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"language": "en",
"title": "Yoma",
"versionSource": "https://www.nli.org.il/he/books/NNL_ALEPH001042448/NLI",
"versionTitle": "Talmud Bavli. German trans. by Lazarus Goldschmidt, 1929 [de]",
"shortVersionTitle": "Lazarus Goldschmidt, 1929",
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"direction": "ltr",
"heTitle": "יומא",
"categories": [
"Talmud",
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"Seder Moed"
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"SIEBEN TAGE VOR DEM VERSÖHNUNGSTAGE LASSE MAN DEN HOCHPRIESTER SICH AUS SEINEM HAUSE NACH DER BEAMTENKAMMER ZURÜCKZIEHEN. FERNER HALTE MAN FÜR IHN NOCH EINEN ANDEREN PRIESTER IN BEREITSCHAFT, WEIL ER VON EINER UNTAUGLICHKEIT BETROFFEN WERDEN KANN;",
"R.JEHUDA SAGT, MAN HALTE FÜR IHN AUCH EINE ANDERE FRAU IN BEREITSCHAFT, WEIL SEINE FRAU STERBEN KÖNNTE, UND ES HEISST:er soll Sühne schaffen sich und seinem Hause, UND UNTER HAUS IST DIE FRAU ZU VERSTEHEN. MAN ENTGEGNETE IHM: DEMNACH HAT DIE SACHE KEIN ENDE.",
"GEMARA. Dort haben wir gelernt: Sieben Tage vor der Verbrennung der [roten] Kuh lasse man den zur Verbrennung der Kuh bestimmten Priester sich aus seinem Hause nach der nordöstlichen Kammer vor der Bira zurückziehen; diese nannte man Steinhauskammer. Man nannte sie deshalb Steinhauskammer, weil bei dieser alle Verrichtungen mit Mist-, Stein- und Tongeräten erfolgten. —",
"Weshalb? — Da der am selben Tage Untergetauchte zur Herrichtung der [roten] Kuh zulässig ist, wie wir gelernt haben, man machte den zur Verbrennung der roten Kuh bestimmten Priester unrein und ließ ihn untertauchen, als Kundgebung gegen die Saduzäer,welche sagten, dies dürfe nur durch einen erfolgen, der Sonnenuntergang abgewartethat,",
"so haben die Rabbanan dafür Mist-, Stein- und Tongeräte bestimmt, die für die Unreinheit nicht empfänglich sind, damit man diesen Dienst nicht mißachte. —",
"Weshalb nordöstlich? — Diese ist ein Sündopfer, und das Sündopfer ist nördlich darzubringen, [dagegen] heißt es von dieser:nach der Vorderseitedes Offenbarungszeltes; daher haben die Rabbanan dafür eine Kammer nordöstlich bestimmt, damit man sich dies merke. —",
"Was heißt ‘Bira’? Rabba b.Bar Ḥana erklärte im Namen R. Joḥanans: Eine Stelle auf dem Tempelberge hieß Bira. Reš Laqiš erklärte: Der ganze Tempel hieß Bira, denn es heißt:die Bira [Tempel], die ich vorbereitet habe.",
"Woher dies? R. Minjomi b.Ḥilqija erwiderte im Namen des R. Maḥsija b.Idi im Namen R. Joḥanans: Die Schrift sagt:wie er an diesem Tage getan hat, so hat der Herr zu tun befohlen, um euch Sühne zu schaffen; zu tun, das ist die Herrichtung der [roten] Kuh; Sühne zu schaffen, das ist der Dienst des Versöhnungstages. —",
"Allerdings kann der ganze Schriftvers nicht auf die [Herrichtung der roten] Kuh bezogen werden, da es ja heißt, um Sühne zu schaffen, während die [rote] Kuh kein Sühnopfer ist, vielleicht aber spricht der ganze Schriftvers vom Versöhnungstage? —",
"Ich will dir sagen, es ist aus [dem Worte] befohlen zu folgern, hierbei heißt es: wie der Herr zu tun befohlen hat, und dortheißt es: dies ist die Gesetzesbestimmung, die der Herr befohlen hat; wie nun dort von der [roten] Kuh [gesprochen wird], ebenso hier von der [roten] Kuh, und wie hier von der Zurückziehung [des Hochpriesters], ebenso dort von der Zurückziehung [des Hochpriesters]."
],
[
"Vielleicht aber aus [dem Worte] befehlen, das beim Versöhnungstage gebraucht wird, denn bei diesem heißt es:er tat, wie der Herr dem Moše befohlen hat!? — Man folgere durch Vergleichung des vor der Handlung gebrauchten befehlen mit dem vor der Handlung gebrauchten befehlen, nicht aber folgere man durch Vergleichung des nach den Handlung gebrauchten befehlen mit dem vor der Handlung gebrauchten befehlen. —",
"Vielleicht aber aus dem befehlen, das bei den Opfern gebraucht wird, denn es heißt:am Tage seines Befehlens an die Kinder Jisraél!? — Man folgere durch Vergleichung von befehlen mit befehlen, nicht folgere man durch Vergleichung von seines Befehlens mit befehlen. —",
"Welchen Unterschied gibt es denn dabei, in der Schule R. Jišmáéls lehrten sie ja: Wenn der Priester wiederkommt, wenn der Priester hineingeht, ‘kommen’ und ‘gehen’ sind dasselbe!? —",
"Dies nur, wenn kein gleiches [Wort] vorhanden ist, wenn aber ein gleiches vorhanden ist, folgere man vom gleichen. —",
"«Sühne zu schaffen, das ist der Dienst des Versöhnungstages.» Vielleicht die Sühne durch [gewöhnliche] Opfer!? —",
"Weiß man denn, welcher Priester herankommt, um ihn sich zurückziehenzu lassen!? — Weshalb sollte nicht die Zurückziehung für die ganze Priesterwache erforderlich sein!? — Man folgere durch Vergleichung einer Sache, für die eine Zeit festgesetzt ist, mit einer Sache, für die eine Zeit festgesetzt ist, ausgenommen die Opfer, die an jedem Tage vorhanden sind. —",
"Vielleicht die der Feste!? — Man folgere durch Vergleichung einer Sache, die einmal im Jahre stattfindet, mit einer Sache, die einmal im Jahre stattfindet, ausgenommen die Feste, die [mehr als] einmal im Jahre stattfinden. —",
"Vielleicht ein Fest, und wenn du einwendest, man weiß nicht, welches von ihnen, so ist es entweder das Fest des Ungesäuerten, weil mit diesem die Schrift stets beginnt, oder das Hüttenfest, weil es an Geboten am reichhaltigstenist!? —",
"Vielmehr, man folgere durch Vergleichung der siebentägigen Zurückziehung für einen Tag mit der siebentägigen Zurückziehung für einen Tag, nicht aber folgere man durch Vergleichung der siebentägigen Zurückziehung für sieben Tage mit der siebentägigen Zurückziehung für einen Tag. —",
"Vielleicht der achte [Tag des Hüttenfestes], wobei die siebentägige Zurückziehung für einen Tag erfolgt!? — Man folgere durch Vergleichung von dem, dem keine Heiligkeit vorangeht, mit dem, dem keine Heiligkeit vorangeht, nicht aber folgere man durch Vergleichung von dem, dem eine Heiligkeitvorangeht, mit dem, dem keine Heiligkeit vorangeht. —",
"Ist es denn nicht [das Entgegengesetzte durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwere zu folgern: wenn bei dem, dem keine Heiligkeit vorangeht, eine Zurückziehung erforderlich ist, um wieviel mehr bei dem, dem eine Heiligkeit vorangeht!? — R.Mešaršeja erwiderte: Nein, es heißt: an diesem, nur gleich diesem.",
"R.Asi erwiderte: Es ist ja nicht angängig, daß für das Hauptfest keine Zurückziehung, für seinen Anhangaber eine Zurückziehung erforderlich sei. Und selbst nach demjenigen, welcher sagt, der achte [Tag] des Hüttenfestes sei ein Fest für sich, gilt dies ja nur hinsichtlich"
],
[
"des Loses, des Zeitsegens, des Festes, des Opfers, des Tempelgesanges und des Segens,",
"hinsichtlich der Nachholung aber gilt er als Fortsetzung des ersten [Tages], denn wir haben gelernt, wer am ersten Tage des [Hütten]festes das Festopfer nicht dargebracht hat, muß es im Laufe des ganzes Festes darbringen, auch noch am letzten Tage des Festes. —",
"Vielleicht das Wochenfest, bei dem die siebentägige Zurückziehung für einen Tag erfolgt!? R. Abba erwiderte: Man folgere durch Vergleichung [der Darbringung] eines Farren und eines Widders mit [der Darbringung] eines Farren und eines Widders, ausgenommen das Wochenfest, an dem zwei Widder dargebracht werden. —",
"Einleuchtend ist dies nach demjenigen, der sagt, am Versöhnungstage werde ein Widder dargebracht, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, der zwei Widder sagt!? Es wird nämlich gelehrt: Rabbi sagt, es sei ein und derselbe Widder, von dem hierund von dem im Buche Numeri gesprochen wird; R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagt, es seien zwei verschiedene Widder, von dem hier und vom dem im Buche Numeri gesprochen wird. —",
"Du kannst auch sagen, nach R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n, denn von diesenist einer Tagespflicht und einer Zusatzopfer, die des Wochenfestes aber sind beide Tagespflicht. —",
"Vielleicht das Neujahrsfest, bei dem die siebentägige Zurückziehung für einen Tag erfolgt!? R. Abahu erwiderte: Man folgere durch Vergleichung [der Darbringung] seines Farren und Widders mit [der Darbringung] seines Farren und Widders, ausgenommen die des Wochenfestes und des Neujahrsfestes, die der Gemeinde sind. — Allerdings nach demjenigen, welcher erklärt: nimm dir, von deinem,"
],
[
"mache dir, von deinem, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, von dem der Gemeinde!?",
"Es wird nämlich gelehrt: Nimm dir: von deinem, mache dir: von deinem, sie sollen dir nehmen: von dem der Gemeinde — so R. Jošija; R. Jonathan erklärte: Ob nimm dir oder sie sollen dir nehmen, von dem der Gemeinde, und nur deshalb heißt es nimm dir — als ob man es sagen könnte — deines ist mir lieber ihres.",
"Abba Ḥanan sagte im Namen R.Elie͑zers: Ein Schriftvers lautet:du sollst dir eine Holzlade machen, und ein Schriftvers lautet:sie sollen eine Holzlade machen; wie ist dies [in Übereinstimmung zu bringen]? Eines, wenn die Jisraéliten den Willen Gottes tun, und eines, wenn sie nicht den Willen Gottes tun. —",
"Sie streiten nur über nehmen und machen, die anderweitig gebraucht werden, [beispielsweise]:nimm dir Spezereien, und:mache dir Trompeten aus Silber, bei diesen aber ist es ausdrücklich erklärt, daß es von deinem sei. Merke, bei der Einsetzung heißt es ja bereits:zu den Kindern Jisraél sollst du also sprechen: Nehmet einen Ziegenbock zum Sündopfer, und wenn es noch heißt:da sprach er zu Ahron: Nimm dir ein junges Rind zum Sündopfer, so bedeutet dies: dir von deinem.",
"Und beim Versöhnungstag heißt es ja bereits:damit komme Ahron in das Heiligtum, mit einem jungen Stier zum Sündopfer &c. und von der Gemeinde Jisraél soll er zwei Ziegenböcke zum Opfer nehmen, und wenn es noch heißt:Ahron soll seinen Sündopfer-Farren darbringen, so bedeutet dies ebenfalls: sein, von seinem.",
"R. Aši erwiderte: Man folgere durch Vergleichung des Farren zum Sündopfer und des Widders zum Brandopfer mit dem Farren zum Sündopfer und dem Widder zum Brandopfer, ausgenommen die des Neujahrsfestes und des Wochenfestes, an denen beide Brandopfer sind.",
"Rabina erwiderte: Man folgere durch Vergleichung des Dienstes durch den Hochpriester mit dem Dienste durch den Hochpriester, ausgenommen alle übrigen in den Einwendungen [genannten Tage], an denen der Dienst nicht durch den Hochpriester erfolgt.",
"Manche lesen: Rabina erwiderte: Man folgere durch Vergleichung des ersten Tempeldienstes mit dem ersten Tempeldienste,ausgenommen jene, an denen er nicht der erste ist. — Was heißt erster: wollte man sagen, der erste für den Hochpriester, so ist dies ja identisch mit der ersten Lesart!? — Vielmehr, der erste im Dienstraume.",
"Als R. Dimi kam, sagte er: R.Joḥanan lehrte eines und Reš-Laqiš lehrte beides. R. Joḥanan lehrte eines: zu tun, um euch Sühne zu schaffen, das ist der Dienst des Versöhnungstages. Reš Laqiš lehrte beides: zu tun, das ist die Herrichtung der [roten] Kuh; um euch Sühne zu schaffen, das ist der Dienst des Versöhnungstages. —",
"Wieso lehrte R. Joḥanan eines, wir haben ja gelernt: sieben Tage vor dem Versöhnungstage, und [ferner:] sieben Tage vor dem Verbrennen der [roten] Kuh!? — Dies ist nur eine Verschärfung. —",
"Aber R. Minjomi b.Ḥilqija erklärte ja im Namen des R. Maḥsija b.Idi im Namen R. Joḥanans: Wie er an diesem Tage getan hat, so hat der Herr zu tun befohlen, um euch Sühne zu schaffen; zu tun, das ist die Herrichtung der [roten] Kuh, Sühne zu schaffen, das ist der Dienst des Versöhnungstages!? — Dies sagte er im Namen seines Lehrers, denn als Rabin kam, sagte er, R. Joḥanan habe im Namen R. Jišma͑éls erklärt, zu tun, dies sei die Herrichtung der [roten] Kuh, Sühne zu schaffen, dies sei der Dienst des Versöhnungstages.",
"Reš Laqiš sprach zu R. Joḥanan: Du folgerst es also von der Einsetzung, somit sollte doch, wie bei der Einsetzung alles, was dabei genanntwird, unerläßlich war, auch hierbei alles, was dabei genannt, unerläßlich sein!?",
"Wolltest du sagen, dem sei auch so, so haben wir ja gelernt, daß man für ihn noch einen anderen Priester in Bereitschaft halte, er lehrt aber nicht: sich zurückziehen lasse. Wolltest du sagen, unter ‘in Bereitschaft’ sei ‘sich zurückzuziehen’ zu verstehen, so sollte er bei beiden entweder ‘in Bereitschaft’ oder ‘sich zurückziehen’ lehren!?",
"Dieser entgegnete: Woher folgert es der Meister? Jener erwiderte: Vom Sinaj. Es heißtund die Herrlichkeit des Herrn ruhte auf dem Berge Sinaj; die Wolke aber hüllte ihn sechs Tage ein, und am siebenten rief er Moše; wozu heißt es: sechs Tage, wo es schon heißt: am siebenten Tage rief er Moše? Dies ist eine Hauptnorm, daß, wer sich in das Lager der Göttlichkeit begibt, [vorher] einer sechs-[tägigen] Zurückziehung benötige. —",
"Wir haben ja von sieben gelernt!? — Unsere Lehre vertritt die Ansicht des R. Jehuda b.Bethera, der das Unreinwerden"
],
[
"[seiner] Frauberücksichtigt.",
"R. Joḥanan sprach zu Reš Laqiš: Erklärlich ist nach meiner Ansicht die Lehre, daß man sowohl diesen als auch jenen während aller sieben Tage mit dem [Entsündigungswasser] von allen Entsündigungsopfern, die dort vorhanden waren, besprenge, da auch bei der Einsetzung die Besprengung erforderlich war; war denn aber am Sinaj, wo du es von Sinaj folgerst, die Besprengung erforderlich!?",
"Dieser erwiderte: Stimmt es denn nach deiner Ansicht, bei der Einsetzung war esja Blut, hierbei aber Wasser!? — Das ist kein Einwand, denn R. Ḥija lehrte, das Wasser trete an Stelle des Blutes; war denn aber, nach deiner Ansicht beim Sinaj die Besprengung erforderlich!? Dieser erwiderte: Dies ist nur eine Verschärfung.",
"Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Joḥanan und es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Reš Laqiš. Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Joḥanan:Damit komme Ahron in das Heiligtum, mit dem, was in diesem Abschnitte berichtet wird, nämlich im Abschnitte von der Einsetzung. Was wird im Abschnitte von der Einsetzung berichtet? Daß Ahron sich sieben Tage zurückgezogen und einen Tag den Dienst verrichtet und Moše ihm während der sieben Tage [die Gesetze] überliefert hatte, um ihn in den Dienst einzuüben.",
"Ebenso auch in der Zukunft: der Hochpriester ziehe sich sieben Tage zurück, richte einen Tag den Dienst her, und zwei Schriftgelehrte, von den Schülern Mošes, ausgenommen Saduzäer, überliefern ihm während der sieben Tage [die Gesetze], um ihn in den Dienst einzuüben.",
"Hieraus folgerten sie, daß man sieben Tage vor dem Versöhnungstage den Hochpriester sich aus seinem Hause nach der Beamtenkammer zurückziehen lasse; und wie man den Hochpriester sich zurückziehen lasse, so lasse man den zur Verbrennung der [roten] Kuh bestimmten Priester sich aus seiner Wohnung nach der nordöstlichen Kammer vor der Bira zurückziehen. Sowohl diesen als auch jenenbesprengte man während aller sieben Tage mit [dem Entsündigungswasser] von allen Entsündigungsopfern, die dort vorhanden waren.",
"Wenn du aber einwendest bei der Einsetzung war esBlut, hierbei aber Wasser, so trat das Wasser anstelle des Blutes. Ferner heißt es: wie er an diesem Tage getan hat, so hat der Herr zu tan befohlen, um Euch Sühne zu schaffen; zu tun, das ist die Herrichtung der [roten] Kuh, Sühne zu schaffen, das ist der Dienst des Versöhnungstages. —",
"Das [Wort] damit ist ja an und für sich nötig: mit einem jungen Rinde zum Sühnopfer und einem Widder zum Brandopfer!? — Ich will Dir sagen, wenn nur wegen der Opfer, so sollte es ja ‘mit diesem’ oder ‘mit diesen’ heißen, wenn es aber damit heißt, so ist hieraus beides zu entnehmen. —",
"Wozu ist das ‘ferner’nötig? — Man könnte erwidern, nur der erste Versöhnungstag benötigte der Zurückziehung, wie dies bei der Einsetzung der Fall war, nicht aber die folgenden, oder nur der erste Hochpriester benötigte der Zurückziehung, nicht aber die folgenden, so komm und höre: wie er getan hat &c.",
"Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Reš Laqiš: Moše stieg in die Wolke, wurde von der Wolke eingehüllt und heiligte sich mit der Wolke, um für Jisraél die Tora in Heiligkeit in Empfang zu nehmen, denn es heißt:und die Herrlichkeit des Herrn ruhte auf dem Berge Sinaj, und dies geschah nach [der Verkündigung] der zehn Gebote, am Beginn der vierzig Tage — so R. Jose der Galiläer.",
"R. A͑qiba erkläre: Die Herrlichkeit des Herrn ruhte, vom Neumonde an;"
],
[
"die Wolke verhüllte ihn, den Berg; und er rief Moše, als Moše und ganz Jisraél dastanden, nur will die Schrift Moše Ehrung erweisen. R. Nathan sagte: Die Schrift will damit nur [besagen], daß die Speisen und Getränke aus seinen Därmen verschwinden sollten, damit er den Dienstengelngleiche.",
"R. Mathja b.Ḥereš sagte: die Schrift will damit nur [besagen], daß ihm Angst eingejagt werden sollte, damit die Tora in Angst, Beben und Zittern verliehenwerde, denn es heißt:dienet dem Herrn mit Furcht und frohlocket mit Beben. Was heißt: frohlocket mit Beben? R. Ada b.Mathna erwiderte im Namen Rabhs: Wo frohlocken, da beben.",
"Worin besteht der Streit zwischen R. Jose dem Galiläer und R. A͑qiba? — Sie führen den Streit der folgenden Tannaím: Am sechsten des Monats [Sivan]wurde die Tora an Jisraél verliehen; R. Jose sagt, am siebenten desselben. Nach demjenigen, der am sechsten sagt, wurde sie am sechsten verliehen und am siebenten stieg er hinauf, [wie es heißt:und er rief Moše am siebenten Tage,] und nach demjenigen, der am siebenten sagt, wurde sie am siebenten verliehen und am siebenten stieg er hinauf, denn es heißt: und er rief Moše am siebenten Tage.",
"R. Jose der Galiläer ist der Ansicht des ersten Tanna, daß nämlich die Tora am sechsten des Monates verliehen wurde; dies geschah also nach der Verkündung der zehn Gebote. Die Herrlichkeit des Herrn ruhte auf dem Berge Sinaj, und die Wolke verhüllte ihn sechs Tage, nämlich Moše, und er rief Moše am siebenten Tage, um die übrige Tora in Empfang zu nehmen. Wollte man erklären: die Herrlichkeit des Herrn ruhte, vom Neumonde an, und die Wolke verhüllte ihn, den Berg, und er rief Moše am siebenten Tage, um die zehn Gebote in Empfang zu nehmen — sie hatten sie ja bereits am sechsten in Empfang genommen und bereits am sechsten Tage war die Wolke gewichen!?",
"R. A͑qiba aber ist der Ansicht R. Jose’s, daß nämlich die Tora am siebenten des Monats an Jisraél verliehen wurde. — Allerdings können nach R. A͑qiba die Bundestafeln am siebzehnten Tamuz zerbrochen wordensein, denn vierundzwanzig [Tage] des Sivan und sechzehn des Tamuz sind zusammen vierzig, die er auf dem Berg weilte, und am siebzehnten Tamuz stieg er herab und zerbrach die Bundestafeln;",
"nach R. Jose dem Galiläer aber, welcher sagt, sechs Tage der Zurückziehung und vierzig Tage [des Aufenthaltes] auf dem Berge, können ja die Bundestafeln vor dem dreiundzwangzigsten Tamuz nicht zerbrochen worden sein!? — R. Jose der Galiläer kann dir erwidern: vierzig auf dem Berge einschließlich der sechs Tage der Zurückziehung.",
"Der Meister sagte: Und er rief Moše, als Moše und ganz Jisraél dastanden. Dies ist eine Stütze für R. Elea͑zar, denn R. Elea͑zar erklärte: und er rief Moše, als Moše und ganz Jisraél dastanden, nur will die Schrift Moše Ehrung erweisen.",
"Man wandte ein: [Es heißt nicht] ‘ihm’ sondern ‘an ihn’ [dies besagt], daß nur Moše sie gehört hat, nicht aber hat ganz Jisraél sie gehört!? — Das ist kein Einwand, das eine am Sinaj und das eine im Offenbarungszelte. Wenn du aber willst, sage ich: das ist kein Widerspruch, das eine gilt vom Rufen und das eine vom Reden.",
"R. Zeriqa wies R. Elea͑zar auf einen Widerspruch der Schriftverse hin, und manche sagen, R. Zeriqa sagte, R. Elea͑zar habe auf einen Widerspruch hingewiesen: Es heißt:Moše konnte nicht in das Offenbarungszelt eintreten, weil die Wolke darauf lagerte, dagegen heißt es:da begab sich Moše mitten in die Wolken hinein!? Dies lehrt, daß der Heilige, gepriesen sei er, Moše angefaßt und ihn in die Wolke gebracht hatte. In der Schule R.",
"Jišma͑éls lehrten sie: hier heißt es mitten und dort heißt es ebenfalls mitten,da kamen die Kinder Jisraél mitten in das Meer hinein, wie dort ein Steg war, wie es heißt:das Gewässer bildete einen Damm, ebenso war auch hier ein Steg.",
"Da rief er Moše und sprach. Weshalb geht dem Sprechen das Rufen voran? — Die Tora lehrt eine Anstandsregel, daß man zu einem Nächsten nicht spreche, bevor man ihn angerufen hat. Dies ist eine Stütze für R. Ḥanina, denn R. Ḥanina sagte, daß man seinem Nächsten erst dann etwas sage, wenn man ihn angerufen hat. R. Masja, Sohnessohn des R. Masja, sagte im Namen R. Masja des Großen: Woher, daß, wenn jemand seinem Nächsten etwas sagt, dieser es nicht weiter sagen dürfe, es sei denn, daß er ihn es zu sagen ermächtigt hat? Es heißt: da sprach der Herr zu Moše vom Offenbarungszelte aus also.",
"Beidesind somit der Ansicht, bei der Einsetzung war alles, was dabei genannt wird, unerläßlich. Es wird nämlich gelehrt: Über die Einsetzung [streiten] R. Joḥanan und R. Ḥanina; einer sagt, alles, was dabei genannt wird, war unerläßlich, und einer sagt, was für [spätere] Generationenunerläßlich war, war auch da unerläßlich, was für [spätere] Generationen nicht unerläßlich war, war auch da nicht unerläßlich.",
"Es ist nun zu beweisen, daß R. Joḥanan es ist, welcher sagt, alles, was dabei genannt wird, war unerläßlich, denn als Reš Laqiš zu R. Joḥanan sagte, bei der Einsetzung war alles, was dabei genannt wird, unerläßlich, erwiderte ihm dieser nichts. Schließe hieraus. —",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen?"
],
[
"R. Joseph erwiderte: Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen hinsichtlich des Stützens; nach demjenigen, welcher sagt, alles, was dabei genannt wird, war unerläßlich, war auch das Stützen unerläßlich,",
"und nach demjenigen, welcher sagt, was in den [späteren] Generationen nicht unerläßlich war, war auch hierbei nicht unerläßlich, war hierbei das Stützen nicht unerläßlich. Woher, daß dies in den [folgenden] Generationen nicht unerläßlich war? —",
"Es wird gelehrt:Er soll stützen, und es wird ihn wohlgefällig machen; sühnt denn das Stützen, die Sühne erfolgt ja nur durch das Blut, wie es heißt:denn das Blut sühnt mit dem Leben!? [Die Worte:] er soll stützen, und es wird ihn wohlfällig machen, lehren vielmehr, daß, wenn er das Stützen nur als Überrest des Gebotes behandelt hat, es ihm die Schrift anrechnet, als hätte er keine Sühne erlangt und Sühne erlangt.",
"R. Naḥman b.Jiçḥaq erwiderte: Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen hinsichtlich des Schwingens; nach demjenigen, welcher sagt, alles, was dabei genannt wird, war unerläßlich, war auch dies unerläßlich, und nach demjenigen, welcher sagt, was in den [späteren] Generationen nicht unerläßlich war, war auch hierbei nicht unerläßlich, war auch dies nicht unerläßlich. —",
"Woher, daß es in den [späteren] Generationen nicht unerläßlich war? — Es wird gelehrt:Zur Schwingung, zu sühnen; sühnt denn das Schwingen, die Sühne erfolgt ja nur durch das Blut, wie es heißt: denn das Blut sühnt mit dem Leben!? [Die Worte] zur Schwingung, zu sühnen, lehren vielmehr, daß, wenn er das Schwingen zum Überrest des Gebotes macht, die Schrift es ihm anrechnet, als hätte er keine Sühne erlangt und Sühne erlangt.",
"R. Papa erwiderte: Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen hinsichtlich der sieben[tägigen] Zurückziehung; nach demjenigen, welcher sagt, alles, was dabei genannt wird, war unerläßlich, war auch dies unerläßlich, und nach demjenigen, welcher sagt, was in den [späteren] Generationen nicht unerläßlich war, war auch hierbei nicht unerläßlich, war auch dies nicht unerläßlich. —",
"Woher, daß es in den [späteren] Generationen nicht unerläßlich war? — Da er lehrt, man halte [einen Stellvertreter] in Bereitschaft, nicht aber, daß man diesen sich zurückziehen lasse.",
"Rabina erwiderte: Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen hinsichtlich der sieben[tägigen] vollen Amtskleidungund der sieben[tägigen] Salbung; nach demjenigen, welcher sagt, alles, was dabei genannt wird, war unerläßlich, war auch dies unerläßlich, und nach demjenigen, welcher sagt, was in den [späteren] Generationen nicht unerläßlich war, war auch hierbei nicht unerläßlich, war auch dies nicht unerläßlich. —",
"Woher, daß dies in den [späteren] Generationen nicht unerläßlich war? Es wird gelehrt:Der Priester, den man salben und dem man die Hand füllen wird, daß er Priesterdienst tue an Stelle seines Vaters, soll sühnen; Was lehrt dies?",
"Aus den Worten:sieben Tage soll sie der seiner Söhne anziehen, der an seiner Stelle Priester wird, könnte man entnehmen, nur wenn er sieben Tage volle Amtskleidung anhatte, und sieben Tage gesalbt wurde, woher dies von dem Falle, wenn er sieben Tage volle Amtskleidung anhatte und einen Tag gesalbt wurde, oder einen Tag volle Amtskleidung anhatte und sieben Tage gesalbt wurde? Es heißt: den man salben und dem man die Hand füllen wird, in jedem Falle. —",
"Wir wissen dies also von der sieben[tägigen] vollen Amtskleidung, woher dies von der siebentägigen Salbung, daß es von vornherein [erforderlich ist]? —",
"Wenn du willst, sage ich; weil ein Schriftvers nötig ist, dies auszuschließen. Wenn Du aber willst, sage ich: die Schrift sagt:die heiligen Kleider Ahrons sollen nachmals auf seine Söhne übergehen, damit man sie darin salbe und ihnen die Hand fülle; das Salben gleicht der vollen Amtskleidung; wie die volle Amtskleidung sieben [Tage], ebenso die Salbung sieben [Tage]. —",
"Was ist der Grund desjenigen, welcher sagt, alles was dabei genannt wird, sei unerläßlich? R. Jiçḥaq b.Bisna erwiderte: die Schrift sagt:so sollst du mit Ahron und seinen Söhnen verfahren, so: es ist unerläßlich. —"
],
[
"Einleuchtend ist dies von alldem, was in diesem Abschnittgenannt wird, woher dies von dem, was in diesem Abschnitt nicht genannt wird?",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: dies ist aus [dem Worte] Türzu entnehmen. R. Mešaršeja erwiderte:Ihr sollt die Anordnungen des Herrn befolgen, es ist unerläßlich, R. Aši erwiderte:Denn so wurde mir befohlen, es ist unerläßlich.",
"Die Rabbanan lehrten:Denn so wurde mir befohlen;wie ich befohlen hatte,wie der Herr befohlen hat. Denn so wurde mir befohlen, daß sie es in Traueressen. Wie ich befohlen hatte, dies sagte er ihm bei der Ereignung. Wie der Herr befohlen hat, ich sage es nicht von mir aus.",
"R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Die Beinkleider werden in diesem Abschnitte nicht genannt, da es aber heißt:das ist es, was du ihnen tun sollst, sie zu weihen, damit sie Priesterdienst tun, so schließt dies die Beinkleider und das Zehntel Ephaein. —",
"Allerdings die Beinkleider, da sie im Abschnitte von den [priesterlichen] Gewänderngenannt werden, woher dies aber vom Zehntel Epha? — Dies ist aus [dem Worte] das zu folgern, denn es heißt:das ist das Opfer Ahrons und seiner Kinder, das sic dem Herrn darzubringen haben &c. ein Zehntel Epha.",
"R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b.Joḥaj: Woher, daß auch das Vorlesen des Abschnittesunerläßlich war? Es heißt:da sprach Moše zu der Gemeinde: Das ist es, was der Herr befohlen hat; auch das Wortist unerläßlich.",
"In welcher [Reihenfolge] zog er sie an? — ‘Zog er sie an’, was geschehen, ist ja bereits geschehen!? — Vielmehr, in welcher [Reihenfolge] wird er sie dereinst anziehen? — Dereinst wird ja, wenn Ahron und seine Söhne kommen, auch Moše mit ihnen sein!? —",
"Vielmehr in welcher [Reihenfolge] zog er sie an, um die Schriftverse erklären zu können? — Hierüber streiten die Söhne R. Ḥijas und R. Joḥanan; einer sagt, zuerst Ahron und nachher seine Söhne, und einer sagt, Ahron und seine Söhne zusammen.",
"Abajje sagte: Über Leibrock und Mütze streitet niemand, ob zuerst Ahron und nachher seine Söhne [bekleidet wurden], denn sowohl beim Gebot als auch bei der Ausführung wird Ahron zuerst genannt, sie streiten nur über den Gürtel: einer sagt, zuerst Ahron und nachher seine Söhne, denn es heißt:er umgürtete ihn mit einem Gürtel, und später heißt es:er umgürtete sie mit Gürteln, und einer sagt, Ahron und seine Söhne zusammen, denn es heißt:du sollst sie umgürten. — Gegen den, welcher sagt, Ahron und seine Söhne zusammen, [ist ja einzuwenden:] es heißt ja: er umgürtete ihn mit einem Gürtel, und nachher heißt es: er umgürtete sie mitGürteln!?"
],
[
"Er kann dir erwidern: dies besagt, daß der Gürtel des Hochpriesters anderswar, als der der gemeinen Priester. —",
"Gegen den, welcher sagt, zuerst Ahron und nachher seine Söhne, [ist ja einzuwenden:] es heißt ja: du sollst sie umgürten mit Gürteln!? — Er kann dir erwidern: dies besagt, daß der Gürtel des Hochpriesters egal war mit dem des gemeinen Priesters,",
"und wenn es heißt: er umgürtete ihn mit einem Gürtel, und: er umgürtete sie, so besagt dies, zuerst Ahron und nachher seine Söhne. — Wie war das mit einem Male möglich!? — Einen nach dem anderen.",
"LASSE MAN DEN HOCHPRIESTER SICH &C. ZURÜCKZIEHEN. Wozu dies? — ‘Wozu dies’, wie wir gesagt haben, nach R. Joḥanan, wie er erklärt, und nach Reš Laqiš, wie er erklärt!? —",
"Er meint es wie folgt: wozu trennte er sich von seiner Frau? — Es wird gelehrt: R. Jehuda b.Bethera erklärte, er könnte seiner Frau bei einem Zweifel der Menstruation beiwohnen. —",
"Sprechen wir denn von Frevlern!? — Vielmehr, er könnte seiner Frau beiwohnen und ein Zweifel der Menstruationentstehen.",
"Die Jünger sprachen zu R. Ḥisda: Also nach R. A͑qiba, welcher sagt, die Menstruierende mache ihren Beiwohnendenunrein, denn die Rabbanan sagen ja, die Menstruierende mache ihren Beiwohnenden nicht unrein.",
"R. Ḥisda erwiderte ihnen: Ihr könnt auch sagen, nach den Rabbanan, denn die Rabbanan streiten gegen R.A͑qiba nur über den Fall, wenn sie mittelbar nachher [Blut bemerkt], wenn aber unmittelbarnachher, stimmen sie ihm bei.",
"R. Zera sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß der einer Menstruierenden Beiwohnende nicht der Menstruierendenselbst gleiche und schon am [siebenten] Tage untertauchen dürfe.",
"Wenn du nämlich sagen wolltest, der einer Menstruierenden Beiwohnende gleiche der Menstruierenden, so dürfte er ja erst abendsuntertauchen: wieso könnte er nun am folgenden Tage Dienst verrichten, er benötigte ja des Sonnenunterganges!? Schließe also hieraus, daß der einer Menstruierenden Beiwohnende nicht der Menstruierenden selbst gleiche.",
"R. Šimi aus Nehardea͑ sagte: Du kannst auch sagen, der einer Menstruierenden Beiwohnende gleiche der Menstruierenden selbst, denn man lasse ihn schon eine Stunde vor Sonnenuntergangsich zurückziehen.",
"Man wandte ein: Alle, die unterzutauchen haben, [dürfen] am Tage, die Menstruierende und die Wöchnerin erst abends untertauchen. Nur die Menstruierende selbst, nicht aber der einer Menstruierenden Beiwohnende!? —",
"Die Menstruierende und alle, die einbegriffen sind.",
"Man wandte ein: Der Samenergußbehaftete gleicht dem Kriechtierunreinen und der einer Menstruierenden Beiwohnende gleicht dem Leichenunreinen. Doch wohl hinsichtlich des Untertauchens!? — Nein, hinsichtlich der Unreinheit. —",
"Von der Unreinheit steht es ja ausdrücklich geschrieben: bei diesem sieben [Tage] Unreinheit und bei jenem sieben [Tage]Unreinheit;"
],
[
"doch wohl hinsichtlich des Untertauchens!? —",
"Nein, tatsächlich hinsichtlich der Unreinheit, nur will er uns den Schlußsatz lehren: jedoch ist es beim einer Menstruierenden Beiwohnenden strenger, indem er auf Lager und Sitzeine leichte Unreinheit überträgt, um Speisen und Getränke zu verunreinigen. —",
"Komm und höre: R. Ḥija lehrte: Der männliche und die weibliche Flußbehaftete, der männliche und die weibliche Aussätzige, der einer Menstruierenden Beiwohnende und der Leichenunreine [dürfen] am Tage untertauchen, die Menstruierende und die Wöchnerin erst abends. Dies ist eine Widerlegung. —",
"Während du ihn von der Verunreinigung durch seine Frau fernhältst, halte ihn auch fern von der Verunreinigung durch eine Leiche!? R. Taḥlipha, Vater des R. Hona b.Taḥlipha, erwiderte im Namen Rabas: Dies besagt, daß die Leichenunreinheit bei einer Gemeinde aufgehobenwerde.",
"Rabina erwiderte: Du kannst auch sagen, die Leichenunreinheit werde bei einer Gemeinde nur verdrängt, nur ist die Leichenunreinheit selten, während die Unreinheit durch eine Frau öfter vorkommt.",
"Es wurde gelehrt: Die Leichenunreinheit wird bei einer Gemeinde, wie R. Naḥman sagt, aufgehoben, wie R. Šešeth sagt, nur verdrängt.",
"Sind in der betreffenden Familienwachereine und unreine [Priester] vorhanden, so stimmen alle überein, daß die reinen den Dienst verrichten und die unreinen nicht den Dienst verrichten; sie streiten nur, ob man sich bestrebe, reine aus einer anderen Familienwache zu holen.",
"R. Naḥman sagt, sie werde bei einer Gemeinde aufgehoben, somit braucht man solche nicht zu suchen, und R. Šešeth sagt, sie werde nur verdrängt, somit muß man nach solchen suchen.",
"Manche sagen, R. Naḥman streite auch über den Fall, wenn in der Familienwache reine und unreine vorhanden sind, und sage, daß auch die unreinen den Dienst verrichten,"
],
[
"weil der Allbarmherzige bei einer Gemeinde die Leichenunreinheit aufgehoben hat. —",
"R. Šešeth sprach: Dies entnehme ich aus folgender Lehre: Wenn er die Schwingegarbe darbringt und sie in seiner Hand unrein wird, so heiße man ihn an deren Stelle eine andere holen; ist nur die eine vorhanden, so sage man ihm, daß er vernünftig sei und schweige.",
"Hier wird also gelehrt, man heiße ihn an deren Stelle eine andere holen. R. Naḥman erwiderte: Ich pflichte bei in dem Falle, wo der Rest zum Essenbestimmt ist.",
"Man wandte ein: Wenn er das Speisopfer von Farren, Widdern und Lämmern darbringt und es in seiner Hand unrein wird, so sage er, daß man ihm an dessen Stelle ein anderes hole; ist nur das eine vorhanden, so sage man ihm, daß er vernünftig sei und schweige.",
"Doch wohl von Farren, Widdern und Lämmern des Festes!?",
"R. Naḥman kann dir erwidern: nein, von Farren, den Farren wegen Götzendienstes, und obgleich es ein Gemeindeopfer ist, suche man nach einem reinen Speisopfer, weil dafür keine Zeit festgesetzt ist; von Widdern, dem Widder Ahrons, und obgleich dafür eine Zeit festgesetzt war, suche man [nach einem anderen Speisopfer], weil es ein Privatopfer war; von Lämmern, die mit der Schwingegarbe dargebracht werden, weil der Rest zum Essen bestimmt ist.",
"Man wandte ein: Wenn das [Opfer]blut unrein geworden ist und man es gesprengt hat, so ist es, wenn versehentlich, wohlgefällig, und wenn vorsätzlich, nicht wohlgefällig!? — Dies bezieht sich auf ein Privat[opfer]. —",
"Komm und höre: Was macht das Stirnblatt wohlgefällig? Wenn das Blut, das Fleisch oder das Fett unrein geworden ist, ob versehentlich oder vorsätzlich, ob gezwungen oder willig, ob bei einem einzelnen oder bei einer Gemeinde. Wozu ist, wenn du sagst, bei einer Gemeinde werde die Unreinheit aufgehoben, die Gefälligmachung nötig!? —",
"R. Naḥman kann dir erwidern: daß, was er lehrt, das Stirnblatt mache wohlgefällig, bezieht sich auf den einzelnen. Wenn du aber willst, sage ich: du kannst auch sagen, auf die Gemeinde, nämlich auf solche [Opfer], für die keine Zeit festgesetzt ist.",
"Man wandte ein:Ahron soll die Verfehlungen in betreff der heiligen Dinge auf sich nehmen; welche Verfehlungen sollte er auf sich nehmen: wenn die der Verwerflichkeit, so heißt es ja bereits:es wird nicht wohlgefällig machen, wenn die des Übriglassens, so heißt es ja bereits:es wird nicht angerechnet werden!?"
],
[
"Vielmehr nimmt er auf sich die Verfehlung der Unreinheit, die aus der Allgemeinheit heraus bei der Gemeinde erlaubt worden ist. Dies ist also eine Widerlegung des R. Šešeth!? — Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: Das Stirnblatt macht [das Opfer] wohlgefällig, einerlei ob es an des [Hochpriesters] Stirn ist oder nicht — so R. Šimo͑n;",
"R. Jehuda sagt, ist es an seiner Stirn, mache es [das Opfer] wohlgefällig, ist es nicht an seiner Stirn, mache es [das Opfer] nicht wohlgefällig. R. Šimo͑n sprach zu ihm: Vom Hochpriester am Versöhnungstage ist ja zu beweisen: es ist dannnicht an seiner Stirn, dennoch macht es [das Opfer] wohlgefällig!?",
"R. Jehuda erwiderte ihm: Laß den Hochpriester am Versöhnungstage, dem es für die Gemeinde in Unreinheit erlaubt worden ist. Demnach ist R. Šimo͑n der Ansicht, daß bei einer Gemeinde die Unreinheit nur verdrängt werde.",
"Abajje sagte: Ist das Stirnblatt zerbrochen, stimmen alle überein, daß es nicht wohlgefällig mache, sie streiten nur über den Fall, wenn es am Nagel hängt. R. Jehuda sagt:auf der Stirn, [er] soll auf sich nehmen;",
"R, Šimo͑n aber sagt: [Es heißt:]beständig vor dem Herrn, damit er sie wohlgefällig mache; was heißt beständig: wollte man sagen, beständig auf der Stirn, so ist dies ja nicht möglich, denn er muß ja auch den Abort betreten, er muß ja auch schlafen. Doch wohl: es macht beständig wohlgefällig. —",
"Und R. Jehuda, es heißt ja beständig!? — Dies besagt, daß er seine Gedanken davon nicht abwenden dürfe. Dies nach Rabba b. R. Hona, denn Rabba b.R. Hona sagte: Man muß von Zeit zu Zeit seine Tephillin betasten, denn dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwere, vom Stirnblatte, zu folgern;"
],
[
"das Stirnblatt enthielt den Gottesnamen nur einmal, dennoch sagt die Tora:beständig auf seiner Stirn, daß er nämlich seine Gedanken nicht davon abwende, um wieviel mehr gilt dies von den Tephillin, die vielmal den Gottesnamen enthalten. —",
"Wieso sagt R. Šimo͑n, es mache [das Opfer] beständig wohlgefällig, es heißt ja: auf der Stirn, [er] soll auf sich nehmen!? — dies deutet nur die Stelle desselben an. —",
"Woher weiß R. Jehuda, die Stelle desselben zu entnehmen!? — Er entnimmt dies aus [den Worten]: auf seiner Stirn. Sollte auch R. Šimo͑n es entnehmen aus [den Worten]: auf seiner Stirn!? — Dem ist auch so. —",
"Wofür verwendet er nun [die Worte:] auf der Stirn, [er] soll auf sich nehmen!? — Er kann dir erwidern: das für die Stirn brauchbar ist, macht [das Opfer] wohlgefällig, das aber für die Stirn nicht brauchbar ist, macht es nicht wohlgefällig; dies schließt den Fall aus, wenn das Stirnblatt zerbrochen ist, daß es nicht wohlgefällig mache. —",
"Woher weiß es R. Jehuda von dem Falle, wenn das Stirnblatt zerbrochen ist? — Er folgert dies aus Stirn, seiner Stirn. — Und R. Šimo͑n!? [Die Folgerung aus] Stirn, seiner Stirn, leuchtet ihm nicht ein.",
"Es wäre anzunehmen, daß jene Tannaím [denselben Streit führen], wie die folgenden Tannaím. Es wird nämlich gelehrt: Man besprenge sowohl diesen als auch jenenwährend aller sieben [Tage mit dem Entsündigungswasser] von allen Sündopfern, die dort vorhanden waren — so R. Meír. R. Jose sagt, man besprenge ihn nur am dritten und am siebenten. R. Ḥanina der Priestervorsteher sagt, den Priester, der die [rote] Kuh zu verbrennen hat, besprenge man während aller sieben [Tage], den Hochpriester für den Versöhnungstag besprenge man nur am dritten und am siebenten.",
"Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: R. Meír ist der Ansicht, die Unreinheit werde bei einer Gemeinde nur verdrängt, und R. Jose ist der Ansicht, die Unreinheit werde bei einer Gemeinde aufgehoben. —",
"Glaubst du: wozu ist, wenn R. Jose der Ansicht ist, sie werde bei einer Gemeinde aufgehoben, die Besprengung überhaupt nötig!? Vielmehr sind jene Tannaím beide der Ansicht, die Unreinheit werde bei einer Gemeinde nur verdrängt,",
"und ihr Streit besteht in folgendem: R. Meír ist der Ansicht, das Untertauchen zur festgesetzten Zeitsei Gebot, und R. Jose ist der Ansicht, das Untertauchen zur festgesetzten Zeit sei kein Gebot. —",
"Ist denn R. Jose der Ansicht, das Untertauchen zur festgesetzten Zeit sei kein Gebot, es wird ja gelehrt: Wenn einem auf dem Leibe der Gottesname geschrieben ist, so darf er nicht baden, sich nicht salben, und an keinem schmutzigen Orte stehen; trifft es sich, daß er ein Pflichtbad nehmen muß, so umbinde er ihn mit Bast und tauche unter. R. Jose sagt, er dürfe wie gewöhnlich hinabsteigen und untertauchen, aber ihn nicht wegspülen.",
"Und es ist uns bekannt, daß sie über das Gebot des Untertauchens zur festgesetzten Zeit streiten: der erste Tanna ist der Ansicht, das Untertauchen zur festgesetzten Zeit sei kein Gebot, und R. Jose ist der Ansicht, das Untertauchen zur festgesetzten Zeit sei Gebot!? —",
"Vielmehr, jene Tannaím sind beide der Ansicht, das Untertauchen zur festgesetzten Zeit sei Gebot, und ihr Streit besteht in folgendem: R. Meír ist der Ansicht, man vergleiche die Besprengung mit dem Untertauchen, und R. Jose ist der Ansicht, man vergleiche nicht die Besprengung mit dem Untertauchen. —",
"[Welcher Ansicht ist] R. Ḥanina der Priestervorsteher: vergleicht er die Besprengung mit dem Untertauchen, so sollte dies auch vom Hochpriester für den Versöhnungstag gelten, und vergleicht er nicht die Besprengung mit dem Untertauchen, so sollte es auch vom Priester, der die [rote] Kuh zu verbrennen hat, nicht gelten!? —",
"Tatsächlich vergleicht er sie nicht miteinander, nur ist es beim Priester, der die [rote] Kuh zu verbrennen hat, nichts weiter als eine Verschärfung. —",
"Wessen Ansicht vertritt die Lehre der Rabbanan, daß nämlich der Unterschied zwischen dem Priester, der die [rote] Kuh zu verbrennen hat, und dem Hochpriester für den Versöhnungstag nur darin bestehe,"
],
[
"indem die Zurückziehung von diesem zur Heiligung erfolgt und seine Brüder, die Priester, ihn berühren dürfen, und die Zurückziehung von jenem zur Reinigung erfolgt und seine Brüder, die Priester, ihn nicht berührendürfen? Wohl entweder die des R. Meír oder die des R. Jose, denn nach R. Ḥanina, dem Priestervorsteher, gibt es ja auch diesen.",
"R. Jose b.Ḥanina wandte ein: Allerdings am ersten [Tage], vielleicht ist er der dritte, am zweiten, vielleicht ist er der dritte, am dritten, vielleicht ist er der dritte, am fünften, vielleicht ist er der siebente, am sechsten, vielleicht ist er der siebente, am siebenten, vielleicht ist er der siebente,",
"wozu ist aber die Besprengung am vierten nötig, dieser kann ja weder der dritte noch der siebentesein!? —",
"Auch gegen deine Auffassung [ist ja einzuwenden:] kann denn die Besprengung an allen sieben [Tagen] stattfinden, wir wissen ja, daß die Besprengung des Feierns wegen verboten ist und den Šabbath nicht verdränge!? Du mußt also erklären, sieben [Tage] mit Ausnahme des Šabbaths, ebenso ist auch zu erklären, sieben mit Ausnahme des vierten.",
"Raba sagte: Daher muß der Hochpriester zum Versöhnungstage, der nicht von unserer [Bestimmung], sondern von der Festsetzung des Neumondesabhängig ist, sich am dritten Tišri zurückziehen, einerlei auf welchen [Wochentag] er fällt, und der Priester, der die [rote] Kuh zu verbrennen hat, was von unserer Bestimmung abhängig ist, sich am Mittwoch zurückziehen, damit der vierte [Tag] auf den Šabbath falle.",
"NACH DER BEAMTENKAMMER &C. Es wird gelehrt: R. Jehuda sprach: Sie war ja nicht die Beamtenkammer, sondern die Fürstenkammer!?",
"Vielmehr, zuvor hieß sie Fürstenkammer, da aber die Priesterschaft [später] für Geld erkauft wurde und [die Hochpriester] alle zwölf Monate wechselten, wie die Staatsbeamten, die man alle zwölf Monate wechselt, nannte man sie Beamtenkammer.",
"Dort haben wir gelernt: Die Weisen haben die Bäcker nur die Zehnthebe und die Teighebe zu entrichten verpflichtet.",
"Allerdings die große Hebenicht, denn es wird gelehrt,"
],
[
"daß erdas ganze jisraélitische Gebiet inspiziert und festgestellt hatte, daß sie nur die große Hebe zu entrichten pflegten;",
"den ersten Zehnten und den Armenzehnten ebenfalls nicht, weil derjenige, der etwas von seinem Genossen fordert, den Beweiszu erbringen hat, den zweiten Zehntenaber sollten sie ja absondern, ihn nach Jerušalem bringen und da essen!?",
"U͑la erwiderte: Da die Staatsbeamten auf sie einschlugen, billigzu verkaufen, so haben die Weisen sie nicht weiter belästigt. — Was heißt Parhedrin? — Ephoren.",
"Rabba b.Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Es heißt:die Furcht des Herrn mehrt die Lebenstage, aber der Gottlosen Jahre werden verkürzt. Die Furcht des Herrn mehrt die Lebenstage, dies bezieht sich auf den ersten Tempel; er stand vierhundertundzehn Jahre, und es amteten in diesem nur achtzehnHochpriester.",
"Die Jahre der Gottlosen werden verkürzt, dies bezieht sich auf den zweiten Tempel; er stand vierhundertundzwanzig Jahre, und es amteten in ihm mehr als dreihundert Hochpriester. Von diesen sind abzuziehen vierzig Amtsjahre Šimo͑n des Gerechten, achtzig Amtsjahre des Hochpriesters Joḥanan, zehn Amtsjahre des Jišma͑él b.Phabi, und wie manche sagen, elf Amtsjahre des R. Elea͑zar b.Ḥarsom, sodaß zu errechnen ist, daß keiner von ihnen sein [Amts]jahr überlebte.",
"R. Joḥanan b.Turta sagte: Šilowurde deshalb zerstört, weil dort zwei Sünden begangen wurden: Unzucht und Heiligenschändung. Unzucht, denn es heißt:E͑li war sehr alt geworden, da hörte er, was alles seine Söhne an ganz Jisraél begingen, daß sie bei den Weibern lagen, die vor der Tür des Offenbarungszeltes lagerten. Obgleich R. Šemuél b.Naḥmani im Namen R. Joḥanans sagte, wer da glaubt, die Söhne E͑lis hätten gesündigt, irre sich nur,"
],
[
"denn nur weil sie [die Darbringung] ihrer Vogelnestopferverzögerten, rechnet es ihnen die Schrift an, als hätten sie sie beschlafen.",
"Heiligenschändung, denn es heißt:und ehe man noch das Fett aufgeräuchert, kam der Bursche des Priesters und sprach zu dem, der opferte: Gib Fleisch her zum Braten für den Priester! Er will kein gekochtes von Dir haben, sondern rohes. Erwiderte ihm aber jener: zuerst soll man doch das Fett aufräuchern, nachher nimm Dir, was Du gerne magst! so antwortete dieser: Nein, gleich sollst du es hergeben, wo nicht, so nehme ich es mit Gewalt. Ferner heißt es:so war die Versündigung der jungen Männer sehr schwer vor dem Herrn, weil sie das Opfer des Herrn schändeten.",
"Weswegen wurde der erste Tempel zerstört? — Wegen dreier Sünden, die da begangen wurden: Götzendienst, Unzucht und Blutvergießen. Götzendienst, denn es heißt:denn zu kurz ist das Lager, sich auszustrecken,",
"und dies erklärte R. Jonathan, dieses Lager sei zu kurz, daß darauf zwei Genossen herrschenkönnten.",
"Und die Decke ist zu eng, sich darin zu wickeln. R. Šemuél b. Naḥmani sagte: Als R. Jonathan an diesen Vers herankam, weinte er, indem er sprach: Von dem es heißt:er sammelt die Gewässer des Meeres wie einen Damm, ihm sollte die Decke zu eng sein!",
"Unzucht, denn es heißt:und der Herr sprach: Weil die Töchter Çijons hoch einherfahren, mit gerecktem Halse gehen und mit den Augen schielen, immerfort tänzelnd einhergehen und mit den Fußspangen klirrend. Weil die Töchter Çijons hoch einherfahren, die Hohe pflegte neben der Niedrigenzu gehen. Mit gerecktem Halse gehen, sie pflegten in stolzer Haltung zu gehen. Mit den Augen schielen, sie pflegten die Augen mit Stibium zu füllen. Immerfort tänzelnd einhergehen, sie pflegten Ferse an Zehe zu gehen. Mit den Fußspangen klirrend, R. Jiçḥaq erklärte, sie taten Myrrhe und Balsam in die Schuhe, und wenn sie den Jünglingen Jisraéls begegneten, traten sie auf und bespritzten sie, wodurch sie in ihnen den bösen Trieb erregten, wie das Giftin der Natter.",
"Blutvergießen, denn es heißt:dazu vergoß Menaše sehr viel unschuldiges Blut, bis er Jerusalem von Rand zu Rand [damit] füllte. —",
"Weswegen aber wurde der zweite Tempel zerstört, bei [dessen Bestehen] sie sich ja mit der Tora, gottgefälligen Handlungen und Liebeswerken befaßten? — Weil dann grundlose Feindschaft herrschte. Dies lehrt dich, daß grundlose Feindschaft die drei Sünden, Götzendienst, Unzucht und Blutvergießen, aufwiege.",
"Jene waren Frevler, nur vertrauten sie auf den Heiligen, gepriesen sei er, wie es heißt:ihre Häupter sprechen für Bestechung Recht und ihre Priester erteilen Weisung für Lohn, indem sie denken: Wir haben den Herrn in unserer Mitte, über uns kann nichts Böses kommen. Daher brachte der Heilige, gepriesen sei er, über sie drei Heimsuchungen, entsprechend den drei Sünden, die [sie begingen], wie es heißt:darum wird euretwegen Çijon zum Felde umgepflügt und Jerušalem ein Trümmerhaufen und der Tempelberg zur bewaldeten Höhe werden. —",
"Herrschte denn während des ersten Tempels keine grundlose Feindschaft, es heißt ja:die zum Schwerte versammelt sind mit meinem Volke, darum schlage auf deine Hüfte, und R. Elea͑zar erklärte, dies beziehe sich auf die Leute, die zusammen aßen und tranken und einander mit dem Schwerte ihrer Zunge erstachen!? —",
"Dies war nur bei den Fürsten Jisraéls der Fall, denn es heißt:schreie und wehklage, o Menschensohn, denn es geht gegen mein Volk, und hierzu wird gelehrt: Schreie und wehklage, o Menschensohn; man könnte glauben, über alle, so heißt es:es geht gegen alle Fürsten Jisraéls.",
"R. Joḥanan und R. Elea͑zar sagten beide: Die Sünden der Ersteren wurden bekannt gegeben, so wurde auch das Ende[ihrer Verbannung] bekannt gegeben, die Sünden der Späteren wurden nicht bekannt gegeben, so wurde das Ende [ihrer Verbannung] nicht bekannt gegeben.",
"R. Joḥanan sagte: bedeutender ist ein Fingernagel der Ersteren als der Leib der Späteren. Reš Laqiš sprach zu ihm: Im Gegenteil, die Späteren sind ja bedeutender, denn trotz der Knechtung der Regierungen befassen sie sich mit der Tora!? Dieser erwiderte: Der Tempel beweist es: er kehrte zu den Ersten zurück, nicht aber zu den Späteren.",
"Man fragte R. Elea͑zar: Sind die Ersteren bedeutender oder die Späteren? Dieser erwiderte: Richtet eure Augen auf den Tempel. Manche sagen, er habe erwidert: Der Tempel ist euer Zeuge.",
"Einst badete Reš Laqiš im Jarden, und als Rabba b.Bar Ḥana herankam und ihm die Hand reichte, sprach er: Bei Gott, ich hasse euch. Es heißt:ist sie eine Mauer, so errichten wir auf ihr einen silbernen Mauerkranz; und ist sie eine Tür, so verwahren wir sie in einer zedernen Bohle; würdet ihr euch wie eine Mauer zusammengetan haben und alle zur Zeit E͑zras mit heraufgekommen sein, so würdet ihr dem Silber geglichen haben, über das Fäulnis keine Gewalt hat, nun aber ihr gleich einer Türheraufgekommen seid, gleicht ihr der Zeder, über die Fäulnis Gewalt hat. —",
"Was heißt: [gleich der] Zeder? U͑la erwiderte: Wurmstichig. Was heißt: wurmstichig? R. Aba erwiderte: Hinsichtlich der [göttlichen] Hallstimme. Es wird nämlich gelehrt: Mit dem Tode der letzten Propheten, Ḥaggaj, Zekharja und Maleakhi, wich der heilige Geist von Jisraél und man bediente sich nur der Hallstimme. —",
"Kann Reš Laqiš denn Rabba b. Bar Ḥana angeredet haben, wenn er sogar R. Elea͑zar, der Ortsoberhaupt im Jisraellande war, nicht anredete, denn dem, den Reš Laqiš auf der Straße anredete, vertraute man ein Geschäft ohne Zeugen, wie sollte er Raba b. Bar Ḥana angeredet haben?",
"R. Papa erwiderte: Man setze einen anderen zwischen beide: entweder waren es Reš Laqiš und Zee͑ri, oder Rabba b. Bar Ḥana und R. Elea͑zar. Als [Reš Laqiš] zu R. Joḥanan kam, sprach dieser zu ihm: Nicht dies ist der Grund; wären sie auch zur Zeit E͑zras alle mitgekommen, würde die Göttlichkeit im zweiten Tempel nicht geweilt haben, denn es heißt:Schönheit schaffe Gott für Jephet und er wohne in den Zelten Šems;"
],
[
"obgleich Gott Jephet Schönheitverschaffte, dennoch weilt die Göttlichkeit nur in den Zelten Šems.",
"Woher, daß die Perser von Jephet abstammen? — Es heißt:die Söhne Jephets waren Gomer, Magog, Madaj, Javan, Tubal, Mešekh und Tiras. Gomer ist Carmania; Magog ist Kitaj; Madaj, wie dies der Namebesagt; Javanist Mazedonien; Tubal ist Bithynien; Mešekh ist Mysien. Über Tiras streiten R. Simaj und die Rabbanan, wie manche sagen, R. Šimo͑n und die Rabbanan; nach der einen Ansicht ist es die Türkei und nach der anderen Ansicht ist es Persien. R. Joseph erklärte, Tiras sei Persien.",
"Sabhta, Ra͑ma und Sabhtekha. R. Joseph erklärte: Das innere Skythien und das vordere Skythien. Zwischen dem einen und dem anderen sind es hundert Parasangen, und ihr Umfang beträgt tausend Parasangen.",
"Seine Herrschaft erstreckte sich anfangs auf Babel, Erekh, Akad und Kalna, Babel, wie dies der Name besagt; Erekh ist Arecca, Akad ist Baškar, Kalna ist NepherNymphe.",
"Von diesem Lande zog er aus nach Ašur; R. Joseph erklärte, Ašur sei Seleukia. Er baute Ninve, Reḥobot-i͑r und Kalaḥ. Ninve, wie dies der Name besagt; Reḥoboth-i͑r ist der Euphrat bei Mesan; Kalaḥ ist der Euphrath bei Borsippa.Und Resen zwischen Ninve und Kalaḥ, das ist die große Stadt. Resen ist Ktesyphon. Das ist die große Stadt; man würde nicht gewußt haben, ob Ninve oder Resen die große Stadt sei, wenn es aber heißt: Ninve aber war eine große Stadt vor Gott, drei Tagereisen lang, so sage man, Ninve sei die große Stadt.",
"Dort befanden sich Aḥiman, Šešaj und Talmaj, die Sprößlinge des A͑naq. Es wird gelehrt: Aḥiman, der vorzüglichsteunter den Brüdern; Šešaj, der die Erde zur Ruinemachte; Talmaj, der die Erde wie Beetemachte. (Eine andere Erklärung:) Aḥiman erbaute A͑nath, Šešaj erbaute Aluš und Talmaj erbaute Talbuš. Die Sprößlinge des A͑naq, sie ragtenin ihrer Höhe zur Sonne.",
"R. Jehošua͑ b. Levi sagte im Namen Rabbis: Dereinst wird Rom in die Hände Persiens fallen, denn es beißt:darum höret den Beschluß des Herrn, den er über Edom gefaßt hat, seine Gedanken, die er über die Bewohner Teman’s hegt: ob sie fortschleppen werden die geringsten der Schafe, ob sich nicht entsetzen wird über sie ihre Wohnung.",
"Rabba b. U͑la wandte ein: Wieso ist es erwiesen, daß unter ‘geringste der Schafe’ Persien zu verstehen sei? — Es heißt:der Widder, den du sahst, der mit den Hörnern, bedeutet die Könige von Medien und Persien. — Vielleicht Griechenland, denn es heißt:und der zottige Ziegenbock bedeutet den König von Griechenland!? —",
"Als R. Ḥabiba b. Surmaqi kam, fragte es ihn ein Jünger, und er erwiderte: Der keinen Schriftvers erklären kann, richtet Einwände (gegen Rabbi)! Unter ‘geringste der Schafe’ ist der jüngste unter den Brüdern zu verstehen, und R. Joseph lehrte, Tirassei Persien.",
"Rabba b.Bar Ḥana sagte im Namen Joḥanans im Namen des Jehuda b.R. Elea͑j: Dereinst wird Rom in die Hände Persiens fallen; dies ist durch [einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: den ersten Tempel haben die Sprößlinge Šems erbaut und die Kasdim zerstört, und die Kasdim fielen in die Hände der Perser, um wieviel mehr werden, wo den zweiten Tempel die Perser erbaut und die Römer zerstört haben, die Römer in die Hände der Perser fallen.",
"Rabh sagte: Dereinst wird Persien in die Hände Roms fallen. Da sprachen R. Kahana und R. Asi zu ihm: Die Erbauer [des Tempels] in die Hände der Zerstörer!? Dieser erwiderte: Allerdings; es ist ein Beschluß des Königs. Manche sagen, er habe ihnen erwidert: Auch diese zerstören die Bethäuser.",
"Ebenso wird auch gelehrt: Dereinst wird Persien in die Hände Roms fallen; erstens, weil sie die Bethäuser zerstören, und zweitens ist es ein Beschluß des Königs, daß die Erbauer [des Tempels] in die Hände der Zerstörer fallen sollen. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs: Der Sohn Davids wird nicht eher kommen, als bis die ruchlose Regierung neun Monate lang sich über die ganze Welt ausdehnen wird, denn es heißt:er wird sie eine Zeit lassen, wie die Gebärende gebiert, und seine übrigen Brüder werden zu den Kindern Jisraél zurückkehren.",
"Die Rabbanan lehrten: Alle Hallen, die im Tempel waren, hatten keine Mezuza, ausgenommen die Beamtenhalle, weil sie einen Wohnraum für den Hochpriester hatte.",
"R. Jehuda sprach: Im Tempel waren ja viele Hallen, die Wohnräume hatten, dennoch hatten sie keine Mezuza!? Vielmehr war dies bei der Beamtenhalle eine besondere Bestimmung. —",
"Was ist der Grund R. Jehudas? Raba erwiderte: R. Jehuda ist der Ansicht, ein Haus, das nicht für den Sommer und für die Regenzeit bestimmt ist, heiße nicht Haus. Abajje wandte gegen ihn ein: Es heißt ja:ich will das Winterhaus samt dem Sommerhause zerschlagen!? Dieser erwiderte: Solche heißen Winterhaus oder Sommerhaus, nicht aber schlechthin Haus.",
"Abajje wandte gegen ihn ein: Die Festhütte am Hüttenfeste macht nach R. Jehuda zehntpflichtigund nach den Weisen nicht. Hierzu wird gelehrt, eine solche sei nach R. Jehuda zum E͑rubund zur Mezuza pflichtig und mache pflichtig zum Zehnten.",
"Wolltest Du sagen, nur rabbanitisch, so kann dies allerdings bezüglich des E͑rubs und der Mezuza rabbanitisch sein, wieso aber kann es bezüglich des Zehnten rabbanitisch sein,"
],
[
"man könnte ja veranlaßt werden, ihn von Pflichtigem für Unpflichtiges und von Unpflichtigem für Pflichtiges abzusondern!?",
"Vielmehr, sagte Abajje, stimmen alle überein, daß sie während der sieben Tage[zur Mezuza] pflichtig ist, sie streiten nur über die übrigen Tage des Jahres; die Rabbanan sind der Ansicht, man ordne dies auch für die übrigen Tage des Jahres an, mit Rücksicht auf die sieben Tage, und R. Jehuda ist der Ansicht, man ordne dies nicht an.",
"Raba sprach zu ihm: Er lehrt ja von der Festhütte während des Hüttenfestes!?",
"Vielmehr, erklärte Rabina, stimmen alle überein, daß sie an den übrigen Tagen des Jahres nicht pflichtig ist, sie streiten nur über die sieben Tage, und zwar bei der Festhütte aus einem besonderen Grunde und bei der Halle aus einem besonderen Grunde.",
"Bei der Festhütte aus einem besonderen Grunde, weil hierbei R. Jehuda seine Ansicht vertritt, daß nämlich als Festhütte eine permanente Wohnung erforderlich sei, daher ist sie zur Mezuza pflichtig, und die Rabbanan vertreten ihre Ansicht, daß nämlich als Festhütte eine provisorische Wohnung erforderlich sei, daher ist sie zur Mezuza nicht pflichtig.",
"Bei der Tempelhalle aus einem besonderen Grunde, weil die Rabbanan der Ansicht sind, die aufgezwungene Wohnung gelte als Wohnung, und R. Jehuda der Ansicht ist, die aufgezwungene Wohnung gelte nicht als Wohnung, nur haben esdie Rabbanan angeordnet, damit man nicht sage, der Hochpriester sei im Gefängnis eingesperrt. —",
"Wer ist der Autor dessen, was die Rabbanan gelehrt haben,"
],
[
"daß nämlich alle Tore, die dort waren, keine Mezuza hatten, ausgenommen das Nikanortor, weil innerhalb desselben sich die Beamtenhalle befand?",
"Wohl die Rabbanan und nicht R. Jehuda, denn nach R. Jehuda ist es ja [bei der Halle] selbst nur eine [rabbanatische] Verordnung, und wir sollten eine Verordnung für eine Verordnung treffen! — Du kannst auch sagen, R. Jehuda, denn allesist eine Verordnung.",
"Die Rabbanan lehrten:An deine Tore, einerlei ob Haustore oder Hoftore, ob Provinztore oder Stadttore; [bei allen] gilt die Pflicht des Gebotes, denn es heißt:du sollst sie auf die Pfosten deines Hauses und an deine Tore schreiben.",
"Abajje sprach zu R. Saphra: Weshalb befestigen die Rabbanan keine Mezuza an die Stadttore von Maḥoza? Dieser erwiderte: Diese dienen nur als Träger für die Festungszellen. — Sollten doch die Festungszeilen selber einer Mezuza benötigen, da sie einen Wohnraum für den Gefängniswächter haben, denn es wird gelehrt, ein Bethaus, das einen Wohnraum für den Synagogendiener hat, sei zur Mezuza pflichtig!?",
"Vielmehr, erklärte Abajje, wegen der Gefahr. Es wird nämlich gelehrt: Die Mezuza eines einzelnen ist zweimal im Septennium und die einer Gemeinschaft zweimal im Jobelzyklus zu untersuchen.",
"Hierzu erzählte R. Jehuda: Einst untersuchte ein Ausbessererdie Mezuzoth des oberen Marktplatzes von Sepphoris, und als ihn ein Quästor traf, nahm er ihm tausend Zuz ab. — R. Elea͑zar sagte ja aber, daß Boten einer gottgefälligen Handlung nie zu Schaden kommen!? — Anders ist es, wo ein Schaden zu gewärtigen ist. So heißt es auch:da sprach Šemuél: Wie kann ich hingehen, wenn Šaúl davon hört, bringt er mich um!? Da erwiderte der Herr: Nimm ein junges Rind und sage: Ich komme dem Herrn opfern.",
"R. Kahana lehrte vor R. Jehuda: Der Strohschuppen, der Rinderstall, der Holzschuppen und der Speicher sind von der Mezuza frei, weil die Frauen sie benutzen. ‘Benutzen’ heißt, sie badenda. R. Jehuda sprach zu ihm: Nur deshalb, weil sie da baden, sonst aber wären sie pflichtig, dagegen wird gelehrt, daß ein Rinderstall von der Mezuza frei sei!?",
"Unter ‘benutzen’ ist vielmehr zu verstehen, sie putzen sich da. Er meint es also wie folgt: obgleich die Frauen sich da putzen, sind sie von der [Mezuza] frei. R. Kahana erwiderte ihm: Sind sie denn, wenn die Frauen sich da putzen, [von der Mezuza] frei, es wird ja gelehrt, ein Rinderstall sei von der Mezuza frei, jedoch pflichtig, wenn die Frauen sich da putzen!?",
"Du mußt also erklären, daß über den Fall, wenn sie sich da putzen, Tannaím streiten, ebenso streiten nach mir Tannaím über den Fall, wenn er keine andereVerwendung hat. Es wird nämlich gelehrt:Deines Hauses, deines für dich selbst bestimmten Hauses, ausgenommen der Strohschuppen, der Rinderstall, der Holzschuppen und der Speicher, die von der Mezuza frei sind; manche erklären sie als pflichtig.",
"Tatsächlich sagten sie, ein Abort, ein Gerberaum, ein Badehaus, ein Tauchbadehaus und [Räume, die] Frauen benutzen, seien von der Mezuza frei. R. Kahana erklärt es nach seiner Ansicht und R. Jehuda erklärt es nach seiner Ansicht.",
"R. Kahana erklärt es nach seiner Ansicht: Deines Hauses, deines für dich selbst bestimmten Hauses, ausgenommen der Strohschuppen, der Rinderstall, der Holzschuppen und der Speicher, die von der Mezuza frei sind, wenn ohne weitere Verwendung; manche erklären sie als pflichtig, wenn ohne weitere Verwendung. Tatsächlich sagten sie, ein Abort, ein Gerberaum, ein Badehaus, ein Tauchbadehaus und [Räume, die] Frauen benutzen, ‘benutzen’ heißt darin baden, seien von der Mezuza frei. —",
"Demnach ist es ja dasselbe, was Badehaus!? — Er lehrt es uns von einem öffentlichen Badehause und er lehrt es uns von einem privaten Badehause. Man könnte nämlich glauben, dies gelte nur von einem öffentlichen Badehause, das sehr schmutzig ist, ein privates Badehaus aber, das nicht sehr schmutzig ist, sei zur Mezuza pflichtig, so lehrt er uns.",
"R. Jehuda erklärt es nach seiner Ansicht, wie folgt: Deines Hauses, deines für dich selbst bestimmten Hauses, ausgenommen der Strohschuppen, der Rinderstall, der Holzschuppen und der Speicher, die von der Mezuza frei sind, selbst wenn [die Frauen] sich da putzen; manche erklären sie als pfliehtig, wenn [die Frauen] sich da putzen. Ohne weitere Verwendung sind sie nach aller Ansicht frei. Tatsächlich sagten sie, ein Abort, ein Gerberaum, ein Badehaus und ein Tauchbadehaus seien, selbst wenn die Frauen sich da putzen, von der Mezuza frei, weil sie sehr schmutzig sind. —",
"Wieso sagt R. Jehuda, wenn ohne weitere Verwendung seien sie nach aller Ansicht frei, es wird ja gelehrt: An deine Tore, ob Haustore oder Hoftore, ob Provinztore oder Stadttore; auch Viehställe, Vogelhäuser, Strohschuppen, Wein- und Ölspeicher sind zur Mezuza pflichtig. Man könnte glauben, auch"
],
[
"das Torhäuschen, die Veranda und die Galerie seien einbegriffen, so heißt es Haus, nur was gleich dem Hause zur Wohnung bestimmt ist, ausgenommen diese, die nicht zur Wohnung bestimmt sind.",
"Man könnte glauben, auch der Abort, der Gerberaum, das Badehaus und das Tauchbadehaus seien einbegriffen, so heißt es Haus, nur was gleich dem Hause in Würde benutzt wird, ausgenommen diese, die nicht in Würde benutzt werden.",
"Man könnte glauben, auch der Tempelberg, die Hallen und die Vorhöfe seien einbegriffen, so heißt es Haus, nur was gleich dem Hause profan ist, ausgenommen diese, die heilig sind!? — Dies ist eine Widerlegung.",
"R. Šemuél b.Jehuda lehrte vor Raba: Sechs Toresind von der Mezuza frei: des Strohschuppens, des Rinderstalles, des Holzschuppens, des Speichers, das medische Tor, das Tor ohne Oberschwelle und das keine zehn [Handbreiten] hohe Tor. Da sprach dieser: Du hast mit sechs begonnen und zählst sieben auf!?",
"Jener erwiderte: Über das medische Tor streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: Die Bogentür ist nach R. Meír zur Mezuza pflichtig und nach den Weisen frei; sie stimmen jedoch überein, daß, wenn die Schenkelzehn [Handbreiten] haben, sie pflichtig sei. Abajje sagte: Alle stimmen überein, daß, wenn [die ganze Tür] zehn [Handbreiten] hoch ist, die Schenkel aber keine drei [hoch] sind, (die nichts sei,) oder die Schenkel drei [hoch] sind, [die ganze Tür] aber keine zehn hoch ist, dies nichts sei;",
"sie streiten nur über den Fall, wenn [die ganze Tür] zehn und die Pfosten drei [Handbreiten hoch] sind, [die Bogenspitze] aber keine vier [Handbreiten] breit ist, jedoch Raum vorhanden ist, sie auf vier zu erweitern; R. Meír ist der Ansicht, man erweiteresie zur Ergänzung, und die Rabbanan sind der Ansicht, man erweitere sie nicht zur Ergänzung.",
"Die Rabbanan lehrten: Das Bethaus, das Frauenhaus und das Haus von Gesellschaftern ist zur Mezuza pflichtig. — Selbstverständlich!? — Man könnte glauben: deines Hauses, nicht aber ihres Hauses, deines Hauses nicht aber ihrer Häuser, so lehrt er uns. —",
"Vielleicht ist dem auch so!? — Die Schrift sagt:damit eure Tage und die Tage eurer Kinder sich mehren; sollen etwa die einen leben und die anderen nicht!? —",
"Wozu heißt es demnach deines Hauses!? — Dies nach Raba, denn Raba sagte: [richte dich] nach deinem Eintreten, und man setzt zuerst den rechten Fuß an.",
"Ein Anderes lehrt: Das Bethaus, das Haus von Gesellschaftern und das Frauenhaus sind durch Aussatzverunreinigungsfähig. — Selbstverständlich!? — Man könnte sagen:so komme der, dem das Haus gehört, dem, nicht aber der, dem, nicht aber denen, so lehrt es uns. —",
"Vielleicht ist dem auch so!? — Die Schrift sagt:an einem Hause im Lande, das ihr zu eigen habt. — Wozu heißt es dem!? — Dem, der sein Haus nur für sich allein bestimmt; der, weil er seine Sachen nicht verleihen will, sie nicht zu besitzen vorgibt. Der Heilige, gepriesen sei er, stellt ihn bloß, wenn er sein Haus räumt. Ausgenommen derjenige, der seine Sachen anderen leiht. —",
"Ist denn ein Bethaus durch Aussatz verunreinigungsfähig, es wird ja gelehrt: Man könnte glauben, Bet- und Lehrhäuser seien durch Aussatz verunreinigungsfähig, so heißt es: so komme der, dem das Haus gehört, dem es allein gehört, ausgenommen diese, die nicht ihm allein gehören!? —",
"Das ist kein Einwand, eines nach R. Meír und eines nach den Rabbanan. Es wird nämlich gelehrt: Ein Bethaus, das einen Wohnraum für den Synagogendiener hat, ist zur Mezuza pflichtig, und das keinen Wohnraum hat, ist nach R. Meír pflichtig und nach den Rabbanan frei.",
"Wenn du willst, sage ich: beides nach den Rabbanan, dennoch besteht hier kein Widerspruch; eines, wenn es einen Wohnraum hat, und eines, wenn es keinen Wohnraum hat.",
"Wenn du aber willst, sage ich: beides, wenn es keinen Wohnraum hat,"
],
[
"nur gilt eines von großstädtischenund eines von dörfischen. —",
"Sind denn die großstädtischen durch Aussatz nicht verunreinigungsfähig, es wird ja gelehrt: Das ihr zu eigen habt, nur was ihr zu eigen habt, ist durch Aussatz verunreinigungsfähig, Jerušalem aber ist durch Aussatz nicht verunreinigungsfähig. R. Jehuda sprach: Ich hörte dies vom Platze des Heiligtums. Bet und Lehrhäuser aber sind demnach durch Aussatz verunreinigungsfähig, auch wenn sie sich in Großstädten befinden!? — Lies: R. Jehuda sprach: Ich hörte dies nur von einem geheiligten Platze. —",
"Worin besteht ihr Streit? — Der erste Tanna ist der Ansicht, Jerušalem sei nicht an die Stämmeverteilt worden und R. Jehuda ist der Ansicht, Jerušalem sei wohl an die Stämme verteilt worden. —",
"Sie führen denselben Streit, wie die Tannaím der folgenden Lehre: Was befand sich [vom Tempel] im Gebiete Jehudas? Der Tempelberg, die Hallen und die Tempelhöfe. Was befand sich im Gebiete Binjamins? Die Vorhalle, das Tempelschiff und das. Allerheiligste. Ein Streifen vom Gebiete Jehudas ragte in das Gebiet Binjamins, auf dem der Altar errichtet war, und tagtäglich härmte sich der fromme Binjamin, ihn einzuverleiben,",
"denn es heißt:er beschirmtihn allezeit. Daher war es dem frommen Binjamin beschieden, ein Wirt der Allmacht zu sein, wie es heißt:und zwischen seinen Schultern wohnt er.",
"Folgender Tanna aberist der Ansicht, Jerušalem sei an die Stämme nicht verteilt worden. Es wird nämlich gelehrt: Man darf in Jerušalem keine Wohnungenvermieten, weil sie nicht ihr Eigentum sind, und wie R. Elea͑zar b.Çadoq sagt, auch keine Betten; daher pflegen die Hauswirte ihnen die Felle der heiligen Opfer gewaltsam abzunehmen. Abajje sagte: Hieraus, daß es schicklich ist, Krug und Fell seinem Gastwirte zurückzulassen. —",
"Sind denn die dörfischen durch Aussatz verunreinigungsfähig, es wird gelehrt: Zu eigen, nachdem sie es bereits erobert haben. Woher dies, von der Zeit, wo sie es zwar erobert, aber noch nicht an die Stämme verteilt haben, oder auch an die Stämme verteilt haben, aber noch nicht an die Familien, oder auch an die Familien verteilt haben, aber jeder besonders seinen Anteil noch nicht kennt?",
"Es heißt: so komme der, dem das Haus gehört, dem es allein gehört, ausgenommen diese Fälle, in welchen es nicht ihm allein gehört!? — Am Richtigsten ist es vielmehr, wie wir zuerst erwidert haben.",
"FERNER HALTE MAN FÜR IHN NOCH EINEN ANDEREN PRIESTER IN BEREITSCHAFT. Selbstverständlich ist es, daß, wenn [der Hochpriester] vor [der Darbringung] des beständigen Morgenopfers untauglich wird, man diesen mit [der Darbringung des beständigen] Morgenopferseinamte, womitwird er aber eingeamtet, wenn der Hochpriester nach der Darbringung des beständigen Morgenopfers untauglich wird?",
"R. Ada b.Ahaba erwiderte: Mit dem Gürtel. — Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, der Gürtel des Hochpriesterswar egal mit dem des gemeinen Priesters, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, der Gürtel des Hochpriesters war nicht egalmit dem des gemeinen Priesters!?",
"Abajje erwiderte: Er ziehe die acht Gewänder an und rühre die Feuerzangeum. Dies nach R. Hona, denn R. Hona sagte, ein Laie, der die Feuerzange umrührt, mache sich der Todesstrafe schuldig. R. Papa erwiderte:"
],
[
"Der Dienst selbst amte ihn ein. Es wird ja auch gelehrt, daß alle Geräte, die Moše gefertigt hatte, durch die Salbung, und die später hinzukommen, durch die Benutzung geweiht wurden; ebenso wird auch dieser durch den Dienst selbst eingeamtet.",
"Als R. Dimi kam, sagte er: Über den Gürtel des gemeinen Priesters streiten Rabbi und R. Elea͑zar b.R. Šimo͑n; einer sagt, er war aus Mischgewebeund einer sagt, er war aus Byssus.",
"Es ist zu beweisen, daß Rabbi es ist, welcher sagt, er war aus Mischgewebe, denn es wird gelehrt: Einen Unterschied zwischen [der Kleidung] des Hochpriesters und der des gemeinen Priesters gibt es nur beim Gürtel — so Rabbi: R. Elea͑zar b.R. Šimo͑n sagt, nicht einmal beim Gürtel. Wann: wollte man sagen, an den übrigen Tagen des Jahres, so gibt es ja einen großen [Unterschied]; denn der Hochpriester verrichtet den Dienst in acht Gewändern und der gemeine in vier;",
"doch wohl am Versöhnungstage. —",
"Ich will dir sagen: nein, tatsächlich an den übrigen Tagen des Jahres, denn er spricht nur von [den Gewändern], die beide anhaben.",
"Als Rabin kam, sagte er: Alle stimmen überein, daß der Gürtel des Hochpriester am Versöhnungstage aus Byssus war, ebenso auch, daß er an den übrigen Tagen des Jahres aus Mischgewebe war, sie streiten nur über den Gürtel des gemeinen Priesters, sowohl an den übrigen Tagen des Jahres als auch am Versöhnungstage; Rabbi sagt, er war aus Mischgewebe und R. Elea͑zar b.R. Šimo͑n sagt, er war aus Byssus.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Auch wir haben gelernt:Über seinen Leib; wozu heißt es: soll er anziehen? Dies schließt Kopftuch und Gürtel beim Abheben der Asche ein — so R. Jehuda.",
"R. Dosa sagt, dies schließe die Gewänder des Hochpriesters am Versöhnungstageein, daß sie nämlich für den gemeinen Priester brauchbar sind. Rabbi sagte: Dagegen sind zwei Einwendungen zu erheben: erstens ist der Gürtel des Hochpriesters am Versöhnungstage nicht egal mit dem des gemeinen Priesters,",
"und wieso sind zweitens Gewänder, die bei Strengheiligen verwendet worden sind, bei Minderheiligen zu verwenden!? Die Worte soll er anziehen schließen vielmehr die abgetragenenein.",
"R. Dosa vertritt hierbei seine Ansicht, denn es wird gelehrt:Er lege sie da nieder; dies lehrt, daß sie verwahrt werden müssen; R. Dosa sagt, daß er sie an einem folgenden Versöhnungstage nicht mehr verwenden dürfe.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn [der Hochpriester] dienstunfähig geworden und ein anderer eingesetzt worden ist, so trete der erstere nachher sein Amt wieder an, während dem zweiten alle Obliegenheiten der Hochpriesterschaft verbleiben — so R. Meír;",
"R. Jose sagt, der erstere trete sein Amt wieder an, während der zweite weder Hochpriester noch gemeiner Priester ist.",
"R. Jose erzählte: Einst wurde Joseph b. U͑lam aus Sepphoris, als der Hochpriester dienstunfähig geworden war, in dessen Amt eingesetzt, und die Weisen sagten: Der erstere trete wieder sein Amt an, und der zweite ist weder Hochpriester noch gemeiner Priester. Hochpriester [nicht], wegen der Unverträglichkeit, gemeiner Priester ebenfalls nicht, weil man beim Heiligen erhöht, aber nicht erniedrigt.",
"Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans:"
],
[
"Die Halakha ist wie R. Jose, jedoch pflichtet R. Jose bei, daß, wenn er übertreten und den Dienst verrichtet hat, dieser giltig sei. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Die Halakha ist wie R. Jose, jedoch pflichtet R. Jose bei, daß, wenn der erstere stirbt, dieser wieder das Amt antrete. —",
"Selbstverständlich!? — Man könnte glauben, es sei eine seit den Lebzeiten bestehende Rivalität, so lehrt er uns.",
"R. JEHUDA SAGT, MAN HALTE FÜR IHN AUCH EINE ANDERE FRAU IN BEREITSCHAFT. Die Rabbanan befürchten ja ebenfalls eine Möglichkeit!? — Die Rabbanan können dir erwidern: Eine Verunreinigung ist häufig, ein Todesfall ist selten.",
"MAN ENTGEGNETE IHM: DEMNACH HAT DIE SACHE KEIN ENDE. Man erwiderte ja R. Jehuda treffend!? — R. Jehuda kann dir erwidern: Den Tod einer [Frau] berücksichtigte man, den Tod beider berücksichtigte man nicht. — Und die Rabbanan!? — Wenn man berücksichtigt, ist auch der Tod beider zu berücksichtigen. —",
"Dies sollten ja die Rabbanan gegen sich selbst einwenden!? — Die Rabbanan können dir erwidern: der Hochpriester ist vorsichtig. — Wozu braucht man, wenn er vorsichtig ist, einen zweiten Priester in Bereitschaft zu halten!? — Wenn man ihm einen Rivalen in Bereitschaft hält, so ist er um so vorsichtiger. —",
"Genügt denn die Bereitschaft [einer zweiten Frau], der Allbarmherzige spricht ja von seiner Frau, und diese ist ja nicht seine Frau!? — Er traut sie sich an. — Aber solange er sie nicht ehelicht, ist sie ja nicht seine Frau!? — Er ehelicht sie auch. — Demnach hat er zwei Frauen, und der Allbarmherzige sagt:er soll Sühne schaffen sich und seinem Hause, nicht aber zwei Häusern!? —",
"Er läßt sich darauf von ihr scheiden. — Wenn er sich von ihr scheiden läßt, bleibt ja unser Einwand bestehen!? — Er läßt sich von ihr bedingungsweise scheiden, indem er zu ihr spricht: da ist dein Scheidebrief in der Voraussetzung, daß du stirbst. — Vielleicht stirbt sie nicht, und er hat zwei Frauen!? —",
"Vielmehr er spricht zu ihr: da ist dein Scheidebrief in der Voraussetzung, daß du nicht stirbst. Stirbt sie nicht, so ist sie geschieden, stirbt sie, so ist die andere vorhanden. — Vielleicht stirbt diese nicht, sodaß die Scheidung giltig ist, wohl aber stirbt die andere, und er ist dann ohne Frau!? —",
"Vielmehr spricht er zu ihr: in der Voraussetzung, daß eine von euchstirbt. Stirbt diese bleibt jene, stirbt jene, bleibt diese. — Vielleicht stirbt keine von beiden, sodann hat er ja zwei Frauen!?",
"Und ist denn ferner die Scheidung in einem solchen Falle giltig, Raba sagte ja, daß [wenn jemand zu einer Frau spricht:] da ist dein Scheidebrief unter der Bedingung, daß du während meines Lebens, oder deines Lebens, keinen Wein trinkest, dies keine Trennung,",
"wenn aber: während des Lebens von jenem, dies eine Trennungsei!? —",
"Vielmehr, er spricht zu ihr: da ist dein Scheidebrief in der Voraussetzung, daß deine Genossin nicht stirbt. Stirbt die andere nicht, so ist sie geschieden, stirbt sie, so ist ja diese da. — Vielleicht aber stirbt die andere während des Tempeldienstes, sodaß"
],
[
"rückwirkend die Scheidung dieser ungiltig ist, sodann hat er den Dienst im Besitz zweier Frauen verrichtet!? — Vielmehr, er spricht zu ihr: da ist dein Scheidebrief in der Voraussetzung, daß deine Genossin stirbt. — Vielleicht stirbt die andere, sodaß die Scheidung giltig ist, sodann ist er ohne Frau!? —",
"Vielmehr, er lasse sich von beiden scheiden; zu einer spricht er: da ist dein Scheidebrief in der Voraussetzung, daß deine Genossin nicht stirbt, und zu der anderen spricht er: da ist dein Scheidebrief in der Voraussetzung, daß du [am Versöhnungstage] nicht ins Bethaus kommst. — Vielleicht stirbt die andere nicht, auch kommt diese nicht ins Bethaus, sodaß die Scheidung beider giltig ist, sodann ist er ohne Frau!? —",
"Vielmehr, zu einer spricht er: da ist dein Scheidebrief in der Voraussetzung, daß deine Genossin nicht stirbt, und zu der anderen spricht er: da ist dein Scheidebrief in der Voraussetzung, daß ich ins Bethaus komme. Stirbt diese, so bleibt jene, stirbt jene, so bleibt diese. Einzuwenden wäre, die andere könnte während des Dienstes sterben, sodaß er rückwirkend den Dienst im Besitz zweier Frauen verrichtet hat, — sobald er sieht, daß sie im Sterben ist, gehe er schnell ins Bethaus, wodurch er rückwirkend die Scheidung dieser giltig macht.",
"R. Asṭija, nach anderen R. A͑vira, wandte ein: Demnach sind zwei Frauen [eines Mannes] der Schwagerehenicht unterworfen!? — [Die Wiederholung der Worte]seine Schwägerin ist einschließend.",
"Rabina, nach anderen R. Šerebja, wandte ein: Demnachist die Verlobte der Schwagerehe nicht unterworfen!? — Das Wortauswärts schließt die Verlobte ein.",
"Die Rabbanan lehrten: Der Hochpriester darf als Trauernder das Opfer darbringen, jedoch nicht davon essen. R. Jehuda sagt, den ganzen Tag. — Was heißt: den ganzen Tag? Raba erwiderte: Dies besagt, daß man ihn aus seiner Wohnunghole.",
"Abajje sprach zu ihm: Nach R. Jehuda entferne man ihnsogar vom Dienste, denn es wird gelehrt, daß, wenn er am Altar steht und Opfer darbringt, und erfährt, daß ihm jemand gestorben sei, er, wie R. Jehuda sagt, den Dienst unterbreche und hinausgehe, und wie R. Jose sagt, ihn beende, und du sagst, man hole ihn aus seiner Wohnung!?",
"Vielmehr, erklärte Raba, ist unter ‘den ganzen Tag’"
],
[
"zu verstehen, er dürfe den ganzen Tag den Dienst nicht verrichten, mit Rücksicht darauf, er könnte zu essenveranlaßt werden. R. Ada b. Ahaba sprach zu Raba: Berücksichtigt denn R. Jehuda, er könnte zu essen veranlaßt werden, wir haben ja gelernt, R. Jehuda sagt, man halte für ihn auch eine andere Frau in Bereitschaft, weil seine Frau sterben könnte; wenn seine Frau stirbt, darf er also den Dienst verrichten, und R. Jehuda berücksichtigt nicht, er könnte zu essen veranlaßt werden!? Dieser erwiderte: Ist es denn gleich; da, am Versöhnungstage, an dem alle Welt nicht ißt, wird auch er nicht zu essen veranlaßt, hierbei aber, wo alle Welt ißt, könnte er ebenfalls zu essen veranlaßt werden. —",
"Ist er denn in einem solchen Falle überhaupt zur Trauer verpflichtet, sie ist ja geschieden!? — Zugegeben, daß er zur Trauer nicht verpflichtet ist, aber ist er denn nicht zerstreut!?",
"ALL DIESE SIEBEN TAGE SPRENGT ER DAS [OPFER]BLUT, RÄUCHERT ER DAS RÄUCHERWERK AUF, SÄUBERT ER DIE LAMPENUND OPFERT ER KOPF UND FÜSSE AUF; AN ALLEN ÜBRIGEN TAGEN OPFERT ER, WENN ER ES WÜNSCHT. DER HOCHPRIESTER NIMMT NÄMLICH ANTEIL AM OPFERDIENSTE ALS ERSTER UND ERHÄLT SEINEN ANTEIL ALS ERSTER.",
"GEMARA. Wer ist der Autor? R. Ḥisda erwiderte: Nicht nach R. A͑qiba, denn wieso dürfte er, wenn es R. A͑qiba wäre, den Dienst verrichten, dieser sagt ja, ein Reiner, auf den das Besprengungswassergekommen ist, sei unrein.",
"Es wird nämlich gelehrt:Der Reine sprenge auf den Unreinen, wenn auf einen Unreinen, so ist er rein, wenn auf einen Reinen, so ist er unrein — so R. A͑qiba; die Weisen sagen, diesa Worte beziehen sich nur auf Dinge, die für die Unreinheit empfänglich sind. —",
"Welches Bewenden hat es damit? — Wir haben gelernt: Wenn er in der Absicht, ein Tier zu besprengen, einen Menschen besprengt hat, so darf er, wenn im Ysopbündel genügend [Wasser ist, die Besprengung] wiederholen; wenn er aber in der Absicht, einen Menschen zu besprengen, ein Tier besprengt, so darf er, wenn im Ysopbündel genügend [Wasser ist, die Besprengung] nicht wiederholen. —",
"Was ist der Grund R. A͑qibas? — Der Allbarmherzige sollte ja geschrieben haben: ‘der Reine soll ihn besprengen’, wenn es aber ‘den Unreinen’ heißt, so ist hieraus zu entnehmen, wenn einen Unreinen, sei er rein, wenn aber einen Reinen, sei er unrein. — Und die Rabbanan!? — Dies deutet darauf, daß es sich nur auf für die Unreinheit empfängliche Sachen beziehe. Hierbei aber ist [ein Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn der Unreine, auf den [es kommt] rein ist, um wieviel mehr der Reine. —",
"Und R. A͑qiba!? — Das ist es, was Šelomo sagt:ich dachte Weisheit zu besitzen, aber sie blieb fern von mir. — Und die Rabbanan!? — Dies bezieht sich darauf, daß nämlich der Besprengende und der Besprengte rein sind, wer aber [das Besprengungswasser] berührt, ist unrein. —",
"Ist denn der Besprengende rein, es heißt ja:wer das Besprengungswasser sprengt, soll seine Kleider waschen!? — Unter ‘sprengt’ ist das Berühren zu verstehen. — Es heißt ja aber sprengt und es heißtberührt!? Ferner benötigt der Besprengende des Kleiderwaschens, der Berührende aber benötigt des Kleiderwaschens nicht!? —",
"Vielmehr, unter ‘sprengt’ ist das Tragen zu verstehen. — Sollte der Allbarmherzige ‘trägt’ geschrieben haben, weshalb ‘sprengt’!? — Er lehrt uns folgendes: zur Besprengung ist ein bestimmtes Quantum erforderlich. —",
"Einleuchtend ist dies nach demjenigen, welcher sagt, zur Besprengung sei ein bestimmtes Quantum erforderlich, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, zur Besprengung sei kein bestimmtes Quantum erforderlich!? — Auch derjenige, welcher sagt, zur Besprengung sei kein bestimmtes Quantum erforderlich, spricht nur vom Rückender Person, im Gefäße aber ist ein bestimmtes Quantum erforderlich. Wir haben nämlich gelernt: Welches Quantum ist zur Besprengung erforderlich?"
