollte nach R. Naḥman der Besitzer des Schlechten zuerst einfordern, der Besitzer des Mittelmäßigen kann ja zuerst Schlechtes einfordern und es jenen einfordern146Da das Mittelmäßige Gutes ist, worauf jener keinen Anspruch hat.lassen !? –", "Wenn der andere ihn zuerst gemahnt hat. – Aber schließlich kommen sie ja zur Einforderung gleichzeitig!? –", "Vielmehr, in dem Falle, wenn einer Gutes und Mittelmäßiges und einer Schlechtes hat. Einer ist der Ansicht, die Schätzung erfolge nach seinem147Der Besitzer des Schlechten ist auf jeden Fall im Vorteil: fordert er zuerst ein, so erhält er Mittelmäßiges, worauf aber der andere später keinen Anspruch hat, da dieses für ihn Gutes ist, fordert er später ein, so hat er Anspruch auf das Mittelmäßige.[Güterstande], und einer ist der Ansicht, die Schätzung erfolge nach dem allgemeinen [Güterstande]148Da die Einforderung gleichzeitig erfolgt, erhält der Besitzer des Schlechten zuerst Mittelmäßiges, worauf der andere es ihm abnimmt, sodaß nur ein zweckloser Austausch erfolgt.. –", "Wir haben gelernt: Die Weisen sagen, der eine fordere ein und der andere fordere ein!? – R. Naḥman erklärte es nach R. Šešeth: wenn der eine auf zehn [Jahre] und der andere auf fünf geliehen hat. –", "In welchem Falle: wollte man sagen, der erste auf zehn und der andere auf fünf, wieso sagt Admon, [er könne sagen:] wieso würdest du, wenn ich dir schuldete, von mir geliehen haben, noch war ja die [Zahlungs]frist nicht herangereicht!? – Vielmehr, der erste auf fünf und der andere auf zehn. –", "In welchem Falle: war149Als der 1. Gläubiger dem 2. den Schuldschein ausstellte.die [Zahlungs]frist herangereicht, was ist demnach150Der 1. Gläubiger sollte vom Schuldner die Schuld einfordern u. nicht von ihm borgen.der Grund der Rabbanan, und war die Frist noch nicht herangereicht, was ist demnach der Grund Admons151Der Einwand des 2. Gläubigers ist hinfällig.!? –", "In dem Falle, wenn er am Tage kam, an dem die fünf [Jahre] zuende152Die Schuld war erst am folgenden Tage fällig.waren ; einer ist der Ansicht, man pflege auf einen Tag zu leihen, und einer ist der Ansicht, man pflege nicht auf einen Tag153Er würde sicherlich bis zum folgenden Tage gewartet haben.zu leihen.", "Rami b. Ḥama erklärte: Hier wird von Waisen154Wenn einer der beiden gestorben ist u. seine Erben die Forderung geltend machen.gesprochen, denn Waisen können wohl einfordern, nicht aber kann man von ihnen155Wenn sie keine Immobilien besitzen.einfordern. – Es heißt ja: der eine fordere ein und der andere fordere ein!? – Der eine fordere ein, der andere ist einzufordern berechtigt, erhält aber nichts. –", "Raba sprach: Dagegen ist zweierlei einzuwenden; erstens heißt es: der eine fordere ein und der andere fordere ein, und zweitens kann ja jener die Waisen ein Grundstück einfordern lassen und es von ihnen zurück einfordern!? R. Naḥman sagte nämlich im Namen des Rabba b. Abuha: Wenn Waisen für eine Schuld ihres Vaters ein Grundstück eingefordert haben, so kann ein Gläubiger es von ihnen zurückfordern. – Ein Einwand. –", "Sollte er es doch auf den Fall beziehen, wenn die Waisen Schlechtes haben und der andere Mittelmäßiges. Die Waisen fordern Mittelmäßiges ein, während sie diesen Schlechtes einfordern lassen; denn selbst wenn die Schätzung nach dem allgemeinen [Güterstande] erfolgt, ist von Gütern der Waisen nur Schlechtes einzufordern!? –", "Dies nur, wenn man kein anderes eingehascht hat, wenn man aber eingehascht hat, bleibt es dabei156In diesem Falle würde er das Mittelmäßige einbehalten u. die Waisen überhaupt nicht zur Einforderung kommen..", "x DREIERLEI LANDGEBIETE SIND BEIM EHERECHTE ZU UNTERSCHEIDEN JUDÄA, TRANSJARDEN UND GALILÄA : MAN KANN [SEINE FRAU] NICHT ZWINGEN, MIT IHM AUS EINER MITTELSTADT NACH EINER ANDEREN157In einer anderen Provinz.ODER AUS EINER GROSSTADT NACH EINER ANDEREN ZU ZIEHEN; INNERHALB DERSELBEN PROVINZ KANN MAN SIE ZWINGEN, MIT IHM AUS EINER MITTELSTADT NACH EINER ANDEREN ODER AUS EINER GROSSTADT NACH EINER ANDEREN ZU ZIEHEN, \n" ], [ "JEDOCH NICHT AUS EINER MITTELSTADT NACH EINER GROSSTADT ODER AUS EINER GROSSTADT NACH EINER MITTELSTADT.", "MAN KANN SIE ZWINGEN, MIT IHM AUS EINER SCHLECHTEN WOHNUNG NACH EINER SCHÖNEN ZU ZIEHEN, NICHT ABER AUS EINER SCHÖNEN WOHNUNG NACH EINER SCHLECHTEN. R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT, AUCH NICHT AUS EINER SCHLECHTEN WOHNUNG NACH EINER SCHÖNEN, WEIL EINE SCHÖNE WOHNUNG AUFSPÜRT158Dh. Krankheiten hervorruft; nach anderen: schadet, etymolog. ganz unbegründet..", "GEMARA. Allerdings nicht aus einer Großstadt nach