{ "language": "en", "title": "Sukkah", "versionSource": "https://www.nli.org.il/he/books/NNL_ALEPH001042448/NLI", "versionTitle": "Talmud Bavli. German trans. by Lazarus Goldschmidt, 1929 [de]", "shortVersionTitle": "Lazarus Goldschmidt, 1929", "actualLanguage": "de", "languageFamilyName": "german", "isBaseText": false, "isSource": false, "direction": "ltr", "heTitle": "סוכה", "categories": [ "Talmud", "Bavli", "Seder Moed" ], "text": [ [], [], [ "i EINE FESTHÜTTE, DIE MEHR ALS ZWANZIG ELLEN HOCH IST, IST UN-BRAUCHBAR, NACH R. JEHUDA ABER BRAUCHBAR; \n", "DIE KEINE ZEHN HANDBREITEN HOCH IST, DIE KEINE DREI WÄNDE HAT UND DIE MEHR SONNE ALS SCHATTEN1Das W. סוכה ist von סכך bedecken, beschatten, abgeleitet, deren Hauptzweck ist also die Beschattung. GEWÄHRT, IST UNBRAUCHBAR.", "GEMARA. Dort haben wir gelernt: Ein Durchgang, der mehr als zwanzig Ellen hoch ist, muß verringert werden ; R. Jehuda sagt, dies sei nicht nötig.", "Weshalb lehrt er von der Festhütte, sie sei unbrauchbar, während er vom Durchgange ein Mittel lehrt!? –", "Die Festhütte ist [ein Gebot] der Tora, daher lehrt er, sie sei unbrauchbar, der Durchgang aber ist nur rabbanitisch, daher gibt er ein Mittel an.", "Wenn du aber willst, sage ich: auch bei [Geboten] der Tora lehrt er sonst ein Mittel; jedoch lehrt er von der Festhütte, sie sei unbrauchbar, weil deren [Unbrauchbarkeitsfälle] viel sind, beim Durchgange dagegen, bei dem sie nicht viel sind, gibt er ein Mittel an.", "Woher dies?", "Raba erwiderte: Die Schrift sagt:2Lev. 23,43.damit eure Geschlechter wissen, daß ich die Kinder Jisraél in Hütten habe wohnen lassen: bis zwanzig Ellen merkt man, daß man sich in einer Hütte befindet, ist sie höher als zwanzig Ellen, so merkt man nicht mehr, daß man sich in einer Hütte befindet, weil das Auge da nicht hinreicht.", "R. Zera entnimmt dies hieraus:3Jes. 4,6.Und eine Hütte wird da sein als Schatten vor der Hitze tagsüber; bis zwanzig Ellen befindet man sich im Schatten der Hüttenbedachung, ist sie höher als zwanzig Ellen, so befindet man sich nicht mehr im Schatten der Hüttenbedachung, sondern im Schatten der Wände.", "Abajje sprach zu ihm: Demnach ist, wenn jemand seine Festhütte zwischen den Ášteroth. Qarnajim4Name hoher Berge (vgl. Gn. 15), die das Tal am Fuße vollständig beschatten. errichtet, diese ebenfalls keine Festhütte!?", "Dieser erwiderte: Bei dieser ist, wenn du die Ášteroth Qarnajim entfernst, ein Schatten der Hüttenbedachung vorhanden, bei jener aber ist, wenn du die Wände entfernst, kein Schatten der Hüttenbedachung vorhanden.", "Raba entnimmt dies hieraus:5Lev. 23,42.Sieben Tage sollt ihr in Hütten wohnen ; die Tora sagt damit, daß man die ganzen sieben Tage seine permanente Wohnung verlasse und in einer provisorischen Wohnung wohne. Bis zwanzig Ellen errichtet man eine provisorische Wohnung, höher als zwanzig Ellen errichtet man keine provisorische Wohnung mehr, sondern nur eine permanente.", "Abajje sprach zu ihm: Demnach ist, wenn jemand Wände aus Eisen errichtet und über diese Hüttenbedachung legt, diese ebenfalls keine Festhütte!?", "Dieser erwiderte: Ich meine es wie folgt: bis zu zwanzig Ellen errichtet man auch eine provisorische Wohnung, somit genügt man seiner Pflicht, wenn man eine permanente errichtet hat, höher als zwanzig Ellen, errichtet man [keine provisorische, sondern nur] eine permanente Wohnung, somit genügt man seiner Pflicht nicht, auch wenn man eine provisorische errichtet hat." ], [ "Sie alle erklären nicht wie Rabba, denn da6Im von R. angezogenen Schriftverse. bezieht sich das ‘Wissen’ auf die kommenden Geschlechter.", "Wie R. Zera erklären sie ebenfalls nicht, weil jener Schriftvers sich auf die messianischen Tage bezieht. –", "Und R. Zera!? – Demnach sollte die Schrift sagen: und ein Baldachin wird da sein als Schatten tagsüber, wenn es aber heißt: und eine Hütte wird da sein als Schatten tagsüber, so ist hieraus beides zu entnehmen.", "Wie Raba erklären sie ebenfalls nicht, wegen des Einwandes Abajjes.", "Wessen Ansicht vertritt die Lehre R. Jošijas, der im Namen Rabhs lehrt, daß nämlich der Streit nur über den Fall besteht, wenn die Wände nicht bis zur Hüttenbedachung reichen, wenn aber die Wände bis zur Hüttenbedachung reichen, sie unbrauchbar sei, auch wenn sie höher als zwanzig Ellen ist?", "Die des Raba, der erklärt, weil das Auge da nicht hinreicht, wenn aber die Wände bis zur Hüttenbedachung reichen, erreicht sie das Auge. –", "Wessen Ansicht vertritt die Lehre R. Honas, der im Namen Rabhs lehrte, daß nämlich der Streit nur über den Fall besteht, wenn [die Festhütte] nur vier zu vier Ellen hat, wenn sie aber mehr als vier zu vier Ellen hat, sei sie brauchbar, auch wenn sie höher als zwanzig Ellen ist?", "Die des R. Zera, der erklärt, wegen des Schattens, wenn sie aber breiter ist, wird sie von der Hütten-bedachung beschattet. –", "Wessen Ansicht vertritt die Lehre des R. Ḥanan b. Rabba, der im Namen Rabhs lehrte, daß nämlich der Streit nur über den Fall besteht, wenn [die Festhütte] nicht mehr als den Kopf, den größeren Teil des Körpers und den Tisch faßt, wenn sie aber mehr als den Kopf, den größeren Teil des Körpers und den Tisch faßt, sie brauchbar sei, auch wenn sie höher als zwanzig Ellen ist? Keines von ihnen. –", "Allerdings besteht der Streit R. Jošijas gegen R. Hona und R. Ḥanan b. Rabba in folgendem: diese normieren die Ausdehnung, jener aber normiert die Ausdehnung nicht;", "aber R. Hona und R. Ḥanan b. Rabba streiten wohl über die Brauchbarkeit der Festhütte: einer ist der Ansicht, die Festhütte sei mit vier Ellen brauchbar, und einer ist der Ansicht, die Festhütte sei brauchbar schon wenn sie den Kopf, den größeren Teil des Körpers und den Tisch faßt. –", "Nein, beide sind der Ansicht, die Festhütte sei brauchbar, wenn sie den Kopf, den größeren Teil des Körpers und den Tisch faßt, und ihr Streit besteht in folgendem: einer ist der Ansicht, sie7R. Jehuda u. die Rabbanan in unserer Mišna. streiten über [eine Festhütte], die den Kopf, den größeren Teil des Körpers und den Tisch faßt, wenn aber mehr als den Kopf, den größeren Teil des Körpers und den Tisch, stimmen alle überein, daß sie brauchbar ist,", "und einer ist der Ansicht, sie streiten über eine, die den Kopf, den größeren Teil des Körpers und den Tisch faßt, bis zu vier Ellen, ist sie aber größer als vier Ellen, so ist sie nach aller Ansicht brauchbar.", "Man wandte ein: Eine Festhütte, die mehr als zwanzig Ellen hoch ist, ist unbrauchbar ; nach R. Jehuda ist sie bis vierzig und fünfzig Ellen brauchbar.", "R. Jehuda sprach: Die Festhütte der Königin Helena in Lud war ja höher als zwanzig Ellen, und die Ältesten gingen da ein und aus, ohne ihr etwas zu sagen. Jene erwiderten: Soll dies ein Beweis sein!? Sie war eine Frau und von der Festhütte frei. Dieser entgegnete: Sie hatte ja sieben Söhne, und ferner pflegte sie ja alles nach der Anweisung der Weisen zu tun!? –", "Wozu brauchte er darauf hinzuweisen, daß sie alles nach der Anweisung der Weisen zu tun pflegte!? –", "Er sprach zu ihnen wie folgt: wenn ihr erwidern wolltet, ihre Söhne waren minderjährig, und Minderjährige sind von der Festhütte frei, so war es ja, da sie sieben waren, nicht möglich, daß unter ihnen nicht einer war, der seiner Mutter nicht benötigte!?", "Und wenn ihr erwidern wolltet, ein Minderjähriger, der seiner Mutter nicht benötigt, sei nur rabbanitisch verpflichtet und sie habe das Rabbanitische nicht beachtet, so komm und höre: ferner pflegte sie ja alles nach Anweisung der Weisen zu tun!?", "Einleuchtend ist dies nach demjenigen, welcher sagt, sie streiten über eine Festhütte, deren Wände nicht bis zur Hüttenbedachung reichen, denn eine Königin pflegt sich in einer Hütte aufzuhalten, deren Wände nicht bis zur Hüttenbedachung reichen," ], [ "wegen des Luftzuges, aber pflegt denn nach demjenigen, welcher sagt, sie streiten über eine kleine Festhütte, eine Königin sich in einer kleinen Festhütte aufzuhalten!? Rabba b. Ada erwiderte: Hier handelt es sich um eine Festhütte8Die Festhütte selbst war groß., die in Kämmerchen geteilt war. –", "Pflegt denn eine Königin sich in einer Festhütte aufzuhalten, die in Kämmerchen geteilt ist? R. Aši erwiderte: Hier handelt es sich um eine darin befindliche Kammer.", "Die Rabbanan sind der Ansicht, ihre Söhne saßen in der tauglichen Festhütte, und sie in einer Kammer, aus Keuschheit, und deshalb sagten ihr [die Ältesten] nichts, R. Jehuda ist der Ansicht, auch ihre Söhne saßen bei ihr, und dennoch sagten sie ihr nichts.", "R. Šemuél b. Jiçḥaq sagte: Die Halakha ist, sie muß den Kopf, den größeren Teil des Körpers und den Tisch fassen. R. Abba sprach zu ihm : Also nach der Schule Šammajs9Nach der Schule Hillels braucht sie den Tisch nicht zu fassen; cf. infra Fol. 23a.?", "Manche lesen: R. Abba sprach: Wer lehrte dich dies? Jener erwiderte: So nach der Schule Šammajs, und weiche davon nicht ab.