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"language": "en",
"title": "Gittin",
"versionSource": "https://www.nli.org.il/he/books/NNL_ALEPH001042448/NLI",
"versionTitle": "Talmud Bavli. German trans. by Lazarus Goldschmidt, 1929 [de]",
"versionNotes": "",
"shortVersionTitle": "Lazarus Goldschmidt, 1929",
"actualLanguage": "de",
"languageFamilyName": "german",
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"direction": "ltr",
"heTitle": "גיטין",
"categories": [
"Talmud",
"Bavli",
"Seder Nashim"
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"text": [
[],
[],
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" WER EINEN SCHEIDEBRIEF AUS DEM ÜBERSEELANDE BRINGT, MUSS SAGEN: ER IST VOR MIR GESCHRIEBEN UND VOR MIR UNTERZEICHNET WORDEN;",
"R. GAMLIÉL SAGT, AUCH WER EINEN AUS REQEM ODER ḤEGER BRINGT; R. ELIE͑ZER SAGT, AUCH WER EINEN, AUS KEPHAR LUDIM NACH LUD BRINGT.",
"DIE WEISEN SAGEN, NUR WER EINEN AUS DEM ÜBERSEELANDE BRINGT ODER DA EINEN HINBRINGT, MÜSSE SAGEN: ER IST VOR MIR GESCHRIEBEN UND VOR MIR UNTERZEICHNET WORDEN. WER EINEN AUS EINER PROVINZ NACH EINER ANDEREN IM ÜBERSEELANDE BRINGT, MUSS SAGEN: ER IST VOR MIR GESCHRIEBEN UND VOR MIR UNTERZEICHNET WORDEN. R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT, AUCH WENN AUS EINER HEGEMONIE NACH EINER ANDEREN.",
"R. JEHUDA SAGTE: VON REQEM AB NACH OSTEN, UND REQEM GEHÖRT ZUM OSTEN; VON AŠQELON AB NACH SÜDEN, UND AŠQELON GEHÖRT ZUM SÜDEN; VON A͑KKO AB NACH NORDEN, UND A͑KKO GEHÖRT ZUM NORDEN. R. MEÍR SAGTE: A͑KKO GILT HINSICHTLICH DER SCHEIDEBRIEFE ALS JISRAÉLLAND. iii,1",
"WER IM JISRAÉLLANDE EINEN SCHEIDEBRIEP BRINGT, BRAUCHT NICHT ZU SAGEN: ER IST VOR MIR GESCHRIEBEN UND VOR MIR UNTERZEICHNET WORDEN. LIEGT EINE ANFECHTUNG VOR, SO IST ER DURCH DIE UNTERSCHRIFTEN ZU BESTÄTIGEN.",
"GEMARA. Aus welchem Grunde? Rabba erwiderte:"
],
[
"Weil sienicht wissen, daß esauf ihren Namen erfolgen müsse.",
"Raba erwiderte: Weil dannZeugen zur Bestätigungselten sind. –",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen in dem Falle, wenn zwei [den Scheidebrief] gebrachthaben; oder auch, wenn aus einer Provinz nach einer anderen im Jisraéllande;",
"oder auch, wenn in derselben Provinz im Überseelande. –",
"Sollten doch nach Rabba, welcher sagt, weil sie nicht wissen, daß es auf ihren Namen erfolgen müsse, zwei erforderlich sein, wie bei allen anderen Zeugenaussagen in der Tora!? – Bei rituellen Angelegenheiten ist ein einzelner Zeuge glaubhaft. –",
"Aber ein einzelner Zeuge ist ja bei den rituellen Angelegenheiten nur dann glaubhaft, wenn das Verbot nicht festgestellt ist, wenn es beispielsweise zweifelhaft ist, ob es ein Stück Talg oder ein Stück Fettwar,",
"hierbei aber steht ja das Verbot einer Ehefraufest, somit ist dies eine inzestuöseAngelegenheit, und bei einer inzestuösen Angelegenheit sind ja wenigstens zwei [Zeugen] erforderlich!? –",
"Die meisten wissenes. Und selbst nach R. Meír, der die Minderheit berücksichtigt, [ist zu erklären,] dies ist nur eine rabbanitische Bestimmung, da die Gerichtsschreiber kundig sind,"
],
[
"und hierbei haben es die Rabbanan wegen der Verlassenheiterleichtert. –",
"Ist dies denn eine Erleichterung, dies ist ja eine Erschwerung: wenn zwei erforderlich wären, könnte der Ehemann ihn nicht anfechten und ungültig machen, da aber nur einer erforderlich ist, so kann der Ehemann ihn anfechten und ungültig machen!? –",
"Da der Meister gesagt hat, daß R. Joḥanan und R. Ḥanina [darüber streiten], vor wieviel Personen er ihnihr überreiche, wie einer sagt, vor zwei, und wie einer sagt, vor drei, so merkt ersich dies, und [der Ehemann] macht sich nicht suspekt. –",
"Sollten doch nach Raba, welcher sagt, weil dann Zeugen zur Bestätigung selten sind, zwei erforderlich sein, wie diesauch sonst bei Bestätigung von Urkunden der Fall ist!? –",
"Bei rituellen Angelegenheiten ist ein einzelner Zeuge glaubhaft. – Aber ein einzelner Zeuge ist ja bei rituellen Angelegenheiten nur dann glaubhaft, wenn das Verbot nicht festgestellt ist, wenn es beispielsweise zweifelhaft ist, ob es ein Stück Talg oder ein Stück Fett war, hierbei aber steht ja das Verbot einer Ehefrau fest, somit ist dies eine inzestuöse Angelegenheit, und bei einer inzestuösen Angelegenheit sind ja wenigstens zwei [Zeugen] erforderlich!? –",
"Eigentlich sollte dies auch sonst bei Bestätigung von Urkunden nicht erforderlich sein, wegen einer Lehre des Reš Laqiš, denn Reš Laqiš sagte, daß, wenn Zeugen auf der Urkunde unterzeichnet sind, dies ebenso sei, als würde ihr Zeugnis vor Gericht geprüft worden sein, nur haben die Rabbanan dies bestimmt, hierbei aber haben es die Rabbanan wegen der Verlassenheit erleichtert. –",
"Ist dies denn eine Erleichterung, dies ist ja eine Erschwerung: wenn zwei erforderlich wären, könnte der Ehemann ihn nicht anfechten und ungültig machen, da aber nur einer erforderlich ist, so kann der Ehemann ihn anfechten und ungültig machen!? – Da der Meister gesagt hat, daß R. Joḥanan und R. Ḥanina [darüber streiten], vor wieviel Personen er ihn ihr übergebe, wie einer sagt, vor zwei, und wie einer sagt, vor drei, so merkt er sich dies, und [der Ehemann] macht sich nicht suspekt. –",
"Weshalb erklärt Raba nicht wie Rabba? – Er kann dir erwidern: heißt es denn: er ist vor mir auf ihren Namen geschrieben und vor mir auf ihren Namen unterzeichnetworden!? –",
"Und Rabba!? – Eigentlich sollte es so heißen, nur könnte er, wenn man ihm viele Worte auferlegen würde, diese kürzen. – Auch jetzt kann er sie ja kürzen!? –",
"Eines von dreien könnte er fortlassen, eines von zweien läßt er nicht fort. –",
"Weshalb erklärt Rabba nicht wie Raba? – Er kann dir erwidern: wenn dem so wäre, so sollte er doch lehren: er ist vor mir unterzeichnet worden, und nichts weiter, wenn es aber auch heißt: vor mir geschrieben, so ist hieraus zu entnehmen, daß es auf ihren Namen erfolgen müsse. –",
"Und Raba!? – Eigentlich sollte es so heißen, nur könnte man damit die Bestätigung anderer Urkunden verwechseln, daß es durch einen Zeugen erfolgen könne. –",
"Und Rabba!? – Es ist ja nicht gleich; sonst [sagen sie]: wir kennen sie, hierbei aber [sagt er]: vor mir;",
"sonst ist eine Frau nicht glaubhaft, hierbei aber ist eine Frauglaubhaft; sonst ist der Beteiligtenicht glaubhaft, hierbei ist der Beteiligte glaubhaft. –",
"Und Raba!? – Er kann dir erwidern: sind sie etwa hierbei nicht glaubhaft, wenn sie sagen: wir kennen sie!? Da sie nun glaubhaft sind, wenn sie sagen, sie kennen sie, so könnte man damit Bestätigung anderer Urkunden verwechseln, daß es durch einen Zeugen erfolgen könne.",
"Wer ist nach Rabba, der erklärt, weil sie nicht wissen, daß es auf ihren Namen erfolgen müsse, der Autor, der des Schreibens auf ihren Namen"
],
[
"und der Unterschrift auf ihren Namen benötigt? Wenn R. Meír, so benötigt er ja nur der Unterschriftund nicht des Schreibens, denn wir haben gelernt, daß man [den Scheidebrief] nicht auf etwas, das am Boden haftet, schreiben dürfe, und wenn man ihn auf etwas, das am Boden haftet, geschrieben, abgetrennt und ihn unterzeichnet hat, er gültigsei,",
"und wenn R. Elea͑zar, so benötigt er ja nur des Schreibens und nicht der Unterschrift!? Wolltest du sagen, tatsächlich sei es R. Elea͑zar, und nach ihm sei die Unterschrift auf ihren Namen nur nach der Tora nicht erforderlich, wohl aber rabbanitisch, so ist ja nach R. Elea͑zar bei den drei rabbanitisch ungültigen Scheidebriefeneine Unterschrift auf den richtigen Namen nicht erforderlich!?",
"Wir haben nämlich gelernt: Drei Scheidebriefe sind ungültig, hat sie aber geheiratet, so ist das Kind unbemakelt: wenn er von seinerHand geschrieben ist und keine Zeugenunterschriften hat, wenn er Zeugenunterschriften hat, aber kein Datum angegeben ist, wenn ein Datum angegeben, aber nur ein Zeuge unterschrieben ist; diese drei Scheidebriefe sind ungültig, falls sie aber geheiratet hat, ist das Kind unbemakelt.",
"R. Elea͑zar sagte: Auch wenn er keine Zeugenunterschriften hat, er ihn aber vor Zeugen gegeben hat, ist er gültig, und sie kann [damit ihre Morgengabe] von verkauften Gütern einfordern, denn die Unterschrift der Zeugen auf einer Urkundeist nur eine vorsorgendeInstitution.",
"Wolltest du sagen, tatsächlich sei es R. Meír, und nach ihm sei das Schreiben auf ihren Namen nur nach der Tora nicht erforderlich, wohl aber rabbanitisch, so sagte ja R. Naḥman, R. Meír sei der Ansicht, daß, selbst wenn er [einen Scheidebrief] auf dem Misthaufen gefunden,"
],
[
"ihn unterzeichnet und ihr gegeben hat, er gültig sei!? Wolltest du erwidern, nur nach der Tora, so sollte es heißen; R. Meír sei der Ansicht, nach der Tora!? –",
"Vielmehr, tatsächlich ist es R. Elea͑zar, und nur in dem Falle, wenn keine Zeugen unterzeichnet sind, ist nach ihm eine Unterschrift auf ihren Namennicht erforderlich, wenn aber Zeugen unterzeichnet sind, so ist dies erforderlich, denn R. Abba sagte, R. Elea͑zar pflichte bei, daß, wenn diese falschist, er ungültig sei.",
"R. Aši erwiderte: Es ist R. Jehuda, denn wir haben gelernt: nach R. Jehuda ist erungültig, es sei denn, daß er beim Schreiben und beim Unterschreiben abgetrennt war. –",
"Weshalb ist [die Mišna] nicht von vornherein R. Jehuda addiziert worden!? –",
"Wir bestreben uns, sie R. Meír zu addizieren, weil eine anonyme Mišna auf R. Meír zurückzuführen ist, ebenso R. Elea͑zar, weil beim [Gesetze von der] Scheidung die Halakha nach ihm zu entscheiden ist.",
"Wir haben gelernt: R. Gamliél sagt, auch wer einen aus Reqem oder Ḥeger bringt; R. Elie͑zer sagt, auch wer einen aus Kephar Ludim nach Lud bringt. Hierzu sagte Abajje, hier werde von den Städten gesprochen, die sich in der Nähe des Jisraéllandes befinden, und die in das jisraélländische Gebiethineinragen.",
"Ferner sagte Rabba b. Bar Ḥana, er habe diesen Ortgesehen, und er gleiche [der Entfernung] von Bei Kubebis Pumbeditha.",
"Demnach ist der erste Autor der Ansicht, bei diesen sei es nicht nötig, somit besteht ihr Streit wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, weil sie nicht wissen, daß es auf ihren Namen erfolgen müsse, und diesewissen es, und einer ist der Ansicht, weil Zeugen zur Bestätigung selten sind, und auch da sind sie selten. –",
"Nein, Rabba erklärt es nach seiner Ansicht, und Raba erklärt es nach seiner Ansicht. Rabba erklärt es nach seiner Ansicht; alle sind der Ansicht, weil sie nicht wissen, daß es auf ihren Namen erfolgen müsse, und ihr Streit besteht in folgendem: der erste Autor ist der Ansicht, die nahen [Orte] wissen es,",
"R. Gamliél ist der Ansicht, nur die hineinragendenwissen es, die nahen aber nicht, und R. Elie͑zer ist der Ansicht, dies gelte auch von den hineinragenden, um beim Überseelande keinen Unterschied zu machen.",
"Raba erklärt es nach seiner Ansicht; alle sind der Ansicht, weil Zeugen zur Bestätigung selten sind, nur ist der erste Autor der Ansicht, in den nahen [Orten] sind solche häufig,",
"R. Gamliél ist der Ansicht, nur in den hineinragenden sind solche häufig, nicht aber in den nahen, und R. Elie͑zer ist der Ansicht, dies gelte auch von den hineinragenden, um beim Überseelande keinen Unterschied zu machen. –",
"Wir haben gelernt: Die Weisen sagen, nur wer einen aus dem Überseelande bringt oder einen da hinbringt, müsse sagen: er ist vor mir geschrieben und vor mir unterzeichnet worden. Demnach ist der erste Autor der Ansicht, der Hinbringende brauche es nicht, somit besteht wahrscheinlich ihr Streit in folgendem: einer ist der Ansicht, weil sie nicht wissen, daß es auf ihren Namen erfolgen müsse,"
],
[
"und diesewissen es, und einer ist der Ansicht, weil Zeugen zur Bestätigung selten sind, und auch in diesem Falle sind sie selten. –",
"Rabba erklärt es nach seiner Ansicht, und Raba erklärt es nach seiner Ansicht. Rabba erklärt es nach seiner Ansicht; alle sind der Ansicht, weil sie nicht wissen, daß es auf ihren Namen erfolgen müsse, und sie streiten, ob beim Hinbringen das Herbringen zu berücksichtigen sei:",
"der erste Autor ist der Ansicht, man berücksichtige nicht beim Hinbringen das Herbringen,",
"und die letzten Rabbanan sind der Ansicht, man berücksichtige beim Hinbringen das Herbringen.",
"Raba erklärt es nach seiner Ansicht; alle sind der Ansicht, weil Zeugen zur Bestätigung selten sind, nur erklären die letzten Rabbanan die Worte des ersten Autors. –",
"Wir haben gelernt: Wer einen aus einer Provinz nach einer anderen im Überseelande bringt, muß sagen: er ist vor mir geschrieben und vor mir unterzeichnet worden. Wenn aber in derselben Provinz im Überseelande, so ist dies nichtnötig. Einleuchtend ist es nach Raba, gegen Rabba aber ist dies ja ein Einwand!? –",
"Folgere nicht: in derselben Provinz im Überseelande ist dies nicht nötig, sondern: aus einer Provinz nach einer anderen im Jisraéllande ist dies nicht nötig. –",
"Dies lehrt er ja ausdrücklich: wenn jemand einen Scheidebrief im Jisraéllande bringt, so braucht er nicht zu sagen: er ist vor mir geschrieben und vor mir unterzeichnet worden!? – Wenn nur diese Lehre vorhanden wäre, so könnte man glauben, dies gelte nur von dem Falle, wenn es bereits erfolgt ist, nicht aber von vornherein, so lehrt er uns.",
"Manche lehren diesen Einwand wie folgt: Aus einer Provinz nach einer anderen im Jisraéllande ist es nicht nötig.",
"Einleuchtend ist dies nach Raba, gegen Rabba aber ist dies ja ein Einwand!? – Folgere nicht: aus einer Provinz nach einer anderen im Jisraéllande ist dies nicht nötig, sondern: in derselben Provinz im Überseelande ist dies nicht nötig. –",
"Sollte er doch, wenn dies demnach aus einer Provinz nach einer anderen im Jisraéllande nötig ist, lehren: wenn jemand [einen Scheidebrief] aus einer Provinz nach einer anderen bringt, und nichts weiter!? –",
"Tatsächlich ist es aus einer Provinz nach einer anderen im Jisraéllande nicht nötig, denn da verkehren Wallfahrer, und [Zeugen] sind häufig. –",
"Allerdings zur Zeit wo der Tempel besteht, wie ist es aber zur Zeit, wo der Tempel nicht besteht!? – Da permanente Gerichtshöfevorhanden sind, so sind solche häufig. –",
"Wir haben gelernt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, auch wenn aus einer Hegemonie nach einer anderen. Hierzu sagte R. Jiçḥaq: Im Jisraéllande gab es eine Stadt namens A͑sasjon, die zwei Hegemonien hatte, die es miteinander genaunahmen, daher wurde dies von zwei Hegemonien bestimmt.",
"Einleuchtend ist dies nach Raba, gegen Rabba aber ist dies ja ein Einwand!? – Rabba ist auch der Ansicht Rabas. –",
"Welchen Unterschied gibt es demnach zwischen ihnen!? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen in dem Falle, wenn zwei [einen Scheidebrief] gebracht haben,",
"ferner auch hinsichtlich derselben Provinz im Überseelande. –",
"Wir haben gelernt: Wenn jemand einen Scheidebrief aus dem Überseelande gebracht hat und nicht sagen kann: er ist vor mir geschrieben und vor mir unterzeichnet worden, so ist er, wenn Zeugen unterzeichnet sind, durch die Unterschrift zu bestätigen. Und auf unsere Frage, was unter ‘nicht sagen kann’ zu verstehen sei,"
],
[
"wenn etwa der Fall, wenn er taubstumm ist, so kann ja ein Taubstummer keinen Scheidebrief überbringen, denn wir haben gelernt, jeder sei zulässig, einen Scheidebrief zu überbringen, ausgenommen ein Tauber, ein Blöder und ein Minderjähriger,",
"erwiderte R. Joseph, hier werde von dem Falle gesprochen, wenn er ihn ihr gegeben hat, als er noch hörend war, und bevor er noch sagen konnte: er ist vor mir geschrieben und vor mir unterzeichnet worden, taubstumm geworden ist. Einleuchtend ist dies nach Raba, gegen Rabba ist dies ja aber ein Einwand!? –",
"Hier wird von der Zeit gesprochen, nachdem sie esgelernt haben. – Demnach sollte esauch von dem Falle gelten, wenn er es kann!? – Es ist zu berücksichtigen, es könnte wieder zu einem Verstoße kommen. –",
"Demnach sollte dies auch in dem Falle berücksichtigt werden, wenn er es nicht kann!? – Daß ein Hörender taubstumm wird, ist selten, und bei Seltenem haben die Rabbanan dies nicht berücksichtigt. –",
"Auch bei einer Frau ist esja selten, dennoch wird gelehrt, daß eine Frau ihren Scheidebrief selber bringen dürfe, nur müsse sie sagen: er ist vor mir geschrieben und vor mir unterzeichnet worden!? – Um bei der Überbringung keinen Unterschied zu machen. –",
"Demnach sollte dies auch vom Ehemanne gelten, während doch gelehrt wird, daß, wenn er selbst seinen Scheidebrief gebracht hat, er nicht zu sagen brauche: er ist vor mir geschrieben und vor mir unterzeichnet worden!? –",
"Die Rabbanan bestimmten ja deshalb, daß er sagen müsse: er ist vor mir geschrieben und vor mir unterzeichnet worden, weil der Ehemann ihn anfechten und ungültig machen könnte, und wenn er selber ihn in der Hand hält, wieso sollte er ihn anfechten!? –",
"Komm und höre: Šemuél fragte R. Hona: Müssen, wenn zwei einen Scheidebrief aus dem Überseelande bringen, diese sagen: er ist vor uns geschrieben und vor uns unterzeichnet worden, oder brauchen sie es nicht? Dieser erwiderte: Sie brauchen es nicht; sind sie denn nicht glaubhaft, wenn sie sagen: er ließ sich in unserer Gegenwart von ihr scheiden!?",
"Einleuchtend ist dies nach Raba, gegen Rabba aber ist dies ja ein Einwand!? – Hier wird von der Zeit gesprochen, nachdem sie es gelernt haben. –",
"Demnach sollte dies auch von einem gelten!? – Es ist zu berücksichtigen, es könnte wieder zu einem Verstoße kommen. –",
"Demnach sollte dies auch bei zweien berücksichtigt werden!? – Daß zwei einen Scheidebrief überbringen, ist selten, und bei Seltenem haben die Rabbanan dies nicht berücksichtigt. –",
"Auch bei einer Frau ist es ja selten, dennoch haben wir gelernt, daß die Frau ihren Scheidebrief selber bringen dürfe, nur müsse sie sagen: er ist vor mir geschrieben und vor mir unterzeichnet worden!? – Um bei der Überbringung keinen Unterschied zu machen. –",
"Demnach sollte dies auch vom Ehemanne gelten, während doch gelehrt wird, daß, wenn er selber seinen Scheidebrief gebracht hat, er nicht zu sagen brauche: er ist vor mir geschrieben und vor mir unterzeichnet worden!? – Die Rabbanan bestimmten ja deshalb, daß er sagen müsse: er ist vor mir geschrieben und vor mir unterzeichnet worden, weil der Ehemann ihn anfechten und ungültig machen könnte, und wenn er selber ihn in der Hand hält, wieso sollte er ihn anfechten!? –",
"Komm und höre: Wenn jemand einen Scheidebrief aus dem Überseelande gebracht, ihn ihr gegeben, aber nicht gesagt hat: er ist vor mir geschrieben und vor mir unterzeichnet worden, so ist er, wenn er durch die Unterschriften bestätigt wird, gültig, wenn aber nicht, ungültig. Die Benötigung zu sagen: er ist vor mir geschrieben und vor mir unterzeichnet worden, ist nicht für sie erschwerend, sondern erleichternd.",
"Einleuchtend ist dies nach Raba, gegen Rabba aber ist dies ja ein Einwand!? – Hier wird von der Zeit gesprochen, nachdem sie es gelernt haben. –",
"Du sagtest ja aber, es sei zu berücksichtigen, es könnte wieder zu einem Verstoße kommen!? – Wenn sie bereits geheiratethat. – Wieso begründet er demnach: die Benötigung zu sagen: er ist vor mir geschrieben und vor mir unterzeichnet worden, ist nicht für sie erschwerend, dies erfolgt ja aus dem Grunde, weil sie bereits geheiratethat!? –",
"Er meint es wie folgt: man könnte glauben, es erfolge für sie erschwerend und er entferne sie, so ist die Benötigung zu sagen: er ist vor mir geschrieben und vor mir unterzeichnet worden, nicht für sie erschwerend, sondern erleichternd."
],
[
"Dieserfolgt aus dem Grunde, weil der Ehemann ihn anfechten und ungültig machen könnte, und wenn der Ehemann ihn nicht anficht, wieso sollten wir ihn anfechten!?",
"Hierüber streiten auch R. Joḥanan und R. Jehošua͑ b. Levi; einer sagt, weil sie nicht wissen, daß es auf ihren Namen erfolgen müsse, und einer sagt, weil Zeugen zur Bestätigung selten sind.",
"Es ist zu beweisen. daß R. Jehošua͑ b. Levi es ist, welcher erklärt, weil sie nicht wissen, daß es auf ihren Namen erfolgen müsse. Einst brachte R. Šimo͑n b. Abba einen Scheidebrief vor R. Jehošua͑ b. Levi und fragte ihn, ob er sagen müsse: er ist vor mir geschrieben und vor mir unterzeichnet worden, oder nicht.",
"Dieser erwiderte: Du brauchst es nicht; sie sagten es nur für die früheren Generationen, die nicht wußten, daß es auf ihren Namen erfolgen müsse, nicht aber gilt dies für die späteren Generationen, die wissen, daß es auf ihren Namen erfolgen müsse. Schließe hieraus. –",
"Glaubst du, auch Rabba ist ja der Ansicht Rabas!? Ferner sagten wir ja, man berücksichtige, es könnte wieder zu einem Verstoße kommen!?",
"Vielmehr war mit R. Šimo͑n b. Abba noch jemand anwesend, und nur wegen der Bedeutung R. Šimo͑ns wird er nicht genannt.",
"Es wurde gelehrt: Vor wieviel [Personen] übergebe er ihn ihr? R. Joḥanan und R. Ḥanina [streiten hierüber]; einer sagt, vor zwei, und einer sagt, vor drei.",
"Es ist zu beweisen, daß R. Joḥanan es ist, der vor zwei sagt. Einst brachte Rabin b. R. Ḥisda einen Scheidebrief vor R. Joḥanan, und dieser sprach zu ihm: Geh, gib ihm ihr vor zwei [Personen] und sprich zu ihnen: er ist vor mir geschrieben und vor mir unterzeichnet worden. Schließe hieraus.",
"Es wäre anzunehmen, daß ihr Streit in folgendem bestehe: derjenige, der vor zwei sagt, ist der Ansicht, weil sie nicht wissen, daß es auf ihren Namen erfolgenmüsse, und derjenige, der vor drei sagt, ist der Ansicht, weil Zeugen zur Bestätigung seltensind. –",
"Glaubst du? Wenn R. Jehošua͑ b. Levider Ansicht ist, weil sie nicht wissen. daß es auf ihren Namen erfolgen müsse, so ist ja R. Joḥanan der Ansicht, weil Zeugen zur Bestätigung selten sind, und hierbei sagt er, vor zwei!?",
"Und ferner ist ja auch Rabba der Ansicht Rabas!?",
"Vielmehr sind alle der Ansicht, es seien Zeugen zur Bestätigung erforderlich, und ihr Streit besteht darin, ob der Überbringer Zeuge und der Zeuge Richter sein könne. Derjenige, der vor zwei sagt, ist der Ansicht, der Überbringer könne Zeuge und der Zeuge Richtersein, und derjenige, der vor drei sagt, ist der Ansicht, der Überbringer könne wohl Zeuge, nicht aber der Zeuge Richter sein. –",
"Wir wissen ja aber, daß bei rabbanitischen Bestimmungen der Zeuge Richter sein könne!? –",
"Vielmehr, hierbei besteht ihr Streit in folgendem: einer ist der Ansicht, da eine Frau zur Überbringung eines Scheidebriefes zulässig ist, so könnte es vorkommen, daß, wenn eine Frau den Scheidebrief überbringt, man sich auf diese verlassenwürde,",
"und der andere ist der Ansicht, von einer Frau weiß man es, und man verläßt sich auf sie nicht.",
"Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Johanan: Wenn jemand einen Scheidebrief aus dem Überseelande gebracht, ihn ihr übergeben und nicht gesagt hat: er ist vor mir geschrieben und vor mir unterzeichnet worden, so muß er sie entfernen und das Kindist ein Hurenkind – so R. Meír.",
"Die Weisen sagen, das Kind sei kein Hurenkind. Er verfahre vielmehr wie folgt: er nehme ihn ihr ab und gebe ihn ihr wiederum vor zwei [Personen] und spreche: er ist vor mir geschrieben und vor mir unterzeichnet worden. –",
"Sollte sie denn, weil er nicht gesagt hat: er ist vor mir geschrieben und vor mir unterzeichnet worden, nach R. Meír entfernt werden und das Kind ein Hurenkind sein!? –",
"Freilich, R. Meír vertritt hierbei seine Ansicht. R. Hamnuna sagte nämlich im Namen U͑las, R. Meír sei der Ansicht, wenn jemand vom Gepräge abweicht, das die Weisen bei der Scheidung geprägt haben, sei [die Frau] zu entfernen und das Kind Hurenkind.",
"Bar Hedja wollte einen Scheidebrief überbringen und kam dieserhalb zu R. Aḥi, der über Scheidungsangelegenheiten gesetzt war. Da sprach er zu ihm: Du mußt bei jedem Buchstaben zugegen sein. Als er hierauf zu R. Ami und R. Asi kam, sprachen sie zu ihm: Du brauchst dies nicht.",
"Wenn du aber sagst, du willst erschwerend verfahren, so machst du frühere Scheidebriefesuspekt.",
"Einst überbrachte Rabba b. Bar Ḥana einen Scheidebrief, der zur Hälfte vor ihm und zur Hälfte nicht vor ihm geschrieben worden war. Da kam er zu R. Elea͑zar, und dieser sprach zu ihm: Selbst wenn nur eine Zeile auf ihren Namen geschrieben worden ist, ist weiter nichts nötig. R. Aši sagte:"
],
[
"Selbst wenn er nur das Geräuschder Feder oder der Pergamentrolle [gehört] hat.",
"Übereinstimmend mit R. Aši wird gelehrt: Wenn jemand einen Scheidebrief aus dem Überseelande gebracht hat, so ist er, selbst wenn [der Überbringer] im Erdgeschoße und der Schreiber im Söller oder er im Söller und der Schreiber im Erdgeschoße sich befunden hat, und selbst wenn er daden ganzen Tag ein- und ausging, gültig.",
"Wenn er im Erdgeschoße und der Schreiber im Söller sich befunden hat, sah er ihn ja nicht!? Doch wohl, wenn er das Geräusch der Feder oder der Pergamentrolle gehört hat.",
"Der Meister sagte: Und selbst wenn er da den ganzen Tag ein- und ausging, gültig. Wer: wollte man sagen, der Überbringer, so ist ja [der Scheidebrief], wenn er, wie du sagst, gültig ist, falls er im Erdgeschoße und der Schreiber im Söller sich befunden hat, wo er ihn nicht sah, es um so mehr, wenn er da ein- und ausging, und wenn der Schreiber, so ist es ja selbstverständlich!? –",
"In dem Falle, wenn [der Schreiber] auf die Straße hinausgegangen und zurückgekehrt ist; man könnte glauben, jemand anders habe ihn getroffen und dazubeauftragt, so lehrt er uns.",
"Es wurde gelehrt: Babylonien gleicht hinsichtlich der Scheidebriefe, wie Rabh sagt, dem Jisraéllande, und wie Šemuél sagt, dem Auslande.",
"Es wäre anzunehmen, daß ihr Streit in folgendem bestehe: einer ist der Ansicht, weil sie nicht wissen, daß es auf ihren Namen erfolgen müsse, und da wissen sie es wohl, und einer ist der Ansicht, weil Zeugen zur Bestätigung selten sind, und auch da sind solche selten. –",
"Glaubst du, auch Rabba ist ja der Ansicht Rabas!?",
"Vielmehr sind alle der Ansicht, daß [Zeugen] zur Bestätigung erforderlich seien, nur ist Rabh der Ansicht, daß da wegen der Lehrhäusersolche häufig sind, während Šemuél der Ansicht ist, in den Lehrhäusern seien sie mit ihrem Studium beschäftigt.",
"Es wurde auch gelehrt: R. Abba sagte im Namen R. Honas: Seitdem Rabh nach Babylonien gekommen ist, betrachten wir Babylonien wie das Jisraélland hinsichtlich der Scheidebriefe.",
"R. Jirmeja wandte ein: R. Jehuda sagte: Von Reqem ab nach Osten, und Reqem gehört zum Osten; von Ašqelon ab nach Süden, und Ašqelon gehört zum Süden; von A͑kko ab nach Norden, und A͑kko gehört zum Norden. Babylonien liegt ja nördlich vom Jisraéllande, wie es heißt:und der Herr sprach zu mir: von Norden her wird das Unheil ausbrechen!?",
"Ferner haben wir gelernt, R Meír sagt, A͑kko gelte hinsichtlich der Scheidebriefe als Jisraélland, und R. Meír sagt es nur von A͑kko, das diesem nahe ist, nicht aber von Babylonien, das ihm fern ist!? Er richtete diesen Einwand, und er selbst erklärte es auch: außer Babylonien.",
"Wie weit reicht Babylonien? R. Papa erwiderte: Der Streit hinsichtlich der Legitimitätgilt auch von den Scheidebriefen. R. Joseph erwiderte: Der Streit besteht nur hinsichtlich der Legitimität, hinsichtlich der Scheidebriefe aber stimmen alle überein, daß es bis zur zweiten Bachweide der Brückereiche.",
"R. Ḥisda benötigte dessen[bei der Überbringung] von Ktesiphou nach Ardašir, nicht aber von Ardašir nach Ktesiphou. Demnach wäre er der Ansicht, weil sie nicht wissen, daß es auf ihren Namen erfolgen müsse, und jenewissen es. –",
"Glaubst du, auch Rabba ist ja der Ansicht Rabas!? Vielmehr sind alle der Ansicht, es seien [Zeugen] zur Bestätigung erforderlich, nur gehen jenezum Markte dieser, daher kennen diesedie Unterschriften jener,",
"jene aber kennen die Unterschriften dieser nicht, weil sie mit ihrem Markte beschäftigtsind.",
"Rabba b. Abuha benötigte dessen [bei der Überbringung] von einer Häuserreihe nach der gegenüberliegenden. R. Šešeth benötigte dessen[bei der Überbringung] aus einer Nachbarschaftnach einer anderen. Raba benötigte dessen auch in derselben Nachbarschaft. –",
"Aber Raba ist es ja selbst, welcher sagt, weil Zeugen zur Bestätigung seltensind!? – Anders verhält es sich bei den Einwohnern von Maḥoza, die stets umherwandern.",
"R. Ḥanan erzählte: Einst überbrachte R. Kahana einen Scheidebrief, ich weiß aber nicht, ob von Sura nach Nehardea͑ oder von Nehardea͑ nach Sura, und als er zu Rabh kam und ihn fragte, ob er sagen müsse: er ist vor mir geschrieben und vor mir unterzeichnet worden, oder dies nicht brauche, erwiderte er ihm: Du brauchst es nicht,"
],
[
"wenn du es aber tust, so tust du gut. – Was heißt: wenn du es tust, so tust du gut? – Wenn der Ehemann kommt und ihn anficht, so achteman auf ihn nicht.",
"Es wird nämlich gelehrt: Einst brachte jemand einen Scheidebrief vor R. Jišma͑él und fragte ihn, ob er sagen müsse; er ist vor mir geschrieben und vor mir unterzeichnet worden, oder dies nicht brauche. Da sprach dieser zu ihm: Mein Sohn, woher bist du? Jener erwiderte: Meister, ich bin aus Kephar Sisaj. Da sprach er; Du mußt sagen: er ist vor mir geschrieben und vor mir unterzeichnet worden, damit [die Frau] nicht der Zeugen benötige.",
"Nachdem er fortgegangen war, trat R. Elea͑j ein und sprach zu ihm: Meister. Kephar Sisaj ragt ja in das jisraélländische Gebiet hinein, es ist Sepphorisnäher als A͑kko, und wir haben gelernt, R. Meír sagt, A͑kko gelte hinsichtlich der Scheidebriefe als Jisraélland!? Und selbst die Rabbanan streiten gegen R. Meír nur hinsichtlich A͑kko, das entfernt ist, nicht aber hinsichtlich Kephar Sisaj. das nahe ist!?",
"Dieser erwiderte: Schweige, mein Sohn, schweige; da es bereits in erlaubter Weise erfolgt ist, so bleibe es dabei. –",
"Auch er sagte ja: damit [die Frau] nicht der Zeugenbenötige!? – Man berichtete es ihm nicht genau.",
"R. Ebjathar ließ R. Ḥisda mitteilen: Wenn Scheidebriefe von dort nach hiergebracht werden, so braucht [der Überbringer] nicht zu sagen: er ist vor mir geschrieben und vor mir unterzeichnet worden. Demnach ist er der Ansicht, weil sie nicht wissen, daß es auf ihren Namen erfolgen müsse, und diese wissen es. –",
"Glaubst du, auch Rabba ist ja der Ansicht Rabas!? Vielmehr sind alle der Ansicht, es seien [Zeugen] zur Bestätigung erforderlich, und da viele hinaufgehenund herabkommen, so sind solche vorhanden.",
"R. Joseph sprach: Wer sagt uns, daß R. Ebjathar ein Mann ist, auf den man sich verlassen kann!? Ferner ließ er einst R. Jehuda mitteilen: Die Leute, die von dort nach hier kommen, ließen in Erfüllung gehen:Sie gaben einen Knaben hin für eine Hureund ein Mädchen verkauften sie um Wein und tranken. Er schrieb ihm dies ohne Liniierung,",
"während R. Jiçḥaq sagte, daß man zweischreibe, drei aber nicht, und in einer Barajtha gelehrt wird, daß man drei schreibe, vier aber nicht.",
"Abajje erwiderte ihm: Kann denn jemand, der die Lehre R. Jiçḥaqs nicht kennt, kein großer Mann sein!? Von einer Sache, die vom Verständnisse abhängt, mag dies gelten, dies aber ist ja eine überlieferte Lehre, und er hat diese Lehre nicht gehört.",
"Ferner hat ja der Herr selber R. Ebjathar zugestimmt. Es heißt:und sein Kebsweib ward ihm untreu.",
"R. Ebjathar sagte, er fand bei ihreine Fliege; R. Jonathan sagte, er fand bei ihr ein Haar. Als einst R. Ebjathar Elijahu traf und ihn fragte, womit der Heilige, gepriesen sei er, sich befasse, erwiderte dieser: Mit dem [Ereignisse vom] Kebsweibe zu Gibea͑. – Was sagt er hierzu? – Mein Sohn Ebjathar sagt so, und mein Sohn Jonathan sagt so.",
"Jener sprach: Gibt es denn, behüte und bewahre, beim Himmlischen einen Zweifel? Dieser erwiderte: Diese und jene sind Worte des lebendigen Gottes; er fand eine Fliege, und nahm es nicht genau, später fand er ein Haar und nahm es genau.",
"R. Jehuda sagte: Eine Fliege in der Speise und ein Haar an der bewußtenStelle. Eine Fliege ist ekelhaft und ein Haar ist gefährdend. Manche sagen, beide in der Speise; eine Fliege ist ein Zwangsfall, ein Haar ist eine Fahrlässigkeit.",
"R. Ḥisda sagte: Nie lasse man übermäßige Strenge in seinem Hause walten, denn dadurch, daß der Ehemann des Kebsweibes zu Gibea͑ über sie übermäßige Strenge walten ließ, fielen viele Myriaden von Jisraél.",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wer übermäßige Strenge in seinem Hause walten läßt, verfällt endlich in drei Sünden: Unzucht, Blutvergießen und Entweihung des Šabbaths.",
"Rabba b. Bar Ḥana sagte: Die Rabbanan sagten, daß man am Vorabend des Šabbaths, bei Einbruch der Dunkelheit, drei Dinge sagen müsse: Habt ihr den Zehntenentrichtet? Habt ihr einen E͑rubgemacht? Zündet die Lichter an."
],
[
"Man sage es aber freundlich, damit man auf ihn höre. R. Aši sagte; Ich hatte das, was Rabba b. Bar Ḥana gesagt hat, nicht gehört, tat dies aber aus eigenem Antrieb.",
"R. Abahu sagte: Nie lasse man übermäßige Strenge in seinem Hause walten, denn ein bedeutender Mann ließ übermäßige Strenge in seinem Hause walten, und man veranlaßte ihn, eine schreckliche Sache zu essen.",
"Das ist R. Ḥanina b. Gamliél. – Zu essen, wie ist dies möglich; wenn der Heilige, gepriesen sei er, nicht einmal das Vieh der Frommen zu einem Verstoße kommenläßt, um wieviel weniger die Frommen selbst!? –",
"Vielmehr, man wollte ihn eine schreckliche Sache zu essen veranlassen, nämlich ein Glied von einem lebenden Vieh.",
"Mar U͑qaba Heß R. Elea͑zar fragen: Wie habe ich mit den Leuten zu verfahren. die gegen mich auftreten, und es in meiner Hand steht, sie bei der Regierung anzugeben?",
"Da liniierte er [ein Blatt] und schrieb ihm:Ich sprach: ich will mich hüten, mit meiner Zunge zu sündigen, ich will meinem Munde einen Zaum anlegen, wenn ein Frevler mir gegenüber ist. Selbst wenn der Frevler gegen mich ist, will ich meinem Munde einen Zaum anlegen.",
"Hierauf ließ jener ihm sagen: Sie quälen mich sehr und ich kann gegen sie nicht aufkommen. Dieser ließ ihm erwidern:Sei still vor dem Herrn und hoffe auf ihn; sei still vor dem Herrn, und er wird sie dir haufenweiseniederstrecken; verweile frühmorgens und spätabends im Lehrhause und sie werden von selbst zugrunde gehen. Dieses Wort kam aus dem Munde R. Elea͑zars, und man legte Genibain Halseisen.",
"Man ließ Mar U͑qaba fragen: Woher, daß die Musik verboten ist? Da liniierte er [ein Blatt] und schrieb ihnen:Freue dich nicht, Jisraél, mit Jubel, wie die übrigen Völker. –",
"Sollte er ihnen doch folgendes geschrieben haben:nicht mehr wird bei Gesang Wein getrunken, bitter ist der Rauschtrank den Zechern!? – Aus diesem könnte man entnehmen, dies gelte nur von der Musik mit einem Instrumente, mit dem Munde aber sei es erlaubt, so lehrt er uns.",
"R. Hona b. Nathan sprach zu R. Aši: Was besagt der Schriftvers:Qina, Dimuna und A͑da͑da? Dieser erwiderte: Er zählt die Städte des Jisraéllandes auf.",
"Jener sprach: Weiß ich etwa nicht, daß er die Städte des Jisraéllandes aufzählt!? Aber R. Gebiha aus Argiza sagte hierzu folgende Auslegung: Wenn jemand über seinen Nächsten in Zorn [qina͑] ist und dennoch schweigt [domem], so wird der in der Ewigkeit [a͑de a͑d] Weilende ihm Recht verschaffen.",
"Dieser entgegnete: Es heißt auch: Çiqlag, Madmena und Sansana; demnach ist dies ebenso [auszulegen]!? Jener erwiderte: Wenn R. Gebiha aus Argiza da wäre, würde er auch hierzu eine Auslegung gesagt haben. R. Aḥa aus Hozäa sagte hierzu folgendes: Wenn jemand gegen seinen Nächsten eine Brotklage [çaa͑qlegima] hat und schweigt [domem], so wird der, der im Dornbusche [sene] geweilthat, ihm Recht verschaffen.",
"Der Exilarch sprach zu R. Hona: Woher, daß der Kranz verboten ist? Dieser erwiderte: Rabbanitisch, denn wir haben gelernt, daß man bei der Invasion des Vespasian die Bräutigamskränze und die Handtrommelverboten habe.",
"Als währenddessen R. Hona zu einem Bedürfnisse hinaustrat, sprach R. Ḥisdazu ihm: Es ist auch ein Schriftvers vorhanden:So spricht Gott der Herr: Herunter den Kopfbund, ab den Kranz. Dieses ist nicht dieses; das Niedrige erhöht und das Hohe erniedrigt.",
"Welcher Zusammenhang besteht zwischen Kopfbund und Kranz? Dies besagt vielmehr: zur Zeit, wo der Kopfbund sich auf dem Kopfe des Hochpriestersbefindet, mag der Kranz auf dem Kopfe jedes anderen Menschen sein, ist der Kopfbund vom Kopf des Hochpriesters entfernt worden, so ist auch der Kranz vom Kopfe jedes anderen Menschen zu entfernen.",
"Inzwischen kam R. Hona zurück und traf sie sitzen. Da sprach er: Bei Gott, nur rabbanitisch; aber Ḥisda [Liebling] ist dein Name und lieblich sind auch deine Worte.",
"Einst traf Rabina den Mar, den Sohn R. Ašis, einen Kranz für seine Tochter winden. Da sprach er zu ihm: Hält denn der Meister nichts von dem, [was geschrieben steht:] herunter den Kopfbund, ah den Kranz? Dieser erwiderte: Gleich dem Hochpriester, nur Männer.",
"Was heißt: dieses ist nicht dieses? – R. A͑vira trug vor, zuweilen im Namen R. Amis und zuweilen im Namen R. Asis: Als der Heilige, gepriesen sei er, zu Jisraél sprach: herunter den Kopfbund, ab den Kranz, sprachen die Dienstengel vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, dies den Jisraéliten, die dir am Sinaj das Tun vor dem Hören [versprachen]!?",
"Er erwiderte ihnen: Etwa nicht dies den Jisraéliten, die das Hohe erniedrigt und das Niedrige erhöht, und ein Götzenbild im Tempel aufgestellt haben!?",
"R. A͑vira trug vor, zuweilen im Namen R. Amis und zuweilen im Namen R. Asis: Es heißt:So spricht der Herr, wenn sie auch kräftig und viel sind, so werden sie doch abgeschnitten und dahin &c. Wenn ein Mensch sieht, daß seine Nahrung knappist, so übe er damit Wohltätigkeit, und um so mehr, wenn sie reichlich ist. –",
"Was heißt: so werden sie doch abgeschnitten und dahin? – In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Wer sein Vermögen beschneidet und damit Wohltätigkeit übt, wird vor dem Strafgerichte des Fegefeuers gerettet. Dies ist mit dem Falle zu vergleichen, wenn zwei Schafe über ein Gewässer schwimmen, das eine geschoren und das eine ungeschoren; das geschorene kommt hinüber und das ungeschorene kommt nicht hinüber."
],
[
"Ich habe dich arm gemacht. Mar Zuṭra sagte: Selbst ein Armer, der von Almosen lebt, übe Wohltätigkeit.Ich werde dich nicht mehr arm sein lassen. R. Joseph lehrte: Man läßt ihn nicht mehr die Merkmale der Armut sehen.",
"R. JEHUDA SAGTE: VON REQEM AB NACH OSTEN &C. Demnach liegt A͑kko nördlich vom Jisraéllande; ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn jemand von A͑kko nach Kezib geht, so ist das rechts östlich vom Wegeliegende Gebiet als Land der weltlichen Völker unreinund es unterliegt nicht [den Gesetzen von] der Verzehntung und dem Siebentjahre, es sei denn, daß dir bekannt ist, daß es pflichtigsei,",
"und das links westlich vom Wege liegende Gebiet nicht als Land der weltlichen Völker unrein und es unterliegt [den Gesetzen von] der Verzehntung und dem Siebentjahre, es sei denn, daß dir bekannt ist, daß es frei sei. Biswo? Bis Kezib; R. Jišma͑él, Sohn des R. Jose, sagt im Namen seines Vaters, bis Kalabo,",
"Abajje erwiderte: Ein Streifen ragt hervor. – Und diesnennt der Autor als Merkzeichen!? – Freilich, auch die Schrift nennt solches als Merkzeichen, denn es heißt:Sie sprachen: Siehe, ein Fest des Herrn ist von Jahr zu Jahr in Šilo, das nördlich von Bethél liegt, gegen Sonnenaufgang, nach der Straße hin, die von Bethél nach Šekhem hinaufführt, südlich von Lehona. Hierzu sagte R. Papa, auf der Ostseite der Straße.",
"Eines lehrt, daß, wenn jemand einen Scheidebrief zu Schiffgebracht hat, es ebenso sei, als würde er ihn im Jisraéllande gebracht haben, und ein Anderes lehrt, wie außerhalb des Jisraéllandes!?",
"R. Jirmeja erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine nach R. Jehuda und das andere nach den Rabbanan. Es wird nämlich gelehrt: Erde die in einem Schiffe vom Auslande nach dem Jisraéllande gebracht wird, unterliegt[den Gesetzen von] der Verzehntung und dem Siebentjahre.",
"R. Jehuda sagte: Nur dann, wenn das Schiff den Grundberührt, wenn aber das Schiff den Grund nicht berührt, so ist sie davon befreit.",
"Abajje erwiderte: Beide nach R. Jehuda, dennoch besteht hier kein Widerspruch, denn das eine gilt von dem Falle, wenn das Schiff den Boden nicht berührt, und das andere, wenn das Schiff den Boden berührt.",
"R. Zera sagte: Bei einem durchlöcherten Pflanzentopfe, der auf Pflöckenruht, kommen wirzum Streite zwischen R. Jehuda und den Rabbanan.",
"Raba erwiderte: Vielleicht ist dem nicht so; R. Jehuda vertritt seine Ansicht nur bei einem Schiffe,"
],
[
"das sich fortbewegt, nicht aber bei einem Pflanzentopfe, der sich nicht fortbewegt.",
"Oder auch: die Rabbanan vertreten ihre Ansicht nur bei einem Schiffe, da es vom Boden nicht getrennt ist, denn auch das Wasser gleicht der festen Erde, nicht aber bei einem Pflanzentopfe, der durch die Luft getrennt ist.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Über die Ströme im Jisraéllande streitet niemand, sie streiten nur über das großeMeer.",
"Es wird nämlich gelehrt: Was gehört zum Jisraéllande und was zum Auslande? Von der Senkung des Gebirges Amanon einwärts gehört zum Jisraéllande, und vom Gebirge Amanon auswärtsgehört zum Auslande. Hinsichtlich der Inseln im Meere denke man sich eine Schnur vom Gebirge Amanon bis zum Strome von Miçrajim gezogen; von der Schnur einwärts gehört zum Jisraéllande, von der Schnur auswärts gehört zum Auslande.",
"R. Jehuda sagte: Was gegenüber dem Jisraéllande liegt, gleicht dem Jisraéllande, denn es heißt:und inbetreff der Westgrenze, so soll auch das große Meer als solches gelten, dieses sei eure Westgrenze.",
"Hinsichtlich der Inseln an den Seitendenke man sich eine Schnur gezogen von Qaplorja bis zum Ozean und vom Strome von Miçrajim bis zum Ozean; von der Schnur einwärts gehört zum Jisraéllande, von der Schnur auswärts gehört zum Auslande. –",
"Wofür verwenden die Rabbanan den Schriftvers von der Grenzbezeichnung? – Dieser ist wegen der Inseln nötig. – Und R. Jehuda!? – Wegen der Inseln ist kein Schriftvers nötig.",
"R. MEÍR SAGTE: A͑KKO GILT &C. ALS JISRAÉLLAND. Man fragte R. Ḥija b. Abba: Wie ist es, wenn jemand seinen Sklaven nach Syrien verkauft: ist es ebenso, als würde er ihn nach dem Auslandeverkaufen, oder nicht?",
"Dieser erwiderte: Ihr habt es gelernt: R. Meír sagte: A͑kko gilt hinsichtlich der Scheidebriefe als Jisraélland. Nur hinsichtlich der Scheidebriefe, nicht aber hinsichtlich der Sklaven, und um so weniger Syrien, das noch entfernter ist.",
"Die Rabbanan lehrten: In drei Punkten gleicht Syrien dem Jisraéllande und in drei dem Auslande. Seine Erde ist unrein wie die des Auslandes; wenn jemand seinen Sklaven nach Syrien verkauft, so ist es ebenso, als würde er ihn nach dem Auslande verkaufen; wenn jemand einen Scheidebrief von Syrien bringt, so ist es ebenso, als würde er ihn vom Auslande bringen.",
"In drei Punkten dem Jisraéllande: es unterliegt gleich dem Jisraéllande [den Gesetzen von] der Verzehntung und dem Siebentjahre; wer da in Reinheithineingehen will, gehe hinein; wenn jemand ein Feld in Syrien kauft,"
],
[
"so ist es ebenso als würde er eines in den Vororten von Jerušalem kaufen. «Es unterliegt gleich dem Jisraéllande [den Gesetzen von] der Verzehntung und dem Siebentjahre.» Er ist der Ansicht, die Eroberung des einzelnengelte als Eroberung.",
"«Wer da in Reinheit hineingehen will, gehe hinein.» Du sagst ja aber, seine Erde sei unrein!? – In einer Truhe, einer Kiste oder einem Schranke.",
"Es wird nämlich gelehrt: Wer in einer Truhe, einer Kiste oder einem Schranke in das Land der weltlichen Völker gekommen war, ist nach Rabbi unrein und nach R. Jose b. R. Jehuda rein. Und selbst nach Rabbi ist er nur im Lande der weltlichen Völker unrein, weil [die Unreinheit] über den Boden und über die Luft verhängt worden ist,",
"in Syrien aber ist sie nur über den Boden verhängt worden, nicht aber über die Luft. «Wenn jemand ein Feld in Syrien kauft, so ist es ebenso, als würde er eines in den Vororten von Jerušalem kaufen.» In welcher Hinsicht? R. Šešeth erwiderte: Dies besagt, daß man den Kaufschein sogar am Šabbath schreibe. –",
"Am Šabbath, wie kommst du darauf!? – Wie Raba erklärt hat, man beauftrage einen Nichtjuden, daß er es tue, ebenso beauftrage man auch hierbei einen Nichtjuden, daß er es tue. Und obgleich auch der Auftrag an einen Nichtjuden des Feiernswegen verboten ist, haben es die Rabbanan hierbei nicht verboten, wegen der Besiedelung des Jisraéllandes.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn ein Sklave seinen Freibrief bringt und darin geschrieben steht: deine Person und meine Güter seien dir zugeeignet, so hat er sich selbst erworben, nicht aber die Güter.",
"Sie fragten: Wie ist es, [wenn jemand zu seinem Sklaven gesagt hat]: all meine Güter sollen dir zugeeignetsein? Abajje erwiderte: Da er sich selbst erwirbt, erwirbt er auch die Güter.",
"Raba sprach zu ihm: Einleuchtend ist es, daß er sich selbst erwirbt, wie dies auch beim Scheidebriefe der Fallist, die Güter aber sollte er nicht erwerben, wie auch bei anderen Urkunden eine Bestätigung erforderlich ist!?",
"Hierauf sagte Abajje: Da er die Güter nicht erwirbt, so erwirbt er auch sich selbst nicht. Raba sprach zu ihm: Einleuchtend ist es, daß er die Güter nicht erwirbt, wie auch bei anderen Urkunden eine Bestätigung erforderlich ist, sich selbst aber sollte er doch erwerben, wie dies auch beim Scheidebriefe der Fall ist!?",
"Vielmehr, sagte Rabba, ob so oder soerwirbt er sich selbst, nicht aber die Güter. R. Ada b. Mathna sprach zu Raba: Wohl nach R. Šimo͑n, welcher sagt, man teile das Wort.",
"Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand all seine Güter seinem Sklaven verschrieben hat, so wird er frei; hat er etwas Grundbesitzzurückbehalten, so wird er nichtfrei. R. Šimo͑n sagt,"
],
[
"er werdein jedem Falle frei, es sei denn, daß er gesagt hat; all meine Güter mit Ausnahme von einem Zehntausendstelsollen diesem meinem Sklaven geschenkt sein.",
"Aber R. Joseph b. Minjomi sagte ja im Namen R. Naḥmans, daß, obgleich R. Jose R. Šimo͑n gelobt hat, die Halakha wie R. Meírsei!? Es wird nämlich gelehrt: Als man dies R. Jose berichtete, las er über ihn folgenden Schriftvers:Die Lippen küßt man dem, der treffende Worte antwortet. –",
"Kann R. Naḥman dies denn gesagt haben, R. Joseph b. Minjomi sagte ja im Namen R. Naḥmans, daß, wenn ein Sterbenskranker all seine Güter seinem Sklaven verschrieben hat und genesen ist, er hinsichtlich der Güter zurücktreten könne, nicht aber hinsichtlich des Sklaven.",
"Er kann hinsichtlich der Güter zurücktreten, weil es das Geschenk eines Sterbenskrankenist, und er kann nicht hinsichtlich des Sklaven zurücktreten, weil dieser bereits in den Ruf eines Freien gelangtist.",
"R. Aši erwiderte: Daerfolgt dies aus dem Grunde, weil die Urkunde nicht durchschneidendist.",
"LIEGT EINE ANFECHTUNG VOR, SO IST ER DURCH DIE UNTERSCHRIFTEN ZU BESTÄTIGEN. Welche Anfechtung: wenn durch einen, so sagte ja R. Joḥanan, alle stimmen überein, daß eine Anfechtung durch mindestens zwei erfolgen müsse, und wenn durch zwei,",
"so sind es ja zwei gegenüber zwei, und was veranlaßt dich, sich auf jene zu verlassen, verlaß dich auf diese!? – Vielmehr, eine Anfechtung des Ehemannes.",
"iii,2 WENN JEMAND EINEN SCHEIDEBRIEF AUS DEM ÜBERSEELANDE BRINGT UND NICHT SAGEN KANN: ER IST VOR MIR GESCHRIEBEN UND VOR MIR UNTERZEICHNET WORDEN, SO IST ER, WENN ZEUGEN AUF DIESEM UNTERZEICHNET SIND, DURCH DIE ZEUGEN ZU BESTÄTIGEN. iv",
"SOWOHL SCHEIDEBRIEFE ALS AUCH FREILASSUNGSBRIEFE, SIE GLEICHEN EINANDER BEIM HINBRINGEN UND BEIM HERBRIWGEN. DIES IST EINER VON DEN PUNKTEN, WORIN SCHEIDEBRIEFE UND FREILASSUNGSBRIEFE EINANDER GLEICHEN.",
"GEMARA. Was heißt ‘nicht sagen kann’: wollte man sagen, wenn er taubstumm ist, so kann ja ein Taubstummer keinen Scheidebrief überbringen, denn wir haben gelernt, jeder sei zulässig, einen Scheidebrief zu überbringen, ausgenommen ein Tauber, ein Blöder und ein Minderjähriger!?",
"R. Joseph erwiderte: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er ihn ihr gegeben hat, als er noch hörend war, und bevor er sagen konnte: er ist vor mir geschrieben und vor mir unterzeichnet worden, taubstumm geworden ist.",
"SCHEIDEBRIEFE UND FREILASSUNGSBRIEFE. Die Rabbanan lehrten: In drei Punkten gleichen Scheidebriefe und Freilassungsbriefe einander: sie gleichen einander hinsichtlich des Hinbringens und Herbringens; jede Urkunde, auf der ein samaritanischer Zeuge unterzeichnet ist, ist ungültig, ausgenommen Scheidebriefe und Freilassungsbriefe; und alle Urkunden,"
],
[
"die von nichtjüdischen Ämtern ausgefertigt sind, sind, selbst wenn Nichtjuden [als Zeugen] unterzeichnet sind, gültig, ausgenommen Scheidebriefe und Freilassungsbriefe. Nach R. Meír in vier [Punkten], denn wenn jemand gesagt hat, daß man diesen Scheidebrief seiner Frau oder diesen Freilassungsbrief seinem Sklaven gebe, so kanner, wie R. Meír sagt, in beiden Fällen zurücktreten.",
"Allerdings schließt nach den Rabbanan die Angabe der Anzahl die Ansicht R. Meírs aus, was aber schließt die Angabe der Anzahl nach R. Meír aus? –",
"Sie schließt den Fall der folgenden Lehre aus. Wenn die Zeugen nicht zu unterschreiben verstehen, so schramme man auf das glatte Papierund sie füllen die Schrammen mit Tinte aus.",
"R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Dies gilt nur von Scheidebriefen, bei Freilassungsbriefen und allen anderen Urkunden aber dürfen sie, wenn sie zu lesen und zu unterschreiben verstehen, unterschreiben, wenn aber nicht, so dürfen sie nicht unterschreiben. –",
"Wer spricht hier vom Lesen!? – [Diese Lehre] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: wenn die Zeugen nicht zu lesen verstehen, so lese man ihnen vor und sie unterschreiben, und wenn sie nicht zu unterschreiben verstehen, so schramme man [auf das Papier]. –",
"Gibt es denn weiter nichtsmehr, es gibt ja noch folgendes. Wenn jemand gesagt hat, daß man diesen Scheidebrief seiner Frau oder diesen Freilassungsbrief seinem Sklaven gebe, und gestorben ist, so gebe man sie nicht nach seinem Tode; wenn aber, daß man jemand eine Mine gebe, und gestorben ist, so gebe man sie ihm nach seinem Tode!? –",
"Er lehrt nur das, was bei anderen Urkundennicht vorkommt, das aber, was auch bei anderen Urkunden vorkommt, lehrt er nicht.",
"Rabin ließ nämlich im Namen R. Abahus mitteilen: Wisset, daß R. Elea͑zar im Namen unseres Meisters der Diaspora mitteilen ließ, daß, wenn ein Sterbenskranker gesagt hat, man schreibe und gebe jemand eine Mine, und gestorben ist, man nicht schreibe und sie ihm gebe,",
"weil er sie ihm vielleicht nur durch die Urkunde zueignen wollte, und es nach dem Tode keine Urkundegibt. –",
"Es gibt ja noch [das Schreiben] auf den Namen!?",
"Allerdings ist dies nach Rabbaidentisch mit dem Hinbringen und Herbringen, nach Rabaaber ist dies ja ein Einwand!?",
"Und ferner gibt es ja sowohl nach Rabba als auch nach Raba noch das Haftende!? – Er spricht nur von einer rabbanitischen Ungültigkeit, nicht aber von einer solchen nach der Tora. –",
"Bei solchen von nichtjüdischen Ämtern sind sie ja nach der Tora ungültig, und er lehrt dies!? – Wenn Zeugen der Übergabe vorhanden sind, und zwar nach R. Elea͑zar, denn R. Elea͑zar sagt, die Trennung erfolge durch die Zeugen der Übergabe. –",
"Wenn aber der Schlußsatz lehrt, R. Šimo͑n sagt, auch diese seien gültig, und R. Zera hierzu sagt, R. Šimo͑n habe sich zur Ansicht R. Elea͑zars bekannt, welcher sagt, die Trennung erfolge durch die Zeugen der Übergabe, so ist ja der erste Autor nicht dieser Ansicht!? –"
],
[
"Ein Unterschied besteht zwischen ihnenbei kenntlichen Namen. –",
"Beim Zurücktretenerfolgt es ja nach der Tora, und er lehrt dies!? –",
"Vielmehr, er nennt nur das, was bei der Antrauung nicht vorkommt, was aber auch bei der Antrauung vorkommt, nennt er nicht. –",
"Aber das Zurücktreten kommt ja auch bei der Antrauungvor!? – Bei einem Auftrage gegen ihren Willen kommt dies nur bei der Scheidung vor, nicht aber bei der Antrauung.",
" JEDE URKUNDE, AUF DER EIN SAMARITANISCHER ZEUGE UNTERSCHRIEBEN IST, ISTUNGÜLTIG, AUSGENOMMEN SCHEIDEBRIEFE UND FREILASSUNGSBRIEFE. EINST BRACHTE MAN R. GAMLIÉL IN KEPHAR U͑THNAJ EINEN VON SAMARITANISCHEN ZEUGEN UNTERZEICHNETEN SCHEIOEBRIEF, UND ER ERKLÄRTE IHN ALS GÜLTIG.",
"GEMARA. Wer ist der Autor unserer Mišna: weder der erste Autor noch R. Elea͑zar noch R. Šimo͑n b, Gamliél!?",
"Es wird nämlich gelehrt: Das Ungesäuerte eines Samaritaners ist erlaubt und man entledigt sich damit seiner Pflichtam Pesaḥfeste. R. Elea͑zar verbietet es, weil sie in den Genauigkeiten der Gebote nicht bewandert sind. R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Jedes Gebot, das die Samaritaner halten, beachten sie genauer als Jisraéliten.",
"Wer ist es nun: wenn der erste Autor, so sollte diesauch von anderen Urkunden gelten, wenn R. Elea͑zar, so sollte es auch von einem Scheidebriefe nicht gelten,",
"und wenn R. Šimo͑n b. Gamliél, so sollte es, wenn sie davonhalten, auch von anderen Urkunden gelten, und wenn sie davon nicht halten, auch von Scheidebriefen nicht gelten.",
"Wolltest du erwidern, es sei R. Šimo͑n b. Gamliél, nur halten sie von diesenund nicht von anderen, so sollte dies nicht nur von einem [Zeugen], sondern auch von zwei gelten, während R. Elea͑zar sagte, er sei nur dann gültig, wenn ein Zeuge Samaritanerist!? –",
"Tatsächlich ist es R. Elea͑zar, und zwar in dem Falle, wenn ein Jisraélit am Ende unterzeichnet ist,"
],
[
"denn wenn der Samaritaner nicht Genossewäre, so ließe dieser ihn nicht zuerst unterzeichnen. – Demnach sollte es auch von anderen Urkunden gelten!?",
"Vielmehr nehmen wir an, er habe Raum für einen Älterengelassen, ebenso ist auch bei diesen anzunehmen, er habe Raum für einen Älteren gelassen.",
"R. Papa erwiderte: Dies besagt, daß die Zeugen des Scheidebriefes einer ohne den anderen nicht unterschreiben dürfen. – Aus welchem Grunde?",
"R. Aši erwiderte: Mit Rücksicht auf eine Gesamtheit.",
"Der Text. R. Elea͑zar sagte: Man hat ihn nur dann als gültig erklärt, wenn nur ein Zeuge Samaritaner ist. Was lehrt er uns damit, wir haben ja bereits gelernt, daß eine Urkunde, auf der ein Samaritaner als Zeuge unterzeichnet ist, ungültigsei!? –",
"Wenn nur die Lehre unserer Mišna vorhanden wäre, könnte man glauben, dies gelte auch von zweien, nur lehre sie es deshalb von einem, weil bei anderen Urkunden auch einer unzulässig ist, so lehrt er uns. –",
"Gilt dies denn nicht auch von zweien, er lehrt ja ein Ereignis, daß man vor R. Gamliél in Kephar U͑thnaj einen von samaritanischen Zeugen unterzeichneten Scheidebrief brachte und er ihn als gültig erklärte!? Abajje erwiderte: Lies: von einem Zeugen.",
"Raba erwiderte: Tatsächlich von zwei, nur streitet R. Gamliél dagegen, denn [die Mišna] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: nach R. Gamliél sind sie gültig, auch wenn es beide sind; einst brachte man R. Gamliél in Kephar U͑thnaj einen von zwei samaritanischen Zeugen unterzeichneten Scheidebrief, und er erklärte ihn als gültig.",
" ALLE AUF NICHTJÜDISCHEN ÄMTERN AUSGEFERTIGTEN URKUNDEN SIND, OBGLEICH SIE VON NICHTJUDEN UNTERZEICHNET SIND, GÜLTIG, AUSGENOMMEN SCHEIDEBRIEFE UND FREILASSUNGSBRIEFE. R. ŠIMO͑N SAGT, AUCH DIESE SEIEN GÜLTIG; ESGILT NUR VON DEM FALLE, WENN SIE VON LAIEN AUSGEFERTIGT SIND.",
"GEMARA. Er lehrt es allgemein, einerlei ob Verkaufs- oder Schenkungsurkunden;",
"erklärlich ist dies von Verkaufsurkunden, denn sobald er vor ihnendas Geld zahlt, erwirbt er [die Sache], und die Urkunde ist nichts weiter als ein Beweisstück, denn sie würden sich nicht suspekt gemacht und ihm die Urkunde geschrieben haben, wenn er nicht das Geld vor ihnen gezahlt hätte,",
"die Schenkung aber erwirbt er ja durch die Urkunde, und eine solche Urkunde ist ja nichts mehr als ein Fetzen!? Šemuél erwiderte: Das Staatsgesetz ist Gesetz.",
"Wenn du aber willst, sage ich, man lese: ausgenommen solche, die Scheidebriefen gleichen.",
"R. ŠIMO͑N SAGT, AUCH DIESE SEIEN GÜLTIG &C. Sie sind ja nicht zur Scheidung geeignet!?",
"R. Zera erwiderte: R. Šimo͑n vertritt die Ansicht R. Elea͑zars, welcher sagt, die Trennung erfolge durch die Zeugen der Übergabe. –",
"R. Abba sagte ja aber, R. Elea͑zar pflichte bei einem an sich falschenbei, daß er ungültig sei!? – Hier wird von kenntlichen Namengesprochen. –"
],
[
"Welche sind kenntliche Namen?",
"R. Papa erwiderte: Zum Beispiel Hormez, Abudina, Bar Sibtaj, Bar Qidri, Baṭi, Naqim und Ona. –",
"Weshalb lehrt er, wenn dies demnach von unkenntlichen Namen nicht gilt, im Schlußsatze, daß es nur von dem Falle gelte, wenn sie von Laien ausgefertigt sind, sollte er doch bei diesen selbst einen Unterschied machen: dies gilt nur von kenntlichen Namen, nicht aber von unkenntlichen Namen!? –",
"Das sagt er auch: dies gilt nur von kenntlichen Namen, bei unkenntlichen Namen aber ist es ebenso, als würden sie von Laien ausgefertigt worden sein, und sie sind ungültig.",
"Wenn du aber willst, sage ich: der Schlußsatz spricht von Verkehrsurkunden, und er meint es wie folgt: von Verkehrsurkunden gilt es nur dann, daß sie ungültigsind, wenn sie von Laien ausgefertigt sind.",
"Es wird gelehrt: R. Elea͑zar b. R. Jose sagte: R. Šimo͑n sprach zu den Weisen in Çajdan: R. A͑qiba und die Weisen stimmen überein, daß alle auf nichtjüdischen Ämtern ausgefertigten Urkunden gültig seien, obgleich sie von Nichtjuden unterzeichnet sind, sogar Scheidebriefe und Freilassungsbriefe, sie streiten nur über den Fall, wenn sie von Laien ausgefertigt sind: nach R. A͑qiba sind sie gültig und nach den Weisen ungültig, ausgenommen Scheidebriefeund Freilassungsbriefe;",
"R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, auch diese seien gültig, nur in Orten, wo Jisraéliten nicht unterzeichnen, nicht aber in Orten, wo Jisraéliten unterzeichnen. –",
"Sollte dies auch in Orten gelten, wo Jisraéliten nicht unterzeichnen, mit Rücksicht auf Orte, wo Jisraélitenunterzeichnen!? – Namen werden mit einander verwechselt. Orte aber werden mit einander nicht verwechselt.",
"Rabina wollte [Urkunden], die von einer [nichtamtlichen] Gemeinschaft von Aramäern angefertigt sind, als gültig erklären, da sprach Raphrani zu ihm: Dies haben wir nur von Ämtern gelernt.",
"Raba sagte: Wenn einem eine persische Urkundevor jisraélitischen Zeugen übergeben worden ist, so kann man damit von freien [Gütern] einziehen. –",
"Sie können sie ja nicht lesen!? –",
"Wenn sie es können, – Es ist ja aber eine unverfälschbare Schrift erforderlich, was hierbei nicht der Fallist!? – Wenn sie mit Galläpfelsaft präpariert ist. – Es ist ja aber erforderlich, daß in der letzten Zeile der Tenor der Urkunde wiederholt wird, was bei dieser nicht der Fall ist!? – Wenn er wiederholt ist. – Demnachsollte es auch von verkauften [Gütern] gelten!? –",
"Eine solche ist nicht bekannt.",
"Reš Laqiš fragte R. Joḥanan:"
],
[
"Wie ist es, wenn die Namen der auf dem Scheidebriefe unterzeichneten Zeugen solchen von Nichtjudengleichen? Dieser erwiderte:",
"Uns sind nur [die Namen] Luqus und Lus vorgekommen, und wir erklärten [den Scheidebrief] als gültig. Dies gilt jedoch nur von den Namen Luqus und Lus, die Jisraéliten nichtführen, nicht aber von anderen Namen, die auch Jisraéliten führen.",
"Er wandte gegen ihn ein: Scheidebriefe aus dem Überseelande sind, selbst wenn die Namen der unterzeichneten Zeugen nichtjüdischen gleichen, gültig, weil die meisten Namen der Jisraéliten außerhalb des [Jisraél]landes nichtjüdischen gleichen!? –",
"Da wird auch der Grund angegeben: weil die meisten Namen der Jisraéliten außerhalb des [Jisraél]landes nichtjüdischengleichen.",
"Manche sagen, jener hatte ihn hinsichtlich des in der Barajtha gelehrten Falles gefragt, und dieser entschied es aus dieser Barajtha.",
"vi,1 WENN JEMAND ZU EINEM GESAGT HAT, DASS ER DIESEN SCHEIDEBRIEF SEINER FRAU ODER DIESEN FREILASSUNGSBRIEF SEINEM SKLAVEN GEBE, SO KANN ER, WENN ER WILL, IN BEIDEN FÄLLEN ZURÜCKTRETEN – SO R. MEÍR;\n",
"DIE WEISEN SAGEN, NUR BEI EINEM SCHEIDEBRIEFE, NICHT ABER BEI EINEM FREILASSUNGSBRIEFE, WEIL MAN EINEN IN SEINER ABWESENHEIT BEVORTEILEN KANN, BENACHTEILIGEN ABER KANN MAN EINEN NUR IN SEINER GEGENWART.",
"WENN ER NÄMLICH SEINEM SKLAVEN DIE ERNÄHRUNG VERWEIGERN WILL, SO DARFER DIES, UND WENN ER SEINER FRAU DIE ERNÄHRUNG VERWEIGERN WILL, SO DARF ER DIESNICHT.",
"ER SPRACH ZU IHNEN: ER MACHT JA SEINEN SKLAVEN FÜR DIE HEBEUNTAUGLICH, WIE ER SEINE FRAU UNTAUGLICH MACHT!? SIE ERWIDERTEN IHM: WEIL ER SEIN EIGENTUM IST.",
"GEMARA. R. Hona und R. Jiçḥaq b. Joseph saßen vor R. Jirmeja, und R. Jirmeja saß und schlummerte. Da sprach R. Hona: Aus der Ansicht der Rabbanan ist zu entnehmen, daß, wenn jemand für einen Gläubiger etwas einhascht, er es erworbenhabe.",
"R. Jiçḥaq b. Joseph sprach zu ihm: Auch wenn [der Schuldner] noch anderen schuldet? Dieser erwiderte: Jawohl.",
"Währenddessen erwachte R. Jirmeja und sprach zu ihnen: Kinder, folgendes sagte R. Joḥanan: wenn jemand für einen Gläubiger etwas einhascht und dadurch andere benachteiligt, so hat er es nicht erworben. Wenn du aber aus unserer Mišna einen Einwand erhebst, [so ist zu erwidern,]",
"wenn jemand ‘gebet’ sagt, so ist es ebenso als würde er ‘erwerbet’ sagen.",
"R. Ḥisda sagte: Wenn jemand etwas für einen Gläubiger einhascht und dadurch andere benachteiligt, so gelangen wir zum Streite zwischen R. Elie͑zer und den Rabbanan. Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand den Eckenlaß aufliest und spricht: dies sei für jenen Armen, so hat er ihn, wie R. Elie͑zer sagt, für diesen erworben, und die Weisen sagen, er gebe ihn dem Armen, der sich zuerst einfindet.",
"Amemar, nach anderen R. Papa, sprach:"
],
[
"Vielleicht ist dem nicht so; R. Elie͑zer sagt dies nur da, weil er, wenn er sein Vermögen freigeben will, Armer sein und ihn für sich selber erwerben kann, und da er ihn für sich selber erwerben kann, kann er es auch für einen anderen, hierbei aber nicht.",
"Ferner vertreten die Rabbanan ihre Ansicht nur da, weil es heißt:du sollst nicht aufklauben, für den Armen, du sollst für den Armen nicht aufklauben, nicht aber hierbei. –",
"Wofür verwendet R. Elie͑zer [den Vers:] da sollst nicht aufklauben? – Dies ist ein Verbot für den Armen bezüglich des eigenen.",
"WENN ER &C. DIE ERNÄHRUNG VERWEIGERN WILL. Hieraus wäre also zu entnehmen, daß der Herr zum Sklaven sagen darf: arbeite für mich und ich ernähre dich nicht? –",
"Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er zu ihm gesagt hat: rechne deine Händearbeit für deine Ernährung auf. –",
"Dem entsprechend bei einer Frau, wenn er zu ihr gesagt hat: rechne deine Händearbeit für deine Ernährung auf; wieso sollte er es nicht [dürfen]!? – Bei einer Frau, wenn es nicht reicht. –",
"Auch bei einem Sklaven, wenn es nicht reicht!? – Was soll der Herr oder die Herrin mit einem Sklaven, der das Brot seines Bauches nicht wertist!? –",
"Komm und höre: Wenn ein Sklave in eine Asylstadt verbannt wordenist, so braucht sein Herr ihn nicht zu ernähren; und noch mehr: sogar seine Händearbeit gehört seinem Herrn. Schließe hieraus, daß der Herr zu seinem Sklaven sagen darf: arbeite für mich und ich ernähre dich nicht. –",
"Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er zu ihm gesagt hat: rechne deine Händearbeit für deine Ernährung auf. – Wieso gehört demnach seine Händearbeit seinem Herrn!? – Der Überschuß. –",
"Vom Überschusse ist es ja selbstverständlich!? – Man könnte glauben, da er, wenn dieser nichts hat, ihm nichts gibt, er auch, wenn dieser einen Überschuß hat, ihn nichterhalte, so lehrt er uns. –",
"Weshalb gerade in einer Asylstadt!? – Man könnte glauben [die Worte]er bleibe leben besagen, daß er für seinen Lebensunterhalt sorge, so lehrt er uns. –",
"Wenn es aber im Schlußsatze heißt, daß, wenn eine Frau in eine Asylstadt verbannt worden ist, ihr Ehemann sie ernähren müsse, so wird ja von dem Falle gesprochen, wenn er esihr nicht gesagt hat, denn wenn er es ihr gesagt hätte, brauchte er es nicht,",
"und wenn der Schlußsatz von dem Falle spricht, wenn er es nicht gesagt hat, so spricht wohl auch der Anfangsatz von dem Falle, wenn er es nicht gesagt hat!? –",
"Tatsächlich, wenn er es zu ihm gesagt hat, nur gilt dies von einer Frau, wenn es nicht reicht. –",
"Wenn es aber im Schlußsatze heißt, daß, wenn er ihr sagt, sie möge ihre Händearbeit für ihre Ernährung aufrechnen, er dies dürfe, so spricht ja der Anfangsatz von dem Falle, wenn er es ihr nicht gesagt hat!? – Er meint es wie folgt: wenn sie auskommt, und er zu ihr sagt, sie möge ihre Händearbeit für ihre Ernährung aufrechnen, so darf er dies. –",
"Wenn sie auskommt, so ist es ja selbstverständlich!? – Man könnte glauben:In Herrlichkeit weilt die Königstochter drinnen, so lehrt er uns.",
"Es wäre anzunehmen, daß hierüberTannaím streiten: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: In den Jahren der Dürre kann der Sklave zu seinem Herrn sagen: entweder unterhalte mich oder laß mich frei. Die Weisen sagen, dies bleibe seinem Herrn überlassen.",
"Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, er dürfe es, und einer ist der Ansicht, er dürfe es nicht. –",
"Glaubst du? Wieso heißt es demnach: entweder unterhalte mich oder lasse mich frei, es sollte doch heißen: entweder unterhalte mich oder lasse mir meine Händearbeit für meinen Unterhalt!? Und weshalb wird dies ferner gerade von Jahren der Dürre gelehrt!?",
"Hier wird vielmehr von dem Falle gesprochen, wenn er zu ihm gesagt hat: rechne deine Händearbeit für deine Ernährung auf, und in den Jahren der Dürre reicht sie nicht aus.",
"R. Šimo͑n b. Gamliél ist der Ansicht, [er könne sagen:] entweder unterhalte mich oder lasse mich frei, damit die Leute diessehen und sich meiner erbarmen, und die Rabbanan sind der Ansicht, wer sich der Freien erbarmt, erbarmt sich auch der Sklaven. –",
"Komm und höre: Rabh sagte: Wenn jemand die Hände seines Sklaven dem Heiligtume geweiht hat, so kann dieser Sklave borgenund essen, arbeiten und bezahlen. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß der Herr zum Sklaven sagen dürfe: arbeite für mich und ich ernähre dich nicht. –",
"Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er ihm Ernährung gewährt. – Weshalb soll"
],
[
"er demnach borgen und essen!? – Als Zuschuß. –",
"Das Heiligtum kann ja zu ihm sagen: bis jetzt bist du ohne Zuschuß ausgekommen, du brauchst auch jetzt keinen Zuschuß!? – Das Heiligtum ist damit einverstanden, damit der Sklave gedeihe. –",
"Wieso kann er arbeiten und bezahlen, [der Verdienst] wird ja sukzessiv heilig!? – In [Quantitäten] unter dem Werteeiner Peruṭa.",
"Diesist auch einleuchtend, denn Rabh sagte, daß, wenn jemand die Hände seines Sklaven dem Heiligtume weiht, der Sklave arbeite und esse, denn wer würde, wenn er nicht arbeiten würde, für ihn sorgen.",
"Einleuchtend ist es, wenn du sagst, jene Lehrespreche von dem Falle, wenn er ihn unterhält, und er dürfe esnicht, und diesevon dem Falle, wenn er ihn nicht unterhält,",
"wieso aber heißt es, wenn du sagst, jene spreche von dem Falle, wenn er ihn nicht unterhält, und er dürfe es, denn wer würde, wenn er nicht arbeiten würde, für ihn sorgen: wer dies wünscht, sorgefür ihn!?",
"Hieraus ist somit zu entnehmen, daß er es nicht dürfe. Schließe hieraus. –",
"Komm und höre: R. Joḥanan sagte: Wenn jemand die Hand des Sklaven eines anderen abgehauen hat, so zahle er Versäumnis und Kurkosten an seinen Herrn und der Sklave werde von Almosen ernährt. Schließe hieraus, daß der Herr zu seinem Sklaven sagen dürfe: arbeite für mich und ich ernähre dich nicht. –",
"Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er ihm Ernährung gewährt. – Wieso ist er demnach von Almosen zu ernähren!? – Der Überschuß",
", – Wieso heißt es demnach ‘ernährt’, es sollte doch ‘unterhalten’heißen!? Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß er dies dürfe. Schließe hieraus.",
"Der Meister sagte: So zahle er Versäumnis und Kurkosten an seinen Herrn. – Vom Versäumnis ist dies ja selbstverständlich!? – Nötig ist dies wegen der Kurkosten. –",
"Die Kurkosten sind ja für ihn selber, da er sie zur Kur braucht!? – In dem Falle, wenn [die Heilung] auf fünf Tage bemessen worden ist und man für ihn eine scharfe Mixtur bereitet hat, sodaß sie in drei Tagen erfolgt ist; man könnte glauben, er hat ja Schmerzengehabt, so lehrt er uns.",
"Es wird gelehrt: R. Elea͑zar sagte: Wir sprachen zu Meír: Es ist ja eine Bevorteilung für den Sklaven, daß er aus dem Besitze seines Herrn in Freiheit gelangt!? Er erwiderte uns: Es ist eine Benachteiligung für ihn, denn wenn er Sklave eines Priesters ist, so macht er ihn dadurch für die Hebe untauglich. Wir entgegneten ihm: Wenn er ihn nicht ernähren und nicht unterhalten will, steht es ihm jafrei!?",
"Er erwiderte uns: Der Sklave eines Priesters, der seinem Herrn entläuft, und die Frau eines Priesters, die sich ihrem Manne widersetzt, dürfen Hebe essen, dieser aber darf sie nicht essen. Bei einer Frau aber ist dies eine Benachteiligung, denn dadurch macht er sie für die Hebe untauglich und der Ernährung verlustig. –",
"Was sagten sie ihm und was erwiderte er ihnen? – Er sprach zu ihnen wie folgt: ihr habt mir hinsichtlich der Ernährung entgegnet, was aber habt ihr hinsichtlich der Hebezu entgegnen!?",
"Wolltet ihr erwidern, [der Herr] kann, wenn er will, ihm die Urkunde zuwerfen und ihn hierfür untauglich machen, so kann dieser ihn verlassen und fortlaufen."