einer Mittelstadt, weil in einer Großstadt alles vorhanden ist, während in einer Mittelstadt nicht alles vorhanden ist, weshalb aber nicht aus einer Mittelstadt nach einer Großstadt? –", "Dies ist eine Stütze für R. Jose b. R. Ḥanina, denn R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Woher, daß das Wohnen in den Großstädten schädlich159Od. unangenehm, wegen des Gedränges u. der schlechten Luft.ist? Es heißt :160Neh. 11,2.und das Volk segnete alle Leute, die sich freiwillig erboten, in Jerušalem zu wohnen.", "R. ŠIMO͑N B. GAMLIEL SAGT &C. Was heißt: aufspürt? – Dies nach Šemuél, denn Šemuél sagte: Die Änderung der Lebensweise161Auch der Genuß von guten Speisen, wenn man an schlechte gewöhnt ist.ist der Leibschmerzen Ursprung. Im Buche des Ben Sira steht geschrieben:162Pr. 15,15.Alle Tage des Armen sind schlecht. Es gibt ja Šabbathe und Feiertage!? – Dies nach Šemuél, denn Šemuél sagte, die Änderung der Lebensweise sei der Leibschmerzen Ursprung.", "Ben Sira sagt, auch’ die Nächte. Niedriger als alle Dächer ist sein Dach, auf den höchsten Bergen sein Weinberg. Anderer Dächer Regen [ergießt sich] auf sein Dach und seines Weinberges Erde [fällt] auf die Weinberge anderer.", "xi MAN KANN JEDEN ZWINGEN, MIT IHM NACH DEM JISRAÉLLANDE ZU ZIEHEN, NIEMAND ABER FORTZUZIEHEN; MAN KANN JEDEN ZWINGEN, MIT IHM NACH JERUŠALEM ZU ZIEHEN, NIEMAND ABER FORTZUZIEHEN, EINERLEI, OB MÄNNER ODER FRAUEN163Auch der Mann muß sich diesbezüglich der Frau fügen, widrigenfalls sie Scheidung u. Auszahlung der Morgengabe verlangen kann..", "WER EINE FRAU IM JISRAÉLLANDE GEHEIRATET HAT UND SICH VON IHR IM JISRAÉLLANDE SCHEIDEN LÄSST, ZAHLE IHR [DIE MORGENGABE] IN JISRAÉLLÄNDISCHEM GELDE AUS : WER EINE FRAU IM JISRAÉLLANDE GEHEIRATET HAT UND SICH VON IHR IN KAPPADOKIEN SCHEIDEN LÄSST, ZAHLE SIE IHR IN JISRAÉLLÄNDISCHEM GELDE AUS; WER EINE FRAU IN KAPPADOKIEN GEHEIRATET HAT UND SICH VON IHR IM JISRAÉLLANDE SCHEIDEN LÄSST, ZAHLE SIE IHR IN JISRAÉLLÄNDISCHEM GELDE AUS; R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT, ER ZAHLE SIE IHR IN KAPPADOKISCHEM GELDE AUS; WER EINE FRAU IN KAPPADOKIEN GEHEIRATET HAT UND SICH VON IHR IN KAPPADOKIEN SCHEIDEN LÄSST, ZAHLE SIE IHR IN KAPPADOKISCHEM GELDE AUS.", "GEMARA. Was schließen [die Worte] ‘Man kann jeden zwingen’ ein? – Sie schließen Sklaven164Selbst einen jüdischen, umgekehrt auch keinen nichtjüdischen; cf. Git. Fol. 44b.ein. –", "Was schließen sie nach demjenigen ein, der in unserer Mišna ‘Sklaven’ ausdrücklich165Der Zusatz ואחד עבדים findet sich tatsächlich in der jerušalem. Mišna ed. Lowe, תוספות רי״ד u. manchen Handschriften.lehrt? – Dies schließt [den Umzug] aus einer schönen Wohnung nach einer schlechten ein. –", "Was schließen [die Worte] ‘niemand aber fortzuziehen’ ein? – Sie schließen einen aus dem Auslande nach dem Jisraéllande entflohenen Sklaven ein; man spreche [zu seinem Herrn:] verkaufe ihn hier und gehe. Dies wegen der Besiedelung des Jisraéllandes. –", "Was schließen [die Worte] ‘man kann jeden &c. nach Jerušalem zu ziehen’ ein? – Sie schließen [den Umzug] aus einer schonen Wohnung nach einer schlechten ein. –", "‘Niemand aber fortzuziehen’, auch nicht aus einer schlechten Wohnung nach einer schönen. Und da er im Anfangsatze ‘niemand aber fortzuziehen’ lehrt, lehrt er auch im Schlußsatze ‘niemand aber fortzuziehen’166Obgleich dies überflüssig ist, denn wenn man zum Umzuge aus einer schönen Wohnung nach einer schlechten zwingen kann, so ist es selbstverständlich, daß man umgekehrt aus einer schlechten in eine schöne nicht zwingen kann..", "Die Rabbanan lehrten: Wenn er hinziehen167Aus dem Auslande nach dem Jisraéllande, bezw. aus der Provinz nach Jerušalem.will und sie nicht hinziehen will, so zwinge man sie mitzuziehen, sonst ist sie ohne Morgengabe zu entlassen; wenn sie hinziehen will und er nicht hinziehen will, so zwinge man ihn mitzuziehen, sonst entlasse er sie und zahle ihr die Morgengabe aus.", "Wenn sie fortziehen will und er nicht fortziehen will, so zwinge man sie zu bleiben, sonst ist sie ohne Morgengabe zu entlassen : wenn er fortziehen will und sie nicht fortziehen will, so zwinge man ihn zu bleiben, sonst entlasse er sie und zahle ihr die Morgengabe aus.", "WER EINE FRAU &C. GEHEIRATET HAT. Dies widerspricht sich ja selbst:", "zuerst lehrt er, wer eine Frau im Jisraéllande geheiratet hat und sich von ihr in Kappadokien scheiden läßt, zahle ihr in jisraélländischem Gelde, wonach man sich nach [dem Orte] der Verpflichtung richte, dagegen lehrt er im Schlußsatze, wer eine Frau in Kappadokien geheiratet hat und sich von ihr im Jisraéllande scheiden läßt, zahle ihr in jisraélländischem Gelde, wonach man sich nach dem der Einforderung richte!?", "Rabba erwiderte: Hier wird eine von den Erleichterungen bei der Morgengabe168Das kappadokische Geld stand höher im Kurse.gelehrt, denn er ist der Ansicht, die Morgengabe sei rabbanitisch.", "R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT, ER ZAHLE SIE IHR IN KAPPADOKISCHEM GELDE AUS. Er ist der Ansicht, die Morgengabe sei [eine Institution] der Tora.