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq wandte ein : Woher, daß die Schule Šammajs und die Schule Hillels über eine kleine Festhütte streiten, vielleicht streiten sie über eine große, wenn man nämlich an der Tür der Festhütte sitzt und der Tisch sich in der Stube befindet: die Schule Šammajs berücksichtigt, man könnte sich nach dem Tische hinüberneigen, und die Schule Hillels berücksichtigt dies nicht!?", "Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: Wenn jemand sich mit dem Kopfe und dem größeren Teile des Körpers in der Festhütte befindet, den Tisch aber in der Stube10Wenn die Hütte an der Wohnung angebracht ist.hat, so ist sie nach der Schule Šammajs unbrauchbar und nach der Schule Hillels brauchbar. Wenn dem so wäre, so sollte es doch heißen: wenn die Festhütte faßt, beziehungsweise nicht faßt!? –", "Streiten sie denn nicht über eine kleine Festhütte, es wird ja gelehrt: Faßt sie den Kopf, den größeren Teil des Körpers und den Tisch, so ist sie brauchbar; Rabbi sagt, nur wenn sie vier zu vier Ellen hat.", "Dagegen lehrt ein Anderes: Rabbi sagt, eine Festhütte, die keine vier zu vier Ellen hat, sei unbrauchbar ; die Weisen sagen, auch wenn sie nur den Kopf und den größeren Teil des Körpers faßt, sei sie brauchbar. Vom Tische aber lehrt er nicht; demnach widersprechen ja [die Lehren] einander!? Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß die eine nach der Schule Šammajs und die andere nach der Schule Hillels lehrt.", "Mar Zuṭra sagte: Dies geht auch aus der Mišna hervor, denn er lehrt: so ist sie nach der Schule Šammajs unbrauchbar und nach der Schule Hillels brauchbar: wenn dem so11Daß es sich um eine kleine Festhütte handelt, die tatsächlich nicht mehr faßt.wäre, so sollte es ja heißen: so hat man nach der Schule Šammajs seiner Pflicht nicht genügt und nach der Schule Hillels seiner Pflicht genügt. –", "Wieso heißt es nun demnach: wenn jemand sich befindet? –", "Tatsächlich streiten sie über beides, sie streiten über eine kleine Festhütte, und sie streiten über eine große Festhütte, nur ist [die Lehre] lückenhaft und muß wie folgt lauten: Wenn jemand sich mit dem Kopfe und dem größeren Teile des Körpers in der Festhütte befindet, den Tisch aber in der Wohnung hat, so hat er, wie die Schule Šammajs sagt, seiner Pflicht nicht genügt, und wie die Schule Hillels sagt, seiner Pflicht genügt; die nicht mehr als den Kopf und den größeren Teil des Körpers faßt, ist nach der Schule Šammajs unbrauchbar und nach der Schule Hillels brauchbar. –", "Wer lehrte folgende Lehre der Rabbanan : Ein Haus, das keine vier zu vier Ellen hat, ist von der Mezuza und vom Geländer12An einem flachen Dache; cf. Dt. 22,8.frei, es ist nicht durch Aussatz13Lev. 14,34ff.verunreinigungsfähig, es verfällt nicht14Dem Käufer; cf. Lev. 25,29.als Haus einer ummauerten Stadt,", "man kehrt wegen eines solchen nicht vom Kriegsschauplatze15Cf. Dt. 20.5.heim, es beteiligt sich nicht am E͑rub16Wenn mehrere Häuser einen gemeinsamen Hof haben, so ist es am Šabbath verboten, Gegenstände aus den Wohnungen nach dem Hofe od. umgekehrt zu tragen, da der Hof als anderes Gebiet gilt; die Nachbarn können sich jedoch fiktiv vereinigen, indem sie am Freitag zu einer Speise gemeinschaftlich beitragen, die in einem der zum Hofe gehörenden Häuser niedergelegt wird. Diese Speise heißt E͑rub (Vermischung, Verschmelzung, Vereinigung) vollst, ערוב חצרות, Hof-E͑rub.und an der Verbindung17Mehrere Höfe an einer Durchgangsgasse müssen sich eben-falls durch einen E͑. fiktiv verbinden., man legt da den E͑rub nicht nieder," ], [ "es kann nicht zur Vereinigung zwischen zwei Ortschaften18Hinsichtlich des Šabbathgebietes ; cf. Er. Fol. 57a.dienen, und es ist zwischen Brüdern und Gesellschaftern nicht zu teilen.", "Es ist also Rabbi und nicht die Rabbanan? – Du kannst auch sagen, daß es die Rabbanan sind, denn die Rabbanan sagen dies nur von der Festhütte, die ja nur provisorisch zur Wohnung dient, bei einem Hause aber, das zur permanenten Wohnung dient, pflichten sie bei, daß es, wenn es vier Ellen zu vier Ellen hat, von Menschen bewohnt wird, wenn aber nicht, von Menschen nicht bewohnt wird.", "Der Meister sagte: Ist von der Mezuza und vom Geländer frei, es ist durch Aussatz nicht verunreinigungsfähig, es verfällt nicht als Haus einer ummauerten Stadt, man kehrt wegen eines solchen nicht vom Kriegsschauplatze heim. Aus welchem Grunde? – In all diesen Fällen heißt es Haus. –", "«Es beteiligt sich nicht am E͑rub und an der Verbindung, man legt da den E͑rub nicht nieder.» Aus welchem Grunde? – Weil es zur Wohnung nicht geeignet ist. – Nur den E͑rub zur Vereinigung des Hofes lege man da nicht nieder, wohl aber zur Verbindung für die Durchgangsgasse;", "aus welchem Grunde? – Weil es nicht weniger ist als ein Hof in der Durchgangsgasse. Wir haben nämlich gelernt: Der E͑rub zur Vereinigung des Hofes wird im Hofe und zur Verbindung der Durchgangsgasse wird in der Durchgangsgasse [niedergelegt].", "Dagegen wandten wir ein: Wieso der Hof-E͑rub im Hofe, wir haben ja gelernt, daß, wenn man den E͑rub in einem Torhäuschen, einer Veranda oder einer Galerie niederlegt, er kein E͑rub sei, und wer da wohnt, [den Hof] nicht verboten19Den übrigen Anwohnern des Hofes für den Verkehr am Šabbath; cf. Er. Fol. 85bff.mache!?", "Vielmehr lese man : der E͑rub zur Vereinigung des Hofes in einem Hause des Hofes, und zur Verbindung für die Durchgangsgasse in einem Hofe der Durchgangsgasse. Und dieses ist nicht weniger als ein Hof in der Durchgangsgasse. –", "«Es kann nicht zur Vereinigung zwischen zwei Ortschaften dienen.» Es ist nicht einmal mit einer Wächterhütte zu vergleichen. Aus welchem Grunde? – Die Wächterhütte ist für ihren Zweck brauchbar, dieses aber ist für seinen Zweck nicht brauchbar. –", "«Es ist zwischen Brüdern und Gesellschaftern nicht zu teilen.» Nur wenn es keine vier Ellen hat, wenn es aber vier Ellen hat, ist es zu teilen,", "während wir doch gelernt haben, man teile einen Hof nur dann, wenn vier Ellen für den einen und vier Ellen für den anderen zurückbleiben!? –", "Sage vielmehr: bei diesem gilt nicht das Gesetz der Teilung des Hofes. R. Hona sagte nämlich: Der Hof ist nach den Türen20Wenn beispielsweise bei der Teilung der eine 2 kleine Häuser u. der andere ein großes erhält, so erhält der erste auch ⅔ vom gemeinsamen Hofe. zu teilen, und R. Ḥisda sagte, jede Tür erhalte vier Ellen [vom Hofe], und der Rest sei gleichmäßig zu teilen.", "Nur ein Haus, das bestehen bleibt, erhält einen Teil am Hofe, ein solches aber, das zum Niederreißen bestimmt ist, erhält keinen Teil am Hofe.", "Wenn sie höher als zwanzig Ellen ist und man sie durch Kissen und Polster21Die man auf den Fußboden legt.verringert, so ist dies keine Verringerung," ], [ "auch wenn man sie22Für die Dauer des Hüttenfestes. aufgibt, da sein Beschluß gegenüber dem aller anderen Menschen23Es sind Wertgegenstände, die kein Mensch aufgibt.bedeutungslos ist.", "Wenn Stroh und man es aufgibt, so ist dies eine Verringerung, und um so mehr, wenn Erde und man sie aufgibt.", "Wenn Stroh, das man später nicht22Für die Dauer des Hüttenfestes.fortnimmt, oder Erde ohne Beschlußfassung, so besteht hierüber ein Streit zwischen R. Jose und den Rabbanan, denn wir haben gelernt: Wenn man ein Haus mit Stroh oder Geröll gefüllt und es aufgegeben hat, so gilt es als nicht vorhanden.", "Nur wenn man es aufgibt, nicht aber, wenn man es nicht aufgibt. Hierzu wird gelehrt: R. Jose sagt: Stroh, das man später nicht fortnimmt, gleicht Erde ohne Beschlußfassung und es gilt24Wenn ein Leichnam sich darin befindet; cf. Ah. XV, 6,7.als nicht vorhanden, Erde, die man später fortnimmt, gleicht Stroh ohne Beschlußfassung, und es gilt nicht als nicht vorhanden.", "Wenn sie höher als zwanzig Ellen ist und Gesträuch [von der Hüttenbedachung] innerhalb der zwanzig Ellen herabhängt, so ist sie, wenn es mehr Schatten als Sonne gewährt, brauchbar, wenn aber nicht, unbrauchbar.", "Von einer, die zehn Handbreiten25Mindesthöhe für die Festhütte.hoch ist, aber Gesträuch [von der Hüttenbedachung] innerhalb der zehn Handbreiten herabhängt. wollte Abajje sagen, sie sei, wenn es mehr Sonne als Schatten gewährt, brauchbar26Wörtl. gerettet, sc. die Tauglichkeit derselben; die Zacken, die als Hüttenbedachung untauglich sind, gelten als nicht vorhanden.,", "da sprach Raba zu ihm: Eine solche ist ja eine stinkige Wohnung, und kein Mensch wohnt in einer stinkigen Wohnung.", "Wenn sie höher als zwanzig Ellen ist und man darin ein Podium längs der Mittelwand27Der dem Eingange gegenüberliegenden Wand.errichtet, das die für die Festhütte erforderliche Größe hat, so ist sie brauchbar;", "wenn aber längs einer Seiten wand, so ist sie, falls vom Rande des Podiums bis zur [gegenüberliegenden] Wand vier Ellen vorhanden28Die Wand gilt, da sie höher als 20 Ellen ist, als nicht vorhanden, u. die zweiwändige Festhütte ist unbrauchbar.sind, unbrauchbar, wenn aber weniger, brauchbar. –", "Er lehrt uns damit, daß wir die Wand als schief29Die Hüttenbedachung ist breiter als das den brauchbaren Teil der Festhütte bildende Podium, somit muß die unten abstehende Wand als schräg gedacht werden.betrachten, und dies haben wir ja bereits gelernt: Wenn [das Dach eines] Hauses durchbrochen ist und man oben Hüttenbedachung legt, so ist es, wenn von der Wand bis zur Hüttenbedachung vier Ellen vorhanden sind, [als Festhütte] unbrauchbar. Wenn weniger, ist es demnach brauchbar!? –", "Man könnte glauben, nur da, wo die Wand an sich brauchbar30Nicht höher als 20 Ellen.ist, nicht aber hierbei, wo die Wand unbrauchbar ist, so lehrt er uns.", "Wenn sie höher als zwanzig Ellen ist und man ein Podium in der Mitte errichtet, so ist sie, wenn an jeder Seite vom Rande des Podiums bis zur Wand vier Ellen vorhanden sind, brauchbar, wenn aber weniger als vier Ellen, unbrauchbar. –", "Er lehrt uns damit, daß wir die Wand als schief betrachten, und dies ist ja dasselbe!? –", "Man könnte glauben, wir sagen zwar, die schiefe Wand sei an einer Seite zulässig, nicht aber an jeder Seite, so lehrt er uns.", "Wenn sie niedriger als zehn Handbreiten ist und man darin eine auf zehn Handbreiten ergänzende Vertiefung macht, so ist sie, wenn vom Rande der Vertiefung bis zur Wand drei Handbreiten vorhanden sind, unbrauchbar," ], [ "wenn aber weniger als drei Handbreiten, brauchbar. –", "Womit ist es da31Bei der Verringerung der Höhe.anders, daß du da weniger als vier Ellen, hierbei aber weniger als drei Handbreiten sagst!? –", "Da, wo eine Wand vorhanden ist, ist [ein Abstand] weniger als vier Ellen zulässig, hierbei aber, wo die Wand erst werden soll, gilt sie als solche bei [einem Abstand] unter drei Handbreiten, sonst aber nicht.", "Über den Fall, wenn sie höher als zwanzig Ellen ist und man darin eine zehn Handbreiten hohe Säule errichtet, die den für die Festhütte erforderlichen Umfang hat, wollte Abajje sagen, man dehne die Wände32Da die Säule den für die Festhütte erforderlichen Flächenraum hat, so denke man sich die Seitenflächen derselben als Wände, die fiktiv bis zur Hüttenbedachung reichen.nach oben,", "da sprach Raba zu ihm: Es sind erkennbare Wände erforderlich, die nicht vorhanden sind.