],
[
"Der Sklave eines Priesters, der seinem Herrn entläuft, und die Frau eines Priesters, die sich ihrem Manne widersetzt. dürfen Hebe essen, dieser aber darf sie nicht essen. –",
"Er hat ihnen ja treffend erwidert!? Raba erwiderte: Das ist es, was sie ihm in der Mišna erwiderten: weil er sein Eigentum ist; denn, wenn er will, nimmt er vier Zuz von einem Jisraélitenund macht ihn hierzu untauglich, wo er sich auch befindet. –",
"Einleuchtend ist es nach R. Meír vom Sklaven eines Priesters, wie ist es aber vom Sklaven eines Jisraéliten zu erklären!? R. Šemuél b. R. Jiçḥaq erwiderte: Weil er ihm eine kenaa͑nitische Magd entzieht. –",
"Im Gegenteil, er macht ihm ja eine Freieerlaubt!? – Einem Sklaven ist die Zügellosigkeit lieb; jene ist ihm gefügig, häufig und unkeusch.",
"vi,2 WENN JEMAND GESAGT HAT, DASS MAN DIESEN SCHEIDEBRIEF SEINER FRAU ODER DIESEN FREILASSUNGSBRIEF SEINEM SKLAVEN GEBE, UND GESTORBEN IST, SO GEBE MAN IHN NICHT NACH SEINEM TODE; WENN ABER, DASS MAN JEMAND EINE MINE GEBE, UND GESTORBEN IST, SO GEBE MAN SIE IHM NACH SEINEM TODE.",
"GEMARA. R. Jiçḥaq, Sohn des Šemuél b. Martha, sagte im Namen Rabhs: Nur dann, wenn [die Mine] reserviert in einem Winkelliegt. –",
"Von wem wird hier gesprochen, wenn von einem Gesunden, so ist ja nichts dabei, daß sie reserviert ist, jener hat sie ja nicht an sichgezogen, und wenn von einem Sterbenskranken, so sollte es doch nicht nur von einer reservierten, sondern auch von einer nicht reservierten gelten, denn es ist uns ja bekannt, daß die Worte eines Sterbenskranken als geschrieben und übergebengelten!?",
"R. Zebid erwiderte: Tatsächlich von einem Gesunden, und zwar nach R. Hona im Namen Rabhs, denn R. Hona sagte im Namen Rabhs: [Wenn jemand zu einem gesagt hat:] ich habe bei dir eine Mine, gib sie diesem, so hat sie dieser, wenn sie alle drei beisammen sind, erworben.",
"R. Papa erwiderte: Tatsächlich von einem Sterbenskranken, und zwar nach einer anderen Lehre Rabhs, denn Rabh sagte: Wenn ein Sterbenskranker gesagt hat, daß man jemand eine Mine von seinem Vermögen gebe, so gebe man sie ihm, wenn er ‘diese Mine’ gesagt hat, und gebe ihm nicht, wenn er ‘eine Mine’ gesagt hat,",
"denn es ist zu berücksichtigen, er habe vielleicht eine vergrabene Minegemeint.",
"Die Halakha ist, man berücksichtige das Vergrabene nicht. – Weshalb erklärt R. Papa nicht wie R. Zebid? –"
],
[
"R. Papa ist der Ansicht, Rabh lehrte dies sowohl von einem Darlehen als auch von einem Depositum. –",
"Weshalb erklärt R. Zebid nicht wie R. Papa? – Unsere Mišna ist auf einen Sterbenskranken nicht zu beziehen. – Wieso dies? – Diese lehrt, daß, wenn jemand gesagt hat, daß man diesen Scheidebrief seiner Frau oder diesen Freilassungsbrief seinem Sklaven gebe, und gestorben ist, mau ihn nach seinem Tode nicht gebe.",
"Nur wenn er gestorben ist, wenn er aber lebt, gebe man wohl; nurwenn er ‘gebt’ gesagt hat, wenn er aber nicht ‘gebt’ gesagthat, gebe man nicht. Bei einem Sterbenskranken aber gebe man, auch wenn er nicht ‘gibt’ gesagt hat.",
"Wir haben nämlich gelernt: Vormals sagten sie, wenn jemand, der in Halseisen hinausgeführt wird, sagt, daß man seiner Frau einen Scheidebriefschreibe, schreibe man ihn undgebe ihr; später sagten sie es auch von einem zur See oder mit einer Karawane Ausreisenden.",
"R. Šimo͑n Šezori sagt dies auch von einem lebensgefährlich [Kranken].",
"R. Aši wandte ein: Wer sagt uns, daß unsere Mišna die Ansicht des R. Šimo͑n Šezori vertritt, vielleicht die der Rabbanan!?",
"Der Text. R. Hona sagte im Namen Rabhs: [Wenn jemand zu einem gesagt hat:] ich habe bei dir eine Mine, gib sie diesem, so hat dieser sie, wenn sie alle drei beisammen sind, erworben. Raba sagte: Die Lehre Rabhs ist einleuchtend bei einem Depositum, nicht aber bei einem Darlehen,",
"aber bei Gott, Rabh sagte es auch von einem Darlehen. Es wurde auch gelehrt: Šemuél sagte im Namen Levis: [Wenn jemand zu einem gesagt hat:] ich habe bei dir ein Darlehen, gib es diesem, so hat dieser es, wenn sie alle drei beisammen sind, erworben. –",
"Aus welchem Grunde? Amemar erwiderte: Es ist, als ob er beim Empfange des Geldes zu ihmgesagt haben würde: ich unterwerfemich dir und all deinen Rechtsnachfolgern.",
"R. Aši sprach zu Amemar: Demnach erwerben, wenn er es später Geborenen zueignet, die beim Empfange des Geldes noch nicht vorhanden waren, diese es nicht?",
"Und selbst R. Meír, welcher sagt, man könne das, was man noch nichthat, zueignen, sagt dies nur von einer Sache, die bereits auf der Weltist, nicht aber von einer Sache, die noch nicht auf der Welt ist.",
"Vielmehr, erklärte R. Aši,"
],
[
"für den Nutzen, daß ihm ein altes Darlehen in ein neues umgewandeltwird, verpflichtet er sichdazu.",
"Hona Mar, Sohn des R. Neḥemja, sprach zu R. Aši; Demnach erwerben Leute, wie aus dem Hause des Bar Eljašib, die einen binden und mit Gewalt sofortnehmen, es nicht!?",
"Wolltest du sagen, dem sei auch so, so hast du ja deine Worte in Grade geteilt!?",
"Vielmehr, erklärte Mar Zuṭra, diese drei Dinge haben die Rabbanan als Halakha ohne Begründung gelehrt. Eines ist dies. Eines ist das, was R. Jehuda im Namen Šemuéls gesagt hat, daß, wenn jemand sein ganzes Vermögen seiner Frau verschrieben hat, er sie nur zur Verwalterin gemacht habe. Und eines ist das, was R. Ḥenana gesagt hat, daß, wenn jemand seinen erwachsenen Sohn in einem [besonderen] Hauseverheiratet hat, dieser es erworben habe.",
"Einst sprach Rabh zu R. Aḥa Bardala: Ich habe bei dir einen Kab Safran, gib ihn diesem, und in seiner Gegenwart sage ich dir, daß ich davon nicht zurücktreten werde. –",
"Demnach könnte er, wenn er es wollte, zurücktreten!? – Er meinte es wie folgt: in einem solchen Fallegibt es kein Zurücktreten. –",
"Dies sagte ja Rabh bereits einmal!? R. Hona sagte nämlich im Namen Rabhs: [Wenn jemand zu einem gesagt hat:] ich habe bei dir eine Mine, gib sie diesem, so hat er sie, wenn sie alle drei beisammensind, erworben. –",
"Aus dieser Lehre würde man es nur von einer bedeutenden Gabe gewußt haben, bei einer geringen aber, könnte man glauben, sei die Gegenwart nicht erforderlich, so lehrt er uns.",
"Einst rechneten Gärtner mit einander ab, und bei einem von ihnen blieb ein Betrag von fünf Stater zurück. Da sagten sie zu ihm in Gegenwart des Grundeigentümers, daß er sie diesem gebe, und er eignete sie ihm zu.",
"Später rechnete er allein nach und fand. daß bei ihm nichts zurückgeblieben sei. Hierauf kam er zu R. Naḥman, und dieser sprach zu ihm: Wie soll ich dir helfen; erstens ist die Lehre R. Honasim Namen Rabhs zu berücksichtigen, und zweitens hast du sie ihm zugeeignet.",
"Raba sprach zu ihm: Dieser sagt ja nicht, daß er nicht geben wolle, sondern daß bei ihm nichts vorhanden sei. – Demnach ist dies eine auf einem Irrtume beruhende Zueignung, und von einer auf einem Irrtume beruhenden Zueignung kann er zurücktreten.",
"Es wurde gelehrt: [Wenn jemand zu einem gesagt hat:] bring jenem die Mine, die ich ihm schulde, so ist er, wie Rabh sagt, haftpflichtig, und wenn er zurücktreten will, kann er es nicht; Šemuél aber sagt, da er haftpflichtigist, kann er auch zurücktreten.",
"Es wäre anzunehmen, daß ihr Streit in folgendem bestehe: einer ist der Ansicht, bring sei ebenso wie ‘erwirb’und einer ist der Ansicht, ‘bring’ sei nicht ebenso wie ‘erwirb’. –",
"Nein, alle sind der Ansicht, bring’ sei ebenso wie ‘erwirb’, und ihr Streit besteht in folgendem: einer hält von [der Begründung] ‘da’ und einer hält nichts von [der Begründung] ‘da’.",
"Übereinstimmend mit Rabh wird gelehrt: [Wenn jemand zu einem gesagt hat:] bring jenem die Mine, die ich ihm schulde, oder: gib jenem die Mine, die ich ihm schulde, oder: bring jenem die Mine, die er bei mir als Depositum hat, oder: gib jenem die Mine, die er bei mir als Depositum hat, so ist er haftpflichtig, und wenn er zurücktreten will, kann er es nicht. –",
"Hinsichtlich eines Depositums kann er ja sagen, erwünsche nicht, daß sein Depositum sich im Besitze eines anderenbefinde!? R. Zera erwiderte: Wenn er als Leugner festgestellt worden ist.",
"R. Šešeth hatte in Maḥoza ein Guthaben für Mäntel und sprach zu R. Joseph b. Ḥama: Wenn du dahinkommst, bring es mir mit. Als er zu diesenkam, gaben sie es ihm, indem siezu ihm sprachen: Es sei dir zugeeignet. Er erwiderte ihnen: Jawohl.",
"Später entwich er ihnen. Als er zu ihm kam, sprach dieser zu ihm: Du hast gut getan, daß du dich nicht verbürgt hast, denn:ein Knecht ist der Schuldner dem Gläubiger. Eine andere Lesart: Du hast gut getan, denn: ein Knecht ist der Schuldner dem Gläubiger.",
"R. Aḥi b. Jošija hatte ein silbernes Trinkgefäß in Nehardea͑;"
],
[
"da sprach er zu R. Dostaj b. R. Jannaj und R. Jose b. Kiper: Wenn ihr hinkommt, bringt es mir mit. Als sie da hinkamen, gaben jene es ihnen, indem sie zu ihnen sprachen: Es sei euch zugeeignet. Sie erwiderten: Nein. Da sprachen jene: So gebt es uns zurück.",
"R. Dostaj b. R. Jannaj erwiderte: ja, R. Jose b. Kiper aber erwiderte: nein. Da quälten sie ihn und sprachen zu jenem: Sehe doch der Meister, was er tut. Er erwiderte ihnen: Verprügelt ihn tüchtig.",
"Als sie hierauf zu ihmkamen, sprach er: Sehe doch der Meister, nicht genug, daß er mir nicht beigestanden hat, er sagte zu ihnen sogar: verprügelt ihn tüchtig. Dieser sprach: Weshalb hast du dies getan?",
"Er erwiderte: Es sind ellenlange Männer, haben ellengroße Helme auf, reden von der Mitteaus und führen beängstigende Namen: Arda, Arṭa, Phili, Bareš; wenn sie zu fesseln befehlen, so fesselt man, wenn sie zu töten befehlen, so tötet man. Wer würde, wenn sie Dostaj getötet hatten, meinem Vater Jannaj einen Sohn meinesgleichen gegeben haben!?",
"Dieser fragte: Sind es Leute, die der Regierung nahe stehen? Er erwiderte: Jawohl. – Haben sie Pferde und Maultiere, die hinter ihnen herlaufen? Er erwiderte: Jawohl. Da sprach er: Wenn dem so ist, so hast du recht getan.",
"[Wenn jemand zu einem gesagt hat:] bring jenem eine Mine, und dieser ihn gesucht und nicht mehr gefunden hat, so gebe er sie, wie das Eine lehrt, dem Absender zurück, und wie ein Anderes lehrt, den Erben des Empfängers.",
"Es wäre anzunehmen, daß ihr Streit in folgendem bestehe: einer ist der Ansicht, ‘bring’ sei ebenso wie ‘erwirb’, und einer ist der Ansicht, ‘bring’ sei nicht ebenso wie ‘erwirb’.",
"R. Abba b. Mamal erwiderte: Beide stimmen überein, daß ‘bring’ nicht ebenso wie ‘erwirb’ sei, dennoch besteht hier kein Widerspruch, denn eines spricht von einem Gesundenund eines von einem Sterbenskranken.",
"R. Zebid erwiderte: Beide sprechen von einem Sterbenskranken, nur spricht eines von dem Falle, wenn der Empfänger bei der Übergabe des Geldes noch lebte, und eines von dem Falle, wenn der Empfänger bei der Übergabe des Geldes nicht mehrlebte.",
"R. Papa erwiderte: Beide sprechen von einem Gesunden, nur spricht eines von dem Falle, wenn der Empfänger bei Lebzeiten des Absenders gestorben ist, und eines von dem Falle, wenn der Absender bei Lebzeiten des Empfängers gestorben ist.",
"Es wäre anzunehmen, daß Tannaím darüber streiten, ob ‘bring’ ebenso wie ‘erwirb’ sei. Es wird nämlich gelehrt: [Wenn jemand zu einem gesagt hat:] bring jenem eine Mine, und dieser ihn gesucht und nicht mehr gefunden hat, so gebe er sie dem Absender zurück. Ist der Absender gestorben, so gebe er sie, wie R. Nathan und R. Ja͑qob sagen, den Erben des Absenders, und wie andere sagen, den Erben des Empfängers.",
"R. Jehuda der Fürst sagt im Namen R. Ja͑qobs im Namen R. Meírs, es sei Gebot, die Worte des Verstorbenen zu vollziehen. Die Weisen sagen, sie teilen. Hiersagten sie, der Überbringer verfahre nach seinem Gutdünken. R. Šimo͑n der Fürst sagte: Ich hatte einen solchen Fall, und sie entschieden, es sei an die Erben des Absenders zurückzugeben.",
"Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: der erste Autorist der Ansicht, ‘bring’ sei nicht ebenso wie ‘erwirb’; R. Nathan und R. Ja͑qob sind ebenfalls der Ansicht, ‘bring’ sei nicht ebenso wie ‘erwirb’, und obgleich er gestorben ist, sagen wir nicht, es sei Gebot, die Worte des Verstorbenen zu vollziehen; die anderen sind der Ansicht, ‘bring’ sei ebenso wie ‘erwirb’;",
"R. Jehuda der Fürst im Namen R. Ja͑qobs im Namen R. Meírs ist der Ansicht, ‘bring’ sei nicht ebenso wie ‘erwirb’, wenn er aber gestorben ist, sagen wir, es sei Gebot, die Worte des Verstorbenen zu vollziehen;",
"die Weisen sagen, es sei zu teilen, denn es ist ihnen zweifelhaft, und in einem solchen Falle ist nach Ermessenzu verfahren; und R. Šimo͑n der Fürst erzählt ein Ereignis. –",
"Nein, über einen Gesunden streiten sie nicht, vielmehr wird hier von einem Sterbenskranken gesprochen, und sie führen denselben Streit wie R. Elea͑zar und die Rabbanan.",
"Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand sein Vermögen mündlich verteilt, so werden, wie R. Elea͑zar sagt, einerlei ob er gesund oder gefährlich [krank] ist, Güter, die eine Sicherheitgewähren, durch Geld, Urkunde und Besitznahme, und die keine Sicherheit gewähren, nur durch das Ansichziehenerworben. Die Weisen sagen, diese und jene werden durch das Wort erworben,",
"Sie sprachen zu ihm: Einst verfügte die Mutter der Söhne Rokhels, die krank darniederlag,"
],
[
"daß man ihr Übergewand im Werte von zwölf Minen ihrer Tochter gebe, und als sie starb, vollzogen die Weisen ihre Worte. Er erwiderte ihnen: Die Söhne Rokhels sollten ihre Mutter begraben.",
"Der erste Autor ist der Ansicht R. Elea͑zars; R. Nathan und R. Ja͑qob sind ebenfalls der Ansicht R. Elea͑zars, und wenn er auch gestorben ist, sagen wir nicht, es sei Gebot, die Worte des Verstorbenen zu vollziehen; die anderen sind der Ansicht der Rabbanan;",
"R. Jehuda der Fürst im Namen R. Meírs ist der Ansicht R. Elea͑zars, wenn er aber gestorben ist, sagen wir, es sei Gebot, die Worte des Verstorbenen zu vollziehen; die Weisen sagen, sie teilen, denn es ist ihnen zweifelhaft, und in einem solchen Falle ist nach Ermessen zu verfahren; und R. Šimo͑n der Fürst erzählt ein Ereignis.",
"Sie fragten: War R. Šimo͑n (der Fürst) selbst Fürst, oder sagte er es im Namendes Fürsten? – Komm und höre: R. Joseph sagte, die Halakha sei wie R. Šimo͑n der Fürst. – Aber es bleibt ja immerhin fraglich, ob er selbst Fürst war oder ob er es im Namen des Fürsten sagte!? – Dies bleibt unentschieden.",
"Der Text. R. Joseph sagte: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n der Fürst. – Es ist uns ja aber bekannt, daß die Worte eines Sterbenskranken als niedergeschrieben und übergeben gelten!? – ",
"R. Joseph bezieht diese Lehre auf einen Gesunden. Es heißt ja aber: an die Erben des Absenders, und uns ist es bekannt, daß es Gebot sei, die Worte des Verstorbenen zu vollziehen!? – Lies: so gebe er sie dem Absender zurück.",
"",
"WENN JEMAND EINEN SCHEIDEBRIEF AUS DEM ÜBERSEELANDE BRINGT UND SAGT: ER IST VOR MIR GESCHRIEBEN UND NICHT VOR MIR UNTERZEICHNET WORDEN, ODER: VOR MIR UNTERZEICHNET UND NICHT VOR MIR GESCHRIEBEN, ODER: VOR MIR VOLLSTÄNDIG GESCHRIEBEN UND VOR MIR ZUR HÄLFTE UNTERZEICHNET, ODER: VOR MIR ZUR HÄLFTE GESCHRIEBEN UND VOR MIR VOLLSTÄNDIG UNTERZEICHNET, SO IST ER UNGÜLTIG.",
"WENN EINER SAGT: ER IST VOR MIR GESCHRIEBEN WORDEN, UND EINER SAGT: ER IST VOR MIR UNTERZEICHNET WORDEN, SO IST ER UNGÜLTIG. WENN ZWEI SAGEN: ER IST VOR UNS GESCHRIEBEN WORDEN, UND EINER SAGT: ER IST VOR MIR UNTERZEICHNET WORDEN, SO IST ER UNGÜLTIG, NACH R. JEHUDA ABER GÜLTIG. WENN EINER SAGT: ER IST VOR MIR GESCHRIEBEN WORDEN, UND ZWEI SAGEN, ER IST VOR UNS UNTERZEICHNET WORDEN, SO IST ER GÜLTIG.",
"GEMARA. Wozu ist dies weiter nötig, er lehrte ja bereits einmal, daß, wenn jemand einen Scheidebrief aus dem Überseelande bringt, er sagen müsse: er ist vor mir geschrieben und vor mir unterzeichnet worden!? – Aus jener Lehre könnte man entnehmen, dies sei zwar erforderlich, jedoch sei er gültig, auch wenn [der Überbringer] dies nicht sagt, so lehrt er uns.",
"VOR MIR ZUR HÄLFTE GESCHRIEBEN UND VOR MIR VOLLSTÄNDIG UNTERZEICHNET, SO IST ER UNGÜLTIG. Welche Hälfte, wollte man sagen, die erste Hälfte, so sagte ja R. Elea͑zar, daß, wenn auch nur eine Zeile auf ihren Namen geschrieben worden ist, weiter nichts nötig sei!? Vielmehr, erwiderte R. Aši, die andere Hälfte.",
"VOR MIR VOLLSTÄNDIG GESCHRIEBEN UND VOR MIR ZUR HÄLFTE UNTERZEICHNET, SO IST ER UNGÜLTIG. R. Ḥisda sagte: Selbst wenn zwei die Unterschrift des anderen bestätigen, ist er ungültig. – Aus welchem Grunde? –",
"Entweder vollständig durch Bestätigung des Scheidebriefes oder vollständig durch die Bestimmung der Weisen.",
"Raba wandte ein: Ist denn der Fall möglich, daß er, wenn einer es bekundet, gültig, und wenn zwei es bekunden, ungültig ist!? Vielmehr, sagte Raba, selbst wenn er"
],
[
"und noch jemand die Unterschrift des anderen bestätigen, ist er ungültig. – Aus welchem Grunde? – Man könnte damit die Bestätigung anderer Urkunden verwechseln, und somit den Betrag mit Ausnahme eines Viertels auf die Aussage eines Zeugen hin zu erkennen.",
"R. Aši wandte ein: Ist denn der Fall möglich, daß er, wenn dieser allein seine Bekundung macht, gültig, und wenn noch jemand mit ihm vorhanden ist, ungültig ist!?",
"Vielmehr, sagte R. Aši, selbst wenn er sagt, er sei der andere Zeuge, ist er ungültig. – Aus welchem Grunde? – Entweder vollständig durch Bestätigung des Scheidebriefes oder vollständig durch die Bestimmung der Weisen. –",
"Wir haben gelernt: Vor mir vollständig geschrieben und vor mir zur Hälfte unterzeichnet, so ist er ungültig. Wie verhält es sich mit der anderen Hälfte, ist niemand da, der sie bestätigt, so ist er ja, wenn er ungültig ist, falls einer sagt: er ist vor mir geschrieben worden, und einer sagt: er ist vor mir unterzeichnet worden, es selbstverständlich, wenn dies nur von der Hälfte erfolgt.",
"Wahrscheinlich ist dies nach Raba oder nach R. Aši zu erklären,",
"und ausgeschlossen ist die Erklärung R. Ḥisdas!? –",
"R. Ḥisda kann dir erwidern: wozu heißt es, auch nach deiner Ansicht: er ist vor mir geschrieben, aber nicht vor mir unterzeichnet worden!? Vielmehr lehrt er: nicht nur das, sondern auchdies, ebenso",
"auch hierbei: nicht nur das, sondern auch dies.",
"R. Ḥisda sagte: Eine Böschung und ein Zaunvon je fünf [Handbreiten] werdennicht vereinigt, die ganze [Höhe] muß entweder aus dem Zaune oder aus der Böschung bestehen.",
"Meremar trug vor: Eine Böschung und ein Zaun von je fünf [Handbreiten] werden vereinigt. Die Halakha ist, sie werden vereinigt.",
"Ilpha fragte: Kann die Reinigung der Händegeteilt erfolgen oder nicht? – In welchem Falle: wollte man sagen, wenn zwei [Personen die Hände] aus einem Viertel[log] gewaschenhaben, so haben wir gelernt, daß ein Viertel[log] Wasser zum Händewaschen reiche für einen und auch für zwei;",
"wollte man sagen, wenn jemand die Hände einzeln gewaschenhat, so haben wir ja gelernt, daß, wenn jemand eine Hand durch Aufgießen und die andere durch Abspülenwäscht, seine Hände rein seien;",
"und wollte man sagen, wenn er die Hände geteilt wäscht, so sagten sie ja in der Schule R. Jannajs, die Hände werden nicht geteilt rein!? – In dem Falle, wenn [an der Hand] noch Feuchtigkeit haftet. –",
"Was ist denn dabei, daß daran Feuchtigkeit haftet, wir haben ja gelernt,"
],
[
"daß der Strahl, der Ablauf und die Feuchtigkeit weder bei der Unreinheitnoch bei der Reinigungals Verbindung gelten!? –",
"In dem Falle, wenn Feuchtigkeit zur Befeuchtungvorhanden ist. – Auch dies haben wir ja gelernt: Feuchtigkeit zur Befeuchtung gilt als Verbindung!? –",
"Vielleicht nur bei einem Tauchbade, und zwar nach R. Jehuda, denn wir haben gelernt: Wenn das Tauchbad genau vierzig Seá enthält und zwei Personen hinabgestiegen und gleichzeitig untergetaucht sind, so sind sie rein,",
"wenn aber hintereinander, so ist der erste rein und der andereunrein;",
"R. Jehuda sagt, wenn die Füße des ersten nochdas Wasser berühren, so ist auch der andere rein.",
"R. Jirmeja sagte: Sie sagten, daß, wenn jemandmit dem Kopfe und dem größeren Teile seines Körpers in geschöpftes Wasser gekommen ist, oder wenn einem über den Kopf und den größeren Teil seines Körpers drei Log geschöpftes Wasser gegossen worden ist, er unreinsei. Folgendes aber fragte R. Jirmeja: Wie ist es, wenn es zur Hälfte durch Hineinsteigen und zur Hälfte durch Aufgießen erfolgt ist? – Dies bleibt unentschieden.",
"R. Papa sagte: Sie sagten, daß, wenn über einen kranken Samenergußbehafteten neun Kab Wasser geschüttet worden sind, er reinsei. Folgendes aber fragte R. Papa: Wie ist es, wenn die Hälfte durch Untertauchen und die Hälfte durch Aufschütten erfolgt ist? – Dies bleibt unentschieden.",
"WENN EINER SAGT: ER IST VOR MIR GESCHRIEBEN WORDEN, UND EINER SAGT &C. R. Šemuél b. Jehuda sagte im Namen R. Joḥanans: Nur in dem Falle, wenn der Scheidebrief nicht aus den Händen beiderkommt, wenn aber der Scheidebrief aus den Händen beiderkommt,"
],
[
"so ist er gültig. Er ist somit der Ansicht, daß, wenn zwei einen Scheidebrief aus dem Überseelande bringen, sie nicht zu sagen brauchen: er ist vor uns geschrieben und vor uns unterzeichnetworden.",
"Abajje sprach zu ihm: Im Schlußsatze lehrt er, daß, wenn zwei sagen: er ist vor uns geschrieben worden, und einer sagt: er ist vor mir unterzeichnet worden, er ungültig sei, nach R. Jehuda aber gültig.",
"Demnach gilt dies nur in dem Falle, wenn der Scheidebrief nicht aus den Händen beider kommt, wenn er aber aus den Händen beider kommt, ist er nach den Rabbanan gültig!? Dieser erwiderte: Allerdings. –",
"Worin besteht, wenn der Scheidebrief nicht aus den Händen beider kommt, ihr Streit? – Einer ist der Ansicht, es sei zu berücksichtigen, man könnte damit andere Urkunden verwechseln und die Bestätigung durch einen Zeugen erfolgen lassen, und einer ist der Ansicht, man berücksichtige dies nicht.",
"Eine andere Lesart lautet: R. Šemuél b. Jehuda sagte im Namen R. Joḥanans: Selbst wenn der Scheidebrief aus der Hand beider kommt, ist er ungültig. Er ist demnach der Ansicht, wenn zwei einen Scheidebrief aus dem Überseelande bringen, sie sagen müssen: er ist vor uns geschrieben und vor uns unterzeichnet worden.",
"Abajje sprach zu ihm: Im Schlußsatze lehrt er, daß, wenn zwei sagen: er ist vor uns geschrieben worden, und einer sagt: er ist vor mir unterzeichnet worden, er ungültig sei, nach R. Jehuda aber gültig. Demnach ist der Scheidebrief nach den Rabbanan ungültig, auch wenn er aus den Händen beider kommt!? Dieser erwiderte: Allerdings. –",
"Worin besteht ihr Streit? – Einer ist der Ansicht, weil sie nicht wissen, daß es auf ihren Namen erfolgen müsse, und einer ist der Ansicht, weil keine Zeugen zur Bestätigung häufigsind. –",
"Demnach wäre anzunehmen, daß [den Streit] zwischen Rabba und Rabaauch Tannaím führen? – Nein, Raba erklärt es nach der erstenLesart,",
"und Rabba kann dir erwidern: alle sind der Ansicht, es müsse auf ihren Namenerfolgen, und hier wird von der Zeit gesprochen, nachdem sie es gelernt haben.",
"Sie streiten darüber, ob zu berücksichtigen sei, es könnte wieder zu einem Verstoßekommen: einer ist der Ansicht, man berücksichtige dies, und einer ist der Ansicht, man berücksichtige dies nicht. –",
"Sollte R. Jehuda seinen Streit auch auf den ersteren Fallausdehnen!? – Hierzu wird ja gelehrt: U͑la sagte: R. Jehuda streitet auch über den ersten Fall.",
"R. Oša͑ja wandte gegen U͑la ein: Nach R. Jehuda ist er gültig in diesem Falle, nicht aber in einem anderen. Dies schließt wahrscheinlich den Fall aus, wenn einer sagt: er ist vor mir geschrieben worden, und einer sagt: er ist vor mir unterzeichnet worden!? –",
"Nein, dies schließt den Fall aus, [wenn er sagt:] er ist vor mir geschrieben und nicht vor mir unterzeichnet worden. Man könnte glauben, daß R. Jehuda, da er nicht berücksichtigt, es könnte wieder zu einem Verstoße kommen, auch nicht berücksichtige, man könnte damit andere Urkunden verwechseln und die Bestätigung durch einen Zeugen erfolgen lassen, so lehrt er uns.",
"Es wurde auchgelehrt: R. Jehuda sagte: Wenn zwei einen Scheidebrief aus dem Überseelande bringen, so gelangen wir zum Streite zwischen R. Jehuda und den Rabbanan.",
"Rabba b. Bar Ḥana erkrankte, und R. Jehuda und die Jüngerbesuchten ihn. Da fragten sie ihn: Müssen, wenn zwei einen Scheidebrief aus dem Überseelande bringen, diese sagen: er ist vor uns geschrieben und vor uns unterzeichnet worden, oder brauchen sie es nicht? Dieser erwiderte: Sie brauchen es nicht; würden sie denn nicht glaubhaft sein, wenn sie sagen würden: er hat sich in unserer Gegenwart von ihr scheiden lassen!? Währenddessen kam ein"
],
[
"Geber und nahm ihnen das Lichtfort. Da sprach er: Allbarmherziger, entweder in deinem Schatten oder im Schatten des Sohnes E͑savs!? –",
"Demnach wären die Römer besser als die Perser, und [dem widersprechend] lehrte R. Ḥija b. Abba: Es heißt:Gott kennt den Weg zu ihr und ihm ist ihr Platz bekannt; der Heilige, gepriesen sei er, wußte, daß die Jisraéliten die Verordnungen der Römer nicht ertragen könnten, daher verbannte er sie nach Babylonien. –",
"Das ist kein Einwand; das eine, bevor die Geber nach Babylonien gekommen sind, und das andere, nachdem die Gebernach Babylonien gekommen sind.",
"WENN EINER SAGT: ER IST VOR MIR GESCHRIEBEN WORDEN, UND ZWEI SAGEN: ER IST VOR UNS UNTERZEICHNET WORDEN, SO IST ER GÜLTIG. R. Ami sagte im Namen R. Joḥanans: Nur in dem Falle, wenn der Scheidebrief aus der Hand des Schreibezeugenkommt, wobei es ebenso ist als würden zwei das eine und zwei das andere bekunden, wenn aber aus den Händen der Unterschriftzeugen, so ist er ungültig.",
"Demnach ist er der Ansicht, daß, wenn zwei einen Scheidebrief aus dem Überseelande bringen, sie sagen müssen: er ist vor uns geschrieben und vor uns unterzeichnet worden. R. Asi sprach zu ihm: Im Anfangsatze lehrt er, daß, wenn zwei sagen: er ist vor uns geschrieben worden, und einer sagt: er ist vor mir unterzeichnet worden, er ungültig sei, nach R. Jehuda aber gültig. Demnach ist er nach den Rabbanan ungültig, auch wenn der Scheidebrief aus den Händen beider kommt!? Dieser erwiderte: Allerdings.",
"Ein anderes Mal traf er ihn sitzen und vortragen, daß der Scheidebrief, selbst wenn er aus den Händen der Unterschriftzeugen kommt, gültig sei. Demnach ist er der Ansicht, daß, wenn zwei einen Scheidebrief aus dem Überseelande bringen, sie nicht zu sagen brauchen: er ist vor uns geschrieben und vor uns unterzeichnet worden.",
"Da sprach R. Asi zu ihm: Im Anfangsatze lehrt er, daß, wenn zwei sagen: er ist vor uns geschrieben worden, und einer sagt: er ist vor mir unterzeichnet worden, er ungültig sei, nach R. Jehuda aber gültig. Demnach gilt dies nur dann, wenn der Scheidebrief nicht aus den Händen beider kommt, wenn aber der Scheidebrief aus den Händen beider kommt, ist er auch nach den Rabbanan gültig!?",
"Dieser erwiderte: Allerdings. – Ein anderes Mal aber hast du uns ja anders gesagt!? Dieser erwiderte: Es ist ein Pflock, der nicht wankt.",
" WENN ER AM TAGE GESCHRIEBEN UND AM TAGE UNTERZEICHNET, NACHTS [GESCHRIEBEN] UND NACHTS UNTERZEICHNET, ODER NACHTS [GESCHRIEBEN] UND AM TAGE UNTERZEICHNET WORDEN IST, SO IST ERGÜLTIG; WENN ABER AM TAGE [GESCHRIEBEN] UND NACHTS UNTERZEICHNET, SO IST ER UNGÜLTIG, NACH R. ŠIMO͑N ABER GÜLTIG.",
"R. ŠIMO͑N SAGTE NÄMLICH: ALLE URKUNDEN, DIE AM TAGE GESCHRIEBEN UND NACHTS UNTERZEICHNET WORDEN SIND, SIND UNGÜLTIG, AUSGENOMMEN SCHEIDEBRIEFE.",
"GEMARA. Es wurde gelehrt: Weshalb ordneten [die Weisen] für Scheidebriefe ein Datuman? R. Joḥanan erklärte, wegen seiner Nichte,",
"und Reš Laqiš erklärte, wegen des Fruchtgenusses. –",
"Weshalb erklärt Reš Laqiš nicht wie R. Joḥanan? – Er kann dir erwidern:"
],
[
"Ehebruch ist selten. –",
"Weshalb erklärt R. Joḥanan nicht wie Reš Laqiš? – Er ist der Ansicht, der Fruchtgenuß gehöre dem Ehemanne bis zur Aushändigung. –",
"Erklärlich ist es nach Reš Laqiš, daß erach R. Šimo͑n gültig ist, wieso aber ist er nach R. Joḥanan nach R. Šimo͑n gültig!? –",
"R. Joḥanan kann dir erwidern: ich sage es nicht nach R. Šimo͑n, sondern nach den Rabbanan. –",
"Erklärlich ist nach R. Joḥanan der Streit zwischen R. Šimo͑nund den Rabbanan, worin aber besteht nach Reš Laqiš der Streit zwischen R. Šimo͑n und den Rabbanan!? –",
"Ihr Streit besteht über den Fruchtgenuß vom Schreiben bis zur Unterzeichnung. –",
"Sie sind ja aber [anderweitig] entgegengesetzter Ansicht!? Es wurde nämlich gelehrt: Wann wird ihm der Fruchtgenuß entzogen!? R. Joḥanan sagt, beim Schreiben, und Reš Laqiš sagt, bei der Übergabe. –",
"Wende es um.",
"Abajje sprach zu R. Joseph: Drei Scheidebriefesind ungültig; wenn sie aber geheiratet hat, so ist das Kind unbemakelt. Was haben nun die Weisen mit ihrer Anordnung genutzt!? – Sie haben genutzt, daß sie von vornherein nicht heiraten darf. –",
"Wie ist es, wenn er das Datum ausschneidet und ihn ihr gibt!? Dieser erwiderte: Betrug berücksichtigen wir nicht. –",
"Wie ist es, wenn darin Septennium, Jahr, Monat und Woche angegebenist!? Dieser erwiderte: Er ist danngültig. – Was haben demnach die Weisen mit ihrer Anordnung genutzt? –",
"Sie haben genutzt inbetreff der vorangehendenund der folgendenWoche. Wenn man nicht so erklären wollte, so weiß man ja auch bei [der Datierung] des Tages nicht, ob es morgens oder abends erfolgtist. Vielmehr schließt [das Datum] den vorangehenden und den folgenden Tag aus, ebenso schließt es in diesem Falle das vorangehende und das folgende Septennium aus.",
"Rabina sprach zu Raba: Wie ist es, wenn er ihn geschrieben"
],
[
"und in den Beutel getan hat, um, wenn sie ihn besänftigt, sich mit ihr zu vertragen!?",
"Dieser erwiderte: Niemand versieht sich im Vorausmit einem Mißgeschick.",
"Rabina sprach zu R. Aši: Was haben die Weisen mit ihrer Anordnung genutzt bei Scheidebriefen, die aus dem Überseelande kommen, die im Nisan geschrieben sind und sie erst im Tišri erreichen? Dieser erwiderte ihm: Bei solchen ist dies bekannt.",
"Es wurde gelehrt: Wann beginnt die Zählungfür die Scheidung? Rabh sagt, mit der Übergabe, und Šemuél sagt, mit dem Schreiben.",
"R. Nathan b. Hoša͑ja wandte ein: Nach Šemuél könnte man von zwei Frauen in einem Hofesagen: die eine ist erlaubt und die andereverboten!? Abajje erwiderte ihm: Für die eine zeugt das Datum des Scheidebriefes und für die andere zeugt das Datum des Scheidebriefes.",
"Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Rabh und es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Šemuél. Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Rabh: Wenn jemand seiner Frau einen Scheidebrief geschickt und der Überbringer drei Monate auf der Reise gesäumt hat, so muß sie, seitdem der Brief in ihre Hand gekommen ist, drei Monatewarten; ein alter Scheidebriefist hierbei nicht zu berücksichtigen, denn er war nicht mit ihr alleinzusammen.",
"Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Šemuél. Wenn jemand bei einem einen Scheidebrief für seine Frau hinterlegt und zu ihm sagt, daß er ihn ihr erst nach drei Monaten gebe, so darf sie, sobald er ihn ihr gegeben hat, sofort heiraten; ein alter Scheidebrief ist hierbei nicht zu berücksichtigen, denn er war nicht mit ihr allein zusammen.",
"R. Kahana, R. Papi und R. Aši entschieden: mit dem Schreiben. R. Papa und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, entschieden: mit der Übergabe. Die Halakha ist: mit dem Schreiben.",
"Es wurde gelehrt: Wann verfällt die Morgengabe der Erfassung?",
"Rabh sagt, sobald [die Frau] sie anbricht und in eine Schuld umwandelt; Šemuél sagt, wenn sie sie anbricht, auch wenn sie sie nicht in eine Schuld umwandelt, und wenn sie sie in eine Schuld umwandelt, auch wenn sie sie nicht anbricht.",
"Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Rabh und es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Šemuél. Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Rabh: Wann verfällt die Eheverschreibung der Erlassung? Sobald [die Frau] sie anbricht und in eine Schuld umwandelt. Wenn sie sie anbricht und nicht in eine Schuld umwandelt oder sie in eine Schuld umwandelt und nicht anbricht, so verfällt sie der Erlassung nicht; nur wenn sie sie anbricht und in eine Schuld umwandelt.",
"Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Šemuél: Wenn [die Geldbuße] für Notzucht, [Verläumdung], Verführungund die Morgengabe in ein Darlehen umgewandelt worden sind, so verfallen sie der Erlassung, sonst aber verfallen sie der Erlassung nicht. Wann werden sie in eine Schuld umgewandelt? Bei der Gerichtsverhandlung.",
"Šemuél sagte: Die Urkunde über die Morgengabe gleicht einer Gerichtsurkunde; wie Gerichtsurkunden am Tage geschrieben und auch nachts unterzeichnetwerden können, ebenso kann die Urkunde über die Morgengabe am Tage geschrieben und auch nachts unterzeichnet werden. Die Urkunde über die Morgengabe des R. Ḥija b. Rabh wurde am Tage geschrieben und nachts unterzeichnet, und Rabh, der da anwesend war, sagte hierzu nichts.",
"Demnach wäre anzunehmen, daß er der Ansicht Šemuéls sei? – Sie hatten sich mit dieser Sachebefaßt. Es wird nämlich gelehrt: R. Elea͑zar b. Çadoq sagte: Diesgilt nur von dem Falle, wenn man sich nicht mit dieser Sache befaßt, wenn man sich aber mit dieser Sache befaßt, so ist [die Urkunde] gültig.",
"NACH R. ŠIMO͑N ABER GÜLTIG. Raba sagte: Folgendes ist der Grund R. Šimo͑ns: er ist der Ansicht, sobald er die Augen auf sie gerichtet hat, sich von ihr scheiden zu lassen, hat er keinen Anspruch mehrauf den Fruchtgenuß.",
"Reš Laqiš sagte: Nach R. Šimo͑n ist er nur sofortgültig, nicht aber bis auf zehn Tage hinaus, denn es ist zu berücksichtigen,"
],
[
"er kann sich mit ihr vertragenhaben. R. Joḥanan aber sagt, auch bis auf zehn Tage hinaus; hätte er sich mit ihr vertragen, so wäre es bekannt.",
"Es wurde gelehrt: Wenn jemand zu zehn [Personen] gesagt hat: schreibt einen Scheidebrief für meine Frau, so sind, wie R. Joḥanan sagt, zwei Zeugen und alle übrigen [zur Vollziehungder] Bedingung, und wie Reš Laqiš sagt, alle Zeugen. –",
"In welchem Falle, wollte man sagen, wenn er nicht ‘ihr alle’ gesagt hat, so haben wir ja gelernt, daß, wenn jemand zu zehn [Personen] gesagt hat, daß sie für seine Frau einen Scheidebrief schreiben sollen, einer schreibe und zweiunterzeichnen!? – Vielmehr, wenn er ‘ihr alle’ gesagt hat. –",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen in dem Falle, wenn zwei von ihnen an diesem Tage und die übrigen in zehn Tagen unterzeichnet haben. Nach demjenigen, der [zur Vollziehung] der Bedingung sagt, ist er gültig, und nach demjenigen, der als Zeugen sagt, ist er ungültig.",
"Oder auch, wenn es sich herausstellt, daß einer von ihnen verwandt oder unzulässig ist. Nach demjenigen, der [zur Vollziehung] der Bedingung sagt, ist er gültig, und nach demjenigen, der als Zeugen sagt, ist er ungültig.",
"Wenn ein Verwandter oder ein Unzulässiger zuerstunterzeichnet ist, so ister, wie manche sagen, gültig, und wie manche sagen, ungültig. Manche sagen, er sei gültig, denn sie sind [zur Vollziehung der]Bedingung, und manche sagen, er sei ungültig, denn man könnte veranlaßt werden, damit andere Urkunden zu verwechseln.",
"Einst sagte jemand zu zehn [Personen:] Schreibt einen Scheidebrief für meine Frau. Zwei unterschrieben am selben Tage und die übrigen in zehn Tagen. Als er hierauf zu R. Jehošua͑ b. Levi kam, sprach er zu ihm:"
],
[
"R. Šimo͑n ist würdig, daß man sich in einem Notfalleauf ihn verlasse. –",
"Reš Laqiš sagt ja aber, nach R. Šimo͑n sei er nur sofort gültig, nicht aber bis auf zehn Tage hinaus!? – In dieser Hinsicht vertritt er die Ansicht R. Joḥanans. –",
"R. Joḥanan sagt ja aber, zwei gelten als Zeugen und die übrigen [zur Vollziehung der] Bedingung!? – In dieser Hinsicht vertritt er die Ansicht des Reš Laqiš.",
" MIT ALLEM DARF MANSCHREIBEN: MIT TINTE, FARBE, RÖTEL, GUMMI, SCHWÄRZEODER SONST ETWAS, WAS BESTEHEN BLEIBT; MAN SCHREIBE ABER NICHT MIT GETRÄNKEN, OBSTSAFT ODER SONST ETWAS, WAS NICHT BESTEHEN BLEIBT.",
"AUF ALLES DARF MAN SCHREIBEN, AUF EIN OLIVENBLATT, AUF DAS HORN EINER KUH UND IHR DIE KUH GEBEN, AUF DIE HAND EINES SKLAVEN UND IHR DEN SKLAVEN GEBEN. R. JOSE DER GALILÄER SAGT, MAN DÜRFE NICHT AUF EINE LEBENDE SACHE SCHREIBEN NOCH AUF SPEISEN.",
"GEMARA. (TINTE: Tinte. FARBE: Farbe). RÖTEL; Rabba b. Bar Ḥana sagte: Dieses wird Saqartagenannt. GUMMI. Harz. SCHWÄRZE. Rabba b. Šemuél erklärte: Schusterschwärze.",
"ODER SONST ETWAS, WAS BESTEHEN BLEIBT &C. Was schließt dies ein? Dies schließt das ein, was R. Ḥanina gesagt hat: hat man [den Scheidebrief] mit Beerensaftoder Gallapfel geschrieben, so ist er gültig. R. Ḥija lehrte: Hat man ihn mit Blei, Ruß oder Schwärze geschrieben, so ist er gültig.",
"Es wurde gelehrt: Wenn jemand am Šabbath mit Tinte über Rötel schreibt, so ist er, wie R. Joḥanan und Reš Laqiš übereinstimmend sagen, zweimal schuldig, einmal wegen Schreibens und einmal wegen Löschens; wenn mit Tinte über Tinte oder mit Rötel über Rötel, so ist er frei; wenn mit Rötel über Tinte, so ist er, wie manche sagen, schuldig, und wie manche sagen, frei.",
"Wie manche sagen, schuldig, denn dies ist ein Löschen, und wie manche sagen, frei, denn dies ist ein Zerstören.",
"Reš Laqiš fragte R. Joḥanan: Darf man, wenn die Zeugen nicht zu unterzeichnen verstehen, ihnen mit Rötel vorschreiben und sie darüber unterzeichnen? Gilt die obere Schrift als Geschriebenes oder gilt sie nicht als Geschriebenes? Dieser erwiderte: Sie gilt nicht als Geschriebenes.",
"Jener sprach: Meister, du hast uns ja gelehrt, daß hinsichtlich des Šabbathgesetzes die obere Schrift als Geschriebenes gelte!? Dieser erwiderte: Sollten wir denn, wenn wir schon Fälle mit einander vergleichen, daraufhin eine Entscheidungtreffen!?",
"Es wurde gelehrt: Wenn die Zeugen nicht zu unterschreiben verstehen, so schramme man, wie Rabh sagt, auf das Papier, und sie füllen die Schrammen mit Tinte aus; Šemuél sagt, mit Blei. –",
"Mit Blei, wie kommst du darauf, R. Ḥija lehrte ja, daß, wenn man ihn mit Blei, Ruß oder Schwärze geschrieben hat, er gültigsei!? – Das ist kein Einwand; das eine, wenn mit Blei, das andere, wenn mit Bleiwasser.",
"R. Abahu sagt, mit Gallapfelwasser. – R. Ḥanina lehrte ja aber, daß, wenn man ihn mit Beerensaft oder Gallapfel geschrieben hat, er gültigsei!? –",
"Das ist kein Einwand; das eine, wenn [das Pergament] mit Galläpfeln präpariert ist, und das andere, wenn es nicht mit Galläpfeln präpariert ist, denn Gallapfelwasser auf Gallapfelwasser ist nichts.",
"R. Papa sagt, mit Speichel. Ebenso lehrte R. Papa den Ochsenhändler Papa, mit Speichel. Dies jedoch nur bei Scheidebriefen, nicht aber bei anderenUrkunden.",
"Einst tat dies jemand bei anderen Urkunden, da ließ R. Kahana ihn geißeln."
],
[
"Übereinstimmend mit Rabh wird gelehrt: Wenn die Zeugen nicht zu unterschreiben verstehen, so schramme man auf das Papier und diese füllen die Schrammen mit Tinte aus.",
"R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Dies gilt nur von Scheidebriefen, bei Freilassungsbriefen und anderen Urkunden aber dürfen sie, wenn sie zu lesen und zu unterschreiben verstehen, unterschreiben, wenn aber nicht, so dürfen sie nicht unterschreiben. –",
"Wer spricht hier vom Lesen!? – [Diese Lehre] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: wenn sie nicht zu lesen verstehen, so lese man ihnen vor und sie unterschreiben. R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Dies gilt nur von Scheidebriefen, bei Freilassungsbriefen und anderen Urkunden aber dürfen sie, wenn sie zu lesen und zu unterschreiben verstehen, unterschreiben, wenn aber nicht, so dürfen sie nicht unterschreiben.",
"R. Elea͑zar sagte: Folgendes ist der Grund des R. Šimo͑n b. Gamliél: damit die Töchter Jisraéls nicht verlassen dasitzen.",
"Raba sagte: Die Halakha ist wie R.Šimo͑n b. Gamliél. R. Gamda aber sagte im Namen Rabas, die Halakha sei nicht wie R. Šimo͑n b. Gamliél. – Etwa wie die Rabbanan:",
"einst verfuhr ja jemand bei anderen Urkunden demgemäß, und R. Kahana ließ ihn geißeln!? – Dies ist auf das Lesen zu beziehen.",
"R. Jehudaquälte sich mit dem Lesen und unterzeichnete. Da sprach U͑la zu ihm: Du brauchst dies nicht. R. Elea͑zar, der doch das Haupt im Jisraéllande war, las man vor, und er unterzeichnete. R. Naḥman lasen die Gerichtsschreiber vor und er unterzeichnete. Jedoch gilt dies nur von R. Naḥman und den Gerichtsschreibern, die ihnfürchteten, nicht aber von R. Naḥman und anderen Schreibern oder den Gerichtsschreibern und einem anderen.",
"Wenn R. Papa eine auf nichtjüdischen Ämtern ausgefertigte persische Urkunde vorgelegt wurde, ließ er sie von zwei Nichtjuden, einem in Abwesenheit des anderen, vorlesen, wie beim harmlosenBerichte, und ließ damit auch von verkauften Gütern einfordern.",
"R. Aši sagte: Hona b. Nathan erzählte mir, daß Amemar folgendes lehrte: wenn auf einer persischen Urkunde Jisraéliten als Zeugen unterzeichnet sind, so fordere man damit von verkauften Gütern ein. –",
"Sie können sie ja nicht lesen!? – Wenn sie es können. – Es ist ja eine unverfälschbare Schrifterforderlich, was bei dieser nicht der Fall ist!? – Wenn sie mit Gallapfelsaft präpariert ist. – Es ist ja erforderlich, daß in der letzten Zeile der Tenor der Urkunde wiederholt wird, was bei dieser nicht der Fall ist!? – Wenn er wiederholt ist. –",
"Demnach lehrt er uns, daß solche in jeder Sprache gültig sind, und dies haben wir ja bereits gelernt: wenn ein Scheidebrief hebräisch und die Zeugen[unterschriften] griechisch oder er griechisch und die Zeugen[unterschriften] hebräisch sind, so ist er gültig!? –",
"Hieraus könnte man entnehmen, dies gelte nur von Scheidebriefen, nicht aber von anderen Urkunden, so lehrt er uns.",
"Šemuél sagte: Wenn er ihr ein Stück leeres Papier gibt und zu ihr sagt: da ist dein Scheidebrief, so ist sie geschieden, denn es ist zu berücksichtigen, er ist vielleicht mit Gallapfelwassergeschrieben.",
"Man wandte ein: [Wenn er zu ihr gesagt hat:] da hast du deinen Scheidebrief, und sie ihn genommen und ins Meer, ins Feuer oder sonstwo, wo er vernichtet wird, geworfen hat, und er darauf sagt, es sei ein Gefälligkeilsschuldschein, oder es sei ein Vertrauensschuldscheingewesen, so ist sie geschieden, und er ist nicht glaubwürdig, sie verboten zu machen.",
"Nur in dem Falle, wenn [das Papier] beschrieben ist, nicht aber, wenn es nicht beschrieben ist!? – Šemuél meint ebenfalls, daß man es mit Färbewasser untersuche; wenn [eine Schrift] hervorkommt, so ist es recht, sonst aber ist es nichts. –",
"Was ist denn dabei, daß sie hervorkommt, sie kommt ja erst jetzt hervor!? – Šemuél sagt ja auch nur, daß zu berücksichtigen sei.",
"Rabina sagte: Amemar sagte mir, daß Meremar im Namen R. Dimis folgendes lehrte: wenn ein Scheidebrief zweien übergebenwird, so müssen sie ihn durchlesen. Man wandte ein: [Wenn er zu ihr gesagt hat:] da hast du deinen Scheidebrief, und sie ihn genommen und ins Meer, ins Feuer oder sonstwo, wo er vernichtet wird, geworfen hat, und er darauf sagt, es sei ein Gefälligkeitsschuldschein oder es sei ein Vertrauensschuldschein gewesen, so ist sie geschieden, und er ist nicht glaubhaft, sie verboten zu machen. Wieso kann er, wenn du sagst, sie müssen ihn lesen, nachdem sie ihn gelesen haben, dies sagen!? –",
"In dem Falle, wenn er ihn, nachdem sie ihn gelesen hatten, zurück an sich genommen und wieder hervorgeholt hat; man könnte glauben, er kann ihn vertauscht haben, so lehrt er uns.",
"Einst warf jemand seiner Frau einen Scheidebrief zwischen die Fässer zu, und hierauf wurde da eine Mezuza gefunden. Da entschied R. Naḥman: Eine Mezuza zwischen den Fässern ist ungewöhnlich.",
"Dies jedoch nur dann, wenn nur eine gefunden wird, wenn aber zwei oder drei, so kann, wenn eine sich da befunden hat, auch eine andere sich da befunden haben, der Scheidebrief aber von Mäusen verschleppt worden sein.",
"Einst kam jemand ins Bethaus, nahm eine Torarolle und gab sie seiner Frau, indem er zu ihr sprach: da hast du deinen Scheidebrief. Da entschied R. Joseph: Was ist hierbei zu berücksichtigen: wenn etwa Gallapfelwasser, so ist ja Gallapfelwasser auf Gallapfelwasser nichts,"
],
[
"und wenn etwa [der Abschnitt von der] Scheidung, der in dieser enthalten ist, so heißt es ja:er schreibe ihr, auf ihren Namen, was hierbei nicht der Fall ist.",
"Wolltest du sagen, es sei zu berücksichtigen, er kann dem Schreiber vorher einen Zuz gegebenhaben, so muß ja sein Name, ihr Name, der Name seiner Stadt und der Name ihrer Stadt darin [geschrieben] sein, was hierbei nicht der Fall ist. –",
"Was lehrt uns R. Joseph damit!? – Daß Gallapfelwasser auf Gallapfelwasser nichts sei.",
"R. Ḥisda sagte: Wenn der Scheidebrief nicht auf ihren Namen geschrieben worden ist und man darüber mit der Feder auf ihren Namen fährt, so gelangen wir zum Streite zwischen R. Jehuda und den Rabbanan.",
"Es wird nämlich gelehrt: Wenn erden Gottesnamen zu schreiben hatte und in der [irrtümlichen] Absicht den Namen Jehuda zu schreiben versehentlich das Daleth fortgelassenhat, so fahre er darüber mit der Feder und heilige ihn – so R. Jehuda; die Weisen sagen, dieser Gottesname sei nicht vorzüglich.",
"R. Aḥa b. Ja͑qob sprach: Vielleicht ist dem nicht so; die Rabbanan sind ihrer Ansicht nur da, wie es heißt:er ist mein Gott, ich will ihn verherrlichen, was bei diesem nicht der Fall ist, nicht aber hierbei.",
"R. Ḥisda sagte: Ich könnte alle Scheidebriefe der Welt als ungültig erklären. Raba sprach zu ihm: Wieso, wollte man sagen, weil es heißt:er schreibe ihr, während sie ihnschreiben läßt, so können es ja die Rabbanan ihm zugeeignethaben;",
"und wollte man sagen, weil es heißt: er gebe, während er ihr nichtsgibt, so kann ja darunter das Geben des Scheidebriefes zu verstehen sein. Dies ist auch zu beweisen, denn von dortließen sie mitteilen, daß, wenn man ihn auf etwas geschrieben hat, das zur Nutznießung verboten ist, er gültig sei.",
"Der Text: Von dort ließen sie mitteilen: Hat man ihn auf etwas geschrieben, das zur Nutznießung verboten ist, so ist er gültig. R. Aši sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: auf ein Olivenblatt. – Vielleicht ist es bei einem Olivenblatte anders, weil es bei Vereinigung verwendbar ist.",
"Es wird gelehrt: Rabbi sagte: Hat man ihn auf etwas geschrieben, das zur Nutznießung verboten ist, so ist er gültig. Levi ging hinaus und trug es im Namen Rabbis vor, und man erkannte es nichtan; hierauf im Namen der Mehrheit [rabbim], und man erkannte es an. Demnachist so die Halakha.",
"Die Rabbanan lehrten: Er schreibe, nicht aber eingraben. – Demnach gilt das Eingraben nicht als schreiben, und dem widersprechend [wird gelehrt], daß ein Sklave frei werde, wenn [sein Freilassungsbrief] auf einer Platteoder auf einer Schreibtafelgeschrieben ist, nicht aber wenn auf einem Kopftuche oder einem Ziertuche [gestickt]!?",
"U͑la erwiderte im Namen R. Elea͑zars: Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn die Zwischenräumeeingegraben sind, und das andere, wenn die Schriftzeichen eingegraben sind. –",
"Etwa nicht, wenn die Zwischenräume [eingegraben sind], ich will auf einen Widerspruch hinweisen: SeineAufschrift war nicht vertieft, sondern hervorstehend, wie bei den Golddenaren. Bei den Golddenaren sind ja die Zwischenräume eingegraben!? –",
"Wie bei den Golddenaren und nicht [ganz] wie bei den Golddenaren; wie bei den Golddenaren, indem [die Schrift] vorstehend war, und nicht wie bei den Golddenaren, denn bei diesen werden die Zwischenräume eingegraben, bei jenem aber waren es die Schriftzeichen.",
"Rabina fragte R. Aši: Gräbt der Prägestempel ein oder macht er hervortreten? Dieser erwiderte: Er gräbt ein.",
"Jener wandte ein: Seine Aufschrift war nicht vertieft, sondern hervorstehend, wie bei den Golddenaren. Bei diesem war ja eine ‘Schrift’ erforderlich, und wenn man sagen wollte, er grabe ein, so war dies doch nicht der Fall!? –"
],
[
"Wie bei den Golddenaren und nicht [ganz] wie bei den Golddenaren; wie bei den Golddenaren, indem die Schrift hervorstehend war, und nicht wie bei den Golddenaren, denn bei diesen kommt sie von der Vorderseite, bei jenem aber kam sie von der Rückseite.",
"Raba fragte R. Naḥman: Wie ist es, wenn er ihr den Scheidebrief auf eine goldene Plattegeschrieben und zu ihr gesagt hat: nimm deinen Scheidebrief und nimm deine Morgengabe? Dieser erwiderte: Sie hat ihren Scheidebrief erhalten und sie hat ihre Morgengabe erhalten.",
"Jener wandte ein: [Sagte er zu ihr:] nimm deinen Scheidebrief und das übrigefür deine Morgengabe, so hat sie ihren Scheidebrief erhalten und das übrige für ihre Morgengabe,",
"Nur wenn übriges vorhanden ist, sonst aber nicht!? –",
"Nein, dies gilt auch in dem Falle, wenn übriges nicht vorhanden ist, nur lehrt er uns folgendes: obgleich übriges vorhanden ist, so gilt diesdennoch nur von dem Falle, wenn er es ihr gesagt hat, sonst aber nicht. –",
"Aus welchem Grunde? – Es ist der Rand der Rolle.",
"Die Rabbanan lehrten: [Sagte er zu ihr:] da hast du deinen Scheidebrief, das Papier aber gehört mir, so ist sie nichtgeschieden; wenn aber: mit der Bedingung, daß du mir das Papier zurückgibst, so ist sie geschieden.",
"R. Papa fragte: Wie verhält es sich mit [dem Papier] zwischen den Zeilenund zwischen den Wörtern? – Dies bleibt unentschieden. –",
"Es sollte doch der Umstand entscheidend sein, daß der Allbarmherzigeeinen Brief sagt, nicht aber zwei oder dreiBriefe!? – In dem Falle, wenn sie verbunden sind.",
"Rami b. Ḥama fragte: Wie ist es, wenn auf der Hand eines Sklaven, von dem es bekannt ist, daß er ihm gehört, ein Scheidebrief geschrieben ist und er von ihr vorgeführtwird?",
"Sagen wir, er habe ihn ihr zugeeignet, oder aber, er kann eigenwillig zu ihr gekommensein?",
"Raba erwiderte: Es ist ja schon der Umstand entscheidend, daß es eine Schrift ist, die gefälscht werdenkann. – Nach Raba ist dies ja auch gegen unsere Mišna einzuwenden, [denn diese lehrt:] auf die Hand eines Sklaven!? –",
"Allerdings ist nach Raba gegen unsere Mišna nichts einzuwenden, da die Zeugen der Übergabe vorhandensind, nach R. Elea͑zar, gegen Rama b. Ḥama aber ist dies einzuwenden. –",
"Auch gegen Rami b. Ḥama ist nichts einzuwenden, wenn nämlich die Schrift tätowiert ist. Da du nun darauf gekommen bist, so ist auch gegen unsere Mišna nichts einzuwenden, wenn die Schrift tätowiert ist. –",
"Wie bleibt es damit? – Komm und höre: Reš Laqiš sagte: Beim Kleinvieh gibt es keine Ersitzung.",
"Rami b. Ḥama fragte: Wie ist es, wenn auf einer Tafel, von der bekannt ist, daß sie ihr gehört, ein Scheidebrief geschrieben ist und sie aus seiner Hand kommt? Sagen wir, sie habe sie ihm zugeeignet, oder aber versteht sie die Zueignungnicht.",
"Abajje erwiderte: Komm und höre: Derselbe bekundete ferner: In einem kleinen Dorfe bei Jerušalem war ein Greis, der den Leuten des Dorfes Geld zu verleihen, [den Schuldschein] mit der eigenen Hand zu schreiben und von anderen unterzeichnen zu lassen pflegte; als die Sache vor die Weisen kam, erklärten sie ihnals gültig. Wieso denn, es heißt jaKaufbrief, was hierbei nicht der Fall war!?",
"Wahrscheinlich sagen wir, er habe ihn ihnen zugeeignet.",
"Raba sprach: Was ist dies für ein Einwand, vielleicht"
],
[
"verhielt es sich bei jenem Greise anders, da er die Zueignung verstandenhatte.",
"Vielmehr, sagte Raba, ist dies aus folgendem zu entscheiden: Wenn der Bürge unter den Zeugenunterschriften unterzeichnet ist, so kann [der Gläubiger] nur von dessen freien Güterneinfordern.",
"R. Aši entgegnete: Was beweist dies, vielleicht ist es bei einem Manne anders, der die Zueignung versteht. Vielmehr, erwiderte R. Aši, ist dies aus folgendem zu entscheiden: Die Frau darf den Scheidebrief und der Mann die Quittungschreiben, denn die Bestätigung der Urkunde erfolgt durch die Unterschriften.",
"Raba sagte: Wenn er ihr einen Scheidebrief geschrieben und ihn seinem Sklaven gegeben und ihr eine Schenkungsurkunde über diesen geschrieben hat, so hat sie ihn erworben und ist damitgeschieden. –",
"Weshalb denn, er ist ja ein beweglicherHof, und ein beweglicher Hof erwirbt ja nicht!? Wolltest du erwidern, wenn er steht, so sagte ja Raba, daß alles, was beweglich nicht erwirbt, auch stehend und sitzend nicht erwerbe!? – Die Halakha ist, wenn er gefesselt war.",
"Ferner sagte Raba: Wenn er ihr einen Scheidebrief geschrieben und ihn in seinen Hof gelegt und ihr eine Schenkungsurkunde über diesen geschrieben hat, so hat sie ihn erworben und ist damit geschieden.",
"Und beide Lehren sind nötig. Würde er es nur von einem Sklaven gelehrt haben, so könnte man glauben, dies gelte nur von einem Sklaven, bei einem Hofe aber sei ein später erworbener Hofzu berücksichtigen.",
"Und würde er es nur von einem Hofe gelehrt haben, so könnte man glauben, dies gelte nur von einem Hofe, bei einem Sklaven aber sei, auch wenn er gefesselt ist, ein ungefesselter zu berücksichtigen, so lehrt er uns.",
"Abajje sprach: Merke, hinsichtlich des Hofes wird es aus [dem Worte] Handgefolgert,",
"wie es nun durch ihre Hand sowohl mit ihrem Willen als auch gegen ihren Willen erfolgen kann, ebenso auch durch ihren Hof, wenn es sowohl mit ihrem Willen als auch gegen ihren Willenerfolgen kann, die Schenkung aber kann ja nur mit ihrem Willen erfolgen, nicht aber gegenihren Willen!?",
"R. Šimi b. Aši wandte ein: Auch die Vertretung zur Empfangnahmekann ja nur mit ihrem Willen erfolgen, nicht aber gegen ihren Willen, dennoch gibt es eine Vertretung zur Empfangnahme!? –",
"Und Abajje!? – Wird etwa die Vertretung aus [dem Worte] Hand gefolgert, dies wird aus [dem Worte] schicke, schicke siegefolgert.",
"Wenn du aber willst, sage ich: wir finden, daß auch die Vertretung zur Empfangnahme gegen ihren Willen erfolgen könne, denn ein Vater kann einen Scheidebrief für seine minderjährige Tochter gegen ihren Willen in Empfang nehmen.",
"AUF EIN OLIVENBLATT &C. Allerdings kann die Hand eines Sklaven"
],
[
"nicht abgehauenwerden, das Horn einer Kuh aber kann er ja abhauen und ihr geben!? –",
"Die Schrift sagt er schreibe und er gehe ihr, wenn nur das Schreiben und das Geben zu erfolgen hat, ausgenommen der Fall, wenn das Schreiben, das Abhauen und das Geben zu erfolgen hat.",
"R. JOSE DER GALILÄER SAGT &C. Was ist der Grund R. Jose des Galiläers? – Es wird gelehrt: Brief, ich weiß dies nur von einem Briefe, woher, daß auch jede andere Sache einbegriffen ist? Es heißt: er schreibe ihr, auch auf alles andere. Weshalb heißt es demnach Brief? Wie ein Brief eine leblose Sache ist und nicht ißt, ebenso alles andere, was leblos ist und nicht ißt. –",
"Und die Rabbanan!? – Hieße es: auf einen Brief, so würdest du recht haben, es heißt aber nur Brief, und dies besagt nur, daß Worte zu schreiben sind. –",
"Wofür verwenden die Rabbanan [das Wort] er schreibe? – Hieraus folgern sie, daß sie nur durch ein Schriftstück und nicht durch Geld geschieden wird. Man könnte glauben, das Fortgehengleiche dem [Frau]werden, wie das [Frau]werden durch Gelderfolgt, ebenso auch das Fortgehen durch Geld, so lehrt er uns. –",
"Und jener!? – Er folgert dies aus [dem Worte] Trennungsbrief, nur der Brief und nichts anderes trennt sie. –",
"Und die anderen!? – Dies deutet darauf, daß es eine Sache sein muß, die zwischen ihm und ihr [vollständig]trennt. Es wird nämlich gelehrt: [Sagte er:] da hast du deinen Scheidebrief mit der Bedingung, daß du nie Wein trinkest, oder: mit der Bedingung, daß du nie in das Haus deines Vaters gehst, so ist dies keine Trennung; wenn aber: bis nach dreißig Tagen, so ist dies eine Trennung. –",
"Und jener!? – [Dies geht hervor] aus [dem Worte] Trennung, –",
"Und die anderen!? – Sie deuten [das Wort] Trennung nicht.",
"iv MAN DARF IHN NICHT AUF EINE AM BODEN HAFTENDE SACHE SCHREIBEN; HAT MAN IHN AUF EINE [AM BODEN] HAFTENDE SACHE GESCHRIEBEN, ABGETRENNT, UNTERSCHRIEBEN UND IHR GEGEBEN, SO IST ER GÜLTIG; NACHR. JEHUDA IST ER UNGÜLTIG; NUR WENN ER BEIM SCHREIBEN UND BEIM UNTERSCHREIBEN ABGETRENNT WAR.",
"R. JEHUDA B. BETHERA SAGTE: MAN DARF IHN WEDER AUF RADIERTES PAPIER NOCH AUF DIPHTHERASCHREIBEN, WEIL ER GEFÄLSCHT WERDEN KÖNNTE; DIE WEISEN ERLAUBEN DIES.",
"GEMARA. HAT MAN IHN AUF EINE HAFTENDE SACHE GESCHRIEBEN. Du sagtest ja aber im Anfangsatze, man dürfe nicht schreiben!?",
"R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Wenn man Raum für den Tenor zurückgelassenhat. Ebenso sagte R. Elea͑zar im Namen R. Oša͑jas, wenn man Raum für den Tenor zurückgelassen hat. Ebenso sagte auch Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans, wenn man Raum für den Tenor zurückgelassen hat. Diesnach R. Elea͑zar, welcher sagt, die Trennung erfolge durch die Zeugen der Übergabe,",
"und er meint es wie folgt: man darf das Formular nicht schreiben, weil man dazu kommen könnte, auch den Tenor zu schreiben; hat man das Formular geschrieben, ihn abgetrennt, den Tenor geschrieben und ihn ihr gegeben, so ist er gültig.",
"Reš Laqiš aber sagte: Es heißt: unterschreiben; hier ist vielmehr die Ansicht R. Meírs vertreten, welcher sagt, die Trennung erfolge durch die Zeugen der Unterschrift,",
"und er meint es wie folgt: man darf den Tenor nicht schreiben, weil man dazu kommen könnte, ihn auch zu unterschreiben; hat man den Tenor geschrieben, abgetrennt, unterschrieben und ihm ihr gegeben, so ist er gültig.",
"Hat man ihn auf die Wand eines durchlochten Pflanzentopfes geschrieben, so ist ergültig, denn man kann ihn nehmen und ihn ihr geben; wenn aber auf ein Blatt in einem durchlochten Pflanzentopfe, so ist er, wie Abajje sagt, gültig, und wie Raba sagt, ungültig. Abajje sagt, er sei gültig,"
],
[
"denn man kann ihnnehmen und ihr geben; Raba sagt, er sei ungültig, denn es ist zu berücksichtigen, er könnte es abtrennen.",
"Wenn der Pflanzentopf dem einen und die Pflanzen einem anderen gehören und der Eigentümer des Pflanzentopfes diesen an den Eigentümer der Pflanzen verkauft hat, so hat er ihn, sobald er ihn an sich gezogenhat, erworben;",
"wenn aber der Eigentümer der Pflanzen diese an den Eigentümer des Pflanzentopfes verkauft hat, so hat er sie erst dann erworben, wenn er diese ersessenhat. Wenn der Pflanzentopf und die Pflanzen einem gehören und er sie jemandem verkauft hat, so hat dieser, wenn er die Pflanzen ersessen hat, auch den Pflanzentopf erworben. Das ist es, was wir gelernt haben: Güter, die keine Sicherheitgewähren, werden mit Gütern, die eine Sicherheit gewähren, durch Geld[zahlung], Urkunde und Besitznahme erworben.",
"Hat er den Pflanzentopfersessen, so hat er auch diesen nicht erworben, sondern erst dann, wenn er die Pflanzen ersessen hat.",
"Wenn das Loch im [Jisraél]lande und das Gezweige außerhalb des Landes sich befindet, so richte man sich, wie Abajje sagt, nach dem Loche, und wie Raba sagt, nach dem Gezweige.",
"Über den Fall, wenn die Wurzelndurchdringen, besteht kein Streit, der Streit besteht nur über den Fall, wenn die Wurzeln nicht durchdringen. –",
"Besteht etwa nicht ein Streit über den Fall, wenn die Wurzeln durchdringen, wir haben ja gelernt, daß, wenn zwischen zwei Gärten, einer über dem anderen, Kraut sich befindet, dieses, wie R. Meír sagt, zum oberen, und wie R. Jehuda sagt, zum unteren gehöre!? –",
"Da wird auch der Grund angegeben: R. Meír sprach: Wenn der obere seine Erde fortnehmen wollte, so gäbe es da kein Kraut.",
"R. Jehuda entgegnete: Wenn der untere seinen Garten mit Erde überschütten wollte, so gäbe es da kein Kraut. –",
"Aber besteht denn nicht ein Streit über den Fall, wenn die Wurzeln durchdringen, es wird ja gelehrt: Wenn ein Baum teilweise im [Jisraél]lande und teilweise außerhalb des [Jisraél]landes sich befindet, so sind Zehntpflichtiges und Profanesmit einander vermischt – so Rabbi; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, was im Gebiete der Pflicht wächst, sei pflichtig, und was im Gebiete der Freiheit wächst, sei frei.",
"Doch wohl, wenn ein Teil des Gezweiges im [Jisraél]lande und ein Teil des Gezweiges außerhalb des Landessich befindet!? –",
"Nein, wenn ein Teil der Wurzeln im [Jisraél]lande und ein Teil der Wurzeln außerhalb des [Jisraél]landes sich befindet. – Was ist demnach der Grund des R. Šimo͑n b. Gamliél? – Wenn sie durch einen Felsblock getrenntsind. –",
"Was ist der Grund Rabbis? – Sie werden wieder vereinigt. –",
"Worin besteht ihr Streit? – Einer ist der Ansicht, die Luftvereinige sie, und einer ist der Ansicht, der eine Teil gedeihe besonders und der andere gedeihe besonders.",
"R. JEHUDA B. BETHERA SAGTE &C. R. Ḥija b. Asi sagte im Namen U͑las: Es gibt dreierlei Häute. Fell, Lederund Diphthera:",
"Fell, dem Wortlaute gemäß, weder mit Salz noch mit Mehl noch mit Galläpfeln präpariert. – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Hinsichtlich des Hinausbringens am Šabbath. – Welches Maß gibt es dafür? – Wie R. Šemuél b. Jehuda gelehrt hat: als man zum Überziehen eines kleinen Gewichtstückesbraucht. – Welches? Abajje erwiderte: Ein Viertel eines pumbedithensischen Viertels.",
"Leder, mit Salz, aber nicht mit Mehl und Galläpfeln präpariert. – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Hinsichtlich des Hinausbringens am Šabbath. – Welches Maß gibt es dafür? – Wie gelehrt wird: Leder soviel, um daraus ein Amulett machen zu können.",
"Diphthera, mit Salz und mit Mehl, aber nicht mit Galläpfeln präpariert. – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Hinsichtlich des Hinausbringens am Šabbath. – Welches Maß gibt es dafür? – Um darauf einen Scheidebrief schreiben zu können.",
"DIE WEISEN ERLAUBEN DIES. Wer ist unter Weisen zu verstehen? R. Elea͑zar erwiderte:"
],
[
"Es ist R. Elea͑zar, welcher sagt, die Trennung erfolge durch die Zeugen der Übergabe.",
"Ferner sagte R. Elea͑zar: Nach R. Elea͑zar ist es zulässig, nur wenn es soforterfolgt, nicht aber bis nach zehn Tagen, denn es ist zu berücksichtigen, er kann eine Bedingung enthalten und sie ihn gefälscht haben.",
"R. Joḥanan aber sagt, auch bis nach zehn Tagen, denn wenn er eine Bedingung enthalten hätte, würden [die Zeugen] sich daran erinnert haben.",
"Ferner sagte R. Elea͑zar: Nach R. Elea͑zar ist dies nur bei Scheidebriefenzulässig, nicht aber bei anderen Urkunden, denn es heißt:lege sie in ein irdenes Gefäß, damit sie viele Tage erhalten bleiben.",
"R. Joḥanan aber sagt, auch bei anderen Urkunden. – Es heißt ja aber: damit sie viele Tage erhalten bleiben!? – Da war dies nur ein guter Rat.",
" JEDER IST ZUM SCHREIBEN EINES SCHEIDEBRIEFES ZULÄSSIG, SELBST EIN TAUBER, EIN BLÖDER ODER EIN MINDERJÄHRIGER. DIE FRAU DARF IHREN SCHEIDEBRIEF UND DER MANN DIE QUITTUNGSCHREIBEN, DENN DIE BESTÄTIGUNG DER URKUNDE ERFOLGT NUR DURCH DIE UNTERSCHRIFTEN.",
"GEMARA. Diese haben ja kein Verständnis!? R. Hona erwiderte:"
],
[
"Dies nur, wenn ein Erwachsener neben ihmsteht.",
"R. Naḥman sprach zu ihm: Demnach ist auch ein Nichtjude zulässig, wenn ein Jisraélit neben ihm steht!? Wolltest du sagen, dem sei auch so, so wird ja gelehrt, daß ein Nichtjude unzulässig sei. – Ein Nichtjude handelt nach seinem eigenenWillen.",
"Später sagte R. Naḥman: Das, was ich gesagt habe, ist nichts; wenn ein Nichtjude zur Überbringung unzulässig ist, so ist er wahrscheinlich auch zum Schreiben zulässig. –",
"Es wird ja aber gelehrt, ein Nichtjude sei unzulässig!? – Dies nach R. Elea͑zar, welcher sagt, die Trennung erfolge durch die Zeugen der Übergabe, wonach das Schreiben auf ihren Namen erfolgen muß, während ein Nichtjude entschieden nach seinem eigenen Willen handelt.",
"R. Naḥman sagte: R. Meír ist der Ansicht, daß er, selbst wenn er ihn auf einem Misthaufen gefunden, unterzeichnen ließ und ihr gegeben hat, gültig sei.",
"Raba wandte gegen R. Naḥman ein:Er schreibe ihr, auf ihren Namen. Dies bezieht sich wohl auf das Schreiben des ganzen Scheidebriefes!? – Nein, auf die Unterschrift der Zeugen.",
"Raba wandte ferner gegen ihn ein: Jeder Scheidebrief, der nicht auf den Namen der Frau geschrieben ist, ist ungültig!? – Lies: der nicht auf den Namen der Frau unterzeichnet ist.",
"Er wandte ferner gegen ihn ein: Wenn er ihn schreibt, so ist es ebenso, als würde er ihn [vollständig] auf ihren Namen schreiben. Dies ist wohl wie folgt zu verstehen: wenn er den Tenor auf ihren Namen schreibt, so ist es ebenso als würde er auch das Formular auf ihren Namenschreiben!? –",
"Nein, wenn er ihn auf ihren Namen unterzeichnet, so ist es ebenso als würde er ihn auf ihren Namen schreiben. Wenn du aber willst, sage ich: diese Lehren vertreten die Ansicht R. Elea͑zars, welcher sagt, die Trennung erfolge durch die Zeugen der Übergabe.",
"R. Jehuda aber sagte im Namen Šemuéls: Diesnur dann, wenn er den Raumfür den Tenor zurückläßt. Ebenso erklärte auch R. Ḥaga im Namen U͑las, wenn er den Raum für den Tenor zurückläßt. nach R. Elea͑zar.",
"R. Zeriqa sagte im Namen R. Joḥanans: Dies ist keine Tora. – Was heißt dies ist keine Tora? R. Abba erwiderte: Damitbekundeten sie dir, daß [das Schreiben] auf ihren Namen nicht wesentlich sei; nach R. Meír, welcher sagt, die Trennung erfolge durch die Zeugen der Unterschrift. –",
"Rabba b. Bar Ḥana sagte ja aber im Namen R. Joḥanans, daß hier die Ansicht R. Elea͑zars vertreten sei!? – Amoraím streiten über die Ansicht R. Joḥanans.",
"v,2 JEDER IST ZUR ÜBERBRINGUNG DES SCIIEIDEBRIEFES ZULÄSSIG, AUSGENOMMEN EIN TAUBER, EIN BLÖDER, EIN MINDERJÄHRIGER, EIN BLINDER UND EIN NICHTJUDE.",
" WENN EIN MINDERJÄHRIGER IHN IN EMPFANG GENOMMEN HAT UNDGROSSJÄHRIG GEWORDEN IST, EIN TAUBER UND HÖREND GEWORDEN IST, EIN BLINDER UND SEHEND GEWORDEN IST, EIN BLÖDER UND VERNÜNTTIG GEWORDEN IST, EIN NICHTJUDE UND SICH BEKEHRT HAT, SO IST ER UNGÜLTIG.",
"WENN ABER EIN HÖRENDER TAUB GEWORDEN UND WIEDER HÖREND GEWORDEN IST, EIN SEHENDER BUND GEWORDEN UND WIEDER SEHEND GEWORDEN IST, EIN VERNÜNFTIGER BLÖD GEWORDEN UND WIEDER VERNÜNFTIG GEWORDEN IST, SO IST ER GÜLTIG. DIE REGEL IST: SIND BEGINN UND SCHLUSS DURCH EINEN VERNÜNFTIGEN ERFOLGT, SO IST ER GÜLTIG.",
"GEMARA. Einleuchtend ist dies von einem Tauben, einem Blöden und einem Minderjährigen, da sie keine Vernunft haben, ebenso auch von einem Nichtjuden, da ihm die Lizenzfehlt, weshalb aber kein Blinder? R. Šešeth erwiderte: Weil er nicht weiß, von wem er ihn erhält und wem er ihn gibt.",
"R. Joseph wandte ein: Wieso ist demnach einem Blinden seine Frau erlaubt, und wieso ist jedem anderen Menschen seine Frau nachts erlaubt!? Doch wohl durch Kenntnis der Stimme, ebenso auch hierbei durch Kenntnis der Stimme!?",
"Vielmehr, erwiderte R. Joseph, wird hier von Scheidebriefen aus dem Auslande gesprochen, wobei er sagen muß: er ist vor mir geschrieben und vor mir unterzeichnet worden, und dieser kann es nicht.",
"Abajje sprach zu ihm: Demnach müßte ein Sehender, der blind geworden ist, der dies sagen kann, zulässig sein, und doch lehrt er, daß, wenn ein Sehender [ihn in Empfang genommen hat] und blind geworden und wieder sehend geworden ist, er gültig sei, wonach dies nur von dem Falle gilt, wenn er wieder sehend geworden ist, nicht aber, wenn er nicht wieder sehend geworden ist!? –",
"Dies gilt auch von dem Falle, wenn er nicht wieder sehend geworden ist, da er aber den Fall lehrt, wenn ein Vernünftiger blöd geworden und wieder vernünftig geworden ist, von dem dies nur dann gilt, wenn er wieder vernünftig geworden ist, sonst aber nicht, so lehrt er auch den Fall, wenn ein Sehender blind geworden und wieder sehend geworden ist.",
"R. Aši sagte: Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: Die Regel ist: sind Beginn und Schluß durch einen Vernünftigen erfolgt, so ist er gültig; er lehrt aber nicht: sind Beginn und Schluß durch einen Zulässigenerfolgt, so ist er gültig. Schließe hieraus.",
"Man fragte R. Ami: Ist ein Sklave als Vertreter zum Empfangeeines Scheidebriefes aus der Hand des Ehemannes zulässig? Er erwiderte ihnen: Da [die Mišna] einen Nichtjuden als unzulässigerklärt,"
],
[
"so ist wohl ein Sklave zulässig. R. Asi sagte im Namen R. Joḥanans: Ein Sklave ist als Vertreter zum Empfange eines Scheidebriefes aus der Hand des Ehemannes unzulässig, weil er im Gesetze von Scheidung und Ehelichung nicht einbegriffen ist.",
"R. Elea͑zar wandte ein: Ist er denn aus dem Grunde unzulässig, weil er nicht einbegriffen ist, bei einer Handlung aber, bei der er einbegriffenist, zulässig,",
"ein Nichtjude und ein Samaritaner sind ja im Gesetze von der Hebe einbegriffen, denn wir haben gelernt, daß, wenn ein Nichtjude und ein Samaritaner die Hebe von ihrem [Getreide] abgehoben haben, die Abhebung gültigsei, dennoch haben wir gelernt, daß, wenn ein Nichtjude die Hebe vom [Getreide] eines Jisraéliten abgehoben hat, selbst mit Ermächtigung, die Abhebung ungültig sei.",
"Doch wohl aus dem Grunde, weil esauch ihr heißt, wie ihr Jisraéliten seid, ebenso müssen eure Vertreter Jisraélitensein!?",
"In der Schule R. Jannajs erwiderten sie: Nein, wie ihr Bundesgenossen seid, ebenso müssen eure Vertreter Bundesgenossensein.",
"R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Ein Sklave ist als Vertreter zum Empfange eines Scheidebriefes aus der Hand des Ehemannes unzulässig, weil er [im Gesetze] von Scheidung und Ehelichung nicht einbegriffen ist. Obgleich wir gelernt haben, daß, [wenn jemand zu seiner Sklavin gesagt hat:] du sollst Sklavin bleiben, dein Kind aber soll frei sein, sie, wenn sie schwanger ist, [die Freiheit] für dieses erlangthabe. –",
"Was [beweist] die Erwerbung [der Freiheit], wenn sie schwangerist!? Als R. Šemuél b. Jehuda kam, erklärte er: R. Joḥanan sagte nochein zweites: es ist einleuchtend, daß ein Sklave für einen anderen einen Freibrief aus der Hand des Herrn des anderen in Empfang nehmen könne, nicht aber aus der Hand seines eigenenHerrn.",
"Wenn dir jemand aber zuraunt, eine Halakha lehre, [eine Sklavin] erlange, wenn sie schwanger ist, [die Freiheit für ihr Kind], so erwidere ihm: zwei Große des Zeitalters, R. Zera und R. Šemuél b. R. Jiçḥaq, erklärten dies.",
"Einer sagte, hier sei die Ansicht Rabbis vertreten, welcher sagt, wenn jemand die Hälfte seines Sklaven freiläßt, erlange er sie, und einer erklärte den Grund Rabbis, weil er der Ansicht ist, das Kind gelte als Glied der Mutter, somit ist es ebenso, als würde er ihr eines von ihren Gliedern zugeeignet haben.",
" AUCH FRAUEN, DIE NICHT GLAUBHAFT SIND, WENN SIE BEKUNDEN, IHRMANN SEI GESTORBEN, SIND ZUR ÜBERBRINGUNG IHRES SCHEIDEBRIEFES GLAUBHAFT, UND ZWAR: DIE SCHWIEGERMUTTER, DIE TOCHTER DER SCHWIEGERMUTTER, DIE NEBENBUHLERIN, DIE EHESCHWÄGERINUND DIE TOCHTERIHRES MANNES.",
"WELCHEN UNTERSCHIED GIBT ESZWISCHEN SCHEIDUNG UND TOD? DIE URKUNDE BEWEIST ES. EINE FRAU KANN IHREN SCHEIDEBRIEF SELBST ÜBERBRINGEN, NUR MUSS SIE SAGEN: ER IST VOR MIR GESCHRIEBEN UND VOR MIR UNTERZEICHNET WORDEN.",
"GEMARA. Es wird ja aber gelehrt, daß sie, wie sie nicht glaubhaft sind, wenn sie bekunden, ihr Mann sei gestorben, ebenso zur Überbringung ihres Scheidebriefes nicht glaubhaft seien!? R. Joseph erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine im [Jisraél]lande, das andere außerhalb des Landes,",
"Im [Jisraél]lande, wo man sich nicht auf ihre Worteverläßt, ist sie glaubhaft, außerhalb des Landes, wo man sich auf ihre Worte verläßt, ist sie nicht glaubhaft.",
"Abajje sprach zu ihm; Im Gegenteil, das Entgegengesetzte leuchtet ein: im [Jisraél]lande, wo die Anfechtung des Ehemannes berücksichtigtwird, ist sie, da zu befürchten ist, sie wolle ihr Verderben, nicht glaubhaft, außerhalb des Landes, wo die Anfechtung des Ehemannes nicht berücksichtigt wird, ist sie glaubhaft.",
"Übereinstimmend mit Abajje wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte im Namen R. A͑qibas: [Durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere ist zu folgern, daß eine Frau zur Überbringung ihres Scheidebriefes glaubhaft ist: wenn die Frauen, von denen die Weisen gesagt haben, sie seien nicht glaubhaft, wenn sie den Tod ihres Mannes bekunden, zur Überbringung ihres Scheidebriefes glaubhaft sind, um wieviel mehr ist sie selbst, die glaubhaft ist, wenn sie sagt, ihr Mann sei gestorben, zur Überbringung ihres Scheidebriefes glaubhaft."
],
[
"Und hiervon ausgehend: wie jene sagen müssen: er ist vor uns geschrieben und vor uns unterzeichnet worden, ebenso muß sie selbst sagen: er ist vor mir geschrieben und vor mir unterzeichnetworden.",
"R. Aši sagte: Dies geht auch aus unserer Mišna hervor, denn diese lehrt, eine Frau könne ihren Scheidebrief selber überbringen, nur müsse sie sagen &c. Schließe hieraus. –",
"Nach R. Joseph sprechen der Anfangsatz und der Schlußsatz vom Auslande und der Mittelsatz vom [Jisraél]lande!? – Allerdings, der Anfangsatz und der Schlußsatz vom Auslande und der Mittelsatz vom [Jisraél]lande. –",
"Woher dies? – Er lehrt: Welchen Unterschied gibt es zwischen Scheidung und Tod? Die Urkunde beweist es. Er lehrt aber nicht, die Urkunde und der Mundbeweisen es.",
"EINE FRAU KANN SELBST ÜBERBRINGEN &C. Die Frau wird ja geschieden, sobald der Scheidebrief in ihre Handkommt!? R. Hona erwiderte: Wenn er zu ihr gesagt hat: du sollst damit nur vor dem und dem Gerichte geschieden sein. – Aber immerhin wird sie ja geschieden, sobald sie dahinkommt!?",
"Vielmehr, erwiderte R. Hona b. Manoaḥ im Namen des R. Aḥa b. R. Iqa, wenn er zu ihr gesagt hat: wenn du da hinkommst, lege ihn auf den Erdboden und nimm ihn auf. –",
"Dies heißt somit: nimm deinen Scheidebrief vom Erdboden auf, und Raba sagte ja, daß, [wenn er zu ihr gesagt hat:] nimm deinen Scheidebrief vom Erdboden auf, er nichts gesagthabe!? –",
"Vielmehr, wenn er zu ihr gesagt hat: bis du da hinkommst, sei Vertreterin zur Überbringung, und wenn du da hinkommst, sei Vertreterin zur Empfangnahme und nimm deinen Scheidebrief in Empfang. –",
"Der Vertreter kann ja nicht zurück zum Ehemanne!? – Wenn er zu ihr gesagt hat: bis du da hinkommst, sei Vertreterin zur Überbringung, und wenn du da hinkommst, mache jemand zum Vertreter zur Empfangnahme und empfange deinen Scheidebrief. –",
"Einleuchtend ist dies nach demjenigen, welcher sagt, die Frau könne einen Vertreter zur Empfangnahme ihres Scheidebriefes aus der Hand des Vertreters ihres Ehemannes bestellen, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, die Frau könne keinen Vertreter zur Empfangnahme ihres Scheidebriefes aus der Hand des Vertreters ihres Ehemannes bestellen!? –",
"Der Grund ist ja der, weil hierin eine Herabsetzung des Ehemannesliegt, und in diesem Falleachtet der Ehemann nicht darauf. –",
"Einleuchtend ist dies nach demjenigen, welcher sagt, wegen Herabsetzung des Ehemannes, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, wegen eines später in ihren Besitz kommendenHofes!? –",
"Wenn er zu ihr gesagt hat: bis du da hinkommst, sei du Vertreterin zur Überbringung, und wenn du da hinkommst, bestelle jemand zum Vertreterder Überbringung und nimm von ihm deinen Scheidebrief in Empfang.",
"Wenn du aber willst, sage ich, wenn er zu ihr gesagt hat: bis du da hinkommst, sei Vertreterin der Überbringung, und wenn du da hinkommst, sprich vor dem Gerichte: er ist vor mir geschrieben und vor mir unterzeichnet worden, und das Gericht bestellt dann einen Vertreter, der dir [den Scheidebrief] übergibt.",
"",
"JEDER SCHEIDEBRIEF, DER NICHT AUF DEN NAMEN DER FRAU GESCHRIEBEN IST, IST UNGÜLTIG. WENN JEMAND BEISPIELSWEISE ÜBER DIE STRASSE GEHT UND SCHREIBER VORLESEN HÖRT: N. LÄSST SICH VON SEINER FRAU N. AUS DER ORTSCHAFT N. SCHEIDEN, UND SAGT: DAS IST MEIN NAME UND DAS IST DER NAME MEINER FRAU, SO IST [DIESER SCHEIDEBRIEF] FÜR IHN ZUR SCHEIDUNG UNGÜLTIG.",
"NOCH MEHR: WENN JEMAND [EINEN SCHEIDEBRIEF] GESCHRIEBEN HAT, UM SICH VON SEINER FRAU SCHEIDEN ZU LASSEN, UND DAVON ABGEKOMMEN IST, UND EIN MITBÜRGER IHN TRIFFT UND ZU IHM SPRICHT: MEIN NAME GLEICHT DEINEM UND DER NAME MEINER FRAU GLEICHT DEM DEINER FRAU, SO IST DIESER FÜR IHN ZUR SCHEIDUNG UNGÜLTIG."
],
[
"NOCH MEHR:WENN JEMAND ZWEI FRAUEN GLEICHEN NAMENS HAT UND [EINEN SCHEIDEBRIEF] GESCHRIEBEN HAT, UM SICH VON DER GRÖSSEREN SCHEIDEN ZU LASSEN, SO DARF ER SICH DAMIT NICHT VON DER KLEINEREN SCHEIDEN LASSEN.",
"NOCH MEHR: WENN JEMAND ZUM SCHREIBER GESAGT HAT, DASS ER FÜR IHN [EINEN SCHEIDEBRIEF] SCHREIBE, ER WOLLE SICH VON EINER NACH BELIEBEN SCHEIDEN LASSEN, SO IST ER ZUR SCHEIDUNG UNGÜLTIG.",
"GEMARA. JEDER SCHEIDEBRIEF, DER &C. GESCHRIEBEN IST. Wovon spricht der Anfangsatz?",
"R. Papa erwiderte: Von Schreibern, die es zur Übung tun. R. Aši sagte: Dies ist auch zu beweisen, denn es heißt: Schreiber vorlesen, nicht aber: Schreiber lesen. Schließe hieraus. –",
"Was heißt ‘noch mehr’? – In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Nicht nur [ein Scheidebrief], der nicht zur Scheidung geschrieben worden ist, sondern auch einer, der zur Scheidung geschrieben worden ist, ist ungültig.",
"Und nicht nur einer, der nicht für seine Scheidung geschrieben worden ist, sondern auch einer, der für seine Scheidung geschrieben worden ist, ist ungültig. Und nicht nur einer, der nicht für diese Scheidung geschrieben worden ist, sondern auch einer, der für diese Scheidung geschrieben worden ist, ist ungültig. –",
"Aus welchem Grunde? – Würde es geheißen haben: er gebe ihr einen Scheidebrief in die Hand, so würde dies nur den ersten Fall ausschließen, wenn [das Schreiben] nicht zur Scheidung erfolgt ist; man könnte aber glauben, daß, wenn jemand einen geschrieben hat, um sich von seiner Frau scheiden zu lassen, und davon abgekommen ist, wobei dies zur Scheidung erfolgt ist, er [für einen anderen] gültig sei, so schrieb der Allbarmherzige: er schreibe,",
"Und würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: er schreibe, so würde dies auch diesen Fall ausschließen, da nicht er ihn geschrieben hat, man könnte aber glauben, daß, wenn er zwei Frauen hat, wobei er ihn geschrieben hat, dieser [für die andere] gültig sei, so schrieb der Allbarmherzige: ihr, auf ihren Namen. –",
"Wozu ist der letzte Fall nötig? – Damit lehrt er uns, daß es keine fiktive Feststellung gebe.",
"UND [EINEN SCHEIDEBRIEF] GESCHRIEBEN HAT, UM SICH VON DER GRÖSSEREN SCHEIDEN ZU LASSEN, SO DARF ER SICH DAMIT NICHT VON DER KLEINEREN SCHEIDEN LASSEN. Nur von der kleineren darf er sich damit nicht scheiden lassen, wohl aber kann er sich damit von der größeren scheiden lassen?",
"Raba sagte: Dies besagt, daß, wenn zwei Leute namens Joseph b. Šimo͑n in einer Stadt wohnen, sie einen Schuldschein auf andere präsentieren können.",
"Abajje sprach zu ihm: Im Anfangsatze lehrt er, daß in einem Falle gleichen Namens [ein anderer] sich damit nicht scheiden lassen dürfe. Nur der andere darf sich damit nicht scheiden lassen, wohl aber darf dies der erstere, während wir doch sagen, daß andere gegen diese keinen Schuldschein präsentieren können!?",
"Du mußt also erklären, [die Scheidung] erfolge durch die Zeugen der Übergabe, nach R. Elea͑zar,",
"ebenso ist auch dazu erklären, durch die Zeugen der Übergabe, nach R. Elea͑zar.",
"Rabh sagte: Allemachen [die Frau] für die Priesterschaftuntauglich, ausgenommen der erste. Šemuél aber sagte, auch der erste mache sie untauglich.",
"Šemuél vertritt hierbei seine Ansicht, denn Šemuél sagte: Jeder Scheidebrief, von dem die Weisen gelehrt haben, er sei ungültig, ist zwar ungültig, macht aber untauglich; jede Ḥaliça, von der die Weisen gelehrt haben, sie sei ungültig, ist zwar ungültig, macht aber [die Frau] für die Brüderuntauglich.",
"Im Westen sagten sie im Namen R. Elea͑zars: Ist [die Ḥaliça] am linken [Fuße] oder nachtserfolgt, so ist sie ungültig und macht [die Frau] untauglich;"
],
[
"wenn durch einen Minderjährigen oder mit einem Strumpfe, so ist sie ungültig und macht sie nichtuntauglich.",
"Zee͑ri sagte: Alle machen [die Frau] nicht untauglich, ausgenommen der letzte.",
"Ebenso sagte auch R. Asi, alle machen sie nicht untauglich, ausgenommen der letzte. R. Joḥanan aber sagte, auch der letzte mache sie nicht untauglich.",
"R. Joḥanan vertritt hierbei seine Ansicht, denn R. Asi sagte im Namen R. Joḥanans: Brüder, die geteilthaben, gelten als Käufer und müssen im Jobeljahreeinanderzurückerstatten.",
"Und beide Lehren sind nötig. Würde er es nur hierbei gelehrt haben, [so könnte man glauben,] R. Joḥanan sei nur hierbei der Ansicht, daß es keine fiktive Feststellung gebe, weil es auf ihren Namen erfolgen muß, nicht aber in jenem Falle, da der Allbarmherzige nur vom Verkauften sagt, daß es im Jobeljahre zurückzuerstatten sei, nicht aber von der Erbschaft und der Schenkung.",
"Und würde er es nur vom [geteilten] Felde gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil es erschwerend erfolgt, oder auch, weil es zum ursprünglichen Zustandegelangt, nicht aber hierbei; daher ist beides nötig.",
"R. Hoša͑ja fragte R. Jehuda: Wie ist es, wenn er zu einem Schreiber gesagt hat, daß er ihm [einen Scheidebrief] für diejenige schreibe, die zuerst aus der Tür kommt? Dieser erwiderte: Ihr habt es gelernt. Noch mehr: wenn jemand zum Schreiber gesagt hat, daß er für ihn [einen Scheidebrief] schreibe, er wolle sich von einer nach Belieben scheiden lassen, so ist er zur Scheidung ungültig. Demnach gibt es keine fiktive Feststellung.",
"Er wandte gegen ihn ein: Wenn jemand zu seinen Söhnen spricht, er schlachte das Pesaḥopferfür denjenigen, der in Jerušalem zuerst anlangt, so hat derjenige, dermit dem Kopfe und dem größeren Teile des Körpers zuerst darin ist, seinen Anteil erworben und läßt auch seine Brüder mit ihmerwerben!?",
"Da sprach dieser zu ihm: Mein Sohn Hoša͑ja, welche Gemeinschaft gibt es zwischen Pesaḥopfer und Scheidebrief!? Hierzu wurde ja gelehrt: R. Joḥanan erklärte, um sie zur Ausübung der Geboteanzuspornen.",
"Dies ist auch zu beweisen. Er lehrt, daß derjenige, der mit dem Kopfe und dem größeren Teile des Körpers zuerst darin ist, seinen Anteil erworben habe und seine Brüder mit ihm erwerben lasse; einleuchtend ist dies, wenn du sagst, er habe sie schon vorher daran beteiligt, wieso aber kann er, wenn du sagst, er habe sie nicht vorher daran beteiligt, sie nach der Schlachtung daran beteiligen, wir haben ja gelernt, daß man, bis es geschlachtet ist, daran teilnehmen und sich davon zurückziehen könne!?",
"Ebenso wird auch gelehrt: Einst ereignete es sich, daß die Töchter früher hinkamen als die Söhne; die Töchter waren hurtig, die Söhne aberlässig.",
"Abajje sprach: Jener fragte ihn hinsichtlich eines Falles, wo es vom Willen andererabhängt, dieser entschied es ihm von einem Falle, wo es von seinem eigenen Willenabhängt, und hierauf erhob jener gegen ihn einen Einwand von einem Falle, wo es vom Willen andererabhängt!?",
"Raba erwiderte: Was ist dies für ein Einwand; vielleicht ist derjenige, der von der fiktiven Feststellung hält, dieser Ansicht ohne Unterschied, ob es von seinem Willen oder vom Willen anderer abhängt, und derjenige, der von der fiktiven Feststellung nichts hält, dieser Ansicht ohne Unterschied, ob es von seinem Willen oder vom Willen anderer abhängt!?",
"R. Mešaršeja sprach zu Raba: R. Jehuda hält nichts von der fiktiven Feststellung in dem Falle, wenn es von seinem Willen abhängt, wohl aber hält er von der fiktiven Feststellung in dem Falle, wenn es vom Willen anderer abhängt. Er hält nichts von der fiktiven Feststellung in dem Falle,",
"wenn es von seinem Willen abhängt, denn es wird gelehrt: Wenn jemand von SamaritanernWein gekauft hat, so sprecheer: ‘zwei Log, die ich absondern werde, sollen Hebe, zehn erster Zehnt und neun zweiter Zehnt sein’;"
],
[
"diesenlasse er ausgeweihtsein, und er darf sofort trinken – so R. Meír; R. Jehuda, R. Jose und R. Šimo͑n verbietenes.",
"Wenn es vom Willen anderer abhängt, hält er von der fiktiven Feststellung, denn wir haben gelernt: Was ist siewährend dieser Tage?",
"R. Jehuda sagt, sie gelte in jeder Hinsicht als Ehefrau. Wenn er stirbt, ist jedoch der Scheidebriefgültig.",
"R. Mešaršeja sprach [ferner] zu Raba: R.Šimo͑n hält nichts von der fiktiven Feststellung in dem Falle, wenn es von seinem Willen abhängt, wohl aber hält er von der fiktiven Feststellung in dem Falle, wenn es vom Willen anderer abhängt.",
"Er hält nichts von der fiktiven Feststellung in dem Falle, wenn es von seinem Willen abhängt, wie wir eben gesagthaben, und er hält von der fiktiven Feststellung in dem Falle, wenn es vom Willen anderer abhängt, denn es wird gelehrt: [Sagte er:] ich begattedich unter der Bedingung, daß mein Vater dies billigt, so ist sie ihm angetraut, selbst wenn sein Vater dies nicht billigt. R. Šimo͑n b. Jehuda sagt im Namen R. Šimo͑ns, wenn sein Vater dies billigt, sei sie ihmangetraut,"
],
[
"wenn sein Vater dies nicht billigt, sei sie ihm nicht angetraut.",
"Dieser erwiderte ihm: Sowohl R. Jehuda als auch R. Šimo͑n hält von der fiktiven Feststellung ohne Unterschied, ob es von seinem Willen oder vom Willen anderer abhängt,",
"dortaber berücksichtigen sie den Grund, der da gelehrt wird: Sie sprachen zu R. Meír: Pflichtest du etwa nicht bei, daß, wenn der Schlauch platzt, er rückwirkend Unverzehntetes getrunken habenwird!? Er erwiderte ihnen: Wenn er platzt.",
"ii WENN JEMAND FORMULARE VON SCHEIDEBRIEFEN SCHREIBT, SO MUSS ER RAUM FÜR [DIE NAMEN] DES MANNES UND DER FRAU UND FÜR DAS DATUM FREILASSEN;\n",
"WENN SCHULDSCHEINE, SO MUSS ER RAUM FÜR [DIE NAMEN] DES GLÄUBIGERS UND DES SCHULDNERS, FÜR DEN BETRAG UND FÜR DAS DATUM FREILASSEN;\n",
"WENN KAUFSCHEINE, SO MUSS ER RAUM FÜR [DIE NAMEN] DES KÄUFERS UND DES VERKÄUFERS, FÜR DEN BETRAG, FÜR DIE BEZEICHNUNG DES FELDESUND FÜR DAS DATUM FREILASSEN. DIES IST EINE FÜRSORGE. NACH",
"R. JEHUDA SIND SIE ALLE UNGÜLTIG; NACH R. ELEA͑ZAR SIND SIE ALLE GÜLTIG, AUSGENOMMEN EHESCHEIDEBRIEFE, DENN ES HETSST: er schreibe ihr.",
"GEMARA. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Er muß auch Raum freilassen für [die Formel:] ‘du bist nun jedermann erlaubt’. Dies nach R. Elea͑zar, welcher sagt, die Trennung erfolge durch die Zeugen der Übergabe, somit muß das Schreiben auf ihren Namen erfolgen.",
"Und dies ist nötig.",
"Würde er es nur von der ersten [Lehre] gesagt haben, so könnte man glauben, nur diese sei nach R. Elea͑zar zu erklären, weil es zuerst heißt, daß man nicht schreibe, und darauf der Fall gelehrt wird, wenn man geschriebenhat,",
"die folgende aber, welche lehrt, die Bestätigung der Urkunde erfolge durch die Unterschriften, sei nach R. Meír zu erklären, welcher sagt, die Trennung erfolge durch die Zeugen der Unterschrift.",
"Und würde er es auch von der anderen gesagt haben, so könnte man glauben, auch diese sei nach R. Elea͑zar zu erklären, von der letzteren aber sei, da der Schlußsatz die Ansicht R. Elea͑zars lehrt, der Anfangsatz nicht nach R. Elea͑zar zu erklären. Daher ist dies nötig.",
"DIES IST EINE FÜRSORGE. Was für eine Fürsorge? R. Jonathan erwiderte: Eine Fürsorge für den Schreiber; nach R. Elea͑zar, welcher sagt, die Trennung erfolge durch die Zeugen der Übergabe. Eigentlich sollte man auch das Formular nicht schreibendürfen, nur haben es die Rabbanan aus Fürsorge für die Schreibererlaubt.",
"Nach R. Jehuda sind alle ungültig, denn er berücksichtigt beim Formular den Tenor, und Scheidebriefe bei anderen Urkunden.",
"Nach R. Elea͑zar sind alle gültig, ausgenommen Scheidebriefe, denn er berücksichtigt wohl den Tenor beim Formular, nicht aber Scheidebriefe bei anderen Urkunden.",
"DENN ES HEISST: er schreibe ihr. [Das Wort] ihr bezieht sich ja auf den Tenor!? –",
"Lies vielmehr: denn es heißt: er schreibe ihr, auf ihren Namen. –"
],
[
"R. Elea͑zar befindet sich ja mit sich selbst in einem Widerspruche!? – Zwei Autoren streiten über die Ansicht R. Elea͑zars.",
"R. Šabtaj erklärte im Namen Ḥizqijas: Wegen des Zankes. Dies nach R. Meír, welcher sagt, die Trennung erfolge durch die Zeugen der Unterschrift.",
"Eigentlich sollte man auch den Tenor schreibendürfen, nur könnte es vorkommen, daß sie den Schreiber beim Schreiben beobachtet, und im Glauben, daß dieser [ihren Mann] dazuveranlasse, mit ihm in Zank gerät.",
"R. Ḥisda erklärte im Namen Abimis: Eine Fürsorge für die Verlassenen. Manche sagen, nach R. Meír, und manche sagen, nach R. Elea͑zar.",
"Manche sagen, nach R. Meír, welcher sagt, die Trennung erfolge durch die Zeugen der Unterschrift, somit sollte man auch den Tenor schreiben dürfen, nur könnte es vorkommen, daß er mit ihr zankt und ihr einen solchenzuwirft und sie verlassen sitzen läßt.",
"Manche sagen, nach R. Elea͑zar, welcher sagt, die Trennung erfolge durch die Zeugen der Übergabe, somit sollte man auch das Formular nicht schreiben dürfen, nur könnte es vorkommen, daß er ins Überseeland verreisen will, keinen Schreiber findet und sie verlassen sitzen läßt.",
"RAUM FÜR DAS DATUM. Er lehrt dies allgemein, einerlei ob nach der Heirat oder nach der Verlobung;",
"einleuchtend ist dies von der Scheidung nach der Heirat, denn bei dieser ist dies sowohl nach demjenigen, welcher sagt, wegen einer Nichte, als auch nach demjenigen, welcher sagt, wegen des Fruchtgenussesnötig,",
"bei einer nach der Verlobung aber ist dies allerdings nach demjenigen nötig, der wegen einer Nichte sagt, wozu aber nach demjenigen, der wegen des Fruchtgenusses sagt, von der Verlobten erhält er ja keinen Fruchtgenuß!?",
"R. A͑mram erwiderte: Ich hörte von U͑la, dies sei eine Vorsorge für das Kind, wußte aber nicht, was diesbedeute. Später aber hörte ich folgende Lehre: Wenn jemand gesagt hat: schreibt einen Scheidebrief für meine Verlobte, von der ich mich scheiden lasse, sobald ich sie geheiratet habe, so ist der Scheidebrief ungültig. Hierzu sagte U͑la, dies aus dem Grunde, weil zu berücksichtigen ist, man könnte sagen, der Scheidebrief sei älterals ihr Sohn. Ebenso ist auch hierbei berücksichtigt worden, man könnte sagen, der Scheidebrief sei älter als ihr Sohn.",
"R. Zera sagte im Namen des R. Abba b. Šila im Namen R. Hamnuna des Greisen im Namen des R. Ada b. Ahaba im Namen Rabhs: Die Halakha ist wie R. Elea͑zar. Rabh sprach über R. Elea͑zar: Der beste unter den Weisen. –",
"Etwa auch bei anderen Urkunden, R. Papi sagte ja im Namen Rabas, eine gerichtliche Beglaubigung, die geschrieben worden ist bevor die Zeugen ihre Unterschrift bestätigt haben, sei ungültig; wohl aus dem Grunde, weil es den Anschein einer Lügehat, und auch dies hat den Anschein einer Lüge!?",
"Er hält nichts von dem, was R. Naḥman gesagt hat, denn R. Naḥman sagte: R. Meír ist der Ansicht, selbst wenn er [den Scheidebrief] auf dem Misthaufen gefunden, ihn unterzeichnet und ihr gegeben hat, sei er gültig. Und auch die Rabbanan streiten gegen R. Meír nur über Scheidebriefe, die auf den Namen geschrieben werden müssen, nicht aber über andere Urkunden.",
"R. Asi sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Wenn man auf einen Schuldschein [Geld] geborgt und bezahlt hat, so darf man auf diesen nicht wiederum borgen, weil seine Bürgschaft bereits erloschen ist. Nur weil die Bürgschaft bereits erloschen ist, nicht aber wird der Anschein einer Lügeberücksichtigt."
],
[
" WENN JEMAND EINEN SCHEIDEBRIEF GEBRACHTUND IHN VERLOREN HAT,SO IST ER, WENN ER IHN SOFORT FINDET, GÜLTIG, WENN ABER NICHT, UNGÜLTIG. WENN ER IHN IN [EINEM] BEUTEL ODER [EINER] TASCHEFINDET ODER ER IHN ERKENNT, SO IST ER GÜLTIG.",
"GEMARA. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wer Scheidebriefe, Freilassungsbriefe, Testamente, Schenkungsurkunden oder Quittungen findet, gebe sie nichtab, denn man nehme an, erhabe sie geschrieben und sich überlegt, sie nicht zu geben. Wenn jener aber sagt, daß man sie aushändige, so tue er dies, sogar nach einer längeren Zeit!?",
"Rabba erwiderte: Das ist kein Widerspruch; das eine gilt von Orten, wo Karawanenverkehren, und das andere gilt von Orten, wo keine Karawanen verkehren.",
"Aber auch in Orten, wo Karawanen verkehren, gilt dies nur von dem Falle, wenn in derselben Stadt zwei [Personen namens] Joseph ben Šimo͑nbekannt sind,",
"denn wenn man nicht so sagen wollte, würde Rabba sich mit sich selbst in einem Widerspruche befinden. Einst wurde nämlich im Gerichtshause R. Honas eine Urkunde gefunden, in der geschrieben stand: in der Stadt Ševiri, am Flusse Rakis. Da sprach R. Hona: Man berücksichtige, es gebe vielleicht zwei [Städte namens] Ševiri.",
"Hierauf sprach R. Ḥisda zu Rabba: Geh, denke darüber nach, denn abends wird R. Hona dich befragen. Hierauf ging er fort, dachte darüber nach und fand folgende Lehre: oder irgend eine gerichtliche Urkunde [findet], so gebe er sieab.",
"Das Gerichtshaus R. Honasglich ja einem Orte, in dem Karawanen verkehren, und er entschied, daß man ihn abgebe. Demnach gilt diesnur von dem Falle, wenn zwei [Personen namens] Joseph ben Šimo͑n bekannt sind, sonst aber nicht.",
"Rabba traf eine Entscheidung hinsichtlich eines Scheidebriefes, der in einem Flachslager in Pumbeditha gefunden wurde, nach seinerAnsicht. Manche sagen, da wurde Flachs geweicht; es waren solchebekannt, jedoch herrschte da kein starker Verkehr. Manche sagen, da wurde Flachs verkauft; es herrschte da ein starker Verkehr, jedoch waren solche nicht bekannt.",
"R. Zera wies auf einen Widerspruch hin zwischen unserer Mišna und einer Barajtha und erklärte es auch. Wir haben gelernt, wenn jemand einen Scheidebrief gebracht und ihn verloren hat, sei er, wenn er sofort gefunden wird, gültig, wenn aber nicht, ungültig, und dem widersprechend wird gelehrt, wenn jemand einen Scheidebrief auf der Straße findet, gebe er ihn, wenn der Ehemann eszugibt, der Frau, und wenn der Ehemann es nicht zugibt, weder ihr noch ihm."