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand einen Schuldschein auf seinen Nächsten vorlegt, der in Babylonien datiert ist, so lasse er ihn babylonisches Geld einfordern; ist er im Jisraéllande datiert, so lasse er ihn jisraélländisches Geld einfordern. Ist kein Ort genannt, so lasse er ihn, wenn er ihn in Babylonien vorlegt, babylonisches Geld, und wenn im Jisraéllande, jisraélländisches Geld einfordern. Heißt es darin nur ‘Silber stücke’169Ohne Nennung der Münzen., so lasse der Schuldner ihn einfordern, was ihm170Die genannte Anzahl Geldstücke in kleinster Münze.beliebt Dies ist aber bei der Morgengabe nicht der Fall. –", "Worauf bezieht sich dies? R. Mešaršeja erwiderte: Auf den ersten Fall, zur Ausschließung der Ansicht des R. Šimo͑n b. Gamliél, welcher sagt, die Morgengabe sei [eine Institution] der Tora171Sie ist vielmehr rabbanitisch, u. bei der Auszahlung ist erleichternd zu verfahren..", "«Heißt es darin nur ‘Silberstücke’, so lasse der Schuldner ihn einfordern, was ihm beliebt.» Vielleicht ein Stück [Silber]!? R. Elea͑zar erwiderte: Wenn es darin ‘Münze’ heißt. – Vielleicht Scheidemünze172Kleine Kupfermünzen.!? R. Papa erwiderte: Die Leute lassen nicht Scheidemünze aus Silber herstellen.", "Die Rabbanan lehrten: Man wohne stets im Jisraéllande, selbst in einer Stadt, die in der Mehrzahl aus Nichtjuden besteht, und wohne nicht außerhalb des Landes, selbst in einer Stadt, die in der Mehrzahl aus Jisraéliten besteht. Wer nämlich im Jisraéllande wohnt, dem ist es so, als habe er einen Gott, und wer außerhalb des Landes wohnt, dem ist es so, als habe er keinen Gott. Es heißt :173Lev. 25,38.euch das Land Kenaa͑n zu geben, euch ein Gott zu sein;", "hat denn, wer nicht im Lande wohnt, keinen Gott? Vielmehr, besagt dies, wenn jemand außerhalb des Landes wohnt, sei es ebenso, als würde er Götzen dienen. Desgleichen heißt es von David :174iSam. 26,19.weil sie mich heute vertrieben, daß ich mich nicht anschließen darf dem Erbteile des Herrn, und sprechen: geh, diene fremden Göttern. Wer forderte David auf, fremden Göttern zu dienen? Vielmehr, besagt dies, wenn jemand außerhalb des Landes wohnt, sei es ebenso, als würde er Götzen dienen.", "R. Zera wich R. Jehuda aus, weil er nach dem Jisraéllande hinaufziehen wollte, und R. Jehuda sagte, wer aus Babylonien nach dem Jisraéllande hinaufzieht, übertrete ein Gebot, denn es heißt :" ], [ "175Jer. 27,22.nach Babel sollen sie gebracht werden und daselbst bleiben, bis zum Tage, da ich ihrer denke, Spruch des Herrn. – Und R. Zera!? – Dies gilt von den Dienstgeräten176Von denen vorangehend (V. 19ff.) gesprochen wird.. –", "Und R. Jehuda!? – Es gibt noch einen anderen Schriftvers :177Cant. 2,7.ich beschwöre euch, Töchter Jerušalems, bei den Gazellen oder den Hinden der Flur &c.178Weiter folgt: die Liebe nicht zu erwecken, dh. die Liebe zum heiligen Lande. –", "Und R. Zera!? – Dies besagt, daß Jisraél nicht geschlossen179Wörtl. wie eine Mauer; dh. das ganze Volk, mit Waffengewalt.hinaufziehe. – Und R. Jehuda!? – Es heißt nochmals : ich beschwöre180Cf. Cant. 3,5; der 2. Vers bezieht sich auf einzelne Personen.. –", "Und R. Zera !? – Dies ist wegen einer Lehre des R. Jose b. R. Ḥanina nötig, welcher sagte : Wozu diese drei181Cant. 5,8 wiederholt sich die Beschwörung zum 3. Male, jed. nicht im selben Wortlaute, weshalb vorangehend darauf nicht Bezug genommen wurde.Schwüre? Einer, daß Jisraél nicht geschlossen hinaufziehe, einer, daß der Heilige, gepriesen sei er, Jisraél beschwor, sich nicht gegen die weltlichen Völker aufzulehnen, und einer, daß der Heilige, gepriesen sei er, die weltlichen Völker beschwor, Jisraél nicht übermäßig zu knechten. –", "Und R. Jehuda!? – Es heißt:177Cant. 2,7.daß ihr nicht weckt noch aufregt182Es sind 2 Verbote, für das ganze Volk u. für den einzelnen.. – ", "Und R. Zera!? – Dies ist wegen einer Lehre R. Levis nötig, welcher sagte: Wozu diese sechs183Der Schwur wiederholt sich 3mal u. in jedem sind 2 Verbote enthalten.Schwüre? Drei, wie wir bereits erklärt haben, und die übrigen, daß sie das Ende184Die Ankunft des