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn man vier Stangen33Auf einem flachen Dache.aufstellt und darüber Hüttenbedachung legt, so ist es [als Festhütte] nach R. Ja͑qob brauchbar und nach den Weisen unbrauchbar.", "R. Hona sagte: Der Streit besteht nur, wenn am Rande des Daches, denn R. Ja͑qob ist der Ansicht, wir sagen, man dehne die Wände34Des Hauses. Die 4 Stangen an den 4 Enden des Daches markieren die Festhütte, u. die Wände des Hauses werden fiktiv nach oben gedehnt, sodaß sie zugleich als solche für die Festhütte dienen.nach oben, und die Rabbanan sind der Ansicht, wir sagen nicht, man dehne die Wände nach oben; wenn aber in der Mitte des Daches, stimmen alle überein, daß es unbrauchbar sei. R. Naḥman sagte : Der Streit besteht, wenn in der Mitte35Nach der einen Ansicht gelten die Stangen, wenn sie nach jeder Seite eine Handbreite breit sind, als Wände.des Daches.", "Sie fragten: Besteht der Streit nur über den Fall, wenn in der Mitte des Daches, wenn aber am Rande des Daches, stimmen alle überein, daß es brauchbar ist, oder besteht der Streit über diesen und jenen Fall? – Die Frage bleibt unentschieden.", "Man wandte ein: Wenn man vier Stangen in die Erde steckt und darüber Hüttenbedachung legt, so ist es nach R. Ja͑qob [als Festhütte] brauchbar und nach den Weisen unbrauchbar.", "In der Erde ist es ja ebenso, wie in der Mitte36Da in diesem Falle keine Wände vorhanden sind, die fiktiv nach oben zu dehnen sind.des Daches, dennoch ist es nach R. Ja͑qob brauchbar!? Dies ist eine Widerlegung R. Honas. Eine Widerlegung.", "Ferner streiten sie ja, wenn in der Mitte, wenn aber am Rande des Daches, stimmen alle überein, daß es brauchbar ist, somit ist dies eine Widerlegung R. Honas in beidem!? –", "R. Hona kann dir erwidern: sie streiten über den Fall, wenn in der Mitte des Daches, und dies gilt auch von dem Falle, wenn am Rande des Daches, und nur deshalb streiten sie über den Fall, wenn in der Mitte des Daches, um dir die weitergehende Ansicht R. Ja͑qobs hervorzuheben, daß es nämlich brauchbar ist, auch wenn man sie in der Mitte des Daches aufstellt.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn man vier Stangen in die Erde steckt und darüber Hüttenbedachung legt, so werden sie, wie R. Ja͑qob sagt, falls sie gehöhlt und gekantet37Wenn die runden Stangen so dick sind, daß, wenn man sie viereckig hobelt und aushöhlt, ein Winkel von der angegebenen Breite zurückbleibt.eine Handbreite nach der einen Seite und eine Handbreite nach der anderen Seite haben, als Doppelpfeiler38Dh. im Winkel aneinander gesetzt, sodaß jede Seite eine handbreite Wand hat. betrachtet, wenn aber nicht, nicht als Doppelpfeiler betrachtet. R. Ja͑qob sagt nämlich, für die Festhütte genügen Doppelpfeiler von je einer Handbreite; die Weisen aber sagen, zwei [Wände] müssen vorschriftsmäßig sein und für die dritte genügt eine Handbreite.", "EINE, DIE KEINE ZEHN HANDBREITEN HOCH IST. Woher dies? –", "Es wurde gelehrt : Rabh, R. Ḥanina, R. Joḥanan und R. Ḥabiba –", "manche setzen in der ganzen Sektion von den Feiertagen, überall, wo diese Gelehrtengesellschaft vorkommt, R. Jonathan statt R. Joḥanan – lehrten:", "Die Bundeslade hatte neun [Handbreiten] und der Sühnedeckel eine Handbreite, zusammen zehn, und es heißt :39Ex. 25,22.dort werde ich mich dir offenbaren und mit dir reden vom Sühnedeckel aus." ], [ "Ferner wird auch gelehrt: R. Jose sagte: Nie ist die Göttlichkeit unten herabgekommen, und nie sind Moše und Elijahu in die Höhe gestiegen, denn es heißt:40Ps. 115,16.der Himmel ist Himmel des Herrn, und die Erde hat er den Menschenkindern gegeben41Demnach ist die Höhe von 10 Handbreiten die Grenze von 2 verschiedenen Gebieten.. –", "Ist denn die Göttlichkeit nicht unten herabgekommen, es heißt ja:42Ex. 19,20.der Herr stieg auf den Berg Sinaj herab!? – Oberhalb zehn Handbreiten. – Es heißt ja aber:43Zach. 14,4.an diesem Tage werden seine Füße auf dem Olivenberge stehen!? – Oberhalb zehn Handbreiten. –", "Sind denn Moše und Elijahu nicht in die Höhe gestiegen, es heißt ja:44Ex. 19,3.Moše stieg zu Gott hinauf !? Unterhalb zehn [Handbreiten]. – Es heißt ja aber:45iiReg·. 2,11.Elijahu stieg im Sturm in den Himmel. – Unterhalb zehn [Handbreiten]. – Es heißt ja aber: 46Ij. 26.9.er erfaßt den Anblick des Thrones, er zieht seine Wolke über ihn, und R. Tanḥum sagte, dies lehre, daß der Allmächtige über ihn den Glanz seiner Göttlichkeit ausgebreitet und ihn überwölkt hatte47Das W. פרשז wird in פירש שדי זיו aufgelöst.!? – Unterhalb zehn [Handbreiten]. –", "Es heißt ja:48Ij. 26,9.er erfaßt den Anblick des Thrones!? – Er senkte ihm den Thron bis auf zehn [Handbreiten] herab, und er erfaßte ihn. –", "Allerdings war die Bundeslade neun Handbreiten [hoch], denn es heißt:49Ex. 25,10.sie sollen eine Lade aus Akazienholz anfertigen, zwei und eine halbe Elle lang, anderthalb Ellen breit und anderthalb Ellen50Die Elle hat 6 Handbreiten.hoch, woher aber, daß der Sühnedeckel eine Handbreite hatte? – R. Ḥanina lehrte: Die Tora hat Länge, Breite und Höhe aller von Moše gefertigten Geräte angegeben, vom Sühnedeckel aber hat sie nur Länge und Breite, nicht aber die Höhe angegeben.", "Du kannst dies jedoch vom unbedeutendsten aller Geräte51Die Tischleiste. entnehmen, von dem es heißt :52Ex. 25,25.du sollst eine in Handbreite ringsum-laufende Leiste an ihm anbringen; wie diese eine Handbreite, ebenso jener eine Handbreite. – Sollte er es doch von den anderen Geräten53Die mehr als eine Handbreite hatten. folgern!? – Ergreifst du viel, so hast du nichts ergriffen, ergreifst du wenig, so hast du es ergriffen. –", "Sollte er es vom Stirnblatte54Das bedeutend dünner war. folgern!? Es wird nämlich gelehrt: Das Stirnblatt war eine Art Platte aus Gold, zwei Finger breit, und reichte von Ohr zu Ohr; darauf waren zwei Zeilen eingraviert: Jod und He55Der Gottesname Jah.oben und geheiligt dem unten. R. Elie͑zer b. Jose erzählte : Ich habe es in Rom gesehen, und darauf waren [die Worte]56Ex. 28,36.geheiligt dem Herrn in einer Zeile eingraviert. –", "Man folgere von einem Geräte auf ein Gerät, nicht aber folgere man von einem Schmuck auf ein Gerät. –", "Sollte es vom Kranze57Cf. Ex. 25,11,24,25 ; 30,3.folgern, denn der Meister sagte, [die Dicke] des Kranzes hatte nur ein Minimum!? – Man folgere von einem Geräte auf ein Gerät, nicht aber folgere man von der Verzierung eines Gerätes auf ein Gerät. – Auch die Leiste war ja nur eine Verzierung!? – Die Leiste befand sich unter [der Tischplatte]. –", "Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, die Leiste befand sich unter [der Platte], wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, die Leiste befand sich über dieser, demnach war sie ja eine Verzierung!? –", "Vielmehr, man folgere von einem Gegenstande, bei dem die Tora ein Maß angegeben hat, auf einen Gegenstand, bei dem die Tora ein Maß angegeben hat, nicht aber ist vom Stirnblatte und vom Kranze zu entnehmen, bei denen die Tora überhaupt kein Maß angegeben hat.", "R. Hona entnimmt dies hieraus :58Lev. 16,14.Auf das Gesicht des Sühnedeckels. und das Gesicht hat nicht weniger als eine Handbreite. –", "Vielleicht wie das Gesicht" ], [ "des Bar Jukhni59Cf. Jom. Fol. 80a Anm. 201.? – Ergreifst du viel, so hast du nichts ergriffen, ergreifst du wenig, so hast du es ergriffen. – Vielleicht wie das Gesicht eines Vögelchens? R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: R. Hona folgert dies durch das Wort Gesicht; hier heißt es: auf das Gesicht des Sühnedeckels, und dort60Gen. 27,30.heißt es: vom Gesichte seines Vaters Jiçhaq. –", "Sollte er es durch das Wort Gesicht folgern, das von Gott gebraucht wird, denn es heißt :61Ib. 33,10.wie das Gesicht Gottes, indem du mir gnädig warst!? – Ergreifst du viel, so hast du nichts ergriffen, ergreifst du wenig, so hast du es ergriffen. –", "Sollte er es vom Kherub folgern, denn es heißt :62Ex. 25,20.gegen den Sühnedeckel hin sollen die Gesichter der Kherubim gerichtet sein!?", "R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: Es ist uns über liefert, daß das Gesicht der Kherubim nicht kleiner als eine Handbreite ist, und auch R. Hona folgert es hieraus. –", "Weshalb heißt er Kherub? R. Abahu erwiderte: Ke rabja [wie ein Kind]; in Babylonien wird nämlich der Knabe Rabja genannt.", "Abajje sprach zu ihm: Wieso heißt es demnach:63Ez. 10,14.das Gesicht des einen war das Gesicht eines Kherubs, das Gesicht des zweiten war das Gesicht eines Menschen, Kherub