],
[
"Wenn der Ehemann es zugibt, gebe er ihn der Frau, auch nach einer längeren Zeit!? Er erklärte es auch; eines gilt von Orten, wo Karawanen verkehren, und eines gilt von Orten, wo Karawanen nicht verkehren.",
"Manche sagen, nur wenn solchebekannt sind, gebe man nicht zurück, übereinstimmend mit Rabba, und manche sagen, auch wenn solche nicht bekannt sind, gebe man nicht zurück, wonach er gegen Rabba streitet. –",
"Einleuchtend ist es, daß Rabbanicht wie R. Zera erklärt, denn der Widerspruch aus einer Mišna ist ihm bedeutender, weshalb aber erklärt R. Zera nicht wie Rabba? –",
"Er kann dir erwidern: es heißt ja nicht, daß man, wenn er sagt, daß man sie aushändige, sie auch nach einer längeren Zeit aushändige; vielleicht händige man sie, wenn er sagt, daß man sie aushändige, nur dann aus, wenn sie sofort [gefunden wordensind].",
"R. Jirmeja erklärte: Wenn die Zeugen sagen, daß sie nie mehr als einen Scheidebrief [auf den Namen] Joseph ben Šimo͑n unterzeichnet haben. –",
"Wozu braucht dies demnach gelehrt zu werden!? – Man könnte glauben, man berücksichtige den Zufall, daß Namen und Zeugen übereinstimmen, so lehrt er uns.",
"R. Aši erklärte; Wenn er angibt, daß an einem bestimmten Buchstaben ein Loch sichbefindet, denn dies ist ein markantes Kennzeichen. Und zwar nur dann, wenn neben einem bestimmten Buchstaben, denn dies ist ein markantes Kennzeichen, nicht aber ein Loch an irgend einer Stelle.",
"Ihm ist es zweifelhaft, ob Kennzeichen nach der Tora oder rabbanitisch ausschlaggebend sind.",
"Einst verlor Rabba b. Bar Ḥana im Lehrhause eine Urkunde; da sprach er: Wird ein Kennzeichen verlangt, so habe ich daran ein solches, wird Wiedererkennen verlangt, so erkenne ich sie wieder. Da gab man sie ihm zurück. Hierauf sprach er: Ich weiß nicht, ob man sie mir wegen des Kennzeichens zurückgegeben hat, und sie der Ansicht sind, Kennzeichen seien nach der Tora ausschlaggebend, oder wegen des Wiedererkennens, was nur bei einem Gelehrten erfolgen darf, nicht aber bei einem gewöhnlichen Menschen.",
"WENN ABER NICHT, UNGÜLTIG. Die Rabbanan lehrten: Was heißt ‘nicht sofort’? R. Nathan sagt, als eine Karawane vorüberziehen und ausruhen kann. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, wenn jemand da gestanden und gesehen hat, daß niemand da vorüber gegangen ist. Manche sagen, wenn niemand da geweilt hat. Rabbi sagt, als man einen Scheidebrief schreiben kann. R. Jiçḥaq sagt, als man ihn lesen kann. Andere sagen, als man ihn schreiben und lesen kann.",
"Aber auch wenn soviel Zeit verstrichen ist, sind [markante] Kennzeichen ausschlaggebend; wenn angegeben wird, daß ein Loch neben einem bestimmten Buchstaben sich befinde, nicht aber ist die Bezeichnung des Formates ausschlaggebend, wenn angegeben wird, er sei lang oder kurz.",
"Findet er ihn an [einer] Tasche, [einem] Geldbeutel, an einem Ringebefestigt"
],
[
"oder unter seinen Geräten, so ist er selbst nach einer längeren Zeit gültig.",
"Es wurde gelehrt: R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist, daß niemand da geweilthat. Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen des R. Jiçḥaq b. Šemuél: Die Halakha ist, daß niemand da vorübergegangen ist. –",
"Sollte doch der eine sagen, die Halakha sei wie dieser, und der andere, die Halakha sei wie jener!? – Es gibt manche, die es umwenden.",
"WENN EU IHN IN [EINEM] BEUTEL ODER [EINER] TASCHE FINDET. Was heißt Ḥaphisa [Beutel]? Rabba b. Bar Ḥana erwiderte: Ein kleines Schläuchlein. – Was heißt Delusqema [Tasche]? – Eine Mappe der Greise.",
"iii,2 WER EINEN SCHEIDEBRIEF BRINGT VON EINEM, DEN ER ALT ODER KRANK ZURÜCKGELASSEN HAT, ÜBERGEBE IHN IHR IN DER VORAUSSETZUNG, DASS ER LEBE.",
"WENN EINE JISRAÉLITIN MIT EINEM PRIESTER VERHEIRATET IST UND DIESER NACH DEM ÜBERSEELANDE AUSGEWANDERT IST, SO DARF SIE IN DER VORAUSSETZUNG, DASS ER LEBE, HEBE ESSEN. WENN JEMAND SEIN SÜNDOPFER AUS DEM ÜBERSEELANDE GESCHICKT HAT, SO BRINGE MAN ES DAR IN DER VORAUSSETZUNG, DASS ER LEBE.",
"GEMARA. Raba sagte: Dies gilt nur von einem Greise, der das hohe Alternoch nicht erreicht hat, und einem [gewöhnlichen] Kranken, da die meisten Kranken am Leben bleiben, nicht aber von einem Greise, der das hohe Alter erreicht hat, und einem Sterbenden, denn die meisten Sterbenden sind dem Tode verfallen.",
"Abajje wandte gegen ihn ein: Wenn jemand einen Scheidebrief bringt von einem, den er alt zurückgelassen hat, selbst hundert Jahre, so übergebe er ihn ihr in der Voraussetzung, daß er lebe. – Dies ist eine Widerlegung.",
"Wenn du aber willst, sage ich: da er es überschrittenhat, so hat er es überschritten.",
"Abajje wies Rabba auf einen Widerspruch hin. Wir haben gelernt, wer einen Scheidebrief bringt von einem, den er alt oder krank zurückgelassen hat, übergebe ihn ihr in der Voraussetzung, daß er lebe, und dem widersprechend wird gelehrt, [wenn ein Priester zu seiner Frau gesagt hat:] da hast du deinen Scheidebrief, auf daß er eine Stunde vor meinem Tode Gültigkeit erlange, sei ihr das Essen von Hebe sofort verboten!?",
"Dieser erwiderte: Du weisest auf einen Widerspruch zwischen [dem Gesetze von] der Hebe und dem von der Scheidung hin!? Bei der Hebe ist diesmöglich, bei der Scheidung ist dies nicht möglich. –",
"Ich will auf einen Widerspruch bei der Hebe hinweisen. Wir haben gelernt, wenn eine Jisraélitin mit einem Priester verheiratet und dieser nach dem Überseelande ausgewandert ist, dürfe sie in der Voraussetzung, daß er lebe, Hebe essen,",
"und dem widersprechend wird gelehrt, [wenn ein Priester zu seiner Frau gesagt hat:] da hast du deinen Scheidebrief, auf daß er eine Stunde vor meinem Tode Gültigkeit erlange, sei ihr das Essen von Hebe sofort verboten!?",
"R. Ada, der Sohn R. Jiçḥaqs, erwiderte: Anders ist es da, wo er es ihr eine Stunde vor seinem Todeverboten gemacht hat. R. Papa wandte ein: Woher, daß er zuerst sterben wird, vielleicht stirbt siezuerst!?",
"Vielmehr, erwiderte Abajje, dies ist kein Widerspruch; das eine nach R. Meír, der das Sterben nicht berücksichtigt, und das andere nach R. Jehuda, der das Sterben berücksichtigt.",
"Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand von SamaritanernWein gekauft hat, so spreche er: ‘zwei Log, die ich absondern werde, sollen Hebe, zehn erster Zehnt und neun zweiter Zehnt sein’; diesen lasse er ausgeweiht sein, und er darf sofort trinken – so R. Meír;",
"R. Jehuda, R. Jose und R. Šimo͑n verbietenes.",
"Raba erwiderte:"
],
[
"Wir berücksichtigen nicht, er kann gestorbensein, wohl aber berücksichtigen wir, er kann sterben.",
"R. Ada b. Mathna sprach zu Raba: Die Berücksichtigung beim Schlauchegleicht ja der Berücksichtigung, er kann sterben, und sie streiten hierüber!? R. Jehuda aus Disqarta erwiderte: Anders ist es bei einem Schlauche, den man einem Hüterübergeben kann.",
"R. Mešaršeja wandte ein: Dein Bürge braucht eines Bürgen!? Vielmehr, erklärte Raba, den Fall, er kann gestorben sein, berücksichtigen wir nicht, über den Fall, er kann sterben, streiten Tannaím.",
"WENN JEMAND SEIN SÜNDOPFER AUS DEM ÜBERSEELANDE GESCHICKT HAT &C. Es ist ja das Stützenerforderlich!? R. Joseph erwiderte: Ein Frauenopfer. R. Papa erwiderte: Ein Geflügelsündopfer.",
"Und dies allesist nötig. Würde er es nur von einem Scheidebriefe gelehrt haben, so könnte man glauben, weil dies nicht möglichist, nicht aber gelte dies bei der Hebe, wobei diesmöglich ist.",
"Und würde er es auch von der Hebe gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil es vorkommen kann, daß dies nicht möglichist, nicht aber gelte dies beim Sündopfer, da des Zweifels wegen kein Profanesin den Tempelhof kommen darf. Daher ist alles nötig.",
"iv DREI DINGE LEHRTE R. ELEA͑ZAR B. PROTO VON DEN WEISEN, UND SIE BESTÄTIGTEN SEINE WORTE: DIE EINWOHNER EINER STADT, DIE VON BELAGERUNGSTRUPPEN UMZINGELT WORDEN IST, DIE PASSAGIERE EINES SCHIFFES, DAS SICH IN SEENOT BEFINDET, UND DER ZUR ABURTEILUNG HINAUSGEFÜHRT WORDEN IST, GELTEN ALS LEBEND;\n",
"ABER BEI DEN EINWOHNERN EINER STADT, DIE VON DEN BELAGERUNGSTRUPPEN GENOMMEN WORDEN, DEN PASSAGIEREN EINES SCHIFFES, DAS IM MEERE UNTERGEGANGEN, UND DEM, DER ZUM HINRICHTEPLATZE HINAUSGEFÜHRT WORDEN IST, SIND DIE ERSCHWERUNGEN DES LEBENDEN UND DIE ERSCHWERUNGEN DES TOTEN AUFZUERLEGEN; SOWOHL DIE MIT EINEM PRIESTER VERHEIRATETE JISRAÉLITIN ALS AUCH DIE MIT EINEM JISRAÉLITEN VERHEIRATETE PRIESTERSTOCHTER DARF KEINE HEBE ESSEN.",
"GEMARA. R. Joseph sagte: Diesgilt nur von einem jisraélitischen Gerichte, wenn jemand aber von einem Gerichte der weltlichen Völker zum Tode verurteilt worden ist, so wird er auch hingerichtet.",
"Abajje sprach zu ihm: Dies sollte doch auch von einem Gerichte der weltlichen Völker gelten, da sie Bestechung annehmen!? Dieser erwiderte: Sie nehmen an vor Unterzeichnung des Urteils, nachdem aber das Urteil unterzeichnet worden ist, nehmen sie keine mehr an.",
"Man wandte ein: Wenn zwei [Zeugen], wo es auch ist, auftreten und von einem bekunden, er sei von jenem Gerichte [zum Tode] verurteilt worden, dieser und jener waren seine Belastungszeugen, so wird er hingerichtet!? – Vielleicht ist es bei einem Entflohenenanders. –",
"Komm und höre: Wenn man von einem jisraélitischen Gerichte hört, daß jener gestorbensei, daß jener hingerichtet worden sei, so lasse man seine Frau heiraten; wenn man aber von nichtjüdischen Beamtenhört, daß jener gestorben sei, daß jener hingerichtet worden sei, so lasse man seine Frau nicht heiraten.",
"Was heißt ‘gestorben’ und was heißt ‘hingerichtet’: wollte man sagen, wirklich gestorben und wirklich hingerichtet, weshalb sollte man, wenn man es von Nichtjuden hört, seine Frau nicht heiraten lassen!?",
"Wahrscheinlich heißt ‘gestorben’, zum Sterben hinausgeführt, und ‘hingerichtet’, zur Hinrichtung hinausgeführt, und er lehrt, wenn man es von einem jisraélitischen Gerichte hört, lasse man seine Frau heiraten!? –",
"Tatsächlich sind [die Worte] ‘gestorben’ und ‘hingerichtet’ wörtlich zu verstehen, wenn du aber einwendest, weshalb man sie, wenn man es von Nichtjuden hört, nicht [heiraten lasse], es sei uns ja bekannt, daß sie bei einem harmlosen Berichteglaubhaft seien, so gilt dies nur bei einer Sache, bei der sie nicht beteiligt sind, bei einer Sache aber, bei der sie beteiligt sind, pflegen sie ihre Lügen zu bekräftigen.",
"Manche lesen: R. Joseph sagte: Dies gilt nur von einem Gerichte der weltlichenVölker,"
],
[
"wenn jemand aber von einem jisraélitischen Gerichte zum Tode verurteilt worden ist, so wird er auch hingerichtet.",
"Abajje sprach zu ihm: Dies sollte doch auch von einem jisraélitischen Gerichte gelten, da es etwas zu seiner Entlastung gefunden haben kann!? –",
"Wenn sich etwas zu seiner Entlastung findet, so erfolgt dies vor Beendigung der Gerichtsverhandlung, nicht aber nach Beendigung der Gerichtsverhandlung. Ihm wäre eine Stütze zu erbringen. Wenn zwei [Zeugen], wo es auch ist, auftreten und von einem bekunden, er sei von jenem Gerichte [zum Tode] verurteilt worden, dieser und jener waren seine Belastungszeugen, so wird er hingerichtet. – Vielleicht ist es bei einem Entflohenen anders. –",
"Komm und höre: Wenn man von einem jisraélitischen Gerichte hört, daß jener gestorben sei, daß jener hingerichtet worden sei, so lasse man seine Frau heiraten; wenn man aber von nichtjüdischen Beamten hört, daß jener gestorben sei, daß jener hingerichtet worden sei, so lasse man seine Frau nicht heiraten.",
"Was heißt ‘gestorben’ und was heißt ‘hingerichtet’: wollte man sagen, wirklich gestorben und wirklich hingerichtet, weshalb sollte man, wenn man es von Nichtjuden hört, seine Frau nicht heiraten lassen!?",
"Wahrscheinlich heißt ‘gestorben’, zum Sterben hinausgeführt, und ‘hingerichtet’, zur Hinrichtung hinausgeführt, und er lehrt, wenn man es von einem jisraélitischen Gerichte hört, lasse man seine Frau nicht heiraten. –",
"Tatsächlich sind [die Worte] ‘gestorben’ und ‘hingerichtet’ wörtlich zu verstehen, wenn du aber einwendest, weshalb man sie, wenn man es von Nichtjuden hört, nicht [heiraten lasse], es sei uns ja bekannt, daß sie bei einem harmlosen Berichte glaubhaft seien, so gilt dies nur bei einer Sache, bei der sie nicht beteiligt sind, bei einer Sache aber, bei der sie beteiligt sind, pflegen sie ihre Lügen zu bekräftigen.",
" WENN JEMAND IM JISRAÉLLANDEEINEN SCHEIDEBRIEF ÜBERBRINGT UND ERKRANKT, SO SENDE ER IHN DURCH EINEN ANDEREN; WENN [DER EHEMANN] ABER ZU IHM GESAGT HAT, DASS ERVON IHR FÜR IHN EINE BESTIMMTE WERTSACHE IN EMPFANG NEHME, SO SENDE ER IHN NICHT DURCH EINEN ANDEREN, DENN ES IST IHM NICHT ERWÜNSCHT, DASS SEIN DEPOSITUM SICH IM BESITZE EINES ANDEREN BEFINDE.",
"GEMARA. R. Kahana sagte: Wir haben es [nur] von dem Falle gelernt, wenn er erkranktist. – Selbstverständlich, er lehrt ja: und erkrankt ist!? – Man könnte glauben, auch wenn er nicht erkrankt ist, nur lehre er es deshalb von dem Falle, wenn er erkrankt ist, weil dies das gewöhnlicheist, so lehrt er uns. –",
"In welchem Falle; sagte er zu ihm: ‘bring’, so sollte esauch dann gelten, wenn er nicht erkrankt ist, und sagte er zu ihm ‘bring du’, so sollte es auch dann nicht gelten, wenn er erkrankt ist, und nach R. Šimo͑n b. Gamliél auch dannnicht, wenn er erkrankt ist!?",
"Es wird nämlich gelehrt: [Sagte er zu ihm:] bring meiner Frau diesen Scheidebrief, so darf er ihn durch einen anderen senden; wenn aber: bring du meiner Frau diesen Scheidebrief, so darf er ihn nicht durch einen anderen senden. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, ob so oder so dürfe der Bote keinen anderen Boten bestellen. –",
"Wenn du willst, sage ich: wenn er ‘bring’ [sagte], und nur dann, wenn er erkranktist; wenn du willst, sage ich: wenn er ‘bring du’ [sagte], und anders ist es, wenn er erkranktist; und wenn du willst, sage ich: nach R. Šimo͑n b. Gamliél, und anders ist es, wenn er erkranktist. –",
"Wir haben gelernt: Wenn jemand im Jisraéllande einen Scheidebrief überbringt und erkrankt, so sende er ihn durch einen anderen. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn jemand zu zwei [Personen] gesagt hat, daß sie seiner Frau einen Scheidebrief geben sollen, oder zu drei, daß siefür seine Frau einen Scheidebrief schreiben und ihn ihr geben sollen, so müssen sie [selbst] ihn schreiben und ihr geben. Nur sie selbst, nicht aber durch einen Boten!?",
"Abajje erwiderte: Der Grund hierbei ist ja die Herabsetzungdes Ehemannes, und hierbeihat der Ehemann nichts zu befürchten.",
"Raba erwiderte: Weil es Wortesind, und Worte können nicht einem Vertreter übergeben werden. –",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen bei einem Vertreter für eine Schenkungsurkunde. Hierüber besteht ein Streit: Rabh sagt, die Schenkungsurkunde gleiche dem Scheidebriefe, und Šemuél sagt, die Schenkungsurkunde gleiche nicht dem Scheidebriefe.",
"WENN ER ABER ZU IHM GESAGT HAT, DASS ER VON IHR FÜR IHN EINE BESTIMMTE WERTSACHE IN EMPFANG NEHME. Reš Laqiš sagte: Hier lehrte Rabbi, daß der Entleiher nicht verleihen, und der Mieter nicht vermietendürfe.",
"R. Joḥanan sprach zu ihm: Dies wissen auch Schulkinder. Aberes kann vorkommen, daß die Scheidung auch ungültig ist; es ist ebenso, als würde er zu ihm gesagt haben: vollziehe die Scheidung im Erdgeschoße, und er dies im Söller getan hat, oder: vollziehe die Scheidung mit der Rechten, und er dies mit der Linken getanhat.",
"Alle stimmen überein, daß, wenn sie zu ihmgekommen ist, ihm die Wertsache übergeben und von ihm den Scheidebrief in Empfang genommen hat, die Scheidung nach aller Ansicht gültig sei; sie streiten nur über den Fall, wenn er zu ihm gesagt hat,"
],
[
"daß er zuerst die Wertsache von ihr in Empfang nehme und ihr nachher den Scheidebrief gebe, dieser aber ihr zuerst den Scheidebrief gegeben und nachher die Wertsache von ihr genommen hat: nach R. Joḥanan ist sie ungültig, wenn es durch ihn erfolgt ist, und um so mehr, wenn durch einen Vertreter, und nach Reš Laqiš ist sie gültig, wenn es durch einen Vertreter erfolgt ist, und um so mehr, wenn durch ihn.",
" WENN JEMAND EINEN SCHEIDEBRIEF AUS DEM ÜBERSEELANDE BRINGT UND ERKRANKT, SO BESTELLE ER BEI GERICHT EINEN BOTEN UND SENDE DIESEN. ER SPRECHE VOR IHNEN: ER IST VOR MIR GESCHRIEBEN UND VOR MIR UNTERZEICHNET WORDEN; DER LETZTE BOTE ABER BRAUCHT NICHT ZU SAGEN: ER IST VOR MIR GESCHRIEBEN UND VOR MIR UNTERZEICHNET WORDEN, VIELMEHR SAGE ER, ER SEI GERICHTSBOTE.",
"GEMARA. Die Jünger sprachen zu Abimi, dem Sohne des R. Abahu: Frage R. Abahu, ob der Bote des Boten einen Boten bestellen könne oder nicht. Er erwiderte ihnen: Dies sollte euch nicht fraglich sein; wenn er lehrt, der letzteBote brauche nicht, so kann er wohl einen bestellen,",
"fraglich sollte es euch sein, ob er den Boten vor Gericht bestellen müsse oder auch außerhalb des Gerichtes. Sie entgegneten ihm: Dies ist uns nicht fraglich, denn er lehrt: vielmehr sage er, er sei Gerichtsbote.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq lehrte es wie folgt: Die Jünger sprachen zu Abimi, dem Sohne des R. Abahu: Frage R. Abahu, ob der Bote des Boten, wenn er einen anderen Boten bestellt, dies vor Gericht tun müsse oder auch außerhalb des Gerichtes.",
"Er erwiderte ihnen: Es sollte euch doch fraglich sein, ob er überhaupt einen Boten bestellen könne. Sie erwiderten ihm: Dies ist uns nicht fraglich; wenn er lehrt, der letzte Bote brauche nicht, demnachkann der Bote einen Boten bestellen, fraglich ist es uns nur, ob dies vor Gericht erfolgen müsse oder auch außerhalb des Gerichtes. Er erwiderte ihnen: Auch dies sollte euch nicht fraglich sein, denn er lehrt: vielmehr sage er, er sei Gerichtsbote.",
"Rabba sagte: Im Jisraéllande kann ein Bote viele andere Botenbestellen. R. Aši sagte: Wenn der erste gestorbenist, so sind alle enthoben.",
"Mar, Sohn des R. Aši, sagte: Das, was mein Vater gesagt hat, stammtaus seiner Jugendzeit. Haben sie denn, wenn der Ehemann stirbt, irgendwelche Bedeutung!? Alle kommen sie also in Vertretung des Ehemannes, somit gelten sie, solange der Ehemann lebt [als Vertreter], und wenn der Ehemann nicht lebt, so ist es keiner von ihnen.",
"Einst sandte jemand einen Scheidebrief an seine Frau, und als der Bote ihm sagte, er kenne sie nicht, sprach er zu ihm: Geh und gib ihn Abba b. Minjomi, der sie kennt, und er soll ihn ihr übergeben. Hierauf kam er hin und fand Abba b. Minjomi nicht. Da traf er R. Abahu, R. Ḥanina b. Papa und R. Jiçḥaq den Schmied, neben ihnen saß R. Saphra, und diese sprachen zu ihm: Übergib uns deinen Auftrag, und wenn Abba b. Minjomi kommt, so werden wir ihm [den Scheidebrief] übergeben, und er wird ihn ihr überreichen.",
"R. Saphra sprach zu ihnen: Er ist ja kein Vertreter zur Scheidung!? Da wurden sie verlegen.",
"Hierauf sprach Raba: R. Saphra schlug drei autorisierte Gelehrte. R. Aši sprach: Wieso schlug er sie, sagte jener denn zu ihm: Abba b. Minjomi und nicht du!?",
"Manche lesen: Hierauf sprach Raba: R. Saphra schlug irrtümlich drei autorisierte Gelehrte. R. Aši sprach: Wieso irrtümlich, jener meinte: Abba b. Minjomi, nicht aber du.",
"Einst sandte jemand seiner Frau einen Scheidebrief und sagte zum Boten, daß er ihn ihr erst nach dreißig Tagen gebe. Innerhalb der dreißig Tage aber wurde er von einem Zwangsfallebetroffen,",
"und er kam dieserhalb zu Raba. Da entschied Raba: Ein Erkrankter darf dies aus dem Grunde, weil er von einem Zwangsfalle betroffen wird, und auch dieser ist von einem Zwangsfalle betroffen worden. Hierauf sprach er zu ihm: Übergib uns deinen Auftrag, und nach dreißig Tagen werden wir einen Boten bestellen, der ihn ihr übergeben wird. Die Jünger sprachen zu Raba: Er ist ja kein Vertreter zur Scheidung!? Er erwiderte ihnen: Da er nach dreißig Tagen die Scheidung vollziehen kann, so gilt er als Vertreter zur Scheidung. –",
"Es ist ja zu berücksichtigen, er kann sich mit ihr vertragenhaben!? Wir haben ja auch gelernt, [daß, wenn er gesagt hat:] von jetztab, falls ich bis in zwölf Monaten nicht zurückkomme, und innerhalb der zwölf Monate gestorben ist, die Scheidung gültig sei,",
"und auf unseren Einwand, es sollte berücksichtigt werden, er kann sich mit ihr vertragenhaben, erwiderte Rabba b. R. Hona, sein Herr Vater habe im Namen Rabhs erklärt, wenn er gesagt hat, sie soll glaubhaft sein, daß er ihr nicht beigewohnt habe.",
"Da wurde er verlegen. Später stellte es sich heraus, daß es eine Verlobte war. Da sprach Raba: Wenn sie dies von einer Verheirateten gesagt haben, sollte es auch von einer Verlobtengelten!?",
"Hierauf sagte Raba: Folgendes ist uns entschieden fraglich:"
],
[
"muß das Gericht, wenn es einen Boten bestellt, dies in seinerGegenwart tun oder auch in seiner Abwesenheit? Später entschied er, sowohl in seiner Gegenwart als auch in seiner Abwesenheit. Von dort ließen sie mitteilen: Sowohl in seiner Gegenwart als auch in seiner Abwesenheit.",
"Einst sagte jemand: Wenn ich innerhalb dreißig Tagen nicht komme, so sei der Scheidebrief gültig. Als er dann kam, verhinderte ihndie Fähre. Da rief er: Seht, ich bin gekommen, seht, ich bin gekommen. Hierauf entschied Šemuél, dies heiße kein Kommen.",
"Einst sagte jemand: Wenn ich sie bis dreißig Tagen nicht besänftigt habe, so sei der Scheidebrief gültig. Hierauf ging er hin, um sie zu besänftigen, sie aber ließ sich nicht besänftigen. Da entschied R.Joseph: Hat er ihr etwa zur Besänftigung einen Trikab Denare gegeben und sie es abgewiesen!? Manche lesen:",
"Da entschied R. Joseph: Braucht er ihr etwa einen Trikab Denare zu geben!? Er hat sie ja besänftigt, sie aber ließ sich nichtbesänftigen.",
"Diese [Lesart] nach demjenigen, welcher sagt, bei der Scheidung gebe es einen Zwangsfall, und jene nach demjenigen, welcher sagt, bei der Scheidung gebe es keinen Zwangsfall.",
" WENN JEMAND EINEM PRIESTER, EINEM LEVITEN ODER EINEM ARMEN GELD GEBORGT HAT, AUF DASS ER [DIE ABGABEN] FÜR SIE ABSONDERE, SO SONDERE ER SIE FÜR SIE AB IN DER VORAUSSETZUNG, DASS SIE LEBEN, UND BERÜCKSICHTIGE NICHT, DER PRIESTER ODER DER LEVITE KANN GESTORBEN ODER DER ARME REICH GEWORDEN SEIN.",
"IST DIESER GESTORBEN, SO MUSS ER ERLAUBNIS VON DEN ERBENEINHOLEN. HAT ER IHNEN VOR GERICHT GEBORGT, SO BRAUCHT ER KEINE ERLAUBNIS VON DEN ERBEN EINZUHOLEN.",
"GEMARA. Obgleich sie in seinen Besitz nicht gekommensind!?",
"Rabh erwiderte: Hier wird von einem bekannten Priester oder Levitengesprochen. Šemuél erwiderte: Wenn er sie ihm durch anderezueignet. U͑la erwiderte: Hier ist die Ansicht R. Joses vertreten, welcher sagt, hierbei haben sieden, der noch nicht erworben hat, dem, der bereits erworben hat, gleichgestellt.",
"Die anderen erklären nicht wie Rabh, weil dies nicht von einem bekannten Priester gelehrt wird; wie Šemuél ebenfalls nicht, weil dies nicht vom Zugeeigneten gelehrt wird; wie U͑la ebenfalls nicht, weil [die Mišna] nicht einem einzelnen zu addizieren ist.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand einem Priester, einem Leviten oder einem Armen Geld geborgt hat, auf das er [die Abgaben] für sie absondere, so sondere er sie für sie ab in der Voraussetzung, daß sie leben;",
"er darf mit ihm den billigen Marktpreis vereinbaren, ohne dabei Wucher zu befürchten; es verfällt nichtim Siebentjahre,",
"und wenn er zurücktreten will, kann er es nicht. Hat der Eigentümer [den Ertrag] als verlorenaufgegeben, so darf er nicht in Verrechnung absondern, weil man nicht vom Verlorengegebenen absondern darf.",
"Der Meister sagte: Er darf mit ihm den billigen Preis vereinbaren. Selbstverständlich!? – Folgendes lehrt er uns: auch wenn er es nicht vereinbart hat, ist es ebenso, als hätte er es vereinbart.",
"«Ohne dabei Wucher zu befürchten.» Aus welchem Grunde? – Da er, wenn er nichtshat, ihm nichts zu geben braucht, so ist, wenn er hat, Wucher nicht zu befürchten,",
"«Es verfällt nicht im Siebentjahre.» Denn hierbei trifft nicht zu [das Verbot]:er soll nicht mahnen.",
"«Wenn er zurücktreten will, kann er es nicht.» R. Papa sagte: Dies gilt nur vom Hausherrn gegenüber dem Priester, der Priester gegenüber dem Hausherrn aber kann wohl zurücktreten, denn wir haben gelernt, wenn [der Käufer] das Geld gezahlt und die Früchte nicht an sich gezogen hat, dürfe er zurücktreten.",
"«Hat der Eigentümer [den Ertrag] als verloren aufgegeben, so darf er nicht in Verrechnung absondern, weil man nicht vom Verlorengegebenen absondern darf.» Selbstverständlich!? – In dem Falle, wenn esschon gegrünt hatte; man könnte glauben, das Grünen sei wesentlich, so lehrt er uns.",
"Es wird gelehrt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Wenn jemand einem Priester oder einem Leviten Geld vor Gericht geborgthat und sie gestorben sind, so sondere er [die Abgaben] auf ihren Namen für diesen Stammab; wenn einem Armen vor Gericht und er gestorben ist, so sondere er sie auf seinen Namen für die Armen Jisraélsab. R. Aši sagt, für die Armen der Welt. –",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? –"
],
[
"Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen hinsichtlich der samaritanischen Armen.",
"Ist der Arme reich geworden, so sondere er auf seinen Namen nichtab, und dieser hat das erworben, was sich in seinem Besitze befindet. –",
"Weshalb haben die Rabbanan eine Vorsorge für den Sterbefall getroffen, nicht aber für den Fall des Reichwerdens? – Das Sterben ist gewöhnlich, das Reichwerden ist selten. R. Papa sagte: Das ist es, was die Leute sagen: [hörst du, daß] dein Freund gestorben ist, glaube es, daß er reich geworden ist, glaube es nicht.",
"IST DIESER GESTORBEN, SO MUSS ER ERLAUBNIS &C. Es wird gelehrt: Rabbi sagte: Von den Erben, die geerbt haben. – Gibt es denn Erben, die nicht erben!? Vielmehr, erklärte R. Joḥanan, die Grundbesitz geerbthaben, nicht aber, die Bargeld geerbt haben.",
"R. Jonathan sagte: Hat jener soviel wie eine Nadelzurückgelassen, so fordere er soviel wie eine Nadelein, wenn soviel wie eine Axt, so fordere er soviel wie eine Axt ein. R. Joḥanan aber sagte: Selbst wenn jener nur soviel wie eine Nadel zurückgelassen hat, fordere er soviel wie eine Axtein,",
"wie beim Ereignisse vom kleinen Felde mit Abajje.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn ein Jisraélit zu einem Leviten gesagt hat: du hast den Zehnten bei mir, so ist hinsichtlich der darin enthaltenen Zehnthebenichts zu berücksichtigen; wenn aber: du hast ein Kor Zehnt[früchte] bei mir, so ist hinsichtlich der darin enthaltenen Zehnthebe zu berücksichtigen.",
"Wie meint er es? Abajje erwiderte: Er meint es wie folgt: wenn ein Jisraélit zu einem Leviten gesagt hat: du hast bei mir den Zehnten, da hast du das Geld dafür, so ist nicht zu berücksichtigen, dieser kannihn als Zehnthebe für andere [Früchte] bestimmt haben; wenn aber: du hast bei mir ein Kor Zehnt[früchte], da hast du das Geld dafür, so ist zu berücksichtigen, er kann sie als Zehnthebe für andere [Früchte] bestimmt haben. –",
"Sprechen wir denn von Bösewichtern, die das Geld nehmen und [die Früchte] als Zehnthebe bestimmen!?",
"Vielmehr, erklärte R. Mešaršeja, Sohn des R. Idi, meint er es wie folgt: wenn ein Jisraélit zu einem Leviten gesagt hat: dein Vater hat bei mir den Zehnten, da hast du das Geld dafür, so ist nicht zu berücksichtigen, der Vater kann ihn als Zehnthebe für andere [Früchte] bestimmt haben; wenn aber: dein Vater hat bei mir ein Kor Zehnt[früchte], da hast du das Geld dafür, so ist zu berücksichtigen, der Vater kann sie als Zehnthebe für andere Früchte bestimmt haben. –",
"Stehen Genossen denn im Verdachte, die Hebe vom Nichtzusammenliegendenabzusondern!?",
"Vielmehr, erklärte R. Aši, meint er es wie folgt: wenn ein Jisraélit zu einem Leviten gesagt hat: mein Vater sagte mir, daß du den Zehnten bei ihm hast, oder dein Vater den Zehnten bei ihm hat, so ist die darin enthaltene Zehnthebe zu berücksichtigen, denn da das Quantum nicht bestimmt ist, wird ihn wohl der Hausherr nicht zubereitethaben; wenn aber: du hast ein Kor Zehnt[früchte] bei ihm, oder dein Vater hat ein Kor Zehnt[früchte] bei ihm, so ist die darin enthaltene Zehnthebe nicht zu berücksichtigen, denn da das Quantum bestimmt ist, wird sie wohl der Hausherr zubereitet haben. –",
"Hat der Hausherr denn das Recht, die Zehnthebezu entrichten!? Freilich; dies nach Abba Elea͑zar b. Gamla, denn es wird gelehrt: Abba Elea͑zar b. Gamla sagte:Eure Hebe wird euch angerechnet werden;"
],
[
"die Schrift spricht von zweiHeben, von der großen Hebe und von der Zehnthebe; wie die große Hebe nach Vermutungund durch Bestimmungentrichtet werden kann, ebenso kann die Zehnthebe nach Vermutung und durch Bestimmung entrichtet werden; und wie ferner der Hausherr das Recht hat, die große Hebe abzusondern, ebenso hat er das Recht, die Zehnthebe abzusondern.",
" WER FRÜCHTE ZURÜCKGELEGT HAT, UM VON IHNEN HEBE UND ZEHNTEN ABZUSONDERN, ODER GELD, UM DAVON DEN ZWEITEN ZEHNTENABZUSONDERN, DARF DIES IN DER VORAUSSETZUNG, DASS SIE VORHANDEN SIND; SIND SIE ABHANDEN GEKOMMEN, SO IST DIES VON STUNDE BIS STUNDEZU BEFÜRCHTEN– SO R. ELEA͑ZAR B. ŠAMUA͑.",
"R. JEHUDA SAGTE: AN DREI ZEITEN UNTERSUCHE MAN DEN WEIN: WENN DER OSTWIND AM AUSGANGE DES [HÜTTEN]FESTES [WEHT], WENN DER TRAUBENANSATZ VORKOMMT, UND WENN DER SAFT IN DIE UNREIFEN TRAUBEN KOMMT.",
"GEMARA. Was heißt von Stunde bis Stande? R. Joḥanan sagt, von Stunde bis Stunde seit der Untersuchung. R. Elea͑zar b. Antigonos sagt im Namen des R. Elea͑zar b. R. Jannaj,"
],
[
"von Stunde bis Stunde seit dem Zurücklegen. –",
"Wir haben gelernt: Sind sie abhanden gekommen, so ist dies von Stunde bis Stunde zu befürchten. Einleuchtend ist dies nach demjenigen, welcher sagt, von Stunde bis Stunde seit der Untersuchung,",
"wieso aber heißt es ‘von Stunde bis Stunde’ nach demjenigen, welcher sagt, seit dem Zurücklegen, es sollte ja ‘bis auf [die Zeit] von Stunde bis Stunde’ heißen!? – Dies ist ein Einwand.",
"So R. ELEA͑ZAR B. ŠAMUA͑. R. Elea͑zar sagte: Die Genossen streiten gegen R. Elea͑zar, denn wir haben gelernt: Wenn ein Tauchbad nachgemessen wird und es sich herausstellt, daß esunvollständig ist, so ist alles, was durch dieses Reinheit erlangt hat, einerlei ob auf Privatgebiet oder auf öffentlichemGebiete, rückwirkend unrein. –",
"Selbstverständlich, daß sie streiten!? – Man könnte glauben, unter rückwirkend sei zu verstehen, von Stunde bis Stunde, so lehrt er uns.",
"R. JEHUDA SAGTE: AN DREI ZEITEN &C. Es wird gelehrt: Wenn der Ostwind am Ausgange des [Hütten]festes [weht, am Herbst]punkte.",
"Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: An drei Zeiten verkaufe man das Getreide: vor der Aussaat, zur Zeit der Aussaat und vordem Pesaḥfeste. An drei Zeiten verkaufe man den Wein: vor dem Pesaḥfeste, vor dem Wochenfeste und vor dem [Hütten]feste. Öl vom Wochenfeste ab. – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? Raba, nach anderen R. Papa, erwiderte: Für Gesellschafter. – Wie ist es von da ab? Raba erwiderte: Dann ist jeder Tag die geeignete Zeit.",
"Und als die Sonne aufging, da entbot der Herr einen schwülen Ostwind. Was heißt ḥarišith? R. Jehuda erwiderte: Wenn er weht, macht er Furchen über Furchenin das Meer.",
"Rabba sprach zu ihm: Wieso heißt es demnach: die Sonne stach Jona auf das Haupt, und er verschmachtete!? Vielmehr, erklärte Rabba: Wenn er weht, macht er alle Winde schweigen. – Das ist es, was geschrieben steht:daß deine Kleider wärmen, wenn die Erde vom Südwind ruht. Dies erklärte R. Taḥlipha b. R. Ḥisda im Namen R. Ḥisdas: Wann wärmen deine Kleider? Wenn die Erde vom Südwind ruht. Wenn nämlich [der Ostwind] weht, macht er alle Winde schweigen.",
"R. Hona und R. Ḥisda saßen beisammen und Geniba ging an ihnen vorüber. Da sprach einer zum anderen: Wir wollen vor ihm aufstehen. Der andere erwiderte: Vor dem Zänkersollen wir aufstehen!? Inzwischen kam er zu ihnen heran und fragte sie: Womit befaßt ihr euch? Sie erwiderten ihm: Mit den Winden.",
"Da sprach er zu ihnen: Folgendes sagte R. Ḥanan b. Raba im Namen Rabhs: Vier Windewehen jeden Tag und mit allen auch der Nordwind, denn, wenn dem nicht so wäre, würde die Welt auch nicht eine Stunde bestehen können. Am unerträglichsten unter allen ist der Südwind, und wenn der Habicht[engel]ihn nicht zurückhalten würde, würde er die ganze Welt zerstören, denn es heißt:durch deine Einsicht hebt der Habicht seine Schwingen, breitet seine Fittige aus nach dem Süden hin.",
"Raba und R. Naḥman b. Jiçḥaq saßen beisammen und R. Naḥman b. Ja͑qob kam an ihnen vorüber; er saß in einer goldenen Sänfte, über die ein lauchgrünes Tuch gebreitet war. Da ging Raba zu ihm heran, R. Naḥman b. Jiçḥaq aber ging zu ihm nicht heran, denn er dachte: es sind wahrscheinlich Leute aus dem Hause des Exilarchen; Raba braucht sie, ich brauche sie nicht.",
"Als er darauf sah, daß es R. Naḥman b. Ja͑qob sei, ging er zu ihm heran, und dieser entblößteseinen Arm, indem er sprach: Der Dämon weht. Da sprach Raba: Rabh sagte, durch ihn abortiere eine Frau; Šemuél sagte, durch ihn verfaule sogar die Perle im Meere; R. Joḥanan sagte, durch ihn verstinke sogar der Samen im Leibe der Frau.",
"Hierauf sprach R. Naḥman: Alle drei folgerten sie es aus einem Schriftverse:er ist zwischen den Brüdern fruchtbar, es kommt ein Ostwind, ein Sturm des Herrn, von der Wüste steigt er herauf und es versiegt sein Born &c. Es versiegt sein Born, das ist der Bornder Frau; es vertrocknet seine Quelle, das ist der Samen im Leibe der Frau; er rafft den Schatz aller köstlichen Geräte fort, das ist die Perle im Meere.",
"Da sprach jener: Dieser gehört wohl zu den Suräern, die die Schriftworte deuten. – Was heißt: er ist zwischen den Brüdern fruchtbar? Raba erwiderte: Selbst"
],
[
"den Stiel im Spatenöhr lockerter. R. Joseph erklärte: Selbst den Haken an der Wand lockert er. R. Aḥa b. Ja͑qob erklärte: Selbst das Rohr am Korbe lockert er.",
"",
"i WENN JEMAND SEINER FRAU EINEN SCHEIDEBRIEF GESCHICKT HAT UND DEN BOTEN ERREICHT ODER IHM EINEN BOTEN NACHSENDET UND ZU IHM SPRICHT: DER SCHEIDEBRIEF, DEN ICH DIR GEGEBEN HABE, IST NICHTIG, SO IST ER NICHTIG; WENN ER ODER EIN VON IHM ENTSANDTER BOTE IHM BEI SEINER FRAU ZUVORKOMMT UND ZU IHR SPRICHT: DER SCHEIDEBRIEF, DEN ICH DIR GESCHICKT HABE, IST NICHTIG, SO IST ER NICHTIG. WENN ABER DER SCHEIDEBRIEF BEREITS IN IHRE HAND GEKOMMEN IST, SO KANN ER IHN NICHT MEHR NICHTIG MACHEN.",
" VORMALS KONNTE MAN AUCH ANDERSWO EIN GERICHTSKOLLEGIUM ZUSAMMENSETZEN UND IHN NICHTIG MACHEN, R. GAMLIÉL DER ÄLTERE ORDNETE ABER AN, DASS MAN DIES NICHT TUE, ALS VORSORGENDE INSTITUTION.",
"GEMARA. Er lehrt nicht ‘ihn einholt’, sondern ‘erreicht’, selbst unbeabsichtigt, wonach wir nicht sagen, er habe sie damit nur kränken wollen;",
"wozu lehrt er nun den Fall, wenn er ihm einen Boten nachsendet!? – Man könnte glauben, der Auftrag des anderen sei nicht bedeutender als der des ersten, um ihn nichtig machen zu können, so lehrt er uns. –",
"Wozu lehrt er weiter: wenn er ihm bei seiner Frau zuvorgekommen ist? – Man könnte glauben, nur in dem Falle, wenn er es zum Boten gesagt hat, sagen wir nicht, er habe sie damit nur kränken wollen, wenn aber ihr selbst, so wollte er sie entschieden nur kränken, so lehrt er uns. – Wozu heißt es:",
"oder ein von ihm entsandter Bote? – Man könnte glauben, er selber würde sich nicht bemüht haben, um sie zu kränken, wenn es aber durch einen Boten erfolgt, auf dessen Bemühung er nicht achtet, so tat er dies nur um sie zu kränken, so lehrt er uns.",
"WENN ABER DER SGHEIDEBRIEF BEREITS IN IHRE HAND GEKOMMEN IST, SO KANN ER IHN NICHT MEHR NICHTIG MACHEN. Selbstverständlich!? – In dem Falle, wenn er schon vorher bestrebt war, ihn nichtig zu machen; man könnte glauben, es habe sich nun herausgestellt, daß er ihn rückwirkend nichtig gemacht habe, so lehrt er uns.",
"Die Rabbanan lehrten: [Sagte er:] er ist nichtig, ich will ihn nicht, so sind seine Worte gültig; wenn aber: er ist ungültig, er ist kein Scheidebrief, so hat er nichts gesagt.",
"Demnach ist unter ‘ist nichtig’ zu verstehen, er sei nichtig, und dem widersprechend sagte ja Rabba b. Ajbu im Namen R. Šešeths, und wie manche sagen, Rabba b. Abahu, daß, wenn der Beschenkte, nachdem das Geschenk in seine Hand gekommen ist, sagt: diese Schenkung sei nichtig, werde nichtig, ich will sie nicht, er nichts gesagt habe, wenn aber: sie ist nichtig, es ist kein Geschenk, seine Worte gültigseien; demnach ist unter ‘ist nichtig’ die Vergangenheit zu verstehen!?",
"Abajje erwiderte: Unter ‘ist nichtig’"
],
[
"sind beide Begriffe zu verstehen; es ist zu verstehen: es ist nichtig, und es ist zu verstehen: es werde nichtig. Bei der Scheidung versteht man den Begriff, der dabei wirksam ist, und bei der Schenkung den Begriff, der dabei wirksam ist.",
"Abajje sagte: Es ist uns überliefert, daß der Bevollmächtigte bei einer Schenkung dem Bevollmächtigten bei einem Scheidebriefe gleiche. Dies ist von Bedeutung, daß nämlich [der Ausdruck] ‘bring’ nicht ‘erwirb’ heiße.",
"Rabina traf R. Naḥman b. Jiçḥaq am Türriegel gelehnt stehen und folgendes fragen: Wie ist es, wenn er nur ‘nichtig’ [gesagthat]? – Dies bleibt unentschieden.",
"R. Šešeth sagte, und wie manche sagen, wurde es in einer Barajtha gelehrt: [Sagte er:] dieser Scheidebrief soll nicht wirken, nicht lösen, nicht entlassen, nicht fortschicken, nicht scheiden, ein Fetzen sein, einem Fetzen gleichen, so sind seine Worte von Wirkung;",
"wenn aber: wirkt nicht, löst nicht, entläßt nicht, schickt nicht fort, scheidet nicht, ist ein Fetzen, gleicht einem Fetzen, so hat er nichts gesagt.",
"Sie fragten: Wie ist es, [wenn er gesagt hat:] er istein Fetzen? Rabina sprach zu R. Aḥa, dem Sohne Rabas, und wie manche sagen, R. Aḥa, der Sohn Rabas, zu R. Aši: Hierbei ist es ja nicht anders, [als wenn jemand gesagt hat:] dies ist geheiligt, dies ist Freigut. –",
"Kann er sich damitwiederum scheiden lassen oder kann er sich damit nicht wiederum scheiden lassen? R. Naḥman sagt, er könne sich damit wiederum scheiden lassen, und R. Šešeth sagt, er könne sich damit nicht wiederum scheiden lassen. Die Halakha ist wie R. Naḥman. –",
"Dem ist ja aber nicht so, es ist uns ja bekannt, daß die Halakha wie R. Joḥanan sei, welcher sagt, sie könne zurücktreten!? –",
"Es ist ja nicht gleich; da handelt es sich bei beidemum Worte, und ein Wort kann ein Wort aufheben, wieso aber sollte er hierbei, wenn er auch den Auftrag des Boten nichtig machen kann, den Scheidebrief selbst nichtig machen!?",
"ANFANGS KONNTE MAN &C. Es wurde gelehrt: Vor wieviel [Personen] erfolgtdie Nichtigmachung? R. Naḥman sagt, vor zwei, und R. Šešeth sagt, vor drei.",
"R. Šešeth sagt, vor drei, denn es heißt Gericht; R. Naḥman sagt, vor zwei, denn auch zwei werden Gericht genannt. R. Naḥman sagte: Dies entnehme ich aus folgender Lehre: Ichübergebe euch"
],
[
"N. und N., Richter im Orte N. –",
"Und R. Šešeth!? – Soll etwa der Autor die Aufzählung wie ein Hausierer fortsetzen!?",
"R. Naḥman sagte ferner: Dies entnehme ich aus folgender Lehre: Die Richter oder die Zeugen unterzeichnen. Doch wohl die Richter gleich den Zeugen, wie es zwei Zeugen sind, ebenso auch zwei Richter. – Und R. Šešeth!? – Wieso dies, die einen, wie sie erforderlich sind, und die anderen, wie sie erforderlich sind. –",
"Wozu lehrt er es von den Richtern und von den Zeugen!? – Folgendes lehrt er uns; es ist einerlei, ob es im Richterstil geschrieben und von den Zeugen unterschrieben, oder im Zeugenstil geschrieben und von den Richtern unterschrieben ist.",
"ALS VORSORGENDE INSTITUTION. Was ist dies für eine vorsorgende Institution? R. Joḥanan sagt, eine Vorsorge [zur Vermeidung von] Hurenkindern. Reš Laqiš sagt, eine Vorsorge [zur Vermeidung von] Verlassenen.",
"R. Joḥanan sagt, eine Vorsorge [zur Vermeidung von] Hurenkindern, denn er ist der Ansicht R. Naḥmans, der vor zwei sagt, und da es durch zwei nicht bekannt wird, so könnte sie, wenn sie es nicht hört und nicht erfährt, sich verheiraten und Hurenkinder [gebären].",
"Reš Laqiš sagt., eine Vorsorge [zur Vermeidung von] Verlassenen, denn er ist der Ansicht R. Šešeths, der vor drei sagt, und da es durch drei bekannt wird, so hört und erfährt sie es, und heiratet dann nicht; dies ist also eine Vorsorge [zur Vermeidung von] Verlassenen.",
"Die Rabbanan lehrten: Hat er ihnnichtig gemacht, so ist er nichtig – so Rabbi. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, weder könne er ihn nichtig machen noch irgend eine Klausel hinzufügen, denn worin bestände sonstdie Macht des Gerichtes. –",
"Ist es denn möglich, daß [der Scheidebrief] nach der Tora nichtigist, und wir wegen der Macht des Gerichtes eine Ehefrau Fremden erlauben!? – Allerdings, wer sich eine Frau antraut, tut dies gestützt auf die Bestimmung der Rabbanan, und die Rabbanan haben die Antrauung annulliert.",
"Rabina sprach zu R. Aši: Allerdings, wenn die Antrauung durch Geld erfolgtist, wie ist es aber, wenn sie durch den Beischlaf erfolgt ist!? – Die Rabbanan haben seinen Beischlaf zum außerehelichen gemacht.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn er zu zehn [Personen] gesagt hat: schreibt einen Scheidebrief für meine Frau, so kann er diesvor den einen in Abwesenheit der anderen zurückziehen – so Rabbi; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, er könne es nur vor allen zusammen zurückziehen. –",
"Worin besteht ihr Streit? – Sie streiten darüber, ob ein Zeugnis, das zum Teil aufgehoben wordenist, vollständig aufgehoben ist. Rabbi ist der Ansicht, ein Zeugnis, das zum Teil aufgehoben worden ist, sei nicht vollständig aufgehoben,"
],
[
"und wenn jeneihn schreiben und ihr geben, so ist es recht.",
"R. Šimo͑n b. Gamliél aber ist der Ansicht, ein Zeugnis, das zum Teil aufgehoben worden ist, sei vollständig aufgehoben, und wenn jene, die es nicht wissen, ihn schreiben und ihr geben, machen sie eine Ehefrau Fremden erlaubt.",
"Wenn du aber willst, sage ich: alle stimmen überein, daß ein Zeugnis, das zum Teil aufgehoben worden ist, nicht vollständig aufgehoben sei, und der Grund des R. Šimo͑n b. Gamliél hierbei ist, weil er der Ansicht ist, eine Handlung, die vor zehn [Personen] erfolgt ist, erfordere zehn [Personen] auch zur Aufhebung.",
"Sie fragten: Wie ist es, wenn er‘ihr alle’ gesagt hat: ist der Grund des R. Šimo͑n b. Gamliél, weil er der Ansicht ist, ein Zeugnis, das zum Teil aufgehoben worden ist, sei vollständig aufgehoben, und da er ‘ihr alle’ gesagt hat, so können jene ihn nicht schreibenund ihr geben,",
"oder ist der Grund des R. Šimo͑n b. Gamliél, weil er der Ansicht ist, eine Handlung, die vor zehn [Personen] erfolgt ist, erfordere zehn [Personen] auch zur Aufhebung, somit gilt dies auch dann, wenn er ‘ihr alle’ gesagt hat? –",
"Komm und höre: Wenn er zu zwei [Personen] gesagt hat: gebt meiner Frau einen Scheidebrief, so kann er dies vor dem einen in Abwesenheit des anderen zurückziehen – so Rabbi; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, er könne es nur vor beiden zusammen zurückziehen. Wenn vor zwei, so ist es ja ebenso als würde er ‘ihr alle’ gesagthaben, und sie streiten hierüber.",
"R. Aši erwiderte: Bei Zeugen des Schreibens ist dem auchso, hier aber wird von Zeugen der Überbringunggesprochen.",
"Dies ist auch einleuchtend, denn im Schlußsatze lehrt er: Wenn er es zu einem besonders und zum anderen besonders gesagt hat, so kann er es vor einem in Abwesenheit des anderen zurückziehen. Einleuchtend ist dies, wenn du sagst, dies gelte von Zeugen der Überbringung, wenn du aber sagst, von Zeugen des Schreibens, so werden sie ja nicht vereinigt, denn der Meister sagte, daß ihre Aussagen nur dann vereinigtwerden, wenn beide es gleichzeitig gesehen haben. – Vielleicht ist er der Ansicht des R. Jehošua͑ b. Qorḥa.",
"R. Šemuél b. Jehuda sagte: Hinsichtlich dieser beiden [Kontroversen] hörte ich von R. Abba, daß bei der einen nach Rabbi und bei der anderen nach R. Šimo͑n b. Gamliél zu entscheiden sei; ich weiß aber nicht, bei welcher nach Rabbi und bei welcher nach R. Šimo͑n b. Gamliél.",
"R. Joseph sprach: Wir wollen dies feststellen. Als R. Dimi kam, erzählte er folgendes. Einst entschiedRabbi nach den Weisen, da sprach R. Proṭo, Solui des R. Elea͑zar b. Proṭo, Enkelsohn R. Proṭo des Großen, zu ihm: Worin besteht demnach die Macht des Gerichtes!? Hierauf trat Rabbi zurück und entschied nach R. Šimo͑n b. Gamliél.",
"Wenn nun bei dieser nach R. Šimo͑n b. Gamliél entschieden wird, so ist wohl bei jener nach Rabbi zu entscheiden.",
"Und auch R. Jošija aus Ủsa ist der Ansicht, bei einer nach Rabbi und bei einer nach R. Šimo͑n b. Gamliél, denn Rabba b. Bar Ḥana erzählte: Fünf Greise waren wir vor R. Jošija aus Uša, und als einst ein Mann zu ihm kam, von dem er einen Scheidebriefgegen seinen Willen erzwang, sprach er zu uns: Geht, versteckt euchund schreibt ihn ihr.",
"Nach Rabbiist ja nichts dabei, daß sie sich versteckt hatten!? Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß er der Ansicht des R. Šimo͑n b. Gamliél sei.",
"Und wenn man sagen wollte, er sei auch bei der anderen [Kontroverse] der Ansicht des R. Šimo͑n b. Gamliél, so brauchten sie sich ja nicht zu verstecken, sondern von einanderzu trennen; wahrscheinlich ist er bei der einen der Ansicht Rabbis und bei der anderen der Ansicht des R. Šimo͑n b. Gamliél.",
"Raba aber sagte im Namen R. Naḥmans, die Halakha sei wie Rabbi bei beidem. – Ist denn R. Naḥman nicht der Ansicht die Macht des Gerichtes müsse gewahrt werden, R. Naḥman sagte ja im Namen Šemuéls,"
],
[
"daß, wenn die Waisen die Güter ihres Vaters teilen, das Gericht ihnen Vormünder stelle, die für sie einen guten Teilheraussuchen, und wenn sie großjährig werden, sie Einsprucherheben können, und in seinem eigenen Namen sagte R. Naḥman, wenn sie großjährig werden, können sie keinen Einspruch erheben, denn worin bestände sonst die Macht des Gerichtes!? –",
"Da handelt es sich um eine Zivilsache, hierbei aber um eine kanonische Sache.",
"Gidul, Sohn des Reîlaj, sandte seiner Frau einen Scheidebrief, und der Bote ging hin und traf sie sitzen und spinnen; da sprach er zu ihr: Da ist dein Scheidebrief. Sie erwiderte ihm: Geh heute fort und komm morgen. Hierauf kam er zu jenem, und jener sprach: Gepriesen seider Gute und Gütige.",
"Hierzu sagte Abajje: Gepriesen sei der Gute und Gütige; aber der Scheidebrief ist nicht ungültig. Raba aber sagte: Gepriesen sei der Gute und Gütige, und der Scheidebrief ist ungültig. –",
"Worin besteht ihr Streit? – Sie streiten über die Kundgebungüber den Scheidebrief. Abajje ist der Ansicht, die Kundgebung über den Scheidebrief sei unwesentlich, und Raba ist der Ansicht, die Kundgebung über den Scheidebrief sei wesentlich.",
"Raba sagte: Dies entnehme ich aus folgendem. Einst erzwang R. Šešeth von einem einen Scheidebrief gegen seinen Willen; darauf sprach dieser zu den Zeugen: R. Šešeth läßt euch sagen, daß der Scheidebrief nichtig sein möge. Hierauf benötigte ihn R. Šešeth eines anderen Scheidebriefes. –",
"Und Abajje!? – Machte etwa R. Šešeth die Scheidebriefe der Leute nichtig!? Er selbst machte ihn nichtig, nur sagte er ihnen dieswegen der Büttel.",
"Abajje sprach: Ich entnehme es aus folgendem. R. Jehuda erzwang einen Scheidebrief vom Schwiegersohne des R. Jirmeja Biraá, und dieser machte ihn nichtig; da erzwang ihn jener wiederum, und dieser machte ihn abermals nichtig. Hierauf erzwang er ihn wiederum gegen seinen Willen und sprach zu den Zeugen: Steckt Kürbisstengel in eure Ohrenund schreibt ihn. Wenn man nun sagen wollte, die Kundgebung beim Scheidebriefe sei wesentlich, so sahen sie ja, daß er ihnennachlief!? –",
"Und Raba!? – Er lief ihnen [vielleicht] nach, um ihnen zu sagen: übergebt ihr ihn schnell, damit der Schmerz zuende sei.",
"Femer sagte Abajje: Ich entnehme es aus folgendem. Einst sagte jemand: Wenn ich in dreißig Tagen nicht zurück bin, sei der Scheidebrief gültig. Als er zurückkam, verhinderte ihn die Fähre. Da rief er: Seht, ich bin gekommen, seht, ich bin gekommen. Hierauf entschied Šemuél, dies heiße kein Kommen. –",
"Und Raba!? – Wollte dieser denn den Scheidebrief nichtig machen!? Er wollte vielmehr die Bedingung erfüllen, sie wurde aber nicht erfüllt.",
"Einst sagtejemand: Wenn ich sie in dreißig Tagen nicht heirate, sei der Scheidebrief gültig. Als die dreißig Tage um waren, sprach er zu ihnen: Ich habe mich darumbemüht.",
"Was ist hierbei zu berücksichtigen: wenn ein Zwangsfall, so gibt es ja bei der Scheidung keinen Zwangsfall, und wenn die Kundgebung (beim Scheidebriefe), so besteht hierüber ein Streit zwischen Abajje und Raba.",
"Einst sagtejemand: Wenn ich sie bis zum Neumond des Adar nicht heirate, sei der Scheidebrief gültig. Als der Neumond des Adar herangereicht war, sprach er zu ihnen: Ich sagte: zum Neumond des Nisan. Da entschieden sie: Was ist hierbei zu berücksichtigen: wenn ein Zwangsfall, so gibt es ja bei der Scheidung keinen Zwangsfall, und wenn die Kundgebung, so besteht hierüber ein Streit zwischen Abajje und Raba.",
"Die Halakha ist wie Naḥman, die Halakha ist wie Naḥman"
],
[
"und die Halakha ist wie Naḥmani.",
" VORMALS ÄNDERTE MAN SEINEN NAMEN, IHREN NAMEN, DEN NAMEN SEINER STADT UND DEN NAMEN IHRER STADT; DA ORDNETE R. GAMLIÉL DER ÄLTERE AN, DASS MAN DEN NAMEN DES MANNES UND ALL SEINE BEINAMEN, DEN NAMEN DER FRAU UND ALL IHRE BEINAMEN SCHREIBE, ALS VORSORGENDE INSTITUTION.",
"GEMARA. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Leute aus dem Überseelande ließen R. Gamliél fragen: Wie haben die Leute, die von dort nach hier kommen, die Joseph heißen und Joḥanan genannt werden, oder Joḥanan heißen und Joseph genannt werden, sich von ihren Frauen scheiden zu lassen? Da trat R. Gamliél auf und ordnete an, daß man den Namen des Mannes und all seine Beinamen, sowie den Namen der Frau und all ihre Beinamen schreibe, als vorsorgende Institution. R. Aši sagte: Nur dann, wenn er bei beiden Namen bekannt ist. R. Abba sprach zu R. Aši: R. Mari und R. Elea͑zar sind deiner Ansicht.",
"Übereinstimmend mit R. Aši wird gelehrt: Wenn er zwei Frauen hat, eine in Judäa und eine in Galiläa, und zwei Namen führt, einen in Judäa und einen in Galiläa, und sich von seiner Frau in Judäa unter seinem Namen in Judäa oder von seiner Frau in Galiläa unter seinem Namen in Galiläa scheiden ließ, so ist sie nicht geschieden; nur wenn er sich von seiner Frau in Judäa unter seinem Namen in Judäa und seinem Namen in Galiläa, oder von seiner Frau in Galiläa unter seinem Namen in Galiläa und seinem Namen in Judäa scheiden ließ. Wenn er nach einem anderen Orte gekommen ist und sich da unter einem von ihnen scheiden ließ, so ist sie geschieden.",
"Er sagte ja aber, daß sein Name in Galiläa mitgenannt werden müsse!? Wahrscheinlich gilt das eine, wenn dieser bekannt ist, und das andere, wenn dieser nicht bekannt ist. Schließe hieraus.",
"Einst war eine [Frau], die Mirjam hieß und von wenigen Sara genannt wurde. Da entschieden die Nehardee͑nser: Mirjamund alle Namen, die sie führt, nicht aber Sara und alle Namen, die sie führt.",
" DIE WITWE KANN ZAHLUNGVON DEN GÜTERN DER WAISEN NUR GEGEN EIDERHALTEN. ALS MAN ABER VERMIED, SIE ZU VEREIDIGEN, ORDNETE R. GAMLIÉL DER ÄLTERE AN, DASS SIE DEN WAISEN ALLES, WAS SIE WÜNSCHEN, GELOBE, UND IHRE MORGENGABE EINFORDERE.",
"DIE ZEUGEN UNTERZEICHNET AUF DEM SCHEIDEBRIEFE, ALS VORSORGENDE INSTITUTION. HILLEL FÜHRTE DEN PROSBULEIN, ALS VORSORGENDE INSTITUTION.",
"GEMARA. Wieso gerade die Witwe, dies gilt ja auch von jedem anderen, denn es ist uns ja bekannt, daß, wer eine Zahlung von den Gütern der Waisen einziehen will, dies nur gegen Eidkönne!? – Von einer Witwe ist dies zu lehren besonders nötig; man könnte glauben,"
],
[
"daß bei dieser die Rabbanan aus Wohlwollen erleichtert haben, so lehrt er uns.",
"ALS MAN ABER VERMIED, SIE ZU VEREIDIGEN. Aus welchem Grunde? – Wegender Erzählung R. Kahanas, denn R. Kahana, und wie manche sagen, R. Jehuda im Namen Rabhs, erzählte: Einst gab jemand in den Jahren der Dürre einer Witwe einen Golddenar in Verwahrung und sie legte ihn in einen Mehlkrug; hierauf backte sie ihm in einem Brote mit, das sie einem Armen gab.",
"Nach Tagen kam der Eigentümer des Denars und sprach zu ihr: Gib mir meinen Denar. Diese erwiderte ihm: Möge eines meiner Kinder Gift genießen, wenn ich irgend einen Genuß von deinem Denar gehabt habe. Man erzählt, daß nach wenigen Tagen eines ihrer Kinder starb. Als die Weisen dies hörten, sagten sie: Wenn es dem, der wahr schwört, so ergeht, um wieviel mehr dem, der falsch schwört. –",
"Weshalb wurde sie bestraft? – Sie hatte einen Gewinn durch den Raum des Denars. –",
"Wieso heißt es: der wahr schwört!? – Als wenner wahr schwört.",
"Wenn diesder Grund ist, so sollte es nicht nur von einer Witwe gelten, sondern auch von einer Geschiedenen, während R. Zera im Namen Šemuéls sagte, dies gelte nur von einer Witwe, eine Geschiedene aber vereidige man wohl!? –",
"Anders verhält es sich bei einer Witwe; sie kann verleitet werden, sich diesfür ihre Bemühung um die Waisen zu erlauben.",
"R. Jehuda sagte im Namen des R. Jirmeja b. Abba: Rabh und Šemuél sagen übereinstimmend, dies gelte nur vor Gericht, außerhalb des Gerichtesaber vereidige man sie wohl. – Dem ist ja aber nicht so, Rabh ließ ja die Morgengabe einer Witwe nicht einfordern!? – Dies ist ein Einwand.",
"So lehrten sie es in Sura, in Nehardea͑ lehrten sie es wie folgt: R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Dies gilt nur vor Gericht, außerhalb des Gerichtes aber vereidige man sie wohl. Rabh aber sagt, auch außerhalb des Gerichtes vereidige man sie nicht.",
"Rabh vertritt hierbei seine Ansicht, denn Rabh ließ die Morgengabe einer Witwe nicht einfordern. – Sollte er sie doch gelobenund einfordern lassen!? – Zur Zeit Rabhs war man mit Gelübden leichtfertig.",
"Einst kam eine [Witwe] vor R. Hona, und er sprach zu ihr: Was kann ich dir helfen; Rabh läßt die Morgengabe einer Witwe nicht einfordern. Sie erwiderte ihm: Wohl aus dem Grunde, weil ich etwas von meiner Morgengabe erhalten haben kann, aber so wahr der Herr der Heerscharen lebt, daß ich von meiner Morgengabe nichts erhalten habe. Da entschied R. Hona: Rabh pflichtet hinsichtlich des Falles bei, wenn sie aufspringt.",
"Einst kam eine [Witwe] vor Rabba b. R. Hona, und er sprach zu ihr: Was kann ich dir helfen; Rabh läßt die Morgengabe einer Witwe nicht einfordern, und auch mein Herr Vater läßt die Morgengabe einer Witwe nicht einfordern.",
"Da sprach sie zu ihm: So sprich mir Unterhalt zu. Er erwiderte ihr: Auch Unterhalt kommt dir nicht zu, denn R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, wenn sie ihre Morgengabe vor Gericht fordert, kommt ihr kein Unterhalt zu.",
"Da rief sie: Kehrt seinen Sesselum, er hat mich nach beiden Richtungen verurteilt. Da kehrten sie seinen Sessel umund stellten ihn wieder hin. Dennoch entging er einer Krankheit nicht.",
"R. Jehuda sprach zu R. Jirmeja Biraá: Laß sie vor Gericht geloben und außerhalb des Gerichtes schwören, sodaß die Stimme bis zu meinen Ohren reiche; ich wünsche, daß eine Entscheidung getroffen werde.",
"Der Text. R. Zera sagte im Namen Šemuéls: Dies gilt nur von einer Witwe, eine Geschiedene aber vereidige man wohl.",
"Genügt denn bei einer Geschiedenen nicht das Geloben, von dort ließen sie ja folgendes mitteilen: N., Tochter der N., erhielt einen Scheidebrief aus der Hand des Aḥa, Sohnes des Hedja, der Aja Mari genannt wird. Sie gelobte bei der Enthaltung aller Früchte der Welt, daß sie von ihrer Morgengabe nichts mehr als eine Decke, ein Psalmenbuch und ein morsches Buch Ijob und Sprücheerhalten habe."
],
[
"Wir schätzten diese auf fünf Minen. Wenn sie zu euch kommt, so laßt sie das Übrige einfordern. R. Aši erwiderte: Es war der Scheidebrief einer Eheschwägerin.",
"ORDNETE R. GAMLIÉL DER ÄLTERE AN, DASS SIE GELOBE &C. R. Hona sagte: Dies wird nur von dem Falle gelehrt, wenn sie sich nicht verheiratet hat, wenn sie sich aber verheiratet hat, so lege man ihr kein Gelübde auf. –",
"Wenn sie sich verheiratet hat, wohl deshalb nicht, weil der Ehemann es ihr aufhebenkann; aber auch wenn sie sich nicht verheiratet hat, kann ja, sobald sie sich verheiratet, der Ehemann es aufheben!? – Der Ehemann kann Vorherigesnicht aufheben. –",
"Es ist ja zu berücksichtigen, sie kann zu einem Gelehrten gehen und er es ihr auflösen!? – Er ist der Ansicht, das Gelübde müsse genaubezeichnet werden.",
"R. Naḥman aber sagt, selbst wenn sie geheiratet hat. – Wenn sie geheiratet hat, kann ihr ja der Ehemann es entschieden aufheben!? – Man lasse sie öffentlichgeloben.",
"Man wandte ein: Hat sie sich verheiratet, so kann sie, wenn sie gelobt hat, ihre Morgengabe einfordern. Doch wohl, wenn sie jetztgelobt!? – Nein, wenn sie vorher gelobt hat. –",
"Es wird ja aber gelehrt, wenn sie sich verheiratet hat, gelobe sie und fordere ihre Morgengabe ein!? – Hierüber streiten Tannaím; einer ist der Ansicht, ein öffentlich abgelegtes Gelübde könne aufgehoben werden, und einer ist der Ansicht, es könne nicht aufgehoben werden.",
"Sie fragten: Muß das Gelübde bezeichnet werden oder ist dies nicht nötig? R. Naḥman sagt, dies sei nicht nötig, und R. Papa sagt, dies sei nötig.",
"R. Naḥman sagt, dies sei nicht nötig, denn wenn man sagen wollte, dies sei nötig, so kann es vorkommen, daß man seine Wortebeschneidet, und der Gelehrte nur das auflöst, was er gehört hat.",
"R. Papa sagt, dies sei nötig, wegen verbotener Fälle. –",
"Wir haben gelernt, wenn [ein Priester] eine ihm verbotene Fraugeheiratet hat, sei eruntauglich, es sei denn, daß er sie sichabgelobt; und hierzu wird gelehrt: er gelobe, tue Dienst, steige herabund lasse sich scheiden. Wenn du nun sagst, er brauche das Gelübde nicht zu bezeichnen, so ist ja zu berücksichtigen, er kann zu einem Gelehrten gehen und dieser es ihm auflösen!? –"
],
[
"Man lasse ihn öffentlich geloben. – Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, ein öffentlich abgelegtes Gelübde könne nicht aufgehoben werden, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, es könne wohl aufgehoben werden!? –",
"Man lasse ihn es im Namen der Öffentlichkeitablegen. Amemar sagte nämlich: Die Halakha ist, selbst nach demjenigen, welcher sagt, ein öffentlich abgelegtes Gelübde könne aufgehoben werden, kann ein im Namen der Öffentlichkeit abgelegtes Gelübde nicht aufgehoben werden.",
"Dies gilt nur von einer freigestelltenSache, zur Ausübung eines Gebotes aber kann es aufgehoben werden. So ließ einst R. Aḥa einen Kinderlehrer [den Unterricht] abgeloben, weil er die Kinder mißhandelte; Rabina aber setzte ihn wieder ein, weil sich keiner fand, der so gründlich wie dieser war.",
"DIE ZEUGEN UNTERZEICHNEN AUF DEM SCHEIDEBRIEFE, ALS VORSORGENDE INSTITUTION. Wieso als vorsorgende Institution, dies hat ja nach der Tora zu erfolgen, denn es heißt:schreiben in den [Kauf]brief und unterzeichnen!?",
"Rabba erwiderte: Dies nach R. Elea͑zar, welcher sagt, die Trennung erfolge durch die Zeugen der Übergabe. Die Rabbanan haben jedoch Unterschriften eingeführt, weil es vorkommen kann, daß die Zeugensterben oder in das Überseeland verreisen.",
"R. Joseph erwiderte: Du kannst auch sagen, nach R. Meír, denn die Anordnung besteht darin, daß die Zeugen ihre Namen auf den Scheidebriefen als vorsorgende Institution deutlichnennen.",
"Es wird nämlich gelehrt: Vormals schrieb man: ich N. unterzeichne als Zeuge. Wenn seine Unterschrift aus einer anderen Stelle festzustellen war, so war [die Urkunde] gültig, sonst abernicht.",
"Da sprach R. Gamliél: Sie haben eine bedeutende Verordnung getroffen, daß nämlich [die Zeugen] ihre Namen auf den Scheidebriefen genau angeben, als vorsorgende Institution. –",
"Genügt etwa nicht ein Signum, Rabh zeichnete ja einen Fisch, R. Ḥanina einen Palmenzweig, R. Ḥisda ein Samakh, R. Oša͑ja ein A͑jin und Rabba b. R. Hona einen Mast!? – Anders verhält es sich bei Gelehrten, deren Signum bekannt ist. –",
"Wieso hatten sie diese zuerst bekanntgemacht? – Auf anderen Schriftstücken.",
"HILLEL FÜHRTE DEN PROSBUL EIN &C. Dort wird gelehrt: Der Prosbul schützt vor Erlassung. Dies ist eine von den Verordnungen, die Hillel der Ältere angeordnet hat. Als er nämlich sah, daß die Leute es verweigerten, einander ein Darlehen zugewähren, und somit übertraten, was in der Tora geschrieben steht:hüte dich, daß nicht in deinem Herzen ein nichtswürdiger Gedanke aufsteige &c., trat er auf und führte den Prosbul ein.",
"Folgendes ist der Inhalt des Prosbul: Ich übergebe es euch N. und N., Richter im Orte N., damit ich jede Schuld, die ich bei N. habe, zu jeder beliebigen Zeit einfordern darf. Die Richter oder die Zeugen unterzeichnen unten.",
"Ist denn so etwas möglich, daß nach der Tora das Siebentjahr [die Schuld] erläßt, und Hillel angeordnet hat, daß es nicht erlasse!? Abajje erwiderte: Das Siebentjahr in der Jetztzeit, und zwar nach Rabbi,",
"denn es wird gelehrt: Rabbi sagte:Folgendes Bewenden hat es mit dem Erlasse: erlassen &c. Die Schrift spricht von zwei Erlassungen, von der Erlassung des Bodensund der Erlassung von Geldern; zur Zeit, wo der Boden zu erlassen ist, sind auch Gelder zu erlassen, und zur Zeit, wo der Boden nicht zu erlassen ist, sind auch Gelder nicht zu erlassen."
],
[
"Die Rabbanan hatten jedoch angeordnet, daß sie wohl zu erlassen seien, zur Erinnerungan das Siebentjahr; als aber Hillel sah, daß die Leute einander ein Darlehen verweigerten, trat er auf und führte den Prosbul ein. –",
"Ist denn so etwas möglich, daß nach der Tora das Siebentjahr nicht erläßt, und die Rabbanan angeordnet haben, daß es wohlerlasse!?",
"Abajje erwiderte: Dies ist eine Unterlassung. Raba erwiderte: Die Freigebung des Gerichtesist gültig. R. Jiçḥaq sagte nämlich: Woher, daß die Freigebung des Gerichtes gültig sei? Es heißt:und wer nicht binnen drei Tagen kommt, nach Beschluß der Oberen und derÄltesten, dessen ganze Habe solle dem Banne verfallen.",
"R. Elie͑zer entnimmt dies hieraus: Das sind die Erbteile, die Elea͑zar der Priester und Jehošua͑, der Sohn Nuns, die Häupter der Stammesväter, verteilten &c. In welchem Zusammenhange stehen die Häupter mit den Vätern? Dies besagt dir, daß, wie die Väter ihre Kinder beliebig erben lassen können, ebenso auch die Häupter das Volk beliebig erben lassen können.",
"Sie fragten: Hat Hillel den Prosbul nur für seine Generation eingeführt, oder auch für die kommenden Generationen? –",
"In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Hinsichtlich der Aufhebung; wenn du sagst, er habe ihn nur für seine Generation eingeführt, so kann eraufgehoben werden, und wenn du sagst, er habe ihn auch für die kommenden, Generationen eingeführt, so kann ein Gericht die Bestimmung eines anderen Gerichtes nur dann aufheben, wenn es jenes an Weisheit und Zahlüberragt. Wie ist es nun? –",
"Komm und höre: Šemuél sagte: Man schreibe einen Prosbul nur auf dem Gerichte zu Suraoder auf dem Gerichte zu Nehardea͑. Wenn man nun sagen wollte, er habe ihn auch für die kommenden Generationen eingeführt, so sollte man ihn auch auf anderen Gerichten schreiben. –",
"Vielleicht gilt die Einführung Hillels für die kommenden Generationen nur für Gerichte wie seines oder wie die des R. Ami und R. Asi, die befugt sind, Geld aus dem Besitzezu bringen, nicht aber für alle Welt. –",
"Komm und höre: Šemuél sagte: Der Prosbul ist eine Beschämungder Richter; wenn ich die Macht hätte, würde ich ihn abgeschaffthaben. – Ein Gericht kann ja die Worte eines anderen Gerichtes nur dann aufheben, wenn es jenes an Weisheit und Zahl überragt!? – Er meint es wie folgt: wenn ich mehr Macht als Hillel hätte, würde ich ihn abgeschafft haben.",
"R. Naḥman aber sagte: Ich würde ihn bestehen lassen. – Wieso: würde ihn bestehen lassen, er besteht ja!? – Er meint es wie folgt: ich würde eine Bestimmung treffen, daß, wenn man ihn nicht schreibt, es ebenso sei, als würde man ihn schreiben.",
"Sie fragten: Ist unter ‘Beschämung’ die Unverschämtheitzu verstehen oder ist darunter die Demütigungzu verstehen? – Komm und höre: U͑la sagte: Beschämtist die Braut, die im Hochzeitsbaldachin gehurt hat.",
"R. Mari, Sohn der Tochter Šemuéls, sagte: Hieraufdeutet folgender Schriftvers:während der König in seinem Kreise war, gab meine Narde ihren Duft. Raba sagte: Dies ist noch immerhin schmeichelhaft für uns, denn es heißt gab, und nicht stank.",
"Die Rabbanan lehrten: Über die, die beschämt werden und nicht beschämen, ihre Beschimpfung anhören und nicht antworten, aus Liebe handeln und sich der Züchtigungen freuen, heißt es:die ihn lieben, sind wie der Aufgang der Sonne in ihrer Pracht.",
"Was heißt Prosbul? R. Ḥisda erwiderte: Prosbuli ubuti."
],
[
"Buli sind die Reichen, denn es heißt :ich werde den Hochmut eurer Macht zerbrechen, und R. Joseph erklärte, das sind die Reichen [bulaoth] in Judäa. Buṭi sind die Armen, denn es heißt :borgen [haa͑beṭ] sollst du ihm. Raba fragte einen Fremdländer: Was heißt Prosbul? Dieser erwiderte: Eine Vorsorge für die Sache.",
"R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Waisen benötigen keines Prosbuls. Ebenso lehrte Rami b. Ḥama, Waisen benötigen keines Prosbuls, denn R. Gamliélund sein Gerichtshof sind die Väter der Waisen.",
"Dort haben wir gelernt: Man schreibe einen Prosbul nur dann, wenn [der Schuldner] Grundbesitzhat; hat er keinen, so eigne ihm [der Gläubiger] etwas in seinem Felde zu. Was heißt ‘etwas’? R. Ḥija b. Aši sagte im Namen Rabhs: Selbst einen Kohlstrunk. R. Jehuda sagte: Auch wenn er ihm nur einen Platz für einen Ofen oder einen Herd abgetreten hat, schreibe man daraufhin einen Prosbul. –",
"Dem ist ja aber nicht so, Hillel lehrte ja, daß man einen Prosbul nur auf einen durchlochten Pflanzentopf schreiben dürfe; nur auf einen durchlochten, nicht aber einen undurchlochten;",
"wieso dies, der Platzist ja vorhanden!? – In dem Falle, wenn er auf einem Pflocksitzt.",
"R. Aši ließ einen Palmenstamm zueignen und darauf einen Prosbul schreiben. Die Jünger der Schule R. Ašis übergabenihre Forderungen einander. R. Joḥananübergab R. Ḥija b. Abba seine Forderungen und fragte ihn, ob noch etwasnötig sei. Dieser erwiderte: Du brauchst weiter nichts.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn [der Schuldner] keinen Grundbesitz hat, der Bürge aber Grundbesitz hat, so schreibe man daraufhin einen Prosbul. Wenn weder jener noch der Bürge Grundbesitz hat und ein Schuldner von jenem Grundbesitz hat, so schreibe man daraufhin einen Prosbul. Dies nach R. Nathan,",
"denn es wird gelehrt: R. Nathan sagte: Woher, daß, wenn jemand von seinem Nächsten und dieser von einem anderen eine Mine zu erhalten hat, man sie dem anderen abnehme und jenem gebe? Es heißt :so soll er es dem geben, dem die Schuld zukommt.",
"Dort haben wir gelernt: Das Siebentjahr erläßt jedes Darlehen, einerlei ob auf einen Schuldschein oder ohne Schuldschein. Rabh und Šemuél erklären beide: auf einen Schuldschein, wenn der Schuldschein eine Gütersicherheitenthält; ohne Schuldschein, wenn er keine Gütersicherheit enthält; und um so mehr [erläßt es] ein mündliches Darlehen.",
"R. Joḥanan und R. Šimo͑n b. Laqiš erklären beide: auf einen Schuldschein, wenn der Schuldschein keine Gütersicherheit enthält; ohne Schuldschein, ein mündliches Darlehen; wenn aber der Schuldschein eine Gütersicherheit enthält, so wird [die Schuld] nicht erlassen.",
"Übereinstimmend mit R. Joḥanan und R. Šimo͑n b. Laqiš wird gelehrt: [Eine Schuld] auf einen Schuldschein wird erlassen; enthält er Gütersicherheit, so wird sie nicht erlassen. Ein Anderes lehrt: Hat er ihm ein bestimmtes Feld für sein Darlehen angewiesen, so wird [die Schuld] nicht erlassen; und noch mehr: auch wenn er ihm nur geschrieben hat: all meine Güter sind verantwortlich und bürgen dir, wird sie nicht erlassen.",
"Ein Verwandter R. Asis hatte einen Schuldschein, in dem Gütersicherheit geschrieben war; da kam er zu R. Asi und fragte ihn: Wird [die Schuld] erlassen oder wird sie nicht erlassen? Dieser erwiderte: Sie wird nicht erlassen. Darauf verließ er ihn und kam zu R. Joḥanan; dieser aber entschied ihm, sie werde erlassen.",
"Hierauf kam R. Asi zu R. Joḥanan und fragte ihn: Wird sie erlassen oder wird sie nicht erlassen? Dieser erwiderte: Sie wird erlassen. – Der Meister ist es ja aber, welcher sagt, eine solche werde nicht erlassen!? Dieser erwiderte: Sollten wir denn, wenn wir schon unsere Meinung haben, daraufhin auch eine Entscheidungtreffen!? Jener sprach: Es gibt ja eine Lehre übereinstimmend mit der Ansicht des Meisters!? Dieser erwiderte: Vielleicht gilt diese nach der Schule Šammajs, welche sagt, daß ein zur Einlösung bestimmter Scheinals eingelöst gelte.",
"Dort haben wir gelernt: Wenn jemand seinem Nächsten Geld auf ein Pfand geborgt oder seine Schuldscheine dem Gerichte übergeben hat, so verfällt [die Schuld] nicht. Einleuchtend ist dies von der Übergabe seiner Scheine an das Gericht, weil das Gericht sie im Besitzehat, weshalb aber beim Darlehen auf ein Pfand?",
"Raba erwiderte: Weil er sie in seinem Besitzehat. Abajje sprach zu ihm: Demnach wird, wenn man einem Geld geborgt hat und in seinem Hofe wohnt, [die Schuld] ebenfalls nicht erlassen, da man sie im Besitzehat!?",
"Dieser erwiderte: Anders verhält es sich bei einem Pfande, das [der Gläubiger] nach einer Lehre R. Jiçḥaqs erworben hat. R. Jiçḥaq sagte nämlich: Woher, daß der Gläubiger das Pfand erwerbe? Es heißt :und dir wird eszur Rechtschaffenheit angerechnet werden; welche Rechtschaffenheit wäre dies, wenn er es nicht erwerben würde!? Hieraus, daß der Gläubiger das Pfand erwerbe.",
"Dort haben wir gelernt:"
],
[
"Wenn jemand im Siebentjahre eine Schuld bezahlt, so muß [der Gläubiger] sagen: ich erlasse sie, und wenn jener ihm erwidert: trotzdem, so nehme er sie an, denn es heißt:das ist das Wortdes Erlasses.",
"Rabba sagte: Er hängeihn, daß er diessage. Abajje wandte gegen ihn ein: Wenn er ihm [die Schuld] bezahlt, so sage er nicht, daß er es ihm für seine Schuld gebe, vielmehr sage er, es sei seines und er gebe es ihm als Geschenk!? Dieser erwiderte: Er hänge ihn, daß er ihm dies sage.",
"Rabba hatte von Abba b. Martha, das ist Abba b. Minjomi, Geld zu erhalten, und dieser brachte es ihm im Siebentjahre. Jener sprach: Ich erlasse es dir. Da nahm er es zurück und ging fort. Als hierauf Abajje zu ihm kam und ihn betrübt traf, fragte er ihn: Weshalb ist der Meister betrübt? Da erzählte er ihm, was vorgefallen ist.",
"Da ging er zu jenem hin und fragte ihn: Hast du dem Meister Geld gebracht? Jener erwiderte: Jawohl. – Was sagte er zu dir? Jener erwiderte: Er erlasse es mir. Dieser fragte: Hast du ihm erwidert: trotzdem? Jener erwiderte: Nein. Da sprach dieser: Wenn du ihm erwidert hättest: trotzdem, würde er es von dir genommen haben; bring es ihm nun wieder und sage zu ihm: trotzdem. Hierauf ging er und brachte es ihm wieder und sprach zu ihm: trotzdem. Da nahm er es von ihm an, indem er sprach: Vorher hatte dieser Jünger nicht soviel Verständnis gehabt!",
"R. Jehuda sagte im Namen R. Naḥmans: Wenn jemand sagt, er habe einen Prosbul gehabt und ihn verloren, so ist er glaubhaft. – Aus welchem Grunde? – Die Rabbanan haben den Prosbuleingeführt, und niemand läßt Erlaubtes und ißt Verbotenes.",
"Wenn jemand vor Rabh kam, fragte er ihn: Vielleicht hast du einen Prosbul gehabt und ihn verloren? In einem solchen Falle öffne man den Mund für einen Stummen. –",
"Wir haben gelernt: und ebenso braucht, wenn der Gläubiger einen Schuldschein ohne Prosbul präsentiert, dieser nicht bezahlt zu werden!? –",
"Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: Mit dem Schuldscheine muß auch ein Prosbul vorhanden sein; die Weisen sagen, dies sei nicht nötig.",
"WENN EIN SKLAVE GEFANGEN WAR UND MAN IHN AUSGELÖST HAT, SO DARF ER, WENN MAN IHN ALS SKLAVEN [AUSGELÖST] HAT, ZUR SKLAVEREI ANGEHALTEN WERDEN, UND WENN ZUR BEFREIUNG, NICHT ZUR SKLAVEREI ANGEHALTEN WERDEN; R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT, OB SO ODER SO DÜRFE ER ZUR SKLAVEREI ANGEHALTEN WERDEN.",
"GEMARA. In welchem Falle: ist es vor der Desperationerfolgt, wieso darf er, wenn zur Befreiung, zur Sklaverei nicht angehaltenwerden und wenn nach der Desperation, wieso darf er, wenn als Sklaven, zur Sklaverei angehaltenwerden!?",
"Abajje erwiderte: Tatsächlich vor der Desperation; wenn als Sklaven, so werde er von seinem ersten Herrn zur Sklaverei angehalten, und wenn zur Befreiung, so darf er weder von seinem ersten Herrn noch von seinem anderen Herrn zur Sklaverei angehalten werden. Vom anderen Herrn nicht, da er ihn zur Befreiung ausgelöst hat, und vom ersten Herrn ebenfalls nicht, da man sonst die Auslösung unterlassen würde.",
"R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, ob so oder so dürfe er zur Sklaverei angehalten werden, denn er ist der Ansicht, wie es Gebot ist, Freie auszulösen, so sei es Gebot, Sklaven auszulösen.",
"Raba erwiderte: Tatsächlich nach der Desperation; wenn als Sklaven, so werde er vom anderen Herrn zur Sklaverei angehalten, und wenn zur Befreiung, so werde er weder vom ersten Herrn noch vom anderen zur Sklaverei angehalten. Vom anderen Herrn nicht, da er ihn zur Befreiung ausgelöst hat, und vom ersten Herrn ebenfalls nicht, da es nach der Desperation erfolgt ist.",
"R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, ob so oder so dürfe er zur Sklaverei angehalten werden, wegen einer Lehre Ḥizqijas. Ḥizqija sagte nämlich: Sie sagten deshalb, daß er ob so oder so zur Sklaverei angehalten werden dürfe, damit sich nicht jeder von den Truppen einfangen lasse, um von seinem Herrn loszukommen.",
"Man wandte ein: R. Šimo͑n b. Gamliél sprach zu ihnen: Wie es Gebot ist, Freie auszulösen, ebenso ist es Gebot, Sklaven auszulösen. Einleuchtend ist die Gleichstellungnach Abajje, welcher sagt, dies gelte vor der Desperation,",
"wieso aber begründet er es nach Raba mit der Gleichstellung, dies erfolgt ja wegen der Lehre Ḥizqijas!? –",
"Raba kann dir erwidern: R. Šimo͑n b. Gamliél verstand die Rabbanan nicht und erwiderte ihnen wie folgt: sprecht ihr vom Falle vor der Desperation, so hat dies wegen der Gleichstellung zu erfolgen, und sprecht ihr vom Falle nach der Desperation, so hat dies wegen der Lehre Ḥizqijas zu erfolgen. –",
"Nach Raba, der es auf den Fall nach der Lossagung und den zweiten Herrn bezieht, erwirbt ihn ja der zweite Herr vom Gefangennehmenden; aber hat ihn denn der Gefangennehmende selbererworben!? –",
"Freilich, er hat ihn inbezug auf seine Händearbeiterworben. Reš Laqiš sagte nämlich: Woher, daß ein Nichtjude einen Nichtjuden inbezug auf seine Händearbeit erwerben könne? Es heißt :und auch von den Kindern der Beisassen, die bei euch wohnen.aus ihnen könnt ihr kaufen; ihr könnt aus ihnen kaufen,"
],
[
"nicht aber können sie aus euch kaufen, noch können sie von einander kaufen. Man könnte glauben, daß sie einander nicht kaufen können? – ‘Man könnte glauben, daß sie einander nicht kaufen können’, du sagtest ja, daß sie von einander nicht kaufen können!? – Er meint es wie folgt: sie können von einander die Person nicht kaufen; man könnte glauben,",
"daß sie einander auch inbezug auf die Händearbeit nicht kaufen können, so ist [ein Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn ein Nichtjude einen Jisraéliten kaufenkann, um wieviel mehr kann ein Nichtjude einen Nichtjuden kaufen. –",
"Vielleicht nur durch Geldund nicht durch Besitznahme!? R. Papa erwiderte:, A͑mmon und Moab wurden durch Siḥonrein. –",
"Wir wissen dies von einem Nichtjuden inbezug auf einen Nichtjuden, woher dies von einem Nichtjuden inbezug auf einen Jisraéliten? – Es heißt :er führte Gefangene von ihnen weg.",
"R. Šamen b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn ein Sklave aus der Gefangenschaft entflieht, so wird er frei, und noch mehr: man zwinge seinen Herrn, ihm einen Freilassungsbriefzu schreiben. –",
"Wir haben gelernt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, ob so oder so dürfe er zur Sklaverei angehalten werden. Ferner sagte Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans, daß überall, wo R. Šimo͑n b. Gamliél etwas in unserer Mišna lehrt, die Halakha nach ihm zu entscheiden sei, nur nicht bei [den Lehren] vom Burgen, vom Ereignisse in Çajdanund vom nachträglichenBeweise.",
"Allerdings ist nach Abajje das eine auf den Fall vor der Desperation und das andere auf den Fall nach der Desperation zu beziehen,",
"nach Raba aber, nach dem [auch die Mišna] vom Falle nach der Desperation spricht, befindet sich ja R. Joḥanan mit sich selbst in einem Widerspruche!?",
"Raba kann dir erwidern: dieserfolgt ja wegen der LehreḤizqijas, bei einem Entflohenen aber ist es anders; wenn er sich sogar dem Todepreisgibt, wieso sollte er sich vorsätzlich von den Truppen einfangen lassen!?",
"Eine Sklavin des Mar Šemuél war gefangengenommen worden, und man löste sie als Sklavin aus und schickte sie ihm zurück. Sie ließen ihm mitteilen : Wir sind der Ansicht des R. Šimo͑n b. Gamliél, und wenn du der Ansicht der Rabbanan sein solltest, so haben wir sie als Sklavin ausgelöst.",
"Sie glaubten nämlich, es sei vor der Desperation erfolgt; es war aber nicht so, es geschah nach der Desperation. Šemuél hielt sie nicht nur zur Sklaverei nicht an, sondern benötigte sie auch keines Freilassungsbriefes.",
"Šemuél vertrat hierbei seine Ansicht, denn Šemuél sagte: Wenn jemand seinen Sklaven preisgibt, so wird er frei und benötigt keines Freibriefes. Es heißt :aber jeder um Geld gekaufte Sklave eines Mannes; gilt dies etwa nur vom Sklaven eines Mannes und nicht vom Sklaven einer Frau? Vielmehr, ein Sklave, über den sein HerrGewalt hat, heißt Sklave, und über den sein Herr keine Gewalt hat, heißt nicht Sklave.",
"Eine Sklavin des R. Abba b. Zuṭra war gefangengenommen worden, und ein Tarmudäer löste sie zur Ehelichungaus. Hierauf ließen sie ihm sagen: Wenn du gut tun willst, sende ihr einen Freilassungsbrief.",
"In welchem Falle: konnten sie sie auslösen, so war ja kein Freilassungsbriefnötig, und konnten sie sie nicht auslösen, so wäre ja die Sendung eines Freilassungsbriefesnutzlos!? –",
"Tatsächlich konnten sie sie auslösen, und die Sendung eines Freilassungsbriefes sollte sie veranlassen, sich zusammenzutunund sie auszulösen. Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich konnten sie sie nicht auslösen, und durch die Sendung eines Freilassungsbriefes sollte sie ihm entwürdigt werdenund er sie freigeben. –",
"Der Meister sagte ja aber, daß ihnen ein jisraélitisches Vieh lieber sei als ihre eigenen Frauen!? – Nur heimlich, öffentlich aber ist es ihnen genannt.",
"In Pumbeditha war eine Magd, mit der die Leute Sünde begingen; da sprach Abajje: Wenn nicht R. Jehuda im Namen Šemuéls gesagt hätte, wer seinen Sklaven freiläßt, übertrete ein Gebot, würde ich ihren Herrn gezwungen haben, ihr einen Freilassungsbrief zu schreiben. Rabina sagte: In einem solchen Falle pflichtet auch R. Jehuda bei, wegen der verbotenen Handlungen. –",
"Wieso tat Abajje dies nicht wegen der verbotenen Handlungen, R. Ḥanina b. R. Qaṭṭina erzählte ja im Namen R. Jiçḥaqs, daß man einst den"
],
[
"Herrn einer Halbsklavin sie frei zu lassen zwang, und R. Naḥmen b. Jiçḥaq sagte, weil man mit ihr Ausgelassenheit trieb!? –",
"Was soll dies; diese war weder für einen Sklaven noch für einen Freiengeeignet, jene aber konnte man für einen Sklaven bestimmen und sie bewachen.",
"Der Text. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Wer seinen Sklaven freiläßt, übertritt ein Gebot, denn es heißt:ewig haltet sie zur Arbeit.",
"Man wandte ein : Einst kam R. Elie͑zer ins Bethaus und fand keine zehn [Personen], da ließ er seinen Sklaven frei und ergänzte mit ihm die zehn!? – Anders verhält es sich bei einem Gebote.",
"Die Rabbanan lehrten: Ewig haltet sie zur Arbeit, dies ist freigestellt – so R. Jišma͑él; R. A͑qiba sagt, Pflicht. Vielleicht war R. Elie͑zer der Ansicht desjenigen, welcher sagt, dies sei freigestellt!? –",
"Dies ist nicht einleuchtend, denn es wird ausdrücklich gelehrt: R. Elie͑zer sagt, dies sei Pflicht.",
"Rabba sagte: Wegen der folgenden drei Dinge verlieren die Leute ihr Vermögen: weil sie ihre Sklaven freilassen, weil sie ihre Güter am Šabbath untersuchenund weil sie am Šabbath ihre Mahlzeit während [der Vorträge im] Lehrhause abhalten. R. Ḥija b. Abba erzählte nämlich im Namen R. Joḥanans: Zwei Familien waren in Jerušalem, eine pflegte ihre Mahlzeit am Šabbathabzuhalten und eine pflegte ihre Mahlzeit am Vorabend des Šabbathsabzuhalten, und beide sind ausgerottet worden.",
"Rabba sagte im Namen Rabhs: Wenn jemand seinen Sklaven dem Heiligtume weiht, so wird er frei. – Aus welchem Grunde? – Sein Körper wird nicht heilig und seinen Geldwertnannte er nicht, somit meinte er nur, daß er zum heiligen Volke gehörenmöge.",
"R. Joseph sagte im Namen Rabhs: Wenn jemand seinen Sklaven preisgibt, so wird er frei. Nach dem, der dies von der Heiligung lehrt, gilt dies um so mehr von der Preisgabe, und nach dem, der dies von der Preisgabe lehrt, gilt dies von der Heiligung nicht, denn er kann den Geldwert gemeint haben.",
"Sie fragten: Benötigt ereines Freilassungsbriefes oder nicht. – Komm und höre: R. Ḥija b. Abin sagte im Namen Rabhs: Sowohl dieser als auch jener erlange die Freiheit und benötige eines Freilassungsbriefes.",
"Rabba sagte: Gegen jene Lehre wandten wir ein: Wenn jemand seine Güter dem Heiligtume geweiht hat und darunter sich Sklaven befinden, so dürfen die Schatzmeister sie nicht freilassen, wohl aber dürfen sie sie an andere verkaufen und diese sie freilassen. Rabbi sagte: Ich sage, auch er selber kann seinen Wert zahlen und frei werden, denn es ist ebenso, als würde [der Schatzmeister] ihn an ihn selber verkaufen. – Aus einer Barajtha ist gegen Rabh nichts einzuwenden, er ist selber Tanna und streitet gegen diese. –",
"Komm und höre:Von Menschen, das sind seine kenaa͑nitischen Sklavenund Mägde!? – Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er ‘ihr Geldwert’ gesagt hat. –",
"Demnach kann ja auch jene Lehre von dem Falle sprechen, wenn er ‘ihr Geldwert’ gesagthat!? –",
"Wieso hieße esdemnach, die Schatzmeister dürfen sie nicht freilassen, was haben die Schatzmeister mit ihnen zu tun!?",
"Ferner: wohl aber dürfen sie sie an andere verkaufen und diese sie freilassen, was haben die anderen mit ihnen zu tun!? Ferner: Rabbi sagte: Ich sage, auch er selber kann seinen Wert zahlen und frei werden, denn es ist ebenso, als würde er ihn an ihn selber verkaufen. Was heißt, wenn er den Geldwert [geweiht hat], es sei ebenso, als würde er ihn an ihn selberverkaufen!? –",
"Komm und höre: Wenn jemand seinen Sklaven dem Heiligtume geweiht hat, so kann dieser arbeitenund essen, denn er hat nur seinen Geldwert geweiht!? –"
],
[
"Hier ist die Ansicht R. Meírs vertreten, welcher sagt, niemand bringe seine Worte unnützhervor.",
"Dies ist auch einleuchtend, denn im Schlußsatze lehrt er: ebenso darf derjenige, der sich selber dem Heiligtume geweiht hat, arbeiten und essen, denn er hat nur seinen Geldwert geweiht. Erklärlich ist dies, wenn du sagst, hier sei die Ansicht R. Meírs vertreten,",
"wenn du aber sagst, die der Rabbanan, so repräsentiert allerdings ein Sklave seinen Geldwert, aber repräsentiert etwa er selbstseinen Geldwert!?",
"Es wäre anzunehmen, daß hierüberTannaím streiten: Wenn jemand seinen Sklaven geweiht hat, so begeht man an diesem keine Veruntreuung; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, man begehe eine Veruntreuung an seinem Haare. Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, er sei geheiligt, und einer ist der Ansicht, er sei nicht geheiligt. –",
"Glaubst du: wieso [streiten sie] demnach, ob man an ihm eine Veruntreuung begehe oder nicht, sie sollten doch [darüber streiten], ob er geheiligt sei oder nicht!?",
"Alle sind vielmehr der Ansicht, er sei geheiligt, und ihr Streit besteht in folgendem: einer ist der Ansicht, ein Sklave gleiche Immobilien, und einer ist der Ansicht, er gleiche Mobilien. –",
"Weshalb streiten sie demnach über sein Haar, sie sollten doch über seine Person streiten!? –",
"Vielmehr, alle sind der Ansicht, Sklaven gleichen Immobilien, und sie streiten über das zum Abschneiden bestimmte Haar: einer ist der Ansicht, es gelte als abgeschnitten, und einer ist der Ansicht, es gelte nicht als abgeschnitten. –",
"Es wäre anzunehmen, daß diese Autoren denselben Streit führen wie die Autoren der folgenden Lehre: R. Meír sagt, es gebe Dinge, die Grundstücken gleichen, und dennoch diesen nicht gleich sind; die Weisen aber pflichten ihm nicht bei. Wenn beispielsweise [der eine sagt:] ich habe dir zehn beladene Weinstöckeübergeben, und der andere ihm erwidert: es waren nur fünf, so ist er, wie R. Meír sagt, [zu schwören]verpflichtet; die Weisen aber sagen, was am Bodenhaftet, gleiche dem Boden.",
"Hierzu sagte R. Jose b. R. Ḥanina: Sie streiten über Trauben, die reif zum Ablesen sind; R. Meír sagt, sie gelten als abgelesen, und die Weisen sagen, sie gelten nicht als abgelesen. –",
"Du kannst auch sagen, beideseien der Ansicht R. Meírs, denn R. Meír vertritt seine Ansicht nur bei den Trauben, die, je länger sie haften bleiben, desto mehr vertrocknen, [das Haar] aber wird ja, je länger es steht, desto besser.",
"Als R. Ḥija b. Joseph hinaufkam, trug er diese Lehre R.Joḥanan vor. Da sprach dieser zu ihm: Sagte Rabh dies? – Sagte er selberdies etwa nicht, U͑la sagte ja im Namen R. Joḥanans, daß, wenn jemand seinen Sklaven preisgibt, dieser frei werde und eines Freilassungsbriefes benötige!? –",
"Er meinte es wie folgt: sagte Rabh ebenso wie ich? Manche erklären, jener hatte es ihm nicht vollständig berichtetund er sprach zu ihm: sagte Rabh nicht, daß er eines Freilassungsbriefes benötige? R. Joḥanan vertritt hierbei seine Ansicht, denn U͑la sagte im Namen R. Joḥanans, daß, wenn jemand seinen Sklaven preisgibt, dieser frei werde und eines Freilassungsbriefes benötige.",
"Der Text. U͑la sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn jemand seinen Sklaven preisgibt, so wird er frei und benötigt eines Freilassungsbriefes.",
"R. Abba wandte gegen U͑la ein: Wenn ein Proselytgestorben ist und Jisraéliten sein Vermögen geplündert haben, und darunter Sklaven sich befinden, einerlei ob erwachsene oder minderjährige, so haben sie ihre Freiheiterworben. Abba Šaúl sagt, die erwachsenen haben ihre Freiheit erworben, die minderjährigenaber werden von jedem, der sie in Besitz nimmt, erworben.",
"Wer hat diesen den Freilassungsbriefgeschrieben!?",
"Dieser erwiderte: Dieser Jünger glaubt, die Leute hätten keine Halakha gelernt. – Was ist hierbei der Grund? R. Naḥman erwiderte: U͑la ist der Ansicht, bei Sklaven des Proselyten verhalte es sich ebenso wie bei seiner Frau; wie seine Frau ohne Scheidebrief geschieden wird, ebenso erlangen seine Sklaven ihre Freiheit ohne Freilassungsbrief. –",
"Demnach sollte dies auch von einem Jisraélitengelten!? – Die Schrift sagt:ihr könnt sie euren Kindern nach euch als Eigentum vererben. –",
"Dies sollte doch auch von dem Falle gelten, wenn jemand seinen Sklaven preisgegeben hat und gestorbenist, während doch Amemar sagte, wenn jemand seinen Sklaven preisgegeben hat und gestorben ist, so gebe es für diesen Sklaven kein Mittelmehr!? – Dies ist ein Einwand gegen die Lehre Amemars.",
"R. Ja͑qob b. Idi sagte im Namen des R.Jehošua͑ b. Levi: Die Halakha ist wie Abba Šaúl. R. Zera sprach zu R. Ja͑qob b. Idi:"
],
[
"Hast du dies ausdrücklich gehört oder durch einen Schluß gefolgert? – Durch welchen Schluß? – R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Man fragte Rabbi, wie es denn sei, wenn er gesagt hat, er habe sich von jenem seinem Sklaven losgesagt, und er erwiderte ihnen, er sei der Ansicht, für diesen gebe es kein anderes Mittel als die Urkunde.",
"Hierzu sagte R. Joḥanan: Folgendes ist der Grund Rabbis: er folgert es durch [das Wort] ihr von der Ehefrau; wie esbei der Ehefrau durch eine Urkunde erfolgt, ebenso erfolgt esbeim Sklaven durch eine Urkunde.",
"Hieraus kannst du gefolgert haben: gleich einer Ehefrau; wie es sich bei einer Ehefrau um das Verbotund nicht um eine Geldangelegenheit handelt, ebenso auch bei einem Sklaven, wenn um das Verbot und nicht um eine Geldangelegenheit. –",
"Was ist denn dabei, wenn durch einen Schluß gefolgert!? – Es ist ebensogut entgegengesetzt zu folgern: wie dies bei einer Ehefrau sowohl von einer erwachsenen als auch von einer minderjährigen gilt, ebenso gilt dies bei Sklaven sowohl von erwachsenen als auch von minderjährigen. Dieser erwiderte: Ich habe es ausdrücklich gehört.",
"R. Ḥija b. Abba aber sagte im Namen R. Joḥanans: Die Halakha ist nicht wie Abba Šaúl. R. Zera sprach zu R. Ḥija b. Abba: Hast du dies ausdrücklich gehört oder durch einen Schluß gefolgert? – Durch welchen Schluß? – R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Man fragte Rabbi, wie es denn sei, [wenn er gesagt hat,] er habe sich von jenem seinem Sklaven losgesagt, und er erwiderte ihnen, er sei der Ansicht, für diesen gebe es kein anderes Mittel als die Urkunde.",
"Hierzu sagte R. Joḥanan: Folgendes ist der Grund Rabbis: er folgert es durch [das Wort] ihr von der Ehefrau; wie es bei der Ehefrau durch eine Urkunde erfolgt, ebenso erfolgt es beim Sklaven durch die Urkunde.",
"Hieraus kannst du gefolgert haben: wie dies bei einer Ehefrau sowohl von einer erwachsenen als auch von einer minderjährigen gilt, ebenso gilt dies bei einem Sklaven sowohl von einem erwachsenen als auch von einem minderjährigen. –",
"Was ist denn dabei, wenn durch einen Schluß gefolgert!? – Es ist ebensogut entgegengesetzt zu folgern: wie es sich bei einer Ehefrau um das Verbot und nicht um eine Geldangelegenheit handelt, ebenso auch bei einem Sklaven, wenn um das Verbot und nicht um eine Geldangelegenheit. Dieser erwiderte: Ich habe es ausdrücklich gehört.",
"Der Meister sagte: Er erwiderte ihnen, er sei der Ansicht, für diesen gebe es kein anderes Mittel als die Urkunde. Es wird ja aber gelehrt: Rabbi sagte: Ich sage, auch er selber kann seinen Wert zahlen und frei werden, denn es ist ebenso, als würde [der Schatzmeister] ihn an ihn selberverkaufen!? –",
"Er meint es wie folgt: entweder durch Geld oder durch eine Urkunde, und bei diesem scheidet das Geldaus. Dies schließt die Ansicht des Autors",
"der folgenden Lehre aus. R. Šimo͑n sagte im Namen R. A͑qibas: Man könnte glauben, daß ihre [Freilassung] durch das [Löse]geld eine vollständigesei, wie sie auch durch die Urkunde eine vollständige ist, so heißt es:ausgelöst ist sie nicht (ausgelöst) worden,",
"und der ganze Abschnitt bezieht sich auf [die Worte]: denn sie war nicht freigelassen worden; dies besagt, daß [die Freilassung] nur durch die Urkunde vollständig sei und nicht durch das [Löse]geld.",
"Rami b. Ḥama sagte im Namen R. Naḥmans: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n. R. Joseph b. Ḥama aber sagte im Namen R. Joḥanans: Die Halakha ist nicht wie R. Šimo͑n.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq traf Raba b. Seélta an der Tür des Bethauses stehen und fragte ihn, ob die Halakha so sei oder nicht. Dieser erwiderte: Ich bin der Ansicht, die Halakha sei nicht so, aber die Rabbanan, die aus Maḥoza kamen, sagen, R. Zera habe im Namen R. Naḥmans gesagt, die Halakha sei so.",
"Als ich nach Sura kam, traf ich R. Ḥija b. Abin und bat ihn, mir doch den Hergang der Sachezu erzählen, und er erwiderte mir wie folgt. Einst kam eine Sklavin zu ihrem sterbenskranken Herrn und weinte vor ihm, indem sie sprach: Wie lange noch werde ich Sklavin sein! Da warf er ihr seine Kappe zu und sprach zu ihr: Erwirb diese und damit auch deine Person. Als sie hierauf zu R. Naḥman kamen, entschied er: Dieser hat nichtsgetan.",
"Wer dies hörte, glaubte, weil er der Ansicht ist, die Halakha seiwie R. Šimo͑n, dem ist aber nicht so, sondern weil die Sache dem Zueignendengehörte.",
"R. Šemuél b. Aḥitaj sagte im Namen R. Hamnunas des Greisen im Namen des R. Jiçḥaq b. Ašjan im Namen R. Honas im Namen R. Hamnunas: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n. Dem ist aber nicht so, die Halakha ist nicht wie R. Šimo͑n.",
"R. Zera sagte im Namen R. Ḥaninas im Namen R. Ašis im Namen Rabbis: Wenn ein Sklave in Gegenwart seines Herrn eine Freie geheiratet hat,"
],
[
"so ist erfrei. R. Joḥanan sprach zu ihm: Das alles weißt du! Ich aber lehre folgendes: Wenn jemand seiner Magd eine Verlobungsurkunde schreibt, so ist sie ihm, wie R. Meír sagt, angetraut, und wie die Weisen sagen, nicht angetraut. –",
"Wie Rabba b. R. Šila erklärt hat, wenn sein Herr ihm die Tephillin angelegt hat, ebenso auch hierbei, wenn sein Herr ihm eine Frau genommenhat. –",
"Ist es denn möglich, daß man ein Verbot, das man seinen Sklaven nicht übertreten läßt, selbst übertretendarf!?",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er zu ihr gesagt hat: werde dadurchfrei und mir angetraut. R. Meír ist der Ansicht, in diesem Ausdruck sei die Freilassungenthalten, und die Rabbanan sind der Ansicht, in diesem Ausdruck sei die Freilassung nicht enthalten.",
"R. Johošua͑ b. Levi sagte: Wenn ein Sklave in Gegenwart seines Herrn die Tephillin angelegt hat, so ist er frei. Man wandte ein: Wenn sein Herr von ihm Geld geborgt oder ihn zum Verwalter eingesetzt oder er in Gegenwart seines Herrn die Tephillin angelegt oder in Gegenwart seines Herrn drei Schriftverse im Bethause vorgelesen hat, so wird er dadurch nicht frei!?",
"Rabba b. R. Šila erwiderte: Wenn sein Herr ihm die Tephillin angelegt hat.",
"Als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Wenn jemand bei seinem Sterben gesagt hat, daß nach seinem Tode jene seine Sklavin nicht zur Sklaverei angehalten werde, so zwinge man seine Erben, ihr einen Freilassungsbrief zu schreiben. R. Ami und R. Asi sprachen zu ihm: Meister, pflichtest du etwa nicht bei, daß die Kinder Sklaven sind!?",
"Als R. Šemuél b. Jehuda kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Wenn jemand beim Sterben gesagt hat, jene seine Sklavin habe ihm Befriedigung bereitet, man bereite ihr Befriedigung, so zwinge man die Erben, ihr Befriedigungzu bereiten. – Aus welchem Grunde? – Es ist Gebot, die Worte des Verstorbenen zu vollziehen.",
"Amemar sagte: Wenn jemand seinen Sklaven preisgibt, so gibt es für diesen Sklaven kein Mittelmehr. – Aus welchem Grunde? – Seine Person gehört ihm nicht, sondern nur über das Verbothat er zu verfügen, und das Verbot kann er ihm nicht zueignen.",
"R. Aši sprach zu Amemar: U͑la sagteja im Namen R. Joḥanans, und R. Ḥija b. Abin sagte im Namen Rabhs, daß er in diesem und in jenem Fallefrei werde und eines Freilassungsbriefes benötige!? Dieser erwiderte: Er benötigt dessen und es gibt daherkein Mittel für ihn.",
"Manche lesen: Amemar sagte: Wenn jemand seinen Sklaven preisgegeben hat und gestorben ist, so gibt es für diesen Sklaven kein Mittel mehr. – Aus welchem Grunde? – Seine Person gehört ihm nicht, sondern nur über das Verbot hat er zu verfügen, und das Verbot kann er seinem Sohne nicht vererben. R. Aši sprach zu Amemar: Als R. Dimi kam, sagte er jaim Namen R. Joḥanans!? –",
"Die Lehre R. Dimis ist ein Irrtum. Jener entgegnete: Ein Irrtum wohl deshalb, weil er nicht den Ausdruck der Freilassung gebraucht hat; wenn er aber den Ausdruck der Freilassung gebraucht hat, ist es recht!? Dieser erwiderte: Ich bin der Ansicht des R. Šemuél b. Jehuda.",
"Einst wurde ein Sklavendorf an Nichtjuden verkauft, und als die anderen Herren nicht mehr waren, kamen sie zu Rabina, und er sprach zu ihnen: Geht, wendet euch an die Kinder eurer ersten Herren, daß sie euch Freilassungsbriefe schreiben. Die Jünger sprachen zu Rabina: Amemar sagte ja, daß, wenn jemand seinen Sklaven preisgegeben hat und gestorben ist, es für diesen Sklaven kein Mittel mehrgebe!?",
"Er erwiderte ihnen: Ich bin der Ansicht R. Dimis. Jene entgegneten: Die Lehre R. Dimis ist ja ein Irrtum!? Er erwiderte ihnen: Ein Irrtum wohl deshalb, weil er nicht den Ausdruck der Freilassung gebraucht hat, wenn er aber den Ausdruck der Freilassung gebraucht hat, so ist es recht.",
"Einst war ein Sklave, der zweien gehörte, und der eine befreite ihn für seine Hälfte. Der andere überlegte: wenn die Rabbanan dies erfahren, so veranlassensie, daß ich ihn verliere; da ging er und eignete ihn seinem minderjährigen Sohnezu.",
"Hierauf wandte sich R. Joseph, der Sohn Rabas, mit diesem Falle an R. Papa, und dieser erwiderte ihm: Wie er getan hat, so tue man mit ihm, die Vergeltungkomme über sein Haupt. Wir wissen, daß ein Kind sich zu einem Geldstücke hingezogen fühlt; mag man für dieses einen Vormundeinsetzen,"
],
[
"und wenn jener mit einem Geldstücke klimpert, schreibe man ihm in seinem Nameneinen Freilassungsbrief.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand sagt: ich habe jenen meinen Sklaven zum Freien gemacht, oder: er ist Freier geworden, oder: er ist ein Freier, so ist er frei; wenn aber:",
"ich will ihn zum Freien machen, so hat er [seine Freiheit], wie Rabbi sagt, erworben, und wie die Weisen sagen, nicht erworben. R. Joḥanan sagte: Alles durch Urkunde.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand gesagt hat: ich habe jenes Feld jenem geschenkt, oder: es ist jenem geschenkt, oder: es gehört ihm, so gehört es jenem; wenn aber: ich will es jenem schenken, so hat jener es, wie R. Meír sagt, erworben, und wie die Weisen sagen, nicht erworben. R. Joḥanan sagte : Alles durch Urkunde.",
"Wenn jemand sagt: ich habe jenen meinen Sklaven zum Freien gemacht, und dieser sagt: er hat dies nicht getan, so berücksichtige man, er hat ihm wahrscheinlich [die Freiheit] durch einen anderen zugeeignet; wenn aber: ich habe [die Urkunde] geschrieben und ihm gegeben, und dieser sagt: er hat sie nicht geschrieben und mir gegeben, so gilt ein Geständnis des Prozeßbeteiligtenwie hundert Zeugen.",
"Wenn jemand sagt: ich habe jenes Feld jenem geschenkt, und jener sagt: er hat es mir nicht geschenkt, so berücksichtige man, er hat es ihm wahrscheinlich durch einen anderen zugeeignet; wenn aber: ich habe [die Urkunde] geschrieben und ihm gegeben, und jener sagt: er hat sie nicht geschrieben und mir gegeben, so gilt ein Geständnis des Prozeßbeteiligten wie hundert Zeugen. –",
"Wer genießtdie Früchte! R. Ḥisda sagt, der Schenkende genieße die Früchte, und Rabba sagt, die Früchte sind zu deponieren.",
"Sie streiten aber nicht; einer spricht vom Vater und der andere vom Sohne.",
"WENN JEMAND EINEM SEINEN SKLAVEN HYPOTHEKARISCH VERPFÄNDET UND ER IHN FREIGELASSEN HAT, SO IST ZWAR RECHTLICH DER SKLAVE ZU NICHTS VERPFLICHTET, JEDOCH HABEN SIE VORSORGEND ANGEORDNET, DASS MAN SEINEN HERRN ZWINGE, IHN ZUM FREIEN ZU MACHEN, UND ER IHM EINEN SCHULDSCHEIN ÜBER SEINEN WERT SCHREIBE. iv,2 R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT, NICHT ER SCHREIBE, SONDERN DER FREILASSENDE.",
"GEMARA. WENN JEMAND SEINEN SKLAVEN HYPOTHEKARISCH VERPFÄNDET UND ER IHN FREIGELASSEN HAT. Wer hat ihn freigelassen? Rabh erwiderte: Sein erster Herr. So ist zwar rechtlich der Sklave zu nichts verpflichtet; seinem anderen Herrn.",
"Dies nach Raba, denn Raba sagte, Heiligung, Säuerungund Freilassung heben das Anrechtauf. Jedoch haben sie vorsorgend angeordnet; denn jener kann ihn auf der Straße treffen"
],
[
"und zu ihm sagen : du bistmein Sklave. Daß man seinen Herrn zwinge; den zweiten. Ihn zum Freien zu machen, und er ihm einen Schuldschein über seinen Wert schreibe; der Sklave. R. Šimo ͑n b. Gamliél sagt, nicht er schreibe, sondern der Freilassende. –",
"Worin besteht ihr Streit? – Sie streiten über die Schädigung der Sicherheit eines anderen; einer ist der Ansicht, man sei haftbar, und einer ist der Ansicht, man sei frei.",
"Es wurde auch gelehrt: Wenn jemand die Sicherheit eines anderen schädigt, so gelangen wir zum Streite zwischen R. Šimo͑n b. Gamliél und den Rabbanan.",
"U͑la aber erklärte: Wenn der zweite Herr ihn freigelassen hat. So ist zwar der Sklave rechtlich zu nichts verpflichtet; zur Ausübungder Gebote. Jedoch haben sie vorsorgend angeordnet; weil er in den Ruf eines Freien gekommen ist. Daß man seinen Herrn zwinge; den ersten. Ihn zum Freien zu machen, und er ihm einen Schuldschein über seinen Wertschreibe. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, nicht er schreibe, sondern der Freilassende. –",
"Worin besteht ihr Streit? – Sie streiten über die unsichtbareSchädigung; einer ist der Ansicht, dies heiße eine Schädigung, und einer ist der Ansicht, dies heiße keine Schädigung. –",
"Weshalb erklärt U͑la nicht wie Rabh? – Er kann dir erwidern: ist der zweite denn sein Herrzu nennen!? –",
"Weshalb erklärt Rabh nicht wie U͑la? – Er kann dir erwidern: ist der zweite denn Freilassender zu nennen!?",
"Es wurde gelehrt: Wenn jemand einem sein Feld hypothekarisch verpfändet und ein Strom es überschwemmt hat, so kann er [seine Schuld], wie Ami Šapirnaá im Namen R. Joḥanans sagt, von anderen Gütern nicht einfordern, und wie der Vater Šemuéls sagt, von anderen Gütern einfordern.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Weil er Ami Šapirnaáheißt, darf er Dinge sagen, die nicht schön sind? Beziehe diese Lehre auf den Fall, wenn [der Schuldner] gesagt hat: du sollst Zahlung nur von diesem erhalten.",
"Ebenso wird auch gelehrt: Wenn jemand einem sein Feld hypothekarisch verpfändet und ein Fluß es überschwemmt hat, so fordere er [seine Schuld] von anderen Gütern ein; wenn jener aber gesagt hat: du sollst Zahlung nur von diesem erhalten, so kann er von anderen Gütern nicht einfordern.",
"Ein Anderes lehrt: Wenn jemand sein Feld einem Gläubiger oder für die Eheverschreibung seiner Frau hypothekarisch verpfändet hat, so können sie auch von anderen Gütern einfordern. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, ein Gläubiger könne auch von anderen Gütern einfordern, eine Frau aber könne von anderen Gütern nicht einfordern, denn es ist nicht die Art einer Frau, bei den Gerichten herumzustreifen.",
"EIN HALBSKLAVEDIENE, WIE DIE SCHULE HILLELS SAGT, EINEN TAG SEINEM HERRN UND EINEN TAG SICH SELBER. v DIE SCHULE ŠAMMAJS ERWIDERTE: IHR HABT ALLERDINGS EINE VORSORGE FÜR SEINEN HERRN GETROFFEN, NICHT ABER FÜR IHN; EINE SKLAVIN HEIRATEN DARF ER NICHT, DA ER ZUR HÄLFTE FREIER IST, \n"
],
[
"EINE FREIE HEIRATEN DARF ER EBENFALLS NICHT,DA ER ZUR HÄLFTE SKLAVE IST; DIE [HEIRAT] GANZ UNTERLASSEN KANN ER EBENFALLS NICHT, DA DIE WELT ZUR FORTPFLANZUNG ERSCHAFFEN WORDEN IST, WIE ES HEISST:nicht zur Einöde hat er sie erschaffen, sondern daß sie bewohnt werde. ALS VORSORGENDE INSTITUTION ZWINGE MAN VIELMEHR SEINEN HERRN, IHN ZUM FREIEN ZU MACHEN, UND DIESER SCHREIBE IHM EINEN SCHULDSCHEIN ÜBER DIE HÄLFTE SEINES WERTES. DARAUF TRAT DIE SCHULE HILLELS ZURÜCK UND LEHRTE WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand die Hälfte seines Sklaven freigelassen hat, so hat siedieser, wie Rabbi sagt, erworben, und wie die Weisen sagen, nicht erworben.",
"Rabba sagte: Sie streiten nur über [die Freilassung durch] Urkunde. Rabbi ist der Ansicht, [es heißt:]",
"und ausgelöst ist sie nicht (ausgelöst)und auch ein Frei[brief] ist ihr nicht gegeben worden, somit wird die Urkunde mit dem [Löse]gelde verglichen; wie es durch das [Löse]geld ganz und halb erfolgenkann, ebenso kann es durch die Urkunde ganz und halb erfolgen.",
"Die Rabbanan aber folgern esdurch das [Wort] ihr, das auch bei einer Ehefrau gebrauchtwird; wie esbei einer Ehefrau nicht zur Hälfte erfolgen kann, ebenso kann es beim Sklaven nicht zur Hälfte erfolgen. Wenn es aber durch [Löse]geld erfolgt ist, so hat er sienach aller Ansicht erworben. –",
"Es wäre anzunehmen, daß ihr Streit bei der ausgelösten und nicht [ganz] ausgelösten [Sklavin] in folgendem bestehe: einer ist der Ansicht, die Vergleichungsei bedeutender, und einer ist der Ansicht, die Wortanalogiesei bedeutender. –",
"Nein, alle sind der Ansicht, die Wortanalogie sei bedeutender, nur ist es hierbei anders, denn es ist zu erwidern: wohl gilt diesbei einer Ehefrau, die durch Geld nicht geschieden wird, während ein Sklave durch Geld frei wird.",
"R. Joseph aber sagte · Sie streiten nur über [die Freilassung durch Löse]geld. Rabbi erklärt: und ausgelöst ist sie nicht (ausgelöst), sie ist ausgelöst und nichtausgelöst, während die Rabbanan erklären, die Tora gebrauche die übliche Redewendungder Menschen. Wenn es aber durch Urkunde erfolgt ist, so stimmen alle überein, daß er sienicht erworben habe.",
"Man wandte ein: Wenn jemand die Hälfte seines Sklaven durch Urkunde freigelassen hat, so hat er sie, wie Rabbi sagt, erworben, und wie die Weisen sagen, nicht erworben!? Dies ist eine Widerlegung der Ansicht R. Josephs. Eine Widerlegung. –",
"Es wäre anzunehmen, daß sie nur über die [Freilassung durch] Urkunde und nicht über die durch [Löse]geld streiten, somit wäre dies eine Widerlegung der Ansicht R. Josephs in beidenFällen!? –",
"R. Joseph kann dir erwidern: sie streiten über [die Freilassung durch] Urkunde und ebenso über die durch [Löse]geld, nur führen sie deshalb den Streit über eine Urkunde, um die Ansicht Rabbis hervorzuheben. –",
"Sollten sie doch über [die Freilassung durch Löse]geld streiten, um die Ansicht der Rabbanan hervorzuheben!? – Die erleichternde Ansicht ist bedeutender. –",
"Komm und höre: Und ausgelöst; man könnte glauben, in jeder Hinsicht, so heißt es: nicht ausgelöst; man könnte glauben, in jeder Hinsicht nicht ausgelöst, so heißt es: und ausgelöst. Wie ist dies zu erklären? Wenn sie ausgelöst und nicht [ganz] ausgelöst ist, durch Geld und Geldeswert.",
"Ich weiß dies nur von dem Falle, wenn es durch Geld erfolgt ist, woher dies, wenn durch Urkunde? Es heißt: und ausgelöst ist sie nicht (ausgelöst) und auch ein Frei[brief]ist ihr nicht gegeben worden, und dortheißt es: er schreibe ihr einen Scheidebrief; wie dort durch Urkunde, ebenso auch hier durch Urkunde.",
"Ich weiß dies nur von dem Falle, wenn es zur Hälfte durch [Löse]geld oder vollständig durch Urkunde erfolgt ist, woher dies, wenn zur Hälfte durch Urkunde? Es heißt: und ausgelöst ist sie nicht (ausgelöst) und auch ein Frei[brief] ist ihr nicht gegeben worden; er vergleicht die Urkunde mit dem [Löse]gelde, wie es durch das [Löse]geld ganz und halb erfolgen kann, ebenso auch durch die Urkunde ganz und halb.",
"Allerdings ist hier nach R. Joseph, nachseiner Widerlegung, die Ansicht Rabbis vertreten, nach Rabba aber vertritt der Anfangsatzdie Ansicht aller und der Schlußsatz die Ansicht Rabbis!? –",
"Rabba kann dir erwidern: allerdings, der Anfangsatz vertritt die Ansicht aller und der Schlußsatz die Ansicht Rabbis. R. Aši erwiderte: Hier ist die Ansicht Rabbis vertreten. –",
"Allerdings kann unsere Mišna, die von einem Halbsklaven spricht, nach Rabba auf den Fall bezogen werden, wenn es durch [Löse]geld erfolgt ist, nach aller Ansicht, nach R. Joseph aber vertritt sie die Ansicht Rabbis und nicht die der Rabbanan!? Rabina erwiderte:"
],
[
"Dies gilt von einem Sklaven zweierTeilhaber, nach aller Ansicht.",
"Rabba sagte: Der Streit besteht nur über den Fall, wenn er die Hälfte befreit und die Hälfte zurückbehalten hat, wenn er aber die Hälfte befreit und die Hälfte verkauft oder verschenkthat, so stimmen alle überein, daß er, da er dadurch vollständig aus seinem Besitze kommt, sieerworben habe.",
"Abajje sprach zu ihm: Streiten sie etwa nicht über den Fall, wenn er dadurch vollständig [aus seinem Besitze kommt]. Eines lehrt ja, daß, wenn jemand seine Güter seinen zwei Sklaven verschrieben hat, sie sie erworben haben und einanderfreilassen, und ein Anderes lehrt, daß, wenn jemand gesagt hat: all meine Güter mögen jenen meinen beiden Sklaven geschenkt sein, sie nicht einmal sich selber erworben haben;",
"wahrscheinlich vertritt eine Lehre die Ansicht Rabbis und die andere die der Rabbanan!? –",
"Nein, beide nach den Rabbanan, nur spricht eines von dem Falle, wenn er ‘das ganze’ gesagthat, und eines von dem Falle, wenn er ‘die Hälfte’ und ‘die Hälfte’ gesagt hat. –",
"Wenn er aber im Schlußsatzelehrt, daß, wenn er ‘die Hälfte’ und ‘die Hälfte’ gesagt hat, sie sie nicht erworben haben, so spricht ja der Anfangsatz von dem Falle, wenn er ‘das ganze’ gesagthat!? – Dies ist eine Erklärung: auch sich selbst haben sie nicht erworben, wenn er ‘die Hälfte’ und ‘die Hälfte’ gesagt hat.",
"Dies ist auch einleuchtend; wenn man sagen wollte, der Anfangsatz spreche von dem Falle, wenn er ‘das ganze’ gesagt hat, so ist ja, wenn sie nichts erworben haben, falls er ‘das ganze’ gesagt hat, dies selbstverständlich von dem Falle, wenn er ‘die Hälfte’ und ‘die Hälfte’ gesagt hat. –",
"Wenn nur das, so beweist dies nichts, denn er lehrt den Schlußsatz zur Erklärung des Anfangsatzes; damit man nicht glaube, der Anfangsatz spreche von dem Falle, wenn er ‘die Hälfte’ und ‘die Hälfte’ gesagt hat, wenn er aber ‘das ganze’ gesagt hat, sie sie erworben haben, lehrt er im Schlußsätze den Fall, wenn er ‘die Hälfte’ und ‘die Hälfte’ gesagt hat, wonach der Anfangsatz von dem Falle spricht, wenn er ‘das ganze’ gesagt hat, und dennoch haben sie nichts erworben.",
"Wenn du willst, sage ich: das ist kein Widerspruch; eines spricht von einer Urkundeund eines von zwei Urkunden. –",
"Wieso lehrt er es, wenn es durch eine Urkunde erfolgt ist, von dem Falle, wenn er ‘die Hälfte’ und ‘die Hälfte’ gesagt hat, auch wenn er ‘das ganze’ gesagt hat, haben sie ja nichts erworben!? – Das sagt er auch: auch sich selbst haben sie nicht erworben; dies gilt nur von einer Urkunde, wenn es aber zwei Urkunden sind, so haben sie sich erworben; wenn er aber ‘die Hälfte’ und ‘die Hälfte’ gesagt hat, so haben sie auch durch zwei Urkunden nichts erworben.",
"Wenn du aber willst, sage ich: das ist kein Widerspruch; eines spricht von dem Falle, wenn [die Übergabe der Urkunden] gleichzeitig erfolgt ist, und eines, wenn nacheinander. –",
"Erklärlich ist es, daß der andere nichts erwirbt, der erstere aber sollte ja sich selbst und auch seinen Genossen erwerben!? – Am richtigsten ist es vielmehr, wie wir zuerst erklärt haben.",
"R. Aši erwiderte: Anders verhält es sich da, wo er sie ‘meine Sklaven’nannte. Raphram sprach zu R. Aši: Vielleicht meinte er: die bisher meine Sklaven waren!?",
"Es wird ja auch gelehrt: Wenn jemand all seine Güter seinem Sklaven verschrieben hat, so wird er frei; hat er etwas Grundbesitzzurückbehalten, so wird er nicht frei. R. Šimo͑n sagt, er werde auf jeden Fall frei, es sei denn, daß er gesagt hat: all meine Güter mit Ausnahme von einem Zehntausendstel sollen diesem meinem Sklaven geschenkt sein.",
"Wenn er dies aber nicht gesagt hat, hat er sie erworben; wieso denn, er nannte ihn ja seinen Sklaven!? Dies ist somit zu verstehen: der bisher mein Sklave war, ebenso auch hierbei: die bisher meine Sklaven waren.",
"Wenn ein Rind ihnniedergestoßenhat, so gehört [der Ersatz], wenn es am Tage seines Herrn erfolgt ist, seinem Herrn, und wenn an seinem eigenen Tage, ihm selber. Demnach sollte er am Tage seines Herrn eine Sklavin und an seinem eigenen Tage eine Freie heiraten dürfen!? – Von kanonischen Dingen gilt dies nicht. –",
"Komm und höre: Wenn ereinen Halbsklaven getötet hat, so zahle [der Eigentümer] die Hälfte der Buße an seinen Herrn"
],
[
"und die Hälfte des Lösegeldesan seine Erben. Weshalb denn, auch hierbei sollte man sagen, wenn am Tage seines Herrn, seinem Herrn, und wenn an seinem eigenen Tage, ihmselber!? – Anders ist es hierbei, wo der Grundstock nicht mehrda ist. –",
"In welchem Falle kann es vorkommen, daß der Grundstock noch daist? – Wenn man ihm auf die Hand geschlagen und sie verdorrt ist, später aber wieder heilt. –",
"Einleuchtend ist dies nach Abajje, welcher sagt, daß er ihm das große Versäumnisund das kleine Versäumniszahlen müsse,",
"nach Raba aber, welcher sagt, er habe ihm nur das Versäumnis für jeden Tagzu zahlen, [ist ja zu berücksichtigen, daß hierbei der Schädiger] ein Ochs ist, und für einen Ochsen nur Schadenersatzzu zahlen ist!? –",
"Wenn du willst, sage ich: wenn ein Mensch ihn geschlagenhat; oder aber, dies ist nur eine Ansicht, und Rabha hält nichts davon.",
"Sie fragten: Ist für einen, dem noch der Freilassungsbrieffehlt, die Bußezu zahlen oder nicht:",
"derAllbarmherzige sagt:dreißig Šeqel Silber soll er seinem Herrn zahlen, und dieser ist nicht sein Herr, oder heißt er wohl Herr, da ihm der Freilassungsbrief noch fehlt? –",
"Komm und höre: Wenn er einen, der zur Hälfte Sklave und zur Hälfte Freier ist, getötet hat, so zahle er die Hälfte der Buße an seinen Herrn und die Hälfte des Lösegeldes an seine Erben. Wahrscheinlich doch nach der letzten Fassungder Lehre. –",
"Nein, nach der ersten Fassungder Lehre. –",
"Komm und höre : Wenn er ihm einen Zahn ausgeschlagen und ein Auge geblendet hat, so wird er frei wegen des Zahnesund er zahle ihm Ersatz für das Auge. Wenn du sagst, er habe Anspruch auf die Buße und die Buße gehöre seinem Herrn, wieso sollte der Herr, an den die Buße zu zahlen ist, falls andere ihn verletzen, wenn er selber ihn verletzt, Buße an ihn zahlen!? –",
"Vielleicht nach demjenigen, welcher sagt, er brauche dessen nicht. Es wird nämlich gelehrt: Wegen all dieserwird ein Sklave frei und benötigt eines Freilassungsbriefes von seinem Herrn – so R. Jišma͑él. R. Meír sagt, er benötige dessen nicht; R. Elea͑zar sagt, er benötige dessen; R. Tryphon sagt, er benötige dessen nicht; R. A͑qiba sagt, er benötige dessen.",
"Die vor den Weisen Entscheidenden sagten: Die Worte R. Tryphons sind einleuchtend hinsichtlich eines Zahnes und eines Auges, da die Tora es ihm zugesprochenhat, und die Worte R. A͑qibas hinsichtlich anderer Organe, weil eseine von den Weisen angeordnete Buße ist. –",
"Wieso eine Buße, dies wird ja aus den Schriftversen deduziert!? – Sage vielmehr, weil es eine Auslegung der Weisen ist.",
"Sie fragten: Darf derjenige, dem noch der Freilassungsbrief fehlt, Hebe essenoder nicht; der Allbarmherzige sagt :um Geld gekauft, und dieser ist nicht sein Eigentum, oder aber heißt er sein Eigentum, da ihm noch der Freilassungsbrief fehlt? –",
"Komm und höre : R. Mešaršeja sagte. Wenn das Kind einer Priesterin mit dem Kinde ihrer Sklavin vermischt wordenist, so dürfen beide Hebe essenund teilen ihren Teilan der Tenne; sind die Vermischten großjährig geworden, so befreien sie einander. –",
"Es ist ja nicht gleich; da würde ja, wenn Elijahu kommen und von einem von ihnen bezeugen würde, daß er der Sklave sei, dieser sein Eigentum sein, hierbei aber ist er ja nicht sein Eigentum.",
"Sie fragten: Gilt der Sklave, den sein Herr hinsichtlich der Buße verkauft hat, als verkauftoder nicht?",
"Dies ist fraglich sowohl nach R. Meír als auch nach den Rabbanan. Dies ist nach R. Meír fraglich, denn auch R. Meír, welcher sagt, man könne das, was man noch nichthat, zueignen, sagt dies vielleicht nur von Früchten einer Dattelpalme, die bestimmt kommen, hierbei aber ist es ja fraglich, ob er niedergestoßen wird, und selbst wenn er niedergestoßen wird, ob jener die Buße zahlt,"
],
[
"denn jener gesteht sie vielleicht selbst einund ist frei.",
"Und auch nach den Rabbanan ist es fraglich, denn die Rabbanan, welche sagen, man könne das, was man noch nicht hat, nicht zueignen, sagen diese vielleicht nur von den Früchten einer Dattelpalme, die gegenwärtig nicht vorhanden sind, während hierbei das Rind vorhanden ist und der Sklave vorhanden ist. Wie ist es nun?",
"R. Abba erwiderte: Komm und höre: Im Hause geboren; was lehrt dies, wenn der um Geld Gekaufte essen darf, um wieviel mehr der im Hause Geborene.",
"Wenn dem so wäre, so könnte man sagen: wie der um Geld Gekaufte, der essen darf, einen Geldwert hat, ebenso darf der im Hause Geborene nur dann essen, wenn er einen Geldwert hat. Woher, daß er auch dann essen darf, wenn er nichts wert ist? Es heißt: im Hause geboren, in jedem Falle.",
"Aber immerhin könnte man glauben, der im Hause Geborene dürfe essen, einerlei ob er einen Geldwert hat oder keinen Geldwert hat, der um Geld Gekaufte aber dürfe nur dann essen, wenn er einen Geldwert hat, nicht aber, wenn er keinen Geldwert hat, so heißt es um Geld gekauft und im Hause geboren, wie der im Hause Geborene essen darf, auch wenn er nichts wert ist, ebenso darf der um Geld Gekaufte essen, auch wenn er nichts wert ist.",
"Wenn man nun sagen wollte, der Sklave, den der Herr hinsichtlich der Geldbuße verkauft hat, gelte als verkauft, so gibt es ja keinen Sklaven, der nicht hinsichtlich der Geldbuße verkauft werden könnte? – Allerdings, dies ist bei einem auf den Tod verletzten Sklavender Fall. –",
"Er ist ja brauchbar, um vor einemzu stehen!? – Wenn er ekelhaft oder grindig ist.",
"Sie fragten: Wie ist es, wenn ein Halbsklave sich eine Freie angetraut hat? Wenn du entscheidest [aus der Lehre], daß, wenn ein Jisraélit zu einer Jisraélitin gesagt hat: sei meiner Hälfte angetraut, sie ihm angetraut sei, [so ist zu erwidern:] dieser ist für sie vollständiggeeignet, während dies hierbei nicht der Fall ist.",
"Und wenn du entscheidest [aus der Lehre], daß, wenn sich ein Jisraélit die Hälfte einer Frau an traut, sie ihm nicht angetraut sei, [so ist zu erwidern:] weil er bei seiner Aneignung etwas zurückgelassen hat, während der Sklave nichts zurückgelassenhat. –",
"Komm und höre: Wenn ereinen Halbsklaven getötet hat, so zahle er die Hälfte der Buße an seinen Herrn und die Hälfte des Lösegeldes an seine Erben. Woher hat er Erben, wenn du entscheidest, seine Antrauung sei ungültig!?",
"R. Ada b. Ahaba erwiderte: Wenn [der Ochs] ihn auf den Tod verletzthat, und unter ‘Erben’ ist er selbst zu verstehen.",
"Raba sprach: Dagegen ist zweierlei einzuwenden: erstens heißt es Erben, und zweitens wird hier vom Lösegelde gesprochen, und Reš Laqiš sagte, das Lösegeld sei erst nach dem Tode zu zahlen!? Vielmehr, erklärte Raba, er sollte erhalten, erhält aber nicht.",
"Raba sagte: Wie es ungültig ist, wenn jemand sich die Hälfte einer Frau an traut, ebenso ist, wenn eine Halbsklavin angetraut worden ist, die Antrauung ungültig.",
"Rabba b. R. Hona trug vor: Wie es ungültig ist, wenn jemand sich die Hälfte einer Frau antraut, ebenso ist, wenn eine Halbsklavin angetraut worden ist, die Antrauung ungültig. R. Ḥisda sprach zu ihm: Es ist ja nicht gleich; da hat er bei seiner Aneignung etwas zurückgelassen, hierbei aber hat er bei seiner Aneignung nichts zurückgelassen.",
"Hierauf ließ Rabba b. R. Hona den Dolmetsch vortreten und vortragen:Dieser Strauchelhaufe unter deiner Hand; niemand erfaßt [den Sinn] der Worte der Tora, ohne an ihnen gestrauchelt zu sein. Obgleich sie gesagt haben, daß, wenn jemand sich die Hälfte einer Frau antraut, sie ihm nicht angetraut sei, so ist dennoch, wenn eine Halbsklavin angetraut worden ist, die Antrauung gültig. – Aus welchem Grunde? – Da hat er bei seiner Aneignung etwas zurückgelassen, hierbei aber hat er bei seiner Aneignung nichts zurückgelassen.",
"R. Šešeth sagte: Wie es ungültig ist, wenn jemand sich die Hälfte einer Frau antraut, ebenso ist, wenn eine Halbsklavin angetraut worden ist, die Antrauung ungültig. Wenn jemand dir aber zuraunt, [es werde gelehrt:] eine vergebene Sklavinist diejenige, die Halbsklavinist und mit einem jisraélitischen Sklaven verlobt ist, wonach sie verlobungsfähig ist, so erwidere ihm: wende dich an R. Jišma͑él, welcher sagt, eine solche sei eine kenaa͑nitische Sklavin, die mit einem jisraélitischen Sklaven verlobt ist;",
"ist etwa eine kenaa͑nitische Sklavin verlobungsfähig!? Du mußt also erklären, unter ‘verlobt’ sei ‘bestimmt’ zu verstehen, ebenso ist bei jener unter ‘verlobt’ ‘bestimmt’ zu verstehen.",
"R. Ḥisda sagte: Wenn eine Halbsklavin Reúben angetraut, freigelassen, und Šimo͑n angetraut worden ist, und beide gestorben sind, so hat Levian ihr die Schwagerehezu vollziehen,"
],
[
"und man sage nicht, sie sei die Frau von zweiVerstorbenen. Wie man es nimmt: ist die Antrauung Reúbens gültig, so ist die Antrauung Šimo͑ns ungültig, und ist die Antrauung Šimo͑ns gültig, so ist die Antrauung Reúbens ungültig.",
"Es wurde gelehrt: Wenn eine Halbsklavin Reúben angetraut, freigelassen und darauf Šimo͑n an getraut worden ist, so wird, wie R. Joseph b. Ḥama im Namen R. Naḥmans sagt, die Antrauung des ersten aufgehoben, und wie R. Zera im Namen R. Naḥmans sagt, die Antrauung des ersten vervollständigt.",
"R. Zera sagte: Meine Ansicht ist einleuchtend, denn es heißt :sie sollen nicht getötet werden, denn sie war nicht freigelassen; wenn sie aber freigelassen worden war, so werden sie getötet.",
"Abajje sprach zu ihm: Werden sie etwa nach dem Autor der Schule R. Jišma͑éls, der dies auf eine mit einem jisraélitischen Sklaven verlobte kenaa͑nitische Sklavin bezieht, wenn sie freigelassen worden war, getötet!? Du kannst also nur folgern: wenn sie aber freigelassen worden war und nachher angetraut wordenist, ebenso ist auch [nach jenemzu folgern:] wenn sie aber freigelassen worden war und nachher angetraut wordenist.",
"R. Hona b. Qaṭṭina sagte im Namen R. Jiçḥaqs : Einst zwang man den Herrn eines Weibes, das Halbsklavin war, sie freizulassen. Dies nach R. Joḥanan b. Beroqa, welcher sagt, von beidenheiße es :der Herr segnete sie und sprach &c. seid fruchtbar, mehret euch und füllet&c.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Nein, weil man mit dieser Ausgelassenheit trieb.",
" WENN JEMAND SEINEN SKLAVEN AN NICHTJUDEN ODER NACH DEM AUSLANDE VERKAUFT HAT, SO WIRD ER FREI.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand seinen Sklaven an Nichtjuden verkauft hat, so wird er frei und benötigt eines Freilassungsbriefes von seinem ersten Herrn. R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Dies nur in dem Falle, wenn er keine Urkunde geschrieben hat, wenn er aber eine Urkunde geschrieben hat, so ist dies sein Freilassungsbrief. –",
"Welche Urkunde? R. Šešeth erwiderte: Er schreibt ihm wie folgt: wenn du von ihm fortläufst, so habe ich mit dir nichts zu tun.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn er auf ihn von einem Nichtjuden [Geld] geliehen hat, so wird er frei, sobald der Nichtjude an ihm nach Recht verfahren hat. – Was heißt: nach Recht? R. Hona b. Jehuda erwiderte: Die Sklavenmarke.",
"R. Šešeth wandte ein: Quotenpächter, Pächter, Familienpächterund ein Jisraélit, dem ein Nichtjude sein Feld verpfändet hat, selbst wenn er damit nach Recht verfahren hat, sind von der Verzehntung frei.",
"Wieso kann darunter eine Sklavenmarke zu verstehen sein, bei einem Felde gibt es ja keine Sklavenmarke!? Vielmehr, erklärte R. Šešeth, die Frist. –",
"Hier besteht ja ein Widerspruch hinsichtlich der Frist!? – Das ist kein Widerspruch; eines nachdem die Frist herangereichtist, und eines bevor die Frist herangereicht ist. –",
"Ist dies denn vom Sklaven, nachdem die Frist herangereicht ist, zu lehren nötig!? – Vielmehr, beides, bevor die Frist herangereicht ist, dennoch besteht hier kein Widerspruch; eines gilt von der Personund eines von den Früchten."