],
[
"Die Bündelspitzen einzutauchen und sprengen zu können. Abajje sagte: Du kannst auch sagen, es sei R. A͑qiba, denn er verrichtet den ganzen Tag den Dienst, und erst abends besprengt man ihn, taucht er unter und wartet den Sonnenuntergang ab.",
"RÄUCHERT DAS RÄUCHERWERK AUF, SÄUBERT DIE LAMPEN. Demnach vorher das Räucherwerk und nachher die Lampen, und dem widersprechend [wird gelehrt]: Dem die Reinigung des inneren Altars zufiel, dem [die Säuberung] der Lampen zufiel, dem die Aufräucherung des Räucherwerkes zufiel!?",
"R. Hona erwiderte: Der Autor der Lehre [im Traktate] vom beständigen Opferist R. Šimo͑naus Miçpa. — Dieser ist ja aber entgegengesetzterAnsicht, denn wir haben gelernt: Er kam [mit dem Blute] zur nordöstlichen Ecke [des Altars] und sprengte nordöstlich, dann zur südwestlichen und sprengte südwestlich,",
"und hierzu wird gelehrt, R. Šimo͑n aus Miçpa lehre hinsichtlich des beständigen Opfers, daß er zur nordöstlichen Ecke kam und nordöstlich sprengte, dann zur südwestlichen und zuerst westlich und nachher südlich sprengte!? —",
"Vielmehr, erwiderte R. Joḥanan, der Autor der Lehre [im Traktate] vom Versöhnungstage ist R. Šimo͑n aus Miçpa. —",
"Aber auch die Lehren [im Traktate] vom Versöhnungstage widersprechen ja einander!? Wir haben nämlich gelernt: Das zweite Los: wer zu schlachten, wer zu sprengen, wer den inneren Altar zu reinigen, wer die Leuchte zu putzen und wer die Opferteile nach der Altar[rampe] zu bringen hatte; das dritte Los: Neulinge, kommt und losetzum Räucherwerk!?",
"Abajje erwiderte: Das ist kein Widerspruch; eines gilt vom Putzen der zwei Lampen und eines gilt vom Putzen der fünfLampen. —",
"Demnach wurde [das Putzen] durch das Räucherwerk unterbrochen, während doch Abajje selbst die ganze Reihenfolgeals überlieferte Lehre vortrug, und nach dieser wurde es durch das Blut des beständigen Opfers unterbrochen!? — Ich will dir sagen, das ist kein Einwand; eines nach Abba Šaúl und eines nach den Rabbanan. Es wird nämlich gelehrt: Er darf nicht zuerst die Lampen putzen und nachher [das Räucherwerk] aufräuchern, vielmehr räuchere er zuerst und putze nachher; Abba Šaúl sagt, zuerst putze er und räuchere nachher. —",
"Was ist der Grund Abba Šaúls? — Es heißt:jeden Morgen, wenn er die Lampen putzt, und darauf folgt: soll er es räuchern. — Und die Rabbanan!? — Der Allbarmherzige sagt damit,"
],
[
"daß zur Zeit des Putzens die Aufräucherung des Räucherwerkes erfolge. Wolltest du nicht so erklären, so heißt es ja auch vom Abend[räucherwerke]:wenn Ahron abends die Lampen ansteckt, soll er es räuchern; sind etwa auch hierbei zuerst die Lampen anzuzünden und nachher das Abendräucherwerk aufzuräuchern!?",
"Wolltest du sagen, dem sei auch so, so wird ja gelehrt:Vom Abend bis zum Morgen, man tue das Quantum hinein, daß sie die ganze Nacht, vom Abend bis zum Morgen, brenne. Eine andere Erklärung: Vom Abend bis zum Morgen: du hast außer diesemkeinen anderen Dienst, der vom Abend bis zum Morgen zuläßig wäre!? Vielmehr sagt der Allbarmherzige damit, daß das Räucherwerk zur Zeit des Anzündens auf geräuchert werde, ebenso auch hierbei: zur Zeit des Putzens ist das Räucherwerk aufzuräuchern. —",
"Und Abba Šaúl!? — Er kann dir erwidern: anders ist es da, wo essie heißt.",
"R.Papa erwiderte: Das ist kein Einwand, einesnach den Rabbanan und eines nach Abba Šaúl. — Du hast also unsere Mišna den Rabbanan und die von den Losen Abba Šaúl addiziert;",
"wie erklärst du nun den Schlußsatz: Man brachte ihm das beständige Opfer, und er schnitt [den Hals] ein, während ein anderer an seiner Seite das Schlachtenbeendete, dann trat er ein, das Räucherwerk aufzuräuchern und die Lampen zu putzen. Dies nach den Rabbanan. Die erste Lehre und die letzte Lehre nach den Rabbanan und die mittelste nach Abba Šaúl!? — R. Papa kann dir erwidern: Allerdings, die erste Lehre und die letzte Lehre nach den Rabbanan und die mittelste nach Abba Šaúl. —",
"Allerdings erklärt Abajje nicht wie R. Papa, weil er nicht die erste Lehre und die letzte Lehre den Rabbanan und die mittelste Abba Šaúl addizieren will, weshalb aber erklärt R. Papa nicht wie Abajje!? — Er kann dir erwidern: lehrt er etwa in der ersten Lehre vom Putzen von zwei Lampen und nachher [vom Putzen] von fünf Lampen!? —",
"Und Abajje!? — Er kann dir erwidern: er lehrt zuerst, [was er alles zu tun hat], nachher aber die Reihenfolge.",
"Der Text. Er kam zur nordöstlichen Ecke und sprengte nordöstlich, dann zur südwestlichen und sprengte südwestlich. Hierzu wird gelehrt: R. Šimo͑n aus Miçpa lehrte hinsichtlich des beständigen Opfers: Er kam zur nordöstlichen Ecke und sprengte nordöstlich, dann zur südwestlichen und sprengte zuerst westlich und nachher südlich. — Was ist der Grund des R. Šimo͑n aus Miçpa?",
"R. Joḥanan erwiderte im Namen von einem aus der Schule R. Jannajs: Die Schrift sagt:ein Ziegenbock zum Sündopfer ist für den Herrn herzurichten, über das beständige Brandopfer und sein Trankopfer; es ist ja ein Brandopfer und der Allbarmherzige sagt, daß er dabei wie beim Sündopferverfahre!",
"Wie ist dies [zu erklären]? Er sprenge einmal gleich zweimal, wie beim Brandopfer, und zweimal gleich zweimal, wie beim Sündopfer. — Sollte er doch zweimal gleich viermal, wie beim Brandopfer, und viermal gleich viermal, wie beim Sündopfer, sprengen!? —",
"Wir finden nirgends, daß das Blut sühne und abermals sühne. — Finden wir denn, daß das Blut zur Hälfte wie beim Sündopfer und zur Hälfte wie beim Brandopfer [gesprengt werde]!? Du mußt also erklären, die Schrift habe sie gezwungen zusammengefaßt, ebenso hat die Schrift sie auch in dieser Hinsicht gezwungen zusammengefaßt. —",
"Diesist nur eine Teilung der Sprengungen. — Sollte er doch einmal gleich zweimal unterhalb, wie beim Brandopfer, und zweimal gleich zweimal oberhalb, wie beim Sündopfer, sprengen? —",
"Wir finden nirgends, daß das Blut zur Hälfte oberhalb und zur Hälfte unterhalb [gesprengt werde]. — Etwa nicht, wir haben ja gelernt, daß er davoneinmal aufwärts und siebenmal abwärts sprengte!? —",
"Wie ausholend. — Was heißt: wie ausholend? R. Jehuda zeigte: Wie zum Schlagen. —",
"Etwa nicht, wir haben ja gelernt, daß er davon siebenmal auf den Glanz des Altars sprengte; doch wohl auf die Mitte des Altars, wie die Leute zu sagen pflegen: glänzt der Glanz, so ist es die Mitte des Tages!?",
"Rabba b.Šila erwiderte: Nein,"
],
[
"auf [das Dach] des Altars, wie es heißt:wie der Himmel selbst an Glanz.",
"Weshalb zuerst wie beim Brandopfer und nachher wie beim Sündopfer, sollte er doch zuerst wie beim Sündopfer und nachher wie beim Brandopfer sprengen!? — Da es ein Brandopfer ist, geht es auch voran. —",
"Weshalb nordöstlich und südwestlich, sollte er doch südöstlich und nordwestlich sprengen!? — Ich will dir sagen, das Brandopfer muß auf das Fundament gesprengt werden, und die südöstliche Ecke hatte kein Fundament. —",
"Weshalb sprengte er zuerst nordöstlich und nachher südwestlich, sollte er doch zuerst südwestlich und nachher nordöstlich sprengen!? — Der Meister sagte, daß man bei allen Wendungen, die zu machen sind, sich stets östlich nach rechts wende, somit kommt er zuerst auf diese Ecke. —",
"Woher, daß der Allbarmherzige damit sagt, daß man beim Brandopfer wie beim Sündopfer verfahre, vielleicht sagt er, daß man beim Sündopferwie beim Brandopfer verfahre!? — Dies ist nicht einleuchtend, denn es heißt: über das beständige Brandopfer und sein Trankopfer; der Allbarmherzige sagt damit, was zum Sündopfer gehört, sei auf das Brandopfer zu legen.",
"Dort haben wir gelernt: Der Beamte sprach zu ihnen: Geht, holet ein Lamm aus der Lämmerkammer. Die Lämmerkammer befand sich in der nordwestlichen Ecke, und da waren vier Kammern: die Lämmerkammer, die Siegelmarkenkammer, die Kammer des Brandraumes und die Kammer, in der die Schaubrote bereitet wurden.",
"Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Der Brandraum hatte vier Kammern, wie Zimmer, die in einen Saal führen, zwei auf heiligem und zwei auf profanem Gebiete, und ein Gitterwerktrennte zwischen Heiligem und Profanem. Wofür dienten sie? Die südwestliche war die Opferlämmerkammer,"
],
[
"die südöstliche war die Kammer, in der die Schaubrote gefertigt wurden, in der nordöstlichen Kammer hatten die Ḥašmonäer die von den griechischen Königen entweihten Altarsteine versteckt, und von der nordwestlichen stieg man zum Tauchbade hinab!? R. Hona erwiderte: Der Autor der Lehre [im Traktate] von den Massenist R. Elie͑zer b.Ja͑qob.",
"Wir haben nämlich gelernt: Der Frauenvorhof hatte eine Länge von hundertfünfunddreißig [Ellen] zu einer Breite von hundertfünfundreißig und hatte vier Kammern in den vier Winkeln. Wofür dienten diese? Die südöstliche war die Kammer für die Naziräer; da kochten sie ihre Heilsopfer und schoren ihr Haar, das sie unter den Kessel steckten. Die nordöstliche war die Holzkammer; da sonderten die gebrechenhafteten Priester das wurmstichige Holz aus, denn jedes [Stück] Holz, in dem ein Wurm sich befindet, ist für den Altar untauglich.",
"Die nordwestliche war die Kammer für die Aussätzigen. Von der südwestlichen, sagte R. Elie͑zer b. Ja͑qob, er habe vergessen, wofür sie diente. Abba Šaúl sagte, in diese habe man Wein und Öl getan, und deshalb nannte man sie auch Ölkammer.",
"Es ist auch einleuchtend, daß es R. Elie͑zer b. Ja͑qob ist, denn wir haben gelernt: Alle Wände, die dortwaren, waren hoch, ausgenommen die östliche Wand, weil der die [rote] Kuh verbrennende Priester beim Blutsprengen auf dem Ölberge gegenüber der Tempeltür stehend aufpassen und ansehen mußte.",
"Ferner haben wir gelernt: Alle Türen, die dort waren, hatten eine Höhe von zwanzig Ellen und eine Breite von zehn Ellen. Ferner haben wir gelernt: Innerhalb derselbenwar ein Gitter. Ferner halben wir gelernt: Innerhalb desselben der Ḥel, zehn Ellen;",
"da waren zwölf Stufen, jede Stufe eine halbe Elle hoch und eine halbe Elle tief. [Ferner:] Fünfzehn Stufen, die vom Jisraéliten vorhof nach dem Frauenvorhof hinabführten, jede Stufe eine halbe Elle hoch und eine halbe Elle tief. Ferner haben wir gelernt: Zweiundzwanzig Ellen zwischen der Vorhalle und dem Altar; da waren zwölf Stufen, jede Stufe eine halbe Elle hoch und eine halbeElle tief.",
"Ferner haben wir gelernt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Dawar eine eine Elle hohe Erhöhung, und auf dieser befand sich die Estrade, die drei Stufen von je einer halben Elle hatte.",
"Erklärlich ist es, wenn du sagst, jene Lehresei von R. Elie͑zer b. Ja͑qob, da nach ihm die Tür verstellt wäre,",
"nach den Rabbanan aber blieb ja noch eine halbe Elleder [letzten] Tür frei.",
"Hieraus ist also zu entnehmen, daß es R. Elie͑zer b. Ja͑qob ist. R. Ada b. Ahaba erklärte: [Der Autor] dieser Lehre ist R. Jehuda, denn es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Der Altar stand genau in der Mitte des Vorhofes; er maß zweiunddreißig Ellen,"
],
[
"zehn Ellen gegenüber der Tür des Tempels, elf Ellen nördlich und elf Ellen südlich. Es ergibt sich also, daß der Altar genau gegenüber dem Tempel und seinen Wänden stand. —",
"Wieso kann, wenn du sagst, [Die Lehre im Traktate] von den Massen sei von R. Jehuda, der Altar in der Mitte des Vorhofes gestanden haben, es wird ja gelehrt: Der ganze Vorhof hatte eine Läuge von hundertsiebenundachizig [Ellen] zu einer Breite von hundertfünfunddreißig. Hundertsiebenundachtzig [Ellen] von Osten nach Westen: elf Ellen Zutrittsraum für die Jisraéliten, elf Ellen Zutrittsraum für die Priester, zweiunddreißig [Ellen] maß der Altar, zweiundzwanzig [Ellen] zwischen der Vorhalle und dem Altar, hundert Ellen maß der Tempel und elf Ellen hinter der Gnadenkammer.",
"Hundertfünfunddreißig [Ellen] von Süden nach Norden: zweiundsechzig [Ellen] maßen Rampe und Altar, acht Ellen vom Altar bis zu den [Schlacht]ringen, vierundzwanzig [Ellen] der Raum für die [Schlacht]ringe, vier Ellen von den Ringen bis zu den Tischen, vier [Ellen] von den Tischen bis zu den Pfeilern, acht [Ellen] von den Pfeilern bis zu der Tempelhofwand, und den Rest nahmen [der Raum] zwischen der Altarrampe und der Wand und [der Raum] der Pfeiler ein.",
"Wieso kann, wenn du sagst, [die Lehre im Traktate] von den Maßen sei von R. Jehuda, der Altar in der Mitte [des Tempelhofes] gestanden haben, nach dieser befand sich ja der größere Teil des Altars südlich!?"
],
[
"Hieraus ist also zu entnehmen, daß sie von R. Elie͑zer b.Ja͑qob ist. Schließe hieraus.",
"R. Ada, Sohn des R. Jiçḥaq, erklärte: Jene Kammerwar getrennt; wer aus der Nordseite kam, dem schien es, sie liege auf der Südseite, und wer aus der Südseite kam, dem schien es, sie liege auf der Nordseite.",
"Es ist jedoch wahrscheinlich, daß sie mehr südwestlich lag. — Wieso? — Weil auf einen Widerspruch hinsichtlich der Schaubrot[kammer] hingewiesen worden ist,",
"und aus der Antwort R. Honas, des Sohnes R. Jehošua͑s, hervorgeht, daß einer [die Kammern] nach rechts und einer sie nach links aufzählt."
],
[
"Einleuchtend ist diese Erklärung, wenn du sagst, sie lag mehr südwestlich, welchen Sinn hat aber diese Antwort, wenn du sagen wolltest, sie lag mehr nordwestlich!? Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß sie mehr südwestlich lag. Schließe hieraus. —",
"Der Meister sagte ja aber, daß man bei allen Wendungen, die man zu machen hat, sich stets östlich nach rechts wende!? — Dies beim Tempeldienste, während es sich hierbei nur um eine Aufzählung handelt.",
"DER HOCHPRIESTER NIMMT NÄMLICH ANTEIL AM OPFERDIENSTE ALS ERSTER UND ERHÄLT SEINEN ANTEIL ALS ERSTER. Die Rabbauan lehrten: Wie bringt er seinen Anteil als erster dar? Er spricht: Dieses Brandopfer richte ich her, dieses Speisopfer richte ich her.",
"Wie erhält er seinen Anteil als erster? Er spricht: Von diesem Sündopfer esse ich, von diesem Schuldopfer esse ich. Er erhält ein Brot von den zwei Brotenund vier oder fünf von den Schaubroten. Rabbi sagt, stets fünf, denn es heißt:es soll Ahron und seinen Söhnen zufallen, die HälfteAhron und die Hälfte seinen Söhnen. —",
"Dies widerspricht sich ja selbst: zuerst heißt es, er erhalte eines von den zwei Broten, also nach Rabbi, welcher sagt, er erhalte die Hälfte, darauf heißt es im Mittelsatze, vier oder fünf von den Schaubroten, also nach den Rabbanan, welche sagen, er erhalte nicht die Hälfte, und im Schlußsatze heißt es wiederum, Rabbi sagt, er erhalte stets fünf; der Anfangsatz und der Schlußsatz nach Rabbi und der Mittelsatz nach den Rabbanan!?",
"Abajje erwiderte: Der Anfangssatz und der Mittelsatz nach den Rabbanan, denn die Rabbanan pflichten bei, daß es nicht schicklich sei, dem Hochpriester ein angebrochenes [Brot] zu geben. —"
],
[
"Wieso vier oder fünf? — Nach den Rabbanan, welche sagen, die antretende [Priesterwache]erhalte sechsund die abtretende erhalte sechs, da es keine Belohnung für das Schließen der Pforten gebe, erhält er eines wenigerals die Hälfte, das sind fünf,",
"und nach R. Jehuda, welcher sagt, die antretende erhalte sieben, zwei [mehr] als Belohnung für das Zuschlagen der Türen, und die abtretende fünf, erhält er eines weniger als die Hälfte, das sind vier.",
"Raba erklärte: Das ganze nach Rabbi, und er ist der Ansicht R. Jehudas. — Wieso demnach vier, er hat ja fünf zu erhalten!? —",
"Das ist kein Einwand; eines, wenn noch eine zurückbleibendePriesterwache vorhanden ist, und eines, wenn keine zurückbleibende Priesterwache vorhanden ist.",
"Ist noch eine zurückbleibende Priesterwache vorhanden, so erhält er die Hälfte von acht, also vier, ist keine zurückbleibende Priesterwache vorhanden, so erhält er die Hälfte von zehn, also fünf. —",
"Wieso heißt es demnach: Rabbi sagt, stets fünf!? — Das ist ein Einwand.",
"ivMAN TEILTE IHM EINIGE VON DEN ÄLTESTEN DES GERICHTSHOFES ZU, DIE IHM ÜBER DIE ORDNUNG DES TAGES VORLASEN. DIESE SPRACHEN ZU IHM: HERR HOCHPRIESTER, LIES DU MIT DEINEM MUNDE VOR, VIELLEICHT HAST DU ES VERGESSEN ODER GAR NICHT GELERNT. AM MORGEN DES VORABENDS DES VERSÖHNUNGSTAGES FÜHRT MAN IHN VOR DAS ÖSTLICHE TOR UND FÜHRT IHM FARREN, WIDDER UND SCHAFE VOR, DAMIT ER KUNDIG UND GEÜBT IM DIENSTE SEI. WÄHREND DER SIEBEN TAGE VERWEIGERTE MAN IHM KEINE SPEISEN UND KEINE GETRÄNKE; AM VORABEND DES VERSÖHNUNGSTAGES, BEI DUNKELHEIT, LIESS MAN IHN NICHT VIEL ESSEN, WEIL DAS ESSEN ZUR SCHLÄFRIGKEIT BRINGT.",
"GEMARA. Allerdings kann er es vergessen haben, wieso aber nicht gelernt haben, ein solcher wird ja nicht eingesetzt!?",
"Es wird ja gelehrt:Der Priester, der größte unter seinen Brüdern, er muß seinen Brüdern in Kraft, Schönheit, Weisheit und Reichtum überlegen sein. Manche sagen: Woher, daß, wenn er nichts hat, seine Brüder, die Priester, ihn groß machen? Es heißt: der Priester, der größte unter seinen Brüdern, man mache ihn groß mit dem seiner Brüder.",
"R. Joseph erwiderte: Das ist kein Einwand; eines während des ersten Tempels und eines während des zweiten Tempels. So erzählte R. Asi, daß Martha, die Tochter des Boëthos, dem Könige Janäus für die Einsetzung des Jehošua͑ b.Gamla zum Hochpriester einen Trikab mit Golddenaren gebracht habe.",
"DES VORABENDS DES VERSÖHNUNGSTAGES &C. Es wird gelehrt: Auch Böcke. — Weshalb zählt unser Autor Böcke nicht mit? — Da solche wegen einer Sünde dargebracht werden, so könnte ihn [ihr Anblick] entmutigen. —",
"Auch der Farre wird ja wegen einer Sünde dargebracht!? — Den Farren bringt er für sich und seine Brüder, die Priester, dar, und wenn einer der Priester etwas begangen hat, weiß er dies und bringt ihn zur Buße, von ganz Jisraél aber weiß er es nicht.",
"Rabina sagte: Das ist es, was die Leute sagen: Ist dein Neffe Exekutivbeamter, so gehe an ihm auf der Straße nicht vorüber.",
"WÄHREND ALLER SIEBEN TAGE VERWEIGERTE MAN IHM KEINE &C. Es wird gelehrt: R. Jehuda b.Neqosa sagte: Man gibt ihm[Speisen aus] feinem Mehle und Eiern zu essen, um [die Speisen in den Därmen] aufzuweichen. Man erwiderte ihm: Das bringt ihn ja erst recht zur Erwärmung.",
"Es wird gelehrt: Symmachos sagte im Namen R. Meírs: Man darf ihm keine E. E. W. verabfolgen; manche sagen, keine E. E. F. W.; manche sagen, auch keinen [weißen] Wein. Keine E. E. W.: keinen Etrog, keine Eier und keinen alten Wein. Manche sagen keine E. E. F. W.: keinen Etrog, keine Eier, kein fettes Fleisch und keinen alten Wein. Manche sagen, auch keinen weißen Wein, weil der Weißwein zur Verunreinigung bringt.",
"Die Rabbanan lehrten: Bekommt er Fluß, so führe man es auf [vieles] Essenund auf verschiedene Arten von Speisen zurück. Elea͑zar b.Pinḥas sagte im Namen des R. Jehuda b.Bethera: Man darf ihmkeine M. K. E. W. und keine B. F. S. verabfolgen, und nichts, was zur Unreinheit bringen könnte. Keine M. K. E. W.: keine Milch, keinen Käse, keine Eier und keinen Wein. Keine B. F. S.: keine Bohnengraupensuppe, kein fettes Fleisch und keine Salzbrühe. —",
"‘Und nichts, was zur Unreinheit bringen könnte’. Was schließt dies ein? — Dies schließt das ein, was die Rabbanan lehrten: Fünf Dinge bringen den Menschen zur Unreinheit, und zwar: Knoblauch,"
],
[
"Kresse, Portulak, Eier und Rauke. Da ging einer aufs Feld hinaus, um Kräuter zu pflücken; im Namen R. Meírs wurde gelehrt, es war Rauke. R. Joḥanan sagte: Weshalb heißt sie oroth [Kräuter]? Weil sie die Augen leuchten macht [meíroth]. R. Hona sagte: Findet jemand ein Raukenkorn, so esse er es, wenn er es kann, wenn aber nicht, so führe er es über die Augen. R. Papa sagte: Dies gilt von der Grenzrauke.",
"R. Gidel sagte im Namen Rabhs: Ein [Logier]gast esse keine Eierund schlafe nicht im Gewände des Hausherrn. Rabh pflegte, wenn er in Darsis eintraf, ausrufen zu lassen: Welche [Frau] will mir für einen Tag angehören? R. Naḥman pflegte, wenn er im Šekançib eintraf, ausrufen zu lassen: Welche [Frau] will mir für einen Tag angehören? —",
"Eswird ja aber gelehrt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte, man dürfe nicht eine Frau in einer Provinz und dann eine Frau in einer anderen Provinz nehmen, weil siespäter zusammenkommen könnten und so ein Bruder seine Schwester und ein Vater seine Tochter heiraten und die ganze Welt mit Bastarden füllen, und hierüber heiße es:daß [nicht] das ganze Land voll Hurerei werde!? — Ich will dir sagen, die Gelehrten haben einen Ruf. —",
"Raba sagte ja aber, daß, wenn man [eine Frau] zur Ehe auffordert und sie einwilligt, sie sieben Reinheitstage abwartenmüsse!? — Die Rabbanan teilten es ihnen vorher mit, indem sie vorher einen Boten sandten.",
"Wenn du aber willst, sage ich; sie pflegten mit ihnen nur zusammenzu sein, weil nämlich, der Brot im Korbe hat, nicht mit dem zu vergleichen ist, der kein Brot im Korbe hat.",
"DIE ÄLTESTEN DES GERICHTSHOFES ÜBERGABEN IHN DEN ÄLTESTEN DER PRIESTERSCHAFT, UND DIESE BRACHTEN IHN IN DAS EUTINOSHAUS UND VEREIDIGTEN IHN; SODANN VERABSCHIEDETEN SIE SICH UND GINGEN FORT. SIE SPRACHEN ZU IHM: HERR HOCHPRIESTER, WIR SIND VERTRETER DES GERICHTSHOFES, UND DU BIST SOWOHL UNSER ALS AUCH DES GERICHTSHOFES VERTRETER; WIR BESCHWÖREN DICH BEI DEM, DER SEINEN NAMEN IN DIESEM HAUSE WOHNEN LÄSST, DASS DU IN NICHTS ABWEICHEN SOLLST VON ALL DEM, WAS WIR DIR GESAGT HABEN. DARAUF WANDTE ER SICH AB UND WEINTE, UND AUCH SIE WANDTEN SICH AB UND WEINTEN.",
" WAR ER GELEHRTER, SO HIELT ER EINEN VORTRAG, WENN ABER NICHT, SO HIELTEN GELEHRTE IHM EINEN VORTRAG; WAR ER IM LESEN KUNDIG, SO LAS ER ETWAS VOR, WENN ABER NICHT, SO LASEN SIE IHM VOR. WORAUS LASEN SIE IHM VOR? AUS IJOB, E͑ZRAUND DER CHRONIK. ZEKHARJA B. QEBUṬAL ERZÄHLTE: SEHR OFT LAS ICH IHM AUS DANIÉL VOR."
],
[
"GEMARA. ES wird gelehrt: Um ihn das Abheben des Haufenszu lehren. R. Papa sagte: Der Hochpriester hatte zwei Kammern: die Beamtenkammer und die Eutinoskammer, eine in der Nordseite und eine in der Südseite. Eine in der Nordseite, denn wir haben gelernt: Sechs Kammern waren im Vorhofe, drei in der Nordseite und drei in der Südseite.",
"In der Südseite die Salzkammer, die Parvakammerund die Abwaschkammer. In die Salzkammer tat man das Salz für die Opfer. In der Parvakammer beizte man die Felle der Opfer, und auf dem Dache derselben befand sich ein Tauchbaud für den Hochpriester am Versöhnungstage. In der Abwaschkammer wusch man die Eingeweide der Opfer, und von dieser aus führte eine Wendeltreppe zum Dache der Parvakammer.",
"Drei in der Nordseite: die Holzkammer, die Windebrunnenkammer und die Quaderkammer. Von der Holzkammer sagte R. Elie͑zer b. Ja͑qob, er habe vergessen, wofür sie diente. Abba Šaúl sagte: Es war die Kammer des Hochpriesters; sie befand sich hinter jenen beiden, und das Dach aller drei war gleichmäßig [hoch].",
"In der Windebrunnenkammer befand sich der Windebrunnen, auf dem ein Rad angebracht war, und aus diesem versorgte man den ganzen Tempelhof mit Wasser. In der Quaderkammer hielt das jisraélitische Synedrium seine Sitzungen ab und hielt Gericht über die Priester. An dem ein Makel sich befand, kleidete sich schwarz, hüllte sich schwarz, ging hinaus und entfernte sich; an dem aber kein Makel sich befand, kleidete sich weiß, hüllte sich weiß, trat ein und tat Dienst mit seinen Brüdern, den Priestern.",
"Eine in der Südseite, denn wir haben gelernt: Sieben Tore hatte der Tempelhof, drei in der Nordseite, drei in der Südseite und eines an der Ostseite. In der Südseite das Brandtor, als zweites das Opfertor und als drittes das Wassertor. In der Ostseite das Niqanortor, an dem zwei Kammern sich befanden, an der rechten Seite und an der linken Seite, eine war die Kammer Pinḥas des Kleiderverwalters und eine war die Kammer für die Verfertiger des Pfannopfergebäcks.",
"In der Nordseite das Funkentor, nach Art einer Halle mit einem Söller darüber, oben hielten die Priester Wache und unten die Leviten, und innerhalb desselben der Ḥel, als zweites das Opfertor und als drittes das Brandtor.",
"Ferner wird gelehrt: An diesem Tage nahm der Hochpriester fünf Tauchbäder und machte zehn Waschungen [von Händen und Füßen], alle im Heiligtume, [auf dem Dache] der Parvakammer, ausgenommen [das erste], das er auf Profangebietnahm, über dem Wassertore; sie lag an der Seite seiner Kammer.",
"Ich weiß aber nicht, ob die Beamtenkammer nördlich und die Eutinoskammer südlich, oder die Eutinoskammer nördlich und die Beamtenkammer südlich lag. Es ist jedoch anzunehmen, daß die Beamtenkammer südlich lag. —",
"Aus welchem Grunde? — Er stand auf, verrichtete seine Notdurft und nahm ein Tauchbad; sodann ging er nördlichund lernte das Abhäufen, trat in das Heiligtum und tat den ganzen Tag Dienst. Abends besprengteman ihn, und er kehrte südlich um, nahm ein Tauchbad und begab sich zur Ruhe.",
"Wenn du aber sagen wolltest, die Beamtenkammer lag nördlich, so müßte er, wenn er aufstand und seine Notdurft verrichtete, südlich gehen und ein Tauchbad nehmen, dann das Abhäufen lernen, in den Tempel eintreten und den ganzen Tag Dienst tun, und abends, nachdem man ihn besprengt hat, müßte er zurück südlich gehen und ein Tauchbad nehmen, dann wieder nördlich umkehren und sich zur Ruhe begeben. Sollte man ihn denn so viel bemüht haben!? —",
"Weshalb sollte man ihn nicht bemühen, dies sollte ihn, wenn er Saduzäer ist, sich zurückzuziehen veranlassen!?",
"Oder auch, damit er nicht stolz werde. Wolltest du nicht so sagen, so sollte man ihm beide [Kammern] nebeneinander, oder überhaupt nur eine [eingerichtet] haben!?",
"SIE SPRACHEN ZU IHM: HERR HOCHPRIESTER &C. Dieswäre eine Widerlegung R. Honas, des Sohnes R. Jehošua͑s. R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sagte nämlich: Die Priester sind Vertreter des Allbarmherzigen, denn wieso können, wenn man sagen wollte, sie seien unsere Vertreter,"
],
[
"unsere Vertreter etwas ausrichten, was wir selbst nicht ausrichten können!? — Sie sprachen zu ihm wie folgt: Wir beschwören dich in unserem Namen und im Namen des Gerichtshofes.",
"DARAUF WANDTE ER SICH AB UHD WEINTE, AUCH SIE WANDTEN SICH AB UND WEINTEN. Er wandte sich ab und weinte, weil sie ihn verdächtigten, er sei Saduzäer, sie wandten sich ab und weinten, denn R. Jehošua͑ b.Levi sagte, wer Unschuldige verdächtigt, werde an seinem Körper geschlagen. —",
"Wozu dies alles? — Damit er nicht [das Räucherwerk] außerhalb her richte und innerhalb [des Allerheiligsten] hineinbringe, wie es die Saduzäer zu tun pflegen.",
"Die Rabbanan lehrten: Einst bereitete ein Saduzäer [das Räucherwerk] außerhalb und brachte es innerhalb [des Allerheiligsten] hinein, und als er herauskam, freute er sich sehr. Da begegnete ihm sein Vater und sprach zu ihm: Mein Sohn, sind wir auch Saduzäer, so haben wir dennoch die Pharisäer zu fürchten. Jener erwiderte: Mein ganzes Theben grämte ich mich über den Schriftvers:denn in der Wolke erscheine ich über der Deckplatte; ich sagte nämlich: hätte ich nur die Gelegenheit, dies auszuführen, und nun, wo ich die Gelegenheit hatte, sollte ich es unterlassen!?",
"Man erzählt, kaum waren einige Tage verstrichen, da starb er; er lag auf dem Misthaufen und Würmer krochen ihm aus der Nase. Manche erzählen, er sei bei seinem Herauskommen hingerafft worden. R. Ḥija lehrte nämlich, man habe im Tempelhofe wie ein Geräusch vernommen, denn ein Engel kam und schlug ihm ins Gesicht, und als seine Brüder die Priester, eintraten, fanden sie [die Spuren] eines Kalbsfußes zwischen seinen Schultern, denn es heißt [von den Engeln]:ihre Beine waren gerade, ihre Fußsohlen wie die eines Kalbes.",
"R. ZEKHARJA B.QEBUṬAL ERZÄHLTE &C. R. Ḥanan lehrte Ḥija b. Rabh vor Rabh: R. Zekharja b.Qepuṭal erzählte. Da zeigte ihm Rabh mit der Hand, [er heiße] Qebuṭal. — Sollte er es ihm doch gesagt haben!? — Er las gerade das Šema͑. —",
"Ist es denn auf diese Weise erlaubt, R. Jiçḥaq, Sohn des Šemuél b.Marlha, sagte ja, daß, wenn jemand das Šema͑ liest, er weder mit den Augen zwinkern, noch mit den Lippen bäffen, noch mit den Fingern zeigen dürfe!? Ferner wird gelehrt: R. Elea͑zar Ḥosma sagte: Wer das Šema͑ liest und mit den Augen zwinkert, mit den Lippen bäfft oder mit den Fingern zeigt, über den spricht die Schrift: aber nicht mich hast du angerufen, Ja͑qob. —",
"Das ist kein Einwand; eines gilt vom ersten Abschnitteund eines gilt vom zweiten Abschnitte.",
"Die Rabbanan lehrten:Du sollst davon reden, davon, nicht aber beim Gebete; du sollst davon reden, du darfst nur davon reden, nicht aber von anderen Dingen.",
"R. Aḥa sagte: Du sollst davon reden, mache es zum Festgesetzten, nicht aber zum Vorübergehenden. Raba sagte: Wer unnütze Gespräche führt, übertritt ein Gebot, denn es heißt: du sollst davon reden; davon, nicht aber von anderen Dingen. R. Aḥa b.Ja͑qob sagte: Er übertritt auch ein Verbot, denn es heißt: alle Dinge voll Mühe, daß es niemand ausreden kann.",
"WILL ER EINSCHLUMMERN, SO SCHNALZEN DIE JUNGEN PRIESTER MIT DEM MITTELFINGER UND SPRECHEN zu IHM: HERR HOCHPRIESTER, STEHE AUF UND ERMUNTERE DICH EIN WENIG AUF DEM PFLASTER. MAN UNTERHÄLT IHN, BIS DIE ZEIT DES SCHLACHTENS HERANREICHT.",
"GEMARA. Was bedeutet Çerada [Mittelfinger]? R. Jehuda erwiderte: Çaratha deda [der Neben[finger] von diesem], das ist der Zeigefinger. R. Hona zeigte es, und der Schall ging durch das ganze Lehrhaus.",
"UND SPRACHEN ZU IHM: HERR HOCHPRIESTER, ERMUNTERE DICH EIN WENIG AUF DEM PFLASTER. R. Jiçḥaq sagte: Was neues. — Was ist dies? — Sie sprachen zu ihm: Zeige uns das Bücken.",
"MAN UNTERHIELT IHN, BIS DIE ZEIT DES SCHLACHTENS HERANREICHTE. Es wird gelehrt: Sie unterhielten ihn nicht mit einer Harfe oder einer Zither, vielmehr [sangen sie] mit dem Munde. — Was sangen sie? — Wenn der Herr das Haus nicht baut, so haben seine Erbauer sich umsonst mit ihm abgemüht.",
"Manche von den Vornehmen Jerušalems schliefen die ganze Nacht nicht, damit der Hochpriester ein Geräusch vernehme und nicht einschlafe. Es wird gelehrt: Abba Šaúl sagte: Zur Erinnerung an den Tempel taten sie dies auch in der Provinz, nur sündigtensie dabei.",
"Abajje, nach anderen R. Naḥman b.Jiçḥaq, sagte: Dies ist auf Nehardea͑ zu beziehen. So sprach Elijahu zu R. Jehuda, dem Bruder R. Sala des Frommen: Ihr beklagt euch, weshalb denn der Messias nicht komme; heute ist ja Versöhnungstag, und wie viele Jungfrauen wurden in Nehardea͑ beschlafen! Dieser sprach: Was sagt der Heilige, gepriesen sei er, dazu? Jener erwiderte:"
],
[
"Die Sünde lauert vor der Tür. — Was sagt der Satan? Jener erwiderte: Am Versöhnungstage hat der Satan keine Freiheit anzuklagen. — Woher dies? Rami, b.Ḥama erwiderte: [Die Buchstabenzahl des Wortes] ‘ha-Satan’ beträgt dreihundertvierundsechzig; an den dreihundertvierundsechzig Tagen [des Jahres] hat er die Freiheit anzuklagen, am Versöhnungstage aber hat er keine Freiheit anzuklagen.",
"AN JEDEM ANDEREN TAGE HEBT MAN [DIE ASCHE] VOM ALTAR BEIM EAHNENRUF AB, ODER NAHE DIESEM, OB VORHER ODER NACHHER, AM VERSÖHNUNGSTAGE ABER VON MITTERNACHT AN UND AN DEN FESTEN VON DER ERSTEN NACHTWACHE AN. NOCH VERNAHM MAN DEN HAHNENRUF NICHT, ALS SCHON DER TEMPELHOF VON JISRAÉLITEN VOLL WAR.",
"GEMARA. Dort haben wir gelernt: Wenn Opferteile vom Altar vor Mitternacht herabfallen, so lege man sie zurück hinauf, auch begeht man an diesen eine Veruntreuung, wenn nach Mitternacht, so braucht man sie nicht zurück hinaufzulegen, auch begeht man an diesen keine Veruntreuung. —",
"Woher dies? Rabh erwiderte: Ein Schriftvers lautet:die ganze Nacht, und er soll aufräuchern, und ein Schriftvers lautet, die ganze Nacht, und er soll [die Asche] abheben, wie ist dies [in Übereinstimmung zu bringen]? Man teile sie: eine Hälfte für die Aufräucherung und eine Hälfte für die Abhebung.",
"R. Kahana wandte ein: An jedem anderen Tage hebt man [die Asche] vom Altar beim Hahnenruf ab, oder nahe diesem, ob vorher oder nachher, am Versöhnungstage aber von Mitternacht an und an den Festen von der ersten Nachtwache an."
],
[
"Wieso vorher oder nachher, wenn du sagst, nach der Tora um Mitternacht!?",
"Vielmehr, erklärte R. Joḥanan, schon aus den Worten: die ganze Nacht, weiß ich ja, daß es bis zum Morgen Zeit hat, wenn es aber außerdem heißt: bis zum Morgen, so füge man noch einen Morgen zum Morgen der Nacht hinzu,",
"daher hebe man [die Asche] vom Altar an jedem anderen Tage beim Hahnenruf ab, oder nahe diesem, ob vorher oder nachher, am Versöhnungstage aber, an dem die Schwäche des Hochpriesters zu berücksichtigen ist, beginne man schon um Mitternacht, und an den Festen, an denen die Jisraéliten zahlreich und der Opfer viele sind, beginne man bei der ersten Nachtwache, wie auch tatsächlich der Grund gelehrt wird: noch vernahm man nicht den Hahnenruf, als schon der Tempelhof von Jisraéliten voll war. —",
"Was bedeutet ‘Hahnenruf’? — Rabh erklärte: Der Ruf des Beamten. R. Šila erklärte: Das Krähen des Hahnes.",
"Einst traf Rabh in der Ortschaft R. Šilas ein, und dieser hatte gerade keinen Dolmetsch; da stellte sich neben ihn Rabh [als Dolmetsch] und erklärte ‘Hahnenruf’ mit Ruf des Beamten. Da sprach R. Šila zu ihm: Sollte es doch der Meister mit Krähen des Hahnes erklären!? — Jener erwiderte: Die Flöte ist Musik für Fürsten, den Webern aber gefällt sie nicht.",
"Als ich vor R. Ḥija stand, erklärte ich ‘Hahnenruf’ mit Ruf des Beamten, und er wandte dagegen nichts ein, du aber sagst, ich sollte Krähen des Hahnes erklären. Darauf sprach dieser: Der Meister ist also Rabh! Möge der Meister sich doch niedersetzen. Jener erwiderte: Hast du dich einem vermietet, so zupfe seine Wolle. Manche sagen, er habe ihm wie folgt erwidert: Beim Heiligen erhöht und erniedrigt nicht.",
"Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Rabh und es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Šila. Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Rabh: Was pflegte Gebinaj der Ausruferzu sprechen? Begebt euch Priester zu eurem Dienste, Leviten auf eure Estrade und Jisraéliten zu eurem Beistande. Drei Parasangen weit hörte man seine Stimme.",
"Einst befand sich der König Agrippa auf dem Wege und hörte seine Stimme in einer Entfernung von drei Parasangen; als er nach Hause kam, übersandte er ihm Geschenke. Und dennoch war [die Stimme] des Hochpriesters bedeutender, denn der Meister sagte, daß, als er ‘Ach, Herr’ sagte, seine Stimme in Jeriḥo zu hören war, und Rabba b.Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans, Jerušalem und Jeriḥo seien zehn Parasangen von einander entfernt;",
"außerdem war dieser schwach und jener nicht, und ferner erfolgte es bei diesem am Tage und hei jenem nachts.",
"R. Levi sagte nämlich: Weshalb hört man die Stimme eines Menschen am Tage nicht so gut wie bei Nacht? Weil [das Reiben] des Sonnenkreises am Firmamente rasselt, wie wenn ein Zimmerer Zedern [sägt]. Davon kommt die Sonnenstaubsäule, die ‘la’ heißt. Das ist es, was Nebukhadneçar sagte:alle Bewohner der Erde sind wie nichts[la].",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn nicht [das Gerassel] des Sonnenkreises, würde man das Geräusch Roms gehört haben, und wenn nicht das Geräusch Roms, würde man das Gerassel des Sonnenkreises gehört haben. Die Rabbanan lehrten: Drei Geräusche sind von einem Ende der Welt bis zum anderen Ende zu hören, und zwar: das Gerassel des Sonnenkreises, das Geräusch Roms und die Stimme der Seele, wenn sie aus dem Körper scheidet. Manche sagen, auch die der Geburt."
],
[
"Manche sagen, auch die des Rid ja. Die Rabbanan aber flehten um Erbarmen hinsichtlich der Seele, wenn sie aus dem Körper scheidet, und wandten es ab.",
"Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Šila: Wer sich vor dem Hahnenrufe auf den Weg begibt, des Blut kommt über sein eignes Haupt. R. Jošija sagte: Erst nach dem zweiten. Manche sagen: Erst nach dem dritten. Von welchem Hahne sprechen sie? — Von einem gewöhnlichenHahne.",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wenn die Jisraéliten zur Wallfahrt versammelt waren, standen sie gedrängt, beim Sichniederwerfen abergeräumig; sie dehnten sich elf Ellen über die Gnadenkammer aus. — Wie meint er es? — Er meint es wie folgt: obgleich sie sich elf Ellen über die Gnadenkammer ausdehnten und trotzdem zusammengedrängt standen, war es dennoch bei ihrem Sichniederwerfen geräumig. Dies war eines von den zehn Wundern, die sich im Tempel ereignet hatten.",
"Wir haben nämlich gelernt: Zehn Wunder ereigneten sich im Tempel: nie hat eine Frau durch den Geruch des heiligen Fleischesabortiert, nie wurde das heilige Fleisch übelriechend, nie wurde eine Fliege im Schlachthaus bemerkt, nie hatte der Hochpriester am Versöhnungslage Samenerguß, nie kam es zu einer Untauglichkeit bei der Schwingegarbe, den zwei Brotenund den Schaubroten, sie standen gedrängt und sie warfen sich geräumig nieder, nie hat eine Schlange oder ein; Skorpion jemand in Jerušalem zu Schaden gebracht, und nie klagte jemand seinem Nächsten, Jerušalem sei ihm zu überfüllt, um da zu übernachten. —",
"Er beginnt mit dem Tempel und schließt mit Jerušalem!? — Auch im Tempel selbst gab es noch zwei andere [Wunder], denn es wird gelehrt, daß der Regen nie das Feuer des Holzstosseszum Erlöschen brachte, und daß der Rauch des Holzstosses, auch wenn alle Winde der Welt kamen und an ihm bliesen, sich nicht von seiner Stelle rührte. —",
"Gibt es denn weiter keine mehr, R. Šema͑ja lehrte ja in Qalnebo, daß die Bruchstücke der Tongefäße an Ort und Stelle zu verschwinden pflegten, und ferner sagte Abajje, daß Kröpf und Unrat [des Geflügelopfers], die Asche des inneren Altars und der Ruß der Leuchte an Ort und Stelle Su verschwinden pflegten!? —",
"Die drei von der Untauglichkeitgelten als eines, somit sind zwei auszuscheiden und zwei kommen hinzu. — Demnach sollten ja auch die zwei vom Verschwinden als eines gelten, somit fehlt ja [eines]!? — Es gibt noch ein anderes, denn R. Jehošua͑ b.Levi sagte, ein großes Wunder geschah beim Schaubrote: beim Fortnehmen war es ebenso [frisch] wie beim Anrichten, denn es heißt: frisches Brot aufzulegen, am Tage, da es fortgenommen wird. —",
"Gibt es denn weiter keine mehr, R. Levi sagte ja, es sei uns von unseren Vorfahren überliefert, daß die Bundeslade keinen Raumeinnahm, und ferner sagte Rabanaj im Namen Šemuéls, daß die Kerubimdurch ein Wunder standen!? —",
"Er zählt nur die Wunder außerhalb [des Tempels] auf, nicht aber die Wunder innerhalb. — Auch das Wunder bei den Schaubroten war ja innerhalb!? — Bei den Schaubroten geschah es außerhalb, denn Reš Laqiš sagte: Es heißt:auf dem reinen Tische, wonach er verunreinigungsfähig war;"
],
[
"aber er war ja ein ruhendes Holzgerät, und das ruhende Holzgerät ist ja nicht verunreinigungsfähig, auch begrenzt esdie Unreinheit!? Dies lehrt vielmehr, daß man ihn vor den Wallfahrern hochzuheben und zu ihnen zu sprechen pflegte: Schauet eure Beliebtheit bei Gott: beim Fortnehmen ist es ebenso [frisch] wie beim Anrichten! So heißt es auch: frisches Brot aufzulegen am Tage, da es fortgenommen wird. –",
"Gibt es denn weiter keine mehr, R. Ošaja sagte ja, daß, als Šelomo den Tempel erbaut hatte, er allerlei goldene Köstlichkeiten pflanzte, die zur heranreichenden Zeit Früchte hervorbrachten, die beim Wehen des Windes abfielen, wie es heißt:seine Frucht wird wie der Lebanon rauschen, und die, als die Nichtjuden in den Tempel drangen, verdorrten, wie es heißt:die Blüte des Lebanon verwelkt, die aber der Heilige, gepriesen sei er, dereinst zurückkehren lassen wird, wie es heißt:üppig soll sie aufspriessen und jubeln, ja jubeln und jauchzen; die Herrlichkeit des Lebanon wird ihr geschenkt!? –",
"Andauernde Wunder zählt er nicht mit. Jetzt nun, wo du darauf gekommen bist: auch bei der Bundeslade und den Kerubim waren es andauernde Wunder.",
"Der Meister sagte: Und der Rauch des Holzstosses. War denn am Holzstoße überhaupt ein Rauch vorhanden, es wird ja gelehrt: Fünferlei wird vom Feuer des Holzstosses berichtet: es lagerte wie ein Löwe, es war klar wie die Sonne, es war greifbar, es verzehrte Feuchtes wie Trockenes, und es rauchte nicht!? –",
"Wir sprachen vom profanen Feuer. Es wird nämlich gelehrt:Die Söhne Ahrons, des Priesters, sollen Feuer auf den Altar tun; obgleich ein Feuer vom Himmel herabstieg, so ist es dennoch Gebot, auch profanes zu holen. –",
"«Es lagerte wie ein Löwe.» Es wird ja aber gelehrt, R. Ḥanina, der Priesterpräses erzählte, er habe es gesehen, und es habe wie ein Hund gelagert!? – Das ist kein Einwand; eines im ersten Tempel und eines im zweiten Tempel. –",
"War es denn im zweiten Tempel überhaupt vorhanden, R. Šemuél b.Inja sagte ja: Es heißt:daß ich Wohlgefallen daran habe, veekabed [und geehrt werde], gelesen wird aber veekabdah; weshalb felht das He! Dies deutet auf die fünfDinge, durch welche der zweite Tempel sich vom ersten unterschiedenhatte, und zwar: die Bundeslade mit der Deckplatte und den Kerubim, das [Altar]feuer, die Göttlichkeit, der heilige Geistund das Orakelschild!? – Ich will dir sagen, sie waren vorhanden, jedoch ohne Wirkung.",
"Die Rabbanan lehrten: Es gibt sechserlei Feuer, manches verzehrt und trinkt nicht, manches trinkt und verzehrt nicht, manches verzehrt und trinkt, manches verzehrt Feuchtes wie Trockenes, manches Feuer drängt das andere zurück und manches Feuer verzehrt das andere.",
"Manches Feuer verzehrt und trinkt nicht: das unsrige. Trinkt und verzehrt nicht: Nicht: das der Kranken. Manches verzehrt und trinkt: das des Elijahu, wie es heißt:auch das Wasser, das im Graben war, leckte es auf. Manches verzehrt Feuchtes wie Trocknes: das des Altars. Manches Feuer drängt das andere zurück: das des Gabriél. Manches Feuer verzehrt das andere: das der Göttlichkeit, denn der Meister sagte, er habe seinen Finger zwischen siegesteckt und sie verbrannt.",
"«Daß der Rauch des Holzstoßes, auch wenn alle Winde der Welt kamen und an ihm bliesen, sich nicht von seiner Stelle rührte.» Aber R. Jiçḥaq b.Evdämi sagte ja, daß am Ausgange des letzten Tages des [Hütten]festes jeder auf den Rauch des Altars schaute; neigte er sich nach Norden, so waren die Armen froh und die Besitzenden traurig, weil dies ein regnerisches Jahr bedeutete, sodaß die Früchtefaulen; neigte er sich nach Süden, so waren die Armen traurig und die Besitzenden froh, weil dies ein regenarmes Jahr bedeutete, sodaß die Früchte sich verwahren lassen;",
"neigte es sich nach Osten, so waren alle froh; wenn nach Westen, so waren alle traurig!? – Er bewegte sich wie eine Palme, ohne sich zu lösen.",
"Der Meister sagte: Nach Osten, so waren alle froh; wenn nach Westen, so waren alle traurig. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Der östliche [Wind] ist immer gut; der westliche ist immer schlecht; der nördliche Wind ist dem bis zu einem Drittel herangewachsenen Weizen zuträglich und den in der Blüte befindlichen Oliven schädlich; der südliche Wind ist dem bis zu einem Drittel herangewachsenen Weizen schädlich und den in der Blüte befindlichen Oliven zuträglich.",
"Hierzu sagte auch R. Joseph, nach anderen Mar Zuṭra, als Merkzeichen diene dir: der Tischnördlich und die Leuchte südlich; die eine [Seite] macht das ihrige gedeihenund die andere das ihrige!? –",
"Das ist kein Einwand; das eine für uns und das eine für sie."
],
[
" ANFANGS DURFTE JEDER DER [DIE ASCHE] VOM ALTAR ABHEBEN WOLLTE, SIE ABHEBEN. WAREN ES MEHRERE, SO LIEFEN SIE DIE ALTARRAMPE HINAUF, UND WER FRÜHER ALS DIE ANDEREN DIE [LETZTEN] VIER ELLEN ERREICHTE, HATTE GESIEGT. WAREN ZWEI GLEICH [WEIT], SO SPRACH DER BEAMTE ZU IHNEN: DIE FINGER HOCH!",
"WIEVIEL STRECKTEN SIE VOR? EINEN ODER ZWEI: DEN DAUMEN ABER STRECKTE MAN IM TEMPEL NICHT VOR.",
"ii EINST LIEFEN ZWEI [PRIESTER] DIE ALTARRAMPE HINAUF UND WAREN GLEICH [WEIT]; DA STIESS EINER SEINEN GENOSSEN, UND DIESER FIEL HINUNTER UND BRACH EIN BEIN. ALS NUN DER GERICHTSHOF SAH, DASS MAN DADURCH IN GEFAHR GERÄT, ORDNETE ER AN, DASS MAN [DIE ASCHE] VOM ALTAR NUR DURCH DAS LOS ABHEBE. VIERMAL [TÄGLICH] ERFOLGTE DA DIE AUSLOSUNG, UND DIES WAR DIE ERSTE AUSLOSUNG.",
"GEMARA. Weshalb hallen die Rabbanan dafür nicht von vornherein das Los eingeführt? – Anfangs glaubten sie, daß [die Priester] darauf, da dies ein Nachtdienst ist, kein Gewicht legen und nicht kommen würden, als sie aber sahen, daß sie wohl kamen und in Gefahr gerieten, ordneten sie auch hierfür die Auslosung an. –",
"[Das Verbrennen der] Opferglieder und des Schmers ist ja ebenfalls Nachtdienst, dennoch hatten die Rabbanan dafür die Auslosung angeordnet!? – Dies ist der Abschluß des Tagesdienstes. –",
"Auch jenes ist ja Beginn des Tagesdienstes, denn R. Joḥanan sagte ja, daß, wenn [der Priester] die Hände zur Abhebung der Asche gewaschen hat, er sie am folgenden Tage nicht mehr zu waschen brauche, weil er sie bereits bei Beginn des Dienstes gewaschen hat!? –",
"Lies: weil er sie schon bei Beginn für den Dienst gewaschen hat. –",
"Manche lesen: Anfangs glaubten sie, daß es, da [die Priester] vom Schlafe benommen sind, dazu nicht kommen würde, als sie aber sahen, daß es wohl dazu kam und sie in Gefahr gerieten, ordneten sie auch hierfür Auslosung an. – Auch beim [Verbrennen der] Opferglieder und des Schmers sind sie ja vom Schlafe benommen, dennoch haben die Rabbanan dafür die Auslosung angeordnet!? – Anders ist das Schlafengehen als das Aufstehen.",
"Ist denn die Anordnung aus diesem Grunde getroffen worden, sie war ja schon aus einem anderen Grunde nötig, denn es wird gelehrt, daß demjenigen, dem die Abhebung der Asche zufiel, auch die Herrichtung des Holzstoßes und [das Auflegen der] zwei Holzscheite zufiel!?",
"R. Aši erwiderte: Es sind zwei Anordnungen. Anfangs glaubten sie, sie würden nicht kommen, als sie aber sahen, daß sie wohl kamen und in Gefahr gerieten, ordneten sie hierfür die Auslosung an; als aber die Auslosung angeordnet worden war und sie nicht mehr kamen, indem sie sagten, wer weiß, ob wir herankommen, ordneten sie an, daß derjenige, dem die Abhebung der Asche zufiel, auch den Holzstoß herrichte und die zwei Holzscheite auflege, damit sie kommen und sich an der Auslosung beteiligen.",
"WAREN ES MEHRERE &C. R. Papa sagte: Es ist mir klar, daß es nicht die vier Ellen auf der Erde sind, denn wir haben gelernt, sie liefen die Altarrampe hinauf, auch sind es nicht die ersten, denn wir haben gelernt, sie liefen die Altarrampe hinauf, und nachher: wer früher als die anderen erreichte,",
"ferner nicht in der Mitte, da sie nicht gekennzeichnet sind; es ist mir also klar, daß es die [vier Ellen] am Altar sind.",
"Folgendes aber fragte R. Papa: Sind es vier Ellen einschließlich der Elle des Fundamentes und der Elle des Simses,"
],
[
"oder außer der Elle des Fundamentes, und der Elle des Simses? – Dies bleibt unentschieden.",
"WAREN ZWEI GLEICH [WEIT], SO SPRACH DER BEAMTE ZU IHNEN: DIE FINGER HOCH &C. Es wird gelehrt: Streckt eure Finger zum Zählen vor. – Sollte er sie selber zählen!? Dies ist eine Stütze für R. Jiçḥaq, denn R. Jiçḥaq sagte, man dürfe Jisraél nicht zählen, auch nicht zu gottgefälligem Zwecke, denn es heißt:er zählte sie durch Scherben [Bezeq].",
"R. Aši wandte ein: Woher, daß Bezeq Scherbenstreuen heiße, vielleicht ist es Ortsname, wie es heißt:da stießen sie auf Adoni-Bezeq [in Bezeq]!? – Vielmehr hieraus:da bot Šaúl das Volk auf, und er zählte sie durch Schafe.",
"R. Elea͑zar sagte: Wer Jisraél zählt, übertritt ein Verbot, denn es heißt:es soll die Zahl Jisraéls dem Sande des Meeres gleich werden, es soll nicht gemessen und nicht gezählt werden. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte, er übertrete zwei Verbote, denn es heißt: es soll nicht gemessen und nicht gezählt werden.",
"R. Šemuél b.Naḥmani sagte: R. Jonathan wies auf einen Widerspruch hin; es heißt: es soll die Zahl Jisraéls dem Sande des Meeres gleichen, und es heißt: es soll nicht gemessen und nicht gezählt werden!?",
"Das ist kein Widerspruch; dies, wenn Jisraél den Willen Gottes tut, und jenes, wenn es nicht den Willen Gottes tut, Rabbi erklärte im Namen des Abba Jose b. Dostaj: Das ist kein Widerspruch; dies durch Menschen und jenes durch den Himmel.",
"R. Nehilaj b. Idi sagte im Namen Šemuéls: Sobald jemand zum Verwalter über die Gemeinde gesetzt wird, wird er reich; anfangs, heißt es, zählte er sie durch Scherben, später aber durch Lämmer. – Vielleicht waren es ihre!? – Demnach wäre dies ja keine Großtat.",
"Er stritt am Tale, R. Mani erklärte, wegen der Angelegenheit dea Tales. Als nämlich der Heilige, gepriesen sei er, zu Šaúl sprach:Geh und schlage A͑meleq, erwiderte er: Wenn die Tora wegen einer Seele gesagt hat, daß man ein das Genick zu brechendes Kalb bringe, um wieviel mehr wegen all dieser Seelen!",
"Und was hat, wenn ein Mensch gesündigt, das Vieh verschuldet!? Und was haben, wenn die Großen gesündigt, die Kleinen verschuldet!? Darauf ertönte eine Hallstimme und sprach:Sei nicht allzu gerecht. Als aber Šaúl zu Doég sprach: Tritt da hin und stoße die Priester nieder, ertönte eine Hallstimme und sprach:Frevle nicht allzu sehr.",
"R. Hona sagte: Wie wenig fühlt und merkt ein Mensch, wenn der Herr ihm hilft. Šaúl [fehlte] einmal, und es wurde ihm angerechnet, David [fehlte] zweimal, und es wurde ihm nicht angerechnet. – Wieso Šaúl einmal? – Beim Ereignis mit Agag. – Es gibt ja noch das Ereignis mit der Priesterstadt Nob!? – [Nur] beim Ereignisse mit Agag heißt es:es reut mich, daß ich Šau͑l zum Könige gemacht habe. –",
"Wieso David zweimal? – [Beim Ereignis mit] Urijaund bei der Anstiftung. –",
"Es gibt ja noch das Ereignis mit der Bath Šeba͑!? – Wegen dieser wurde er auch bestraft, wie es heißt:und das Lamm soll er vierfach bezahlen: das Kind, Amnon, Tamar und Abšalom. –",
"Auch wegen jenes Ereignisses wurde er ja bestraft, wie es heißt:da verhängte der Herr eine Pest über das Volk vom Morgen bis zur bestimmten Zeit!? – Da wurde er selbst nicht bestraft. –",
"Auch hierbei wurde ja nicht er selber bestraft!? – Freilich wurde er selbst bestraft, denn R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Sechs Monate war David aussätzig; das Synedrium zog sich von ihm zurück und die Göttlichkeit wich von ihm, denn es heißt:zu mir mögen zurückkehren, die dich fürchten, die deine Zeugnisse kennen; ferner heißt es:gib mir die Freude deiner Hilfe zurück. –",
"Rabh sagte ja aber, David habe auch Verleumdung angehört!? – Nach Šemuél, welcher sagt, David habe keine Verleumdung angehört.",
"Und nach Rabh, welcher sagt, David habe Verleumdung angehört, wurde er auch bestraft, denn R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Als David zu Mephibošeth sprach:Ich habe bestimmt, daß du und Çiba das Feld teilen sollen, ertönte eine Hallstimme und sprach: Reḥabea͑m und Jerobea͑m sollen das Königreich teilen.",
"Ein Jahr war Šaúl alt, als er König wurde. R. Hona erklärte: Wie ein ein Jahr altes Kind, das den Geschmack der Sünde noch nicht gekostet hat.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq wandte ein: Vielleicht wie ein ein Jahr altes Kind, das mit Dreck und Kot beschmutzt ist!? Als man darauf R. Naḥman beängstigende Vorstellungen im Traume sehen ließ, sprach er: Ich unterwerfe mich euch, Gebeine Šaúls, des Sohnes Qiš. Nachdem man ihn aber abermals beängstigende Vorstellungen im Traume sehen ließ, sprach er: Ich unterwerfe mich euch, Gebeine Šaúls, des Sohnes Qiš, des Königs von Jisraél.",
"R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Das Šaúische Königshaus hatte deshalb keine lange Dauer, weil es ganz ohne Makel war. R. Joḥanan sagte nämlich im Namen des R. Šimo͑n b.Jehoçadaq: Man setze zum Verwalter über die Gemeinde nur den ein, dem hinten ein Korb mit Kriechtierennachhängt, damit man, wenn er übermütig wird, sagen könne: Tritt zurück.",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Šaúl wurde deshalb bestraft, weil er auf die ihm gebührende Ehrung verzichtet hatte, denn es heißt:einige nichtswürdige Leute aber sagten: Was kann uns der helfen? und verachteten ihn und brachten ihm kein Geschenk; er aber war wie ein Schweigender, und darauf folgt:da zog Naḥaš der A͑mmoniter heran und belagerte Jabeš in Gilea͑d &c.",
"Ferner sagte R. Joḥanan im Namen des R.Šimo͑n b.Jehoçadaq: Ein Schriftgelehrter,"
],
[
"der nicht rachsüchtig und nachtragend wie eine Schlange ist, ist kein Schriftgelehrter. – Es heißt ja aber:du sollst nicht rachsüchtig und nachtragend sein!? – Dies gilt von Geldangelegenheiten. Ea wird nämlich gelehrt:",
"Was heißt ‘rachsüchtig’ und was heißt ‘nachtragend’? Wenn jemand einen bittet, ihm seine Sichel zu borgen, und dieser es ablehnt, worauf dieser am folgenden Tage jenen bittet, ihm seine Axt zu borgen, und jener erwidert: ich borge dir nicht, wie auch du mir nicht geborgt hast. Dies heißt ‘rachsüchtig’. Was heißt ‘nachtragend’? Wenn jemand einen bittet, ihm seine Axt zu borgen, und dieser es ablehnt, worauf dieser am folgenden Tage jenen bittet, ihm sein Gewand zu borgen, und jener erwidert: da hast du; ich bin nicht wie du, der du mir nicht geborgt hast. Dies heißt ‘nachtragend’. –",
"Gilt dies etwa nicht von der persönlichen Kränkung, es wird ja gelehrt: Über diejenigen, die sich haben demütigen lassen, ohne andere zu demütigen, die ihre Schmähung anhören, ohne zu erwidern, die aus Liebe [zu Gott] handeln und sich der Züchtigung freuen, spricht die Schrift: die ihn lieben, sind wie der Aufgang der Sonne in ihrer Pracht!? –",
"Wenn er es nur im Herzen trägt. – Raba sagte ja aber, wer Unbill übergeht, dem übergehe man all seine Sünden!? – Wenn man ihn um Verzeihung bittet, und er verzeiht.",
"WIEVIEL STRECKTEN SIE VOR? EINEN ODER ZWEI &C. Wenn sie zwei vorstrecken dürfen, um wieviel mehr einen!",
"R. Ḥisda erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine gilt von einem Gesunden und das andere von einem Kranken. Es wird auch gelehrt: Sie streckten bloß einen [Finger] vor und nicht zwei; dies gilt nur von einem Gesunden, Kranke dürfen auch zwei vorstrecken. Vereinzeltedürfen auch zwei vorstrecken, jedoch wird nur einer gezählt. –",
"Es wird ja aber gelehrt: Man darf [mit dem Zeigefinger] nicht den Mittelfinger und nicht den Daumen vorstrecken, wegen der Schwindler; hat einer den Mittelfinger vorgestreckt, so zähle man ihn mit, wenn aber den Daumen, so zähle man ihn nichtmit, und außerdem erhält er vom Beamten Schläge mit dem Streifen!? –",
"Mitgezählt wird auch nur ein [Finger]. –",
"Was heißt Streifen? Rabh erwiderte: Ein Riemen; Was für ein Riemen? R. Papa erwiderte: Eine Araberpeitsche, die an der Spitze geteilt ist.",
"Abajje sagte: Anfangs glaubte ich, in der Lehre, Ben Bibaj war über die Streifen gesetzt, seien die Dochte zu verstehen, wie wir gelernt haben, aus den Fetzen von den Beinkleidern der Priester und aus ihren Gürteln schnittman Dochte, die man zum Brennen verwendete; nachdem ich aber die Lehre hörte, [der betreffende Priester] erhielt außerdem Schläge mit dem Streifen, erkläre ich, unter Streifen seien die Riemen zu verstehen.",
"EINST LIEFEN ZWEI [PRIESTER] DIE ALTARRAMPE HINAUF UND WAREN GLEICH [WEIT]. Die Rabbanan lehrten: Einst liefen zwei Priester die Altarrampe hinauf und waren gleich [weit], als aber einer innerhalb der vier Ellen des anderen diesen einholte, nahm dieser sein Messer und stieß es ihm ins Herz.",
"Da trat R. Çadoq auf die Stufen der Vorhalle und sprach: Höret, Brüder aus dem Hause Jisraél! Es heißt: wenn ein Erschlagener auf dem Boden gefunden wird &c., so sollen deine Ältesten und Richter hinausgehen; für wen haben wir nun das genickbrochene Kalbzu bringen, für die Stadt oder für den Tempelhof!? Da brach das ganze Volk in Weinen aus.",
"Hierauf kam der Vater des Jünglings, und als er ihn sich noch bewegen fand, sprach er: Möge mein Sohn eine Sühne für euch sein, er bewegt sich noch; das Messer ist nicht unrein geworden. Dies lehrt dich, daß die Reinigung der Tempelgeräte für sie schwerer war als das Blutvergießen, denn so heißt es auch:dazuvergoß Menaše viel unschuldiges Blut, bis er Jerušalem von Ende zu Ende damit erfüllt hatte. –",
"Welches Ereignis geschah zuerst: wollte man sagen, das vom Blutvergießen, wieso haben sie die Auslosung wegen eines Beinbruchs angeordnet, wo sie sie sogar wegen des Blutvergießens nicht angeordnet haben!? – Das vom Beinbruch geschah zuerst. –",
"Wieso konnte er, nachdem die Auslosung angeordnet war, in seine vier Ellen kommen!? – Vielmehr, tatsächlich geschah das vom Blutvergießen zuerst, nur betrachteten sie es anfangs als außergewöhnlichen Fall, als die Weisen aber sahen, daß [die Priester] auch sonst in Gefahr gerieten, ordneten sie die Auslosung an.",
"«Da trat R. Çadoq auf die Stufen der Vorhalle und sprach: Höret Brüder aus dem Hause Jisraél! Es heißt: wenn ein Erschlagener auf dem Boden gefunden wird &c.; für wen haben wir nun das genickbrochene Kalb zu bringen, für die Stadt oder für den Tempelhof.» Hat Jerušalem denn das genickbrochene Kalb zu bringen, von Jerušalem werden ja zehn Dinge gelehrt, und eines von ihnen ist,"
],
[
"es bringe nicht das genickbrochene Kalb!? Ferner heißt es ja:und man nicht weiß, wer ihn erschlagen hat, während man hier wußte, wer ihn erschlagen hat!? – Vielmehr, [er sprach dies] nur, um heftiges Weinen hervorzurufen. –",
"«Hierauf kam der Vater des Jünglings, und als er ihn sich noch bewegen fand, sprach er: Möge mein Sohn eine Sühne für euch sein; mein Sohn lebt noch &c. Dies lehrt dich, daß die Reinigung der Tempelgeräte für sie schwerer war als das Blutvergießen.» Sie fragten: War das Blutvergießen geringschätzig, während die Reinigung der Tempelgeräte ihre Bedeutung behalten hatte, oder hatte das Blutvergießen seine Bedeutung behalten, nur war die Reinigung der Tempelgeräte noch schwerer? –",
"Komm und höre. Da der Talmud als Beleg anführt: dazu vergoß Menaše viel unschuldiges Blut, so ist hieraus zu entnehmen, daß das Blutvergießen geringschätzig war und die Reinigung der Tempelgeräte seine Bedeutung behalten hatte.",
"Die Rabbanan lehrten:Hierauf ziehe er seine Kleider aus, lege andere an und schaffe die Asche hinaus; man könnte glauben, wie am Versöhnungstage, indem er die heiligen Gewänder ausziehe und die profanen anlege,",
"so heißt es: ziehe er seine Kleider aus und lege andere an; er vergleicht die Kleider, die er anlegt, mit denen, die er auszieht: wie diese heilige sind, ebenso auch jene heilige. –",
"Weshalb heißt es demnach: andere? – Einfachere als jene. R. Elie͑zer erklärte: Andere und schaffe [die Asche] hinaus, dies lehrt, daß gebrechenbehaftete Priesterzum Fortschaffen der Asche zulässig sind.",
"Der Meister sagte: Andere, einfachere als jene. Dies nach einer Lehre der Schule R. Jišma͑éls, denn in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: In den Kleidern, in denen man für seinen Herrn einen Topf gekocht hat, schenke man ihm keinen Becher ein.",
"Reš Laqiš sagte, wie sie über das Hinausschaffen [der Asche] streiten, ebenso streiten sie über das Abheben; R. Joḥanan aber sagte, sie streiten nur über das Hinausschaffen, hinsichtlich des Abhebens aber stimmen alle überein, daß dies eine richtige Dienstverrichtung sei. –",
"Was ist der Grund Reš Laqiš’? – Er kann dir erwidern: wenn du sagen wolltest, dies sei eine richtige Dienstverrichtung, so gibt es ja einen Dienst, der in zwei Gewändern zulässig ist!? –",
"Und R. Joḥanan!? – Der Allbarmherzige nennt nur Leibrock und Beinkleider, aber auch Kopftuch und Gürtel sind erforderlich. –",
"Wozu werden diese genannt? –Sein Gewand aus Linnen, dies besagt, daß es das ihm passende Maßhaben müsse.Beinkleider aus Linnen, dies deutet auf folgende Lehre: Woher, daß er nichts vor den Beinkleidern anziehen darf? Es heißt:Beinkleider aus Linnen soll er über seinen Leib ziehen. –",
"Und Reš Laqiš? – Daß es das ihm passende Maß haben müsse, [folgert er] aus dem Ausdrucke Gewand, und daß er nichts vor den Beinkleidern anziehen dürfe, folgert er aus [den Worten] auf seinen Leib.",
"Es wäre anzunehmen, daß sie [den Streit] der folgenden Tannaím führen: Auf seinen Leib; wozu heißt es: soll er anziehen? Dies schließt Kopftuch und Gürtel beim Abheben [der Asche] ein – so R. Jehuda.",
"R. Dosa sagt, dies schließe die Gewänder des Hochpriesters am Versöhnungstage ein, daß sie nämlich für den gemeinen Priester brauchbar sind.",
"Rabbi sprach: Dagegen sind zwei Einwendungen zu erheben: erstens ist der Gürtel des Hochpriesters am Versöhnungstage nicht egalmit dem des gemeinen Priesters, und wieso sind zweitens Gewänder, die bei Strengheiligem verwendet worden sind, bei Minderheiligem zu verwenden!?"
],
[
"Die Worte soll er anziehen schließen vielmehr die abgetragenenein.\n",
"Er lege sie da nieder, dies lehrt, daß sie verwahrt werden müssen. R. Dosa sagte: Sie sind für einen gemeinen Priester brauchbar, nur besagen die Worte: er lege sie da nieder, daß er sie an einem folgenden Versöhnungstage nicht verwenden dürfe.",
"Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, diesgelte als Dienstverrichtung, und einer ist der Ansicht, dies gelte nicht als Dienstverrichtung. –",
"Nein, alle sind der Ansicht, dies gelte als Dienstverrichtung, und ihr Streit besteht in folgendem: einer ist der Ansicht, ein Schriftvers sei nötig, [Kopftuch und Gürtel] einzuschließen, und einer ist der Ansicht, dies einzuschließen sei kein Schriftvers nötig.",
"R. Abin fragte: Wieviel ist von der Asche abzuheben: ist es vom Abheben des Zehnten zu folgern, oder ist es von der Erhebung der [Beutesteuer] zu Midjanzu folgern? – Komm und höre: R. Ḥija lehrte: Hierbeiheißt es abheben und dortheißt es abheben, wie dort eine Handvoll, ebenso hierbei eine Handvoll.",
"Rabh sagte: Vier Dienstverrichtungen sind es, derentwegen ein Gemeiner sich des Todes schuldig macht: das Sprengen [des Blutes], das Aufräuchern [des Fettes], das Wassergießenund das Weingießen; Levi sagt, auch das Abheben der Asche. Ebenso lehrte Levi auch in seiner Barajtha: auch das Abheben der Asche. –",
"Was ist der Grund Rabhs? – Die Schrift sagt:du und deine Söhne mit dir wahret eures Priesteramtes, in jeder Angelegenheit des Altars und (von) innerhalb des Vorhanges, und ihr sollt Dienst tun; als Geschenkdienst gebe ich euch das Priesteramt, und ein Gemeiner, der herantritt, soll sterben. Ein Dienst des Gebens, nicht aber ein Dienst der Fortnahme; ihr sollt Dienst tun, einen abschließendenDienst, nicht aber einen Dienst, dem ein anderer noch folgenmuß. –",
"Und Levi!? – Der Allbarmherzige hat dies [durch die Worte] in jeder Angelegenheit des Altars einbegriffen. – Und Rabh!? – Diese schließen die sieben Sprengungen innerhalb [des Allerheiligsten] und die [Besprengung] des Aussätzigen ein. –",
"Und Levi!? – Er folgert diese aus [den Worten] in jeder Angelegenheit. – Und Rabh!? – Er verwendet [die Worte] in jeder Angelegenheit nicht zur Schriftforschung. –",
"Vielleicht sind [die Worte] in jeder Angelegenheit eine Generalisierung und [die Worte] ein Dienst des Gebens eine Spezialisierung, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung folgt, so umfaßt die Generalisierung nur das, was die Spezialisierung nennt: nur den Dienst des Gebens, nicht aber den Dienst der Fortnahme!? – Die Schrift sagt:"
],
[
"(von) innerhalbdes Vorhanges, und ihr sollt Dienst tun; innerhalb des Vorhanges muß es ein Dienst des Gebens und kein Dienst der Fortnahme sein, außerhalb aber auch ein Dienst der Fortnahme. –",
"Demnach ist ja auch hinsichtlich [der Auslegung], es müsse ein abschließender Dienst sein, zu folgern: nur innerhalb des Vorhanges muß es ein abschließender Dienst sein, nicht aber ein Dienst, dem ein anderer noch folgt, außerhalb aber auch ein Dienst, dem ein anderer noch folgt!? –",
"Und ihr sollt Dienst tun, die Schrift hat sie wieder vereinigt.",
"Raba fragte: Ist der Dienst der Fortnahme innerhalb des Tempels mit dem inneren oder mit dem äußeren Dienste zu vergleichen?",
"Später beantwortete er es: Und voninnerhalb. –",
"Demnach müßte ein Gemeiner schuldig sein, wenn er [die Schaubrote] auf dem Tische ordnet!? – Dem folgt noch das Ordnen der Schalen [Weihrauch]. –",
"Er müßte somit schuldig sein, wenn er die Schalen [Weihrauch] ordnet!? – Dem folgt noch die Fortnahme [der Schaubrote] und das Aufräuchern [des Weihrauchs], – Ein Gemeiner müßte also schuldig sein, wenn er die Leuchte zusammensetzt!? – Dem folgt noch das Hineintun des Dochtes. – Er müßte somit schuldig sein, wenn er den Docht hineintut!? – Dem folgt noch das Hineingießen des Öls. – Er müßte somit schuldig sein, wenn er das Öl hineingießt!? – Dem folgt noch das Anstecken. –",
"Er müßte somit schuldig sein, wenn er sie ansteckt!? – Das Anstecken ist keine Dienstverrichtung. –",
"Etwa nicht, es wird ja gelehrt:Die Söhne Ahrons, des Priesters, sollen Feuer auf den Altar tun Und Holzscheite über dem Feuer aufschichten; dies lehrt, daß das Anzünden der Späne nur durch einen tauglichen Priester und mit einem Dienstgeräte erfolgen müsse!? – Das Anzünden der Späne ist eine Dienstverrichtung, das Anstecken [der Leuchte] ist keine Dienstverrichtung. –",
"Demnach müßte ein Gemeiner schuldig sein, wenn er den Holzstoß herrichtet!? – Dem folgt noch das Auflegen der zwei Holzscheite. – Er müßte also schuldig sein, wenn er die zwei Holzscheite auflegt!? – Dem folgt noch das Auflegen der Opferstücke. –",
"R. Asi sagte ja aber im Namen R. Joḥanans, ein Gemeiner, der die zwei Holzscheite auflegt, sei schuldig!? – Darin streiten sieeben; einer ist der Ansicht, dies sei eine abschließende Dienstverrichtung, und einer ist der Ansicht, dies sei keine abschließende Dienstverrichtung.",
"Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Rabh, und es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Levi. Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Rabh: Folgende sind die Dienst Verrichtungen, derentwegen ein Gemeiner sich des Todes schuldig macht: das Sprengen des Blutes, ob innerhalb [des Tempels] oder innerhalb des Allerinnersten, das Besprengen beim Geflügel-Sündopfer, das Auspressen [des Blutes], das Aufräuchern des Geflügel-Brandopfers und das Gießen der drei Log Wasseroder Wein.",
"Übereinstimmend mit Levi wird gelehrt: Folgende sind die Dienstverrichtungen, derentwegen ein Gemeiner sich des Todes schuldig macht: das Abheben der Asche, die sieben Sprengungeninnerhalb des [Allerheiligsten], [die Besprengung] des Aussätzigen und das Auflegen [eines Opferstückes] auf den Altar, ob ein brauchbares oder ein unbrauchbares.",
"Wozu wurde gelost? – Wozu gelost wurde, wie wir erklärt haben!? – Vielmehr wozu wurde gelost und abermalsgelost?",
"R. Joḥanan erwiderte: Um den ganzen Tempelhof vorübertummeln zu lassen, denn es heißt:zusammen pflegen wir unsere Gemeinschaft, zum Hause Gottes gehen wir im Getümmel. –",
"In welchen [Kleidern] wurde gelost? – R. Naḥman sagt, in profanen Kleidern; R. Šešeth sagt, in heiligen Kleidern.",
"R. Naḥman sagt, in profanen Kleidern, denn wenn man sagen wollte, in heiligen Kleidern, so könnten ja die Kräftigen gewaltsam den Dienst verrichten. R. Šešeth sagt, in heiligen Kleidern, denn wenn man sagen wollte, in profanen Kleidern, so könnten manche aus Liebe [zum Dienste vergessentlich in diesen] den Dienst verrichten.",
"R. Naḥman sprach: Dies entnehme ich aus dem, was wir gelernt haben: Man übergab sie den Tempeldienern, und diese zogen ihnen die Kleider aus und ließen ihnen nur die Beinkleider."