und Mensch sind ja dasselbe!? – Ein großes Gesicht und ein kleines Gesicht.", "Woher, daß der Innenraum ohne die Hüttenbedachung allein zehn Handbreiten haben muß, vielleicht mit der Hüttenbedachung!? –", "Vielmehr, er folgert dies vom stetigen Tempel. Es heißt :64iReg. 6,2.das Haus, das der König Šelomo für den Herrn baute, war sechzig Ellen lang, zwanzig Ellen breit und dreißig Ellen hoch, ferner heißt es:65Ib. V. 26.die Höhe des einen Kherub betrug zehn Ellen, und ebenso die des zweiten Kherub, und hierzu wird gelehrt: Wie im stetigen Tempel die Kherubim bis zu einem Drittel des ganzen Hauses reichten, ebenso reichten die Kherubim in der Stiftshütte bis zu einem Drittel des ganzen Hauses.", "Die [Höhe der] Stiftshütte betrug zehn Ellen, wie es heißt :66Ex. 26,16.zehn Ellen betrug die Länge des Brettes, das sind nämlich sechzig Handbreiten, ein Drittel hat zwanzig Handbreiten, und wenn man davon zehn Handbreiten für die Höhe der Bundeslade mit dem Sühnedeckel abzieht, so bleiben es zehn, und es heißt :67Ib. Ib. 25,20.die Kherubim sollen ihre Flügel nach oben ausgebreitet halten, indem sie mit ihren Flügeln den Sühnedeckel bedecken; hier nennt es die Tora oberhalb zehn Handbreiten ‘bedecken’. –", "Woher, daß die Flügel über ihrem Kopfe ausgebreitet waren, vielleicht in gleicher Höhe mit ihrem Kopfe68Der Raum unter den Flügeln hatte also keine 10 Handbreiten.!? R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: Es heißt oben. – Vielleicht waren sie noch höher ausgebreitet!? – Heißt es denn oben darüber? –", "Allerdings nach R. Meír, welcher sagt, alles wurde da mit einer gewöhnlichen Elle69Von 6 Handbreiten.gemessen, wie ist es aber nach R. Jehuda zu erklären, welcher sagt, das Gebäude mit einer Elle von sechs Handbreiten und die Geräte mit einer von fünf,", "wonach die Bundeslade mit dem Sühnedeckel zusammen nur achteinhalb [Handbreiten] hatte und elfeinhalb zurückblieben; demnach müßte auch die Festhütte elfeinhalb Handbreiten hoch sein!? –", "Vielmehr, nach R. Jehuda ist dies eine Überlieferung. R. Ḥija b. Aši sagte nämlich im Namen Rabhs : Die Lehren von den Quantitäten70Bei Speisen, die entweder an sich oder aus Anlaß des Tages verboten sind., den Trennungen71Beim Untertauchen zur rituellen Reinigung darf keine Stelle des Körpers vom Wasser unberührt bleiben, jede ‘Trennung’ (dh. am Körper, bezw. untergetauchten Objekt haftender Gegenstand) macht das U. wirkungslosund den Umzäunungen72Wozu auch die Wände der Festhütte gehören.sind Moše vom Sinaj überlieferte Halakhoth. –", "[Die Lehre] von den Maßen ist ja aus der Tora!? Es heißt: 73Dt. 8,8.ein Land mit Weizen und Gerste, mit Weinstöcken, Feigen und Granatäpfeln, ein Land mit Olivenöl und Honig, und hierzu sagte R. Ḥanina, dieser ganze Schriftvers stehe nur wegen der Maße.", "Weizen, wegen des aussätzigen74Cf. Lev. 14,34 ff.Hauses, denn wir haben gelernt: Wenn jemand in ein aussätziges Haus tritt und seine Kleider auf der Schulter und seine Sandalen und seine Ringe in den Händen75Als Last und nicht als Kleidungsstück oder Schmuck.trägt, so ist er samt diesen sofort unrein;" ], [ "wenn er aber seine Kleider am Körper, seine Sandalen an den Füßen und seine Ringe an den Fingern anhat, so ist er sofort unrein, diese aber bleiben rein, bis er so lange verweilt, als man ein Peras essen kann, Weizenbrot und nicht Gerstenbrot, und zwar angelehnt76Sodaß das Essen weniger Zeit beansprucht.und mit Zukost.", "Gerste [wegen der folgenden Lehre:] Ein gerstengroßer Knochen [von einem Toten] verunreinigt durch Berühren und Tragen, nicht aber durch Bezeltung77Dh. durch das Zusammensein in einem Zelte..", "Weinstöcke [dies deutet auf] das Quantum eines Viertellog Wein für den Naziräer78Den zu trinken ihm verboten ist; cf. Num. 6,2ff..", "Feigen, [dies deutet auf] das Quantum einer Dörrfeige hinsichtlich des Hinaustragens79Cf. Sab. Fol. 76b.am Šabbath.", "Granatäpfel, wegen der folgenden Lehre: Für alle Gefäße eines Privatmannes80Wörtl. Hausherr, als Ggs. zum bezügl. Handwerker.gilt die Größe eines Granatapfels81Wenn das Gefäß ein granatapfelgroßes Loch hat, so ist es nicht mehr verunreinigungsfähig..", "Ein Land mit Olivenöl, ein Land, dessen sämtliche Quantitäten Olivengröße haben. – Sämtliche Quantitäten, wie kommst du darauf, da sind ja die ebengenannten!? – Sage vielmehr: dessen meiste Quantitäten Olivengröße haben.", "Honig, die Größe einer getrockneten Dattel hinsichtlich [des Essens am] Versöhnungstage.", "Sie sind ja somit aus der Tora!? – Glaubst du etwa, daß die Quantitäten in der Schrift geschrieben stehen!? Sie sind vielmehr eine [überlieferte] Halakha, und der Schriftvers ist nur eine Anlehnung. –", "[Die Lehre] von den Trennungen ist ja aus der Tora!? Es heißt nämlich: 82Lev. 14,9,er soll den Leib im Wasser baden, es darf keine Trennung zwischen ihm und dem Wasser sein. –", "Die Halakha bezieht sich auf das Haar. Dies nach Rabba b. Bar Ḥana, denn Rabba b. Bar Ḥana sagte: Ein verknotetes Haar ist eine Trennung, drei sind keine83Bei diesen ist der Knoten nicht so fest, um das Eindringen des Wassers zu verhindern.Trennung, von zweien weiß ich es nicht. –", "Aber auch hinsichtlich des Haares ist es ja aus der Tora, denn es heißt: er soll den Leib im Wasser baden, auch was zum Leibe gehört, nämlich das Haar!? –", "Die Halakha bezieht sich auf eine Lehre R. Jiçḥaqs, denn R. Jiçḥaq sagte:" ], [ "Nach der Tora gilt es nur dann als Trennung, wenn die größere Hälfte [des Haares vom Wasser unberührt bleibt] und man darauf achtet, nicht aber, wenn man darauf nicht achtet, jedoch haben sie es auch bei der größeren Hälfte, wo man darauf nicht achtet, wegen der größeren Hälfte, wo man darauf achtet, und bei der kleineren Hälfte, wo man darauf achtet, wegen der größeren Hälfte, wo man darauf achtet, angeordnet. –", "Sollten sie es doch auch bei der kleineren Hälfte, wo man darauf nicht achtet, Verbot wegen der kleineren Hälfte, wo man darauf achtet, oder wegen der größeren Hälfte, wo man darauf nicht achtet, angeordnet haben!? –", "Bei dieser selbst ist es ja nur eine rabbanitische Anordnung, und wir sollten wegen einer Anordnung eine verfügen!?", "Die Lehre von den Umzäunungen, wie wir eben gesagt84Daß die Wände 10 Handbreiten hoch sein müssen.haben. – Allerdings nach R. Jehuda, wie ist es aber nach R. Meír85Nach dem dies aus dem angezog. Schriftvers hervorgeht.zu erklären !? –", "Die [überlieferte] Halakha bezieht sich auf die Dehnung86Die fiktive Dehnung einer Wand; ob. Fol. 4b Anm. 34., die Verbindung87Bei einem Abstande von weniger als 3 Handbreiten; cf. Sab. Fol. 97a.und die schiefe Wand88Cf. supra Fol. 4a..", "DIE KEINE DREI WÄNDE HAT.", "Die Rabbanan lehrten: Zwei vorschriftsmäßig, und für die dritte reicht eine Handbreite ; R. Šimo͑n sagt, drei vorschriftsmäßig, und für die vierte reicht auch eine Handbreite. –", "Worin besteht ihr Streit? – Die Rabbanan sind der Ansicht, die überlieferte [Schreibart] sei maßgebend89Lev. 23,42,43 ist die massor. Schreibweise zweimal defect. בסכת (also in der Einzahl) u. einmal plene בסכות (also in der Mehrzahl) 2×1+1×2=4; die massoret. Lesart ist dagegen an allen 3 Stellen בסכות 3×2=6., und R. Šimo͑n ist der Ansicht, die Lesart sei maßgebend.", "Die Rabanan sind der Ansicht, die überlieferte [Schreibart] sei maßgebend, und es heißt :89Lev. 23,42,43 ist die massor. Schreibweise zweimal defect. בסכת (also in der Einzahl) u. einmal plene בסכות (also in der Mehrzahl) 2×1+1×2=4; die massoret. Lesart ist dagegen an allen 3 Stellen בסכות 3×2=6.in einer Hütte, in einer Hütte, in Hütten, das sind vier;", "zwei [Wände] vorschriftsmäßig und die dritte hat die [überlieferte] Halakha auf eine Handbreite herabgesetzt.", "R. Šimo͑n ist der Ansicht, die Lesart sei maßgebend, und es heißt: in Hütten, in Hütten, in Hütten, das sind sechs; eines ist an sich nötig, sodaß vier zurückbleiben: drei Wände vorschriftsmäßig und die vierte hat die [überlieferte] Halakha auf eine Handbreite herabgesetzt.", "Wenn du willst, sage ich: alle sind der Ansicht, die Lesart sei maßgebend, und ihr Streit besteht in folgendem: einer ist der Ansicht, auch für die Hüttenbedachung sei ein Schriftvers nötig, und einer ist der Ansicht, für die Hüttenbedachung sei kein Schriftvers90Da diese die eigentliche Festhütte ist.nötig.", "Wenn du willst, sage ich: alle sind der Ansicht, die überlieferte [Schreibart] sei maßgebend, und ihr Streit besteht in folgendem: einer ist der Ansicht, die [überlieferte] Halakha sei zur Verminderung91Der 3. Wand, daß für diese eine Handbreite ausreiche.da, und einer ist der Ansicht, die Halakha sei zur Hinzufügung92Eine 4. Wand.da.", "Wenn du aber willst, sage ich: alle sind der Ansicht, die [überlieferte] Halakha sei zur Verminderung da, ferner auch, daß die überlieferte [Schreibart] maßgebend sei, und ihr Streit besteht darin, ob auch der erste [Schriftvers]93Dh. Die erste Nennung des Wortes ‘Hütte’, die an sich nötig ist. zur Forschung verwendet werde: einer ist der Ansicht, auch der erste sei zur Forschung zu verwenden, und einer ist der Ansicht, der erste sei nicht zur Forschung zu verwenden.", "R. Mathna erklärte : Der Grund R. Šimons ist aus folgendem zu entnehmen :94Jes. 4,6.und eine Hütte wird da sein als Schatten vor der Hitze tagsüber und als Zuflucht und Obdach vor Unwetter und Regen95Zum Schutze sind 4 Wände erforderlich..", "Wo kommt nun diese Handbreite96Die 3., handbreite Wand.hin? Rabh erwiderte: Man setze sie an die vorstehende [Wand].", "R. Kahana und R. Asi sprachen zu Rabh:" ], [ "Sollte