],
[
"Wenn du aber willst, sage ich: wenn er von ihm mit Pfändungsrecht geborgt, ihn aber nicht gepfändet hat.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn [ein Nichtjude] ihn für eine Schuld eingefordert oder ein Plünderer ihn ihm abgenommen hat, so wird er nicht frei. – Etwa nicht, wenn für eine Schuld,",
"ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn einem die Regierung seine Tenne abgenommen hat, so ist er, falls es wegen einer Schuld erfolgt ist, zur Verzehntungverpflichtet, und falls als Konfiskation, von der Verzehntung frei. –",
"Anders ist es da, wo es ihm zugute kommt. –",
"Komm und höre: Rabh sagte: Wenn jemand seinen Sklaven an einen nichtjüdischen Erpresserverkauft hat, so wird er frei. Was sollte ertun!? – Er sollte ihn befriedigenund hat dies nicht getan.",
"Der Text. Rabh sagte: Wenn jemand seinen Sklaven an einen nichtjüdischen Erpresser verkauft hat, so wird er frei. – Was sollte er tun!? – Er sollte ihn befriedigen und hat dies nicht getan.",
"R. Jirmeja fragte: Wie ist es, wenn er ihn auf dreißig Tage verkauft hat? – Komm und höre: Rabh sagte: Wenn jemand seinen Sklaven an einen nicht jüdischen Erpresser verkauft hat, so wird er frei. – Da wird von einem nichtjüdischen Erpresser gesprochen, der ihn nicht mehr zurückgibt. –",
"Wie ist es, wenn er ihn mit Ausschluß seiner Arbeit verkaufthat? Mit Ausnahme derGebote? Mit Ausnahme der Šabbathe und der Feiertage? Wenn an einen Beisaßproselyten oder an einen abtrünnigen Jisraéliten? Wenn an einen Samaritaner? – Eines davon ist aus folgendem zu entscheiden: Der Beisaßproselyt gleicht einem Nichtjuden; der Samaritaner und der abtrünnige Jisraélit gleichen, wie manche sagen, einem Nichtjuden, und wie manche sagen, einem Jisraéliten.",
"Man fragte R. Ami: Darf der Herr, dessen Sklave sich von Truppen einfangen ließ und der ihn weder durch das jisraélitische Gericht noch durch das Gericht der weltlichen Völker herauskriegen kann, Zahlung für ihn nehmen?",
"Da sprach R. Jirmeja zu R. Zeriqa: Geh, schaue in deinem Kompendium nach. Hierauf ging er fort, suchte und fand folgende Lehre: Wenn jemand sein Hausan einen Nichtjuden verkauft hat, so ist der Erlös verboten. Wenn aber ein Nichtjude einem Jisraéliten sein Haus geraubt hat und er es weder durch das jisraélitische Gericht noch durch das Gericht der weltlichen Völker herauskriegen kann, so darf er das Geld dafür nehmen und [den Kaufschein] schreiben und auf ihre Ämter bringen, weil er es aus ihren Händen rettet. –",
"Vielleicht gilt dies nur von einem Hause, das man, da man ohne Haus nicht auskommen kann, nicht zu verkaufen verleitetwird, einen Sklaven aber könnte man, da man auch ohne Sklaven auskommen kann, zu verkaufen verleitet werden. Oder aber ist nicht [zu unterscheiden]?",
"R. Ami ließ ihnen erwidern: Von mir Ami b. Nathan gehe dies als Lehre für ganz Jisraél aus. Wenn ein Sklave sich von Truppen einfangen ließ und sein Herr ihn weder durch das jisraélitische Gericht noch durch das Gericht der weltlichen Völker herauskriegen kann, so darf er Zahlung für ihn nehmen, [den Kauf schein] schreiben und auf die nichtjüdischen Ämter bringen, weil er es aus ihrer Hand rettet.",
"R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Wer seinen Sklaven an Nichtjuden verkauft, den maßregle man bis zum Hundertfachenseines Wertes.",
"Genauoder nicht genau? – Komm und höre: Reš Laqiš sagte: Wer ein Großvieh an einen Nichtjuden verkauft, den maßregle man bis zum Zehnfachen seines Wertes. –",
"Vielleicht ist es bei einem Sklaven anders, da er ihn jeden Tag den Gebotenentzieht.",
"Manche lesen: R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Wer seinen Sklaven an einen Nichtjuden verkauft, den maßregle man bis zum Zehnfachen seines Wertes. Genau oder nicht genau? – Komm und höre: Reš Laqiš sagte: Wer ein Großvieh an einen Nichtjuden verkauft, den maßregle man bis zum Hundertfachenseines Wertes. –",
"Anders ist es bei einem Sklaven, der nicht mehr zu ihm zurückkehrt.",
"Wenn diesbeim Vieh aus dem Grunde erfolgt, weil es zu ihm zurückkehrt, so sollte man ihn nur um eines mehrmaßregeln!? – Vielmehr, bei einem Sklaven ist dies selten, und bei Seltenem haben die Rabbanan esnicht angeordnet.",
"R. Jirmeja fragte R. Asi: Wird, wenn jemand seinen Sklaven verkauft hat und gestorben ist, sein Sohn nach ihm gemaßregelt? Wenn du entscheidest [aus der Lehre], daß, wenn jemand das Ohr eines Erstgeborenenabgestutzt hat und gestorben ist, man seinen Sohn nach ihm maßregle, [so ist zu erwidern:] weil diesein Verbot der Tora ist, während es hierbei nur ein rabbanitisches Verbot ist."
],
[
"Und wenn du entscheidest [aus der Lehre,] daß, wenn jemand seine Arbeit auf das Halbfestverschoben hat und gestorben ist, man seinen Sohn nach ihm nicht maßregle, so gilt dies nur da, weil er nichts Verbotenes begangen hat. Wie ist es aber hierbei: haben die Rabbanan nur ihn gemaßregelt, und er ist nicht vorhanden, oder haben die Rabbanan sein Vermögengemaßregelt, und dieses ist vorhanden?",
"Dieser erwiderte: Ihr habt es gelernt: Wenn ein Feld im Siebentjahreentdornt wurde, so darf es im Nachsiebentjahre bebaut werden, wenn aber gedüngt oder gepfercht, so darf es im Nachsiebentjahre nicht bebautwerden.",
"Hierzu sagte R. Jose b. R. Ḥanina, es sei uns überliefert, daß, wenn er es gedüngt hat und gestorben ist, sein Sohn es bebauen dürfe. Demnach haben die Rabbanan nur ihn selbst gemaßregelt, nicht aber haben sie seinen Sohn gemaßregelt.",
"Abajje sagte: Es ist uns überliefert, daß, wenn jemand reine Dinge [eines anderen rituell] unrein gemacht hat und gestorben ist, die Rabbanan seinen Sohn nach ihm nicht gemaßregelt haben. – Aus welchem Grunde? – Die unsichtbare Schädigung heißt nicht Schädigung, und [die Ersatzleistung] ist nur eine Maßregelung der Rabbanan; ihn selbst haben die Rabbanan gemaßregelt, seinen Sohn aber haben die Rabbanan nicht gemaßregelt.",
"ODER NACH DEM AUSLANDE. Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand seinen Sklaven nach dem Auslande verkauft hat, so wird er frei und benötigt eines Freilassungsbriefes vom zweiten Herrn. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, manchmal werde er frei und manchmal werde er nicht frei. Und zwar: wenn er sagt, er habe jenen seinen Sklaven an einen Antiochier verkauft, so wird er nicht frei, wenn aber : an einen Antiochier in Antiochien, so wird er frei.",
"Es wird ja aber gelehrt, [wenn er sagt,] er habe ihn an einen Antiochier verkauft, werde er frei, wenn aber: an einen in Lud wohnendenAntiochier, werde er nicht freil? –",
"Das ist kein Einwand; das eine, wenn er ein Haus im Jisraéllande hat, und das andere, wenn er nur eine Herberge im Jisraéllande hat.",
"R. Jirmeja fragte: Wie ist es, wenn ein Babylonier eine Frau im Jisraéllande geheiratet und sie ihm Sklaven und Sklavinnen mitgebracht hat, und er zurückzukehrenbeabsichtigt?",
"Dies ist fraglich, nach demjenigen, welcher sagt, das Rechtsei auf ihrer Seite, und fraglich nach demjenigen, welcher sagt, das Recht sei auf seiner Seite.",
"Dies ist fraglich nach demjenigen, welcher sagt, das Recht sei auf ihrer Seite: gelten sie, da das Recht auf ihrer Seite ist, als ihre, oder aber gelten sie, da sie ihm wegen des Fruchtgenussesverhypotheziert sind, als seine.",
"Und dies ist fraglich nach demjenigen, welcher sagt, das Recht sei auf seiner Seite: gelten sie, da das Recht auf seiner Seite ist, als seine, oder aber gelten sie, da er sie selbst nicht erworben hat, als ihre. – Dies bleibt unentschieden.",
"R. Abahu sagte: R. Joḥanan lehrte vor mir, daß, wenn ein Sklave seinem Herrn nach Syrien gefolgt ist und er ihn da verkauft, er frei werde. – R. Ḥija lehrte ja aber, daß er sein Recht verlorenhabe!? –",
"Das ist kein Einwand; das eine, wenn sein Herr zurückzukehrenbeabsichtigt, und das andere, wenn sein Herr nicht zurückzukehren beabsichtigt.",
"Es wird auch gelehrt: Der Sklave folge seinem Herrn nach Syrien. – Muß er ihm denn folgen!? –",
"Vielmehr, wenn der Sklave seinem Herrn nach Syrien gefolgt ist und er ihn da verkauft, so zwingeman ihn, falls er zurückzukehren beabsichtigt hatte, nicht aber, falls er nicht zurückzukehren beabsichtigt hatte.",
"R. A͑nan sagte : Ich hörte von Meister Šemuél zweierlei, eines inbetreff dieser Lehreund eines inbetreff der folgenden Lehre: Wenn jemand sein Feld im Jobeijahreverkauft hat, so ist, wie Rabh sagt, der Verkauf gültig und es kehrtzurück, und wie Šemuél sagt, der Verkauf überhaupt ungültig.",
"Von einem [Falle sagte er], der Verkauf sei aufgehoben, und von einem, der Verkauf sei nicht aufgehoben; ich weiß aber nicht, von welchem.",
"R. Joseph sagte: Wir wollen dies feststellen; wenn in der Barajtha gelehrt wird, wenn jemand seinen Sklaven nach dem Auslande verkauft, werde er frei und benötige eines Freibriefes vom zweiten Herrn, so hat ihn wohl der zweite Herr erworben und der Verkauf ist nicht aufgehoben; demnach sagte Šemuél vom anderen Falle, daß der Verkauf ungültig und das Geld zurückzuzahlen sei."
],
[
"R. A͑nan aber hatte jene Barajtha nicht gehört.",
"Auch aus der Ansicht Šemuélsist es nicht zu entscheiden; woher, daß der Verkauf ungültig und das Geld zurückzuzahlen sei, vielleicht ist der Verkauf ungültig und das Geld ein Geschenk, wie dies auch bei der Antrauung einer Schwester der Fall ist. Es wurde nämlich gelehrt: Wenn jemand sich seine Schwester angetrauthat, so ist das Geld, wie Rabh sagt, zurückzugeben, und wie Šemuél sagt, ein Geschenk.",
"Abajje sprach zu R. Joseph: Was veranlaßtdich, den Käufer zu maßregeln, vielleicht ist der Verkäufer zu maßregeln!? Dieser erwiderte: Nicht die Maus ist es, die gestohlen hat, sondern das Loch. Jener entgegnete: Wie könnte es das Loch, wenn die Maus nicht da wäre!? –",
"Es ist einleuchtend, daß der zu maßregeln ist, bei dem das Verbotene sich befindet.",
"Einst entfloh ein Sklave aus dem Auslande nach dem [Jisraél]lande und sein Herr folgte ihm. Als er hierauf zu R. Ami kam, sprach dieser zu ihm: Er schreibe dir einen Schuldschein über seinen Wert und du schreibe ihm einen Freilassungsbrief, sonst bringe ich ihn aus deinem Besitze kraft einer Lehre des R. Aḥi b. R. Jošija.",
"Es wird nämlich gelehrt :Sie sollen in deinem Lande nicht wohnen, damit sie dich nicht zur Sünde gegen mich verleiten &c. Man könnte glauben, die Schrift spreche von einem Nichtjuden, der auf sich genommen hat, keinen Götzen zu dienen, so heißt es :du sollst nicht einen Sklaven an seinen Herrn ausliefern, der sich zu dir vor seinem Herrnrettet. Was mache man mit ihm? Bei dir soll er bleiben, in deiner Mitte &c.",
"R. Jošija wandte ein: Wieso heißt es: vor seinem Herrn, es müßte ja heißen: vor seinem Gott!? Vielmehr, erklärte R. Jošija, spricht die Schrift vom Verkaufe eines Sklavennach dem Auslande.",
"R. Aḥi b. R. Jošija wandte dagegen ein: Wieso heißt es: der sich zu dir rettet, es müßte ja heißen: der sich von dir rettet!? Vielmehr, erklärte R. Aḥi b. R. Jošija, spricht die Schrift von einem Sklaven, der aus dem Auslande nach dem [Jisraél]lande geflohenist.",
"Ein Anderes lehrt: Du sollst nicht einen Sklaven an seinen Herrn ausliefern. Rabbi sagte: Die Schrift spricht von einem Sklaven, den jemand zur Freilassung gekaufthat. In welchem Falle? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Wenn er ihm wie folgt geschrieben hat: wenn ich dich kaufe, so sei dir deine Person von jetzt ab zugeeignet.",
"Einst entfloh ein Sklave R. Ḥisdas zu den Samaritanern, und dieser bat sie, ihn ihm zurückzusenden. Sie ließen ihm antworten: Du sollst nicht einen Sklaven an seinen Herrn ausliefern. Da ließ er ihnen erwidern:Und so sollst du tun mit seinem Esel und so tun mit seinem Gewande und so tun mit allem Verlorenen deines Bruders. Jene ließen ihm antworten: Es heißt ja: du sollst nicht einen Sklaven an seinen Herrn ausliefern!? Er ließ ihnen erwidern: Dies gilt von einem Sklaven, der aus dem Auslande nach dem [Jisraél]lande entflohen ist, nach R. Aḥi b. R. Jošija. –",
"Weshalb erwiderte er ihnen nach R. Aḥi b. R. Jošija!? – Weil sie nur den Wortlaut der Schrift anerkennen.",
"Einst verlor Abajje bei den Samaritanern einen Esel und bat sie, ihn ihm zurückzusenden. Diese ließen ihm antworten: Sende uns ein Kennzeichen. Da ließ er ihnen mitteilen: Er hat einen weißen Bauch. Darauf ließen sie ihm antworten: Wenn du nicht Naḥmaniwärest, würden wir ihn dir nicht zurückgeschickt haben; haben etwa alle anderen Esel keinen weißen Bauch!?",
"vi,2 MAN LÖSE KEINE GEFANGENEN ÜBER IHREN WERT AUS, ALS VORSORGENDE INSTITUTION. MAN VERHELFE DEN GEFANGENEN NICHT ZUR FLUCHT, ALS VORSORGENDE INSTITUTION; R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT, AUS VORSORGE FÜR DIE MITGEFANGENEN.",
"GEMARA. Sie fragten: Ist die vorsorgende Institution wegen der Überlastung der Gemeindegetroffen worden, oder aber, damit sie nicht noch mehr zur Kaptivation angeregt werden. –",
"Komm und höre: Levi b. Darga löste seine Tochter um zwölftausend Golddenare aus.",
"Abajje erwiderte: Wer sagt uns, daß er dies mit Billigung der Weisen tat, vielleicht tat er dies ohne Billigung der Weisen.",
"MAN VERHELFE DEN GEFANGENEN NICHT ZUR FLUCHT, ALS VORSORGENDE INSTITUTION; R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT, AUS VORSORGE FÜR DIE MITGEFANGENEN. Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen in dem Falle, wenn nur einer vorhanden ist.",
"Die Töchter R. Naḥmans pflegten den Kochtopf mit den Händen umzurühren. R. Íliš staunte darüber; es heißt:einen Mann habe ich unter tausend gefunden, aber ein Weib habe ich unter all diesen nicht gefunden; da sind ja die Töchter R. Naḥmans!? Da fügte es sich, daß sie in Gefangenschaft gerieten und er mit ihnen.",
"Eines Tages saß neben ihm jemand, der die Vogelsprache verstand, und als ein Rabe kam und ihm etwas zurief, fragte er ihn, was er gesagt habe. Dieser erwiderte: I͑lis, fliehe, I͑liš, fliehe. Jener sprach: Der Rabe ist ein Lügner, ich verlasse mich nicht auf ihn.",
"Als hierauf eine Taube kam und ihm etwas zurief, fragte er ihn, was sie gesagt habe. Dieser erwiderte: I͑liš, fliehe, I͑liš, fliehe. Da sprach er: Die Gemeinschaft Jisraél wird mit einer Taubeverglichen; wahrscheinlich wird mir ein Wunder geschehen. Alsdann sagte er: Ich will gehen und sehen, ob die Töchter R. Naḥmans noch bei ihrer Treue beharren, und auch sie heimbringen.",
"Indem er sich sagte, daß Frauen all ihre Angelegenheiten im Abort beraten, [belauschte er sie da] und hörte, wie sie sagten: Diesesind Männer und die Nehardeénsersind Männer; wollen wir unseren Gefangenführern sagen, daß sie uns von hier fortführen mögen, damit nicht Leute kommen, es erfahren und",
"uns auslösen. Da machte er sich auf und floh zusammen mit jenem Manne. Ihm geschah ein Wunder und er kam mit der Fähre hinüber, jenen Mann aber entdeckten sie und töteten ihn. Als jene zurückkamen, rührten sie den Topf durch Zauberei um.",
"MAN DARF VON NICHTJUDEN NICHT TORAROLLEN, TEPHILLIN UND MEZUZOTH ÜBER IHREN WERT KAUFEN, \n"
],
[
"ALS VORSORGENDE INSTITUTION. vi,3",
"GEMARA. R. Budja sprach zu R. Aši: Nur über ihren Wert darf man sie nicht kaufen, wohl aber kaufe man sie für ihren Wert, somit wäre hieraus zu entnehmen, daß man aus einer Torarolle, die bei einem Nichtjuden gefunden worden ist, lesen dürfe? – Vielleicht zum Verbergen.",
"R. Naḥman sagte: Es ist uns überliefert, daß eine Torarolle, die ein Minäergeschrieben hat, zu verbrennen, und die ein Nichtjude geschrieben hat, zu verbergen ist. Wird eine im Besitze eines Minäers gefunden, so ist sie zu verbergen, wenn im Besitze eines Nichtjuden, so ist sie, wie manche sagen, zu verbergen, und manche sagen, man dürfe aus ihr lesen.",
"Von einer Torarolle, die ein Nichtjude geschrieben hat, lehrt das Eine, sie sei zu verbrennen, ein Anderes, sie sei zu verbergen, und ein Anderes, man dürfe aus ihr lesen!? –",
"Das ist kein Einwand. Die Lehre, daß sie zu verbrennen sei, vertritt die Ansicht R. Elie͑zers, welcher sagt, ein Nichtjude denke gewöhnlichan seinen Götzen.",
"Die Lehre, daß sie zu verbergen sei, vertritt die Ansicht des Autors der Lehre, die R. Hamnuna, der Sohn Rabas, aus Pašronja lehrte: Eine Torarolle, Tephillin und Mezuzoth, die ein Minäer, ein Angeber, ein Nichtjude, ein Sklave, eine Frau, ein Minderjähriger, ein Samaritaner oder ein abtrünniger Jisraélit geschrieben hat, sind untauglich, denn es heißt: du sollst sie binden, und: du sollst sie schreiben, wer zum Binden geeignet ist, ist zum Schreiben geeignet, und wer zum Binden nicht geeignet ist, ist zum Schreiben nicht geeignet.",
"Und die Lehre, daß man aus ihr lesen dürfe, vertritt die Ansicht des Autors der folgenden Lehre: Man darf überall Torarollen von Nichtjuden kaufen, nur müssen sie nach Vorschrift geschrieben sein. In Çajdan war ein Nichtjude, der Torarollen schrieb, und R. Šimo͑n b. Gamliél erlaubte, sie von ihm zu kaufen.",
"Muß denn nach R. Šimo͑n b. Gamliél nur die Bearbeitungzu diesem Zwecke, nicht aber das Schreiben zu diesem Zwecke erfolgen!?",
"Es wird nämlich gelehrt: Hat man [die Tephillin] mit Gold verkleidet oder mit der Haut von einem unreinen Tiere überzogen, so sind sie untauglich, wenn aber mit der Haut von einem reinen Tiere, so sind sie tauglich, selbst wenn sie nicht zu diesem Zwecke bearbeitet worden ist;",
"R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, auch wenn mit der Haut von einem reinen Tiere, seien sie untauglich, es sei denn, daß sie zu diesem Zwecke bearbeitet worden ist. Rabba b. Šemuél erwiderte: Wenn ein Proselyt zur Schlechtigkeit zurückgekehrt ist. – Wenn er zur Schlechtigkeit zurückgekehrt ist, so ist er ja erst recht ein Minäer!? R. Aši erwiderte: Aus Furcht zurückgekehrt.",
"Die Rabbanan lehrten: Man zahle bis zu einem Tropaik über ihren Wert. – Wie viel ist ein Tropaik? R. Šešeth erwiderte: Ein Stater.",
"Einst brachte eine Araberin einen Sack mit Tephillin zu Abajje. Dieser sprach zu ihr: Willst du mir jedes Paar für einige Datteln abgeben? Da wurde sie voll Gift und warf sie in den Fluß. Hierauf sagte er: Ich sollte sie vor ihr nicht so sehr herabsetzen.",
" WSICH VON SEINER FRAU WEGEN ÜBLER NACHREDESCHEIDEN LIESS, NEHME SIE NICHT WIEDER, WENN WEGEN GELOBENS, SO NEHME ER SIE NICHT WIEDER. R. JEHUDA SAGT, WENN DAS GELÜBDE VIELEN BEKANNT WAR, SO NEHME ER SIE NICHTWIEDER, UND WENN ES NICHT VIELEN BEKANNT WAR, SO DARF ER SIE WIEDERNEHMEN.",
"R. MEÍR SAGT, WENN DAS GELÜBDE VON EINEM GELEHRTEN UNTERSUCHT WERDENMUSS, SO NEHME ER SIE NICHT WIEDER, UND WENN ES VON EINEM GELEHRTEN NICHT UNTERSUCHT ZU WERDEN BRAUCHT, SO DARF ER SIE WIEDERNEHMEN. R. ELFA͑ZAR SAGTE: MAN HAT ES IN JENEM FALLE NUR WEGEN DIESES FALLESVERBOTEN.",
"R. JOSE B. R. JEHUDA SAGTE: EINST SAGTE JEMAND IN ÇAJDAN ZU SEINER FRAU: QONAM, WENN ICH MICH VON DIR NICHT SCHEIDEN LASSE, UND DARAUF LIESS ER SICH VON IHR SCHEIDEN. DA ERLAUBTEN IHM DIE WEISEN, SIE WIEDER ZU NEHMEN, ALS VORSORGENDE INSTITUTION.",
"GEMARA. R. Jose b. Minjomi sagte im Namen R. Naḥmans: Dies nur dann, wenn er ihr gesagt hat: ich lasse mich von dir wegen der üblen Nachrede scheiden,"
],
[
"ich lasse mich von dir wegen des Gelobens scheiden. Er ist der Ansicht, der Grund hierbei ist das Verderben, somit könnte er, wenn er es ihr gesagt hat, ihr Verderbenherbeiführen; wenn er ihr aber nichts gesagt hat, kann er ihr Verderben nicht herbeiführen.",
"Manche lesen: R. Joseph b. Minjomi sagte im Namen R. Naḥmans: Es ist auchnötig, daß er ihr sage, wisse, daß ich mich von dir wegen der üblen Nachrede scheiden lasse, daß ich mich von dir wegen des Gelobens scheiden lasse. Er ist der Ansicht, dies aus dem Grunde, damit die Töchter Jisraéls nicht Unzucht und Gelübden fröhnen, daher ist es nötig, daß er es ihr sage.",
"Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit der ersten Lesart, und es gibt eine Lehre übereinstimmend mit der zweiten Lesart.",
"Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit der ersten Lesart: R. Meír sagte: Weshalb sagten sie, wer sich von seiner Frau wegen übler Nachrede scheiden ließ, dürfe sie nicht wiedernehmen, wer wegen Gelobens, dürfe sie nicht wiedernehmen? Weil er, wenn sie sich mit einem anderen verheiratet und die Sache sich als unwahr herausstellt, sagen könnte: wenn ich gewußt hätte, daß dem so sei, ließe ich mich von ihr nicht scheiden, selbst wenn man mir hundert Minen gegeben hätte. Die Scheidung würde dann nichtig sein und ihre Kinder Hurenkinder. Daher spreche man zu ihm: Wisse, wenn jemand sich von seiner Frau wegen übler Nachrede scheiden ließ, darf er sie nicht wiedernehmen, wenn wegen Gelobens, darf er sie nicht wiedernehmen.",
"Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit der zweiten Lesart. R. Elea͑zar b. R. Jose sagte: Weshalb sagten sie, wer sich von seiner Frau wegen übler Nachrede scheiden ließ, dürfe sie nicht wiedernehmen, wer wegen Gelobens, dürfe sie nicht wiedernehmen? Damit die Töchter Jisraéls nicht Unzucht und Gelübden fröhnen. Daher spreche man zu ihm: Sage ihr folgendes: wisse, daß ich mich von dir wegen der üblen Nachrede scheiden lasse, daß ich mich von dir wegen des Gelobens scheiden lasse.",
"R. JEHUDA SAGT, WENN DAS GELÜBDE VIELEN BEKANNT WAR, SO NEHME ER SIE NICHT WIEDER, UND WENN ES NICHT VIELEN BEKANNT WAR, SO DARF ER SIE WIEDERNEHMEN. R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Folgendes ist der Grund R. Jehudas; es heißt :die Kinder Jisraél erschlugen sie nicht, weil ihnen die Fürsten der Gemeinde geschworen hatten. –",
"Und die Rabbanan!? – War denn da der Schwur überhaupt gültig!? Jene sagten zu ihnen, daß sie aus einem fernen Lande gekommenseien, während sie nicht gekommen waren, somit war der Schwur überhaupt nicht gültig, und nur wegen der Heiligung des göttlichen Namenstöteten sie sie nicht. –",
"Was heißt ‘vielen’? R. Naḥman sagt, drei [Personen]; R. Jiçḥaq sagt, zehn.",
"R. Naḥman sagt, drei, denn unter Tage sind zwei und unter vielesind drei zu verstehen. R. Jiçḥaq sagt, zehn, denn es heißtGemeinde.",
"R. MEÍR SAGT, WENN DAS GELÜBDE &C. MUSS. Es wird gelehrt: R. Elea͑zar sagte: Sie haben es verboten in dem Falle, wenn dies nötig ist, wegen des Falles, wenn es nicht nötig ist. –",
"Worin besteht ihr Streit? – R. Meír ist der Ansicht, man sei damit einverstanden, daß seine Frau sich bei Gerichtherabsetze,",
"und R. Elea͑zar ist der Ansicht, man sei nicht damit einverstanden, daß seine Frau sich bei Gericht herabsetze.",
"R. JOSE B. R. JEHUDA SAGTE: EINST SAGTE JEMAND IN ÇAJDAN &C.",
"Wo lehrt er hier etwas, worauf dieses Ereignis sich beziehenkönnte!? – [Die Mišna] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: dies gilt nur von dem Falle, wenn sie gelobt hat, wenn aber er gelobt hat, so darf er sie wieder nehmen. Hierzu sagte R. Jose b. R. Jehuda: Einst sagte auch jemand in Çajdan zu seiner Frau: Qonam, wenn ich mich von dir nicht scheiden lasse, und darauf ließ er sich von ihr scheiden. Da erlaubten ihm die Weisen, sie wieder zu nehmen, als vorsorgende Institution. –"
],
[
"Was heißt hierbei Qonam!? R. Hona erwiderte: Er sagte: alle Früchte der Welt sollen mir verboten sein, wenn ich mich von dir nicht scheiden lasse.",
"DA ERLAUBTEN SIE IHM, SIE WIEDER ZU NEHMEN. Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, hierbei sei die Lehre R. Nathans zu berücksichtigen, denn es wird gelehrt, R. Nathan sagte, wenn jemand ein Gelübde tut, sei es ebenso, als würde er eine Opferhöheerrichtet haben, und wenn er es einlöst, sei es ebenso, als würde er darauf ein Opfer dargebrachthaben, so lehrt er uns.",
"ALS VORSORGENDE INSTITUTION. Was ist dies für eine vorsorgende Institution? R. Šešeth erwiderte: Dies bezieht sich auf den Anfangsatz.",
"Rabina erwiderte: Tatsächlich auf den Schlußsatz, und er meint es wie folgt: hierbei ist irgend eine vorsorgende Institution nicht zu berücksichtigen.",
"WER SICH VON SEINER FRAU WEGEN ZWITTERHAFTIGKEITSCHEIDEN viii LIESS, NEHME SIE, WIE R. JEHUDA SAGT, NICHT WIEDER; DIE WEISEN SAGEN, ER DÜRFE SIE WIEDERNEHMEN.",
"WENN SIE EINEN ANDEREN GEHEIRATET UND VON DIESEM KINDER HAT, UND VON JENEMIHRE MORGENGABE FORDERT, SO KANN ER, WIE R. JEHUDA SAGT, ZU IHR SAGEN: BESSER FÜR DICH, DASS DU SCHWEIGEST, ALS DASS DU REDEST.",
"GEMARA. Demnach berücksichtigt R. Jehuda das Verderbenund die Rabbanan berücksichtigen das Verderben nicht, und dem widersprechend wird gelehrt,",
"wer sich von seiner Frau wegen übler Nachrede scheiden ließ, nehme sie nicht wieder, und wer wegen Gelobens, nehme sie nicht wieder, und hierzu sagte R. Jehuda, wenn das Gelübde vielen bekannt war, nehme er sie nicht wieder, und wenn es nicht vielen bekannt war, dürfe er sie wiedernehmen, wonach R. Jehuda das Verderben nicht berücksichtigt!?",
"Šemuél erwiderte: Man wende esum. –",
"Wenn aber im Schlußsatze gelehrt wird, daß, wenn sie einen anderen geheiratet und von ihm Kinder hat, und von jenem ihre Morgengabe verlangt, er ihr, wie R. Jehuda sagt, erwidern könne: besser für dich, daß du schweigest, als daß du redest, so berücksichtigt ja R. Jehuda wohl das Verderben!? – Man wende auch dies um.",
"Abajje erwiderte: Tatsächlich wende man es nicht um, denn bei jener Lehre ist er der Ansicht R. Meírs und der Ansicht R. Elea͑zars; hinsichtlich des Falles, wo dies nötig ist, ist er der Ansicht R. Elea͑zars, und hinsichtlich des Falles, wenn dies nicht nötig ist, ist er der Ansicht R. Meírs.",
"Raba entgegnete: Befindet sich etwa nur R. Jehuda mit sich selbst in einem Widerspruche und nicht auch die Rabbanan!?",
"Vielmehr, erklärte Raba, R. Jehuda befindet sich nicht mit sich selbst in einem Widerspruche, wie wir erklärt haben, und die Rabbanan befinden sich ebenfalls nicht mit sich selbst in einem Widerspruche, denn unter Rabbanan ist hier R. Meír zu verstehen, welcher sagt, es sei eine doppelte Bedingungerforderlich, während hier von dem Falle gesprochen wird, wenn er die Bedingung nicht verdoppelt hat.",
"ix,i WER SICH UND SEINE KINDER AN NICHTJUDEN VERKAUFT HAT, DEN LÖSE MAN NICHT AUS, WOHL ABER LÖSE MAN DIE KINDER NACH DEM TODE IHRES VATERS AUS.",
"GEMARA. R. Asi sagte: Dies nur, wenn er sich einmal verkauft, es wiederholt und drittmals getan hat.",
"Einst borgten Leute aus Mikhse Geld von Nichtjuden und konnten es nicht bezahlen; da kamen diese und nahmen sie gefangen. Als sie hierauf zu R. Hona kamen, sprach er zu ihnen: Was kann ich euch helfen; wir haben gelernt, wer sich und seine Kinder an Nichtjuden verkauft hat, den löse man nicht aus.",
"R. Abba sprach zu ihm: Du hast uns gelehrt, Meister, daß dies nur dann gelte, wenn er sich einmal verkauft, es wiederholt und drittmals getan hat!? Dieser erwiderte: Diese pflegen dies oft zu tun.",
"Einst verkaufte sich jemand an Spielerund hierauf kam er zu R. Ami und bat ihn,"
],
[
"daß er ihn auslöse. Dieser sprach: Wir haben gelernt, wer sich und seine Kinder an Nichtjuden verkauft hat, den löse man nicht aus, wohl aber löse man die Kinder aus. Doch wohl wegen des Verderbens, und um so mehr hierbei, wo sein Tod zu befürchten ist.",
"Da sprachen die Rabbanan zu R. Ami: Dieser ist ein abtrünniger Jisraélit, denn man sah ihn Aas und Totverletztes essen. Er erwiderte ihnen: Vielleicht tat er dies nur aus Gier? Jene erwiderten: Es kam vor, daß er, wenn Erlaubtes und Verbotenes vor ihm waren, das Erlaubte ließ und das Verbotene aß.",
"Hierauf sprach er zu jenem: Geh, sie lassen mich nicht dich auslösen.",
"Einst verkaufte sich Reš Laqiš an Spieler und nahm einen Sack mit einer Kugel mit. Er sagte: Es ist bekannt, daß sie einem am letzten Tagealles gewähren, was er von ihnen verlangt, damit er sein Blut verzeihe.",
"Am letzten Tage fragten sie ihn, was er wünsche. Er erwiderte ihnen: Ich möchte euch binden und niedersetzen, und jedem von euch anderthalb Schläge mit dem Sacke versetzen. Hierauf band er sie und setzte sie nieder, und wenn er einem einen Schlag versetzte, sodaß er die Seele aushauchte und mit den Zähnen knirschte, sprach er: Du lachst mich wohl aus! Noch hast du bei mir einen halben Schlag. So tötete er sie alle.",
"Hierauf kehrte er heim, ließ sich nieder und aß und trank. Wenn seine Tochter ihn fragte, ob er nicht etwas als Unterlage wünsche, erwiderte er ihr: Meine Tochter, mein Bauch ist mein Kissen. Bei seinem Hinscheiden ließ er einen Kab Safran zurück; da sprach er über sich:Fremden lassen sie ihr Vermögen.",
"WEH SEIN FELD AN EINEN NICHTJUDEN VERKAUFT HAT, MUSS [ALLJÄHRLICH] DIE ERSTLINGE KAUFEN UND SIEDARBRINGEN, ALS VORSORGENDE INSTITUTION. ix,2",
"GEMARA. Rabba sagte: Obgleich sie gesagt haben, ein Nichtjude könne im Jisraéllande keinen [Grundbesitz] erwerben, um ihn der Verzehntungzu entziehen, denn es heißt :denn mir gehört das Land, mir gehört die Heiligkeit des Landes, so kann er ihn dennoch insofern erwerben, um auf diesem Gruben, Graben und Höhlen graben zu dürfen, denn es heißt :der Himmel gehört dem Herrn, die Erde aber hat er den Menschenkindern gegeben.",
"R. Elea͑zar aber sagte : Obgleich sie gesagt haben, ein Nichtjude könne im Jisraéllande [Grundbesitz] erwerben, um ihn der Verzehntung zu entziehen, denn es heißt:deines Getreides, nicht aber vom Getreide eines Nichtjuden, so kann er ihn dennoch nicht insofern erwerben, um da Gruben, Graben und Höhlen graben zu dürfen, denn es heißt :dem Herrn gehört die Erde. –",
"Worin besteht ihr Streit? – Einer erklärt: deines Getreides, nicht aber vom Getreide eines Nichtjuden, und einer erklärt: deiner Getreidezubereitung, nicht aber der Getreidezubereitungeines Nichtjuden.",
"Rabha sagte: Dies entnehme ich aus folgender Lehre: Nachlese, Vergessenes und Eckenlaßeines Nichtjuden sind zehntpflichtig, es sei denn, daß er sie freigegeben hat.",
"In welchem Falle: wollte man sagen, wenn sie von einem Jisraéliten herrühren und ein Nichtjude sie gesammelt hat, wieso heißt es: es sei denn, daß er sie freigegeben hat, sie sind ja ohnehin frei; doch wohl wenn sie von einem Nichtjuden herrühren und ein Jisraélit sie gesammelt hat.",
"Sie sind es nur dann, wenn er sie freigegeben hat, wenn er sie aber nicht freigegeben hat, sind sie pflichtig. –",
"Nein, tatsächlich, wenn sie von einem Jisraéliten herrühren und ein Nichtjude sie gesammelt hat, wenn du aber einwendest, sie sind ja ohnehin frei, [so ist zu erwidern:] zugegeben, daß sie Jisraéliten gegenüber Freigut sind, aber sind sie etwa auch Nichtjuden gegenüber Freigut!? –",
"Komm und höre: Wenn ein Jisraélit ein Feld von einem Nichtjuden gekauft, und nachdem es ein Drittel [der Reife] erlangt hat, es ihm zurückverkauft hat, so ist eszehntpflichtig, da es bereits pflichtigwar. Nur weil es bereits pflichtig war, sonst aber nicht!? –",
"Hier wird von Syrien gesprochen, und er ist der Ansicht, die Eroberung des einzelnengelte nicht als Eroberung. –",
"Komm und höre: Wenn ein Jisraélit und ein Nichtjude zusammen ein Feld gekauft haben,"
],
[
"so sind Zehntpflichtiges und Profanes mit einander vermischt – so Rabbi; R. Šimo ͑n b. Gamliél sagt, das des Nichtjuden sei frei, und das des Jisraéliten sei pflichtig.",
"Sie streiten nur insofern, als der eine der Ansicht ist, es gebe eine fiktiveSonderung, und der andere der Ansicht ist, es gebe keine fiktive Sonderung, alle aber stimmen überein, daß ein Nichtjude [Grundbesitz] im Jisraéllande erwerben könne, um ihn der Verzehntung zu entziehen. –",
"Dies gilt ebenfalls von Syrien, und er ist der Ansicht, die Eroberung des einzelnen gelte nicht als Eroberung.",
"R. Ḥija b. Abin sprach: Komm und höre: Wenn jemand sein Feld an einen Nichtjuden verkauft hat, so muß er [alljährlich] die Erstlinge kaufen und sie darbringen, als vorsorgende Institution. Nur als vorsorgende Institution, nicht aber nach der Tora!?",
"R. Aši erwiderte: Hierbei sind zwei Institutionen getroffen worden; anfangs brachte man sie nach der Tora dar; als aber [die Weisen] sahen, daß manche [den Abschnitt]lasen und sie zurück verkauften, indem sie dachten, daß sie bei ihrer Heiligkeit verbleiben, ordneten sie an, sie nichtdarzubringen;",
"hierauf beobachteten sie aber, daß, wer Mangel hatte, sie verkaufte und beim Nichtjuden verfallen ließ, da ordneten sie wieder an, sie darzubringen.",
"Es wurde gelehrt: Wenn jemand einem sein Feld zum Nießbrauch der Früchte verkauft hat, so muß [der Käufer], wie R. Joḥanan sagt, [die Erstlinge] darbringen und [den Abschnitt] lesen, und wie Res Laqiš sagt, sie darbringen und ihn nicht lesen.",
"R. Joḥanan sagt, darbringen und lesen, denn der Besitz der Früchte gleicht dem Besitze des Kapitals; Reš Laqiš sagt, darbringen und nicht lesen, denn der Besitz der Früchte gleicht nicht dem Besitze des Kapitals.",
"R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein :Und deinem Hause; dies lehrt, daß man die Erstlinge seiner Fraudarbringe und [den Abschnitt]lese!?",
"Dieser erwiderte: Anders ist es hierbei, wo es ausdrücklich heißt: und deinem Hause.",
"Manche lesen: Reš Laqiš wandte gegen R. Joḥanan ein: Und deinem Hause; dies lehrt, daß man die Erstlinge seiner Frau darbringe und [den Abschnitt] lese. Nur diese, da es ausdrücklich heißt: und deinem Hause, sonst aber nicht!?",
"Dieser erwiderte: Eben hieraus entnehme ich meineAnsicht. Er wandte gegen ihn ein: Wer sich mit den Erstlingen seiner Frau unterwegs befindet und hört, daß seine Frau gestorben sei, bringe sie dar und lese [den Abschnitt]. Nur wenn sie gestorbenist, nicht aber, wenn sie nicht gestorben ist!? –",
"Dasselbe gilt auch von dem Falle, wenn sie nicht gestorben ist, nur ist dies von dem Falle, wenn sie gestorben ist, besonders zu lehren nötig. Man könnte glauben, hierbei sei die Lehre des R. Jose b. Ḥanina zu berücksichtigen,",
"denn R. Jose b. Ḥanina sagte, wenn er sie abgelesen und durch einen Boten geschickt hat, und darauf hört, daß der Bote unterwegs gestorben sei, so bringe er sie und lese [den Abschnitt] nicht, denn es heißt :du sollst nehmen undbringen, nur wenn das Nehmen und das Bringen durch einen erfolgt, so lehrt er uns.",
"Sie vertreten hierbei ihre Ansichten, denn es wurde gelehrt: Wenn jemand einem zur Zeit, wo das Gesetz vom Jobeijahre Geltunghat, sein Feld verkauft hat,"
],
[
"so muß [der Käufer], wie R. Joḥanan sagt, [die Erstlinge] darbringen und [den Abschnitt] lesen, und wie Reš Laqiš sagt, darbringen und nicht lesen.",
"R. Joḥanan sagt, darbringen und lesen, denn der Besitz der Früchte gleicht dem Besitze des Kapitals; Reš Laqiš sagt, darbringen und nicht lesen, denn der Besitz der Früchte gleicht nicht dem Besitze des Kapitals.",
"Und beides ist nötig. Würde nur jenes gelehrt worden sein, so könnte man glauben, Reš Laqiš vertrete seine Ansicht nur da, wo [der Käufer] nur wegen der Früchte den Besitz angetreten hat, hierbei aber, wo er den Besitz des Kapitals angetreten hat, pflichte er R. Joḥanan bei.",
"Und würde nur dieses gelehrt worden sein, so könnte man glauben, R. Joḥanan vertrete seine Ansicht nur hierbei, da aber pflichte er Reš Laqiš bei. Daher ist beides nötig. –",
"Komm und höre: Wenn jemand einen Baum samt dem dazu gehörenden Boden gekauft hat, so bringe er [die Erstlinge] dar und lese [den Abschnitt]!? – Hier wird von der Zeit gesprochen, wo das Gesetz vom Jobeijahre keine Geltung hat. –",
"Komm und höre: Wenn jemand zwei Bäume im Felde eines anderen gekauft hat, so bringe er [die Erstlinge] dar und lese [den Abschnitt] nicht. Wenn aber drei, so bringe er sie und lese!? – Dies gilt ebenfalls von der Zeit, wo das Gesetz vom Jobeijahre keine Geltung hat.",
"Jetzt aber, wo R. Ḥisda erklärt hat, der Streit bestehe nur über den zweitenJobelzyklus, während hinsichtlich des ersten Jobelzyklusalle übereinstimmen, daß er sie bringe und lese, da er damitnicht gerechnet hatte, ist hieraus kein Einwand zu erheben, denn das einegilt vom ersten Jobelzyklus und das andere vom zweiten Jobelzyklus.",
"Es wäre anzunehmen, daß hierüber folgende Tannaím streiten: Woher, daß, wenn jemand von seinem Vater ein Feld gekauft und es geweiht hat, und sein Vater darauf gestorben ist, es als Erbbesitzfeldgilt?",
"Es heißt: wenn aber ein von ihm gekauftes Feld, das nicht zu seinem erblichen Grundbesitze gehört; ein Feld, das nicht sein erblicher Grundbesitz sein würde, ausgenommen dieses, das sein erblicher Grundbesitz sein würde – so R. Jehuda und R. Šimo͑n.",
"R. Meír sagte: Woher, daß, wenn jemand ein Feld von seinem Vater gekauft und, nachdem dieser gestorben ist, es geweiht hat, dieses als Erbbesitzfeld gilt? Es heißt: wenn aber ein von ihm gekauftes Feld, das nicht zu seinem erblichen Grundbesitze gehört; ein Feld, das nicht sein erblicher Grundbesitzist. Nach R. Jehuda und R. Šimo͑n aber ist hinsichtlich des Falles, wenn zuerst der Vater gestorben ist und er es nachher geweiht hat, ein Schriftvers nichtnötig.",
"Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem : R. Meír ist der Ansicht, der Besitz der Früchte gleiche dem Besitze des Kapitals, somit hat er durch den Tod des Vaters nichtsgeerbt, daher ist wegen des Falles, wenn der Vater zuerst gestorben ist und er es nachher geweiht hat, ein Schriftversnötig;",
"R. Jehuda und R. Šimo͑n aber sind der Ansicht, der Besitz der Früchte gleiche nicht dem Besitze des Kapitals, somit hat er es erst beim Tode des Vaters geerbt; daher ist wegen des Falles, wenn zuerst der Vater gestorben ist und er es nachher geweiht hat, ein Schriftvers nicht nötig, sondern nur wegen des Falles, wenn er es zuerst geweiht hat und der Vater nachher gestorben ist.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Tatsächlich, kann ich dir erwidern, sind R. Jehuda und R. Šimo͑n sonst der Ansicht, der Besitz der Früchte gleiche dem Besitze des Kapitals, hierbei aber fanden sie einen Schriftvers und legten ihn aus. Der Allbarmherzige sollte doch geschrieben haben: wenn ein von ihm gekauftes Feld, das nicht sein Erbbesitz ist, wenn es aber heißt: zu seinem erblichen Grundbesitze gehört, so bezeichnet dies ein Feld, das nicht geeignet war, sein erblicher Grundbesitz zu sein, ausgenommen dieses, das geeignet war, sein erblicher Grundbesitz zu sein.",
"R. Joseph sagte: Wenn R. Joḥanan nicht gesagt hätte, der Besitz der Früchte gleiche dem Besitze des Kapitals, würde er im Lehrhause Hände und Füße nicht gefunden haben. R. Asi sagte im Namen R. Joḥanans, daß Brüder, die geteilt haben, als Käufer gelten und einander im Jobeljahre zurückerstattenmüssen,",
"und wenn man sagen wollte, er gleiche nicht dem Besitze des Kapitals, so konnte nur ein einziger [Sohn], Sohn eines einzigen [Sohnes], bis auf die Tage Jehošua͑s, des Sohnes Nuns, die Erstlinge darbringen.",
"Raba sagte: Es gibt einen Schriftvers und eine Barajtha als Stütze für Reš Laqiš: Einen Schriftvers:"
],
[
"nach der Zahl der Erntejahresoll er dir verkaufen.",
"Eine Barajtha, denn es wird gelehrt: Der Erstgeboreneerhält vom Felde, das im Jobeijahre zurück in den Besitz seines Vaterskommt, einen doppelten Anteil.",
"Abajje sagte: Es ist uns überliefert, daß der Ehemann hinsichtlich der Güter seiner Frau einer Vollmachtbenötige.",
"Dies jedoch nur dann, wenn [der Prozeß] die Früchte nicht betrifft, wenn er aber auch die Früchte betrifft, so kann er, da er über die Früchte prozessieren kann, auch über die Sache selbst prozessieren.",
"",
" GESCHÄDIGTE WERDEN MIT GUTEM BEZAHLT, GLÄUBIGER MIT MITTELMÄSSIGEM UND DIE MORGENGABE DER FRAU MIT SCHLECHTEM. ii R. MEÍR SAGT, AUCH DIE MORGENGABE MIT MITTELMÄSSIGEM.",
"MAN KANN VON VERÄUSSERTEN GÜTERN NICHT EINFORDERN, WENN FREIE VORHANDEN SIND, SELBST WENN SIE AUS SCHLECHTEM BESTEHEN.",
"VON DEN GÜTERN DER WAISEN IST ZAHLUNG NUR VOM SCHLECHTEN EINZUFORDERN. iii",
"MAN KANN DIE VERZEHRTEN FRÜCHTE, DIE MELIORATION VON GRUNDSTÜCKEN\n",
"UND DIE ALIMENTE FÜR FRAU UND TÖCHTER NICHT VON VERÄUSSERTEN GÜTERN EINFORDERN, ALS VORSORGENDE INSTITUTION.",
"WER EINEN FUND ABLIEFERT, BRAUCHT NICHT ZU SCHWÖREN, ALS VORSORGENDE INSTITUTION.",
"GEMARA. Wieso als vorsorgende Institution, dies hat ja nach der Tora zu erfolgen, denn es heißt: das beste seines Feldes und das beste seines Weinberges soll er bezahlen!?",
"Abajje erwiderte: Dies nach R. Jišmaél, welcher sagt, daß nach der Tora [das Feld] des Geschädigten zu schätzen sei; er lehrt uns, daß als vorsorgende Institution das des Schädigers zu schätzen sei. –",
"Was ist dies für eine Lehre R. Jišmáéls? – Es wird gelehrt: Das beste seines Feldes und das beste seines Weinberges soll er bezahlen, das beste des Feldes des Geschädigten und das beste des Weinberges des Geschädigten – so R. Jišmáél; R. Aqiba sagt, die Schrift will damit nur sagen, daß Schädigungen mit Gutem zu bezahlenseien, und um so mehr gilt dies beim Heiligen. –",
"Nach R. Jišma͑él ist also, wenn [das Vieh] ein fettes [Beet] abgefressen hat, für ein fettes zu bezahlen, und wenn es ein mageres abgefressen hat, ebenfalls für ein fettes zu bezahlen!? R. Idi b. Abin erwiderte: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn es eines von den Beeten abgefressen hat, und man nicht weiß, ob ein mageres oder ein fettes; es ist dann mit Gutem zu bezahlen.",
"Raba entgegnete: Wenn man wüßte, daß es ein mageres abgefressen hat, so wäre nur ein mageres zu bezahlen, wieso ist nun, wenn man es nicht weiß, ein fettes zu bezahlen, wer vom anderen fordert, hat ja den Beweis anzutreten!? Vielmehr, erklärte R. Aḥa b. Ja͑qob,"
],
[
"hier wird von dem Falle gesprochen, wenn das Gute des Geschädigten dem Schlechten des Schädigers gleicht; R. Jišma͑él ist der Ansicht, die Zahlung erfolge mit dem [Guten] des Geschädigten, und R. A͑qiba ist der Ansicht, mit dem des Schädigers. –",
"Was ist der Grund R. Jišma͑éls? – Untenheißt es Feld und obenheißt es Feld, wie oben unter Feld das des Geschädigtenzu verstehen ist, ebenso ist unten unter Feld das des Geschädigtenzu verstehen.",
"R. A͑qiba aber erklärt: Das beste seines Feldes soll er bezahlen, dessen, der bezahlt. –",
"Und R. Jišma͑él!? – Man berücksichtige die Wortanalogie und man berücksichtige den Schriftvers. Man berücksichtige die Wortanalogie, wie wir erklärt haben; man berücksichtige den Schriftvers, in dem Falle, wenn der Schädiger Gutes und Schlechtes besitzt, und sein Schlechtes nicht soviel wert ist, wie das Gute des Geschädigten; er muß ihm dann mit [seinem] Guten bezahlen.",
"«R. Aqiba sagt, die Schrift will damit nur sagen, daß Schädigungen mit Gutem zu bezahlen seien, und um so mehr gilt dies beim Heiligen.»",
"Was heißt: und um so mehr gilt dies beim Heiligen? Wollte man sagen, wenn ein uns gehörendes Rind ein dem Heiligtume gehörendes Rind niedergestoßen hat, so sagt ja der Allbarmherzige:das Rind seines Nächsten, nicht aber das Rind des Heiligtums.",
"Und wollte man sagen, wenn jemand eine Mine für den Tempelreparaturfonds gelobt hat, daß nämlich der Schatzmeister kommen und vom Guten einfordern könne,",
"so kann ja dieser nicht mehr sein als ein Gläubiger, und ein Gläubiger erhält vom Mittelmäßigen. Wolltest du erwidern, R. A͑qiba sei der Ansicht, auch jeder andere Gläubiger erhalte gleich dem Geschädigten vom Guten, so ist zu entgegnen: wohl jeder andere Gläubiger, weil er auch bei Schädigungen im Vorteil ist, während das Heiligtum bei Schädigungen im Nachteil ist!? –",
"Tatsächlich, wenn ein uns gehörendes Rind ein dem Heiligtume gehörendes Rind nieder gestoßen hat, und R. A͑qiba ist der Ansicht des R. Šimo͑n b. Menasja. Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n b. Menasja sagte: Wenn das Rind des Heiligtumes das Rind eines Gemeinen niedergestoßen hat, so ist es ersatzfrei, und wenn das Rind eines Gemeinen das Rind des Heiligtumes niedergestoßen hat, so muß er sowohl gewarnt als auch ungewarnt den ganzen Schaden ersetzen. –",
"Woher weißt du demnach, daß sie über den Fall streiten, wenn das Gute des Geschädigten dem Schlechten des Schädigers gleicht, vielleicht sind beide der Ansicht, daß mit dem [Guten] des Geschädigten zu zahlen sei, und sie führen den Streit des R. Šimo͑n b. Menasja und der Rabbanan:",
"R. A͑qiba ist der Ansicht des R. Šimo͑n b. Menasja und R. Jišma͑él ist der Ansicht der Rabbanan!? –",
"Wieso hieße es demnach: die Schrift will damit nur!? Und wieso hieße es ferner: und um so mehr beim Heiligen!? Und ferner sagte R. Aši,"
],
[
"es gebe eine ausdrückliche Lehre: Das beste seines Feldes und das beste seines Weinbergs soll er bezahlen, das beste des Feldes des Geschädigten und das beste des Weinbergs des Geschädigten – so R. Jišma͑él; R. A͑qiba sagt, das beste des Feldes des Schädigers und das beste des Weinbergs des Schädigers.",
"Rabina erklärte: Tatsächlich vertritt unsere Mišna die Ansicht R. A͑qibas, welcher sagt, daß nach der Tora das [Feld] des Schädigers zu schätzen sei, und zwar nach R. Šimo͑n, der den Grund der Schrift erklärt. Hier wird somit der Grund angegeben : aus welchem Grunde werden Geschädigte mit Gutem bezahlt? Als vorsorgende Institution.",
"Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n sagte: Weshalb sagten sie, daß Geschädigte mit Gutem zu bezahlen seien? Wegen der Räuber und der Plünderer; damit ein Mensch sich sage: wozu sollte ich rauben, wozu sollte ich plündern, morgen beschlagnahmt das Gericht meine Güter und nimmt mir das beste Feld ab, indem es sich stützt auf das, was geschrieben steht: das beste seines Feldes und das beste seines Weinbergs soll er bezahlen. Daher sagten sie, Geschädigte werden mit Gutem bezahlt.",
"Weshalb sagten sie, Gläubiger werden mit Mittelmäßigem bezahlt? Damit nicht jemand, der bei seinem Nächsten ein schönes Feld oder ein schönes Haus sieht, sage: ich will mich herandrängen und ihm [Geld] borgen, damit ich es ihm für meine Schuld abnehmen kann. Daher sagten sie, Gläubiger werden mit Mittelmäßigem bezahlt. –",
"Demnach sollte es mit Schlechtem erfolgen!? – Dann würdest du die Tür vor den Geldbedürftigen verschließen.",
"Die Morgengabe mit Schlechtem – so R. Jehuda; R. Meír sagt, mit Mittelmäßigem. R. Šimo͑n sagte: Weshalb sagten sie, die Morgengabe sei mit Schlechtem zu bezahlen? Weil mehr als der Mann heiraten will, die Frau geheiratet zu werden wünscht.",
"Eine andere Erklärung: die Frau wird entfernt mit ihrem Willen und gegen ihren Willen, der Mann aber entfernt sie nur mit seinem Willen. –",
"Wozu ist die andere Erklärung nötig? – Man könnteglauben, wie die Rabbanan für sie die Morgengabe angeordnet haben, wenn er sie entfernt, ebenso sei eine Morgengabe für ihn anzuordnen, wenn sie fortgeht, so ist zu erwidern: die Frau wird entfernt mit ihrem Willen und gegen ihren Willen, der Mann aber entfernt sie nur mit seinem Willen, denn er kann ihr den Scheidebrief vorenthalten.",
"DIE MORGENGABE DER FRAU MIT SCHLECHTEM. Mar Zuṭra, Sohn des R. Naḥman, sagte: Nur von den Waisen, von ihmaber erhält sie Mittelmäßiges. –",
"Bei Waisen gilt dies ja nicht nur von der Morgengabe, sondern auch von allem anderen, denn wir haben gelernt, von Gütern der Waisen sei Zahlung nur vom Schlechten einzufordern; doch wohl von ihm selbst!? –",
"Tatsächlich von den Waisen, und von der Morgengabe ist dies besonders zu lehren nötig; man könnte glauben, daß man es für sie aus Wohlwollen erleichtert habe, so lehrt er uns.",
"Raba sagte: Komm und höre: R. Meír sagt, auch die Morgengabe mit Mittelmäßigem. Von wem: wollte man sagen, von den Waisen, so wird doch wohl R. Meír von der Lehre halten, daß man sich von Gütern der Waisen nur mit Schlechtem bezahlt machen könne; doch wohl von ihm, wonach die Rabbanan der Ansicht sind, mit Schlechtem. –",
"Nein, tatsächlich von den Waisen, anders ist es aber bei der Morgengabe wegen des Wohlwollens.",
"Abajje sprach: Komm und höre: Geschädigte werden mit Gutem bezahlt, Gläubiger mit Mittelmäßigem und die Morgengabe mit Schlechtem. Von wem: wollte man sagen, von Waisen, so gilt dies ja nicht nur von der Morgengabe, sondern auch von jenen; doch wohl von ihm!?",
"R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn jemand für die Schädigung seines Sohnes, für die Schuld seines Sohnes und für die Morgengabe seiner Schwiegertochter Bürgschaft geleistethat.",
"Jeder erhält das, was er zu beanspruchen hat: Geschädigte und Gläubiger, deren Forderung bei Lebzeiten [des Sohnes bestandenhat], erhalten auch von diesemdas, was ihnen bei Lebzeiten [des Sohnes] zukam, die Morgengabe dagegen, die erst nach dem Tode fällig und somit von den Waiseneinzufordern ist, ist auch von diesem so zu bezahlen, wie nach dem Tode. –",
"Sollte doch der Umstand maßgebend sein, daß der Bürge für die Morgengabe nicht haftbarist!? – Bei der Übernahme. –",
"Einleuchtend ist dies nach demjenigen, welcher sagt, der Übernehmende sei haftbar, auch wenn der Schuldner keine Güter hat, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, wenn dieser solche hat, sei er haftbar, und wenn dieser keine hat, sei er nichthaftbar!? –",
"Wenn du willst, sage ich: wenn er hatte und sie verheert worden sind,",
"und wenn du willst, sage ich: für seinen Sohn verpflichtete er sich.",
"Es wurde gelehrt: Der Bürge für die Morgengabe ist nach aller Ansicht nicht haftbar,"
],
[
"der Übernehmende einer Schuld ist nach aller Ansicht haftbar, und über den Bürgen für eine Schuld und den Übernehmenden der Morgengabe streiten sie; einer ist der Ansicht, er sei haftbar, auch wenn der Schuldner keine Güter hat, und einer ist der Ansicht, wenn dieser solche hat, sei er haftbar, und wenn dieser keine hat, sei er nicht haftbar.",
"Die Halakha ist, daß sie alle haftbar sind, auch wenn [der Schuldner] keine [Güter] hat, ausgenommen der Bürge für die Morgengabt, der nicht haftbar ist,",
"selbst wenn jener solche hat, denn er hat nur ein Gebot ausgeübtund ihr keinen Schadenzugefügt.",
"Rabina sprach: Komm und beachte den Grund dieser Institution: mehr als der Mann heiraten will, wünscht die Frau geheiratet zu werden. Wenn man nun sagen wollte, nur von den Waisen, so erfolgt diesja wegen der Waisen!? Dies ist eine Widerlegung der Lehre Mar Zuṭras. Eine Widerlegung.",
"Mar Zuṭra, Sohn des R. Naḥman, sagte im Namen R. Naḥmans: Wenn ein Schuldschein auf Waisen präsentiert wird, so kann mit diesem, selbst wenn es darin ‘von Gutem’ heißt, nur von Schlechtem eingefordert werden.",
"Abajje sagte: Dies ist auch zu beweisen: ein Gläubiger erhält sonst von Mittelmäßigem, von Waisen aber von Schlechtem.",
"Raba sprach zu ihm: Was soll dies; ein Gläubiger hat nach der Tora von Schlechtem zu erhalten, nach einer Lehre U͑las, denn U͑la sagte: Nach der Tora hat ein Gläubiger von Schlechtem zu erhalten, denn es heißt :draußen sollst du stehen bleiben und der Mann &c. [herausbringen], und man pflegt ja das Schlechteste unter seinen Geräten herauszubringen, nur bestimmten sie, daß ein Gläubiger von Mittelmäßigem erhalte, um nicht vor den Geldbedürftigen die Tür zu verschließen. Allerdings beließen es die Rabbanan bei Waisen bei der Bestimmung der Tora,",
"hierbei aber, wo er auch nach der Tora von Gutem zu erhaltenhat, erhalt er auch von Waisen von Gutem. –",
"Gegen Raba [ist ja einzuwenden:] Abram aus Ḥozäa lehrte ja, daß man sich von Gütern der Waisen nur mit Schlechtem bezahlt machen könne, sogar für Schädigungen, und für Schädigungen ist ja nach der Tora mit Gutem zu zahlen!? –",
"Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn das Gute des Geschädigten dem Schlechten des Schädigenden gleicht.",
"Dies nach R. Jišma͑él, welcher sagt, nach der Tora sei [das Feld] des Geschädigten zu schätzen, und nur als vorsorgende Institution ordneten die Rabbanan an, daß man das des Schädigenden schätze; bei Waisen aber beließen es die Rabbanan bei der Bestimmung der Tora. –",
"Dem ist ja aber nicht so, R. Elea͑zar aus Nejota lehrte ja, daß man sich von Gütern der Waisen nur mit Schlechtem bezahlt machen könne, selbst wenn es Gutes ist, und unter ‘selbst wenn es Gutes ist’, ist wohl zu verstehen, selbst wenn es im Schuldschein ‘von Gutem’ heißt!? –",
"Nein, darunter sind die Rändervom Guten zu verstehen. Dies nach Raba,",
"denn Raba sagte: Wenn er Schlechtes beschädigthat, so muß er mit Gutem ersetzen, wenn die Ränder von Gutem, so muß er mit Mittelmäßigemersetzen. Bei Waisen aber haben es die Rabbanan bei der Bestimmung der Tora belassen.",
"VON GÜTERN DER WAISEN IST ZAHLUNG NUR VOM SCHLECTTEN EINZUFORDERN. R. Aḥadboj b. Ami fragte: Sind unter Waisen, von denen sie sprechen, nur Minderjährige zu verstehen oder auch Erwachsene? Ist dies eine Vorsorge, die die Rabbanan getroffen haben, und die Rabbanan haben diese nur für Minderjährigegetroffen, nicht aber für Erwachsene,",
"oderaber, weil der Gläubiger nicht damit rechnet, daß der Schuldner sterben und sein Vermögen den Waisen zufallen kann, um als Türschlußgelten zu können, somit gilt dies auch von Erwachsenen. –",
"Komm und höre: Abajje der Ältere lehrte: Unter Waisen, von denen sie sprechen, sind Erwachsene zu verstehen, und um so mehr gilt dies von Minderjährigen. –",
"Vielleicht gilt dies nur vom Schwure, da auch ein Erwachsener bei Angelegenheiten seines Vaters einem Minderjährigengleicht, nicht aber hinsichtlich des Schlechten.",
"Die Halakha ist,"
],
[
"unter Waisen, von denen sie sprechen, sind Erwachsene zu verstehen, und selbstverständlich Minderjährige, sowohl hinsichtlich des Schwures als auch hinsichtlich des Schlechten.",
"MAN KANN VON VERÄUSSERTEN GÜTERN NICHT EINFORDERN, WENN FREIE VORHANDEN SIND. R. Aḥadboj b. Ami fragte: Wie verhält es sich bei verschenkten:",
"ist dies eine Vorsorge der Rabbanan, wegen der Schädigung der Käufer, somit gilt dies nicht von verschenkten, da eine Schädigung der Käufer nicht zu berücksichtigen ist, oder aber gilt dies auch von verschenkten, denn hätte er von ihmnicht einen Nutzen, würde er ihm kein Geschenk gemacht haben, somit gilt dies als Schädigung der Käufer?",
"Mar Qašiša, Sohn des R. Ḥisda, sprach zu R. Aši: Komm und höre: Wenn ein Sterbenskranker gesagt hat, daß man jenem zweihundert Zuz, jenem dreihundert [Zuz] und jenem vierhundert [Zuz] gebe, so sage man nicht, wer in der Urkunde zuerst genannt ist, habe den Gewinn. Daher ist, wenn auf ihn ein Schuldschein präsentiert wird, von alleneinzufordern.",
"Wenn er aber gesagt hat, daß man zweihundert Zuz jenem, nachher jenem und nachher jenem gebe, so hat, wer zuerst in der Urkunde genannt ist, einen Gewinn. Daher ist, wenn auf ihn ein Schuldschein präsentiert wird, vom letzten einzufordern, und wenn seines nicht reicht, vom vorletzten, und wenn auch seines nicht reicht, vom vorvorletzten einzufordern.",
"Und selbst wenn der erste Mittelmäßigesund der letzte Schlechtes hat, ist [die Schuld] vom Schlechteneinzufordern, nicht aber vom Mittelmäßigen. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß die Rabbanan diese Vorsorge auch bei der Schenkung getroffen haben. –",
"Hier wird von Gläubigemgesprochen. – Es heißt ja aber: daß man gebe!? – Daß man ihm für seine Schuld gebe. –",
"Sollte man doch sehen, wessen Schein älterist!? – Wenn keine Scheine vorhanden sind. – Es heißt ja aber: wer in der Urkunde zuerst genannt ist!? – In der Vermächtnisurkunde.",
"Wenn du willst, sage ich: auch wenn hier von einer Schenkung gesprochen wird, ist nichts zu beweisen, denn unter ‘ist vom letzten einzufordern’ ist zu verstehen, nur der letzte erleideden Schaden.",
"Wenn du aber willst, sage ich: wenn sie alle das gleiche haben.",
"MAN KANN &C. DIE VERZEHRTEN FRÜCHTE NICHT EINFORDERN. Aus welchem Grunde? U͑la erwiderte im Namen des Reš Laqiš: Weil sie nicht schriftlich genanntsind.",
"R. Abba sprach zu U͑la: Der Unterhalt für Frau und Töchter gilt jaals schriftlich genannt, und dennoch lehrt er, daß er nicht eingefordert werden könne!?",
"Dieser erwiderte: Von diesem ist von vornherein angeordnet worden, daß er freien [Gütern] gegenüber als schriftlich genannt und veräußerten gegenüber als nicht genanntgelten solle.",
"Ebenso erklärte auch R. Asi im Namen R. Joḥanans: Weil sie nicht schriftlich genannt sind. R. Zera sprach zu R. Asi: Der Unterhalt für Frau und Töchter gilt ja als schriftlich genannt, und dennoch lehrt er, daß er nicht eingefordert werden könne!? Dieser erwiderte: Von diesem ist von vornherein angeordnet worden, daß er freien [Gütern] gegenüber als schriftlich genannt und veräußerten gegenüber als nicht genannt gelten solle.",
"R. Ḥanina erwiderte: Weil sie nicht präzisiertsind.",
"Sie fragten: Muß nach R. Ḥanina [die Forderung] präzisiert und schriftlich genannt sein"
],
[
"oder nur präzisiert, auch wenn sie nicht genannt ist? –",
"Komm und höre: Es wurde gelehrt: Wenn jemand gestorben ist und zwei Töchter und einen Sohn hinterlassen hat, und nachdem die erste zuvorgekommen ist und das Zehntelder Güter empfangen hat, die zweite aber dazu noch nicht gekommen ist, der Sohn gestorben ist,",
"so hat die andere, wie R. Joḥanan sagt, daraufverzichtet. R. Ḥanina sprach zu ihm: Sie sagten sogar, daß man es ihnenfür die Versorgung abnehme, nicht aber für ihren Unterhalt, und du sagst, die andere habe verzichtet!?",
"Die Versorgung ist japräzisiert, nicht aber schriftlich genannt, und sie wird ihnenabgenommen. –",
"Anders verhält es sich bei der Versorgung; da dies bekannt ist, so gilt sie als schriftlich genannt.",
"R. Hona b. Manoaḥ wandte ein: Sind siegestorben, so werden ihre Töchter von freien Gütern ernährt,",
"dieseaber auch von veräußerten Gütern, weil sie als Gläubigergilt!? –",
"Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn sie es ihr aus der Hand zugeeignet haben. –",
"Demnach sollte es auch von den [übrigen] Töchterngelten!? – Er hat es ihr nur für jene und nicht für diese zugeeignet. –",
"Wieso dies!? – Für die Tochter seiner Frau, die bei der Zueignung vorhanden war, ist die Zueignung wirksam, für seine eigene Tochter, die bei der Zueignung nicht vorhanden war, ist die Zueignung nicht wirksam. –",
"Gilt dies etwa nicht auch von dem Falle, wenn beide bei der Zueignung vorhanden waren, wenn er nämlich von ihr geschieden war und siewieder heiratete!? –",
"Vielmehr, für seine Tochter, die ihren Unterhalt durch eine Bestimmung des Gerichtes zu erhalten hat, ist die Zueignung nicht wirksam, für die Tochter seiner Frau, die ihren Unterhalt durch keine Bestimmung des Gerichtes zu erhalten hat, ist die Zueignung wirksam. –",
"Sollte jene deshalb im Nachteil sein!? – Vielmehr, da seine Tochter ihren Unterhalt durch eine Bestimmung zu erhalten hat, so ließ ersie vielleicht hierfür Sachen einhaschen. –",
"Komm und höre: R. Nathan sagte: Nur dann, wenn der Kauf des anderen vor der Melioration des erstenerfolgt ist,",
"wenn aber die Melioration des ersten vor dem Kaufe des anderen erfolgt ist, so kann er sie auch von veräußerten Gütern einfordern. Demnach erfolgt dies aus dem Grunde, weil [der Anspruch] nicht älterist!? –",
"Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: Man kann die verzehrten Früchte, die Melioration von Grundstücken und den Unterhalt für Frau und Töchter nicht von veräußerten Gütern einfordern, als vorsorgende Institution, weil sie nicht schriftlich genannt sind.",
"R. Jose sprach: Wieso als vorsorgende Institution, sie sind ja nicht präzisiert!?",
"WER EINEN FUND ABLIEFERT, BRAUCHT NICHT ZU SCHWÖREN. R. Jiçḥaq sagte: [Wenn jener sagt:] du hast zwei mir gehörende zusammen gebundene Beutel gefunden, und dieser sagt: ich habe nur einen gefunden, so muß er schwören; [wenn aber jener sagt:] du hast zwei mir gehörende zusammengebundene Rinder gefunden, und dieser sagt: es war nur eines, so braucht er nicht zu schwören.",
"Dies aus dem Grunde, weil Rinder sich voneinanderlosreißen, Geldbeutel aber nicht. Wenn jener sagt:]",
"du hast zwei mir gehörende zusammengebundene Rinder gefunden, und dieser sagt: ich habe sie gefunden und dir eines bereits zurückgegeben, so muß er schwören. –",
"Hält denn R. Jiçḥaq nicht von der Lehre, wer einen Fund abliefert, brauche nicht zu schwören, als vorsorgende Institution!? –"
],
[
"Er ist der Ansicht des R. Elie͑zer b. Ja͑qob, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Zuweilen kann es vorkommen, daß jemand wegen seiner eigenen Aussageschwören muß. Wenn beispielsweise [jemand zu einem sagt:] dein Vater hatte bei mir eine Mine und die Hälfte bei mir verzehrt, so muß er schwören; er muß somit wegen seiner eigenen Aussage schwören.",
"Die Weisen sagen, er gleiche dem Wiederbringer eines Fundes und sei frei. –",
"Ist denn R. Elie͑zer b. Ja͑qob nicht der Ansicht, wer einen Fund abliefert, sei frei!? Rabh erwiderte: Wenn ein Minderjähriger ihn gemahnt hat. –",
"Ist denn [die Mahnung] eines Minderjährigen von Bedeutung, wir haben gelernt, daß man wegen der Forderung eines Tauben, eines Blöden und eines Minderjährigen nicht schwöre!? –",
"Unter Minderjähriger ist ein Erwachsener zu verstehen, und er nennt ihn deshalb einen Minderjährigen, weil er hinsichtlich der Angelegenheiten seines Vaters als Minderjährigergilt. –",
"Wieso nennt er dies demnach seine Aussage, die Mahnung geht ja von einem anderen aus!? – Die Mahnung eines anderen und sein eigenes Geständnis. –",
"Auch in allen anderen Fällenhandelt es sich ja um die Mahnung eines anderen und sein eigenes Geständnis!? – Vielmehr, sie streiten über die Lehre Rabbas, denn Rabba sagte: Die Tora sagte deshalb, wer einen Teil der Forderung eingesteht, müsse schwören, weil es feststehend ist, daß niemand sich seinem Gläubiger gegenübererkühne.",
"Er möchte die ganze Schuld ableugnen, nur tut er dies deshalb nicht, weil er sich seinem Gläubiger gegenüber nicht erkühnt; daher möchte er sie vollständig eingestehen, nur tut er dies deshalb nicht, weil er einen Aufschub erzielen will, indem er denkt: sobald ich Geld habe, bezahle ich sie ihm. Daher sagte der Allbarmherzige, man schiebe ihm einen Eid zu, damit er die ganze Schuld eingestehe.",
"R. Elie͑zer b. Ja͑qob ist der Ansicht, er erkühne sich weder gegen ihn selbst noch gegen seinen Sohn, somit gilt er nicht als Wiederbringer eines Fundes, die Rabbanan aber sind der Ansicht, nur gegen ihn selbst erkühne er sich nicht, wohl aber gegen seinen Sohn, und da er sich nicht erkühnt hat, so gilt er als Wiederbringer eines Fundes."