],
[
"Dies bezieht sich wohl auf diejenigen, denen das Los zufiel. R. Hona b.Jehuda erwiderte im Namen R. Šešeths: Nein, auf diejenigen, denen das Los nicht zufiel.",
"Dies ist auch einleuchtend, denn wieso durften sie, wenn du sagen wolltest, auf diejenigen, denen das Los zufiel, sie die Beinkleider anbehalten lassen!? Es wird nämlich gelehrt: Woher, daß man nichts vor den Beinkleidern anziehen darf? Es heißt:Beinkleider aus Linnen sollen auf seinem Leibe sein.",
"Und jener!? – Das ist kein Einwand; er meint es wie folgt: während sie noch die profanen Kleider anhatten, zogen sie die heiligen Beinkleider an, sodann zogen sie ihnen die profanen Kleider aus und ließen ihnen nur die Beinkleider.",
"R. Šešeth sprach: Dies entnehme ich aus folgender Lehre: Der Quadersaal war eine Art große Basilika; die Losbeteiligten standen östlich und der Ältestesaß westlich. Die Priester standen ringsum, wie in einem Kreise, und als der Beamte herankam und einem das Kopftuch vom Kopfe abnahm, wußten sie, daß mit diesem die Auslosung beginne. Befand sich denn, wenn du sagen wolltest, [sie befanden sich] in profanen Kleidern, ein Kopftuch unter den profanen Kleidern!? –",
"Freilich, R. Jehuda, nach anderen R. Šemuél b.Jehuda, lehrte, daß wenn einem Priester seine Mutter einen Leibrock gefertigt hat, er in diesem Einzeldienst verrichten dürfe.",
"Abbaje sagte: Hieraus zu entnehmen, daß der Quadersaal zur Hälfte auf heiligem und zur Hälfte auf profanem [Gebiete] sich befand. Ferner ist hieraus zu entnehmen, daß er zwei Türen hatte, von denen eine nach heiligem und eine nach profanem [Gebiete] geöffnet war; denn wieso durfte, wenn du sagen wolltest, er habe sich ganz auf heiligem [Gebiete] befunden, der Aelteste westlich sitzen, der Meister sagte ja, daß im Tempelhofe nur Könige aus dem Hause Davids sitzen durften!?",
"Und wieso durften, wenn du sagen wolltest, er habe sich ganz auf profanem [Gebiete] befunden, die Losbeteiligten östlich stehen, es heißt ja:zum Hause Gottes gehen wir im Getümmel, was nicht der Fall wäre. Hieraus ist also zu entnehmen, daß er zur Hälfte auf heiligem und zur Hälfte auf profanem [Gebiete] sich befunden hat.",
"Und wieso durfte ferner, wenn du sagen wolltest, er habe nur eine Tür gehabt, die nach heiligem [Gebiete] geöffnet war, der Älteste westlich sitzen, wir haben ja gelernt, daß von den Zellen, die auf profanem [Gebiete] gebaut sind und die Türen nach heiligem haben, der Innenraum heilig sei!? Und wieso durften ferner, wenn du sagen wolltest, die Tür sei nach profanem [Gebiete] geöffnet gewesen, die Losbeteiligten östlich stehen, wir haben ja gelernt, von denen, die auf heiligem [Gebiete] gebaut sind und die Türen nach profanem haben, sei der Innenraum profan!? Hieraus ist also zu entnehmen, daß er zwei Türen hatte, von denen eine nach heiligem und eine nach profanem [Gebiete] geöffnet war. VIERMAL [TÄGLICH] ERFOLGTE DIE AUSLOSUNG, UND DIES WAR DIE ERSTE AUSLOSUNG. iii",
"DIE ZWEITE AUSLOSUNG [BESTIMMTE], WER SCHLACHTEN, WER SPRENGEN, WER DEN INNEREN ALTAR ENTASCHEN, WER DIE LEUCHTE ENTRUSSEN \n",
"UND WER DIE OPFERTEILE, KOPF UND EINEN HLNTERFUSS, BEIDE VORDERFÜSSE, STEISS UND EINEN HINTERFUSS, BRUST UND SCHLUND, BEIDE FLANKEN, DIE EINGEWEIDE, DAS MEHL, DAS PFANNOPFERGEBÄCK UND DEN WEIN ZUR ALTARRAMPE BRINGEN SOLL; DIES FIEL DREIZEHN PRIESTERN ZU.",
"BEN A͑ZAJ SPRACH VOR R. A͑QIBA IM NAMEN R. JEHOŠUÁS: WIE DIE REIHENFOLGE BEIM GEHEN, SO WURDE [DAS OPFER] DARGEBRACHT.",
"GEMARA. Sie fragten: Erfolgte die Auslosung für nur eine Dienstverrichtungoder wurde jede Dienstverrichtung besonders ausgelost? – Komm und höre: Viermal [täglich] erfolgte die Auslosung. Wenn man nun sagen wollte, jede Dienslverrichtung wurde besonders ausgelost, so wären es ja bedeutend mehr. R. Naḥman b.Jiçḥaq entgegnete: Er meint es wie folgt: viermal [täglich] versammelten sie sich zur Auslosung, und jedesmal wurde mehrmals gelost. –"
],
[
"Komm und höre: R. Jehuda sagte, [das Holen] der Kohlenpfannewurde nicht besonders ausgelost, vielmehr sagte der Priester, dem das Räuchern [der Spezereien] zufiel, zu seinem Nächsten, daß er die Kohlenpfannehole. –",
"Anders ist es beim [Holen] der Kohlenpfanne und dem Räuchern [der Spezereien]; sie sind zusammen eine Dienstverrichtung.",
"Manche lesen: Dies gilt also nur vom [Holen] der Kohlenpfanne und dem Räuchern [der Spezereien], für jede andere Dienstverrichtung aber ist eine besondere Auslosung nötig. –",
"Von der Kohlenpfanne ist dies besonders zu lehren nötig; man könnte nämlich glauben, dafür sei eine besondere Auslosung anzuordnen, weil [das Räucherwerk] selten ist und reich macht, so lehrt er uns. –",
"Komm und höre: R. Ḥija lehrte: Nicht jede Dienstverrichtung wurde besonders ausgelost, vielmehr, ist einem Priester [das Schlachten] des beständigen Opfers zugefallen, so reihten sich ihm zwölf seiner Priesterbrüder an.",
"DIE ZWEITE AUSLOSUNG &C. Sie fragten: Wer nimmt [das Blut] auf: nimmt es der Schlachtende auf, denn wenn du sagen wolltest, der Sprengende, so könnte er in seiner Überstürzungdas Blut nicht vollständig aufnehmen,",
"oder nimmt es der Sprengende auf, denn wenn du sagen wolltest, der Schlachtende, so [ist ja einzuwenden,] oftmals schlachtet ja ein Gemeiner? –",
"Komm und höre: Ben Qaṭin brachte zwölf Hähne an das Waschbecken an, damit die zwölf seiner Priesterbrüder, die sich mit der Herrichtung des beständigen Morgenopfers befassen, sich Hände und Füße gleichzeitig waschen können.",
"Wenn du nun sagen wolltest, der Schlachtende nehme es auf, wären es Ja dreizehn. Schließe also hieraus, daß der Sprengende es aufnehme. Schließe hieraus.",
"R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Auch wir haben demgemäß gelernt: Der Schlachtende schlachtete [das Opfer], der Aufnehmende nahm [das Blut] auf und sprengte es. Schließe hieraus.",
"BEN A͑ZAJ SPRACH VOR R. A͑QIBA &C. Die Rabbanan lehrten: Welches ist die Reihenfolge beim Gehen? – Kopf und ein Hinterfuß, Brust und Schlund, beide Vorderfüße, beide Flanken, Steiß und ein Hinterfuß. R. Jose sagt, es wurde in der Reihenfolge des Enthäutens dargebracht. – Welches ist die Reihenfolge des Enthäutens? – Kopf und ein Hinterfuß, Steiß und ein Hinterfuß, beide Flanken, beide Vorderfüße, Brust und Schlund,",
"R. A͑qiba sagt, es wurde in der Reihenfolge des Zerlegens dargebracht. – Welches ist die Reihenfolge des Zerlegens? – Kopf und ein Hinterfuß, beide Vorderfüße, Brust und Schlund, beide Flanken, Steiß und ein Hinterfuß. R. Jose der Galiläer sagt, es wurde in der Reihenfolge der Qualität dargebracht. – Welche ist die Reihenfolge der Qualität? – Kopf und ein Hinterfuß, Brust und Schlund, beide Flanken, Steiß und ein Hinterfuß, beide Vorderfüße. –",
"Esheißt ja aber: jedes gute Stück, Lende und Schulter!? – Dies gilt von einem mageren [Tiere].",
"Raba sagte: Sowohl der Autor unserer [Mišna] als auch R. Jose sind der Ansicht, man richte sich nach der Qualität des Fleisches, nur richtet sich einer nach dem Volumen des Fleisches und einer [richtet sich] nach dem Fettgehalt des Fleisches. –",
"Weshalb gehört der Hinterfuß zum Kopfe? –Weil der Kopf viel Knochen hat; man legt ihm daher einen Fuß bei. –",
"Alle stimmen also überein, daß der Kopf zu allererst dargebracht wurde: woher dies? – Es wird gelehrt: Woher, daß Kopf und Schmer allen anderen Gliedern vorangehen? Es heißt: seinen Kopf und sein Schmer, und er soll aufschichten. –"
],
[
"Worauf deutet [das Wort] Schmer im zweiten Schriftverse? – Auf folgende Lehre: Wie verfuhr er dabei? Er legte das Schmer auf die Schlachtstelle und brachte es dar, aus Achtung vor dem Höchsten.",
"DIE DRITTE AUSLOSUNG: NEULINGE, KOMMT ZUM RÄUCHERWERKE LOSEN. DIE VIERTE [AUSLOSUNG]: NEULINGE UND ERFAHRENE, [LOSET,] WER DIE OPFERGLIEDER VON DER ALTARRAMPE AUF DEN ALTAR BRINGEN SOLL.",
"GEMARA. Es wird gelehrt: Nie hat jemand es wiederholt. – Weshalb? R. Ḥanin erwiderte: Weil es reich machte.",
"R.Papa sprach zu Abajje: Aus welchem Grunde: wollte man sagen, weil es heißt:sie bringen Opferduft in seine Nase, und darauf folgt:segne Herr seinen Wohlstand, so sollte dies auch vom Brandopfer gelten, denn da heißt es auch:und Ganzopfer auf deinen Altar!?",
"Dieser erwiderte: Das eine ist häufig, das andere ist selten.",
"Raba sagte: Du findest keinen Schriftgelehrten, der Entscheidungen trifft, der nicht aus dem Stamme Levi oder aus dem Stamme Jissakhar wäre. Von Levi heißt es:sie lehren Ja͑qob deine Rechte; von Jissakhar heißt es:die Nachkommen Jissakhars waren in den Zeitbestimmungen kundig, so daß sie wußten, was Jisraél tun solle. – Vielleicht aus dem Stamme Jehuda, denn es heißt:Jehuda mein Gesetzgeber!? – Ich spreche von der Erörterung der Lehren zur Entscheidung.",
"R. Joḥanan sagte: Die Herrichtung des beständigen Abendopfers wurde nicht ausgelost, vielmehr fiel es dem Priester zu, dem es morgens zufiel. Man wandte ein: Wie man morgens lost, ebenso lost man abends!? – Diese Lehre bezieht sich nur auf das Räucherwerk. –",
"Es wird ja aber gelehrt, wie man dessentwegen morgens lost, ebenso lost man dessentwegen abends!? – Lies: derentwegen. –",
"Es wird ja aber gelehrt, wie man dessentwegen morgens lost, ebenso lost man dessentwegen abends, und wie man derentwegen morgens lost, ebenso lost man derentwegen abends!?",
"R. Šemuél b. R. Jiçḥaq erwiderte: Hier wird vom Šabbath gesprochen, da an diesem die Priesterwachen wechseln. –",
"Nach unserer früheren Auffassung aber waren es ja mehr Auslosungen!? – Sie kamen alle morgens; manchem fiel es für morgens zu, und manchem fiel es für abends zu.",
"DIE VIERTE AUSLOSUNG: NEULINGE UND ERFAHRENE &C. Unsere Mišna vertritt also nicht die Ansicht des R. Elie͑zer b.Ja͑qob, denn wir haben gelernt: R. Elie͑zer b.Ja͑qob sagt, wer die Opferglieder auf die Altarrampe brachte, brachte sie auch auf den Altar. –",
"Worin besteht ihr Streit? – Einer ist der Ansicht:in der Menge des Volkes besteht des Königs Herrlichkeit, und einer ist der Ansicht, diessei der Göttlichkeit gegenüber nicht schicklich.",
"Raba sagte: R. Elie͑zer b. Ja͑cob ist nicht der Ansicht R. Jehudas, und R. Jehuda ist nicht der Ansicht des R. Elie͑zer b.Ja͑qob, denn sonst wären es ja weniger Auslosungen.",
"Findest du aber einen Autor, der ‘fünfmal’ lehrt,"
],
[
"so ist dieser weder der Ansicht des R. Elie͑zer b.Ja͑qob, noch der Ansicht R. Jehudas.",
"DAS BESTÄNDIGE OPFERWIRD DURCH NEUN, ZEHN, ELF ODER ZWÖLF [PRIESTER] DARGEBRACHT, NICHT WENIGER UND NICHT MEHR. UND ZWAR: DIESES SELBST DURCH NEUN, UND AM [HÜTTEN]FESTE HIELT EINER DIE WASSERSCHALE IN DER HAND, ALSO ZEHN; \n",
"ABENDS DURCH ELF: DIESES SELBST DURCH NEUN, UND ZWEI HIELTEN DIE ZWEI HOLZSCHEITE IN DER HAND; AM ŠABBATH DURCH ELF: DIESES SELBST DURCH NEUN, UND ZWEI HIELTEN DIE ZWEI SCHALEN WEIHRAUCH DES SCHAUBROTES IN DER HAND; AM ŠABBATH DES [HÜTTEN]FESTES HIELT NOCH EINER DIE WASSERSCHALE IN DER HAND.",
"GEMARA. R. Abba, nach anderen Rami b. Ḥama, nach anderen R. Joḥanan, sagte: Das Wassergießen erfolgt am [Hütten]feste nur beim Morgenopfer. – Woher dies? – Er lehrt, daß an einem Šabbath, des [Hütten]festes noch einer die Wasserschale in der Hand hielt; wenn du nun sagen wolltest, das Wassergießen erfolge auch beim Abendopfer, so wäre diesja auch am Wochentage der Fall.",
"R. Aši sprach: Auch wir haben demgemäß gelernt: Dem Wassergießenden rief man zu: ‘die Handhoch’, denn einst goß es jemand auf seine Füße, und das Volk steinigte ihn mit ihren Etrogim. Schließe hieraus.",
"Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b.Joḥaj sagte: Woher, daß beim beständigen Abendopfer die zwei Holzscheite von zwei Priestern aufgelegt werden müssen? Es heißt:sie sollen die Holzscheite aufschichten, und da dies auf das beständige Morgenopfer nicht zu beziehen ist, da es schon heißt:alle Morgen soll der Priester Holzscheite darauf anzünden und darauf schichten &c., so beziehe es auf das beständige Abendopfer. –",
"Vielleicht beziehen sich beide auf das beständige Morgenopfer, nur sagt der Allbarmherzige, daß dies einmal erfolge und abermals erfolge!? – Demnach sollte ja die Schrift [an beiden Stellen] sagen: er zünde an. –",
"Wenn der Allbarmherzige [an beiden Stellen] geschrieben hätte: er zünde an, so könnte man glauben, nur einer und nicht zwei, so lehrt er uns, daß dies sowohl einer als auch zwei tun können!? –",
"So sollte es heißen: er soll anzünden, dann: sie sollen anzünden, oder auch: er soll aufschichten, dann; sie sollen aufschichten, wenn es aber einmal anzünden und einmal aufschichten heißt, so ist dies so zu erklären, wie wir gesagt haben.",
"R. Ḥija lehrte: Zuweilen sind es dreizehn[Priester], zuweilen vierzehn, zuweilen fünfzehn und zuweilen sechzehn. –",
"Es wird ja aber gelehrt: zuweilen siebzehn!? –",
"Dies weder nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob noch nach R. Jehuda.",
"EIN WIDDER WIRD DURCH ELF [PRIESTER] DARGEBRACHT: DAS FLEISCH DURCH FÜNF, DIE EINGEWEIDE, DAS MEHL UND DER WEIN DURCH JEZWEI. vii EIN FARRE WIRD DURCH VIERUNDZWANZIG [PRIESTER] DARGEBRACHT: VON KOPF UND HINTERFUSS DER KOPF DURCH EINEN UND DER HINTERFUSS DURCH ZWEI; VON STEISS UND HINTERFUSS DER STEISS DURCH ZWEI UND DER HINTERFUSS DURCH ZWEI; VON BRUST UND SCHLUND DIE BRUST DURCH EINEN UND DER SCHLUND DURCH DREI; BEIDE VORDERFÜSSE DURCH ZWEI, BEIDE FLANKEN DURCH ZWEI; EINGEWEIDE, MEHL UND WEIN DURCH JE DREI.",
"DIES GILT NUR VON GEMEINDEOPFERN, PRIVATOPFER ABER KANN AUCH EINER, WENN ER ES WILL, HERRICHTEN. ENTHÄUTÜNG UND ZERLEGUNG WAREN BEI DIESEN UND JENEN GLEICH.",
"GEMARA. Es wird gelehrt: Das Enthäuten und das Zerlegen können [bei allen] gleich durch einen Gemeinen erfolgen.",
"Ḥizqija sagte: Woher, daß Enthäutung und Zerlegung [bei allen] gleich durch einen Gemeinen erfolgen können? Es heißt:die Söhne Ahrons, des Priesters sollen Feuer auf den Altar tun; nur das Feuerauflegen benötigt der Priesterschaft, das Enthäuten und das Zerlegen benötigen nicht der Priesterschaft. –"
],
[
"Dieser [Schriftvers] ist ja an und für sich nötig!? R. Šimi b. Aši erwiderte: Ich traf Abajje, wie er es seinem Sohne erklärte:Er schlachte, das Schlachten ist durch einen Gemeinen zulässig. – Wieso kommst du darauf!? – Aus dem Schriftverse:du und deine Söhne sollt eures Priesteramtes walten, könnte man entnehmen, auch des Schlachtens,",
"so heißt es:er schlachte das junge Rind vor dem Herrn; die Söhne Ahrons, die Priester, sollten das Blut darbringen; erst mit der Aufnahme [des Blutes] beginnt das Gebot durch die Priesterschaft. Er stütze die Hand und schlachte, dies lehrt, daß das Schlachten durch einen Gemeinen zulässig ist.",
"Merke, von der Aufnahme [des Blutes] ab hat ja das Gebot durch die Priesterschaft zu erfolgen, wozu heißt es: die Söhne Ahrons sollen &c. [Feuer] tun!? Dies schließt das Enthäuten und das Zerlegen aus.",
"Aber dies ist ja nötig; man könnte glauben, dies brauche nicht durch die Priesterschaft zu erfolgen, da es keine Dienstverrichtung ist, von der die Sühne abhängt, so lehrt er uns, daß es durch die Priesterschaft erfolgen müsse!?",
"Vielmehr, hieraus:die Söhne Ahrons, die Priester, sollen die Stücke, den Kopf und das Schmer zurechtlegen; wozu ist dies nötig, von der Aufnahme [des Blutes] ab hat ja das Gebot durch die Priesterschaft zu erfolgen!? Dies schließt das Enthäuten und das Zerlegen aus. –",
"Vielleicht schließt dies das Auflegen der zwei Holzscheite aus!? – Es ist einleuchtend, daß dies eine dem Schlachten ähnliche Dienst Verrichtung ausschließt. –",
"Im Gegenteil, dies sollte ja eine dem Zurechtlegen ähnliche Dienstverrichtung ausschließen!? –",
"Diesist nicht einleuchtend, denn der Meister sagte:der Priester soll alles darbringen und auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen, dies sei das Hinbringen der Opferglieder zur Altarrampe; nur das Hinbringen der Opferglieder zur Altarrampe benötigt der Priesterschaft, das Hinbringen der Holzscheite aber benötigt nicht der Priesterschaft. Das Aufschichten der zwei Holzscheite aber benötigt der Priesterschaft. –",
"Wozu heißt es: sie sollen auf schichten!? – Dies schließt das Enthäuten und das Zerlegen aus. (– Vielleicht ist dies ebenfalls an sich nötig!? –",
"Vielmehr, [die Worte:]der Priester soll alles in Rauch aufgehen lassen, schließen das Enthäuten und Zerlegen aus;",
"der Priester soll alles darbringen &c. auf dem Altar, das ist das Hinbringen der Opferglieder zur Altarrampe. Das Hinbringen der Opferglieder zur Altarrampe benötigt der Priesterschaft, das Hinbringen des Holzes benötigt nicht der Priesterschaft. Das Aufschichten der zwei Holzscheite aber benötigt der Priesterschaft.) Sie sollen tun, dies ist an und für sich nötig;",
"sie sollen aufschichten, zwei; die Söhne Ahrons, zwei; die Priester, zwei. Wir lernen also, daß bei einem Lamme sechs [Priester] erforderlich sind.",
"R. Hamnuna sprach: R. Elea͑zar wandte dagegen ein: dieser [Schriftvers] spricht ja von einem jungen Rinde, und bei einem jungen Rinde müssen es ja vierundzwanzig sein!? Er erklärte es aber selbst:auf das Holz über dem Feuer auf dem Altar;"
],
[
"und das Lammist es, bei dem Holz, Feuer und Altar genannt werden.",
"R. Aši sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn ein Gemeiner das Holz aufgeschichtet hat, so ist er schuldig. – Was mache er? – Er nehme es auseinander und schichte es wieder auf. – Was bezweckt er damit!? – Vielmehr, der Gemeine nehme es auseinander und ein Priester schichte es wieder auf.",
"R. Zera wandte ein: Hast du denn eine nachts zulässige Dienstverrichtung, für die ein Gemeiner unzulässig wäre!? –",
"Etwa nicht, [das Aufräuchern] der Opferglieder und des Schmers ist es ja!? – Dies ist der Abschluß des Tagdienstes. –",
"Das Abheben der Asche ist es ja!? – Dies ist der Beginn des Tagdienstes. R. Aši sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Wenn [ein Priester] die Hände zur Abhebung der Asche gewaschen hat, so braucht er sie am folgenden Tage nicht zu waschen, weil er sie bereits bei Beginn des Dienstes gewaschen hat. – Dies ist ja ein Einwand!? –",
"Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: R. Aši sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn ein Gemeiner die zwei Holzscheite aufgelegt hat, so ist er schuldig, weil dies ein Tag dienst ist. Raba wandte ein: Demnach sollte es doch der Auslosung be nötigen!? – Ihm ist aber folgende Lehre entgangen: Dem die Abhebung der Asche zufiel, fiel auch die Herrichtung des Holzstoßes und das Auflegen der zwei Holzscheite zu. –",
"Demnach war nur für den Tagdienst die Auslosung erforderlich, für den Nachtdienst aber die Auslosung nicht erforderlich, aber [das Aufräuchern] [der Opferteile und des Schmers ist es ja!? – Dies ist der Abschluß des Tagdienstes. – Das Abheben der Asche ist es ja!? – Wegen jenes Ereignisses. –",
"Demnach war nur für den Tagdienst, dessentwegen ein Gemeiner sich der Todesstrafe schuldig macht, die Auslosung erforderlich, und dessentwegen ein Gemeiner sich nicht der Todesstrafe schuldig macht, war die Auslosung nicht erforderlich, aber da ist ja das Schlachten!? – Anders ist das Schlachten, da es der Beginn des [Tages]dienstes ist.",
"Mar Zuṭra, nach anderen R. Aši, sprach: Wir haben ja aber anders gelernt: Der Beamte sprach zu ihnen: Geht und schauet, ob die Zeit zum Schlachten schon herangereicht ist. Er lehrt aber nicht von der Zeit [zum Auflegen] der zwei Holzscheite!? –",
"Er lehrt nur das, wofür es keine Gutmachung gibt, nicht aber das, wofür es eine Gutmachung gibt.",
"Manche lesen: R. Zera wandte ein: Gibt es denn einen Dienst, dem noch ein anderer Dienst folgt, der durch einen Gemeinen unzulässig wäre!? –"
],
[
"[Das Aufräuchern] der Opferglieder und des Schmers ist es ja!? – Dies ist der Abschluß des Tagdienstes. – Das Abheben der Asche ist es ja!? – Dies ist der Beginn des Tagdienstes. R. Joḥanan sagte nämlich: Wenn [ein Priester] die Hände zum Abheben der Asche gewaschen hat, so braucht er sie am folgenden Tage nicht zu waschen, weil er sie bereits bei Beginn des Dienstes gewaschen hat. – Dies ist ja ein Einwand!? –",
"Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: R. Aši sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn ein Gemeiner die zwei Holzscheite aufgelegt hat, so ist er schuldig, weil dies eine abschließende Dienstverrichtung ist.",
"Raba wandte ein: Demnach sollte es doch der Auslosung benötigen!? – Benötigt es denn nicht der Auslosung, es wird ja gelehrt, dem die Abhebung der Asche zufiel, fiel auch das Auflegen der zwei Holzscheite zu!? –",
"Er meint es vielmehr wie folgt: man sollte es besonders auslosen!? –",
"Wie wir erklärt haben. – Demnach war nur für die abschließende Dienstverrichtung, wegen der ein Gemeiner sich der Todesstrafe schuldig macht, die Auslosung erforderlich, und wegen der ein Gemeiner sich der Todesstrafe nicht schuldig macht, die Auslosung nicht erforderlich, aber da ist ja das Schlachten!? – Anders ist das Schlachten, weil es der Beginn des Tagdienstes ist. –",
"Demnach war nur für die abschließende Dienstverrichtung die Auslosung erforderlich, für einen Dienst aber, dem ein anderer noch folgt, war die Auslosung nicht erforderlich, aber da ist ja [das Aufräuchern] der Opferglieder und des Schmers!? – Dies ist der Abschluß des Tagdienstes. – Da ist ja das Abheben der Asche!? – Wegen jenes Ereignisses.",
"Mar Zuṭra, nach anderen R. Aši, sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: Der Beamte sprach zu ihnen: Geht und schauet, ob die Zeit zum Schlachten schon herangereicht ist. Er lehrt aber nicht von der Zeit zum Auflegen der zwei Holzscheite. –",
"Er lehrt nur das, wofür es keine Gutmachung gibt, nicht aber das, wofür es eine Gutmachunggibt.",
"",
" DER BEAMTE SPRACH ZU IHNEN: GEHT UND SCHAUET, OB DIE ZEIT ZUM SCHLACHTEN SCHON HERANGEREICHT IST. SOBALD SIE HERANREICHTE, SPRACH DER BEOBACHTENDE: EIN LICHTSCHEIN! ALSDANN SPRACH MATHJAB.ŠEMUÉL: IST DIE GANZE OSTSEITE HELL? BIS ḤEBRON? UND DIESER ERWIDERTE: JAWOHL. WOZU WAR DIES ALLES NÖTIG? WEIL SIE EINMAL, ALS DAS MONDLICHT AUFGEGANGEN WAR, GLAUBTEN, DAS [MORGEN]LICHT SEI IM OSTEN AUFGEGANGEN, UND SIE SCHLACHTETEN DAS BESTÄNDIGE OPFER, DAS SIE [NACHHER] IN DEN VERBRENNUNGSRAUM BRACHTEN.",
"HIERAUF FÜHRTE MAN DEN HOCHPRIESTER IN DEN BADERAUM HINUNTER. FOLGENDE BESTIMMUNG WAR IM TEMPEL EINGEFÜHRT: WER SEINE NOTDURFT VERRICHTET, MUSS EIN TAUCHBAD NEHMEN, WER WASSER LÄSST, MUSS HÄNDE UND FÜSSE WASCHEN."
],
[
"GEMARA. Es wird gelehrt: R. Jišma͑él sagte: [Er sprach:] Ein Lichtschein glänzt. R. A͑qiba sagte: Ein Lichtschein ist bereits aufgegangen. Niḥoma b.Aphqašjon sagte: Ein Lichtschein ist schon in Ḥebron. Mathja b.Šemuél, der über die Lose gesetzt war, sagte: Die ganze Ostseite ist hell, bis Ḥebron. R. Jehuda b.Bethera sagte: Die ganze Ostseite ist hell, bis Ḥebron, und das ganze Volk ist schon zur Arbeit hinaus. –",
"Dies wäre ja schon viel zu spät!? – Um Arbeiter zu mieten.",
"R. Saphra sagte: Das [Abend]gebet Abrahams findet statt, wenn die Wände dunkel werden.",
"R. Joseph sprach: Wir sollten es von Abraham lernen!? Raba wandte ein: Der Tanna lernt von Abraham und wir sollten nicht von ihm lernen? Es wird nämlich gelehrt: Am achten Tage ist das Fleisch seiner Vorhaut zu beschneiden; dies lehrt, daß die Beschneidung den ganzen Tag erfolgen kann, nur beeilen sich die Eifrigen zur [Ausübung der Gebote], wie es heißt:und Abraham machte sich früh am Morgen auf zur Stätte, wo er vor dem Herrn gestanden hatte.",
"Vielmehr, sagte Raba, richtete R. Joseph folgenden Einwand. Wir haben gelernt, daß, wenn der Vorabend des Pesaḥs auf einen Vorabend des Šabbaths fällt, [das beständige Opfer] nach sechseinhalb [Stunden] geschlachtet und nach siebeneinhalb dargebracht werde; sollte man es doch beim Dunkelwerden der Wände schlachten!? –",
"Was ist dies für ein Einwand, vielleicht wurden die Wände des Tempels schon nach sechseinhalb [Stunden] dunkel, weil sie nicht ganz gerade waren!? Oder vielleicht war es bei Abraham anders, weil bedeutende Sternkunde in seinem Herzen war!? Oder aber, weil er Ältester war und im Kollegium saß!? R. Ḥama b. Ḥanina sagte nämlich: Niemals fehlte unseren Vorfahren das Kollegium;",
"als sie in Miçrajim waren, hatten sie ein Kollegium, denn es heißt: geh, versammle die Ältesten Jisraéls; als sie in der Wüste waren, hatten sie ein Kollegium, denn es heißt: versammle mir siebzig Leute von den Ältesten Jisraéls. Unser Vater Abraham war Ältester und saß im Kollegium, denn es heißt:Abraham war alt geworden und wohlbetagt. Unser Vater Jiçḥaq war Ältester und saß im Kollegium, denn es heißt:als Jiçḥaq alt geworden war. Unser Vater Ja͑qob war Ältester und saß im Kollegium, denn es heißt:die Augen Jisraéls waren stumpf vor Alter.",
"Elie͑zer, der Knecht Abrahams, war Ältester und saß im Kollegium, denn es heißt:da sprach Abraham zu seinem Knechte, dem Ältesten seines Hauses, der alles, was sein, verwaltete, und R. Elea͑zar erklärte, der das Studium seines Herrn beherrschte.Das ist Damešeg, Elie͑zer. R. Elea͑zar erklärte: Der aus der Lehre seines Herrn schöpfte und anderen zu trinkengab.",
"Rabh sagte: Unser Vater Abraham übte die ganze Tora aus, denn es heißt:weil Abraham meiner Stimme gehorcht. R. Šimi b.Ḥija sprach zu Rabh: Vielleicht nur die sieben Gesetze!? – Er hat ja auch die Beschneidung ausgeübt. – Vielleicht die sieben Gesetze und die Beschneidung!? Dieser erwiderte: Wozu heißt es demnach meine Gebote und meine Lehren!?",
"Rabh, nach anderen R. Aši, sagte: Abraham hat sogar [das Gebot vom] Speise-E͑rub ausgeübt, denn es heißt: meine Lehren, die schriftliche Lehre und die mündliche Lehre.",
"ALSDANN SPRACH MATHJA B.ŠEMUÉL UND DIESER ERWIDERTE: JAWOHL. Wer sagte ‘jawohl’: wollte man sagen, der auf dem Dache stand, so träumt er und deutetauch!? Wenn aber, der auf der Erde stand: woher wußte er dies!? –",
"Wenn du willst, sage ich: der auf der Erde stand, und wenn du willst, sage ich: der auf dem Dache stand. Wenn du willst, sage ich: der auf dem Dache stand; dieser sagte nämlich, die ganze Ostseite sei hell, worauf jener, der auf der Erde stand, fragte, ob bis Ḥebron, und dieser erwiderte: jawohl.",
"Wenn du willst, sage ich: der auf der Erde stand; dieser fragte nämlich, ob die ganze Ostseite hell sei, worauf jener fragte, ob bis Ḥebron, und dieser erwiderte: jawohl.",
"WOZU WAR DIES ALLES NÖTIG &C. Ist denn eine Verwechslung möglich, es wird ja gelehrt, Rabbi sagte, der Lichtkegel des Mondes gleiche nicht dem Lichtkegel der Sonne, der Lichtkegel des Mondes steige wie ein Stock nach oben, und der Lichtkegel der Sonne zerteile sich nach beiden Seiten!? – In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt, es war ein wolkiger Tag, und er teilte sich nach beiden Seiten. R. Papa sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß an einem wolkigen Tage die Sonne überallist. –",
"In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Beim Trocknen von Häuten. Oder aber hinsichtlich einer Lehre Rabas, daß nämlich eine Frau nicht vor der Sonne knetendürfe, auch nicht mit an der Sonne gewärmtem Wasser.",
"R. Naḥman sagte: Die zurückbleibende Wärme der Sonneist intensiver als die Sonne selbst. Als Merkzeichen diene dir das Essigfaß. Die Sonnenstrahlensind intensiver als die Sonne selbst. Als Merkzeichen dienen dir die Regentropfen."
],
[
"Das sündhafte Denken ist schädlicherals die Sünde selbst. Als Merkzeichen diene dir der Duft des Fleisches. Der Schluß des Sommers ist unerträglicher als der Sommer selbst. Als Merkzeichen diene dir ein durchheizter Ofen.",
"Die Fieberhitzeim Winter ist schwerer als im Sommer. Als Merkzeichen diene dir ein kalter Ofen. Altes ist schwerer [zu lernen] als Neues: Als Merkzeichen diene dir umgearbeiteter Lehm.",
"R. Abahu sagte: Was ist der Grund Rabbis? Es heißt:dem Gesangmeister, nach der Hinde des Morgens; wie die Geweihe der Hindesich nach der einen und nach der anderen Seite teilen, ebenso teilt sich das Licht des Morgens nach der einen und der anderen Seite.",
"R. Zera sagte: Weshalb wurde Ester mit einer Hindeverglichen? Dies besagt: wie die Hinde einen engen Muttermundhat und daher ihrem Männchen jederzeit lieb ist wie in der ersten Stunde, ebenso blieb auch Ester dem Aḥašveroš immer lieb wie in der ersten Stunde. R. Asi sagte: Weshalb wurde Ester mit dem Morgen verglichen? Dies besagt: wie der Morgen der Abschluß der Nacht ist, ebenso ist Ester der Abschluß aller Wundertaten. –",
"Es gibt ja noch das Hanukafest!? – Wir sprechen von solchen, die niedergeschrieben werdendurften. Einleuchtend ist dies nach demjenigen, welcher sagt, Ester durfte niedergeschrieben werden, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, Ester durfte nicht niedergeschriebenwerden!? –",
"Er erklärt es vielmehr nach R. Binjamin b.Jepheth im Namen R. Elea͑zars, denn R. Binjamin b. Jepheth sagte im Namen R. Elea͑zars: Weshalb wird das Gebet der Frommen mit einer Hinde verglichen? Dies besagt: wie die Geweihe der Hinde, je älter diese wird, desto mehr sich teilen, ebenso werden die Gebete der Frommen, je mehr diese im Gebete verweilen, desto eher erhört.",
"UND SIE SCHLACHTETEN DAS BESTÄNDIGE OPFER &C. Wann, wollte man sagen an einem gewöhnlichen Tage des Jahres, so brauchte es ja nicht durch den Hochpriester zu erfolgen, und wenn am Versöhnungstage, wieso war am Versöhnungstage [morgens] das Mondlicht zu sehen!? –",
"Er meint es wie folgt: als er am Versöhnungstage sagte: der Lichtschein glänzt, führte man den Hochpriester in das Tauchbad hinunter.",
"Der Vater R. Abins lehrte: Nicht nur davon sagten sie es, sondern auch vom Kopfabkneifen beim Geflügelopfer und vom Abheben des Haufens beim Speisopfer: ist es nachts erfolgt, so sind sie zu verbrennen. – Einleuchtend ist dies vom Geflügelopfer, da es bereits geschehen ist, den Haufen aber"
],
[
"kann man ja zurücklegen und ihn abermals am Tage abheben!? Er lehrte es und er selbst erklärte es auch: Die Dienstgefäße heiligen auch außerhalb der Zeit.",
"Man wandte ein: Die Regel ist: Was am Tage dargebracht wird, wird am Tage heilig, was nachts dargebracht wird, wird nachts heilig, was sowohl am Tage als auch nachts dargebracht wird, wird sowohl am Tage als auch nachts heilig. Er lehrt also, was am Tage dargebracht wird, werde am Tage heilig, also nur am Tage, nachts aber nicht!? – Vielleicht nicht heilig, um dargebracht zu werden, wohl aber heilig, um untauglich zu werden.",
"R. Zera wandte ein: Wasmache man, wenn man das [Schau]brot und die Schalen [Weihrauch] nach dem Šabbath niedergelegt und die Schalen [Weihrauch] am Šabbath aufgeräuchert hat?",
"Man lasse es für den folgenden Šabbath, denn wenn es sich viele Tage auf dem Tische befindet, ist nichts dabei. Wieso denn, es sollte doch heilig und untauglich werden!? –",
"Raba erwiderte: Wer diesen Einwand erhob, hat Recht, aber der Vater R. Abins lehrte ja eine Barajtha. Er ist der Ansicht, nachts gebe es kein Fehlen der Frist, am Tage aber gebe es ein Fehlen der Fristl. –",
"Sobald der [Šabbath]abend heranreicht, sollte es doch heilig und untauglich werden!? Rabina erwiderte: Wenn man es vorher fortgenommen hat. Mar Zuṭra, nach anderen R. Aši, erwiderte: Du kannst auch sagen, wenn man es vorher nicht fortgenommen hat, denn da man es nicht vorschriftsmäßig niedergelegt hat, so ist es ebenso, als würde ein Affees niedergelegt haben.",
"FOLGENDE BESTIMMUNG WAR IM TEMPEL EINGEFÜHRT. Allerdings die Füße, wegen der Spritzer, weshalb aber die Hände!? R. Abba erwiderte: Dies besagt,"
],
[
"daß es tunlich ist, sie [mit der Hand] wegzuwischen. Dies ist eine Stütze für R. Ami, denn R. Ami sagtet, es sei verboten, mit [Urin]spritzern an den Füßen auszugehen, weil es den Anschein erwecken könnte, er sei am Gliede verschnitten, wodurch seine Kinder in den Ruf kommen könnten, sie seien Hurenkinder.",
"R. Papa sagte: [Hat jemand Kot] an der betreffenden Stelle, so darf er das Šema͑ nicht lesen. – In welchem Falle: ist es zu sehen, so ist es ja selbstverständlich, und ist es nicht zu sehen, so ist ja die Tora nicht für die Dienstengel gegeben worden!? – In dem Falle, wenn es sitzend zu sehen ist und stehend nicht zu sehen ist. –",
"Womit ist es hierbei anders, als [wenn jemand] Kot an seinem Leibe hat!? Es wurde nämlich gelehrt: Wenn jemand Kot an seinem Leibe hat oder die Hand im Aborte hält, so darf er, wie R. Ḥona sagt, das Šema͑ lesen, und wie R. Ḥisda sagt, das Šema͑ nicht lesen. – An der betreffenden Stelle ist der Kot sehr eklig, an anderer Stelle ist er nicht so sehr eklig.",
"Die Rabbanan lehrten: Folgende Halakha gilt bei der Mahlzeit. Geht man hinaus, um Wasser zu lassen, so wasche man eine Hand und trete zurück ein; unterhält man sich mit seinem Nächsten und wird aufgehalten, so wasche man beide Hände und trete zurück ein. Beim Waschen aber darf man nicht die Hände draußen waschen und dann eintreten, wegen des Verdachtes, vielmehr trete man ein, setze sich auf seinen Platz, wasche beide Hände und stelle die Kanne wieder vor die Tischgeräte hin.",
"R. Ḥisda sagte: Dies nur zum Trinken, zum Essen aber darf man die Hände auch draußen waschen und eintreten, denn man weiß, er würde sich geekelt haben, R. Naḥman b.Jiçḥaq sagte: Ich, auch wenn zum Trinken, denn man weiß, daß ich sehr empfindlich bin.",
"NIEMAND DARF, OHNE AORHER UNTERGETAUCHT ZU HABEN, IN DEN TEMPELHOF ZUM TEMPELDIENSTE EINTRETEN, AUCH NICHT EIN REINER. AN DIESEM TAGE NAHM DER HOCHPRIESTER FÜNF TAUCHBÄDER UND MACHTE ZEHN WASCHUNGEN, ALLE IM HEILIGTUME, ÜBER DER PARVAKAMMER, AUSGENOMMEN DIESES EINE. iv,1 MAN BREITETE ZWISCHEN IHM UND DEM VOLKE EIN LAKEN AUS BYSSUS AUS.",
"GEMARA. Man fragte Ben Zoma: Wozu dieses Untertauchen? Dieser erwiderte: Wenn der untertauchen muß, der aus dem Heiligtume nach dem Heiligtume, aus einem mit der Ausrottung belegten Ortenach einem mit der Ausrottung belegten Ortegeht, um wieviel mehr muß der untertauchen, der aus Profangebiet nach dem Heiligtume, aus einem nicht mit der Ausrottung belegten Orte nach einem mit der Ausrottung belegten Orte geht.",
"R. Jehuda erklärte: Dies ist nur ein aufgebürdetes Untertauchen, damit man sich erinnere, ob ihm nicht eine veraltete Unreinheit anhafte, und er sich zurückziehe. –",
"Worin besteht ihr Streit? –"
],
[
"Sie streiten über die Entweihung des Dienstes; nach Ben Zoma entweiht er den Dienst, nach R. Jehuda entweiht er den Dienst nicht. –",
"Entweiht er denn nach Ben Zoma den Dienst, es wird ja gelehrt, daß, wenn der Hochpriester zwischen einem Kleidungsstückeund dem anderen Kleidungsstücke, zwischen einer Dienstverrichtung und der anderen Dienstverrichtung nicht untergetaucht und die Hände nicht gewaschen hat, der Dienst giltig sei, und daß, wenn der Hochpriester oder ein gemeiner Priester morgens Hände und Füße nicht gewaschen und den Dienst verrichtet hat, der Dienst ungiltigsei!? –",
"Sie streiten vielmehr, ob dadurch ein Gebot übertreten wird; nach Ben Zoma wird dadurch ein Gebot übertreten und nach R. Jehuda wird dadurch kein Gebot übertreten. –",
"Ist denn R. Jehuda überhaupt dieserAnsicht, es wird ja gelehrt: Der Aussätzige nehme ein Tauchbadund stelle sich an das Nikanortor; R. Jehuda sagt, er brauche keines Tauchbades, da er bereits am Abend [vorher] untergetaucht ist!? –",
"Da wird ja auch der Grund angegeben: da er bereits am Abend untergetaucht ist. –",
"Was dachte eigentlich, der diesen Einwand erhob!? – Er wollte auf einen anderen Widerspruch hinweisen: ‘Aussätzigenkammer’ [hieß sie], weil da die Aussätzigen untertauchten. R. Jehuda sagte: Sie sagten dies nicht nur von den Aussätzigen, sondern auch von jedem anderen Menschen!? –",
"Das ist kein Widerspruch: eines, wenn er [am vorgehenden Abend] untergetaucht ist, und eines, wenn er nicht untergetaucht ist. – Wenn er nicht untergetaucht ist, muß er ja den Sonnenuntergang abwarten!? – Vielmehr, das eine und das andere, wenn er untergetaucht ist, das eine aber, wenn er es außer acht gelassenhat, das andere dagegen, wenn er es nicht außer acht gelassen hat. –",
"Wenn er es außer acht gelassen hat, so benötigt er ja der Besprengung am dritten und am siebenten [Tage], denn R. Dost ib. Mathon sagte im Namen R. Joḥanans, die Außerachtlassung erfordere die Besprengung am dritten und am siebenten [Tage]!? –",
"Vielmehr, das eine und das andere, wenn er es nicht außer acht gelassen hat, dennoch besteht hier kein Widerspruch; eines, wenn er zum Zwecke des Eintretens in den Tempel untergetaucht ist, und eines, wenn er nicht zum Zwecke des Eintretens in den Tempel untergetaucht ist. Wenn du aber willst, sage ich, man lese: sie sagten es nicht von den Aussätzigen, sondern von jedem anderen Menschen.",
"Rabina erklärte: R. Jehuda sagte dies nach der Ansicht der Rabbanan: nach meiner Ansicht braucht der Aussätzige überhaupt keines Tauchbades, aber auch ihr solltet mir zugeben, daß sie dies nicht nur von Aussätzigen, sondern auch von jedem anderen Menschen gesagt haben. – Und die Rabbanan! – Der Aussätzige tritt in Unreinheit, jeder andere Mensch aber tritt nicht in Unreinheit.",
"Abajje fragte R. Joseph: Sind die Rabbanan, die gegen R. Jehuda streiten, der Ansicht Ben Zomas und nur deshalb lehrt er es von einem Aussätzigen, um dir die weitgehendere Ansicht R. Jehudas hervorzuheben, oder aber ist es beim Aussätzigen anders, weil er in Unreinheittritt? Dieser erwiderte: Anders ist es beim Aussätzigen, weil er in Unreinheit tritt.",
"Abajje fragte R. Joseph: Ist nach R. Jehuda, nach dem dieses Untertauchen ein aufgebürdetes ist,"
],
[
"dieses durch eine Trennung [ungiltig] oder nicht? Dieser erwiderte: Die Rabbanan haben all ihre Verordnungen denen der Tora gleichgestellt.",
"Abajje fragte R. Joseph: Gilt das teilweise Eintretenals Eintreten oder nicht? Dieser erwiderte: Dies ist vom [Hineinlangen der] Daumen zu entnehmen: dies ist ja ein teilweises Eintreten und es wird gelehrt, der Aussätzige müsse vorher untertauchen und am Nikanortor stehen bleiben.",
"Sie fragten: Darf er ein langes Messer anfertigen und damit schlachten? Diese Frage besteht sowohl nach Ben Zoma als auch nach den Rabbanan, die gegen R. Jehuda streiten. Sie besteht nach Ben Zoma: Ben Zoma verpflichtet vielleicht nur dann [unterzutauchen], wenn [der Dienst] innerhalb erfolgt, nicht aber, wenn außerhalb, oder aber, er könnte mitgezogen werden.",
"Sie besteht nach den Rabbanan, die gegen R. Jehuda streiten: die Rabbanan sind ihrer Ansicht vielleicht nur da, wo er keinen Dienst verrichtet, nicht aber hierbei, wo er einen Dienst verrichtet, oder gibt es hierbei keinen Unterschied? – Dies bleibt unentschieden.",
"FÜNF TAUCHBÄDER UND ZEHN WASCHUNGEN. Die Rabbanan lehrten: An diesem Tage nahm der Hochpriester fünf Tauchbäder und machte zehn Waschungen, alle im Heiligtume, über der Parvakammer, ausgenommen das erste, das er auf Profangebiet nahm, über dem Wassertore; sie lag an der Seite seiner Kammer. Abajje sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß die E͑ṭamquelleum dreiundzwanzig Ellen höher lag als der Boden des Tempelhofes.",
"Wir haben gelernt, daß alle Türen, die dort waren, eine Höhe von zwanzig Ellen und eine Breite von zehn Ellen hatten, ausgenommen die der Vorhalle. Ferner wird gelehrt:Er bade seinen Leib im Wasser, in einem Tauchbade; seinen ganzen Leib, das Wasser muß den ganzen Leib umgehen. Wieviel ist dies? Eine Elle zu einer Elle in einer Höhe von drei Ellen. Danach setzten die Weisen fest, daß das Tauchbad vierzig Seá Wasser haben müsse. –"
],
[
"Es kommen ja noch hinzu eine Elle der Deckeund eine Elle des Estrichs!? – Da die Tore des Tempels aus Marmor waren, genügte auch eine minimale [Stärke]. – Aber diese minimale [Stärke] kommt ja hinzu!? – Da diese keine Elle hatte, zählt er sie nicht mit.",
"MAN BREITETE &C. EIN LAKEN AUS BYSSUS AUS. Weshalb gerade aus Byssus? – Wie R. Kahana erklärte, damit er sich merke, daß der Dienst dieses Tages in Byssusgewändern erfolge, ebenso auch hierbei, damit er sich merke, daß der Dienst dieses Tages in Byssusgewändern erfolge.",
"ER ZOG SICH AUS, STIEG HINAB UND TAUCHTE UNTER, STIEG HERAUF UND TROCKNETE SICH AB, UND MAN BRACHTE IHM DIE GOLDENEN GEWÄNDER, DIE ER ANZOG, UND ER WUSCH SICH HÄNDE UND FÜSSE. HIERAUF BRACHTE MAN IHM DAS BESTÄNDIGE OPFER UND ER SCHNITT [DEN HALS] EIN, WÄHREND EIN ANDERER AN SEINER SEITE DAS SCHLACHTEN VOLLENDETE, NAHM DAS BLUT AUF UND SPRENGTE ES.",
"DANN TRAT ER EIN, DAS MORGENRÄUCHERWERK ZU RÄUCHERN, DIE LAMPEN ZU PUTZEN UND DEN KOPF, DIE OPFERGLIEDER, DAS PFANNOPFERGEBÄCK UND DEN WEIN DARZUBRINGEN. DAS MORGENRÄUCHERWERK WURDE ZWISCHEN DEM BLUTEUND [DER AUFRÄUCHERUNG] DER OPFERGLIEDER DARGEBRACHT, DAS DES ABENDS ZWISCHEN [DER AUFRÄUCHERUNG] DER OPFERGLIEDER UND DEM GUSSOPFER.",
"WAR DER HOCHPRIESTER ALT ODER EMPFINDLICH, SO BEREITETE MAN IHM HEISSES WASSER VOR UND GOSS ES IN DAS KALTE, UM DIE KÄLTE ZU MILDERN.",
"GEMARA. Die Jünger sprachen vor R. Papa: Dies vertritt nicht die Ansicht R. Meírs, denn nach R. Meír, welcher sagt, die zwei Waschungenerfolgen für das Anziehen, sollten auch hierbeizwei Waschungen erforderlich sein.",
"R. Papa erwiderte ihnen: Sowohl nach den Rabbanan als auch nach R. Meír erfolgt die eine für das Ausziehender heiligen Kleider und die eine für das Anziehen, und ihr Streit besteht hier in folgendem:Er soll ausziehen, er soll baden und er soll anziehen; R. Meír ist der Ansicht, man vergleiche das Ausziehen mit dem Anziehen: wie beim Anziehen zuerst anziehen und nachher waschen, ebenso beim Ausziehen zuerst ausziehen und nachher waschen;",
"die Rabbanan aber sind der Ansicht, man vergleiche das Ausziehen mit dem Anziehen: wie beim Anziehen angezogen waschen, ebenso beim Ausziehen ausgezogenwaschen.",
"Die Jünger entgegneten R. Papa: Wieso kannst du es so erklären, es wird ja gelehrt: Man breitete zwischen ihm und dem Volke ein Laken aus Byssus aus, darauf entkleidete er sich, stieg hinab und tauchte unter, stieg herauf und trocknete sich ab; alsdann brachte man ihm goldene Gewänder, die er anzog, und er wusch Hände und Füße, R. Meír sagte: Er entkleidete sich, wusch Hände und Füße, stieg hinab und tauchte unter, stieg herauf und trocknete sich ab; alsdann brachte man ihm goldene Gewänder, die er anzog, und er wusch Hände und Füße!? Dieser erwiderte: Gibt es eine solche Lehre, so ist es ja gelehrt worden. –",
"Allerdings sind es nach R. Meír"
],
[
"zehn Waschungen, nach den Rabbanan sind es ja aber nur neun!? – Die Rabbanan können dir erwidern: die letzte Waschung erfolgt dann, wenn er die heiligen Gewänder auszieht und die profanen anzieht.",
"Die Rabbanan lehrten:Ahron soll in das Offenbarungszelt hineingehen; wozu geht er hinein? Er geht hinein, nur um Kelle und Kohlenpfanne zu holen. Der ganze Abschnitt ist in der richtigen Reihenfolge abgefaßt, ausgenommen dieser Schriftvers. – Aus welchem Grunde?",
"R. Ḥisda erwiderte: Es ist überliefert, daß der Hochpriester an diesem Tage fünf Tauchbäder nahm und zehn Waschungen machte, und wenn er sich an dieser Reihenfolge gehalten hätte, so wären es nur drei Tauchbäderund sechs Waschungen.",
"Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Woher, daß der Hochpriester an diesem Tage fünf Tauchbäder nehmen und zehn Waschungen machen muß? Es heißt:Ahron soll in das Offenbarungszelt hineingehen und die linnenen Kleider ausziehen;dann seinen Leib an heiliger Stätte im Wasser baden und seine Kleider anziehen; sodann soll er herauskommen und herrichten. Du lernst also, daß der Wechsel einer jeden Dienstverrichtung des Untertauchens benötigt.",
"Rabbi sagte: Woher, daß der Hochpriester an diesem Tage fünf Tauchbäder nehmen und zehn Waschungen machen muß? Es heißt:einen heiligen linnenen Leibrock soll er anziehen, linnene Beinkleider sollen seinen Leih bedecken, mit einem linnenen Gürtel soll er sich umgürten und ein linnenes Kopftuch umbinden; heilige Kleider sind es, er bade seinen Leib im Wasser und ziehe sie an. Du lernst also, daß der Wechsel einer jeden Dienstverrichtung des Untertauchens benötigt. Ferner heißt es: heilige Kleider sind es, wonach alle Kleider einander gleichen.",
"Fünf Dienstverrichtungen sind es, das beständige Morgenopfer, in goldenen Kleidern; der Dienst dieses Tages, in weißen Kleidern; sein Widder und der Widder des Volkes, in goldenen Kleidern; Kelle und Kohlenpfanne, in weißen Kleidern; das beständige Abendopfer, in goldenen Kleidern.",
"Und woher, daß zu jedem Untertauchen zwei Waschungen erforderlich sind? Es heißt: ausziehen und baden baden und anziehen.",
"R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagte: Dies ist [durch einen Schluß] vom Leichtern auf das Schwerere zu folgern: wenn in einem Falle, wo das Untertauchen nicht erforderlichist, die Waschung erforderlich ist, um wieviel mehr ist in einem Falle, wo das Untertauchen erforderlich ist, die Waschung erforderlich. –",
"Demnach auch hierbei nur eine Waschung, wie auch dort nur eine Waschung!? –Es heißt:Ahron soll in das Offenbarungszelt hineingehen und die linnenen Kleider ausziehen, die er anhatte; wozu heißt es: die er anhatte, zieht jemand etwa anderes aus, als was er anhat!? Dies dient vielmehr zur Vergleichung des Ausziehens mit dem Anziehen: wie zum Anziehen die Waschung erforderlich ist, ebenso ist zum Ausziehen die Waschung erforderlich.",
"«R. Jehuda sagte: Woher, daß der Hochpriester an diesem Tage fünf Tauchbäder nehmen und zehn Waschungen machen muß? Es heißt: Ahron soll in das Offenbarungszelt hineingehen &c. dann soll er seinen Leib im Wasser waschen &c. Du lernst also, daß der Wechsel einer jeden Dienstverrichtung des Untertauchens benötigt.» Wir wissen dies [vom Wechsel] der weißen Kleider auf die goldenen Kleider, woher dies [vom Wechsel] der goldenen Kleider auf die weißen Kleider? –"
],
[
"In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt, dies sei [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn die goldenen Kleider, in denen der Priester in das Allerheiligste nicht eintreten darf, des Untertauchens benötigen, um wieviel mehr benötigen die weißen Kleider des Untertauchens, in denen er in das Allerheiligste eintritt. – Dies ist ja zu widerlegen: wohl die goldenen Kleider, weil in diesen mehr Sühne verschafft wird!? – Vielmehr ist es aus [der Schlußfolgerung] Rabbis zu entnehmen.",
"«Rabbi sagte: Woher, daß der Hochpriester an diesem Tage fünf Tauchbäder nehmen und zehn Waschungen machen muß? Es heißt: einen heiligen linnenen Leibrock soll er anziehen. Du lernst also daß der Wechsel einer jeden Dienstverrichtung des Untertauchens benötigt.» Wir wissen dies [vom Wechsel] der goldenen Kleider auf die weißen Kleider, woher dies [vom Wechsel] der weißen Kleider auf die goldenen Kleider?",
"In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt, dies sei [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn die weißen Kleider, in denen nicht viel Sühne verschafftwird, des Untertauchens benötigen, um wieviel mehr benötigen die goldenen Kleider des Untertauchens, in denen viel Sühne verschafft wird. –",
"Dies ist ja zu widerlegen: wohl die weißen Kleider, weil er in diesen in das Allerheiligste eintritt!? – Deshalb sagte er auch: ferner heißt es: heilige Kleider sind es, er bade seinen Leib im Wasser und ziehe sie an.",
"«Fünf Dienstverrichtungen sind es: das beständige Morgenopfer in goldenen Kleidern; der Dienst des Tages, in weißen Kleidern; sein Widder und der Widder des Volkes, in goldenen Kleidern; Kelle und Kohlenpfanne, in weißen Kleidern; das beständige Abendopfer, in goldenen Kleidern.",
"Und woher, daß zu jedem Untertauchen zwei Waschungen erforderlich sind: Es heißt: ausziehen und baden, baden und anziehen.» – Dieser Schriftvers spricht ja vom Untertauchen!? – Da dies auf das Untertauchen nicht zu beziehen ist, da dies schon aus [den Worten:] heilige Kleider sind es, zu entnehmen ist, so beziehe man es auf die Waschung. –",
"Sollte der Allbarmherzige dabei den Ausdruck ‘waschen’ gebrauchen!? – Er lehrt uns folgendes: das Untertauchen gleicht der Waschung, wie die Waschung an einem heiligen Orte, ebenso das Untertauchen an einem heiligen Orte. –",
"Woher entnimmt R. Jehudadie Waschung!? – Er entnimmt dies aus [der Schlußfolgerung] des R. Elea͑zar b.R. Šimon.",
"R. Ḥisda sagte: Die Ansicht Rabbisist nicht die des R. Meír und nicht die der Rabbanan. Sie ist nicht die der Rabbanan, denn die Rabbanan sagen, die Waschung erfolge angezogen, während er aber sagt, die Waschung erfolge ausgezogen; auch nicht die des R. Meír, denn R. Meír sagt, die letzte Waschung erfolge angezogen, während er aber sagt, die Waschung erfolge ausgezogen.",
"R. Aḥa b. Ja͑qob sagte: Alle stimmen hinsichtlich der zweiten Waschung überein, daß er sich vorher anziehe und nachher [Hände und Füße] wasche, denn die Schrift sagt:oder wenn sie an den Altar herantreten, der nur heranzutretenhat, ausgenommen derjenige, der sich anzuziehen und heranzutreten hat.",
"R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. A͑si: R. Ḥisda hält nichts von dem, was R. Aḥa gesagt hat, und R. Aḥa hält nichts von dem, was R. Ḥisda gesagt hat, denn sonst wären es ja nach Rabbi fünfzehn Waschungen.",
"HIERAUF BRACHTE MAN IHM DAS BESTÄNDIGE OPFER UND ER SCHNITT [DEN HALS] EIN &C. Was heißt qaraç [einschneiden]? U͑la erwiderte: Dies bedeutet töten. R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach: Hierauf deutet folgender Schriftvers:wie eine schöne junge Kuh ist Miçrajim, aber die Vernichtung [qereç] kommt vom Norden her. – Wieso geht dies hieraus hervor? – Nach der Auslegung R. Josephs: ein schönes Königreich ist Miçrajim, aber die mordenden Völker kommen über es aus dem Norden her. – Wie weit schnitt er hinein? U͑la erwiderte: Den größeren Teil beider [Halsorgane].",
"Ebenso sagte auch R. Joḥanan, den größeren Teil beider [Halsorgane]. Auch Reš Laqiš ist der Ansicht, den größeren Teil beider [Halsorgane], denn Reš Laqiš sagte: Wozu lehrt er, nachdem wir gelernt haben, der größere Teil gleichedem ganzen, daß [das Durchschneiden] des größeren Teiles des einen beim Geflügel und des größeren Teiles beider beim Vieh erforderlich sei? Da wir gelernt haben, daß man ihm das beständige Opfer brachte und er den Hals einschnitt, während ein anderer an seiner Seite das Schlachten vollendete, das Blut aufnahm und es sprengte, so könnte man glauben, es sei untauglich, wenn jener das Schlachten nicht beendet. –",
"Wenn man glauben könnte, es sei untauglich, wenn jener das Schlachten nicht beendet, so erfolgt ja der Dienst durch andere, und wir haben ja gelernt, daß alle Dienstverrichtungen am Versöhnungstage nur durch ihn giltig seien!? – Er meint es vielmehr wie folgt: man könnte glauben, es sei rabbanitisch ungültig,"
],
[
"daher lehrt er, daß der größere Teil des einen beim Geflügel und der größere Teil beider beim Vieh [ausreiche]. – Wozu ist, wenn nicht einmal eine rabbanitische Ungültigkeit vorliegt, die Vollendung [des Schlachtens] nötig!? – Es ist Gebot, es zu vollenden.",
"Abajje zählte im Namen einer Überlieferung nach Abba Šaúl die Reihenfolge der Dienstverrichtungen auf. Die große Aufschiebtunggeht der zweiten Aufschichtung für das Räucherwerk voran, die zweite Aufschichtung für das Räucherwerk geht dem Auflegen der zwei Holzscheite voran, das Auflegen der zwei Holzscheite geht dem Entaschen des inneren Altars voran, das Entaschen des inneren Altars geht dem Putzen der fünf Lampenvoran,",
"das Putzen der fünf Lampen geht dem Blutedes beständigen Opfers voran, das Blut des beständigen Opfers geht dem Putzen der zwei Lampen voran, das Putzen der zwei Lampen geht dem Räucherwerke voran, das Räucherwerk geht [der Aufräucherung] der Opferglieder voran, die [Aufräucherung der] Opferglieder dem Speisopfer, das Speisopfer dem Pfanngebäckopfer, das Pfanngebäckopfer dem Gußopfer,",
"das Gußopfer dem Zusatzopfer, das Zusatzopfer den Schalen [Weihrauch] und die Schalen [Weihrauch] dem beständigen Abendopfer, denn es heißt:er soll darauf die Fettstücke des Heilsopfers aufräuchern: mit diesem sind sämtliche Opfer beendet.",
"Der Meister sagte: Die große Aufschichtung geht der zweiten Aufschichtung für das Räucherwerk voran. Woher dies? – Es wird gelehrt: Dieses, das Brandopfer, soll auf dem Altar, da wo es angezündet wurde, die ganze Nacht hindurch verbleiben, das ist die große Aufschichtung; das Altarfeuer soll damit brennen, das ist die zweite Aufschichtung für das Räucherwerk. –",
"Vielleicht umgekehrt!? – Es ist einleuchtend, daß die große Aufschichtung bevorzugter ist, denn sie verschafft mehr Sühne. –",
"Im Gegenteil, die zweite Aufschichtung sollte ja bevorzugter sein, denn von dieser werden [Kohlen] in das Allerinnerste gebracht!? – Trotzdem, denn die Vielheit der Sühne ist bevorzugter. Wenn du aber willst, sage ich: würde er etwa nicht, falls er kein Holz für die zweite Aufschichtung finden sollte, [Feuer] von der großen Aufschichtung nehmen!?",
"«Die zweite Aufschichtung für das Räucherwerk geht dem Auflegen der zwei Holzstücke voran.» Woher dies? – Es heißt:der Priester soll jeden Morgen Holzscheite darauf anzünden; darauf, nicht aber auf der anderen, demnach muß ja die andere bereits vorhanden sein. –",
"Das [Wort] darauf ist ja an und für sich nötig!? – Es heißt zweimaldarauf.",
"«Das Auflegen der zwei Holzscheite geht dem Entaschen des inneren Altars voran.» Obgleich es bei diesen jeden Morgen heißt und bei jenem jeden Morgen heißt, so ist dennoch das, was [für das Räucherwerk] erforderlich ist, bevorzugter. Was erforderlich ist, das sind ja die zwei Holzscheite, und du sagtest ja, die zwei Holzscheite gehören zur großen Aufschichtung!?",
"R. Jirmeja erwiderte: Sie gehören zur Gattung Holz. Rabina erwiderte: Da er die Aufschichtung begonnen hat, beendet er sie auch. R. Aši erwiderte: Würde er etwa nicht, falls er kein Holz für die zweite Aufschichtung finden sollte, [Feuer] von der großen Aufschichtung holen!?",
"«Das Entaschen des inneren Altars geht dem Putzen der fünf Lampen voran.» Weshalb? Abajje erwiderte: Die Lehre ist mir bekannt, den Grund kenne ich nicht. Raba erwiderte: Dies ist nach Reš Laqiš zu erklären. Reš Laqiš sagte, man dürfe an gottgefälligen Handlungen nicht vorübergehen,"
],
[
"und wenn man in den Tempel eintritt, kommt man zuerst auf den Altar zu. Es wird nämlich, gelehrt: Der Tisch stand nördlich in einem Abstande von zweieinhalb Ellen von der Wand, die Leuchte stand südlich in einem Abstande von zweieinhalb Ellen von der Wand und der Altar stand in der Mitte, etwas nach außen vorgerückt. – Sollte er doch genau [in der Mitte] stehen!? – Es heißt: die Leuchte gegenüber dem Tische, sie müssen einander sehen können.",
"Raba sagte: Aus der Lehre des Reš Laqiš ist zu entnehmen, daß man nicht über die Tephilla des Armes hinweg die Tephilla des Kopfes anfassen dürfe. – Wie mache man es? – Zuerst die Tephilla des Armes und nachher die Tephilla des Kopfes [anlegen].",
"«Das Putzen der fünf Lampen geht dem Blute des beständigen Opfers voran, das Blut des beständigen Opfers geht dem Reinigen der zwei Lampen voran.» Weshalb? Abajje erwiderte: [Die Worte] jeden Morgen, die bei den zwei Holzscheiten nicht nötigsind, beziehe man hierauf: einesbeziehe man auf das Putzen der fünf Lampen, daß es dem Blute des beständigen Opfers vorangehe, und eines beziehe man auf das Blut des beständigen Opfers, daß es dem Putzen der zwei Lampen vorangehe.",
"Eines beziehe man auf das Putzen der fünf Lampen, daß es dem Blute des beständigen Opfers vorangehe, denn bei jenem sind es drei,bei diesem aber zwei.",
"Und eines beziehe man auf das Blut des beständigen Opfers, daß es dem Putzen der zwei Lampen vorangehe, denn obgleich es bei diesem zweimal und bei jenem zweimal [Morgen] heißt, so ist dennoch das, was Sühne verschafft, bevorzugter.",
"R. Papa sprach zu Abajje: Vielleicht ist ein [Morgen] auf das Entaschen des inneren Altars zu beziehen, daß es dem Blute des beständigen Opfers vorangehe, denn bei jenem würden es drei sein, bei diesem aber zwei, und eines auf das Blut des beständigen Opfers, daß es dem Putzen der fünf Lampen vorangehe, denn obgleich es bei beiden zwei sind, so ist das, was Sühne schafft, bevorzugter!? – Wodurch würdest du esdemnach unterbrechen.",
"Allerdings nach Reš Laqiš, welcher sagt, man putze sie deshalb einmal und wiederum, um Getümmelim Vorhofe hervorzurufen,",
"wie ist es aber nach R. Joḥanan zu erklären, welcher sagt, die Wiederholung [des Wortes] Morgen besage, daß man ihn in zwei Morgenteile!?",
"Rabina sprach zu R. Aši: Sind denn [die Worte] jeden Morgen beim [Aufschichten des] Holzes überflüssig, die sind ja an und für sich nötig, denn der Allbarmherzige sagt damit, daß sie der zweiten Aufschichtung für das Räucherwerk vorangehen!? Dieser erwiderte; Wir haben ja erklärt: darauf, nicht aber auf der anderen, demnach muß ja die andere bereits vorhanden sein. –",
"Weshalb putzt er zuerst die fünf Lampen, sollte er doch zuerst die zwei putzen!? – Wenn er anfängt, so putze er schon den größeren Teil. – Sollte er sechs putzen!? – Die Schrift sagt:wenn er die Lampen putzt, soll er es räuchern, und Lampen sind nicht weniger als zwei.",
"«Das Putzen der zwei Lampen geht dem Räucherwerke voran.» Die Schrift sagt: wenn er die Lampen reinigt, und darauf folgt: soll er es räuchern.",
"«Das Räucherwerk [dem Aufräuchern] der Opferglieder.» Denn es wird gelehrt: Das, wobei es zweimal Morgen heißt, gehe dem voran, wobei es nur einmal Morgen heißt.",
"«Das [Aufräuchern] der Opferglieder dem Speisopfer.» Denn es wird gelehrt: Woher, daß dem beständigen Morgenopfer nichts vorangehen dürfe?"
],
[
"Es heißt:er schichte darauf das Brandopfer, und Raba erklärte: das Brandopfer, das erste Brandopfer.",
"«Das Speisopfer dem Pfanngebäckopfer.» [Es heißt]:Brandopfer und Speisopfer.",
"«Das Pfanngebäckopfer dem Gußopfer.» Dies ist ebenfalls ein Speisopfer.",
"«Das Gußopfer dem Zusatzopfer.» [Es heißt]:Opfer und Trankopfer. «Das Zusatzopfer den Schalen [Weihrauch].» Es wird ja aber gelehrt, daß die Schalen [Weihrauch] dem Zusatzopfer vorangehen!? – Hierüber streiten Tannaím.",
"Abajje sagte: Die Ansicht desjenigen, welcher sagt, das Zusatzopfer gehe den Schalen [Weihrauch] voran, ist einleuchtender. Du sagtest ja, [die Worte] jeden Morgen besagen, daß es vorher dargebracht werde, ebenso besagen hierbei [die Worte] am Tage, daß es später dargebracht werde. –",
"Was ist der Grund desjenigen, welcher sagt, die Schalen [Weihrauch] gehen dem Zusatzopfer voran? – Er folgert dies aus [dem Worte] Gesetz, das auch beim Pfanngebäckopfer gebraucht wird. –",
"Wenn er von diesem folgert, so sollte er es in jeder Hinsichtfolgern!? – [Die Worte] am Tage besagen eben, daß sie später herankommen.",
"DAS MORGENRÄUCHERWERK WURDE ZWISCHEN DEM BLUTE UND [DER AUFRÄUCHERUNG] DER OPFERGLIEDER DARGEBRACHT. Nach wessen Ansicht: wenn nach den Rabbanan, so sollte es zwischen dem Blute und dem Lampen[putzen], wenn nach Abba Šaúl, so sollte es zwischen dem Lampen [putz en] und [dem Aufräuchern] der Opferglieder erfolgen!? –",
"Tatsächlich nach den Rabbanan, nur wird hier nicht die Reihenfolge angegeben.",
"DAS DES ABENDS ZWISCHEN [DER AUFRÄÜCHERUNG] DER OPFERGLIEDER UND DEM GUSSOPFER. Woher dies? R. Joḥanan erwiderte: Die Schrift sagt:wie das Speisopfer des Morgens mit seinem Gußopfer sollst du es herrichten; wie beim Speisopfer des Morgens das Räucherwerk dem Gußopfer vorangeht, ebenso geht bei diesem das Räucherwerk dem Gußopfer voran. –",
"Demnach sollte, wie bei jenem das Räucherwerk [der Aufräucherung] der Opferglieder vorangeht, auch bei diesem das Räucherwerk der Aufräucherung der Opferglieder vorangehen!? – Heißt es denn: wie die Opferglieder des Morgens? Es heißt: wie das Speisopfer des Morgens, nicht aber wie die Opferglieder des Morgens.",
"Die Rabbanan lehrten:Ein viertel Hin als dazu gehöriges Gußopfer; diesist hinsichtlich des Morgen[opfers] vom Abend[opfer] zu folgern;"
],
[
"Rabbi sagt, hinsichtlich des Abend[opfers] vom Morgenopfer. –",
"Einleuchtend ist die Ansicht der Rabbanan, denn dies steht ja beim beständigen Abendopfer, was aber ist der Grund Rabbis!? Rabba b.U͑la erwiderte: Die Schrift sagt:zu dem einen Lamme, und das Lamm des beständigen Morgenopfers ist es, bei dem es eines heißt. –",
"Und die Rabbanan!? – Eines heißt das vortrefflichste einzige der Herde. – Und Rabbi!? – Dies geht hervor aus:das beste eurer Gelübdeopfer. – Und die Rabbanan!? – Eines spricht von Pflichtopfem und eines von freiwilligen Opfern. Und beides ist nötig.",
"WAR DER HOCHPRIESTER ALT ODER EMPFINDLICH &C. Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Man erhitzte Eisenblöcke am Vorabend des Versöhnungstages und legte sie in das kalte Wasser, um die Kälte zu mildern. – Man härtete sie ja!? R. Bebaj erwiderte: [Die Erhitzung] reichte nicht zum Härten. Abajje erwiderte: Du kannst auch sagen, sie reichte zum Härten, denn, was unbeabsichtigt erfolgt, ist erlaubt. –",
"Kann Abajje dies denn gesagt haben, es wird ja gelehrt:Das Fleisch seiner Vorhaut, es ist zu beschneiden, auch wenn ein Aussatzfleckdaran ist – so R. Jošija. Hierzu fragten wir, wozu denn der Schriftvers nötigsei, und Abajje erwiderte, nach R. Jehuda, der sagt, was unbeabsichtigt erfolgt, sei erlaubt!? –",
"Dies gilt nur von [Verboten] der ganzen Tora, während das Härten [am Feiertage] nur rabbanitisch [verboten] ist.",
"MAN BRACHTE IHN IN DIE PARVAKAMMER, DIE AUF HEILIGEM GEBIETE LAG, UND BREITETE ZWISCHEN IHM UND DEM VOLKE EIN LAKEN AUS BYSSUS AUS; HIERAUF WUSCH ER SICH HÄNDE UND FÜSSE UND ZOG SICH AUS. R. MEÍR SAGT, ER ZOG SICH AUS UND WUSCH SICH HÄNDE UND FÜSSE. SODANN STIEG ER HINAB UND TAUCHTE UNTER, STIEG HERAUF UND TROCKNETE SICH AB, UND MAN BRACHTE IHM DIE WEISSEN GEWÄNDER; ER ZOG SIE AN UND WUSCH SICH HÄNDE UND FÜSSE.",
" MORGENS LEGTE ER PELUSISCHESIM WERTE VON ZWÖLF MINEN AN, ABENDS INDISCHESIM WERTE VON ACHTHUNDERT ZUZ – SO R. MEÍR. DIE WEISEN SAGEN: MORGENS LEGTE ER SOLCHE IM WERTE VON ACHTZEHN MINEN AN, ABENDS IM WERTE VON ZWÖLF MINEN, ZUSAMMEN ALSO DREISSIG MINEN. DIESE WAREN AUS GEMEINDEMITTELN; WOLLTE ER MEHR, SO FÜGTE ER AUS EIGNEM HINZU."
],
[
"GEMARA. Was heißt Parva? R. Joseph erwiderte: Parva war ein Zauberer.",
"UND BREITETE EIN LAKEN AUS BYSSUS AUS? Weshalb aus Byssus? R. Kahana erwiderte: Damit er sich merke, daß an diesem Tage der Dienst in Byssus-Gewändern zu verrichten sei.",
"MORGENS LEGTE ER PELUSISCHES IM WERTE VON ACHTZEHN &C. Will uns der Autor etwa das Zusammenzählenlehren!? – Er lehrt uns folgendes: man wende nicht weniger als diese Gesammtsumme auf, jedoch ist nichts dabei, wenn für diese weniger und für jene mehr aufgewendet wird. –",
"Immerhin sind alle der Ansicht, daß die des Morgens bevorzugter sind: woher dies? R. Hona, Sohn des R. I͑lea͑j, erwiderte: Viermal heißt es im SchriftverseLinnen, vom besten Linnen."
],
[
"Man wandte ein:Sie sollen andere Gewänder anlegen, damit sie nicht das Volk durch ihre Gewänder heiligen;",
"andere, doch wohl bessere als jene!? – Nein, andere, einfachere als jene.",
"R. Hona b.Jehuda, manche sagen, R. Šemuél b.Jehuda, lehrte: Wenn einem Priester seine Mutter einen Leibrock gefertigt hat, so darf er, nachdem er den Gemeindedienst beendet hat, ihn anziehen und darin Einzeldienstverrichten, nur muß er ihn der Gemeinde übergeben. – Demnach ist es ja selbstverständlich!? –",
"Man könnte glauben, es sei zu befürchten, die Übergabe erfolgt vielleicht nicht ganz so, wie sie sein soll, so lehrt er uns. Man erzählt von R. Jišma͑él b.Phabi, daß ihm seine Mutter einen Leibrock im Werte von hundert Minen machte, den er anlegte und darin er Einzeldienst verrichtete; er übergab ihn der Gemeinde.",
"Man erzählt von R. Elea͑zar b.Ḥarsom, daß ihm seine Mutter einen Leibrock im Werte von zwei Myriaden [Minen] machte, und seine Priesterbrüder ihn diesen nicht anlegen ließen, weil er darin wie nackt aussah. – Wieso war dies möglich, der Meister sagte ja, die Fäden waren sechsfach gedreht!? – Abajje erwiderte: Wie der Wein im Glase.",
"Die Rabbanan lehrten: Der Arme, der Reiche und der Wüstling erscheinen beim [himmlischen] Gerichte. Wenn man dem Armen vorhält, weshalb er sich nicht mit der Tora befaßt habe, und er erwidert, er sei arm und mit seiner Erwerbstätigkeit überlastet gewesen, so entgegnet man ihm: Warst du etwa ärmer als Hillel!?",
"Man erzählt von Hillel dem Älteren, daß er täglich durch Arbeit einen Tropaïkverdiente, von dem er die Hälfte dem Pedell des Lehrhauses gab und die andere Hälfte für seinen Unterhalt und den Unterhalt seiner Familie verwandte. Eines Tages fand er nichts zu verdienen, und der Pedell des Lehrhauses ließ ihn nicht herein; da kletterte er hinauf und setzte sich auf das Dachfenster, um die Worte des lebendigen Gottes aus dem Munde von Šema͑ja und Ptollion zu hören.",
"Man erzählt, es war an einem Freitag um die Jahreswende des Tebeth, und vom Himmel fiel der Schnee auf ihn nieder. Als die Morgenröte aufging, sprach Šema͑ja zu Ptollion: Bruder Ptollion, an jedem anderen Tage ist das Zimmer hell, heute aber ist es dunkel; ist denn der Tag so sehr wolkig? Als sie hinaufschauten und die Gestalt eines Menschen im Dachfenster bemerkten, stiegen sie hinauf und fanden ihn drei Ellen hoch mit Schnee bedeckt. Da holten sie ihn hervor, wuschen und schmierten ihn und setzten ihn gegen das Feuer, indem sie sagten, er verdiene es, daß man seinetwegen den Šabbath entweihe.",
"Wenn man dem Reichen vorhält, weshalb er sich nicht mit der Tora befaßt habe, und er erwidert, er sei reich und durch sein Vermögen überlastet gewesen, so entgegnete man ihm: Warst du etwa reicher als R. Elea͑zar b. Ḥarsom. Man erzählt von R. Elea͑zar b.Ḥarsom, daß ihm sein Vater tausend Städte auf dem Festlande und dementsprechend tausend Schiffe auf dem Meere hinterließ. Jeden Tag nahm er einen Sack mit Mehl auf die Schulter und wanderte von Stadt zu Stadt und von Provinz zu Provinz, um die Tora zu studieren.",
"Eines Tages trafen ihn seine Knechteund zwangen ihn zur Fronarbeit. Da sprach er zu ihnen: Ich bitte euch, lasset mich, ich will die Tora studieren gehen. Diese aber erwiderten ihm: Beim Leben des R. Elea͑zar b.Ḥarsom, wir lassen dich nicht. Er hatte sie nämlich nie im Leben gesehen, vielmehr saß er tags und nachts und befaßte sich mit der Tora.",
"Wenn man dem Wüstling vorhält, weshalb er sich nicht mit der Tora befaßt habe, und er erwidert, er sei hübsch gewesen und durch seinen bösen Trieb abgelenkt worden, so entgegnet man ihm: Warst du etwa hübscher als der fromme Joseph!? Man erzählt vom frommen Joseph, daß die Frau Poṭiphars tagtäglich ihn durch Worte zu verführen suchte; Gewänder, die sie seinetwegen morgens anlegte, legte sie abends nicht an, Gewänder, die sie seinetwegen abends anlegte, legte sie morgens nicht an.",
"Sie sprach zu ihm: Sei mir zuwillen. Er erwiderte ihr: Nein. Sie sprach zu ihm: Ich sperre dich ins Gefängnis. Er erwiderte ihr:Der Herr befreit die Gefangenen. – Ich beuge deine Statur. – Der Herr richtet die Gehengten auf. – Ich blende dir die Augen. –Der Herr macht die Blinden sehend. Alsdann gab sie ihm tausend Silbertalente, damit er ihr zuwillen sei, mit ihr zu schlafen, mit ihr zusammen zu sein; er aber wollte ihr nicht zuwillen sein.",
"Mit ihr zu schlafen, auf dieser Welt; mit ihr zusammen zu sein, in jener Welt. So beschuldet Hillel die Armen, beschuldet R. Elea͑zar b. Ḥarsom die Reichen und beschuldet Joseph die Wüstlinge.",
"SODANN BEGAB ER SICH ZU SEINEM FARREN, DER ZWISCHEN DER VORHALLE UND DEM ALTAR STAND, DEN KOPF NACH SÜDEN MIT DEM GESICHTE NACH WESTEN. DER PRIESTER STELLTE SICH ÖSTLICH MIT DEM GESICHTE NACH WESTEN, STÜTZTE BEIDE HÄNDE AUF DIESEN UND SPRACH DAS SÜNDENBEKENNTNIS.",
"ER SPRACH ALSO: ACH, HERR, ICH HABE VOR DIR GESÜNDIGT, GEFREVELT UND GEFEHLT, ICH UND MEIN HAUS! ACH, HERR, VERGIB DOCH DIE SÜNDEN, DIE FREVEL UND DIE VERFEHLUNGEN, DIE ICH VOR DIR GESÜNDIGT, GEFREVELT UND GEFEHLT HABE, ICH UND MEIN HAUS! WIE DOCH GESCHRIEBEN STEHT IN DER TORA DEINES KNECHTES MOŠE:denn an diesem Tage wird er vergeben &c. UND SIE STIMMTEN NACH IHM EIN: GEPRIESEN SEI DER NAME SEINER KÖNIGLICHEN MAJESTÄT AUF IMMER UND EWIG."
],
[
"GEMARA. Wer ist es, der sagt [der Raum zwischen] der Vorhalle und dem Altar gehöre zur Nordseite? –",
"Es ist R. Elea͑zar b.R. Šimo͑n, denn es wird gelehrt: Was gehörte zur Nordseite? Von der nördlichen Wand des Altars bis zur [nördlichen] Wand des Vorhofes gegenüber dem ganzen Altar– so R. Jose b.R. Jehuda. R. Elea͑zar b.R. Šimo͑n fügt noch [den Raum] zwischen der Vorhalleund dem Altar hinzu. Rabbi fügt noch den Raumhinzu, da die Priester sich aufhielten, und den Raum, da die Jisraéliten sich aufhielten. Alle stimmen jedoch überein, daß es vom Messeraufbewahrungsraumeab einwärts unzulässigsei. –",
"Es wäre also anzunehmen, daß [unsere Mišna] nur die Ansicht des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n vertritt und nicht die des Rabbi. – Du kannst auch sagen, die des Rabbi, denn wenn er sogar über die Ansicht des R. Jose b.R. Jehuda hinausgeht, wie sollte er nicht über die des R. Elea͑zar b.R.Šimo͑n hinausgehen!? –",
"Wir meinen es wie folgt: nach Rabbi dürfte man ja [den Farren in der Nordseite] des ganzen Vorhofes stehen lassen. – Auch nach R. Elea͑zar b.R. Šimo͑n dürfte man ihn ja [in der Nordseite] zwischen dem Altar und der Wand [des Vorhofes] stehen lassen!?",
"Du mußt also erklären, wegen der Schwächedes Hochpriesters, ebenso auch nach Rabbi, wegen der Schwäche des Hochpriesters.",
"DEN KOPF NACH SÜDEN MIT DEM GESICHTE NACH WESTEN. Wie ist dies möglich? Rabh erwiderte: Wenn er den Kopf umwendet. – Sollte er ihn doch gerade stehenlassen!? Abajje erwiderte: Mit Rücksicht darauf, er könnte Mist werfen.",
"Die Rabbanan lehrten: Auf welche Weise erfolgt das Stützen? Das Opfer steht nördlich mit dem Gesichte nach Westen und der Stützende steht östlich mit dem Gesichte nach Westen; er legt beide Hände zwischen beide Hörner des Opfers, nur darf nichts zwischen ihm und dem Opfer trennen, und spricht das Sündenbekenntnis. Bei einem Sündopfer, die betreffende Sünde, bei einem Schuldopfer, die betreffende Schuld, und bei einem Brandopfer [die Vergehen inbetreff] der Nachlese, des Vergessenen, des Eckenlasses und des Armenzehnten – so R. Jose der Galiläer.",
"R. A͑qiba sagt, ein Brandopfer werde nur wegen [der Übertretung] eines Gebotes oder eines in ein Gebot übergehenden Verbotesdargebracht. –",
"Worin besteht ihr Streit? R. Jirmeja erwiderte:"
],
[
"Sie streiten über das Verbot des Aases:",
"R. A͑qiba ist der Ansicht, dies sei ein richtigesVerbot, und R. Jose der Galiläer ist der Ansicht, dieses sei kein richtigesVerbot.",
"Abajje erwiderte: Alle stimmen überein, daß das Verbot des Aases ein richtiges Verbot sei, und sie streiten vielmehr über [das Gebot des] Zurücklassens:",
"R. A͑qiba ist der Ansicht, man müsse es von vornhereinzurücklassen, und R. Jose der Galiläer ist der Ansicht, man müsse es nachher.",
"Die Rabbanan lehrten: Wie lautet sein Sündenbekenntnis? Ich habe gesündigt, gefrevelt und gefehlt. Ebenso heißt es beim fortzuschickenden Sühnebock:er soll über ihm alle Sünden der Kinder Jisraél bekennen, all ihre Freveltaten und all ihre Verfehlungen; ebenso heißt es bei Moše:der Sünde, Frevel und Verfehlung vergibt – so R. Meír. Die Weisen sagen: Sünden sind vorsätzliche Missetaten, denn so heißt es: vertilgt werde diese Seele, ihre Sünde haftet ihr an;",
"Frevel sind widersetzliche Missetaten, denn so heißt es:der König von Moab widersetzte sich mir; ferner heißt es:damals, zu jener Zeit, widersetzte sich auch Libhna; Verfehlungen sind die versehentlichen Missetaten, denn so heißt es:wenn jemand versehentlich fehlt. Sollte er denn, nachdem er die vorsätzlichen Missetaten und die Widersetzlichkeiten bekannt hat, die versehentlichen Missetaten bekennen!?",
"Vielmehr lautet sein Sündenbekenntnis wie folgt: Ich habe vor dir gefehlt, gesündigt und gefrevelt, ich und mein Haus &c. So heißt es auch bei David:wir haben gefehlt samt unseren Vätern, wir haben gesündigt und gefrevelt. Ebenso heißt es bei Šelomo:wir haben gefehlt, gesündigt und gefrevelt. Ebenso heißt es bei Daniél:wir haben gefehlt, gesündigt, gefrevelt und uns widersetzt. – Wieso sagte aber Moše: der Sünde, Frevel und Verfehlung vergibt!? Moše sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, wenn die Jisraéliten vor dir sündigen und Buße tun, so rechne ihnen die vorsätzlichen [Sünden] als versehentliche an!",
"Rabba b.Šemuél sagte im Namen Rabhs: Die Halakha ist wie die Weisen. – Selbstverständlich, bei [einem Streite] zwischen einem Einzelnen und einer Mehrheit ist ja die Halakha nach der Mehrheit zu entscheiden!? – Man könnte glauben, der Grund R. Meírs sei einleuchtender, weil der (von Moše angewandte) Schriftversihn unterstützt, so lehrt er uns.",
"Einst tratjemand in Gegenwart Rabas [vor das Betpult] und verfuhr nach R. Meír; da sprach dieser zu ihm: Du läßt also die Rabbanan und verfährst nach R. Meír!? Jener erwiderte: Ich bin der Ansicht R. Meírs, denn so steht es auch in der Tora Mošes.",
"Die Rabbanan lehrten:Und Sühne schaffen; der Schriftvers spricht von der Sühne durch Worte. Du sagst von der Sühne durch Worte, vielleicht ist dem nicht so, sondern von der Sühne durch das Blut!?",
"Ich deduziere also: hierbei wird [der Ausdruck] Sühne gebraucht und dort wird [der Ausdruck] Sühne gebraucht, wie die beim Ziegenbocke genannte Sühne eine durch Worte ist, ebenso ist die beim Farren gebrauchte Sühne eine durch Worte.",
"Wenn du aber dagegen einwendest, so heißt es:Ahron soll seinen eigenen Sündopfer-Farren darbringen und sich und seinem Hause Sühne schaffen, und noch ist ja der Farre nicht geschlachtet. –",
"Was heißt: wenn du dagegen einwendest? – Man könnte einwenden, es sei vom innerhalb [des Tempels] herzurichtenden Ziegenbocke zu folgern, bei dem die Sühne durch das Blut erfolgt, so heißt es: und Sühne schaffen, und noch ist der Farre nicht geschlachtet."
],
[
"Woher, daß [das Sündenbekenntnis] mit ‘Ach’ [beginne]? – Hierbei wird [der Ausdruck] Sühne gebraucht und dort, beim Ḥoreb,wird [der Ausdruck] Sühne ebenfalls gebraucht, wie es dort mit ‘Ach’ [begann], ebenso muß es auch hierbei mit ‘Ach’ [beginnen]. – Woher, daß dabei der Gottesname genannt werde? – Hierbei wird [der Ausdruck] Sühne gebraucht und beim genickbrochenen Kalbewird [der Ausdruck] Sühne gebraucht, wie dortmit dem Gottesnamen, ebenso hierbei mit dem Gottesnamen.",
"Abajje sprach: Allerdings ist vom genickbrochenen Kalbe nicht auf das [Ereignis am Berge] Ḥorebzu folgern, da es bereits geschehen ist, aber vom [Ereignis am Berge] Ḥoreb sollte doch auf das genickbrochene Kalb gefolgertwerden!? Wolltest du sagen, dem sei auch so, so haben wir ja gelernt: Die Priester sprachen:Vergib deinem Volke Jisraél. Sie sagten aber nicht ‘ach’!? – Das ist ein Einwand.",
"SIE STIMMTEN NACH IHM EIN. Es wird gelehrt: Rabbi sagte:Wenn ich den Namen des Herrn rufe, so gebet Ehre unserem Gotte. Moše sprach nämlich zu Jisraél: Wenn ich den Namen des Heiligen, gepriesen sei er, erwähne, so gebet ihr seinem Namen Ehre. Ḥananja, der Bruderssohn R. Jehošua͑s, sagte:Das Gedächtnis des Gerechten bleibt zum Segen; der Prophet sprach nämlich zu Jisraél: Wenn ich den Namen des Weltgerechten erwähne, so gebet ihr ihm Segen.",
"SODANN GING ER NACH DER OSTSEITE DES VORHOFES, NÖRDLICH VOM ALTARE, DER PRIESTERPRÄSES ZU SEINER RECHTEN UND DER OBMANN DER FAMILIENWACHEZU SEINER LINKEN. DA BEFANDEN SICH DIE BEIDEN ZIEGENBÖCKE, AUCH WAR DA EINE URNE MIT ZWEI LOSTÄFELCHEN AUS BUCHSBAUMHOLZ. JEHOŠUA B.GAMLA MACHTE SIE AUS GOLD, UND MAN GEDACHTE SEINER ZUM LOBE.",
" BEN QAṬIN BRACHTE ZWÖLF HÄHNE AN DAS WASCHBECKEN AN, DAS NUR ZWEI HATTE; ER MACHTE AUCH EINE VORRICHTUNG AN DAS WASCHBECKEN, DASS SEIN WASSER NICHT DURCH DAS ÜBERNACHTEN UNTAUGLICHWERDE. DER",
"KÖNIG MONOBAZ MACHTE DIE GRIFFE ALLER GERÄTE DES VERSÖHNUNGSTAGES AUS GOLD. SEINE MUTTER HELENE MACHTE EINE GOLDENE LAMPE AN DIE TÜR DES TEMPELS; AUCH MACHTE SIE EINE GOLDENE TAFEL, AUF DER DER ABSCHNITT VOR DER EHEBRUCHSVERDÄCHTIGTENGESCHRIEBEN WAR. MIT DEN TÜREN DES NIKANOR GESCHAHEN WUNDER, UND MAN GEDACHTE SEINER ZUM LOBE.",
"GEMARA. Wenn es ‘nördlich vom Altar’ heißt, so ist ja zu entnehmen, daß der Altar nicht in der Nordseite gestanden hat, also nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob, denn es wird gelehrt:Nördlich vor dem Herrn, die ganze Nordseite muß frei sein – so R. Elie͑zer b.Ja͑qob.",
"Der Anfang [dieser Lehre] ist ja aber nach R. Elea͑zar b.R. Šimo͑n!? – Das Ganze ist nach R. Elie͑zer b.Ja͑qob, nur lese man dort: ungefährzwischen der Vorhalle und dem Altar.",
"DER PRIESTERPRÄSES AN SEINER RECHTEN UND DER OBMANN DER FAMILIENWACHE AN SEINER LINKEN. R. Jehuda sagte: Wer zur Rechten seines Lehrers geht, ist ungesittet. – Es wird gelehrt: Der Priesterpräses zu seiner Rechten und der Obmann der Familienwache zu seiner Linken!?",
"Ferner wird gelehrt: Wenn drei auf dem Wege gehen, so gehe der Lehrer in der Mitte, der größere zu seiner Rechten und der kleinere zu seiner Linken. So finden wir es auch bei den Dienstengeln, die zu Abrahamkamen: Mikhaél in der Mitte, Gabriél zu seiner Rechten und Raphaél zu seiner Linken!?",
"R. Šemuél b.Papa erklärte vor R. Ada: Nur so, daß der Lehrer durch ihn verstelltwird. – Es wird ja aber gelehrt, wer parallel mit seinem Lehrer geht, sei ungesittet, und wer hinter seinem Lehrer, sei großtuerisch!? – Ein wenig seitwärts.",
"EINE URNE MIT ZWEI LOSTÄFELGHEN. Die Rabbanan lehrten:Ahron soll über die beiden Böcke Lose werfen; Lose, woraus sie auch sind.",
"Man könnte glauben, zweiüber den einen und zwei über den anderen, so heißt es:ein Los für den Herrn und ein Los für A͑zazel; nur ein Los für Gott und nur ein Los für A͑zazel. Man könnte glauben, er werfe [das Los] für Gott und [das Los] für A͑zazel über den einen und [das Los] für Gott und [das Los] für A͑zazel über den anderen, so heißt es: ein Los. Weshalb heißt es demnach: Lose? Sie müssen beide egal sein; man darf nicht eines aus Gold und das andere aus Silber oder eines groß und das andere klein machen. –",
"«Lose, woraus sie auch sind». Selbstverständlich!? – Dies ist wegen der folgenden Lehre nötig: Wir finden, daß das Stirnblatt, auf dem der Gottesname geschrieben war, aus Gold war, somit könnte man glauben, daß auch diese [aus Gold] sein müssen, so heißt es zweimal Los, einschließend; es schließt Olivenholz ein, es schließt Nußbaumholz ein und es schließt Buchsbaumholz ein.",
"BEN QAṬIN BRACHTE ZWÖLF HÄHNE AN DAS WASCHBECKEN &C. Es wird gelehrt: Damit zwölf seiner Priesterbrüder, die sich mit dem beständigen Opfer befassen, gleichzeitig Hände und Füße waschen können. Es wird gelehrt: Morgens, als [das Waschbecken] voll war, wusch er Hände und Füße aus dem oberen [Hahn], abends, als [das Wasser] niedrig stand, wusch er Hände und Füße aus dem unteren.",
"ER MACHTE AUCH EINE VORRICHTUNG AN DAS WASCHBECKEN &C. Was war das für eine Vorrichtung? Abajje erwiderte: Ein Rad, wodurch man es senken konnte.",
"DER KÖNIG MONOBAZ MACHTE DIE GRIFFE ALLER GERÄTE &C. Sollte er doch [die Geräte] selbst aus Gold gemacht haben!?"