man sie doch in einem schrägen Winkel97In der Richtung beider Wände, ein Dreieck bildend.stellen !? Da schwieg Rabh.", "Es wurde auch gelehrt: Šemuél sagte im Namen Levis: Man setze sie an die vorstehende [Wand]. Ebenso lehren sie im Lehrhause, man setze sie an die vorstehende [Wand].", "R. Šimo͑n, nach anderen R. Jehošua͑ b. Levi, sagte: Man mache sie96Die 3., handbreite Wand.in einer reichlichen Handbreite und stelle sie weniger als drei Handbreiten von der Wand entfernt, denn weniger als drei [Handbreiten] (von der Wand) entfernt, gilt es als verbunden98Mit der anstoßenden Wand, sodaß sie eine Wand von 4 Handbreiten bildet, den größeren Teil der vorschriftsmäßigen (7 Handbreiten)..", "R. Jehuda sagte : Eine Festhütte, die in der Art eines Durchganges errichtet99Aus 2 gegenüberstehenden Wänden.ist, ist brauchbar, und diese96Die 3., handbreite Wand.Handbreite stelle man auf die Seite, die ihm beliebt.", "R. Simon, nach anderen R. Jehošuá b. Levi, sagte: Man verwende ein Brett von etwas über vier [Handbreiten] und stelle es weniger als drei [Handbreiten] von der Wand entfernt, denn weniger als drei [Handbreiten] (von der Wand) entfernt, gilt als verbunden. –", "Weshalb ist da100Wenn beide Wände in einem Winkel stehen.eine reichliche Handbreite ausreichend, hierbei101Wenn beide Wände sich gegenüberstehen.aber vier [Handbreiten] erforderlich? – Da, wo es zwei vorschriftsmäßige Wände102Die Wände bilden einen Winkel und markieren so die Festhütte.sind, reicht eine reichliche Handbreite aus, hierbei aber, wo es keine zwei vorschriftsmäßige Wände103Die Wände bilden nur einen Durchgang.sind, nur wenn es ein Brett von vier [Handbreiten] ist, sonst aber nicht.", "Raba sagte: Sie wird nur durch eine Türform104Zwei Pfosten von je einer halben Handbreite an beiden Seiten u. eine Latte darüber; cf. Er. Fol. 11b.brauchbar.", "Manche lesen : Raba sagte : Sie wird auch durch eine Türform105Wenn man eine Türform macht, brauchen die beiden Pfosten zusammen keine Handbreite zu haben.brauchbar.", "Manche lesen: Raba sagte: Auch ist eine Türform106Einer der beiden Pfosten muß eine Handbreite haben.erforderlich.", "R. Aši traf R. Kahana, wie er bei einer reichlichen Handbreite noch eine Türform machte; da sprach er zu ihm: Hält denn der Meister nichts von dem, was Raba gesagt hat? Raba sagte nämlich, sie wäre auch durch eine Türform brauchbar? Dieser erwiderte: Ich halte von jener Lesart, nach der Raba gesagt hat, es sei auch eine Türform erforderlich.", "«Zwei vorschriftsmäßig &c.» Raba sagte: Ebenso auch beim Šabbathgesetze : da solches für die Festhütte als Wand gilt, gilt es auch beim Šabbath107Sonst gilt nur eine Hütte von 3 Wänden als Privatgebiet hinsichtl. des Š.s, um Gegenstände aus der Wohnung nach dieser bringen zu dürfen; am Š. des Hüttenfestes gilt jed. auch die hinsichtl. des Festes brauchbare Hütte (2 Wände und eine Handbreite) als Privatgebiet. als Wand.", "Abajje wandte gegen ihn ein: Berücksichtigen wir denn [die Schlußfolgerung] ‘da’, es wird ja gelehrt: Die Wand der Festhütte gleicht der Wand für den Šabbath108Sie braucht keine feste zu sein, vielmehr kann sie auch aus ganz dünnen, weniger als 3 Handbreiten von einander abstehenden Stäben od. wagerechten Latten bestehen; cf. Er. Fol. 16b., nur dürfen die Stäbe keine drei Handbreiten voneinander abstehen.", "Beim Šabbath ist es noch strenger als bei der Festhütte, indem sie beim Šabbath nur dann zulässig ist, wenn das Bestehende mehr ist als das Durchbrochene, was bei der Festhütte nicht der Fall109Die beiden Wände dürfen noch außerdem durchbrochen sein, sodaß zusammen das Durchbrochene mehr als das Bestehende beträgt.ist.", "Doch wohl beim Šabbath des Hüttenfestes noch strenger als bei der Festhütte110Dieselbe Hütte, die hinsichtl. des Festes brauchbar ist, gilt, wenn das Fest mit einem Š. zusammentrifft, nicht als Privatgebiet., und wir folgern nicht ‘da’111Sc. sie in der einen Hinsicht brauchbar ist, ist sie auch in der anderen Hinsicht brauchbar.!? –", "Nein, strenger an einem gewöhnlichen Šabbath als an einem Šabbath des Hüttenfestes112An einem gewöhnl. Š. wird eine solche Hütte nicht als Privatgebiet betrachtet, wohl aber an einem mit dem Hüttenfeste zusammentreffenden Š.. –", "Demnach sollte er auch lehren : strenger ist es sonst bei der Festhütte als bei der Festhütte am Šabbath, indem sonst für die Festhütte eine reichliche Handbreite erforderlich ist, während bei der Festhütte am Šabbath keine reichliche Handbreite erforderlich ist, vielmehr ist ein Pfosten ausreichend,", "denn du selbst sagtest ja, daß, wenn man auf eine Durchgangsgasse, die einen Pfosten113An der einen Seite, als 3. Wand.hat, Hüttenbedachung gelegt hat, dies [als Festhütte] brauchbar sei!? –", "Dies [zu lehren] ist nicht nötig ; wenn dies vom Leichteren auf das Strengere114Das Šabbathgesetz ist strenger als das der Festhütte.angewandt wird, um so eher vom Strengeren auf das Leichtere.", "Der Text. Raba sagte:" ], [ "Wenn man auf eine Durchgangsgasse, die einen Pfeiler hat, Hüttenbedachung legt, so ist dies [als Festhütte] brauchbar.", "Ferner sagte Raba: Wenn man auf Brunnenpfeiler115Ein Brunnen auf öffentl. Gebiete gilt als Privatgebiet; um aus diesem am Š. schöpfen zu dürfen, werden ringsum 4 winklige Doppelpfeiler gesetzt, wodurch der umgrenzte Raum Privatgebiet wird; cf. Er. Fol. 17b.Hüttenbedachung legt, so ist dies [als Festhütte] brauchbar.", "Und [alle drei Lehren] sind nötig. Würde er es nur von der Durchgangsgasse gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil da zwei richtige Wände vorhanden sind, nicht aber gilt dies von den Brunnenpfeilern, wo keine zwei richtigen Wände vorhanden sind.", "Würde er es nur von den Brunnenpfeilern gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil da dem Namen nach vier Wände vorhanden sind, nicht aber wenn man Hüttenbedachung auf eine Durchgangsgasse legt, wo auch keine vier Wände dem Namen nach vorhanden sind.", "Und würde er es nur von diesen beiden gelehrt haben, [so könnte man glauben,] man folgere nur vom Strengen auf das Leichtere, nicht aber vom Leichteren auf das Strengere. Daher [sind alle Lehren] nötig.", "DIE MEHR SONNE ALS SCHATTEN GEWÄHRT.", "Die Rabbanan lehrten: Nur wenn die Sonne durch die Hüttenbedachung [dringt], nicht aber wenn durch die Wände. R. Jošija sagt, auch durch die Wände.", "R. Jemar b. Šelemja sagte im Namen Abajjes: Was ist der Grund R. Jošijas? Es heißt:116Ex. 40,3.du sollst die Bundeslade mit dem Vorhange bedecken; der Vorhang war ja eine Scheidewand, und der Allbarmherzige nennt dies ‘bedecken’. Demnach gleichen die Wände der Hüttenbedachung. –", "Und die Rabbanan!? – Dies besagt, daß er [oben] ein wenig übergeschlagen werde, damit er wie eine Bedachung aussehe.", "Abajje sagte: Rabbi, R. Jošija, R. Jehuda, die Schule Šammajs, R. Šimo͑n (b. Gamliél), R. Gamliél, R. Elie͑zer und die anderen117Oft gebrauchte Bezeichnung für R. Meír; cf. Hor. Fol. 13b.sind sämtlich der Ansicht, die Festhütte müsse eine permanente Wohnung sein.", "Rabbi, denn es wird gelehrt: Rabbi sagt, eine Festhütte, die keine vier zu vier Ellen hat, ist unbrauchbar.", "R. Jošija, wie wir eben gesagt haben.", "R. Jehuda, denn wir haben gelernt: Eine Festhütte, die mehr als zwanzig Ellen hoch ist, ist unbrauchbar, nach R. Jehuda aber brauchbar.", "R. Šimo͑n, denn es wird gelehrt : Zwei118Wände der Festhütte. müssen vorschriftsmäßig sein und für die Mitte reicht eine Handbreite; R. Šimo͑n sagt, drei vorschriftsmäßig, und für die vierte eine Handbreite.", "R. Gamliél, denn es wird gelehrt: Wenn jemand seine Festhütte auf der Höhe eines Wagens oder auf der Höhe eines Schiffes macht, so ist sie nach R. Gamliél unbrauchbar und nach R. A͑qiba brauchbar.", "Die Schule Šammajs, denn wir haben gelernt: Wenn jemand sich mit dem Kopfe und dem größeren Teile des Körpers in der Festhütte befindet, den Tisch aber in der Stube hat, so ist sie nach der Schule Šammajs unbrauchbar und nach der Schule Hillels brauchbar.", "R. Elie͑zer, denn wir haben gelernt: Wenn jemand seine Festhütte nach der Art einer Binsenhütte119Kegelförmig, mit einem von den Wänden auslaufenden Dache.macht, oder an eine Wand120Dh. die Hüttenwand schräg an eine andere Wand lehnt, sodaß sie zugleich als Dach dient.lehnt, so ist sie nach R. Elie͑zer unbrauchbar, weil sie kein Dach hat, und nach den Weisen brauchbar.", "Die Anderen, denn es wird gelehrt: Andere sagen, eine Festhütte, die nach der Art eines Taubenschlages gemacht ist, sei unbrauchbar, weil sie keine Winkel hat.", "R. Joḥanan sagte : Eine Festhütte, die nach der Art eines Kalkofens121Dh. rund. gemacht, ist, ist, wenn im Kreise vierundzwanzig Personen sitzen können, brauchbar, wenn aber nicht, unbrauchbar. –", "Also nach Rabbi, welcher sagt, eine Festhütte, die keine vier zu vier Handbreiten hat, sei unbrauchbar.", "Merke, ein Mensch nimmt ja beim Sitzen eine Elle ein, und da alles, was drei Handbreiten im Umfange hat, im Durchmesser122Ein Kreis von 12 Ellen ergibt einen Durchmesser von 4 Ellen, u. mehr als 4 Ellen ist ja auch nach R. nicht nötig. eine Handbreite hat, so genügen auch zwölf!? –" ], [ "Dies nur bei einem Kreise, in einem Quadrate aber ist mehr123Der Umfang des Quadrates ist größer als der des Kreises vom gleichen Durchmesser.erforderlich. –", "Merke, das Quadrat ist ja um ein Viertel größer als der Kreis, somit genügen ja sechzehn!? –", "Dies nur bei einem Kreise in einem Quadrate, bei einem Quadrate in einem Kreise124Bei der Festhütte muß jede gerade Wand 4 Ellen