],
[
" WENN WAISEN BEI EINEM HAUSHERRN UNTERGEBRACHTSIND, ODER WENN IHR VATER IHNEN JEMAND ALS VORMUND BESTELLT HAT, SO MUSS ER IHRE FRÜCHTE VERZEHNTEN.",
"DER VORMUND, DEN DER VATER DER WAISEN BESTELLT HAT, MUSS SCHWÖREN, DEN DAS GERICHT BESTELLT HAT, BRAUCHT NICHT ZU SCHWÖREN. ABBA ŠAÚL SAGT, ES VERHALTE SICH ENTGEGENGESETZT.",
"GEMARA. Ich will auf einen Widersprach hin weisen :Ihr, nicht aber Gesellschafter; ihr, nicht aber Quotenpächter; ihr, nicht aber Vormünder; ihr, es darf niemand die Hebe absondern von dem, was nicht ihm gehört!?",
"R. Ḥisda erwiderte: Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn zum Essen, und das andere, wenn zum Zurücklegen.",
"Es wird auch gelehrt: Vormünde dürfen zum Essen die Hebe und den Zehnten absondern, nicht aber zum Zurücklegen; sie dürfen für sie Vieh, Sklaven, Sklavinnen, Häuser, Felder und Weinberge zum Essen verkaufen, nicht aber zum Zurücklegen; sie dürfen für sie Früchte, Weine, Öle und Mehl zum Essen verkaufen, nicht aber zum Zurücklegen.",
"Sie fertigen für sie Feststrauß, Bachweide, Festhütte, Çiçith und alles andere, wofüres eine Grenze gibt, dies schließt die Posaune ein. Sie kaufen für sie eine Torarolle, Tephillin, Mezuzoth und alles andere, wofür es eine Grenze gibt, dies schließt die [Ester]rolle ein.",
"Nicht aber dürfen sie für sie Almosen aussetzen, Gefangene auslösen, oder sonst etwas, wofür es keine Grenze gibt, dies schließt die Tröstung der Leidtragenden ein.",
"Vormünde dürfen nicht über die Güter der Waisen prozessieren, weder zuungunsten noch zugunsten. – Weshalb nicht zugunsten!? – Vielmehr, zuungunsten, in der Absicht, daß es zugunsten erfolge.",
"Vormünde dürfen ferner nicht ein entferntes [Feld] verkaufen und ein nahes einlösen, ein schlechtes verkaufen und ein gutes einlösen, weil es verheert werden könnte.",
"Vormünde dürfen nicht Felder verkaufen und dafür Sklaven kaufen, wohl aber dürfen sie Sklaven verkaufen und dafür Felder kaufen; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, auch nicht Sklaven verkaufen und dafür Felder kaufen, weil es vielleicht nicht unangefochten bleibt.",
"Vormünde dürfen keine Sklaven freilassen, wohl aber an andere verkaufen und jene sie freilassen. Rabbi sagte: Ich sage, auch [der Sklave] selber kann seinen Wert zahlen und frei werden, denn es ist ebenso, als würde er ihn an ihn selber verkaufen.",
"Zuletzt muß er mit ihnen abrechnen; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, er brauche dies nicht. Frauen, Sklaven und Minderjährige dürfen nicht als Vormünde eingesetzt werden; wenn aber der Vater der Waisen sie eingesetzt hat, so stand es ihm frei.",
"Einst wollte ein Vormund in der Nachbarschaft R. Meírs Felder verkaufen und Sklaven kaufen, R. Meír aber ließ dies nicht zu. Hierauf zeigte man ihm im Traume: ich will niederreißen, du aber willst bauen. Er achtete jedoch nicht darauf, indem er sagte: Träume nützen nicht und schaden nicht.",
"Einst waren zwei Leute, die der Satan aufeinander hetzte, denn jeden Vorabend [des Šabbaths] zankten sie miteinander. Als R. Meír dahinkam, hielt er sie drei Vorabende zurück, bis er Frieden zwischen ihnen stiftete. Da hörte er ihn rufen: Wehe, R. Meír jagte mich aus meinem Hause!",
"In der Nachbarschaft des R. Jehošua͑ b. Levi war ein Vormund, der Grundstücke verkaufte und Ochsen kaufte, und dieser sagte ihm dazu nichts. Er ist der Ansicht R. Joses, denn es wird gelehrt: R. Jose sagte: Nie im Leben nannte ich meine Frau Frau und meinen Ochsen Ochs, sondern meine Frau Haus und meinen Ochsen Feld.",
"Einst nahm eine Greisin, bei der Waisen untergebracht waren, einen Ochsen, den sie hatten, und verkaufte ihn für sie. Da kamen ihre Verwandten zu R. Naḥman und sprachen zu ihm : Wie kam siedazu, ihn zu verkaufen!? Er erwiderte ihnen: Unsere Lehre lautet: wenn Waisen bei einem Hausherrn untergebrachtsind. –",
"Er ist ja im Preise gestiegen. – Er ist im Besitze des Käufers im Preise gestiegen. – Sie haben ja das Geld noch nicht erhalten!?",
"Da erwiderte er ihnen: Wenn dem so ist, so ist hierauf die Lehre des R. Ḥanilaj b. Idi im Namen Šemuéls zu beziehen. R. Ḥanilaj b. Idi sagte nämlich im Namen Šemuéls, Güter der Waisen gleichen denen des Heiligtums, die nur durch das Geld erworben werden.",
"Den Wein des verwaisten Rabbana U͑qaba zogen [die Käufer] an sich zum Preise von vier [Zuz das Faß], und er stieg auf sechs. Als sie hierauf zu R. Naḥman kamen, sprach er zu ihnen: Hierauf ist die Lehre des R. Ḥanilaj b. Idi im Namen Šemuéls zu beziehen, R. Ḥanilaj b. Idi sagte nämlich im Namen Šemuéls, Güter der Waisen gleichen denen des Heiligtums, die nur durch das Geld erworben werden.",
"Hat [der Käufer] Früchte der Waisen an sich gezogen, so ist, wenn sie im Preise gestiegen sind, hierauf die Lehre des R. Ḥanilaj b. Idi zu beziehen; wenn sie aber im Preise gesunken sind, so darf das Recht eines Gemeinen dem Rechte des Heiligtumsnicht überlegensein.",
"Haben die Waisen Früchte [anderer] an sich gezogen, so darf, wenn sie im Preise gestiegen sind, das Recht eines Gemeinen dem Rechte des Heiligtums nicht überlegen sein, und auf den Fall, wenn sie im Preise gesunken sind, glaubten sie, die Lehre des R. Ḥanilaj b. Idi zu beziehen, aber",
"R. Šiša, Sohn des R. Idi, sprach zu ihnen: Dies wäre ein Nachteil für sie, denn, wenn sie Früchte brauchen, würde niemand sie ihnen geben, bis sie das Geld gezahlt haben.",
"Haben Waisen Geld auf Früchte gezahlt, so darf, wenn sie im Preise gesunken sind, das Recht eines Gemeinen dem Rechte des Heiligtums nicht überlegen sein, und auf den Fall, wenn sie im Preise gestiegen sind, glaubten sie die Lehre des R. Ḥanilaj b. Idi zu beziehen, aber",
"R. Šiša, Sohn des R. Idi, sprach zu ihnen: Dies wäre ein Nachteil für sie,"
],
[
"dennman könnte zu ihnen sagen: euer Weizen ist im Söller verbrannt.",
"Haben andere den Waisen Geld auf Früchte gezahlt, so darf, wenn sie im Preise gestiegen sind, das Recht eines Gemeinen dem Rechte des Heiligtums nicht überlegen sein, und auf den Fall, wenn sie im Preise gesunken sind, glaubten sie die Lehre des R. Ḥanilaj b. Idi zu beziehen, aber",
"R. Šiša, Sohn des R. Idi, sprach zu ihnen: Dies wäre ein Nachteil für sie, denn, wenn sie Geld brauchen, würde niemand es ihnen geben, bis sie die Früchte geliefert haben.",
"R. Aši sagte: Ich und R. Kahana unterschrieben eine Urkunde der Mutter des verwaisten Zee͑ra, die zur Zahlung von Kopfsteuern [Grundstücke] ohne Ausbietungverkaufte. Die Nehardee͑nser sagten nämlich: Für Kopfsteuer, Unterhalt und Begräbniskostenverkaufe man ohne vorherige Ausbietung.",
"Der Färber A͑mram war Vormund von Waisen; da kamen die Verwandten zu R. Naḥman und sprachen: Er kleidet und hüllt sich vom [Vermögen] der Waisen. Dieser erwiderte: Damit seine Worte respektiertwerden. –",
"Er ißt und trinkt, wohl ihres, denn er ist nicht begütert. – Er hat vielleicht einen Fund gemacht. – Er richtet Schaden an. Da erwiderte er ihnen: Bringt mir Zeugen, daß er Schaden anrichte, so entsetze ich ihn; unser Genosse R. Hona sagte im Namen Rabhs, wenn ein Vormund Schaden anrichtet, entsetze man ihn. Es wurde nämlich gelehrt: Wenn ein Vormund Schaden anrichtet, so ist er, wie R. Hona im Namen Rabhs sagt, zu entsetzen, und wie sie in der Schule R. Šilas sagen, nicht zu entsetzen. Die Halakha ist, man entsetze ihn.",
"DER VORMUND, DEN DER VATER DER WAISEN BESTELLT HAT, MUSS SCHWÖREN. Aus welchem Grunde? – Wenn er keinen Nutzen davon hat, wird er nicht Vormund, und wegen des Schwures verweigert er es nicht.",
"DEN DAS GERICHT BESTELLT HAT, BRAUCHT NICHT ZU SCHWÖREN. Er tut dies nur aus Zuvorkommenheit gegen das Gericht, und wenn man ihm einen Schwur auf erlegt, verweigert er es.",
"ABBA ŠAÚL SAGT, ES VERHALTE SICH ENTGEGENGESETZT. Wenn das Gericht ihn bestellt hat, maß er schwören, denn für die Befriedigung, daß er in den Ruf eines ehrenhaften Mannes kommt, dem das Gericht Vertrauen schenkt, verweigert er dies wegen des Schwures nicht.",
"Wenn der Vater der Waisen ihn bestellt hat, braucht er nicht zu schwören, denn er tut dies nur aus gegenseitiger Freundschaft, und wenn man ihm einen Schwur auferlegt, verweigert er es. R. Ḥanan b. Ami sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie Abba Šaúl.",
"Es wurde gelehrt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Beide müssen schwören. Die Halakha ist wie er.",
"R. Taḥlipha aus dem Westen lehrte vor R. Abahu: Der Vormund, den der Vater der Waisen bestellt hat, muß schwören, weil er bezahlt ist. Da sprach dieser zu ihm: Hast du einen Kab geholt und ihm zugemessen? Sage vielmehr: weil er einem bezahlten gleicht.",
" WENN JEMAND UNREINMACHT, BEMISCHTODER LIBIERT, SO IST ER, WENN VERSEHENTLICH, ERSATZFREI, UND WENN VORSÄTZLICH, HAFTBAR.",
"GEMARA. Es wurde gelehrt: Unter ‘libiert ‘ ist zu verstehen, wie Rabh sagt, wenn er wirklich ‘libiert’, und wie Šemuél sagt, wenn er beimischt. –",
"Weshalb erklärt derjenige, der ‘beimischt’ erklärt, nicht ‘libiert’? – Er kann dir erwidern: beim Libieren verfällt er der schwereren Strafe. –",
"Und jener!? – Nach R. Jirmeja, denn R. Jirmeja sagte, die Aneignungerfolge beim Hochheben und das Leben verwirke er erst beim Libieren. –",
"Weshalb erklärt derjenige, der ‘libiert’ erklärt, nicht ‘beimischt’? – Er kann dir erwidern: beimischen"
],
[
"ist ja dasselbe was bemischen. –",
"Und jener!? – [Der Ersatz] istnur eine Buße, und von einer Bußzahlung ist nichts zu folgern. –",
"Wozu sind all diese Fälle nach demjenigen nötig, nach dem hinsichtlich einer Bußzahlung von einer Bußzahlung zu folgern ist!? –",
"Sie sind nötig. Würde er es nur vom Unreinmachen gelehrt haben, so könnte man glauben, wenn es Hebe ist, weil er es vollständig vernichtethat, und wenn es Profanes ist, weil man Profanes im Jisraéllande nicht der Verunreinigung aussetzendarf, nicht aber gelte dies von der Bemischung.",
"Und würde er es nur von der Bemischung gelehrt haben, so könnte man glauben, weil dies nicht seltenist, nicht aber gelte dies vom Unreinmachen, das selten ist.",
"Und würde er es nur vom Unreinmachen und von der Bemischung gelehrt haben, so könnte man glauben, weil er keiner schwereren Strafe verfällt,",
"nicht aber gelte dies vom Libieren, wobei er einer schwereren Strafe verfällt, so lehrt er uns, nach R. Jirmeja. –",
"Wozu sind all diese Fälle nötig nach der Lehre des Vaters R. Abins, nach der sie es anfangs nur vom Unreinmachen und vom Libieren sagten und später die Bemischunghinzufügten!? –",
"Sie sind nötig. Würde er es nur vom Unreinmachen gelehrt haben, so könnte man glauben, weil er keiner schwereren Strafe verfällt, nicht aber gelte dies vom Libieren, wobei er einer schwereren Strafe verfällt.",
"Und würde er es nur vom Libieren gelehrt haben, so könnte man glauben, weil er es vollständig vernichtet, nicht aber gelte dies vom Unreinmachen, wobei er es nicht vollständigvernichtet.",
"Und würde er nur von diesen beiden gelehrt haben, so könnte man glauben, weil der Schaden bedeutend ist, nicht aber gelte dies von der Bemischung, wobei der Schaden unbedeutend ist. Daher sind sie alle nötig.",
"Ḥizqija sagte: Nach der Tora ist er sowohl versehentlich als auch vorsätzlich haftbar, denn die unsichtbare Schädigung gilt als Schädigung,",
"und nur deshalb sagten sie, versehentlich sei er ersatzfrei, damit er es ihm mitteile. –",
"Demnach sollte dies auch bei Vorsatz gelten!? – Wie sollte er, wenn er ihn zu schädigen beabsichtigt, es ihm nicht mitteilen!?",
"R. Joḥanan aber sagte: Nach der Tora ist er sowohl versehentlich als auch vorsätzlich ersatzfrei, denn die unsichtbare Schädigung gilt nicht als Schädigung, und nur deshalb sagten sie, vorsätzlich sei er haftbar, damit nicht jemand das Reine eines anderen unrein mache, indem er sich sagt, er sei ersatzfrei. –",
"Wir haben gelernt: Wenn Priester im Tempel [ein Opfer] vorsätzlich verwerflichgemacht haben, so sind sie haftbar. Hierzu wird gelehrt: als vorsorgende Institution.",
"Wenn du nun sagst, die unsichtbare Schädigung gelte als Schädigung, so müßte es ja heißen, sie seien versehentlich ersatzfrei, als vorsorgendeInstitution!? –",
"Das sagt er auch: Nur wenn vorsätzlich, haftbar, wenn aber versehentlich, frei, als vorsorgende Institution.",
"R. Elea͑zar wandte ein: Wer das Entsündigungswasseroder die Entsündigungskuhzur Arbeit verwendet, ist beim menschlichen Gerichte freiund beim himmlischen Gerichte schuldig. Wenn du nun sagst, die unsichtbare Schädigung gelte als Schädigung, so sollte er auch beim menschlichen Gerichte schuldig sein!?",
"Er erhob diesen Einwand, und er selbst erklärte es auch: wenn er die Kuh in den Stall gebracht hat, damit sie saugeund dresche, oder wenn er mit dem Entsündigungswasser etwas gewogenhat. –",
"Raba sagte ja aber, wenn man mit dem Entsündigungswasser"
],
[
"etwas gewogen hat, sei es tauglich!? – Das ist kein Einwand; das eine, wenn damit",
"selbst, und das andere, wenn als Gegengewicht. – Wenn damit selbst, so hat er ja damit eine Handlung ausgeübt und sollte, wenn die unsichtbare Schädigung als Schädigung gilt, auch beim menschlichen Gerichte schuldig sein!? – Vielmehr, beide, wenn als Gegengewicht, dennoch besteht hier kein Widerspruch; das eine, wenn er seine Aufmerksamkeit abgewandt hat, und das andere, wenn er seine Aufmerksamkeit nicht abgewandthat.",
"R. Papa wandte ein: Wenn jemand eine Münze geraubt hat und sie verrufen worden ist, Hebe, und sie unrein geworden ist, Gesäuertes, und das Pesaḥfest darüber verstrichenist, so kann er zu jenem sagen: da hast du deines.",
"Wenn du nun sagst, die unsichtbare Schädigung gelte als Schädigung, so ist dieser ja ein Räuberund sollte Ersatz leisten!? – Eine Widerlegung.",
"Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaím streiten: Wenn jemand unrein macht, bemischt oder libiert, einerlei ob versehentlich oder vorsätzlich, so ist er schuldig – so R. Meír; R. Jehuda sagt, versehentlich sei er frei, vorsätzlich sei er schuldig.",
"Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, die unsichtbare Schädigung gelte als Schädigung, und einer ist der Ansicht, sie gelte nicht als Schädigung.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Alle sind der Ansicht, die unsichtbare Schädigung gelte nicht als Schädigung, und hierbei streiten sie, ob man bei Versehen wegen des Vorsatzes maßregle; einer ist der Ansicht, man maßregle bei Versehen wegen des Vorsatzes, und einer ist der Ansicht, man maßregle nicht bei Versehen wegen des Vorsatzes. –",
"Ich will auf einen Widerspruch hinweisen, in dem R. Meír sich mit sich selbst befindet, und auf einen Widerspruch, in dem R. Jehuda sich mit sich selbst befindet. Es wird gelehrt: Wenn jemand versehentlich am Sabbath gekocht hat, so darf er esessen, wenn aber vorsätzlich, so darf er es nicht essen – so R. Meír. R. Jehuda sagt, wenn versehentlich, dürfe er es nach dem Šabbath essen, wenn vorsätzlich, dürfe er es niemals essen.",
"R. Joḥanan der Schuster sagt, wenn versehentlich, dürfen andere es nach dem Šabbath essen, er selbst aber nicht, wenn vorsätzlich, dürfe man es niemals essen, weder er selbst noch andere. Somit befindet sich R. Meír mit sich selbst in einem Widerspruche und R. Jehuda mit sich selbst in einem Widerspruche!? –",
"R. Meír befindet sich nicht in einem Widerspruche mit sich selbst, denn nur bei einem rabbanitischen [Verbote] maßregelter, nicht aber bei einem der Tora. –",
"Das Libierenist ja [ein Verbot] der Tora, und er maßregelt hierbei!? – Hierbei maßregelt er wegen der Schwere des Götzendienstes. –",
"R. Jehuda befindet sich ebenfalls nicht in einem Widerspruche mit sich selbst, denn nur bei einem rabbanitischen [Verbote] maßregelt er nicht, bei einem der Tora aber maßregelt er wohl. – Das Libieren ist ja [ein Verbot] der Tora und er maßregelt nicht!? – Wegen der Schwere des Götzendienstes unterläßt mandies. –",
"Ich will auf einen Widerspruch hinweisen, in dem R. Meír sich bei einem [Verbote] der Tora mit sich selbst befindet. Es wird gelehrt: Wenn jemand versehentlich am Šabbath gepflanzt hat, so lasse er [die Pflanzung] bestehen, wenn vorsätzlich, so entwurzle er sie; wenn im Siebentjahre, so muß er sie, einerlei ob versehentlich oder vorsätzlich, entwurzeln – so R. Meír.",
"R. Jehuda sagt, wenn im Siebentjahre versehentlich, so lasse er sie bestehen, wenn vorsätzlich, so entwurzle er sie; wenn am Šabbath, so muß er sie, einerlei ob versehentlich oder vorsätzlich, entwurzeln!? –",
"Nach deiner Auffassung ist ja diese [Lehre] an sich schwierig; merke, das eme ist nach der Tora und das andere ist nach der Tora [verboten], welchen Unterschied gibt es nun zwischen Šabbath und Siebentjahr!?",
"Vielmehr wird da der Grund ausdrücklich gelehrt; R. Meír sagte: Ich sage deshalb, wenn es am Šabbath versehentlich erfolgt ist, sei [die Pflanzung] zu erhalten, wenn vorsätzlich, zu entwurzeln, und wenn im Siebentjahre, einerlei ob versehentlich oder vorsätzlich, zu entwurzeln, weil die Jisraéliten nach dem Siebentjahrezählen,"
],
[
"nicht aber nach Šabbathen.",
"Eine andere Erklärung: Die Jisraéliten sind hinsichtlich des Siebentjahresverdächtig, nicht aber hinsichtlich des Šabbaths. –",
"Wozu ist die andere Erklärung nötig? – Man könnte erwidern, dies gelte auch vom Sabbath, denn es kann vorkommen, daß die dreißig Tagegerade mit dem Sabbath beginnen, und somit, wenn die Pflanzung an diesem Tage erfolgt ist, diese ihm als Jahr angerechnet werden, und wenn nicht, sie ihm als Jahr nicht angerechnet werden,",
"so komm und höre die andere Erklärung: die Jisraéliten sind hinsichtlich des Siebentjahres verdächtig, nicht aber hinsichtlich des Šabbaths.",
"R. Jehuda befindet sich ebenfalls nicht in einem Widerspruche mit sich selbst, denn in der Ortschaft R. Jehudas beobachteten sie streng [das Gesetz vom] Siebentjahre.",
"Einst rief nämlich jemand seinem Nächsten zu: Du Proselyt, Sohn einer Proselytin! Da erwiderte dieser: Ich habe noch nicht wie du Früchte des Siebentjahres gegessen. –",
"Komm und höre: Wer [versehentlich] unreine Hebe gegessen hat, muß reines Profanesersetzen. Wie ist es, wenn er unreines Profanes ersetzt hat? Symmachos sagt im Namen R. Meírs, versehentlichsei der Ersatzgültig, vorsätzlich sei der Ersatz ungültig, und die Weisen sagen, ob so oder so sei der Ersatz gültig und er müsse wiederum reines Profanesersetzen.",
"Und auf unseren Einwand, weshalb denn bei Vorsatz der Ersatz ungültig sei, ein Segen sollte über ihn kommen, denn er aß etwas, was für [den Priester] auch während der Zeit seiner Unreinheit unbrauchbarwar, und er ersetzte ihm etwas, daß für ihn während der Zeit seiner Unreinheit brauchbar ist,",
"erwiderte Raba, und nach anderen Kadi, [diese Lehre] sei lückenhaft und müsse wie folgt lauten: Hat er unreine Hebe gegessen, so muß er irgend etwasersetzen, hat er reine Hebe gegessen, so muß er reines Profanes ersetzen. Wie ist es, wenn er unreines Profanes ersetzt hat? Symmachos sagt im Namen R. Meírs, versehentlich sei der Ersatz gültig, vorsätzlich sei der Ersatz ungültig, und die Weisen sagen, ob so oder so sei der Ersatz gültig und er müsse wiederum reines Profanes ersetzen.",
"Hierzu sagte R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, hierbei streiten sie, ob man bei Versehen wegen des Vorsatzes maßregle; R. Meír ist der Ansicht, man maßregle nicht bei Versehen wegen des Vorsatzes, und die Weisen sind der Ansicht, man maßregle wohl. –",
"Was soll dies; dieser Mann will Ersatz leisten, und wir sollten ihn maßregeln!? –",
"Komm und höre: Wenn das [Opfer]blut unrein geworden ist und man es gesprengt hat, so ist es, wenn versehentlich, wohlgefällig, und wenn vorsätzlich, nicht wohlgefällig!? –",
"R. Meír kann dir erwidern: was soll dies; dieser Mann will Sühne erlangen, und wir sollten ihn maßregeln!? –",
"Komm und höre: Wenn jemand den Zehnten am Šabbath entrichtet hat, so darf er sie, wenn versehentlich, essen, und wenn vorsätzlich, nicht essen!? – Was soll dies; dieser Mann will den Zehnten entrichten, und wir sollten ihn maßregeln!? –",
"Komm und höre: Wenn jemand Geräte am Šabbath untergetauchthat, so darf er sie, wenn versehentlich, benutzen, und wenn vorsätzlich, nicht benutzen!? – Was soll dies; dieser Mann will die Geräte reinigen, und wir sollten ihn maßregeln!? –",
"Ich will auf einen Widerspruch hinweisen, in dem R. Jehuda sich mit sich selbst bei einem rabbanitischen [Verbote] befindet. Es wird gelehrt:"
],
[
"Sind siehineingekommen und aufgeknacktworden, einerlei ob versehentlich oder vorsätzlich, so gehen sie nicht auf – so R. Meír und R. Jehuda; R. Jose und R. Šimo͑n sagen, wenn versehentlich, so gehen sie auf, wenn vorsätzlich, so gehen sie nicht auf.",
"Hierbei ist es ja, da nach der Tora eines unter zweiaufgeht, eine rabbanitische Verordnung, dennoch maßregelt R. Jehuda!? – Hierbei berücksichtigt R. Jehuda den Grund, er könnte eine Listanwenden. –",
"Ich will auf einen Widerspruch hinweisen, in dem R. Jose sich mit sich selbst befindet. Wir haben gelernt : Wenn Setzlinge von Ungeweihtem oder von Mischfrucht (eines Weinberges) unter andere Setzlinge gekommen sind, so dürfen [die Beeren] nicht abgelesenwerden; hat man sieabgelesen, so verlieren sie sich unter zweihundertundeinem, nur darf man sie nicht absichtlich ablesen.",
"R. Jose sagt, auch wenn man sie absichtlich abgelesen hat, verlieren sie sich unter zweihundertundeinem!? –",
"Hierzu wurde ja gelehrt: Raba erklärte, es sei feststehend, daß niemand seinen Weinberg wegen eines Setzlings verbotenmache. Ebenso erklärte auch Rabin, als er kam, im Namen R. Joḥanans, es sei feststehend, daß niemand seinen Weinberg wegen eines Setzlings verboten mache.",
"iv,3 WENN PRIESTER IM TEMPEL [EIN OPFER] VORSÄTZLICH VERWERFLICH GEMACHT HABEN, SO SIND SIE HAFTBAR.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand für einen Reines zubereitet und zu ihm sagt: das Reine, das ich für dich zubereitet habe, ist unrein geworden, wenn er für ihn ein Schlachtopfer herrichtet und zu ihm sagt: das Schlachtopfer, das ich für dich hergerichtet habe, ist verwerflich geworden, so ist er glaubhaft; wenn er aber zu ihm sagt: das Reine, das ich an jenem Tage für dich zubereitet habe, ist unrein geworden, oder: das Schlachtopfer, das ich an jenem Tage für dich hergerichtet habe, ist verwerflich geworden, so ist er nicht glaubhaft. –",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen dem Anfangsatze und dem Schlußsatze? Abajje erwiderte: Über das, was in seiner Handist, ist er glaubhaft.",
"Raba erwiderte: Wenn er ihn traf und ihm nichts sagte, später aber ihn wiederum trifft und es ihm sagt.",
"Einst sagte jemand zu seinem Nächsten: Das Reine, das ich für dich an jenem Tage zubereitet habe, ist unrein geworden. Da kam er zu R. Ami, und dieser sprach zu ihm: Rechtlich ist er nicht glaubhaft. R. Asi sprach vor ihm: Meister, so entscheidest du!? Folgendes sagte R. Joḥanan im Namen R. Joses: was kann ich tun, wenn die Tora ihm geglaubt hat. –",
"Wo hat sie ihm geglaubt? R. Jiçḥaq b. Bisna erwiderte: Dies ist vom Hochpriester am Versöhnungstage zu entnehmen, der, wenn er sagt, [das Opfer]sei verwerflich geworden, glaubhaft ist. Woher weiß man dies, es heißt ja :kein Mensch soll im Offenbarungszelte sein? –",
"Vielleicht, wenn man gehört hat, daß er es verwerflich gern achthat!? – Wäre er nicht glaubhaft, so würde er auch dann nicht glaubhaft sein, wenn man es gehört hat, denn er kann es nachhergesagt haben. –",
"Vielleicht, wenn man esdurch die Pfortegesehen hat!? – Elin Einwand.",
"Einst kam jemand vor R. Ami und sprach zu ihm: Die Gottesnamen in der Torarolle, die ich für N. geschrieben habe, habe ich nicht auf ihren Namengeschrieben. Dieser fragte: Bei wem befindet sich die Torarolle? Jener erwiderte: Beim Käufer. Da sprach dieser: Du bist glaubhaft, deinen Lohn zu verlieren, nicht aber bist du glaubhaft, die Torarolle untauglich zu machen.",
"R. Jirmeja sprach zu ihm: Zugegeben, daß er den Lohn für die Gottesnamen verloren hat, aber hat er etwa den Lohn für die ganze Torarolle verloren!? Dieser erwiderte: Freilich, eine Torarolle, in der die Gottesnamen nicht auf den richtigen Namen geschrieben sind, ist nichts wert. –",
"Er kann ja über diese mit der Feder fahren und sie heiligen!? Wahrscheinlich ist er nicht der Ansicht R. Jehudas,",
"denn es wird gelehrt: Wenn er den Gottesnamen zu schreiben hatte und in der [irrtümlichen] Absicht, den Namen Jehuda zu schreiben, versehentlich das Daleth fortgelassenhat, so fahre er darüber mit der Feder und heilige ihn – so R. Jehuda; die Weisen sagen, dieser Gottesname sei nicht vorzüglich. –",
"Du kannst auch sagen, nach R. Jehuda, denn R. Jehuda ist dieser Ansicht nur bei einem Gottesnamen, nicht aber bei allen der ganzen Torarolle, weil sie dann gesprenkelt aussieht.",
"Einst kam jemand vor R. Abahu und sprach zu ihm: Das Pergament für die Torarolle, die ich für N. geschrieben habe, habe ich nicht zu diesem Zwecke gefertigt. Dieser fragte: Bei wem befindet sich die Torarolle? Jener erwiderte: Beim Käufer. Da sprach dieser: Da du glaubhaft bist, deinen Lohn zu verlieren, so bist du auch glaubhaft, die Torarolle untauglich zu machen. –"
],
[
"Womit ist es hierbei anders als beim Falle R. Amis? – Bei jenem kann man annehmen, er habe sich wie R. Jirmejageirrt, hierbei aber, wo er seinen ganzen Lohn verliert und dies dennoch sagt, spricht er wohl die Wahrheit.",
" R. JOḤANAN B. GUDGADA BEKUNDETE, DASS EINE VON IHREM VATER VER HEIRATETE TAUBSTUMME DURCH EINEN SCHEIDEBRIEFGESCHIEDEN WERDE.",
"DASS EINE AN EINEN PRIESTER VERHEIRATETE MINDERJÄHRIGE JISRAÉLITIN HEBE ESSENDÜRFE, UND WENN SIE GESTORBEN IST, IHR MANN SIE BEERBE.",
"DASS, WENN JEMAND EINEN GERAUBTEN BALKEN IN EIN GEBÄUDE EINGEBAUT HAT, [DER BERAUBTE] FÜR DIESEN ERSATZ NEHMENMÜSSE, ALS VORSORGE FÜR DIE BUSSFERTIGEN.",
"DASS EIN GERAUBTES SÜNDOPFER, WENN DIESDEN LEUTEN UNBEKANNT IST, SÜHNE SCHAFFE, AUS VORSORGE FÜR DEN ALTAR.",
"GEMARA. Raba sagte: Aus der Bekundung des R. Joḥanan b. Gudgada [geht hervor], daß, wenn jemand zu Zeugen gesagt hat: seht den Scheidebrief, den ich ihr geben will, und darauf zu ihr sagt: nimm diesen Schuldschein, sie geschieden sei. R. Joḥanan b. Gudgada sagt, ihr Wissensei nicht nötig, ebenso ist auch hierbei ihr Wissen nicht nötig. –",
"Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, da er zu ihr gesagt hat: nimm diesen Schuldschein, so habe er ihnaufgehoben, so lehrt er uns, daß, wenn er ihn aufheben wollte, er dies den Zeugen gesagt haben würde; vielmehr sagte er es ihr nur aus Gêne.",
"DASS EINE MINDERJÄHRIGE JISRAÉLITIN. Demnach darf eine Taubstumme davonnicht essen; aus welchem Grunde? – Es wird berücksichtigt, ein Taubstummerkönnte davon einer Taubstummen zu essen geben. –",
"Mag er doch, es ist ja ebenso, als würde ein Minderjähriger Aasessen!? –",
"Es wird berücksichtigt, ein Taubstummer könnte davon einer Vollsinnigen zu essen geben. –",
"Soll er sie doch rabbanitische Hebeessen lassen!? – Es wird berücksichtigt, er könnte sie Hebe der Tora essen lassen.",
"DASS, WENN JEMAND EINEN GERAUBTEN BALKEN EINGEBAUT HAT.Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand einen Balken geraubt und ihn in ein Gebäude eingebaut hat, so muß er, wie die Schule Šammajs sagt, das ganze Gebäude niederreißen und den Balken seinem Eigentümer zurückgeben; die Schule Hillels sagt, [der Beraubte] kann nur den Wert des Balkens beanspruchen, als Vorsorge für die Bußfertigen.",
"DASS EIN GERAUBTES SUNDOPFER &C. U͑la sagte: Nach der Tora sühnt ein solches nicht, einerlei ob es bekannt oder unbekannt ist,",
"denn durch die Desperationallein erwirbt man nicht, nur sagten sie deshalb, daß es, wenn dies unbekannt ist, sühne, um die Priesternicht zu betrüben.",
"Die Jünger sprachen zu U͑la: Wir haben ja aber gelernt: als Vorsorge für den Altar!? Dieser erwiderte: Wenn die Priester betrübt sind, so ergibt es sich, daß der Altar vernachlässigtwird.",
"R. Jehuda aber sagte: Nach der Tora sühnt ein solches, einerlei ob es bekannt oder unbekannt ist, denn durch die Desperation allein erwirbt man wohl,"
],
[
"nur sagten sie deshalb, wenn dies bekannt ist, sühne es nicht, damit man nicht sage, der Altar verzehre Geraubtes. –",
"Einleuchtend ist es nach U͑la, daß er es von einem Sündopferlehrt, weshalb aber lehrt er es nach R. Jehuda vom Sündopfer, dies sollte doch auch vom Brandopfer gelten!? –",
"Vom Brandopfer ist dies selbstverständlich, da es vollständig verbrannt wird, aber auch vom Sündopfer, von dem nur Fett und Blut auf dem Altar dargebracht werden, während das übrige von den Priestern gegessen wird, haben sie dies angeordnet, damit man nicht sage, der Altar verzehre Geraubtes.",
"Wir haben gelernt: Daß ein geraubtes Sündopfer, wenn dies den Leuten unbekannt ist, Sühne schaffe, als Vorsorge für den Altar. Einleuchtend ist dies nach U͑la, nach R. Jehuda aber müßte es ja entgegengesetzt heißen!? –",
"Das sagt er auch: Daß es, wenn dies unbekannt ist, sühne, und wenn es bekannt ist, nicht sühne, als Vorsorge für den Altar.",
"Raba wandte ein: Wenn jemand [ein Vieh] gestohlen, dem Heiligtume geweiht und geschlachtet hat, so muß er das Doppelteersetzen, nicht aber das Vier- oder Fünffache. Hierzu wird gelehrt, wegen [des Schlachtens] außerhalbverfalle man in diesem Falleder Ausrottungsstrafe. Wieso verfällt man der Ausrottungsstrafe, wenn du sagst, durch die Desperation allein erwerbe man nicht!?",
"R. Šezbi erwiderte: Der rabbanitischen Ausrottung. Da lachten sie über ihn: gibt es denn eine rabbanitischeAusrottung!? Raba sprach zu ihnen: Ein bedeutender Mann hat etwas gesagt, lacht nicht darüber. Der Ausrottung, der er durch eine [rabbanitische] Bestimmung verfällt. Die Rabbanan haben es in seinen Besitz gesetzt, damit er dieserhalb schuldig sei.",
"Hierauf sagte Raba: Folgendes ist mir entschieden fraglich: haben die Rabbanan es schon beim Stehlen in seinen Besitz gesetzt oder erst bei der Heiligung? – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Hinsichtlich der Schur und der Geburten. Wie ist es nun? Später entschied Raba, es sei einleuchtend, erst bei der Heiligung, damit der Sünder nichts gewinne.",
" WÄHREND DER KRIEGSMETZELEIEN GAB ES IN JUDÄA KEINE PLÜNDERER, NACH DEN KRIEGSMETZELEIEN GAB ES DA PLÜNDERER. WENN JEMAND [EIN FELD] VON EINEM PLÜNDERER UND DARAUF VOM EIGENTÜMER GEKAUFT HAT, SO IST SEIN KAUFUNGÜLTIG, WENN ABER VOM EIGENTÜMER UND DARAUF VOM PLÜNDERER, SO IST SEIN KAUF GÜLTIG.",
"WENN ER ESVOM EHEMANNE UND DARAUF VON DER FRAU GEKAUFT HAT, SO IST SEIN KAUF UNGÜLTIG, WENN ABER VON DER FRAU UND DARAUF VOM EHEMANNE, SO IST SEIN KAUF GÜLTIG. DIES IST DIE ERSTE [FASSUNG DER] MIŠNA;\n",
"DAS SPÄTERE GERICHT BESTIMMTE, DASS, WENN JEMAND VON EINEM PLÜNDERER KAUFT, ER EIN VIERTELAN DEN EIGENTÜMER ZAHLE. DIES NUR DANN, WENN [DER EIGENTÜMER] ES NICHT ZURÜCKKAUFEN KANN, WENN ER ES ABER ZURÜCKKAUFEN KANN, SO GEHT ER JEDEM ANDEREN VOR.",
"RABBI SETZTE EIN GERICHTSKOLLEGIUM EIN UND ES STIMMTE AB, DASS, WENN ES ZWÖLF MONATE IM BESITZE DES PLÜNDERERS WAR, JEDER, DER ES ZUERST GEKAUFT HAT, ES ERWORBEN HABE, JEDOCH EIN VIERTEL AN DEN EIGENTÜMER ZAHLE.",
"GEMARA. Wenn während der Kriegsmetzeleien keine Plünderer da waren, wieso sollten solche nach den Kriegsmetzeleien gewesen sein!?",
"R. Jehuda erwiderte: Er will sagen, das Gesetz von den Plünderern hatte da keine Geltung. R. Asi sagte nämlich: Drei Bestimmungen verhängten sie. Die erste: Wer [einen Jisraéliten] nicht tötet, werde getötet. Die andere: Wer einen tötet, entrichte vier Zuz. Die letzte: Wer einen tötet, werde getötet. Während der ersten und der anderen trat daher [der Eigentümer] notgezwungen den Besitzab,",
"während der letzten aber sagte er sich: mag er es jetzt nehmen, morgen fordere ich ihn vor Gericht.",
"R. Joḥanan sagte: Es heißt:Heil dem Menschen, der stets in Sorge ist. Wegen Qamça und Bar Qamçaist Jerušalem zerstört worden; wegen eines Halmes und einer Henne ist der Königsbergzerstört worden; und wegen einer Wagendeichsel ist Bitther zerstört worden.",
"Wegen Qamça und Bar Qamça ist Jerušalem zerstört worden. Einst veranstaltete ein Mann, dessen Freund Qamça und dessen Feind Bar Qamça war, ein Festmahl und beauftragte seinen Diener, Qamça zu laden; dieser aber ging und lud den Bar Qamça ein.",
"Als jener kam und diesen sitzen sah, sprach er zu ihm: Du bist ja mein Feind, was willst du hier!? Auf, geh hinaus. Dieser erwiderte: Da ich nun einmal gekommen bin, so laß mich; ich will dir ersetzen, was ich essen und trinken werde."
],
[
"Jener erwiderte: Nein. – Ich will dir die Hälfte des Festmahles ersetzen! Jener erwiderte: Nein. – Ich will dir das ganze Festmahl ersetzen! Jener erwiderte: Nein. Hierauf nahm er ihn bei der Hand, hieß ihn aufstehen und führte ihn hinaus.",
"Da sprach dieser: Da die Rabbanan, die hier anwesend sind, ihn daran nicht gehindert haben, so ist ihnen dies wahrscheinlich recht; ich will nun gehen und sie bei der Regierung angeben. Hierauf ging er zum Kaiser und sprach zu ihm: Die Juden haben sich gegen dich empört. Dieser sprach: Wer beweist dies? Er erwiderte: Sende ihnen ein Opfertier, und du wirst sehen, ob sie es darbringen.",
"Da sandte er durch ihn ein Drittlingskalb, dem er aber unterwegs einen Leibesfehler an der Oberlippe beibrachte, und wie manche sagen, an der Netzhaut am Auge, einer Stelle, die bei uns als Fehler gilt, bei ihnen aber nicht als Fehler gilt.",
"Die Rabbanan wollten es dennoch darbringen, wegen der Friedfertigkeit mit der Regierung, da sprach R. Zekharja b. Eukoloszu ihnen: Man würde dann sagen, Fehlerbehaftete dürfen auf dem Altar dargebracht werden. Hierauf wollten sie ihn töten, damit er nicht gehe und dies erzähle; da sprach R. Zekharja b. Eukolos zu ihnen: Man würde dann sagen, wer einem Opfertiere einen Fehler beibringt, werde getötet.",
"R. Joḥanan sagte: Die Sanftmut des R. Zekharja b. Eukolos hat unser Haus zerstört, unseren Tempel verbrannt und uns aus unserem Lande verjagt.",
"Hierauf sandte er gegen sie den KaiserNero. Als dieser kam, schoß er einen Pfeil gegen Osten, und er fiel nach Jerušalem hin, gegen Westen, und er fiel nach Jerušalem hin, nach allen vier Himmelsrichtungen, und er fiel nach Jerušalem hin.",
"Alsdann sprach er zu einem Knaben : Trage mir deinen Schriftversvor. Dieser erwiderte :Ich vollführe meine Rache über Edom durch mein Volk Jisraél &c. Da sprach er: Der Heilige, gepriesen sei er, will sein Haus zerstören und seine Hände an mir abwischen. Da entfloh er und wurde Proselyt. Von ihm stammt R. Meír ab.",
"Hierauf entsandte er gegen sie den Kaiser Vespasian und er belagerte [Jerušalem] drei Jahre. Es waren darin drei reiche Leute. Nikodemon b. Gorjon, Ben Kalba Sabua͑ und Ben Çiçith Hakeseth. Nikodemon b. Gorjon [hieß der eine], weil für ihn die Sonneschien. Ben Kalba Sabua͑ [hieß der andere], weil jeder, der hungrig wie ein Hund [kalba] in sein Haus kam, gesättigt [sabea͑] herauskam. Ben Çiçith Hakeseth [hieß der dritte,] weil seine Çiçithüber Polster [keseth]geschleift wurden, und wie manche sagen, weil sein Sitz [kise] sich zwischen den Vornehmen Roms befand.",
"Einer erbot sich, [die Stadt] mit Weizen und Gerste zu versorgen, einer erbot sich, sie mit Wein und Öl zu versorgen, und einer erbot sich, sie mit Holz zu versorgen. Die Rabbanan lobten den Holzspender. R. Ḥisda pflegte alle Schlüssel seinem Diener anzuvertrauen, nur nicht den zum Holze, denn R. Ḥisda sagte, eine Kammer Weizen erfordere sechzig Kammern Holz. Sie hatten soviel, um sie einundzwanzig Jahre zu versorgen.",
"Unter ihnen waren Banditen, und als die Rabbanan rieten, hinauszugehen und mit jenenFrieden zu schließen, ließen diese es nicht. Sie sagten: Wir wollen hinausgehen und Krieg mit ihnen führen. Die Rabbanan erwiderten: Es wird nicht gelingen. Da machten sie sich auf und verbrannten die Speicher Weizen und Gerste, sodaß eine Hungersnot ausbrach.",
"Martha, die Tochter des Buethos, die reichste in Jerušalem, sandte ihren Diener und sprach zu ihm : Geh, hole mir feines Mehl. Während er ging, ward es ausverkauft. Da kam er zurück und sprach zu ihr: Feines Mehl ist nicht mehr da, weißes ist noch da. Hierauf sprach sie zu ihm: Geh, hole mir dieses. Während er ging, ward es ausverkauft. Da kam er zurück und sprach zu ihr: Weißes ist nicht mehr da, Roggenmehl ist noch da. Hierauf sprach sie zu ihm: Geh, hole mir dieses. Während er ging, ward es ausverkauft. Da kam er zurück und sprach zu ihr: Roggenmehl ist nicht mehr da, Gerstenmehl ist noch da. Hierauf sprach sie zu ihm: Geh, hole mir dieses. Während er ging, ward es ausverkauft.",
"Sie hatte gerade ihre Schuhe ausgezogen, dennoch sagte sie: Ich will gehen und sehen, ob ich was zum Essen finde. Da setzte sich ein Stück Kot an ihren Fuß und sie starb.",
"R. Joḥanan b. Zakkaj las über sie:Die Weichliche unter dir und die Zarte &c. Manche sagen, sie aß eine Feige des R. Çadoq, verekelte sich und starb. R. Çadoq verweilte nämlich vierzig Jahre im Fasten, auf daß Jerušalem nicht zerstört werde, sodaß, wenn er etwas aß, man dies von außen sehen konnte. Zur Kräftigung holte man ihm eine Feige, und er sog den Saft aus und warf sie fort.",
"Als sie im Sterben lag, warf sie all ihr Gold und Silber auf die Straße, indem sie sagte: Was soll mir dies! Hierauf bezieht sich der Schriftvers: Ihr Silber werfen sie auf die Straße.",
"AbbaSikara, der Banditenhäuptling in Jerušalem, war ein Sohn der Schwester des R. Joḥanan b. Zakkaj, und dieser ließ ihm sagen, daß er heimlich zu ihm komme. Als er kam, sprach er zu ihm: Wie lange noch werdet ihr so treiben und die Welt durch Hunger töten. Dieser erwiderte: Was soll ich tun, wenn ich ihnen etwas sage, so töten sie mich. Da sprach jener: Suche ein Mittel für mich, daß ich hinaus kann, vielleicht ist irgend eine Rettung zu ermöglichen.",
"Dieser erwiderte: Stelle dich krank und lasse die Leute zu dir kommen, um sich nach deinem Befinden zu erkundigen. Sodann lege etwas Stinkendes neben dich, damit man glaube, du seiest gestorben. Jedoch mögen nur deine Schüler zu dir hineingehen und niemand anders, damit man nicht merke, daß du leicht bist; jene wissen nämlich, daß ein Lebender leichter ist als ein Toter.",
"Er tat so. R. Elie͑zer gingan der einen Seite und R. Jehošua͑ an der anderen Seite. Als sie an das Tor herankamen, wollten jene [in die Bahre] stechen; er aber sprach zu ihnen: Manwürde sagen, sie stachen ihren Meister. Da wollten sie sie stoßen; er aber sprach zu ihnen: Man würde sagen, sie stießen ihren Meister. Hierauf öffneten sie das Tor und er kam hinaus.",
"Als er da hinkam, sprach er [zu Vespasian]: Friede mit dir, o König, Friede mit dir, o König. Dieser sprach zu ihm: Du hast dich zwiefach des Todes schuldig gemacht. Erstens bin ich nicht König und du nennst mich König, und zweitens, wenn ich König bin, weshalb bist du bis jetzt nicht zu mir gekommen!? Jener erwiderte: Auf deinen Vorhalt, du seiest nicht König, [erwidere ich:]"
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"freilich bist du König, denn, wenn du nicht König wärest, würde Jerušalem nicht in deine Hand fallen. Es heißt nämlich :der Lebanon wird durch einen Mächtigen fallen; unter ‘Mächtigen’ ist ein König zu verstehen, wie es heißt :und ein Mächtiger wird aus ihm selber hervorgehen &c., und unter Lebanon ist der Tempel zu verstehen, wie es heißt :dieser schöne Bergund der Lebanon. Und auf deinen Vorhalt, weshalb ich bis jetzt nicht gekommen bin, [erwidere ich:] die Banditen unter uns ließen mich nicht.",
"Dieser entgegnete: Würde man etwa, wenn um ein Faß Honig eine Schlange gewunden wäre, nicht das Faß wegen der Schlangezerbrechen!? Da schwieg er. R. Joseph, nach anderen R. A͑qiba, las über ihn:Er läßt die Weisen zurücktreten und ihre Einsicht betört er. Er sollte ihm erwidert haben, lieber hole man eine Zange und entferne die Schlange, die man töte, das Faß aber lasse man.",
"Währenddessen kam zu ihm ein Abgesandter aus Rom und sprach zu ihm: Auf, der Kaiser ist gestorben und die Vornehmen Roms stimmten ab, dich [zum Kaiser] zu wählen. Er hatte gerade einen Schuh angezogen und wollte auch den anderen anziehen, jedoch ging [der Fuß] nicht hinein; sodann wollte er den ersten abziehen, aber er ging nicht herunter.",
"Da sprach jener zu ihm: Sei unbesorgt; du hast eine gute Nachricht erhalten, und es heißt :eine gute Nachricht macht das Gebein markig. – Was ist nun zu machen? – Laß einen Menschen, den du nicht leiden kannst, an dir vorübergehen, denn es heißt:ein betrübtes Gemüt vertrocknet die Knochen. Da tat er dies, und [der Fuß] ging hinein. Hierauf sprach er zu ihm: Weshalb bist du, wenn ihr so weise seid, bisher nicht zu mir gekommen? Jener erwiderte: Hab ich es dir etwa nicht erklärt? Dieser entgegnete: Aber auch ich habe dir erwidert.",
"Alsdann sprach er zu ihm: Ich gehe nun fort und schicke einen anderen her; verlange etwas von mir, und ich will es dir gewähren. Jener sprach: Gib mir Jabne und seine Weisen, die DynastieR. Gamliéls, und Ärzte, die R. Çadoq heilen. R. Joseph, nach anderen R. A͑qiba, las über ihn:Er läßt die Weisen zurücktreten und ihre Einsicht betört er. Er sollte ihn gebeten haben, sie diesmal zu schonen.",
"Jener aber dachte, soviel würde dieser wahrscheinlich nicht gewähren, und er somit auch eine geringe Rettung nicht erreichen.",
"Worin bestand die Kur zur Heilung R. Çadoqs? – Am ersten Tage gab man ihm Kleienwasser zu trinken, am zweiten Tage Grobkleienwasser und am dritten Tage Mehlwasser, sodaß seine Eingeweide sich nach und nach weiteten.",
"Hierauf ging er fort und sandte den ruchlosen Titus, und dieser sprach:Wo ist ihr Gott, der Fels, auf den sie trauten. Es ist dies der ruchlose Titus, der gegen den Höchsten schmähte und lästerte.",
"Was tat er? Er nahm eine Hure bei der Hand, ging mit ihr in das Allerheiligste, breitete eine Torarolle aus und beging auf dieser eine Sünde. Sodann nahm er ein Schwert, und durchstach den Vorhang. Da geschah ein Wunder, und Blut drang hervor, so daß er glaubte, er hätte sichgetötet. So heißt es :Es brüllen deine Feinde inmitten deines Versammlungsortes, sie stellen ihre Zeichen als Zeichen auf.",
"Abba Hanan sagte :Wer ist wie du gewaltig, Gott; wer ist wie du gewaltig und hart. Du hörtest die Beschimpfung und die Lästerung jenes Frevlers und schwiegest. In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt:Wer ist wie du, o Herr, unter den Starken [elim]; wer ist wie du unter den Stummen [ilmim].",
"Was tat er weiter? Er nahm den Vorhang und machte daraus eine Art Sack, sodann holte er alle Geräte des Tempels, legte sie hinein und brachte sie auf das Schiff, um damit in seiner Stadt zu triumphieren. So heißt es: Dann sah ich Frevler begraben und untergegangen, von der heiligen Stätte zogen fort und wurden vergessen in der Stadt, die also getan haben. Man lese nicht qeburim [begraben], sondern qebuçim [versammelt], und man lese nicht vajištakḥu [vergessen], sondern vajištabḥu [triumphierten].",
"Manche sagen: [Man lese] tatsächlich qeburim, denn auch Dinge, die versteckt waren, kamen ihnen zum Vorschein.",
"Als dann eine Meereswoge sich erhob, um ihn zu versenken, sprach er: Es scheint wohl, daß die Kraft ihres Gottes nur auf dem Wasser bestehe; als der Pareo͑kam, versenkte er ihn ins Wasser, als Sisrakam, versenkte er ihn ins Wasser, und auch gegen mich tritt er auf, um mich ins Wasser zu versenken. Ist er ein Held, so mag er aufs Festland kommen und mit mir Krieg führen. Da ertönte eine Hallstimme und sprach zu ihm: Du Ruchloser, Sohn eines Ruchlosen, Enkelsohn des ruchlosen E͑sav, ich habe ein geringes Geschöpf auf meiner Welt, Mücke ist sein Name. –",
"Weshalb heißt sie geringes Geschöpf? – Weil sie nur einen Eingangund keinen Ausgang hat. –",
"Steige aufs Festland und sie wird mit dirden Kampf unternehmen. Als er auf dem Festlande angelangt war, kam eine Mücke, drang ihm in die Nase und bohrte ihm sieben Jahre das Gehirn. Eines Tages ging er an der Tür einer Schmiede vorüber, und als [die Mücke] den Schlag des Hammers hörte, blieb sie ruhig. Da sprach er: Nun gibt es ein Mittel. Darauf ließ er jeden Tag einen Schmied kommen und vor ihm hämmern; einem Nichtjuden gab er vier Zuz, zu einem Jisraéliten aber sagte er: Es genüge dir, daß du [Rache] an deinem Feinde siehst. So ging es dreißig Tage, von da ab gewöhnte sich [die Mücke] daran.",
"Es wird gelehrt: R. Pinḥas b. A͑ruba sagte: Ich befand mich [dann] unter den Vornehmen Roms; als er starb, öffnete man sein Gehirn und fand sie darin wie eine Schwalbe, im Gewichte von zwei Selaim. In einer Barajtha wird gelehrt: Wie eine einjährige Taube, im Gewichte von zwei Litra.",
"Abajje sagte: Es ist uns überliefert, daß ihr Schnabel aus Kupfer und ihre Krallen aus Eisen waren. Bei seinem Sterben verfügte er, daß man ihn verbrenne und die Asche auf die sieben Meere streue, damit der Gott der Juden ihn nicht finde und zur Rechenschaft ziehe.",
"Onkelos, Sohn des Kalonikos, ein Schwesterssohn des Titus, wollte sich zum Judentume bekehren. Da ließ er durch Nekromantie Titus erscheinen und fragte ihn, wer in jener Welt am geachtetsten sei. Dieser erwiderte: Jisraél. – Soll man sich ihnen anschließen? Dieser erwiderte: Ihre [religiösen] Vorschriften sind zahlreich, du wirst sie nicht halten können; lieber gehe und bedränge sie, so wirst du Oberhaupt werden. So heißt es:ihre Bedränger sind Haupte geworden &c.; wer Jisraél bedrängt, wird Oberhaupt. Alsdann fragte er ihn: Womit wirst du gerichtet? Dieser erwiderte:"
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"Wie ich selbst über mich verfügt habe: jeden Tag wird meine Asche gesammelt, und nachdem ich abgeurteilt werde, wieder verbrannt und auf die sieben Meere gestreut.",
"Hierauf ließ er Bilea͑m durch Nekromantie erscheinen und fragte ihn, wer in jener Welt am geachtetsten sei. Dieser erwiderte: Jisraél. – Soll man sich ihnen anschließen? Dieser erwiderte:Nicht suche ihren Frieden und ihr Bestes all deine Tage. Alsdann fragte er ihn: Womit wirst du gerichtet? Dieser erwiderte: Mit siedendem Sperma.",
"Hierauf ließ er Jesus durch Nekromantie erscheinen und fragte ihn, wer in jener Welt am geachtetsten sei. Dieser erwiderte: Jisraél. – Soll man sich ihnen anschließen? Dieser erwiderte: Suche ihr Bestes und nicht ihr Böses; wer an ihnen rührt, rührt an seinen Augapfel.",
"Sodann fragte er ihn: Womit wirst du gerichtet? Dieser erwiderte: Mit siedendem Kote. Der Meister sagte nämlich: Wer über Worte der Weisen spottet, wird mit siedendem Kote gerichtet. Komm und sieh den Unterschied zwischen den Abtrünnigen Jisraéls und den Propheten der weltlichen Völker.",
"Es wird gelehrt: R. Elea͑zar sagte: Komm und sieh wie groß die Wirkung der Beschämung ist; der Heilige, gepriesen sei er, trat für Bar Qamça ein und zerstörte sein Haus und verbrannte seinen Tempel.",
"Wegen eines Hahnes und einer Henne wurde der Königsberg zerstört. Da war es Brauch, beim Hinausführen des Brautpaares vor ihnen einen Hahn und eine Henne zu tragen. Dies bedeutet: seid fruchtbar und mehret euch wie die Hühner.",
"Eines Tages zog an ihneneine Schar Römer vorüber und nahm sie ihnen weg. Da fielen [die Juden] über sie her und schlugen sie. Hierauf kamen jene zum Kaiser und sprachen zu ihm: Die Juden haben sich gegen dich empört. Da zog er gegen sie aus. Unter [den Juden] befand sich ein gewisser Bar Daroma, der ein Mil weit sprang und unter jenen tötete. Da nahm der Kaiser seine Krone, setzte sie auf die Erde und sprach: Herr der ganzen Welt, ist es dir recht, so liefere mich und mein Reich nicht in die Hand eines Mannes aus.",
"Hierauf ließ sein eigener Mund Bar Daroma straucheln, indem er sprach:Du hast, o Gott, uns verstoßen und ziehst nicht, o Gott, mit unseren Heeren. – David sagte ja dasselbe!? David sagte es in Frageform.",
"Als er sich darauf im Aborte befand, kam eine Schlange und zog ihm den Mastdarm heraus, worauf er starb. Jener sprach: Da mir ein solches Wunder geschehen ist, so will ich sie diesmal verschonen. Hierauf ließ er sie und zog fort. [Die Juden] aber hüpften und aßen und tranken; sie zündeten soviel Kerzen an, daß man die Figur eines Siegelringes ein Mil entfernt sehen konnte. Jener glaubte, die Juden verspotten ihn, und zog wiederum gegen sie heran.",
"R. Asi sagte: Dreihunderttausend Schwertführer drangen auf den Königsberg und töteten da drei Tage und drei Nächte, während auf der anderen Seite Sang und Tanz herrschte; die einen wußten nämlich nichts von den anderen.",
"Zerstört hat der Herr und nicht geschont all die Auen Ja͑qobs. Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Das sind die sechzig Myriaden Städte, die der König Jannaj auf dem Königsberge hatte. R. Jehuda sagte nämlich im Namen R. Asis: Sechzig Myriaden Städte hatte der König Jannaj auf dem Königsberge, und in jeder waren soviel wie die Auszügler aus Miçrajim, ausgenommen drei, in denen doppelt soviel wie die Auszügler aus Miçrajim waren.",
"Folgende sind es: Kephar Biš, Kephar Šiḥlajim und Kephar Dikhraja. Kephar Biš [hieß es], weil sie kein Haus an einen Gast hergaben, Kephar Šiḥlajim [hieß es], weil sie vom [Handel mit] Kresse lebten. Kephar Dikhraja [hieß es], wie R. Joḥanan sagte, weil ihre Frauen zuerst Knaben und nachher Mädchen gebaren, dann aber auf hörten.",
"U͑la sagte: Ich sah diesen Ort; er faßt nicht einmal sechzig Myriaden Rohrstengel. Ein Minäer sprach zu ihm: Ihr lügt also!? Dieser erwiderte: Es heißt :ein Land wie eine Gazelle; wie die Haut der Gazelle das Fleisch nicht mehr faßt, so ist es auch mit dem Jisraéllande; ist es bewohnt, so ist es geräumig, ist es unbewohnt, so springt es ein.",
"R. Minjomi b. Ḥilqija, R. Ḥilqija b. Tobija und R. Hona b. Ḥija saßen beisammen und forderten einander auf, etwas von Kephar Sekhanja in Miçrajim zu erzählen.",
"Da begann einer von ihnen und sprach: Einst gerieten ein Verlobter und seine Verlobte in die Gefangenschaft von Nichtjuden, und diese verheirateten sie mit einander. Da sprach sie zu ihm: Ich bitte dich, mich nicht zu berühren, da ich keine Morgengabevon dir habe. Und er berührte sie nicht bis an den Tag seines Todes.",
"Als er starb, sprach sie zu ihnen: Betrauert ihn, denn mehr ab Josephbekämpfte er seinen Trieb. Bei Joseph erfolgte er nur in einer Stunde, bei diesem aber jeden Tag; bei Joseph erfolgte es nicht in einem Bette, bei diesem aber in einem Bette; bei Joseph erfolgte es mit einer fremden Frau, bei diesem aber mit seiner eigenen Frau.",
"Hierauf begann der andere und sprach: Einst ereignete es sich, daß, nachdem vierzig Scheffel [Getreide] auf einen Denar zu stehen kamen, der Marktpreis um einen Scheffel stieg. Als sie dieserhalb eine Untersuchung anstellten, fanden sie, daß ein Vater und sein Sohn eine Verlobte am Versöhnungstage beschlafen hatten. Da brachte man sie vor Gericht und steinigte sie, worauf der Marktpreis auf seinen früheren Stand sank.",
"Hierauf begann der dritte und sprach: Einst richtete jemand sein Auge auf seine Frau, sich von ihr scheiden zu lassen, sie hatte aber eine hohe Morgengabe. Was tat er? Er ging und lud seine Freunde zu sich, gab ihnen zu essen und zu trinken und machte sie betrunken. Hierauf legte er sieauf ein Bett, schüttete Eiweiß zwischen sie, ließ dies durch Zeugenbestätigen und wandte sich an das Gericht.",
"Daselbst war ein Greis von den Schülern Šammaj des Älteren, namens Baba b. Buṭa, und dieser sprach zu ihnen: Es ist mir von Šammaj dem Älteren überliefert, daß Eiweiß durch das Feuer gerinne, während Sperma vor dem Feuer zurückweiche. Da untersuchten sie es, und seine Worte bestätigten sich. Hierauf brachte man jenen vor das Gericht, geißelte ihn und trieb von ihm ihre Morgengabe ein.",
"Abajje sprach zu R. Joseph: Weshalb wurden sie, wenn sie so frommwaren, gestraft? Dieser erwiderte: Weil sie nicht über Jerušalem trauerten, denn es heißt:freuet euch mit Jerušalem und jubelt über all ihre Freunde, frohlocket mit ihr, ihr alle, die ihr über sie trauert.",
"Wegen einer Wagendeichsel ist Bitther zerstört worden. Da war es Brauch, bei der Geburt eines Knaben eine Zeder und bei der Geburt eines Mädchens eine Akazie zu pflanzen, und wenn diese sich verheirateten, fällte man sie und machte daraus einen Hochzeitsbaldachin. Eines Tages fuhr die Tochter des Kaisers vorüber und die Deichsel ihres Wagens brach. Als nun dieseeine solche Zeder fällten und [als Deichsel] verwandten, fielen [die Juden] über sie her und schlugen sie. Hierauf kamen jene zum Kaiser und sprachen zu ihm: Die Juden haben sich gegen dich empört. Da zog er gegen sie aus.",
"In Zornglut schlug er das Horn Jisraéls ab. R. Zera sagte im Namen R. Ahahus im Namen R. Joḥanans: Das sind die achtzig[tausend] Kriegshörner, die in die Stadt Bitther kamen, als sie erobert wurde. Sie erschlugen da Männer, Frauen und Kinder, sodaß ihr Blut floß und sich in das große Meer ergoß. Vielleicht glaubst du, sie lag in der Nähe, so war sie ein Mil entfernt.",
"Es wird gelehrt : R. Elie͑zer der Große sagte : Zwei Ströme gibt es in Biqa͑th Jadajim, einer fließt dahin und der andere fließt dorthin, und die Weisen schätzten, daß sie zwei Teile Wasser und einen Teil Blut enthielten. In einer Barajtha wurde gelehrt: Durch das Blut der Jisraéliten winzerten die weltlichen Völker ihre Weinberge sieben Jahre ohne Dung."
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[
"R. Ḥija b. Abin sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Qorḥa: Ein Greis aus der Bürgerschaft von Jerušalem erzählte mir folgendes. In dieser Ebene tötete der Henkermeister Nebuzarádan zweihundertelf Myriaden, und in Jerušalem tötete er vierundneunzig Myriaden auf einem Steine, sodaß ihr Blut floß und sich mit dem Blute Zekharjas berührte. Damit ging in Erfüllung, was geschrieben steht:Blut mit Blut berührte sich.",
"Als er das Blut Zekharjas brausen und emporsteigen sah, fragte er, was dies zu bedeuten habe, und man erwiderte ihm, es sei verschüttetes Opferblut. Hierauf verglich er solches mit diesem, und sie glichen einander nicht.",
"Da sprach er zu ihnen: Wenn ihr es mir sagt, so ist es recht, wenn aber nicht, so zerfetze ich euer Fleisch mit eisernen Kämmen. Sie erwiderten: Was sollen wir nun sagen; unter uns war ein Prophet, der uns mit Strafreden zurechtwies, und wir fielen über ihn her und töteten ihn. Es sind bereits viele Jahre her, und sein Blut ruht nicht.",
"Dieser sprach: Ich will ihn beruhigen. Da holte er das große Synedrium und das kleine Synedrium und tötete sie über diesem, doch ward es nicht ruhig. Hierauf tötete er über diesem Jünglinge und Jungfrauen, doch ward es nicht ruhig. Hierauf holte er Schulkinder und tötete sie über diesem, doch ward es nicht ruhig. Da sprach er: Zekharja, Zekharja, die besten unter ihnen habe ich umgebracht, ist es dir lieb, daß ich sie alle umbringe!? Als er dies gesprochen hatte, ward es ruhig.",
"In dieser Stunde kam ihm ein Bußgedanke in den Sinn, indem er sich sagte: wenn ihnen dies wegen einer Seele geschah, was muß nun mir geschehen wegen all dieser Seelen, die ich umgebracht habe!? Da lief er fort, sandte ein Testament nach Hause und wurde Proselyt.",
"Es wird gelehrt: Naa͑manwar Beisaßproselyt geworden; Nebuzarádan war wirklicher Proselyt geworden.",
"Kindeskinder Hamans lehrten das Gesetz in Bene Beraq; Kindeskinder Sisras unterrichteten Kinder in Jerušalem; Kindeskinder Sanḥeribs lehrten öffentlich das Gesetz. – Wer sind es? – Šema͑ja und Ptolljon.",
"Hieraufbezieht sich der Schriftvers: Ich lege ihr Blut auf den kahlen Felsen, damit es nicht zugedeckt werde.",
"Die Stimme ist die Stimme Ja͑qobs, die Hände sind die Hände E͑savs. Die Stimme, dies bezieht sich auf Kaiser Hadrian, der in Alexandrien in Miçrajim sechzig Myriaden auf sechzig Myriaden, doppelt soviel wie die Auszügler aus Miçrajim, getötet hat. Ist die Stimme Ja͑qobs, dies bezieht sich auf Kaiser Vespasian, der in der Stadt Bitther vierhundert Myriaden, und wie manche sagen, viertausend Myriaden, getötet hat. Die Hände sind die Hände E͑savs, dies bezieht sich auf die ruchlose Regierung, die unser Haus zerstört, unseren Tempel verbrannt und uns aus unserem Lande verjagt hat.",
"Eine andere Auslegung: Die Stimme ist die Stimme Ja͑qobs, es gibt kein wirksames Gebet, wobei nicht Kinder Ja͑qobs beteiligt wären; die Hände sind die Hände E͑savs, es gibt keinen siegreichen Krieg, wobei nicht Kinder E͑savs beteiligt wären.",
"Das ist es, was R. Elea͑zar gesagt hat:Geborgen bist du durch der Zunge Streiche, durch Anschlägen der Zungebist du geborgen. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Es heißt :An den Strömen Babels, da saßen wir und weinten, als wir Çijons gedachten. Dies lehrt, daß der Heilige, gepriesen sei er, David die Zerstörung des ersten Tempels und die Zerstörung des zweiten Tempels zeigte. Die Zerstörung des ersten Tempels, denn es heißt: an den Strömen Babels, da saßen wir und weinten; die Zerstörung des zweiten Tempels, den es heißt: gedenke, o Herr, den Söhnen Edomsden Tag Jerušalems, die da sprachen: reißt nieder, reißt nieder bis auf den Grund.",
"R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, nach anderen R. Amis, und manche sagen, es wurde in einer Barajtha gelehrt: Einst wurden vierhundert Knaben und Mädchen zur Schande gefangen genommen. Als sie merkten, wofür sie begehrt wurden, sprachen sie: Kommen wir, wenn wir uns ins Meer stürzen, in die zukünftige Welt? Da trug ihnen der Älteste unter ihnen vor :Es spricht der Herr: Von Bašan führe ich zurück, ich führe zurück aus den Meerestiefen. Von Bašan führe ich zurück, selbst aus den Zähneneines Löwen; ich führe zurück aus den Meerestiefen, diejenigen, die im Meere ertrunken sind.",
"Als die Mädchen dies hörten, sprangen sie alle auf und stürzten sich ins Meer. Da folgerten die Knaben einen Schluß (vom Leichteren auf das Schwerere) und sprachen: wenn diese, bei denen dies die natürliche Art ist, es getan haben, um wieviel mehr müssen wir es tun, wo dies bei uns nicht die natürliche Art ist. Hierauf sprangen auch sie ins Meer. Über sie spricht die Schrift:Deinetwegen werden wir täglich getötet, werden wie Schlachtschafe geachtet.",
"R. Jehuda sagte: Dies ist auf jene Frau und ihre sieben Söhne zu beziehen. Man führte den ersten vor den Kaiser und sprach zu ihm: Bete den Götzen an. Dieser erwiderte: Es heißt in der Schrift:ich, der Herr, bin dein Gott. Da führte man ihn hinaus und tötete ihn.",
"Hierauf führte man den anderen vor den Kaiser und sprach zu ihm: Bete den Götzen an. Dieser erwiderte: Es heißt in der Schrift :du sollst keine anderen Götter vor mir haben. Da führte man ihn hinaus und tötete ihn. Hierauf holte man den anderen und sprach zu ihm: Bete den Götzen an. Dieser erwiderte: Es heißt in der Schrift :wer Götzen opfert, soll verbannt sein. Da führte man ihn hinaus und tötete ihn.",
"Hierauf holte man den anderen und sprach zu ihm: Bete den Götzen an. Dieser erwiderte: Es heißt in der Schrift:du sollst dich vor keinem anderen Gotte bücken. Da führte man ihn hinaus und tötete ihn. Hierauf holte man den anderen und sprach zu ihm: Bete den Götzen an. Dieser erwiderte: Es heißt in der Schrift:höre Jisraél, der Herr ist unser Gott, der Herr ist einzig. Da führte man ihn hinaus und tötete ihn.",
"Hierauf holte man den anderen und sprach zu ihm: Bete den Götzen an. Dieser erwiderte: Es heißt in der Schrift:erkenne heute und nimm es dir zu Herzen, daß der Herr allein Gott oben im Himmel ist, und unten auf Erden gibt es sonst keinen. Da führte man ihn hinaus und tötete ihn.",
"Hierauf holte man den anderen und sprach zu ihm: Bete den Götzen an. Dieser erwiderte: Es heißt in der Schrift :den Herrn hast du anerkannt &c. und der Herr hat dich heute anerkannt. Wir haben dem Heiligen, gepriesen sei er, bereits geschworen, daß wir ihn mit keinem anderen Gott vertauschen werden, und auch er hat uns geschworen, daß er uns mit keiner anderen Nation vertauschen werde.",
"Hierauf sprach der Kaiser zu ihm: Ich will meinen Siegelring vor dir hinwerfen, bücke dich und hebe ihn auf, damit man sage, du habest den Befehl des Königs erfüllt. Dieser erwiderte: Wehe dir, Kaiser, wehe dir, Kaiser; wenn du so auf deine Ehre achtest, um wieviel mehr ist auf die Ehre des Heiligen, gepriesen sei er, zu achten!",
"Als man ihn hinausführte, um ihn zu töten, sprach seine Mutter: Gebt ihn mir, damit ich ihn ein wenig küsse. Sie sprach dann: Kinder geht und sagt eurem Vater Abraham: du hast einen Altar errichtet, ich aber habe sieben Altäre errichtet. Hierauf stieg auch sie aufs Dach, stürzte sich hinab und starb. Da ertönte eine Hallstimme und sprach :es freue sich die Mutter der Kinder.",
"R. Jehošua͑ b. Levi sagte, diesbeziehe sich auf die Beschneidung, die für den achten [Tag] verliehen worden ist. R. Šimo͑n b. Laqiš sagte, dies beziehe sich auf die Schriftgelehrten, die die Vorschriften über das Schlachten an ihrem eigenen Körper demonstrieren. Raba sagte nämlich: Alles demonstriere man an seinem eigenen Körper, nur nicht das Schlachtenund jene Sache.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte, dies beziehe sich auf die Schriftgelehrten, die sich für Worte der Tora dem Tode preisgeben. Dies nach R. Šimo͑n b. Laqiš, denn R. Šimo͑n b. Laqiš sagte: Die Worte der Tora bleiben nur dem erhalten, der sich für sie dem Tode preisgibt, denn es heißt :das ist das Gesetz, wenn jemand in einem Zelte stirbt &c. Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Vierzig Seá"
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[
"Tephillinkapseln fand man an den Häuptern der Erschlagenen von Bitther. R. Jannaj b. R. Jišma͑él sagte: Drei Haufen von je vierzig Seá. In einer Barajtha wurde gelehrt: Vierzig Haufen von je drei Seá.",
"Sie streiten aber nicht, denn das eine gilt von den Kopfkapselnund das andere gilt von den Armkapseln.",
"R. Asi sagte: Vier Kab Hirn fand man an einem Steine. U͑la sagte: Neun Kab, R. Kahana, nach anderen Šila b. Mari, sagte: Folgender Schriftvers deutet hierauf:Tochter Babels, du geplünderte, heil dem, der dir bezahlt &c., heil dem, der deine Säuglinge packt und an den Felsen zerschmettert.",
"Die Söhne Çijons, die teuren, in Feingold aufgewogen. Was heißt: inFeingold aufgewogen; wollte man sagen, sie hüllten sich in Feingold, so sagten sie ja in der Schule R. Šilas, daß das Gewicht von zwei Stater Feingold in die Welt gekommen sei, einer befinde sich in Rom und einer in der ganzen Welt!? – Vielmehr, sie beschämten durch ihre Schönheit das Feingold.",
"Früher pflegten die Vornehmen Roms den Beischlaf vor der Figur eines Siegelringeszu vollziehen, von da ab banden sie jisraélitische Kinder an den Fuß des Bettes und vollzogen den Beischlaf.",
"Jemand sprach zu seinem Genossen: Wo befindet sich diesin der Schrift? Dieser erwiderte :Auch jede Krankheit und jede Plage, die nicht in diesem Buche der Lehre geschrieben ist. Jener fragte: Wie weit bin ich von dieser [Schrift]stelle? Dieser erwiderte: Wenig, anderthalb Seiten. Da sprach jener: Wäre ich so weit, brauchte ich deiner nicht.",
"R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls im Namen des R. Šimón b. Gamliél: Es heißt :mein Auge tut meiner Seele weh um alle Töchter meiner Stadt. Vierhundert Lehrhäuser waren in der Stadt Bitther, in jedem waren vierhundert Kinderlehrer und jeder hatte vierhundert Schulkinder vor sich.",
"Als der Feind da eindrang, stachen sie nach ihm mit ihren Stäben, und als der Feind siegte und sie gefangen nahm, wickelten sie sie in ihre Bücherrollen und sie steckten sie in Brand.",
"Die Rabbanan lehrten: Einst kam R. Jehošua͑ b. Ḥananja in die Großstadt Rom, und man erzähle ihm, daß im Gefängnisse sich ein Knabe befinde, hübschäugig, schön von Gestalt, und die Locken in Krausen herabwallend. Hierauf begab er sich dahin, blieb an der Tür des Gefängnisses stehen und sprach :Wer gab Ja͑qob der Plünderung preis, Jisraél den Raubenden? Der Knabe antwortete:Ist es nicht der Herr, gegen den wir gesündigt, auf dessen Wegen man nicht wandeln wollte und auf dessen Lehre man nicht hörte?",
"Da sprach er: Ich bin dessen sicher, daß dieser dereinst das Gesetz in Jisraél lehren werde. Beim Kult, ich weiche nicht von hier, bis ich ihn um jeden Betrag, den man für ihn verlangt, ausgelöst habe. Man erzählt, daß er nicht von der Stelle wich, bis er ihn um einen hohen Betrag ausgelöst hatte. Kaum waren wenige Tage verstrichen, da lehrte er das Gesetz in Jisraél. Es war R. Jišma͑él b. Eliša͑.",
"R. Jehuda erzählte im Namen Rabhs: Einst gerieten der Sohn und die Tochter des R. Jišma͑él b. Eliša͑ in die Gefangenschaft von zwei Herren. Als diese später an einer Stelle zusammentrafen, erzählte der eine, er habe einen Sklaven, dessen Schönheit in der ganzen Welt nicht zu finden sei, und der andere erzählte, er habe eine Sklavin, deren Schönheit in der ganzen Welt nicht zu finden sei.",
"Hierauf sprachen sie: Wohlan, wir wollen sie mit einander verheiraten und die Kinder teilen. Als man sie in eine Kammer brachte, setzte sich der eine in eine Ecke und die andere in eine andere Ecke. Der eine sagte: Ich bin Priester, ein Abkömmling von Hochpriestern, und soll eine Sklavin heiraten! Die andere sagte: Ich bin Priesterstochter, Abkömmling von Hochpriestern, und soll von einem Sklaven geheiratet werden! Und so weinten sie die ganze Nacht.",
"Als die Morgenröte auf gegangen war, erkannten sie einander und fielen auf einander heftig weinend, bis ihnen die Seele ausging. Über sie klagt Jirmejahu:Dieserhalb weine ich, mein Auge, mein Auge zerfließt in Wasser.",
"Reš Laqiš erzählte: Folgendes ereignete sich mit einem Weibe namens Çophnath, Tochter Peniéls. Çophnath [hieß sie], weil jeder ihre Schönheit betrachtete [çophe]; Tochter Peniéls, Tochter eines Hochpriesters, der im Allerinnersten [penaj]Dienst tat.",
"Ein Sklavenfänger ergötzte sich mit ihr die ganze Nacht und am folgenden Morgen zog er ihr sieben Gewänder an und führte sie zum Verkaufe hinaus. Da kam ein besonders häßlicher Mensch und sprach zu ihm: Zeige mir ihre Schönheit. Jener erwiderte: Wicht, wenn du sie kaufen willst, so kaufe sie; eine Schönheit wie ihre gibt es in der ganzen Welt nicht.",
"Jener sprach: Dennoch. Da zog er ihr sechs Gewänder aus. Hierauf zerriß sie das siebente, wälzte sich im Staube und sprach vor ihm: Herr der Welt, wenn du auch unserer nicht schonst, weshalb aber schonst du nicht der Heiligkeit deines starken Namens!?",
"Über sie klagt Jirmejahu: Tochter meines Volkes, gürte dich mit einem Sacke und wälze dich im Staube; veranstalte eine Trauer wie um einen Einzigen, bittre Klage, denn gar plötzlich überfällt uns der Verwüster. Es heißt nicht dich, sondern uns, dies heißt, als ob dies denkbar wäre, mich und dichüberfällt der Verwüster.",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Es heißt :sie üben Gewalt an dem Manne und an seinem Hause, an dem Menschen und an seinem Besitze. Einst warf jemand sein Auge auf die Frau seines Meisters, es war ein Tischlergeselle,",
"und als einmal der Meister Geld zu borgen benötigt war, sprach dieser zu ihm: Schicke deine Frau zu mir, ich will ihr das Darlehen geben. Jener schickte seine Frau zu ihm, und dieser verbrachte mit ihr drei Tage. Da machte sich jener auf, ging zu ihm hin und sprach zu ihm: Wo ist meine Frau, die ich zu dir geschickt habe? Dieser erwiderte: Ich habe sie alsbald entlassen, habe aber gehört, daß Buben sich mit ihr unterwegs ergötzten.",
"Jener sprach: Was mache ich nun!? Dieser erwiderte: Wenn du auf meinen Rat hören willst, so laß dich von ihr scheiden. Jener versetzte: Sie hat eine hohe Morgengabe. Dieser erwiderte: Ich will dir Geld borgen, und bezahle ihr ihre Morgengabe. Hierauf ließ er sich von ihr scheiden und darauf heiratete sie dieser.",
"Als die Frist abgelaufen war und er nicht bezahlen konnte, sprach dieser zu ihm: Komm und. leiste bei mir Arbeit für deine Schuld. Wenn diese beiden beim Essen und Trinken saßen, stand jener und schenkte ihnen ein. Die Tränen rollten ihm aus den Augen und fielen in die Becher. In jener Stunde ist das [jisraélitische] Los besiegelt worden. Manche sagen, wegen zweier Dochte in einer Lampe.",
"WENN JEMAND [EIN FELD] VON EINEM PLÜNDERER &C. GEKAUFT HAT. Rabh sagte: Diesnur dann, wenn er zu ihm gesagt hat: geh, tritt den Besitz an und erwirb es, wenn es aber durch eine Urkunde erfolgt ist, so hat er es erworben. Šemuél aber sagt, auch durch eine Urkunde habe er es nicht erworben, es sei denn, daß er ihm eine Bürgschaft geschriebenhat."
],
[
"Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Šemuél: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Wenn er esvon der Frau und darauf vom Ehemanne gekauft hat, so ist der Kauf gültig, wenn aber vom Ehemanne und darauf von der Frau, so ist der Kauf ungültig, es sei denn, daß sie ihm eine Bürgschaft geschrieben hat. –",
"Dies wäre somit eine Widerlegung der Lehre Rabhs!? – Rabh kann dir erwidern: unter Bürgschaft ist ein Verkaufsschein zu verstehen.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand [ein Feld] von einem Plünderer gekauft, drei Jahre in Gegenwart des Eigentümers nießbraucht und dann weiter an einen anderen verkauft hat, so hat der Eigentümer keinen Anspruch an den zweiten Käufer. –",
"In welchem Falle, erwidert [der Käufer:] jener hat es von dirgekauft, so sollte dies auch vom ersten gelten, und erwidert er nicht: jener hat es von dir gekauft, so sollte dies auch vom anderen nichtgelten!?",
"R. Šešeth erwiderte: Tatsächlich, wenn er dies nicht erwidert, jedoch tritt man in einem solchen Falle für Erben und Käuferein;",
"von jenemaber gilt dies nur dann, wenn er selbst dies erwidert, sonst aber nicht.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn eswegen einer Schuld oder durch gewöhnliche Wegnahmeerfolgt ist, so gilt dies nicht als Plünderung. Die Wegnahme seihst ist nach zwölf Monaten gültig. –",
"Du sagtest ja aber, daß dies nicht als Plünderunggelte!? – Er meint es wie folgt: die Plünderung selbst ist erst nach zwölf Monaten gültig.",
"R. Joseph sagte: Es ist uns überliefert, daß es in Babylonien keine Wegnahmegebe. – Wir sehen ja aber, daß es solche wohl gibt!? – Sage vielmehr: das Gesetz von der Wegnahme hat in Babylonien keine Geltung. – Aus welchem Grunde? – Da Gerichte vorhanden sind und er nicht gegen ihn geklagt hat, so hat er wohl Verzicht geleistet.",
"Gidel b. Rei͑laj übernahm Land von den Grundbesitzern gegen die Grundstückssteuerund zahlte das Geld für zwei oder drei Jahre im Voraus. Hierauf kam der Eigentümer und sprach zu ihm: Das erste Jahr, wofür du [die Steuer] bezahlt hast, hast du es missbraucht, jetzt will ich sie bezahlen und es nießbrauchen.",
"Als sie hierauf zu R. Papa kamen, wollte er ihm eine Einweisungsurkunde auf die Grundbesitzergeben, da sprach R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, zu R. Papa: Demnach verfährst du hierbei, wie bei der Plünderung!? Vielmehr, sagte R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, dieser hat sein Geld auf das Rehgeweih gelegt.",
"DIES IST DIE ERSTE [FASSUNG DER] MIŠNA; DAS SPÄTERE GERICHT BESTIMMTE, DASS, WENN JEMAND VON EINEM PLÜNDERER KAUFT, ER EIN VIERTEL AN DEN EIGENTÜMER ZAHLE. Rabh sagt, ein Viertel in Grundbesitz oder in Bargeld; Šemuél aber sagt, ein Viertel in Grundbesitz, das ist ein Drittel in Bargeld. –",
"Worin besteht ihr Streit? – Einer ist der Ansicht, er habe es um ein Viertel billiger gekauft, und einer ist der Ansicht, er habe es um ein Fünftel billiger gekauft.",
"Man wandte ein: Dies ist die erste [Fassung der] Mišna; das spätere Gericht bestimmte, daß, wenn jemand von einem Plünderer kauft, er ein Viertel an den Eigentümer zahle, und der Eigentümer die Oberhand habe; wenn er will, verlange er Grundbesitz, und wenn er will, verlange er Bargeld. Dies nur dann, wenn [der Eigentümer] es nicht zurückkaufen kann, wenn er es aber zurückkaufen kann, so geht er jedem anderen vor.",
"Rabbi setzte ein Gerichtskollegium ein und es stimmte ab, daß, wenn es zwölf Monate im Besitze des Plünderers war, jeder, der es zuerst gekauft hat, es erworben habe, jedoch ein Viertel in Grundbesitz oder in Bargeld an den Eigentümer zahle!?",
"R. Aši erwiderte: Diese Lehre bezieht sich auf den Fall, wenn das Geld bereits in seine Händegekommen ist. Rabh sagte:"
],
[
"Ich war an jener Abstimmung Rabbis beteiligt, und die Abstimmung begann mit mir. –",
"Wir haben ja aber eine Lehre, daß bei Geldangelegenheiten und [Fragen über] Reinheit und Unreinheit [die Abstimmung] mit dem Größtenund bei Todesstrafsachen von der Seite begonnen werde!?",
"Rabba, der Sohn Rabas, nach anderen R. Hillel, Sohn des R. Valas, erwiderte: Anders verhielt es sich bei der Abstimmung in der Schule Rabbis; sie begannen all ihre Abstimmungen von der Seite.",
"Ferner sagte Rabba, der Sohn Rabas, nach anderen R. Hillel, Sohn des R. Valas: Seit den Tagen Mošes bis zu den Tagen Rabbis waren Tora und [weltliche] Größe nicht [in einer Person] vereinigt. –",
"Etwa nicht, bei Jehošua͑ war dies ja!? – [Neben ihm] war noch Elea͑zar. – Bei Eleázar war dies ja!? – [Neben ihm] war noch Pinhas. – Bei Pinḥas war dies ja!? – [Neben ihm] waren noch die Ältesten. –",
"Bei Šaúl war dies ja!? – [Neben ihm] war noch Šemuél. – Er starb ja!? – Wir sprechen von der ganzen Lebensdauer. – Bei David war dies ja!? – [Neben ihm] War noch I͑ra der Jaírite. –",
"Dieser starb ja!? – Wir sprechen von der ganzen Lebensdauer. – Bei Šelomo war dies ja!? – [Neben ihm] war noch Šimi͑, der Sohn Geras. – Er tötete ihn ja!? – Wir sprechen von der ganzen Lebensdauer. –",
"Bei Ḥizqija war dies ja!? – [Neben ihm] war noch Šebhna. – Bei E͑zra war dies ja!? – [Neben ihm] war noch Neḥemja, der Sohn Ḥakhaljas.",
"R. Aḥa, der Sohn Rabas, sagte: Auch ich will desgleichen sagen: seit den Tagen Rabbis bis zu den Tagen R. Ašis waren Tora und [weltliche] Größe nicht [in einer Person] vereinigt. – Etwa nicht, bei Hona b. Nathan war dies ja!? – Anders verhielt es sich bei Hona b. Nathan, denn er beugte sich vor R. Aši.",
"DER TAUBSTUMME KANN DURCH ZEICHEN VERSTÄNDIGENUND VERSTÄNDIGT WERDEN. BEN BETHERA SAGT, BEI BEWEGLICHEN SACHEN KANN ER AUCH DURCH MIENENVERSTÄNDIGEN UND VERSTÄNDIGT WERDEN. DER KAUF UND VERKAUF KLEINER KINDER IST BEI BEWEGLICHEN SACHEN GÜLTIG.",
"GEMARA. R. Naḥman sagte: Sie streiten nur über bewegliche Sachen, bei Scheidebriefen aber sind alle der Ansicht, daß es durch Zeichen erfolgen müsse. –",
"Selbstverständlich, es heißt ja: bei beweglichen Sachen!? – Man könnte glauben: auch bei beweglichen Sachen, so lehrt er uns.",
"Manche lesen: R. Naḥman sagte: Wie sie über bewegliche Sachen streiten, so streiten sie auch über Scheidebriefe. – Unsere Lehre lautet ja aber: bei beweglichen Sachen!? – Lies: auch bei beweglichen Sachen.",
"DER KAUF UND VERKAUF KLEINER KINDER IST BEI BEWEGLICHEN SACHEN GÜLTIG. Bis wieviel? – R. Jehuda zeigte im Namen R. Jiçḥaqs: ungefähr Sechs- oder Siebenjährige. R. Kahana sagte, ungefähr Sieben- oder Achtjährige. In einer Barajtha wird gelehrt, ungefähr Neun- oder Zehnjährige.",
"Sie streiten aber nicht, jeder nach seinem Verstände. – Aus welchem Grunde? R. Abba b. Ja͑qob erwiderte im Namen R. Johanans: Wegen seines Lebensunterhaltes.",
"Und er sprach zu dem, der über den Kleidersehrein gesetzt war: Hole Gewänder für alle die dem Baẚl dienen. Was heißtKleiderschrein? R. Abba b. Ja͑qob erwiderte im Namen R. Joḥanans: Etwas, was gedreht und gedehntwird.",
"Als R. Dimi kam, erzählte er im Namen R. Joḥanans: Bonjos b. Nonjossandte Rabbi [Gewänder aus] Sibani, Ḥomes, Salsela und Malmela. Sibani und Homes im Umfang einer Nußund einer halben Nuß; Salsela und Malmela im Umfang einer Pistazieund einer halben Pistazie. – Was heißt Malmela? – Etwas, das gedreht und gedehnt wird.",
"Welches ist [die Grenze] bei ihrer Übervorteilung? R. Jona erwiderte im Namen R. Zeras: Bis zu einem Sechstel, wie bei einem Erwachsenen.",
"Abajje fragte: Wie verhält es sich mit seiner Schenkung? R. Jemar sagt, seine Schenkung sei ungültig, und Mar, Sohn des R. Aši, sagt, seine Schenkung sei gültig.",
"Als sie dies R. Mordekhaj verkehrt berichteten, sprach er zu ihnen: Geht und sagt dem Sohne des Meisters, daß die Sache sich anders zugetragen habe. Als der Meister mit einem Fuße auf der Erde und mit einem Fuße auf der Treppe stand, fragte ich ihn, wie es sich mit seiner Schenkung verhalte, und er erwiderte uns, seine Schenkung sei gültig, einerlei ob die Schenkung eines Sterbenskranken oder die Schenkung eines Gesunden, ob eine bedeutende Schenkung oder eine unbedeutende Schenkung.",
"FOLGENDES ORDNETEN SIE DES FRIEDENS WEGENAN. EIN PRIESTER LIEST ALS ERSTER VOR, NACH IHM EIN LEVITE UND NACH IHM EIN JISRAÉLIT, DES FRIEDENS WEGEN. viii"
],
[
"MAN LEGE DEN E͑RUBIM ALTEN HAUSENIEDER, DES FRIEDENS WEGEN. DER DEM TEICHE NÄCHSTE BRUNNEN WERDE ZUERST GEFÜLLT,DES FRIEDENS WEGEN.",
"BEI TIER-, VOGEL- UND FISCHFALLEN HAT DAS [VERBOT DES] RAUBENSGELTUNG, DES FRIEDENS WEGEN; R. JOSE SAGT, ES SEIWIRKLICHER RAUB.",
"BEIM FUNDE EINES TAUBEN, BLÖDEN ODER MINDERJÄHRIGEN HAT DAS [VERBOT DES] RAUBENSGELTUNG, DES FRIEDENS WEGEN; R. JOSE SAGT, ES SEI WIRKLICHER RAUB.",
"WENN EIN ARMER AUF DER SPITZE EINES OLIVENBAUMES [FRÜCHTE] ABKLOPFT, SO HAT BEI DEN UNTEN BEFINDLICHEN DAS [VERBOT DES] RAUBENS GELTUNG, DES FRIEDENS WEGEN; R. JOSE SAGT, ES SEI WIRKLICHER RAUB.",
"MAN VERWEHRE NICHTJÜDISCHEN ARMEN NICHT [DAS EINSAMMELN VON] NACHLESE, VERGESSENEM UND ECKENLASS, DES FRIEDENS WEGEN.",
"GEMARA. Woher dies? R. Mathna erwiderte: Es heißt :da schrieb Moše dieses ganze Gesetz nieder und gab es den Priestern, den Söhnen Levis. Weiß ich denn nicht, daß die Priester Söhne Levis sind? Vielmehr besagt dies, daß der Priester dem Leviten vorangehe.",
"R. Jiçḥaq der Schmied entnimmt dies aus folgendem :Die Priester, die Söhne Levis, sollen herantreten. Wissen wir denn nicht, daß die Priester Söhne Levis sind? Vielmehr besagt dies, daß der Priester dem Leviten vorangehe.",
"R. Aši entnimmt dies aus folgendem :Die Söhne A͑mrams, Ahron und Moše; Ahron wurde ausgesondert, damit er als hochheilig geweiht werde.",
"R. Ḥija b. Abba entnimmt dies aus folgendem :Du sollst ihn heilig halten, bei jeder heiligen Handlung. In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Du sollst ihn heilig halten, bei jeder heiligen Handlung; er beginne zuerst, er spreche den Segenzuerst, und er erhalte eine gute Portionzuerst.",
"Abajje sprach zu R. Joseph: Wieso des Friedens wegen, dies hat ja nach der Tora zu erfolgen!? Dieser erwiderte: Nach der Tora des Friedens wegen. –",
"Die ganze Tora beruht ja auf Frieden, denn es heißt:ihre Wege sind Wege der Anmut und all ihre Pfade sind Friede!?",
"Vielmehr, erwiderte Abajje, dies ist auf eine Lehre des Meisterszu beziehen. Es wird nämlich gelehrt: Zwei müssen bei der Schüsselauf einander warten, drei brauchen auf einander nicht zu warten. Der Anbrechendelange mit der Hand zuersthinein, wenn er aber seinem Lehrer oder einem Größeren Ehrung erweisen will, so steht es ihm frei.",
"Hierzu sagte der Meister, diesgelte nur von der Mahlzeit, nicht aber im Bethause, weil es zu Streitigkeiten kommen könnte.",
"R. Mathna sagte: Das, was du gesagt hast, nicht aber im Bethause, gilt nur an Šabbathen und Festtagen, an denen ein großes Publikum anwesend ist, nicht aber am Montag und am Donnerstag. –",
"Dem ist ja aber nicht so, R. Honalas ja an Stelle eines Priesters an Šabbathen und Festtagen!? – Anders verhielt es sich bei R. Hona, denn selbst R. Ami und R. Asi, die angesehensten Priester im Jisraéllande, beugten sich vor ihm.",
"Abajje sagte: Es ist uns überliefert, daß, wenn kein Priester anwesend ist, der Bund gelöst sei. Ferner sagte Abajje: Es ist uns überliefert, daß, wenn kein Levite anwesend ist, ein Priester an dessen Stelle vorlese. –",
"Dem ist ja aber nicht so, R. Joḥanan sagte ja, daß ein Priester nicht nach einem Priester vorlesen dürfe, wegen Bemakelungdes ersten, daß ein Levite nicht nach einem Leviten vorlesen dürfe, wegen Bemakelungbeider!? – Wir sprechen vom selben Priester. –",
"Bei einem Leviten nach einem Leviten ist wohl deshalb die Bemakelung beider zu berücksichtigen, weil man sagen würde, einer von ihnen sei kein Levite, demnach könnte man ja auch bei einem Priester nach einem Priester sagen, einer von ihnen sei nichtPriester!? – Wenn es vom Vater des anderen bekannt ist, daß er Priester sei. –",
"Ebenso kann es ja auchbekannt sein, daß der Vater des anderen Levite sei!? – Vielmehr, man könnte sagen, er habe ein Hurenkind oder eine Nethina geheiratet und seine Kinder bemakelt. – Ebenso könnte man ja auch vom [Priester] sagen, er habe eine Geschiedene oder eine Ḥaluça geheiratet und seine Kinder bemakelt!? –",
"Aber schließlich ist er ja nicht Levite. –",
"Bei wem, wenn etwa bei den verbleibenden, so sehen sie esja!? – Vielmehr, bei den fortgehenden.",
"Die Leute aus Galiläa ließen R. Ḥelbo fragen:"
],
[
"Wer liest nach ihnen vor? Er wußte es nicht und ging zu R. Jiçḥaq dem Schmied und fragte ihn. Dieser erwiderte: Nach ihnen lesen die als Gemeindeverwalter eingesetzten Schriftgelehrten vor; nach ihnen die als Gemeindeverwalter geeignetenSchriftgelehrten, nach ihnen die Söhne der als Gemeindeverwalter eingesetzten Schriftgelehrten, nach ihnen die Gemeindevorsteher, und dann jedermann.",
"Die Leute aus Galiläa ließen R. Ḥelbo fragen: Darf die öffentliche Vorlesung im Bethause aus einem einzelnen Buche des Pentateuchserfolgen? Er wußte es nicht und ging zu R. Jiçḥaq dem Schmied und fragte ihn, aber auch er wußte es nicht. Hierauf ging er ins Lehrhaus und fragte da, und man entschied es ihm aus folgendem : R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Joḥanans, wenn von einer Torarolle auch nur ein Bogen fehlt, dürfe man aus dieser nichtvorlesen.",
"Das ist aber nichts; eine solche ist an sich defekt, während es in unserem Fallenicht defekt ist. Rabba und R. Joseph sagten übereinstimmend, daß man aus einem einzelnen Buche des Pentateuchs im Bethause nicht vorlesen dürfe, aus Achtung vor der Gemeinde.",
"Ferner sagten Rabba und R. Joseph übereinstimmend, daß man aus einem Haphṭarabucheam Šabbath nicht vorlesen dürfe, weil ein solches auch nicht zu schreibenist.",
"Mar, Sohn des R. Aši, sagte, auch umhertragen dürfe man es nicht, weil es zum Vorlesen unbrauchbarist. Dem ist aber nicht so, man darf es umhertragen und man darf daraus vorlesen,",
"lt. Johanan und R. Šimo͑n b. Laqiš lasen am Šabbath Agadabücher, obgleich solche nicht geschrieben werden dürfen. Da es anders nicht möglichist, sagen wir also :wo es galt, für den Herrn zu handeln, brachen sie dein Gesetz, ebenso auch hierbei, da es nicht anders möglich ist, sagen wir: wo es galt, für den Herrn zu handeln, brachen sie dein Gesetz.",
"Abajje fragte ltabba: Darf man eine Rollefür den Unterricht eines Kindes schreiben? Dies ist fraglich nach demjenigen, welcher sagt, die Tora sei in einzelnen Rollenverliehen worden, und dies ist fraglich nach demjenigen, welcher sagt, die Tora sei abgeschlossenverliehen worden.",
"Dies ist fraglich nach demjenigen, welcher sagt, die Tora sei in einzelnen Rollen verliehen worden: darf man eine solche schreiben, da sie in einzelnen Rollen auch verliehen worden ist, oder aber, da sie einmal zusammengefügt worden sind, sind sie zusammengefügt.",
"Dies ist fraglich nach demjenigen, welcher sagt, die Tora sei abgeschlossen verliehen worden: darf man eine solche nicht schreiben, da sie abgeschlossen verliehen worden ist, oder aber darf man es wohl, da es nicht anders möglich ist. Dieser erwiderte: Man darf nicht schreiben. – Aus welchem Grunde? – Weil man nicht schreibendarf.",
"Er wandte gegen ihn ein: Siestiftete ferner eine goldene Tafel, auf der der Abschnitt von der Ehebruchsverdächigtengeschrieben war!? – R. Šimo͑n b. Laqiš erklärte im Namen R. Jannajs, alphabetisch.",
"Er wandte ferner gegen ihn ein: Wenn erschrieb, schaute er hinauf und schrieb den Inhalt der Tafel!? – Lies: nach dem Inhaltder Tafel.",
"Er wandte gegen ihn ein: Wenn er schrieb, schaute er hinauf und schrieb den Inhalt der Tafel. Auf der Tafel war folgendes geschrieben :ob jemand dich beschlafen hat oder nicht!? – Da stand es überspringend.",
"Hierüber streiten folgende Tannaím: Man darf keine Rolle für den Unterricht eines Kindes schreiben, wenn man sie aber zu beendigenbeabsichtigt, so ist es erlaubt. R. Jehuda sagt, von der Genesis [dürfe man schreiben] bis zum [Abschnitte von der] Generation der Sintflut, vom Leviticus bis zum Abschnitte ‘Und es geschah am achten Tage’.",
"R. Joḥanan sagte im Namen des R. Banaá: Die Tora ist in einzelnen Rollen verliehen worden, denn es heißt:damals sprach ich: siehe, ich komme mit einer Buchrolle, über mich geschrieben. R. Šimo͑n b. Laqiš sagte: Die Tora ist abgeschlossen verliehen worden, denn es heißt:nehmet diesesBuch des Gesetzes. –",
"Und jener, es heißt ja: nehmet!? – Nachdem sie zusammengefügt worden war. –",
"Und der andere, es heißt ja: mit einer Buchrolle, über mich geschrieben!? – Dies besagt, daß die ganze Tora Rolle heiße, denn es heißt:und er sprach zu mir: was siehst du? und ich erwiderte: ich sehe eine fliegende Rolle.",
"Oder auch nach einer LehreR. Levis, denn R. Levi sagte: Acht Abschnitte sind am Tage, an dem das Stiftszelt auf gestellt wurde, abgefaßt worden, und zwar : der Abschnittvon den Priestern, der Abschnittvon den Leviten, der Abschnittvon den Unreinen, der Abschnittvom Hinausschicken der Unreinen, der Abschnitt‘Nach dem Tode’,"
],
[
"der Abschnittvom Weintrinken, der Abschnittvon den Lichtem und der Abschnitt von der roten Kuh.",
"R. Elea͑zar sagte: Die Tora ist größtenteils schriftlich und kleinstenteils mündlich verliehen worden, denn es heißt :ich schrieb ihm das meiste meines Gesetzes, wie fremd sind sie geachtet. R. Joḥanan sagte: Größtenteils mündlich und kleinstenteils schriftflich, denn es heißt: denn durch den Munddieser Worte. –",
"Und jener, es heißt ja: ich schrieb ihm das meiste meines Gesetzes!? – Dies ist als Frage zu verstehen: schrieb ich ihm das meiste meines Gesetzes? Wie fremd sind sie geachtet. –",
"Und der andere, es heißt ja: denn durch den Mund dieser Worte!? – Dies, weil sie schwer zu erlernen sind.",
"R. Jehuda b. Naḥmani, der Dolmetsch des R. Šimo͑n b. Laqiš, trug vor: Es heißt :schreibe dir diese Worte, und es heißt :durch den Mund dieser Worte; wie ist dies zu erklären? Die Worte der Schrift darfst du nicht mündlich vortragen und die mündlichen Worte darfst du nicht niederschreiben. In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Diese, diese schreibe nieder, nicht aber darfst du Halakhoth niederschreiben.",
"R. Joḥanan sagte: Der Heilige, gepriesen sei er, schloß einen Bund mit Jisraél nur wegen der mündlichen Worte, denn es heißt: denn durch den Munddieser Worte habe ich mit dir und mit Jisraél einen Bund geschlossen.",
"MAN LEGE DEN E͑RUB IM ALTEN HAUSE NIEDER, DES FRIEDENS WEGEN. Aus welchem Grunde: wenn wegen der Ehrung, so befand sich ja die Spendenbüchsezuerst im Hause R. Jehudas, später im Hause Rabbas, später im Hause R. Josephs, später im Hause Abajjes und später im Hause Rabas!? –",
"Vielmehr, wegen der Verdächtigung.",
"DER DEM TEICHE NÄCHSTE BRUNNEN &C.Es wurde gelehrt: Von den Anliegern des Teiches bewässern, wie Rabh sagt, die unteren zuerst, und wie Šemuél sagt, die oberen zuerst [ihre Felder],",
"Über einen laufenden streiten sie nicht, sie streiten nur über einen, der zur Bewässerung abgesperrtwird. Šemuél sagt, die oberen bewässern zuerst, denn sie können sagen, sie seien ihmnäher, und Rabh sagt, die unteren bewässern zuerst, denn sie können sagen, man lasse dem Teiche seinen freien Lauf. –",
"Es wird gelehrt: Der dem Teiche nächste Brunnen werde zuerst gefüllt, des Friedens wegen!? Šemuél erklärte es nach Rabh: Wenn der Teich über seinen Brunnenfließt. –",
"Wozu braucht dies demnach gelehrt zu werden!?– Man könnte glauben, die anderen können verlangen, daß er [seinen Brunnen] verstopfe und nach Verhältnisbewässere, so lehrt er uns.",
"R. Hona b. Taḥlipha sagte: Da nun die Halakha weder wie der eine noch wie der andere entschieden wird, so entscheidet die Mannesstärke.",
"Einst kam R. Šimi b. Aši vor Abajje und sprach zu ihm: Möge mir der Meister eine Unterrichtsstundegewähren. Dieser erwiderte: Ich brauche meine Zeit für mich. – So möge sie mir der Meister nachts gewähren. Dieser erwiderte: Dann muß ich [die Felder] bewässern. Jener sprach: Ich will für den Meister am Tage [die Felder] bewässern, und der Meister gewähre mir nachts eine Unterrichtsstunde. Dieser erwiderte: Gut.",
"Alsdann ging jener zu den oberen und sagte ihnen, die unteren bewässern zuerst, und hierauf ging er zu den unteren und sagte ihnen, die oberen bewässern zuerst. Währenddessensperrte er [das Wasser] ab und bewässerte [das Feld]. Als er hierauf zu Abajje kam, sprach dieser zu ihm: Du hast mir nach beidenentschieden! Abajje aber kostete nicht von den Früchten jenes Jahres.",
"Einst gruben die Leute von Be Ḥermakh am Kopfe des [Flusses] Šanvata und leiteten [den Graben]in das Ende des Flusses. Hierauf kamen die oberen [Anlieger] zu Abajje und sprachen zu ihm: Sie verderben unsden Fluß. Da erwiderte er ihnen: Grabt ihr ihnetwas tiefer. Sie entgegneten: Sodann würden die Graben austrocknen. Hierauf sprach er zu jenen: Geht, entfernt euch von da.",
"BEI TIER-, VOGEL- UND FISCHFALLEN HAT &C. Über Netz und Reuse"
],
[
"streitet niemand, sie streiten nur über Leimbrett und Angelrute.",
"BEIM FUNDE EINES TAUBEN, BLÖDEN &C. R. JOSE SAGT, ES SEI WIRKLICHER RAUB. R. Ḥisda sagte : Wirklicher Raub nach [rabbanitischer] Bestimmung. – In welcher Hinsicht ist diesvon Bedeutung? – Ob man es durch Gericht einklagen kann.",
"WENN EIN ARMER AUF DER SPITZE EINES OLIVENBAUMES [FRÜCHTE] ABKLOPFT, SO HAT BEI DEN UNTEN BEFINDLICHEN &C. Es wird gelehrt: Wenn er sie gepflückt und mit der Hand [auf die Erde] gelegt hat, so ist eswirklicher Raub.",
"Einst ging R. Kahana nach Huçal und sah einen Mann mit Holzstücken werfen und Datteln abschütteln; da nahm er einige und aß sie. Jener sprach: Der Meister sieht ja, daß ich sie mit der Hand abgeschüttelt habe! Dieser erwiderte: Du bist wohl aus der Ortschaft des R. Jošija! Da las er über ihn :Der Fromme ist eine Grundfeste der Welt.",
"MAN VERWEHRE NICHTJÜDISCHEN ARMEN NICHT [DAS EINSAMMELN VON] NACHLESE, VERGESSENEM UND ECKENLASS, DES FRIEDENS WEGEN. Die Rabbanan lehrten: Man ernähre die Armen der Nichtjuden mit den Armen Jisraéls, man besuche die Kranken der Nichtjuden mit den Kranken Jisraéls und man begrabe die Toten der Nichtjuden mit den Toten Jisraéls, des Friedens wegen.",
" EINE FRAU DARF DER ANDEREN, DIE HINSICHTLICH DES SIEBENTJAHRES VERDÄCHTIGIST, EINE SCHWINGE, EIN SIEB, EINE HANDMÜHLE ODER EINEN OFEN LEIHEN, JEDOCH DARF SIE IHR NICHT KLAUBEN ODER MAHLEN HELFEN.",
"DIE FRAU EINES GENOSSENDARF DER FRAU EINES MENSCHEN AUS DEM GEMEINEN VOLKEEINE SCHWINGE ODER EIN SIEB LEIHEN, AUCH DARF SIE IHR KLAUBEN, MAHLEN UND SIEBEN HELFEN; HAT SIE ABER BEREITS DAS WASSER [AUF DAS MEHL]GEGOSSEN, DARF SIE BEI IHR NICHTS MEHR BERÜHREN, WEIL MAN ÜBERTRETER NICHT UNTERSTÜTZEN DARF. DIES ALLES [ERLAUBTEN] SIE, NUR DES FRIEDENS WEGEN.",
"MAN DARF IM SIEBENTJAHRE NICHTJUDENUNTERSTÜTZEN, NICHT ABER EINEN JISRAÉLITEN; DESGLEICHEN BEGRÜSSE MAN SIE, WEGEN DES FRIEDENS.",
"GEMARA. Welchen Unterschied gibt es zwischen dem Anfangsatze und dem Schlußsatze? Abajje erwiderte: Die meisten Leute aus dem gemeinen Volke entrichten denZehnten.",
"Raba erwiderte: Hier wird von einem Manne aus dem gemeinen Volke nach der Ansicht R. Meírs und von rabbanitischer Unreinheitund Reinheit gesprochen. Es wird nämlich gelehrt: Ein Mann aus dem gemeinen Volke ist derjenige, der seine profanen [Speisen] nicht in Reinheitißt – so R. Meír; die Weisen sagen, der seine Früchte nicht verzehntet. –",
"Wenn er aber im Schlußsatze lehrt, wenn jene das Wasser bereits [auf das Mehl] gegossen hat, dürfe sie bei ihr nichts mehr berühren, so spricht ja der Anfangsatz nicht von Unreinheit und Reinheit!? –",
"Der Anfangsatz und der Schlußsatz sprechen beide von Unreinheit und Reinheit, nur spricht der Anfangsatz von der Unreinheit von Profanem und der Schlußsatz von der Unreinheit der Teighebe. –",
"Ich will auf einen Widerspruch hinweisen:"
],
[
"Man darf [Getreide]mahlen und es bei Leuten, die Siebentjahrsfrüchte essen, oder die ihre Früchte in Unreinheit essen, verwahren, nicht aber darf man dies für Leute, die Siebentjahrsfrüchte essen, oder ihre Früchte in Unreinheitessen!?",
"Abajje erwiderte: Dies gilt von einem Priester, der verdächtig ist, Hebe in Unreinheit zu essen, eine nach der Tora [verbotene] Unreinheit. –",
"Wieso darf man es demnach bei ihm verwahren, dem widersprechend wird ja gelehrt, daß man Hebe bei einem Jisraéliten aus dem gemeinen Volke verwahren dürfe, nicht aber bei einem Priester aus dem gemeinen Volke, weil er sich damit freibenimmt!?",
"R. Ilea͑ erwiderte: Hier wird von einem mit einem Deckel versehenen Tongefäßegesprochen. –",
"Es ist ja zu berücksichtigen, seine Frau könnte es während ihrer Menstruation schütteln!?",
"Vielmehr, erklärte R. Jirmeja, dies ist kein Widerspruch; das eine gilt von empfänglichenFrüchten, und das andere gilt von unempfänglichen Früchten. –",
"Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn jemand Weizen zu einem Müller bringt, der Samaritaner oder ein Mann aus dem gemeinen Volke ist, so bleibt er in seinem Zustande hinsichtlich der Verzehntung und des Siebentjahres, nicht aber hinsichtlich der Unreinheit!? –",
"Was ist dies für ein Widerspruch; haben wir es etwa nicht auf unempfängliche Früchte bezogen!? –",
"Was dachte der, der auf diesen Widerspruch hinwies? – Er wollte auf einen anderen Widerspruch hinweisen: So bleibt er in seinem Zustande hinsichtlich der Verzehntung und des Siebentjahres. Demnach wird das Umtauschen nicht berücksichtigt;",
"ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wer seiner Schwiegermutter etwasgibt, verzehnte, was er ihr gibt, und was er von ihr erhält, weil sie verdächtig ist, das Verdorbene umzutauschen!? –",
"Da erfolgt dies aus dem angegebenen Grunde: R. Jehuda sagte: Weil sie auf den Vorteil ihrer Tochter bedacht ist und sich vor ihrem Schwiegersohne schämt. –",
"Ist dies etwa sonst nicht zu berücksichtigen, wir haben ja gelernt, wer etwasseiner Hauswirtin gibt, verzehnte, was er ihr gibt, und was er von ihr erhält, weil sie es umtauscht!? – Auch hierbei erlaubt sie sich dies, indem sie sagt: soll lieber der Gelehrtenjünger das Warme essen, ich werde Kaltes essen. –",
"Ist dies etwa sonst nicht zu berücksichtigen, es wird ja gelehrt : Die Frau eines Gelehrten darf mahlen zusammen mit der Frau eines Menschen aus dem gemeinen Volke, wenn sie unreinist, nicht aber, wenn sie rein ist. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, auch wenn sie unrein ist, dürfe sie mit ihr nicht mahlen, weil diese"
],
[
"ihr etwas geben und sie es essen könnte. Wenn sie des Stehlensverdächtig ist, um wieviel mehr des Umtauschens!?",
"R. Joseph erwiderte: Auch hierbei erlaubt sie sich dies, indem sie sagt, der Ochs esse von dem, was er drischt.",
"R. Jose b. Hamešullam bekundete, daß sein Bruder Joḥanan im Namen des R. Elea͑zar Ḥasma folgendes gelehrt habe: Man darf nicht für einen Menschen aus dem gemeinen Volke die Teighebein Reinheit zubereiten, wohl aber bereite man anstandslos seinen profanen Teig in Reinheit zu, nehme davon das Quantum der Teighebe ab und lege es in einen Korboder auf ein Brett, und der Mann aus dem gemeinen Volke kann dann beides nehmen.",
"Man darf die Hebe seiner Oliven nicht in Reinheit zubereiten, wohl aber bereite man anstandslos seine profanen Oliven in Reinheit zu, nehme davon das Quantum der Hebe ab und lege es in ein Gefäß eines Genossen, und der Mann aus dem gemeinen Volke kann dann beides nehmen.",
"Aus welchem Grunde? R. Joḥanan erwiderte: Wegen des Lebensunterhaltes des Kneters und wegen des Lebensunterhaltes des Oliventreters.",
"Und beide Lehren sind nötig. Würde er es nur vom Kneter gelehrt haben, so könnte man glauben, weil er keinen hohen Lohnerhält, nicht aber gelte dies vom Oliventreter, der einen hohen Lohn erhält. Und würde er es nur vom Oliventreter gelehrt haben, so könnte man glauben, weil es bei ihm seltenist, nicht aber gelte dies vom Kneter, bei dem es häufig ist. Daher ist beides nötig.",
"Der Meister sagte: Er nehme anstandslos davon das Quantum der Teighebe ab und lege es in einen Korb oder auf ein Brett, und der Mann aus dem gemeinen Volke kann dann beides nehmen. Es ist ja zu berücksichtigen, er kann es berühren!? – Man sage ihm: Paß auf, wenn du es berührst, wird es wiederhebepflichtig. –",
"Es ist ja zu berücksichtigen, vielleicht achtet er darauf nicht!? – Wenn er sogar die Hebe absondert, wie sollte er darauf nicht achten!?",
"Der Meister sagte: Er nehme anstandslos davon das Quantum der Hebe ab und lege es in ein Gefäß eines Genossen, und der Mann aus dem gemeinen Volke kann dann beides nehmen. Es ist ja zu berücksichtigen, er kann es berühren!? Allerdings kann er esin jenem Falle merken, woran aber soll er es in diesem Falle merken!? – Er lege es in ein Gefäß aus Kot, Stein oder Ton. –",
"Wieso muß es demnach das eines Genossen sein, dies gilt ja auch von einem eines Menschen aus dem gemeinen Volke!? – Dies sagt er auch: in das Gefäß eines Menschen aus dem gemeinen Volke, das für einen Genossen verwendbar ist.",
"MAN DARF IM SIEBENTJAHRE NICHTJUDEN UNTERSTÜTZEN. Wieso unterstützen, R. Dimi b. Šišana sagte ja im Namen Rabhs, daß man nicht im Siebentjahre einem Nichtjuden grabenhelfe, und daß man einem Nichtjuden nicht den Gruß wiederhole!? – Nur insofern, als man ihnen zurufe: viel Kraft! So pflegte ihnen R. Jehuda zuzurufen: viel Kraft! R. Šešeth pflegte ihnen zuzurufen: Heil!",
"«Daß man einem Nichtjuden nicht den Gruß wiederhole.» R. Ḥisda kam ihnen mit dem Gruße zuvor. R. Kahana sagte: Friede dem Herrn.",
"BEGRÜSSE MAN SIE. Wenn man sie sogar unterstütze, so ist es ja selbstverständlich, daß man sie begrüße!? R. Jeba erwiderte: Auch an ihrem Feste. Es wird nämlich gelehrt: Man soll nicht einen Nichtjuden an seinem Feste besuchen und ihn begrüßen; wenn man ihn auf der Straße trifft, so grüße man ihn mit träger Lippe und schwerfällig.",
"R. Hona und R. Ḥisda saßen beisammen und Geniba ging an ihnen vorüber. Da sprach der eine zum anderen: Wollen wir vor ihm aufstehen, denn er ist ein Gelehrter. Der andere erwiderte: Vor diesem Zänkersollen wir aufstehen!? Inzwischen kam er zu ihnen heran und sprach zu ihnen: Friede mit euch, ihr Könige, Friede mit euch, ihr Könige. Sie sprachen zu ihm: Woher entnimmst du, daß die Gelehrten Könige genannt werden? Dieser erwiderte: Es heißt:durch mich regieren Könige &c.",
"Sie fragten weiter: Woher entnimmst du, daß man Königen den Gruß wiederhole? Dieser erwiderte: R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Woher, daß man Königen den Gruß wiederhole? Es heißt:und ein Geist ergriff A͑masaj, den Obersten der Anführer &c.",
"Hierauf sprachen sie: Mag der Meister etwas genießen. Dieser erwiderte: Folgendes sagte R. Jehuda im Namen Rabhs: Man darf nichts genießen, bevor man seinem Vieh Futter gereicht hat, denn es heißt: ich werde Gras auf deinen Fluren für dein Vieh gehen, und erst nachher:du sollst essen und satt werden."