],
[
"Abajje erwiderte: Die Messergriffe. Man wandte ein: Er machte auch die Füße der Gefäße, die Oesen der Gefäße, die Griffe der Geräte und die Griffe der Messer des Versöhnungstages aus Gold!? Abajje erklärte: Die Stiele der Äxte und Schaufeln.",
"SEINE MUTTER HELENE MACHTE EINE GOLDENE LAMPE &C. Es wird gelehrt: Wenn die Sonne schien, gingen aus dieser Strahlen aus, und man wußte, daß die Zeit des Semalesens herangereicht sei.",
"Man wandte ein: Wer das Šema͑ morgens mit den Leuten der Priester wache oder den Leuten des Beistandes liest, genügt nicht seiner Pflicht, weil die Leute der Priesterwache es zu früh und die Leute des Beistandes es zu spät lesen!? Abajje erwiderte: Für das übrige Volk in Jerušalem.",
"AUCH MACHTE SIE EINE TAFEL. Hieraus wäre also zu entnehmen, daß man eine Rollezur Übung für ein Kind schreiben dürfe!? Reš Laqiš erwiderte im Namen R. Jannajs: Alphabetisch.",
"Man wandle ein: Wenn erschreibt, schaue er auf die Tafel und schreibe von dieser ab!? – Lies: schaue er auf die Tafel und schreibe nach dieser.",
"Man wandte ein: Wenn er schreibt, schaue er auf die Tafel und schreibe von diesen ab. Was stand auf der Tafel geschrieben?Ob dich jemand beschlafen hat oder nicht, ob du dich vergangen hast oder nicht!? –"
],
[
"Nur überspringend.",
"MIT DEN TÜREN DES NIKANOR GESCHAHEN WUNDER. Die Rabbanan lehrten: Welche Wunder geschahen mit seinen Türen? Man erzählt, daß als Nikanor nach Alexandrien in Miçrajim reiste, um seine Türenzu holen, auf seiner Rückreise eine Meereswoge sich erhob, ihn zu ertränken. Da nahmen sie eine [der Türen] und warfen sie ins Meer; das Meer aber ließ von seinem Toben nicht ab.",
"Als sie auch die andere [ins Meer] werfen wollten, stand er auf und klammerte sich an diese, indem er zu ihnen sprach: Werfet mich mit. Nun ließ das Meer sofort von seinem Toben ab. Er aber grämte sich wegen der anderen. Als er den Hafen von A͑kko erreichte, tauchte sie auf und kam unter den Wänden des Schiffes hervor. Manche erzählen, ein Tier im Meere habe sie verschlungen und ans Land gespieen.",
"Über diese sprach Šelomo:die Balken unserer Häuser sind Zedern, unsere Türen sina Cypressen [berothim], und man lese nicht berothim, sondern berith jam [Bündnis des Meeres]. Daher wurden alle Türen des Tempels [später] in goldene eingetauscht, ausgenommen die Nikanortüren, wegen der Wunder, die mit ihnen geschahen. Manche sagen, weil sie aus glänzendem Kupfer waren. R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Es war geläutertes Kupfer und leuchtete wie Gold.",
"DER FOLGENDEN [GEDACHTE MAN] ZUM TADEL: DIE ANGEHÖRIGEN DER FAMILIE GARMO WOLLTEN ÜBER DIE ZUBEREITUNG DER SCHAUBROTE NICHTS LEHREN; DIE ANGEHÖRIGEN DER FAMILIE EUTINOS WOLLTEN ÜBER DIE ANFERTIGUNG DES RÄUCHERWERKES NICHTS LEHREN;",
"HYGROS DER LEVITEWAR KUNDIG IM GESANGE, WOLLTE ABER NICHT LEHREN; BEN QAMÇAR WOLLTE ÜBER DAS KUNSTSCHREIBENNICHTS LEHREN. ÜBER JENE HEISST ES:die Erinnerung des Frommen bleibl zum Segen, ÜBER DIESE HEISST ES:der Name der Gottlosen wird verwesen.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Die Angehörigen der Familie Garmo waren in der Zubereitung der Schaubrote kundig und wollten es nicht lehren. Da sandten die Weisen und ließen Meister aus Alexandrien in Miçrajim holen. Diese verstanden wohl wie jene zu backen, doch verstanden sie nicht wie jene [das Brot aus dem Ofen]zu langen. Die einen heizten nämlich [den Ofen] von außen und buken von außen, die anderen hingegen heizten ihn von innen und buken von innen; die Brote der einen wurden schimmlig, die Brote der anderen wurden nicht schimmlig.",
"Als die Weisen dies hörten, sprachen sie: Alles, was der Heilige, gepriesen sei er, erschaffen hat, hat er zu seiner Ehre erschaffen, wie es heißt:jeden, der sich nach meinem Namen nennt, und zu meiner Ehre habe ich ihn erschaffen; mag die Familie Garmo zu ihrem Amte zurückkehren. Als die Weisen sie rufen ließen, wollten sie nicht kommen; da verdoppelte man ihnen ihr Gehalt, und sie kamen. [Vorher] bezogen sie zwölf Minen täglich, an diesem Tage vierundzwanzig. R. Jehuda sagte: [Vorher] bezogen sie vierundzwanzig, an diesem Tage achtundvierzig.",
"Die Weisen sprachen zu ihnen: Weshalb wollt ihr es nicht lehren? Diese erwiderten: In unserem väterlichen Hause wußte man, daß dieses Haus dereinst zerstört werden wird, und ein unwürdiger Mensch könnte dies erlernen, dann gehen und damit Götzen verehren. Wegen des folgenden gedenkt man ihrer zum Lobe: nie wurde feines Brot in der Hand ihrer Kinder bemerkt, damit man nicht sage, sie äßen von den Schaubroten, denn es heißt:ihr sollt vor dem Herrn und Jisraél rein sein.",
"DIE ANGEHÖRIGEN DER FAMILIE EUTINOS WOLLTEN ÜBER DIE ANFERTIGUNG DES RÄUCHERWERKES NICHTS LEHREN. Die Rabbanan lehrten: Die Angehörigen der Familie Eutinos waren in der Anfertigung des Räucherwerkes kundig und wollten es nicht lehren. Da sandten die Weisen und ließen Meister aus Alexandrien in Miçrajim holen. Diese verstanden wie jene [die Spezereien] zu mischen, doch verstanden sie nicht wie jene, den Rauch aufsteigen zu lassen; bei den einen stieg der Rauch gerade wie ein Stock nach oben, bei den anderen teilte er sich hin und her.",
"Als die Weisen dies hörten, sprachen sie: Alles, was der Heilige, gepriesen sei er, erschaffen hat, hat er zu seiner Ehre erschaffen, wie es heißt: alles hat der Herr seinetwegen erschaffen; mag die Familie Eutinos zu ihrem Amte zurückkehren. Als die Weisen sie rufen Hessen, wollten sie nicht kommen; da verdoppelte man ihnen ihr Gehalt, und sie kamen. [Vorher] bezogen sie zwölf Minen täglich, an diesem Tage vierundzwanzig. R. Jehuda sagte: [Vorher] bezogen sie vierundzwanzig, an diesem Tage achtundvierzig.",
"Die Weisen sprachen zu ihnen: Weshalb wollt ihr es nicht lehren? Diese erwiderten: In unserem väterlichen Hause wußte man, daß dieses Haus dereinst zerstört werden wird, und ein unwürdiger Mensch könnte dies erlernen, dann gehen und damit Götzen verehren. Wegen des folgenden gedenkt man ihrer zum Lobe: nie ging eine junge Frau aus ihrer Familie parfümiert aus, auch wenn sie Frauen aus einem anderen Orte nahmen, vereinbarten sie mit ihnen, sich nicht zu parfümieren, damit man nicht sage, sie parfümierten sich mit Spezereien vom Räucherwerke, und es heißt: ihr sollt vor Gott und Jisraél rein sein.",
"Es wird gelehrt: R. Jišma͑él erzählte: Einst befand ich mich auf der Reise und traf einen von ihren Nachkommen; da sprach ich zu ihm: Deine Vorfahren wollten ihr eigenes Ansehen vergrößern und die Ehre Gottes vermindern; die Ehre Gottes ist jedoch bestehen geblieben, ihr Ansehen aber ist vermindert.",
"R. A͑qiba sagte: R. Jišma͑él b. Loga erzählte mir folgendes: Einst ging ich mit einem von ihren Nachkommen aufs Feld, um Gräser zu sammeln, und ich bemerkte, wie er weinte und lächelte. Ich fragte ihn, weshalb er geweint habe; da erwiderte er, er habe sich an das Ansehen seiner Vorfahren erinnert. [Darauf fragte ich ihn] weshalb er gelächelt habe; da erwiderte er, weil der Heilige, gepriesen sei er, es ihnen dereinst zurückgeben werde. Wieso erinnerst du dich daran? Er erwiderte: Ich habe das Rauchkraut vor mir. – Zeige es mir! – Er erwiderte: Es besteht unter uns ein Schwur, es niemand zu zeigen.",
"R. Joḥanan b.Nuri erzählte: Einst traf ich einen Greis, der eine Spezereien-Rolle in der Hand hielt, und ich fragte ihn, woher er komme. Da erwiderte er, er stamme aus der Familie Eutinos. Was hast du da in der Hand? Er erwiderte: Eine Spezereien-Rolle. Zeige sie mir! Er erwiderte: Solange das Haus meiner Vorfahren bestanden hat, vertrauten sie sie niemand an; jetzt soll sie dir gehören, aber, sei damit vorsichtig. Als ich zu R. A͑qiba kam und ihm dies erzählte, sprach er zu mir: Von nun an ist es verboten, über sie tadelnd zu sprechen.",
"Hierauf bezugnehmendsagte Ben A͑zaj: Bei deinem Namen wird man dich rufen, auf deinen Platz wird man dich setzen"
],
[
"und deines wird man dir geben. Niemand berührt, was für seinen Genossen bestimmt ist, und eine Regierung verdrängt die andere nicht um ein Haar weit.",
"HYGROS DER LEVITE &C. Es wird gelehrt: Wenn er eine Melodie anstimmen wollte, steckte er den Daumen in den Mund und legte den Zeigefinger auf die Schnurrbartteilung, daß seine Priesterbrüder mit einem Satze zurückprallen.",
"Die Rabbanan lehrten: Ben Qamçar wollte das Kunstschreiben nicht lehren. Man erzählt von ihm, daß er vier Schreibrohre zwischen die Finger nahm, und wenn ein Wort vier Buchstaben hatte, schrieb er es mit einem Male. Man fragte ihn: Aus welchem Grunde willst du dies nicht lehren? Jene alle fanden eine Rechtfertigung für ihre Handlung, Ben Qamçar fand keine Rechtfertigung für seine Handlung Von jenen heißt es: die Erinnerung des Frommen bleibt zum Segen, von Ben Qamçar und seinen Genossen heißt es: der Name der Frevler wird verwesen. –",
"Was heißt: der Name der Frevler wird verwesen? R. Elea͑zar erwiderte: Eine Verwesung kommt in ihre Namen, indem man niemand nach ihnen benennt. Rabina wandte ein: Der Vater des Doégb.Joseph hinterließ ihn seiner Mutter als kleines Kind. Sie maß ihn täglich nach Handbreiten und spendete das [hinzugekommene] Gewicht in Gold für den Tempel; als aber der Feind die Übermacht gewann, schlachtete sie ihn und verzehrte ihn.",
"Über sie klagte Jirmeja:Wenn Frauen ihre Leibesfrucht essen, Kinder, die auf Händengetragen. Der heilige Geist erwiderte aber :Wenn im Heiligturne des Herrn Priester und Prophet ermordet wird. – Sieh doch, wie es ihm erging.",
"R. Elea͑zar sagte: Der Fromme wird durch sich selbst [genannt], der Frevler [auch] durch andere. Der Fromme durch sich selbst, denn es heißt: die Erinnerung des Frommen bleibt zum Segen; der Frevler [auch] durch andere, denn es heißt: der Name der Frevler wird verwesen.",
"Rabina sprach zu einem der Jünger, der vor ihm Agada vortrug; Woher das, was die Rabbanan sagen, die Erinnerung des Frommen bleibe zum Segen? Dieser erwiderte: Es ist ja ein Schriftvers: die Erinnerung des Frommen bleibt zum Segen. – Wo ist dies aus der Tora zu entnehmen? – Es heißt:der Herr sprach: Soll ich vor Abraham geheim halten, was ich alsbald tun will, und darauf folgt :von Abraham wird ein großes und mächtiges Volk ausgehen. –",
"Woher das, was die Rabbanan sagen, der Name der Frevler wird verwesen: Dieser erwiderte: Es ist ja ein Schriftvers: der Name der Frevler wird verwesen. – Wo ist dies aus der Tora zu entnehmen? – Es heißt:errichte mit seinen Zelten bis nach Sedom, und darauf folgt :die Leute von Sedom aber waren sehr schlecht und sündigten gegen den Herrn.",
"R.Elea͑zar sagte: Ein Frommer wohnte zwischen zwei Frevlern und lernte nicht von ihren Werken, ein Frevler wohnte zwischen zwei Frommen und lernte ebenfalls nicht von ihren Werken. Ein Frommer wohnte zwischen zwei Frevlern und lernte nicht von ihren Werken, das ist O͑badja; ein Frevler wohnte zwischen zwei Frommen und lernte nicht von ihren Werken, das ist E͑acute;sav.",
"R. Elea͑zar sagte: Mit dem Segen der Frommen ist ein Fluchder Frevler verbunden und mit dem Fluche der Frevler ist ein Segen der Frommen verbunden. Mit dem Segen der Frommen ist ein Fluch der Frevler verbunden, denn es heißtich habe ihn erkoren, damit er gebiete &c., und darauf folgt:der Herr sprach: Das Geschrei über Sedom und A͑mora ist groß. \n",
"Mit dem Fluche der Frevler ist ein Segen der Frommen verbunden, denn es heißt: die Leute von Sedom aber waren sehr schlecht und sündigten gegen den Herrn, [und darauf folgt :]und der Herr sprach zu Abram, nachdem sich Loṭ von ihm getrennt hatte. R. Elea͑zar sagte: Die Welt würde auch wegen eines einzigen Frommen erschaffen worden sein, denn es heißt :und Gott sah, daß das Licht gut war, und ‘gut’ ist nichts anderes als der Fromme, denn es heißt:sagt dem Frommen, daß er es gut hat.",
"R. Elea͑zar sagte: Wer auch nur eine Sache von seiner Gesetzeskunde vergißt, verursacht Verbannung für seine Kinder, denn es heißt:du hast das Gesetz deines Gottes vergessen, auch ich will deine Kinder vergessen. R. Abahu sagte : Man enthebt ihn seiner Würde, denn es heißt:weil du die Kenntnis verworfen hast, so will ich dich verwerfen, daß du nicht mehr mein Priester bist.",
"R. Ḥija b.Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Ein Frommer scheidet nicht eher aus der Welt, als bis ein anderer Frommer seinesgleichen erschaffen ist, denn es heißt :die Sonne geht auf und die Sonne geht unter; bevor die Sonne E͑lis unterging, erschien die Sonne des Šemuél aus Rama. R. Ḥija b.Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Der Heilige, gepriesen sei er, sah, daß die Frommen spärlich sind, da verteilte er sie auf alle Generationen, denn es heißt :des Herrn sind der Erde Säulen, er stellte auf sie das Weltall.",
"R. Ḥija b.Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Auch wegen eines Frommen würde die Welt bestehen, denn es heißt:der Fromme ist die Grundlage der Welt. R. Ḥija selbst folgert dies hieraus :die Füßeseiner Frommen behütet er. – Seiner Frommen, dies heißt ja viele!? R. Naḥman b.Jiçḥaq erwiderte: Die Schreibweise ist: seinesFrommen.",
"R. Ḥija b.Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Sobald die Mehrheit der Lebensjahre des Menschen vorüber ist, ohne daß er gesündigt hat, so sündigt er nicht mehr, denn es heißt: die Füße seiner Frommen behütet er. In der Schule R. Šilas sagten sie: Wenn jemand einmal und zweimal Gelegenheit zu einer Sünde hatte und nicht gesündigt hat, so sündigt er nicht mehr, denn es heißt: die Füße seiner Frommen behütet er.",
"Reš Laqiš sagte: Es heißt:hat er mit Spöttern zu tun, so spottet er, aber den Demütigen gibt er Gnade. Wer sich verunreinigen will, dem stehen die Türenoffen, wer sich reinigen will, dem verhilft man dazu. In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Dies ist ebenso, als wenn einer Naphta und Balsam verkauft;"
],
[
"kommt jemand Naphta kaufen, so sagt er zu ihm: Miß dir selbst, und kommt jemand Balsam kaufen, so sagt er zu ihm: Warte, bis ich mit dir messe, damit wir beide parfümiert werden.",
"In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Die Sünde verstockt das Herz des Menschen, denn es heißt :verunreinigt euch nicht durch sie, so daß ihr unrein werdet [veniṭmethem], und man lese nicht veniṭmethern, sondern: veniṭamtem [verstockt werdet].",
"Die Rabbanan lehrten: Verunreinigt euch nicht durch sie, so daß ihr unrein werdet. Wenn jemand sich ein wenig verunreinigt, so verunreinigt man ihn sehr; wenn drunten, so verunreinigt man ihn droben; wenn in dieser Welt, so verunreinigt man ihn auf jener Welt.",
"Die Rabbanan lehrten :Heiligt euch und seid heilig. Wenn jemand sich ein wenig heiligt, so heiligt man ihn sehr; wenn drunten, so heiligt man ihn droben; wenn in dieser Welt, so heiligt man ihn auf jener Welt.",
"",
"ER RÜHRTE DIE URNE UM UND HOLTE DIE ZWEI LOSE HERVOR; AUF DEM EINEN STAND ‘FÜR GOTT’, AUF DEM ANDEREN STAND FÜR A͑ZAZEL’. DER PRIESTERPRÄSES ZU SEINER RECHTEN UND DER OBMANN DER FAMILIENWACHE ZU SEINER LINKEN. GERIET [DAS LOS] ‘FÜR GOTT’ IN SEINE RECHTE, SO SPRACH DER PRIESTERPRÄSES ZU IHM: HERR HOCHPRIESTER, ERHEBE DEINE RECHTE; GERIET [DAS LOS] ‘FÜR GOTT’ IN SEINE LINKE, SO SPRACH DER OBMANN DER FAMILIENWACHE ZU IHM: HERR HOCHPRIESTER, ERHEBE DEINE LINKE.",
"ALSDANN LEGTE ER SIE AUF BEIDE BÖCKE UND SPRACH : EIN SÜNDOPFER FÜR GOTT. R. JIŠMA͑ÉL SAGT, ER BRAUCHTE ‘EIN SÜNDOPFER’ NICHT ZU SAGEN, SONDERN NUR: FÜR GOTT. UND SIE STIMMTEN NACH IHM EIN: GEPRIESEN SEI DER NAME SEINER KÖNIGLICHEN MAJESTÄT AUF IMMER UND EWIG.",
"GEMARA. Wozu brauchte er die Urne umzurühren? – Damit er nicht ziele und hervorhole.",
"Raba sagte: Die Urne war aus Holz; sie war von Profanem und faßte nur zwei Hände.",
"Rabina wandte ein: Einleuchtend ist es, daß sie nur zwei Hände faßte, damit er nicht ziele und hervorhole, weshalb aber war sie von Profanem, sollte man sie doch weihen !? – Dann wäre sie ein (hölzernes) Dienstgerät, und Dienstgeräte werden nicht aus Holz gefertigt. – Sollte man sie doch aus Silber oder aus Gold fertigen!? – Die Tora schonte das Geld Jisraéls.",
"Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht des Autors der folgenden Lehre: R. Jehuda sagte im Namen R. Elie͑zers: Der Priesterpräses und der Hochpriester steckten beide die Hände in die Urne; geriet es in die Rechte des Hochpriesters, so sprach der Priesterpräses zu ihm: Herr Hochpriester, erhebe deine Rechte, geriet es in die Rechte des Priesterpräses, so sprach der Obmann der Familienwache zum Hochpriester:Sprich deine Worte. – Sollte der Priesterpräses es sagen!? –",
"Da es nicht in seine Hand geriet, könnte er entmutigt werden. –",
"Worin besteht ihr Streit? – Einer ist der Ansicht, die Rechte des Priesterpräses sei bevorzugter als die Linke des Hochpriesters, und einer ist der Ansicht, sie gleichen einander. –",
"Wer ist der Autor, der gegen R. Jehuda streitet? – Es ist R. Ḥanina der Priesterpräses, denn es wird gelehrt: R. Ḥanina der Priesterpräses sagte: Wozu war der Priesterpräses zu seiner Rechten? Damit, wenn der Hochpriester von einer Untauglichkeit betroffen wird, der Priesterpräses eintrete und den Dienst an seinerstatt verrichte.",
"Die Rabbanan lehrten: Während der vierzig Amtsjahre Šimo͑n des Gerechten geriet das Los [für Gott] stets in die Rechte, von dann ab geriet es zuweilen in die Rechte und zuweilen in die Linke. Der glänzendrote Wollstreifen wurde stets weiß, von dann ab wurde er zuweilen weiß und zuweilen nicht. Die westliche Lampe brannte immerwährend, von dann ab brannte sie zuweilen und zuweilen erlosch sie.",
"Das Feuer des Holzstoßes behielt seine Kraft und die Priester brauchten weiter kein Holz auf den Holzstoß zu legen, außer den zwei Holzscheiten, um das Gebot des Holzauflegens auszuüben, von dann ab behielt es zuweilen seine Kraft und zuweilen nicht, so daß die Priester es nicht vermeiden konnten, den ganzen Tag Holz auf den Holzstoß zu legen.",
"In die Schwingegarbe, in die zwei Brote und in die Schaubrote war ein Segen gekommen, so daß jeder Priester, dem ein olivengroßes Stück zufiel, es entweder aufaß und satt war, oder davon aß und noch zurückließ, von dann ab kam ein Fluch in die Schwingegarbe, in die zwei Brote und in die Schaubrote, so daß jeder Priester nur ein bohnengroßes Stück erhielt; die Gesitteten zogen ihre Hand davon zurück und die Gefräßigen nahmen und aßen es. Einst nahm jemand seinen Anteil und den Anteil seines Genossen; da nannte man ihn"
],
[
"‘Gewalttäter’ bis zum Tage seines Todes.",
"Rabba b.R. Šila sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers : mein Gott, befreie mich aus der Hand der Gottlosen, aus der Faust des Frevlers und des Gewalttäters. Raba entnimmt dies aus folgendem :lernet Gutes tun, forschet nach Recht, leitet den Vergewaltigten. (Leitet den Vergewaltigten, nicht aber den Gewalttäter.)",
"Die Rabbanan lehrten: In dem Jahre, in dem Šimo͑n der Gerechte starb, sagte er ihnen, er werde in diesem Jahre sterben. Als man ihn fragte, woher er dies wisse, erwiderte er: An jedem Versöhnungstage gesellte sich mir ein Greis, der weiß gekleidet und weiß gehüllt war, und er pflegte mit mir hineinzugehen und mit mir herauszukommen; heute aber gesellte sich mir ein Greis, der schwarz gekleidet und schwarz gehüllt war, und er ging mit mir hinein, kam aber nicht mit mir heraus. Nach dem Feste war er sieben Tage krank und starb.",
"Seine Priesterbrüder unterließen es dann, im Segen den Gottesnamen zu nennen.",
"Die Rabbanan lehrten: Vierzig Jahre vor der Zerstörung des Tempels geriet nicht das Los [‘für Gott’] in die Rechte, wurde der rotglänzende Wollstreifen nicht weiß, brannte nicht die westliche Lampe",
"und öffneten sich die Tempeltüren von selbst, bis R. Joḥanan b.Zakkaj sie anschrie und sprach: O Tempel, weshalb ängstigst du dich! Ich weiß, daß du endlich zerstört werden wirst, und bereits hat Zekharja b. I͑do über dich geweissagt :Öffne, Lebanon, deine Türen, ein Feuer soll an deinen Zedern zehren.",
"R. Jiçḥaq b.Ṭablaj sagte : Weshalb heißt er Lebanon? Weil er die Sünden Jisraéls weiß machte [malbin].",
"R. Zuṭra b.Ṭobija sagte: Weshalb heißt er Wald, wie es heißt:das Lebanonwaldhaus? Um dir zu sagen: wie der Wald Blüten treibt, ebenso treibt der Tempel Blüten. R. Oša͑ja sagte nämlich: Als Šelomo den Tempel erbaute, pflanzte er da allerlei goldene Köstlichkeiten, die zur heranreichenden Zeit Früchte hervorbrachten; sobald der Wind sie anwehte, fielen sie herab, wie es heißt:seine Frucht wird rauschen wie der Lebanon, und von diesen hatten die Priester ihren Unterhalt.",
"Als die Nichtjuden in den Tempel drangen, verdorrten sie, wie es heißt:und die Blüte des Lebanon verwelkt, aber der Heilige, gepriesen sei er, wird sie uns dereinst wiedergeben, wie es heißt :üppig soll sie aufsprießen und jubeln, ja jubeln und jauchzen; die Herrlichkeit des Lebanon wird ihr geschenkt.",
"ALSDANN LEGTE ER SIE AUF BEIDE BÖCKE. Die Rabbanan lehrten : Zehnmal nannte der Hochpriester an diesem Tage den Gottesnamen; dreimal beim ersten Sündenbekenntnis, dreimal beim zweiten Sündenbekenntnis, dreimal beim Fortschicken des Sündenbockes und einmal beim Losen.",
"Als er ‘Ach Herr’ sagte, wurde seine Stimme bis Jeriḥo vernommen. Rabba b.Bar Hana sagte: Von Jerušalem bis Jeriḥo sind zehn Parasangen.",
"[Das Geräusch] der Türangeln des Tempels wurde in einer Entfernung von acht Šabbathgebietengehört. Durch den Geruch des Räucherwerkes niesten die Ziegen in Jeriḥo. Wegen des Geruches des Räucherwerkes brauchten die Frauen in Jeriḥo sich nicht zu parfümieren. Wegen des Geruches des Räucherwerkes brauchten die jungen Frauen in Jerušalem sich nicht zu schmücken.",
"R. Jose b.Dolgaj erzählte: Mein Vater hatte Ziegen im Gebirge Mikhmar, und diese niesten durch den Geruch des Räucherwerkes. R. Ḥija b.Abin sagte im Namen des R. Jehošua͑ b.Qorḥa: Ein Greis erzählte mir, daß er einst nach Šilo ging und zwischen den Wänden den Geruch des Räucherwerkes wahrgenommen habe.",
"R. Jannaj sagte: Nur das Ziehen der Lose aus der Urne ist unerläßlich, nicht aber das Hinauflegen. R. Joḥanan sagte, auch das Ziehen sei nicht unerläßlich.",
"Nach R. Jehuda, welcher sagt, die außerhalb [des Allerheiligsten] in weißen Gewändern zu verrichtenden Dienstverrichtungen seien nicht unerläßlich, stimmen sie überein, daß esnicht unerläßlich sei, sie streiten nur nach R. Neḥemja: einer sagt, es sei unerläßlich, nach R. Neḥemja, und einer sagt, es sei nicht unerläßlich, denn [dieser spricht] nur von einem Dienste, während das Losen kein Dienstist.",
"Manche lesen:",
"Nach R. Neḥemja, welcher sagt, sieseien unerläßlich, stimmen alle überein, daß esunerläßlich sei,",
"sie streiten nur nach R. Jehuda: einer sagt, es sei nicht unerläßlich, nach R. Jehuda, und einer sagt, es sei unerläßlich, denn anders ist es hierbei, wo die Schrift [die Worte] auf den es fiel, (zweimal) wiederholthat.",
"Man wandte ein: Es ist Gebot, zu losen, hat er aber nicht gelost, so ist es giltig.",
"Erklärlich ist dies nach der Lesart, nach der sie nach R. Jehuda übereinstimmen, daß es nicht unerläßlich sei, denn dies vertritt die Ansicht R. Jehudas,"
],
[
"nach der Lesart aber, nach der sie [nach ihm] streiten, ist hier allerdings nach demjenigen, welcher sagt, es sei nicht unerläßlich, die Ansicht R. Jehudas vertreten,",
"wessen Ansicht aber ist hier vertreten nach demjenigen, welcher sagt, es sei unerläßlich!? – Lies: es ist Gebot, [das Los] hinaufzulegen. –",
"Komm und höre: Es ist Gebot, zu losen und das Sündenbekenntnis zu sprechen, hat er nicht gelost und das Sündenbekenntnis nicht gesprochen, so ist es giltig. Wolltest du sagen, auch hier lese man: hinaufzulegen, wie wäre dann der Schlußsatz zu erklären : R. Šimo͑n sagt, es sei giltig, wenn er nicht gelost hat und ungiltig, wenn er das Sündenbekenntnis nicht gesprochen hat.",
"Was heißt ‘nicht gelost’, wenn etwa: nicht hinaufgelegt, so wäre ja R. Šimo͑n der Ansicht, das Losen selbst sei unerläßlich, dagegen wird gelehrt, daß, wenn einer von ihnen verendet ist, der andere, wie R.Šimo͑n sagt, ohne zu losen dargebracht werde!? –",
"R.Šimo͑n verstand die Rabbanan nicht und sprach zu ihnen wie folgt: wenn ihr unter ‘Losen’ das wirkliche Losen versteht, so streite ich gegen euch über eines, und wenn ihr unter ‘Losen’ das Hinauflegen versteht, so streite ich gegen euch über beides. –",
"Komm und höre: Bei den Sprengungen innerhalb ist der Bock vom Farrenabhängig,",
"nicht aber der Farren vom Bocke.",
"Allerdings ist der Bock vom Farren abhängig, wenn er nämlich den Bock vor dem Farren hergerichtet hat, hat er nichts getan, wieso aber der Farre nicht vom Bocke:",
"wollte man sagen, wenn er im Tempel die Sprengungendes Farren vor den Sprengungen des Bockes verrichtet hat, so heißt es ja diesbezüglich Satzung,",
"doch wohl, wenn er innerhalb die Sprengungen des Farren vor dem Losen verrichtet hat, und wenn es von der Reihenfolge nicht unerläßlich ist, so ist auch das Losen selbst nicht unerläßlich!? –",
"Nein, wenn er die Altarsprengungen des Farren vor den Sprengungen des Bockes im Tempel verrichtet hat, nach R. Jehuda, welcher sagt, die außerhalb in weißen Gewändern zu verrichtenden Dienstverrichtungen seien nicht unerläßlich. –",
"Er lehrt ja aber: bei den Sprengungen innerhalb!? –",
"Vielmehr, dies nach R. Šimo͑n, welcher sagt, das Losen sei nicht unerläßlich.",
"Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich nach R. Jehuda, aber wenn auch die Reihenfolge nicht unerläßlich ist, so ist dennoch das Losen selbst unerläßlich.",
"Sievertreten hierbei ihre Ansichten, denn es wird gelehrt :"
],
[
"Soll lebend vor dem Herrn stehen bleiben, um durch ihn Sühne zu schaffen. Wie lange muß er lebend stehen bleiben? Bis zum Blutsprengen des anderen – so R. Jehuda; R. Šimo͑n sagt, bis nach dem Sündenbekenntnis. –",
"Worin besteht ihr Streit? – Wie gelehrt wird: Um durch ihn Sühne zu schaffen, die Schrift spricht von der Sühne durch das Blut, denn es heißt:wenn er vollendet hat die Sühne des Heiligtums, wie es da die Sühne durch das Blut ist, ebenso hierbei die Sühne durch das Blut – so R. Jehuda.",
"R. Šimo͑n sagte : Um durch ihn Sühne zu schaffen, die Schrift spricht von der Sühne durch Worte. –",
"Komm und höre: Seine Schüler fragten R. A͑qiba: Darf man, nachdem [das Los] in die Linke geraten ist, [den Bock] rechts wenden?",
"Dieser erwiderte: Gebet den Minäern keine Gelegenheit zum Angriff. Also nur darum, weil man den Minäern keine Gelegenheit zum Angriff gebe, sonst aber dürfte man ihn umwenden. Wieso dürfte man ihn umwenden, wenn du sagst, das Losen sei unerläßlich, die Linke hat ihn ja bestimmt!?",
"Raba erwiderte: Sie fragten wie folgt: darf man, wenn das Los in die Linke geraten ist, dieses und den betreffenden Ziegenbock rechts wenden, und darauf erwiderte er, man gebe den Minäern keine Gelegenheit zum Angriff. –",
"Komm und höre: Würde es geheißen haben : den Bock, auf dem es sich befindet, so würde ich gesagt haben, er müsse es auf ihn legen, es heißt aber: [auf ihn] fiel, sobald es gezogen worden ist, ist weiter nichts nötig.",
"Zu welchem Zwecke: wollte man sagen, nur als Gebot, so wäre demnach das Hinauflegen nicht einmal ein Gebot, doch wohl hinsichtlich der Unerläßlichkeit, somit ist hieraus zu entnehmen, daß das Losen unerläßlich ist und das Hinauflegen nicht unerläßlich ist!?",
"Raba erwiderte: Er meint es wie folgt: würde es geheißen haben: auf dem es sich befindet, so würde ich gesagt haben, er lasse es auf ihm bis zum Schlachten liegen, es heißt aber: auf ihn fiel, sobald es gezogen worden ist, ist weiter nichts nötig. –",
"Komm und höre:Er richte ihn als Sündopfer her, das Los macht ihn zum Sündopfer, nicht aber macht ihn die Bezeichnung zum Sündopfer.",
"Man könnte nämlich einen Schluß folgern: wenn in einem Falle, wo das Los nicht bestimmendist, die Bezeichnung bestimmend ist, um wieviel mehr sollte in einem Falle, wo das Los bestimmend ist, die Bezeichnung bestimmend sein.",
"Daher heißt es: er richte ihn als Sündopfer her, das Los macht ihn zum Sündopfer, nicht aber macht ihn die Bezeichnung zum Sündopfer."
],
[
"Eine anonyme Lehre im Siphra ist ja von R. Jehuda, und diese lehrt, nur das Los mache ihn zum Sündopfer, nicht aber mache ihn die Bezeichnung zum Sündopfer, wonach das Losen unerläßlich ist. Dies ist also eine Widerlegung desjenigen, welcher sagt, das Losen sei nicht unerläßlich.",
"R. Ḥisda sagte : Die Vogelopferwerden nur beim Kaufe durch den Eigentümer oder bei der Herrichtung durch den Priesterbezeichnet.",
"R. Šimi b.Aši sagte: Folgendes ist der Grund R. Ḥisdas: es heißt :sie nehme under richte her, entweder durch Nehmen oder durch Herrichtung.",
"Man wandte ein: Er richte ihn als Sündopfer her, nur das Los macht ihn zum Sündopfer, nicht aber macht ihn die Bezeichnung zum Sündopfer.",
"Man könnte nämlich einen Schluß folgern: wenn in einem Falle, wo das Los nicht bestimmend ist, die Bezeichnung bestimmend ist, um wieviel mehr sollte in einem Falle, wo das Los bestimmend ist, die Bezeichnung bestimmend sein.",
"Daher heißt es: er richte ihn als Sündopfer her, nur das Los macht ihn zum Sündopfer, nicht aber macht ihn die Bezeichnung zum Sündopfer.",
"Hierbei erfolgt esnicht beim Nehmen und auch nicht bei der Herrichtung, und er lehrt, daß dies bestimmend sei!?",
"Raba erwiderte: Er meint es wie folgt: wenn in einem Falle, wo das Los nicht bestimmend ist, auch beim Nehmen und auch bei der Herrichtung die Bezeichnung bestimmend ist, beim Nehmen oder bei der Herrichtung, um wieviel mehr sollte in einem Falle, wo das Los bestimmend ist, nicht beim Nehmen und nicht bei der Herrichtung, die Bezeichnung beim Nehmen oder bei der Herrichtung bestimmend sein.",
"Daher heißt es: er richte ihn als Sündopfer her, das Los macht ihn zum Sündopfer, nicht aber macht ihn die Bezeichnung zum Sündopfer. –",
"Komm und höre : Wenn ein Armer unrein in den Tempel eingetretenwar und nachdem er Geld für sein Vogelopfer reserviert hat, reich geworden ist, und darauf bestimmt, dieses [Geld] sei für das Sündopfer und jenes für das Brandopfer,",
"so füge er zum Gelde für das Sündopfer hinzu und bringe dafür sein Pflichtopferdar, er darf aber nicht zum Gelde für das Brandopfer hinzufügen und dafür sein Pflichtopfer darbringen.",
"Hierbei erfolgt es nicht beim Nehmen und nicht bei der Herrichtung, und er lehrt, die Bestimmung sei giltig.",
"R. Šešeth erwiderte: Glaubst du, R. Elea͑zar sagte ja im Namen R. Hoša͑jas, daß, wenn ein Reicher unrein in den Tempel eingetreten war und das Opfer eines Armen dargebracht hat, er seiner Pflicht nicht genüge. Wieso kann er, wenn er seiner Pflicht genügt, ein solches bestimmt haben!?",
"Du mußt also erklären, wenn er es bereits zur Zeit seiner Armut bestimmt hat, ebenso ist zu erklären, wenn er es bereits beim Absondernbestimmt hat. –",
"Was ist aber nach R. Ḥaga, der im Namen R. Jošijas sagte, er genüge wohl seiner Pflicht,"
],
[
"zu erwidern!? – Lies nicht: und darauf bestimmt, sondern: und er darauf kauft und bestimmt. –",
"Wenn er bereits gekauft hat, so kann er ja nur [in der Weise Geld] hinzufügen und für sein Pflichtopfer darbringen,",
"indem er [das Geflügel] auslöst, und bei einem Geflügel gibt es ja keine Auslösung!?",
"R. Papa erwiderte: Wenn er nur eine Taube gekauft hat; hat er das Brandopfer gekauft, so füge er zum Gelde des Sündopfers hinzu und bringe dafür sein Pflichtopfer dar, und das Brandopfer ist als freiwilliges Opfer darzubringen, und hat er das Sündopfer gekauft, so darf er nicht zum Gelde des Brandopfers hinzufügen und dafür sein Pflichtopfer darbringen und das Sündopfer verenden zu lassen.",
"Der Text. R. Elea͑zar sagte im Namen R. Hoša͑jas: Wenn ein Reicher unrein in den Tempel eingetreten ist und das Opfer eines Armen dargebracht hat, so hat er seiner Pflicht nicht genügt. R. Ḥaga aber sagte imi Namen R. Hoša͑jas, er habe seiner Pflicht genügt.",
"Man wandte ein: Wenn ein armer Aussätziger das Opfer eines reichen dargebracht hat, so hat er seiner Pflicht genügt, wenn aber ein reicher das Opfer eines armen dargebracht hat, so hat er seiner Pflicht nicht genügt!? – Anders ist es da, wo esdies heißt. –",
"Demnach sollte dies auch vom ersten Falle gelten!? – Der Allbarmherzige hat [diesen Fall] durch [das Wort] Satzung eingeschlossen. Es wird auch gelehrt: Satzung, dies schließt den Fall ein, wenn ein armer Aussätziger das Opfer eines reichen darbringt. Man könnte glauben, auch wenn ein reicher das Opfer eines armen darbringt, so heißt es dies. –",
"Sollte man hiervon folgern!? – Der Allbarmherzige beschränkt :wenn erarm ist.",
"DARAUF BAND ER EINEN ROTGLÄNZENDEN WOLLSTREIFEN AN DEN KOPF DES FORTZUSCHICKENDEN BOCKES UND STELLTE IHN AN DIE STELLE SEINER FORTSCHICKUNG, UND DEN ZU SCHLACHTENDEN AN DIE STELLE SEINER SCHLACHTUNG.",
"SODANN BEGAB ER SICH ZU SEINEM ZWEITEN FARREN, STÜTZTE BEIDE HÄNDE AUF DIESEN UND SPRACH DAS SÜNDENBEKENNTNIS. ER SPRACH ALSO: ACH, HERR, ICH HABE VOR DIR GESÜNDIGT, GEFREVELT UND GEFEHLT, ICH UND MEIN HAUS UND DIE KINDER AHRONS, DEIN HEILIGESVOLK. ACH, HERR, VERGIB DOCH DIE SÜNDEN, DIE FREVEL UND DIE VERFEHLUNGEN, DIE ICH VOR DIR GESÜNDIGT, GEFREVELT UND GEFEHLT HABE, ICH UND MEIN HAUS UND DIE KINDER AHRONS, DEIN HEILIGES VOLK! WLE DOCH GESCHRIEBEN STEHT IN DER TORA DEINES KNECHTES MOŠE:denn an diesem Tage wird er euch vergeben, um euch zu reinigen; von all euren Sünden sollt ihr rein sein vor dem Herrn. UND SIE STIMMTEN NACH IHM EIN: GEPRIESEN SEI DER NAME SEINER KÖNIGLICHEN MAJESTÄT AUF IMMER UND EWIG.",
"GEMARA. Sie fragten : Beziehen sich [die Worte] ‘und den zu schlachtenden’ auf das Anbinden [des Wollstreifens] oder auf das Hinstellen? –",
"Komm und höre : R. Joseph lehrte : Darauf band er einen rotglänzenden Streifen an den Kopf des fortzuschickenden Bockes und stellte ihn an die Stelle seiner Fortschickung, und den zu schlachtenden an die Stelle seiner Schlachtung, damit sie weder mit einander noch mit anderen vertauscht werden.",
"Erklärlich ist dies, wenn du sagst, es beziehe sich auf das Anbinden, wenn du aber sagst, es beziehe sich auf das Hinstellen, so können sie allerdings mit einander nicht vertauscht werden, da an einem [der Streifen] gebunden ist, am anderen aber nicht, der andere aber kann ja mit anderen vertauscht werden!? Schließe also hieraus, daß dies sich auf das Anbinden bezieht. Schließe hieraus.",
"R. Jiçḥaq sagte: Ich hörte dies von zwei Wollstreifen, von dem der [roten] Kuh und von dem des fortzuschickenden Bockes; einer muß ein bestimmtes Maß haben und der andere braucht kein bestimmtes Maß zu haben; ich weiß aber nicht, welcher von ihnen.",
"R. Joseph sprach: Wollen wir es erörtern: der des fortzuschickenden Bockes ist zu teilen, somit muß er auch ein bestimmtes Maß haben, der der [roten] Kuh ist nicht zu teilen, daher braucht er auch kein bestimmtes Maß zu haben.",
"Rami b.Ḥama wandte ein: Der der [roten] Kuh muß ja eine Schwerehaben!? Raba erwiderte ihm: Über die Schwere besteht [ein Streit von] Tannaím. –",
"Der der [roten] Kuh ist also nicht zu teilen. Abajje wandte ein: Wie verfährt er dabei? Er umwickelt es mit dem Restedes Wollstreifens!? – Lies: mit dem Ende des Wollstreifens.",
"R. Ḥanin sagte im Namen Rabhs : Wenn das Zedernholz und der Karmesinfadenvon der Flamme erfaßt werden, so sind sie tauglich. Man wandte ein : Ist der Streifen versengt worden, so hole er einen anderen und weihe ihn!?",
"Abajje erwiderte: Das ist kein Einwand; dies gilt von einem lodernden [Feuer], jenes von einem glimmenden.",
"Raba sagte, über die Schwere besteht [ein Streit] von Tannaím. Es wird nämlich gelehrt: Wozu umwickelt er sie? Damit sie in einem Bündel zusammengef aßt seien – so Rabbi. R. Elea͑zar b.R. Šimo͑n sagt, damit sie eine Schwere haben und [wuchtig] in den Brand der [roten] Kuh fallen.",
"Als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Joḥanans : Ich hörte dies von drei Wollstreifen, von dem der [roten] Kuh, von dem des fortzuschikkenden Bockes und von dem des Aussätzigen[opfers]; einer muß ein Gewicht von zehn Zuz haben, einer muß ein Gewicht von zwei Sela͑ haben und einer muß ein Gewicht von einem Šeqel haben; ich weiß es aber nicht zu präzisieren.",
"Als Rabin kam, präzisierte er es im Namen R. Jonathans:"
],
[
"Der der [roten] Kuh muß ein Gewicht von zehn Zuz haben, der des fortzuschickenden Bockes muß ein Gewicht von zwei Sela͑ haben und der des Aussätzigen[opfers] muß ein Gewicht von einem Šeqel haben.",
"R. Joḥanan sagte : Über den der [roten] Kuh streiten R. Šimo͑n b.Ḥalaphta und die Rabbanan; nach der einen Ansicht, im Gewichte von zehn [Zuz] und nach der anderen Ansicht, im Gewichte eines Šeqel. Als Merkzeichen diene dir : ob vieloder wenig.",
"R. Jirmeja aus Diphte sprach zu Rabina: Sie stritten nicht über den der [roten] Kuh, sondern über den des fortzuschickenden Bockes. An jenem Tage starb gerade Rabja b.Qisi, und sie prägten folgendes Merkzeichen: Rabja b. Qisi schafft Sühne, wie der fortzuschickende Bock.",
"R. Jiçḥaq sagte : Ich hörte von zwei Schlachtungen, von der der [roten] Kuh und von der des Farren; daß nämlich eine durch einen Gemeinen zulässig sei, und eine durch einen Gemeinen unzulässig sei; ich weiß aber nicht, welche von beiden.",
"Es wurde gelehrt: Über das Schlachten der [roten] Kuh und über das des Farren [streiten] Rabh und Šemuél; einer sagt, bei der [roten] Kuh sei esunzulässig, und beim Farren sei es zulässig, und einer sagt, beim Farren sei es unzulässig, und bei der [roten] Kuh sei es zulässig.",
"Es ist zu beweisen, daß Rabh es ist, welcher sagt, bei der [roten] Kuh sei es unzulässig. R. Zera sagte nämlich, das Schlachten der [roten] Kuh durch einen Gemeinen sei unzulässig, und hierzu sagte Rabh: weil hierbei E1ea͑zar und [das Wort] Satzunggenainnt werden. –",
"Der Grund Rabhs ist wohl, weil bei der [roten] Kuh E1ea͑zar und [das Wort] Satzung genannt werden, und auch beim Farren werden ja Ahron und [das Wort] Satzung genannt!? –",
"Das Schlachtenist keine Dienstverrichtung. – Demnach sollte dies auch bei der [roten] Kuh gelten!? – Anders ist es bei der [roten] Kuh, die nur Heiligkeit des Reparaturfonds’ hat. –",
"Ist dies nicht paradox!? R. Šiša, Sohn des R. Idi, erwiderte: Ebenso verhält es sich ja auch bei der Untersuchung; dies ist kein Tempeldienst, dennoch benötigt es der Priesterschaft. –",
"Šemuél ist wohl deshalb der Ansicht, daß es beim Farren unzulässig ist, weil bei diesem Ahron und [das Wort] Satzung genannt werden, und auch bei der [roten] Kuh werden ja Elea͑zar und [das Wort] Satzung genannt!? – Anders ist es bei dieser, denn es heißt :er schlachte sie vor ihm, ein Gemeiner schlachte, und Elea͑zar sehe zu. –",
"Und Rabh!? – [Dies besagt,] daß er seine Gedanken von ihm nicht abwende. – Woher entnimmt Šemuél, daß er seine Gedanken von ihm nicht abwende? – Er folgert dies aus:er verbrenne die Kuh vor seinen Augen. –",
"Und Rabh!? – Ein [Vers] spricht vom Schlachten und einer vom Verbrennen.",
"Und beide sind nötig. Würde der Allbarmherzige es nur vom Schlachten geschrieben haben, [so könnte man glauben,] weil dies der Beginn des Dienstes ist, nicht aber das Verbrennen. Und würde der Allbarmherzige es vom Verbrennen geschrieben haben, [so könnte man glauben,] weil darin die Herrichtung der Kuhbesteht, nicht aber das Schlachten. Daher sind beide nötig. –",
"Was schließt diesaus : wollte man sagen, das Sammeln der Asche und das Einfüllen des Wassers zur Weihung,"
],
[
"so heißt es ja:damit es zum Reinigungswasser aufbewahrt werde!? Vielmehr, dies schließt das Hineinwerfen von Zedernholz, Ysopbündel und Karmesinfadenaus, was nicht zur eigentlichen Herrichtung der [roten] Kuh gehört.",
"Es wurde gelehrt: Das Schlachten der [roten] Kuh durch einen Gemeinen ist, wie R. Ami sagt, zulässig, wie R. Jiçḥaq, der Schmied, sagt, unzulässig, wie U͑la sagt, zulässig, und wie manche sagen, unzulässig.",
"R. Jehošua͑ b.Abba wandte zur Unterstützung Rabhs ein: Ich weiß dies nur vom Besprengen des Wassers, daß es nicht durch eine Frau wie durch einen Mann zulässig ist, und daß es nur am Tage zulässig ist,",
"woher wissen wir auch das Schlachten, das Aufnehmen des Blutes, das Sprengen des Blutes, das Verbrennen derselben und das Hineinwerfen von Zedernholz, Ysopbündel und Karmesinfadeneinzuschließen? Es heißtLehre. Man könnte glauben, auch das Sammeln der Asche und das Einfüllen des Wassers zur Weihung sei einzuschließen, so heißt esdies. –",
"Was veranlaßt dies, jene einzuschließen und diese abzuschließen!? – Da die Schrift eingeschlossen und ausgeschlossen hat, so ist alles vom Besprengen des Wassers zu folgern: wie das Besprengen des Wassers nicht durch eine Frau wie durch einen Mann zulässig ist, und nur am Tage zulässig ist, ebenso schließe man auch das Schlachten, das Aufnehmen des Blutes, das Sprengen des Blutes, das Verbrennen derselben und das Hineinwerfen von Zedernholz, Ysopbündel und Karmesinfaden ein,",
"und da sie nicht durch eine Frau wie durch einen Mann zulässig sind, so sind sie auch nur am Tage zulässig; ich schließe aber das Sammeln der Asche und das Einfüllen des Wassers zur Weihung aus, denn da sie durch eine Frau wie durch einen Mann zulässig sind, so sind sie auch am Tage und nachts zulässig. –",
"Wieso ist dies ein Einwand [gegen Šemuél]: wollte man sagen, da sie durch eine Frau unzulässig sind, seien sie auch durch einen Gemeinen unzulässig, so beweist ja das Besprengen des Wassers [das Entgegengesetzte], dies ist durch eine Frau unzulässig, durch einen Gemeinen aber zulässig!?",
"Abajje erwiderte: Der Einwand besteht darin: eine Frau wohl aus dem Grunde, weil es Elea͑zar heißt, aber keine Frau, ebenso auch hinsichtlich eines Gemeinen; Elea͑zar, aber kein Gemeiner.",
"U͑la sagte·. Dieser ganze Abschnitt enthält ausschließende und einschließende Deutungen.",
"Ihr sollt sie Elea͑zar dem Priester geben; nur sie dem Elea͑zar, nicht aber in den späteren Generationen dem Elea͑zar. Manche erklären, in den späteren Generationen, durch den Hochpriester, und manche erklären, in den späteren Generationen, durch einen gemeinen Priester. –",
"Einleuchtend ist die Ansicht desjenigen, welcher sagt, in den späteren Generationen durch einen gemeinenPriester, woher aber entnimmt dies derjenige, welcher sagt, in den späteren Generationen, durch den Hochpriester? – Er folgert dies aus [dem Worte] Satzung, das auch beim Versöhnungstagegebraucht wird.",
"Er bringe sie hinaus; man darf mit dieser keine andere hinausbringen, wie wir gelernt haben : Wenn die [rote] Kuh nicht hinausgehen will, so darf man mit ihr keine schwarze hinausbringen, damit man nicht sage, man habe eine schwarze geschlachtet; auch darf man mit ihr keine rote hinausbringen, damit man nicht sage, man habe zwei geschlachtet. Rabbi sagte: Nicht aus diesem Grunde, sondern weil es sie heißt, sie allein. –",
"Und der erste Tanna, es heißt ja sie!? – Der erste Tanna ist R. Šimo͑n, der den Grund der Schrift zu erklären pflegt. – Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen,"
],
[
"wenn man mit ihr einen Eselhinausführt.",
"Erschlachte sie; man darf vor ihm mit ihr keine anderen schlachten; nach Rabh, damit er nicht seine Gedanken von ihr abwende, und nach Šemuél, damit der Gemeine schlachte und Elea͑zar aufpasse,",
"Elea͑zar der Priester nehme von ihrem Blute mit seinem Finger; nach Šemuél, daß eres Elea͑zar gebe, und nach Rabh ist dies eine Ausschließung nach einer Ausschließung, und eine Ausschließung nach einer Ausschließung ist einschließend, daß nämlich auch ein gemeiner Priester zulässig ist.",
"Der Priester nehme Zedernholz, ein Ysopbündel und einen Karmesinfaden; nach Šemuél, daß dies auch durch einen gemeinen Priester zulässig ist, und auch nach Rabh ist es nötig; man könnte glauben, dafür sei kein Priester nötig, da dies nicht zur [Herrichtung der] Kuh selbst gehört, so lehrt er uns.",
"Der Priester soll seine Kleider waschen; in seiner Amts[kleidung].Der Priester soll bis zum Abend unrein sein; auch in den späteren Generationen der Priester in seiner Amts[kleidung]. –",
"Einleuchtend ist dies nach demjenigen, welcher sagt, in den späteren Generationen durch einen gemeinen Priester, nach demjenigen aber, welcher sagt, in den späteren Generationen durch den Hochpriester, [ist ja einzuwenden:] wenn durch den Hochpriester, so ist ja selbstverständlich die Amts[kleidung] erforderlich!? – Allerdings, aber die Schrift bemüht sich, auch das zu schreiben, was [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern wäre.",
"Und einer, der rein ist, sammle die Asche der Kuh und lege sie nieder; einer, daß ein Gemeiner zulässig ist; der rein ist, daß eine Frau zulässig ist; und lege nieder, wer Verstand zum Niederlegen hat, ausgenommen der Taube, der Blöde, und der Minderjährige, die keinen Verstand zum Niederlegen haben.",
"Dort haben wir gelernt: Jeder ist zur Weihung [des Entsündigungswassers] zulässig, ausgenommen ein Tauber, ein Blöder und ein Minderjähriger; nach R. Jehuda ist ein Minderjähriger zulässig, eine Frau und ein Zwitter unzulässig. –",
"Was ist der Grund der Rabbanan? – Es heißt :für einen so Unreinen nehme man Asche von dem verbrannten Sündopfer; die zum Sammeln [der Asche] unzulässig sind, sind auch zur Weihung unzulässig. –",
"Und R. Jehuda!? – Demnach sollte die Schrift sagen :er nehme, wenn es aber nehme man heißt, so besagt dies, daß auch ein Minderjähriger, der dortunzulässig ist, hierbeizulässig ist. –",
"Woher entnimmt er dies hinsichtlich der Frau? – Er gieße, nicht aber gieße sie. – Und die Rabbanan!? – Würde der Allbarmherzige er nehme und er gieße geschrieben haben, so könnte man glauben, ein und derselbe müsse [die Asche] nehmen und [das Wasser] gießen, daher schrieb er man nehme,",
"und würde der Allbarmherzige man nehme und man gieße geschrieben haben, so könnte man glauben, es müssen je zweinehmen und gießen, daher schrieb er man nehme und er gieße, daß auch zwei nehmen und einer gießen dürfe.",
"Sodann nehme einer, der rein ist, ein Ysopbündel und tauche es in das Wasser; nach den Rabbanan; einer nicht aber eine Frau, der rein ist, auch ein Minderjähriger ist zulässig, und nach R. Jehuda: einer, nicht aber ein Minderjähriger, der rein ist, daß auch eine Frau zulässig ist.",
"Man wandte ein: Jeder ist zum Besprengen zulässig, ausgenommen ein Geschlechtsloser, ein Zwitter und eine Frau; einem Minderjährigen, der Verstand hat, darf eine Frau behilflich sein, und er besprenge."
],
[
"Hierbei streitet R. Jehuda nicht!?",
"Abajje erwiderte: Da der Meister sagte, [dieser Abschnitt] enthalte ausschließende und einschließende Deutungen, so streitet er wohl",
"Der Reine besprenge den Unreinen; der Reine, demnach war erunrein; dies lehrt, daß derjenige, der am selben Tage untergetaucht ist, zur Herrichtung der [roten] Kuh zulässig ist.",
"R. Asi erzählte: Wenn R. Joḥanan und Reš Laqiš über die [rote] Kuh disputierten, brachten sie nur so viel hervor, wie ein Fuchs aus dem Ackerboden. Vielmehr sagten sie, [dieser Abschnitt] enthalte ausschließende und einschließende Deutungen.",
"Ein Jünger rezitierte vor R. Joḥanan: Bei jedem Schlachten ist ein Gemeiner zulässig, ausgenommen das der [roten] Kuh. Da sprach R. Joḥanan zu ihm: Geh, lehre dies draußen, wir finden kein Schlachten, das durch einen Gemeinen unzulässig wäre.",
"R. Joḥanan hat dies nicht nur einem Jünger nicht zugegeben, vielmehr hat er dies sogar seinem Lehrer nicht zugegeben. R. Joḥanan sagte nämlich: R. Šimo͑n b.Jehoçadaq sagte, das Schlachten der [roten] Kuh sei durch einen Gemeinen unzulässig, ich aber sage, es sei zulässig, denn wir finden kein Schlachten, das durch einen Gemeinen unzulässig wäre.",
"SODANN BEGAB ER SICH ZU SEINEM ZWEITEN FARBEN. Weshalb sagte er beim ersten Sündenbekenntnis nicht ‘und die Kinder Ahrons, dein heiliges Volk’, und beim zweiten Sündenbekenntnis wohl? –",
"In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: So gehört es sich; beim lieber komme der Unschuldige und schaffe Sühne dem Schuldigen, als daß der Schuldige dem Schuldigen Sühne schaffe.",
"SODANN SCHLACHTETE ER IHN, NAHM DAS BLUT IN EIN BECKEN AUF UND ÜBERGAB ES DEM, DER ES AUF DEM VIERTEN ABSATZIM HEILIGTUME UMRÜHRTE, DAMIT ES NICHT GERINNE. HLERAUF NAHM ER DIE SCHIPPE UND STIEG AUF DIE HÖHE DES ALTARS, SCHARRTE DIE KOHLEN NACH BEIDEN SEITEN UND NAHM EINIGE VON DEN DURCHGEBRANNTEN AUS DER MITTE AUF, DANN STIEG ER UND STELLTE SIE AUF DEN VIERTEN ABSATZ DES VOILHOFES.",
"ivAN JEDEM ANDEREN TAGE NAHM ER DIE KOHLEN MIT EINER SILBERNEN SCHIPPE AUF UND SCHÜTTETE SIE IN EINE GOLDENE, AN DIESEM TAGE ABER NAHM ER SIE MIT EINER GOLDENEN AUF UND BRACHTE SIE IN DIESER AUCH HINEIN.",
"AN JEDEM ANDEREN TAGE NAHM ER SIE MIT EINER VIER KAB FASSENDEN [SCHIPPE] AUF UND SCHÜTTETE SIE IN EINE DREI KAB FASSENDE, AN DIESEM TAGE ABER NAHM ER SIE MIT EINER DREI KAB FASSENDEN AUF UND BRACHTE SIE IN DIESER AUCH HINEIN. R. JOSE SAGT, AN JEDEM ANDEREN TAGE NAHM ER SIE MIT EINER EINE SEÁ FASSENDENAUF UND SCHÜTTETE SIE IN EINE DREI KAB FASSENDE, AN DIESEM TAGE ABER NAHM ER SIE MIT EINER DREI KAB FASSENDEN AUF UND BRACHTE SIE IN DIESER AUCH HINEIN.",
"AN JEDEM ANDEREN TAGE WAR SIE SCHWER, AN DIESEM TAGE ABER LEICHT. AN JEDEM ANDEREN TAGE HATTE SIE EINEN KURZEN STIEL, AN DIESEM TAGE ABER EINEN LANGEN. AN JEDEM ANDEREN TAGE WAR DAS GOLD GELB, AN DIESEM TAGE ABER ROT – SO R. MENAḤEM.",
"AN JEDEM ANDEREN TAGE BRACHTE ER EINE HALBEMORGENS UND EINE HALBE ABENDS DAR, AN DIESEM TAGE ABER FÜGTE ER NOCH DIE HÄNDE VOLL HINZU. AN JEDEM ANDEREN TAGE WAR [DAS RÄUCHERWERK] FEIN GESTOSSEN, AN DIESEM TAGE ABER VOM ALLERFEINSTEN.",
"AN JEDEM ANDEREN TAGE STIEGEN DIE PRIESTER AUF DEN ALTAR ÜBER DIE OSTSEITE DER RAMPE UND ÜBER DIE WESTSEITE HERUNTER, AN DIESEM TAGE ABER STIEG DER HOCHPRIESTER ÜBER DIE MITTE HINAUF UND ÜBER DIE MITTE HERUNTER. R. JEHUDA SAGT, DER HOCHPRIESTER STIEG STETS ÜBER DIE MITTE HINAUF UND ÜBER DIE MITTE HERUNTER.",
"vAN JEDEM ANDEREN TAGE WUSCH DER HOCHPRIESTER HÄNDE UND FÜSSE AUS DEM WASCHBECKEN, AN DIESEM TAGE ABER AUS EINEM GOLDENEN GEFÄSSE. R. JEHUDA SAGT, DER HOCHPRIESTER WUSCH HÄNDE UND FÜSSE STETS AUS EINEM GOLDENEN GEFÄSSE .",
"AN JEDEM ANDEREN TAGE WAREN ES VIER BRANDSTÄTTEN, AN DIESEM TAGE ABER FÜNF – SO R. MEÍR. R. JOSE SAGT, AN JEDEM TAGE WAREN ES DREI, AN DIESEM TAGE ABER VIER. R. JEHUDA SAGT, AN JEDEM TAGE WAREN ES ZWEI, AN DIESEM TAGE ABER DREI.",
"GEMARA. Es heißt ja aber:es darf niemand im Offenbarungszelte sein!? R. Jehuda erwiderte: Lies: des Heiligtumes.",
"Die Rabbanan lehrten: es darf niemand im Offenbarungszelte sein;"
],
[
"man könnte glauben, auch nicht im Vorhofe, so heißt es : im Offenbarungszelte. Ich weiß dies nur vom Offenbarungszelte in der Wüste, woher dies von [der Stiftshütte in] Šilo und dem Tempel? Es heißt:im Heiligtume.",
"Ich weiß dies nur [vom Beisein] bei der Räucherung, woher dies [vom Beisein] beim Blutsprengen? Es heißt :wenn er hin-eingeht, Sühne zu schaffen. Ich weiß dies nur vom Hineingehen, woher dies vom Herauskommen? Es heißt:bis er herauskommt.",
"Und so soll er Sühne schaffen sich und seinem Hause und der ganzen Gemeinde Jisraél; seine Sühne geht der Sühne seines Hauses voran, die Sühne seines Hauses geht der Sühne seiner Priesterbrüder voran, und die Sühne seiner Priesterbrüder geht der Sühne der ganzen Gemeinde Jisraél voran.",
"Der Meister sagte: Ich weiß dies nur [vom Beisein] bei der Räucherung. Wieso dies? Raba erklärte, und ebenso erklärte R. Jiçḥaq b.Evdämi, und ebenso erklärte R. Elea͑zar: Die Schrift sagt: er soll Sühne schaffen sich und seinem Hause und der ganzen Gemeinde Jisraél, und dasjenige, was ihm, seinem Hause, seinen Priesterbrüdern und der ganzen Gemeinde Jisraél gleichmäßig Sühne schafft, ist das Räucherwerk. –",
"Schafft denn das Räucherwerk Sühne!? – Freilich, denn R. Ḥananja lehrte: Wir lernen, daß das Räucherwerk Sühne schaffe, denn es heißt :da setzte er das Räucherwerk auf und schaffte dem Volke Sühne. Ferner lehrten sie in der Schule R. Jišma͑éls: Weshalb sühnt das Räucherwerk die Verleumdung? Es komme das Heimliche und sühne das Heimliche.",
"Dort haben wir gelernt: Bei der Räucherung entfernt sich [das Volk aus dem Raume] zwischen der Vorhalle und dem Altar. R. Elea͑zar sagte: Dies lehrten sie nur von der Räucherung im Tempel, bei der Räucherung im Allerinnersten aber entfernt es sich nur aus dem Tempel selbst, nicht aber aus [dem Raume] zwischen der Vorhalle und dem Altar.",
"R. Ada b. Ahaba, wie manche sagen, Kadi, wandte ein: R. Jose sagte: Wie es sich bei der Räucherung aus [dem Raume] zwischen der Vorhalle und dem Altar entfernt, ebenso entfernt es sich beim Blutsprengen des Farren für den gesalbten Priester, des Farren wegen Irrens der Gemeindeund der Böcke wegen Götzendienstes.",
"Folgenden Heiligkeitsgrad gibt es zwischen dem Heiligtume und dem [Raume], zwischen der Vorhalle und dem Altar: aus dem Heiligtume entfernt es sich bei Räucherung wie auch außer der Zeit der Räucherung; aus [dem Raume] zwischen der Vorhalle und dem Altar entfernt es sich nur bei der Räucherung.",
"Bei der Räucherung entfernte es sich also: doch wohl bei der Räucherung im Allerinnersten!? –",
"Nein, bei der Räucherung im Tempel. – Wieso unterscheiden sie sich demnach nur dadurch, sie unterscheiden sich ja auch durch folgendes: aus dem Heiligtume entfernt es sich sowohl bei der Räucherung in diesem selbst, als auch bei der Räucherung im Allerinnersten, während es sich aus [dem Raume] zwischen dem Vorhofe und dem Altar nur bei der Räucherung im Heiligtume entfernt!? –",
"Das lehrt er ja: aus dem Heiligtume entfernt es sich sowohl bei der Räucherung, als auch außer der Zeit der Räucherung, während es sich aus [dem Raume] zwischen der Vorhalle und dem Altar"
],
[
"nur bei der Räucherung entfernt. –",
"Es gibt ja noch folgenden Heiligkeitsgrad : aus dem Heiligtume entfernt es sich sowohl bei seiner eigenen Weihung als auch bei der Weihung im Allerinnersten, während es aus [dem Raume] zwischen der Vorhalle und dem Altar nur bei der Weihung im Heiligtume sich entfernte!? Raba erwiderte: In der Bezeichnung ‘entfernen’ ist alles einbegriffen.",
"Der Meister sagte: Ebenso entfernt es sich beim Blutsprengen des Farren für den gesalbten Priester, des Farren wegen des Irrens der Gemeinde und der Böcke wegen Götzendienstes. Woher dies? R. Pedath erwiderte: Dies ist aus [dem Worte] Sühne zu entnehmen, das auch beim Versöhnungslage gebraucht wird.",
"R. Ada b. Ahaba sagte: Hieraus zu entnehmen, daß die Heiligkeitsgradeaus der Tora sind und es ihnen so überliefert worden ist,",
"denn wenn man sagen wollte, sie seien rabbanitisch, so sollte es sich doch, da es sich aus [dem Raume] zwischen der Vorhalle und dem Altar deshalb entfernt, weil es sich ereignen kann, daß es [in das Heiligtum selbst] eintritt, auch aus dem ganzen Vorhofe entfernen, weil es sich ereignen kann, daß es da eintritt. –",
"[Der Raum] zwischen der Vorhalle und dem Altar ist, da er nicht abgetrennt ist, nicht kenntlich, der Vorhof aber ist durch den äußeren Altar abgetrennt und daher kenntlich.",
"Raba sagte: Hieraus zu entnehmen, daß die Heiligkeit der Vorhalle und des Heiligtums die gleiche ist, denn wenn man sagen wollte, es seien zwei verschiedene Heiligkeiten, wieso sollten wir, wo dies hinsichtlich der Vorhalle selbst nur eine rabbinitische Verordnung ist, eine Verordnung für eine Verordnung treffen!? –",
"Nein, die Heiligkeit der Vorhalle und [des Raumes] zwischen der Vorhalle und dem Altar ist die gleiche; die des Heiligtums und der Vorhalle sind zwei verschiedene Heiligkeiten.",
"AN JEDEM ANDEREN TAGE NAHM ER [DIE KOHLEN] MIT EINER SILBERNEN SCHIPPE AUF &C. AUS welchem Grunde? – Die Tora schonte das Geld Jisraéls.",
"AN DIESEM TAGE ABER NAHM ER SIE MIT EINER GOLDENEN AUF UND BRACHTE SIE IN DIESER AUCH HINEIN. Aus welchem Grunde? – Wegen der Schwäche des Hochpriesters.",
"AN JEDEM ANDEREN TAGE NAHM ER SIE MIT EINER VIER KAB FASSENDEN &C.",
"Es wird gelehrt: Ein Kab Kohlen wurde ihmverstreut, und er fegte sie in den Kanal. Eines lehrt ‘ein Kab’ und ein Anderes lehrt ‘zwei Kab’. Allerdings ist das eine, das ‘ein Kab’ lehrt, nach den Rabbanan, nach wem aber ist das andere, das ‘zwei Kab’ lehrt, doch weder nach den Rabbanan noch nach R.Jose!?",
"R. Ḥista erwiderte: Es ist nach R. Jišma͑él, dem Sohne des R. Joḥanan b.Beroqa, denn es wird gelehrt: R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥananb. Beroqa, sagt, er brachte sie in einer zwei Kab fassenden hinein.",
"R. Aši erwiderte: Du kannst auch sagen, nach R. Jose, denn er meint es wie folgt: an jedem Tage nahm er sie mit einer eine Sea͑ der Wüste fassenden auf und schüttete sie in eine drei Jerušalemische Kab fassende.",
"AN JEDEM ANDEREN TAGE WAR SIE SCHWER, AN DIESEM TAGE ABER LEICHT. Es wird gelehrt: an jedem anderen Tage war die Wandung dick, an diesem Tage aber dünn. AN JEDEM ANDEREN TAGE HATTE SIE EINEN KURZEN STIEL, AN DIESEM TAGE ABER EINEN LANGEN. Aus welchem Grunde? – Damit der Hochpriester ihm mit dem Arme nachhelfe.",
"Es wird gelehrt: An jedem anderen Tage hatte sie kein Futteral, an diesem Tage aber hatte sie ein Futteral – so der Sohn des Priesterpräses.",
"AN JEDEM ANDEREN TAGE WAR DAS GOLD GELB. R. Ḥisda sagte: Es gibt sieben ArtenGold : Gold, gutes Gold, Ophir-Gold, feinesGold, gezogenesGold, massivesGold und Parvajimgold. Gold und gutes Gold, denn es heißt :das Gold dieses Landes ist gut. Ophir-Gold, weil es aus Ophir kommt. Feines Gold,"
],
[
"weil es dem Feingoldegleicht. Gezogenes Gold, weil es wie ein Faden gezogen wird. MassivesGold, weil, wenn es verkauft wird, alle Läden geschlossenwerden. Parvajimgold, weil es dem Farrenblute gleicht.",
"R. Aši sagte: Es sind fünf, und in jedem ist Gold und gutes Gold enthalten. Ebenso wird gelehrt: An jedem anderen Tage war das Gold gelb, an diesem Tage aber rot; das war nämlich das Parvajimgold, das dem Farrenblute gleicht.",
"AN JEDEM ANDEREN TAGE BRACHTE ER EINE HALBE MORGENS &C. AN JEDEM ANDEREN TAGE WAR ES FEIN GESTOSSEN, AN DIESEM ABER VOM ALLERFEINSTEN. Die Rabbanan lehrten: wozu ist diesnötig, es heißt ja bereits:du sollst etwas davon fein zerreiben? Dies besagt also, daß es sehr fein sein muß.",
"AN JEDEM ANDEREN TAGE STIEGEN DIE PRIESTER AUF DEN ALTAR ÜBER DIE OSTSEITE DER RAMPE. Der Meister sagte nämlich, daß man bei allen Wendungen, die zu machen sind, sich stets östlich nach rechts wende.",
"AN DIESEM TAGE ABER STIEG ER ÜBER DIE MITTE HINAUF UND ÜBER DIE MITTE HERUNTER. Aus welchem Grunde? – Zur Ehrung des Hochpriesters.",
"AN JEDEM ANDEREN TAGE WUSCH DER HOCHPRIESTER HÄNDE UND FÜSSE AUS DEM WASCHBECKEN &C. Aus welchem Grunde? – Zur Ehrung des Hochpriesters.",
"AN JEDEM ANDEREN TAGE WAREN ES VIER BRANDSTÄTTEN. Die Rabbanan lehrten: An jedem anderen Tage waren es zwei Brandstätten, an diesem Tage aber drei; eine war die große Brandstätte, eine war die zweite Brandstätte des Räucherwerkes, und eine fügte man an diesem Tagehinzu – so R. Jehuda.",
"R. Jose sagt, an jedem anderen Tage waren es drei, an diesem Tage aber vier; eine war die große Brandstätte, eine war die zweite Brandstätte des Raucherwerkes, eine war zur Erhaltungdes Feuers, und eine fügte man an diesem Tage hinzu.",
"R. Meír sagt, an jedem anderen Tage waren es vier, an diesem Tage aber fünf; eine war die große Brandstätte, eine war die zweite Brandstätte des Räucherwerkes, eine war zur Erhaltung des Feuers, eine war für die abends nicht vollständig verbrannten Opferglieder und Schmer, und eine fügte man an diesem Tage hinzu. –",
"Über zwei sind also alle einig; woher dies? – Die Schrift sagt:es, das Brandopfer, soll die ganze Nacht auf dem Feuerbrande, auf dem Altar verbleiben, das ist die große Brandstätte; das Altarfeuer soll damit brennend erhalten bleiben, das ist die zweite Brandstätte des Räucherwerkes. – Woher entnimmt R. Jose die Brandstätte zur Erhaltung des Feuers? – Er entnimmt dies aus :das Feuer auf dem Altar soll damit brennend erhalten bleiben. –",
"Und R. Jehuda!? – Dies [bezieht er auf das Feuer] zum Anzünden der Späne. Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagte: Woher, daß die Späne nur auf der Höhe des Altars angezündet werden? Es heißt: und das Feuer auf dem Altar soll damit brennend erhalten bleiben. – R. Jose sagte: Woher daß eine Brandstätte zur Erhaltung des Feuers hergerichtet werde? Es heißt: das Feuer auf dem Altar soll damit brennend erhalten bleiben. –",
"Woher entnimmt R. Jose das Anzünden der Späne? – Er folgert dies aus [dem Schriftverse], aus dem R. Šimo͑n es folgert. Es wird nämlich gelehrt:Die Kinder Ahrons, des Priesters, sollen Feuer auf den Attar tun, dies lehrt, daß das Anzünden der Späne nur durch einen tauglichen Priester und mit einem Dienstgeräte erfolgen müsse – so R. Jehuda. R. Šimo͑n sprach zu ihm : Könnte man denn auf den Gedanken kommen, daß ein Gemeiner den Altar beträte!? Vielmehr lehrt dies, daß das Anzünden der Späne auf der Höhe des Altars erfolgen müsse. –",
"Und R. Jehuda!? – Wenn nur hieraus, so könnte man glauben, er dürfe auf der Erde stehen und [das Feuer] mit einem Blasebalge anfachen, so lehrt er uns. –",
"Woher entnimmt es R. Meír hinsichtlich der abends nicht vollständig verbrannten Opfer teile und des Schmers? – Er folgert dies aus: und das Feuer. – Und die Rabbanan!? – Sie deuten das und nicht. –",
"Was machte man nach den Rabbanan mit den abends nicht vollständig verbrannten Opferteilen und dem Schmer? – Man legte sie Wieder auf die große Brandstätte. Es wird nämlich gelehrt: Woher, daß man die abends nicht vollständig verbrannten Opferteile und Schmer"
],
[
"auf den Altar, und wenn er sie nicht faßte, auf die Altarrampe oder auf den Sims legte, bis die große Brandstätte hergerichtet war? Es heißt :in die das vom Feuer verzehrte Brandopfer verwandelt wurde, auf dem Altar. –",
"Und R. Meír!? – Die Brandreste des Brandopfers lege man zurück hinauf, nicht aber lege man die Brandreste des Räucherwerkes wieder hinauf. R. Ḥananja b.Minjomi lehrte nämlich im Namen der Schule des R. Elie͑zer b.Ja͑qob : In die das vom Feuer verzehrte Brandopfer verwandelt wurde, auf dem Altar; die Brandreste des Brandopfers lege man zurück hinauf, nicht aber lege man die Brandreste des Räucherwerkes zurück hinauf. –",
"Alle stimmen immerhin überein, daß an diesem Tage eine hinzugefügt werde; woher entnehmen sie dies? – Sie folgern dies aus: und das Feuer. Und selbst derjenige, der das und nicht deutet, deutet das und das wohl. –",
"Worauf deuten [die Worte] beständiges Feuer? – Sie sind für die folgende Lehre nötig :Ein beständiges Feuer soll auf dem Altar brennen, es soll nie erlöschen; dies lehrt, daß die zweite Brandstätte des Räucherwerkes nur auf dem äußeren Altar herzurichten sei. –",
"Woher dies vom Feuer, der Kohlenschippeund der Leuchte? – Dies ist aus einem Schluß zu folgern: beim Räucherwerke heißt es Feuer und bei der Kohlenschippe und der Leuchte heißt es Feuer, wie jenes vom äußeren Altar, ebenso dieses vom äußeren Altar. –",
"Vielleicht aber wie folgt: beim Räucherwerke heißt es Feuer und bei der Kohlenschippe und der Leuchte heißt es Feuer, wie jenes von der Nähe, ebenso das der Kohlenschippe und der Leuchte von der Nähe!? –",
"Es heißt: ein beständiges Feuer soll auf dem Altar brennen, es soll nie erlöschen, das beständigeFeuer, von dem ich dir gesagt habe, ist nur vom äußeren Altar zu entnehmen. –",
"Wir wissen dies vom Feuer für die Leuchte, woher dies vom Feuer für die Kohlenschippe? – Dies ist aus einem Schlusse zu folgern: Bei der Kohlenschippe heißt es Feuer und bei der Leuchte heißt es Feuer, wie dieses vom äußeren Altar, ebenso jenes vom äußeren Altar. –",
"Vielleicht aber wie folgt: Beim Räucherwerke heißt es Feuer und bei der Kohlenschippe heißt es Feuer, wie jenes von der Nähe, ebenso dieses von der Nähe ! ? –",
"Es heißt :und er nehme eine Schippe Feuerkohlen vom Altar (von) vor dem Herrn; welcher Altar ist nur teilweise und nicht ganzvor dem Herrn? Das ist der äußere Altar.",
"Und sowohl [die Worte] vom Altar als auch [die Worte] vor dem Herrn sind nötig. Würde der Allbarmherzige nur vom Altar geschrieben haben, so könnte man glauben, unter Altar sei der innere Altar zu verstehen, daher heißt es vor dem Herrn; und würde der Allbarmherzige nur vor dem Herrn geschrieben haben, so könnte man glauben, durchaus vor dem Herrn, nicht"
],
[
"aber von der einen Seite oder der anderen Seite. Daher ist beides nötig.",
"R. Elea͑zar sagte im Namen Bar Qapparas: R. Meír sagte, wenn Opferglieder eines Brandopfers zurückbleiben, so richte man für sie eine besondere Brandstätte her, selbst am Šabbath. –",
"Was lehrt er uns da, wir haben ja gelernt, daß da täglich vier “Brandstätten waren!? R. Abin erwiderte: Dies ist hinsichtlich der untauglichennötig;",
"nur wenn das Feuer sie bereits erfaßt hat, nicht aber, wenn das Feuer sie noch nicht erfaßt hat.",
"Manche sagen: Einerlei ob taugliche oder untaugliche, nur wenn das Feuer sie erfaßt hat, sonst aber nicht.",
"Selbst am Šabbath, dies haben wir ja gelernt: an diesem Tagefünf !?",
"R. Aḥa b.Ja͑qob erwiderte: Dies ist nötig; man könnte glauben, nur wenn der Versöhnungstag auf einen Šabbath folgt, weil nämlich das Fett des Šabbathopfers am Versöhnungstage dargebracht wird, nicht aber wenn auf [einen Tag] in der Mitte der Woche, so lehrt er uns.",
"Raba sprach: Wer ist es, der auf sein Mehl nicht achtet: wir haben ja gelernt, an jedem Tage!? – Dies ist ein Einwand.",
"Er streitet also gegen R. Hona, welcher sagt, das beständige Opfer verdränge [den Šabbath] nur zu Beginn, nicht aber am Schlusse.",
"Der Text, R. Hona sagte: Das beständige Opfer verdrängt nur zu Beginn, nicht aber am Schlusse. –",
"Was verdrängt es nicht? – R. Ḥisda sagt, es verdränge den Šabbath und nicht die Unreinheit, und Rabba sagt, es verdränge die Unreinheit und nicht den Šabbath.",
"Abajje sprach zu Raba: Gegen Dich ist ein Einwand zu erheben und gegen R. Ḥista ist ein Einwand zu erheben. Gegen dich ist einzuwenden : die Unreinheit wohl deshalb, weil es heißt :zur festgesetzten Zeit, auch in Unreinheit, ebenso auch hinsichtlich des Šabbaths: zur festgesetzten Zeit, auch am Šabbath.",
"Gegen R. Ḥista ist ebenfalls einzuwenden: den Šabbath wohl deshalb, weil es heißt: zur festgesetzten Zeit, selbst am Šabbath, ebenso auch hinsichtlich der Unreinheit : zur festgesetzten Zeit, auch in Unreinheit!?",
"Dieser erwiderte: Dies ist kein Einwand gegen mich, und dies ist kein Einwand gegen R. Ḥista. Gegen mich ist nichts einzuwenden, denn der Schluß gleicht dem Beginne:"
],
[
"die Unreinheit wird bei Beginnverdrängt, so wird sie auch am Schlusse verdrängt; der Šabbath wird bei Beginn nichtverdrängt, so wird er auch am Schlusse nicht verdrängt.",
"Gegen R. Ḥista ist ebenfalls nichts einzuwenden. Er ist nicht der Ansicht, der Schluß gleiche dem Beginne, aber der Šabbath ist für die Gemeinde vollständig freigegeben, daher verdrängt ihn auch der Schluß,",
"die Unreinheit ist für die Gemeinde nur verdrängtworden, daher verdrängt sie nur der Beginn, worin die eigentliche Sühne besteht, nicht aber der Schluß, worin die eigentliche Sühne nicht besteht.",
"Es wurde gelehrt : Wer das Feuer der Kohlenschippe oder der Leuchte auslöscht, ist, wie Abajje sagt, schuldig, und wie Raba sagt, frei.",
"Wenn er es auf der Höhe des Altares auslöscht, stimmen alle überein, daß er schuldig sei, sie streiten nur, wenn er es auf die Erde legt und auslöscht; Abajje sagt, er sei schuldig, denn es ist ja Altarfeuer, und Raba sagt, er sei frei, denn es ist von diesem gelöst. –",
"R. Naḥman, der im Namen des Rabba b.Abuha sagte, wer eine Kohle vom Altar herabnimmt und sie auslöscht, sei schuldig, wäre demnach der Ansicht Abaj jes!? –",
"Du kannst auch sagen, der Ansicht Rabas, denn da ist es nicht zu Gebotszwecken genommen worden, hierbei aber ist es zu Gebotszweckengenommen worden.",
"Manche lesen:",
"Wenn er es auf die Erde legt und auslöscht, stimmen alle überein, daß er frei sei, sie streiten nur, wenn er es auf der Höhe des Altars auslöscht; Abajje sagt, er sei schuldig, denn es ist ja Altarfeuer, und Raba sagt, er sei frei, denn da es einmal gelöscht wurde, ist es gelöscht. –",
"R. Naḥman, der im Namen des Rabba b.Abuha sagte, wer eine Kohle vom Altar herabnimmt und sie auslöscht, sei schuldig, wäre demnach der Ansicht Abajjes noch der Ansicht Rabas!? – Da ist es nicht zu Gebotszwecken genommen worden, hierbei aber ist es zu Gebotszwecken genommen worden."
],
[
"MAN HOLTE IHM DIE KELLE UND DIE SCHIPPE UND ER HOB [VOM RÄUCHERWERKE] BEIDE HÄNDE VOLL AB UND TAT ES IN DIE KELLE, EIN GROSSER NACH SEINER GRÖSSE UND EIN KLEINER NACH SEINER KLEINHEIT, UND DIES WAR DAS MASS; DANN NAHM ER DIE SCHIPPE IN DIE RECHTE UND DIE KELLE IN DIE LINKE.",
"GEMARA. Von der Schippe wurde ja bereits gelehrt: er nahm die Schippe und stieg auf die Höhe des Altars, nahm [Kohlen] auf und stieg herunter!? – Dort wird von der Kohlenschippe gesprochen, hier aber von der Schippe des Räucherwerkes. Es wird nämlich gelehrt: Man holte ihm eine leere Kelle aus der Gerätekammer und eine gehäufte Schippe Räucherwerk aus der Eutinoskammer.",
"ER HOB BEIDE HÄNDE VOLL AB UND TAT ES IN DIE KELLE, EIN GROSSER NACH SEINER GRÖSSE UND EIN KLEINER NACH SEINER KLEINHEIT, UND DIES WAR DAS MASS. Wozu war am Versöhnungstage eine Kelle nötig, der Allbarmherzige sagt ja: beide Hände voll und er soll es bringen!? –",
"Anders ist es nicht möglich; wie sollte er es denn machen: bringt er zuerst [die Schippe] und nachher [das Räucherwerk] hinein, so spricht ja der Allbarmherzige von nur einem Hineinbringen und nicht von zwei,",
"und nimmt er das Räucherwerk in die Handteller, legt die Schippe darüber und geht hinaus, wie sollte er es, wenn es darin ist, machen: etwa die Schippe mit den Zähnen anfassen und hinlegen? Wenn man vor einem Könige aus Fleisch und Blut solches nicht tut, um wieviel weniger vor dem König der Könige, dem Heiligen, gepriesen sei er.",
"Es ist also anders nicht möglich, und da es anders nicht möglich ist, ist so zu verfahren, wie wir es bei den Stammesfürsten finden.",
"DANN NAHM ER DIE SCHIPPE IN DIE RECHTE UND DIE KELLE IN DIE LINKE. Der Bürger auf der Erde und der Fremde in den höchsten Himmeln!? –",
"Die eine ist größer, und die andere ist kleiner; und selbst wenn beide gleichmäßig sind, wie dies bei R. Jišma͑él, dem Sohne der Qimḥith, der Fall war, so ist die eine heiß und die andere kalt.",
"Man erzählt von R. Jišma͑él, dem Sohne der Qimḥith, daß er mit seinen Handflächen vier Kab aufnahm, indem er sprach: Alle Frauen haben Reben gezogen, aber die Rebe meiner Mutter stieg bis zum Dache. Manche sagen, durch Gerstengraupe, und zwar nach Rabba b. Jonathan, der im Namen R. Jeḥiéls lehrte, Gerstengraupe sei für Kranke zuträglich.",
"Manche sagen, durch den Samentropfen, und zwar nach R. Abahu. R. Abahu wies nämlich auf einen Widerspruch hin: Es heißt:du hast mir die Kraft für den Krieg ausgesucht, und es heißt:der mich mit Kraft umgürtet!? David sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, du hast mich ausgesucht und du hast mich angespornt.",
"Man erzählt von R. Jišma͑él, dem Sohne der Qimḥith, daß er sich einst auf der Straße mit einem Araber unterhielt, wobei ein Spritzer aus dem Munde ihm auf die Kleider kam; da trat sein Bruder Ješebab ein und verrichtete an seinerstatt den Dienst. Ihre Mutter sah dann an einem Tage zwei [Söhne als] Hochpriester.",
"Ferner erzählt man von R. Jišma͑él, dem Sohne der Qimḥith, daß er sich einst auf der Straße mit einem Hegemon unterhielt, wobei ein Spritzer aus dessen Munde ihm auf die Kleider kam; da trat sein Bruder Joseph ein und verrichtete an seinerstatt den Dienst. Ihre Mutter sah also an einem Tage zwei [Söhne als] Hochpriester.",
"Die Rabbanan lehrten: Sieben Söhne hatte die Qimḥith, und alle übten sie das Hochpriesteramt aus. Die Weisen fragten sie: Was hast du getan, daß dir solches beschieden ist? Sie erwiderte : Nie : im Leben sahen die Wände meines Zimmers meine Haarflechten. Darauf entgegneten jene: Viele taten dies und erreichten nichts.",
"Die Rabbanan lehrten :Mit seiner Faust, er darf für die Faustfülle kein Maßgefäß fertigen. Sie fragten: Darf er ein Maßgefäß für die Händefülle fertigen?",
"Da heißt es: mit seiner Faust, hierbei aber nicht: mit seinen Händen, sondern: feingestoßene Spezereien, seine Hände voll; oder ist es diesbezüglich durch [das Wort] voll von der Faustfülle zu folgern? –",
"Komm und höre: Dies war das Maß. Demnach durfte er, wenn er wollte, ein Maßgefäß fertigen. – Nein, er meint es wie folgt: so nahm er innerhalb [des Allerheiligsten] abermals die Hände voll. –",
"Demnach wäre hieraus zu entscheiden, daß er die Hände voll abhebe und abermals abhebe!? –",
"Vielleicht darf er wirklich, wenn er es will, ein Maßgefäßfertigen. Oder vielleicht besagt dies, daß er weder weniger noch mehr nehmen dürfe.",
"Die Rabbanan lehrten :Seine Faust voll, man könnte glauben, überschwellend, so heißt es : mit seiner Faust; man könnte demnach glauben, nur mit den Fingerspitzen, so heißt es: seine Faust voll; wie eben die Leute eine Faustfülle abheben. – Wie erfolgt dies? – Er beugt seine drei Finger über den Handteller und hebt ab."
],
[
"Beim Pfannopfer und beim Tiegelopfer streicht er oben mit dem Daumen und unten mit dem kleinen Finger ab. Dies war eine schwierige Dienstverrichtung im Tempel. – Nur dies und nichts weiter, auch das Kopfabkneifenwar es ja, das Abheben der Händefüllewar es ja!? – Vielmehr: dies war eine von den schwierigen Dienstverrichtungen im Tempel.",
"R. Joḥanan sagte: R. Jehošua͑ b. U͑zaá fragte, wie es sich mit dem verhalte, was sich bei der Faustfülle zwischen [den Fingern] befindet. R. Papa sprach: Über das, was sich innen befindet, besteht keine Frage, dies gehört entschieden zur Handfülle, und über das, was sich außen befindet, besteht ebenfalls keine Frage, dies ist entschieden Zurückbleibendes",
", fraglich ist es nur hinsichtlich dessen, was sich in der Mitte befindet, wie ist es damit? R. Joḥanan sagte: Später hat R. Jehošua͑ b. U͑zaá es entschieden: über das, was sich zwischen [den Fingern] befindet, besteht ein Zweifel. –",
"Was geschieht damit? R. Ḥanina erwiderte: Er räuchere zuerst die Faustfülle besonders auf und nachher das, was sich zwischen [den Fingern] befindet. Wenn man nämlich sagen wollte, zuerst das, was sich zwischen [den Fingern] befindet, so ist es ja, wenn es Zurückbleibendes ist, Zurückgebliebenes, das zwischen dem Abheben und der Aufräucherung abhanden gekommen ist, und der Meister sagte, daß, wenn das Zurückbleibende zwischen dem Abheben und der Aufräucherung abhanden gekommen ist, man daraufhin die Haufenfülle nicht aufräuchere. –",
"Aber auch jetzt sollte ja hierauf bezogen werden [die Bestimmung]: wovon etwas ins Feuer gekommen ist, darf nicht mehr auf geräuchertwerden !?",
"R. Jehuda, Sohn des R. Šimo͑n b.Pazi, erwiderte : Er räuchere es als Holzauf. Dies nach R. Elie͑zer, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte:Zum angenehmen Geruche, als solches darfst du es nicht darbringen, wohl aber als Holz. –",
"Allerdings nach R. Elie͑zer, wie ist es aber nach den Rabbanan zu erklären!? R.Mari erwiderte: Fette Priesterheben ab. Jetzt nun, wo du darauf gekommen bist, müssen auch nach R. Elie͑zer von vornherein fette Priester abheben.",
"R.Papa fragte: Wie verhält es sich mit dem, was beim Abheben der Händefülle sich zwischen [den Fingern] befindet !? – Was ist ihm da fraglich: wenn er durch [das Wort] vollfolgert, so ist es ja dasselbe !? – R. Papa fragt folgendes: muß er eine Handfülle darbringen, was auch bei diesem der Fall ist, oder muß er nehmen und darbringen, was bei diesem nicht der Fallist!? – Dies bleibt unentschieden.",
"R. Papa sagte: Es ist mir klar, daß die Faustfülle so abzuheben ist, wie die Leute abzuheben pflegen, aber folgendes fragte R. Papa: Wie ist es, wenn er sie mit den Fingerspitzen abhebt? Wie ist es, wenn von tinten nach oben? Wie ist es, wenn von der Seite aus? – Dies bleibt unentschieden.",
"R. Papa sagte : Es ist mir klar, daß die Handfülle so abzuheben ist, wie die Leute abzuheben pflegen, aber folgendes fragte R. Papa : Wie ist es, wenn er sie mit den Fingerspitzen abhebt?",
"Wie ist es, wenn von unten nach oben? Wie ist es, wenn von der Seite aus? Wie ist es, wenn mit jeder Hand besonders und er sie aneinanderschiebt? – Dies bleibt unentschieden.",
"R. Papa fragte: Wie ist es, wenn er die Faustfülle an die Wand des Gefäßes klebt: ist das Innere des Gefäßes erforderlich, was hierbei der Fall ist, oder muß es richtig in das Gefäß gelegt werden, was hierbei nicht der Fall ist? – Dies bleibt unentschieden.",
"R. Papa fragte:"
],
[
"Wie ist es, wenn er das Gefäß umkehrt, und die Faustfülle [innen] an den Boden klebt: ist ein Hineinlegen in dieses erforderlich, was hierbei der Fall ist, oder ist ein normales Hineinlegen erforderlich, was hierbei nicht der Fall ist? – Dies bleibt unentschieden.",
"",
"R. Papa fragte : Muß die Handfülle, von der sie sprechen, gestrichen oder gehäuft sein? R. Abba sprach zu R. Aši: Komm und höre: Die Handfülle, von der sie sprechen, darf weder gestrichen noch gehäuft sein, sondern nur reichlich.",
"Dort haben wir gelernt: Wenn das Blut [beim Schlachten] auf das Pflaster ausgeschüttet wurde und man es aufgesammelt hat, so ist es untauglich; wenn aber aus dem Gefäße und man es aufgesammelt hat, so ist es tauglich. –",
"Woher dies? – Die Rabbanan lehrten :Er soll vom Blute des Forren nehmen, vom Blute der Seele, nicht aber vom Blute der Haut, noch vom nachfließenden Blute;",
"vom Blute des Farren, das Blut ist [direkt] vom Farren zu entnehmen. Wenn du aber auslegen wolltest: vom Blute des Farren, auch ein Teil des Blutes, so sagte ja R. Jehuda, der Aufnehmende müsse das ganze Blut des Farren aufnehmen, denn es heißt :das ganze Blut des Farren gieße er auf den Grund des Altars.",
"Vielmehr ist auszulegen: vom Blute des Farren, das Blut ist [direkt] vom Farren zu entnehmen. Er ist also der Ansicht, daß man fortnehme, hinzufüge und auslege.",
"R. Papa fragte : Wie ist es, wenn das Räucherwerk aus seinen Handflächen ausgeschüttet wird: Gleichen seine Hände dem Halse des Tieres, somit ist es tauglich, oder gleichen sie einem Dienstgefäße, somit ist es untauglich? – Dies bleibt unentschieden.",
"R. Papa fragte : Wie ist es, wenn er beim Abheben des Räucherwerkes beabsichtigthat : folgern wir durch das auch beim Speisopfer gebrauchte [Wort] voll, daß auch hierbei die Absicht wirksam ist, wie bei jenem, oder nicht?",
"R. Šimi b.Aši sprach zu R. Papa: Komm und höre: R. A͑qiba fügte nochdie Faustfülle, das Räucherwerk, den Weihrauch und die Kohlen hinzu; wenn nämlich ein am selben Tage Untergetauchtervon diesen einen Teil berührt hat, so hat er das ganze untauglich gemacht.",
"Er dachte: wenn ein am selben Tage Untergetauchter sie untauglich macht, mache sie auch das Übernachten untauglich, und wenn das Übernachten sie untauglich macht, mache sie auch die bezügliche Absicht untauglich.",
"R. Papa fragte :"
],
[
"Wie ist es, wenn er beim Schippen der Kohlen beabsichtigthat : gleicht das, was zum Gebote erforderlich ist, dem Gebote selbst oder nicht? – Dies bleibt unentschieden.",
"Man fragte R. Šešeth: Ist das Hinbringen [des Blutes] mit der Linken zulässig? R. Šešeth erwiderte ihnen: Ihr habt es ja gelernt: Er nahm die Schippe in die Rechte und die Kelle in die Linke. –",
"Sollte er es ihnen doch entschieden haben aus dem, was wir gelernt haben: er nahmden rechten Fuß in die Linke mit der Hautseite nach außen!? –",
"Wenn hieraus, so könnte man glauben, dies gelte nur vom Hinbringen, von demdie Sühne nicht abhängt, nicht aber vom Hinbringen, von dem die Sühne abhängt, so lehrt er uns."