Messias.nicht offenbaren, daß sie das Ende nicht hinausschieben185Durch ihre Missetaten; einleuchtender ist die Lesart ידחקו, drängen, es erzwingen; cf. Bq. Fol. 64a., und daß sie den weltlichen Völkern das Geheimnis186Nach den Erklärern, die Geheimnisse der Tora; technisch wird סוד oft für die Kalenderkunde gebraucht; cf. infra Fol. 112a.nicht offenbaren sollen.", "Bei den Gazellen oder den Hinden der Flur. R. Elea͑zar sagte : Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Jisraél: Wollt ihr den Schwur halten, so ist es recht, wenn aber nicht, so gebe ich euer Fleisch frei, wie die Gazellen und Hinden der Flur.", "R. Elea͑zar sagte : Wer im Jisraéllande wohnt, weilt ohne Sünde, denn es heißt:187Jes. 33,24.und kein Bewohner sage, er sei krank; dem Volke, das da wohnt, ist seine Schuld erlassen. Raba sprach zu R. Aši : Wir beziehen dies auf die mit Krankheiten Belasteten.", "R. A͑nan sagte : Wer im Jisraéllande begraben ist, ist wie unter dem Altar begraben. Da188Ex. 20,24.heißt es: einen Altar aus Erde sollst du mir machen, und dort heißt es:189Dt. 32,43.und es versöhnt seine Erde, sein Volk.", "U͑la pflegte oft nach dem Jisraéllande zu gehen, jedoch kehrte seine Seele zur Ruhe ein außerhalb des Landes. Als man dies R. Elea͑zar erzählte, sprach er: Du U͑la, [von dir heißt es:]190Am. 7,17.auf einem unreinen Boden sollst du sterben! Hierauf berichtete man ihm, sein Sarg sei angekommen; da sprach er: Anders ist es, wenn es einen bei Lebzeiten aufnimmt, als wenn es ihn nach dem Tode aufnimmt.", "Einst fiel einem eine Schwägerin in Ḥozäa zu, und er kam zu R. Ḥanina und fragte ihn, ob er hinabgehen191Aus Palästina nach Babylonien.und die Schwagerehe vollziehen dürfe.", "Da sprach er: Sein Bruder heiratete eine Nichtjüdin192Wohl Übertreibung, eine Ausländerin, כותית in den kursierenden Ausgaben ist hier, wie oft, eine Zensuränderung, sodaß die Spitzfindigkeiten Rappoports (כרם חמד V p. 220) über die Hozäer hinfällig sind.und starb; Preis Gott, daß er ihn getötet hat, und dieser will ihm nachfolgen!", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls : Wie es verboten ist, aus dem Jisraéllande nach Babylonien zu ziehen, ebenso ist es verboten, aus Babylonien nach anderen Ländern zu ziehen. Rabba und R. Joseph sagten beide: Nicht einmal aus Pumbeditha nach Be Kube193Das ganz in der Nähe lag; cf. Jt. Fol. 26b.. Einst zog jemand aus Pumbeditha nach Be Kube, und R. Joseph tat ihn in den Bann. Einst zog jemand aus Pumbeditha nach Astonja, und er starb. Da sprach Abajje: Wenn dieser Jünger wollte, würde er leben geblieben sein.", "Rabba und R. Joseph sagten beide: Die Makellosen194In Bezug auf ihre legitime Abstammung.Babyloniens nimmt das Jisraélland auf, die Makellosen anderer Länder nimmt Babylonien auf. In welcher Hinsicht, wollte man sagen, hinsichtlich der Herkunft195Sie dürfen in eingeborene Familien einheiraten; cf. Qid. Fol. 69a., so sagte ja der Meister, alle Länder gelten als Gemisch196Eigent. Teig, aus verschiedenen Elementen zusammengesetzt.gegenüber dem Jisraéllande und das Jisraélland als Gemisch gegenüber Babylonien197Die babylonischen Familien sind reiner.!? – Vielmehr, hinsichtlich der Bestattung198Die Leichen derartiger Familien dürfen da überführt werden..", "R. Jehuda sagte: Wenn jemand in Babylonien wohnt, so ist es ebenso, als würde er im Jisraéllande wohnen, denn es heißt :199Zach. 2,11.O Çijon, rette dich, Tochter Babyloniens. Abajje sagte: Es ist uns überliefert, daß Babylonien die messianischen Leiden200Cf. Syn. Fol. 97a.nicht sehen werde. Man bezog dies auf Huçal (in Binjamin), das man Zufluchtsecke nennen wird.", "R. Elea͑zar sagte: Die Toten außerhalb des Landes werden nicht auferstehen, denn es heißt:201Ez. 26,20.ich gebe Lust im Lande der Lebenden; die Toten des Landes, an dem ich Lust habe, werden leben, die Toten des Landes, an dem ich keine Lust habe, werden nicht leben.", "R. Abba b. Mamal wandte ein:202Jes. 26,19.Aufleben sollen deine Toten, meine Leichen erstehen; dies heißt wohl: aufleben sollen deine Toten, die Toten im Jisraéllande, meine Leichen erstehen, die Toten außerhalb des Landes!? Und [die Worte:] ich gebe Lust [çebi] dem Lande der Lebenden, beziehen sich auf Nebukhadneçar, denn der Allbarmherzige sprach: Ich bringe über sie einen König, der leicht ist wie eine Gazelle [çebi].", "Jener erwiderte: Meister, ich lege einen anderen Schriftvers aus:203Ib. 42,5.der Odem gibt dem Volke auf ihr, Lebenshauch denen, die darauf wandeln. – Es heißt ja aber: meine Leichen erstehen!? – Dies bezieht sich auf die Fehlgeburten204Im