],
[
" WENN JEMAND [ZU EINEM] GESAGT HAT: EMPFANGE DIESEN SCHEIDE BRIEF FÜR MEINE FRAU, ODER: BRING DIESEN SCHEIDEBRIEF MEINER FRAU, SO KANN ER, WENN ER ES WÜNSCHT, ZURÜCKTRETEN; WENN ABER DIE FRAU GESAGT HAT: EMPFANGE FÜR MICH MEINEN SCHEIDEBRIEF, SO KANN ER, WENN ER ES WÜNSCHT, NICHT ZURÜCKTRETEN.",
"DAHER KANN DER EHEMANN, WENN ER ZU IHM GESAGT HAT : ICH WILL NICHT, DASS DU IHN FÜR SIE EMPFÄNGST, SONDERN, DASS DU IHN BRINGEST UND IHR GIBST, WENN ER ES WÜNSCHT, ZURÜCKTRETEN.",
"R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT, AUCH WENN SIE ZU IHM GESAGT HAT: NIMM FÜR MICH MEINEN SCHEIDEBRIEF, KÖNNE ER, WENN ER ES WÜNSCHT, NICHT ZURÜCKTRETEN.",
"GEMARA. R. Aḥa, Sohn des R. Ivja, sprach zu R. Aši: Nur aus dem Grunde, weil sie ihn nicht zum Vertreter der Empfangsnahme gemacht hat, wenn sie ihn aber zum Vertreter der Empfangsnahme gemacht hat, so kann er, wenn er es wünscht, nicht zurück treten, somit ist hieraus zu entnehmen, daß ‘bring’ wie ‘erwirb’ gelte. –",
"Nein, tatsächlich, kann ich dir erwidern, gilt ‘bring’ nicht wie ‘erwirb’, nur ist dieswegen des Falles nötig, [wenn er gesagt hat:] empfange diesen Scheidebrief für meine Frau.",
"Man könnte glauben, da der Ehemann kernen Vertreter der Empfangsnahme bestellenkann, sei der Scheidebriefungültig, auch nachdem er in ihre Hand gekommen ist, so lehrt er uns, daß dies zu verstehen sei: empfange und überbringe. –",
"Wir haben gelernt: Wenn aber die Frau gesagt hat: empfange für mich meinen Scheidebrief, so kann er, wenn er es wünscht, nicht zurücktreten. Wahrscheinlich einerlei, ob er ihn zur Empfangsnahme oder zur Überbringung [beauftragt hat]!? –",
"Nein, wenn zur Empfangsnahme. –",
"Komm und höre: Daher kann der Ehemann, wenn er zu ihm gesagt hat: ich will nicht, daß du ihn für sie empfängst, sondern, daß du ihn bringst und ihr gibst, wenn er es wünscht, zurücktreten. Nur wenn er gesagt hat, er wolle es nicht, wenn er aber nicht gesagt hat, er wolle es nicht, so kann er, wenn er es wünscht, nicht zurücktreten; somit ist hieraus zu entnehmen, daß ‘bring’ wie erwirb’ gelte!? –",
"Vielleicht, wenn er ‘da hastdu’ gesagt hat.",
"Klar ist es, daß ein Mann Vertreter zur Überbringung sein könne, da der Ehemann der Frau den Scheidebrief zu überbringen hat, und daß eine Frau Vertreterin zur Empfangsnahme sein könne, da die Frau den Scheidebrief aus der Hand des Ehemannes zu empfangen hat, wie verhält es sich aber bei [der Vertretung] eines Mannes zur Empfangsnahme und einer Frau zur Überbringung? –",
"Komm und höre: Wenn jemand [zu einem] gesagt hat: empfange diesen Scheidebrief für meine Frau, oder: bringe diesen Scheidebrief meiner Frau, so kann er, wenn er es wünscht, zurücktreten; wenn aber die Frau gesagt hat: empfange für mich meinen Scheidebrief, so kann er, wenn er es wünscht, nicht zurücktreten. Dies gilt wohl vom selben Vertreter, somit ist hieraus zu entnehmen, daß er sowohl zur Empfangsnahme als auch zur Überbringung zulässig sei. – Nein, von zwei Vertretern. –",
"Komm und höre: Daher kann der Ehemann, wenn er zu ihm gesagt hat: ich will nicht, daß du ihn für sie empfängst, sondern, daß du ihn bringst und ihr gibst, wenn er es wünscht, zurück treten. Hierbei ist es ja derselbe Vertreter, somit ist hieraus zu entnehmen, daß er sowohl zur Empfangsnahme als auch zur Überbringung zulässig sei. –",
"Hieraus ist zu entscheiden, daß ein Mann auch Vertreter zur Empfangsnahme sein könne, wie auch ein Vater den Scheidebrief für seine minderjährige Tochter empfangen kann, aber hinsichtlich der Überbringung durch eine Frau bleibt ja die Frage bestehen. Wie ist es nun? R. Mari erwiderte: Komm und höre: Auch Frauen, die nicht glaubhaft sind, wenn sie bekunden, daß ihrMann gestorben sei, sind zur Überbringung ihres Scheidebriefes glaubhaft. Da wird von der Überbringung [gesprochen].",
"R. Aši sagte: Dies ist auch aus dem Schlußsatze zu entnehmen; der Schlußsatz lehrt, die Frau könne selber ihren Scheidebrief überbringen, nur müsse sie sagen: er ist vor mir geschrieben und vor mir unterzeichnet worden, und dies bezogen wirauf die Überbringung. Schließe hieraus.",
"Es wurde gelehrt: [Wenn sie zu ihm gesagt hat:] bring mir meinen Scheidebrief, [eraber sagt:] deine Frau sagte mir, daß ich für sie ihren Scheidebrief empfange, und dieser zu ihm sagt: da hast du ihn, wie sie gesagt hat, so ist sie, wie",
"R. Naḥman im Namen des Rabba b. Abuha im Namen Rabhs sagt, selbst wenn der Scheidebrief in ihre Hand gekommen ist, nicht geschieden. Hieraus ist zu entnehmen, daß, er sich auf seine Worteverlasse, denn, verließe er sich auf ihre Worte, so sollte sie geschieden sein, sobald der Scheidebrief in ihre Hand gekommenist.",
"R. Aši erwiderte: Was soll dies;"
],
[
"würde es entgegengesetzt gelehrt worden sein, [wenn sie zu ihm gesagt hat:] empfange für mich meinen Scheidebrief, [er aber sagt:] deine Frau sagte mir, daß ich ihr ihren Scheidebrief bringe, und dieser zu ihm sagt: da hast du ihn, wie sie gesagt hat, so ist sie, wie R. Naḥman im Namen des Rabba b. Abuha im Namen Rabhs sagt, geschieden, sobald der Scheidebrief in seine Hand gekommen ist, so wäre hieraus zu entnehmen, daß er sich auf ihre Worte verlasse,",
"oder [würde er gesagt haben, sie sei geschieden, sobald der Scheidebrief] in ihre Hand [gekommen ist, so wäre hieraus zu entnehmen,] daß er sich auf seine Worte verlasse, jetzt abererfolgt es aus dem Grunde, weil der Vertreter seinen Auftrag überhaupt nicht ausgeführt hat, denn er sagte, er wolle Vertreter zur Empfangsnahme sein, nicht aber Vertreter zur Überbringung.",
"R. Hona b. Ḥija sagte: Komm und höre: Wenn jemand [zu einem] gesagt hat: empfange diesen Scheidebrief für meine Frau, oder: bring diesen Scheidebrief meiner Frau, so kann er, wenn er es wünscht, zurücktreten. Nur wenn er es wünscht, sonst aber ist der Scheidebrief gültig.",
"Wieso denn, der Ehemann kann ja keinen Vertreter zur Empfangsnahme bestellen!? Wir sagen also, da er sein Auge darauf gerichtet hat, sich von ihr scheiden zu lassen, sage er, sie möge auf jede Art und Weise geschieden sein, ebenso auch hierbei: da er sein Auge darauf gerichtet hat, sich von ihr scheiden zu lassen, sage er, sie möge auf jede Art und Weise geschieden sein!? –",
"Es ist ja nicht gleich, da hat er ihn ihm, da jeder weiß, daß er keinen Vertreter zur Empfangsnahme bestellen könne, zur Überbringung gegeben, hierbei aber hat er sichgeirrt.",
"Raba sagte: Komm und höre: Wenn eine Minderjährige gesagt hat: empfange für mich meinen Scheidebrief, so ist der Scheidebrief erst dann rechtskräftig, wenn er in ihre Hand gekommenist. Wenn er aber in ihre Hand gekommen ist, ist sie geschieden. Wieso denn, er hat ihn ja nicht zum Vertreter der Überbringung gemacht!? Wir sagen also, da er sein Auge darauf gerichtet hat, sich von ihr scheiden zu lassen, sage er, sie möge auf jede Art und Weise geschieden sein, ebenso auch hierbei: da er sein Auge darauf gerichtet hat, sich von ihr scheiden zu lassen, sage er, sie möge auf jede Art und Weise geschieden sein!? –",
"Es ist ja nicht gleich; da hat er ihn, da jeder weiß, daß Minderjährige keinen Vertreter bestellen können, zur Überbringung gegeben, hierbei aber hat er sich geirrt. –",
"Komm und höre: [Wenn sie zu ihm gesagt hat: bring mir meinen Scheidebrief, [er aber sagt:] deine Frau sagte mir, daß ich für sie ihren Scheidebrief empfange, oder [sie zu ihm gesagt hat:] empfange für mich meinen Scheidebrief, [er aber sagt:] deine Frau sagte mir, daß ich ihr ihren Scheidebrief bringe, und dieser zu ihm sagt: bring ihn und gib ihr, oder: erwirb ihn für sie, oder: empfange ihn für sie, so kann er, wenn er es wünscht, zurücktreten; sobald aber der Scheidebrief in ihre Hand gekommen ist, ist sie geschieden.",
"Wahrscheinlich bezieht sich die Empfangsnahme auf die Empfangsnahme und die Überbringung auf die Überbringung!? –",
"Nein, die Empfangsnahme auf die Überbringung und die Überbringung auf die Empfangsnahme. –",
"Wieso ist sie, wenn die Empfangsnahme sich auf die Überbringung bezieht, geschieden, erst wenn der Scheidebrief in ihre Hand gekommen ist, sie sollte ja sofortgeschieden sein!? Hieraus ist somit zu entnehmen, daß er sich auf seine Worte verlasse. –",
"Wieso dies, da sagte er zu ihr: da hast du ihn, wie sie gesagt hat, aber sagte er denn hierbei: da hast du ihn, wie sie gesagthat!?",
"Die Rabbanan lehrten: [Wenn sie gesagt hat:] empfange für mich meinen Scheidebrief, [und er sagt:] deine Frau sagte mir, daß ich für sie ihren Scheidebrief empfange, und dieser zu ihm sagt: bring ihn und gib ihr, oder: erwirb ihn für sie, oder: empfange ihn für sie, so kann er, wenn er es wünscht, nicht zurücktreten. R. Nathan sagte: [Sagte er:] bring ihn und gib ihr, so kann er, wenn er es wünscht, zurücktreten, wenn aber: erwirb ihn für sie, oder: empfange ihn für sie, so kann er, wenn er es wünscht, nicht zurücktreten.",
"Rabbi sagte: In all diesen Fällen kann er, wenn er es wünscht, nicht zurücktreten; wenn er ihm aber erwidert hat: ich will nicht, daß du ihn für sie empfängst, sondern, daß du ihn bringst und ihr gibst, so kann er, wenn er es wünscht, zurücktreten. –",
"Rabbi sagt ja dasselbe, was der erste Autor!? Wenn du willst, sage ich: er lehrt uns den Fall, [wenn der Ehemann sagt,] er wolle dies nicht; wenn du aber willst, sage ich: er lehrt uns, daß Rabbi der erste Autor sei.",
"Sie fragten: Gilt nach R. Nathan ‘da hastdu’ wie erwirb’ oder gilt es nicht wie ‘erwirb’? –",
"Komm und höre: Wenn jemand [zu einem] gesagt hat: empfange diesen Scheidebrief für meine Frau, oder: bring diesen Scheidebrief meiner Frau, so kann er, wenn er es wünscht, zurücktreten; wenn aber die Frau gesagt hat: empfange für mich meinen Scheidebrief, so kann er, wenn er es wünscht, nicht zurücktreten."
],
[
"Wahrscheinlich doch, wenn er ‘da hast du’ gesagt hat, nach R. Nathan. – Nein, wenn er ‘bring’ gesagt hat, nach Rabbi. –",
"Komm und höre: Daher kann der Ehemann, wenn er zu ihm gesagt hat: ich will nicht, daß du ihn für sie empfängst, sondern, daß du ihn bringst und ihr gibst, wenn er es wünscht, zurücktreten. Nur wenn er gesagt hat, er wolle es nicht, wenn er aber nicht gesagt hat, er wolle es nicht, so kann er, wenn er es wünscht, nicht zurücktreten.",
"Wahrscheinlich doch, wenn er ‘da hast du’ gesagt hat, nach R. Nathan. – Nein, wenn er ‘bring’ gesagt hat, nach Rabbi. –",
"Komm und höre: [Wenn er gesagt hat:] bring diesen Scheidebrief meiner Frau, so kann er, wenn er es wünscht, zurücktreten; wenn aber: da hast du diesen Scheidebrief für meine Frau, so kann er, wenn er es wünscht, nicht zurücktreten. Derjenige, welcher sagt, daß er, wenn er ‘bring’ gesagt hat, falls er es wünscht, zurücktreten könne, ist ja R. Nathan, und er lehrt, daß er, wenn er ‘da hast du’ gesagt hat, wenn er es wünscht, nicht zurücktreten könne. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß ‘da hast du’ wie ‘erwirb’ gelte. Schließe hieraus.",
"Es wurde gelehrt: [Wenn sie gesagt hat:] empfange für mich meinen Scheidebrief, [und er sagt:] deine Frau sagte mir, daß ich für sie ihren Scheidebrief empfange, und dieser zu ihm sagt: bring ihn und gib ihr, so wird er, wie R. Abba im Namen R. Honas im Namen Rabhs sagt, sein Vertreter und ihr Vertreter, und sie benötigtder Ḥaliça. –",
"Demnach ist es Rabh zweifelhaft, ob ‘bring’ wie ‘erwirb’ gelte oder nicht wie ‘erwirb’ gelte, dagegen aber wurde gelehrt, [daß, wenn jemand zu einem gesagt hat:] bring jenem die Mine, die ich ihm schulde, er, wie Rabh sagt, haftpflichtig sei, und wenn er zurück treten will, es nicht mehr könne!? –",
"Da ist es ein Zweifel bei einer Geldangelegenheit, der erleichterndzu entscheiden ist, hierbei aber ist es ein Zweifel in einer kanonischen Angelegenheit, der erschwerend zu entscheiden ist.",
"Rabh sagt, die Frau könne keinen Vertreter bestellen, ihren Scheidebrief aus der Hand des Vertreters ihres Ehemannes in Empfang zu nehmen; R. Ḥanina aber sagt, die Frau könne einen Vertreter bestellen, ihren Scheidebrief aus der Hand des Vertreters ihres Ehemannes in Empfang zu nehmen. –",
"Was ist der Grund Rabhs? – Wenn du willst, sage ich: wegen der Herabsetzungdes Ehemannes;",
"wenn du aber willst, sage ich: wegen eines später erworbenenHofes. –",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen in dem Falle, wenn sie zuvorgekommen ist und einen Vertreter vorher bestellt hat.",
"Einst sandte jemand seiner Frau einen Scheidebrief und der Vertreter traf sie sitzen und kneten. Da sprach er zu ihr: Da hast du deinen Scheidebrief. Sie erwiderte: Behalte ihn in deinerHand. Hierauf sagte R. Naḥman: Wenn nach R. Ḥanina zu entscheiden wäre, würde ich hierbei eine Entscheidungtreffen.",
"Raba sprach zu ihm: Wieso könntest du, selbst wenn nach R. Ḥanina zu entscheiden wäre, hierbei eine Entscheidung treffen, der Vertreter kehrte ja nicht zum Ehemannezurück!?",
"Sie ließen R. Ami fragen, und er ließ ihnen erwidern: Der Vertreter kehrte nicht zum Ehemanne zurück. R. Ḥija b. Abba sagte: Wir wollen über die Sache nachdenken.",
"Als sie hierauf R. Ḥija b. Abba wiederum fragten, erwiderte er: So oft fahren sie mit ihrem Fragen fort! Wie sie darüber im Zweifel sind, so sind wir darüber im Zweifel.",
"Es ist dieseine Inzestangelegenheit, und bei einer [zweifelhaften] Inzestangelegenheit benötigt sieder Ḥaliça.",
"Einst ereignete sich ein solcher Fall, und R. Jiçḥaq, Sohn des Šemuél b. Martha, benötigte sie eines [anderen] Scheidebriefes und der Ḥaliça. – Beides!? – Eines [anderen] Scheidebriefes bei Lebzeiten, der Ḥaliça nach seinem Tode.",
"Einst war eine Frau, die Naphatha hieß, die Zeugen aber schriebenTaphatha. Da entschied R. Jiçḥaq, Sohn des Šemuél b. Martha: Die Zeugen haben ihren Auftragvollzogen.",
"Rabba wandte ein: Hat er denn zu ihnen gesagt, daß sie einen Fetzenschreiben und ihr geben sollen!? Vielmehr, sagte Rabba, nur wenn die Zeugen einen gültigen Scheidebrief geschrieben haben und er abhanden gekommen ist, haben sie ihren Auftrag vollzogen.",
"R. Naḥman wandte ein: Hat er denn zu ihnen gesagt, daß sie ihn schreiben und in den Beutel tunsollen!? Vielmehr, sagte R. Naḥman, sie müssen schreiben und ihn übergeben, auch hundertmal.",
"Raba fragte R. Naḥman: Wie ist es, wenn [er gesagt hat:] schreibt und gebt ihn einem Vertreter; hat er sieentbunden, oder berücksichtigte er nur ihre Bemühung?",
"Rabina fragte R. Aši: Wie ist es, [wenn er gesagt hat: der Vertreter] soll ihn ihr bringen? – Dies bleibt unentschieden.",
"R. ŠIMO͑N B. GAMLIE͑L SAGT, AUCH WENN SIE GESAGT HAT: NIMM FÜR MICH MEINEN SCHEIDEBRIEF, KÖNNE ER, WENN ER ES WÜNSCHT, NICHT ZURÜCKTRETEN. Die Rabbanan lehrten: ‘Nimm für mich’, ‘erhalte für mich’, ‘er sei für mich in deiner hand’, sind sämtlich Ausdrücke der Empfangsnahme.",
" WENN EINE FRAU [ZU EINEM] GESAGT HAT: EMPFANGE FÜR MICH MEINEN SCHEIDEBRIEF, SO BENÖTIGT SIE ZWEIER ZEUGENPARTIEN: ZWEI [ZEUGEN], DIE BEKUNDEN, DASS SIE ES VOR IHNEN GESAGT HAT, UND ZWEI, DIE BEKUNDEN, DASS ER IHN VOR IHNEN EMPFANGEN UND ZERRISSEN HAT. DIESELBENKÖNNEN DIE ERSTE UND AUCH DIE ANDERESEIN, \n"
],
[
"ODER EINER VON DER ERSTEN UND EINER VON DER ANDEREN MIT EINEM [DRITTEN] VEREINIGT.",
"GEMARA. Es wurde gelehrt: Wer ist, wenn der Ehemann sagt: zur Aufbewahrung, und der Vertrauensmann sagt: zur Scheidung, glaubhaft? R. Hona sagt, der Ehemann sei glaubhaft, und R. Ḥisda sagt, der Vertrauensmann sei glaubhaft.",
"R. Hona sagt, der Ehemann sei glaubhaft, denn wenn man sagen wollte, daß er ihn ihm zur Scheidung gegeben hat, so würde er ihn ihr gegeben haben. R. Ḥisda sagt, der Vertrauensmann sei glaubhaft, denn jener selbst traute ihm.",
"R. Abba wandte ein: Das Geständnis des Prozeßbeteiligten gilt wie hundert Zeugen, und der Vertrauensmann ist glaubwürdiger als beide; wenn der eine so und der andere so sagt, so ist der Vertrauensmann glaubhaft!? –",
"Anders verhält es sich bei einer Geldangelegenheit, da darauf Verzicht geleistet werden kann. –",
"Es wird ja aber gelehrt, dasselbe gelte auch bei Urkunden!? – Bei Verkehrsurkunden. – Es wird ja aber gelehrt, dasselbe gelte auch von Verkehrsscheinen!? –",
"Wird denn beides neben einander gelehrt!? –",
"Wir haben gelernt: Wenn eine Frau [zu einem] gesagt hat: nimm für mich meinen Scheidebrief in Empfang, so benötigt sie zweier Zeugenpartien: zwei [Zeugen], die bekunden, daß sie es vor ihnen gesagt hat, und zwei, die bekunden, daß er ihn vor ihnen in Empfang genommen und zerrissen hat. Wozu denn, sollte man doch dem Vertrauensmanne glauben!? –",
"Kommt denn der Scheidebrief aus seiner Hand, daß man ihm glaubensollte!? –",
"Allerdings, daß sie es gesagt hat, wozu aber, daß er ihn in Empfang genommenhat!? Raba erwiderte: Hier ist die Ansicht R. Elea͑zars vertreten, welcher sagt, die Trennung erfolge durch die Zeugen der Übergabe. –",
"Wozu, daß er ihn zerrissenhat!? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Dies wurde zur Zeit der Religionsverfolgunggelehrt.",
"Rabba sagte: R. Hona pflichtet bei, daß sie, wenn sie sagt, der Vertrauensmann habe ihr gesagt, jener habe ihn ihm zur Scheidung gegeben, glaubhaft sei. – Ist denn der Fall möglich, daß der Vertrauensmann selbst nicht glaubhaft, sie aberglaubhaft ist!? –",
"Vielmehr, wenn sie sagt, er habe ihn ihm in ihrer Gegenwart zur Scheidung gegeben, so ist sie glaubhaft, denn wenn sie wollte, könnte sie sagen, der Ehemann habe ihn ihr selber gegeben.",
"Wenn der Ehemann sagt: zur Scheidung, und der Vertrauensmann ebenfalls sagt: zur Scheidung, und sie sagt, er habe ihn ihr gegeben und er sei ihr abhanden gekommen, so ist dies, wie R. Joḥanan sagt, eine Inzestangelegenheit, und bei einer Inzestangelegenheit sind mindestens zwei [Zeugen] erforderlich. –",
"Weshalb denn, man sollte doch dem Vertrauensmanne glauben!? – Kommt denn der Scheidebrief aus seiner Hand, daß man ihm glauben sollte!? –",
"Sollte man doch dem Ehemanne glauben, denn R. Ḥija b. Abin sagte im Namen R. Joḥanans, wenn der Ehemann sagt, er habe sich von seiner Frau geschieden, sei er glaubhaft!? – Sagt er denn, er habe sich geschieden!? –",
"Sollte man doch sagen, es sei feststehend, daß ein Beauftragter seinen Auftrag ausführe!? R. Jiçḥaq sagte nämlich: Wenn jemand zu seinem Beauftragten gesagt hat, daß er gehe und für ihn irgend eine Frau antraue, und der Beauftragte gestorben ist, so sind ihm alle Frauen der Welt verboten, denn es gilt als feststehend, ein Beauftragter führe seinen Auftragaus. –"
],
[
"Dies nur erschwerend, nicht aber erleichternd. –",
"Sollte man ihr glauben wegen der Lehre R. Hamnunas, denn R. Hamnuna sagte, wenn eine Frau zu ihrem Manne sagt, er habe sich von ihr geschieden, sei sie glaubhaft, da es festtstehend ist, daß eine Frau sich nicht vor ihrem Manne erkühne!? –",
"Dies nur, wenn niemand zu ihrer Unterstützung da ist, wenn aber jemand zu ihrer Unterstützung da ist, erkühnt sie sich wohl.",
" EIN VERLOBTES MÄDGHENKANN IHREN SCHETDEBRIEF SELBER IN EMPFANG NEHMEN UND EBENSO IHR VATER. R. JEHUDA SAGT, ZWEI HÄNDE KÖNNEN NICHT GLEICHZEITIG ERWERBEN, VIELMEHR KANN NUR DER VATER ALLEIN IHREN SCHEIDEBRIEF IN EMPFANG NEHMEN. DIE IHREN SCHEIDEBRIEF NICHT ZU VERWAHREN VERSTEHT, KANN AUCH NICHT GESCHIEDEN WERDEN.",
"GEMARA. Worin besteht ihr Streit? – Die Rabbanan sind der Ansicht, der Allbarmherzige habe ihr eine weitere Handzugesprochen, und R. Jehuda ist der Ansicht, neben ihrem Vater ist ihre Hand nichts.",
"DIE IHREN SCHEIDEBRIEF NICHT ZU VERWAHREN VERSTEHT. Die Rabbanan lehrten: Eine Minderjährige, die ihren Scheidebrief zu verwahren versteht, kann geschieden werden, und die ihren Scheidebrief nicht zu verwahren versteht, kann nicht geschieden werden. Welche heißt eine Minderjährige, die ihren Scheidebrief zu verwahren versteht? Die ihren Scheidebrief und irgend etwas anderes verwahrt. –",
"Wie meint er es? R. Joḥanan erwiderte: Er meint es wie folgt: die statt ihres Scheidebriefes etwas anderesverwahrt.",
"R. Hona b. Manoaḥ wandte ein: Diese ist ja nichts weiter als eine Törin!? Vielmehr, erklärte R. Hona b. Manoaḥ im Namen R. Aḥas, des Sohnes des R. Iqa, die zwischen ihrem Scheidebriefe und etwas anderem zu unterscheiden versteht.",
"R. Jehuda sagte im Namen R. Asis: Wenn erein Steinchenfortwirft, eine Nuß aber behält, so kann er für sich erwerben, nicht aber für andere; wenn er eine Wertsache nach einer Zeit zurückgibt, so kann er sowohl für sich als auch für andere erwerben.",
"Als ich dies Šemuél vortrug, sprach er zu mir: Dieses und jenes ist eins. – Was heißt: dieses und jenes ist eins? R. Ḥisda erwiderte: Sowohl dieser als auch jener kann für sich erwerben, nicht aber für andere.",
"R. Ḥenana Vardanwandte ein: Wie erfolgt die Verbindung für die Durchgangsgasse? Einer lege das Faß [Wein] nieder und spreche: dies sei für alle Bewohner der Durchgangsgasse, und eigne es ihnen zu durch seinen erwachsenen Sohn, seine erwachsene Tochter, seinen hebräischen Sklaven oder seine hebräische Sklavin.",
"Von welcher Sklavin wird hier gesprochen: hat sie zwei Haarebekommen, so hat sie ja bei ihm Dicht zu bleiben, doch wohl, wenn sie keine zwei Haare hat, und er lehrt, daß sie für andere erwerben könne!? –",
"Anders verhält es sich bei der Verbindung für die Durchgangsgasse, die nur rabbanitisch erforderlichist.",
"R. Ḥisda sprach: Vardan ist wohl stummgeworden! – Was sollte er denn erwidern? – Die Rabbanan haben all"
],
[
"ihre Bestimmungen denen der Tora gleichgestellt. –",
"Und jener!? – Nur bei Dingen, die in der Tora wurzeln, sagen wir, die Rabbanan haben ihre Bestimmungen denen der Tora gleichgestellt, nicht aber bei Dingen, die nicht in der Tora wurzeln.",
"R. Ivja wandte ein: Man kann bei [der Auslösung] des zweiten Zehnten eine Listanwenden, und zwar: man sage zu seinem erwachsenen Sohne, seiner erwachsenen Tochter, seinem hebräischen Sklaven oder seiner hebräischen Sklavin: da hast du Geld und löse dir den zweiten Zehntenaus; er esse ihn dann ohne [Entrichtung des] Fünftels.",
"Von welcher Sklavin wird hier gesprochen; hat sie zwei Haare bekommen, so hat sie ja bei ihm nicht zu bleiben, doch wohl, wenn sie keine zwei Haare hat!? – Hier wird vom rabbanitischen Zehnten der Jetztzeit gesprochen. –",
"Gibt es denn in der Jetztzeit eine hebräische Sklavin, es wird ja gelehrt, [das Gesetz vom] hebräischen Sklaven habe nur dann Geltung, wenn das Gesetz vom JobeljahreGeltung hat!? – Vielmehr, bei einem undurchlochten Pflanzentopfe, wobei diesrabbanitisch ist.",
"Raba sagte: Es gibt drei Arten von Minderjährigen. Wenn er ein Steinchen fortwirft und eine Nuß behält, so kann er für sich erwerben, nicht aber für andere, und dem entsprechend ist bei einer solchen Minderjährigen die Antrauung gültig hinsichtlich der Weigerungserklärung.",
"Kleiner KinderKauf und Verkauf von beweglichen Sachen ist gültig, und dem entsprechend benötigt eine solche Minderjährige auf Grund der Antrauung durch ihren Vater der Scheidung.",
"Hat er das zum Geloben erforderliche Altererlangt, so ist sein Gelübde gültig und seine Heiligung gültig, und dementsprechend benötigt eine solche Minderjährige der Ḥaliça. [Unbewegliche] Güter seines Vaters verkaufen kann er erst mit zwanzig Jahren.",
"iii WENN EINE MINDERJÄHRIGE [ZU EINEM] GESAGT HAT: EMPFANGE FÜR MICH MEINEN SCHEIDEBRIEF, SO IST DER SCHEIDEBRIEF ERST DANN RECHTSKRÄFTIG, WENN ER IN IHRE HAND GEKOMMEN IST, DAHER KANN DER EHEMANN, WENN ER ES WÜNSCHT, ZURÜCKTRETEN; MINDERJÄHRIGE KÖNNEN NÄMLICH KEINEN VERTRETER BESTELLEN.",
"WENN IHM ABER DER VATER GESAGT HAT: GEH, EMPFANGE FÜR MEINE TOCHTER IHREN SCHEIDEBRIEF, SO KANN JENER, WENN ER ES WÜNSCHT, NICHT ZURÜCKTRETEN.",
"WENN JEMAND GESAGT HAT: GIB MEINER FRAU DIESEN SCHEIDEBRIEF AN JENEM ORTE, UND ER IHN IHR AN EINEM ANDEREN ORTE GEGEBEN HAT, SO IST ER UNGÜLTIG; WENN ABER: SIE BEFINDET SICH AN JENEM ORTE, UND ER IHN IHR AN EINEM ANDEREN ORTE GEGEBEN HAT, SO IST ER GÜLTIG.",
"WENN EINE FRAU GESAGT HAT: EMPFANGE FÜR MICH MEINEN SCHEIDEBRIEF AN JENEM ORTE, UND ER IHN FÜR SIE AN EINEM ANDEREN ORTE EMPFANGEN HAT, SO IST ER UNGÜLTIG, UND NACH R. ELEA͑ZAR GÜLTIG; WENN ABER: BRING MIR MEINEN SCHEIDEBRIEF VON JENEM ORTE, UND ER IHN IHR VON EINEM ANDEREN ORTE GEBRACHT HAT, SO IST ER GÜLTIG.",
"GEMARA. Weshalb streitet R. Elea͑zar nicht im Anfangsatze, wohl aber im Schlußsatze? –",
"Er, bei dem die Scheidung mit seinem Willen erfolgt, achtetdarauf, sie, bei der die Scheidung gegen ihren Willen erfolgt, gibt ihm nur einen Hinweis.",
" WENN SIE ZU EINEM GESAGT HAT:] BRING MIR MEINEN SCHEIDEBRIEF, SO DARF SIEHEBE ESSEN, BIS DER SCHEIDEBRIEF IN IHRE HAND GEKOMMEN IST; WENN ABER: EMPFANGE FÜR MICH MEINEN SCHEIDEBRIEF, SO IST IHR DAS ESSEN VON HEBE SOFORT VERBOTEN. [SAGTE SIE:] EMPFANGE FÜR MICH AN JENEM ORTE MEINEN SCHEIDEBRIEF, SO DARF SIE HEBE ESSEN, BIS DER SCHEIDEBRIEF JENEN ORT ERREICHT; NACH R. ELEA͑ZAR IST ES IHR SOFORT VERBOTEN.",
"GEMARA. Immerhin ist der Scheidebriefgültig, und im Anfangsatze heißt es, daß er ungültig seil? –",
"In dem Falle, wenn sie zu ihm gesagt hat: empfange für mich den Scheidebrief in Matha Meḥasja, oft aber triffst du ihn auch in Babel. Sie meinte es wie folgt: nimm ihn von ihm wo du ihn auch triffst,"
],
[
"gültig aber sei der Scheidebrief erst dann, wenn du in Matha Meḥasja bist.",
"NACH R. ELEA͑ZAR IST ES IHR SOFORT VERBOTEN. Selbstverständlich, sie gab ihm ja nur einen Hinweis!? –",
"In dem Falle, wenn sie zu ihm gesagt hat: geh nach Osten, denn er ist im Osten, und er nach Westen gegangen ist. Man könnte glauben, [es sei zu berücksichtigen,] er ist ja nicht im Westen, so lehrt er uns, [daß zu berücksichtigen ist,] er kann ihn unterwegs getroffen und ihm den Scheidebrief gegeben haben.",
"Von dem Falle, wenn jemand zu seinem Vertreter gesagt hat, daß er für ihn einen E͑rub aus Datteln bereite, und dieser ihn aus Feigen bereitet hat, aus Feigen, und dieser ihn aus Datteln bereitet hat, lehrt das Eine, der E͑rub sei gültig, ein Anderes aber, der E͑rub sei ungültig!?",
"Rabba erwiderte: Das ist kein Einwand; eines nach den Rabbanan und eines nach R. Elea͑zar. Eines nach den Rabbanan, welche sagen, er achtetedarauf, und eines nach R. Elea͑zar, welcher sagt, er gab ihm einen Hinweis.",
"R. Joseph erklärte: Beide nach den Rabbanan; das eine, wenn mit seinem, und das eine, wenn mit fremdem.",
"Abajje sprach zu ihm: Es wird gelehrt, wenn jemand zu seinem Vertreter gesagt hat, daß er für ihn einen E͑rub in einem Schranke niederlege, und er ihn in einem Taubenschlage niedergelegt hat, in einem Taubenschlage, und er ihn in einem Schranke niedergelegt hat, sei der E͑rub (nach einer Lehre) gültig, und ein Anderes lehrt, er sei ungültig. Was ist hierbei zwischen seinem und fremdemzu unterscheiden!? –",
"Hierbei handelt es sich ebenfalls um Früchte im Schranke und Früchte im Taubenschlage.",
" WENN JEMAND GESAGT HAT: SCHREIBT EINEN SCHEIDEBRIEF UND GEBT IHN MEINER FRAU, SCHEIDET SIE [VON MIR], SCHREIBT EINEN BRIEFUND GEBT IHR, \n",
"SO SCHREIBE MAN IHN UND GEBE IHR; WENN ABER: ENTLASSETSIE, VERSORGT SIE, VERFAHRT MIT IHR NACH GEBÜHR, VERFAHRT MIT IHR, WIE ES SICH GEHÖRT, SO HAT ER NICHTS GESAGT.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Sagte er: schickt sie fort, laßt sie fort, treibt sie fort, so schreibe man [einen Scheidebrief] und gebe ihr, wenn aber: entlaßt sie, versorgt sie, verfahrt mit ihr nach Gebühr, verfahrt mit ihr, wie es sich gehört, so hat er nichts gesagt.",
"Es wird gelehrt: R. Nathan sagte: [Sagte er:] entlaßt sie, so sind seine Worte gültig, wenn aber: entlassen, so hat er nichts gesagt. Raba sagte: R. Nathan ist Babylonierund unterscheidet zwischen ‘entlaßt sie’ und ‘ist entlassen’, unser Autor aber ist Jerušalemite und unterscheidet nicht.",
"Sie fragten: Wie ist es, [wenn er gesagt hat:] bringt sie hinaus, verlaßt sie, löst sie, laßt sie, wirkt für sie, verfahrt mit ihr nach Gesetz? –",
"Eines davon ist zu entscheiden, denn es wird gelehrt: [Sagte er:] verfahrt mit ihr nach Gesetz, verfahrt mit ihr nach Gebühr, verfahrt mit ihr, wie es sich gehört, so hat er nichts gesagt.",
" VORMALS SAGTEN SIE, WENN JEMAND, DER IN HALSEISEN HINAUSGEFÜHRT WIRD, SAGT: SCHREIBTMEINER FRAU EINEN SCHEIDEBRIEF, SO SCHREIBE MAN IHN ÜNDGEBE IHR; SPÄTER BESTIMMTEN SIE ES AUCH VON EINEM ZUR SEE UND MIT EINER KARAWANE AUSREISENDEN. R. ŠIMO͑N ŠEZORI SAGT, DIES GELTE AUCH VOM LEBENSLÄNGLICH [KRANKEN].",
"GEMARA. Geniba wurde in Halseisen hinausgeführt, und als er abgeführt wurde, verfügte er, daß man R. Abina von seinem Weine in Nehar Panja vierhundert Zuz gebe. Da sagte R. Zera:"
],
[
"Mag R. Abina seinen Ranzen nehmen und zu seinem Lehrer R. Honagehen. R. Hona sagte nämlich: SeinScheidebrief gleicht seiner Schenkung; wie er hinsichtlich der Schenkung, wenn er aufsteht, zurücktreten kann,",
"ebenso kann er hinsichtlich seines Scheidebriefes, wenn er aufsteht, zurücktreten; und wie er beim Scheidebriefe nicht genau zu verfügen braucht, wenn er nur ‘schreibt’ gesagt hat, auch wenn er nicht ‘gebt’ gesagt hat, ebenso ist die Schenkung [gültig], wenn er nur ‘gebt’ gesagt hat, auch wenn er es ihm nicht zugeeignet hat.",
"R. Abba wandte ein: Demnach sollte doch, wie die Schenkung auch nach dem Tode erfolgen kann, auch die Scheidung nach dem Tode erfolgenkönnen!? – Was soll dies; allerdings gibt es eine Schenkung nach dem Tode, aber gibt es denn eine Scheidung nach dem Tode!? –",
"Vielmehr, R. Abba wandte folgendes ein: es war jaeine partielle Schenkungeines Sterbenskranken, und bei der partiellen Schenkung eines Sterbenskranken ist eine Zueignung erforderlich!? – Demnach ist R. Hona der Ansicht, eine Zueignung sei nicht erforderlich, und uns ist es ja bekannt, daß eine Zueignung erforderlich sei!? – Anders ist es hierbei; es war eine Bestimmung wegen des Sterbens. –",
"Demnach ist R. Abba der Ansicht, auch bei einer Bestimmung wegen des Sterbens sei eine Zueignung erforderlich, und uns ist es ja bekannt, daß keine Zueignung erforderlich sei!? –",
"Vielmehr, R. Abba wandte folgendes ein: weder sagte er ‘Wein’noch sagte er ‘vom Erlöse des Weines’, sondern ‘vom Weine’. – Und jener!? – Vom Weine, um sein Anrechtzu kräftigen. Von dort ließen sie sagen: vom Weine, um sein Anrecht zu kräftigen.",
"vi,1 WENN JEMAND, DER IN EINE GRUBE GEWORFEN WORDEN IST, RUFT: WER MEINE STIMME HÖRT, SCHREIBE MEINER FRAU EINEN SCHEIDEBRIEF, SO SCHREIBE MAN IHN UND GEBE IHR.",
"GEMARA. Sollte doch berücksichtigt werden, es ist vielleicht ein Dämon!? R. Jehuda erwiderte: Wenn man an ihm eine menschliche Gestalt sieht. –",
"Auch diese nehmen ja eine ähnliche Gestalt an!? – Wenn man an ihm einen Schatten sieht. – Auch diese haben ja einen Schatten!? – Wenn man an ihm einen Widerschattensieht. – Vielleicht haben auch diese einen Widerschatten!? R. Ḥanina erwiderte: Mein Sohn Jonathan lehrte mich, sie haben einen Schatten, nicht aber einen Widerschatten. –",
"Vielleicht ist es eine Nebenbuhlerin!? – In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt, bei einer Gefahr schreibe und gebe man [einen Scheidebrief], auch wenn man ihn nicht erkennt.",
" WENN EIN GESUNDER GESAGT HAT: SCHREIBT MEINER FRAU EINEN SCHEIDEBRIEF, SO WOLLTE ER SIE NUR ANFÜHREN.",
"EINST SAGTE EIN GESUNDER, DASS MAN SEINER FRAU EINEN SCHEIDEBRIEF SCHREIBE, UND ALS ER SPÄTER AUF EIN DACH STIEG, STÜRZTE ER AB UND STARB. DA ENTSCHIED R. ŠIMO͑N B. GAMLIE͑L: HAT ER SICH ABSICHTLICH HERABGESTÜRZT, SO IST DER SCHEIDEBRIEF GÜLTIG, HAT IHN DER WIND HERABGESTOSSEN, SO IST DER SCHEIDEBRIEF UNGÜLTIG.",
"GEMARA. Ein Tatfall zur Widerlegung!? —",
"[Die Mišna] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: wenn der Ausgang esfür den Anfang beweist, so ist der Scheidebrief gültig. Einst sagte ein Gesunder, daß man seiner Frau einen Scheidebrief schreibe, und als er später auf ein Dach stieg, stürzte er ab und starb. Da entschied R. Šimo͑n b. Gamliél: Hat er sich absichtlich herabgestürzt, so ist der Scheidebrief gültig, hat ihn der Wind her abgestoßen, so ist der Scheidebrief ungültig.",
"Einst kam jemand in das Bethaus, wo er einen Kinderlehrer mit seinem Sohne und noch jemand sitzen sah. Da sprach er zu ihnen: Zwei von euch mögen einen Scheidebrief für meine Frau schreiben. Darauf starb der Kinderlehrer. Macht man den Sohn zum Vertreteranstelle des Vaters, oder nicht?",
"R. Naḥman sagt, man macht nicht den Sohn zum Vertreter anstelle des Vaters, und R. Papa sagt, man macht wohl den Sohn zum Vertreter anstelle des Vaters. Raba sagte: Die Halakha ist, man macht den Sohn zum Vertreter anstelle des Vaters.",
"vii WENN JEMAND ZU ZWEIEN GESAGT HAT: GEBT MEINER FRAU EINEN SCHEIDEBRIEF,"
],
[
"oder zu dreien: SCHREIBT MEINER FRAU EINEN SCHEIDEBRIEF UND GEBT IHN IHR, SO MÜSSEN SIE SELBST SCHREIBENUND IHR GEBEN. WENN JEMAND ZU DREIEN GESAGT HAT: GEBT MEINER FRAU EINEN SCHEIDEBRIEF, SO KÖNNEN SIE AUCH ANDERE BEAUFTRAGEN, IHN ZU SCHREIBEN, WEIL ER SIE ZU EINEM GERICHTE BESTELLTHAT – SO R. MEÍR.",
"FOLGENDE LEHRE BRACHTE R. ḤANINA AUS ONO AUS DEM GEFÄNGNISSE: ES IST MIR ÜBERLIEFERT, DASS, WENN JEMAND ZU DREIEN GESAGT HAT: GEBT MEINER FRAU EINEN SCHEIDEBRIEF, SIE ANDERE BEAUFTRAGEN KÖNNEN, IHN ZU SCHREIBEN, DA ER SIE ZU EINEM GERICHTE BESTELLT HAT.",
"R. JOSE SAGTE: WIR SPRACHEN ZUM BOTEN: AUCH UNS IST ES ÜBERLIEFERT, DASS SELBST WENN JEMAND ZUM HOHEN GERICHTE IN JERUŠALEM GESAGT HAT: GEBT MEINER FRAU EINEN SCHEIDEBRIEF, SIE LERNENUND IHN SELBER SCHREIBEN UND IHR GEBEN MÜSSEN.",
"WENN JEMAND ZU ZEHN [PERSONEN] GESAGT HAT: GEBTMEINER FRAU EINEN SCHEIDEBRIEF, SO MUSS EINER SCHREIBEN UND ZWEI UNTERSCHREIBEN; WENN ABER: IHR ALLE SCHREIBT, SO MUSS EINER SCHREIBEN UND ALLE UNTERSCHREIBEN. DAHER IST, WENN EINER VON IHNEN GESTORBEN IST, DER SCHEIDEBRIEF NICHTIG.",
"GEMARA. R. Jirmeja b. Abba sagte: Aus der Schule Rabhs sandten sie an Šemuél: Lehre uns der Meister, wie es denn sei, wenn jemand zu zweien gesagt hat: schreibt meiner Frau einen Scheidebrief und gebt ihn ihr, und diese einen Schreiber zu schreiben beauftragt und ihn unterschriebenhaben? Er ließ ihnen erwidern: Sie mußfort; die Sache muß jedoch noch durchstudiert werden. –",
"Was heißt: die Sache muß noch durchstudiert werden? Wollte man sagen, weil es Wortesind, und ihm zweifelhaft war, ob Worte einem Vertreter übergeben werden können oder nicht,",
"so sagte ja Šemuél im Namen Rabbis, die Halakha sei wie R. Jose, welcher sagt, daß Worte nicht einem Vertreter übergeben werden können!? –",
"Vielmehr, folgendes war Šemuél fraglich: ist unter ‘schreiben’ ihre Unterschrift oder die Niederschrift des Scheidebriefes zu verstehen? –",
"Sollte er dies aus unserer Mišna entscheiden: wenn jemand zu zweien gesagt hat: gebt meiner Frau einen Scheidebrief, oder zu dreien: schreibt meiner Frau einen Scheidebrief und gebt ihn ihr, so müssen sie selbst schreiben und ihr geben!? –",
"Diese selbst ist ihm fraglich: ist unter ‘schreiben’ ihre Unterschrift oder die Niederschrift des Scheidebriefes zu verstehen? – Selbstverständlich die Niederschrift des Scheidebriefes, denn der Schlußsatz lehrt: R. Jose sagte: Wir sprachen zum Boten: Auch uns ist es überliefert, daß, selbst wenn er zum hohen Gerichte in Jerušalem gesagt hat: gebt meiner Frau einen Scheidebrief, sie lernen und ihn selber schreiben und ihr geben müssen.",
"Einleuchtend ist dies, wenn du sagst, die Niederschrift des Scheidebriefes, wenn du aber sagst, die Unterschrift, so gibt es ja kein Gericht, [dessen Mitglieder] nicht zu unterschreiben verstehen!? – Freilich, dies kann bei neuen Gerichtsmitgliedern vorkommen. –",
"Wenn man annimmt, unter ‘schreiben’ sei die Unterschrift zu verstehen, während die Niederschrift des Scheidebriefes [durch andere] zulässig ist, [so ist ja einzuwenden,] Šemuél sagte ja im Namen Rabbis, die Halakha sei wie R. Jose, welcher sagt, Worte können einem Vertreter nicht übergeben werden!? –",
"Ich will dir sagen, wenn wir annehmen, daß unter ‘schreiben’ die Unterschrift zu verstehen ist, so ist es hinsichtlich der Niederschrift ebenso, als würde er ‘sagt’ gesagthaben, und R. Jose pflichtet hinsichtlich des Falles bei, wenn er ‘sagt’ gesagt hat. – Pflichtet denn R. Jose hinsichtlich des Falles bei, wenn er ‘sagt’ gesagt hat, wir haben ja gelernt, wenn ihn der Schreiber geschrieben und ein Zeuge [unterschrieben] hat, sei er gültig, und hierzu sagte R. Jirmeja, dies sei zu verstehen, wenn der Schreiber unterschriebenhat,",
"und ferner sagte R. Ḥisda, diese Lehre vertrete die Ansicht R. Joses, welcher sagt, Worte können einem Vertreter nicht übergebenwerden.",
"Wenn man nun sagen wollte, R. Jose pflichte hinsichtlich des Falles bei, wenn er ‘sagt’ gesagt hat, so kann ja ein Verderb entstehen, denn es kann vorkommen, daß er zu zweien gesagt hat:"
],
[
"sagt dem Schreiber, daß er schreibe, und N. und N., daß sie unterschreiben, sie aber wegen der Beschämung des Schreibers einen von ihnen und den Schreiber unterschreiben lassen, während der Ehemann anders verfügt hat!? –",
"Da der Meister gesagt hat, ersei gültig, jedoch darf dies in Jisraél nicht geschehen, so kommt dies nicht vor. –",
"Es ist ja zu berücksichtigen, vielleicht sagte er zu zweien: sagt dem Schreiber, daß er schreibe, und ihr unterschreibt, sie aber wegen der Beschämung des Schreibers einen von ihnen und den Schreiber unterschreiben lassen, während der Ehemann anders verfügt hat!? –",
"Ich will dir sagen, auch in diesem Falle ist er gültig, jedoch darf dies nicht geschehen. – Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, er sei gültig, und es dürfe nicht geschehen, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, er sei gültig und es dürfe geschehen!? –",
"Vielmehr, R. Jose lehrte zweierlei, und Šemuél ist seiner Ansicht hinsichtlich des einenund streitet gegen ihn hinsichtlich des anderen.",
"Der Text. Šemuél sagte: Rabbi lehrte, die Halakha sei wie R. Jose, welcher sagt, Worte können einem Vertreter nicht übergeben werden. R. Šimo͑n b. Rabbi sprach vor ihm: Was veranlaßte den Meister, wo doch R. Meír und Ḥanina aus Ono gegen R. Jose streiten, zu lehren, die Halakha sei wie R. Jose?",
"Dieser erwiderte ihm: Schweige, mein Sohn, schweige, du hast R. Jose nicht gesehen; hättest du ihn gesehen, [so würdest du wissen,] daß Gesetzeskunde bei ihm ist.",
"Es wird nämlich gelehrt: Isi b. Jehuda zählte die Vorzüge der Weisen auf. R. Meír ist Gelehrter und Schreiber; R. Jehuda ist ein Weiser, wenn er es will; R. Tryphon ist ein Nußhaufe; R. Jišma͑él ist ein aufgespeicherter Laden; R. A͑qiba ist eine vollgestopfte Schatzkammer; R. Joḥanan b. Nuri ist ein Krämerkorb; R. Elea͑zar b. A͑zarja ist ein Gewürzkorb; die Lehre des R. Elie͑zer b. Ja͑qob [faßt nur] einen Kab, ist aber geläutert; R. Jose hat seine Gesetzeskunde bei sich; R. Šimo͑n mahlt viel und verschüttet wenig.",
"Hierzu wird gelehrt, er vergesse wenig, und was er verschüttet, ist nur Kleie. So sagte auch R. Šimo͑n zu seinen Schülern: Kinder, lernt meine Normen, denn meine Normen sind ausgesucht, von den ausgesuchten Normen R. A͑qibas.",
"Der Text. Wenn jemand zu zweien gesagt hat: sagt dem Schreiber, daß er [den Scheidebrief] schreibe, und N. und N., daß sie ihn unterschreiben, so ist er, wie R. Hona im Namen Rabhs sagt, gültig, jedoch darf dies in Jisraél nicht geschehen.",
"U͑la sprach zu R. Naḥman, und manche sagen, R. Naḥman zu U͑la: Weshalb darf, wenn er gültig ist, dies in Jisraél nicht geschehen? Dieser erwiderte: Es ist zu berücksichtigen, sie könnte Zeugenmieten. –",
"Ist dies denn zu berücksichtigen, es wird ja gelehrt, daß die Weisen bei Zeugen, die einen Kaufschein oder einen Scheidebrief unterschrieben haben, diese Sachenicht berücksichtigt haben!? – Eine Handlung begehen sie nicht, reden aber könnten sie wohl.",
"Wenn jemand zu zweien gesagt hat: sagt dem Schreiber, daß er [den Scheidebrief] schreibe, und ihr unterschreibt ihn, so ist er, wie R. Ḥisda sagt, gültig, jedoch darf dies in Jisraél nicht geschehen, und wie Rabba b. Bar Ḥana sagt, gültig und es darf geschehen.",
"R. Naḥman sagt, gültig und es dürfe nicht geschehen, und R. Šešeth sagt, gültig und es dürfe geschehen. Rabba sagt, gültig und es dürfe nicht geschehen, und R. Joseph sagt, gültig und es dürfe geschehen."
],
[
"Manche wenden diesum.",
"WENN JEMAND ZU ZEHN [PERSONEN] GESAGT HAT: SCHREIBT EINEN SCHEIDEBRIEF. Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand zu zehn [Personen] gesagt hat: schreibt meiner Frau einen Scheidebrief und gebt ihn ihr, so schreibe einer in Vertretung aller; wenn aber: schreibt ihr alle, so schreibe einer in Gegenwart aller. [Sagt er:] bringt meiner Frau einen Scheidebrief, so bringe ihn einer in Vertretung aller, wenn aber: bringt ihr alle, so bringe ihn einer in Begleitung aller,",
"Sie fragten: Wie ist es, wenn er sie gezählthat? R. Hona sagt, wenn er sie gezählt hat, sei es nicht ebenso, als würde er ‘alle’ gesagt haben, und R. Joḥanan im Namen des R. Elea͑zar aus Ruma sagt, wenn er sie gezählt hat, sei es ebenso, als würde er ‘alle’ gesagt haben.",
"R. Papa sagte: Sie streiten aber nicht, das eine, wenn er alle gezählt hat, und das andere, wenn er einige von ihnen gezählt hat. Manche erklären es nach dieser Richtung und manche nach jener Richtung.",
"R. Jehuda ordnete an, daß man in einem Scheidebriefe, bei dem ‘alle’ zu berücksichtigenist, [schreibe:] schreibtihr alle oder einer von euch, unterschreibt ihr alle oder zwei von euch, bringt ihn ihr alle oder einer von euch.",
"Raba sprach: Es kann ja vorkommen, daß er seine Worte beschneidet, indem er nur ‘ihr alle’ und nicht ‘einer von euch’ sagt, und [der Scheidebrief] ungültigwird!?",
"Vielmehr, sagte Raba, [schreibe man:] einer von euch schreibe, zwei von euch unterschreiben und einer von euch bringe ihnihr.",
"",
"i WENN JEMAND, DER VOM KORDIAKOS BEFALLEN WORDEN IST, SAGT: SCHREIBT MEINER FRAU EINEN SCHEIDEBRIEF, SO HAT ER NICHTS GESAGT. WENN JEMAND GESAGT HAT: SCHREIBT MEINER FRAU EINEN SCHEIDEBRIEF, UND DARAUF VOM KORDIAKOS BEFALLEN WIRD UND SAGT: SHREIBT IHN NICHT, SO SIND SEINE LETZTEN WORTE NICHTIG.",
"WeNN JEMAND STUMM GEWORDEN IST, UND AUF DIE FRAGE, OB MAN SEINER FRAU EINEN SCHEIDEBRIEF SCHREIBE, MIT DEM KOPF NICKT, SO PRÜFE MAN IHN DREIMAL; WENN ER AUF JA BEJAHEND UND AUF NEIN VERNEINEND ANTWORTET, SO SCHREIBE MAN IHN UND GEBE IHR.",
"GEMARA. Was ist Kordiakos? Šemuél erwiderte: Den der neue Wein in der Kelter gebissen hat. – Sollte es doch heißen: den der neue Wein gebissen hat!? – Folgendes lehrt er uns: dieser Geist heißt Kordiakos. –",
"Wobei ist dies von Bedeutung? – Bei einem Amulett. – Welches Mittel gibt es dagegen? – Mageres auf Kohlen [gebratenes] Fleisch und verschnittener Wein.",
"Abajje sagte: Mutter sagte mir: Gegen einen Sonnen[stich] desselben Tages wirkt ein Krug Wasser; gegen einen von zwei Tagen wirkt Aderlaß; gegen einen von drei Tagen wirkt mageres auf Kohlen [gebratenes] Fleisch und verschnittener Wein. Gegen einen veralteten Sonnen[stich] hole man eine schwarze Henne, reiße sie kreuz und quer durch, rasiere [dem Kranken] die Mitte seines Kopfes, lege sie hinauf und lasse sie liegen, bis sie festklebt;",
"sodann steige er bis zum Halse in Wasser hinab, bis er schwach wird, tauche unter, steige wieder herauf und setze sich nieder. Wenn nicht dies, so esse er Lauch und steige bis zum Halse in Wasser hinab, bis er schwach wird, tauche unter, steige wieder herauf und setze sich nieder.",
"Gegen einen Sonnen[stich] wirkt mageres auf Kohlen [gebratenes] Fleisch und verschnittener Wein, gegen Erkältung wirkt fettes auf Kohlen [gebratenes] Fleisch und roherWein.",
"Einst ließen die Leute des Exilarchen, die R. A͑mram den Frommen zu kränken pflegten, ihn auf Schnee schlafen, und am folgenden Morgen sprachen sie zu ihm: Was wünscht der Meister, daß man ihm hole? Indem er sich sagte, daß sie alles, was er ihnen sagen wird, verkehrt machen werden, sprach er zu ihnen: Mageres auf Kohlen [gebratenes] Fleisch und verschnittenen Wein.",
"Da holten sie ihm fettes auf Kohlen [gebratenes] Fleisch und rohen Wein. Als Jaita es hörte, führte sie ihn ins Bad und ließ ihn im Badewasser stehen, bis das Badewasser in Blut verwandelt und sein Leib voll Wunden bedeckt war.",
"R. Joseph arbeitete in der Mühle. R. Šešeth arbeitete bei Balken. Er sagte: Bedeutend ist die Arbeit, denn sie erwärmt ihren Herrn.",
"Einst sprach der Exilarch zu R. Šešeth: Weshalb speist der Meister nicht bei uns? Dieser erwiderte: Deine Diener sind ungeraten; sie sind hinsichtlich eines Gliedes von Lebendem verdächtig. Jener fragte: Wer beweist dies? Dieser erwiderte: Ich will es dir beweisen. Da sprach er zu seinem Diener: Geh, stiehl einen Fuß vom Vieh und bring ihn mir.",
"Alsdann sagte er zu jenen: Legt mir die Teile des Viehs vor. Als sie ihm dann drei Füße vorlegten, sprach er zu ihnen: Hatte dieses drei Füße!? Da schnitten sie einen von einem anderen [Vieh] ab und legten ihm vor. Hierauf sagte er zu seinem Diener, daß er auch seinen vorlege, und sprach zu ihnen: Hatte dieses fünf Füße!?",
"Jener sprach dann zu ihm: Wenn dem nun so ist, so sollen sie [das Essen] in Gegenwart des Dieners des Meisters zubereiten, und er esse. Dieser erwiderte: Gut. Da stellten sie für ihn einen Tisch hin, holten das Fleisch und setzten ihm ein Stück vor, das ihn erwürgen sollte. Er aber betastete es und wickelte es in sein Sudarium.",
"Nach der Mahlzeit sagten sie zu ihm,"
],
[
"ein silberner Becher sei gestohlenworden, und als sie ihn untersuchten, fanden sie es in seinem Sudarium gewickelt.",
"Da sprachen sie zu ihm: Nun sehen wir, daß der Meister nicht essen, sondern uns nur kränken wollte. Dieser erwiderte: Ich wollte auch essen, nur merkte ich den Geschmack von Aussätzigem. Jene sprachen: Wir haben heute kein Aussätziges hergerichtet. Er erwiderte ihnen: Untersucht die Stelle. R. Ḥisda sagte nämlich: Schwarz auf weißoder weiß auf schwarz ist eine Verletzung. Da untersuchten sie diese und es stimmte.",
"Als er hinausgegangen war, gruben sie eine Grube, legten eine Matte darüber und sprachen zu ihm: Möge der Meister kommen und ausruhen. Da räusperte sich R. Ḥisda hinter ihm. Alsdann sprach er zu einem Knaben: Trage mir deinen Schriftversvor. Dieser sprach:Biege nach rechts oder nach links ab. Da fragte er seinen Diener: Was siehst du? Dieser erwiderte: Eine Matte liegen. Da sprach er: Umgehe sie.",
"Als er hinausgegangen war, fragte ihn R. Ḥisda: Woher wußte es der Meister? Dieser erwiderte: Erstens, weil der Meister mir zugeräuspert hat, zweitens, weil der Knabe mir den Vers vorgetragen hat, und drittens, weil die Diener verdächtig sind, denn sie sind ungeraten.",
"Ich schaffte mir Sänger und Sängerinnen an, Vergnügungen der Menschenkinder, šidda und šiddoth. Sänger und Sängerinnen, das sind verschiedene Arten Musik. Vergnügungen der Menschenkinder, das sind Wasserbassins und Bäder. Šidda und šiddoth, das sind, wie sie hier erklären, Dämonen und Dämoninnen [šidetin], und wie sie im Westen erklären, Wagen [šidatha].",
"R. Joḥanan sagte: Dreihundert Arten von Dämonen gab es in Šiḥin, doch weiß ich nicht, was šidda ist.",
"Der Meister sagte: Wie sie hier erklären, Dämonen und Dämoninnen. Wozu brauchte er Dämonen und Dämoninnen? – Es heißt:und das Gebäude, als es gebaut wurde, aus ganzen Steinen vom Bruche &c. Er sprach zu den Gelehrten: Wie mache iches? Sie erwiderten ihm: Es gibt den Šamir, den Moše zu den Steinen des Schulterkleides verwandte.",
"Er fragte: Wo ist er zu finden? Diese erwiderten: Hole Dämonen und Dämoninnen und zwinge sie; vielleicht wissen sie es. Hierauf holte er Dämonen und Dämoninnen und zwang sie; sie aber sprachen zu ihm: Wir wissen es nicht, vielleicht weiß es Ašmodaj, der König der Dämonen.",
"Er fragte: Wo befindet er sich? Diese erwiderten: Er befindet sich auf jenem Berge. Er grub da einen Brunnen, den er mit Wasser gefüllt, mit einem Felsblock zugedeckt und mit seinem Siegelringe versiegelt hat. Jeden Tag steigt er auf den Himmel hinauf und besucht das himmlische Kollegium, sodann steigt er zur Erde herab und besucht das irdische Kollegium. Alsdann untersucht er seinen Siegel und öffnet [den Brunnen], und nachdem er getrunken hat, deckt er ihn wieder zu, versiegelt ihn und entfernt sich.",
"Hierauf entsandte er Benajahu, den Sohn Jehojada͑s, dem er eine Kette, auf der der Gottesname eingegraben war, einen Ring, auf dem der Gottesname eingegraben war, ein Bündel Wolle und einen Schlauch Wein mitgab. Dieser ging hin und grub eine Grube unter [dem Brunnen], ließ das Wasser ablaufen und verstopfte [die Öffnung] mit Wolle; sodann grub er eine Grube über diesem, goß den Wein hineinund verstopfte sie. Alsdann kletterte er auf einen Baum und setzte sich da nieder.",
"Hierauf kam jener, untersuchte den Siegel, öffnete [den Brunnen] und fand darin Wein; da sprach er: Es heißt: ein Spötter ist der Wein, ein Lärmer der Rauschtrank, wer sich darin ergeht, wird nicht weise; ferner heißt es:Hurerei, Wein und Most benehmen das Herz; ich werde nicht trinken. Als er aber durstig ward, und sich nicht mehr enthalten konnte, trank er, berauschte sich und legte sich schlafen.",
"Da kam [Benajahu] herab, legte ihm die Kette an und verschloß sie. Als er aufwachte und sich gebärdete, sprach dieser zu ihm: Der Name deines Herrn ist auf dir, der Name deines Herrn ist auf dir!",
"Während er ihn festhielt und führte, rieb er sich an jede Palme, an die er herankam, und riß sie um; an jedes Haus, an das er herankam, und stürzte es ein. Als sie an die Hütte einer Witwe herankamen, kam sie heraus und flehte ihn an;"
],
[
"da bog er seinen Körper nieder und brach einen Knochen. Da sprach er: Das ist es, was geschrieben steht:eine weiche Zunge zerbricht Knochen.",
"Hierauf sah er einen Blinden, der sich vom Wege verirrte, und er brachte ihn auf den Weg. Hierauf sah er einen Betrunkenen, der sich vom Wege verirrte, und er brachte ihn auf den Weg. Hierauf sah er ein Hochzeitsfest, wobei man sich belustigte; da weinte er. Hierauf hörte er jemand zu einem Schuster sagen, daß er ihm Schuhe für sieben Jahre mache; da lachte er. Hierauf sah er einen Zauberer Zauberei treiben; da lachte er.",
"Endlich langten sie an, jedoch wurde er drei Tage Šelomo nicht vorgeführt. Am ersten Tage fragte er, weshalb der König nicht nach ihm verlange, und man erwiderte ihm, er sei vom Trinken müde. Da nahm er einen Ziegelstein und legte ihn auf einen anderen. Als man dies Šelomo berichtete, sprach er zu ihnen: Er sagte euch damit: gebt ihm mehr zu trinken.",
"Am folgenden Tage fragte er wiederum, weshalb der König nicht nach ihm verlange, und man erwiderte ihm, er sei vom Essen müde. Da nahm er den Ziegelstein vom anderen herunter und legte ihn auf die Erde. Als man dies Šelomo berichtete, sprach er zu ihnen: Er sagte euch damit: entzieht ihm das Essen.",
"Nach Ablauf von drei Tagen führte man ihn ihm vor; da nahm er ein Rohr, maß vier Ellen ab, warf es ihm zu und sprach: Merke, wenn du gestorben bist, hast du von dieser Welt nichts mehr als vier Ellen; du hast nun die ganze Welt erobert, doch genügte es dir nicht, bis du auch mich bezwungen hast.",
"Dieser erwiderte: Ich verlange von dir sonst nichts; ich will den Tempel bauen und brauche den Šamir. Jener sprach: Mir ist er nicht übergeben worden, sondern dem Meeresfürsten, und dieser vertraut ihn keinem anderen als dem Auerhahn an, dem er auf seinen Schwurtraut. –",
"Was macht dieser mit ihm? – Er bringt ihn auf einen unbewachsenen Felsen und legt ihn auf die Spitze, wodurch er den Felsen spaltet; sodann schüttet er da Baumsamen hinein, sodaß er bewachsen wird. Deshalb übersetzen wir [seinen Namen] Bergspalter.",
"Hierauf suchten sie [und fanden] das Nest eines Auerhahnes, der Junge hatte, und bedeckten das Nest mit durchsichtigem Glas. Als dieser kam und hineingehen wollte, aber nicht konnte, holte er den Šamir und legte ihn hinauf; da schrie jener ihn an, sodaß er ihn fallen ließ, worauf jener ihn fortnahm. Da ging er fort und drosselte sich wegen seines Schwures.",
"Hierauf fragte ihn Benajahu: Weshalb hast du, als du den Blinden vom Wege abirren sähest, ihn auf den Weg gebracht? Dieser erwiderte: Über ihn rief man im Himmel aus, daß er ein vollendet Frommer sei, und wer ihm eine Gefälligkeit erweist, dem sei die zukünftige Welt beschieden. –",
"Weshalb hast du, als du den Betrunkenen vom Wege abirren sähest, ihn [auf den Weg] gebracht? Dieser erwiderte: Über ihn rief man im Himmel aus, daß er ein vollendeter Frevler sei, und ich erwies ihm eine Gefälligkeit, damit er seine Welt verzehre. –",
"Weshalb hast du, als du das Hochzeitsfest sähest, geweint? Dieser erwiderte: Der Mann wird innerhalb dreißig Tagen sterben und [die Frau] dreizehn Jahre auf den minderjährigen Eheschwager warten müssen. –",
"Weshalb hast du, als du den Mann zum Schuster sagen hörtest, daß er ihm Schuhe für sieben Jahre mache, gelacht? Dieser erwiderte: Ihm sind keine sieben Tage beschieden, und Schuhe für sieben Jahre wollte er. –",
"Weshalb hast du, als du den Zauberer Zauberei treiben sähest, gelacht? Dieser erwiderte: Er saß auf einem königlichen Schatze und sollte lieber das hervorzaubern, was sich unter ihm befand.",
"Er behielt ihn bei sich, bis er den Tempel erbaut hatte. Eines Tages befand er sich mit ihm allein und sprach zu ihm: Es heißt:Kraft und Höhe hat er, und wir erklären, unter Kraft seien die Dienstengel und unter Höhe die Dämonen zu verstehen; womit seid ihr uns überlegen?",
"Dieser erwiderte: Nimm mir die Kette ab und gib mir deinen Ring, so will ich dir meine Überlegenheit zeigen. Da nahm er ihm die Kette ab und gab ihm seinen Ring. Hierauf verschlang er ihn, setzte einen Flügel auf den Himmel und den anderen Flügel auf die Erde und schleuderte ihn vierhundert Parasangen weit. Über jene Stunde sprach Šelomo:Was ist der Gewinn des Menschen für all seine Mühe, womit er sich unter der Sonne abmüht.",
"Das ist mein Teil von aller meiner Mühe. Was heißt das? – Rabh und Šemuél [streiten hierüber]; einer sagt, sein Stab, und einer sagt, sein Kaftan. Er ging dann an die Türen [betteln], und wohin er kam, sagte er:ich Qoheleth war König über Jisraél in Jerušalem. Als er zum Synedrium kam, sprachen die Gelehrten: Ein Narr bleibt nicht an einer Sache hängen, was hat dies zu bedeuten?",
"Sie fragten dann Benejahu, den Sohn Jehojada͑s, ob der König nach ihm verlangt habe, und er verneinte dies. Hierauf fragten sie die Königinnen, ob der König ihnen beiwohne, und sie bejahten dies. Da ließen sie ihnen sagen, daß sie seine Füße untersuchenmögen. Diese erwiderten, er komme in Strümpfen",
"und fordere sie auch während ihrer Menstruation auf, auch fordere er sogar seine Mutter Bath Šeba͑ auf. Hierauf ließen sie Šelomo holen und gaben ihm einen Ring und eine Kette, auf denen der Gottesname eingegraben war, und als er zu ihm hineinkam und dieser ihn sah, flog er fort.",
"Dennoch fürchtete er sich vor ihm, und hierauf deutet der Schriftvers:Siehe, das ist das Bett Šelomos, sechzig Helden, von den Helden Jisraéls, umringen dasselbe; sie alle mit der Hand am Schwerte, im Kampfe erfahren; jeder mit dem Schwerte an der Hüfte, wegen nächtlichen Grauens.",
"Rabh und Šemuél [streiten hierüber]; einer sagt, er war König und Gemeiner, und einer sagt, er war König, Gemeiner und König.",
"Gegen Blut[andrang] im Kopfe nehme man Buchsbaumholz, eine Bachweide, eine feuchte Myrte, eine Olive, Schilf, Rosmarin, und Grünkraut koche sie zusammen und lege dreihundert Becher auf die eine Seite des Kopfes und dreihundert Becher auf die andere Seite des Kopfes.",
"Wenn nicht dies, so koche man eine weiße Rose, [deren Blätter] nach einer Seite gerichtet sind, und lege sechzig Becher auf die eine Seite des Kopfes und sechzig Becher auf die andere Seite des Kopfes.",
"Gegen Migräne hole man einen Auerhahn und schlachte ihn mit einem weißen Zuz über die Seite des Kopfes, die ihn schmerzt, jedoch achte man, daß ihm das Blut nicht die Augen blende; sodann hänge man ihn an den Türpfosten, damit er beim Hineingehen und beim Herausgehen diesen reibe."