],
[
"Man wandte ein: Ein Gemeiner, ein Trauernder, ein Betrunkener und ein Gebrechenbehafteter ist zur Aufnahme, zum Hinbringen und zum Sprengen [des Blutes] unzulässig, ebenso ist es sitzend und mit der Linken unzulässig !?– Dies ist eine Widerlegung. –",
"Aber R. Šešeth ist es ja selber, der diesen Einwand richtete!? R. Šešeth sprach nämlich zum Dolmetsch R. Ḥisdas: Frage R. Ḥisda, ob das Hinbringen [des Blutes] durch einen Gemeinen zulässig sei, und dieser erwiderte : Es ist zulässig, und ein Schriftvers unterstützt mich:sie schlachteten das Pesaḥopfer, und die Priester sprengten das Blut, als sie es aus ihrer Hand genommenhatten, während die Leviten die Haut abzogen.",
"Dagegen wandte R. Šešeth ein: Ein Gemeiner, ein Trauernder, ein Betrunkener und ein Gebrechenbehafteter ist zur Aufnahme, zum Hinbringen und zum Sprengen des Blutes unzulässig, ebenso ist es sitzend und mit der Linken unzulässig. –",
"Nachdem er von diesem Einwand gehört hatte, richtet er ihn. – R. Ḥisda stützt sich ja aber auf einen Schriftvers!? – Sie dienten nur als Vorsprung.",
"R. Papa fragte : Wie ist es, wenn ein anderer die Händefülle abhebt und sie in seine Hände legt: ist die Händefülle erforderlich, was hierbei der Fall ist, oder aber muß er selber nehmen und bringen, was hierbei nicht der Fall ist? – Dies bleibt unentschieden.",
"R. Jehošua͑ b.Leyi fragte: Darf, wenn er die Händefülle abgehoben hat und gestorben ist, ein anderer die Händefülle hineinbringen? R. Ḥanina sprach: Komm und beachte doch die Frage der Altvordern! –",
"Demnach wäre R. Jehošua͑ b.Levi älter, während ja R.Jehošua͑ b. Levi erzählt hat, R. Ḥanina habe ihm erlaubt, am Šabbath Kresse zu trinken!? –",
"Vom Trinken ist dies ja selbstverständlich, wir haben ja gelernt, man dürfe [am Šabbath] zu Heilszwecken jede Speise essen und jedes Getränk trinken!? –",
"Vielmehr, am Šabbath Kresse zu zerreiben und zu trinken. – In welchem Falle: liegt Gefahr vor, so ist es ja erlaubt, und liegt keine Gefahr vor, so ist es ja verboten!? – Tatsächlich, wenn Gefahr vorliegt, nur fragte er folgendes: ist [Kresse] heilend, sodaß man deswegen den Šabbath entweihen darf, oder ist sie nicht heilend, sodaß man deswegen den Šabbath nicht entweihen darf!? –",
"Weshalb [fragte er es] R. Ḥanina? – Weil er heilkundig war. R. Ḥanina erzählte nämlich: Noch nie befragte mich jemand über eine Verwundung durch ein weißes Maultier und blieb leben. Wir sehen ja aber, daß manche leben bleiben!? –",
"Lies: und genas. Wir sehen ja aber, daß manche auch genesen !? – Wir sprechen von solchen, die selber braun und deren Fußenden weiß sind. –",
"Allenfalls geht hieraus hervor, daß R. Ḥanina älter war!? – Vielmehr, er sagte, wie folgt : du fragst nur das, was bereits Älteregefragt haben. –",
"Kann R. Ḥanina dies denn gesagt haben, er sagte ja:mit dem Farren, nicht aber mit dem Blutedes Farren.",
"Ferner sagte R. Ḥanina, daß, wenn er das Räucherwerk vor dem Schlachten des Farren abgehoben hat, dies ungültigsei!? –",
"Er sprach wie folgt: wenn [R. Jehošua͑ b. Levi] dies fragt, so ist er wohl der Ansicht: mit dem Farren, auch mit dem Blute des Farren, und nach seiner Ansicht haben bereits ältere diese Frage gerichtet. –",
"Was bleibt damit? R. Papa erwiderte : Wenn er die Händefülle abheben und wiederumabheben muß, so darf ein anderer mit seiner Händefülle eintreten, da ja die Händefülle noch vorhanden ist, und wenn er sie nicht abheben und dann wiederum abheben muß, so ist dies fraglich.",
"R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sprach zu R. Papa: Im Gegenteil, wenn er die Händefülle abheben und wiederum abheben muß, so sollte ja ein anderer mit seiner Händefülle nicht eintreten dürfen, weil es nicht möglich ist, daß er nicht etwas weniger oder etwas mehr abhebt, fraglich ist dies nur, wenn er nicht abheben und wiederum abheben muß.",
"Sie fragten nämlich: Muß er die Händefülle abheben und wiederum abheben?– Komm und höre: Dieswar das Maß. Doch wohl: wie dies das Maß innerhalb war, so war dies das Maß außerhalb!? –",
"Nein, vielleicht [besagt dies], daß er, wenn er es will, ein Maßgefäß anfertigen dürfe; oder auch, daß er weder weniger noch mehr nehmen dürfe. –",
"Komm und höre:"
],
[
"Wie macht er es? Er erfaßt die Kelle mit den Fingerspitzen, manche sagen, mit den Zähnen, und zieht sie mit dem Daumen heran, bis sie an die Hand gelangt, sodann wendet er sie gegen die Handteller und häuft [das Räucherwerk], damit der Rauch langsam aufsteige, manche sagen, er scharrt es auseinander, damit der Rauch schnell aufsteige.",
"Dies war eine schwierige Dienstverrichtung im Tempel. – Nur dies und nichts weiter, auch das Kopf abkneifen war es ja, auch das Abheben der Häufenfüllewar es ja!? – Vielmehr, dies gehörte zu den schwierigen Dienstverrichtungen im Tempel. – Schließe hieraus, daß er die Händefülle abheben und wiederum abheben müsse. Schließe hieraus.",
"Sie fragten: Darf, wenn er geschlachtet hat und gestorben ist, ein anderer mit dem Blute [in den Tempel] eintreten. Sagen wir: mit dem Farren, auch mit dem Blute des Farren, oder aber: mit dem Farren, nicht aber mit dem Blute des Farren? –",
"R. Ḥanina sagt: mit dem Farren, nicht aber mit dem Blute des Farren; Reš Laqiš sagt: mit dem Farren, auch mit dem Blute des Farren; R. Ami sagt: mit dem Farren, nicht aber mit dem Blute des Farren; R. Jiçḥaq [der Schmied] sagt: mit dem Farren, auch mit dem Blute des Farren.",
"R. Ami wandte gegen R. Jiçḥaq den Schmied ein: Man kann, bis [das Pesaḥlamm] geschlachtet ist, sich daran beteiligen oder sich davon zurückziehen. Wenn nun dem so wäre, so müßte es ja heißen: bis [das Blut] gesprengt ist!?–",
"Anders ist es da, denn es heißt:vom Lamme, wenn es noch lebt.",
"Mar Zuṭra wandte ein: Man darf weder mit einem Kalbe, noch mit einem Wilde, noch mit Geschlachteten oder Totverletztem, noch mit einem Mischling, noch mit einem Koj auslösen, sondern nur mit einem Lamme!? – Anders ist es da, er folgert dies aus [dem Worte] Lamm, das auch beim Pesaḥopfer gebraucht wird. –",
"Demnach sollte doch, wie dieses männlich, fehlerfrei und einjährig sein muß, auch jenes männlich, fehlerfrei und einjährig sein müssen!? – Es heißt zweimal auslösen, dies ist einschließend. –",
"Wenn die Wiederholung [des Wortes] auslösen einschließend ist, so sollte sich dies auf jene alle erstrecken!? – Welche Verwendung hätte dann [das Wort] Lamm!?"
],
[
"R. Jiçḥiaq der Schmied wandte gegen R. Ami ein :Er soll den ganzen Farren hinausbringen !? – Daß er ihn vollständig hinausbringe. –\n",
"Den Sündopfer-Farren und den Sündopfer-Bock!? R. Papa erwiderte: Über Haut, Fleisch und Mist zusammen streitet niemand, sie streiten nur über das Blut: einer ist der Ansicht, das Blut heiße ‘Farre’, und einer ist der Ansicht, das Blut heiße nicht ‘Farre’.",
"R. Aši sprach: Die Ansicht dessen, welcher sagt, das Blut heiße ‘Farre’, ist einleuchtender. Es heißt :damit komme Ahron in das Heiligtum, mit einem jungen Farren; kommt er denn mit den Hörnern? Er kommt ja mit dem Blute, dennoch nennt er ihn Farren. –",
"Und jener!? – [Dies heißt:] der Farre zum Sündopferist es, wodurch Ahron befähigt wird, in das Heiligtum zu treten.",
"Sollte doch schon der Umstand entscheidend sein, daß es ein Sündopfer ist, dessen Eigentümer gestorben ist, und ein Sündopfer, dessen Eigentümer gestorben ist, ist ja verenden zu lassen!? Rabin b.R. Ada sprach zu Raba: Deine Schüler sagten im Namen R. A͑mrams, dieses sei ein Sündopfer der Gemeinde, und ein solches ist nicht verenden zu lassen.",
"Wir haben nämlich gelernt: R. Meír sprach zu ihm: Der Farre des Versöhnungstages, das Pfannopfergebäck des Hochpriesters und das Pesaḥopfer sind ja Privatopfer, demnach verdrängen sie den Šabbath und die Unreinheit. Demnach gibt es ja jemand, welcher sagt, sie seien Gemeindeopfer. –",
"Er lehrt ja auch : R. Ja͑qob sprach zu ihm : Der Farre wegen Irrens der Gemeinde, der Bock wegen Götzendienstesund das Festopfer sind ja Gemeindeopfer, dennoch verdrängen sie weder den Šabbath noch die Unreinheit. Nach deiner Auffassung wäre also zu folgern: Demnach gibt es jemand, welcher sagt, sie seien Privatopfer!?",
"Sie erwiderten vielmehr dem ersten Tanna. Dieser sagte, das Gemeindeopfer verdränge den Šabbath und die Unreinheit, das Privatopfer aber verdränge weder den Šabbath noch die Unreinheit: darauf sprach R. Meír zu ihm: Ist dies denn beim Privatopfer eine stichhaltige Regel, der Farre des Versöhnungstages, das Pfannopfergebäck des Hochpriesters und das Pesaḥopfer sind ja ebenfalls Privatopfer, dennoch verdrängen sie den Šabbath und die Unreinheit!?",
"Und R. Ja͑qob sprach zu ihm: Ist dies denn beim Gemeindeopfer eine stichhaltige Regel, der Farre wegen Irrens der Gemeinde, der Ziegenbock wegen Götzendienstes und das Festopfer sind ja ebenfalls Gemeindeopfer, dennoch verdrängen sie weder den Šabbath noch die Unreinheit!?",
"Vielmehr halte man sich an folgende Regel. Wofür eine Zeit festgesetzt ist, verdrängt den Šabbath und die Unreinheit, selbst ein Privatopfer; wofür keine Zeit festgesetzt ist, verdrängt weder den Šabbath noch die Unreinheit, selbst ein Gemeindeopfer.",
"Abajje wandte gegen ihn ein: Wenn der Farre und der Ziegenbock des Versöhnungstages abhanden gekommen warenund man an ihrer Stelle andere abgesondert hat, so sind sie verenden zu lassen, ebenso sind die Böcke wegen Götzendienstes, wenn sie abhanden gekommen waren und man an ihrer Stelle andere abgesondert hat, verenden zu lassen – so R. Jehuda. R. Elie͑zer und R. Šimo͑n sagen, sie sind weiden zu lassen, bis sie ein Gebrechen bekommen, sodann verkaufe man sie, und der Erlös fällt dem freiwilligen [Opferfonds] zu, denn Gemeinde-Sündopfer sind nicht verenden zu lassen !?",
"Dieser erwiderte : Unter ‘Farre’ ist der Farre wegen Irrens der Gemeinde zu verstehen. – Er lehrt ja aber: des Versöhnungstages!? – Dies bezieht sich auf den Bock. –",
"Es wird ja gelehrt: Wenn der Farre des Versöhnungstages und der Bock des Versöhnungstages abhanden gekommen waren und man an ihrer Stelle andere abgesondert hat, so sind sie alle verenden zu lassen – so R. Jehuda. R. Elie͑zer und R. Šimo͑n sageri, sie sind weiden zu lassen, bis sie ein Gebrechen bekommen, sodann sind sie zu verkaufen und der Erlös fällt dem freiwilligen [Opferfonds] zu, denn Gemeinde-Sündopfer sind nicht verenden zu lassen!? –",
"Sage nicht: Gemeinde-Sündopfer sind nicht verenden zu lassen, sondern: das gemeinschaftliche Sündopfer ist nicht verenden zu lassen. – Was ist denn der Unterschied!? –",
"Priester bringen wegen [falscher] Entscheidung [des Gerichtes]keinen Farren dar. –",
"Komm und höre: R. Elea͑zar fragte,"
],
[
"ob nach demjenigen, welcher sagt, der Farre des Versöhnungstages sei Opfer eines Privaten, dieser es umtauschenkönne oder nicht umtauschen könne. Demnach gibt es ja jemand, Welcher sagt, er sei ein Gemeindeopfer!? –",
"Nein, demnach gibt es jemand, welcher sagt, er sei ein gemeinschaftliches Opfer.",
"Der Text. R. Elea͑zar fragte: Kann nach demjenigen, welcher sagt, der Farre des Versöhnungstages sei Opfer eines Privaten, dieser es umtauschen, oder kann er es nicht umtauschen? – Worin besteht seine Frage? –",
"Ob wir uns nach dem richten, der es weiht, oder nach dem richten, der die Sühne erlangt. –",
"Selbstverständlich richten wir uns nach dem, der die Sühne erlangt, denn R. Abahu sagte im Namen R. Joḥanans, daß derjenige, der esweiht, das Fünftelhinzufügen müsse, und derjenige, der die Sühne erlangt, es umtauschen könne,",
"und daß, wenn jemand von seinem [Getreide] für einen anderen die Hebe entrichtet, der Dankihm gehöre !? –",
"Tatsächlich ist es ihm klar, daß wir uns nach dem richten, der die Sühne erlangt, nur fragt er hier, ob seine Priesterbrüder durch seine BestimmungSühne erlangen. oder durch seine PersonSühne erlangen? –",
"Komm und höre: Beim [originären] Opfer ist es strenger als beim Eingetauschten und beim Eingetauschten ist es strenger als beim [originären] Opfer. Beim [originären] Opfer ist es strenger [als beim Eingetauschten], denn das [originäre] Opfer wird sowohl von einem Privaten wie auch von einer Gemeinde [dargebracht], verdrängt den Šabbath und die Unreinheit und macht Eingetauschtes,",
"was beim Eingetauschten nicht der Fall ist. Beim Eingetauschten ist es strenger als beim [originären] Opfer, denn das Eingetauschte wird erfaßt, auch wenn es ein dauerndes Gebrechen hat, auch wird es hinsichtlich der Schur und der Arbeit nichtprofan, was beim [originären] Opfer nicht der Fallist.",
"Von welchem Opfer wird hier nun gesprochen: wollte man sagen, von einem privaten, so verdrängt ja ein solches weder den Šabbath noch die Unreinheit, und wenn von einem Gemeindeopfer, so macht ja ein solches kein Eingetauschtes; doch wohl vom Farren [des Versöhnungstages]; er verdrängt den Šabbath und die Unreinheit, weil für ihn eine Zeit festgesetzt ist, auch macht er Eingetauschtes, weil er ein Privatopfer ist.",
"R. Šešeth erwiderte: Nein, vom Widder Ahrons.",
"Dies leuchtet auch ein, denn wieso heißt es, wenn du sagen wolltest, vom Farren [des Versöhnungstages], daß das Eingetauschte desselben den Šabbath und die Unreinheit nicht verdränge, wonach es am Wochentage wohl dargebracht werde, es ist ja das Eingetauschte eines Sündopfers, und das Eingetauschte eines Sündopfers ist ja verenden zu lassen!? –",
"Nein, tatsächlich vom Farren [des Versöhnungstages], nur wird hier vom Eingetauschten allgemeingesprochen. –",
"Demnach ist ja auch unter ‘[originäres] Opfer’ ein [originäres] Opfer allgemeinzu verstehen!? –",
"Er lehrt dies nicht vom [originären] Opfer im allgemeinen. – Woher dies? – Er lehrt, beim Eingetauschten sei es strenger, denn das Eingetauschte wird erfaßt, auch wenn es ein dauerndes Gebrechen hat, auch wird es hinsichtlich der Schur und der Arbeit nicht profan. Wenn man nun sagen wollte, unter ‘[originäres] Opfer’ sei ein [originäres] Opfer allgemein zu verstehen, so gibt es ja"
],
[
"Erstgeborenes und Zehnten, die erfaßt werden, auch wenn sie ein dauerndes Gebrechen haben, und die hinsichtlich der Schur und der Arbeit nicht profan werden!? Vielmehr lehrt er es nicht von [originären] Opfern allgemein. –",
"Womit ist das Eingetauschte anders? – Das Eingetauschte ist bei allen Opfern gleich, während zu den [originären] Opfern auch Erstgeborenes und Zehnt gehören. –",
"Wozu braucht R. Šešeth es auf den Widder Ahrons zu beziehen, sollte er es doch auf das Pesaḥopfer beziehen, denn dieses verdrängt den Šabbath und die Unreinheit, auch macht es Eingetauschtes, da es ein Privatopfer ist!? – Er ist der Ansicht, man dürfe das Pesaḥopfer nicht für einen einzelnen schlachten. –",
"Sollte er es auf das zweite Pesaḥopferbeziehen!? – Verdrängt dieses denn die Unreinheit!?",
"R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sprach zu Raba: Weshalb nennt jener Autordas Pesaḥopfer ein Privatopfer und das Festopferein Gemeindeopfer: wenn etwa, weil dieses in Gemeinschaftdargebracht wird, so wird ja auch das Pesaḥopfer in Gemeinschaft dargebracht!? – Dazu gehört ja auch das zweite Pesaḥopfer, das nicht in Gemeinschaft dargebracht wird. Jener sprach: Demnach sollte es den Šabbath und die Unreinheit verdrängen!?",
"Dieser erwiderte: Freilich; nach demjenigen, welcher sagt, es verdränge sie. Es wird nämlich gelehrt: Das zweite Pesaḥopfer verdrängt den Šabbath und nicht die Unreinheit; R. Jehuda sagt, es verdränge auch die Unreinheit. – Was ist der Grund des ersten Tanna? – Er kann dir erwidern: du hast es wegen der Unreinheitzurückgesetzt, und nun soll es in Unreinheit dargebracht werden!? –",
"Und R. Jehuda!? – Er kann dir erwidern: die Schrift sagt:nach allen Satzungen des Pesaḥs sollen sie es herrichten, auch in Unreinheit; die Tora sorgte dafür, daß er es in Reinheit herrichte, ist ihm dies aber nicht beschieden, so richte er es in Unreinheit her. –"
],
[
"Esist ja aus dem Umstande zu entscheiden, daß der Allbarmherzigesemen eigenensagt, er bringe ihn aus eigenem Vermögen!?",
"Es wird nämlich gelehrt: Seinen eigenen, er bringe ihn aus eigenem Vermögen, nicht aber aus dem der Gemeinde. Man könnte glauben, er dürfte ihn nur aus dem der Gemeinde nicht darbringen, weil die Gemeinde durch ihn keine Sühne erlangt, wohl aber aus dem seiner Priesterbrüder, weil seine Priesterbrüder durch ihn Sühne erlangen, so heißt es: seinen eigenen. Man könnte glauben, er dürfe dies nicht von vornherein,",
"jedoch sei es giltig, wenn er ihn bereits dargebracht hat, so heißt es :seinen eigenen; die Schrift hat dies wiederholt, daß dies nämlich unerläßlich ist. –",
"Wieso können die Priester nach deiner Auffassung, daß sie an diesem keinen Anteil haben, überhaupt Sühne erlangen!? Vielmehr ist es beim Vermögen Ahrons anders, das der Allbarmherzige für seine Priesterbrüder freigegebenhat, ebenso hat auch hierbei der Allbarmherzige das Vermögen Ahrons für seine Priesterbrüder freigegeben.",
"ER SCHRITT DURCH DAS TEUPELSCHIFF, BIS ER ZWISCHEN DIE ZWEI VOHÄNGE GELANGTE, DIE ZWISCHEN DEM HEILIGEN UND DEM ALLERHEILIGSTEN TRENNTEN; ZWISCHEN BEIDEN EINE ELLE. R. JOSE SAGT, DA WAR NUR EIN VORHANG, DENN ES HEISST :der Vorhang soll euch zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten trennen.",
"R. Jose wandte ja treffend gegen die Rabbanan ein!? – Die Rabbanan können dir erwidern: dies nur im Offenbarungszelte, im [zweiten] Tempel aber, in dem die eine Elle starke Zwischenwand fehlte, die im ersten Tempel vorhanden war, machten sie, da es den Rabbanan zweifelhaft war, ob dieser Raum nach innen oder nach außen gehört, zwei Vorhänge.",
"Die Rabbanan lehrten : Er schritt zwischen dem Altar und der Leuchte – so R. Jehuda; R. Meír sagt, zwischen dem Tische und dem Altar; manche sagen, zwischen dem Tische und der Wand. – Wer sind die manchen? R. Ḥisda erwiderte: Es ist R. Jose, welcher sagt, die Tür habe sich nördlich befunden. –",
"Und R. Jehuda!? – Er ist der Ansicht, die Tür habe sich südlich befunden. – Welcher Ansicht ist R. Meír : ist er der Ansicht R. Jehudas, so sollte er nach der Ansicht R. Jehudas gehen, und ist er der Ansicht R. Joses, so sollte er nach der Ansicht R. Joses gehen!? –",
"Tatsächlich ist er der Ansicht R. Joses, jedoch kann er dir erwidern, die Tischewaren von Norden nach Süden gereiht, somit bildeten die Tische ein Hindernis, und er konnte nicht durch.",
"Wenn du aber willst, sage ich, sie waren tatsächlich von Osten nach Westen gereiht, nur ist es der Göttlichkeit gegenüber nicht schicklich, gerade"
],
[
"aus zu gehen. – Und R. Jose!? – Er kann dir erwidern: die Jisraéliten sind so beliebt, daß die Schrift sie nicht einmal eines Mittlersbenötigte. –",
"Sollte er doch auch nach R. Jehuda zwischen der Leuchte und der Wand gehen !? – Seine Kleider würden schmutzig werden.",
"R. Nathan sagte: Die Weisen haben nicht entschieden, ob diese Elle Zwischenraumnach innen oder nach außen gehört.",
"Rabina wandte ein: Aus welchem Grunde: wollte man sagen, weil es heißt:und das Gebäude, das der König Šelomo für den Herrn errichtete, war sechzig Ellen lang, zwanzig Ellen breit und dreißig Ellen hoch, und es heißt:vierzig Ellen hatte das Gebäude, der Tempel von innen, und ferner heißt es:und vor dem Hinterraume, er hatte zwanzig Ellen Länge, zwanzig Ellen Breite und zwanzig Ellen Höhe, sodaß wir nicht wissen, ob diese Elle Zwischenraum zu den zwanzig oder zu den vierzig gehört,",
"so gehört er vielleicht weder zu den zwanzig noch zu den vierzig, indem [die Schrift] nur das Lichtmaß und nicht die Wände rechnet !? Dies ist auch zu beweisen, denn überall, wo die Wände mitgerechnet werden, werden sie besonders genannt.",
"Wir haben nämlich, gelernt: Der [ganze] Tempel hatte hundert zu hundert [Ellen] zu einer Höhe von hundert Ellen. Die Wand der Vorhalle hatte fünf und die Vorhalle elf Ellen; die Wand des Tempelschiffes hatte sechs Ellen, dieses selbst vierzig Ellen, die Dicke der Zwischenwand eine Elle und das Allerheiligste zwanzig Ellen; die [hintere] Wand des Tempels hatte sechs, die Kammer sechs und die Wand der Kammer fünf Ellen. –",
"Vielmehr : ob die Heiligkeit derselben der Innenseite oder der Außenseite gleiche.",
"Das ist es, was R. Joḥanan erzählte: R.Joseph aus Huçal frage: [Es heißt:]einen Hinterraum inmitten des Gebäudes innerhalb die Bundeslade des Herrn hinzustellen; meint nun die Schrift:",
"einen Hinterraum inmitten des Gebäudes, um innerhalb [die Bundeslade] hinzustellen, oder aber meint sie: einen Hinterraum innerhalb inmitten des Gebäudes. –",
"Konnte ihm dies denn zweifelhaft sein, es wird ja gelehrt: Isi b. Jehuda sagte: Fünf Worte in der Schrift haben kein Übergewicht, nämlich:"
],
[
"vergeben,",
"mandelförmig,",
"morgen,",
"verfluchtund",
"aufstehen.",
"Ferner wird gelehrt, Joseph aus Huçal, Joseph der Babylonier, Isi b.Jehuda, Isi b.Gur Ar je, Isi b.Gamliél und Isi b.Mahalalél seien identisch, und sein eigentlicher Namesei Isi b. A͑qiba!? –",
"Im Pentateuch gibt es keine mehr, wohl aber in den Propheten. – Gibt es denn im Pentateuch keine mehr, es gibt ja noch das, worüber R. Ḥisda fragte :Dann sandte er die Jünglinge der Kinder Jisraél und sie brachten Brandopfer dar, nämlich Lämmer, und sie schlachteten Heilsopfer, Farren; oder aber beides Farren!? – R. Ḥisda war es zweifelhaft, Isi b. Jehuda war es entschieden.",
"DER ÄUSSERE [VORHANG] AN DER SÜDSEITE UND DER INNERE AN DER NORDSEITE UMGESCHLAGEN; ER GING ZWISCHEN BEIDEN, BIS ER AN DIE NORDSEITE GELANGTE, UND ALS ER AN DIE NORDSEITE GELANGTE, WANDTE ER DAS GESICHT SÜDLICH UM UND GING DEM VORHANGE ENTLANG LINKS, BIS ER AN DIE [BUNDES]LADE GELANGTE.",
"ALS ER AN DER [BUNDES]LADE ANGELANGT WAR, SETZTE ER DIE PFANNE ZWISCHEN DIE BEIDEN STANGENUND HÄUFTE DAS RÄUCHERWERK AUF DIE KOHLEN, UND DER GANZE RAUM FÜLLTE SICH MIT RAUCH. IN DER WEISE, WIE ER EINTRAT, KAM ER AUCHHERAUS. IM ÄUSSEREN RAUME VERRICHTETE ER EIN KURZES GEBET; ER VERWEILTE NICHT LANGE IM GEBETE, UM NICHT JISRAÉL ZU BEUNRUHIGEN.",
"Von welchem wird hier gesprochen: wollte man sagen, vom ersten Tempel, so war ja in diesem kein Vorhang, und wenn vom zweiten, so war ja in diesem keine [Bundes]lade!?",
"Es wird nämlich gelehrt: Als die [Bundes]lade versteckt wurde, wurde mit dieser auch das Glas Manna versteckt, die Flasche Salböl, der Stab Ahrons samt seinen Mandeln und Blüten und die Kiste, die die Philister als Geschenk für den Gott Jisraéls sandten, wie es heißt :die goldenen Gegenstände, die ihr als Sühnegeschenk erstattet habt, legt in die Kiste, an seiner Seite, dann laßt sie ihres Weges ziehen. –",
"Wer versteckte sie? – Jošijahu versteckte sie. – Was veranlaßte ihn, sie zu verstecken? – Er sah, daß es geschrieben steht :der Herr wird dich wegführen, und deinen König, den du über dich setzen wirst, da machte er sich auf und versteckte sie,",
"wie es heißt :da sprach er zu den Leviten, die ganz Jisraél unterwiesen, die dem Herrn geweiht waren: Setzt die heilige Lade in den Tempel, den Šelomo, der Sohn Davids, der König von Jisraél, erbaut hat; ihr braucht sie nicht mehr auf der Schulter zu tragen. Dienet nunmehr dem Herrn, eurem Gotte, und seinem Volke Jisraél.",
"Hierzu sagte R. Elea͑zar, [die Worte], dort, Zeitalter",
"und Verwahrung dienen als Wortanalogie. –",
"Tatsächlich vom zweiten Tempel, nur ist unter ‘[Bundes]lade’ der Platz der Bundeslade zu verstehen. – Er lehrt ja aber, daß er die Schippe zwischen die beiden Stangen setzte!?’ – Lies: wie zwischen die beiden Stangen.",
"HÄUFTE DAS RÄUCHERWERK AUF DIE KOHLEN. Wir lernen also über-einstimmend mit dem, welcher sagt, er habe [das Räucherwerk] zusammengehäuft. – Eines lehrt, er häufe sie einwärts zusammen, von außen [anfangend], und ein Anderes lehrt, er häufe sie auswärts zusammen, von innen [anfangend]!?",
"Abajje erwiderte: Hierüber streiten Tannaím. Ferner sagte Abajje: Die Ansicht desjenigen, welcher sagt, einwärts, von außen [anfangend], ist einleuchtend, denn wir haben gelernt, man belehre ihn, vorsichtig zu sein,"
],
[
"nicht vorn anzufangen, damit er sich nicht verbrenne.",
"Die Rabbanan lehrten :Er lege das Räucherwerk auf das Feuer vor dem Herrn; er darf es nicht außerhalb herrichten und innerhalb [des Allerheiligsten] hineinbringen, als Kundgebung gegen die Saduzäer, Welche sagen, er richte es außerhalb her und bringe es hinein. –",
"Woher folgern sie dies? – Denn in der Wolkeerscheine ich über der Deckplatte, dies lehrt, daß er es draußen herrichte und hineinbringe.",
"Die Weisen entgegneten ihnen: Es heißt ja bereits: er lege das Räucherwerk auf das Feuer vor dem Herrn, wenn es nun heißt: denn in der Wolke erscheine ich über der Deckplatte,",
"so lehrt dies, daß er darin das Rauchkrauthineintue. – Woher, daß er darin das Rauchkraut hineintun müsse? Es heißt:der Rauch des Räucherwerkes soll die Deckplatte verhüllen. Wenn er aber das Rauchkraut nicht hineintut oder sonst eine der Spezereien fortläßt, macht er sich des Todes schuldig. –",
"Dies erfolgt ja schon wegen des unnötigen Eintretens!?",
"R. Šešeth erwiderte: Dies gilt von; dem Falle, wenn der Eintritt versehentlich und die Räucherung vorsätzlich erfolgtist.",
"R. Aši erwiderte : Du kannst auch sagen, wenn beides vorsätzlich erfolgt ist, jedoch in dem Falle, wenn er zwei Räucherwerke, ein vollständiges und ein unvollständiges, hereingebracht hat; wegen des Eintretens ist er nicht schuldig, da er ein vollständiges hineingebracht hat, wegen der Räucherung ist er wohl schuldig, da er ein unvollständiges geräuchert hat.",
"Der Meister sagte: Woher, daß er darin das Rauchkraut hineintun muß? Es heißt: soll verhüllen. Ein Schriftvers zu einem Schriftverse!?",
"R. Joseph erwiderte: Er meint es wie folgt: ich weiß dies nur von den Blättern des Rauchkrautes, woher dies von der Wurzel des Rauchkrautes? Es heißt: soll verhüllen.",
"Abajje sprach zu ihm: Es wird ja entgegengesetzt gelehrt!? Es wird nämlich gelehrt: Er tat die Wurzel des Rauchkrautes hinein, und der Rauch stieg wie ein Stock bis zur Decke hinauf, von der Decke aus zerstreute er sich gegen die Wände, bis der Raum sich mit Rauch füllte, wie es heißt :das Haus füllte sich mit Rauch!?",
"Vielmehr, erklärte Abajje, meint er es wie folgt: ich weiß dies nur von der Wurzel des Rauchkrautes, woher dies von den Blättern des Rauchkrautes? Es heißt: soll verhüllen.",
"R. Šešeth erklärte: Ich weiß dies nur vom Offenbarungszelte in der Wüste, woher dies vom [Offenbarungszelte] in Šilo und dem stetigen Tempel? Es heißt: soll verhüllen. –",
"Dies geht ja hervor schon aus [dem Verse] :und so verfahre er mit dem Offenbarungszelte, das bei ihnen weilt!? –",
"Vielmehr, er meint es wie folgt: ich weiß dies nur vom Versöhnungstage, woher dies von den übrigen Tagen des Jahres? Es heißt: soll verhüllen.",
"R. Aši erklärte: Ein [Schriftvers] deutet auf das Gebot, und einer darauf, daß es unerläßlich ist. Raba erklärte: Ein [Schriftvers] enthält die Strafandrohung und einer die Verwarnung.",
"Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte:Damit er nicht sterbe, dies ist eine Strafandrohung;denn in der Wolke erscheine ich, dies ist eine Verwarnung.",
"Man könnte glauben, beides sei vor dem Tode der Söhne Ahrons gesagtworden, so heißt es:nach dem Tode der beiden Söhne Ahrons. Man könnte glauben, beides sei nach dem Tode der beiden Söhne Ahrons gesagt worden, so heißt es: denn in der Wolke erscheine ich auf der Deckplatte. Wie ist dies zu erklären? Die Verwarnung vor ihrem Tode, die Strafandrohung nach ihrem Tode. –",
"Wieso geht dies hieraus hervor? Raba erwiderte: Die Schrift sagt: denn in der Wolke erscheine ich, demnach war er noch nicht erschienen. – Weshalb wurden sie demnach bestraft? –",
"Wie gelehrt wird : R. Elie͑zer sagte : Die Söhne Ahrons sind nur deshalb gestorben, weil sie eine Halakha in Gegenwart ihres Lehrers Moše entschieden haben. – Was legten sie aus? –Die Söhne Ahrons, des Priesters, sollen Feuer auf den Altar legen; obgleich das Feuer vom Himmel herabkommt, so ist es dennoch Gebot, profanes zu holen.",
"IN DER WEISE, WIE ER EINTRAT, KAM ER AUCH HERAUS. Woher dies? R. Šemuél b.Naḥmani erwiderte im Namen R. Jonathans: Die Schrift sagt :sodann begab sich Šelomo [von] der Anhöhe zu Gibo͑n nach Jerušalem; wie kommt Gibo͑n zu Jerušalem?",
"Er vergleicht vielmehr seinen Auszug aus Gibo͑n nach Jerušalem mit seinem Einzug aus Jerušalem nach Gibo͑n; wie bei seinem Einzug aus Jerušalem nach Gibo͑n sein Gesicht gegen die Anhöhe gerichtet war, ebenso war bei seinem Auszuge aus Gibo͑n nach Jerušalem sein Gesicht gegen die Anhöhe gerichtet.",
"So verfuhren auch die Priester beim Dienste, die Leviten auf der Estrade und die Jisraéliten beim Beistande. Wenn sie sich verabschiedeten, drehten sie das Gesicht nicht um und gingen, sondern wandten das Gesicht seitwärts und gingen.",
"Ebenso darf ein Schüler, wenn er sich von seinem Lehrer verabschiedet, nicht das Gesicht umdrehen und gehen, vielmehr wende er das Gesicht seitwärts und gehe. So pflegte R. Elea͑zar zu verfahren, wenn er sich von R. Joḥanan verabschiedete; wollte R. Joḥanan [zuerst] fortgehen, so stand R. Elea͑zar gebückt auf seinem Platze, bis R. Joḥanan ihm entschwunden war;",
"wollte R. Elea͑zar [zuerst] fortgehen, so ging er rückwärts, bis er R. Joḥanan entschwunden war. Wenn Raba sich von R. Joseph verabschiedete, ging er rückwärts, bis er sich die Füße stieß und die Schwelle R. Josephs mit Blut besudelte."
],
[
"Als man R. Josepherzählte, dies tue Raba, sprach er: Möge es der Wille [Gottes] sein, daß du dein Haupt über die ganze Stadt erhebest.",
"R. Alexandri sagte im Namen des R. Jehošua͑ b.Levi: Wer das Gebet [beendet], trete drei Schritte rückwärts zurück und grüßedann. R. Mordekhaj sprach zu ihm: Ist er drei Schritte rückwärts zurückgetreten, so bleibe er stehen. Dies ist ebenso, als wenn ein Schüler sich von seinem Lehrer verabschiedet; kehrt er sofort um, so gleicht er einem zu seinem Gespei zurückkehrenden Hunde.",
"Ebenso wird gelehrt: Wer das Gebet [beendet], trete drei Schritte rückwärts zurück und grüße dann; tut er dies nicht, so wäre es für ihn besser, das Gebet, überhaupt nicht verrichtet zu haben. Im Namen Šema͑jas sagten sie, er grüße zuerst nach rechts und dann nach links, denn es heißt :zu seiner Rechten Gesetzesfeuer für sie; und ferner heißt es:tausend fallen an deiner Seite, zehntausend an deiner Rechten. –",
"Wozu das ‘ferner’? – Man könnte glauben, weil es das Gewöhnliche ist, etwas mit der Rechten zu nehmen, so komm und höre : tausend fallen an deiner Seite, zehntausend an deiner Rechten.",
"Einst bemerkte Raba, wie Abajje zuerst nach rechts grüßte. Da sprach er zu ihm: Du glaubst wohl, nach deiner Rechten, es hat nach deiner Linken [zu erfolgen], das ist nämlich die Rechte vom Heiligen, gepriesen sei er. R. Ḥija, Sohn des R. Hona, erzählte: Ich beobachtete Abajje und Raba, wie sie die drei Schritte bei einer Verbeugung machten.",
"IM ÄUSSEREN RAUME VERRICHTETE ER EIN KURZES GEBET. Was betete er? Raba b.R. Ada und Rabin b.R. Ada sagten beide im Namen Rabhs: ‘Möge es dein Wille sein, o Herr, unser Gott, daß dieses Jahr ein regenreiches und heißes sei.’ – Ist denn ein heißes zu bevorzugen !? – Sago vielmehr: ist es ein heißes, so sei es regenreich.",
"R. Aḥa, Sohn Rabas, ergänzte noch im Namen R. Jehudas : ‘Möge kein Herrscher aus dem Hause Jehudas aufhören. Möge es dein Volk Jisraél nicht nötig haben, daß einer vom anderen sich ernähre. Und das Gebet der Reisendenfinde keinen Eingang zu dir.’",
"Einst befand sich R. Ḥanina b. Dosa auf der Reise und wurde vom Regen überrascht; da sprach er: Herr der Welt, die ganze Welt in Behagen und Ḥanina in Qual! Da hörte der Regen auf. Als er nach Hause kam sprach er: Herr der Welt, die ganze Welt in Qual und Ḥanina in Behagen! Da kam Regen. R. Joseph sprach: Was nützte nun R. Ḥanina b.Dosa gegenüber das Gebet des Hochpriesters!?",
"Die Rabbanan lehrten: Einst verweilte der Hochpriester längere Zeit in seinem Gebete, und seine Priesterbrüder kamen überein, zu ihm hineinzugehen. Als sie aber hineinzugehen sich anschickten, kam er heraus. Da fragten sie ihn: Weshalb hast du so lange in deinem Gebete verweilt? Er erwiderte ihnen: Ist es euch denn unangenehm, daß ich für euch gebetet habe, und für den Tempel, daß er nicht zerstört werde? Da sprachen sie zu ihm: Pflege dies nicht zu tun, denn wir haben gelernt, daß er nicht lange im Gebete verweile, um Jisraél nicht zu beunruhigen.",
"SEITDEM DIE [BUNDES]LADE FORT WAR, BEFAND SICH DA EIN STEIN AUS DEN TAGEN DER ERSTEN PROPHETEN, DER ‘GRUNDSTEIN’ GENANNT WURDE; ER WAR DREI FINGER HÖHER ALS DER ERDBODEN, UND AUF DIESEN SETZTE ER [DAS RÄUCHERWERK] AB iii. ALSDANN NAHM ER DAS BLUT VON DEM, DER ES UMRÜHRTE, GING HINEIN, WO ER HINEINGEGANGEN WAR, STELLTE SICH DA, WO ER GESTANDEN HAT, UND SPRENGTE DAVON EINMAL AUFWÄRTS UND SIEBENMAL ABWÄRTS; ",
"ER SPRENGTE ABER NICHT OBEN ODER UNTEN ZIELEND, SONDERN NUR WIE AUSHOLEND. ER ZÄHLTE WIE FOLGT: EINS, EINS UND EINS, EINS UND ZWEI, EINS UND DREI, EINS UND VIER, EINS UND FÜNF, EINS UND SECHS, EINS UND SIEBEN. HLERAUF KAM ER HERAUS UND STELLTE ES AUF DAS GOLDENE GESTELL IM TEMPELSCHIFFE iv.",
"ALSDANN BRACHTE MAN IHM DEN BOCK; ER SCHLACHTETE IHN UND NAHM DAS BLUT IN EIN BECKEN AUF, GING HINEIN, WO ER HINEINGEGANGEN WAR, STELLTE SICH DA, WO ER GESTANDEN HAT, UND SPRENGTE DAVON EINMAL AUFWÄRTS UND SIEBENMAL ABWÄRTS. [ER SPRENGTE ABER NICHT OBEN ODER UNTEN ZIELEND, SONDERN NUR WIE AUSHOLEND.] ER ZÄHLTE WIE FOLGT: EINS, EINS UND EINS, EINS UND ZWEI &C. HIERAUF KAM ER HERAUS UND STELLTE ES AUF DAS ZWEITE GOLDENE GESTELL IM TEMPELSCHIFFE. R. JEHUDA SAGT, DA WAR NUR EIN GESTELL. ER NAHM DAS BLUT DES FARREN FORT UND SETZTE DAS BLUT DES BOCKES AB, ",
"DANN SPRENGTE ER DAVON GEGEN DEN VORHANG, GEGENÜBER DER [BUNDES]LADE, VON AUSSEN, EINMAL AUFWÄRTS UND SIEBENMAL ABWÄRTS. ER ZIELTE NICHT &C. ER ZÄHLTE WIE FOLGT &C. HIERAUF NAHM ER DAS BLUT DES BOCKES UND SETZTE DAS BLUT DES FARREN AB, DANN SPRENGTE ER DA VON AUF DEN VORHANG, GEGENÜBER DER BUNDESLADE, VON AUSSEN, EINMAL AUFWÄRTS UND SIEBENMAL ABWÄRTS &C. ALSDANN SCHÜTTETE ER DAS BLUT DES FARREN IN DAS BLUT DES BOCKES UND TAT DAS VOLLE BECKEN IN EIN LEERES.",
"GEMARA. Er lehrt nicht ‘seitdem versteckt wurde’, sondern ‘seitdem fort war’, somit lernen wir hier übereinstimmend mit dem, welcher sagt, die [Bundes]lade sei nach Babylonien fortgeführt worden. Es wird nämlich gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Die [Bundes]lade ist nach Babylonien fortgeführt worden, denn es heißt :im folgenden Jahre aber sandte der König Nebukhadneçar und ließ ihn nach Babel bringen, samt den kostbaren Geräten des Tempels des Herrn,",
"R. Šimo͑n b.Joḥaj sagte: Die [Bundes]lade ist nach Babylonien fortgeführt worden, denn es heißt:nichts wird übrig bleiben, Spruch des Herrn, das ist das in [der Bundeslade] enthaltene Zehngebot.",
"R. Jehuda b. Laqiš sagte: Die Bundeslade ist an Ort und Stelle versteckt worden, denn es heißt :und die Stangen waren so lang, daß ihre Spitzen vom Heiligtume von dem Hinterraume aus gesehen wurden, draußen aber waren sie nicht zu sehen. Sie blieben daselbst bis auf den heutigen Tag.",
"Er streitet somit gegen U͑la, denn U͑la erzählte: R. Mathja b.Ḥereš fragte R. Šimo͑n b.Joḥaj in Rom : Was sagst da dazu, daß R. Elie͑zer uns einmal und zweimal gelehrt hat, die Bundeslade sei nach Babylonien weggeführt worden? – Einmal, wie wir bereits gesagt haben: und, ließ ihn nach Babel bringen, samt den kostbaren Geräten des Herrn, wieso zweimal? –Es heißt:zog von der Tochter Çijon "
],
[
"all ihre Herrlichkeit [hadra] aus, und hadra ist wie ḥadra [ihre Gemächer][zu verstehen]. Dieser erwiderte: Ich sage, die [Bundes]lade sei an Ort und Stelle versteckt worden, denn es heißt: und die Stangen waren so lang &c.",
"Raba fragte U͑la: Wieso ist dies hieraus erwiesen? – Es heißt: sie blieben daselbst bis auf den heutigen Tag. – Ist denn überall, wo es heißt: bis auf den heutigen Tag, ewig zu verstehen, es heißt ja:aber die Jebusiter, die Bewohner Jerušalems, vertrieben die Kinder Binjamins nicht. So blieben die Jebusiter unter den Kindern Binjamins in Jerušalem bis auf den heutigen Tag wohnen!?",
"[Wolltest du sagen,] sie seien auch nicht vertrieben worden, so wird ja gelehrt: R. Jehuda sagte: Zweiundfünfzig Jahre hat kein Mensch Judäa betreten, denn es heißt :auf den Bergen will ich ein Weinen und Klagen anheben, auf den Auen der Trift Trauerlieder, daß sie verheert sind, daß niemand mehr über sie hinwandert, und sie das Blöcken einer Herde nicht mehr vernehmen; die Vögel unter dem Himmel und das Vieh sind ausgewandert, fortgezogen, und [der Zahlenwert des Wortes] behema [Vieh] beträgt zweiundfünfzig.",
"Ferner wird gelehrt: R. Jose sagte: Sieben Jahre war das Jisraélland von Schwefel und Salz [bedeckt]. Hierzu sagte R. Joḥanan: Was ist der Grund R. Joses? Es ist aus [dem Worte] Bündnis zu entnehmen: hierheißt es: er wird vielen das Bündnis stärken eine Woche lang, und dortheißt es: man wird antworten: Weil sie das Bündnis des Herrn, des Gottes ihrer Väter, verlassen haben.",
"Dieser erwiderte: Hierbei heißt es daselbst, da aber nicht. – Überall, wo es daselbst heißt, ist also ewig zu verstehen; dagegen wandte man ein:Und ein Teil von ihnen, den Šimo͑niten, zog nach Šei͑r, fünfhundert Mann, an ihrer Spitze Pelatja, Nea͑rja, Rephaja und U͑ziel, die Söhne Jiši͑s; sie erschlugen die letzten Überreste der A͑maleqiter und blieben daselbst bis auf den heutigen Tag,",
"während doch Sanherib, der König von Ašur, längst hinaufgezogen ist und alle Länder durcheinandergemischt hat, wie es heißt :ich ließ die Grenzen der Völker verschwinden und ihre Vorräte plünderte ich!? –",
"Dies ist ein Einwand. R. Naḥman sagte : Es wird gelehrt, die Weisen sagen, die [Bundes]lade war in der Kammer des Holzstalles versteckt. R. Naḥman b.Jiçḥaq sagte: Auch wir haben es gelernt: Einst beschäftigte sich da ein Priester und bemerkte, daß ein Pflasterstein anders war als die anderen; da ging er und erzählte es einem Kollegen. Bevor er aber mit seiner Mitteilung zuende war, gab er seinen Geist auf. Nun wußte man mit Bestimmtheit, daß da die [Bundes]lade verborgen worden sei. –",
"Womit war er beschäftigt? R. Ḥelbo erwiderte : Er befaßte sieh mit seiner Axt. In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Einst sonderten gebrechenbehaftete Priesterwurmstichiges Holzaus, und die Axt des einen glitt ab und fiel da nieder; da kam ein Feuer hervor und verbrannte ihn.",
"R. Jehuda wies auf einen Widerspruch hin: Es heißt: und die Spitzen der Stangen waren zu sehen, dagegen heißt es: draußen aber waren sie nicht zu sehen; wie ist dies zu erklären? Sie waren zu merken, nicht aber zu sehen. Ebenso wird gelehrt: Die Spitzen der Stangen waren zu sehen; man könnte glauben, sie ragten von ihrer Stelle nicht hervor, so heißt es: die Stangen waren so lang. Man könnte glauben, sie stießen den Vorhang durch und ragten hervor, so heißt es: draußen aber waren sie nicht zu sehen.",
"Wie ist dies zu erklären? Sie stießen in den Vorhang und strotzten wie die zwei Brüste einer Frau hervor, wie es heißt :das Myrrhenbündel ist mir mein Geliebter, zwischen meinen Brüsten ruht er.",
"R. Qaṭṭina sagte: Wenn die Jisraéliten zur Wallfahrt zogen, rollte man vor ihnen den Vorhang auf und zeigte ihnen die einander umschmiegenden Kherubim, indem man zu ihnen sprach: Schauet, eure Beliebtheit bei Gott gleicht der Liebe von Mann und Weib.",
"R. Ḥisda wandte ein :Sie sollen nicht hineingehen, um die heiligen Dinge unbedeckt zu sehen, und hierzu sagte R. Jehuda im Namen Rabhs, wenn die Geräte in das Futteral gelegt werden!?",
"R. Joḥnan erwiderte: Ebenso wie bei einer Braut : solange sie noch im Hause ihres Vaters weilt, ist sie ihrem Manne gegenüber zurückhaltend, sobald sie aber in das Haus ihres Schwiegervaters gekommen ist, ist sie ihrem Manne gegenüber nicht mehrzurückhaltend.",
"R. Ḥana b.R. Qaṭṭina wandte ein: Einst beschäftigte sich da ein Priester und bemerkte &c.!? Man erwiderte ihm: Du sprichst von dem Falle, wenn sie geschieden ist; ist sie ge schieden, so kehrt die frühere Prüderie zurück. –",
"Von welchem wird hier gesprochen: wollte man sagen vom ersten Tempel, so war ja in diesem kein Vorhang, und wenn vom zweiten, so wären ja da keine Kherubim!? – Tatsächlich vom ersten, nur sind hier die Vorhänge vor den Türen gemeint.",
"R. Zera sagte nämlich im Namen Rabhs : Dreizehn Vorhänge waren im Tempel, sieben vor den sieben Toren, zwei (einer) vor der Tür des Tempels und (einer) vor der Tür der Vorhalle, zwei vor dem Hinterraume und zwei diesem entsprechendam Söller.",
"R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte : Tatsächlich vom zweiten Tempel, denn gemalteKherubim waren in diesem wohl, wie es heißt:an allen Wänden des Gebäudes rundum ließ er anbringen &c.Bilderwerk von Kherubim, Palmen und Blumengehängen und überzog sie unter genauer Anpassung an das Geschnitzte mit Gold.",
"Es heißt:alle miteinanderverschlungen; was heißt: mit einander verschlungen? Rabba b.R. Šila erwiderte:"
],
[
"Wie ein Mann sein Gespons umschmiegt. Reš Laqiš sagte: Als die Nichtjuden in den Tempel drangen und die einander umschmiegenden Kherubim sahen, brachten sie sie auf die Straße hinaus und sprachen: Diese Jisraéliten, deren Segen Segen ist und deren Fluch Fluch ist, geben sich mit solchen Dingen ab! Sie verachteten sie dann, wie es heißt :all ihre Verehrer verachteten sie, denn sie sahen ihre Schande.",
"DER ‘GRUNDSTEIN’ GENANNT WURDE. Es wird gelehrt: Von diesem aus ist die Weltentstanden. Wir lernen also übereinstimmend mit dem, welcher sagt, die Welt sei von Çijon aus erschaffen worden. Es wird nämlich gelehrt : R. Elie͑zer sagt, die Welt sei von ihrer Mitte aus erschaffen worden, denn es heißt :wenn der Staub zum Gußwerke zusammenfließt, und die Schollen aneinander kleben.",
"R. Jehošua͑ sagt, die Welt sei von ihren Seiten auserschaffen worden, denn es heißt :denn zum Schnee spricht er: falle zur Erde, und so auch zum Regengusseund zu seinen gewaltigen Regengüssen. R. Jiçḥaq der Schmied sagt, der Heilige, gepriesen sei er, warf einen Stein ins Meer und aus diesem entstand die Welt, denn es heißt :worauf sind ihre Pfeiler eingesenkt, oder wer hat ihren Eckstein hingeworfen.",
"Die Weisen sagen, sie sei von Çijon aus erschaffen worden, denn es heißt :ein Psalm Asaphs: Ein Gott der Götter ist der Herr, und darauf folgt :aus Çijon, der Vollkommenheit der Schönheit, von ihm aus hat die Schönheit der Welt sich entwickelt.",
"Es wird gelehrt : R. Elie͑zer der Große sagte :Das ist die Geschichte des Himmels und der Erde, als sie erschaffen wurden; zur Zeit als Gott der Herr Erde und Himmel machte, die Dinge des Himmels wurden vom Himmel aus erschaffen und die Dinge der Erde wurden von der Erde aus erschaffen;",
"die Weisen sagen, diese auch jene wurden von Çijon aus erschaffen, denn es heißt: ein Psalm Asaphs: Ein Gott der Götter ist der Herr, er redet und ruft die Erde vom Anfang der Sonne bis zu ihrem Untergange, und darauf folgt: aus Çijon, der Vollkommenheit der Schönheit, ist Gott erschienen; von ihm aus hat die Schönheit der Welt sich entwickelt.",
"ALSDANN NAHM ER DAS BLUT VON DEM, DER ES UMRÜHRTE &C.Was heißt: wie ausholend? R. Jehuda sagte :"
],
[
"Wie beim Schlagen. Es wird gelehrt : Wenn er sprengt, sprengt er nicht auf die Fläche der Deckplatte, sondern gegen die Kante derselben; wenn er aufwärts sprengt, richtet er den Hand[rücken] nach unten, und wenn er abwärts sprengt, richtet er den Hand[rücken] nach oben. –",
"Woher dies? R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte im Namen R. Zeras: Die Schrift sagt:er sprenge es auf die Deckplatte und vor die Deckplatte hin. Beim Bocke brauchte ja nicht gesagt zu werden, daß es abwärts erfolge, da dies vom Abwärtssprengen des Farren zu folgern wäre,",
"und wenn es dennoch gesagt wird, so besagt dies, daß man [das Sprengen] aufwärts mit dem Sprengen nach vorn vergleiche: wie das Sprengen nach vorn nicht direkt darauf erfolgt, ebenso erfolgt das Sprengen aufwärts nicht darauf. –",
"Im Gegenteil: beim Farren brauchte ja nicht gesagt zu werden, daß es aufwärts erfolge, da dies vom Aufwärtssprengen des Bockes zu folgern wäre, und wenn es dennoch gesagt wird, so besagt dies, daß man [das Sprengen] nach vorn mit dem Sprengen aufwärts vergleiche: wie das Sprengen aufwärts darauf erfolgt, ebenso erfolgt das Sprengen nach vorn darauf!? –",
"Was ist dies [für ein Einwand]: allerdings ist, wenn du sagst, beim Bocke werde [das Sprengen] abwärts zur Vergleichung gelehrt, beim Farren [das Sprengen] aufwärts wegen der Lehre der Schule des R. Elie͑zer b.Ja͑qob erforderlich, denn in der Schule des R. Elie͑zer b. Ja͑qob lehrten sie :vorn auf die Deckplatte, östlich, dies sei eine Hauptnorm, daß überall, wo es vorn heißt, die Ostseite zu verstehen sei; wozu ist aber, wenn du sagst, beim Farren werde [das Sprengen] aufwärts zur Vergleichung gelehrt, beim Bocke [das Sprengen] abwärts [zu lehren] erforderlich!?",
"Die Rabbanan lehrten: Er sprenge es auf die Deckplatte und vor die Deckplatte; wir lernen also wieviel beim Bocke aufwärts, einmal, da wir aber nicht wissen, wieviel beim Bocke abwärts,",
"so folgern wir dies aus einem Schlusse: beim Bocke heißt es Blut [beim Sprengen] aufwärts, und ebenso heißt es Blut beim Bocke [beim Sprengen] abwärts, wie es beim Bocke aufwärts einmal erfolgt, ebenso erfolgt es auch abwärts einmal.",
"Oder aber auf diese Weise: beim Farren heißt es Blut [beim Sprengen] abwärts, und ebenso heißt es Blut beim Bocke [beim Sprengen] abwärts, wie es beim Farren abwärts siebenmal erfolgt, ebenso erfolgt es beim Bocke abwärts siebenmal. Man beachte aber, wie es zu vergleichen ist: man vergleiche abwärts mit abwärts, nicht aber abwärts mit aufwärts. –",
"Im Gegenteil: man vergleiche die Sache mit der Sache selbst, nicht aber mit einer anderen!? – Es heißt:er verfahre mit seinem Blute so, wie er mit dem Blute des Farren verfuhr; die Worte wie er verfuhr sind ja überflüssig, und wenn sie dennoch stehen, so besagt dies, daß alle Verfahren gleichmäßig sein müssen: wie beim Farren abwärts siebenmal, ebenso beim Bocke abwärts siebenmal. –",
"Wir lernen also wieviel beim Farren und beim Bocke abwärts, siebenmal, da wir aber nicht wissen, wieviel beim Farren aufwärts, so folgern wir dies aus einem Schlusse: beim Bocke heißt es Blut [beim Sprengen] aufwärts, und ebenso heißt es Blut beim Farren [beim Sprengen] aufwärts, wie es beim Bocke aufwärts einmal erfolgt, ebenso erfolgt es auch beim Farren aufwärts einmal.",
"Oder aber auf folgende Weise: beim Farren heißt es Blut [beim Sprengen] abwärts, und ebenso heißt es Blut beim Farren [beim Sprengen] aufwärts, wie es beim Farren abwärts siebenmal erfolgt, ebenso erfolgt es beim Farren aufwärts siebenmal. Man beachte aber, wie es zu vergleichen ist: man vergleiche aufwärts mit aufwärts, nicht aber aufwärts mit abwärts. –",
"Im Gegenteil, man vergleiche die Sache mit der Sache selbst, nicht aber mit einer anderen!? – Es heißt: er verfahre mit seinem Blute so, wie er verfuhr; die Worte wie er verfuhr sind ja überflüssig, und wenn sie dennoch stehen, so besagt dies, daß die Verfahren gleichmäßig sein müssen: wie beim Farren abwärts siebenmal, ebenso beim Bocke abwärts siebenmal, und wie beim Bocke aufwärts einmal, ebenso beim Farren aufwärts einmal.",
"EINS, EINS UND EINS, EINS UND ZWEI. Die Rabbanan lehrten: Eins, eins und eins, eins und zwei, eins und drei, eins und vier, eins und fünf, eins und sechs, eins und sieben – so R. Meír; R. Jehuda sagt: eins, eins und eins, zwei und eins, drei und eins, vier und eins, fünf und eins, sechs und eins, sieben und eins.",
"Sie streiten aber nicht, vielmehr spricht einer von seiner Ortschaft und der andere von seiner Ortschaft. –",
"Alle stimmen jedoch überein, die erste Sprengung müsse mit jeder einzelnen mitgezählt werden; aus welchem Grunde? R. Eleázar erklärte: Damit er sich bei den Sprengungen nicht irre.",
"R. Jochanan erklärte: Die Schrift sagt :er sprenge vor die Deckplatte hin. Es braucht ja nicht [abermals] sprenge zu heißen, wenn es aber dennoch [abermals] sprenge heißt, so lehrt dies, daß die erste Sprengung mit jeder besonders mitzuzählen ist. –",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen, wenn er sie nicht mitgezählt, aber sich auch nicht geirrt hat.",
"HIERAUF KAM ER HERAUS UND STELLTE ES AUF DAS GOLDENE GESTELL IM TEMPEL SCHIFFE. Dort wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Für die Pflicht-Vogelopfer waren dakeine Büchsen, wegen der Vermischung.",
"Wegen welcher Vermischung? R. Joseph erwiderte: Wegen der Vermischung von pflichtigen mit freiwilligen. Abajje sprach zu ihm: Man könnte ja zwei angefertigt und auf diese geschrieben haben, welche für Pflichtige und welche für freiwillige? – R. Jehuda"
],
[
"hält nichts von der Aufschrift. Wir haben nämlich gelernt: R. Jehuda sagte, da war nur ein Gestell. Zwei wohl deshalb nicht, weil er sie verwechseln könnte; aber man sollte doch zwei angefertigt und auf diese geschrieben haben, welches für den Farren und welches für den Bock! Vielmehr hält R. Jehuda nichts von der Aufschrift.",
"Man wandte ein : Dreizehn Sammelbüchsen waren im Tempel, die mit Aufschriften versehen waren: Neue Šeqalim, alte Šeqalim, Vogelopfer, Brandopfertauben, Holz, Weihrauch, Gold zu Becken und sechs für freiwillige Spenden.",
"Neue Šeqalim: die jährlichen Beiträge; alte Šeqalim: wer im vergangenen Jahre nicht entrichtet hatte, entrichtet im laufenden Jahre; Vogelopfer, das sind Turteltauben; Brandopfertauben, das sind junge Tauben. Alles Brandopfer – so R. Jehuda!?",
"Als R. Dimi kam, sagte er: Im Westen erklärten sie, mit Rücksicht auf ein Sündopfer, dessen Eigentümer vielleicht gestorben ist. Berücksichtigen wir dies denn, wir haben ja gelernt,: daß, wenn jemand sein Sündopfer aus dem Überseelande geschickt hat, man es darbringe, in der Annahme, daß er lebe!? –",
"Vielmehr, mit Rücksicht auf ein Sündopfer, dessen Eigentümer sicher gestorben ist. – Man kann ja vier Zuzaussondern und sie ins Wasser werfen, sodaß das übrige [Geld] erlaubt ist!? – R. Jehuda hält nichts von der fiktiven Feststellung. –",
"Woher dies, vielleicht aus dem, was wir gelernt haben: Wenn jemand am Vorabend des Šabbaths bei einbrechender Dunkelheitbei Samaritanern Wein kauft, so spreche er: ‘zwei Log, die ich absondern werde, sollen"
],
[
"Hebe, zehn erster Zehnt und neun zweiter Zehnt sein’; diesen lasse er [durch Geld] ausgeweiht sein, und er darf sofort trinken –"
],
[
"so R. Meír; R. Jehuda, R. Jose und R. Šimo͑n verbieten dies. Demnach gibt es keine fiktive Feststellung.",
"Aber wieso denn, vielleicht ist es da anders, wie er auch den Grund lehrt: Sie sprachen zu R. Meír: Pflichtest du etwa nicht bei, daß, wenn der Schlauch platzt, er rückwirkend Unverzehntetes getrunken haben wird!? Er erwiderte ihnen: Wenn er platzt!? –",
"Vielmehr, dies ist aus einer Lehre Ajos zu entnehmen, denn Ajo lehrte: R. Jehuda sagt, niemand könne sich bedingungsweise zwei Eventualitäten gleichzeitig Vorbehalten;",
"vielmehr, kommt der Gelehrteaus der Ostseite, so ist ein E͑rub nach Osten giltig, und wenn aus der Westseite, so ist ein E͑rub nach Westen giltig, jedoch nicht da und dort.",
"Dagegen wandten wir ein: Da und dort wohl deshalb nicht, weil es keine fiktive Feststellung gibt, ebenso sollte es keine fiktive Feststellung geben,",
"auch wenn nach Osten oder nach Westen!?",
"Darauf erwiderte R. Joḥanan: Wenn der Gelehrte bereits eingetroffen war. –",
"Wenn du nun erklärst, R. Jehuda halte nichts von der fiktiven Feststellung, wohl aber halte er von der Aufschrift, so sollte man doch nach ihm für den Versöhnungstag zwei [Gestelle] herrichten und diese mit Aufschriftenversehen!? –",
"Der Hochpriester könnte sie wegen seiner Schwäche übersehen.",
"Wolltest du dem nicht zustimmen, so könnte er sie ja auch ohne Aufschrift [unterscheiden], denn das eine ist mehr, und das andere ist weniger, und wenn du erwidern wolltest, er nehme nicht das ganze [Blut] auf, so sagte ja R. Jehuda, der Schlachtende müsse das ganze Blut des Farren aufnehmen, denn es heißt:das ganze Blut des Farren gieße er auf den Grund des Altars.",
"Wolltest du einwenden, es könnte davon vergossen werden, so ist ja dieses hell und jenes dunkel. Du mußt also erklären, der Hochpriester würde wegen seiner Schwäche darauf nicht geachtet haben, ebenso würde er wegen seiner Schwäche auch [auf die Aufschriften] nicht geachtet haben.",
"Einst trat jemand vor Raba und rezitierte: Hierauf kam er heraus und stellte es auf das zweite Gestell im Tempel; er nahm das Blut des Farren und setzte das Blut des Bockes ab.",
"Da sprach er zu ihm: Eines nach den Rabbanan und eines nach R. Jehuda!? Sage vielmehr: er stellte das Blut des Bockes hin und nahm das Blut des Farren.",
"DANN SPRENGTE ER DAVON GEGEN DEN VORHANG, GEGENÜBER DER [BUNDESLADE VON AUSSEN. Die Rabbanan lehrten:Und ebenso verfahre er mit dem Offenbarungszelte; was besagt dies?",
"Wie er im Allerinnersten sprengt, so sprenge er auch im Tempelschiffe; wie er im Allerinnersten vom Blute des Farren einmal aufwärts und siebenmal abwärts sprengt, ebenso sprenge er auch im Tempelschiffe; und wie er im Allerinnersten vom Blute des Bockes einmal aufwärts und siebenmal abwärts sprengt, ebenso sprenge er auch im Tempelschiffe.Der unter ihnen ist, inmitten ihrer Unreinigkeiten; selbst wenn sie unrein sind, befindet sich die Göttlichkeit unter ihnen.",
"Einst sprach ein Minäer zu R. Ḥanina :"
],
[
"Nun seid ihr entschieden unrein, denn es heißt :ihrer Unreinigkeitan ihren Säumen. Dieser erwiderte: Komm und siehe, was von ihnen geschrieben steht: der unter ihnen ist, inmitten ihrer Unreinigkeiten, selbst wenn sie unrein sind, befindet sich die Göttlichkeit unter ihnen. –",
"Kann denn aus dem, was durch Vergleichung gefolgert wird, durch Vergleichung gefolgert werden!? –",
"Hierbei erfolgt es durch sich selbstnebst einem anderen, und dies ist keine Vergleichung. –",
"Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, dies sei keine Vergleichung, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, dies sei eine Vergleichung!? –",
"Nur die Orte werden von einandergefolgert.",
"Wenn du aber willst, sage ich: er folgert [die Sprengungen] außerhalb und innerhalb [des Allerheiligsten] gleichzeitig.",
"Es wird gelehrt : Wenn er sprengt, sprenge er nicht direkt auf den Vorhang, sondern gegen den Vorhang. R. Elea͑zar b. Jose sprach: Ich habe ihn in Rom gesehen, und es waren darauf viele Spritzer vom Blute des Farren und des Bockes des Versöhnungstages. –",
"Vielleicht waren sie vom Farren wegen Irrens der Gemeindeoder den Böcken wegen Götzendienstes!? –",
"Er sah, daß sie in der Reihenfolgewaren. Desgleichen haben wir auch vom Farren wegen Irrens der Gemeinde gelernt: Wenn er sprengte, durften [die Spritzer] nicht den Vorhang berühren; haben sie ihn berührt, so ist nichts dabei.",
"R. Elea͑zar b. Jose sprach : Ich habe ihn in Rom gesehen, und es waren darauf viele Spritzer vom Blute des Farren wegen Irrens der Gemeinde und der Ziegenböcke wegen Götzendienstes. – Vielleicht waren sie vom Farren und vom Bocke des Versöhnungstages!? – Er sah, daß sie nicht in der Reihenfolgewaren.",
"Ist ihm das Blut [des einen] mit dem Blute [des anderen] vermischt worden, so sprenge er, wie Raba sagte, einmal aufwärts und siebenmal abwärts, und dies wird ihm für diesen und für jenen angerechnet.",
"Als man dies R. Jirmeja vortrug, sprach er: Die dummen Babylonier, da sie in einem finsteren Lande wohnen, lehren sie auch finstere Dinge. Demnach erfolgt ja die Aufwärts[sprengung] des Bockes vor der Abwärts[sprengung] des Farren, und die Tora sagt :wenn er vollendet hat die Sühne des Heiligtums, zuerst vollendet er sie durch das Blut des Farren und nachher vollendet er sie durch das Blut des Bockes.",
"Vielmehr, sagte R. Jirmeja, sprenge er zuerst einmal aufwärts und siebenmal abwärts für den Farren und nachher einmal aufwärts und siebenmal abwärts für den Bock.",
"Ist ihm bei den letzten Sprengungendas Blut [des einen] mit dem Blute [des anderen] vermischt worden, so sprenge er, wie R. Papa vor Raba lehren wollte, siebenmal abwärts für den Farren und den Bock und darauf einmal aufwärts für den Bock;",
"da sprach Raba zu ihm: Bis jetzt nannten sie uns Dumme, jetzt aber können sie uns Dümmste der Dummen nennen: wir belehren sie, und sie lernen nichts. Demnach erfolgt ja das Abwärts [sprengen] des Bockes vor dem Aufwärts [sprengen] des Bockes, und die Tora sagt, man sprenge zuerst aufwärts und nachher abwärts."
],
[
"Vielmehr, sagte Raba, sprenge er zuerst siebenmal abwärts für den Farren und nachher einmal aufwärts und siebenmal abwärts für den Bock.",
"Haben sich ihm beide [Blut]becher vermischt, so sprenge er,",
"sprenge wiederum und wiederum, dreimal.",
"Ist ihm ein Teil des Blutes vermischt worden und ein Teil nicht, so ist es selbstverständlich,",
"daß er, wenn er sprengt, das nun vermischte sprenge, aber gilt [das vermischte] als Rest und ist auf das Fundament zu gießen, oder gilt es als verdrängtund ist in den Kanal zu gießen?",
"R. Papa erwiderte: Auch nach demjenigen, welcher sagt, ein Becher mache den anderenzum Reste, gilt dies nur von dem Falle, wenn man [den anderen], wenn man es wollte, zum Sprengen verwenden könnte, nicht aber hierbei, wo er [den anderen], wenn er es wollte, nicht zum Sprengen verwenden könnte.",
"R. Hona, Sohn des R. Jehošua, sprach zu R. Papa: Im Gegenteil, auch nach demjenigen, welcher sagt, ein Becher mache den anderenzum verdrängten, gilt dies nur von dem Falle, wenn dies mit Absicht erfolgt, nicht aber in dem Falle, wenn es ohne Absicht erfolgt.",
"Es wird nämlich gelehrt: Obenheißt es: das Blut gieße er, und untenheißt es: und das ganze Blut gieße er.",
"Woher daß, wenn er das Blut des Sündopfers in vier Becher aufgenommen und aus jedem auf je [ein Horn] gesprengt hat, alle Reste auf das Fundament zu gießen sind? Es heißt: und das ganze Blut gieße er.",
"Man könnte glauben, auch wenn alle vier Sprengungen aus einem, so heißt es: und das Blut gieße er, nur dieses ist auf das Fundament zu gießen, die übrigen aber sind in den Kanal zu gießen. R. Elea͑zar b.R. Šimo͑n sagte: Woher, daß, wenn er das Blut des Sündopfers in vier Becher aufgenommen und alle vier Sprengungen aus einem derselben gesprengt hat, [auch] alle übrigen auf das Fundament zu gießen sind? Es heißt: und das ganze Blut gieße er. –",
"Und R. Elea͑zar b.R. Šimo͑n, es heißt ja auch: und das Blut gieße er!? R. Aši erwiderte: Dies schließt das aus, was im Halse des Tieres zurückbleibt.",
"ALSDANN SCHÜTTETE ER DAS BLUT DES FARREN IN DAS BLUT DES BOCKES. Wir lernen also übereinstimmend mit dem, welcher sagt, man vermische [das Blut zum Sprengen] auf die Hörner. Es wird nämlich gelehrt: R. Jošija und R. Jonathan [streiten]; einer sagt, man vermische es, und einer sagt, man vermische es nicht.",
"Es ist zu beweisen, daß R. Jošija es ist, welcher sagt, man vermische es, denn er sagt, auch wenn es nicht ‘zusammen’ heißt, sei es ebenso, als hieße es ‘zusammen’. –",
"Da kannst auch sagen, daß es R. Jonathan ist, denn hierbei ist es anders, da es einmalheißt. –",
"Dieser Erwiderung widersprechend wird gelehrt :Er soll vom Blute des Farren und vom Blutedes Bockes nehmen; sie müssen vermischt sein – so R. Jošija;"
],
[
"R. Jonathan sagt, dieses besonders und jenes besonders. R. Jošija sprach zu ihm: Es heißt ja bereits: einmal!?",
"R. Jonathan entgegnete ihm: Es heißt ja bereits: vom Blute des Farren und vom Blute des Bockes; [das Wort] einmal besagt vielmehr: einmal und nicht zweimal vom Blute des Farren, einmal und nicht zweimal vom Blute des Bockes.",
"Ein anderes lehrt: Er soll vom Blute des Farren und vom Blute des Bockes nehmen, sie müssen mit einander vermischt sein. Du sagst, sie müssen mit einander vermischt sein, vielleicht ist dem nicht so, sondern von diesem besonders und von jenem besonders? Es heißt: einmal. Anonym nach R. Jošija.",
"UND TAT DAS VOLLE [BECKEN] IN EIN LEERES. Rami b. Ḥama fragte R. Ḥisda: Wie ist es, wenn er ein Becken in ein anderes legt und darin das Blut aufnimmt: bildet eine Sache gleicher Art eine Trennung oder nicht?",
"Dieser erwiderte: Ihr habt es gelernt: und tat das volle [Becken] in ein leeres. Dies heißt wohl, er setzte das volle Becken in ein leeres Becken. –",
"Nein, er schüttete [das Blut] aus dem vollen Becken in ein leeres Becken. – Dies lehrt ja schon der Anfangssatz: er schüttete das Blut des Farren in das Blut des Bockes ! ? – Um sie besonders gut durchzurühren. –",
"Komm und höre: Stand erauf Geräten oder auf dem Fuße seines Nächsten, so ist es untauglich. – Anders ist der Fuß, den er nicht fortnehmenkann.",
"Manche sagen, er fragte wie folgt: Ist dies eine regelrechte Dienstverrichtung oder nicht? – Komm und höre: In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Alle Dienstgeräte, mit denen sie den Dienst im Heiligtume zu besorgen pflegen; zwei Geräte und ein Dienst.",
"Rami b. Ḥama fragte R. Ḥisda: Wie ist es, wenn er das Becken mit Bast ausgelegt und in dieses das Blut auf genommen hat; gilt es, da es verschiedene Arten sind, als Trennung oder nicht: gilt es nicht als Trennung, da [das Blut durch den Bast] durchdringt, oder gibt es hierbei keinen Unterschied?",
"Dieser erwiderte: Wir haben gelernt: Er sprenge von dem [Wasser], das bis zum Schwamme reicht. – Anders das Wasser, das dünnflüßig ist.",
"Manche sagen, er habe wie folgt entschieden: Beim Blute ist es zulässig, bei der Faustfülleist es unzulässig."
],
[
"«Sodann gehe er zum Altar hinaus, der vor dem Herrn steht, DAS ISTDER GOLDENE ALTAR. WO FÄNGT ER AN, WENN ER MIT DER ENTSÜNDIGUNGABWÄRTS BEGINNT? AM NORDÖSTLICHEN HORN, [DANN FOLGT] DAS NORDWESTLICHE, SÜDWESTLICHE UND SÜDÖSTLICHE. WO ER BEIM SÜNDOPFER AM ÄUSSEREN ALTAR BEGINNT, DA HÖRTE ER AM INNEREN ALTAR AUF.",
"R. ELIE͑ZER SAGTE : ER STAND AN EINER STELLE UND ENTSÜNDIGTE, \n",
"UND ALLE SPRENGTE ER VON UNTEN NACH OBEN, AUSGENOMMEN DAS VOR IHM BEFINDLICHE, AUF DAS ER VON OBEN NACH UNTEN SPRENGTE. DANN SPRENGTE ER SIEBENMAL AUF DEN GLANZ DES ALTARS, UND DEN REST DES BLUTES GOSS ER AUF DAS WESTLICHE FUNDAMENT DES ÄUSSEREN ALTARS; DAS DES ÄUSSEREN ALTARSGOSS ER AUF DAS SÜDLICHE FUNDAMENT. BEIDES VERMISCHTE SICH IM KANAL UND GELANGTE IN DEN QIDRONBACH; SODANN WURDE ES DEN GÄRTNERN ALS DUNG VERKAUFT, UND DABEI GILT DAS GESETZ VON DER VERUNTREUUNG.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Sodann gehe er zum Altar hinaus; was lehrt dies? R. Neḥemja erklärte: Wir finden, daß der Priester beim Farren wegen Irrens der Gemeindeaußerhalb des Altarssteht und gegen den Vorhang sprengt; man könnte nun glauben, hierbei ebenso,",
"so heißt es: sodann gehe er zum Altar hinaus, wonach er sich vorher innerhalb des Altars befunden haben muß.",
"Ein Anderes lehrt: Vor dem Herrn; was lehrt dies? R. Neḥemja erklärte: Wir finden, daß der Priester beim Farren und dem Bocke des Versöhnungstages innerhalb des Altarssteht und gegen den Vorhang sprengt, man könnte nun glauben, hierbei ebenso,",
"so heißt es :des Altars des Gewürz-Räucherwerkes, der vor dem Herrn im Offenbarungszelte steht, der Altar vor dem Herrn, nicht aber der Priester vor dem Herrn. Wie mache er es? Er stehe außerhalb des Altars und sprenge.",
"WENN ER MIT DER ENTSÜNDIGUNG ABWÄRTS BEGINNT &C. Die Rabbanan lehrten: Er beginnt mit der Entsündigung abwärts. Wo beginnt er? Am südöstlichen Horn, [dann folgt] das südwestliche, nordwestliche und nordöstliche –",
"so R. A͑qiba; R. Jose der Galiläer sagt, am nordöstlichen, [dann folgt] das nordwestliche, südwestliche und südöstliche. Wo er nach R. Jose dem Galiläer beginnt, da hört er nach R. A͑qiba auf, und wo er nach R. A͑qiba beginnt, da hört er nach R. Jose dem Galiläer auf. –",
"Alle stimmen also überein, daß er nicht mit dem Horn beginnt, auf das er zuerststößt: Weshalb? Šemuel erwiderte: Die Schrift sagt: sodann gehe er zum Altar hinaus, erst wenn er über den ganzen Altar gegangen ist. –",
"Aber auch nach R. A͑qiba sollte er ihn ja nach rechts umkreisen!? Man müßte also sagen, sie streiten über eine Lehre des Rami b.Jeḥezqel,",
"denn Rami b.Jeḥezqel sagte: Vom Meere\tgewandt, drei gegen drei gegen Süden und drei gegen Osten; das Meer aber ruhte oben auf ihnen, und alle ihre Hinterteile waren nach innen gewandt; dies lehrt, daß man bei allen Wendungen, die zu machen sind, sich stets [östlich] nach rechts wende. Einer hält also von der Lehre des Rami b.Jeḥezqel und einer hält nichts von der Lehre des Rami b.Jeḥezqel. –",
"Nein, alle halten sie wohl von der Lehre des Rami b.Jeḥezqel, nur besteht ihr Streit in folgendem: einer ist der Ansicht, man folgere hinsichtlich des inneren [Altars] vom äußeren, und einer ist der Ansicht, man folgere nicht hinsichtlich des inneren vom äußeren. –",
"Sollte er doch nach R. A͑qiba, auch wenn er nicht hinsichtlich des inneren vom äußeren folgert, nach Belieben so oder soverfahren!? – R.A͑qiba kann dir erwidern: eigentlich sollte er mit dem Horne beginnen, auf das er zuerst stößt, denn Reš Laqiš sagte, man dürfe an gottgefälligen Handlungen nicht vorübergehen,",
"nur tut er dies deshalb nicht, weil es heißt: sodann gehe er zum Altar hinaus, erst wenn er über den ganzen Altar gegangen ist, und wenn er an diesem Horngesprengt hat, wende er sich zu dem, mit dem er von vornherein beginnen sollte."
],
[
"Wenn du willst, sage ich: wenn wir der Ansicht wären, die Umkreisung [des Altars] erfolge mit den Füßen, so würden alle zugeben, daß wir hinsichtlich des inneren vom äußeren folgern, ihr Streit aber besteht in folgendem:",
"einer ist der Ansicht, die Umkreisung erfolge mit der Hand, und einer ist der Ansicht, die Umkreisung erfolge mit den Füßen. Wenn du willst, sage ich: alle sind der Ansicht, die Umkreisung erfolge mit der Hand, und ihr Streit besteht in folgendem: einer ist der Ansicht, man folgere hinsichtlich der Umkreisung mit der Hand von der Umkreisung mit den Füßen, und einer ist der Ansicht, man folgere dies nicht. –",
"Ist R. Jose der Galiläer denn der Ansicht, die Umkreisung erfolge mit der Hand, wenn er im Schlußsatze lehrt, R. Elie͑zer sagt, er stand auf einer Stelle und entsündigte, so ist ja der erste Tanna nicht dieser Ansicht!? – Am richtigsten ist vielmehr unsere frühere Antwort: einer ist der Ansicht, die Umkreisung erfolge mit der Hand, und einer ist der Ansicht, die Umkreisung erfolge mit den Füßen.",
"Wenn du aber willst, sage ich, ihr Streit bestehe in folgendem : einer ist der Ansicht, die Umkreisung des inneren Altars gleiche der Umkreisung des äußeren Altars, und einer ist der Ansicht, der ganze innere Altar stand auf dem Raume eines Horns des äußeren Altars.",
"Es wird gelehrt: R. Jišma͑él sagte: Zwei Hochpriester waren vom ersten Tempel zurückgeblieben, einer erzählte, er habe die Umkreisung nur mit der Hand gemacht, und der andere erzählte, er habe die Umkreisung mit den Füßen gemacht. Dieser begründete seine Worte und jener begründete seine Worte.",
"Dieser begründete seine Worte: die Umkreisung des inneren Altars gleicht der Umkreisung des äußeren Altars; jener begründete seine Worte: der ganze innere Altar stand auf dem Raume eines Horns des äußeren.",
"R. ELIE͑ZER SAGTE : ER STAND AN EINER STELLE UND ENTSÜNDIGTE. Wessen Ansicht vertritt unsere Mišna? – Die des R. Jehuda, denn es wird gelehrt: R. Meír sagte im Namen R. Elie͑zers, er stand auf einer Stelle, entsündigte, und auf alle sprengte er von oben nach unten, ausgenommen das schrägüber befindliche, auf das er von unten nach oben sprengte.",
"R. Jehuda sagte im Namen R. Elie͑zers, er stand auf einer Stelle und entsündigte, und auf alle sprengte er von unten nach oben, ausgenommen das vor ihm befindliche, auf das er von oben nach unten sprengte, damit seine Kleider nicht schmutzig werden.",
"DANN SPRENGTE ER AUF DEN GLANZ DES ALTARS. Was heißt Glanz? Rabba b.R. Šila erwiderte: Die Mittedes Altars, denn die Leute pflegen zu sagen: glänzt der Glanz, so ist es die Mitte des Tages.",
"Man wandte ein: Wenn er sprengt, sprenge er nicht auf die Asche, auich nicht auf die Kohlen, vielmehr scharre er die Asche nach beiden Seiten und sprenge!? Vielmehr, erklärte Rabba b.R. Šila, auf das Dach des Altars, wie es heißt:wie der Himmel selbst an Glanz.",
"Es wird gelehrt: Hananja sagt, er sprengegegen die nördliche Seite: R. Jose sagt, er sprenge gegen die südliche Seite. – Worin besteht ihr Streit. – Einer ist der Ansicht, die Tür habe sich südlich befunden, und einer ist der Ansicht, die Tür habe sich nördlich befunden. –",
"Alle stimmen überein, daß er auf das Dach an der Stelle sprenge, wo er mit den Sprengungen der Hörner auf gehört hat: aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt :er soll ihn reinigen und heiligen, wo er ihn geheiligt, da !seine Reinigung.",
"DEN REST DES BLUTES GOSS ER AUF DAS WESTLICHE FUNDAMENT DES ÄUSSEREN ALTARS. Denn die Schrift sagt :das ganze Blut des Farren gieße er, und wenn er herauskommt, stößt er zuerst auf dieses.",
"DES ÄUSSEREN ALTARS GOSS ER AUF DAS SÜDLICHE FUNDAMENT. Die Rabbanan lehrten:Das Fundament des Altars, das ist das südliche Fundament. Du sagst, das südliche Fundament, vielleicht ist dem nicht so, sondern das westliche Fundament!?",
"Ich will dir sagen, hinsichtlich seines Herabsteigens von der Altarrampe ist es von seinem Herauskommen aus dem Tempel zu folgern: wie es bei seinem Herauskommen aus dem Tempel in der Nähe erfolgt, nämlich am westlichen Fundamente, ebenso erfolge es auch bei seinem Herabsteigen von der Altarrampe in der Nähe, nämlich am südlichen Fundamente.",
"Es wird gelehrt: R. Jišma͑él sagt, beides am westlichen Fundamente, R. Šimo͑n b.Joḥaj sagt, beides am südlichen Fundamente. – Allerdings ist R. Jišma͑él der Ansicht, man folgere hinsichtlich dessen, wobei es nicht angegeben ist, von dem, wobei es angegebenist,",
"was ist aber der Grund des R. Šimo͑n b. Joḥaj? R. Aši erwiderte: Er ist der Ansicht, die Tür habe sich südlich befunden.",
"In der Schule R. Jišma͑éls wurde im Namen der Schule des R. Šimo͑n b.Joḥaj gelehrt: Das eine und das andere am südlichen Fundamente. Als Merkzeichen diene dir: die Männer zogen den Mann heran.",
"BEIDES VERMISCHTE SICH IM KANAL UND GELANGTE &C. Die Rabbanan lehrten: Beim Blute begeht man eine Veruntreuung – so R. Meír und R. Šimo͑n; die Weisen sagen, man begehe daran keine Veruntreuung."
],
[
"Sie streiten nur, ob rabbanitisch, nach der Tora aber begeht man daran keine Veruntreuung.",
"Woher dies? U͑la erwiderte: Die Schrift sagt:euch, es gehört euch. In der Schule R. Šimo͑ns lehrten sie: Zur Sühne, ich habe es zur Sühne bestimmt, nicht aber zur Veruntreuung.",
"R. Joḥanan erklärte: Die Schrift sagt:es, es ist vor der Sühne, was nach der Sühne: wie man nach der Sühne daran keine Veruntreuung begeht,",
"ebenso begeht man vor der Sühne daran keine Veruntreuung. – Vielleicht nach der Sühne, was vor der Sühne: wie man vor der Sühne daran eine Veruntreuung begeht, ebenso begeht man daran eine Veruntreuung nach der Sühne!? – Du hast nichts, woran man eine Veruntreuung begeht, nachdem das Gebot damit ausgeübt worden ist. – Etwa nicht, dies war ja beim Abheben der Asche der Fall!? –"
],
[
"Vom Abheben der Asche und den Priestergewändern lehren zwei Schriftverse dasselbe, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu entnehmen. –",
"Allerdings nach den Rabbanan, die erklären :er lege sie da nieder, dies lehre, daß sie verwahrt werdenmüssen,",
"wie ist es aber nach R. Dosa zu erklären, welcher sagt, die [hoch]priesterlichen Gewänder seien für einen gemeinen Priester verwendbar!? –",
"Vom Abheben der Asche und vom genickbrochenenKalbe lehren zwei Schriftverse dasselbe, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu entnehmen. –",
"Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, es sei nichts zu entnehmen, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, es sei wohl zu entnehmen!? – Bei diesen sind zwei Ausschließungen vorhanden :er lege sie, und :dem das Genick gebrochen wurde. –",
"Wozu sind beim Blute alle drei Schriftversenötig? –",
"Einer schließt es vom Übriggebliebenenaus, einer schließt es von der Veruntreuung aus und einer schließt es von der Unreinheitaus.",
"Es ist aber kein Schriftvers nötig, es von der Verwerflichkeit auszuschließen, denn wir haben gelernt, daß man wegen des Verwerflichen schuldig sei, wenn die Sache Erlaubtmachendeshat, ob für Menschen oder für den Altar, während das Blut andere Erlaubtmachendes ist.",
"viiWENN ER VON ALL DEN DIENSTVERRICIITUNGEN DES VERSÖHNUNGSTAGES, DIE IN IHRER REIHENFOLGE AUFGEZÄHLT SIND, EINE [SPÄTERE] FRÜHER [ALS DIE ANDERE] VERRICHTET HAT, SO HAT ER NICHTS GETAN. HAT ER DAS BLUT DES BOCKES VOR DEM BLUTE DES FARREN [GESPRENGT], SO SPRENGE ER NACH DEM BLUTE DES FARREN DAS BLUT DES BOCKES ABERMALS.",
"IST VOR BEENDIGUNG DER SPRENGUNGEN INNERHALB [DES ALLERHEILIGSTEN] DAS BLUT AUSGEGOSSEN WORDEN, SO HOLE ER ANDERES BLUT UND BEGINNE [DIE SPRENGUNGEN] INNERHALB VON VORNE. EBENSO IM TEMPELSCHIFFE UND EBENSO AM GOLDENEN ALTAR, DENN SIE SIND ALLE BESONDERE ENTSÜNDIGUNGEN FÜR SICH. R. ELEA͑ZAR UND R. ŠIMO͑N SAGEN, WO ER UNTERBROCHEN HAT, DA BEGINNE ER.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wenn er von all den Dienstverrichtungen des Versöhnungstages, die in ihrer Reihenfolge aufgezählt sind, eine [spätere] früher [als die andere] verrichtet hat, so hat er nichts getan. R. Jehuda sagte: Dies gilt nur von den Dienstverrichtungen, die innerhalb in weißen Gewändern zu erfolgen haben, bei Dienstverrichtungen aber, die außerhalb in weißen Gewändern zu erfolgen haben, ist, wenn er eine [spätere] früher [als die andere] verrichtet hat, was geschehen ist, giltig.",
"R. Neḥemja sagte: Dies sagten sie nur von Dienstverrichtungen, die sowohl innerhalb als auch außerhalb in weißen Ge»־ wändern zu erfolgen haben, bei Dienstverrichtungen aber, die außerhalb in goldenen Gewändern zu erfolgen haben, ist, was geschehen ist, giltig. R. Joḥanan sprach: Beide folgerten sie es aus ein und demselben Schriftverse:das soll euch als eine Satzung für alle Zeiten gelten. daß einmal im Jahre &c."