haben.aber ist mehr erforderlich, wegen der Winkelvorsprünge. –", "Merke, eine Elle des Quadrats hat ja [ungefähr] eine Elle und zwei Fünftel in der Diagonale, somit genügen ja siebzehn abzüglich eines Fünftels!? – Er nahm es nicht genau. –", "Allerdings sagen wir bei einer Kleinigkeit, man nehme es nicht genau, sagen wir etwa auch bei einer großen [Differenz], man nehme es nicht genau!?", "Mar Qašiša, Sohn des R. Ḥisda, sprach zu R. Aši: Du glaubst wohl, eine Person brauche eine Elle, drei Personen brauchen zwei Ellen. – Das sind also sechzehn, und erforderlich sind ja siebzehn abzüglich eines Fünftels!? – Er nahm es nicht genau. –", "Allerdings sagen wir erschwerend, man nehme es nicht genau, sagten wir etwa auch erleichternd, man nehme es nicht genau!?", "R. Asi sprach zu R. Aši: Tatsächlich ist für jede Person eine Elle erforderlich, nur zählt R. Joḥanan den Raum, den die Personen einnehmen, nicht125Ein Kreis von 24 Ellen hat einen Durchmesser von 8 Ellen, u. da jede Person ringsum eine Elle einnimmt u. der Kreis innerhalb gezogen wird, so wird der Durchmesser auf 6 Ellen reduziert, sodaß der Kreis 18 Ellen hat.mit;", "es sind somit achtzehn [Ellen], während [ungefähr] siebzehn abzüglich eines Fünftels erforderlich sind; das ist es, womit er es nicht genau nahm, und zwar nahm er es erschwerend nicht genau.", "Die Rabbanan von Cäsarea, und wie manche sagen, die Richter von Cäsarea, sagten: Der Kreis im Quadrate ist um ein Viertel126Das sind also 12 Ellen. [kleiner]," ], [ "das Quadrat im Kreise ist um die Hälfte127Des ersten Quadrates, demnach muß das erste Quadrat 24 haben. Daß diese Berechnung mathem. ungenau ist, bemerkt schon der T. selbst.kleiner. Das ist aber nichts; wir sehen ja, daß es nicht soviel ist.", "R. Levi sagte im Namen R. Meírs : Von den beiden Töpferhütten, von denen sich eine in der zweiten128Die Töpfer bewohnten 2 Hütten, eine innerhalb der anderen, von denen die innere als Wohn- u. Lagerraum diente, die äußere aber als Arbeits- u. Verkaufsraum.befindet, ist die innere als Festhütte unbrauchbar und zur Mezuza pflichtig129Da diese sein ständiger Aufenthaltsort ist., die äußere hingegen als Festhütte brauchbar und von der Mezuza frei. –", "Warum denn, die äußere sollte doch als Torhäuschen der inneren gelten und zur Mezuza pflichtig sein!? – Weil dies130Daß die äußere der inneren gegenüber nur die Bedeutung eines Torhäuschens hat.nicht so bestimmt ist.", "Die Rabbanan lehrten: Die Hütten der Nichtjuden, der Frauen, der Tiere, der Samaritaner, oder sonst irgend eine Hütte sind131Obgleich sie nicht als Festhütte errichtet worden ist.[als Festhütte] brauchbar, nur müssen sie vorschriftsmäßig überdacht sein. –", "Was heißt vorschriftsmäßig? R. Ḥisda erwiderte: Die Hüttenbedachung muß zur Beschattung132Sie muß von vornherein zum Schutze gegen die Sonne errichtet sein.dienen. –", "Was schließen [die Worte] ‘oder sonst irgend eine Hütte’ ein? – Sie schließen die Hütten der Hirten, der Feigenhüter, der Stadtwächter und der Fruchtwächter ein. Die Rabbanan haben nämlich gelehrt: Die Hütten der Hirten, der Feigenhüter, der Stadtwächter, der Fruchtwächter, oder sonst irgend eine Hütte sind [als Festhütte] brauchbar, nur müssen sie vorschriftsmäßig über-dacht sein.", "Was heißt vorschriftsmäßig? R. Ḥisda erwiderte: Die Hüttenbedachung muß zur Beschattung dienen. –", "Was schließen hier [die Worte] ‘oder sonst irgend eine Hütte’ ein? – Sie schließen eine Hütte der Nichtjuden, der Frauen, der Tiere und der Samaritaner ein.", "Für den Autor [der Lehre] von den Hütten der Nichtjuden, der Frauen, der Tiere und der Samaritaner sind diese bedeutender, da sie permanent sind, und er lehrt ‘oder sonst irgend eine Hütte’, um die Hütten der Hirten, der Feigenhüter, der Stadtwächter und der Fruchtwächter ein-zuschließen, die nicht permanent sind.", "Und für den Autor [der Lehre] von den Hütten der Hirten, der Feigenhüter, der Stadtwächter und der Fruchtwächter sind diese bedeutender, da diese der Pflicht unterworfen sind, und er lehrt ‘oder sonst irgend eine Hütte’, um die Hütten der Nichtjuden, der Frauen, der Tiere und der Samaritaner einzuschließen, die der Pflicht nicht unterworfen sind." ], [ "i,2 EINE ALTE FESTHÜTTE IST NACH DER SCHULE ŠAMMAJS UNBRAUCHBAR UND NACH DER SCHULE HILLELS BRAUCHBAR. WELCHE HEISST EINE ALTE FESTHÜTTE? DIE MAN DREISSIG TAGE VOR DEM FESTE ERRICHTET HAT. HAT MAN SIE ABER FÜR DAS FEST ERRICHTET, SO IST SIE BRAUCHBAR, SELBST WENN SEIT ANFANG DES JAHRES.", "GEMARA. Was ist der Grund der Schule Šammajs? – Die Schrift sagt :133Lev. 23,24.sieben Tage Hüttenfest für den Herrn; es muß eine Hütte sein, die für das Fest gemacht wurde. –", "Und die Schule Hillels!? – Dieser [Schriftvers] ist wegen einer Lehre des R. Šešeth nötig, denn R. Šešeth sagte im Namen R. A͑qibas : Woher, daß das Holz der Festhütte während der ganzen sieben Tage [zur Verwendung] verboten ist? Es heißt: sieben Tage Hüttenfest für den Herrn.", "Ferner wird gelehrt: R. Jehuda b. Bethera sagte: Wie das Festopfer den Namen Gottes134Das am Feste darzubringende Opfer ist zwar Eigentum des Darbringenden, jedoch darf er davon erst nach der Aufräucherung der Opferteile genießen, als hätte er es vom Altar erhalten.trägt, ebenso trägt auch die Festhütte den Namen Gottes, denn es heißt: sieben Tage Hüttenfest für den Herrn; wie das Fest[opfer] für den Herrn, ebenso die Festhütte für den Herrn. –", "Auch die Schule Šammajs braucht ja diesen [Schriftvers] hierfür!? Allerdings, dem ist auch so. –", "Was ist demnach der Grund der Schule Šammajs? – Es gibt noch einen anderen Schriftvers:135Dt. 16,13.das Hüttenfest sollst du dir sieben Tage machen; es muß eine Hütte sein, die für das Fest gemacht wurde. –", "Und die Schule Hillels!? – Dieser Vers deutet darauf, daß man auch am Halbfeste eine Festhütte136Falls man sie nicht vor dem Feste gemacht hat.mache. –", "Und die Schule Šammajs!? – Sie ist der Ansicht R. Elie͑zers, welcher sagt, man mache am Halbfeste keine Festhütte. –", "Hält denn die Schule Hillels nichts von dem, was R. Jehuda im Namen Rabhs gelehrt hat!? R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs: Hat man [die Çiçith] aus Kettenfransen137So nach Raschi; nach anderen Abfälle (קוצים u. קצץ, abschneiden, od. קוץ Dorn, was an den Dornen hängen bleibt)., Noppen oder Webezotten gefertigt, so sind sie untauglich, wenn von [fertigen] Knäulen, so sind sie tauglich.", "Als ich dies Šemuél vortrug, sprach er zu mir: Auch wenn man sie von [fertigen] Knäulen gefertigt hat, sind sie untauglich, weil das Spinnen zu diesem Zwecke erfolgen muß. Ebenso138Beide stimmen überein, daß die Çiçith zu diesem Behufe gefertigt werden müssen.sollte auch hierbei die Festhütte als solche gemacht werden müssen!?", "Anders ist es da; die Schrift sagt :139Dt. 22,12.du sollst dir Quasten fertigen, dir: zum Behufe deiner Pflicht. – Auch hierbei heißt es ja: das Hüttenfest sollst da dir machen, dir: zum Behufe deiner Pflicht!? –", "Dies schließt das Geraubte aus. – Auch da schließt es ja das Geraubte aus!? –", "Da gibt es noch einen anderen Schriftvers :140Num. 15,38.sie sollen sich [Çiçith] machen, aus eigenem." ], [ "WENN MAN DIE FESTHÜTTE UNTER EINEM BAUME MACHT, SO IST ES EBEN SO, ALS HÄTTE MAN SIE IM HAUSE GEMACHT. VON ZWEI HÜTTEN ÜBEREINANDER IST DIE OBERE BRAUCHBAR UND DIE UNTERE UNBRAUCHBAR; R. JEHUDA SAGT, IST KEIN BEWOHNER IN DER OBEREN, SEI DIE UNTERE BRAUCHBAR.", "GEMARA. Raba sagte: Dies lehrten sie nur von einem Baume, der mehr Schatten als Sonne gewährt, wenn er aber mehr Sonne als Schatten gewährt, so ist sie brauchbar. –", "Woher dies? – Er lehrt: so ist es ebenso, als hätte man sie im Hause gemacht; weshalb lehrt er: so ist es ebenso, als hätte man sie im Hause gemacht, er sollte doch lehren: so ist sie unbrauchbar!? Vielmehr lehrt er uns folgendes: wenn der Baum dem Hause gleicht: wie das Haus mehr Schatten als Sonne gewährt, ebenso ein Baum, der mehr Schatten als Sonne gewährt. –", "Was nützt es, daß er mehr Sonne als Schatten gewährt, mit der brauchbaren Hüttenbedachung ist ja die unbrauchbare Hüttenbedachung141Baumzweige sind, da sie am Boden haften, als Hüttenbedachung unbrauchbar.verbunden!? R. Papa erwiderte : Wenn man [die Zweige] niedergedrückt142Mit der brauchbaren vermischt, sodaß es nicht zu merken ist; ist diese mehr, so ist es zulässig.hat. –", "Wenn niedergedrückt, so braucht dies ja nicht gelehrt zu werden!? – Man könnte glauben, auch in dem Falle, wenn man sie niederdrückt, berücksichtige man den Fall, wenn man sie nicht niederdrückt, so lehrt er uns, daß wir dies nicht berücksichtigen. –", "Was lehrt er uns damit, dies haben wir ja bereits gelernt: Hat man Weinlaub, Kürbisblätter oder Epheu über [die Festhütte] gezogen und darüber Hüttenbedachung gelegt, so ist sie unbrauchbar; wenn aber die Hüttenbedachung mehr ist oder man jene abgehauen hat, so ist sie brauchbar.", "In welchem Falle: wollte man sagen, wenn man sie nicht niedergedrückt hat, so verbindet man ja unbrauchbare Hüttenbedachung mit der brauchbaren; doch wohl, wenn man sie niedergedrückt hat, somit ist hieraus zu entnehmen, daß man dies nicht berücksichtige!? – Man könnte glauben, nur wenn es bereits erfolgt ist, nicht aber von vornherein, so lehrt er uns.", "VON ZWEI HÜTTEN ÜBEREINANDER &C. Die Rabbanan lehrten :143Lev. 23,42.In Hütten sollt ihr wohnen; nicht aber in einer Hütte unter einer Hütte, noch in einer Hütte unter einem Baume, noch in einer Hütte in einem Hause. –", "Im Gegenteil, ‘in Hütten’ heißt ja in verschiedenartigen!