Jisraéllande.. –", "Wofür verwendet R. Abba b. Mamal [den Schriftvers] : der Odem gibt dem Volke auf ihr!? – Diesen verwendet er für eine Lehre R. Abahus, denn R. Abahu sagte: Selbst eine Sklavin im Jisraéllande ist dessen sicher, daß sie der zukünftigen Welt teilhaftig wird, denn hier heißt es: dem Volke auf ihr, und dort205Gen. 22,5.heißt es: wartet hier mit [i͑m] dem Esel, ein Volk [a͑m], das dem Esel gleicht206Sklaven u. Sklavinnen..", "Lebenshauch denen, die darauf wandeln. R. Jirmeja b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Wer vier Ellen im Jisraéllande wandelt, ist dessen sicher, daß er der zukünftigen Welt teilhaftig wird. –", "Sollten denn nach R. Elea͑zar die Frommen außerhalb des Landes nicht auferstehen!? R. Ila erwiderte: Durch Wanderung207Der Gebeine nach dem Jisraéllande.. R. Abba Sala der Große wandte ein: Die Wanderung ist ja für die Frommen eine Qual!? Abajje erwiderte: Es werden ihnen in der Erde Höhlen errichtet.", "208Gen. 47,30.Führe mich aus Miçrajim und begrabe mich in ihrem Begräbnisse. Qarna sagte: Da ist etwas [dahinter]. Unser Vater Ja͑qob wußte ja, daß er ein vollkommen Frommer war, und da [auch] die Toten außerhalb des Landes auferstehen, wozu belästigte er demnach seine Söhne? Vielleicht sollten ihm die Höhlen nicht beschieden sein.", "Desgleichen heißt es:209Ib. 50,25.und Joseph beschwor die Söhne Jisraéls &c. R. Ḥanina sagte: Da ist etwas [dahinter], Joseph wußte ja von sich, daß er ein vollkommen Frommer war, und da [auch] die Toten außerhalb des Landes aufstehen, wozu belästigte er seine Brüder vierhundert Parasangen? Vielleicht sollten ihm die Höhlen nicht beschieden sein.", "Seine Brüder sandten Rabba210Er lebte in Pumbeditha in Babylonien (cf. Sab. Fol. 153a), jene aber in Palästina, u. durch diesen Vortrag wollten sie ihn zum Umzuge nach Palästina veranlassen.[den Vortrag:] Unser Vater Ja͑qob wußte ja, daß er ein vollkommen Frommer &c. Ilpha fügt noch folgendes hinzu. Einst sehnte sich jemand nach einem Weibe211Das außerhalb Palästinas lebte.und wollte [zu ihr] hinabziehen; als er aber dies hörte, quälte er sich ab bis zu seinem Todestage.", "Wenn du auch ein großer Gelehrter bist, so ist immerhin, der selber lernt, nicht mit dem zu vergleichen, der von einem Lehrer lernt. Wenn du aber glaubst, du hast [hier] keinen Lehrer, so hast du einen, nämlich R. Joḥanan.", "Wenn du aber trotzdem nicht heraufkommen willst, achte auf drei Dinge : sitze nicht zuviel, denn das Sitzen verursacht Unterleibschmerzen; stehe nicht zuviel, denn das Stehen ist dem Herzen schädlich, und gehe nicht zuviel, denn das Gehen ist den Augen schädlich. Vielmehr, ein Drittel sitzen, ein Drittel stehen und ein Drittel gehen.", "Lieber stehen als sitzen ohne zu lehnen. – Wieso stehen, du sagtest ja, das Stehen sei dem Herzen schädlich!? – Vielmehr, lieber" ], [ "gelehnt stehen als ungelehnt sitzen.", "Ferner sagten212Die Brüder R.s.sie : Jiçḥaq, Šimo͑n und Ošaja lehrten das gleiche, die Halakha sei wie R. Jehuda hinsichtlich der Maultiere. Es wird nämlich gelehrt : R. Jehuda sagte : Wenn ein Maultier brünstig ist, so darf man es weder von einem Pferde noch von einem Esel bespringen lassen, sondern nur von seiner Art.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Dieser Jiçḥaq ist R. Jiçḥaq der Schmied; dieser Šimo͑n ist R. Šimo͑n b. Pazi, manche sagen, Reš Laqiš213Gekürzt von R. Šimo͑n b. Laqiš., und dieser Ošaja ist R. Ošaja b. Rabbi.", "R. Elea͑zar sagte : Die Leute aus dem gemeinen Volke214Cf. Ber. Fol. 47b.werden nicht auferstehen, denn es heißt :215Jes. 26,14.die Toten werden nicht aufleben &c. Desgleichen wird gelehrt: die Toten werden nicht anflehen, man könnte glauben, dies gelte von allen, so heißt es:215Jes. 26,14.die Schlaffen nicht auferstehen, die Schrift spricht von denen, die bei den Worten der Tora schlaff sind.", "R. Joḥanan sprach zu ihm : Es ist ihrem Herrn nicht recht, daß du es von ihnen sagst; dieser [Schriftvers] spricht von denen, die beim Götzendienste schlaff sind. Jener erwiderte: Ich lege einen anderen Schriftvers aus; es heißt:216Ib. 26,19.denn ein Pflanzentau ist dein Tau, zur Erde wirfst du Schlaffe nieder; wer sich des Lichtes der Tora bedient, den belebt das Licht der Tora, und wer sich des Lichtes der Tora nicht bedient, den belebt das Licht der Tora nicht.", "Als er aber sah, wie er sich grämte, sprach er: Meister, ich fand für sie in der Tora ein Mittel. [Es heißt :]217Dt. 4,4.ihr aber, die ihr euch dem Herrn, eurem Gott, anschließt, lebt heute alle. Ist es denn möglich, sich der Göttlichkeit anzuschließen, es heißt