],
[
"R. Jehuda ist der Ansicht, [dies beziehe sich] auf den Ort, da die Sühne einmal im Jahre erfolgt,",
"und R. Neḥemja ist der Ansicht, auf die Dinge, durch die einmal im Jahre die Sühne erfolgt. – Wird denn, nach R. Jehuda, hier von einem Orte gesprochen!? – Vielmehr, folgendes ist der Grund R. Jehudas: es heißt das und es heißt einmal, eines schließt die weißen Gewänderaußerhalb aus und eines schließt die goldenen Gewänder aus. –",
"Und R. Neḥemja!? – Eines schließt die goldenen Gewänder aus und eines schließt das zurückbleibende [Blut] aus, daß es nämlich davonnicht abhängig ist. – Und R. Jehuda!? – Ist [die Reihenfolge bei anderen] unerläßlich, so ist sie [auch hierbei] unerläßlich, und ist sie [bei anderen] nicht unerläßlich, so ist sie [auch hierbei] nicht unerläßlich.",
"Wie gelehrt wird: Wenn er vollendet hat die Sühne des Heiligtums, hat er gesühnt – so hat er es vollendet, hat er nicht gesühnt, so hat er es nicht vollendet – so R. A͑qiba. R. Jehuda sprach zu ihm: Weshalb sollten wir nicht auslegen: hat er vollendet, so hat er gesühnt, hat er nicht vollendet, so hat er nichtgesühnt, wenn er nämlich eine von den Sprengungen fortgelassen hat, so hat er nichts getan.",
"Und auf unsere Frage, welchen Unterschied es zwischen ihnen gebe, [wurde erwidert, hierüber streiten] R. Joḥanan und R.JehoŠua͑ b.Levi; einer sagt, ein Unterschied bestehe zwischen ihnen nur in der Art der Auslegung, und einer sagt, ein Unterschied bestehe zwischen ihnen, ob es von zurückbleibenden [Blute] abhängigist. –",
"Kann R. Joḥanan diesdenn gesagt haben, er sagte ja, R. Neḥemja lehre nach demjenigen, welcher sagt, es sei vom zurückbleibenden [Blute] abhängig!? – Das ist ein Ein wand.",
"R. Ḥanina sagte: Wenn er die Händefülle vom Räucherwerke vor dem Schlachten des Farren abgehoben hat, so hat er nichts getan. – Also nicht nach R. Jehuda, denn, wenn nach R. Jehuda, so sagt er ja, das Wort Satzung beziehe sich nur auf Dienstverrichtungen, die innerhalb in weißen Gewändern verrichtet werden. –",
"Du kannst auch sagen, nach R. Jehuda, denn das, was zur [Dienstverrichtung] innerhalb erforderlich ist, gleicht [der Dienstverrichtung] innerhalb. – Wir haben gelernt: Ist vor der Beendigung der Sprengungen innerhalb das Blut ausgegossen worden, so hole er anderes Blut und beginne [die Sprengungen] innerhalb von vorne. Wenn dem nun so wäre, so müßte es ja heißen: er beginne mit dem Abheben der Händefülle!? –"
],
[
"Vom Räucherwerke spricht er nicht.",
"U͑la sagte: Hat er den Bock vor dem Blutsprengen des Farren geschlachtet, so hat er nichts getan. – Wir haben gelernt: Hat er das Blut des Bockes vor dem Blute des Farren [gesprengt], so sprenge er nach dem Blute des Farren das Blut des Bockes abermals. Wenn dem nun so wäre, so müßte es ja heißen: er schlachte ihn abermals!? – U͑la erklärte, dies beziehe sich auf die Sprengungen im Tempelschiffe, und ebenso erklärte R. Aphes, dies beziehe sich auf die Sprengungen im Tempelschiffe.",
"EBENSO IM TEMPELSCHIFFE UND EBENSO AM GOLDENEN ALTAR &C. Die Rabbanan lehrten :Er sühne das Heilige des Heiligtums, das ist das Allerheiligste; das Offenbarungszelt, das ist das Tempelschiff; den Altar, dem Worte gemäß; soll er sühnen, das sind die Vorhöfe;",
"die Priester, dem Worte gemäß; das Volk, das sind die Jisraéliten; soll er sühnen, das sind die Leviten. Sie alle gleichen einander bei der einen Entsündigung, denn sie alle werden wegen anderer Sündendurch den fortzuschickenden Bock entsündigt – so R. Jehuda.",
"R. Šimo͑n sagte: Wie das innerhalb [zu sprengende] Blut des Bockes Jisraél Sühne schafft wegen Verunreinigung des Tempels und seiner heiligen [Opfer], ebenso schafft das Blut des Farren den Priestern Sühne wegen Verunreinigung des Tempels und seiner heiligen [Opfer]; und wie ferner das Sündenbekenntnis über dem fortzuschickenden Bocke Jisraél Sühne schafft wegen anderer Sünden, ebenso schafft das Sündenbekenntnis über dem Farren den Priestern Sühne wegen anderer Sünden.",
"Die Rabbanan lehrten :Wenn er vollendet hat die Sühne des Heiligtums, das ist das Allerheiligste; des Offenbarungszeltes, das ist das Tempelschiff; des Altars, dem Worte gemäß; dies lehrt, daß für diese alle besondere Entsündigungen erforderlich sind.",
"Hieraus folgerten sie, daß, wenn er einen Teil der Sprengungen innerhalb vollzogen hat und das Blut ausgegossen worden ist, er anderes Blut holen und die Sprengungen innerhalb von vorne beginnen müsse. R. Elea͑zar und R. Šimo͑n sagen, wo er unterbrochen hat, da beginne er. Wenn er die Sprengungen innerhalb beendet hat und das Blut ausgegossen worden ist, so hole er anderes Blut und beginne mit den Sprengungen im Tempelschiffe.",
"Wenn er einen Teil der Sprengungen im Tempelschiffe vollzogen hat und das Blut ausgegossen worden ist, so hole er anderes Blut und beginne [die Sprengungen] im Tempelschiffe von vorne. R. Elea͑zar und R. Šimo͑n sagen, er beginne da, wo er unterbrochen hat.",
"Wenn er die Sprengungen im Tempelschiffe beendet hat und das Blut ausgegossen worden ist, so hole er anderes Blut und beginne mit den Sprengungen des Altars. Wenn er einen Teil der Sprengungen des Altars vollzogen hat und das Blut ausgegossen worden ist, so hole er anderes Blut und beginne die Sprengungen des Altars von vorne. R. Elea͑zar und R. Šimo͑n sagen, wo er unterbrochen hat, da beginne er. Wenn er die Sprengungen des Altars beendet hat und das Blut ausgegossen worden ist, so ist dies, wie alle übereinstimmen, kein Hindernis.",
"R. Johan an sagte: Beide folgerten sie es aus ein und demselben Schriftverse:vom Blute des Sündopfers zur Entsündigung. einmal im Jahre.",
"R. Meír erklärt: ich habe es dir nur von einem Sündopfer gesagt, nicht aber von zwei Sündopfern; R. Elea͑zar und R. Šimo͑n erklären: ich habe es dir nur von einer Entsündigung gesagt, nicht aber von zwei.",
"Es wird gelehrt: Rabbi sagte: Mich lehrte R. Ja͑qob einen Unterschied beim Log. –",
"[Streiten sie] etwa darüber nicht, es wird ja gelehrt: Wenn er die Sprengungen innerhalb zum Teil vollzogen hat und das Lag [Öl] ausgegossen worden ist, so habe er ein anderes Log und beginne die Sprengungen im Tempelschiffe von vorne. R. Elea͑zar und R. Šimo͑n sagen, wo er unterbrochen hat, da beginne er.",
"Wenn er die Sprengungen im Tempelschiffe beendet hat und das Log [Öl], ausgegossen worden ist, so hole er ein anderes Log und beginne mit dem Besprengen der Daumen von vorne. Wenn er einen Teil der Besprengungen der Daumen vollzogen hat, und das Log [Öl] ausgegossen worden ist, so hole er ein anderes Log und beginne mit den Besprengungen der Daumen von vorne. R. Elea͑zar und R. Šimo͑n sagen, wo er unterbrochen hat, da beginne er. Wenn er die Besprengungen der Daumen beendet hat und das Log ausgegossen worden ist, so bilden die Besprengungen des Kopfes, wie alle übereinstimmen, kein Hindernis? –",
"Lies: mich lehrte R. Ja͑qob [diesen Streit] auch beim Log.",
"Der Meister sagte: Die Besprengungen des Kopfes bilden kein Hindernis. Aus welchem Grunde: wollte man sagen, weil es heißt:was vom Öl zurückbleibt, so heißt es ja auch: was vom Speisopfer zurückbleibt ist dies etwa auch hierbei kein Hindernis!? –",
"Anders ist es da, denn es heißt :vom übrigen, und: was zurückbleibt.",
"R. Johan an sagte:"
],
[
"Wenn er das Schuldopfer eines Aussätzigen auf einen anderen Namengeschlachtet hat, so gelangen wir zum Streite zwischen R. Meír und R. Elea͑zar und R. Šimo͑n; nach R. Meír, welcher sagt, er müsse anderes holen und von vorne beginnen, muß er auch hierbei ein anderes [Opfer] holen und schlachten,",
"und nach R. Elea͑zar und R. Šimo͑n, welche sagen, er beginne da, wo er unterbrochen hat, gibt es hierbei für ihn kein Mittel.",
"R. Ḥisda Wandte ein: Es heißt ja: es!? – Dies ist ein Einwand.",
"Übereinstimmend mit R. Joḥanan wird gelehrt: Wenn er das Schuldopfer eines Aussätzigen auf einen anderen Namen geschlachtet, oder vom Blute nicht auf die Daumen gesprengt hat, so kommt es auf den Altar und benötigt des Gußopfers, jedoch ist ein anderes Schuldopfer erforderlich, um [den Aussätzigen] tauglich zu machen. – Und R. Ḥisda!? – Er kann dir erwidern: es ist zwar erforderlich jedoch gibt es dafür kein Mittel. –",
"Sollte denn der Autor gelehrt haben, es sei erforderlich, wo es für ihn kein Mittel gibt!? – Allerdings. Es wird auch gelehrt: Der kahle Naziräer benötigt, wie die Schule Šammajs sagt, des Haarschneidens, und, wie die Schule Hillels sagt, nicht des Haarschneidens. Hierzu sagte R. Abina: Wenn die Schule Šammajs sagt, er benötige, [so heißt dies], es gebe für ihn keinMittel.",
"Er streitet somit gegen R. Pedath, denn R. Pedath sagte: Die Schule Šammajs und R. Elie͑zer lehrten das gleiche. Die Schule Šammajs lehrte das, was wir eben gesagt haben, und R. Elie͑zer lehrte folgendes: Hat erkeinen Daumen und keinen großen Zeh, so kann er niemals rein werden. R. Elie͑zersagt, man tue es ihm auf die betreffende Stelle, und der Pflicht ist Genüge getan; R. Šimo͑n sagt, hat er es auf die linken getan, so hat er seiner Pflicht genügt.",
"Die Rabbanan lehrten :Der Priester nehme vom Blute des Schuldopfers; man könnte glauben, mit einem Gefäße, so heißt es: und er tue. wie das Hinauftun mit dem Selbst des Priestersgeschieht, ebenso das Nehmen mit dem Selbst des Priesters.",
"Man könnte glauben, ebenso auch bei [den Sprengungen] des Altars, so heißt es :denn gleich dem Sündopfer ist auch das Schuldopfer &c., wie beim Sündopfer ein Gefäß erforderlichist, ebenso ist beim Schuldopfer ein Gefäß erforderlich. Es ergibt sich dir also, daß das Blut vom Schuldopfer des Aussätzigen zwei Priester auf nehmen, einer mit der Hand und einer mit einem Gefäße; der es mit einem Gefäße aufnimmt, begibt sich zum Altar, und der es mit der Hand auf nimmt, begibt sich zum Aussätzigen.",
"Dort haben wir gelernt: Diese allemachen die Kleider unrein und sind im Aschenraumezu verbrennen – so R. Elea͑zar und R. Šimo͑n. Die Weisen sagen, nur die letzten machen die Kleider unrein und sind im Aschenraume zu verbrennen, weil mit diesen die Sühne beendet wurde.",
"Raba fragte R. Naḥman: Wieviel Böckeschicke er fort? Dieser erwiderte: Soll er etwa eine Herdefortschicken!? Jener entgegnete:"
],
[
"Soll er etwa eine Herde verbrennen!? – Ist es denn gleich: bei diesem heißt es ihn, bei jenem heißt es nicht ihn. Es wird gelehrt:",
"R. Papi sagte im Namen Rabas, er schicke den ersten fort; R. Šimi sagte im Namen Rabas, er schicke den letzten fort. – Allerdings erklärt R. Šimi b. Aši, der im Namen Rabas sagte, er schicke den letzten fort: weil mit diesem die Sühne beendet wurde, wie aber erklärt es R. Papi im Namen Rabas? – Er ist der Ansicht R. Joses, welcher sagt, das Gebot hafte am ersten. –",
"Welcher Ansicht R. Joses? Wollte man sagen, bei der Lehre von den Körben,",
"denn wir haben gelernt: R. Jose sagt, es waren drei Körbe von je drei Sea, die für die Hebe der Schatzkammer bestimmt waren : sie waren mit [den Buchstaben] Aleph, Beth, Gimel gezeichnet. Ferner wird gelehrt: R. Jose erklärte: Sie waren deshalb mit Aleph, Beth, Gimel gezeichnet, damit man wisse, welcher zuerst abgehoben wurde, um diesen zuerst zu verwenden, denn das Gebot haftet am ersten.",
"Vielleicht aber hierbei deshalb, weil zur Zeit, wo der erste zu verwenden ist, die anderen noch nicht zu verwendensind!? –",
"Vielmehr, der Ansicht R. Joses beim Pesaḥopfer. Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand sein Pesahopfer abgesondert hat und es abhanden gekommen ist, und nachdem er statt dessen ein anderes abgesondert hat, das erstere sich wieder einfindet, sodaß beide vor ihm stehen, so opfere er, welches er will – so die Weisen. R. Jose sagt, das Gebot hafte am ersten; wenn aber das zweite besser ist, so opfere er dieses.",
"",
"DIE BEIDEN BÖCKE DES VERSÖHNUNGSTAGES SOLLEN GEBOTSMÄSSIG EINANDER GLEICHEN IN IHREM AÜSSEHEN, IHREM WÜCHSE UND IHREM PREISE, AUCH SIND SIE ZUSAMMEN ZU KAUFEN, JEDOCH SIND SIE TAUGLICH, AUCH WENN SIE EINANDER NICHT GLEICHEN. KAUFTE ER EINEN AN DIESEM TAGE UND DEN ANDEREN AM FOLGENDEN TAGE, SO SIND SIE TAUGLICH,\n",
"IST EINER VON IHNEN VERENDET, SO MUSS ER, WENN ER VOR DEM LOSEN VERENDET IST, FÜR DEN ZWEITEN EINEN ANDEREN ZUKAUFEN, UND WENN ER NACH DEM LOSEN VERENDET IST, EIN NEUES PAAR HERBEIHOLEN UND VON NEUEM LOSEN.",
"ER SPRECHE: IST DER FÜR G0TT BESTIMMTE VERENDET, SO TRETE DER DURCH DAS L0S FÜR G0TT BESTIMMTE AN SEINE STELLE, UND IST DER FÜR A͑ZAZEL BESTIMMTE VERENDET, SO TRETE DER DURCH DAS LOS FÜR A͑ZAZEL BESTIMMTE AN SEINE STELLE. DER ANDERE IST WEIDEN ZU LASSEN, BIS ER EIN GEBRECHEN BEKOMMT UND ZU VERKAUFEN, UND DER ERLÖS FÄLLT DEM FREIWILLIGEN OPFERFONDS ZU, DENN DAS GEMEINDE-SÜNDOPFER IST NICHT VERENDEN ZU LASSEN; R. JEHUDA SAGT, ES IST VERENDEN ZU LASSEN.",
"FERNER SAGTE R. JEHUDA: IST DAS BLUT AUSGEGOSSEN WORDEN, SO IST DER FORTZUSCHICKENDE [BOCK] VERENDEN ZU LASSEN, IST DER FORTZUSCHICKENDE [BOCK] VERENDET, SO IST DAS BLUT FORTZUGIESSEN."
],
[
"Daf 62b GEMARA. Die Rabbanan lehrten:Er nehme zwei Ziegenböcke: ‘Böcke’ sind ja mindestens zwei, wozu heißt es zwei? Beide sollen einander gleichen. Woher, daß sie tauglich sind, auch wenn sie einander nicht gleichen? Es heißt zweimal Ziegenbock, und dies ist einschließend. –",
"Also nur deshalb, weil der Allbarmherzige dies einschließt, hätte es aber der Allbarmherzige nicht eingeschlossen, so würde man gesagt haben, sie seien untauglich; woher die Unerläßlichkeit!?",
"Man könnte dies glauben, weil es dreimal zwei heißt. –",
"Wozu heißt es dreimal zwei, wo der Allbarmherzige es durch die Wiederholung [des Wortes] Ziegenbock einschließt!? – Einmal [deutet es] auf das Aussehen, einmal auf den Wuchs und einmal auf den Preis.",
"Desgleichen wird auch von den Lämmern des Aussätzigen gelehrt: Er nehme zwei Lämmer; ‘Lämmer’ sind ja mindestens zwei, wozu heißt es zwei? Beide sollen einander gleichen. Woher, daß sie tauglich sind, auch wenn sie einander nicht gleichen? Es heißt zweimal Lamm, und dies ist einschließend. –",
"Also nur deshalb, weil der Allbarmherzige dies einschließt, hätte es aber der Allbarmherzige nicht eingeschlossen, so würde man gesagt haben, sie seien untauglich; woher die Unerläßlichkeit!? – Man könnte dies glauben, weil es sei heißt.",
"Wozu heißt es sei, wo der Allbarmherzige es durch die Wiederholung [des Wortes] Lamm einschließt!? – Wegen der sonstigen Beschaffenheit des Aussätzigen[opfers].",
"Desgleichen wird auch von [den Vögeln] des Aussätzigen gelehrt:Vögel; ‘Vögel’ sind ja mindestens zwei, wozu heißt es nun Beide sollen einander gleichen. Woher, daß sie tauglich sind, auch wenn sie einander nicht gleichen? Es heißt zweimal Vogel, und dies ist einschließend. –",
"Also nur deshalb, weil der Allbarmherzige dies einschließt, hätte es aber der Allbarmherzige nicht eingeschlossen, so würde man gesagt haben, sie seien untauglich; woher die Unerläßlichkeit!? – Man könnte dies glauben, weil es sei heißt. –",
"Wozu heißt es sei, wo der Allbarmherzige es durch die Wiederholung [des Wortes] Vogel einschließt!? – Wegen der sonstigen Beschaffenheit des Aussätzigen[opfers]. –",
"Demnach könnte man ja auch beim beständigen Opfer deduzieren : Lämmer, ‘Lämmer’ sind ja mindestens zwei, wozu heißt es nun zicei? Beide sollen einander gleichen. Woher, daß sie tauglich sind, auch wenn sie einander nicht gleichen? Es heißt zweimal Lamm, und dies ist einschließend. Gebotsmäßig wäre dies also erforderlich!? –",
"Hierbei ist es für die folgende Lehre nötig: Zwei für den Tag, gegen den Tag.",
"Da sagst, gegen den Tag. vielleicht ist dem nicht so, sondern deutet dies auf die tägliche Pflicht!? Wenn es heißt :das eine Lamm sollst du am Morgen herrichten und das andere Lamm sollst du am Abend herrichten, so lehrt dies ja die tägliche Pflicht, somit sind die Worte zwei für den Tag [zu erklären:] gegen den Tag.",
"Und zwar: das beständige Morgenopfer wurde am zweiten Ringe der nordwestlichen Ecke und das beständige Abendopfer am zweiten Ringe der nordöstlichen Ecke geschlachtet.",
"Die Zusatzopfer des Šabbaths aber müssen bestimmt einander gleichen.",
"Die Rabbanan lehrten: Hat er die zwei Böcke des Versöhnungstages außerhalb [des Vorhofes] geschlachtet, so ist er, wenn vor dem Losen, wegen beider schuldig, und wenn nach dem Losen, wegen des für Gott bestimmten schuldig und wegen des für A͑zazel bestimmten frei. –",
"«So ist er, wenn vor dem Losen, wegen beider schuldig.» Welche Verwendung haben sie dann!? R. Ḥisda erwiderte: Sie sind jeder als außerhalb herzurichtender Bock verwendbar. –",
"Als der innerhalb herzurichtende Bock wohl deshalb nicht, weil noch das Losen fehlt, ebenso sollte er als der außerhalb herzurichtende Bock nicht verwendbar sein, da noch die übrigen Dienstverrichtungen des Tages fehlen!? –",
"R. Ḥisda ist der Ansicht, am selben Tage gebe es kein Fehlen der Frist.",
"Rabina sprach: R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, Heilsopfer, die man geschlachtet hat, bevor die Türen des Tempels geöffnet worden sind, seien untauglich, weil es heißt : er schlachte es an der Öffnung des Offenbarungszeltes, nur wenn es geöffnet ist, nicht aber, wenn es geschlossen ist. Jetzt nun, wo R. Ḥisda gesagt hat,"
],
[
"das Fehlen des Losens gelte als Fehlen einer Handlung, ist, wer solche außerhalb geschlachtet hat, bevor die Türen des Tempels geöffnet worden sind, frei, weil das Fehlen des Öffnens als Fehlen einer Handlunggilt. –",
"Berücksichtigt denn R. Ḥisda die Eventualität,",
"er sagte ja, wer das Pesaḥopfer an den übrigen Tagen des Jahresaußerhalb als solches geschlachtet hat, sei frei, und wenn nicht als solches, schuldig.",
"Nur dann, wenn nicht als solches, wenn aber ohne Bestimmung, so gilt es als solches und ist er frei. Weshalb nun, man sollte ja sagen: nicht als solches wäre es eventuell innerhalb tauglich!? –",
"Es ist ja nicht gleich; da ist eine Entreißungnötig, hierbei aber nicht.",
"Rabba b.Šimi lehrte beides im Namen Rabbas, wies auf einen Widerspruch hin, in dem Rabba sich befindet, und er erklärte es so, wie wir es eben erklärt haben.",
"Als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Jirmejas im Namen R. Joḥanans: Wer an den übrigen Tages des Jahres das Pesaḥopfer außerhalb geschlachtet hat, ob als solches oder nicht als solches, ist frei.",
"R. Dimi sagte: Ich trug R. Jirmeja folgendes vor: allerdings wenn als solches, da es dann nicht tauglich ist, weshalb aber, wenn nicht als solches, nicht als solches ist es ja außerhalb [als Heilsopfer] tauglich!?",
"Da erwiderte er mir: Die Entreißung [zur Schlachtung] außerhalb ist keine Entreißung.",
"Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Jirmejas im Namen R.Joḥanans: Wer an den übrigen Tagen des Jahres das Pesaḥopfer außerhalb geschlachtet hat, ob als solches oder nicht als solches, ist schuldig. –",
"Wieso selbst wenn als solches, wir haben ja gelernt: Dem die Zeit [der Darbringung] nach fehlt: ob ihm selbst oder dem Eigentümer.",
"Was heißt beim Eigentümer Fehlen der Zeit? Wenn ein männlicher oder eine weibliche Flußbehaftete, eine Wöchnerin oder ein Aussätziger",
"ihre Sündopfer oder ihre Schuldopfer [vorzeitig] außerhalb dargebracht haben, sind sie frei; wenn aber ihre Brandopfer und ihre Heilsopfer, so sind sie schuldig.",
"Hierzu sagte R. Ḥilqija b.Ṭobi: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn als solche, wenn aber nicht als solche, sind sie schuldig.",
"Wieso sind sie frei, wenn als solche, man sollte ja sagen, nicht als solche wären sie eventuell innerhalb tauglich!? – Es ist ja nicht gleich; da ist eine Entreißung nötig, während das Pesaḥopfer an den übrigen Tagen des Jahres Heilsopfer ist.",
"R. Asi lehrte, er seischuldig, wie wir erklärt haben; R. Jirmeja aus Diphte lehrte, er sei frei, denn er ist der Ansicht, auch beim Pesaḥopfer an den übrigen Tagen des Jahres sei eine Entreißungerforderlich, und die Entreißung [zur Schlachtung] außerhalb sei keine Entreißung. Er streitet somit gegen R. Ḥilqija b.Ṭobi.",
"Der Meister sagte: Wenn nach dem Losen, wegen des für Gott bestimmten schuldig und wegen des für A͑zazel bestimmten frei.",
"Die Rabbanan lehrten :Jedermann aus dem Hause Jisraél, der ein Rind oder ein Lamm oder eine Ziege schlachtet im Lager, oder der sie schlachtet außerhalb des Lagers, und sie zur Tür des Offenbarungszeltes nicht hinbringt, um sie als Opfergabe für den Herrn darzubringen."
],
[
"Aus [dem Worte] Opfer könnte man entnehmen, auch die Heiligtümer des Reparaturfonds’ seien einbegriffen, da auch diese ‘Opfer’ heißen, wie es heißt :wir bringen dem Herrn eine Opfergabe, so heißt es: und sie zur Tür des Offenbarungszeltes nicht hinbringt; ist es zur Tür des Offenbarungszeltes hinzubringen, so ist man, wenn man es außerhalb [schlachtet], schludig, und ist es nicht zur Tür des Offenbarungszeltes hinzubringen, so ist man, wenn man es außerhalb [schlachtet], nicht schuldig.",
"Ich würde demnach nur diejenigen ausschließen, die zur Tür des Offenbarungszeltes nicht hinzubringen sind, nicht aber würde ich (die Sündopferkuhund) den fortzuschickenden Bock ausschließen, die zur Tür des Offenbarungszeltes hinzubringen sind, so heißt es: für den Herrn,",
"nur die für den Herrn bestimmt sind, ausgenommen diese, die nicht für den Herrn bestimmt sind. – Sind denn [die Worte] für den Herrn ausschließend, ich will auf einen Widerspruch hinweisen :Es wird als Feueropfer für den Herrn wohlgefällig auf genommen werden, das sinddie Feueropfer;",
"woher, daß man es vor Erlangung des Alters auch nicht weihen darf? Es heißt: als Opfer für den Herrn, dies schließt auch den fortzuschickenden Bock ein!?",
"Raba erwiderte: Dort nach dem Zusammenhänge des Schriftverses und hier nach dem Zusammenhänge des Schriftverses. Dort, wo [die Worte zur Tür einschließend sind, sind [die Worte] für den Herrn ausschließend, hier aber, wo [das Wort] Feueropfer ausschließend ist, sind [die Worte] für den Herrn einschließend. –",
"Nur aus dem Grunde, weil der Allbarmherzige ihn einbegriffen hat, würde er ihn aber nicht; einbegriffen haben, so würde man geglaubt haben, der fortzuschickende Bock könne vor Erlangung des Alters geweiht werden; aber das Los kann ja nur dann entscheiden, wenn er auch für den Herrn geeigneteist!?",
"R. Joseph erwiderte: Hier ist die Ansicht Ḥanan des Ägypters vertreten, denn es wird gelehrt, Ḥanan der Ägypter sagt, selbst, wenn das Blutbereits im Becher ist, hole man einen anderen als Paar. –",
"Allerdings ist Ḥanan der Ägypter der Ansicht, daß [das Blut] nicht zurückzusetzen sei; ist er etwa auch der Ansicht, das Losen sei nicht nötig, vielleicht muß man [zwei] holen und losen!?",
"Vielmehr, erwiderte R. Joseph, hier ist die Ansicht R. Šimo͑ns vertreten. Es wird nämlich gelehrt: Verendet einer von ihnen, so hole man ohne zu losen einen anderen – so R. Šimo͑n.",
"Rabina erwiderte: In dem Falle, wenn er ein Gebrechen bekommen und man ihn mit einem anderen umgetauschthat. –",
"Woher entnimmst du, daß ein Gebrechen ihn untauglich mache? – Es wird gelehrt:Als Feueropfer sollt ihr von diesen nicht verwenden, das sind die Fettstücke;",
"ich weiß dies nur von allen, woher dies von einem Teile desselben? Es heißt: von diesen. Altar, das ist das Blutsprengen; für den Herrn, dies schließt den fortzuschickenden Bock ein.",
"Und dies ist sowohl vom gebrechenbehafteten als auch vom des Alters ermangelnden zu schreiben nötig. Würde der Allbarmherzige es nur vom des Alters ermangelnden geschrieben haben, [so könnte man glauben,] weil er das Alter noch nicht erlangt hat, nicht aber der gebrechenbehaftete, der das Alter bereits erlangt hat. Und würde der Allbarmherzige es nur vom gebrechenbehafteten geschrieben haben, [so könnte man glauben,] weil er widerwärtig ist, nicht aber der des Alters ermangelnde, der nicht widerwärtig ist. Daher ist beides nötig."
],
[
"Raba erwiderte: In dem Falle, wenn [der Verkäufer] einen Kranken in seinem Hause und er für ihn am Versöhnungstage das Muttertier geschlachtethat. –",
"Ist es denn auf diese Weise verboten, der Allbarmherzige sagt ja:ihr sollt nicht schlachten, und dies ist ja kein Schlachten!? – Im Westen erklärten sie, das Hinabstoßen in die Bergschluchtist eben seine Schlachtung.",
"IST DER FÜR GOTT BESTIMMTE VERENDET, SO HOLE DER &C.",
"Rabh sagte: Per andere des ersten Paares ist darzubringen, der andere des zweiten Paares ist weiden zu lassen. R. Joḥanan sagte: Der andere des ersten Paares ist weiden zu lassen, der andere des zweiten Paares ist darzubringen. –",
"Worin besteht ihr Streit? – Rabh ist der Ansicht, Lebendiges werde nicht zurückgesetzt, und R. Joḥanan ist der Ansicht, Lebendiges werde wohl zurückgesetzt. –",
"Was ist der Grund Rabhs? – Er folgert dies vorn des Alters ermangelnden’ dem das Altor noch fehlt, ist ja jetzt unbrauchbar, wenn es aber später brauchbar wird, ist es tauglich, ebenso auch hierbei. – Ist es denn gleich, jenes war ja noch überhaupt nicht geeignet, während dieses geeignet war und zurückgesetzt worden ist!? –",
"Vielmehr ist folgendes der Grund Rabhs, er folgert vom mit einem vorübergehenden Gebrechen behafteten: das mit einem vorübergehenden Gebrechen behaftete ist ja jetzt unbrauchbar, wenn es aber später brauchbar wird, ist es tauglich, ebenso auch hierbei. –",
"Woher dies bei jenem? – Es heißt :denn es haftet ihnen ein Schaden an, ein Makel haftet ihnen an, haftet ihnen ein Makel an, sind sie nicht wohlgefällig, ist der Makel vorüber, sind sie wohlgefällig. –",
"Und R. Joḥanan!? – Der Allbarmherzige beschränkte: ihnen; nur diese sind, wenn der Makel vorüber ist, wohlgefällig, andere Zurückgesetzte aber bleiben, da sie zurückgesetzt worden sind, zurückgesetzt. –",
"Und Rabh!? – Das [Wort] ihnen deutet darauf, daß sie nur gesondert nicht wohlgefällig sind, wohl aber in Vermischung.",
"Wir haben nämlich gelernt: Wenn Opferglieder von Fehlerfreien mit Opfergliedern von Gebrechenbehafteten [vermischt worden sind], so sind, wie R. Elie͑zer sagt, wenn ein Kopf bereits dargebracht worden ist, alle übrigen Köpfe, und wenn ein paar Unterschenkel, alle Unterschenkeldarzubringen; die Weisen sagen, selbst wenn alle mit Ausnahme von einem dargebracht worden sind, komme dieses in den Verbrennungsraum. –",
"Und der andere!? – Er folgert dies aus [dem Ausdruck] an ihnen. – Und jener!? – Er verwendet [den Ausdruck] an ihnen nicht zur Schriftforschung. –",
"Wenn Rabh auch der Ansicht ist, Lebendiges werde nicht zurückgesetzt, aber immerhin, sollte er beliebig den einen oder den anderen darbringen dürfen!?",
"Raba erwiderte: Rabh ist der Ansicht R. Joses, welcher sagt, das Gebot hafte am ersten. – Welcher Ansicht R. Joses? Wollte man sagen, bei der Lehre von den Körben, denn wir haben gelernt: Es waren drei Körbe von je drei Sea, mit [den Buchstaben] Aleph, Beth, Gimel gezeichnet, die für die Hebe der Schatzkammer bestimmt waren. Ferner wird gelehrt: R. Jose sagte: Sie waren deshalb mit Aleph, Beth, Gimel gezeichnet, damit man wisse, welcher zuerst abgehoben wurde, um diesen zuerst zu verwenden, denn das Gebot haftet am ersten.",
"Vielleicht aber ist es da anders, weil zur Zeit, wo der erste zu verwenden ist, die anderen noch nicht zu verwenden sind!? –",
"Vielmehr, der Ansicht R. Joses beim Pesaḥopfer. Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand sein Pesaḥopfer abgesondert hat und es abhanden gekommen ist, und nachdem er statt dessen ein anderes abgesondert hat, das erste sich wieder einfindet, sodaß beide vor ihm stehen, so opfere er, welches er will – so die Weisen. R. Jose sagt, das Gebot hafte am ersten;"
],
[
"wenn aber das zweite besser ist, so opfere er dieses.",
"Raba sagte: Aus unserer Mišna ist übereinstimmend mit Rabh zu entnehmen und aus einer Barajtha ist übereinstimmend mit R. Joḥanan zu entnehmen. Aus unserer Mišna ist übereinstimmend mit Rabh zu entnehmen, denn diese lehrt, daß, wenn der für Gott bestimmte verendet ist, der durch das Los für Gott bestimmte an seine Stelle trete, wonach der andere bei seiner Bestimmungverbleibt.",
"Aus einer Barajtha ist übereinstimmend mit R. Joḥanan zu entnehmen, denn eine solche lehrt: Ich würde nicht gewußt haben, ob der anderedes ersten Paares oder der andere des zweiten Paares, wenn es aber heißt: soll lebnd stehen bleiben, [so heißt dies:] nicht der, von dem der andere verendet ist. – Wieso geht dies hieraus hervor? – Soll lebend stehen bleiben: nicht aber, der bereits gestanden hat. –",
"Wir haben gelernt: Ferner sagte R. Jehuda: Ist das Blut ausgegossen worden, so ist der fortzuschickende [Bock] verenden zu lassen, ist der fortzuschickende [Bock] verendet, so ist das Blut fortzugießen. Allerdings ist nach R. Joḥanan, welcher sagt, Lebendiges werde zurückgesetzt, der fortzuschickende [Bock] verenden zu lassen, wieso aber ist nach Rabh, welcher sagt, Lebendiges werde nicht zurückgesetzt, der fortzuschickende [Bock] verenden zu lassen!? –",
"Rabh kann dir erwidern: Ich sage dies nicht nach R. Jehuda, sondern nach den Rabbanan. –",
"Allerdings besteht nach Rabh darin der Streit zwischen R. Jehuda und den Rabbanan, worin aber besteht der Streit nach R. Joḥanan!? – Das sagte ja Raba, aus unserer Mišna sei übereinstimmend mit Rabh zu entnehmen. –",
"Wir haben gelernt: Denn das Gemeinde-Sündopfer ist nicht verenden zu lassen. Demnach ist eines Privaten in einem solchen Falle verenden zu lassen. Einleuchtend ist dies nach R. Joḥanan, nach R. Abba, denn R. Abba sagte im Namen Rabhs,"
],
[
"alle stimmen überein, daß, wenn er Sühne erlangt hat durch [das Tier], das nicht abhanden gekommen war, dasjenige, das abhanden gekommen war, verenden zu lassen ist,",
"nach Rabh ist es ja aber ebenso, als würde jemand zur Sicherheit zwei Sündopfer abgesondert haben, und R. Oša͑ja sagte, wer zur Sicherheit zwei Sündopfer abgesondert hat, schaffe sich Sühne durch das eine und das andere sei weiden zu lassen!? –",
"Da Raba sagte, Rabh sei der Ansicht R. Joses, welcher sagt, das Gebot hafte am ersten, so ist es ebenso, als würde er [das andere] von vornherein zur Vernichtung abgesondert haben. –",
"Wir haben gelernt: R. Jehuda sagt, es sei verenden zu lassen. Allerdings erlangt er nach R. Joḥanan, welcher sagt, der andere des ersten Paares sei weiden zu lassen und nach R. Jehuda verenden zu lassen, Sühne durch den anderen des zweiten Paares,",
"wodurch aber erlangt er nach R. Jehuda Sühne nach Rabh, welcher sagt, der andere des zweiten Paares sei weiden zu lassen, und nach R. Jehuda verenden zu lassen!? – Du glaubst wohl, R. Jehuda spreche vom anderen des zweiten Paares, R. Jehuda spricht vom anderen des ersten Paares. –",
"Manche richteten jenen Einwandwie folgt: Ferner sagte R. Jehuda: Ist das Blut ausgegossen worden, so ist der fortzuschickende [Bock] verenden zu lassen, ist der fortzuschickende [Bock] verendet, so ist das Blut fortzugießen.",
"Allerdings streiten sie nach Rabh im Anfangssatze über das Sündopfer der Gemeinde und im Schlußsätze über das Lebende, welche Bedeutung hat aber das ‘ferner’ nach R. Joḥanan!? – Dies ist ein Einwand.",
"FERNER SAGTE R. JEHUDA: IST DAS BLUT AUSGEGOSSEN WORDEN, SO IST DER FORTZUSCHICKENDE [BOCK] VERENDEN ZU LASSEN.",
"Allerdings ist, wenn das Blut ausgegossen worden ist, der fortzuschickende [Bock] verenden zu lassen, da das Gebot noch nicht ausgeübtwurde, weshalb aber ist, wenn der fortzuschickende [Bock] verendet ist, das Blut fortzugießen, das Gebot wurde ja ausgeübt!?",
"In der Schule R. Jannajs erklärten sie: Die Schrift sagt :soll lebend vor dem Herrn stehen bleiben zur Sühne: wie lange muß er lebend stehen bleiben? Bis zum Blutsprengen des anderen.",
"Dort haben wir gelernt: Wenn die Bewohner einer Stadt ihre Šeqalim[durch Boten] sandten und sie ihnen gestohlen worden oder abhanden gekommen sind, so leisten diese, falls bereits die Hebeentnommen wurde, den Schatzmeistern einen Eid,",
"wenn aber nicht, so leisten sie den Bewohnern der Stadt einen Eid, und diese müssen andere Šeqalim entrichten.",
"Finden sie sich später ein, oder bringen die Diebe sie zurück, so sind diese und jene Šeqalimsteuer, ohne ihnen im nächsten Jahre gutgerechnet zu werden. R. Jehuda sagt, sie werden ihnen im nächsten Jahre gutgerechnet. –",
"Was ist der Grund R. Jehudas? Raba erwiderte: R. Jehuda ist der Ansicht, Pflichtopfer dieses Jahres dürfen im folgenden Jahre dargebracht werden.",
"Abajje wandte gegen ihn ein: Wenn der Farre oder der Bock des Versöhnungstages abhanden gekommen warund man an seiner Stelle einen anderen abgesondert hat, ebenso wenn die Böcke wegen Götzendienstes abhanden gekommen waren und man an ihrer Stelle andere abgesondert hat, so sind sie alle verenden zu lassen – so R. Jehuda; R. Elea͑zar und R. Šimo͑n sagen, sie seien weiden zu lassen, bis sie ein Gebrechen bekommen, sodann verkaufe man sie, und der Erlös fällt dem freiwilligen [Opferfonds] zu, denn Gemeinde-Sündopfer sind nicht verenden zu lassen!? Dieser erwiderte:"
],
[
"Du sprichst von Gemeindeopfern; anders sind Gemeindeopfer. Dies nach R. Ṭabi im Namen R. Jošijas, denn R. Ṭabi sagte im Namen R. Jošijas: Die Schrift sagt :das ist das von Neumond zu Neumond [darzubringende] Brandopfer; die Tora sagt damit, daß man das Opfer von der neuen Hebe bringe. –",
"Einleuchtend ist dies hinsichtlich des Bockes, wie ist es aber hinsichtlich des Farrenzu erklären!? –",
"Wegen des Bockes wurde es auch beim Farren angeordnet. – Sollte man ihn denn einer Verordnung wegen verenden lassen!? Ferner ist ja das, was R. Ṭabi im Namen R. Jošijas sagte, nur eine Gottgefälligkeit, denn R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, es sei gottgefällig, die am ersten Nisan darzubringenden Gemeindeopfer von der neuen [Hebe] darzubringen, jedoch habe man der Pflicht genügt, wenn man sie von der alten dargebracht, wenn man auch eine Gottgefälligkeit unterlassen hat!?",
"Vielmehr, erklärte R. Zera, weil nicht das Los des einen Jahres für das andere bestimmen kann. – Sollte man [abermals] losen!? – Mit Rücksicht darauf, andere könnten denken, das Los des einen Jahres bestimme für das andere. –",
"Erklärlich ist dies hinsichtlich des Bockes, wie ist es aber hinsichtlich des Farren zu erklären? – Wegen des Bockes wurde es auch beim Farren angeordnet. – Sollte man ihn denn einer Verordnung wegen verenden lassen!? –",
"Die Jünger erklärten vor Abajje, mit Rücksicht auf ein Sündopfer, dessen Eigentümer gestorbenist. – Einleuchtend ist dies hinsichtlich des Farren, wie ist es aber hinsichtlich des Bockeszu erklären!? – Wegen des Farren wurde dies auch beim Bocke angeordnet. –",
"Sollte man ihn denn einer Verordnung wegen verenden lassen!? – Vielmehr, mit Rücksicht auf ein Sündopfer, dessen Jahr vorüberist!? – Wieso aus Rücksicht, es ist ja tatsächlich ein Sündopfer, dessen Jahr vorüber ist!? –",
"Das ist kein Einwand; nach Rabbi, denn es wird gelehrt :Ein ganzes Jahr, man zähledreihundertfünfundsechzig Tage, nach der Zählung des Sonnenjahres – so Rabbi; die Weisen sagen, man zähle zwölf Monate vom betreffenden Tage bis zum selben Tage [des nächsten Jahres],"
],
[
"und ist das Jahr ein Schaltjahr, so ist es zu Gunsten des Verkäufers. – Einleuchtend ist dies hinsichtlich des Bockes, wie ist es aber hinsichtlich des Farrenzu erklären!? –",
"Wegen des Bockes wurde es auch beim Farren angeordnet. – Sollte man ihn denn einer Verordnung wegen verenden lassen!? Ferner ist ja das über ein Jahr alt gewordene Sündopfer weiden zu lassen!? Reš Laqiš sagte nämlich: Ein über ein Jahr alt gewordenes Sündopfer betrachte man als auf einem Begräbnisplatzebefindlich, und man lasse es weiden!?",
"Vielmehr, erklärte Raba, mit Rücksicht auf einen etwaigen Verstoß. Es wird nämlich gelehrt: Man darf in der Jetztzeit weder etwas weihen,",
"noch die Wertschätzunggeloben, noch etwas mit dem Banne belegen; hat man geweiht, die Wertschätzung gelobt oder gebannt, so muß man, wenn es ein Tier ist, es lähmen, wenn es Früchte, Gewänder oder Geräte sind, sie verfaulen lassen, und wenn es Geld oder Metallgeräte sind, sie ins Salzmeer werfen. Wie lähme man es? Man schließe vor ihm die Tür ab, und es verendet von selbst. –",
"Welcher Verstoß [ist zu berücksichtigen]: wenn ein Verstoß der Darbringung, so sollte dies auch von allen anderen Fällen des Weidenlassens gelten!? –",
"Tatsächlich ein Verstoß der Darbringung; in anderen Fällen kommt man gar nicht darauf, da sie nicht zur Darbringung bestimmtsind, bei diesem aber wohl, da es zur Darbringungbestimmt ist.",
"Über den Verstoß selbst [streiten] Tannaím. Eines lehrt, ein Pesaḥlamm, das am ersten Pesaḥfeste nicht dargebracht worden ist, dürfe am zweiten, und das am zweiten [nicht dargebracht worden ist], im folgenden Jahre dargebracht werden, und dagegen lehrt ein Anderes, es dürfe nicht dargebracht werden; sie streiten wahrscheinlich über den Verstoß. –",
"Nein, beide sind der Ansicht, man befürchte keinen Verstoß, vielmehr führen sie denselben Streit, wie Rabbi und die Rabbanan; das ist also kein Widerspruch: das Eine nach Rabbiund das Andere nach den Rabbanan. –",
"Es wird ja aber gelehrt, dasselbegelte auch vom [dafür bestimmten] Gelde!? Vielmehr ist hieraus zu schließen, daß sie über den Verstoß streiten. Schließe hieraus.",
"ANN GING ER ZUM FORTZUSCHICKENDEN BOCKE, STÜTZTE AUF IHN BEIDE HÄNDE UND SPRACH DAS SÜNDENBEKENNTNIS. ER SPRACH ALSO: ACH, HERR, GEFEHLT, GESÜNDIGT UND GEFREVELT HAT VOR DIR DEIN VOLK, DAS HAUS JISRAEL! ACH, HERR, VERGIB DOCH DIE VERFEHLUNGEN, DIE SÜNDEN UND DIE FREVEL, DIE GEFEHLT, GESÜNDIGT UND GEFREVELT HAT VOR DIR DEIN VOLK, [DAS HAUS] JISRAéL &C. WIE DOCH GESCHRIEBEN STEHT IN DER TORA DEINES KNECHTES MOŠE :denn an diesem Tage wird er euch vergeben, euch zu reingen all euren Sünden vor Gott sollt ihr rein werden.\n",
"ALS DIE PRIESTER UND DAS VOLK, DIE IM VORHOFE STANDEN, DEN DEUTLICH [AUSGESPROCHENEN] NAMEN AUS DEM MUNDE DES HOCHPRIESTERS HERVORKOMMEN HÖRTEN, KNIETEN SIE NIEDER, WARFEN SICH HIN UND FIELEN AUF IHR ANGESICHT, INDEM SIE SPRACHEN: GEPRIESEN SEI DER NAME SEINER KÖNIGLICHEN MAJESTÄT AUF IMMER UND EWIG. iiiSODANN ÜBERGAB ER IHN DEM, DER IHN FORTBRINGEN SOLLTE. JEDER IST ZUM FORTBRINGEN ZULÄSSIG, NUR HATTEN ES DIE PRIESTER ZUR REGEL GEMACHT, IHN DURCH KEINEN JISRAÉLITEN FORTBRINGEN ZU LASSEN.",
"R. JOSE ERZÄHLTE: EINST BRACHTE IHN ARSELA FORT, UND DIESER WAR JISRAÉLIT. MAN ERRICHTETE FÜR IHN EINEN STEG, WEGEN DER BABYLONIER, DIE IHM DAS HAAR ZERRTEN, INDEM SIE IHM ZURIEFEN: NIMM UND GEH, NIMM UND GEH.",
"GEMARA. Er sagte also nicht: die Söhne Ahrons, dein heiliges Volk; nach wessen Ansicht? R. Jirmeja erwiderte: Nicht nach R. Jehuda, denn R. Jehuda sagt ja, auch diese erlangen Sühne durch den fortzuschikkenden [Bock].",
"Abajje erwiderte: Du kannst auch sagen, nach R. Jehuda: sind etwa unter ‘dein Volk Jisraél’ die Priester nicht einbegriffen!?",
"SODANN ÜBERGAB ER IHN DEM, DER IHN FORTBRINGEN SOLLTE. Die Rabbanan lehrten:Mann, auch ein Gemeiner ist zulässig; bereitgehaltenen,"
],
[
"er muß vorbereitet sein; bereitgehaltenen, auch am Šabbath; bereitgehaltenen, auch in Unreinheit. –",
"«Mann, auch ein Gemeiner ist zulässig.» Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, auch hierbei heißt es ja ‘Sühne’, so lehrt er uns.",
"«Bereitgehaltenen, auch am Šabbath. » Was lehrtdies? R. Šešeth erwiderte : Ist er krank, so nehme er ihn auf die Schulter. –",
"Nach wessen Ansicht? Nicht nach R. Nathan, denn R. Nathan sagt ja, das Lebende trage sichselbst. – Du kannst auch sagen, nach R. Nathan, denn anders ist es bei einem Kranken.",
"Raphram sagte: Hieraus zu entnehmen, daß [das Gesetz vom] E͑rub und vom Hinaustragen nur für den Šabbath gilt und nicht für den Versöhnungstag. –",
"« Bereitgehaltenen, auch in Unreinheit.» Was lehrt dies? R. Šešeth erwiderte: Dies besagt, daß, wenn der Fortbringende unrein geworden ist, er unrein in den Tempelhof eintreten und ihn fortbringen dürfe.",
"Man fragte R. Elie͑zer : Darf er ihn, wenn er krank ist, auf die Schulter nehmen? Dieser erwiderte ihnen: Erkönnte mich und euch tragen. – Darf der Fortbringende, wenn er krank wird, ihn durch einen anderen schicken? Dieser erwiderte ihnen: Ich will gesund bleiben, ich und ihr. –",
"Darf er, wenn er ihn hinabgestoßen hat und er nicht tot ist, ihm nachsteigen und ihn töten? Dieser erwiderte ihnen :So zugrunde gehen mögen all deine Feinde, o Herr. Die Weisen sagen: Ist er krank, so darf er ihn durch einen anderen schicken; wenn er ihn hinabgestoßen hat und er nicht tot ist, so steige er ihm nach und töte ihn.",
"Man fragte R. Elie͑zer: Wie steht es mit jenemin der zukünftigen Welt? Dieser erwiderte ihnen: Habt ihr mich nichts weiter als über jenen zu fragen!?",
"Darf man das Schaf vor dem Löwen retten? Dieser erwiderte: Habt ihr mich nichts weiter als über das Schaf zu fragen!? – Darf man den Hirten vor dem Löwen retten? Dieser erwiderte: Habt ihr mich nichts weiter als über den Hirten zu fragen!? – Kann ein Hurenkind erben? – Kann er die Schwagerehe vollziehen? – Darf man seine Wohnung tünchen? – Darf man sein Grab tünchen?",
"Nicht etwa, weil er sie ausweichend abfertigen wollte, sondern weil er nie etwas sagte, was er nicht von seinem Lehrer gehört hätte.",
"Eine gelehrte Frau fragte R. Elie͑zer: Beim Ereignisse mit dem [goldenen] Kalbe waren ja alle gleich beteiligt, weshalb war nun ihre Todêsart keine gleichmäßige? Dieser erwiderte ihr: Weisheit dem Weibe nur bei der Spindel; so heißt es auch :alle kunstverständigen Frauen spannen eigenhändig.",
"Es wurde gelehrt: Rabh und Levi [streiten hierüber]; einer sagt, wer geopfert und geräuchert, wurde mit dem Schwerte, wer umarmt und geküßt, mit der Seuche, und der im Herzen sich gefreut, mit der Leibesanschwellung[bestraft],",
"und einer sagt, bei Zeugen und Warnung mit dem Schwerte, bei Zeugen ohne Warnung mit der Seuche und ohne Zeugen und Warnung mit Leibesanschwellung.",
"R. Jehuda sagte: Der Stamm Levi trieb keinen Götzendienst, denn es heißt :da trat Moše an das Tor des Lagers&c.",
"Rabina saß und trug diese Lehre vor, da wandten die Söhne des R. Papa b.Abba gegen ihn ein :Der von Vater und Mutter sprach : Ich sah sie nicht!? –",
"‘Vater’, der Vater seiner Mutter, ein Jisraélit: ‘Bruder’, der Bruder mütterlicherseits, ein Jisraélit; ‘Kinder’, die Kinder seiner Tochter, von einem Jisraéliten.",
"MAN ERRICHTETE FÜR IHN EINEN STEG &C. Rabba b.Bar Ḥana sagte: Es waren keine Babylonier, sondern Alexandriner, da aber [die Palästinenser] die Babylonier haßten, benannten sie jenenach ihnen. Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Es waren keine Babylonier, sondern Alexandriner. R. Jose sprach zu ihm: Mögest du Befriedigung finden, wie du mir Befriedigung verschafft hast.",
"NIMM UND GEH. Es wird gelehrt: [Sie riefen:] Warum zögert dieser Bock, wo doch zahlreich sind die Sünden der Generation.",
"iv,2VON DEN VORNEHMEN JERUSALEMS BEGLEITETEN IHN MANCHE BIS ZUR ERSTEN HÜTTE. ZEHN HÜTTEN WAREN VON JERUŠALEM BIS ZUM FELSEN"
],
[
", [EINE STRECKE VON] NEUNZIG RUS, SIEBENEINHALB [RUS] AUF EINMIL. AN JEDER HÜTTE SPRACHEN SIEZU IHM: DA IST SPEISE, DA IST Wasser. vMAN BEGLEITETE IHN VON HÜTTE ZU HÜTTE, AUSGENOMMEN DIE LETZTE, VON DER AUS SIE IHN NIGHT ZUM FELSEN BEGLEITETEN, VIELMEHR STANDEN SIE VON FERNE UND BEOBACHTETEN SEIN TUN.",
"WAS MACHTE ER DA? ER TEILTE DEN ROTGLÄNZENDENWOLLSTREIFEN, DIE EINE HÄLFTE BAND ER AN EINEN FELSEN UND DIE ANDERE HÄLFTE BAND ER [DEM BOCKE] ZWISCHEN DIE HüRNER, DANN STIESS ER IHN RÜCKWÄRTS HINUNTER UND ER STÜRZTE ROLLEND HINAB; UND EHE ER NOCH DIE HÄLFTE DES BERGES ERREICHTE, BESTAND ER AUS EINZELNEN GLIEDERN. HIERAUF KEHRTE ER UM UND VERBLIEB BIS ES DUNKELTE IN DER LETZTEN HÜTTE. WANN BEGINNT DIE UNREINHEIT SEINER KLEIDER? SOBALD ER DIE MAUER JERUŠALEMS VERLÄSST. R. ŠIMO͑N SAGT, MIT SEINEM HINABSTOSSEN IN DIE FELSSCHLUCHT.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Es waren zehn Hütten und zwölf Mil – so R. Meír; R. Jehuda sagt, neun Hütten und zehn Mil; R. Jose sagt, fünf Hütten und zehn Mil. Sie waren alle durch einen Érub [verbunden].",
"R.Jose sprach: Mein Sohn Eleazar bemerkte: Mit einem E͑rub genügen mir auf zehn Mil auch zweiHütten.",
"Die Lehre, daß die letzte [Wache] ihn bis zum Felsen nicht begleitete, sondern von ferne stand und sein Tun beobachtete, vertritt also die Ansicht R. Meírs.",
"AN JEDER HÜTTE SPRACHEN SIE ZU IHM: DA IST SPEISE, DA IST WASSER. Es wird gelehrt: Nie hat jemand davon Gebrauch gemacht, wer aber Brot im Korbe hat, ist nicht mit dem zu vergleichen, der kein Brot im Korbe hat.",
"WAS MACHTE ER DA? ER TEILTE DEN ROTGLÄNZENDEN WOLLSTREIFEN. Sollte er den ganzen an den Felsen binden!? – Er hat sich noch mit dem Bocke zu befassen, und wenn [der Streifen] schnell weiß wird, könnte er seine Gedanken abwenden. –",
"Sollte er den ganzen [dem Bocke] zwischen die Hörner binden!? – [Der Bock] könnte den Kopf bücken, und er würde es nicht bemerken.",
"Die Rabbanan lehrten: Anfangs pflegte man den rotglänzenden Wollstreif en draußen an der Tür der Vorhalle zu binden : wurde er weiß, so waren sie froh, wurde er nicht weiß, so waren sie traurig und beschämt; da ordnete man an, ihn an die Tür der Vorhalle von innen zu binden. Aber immer noch lugten sie und beobachteten: wurde er weiß, so waren sie froh, wurde er nicht weiß, so waren sie traurig; da ordnete man an, eine Hälfte an einen Felsen und eine Hälfte zwischen die Hörner [des Bockes] zu binden.",
"R. Naḥum b.Papa sagte im Namen des R. Elea͑zar ha-Qappar : Anfangs pflegte man den rotglänzenden Wollstreifen an die Tür von innen zu binden, und sobald der Bock die Wüste erreichte, wurde [der Streifen] weiß; da wußte man, daß mit ihm das Gebot ausgeübt worden sei, denn es heißt :sind eure Sünden auch scharlachrot, schneeweiß sollen sie werden.",
"EHE ER NOCH DIE HÄLFTE DES BERGES ERREICHTE. Sie fragten: Wie verhält es sich mit diesen Gliedern bezüglich der Nutznießung? – Rabh und Šemuél [streiten hierüber]; einer sagt, sie seien erlaubt, und einer sagt, sie seien verboten.",
"Einer sagt, sie seien erlaubt,"
],
[
"denn es heißt: Wüste; einer sagt, sie seien verboten, denn es heißt:abgetrenntes. –",
"Wofür verwendet derjenige, welcher sagt, sie seien verboten, das [Wort] Wüste!? – Er verwendet es für die folgende Lehre: Es heißt dreimalWüste, dies schließt Nob, Gibo͑n, Šilo und den stetigen Tempel ein. –",
"Wofür verwendet der andere [das Wort] abgetrenntes !? – Er verwendet es für die folgende Lehre: Abgetrenntes, abgetrennt heißt abgeschnitten. Eine andere Erklärung : [Abgetrenntes], was zertrennt wirdund herunterfällt.",
"Eine andere Erklärung: Abgetrenntes, du denkst vielleicht, dies sei etwas Sinnloses, so heißt es: ich bin der Herr, ich, der Herr, habe dies bestimmt, und dir steht es nicht zu, darüber nachzudenken.",
"Raba sagte: Die Ansicht desjenigen, welcher sagt, sie seien erlaubt, ist einleuchtender, denn die Tora hat ja nicht das Fortschicken zum Anstoßegeboten.",
"Die Rabbanan lehrten : A͑zazel, er muß hart und festsein. Man könnte glauben, in einer bewohnten Gegend, so heißt es: in der Wüste. Woher, daß es ein [steiler] Felsen sein muß? Es heißt: abgetrenntes. Ein Anderes lehrt: A͑zazel ist der härteste unter den Bergen, denn es heißt :die Starken des Landes hat er genommen.",
"In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelernt: A͑zazel, er sühnte die Sünden von U͑za und A͑zaél117.",
"Die Rabbanan lehrten:Nach meinen Rechten sollt ihr handeln, das sind diejenigen [Gesetze], die, wenn sie nicht geschrieben worden wären, geschrieben werden müßten und zwar : über Götzendienst, Unzucht, Blutvergießen, Raub und Lästerung des [göttlichen] Namens,",
"meine Satzungen sollt ihr beobachten, das sind diejenigen [Gesetze], gegen die der Satan und die weltlichen Völker Einwendungen erheben, und zwar: über das Essen von [Schweinefleisch], das Tragen von Mischgewebe, die Ḥaliza an der Schwägerin, die Reinigung des Aussätzigen und den fortzuschickenden Bock. Du denkst vielleicht, dies sei etwas Sinnloses, so heißt es:ich bin der Herr, ich, der Herr, habe es zur Satzung gemacht, und dir steht es nicht zu, darüber nachzudenken.",
"WANN BEGINNT DIE UNREINHEIT SEINER KLEIDER. Die Rabbanan lehrten: Der Fortzubringende verunreinigt seine Kleider, nicht aber der ihn Begleitende.",
"Man könnte glauben, [die Unreinheit beginne] sobald er die Mauer des Tempelhofes verläßt, so heißt es:der bringt. Aus [dem Worte] der bringt, könnte man entnehmen, erst wenn er den Felsen erreicht hat, so heißt es: undder bringt. Wie ist dies [zu erklären] ? Sobald er die Mauer Jerušalems verläßt – so R. Jehuda.",
"R. Jose sagte: [Neben] A͑zazel [heißt es] wasche, erst wenn er den Felsen erreicht hat. R.Šimo͑n sagte:Und der den Bock zu A͑zazel bringt, wasche seine Kleider, er stoße ihn mit einem Satze hinunter, und seine Kleider sind unrein.",
"viiSODANN GING ER ZUM FARREN UND ZUM BOCKE, DIE ZU VERBRENNEN WAREN; SCHLITZTE SIE AUF, NAHM DIE OPFERTEILE HERAUS, LEGTE SIE IN EINE SCHÜSSEL UND RÄUCHERTE SIE AUF DEM ALTAR AUF, \n",
"HIERAUF BEFESTIGTE MAN SIE AN TRAGEN UND BRACHTE SIE IN DEN VERBRENNUNGSRAUM. WANN BEGINNT DIE UNREINHEIT IHRER KLEIDER? SOBALD SIE DIE MAUER DES VORHOFES VERLASSEN. R. ŠIMO͑N SAGT, SOBALD DAS FEUER DEN GRÖSSTEN TEIL ERFASST HAT.",
"GEMARA. ‘Und räucherte sie auf’, wie kommstdu darauf!? – Sage vielmehr: um sie auf dem Altar auf zuräuchern.",
"BEFESTIGTE MAN SIE AN TRAGEN.R. Joḥanan erklärte: Eine Art Flechtwerk. Es wird gelehrt: Er zerteilte sie nicht, wie das Brandopfer, vielmehr ließ er die Haut am Fleische. – Woher dies? – Es wird gelehrt: Rabbi sagte: Hierbeiheißt es Haut, Fleisch und Mist, und dort"
],
[
"heißt es Haut, Fleisch und Mist, wie dort nur Zerlegen und nicht Enthäuten, ebenso auch hier nur Zerlegen und nicht Enthäuten.",
"Woher dies dort? – Es wird gelehrt:Sein Eingeweide und seinen Mist, und er bringe hinaus, dies lehrt, daß er ihn vollständig hinausbringe. Man könnte glauben, er verbrenne ihn auch vollständig, so heißt es hierbeiKopf und Unterschenkel und dortheißt es ebenfalls Kopf und Unterschenkel, wie dort das Zerlegen erforderlich ist, ebenso ist auch hierbei das Zerlegen erforderlich.",
"Man könnte demnach glauben, wie dort enthäutet, ebenso auch hierbei enthäutet, so heißt es: sein Eingeweide und seinen Mist. – Was beweist dies? R. Papa erwiderte : Wie der Mist sich im Eingeweide befindet, ebenso muß sich auch das Fleisch in der Haut befinden.",
"WANN BEGINNT DIE UNREINHEIT IHRER KLEIDER. Die Rabbanan lehrten:Soll man außerhalb des Lagers bringen und verbrennen,",
"dort sind es drei Lagerund hierbei nur einLager!? Die Worte außerhalb des Lagers besagen also, daß, sobald er aus dem ersten Lager hinauskommt, seine Kleider unrein sind. –",
"Woher dies dort? – Es wird gelehrt:Er soll den ganzen Farren hinausbringen, außerhalb der drei Lager.",
"Du sagst, außerhalb der drei Lager, vielleicht ist dem nicht so, sondern nur außerhalb des einen Lagers? Beim Farren der Gemeinde heißt es: außerhalb des Lagers, und da dies nicht nötig ist, denn es heißt bereits :er verbrenne ihn, wie er den ersten Farren verbrannt hat, so besagen die Worte außerhalb des Lagers, daß dafür noch ein zweites Lager hinzugefügt werde.",
"Ferner heißt es bei der Asche: außerhalb des Lagers, und da dies nicht nötig ist, denn es heißt bereits:auf dem Schuttplatze der Asche, so wird damit noch ein drittes Lager hinzugefügt. –",
"Wofür verwendet R. Šimo͑n[die Worte] außerhalb des Lagers!? – Er verwendet sie für die folgende Lehre: R. Elie͑zer sagt: Hierbei heißt es: außerhalb des Lagers, und. dortheißt es ebenfalls: außerhalb des Lagers, wie es hierbei außerhalb der drei Lager erfolgt, ebenso auch dort außerhalb der drei Lager, und wie dort in der Ostseitevon Jerušalem, ebenso auch hierbei in der Ostseite von Jerušalem. –",
"Wo wurden sie-nach den Rabbanan verbrannt? – Wie gelehrt wird: Wo wurden sie verbrannt?"
],
[
"Nördlich von Jerušalem, außerhalb der drei Lager. R. Jose sagt, sie wurden im Aschenraumeverbrannt.",
"Raba sagte: Der Autor, der gegen R.Jose streitet, ist R. Elie͑zer b.Ja͑qob, denn es wird gelehrt: Auf dem Schuttplatze der Asche soll er verbrannt werden, da muß Asche vorhanden sein. R. Elie͑zer b.J͑qob sagt, der Platz müsse abschüssig sein.",
"Abajje sprach zu ihm: Vielleicht streiten sie darüber, ob der Platz auch abschüssig sein müsse.",
"Die Rabbanan lehrten: Und der Verbrennende, nur die Kleider des Verbrennenden werden unrein, nicht aber die des Feueranzündenden, noch die des den: Scheiterhaufen Anrichtenden. Als Verbrennender gilt derjenige, der bei der Verbrennung behilflich ist.",
"Man könnte, glauben, sie verunreinigen die Kleider, auch nachdem sie in Asche verwandelt sind, so heißt essie, siemachen die Kleider unrein, nicht aber wenn sie Asche sind – so R. Jehuda. R. Šimo͑n erklärte: Der Farre macht die Kleider unrein, ist aber das Fleisch durchgebrannt, so macht er sie nicht mehr unrein. –",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen, wenn [das Fleisch] durchgesengt ist.",
"viiiMAN BERICHTETE DANN DEM HOCHPRIESTER, DASS DER BOCK IN DER WÜSTE ANGELANGT SEI. WOHER WUSSTE MAN, WANN DER BOCK IN DER WÜSTE ANGELANGT WAR? MAN HATTE POSTEN AUFGESTELLT, DIE IHRE SÜDARIEN SCHWENKTEN, UND SO WUSSTE MAN, WANN DER BOCK IN DER WÜSTE ANGELANGT WAR.",
"R. JEHUDA SAGTE: SIE HATTEN JA EIN VORTREFFLICHES ZEICHEN: VON JERUSALEM BIS BETH-HEDUDOSIND DREI MIL; WENN SIE EIN MIL GINGEN, EIN MIL ZURÜCKKEHRTEN UND DIE DAUER EINES MIL WARTETEN, WUSSTEN SIE, DASS DER BOCK IN DER WÜSTE ANGELANGT WAR. \n",
"R. JIŠMA͑éL SAGTE: SLE HATTEN EIN ANDERES ZEICHEN: AN DER TÜR DER VORHALLE WAR DER ROTGLÄNZENDE WOLLSTREIFEN BEFESTIGT, UND WENN DER BOCK IN DER WÜSTE ANGELANGT WAR, WURDE DER STREIFEN WEISS, DENN ES HEISST:sind eure Sünden auch scharlachrot, schneeweiß sollen sie werden.",
"GEMARA. Abajje sagte: Hieraus zu entnehmen, daß Beth-Ḥedudo sich in der Wüste befindet. Er lehrt uns damit, daß R. Jehuda der Ansicht sei, sobald der Bock in der Wüste angelangt ist, sei das Gebot vollzogen.",
"",
"iALSDANN GING DER HOCHPRIESTER AN DAS VORLESEN; WOLLTE ER, LAS ER IN DEN BYSSUSGEWÄNDERN VOR, WENN ABER NICHT, SO LAS ER IN SEINEM EIGENEN WEISSEN OBERGEWANDE VOR.",
"DER SYNAGOGENDIENER NAHM DIE TORAROLLE UND REICHTE SIE DEM SYNAGOGENVORSTEHER, DER SYNAGOGENVORSTEHER REICHTE SIE DEM PRIESTERPRÄSES, DER PRIESTERPRÄSES REICHTE SIE DEM HOCHPRIESTER, UND DER HOCHPRIESTER STAND AUF, NAHM SIE IN EMPFANG UND LAS VOR [DIE ABSCHNITTE] ‘NACH DEM TODE’ UND ‘ABER DER ZEHNTE’. DARAUF ROLLTE ER DIE TORAROLLE ZUSAMMEN, NAHM SIE AN SEINEN BUSEN UND SPRACH: MEHR ALS ICH VORGELESEN HABE, STEHT DARIN GESCHRIEBEN. [DEN ABSCHNITT] ‘AM ZEHNTEN’ IM BUCHE NUMERI LAS ER AUSWENDIG \n",
"UND SPRACH DARAUF ACHT SEGENSSPRÜCHE ÜBER DIE TORA, ÜBER DEN TEMPELDIENST, EINEN DANKSEGEN, ÜBER DIE SÜNDENVERGEBUNG, FÜR DEN TEMPEL BESONDERS, FÜR JISRAÉL BESONDERS, FÜR JERUŠALEM BESONDERS, FÜR DIE PRIESTER BESONDERS, UND ÜBER DAS ÜBRIGE GEBET.",
"WER DEN HOCHPRIESTER BEIM VORLESEN SAH, SAH NICHT DIE VERBRENNUNG DES FARREN UND DES BOCKES, UND WER DIE VERBRENNUNG DES FARREN UND DES BOCKES SAH, SAH NICHT DEN HOCHPRIESTER BEIM VORLESEN; ii NICHT ETWA, DASS DIES NICHT ERLAUBT WÄRE, VIELMEHR WAR DER WEG WEIT, UND BEIDES GESCHAH ZU GLEICHER ZEIT.",
"GEMARA. Wenn er lehrt, [er las] in seinem eigenen weißen Obergewande, so ist ja demnach das Vorlesen kein Tempeldienst,",
"somit ist, da er lehrt, daß er, wenn er will, in den Byssusgewändern vorlesen dürfe, hieraus zu entnehmen, daß die Nutznießung der priesterlichen Amtskleider erlaubt sei. – Vielleicht ist das Vorlesen anders, da es zum Tempeldienste erforderlich ist.",
"Es wurde nämlich gefragt, ob die Nutznießung der priesterlichen Amtskleider erlaubt sei oder nicht. –",
"Komm und höre: Sie schliefen nicht in den heiligen Kleidern. Nur schlafen durften sie nicht in diesen, wohl aber essen. – Vielleicht ist das Essen anders, da es zum Tempeldienste gehört. Es wird nämlich gelehrt: Sie sollen diese essen, womit Sühne bewirkt wurde; dies lehrt, daß die Priester essen und der Eigentümer Sühne erlange. –",
"Nur schlafen nicht, wohl aber durften sie in diesen umhergehen!? – Eigentlich dürfen sie in diesen auch nicht umhergehen,"
],
[
"nur ist dies wegen des Schlußsatzes nötig : sie dürfen sie ausziehen, zusammenschlagen und unter den Kopf legen.",
"«Sie dürfen sie ausziehen, zusammenschlagen und unter den Kopf legen.» Hieraus ist demnach zu entnehmen, die Nutznießung der priesterlichen Amtskleider sei erlaubt? R.Papa erwiderte: Sage nicht: unter den Kopf, sondern: neben den Kopf. R. Mešaršeja sagte: Hieraus zu entnehmen, daß man [beim Schlafen] die Tephillin neben sich [legen] darf.",
"Es leuchtet auch ein, daß nur neben ihren Kopf, denn [das Unterlegen] unter den Kopf sollte doch als Mischgewebe [verboten sein], denn darunter befindet sich auch der Gürtel. Angenommen ihre Nutznießung sei erlaubt,",
"aber man nutznießt ja Mischgewebe. Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, der Gürtel des Hochpriesters war egal mit dem des gemeinen Priesters an den übrigen Tagen des Jahres, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, der Gürtel des Hochpriesters war nicht egal mit dem des gemeinen Priesters!?",
"Wolltest du erwidern, beim Mischgewebe sei nur das Tragen und Anlegen verboten, das Unterlegen aber erlaubt, so wird ja gelehrt: Komme nicht auf deinen Leib, du darfst es dir aber unterlegen; jedoch sagten die Weisen, auch dies sei verboten, da eine Faser an seinem Leibe haften bleiben könnte.",
"Wolltest du erwidern, sie legten etwas dazwischen, so sagte ja R. Šimo͑n b.Pazi im Namen des R. Jehošua͑ b.Levi im Namen Rabbis im Namen der heiligen Gemeinde zu Jerušalem, auch wenn es zehn Polster übereinander sind und unten Mischgewebe sich befindet, sei es verboten, darauf zu schlafen. Vielmehr ist hieraus zu schließen, daß sie sie nur neben ihren Kopf [legen durften]. Schließe hieraus.",
"R. Aši erklärte: Tatsächlich unter ihren Kopf, wenn aber auf die Nutznießung von Mischgewebe [hingewiesen wird], so waren die priesterlichen Amtskleider hart. So sagte R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, die harten Filzdecken aus Nareš seien erlaubt. –",
"Komm und höre: Es ist verboten, in den priesterlichen Amtskleidern in die Provinz hinauszugehen; im Tempel aber sind sie sowohl während der Dienstzeit als auch außerhalb der Dienstzeit erlaubt, weil die Nutznießung der priesterlichen Amtskleider erlaubt ist. Schließe hieraus. –",
"Etwa nicht in der Provinz, es wird ja gelehrt: Der fünfundzwanzigste [Ṭebeth] ist der Tag des Gerizzimberges, an dem das Fasten verboten ist.",
"An diesem Tage erbaten die Samaritaner von Alexander dem Mazedonier die Zerstörung unseres Gotteshauses, und sie wurde ihnen gewährt. Da meldete man es Šimo͑n dem Gerechten. Was tat er? Er legte die priesterlichen Amtskleider an und hüllte sich in diese. Vornehme Jisraél schlossen sich ihm an, und mit Fackeln in den Händen wanderten sie die ganze Nacht, die einen auf der einen Seite und die anderen auf der anderen Seite, bis die Morgenröte anbrach.",
"Als die Morgenröte aufgegangen war, fragte [Alexander] : Wer sind diese? Jene erwiderten: Es sind die Juden, die sich gegen dich aufgelehnt haben. Als sie Antipatris erreichten, die Sonne hatte bereits geschienen, begegneten sie einander, und als er Šimo͑n den Gerechten sah, stieg er von seinem Wagen, und bückte sich vor ihm. Da sprachen sie zu ihm: Ein mächtiger König, wie du es bist, bückt sich vor diesem Juden! Dieser erwiderte: Es ist die Bildgestalt von diesem, die vor mir bei meinen Kriegszügen siegt.",
"Hierauf fragte er sie: Weshalb seid ihr gekommen? Sie erwiderten: Sollte es denn möglich sein, daß jene Nichtjuden dich verleiten konnten, das Haus zu zerstören, in dem man für dich betet und für dein Reich, daß es nicht zerstört werde!? Er fragte: Wer sind es? Sie erwiderten: Diese Samaritaner, die vor dir stehen. Da sprach er: Sie sind euch ausgeliefert.",
"Da durchlochten sie ihre Fersen, hängten sie an die Sehweife ihrer Pferde und schleiften sie über Dornen und Stacheln, bis sie den Berg Gerizzim erreichten. Als sie. den Berg Gerizzim erreichten, pflügten sie ihn und bebauten ihn mit Wicken, wie jene es mit dem Hause unseres Gottes machen wollten. Diesen Tag machten sie zum Feste. –",
"Wenn du willst, sage ich: die als priesterliche Amtskleider geeignetwaren, und wenn du willst, sage ich:wo es galt, für den Herrn zu handeln, haben sie dein Gesetz gebrochen.",
"DER SYNAGOGENDIENER NAHM DIE TORAROLLE. Hieraus wäre also zu entnehmen, daß man dem Schüler in Gegenwart des Lehrers Ehrung erweisen dürfe? Abajje erwiderte: Alles erfolgte zur Ehrung des Hochpriesters.",
"DER HOCHPRIESTER STAND AUF. Demnach saß er [bis dahin], während wir gelernt haben,"
],
[
"daß nur Königen aus dem Davidischen Hause das Sitzen im Tempelhöfe erlaubt war, denn es heißt :da kam der König David und setzte sich vor den Herrn!? – Wie R. Ḥisda erklärt hat, im Frauenvorhof, ebenso ist auch hierbei, im Frauenvorhof. –",
"Worauf bezieht sich die Erklärung R. Ḥisdas? – Auf folgende Lehre: Wo las man da vor? Im Vorhof; R. Elie͑zer b.Jâqob sagt, auf dem Tempelberge, denn es heißt :und er las daraus vor, angesichts des freien Platzes vor dem Königstore, und hierzu sagte R. Ḥisda: im Frauenvorhof.",
"Und E͑zra pries den Herrn, den großen Gott; was heißt groß? R. Joseph erwiderte im Namen Rabhs: Er huldigte seiner Größe beim deutlichenGottesnamen. R. Gidel sagte : [Er sprach:]Gepriesen sei der Herr, der Gott Jisraéls, von Ewigkeit bis zu Ewigkeit.",
"Abajje sprach zu R. Dimi: Vielleicht huldigte er seiner Größe beim deutlichen Gottesnamen? Dieser erwiderte: Man darf in der Provinz den deutlichen Gottesnamen nicht aussprechen. –",
"Etwa nicht, es heißt ja:und E͑zra, der Schiiftgelehrte, stand auf einem Holzgerüste, das sie für diesen Zweck errichtet hatten, und hierzu sagte R. Gidel, er habe seiner Größe beim deutlichen Gottesnamen gehuldigt!? – Da war es eine Entscheidung für diese Stunde.",
"Und sie schrien zum Herrn mit lauter Stimme. Was sprachen sie? Rabbi, nach anderen R. Joḥanan, sagte: Wehe, wehe, erist es, der das Heiligtum zerstört, den Tempel verbrannt, alle Frommen getötet und Jisraél aus seinem Lande verbannt hat, und noch immer springt er unter uns umher; du hast ihn uns ja wohl deshalb zugeteilt, damit wir durch ihn Belohnungerhalten, aber wir wollen weder ihn noch die Belohnung!",
"Da fiel ihnen ein Zettel vom Himmel herunter, auf dem geschrieben stand: Wahrheit.",
"R. Hanina sagte: Hieraus zu entnehmen, daß ‘Wahrheit’ das Siegel des Heiligen, gepriesen sei er, ist.",
"Hierauf verweilten sie drei Tage und drei Nächte im Fasten, und er wurde ihnen ausgeliefert. Er kam aus dem Allerheiligsten wie ein junger Löwe aus Feuer heraus, und der Prophet sprach zu ihnen: Das ist der Genius des Götzendienstes. So heißt es:und er sprach: Das ist die Bosheit.",
"Als sie ihn ergriffen, löste sich ein Fäserchen von seinem Haare, da stieß er einen Schrei aus, und seine Stimme reichte vierhundert Parasangen. Darauf sprachen sie: Was machen wir nun, vielleicht erbarmt man sich, behüte und bewahre, seiner im Himmel!? Da sprach der Prophet zu ihnen: Sperrt ihn in einen bleiernen Kessel und verschließt die Öffnung mit Blei, denn das Blei saugt die Stimme auf. So heißt es:und er sprach: Das ist die Bosheit; und er warf sie in das Epha hinein und legte die Bleiplatte auf seine Öffnung.",
"Alsdann sprachen sie: Da es nun eine Stunde der Willfährigkeit ist, so wollen wir auch um den Genius der Sünde bitten. Hierauf flehten sie um Erbarmen, und er wurde ihnen ausgeliefert.",
"Dia sprach er zu ihnen: Schauet, wenn ihr diesen tötet, geht die Welt unter. Nachdem er drei Tage eingesperrt war, suchten sie im ganzen Jisraéllande ein am selben Tage gelegtes Ei, fanden aber keines. Da sprachen sie: Was machen wir nun: töten wir ihn, so geht die Welt unter, bitten wir aber um die Hälfte, so wird ja im Himmel nichts halbes gewährt. Da blendeten sie ihm die Au°:en und ließen ihn frei. Dies hatte den Erfolg, daß er den Menschen nicht mehr zur Blutschande reizt.",
"Im Westen lehrten sie es wie folgt : R. Gidel sagte : Er huldigte seiner Größe mit dem deutlichen Gottesnamen. R. Mathna sagte: [Er sprach:] Der große, mächtige und furchtbare Gott.",
"Die [Erklärung] R. Mathnas neigt zu dem, was R. Jehošua͑ b.Levi gesagt hat, denn R. Jehošua͑ b.Levi sagte: Sieheißen deshalb ‘Männer der Großsynode’, weil sie die Krone auf ihren früheren Stand brachten, Mose sagte nämlich:der große, mächtige und furchtbare Gott. Später kam Jirmeja und sprach: Die Nichtjuden trümmern im Tempel; wo sind denn seine Furchtbarkeiten!? Er sagte dahernicht ‘der furchtbare’. Hierauf kam Daniél und sprach: Die Nichtjuden knechten seine Kinder; wo ist seine Macht!? Er sagte daher nicht: ‘der mächtige’.",
"Alsdann kamen jene und sprachen: Im Gegenteil, dies ist seine Macht, daß er sich seiner Erregung bemächtigt und langmütig ist gegen die Frevler; das sind seine Furchtbarkeiten, denn wieso könnte sonst ohne die Furchtbarkeit des Heiligen, gepriesen sei er, eine Nation unter all den weltlichen Völkern bestehen. –",
"Wieso taten dies jene Weisen und schafften eine Anordnung ab, die Moše angeordnet hat!? R. Elea͑zar erwiderte: Da sie vom Heiligen, gepriesen sei er, wußten, daß er wahrhaftig ist, so wollten sie ihm gegenüber nichts Unwahres sagen.",
"UND LAS VOR [DIE ABSCHNITTE] ‘NACH DEM TODE’ UND ‘ABER DER ZEHNTE’. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Man darf in einem Propheten[Abschnitte] überspringen, nicht aber darf man in der Tora überspringen!? –",
"Das ist kein Widerspruch; das eine, daß der Dolmetsch unterbrechen muß. das andere, daß der Dolmetsch nicht zu unterbrechenbraucht. –",
"Hierzu wird ja aber gelehrt, man dürfe in einem Propheten überspringen, nicht aber dürfe man in der Tora überspringen, jedoch dürfe man nur soviel überspringen, daß der Dolmetsch nicht zu unterbrechen braucht. Demnach in der Tora überhaupt nicht!?",
"Abajje erwiderte: Das ist kein Widerspruch; das eine gilt von einem Thema, das andere gilt von zwei Themen.",
"Es wird auch gelehrt: Man darf in der Tora bei einem Thema überspringen, in einem Propheten auch bei zwei Themen; in diesem und jenem jedoch nur solange, als der Dolmetsch nicht zu unterbrechen braucht. Man darf ferner nicht von einem Propheten zu einem anderen überspringen; bei den zwölf [kleinen] Propheten ist dies erlaubt,"
],
[
"jedoch darf man nicht vom Ende eines Buches zum Anfang springen.",
"DARAUF ROLLTE ER DIE TORAROLLE ZUSAMMEN &C. Wozu diesalles!? – Um die Torarolle nicht in Verdacht zu bringen.",
"[DEN ABSCHNITT] ‘AM ZEHNTEN’ IM BUCHE NUMERI LAS ER AUSWENDIG. Weshalb denn, man kann sie [wiederum] aufrollen und vorlesen!? R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erwiderte im Namen R. Šešeths: Aus Achtung vor der Gemeinde rolle man die Tora nicht in ihrer Gegenwart. –",
"Man kann ja eine andere holen und aus dieser vorlesen!? R. Hona b.Jehuda erwiderte: Wegen der Bemakelungder ersten. Res Laqiš er widerte: Wegen des unnötigen Segensspruches. –",
"Berücksichtigen wir denn die Bemakelung, R. Jiçhaq der Schmied sagte ja, daß, wenn der Neumond des Ṭebeth auf einen Šabbath fällt, man drei Torarollen hole und aus einer den laufenden Wochenabschnitt, aus einer [den Ab schnitt] vom Neumond und aus einer [den Abschnitt] vom Hanukafeste vorlese!? –",
"Wenn drei Personen aus drei Torarollen [lesen], so ist dies keine Bemakelung, wenn aber eine Person aus zwei Torarollen [liest], so ist dies eine Bemakelung.",
"UND SPRACH DARAUF ACHT SEGENSSPRÜCHE. Die Rabbanan lehrten: Über die Tora, wie man es im Bethause spricht, über den Tempeldienst, einen Danksegen, über die Sündenvergebung, wie gewöhnlich, für den Tempel besonders, für die Priester besonders, für Jisraél besonders, und über das übrige Gebet.",
"Die Rabbanan lehrten: Das übrige Gebet: Preisgesang, Flehen und Verlangen für das Volk Jisraél, das der Hilfe benötigt. Er schließt dann [mit dem Segen] ‘Der das Gebet erhört’. Darauf holte jeder eine Torarolle aus seinem Hause und las darin, um ihr Schaugepränge öffentlich zu zeigen.",
"WER DEN HOCHPRIESTER SAH &C. NICHT ETWA, DASS DIES NICHT ERLAUBT WÄRE. Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, hier sei die Lehre des Reš Laqiš zu berücksichtigen, der nämlich sagte, man dürfe an gottgefälligen Handlungen nicht vorübergehen,",
"und die gottgefällige Handlung bestehe darin:in der Menge des Volkes des Königs Herrlichkeit, so lehrt er uns.",
"iiiHATTE ER IN BYSSUSGEWÄNDERN GELESEN, SO WUSCH ER HÄNDE UND FÜSSE, ZOG SICH AUS, STIEG HINAB UND TAUCHTE UNTER, STIEG HERAUF UND TROCKNETE SICH AB, UND MAN BRACHTE IHM DIE GOLDENEN GEWÄNDER; ER LEGTE SIE AN UND WUSCH HÄNDE UND FÜSSE, \n",
"DANN GING ER HINAUS UND RICHTETE SEINEN WIDDER, DEN DES VOLKES UND DIE SIEBEN FEHLERFREIEN EINJÄHRIGEN LÄMMER HER – SO R. ELIE͑ZER. R. A͑QIBA SAGT, DIESE WURDEN MIT DEM BESTÄNDIGEN MORGENOPFER DARGEBRACHT, UND DER BRANDOPFER-FARRE UND DER AUSSERHALB HERZURICHTENDE BOCK WURDEN MIT DEM BESTÄNDIGEN ABENDOPFER HERGERICHTET.",
"HIERAUF WUSCH ER ivHÄNDE UND FÜSSE, ZOG SICH AUS, STIEG HINAB UND TAUCHTE UNTER, STIEG HERAUF UND TROCKNETE SICH AB, \n",
"UND MAN HOLTE IHM DIE WEISSEN GEWÄNDER; ER LEGTE SIE AN, WUSCH HÄNDE UND FÜSSE UND GING HINEIN, UM SCHALE UND SCHIPPE ZU HOLEN. HIERAUF WUSCH ER HÄNDE UND FÜSSE, ZOG SICH AUS, STIEG HINAB UND TAUCHTE UNTER, STIEG HERAUF UND TROCKNETE SICH AB, \n",
"UND MAN HOLTE IHM DIE GOLDENEN GEWÄNDER; ER LEGTE SIE AN, WUSCH HÄNDE UND FÜSSE UND GING HINEIN, UM DAS RÄUCHERWERK DES ABENDS ZU RÄUCHERN UND DIE LAMPEN ZU PUTZEN. HIERAUF WUSCH ER HÄNDE UND FÜSSE, ZOG SICH AUS, STIEG HINAB UND TAUCHTE UNTER, STIEG HERAUF UND TROCKNETE SICH AB;",
"ALSDANN HOLTE MAN IHM SEINE EIGENEN, DIE ER ANLEGTE, UND MAN BEGLEITETE IHN NACH HAUSE. NACHDEM ER IN FRIEDEN AUS DEM TEMPEL HEIMGEKEHRT WAR, VERANSTALTETE ER EIN FEST FÜR SEINE FREUNDE.",
"GEMARA. Sie fragten: Meint er es wie folgt: diese wurden mit dem beständigen Morgenopfer dargebracht, der Brandopfer-Farre und der außerhalb herzurichtende Bock aber mit dem beständigen Abendopfer,",
"oder aber wie folgt: sie wurden mit dem beständigen Morgenopfer dargebracht, und mit diesem auchder Brandopfer-Farre, der außerhalb herzurichtende Bock aber mit dem beständigen Abendopfer?",
"Und wann wird ferner nach R. Elie͑zer der Brandopfer-Farre, von dem er nicht spricht, hergerichtet?",
"Und wann werden ferner sowohl nach R. Elie͑zer als auch nach R. A͑qiba die Opferteiledes Sündopfers aufgeräuchert?",
"Raba erwiderte: Du findest keinen anderen Ausweg, als entweder nach einer Lehre R. Elie͑zers, die in der Schule Šemuéls gelehrt wurde, oder nach einer Lehre R. A͑qibas in der Tosephtazu entscheiden.",
"In der Schule Šemuéls wurde nämlich im Namen R. Elie͑zers gelehrt : Er ging hinaus und richtete seinen Widder, den Widder des Volkes und die Opferteile des Sündopfers her, der Brandopfer-Farre aber, die sieben Lämmer und der außerhalb herzurichtende Bock wurden mit dem beständigen Abendopfer dargebracht. –",
"Was ist es für eine Lehre R. A͑qibas in der Tosephta? – Es wird gelehrt : R. A͑qiba sagte : Der Brandopfer-Farre und die sieben Lämmer wurden mit dem täglichen Morgenopfer dargebracht, denn es heißt :außer dem Morgen-Brandopfer, das als beständiges Brandopfer dargebracht wird, worauf der Tagesdienst folgte,"
],
[
"dann der außerhalb herzurichtende Bock, denn es heißt: deinen Ziegenbock als Sündopfer, außer dem Sündopfer der Entsündigung; dann sein Widder und der Widder des Volkes, dann die Opferglieder des Sündopfers, und darauf das beständige Abendopfer. –",
"Was ist der Grund R. Elie͑zers? – Er verfuhr in der Reihenfolge, wie sie geschrieben sind: zuerst richtete er das her, was im Buche Leviticus beschrieben wird, nachher das, was im Buche Numeri beschrieben wird. –",
"Und der des R. A͑qiba!? – Wie er selber den Grund lehrt : [es heißt :] außer dem Morgen-Brandopfer, das als beständiges Brandopfer dargebracht wird, demnach werden die Zusatzopfer zusammen mit dem beständigen Morgenopfer dargebracht.",
"Wofür verwendet R. Elie͑zer [den Vers]: außer dem Sündopfer der Entsündigung!? – Diesen verwendet er dafür: wie dieser sühnt, sühnt jener.",
"R. Jehuda sagte in dessenNamen, eineswurde mit dem beständigen Morgenopfer und sechs mit dem beständigen Abendopfer dargebracht; R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagte in dessen Namen, sechs wurden mit dem beständigen Morgenopfer und eines mit dem beständigen Abendopfer dargebracht. –",
"Was ist der Grund dieser Rabbanan? – Es sind zwei Schriftverse vorhanden. Es heißt: außer dem Brandopfer des Morgens, und es heißt:er gehe hinaus und richte sein Brandopfer her; er richtete daher einen Teil mit dem einenund einen Teil mit dem anderen her. –",
"Worin besteht ihr Streit!? – R. Jehuda ist der Ansicht, nachdem er eines hergerichtet hat, wie es heißt: außer dem Brandopfer des Morgens, verrichtete er den Dienst des Tages, weil der Hochpriester von einer Schwäche befallen werdenkönnte.",
"R. Elea͑zar b.R. Šimo͑n ist der Ansicht, da er bereits begonnen hat, richte er sechs her, weil er es aus Fahrlässigkeit unterlassen könnte, während er beim Dienste des Tages achtsam ist. –",
"Alle stimmen also überein, daß es nur ein Widderist, also (nach wem?) nach Rabbi, denn es wird gelehrt: Rabbi sagt, es sei ein und derselbe Widder, von dem hierund von dem in Buche Numerigesprochen wird; R. Elea͑zar b.R. Šimo͑n sagt, es seien zwei verschiedene Widder, von einem wird hier und von einem wird im Buche Numeri gesprochen. –",
"Was ist der Grund Rabbis? – Es heißt : einen. – Und R. Elea͑zar b.R. Šimo͑n!? – Einen heißt der einzige der Herde. –",
"Und Rabbi!? – Dies geht hervor aus:das beste eurer Gelübdeopfer, – Und R. Elea͑zar b.R. Šimo͑n!? – Eines spricht von Pflichtopfern und eines von den freiwilligen Opfern. Und beides ist nötig.",
"WUSCH HÄNDE UND FÜSSE. Die Rabbanan lehrten:Ahron soll in das Offenbarungszelt hineingehen; wozu geht er hinein? Um Schale und Schippe zu holen."