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Die Schreibart ist ‘in einer144In der Einzahl; ob. Fol. 6b Anm. 89.Hütte’.", "R. Jirmeja sagte: Zuweilen sind beide brauchbar, zuweilen sind beide unbrauchbar, zuweilen ist die untere brauchbar und die obere unbrauchbar, und zuweilen ist die untere unbrauchbar und die obere brauchbar.", "Zuweilen sind beide brauchbar, wenn beispielsweise die untere mehr Sonne als Schatten und die obere mehr Schatten als Sonne gewährt, und die obere sieb innerhalb der zwanzig Ellen befindet.", "Zuweilen sind beide unbrauchbar, wenn beispielsweise beide mehr Schatten als Sonne gewähren und die obere höher als zwanzig Ellen ist.", "Zuweilen ist die untere brauchbar und die obere unbrauchbar," ], [ "wenn beispielsweise die untere mehr Schatten als Sonne und die obere mehr Sonne als Schatten gewährt, und beide sich innerhalb der zwanzig Ellen befinden.", "Zuweilen ist die obere brauchbar und die untere unbrauchbar, wenn beispielsweise beide mehr Schatten als Sonne gewähren, und die obere sich innerhalb der zwanzig Ellen befindet. –", "Selbstverständlich!? – Nötig ist es wegen des Falles, wo die untere brauchbar und die obere unbrauchbar ist; man könnte glauben, man berücksichtige die Verbindung der unbrauchbaren Hüttenbedachung mit der brauchbaren Hüttenbedachung, so lehrt er uns. –", "Wie viel muß die eine Hüttenbedachung von der anderen abstehen, um die untere unbrauchbar zu machen?", "R.Hona erwiderte: Eine Handbreite, so finden wir es auch bei der Verunreinigung durch Bezeltung, daß es bei einer Handbreite145Ein Raum von einer Handbreite lang, breit u. hoch gilt hinsichtl. der Unreinheit als ‘Zelt’, dh. die Unreinheit des darin befindlichen Leichenteiles wird auch auf den darin befindl. reinen Gegenstand übertragen; die Wandung od. das Dach über demselben gilt als Scheidewand u. begrenzt sie. Wenn der Raum nach einer Richtung keine Handbreite hat, so ist der darin befindl. unreine Gegenstand wagerecht nicht verunreinigend, wohl aber senkrecht, u. selbst das oben vorhandene Dach begrenzt sie nicht.erfolgt. Wir haben nämlich gelernt: [Ein Raum von] einer Handbreite zu einer Handbreite in der Höhe einer Handbreite bewirkt die Unreinheit und begrenzt die Unreinheit; hat er weniger, so bewirkt er nicht und begrenzt auch nicht.", "R. Ḥisda und Rabba b. R. Hona sagen, vier [Handbreiten], denn wir finden keinen [vollständigen] Raum unter vier [Handbreiten].", "Šemuél sagt, zehn [Handbreiten]. – Was ist der Grund Šemuéls? – Wie die Brauchbarkeit, so auch die Unbrauchbarkeit; wie die Brauchbarkeit bei zehn [Handbreiten] erfolgt, so auch die Unbrauchbarkeit bei zehn. –", "Wir haben gelernt : R. Jehuda sagt, ist kein Bewohner in der oberen, so ist die untere brauchbar.", "Was heißt ‘kein Bewohner’ : wollte man sagen, wörtlich keine Bewohner, so bewirken es ja nicht die Bewohner!? Vielmehr ist unter ‘keine Bewohner’ zu verstehen, wenn sie zur Benutzung ungeeignet ist, wenn sie nämlich keine zehn [Handbreiten] hoch ist. Demnach ist der erste Tanna der Ansicht, sie sei unbrauchbar, auch wenn [die obere] als Wohnung ungeeignet ist!?", "Als R. Dimi kam, sagte er: Im Westen erklären sie: wenn die untere die Polster und Kissen der oberen nicht tragen146Die obere ist dann unbrauchbar.kann, so ist sie brauchbar. –", "Demnach ist der erste Tanna der Ansicht, sie sei unbrauchbar, auch wenn sie sie nicht tragen kann!? –", "Ein Unterschied besteht zwischen ihnen, wenn sie sie im Not-falle tragen kann.", "iii HAT MAN DARÜBER EIN LAKEN AUSGEBREITET, WEGEN DER SONNE, ODER DARUNTER, WEGEN DES ABFALLS, ODER ES ÜBER DAS HIMMELBETT AUSGEBREITET, SO IST SIE UNBRAUCHBAR, WOHL ABER DARF MAN [EIN LAKEN] ÜBER DIE BETTSTANGEN147Je eine am Kopfende u. am Fußende, die durch eine Stange verbunden sind, sodaß das darüber ausgebreitete Laken ein schräges Dach bildet.AUSBREITEN.", "GEMARA. R. Ḥisda sagte: Nur wegen des Abfalls, wenn aber zur Verzierung, so ist sie brauchbar. – Selbstverständlich, es heißt ja: wegen des Abfalls!? – Man könnte glauben, dasselbe gelte auch, wenn zur Verzierung, und er lehre nur deshalb: wegen des Abfalls, weil dies der gewöhnliche Fall ist, so lehrt er uns.", "Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Hat man [die Festhütte] vorschriftsmäßig überdacht, mit Tapeten und gewirkten Teppichen verziert und darin Nüsse, Mandeln, Pfirsiche, Granatäpfel, Traubenbüschel, Ährenkränze, Weine, Öle und feines Mehl ausgehängt, so ist es verboten," ], [ "davon bis zum Ablaufe des letzten Festtages zu genießen; hat man sich dies vorbehalten, so hängt alles von seinem Vorbehalte ab. – Vielleicht an der Seite148An den Wänden; unter der Hüttenbedachung aber ist es verboten..", "Es wurde gelehrt: Die Verzierung der Festhütte verringert die Festhütte149Falls sie höher als 20 Ellen ist.nicht. R. Aši sagte: An der Seite150Wenn dadurch der Raum auf weniger als 7 Handbreiten beschränkt wird.verringert sie sie wohl.", "Minjamin, dem Diener R. Ašis, wurde ein Gewand im Wasser durchnäßt, und er breitete es über die Festhütte aus. Da sprach R. Aši zu ihm: Nimm es fort, damit man nicht sage: sie überdachen [die Festhütte] mit einer für Unreinheit empfänglichen Sache. – Man sieht aber, daß es feucht151Daß es nur provisorisch zum Trocknen ausgebreitet worden ist.ist!? – Ich meine, sobald es trocken ist.", "Es wurde gelehrt: Ist die Verzierung vier [Handbreiten]152Von der Hüttenbedachung, sodaß dadurch ein besonderer Raum gebildet wird.entfernt, so ist sie, wie R. Naḥman sagt, brauchbar, und wie R. Ḥisda und Rabba b. R. Hona sagen, unbrauchbar.", "Einst besuchten R. Ḥisda und Rabba b. R. Hona den Exilarchen, und R. Naḥman153Er war Gerichtspräsident und Walter im Hause des Exilarchen.ließ sie in einer Festhütte schlafen, in der die Verzierung vier Handbreiten entfernt war. Sie schwiegen und sagten dazu nichts. Hierauf sprach er zu ihnen: Sind die Rabbanan von ihrer Lehre zurückgetreten? Da erwiderten sie: Wir sind Boten einer gottgefälligen Handlung und von der Festhütte frei.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Man darf in der Festhütte unter einem Baldachin schlafen, obgleich es ein [flaches] Dach hat, jedoch nur dann, wenn es keine zehn [Handbreiten] hoch ist. –", "Komm und höre: Wer in der Festhütte unter einem Baldachin schläft, hat seiner Pflicht nicht genügt!? – Hier handelt es sich um den Fall, wenn es zehn [Handbreiten] hoch ist.", "Man wandte ein: Wer in der Festhütte unter einem Bett schläft, hat seiner Pflicht nicht genügt!? – Šemuél hat dies ja bereits erklärt, wenn das Bett zehn [Handbreiten] hoch ist. –", "Komm und höre : Oder es über das Himmelbett ausgebreitet, so ist sie unbrauchbar!? – Da ebenfalls, wenn es zehn [Handbreiten] hoch ist. –", "Er lehrt ja aber nicht so!? Es wird nämlich gelehrt: ‘Bettstangen’ sind zwei, das Himmelbett hat vier [Stangen]. Hat man [ein Laken] auf ein Himmelbett ausgebreitet, so ist sie unbrauchbar, wenn auf die Bettstangen, so ist sie brauchbar, nur dürfen die Bettstangen keine zehn [Handbreiten] über das Bett ragen. Demnach gilt dies vom Himmelbett, auch wenn es keine zehn [Handbreiten] hoch ist!? –", "Anders ist es bei einem Himmelbett, da es stabil ist. – Auch eine Festhütte über einer Festhütte ist ja stabil, und Šemuél sagte, der Brauchbarkeit154Dh. wenn die obere 10 Handbreiten hat.gleiche die Unbrauchbarkeit!? – Ich will dir sagen, da, wo die Festhütte unbrauchbar werden soll, sind zehn [Handbreiten] erforderlich, hierbei aber, wo es155Das Bett, während der übrige Teil der Festhütte brauchbar bleibt.als Zelt gelten soll, gilt es als solches auch bei weniger als zehn Handbreiten.", "R. Taḥlipha b. Abimi sagte im Namen Šemuéls: Wer nackt unter einem Baldachinbett schläft, strecke den Kopf aus dem Baldachin und lese das Šema͑156Obgleich der Nackte das Šema͑ nicht lesen darf, weil das B. nicht als Zelt, sondern nur als Umhüllung gilt..", "Man wandte ein : Wer nackt unter einem Baldachin schläft, darf nicht den Kopf herausstrecken und das Šema͑ lesen!? – Hier handelt es sich um den Fall, wenn es zehn [Handbreiten] hoch ist.", "Dies ist auch einleuchtend, denn im Schlußsatze lehrt er: dies ist ebenso, als wenn jemand sich nackt in einem Zimmer befindet, der nicht den Kopf herausstrecken und das Šema͑ lesen darf. Schließe dies hieraus." ], [ "Ein Zimmer gilt, auch wenn es keine zehn [Handbreiten] hoch ist, als Zelt, da es stabil und nicht weniger als ein Baldachin ist.", "Eine andere Lesart: R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Man darf in der Festhütte unter einem Hochzeitsbaldachin157Dh. das bewegliche; das Bett kann verschieden umgestellt werden, während die Festhütte sich an einer Stelle befindet.schlafen, weil es kein [flaches] Dach hat, auch wenn es zehn [Handbreiten] hoch ist.", "Man wandte ein: Wer in der Festhütte unter einem Baldachin schläft, hat seiner Pflicht nicht genügt!? – Hier handelt es sich um den Fall, wenn es ein [flaches] Dach hat. –", "Komm und höre: ‘Bettstangen’ sind zwei, das Himmelbett hat vier [Stangen]. Hat man [ein Laken] auf ein Himmelbett ausgebreitet, so ist sie unbrauchbar, wenn auf Bettstangen, so ist sie brauchbar, nur dürfen die Bettstangen keine zehn Handbreiten über das Bett ragen. Demnach ist sie, wenn sie höher als zehn [Handbreiten] über das Bett ragen, unbrauchbar, obgleich es kein [flaches] Dach hat!? –", "Anders ist es bei den Bettstangen, da sie stabil sind. – Wenn sie stabil sind, sollten sie ja einem Himmelbett gleichen!? – Im Vergleich zum Himmelbette