ja:218Ib. V. 24.denn der Herr, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer!?", "Vielmehr, wer seine Tochter an einen Schriftgelehrten verheiratet, Schriftgelehrten die Geschäfte besorgt und Schriftgelehrte von seinem Vermögen genießen läßt, dem rechnet es die Schrift an, als würde er sich der Göttlichkeit anschließen.", "Desgleichen heißt es:219Ib. 30,20.den Herrn, deinen Gott, zu lieben &c. und sich ihm anzuschließen. Ist es denn einem Menschen möglich, sich der Göttlichkeit anzuschließen!? Vielmehr, wer seine Tochter an einen Schriftgelehrten verheiratet, Schriftgelehrten die Geschäfte besorgt und Schriftgelehrte von seinem Vermögen genießen läßt, dem rechnet es die Schrift an, als würde er sich der Göttlichkeit anschließen.", "R. Ḥija b. Joseph sagte: Die Frommen werden dereinst in Jerušalem aufsprossen und emporsteigen, denn es heißt :220Ps. 72,16.sie sprossen hervor aus der Stadt wie das Gras der Erde, und unter Stadt ist Jerušalem zu verstehen, wie es heißt:221iiReg. 19,34.ich werde diese Stadt schirmen.", "Ferner sagte R. Ḥija b. Joseph: Dereinst werden die Frommen mit ihren Gewändern auferstehen. Dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, von einem Weizenkorn, zu folgern: wenn ein Weizenkorn, das nackt begraben wird, mit vielen Gewändern hervorkommt, um wieviel mehr die Frommen, die in ihren Gewändern begraben werden.", "Ferner sagte R. Ḥija b. Joseph: Dereinst wird das Jisraélland Kuchen und milesische Gewänder [fertig] hervorbringen, denn es heißt :220Ps. 72,16.es sei eine Fülle des Getreides im Lande222Dio spitzfindigen Erklärungen, wieso dies aus diesem Schriftverse hervorgeht, sind nur in der Textsprache verständlich..", "Die Rabbanan lehrten: Es sei eine Fülle des Getreides im Lande, auf dem Gipfel der Berge. Sie sagten: Dereinst wird das Weizenkorn gleich einer Dattelpalme zum Gipfel der Berge emporsteigen. Vielleicht glaubst du, es werde beschwerlich sein, es zu mähen, so heißt es:220Ps. 72,16.es rauscht wie der Lebanon seine Frucht; der Heilige, gepriesen sei er, wird aus seiner Schatzkammer einen Wind entfesseln, der sein Feinmehl lösen wird; jedermann wird dann aufs Feld gehen und volle Handteller heimbringen, zu seiner Verpflegung und zur Verpflegung seiner Hausleute.", "223Dt. 32,14.Samt des Weizens Nierenfett. Sie sagten: Dereinst wird ein Weizenkorn beiden Nieren eines großen Ochsen gleichen. Dies wundere dich nicht: ein Fuchs horstete einst in einer Rübe, und als man sie wog, hatte sie noch sechzig Litra, nach der Litra von Sepphoris gerechnet.", "Es wird gelehrt: R. Joseph erzählte: Einst hinterließ einem in Šiḥin sein Vater drei Senfstengel, und als einer von ihnen abplatzte, fand man darin neun Kab Senf, und mit dem Holze überdachte man eine Töpferhütte. R. Šimo͑n b. Taḥlipha erzählte : Unser Vater hinterließ uns einen Kohlstrunk, auf dem wir auf- und abstiegen, wie auf einer Leiter224Um die Blätter zu sammeln; nach unserem Texte: auf den wir mit einer Leiter steigen mußten..", "223Dt. 32,14.Und Traubenblut trinkst du schäumend. Sie sagten: Nicht wie diese Welt ist die zukünftige Welt; in dieser Welt muß man sich quälen, [den Wein] zu lesen und zu treten, in der zukünftigen Welt aber wird man eine einzige Traube auf einem Wagen oder einem Kahne holen, sie in einen Winkel des Hauses legen und daraus wie aus einem großen Fasse brauchen; das Holz davon wird man unter dem Kochtopfe brennen. Du hast keine einzige Traube, die nicht dreißig Maß225Bestimmtes Maß (סאה), 30 im Ḥomer.Wein faßt, denn es heißt: und Traubenblut trinkst du schäumend, und man lese nicht ḥamer [schäumend], sondern ḥomer.", "Als R. Dimi kam, trug er vor : Es heißt :226Gen. 49,11.der da bindet an den Weinstock sein Füllen [i͑ro]; du hast keinen einzigen Weinstock im Jisraéllande, zu dessen Ernte nicht eine [ganze] Stadt [i͑r] nötig wäre.226Gen. 49,11.Und zu seiner Rebe das Junge seiner Eselin; du hast keinen leeren Baum im Jisraéllande, der nicht eine Last für zwei Eselinnen227Dh. auch solche werden Früchte tragen.trüge. Vielleicht glaubst du, es sei kein Wein darin, so heißt es: er wäscht in Wein sein Kleid. Vielleicht glaubst du, er sei nicht rot, so heißt es:226Gen. 49,11.und in Traubenblut.", "Vielleicht glaubst du, er berausche nicht, so heißt es: Gewand228Das W. סותה wird von סות, aufreizen, aufregen, abgeleitet.. Vielleicht glaubst du, er habe keinen Geschmack, so heißt es:229Gen. 49,12.die Augen von Wein gerötet, jeder Gaumen, der ihn kostet, ruft: mir, mir230Das W. חכלילי (gerötet) wird in חך לי לי zerlegt.. Vielleicht glaubst du, er sei nur