],
[
"Der ganze Abschnitt gibt die richtige Reihenfolge an, ausgenommen ist dieser Schriftvers. –",
"Aus welchem Grunde? R. Ḥisda erwiderte: Es ist überliefert, daß der Hochpriester an diesem Tage fünf Tauchbäder nahm und zehn Waschungen [von Händen und Füßen] machte,",
"und wenn er sich an diese Reihenfolge gehalten hätte, wären es nur drei Tauchbäderund sechs Waschungen.",
"R. Zera wandte ein: Vielleicht teilte er siedurch den außerhalb herzurichtenden Bock!?",
"Abajje erwiderte: Die Schrift sagt:er gehe hinaus und richte sein Brandopfer her, beim ersten Hinausgehen richte er seinen Widder und den Widder des Volkes her.",
"Raba erklärte: Die Schrift sagt:und die linnenen Kleider ausziehen; es braucht ja nicht zu heißen: die er anhatte, denn man zieht ja nur das aus, was man anhat, und wenn es dennoch heißt: die er anhatte, [so heißt dies:] die er bereits vorheran-hatte.",
"Rabba b.R. Šila wandte ein : Vielleicht teile er sie durch den außerhalb herzurichtenden Bock!? – Es heißt: er gehe hinaus und richte her. –",
"Ist denn der ganze Abschnitt in der Reihenfolge niedergeschrieben, es heißt ja zuerst:das Fett des Sündopfers räuchere er auf dem Altar, und nachher :und den Sündopfer-Farren und den Sündopfer-Bock, während wir gelernt haben, daß, wer den Hochpriester beim Vorlesen sah, nicht die Verbrennung des Farren und des Widders sah, während die Opferteile des Sündopfers nachher dargebracht wurden!? –",
"Lies von diesem Verse ab. –",
"Was veranlaßt dich, die [Reihenfolge der] Schriftverse als falsch zu erklären, erkläre die der angezogenen Lehre als falsch!?",
"Abajje erwiderte: Die Schrift sagt:der fortbringt und der verbrennt, wie das Fortbringen vorher erfolgt, ebenso das Verbrennen vorher. –",
"Im Gegenteil, wie das Verbrennen nachher erfolgt, ebenso auch das Fortbringen nachher!? – \n",
"Undder fortbringt, also vorher. Raba erklärte: Die Schrift sagt: soll lebend stehen bleiben; wie lange muß er lebend stehen bleiben? Bis zur Entsündigung, und die Entsündigung erfolgt beim Blutsprengen, nicht später.",
"Wenn der Fortbringende bei seiner Rückkehr den Hochpriester auf der Straße traf, sprach er zu ihm: Herr Hochpriester, wir haben deinen Auftrag vollbracht. Traf er ihn zuhause, so sprach er zu ihm: Der den Lebenden Leben gibt, wir haben seinen Auftrag vollbracht.",
"Rabba erzählte: Wenn die Rabbanan in Pumbeditha sich von einander verabschiedeten, sprachen sie wie folgt: Der den Lebenden Leben gibt, gebe dir ein langes, gutes und verdienstreiches Leben.",
"Ich werde vor dem Herrn wandeln in den Landen des Lebens. R. Jehuda erklärte: Das ist ein Platz, wo Verkehrsstraßenvorhanden sind.",
"Denn Lebensdauer und Jahre des Lebens und Wohlfahrt werden sie dir mehren. Gibt es denn Jahre, die des Lebens sind, und Jahre, die nicht des Lebens sind!? R. Elea͑zar erwiderte: Das sind die Jahre des Menschen, die sich ihm vom Schlechten zum Guten verwandelt haben.",
"Euch, Männer, rufe ich zu. R. Berekhja erklärte: Das sind die Schriftgelehrten, die [körperlich] den Frauengleichen, [geistig] aber Kraft besitzen, wie Männer. Ferner sagte R.Berekhja: Wer Wein auf den Altar gießen will, fülle den Hals der Schriftgelehrten mit Wein, denn es heißt: Euch, Männer, rufe ich zu.",
"Ferner sagte R. Berekhja: Sieht jemand, daß die Tora bei seinen Kindern aussetzt, so nehme er [für sie] Töchter von Schriftgelehrten, denn es heißt: wenn seine Wurzel in der Erde altert und sein Stumpf im Staube abstirbt, \n"
],
[
"vom Dufte des Wassers schlägt er wieder aus und treibt Zweige wie ein frisch gepflanztes Reis.",
"VERANSTALTETE ER EIN FEST FÜR SEINE FREUNDE. Die Rabbanan lehrten: Einst kam der Hochpriester aus dem Tempel heraus und das ganze Volk folgte ihm; als es aber Šema͑ja und Ptollion bemerkte, verließ es ihn und folgte Šema͑ja und Ptollion.",
"Als später Šema͑ja und Ptollion den Hochpriester besuchten, um sich von ihm zu verabschieden, sprach er zu ihnen: Mögen die Nachkommen der Heidenin Frieden kommen! Da erwiderten sie ihm: Mögen Nachkommen der Heiden, die nach den Taten Ahrons handeln, in Frieden kommen, nicht aber komme ein Sohn Ahrons, der nicht nach den Taten Ahrons handelt, in Frieden.",
"vDER HOCHPRIESTER VERRICHTET DEN DIENST IN ACHT GEWÄNDERN, DER GEMEINE [PRIESTER] IN VIER: LEIBROCK, BEINKLEID, KOPFTUCH UND GÜRTEL; BEIM HOCHPRIESTER KOMMT NOCH HINZU: BRUSTSCHILD, SCHULTERKLEID, OBERKLEID UND STIRNBLATT. IN DIESEN BEFRAGE MAN DAS ORAKEL; MAN BEFRAGE ES JEDOCH NUR FÜR EINEN KÖNIG, EINEN GERICHTSPRÄSIDENTEN ODER SONST EINEN, DESSEN DIE GEMEINDE BEDARF.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Dinge, bei denen es Byssus heißt, waren aus sechsfach gedrehtem Faden, [bei denen es] gezwirnt [heißt], aus achtfach gedrehtem, das Oberkleid aus zwölf f ach gedrehtem, der Vorhang aus vierundzwanzigfach gedrehtem, Brustschild und Schulterkleid aus achtundzwanzigfach gedrehtem. –",
"Woher, daß die Faden sechsfach gedreht waren? – Die Schrift sagt :sodann fertigten sie die Leibröcke aus Byssus, das Kopftuch aus Byssus und die turbanartigen Mützen aus Byssus und die linnenen Beinkleider aus gezwirntem Byssus, Eswird fünfmal wiederholt; einmal ist es an und für sich nötig, daß sie aus Flachs sein müssen, einmal, daß die Fäden sechsfach gedrehtsein müssen, einmal, daß sie gezwirnt sein müssen, einmal, daß es auch von anderen Gewändern gilt, bei denen [das Wort] Byssus nicht genannt wird, und einmal, daß dies unerläßlich ist. –",
"Wieso ist es erwiesen, daß šeš [Byssus] Flachs ist? R. Jose b.R. Ḥanina erwiderte: Die Schrift sagt: Linnen; was aus dem Boden einzelnhervorkommt. – Vielleicht Wolle!? – Wollfasern spalten sich. – Auch Flachsfasern spalten sich ja!? – Flachsfasern spalten sich nur durch das Klopfen.",
"Rabina entnimmt dies aus folgendem :linnene Kopfbunde sollen auf ihrem Haupte und linnene Beinkleider sollen an ihren Schenkeln sein.",
"R. Aši sprach zu ihm: Woher wußten sie es, bevor Jeḥezqelkam!? – Wie willst du nach deiner Auffassung das erklären, was R. Ḥisda gesagt hat, daß wir nämlich diesnicht aus der Tora Mošes wissen, sondern aus den Worten Jeḥezqels, des Sohnes Buzis:kein Fremdling, der unbeschnittenen Herzens und unbeschnittenen Fleisches ist, soll in mein Heiligtum eintreten; wer sagte es vor Jeḥezqel!? Du mußt also sagen, es war eine überlieferte Lehre, und Jeḥezqel kam und brachte es zu Schrift, ebenso war auch dies eine überlieferte Lehre, und Jeḥezqel kam und brachte es zu Schrift.",
"Woher, daß gezwirnt achtfach gedreht sei? – Es heißt: sodann brachten sie am Saume des Obergewandes Granatäpfel an von blauem und rotem Purpur und Karmesin, gezwirnt, und man folgere durch [das Wort] gezwirnt, das auch beim Vorhang gebraucht wird: wie bei diesem vierundzwanzigfach, ebenso auch bei jenen vierundzwanzigfach, jede [Art] achtfach. –",
"Sollte man doch vom Brustschild und Schulterkleid folgern: wie bei diesen achtundzwanzigfach, ebenso auch bei jenen achtundzwanzigfach!? – Man folgere hinsichtlich einer Sache, bei der Gold nicht genannt wird, von einer Sache, bei der ebenfalls Gold nicht genannt wird, ausgenommen sind Brustschild und Schulterkleid, bei denen Gold genannt wird. –",
"Im Gegenteil, man folgere hinsichtlich eines Gewandes von einem Gewande, nicht aber vom Vorhang, der ein Zelt ist!? – Vielmehr, man folgere es vom Gürtel; man folgere also hinsichtlich eines Gewandes, bei dem Gold nicht genannt wird, von einem Gewande, bei dem ebenfalls Gold nicht genannt wird, man folgere aber nicht hinsichtlich eines Gewandes, bei dem Gold nicht genannt wird, von einem Gewände, bei dem Gold genannt wird.",
"R.Mari erwiderte: Es heißt: sollst du ihn machen, ihn und nichtsanderes.",
"R. Aši erwiderte: Es heißt:du sollst machen, das Machen muß bei allen gleich sein. Wie wäre diesdenn möglich: macht man die drei Arten zehnfach, so sind es ja dreißig, und macht man zwei neunfach und eine zehnfach, so sagt ja die Schrift: sollst du machen, das Machen müsse bei allen gleich sein!?",
"Woher, daß beim Oberkleid zwölffach gedreht? – Es heißt:dasOberkleid zum Schulterkleide sollst du \n"
],
[
"ganz aus blauem Purpur anfertigen, und man folgere durch [das Wort] blauen Purpur, das auch beim Vorhang gebraucht wird: wie bei diesem sechsfach, ebenso auch bei jenem sechsfach. –",
"Sollte man doch vom Saume und den Granatäpfelnfolgern: wie bei diesen achtfach, ebenso auch bei jenem achtfach!? – Man folgere hinsichtlich eines Kleidungsstückes von einem Kleidungsstücke, nicht aber hinsichtlich eines Kleidungsstückes von einem Zierstücke. –",
"Im Gegenteil, man folgere hinsichtlich einer Sache von dieserselbst, nicht aber von einer anderen Sache!? – Deshalb sagten wir ja, einmal deute esdarauf, daß es auch von anderen Gewändern gelte, bei denen [das Wort] Byssus nicht genannt wird.",
"Der Vorhang vierundzwanzigfach. Vier [Fäden] sechsfach gedreht. Hierbei ist nichts zu erörtern.",
"Woher, daß Brustschild und Schulterkleid achtundzwanzigfach? – Es heißt:du sollst ein Orakel-Brustschild fertigen, in Kunstwirkerarbeit; so wie das Schulterkleid gearbeitet ist, sollst du es fertigen; aus Gold, blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus; vier Arten je sechsfach sind vierundzwanzig, dazu das Gold vierfach, zusammen achtundzwanzig. –",
"Vielleicht auch das Gold sechsfach!? R. Aḥa b.Ja͑qob erwiderte: Die Schrift sagt:und Fäden zerschneiden, das sindvier.",
"R. Asi erklärte: Die Schrift sagt:um diese in den blauen Purpur und in den roten Purpur einzuarbeiten; wie sollte man es nun machen: wenn viermalzweifach, so wären es ja acht, und wenn zweimal zweifach und zweimal einfach, so besagt ja [das Wort] machen, daß das Machen bei allen gleich sein müsse.",
"Reḥaba sagte im Namen R. Jehudas: Wer ein priesterliches Amtskleid einreißt, erhält Geißelhiebe, denn es heißt:es soll nicht eingerissen werden. R. Aḥa b.Ja͑qob wandte ein: Vielleicht meint es der Allbarmherzige wie folgt: man mache einen Saum, damit es nicht einreiße!? – Heißt es denn : damit es nicht einreiße ! ?",
"R. Elea͑zar sagte : Wer das Brustschild vom Schulterkleid loslöst oder die Stangen von der Bundeslade entfernt, erhält Geißelhiebe, denn es heißt:es soll nicht losgelöst werden, und:sie sollen nicht entfernt werden. R. Aḥa b.Ja͑qob wandte ein : Vielleicht meint es der Allbarmherzige wie folgt: man befestige sie gut, damit sie sich nicht loslösen, beziehungsweise nicht entfernt werden!? – Heißt es denn: damit es sich nicht loslöse, und : damit sie nicht entfernt werden!?",
"R.Jose b. R. Ḥanina wies auf einen Widerspruch hin: es heißt :in den Ringen der Lade sollen die Stangen bleiben, dagegen heißt es:die Stangen sollen in die Ringe gebracht werden; wie ist dies zu erklären? Sie waren lose, jedoch glitten sie nichtheraus.",
"Desgleichen wird gelehrt: In den Ringen der Lade sollen die Stangen bleiben; man könnte glauben, sie dürfen nicht [von der Stelle] beweglich sein, 30 heißt es: die Stangen sollen in die Ringe gebracht werden. Aus [den Worten] die Stangen sollen [in die Ringe] gebracht werden, könnte man entnehmen, sie müssen zum Hineinschieben und Herausnehmen sein, so heißt es: in den Ringen der Lade sollen die Stangen bleiben. Wie ist dies zu erklären? Sie waren lose, jedoch glitten sie nicht heraus.",
"R. Ḥama b.R. Ḥanina sagte: Es heißt:von Akazienholz, aufrechtstehend, die wie bei ihrem Wachsenstehen. Eine andere Erklärung: Aufrechtstehend, an denen der [Gold]überzug stehenbleibt. Eine andere Erklärung: Aufrechtstehend; man könnte glauben, ihre Hoffnung sei verloren und ihre Aussicht dahin, so heißt es: aufrechtstehend, die in alle Ewigkeit stehen bleiben.",
"R. Ḥamab. R. Ḥanina sagte: Es heißt:die gewirkten Kleider [serad] für den Dienst im Heiligtume;"
],
[
"wenn nicht die Priestergewänder, so würde von den FeindenJisraéls kein Zurückgebliebener [sarid] und kein Entronnener geblieben sein.",
"R. Šemuél b.Naḥmani sagte: In der Schule R. Šimo͑ns wurde gelehrt : Kleider, die man schon am Geräte in ihrer richtigen Formwebt und nur etwas zurückläßt [sarad]. – Was ist dies? Reš Laqiš erwiderte: Nadelarbeit.",
"Man wandte ein: Die Priestergewänder dürfen keine Nadelarbeit sein, sondern Webearbeit, denn es heißt:webeartig!? Abajje erwiderte: Dies bezieht sich auf die Ärmel, wie gelehrt wird: Die Ärmel der Priestergewänder wurden besonders gewebt und an das Kleidungsstück angeheftet; sie reichten bis zum Handgelenke.",
"Reḥaba sagte im Namen R. Jehudas: Bezalél fertigte drei Laden; die mittelste aus Holz, neun [Handbreiten hoch], die innere aus Gold, acht [Handbreiten hoch], und die äußere [aus Gold] etwas über zehn [Handbreitenhoch]. –",
"Es wird ja aber gelehrt: etwas über elf!? – Das ist kein Einwand; eines nach demjenigen, welcher sagt, die Dicke hatte eine Handbreite, und eines nach demjenigen, welcher sagt, die Dicke hatte keine Handbreite. – Wofür dienteder Überschuß? – Für die Kranzleiste.",
"R. Johanan sagte: Es waren drei Kranzleisten: am Altar, an der Bundeslade und am Tische. Die des Altars war Ahron beschieden und er erhielt sie; die des Tisches war David beschieden und er erhielt sie; und die der Bundeslade liegt noch frei, und wer sie nehmen will, komme und nehmesie. Vielleicht glaubst du, diese sei geringer, so heißt es:durch mich üben Könige Königsmacht.",
"R.Joḥanan wies auf einen Widerspruch hin: Die Schreibweise ist zarund wir lesen zer [Kranz]!? Ist er verdienstvoll, so dient ihm [die Tora] als Kranz [zer], ist er nicht verdienstvoll, so ist sie ihm fremd [zarah].",
"R. Joḥanan wies auf einen Widerspruch hin. Es heißt: fertige dir eine Lade aus Holz, und es heißt:sie sollen eine Lade aus Akazienholz anfertigen!? Hieraus, daß es den Bürgern der Stadt geboten ist, dem Schriftgelehrten seine Arbeit zu verrichten.\n",
"Von innen und von außen sollst du sie überziehen. Raba, sagte: Ein Schriftgelehrter, dessen Inneres nicht seinem Äußeren gleicht, ist kein Schriftgelehrter.",
"Abajje, nach anderen Rabba b.U͑la, sagte, er heiße auch ‘Abscheu, denn es heißt: abscheulich, schmutzig ist ein Mann, der wie Wasser Unrecht trinkt.",
"R. Šemuél b.Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Es heißt:wozu das Geld in des Toren Hand zum Erwerbe der Weisheit, da doch kein Herz vorhanden ist. Wehe den Feindender Schriftgelehrten, die sich mit der Tora befassen, denen aber die Gottesfurcht fehlt.",
"R. Jannaj rief aus: Wehe dem, der keinen Wohnraum hat, aber sich eine Tür für einen Wohnraum macht.",
"Raba sprach zu den Jüngern: Ich bitte euch, nicht einer zwiefachen Hölle teilhaftig zu werden.",
"R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Es heißt:dies ist das Gesetz, das Moše vorlegte [sam]; ist er verdienstvoll, so ist es für ihn eine Mixtur [sam] des Lebens, ist er nicht verdienstvoll, so ist es für ihn eine Mixtur des Todes. Das ist es, was Raba sagte; Für den, der sich ihr rechts widmet, ist sie eine Mixtur des Lebens, für den, der sich ihr nicht rechts widmet, ist sie eine Mixtur des Todes.",
"R.Šemuél b.Naḥmani sagte: R.Jonathan wies auf einen Widerspruch hin. Es heißt:die Befehle des Herrn sind recht, sie erfreuen das Herz, und dagegen heißt es:das Wort des Herrn ist dürchläutert!? Ist er verdienstvoll, so erfreut sie ihn, ist er nicht verdienstvoll, so läutert sie ihn. Reš Laqiš sagte: Dies ist aus dem einen Verse zu entnehmen: ist er verdienstvoll, so läutert sie ihn zum Leben, ist er nicht verdienstvoll, so läutert sie ihn zum Tode.",
"Die Gottesfurcht ist rein, sie besteht für immer. R. Ḥanina sagte: Dies bezieht sich auf den, der die Tora in Reinheit studiert. – Was ist dies? – Wenn er zuerst eine Frau nimmt und dann die Tora studiert. ",
"Das Zeugnis des Herrn ist zuverlässig. R. Ḥija b.Abba sagte: Sie ist zuverlässig Zeugnis abzulegen über die, die sie studieren.",
"In Wirkerarbeit, in Kunstarbeit. R. Elea͑zar erklärte: Die auf die Stelle, die sie vorzeichnen, wirken.",
"Im Namen R. Neḥemjas wurde gelehrt: Wirkerarbeit, mit der Nadel, daher ist eine Figur [sichtbar]: Kunstarbeit, gewebt, daher sind zwei Figuren [sichtbar].",
"IN DIESEN BEFRAGE MAN DAS ORAKEL. Als R. Dimi kam, sagte er: In den Gewändern, in denen der Hochpriester amtet, amtet auch der Feldpriester, denn es heißt:die heiligen Kleider Ahrons sollen auf seine Söhne übergehen, nach ihm, der ihm in der Amtswürde folgt.",
"R. Ada b.Ahaba, manche sagen, Kadi, wandte ein: Man könnte glauben, das Amt des Feldpriesters gehe auf seinen Sohn über, wie auch das Amt des Hochpriesters auf seinen Sohn übergeht,"
],
[
"so heißt es:sieben Tage hindurch soll sie derjenige seiner Söhne anziehen, der an seiner Statt Priester wird, der in das Offenbarungszelt hineingehen wird, nur der in das Offenbarungszelt hineingehen darf. Wenn dem nun sowäre, so wäre ja auch jener zulässig!?",
"R. Naḥman b.Jiçḥaq erwiderte: Er meint es wie folgt: nur derjenige, der vornehmlich für das Offenbarungszelt gesalbt wurde, ausgenommen dieser, der vornehmlich für den Krieg gesalbt wurde.",
"Man wandte ein: Der Feldpriester amtet weder in vier Gewändern, wie ein gemeiner Priester, noch in acht Gewändern, wie der Hochpriester!?",
"Abajje erwiderte: Willst du ihn denn zum Gemeinen machen!? Vielmehr, [weder] wie ein Hochpriester, um Mißhelligkeit [zu vermeiden, noch] wie ein gemeiner Priester, weil man bei Heiligem erhöht und nicht erniedrigt.",
"R. Ada b. Ahaba sprach zu Raba; Folgender Autor berücksichtigt ja die Mißhelligkeit nicht, dennoch amtet er nach ihm nicht [in acht Gewändern]!?",
"Es wird nämlich gelehrt: Folgendes, wodurch der Hochpriester sich vom gemeinen Priester unterscheidet: der Farre des gesalbtenPriesters; der wegen [Übertretung] irgend eines Gebotes darzubringende Farre; der Farre des Versöhnungstages und das Zehntel Epha;",
"er entblößt nicht das Haar und reißt die Kleidernicht ein, wohl aber reißt er sie unten ein, während ein Gemeiner sie oben einreißt; er verunreinigt sich nicht an [der Leiche] seines Verwandten; ihm ist eine Jungfrau [zu heiraten] geboten; ihm ist eine Witwe verboten; er veranlaßt die Rückkehreines Totschlägers;",
"er darf als Trauernder [Opfer] darbringen, jedoch nicht davon essen, noch erhält er seinen Anteil; er erhält seinen Anteil als erster und nimmt Anteil am Opferdiensteals erster; er verrichtet den Dienst in acht Gewändern; er ist wegen Verunreinigung des Tempels und seiner heiligen Opfer frei, und endlich sind alle Dienstverrichtungen am Versöhnungstage nur durch ihn zulässig.",
"Dies alles gilt auch vom durch die vollständige Amtskleidunggeweihten Priester, ausgenommen der wegen Übertretung] irgend eines Gebotes darzubringende Farre.",
"Ferner gilt dies alles auch vom provisorischenHochpriester, ausgenommen der Farre des Versöhnungstages und das Zehntel Epha.",
"Dies alles gilt aber nicht vom Feldpriester, ausgenommen die im betreffenden Abschnitte aufgezählten fünf Dinge: er entblößt nicht das Haar und reißt die Kleider nicht ein, er verunreinigt sich nicht an [der Leiche] seines Verwandten, ihm ist eine Jungfrau [zu heiraten] geboten, ihm ist eine Witwe verboten, und er veranlaßt die Rückkehr des Totschlägers – so R. Jehuda; die Weisen sagen, er veranlasse sie nicht. –",
"Bei einem gleichgestelltenberücksichtigt er Mißhelligkeit nicht, bei einem geringeren wohl.",
"R. Abahu saß und trug diese Lehre im Namen R. Joḥanans vor, da wandten R. Ami und R. Asi ihre Gesichter weg. Manche sagen, R. Ḥija b.Abba habe es vorgetragen und R. Ami und R. Asi wandten die Gesichter weg.",
"R. Papa wandte ein: Allerdings [sagten sie nichts] gegen R. Abahu, wegen der kaiserlichenEhrung, aber R. Ḥija b.Abba sollten sie ja ausdrücklich entgegnen, R. Joḥanan habe dies nicht gesagt!?",
"Als Rabin kam, sagte er, diessei vom Befragen [des Orakels] gelehrt worden. Ebenso wird gelehrt: In den Gewändern, in denen der Hochpriester den Dienst verrichtet, befragt der Feldpriester [das Orakel].",
"Die Rabbanan lehrten: Wie befragt man [das Orakel]? Der Fragende wendet das Gesicht gegen den Befragten und der Befragte wendet das Gesicht gegen die Göttlichkeit,",
"und der Fragende spricht:Soll ich diese Horde verfolgen? Darauf erwidert der Befragte: So spricht der Herr: Ziehe hin, du wirst Gelingen haben. R. Jehuda sagt, er brauche nicht zu sagen: so spricht der Herr, sondern nur: ziehe hin, du wirst Gelingen haben.",
"Man befrage nicht mit lauter Stimme, denn es heißt: er befrage für ihn, auch nicht nur im Herzen denkend, denn es heißt: er befrage für ihn vor dem Herrn, sondern in der Weise, wie Ḥanna bei ihrem Gebete sprach, wie es heißet:Ḥanna redete in ihrem Herzen.",
"Man richte nicht zwei Fragen zugleich; hat man es getan, so beantwortet man ihm nur eine, und zwar beantwortet man ihm nur die erste, denn es heißt:werden die Leute von Qei͑la mich ihm ausliefern? wird Šaúl herabkommen &c? da antwortete der Herr: Er wird herabkommen. – Du sagtest ja aber, man beantworte ihm nur die erste!? – David fragte"
],
[
"in unrichtiger Reihenfolgeund man antwortete ihm in richtiger Reihenfolge. Sobald er gemerkt hatte, daß er nicht in richtiger Reihenfolge gefragt, wiederholte er die Frage in richtiger Reihenfolge, denn es heißt darauf:werden die Leute von Qei͑la mich und meine Leute Šaúl ausliefern? da erwiderte der Herr: Sie werden ausliefern.",
"Sind aber beide Fragen dringend, so beantwortet man ihm beide, denn es heißt:da fragte David den Herrn: Soll ich diese Horde verfolgen? werde ich sie einholen? Da antwortete ihm der Herr: Verfolge, denn du wirst sie einholen und du wirst Rettung bringen.",
"Und obgleich der Spruch des Propheten rückgängig gemacht werden kann, der Spruch des Orakels aber wird nicht rückgängig gemacht, denn es heißt:nach der Entscheidung des Orakels. –",
"Weshalb heißt [das Orakel] ‘Licht und Wahrheit’? – Licht, weil es seine Worte beleuchtet, Wahrheit, weil seine Worte sich bewahrheiten.",
"Wenn du aber einwendest, in Giba͑th Binjamin haben sich ja seine Worte liichtbewahrheitet,",
"so erwogen sie nicht, ob um zu siegen, oder besiegtzu werden; später aber, als sie dies erwogen, stimmte es auch, denn es heißt:und Pinḥas, der Sohn Elea͑zars, des Sohnes Ahrons, wartete zu jener Zeit des Dienstes vor ihm; sie sprachen: Soll ich wiederum gegen meinen Bruder Binjamin zum Kampfe ausrücken oder soll ich es unterlassen? Da erwiderte der Herr: Ziehet hin, denn morgen gebe ich ihn in deine Hand. –",
"Wie geschah dies? – R. Joḥanan sagte, [die Buchstaben]traten hervor, und Reš Laqiš sagte, sie reihten sich aneinander. –",
"Es fehlte ja aberdas Çade!? R. Šemuél b. Jiçḥaq erwiderte: Es enthielt auch [die Namen] Abraham, Jiçḥaq und Ja͑qob. – Es fehlteja aber das Ṭeth!? R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: Es enthielt auch [die Worte] ‘die Stämme [šibṭe] Ješurun’.",
"Man wandte ein: Man befrage keinen Priester, der nicht durch den heiligen Geist spricht, auf dem nicht die Göttlichkeit ruht, denn Çadoq fragte und es gelang ihm, Ebjathar aber fragte und es gelang ihm nicht, wie es heißt:Ebjathar gingfort, bis das ganze Volk vorübergezogen war &c. –",
"Er half mit.",
"MAN BEFRAGE ES JEDOCH NUR FÜR EINEN KÖNIG. Woher dies? R. Abahu erwiderte: Die Schrift sagt:Er soll aber vor Elea͑zar, den Priester, treten, damit dieser für ihn nach der Entscheidung des Orakels frage &c.; er, das ist der König, und alle Kinder Jisraéls mit ihm, das ist der Feldpriester, und die ganze Gemeinde, das ist das Synedrium.",
"",
"AM VERSÖHNUNGSTAGE IST DAS ESSEN, DAS TRINKEN, DAS WASCHEN, DAS SALBEN, DAS ANZIEHEN DER SANDALEN UND DER BEISCHLAF VERBOTEN. EIN KÖNIG UND EINE BRAUT DÜRFEN DAS GESICHT WASCHEN, EINE WÖCHNERIN DARF SANDALEN ANZIEHEN – SO R. ELIE͑ZER; DIE WEISEN VERBIETEN DIES.",
"ii WER DAS QUANTUM EINER GROSSEN DATTEL ISST, DIESER UND IHRES STEINES, ODER EINEN MUNDVOLL TRINKT, IST SCHULDIG. VERSCHIEDENE SPEISEN WERDEN ZUM QUANTUM EINER DATTEL, UND VERSCHIEDENE GETRÄNKE WERDEN ZUM QUANTUM EINES MUNDVOLLS VEREINIGT. SPEISEN UND GETRÄNKE WERDEN NICHT [MIT EINANDER] VEREINIGT.",
"GEMARA. Nur verboten, dies wird ja mit der Ausrottung bestraft!? R. Ila, nach anderen R. Jirmeja, erwiderte: Dies bezieht sich auf das halbe Quantum. –",
"Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, das halbe Quantum sei nach der Tora verboten, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, das halbe Quantum sei nach der Tora erlaubt!?",
"Es wird nämlich gelehrt: Das halbe Quantum ist, wie R. Joḥanan sagt, nach der Tora verboten, und wie Reš Laqiš sagt, nach der Tora erlaubt. Dies stimmt also nach R. Joḥanan, wie ist es aber nach Reš Laqiš zu erklären!? – Reš Laqiš pflichtet bei, daß es rabbanatisch verboten sei. –",
"Demnach sollte man dieserhalb nicht zu einem Eidopfer verpflichtet sein!? Dagegen haben wir gelernt: Wer nicht zu essen geschworen hat, und Aas und Totverletztes oder Ekel- und Kriechtiere gegessen hat, ist schuldig, nach R. Šimo͑n aber frei.",
"Und wir wandten ein: Wieso ist er dieserhalb schuldig, er ist ja bereits vom Berge Sinaj her mit einem Eide behaftet!? Und Rabh, Šemuél und R. Joḥanan erklärten, wenn er mit dem Verbotenen auch Erlaubtes einbegreift,",
"und Reš Laqiš erklärte, es könne sich nur um den Fall handeln, wenn er [auch] ein halbes Quantum besonders nennt, nach den Rabbanan, oder auch allgemein,"
],
[
"aber nach R. A͑qiba, welcher sagt, das Verbot erstrecke sich auch auf ein Minimum.",
"Wolltest du erwidern, da es nach der Tora erlaubt ist, sei man dieserhalb ein Opfer wegen des Schwörens schuldig, so haben wir ja gelernt, die Vorschrift vom Zeugeneid gelte nur für solche, die als Zeugen zulässig sind, und auf unsere Frage, wen dies denn ausschließe erwiderte R. Papa, dies schließe einen König aus,",
"und R. Aḥa b.Ja͑qob erwiderte, dies schließe den Würfelspieler aus. Der Würfelspieler ist ja nach der Tora zulässig und nur nach den Rabbanan unzulässig, dennoch gilt bei ihm nicht die Vorschrift vom Eide!? –",
"Anders ist es hierbei; die Schrift sagt: wenn er nicht sagt, und dieser ist zum Sagen überhaupt ungeeignet. –",
"Wird denn bei Fällen, die mit der Ausrottung belegt sind, nicht [der Ausdruck] ‘verboten’ gebraucht, es wird ja gelehrt: Obgleich sie gesagt haben, dies allessei verboten, so ist dennoch nur das Essen, das Trinken und die Arbeitsleistung mit der Ausrottung belegt!? – Er meint es wie folgt: wenn sie ‘verboten’ sagen, so bezieht sich dies auf ein halbes Quantum, das ganze Quantum aber ist mit der Ausrottung belegt; jedoch ist die Ausrottung nur auf das Essen, das Trinken und die Arbeitsleistung gesetzt.",
"Wenn du aber willst, sage ich: Das ‘verboten’ bezieht sich auf die übrigen [Tätigkeiten]. Rabba und R. Joseph lehrten nämlich in den übrigen Büchernder Schule Rabhs: Woher, daß am Versöhnungstage das Salben, das Anziehen der Sandalen und der Beischlaf verboten sind? Es heißt:ein Ruhetag, eine vollständige Ruhe.",
"Der Text. Das halbe Quantum ist, wie R. Joḥanan sagt, nach der Tora verboten, und wie Reš Laqiš sagt, nach der Tora erlaubt. R. Joḥanan sagt, es sei nach der Tora verboten, denn da es vereinigt werdenkann, so ißt man Verbotenes: Reš Laqiš sagt, es sei nach der Tora erlaubt, denn der Allbarmherzige spricht vom Essen, was hierbei nicht der Fall ist.",
"R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein: Man könnte glauben, nur [der Talg], der der Strafe unterliegt, unterliege auch der Verwarnung, der des Kojund das halbe Quantum aber, das nicht der Strafe unterliegt, unterliege auch nicht der Verwarnung, so heißt es: keinerlei Talg!? – Nur rabbanitisch, und der Schriftvers ist nur eine Stütze.",
"Dies ist auch einleuchtend; wenn man sagen wollte, nach der Tora, so besteht ja über den Koj ein Zweifel, und es ist ja kein Schriftvers nötig, das Zweifelhafte einzuschließen. – Wenn nur dies, so beweist dies nichts; sie sind der Ansicht,"
],
[
"der Koj sei ein Geschöpf für sich. Wieso sagte R. Idi b.Abin, wenn du nicht so sagen wolltest [die Worte] ‘auchalles’ schließen den Koj ein, über den Koj besteht ja ein Zweifel, und es ist ja kein Schriftvers nötig, das Zweifelhafte einzuschließen!? Vielmehr ist es bei einem besonderen Geschöpfe anders, ebenso ist es auch hierbei bei einem besonderen Geschöpfe anders.",
"Die Rabbanan lehrten:Sollt ihr eure Leiber peinigen; man könnte glauben, man sitze in der Hitze oder in der Kälte, um gepeinigt zu werden, so heißt es:ihr sollt keinerlei Arbeit verrichten: wie die Arbeit zu unterlassen ist, ebenso besteht auch die körperliche Peinigung in der Unterlassung. –",
"Vielleicht aber darf man, wenn man in der Sonne sitzt und ihm heiß ist, sich nicht in den Schatten setzen, oder wenn man im Schatten sitzt und ihm kalt ist, sich nicht in die Sonne setzen!? – Gleich der Arbeit: wie du bei der Arbeit nicht unterscheidest, ebenso hast du auch bei der Peinigung nicht zu unterscheiden.",
"Ein Anderes lehrt: Sollt ihr eure Leiber peinigen; man könnte glauben, man sitze in der Kälte oder in der Hitze und peinige sich, so heißt es: ihr sollt keinerlei Arbeit verrichten: wie man wegen der Arbeit auch anderweitig schuldig ist, ebenso eine Peinigung, derentwegen man auch anderweitig schuldig ist, nämlich beim Verwerflichenund Übriggebliebenen.",
"Wollte man nur Verwerfliches und Übriggebliebenes einbegreifen, die mit der Ausrottung belegt sind, nicht aber das Unverzehntete, das nicht mit der Ausrottung belegt ist, so heißt es: peinigen, Ihr sollt eure Leiber peinigen, einschließend.",
"Wollte man nur das Unverzehntete einbegreifen, das mit dem Tode belegt ist, nicht aber das Aas, das nicht mit dem Tode belegt ist, so heißt es: peinigen, ihr sollt eure Leiber peinigen, einschließend.",
"Wollte man nur das Aas einbegreifen, das mit einem Verbote belegt ist, nicht aber profane [Speisen], die nicht mit einem Verbote belegt sind, so heißt es: peinigen, ihr sollt eure Leiber peinigen, einschließend.",
"Wollte man mir das Profane einbegreifen, das zu essen nicht geboten ist, nicht aber die Hebe, die zu essen geboten ist, so heißt es: peinigen, ihr sollt eure Leiber peinigen, einschließend. Wollte man nur die Hebe, einbegreifen, die dem Verbote des Übriglassens nicht unterliegt, nicht aber die heiligen [Opfer], die dem Verbote des Übriglassens unterliegen, so heißt es: peinigen, ihr sollt eure Leiber peinigen, einschließend.",
"Wenn du aber dagegen einwenden wolltest, so heißt es:ich werde diese Person verderben, eine Peinigung, wodurch ein Verderben des Körpers erfolgt, das ist [die Unterlassung] des Essens und des Trinkens. –",
"Was könnte man denn dagegen einwenden? – Man könnte einwenden, die Schrift spreche vom Beischlaf, so heißt es: ich werde diese Person verderben, eine Peinigung, wodurch ein Verderben des Körpers erfolgt, das ist [die Unterlassung] des Essens und des Trinkens.",
"In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Hierbei heißt es peinigen und dortheißt es peinigen, wie dort eine Peinigung durch Hunger, ebenso auch hierbei eine Peinigung durch Hunger. –",
"Sollte man doch folgern aus dem Schriftverse:wenn du etwa meine Töchter peinigenwirst!? – Man folgere hinsichtlich der Peinigung einer Gemeinschaft von der Peinigung einer Gemeinschaft, nicht aber hinsichtlich der Peinigung einer Gemeinschaft von der Peinigung eines einzelnen. –",
"Sollte man doch von der ‘Peinigung’ in Miçrajim folgern, denn es heißt:er sah unsere Peinigung, und hierzu sagten wir, dies sei die Beschränkung des ehelichen Umgangs!? – Vielmehr, man folgere hinsichtlich der Peinigung durch den Himmel von der Peinigung durch den Himmel, nicht aber hinsichtlich der Peinigung durch den Himmel von der Peinigung durch Menschen.",
"Der dich in der Wüste mit Manna speiste, um dich zu peinigen. R. Ami und R. Asi [streiten hierüber]. Einer erklärt, weil der, der Brot im Korbe hat, nicht mit dem zu vergleichen ist, der kein Brot im Korbe hat, und einer erklärt, weil der, der [die Speise] sieht und ißt, nicht mit dem zu vergleichen ist, der sie nicht sieht und ißt.",
"R. Joseph sprach: Hieraus eine Andeutung dafür, daß die Blinden essen und nicht satt werden. Abajje sagte: Wer nur eine Mahlzeit hat, esse sie daher am Tage. R. Zera sagte: Welcher Schriftvers deutet darauf hin?Besser ist das Sehen mit den Augen als das Schweifen der Begier. Reš Laqiš sagte: Die Augenweide an einem Weibe ist mehr als die Sache selbst, wie es heißt: besser ist das Sehen mit den Augen als das Schweifen der Begier.",
"Wenn er sein Auge auf den Becher richtet, so geht er gerade. Von R. Ami und R. Asi sagte einer: Wer sein"
],
[
"Auge auf den Becher richtet, dem sind alle Inzestgesetze einer Ebenegleich. Und einer sagte: Wer seine Augen auf den Becher richtet, dem ist die ganze Welteiner Ebene gleich.",
"Ist Kummer im Herzen eines Menschen, so drücke er ihn nieder. R. Ami und R. Asi [erklärten es]. Einer erklärte, man schlage ihn aus dem Sinne, und einer erklärte, man erzähle ihn anderen.",
"Die Schlange ernährt sich von der Erde. R. Ami und R. Asi [erklärten es]. Einer erklärte, selbst wenn sie alle Leckereien der Welt ißt, fühle sie nur den Geschmack von Erde, und einer erklärt, selbst wenn sie alle Leckereien der Welt ißt, sei sie nicht eher befriedigt, als bis sie Erde gegessen hat.",
"Es wird gelehrt: R. Jose sagte: Komm und sieh, wie anders die Handlungsweise des Heiligen, gepriesen sei er, als die Handlungsweise eines [Menschen aus] Fleisch und Blut ist. Wenn ein [Mensch aus] Fleisch und Blut seinem Nächsten zürnt, so geht er ihm ans Leben, anders aber der Heilige, gepriesen sei er. Er verfluchte die Schlange, diese aber findet ihre Nahrung vor, wenn sie aufs Dach steigt, findet ihre Nahrung vor, wenn sie in die Tiefe dringt.",
"Er verfluchte den Kenaa͑n, dieseraber ißt das, was sein Herr ißt, und trinkt das, was sein Herr trinkt. Er verfluchte die Frau, jeder aber läuft ihr nach. Er verfluchte die Erde, alle aber werden von ihr gespeist.",
"Wir gedenken der Fische, die wir in Miçrajim umsonst aßen. Rabh und Šemuél [streiten hierüber]. Einer erklärt, wirkliche Fische, und einer erklärt, Inzest[freiheiten]. Einer erklärt, wirkliche Fische, denn es heißt: aßen; und einer erklärt: Inzest[freiheiten], denn es heißt: umsonst. –",
"Was heißt aßen nach demjenigen, der Inzest[freiheiten] erklärt!? – Er wählt einen beschönigenden Ausdruck, wie es heißt:sie ißt, wischt sich das Maul und spricht: Ich habe nichts Unrechtes getan. – Was heißt umsonst nach demjenigen, der wirkliche Fische erklärt!? – Sie erhielten sie von Herrenlosem, denn der Meister sagte, daß der Heilige, gepriesen sei er, den Jisraéliten, wenn sie Wasser schöpften, kleine Fische in ihre Krüge geraten ließ. –",
"Erklärlich ist es nach demjenigen, der wirkliche Fische erklärt, daß sie aber in Inzestangelegenheiten nicht zügellos waren, daß es heißt:ein verschlossener Garten ist meine Schwester Braut, wieso aber heißt es nach demjenigen,der Inzest[freiheiten] erklär:ein verschlossener Born!? – Bei dem, was ihnen verboten war, waren sie nicht zügellos. –",
"Erklärlich ist es nach demjenigen, der Inzest[freiheiten] erklärt, daß es heißt:da hörte Moše das Volk in Familien weinen, nämlich wegen der Familienangehörigen, bei denen zu schlafen ihnen verboten wurde, was aber heißt in Familien weinen nach demjenigen, der wirkliche Fische erklärt!? – Es war das eine und das andere.",
"Der Gurken und der Melonen, R. Ami und R. Asi [erklärten es]. Einer erklärte, im Manna fühlten sie den Geschmack aller Speisarten, nur nicht den Geschmack dieser fünfArten; und einer erklärte, von allen Speisen fühlten sie Geschmack und Wesen, von diesen aber nur den Geschmack und nicht das Wesen.",
"Das Manna aber war wie Korianderkörner. R. Asi sagte: Rund wie ein Korianderkorn und weiß wie eine Perle. Ebenso wird gelehrt: Gad [Koriander], es glich dem Leinsamen an den Stengeln.",
"Manche erklären: Gad, es zog das Herz des Menschen nach sich, wie die Haggada. Ein Anderes lehrt: Gad, es verkündete [maggid] Jisraél, ob [die Neugeburt] eine neunmonatliche vom ersten oder eine siebenmonatliche vom zweiten [Manne]ist;",
"weiß, es machte die Sünden Jisraéls weiß.",
"Es wird gelehrt: R.Jose sagte: Wie der Prophet Jisraél verkündete. was in Löchern und Spalten sich befand, ebenso verkündete das Manna Jisraél, was in Löchern und Spalten sich befand. Wenn nämlich zwei vor Moše zu Gericht kamen, dieser sagte, jener habe seinen Sklaven gestohlen, und jener sagte, dieser habe ihn ihm verkauft, so sprach Moše zu ihnen: Nächsten Morgen ist Gericht. Fand sich dann das Maß [Manna] im Hause des ersten Herrn, so war es erwiesen, daß der andere ihn gestohlen hat, und fand sich das Maß [Manna] im Hause des zweiten, so war es erwiesen, daß jener ihn ihm verkauft hat.",
"Ebenso verhielt es sich, wenn Mann und Frau vor Moše zu Gericht kamen: er sagte, sie habe sich gegen ihn vergangen, und sie sagte, er habe sich gegen sie vergangen, so sprach Moše zu ihnen: Nächsten Morgen ist Gericht. Fand sich dann das Maß [Manna] im Hause ihres Ehemannes, so war es erwiesen, daß sie sich gegen ihn vergangen hat, fand sich das Maß [Manna] im Hause ihres Vaters, so war es erwiesen, daß er sich gegen sie vergangen hat.",
"Es heißt:Und wenn nachts Tau auf das Lager fiel, so fiel auch das Manna darauf, ferner heißt es:so soll das Volk hinausgehen und sammeln, und ferner heißt es:das Volk streifte umher und sammelte; wie ist diesnun zu erklären? Den Frommen fiel es vor die Tür ihres Hauses, die Mittelmäßigen gingen hinaus und sammelten, die Frevler mußten umherstreifen und sammeln.",
"Es heißt Brot, es heißt Kuchenteig und es heißt sie mahlten; wie ist dies zu erklären? Den Frommen [kam es als fertiges] Brot, den Mittelmäßigen als Teig, die Frevler mahlten es in der Handmühle.",
"Oder zerstießen es im. Mörser. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs, nach anderen R. Ḥama b.Ḥanina: Dies lehrt, daß Jisraél mit dem Manna auch Kosmetika für die Frauen, was in einem Mörser gestossen wird, herabfielen.Sie kochten es im Topfe. R. Hama sagte: Dies lehrt, daß Jisraél mit dem Manna auch Suppenwürze herabfiel.",
"Sic brachten ihm aber noch Morgen für Morgen freiwillige Gaben. Was heißt: Morgen für Morgen? R. Šemuél b.Naḥmani erklärte im Namen R. Jonathans: Von dem, was ihnen Morgen für Morgen herabfiel; dies lehrt, daß Jisraél mit dem Manna auch Edelsteine und Perlen herabfielen.Die Fürsten brachten die Šohamsteine. Es wird gelehrt: Wirkliche Wolken, denn es heißt:Wolkenund Wind und doch kein Regen.",
"Es schmeckte wie Ölkuchen. R. Abahu sagte: Wie das Kind an der Brustverschiedenartigen Geschmack findet, ebenso fand Jisraél beim Genusse des Manna verschiedenartigen Geschmack. Manche erklären: Wie ein Gespenstverschiedenartige Gestalt annimmt, ebenso nahm das Manna verschiedenartigen Geschmack an.",
"Da sprach Moše: Der Herr wird euch abends Fleisch zu essen geben und Brot zur Sättigung am Morgen. Im Namen des R. Jehošua͑ b. Qorḥa wird gelehrt: Das Fleisch, nach dem sie unbillig verlangten, wurde ihnen auf unbillige Weise gewährt,"
],
[
"das Brot, nach dem sie billigeverlangten, wurde ihnen auf billige Weisegewährt. Die Tora lehrt hier eine Lebensregel, daß man Fleisch nur abends esse. – Abajje sagte ja aber, wer nur eine Mahlzeit hat, esse sie am Tage!? – Er meint: wie am Tage. R. Aḥa b. Ja͑qob sagte: Anfangs glichen die Jisraéliten den Hühnern, die [dauernd] im Misthaufen wühlen, da kam Moše und setzte ihnen eine Speisezeit fest.",
"Das Fleisch befand sich noch zwischen ihren Zähnen, dagegen heißt es:bis zu einem Monat; wie ist dies zu erklären? Die Mittelmäßigen starben sofort und die Frevler quälten sich bis zur Dauer eines Monats.Sie breiteten sich aus.",
"Reš Laqiš sagte: Man lese nicht wajišṭeḥu [ausbreiten], sondern wajišaḥṭu [wurden geschlachtet]; dies lehrt, daß die Feinde JisraélsAbschlachtung verdienten.Ausbreiten. Im Namen des R. Jehošua͑ b. Qorḥa wurde gelehrt: Man lese nicht šaṭoaḥ [ausbreiten], sondern šaḥuṭ [schlachten]; dies lehrt, daß Jisraél mit dem Manna auch das herabkam, das des Schlachtensbedarf.",
"Rabbi sprach: Brauchst du dies denn daraus zu folgern, es heißt ja bereits:er ließ Fleisch auf sie regnen wie Staub und beflügelte Vögel wie Sand am Meere!? Ferner wird gelehrt: Rabbi sagte:So schlachte, wie ich dir geboten habe, dies lehrt, daß Moše [das Durchschneiden] von Speiseröhre und Luftröhre, der größeren Hälfte des einen [Halsorgans] beim Geflügel und beider [Halsorgane] beim Vieh, geboten wurde. Wozu heißt es nun ausgebreitet? Dies lehrt, daß ihnen [die Wachteln] schichtweise herabkamen.",
"Es heißtBrot, es heißt Öl und es heißt Honig? R. Jose b. R. Ḥanina erklärte: Den Jungen Brot, den Alten Öl und den Kindern Honig.",
"Es heißt Šelav [Wachteln] und wir lesen Selav? R. Ḥanina erklärte: Die Frommen aßen sie in Frieden [šalva], den Frevlern aber waren sie, wenn sie sie aßen, wie Stacheln [silvin].",
"R.Ḥanin b. Raba sagte: Es gibt vier Arten Selav, und zwar: der Krametsvogel, die Drossel, der Fasan und die Wachtel; die beste unter ihnen ist der Krammetsvogel, die schlechteste unter ihnen ist die Wachtel. Sie gleicht einem Vögelchen, wenn man sie aber in den Ofen legt, schwillt sie an, daß sie den Ofen füllt. Man, legt sie auf dreizehn Brote [übereinander], und auch das letzte kann nur mit anderem gegessen werden.",
"R. Jehuda pflegte sie zwischen den Fässern zu finden; R. Ḥisda pflegte sie zwischen dem Holze zu finden. Der Gartenpächter Rabas pflegte sie ihm jeden Tag zu bringen, und als er sie ihm eines Tages nicht brachte, sprach er: Was bedeutet dies? Hierauf ging er auf den Söller und hörte, wie ein Kind las.Als ich hörte, erbebte mein Leib. Da rief er: Es scheint wohl, daß die Seele R. Ḥisdas zur Ruhe eingekehrt ist. Durch das Verdienst des Lehrers aß sie nämlich der Schüler.",
"Es heißt:wenn die Tauniederlassung verschwand, und es heißt: wenn der Tau fiel? R. Jose b. R. Ḥanina erklärte: Tau oben und Tau unten, und [das Manna] war wie in einem Behälter eingeschlossen.",
"Feines körniges. Res Laqiš sagte: Etwas, das auf der Handfläche schmolz. R. Joḥanan sagte: Etwas, das von den zweihundertachtundvierzigGliedern [des Menschen] auf gesogenwurde. – [Der Zahlenwert des Wortes] meḥuspas [körniges] beträgt ja mehr!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Die Schreibweise ist meḥspas.",
"Die Rabbanan lehrten:Brot der Vornehmen aß ein Mann; das Brot, das die Dienstengel essen – so R. A͑qiba. Als dies R. Jišmaél vorgetragen wurde, sprach er zu ihnen: Geht und sagt A͑qiba: A͑qiba, du hast dich geirrt; essen etwa die Dienstengel Brot, es heißt ja:Brot aß ich nicht und Wasser trank ich nicht!? Vornehmen [abirim] bedeutet vielmehr, Brot, das von den Zweihundertachtundvierzig Gliedern [ebarim] aufgesogen wurde. –",
"Wieso heißt es demnach:unter deinen Geräten sollst du einen Pflockhaben!? – Wegen der Dinge, die ihnen Händler von den weltlichen Völkern verkauften.",
"R. Elea͑zar b. Proto sagte: Auch Dinge, die ihnen Händler von den weltlichen Völkern verkauften, läuterte das Manna und [der Schriftvers]: unter deinen Geräten sollst du einen Pflock haben, kam zur Anwendung, nachdem sie gesündigt hatten. Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Ich sagte, sie sollen den Dienstengeln gleichen, nun aber will ich sie drei Parasangen bemühen.",
"Es heißt nämlich:sie lagerten am Jarden von Beth Haješimoth bis Abel Hašiṭṭim, und Rabba b. Bar Ḥana erzählte, er habe diesen Ort gesehen und er umfasse drei Parasangen, und ferner wird gelehrt, daß sie, wenn sie zur Notdurft gingen, nicht nach vorn, noch nach der Seite gingen, sondern nach hinten.",
"Jetzt aber ist unser Leib ausgetrocknet, denn es ist gar nichts da. Sie sprachen: Das Manna wird in unserem Leibe aufdunsen; gibt es denn einen Weibesgeborenen, der aufnimmt und nicht ausscheidet!?",
"Als dies R. Jišma͑él vorgetragen wurde, sprach er zu ihnen: Man lese nicht abirim [Vornehme] sondern ebarim [Glieder]; etwas, das von den zweihundertachtundvierzig Gliedern aufgesogen wird, und [der Schriftvers]: unter deinen Geräten sollst du einen Pflock haben, gilt von dem, was sie aus überseeischen Ländern erhalten haben.",
"Eine andere Auslegung: Brot der Vornehmen aß ein Mann,"
],
[
"das ist Jehošua͑, dem das Manna besonders herabfiel, wie ganz Jisraél, denn hier heißt es: aß ein Mann, und dort heißt es: nimm dir Jehošua͑, den Sohn Nuns, einen Mann, in dem Geist. ist. – Vielleicht ist es Moše, denn es heißt:und der Mann Moše war sehr sanftmütig!? – Man deduziert [durch Vergleichung] von Mann mit Mann, nicht aber von Mann mit und der Mann.",
"Die Schüler fragten R. Šimo͑n b.Joḥaj: Weshalb fiel das Manna für Jisraél nicht mit einem Male für das ganze Jahr? Dieser erwiderte ihnen: Ich will euch ein Gleichnis sagen. Dies ist mit einem Könige aus Fleisch und Blut zu vergleichen, der einen einzigen Sohn hatte, dem er seinen Unterhalt in einmaligen Jahres[raten] aussetzte. Da aber der Sohn seinen Vater nur einmal jährlich zu besuchen pflegte, überlegte er es sich und setzte ihm seinen Unterhalt täglich aus, sodaß er seinen Vater täglich besuchte.",
"Ebenso verhielt es sich mit Jisraél; wer vier oder fünf Kinder hatte, war stets besorgt, indem er dachte: wenn morgen kein Manna fällt, sterben sie alle vor Hunger! So richteten sie alle ihr Herz auf ihren Vater im Himmel.",
"Eine andere Erklärung: Sie aßen es noch warm. Eine andere Erklärung: Wegen der Last des Transportes.",
"R. Tryphon, R. Jišma͑él und die Ältesten saßen einst und befaßten sich mit dem Abschnitte vom Manna, und auch R. Elea͑zar aus Modai͑m befand sich unter ihnen. Da begann R. Elea͑zar aus Modai͑m und sprach: Das Manna, das Jisraél herabfiel, lag sechzig Ellen hoch. Da sprach R. Tryphon zu ihm: Modäer, wie lange noch wirst du uns mit Faseleien kommen!?",
"Jener erwiderte: Meister, ich lege einen Schriftvers aus: Fünfzehn Ellen hoch stiegen die Gewässer, so daß die Berge überschwemmt wurden; fünfzehn Ellen im Tale, fünfzehn Ellen in der Niederung und fünfzehn Ellen auf den Bergen: stand denn das Wasser wie eine Mauer!? Und wie kam daferner die Arche hinauf!? Vielmehr brachen zuerst alle Quellen der großen Meerestiefe auf, bis das Wasser gleich hoch mit den Bergen war, dann stieg es noch fünfzehn Ellen darüber.",
"Welches Maß ist nun reichlicher, das Maß der Güte oder das Maß der Heimsuchung? Du mußt wohl sagen, das Maße der Güte sei reichlicher als das Maß der Heimsuchung. Nun heißt es beim Maße der Heimsuchung:Wie Luken des Himmels öffneten sich, beim Maße der Güte aber heißt es:er gebot den Wolken droben und öffnete die Türen des Himmels, ließ Manna auf sie regnen, daß sie zu essen hätten, und gab ihnen Himmelskorn.",
"Da aber gelehrt wird, eine Tür habe vier Luken, so waren es acht [Luken], mithin lag das Manna, das Jisraél herabfiel, sechzig Ellenhoch.",
"Es wird gelehrt: Isi b.Jehuda sagte: Das Manna, das Jisraél herabfiel, stieg so hoch, daß alle Könige im Osten und im Westen es sehen konnten, denn es heißt:du bereitest vor mir einen Tisch im Angesichte meiner Bedränger. Abajje sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß der Becher Davids in der zukünftigen Welt zweihunderteinundzwanzig Log fassen wird, denn es heißt:mein Becher hat Überfluß [revaja], und dies ist der Zahlenwert [des Wortes] revaja. –",
"Es ist ja aber nicht gleich, daerfolgte es in vierzig Tagen, hierbei aber in einer Stunde. [Oder entgegengesetzt:] da für die ganze Welt, hierbei aber nur für Jisraél, somit kann es ja noch höher gewesen sein!? – R. Elea͑zar folgert dies aus [dem Ausdrucke] ‘öffnen’.",
"IST DAS ESSEN VERBOTEN. Wem entsprechend sind diese fünf Kasteiungen? R. Ḥisda erwiderte: Entsprechend den fünf [Versen von der] Kasteiung in der Tora:am zehnten,aber am zehnten,ein Ruhetag, ein Ruhetag, und:es soll euch gelten. –",
"Es sind ja fünf, während wir von sechs [Kasteiungen] gelernt haben!? – Das Trinken gehört zum Essen. Reš Laqiš sagte nämlich: Woher, daß das Trinken im Essen einbegriffen ist? Es heißt:du sollst vor dem Herrn, deinem Gotte, essen &c., den Zehnten deines Getreides, Mostes und Öls; Most ist ja Wein, und er nennt es ‘essen’. –",
"Wieso denn, vielleicht in dem Falle, wenn man ihn in Inogaronißt!? Rabba b.Šemuél sagte nämlich: Inogaron ist eine Sauce aus Mangold, Oxigaron ist eine Sauce aus allen anderen gekochten Kräutern.",
"Vielmehr, erklärte R. Aḥa b. Ja͑qob, hieraus:kaufe für das Geld, was du irgend begehrst, Rinder und Schafe, Wein und Rauschtrank; Rauschtrank ist ja ein Getränk, und der Allbarmherzige nennt es ‘essen’ –",
"Wieso denn, vielleicht ebenfalls in dem Falle, wenn man ihn in Inogaron ißt!? – Es heißt Rauschtrank, was berauscht. – Vielleicht ist hier die qei͑lische Feige gemeint!? Es wird nämlich gelehrt: Wer eine qei͑lische Feige gegessen oder Honig und Milch getrunkenhat und in den Tempel eingetreten ist,"
],
[
"ist schuldig!? –",
"Vielmehr, es ist vom Naziräer, bei dem es ebenfallsRauschtrank heißt, zu entnehmen; bei bei diesem darunter Wein zu verstehen ist, ebenso auch hierbei Wein. –",
"Ist denn unter Most Wein zu verstehen, es wird ja gelehrt, daß, wenn jemand sich den Most abgelobt hat, ihm jede süße [Frucht] verboten, Wein aber erlaubt sei!? – Ist etwa drunter nicht der Wein zu verstehen, es heißt ja:der Most läßt Jungfrauen wachsen!? – Was vom Most kommt, läßt Jungfrauen wachsen. –",
"Es heißt ja aber:deine Kufen von Most überströmen!? – Was vom Most kommt, wird deine Kufen überströmen. –",
"Es heißt ja aber: Hurerei, Wein und Most benehmen das Herz!? – Vielmehr, alle stimmen überein, daß unter Most Wein zu verstehen sei, nur richtet er sich bei Gelübden nach dem volkstümlichen Sprachgebrauche. –",
"Weshalb nennt er ihn zuweilen Wein und zuweilen Most? – Wein, weil er ein Weinen über die Welt bringt, Most, weil derjenige, der sich ihm hingibt, armwird.",
"R. Kahana wies auf einen Widerspruch hin: Geschrieben steht tiraš und wir lesen tiroš [Most]? Ist er verdienstvoll, so wird er durch ihn Erster [roš], ist er nicht verdienstvoll, so wird er durch ihn arm [raš]. Das ist es, was Raba sagte, den Raba wies auf einen Widerspruch hin: Geschrieben stehtješama(ḥ) [verwüstet] und wir lesen jesamaḥ [erheitert]? Ist er verdienstvoll, so erheitert er ihn, ist er nicht verdienstvoll, so verwüstet er ihn. Das ist es, was Raba sagte: Wein und Wohlgerüche machten mich klug.",
"Woher, daß [die Entbehrung des] Waschens und Salbens eine Kasteiung heiße? – Es heißt:wohlschmeckendes Brot aß ich nicht, Fleisch und Wein kamen nicht in meinen Mund, und (salben) salbte (ich) mich nicht. – Was heißt: wohlschmeckendes Brot aß ich nicht? R. Jehuda, Sohn des R. Šemuél b.Šilath, erwiderte: Selbst Brot aus gereinigtem Weizen aß er nicht. –",
"Woher, daß dies ihm als Kasteiung angerechnet wurde? – Es heißt:sodann sprach er zu mir: Fürchte nicht, Daniél, denn seit dem ersten Tage, da du dir vorgenommen hast, Erkenntnis zu gewinnen und dich vor deinem Gotte zu kasteien, sind deine Worte erhört worden und ich bin wegen deiner Worte gekommen. –",
"Wir wissen dies vom Salben, woher dies vom Waschen? R. Zuṭra b. Tobija erwiderte: Die Schrift sagt:Es kommt wie Wasser in sein Inneres und wie Öl in sein Gebein. – Vielleicht gilt dies vom Trinken!? – Gleich dem Öle; wie das Öl äußerlich, ebenso das Wasser äußerlich. –",
"Folgender Autor lehrt es ja aber entgegengesetzt!? Wir haben nämlich gelernt: Woher, daß das Salben am Versöhnungstage dem Trinken gleicht? Wenn es auch dafür keinen Beweis gibt, so doch eine Andeutung: es kommt wie Wasser in sein Inneres und wie Öl in sein Gebein. Vielmehr, erklärte R. Aši, ist es hinsichtlich des Waschens aus diesem Verse selbst zu entnehmen, denn es heißt: salbensalbte ich mich nicht.",
"Was heißt: ich hin wegen deiner Worte gekommen? – Es heißt: und siebzig Männer von den Vornehmen des Hauses Jisraél standen vor ihnen, und Jaazanja, der Sohn Šaphans, stand unter ihnen; ein jeder hatte sein Räucherbecken in der Hand und der Duft der Räucherwolken stieg empor. Ferner:und er reckte etwas wie eine Hand und erfaßte mich an den Locken meines Hauptes, und ein Wind trug mich zwischen Erde und Himmel und brachte mich nach Jerušalem in göttlichen Gesichten an den Eingang des inneren Tores, das nach Norden gewendet ist, \n"
],
[
"wo das den [Herrn] erregende Eiferbild stand. Ferner:und er brachte mich in den inneren Vorhof des Tempels des Herrn; da waren am Eingange des Tempels des Herrn, zwischen der Vorhalle und dem Altar, gegen fünfundzwanzig Mann, mit dem Rücken gegen den Tempel des Herrn und mit dem Gesichte gegen Osten gewendet, sie bückten sich nach Osten hin zur Sonne. – Wenn es heißt: mit dem Gesichte gegen Osten, so weiß ich ja, daß mit dem Rücken gegen den Tempel des Herrn, und wenn es dennoch mit dem Rücken gegen den Tempel des Herrn heißt, so lehrt dies, daß sie sich entblößten und nach untengewendet sich entleerten.",
"Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Mikhaél: Mikhaél, dein Volk hat sich vergangen! Dieser sprach vor ihm: Herr der Welt, die Guten unter ihnen genügen ja! Er erwiderte: Ich verbrenne sie samt den Guten unter ihnen. Hierauf: Da sprach er zum Manne, der in Linnen gekleidet war: Tritt hinein zwischen die Räder unterhalb des Kerubs, fülle deine Hände mit glühenden Kohlen aus dem Raume zwischen den Kerubim und streue sie über die Stadt. Da trat er vor meinen Augen hinein. Hierauf:Da langte der Kerub mit seiner Hand zwischen die Kerubim zum Feuer, das sich zwischen den Kerubim befand, hob welches auf und gab es dem in Linnen Gekleideten in die Hände; er nahm es und ging hinaus.",
"R. Ḥana b.Bizna sagte im Namen R. Šimo͑n des Gerechten: Würden nicht die Kohlen aus der Hand des Kerubs in die Hand des Gabriél ausgekühlt sein, so würde von den FeindenJisraéls kein Rest und kein Entronnener zurückgeblieben sein,",
"denn es heißt:es brachte aber der in Linnen Gekleidete, der das Schreibzeug an seiner Lende hatte, Bescheid und sprach: Ich habe getan, wie du mir befohlen hast. R. Joḥanan sagte: In jener Stunde führte man Gabriél hinter die Umfriedigung hinaus und versetzte ihm sechzig Feuerschläge, indem man zu ihm sprach: Hättest du [den Befehl] überhaupt nicht ausgeführt, so hättest du ihn nichtausgeführt, wenn du ihn aber wohl ausgeführt hast, warum hast du nicht getan, wie man dir befohlenhat? Und ferner solltest du wissen, wo du ihn schon ausgeführt hast, daß man Unheil nichtmeldet.",
"Hierauf holte man Dubiél den Schutzengel der Perser, und setzte ihn an seiner Stelle ein, und dieser amtete einundzwanzig Tage. Das ist es, was geschrieben sleht:der Schutzengel des persischen Reiches stand mir einundzwanzig Tage entgegen; und siehe, da kam mir Mikhaél, einer der oberen Fürsten, zu Hilfe, während ich im, Kampfe mit den Perserkönigen allein geblieben war. Nachdem man ihm einundzwanzig Provinzen nebst dem Hafen Mašmahig gegeben hatte,",
"sprach er: Schreibt mir Jisraél für die Kopfsteuer auf. Sie taten dies. – Schreibt mir die Gelehrten für die Kopfsteuer auf. Sie taten dies. Als dies unterzeichnet werden sollte, trat Gabriél hinter der Umfriedigung vor und sprach:Es ist umsonst für euch, die ihr früh aufsteht, erst spät euch niederlegt und das Brot der Mühen eßt; ebenso gibt er es seinen Lieben im Schlafe. – Was heißt: ebenso gibt er es seinen Lieben im Schlafe? R. Jiçḥaq erwiderte: Das sind die Frauen der Schriftgelehrten, die auf dieser Welt ihren Schlafverscheuchen, und der zukünftigen Welt teilhaftig werden. – Man beachtete ihn aber nicht.",
"Da sprach er vor ihm: Herr der Welt, wenn alle Weisen der weltlichen Völker auf einer Wagschale sein würden und der Liebling Daniél auf der anderen Wagschale, würde er sie nicht aufwiegen!? Darauf sprach der Heilige, gepriesen sei er: Wer ist es, der meine Kinder verteidigt? Sie erwiderten ihm: Herr der Welt, es ist Gabriél. Da sprach er: Er komme herein. Wie es heißt: ich bin wegen deiner Worte gekommen. (Da befahl er, daß er hereinkomme.)",
"Als sie ihn hineinführten und er Dubiél das Dokument in der Hand halten sah, wollte er es ihm entreißen, dieser aber verschluckte es. Manche sagen, es war nur geschrieben und nicht unterzeichnet, manche sagen, es war auch unterzeichnet, nur sei beim Herunterschlucken [die Unterschrift] verwischt worden. Deshalb gibt es im Königreiche Persien manchen, der Kopfsteuer zahlen, und manchen, der keine Kopfsteuer zahlen muß.Und wie ich ausziehe, siehe, da ist der Schutzengel Griechenlands. Er schrie und schrie, doch niemand beachtete ihn.",
"Wenn du aber sagen willst, sage ich: aus folgendem ist zu entnehmen, daß [die Unterlassung des] Waschens eine Kasteiung ist; es heißt:dem Priester Ebjathar aber befahl der König: Begib dich nach A͑nathoth auf dein Landgut, denn du hast den Tod verdient. Aber heute will ich dich nicht töten, weil du die Lade des Herrn vor meinem Vater getragen und dich gleich mit meinem Vater kasteiet hast. Und von David heißt es:denn sie dachten: das Volk in der Steppe ist hungrig, erschöpft und durstig. Hungrig an Brot, durstig an Wasser, woran erschöpft? Doch wohl [die Entbehrung] des Badens. – Vielleicht [die Entbehrung] des Schuhzeugs!?",
"Vielmehr, erklärte R. Jiçḥaq, aus folgendem:wie kaltes Wasser auf die müde Seele. – Vielleicht [die Entbehrung] des Trinkens!? – Heißt es denn: in die müde Seele, es heißt ja: auf die müde Seele.",
"Woher dies von [der Entbehrung des] Sandalenanziehens? – Es heißt:David aber stieg den Ölberg hinan, im Gehen weinend und mit verhülltem Haupte, und zwar ging er barfuß; doch wohl barfuß [ohne] Sandalen. – Vielleicht [ohne] Pferd und Peitsche!?",
"Vielmehr, erklärte R. Naḥman b. Jiçḥaq, aus folgendem:wohlan, tue das härene Gewand von deinen Hüften ab und ziehe deine Schuhe von deinen Füßen, und darauf folgt:er tat also, daß er nackt und barfuß einherging; doch wohl barfuß [ohne] Sandalen. – Vielleicht aber in geflickten Schuhen, denn wenn du nicht so erklären wolltest, müßte man auch unter ‘nackt’ vollständig nackt verstehen!? Vielmehr [ist zu verstehen:] in zerschlissenen Kleidern, ebenso auch: in geflickten Schuhen!? –",
"Vielmehr, erklärte R. Naḥman b. Jiçḥaq, aus folgendem:bewahre deinen Fuß vor Barfäßigkeit und deine Kehle vor Durst; bewahre deinen Fuß vor der Sünde, damit dein Fuß nicht zur Barfüßigkeit komme, bewahre deine Zunge vor sündhaftem [Gerede], damit deine Kehle nicht zu dursten brauche.",
"Woher, daß die [Entbehrung des] Beischlafes eine Peinigung heiße? – Es heißt:wenn du etwa meine Töchter peinigen und noch Weiber hinzunehmen wolltest;"
],
[
"wenn du peinigen wolltest, durch Verweigerung des Beischlafes, wenn du hinzunehmen wolltest, durch Nebenbuhlerinnen. – Vielleicht beides durch Nebenbuhlerinnen!? – Heißt es etwa: hinzunehmen wolltest, es heißt ja: und hinzunehmen wolltest. –",
"Vielleicht beides durch Nebenbuhlerinnen, nur bezieht sich eines auf die Nebenbuhlerschaft untereinanderund eines auf hinzukommende [Nebenbuhlerinnen, die Peinigungen] würden also einander gleichen!? – Heißt es etwa: wenn du nehmen und peinigen wolltest, es heißt ja: wenn du peinigen und nehmen wolltest.",
"R. Papa sprach zu Abajje: Der Beischlaf selbst wird ja ‘Peinigung’ genannt, wie es heißt:er schlief hei ihr und peinigte sie!? Dieser erwiderte: Er peinigte sie durch andere Beschlafungen.",
"Die Rabbanan lehrten: Man darf einen Teil des Körpers ebensowenig waschen, wie den ganzen Körper; wenn jemand aber mit Lehm und Kot beschmutzt ist, so wasche er sich wie gewöhnlich, ohne Bedenken. Man darf einen Teil des Körpers ebensowenig salben, wie den ganzen Körper; wenn jemand aber krank ist oder Ausschläge auf dem Kopfe hat, so salbe er sich wie gewöhnlich, ohne Bedenken.",
"In der Schule Menašes wurde gelehrt: R. Šimon b.Gamliél sagte, eine Frau dürfe, ohne Bedenken, eine Hand im Wasser abspülen und einem Kinde Brot geben.",
"Man erzählt von Šammaj dem Älteren, daß er nicht mit einer Hand [einem Kinde] zu essen reichen wollte, und sie geboten ihm, mit beiden Händen zu reichen. – Aus welchem Grunde? Abajje erwiderte: Wegen der Šibta.",
"Die Rabbanan lehrten: Wer seinen Vater, seinen Lehrer oder sonst einen bedeutenderen als er selbst empfangen geht, darf ohne Bedenken bis an den Hals in Wasser gehen.",
"Sie fragten: Wie ist es, wenn ein Lehrer seinen Schüler [empfangen geht]? – Komm und höre: R. Jiçḥaq b.R. Ḥana erzählte, er habe gesehen, wie Zee͑ri zu seinem Schüler R. Ḥija b.Aši ging. R. Aši sagte: Es war R. Ḥija b.Aši, der zu seinem Lehrer Zee͑ri ging.",
"Raba erlaubte den Leuten von E͑ber lamina über ein Gewässer zu gehen, um Früchte zu bewachen. Abajje sprach zu Raba: Es gibt eine Lehre als Stütze für dich: Obstwächter dürfen ohne Bedenken bis an den Hals ins Wasser gehen.",
"R. Joseph erlaubte den Leuten von Be Tarbe, über ein Gewässer zu gehen, um zum Vortrage zu kommen; heimzukehren erlaubte er ihnen aber nicht. Abajje sprach zu ihm: Demnach legst du ihnen ein Hindernis für die Zukunft. Manche erzählen: Er erlaubte ihnen zu kommen und er erlaubte ihnen heimzukehren; da sprach Abajje zu ihm: Allerdings zu kommen, wieso aber heimzukehren!? – Um ihnen kein Hindernis für die Zukunft zu legen.",
"R. Jehuda und R. Šemuél b.R. Jehuda standen am Ufer des Papaflusses vor der Fähre von Ḥaçdad und Rami b. Papa stand auf der anderen Seite; da rief er ihnen zu: Darf ich zu euch hinübergehen, um euch über eine Lehre zu befragen? R. Jehuda erwiderte ihm: Rabh und Šemuél sagten beide, man dürfe hinübergehen, nur nicht die Hand unter den Saum des Rockes schieben. Manche sagen, R. Šemuél b.R. Jehuda erwiderte: Es wird gelehrt, man dürfe hinübergehen, nur nicht die Hand unter den Saum des Rockes schieben.",
"R. Joseph wandte ein: Ist dies denn selbst am Wochentage erlaubt, es heißt ja:er maß tausend Ellen und führte mich durch das Wasser bis an die Knöchel, hieraus, daß man [durch ein Wasser] bis an die Knöchel gehen dürfe;",
"er maß tausend [Ellen] und führte mich durch ein Wasser bis an die Kniee, hieraus, daß man [durch ein Wasser] bis an die Kniee gehen dürfe;er maß tausend [Ellen] und führte mich durch ein Wasser bis an die Hüften, hieraus, daß man [durch ein Wasser] bis an die Hüften gehen dürfe; tiefer aber [nicht, denn es heißt]:er maß noch tausend [Ellen], da war es ein Strom, den ich nicht durchschreiten konnte!?",
"Abajje erwiderte: Anders ist ein Strom, dessen Wasser reißend ist.",
"Man könnte glauben, man dürfe einen solchen schwimmend überschreiten, so heißt es:denn das Wasser war zu hoch, als daß man es durchschwimmen könnte. – Was heißt saḥu? – Schwimmen, denn den Schwimmer nennt man Sajaḥa. Man könnte glauben, man dürfe einen solchen in einem kleinen Boote überschreiten, so heißt es:kein Ruderboot durchfährt ihn, Man könnte glauben, man dürfe ihn in einem großen Boote überschreiten, so heißt es:und kein stolzes Schiff durchschreitet ihn. – Wieso geht dies hieraus hervor? – Nach der Übertragung R. Josephs: Kein Fischerboot fährt auf ihm und kein großes Boot durchschneidet ihn.",
"R. Jehuda b.Pazi sagte: Auch der Todesengel hat nicht die Befugnis, über einen solchen zu gehen, denn hier heißt es: kein Ruderboot [šajiṭ] durchfährt ihn, und dortheißt es: von einem Streifzuge [šuṭ] auf der Erde.",
"R. Pinḥas sagte im Namen R. Honas aus Sepphoris: Der Quellstrom, der aus dem Allerheiligsten hervorkam, glich beginnend den Fühlhörnern der Heuschrecken, an der Tür des Tempels glich er einem Kettenfaden, an der Vorhalle glich er einem Einschlagfaden und an der Tür des Vorhofes glich er einer kleinen Gießkanne. Das ist es, was wir gelernt haben: R. Elie͑zer b.Ja͑qob sagte: Da sprudelte das Wasser,"
],
[
"das dereinst unter der Schwelle des Hauses hervorquellen wird. Von da ab nahm er zu und stieg an, bis er die Tür des Davidischen Hauseserreichte, und an der Tür des Davidischen Hauses war er ein reißender Strom, in dem männliche und weibliche Flußbehaftete und Wöchnerinnen badeten, wie es heißt:an jedem Tage wird dem Hause Davids und den Bewohnern Jerušalems eine Quelle zur [Abwaschung von] Sünden und Menstruation eröffnet werden.",
"R. Joseph sagte: Hieraus ist eine Andeutung zu entnehmen, daß eine Menstruierende [beim Untertauchen] bis an den Hals im Wasser sitzen müsse. Die Halakha ist aber nicht wie er. –",
"Allerdings am Versöhnungstage, an dem man keine Sandalen anhat, wie ist es aber am Šabbath, an dem man Sandalenanhat? R. Neḥemja, der Schwiegersohn des Exilarchen, erwiderte: Ich sah, wie R. Ami und R. Asi, als sie an einen Wassergraben herankamen, ihn in [Schuhen] überschritten. –",
"Allerdings in Schuhen, wie verhält es sich aber mit den Sandalen? R. Reḥumi erwiderte: Ich sah, wie Rabina in solchen [über ein Gewässer] ging. R. Aši sagte: Von vornherein darf man es in Sandalen nicht.",
"Einst traf der Exilarch in Hagron ja bei R. Nathanein; Raphram und alle Rabbanan kamen zu seinem Vortrage, Rabina aber kam nicht. Am folgenden Tage wollte Raphram den Rabina aus den Gedanken des Exilarchen schlagenund fragte ihn: Weshalb kam der Meister nicht zum Vortrage? Dieser erwiderte: Ein Fuß schmerzte mich. – So solltest du Schuhe anziehen. – Es war der Fußrücken. –",
"So solltest du Sandalen anziehen. – Auf dem Wege befindet sich ein Wassergraben. – So solltest du ihn [in Sandalen] überschreiten. Dieser erwiderte: Hält denn der Meister nichts von dem, was R. Aši gesagt hat, daß man es in Sandalen von vornherein nicht dürfe!?",
"Jehuda b.Grogrothlehrte: Es ist verboten, am Versöhnungstage auf Lehm zu sitzen. R. Jehošua b.Levi sagte: Auf feuchtem. Abajje sagte: Nur wenn man sich zu befeuchten beabsichtigt. R. Jehuda sagte: Man darf sich an Früchten kühlen. R. Jehuda kühlte sich an einem Kürbis; Rabba kühlte sich an Gurken;",
"Raba kühlte sich an einem silbernen Becher. R.Papa sagte: An einem silbernen Becher ist es, wenn er voll ist, verboten, wenn er nicht voll ist, erlaubt; an einem irdenen aber ist es in beiden Fällen verboten, weil er [Flüssigkeit] ausschwitzt. R. Papa sagte: An einem silbernen Becher ist es verboten, auch wenn er nicht voll ist, weil er [aus der Hand] gleitenkann.",
"Zee͑ra b.Ḥama war der Wirt von R. Ami, R. Aši, R. Jehošua͑ b.Levi und allen übrigen Rabbanan von Cäsarea. Einst sprach er zu R. Joseph, dem Sohne des R. Jehošua͑ b.Levi: Gelehrtensohn, komm, ich will dir eine schöne Gepflogenheit von deinem Vater erzählen: Am Vorabende des Versöhnungstages tauchte er ein Tuch in Wasser und ließ es ein wenig trocknen und am nächsten Morgen rieb er damit Hände und Füße ab. Am Vorabend des Neunten Ab tauchte er ein solches in Wasser, und am folgenden Morgen fuhr er damit über die Augen.",
"Ebenso erzählte Rabba b.Mari, als er kam: Am Vorabend des neunten Ab holte man ihm ein Tuch das er in Wasser tauchte und unter das Kopfende [des Bettes] legte, und am folgenden Morgen rieb er damit Gesicht, Hände und Füße ab. Am Vorabend des Versöhnungstages holte man ihm ein Tuch, das er in Wasser tauchte und ein wenig trocknen ließ, und am folgenden Morgen fuhr er damit über die Augen. R. Jaqo͑b sprach zu R. Jirmeja b.Taḥlipha: Du hast uns dies entgegengesetzterzählt, und wir wandten ein: er drückte ja [das Wasser] aus.",
"R. Mehasja b. Taḥlipha erzählte im Namen R. A͑mrams im Namen des Rabba b.Bar Ḥana: Man fragte R. Elea͑zar, ob ein Greis, der im Kollegium sitzt, der Autorisation benötigt, um ein Erstgeboreneszu erlauben, oder nicht benötigt? –",
"Was war ihnen da fraglich? – Folgendes war ihnen fraglich: R. Idi b.Abin sagte, man habe diesdem Fürstenhause als Auszeichnung überlassen, demnach benötigt er der Autorisation, oder benötigt er ihrer nicht, da er ein Greis ist, der im Kollegium sitzt? Da stand R. Çadoq b. Haqula (auf seine Füße) auf und sprach: Ich sah, wie R. Jose b.Zimra, ein Greis, der im Kollegium saß und höher im Range war, als der Großvater von diesem, Autorisation einholte, um ein Erstgeborenes zu erlauben.",
"R. Abba sprach zu ihm: Nicht so verhielt sich die Sache, sondern wie folgt: R. Jose b.Zimra war Priester, und sie fragten, ob die Halakha wie R. Meír sei, welcher sagt, wer verdächtigerscheint, dürfe in dieser Sache weder richten noch bekunden, oder aber ist die Halakha wie R. Šimo͑n b.Gamliél, welcher sagt, er sei für andere glaubwürdig, für sich selber aber nicht glaubwürdig, und er entschied, die Halakha sei wie R. Šimo͑n b.Gamliél.",
"Ferner fragten sie ihn, ob man am Versöhnungstage"
],
[
"mit Korksandalen ausgehen dürfe. Da stand R. Jiçḥaq b. Naḥmani (auf seine Füße) auf und sprach: Ich sah R. Jehošua͑ b.Levi am Versöhnungstage mit Korksandalen ausgehen, und als ich ihn fragte, wie es an einem [anderen] Gemeindefasttage sei, erwiderte er mir, es gebe hierbei keinen Unterschied. Rabba b.Bar Ḥana erzählte: Ich sah R. Elea͑zar aus Ninve an einem Gemeindefasttage mit Korksandalen ausgehen, und als ich ihn fragte, wie es am Versöhnungstage sei, erwiderte er mir, es gebe hierbei keinen Unterschied. R. Jehuda pflegte mit Binsensandalen auszugehen: Abajje pflegte mit Staudensandalen auszugehen; Raba pflegte mit Riedsandalen auszugehen. Rabba b.R. Hona pflegte Tücher um die Füße zu wickeln und auszugehen.",
"Rami b.Ḥama wandte ein: Der Beinlose darf [am Šabbath] mit seiner Stelze ausgehen – so R. Meír; R. Jose verbietet dies. Hierzu wird gelehrt, sie stimmen überein, daß er damit nicht am Versöhnungstage ausgehen dürfe!? Abajje erwiderte: Da in dem Falle, wenn sie eine Lappenpolsterung hat, und zwar ist es wegen der Behaglichkeit [verboten].",
"Raba sprach zu ihm: Macht die Fütterung sie denn, wenn sie kein Gerät ist, zum Geräte!? Und ist denn ferner die Behaglichkeit, wenn sie nicht durch [Tragen von] Schuhen erfolgt, am Versöhnungstage verboten, Rabba b.R. Hona pflegte ja Tücher um die Füße zu wickeln und auszugehen!? Und wenn er ferner im Schlußsatze lehrt, daß, wenn [die Stelze] eine Lappenpolsterung hat, sie verunreinigungsfähig sei, so gilt ja der Anfangssatz von dem Falle, wenn sie keine Lappenpolsterung hat!?",
"Vielmehr, erklärte Raba, sind alle der Ansicht, sie gelte als Schuh, nur besteht ihr Streit beim Šabbathgesetze in folgendem: einer ist der Ansicht, man berücksichtige, sie könnte abgleiten und er veranlaßt werden, [am Šabbath] vier Ellen zu tragen, und einer ist der Ansicht, man berücksichtige dies nicht.",
"Die Rabbanan lehrten: Kindern ist alles erlaubt, ausgenommen das Anziehen von Sandalen. – Das Anziehen von Sandalen unterscheidet sich wohl dadurch, weil Erwachsene dazu aufgefordert werden könnten, und auch bei allen anderen können ja Erwachsene dazu aufgefordert werden!? – Baden und Salben können am Tage vorher erfolgen. –",
"Auch das [Anziehen der] Sandalen kann ja am Tage vorher erfolgen!? – [Das Anziehen der] Sandalen kann am Tage vorher nicht erfolgen, denn Šemuél sagte, wer den Geschmack des Todes kosten will, schlafe in Schuhen. –",
"Er lehrt ja aber, daß es ihnen von vornherein erlaubtsei!? – Vielmehr, bei dem, was nicht zu ihrer Pflege gehört, haben die Rabbanan Verbot angeordnet, bei dem aber, was zu ihrer Pflege gehört, haben die Rabbanan kein Verbot angeordnet. Abajje sagte nämlich: Mutter sagte mir, zur Pflege eines Kindes gehören warmes Wasser und Öl, ist es etwas älter, so gehöre dazu Quark mit Ei, ist es noch älter, so gehöre dazu das Zerbrechenvon Gefäßen. So pflegte Rabba für seine Kinder beschädigte Tongefäße zu kaufen, und diese pflegten sie zu zerbrechen.",
"EIN KÖNIG UND EINE BRAUT DÜRFEN DAS GESICHT WASCHEN. Wessen Ansicht vertritt unsere Mišna? – Die des R. Ḥananja b.Teradjon, denn es wird gelehrt: Ein König und eine Braut dürfen das Gesicht nicht waschen; R. Ḥananja b. Teradjon sagt im Namen R. Elie͑zers, ein König und eine Braut dürfen das Gesicht waschen. Eine Wöchnerin darf keine Sandalen anziehen; R. Ḥananja b.Teradjon sagt im Namen R. Elie͑zers, eine Wöchnerin dürfe Sandalen anziehen. –",
"Weshalb ein König? – Weil es heißt:den König in seiner Pracht sehen deine Augen. – Weshalb eine Braut? – Damit sie ihrem Manne nicht mißfällig sei. Rabh fragte R. Ḥija: Wie lange darf es die Braut? Dieser erwiderte: Wie gelehrt wird: Dreißig Tage verweigere maneiner Braut nicht ihren Schmuck. –",
"Eine Wöchnerin darf Sandalen anziehen, wessen der Erkältung.",
"Šemuél sagte: Besteht Skorpionengefahr, so sind [Schuhe] erlaubt.",
"WER DAS QUANTUM EINER GROSSEN DATTEL ISST. R. Papa fragte:"
],
[
"Sprechen sie von einer Dattel mit dem Steine oder ohneden Stein? R. Aši fragte: Ist ein Knochenin der Größe einer Gerste mit der Schale oder ohne die Schale zu verstehen? Einer feuchten oder einer trockenen? R. Aši war das, hinsichtlich dessen R. Papa [fragte], nicht fraglich, denn es wird von einer ‘großen Dattel’ gelehrt, also in ihrer ganzen Größe; R. Papa war das, hinsichtlich dessen R. Aši [fragte], nicht fraglich, denn die feuchte [Gerste] heißt Šiboleth, und ohne die Schale heißt sie Graupe.",
"Raba sagte im Namen R. Jehudas: Die große Dattel, von der sie sprechen, ist mehr als ein Ei, denn die Rabbanan haben festgestellt, daß man mit einem solchen Quantumbefriedigt wird, mit weniger aber nicht. Man wandte ein: Einst brachte man [am Hüttenfeste] R. Joḥanan b.Zakkaj eine Speise zum Kosten und R. Gamliél zwei Datteln und einen Eimer Wasser; da sprachen sie: Bringet sie nach der Festhütte hinauf. Hierzu wird gelehrt: Nicht etwa, weil die Halakha so ist, vielmehr wollten sie sich eine Erschwerung auferlegen.",
"Und als man R. Çadoq eine Speise von weniger als Eigröße reichte, nahm er sie mit einem Tuche, aß sie außerhalb der Festhütte, und sprach nachher nicht den Segen."