],
[
"Gegen den Star hole man einen siebengliedrigen Skorpion, trockne ihn im Schatten, sodann zerreibe man zwei Teile Stibium und einen Teil von diesem und schütte drei Schminkstifte in das eine Auge und drei Schminkstifte in das andere Auge, mehr aber nicht, denn das Auge könnte ihm platzen.",
"Gegen Nachtblindheit hole man einen Strick aus Haar und binde damit seinen Fuß an den Fuß eines Hundes, und Kinder sollen hinter ihm mit Scherben klopfen und sprechen: Alter, Hund, Narr, Hahn. Sodann sammle man sieben Stückchen Fleisch aus sieben Häusern, lege sie in die Türpfanne und eresse sie auf dem Misthaufen der Stadt. Nachher löse er den Strick aus Haar und spreche wie folgt: Die Blindheit des N., des Sohnes der N., möge N., den Sohn der N., verlassen und in den Augapfel des Hundes fahren.",
"Gegen Tagblindheit hole man die Milzen von sieben Tieren und brate sie auf einer Baderschale. Er bleibe im [Hause] und ein anderer stehe draußen, und der Blinde spreche: gib sie mir, daß ich sie esse, worauf der Sehende erwidere: nimm und iß. Nachdem er sie gegessen hat, zerbreche er die Schale, denn sonst könnte sie zu ihm zurückkehren.",
"Gegen Nasenbluten hole man einen Priester, der Levi heißt, und dieser schreibe [das Wort] Levi rückwärts. Wenn nicht dies, so hole man irgend jemand und er schreibe rückwärts: ich Papi Šila, Sohn des Sumaqi.",
"Wenn nicht dies, so schreibe er wie folgt: der Geschmack des Eimers in Silberwasser, der Geschmack des Eimersin Makelwasser. Wenn nicht dies, so hole man Kleewurzeln, einen Strick von einem alten Bette, Papyrus, Safran, das Rote der Palme und verbrenne sie zusammen; sodann hole man ein Büschel Wolle, drehe daraus zwei Dochte, weiche sie in Essig, wälze sie in die Asche und setze sie an die Nasenlöcher.",
"Wenn nicht dies, so suche man einen Wasserarm, der von Osten nach Westen fließt, spreize den einen Fuß nach der einen Seite und den anderen Fuß nach der anderen Seite, nehme Erde mit der rechten Hand von unter dem linken Fuße und mit der linken Hand von unter dem rechten Fuße, drehe zwei Dochte aus Wolle, wälze sie in die Erde und setze sie an die Nasenlöcher.",
"Wenn nicht dies, so setze er sich unter eine Traufe, sodaß das Wasser auf ihn falle, und spreche: wie dieses Wasser aufhört, so höre die Blutung des N., des Sohns der N., auf.",
"Wenn einem Blut aus dem Munde kommt, so untersuche man es mit einem Weizenhalm; bleibt er haften, so kommt es aus der Lunge, und es gibt ein Mittel dagegen, wenn aber nicht, so kommt es aus der Leber, und es gibt kein Mittel dagegen.",
"R. Ithaj sprach zu R. Aši: Wir haben ja aber entgegengesetzt gelernt: wenn die Leber fehlt und nichts zurückgeblieben ist, wenn die Lunge durchlöchert oder defekt ist!? Dieser erwiderte: Da es aus dem Munde kommt, so wird wohl [die Leber] zerrieben sein.",
"Der Meister sagte: Wenn es aus der Lunge kommt, so gibt es ein Mittel dagegen. Welches Mittel gibt es dagegen? – Man nehme sieben Handvoll zerriebenen Mangold, sieben Handvoll zerriebenen Lauch, fünf Handvoll Brustbeeren, drei Handvoll Linsen, eine Handvoll Kümmel, eine Handvoll Gewürzund ebensoviel Gekröse von einem erstgeborenen Vieh, koche sie und esse es; nachher trinke man kräftigen Met vom Ṭebeth.",
"Gegen Zahn[schmerzen] nehme man, wie Rabba b. R. Hona sagte, einen einzelnen Knoblauchzeh, zerreibe ihn mit Öl und Salz und lege ihn auf den Daumennagel der Seite, an der er Schmerzen hat. Man mache aber ringsum einen Rand aus Teig und achte, daß er das Fleisch nicht berühre, denn es ist wegen Aussatzes schädlich.",
"Gegen Gaumen[blasen] nehme man, wie R. Joḥanan sagte, Bertramwurz; diese ist ebensogut wie Mamru, und die Wurzel der Bertramwurz ist besser als Mamru. Zur Eindämmungnehme man diese in den Mund. Zum Reifennehme man Kleie von der Oberfläche des Siebes, Linsen mit dem Staube, Fönnkraut und Hopfenblüten; hiervon nehme man ungefähr eine Nuß in den Mund.",
"Zur Öffnungblase ihm jemand weiße Kresse mit einem Weizenhalm hinein. Zur Heilung nehme man Erde, die von einem Abort beschattet wird, knete sie mit Honig und esse sie; dies ist wirksam.",
"Gegen Schnupfen nehme man ungefähr eine Pistazie Ammoniak, ungefähr eine Nuß süßes Galbanum, einen vollen Löffel weißen Honig, ein Maḥozisches Naṭlaklaren Wein und koche sie zusammen; wenn der Ammoniak gar ist, so ist alles gar. Wenn nicht dies, so hole man ein Viertel[log] Milch von einer weißen Ziege,"
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"gieße sie auf drei Kohlwurzeln und rühre es mit einem Spane von Marmahinholz um; wenn der Marmahinspan gar ist, ist alles gar. Wenn nicht dies, so nehme man Kot von einem weißen Hunde und knete ihn mit Harz. Soweit möglich, esse man keinen Kot, denn er lockert [die Glieder],",
"Gegen Beängstigung hole man einen Lilithpfeil, wende ihn um, gieße Wasser darüber und trinke es. Wenn nicht dies, so nehme man Wasser, von dem ein Hund nachts getrunken hat; jedoch achte man darauf, daß es nicht offen gestandenhat. Gegen Offengestandenesnehme man ein Maß reinen Wein.",
"Gegen Blattern nehme man ein Maß Wein mit roter Aloe.",
"Gegen Herzschwäche nehme man drei Gerstenkuchen, weiche sie in Quarkbrei, der keine vierzig Tage alt ist, und esse sie; nachher trinke man verschnittenen Wein. R. Aḥa aus Diphte sprach zu Rabina: Dies verursacht ja erst recht Herzschwäche!? Dieser erwiderte: Ich sagte dies gegen Herzbeschwerden.",
"Gegen Herzschwäche aber nehme man drei Gerstenkuchen, weiche sie in Honig und esse sie; nachher trinke man reinen Wein.",
"Gegen Herzschmerzen nehme man drei Eier Minze, ein Ei Kümmel, ein Ei Mohn und esse es.",
"Gegen Darmschmerzen hole man dreihundert lange Pfefferkörner und jeden Tag trinke man hundert von diesen mit Wein. Rabin aus Nereš bereitete für die Tochter R. Ašis hundertundfünfzig von den unsrigen zu, und sie genas.",
"Gegen den Leibwurmnehme man ein Maß Wein mit Lorbeerblättern. Gegen den weißen Leibwurm nehme man Raukensamen, wickle sie in einen Baumwolllappen, weiche sie in Wasser und trinke es. Man achte jedoch, daß man kein Samenkorn [verschlucke], denn es könnte ihm die Därme durchlöchern.",
"Zur Stillung [des Durchfalles] nehme man feuchten Sison in Wasser. Zur Förderung nehme man getrockneten in Wasser. Als Merkzeichen diene dir: feuchte Binsen zum Verstopfen des Flusses.",
"Gegen Milz[krankheit]hole man sieben Wasserblutegel, trockne sie im Schatten, und jeden Tag trinke man zwei oder drei in Wein. Wenn nicht dies, so hole man die Milz einer Ziege, die noch nicht geworfen hat, hefte sie an einen Ofen, stelle sich davor und spreche: wie diese Milz trocken wird, so werde auch die Milz des N., des Sohnes der N,, trocken.",
"Wenn nicht dies, so drücke man sie zwischen die Balkenschichte eines neuen Hauses und spreche dasselbe. Wenn nicht dies, so suche man nach einem Toten, der am Šabbath gestorben ist, und lege die Hand von diesem auf seine Milz und spreche: wie diese Hand vertrocknet ist, so werde die Milz des N., des Sohnes der N., trocken.",
"Wenn nicht dies, so hole man einen Fisch, brate ihn in einer Schmiede und esse ihn mit Wasser der Schmiedeund trinke nachher vom Wasser der Schmiede. Einst trank eine Ziege vom Wasser einer Schmiede, und als man sie schlachtete, fand man bei ihr keine Milz.",
"Wenn nicht dies, so öffne man auf seinen Namen ein Faß Wein. R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Asi: Wer ein Faß Wein hat, kommt nicht zum Meister; vielmehr [esse man] regelmäßig das Morgenbrot, denn dies ist zuträglich für den ganzen Körper.",
"Gegen Unterleibsschmerzen nehme man Akakia, Ilva, Quecksilber, Silberschlacke, eine Kapsel Gewürze, Taubenkot und lege sie im Sommer in einen Lappen aus Leinen und im Winter in einen solchen aus Baumwolle. Wenn nicht dies, so trinke man verdünnten Met.",
"Gegen Hüftenkrämpfe nehme man einen Topf Fischtunke und reibe damit sechzigmal die eine Hüfte und sechzigmal die andere Hüfte.",
"Gegen Blasenstein nehme man drei Tropfen Teeröl, drei Tropfen Lauchsaft, drei Tropfen klaren Wein und bestreiche damit einem Manne das Glied und einer Frau jene Stelle.",
"Wenn nicht dies, so nehme man das Hängsel eines Schlauches und hänge es einem Manne an das Glied und einer Frau an die Brüste. Wenn nicht dies, so nehme man einen Karmesinfaden, den eine Verrufene, Tochter einer Verrufenen, gesponnen hat, und hänge ihn einem Manne an das Glied und einer Frau an die Brüste.",
"Wenn nicht dies, so nehme man eine Laus von einem Manne und eine von einer Frau, und lege sie einem Manne auf das Glied und einer Frau auf jene Stelle. Wenn sie urinieren, so sollen sie dies auf einen trockenen Zweig in einer Türpfanne, und auf den herauskommenden Stein achten, denn dieser ist gegen jedes Fieber wirksam.",
"Gegen äußeres Fieber nehme man drei Maß Dattelkerne und drei Maß Eichenblätter, koche jedes besonders, setze sich zwischen diese, tue sie in zwei Gefäße und hole einen Tisch und stelle sie auf diesen; sodann stehe man von dem einen auf und gehe zum anderen, und stehe vom anderen auf und gehe zu jenem, bis man erhitzt wird, und bade darin. Wenn man vom Wassertrinkt, so trinke man nur vom Wasser der Eichenblätter, nicht aber vom Wasser der Dattelkerne, weil es steril macht.",
"Gegen inneres Fieber nehme man sieben Handvoll Mangold aus sieben Beeten, koche sie mit der Erde und esse davon; sodann trinke man Eichenblätter in Met"
],
[
"oder Palmentraubenin Wasser.",
"Gegen Hautflechten nehme man sieben große Weizenkörnerund verbrenne sie auf einem neuen Spaten, und mit dem Safte, der von diesen herauskommt, reibe man sich ein. R. Šimi b. Aši behandelte damit einen Nichtjuden gegen Aussatz, und er genas.",
"Šemuél sagte: Wer einen Stoß mit einer persischen Lanzeerhalten hat, lebt nicht mehr, aber immerhin gebe man ihm fettes auf Kohlen [gebratenes] Fleisch und reinen Wein; es ist dann möglich, daß er noch eine kurze Zeit lebt, um sein Haus bestellen zu können.",
"R Idi b. Abin sagte: Wer eine Hornis verschluckt hat, lebt nicht mehr, aber immerhin gebe man ihm ein Viertel[log] herben Essig zu trinken; es ist dann möglich, daß er noch eine kurze Zeit lebt, um sein Haus bestellen zu können.",
"R. Jehošua͑ b. Levi sagte; Wer Rindfleisch mit Rüben gegessen und darauf bei Mondschein in der Nacht zum vierzehnten oder fünfzehnten [des Monates] in der Jahreszeit des Tammuz geschlafen hat, wird von Fieberbefallen.",
"Es wird gelehrt: Wer seinen Bauch mit allem möglichen vollstopft, wird vom Fieber befallen. R. Papa sagte: Selbst mit Datteln. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, daß dies von diesen nicht gelte, da der Meister gesagt hat, Datteln sättigen, erwärmen, purgieren, kräftigen und verzärteln nicht, so lehrt er uns. –",
"Was heißt Fieber? R. Eleazar erwiderte: Feuer in den Knochen. – (Was heißt Feuer in den Knochen? Abajje erwiderte: Feuer in den Knochen.) –",
"Welches Mittel gibt es dagegen? Abajje erwiderte: Mutter sagte mir: Alle Mixturen sind drei, sieben oder zwölf [Tage zu wiederholen], folgende aber so lange, bis er genesen ist;",
"alle Mixturen [nehme man] auf leeren Magen, folgende aber, nachdem man gegessen und getrunken hat, im Aborte gewesen, herausgekommen ist und die Hände gewaschen hat. Er knete eine Handvoll Honigspeise aus Linsen mit einer Handvoll altem Wein, esse dies, wickle sich in das Laken und schlafe ein; niemand darf ihn aufwecken, bis er von selbst aufsteht. Nachdem er aufgestanden ist, lege er das Laken ab, sonst kehrt es zu ihm zurück.",
"Elijahu sprach zu R. Nathan: Ein Drittel iß, ein Drittel trinke und ein Drittel laß leer, sodaß du, wenn du in Zorn gerätst, voll wirst.",
"R. Ḥija lehrte: Wer Leibschmerzen entgehen will, pflege das EintauchenSommer und Winter zu beobachten. Ziehe deine Hand von der Mahlzeit zurück, wenn sie dir schmeckt. Wenn du deine Notdurft zu verrichten hast, so halte dich nicht zurück.",
"Mar U͑qaba sagte: Wer weißen Mostgetrunken hat, wird von der Hektik befallen. R. Hisda sagte: Es gibt sechzig Arten Wein; der beste unter ihnen ist der rote aromatische, der schlechteste unter ihnen ist der weiße Most.",
"R. Jehuda sagte: Wer in den Morgenstunden des Nisan am Feuer sitzt und sich mit Öl bestreicht, und dann hinausgeht und sich in die Sonne setzt, wird von der Hektik befallen.",
"Die Rabbanan lehrten: Wer sich zur Ader gelassen und darauf den Beischlaf vollzogen hat, bekommt hektische Kinder; wenn beide sich zur Ader gelassen und darauf den Beischlaf vollzogen haben, so bekommen sie mit Ausflußbehaftete Kinder. R. Papa sagte: Dies nur, wenn er inzwischen nichts genossen hat, wenn er aber inzwischen etwas genossen hat, so ist nichts dabei.",
"Rabba b. R. Hona sagte: Wer von der Reise gekommen ist und den Beischlaf vollzieht, bekommt hektische Kinder. Die Rabbanan lehrten: Wer aus dem Abort kommt, vollziehe den Beischlaf erst dann, wenn die Dauer eines halben Mil verstrichen ist, denn das Gespenst des Abortes begleitet ihn; hat er den Beischlaf [sofort] vollzogen, so bekommt er epileptische Kinder.",
"Die Rabbanan lehrten: Wer den Beischlaf stehend vollzieht, wird von Krämpfen befallen; wenn sitzend, so wird er von Gähnkrämpfenbefallen; wenn sie oben und er unten, so wird er von Delariabefallen.",
"Was ist Delaria? R. Jehošua͑ b. Levi erwiderte: Ein Heilmittel gegen Delaria ist Dardara. – Was ist Dardara? Abajje erwiderte: Dornensafran. R. Papa zerkaute ihn und spuckte ihn aus. R. Papi zerkaute ihn und schluckte ihn herunter.",
"Abajje sagte: Wer für den Beischlaf nicht kräftigist, nehme drei Qapitz Mistsafran, zerreibe ihn, koche ihn in Wein und trinke ihn. R. Joḥanan sagte: Er ist es, der mir meine Jugend wiedergab.",
"Drei Dinge zehren die Kraft des Menschen ab, und zwar: die Furcht, der Weg und die Sünde. Die Furcht, denn es heißt:mein Herz ist ruhelos, meine Kraft hat mich verlassen. Der Weg, denn es heißt:er hat auf dem Wege meine Kraft gebeugt. Die Sünde, denn es heißt:durch meine Sünde ist meine Kraft gestrauchelt.",
"Drei Dinge schwächen die Kraft des Menschen, und zwar: stehend essen, stehend trinken und stehend den Beischlaf vollziehen.",
"Fünf sind dem Tode näher als dem Leben, und zwar: wer gegessen hat und sofort aufsteht, wer getrunken hat und sofort aufsteht, wer sich zur Ader gelassen hat und sofort aufsteht, wer geschlafen hat und sofort aufsteht, und wer den Beischlaf vollzogen hat und sofort aufsteht.",
"Wer sechserlei [hinter einander] tut, stirbt sofort, und zwar: wer müde von der Reise kommt, sich zur Ader läßt, ins Bad geht, trinkt und sich berauscht, sich auf die Erde schlafen legt und den Beischlaf vollzieht. R. Joḥanan sagte: Dies jedoch nur dann, wenn man es in dieser Reihenfolge tut.",
"Abajje sagte: Wenn in dieser Reihenfolge, sterbe man, wenn nicht in dieser Reihenfolge, werde man schwach. – Dem ist ja aber nicht so, Meo͑rath ließ ihren Diener drei davon tun, und er starb!? – Er war abgezehrt.",
"Acht Dinge sind es, die viel schädlich und wenig zuträglich sind, und zwar: das Reisen, der Beischlaf, der Reichtum, die Arbeit, der Wein, der Schlaf, das Warm[baden] und der Aderlaß.",
"Acht Dinge vermindern den Samen, und zwar: Salz, Hunger, Ausschlag, Weinen, Schlafen auf der Erde, Honigklee, Gurken außerhalb der Zeit, und doppelt soviel der Aderlaß unten.",
"Es wird gelehrt: Wie er unten doppelt soviel schädlich ist, ebenso ist er oben doppelt soviel zuträglich. R. Papa sagte:"
],
[
"Unten heißt unterhalb der Hoden, oben heißt oberhalb der Hoden.",
"Von den Gurken außerhalb der Zeit wird gelehrt: Wie sie außerhalb der Zeit schädlich sind, so sind sie zur geeigneten Zeit zuträglich. R. Papa sagte: Die dafür geeignete Zeit ist der Tammuz und die ungeeignete Zeit ist der Ṭebeth. In den Tagen des Nisan und des Tišri sind sie weder zuträglich noch schädlich.",
"WENN JEMAND GESAGT HAT: SCHREIBT MEINER FRAU EINEN SCHEIDEBRIEF, UND DARAUF VON KORDIAKOS BEFALLEN WIRD UND SAGT: SCHREIBT IHN NICHT, SO SIND SEINE LETZTEN WORTE NICHTIG. R. Šimo͑n b. Laqiš sagte: Man schreibe und gebe ihr den Scheidebrief sofort. R. Joḥanan aber sagte: Man schreibe ihn erst dann, wenn er gesund wird. –",
"Was ist der Grund des Reš Laqiš? – Er lehrt: so sind seine letzten Worte nichtig. – Und R. Joḥanan!? – Er kann dir erwidern: seine letzten Worte sind insofern nichtig, indem man ihn, wenn er zu Sinnen kommt, nicht wiederum zu fragen braucht; schreiben aber darf man erst dann, wenn er gesund ist. –",
"Worin besteht ihr Streit? – Reš Laqiš vergleicht ihn mit einem Schlafenden und R. Joḥanan vergleicht ihn mit einem Blöden. –",
"Sollte ihn auch R. Joḥanan mit einem Schlafenden vergleichen!? – Ein Schlafender benötigtkeiner Handlung, dieser aber benötigt einer Handlung. –",
"Sollte ihn auch Reš Laqiš mit einem Blöden vergleichen!? – Für einen Blöden haben wir kein Mittel in der Hand, für diesen aber haben wir ein Mittel in der Hand: mageres auf Kohlen [gebratenes] Fleisch und verschnittenen Wein. –",
"Kann R. Joḥanan dies denn gesagt haben, R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, wenn man einem beide [Halsorgane]oder den größeren Teil beider durchgeschnitten, und er durch Zeichen gesagt hat, daß man seiner Frau einen Scheidebrief schreibe, so schreibe und gebe man ihn ihr!?",
"Ferner wird gelehrt, wenn man einen zerschnitten oder ans Kreuz geschlagen sieht, und er durch Zeichen sagt, daß man seiner Frau einen Scheidebrief schreibe, so schreibe und gebe man ihn ihr!? –",
"Es ist ja nicht gleich; hierbei ist sein Verstand klar, nur ist die Schwächebei ihm eingetreten, da aber ist ja sein Sinn verwirrt. –",
"Kann Šemuél diesdenn gesagt haben, R. Jehuda sagte ja im Namen Šemuéls, wenn man einem beide [Halsorgane] oder den größeren Teil beider durchgeschnitten hat und er fortgelaufen ist, so bekundeman über ihn, und wenn du sagst, er gelte als lebend, wieso darf man über ihn bekunden!? –",
"Ich will dir sagen; er lebt, muß aber sterben. –",
"Demnach sollte man doch dieserhalb verbanntwerden, während gelehrt wird, wer einem beide [Halsorgane] oder den größeren Teil beider [unvorsätzlich] durchgeschnitten hat, werde dieserhalb nicht verbannt!? –",
"Hierzu wird ja gelehrt: R. Oša͑ja sagte, hierbei werde berücksichtigt, der Wind kann ihn verwirrt, oder er selber seinen Tod genäherthaben. –",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen in dem Falle, wenn er ihn in einem Marmorhaus geschlachtet und er gezappelt, oder er ihn draußen geschlachtet und er nicht gezappelt hat.",
"WENN JEMAND STUMM GEWORDEN IST, UND AUF DIE FRAGE, OB MAN SEINER FRAU EINEN SCHEIDEBRIEF SCHREIBE &C. Sollte man doch berücksichtigen, er ist vielleicht von einem Nickkrampfe der Verneinung oder einem Nickkrampfe der Bejahung befallen worden!?",
"R. Joseph b. Minjomi erwiderte im Namen R. Naḥmans: Man frage ihn abwechselnd. –",
"Es ist ja zu berücksichtigen, er ist vielleicht von einem abwechselnden Nickkrampfe befallen worden!? – Man frage ihn einmal verneinend und zweimal bejahend, oder zweimal verneinend und einmal bejahend.",
"In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Man frage ihn nach Dingen des Sommers in der Regenzeit und nach Dingen der Regenzeit im Sommer. –",
"Was sind es, wenn etwa eine Decke oder ein Laken, so ist ja zu berück sichtigen, er kann von Kälte oder Hitze befallen sein!? –"
],
[
"Vielmehr, Früchte.",
"R. Kahana sagte im Namen Rabhs: Wenn ein Tauber sich schriftlich verständigen kann, so schreibe man seiner Frau einen Scheidebrief und gebe ihn ihr. R. Joseph sprach: Was lehrt er uns damit, es wurde ja bereits gelehrt, daß, wenn er stumm geworden ist und auf die Frage, ob man seiner Frau einen Scheidebrief schreibe, mit dem Kopfe nickt, man ihn dreimal prüfe, und wenn er auf nein verneinend und auf ja bejahend antwortet, man ihn schreibe und ihr gebe!?",
"R. Zera erwiderte ihm: Du sprichst von einem Stummen, bei diesem verhält es sichanders. Es wird nämlich gelehrt: Wer sprechen und nicht hören kann, heißt Tauber, wer hören und nicht sprechen kann, heißt Stummer; beide gelten in jeder Hinsicht als vernünftig.",
"Woher, daß, wer sprechen und nicht hören kann, Tauber, und wer hören und nicht sprechen kann, Stummer heiße? – Es heißt:ich bin wie ein Tauber, der nicht hört, und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht öffnet. Wenn du willst, sage ich: wie die Leute zu sagen pflegen: ihm sind die Worte genommenworden.",
"R. Zera sagte: Wenn ich einen Einwand erheben wollte, so würde ich folgenden Einwand erheben. Es wird gelehrt, [die Worte:]wenn er nicht sagt, schließeneinen Stummen aus, der nicht sagen kann; weshalb denn, er kann es ja schriftlich sagen!?",
"Abajje erwiderte ihm: Du sprichst von der Zeugenaussage; anders verhält es sich bei der Zeugenaussage, denn der Allbarmherzige sagt, daß sie aus ihrem Mundekomme, nicht aber schriftlich.",
"Man wandte ein: Wie man ihnso hinsichtlich eines Scheidebriefes prüft, so prüfe man ihn bei Geschäftsangelegenheiten, Zeugenaussagen und Erbschaftssachen. Hier wird diesvon der Zeugenaussage gelehrt!?",
"R. Joseph b. Minjomi erwiderte im Namen R. Šešeths: Bei der Zeugenaussage für eineFrau, wobei die Rabbanan es erleichtert haben. –",
"Er lehrt es ja von Erbschaftssachen!? R. Abahu erwiderte: Bei der Erbschaft seines erstgeborenenSohnes. –",
"Er lehrt es ja von Geschäftsangelegenheiten, doch wohl fremder!? – Nein, seiner.",
"Man wandte ein: Man verlasse sich auf Zeichen, Mienen und Niederschrift eines Tauben nur bei beweglichen Sachen, nicht aber bei Ehescheidungen!? –",
"Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamlie͑l sagte, diesgelte nur von einem ursprünglich Tauben, wenn er aber hörend war und taub geworden ist, so schreibe er und andere unterschreiben. –",
"Gilt dies etwa nicht von einem ursprünglich Tauben, [es wird ja gelehrt,] wie er siedurch Zeichen genommen hat, so scheide er sich von ihr durch Zeichen!? –",
"Bei seiner Ehefrau ist dem auch so, hier aber wird von seiner Eheschwägeringesprochen. –",
"Von was für einer Eheschwägerin, wollte man sagen, die ihm von seinem tauben Bruder zugefallen ist, so kann sie ja, wie sie durch Zeichen genommen worden ist, durch Zeichen geschieden werden!? – Vielmehr, die ihm von seinem hörenden Bruder zugefallen ist.",
"Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich, die ihm von seinem tauben Bruder zugefallen ist, und zwar ist bei einem tauben Bruder ein hörenderberücksichtigt worden. –",
"Demnach sollte dies auch bei seiner Frau berücksichtigtwerden!? – Eine Schwägerin kann wohl mit einer Schwägerin verwechselt werden, nicht aber kann eine Frau mit einer Schwägerin verwechselt werden. –",
"Ist denn bei einem tauben [Bruder] ein hörender zu berücksichtigen,"
],
[
"wir haben ja gelernt: Wenn zwei taube Brüder mit zwei hörenden Schwestern, mit zwei tauben Schwestern oder mit zwei Schwestern, von denen eine hörend und die andere taub ist, verheiratet sind, und ebenso, wenn zwei taube Schwestern mit zwei hörenden Brüdern, mit zwei tauben Brüdern oder mit zwei Brüdern, von denen einer hörend und der andere taub ist, verheiratet sind, so sind sie befreit von der Ḥaliça und der Schwagerehe;",
"sind sie [einander] fremd, so müssen sie sienehmen, und wenn sie wollen, lassen sie sich von ihnen scheiden. –",
"Das richtigste ist vielmehr, wie zuerst erklärt worden ist.",
"R. Joḥanan sagte: Die Genossen des R. Šimo͑n b. Gamlie͑l streitengegen ihn.",
"Abajje sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: Ist sie blöde geworden, so kann er sie nicht fortschicken, ist er taub oder blöde geworden, so kann er sie nie fortschicken. Das ‘nie’ ist wohl zu verstehen, auch wenn er sich schriftlich verständigen kann.",
"R. Papa sagte: Wenn R. Joḥanan uns dies nicht gelehrt hätte, so könnte man glauben, R. Šimo͑n b. Gamlie͑l erkläre die Ansicht des ersten Autors, und das ‘nie’ sei zu verstehen, auch wenn man sieht, daß er verständigist.",
"Oder aber, wegen einer Lehre R. Jiçḥaqs, denn R. Jiçḥaq sagte: Nach der Tora kann eine Blöde geschieden werden, wie dies auch bei einer Vernünftigen gegen ihren Willender Fall ist,",
"nur sagten sie deshalb, daß sie nicht geschieden werden könne, damit sie nicht preisgegeben werde.",
" WENN MAN JEMAND GEFRAGT HAT, OB MAN SEINER FRAU EINEN SCHEIDEBRIEFSCHREIBE, UND EIL ERWIDERT HAT: SCHREIBT, UND MAN DEN SCHREIBER BEAUFTRAGT, UND ER IHN GESCHRIEBEN HAT, DIE ZEUGEN, UND SIE IHN UNTERSCHRIEBEN HABEN, SO IST DER SCHEIDEBRIEF, OBGLEICH MAN IHN GESCHRIEBEN, UNTERSCHRIEBEN, IHM GEGEBEN UND ER IHN IHR GEGEBEN HAT, NICHTIG; NURWENN ER ZUM SCHREIBER GESAGT HAT: SCHREIBE, UND ZU DEN ZEUGEN: UNTERSCHREIBT.",
"GEMARA. Nur aus dem Grunde, weil er nicht ‘gebt’ gesagt hat, wenn er aber ‘gebt’ gesagt hat, so gebeman, nach R. Meír, welcher sagt, Worte können einem Vertreter übergeben werden,",
"dagegen aber heißt es im Schlußsatze: nur wenn er zum Schreiber gesagt hat: schreibe, und zu den Zeugen: unterschreibt, nach R. Jose, welcher sagt, Worte können einem Vertreter nicht übergeben werden;",
"der Anfangsatz nach R. Meír und der Schlußsatz nach R. Jose!? – Allerdings, der Anfangsatz nach R. Meír und der Schlußsatz nach R. Jose.",
"Abajje sagte: Alles nach R. Meír, und hierwird von dem Falle gesprochen, wenn er nicht ‘gebt’ gesagt hat. – Demnachsollte es heißen: nur wenn er ‘gebt’ gesagt hat!? –",
"Vielmehr, hierwird von dem Falle gesprochen, wenn er es nicht zu dreiengesagt hat. – Demnachsollte es heißen: nur wenn er es zu dreien gesagt hat!? –",
"Vielmehr, alles nach R. Jose, und hierwird von dem Falle gesprochen, wenn er nicht ‘sagt’ gesagthat. – Demnach sollte es heißen:",
"nur wenn er ‘sagt’ gesagt hat!?",
"Und ferner, pflichtet denn R. Jose hinsichtlich des Falles bei, wenn er ‘sagt’ gesagt hat, wir haben ja gelernt, wenn der Schreiber geschrieben und ein Zeuge [unterschrieben] hat, sei er gültig, und hierzu sagte R. Jirmeja, dies sei zu verstehen, wenn [auch] der Schreiber unterschrieben hat; und ferner sagte R. Ḥisda, diese Lehre vertrete die Ansicht"
],
[
"R. Jose des Galiläers, welcher sagt, Worte können einem Vertreter nicht übergebenwerden.",
"Wenn man nun sagen wollte, R. Jose pflichte bei hinsichtlich des Falles, wenn er ‘sagt’ gesagt hat, so kann ja ein Verderb entstehen, denn es kann vorkommen, daß er zu zweien gesagt hat: sagt dem Schreiber, daß er schreibe, und N. und N., daß sie unterschreiben, sie aber wegen der Beschämung des Schreibersselbst unterschreiben, während der Ehemann anders verfügt hat!? –",
"Das richtigste ist vielmehr, der Anfangsatz nach R. Meír und der Schlußsatz nach R. Jose.",
"R. Aši erwiderte: Alles nach R. Jose, und diese Fällesind selbstverständlich; selbstverständlich [ist er nicht gültig], wenn er nicht ‘gebt’ gesagt hat, aber auch dann nicht, wenn er ‘gebt’ gesagt hat, und selbstverständlich, wenn er es nicht zu dreien gesagt hat, aber auch dann nicht, wenn er es zu dreien gesagt hat, und selbstverständlich, wenn er nicht ‘sagt’ gesagt hat, aber auch dann nicht, wenn er ‘sagt’ gesagthat.",
"Übereinstimmend mit R. Aši wird gelehrt: Wenn der Schreiber den Scheidebrief auf ihren Tramen geschrieben hat und die Zeugen ihn auf ihren Namen unterschrieben haben, so ist er, obgleich man ihn geschrieben, unterschrieben, ihm gegeben und er ihn ihr gegeben hat, nichtig; nur wenn man seine Stimme gehört, wie er zum Schreiber ‘schreibe’ und zu den Zeugen ‘unterschreibt’ gesagt hat.",
"Gehört, dies schließt die Ansicht desjenigen aus, welcher sagt, R. Jose pflichte hinsichtlich des Falles bei, wenn er ‘sagt’ gesagt hat; seine Stimme, dies schließt die Lehre R. Kahanas im Namen Rabhsaus.",
" SAGTE JEMAND:] DA IST DEIN SCHEIDEBRIEF, FALLS ICH STERBE, DA IST DEIN SCHEIDEBRIEF NACHDIESER KRANKHEIT, DA IST DEIN SCHEIDEBRIEF FÜR NACH MEINEM TODE, SO HAT ER NICHTSGESAGT; WENN ABER: VON HEUTE AB, FALLS ICH STERBE, VON JETZT AB, FALLS ICH STERBE, SO IST DER SCHEIDEBRIEF GÜLTIG.",
"[SAGTE ER:] VON HEUTE AB, NACH MEINEM TODE, SO IST DER SCHEIDEBRIEF GÜLTIG UND UNGÜLTIG; WENN ER STIRBT, SO IST AN IHR DIE ḤALIÇA ZU VOLLZIEHEN, NICHT ABER DIE SCHWAGEREHE.",
" WENN ER GESAGT HAT:] DA IST DEIN SCHEIDEBRIEF VON HEUTE AB, FALLS ICH AN DIESER KRANKHEITSTERBE, UND DANN AUFGESTANDEN, AUF DER STRASSE UMHERGEGANGEN, WIEDERUM ERKRANKT UND GESTORBEN IST, SO BEMESSE MAN IHN: IST ER INFOLGE DER ERSTEN KRANKHEIT GESTORBEN, SO IST DER SCHEIDEBRIEF GÜLTIG, WENN ABER NIGHT, SO IST ER UNGÜLTIG.",
"GEMARA. Demnach gilt ‘falls ich sterbe’ ebenso wie ‘nach meinem Tode’, und darauf lehrt er: von heute ab, falls ich sterbe, von jetzt ab, falls ich sterbe, wonach ‘falls ich sterbe’ nicht ebenso gilt wie ‘nach meinem Tode’!?",
"Abajje erwiderte: Unter ‘falls ich sterbe’ ist zweierlei zu verstehen; darunter ist ‘von jetzt ab’ zu verstehen und darunter ist ‘nach meinem Tode’ zu verstehen.",
"Sagte er zu ihr: von heute ab, so ist es ebenso, als würde er ‘von jetzt ab’ gesagt haben, sagte er zu ihr nicht: von heute ab, so ist es ebenso, als würde er ‘nach meinem Tode’ gesagt haben.",
"DA IST DEIN SCHEIDEBRIEF, FALLS ICH STERBE &C. SO HAT ER NICHTS GESAGT. R. Hona sagte: Sie benötigtder Ḥaliça.",
"Er lehrt ja aber, er habe nichts gesagt!? – Er hat nichts gesagt, indem sie anderen verboten ist. Aber auch dem Eheschwager ist sie verboten. –",
"Wenn es aber im Schlußsatze heißt, daß sie der Ḥaliça benötige, so ist ja im Anfangsatze an ihr auch die Schwagerehe zu vollziehen!? – Unsere Mišna lehrt dies nach den Rabbanan,",
"während R. Hona es nach der Ansicht R. Joses lehrt, welcher sagt, das Datum der Urkunde beweisees. –",
"Nach R. Jose sollte sie ja auch der Ḥaliça nicht benötigen!? Wolltest du erwidern, R. Hona sei es zweifelhaft, ob die Halakha wie R. Jose sei oder nicht, so ist dies ihm nicht zweifelhaft.",
"Einst erkrankte nämlich Rabba b. Abuha, und R. Hona und R. Naḥman besuchten ihn. Da sprach R. Hona zu R. Naḥman: Frag Rabba b. Abuha, ob die Halakha wie R. Josesei oder nicht. Dieser erwiderte: Ich kenne nicht einmal den Grund R. Joses und",
"soll ihn nach der Halakha fragen!? Jener entgegnete: Frage du ihn nur nach der Halakha, und den Grund R. Joses werde ich dir sagen. Hierauf fragte er es ihn, und er erwiderte ihm: Folgendes sagte Rabh: die Halakha ist wie R. Jose. Als er herauskam, sprach jener zu ihm: Folgendes ist der Grund R. Joses: er ist der Ansicht, das Datum der Urkunde beweise es. – Vielmehr, es ist ihm zweifelhaft,"
],
[
"ob R. Jose dies auch von der mündlichen Bestimmung sage oder nicht. –",
"Ist ihm dies denn zweifelhaft, wir haben ja gelernt: Wenn [er gesagt hat:] da ist dein Scheidebrief, wenn ich von jetzt bis nach zwölf Monaten nicht zurückkomme, und innerhalb der zwölf Monate gestorben ist, so ist der Scheidebriefungültig. Hierzu wird gelehrt, daß unsere Meister ihr zu heiraten erlaubt haben,",
"und auf unsere Frage, wer diese Meister seien, erwiderte R. Jehuda im Namen Šemuéls, es sei dasselbe Gerichtskollegium, das das Ölerlaubt hat. Sie sind der Ansicht R. Joses, welcher sagt, das Datum der Urkunde beweise es. –",
"Vielmehr, es ist ihm zweifelhaft, ob die Halakha wie R. Jose sei auch bei einer mündlichen Bestimmung oder nicht. –",
"Ist ihm dies denn zweifelhaft, Raba sagte ja, daß, [wenn er gesagt hat:] da ist dein Scheidebrief, falls ich sterbe, oder: falls ich tot bin, der Scheidebrief gültig sei, wenn aber: wenn ich gestorben bin, oder: nach meinem Tode, der Scheidebrief nicht gültig sei.",
"In welchem Falle: wollte man sagen, wenn er ‘von heute ab’ gesagt hat, nach den Rabbanan, so brauchte er es ja nicht zu sagen, wir haben ja gelernt, [wenn er gesagt hat:] von heute ab, falls ich sterbe, sei der Scheidebrief gültig; doch wohl, wenn er nicht ‘von heute ab’ gesagt hat, nach R. Jose, somit ist hieraus zu entnehmen, daß die Halakha wie R. Jose sei. –",
"Raba ist dies entschieden, R. Hona aber ist es zweifelhaft.",
"Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich, wenn er ‘von heute ab’ gesagt hat, nach den Rabbanan, nur lehrt er uns, daß [der Ausdruck] ‘wenn ich tot bin’ [dem Ausdrucke] ‘falls ich sterbe’ und [der Ausdruck] ‘wenn ich gestorben bin’[dem Ausdrucke] ‘nach meinem Tode’ gleiche.",
"Manche beziehen dies auf den Schlußsatz. [Sagte er:] da ist dein Scheidebrief für nach meinem Tode, so hat er nichts gesagt. R. Hona sagte: Nach der Ansicht R. Joses benötigt sie der Ḥaliça. –",
"Selbstverständlich, wenn sie im Schlußsatze nach den Rabbanan der Ḥaliça benötigt, so benötigt sie ja nach R. Jose auch im Anfangsatze der Ḥaliça!? –",
"Man könnte glauben, R. Jose sei hierbei der Ansicht Rabbie, welcher sagt, er sei ein gültiger Scheidebrief und sie benötige auch nicht der Ḥaliça, so lehrt er uns, daß weder Rabbi der Ansicht R. Joses noch R. Jose der Ansicht Rabbis sei.",
"Rabbi ist nicht der Ansicht R. Joses, denn er lehrt, ein solcher sei ein Scheidebrief, und dies schließt den Fall R. Josesaus; R. Jose ist nicht der Ansicht Rabbis, denn er lehrt, ein solcher sei ein Scheidebrief, und dies schließt den Fall Rabbisaus. –",
"Was ist dies für eine Lehre Rabbis? – Es wird gelehrt: [Sagte er:] von heute ab, nach meinem Tode, so ist der Scheidebrief gültig und ungültig – so die Weisen; Rabbi sagt, dieser sei ein Scheidebrief. –",
"Was ist dies für eine Lehre R. Joses? – Wir haben gelernt: [Wenn er gesagt hat:] schreibt einen Scheidebrief und gebt ihn meiner Frau, falls ich von jetzt ab bis nach zwölf Monaten nicht zurückkomme, und man ihn innerhalb der zwölf Monate geschrieben und ihr nach Ablauf der zwölf Monate gegeben hat, so ist der Scheidebrief ungültig; R. Jose sagt, ein solcher sei ein Scheidebrief.",
"DA IST DEIN SCHEIDEBRIEF VON HEUTE AB, FALLS ICH AN DIESER KRANKHEIT STERBE, UND DANN AUFGESTANDEN, AUF DER STRASSE &C.",
"GEMARA. R. Hona sagte: SeinScheidebrief gleicht seiner Schenkung, wie er hinsichtlich der Schenkung, wenn er aufsteht, zurücktreten kann, ebenso kann er hinsichtlich des Scheidebriefes, wenn er aufsteht, zurücktreten,",
"und wie er beim Scheidebriefe nicht genau zu verfügen braucht, wenn er nur ‘schreibt’ gesagt hat, auch wenn er nicht ‘gebt’ gesagt hat, ebenso ist die Schenkung [gültig], wenn er nur ‘gebt’ gesagt hat, selbst wenn er sie ihm nicht zugeeignet hat. –",
"Wir haben gelernt: [Wenn er gesagt hat:] da ist dein Scheidebrief von heute ab, falls ich an dieser Krankheit sterbe, und dann aufgestanden ist, auf der Straße umhergegangen, wiederum erkrankt und gestorben ist, so bemesse man ihn: ist er infolge dieser Krankheit gestorben, so ist der Scheidebrief gültig, wenn aber nicht, so ist er ungültig. Wenn du nun sagst, wenn er aufsteht, könne er zurücktreten, so ist ja kein Bemessen nötig, er ist ja aufgestanden!?",
"Mar, Sohn des R. Joseph, erwiderte im Namen Rabas: Wenn er von der einen Krankheit in die andere verfallenist. –",
"Er lehrt ja: aufgestanden!? – Von einer Krankheit aufgestanden und in eine andere verfallen. – Er lehrt ja: auf der Straße umhergegangen!? – Auf seinen Stock gestützt."
],
[
"Er lehrt uns folgendes: nur wenn er auf seinen Stock gestützt gegangen ist, ist ein Bemessen erforderlich, sonst aber ist auch ein Bemessen nicht erforderlich. –",
"Hieraus wäre somit zu entnehmen, daß, wenn ein Sterbenskranker von einer Krankheit in eine andere verfallen ist, seine Schenkung gültig sei? – Freilich; R. Elea͑zar sagte auch im Namen Rabhs, wenn ein Sterbenskranker von einer Krankheit in eine andere verfallen ist, sei seine Schenkung gültig,",
"Rabba und Raba halten aber nichts von der Lehre R. Honas, denn es ist zu berücksichtigen, man könnte sagen, es gebe eine Scheidung nach dem Tode. –",
"Ist denn der Fall möglich, daß nach der Tora der Scheidebrief ungültig ist, und wir wegen einer Berücksichtigung eine Ehefrau anderen erlaubt machen!? –",
"Allerdings, wer sich eine Frau antraut, tut dies gestützt auf die Bestimmung der Rabbanan, und die Rabbanan haben die Antrauung annulliert",
"Rabina sprach zu R. Aši: Allerdings, wenn die Antrauung durch Gelderfolgt ist, wie ist es aber, wenn sie durch den Beischlaf erfolgt ist!? Dieser erwiderte: Die Rabbanan haben seinen Beischlaf zum außerehelichen gemacht.",
"Die Rabbanan lehrten: [Wenn er gesagt hat:] da ist dein Scheidebrief von heute ab, falls ich an dieser Krankheit sterbe, und das Haus auf ihn eingestürzt ist oder eine Schlange ihn gebissen hat, so ist der Scheidebrief ungültig; wenn aber: falls ich von dieser Krankheit nicht aufstehe, und das Haus auf ihn eingestürzt ist oder eine Schlange ihn gebissen hat, so ist der Scheidebrief gültig.",
"Welchen Unterschiedgibt es zwischen dem Anfangsatze und dem Schlußsatze?",
"Von dort ließen sie sagen: Mit dem Falle, wenn ein Löwe ihn gefressen hat, haben wir nichts zu tun.",
"Einst verkaufte jemand ein Grundstück an seinen Nächsten und übernahm [Haftung für] jeden Schaden, der entstehen sollte. Später zog man durch dieseseinen Strom.",
"Als sie hierauf zu Rabina kamen, sprach er zum [Verkäufer]: Geh und befriedige ihn, denn du hast [Haftung für] jeden Schaden, der entstehen sollte, übernommen. R. Aḥa b. Taḥlipha sprach zu Rabina: Es ist ja ein ganz ungewöhnlicherSchaden.",
"Die Sache ging weiter und kam zu Raba, und er entschied ebenfalls, es sei ein ganz ungewöhnlicher Schaden. Rabina wandte gegen Raba ein: Wenn aber: falls ich von dieser Krankheit nicht aufstehe, und das Haus auf ihn eingestürzt ist oder eine Schlange ihn gebissen hat, so ist der Scheidebrief gültig!?",
"Raba erwiderte ihm: Folgere aus dem Anfangsatze: so ist der Scheidebrief ungültig.",
"R. Aḥa aus Diphte sprach zu Rabina: Ist denn, weil der Anfangsatz und der Schlußsatz einander widersprechen, hieraus kein Einwand zu erheben!?",
"Dieser erwiderte: Allerdings, da der Anfangsatz und der Schlußsatz einander widersprechen, so ist [diese Lehre] korrupt und im Lehrhause nicht gelehrt worden, daher richte man sich nach dem Ermessen.",
"R. Papa und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, kauften Mohn am Ufer des Königsflussesund mieteten Schiffer für den Transport. [Die Verkäufer] aber übernahmen [Haftung für] jeden Unfall, der entstehen sollte. Später wurde der Königsfluß verstopft,",
"und diese sagten zu ihnen: Mietet Eseltreiber, die ihn uns bringen, denn ihr habt [Haftung] übernommen für jeden Unfall, der entstehen sollte.",
"Als sie hierauf zu Raba kamen, sprach er zu ihnen: WeißeGänse, die den Leuten die Kleider wegnehmen; es ist ein ganz ungewöhnlicher Unfall.",
" SIE DARF MIT IHMNUR VOR ZEUGEN ZUSAMMENSEIN, \n",
"SELBST WENN ES EIN SKLAVE ODER EINE SKLAVIN IST, AUSGENOMMEN IHRE EIGENE SKLAVIN, WEIL SIE MIT IHRER SKLAVIN VERTRAUT IST.",
"WAS IST SIE WÄHREND DIESERTAGE? R. JEHUDA SAGT, \n"
],
[
"SIE GELTE IN JEDER HINSICHT ALS EHEFRAU; R. JOSE SAGT, SIE SEI GESCHIEDEN UND NICHT GESCHIEDEN.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wenn man gesehen hat, daß sie im Dunklen mit ihm allein war, oder daß sie unter dem Fußende des Bettes geschlafen hat, so nehme man nicht an, sie können sich mit jener Sache befaßt haben. Man berücksichtige einen außerehelichen Beischlaf, jedoch nicht die Ehelichung; R. Jose b. R. Jehuda sagt, auch hierbei berücksichtige man die Ehelichung. –",
"Wie meint er es? R. Naḥman erwiderte im N amen des Rabba b. Abuha: Er meint es wie folgt: wenn man gesehen hat, daß sie beschlafen worden ist, so nehme man an, es sei zur Ehelichung erfolgt; hat er ihr Geld gegeben, so nehme man an, es sei außerehelich erfolgt, denn man sage, er habe es ihr als Hurengabe gegeben, und nehme nicht an, es sei zur Ehelichung erfolgt. R. Jose b. R. Jehuda sagt, auch hierbei berücksichtige man, es kann zur Ehelichung erfolgt sein. –",
"Die Lehre des Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans, daß sie nur über den Fall streiten, wenn man gesehen hat, daß sie beschlafen worden ist, alle aber übereinstimmen, sie benötige, wenn man es nicht gesehen hat, von ihm keines zweiten Scheidebriefes,",
"vertritt somit die Ansicht aller.",
"Abajje wandte ein: Wird hier denn Geldgenannt!?",
"Vielmehr, sagte Abajje, meint er es wie folgt: wenn man gesehen hat, daß sie beschlafen worden ist, so nehme man an, es sei außerehelich erfolgt, und man nehme nicht an, es sei zur Ehelichung erfolgt; R. Jose b. R. Jehuda sagt, auch hierbei nehme man an, es sei zur Ehelichung erfolgt.",
"Die Lehre des Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans, daß sie nur über den Fall streiten, wenn man gesehen hat, daß sie beschlafen worden ist, alle aber übereinstimmen, sie benötige, wenn man es nicht gesehen hat, von ihm keines zweiten Scheidebriefes, vertritt somit",
"die Ansicht des R. Jose b. R. Jehuda.",
"Raba wandte ein: Was heißt demnach ‘auch’hierbei’!?",
"Vielmehr, erklärte Raba, meint er es wie folgt: R. Jose b. R. Jehuda sagt, auch wenn man nicht gesehen hat, daß sie beschlafen worden ist, berücksichtige man, es sei zur Ehelichung erfolgt.",
"Die Lehre des Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans, daß sie nur über den Fall streiten, wenn man gesehen hat, daß sie beschlafen worden ist, alle aber übereinstimmen, sie benötige, wenn man es nicht gesehen hat, von ihm keines zweiten Scheidebriefes,",
"stimmt mit niemand über ein.",
"WAS IST SIE WÄHREND DIESER TAGE? R. JEHUDA SAGT, SIE GELTE IN JEDER HINSICHT ALS EHEFRAU ; R. JOSE SAGT, SIE SEI GESCHIEDEN UND NICHT GESCHIEDEN.",
"Es wird gelehrt: Nur wenn er gestorbenist. – Kann denn, nachdem er gestorben ist, eine Scheidung erfolgen, es ist uns ja bekannt, daß es keine Scheidung nach dem Tode gebe!? Raba erwiderte: Wenn er gesagt hat: von der Zeit ab, wo ich noch auf der Welt bin.",
"Die Rabbanan lehrten: Während der Tage dazwischen gehört dem Ehemanne ihr Fund und ihre Händearbeit, er kann ihre Gelübde aufheben, er beerbt sie,"
],
[
"und er verunreinige sich anihr. Die Regel ist: sie gilt in jeder Hinsicht als seine Ehefrau, nur benötigt sie keines anderen Scheidebriefes – so R. Jehuda.",
"R. Meír sagt, ihre Beiwohnung befinde sich in der Schwebe; R. Jose sagt, ihre Beiwohnung sei zweifelhaft; die Weisen sagen, sie sei geschieden und nicht geschieden, jedoch nur dann, wenn er stirbt.",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen R. Meír und R. Jose?",
"R. Joḥanan erwiderte: Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen hinsichtlich des Schwebe-Schuldopfers; nach R. Meír bringe erkein Schwebe-Schuldopferdar, nach R. Jose aber muß er ein Schwebe-Schuldopfer darbringen",
". «Die Weisen sagen, sie ist geschieden und nicht geschieden.» Die Weisen sagen ja dasselbe, was R. Jose!? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen hinsichtlich einer Lehre R. Zeras, denn R. Zera sagte im Namen des Rabba b. Jirmeja im Namen Šemuéls: In allen Fällen, wo die Weisen gesagt haben, sie sei geschieden und nicht geschieden, ist der Ehemann zu ihrem Unterhalte verpflichtet.",
"v SAGTE JEMAND:] DA IST DEIN SCHEIDEBRIEF MIT DER BEDINGUNG, DASS DU MIR ZWEIHUNDERT ZUZ GIBST, SO IST SIE GESCHIEDEN, UND SIE GEBE SIE IHM; \n",
"WENN ABER: MIT DER BEDINGUNG, DASS DU SIE MIR VON JETZT AB BINNEN DREISSIG TAGEN GIBST, SO IST SIE, WENN SIE SIE IHM INNERHALB DREISSIG TAGEN GEGEBEN HAT, GESCHIEDEN, WENN ABER NICHT, NIGHT GESCHIEDEN.",
"R. ŠIMO͑N B. GAMLIE͑L SAGTE: EINST SAGTE JEMAND IN ÇAJDAN ZU SEINER FRAU: DA HAST DU DEINEN SCHEIDEBRIEF MIT DER BEDINGUNG, DASS DU MIR MEIN GEWAND GIBST, UND DAS GEWAND KAM ABHANDEN; DA ENTSCHIEDEN DIE WEISEN, DASS SIE IHM DEN GELDWERT GEBE.",
"GEMARA. Was heißt: sie gebe sie ihm? R. Hona erklärte: Sie soll ihm geben. R. Jehuda erklärte: Wenn sie ihmgibt. –",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen in dem Falle, wenn der Scheidebrief zerrissen worden oder abhanden gekommen ist. R. Hona erklärt: sie soll ihm geben, somit benötigt sie keines anderenScheidebriefes; R. Jehuda erklärt: wenn sie ihm gibt, somit benötigt sie eines anderenScheidebriefes.",
"Desgleichen haben wir auch von der Antrauung gelernt: Wenn jemand zu einer Frau gesagt hat: sei mir angetraut mit der Bedingung, daß ich dir zweihundert Zuz gebe, so ist sie ihm angetraut und er gebe sie ihr. Hierzu wird gelehrt: Was heißt: und er gebe sie ihr? R. Hona erklärte: Er soll ihr geben. R. Jehuda erklärte, wenn er ihr gibt. –",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen in dem Falle, wenn siedie Hand ausstreckt und die Antrauung von einem anderen entgegengenommen hat. R. Hona erklärt: er soll ihr geben, dies ist nichts weiter als eine Bedingung, die er dann erfüllt; R. Jehuda erklärt: wenn er ihr gibt, somit erfolgt die Antrauung erst dann, wenn er sie ihr gibt, vorher aber erfolgte keineAntrauung.",
"Und beides ist nötig. Würde er es nur von der Antrauung gelehrt haben, so könnte man glauben, R. Hona erkläre nur hierbei: er soll ihr geben, weil es zur Näherungerfolgt, bei der Scheidung aber, die zur Entfernungerfolgt, pflichte er R. Jehuda bei.",
"Und würde er es nur von der Scheidung gelehrt haben, so könnte man glauben, R. Hona erkläre nur hierbei: sie soll ihm geben, weil er sich nicht geniert, siezu mahnen, hinsichtlich der Antrauung aber, wobei sie sich geniert, ihnzu mahnen, pflichte er R. Jehuda bei.",
"[Oder aber:] würde er es nur von der Antrauung gelehrt haben, so könnte man glauben, R. Jehuda erkläre nur hierbei: wenn er ihr gibt, weil sie sich geniert, ihn zu mahnen, bei der Scheidung aber, wobei er sich nicht geniert, sie zu mahnen, pflichte er R. Hona bei.",
"Und würde es nur von der Scheidung gelehrt worden sein, so könnte man glauben, R. Jehuda erkläre nur hierbei: wenn sie ihm gibt, weil es zur Entfernung erfolgt, hinsichtlich der Antrauung aber, die zur Näherung erfolgt, pflichte er R. Hona bei. Daher ist beides nötig.",
"Man wandte ein: [Sagte jemand:] da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du mir zweihundert Zuz gibst, so ist sie, selbst wenn der Scheidebrief zerrissen worden oder abhanden gekommen ist, geschieden, jedoch darf sie, bis sie sie ihm gegeben hat, einen anderen nichtheiraten.",
"Ferner wird gelehrt: [Wenn er gesagt hat:] da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du mir zweihundert Zuz gibst, und gestorben ist, so fällt sie, wenn sie sie ihm gegeben hat, dem Eheschwager nicht zu, wenn sie sie ihm aber nicht gegeben hat, fällt sie dem Eheschwagerzu. R. Šimo͑n b. Gamlie͑l sagt, sie gebe sie seinem Vater, seinem Bruder oder sonst einem Verwandten.",
"Sie streiten nur insofern, als der eine erklärt: mir, nicht aber meinen Erben, und der andere erklärt: mir, auch meinen Erben; alle stimmen jedoch überein, daß es nur eine Bedingungsei. Dies ist eine Widerlegung R. Jehudas!? –",
"R. Jehuda kann dir erwidern: hier ist die Ansicht Rabbis vertreten. R. Hona sagte nämlich im Namen Rabbis, wenn jemand ‘mit der Bedingung’ sagt, sei es ebenso, als würde er ‘von jetzt ab’sagen, die Rabbanan aber streiten gegen ihn, und ich bin der Ansicht der Rabbanan.",
"R. Zera sagte: Als wir in Babylonien waren, sagten wir: R. Hona sagte im Namen Rabbis, daß, wenn jemand ‘mit der Bedingung’ gesagt hat, es ebenso sei, als würde er ‘von jetzt ab’ gesagt haben, die Rabbanan aber streiten gegen ihn. Als ich hinaufkam, traf ich R. Asi sitzen und im Namen R. Joḥanans vortragen: Alle stimmen überein, daß, wenn jemand ‘mit der Bedingung’ gesagt hat, es ebenso sei, als würde er ‘von jetzt ab’ gesagt haben, sie streiten nur über den Fall, wenn er ‚von heute ab, nach meinem Tode’ [gesagthat]."
],
[
"Es wird auch gelehrt: [Sagte er:] von heute ab nach meinem Tode, so ist der Scheidebrief gültig und nicht gültig – so die Weisen; Rabbi sagt, dieser Scheidebrief sei gültig. –",
"Weshalb streiten sie nach R. Jehuda, welcher sagt, ihr Streit bestehe auch über [die Fassung] ‘mit der Bedingung’, über [die Fassung] ‘von heute ab, nach meinem Tode’, sollten sie doch über [die Fassung] ‘mit der Bedingung’ streiten!? – Um die Ansicht Rabbishervorzuheben. –",
"Sollten sie doch über [die Fassung] ‘mit der Bedingung’ streiten, um die Ansicht der Rabbanan hervorzuheben!? – Die erleichternde Ansicht ist bedeutender.",
"MIT DER BEDINGUNG, DASS DU MIR VON JETZT AB BINNEN DREISSIG TAGEN GIBST &C. Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, er habe es nicht genau genommen und wollte sie nur anspornen, so lehrt er uns.",
"R. ŠIMO͑N B. GAMLIE͑L SAGTE: EINST SAGTE JEMAND IN ÇAJDAN &C. Was lehrte er, worauf das Ereignis sich beziehen könnte!? –",
"[Die Mišna] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: wenn er zu ihr gesagt hat, mit der Bedingung, daß du mir mein Gewand gibst, und das Gewand abhanden gekommen ist, so meinte er durchaus das Gewand; R. Šimo͑n b. Gamlie͑l sagt, sie gebe ihm den Geldwert. Hierzu sagte R. Šimo͑n b. Gamlie͑l: Einst sagte jemand in Çajdan zu seiner Frau: da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du mir mein Gewand gibst, und das Gewand kam abhanden; da entschieden die Weisen, daß sie ihm den Geldwert gebe.",
"R. Asi fragte R. Joḥanan: Wie ist es, wenn [er gesagt hat:] da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du mir zweihundert Zuz gibst, und darauf zu ihr sagt: sie seien dir geschenkt?",
"Dies ist fraglich sowohl nach den Rabbanan als auch nach R. Šimo͑n b. Gamlie͑l.",
"Dies ist fraglich nach den Rabbanan, denn die Rabbanan vertreten ihre Ansicht vielleicht nur da, wo er darauf nicht verzichtet hat, hierbei aber sagte er ihr ja, er verzichtedarauf, oder aber, auch R. Šimo͑n b. Gamlie͑l vertritt seine Ansicht nur da, wo sie ihn mit Geldabfindet, hierbei aber nicht.",
"Dieser erwiderte: Sie ist nicht geschieden. Er wandte gegen ihn ein: Wenn jemand zu seinem Nächsten gesagt hat: Qonamsei dir jeder Genuß von mir, wenn du meinem Sohne nicht ein Kor Weizen und zwei Faß Wein gibst, so ist esihm, wie R. Meír sagt, verboten, bis er sie ihm gegeben hat; die Weisen sagen, dieser könne sein Gelübde auch ohne Gelehrten auflösen, wenn er sagt: es sei ebenso, als hätte ich sieerhalten!? –",
"Es ist ja nicht gleich; hierbei wollte er siekränken, hat sie aber nicht gekränkt, da aber sollte esfür seinen Bedarf erfolgen, und er brauchte es nicht.",
"Einst sagte jemand zu seinem Pächter: Alle anderen [Pächter] bewässern dreimal und erhaltenein Viertel, bewässere du viermal, so erhältst du ein Drittel. Später kam Regen.",
"Da entschied R. Joseph: Er hat ja nichtbewässert. Rabba aber sagte: Es war ja nicht nötig.",
"Es wäre anzunehmen, daß R. Joseph der Ansicht der Rabbananund Rabba der Ansicht des R.Šimo͑n b. Gamlie͑list. –",
"Glaubst du; es ist uns ja bekannt, daß die Halakha wie Rabba sei, während hierbei die Halakha nicht wie R. Šimo͑n b. Gamlie͑l ist!?",
"Vielmehr sind beide der Ansicht der Rabbanan; R. Joseph ist entschieden der Ansicht der Rabbanan, und Rabba kann dir erwidern: meine Ansicht gilt auch nach den Rabbanan, denn die Rabbanan vertreten ihre Ansicht nur da, wo er sie kränken wollte, hierbei aber sollte es für seinen Bedarf erfolgen, und er brauchte es nicht.",
"Dort haben wir gelernt: Vormals pflegte ersich am [letzten] Tage der zwölf Monatezu verstecken, damit [das Haus] ihm verfalle, da ordnete Hillel der Ältere an, daß [der Verkäufer] das Geld in der Kammereinzahle, die Tür einbreche und hineingehe; jener kann dann zu jeder beliebigen Zeit kommen und sein Geld holen.",
"Raba sagte: Aus der Anordnung Hillels ist zu entnehmen, daß, [wenn jemand gesagt hat:] da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du mir zweihundert Zuz gibst, und sie sie ihm mit seinem Willen gegeben hat, sie geschieden, und wenn gegen seinen Willen, sie nicht geschieden sei.",
"Da Hillel anordnen mußte, daß die auf gezwungene Zahlungals Zahlung gelte,"
],
[
"so gilt wohl sonst die aufgezwungene Zahlung nicht als Zahlung.",
"R. Papa, nach anderen R. Šimi b. Aši, wandte ein: Vielleicht war die Anordnung nur für den Fall nötig, wenn es in seiner Abwesenheit erfolgt; in seiner Anwesenheit aber ist die Zahlung gültig, einerlei ob sie mit seinem Willen oder gegen seinen Willen erfolgt!?",
"Manche lesen: Raba sagte: Aus der Anordnung Hillels ist zu entnehmen, daß, [wenn jemand gesagt hat:] da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du mir zweihundert Zuz gibst, und sie sie ihm gegeben hat, das Geben gültig sei, einerlei ob es mit seinem Willen oder gegen seinen Willen erfolgt ist. Hillel mußte dies anordnen nur für den Fall, wenn es in seiner Abwesenheit erfolgt, in seiner Anwesenheit aber ist die Zahlung gültig, einerlei ob es mit seinem Willen oder gegen seinen Willen erfolgt ist.",
"R. Papa, nach anderen R. Šimi b. Aši, wandte ein: Vielleicht kann dies auch in seiner Anwesenheit nur mit seinem Willen und nicht gegen seinen Willen erfolgen, nur ordnete Hillel das an, was dann erforderlich war!?",
"Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Überall, wo R. Šimo͑n b. Gamlie͑l etwas in unserer Mišna lehrt, ist die Halakha nach ihm zu entscheiden, nur nicht bei [den Lehren vom] Bürgen, vom Ereignis in Çajdan",
"und vom nachträglichenBeweise.",
"Die Rabbanan lehrten: [Sagte er:] da ist dein Scheidebrief und das Papier gehöre mir, so ist sie nichtgeschieden, wenn aber: mit der Bedingung, daß du mir das Papier zurückgibst, so ist sie geschieden. –",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen dem ersten Falle und dem anderen Falle? R. Ḥisda erwiderte: Hier ist die Ansicht des R.Šimo͑n b. Gamliél vertreten, welcher sagt, sie könne ihm den Geldwert geben, somit kann sie ihn auch hierbei mit dem Geldwerteabfinden.",
"Abajje wandte ein: Allerdings ist R. Šimo͑n b. Gamlie͑l dieser Ansicht in dem Falle, wenn die Sache nicht vorhanden ist, aber ist er dieser Ansicht auch in dem Falle, wenn die Sache vorhanden ist!?",
"Vielmehr, sagte Abajje, ist hier die Ansicht R. Meírs vertreten, welcher sagt, es sei eine doppelte Bedingungerforderlich, und hier hat er die Bedingung nicht verdoppelt.",
"Raba wandte ein: Demnach erfolgt dies nur aus dem Grunde, weil er die Bedingung nicht verdoppelt hat, wenn er aber die Bedingung verdoppelt hat, ist der Scheidebrief ungültig. Merke, die [Bestimmung über die] Bedingung folgern wir ja von der Bedingung der Gaditenund Reúbeniten,",
"und wie da die Bedingung vor der Leistung genannt wurde, ebenso ist auch sonst die Bedingung vor der Leistung zu nennen, während hierbei die Leistung vor der Bedingung genanntwurde!?",
"Vielmehr erklärte Raba, weil die Leistung vor der Bedingung genanntwurde.",
"R. Ada b. Ahaba wandte ein: Nur aus dem Grunde, weil die Leistung vor der Bedingung genannt wurde, wenn er aber die Bedingung vor der Leistung genannt hat, ist die Scheidung ungültig. Merke, die [Bestimmung über die] Bedingung folgern wir ja von der Bedingung der Gaditen und Reúbeniten, und wie da die Bedingung in einer Sache und die Leistung in einer anderen Sache bestanden hat, ebenso auch sonst,"
],
[
"während hierbei Bedingung und Leistung in derselben Sachebesteht!? Vielmehr, erklärte R. Ada b. Ahaba, weil die Bedingung und die Leistung in derselben Sache besteht.",
"R. Aši erklärte: Hier ist die Ansicht Rabbis vertreten, denn R. Hona sagte im Namen Rabbis, daß, wenn jemand ‘mit der Bedingung’ sagt, es ebenso sei, als würde er ‘von jetzt ab’ sagen.",
"Šemuél ordnete hinsichtlich des Scheidebriefes eines Sterbenskranken an, [daß er sage:] wenn ich nicht sterbe, sei der Scheidebrief ungültig, und wenn ich sterbe, sei er gültig. –",
"Soll er doch sagen: wenn ich sterbe, sei der Scheidebriefgültig, und wenn ich nicht sterbe, sei er ungültig!? – Niemand nennt sein Unglück im Voraus. –",
"Soll er doch sagen: der Scheidebrief sei nicht gültig, wenn ich nicht sterbe!? – Die Bedingung muß vor der Leistung genannt werden.",
"Raba wandte ein: Merke, die [Bestimmung über die] Bedingung folgern wir ja von der Bedingung der Gaditen und Reúbeniten, wie nun da der Jafall dem Neinfall voranging, ebenso auch sonst, und hierbei geht der Neinfall dem Jafall voran!?",
"Vielmehr, sagte Raba, [sage er:] wenn ich nicht sterbe, sei der Scheidebrief ungültig, wenn ich sterbe, sei er gültig, und wenn ich nicht sterbe, sei er ungültig.",
"[Er sage zuerst:] wenn ich nicht sterbe, sei der Scheidebrief ungültig, weil niemand mit seinem Unglücke beginnt, dann [sage er:] wenn ich sterbe, sei der Scheidebrief gültig, und wenn ich nicht sterbe, sei er ungültig, weil der Jafall dem Neinfall vorangehen muß.",
"vi WIE LANGE MUSS SIE, [WENN ER ZU IHR GESAGT HAT:] DA IST DEIN SCHEIDEBRIEF MIT DER BEDINGUNG, DASS DU MEINEN VATER BEDIENST, MIT DER BEDINGUNG, DASS DU MEINEN SOHN SÄUGST, IHN SÄUGEN? ZWEI JAHRE; R. JEHUDA SAGT, ACHTZEHN MONATE. STIRBT DER SOHN ODER DER VATER, SO IST DER SCHEIDEBRIEF GÜLTIG. [WENN ER GESAGT HAT:] \n",
"DA IST DEIN SCHEIDEBRIEF MIT DER BEDINGUNG, DASS DU MEINEN VATER ZWEI JAHRE BEDIENST, MIT DER BEDINGUNG, DASS DU MEINEN SOHN ZWEI JAHRE SÄUGST, UND DER SOHNSTIRBT, ODER DER VATER, OHNE VON IHR GEKRÄNKT WORDENZU SEIN, DIE BEDIENUNG ABLEHNT, SO IST DER SCHEIDEBRIEF UNGÜLTIG; R. ŠIMO͑N B. GAMLIE͑L SAGT, DIESER SCHEIDEBRIEF SEI GÜLTIG.",
"R. ŠIMO͑N B. GAMLIE͑L SAGTE EINE REGEL: WENN DAS HINDERNIS NIGHT VON IHR AUSGEHT, SO IST DER SCHEIDEBRIEF GÜLTIG.",
"GEMARA. Ist denn eine so lange Zeit erforderlich, ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Hat sie ihn einen Tag bedient, einen Tag gesäugt, so ist der Scheidebrief gültig!?",
"R. Ḥisda erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine nach den Rabbanan und das andere nach R. Šimo͑n b. Gamlie͑l.",
"Unsere Mišna vertritt die Ansicht des R. Šimo͑n b. Gamlie͑lund die Barajtha die der Rabbanan. –",
"Wenn aber der Schlußsatz die Ansicht des R. Šimo͑n b. Gamlie͑l lehrt, so vertritt ja der Anfangsatz nicht die Ansicht des R.Šimo͑n b. Gamlie͑l!? – Vielmehr, die Barajtha vertritt die Ansicht des R. Šimo͑n b. Gamlie͑l, der bei der Bedingung erleichterndist, und unsere Mišna vertritt die Ansicht der Rabbanan.",
"Raba erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine, wenn er es nicht gesagt hat, das andere, wenn er es gesagthat.",
"R. Aši sagte: Auch wenn er es nicht gesagt hat, ist es ebenso, als würde er ‘einen Tag’ gesagt haben. –",
"Wir haben gelernt: Wie lange muß sie ihn säugen? Zwei Jahre: R. Jehuda sagt, achtzehn Monate. Einleuchtend ist dies nach Raba, wozu aber sind nach R. Aši zwei Jahre nötig, wozu sind achtzehn Monate nötig, auch ein Tag ist ja ausreichend!? –",
"Er meint es wie folgt: einen Tag in zwei Jahren, nicht aber nach Ablauf von zwei Jahren, einen Tag in achtzehn Monaten, nicht aber nach Ablauf von achtzehn Monaten.",
"Man wandte ein: [Wenn er gesagt hat:] da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du meinen Vater zwei Jahre bedienst, mit der Bedingung, daß du meinen Sohn zwei Jahre säugst, und der Sohn stirbt, oder der Vater, ohne von ihr gekränkt worden zu sein, die Bedienung ablehnt, so ist der Scheidebrief ungültig."
],
[
"Allerdings gilt nach Raba der Anfangsatz von dem Falle, wenn er es nicht gesagthat, und der Schlußsatz von dem Falle, wenn er es gesagthat, welchen Unterschied gibt es",
"aber nach R. Aši zwischen dem Anfangsatze und dem Schlußsatze!? – Dies ist ein Einwand.",
"Die Rabbanan lehrten: [Sagte er:] da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du meinen Vater zwei Jahre bedienst, mit der Bedingung, daß du meinen Sohn zwei Jahre säugst, so ist, selbst wenn die Bedingung nicht erfüllt worden ist, der Scheidebrief gültig, weil er zu ihr nicht gesagt hat: wenn du bedienst, und wenn du nicht bedienst, wenn du säugst, und wenn du nicht säugst– so R. Meír.",
"Die Weisen sagen, ist die Bedingung erfüllt worden, so ist der Scheidebrief gültig, ist die Bedingung nicht erfüllt worden, so ist der Scheidebrief ungültig. R. Šimo͑n b. Gamlie͑l sagte: Du hast in der Schrift keine Bedingung, die nicht eine doppelte wäre.",
"Manche erklären, er sagte es gegen R. Meír, und manche erklären, er sagte es gegen die Rabbanan. Manche erklären, er sagte es gegen R. Meír, und zwar wie folgt: du hast in der Schrift keine Bedingung, die nicht eine doppeltewäre, somit lehren zwei Schriftverse dasselbe, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichtszu folgern.",
"Manche erklären, er sagte es gegen die Rabbanan, und zwar wie folgt: du hast in der Schrift keine Bedingung, die nicht eine doppelte wäre, und man folgere von diesen. –",
"Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: [Wenn er gesagt hat:] da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du meinen Vater zwei Jahre bedienst, mit der Bedingung, daß du meinen Sohn zwei Jahre säugst, so ist, wenn der Vater oder der Sohn stirbt, der Scheidebrief ungültig – so R. Meír.",
"Die Weisen sagen, obgleich die Bedingung nicht erfüllt worden ist, sei der Scheidebrief gültig, denn sie kann zu ihm sagen: gib mir deinen Vater, und ich werde ihn bedienen, gib mir deinen Sohn, und ich werde ihn säugen.",
"Somit befindet sich R. Meír mit sich selbst in einem Widersprüche und die Rabbanan befinden sich mit sich selbst in einem Widersprüche!? –",
"R. Meír befindet sich nicht mit sich selbst in einem Widersprüche, denn jene [Lehre] gilt, wenn er die Bedingung nicht verdoppelt hat, diese aber, wenn er die Bedingung verdoppelt hat.",
"Die Rabbanan befinden sich ebenfalls nicht mit sich selbst in einem Widersprüche, denn unter Weisen, die hier genannt werden, ist R. Šimo͑n b. Gamlie͑l zu verstehen, welcher sagt, wenn das Hindernis nicht von ihr ausgeht, sei der Scheidebrief gültig.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn er ihr vor zweien gesagt hat: da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du meinen Vater zwei Jahre bedienst, und daraufzurückgetreten ist und zu ihr vor zweien gesagt hat: da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du mir zweihundert Zuz gibst, so haben seine anderen Worte die ersten nicht aufgehoben; wenn sie will, bediene sie ihn, und wenn sie will, gebe sie ihm zweihundert Zuz.",
"Wenn er aber zu ihr vor zweien gesagt hat: da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du mir zweihundert Zuz gibst, und darauf zurückgetreten ist und zu ihr vor zweien gesagt hat: da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du mir dreihundert Zuz gibst, so haben seine anderen Worte die ersten aufgehoben. Einer von den ersten und einer von den anderen können nicht vereinigtwerden. –",
"Worauf bezieht sich dies: wenn etwa auf den Schlußsatz, so ist erja nichtig!? – Vielmehr, auf den Anfangsatz. –",
"Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, sie seien hinsichtlich der Erfüllung der Bedingungzu vereinigen, so lehrt er uns.",
" WENN JEMANDGESAGT HAT: DA IST DEIN SCHEIDEBRIEF, FALLS ICH VON JETZT AB IN DREISSIG TAGEN NICHT KOMME, UND VON JUDÄA NACH GALILÄA REIST, SO IST, WENN ER ANTIPATRISERREICHT HAT UND UMGEKEHRT IST, DIE BEDINGUNGAUFGEHOBEN.",
"[WENN ER GESAGT HAT:] DA JST DEIN SCHEIDEBRIEF, FALLS ICH VON JETZT AB IN DREISSIG TAGEN NICHT KOMME, UND VON GALILÄA NACH JUDÄA REIST, SO IST, WENN ER DAS DORF U͑THNAJERREICHT HAT UND UMGEKEHRT IST, DIE BEDINGUNG AUFGEHOBEN.",
"[WENN ER GESAGT HAT:] DA IST DEIN SCHEIDEBRIEF, FALLS ICH VON JETZT AB IN DREISSIG TAGEN NICHT KOMME, UND NACH DEM ÜBERSEELANDE REIST, SO IST, WENN ER A͑KKO ERREICHT HAT UND UMGEKEHRT IST, DIE BEDINGUNG AUFGEHOBEN. [WENN ER GESAGT HAT:] \n",
"DA IST DEIN SCHEIDEBRIEF, SOBALD ICH DREISSIG TAGE VON DEINEM GESICHTE FORT BIN, UND FORTGEHT UND KOMMT, FORTGEHT UND KOMMT, SO IST DER SCHEIDEBRIEF, DA ER NICHT MIT IHR ALLEIN ZUSAMMEN WAR, GÜLTIG.",
"GEMARA. Demnach lag Antipatris in Galiläa; ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Antipatris lag in Judäa und das Dorf U͑thnaj in Galiläa, und hinsichtlich des Gebietes dazwischen wird erschwerend entschieden,"
],
[
"sie istgeschieden und nichtgeschieden!?",
"Abajje erwiderte: Hierbei handelt es sich um zwei Bedingungen: wenn ich Galiläa erreiche, sei der Scheidebrief sofortgültig, und wenn ich nach dreißig Tagen von der Reisenicht zurück bin, sei der Scheidebrief ebenfalls gültig. Wenn er Antipatriserreicht hat und umgekehrt ist, und somit weder Galiläa erreicht noch dreißig Tage gesäumt hat, so ist die Bedingung aufgehoben.",
"DA IST DEIN SCHEIDEBRIEF, FALLS ICH VON JETZT AB IN DREISSIG TAGEN NICHT KOMME &C. Demnach lag A͑kko im Überseelande, und dem widersprechend sagte R. Saphra, daß die Gelehrten, wenn sie sich von einander verabschiedeten, sich in A͑kko verabschiedeten, weil es verboten ist, aus dem [Jisraél]lande nach dem Auslande zu gehen!?",
"Abajje erwiderte: Hierbei handelt es sich um zwei Bedingungen: wenn ich in das Überseeland komme, sei der Scheidebrief sofort gültig, und wenn ich nach dreißig Tagen von der Reise nicht zurück bin, sei der Scheidebrief ebenfalls gültig. Wenn er A͑kko erreicht hat und umgekehrt ist, und somit weder das Überseeland erreicht noch dreißig Tage gesäumt hat, so ist die Bedingung aufgehoben.",
"DA IST DEIN SCHEIDEBRIEF, SOBALD ICH FORT BIN &C. Er war ja nichtfort!? R. Hona erwiderte: Unter Gesicht ist der Beischlafzu verstehen, und er nennt ihn deshalb Gesicht, weil er einen euphemistischen Ausdruckgebrauchen will.",
"R. Joḥanan erwiderte: Tatsächlich ist dies wörtlich zu verstehen, das Gesicht; er lehrt nicht, daß sie geschieden sei, sondern der Scheidebrief gültig, denn der Scheidebrief istnicht veraltet, und sobald dies volle dreißig Tage erfolgt, ist der Scheidebrief gültig.",
"Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Joḥanan: [Wenn jemand gesagt hat:] da ist dein Scheidebrief, sobald ich dreißig Tage von deinem Gesicht fort bin, und fortgeht und kommt, fortgeht und kommt, so ist der Scheidebrief, da er nicht mit ihr allein zusammen War, gültig; man berücksichtige nicht, der Scheidebrief kann veraltet sein, da er nicht mit ihr allein zusammen war. –",
"Es ist ja zu berücksichtigen, er kann sich mit ihr vertragenhaben!? Rabba b. R. Hona erwiderte: Mein Herr Vater erklärte im Namen Rabhs, wenn ergesagt hat, sie solle glaubhaft sein, von mir zu behaupten, daß ich nicht gekommenbin.",
"Manche beziehen dies auf folgende Mišna: [Wenn er gesagt hat:] von jetzt ab, falls ich von jetzt ab in zwölf Monaten nicht komme, und innerhalb der zwölf Monate stirbt, so ist der Scheidebrief gültig. Es ist ja zu berücksichtigen, er kann sich mit ihr vertragen haben!? Rabba b. R. Hona erwiderte: Mein Herr Vater erklärte im Namen Rabhs, wenn er gesagt hat, sie solle glaubhaft sein, von mir zu behaupten, daß ich nicht gekommen bin.",
"Nach dem, der dies auf die Mišnabezieht, gilt diesum so mehr von der Barajtha, und nach dem, der dies auf die Barajtha bezieht,",
"gilt dies [nicht] von der Mišna, denn er kam nicht.",
" WENN ER GESAGT HAT:] DA IST DEIN SCHEIDEBRIEF, FALLS ICH VON JETZT AB IN ZWÖLF MONATEN NICHT KOMME, UND INNERHALB DER ZWÖLF MONATE STIRBT, SO ISTDER SCHEIDEBRIEF UNGÜLTIG; \n",
"WENN ABER: DA IST DEIN SCHEIDEBRIEF VON JETZT AB, FALLS ICH VON JETZT AB IN ZWÖLF MONATEN NICHT KOMME, UND INNERHALB DER ZWÖLF MONATE STIRBT, SO IST DER SCHEIDEBRIEF GÜLTIG.",
"[WENN ER GESAGT HAT:] FALLS ICH VON JETZT AB IN ZWÖLF MONATEN NICHT KOMME, SO SCHREIBT MEINER FRAU EINEN SCHEIDEBRIEF UND GEBT IHN IHR, UND SIE DEN SCHEIDEBRIEF INNERHALB DER ZWÖLF MONATF GESCHRIEBEN UND IHR NACH ZWÖLF MONATEN GEGEBEN HABEN, SO IST DER SCHEIDEBRIEF UNGÜLTIG. ix",
"[WENN ER GESAGT HAT:] SCHREIBT MEINER FRAU EINEN SCHEIDEBRIEF UND GEBT IHN IHR, FALLS ICH VON JETZT AB IN ZWÖLF MONATEN NICHT KOMME, UND SIE IHN INNERHALB DER ZWÖLF MONATE GESCHRIEBEN UND IHR NACH ZWÖLF MONATEN GEGEBEN HABEN, SO IST DER SCHEIDEBRIEF UNGÜLTIG; R. JOSE SAGT, EIN SOLCHER SCHEIDEBRIEF SEI GÜLTIG.",
"WENN SIE IHN NACH ZWÖLF MONATEN GESCHRIEBEN UND IHR NACH ZWÖLF MONATEN GEGEBEN HABEN UND ER GESTORBEN IST, SO IST DER SCHEIDEBRIEF, WENN ER DEM TODE VORANGING, GÜLTIG, UND WENN DER TOD DEM SCHEIDEBRIEFE VORANGING, UNGÜLTIG; IST DIES UNBEKANNT, SO IST DIES EIN FALL, VON DEM SIE SAGTEN, SIE SEI GESCHIEDEN UND NICHT GESCHIEDEN.",
"GEMARA. Es wird gelehrt: Unsere Meister haben ihrzu heiraten erlaubt. –",
"Wer sind diese Meister? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuels: Das Gericht, das das Ölerlaubt hat. Sie sind der Ansicht R. Joses, welcher sagt, das Datum der Urkunde beweisees.",
"R. Abba, Sohn des R. Ḥija b. Abba, sagte im Namen R. Joḥanans: R. Jehuda der Fürst, Sohn des R. Gamlie͑l b. Rabbi, entschied demgemäß, aber sein Kollegium, und manche sagen, sein Zeitalter, pflichtete ihm nicht bei.",
"R. Elea͑zar sprach zu einem Greise: Habt ihr es ihr soforterlaubt oder erst nach zwölf Monaten? Habt ihr es ihr sofort erlaubt, da er nicht kommen wird, oder habt ihr es ihr erst nach zwölf Monaten erlaubt, da erst dann die Bedingung in Erfüllung geht? –",
"Dies ist ja auch hinsichtlich unserer Mišna fraglich!? Von jetzt ab, falls ich von jetzt ab in zwölf Monaten nicht komme, und innerhalb der zwölf Monate stirbt, so ist der Scheidebrief gültig. Ist er es sofort, da er nicht kommen wird, oder erst nach zwölf Monaten, da erst dann die Bedingung in Erfüllung geht? – Dem ist auch so, nur war er bei jenem Ereignisseanwesend.",
"Abajje sagte: Alle stimmen überein, daß, wenn er gesagt hat: sobald die Sonne aus ihrem Futteralehervorkommt,"
],
[
"er gemeint habe, sobald sie hervorgekommen ist, und wenn er nachts gestorben ist, so ist dies eine Scheidung nach dem Tode.",
"Und daß ferner, [wenn er gesagt hat:] mit der Bedingung, daß die Sonne aus ihrem Futterale hervorkomme, er gemeint habe: von jetzt ab, denn R. Hona sagte im Namen Rabhs, wenn jemand ‘mit der Bedingung’ gesagt hat, sei es ebenso, als würde er ‘von jetzt ab‘ gesagt haben.",
"Sie streiten nur über [die Wendung:] wenn sie hervorkommt; einer ist der Ansicht R. Joses, welcher sagt, das Datum der Urkunde beweise es, somit ist es ebenso, als würde er gesagt haben: von heute ab, falls ich sterbe, von jetzt ab, falls ich sterbe, und einer ist nicht der Ansicht R. Joses, somit ist es ebenso, als würde er nur gesagt haben: falls ich sterbe.",
"SCHREIBT MEINER FRAU EINEN SCHEIDEBRIEF UND GEBT IHN IHR, FALLS ICH VON JETZT AB IN ZWÖLF MONATEN NICHT KOMME, UND SIE IHN GESCHRIEBEN &C.",
"R. Jemar sprach zu R. Aši: Es wäre anzunehmen, daß R. Jose der Ansicht ist, wenn jemand einen Scheidebrief bedingungsweise geschriebenhat, sei er gültig? – Nein, tatsächlich, kann ich dir erwidern, ist er ungültig, nur ist es hierbei anders; da er sagen sollte: falls ich, nicht komme, schreibtund gebt, er aber gesagt hat: schreibt und gebt, falls ich nicht komme, so meinte er es wie folgt: schreibt sofort und gebt, falls ich nicht komme. Nach den Rabbanan aber ist es einerlei, ob er so oder so gesagt hat.",
"Die Rabbanan lehrten: [Sagte er:] nach einem Septennium, [so warte man]ein Jahr, wenn: nach einem Jahre, [so warte man] einen Monat, wenn: nach einem Monat, [so warte man] eine Woche. Wie ist es, wenn er gesagt hat:",
"nach einer Woche? R. Zera saß vor R. Asi, wie manche sagen, R. Asi vor R. Joḥanan, und trug vor: Sonntag, Montag, Dienstag heißen nach dem Šabbath, Mittwoch, Donnerstag und Freitag heißen vor dem Šabbath.",
"Es wird gelehrt: Rabbi sagte: [Sagte er:] nach dem Feste, [so warte man] dreißig Tage. R. Hija ging hinaus und trug es im Namen Rabbis vor, und man erkannte esan, im Namen der Mehrheit [rabbim], und man erkannte es nicht an. Demnach ist die Halakha nicht so.",
"",
"WENN JEMAND SEINER FRAU EINEN SCHEIDEBRJEF ZUWIRFT, WAHREND SIE SICH IN IHREM HAUSE ODER IHREM HOFE BEFINDET, SO IST SIE GESCHIEDEN; WENN ER IHN IHR IN SEINEM HAUSE ODER IN SEINEM HOFE ZUWIRFT, SO IST SIE, SELBST WENN ER ZU IHR INS BETT FÄLLT, NICHT GESCHIEDEN, WENN ABER IN IHREN SCHOSS ODER IN IHR KÖRBCHEN, SO IST SIE GESCHIEDEN.",
"GEMARA. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten: Er gebe ihr in die Hand; ich weiß nur von ihrer Hand, woher dies von ihrem Dache, ihrem Hofe und ihrem Gehege? Es heißt: er gebe, auf jede Weise.",
"Desgleichen wird auch vom Diebe gelehrt: Hand, ich weiß dies nur von seiner Hand, woher dies von seinem Dache, seinem Hofe und seinem Gehege? Es heißt: finden, gefunden, in jedem Falle.",
"Und beides ist nötig; würde es nur vom Scheidebriefe gelehrt worden sein, so könnte man glauben, weil die Scheidung auch gegen ihren Willen erfolgen kann, nicht aber gelte dies von einem Diebe, bei dem es nicht gegen seinen Willen erfolgen kann.",
"Und würde es nur vom Diebe gelehrt worden sein, so könnte man glauben, weil der Allbarmherzige ihn gemaßregelt hat, nicht aber gelte dies vom Scheidebriefe. Daher ist beides nötig.",
"«Ihrem Hofe.» Was die Frau erwirbt, erwirbt ja der Ehemann!?",
"R. Elea͑zar erwiderte: Wenn er ihr geschriebenhat: ich habe kein Recht und keinen Anspruch an dein Vermögen. –",
"Was ist denn dabei, daß er ihr dies geschrieben hat, es wird ja gelehrt, wenn jemand zu seinem Nächstengesagt hat: ich habe kein Recht und keinen Anspruch an dieses Feld, ich habe damit nichts zu tun, meine Hand ist davon entfernt, habe er nichtsgesagt!?",
"In der Schule R. Jannajs erklärten sie: Wenn er es ihr geschrieben hat, ab sie noch verlobtwar. Dies nach R. Kahana, denn R. Kahana sagte: Hinsichtlich einer Erbschaft, die einem von anderer Seitezufällt, kann manvereinbaren, daß man sie nicht erbe.",
"Ferner auch nach Raba, denn Raba sagte: Wenn jemand sagt,"
],
[
"er verzichte auf die Vorsorgeder Weisen, wie zum Beispiel in diesem Falle, höre man auf ihn. –",
"Was heißt: wie in diesem Falle? – Nach einer Lehre R. Honas im Namen Rabhs. R. Hona sagte nämlich im Namen Rabhs, eine Frau könne zu ihrem Ehemanne sagen, sie wolle nicht unterhalten werdenund nicht arbeiten.",
"Raba erwiderte: Gehört etwa ihre Hand nicht ihrem Ehemanne!? Vielmehr kommen Scheidebrief und Hand zusammen [in ihren Besitz], ebenso kommen hierbei Scheidebrief und Hof zusammen [in ihren Besitz].",
"Rabina sprach zu R. Aši: Was soll der Einwand, den Raba von der Hand der Ehefrau erhebt; zugegeben, daß sie ihm hinsichtlich der Händearbeit gehört, aber gehört ihm denn die Hand selbst!?",
"Dieser erwiderte: Raba erhebt einen Einwand von der Hand eines Sklaven, nach demjenigen, welcher sagt, er selbstdurch eine Urkunde: die Hand des Sklaven gleicht ja der Hand seines Herrn!? Vielmehr kommen Urkunde und Hand zusammen [in seinen Besitz], ebenso kommen hierbei Scheidebrief und der Hof zusammen [in ihren Besitz].",
"Einst schrieb ein Sterbenskranker für seine Frau einen Scheidebrief am Vorabende des Šabbaths und kam nicht dazu, ihn ihr zu geben. Am folgenden Tageverschlimmerte sich sein Zustand. Als sie dann zu Raba kamen, sprach er zu ihnen: Geht und sagt ihm, daß er ihr den Raum, in dem der Scheidebrief sich befindet, zueigne, sodann schließe sie [die Tür] ab und öffne sie, wodurch sie ihn in Besitz nimmt.",
"Wir haben nämlich gelernt, wenn er daetwas abgeschlossen, umzäunt oder niedergerissen hat, sei dies eine Besitznahme.",
"R. Îliš sprach zu Raba: Was die Frau erwirbt, erwirbt ja der Ehemann!? Da wurde er verlegen.",
"Später stellte es sich heraus, daß es eine Verlobte war. Da sprach Raba: Wenn sie dies von einer Verheirateten gesagt haben, sollte es auch von einer Verlobten gelten!? Hierauf sagte Raba: Einerlei ob eine Verlobte oder eine Verheiratete; Scheidebrief und Hof kommen zusammen [in ihren Besitz]. –",
"Raba sagte es ja bereits!? – Er sagte es eben bei diesem Ereignisse.",
"WAHREND SIE SICH IN IHREM HAUSE BEFINDET. U͑la sagte: Nur dann, wenn sie neben ihrem Hause oder neben ihrem Hofe steht R. Ošaja aber sagte: Selbst wenn sie in Tiberjas und ihr Hof in Sepphoris oder sie in Sepphoris und ihr Hof in Tiberjas sich befindet, ist sie geschieden. –",
"Es heißt ja aber: während sie sich in ihrem Hause oder in ihrem Hofe befindet!? – Er meint es wie folgt: wenn es ebenso ist, als befände sie sich in ihrem Hause oder in ihrem Hofe, wenn nämlich der Hof mit ihrem Wissen behütet ist, so ist sie geschieden. –",
"Es wäre anzunehmen, daß ihr Streit in folgendem bestehe: einer ist der Ansicht, der Hof sei als Handeinbegriffen, und einer ist der Ansicht, der Hof sei als Vertretereinbegriffen. –",
"Nein, alle sind der Ansicht, der Hof sei als Hand einbegriffen, nur erklärt einer, er müsse der Hand gleichen, wie die Hand in ihrer Nähe ist, ebenso muß der Hof in ihrer Nähe sein.",
"Der andere aber erwidert: Demnach müßte, wie die Hand ihr anhaftet, auch der Hof ihr anhaften!? Vielmehr, gleich der Hand, die [die Sache] mit ihrem Wissen behütet; ausgenommen ein Hof, wenn er sie ohne ihr Wisse behütet.",
"Einst warf jemand seiner Frau, als sie sich im Hofe befand, einen Scheidebrief zu, dieser aber rollte fort und fiel auf ein Brett Da entschied R. Joseph: Wir sehen nun: hat es vier zu vier Ellen, so ist es ein besonderesGebiet, wenn aber nicht, so ist es ein Gebiet. –",
"In welchem Falle: ist es ihr Hof, so ist ja nichts dabei, auch wenn es vier Ellenhat, und ist es sein Hof, so nützt es ja nicht, auch wenn es keine vier Ellen hat!? –",
"In dem Falle, wenn er ihr den Raum geborgthat; einen Raum pflegt man zu verborgen, zwei Räume pflegt man nicht zu verborgen.",
"Dies nur dann, wenn es keine zehn [Handbreiten] hoch ist, wenn es aber zehn [Handbreiten] hoch ist, so braucht eskeine vier Ellen zu haben.",
"Ferner nur dann, wenn es keinen"
],
[
"Beinamen führt, wenn es aber einen Beinamen führt, so braucht es weder zehn [Handbreiten] hoch zu sein noch vier Ellen zu haben.",
"SELBST WENN ER ZU IHR INS BETT FÄLLT &C. Raba sagte: Kur wenn es sein Bett ist, wenn es aber ihr Bett ist, so ist sie geschieden.",
"Ebenso wird auch gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Wenn in sein Bett, so ist sie nicht geschieden, wenn in ihr Bett, so ist sie geschieden. –",
"Wenn in ihr Bett, ist sie geschieden, obgleich es ebenso ist, als würde sich das Gefäßdes Käufers im Gebiete des Verkäufers befinden, somit ist hieraus zu entnehmen, wenn das Gefäß des Käufers sich im Gebiete des Verkäufers befindet, habe der Käufer [die Sache] erworben? –",
"In dem Falle, wenn es zehn [Handbreiten] hochist. – Es bleibt ja der Raum der Füßezurück!? – Auf den Raum der Füße achtet niemand.",
"IN IHREN SCHOSS ODER IN IHR KÖRBCHEN, SO IST SIE GESCHIEDEN. Weshalb denn, es ist ja ebenso, als würde sich das Gefäß des Käufers im Gebiete des Verkäufers befinden!?",
"R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Wenn das Körbchen an ihrem Körper hängt. Ebenso erklärte auch R. Elea͑zar im Namen R. Oša͑jas: Wenn das Körbchen an ihrem Körper hängt. R. Šimo͑n b. Laqiš erklärte: Wenn es angebunden ist, auch wenn es nicht hängt.",
"R. Ada b. Ahaba erklärte: Wenn das Körbchen sich zwischen ihren Hüftenbefindet. R. Mešaršeja b. R. Dimi erklärte: Wenn ihr Ehemann Korbhändlerist.",
"R. Joḥanan erklärte: Der Raum ihres Schoßes und der Raum ihres Körbchens ist ihr zugeeignet. Raba sagte: Folgendes ist der Grund R. Joḥanans: niemand achtet auf den Raum, den ihr Schoß oder ihr Körbchen einnimmt.",
"Ebenso wird gelehrt: Wenn er ihn in ihren Schoß oder in ihr Körbchen wirft, oder in irgend eine Sache gleich ihrem Körbchen, so ist sie geschieden. –",
"Was schließen [die Worte] ‘eine Sache gleich ihrem Körbchen’ ein? – Sie schließen ein Täschchen ein, aus dem sie Datteln ißt.",
"ii,1 WENN ER ZU IHR GESAGT HAT: NIMM DIESEN SCHULDSCHEIN, ODER WENN SIE IHN HINTER IHM GEFUNDEN HAT, UND SIE IHN LIEST UND SIEHT, DASS ES IHR SCHEIDEBRIEF SEI, SO IST ER UNGÜLTIG; NUR WENN ER ZU IHR GESAGT HAT: DA IST DEIN SCHEIDERRIEF.",
"WENN ER IHN IHR IM SCHLAFE IN DIE HAND GELEGT HAT UND SIE ERWACHEND IHN LIEST UND SIEHT, DASS ES IHR SCHEIDEBRIEF SEI, SO IST ER UNGÜLTIG; \n",
"NUR WENN ER ZU IHR GESAGT HAT: DA IST DEIN SCHEIDEBRIEF. GEMARA. Was nützt es denn, daß erzu ihr gesagt hat: da ist dein Scheidebrief, dies ist ja ebenso, ah würde er zu ihr gesagt haben: nimm deinen Scheidebrief vom Erdboden auf,",
"und Raba sagte, wenn er zu ihr gesagt hat: nimm deinen Scheidebrief vom Erdboden auf, habe er nichts gesagt!? –",
"Lies: wenn sie ihn ans seiner Rückseitehervorgezogen hat. – Was nützt es, daß sie ihn hervorgezogen hat, er muß ihn ihr ja in die Hand geben, was hierbei nicht der Fall ist!? – In dem Falle, wenn er ihr die Lenden vorgeschobenund sie ihn hervorgezogen hat.",
"Ebenso wird gelehrt: Wenn er zu ihr gesagt hat: nimm diesen Schuldschein, oder wenn sie ihn aus seiner Rückseite hervorgezogen hat, und sie ihn dann liest und sieht, daß es ihr Scheidebrief sei, so ist er ungültig; nur wenn er zu ihr gesagt hat: da ist dein Scheidebrief – so Rabbi. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, der Scheidebrief sei nur dann gültig, wenn er ihn ihr abnimmt, wiederum gibt und zu ihr sagt: da ist dein Scheidebrief.",
"Wenn er ihn ihr im Schlafe in die Hand gelegt hat, und sie erwachend ihn liest und sieht, daß es ihr Scheidebrief sei, so ist er ungültig; nur wenn er zu ihr gesagt hat: da ist dein Scheidebrief – so Rabbi. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, nur wenn er ihn ihr abnimmt, wiederum gibt und zu ihr sagt: da ist dein Scheidebrief.",
"Und beides ist nötig. Würde nur das erste gelehrt worden sein, so könnte man glauben, Rabbi vertrete seine Ansicht nur hierbei, weil sie scheidungsfähigist, in dem Falle aber, wenn er ihn ihr im Schlafe in die Hand gelegt hat, pflichte er R. Šimo͑n b. Elea͑zar bei.",
"Und würde nur das andere gelehrt worden sein, so könnte man glauben, R. Šimo͑n b. Elea͑zar vertrete seine Ansicht nur hierbei, beim anderen aber pflichte er Rabbi bei. Daher ist beides nötig.",
"Raba sagte: Wenn er ihr einen Scheidebrief geschrieben und ihn ihrem Sklaven in die Hand gegeben hat, so ist er, wenn dieser schläft und sie ihn hütet, gültig, wenn er aber wach ist, ungültig, da er einem Hofe gleicht, der ihn ohne ihr Wissen behütet. –",
"Wieso ist der Scheidebrief, wenn er schläft und sie ihn hütet, gültig, er ist ja ein beweglicherHof, und der bewegliche Hof erwirbt ja nichts!?",
"Wolltest du erwidern, anders sei es, wenn er schläft, so sagte ja Raba, alles, was beweglich nicht erwerben kann, erwerbe auch stehend und sitzend nicht!? – Die Halakha ist, wenn er gefesselt ist.",
" WENN SIE AUF ÖFFENTLICHEM GEBIETE STEHT UND ER IHR [DEN SCHEIDEBRIEF] ZUWIRFT, SO IST SIE, WENN ER IHR NÄHER IST, GESCHIEDEN, WENN ER IHM NÄHER IST, NICHT GESCHIEDEN, UND WENN HÄLFTE GEGEN HÄLFTE, GESCHIEDEN UND NICHT GESCHIEDEN. iii,1",
"DASSELBE GILT AUCH VON DER ANTRAUUNG UND DASSELBE VON EINER SCHULD. WENN SEIN GLÄUBIGER ZU IHM GESAGT HAT: WIRF MIR MEINE SCHULD ZU, UND ER SIE IHM ZUGEWORFEN HAT, SO IST, WENN SIE DEM GLÄUBIGER NÄHER IST, DER SCHULDNER IM VORTEIL, WENN SIE DEM SCHULDNER NÄHER IST, DER SCHULDNER HAFTBAR, UND WENN HÄLFTE GEGEN HÄLFTE, SO TEILEN SIE.",
"GEMARA. Was heißt ihm näher und was heißt ihr näher? Rabh erwiderte: In ihren vier Ellenheißt es ihr näher, in seinen vier Ellen heißt es ihm näher. –",
"Was heißt Hälfte gegen Hälfte? R. Šemuél b. R. Jiçḥaq erwiderte: Wenn beide innerhalb vier Ellen stehen. –",
"Soll man doch sehen, wer da zuerstwar!? Wolltest du erwidern, wenn beide gleichzeitig gekommen sind, so ist dies ja genau nicht möglich!?",
"Vielmehr, erklärte R. Kahana, hier wird von genau acht Ellen gesprochen,"
],
[
"wenn der Scheidebrief aus seinen vier Ellen in ihre vier Ellen ragt. –",
"Er ist ja mit ihmverbunden!? Vielmehr, Rabba und R. Joseph erklärten beide, hier werde von zwei Zeugenpartien gesprochen, wenn die eine bekundet, er war ihm näher, und die andere bekundet, er war ihr näher.",
"R. Joḥanan erklärte: Es heißt: ihr näher, selbst hundert Ellen, und es heißt: ihm näher, selbst hundert Ellen. –",
"Was heißt Hälfte gegen Hälfte? R. Šamen b. Abba erwiderte: Mir wurde von R. Joḥanan erklärt: wenn er ihn bewachen kann und sie nicht, so heißt dies ihm näher, wenn sie ihn bewachen kann und er nicht, so heißt dies ihr näher, und wenn beide ihn bewachen können oder beide ihn nicht bewachen können, so heißt dies Hälfte gegen Hälfte.",
"Als die Gelehrten R. Joḥanan dies im Namen R. Jonathans vortrugen, rief er: Verstehen die babylonischen Genossen so zu erklären!?",
"Ebenso wird gelehrt: E. Elie͑zer sagte: Wenn er ihr näher war als ihm, und ein Hund gekommen ist und ihn fortgenommen hat, so ist sie nicht geschieden. Weshalb nicht geschieden, wie lange sollte sie denn mit der Bewachung fortfahren!?",
"Wahrscheinlich meint er es wie folgt: falls er ihr näher war als ihm, aber, falls ein Hund gekommen wäre und ihn fortnehmen wollte, er ihn bewachen könnte und sie nicht, so ist sie nicht geschieden.",
"Šemuél sprach zu R. Jehuda: Scharfsinniger, wenn sie sich bücken und ihn aufnehmenkann; du aber triff eine Entscheidung nur in dem Falle, wenn der Scheidebrief in ihre Hand gekommen ist.",
"R. Mordekhaj sprach zu R. Aši: Einst ereignete sich ein solcherFall, und man benötigte sie der Ḥaliça.",
"DASSELBE GILT AUCH VON DER ANTRAUUNG. R. Asi sagte im Namen R. Joḥanans: Sie sagten es nur von der Scheidung, nicht aber von etwas anderem.",
"R. Abba wandte gegen R. Asi ein: Dasselbe gilt auch von der Antrauung!? – Anders ist es hierbei, denn es heißt:sie gehe fort und sei.",
"Er wandte gegen ihn ein: Und dasselbe von einer Schuld. [Wenn sein Gläubiger zu ihm gesagt hat:] wirf mir meine Schuld zu, und er sie ihm zugeworfen hat, so ist, wenn sie dem Gläubiger näher ist, der Schuldner im Vorteil, wenn sie dem Schuldner näher ist, der Schuldner haftbar, und wenn Hälfte gegen Hälfte, so teilen sie!? –",
"Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er zu ihm gesagt hat: wirf mir meine Schuld zu und sei frei. – Wozu braucht dies demnach gelehrt zu werden!? – In dem Falle, wenn er zu ihm gesagt hat: wirf mir meine Schuld zu nach dem Gesetze vom Scheidebriefe. –",
"Wozu braucht auch dies gelehrt zu werden!? – Man könnte glauben, er könne zu ihm sagen, er habe sich mit ihm einen Scherz gemacht, so lehrt er uns.",
"R. Ḥisda sagte: Wenn der Scheidebrief in ihrer Hand und die Schnurin seiner Hand sich befindet, so ist sie, wenn er ihn an sich reißen kann, nicht geschieden, wenn aber nicht, geschieden. –",
"Aus welchem Grunde? – Es ist eine Trennung erforderlich, was dannnicht der Fall ist.",
"R. Jehuda sagte: Wenn sie ihre Hand schräg gehaltenund er ihn hineingeworfen hat, so ist sie, auch wenn er in ihre Hand gekommen war, nicht geschieden. –",
"Weshalb denn, er ist ja in ihre vier Ellen gefallen!? – Wenn er da nicht niedergefallenist. –",
"Sollte sie doch durch den Luftraum der vier Ellengeschieden sein!? Hieraus wäre somit die Frage R. Elea͑zars zu entscheiden, ob nämlich zu den vier Ellen, von denen sie sprechen, auch der Luftraum gehöre; hieraus wäre zu entscheiden, daß der Luftraum nicht zu diesen gehöre!? –",
"Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn sie am Ufer eines Flusses stand, wo er von vornherein zur Vernichtung bestimmt war."
],
[
" WENN SIE AUF DER SPITZE DES DACHES GESTANDEN UND ER IHR [DEN SCHEIDEBRIEF] ZUGEWORFEN HAT, SO IST SIE, SOBALD ER DEN LUFTRÄUM DES DACHES ERREICHT HAT, GESCHIEDEN; WENN ER OBEN UND SIE UNTEN GESTANDEN UND ER IHN IHR ZUGEWORFEN HAT, SO IST SIE, SOBALD ER AUS DEM GEBIETE DES DACHES GEKOMMEN, AUCH WENN ERVERWISCHT ODER VERBRANNT WORDEN IST, GESCHIEDEN.",
"GEMARA. Er ist ja nichtverwahrt!? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Hier wird von einem Dache gesprochen, das ein Geländer hat.",
"U͑la b. Menasja erwiderte im Namen Abimis: Hier wird vom [Luftraume] unter drei Handbreiten nahe dem Dache gesprochen, und [der Luftraum] unter drei Handbreiten nahe dem Dache gehört zum Dache.",
"ER OBEN. Er ist ja nicht verwahrt!? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Wenn die unteren Wände die oberen überragen.",
"Ebenso erklärte auch R. Elea͑zar im Namen R. Oša͑jas, wenn die unteren Wände die oberen überragen. Ebenso erklärte auch U͑la im Namen R. Joḥanans, wenn die unteren Wände die oberen überragen.",
"R. Abba sprach zu U͑la: Wohl nach Rabbi, welcher sagt, sobald [die Sache vom Luftraume] aufgenommen ist, sei es ebenso, als würde sie liegen!?",
"Dieser erwiderte: Du kannst auch sagen, nach den Rabbanan, denn die Rabbanan streiten gegen Rabbi nur beim Šabbathgesetze, hierbei aber handelt es sich um die Verwahrung, und er istverwahrt.",
"Desgleichen erklärte R. Asi im Namen R. Joḥanans: Wenn die unteren Wände die oberen überragen. R. Zera sprach zu R. Asi: Wohl nach Rabbi, welcher sagt, sobald [die Sache vom Luftraume] aufgenommen ist, sei es ebenso, als würde sie liegen!?",
"Dieser erwiderte: Du kannst auch sagen, nach den Rabbanan, denn die Rabbanan streiten gegen Rabbi nur beim Šabbathgesetze, hierbei aber bandelt es sich um die Verwahrung, und er ist verwahrt.",
"VERWISCHT. R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abulia: Dies nur, wenn er im Herabfallen verwischt worden ist, nicht aber, wenn im Hinauffallen. – Aus welchem Grunde? – Er war von vornherein nicht zum Liegenbleibenbestimmt.",
"VERBRANNT. R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Dies nur, wenn der Scheidebrief dem Brandevoranging, nicht aber, wenn der Brand dem Scheidebriefe voranging. – Aus welchem Grunde? – Er war von vornherein zur Verbrennung bestimmt.",
"R. Ḥisda sagte: Hinsichtlich der Scheidebriefe sind die Gebietegetrennt.",
"Rami b. Ḥama sprach zu Raba: Woher entnimmt der Greis dies? Dieser erwiderte: Dies ist eine Mišna: Wenn sie auf der Spitze des Daches gestanden und er ihr den Scheidebrief zugeworfen hat, so ist sie, sobald er den Luftraum des Daches erreicht hat, geschieden.",
"In welchem Falle: ist es ihr Dach und ihr Hof, so ist ja der Luftraum des Daches nicht erforderlich, und ist es sein Dach und sein Hof, so nützt es ja nicht, daß er den Luftraum des Daches erreicht hat;",
"doch wohl, wenn es ihr Dach und sein Hof ist. Wie ist nun der Schlußsatz zu erklären:",
"wenn er oben und sie unten gestanden und er ihn ihr zugeworfen hat, so ist sie, sobald er aus dem Gebiete des Daches gekommen, auch wenn er verwischt oder verbrannt worden ist, geschieden. Wieso ist sie, wenn es ihr Dach und sein Hof ist, geschieden!? Und wollte man sagen, wenn es sein Dach und ihr Hof ist,",
"so spricht der Anfangsatz von ihrem Dache und seinem Hofe, der Schlußsatz aber von seinem Dache und ihrem Hofe!?",
"Doch wohl, wenn er ihr den Raum geborgt hat, und einen Raum pflegt man zu verborgen, zwei Räume aber nicht.",
"Dieser erwiderte: Wieso dies, vielleicht der eine so und der andere anders; der Anfangsatz spricht von ihrem Dache und seinem Hofe, und der Schlußsatz von seinem Dache und ihrem Hofe.",
"Raba sagte: Es gibt drei Verschiedenheitenbeim Scheidebriefe. Das, was Rabbi gesagt hat, [die Sache gelte, sobald sie vom Luftraume] aufgenommen worden ist, als liegend, und die Rabbanan streiten gegen ihn, gilt nur beim Šabbathgesetze, hierbei aber handelt es sich um die Verwahrung, und er ist verwahrt.",
"Und das, was R. Ḥisda gesagt hat, wenn jemand auf Privatgebiet einen Pfahl, auf dem ein Korb sich befindet, in die Erde geschlagen hat, und einer etwas geworfenhat, das darin liegen bleibt, sei er schuldig, selbst wenn er hundert Ellen hoch ist, weil das Privatgebiet bis zum Himmel hinaufragt, gilt nur beim Šabbathgesetze, hierbei aber handelt es sich um die Verwahrung, und er ist nichtverwahrt."