Jungen zuträglich, Alten aber nicht zuträglich, so heißt es:229Gen. 49,12.weiß die Zähne von Milch, und man lese nicht leben šinajim [weiß die Zähne] sondern leben šanim [dem Angejahrten]. –", "Worauf bezieht sich der Schriftvers nach seinem einfachen Sinne? – Als R. Dimi kam, sagte er: Die Gemeinde Jisraél sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, zwinkere231Wie dies bei einem freundlichen, lachenden Gesichte der Fall ist. Im W. חכלילי finden sich die aram. W.e חוך לי, lache mir zu.mir mit deinen Augen, süßer als Wein, und zeige mir deine Zähne231Wie dies bei einem freundlichen, lachenden Gesichte der Fall ist. Im W. חכלילי finden sich die aram. W.e חוך לי, lache mir zu., süßer als Milch.", "Dies ist eine Stütze für R. Joḥanan, denn R. Joḥanan sagte: Wer seinem Nächsten die weißen Zähne231Wie dies bei einem freundlichen, lachenden Gesichte der Fall ist. Im W. חכלילי finden sich die aram. W.e חוך לי, lache mir zu.[zeigt], tut mehr, als gäbe er ihm Milch zu trinken, denn es heißt: weiß die Zähne von Milch, und man lese nicht leben šinajim [weiß die Zähne] sondern lebon šinajim [weiße die Zähne].", "R. Ḥija b. Ada war der Kinderlehrer des Reš Laqiš; einst blieb er aus und kam drei Tage nicht. Als er kam, fragte ihn dieser, weshalb er ausblieb.", "Jener erwiderte: Mein Vater hinterließ mir einen Spalierweinstock; am ersten Tage winzerte ich von diesem dreihundert Reben, eine Rebe ein Maß, am zweiten Tag winzerte ich dreihundert Reben, zwei Reben ein Maß, am dritten Tage winzerte ich dreihundert Reben, drei Reben ein Maß, und mehr als die Hälfte gab ich preis. Da sprach er : Wärest du nicht ausgeblieben, würde er noch mehr gebracht haben232Was aus der täglichen Abnahme zu ersehen war..", "Einst kam Rami b. Jeḥezqel nach Rene Beraq und sah Ziegen unter Feigenbäumen weiden; von den Feigen troff Honig und Milch von jenen, sodaß sie sich mit einander vermengten. Da sprach er: Das ist [das Land, wo] Milch und Honig fließt233Cf. Ex. 3,8..", "R. Ja͑qob b. Dostaj erzählte: Von Lud nach Ono sind drei Mil; einst brach ich frühmorgens auf und ging bis zu den Knöcheln in Feigenhonig. Reš Laqiš erzählte: Ich sah das Fließen von Milch und Honig in Sepphoris; es waren sechzehn zu sechzehn Mil. Rabba b. Bar Ḥana erzählte: Ich sah das Fließen von Milch und Honig des ganzen Jisraéllandes," ], [ "wie von Mikhse bis zur Burg Tulbanqi, eine Länge von zweiundzwanzig Parasangen und eine Breite von sechs Parasangen.", "Einst trafen R. Ḥelbo, R. A͑vira und R. Jose b. R. Ḥanina in einer Ortschaft ein, und man setzte ihnen einen Pfirsich vor, groß wie eine Schüssel von Kephar Hino. – Wie groß ist eine Schüssel von Kephar Hino? – Fünf Sea. Ein Drittel aßen sie, ein Drittel gaben sie preis und ein Drittel verabreichten sie ihrem Vieh.", "Im folgenden Jahre traf da R. Elea͑zar ein, und man setzte ihm einen vor; da nahm er ihn in die Hand234So klein waren sie dann.und sprach :235Ps. 107,34.fruchtbares Land zu Salzboden, ob der Bosheit seiner Bewohner.", "Einst traf R. Jehošua͑ b. Levi in Gabla ein und sah Reben, die wie Kälber lagen. Da rief er: Kälber zwischen den Weinstöcken! Man erwiderte ihm: Es sind Reben. Hierauf sprach er: Land, Land, ziehe deine Früchte ein ; für wen bringst du deine Früchte hervor? Für diese Nichtjuden, die ob unserer Sünden über uns herfielen.", "Im folgenden Jahre traf da R. Ḥija ein und sah sie wie Ziegen liegen. Da rief er: Ziegen zwischen den Weinstöcken! Hierauf sprachen jene zu ihm: Geh, handle an uns nicht wie dein Genosse.", "Die Rabbanan lehrten: Im Jisraéllande bringt zur Zeit seines Segens eine Seaflache fünf Myriaden Kor; in Çoa͑n bringt zur Zeit seiner Besiedelung eine Seafläche siebzig Kor.", "Es wird nämlich gelehrt: R. Meír sagte: Ich sah in der Ebene von Beth Šean236Das weder zu Palästina noch zu Miçrajim gehörte; cf. Hul. Fol. 6b.eine Seafläche siebzig Kor hervorbringen. Du hast unter den Ländern kein fruchtbareres als das Land Miçrajim, wie es heißt :237Gen. 13,10.wie der Garten des Herrn, wie das Land Miçrajim; und du hast im ganzen Lande Miçrajim nichts fruchtbareres als Çoa͑n, da Könige erzogen wurden, wie es heißt :238Jes. 30,4.denn zu Çoa͑n waren seine Fürsten ; ferner hast du nirgends im ganzen Jisraéllande mehr Felsboden als in Ḥebron, weshalb man da auch die Toten begrub,", "dennoch war Ḥebron siebenmal besser als Çoa͑n bebaut. Es heißt nämlich: 239Num. 13,22.