],
[
"In Eigröße muß es demnach in der Festhütte erfolgen. Wieso sagst du nun, die große Dattel, von der sie sprechen, sei mehr als ein Ei, wenn zwei Datteln ohne Steine weniger als ein Eisind, wie kann demnach eine große Dattel mit dem Steine mehr als ein Ei sein!? R. Jirmeja erwiderte: Allerdings, zwei Datteln ohne Steine sind weniger als ein Ei, eine große Dattel mit dem Steine ist mehr als ein Ei. R. Papa sagte: Das ist es, was die Leute sagen: zwei Kab Datteln haben einen Kab Steine mit einem Überschuß.",
"Raba erklärte: Da hat es einen ganz anderen Grund: es waren Früchte, und Früchte brauchen nicht in der Festhütte [gegessen zu werden]. Man wandte ein: Rabbi erzählte: Als wir die Tora bei R. Elea͑zar b. Šamua͑ studierten, brachte man uns einst Feigen und Trauben, und wir aßen sie als gelegentliches Essen außerhalb der Festhütte. Nur gelegentlich, eine regelmäßige Mahlzeit aber ist verboten!? –",
"Lies: wir aßen sie wie eine gelegentliche Mahlzeit außerhalb der Festhütte. Wenn du aber willst, sage ich: wir aßen sie außerhalb der Festhütte als regelmäßige Mahlzeit, und dazu als gelegentliches Essen auch Brot.",
"Ihm wäre eine Stütze zu erbringen; Hat man siemit Leckereien nachgeholt, so hat man seiner Pflicht genügt. Wenn man nun sagen wollte, Früchte müssen in der Festhütte [gegessen werden], so sollte er [auch] von Früchten lehren. – Unter Leckereien sind eben Früchte zu verstehen. Wenn du aber willst, sage ich: in einer Ortschaft, wo Früchte selten sind.",
"R. Zebid sagte: Die große Dattel, von der sie sprechen, ist weniger als ein Ei, denn wir haben gelernt: Die Schule Šammajs sagt, Sauerteig in Olivengrößeund Gesäuertes in Dattelgröße.",
"Hierzu fragten wir nach dem Grunde der Schule Šammajs, [und es wurde erwidert:] Der Allbarmherzige sollte es nur vom Gesäuerten und nicht vom Sauerteige geschrieben, und man würde gefolgert haben: Wenn Gesäuertes, das nicht sehr sauer ist, bei Olivengröße verboten ist, um wieviel mehr Sauerteig, der sein: sauer ist. Wenn der Allbarmherzige sie besonders nennt, so lehrt er damit, daß das Quantum des einen nicht dem Quantum des anderen gleiche: Sauerteig in Olivengröße und Gesäuertes in Dattelgröße.",
"Wenn man nun sagen wollte, die große Dattel, von der sie sprechen, sei mehr als «in Ei, so sollte doch die Schule Šammajs, die nur ein eine Olive übersteigendes Quantum normieren will, die Eigröße festsetzen; und auch wenn sie gleich wären, sollte sie die Eigrößefestsetzen!? Hieraus ist somit zu entnehmen, daß die Dattel weniger ist als ein Ei. –",
"Wieso denn, tatsächlich, kann ich dir erwidern, ist die große Dattel, von der sie sprechen, mehr als ein Ei, die gewöhnliche aber ist wie ein Ei groß, und da sie gleich sind, nennt sie die eine. –",
"Vielmehr, dies ist aus folgendem zu entnehmen: Wieviel [muß man gegessen haben], um zum gemeinsamen Tischsegenverpflichtet zu sein? Bis zum Quantum einer Olive – so R. Meír; R. Jehuda sagt, bis zum Quantum eines Eies. Worin besteht ihr Streit? R. Meír erklärt:wenn du gegessen, dies beziehe sich auf das Essen, und dich gesättigt, dies beziehe sich auf das Trinken, und ‘essen’ heißt es beim Quantum einer Olive, und R. Jehuda erklärt: wenn du gegessen und dich gesättigt hast, ein Essen, das sättigend ist, und dies ist es erst beim Quantum eines Eies.",
"Wenn man nun sagen wollte, die große Dattel, von der sie sprechen, sei meihr als ein Ei, wie sollte, wenn nun das Quantum eines Eies sogar sättigend ist, es nicht befriedigend sein!? Hieraus ist somit zu entnehmen, daß die große Dattel, von der sie sprechen, weniger ist als ein Ei; die Eigröße ist sättigend, die Dattelgröße ist nur befriedigend.",
"Es wird gelehrt: Rabbi sagte:"
],
[
"In allen anderen Fällen gilt [für die Speise] das Quantum einer Olive, ausgenommen die Unreinheit von Speisen; hierbei hat die Schrift eine veränderte Ausdrucksweiseangewandt, und die Weisen haben ein anderes Quantum normiert. Als Beweis dafürdient der Versöhnungstag. – Wieso hat die Schrift [bei diesem] die Ausdrucksweise verändert? – [Es heißt:]wer sich nicht kasteit. – Wieso haben die Weisen [bei diesem] das Quantum anders normiert? – Die Dattelgröße. –",
"Was soll der Beweis vom Versöhnungstage? – Man könnte erwidern, da sei esdie gewöhnliche Wendung der Schrift. –",
"Woher wissen wir, daß die Verunreinigungsfähigkeit von Speisen bei Eigröße erfolgt? R. Abahu erwiderte im Namen R. Elea͑zars: Die Schrift sagt:alles Eßbare, das gegessen zu werden pflegt, Eßbares, das von Eßbarem kommt, das ist ein Hühnerei. – Vielleicht ein Böckchen!? – Ein solches benötigt noch des Schlachtens. – Vielleicht die Geburt des Aufgeschlitzten!? – Diese bedarf noch des Aufschneidens. –",
"Vielleicht das Ei des Bar Jukhni!? – Ergreifst du viel, so hast du nichts ergriffen, ergreifst du wenig, so hast du es ergriffen. – Vielleicht das Ei eines Vögelchens (das sehr klein ist)!?",
"R. Abahu erwiderte in seinem eigenen Namen: Alles Eßbare, das gegessen zu werden pflegt, ein Essen, das man mit einem Male essen kann, und die Weisen haben es ermessen, daß der Schlund nicht mehr als ein Hühnerei fasse.",
"R. Elea͑zar sagte: Wer in der Jetztzeit Talg gegessen hat, muß das Quantum aufschreiben, denn ein anderes Gericht könnte kommen und das Quantum vergrößern. –",
"Was heißt das Quantum vergrößern: wollte man sagen, es könnte wegen des Quantums einer kleinen Olive zu einem Opfer verpflichten, so wird ja gelehrt:Die nicht ausgeübt werden dürfen, und versehentlich sich vergeht; wer aus eigenem Bewußtwerden Buße tut, bringe wegen seines Vergehens ein Opfer dar,",
"wer nicht aus eigenem Bewußtwerden Buße tut, bringe kein Opfer wegen seines Vergehens dar!? –",
"Vielmehr, es könnte zu einem Opfer verpflichten nur wegen des Quantums einer großen Olive. –",
"Was heißt ‘das Quantum vergrößern’, nach der ersten Auffassung, es könnte wegen des Quantums einer kleinen Olive zu einem Opfer verpflichten? – Es könnte die [Zahl der] Opfer wegen des Quantums vergrößern.",
"R. Joḥanan sagte: Die Größe des Quantums und die Strafgesetze sind Moše am Sinaj überlieferte Lehren. – Die Strafgesetze sind ja geschrieben!? – Dies ist vielmehr wie folgt zu verstehen: R. Joḥanan sagte: die Größe des Quantums, derentwegen man der Strafe verfällt, sind Moše am Sinaj überlieferte Lehren.",
"Ebenso wird auch gelehrt: Die Masse, derentwegen man der Strafe verfällt, sind Moše am Sinaj überlieferte Lehren. Manche sagen, das Gerichtskollegium des Ja͑beç habe sie festgesetzt. – Es heißt ja aber:dies sind die Gebote, ein Prophet darf von nun ab nichts neu einführen!? – Vielmehr, man hatte sie vergessen, und dieser führte sie wieder ein.",
"ODER EINEN MUNDVOLL TRINKT. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Nicht wirklich einen Mundvoll, sondern soviel, daß, wenn man es auf eine Mundseite nimmt, es wie ein Mundvoll aussieht. – Wir haben ja aber ‘einen Mundvoll’ gelernt!? – Lies: wie einen Mundvoll.",
"Man wandte ein: Wieviel muß man getrunken haben, um schuldig zu sein? Die Schule Šammajs sagt, ein Viertellog, und die Schule Hilleis sagt, einen Mundvoll. R. Jehuda im Namen R. Elie͑zers sagt, wie einen Mundvoll; R. Jehuda b.Bethera sagt, einen Schluck!? –",
"Ist [jene Lehre] denn bedeutender als unsere Mišna? Diese erklärten wir: daß es [wie ein Mundvoll] aussieht, ebenso auch jene: daß es aussieht. – Demnach ist es ja mit [der Ansicht] R. Elie͑zers identisch!? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich eines gedrängtenMundvolls.",
"R. Hoša͑ja wandte ein: Demnach gehört dies ja zu den Erleichterungen der Schule Šammajs und den Erschwerungender Schule Hillels!? [Rabba] erwiderte:"
],
[
"Als dies erörtert wurde, handelte es sich um [einen Riesen wie] O͑g, König von Bašan, in welchem Falle die Schule Šammajs erschwerend ist.",
"R. Zera wandte ein: Weshalb ist beim Essen für jeden [unterschiedslos] das Quantum einer Dattel festgesetzt, beim Trinken aber für jeden individuell? Abajje erwiderte: Die Gelehrten haben festgestellt, daß man [beim Essen] mit einem dattelgroßen Quantum befriedigt werde, mit weniger aber nicht, beim Trinken nur mit dem für sich erforderlichen Quantum, nicht aber mit dem seines Nächsten.",
"R. Zera wandte ein: Alle Welt mit dem Quantum einer Dattel, und O͑g, König von Bašan, mit dem Quantum einer Dattel!? Abajje erwiderte: Die Gelehrten haben festgestellt, daß man damit befriedigt werde, mit weniger aber nicht, jedoch alle Welt vollständig und O͑g, König von Bašan, nur ein wenig.",
"R. Zera wandte ein: Fettes Fleisch im Quantum einer Dattel und Weinranken im Quantum einer Dattel!? Abajje erwiderte: Die Gelehrten haben festgestellt, daß man damit befriedigt werde, mit weniger aber nicht, jedoch mit fettem Fleische vollständig und mit Weinranken nur ein wenig.",
"Raba wandte ein: Das Quantum einer Olive, während man ein Peras aufessen kann, und das Quantum einer Dattel, während man ein Peras aufessen kann!? Abajje erwiderte: Die Gelehrten haben festgestellt, daß in einem solchen [Zeiträume das Essen] befriedigend ist, in einem größeren aber nicht.",
"Raba wandte ein: Das Quantum einer Dattel, während man ein Peras aufessen kann, und ein halbes Peras, während man ein Peras aufessen kann!? R. Papa erwiderte ihm: Laß die Unreinheit des Körpers, die kein [Gesetz] der Tora ist. –",
"Kann R. Papa dies denn gesagt haben, es heißt ja:verunreinigt euch nicht durch sie, so daß ihr unrein durch sie werdet, und hierzu sagte R. Papa, hier sei die Unreinheit des Körpers aus der Tora zu entnehmen!? – Rabbanitisch, und der Schriftvers ist nur eine Anlehnung.",
"VERSCHIEDENE SPEISEN. R. Papa sagte: Hat man eine Fleischschnitte mit dem Salz gegessen, so werden sie vereinigt; und obgleich [Salz] an sich keine Speise ist, so werden sie, da man [sie zusammen] ißt, dennoch vereinigt. Reš Laqiš sagte: Die Tunke auf den Kräutern wird hinsichtlich des Versöhnungstages mit diesen zum dattelgroßen Quantum vereinigt. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, sie gelte als Getränk, so lehrt er uns, daß alles, was zur Verbesserung der Speise gehört, als Speise gilt.",
"Reš Laqiš sagte: Wer am Versöhnungstageübersättigt ißt, ist frei. – Weshalb? – Es heißt:der sich nicht kasteiet, ausgenommen der Fall, wenn man [die Speise] nur vernichtet.",
"R. Jirmeja sagte im Namen des Reš Laqiš: Wenn ein Laie übersättigt Hebe ißt, so hat er nur den Grundwert und nicht das Fünftel zu zahlen, [denn es heißt:] wenn jemand ißt, ausgenommen der Fall, wenn man [die Speise] nur vernichtet. R. Jirmeja sagte im Namen R. Joḥanans:"
],
[
"Wenn ein Laie Gerste von Hebe kaut, so hat er nur den Grundwert und nicht das Fünftel zu zahlen; wenn jemand ißt, ausgenommen, wenn man [die Speise] mir vernichtet.",
"R. Šezbi sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn ein Laie Judendornenvon Hebe heruntergeschluckt und ausgebrochen hat, und jemand sie ißt, so zahle der erste den Grundwert und das Fünftel, während der andere an den ersten nur den Holzwert zu zahlen hat.",
"SPEISEN UND GETRÄNKE WERDEN NICHT [MITEINANDER] VEREINIGT. Wer lehrte dies? R. Ḥisda erwiderte: Hierüber besteht ein Streit, und [unsere Mišna] lehrt nach R. Jehošua͑, denn wir haben gelernt: R. Jehošua͑ sagte eine Regel. Dinge, die hinsichtlich der Unreinheit und des Quantumseinander gleichen, werden vereinigt,",
"die aber nur hinsichtlich der Unreinheit und nicht hinsichtlich des Quantums, hinsichtlich des Quantums und nicht hinsichtlich der Unreinheit, oder weder hinsichtlich der Unreinheit noch hinsichtlich des Quantums einander gleichen, werden nicht vereinigt.",
"R. Naḥman sagte: Du kannst auch sagen, nach den Rabbanan, denn die Rabbanan sind ihrer Ansicht nur bei der Unreinheit, weil sie alle die Bezeichnung ‘Unreinheit’ tragen, hierbei aber kommt es auf die Befriedigung an, und befriedigt wird man damit nicht.",
"Ebenso sagte auch Reš Laqiš, hierüber bestehe ein Streit, und [unsere Mišna] lehre nach R. Jehošua͑, denn wir haben gelernt: R. Jehošua͑ sagte eine Regel &c. R. Joḥanan aber sagte: Du kannst auch sagen, nach den Rabbanan, denn die Rabbanan sind ihrer Ansicht nur bei der Unreinheit, hierbei aber kommt es auf die Befriedigung ari, und befriedigt wird man damit nicht.",
"WER BEI EINEM ENTFALLEN GEGESSEN UND GETRUNKEN HAT, IST NUR EIN SÜNDOPFER SCHULDIG, WENN ABER GEGESSEN UND EINE ARBEIT VERRICHTET, SO IST ER ZWEI SÜNDOPFER SCHULDIG. WER UNGENIESSBARE SPEISEN GEGESSEN, UNGENIESSBARE GETRÄNKE ODER TUNKE ODER SALZBRÜHE GETRUNKEN HAT, IST FREI.",
"GEMARA. Reš Laqiš sagte: Weshalb befindet sich bei der Kasteiung keine Verwarnung? Weil dies nicht möglich ist; wie sollte denn der Allbarmherzige geschrieben haben, wenn etwa: nicht essen, so heißt es ja ‘essen’ schon im Quantum einer Olive, wenn etwa: nicht kasteien, so würde dies ja heißen: auf und iß.",
"R. Hoša͑ja wandte ein: Der Allbarmherzige könnte ja geschrieben haben: achte, wenn nicht kasteiet wird!? – Dann wären es ja mehrere Verbote.",
"R. Bebaj b. Abajje wandte ein: Der Allbarmherzige könnte ja geschrieben haben: achte auf das Gebot der Kasteiung!? – Das ‘achte’ ist bei einem Verbote ein Verbot und bei einem Gebote ein Gebot. R. Aši wandte ein: Er könnte ja geschrieben haben: unterlasse nichtdie Kasteiung!? – Dies ist ein Einwand.",
"Folgender Autor entnimmt dies hieraus:Ihr sollt eure Leiber kasteien; ihr dürft keinerlei Arbeit verrichten. Man könnte glauben, die Arbeit sei auch am Zusatzestrafbar, so heißt es:wer an diesem Tage selbst eine Arbeit verrichtet, nur die Arbeit an diesem Tage selbst wird mit der Ausrottung bestraft, nicht aber wird die Arbeit am Zusatze mit der Ausrottung bestraft.",
"Man könnte glauben, nur die Arbeit am Zusatze werde nicht mit der Ausrottung bestraft, wohl aber werde die [Unterlassung der] Kasteiung während des Zusatzes mit der Ausrottung bestraft, so heißt es:denn wer irgend an diesem Tages selbst sich nicht kasteiet, soll ausgerottet werden, nur wegen der Kasteiung am Tage selbst wird man mit der Ausrottung bestraft, nicht aber wird man mit der Ausrottung bestraft wegen der Kasteiung am Zusätze.",
"Man könnte glauben, die Arbeit am Zusatze werde allerdings nicht [mit der Ausrottung] bestraft, wohl aber sei darauf die Verwarnung gesetzt, so heißt es:ihr dürft an diesem Tage selbst keinerlei Arbeit verrichten, die Verwarnung ist nur auf die Arbeit an diesem Tage selbst gesetzt, nicht aber ist die Verwarnung auf die Arbeit am Zusätze gesetzt.",
"Man könnte glauben, nur auf die Arbeit am Zusätze sei keine Verwarnung gesetzt, wohl aber sei eine Verwarnung auf die [Unterlassung der] Kasteiung gesetzt, so ist ein Schluß zu folgern: wenn auf die Arbeit, die auch an Šabbathen und Festen [verboten] ist, keine Verwarnung gesetzt ist, um wieviel weniger ist eine Verwarnung auf die Kasteiung gesetzt, die an Šabbathen und Festen keine Geltung hat.",
"Von der Verwarnung aber hinsichtlich der Kasteiung an diesem Tage selbst haben wir es nicht gelernt; woher dies? Die Strafandrohung hinsichtlich der Arbeit ist ja [zu lehren] nicht nötig, da dies schon von der Kasteiung zu folgern ist, denn wenn die [Unterlassung der] Kasteiung, die an Šabbathen und Festen keine Geltung hat, mit der Ausrottung bestraft wird, um wieviel mehr die Arbeit, die auch an Šabbathen und Festen [verboten] ist, und wenn sie dennoch gelehrt wird, so dient sie zur Vergleichung, um daraus [einen Schluß] durch Wortanalogie zu folgern: bei der Kasteiung befindet sich eine Strafandrohung und bei der Arbeit befindet sich eine Strafandrohung; wie nun die Arbeit nur bei Verwarnung bestraft wird, ebenso wird die [Unterlassung der] Kasteiung nur bei Verwarnung bestraft.",
"Es ist aber zu widerlegen: wohl die [Unterlassungder] Kasteiung, die nicht aus der Allgemeinheit heraus erlaubt worden ist, während die Arbeit aus der Allgemeinheit heraus erlaubt wordenist.",
"Vielmehr, die Strafandrohung hinsichtlich der Kasteiung ist ja [zu lehren] nicht nötig, da dies schon von der Arbeit zu folgern ist, denn wenn die Arbeit, die aus der Allgemeinheit heraus erlaubt worden ist, mit der Ausrottung bestraft wird, um wieviel mehr die [Unterlassung der] Kasteiung, die aus der Allgemeinheit heraus nicht erlaubt worden ist, und wenn sie dennoch gelehrt wird, so dient dies zur Vergleichung, um daraus [einen Schluß] durch Wortanalogie zu folgern: bei der Kasteiung befindet sich eine Strafandrohung, und bei der Arbeit befindet sich eine Strafandrohung, wie nun die Arbeit nur bei Verwarnung bestraft wird, ebenso wird auch die [Unterlassung der] Kasteiung nur bei Verwarnung bestraft.",
"Es ist zu widerlegen: wohldie Arbeit, die auch an Šabbathen und Festen [verboten] ist, während die Kasteiung an Šabbathen und Festen keine Geltung hat.",
"Rabina sagte: Dieser Autor folgert es durch [das Wort]selbst, das entbehrlich ist, denn wenn es nicht überflüssig wäre, könnte man dagegen einwenden, wie wir eingewandt haben; es ist aber entbehrlich.",
"Fünf Schriftverse handeln von der Arbeit; einer deutet auf die Verwarnung für den Tag, einer auf die Verwarnung für die Nacht, einer auf die Strafandrohung für den Tag, einer auf die Strafandrohung für die Nacht und einer ist entbehrlich, um von der Arbeit auf die Kasteiung zu schließen, sowohl für den Tag als auch für die Nacht.",
"In der Schule R. Jišma͑éls erklärten sie: Hierbei heißt es peinigen und dortheißt es peinigen, wie dort die Strafe nur bei Verwarnung erfolgt, ebenso erfolgt auch hierbei die Strafe nur bei Verwarnung. R. Aḥa b.Ja͑qob erklärte: Dies ist durch [das Wort] Ruhetag zu folgern, das auch beim gewöhnlichen Šabbath gebraucht wird, wie bei diesem die Strafe nur bei Verwarnung erfolgt, ebenso erfolgt auch hierbei die Strafe nur bei Verwarnung.",
"R. Papa erklärte:"
],
[
"Der [Versöhnungstag] selbst heißt Šabbath, denn es heißt:sollt einen Ruhetag [Šabbath] feiern. – Allerdings erklärt R. Papa nicht wie R. Aḥa b. Ja͑qob, weil das bei diesem selbst gebrauchte Schriftwort bevorzugter ist, weshalb aber erklärt R. Aḥa b.Ja͑qob nicht wie R. Papa!?",
"Diesesist für die folgende Lehre nötig:Ihr sollt eure Leiber am neunten des Monats kasteien; man könnte glauben, man beginne sich schon am neunten zu kasteien, so heißt es: am Abend. Aus [dem Worte] am Abend könnte man entnehmen, erst wenn es dunkel ist, so heißt es: am neunten. Wie ist dies zu erklären? Man beginne schon am Tage sich zu kasteien. Hieraus, daß man vom Profanen zum Heiligen hinzufüge.",
"Ich weiß dies vom Beginne, woher dies vom Ausgang? Es heißtvom Abend bis zum Abend. Ich weiß dies vom Versöhnungstage, woher dies von den Festen? Es heißt:sollt ihr feiern. Ich weiß dies von den Festen, woher dies von den Šabbathen? Es heißt:euren Ruhetag. Hieraus, daß man bei jedem Ruhetage vom Profanen zum Heiligen hinzufüge. –",
"Wofür verwendet der Autor, der esdurch [das Wort] selbst folgert, [die Worte] am neunten des Monats!? – Er verwendet sie für eine Lehre des Ḥija b.Rabh aus Diphte, denn Ḥija b.Rabh aus Diphte lehrte: Ihr sollt eure Leiber am neunten kasteien; fastet man etwa am neunten, man fastet ja am zehnten!? Dies besagt dir vielmehr, daß die Schrift jedem, der am neunten ißt und trinkt, es anrechnet, als faste er am neunten und am zehnten.",
"WER UNGENIESSBARE SPEISEN GEGESSEN. Raba sagte: Wer am Versöhnungstage Pfeffer kaut, ist frei; wer am Versöhnungstage Ingwer kaut, ist frei.",
"Man wandte ein: R. Meír sagte: Wenn es heißt:ihr sollt ihn Ungeweihtes sein lassen, seine Frucht, so weiß ich ja, daß ein Baum eßbarer Frucht gemeint sei, wozu heißt es Bäume eßbarer Frucht? Auch ein Baum, dessen Holz und Frucht den gleichen [Geschmack] haben, nämlich die Pfefferstaude. Dies lehrt dich, daß die Pfefferstaude dem Gesetze vom Ungeweihten unterliege, und daß es im Jisraéllande an nichts fehle, wie es heißt:darin an nichts mangelt!? –",
"Das ist kein Einwand; das eine gilt von eingemachtemund das andere von trockenem.",
"Rabina sprach zu Meremar: R. Naḥman sagte ja aber, das aus Indien kommende Ingwermus sei [zum Essen] erlaubt, und man spreche darüber den Segen ‘Der die Bodenfrucht erschafft’!? – Das ist kein Einwand; das eine gilt von eingemachtem und das andere von trockenem.",
"Die Rabbanan lehrten: Wer Röhrichtsblätter ißt, ist frei, wenn Weinranken, so ist er schuldig. – Von welchen Weinranken gilt dies? R. Jiçḥaq aus Magdala erwiderte: Die vom Neujahr bis zum Versöhnungstagesproßten. R. Kahana erwiderte: In den ersten dreißigTagen. Übereinstimmend mit R. Jiçḥaq aus Magdala wird gelehrt: Wer Röhrichtsblätter ißt, ist frei, wenn Weinranken, so ist er schuldig; dies gilt nur von Weinranken, die vom Neujahr bis zum Versöhnungstage sproßten.",
"WER TUNKE ODER SALZBRÜHE GETRUNKEN HAT, IST FREI. Wenn aber Essig, so ist man schuldig, somit lehrt unsere Mišna nach Rabbi. Es wird nämlich gelehrt: Rabbi sagte, Essig erquicke die Seele.",
"R. Gidel b.Menaše aus Biri bei Nereš trug vor, die Halakha sei nicht wie Rabbi, und im folgenden Jahre gingen alle und tranken verdünnten Essig. Als R. Gidel davon hörte, nahm er daran Antsoß und sprach: Ich sagte es nur von dem Falle, wenn bereits geschehen, sagte ich etwa, daß es von vornherein [erlaubt sei]? Ich sagte es nur von einem kleinen Quantum, sagte ich es etwa von einem großen? Ich sagte es nur von rohem, sagte ich es etwa von verdünntem!?"
],
[
"MAN BRAUCHT KINDER AM VERSÖHNUNGSTAGE NICHT FASTEN ZU LASSEN, JEDOCH MUSS MAN SIE EIN JAHR ODER ZWEI JAHRE VORHERDARAN GEWÖHNEN, DAMIT SIE IN DEN GEBOTEN EINGEÜBT SEIEN.",
"GEMARA. Wenn man sie schon zwei Jahre vorher daran gewöhnen muß, so braucht dies ja nicht von einem Jahre [gelehrt zu werden]!? R. Ḥisda erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine gilt von einem schwachen, das andere von einem kräftigen.",
"R. Hona sagte: Acht- und Neunjährige gewöhne man stundenweise, Zehn- und-Elfjährige müssen rabbanitisch [das Fasten] beenden, Zwölfjährige müssen es nach der Tora beenden. Dies gilt von Mädchen. R. Naḥman sagte: Neun- und Zehnjährige gewöhne man stundenweise, Elf- und Zwölfjährige müssen rabbanitisch [das Fasten] beenden, Dreizehnjährige müssen es nach der Tora beenden. Dies gilt von Knaben. R. Joḥanan sagte: Rabbanitisch gibt es kein Beenden [des Fastens], vielmehr muß man Zehn- und Elfjährige stundenweise gewöhnen, während Zwölfjährige [das Fasten] nach der Tora beenden müssen. –",
"Wir haben gelernt: Man braucht Kinder am Versöhnungstage nicht fasten zu lassen, jedoch muß man sie ein Jahr oder zwei Jahre vorher daran gewöhnen. Einleuchtend ist dies nach R. Hona und R. Naḥman: (ein Jahr oder zwei Jahre vorher:) nämlich ein Jahr vorheroder zwei Jahre vorher,",
"wie ist dies aber nach R. Joḥanan zu erklären!? – R. Joḥanan kann dir erwidern: ein Jahr oder zwei Jahre, nämlich vor ihrer Reife. –",
"Komm und höre: Rabba b.Šemuél lehrte: Man braucht Kinder am Versöhnungstage nicht fasten zu lassen, jedoch muß man sie ein Jahr oder zwei Jahre vor ihrer Reife daran gewöhnen. Einleuchtend ist dies nach R. Joḥanan, wie ist es aber nach R. Hona und R. Naḥmanzu erklären!? – Diese Rabbanan können dir erwidern: unter ‘gewöhnen’ ist eben das Beenden [des Fastens] zu verstehen. –",
"Heißt denn das Beenden [des Fastens] ‘gewöhnen’, es wird ja gelehrt: Was heißt ‘gewöhnen’? Pflegt es in der zweiten Stunde zu essen, so gebe man ihm in der dritten, wenn in der dritten, so gebe man ihm in der vierten!? Raba b. U͑la erwiderte: Es gibt zweierlei Arten des Gewöhnens.",
"WENN EINE SCHWANGERE [DEN DUFT EINER SPEISE] RIECHT, SO GEBE MAN IHR ZU ESSEN, BIS SIE SICH ERHOLT. EINEM KRANKEN GEBE MAN ZU ESSEN AUF VERORDNUNG VON SACHKUNDIGEN; SIND KEINE SACHKUNDIGEN ANWESEND, SO GEBE MAN IHM ZU ESSEN AUF SEIN EIGENES VERLANGEN, BIS ER SAGT, ER HABE GENUG.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wenn eine Schwangere den Duft von heiligem Fleische oder von Schweinefleisch riecht, so stecke man für sie ein Stäbchen in die Brühe und lege ihr an den Mund. Hat sie sich erholt, so ist es gut, wenn aber nicht, so gebe man ihr von der Brühe selbst. Hat sie sich erholt, so ist es gut, wenn aber nicht, so gebe man ihr das fette [Fleisch] selbst, denn außer Götzendienst, Unzucht und Mord hast du nichts, dem nicht die Lebensrettung vorginge. –",
"Woher dies vom Götzendienste? – Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Wenn es heißt:mit deiner ganzen Seele, wozu heißt es: mit deinem ganzen Vermögen, und wenn es heißt: mit deinem ganzen Vermögen, wozu heißt es: mit deiner ganzen Seele?",
"Ist es ein Mensch, dem seine Person lieber ist als sein Geld, so heißt es: mit deiner ganzen Seele, und ist es ein Mensch, dem sein Geld lieber ist als seine Person, so heißt es: mit deinem ganzen Vermögen. –",
"Woher dies von der Unzucht und dem Morde? – Es wird gelehrt: Rabbi sagte: Dies ist ebenso, wie wenn einer seinen Nächsten überfällt und ermordet; was soll bei [Notzucht einer] Verlobten der Vergleich mit dem Morde?",
"Vielmehr, was lehren sollte, lernt auch: wie man die Verlobte mit dem Leben [des Notzüchters] rette, ebenso [den Überfallenen mit dem Leben des] Mörders, und, wie man sich eher töten lasse, als einen Mord begehen, ebenso lasse man sich bei [der Notzucht] einer Verlobten eher töten, als dies begehen. –"
],
[
"Woher dies vom Morde selbst? – Dies ist einleuchtend. So kam einst jemand vor Raba und erzählte ihm: Der Befehlshaber meines Wohnorts befahl mir, jenen zu töten, sonst tötet er mich. Dieser erwiderte: Mag er dich töten, du aber begehe keinen Mord; wieso glaubst du, daß dein Blut röter ist, vielleicht ist das Blut jenes Menschen röter.",
"Einst roch eine Schwangere [am Versöhnungstage den Duft von Speisen], und als man Rabbi befragte, sprach er: Geht, raunt ihr zu, daß heute Versöhnungstag sei. Da raunten sie es ihr zu, und sie erholte sich. Da las er über [das Kind] den Schriftvers:Ehe ich dich im Mutterleibe bildete, habe ich dich ausersehen &c. Ihr entstammte R. Joḥanan.",
"Einst roch eine Schwangere [am Versöhnungstage den Duft von Speisen], und als man R. Ḥanina befragte, sprach er: Geht, raunt ihr zu, daß heute Versöhnungstag sei. Sie erholte sich aber nicht. Da las er über [das Kind] den Schriftvers:"
],
[
"Die Frevler sind abtrünnig vom Mutterleibe an. Ihr entstammte Šabthaj der Getreidewucherer.",
"EINEM KRANKEN GEBE MAN ZU ESSEN AUF VERORDNUNG VON SACHKUNDIGEN. R. Jannaj sagte: Wenn der Kranke sagt, er müsse [essen], und der Arzt sagt, er brauche es nicht, so höre man auf den Kranken, denn es heißt:das Herz kennt sein Leid. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, der Arzt wisse es besser, so lehrt er uns.",
"Wenn der Arzt sagt, er müsse [essen], und der Kranke sagt, er brauche es nicht, so höre man auf den Arzt. – Weshalb? – Ein Stumpfsinn bemächtigt sich seiner. –",
"Wir haben gelernt: Man gebe ihm zu essen auf Verordnung von Sachkundigen. Nur auf Verordnung von Sachkundigen, nicht aber auf sein Verlangen; nur auf Verordnung von Sachkundigen, nicht aber auf Verordnung eines Sachkundigen!? –",
"Dies gilt von dem Falle, wenn er selbst sagt, er brauche es nicht. – Sollte man ihm auch auf Verordnung eines Sachkundigen [zu essen] geben!? – In dem Falle, wenn noch jemand anwesend ist, der sagt, er brauche es nicht. – «Man gebe ihm zu essen auf Verordnung von Sachkundigen.»",
"Selbstverständlich, hierbei besteht ja ein Zweifel der Lebensgefahr, und bei einem Zweifel der Lebensgefahr ist ja erleichternd zu entscheiden!? – In dem Falle, wenn mit ihm noch andere zwei anwesend sind, die sagen, er brauche es nicht. Und obgleich R. Saphra gesagt hat, [die Regel], zwei wie hundert und hundert wie zwei, gelte nur bei Zeugen, während man sich bei der Schätzung nach der Anzahl der Ansichten richte,",
"so bezieht sich dies nur auf Schätzungen in Geldsachen, während hierbei ein Zweifel der Lebensgefahr besteht. –",
"Wenn er aber im Schlußsatze lehrt, daß, wenn keine Sachkundigen anwesend sind, man ihm auf sein eigenes Verlangen zu essen gebe, so gilt ja der Anfangssatz von dem Falle, wenn er sagt, er brauche es!? – [Unsere Mišna] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: Dies nur, wenn er sagt, er brauche es nicht, wenn er aber sagt, er brauche es, und da nicht zwei Sachkundige anwesend sind, sondern nur einer, der sagt, er brauche es nicht, so gebe man ihm auf sein eigenes Verlangen zu essen.",
"Mar b. R. Aši sagte: Wenn er sagt, er müsse [essen], so höre man auf ihn, selbst wenn hundert anwesend sind, die sagen er brauche es nicht, denn es heißt: das Herz kennt sein Leid. –",
"Wir haben gelernt: Sind keine Sachkundigen anwesend, so gebe man ihm zu essen auf sein eigenes Verlangen. Nur, wenn keine Sachkundigen anwesend sind, nicht aber wenn solche anwesend sind!? – Er meint es wie folgt: dies nur, wenn er sagt, er brauche es nicht, wenn er aber sagt, er brauche es, so gibt es keine Sachkundigenund man gehe ihm auf sein Verlangen zu essen, denn es heißt: das Herz kennt sein Leid.",
"WENN JEMAND VON HEISSHUNGER BEFALLEN WIRD, SO GEBE MAN IHM ZU ESSEN, SELBST UNREINE DINGE, BIS SEINE AUGEN ERHELLEN. WENN EINEN EIN TOLLER HUND GEBISSEN HAT, SO DARF MAN IHM NICHT VON DESSEN LEBERKLAPPEN ZU ESSENGEBEN; R. MATHJA B.HEREŠ ERLAUBT DIES.",
"FERNER SAGTE R. MATHJA B.HEREŠ: WENN JEMAND HALSSCHMERZEN HAT, SO DARF MAN IHM AM ŠABBATH MEDIZIN IN DEN MUND EINFLÖSSEN, WEIL HIERBEI EIN ZWEIFEL DER LEBENSGEFAHR VORLIEGT, UND JEDER ZWEIFEL DER LEBENSGEFAHR VERDRÄNGT DEN ŠABBATH.",
"vii WENN ÜBER EINEN EIN TRUMM ZUSAMMENSTÜRZT, UND ES ZWEIFELHAFT IST, OB ER SICH DA BEFINDET ODER NICHT, OB ER LEBENDIG IST ODER TOT, OB ES EIN NICHTJUDE IST ODER EIN JISRAÉLIT, SO LEGE MAN SEINETHALBEN DEN TRUMM FREI: FINDET MAN IHN LEBEND, SO TRAGE MAN IHN AB, WENN ABER TOT, SO LASSE MAN IHN LIEGEN.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Woher weiß man, ob seine Augen erhellt sind? Sobald er zwischen gut und schlecht zu unterscheiden vermag. Abajje sagte: Durch den Geschmack.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand von Heißhunger befallen wird, so gebe man ihm nach und nach das Leichterezuerst: von Unverzehntetem und Aas gebe man ihm Aas zu essen; von Unverzehntetem und Siebentjahrsfrucht [gebe man ihm] Siebentjahrsfrucht;",
"über Unverzehntetes und Hebe [streiten] Tannaím, denn es wird gelehrt: Man gebe ihm Unverzehntetes zu essen und keine Hebe; Ben Tema sagt, Hebe und kein Unverzehntetes. Rabba sagte: In einem Falle, wo es mit Profanem möglichist, stimmen alle überein, daß man es brauchbar macheund ihm gebe,",
"sie streiten nur über den Fall, wo es mit Profanem nicht möglich ist: einer ist der Ansicht, [das Verbot] des Unverzehnteten sei schwerer, und einer ist der Ansicht, das der Hebe sei schwerer. Einer ist der Ansicht, das des Unverzehnteten sei schwerer, weil Hebe wenigstens für einen Priester brauchbar ist; und einer ist der Ansicht, das der Hebe sei schwerer, weil man das Unverzehntete tauglich machenkann. –"
],
[
"«Wenn es mit Profanem möglich ist.» Selbstverständlich!? – In dem Falle, wenn es am Šabbathzu erfolgen hat. –",
"Auch am Šabbath ist es ja selbstverständlich, das Umhertragen[am Šabbath] ist ja nur rabbanitisch [verboten]!? – Hier handelt es sich um in einem undurchlochten Topfe [gezogene Früchte], die nur rabbanitisch [hebepflichtig] sind.",
"«Einer ist der Ansicht, [das Verbot] des Unverzehnteten sei schwerer, und einer ist der Ansicht [das Verbot] der Hebe sei schwerer.»",
"Es ist anzunehmen, daß hierüber Tannaím streiten, denn es wird gelehrt: Wenn jemand von einer Schlange gebissen wird, so darf man [am Šabbath] für ihn einen Arzt aus einer Ortschaft nach einer anderen rufen, auch darf man für ihn eine Henneauf schlitzen, auch Lauch [vom Boden] schneiden und ihm unverzehntet zu essen geben – so Rabbi. R. Elea͑zar b.R. Šimo͑n sagt, er dürfe nur verzehntet essen.",
"Es wäre also anzunehmen, daß sienach R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n ist und nicht nach Rabbi. –",
"Du kannst auch sagen. nach Rabbi, denn Rabbi ist dieser Ansicht nur da, wo es sich um den Zehnten von Kräutern handelt, der nur rabbanitisch [zu entrichten] ist, beim Zehnten von Getreide aber, wobei das Unverzehntete nach der Tora [verbaten] ist, pflichtet Rabbi bei; denn wenn man dies bei einem undurchlochten Pflanzentopfe erlaubt, könnte man veranlaßt werden, auch von einem durchlochten Pflanzentopfe [unverzehntet] zu essen.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand von Heißhunger befallen wird, so gebe man ihm Honig, oder sonst etwas Süßes, denn Honig und alle anderen Süßigkeiten machen die Augen des Menschen aufleuchten. Und obgleich es dafür keinen Beweis gibt, so gibt es immerhin eine Andeutung, denn es heißt:sieh doch, wie meine Augen leuchten, weil ich dies bischen Honig genossen habe. –",
"Wieso ist dies kein Beweis!? – In jenem Falle war er nicht von Heißhunger befallen worden.",
"Abajje sagte: Dies gilt nur nach dem Essen, vor dem Essen aber reizt er sogar den Appetit, denn es heißt:da fanden sie auf dem Felde einen mizrischen Mann, den brachten sie zu David; darauf gaben sie ihm Brot zu essen und Wasser zu trinken und ein Stück Feigenkuchen und zwei Rosinentrauben; und als er gegessen und getrunken hatte, kam er zu sich, denn er hatte drei Tage und drei Nächte nichts gegessen.",
"R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls: Wenn jemand von Heißhunger befallen wird, so gebe man ihm Fettschwanz mit Honig zu essen. R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sagte: Auch reines Feinmehl mit Honig. R. Papa sagte: Selbst Gerstenmehl mit Honig. R. Joḥanan erzählte: Einst wurde ich von Heißhunger befallen, da lief ich zur Ostseite eines Feigenbaumesund ließ an mir in Erfüllung gehen [den Schriftvers:]die Weisheit erhält ihrem Besitzer das Leben. R. Jose lehrte nämlich: Wer den [richtigen] Geschmack einer Feige kosten will, wende sich nach der Ostseite, denn es heißt:von den Süßigkeiten, die die Sonne hervorbringt.",
"Einst gingen R. Jehuda und R. Jose auf dem Wege, und R. Jehuda wurde von Heißhunger befallen; da überwältigte er einen Hirten und aß ihm sein Brot weg. Da sprach R. Jose zu ihm: Du hast den Hirten beraubt! Als sie in der Stadt angelangt waren, wurde R. Jose von Heißhunger befallen, und sie umgaben ihn mit Speisen und Schüsseln. Hierauf sprach R. Jehuda zu ihm: Ich habe den Hirten überwältigt, du aber hast die ganze Stadt überwältigt.",
"Einst befanden sich (ferner) R. Meír, R. Jehuda und R. Jose auf der Reise; R Meír achtete auf den Namen, R. Jose und R. Jehuda achteten nicht auf den Namen. Da kamen sie in eine Ortschaft und suchten ein Quartier, und als sie es erhielten, fragten sie [den Wirt] nach seinem Namen. Er erwiderte: Kidor. Da dachte R. Meír: Es scheint also, daß er ein Bösewicht ist, denn es heißt:denn ein Geschlecht [ki dor] von Falschheiten sind sie. R. Jehuda und R. Jose übergaben ihmihre Geldbeutel, R. Meír aber übergab ihm seinen nicht, sondern versteckte ihn in das Grab seines Vaters.",
"Darauf erschien [dem Wirte im Traume:] Geh, hole dir den Geldbeutel, der an der Kopfseite jenes Mannes liegt. Als er ihnen am nächsten Tage seinen Traum erzählte, sprachen sie zu ihm: Ein Traum der Šabbathnachthat keine Bedeutung. Alsdann ging R. Meír hin, wartete da den ganzen Tag und nahm ihn an sich.",
"Am folgenden Tage sprachen sie zu ihm: Gib uns unsere Geldbeutel. Dieser aber erwiderte, er wissevon nichts. Da sprach R. Meír zu ihnen: Weshalb habt ihr auf den Namen nicht geachtet!? Diese erwiderten: Weshalb hat der Meister uns dies nicht gesagt?",
"Er entgegnete ihnen: Allerdings dachte ich, es sei zu befürchten, für sicher aber hielt ich es nicht. Darauf nahmen sie ihn mit in einen Laden, und als sie Linsen an seinem Schnurrbarte bemerkten, gingen sie zu seiner Frau und gaben diesals Zeichen an, und erhielten ihre Geldbeutel. Daraufhin ging er und erschlug seine Frau.",
"Das ist es, was wir gelernt haben: Die [Unterlassung] des Händewaschens vor [der Mahlzeit] veranlaßte das Essen von Schweinefleisch, und die [Unterlassung] des Händewaschens nach [der Mahlzeit] tötete einen Menschen.",
"Später achteten sie auf den Namen, und als sie einst an ein Haus kamen, [dessen Eigentümer] Bala hieß, traten sie in dieses nicht ein, indem sie sagten, er scheint ein Bösewicht zu sein, denn es heißt:ich aber dachte: von Alters her [bala] Hurerei &c.",
"WENN EINEN EIN TOLLER HUND GEBISSEN HAT &C. Die Rabbanan lehrten: Fünferlei wird vom tollen Hunde gesagt: sein Maul ist stets offen, sein Geifer fließt, seine Ohren hängen, der Schwanz hängt ihm zwischen den Schenkeln, und er geht stets an der Seite des Weges; manche sagen, auch bellt er, ohne daß man seine Stimme hört. – Woher kommt dies? – Rabh erklärte, Hexen treiben mit ihm Kurzweil, und Šemuél erklärte, ein böser Geist ruhe auf ihm. –",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen,"
],
[
"ob man ihn [nur] mit einem Projektiltöte.",
"Übereinstimmend mit Šemuél wird gelehrt: Wenn man ihn tötet, tote man ihn nur mit einem Projektil. Wer mit ihm in Berührung kommt, gerät in Gefahr; wer von ihm gebissen wird, stirbt. «Wer mit ihm in Berührung kommt, gerät in Gefahr.» Welches Mittel gibt es dagegen? – Man ziehe seine Kleider aus und laufe. R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, kam einst mit einem solchen in Berührung; da zog er die Kleider ab und lief. Hierauf sprach er: Ich ließ an mir in Erfüllung gehen [den Schriftvers:]die Weisheit erhält ihrem Besitzer das Leben.",
"«Wer von ihm gebissen wird, stirbt.» Welches Mittel gibt es dagegen? Abajje erwiderte: Man hole die Haut einer männlichen Hyäne und schreibe darauf: Ich, N., Sohn der N., schreibe über dich auf die Haut einer männlichen Hyäne: Kanti kanti kleros; manche sagen: Qandiqandi qloros; Gott, Gott, Herr der Heerscharen, Amen, Amen, Sela. Darauf ziehe man seine Kleider aus und vergrabe sie in ein Grab, woselbst man sie die zwölf Monate des Jahres liegen lasse; alsdann hole man sie hervor, verbrenne sie in einem Ofen und zerstreue die Asche an einem Scheidewege. Während dieser zwölf Monate des Jahres trinke man, wenn man Wasser trinkt, nur aus einem Kupferrohr, denn sonst könnte man [im Wasser] das Bild des bösen Geistes sehen und in Gefahr geraten. So fertigte seine Mutter für Abba b. Martha, das ist Abba b.Minjomi, ein Trinkrohr aus Gold.",
"FERNER SAGTE R. MATHJA. R. Joḥanan litt an Skorbut; da ging er zu einer Matrone, und sie bereitete ihm [ein Heilmittel] am Donnerstag und am Freitag. Alsdann fragte er sie, wie er es am Šabbathmache? Sie erwiderte: Dann hast du es nicht mehr nötig. – Was mache ich aber, wenn ich es nötig haben sollte? Da sprach sie zu ihm: Schwöre mir, daß du es niemandem verraten wirst.",
"Darauf schwor er ihr: Dem Gotte Jisraéls, ich verrate es nicht. Hierauf lehrte er dies in seinem Vortrag. – Er hatte ihr ja aber geschworen!? – Daß er es dem Gotte Jisraéls nicht verraten werde, wohl aber seinem Volke. – Dies ist ja aber eine Entweihungdes göttlichen Namens!? – Er sagte es ihr vorher. –",
"Was bereitete sie ihm? R. Aḥa, der Sohn Rabas, sagte: Sauerteigsaft, Olivenöl und Salz. R. Jemar sagte: Sauerteig (selbst), Olivenöl und Salz. R. Aši sagte: Gänsefett mit einem Gänseflügel [bestrichen]. Abajje sagte: Ich habe alles ausprobiert und wurde nicht gesund, bis mir ein Araber folgendes empfahl. Man nehme Steine von Oliven, die ein Drittel der Reife nicht erlangt haben, verbrenne sie auf einem neuen Spaten im Feuer und bestreiche damit die Zahnreihen. Nachdem ich dies tat, wurde ich gesund. –",
"Woher kommt es? – Von sehr heißem [Gerstenbrot, sehr kaltem] Weizen[brot] und Resten der Bratfische. – Was ist das Symptom desselben? – Wenn etwas zwischen die Zähne gerät, kommt aus den [Zahn]reihen Blut hervor. Wenn R. Joḥanan an Skorbut litt, machte er dies am Šabbath und genas. – Wieso tat dies R. Joḥanan!? R. Naḥman b.Jiçḥaq erwiderte: Anders ist der Skorbut; er beginnt im Munde und endigt im Unterleibe.",
"R. Ḥija b. Abba sprach zu R. Joḥanan: Also nach R. Mathja b. Hereš, welcher sagt, wenn jemand Schmerzen im Munde hat, dürfe man ihm am Šabbath Medizineinflößen? Dieser erwiderte: Ich sage, bei dieser[Krankheit], wenn auch nicht bei einer anderen.",
"Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Wenn jemand von der Gelbsucht befallen wird, so darf man ihm Eselsfleisch zu essen geben; wenn jemand von einem tollen Hunde gebissen wird, so darf man ihm von dessen Leberlappen zu essen geben; wenn jemand Schmerzen im Munde hat, so darf man ihm am Šabbath eine Medizin einflößen – so R. Mathja b. Ḥereš; die Weisen sagen, diese gelten nicht als Heilmittel. [Die Beschränkung] ‘diese’ schließt wohl die Medizin aus. –",
"Nein, die schließt Aderlaß bei einer Halsanschwellung aus. Dies ist auch einleuchtend, denn es wird gelehrt: Drei Dinge sagte R. Jišma͑él b. Jose im Namen des R. Mathja b. Ḥereš: Man darf am Šabbath bei einer Halsanschwellung zur Ader lassen, wenn einen ein toller Hund gebissen hat, so darf man ihm von seinem Leberlappen zu essen geben, und wenn jemand Schmerzen im Munde hat, so darf man ihm am Šabbath eine Medizin einflößen;",
"die Weisen sagen, diese gelten nicht als Heilmittel. [Die Beschränkung] ‘diese’ schließt wohl die zwei letzten aus, während das erste nicht einbegriffen ist. – Nein, die ersten zwei, während das letzte nicht einbegriffen ist. –"
],
[
"Komm und höre: Rabb b. Šemuél lehrte: Wenn eine Schwangere [den Duft einer Speise] riecht, so gebe man ihr zu essen, bis sie sich erholt; wenn einen ein toller Hund gebissen hat, so gebe man ihm von dessen Leberlappen zu essen; wenn jemand Schmerzen im Munde hat, so darf man ihm am Šabbath eine Medizin einflößen – so R. Elea͑zar b. Jose, der es im Namen des R. Mathja b. Ḥereš sagte. Die Weisen sagen, nur in diesem Falle, nicht aber in einem anderen. Worauf bezieht sich das ‘in diesem’: wollte man sagen, auf die Schwangere, so ist es ja selbstverständlich, denn es gibt doch wohl niemand, der sagt, es sei bei einer Schwangeren nicht [erlaubt]; doch wohl auf die Medizin. Schließe hieraus.",
"R. Aši sagte: Dies ist auch aus unserer Mišna zu entnehmen: Ferner sagte R. Mathja b.Ḥereš: Wenn jemand Schmerzen im Munde hat, so darf man ihm am Šabbath eine Medizin einflößen. Hierbei streiten die Rabbanan gegen ihn nicht, denn wenn man sagen wollte, die Rabbanan streiten gegen ihn, so sollte er es zusammenund den Widerspruch der Rabbanan nachher lehren. Schließe hieraus.",
"WEIL HIERBEI EIN ZWEIFEL DER LEBENSGEFAHR VORLIEGT &C. Wozu braucht er weiter zu ergänzen: und jeder Zweifel der Lebensgefahr verdrängt den Šabbath!? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Sie sagten dies nicht nur von einem Zweifel für diesen Šabbath, sondern auch von einem Zweifel für den folgendenŠabbath. –",
"In welchem Falle? – Wenn [die Ärzte die Behandlung] auf acht Tage geschätzt haben, und der erste Tag ein Šabbath ist; man könnte glauben, man warte bis zum Abend, damit man seinetwegen nicht zwei Šabbathe entweihe, so lehrt er uns.",
"Ebenso wird auch gelehrt: Man darf für einen Kranken am Šabbath Wasser aufwärmen, ob zum Trinken oder zur Kräftigung; und sie sagten dies nicht nur von diesem Šabbath, sondern auch vom folgenden Šabbath. Man sage nicht, man warte damit, denn er könnte genesen, vielmehr wärme man es für ihn sofort auf, weil jeder Zweifel der Lebensgefahr den Šabbath verdrängt, und nicht nur ein Zweifel für diesen Šabbath, sondern auch ein Zweifel für den folgenden Šabbath.",
"Man braucht dies nicht durch Nichtjuden oder Samaritaner verrichten zu lassen, sondern auch durch bedeutende Männer Jisraéls. Ferner sage man nicht, man verlasse sich hierbei nicht auf die Verordnung von Frauen oder Samaritanern, vielmehr wird ihre Ansicht mit der Ansicht anderer vereinigt.",
"Die Rabbanan lehrten: Man darf am Šabbath das Leben retten; je schneller, desto lobenswerter, und man braucht nicht erst bei Gericht um Erlaubnis zu fragen. Zum Beispiel: sieht man, wie ein Kind ins Meer gefallen ist, so werfe man ein Netz aus und hole es heraus; je schneller desto lobenswerter, und man braucht nicht erst das Gericht um Erlaubnis zu fragen, obgleich man dabei Fische mitfängt. Sieht man, wie ein Kind in eine Grube gefallen ist, so reiße man eine Erdscholle fort und hole es herauf; je schneller, desto lobenswerter, und man braucht nicht erst bei Gericht um Erlaubnis zu fragen, obgleich man dabei eine Stiege errichtet.",
"Sieht man, wie vor einem Kinde die Tür abgesperrt wordenist, so schlage man sie ein und hole es heraus; je schneller desto lobenswerter, und man braucht nicht erst bei Gericht um Erlaubnis zu fragen, obgleich man dabei Holz zerkleinert. Man lösche und isoliere bei einer Feuersbrunst [das Feuer]; je schneller desto lobenswerter, und man braucht nicht erst bei Gericht um Erlaubnis zu fragen, obgleich man dabei Kohlenbereitet. –",
"Und [alle Fälle] sind nötig. Würde er es nur vom Meere gelehrt haben,[(so könnte man glauben], weil [das Kind] währenddessen[vom Wasser] fortgetragen werden könnte, nicht aber gilt dies von der Grube, in der es sitzen bleibt; daher ist dies nötig.",
"Würde er es nur von der Grube gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil es sich darin ängstigt, wenn aber die Tür vor ihm abgeschlossen ist, kann man ja an der anderen Seite sitzen und ihm mit Nüssenklappern. Daher sind [alle Fälle] nötig. –",
"Wozu ist der Fall vom Löschen und Isolieren [des Feuers] nötig? – Selbst in einem anderen Hofe.",
"R. Joseph sagte im Namen R. Jehudas im Namen Šemuéls: Bei der Lebensrettung richte man sich nicht nach der Mehrheit. – In welchem Falle: wollte man sagen, wenn es neun Jisraéliten sind und ein Nichtjudeunter ihnen, so besteht ja die Mehrheit aus Jisraéliten, und selbst wenn Hälfte gegen Hälfte, ist es ja bei Lebensgefahr in einem Zweifel erleichternd.",
"Und sind es neun Nichtjuden und ein Jisraélit, so ist es ja auch in diesem Falle selbstverständlich, da er sich auf seinem Platze befindet, und was sich auf seinem Platze befindet, gilt als Hälfte gegen Hälfte!? –",
"In dem Falle, wenn [einer von ihnen] sich nicht einem anderen Hofe getrennthat; man könnte glauben, wer sich trennt, trenne sich ja von der Mehrheit, so lehrt er uns, daß man sich bei der Lebensrettung nicht nach der Mehrheit richte. –",
"Dem ist aber nicht so, R. Jose sagte ja im Namen R. Joḥanans, daß, wenn neun Nichtjuden und ein Jisraélit [sich in einem Hause befinden], man wegen der Lebensrettung [den Šabbath entweihe], in diesem Hofe, nicht aber in einem anderen!? – Das ist kein Einwand; das eine, wenn alle [den Hof] verlassen haben, und das andere, wenn nur ein Teil ihn verlassen hat. –",
"Kann Šemuél dies denn gesagt haben, wir haben ja gelernt, daß, wenn man daein ausgesetztes Kind findet, es, wenn die meisten Nichtjuden sind, ein nichtjüdisches, und wenn die meisten Jisraéliten sind, ein jisraélitisches, und wenn Hälfte gegen Hälfte, ein jisraélitisches sei, und hierzu sagt Rabh, nur insofern, als man es am Leben erhalte, nicht aber hinsichtlich der Legitimität,"
],
[
"und Šemuél sagte, daß man seinetwegen [am Šabbath] einen Trümmerhaufen freilege!? – Die [Erklärung] Šemuéls bezieht sich auf den ersten Fall, wenn die meisten Nichtjuden sind; hierzu sagte Šemuél, daß dies von der Lebensrettung nicht gelte. –",
"In welcher Hinsicht gilt es demnach als nichtjüdisches, wenn die meisten Nichtjuden sind? R. Papa erwiderte: Man gebe ihm Aas zu essen. – In welcher Hinsicht gilt er als Jisraélit, wenn die meisten Jisraéliten sind? – Daß man ihm einen Fund abliefere. –",
"In welcher Hinsicht gilt er als Jisraélit, wenn Hälfte gegen Hälfte? Reš Laqiš erwiderte: Hinsichtlich der Entschädigung. – In welchem Falle: wollte man sagen, wenn unser Ochs seinen Ochsen gestoßenhat, so soll er doch den Beweis antretenund [Ersatz] erhalten!? –",
"In dem Falle, wenn sein Ochs unseren Ochsen gestoßen hat; die Hälfte hat er zu zahlen und hinsichtlich der anderen Hälfte kann er sagen, beweise, daß ich kein Jisraélit bin, so erhältst du sie.",
"WENN ÜBER EINEN EIN TRUMM ZUSAMMENSTÜRZT &C. Was lehrt er damit?",
"Das eine und um so mehr das andere: selbstverständlich lege man ihn frei, wenn es zweifelhaft ist, ob er sich da befindet oder nicht, sicher aber lebt, wenn er sich da befindet, aber auch wenn es zweifelhaft ist, ob er lebt oder tot ist, lege man ihn frei; und selbstverständlich, wenn es zweifelhaft ist, ob er lebt oder tot ist, sicher aber Jisraélit ist, aber auch wenn es zweifelhaft ist, ob er Nichtjude oder Jisraélit ist, lege man ihn frei.",
"FINDET MAN IHN LEBEND, SO TRAGE MAN IHN AB. Wenn man ihn lebend findet, ist es ja selbstverständlich!? – Auch in dem Falle, wenn er nur noch kurze Zeit leben kann.",
"WENN ABER TOT, SO LASSE MAN IHN LIEGEN. Auch dies ist ja selbstverständlich!? – Dies ist wegen einer Lehre des R. Jehuda b.Laqiš nötig, denn es wird gelehrt: Man darf keinen Toten bei einer Feuersbrunst retten. R. Jehuda b.Laqiš sagte: Ich hörte, daß man einen Toten bei einer Feuersbrunst retten darf. Auch R. Jehuda b.Laqiš sagt dies nur da, weil man wegen seines Toten aufgeregt ist, und wenn man einem dies nicht erlaubt, könnte er [am Šabbath das Feuer] zu löschen veranlaßt werden, was aber könnte er hierbei tun, wenn man ihm [die Rettung] nicht erlaubt!?",
"Die Rabbanan lehrten: Wie weit untersucheman? Bis zu seiner Nase; manche sagen: bis zu seinem Herzen. Wenn man sucht und findet, daß die oberen tot sind, so sage man nicht, die unteren seien erst recht tot. Einst ereignete es sich, daß man die oberen tot und die unteren lebend fand.",
"Es wäre anzunehmen, daß diese Tannaím denselben Streit führen wie die Tannaím der folgenden Lehre: Womit beginnt die Bildung des Embryos? Mit dem Kopfe, denn es heißt:vom Mutterschoße an warst du meine Zuflucht [gozi], und es heißt:schere [gazi] deinen Hauptschmuck und wirf ihn fori. Abba Šaúl sagt, mit dem Nabel, und die Wurzeln verbreiten sich nach allen Richtungen. –",
"Du kannst auch sagen, auch Abba Šaúl sei dieserAnsicht, denn Abba Šaúl vertritt seine Ansicht nur hinsichtlich der Bildung, weil jede Sache sich aus ihrer Mitte entwickelt, bei der Lebensrettung aber pflichtet er bei, daß das Leben sich hauptsächlich an der Nase zeigt, wie es heißt:alles, was Lebensodem in seiner Nase.",
"R. Papa sagte: Der Streit besteht nur, wenn von untennach oben, wenn aber von oben nach unten, so braucht man, wenn man bis zur Nase untersucht hat, weiter nicht zu untersuchen, denn es heißt. alles, was Lebensodem in seiner Nase.",
"R. Jišma͑él, R. A͑qiba und R. Elea͑zar b.A͑zarja befanden sich einst auf dem Wege, und Levi der Ordnerund R. Jišma͑él, Sohn des R. Elea͑zar b.A͑zarja, folgten ihnen. Da wurde unter ihnen die Frage aufgeworfen, woher denn zu entnehmen sei, daß die Lebensrettung den Šabbath verdränge.",
"R. Jišma͑él begann und sprach:Wenn der Dieb beim Einbruche betroffen wird; bei diesem ist es ja zweifelhaft, ob er [nur] des Geldes wegen kommt oder [auch] auf das Leben geht, ferner verunreinigt das Blutvergießendas Land und veranlaßt, daß die Göttlichkeit von Jisraél weiche, dennoch darf man sich durch sein Leben retten, um wieviel mehr verdrängt die Lebensrettung den Šabbath.",
"Darauf begann R. A͑qiba und sprach:Wenn einer den anderen mutwillig [tötet] &c., so sollst du ihn von meinem Altar wegholen, daß er getötet werde; nur vom Altarweg, nicht aber vom Altar herunter. Hierzu sagte Rabba b.Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans, nur um getötet zu werden,"
],
[
"um das Lebenzu erhalten, auch vom Altar herunter. Wenn man nun diesen [vom Altar herunterholt], obgleich es zweifelhaft ist, ob seine Aussage von Bedeutung ist oder nicht, und der Tempeldienst dennoch den Šabbath verdrängt, um wieviel mehr verdrängt die Lebensrettung den Šabbath. Alsdann begann R. Elea͑zar und sprach: Wenn die Beschneidung, die nur eines der zweihundertachtundvierzig Glieder des Menschen betrifft, den Šabbath verdrängt, um wieviel mehr verdrängt ihn [die Rettung] seines ganzen Körpers.",
"R. Jose b.R. Jehuda erklärte:Nur meine Šabbathe sollt ihr beobachten; man könnte glauben, in jedemFalle, so heißt es: nur, teilend. R. Jonathan b. Joseph erklärte:Denn er muß euch heilig sein, er ist euch übergeben, nicht aber ihm.",
"R. Šimo͑n b. Menasja erklärte:Die Kinder Jisraél sollen den Šabbath beobachten, die Tora sagt damit, daß man seinetwegen einen Šabbath entweihe, damit er viele Šabbathe beobachte. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Wäre ich dabei, so würde ich zu ihnen gesagt haben: Ich habe einen noch besseren [Beleg] als die eurigen:Er lebe durch sie, und nicht, daß er durch sie sterbe.",
"Raba sprach: Jene alle [Beweise] sind zu widerlegen, nur nicht der des Šemuél, der nicht zu widerlegen ist. Der des R. Jišma͑él, denn da ist es vielleicht nach Raba zu erklären, denn Raba sagte: Beim Einbrüche hat esfolgenden Grund: es ist feststehend, daß niemand bei [der Rettung] seines Vermögens sich zurückhält, und da [der Dieb] weiß, daß dieser ihm entgegentreten werde, denkt er: tritt er mir entgegen, so töte ich ihn, und die Tora sagt: will jemand dich töten, so komme ihm zuvor und töte ihn. Wir wissen dies somit nur vom sicheren [Tode], woher dies von einem Zweifel?",
"Auch der des R. A͑qiba, denn da verfahre man nach Abajje, denn Abajje sagte, man gebe ihmein paar Gelehrte mit, die prüfen, ob seine Worte von Bedeutung sind. Wir wissen dies somit nur vom sicheren [Tode], woher dies von einem Zweifel?",
"All diese Beweise gelten nur vom sicheren [Tode], woher dies von einem Zweifel? Der des Šemuél aber ist ganz gewiß nicht zu widerlegen. Rabina, nach anderen R. Naḥman b. Jiçḥaq, sagte: [Das ist es, was die Leute sagen:] Besser ein scharfes Pfefferkorn als ein Korb voll Kürbisse.",
"DAS SÜNDOPFER UND DAS ZWEIFELLOSE SCHULDOPFERSÜHNEN; DER TOD UND DER VERSÖHNUNGSTAG VERBUNDEN MIT BUSSE SÜHNEN; DIE BUSSE SÜHNT LEICHTERE SÜNDEN, OB GEBOTE ODER VERBOTE BETREFFEND, WEGEN SCHWERER ABER BLEIBT ER IN DER SCHWEBE, BIS DER VERSÖHNUNGSTAG KOMMT UND SÜHNT. ix SAGT JEMAND, ER WOLLE SÜNDIGEN UND BUSSE TUN, SÜNDIGEN UND BUSSE TUN, SO LÄSST MAN IHM NICHT GELINGEN, BUSSE ZU TUN; [SAGT ER,] ER WOLLE SÜNDIGEN, UND DER VERSÖHNUNGSTAG WERDE ES SÜHNEN, SO SÜHNT ES DER VERSÖHNUNGSTAG NICHT. SÜNDEN DES MENSCHEN GEGEN GOTT SÜHNT DER VERSÖHNUNGSTAG, SÜNDEN DES MENSCHEN GEGEN SEINEN NÄCHSTEN SÜHNT DER VERSÖHNUNGSTAG NICHT EHER, ALS BIS MAN SEINEN NÄCHSTEN BESÄNFTIGT HAT.",
"R. ELEA͑ZAR B.A͑ZARJA TRUG vor: Von allen euren Sünden vor dem Herrn sollt ihr rein werden; SÜNDEN DES MENSCHEN GEGEN GOTT SÜHNT DER VERSÖHNUNGSTAG, SÜNDEN DES MENSCHEN GEGEN SEINEN NÄCHSTEN SÜHNT DER VERSÖHNUNGSTAG NICHT EHER, ALS BIS MAN SEINEN NÄCHSTEN BESÄNFTIGT HAT. R. A͑QIBA SPRACH: HEIL EUCH, JISRAÉL! WER IST ES, VOR DEM IHR EUCH REINIGT, WER IST ES, DER EUCH REINIGT? ES IST EUER VATER IM HIMMEL, WIE ES HEISST: und ich werde reines Wasser über euch sprengen, daß ihr rein werdet. FERNER HEISST ES:Die HoffnungJisraéls ist der Herr; WIE DAS TAUCHBADDIE UNREINEN REINIGT, SO REINIGT DER HEILIGE, GEPRIESEN SEI ER, JISRAÉL.",
"GEMARA. Nur das zweifellose Schuldopfer, nicht aber das Schwebeschuldopfer; auch bei diesem heißt es ja ‘Sühne’!? – Jenes sühnt eine vollständige Sühne, das Schwebeschuldopfer aber sühnt keine vollständige Sühne.",
"Oder auch: die Sühne jener kann durch anderes nicht ersetzt werden, die Sühne des Schwebeschuldopfers kann durch anderes ersetzt werden. Wir haben nämlich gelernt: Die Sündopfer oder zweifellose Schuldopfer darzubringen haben, sind, wenn der Versöhnungstag darüber verstrichen ist, dazu verpflichtet, die aber Schwebeschuldopfer: darzubringen haben, sind frei.",
"DER TOD UND DER VERSÖHNUNGSTAG VERBUNDEN MIT BUSSE SÜHNEN. Nur mit Buße, nicht aber diese allein, also nicht nach Rabbi, denn es wird gelehrt: Rabbi sagte: Der Versöhnungstag sühnt alle Sünden der Tora, einerlei ob man Buße getan hat oder nicht, außer wenn jemand das Jochabwirft, die Tora falschdeutet, oder das Bündnis des Fleischesbricht; hat er Buße getan, so sühnt es der Versöhnungstag, hat er keine Buße getan, so sühnt es der Versöhnungstag nicht. –",
"Du kannst auch sagen, nach Rabbi, denn zur Buße ist der Versöhnungstag nötig, nicht aber zum Versöhnungstage die Buße.",
"DIE BUSSE SÜHNT LEICHTERE SÜNDEN, OB GEBOTE ODER VERBOTE BETREFFEND. Wenn sie sogar Verbote sühnt, wozu braucht dies von den Geboten gelehrt zu werden!? R. Jehuda erwiderte: Er meint es wie folgt: Gebote und Verbote, die in Gebote übergehen. –",
"Etwa nicht richtige Verbote, ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Folgende sind leichte [Sünden: die Übertretung von] Geboten und Verboten,"
],
[
"ausgenommen [das Verbot]:du sollst nicht aussprechen!? – Du sollst nicht aussprechen, und alles, was dem gleicht. –",
"Komm und höre: R. Jehuda sagte: Alles nach [dem Verbote:] du sollst nicht aussprechen, sühnt die Buße, vor [dem Verbote:] du sollst nicht aussprechen, läßt die Buße in der Schwebe und der Versöhnungstag sühnt es!? – Du sollst nicht aussprechen, und alles, was dem gleicht. –",
"Komm und höre: Beim [Berge] Ḥorebwird von der Vergebung durch Buße gesprochen, somit könnte man glauben, dies beziehe sich auch auf [das Verbot:] du sollst nicht aussprechen, so heißt es:wird er nicht vergeben. Man könnte glauben, dies beziehe sich auch auf andere Verbote, so heißt es:seinen Namen, das [Aussprechen] seines Namens vergibt er nicht, wohl aber vergibt er andere Verbote!? –",
"Hierüber [streiten] Tannaím, denn es wird gelehrt: Was sühnt die Buße? [die Übertretung von] Geboten und Verboten, die in Gebote übergehen. Welche [Sünden] bleiben durch die Buße in der Schwebe und sühnt der Versöhnungstag? Die mit der Ausrottungsstrafe oder der Hinrichtung durch das Gericht belegt sind und richtige Verbote.",
"Der Meister sagte: Beim [Berge] Ḥoreb wird von der Vergebung [durch Buße] gesprochen. Woher dies? Es wird gelehrt: R. Elea͑zar sagte: Man kann nicht sagen, er vergebe, wo es ja heißt, er vergebe nicht, und man kann nicht sagen, er vergebe nicht, wo es ja heißt, er vergebe; wie ist dies zu erklären? Er vergibt denen, die Buße tun, und vergibt nicht denen, die keine Buße tun.",
"R. Mathja b. Ḥereš fragte R. Elea͑zar b. A͑zarja in Rom: Hast du von den vier Verschiedenheiten der Sühne gehört, über die R. Jišma͑él vorgetragen hat? Dieser erwiderte: Es sind drei, und mit jeder ist die Buße verbunden. Hat jemand ein Gebot übertreten und Buße getan, so rührt er sich nicht von der Stelle, bis man ihm vergeben hat, denn es heißt:tut Buße, ihr abtrünnigen Kinder.",
"Hat jemand ein Verbot übertreten, und Buße getan, so läßt die Buße es in der Schwebe und der Versöhnungstag sühnt es, denn es heißt:denn an diesem Tage wird er euch Sühne schaffen &c. von allen euren Sünden. Hat jemand eine mit der Ausrottungsstrafe oder der Hinrichtung durch das Gericht [belegte Sünde] begangen, und Buße getan, so lassen Buße und Versöhnungstag sie in der Schwebe und Züchtigungen scheuren sie weg, denn es heißt:ich werde mit dem Stocke ihr Vergehen ahnden und ihre Verschuldung mit Schlägen.",
"Wenn jemand sich aber die Entweihung des göttlichen Namens zu Schulden kommen ließ, so ist es nicht in der Macht der Buße, es in der Schwebe zu lassen, des Versöhnungstages, es zu sühnen und der Züchtigungen, es wegzuscheuren; sie alle lassen es vielmehr in der Schwebe, und nur der Tod scheucht dies weg, wie es heißt:der Herr der Heerscharen hat sich in meinen Ohren vernehmen lassen: Wahrlich, diese Sünde soll euch nicht vergeben werden, bis ihr sterbt.",
"Was gilt als Entweihung des göttlichen Namens? Rabh erwiderte: Bei mir, wenn ich Fleisch vom Schlächter kaufe und ihm nicht sofort das Geld gebe. Abajje sagte: Dies gilt nur von einer Ortschaft, wo man [die Schuld] nicht einfordert, in einer Ortschaft aber, wo man [die Schuld] einfordert, ist nichts dabei.",
"Rabina sprach: Matha Meḥasja ist eine Ortschaft, wo man [die Schuld] einfordert. Wenn Abajje Fleisch von zwei Gesellschaftern kaufte, zahlte er Geld an den einen und Geld an den anderen, und nachher führte er sie zusammen und rechnete mit ihnen ab.",
"R. Joḥanan erwiderte: Bei mir, wenn ich vier Ellen ohne Tora und ohne Tephillin gehe. Jiçḥaq aus der Schule R. Jannajs sagte: Wenn seine Kollegen sich seines Leumundes schämen, so ist dies eine Entweihung des göttlichen Namens. R. Naḥman b. Jiçḥaq erklärte: Wenn zum Beispiel die Menschen sagen: Der Herr verzeihe ihm!",
"Abajje erklärte: Wie gelehrt wird:Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben; der Name des Himmels soll durch dich beliebt werden. Wenn jemand [die Schrift] liest, [das Gesetz] studiert und Umgang mit Gelehrten pflegt, und im Verkehr mit Menschen höflich ist, was sprechen die Leute über ihn? Heil [ihm, der die Tora gelernt hat, heil] seinem Vater, der ihn die Tora lehrte, heil seinem Lehrer, der ihn die Tora lehrte; wehe den Leuten, die die Tora nicht gelernt haben. Dieser hat die Tora gelernt: seht doch, wie schön sein Wandel, wie rechtschaffen sein Betragen! Über ihn spricht die Schrift:Und er sprach zu mir: Mein Diener bist du, Jisraél, auf den ich stolz bin.",
"Wenn jemand aber [die Schrift] liest, [das Gesetz] studiert und Umgang mit Gelehrten pflegt, und im Handel nicht gewissenhaft und in der Unterhaltung mit Menschen nicht höflich ist, was sprechen die Leute über ihn? Wehe diesem, der die Tora gelernt hat, wehe seinem Vater, der ihn die Tora lehrte, wehe seinem Lehrer, der ihn die Tora lehrte; dieser hat die Tora gelernt: seht doch, wie entartet ist sein Betragen, wie häßlich sein Wandel! Über ihn spricht die Schrift:Indem man von ihnen sagte: diese sind das Volk des Herrn, und doch mußten sie aus seinem Lande fort.",
"R. Ḥama b. Ḥanina sagte: Bedeutend ist die Buße, denn sie bringt Heilung über die Welt, wie es heißt:Ich will ihre Verwilderung heilen, sie freiwillig lieben.",
"R. Ḥama b. Ḥanina wies auf einen Widerspruch hin. Es heißt:kehret um, ihr ausgelassenen Kinder, vorher nur ausgelassen, und es heißt: ich will eure Verwilderung heilen!? Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn [die Buße] aus Liebe erfolgt, und das andere, wenn aus Furcht.",
"R. Jehuda wies auf einen Widerspruch hin. Es heißt: kehret um, ihr ausgelassenen Kinder, ich will eure Verwilderung heilen, und es heißt:denn ich bin euer Herr, ich will euch einen aus einer Stadt und zwei aus einer Familie holen!? Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn [die Buße] aus Liebe erfolgt, und das andere, wenn durch Züchtigungen. R. Levi sagte: Bedeutend ist die Buße, denn sie reicht bis zum Thron der Herrlichkeit, wie es heißt:kehre zurück, Jisraél, zum Herrn, deinem Gott."
],
[
"R. Joḥanan sagte: Bedeutend ist die Buße, denn sie verdrängt ein Verbot der Tora, denn es heißt:wenn einer sein Weib entläßt und sie von ihm fortgeht und einen anderen heiratet, kann er dann wieder zu ihr zurückkehren? Würde ein solches Land nicht dadurch entweiht werden? Du aber hast mit vielen Buhlen gehurt und sollst doch zu mir zurückkehren, Spruch des Herrn.",
"R. Jonathan sagte: Bedeutend ist die Buße, denn sie führt die Erlösung herbei, denn es heißt:es wird für Çijon ein Erlöser kommen und für die, die sich in Ja͑qob von der Schuld bekehren; weshalb wird für Çijon ein Erlöser kommen, weil sie sich in Ja͑qob von der Schuld bekehren.",
"Reš Laqiš sagte: Bedeutend ist die Buße, denn durch sie werden die vorsätzlichen [Sünden] in fahrlässige verwandelt, denn es heißt:kehre um, O Jisraél, zum Herrn, deinem Gott, denn durch deine Sünde bist du gestrauchelt; unter ‘Sünde’ ist ja die vorsätzlichezu verstehen, dennoch nennt er es ‘straucheln’. – Dem ist ja aber nicht so, Reš Laqiš sagte ja, die Buße sei so bedeutend, daß durch sie die vorsätzlichen [Sünden] in verdienstliche Handlungen verwandelt werden, denn es heißt:wenn sich ein Gottloser von seiner Gottlosigkeit bekehrt und Recht und Gerechtigkeit übt, so soll er derentwegen leben bleiben!? – Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn es aus Liebe erfolgt, und das andere, wenn aus Furcht.",
"R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Bedeutend ist die Buße, denn sie verlängert die Jahre des Menschen, denn es heißt: wenn sich der Gottlose von seiner Gottlosigkeit bekehrt, soll er leben bleiben.",
"R. Jiçḥaq sagte: Im Westen sagten sie im Namen des Raba b. Mari: Komm und sieh, wie anders ist die Handlungsweise des Heiligen, gepriesen sei er, als die Handlungsweise eines [Menschen aus] Fleisch und Blut. Ein [Mensch aus] Fleisch und Blut handelt wie folgt: wenn jemand seinen Genossen erzürnt, so ist es zweifelhaft, ob er sich versöhnen läßt oder nicht, und wenn man auch annimmt, er lasse sich versöhnen, so ist es zweifelhaft, ob er sich durch bloße Worte versöhnen läßt oder nicht;",
"anders aber verfährt der Heilige, gepriesen sei er: wenn ein Mensch heimlich eine Sünde begeht, so läßt er sich von ihm durch Worte versöhnen, denn es heißt:nehmet Worte mit euch und kehret damit zum Herrn um. Und noch mehr, er ist ihm auch dankbar, denn es heißt:und greife zur Güte. Und noch mehr, die Schrift rechnet es ihm an, als habe er Farren dargebracht, denn es heißt:wir wollen die Farren[opfer] mit unseren Lippen entrichten. Vielleicht glaubst du Pflichtopfer-Farren, so heißt es:ich will ihre Verwilderung heilen, sie freiwillig lieben.",
"Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Bedeutend ist die Buße, daß man, wenn einer Buße tut, der ganzen Welt [die Sünden] vergibt, denn es heißt:ich will ihre Verwilderung heilen, sie freiwillig lieben, denn mein Zorn hat sich von ihm gewandt, es heißt nicht: von ihnen, sondern: von ihm. –",
"Was heißt Bußfertigkeit? R. Jehuda erwiderte: Wenn er einmal und zweimal Gelegenheit zur Sünde hatte und ihr entgangen ist. R. Jehuda bemerkte: Mit derselben Frau, zu derselben Zeit und auf derselben Stelle.",
"R. Jehuda sagte: Rabh wies auf einen Widerspruch hin. Es heißt: Heil dem, dessen Sünde vergeben, dessen Verfehlung bedeckt ist, und es heißt:wer seine Sünden zudeckt, wird kein Gelingen haben!? Das ist kein Widerspruch; das eine gilt von bekannt gewordenen Sünden, und das andere gilt von unbekannt gebliebenen Sünden. R. Zuṭra b. Ṭobija erklärte im Namen R. Naḥmans: Das eine gilt von Sünden gegen seinen Nächsten, und das andere gilt von Sünden gegen Gott.",
"Es wird gelehrt: R. Jose b. Jehuda sagte: Wenn jemand einmal eine Sünde begeht, so vergibt man sie ihm, zum zweiten Male vergibt man sie ihm ebenfalls, zum dritten Male vergibt man sie ihm ebenfalls, zum vierten Male vergibt man sie ihm nicht mehr, denn es heißt: so spricht der Herr: Wegen der drei Sünden Jisraéls, wegen der vier will ich es nicht mehr rückgängig machen; ferner heißt es:siehe, dies alles tut Gott mit dem Menschen zweimal und dreimal. –",
"Wozu das ‘ferner’? – Man könnte glauben, dies gelte nur von einer Gemeinschaft, nicht aber von einem Einzelnen, so komm und höre: siehe, dies alles tut Gott mit dem Menschen zweimal und dreimal. Von da ab vergibt man ihm nicht mehr, denn es heißt: wegen der drei Sünden Jisraéls, wegen der vier will ich es nicht mehr rückgängig machen.",
"Die Rabbanan lehrten: Sünden, die man an diesem Versöhnungstage bekannt hat, bekenne man nicht wiederum am folgenden Versöhnungstage; hat man sie wiederholt, so muß man sie auch am folgenden Versöhnungstage bekennen. Hat man sie aber nicht wiederholt, aber wiederum bekannt, so spricht die Schrift über ihn:wie ein Hund zu seinem Gespei zurückkehrt, so wiederholt der Tor seine Dummheit.",
"R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, dies sei um so lobenswerter, denn es heißt: denn ich kenne meine Sünden, und meine Vergehung ist mir stets gegenwärtig. – Wie aber halte ich aufrecht [den Schriftvers:] wie ein Hund zu seinem Gespei zurückkehrt &c. Dies nach R. Hona, denn R. Hona sagte: Sobald ein Mensch eine Sünde begangen und sie wiederholt hat, so ist sie ihm erlaubt. – Erlaubt, wie kommst du darauf!? – Sage vielmehr, sie kommt ihm erlaubt vor.",
"Man muß die Sünde besonders nennen, denn es heißt:ach, dieses Volk hat eine schwere Sünde begangen, es hat sich einen Gott aus Gold verfertigt – so R. Jehuda b. Baba. R. A͑qiba sagt, [dies sei nicht nötig, denn es heißt:] Heil dem, dessen Sünde vergeben, dessen Verfehlung bedeckt ist. – Weshalb aber sagte Moše: es hat sich einen Gott aus Gold verfertigt!? – Dies nach R. Jannaj, denn R. Jannaj sagte: Moše sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, das viele Silber und Gold, das du Jisraél in Überfluß gegeben hast, bis sie ‘genug’sagten, hat es veranlaßt, daß sie sich einen Gott aus Gold machten.",
"Zwei gute Verwalter hatte Jisraél: Moše und David. Moše bat, sein Vergehen niederzuschreiben, wie es heißt:weil ihr auf mich nicht vertraut habt, mich zu heiligen; David bat, sein Vergehen nicht niederzuschreiben, wie es heißt: Heil dem, dessen Sünde vergeben, dessen Verfehlung bedeckt ist.",
"Der Fall von Moše und David ist mit folgendem zu vergleichen: zwei Frauen wurden einst auf dem Gerichte geprügelt, die eine hatte gehurt und die andere hatte unreife Siebentjahrsfeigengegessen; da sprach diejenige, die unreife Siebentjahrsfeigen gegessen hatte: Ich bitte bekanntzugeben, weshalb ich geprügelt worden bin, damit man nicht sage, die eine wie die andere sei wegen des gleichen Vergehens geprügelt worden. Hierauf holte man unreife Siebentjahrsfeigen, hing sie ihr um den Hals und rief vor ihr aus: Diese wurde wegen [Übertretung] des Siebentjahrsgesetzes geprügelt.",
"Wegen der Entweihung des göttlichen Namens entlarve man die Heuchler, denn es heißt:und wenn ein Frommer von seiner Frömmigkeit läßt und Unrecht tut, so bereite ich ihm einen Anstoß. Die Buße der absoluten [Sünder] hält die Heimsuchung zurück, auch wenn über ihn das Urteil der Heimsuchung bereits besiegelt worden ist.",
"Die Sorglosigkeit der Frevler endet mit einem Anstoß. Die Herrschaft begräbt ihre Träger. Nackt ist man [in die Welt] gekommen, und nackt verläßt man sie; o daß doch der Abgang der Ankunft gleiche! Wenn Rabh zur Gerichtssitzung ging, sprach er wie folgt: Freiwillig geht er dem Todeentgegen, ohne daß es ihm den Bedarf seines Hauses einbringt, denn leer kehrt er heim. O daß doch das Kommendem Fortgehen gleiche!",
"Wenn Raba zur Gerichtssitzung ging, sprach er wie folgt:"
],
[
"Freiwillig geht er dem Tode entgegen, ohne daß es ihm den Bedarf seines Hauses einbringt, denn leer kehrt er heim. O daß doch das Kommen dem Fortgehen gleiche! Und wenn er die Scharen hinter sichsah, sprach er:Wenn auch seine Höhe bis zum Himmel reicht, und sein Haupt bis in die Wolken ragt, gleich seinem Kote schwindet er für immer, die ihn sehen, sprechen: Wo ist er? Wenn man Mar Zuṭra an einem Festšabbathtrug, sprach er: Denn Vermögen währt nicht immer, und bleibt etwa die Krone von Geschlecht zu Geschlecht?",
"Es ist nicht gut, das Gesicht des Frevlers zu schonen; es ist für die Frevler nicht gut, daß man sie auf dieser Welt schont. Es war für Aḥa͑b nicht gut, daß man ihn auf dieser Welt schonte, wie es heißt:weil sich Aḥa͑b vor mir gedemütigt hat, will ich das Unglück nicht bei seinen Lebzeiten hereinbrechen lassen.",
"Daß man den Gerechten im Gericht hinwegstößt; es ist für die Gerechten gut, daß man sie auf dieser Welt nicht schont. Es war für Moše gut, daß man ihn auf dieser Welt nicht schonte, wie es heißt:weil ihr auf mich nicht vertraut habt, mich zu heiligen; würdet ihr aber auf mich vertraut haben, so würde eure Zeit, aus der Welt zu scheiden, noch nicht herangereicht sein.",
"Heil den Frommen; nicht genug, daß sie Verdienst für sich selbst erlangen, vielmehr erlangen sie Verdienst auch für ihre Kinder und Kindeskinder bis zum Ende aller Geschlechter. Ahron hatte viele Söhne, die es, gleich Nadab und Abihu, verbrannt zu werden verdient hatten, demi es heißt:die zurückblieben, nur stand ihnen das Verdienst ihres Vaters bei.",
"Wehe den Gottlosen; nicht genug, daß sie sich selbst verschulden, vielmehr verschulden sie auch ihre Kinder und Kindeskinder bis zum Ende aller Geschlechter. Kenaa͑n hatte viele Nachkommen, die es, gleich Ṭabi, dem Sklaven R. Gamliéls, Autorisation zu erlangen verdient hatten, nur lastete auf ihnen die Verschuldung ihres Ahnes.",
"Wer das Publikum zu verdienstvollen Handlungen veranlaßt, dem bleibt die Sünde fern; wer das Publikum zur Sünde verleitet, dem läßt man nicht gelingen, Buße zu tun. – Weshalb bleibt dem, der das Publikum zu verdienstvollen Handlungen bringt, die Sünde fern? – Damit nicht er sich im Fegefeuer befinde, seine Schüler aber im Paradiese, denn es heißt:denn du überläßt meine Seele nicht der Unterwelt, gibst nicht zu, daß dein Frommer die Grube schaue. – Wer das Publikum zur Sünde verleitet, dem läßt man nicht gelingen, Buße zu tun, damit nicht er im Paradiese sich befinde, seine Schüler aber im Fegefeuer, denn es heißt:ein Mensch, den das Blut eines Ermordeten drückt, muß bis zur Grube flüchtig sein; niemand stütze ihn.",
"SAGT JEMAND, ER WOLLE SÜNDIGEN UND BUSSE TUN, SÜNDIGEN UND BUSSE TUN. Wozu heißt es zweimal: sündigen und Buße tun, sündigen und Buße tun? – Wie R. Hona im Namen Rabhs sagte, denn R. Hona sagte im Namen Rabhs: Sobald ein Mensch eine Sünde begangen und sie wiederholt hat, so ist sie ihm erlaubt. – Erlaubt, wie kommst du darauf!? – Vielmehr, sie kommt ihm erlaubt vor.",
"ER WOLLE SÜNDIGEN, UND DER VERSÖHNUNGSTAG WERDE ES SÜHNEN, SO SÜHNT ES DER VERSÖHNUNGSTAG NICHT. Unsere Mišna lehrt also nicht nach Rabbi, denn es wird gelehrt: Rabbi sagte: Der Versöhnungstag sühnt alle Sünden der Tora, einerlei, ob man Buße getan hat oder nicht. – Du kannst auch sagen, nach Rabbi, denn anders ist es, wenn es daraufhin erfolgt.",
"SÜNDEN DES MENSCHEN GEGEN GOTT &C. R. Joseph b. Ḥabo wies R. Abahu auf einen Widerspruch hin. [Er lehrt,] der Versöhnungstag sühne nicht die Sünden des Menschen gegen seinen Nächsten, dagegen heißt es:sündigt ein Mensch luider einen Menschen, so besänftigt Gott!? – Unter ‘Gott’ ist das Gerichtzu verstehen. –",
"Wie ist demnach der Schluß zu erklären:wenn einer aber wider den Herrn sündigt, wer sollte ihn richten!? – Er meint es wie folgt: wenn ein Mensch gegen einen Menschen sündigt und er ihn besänftigt, so vergibt ihm Gott, wenn aber ein Mensch gegen Gott sündigt, wer könnte für ihn beten, – nur Buße und gute Handlungen.",
"R. Jiçḥaq sagte: Wer seinen Nächsten kränkt, auch wenn nur durch Worte, muß ihn besänftigen, denn es heißt:mein Sohn, bist du Bürge geworden für deinen Nächsten, hast du für einen anderen deinen Handschlag gegeben, bist du verstrickt durch die Rede deines Mundes, so tue doch dieses, mein Sohn, daß du dich errettest &c. Hast du Geld, so öffne ihm deine Hand, wenn aber nicht, so bestürme ihn durch Freunde.",
"R. Ḥisda sagte: Er muß ihn vor drei Reihen von je drei Personen um Verzeihung bitten, denn es heißt:er soll vor den Leuten bekennenund sprechen: Ich habe gefehlt und das Recht verkehrt, und es wurde mir nicht vergolten.",
"R. Jose b. Ḥanina sagte: Wer seinen Nächsten [um Verzeihung] bittet, tue dies nicht mehr als dreimal, denn es heißt:achvergib doch, nun vergib doch. Ist [der Beleidigte] gestorben, so hole er zehn Personen an sein Grab und spreche: Ich habe gesündigt wider den Herrn, den Gott Jisraéls, und wider diesen, den ich verletzt habe.",
"R. Abba hatte etwas gegen R. Jirmeja; da ging er hin und setzte sich an die Tür des R. Abba, und als die Magd Wasser hinausgoß, spritzten Tropfen auf seinen Kopf. Da sprach er: Sie haben mich zum Misthaufen gemacht, und er las über sich [den Schriftvers]: aus dem Misthaufen erhebt er den Armen. Als R. Abba dies erfuhr, kam er ihm entgegen und sprach zu ihm: Jetzt muß ich zu dir kommen, denn es heißt: geh hin, wirf dich nieder und bestürme deinen Nächsten.",
"Wenn R. Zera etwas gegen jemand hatte, ging er an ihm vorüber und zeigte sich ihm, damit dieser von selbst herankomme.",
"Rabh hatte einst etwas gegen einen Schlächter, und als dieser am Vorabend des Versöhnungstages zu ihm nichtkam, sprach er: Ich werde zu ihm gehen, um ihn zu besänftigen. Da traf ihn R. Hona und fragte ihn: Wohin geht der Meister? Dieser erwiderte: Jenen besänftigen. Da sprach er: Abbageht einen Menschen töten! Er ging aber dennoch hin und blieb vor ihm stehen, während jener dasaß und einen Kopf spaltete. Als jener seine Augen erhob und ihn bemerkte, rief er: Es ist Abba; geh, ich will mit dir nichts zu tun haben. Während er den Kopf weiter spaltete, löste sich ein Knochen, der ihm in den Hals drang und ihn tötete.",
"Einst las Rabh vor Rabbi Abschnittevor,"
],
[
"und als R. Ḥija eintrat, begann er [den Abschnitt] von vorne; hierauf trat Bar Qappara ein, und er begann ihn wiederum von vorne; hierauf trat R. Šimo͑n, der Sohn Rabbis ein, da begann er ihn wiederum von vorne; als aber hierauf R. Ḥanina b. Ḥama eintrat, sprach er: Sooft abermals wiederholen! Er wiederholte ihn nicht, und R. Ḥanina nahm es ihm übel. Hierauf ging Rabh zu ihm an dreizehn Vorabenden des Versöhnungstages, er ließ sich aber nicht besänftigen. –",
"Wieso tat Rabh dies, R. Jose b. Ḥanina sagte ja, wer seinen Nächsten um Verzeihung bittet, brauche dies nicht mehr als dreimal zu tun!? – Anders Rabh. – Wieso tat dies R. Ḥanina, Raba sagte ja, wer Unbill übergeht, dem übergehe man all seine Sünden!? –",
"Vielmehr, R. Ḥanina sah im Traume, daß man Rabh an eine Palme gehängt habe; und da es überliefert ist, wer [im Traume] an eine Palme gehängt wird, Sverde Schuloberhaupt, folgerte er, daß dieser zur Herrschaft gelangenwerde; er ließ sich daher nicht besänftigen, damit er nach Babylonien gehe und die Tora da lehre.",
"Die Rabbanan lehrten: Die Pflicht des Sündenbekenntnisses hat am Vorabend des Versöhnungstages mit der Dunkelheit zu erfolgen, jedoch sagten die Weisen, daß man das Sündenbekenntnis spreche, bevor man gegessen und getrunken hat, weil man bei der Mahlzeit die Besinnung verlierenkönnte. Und obgleich man, bevor man gegessen und getrunken, das Sündenbekenntnis gesprochen hat, spreche man es auch nachdem man gegessen und getrunken hat, weil bei der Mahlzeit sich Schlimmesereignet haben kann. Und obgleich man das Sündenbekenntnis abends gesprochen hat, spreche man es auch im Morgengebete, und außer dem Morgengebete auch im Zusatzgebete, und außer dem Zusatzgebete auch im Vespergebete, und außer dem Vespergebete auch im Schlußgebete. –",
"An welcher Stelle spricht man es? – Der einzelne spreche es nach dem Gebete und der Vorbeter in der Mitte desselben. – Welches ist es? Rabh sagte: ‘Dukennst die Geheimnisse der Welt’. Šemuél sagte: ‘Aus der Tiefe des Herzens’. Levi sagte: ‘In deiner Tora heißt es also’, R. Joḥanan sagte: ‘Herr der Welten’.",
"R. Jehuda sagte: ‘Denn unsere Sünden sind zu viel, als daß man sie zählen, unsere Vergehen zu zahlreich, als daß man sie ausrechnen könnte’. R. Hamnuna sprach [folgendes Gebet:] Mein Gott, ehe ich gebildet wurde, war ich nichts wert, und auch jetzt, da ich gebildet worden bin, ist es ebenso, als wäre ich nicht gebildet worden. Staub bin ich bei meinen Leben, umsomehr bei meinem Tode. Siehe ich bin vor dir wie ein Gefäß voll Scham und Schmach. Möge es dein Wille sein, daß ich nimmer sündige, und was ich bereits gesündigt habe, spüle weg in deiner Barmherzigkeit, jedoch nicht durch Züchtigungen. Das ist das Sündenbekenntnis Rabas für das ganze Jahr, und R. Hamnuna des Kleinen am Versöhnungstage.",
"Mar Zuṭra sagte: Dies nur, wenn man nicht gesagt hat: ‘Jawohl, wir haben gesündigt’, wenn aber gesagt hat, ‘Jawohl, wir haben gesündigt’, ist weiter nichts nötig, denn Bar Hamdudierzählte: Einst stand ich vor Šemuél, der [beim Gebete] saß, und als der Vorbeter herankam und sprach: ‘Jawohl, wir haben gesündigt’, stand er auf. Hieraus folgerte er, daß dies das eigentliche Sündenbekenntnis sei.",
"Dort haben wir gelernt: An drei Zeiten im Jahre erheben die Priester ihre Hände [zum Priestersegen] viermal am Tage; beim Morgengebete, beim Zusatzgebete, beim Vespergebete und beim Schlußgebete, und zwar an den Fasttagen, an den Beistandstagenund am Versöhnungstage. –",
"Welches ist das Schlußgebet? – Rabh sagte, ein weiteres Gebet, und Šemuél sagte, [das Gebet] ‘Was sind wir und Was ist unser Leben!’ Man wandte ein: Am Abend des Versöhnungstages spreche man [im Gebete] sieben [Segenssprüche] und das Sündenbekenntnis, im Morgengebete spreche man sieben [Segenssprüche] und das Sündenbekenntnis, im Zusatzgebete spreche man sieben [Segenssprüche] und das Sündenbekenntnis, im Vespergebete spreche man sieben [Segenssprüche] und das Sündenbekenntnis, im Schlußgebete spreche man sieben [Segenssprüche] und das Sündenbekenntnis!? –",
"Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: Am Abend des Versöhnungstages, bei Dunkelheit, spreche man im Gebete sieben [Segenssprüche] und das Sündenbekenntnis, und man schließe mit der Bekenntnisformel – so R. Meír; die Weisen sagen, man spreche sieben [Segenssprüche], und wenn man mit der Bekenntnisformel schließen will, tue man dies. (Dies ist eine Widerlegung Šemuéls. Eine Widerlegung.)",
"Einst trat Úla b.Rabh vor Raba [vor das Betpult] und begann [das Gebet] mit ‘Du hast uns auserwählt’ und beendete es mit ‘Was sind wir und was ist unser Leben’; da lobte er ihn dafür. R. Hona, Sohn R. Nathans, sagte: Der einzelne spreche es nach dem Gebete.",
"Rabh sagte: Das Schlußgebet befreit vom Abendgebet. Rabh vertritt hierbei seine Ansicht, daß dies nämlich ein weiteresGebet sei, und da man es bereits verrichtethat, braucht man es nicht mehr. –",
"Kann Rabh dies denn gesagt haben, Rabh sagte ja, die Halakha sei wie derjenige, welcher sagt, das Abendgebet sei Freigestelltes!? – Er sagte dies nach demjenigen, welcher sagt, es sei Pflicht.",
"Man wandte ein: Am Abend des Versöhnungstages spreche man [im Gebete] sieben [Segenssprüche] und das Sündenbekenntnis, im Morgengebete spreche man sieben [Segenssprüche] und das Sündenbekenntnis, im Zusatzgebete spreche man sieben [Segenssprüche] und das Sündenbekenntnis, im Schlußgebete spreche man sieben [Segenssprüche], den Auszug des Achtzehngebetes. R. Ḥanina b.Gamliél sagte im Namen seiner Vorfahren, man lese das vollständige Achtzehngebet,"
],
[
"weil man in [den Segen] ‘Der Erkenntnis verleiht’ den Unterscheidungssegen einschalten muß!? – Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: Alle, die unterzutauchen haben, tauchen am Versöhnungstage wie gewöhnlich unter; die Menstruierende und die Wöchnerin tauchen wie gewöhnlich in der Nacht des Versöhnungstages unter:",
"der Ergußbehaftete darf bis zum Vespergebeteuntertauchen, und R. Jose sagt, während des ganzen Tages. –",
"Ich will auf einen Widerspruch hinweisen. Der männliche und die weibliche Flußbehaftete, der männliche und die weibliche Aussätzige, der einer Menstruierenden Beiwohnende und der Leichenunreine tauchen in der Nacht des Versöhnungstages wie gewöhnlich unter; die Menstruierende und die Wöchnerin tauchen wie gewöhnlich in der Nacht des Versöhnungstages unter; der Ergußbehaftete darf während des ganzen Tages untertauchen; R. Jose sagt, vom Vespergebete ab dürfe er nicht mehr untertauchen!? –",
"Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn er das Schlußgebet verrichtet hat, und das andere, wenn er es nicht verrichtet hat. –",
"Was ist, wenn er es verrichtet hat, der Grund der Rabbanan!? – Die Rabbanan sind der Ansicht, das Untertauchen zur festgesetzten Zeit sei Gebot. –",
"Demnach wäre R. Jose der Ansicht, dies sei kein Gebot, und [dem widersprechend] wird gelehrt: Wenn einem auf dem Leibe der Gottesname geschrieben ist, so darf er nicht baden, sich nicht salben und an keinem schmutzigen Orte stehen; trifft es sich, daß er ein Pflichtbad nehmen muß, so umbinde er ihn mit Bast, steige hinab und tauche unter. R. Jose sagt, er dürfe wie gewöhnlich hinabsteigen und untertauchen, aber ihn nicht wegspülen.",
"Und es ist uns bekannt, daß sie über das Gebot des Untertauchens zur festgesetzten Zeit streiten!? –",
"Daist es R. Jose b. Jehuda, denn es wird gelehrt, R. Jose b. Jehuda sagt, es genüge, wenn das Untertauchen am Ende erfolgt.",
"Die Rabbanan lehrten: Wer am Versöhnungstage Samenerguß bekommt, steige hinab und tauche unter, und abends spüleer sich ab. – Abends, was geschehen ist, ist ja geschehen!? – Sage vielmehr, am Abend vorher spüle ersich ab. Er ist der Ansicht, es sei Gebot, sich abzuspülen.",
"Ein Jünger rezitierte vor R. Naḥman: Wer am Versöhnungstage Samenerguß bekommt, dem sind seine Sünden vergeben. – Es wird ja aber gelehrt: dem sind seine Sünden geordnet!? – Sie sind geordnet, um vergeben zu werden.",
"In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Wer am Versöhnungstage Samenerguß bekommt, sei das ganze Jahr hindurch besorgt, wenn er aber das Jahr überlebt, so sei er versichert, daß er ein Kind der zukünftigen Welt ist. R. Naḥman b.Jiçḥaq sagte: Dies ist erklärlich: die ganze Welt ist hungrig, er aber ist satt. Als R. Dimi kam, sagte er: Er lebt lange, gedeiht und vermehrt sich."
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