],
[
"Und das, was R. Jehuda im Namen Šemuéls gesagt hat, man dürfe nicht auf seinem Dache stehen und Regenwasser vom Dache eines anderen aufnehmen, weil die Wohnungen, wie sie unten von einander getrennt sind, ebenso auch oben von einander getrenntsind,",
"gilt nur beim Šabbathgesetze, beim Scheidebriefe aber handelt es sich um die Genaunahme, und so weit pflegen Menschen mit einander nicht genau zu nehmen.",
"Abajje sagte: Wenn von zwei Höfen, einer innerhalb des anderen, der innere ihr und der äußere ihm gehört, und die Wände des äußeren die des innern überragen, und er ihr [den Scheidebrief] hineingeworfen hat, so ist sie, sobald er den Luftraum der Wände des äußeren erreicht hat, geschieden,",
"weil der innere durch die Wände des äußeren verwahrt wird.",
"Dies ist aber bei Körben nicht der Fall. Wenn von zwei Körben, einer innerhalb des anderen, der innere ihr und der äußere ihm gehört, und er ihn ihr hineingeworfen hat, so ist sie, selbst wenn er den Luftraum des inneren erreicht hat, nicht geschieden,",
"weil er da liegen bleibt. –",
"Was wäre dabei, wenn er auch liegen bliebe, es wäre ja ebenso, als würde sich das Gefäß des Käufers im Gebiet des Verkäufers befinden!? –",
"Hier wird von einem Korbe ohne Boden gesprochen.",
"iv DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, MAN KÖNNE SEINE FRAU MIT EINEM ALTEN SCHEIDEBRIEFE ENTLASSEN; DIE SCHULE HILLELS VERBIETET DIES. EIN ALTER SCHEIDEBRIEF HEISST ER, WENN, NACHDEM ER GESCHRIEBEN WORDEN IST, [DER EHEMANN] MIT IHR ZUSAMMEN WAR.",
"GEMARA. Worin besteht ihr Streit? – Die Schule Šammajs ist der Ansicht, wir sagen nicht, es sei zu berücksichtigen, man könnte glauben, ihr Scheidebrief sei älterals ihr Sohn,",
"und die Schule Hillels ist der Ansicht, wir sagen, es sei zu berücksichtigen, man könnte glauben, ihr Scheidebrief sei älter als ihr Sohn.",
"R. Abba sagte im Namen Šemuéls: Hat sie geheiratet, so braucht sie nichtfortzugehen.",
"Manche sagen: R. Abba sagte im Namen Šemuéls: Ist sie damit geschieden worden, so darf sievon vornherein heiraten.",
"v WENN ER [DEN SCHEIDEBRIEF] NACH DER ÄRA EINES UNWÜRDIGEN REICHES DATIERT HAT, NACH DER ÄRA DES MEDISCHEN REICHES, NACH DER ÄRA DES GRIECHISCHEN REICHES, NACH DER ÄRA DES TEMPELBAUES, NACH DER ÄRA DER TEMPELZERSTÖRUNG, \n",
"ODER WENN ER IM OSTEN WAR UND ‘IM WESTEN’ ODER IM WESTEN WAR UND ‘IM OSTEN’ GESCHRIEBEN HAT, SO MUSS SIEVOM ERSTEN UND VOM ANDEREN FORT; SIE BENÖTIGT EINES SCHEIDEBRIEFES VOM ERSTEN UND VOM ANDEREN; \n",
"SIE ERHÄLT MORGENGABE, FRUCHTGENUSS, UNTERHALT UND IHRE ABGETRAGENEN KLEIDER WEDER VOM ERSTEN NOCH VOM ANDEREN.",
"HAT SIE SIE VOM ERSTEN ODER VOM ANDEREN ERHALTEN, SO MUSS SIE SIE ZURÜCKGEBEN; IHR KIND VOM ERSTENUND VOM ANDEREN IST EIN HURENKIND; WEDER DER ERSTE NOCH DER ANDERE DARF SICH AN IHRVERUNREINIGEN; WEDER DER ERSTE NOCH DER ANDERE HAT ANRECHT AUF IHREN FUND, IHRE HÄNDEARBEIT ODER DIE AUFHEBUNG IHRER GELÜBDE. SIE IST UNTAUGLICH, \n",
"WENN SIE DIE TOCHTER EINES JISRAÉLITEN IST, FÜRDIE PRIESTERSCHAFT,"
],
[
"WENN DIE TOCHTER EINES LEVITEN, FÜR DEN ZEHNTEN, UND WENN DIE TOCHTER EINES PRIESTERS, FÜR DIE HEBE.",
"WEDER DIE ERBEN DES ERSTEN NOCH DIE ERBEN DES ANDERENERBEN IHRE MORGENGABE. SIND SIE GESTORBEN, SO VOLLZIEHE DER BRUDER DES ERSTEN UND DER BRUDER DES ANDEREN AN IHR DIE ḤALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE.",
"HAT ER SEINEN NAMEN, IHREN NAMEN, DEN NAMEN SEINER STADT ODER DEN NAMEN IHRER STADT GEÄNDERT, SO MUSS SIE VOM ERSTEN UND VOM ANDEREN FORT, \n",
"UND ALL DIESE BESTIMMUNGENGELTEN BEI IHR. WENN EINE VON den INZESTUÖSEN, VON DENEN SIE GESAGT HABEN, IHRE",
"NEBENBUHLERINNEN SEIENENTBUNDEN, SICH VERHEIRATET HAT, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS SIE ZWITTERHAFTIST, SO MÜSSEN DIE ANDERENVON DIESEM UND JENEM FORT, UND ALL DIESE BESTIMMUNGENGELTEN BEI IHNEN.",
" WENN JEMAND SEINE EHESCHWÄGERIN GENOMMENUND IHRE NEBENBUHLERIN EINEN ANDEREN GEHEIRATET HAT, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS JENE ZWITTERHAFTIST, SO MUSS SIE VON DIESEM UND JENEMFORT, UND ALL DIESE BESTIMMUNGENGELTEN BEI IHR.",
" WENN DER SCHREIBER FÜR DEN MANN DEN SCHEIDEBRIEF UND FÜR DIE FRAU DIE QUITTUNGGESCHRIEBEN UND IRRTÜMLICH DEN SCHEIDEBRIEF DER FRAU UND DIE QUITTUNG DEM MANNE GEGEBEN HAT, UND DIESE SIE EINANDER AUSGEHÄNDIGT HABEN, \n",
"UND NACH EINER ZEITDER SCHEIDEBRIEF BEIM MANNE UND DIE QUITTUNG BEI DER FRAU ZUM VORSCHEIN KOMMT, SO MUSS SIE VOM ERSTEN UND VOM ANDEREN FORT, UND ALL DIESE BESTIMMUNGENGELTEN BEI IHR.",
"R. ELIE͑ZER SAGT, WENN DER SCHEIDEBRIEF SOFORT ZUM VORSCHEIN KOMMT, SEI ER UNGÜLTIG, WENN ABER NACH EINER ZEIT, SEI ER GÜLTIG, DA DER ERSTE NICHT BEFUGT IST, DEN ANDEREN UM SEIN RECHT ZU BRINGEN.",
"GEMARA. Welches heißt unwürdiges Reich? – Die ruchlose Regierung. – Weshalb heißt es unwürdiges Reich? – Weil es weder Schrift noch Sprache hat.",
"U͑la sagte: Weshalb führten sie die Reichsära bei Scheidebriefen ein? Wegen des Friedens mit der Regierung. –",
"Wegen des Friedens mit der Regierung muß sie fort und das Kind Hurenkind sein!? –",
"Freilich, R. Meírvertritt hierbei seine Ansicht. R. Hamnuna sagte nämlich im Namen U͑las, R. Meír sei der Ansicht, wenn jemand vom Gepräge abweicht, das die Weisen bei den Scheidebriefen geprägt haben, sei das Kind ein Hurenkind.",
"NACH DER ÄRA DES GRIECHISCHEN REICHES. Und alles ist nötig.",
"Würde er es nur vom unwürdigen Reiche gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil es als Reichbesteht, während das medische Reich und das griechische Reich nicht mehr bestehen.",
"Würde er es nur vom medischen Reiche oder vom griechischen Reiche gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil es immerhin als Reich bestanden hat, während der Tempelbau ein verflossenes Ereignis ist. Und würde er es nur vom Tempelbau gelehrt haben, so könnte man glauben, weil jene sagen würden, sie erwähnen ihren Ruhm, während die Tempelzerstörung ein Unglück ist. Daher ist alles nötig.",
"WENN ER IM OSTEN WAR UND ‘IM WESTEN’ GESCHRIEBEN HAT. Wer, wenn der Ehemann, so ist dies ja identisch [mit dem Falle] der Änderung seines Namens, ihres Namens, seiner Stadt oder ihrer Stadt!? –",
"Vielmehr, der Schreiber. So sagte auch Rabh zu seinen Schreibern: Wenn ihr euch in Šili befindet, so schreibt Šili, auch wenn die Sache euch in Hini übergeben worden ist, und wenn ihr euch in Hini befindet, so schreibt Hini, auch wenn die Sache euch in Šili übergeben worden ist.",
"R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls:"
],
[
"Diesist die Ansicht R. Meírs, die Weisen aber sagen, auch wenn er ihn nur nach dem Stadtvogt datiert hat, sei sie geschieden.",
"Einst war ein Scheidebrief nach der Ära des Statthaltersvon Baškar datiert, und R. Naḥman b. R. Ḥisda ließ Rabba fragen, wie in einem solchen Falle zu entscheiden sei.",
"Dieser ließ ihm erwidern: Bei einem solchen Falle pflichtet auch R. Meír bei, da er vom selben Reiche [eingesetzt] ist. –",
"Womit ist er anders als ein Stadtvogt!? – Bei diesem halten sie es für beleidigend, bei jenem für ehrend.",
"R. Abba sagte im Namen R. Honas im Namen Rabhs: Dies ist die Ansicht R. Meírs, die Weisen aber sagen, das Kind sei legitim; jedoch pflichten die Weisen R. Meír bei, daß, wenn er seinen Namen, ihren Namen, den Namen seiner Stadt oder den Namen ihrer Stadt geändert hat, das Kind Hurenkind sei.",
"R. Aši sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: Hat er seinen Namen, ihren Namen, den Namen seiner Stadt oder den Namen ihrer Stadt geändert, so muß sie vom ersten und vom anderen fort, und all diese Bestimmungengelten bei ihr.",
"Wer lehrte dies, wenn etwa R. Meír, so sollte er allessummarisch lehren; wahrscheinlich die Rabbanan. Schließe hieraus.",
"WENN EINE VON DEN INZESTUÖSEN, VON DENEN SIE GESAGT HABEN &C. Nur wenn siegeheiratet haben, nicht aber, wenn sie gehurt haben;",
"dies wäre somit eine Widerlegung der Lehre R. Hamnunas, denn R. Hamnuna sagte, wenn eine Anwärterin der Schwagerehe gehurt hat, sei sie ihrem Eheschwager verboten. –",
"Nein, wenn sie geheiratet haben, und ebenso, wenn sie gehurt haben, nur lehrt er deshalb geheiratet, weil er einen züchtigen Ausdruck gebrauchen will.",
"Manche lesen: Geheiratet haben, und ebenso auch, wenn sie gehurt haben;",
"dies wäre somit eine Stütze für R. Hamnuna, denn R. Hamnuna sagte, wenn eine Anwärterin der Schwagerehe gehurt hat, sei sie ihrem Eheschwager verboten. –",
"Nein, nur wenn sie geheiratet haben, weil sie verwechselt werden kann mit einer Frau, deren Ehemann ins Überseeland verreist ist.",
"WENN JEMAND SEINE EHESCHWÄGERIN GENOMMEN &C. Und beides ist nötig. Würde nur das erste gelehrt worden sein, so könnte man glauben, weil das Gebot der Schwagerehe nicht ausgeübt wordenist,",
"nicht aber gelte dies da, wo das Gebot der Schwagerehe ausgeübt worden ist.",
"Und würde nur das andere gelehrt worden sein, so könnte man glauben, weil sie Anwärterinwar, nicht aber gelte dies da, wo sie nicht Anwärterinwar. Daher ist beides nötig.",
"WENN DER SCHREIBER &C. GESCHRIEBEN UND IRRTÜMLICH DEN SCHEIDEBRIEF DER FRAU UND DIE QUITTUNG DEM MANNE GEGEBEN HAT &C. R. ELIE͑ZER SAGT, WENN SOFORT &C.",
"Was heißt sofort und was heißt nach einer Zeit!? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Die Zeit, während welcher sie sitzen und sich damitbefassen, heißt sofort, sind sie aufgestanden, so heißt dies nach einer Zeit.",
"R. Ada h. Ahaba erwiderte: Hat sie nicht geheiratet, so heißt dies sofort, hat sie geheiratet, so heißt dies nach einer Zeit. –",
"Wir haben gelernt: Da der erste nicht befugt ist, den anderen um sein Recht zu bringen. Erklärlich ist es nach R. Ada b. Ahaba, daß er vom anderen lehrt, wieso aber lehrt er nach Šemuél vom anderen!? –"
],
[
"Das Recht, das dem anderen zukommen würde.",
"viii,2 WENN ER [EINEN SCHEIDEBRIEF] GESCHRIEBEN HAT, UM SICH VON SEINER FRAU SCHEIDEN ZU LASSEN, UND DAVON ABGEKOMMEN IST, SO HAT ER SIE, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, FÜR DIE PRIESTERSCHAFT UNTAUGLICH GEMACHT; DIE SCHULE HILLELS SAGT, SELBST WENN ER IHN IHR BEDINGUNGSWEISE GEGEBEN HAT UND DIE BEDINGUNG NICHT ERFÜLLT WORDEN IST, HABE ER SIE FÜR DIE PRIESTERSCHAFT NICHT UNTAUGLICH GEMACHT.",
"GEMARA. R. Joseph, Sohn des R. Menasja aus Devil, sandte an Šemuél: Lehre uns der Meister: über jenen Mann, der Priester ist, geht das Gerücht, er habe seiner Frau einen Scheidebrief geschrieben, sie aber weilt bei ihm und bedientihn; wie ist es nun?",
"Er ließ ihm erwidern: Sie muß fort, jedoch ist die Sache zu untersuchen. – Was heißt dies: wollte man sagen, ob man das Gerücht dementieren kann oder nicht dementieren kann, so war ja Nehardea͑ die Ortschaft Šemuéls, und in Nehardea͑ dementierte man das Gerüchtnicht. Und wenn etwa, ob man da unter ‘schreiben’ das Gebenverstehe,",
"so ist ja nichts dabei, daß man unter ‘schreiben’ das Geben versteht; ist etwa unter ‘schreiben’ nicht das eigentliche Schreibenzu verstehen!? –",
"Wenn sich herausstellt, daß man da unter ‘schreiben’ das Geben verstehe, so kann dies heißen, er habe gegeben. –",
"Weshalb muß sie fort, R. Aši sagte ja, daß man das nach der Verheiratung entstandene Gerüchtnicht berücksichtige!? –",
"Unter fort ist zu verstehen, sie müsse vom zweiten fort. –",
"Demnach bringt man ja die Kinder des ersten in Verdacht!? – Da sie nur vom zweiten fort muß, vom ersten aber nicht, so sagt man, er habe sich von ihr kurz vor dem Tode scheiden lassen.",
"Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans im Namen des R. Jehuda b. Ilea͑j: Komm und sieh, wie verschieden die späteren Generationen von den früheren Generationen sind.",
"Unter frühere Generation ist die Schule Šammajsund unter spätere Generation ist R. Dosa zu verstehen. Es wird nämlich gelehrt: Die Gefangenedarf Hebe essen – so R. Dosa.",
"R. Dosa sagte: Was hat jener Araber ihr denn getan; hat er sie etwa, weil er sie zwischen den Brüsten gekitzelt hat, für die Priesterschaft untauglich gemacht!?",
"Ferner sagte Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans im Namen des R. Jehuda b. Ilea͑j: Komm und sieh, wie anders die späteren Generationen als die früheren Generationen sind. Die früheren Generationen brachten ihre Früchte durch das Haupttor ein, um sie zehntpflichtig zu machen, die späteren Generationen dagegen bringen sie über Dächer und Gehege ein, um sie der Zehntpflicht zu entziehen.",
"R. Jannaj sagte nämlich: Das Unverzehntete wird erst dann zehntpflichtig, wenn es die Front des Hauses gesehenhat, denn es heißt:ich habe das Heilige aus dem Hause geschafft.",
"R. Joḥanan aber sagt, auch der Hofverpflichte es hierzu, denn es heißt:sie sollen an deinen Toren essen und satt sein.",
"ix,1 WENN JEMAND SIGH VON SEINER FRAU SCHEIDEN LIESS UND SIE DARAUF MIT IHM IN EINER HERBERGE ÜBERNACHTETE, SO BENÖTIGT SIE, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, KEINES ANDEREN SCHEIDEBRIEFES VON IHM; DIE SCHULE HILLELS SAGT, SIE BENÖTIGE VON IHM EINES ANDEREN SCHEIDEBRIEFES.",
"DIES NUR DANN, WENN SIE AUS DER VERHEIRATUNG GESCHIEDEN WORDEN IST, WENN SIE ABER AUS DER VERLOBUNG GESCHIEDEN WORDEN IST, PFLICHTEN ALLE BEI, DASS SIE KEINES ANDEREN SCHEIDEBRIEFES VON IHM BENÖTIGE, WEIL ER MIT IHR NICHT VERTRAUT IST.",
"GEMARA. Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Sie streiten nur über den Fall, wenn man gesehen hat, daß sie beschlafen worden ist,"
],
[
"denn die Schule Šammajs ist der Ansicht, man vollziehe seinen Beischlaf außerehelich,",
"während die Schule Hillels der Ansicht ist, man vollziehe seinen Beischlaf nichtaußerehelich; wenn man aber nicht gesehen hat, daß sie beschlafen worden ist, stimmen alle überein, daß sie von ihm keines anderen Scheidebriefes benötige. –",
"Wir haben gelernt: Wenn sie aber aus der Verlobung geschieden worden ist, pflichten alle bei, daß sie keines anderen Scheidebriefes von ihm benötige, weil er mit ihr nicht vertraut ist. Wenn man gesehen hat, daß sie beschlafen worden ist, so ist es ja einerlei, ob aus der Verlobung oder aus der Verheiratung!? –",
"Vielmehr, unsere Mišna spricht von dem Falle, wenn man nicht gesehen hat, daß sie beschlafen worden ist, und R. Joḥanan ist der Ansicht des Autors der folgenden Lehre: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Die Schule Šammajs und die Schule Hillels stimmen überein, daß, wenn man nicht gesehen hat, daß sie beschlafen worden ist, sie von ihm keines anderen Scheidebriefes benötige,",
"sie streiten nur über den Fall, wenn man gesehen hat, daß sie beschlafen worden ist; die Schule Šammajs ist der Ansicht, man vollziehe seinen Beischlaf außerehelich, und die Schule Hillels ist der Ansicht, man vollziehe seinen Beischlaf nicht außerehelich. –",
"Worüber streiten sie in unserer Mišna, die wir auf den Fall bezogen haben, wenn man nicht gesehen hat, daß sie beschlafen worden ist? – Wenn Zeugen des Beisammenseins und keine Zeugen der Beschlafung vorhanden sind.",
"Die Schule Šammajs ist der Ansicht, wir sagen nicht, die Zeugen des Beisammenseins seien auch Zeugen der Beschlafung, und die Schule Hillels ist der Ansicht, wir sagen, die Zeugen des Beisammenseins seien auch Zeugender Beschlafung.",
"Wenn sie aus der Verlobung geschieden worden ist, stimmen alle überein, daß sie keines anderen Scheidebriefes von ihm benötige. Da er mit ihr nicht vertraut ist, sagen wir nicht, die Zeugen des Beisammenseins seien auch Zeugen der Beschlafung. –",
"Kann R. Joḥanan dies denn gesagt haben, R, Joḥanan sagte ja, die Halakha sei wie die anonyme Mišna, und unsere Mišna bezogen wir ja auf den Fall, wenn man nicht gesehen hat, daß sie beschlafen worden ist!? – Amoräer streiten über die Ansicht R. Joḥanans.",
" WENN ER SIE AUF GRUND EINES GLATZENHAFTEN SCHEIDEBRIEFESGEHEIRATET HAT, SO MUSS SIE VOM ERSTEN UND VOM ANDEREN FORT, UND JENE \n",
"ALLE BESTIMMUNGENGELTEN BEI IHR. JEDER DARF [DIE ZEUGENUNTERSCHRIFT] DES GLATZENHAFTEN SCHEIDEBRIEFES ERGÄNZEN– SO BEN NANNOS; R. A͑QIBA SAGT, NUR VERWANDTE, DIE SONST ALS ZEUGEN ZULÄSSIG SIND, DÜRFEN SIE ERGÄNZEN.",
"EIN GLATZENHAFTER SCHEIDEBRIEF IST DER, DER MEHR FALTEN HAT ALS ZEUGENUNTERSCHRIFTEN.",
"GEMARA. Welcher Grund ist beim glatzenhaften Scheidebrief berücksichtigt worden? – Wegen [der Verfügung]: ihr alle.",
"JEDER DARF [DIE ZEUGENUNTERSCHRIFTEN] DES GLATZENHAFTEN SCHEIDEBRIEFES ERGÄNZEN &C.",
"Nach R. A͑qiba darf es wohl ein Sklave deshalb nicht, weil man glauben könnte, er sei als Zeuge zulässig, somit sollte es auch von einem Verwandten gelten, denn man könnte glauben, er sei als Zeuge zulässig!? –",
"Vielmehr, ein Sklave aus dem Grunde [nicht], weil man ihnals legitim erklären könnte. –",
"Demnach sollte doch ein Räuber, der legitim ist, zulässig sein, während gelehrt wird, wie R. A͑qiba sagt, dürfen nur Verwandte, die sonst als Zeugen zulässig sind, [die Zeugenunterschriften] ergänzen; nur Verwandte, Räuber aber nicht!? –",
"Vielmehr, ein Sklave aus dem Grunde [nicht], weil man glauben könnte, [sein Herr] habe ihn freigelassen, und ebenso könnte man von einem Räuberglauben, er habe Rußegetan; von einem Verwandten aber weiß jeder, daß er verwandt ist.",
"R. Zera sagte im Namen des Rabba b. Šeélta im Namen R. Hona des Greisen im Namen des R. Ada b. Ahaba: Über einen glatzenhaften Scheidebrief, der sieben Falten und sechs Zeugen, sechs [Falten] und fünf Zeugen, fünf [Falten] und vier Zeugen oder vier [Falten] und drei Zeugen hat, streiten Ben Nannos und R. A͑qiba; wenn er aber drei Falten und zwei Zeugen hat, so stimmen alle überein, daß nur ein Verwandter [die Zeugenunterschrift] ergänzen dürfe.",
"R. Zera sprach zu Rabba b. Šeélta: Merke, drei bei einem gefalteten [Scheidebriefe] entsprechen ja zweibei einem einfachen, somit sollten doch, wie bei diesem Verwandte unzulässig sind, auch bei jenem Verwandte unzulässigsein!?",
"Dieser erwiderte: Auch mir war dies fraglich und ich fragte es R. Hamnuna, und R. Hamnuna [fragte es] R. Ada b. Ahaba, und dieser erwiderte: Laß die drei beim gefalteten, bei dem es nicht nach der Tora erfolgt.",
"Ebenso wird auch gelehrt: Über einen glatzenhaften Scheidebrief, der sieben Falten und sechs Zeugen, sechs [Falten] und fünf Zeugen, fünf [Falten] und vier Zeugen oder vier [Falten] und drei Zeugen hat,",
"streiten Ben Nannos und R. A͑qiba: wenn ein Sklave [die Zeugenunterschrift] ergänzt hat, so ist, wie Ben Nannos sagt, das Kind legitim, und wie R. A͑qiba sagt, das Kind ein Hurenkind; wenn er aber drei Falten und zwei Zeugen hat, so stimmen alle überein, daß nur ein Verwandter [die Zeugenunterschrift] ergänzen dürfe.",
"R. Joseph lehrte: ein Zulässiger. – Es wird ja aber gelehrt: ein Verwandter!? R.Papa erwiderte: Lies: ein Zulässiger.",
"R. Joḥanan sagte: Hierbei ist nur ein verwandter Zeuge zulässig, zweiaber nicht, weil die Bestätigung durch zwei Verwandte und einen Zulässigen erfolgenkönnte.",
"R. Aši sagte: Dies ist auch aus der Barajtha zu entnehmen,"
],
[
"denn sie lehrt es um je einenreduzierend. Schließe hieraus.",
"Abajja sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß der Verwandte beliebig unterschreiben kann, zuerst, inmitten und zuende. –",
"Woher dies? – Da für diesen kein Raum bestimmt ist. Ferner ist hieraus zu entnehmen, daß man drei [Unterschriften] herausgreifen und bestätigendürfe, und sie brauchen nicht nebeneinander zu sein.",
"Wenn man nämlich sagen wollte, sie müssen nebeneinander sein, so sollte für Verwandte ein Raum bestimmt werden, zuerst, inmitten oder zuende, sodann wären auch vielezulässig.",
"Wenn ein solcher Fallvor R.Ami kam, sagte er: Geh, laß [die Zeugen Unterschrift] von einem Sklaven auf der Straße ergänzen.",
"",
" WENN JEMAND SICH VON SEINER FRAU SCHEIDEN LÄSST UND ZU IHR SPRICHT: SEI NUN JEDERMANN ERLAUBT, NUR [NICHT] JENEM, SO IST SIE, WIE R. ELIE͑ZER SAGT, ERLAUBT, UND WIE DIE WEISEN SAGEN, VERBOTEN. WAS MACHE ER? ER NEHME IHR [DEN SCHEIDEBRIEF] AB, GEBE IHN IHR ZURÜCK UND SPRECHE ZU IHR: SEI NUN JEDEM MENSCHEN ERLAUBT. HAT ER ES HINEINGESCHRIEBEN, SO IST ER, SELBST WENN ER ES WIEDER AUSRADIERT, UNGÜLTIG.",
"GEMARA. Sie fragten: Heißt dieses ‘nur’ ‘ausgenommen’ oder ‘mit der Bedingung’?",
"Heißt dies ‘ausgenommen’, und die Rabbanan streiten gegen R. Elie͑zer nur über [die Einschränkung] ‘ausgenommen’, da er von der Scheidung etwas zurückläßt, pflichten ihm aber bei hinsichtlich [der Einschränkung] ‘mit der Bedingung’, da dies jeder anderen Bedingung gleicht,",
"oder hat es die Bedeutung ‘mit der Bedingung’, und nur über [die Einschränkung] ‘mit der Bedingung’ streitet R. Elie͑zer gegen die Rabbanan, pflichtet ihnen aber bei hinsichtlich [der Einschränkung] ‘ausgenommen’, da er von der Scheidung etwas zurückläßt?",
"Rabina erwiderte: Komm und höre: Jedes Haus wird durch Aussatz unrein, nur [nicht] das der Nichtjuden. Einleuchtend ist dies, wenn du sagst, es bedeute ‘ausgenommen’, wenn du aber sagst, es bedeute ‘mit der Bedingung’, so heißt dies: Häuser der Jisraéliten werden unrein mit der Bedingung, daß die Häuser der Nichtjuden nicht unrein werden; wenn aber die Häuser der Nichtjuden unrein werden, werden Häuser der Jisraéliten nicht unrein!?",
"Und werden denn ferner Häuser der Nichtjuden unrein, es wird ja gelehrt: Ich lasse eine Aussatzplage an einem Hause im Lande eures Besitztumes entstehen, das Land eures Besitztumes wird durch Aussatz unrein, nicht aber werden Häuser der Nichtjuden durch Aussatz unrein!? Hieraus ist somit zu entnehmen, daß dies ‘ausgenommen’ heiße. Schließe hieraus.",
"Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht des Autors der folgenden Lehre: R. Jose b. R. Jehuda sagte: R. Elie͑zer und die Weisen stimmen überein, daß, wenn jemand sich von seiner Frau scheiden läßt und zu ihr spricht: sei nun jedermann erlaubt, ausgenommen jenem, sie nicht geschieden sei, sie streiten nur über den Fall, wenn jemand sich von seiner Frau scheiden läßt und zu ihr spricht: sei jedermann erlaubt mit der Bedingung, daß du jenen nicht heiratest:"
],
[
"nach R. Elie͑zer ist sie jedermann mit Ausnahme von jenem erlaubt, nach den Weisen aber verboten. –",
"Was ist der Grund R. Elie͑zers? – Dies gleicht jeder anderen Bedingung. – Und die Rabbanan!? – Bei jeder anderen Bedingung läßt er von der Scheidung nichts zurück, hierbei aber läßt er von der Scheidung etwas zurück. –",
"Was ist der Grund R. Elie͑zers, nach unserer Mišna, die wir auf [die Einschränkung] ‘ausgenommen’ bezogen haben?",
"R. Jannaj erwiderte im Namen eines Greises: Die Schrift sagt: sie gehe fort aus seinem Hause und sei eines anderen Mannes [Frau], selbst wenn er sie nur für einen anderen Mann erlaubt hat, ist sie geschieden. – Und die Rabbanan!? – [Das Wort] Mann bedeutet: für jedermann.",
"R. Joḥanan sagte: Folgendes ist der Grund R. Elie͑zers: eine von ihrem Manne geschiedene Frau sollen sie nicht nehmen, selbst wenn sie nur von ihrem Manne geschiedenist, ist sie für Priester untauglich; demnach ist die Scheidung gültig. –",
"Und die Rabbanan!? – Anders verhält es sich beim Verbote für die Priester.",
"R. Abba fragte: wie verhält es sich bei der Antrauung? Dies ist fraglich sowohl nach R. Elie͑zer als auch nach den Rabbanan.",
"Dies ist fraglich nach R. Elie͑zer, denn R. Elie͑zer vertritt seine Ansicht vielleicht nur da, wegen der Schriftverse, hierbei aber ist eine richtige Aneignung erforderlich, oder aber, [es heißt:] sie gehe fort und sei?",
"Dies ist fraglich nach den Rabbanan, denn die Rabbanan vertreten ihre Ansicht vielleicht nur da, wobei eine [vollständige] Trennungerforderlich ist, was dannnicht der Fall ist, hierbei aber ist irgend eine Aneignung ausreichend, oder aber, [es heißt:] sie gehe fort und sei?",
"Nachdem er es gefragt hatte, entschied er es: Sowohl nach R. Elie͑zer als auch nach den Rabbanan [sage man]: sie gehe fort und sei.",
"Abajje sagte: Wenn man nach den Worten R. Abbas entscheidet,",
"so ergibt es sich, daß, wenn Reúben sich [eine Frau] angetraut hat mit Ausnahme von Šimo͑nund darauf Šimo͑n sie sich angetraut hat mit Ausnahme von Reúben, und beide gestorben sind, Levian ihr die Schwagerehe vollziehen müsse, und man von ihr nicht sage, sie sei die Frau von zwei Verstorbenen,",
"denn die Antrauung Reúbens ist wirksam und die Antrauung R. Šimo͑ns ist nicht wirksam. –",
"Wie kann es nun vorkommen, daß sie die Frau von zwei Verstorbenen ist? – Wenn Reúben sie sich angetraut hat mit Ausnahme von Šimo͑n und darauf Šimo͑n sie sich ohne Beschränkung angetraut hat; die Antrauung Reúbens ist wirksam, sie für alle Welt verboten zu machen, und die Antrauung Šimo͑ns ist wirksam, sie für Reúben verboten zu machen.",
"Abajje fragte: Wie ist es, wenn er zu ihr gesagt hat: sei nun jedermann erlaubt, ausgenommen Reúben und Šimo͑n, und darauf zu ihr sagt: Reúben und Šimo͑n;",
"sagen wir, er habe das erlaubt, was er verboten hatte, oder aber, er habe das erlaubt, was er verboten hatte, und das verboten, was er erlaubthatte? Und wie ist es,"
],
[
"wenn du entscheidest, er habe das erlaubt, was er verboten hatte, [wenn er gesagthat:] sei Reúben [erlaubt]; meinte er Reúben und ebenso Šimo͑n, nur nannte er deshalb Reúben, weil er mit ihm begonnenhatte, oder aber nur Reúben?",
"Und wie ist es ferner, wenn du nur Reúben entscheidest, [wenn er gesagt hat:] sei Šimo͑n [erlaubt]; meinte er Šimo͑n und ebenso Reúben, nur nannte er deshalb Šimo͑n, weil er mit ihm beendethatte, oder aber nur Šimo͑n.",
"R. Aši fragte: Wie ist es, [wenn er gesagt hat:] auch Šimo͑n; bezieht sich das ‘auch’ auf Reúbenoder bezieht es sich auf alle Welt? – Dies bleibt unentschieden.",
"Die Rabbanan lehrten: Nach dem Tode R. Elie͑zers traten vier Älteste zusammen, um seine Worte zu widerlegen; folgende sind es: R. Jose der Galiläer, R. Tryphon, R. Elea͑zar b. A͑zarja und R. A͑qiba.",
"R. Tryphon begann und sprach: Wenn diesegeht und den Bruder dessen, dem sie verboten ist, heiratet und dieser kinderlos stirbt, so ergibt es sich, daß jener ein Gebot der Tora aufgehobenhat. Du lernst also, daß dies keine Trennungist.",
"Hierauf begann R. Jose der Galiläer und sprach: Wo finden wir, daß etwas diesem verboten und jenem erlaubt wäre!? Das Verbotene ist jedem verboten und das Erlaubte ist jedem erlaubt. Du lernst also, daß dies keine Trennung ist.",
"Hierauf begann R. Elea͑zar b. A͑zarja und sprach:Trennung, etwas, das zwischen ihm und ihrtrennt. Du lernst also, daß dies keine Trennung ist.",
"Hierauf begann R. A͑qiba und sprach: Wenn diese geht und jemand von der Straße heiratet, von dem sie Kinder bekommt, und nachdem sie verwitwet oder geschieden worden ist, jenen heiratet, dem sie verboten war, so ergibt es sich, daß die Scheidung nichtigwar und ihre Kinder Hurenkinder sind. Du lernst also, daß dies keine Trennung ist.",
"Eine andere Erklärung. Wenn jener, dem sie verboten ist, Priester ist, so ist sie, wenn der, der sich von ihr scheiden ließ, stirbt, für jenen Witweund für jeden anderen Geschiedene.",
"Nun ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn diesewegen ihrer Eigenschaft als Geschiedenejenem verboten ist, obgleich es ein leichtes Verbotist, um wieviel mehr ist [siein ihrer Eigenschaft] als Ehefrauanderen verboten, wo doch dieses Verbot ein schweres ist. Du lernst also, daß dies keine Trennung ist.",
"R. Jehošua͑ sprach zu ihnen: Man widerlegt nicht den Löwen nach seinemTode.",
"Raba sprach: all diese [Einwände] sind zu widerlegen, außer dem des R. Elea͑zar b. A͑zarja, der nicht zu widerlegen ist. Ebenso wird auch gelehrt: R. Jose sagte: Mir leuchten die Worte des R. Elea͑zar b. A͑qiba mehr ein als die Worte der anderen.",
"Der Meister sagte: Da begann R. Tryphon und sprach: Wenn diese geht und den Bruder dessen, dem sie verboten ist, heiratet und dieser kinderlos stirbt, so ergibt es sich, daß jener ein Gebot der Tora aufgehoben hat. ‘Aufgehoben’, hat er es denn aufgehoben!? – Vielmehr, er traf eine Vereinbarung zur Aufhebung eines Gebotes der Tora. –",
"Wieso dies, sagte er esihr denn, sie brauchte ja nicht den Bruder jenes Mannes zu heiraten!? – Vielmehr, er verursachte die Aufhebung eines Gebotes der Tora. –",
"Demnach sollte niemand die Tochter seines Bruders heiraten dürfen, denn er könnte kinderlos sterben und die Aufhebung eines Gebotes der Tora verursachen!? – Das ist die Widerlegung. –",
"In welchem Falle: [sagte er] ‘ausgenommen’, so ist diesja nach R. Elie͑zer erlaubt!?",
"Es wird nämlich gelehrt: R. Elie͑zer pflichtet bei, daß, wenn jemand sich von seiner Frau scheiden ließ und zu ihr sagte: sei jedermann erlaubt, ausgenommen jenem, und sie geht und einen von der Straße heiratet und darauf verwitwet oder geschieden wird, sie jenem, dem sie verboten war, erlaubt sei. –",
"Vielmehr, wenn er ‘mit der Bedingung’ gesagthat.",
"« Da begann R. Jose der Galiläer und sprach: Wo finden wir, daß etwas diesem erlaubt und jenem verboten wäre!? Das Verbotene ist jedem verboten und das Erlaubte ist jedem erlaubt.» Etwa nicht, dies ist ja bei Hebe und Geheiligtem der Fall, sie sind diesem verboten und jenemerlaubt!? – Wir sprechen von Ehesachen. –",
"Dies ist ja bei Inzestuösender Fall!? – Wir sprechen von der Ehelichung. –",
"Dies ist ja bei der Ehefrauder Fall!? – Das ist die Widerlegung. –",
"In welchem Falle: [sagte er] ‘mit der Bedingung’, so ist sie ihm ja außerehelicherlaubt!? – Vielmehr, wenn er ‘ausgenommen’ gesagt hat.",
"«Hierauf begann R. A͑qiba und sprach: Wenn diese geht und jemand von der Straße heiratet, von dem sie Rinder bekommt, und nachdem sie verwitwet oder geschieden worden ist, jenen heiratet, dem sie verboten war, so ergibt es sich, daß die Scheidung nichtig war und ihre Kinder Hurenkinder sind.»",
"Demnach sollte sie auch bei jeder anderen Bedingungnicht heiraten dürfen, denn sie könnte die Bedingung übertreten, sodann würde ihre Scheidung nichtig sein und ihre Kinder Hurenkinder!? – Das ist die Widerlegung. –",
"In welchem Falle: [sagte er] ‘ausgenommen’, so ist dies ja nach R. Elie͑zer erlaubt!?",
"Es wird nämlich gelehrt: R. Elie͑zer pflichtet bei, daß, wenn jemand sich von seiner Frau scheiden ließ und zu ihr sagte: sei jedermann erlaubt, ausgenommen jenem, und sie geht und einen von der Straße heiratet und darauf verwitwet oder geschieden wird, sie jenem, dem sie verboten war, erlaubt sei. – Vielmehr, wenn er ‘mit der Bedingung’ gesagt hat.",
"«Eine andere Erklärung: Wenn jener, dem sie verboten ist, Priester ist, so ist sie, wenn der, der sich von ihr scheiden ließ, stirbt, für jenen Witwe und für jeden anderen Geschiedene. Nun ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn diese wegen ihrer Eigenschaft als Geschiedene jenem verboten ist, obgleich es ein leichtes Verbot ist, um wieviel mehr ist [sie in ihrer Eigenschaft] als Ehefrau anderen verboten, wo doch dieses Verbot ein schweres ist.»",
"In welchem Falle: [sagte er] ‘mit der Bedingung’,"
],
[
"so gilt sie ihm ja für den außerehelichen Verkehr als Geschiedene!? – Vielmehr, wenn er ‘ausgenommen’ gesagthat. –",
"Sollte doch R. A͑qiba, wenn er der Ansicht ist, dies gelte von [der Einschränkung] ‘ausgenommen’, nur den bezüglichen Einwanderhoben haben, und wenn er der Ansicht ist, dies gelte von [der Einschränkung] ‘mit der Bedingung’, nur den bezüglichen Einwanderhoben haben!? –",
"R. A͑qiba hörte manche sagen, es gelte von [der Einschränkung] ‘ausgenommen’, und manche sagen, es gelte von [der Einschränkung] ‘mit der Bedingung’, und er erhob nach der Ansicht, es gelte von [der Einschränkung] ‘ausgenommen’, diesen Einwand, und nach der Ansicht, es gelte von [der Einschränkung] ‘mit der Bedingung’, jenen Einwand. –",
"Welche Widerlegunggibt es dagegen; wenn etwa, beim Verbote für Priesterverhalte es sich anders, so folgert ja auch R. Elie͑zer [seine Ansicht] vom Verbote für Priester!? –",
"Raba lehrte es wie R. Jannaj im Namen eines Greisen.",
"«R. Jehošua͑ sprach zu ihnen: Man widerlegt nicht den Löwen nach seinem Tode.» Demnach wäre R. Jehošua͑ seiner Ansicht, und auch er selbst erhob ja einen Einwand gegen ihn!? –",
"Er sprach zu ihnen wie folgt: auch ich habe gegen ihn einen Einwand zu erheben, aber sowohl nach mir als auch nach euch widerlegt man nicht den Löwen nach seinem Tode. –",
"Was ist dies für ein Einwand R. Jehošua͑s? – Es wird gelehrt: R. Jehošua͑ sagte: Er vergleichtdie Zeit vor der zweiten Heirat mit der Zeit vor der ersten Heirat; wie sie während der Zeit vor der ersten Heirat mit einem anderen nicht verbunden war, ebenso darf sie während der Zeit vor der zweiten Heirat mit einem anderen nicht verbunden sein.",
"Der Text. R. Elie͑zer pflichtet bei, daß, wenn jemand sich von seiner Frau scheiden ließ und zu ihr sagte: sei jedermann erlaubt, ausgenommen jenem, und sie geht und einen von der Straße heiratet und darauf verwitwet oder geschieden wird, sie jenem, dem sie verboten war, erlaubt sei.",
"R. Šimo͑n b. Elea͑zar erhob gegen die Worte R. Elie͑zers folgenden Einwand: Wo finden wir, daß, wenn einer etwas verboten macht, ein anderer es erlaubt machenkönne!? –",
"Etwa nicht, dies erfolgt ja bei der Eheschwägerin; der Ehemann macht sie verboten und der Eheschwager macht sie erlaubt!? –",
"Bei dieser ist es der Eheschwager, der sie verboten macht, denn von ihrem Ehemanne aus ist sie erlaubt. –",
"Dies erfolgt ja bei den Gelübden; der Gelobende macht esverboten und der Gelehrte macht eserlaubt!? – R. Joḥanan erklärte, nicht der Gelehrte mache es erlaubt, vielmehr erfolge es durch die Reue. –",
"Dies erfolgt ja bei der Aufhebungdurch den Ehemann; die Frau gelobt und der Ehemann hebt es auf!? – Hierbei ist es nach einer Lehre des R. Pinḥas im Namen Rabas zu erklären. R. Pinḥas sagte nämlich im Namen Rabas, jede Gelobende gelobe im Sinne ihres Ehemannes.",
"«Hierauf begann R. Elea͑zar b. A͑zarja und sprach: Trennung, etwas, das zwischen ihm und ihr trennt. Du lernst also, daß dies keine Trennung ist.»",
"Wofür verwenden die Rabbanan[das Wort] Trennung? – Dieses verwenden sie für folgende Lehre: [Sagte er:] da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du niemals Wein trinkest, oder: mit der Bedingung, daß du niemals in das Haus deines Vaters gehst, so ist dies keine Trennung; wenn aber: dreißig Tage, so ist dies eine Trennung. –",
"Und jener!? – Dies geht aus [dem Worte] Trennunghervor. – Und die anderen!? – Sie deuten [das Wort] Trennung nicht.",
"Raba sagte: [Sagte er:] da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du während meines ganzen Lebens keinen Wein trinkest, so ist dies keine Trennung; wenn aber: während des ganzen Lebens von jenem, so ist dies eine Trennung.",
"Falls [er gesagt hat:] während des ganzen Lebens von jenem, wohl aus dem Grunde, weil jener sterben und sie die Bedingung erfüllen kann, und auch [falls er gesagt hat:] während meines ganzen Lebens, kann er ja sterben und sie die Bedingung erfüllen!? –",
"Lies vielmehr: [sagte er:] während deines ganzen Lebens, so ist dieskeine Trennung, wenn aber: während meines ganzen Lebens, oder: während des ganzen Lebens von jenem, so ist dies eine Trennung.",
"Raba fragte R. Naḥman: Wie ist es, [wenn er gesagt hat:] heute sei nicht meine Frau, morgen sei meineFrau? Dies ist nach R. Elie͑zer fraglich und dies ist nach den Rabbanan fraglich.",
"Dies ist nach R. Elie͑zer fraglich, denn R. Elie͑zer vertritt seine Ansichtvielleicht nur da, wo er sie für die, denen er sie erlaubt macht, für immer erlaubt macht, nicht aber hierbei, oder macht er keinen Unterschied.",
"Dies ist nach den Rabbanan fraglich, denn die Rabbanan vertreten ihre Ansicht vielleicht nur da, wo sie von ihm nicht vollständig getrenntist, hierbei aber ist sie, da die Trennung eine vollständigeist, vollständig getrennt.",
"Nachdem er es gefragt hatte, entschied er es:"
],
[
"Es ist, einleuchtend, daß sie sowohl nach R. Elie͑zer als auch nach den Rabbanan, da die Trennung eine vollständige ist, vollständig getrennt ist.",
"Die Rabbanan lehrten: [Sagte er:] da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du jenen heiratest, so darf sie nicht heiraten; hat sie aber geheiratet, so gehe sie nicht fort.",
"Wie meint er es? R. Naḥman erwiderte: Er meint es wie folgt: sie darf ihn nicht heiraten, denn man könnte sagen, sie verschenkenihre Frauen; hat sie einen anderen geheiratet, so gehe sie nichtfort. –",
"Sollte man sie wegen einer Berücksichtigungvon ihm nicht fortbringen und so eine EhefrauFremden erlauben!?",
"Vielmehr, erwiderte R. Naḥman, er meint es wie folgt: sie darf ihn nicht heiraten, weil man sagen könnte, sie verschenken ihre Frauen; hat sie ihn aber geheiratet, so gehe sie nicht fort, denn wegen einer Berücksichtigung bringe man sie nicht fort.",
"Raba sprach zu ihm: Demnach darf sie nur ihn nicht heiraten, wohl aber andere; aber sie muß ja die Bedingung erfüllen!?",
"Wolltest du erwidern, sie könne ihn heute heiraten und morgen sich von ihm scheiden lassen, und so die Bedingung erfüllt haben, denn dies wäre mit dem Falle zu vergleichen, hinsichtlich dessen du gegen R. Jehuda streitest. Es wird nämlich gelehrt. [Sagte jemand:] Qonam sei heute der Schlaf für meine Augen, wenn ich morgen schlafe, so darf er, wie R. Jehuda sagt, heute nicht schlafen, weil er morgen schlafen könnte;",
"R. Naḥman sagt, er schlafe heute, und man befürchte nicht, er könnte morgenschlafen.",
"Aber es ist ja nicht gleich; da hängt esvon ihm ab, denn wenn er will, kann er seinen Leib mit Dornen stachelnund nicht schlafen, aber hängt es denn hierbei von ihrem Willen ab, sich scheiden zu lassen!?",
"Vielmehr, erklärte Raba, sie darf weder ihn noch einen anderen heiraten; ihn darf sie nicht heiraten, weil man sagen könnte, sie verschenken ihre Frauen, einen anderen ebenfalls nicht, weil sie die Bedingung erfüllen muß.",
"Hat sie ihn geheiratet, so gehe sie nicht fort, denn wegen einer Berücksichtigung bringe man sie nicht fort; wenn aber einen anderen, so muß sie fort, weil sie die Bedingung erfüllen muß.",
"Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Raba: Sie darf weder ihn noch einen anderen heiraten; hat sie ihn geheiratet, so braucht sie nicht fortzugehen, hat sie einen anderen geheiratet, so muß sie fort.",
"Die Rabbanan lehrten: [Sagte er:] da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du auf den Himmel hinaufsteigest, mit der Bedingung, daß du in den Abgrund hinabsteigest, mit der Bedingung, daß du ein vier Ellen langes Rohr verschluckest, mit der Bedingung, daß du mir ein hundert Ellen langes Rohr bringest, mit der Bedingung, daß du das große Meer zufuß überschreitest, so ist der Scheidebrief ungültig.",
"R. Jehuda b. Tema sagt, ein solcher sei ein [gültiger] Scheidebrief. R. Jehuda b. Tema sagte eine Regel: Wenn die Bedingung später nicht ausgeführt werden kann und dennoch vorher gestellt wird, so ist dies nur eine übertreibende Redereiund [der Scheidebrief] ist gültig.",
"R. Naḥman sagte im Namen Rabhs: Die Halakha ist wie R. Jehuda b. Tema. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Dies ist auch aus einer Mišna zu entnehmen, denn eine solche lehrt, wenn [die Bedingung] später ausgeführt werden kann und vorher gestellt worden ist, sei sie gültig; demnach ist, wenn dies nicht möglich ist, die Bedingung nichtig. Schließe hieraus.",
"Sie fragten: Wie ist es, [wenn er zu ihr gesagt hat:] da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du Schweinefleischißt? Abajje erwiderte: Das ist dasselbe. Raba erwiderte: Sie kann essen und Geißelhiebeerhalten.",
"Nach Abajje schließt die Regel den Fall vom Schweinefleischein, nach Rabba schließt [das Wort] ‘ein solcher’den Fall vom Schweinefleisch aus.",
"Man wandte ein: [Sagte er:] da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du von jenem beschlafenwirst, so ist, wenn die Bedingung erfüllt worden ist, der Scheidebrief gültig, wenn aber nicht, nicht gültig. [Sagte er:] mit der Bedingung, daß du von meinem Vater oder von deinem Vater nicht beschlafen wirst, so befürchte man nicht, sie könnte von ihnen beschlafen worden sein.",
"Er lehrt nicht: mit der Bedingung, daß du von meinem Vater oder von deinem Vater beschlafen wirst; einleuchtend ist dies nach Abajje, gegen Raba aber ist diesja ein Einwand!? –",
"Raba kann dir erwidern: allerdings kann sie Schweinefleisch essen und Geißelhiebe erhalten, ebenso kann sie jemand mit Geldbelohnen, aber [ihre Beschlafung] von seinem Vater oder ihrem Vater hängt ja nicht von ihr ab. Angenommen, daß sie das Verbot zu begehen bereit ist, aber brauchen denn sein Vater oder ihr Vater das Verbot zu begehen!?",
"Nach Raba schließt die Regel den Fall von seinem Vater oder ihrem Vaterein, und [das Wort] ‘ein solcher’ den Fall vom Schweinefleischaus;"
],
[
"nach Abajje schließt die Regel den Fall vom Schweinefleisch ein, und [das Wort] ‘ein solcher’ den Fall von jenemaus.",
"Man wandte ein: [Sagte er:] da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du Schweinefleisch ißt, wenn sie Gemeine ist, mit der Bedingung, daß du Hebeißt, wenn sie Neziraist, mit der Bedingung, daß du Wein trinkest, so ist, wenn die Bedingung erfüllt worden ist, der Scheidebrief gültig, wenn aber nicht, ungültig. Einleuchtend ist dies nach Raba, gegen Abajje aber ist dies ja ein Einwand!? –",
"Abajje kann dir erwidern: glaubst du etwa, daß hier die Ansicht aller vertreten ist, hier ist die Ansicht der Rabbanan vertreten. –",
"Sollte doch der Umstand entscheidend sein, daß dies eine Vereinbarung gegen eine Bestimmung der Tora ist, und jede Vereinbarung gegen eine Bestimmung der Tora ist ungültig!?",
"R. Ada, Sohn des R. Iqa, erwiderte: Nur dann sagen wir, eine Vereinbarung gegen eine Bestimmung der Tora sei ungültig, wenn er die Bestimmung aufhebt, beispielsweise [die Vereinbarung über] Kost, Kleidungund Beiwohnung, hierbei aber ist sie es ja, die die Bestimmungaufhebt.",
"Rabina wandte ein: Sie hebt sie ja nur deshalb auf, um die von ihm gestellte Bedingung zu erfüllen, somit ist er es ja, der sie aufhebt!?",
"Vielmehr, erklärte Rabina, nur dann sagen wir, die Vereinbarung gegen eine Bestimmung der Tora sei ungültig, wenn er sie bestimmt aufhebt, wie [die Vereinbarung über] Kost, Kleidung und Beiwohnung, hierbei aber sagte er ihr nicht, daß sie esse; mag sie nicht essen und nicht geschieden sein.",
"WAS MACHE ER? ER NEHME IHN IHR AB &C. Wer lehrt dies? Ḥizqija erwiderte: Es ist R. Šimo͑n b. Elea͑zar,",
"denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, nurwenn er ihn ihr abnimmt, wiederum gibt und zu ihr sagt: da ist dein Scheidebrief.",
"R. Joḥanan erwiderte: Du kannst auch sagen, es seiRabbi; der eurigeerklärte, hierbei verhalte es sich anders, da sie ihn erworben hat, um dadurch für die Priesterschaft untauglich zu werden.",
"HAT ER ES HINEINGESCHRIEBEN. R. Saphra sagte: Die Lehre gilt nur von dem Falle, wenn er es hineingeschriebenhat. –",
"Selbstverständlich, wir haben ja gelernt: hat er es hineingeschrieben!? – Man könnte glauben, nur wenn nachdem Tenor, wenn aber vor dem Tenor, sei er ungültig, auch wenn es mündlich erfolgt ist, so lehrt er uns.",
"Raba aber sagte: Diese Lehre gilt nur von dem Falle, wenn nach dem Tenor, wenn aber vor dem Tenor, so ist er ungültig, auch wenn es mündlich erfolgt ist.",
"Raba vertritt hierbei seine Ansicht, denn Raba sagte zu den Schreibern der Scheidebriefe: gebietet dem Ehemanne Schweigen, bis ihr den Tenor des Scheidebriefes geschrieben habt.",
"Die Rabbanan lehrten: Jede Bedingung macht den Scheidebriefungültig – so Rabbi. Die Weisen sagen, was ihn mündlich ungültig macht, mache ihn auch schriftlich ungültig, und was ihn mündlich nicht ungültig macht, mache ihn auch schriftlich nicht ungültig. [Die Einschränkung] ‘ausgenommen’, die ihn mündlich ungültig macht, macht ihn auch schriftlich ungültig, und [die Einschränkung] ‘mit der Bedingung’, die ihn mündlich nicht ungültig macht, macht ihn auch schriftlich nicht ungültig.",
"R. Zera sagte: Sie streiten nur über [die Einschränkung] vor dem Tenor, denn Rabbi ist der Ansicht, bei [der Einschränkung] ‘mit der Bedingung’ sei [die Einschränkung] ‘ausgenommen’ zuberücksichtigen, während die Rabbanan der Ansicht sind, bei der einen sei die andere nicht zu berücksichtigen; nach dem Tenor aber ist er"
],
[
"nach aller Ansicht gültig. Unsere Mišna, in der es ‘geschrieben’ heißt, die wir auf [die Einschränkung] ‘ausgenommen’ bezogenhaben, wonach er durch [die Einschränkung] ‘mit der Bedingung’ nicht ungültig wird, spricht, wenn du willst, von [der Einschränkung] vor dem Tenor, nach den Rabbanan, und wenn du willst, von [der Einschränkung] nach dem Tenor, nach aller Ansicht.",
"Raba aber sagte: Sie streiten nur über [die Einschränkung] nach dem Tenor, denn Rabbi ist der Ansicht, bei dieser sei [die Einschränkung] vor dem Tenor zuberücksichtigen, während die Rabbanan der Ansicht sind, dies sei nicht zu berücksichtigen, vor dem Tenor aber ist er nach aller Ansicht ungültig.",
"Unsere Mišna, in der es ‘geschrieben’ heißt, die wir auf [die Einschränkung] ‘ausgenommen’ bezogen haben, wonach er durch [die Einschränkung] ‘mit der Bedingung’ nicht ungültig wird, spricht von [der Einschränkung] nach dem Tenor, nach den Rabbanan.",
"Der Vater R. Abins lehrte vor R. Zera: Wenn er einen Scheidebrief mit einer Bedingung geschrieben hat, so ist er nach aller Ansicht ungültig. – Wieso nach aller Ansicht ungültig, sie streiten ja darüber!?",
"Lies vielmehr: nach aller Ansicht gültig, und zwar nach dem Tenor. –",
"Sollte er doch erklären, so ist er ungültig, nach Rabbi!? – Ihm sind [die Worte] ‘nach aller Ansicht’ gelehrt worden; er kann ‘gültig’ mit ‘ungültig’ verwechselt haben, nicht aber kann er ‘so ist er’ mit ‘nach aller Ansicht’ verwechselt haben.",
" SAGTE ER:] SEI JEDERMANN ERLAUBT, NUR [NICHT] MEINEM VATER, DEINEM VATER, MEINEM BRUDER, DEINEM BRUDER, EINEM SKLAVEN, EINEM NICHTJUDEN, ODER SONST EINEM, DESSEN ANTRAUUNG MIT IHR UNGÜLTIG IST, SO IST [DIE SCHEIDUNG]GÜLTIG.",
"[SAGTE ER:] SEI JEDERMANN ERLAUBT, NUR [NICHT] ALS WITWEEINEM HOCHPRIESTER, ALS GESCHIEDENE ODER HALUÇA EINEM GEMEINEN PRIESTER, ALS HURENKIND ODER NETHINA EINEM JISRAÉLITEN, ALS JISRAÉLITIN EINEM HURENKIND ODER EINEM NATHIN, ODER SONST EINEM, DESSEN ANTRAUUNG MIT IHR GÜLTIG, WENN AUCH VERBOTEN IST, S IST [DIE SCHEIDUNG] UNGÜLTIG.",
"GEMARA. Was schließt die Verallgemeinerungim Anfangsatze ein? – Sie schließt Personen ein, bei denen diesmit der Ausrottung belegt ist. – Was schließt die Verallgemeinerung im Schlußsatze ein? – Dies schließt Personen ein, bei denen dies mit einem Verbote belegt ist, beispielsweise A͑mmoniter und Moabiter.",
"Raba fragte R. Naḥman: Wie ist es, [wenn er gesagt hat:] ausgenommen die Antrauung mit einem Minderjährigen: sagen wir, er sei gegenwärtig für die Antrauungungeeignet, oder aber, er wird hierzu geeignet?",
"Dieser erwiderte: Ihr habt es gelernt: Eine Minderjährige wird auf Grund der Antrauung durch ihren Vater geschieden;",
"weshalb denn, es heißt ja:sie gehe fortund sei!? Wir sagen also, sie wird später für die Antrauung geeignet, ebenso wird er hierbei später für die Antrauung geeignet. –",
"Wie ist es, [wenn er gesagt hat:] ausgenommen die später Geborenen: gegenwärtig sind sie noch nicht geboren, oder aber sie werden spätergeboren.",
"Dieser erwiderte: Ihr habt dies gelernt: Einem Sklaven, einem Nichtjuden. Wenn dem sowäre, so können ja der Sklave und der Nichtjude sich bekehren!? –",
"Diese bekehren sich nicht bestimmt, jene aber werden bestimmt geboren. –",
"Wie ist es, [wenn er gesagt hat:] ausgenommen der Mann deiner Schwester: gegenwärtig ist sie für ihnnicht geeignet, oder aber, die Schwester kann sterben und sie für ihn geeignet sein?",
"Dieser erwiderte: Ihr habt es gelernt: Einem Sklaven, einem Nichtjuden. Der Sklave und der Nichtjude können sich ja bekehren!? – Die Bekehrung ist selten, das Sterben aber ist häufig. –",
"Wie ist es, [wenn er gesagt hat:] ausgenommen dein unehelicher Verkehr: hinsichtlich der Verheiratung hat er nichts zurückgelassen, oder aber, er hat etwas hinsichtlich der Beiwohnung zurückgelassen?",
"Dieser erwiderte: Ihr habt es gelernt: Meinem Vater, deinem Vater. In welchem Falle: wollte man sagen, ehelich, so sind ja sein Vater und ihr Vater für sie zur Ehelichung ungeeignet, wahrscheinlich unehelich; demnach gilt [der uneheliche Verkehr] nur mit seinem Vater und ihrem Vater nicht als Zurücklassung, mit anderen aber gilt er als Zurücklassung. –",
"Vielleicht ehelich, wenn er das Verbot übertritt und sie heiratet. –",
"Wie ist es, [wenn er gesagt hat:] ausgenommen der widernatürliche Beischlaf: hinsichtlich der Verheiratung hat er nichts zurückgelassen, oder aber, es heißt:wie man ein Weib beschläft?",
"Wie ist es, [wenn er gesagt hat:] ausgenommen die Aufhebungdeiner Gelübde: hinsichtlich der Verheiratung hat er nichts zurückgelassen, oder aber, es heißt:ihr Mann kann es aufrecht erhalten und ihr Mann kann es aufheben?",
"Wie ist es, [wenn er gesagt hat:] ausgenommen [das Essen]von Hebe: hinsichtlich der Verheiratung hat er nichts zurückgelassen, oder aber, es heißt:für sein Geld gekauft?",
"Wie ist es, [wenn er gesagt hat:] ausgenommendeine Beerbung: hinsichtlich der Verheiratung hat er nichts zurückgelassen, oder aber, es heißt:seine Verwandten, und beerbe sie?",
"Wie ist es, [wenn er gesagt hat:] ausgenommen deine Antrauungdurch Urkunde: sagen wir, die Antrauung ist ja auch durch Geld und Beischlafmöglich, oder aber, es heißt: sie gehe fort und sei, die Arten des Seinsgleichen einander. –",
"Dies bleibt unentschieden.",
"iiiDER WESENTLICHE TEXT DES SCHEIDEBRIEFES IST: DU BIST NUN JEDERMANN ERLAUBT."
],
[
"R. JEHUDA SAGT, [MAN SCHREIBE] AUCH: DIES DIENE DIR VON MIR ALS TRENNUNGSSCHRIFT, ENTLASSUNGSBRIEF UND SCHEIDUNGSURKUNDE, UM ZU GEHEN UND JEDERMANN NACH BELIEBEN ZU HEIRATEN. DER WESENTLICHE TEXT DES FREILASSUNGSBRIEFESIST : DU BIST NUN EIN FREIER, DU GEHÖRST NUN DIR SELBER.",
"GEMARA. Klar ist es, daß, wenn jemand zu seiner Frau gesagthat: sei nun eine Freie, er nichts gesagthabe, wenn er zu seiner Sklavin gesagt hat: sei nun jedermann erlaubt, er nichts gesagt habe;",
"wie ist es aber, wenn er zu [seiner] Frau gesagt hat: du gehörst nun dir selber; meinte er es vollständigoder meinte er es inbetreff der Arbeitsleistung?",
"Rabina sprach zu R. Aši: Komm und höre, wir haben gelernt: Der wesentliche Text des Freilassungsbriefes ist: du bist nun ein Freier, du gehörst nun dir selber. Wenn nun ein Sklave, dessen Person sein Eigentum ist, seine Person erwirbt, wenn er zu ihm sagt du gehörst nun dir selber, um wieviel mehr die Ehefrau, deren Person nicht sein Eigentum ist.",
"Rabina fragte R. Aši: Wie ist es, wenn er zu seinem Sklaven gesagt hat: ich habe nichts mehr mit dir zu tun?",
"R. Ḥanin sprach zu R. Aši, und manche sagen, R. Ḥanin aus Maḥoza zu R. Aši: Komm und höre, wir haben gelernt: Wenn jemand seinen Sklaven an Nichtjuden verkauft hat, so wird er frei und benötigt eines Freilassungsbriefes von seinem ersten Herrn. R. Šimo͑n b. Gamlie͑l sagte: Dies nur, wenn er keine Urkunde geschrieben hat, wenn er aber eine Urkunde geschrieben hat, so ist dies sein Freilassungsbrief.",
"Und [auf die Frage], was dies für eine Urkunde sei, erwiderte R. Šešeth, wenn du von ihm fortläufst, so habe ich mit dir nichts zu tun.",
"R. JEHUDA SAGT, [MAN SCHREIBE] AUCH: DIES DIENE DIR VON MIR ALS TRENNUNGSSCHRIFT, ENTLASSUNGSBRIEF. Worin besteht ihr Streit? – Die Rabbanan sind der Ansicht, Ansätze, die nichtsbeweisen, gelten als Ansätze, und auch wenn er ‘dies diene’ nicht geschrieben hat, ist es erwiesen, daß er sich von ihr durch diesen Scheidebrief scheiden lasse;",
"R. Jehuda aber ist der Ansicht, Ansätze, die nichts beweisen, gelten nicht als Ansätze, und nur wenn er ‘dies diene’ geschrieben hat, ist es erwiesen, daß er sich von ihr durch diesen Scheidebrief scheiden lasse, wenn er aber ‘dies diene’ nicht geschrieben hat, nehme man an, daß er sich von ihr mündlich scheiden ließ, und die Urkunde nur ein Beweisstück sei.",
"Abajje sagte: Wer einen Scheidebrief schreibt, schreibe nicht ודין [dies], denn man könnte es vedin [nach Recht] lesen, sondern ודן.",
"Ferner schreibe er nicht איגרת [Brief], denn man könnte es igarath [Dach] lesen, sondern אגרת. Ferner schreibe er nicht לימהך [zu gehen], denn man könnte es li mehakh [mir von diesem ab] lesen;",
"auch schreibe er nicht למחך, denn dies lautet wie חוכא [Spott]. Ferner schreibe er דיתיהוייין und דיתיצבייין, mit dreifachem Jod, denn man könnte es tehivjan und teçivjan",
"Auch verlängere er das Vav in כדו [nun], denn man könnte es כדי [nichts] lesen. Ferner schreibe er nicht לאיתנסבא [zu heiraten], denn man könnte es לא יתנסבא [nicht heiraten] lesen, sondern להתנסבא.",
"Sie fragten: Ist [der Passus] ‘dies diene’ erforderlichoder nicht? –",
"Komm und höre: Raba ordnete an, in den Scheidebrief [folgendes zu schreiben:] N., Sohn des N., ließ sich scheiden und trennte sich von seiner Frau N., die früher seine Frau war, vom heutigen Tage bis auf ewig. [Den Passus] ‘dies diene’ nennt er aber nicht. –",
"Nennt er etwa, nach deiner Auffassung, allesandere!? Vielmehr sind sie dennoch erforderlich, ebenso kann auch dies erforderlich sein.",
"«Vom heutigen Tage.» Dies schließt die Ansicht R. Joses aus, welcher sagt, das Datum der Urkunde beweisees.",
"«Auf ewig.»"
],
[
"Dies schließt die Frage aus, die Raba an R. Naḥman richtete, [wie es denn sei], wenn er gesagt hat: heute sei nicht meine Frau, morgen sei meine Frau.",
"DER WESENTLICHE TEXT DES FREIBRIEFES IST: DU BIST NUN EIN FREIER, DU GEHÖRST NUN DIR SELBER, R. Jehuda ordnete an, daß man in Urkunden über den Verkauf von Sklaven [schreibe:] Dieser Sklave ist zur Sklavereianzuhalten, er ist fern und gesondert von jeder Freiheit, und von jedem Einsprüche seitens des Königsoder der Regierung. Ein Sklavensiegel irgend eines Menschen ist nicht an ihm; er ist frei von jedem Gebrechen und von Aussatz bis auf vierJahre zurück, von neuem und von altem. –",
"Welches Mittel gibt es dagegen? Abajje erwiderte: Ingwer, Silberschlacke, Schwefel, Weinessig, Olivenöl und weißes Naphtha; man bestreiche ihn damit mit einem Gänseflügel.",
"iv DREI SCHEIDEBRIEFE SIND UNGÜLTIG, HAT SIE ABER GEHEIRATET, SO IST DAS KIND LEGITIM: \n",
"DER VON SEINER HAND GESCHRIEBEN IST UND KEINE ZEUGEN[UNTERSCHRIFTEN] HAT, DER ZEUGEN[UNTERSCHRIFTEN], ABER KEIN DATUM HAT, DER EIN DATUM HAT, ABER NUR EIN ZEUGE [UNTERSCHRIEBEN] IST. DIESE DREI SCHEIDEBRIEFE SIND UNGÜLTIG; FALLS SIE ABER GEHEIRATET HAT, IST DAS KIND LEGITIM.",
"R. ELIEZER SAGT, AUCH WENN ER KEINE ZEUGEN[UNTERSCHRIFTEN] HAT, ER IHN IHR ABER VOR ZEUGEN GEGEBEN HAT, SEI ELI GÜLTIG UND SIE KÖNNE [DAMIT IHRE MORGENGABE] VON VERÄUSSERTEN GÜTERN EINFORDERN, DENN DIE UNTERSCHRIFT DER ZEUGEN AUF EINER URKUNDE IST NUR EINE VORSORGENDE INSTITUTION.",
"GEMARA. Gibt es denn weiter keinemehr, es gibt ja noch den altenScheidebrief!? – Bei einem solchen muß sienicht fort, bei diesenaber muß sie fort. –",
"Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, bei diesen müsse sie fort, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, sie müsse nicht fort!? –",
"Bei jenem darf sie von vornherein heiraten, bei diesen aber ist nur die bereits erfolgte [Heirat] gültig. –",
"Es gibt ja noch den glatzenhaftenScheidebrief!? – Bei einem solchen ist das Kind ein Hurenkind, bei diesen aber ist das Kind legitim. –",
"Allerdings nach R. Meír, welcher sagt, wenn jemand vom Gepräge abweicht, das die Weisen bei der Scheidung geprägt haben, sei das Kind ein Hurenkind, wie ist es aber nach den Rabbanan zu erklären!? –",
"Bei jenem muß siefort, bei diesen aber muß sie nicht fort. –",
"Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, bei diesen müsse sie nicht fort, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, bei diesen müsse sie fort!? – Von gefaltetenspricht er nicht. –",
"Es gibt ja noch die Bestimmung wegen des Friedensmit der Regierung!? –",
"Bei einem solchen ist das Kind ein Hurenkind, bei diesen aber ist das Kind legitim. –",
"Allerdings nach R. Meír, wie ist es aber nach den Rabbanan zu erklären!? – Er lehrt dies nach R. Meír, wonach bei jenem das Kind ein Hurenkind, bei diesen aber das Kind legitim ist. –",
"Was schließt die Zahlangabe im Anfangsatze aus und was schließt die Zahlangabe im Schlußsatze aus? –",
"Die Zahlangabe im Anfangsatze schließt die oben genannten aus,",
"die Zahlangabe im Schlußsatze schließt den Fall der folgende Lehre aus: Wenn jemand einen Scheidebrief aus dem Überseelande gebracht und zu ihr nicht gesagt hat: er ist vor mir geschrieben und vor mir unterschrieben worden, so muß er sie entfernen und das Kind ist ein Hurenkind – so R. Meír.",
"Die Weisen sagen, das Kind sei kein Hurenkind. Er verfahre vielmehr wie folgt: er nehme ihn ihr ab und gebe ihn ihr wiederum vor zwei [Personen] und spreche: er ist vor mir geschrieben und vor mir unterschrieben worden.",
"DER VON SEINER HAND GESCHRIEBEN IST UND KEINE ZEUGEN[UNTERSCHRIFTEN] HAT. Rabh sagte: Wir haben es von dem Falle gelernt, wenn er von seiner Hand geschrieben ist. –",
"Worauf bezieht sich dies; wenn auf den ersten Fall, so ist es ja selbstverständlich, es heißt ja: von seiner Hand,",
"und wenn auf den mittelsten Fall, so sind ja Zeugen [unterschriften]vorhanden!? – Vielmehr, auf den letzten Fall, wenn er ein Datum hat, aber nur ein Zeuge [unterschrieben] ist."
],
[
"Nur wenn von seiner Hand geschrieben und ein Zeuge [unterschrieben] ist, nicht aber, wenn ein Schreiber ihn geschrieben und ein Zeuge [unterschrieben] ist.",
"Šemuél aber sagte: Selbst wenn ein Schreiber ihn geschrieben und ein Zeuge unterschrieben ist, denn wir haben gelernt, wenn ein Schreiber ihn geschrieben hat und ein Zeuge [unterschrieben ist], sei er gültig. –",
"Und Rabh!? – Es ist ja nicht gleich; da darf sie von vornhereinheiraten, hierbei ist nur die bereits erfolgte [Heirat] gültig. –",
"Und Šemuél!? – Das ist kein Einwand; das eine gilt von einem bewährten Schreiberund das andere von einem unbewährten Schreiber.",
"Ebenso sagte auch R. Joḥanan: Hier wird von dem Falle gelehrt, wenn er von seiner Hand geschrieben ist. R. Elea͑zarsprach zu ihm: Es sind ja Zeugen [unterschrieben]!? Dieser erwiderte: Dies bezieht sich auf den letzten Fall.",
"Zuweilen sagte Rabh, sie müssefort, und zuweilen sagte er, sie müsse nicht fort.",
"Wie ist dies zu erklären? – Hat sieKinder, so muß sie nicht fort, hat sie keine Kinder, so muß sie fort.",
"Mar Zuṭra b. Ṭobija wandte ein: Wenn bei all diesenein Zweifel hinsichtlich der Antrauung oder der Scheidung besteht, so hat bei ihnen die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu erfolgen.",
"Was heißt ein Zweifel hinsichtlich der Antrauung? Wenn er ihr die Antrauungsurkunde zugeworfen hat, und es zweifelhaft ist, ob sie ihr oder ihm näher war, so ist dies ein Zweifel hinsichtlich der Antrauung.",
"Ein Zweifel hinsichtlich der Scheidung? Wenn [der Scheidebrief] von ihm geschrieben ist, aber keine Zeugen[Unterschriften] hat, wenn er Zeugen[unterschriften], aber kein Datum hat, oder wenn er ein Datum hat, aber nur ein Zeuge [unterschrieben] ist, so ist dies ein Zweifel hinsichtlich der Scheidung.",
"Wenn du nun sagst, sie müsse nichtfort, so könnte es dazu kommen, daß an ihrerNebenbuhlerin die Schwagerehe vollzogen wird!? –",
"Mag die Schwagerehe an ihr vollzogen werden; es ist nur eine rabbanitischeBefürchtung.",
"Levi aber sagte: Sie braucht niefortzugehen. Ebenso sagte R. Joḥanan: Sie braucht nie fortzugehen.",
"Ebenso sagte R. Joḥanan zu den Söhnen des R. Ḥalaphta aus Ḥajpha: Euer Vater sagte, sie brauche nie fortzugehen, und [ferner sagte er,] die Grillemache das Entsündigungswassernicht untauglich. –",
"Was ist Grille? Abajje erwiderte: [Eine Art] Fliege zwischen den Garbenhaufen.",
"R. Daniél b. R. Qaṭṭina wandte ein: Alle Vögel machen das Entsündigungswasser untauglich, ausgenommen die Taube, weil sie nur saugt. Wenn dem nun so wäre, so sollte er noch lehren: ausgenommen die Taube und die Grille!? –",
"Dies ist nicht ausgemacht; eine große macht es nicht untauglich, eine kleine macht es untauglich, – Biswieviel!? – Bis zur Olivengröße.",
"R. ELIE͑ZER SAGT, AUCH WENN &C. R. Jehuda sagte: Rabh sagte, die Halakha sei bei Scheidebriefen wie R. Elie͑zer; als ich dies aber Šemuél vortrug, sagte er: auch bei Schuldscheinen.",
"Ist denn Rabh der Ansicht, bei Schuldscheinen nicht, dieser lehrt ja, daß sievon veräußerten Gütern einfordere!? –",
"R. Elie͑zer lehrte zweierlei, und Rabh ist seiner Ansicht hinsichtlich des einen und streitet gegen ihn hinsichtlich des anderen.",
"Ebenso sagte auch R. Ja͑qob b. Idi: R. Jehošua͑ b. Levi sagt, die Halakha sei bei Scheidebriefen wie R. Elie͑zer, R. Jannaj aber sagt, an diesem hafte nicht einmal der Geruch eines Scheidebriefes. –",
"Hält denn R. Jannaj nichts von der Ansicht R. Elie͑zers!? – Er meint es wie folgt: nach den Rabbanan haftet an diesem nicht einmal der Geruch eines Scheidebriefes.",
"Ebenso sagte R. Jose b. R. Ḥanina: Reš Laqiš sagt, die Halakha sei bei Scheidebriefen wie R. Elie͑zer, R. Joḥanan aber sagt, an diesem hafte nicht einmal der Geruch eines Scheidebriefes. –",
"Demnach hält R. Joḥanan nichts von der Ansicht R. Elie͑zers? – Er meint es wie folgt: nach den Rabbanan haftet an diesem nicht einmal der Geruch eines Scheidebriefes.",
"R. Abba b. Zabhda sandte an Mari b. Mar: Frage R. Hona, ob die Halakha bei Scheidebriefen wie R. Elie͑zer sei oder nicht.",
"Inzwischen starb R. Hona. Da sprach sein Sohn Rabba zu ihm: Folgendes sagte mein Vater im Namen Rabhs: die Halakha ist bei Scheidebriefen wie R. Elie͑zer. Auch unsere Lehrer, die in der Halakha kundig sind, sagten im Namen unseres Meisters, die Halakha sei bei Scheidebriefen wie R. Elie͑zer. R. Ḥama b. Gorja sagte nämlich im Namen Rabhs, die Halakha sei bei Scheidebriefen wie R. Elie͑zer.",
"Manche lesen: Unsere Genossen, die in der Halakha kundig sind, die Schüler unseres Meisters, sagten im Namen unseres Meisters, die Halakha sei bei Scheidebriefen wie R. Elie͑zer. R. Ḥisda sagte nämlich im Namen des R. Ḥama b. Gorja im Namen Rabhs, die Halakha sei bei Scheidebriefen wie R. Elie͑zer.",
"Ebenso sagte auch Rabin, als er kam, im Namen R. Elea͑zars im Namen Rabhs, die Halakha sei bei Scheidebriefen wie R. Elie͑zer.",
" WENN ZWEI IHRE GLEICHMÄSSIGENSCHEIDEBRIEFE GESCHICKT HABEN UND DIESE MIT EINANDER VERMISCHT WORDEN SIND, SO GEBE MAN BEIDE DER EINEN [FRAU] UND BEIDEDER ANDEREN; DAHER IST, WENN EINER VON IHNEN ABHANDEN GEKOMMEN IST, DER ANDERENICHTIG.",
"WENN FÜNF GEMEINSCHAFTLICH EINEN SCHEIDEBRIEF GESCHRIEBEN HABEN: N. LÄSST SICH VON N. SCHEIDEN UND N. VON N., UND DIE ZEUGEN UNTEN [UNTERSCHRIEBEN HABEN], SO IST ER FÜR ALLE GÜLTIG UND IST JEDER BESONDERS EINZUHÄNDIGEN; \n",
"WENN ABER FÜR JEDEN EIN BESONDERER TEXT GESCHRIEBEN WORDEN IST UND DIE ZEUGEN UNTEN [UNTERSCHRIEBEN HABEN], SO IST DERJENIGE GÜLTIG, MIT DEM DIE ZEUGEN[UNTERSCHRIFTEN ANSCHLIESSEND] GELESENwerden.",
"GEMARA. Wer lehrte dies? R. Jirmeja erwiderte: Nicht R. Elea͑zar, denn R. Elea͑zar sagt, die Trennung erfolge durch die Zeugen der Übergabe, und diese wissen ja nicht, durch welchen [die Frau] geschieden werdensoll.",
"Abajje erwiderte: Du kannst auch sagen, R. Elea͑zar, denn auch nach R. Elea͑zar ist nur das Schreiben auf den richtigen Namen erforderlich, ist etwa auch die Übergabe auf den richtigen Namen erforderlich!?",
"WENN FÜNF GEMEINSCHAFTLICH &C. GESCHRIEBEN HABEN. Was heißt gemeinschaftlich und was heißt gesondert?",
"R. Joḥanan erwiderte: Mit einem Datum für alle heißt er gemeinschaftlich, mit besonderem Datum für jeden heißt er gesondert.",
"Reš Laqiš erwiderte:"
],
[
"Auch mit einem Datum für alle heißt er gesondert; gemeinschaftlich heißt er, wenn darin wie folgt geschrieben ist: Wir N. und N. lassen uns von unseren Frauen N. und N. scheiden.",
"R. Abba wandte ein: Nach R. Joḥanan, welcher sagt, mit einem Datum für alle heiße ergemeinschaftlich, ist ja zu berücksichtigen, die Zeugen haben vielleicht nur den letzten unterschrieben!? Es wird ja auch gelehrt: Wenn die Zeugen auf dem Scheidebriefe unter einem Gruße unterschrieben sind, so ist zu berücksichtigen, sie haben vielleicht nur den Gruß unterschrieben. –",
"Hierzu wurde gelehrt: R. Abahu sagte, ihm sei von R. Joḥanan erklärt worden: heißt es: grüßt, so ist er ungültig, heißt es: undgrüßt, so ist er gültig. Ebenso auch hierbei; wenn es darin heißt: N. und N. und N. –",
"Wozu braucht ferner nach R. Joḥanan, welcher sagt, mit besonderem Datum für jeden heiße er gesondert, der Umstand berücksichtigt zu werden, daß er gesondert ist, es sollte doch schon der Umstand genügen, daß er am Tage geschrieben und nachts unterschrieben wordenist!?",
"Mar Qašiša, Sohn des R. Ḥisda, sprach zu R. Aši: Wir erklärten im Namen R. Joḥanans wie folgt: wenn darin geschrieben ist: am Sonntag, amSonntag.",
"Rabina sprach zu R. Aši: Nach Reš Laqiš, welcher sagt, auch mit einem Datum für alle heiße er gesondert, und gemeinschaftlich heiße er, wenn darin geschrieben steht: wir N. und N. lassen uns von unseren Frauen N. und N. scheiden, ergibt es sich ja, daß zwei Frauen durch einen Scheidebrief geschieden werden, und die Tora sagt:er schreibe ihr, nicht aber ihr und ihrer Genossin!? –",
"Wenn weiter wiederholt wird: N. läßt sich von N. scheiden, und N. läßt sich von N. scheiden.",
"Rabina sprach zu R. Aši: Womit ist es hierbei anders als beim Falle der folgenden Lehre: wenn jemand all seine Güter seinen zwei Sklaven verschrieben hat, so erwerben sie einander und lassen einanderfrei!? –",
"Haben wir es etwa nicht auf den Fall bezogen, wenn es durch zwei Urkunden erfolgt ist!?",
"Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Joḥanan und es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Reš Laqiš.",
"Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Joḥanan: Wenn fünf zusammen einen Scheidebrief geschrieben haben: N. läßt sich von N. scheiden, N. von N., und N. von N., und für alle zusammen ein Datum angegeben ist und die Zeugen unten [unterschrieben haben], so sind alle gültig und er ist jeder besonders einzuhändigen;",
"wenn aber für jeden ein besonderes Datum angegeben ist, und die Zeugen unten [unterschrieben haben], so ist derjenige gültig, mit dem die Zeugen[unterschriften anschließend] gelesen werden. R. Jehuda b. Bethera sagt, wenn zwischen ihnen ein freier Raum vorhanden ist, sei er ungültig, wenn aber nicht, sei er gültig, denn das Datum trenne sie nicht.",
"Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Reš Laqiš: Wenn fünf gemeinschaftlich einen Scheidebrief geschrieben haben: wir N. und N. lassen uns von unseren Frauen N. und N. scheiden, N. läßt sich von N. scheiden und N. läßt sich von N. scheiden, und für alle ein Datum angegeben ist, und die Zeugen unten [unterschrieben haben], so sind alle gültig und er ist jeder besonders einzuhändigen;",
"wenn aber für jeden ein besonderes Datum angegeben, zwischen dem einen und dem anderen ein freier Raum vorhanden ist, und die Zeugen unten [unterschrieben haben], so ist derjenige gültig, mit dem die Zeugen[unterschriften anschließend] gelesen werden. R. Meír sagt, auch wenn zwischen ihnen kein freier Raum vorhanden ist, sei er ungültig, denn das Datum trenne sie. –",
"Wozu ist nach Reš Laqiš für jeden ein besonderes Datumerforderlich, er sagt ja, daß er auch mit einem Datum für alle gesondert heiße!? –",
"Nur dann, wenn sie eingangs nicht vereint werden, hier aber, wo sie eingangs vereintwerden, gilt dies nur dann, wenn sie durch das Datum getrennt sind, sonst aber nicht.",
" WENN ZWEI SCHEIDEBRIEFE NEBEN EINANDERGESCHRIEBEN, UND UNTEN ZWEI ZEUGEN UNTEREINANDER HEBRÄISCH UND ZWEI ZEUGEN UNTEREINANDER GRIECHISCH UNTERSCHRIEBENSIND, SO IST DER, DEM DIE ERSTEN ZEUGEN SICH ANSCHLIESSEN, GÜLTIG.",
"WENN EIN ZEUGE HEBRÄISCH, EIN ZEUGE GRIECHISCH, EIN ZEUGE HEBRÄISCH UND EIN ZEUGE GRIECHISCH UNTEREINANDER UNTERSCHRIEBEN IST, SO SIND BEIDE UNGÜLTIG .",
"GEMARA. Sollte doch der eine durch ‘Reúben’ und der andere durch ‘Sohn Ja͑qob, Zeuge’ gültigsein, denn wir haben gelernt, wenn [unterschrieben ist:] ‘Sohn N.s, Zeuge’, sei dies gültig!? –",
"Wenn unter dem einen ‘Reúben Sohn’, und unter dem anderen ‘Ja͑qob, Zeuge‘ geschrieben steht. –",
"Sollte doch der eine durch ‘Reúben Sohn’ und der andere durch ‘Ja͑qob, Zeuge’, gültig sein, denn wir haben gelernt, wenn [unterschrieben ist:] ‘N., Zeuge’, sei dies gültig!? –",
"Wenn [das Wort] Zeuge nicht geschrieben ist. Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich, wenn [das Wort] Zeuge geschrieben ist, wenn man aber weiß, daß diese Unterschrift nicht von Ja͑qobist. –"
],
[
"Vielleicht hat er den Namen seines Vaters unterschrieben!? – Niemand läßt seinen Namen und unterschreibt den Namen seines Vaters. –",
"Vielleicht benutzte er ihn als Signum!? So zeichnete Rabheinen Fisch, R. Ḥanina einen Palmenzweig, R. Ḥisda ein Samakh, R. Hoša͑ja ein A͑jin und Rabba b. R. Hona einen Mast. –",
"Niemand ist so respektlos, den Namen seines Vaters als Signum zu gebrauchen. –",
"Sollte doch der eine durch die zwei hebräischen Zeugenunterschriften und der andere durch die zwei griechischen Zeugenunterschriften gültig sein, denn wir haben gelernt, wenn der Scheidebrief hebräisch ist und die Zeugen[unterschriften] griechisch, oder er griechisch und die Zeugen[unterschriften] hebräisch, sei er gültig!?",
"Wolltest du erwidern, aus dem Grunde nicht, weil sie durch zwei Zeilen getrenntsind, so sagte ja Ḥizqija, wenn man ihnmit Unterschriften von Verwandtenausgefüllt hat, sei [die Urkunde] gültig!? –",
"Zee͑ri lehrte tatsächlich, daß beide gültig seien. – Und unser Autor!? – Vielleicht, wenn sie ihn rückwärtsunterschrieben haben, sodaß alle nur einen unterschrieben haben.",
"EIN ZEUGE HEBRÄISCH UND EIN ZEUGE GRIECHISCH. Sollte doch der eine durch die eine hebräische und die eine griechische und der andere durch die eine hebräische und die eine griechische Zeugenunterschrift gültig sein, denn wir haben gelernt, wenn ein Zeuge hebräisch und ein Zeuge griechisch unterschrieben ist, sei dies gültig!? –",
"Zee͑ri lehrte tatsächlich, daß beide gültig seien. – Und unser Autor!? – Vielleicht, wenn [einer]rückwärts unterschrieben hat, drei den einen und einer den anderen.",
" WENN ETWAS VOM SCHEIDEBRIEFEZURÜCKGEBLIEBEN IST UND ER ES AUF DIE ZWEITE KOLUMNE GESCHRIEBEN HAT, UND DIE ZEUGEN UNTEN [UNTERSCHRIEBEN HABEN], SO IST ER GÜLTIG. WENN DIE ZEUGEN AM KOPFE DER KOLUMNE, AN DER SEITE ODER BEI EINEM EINFACHEN AUF DER RÜCKSEITEUNTERSCHRIEBEN SIND, SO IST ER UNGÜLTIG.",
"WENN MAN DEN KOPF DES EINEN NEBEN DEN KOPF DES ANDEREN GESETZT HAT UND DIE ZEUGEN[UNTERSCHRIFTEN] SICH IN DER MITTE BEFINDEN, SO SIND BEIDEUNGÜLTIG. WENN DAS ENDE DES EINEN AN DAS ENDE DES ANDEREN UND DIE ZEUGEN[UNTERSCHRIFTEN] SICH IN DER MITTE BEFINDEN, SO IST DER, DEM DIE ZEUGEN[UNTERSCHRIFTEN] SICH ANSCHLIESSEN, GÜLTIG. WENN DEN KOPF DES EINEN AN DAS ENDE DES ANDEREN UND DIE ZEUGEN[UNTERSCHRIFTEN] SICH IN DER MITTE BEFINDEN, SO IST DER, DEM DIE ZEUGEN[UNTERSCHRIFTEN] SICH AM ENDE ANSCHLIESSEN, GÜLTIG. viii,1",
"WENN DER SCHEIDEBRIEF HEBRÄISCH IST UND DIE ZEUGEN[UNTERSCHRIFTEN] GRIECHISCH, ODER ER GRIECHISCH UND DIE ZEUGEN[UINTERSCHRIFTEN] HEBRÄISCH, ODER WENN EINE ZEUGEN[UNTERSCHRIFT] HEBRÄISCH UND EINE GRIECHISCH IST, ODER WENN DER SCHREIBER IHN GESCHRIEBEN UND EIN ZEUGE [UNTERSCHRIEBEN] HAT, SO IST ER GÜLTIG.",
"[STEHT DARIN:] ‘N., ZEUGE’, SO IST ER GÜLTIG; WENN: ‘SOHN DES N., ZEUGE’, SO IST ER GÜLTIG; WENN: ‘N., SOHN DES N.’, ABER NICHT ‘ZEUGE’, SO IST ER GÜLTIG. SO VERFUHREN AUCH DIE VORNEHMENIN JERUŠALEM. WENN ER [NUR] SEINEN BEINAMENUND IHREN BEINAMEN GESCHRIEBEN HAT, SO IST ER GÜLTIG.",
"GEMARA. Sollte dochberücksichtigt werden, vielleicht waren es zwei Scheidebriefe, von denen das Datum des einen mit den Zeugen[unterschriften] des anderen zusammentraf, und er das Datum des anderen und die Zeugen[unterschriften] des einen entfernthat!?",
"R. Abba erwiderte im Namen Rabhs: Wenn unten ein leerer Rand vorhandenist. – Vielleicht ist vom anderen das Datumentfernt worden!? – Wie R. Abba im Namen Rabhs erklärt hat, wenn unten ein leerer Rand vorhanden ist,"
],
[
"ebenso ist zu erklären, wenn auch oben ein leerer Rand vorhanden ist. –",
"Vielleicht hatte er es sich überlegtund später fortgesetzt!? –",
"Wenn es unten ‘du bist nun’ und oben ‘erlaubt’ heißt. – Vielleicht ist dies doch der Fall!? – Soweit berücksichtigen wir nicht.",
"R. Aši erwiderte: Wenn diesan der Bearbeitung der Pergamentrolle zu merken ist.",
"WENN DIE ZEUGEN AM KOPFE DER KOLUMNE &C. UNTERSCHRIEBEN SIND. Dem ist ja aber nicht so, Rabh unterzeichnete ja an der Seite!? – In dem Falle, wenn die obere Seite der Schrift zugewandtist. –",
"Es wird gelehrt, wenn man den Kopf des einen an den Kopf des anderen gesetzt hat und die Zeugen[unterschriften] sich in der Mitte befinden, seien beide ungültig; sollte man doch sehen, welchem sie zugewandt sind, und dieser gültig sein!? –",
"Dies gilt von dem Falle, wenn sie einem Riegelgleichen. –",
"Wieso heißt es demnach im Schlußsatze, wenn man den Kopf des einen an das Ende des anderen gesetzt hat und die Zeugenunterschriften sich in der Mitte befinden, dem die Zeugen[unterschriften] sich am Ende anschließen, sei der gültig; wenn sie einem Riegel gleichen, so schließen sie sich ja weder dem einen noch dem anderen an!? –",
"Vielmehr, Rabh unterzeichnete so andere Schriftstücke.",
"WENN DER SCHEIDEBRIEF HEBRÄISCH &C. ODER WENN DER SCHREIBER IHN GESCHRIEBEN UND EIN ZEUGE [UNTERSCHRIEBEN] HAT, SO IST ER GÜLTIG. R. Jirmeja sagte: Unsere Lehre lautet: wenn der Schreiber unterschrieben hat.",
"",
"Einst wurde R. Abahu eine Urkunde über die Morgengabe vorgelegt, von der die Textschriftund die Unterschrift eines Zeugen bekannt war. Er wollte sie als gültig erklären, da sprach R. Jirmeja zu ihm: Unsere Lehre lautet: wenn der Schreiber unterschrieben hat.",
"WENN ER [NUR] SEINEN BEINAMEN ODER IHREN BEINAMEN GESCHRIEBEN HAT, SO IST ER GÜLTIG. Die Rabbanan lehrten: Der Beiname der Vorfahrenkann in Scheidebriefen bis auf zehn Generationen zurückreichen; R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, bis auf drei Generationen sei er gültig, von da ab ungültig.",
"Die Lehre R. Ḥaninas, daß der Beiname der Vorfahren in Scheidebriefen bis zur dritten Generation zurückreichen dürfe, vertritt somit die Ansicht des R. Šimo͑n b. Elea͑zar.",
"R. Hona sagte: Folgender Schriftvers deutet hierauf:wenn du zeugest Kinder und Kindeskinder.",
"R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Das Jisraélland ist erst dann verwüstet worden, nachdem da sieben GerichtshöfeGötzendienst getrieben hatten, und zwar: Jerobea͑m, der Sohn Nebaṭs, Baa͑ša, der Sohn Aḥijas, Aháb, der Sohn O͑mris, Jehu, der Sohn Nimšis, Peqaḥ, der Sohn Remaljahus, Menaḥem, der Solin Gadis, und Hošea͑, der Sohn Elas, denn es heißt: sie welkt dahin, die sieben geboren hat, sie haucht ihre Seele aus; ihre Sonne ging unter, als es noch Tag war, beschämt und zu Schanden ist sie.",
"R. Ami sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers: wenn du zeugest Kinder und Kindeskinder.",
"R. Kahana und R. Asi sprachen zu Rabh: von Hošea͑, dem Sohne Elas, heißt es:und er tat, was böse ist in den Augen des Herrn, jedoch nicht wie die Könige von Jisraél, und darauf heißt es:gegen ihn zog Salmanasar!?",
"Dieser erwiderte ihnen: Hošea͑ schaffte die Wachen ab, die Jerobea͑m, der Sohn Nebaṭs, auf die Wege setzte, um die Jisraéliten von der Wallfahrtabzuhalten, dennoch zogen die Jisraéliten nicht zur Wallfahrt. Da sprach der Heilige, gepriesen sei er: Entsprechend den Jahren, die die Jisraéliten nicht zur Wallfahrt zogen, sollen sie in die Gefangenschaft ziehen.",
"R. Ḥisda sagte im Namen Mar U͑qabas, und manche sagen, R. Ḥisda [im NamenR. Jirmejas:] Es heißt:so war der Herr auf das Unglück bedacht und brachte es über uns, denn gerecht ist der Herr, unser Gott. War der Herr, unser Gott, auf das Unglück bedacht und brachte er es über uns deshalb, weil er gerecht ist!?",
"Vielmehr, der Heilige, gepriesen sei er, übte Gerechtigkeitan Jisraél, indem er die Gefangenschaft Çidqijahus eintreten ließ, als noch die Gefangenschaft Jekhonjasbestanden hatte. Von der Gefangenschaft Jekhonjas heißt es: Schmiede und Schlosser tausend.",
"Schmiede [hießen sie], weil alle, wenn sie zu sprechen anfingen, wie taubwaren. Schlosser [hießen sie], weil, wenn ihnen [eine Lehre] verschlossen war, niemand es losen konnte. Wieviel waren es? Tausend.",
"U͑la erklärte: Er ließ [die Gefangenschaft] eintreten zwei Jahre rov:wenn ihr eingelebt seinwerdet."
],
[
"R. Aḥa b. Ja͑qob sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß das ‘geschwind’ des Herrn der Welt achthundertzweiundfünfzig Jahrewährt.",
"viii,2 DER ERZWUNGENE SCHEIDEBRIEP IST, WENN DURCH JISRAÉLITEN, GÜLTIG, UND WENN DURCH NICHTJUDEN, UNGÜLTIG. WENN NICHTJUDEN IHN PRÜGELN UND ZU IHM SAGEN: TU, WAS DER JISRAÉLIT DIR SAGT, SO IST ER GÜLTIG.",
"GEMARA. R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls: Der durch Jisraéliten erzwungene Scheidebrief ist, wenn mit Recht, gültig, und wenn mit Unrecht, ungültig, macht aberuntauglich;",
"der durch Nichtjuden [erzwungene] ist, wenn mit Recht, ungültig, macht aber untauglich, und wenn mit Unrecht, so haftet an ihm nicht der Geruch eines Scheidebriefes. –",
"Wie du es nimmst: kann durch Nichtjuden eine Erzwingung erfolgen, so sollte er auch gültig sein, und kann durch sie eine Erzwingung nicht erfolgen, so sollte er auch nicht untauglich machen!?",
"R. Mešaršeja erwiderte: Nach der Tora ist auch der von Nichtjuden erzwungene gültig, nur sagten sie deshalb, daß er ungültig sei, damit sich nicht jede an einen Nichtjuden hänge, um sich von ihrem Manne zu befreien. –",
"Wieso haftet demnacham mit Unrecht [erzwungenen] nicht der Geruch eines Scheidebriefes, er sollte doch dem mit Unrecht durch einen Jisraéliten [erzwungenen] gleichen und untauglich machen!? –",
"Vielmehr, das, was R. Mešaršeja gesagt hat, ist nichts. –",
"Was ist hierbei der Grund? – Der mit Recht [erzwungene] kann mit einem durch Jisraéliten mit Recht [erzwungenen] verwechseltwerden, nicht aber kann der mit Unrecht [erzwungene] mit einem durch Jisraéliten mit Recht [erzwungenen] verwechselt werden.",
"Einst traf Abajje R. Joseph sitzen und von jemand einen Scheidebrief erzwingen. Da sprach er zu ihm: Wir sind ja Laien!? Ferner wir gelehrt: R. Tryphon sagte: Wenn du irgendwo Kollegien von Nichtjuden findest, so darfst du, selbst wenn ihre Gesetze denen der Jisraéliten gleichen, dich ihnen nicht anschließen, denn es heißt:das sind die Gesetze, die du ihnen vorlegen sollst, ihnen, nicht aber Nichtjuden. Eine andere Erklärung: Ihnen, nicht aber Laien.",
"Dieser erwiderte: Wir handeln in ihrerVertretung, wie dies auch bei Geständnissen und Darlehender Fall ist. –",
"Demnach sollte dies auch von Raub und Körperverletzunggelten!? Dieser erwiderte: Wir handeln in ihrer Vertretung nur bei Dingen, die gewöhnlich sind, bei seltenen Dingen aber handeln wir nicht in ihrer Vertretung.",
"ix WENN ÜBER SIE IN DER STADT DAS GERÜCHT GEHT, DASS SIE ANGETRAUT SEI, SO GILT SIE ALS ANGETRAUT, DASS SIE GESCHIEDEN SEI, SO GILT SIE ALS GESCHIEDEN, NUR DARF DAMIT KEINE ABSCHWÄCHUNG VERBUNDEN SEIN.",
"WAS HEISST EINE ABSCHWÄCHUNG? [WENN ES HEISST:] JENER LIESS SICH VON SEINER FRAU SCHEIDEN, ABER UNTER EINER BEDINGUNG, JENER WARF IHR DIE ANTRAUUNGSURKUNDE ZU, JEDOCH IST ES ZWEIFELHAFT, OB SIE IHR ODER IHMNÄHER WAR, SO IST DIES EINE ABSCHWÄCHUNG.",
"GEMARA. Wieso ist sie dadurch ihrem Manneverboten, R. Aši sagte ja, daß man nach der Verheiratung das Gerücht nicht berücksichtige!? –",
"Er meint es wie folgt: wenn über sie in der Stadt das Gerücht geht, daß sie angetraut sei, so gilt sieals angetraut, wenn daß angetraut und geschieden,"
],
[
"so gilt sie als geschieden, weil dies ein Gerücht mit einem Dementi ist.",
"Raba sagte: Wenn über sie in der Stadt ein Gerücht geht, daß sie gehurthat, so berücksichtige man dies nicht, denn wahrscheinlich beobachtete man an ihr nur eine Ausgelassenheit.",
"Hierüber [streiten] Tannaím: Wenn sie auf der Straße gegessen, auf der Straße getrunkenoder auf der Straße gesäugt hat, so ist sie, wie R. Meír sagt, zu entfernen; R. A͑qiba sagt, wenn Mondspinnerinnensich über sie unterhalten.",
"R. Joḥanan b. Nuri sprach zu ihm: Demnach läßt du keine Tochter unseres Vaters Abraham bei ihrem Manne verweilen! Die Tora sagt:weil er etwas Schändliches an ihr gefunden hat, und dort heißt es:durch zwei Zeugen und durch drei Zeugen soll etwas bestätigt werden; wie dort etwas Bestimmtes zu verstehen ist, ebenso auch hierbei etwas Bestimmtes.",
"Die Rabbanan lehrten: [Sagt man,] sie sei defloriert, so berücksichtige man esnicht; sie sei verheiratet, so berücksichtige man es nicht; sie sei verlobt, so berücksichtige man es nicht; mit einer unbestimmtenPerson, so berücksichtige man es nicht; in einer anderenStadt, so berücksichtige man es nicht;",
"sie sei Hurenkind, so berücksichtige man es nicht: sie sei Sklavin, so berücksichtige man es nicht.",
"[Sagt man,] jener habe sein Vermögen dem Heiligtume geweiht, jener habe sein Vermögen preisgegeben, so berücksichtige man es nicht.",
"U͑la sagte: Nicht etwa, wenn man irgend ein Gerede hört, sondern, wenn da Lichterbrennen, Lager hergerichtet sind und Leute ein- und ausgehen und erzählen, daß jene heute angetrautwerde. –",
"Angetraut werde, vielleicht hat er sie sich nicht angetraut!? – Lies: daß jene heute angetraut worden sei.",
"Ebenso lehrte Levi: Nicht etwa, wenn man irgend ein Gerede hört, sondern, wenn da Lichter brennen, Lager hergerichtet sind und Weiber vor dem Lichte spinnen, sich belustigen und erzählen, daß jene heute angetraut werde. – Angetraut werde, vielleicht hat er sie sich nicht angetraut!?",
"R. Papa erwiderte: Daß jene heute angetraut worden sei. Ebenso sagte Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans: Nicht etwa, wenn man irgend ein Gerede hört, sondern, wenn da Lichter brennen, Lager hergerichtet sind und Leute ein- und ausgehen. Erzählen sie es, so ist dies ein Gerücht, erzählen sie nichts, so ist es eine Abschwächung. –",
"Wenn sie nichts erzählen, so haben sie ja überhaupt nichtgesagt!? – Dies schließt die Lehre des Rabba b. R. Hona aus; dieser sagt, die Abschwächung, von der sie sprechen, könne auch zehn Tage später erfolgen, so lehrt er uns, wenn sie nichts gesagthaben, sei dies eine Abschwächung, wenn sie es aber gesagt haben, so gibt es keine Abschwächung mehr.",
"R. Abba sagte im Namen R. Honas im Namen Rabhs: Nicht etwa, wenn man irgend ein Gerede hört, sondern, wenn sie sagen, jener habe es von jenem gehört, und jener von jenem; man verfolge die Untersuchung, bis man etwas Bestimmtes erfährt. –",
"Wenn etwas Bestimmtes, so ist dies ja eine richtige Zeugenaussage!? – Vielmehr, als R. Šemuél b. Jehuda kam, sagte er im Namen R. Abbas im Namen R. Honas im Namen Rabhs: Nicht etwa, wenn man irgend ein Gerede hört, sondern, wenn sie sagen, jener habe es von jenem gehört, und jener von jenem, der nach dem Überseelande verreist ist.",
"Abajje sprach zu R. Joseph: Ist ein Gerüchtzu dementieren oder nicht? Dieser erwiderte: R. Ḥisda sagte, nur wenn man es aus dem Munde von [als Zeugen] zulässigen gehört hat, und hieraus ist zu entnehmen, daß man ein Gerüchtdementiere.",
"Jener entgegnete: Im Gegenteil, R. Šešeth sagte, auch aus dem Munde von Frauen heiße es ein Gerücht, und hieraus ist zu entnehmen, daß man ein Gerücht nicht dementiere!?",
"Dieser erwiderte: Hierüber gibt es verschiedene Orts[bräuche]; in Sura dementieren sie das Gerücht, in Nehardea͑ dementieren sie das Gerücht nicht.",
"Einst ging über eine das Gerücht, daß sie einem Jünger aus dem Lehrhause angetraut worden sei. Da ließ R. Ḥama seinen Vater kommen und sprach zu ihm: Sage mir, wie die Sache sich zugetragen hat. Dieser erwiderte: Er hat sie sich mit einer Bedingung angetraut; mit der Bedingung, daß er nicht zu den Ḥozäern gehen werde, und er ging wohl. Da sprach jener: Da bei der Entstehung des Gerüchtes keine Abschwächung erfolgt war, so bist du zu einer Abschwächung nicht berechtigt.",
"Einst ging über eine das Gerücht, daß sie an der Quelle von Be Šipi einem durch Fleischreste von Dattelsteinenangetraut worden sei. Da ließ R. Idi b. Abin Abajje fragen: Wie verhält es sich in diesem Falle!? Dieser erwiderte: Selbst nach demjenigen, welcher sagt, man dementiere das Gerücht nicht, ist es in diesem Falle zu dementieren, denn man sagt dann, die Gelehrten haben die Antrauung untersucht und gefunden, daß sie keine Peruṭa wert waren.",
"Einst ging über eine das Gerücht, daß sie"
],
[
"einem von den Söhnendes N. angetraut worden sei. Da entschied Raba: Selbst nach demjenigen, welcher sagt, man dementiere das Gerücht nicht, ist es in diesem Falle zu dementieren, denn man sagt dann, die Gelehrten haben die Antrauung untersucht und gefunden, daß die Antrauung durch einen Minderjährigen erfolgt sei.",
"Einst ging über eine das Gerücht, daß sie einem Minderjährigen, der wie ein Erwachsener aussah, angetraut worden sei. Da sprach R. Mordekhaj zu R. Aši: Einst ereignete sich ein solcher Fall, und sie entschieden: er hat nicht [das Alter]erreicht, von dem es heißt:die Teilung Reúbens, groß die Gedanken des Herzens.",
"NUN DARF DAMIT KEINE ABSCHWÄCHUNG VERBUNDEN SEIN. Rabba b. R. Hona sagte: Die Abschwächung, von der sie sprechen, kann auch zehn Tage später erfolgen. R. Zebid sagte: Wenn nur Veranlassung zu einer Abschwächung vorhandenist, ist die Abschwächung zu berücksichtigen.",
"R. Papa wandte gegen R. Zebid ein: Nur darf damit keine Abschwächung verbunden sein!? Dieser erwiderte: Er meint die Veranlassung zu einer Abschwächung.",
"R. Kahana sprach zu R. Papa: Rist du denn nicht dieser Ansicht, wir haben ja gelernt, wenn sieangetraut worden und nachher ihr Mann gekommen ist, dürfe sie zu ihm zurückkehren; doch wohl aus dem Grunde, weil man sagt, er habe sie sich unter dieser Bedingungangetraut!? –",
"Anders ist es da, wo der Ehemann kommt und Einsprucherhebt. –",
"Demnach sollte es auch von dem Falle gelten, wenn sie sich verheiratethat!? – Wenn geheiratet, so hat sie eine verbotene Handlung begangen, daher haben die Rabbanan sie gemaßregelt, wenn angetraut, so hat sie keine verbotene Handlung begangen, daher haben die Rabbanan sie nicht gemaßregelt.",
"R. Aši sagte: Ein Gerücht, das nicht bei Gericht bekräftigt worden ist, ist kein Gerücht. Ferner sagte R. Aši: Nach der Verheiratung berücksichtige man das Gerücht nicht, nach der Verlobung aber berücksichtige man es wohl. R. Ḥabiba sagte: Auch nach der Verlobung berücksichtige man es nicht. Die Halakha ist, man berücksichtige es nicht.",
"R. Jirmeja b. Abba sagte: Die Schule Rabhs sandte an Šemuél: Lehre uns der Meister: bezüglich des ersten [Mannes] geht über sieein Gerücht, und nun kam ein anderer und traute sie sich durch eine nach der Tora [gültige] Antrauungan; wie ist es nun? Dieser erwiderte: Sie muß fort; bringt aber Klarheit in die Sache und teilt es mir mit. –",
"Was ist dies für eine Klarheit: wollte man sagen, wenn sich herausstellt, daß die Antrauung des ersten keine gültige Antrauung war, so dementiere man das Gerücht, so war ja Nehardea͑ die Ortschaft Šemuéls, und da dementierte man das Gerücht nicht!? – Vielmehr, wenn sich herausstellt, daß die Antrauung des ersten eine gültige Antrauung war, so benötigt sie keines Scheidebriefesvom anderen.",
"Er streitet gegen R. Hona, denn R. Hona sagte, wenn eine Ehefrau die Hand ausgestreckt und die Antrauung von einem anderen in Empfang genommen hat, sei sieangetraut.",
"Dies nach R. Hamnuna, denn R. Hamnuna sagte: Wenn eine Frau zu ihrem Manne sagt: du hast dich von mir geschieden, so ist sie glaubhaft, denn es ist feststehend, daß eine Frau sich vor ihrem Manne nicht erkühne. –",
"Und jener!? – R. Hona lehrte es nur von dem Falle, wenn sie es ihm ins Gesicht [sagt], in seiner Abwesenheit aber erkühnt sie sich wohl. –",
"Wie ist es, wenn in der Sache keine Klarheit gefunden wird?",
"R. Hona sagte: Der erste lasse sich von ihr scheiden und der andere nehme sie, nicht aber darf der andere sich von ihr scheiden lassen und der erste sie nehmen, weil man sagen könnte, er habe seine aus der Verlobung Geschiedenewiedergenommen.",
"R. Šiša, Sohn des R. Idi, sagte: Auch der andere darf sich von ihr scheiden lassen und der erste sie nehmen, weil man dann sagt, die Rabbanan haben die Antrauunguntersucht und gefunden, daß sie eine auf einem Irrtum beruhende war. –",
"Wie ist es, wenn über sie das Gerücht bezüglich des einen und bezüglich des anderengeht? R. Papa sagte: Auch in diesem Falle lasse sich der erste von ihr scheiden und der andere nehme sie. Amemar sagte: Sie ist beiden erlaubt."
],
[
"Die Halakha ist: sie ist beiden erlaubt.x \n",
"DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, MAN DÜRFE SICH VON SEINER FRAU NUR DANN SCHEIDEN LASSEN, WENN MAN AN IHR ETWAS SCHÄNDLICHES GEFUNDEN HAT, DENN ES HEISST:denn er fand an ihr etwas Schändliches; \n",
"DIE SCHULE HILLELS SAGT, SELBST WENN SIE IHM DIE SUPPE VERSALZENHAT, DENN ES HEISST: denn er fand an ihr etwas Schändliches;",
"R. A͑QIBA SAGT, SELBST WENN ER EINE ANDERE SCHÖNER ALS SIE FINDET, DENN ES HEISST: wenn sie keine Gunst in seinen Augen findet.",
"GEMARA. Es wird gelehrt: Die Schule Hillels sprach zu der Schule Šammajs Es heißt ja etwas!? Die Schule Šammajs erwiderte: Es heißt ja Schändliches!?",
"Die Schule Hillels entgegnete: Wenn es nur Schändliches und nicht etwas hieße, so könnte man glauben, sie müsse nur wegen einer Schändlichkeit fort, nicht aber wegen eines etwas; daher heißt es auch etwas. Und würde es nur etwas und nicht Schändliches geheißen haben, so könnte man glauben, wenn wegen eines etwas, dürfe ein anderer sie heiraten, wenn aber wegen einer Schändlichkeit, dürfe ein anderer sie nicht heiraten, daher heißt es Schändliches. –",
"Wofür verwendet die Schule Šammajs [das Wort] etwas? – Hierbei heißt es etwas und dort heißt es:durch zwei Zeugen oder durch drei Zeugen soll etwas bestätigt werden, wie dort durch zwei Zeugen, ebenso auch hier durch zwei Zeugen. –",
"Und die Schule Hillels!? – Heißt es denn: Schändlichkeit durch etwas!? – Und die Schule Šammajs!? – Heißt es denn: (entweder) Schändliches oder etwas!? –",
"Und die Schule Hillels!? – Es heißt daher etwas Schändliches, weil darunter das eine und das andere zu verstehen ist.",
"R. A͑QIBA SAGT, SELBST WENN ER EINE ANDERE FINDET. Worin besteht ihr Streit? – In einer Lehre des Reš Laqiš, denn Reš Laqiš sagte: [Das Wort] ‘ki’hat vier Begriffe: wenn, vielleicht, sondern, denn.",
"Die Schule Šammajs erklärte: ki, denner fand an ihr etwas Schändliches. R. A͑qiba aber erklärt: ki, oder [wenn]er an ihr etwas Schändliches fand.",
"R. Papa fragte Raba: Wie ist es, wenn er an ihr weder Schändliches noch etwas gefunden hat?",
"Dieser erwiderte: Da der Allbarmherzige von der Genotzüchtigten sagt:er darf sie nicht fortschicken all seine Tage, all seine Tage obliegt esihm, sie wiederzunehmen, so gilt dies nur von dieser, von der der Allbarmherzige es gesagt hat, hierbei aber ist es, wenn es geschehen ist, dabei zu belassen.",
"R. Mešaršeja fragte Raba: Wie ist es, wenn er im Herzen beabsichtigt, sich von ihr zu scheiden, sie aber bei ihm weilt und ihn bedient? Da las er hierüber:Sinne nicht Böses wider deinen Nächsten, während er arglos bei dir weilt.",
"Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Wie es verschiedene Eigenarten inbetreff der Speisen gibt, so gibt es verschiedene Eigenarten inbetreff der Frau. Mancher gießt, wenn eine Fliege ihm in den Becher fällt, diesen fort und trinkt ihn nicht. Dies ist die Art des Papos b. Jehuda; wenn er fortging, verschloß er vor seiner Frau [die Tür].",
"Mancher entfernt die Fliege, die in seinen Becher fällt, und trinkt ihn. Dies ist die Art eines Durchschnittsmenschen; wenn [seine Frau] mit ihren Brüdern oder Verwandten sich unterhält, so läßt er dies gewähren.",
"Mancher sagt, wenn eine Fliege ihm in die Schüssel fällt, diese aus und ißt sie. Dies ist die Art eines schiechten Menschen; er sieht ruhig zu, wie seine Frau barhäuptig, an beiden Seiten entblößt auf die Straße"
],
[
"geht und spinnt, und mit den Leuten badet. – Mit den Leuten,",
"wie kommst du darauf!? – Vielmehr, an einer Stelle, wo die Leute baden.",
"Sich von dieser zu scheiden, ist ein Gebot der Tora, denn es heißt: denn er fand an ihr etwas Schändliches &c., er schicke sie aus seinem Hause &c. und sie gehe und werde eines anderen Mannes [Frau]. Die Schrift nennt ihn einen anderen, weil er jenemnicht gleicht, den jener hat das Böse aus seinem Hause entfernt, dieser aber hat das Böse in sein Haus gebracht.",
"Wenn es dem anderen beschieden ist, so entläßt er sie, denn es heißt:und der andere Mann sie haßt, wenn aber nicht, so begräbt sie ihn, denn es heißt:oder wenn der andere Mann stirbt. Er verdient den Tod, weil er, während jener das Böse aus seinem Hause entfernt hat, das Böse in sein Haus gebracht hat.",
"Denn er haßt Verstoßen. R. Jehuda erklärte: Wenn du sie hassest, so verstoßesie. R. Joḥanan erklärte: Verhaßtist der Verstoßende.",
"Sie streiten aber nicht; einer spricht von der ersten Frau und einer spricht von der zweiten Frau.",
"R. Elea͑zar sagte nämlich: Wenn jemand sich von seiner ersten Frau scheiden läßt, so vergießt sogar der Altar Tränen über ihn, denn es heißt:Zum zweiten aber tut ihr folgendes: daß der Altar des Herrn mit Tränen, mit Weinen und Schluchzen bedeckt wird, sodaß er sich nicht mehr wenden mag zur Opfergabe und zur Entgegennahme von Wohlgefälligem aus eurer Hand. Ihr fragt: warum? Weil der Herr Zeuge war [des Bündnisses] zwischen dir und dem Weibe deiner Jugend, dem du untreu geworden bist, während sie doch deine Gefährtin und deine Jugendfrau war."
]
],
"sectionNames": [
"Daf",
"Line"
]
}