Ḥebron war sieben Jahre vor Çoa͑n in Miçrajim erbaut worden. Was heißt erbaut worden: wollte man sagen, wirklich erbaut worden, so ist ja nicht anzunehmen, daß jemand seinem jüngeren Sohne früher ein Haus baut als seinem älteren240Ḥebron gehörte zu Kenaa͑n, das nach der Reihenfolge des folgenden Schriftverses jünger war als Miçrajim.Sohne, denn es heißt:241Gen. 10,6.und die Söhne Ḥams waren Kuš, Miçrajim, Puḥ und Kenaa͑n.", "Vielmehr war es siebenmal besser als Çoa͑n bebaut. Dies242Der 7fache Ertrag von 70 Kor = 490 Kor.nur auf felsigem Boden, auf nichtfelsigem Boden aber fünfhundert243Kor auf der Seafläche; eine kleine Erhöhung zur Abrundung.,", "und ferner nur zur ungesegneten [Zeit], von der gesegneten aber heißt es:244Gen. 26,12.und Jiçḥaq säete in diesem Lande &c.245Weiter folgt: er erzielte einen hundertfältigen Ertrag; 100×500=50,000.", "Es wird gelehrt: R. Jose sagte: Eine Sea brachte in Judäa fünf Sea: eine Sea Staubmehl, eine Sea Feinmehl, eine Sea Kleie, eine Sea Grobkleie und eine Sea Grobmehl. Ein Minaer sprach zu R. Ḥanina: Füglich lobt ihr euer Land. Mein Vater hinterließ mir eine Seafläche; von dieser Öl, von dieser Wein, von dieser Getreide, von dieser Hülsenfrüchte und auf dieser weidet mein Vieh.", "Ein Emoriter sprach zu einem Einwohner des Jisraéllandes : Wieviel erntet ihr von dieser Dattelpalme, die da am Ufer des Jardens steht? Dieser erwiderte: Sechzig Kor. Jener entgegnete: Ihr habt nichts besonderes erreicht, sie nur zerstört; wir ernteten von dieser hundertundzwanzig Kor. Da sprach dieser: Auch ich meine es nur von einer Seite.", "R. Ḥisda sagte: Es heißt:246Jer. 3,19.ich will dir ein anmutiges Land geben, einen Erbhesitz der Zierde [çebi]. Weshalb wird das Jisraélland mit einer Gazelle [çebi] verglichen? Um dir zu sagen: wie das Fell der Gazelle ihr Fleisch247Nach dem Abhäuten springt das Fell ein.nicht faßt, ebenso faßt das Jisraélland seine Früchte nicht. Eine andere Auslegung: Wie die Gazelle das schnellste unter allen Tieren ist, ebenso ist dajs Jisraélland das schnellste unter allen Ländern, seine Früchte zu reifen.", "Demnach, sollte man glauben, sei, wie die Gazelle schnell, ihr Fleisch aber nicht fett ist, auch das Jisraélland schnell mit der Reife, seine Früchte aber nicht fett, so heißt es:248Ex. 3,8 uö.das von Milch und Honig fließt, fetter als Milch und süßer als Honig.", "Als R. Elea͑zar nach dem Jisraéllande hinaufzog, sprach er: Einem249Der im weiter angezogenen Schriftverse genannten Flüche.bin ich entronnen. Als man ihn ordinierte, sprach er: Nun bin ich zweien entronnen. Als man ihn in das Geheimnis der Kalenderkunde einweihte, sprach er: Nun bin ich dreien entronnen.", "Es heißt nämlich:250Ez. 13,9.und meine Hand wird sein gegen die Propheten, die Falsches schauen &c. Im geheimen Rat meines Volkes sollen sie nicht sein, das ist das Geheimnis der Kalenderkunde: und im Verzeichnisse des Hauses Jisraél sollen sie nicht verzeichnet sein, das ist die Ordination; und auf den Boden Jisraéls sollen sie nicht kommen, dem Wortlaute gemäß.", "Als R. Zera nach dem Jisraéllande hinaufzog, fand er keine Fähre, um über [das Wasser] zu kommen; da erfaßte er die Leine251Wohl eines Steges, aus Ungeduld.und ging hinüber. Da sprach ein Minäer zu ihm: Übereiltes Volk, das mit dem Munde schneller252Anspielung auf Ex. 24,7. wo die Jisraéliten Gehorsam versprachen, bevor sie das Gebot gehört hatten; cf. Sab. Fol. 88a.ist als mit den Ohren; noch immer befindet ihr euch in eurer Überstürzung. Dieser erwiderte: Ein Ort, der nicht einmal Moše und Ahron beschieden war, wer sagt, daß er mir beschieden ist!?", "R. Abba küßte die Felsen von A͑kko253Erste Stadt an der Nordgrenze Palästinas; cf. Sab. Fol. 2a. ; R. Ḥanina besserte die Unebenheiten desselben aus; R. Ami und R. Asi" ], [ "standen auf254Wenn sie bei ihrem Studium saßen u. von der Sonne bezw. durch die Kälte belästigt wurden.und gingen von der Sonne zum Schatten und vom Schatten zur Sonne; R. Ḥija b. Gamda wälzte sich in seinem Staube, denn es heißt :255Ps. 102,15.denn es lieben deine Knechte seine Steine und seinem Staube sind sie hold.", "R. Zera sagte im Namen des R. Jirmeja b. Abba: Im Zeitalter, in dem der Sohn Davids kommen wird, wird eine Anklage gegen die Schriftgelehrten entstehen. Als ich dies Šemuél vortrug, sprach er: Läuterung256Verfolgungen u. Verhängnisse.auf Läuterung, denn es heißt:257Jes. 6,13.und bleibt davon ein Zehntel, so wird es wiederum vertilgt. R. Joseph lehrte: Plünderer und Plünderer über Plünderer.", "R. Ḥija b. Aši sagte im Namen Rabhs: Dereinst werden die leeren Bäume im Jisraéllande Früchte tragen, wie es heißt :258Jo. 2,22.denn der Baum trägt seine Frucht, Feigenbaum und Weinstock geben ihre Kraft." ] ], "sectionNames": [ "Daf", "Line" ] }