sind sie nicht stabil, im Vergleich zum Baldachin sind sie stabil.", "Rabba b. R. Hona trug vor: Man darf [in der Festhütte] unter einem Baldachin schlafen, obgleich es ein Dach hat, auch wenn es zehn [Handbreiten] hoch ist. Also nach R. Jehuda, welcher sagt, das provisorische157Dh. das bewegliche; das Bett kann verschieden umgestellt werden, während die Festhütte sich an einer Stelle befindet. Zelt könne nicht das permanente Zelt aufheben. Wir haben nämlich gelernt: R. Jehuda erzählte: Es war bei uns Brauch, unter dem Bette zu schlafen, in Gegenwart der Ältesten. –", "Sollte er doch sagen, die Halakha sei wie R. Jehuda!?", "Würde er gesagt haben, die Halakha sei wie R. Jehuda, so könnte man glauben, dies gelte nur von einem Bette, auf dem [zu schlafen] es bestimmt ist, nicht aber von einem Baldachin, unter dem zu158Letzteres gilt als Zelt, ersteres aber nicht.schlafen es bestimmt ist, so lehrt er uns den Grund R. Jehudas; weil das provisorische Zelt nicht das permanente Zelt verdrängen kann, einerlei ob ein Bett oder ein Baldachin.", "iv HAT MAN WEINLAUB, KÜRBISBLÄTTER ODER EPHEU ÜBER [DIE FESTHÜTTE] GEZOGEN UND DARÜBER HÜTTENBEDACHUNG GELEGT, SO IST SIE UNBRAUCHBAR; WENN ABER DIE HÜTTENBEDACHUNG MEHR IST, ODER MAN JENE ABGEHAUEN HAT, SO IST SIE BRAUCHBAR.", "DIE REGEL IST : WAS FÜR DIE UNREINHEIT EMPFÄNGLICH IST UND WAS NICHT AUS DER ERDE WÄCHST, IST ALS HÜTTENBEDACHUNG NICHT VERWENDBAR; WAS FÜR DIE UNREINHEIT NICHT EMPFÄNGLICH IST UND AUS DER ERDE WÄCHST, IST ALS HÜTTENBEDACHUNG VERWENDBAR.", "GEMARA. R. Joseph saß vor R. Hona und trug vor: Oder man jene abgehauen hat, so ist sie brauchbar; hierzu sagte Rabh, man müsse sie jedoch ein wenig schütteln159Man muß die Festhütte machen u. nicht die fertige benutzen..", "Da sprach R. Hona zu ihm: Dies sagte Šemuél. Da wandte R. Joseph das Gesicht weg und sprach: Sagte ich dir etwa, daß Šemuél dies nicht gesagt hat!? Rabh sagte es und Šemuél sagte es. R. Hona erwiderte: Ich meine es wie folgt: dies sagte Šemuél und nicht Rabh, denn nach Rabh ist sie brauchbar. Einst hing nämlich R. A͑mram der Fromme Çiçith in das Gewand seiner Hausgenossin ein, indem er sie einknüpfte, ohne [vorher] die Enden abgeschnitten160Beim Einhängen der Çiçith wird der Faden 4fach zusammengelegt u. durch das Zipfelloch gezogen, darauf werden die Enden abgeschnitten, sodaß 8 Fäden entstehen, u. die vorschriftsmäßigen Knoten gemacht. RA͑ hatte die Enden abzuschneiden vergessen. sodaß beim Einknoten die Çiçith untauglich waren.zu haben,", "und als er dieserhalb vor R. Ḥija b. Aši kam, sprach dieser zu ihm: Folgendes sagte Rabh : man schneide [die Enden] ab, und sie sind tauglich. Demnach erfolgt durch das Abschneiden die Anfertigung, ebenso erfolgt auch hierbei durch das Abhauen die Anfertigung. –", "Ist denn Šemuél nicht der Ansicht, man sage nicht, durch das Abschneiden erfolge die Anfertigung. Šemuél lehrte ja im Namen R. Ḥijas, daß, wenn man [die Çiçith] an zwei Zipfeln zusammen einhängt und die Enden nachher durchschneidet, sie brauchbar seien. Doch wohl, wenn man sie zuerst knotet und nachher durchschneidet!? – Nein, wenn man sie zuerst durchschneidet und nachher knotet. –", "Wozu braucht dies von dem Falle, wenn man sie zuerst durchschneidet und nachher knotet, gelehrt zu werden!? –" ], [ "Man könnte glauben, es sei161Schon beim Einhängen.für jeden Zipfel eine besondere Schnur erforderlich, so lehrt er uns.", "Man wandte ein: Hat man sie eingehängt und die Enden der Fäden nicht abgeschnitten, so sind sie untauglich. Doch wohl für immer untauglich!? Dies ist also eine Widerlegung Rabhs. – Rabh kann dir erwidern: unter untauglich ist zu verstehen, sie sind untauglich, bis man sie abschneidet. Šemuél aber sagt, für immer untauglich. Ebenso sagte Levi, für immer untauglich. Ebenso sagte R. Mathna im Namen Šemuéls, für immer untauglich.", "Manche lesen : R. Mathna sagte : Ich hatte einst einen solchen Fall, und als ich vor Šemuél kam, sagte er zu mir, sie seien für immer untauglich.", "Man wandte ein : Hat man sie eingehängt und die Enden der Fäden nachher abgeschnitten, so sind sie untauglich. Ferner wird auch von der Festhütte gelehrt:162Dt. 16,13.Du sollst machen, nicht aber bereits Gemachtes. Hieraus folgerten sie, daß, wenn man Weinlaub, Kürbisblätter oder Epheu über [die Festhütte] gezogen und darüber Hüttenbedachung gelegt hat, sie unbrauchbar sei.", "In welchem Falle: wollte man sagen, wenn man sie nicht abgehauen hat, so sind sie ja schon deshalb unbrauchbar, weil sie [am Roden] haften, wozu [die Begründung]: du sollst machen, nicht aus bereits Gemachtem!? Doch wohl, wenn man sie abgehauen hat, und er lehrt, sie sei unbrauchbar. Schließe hieraus, daß wir nicht sagen, durch das Abhauen erfolge die Anfertigung. Dies ist also eine Widerlegung Rabhs. –", "Rabh kann dir erwidern, hier handelt es sich um den Fall, wenn man sie nur abgeknickt hat, sodaß die Fertigung nicht zu merken ist. – Aber aus [dem Falle], wenn man sie eingehängt und nachher [die Enden] abgeschnitten hat, ist ja ein Einwand gegen Rabh zu entnehmen!? – Ein Einwand.", "Es wäre anzunehmen, daß sie [denselben Streit führen] wie die folgenden Tannaím: hat man übertreten und sie163Die Beeren der Myrte, die zum Feststrauß gehört, die ihn unbrauchbar machen, wenn sie in großer Menge vorhanden sind; am Feste ist das Abpflücken verboten.abgepflückt, so ist sie untauglich – so R. Šimo͑n b. Jehoçadaq; nach den Weisen ist sie tauglich.", "Sie glaubten, daß nach aller Ansicht der Feststrauß des Zusammenbindens164Aller 3 Arten derselben; cf. Lev. 23,40.benötige und daß wir hinsichtlich des Feststraußes165Daß das bereits gefertigte untauglich ist.von der Festhütte folgern, bei der es [ausdrücklich] heißt: du sollst machen, nicht aber bereits Gemachtes,", "somit besteht wohl ihr Streit in folgendem: nach dem sie tauglich ist, ist der Ansicht, bei der Festhütte erfolge durch das Abhauen die Anfertigung, und ebenso erfolgt beim Feststrauß durch das Abpflücken die Anfertigung, und nach dem sie untauglich ist, ist der Ansicht, bei der Festhütte erfolge durch das Abhauen nicht die Anfertigung, und ebenso erfolgt beim Feststrauß durch das Abpflücken nicht die Anfertigung. –", "Nein, alle sind der Ansicht, bei der Festhütte erfolge durch das Abhauen nicht die Anfertigung, hier aber streiten sie, ob man hinsichtlich des Feststraußes von der Festhütte folgere; nach dem sie tauglich, ist der Ansicht, man folgere nicht hinsichtlich des Feststraußes von der Festhütte, und nach dem sie untauglich ist, ist der Ansicht, man folgere hinsichtlich des Feststraußes von der Festhütte.", "Wenn du aber willst, sage ich: sind wir der Ansicht, der Feststrauß benötige des Zusammenbindens, so stimmen alle überein, daß man hinsichtlich des Feststraußes von der Festhütte folgere, hier aber streiten sie über folgendes: einer ist der Ansicht, er benötige des Zusammenbindens, und einer ist der Ansicht, er benötige nicht des Zusammenbindens. Sie führen aber denselben Streit wie die Tannaím der folgenden Lehre: Der Feststrauß ist zusammengebunden oder nicht zusammengebunden tauglich; R. Jehuda sagt, zusammengebunden sei er tauglich, nicht zusammengebunden sei er untauglich. –", "Was ist der Grund R. Jehudas? – Er folgert dies durch [das Wort] nehmen vom Ysopbündel; da166Ex. 12,22.heißt es: ihr sollt ein Bündel Ysop nehmen, und hier167Lev. 23,40.heißt es: ihr sollt euch am ersten Tage nehmen; wie da zusammengebunden, ebenso auch hier zusammengebunden. – Und die Rabbanan!? – Aus [dem Worte] nehmen ist nichts168Die Schlußfolgerungen durch Wortanalogie sind nur dann anzuerkennen, wenn sie überliefert sind.zu deduzieren. –", "Wessen Ansicht vertritt die Lehre, es sei Gebot, den Feststrauß zusammenzubinden, und wenn man ihn nicht zusammengebunden hat, er ebenfalls tauglich sei: wenn die des R. Jehuda, wieso ist er tauglich, wenn man ihn nicht zusammengebunden hat, und wenn die der Rabbanan, wieso ist dies ein Gebot!? – Tatsächlich die der Rabbanan, und nur deshalb, weil es heißt :169Ex. 15,2.er ist mein Gott, ich will ihn verherrlichen, verherrliche ihn bei [der Ausübung] der Gebote170Sie aufs Schönste auszuüben..", "DIE REGEL HIERBEI IST : WAS FÜR DIE UNREINHEIT EMPFÄNGLICH IST &C. Woher dies? Reš Laqiš erwiderte: Die Schrift sagt:171Gen. 2,6.und ein Gewölk stieg aus der Erde; wie das Gewölk eine Sache ist, die für die Unreinheit nicht empfänglich ist und ihre Nahrung aus der Erde zieht, ebenso muß auch die Hüttenbedachung eine Sache sein, die für die Unreinheit nicht empfänglich ist und ihre Nahrung aus der Erde zieht. –", "Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, es waren172Die Hütten, in denen die Jisraéliten in der Wüste wohnten.Wolken der Herrlichkeit, wie ist dies aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, sie hatten sich wirkliche Hütten gefertigt!? Es wird nämlich gelehrt :173Lev. 23,43.Denn in Hütten habe ich die Kinder Jisraél wohnen lassen, es waren Wolken der Herrlichkeit – so R. Elie͑zer. R. A͑qiba sagt: Sie fertigten sich wirkliche Hütten. Richtig ist es nun nach R. Elie͑zer, wie ist es aber nach R. A͑qiba zu erklären!?", "Als R. Dimi kam, er klärte er im Namen R. Joḥanans : Die Schrift sagt :174Dt. 16,13.das Hüttenfest sollst du dir machen, man vergleiche die Festhütte mit dem Fest[opfer] : wie das Festopfer eine Sache ist, die für die Unreinheit nicht empfänglich ist und ihre Nahrung aus der Erde zieht, ebenso muß auch die Hüttenbedachung eine Sache sein, die für die Unreinheit nicht empfänglich ist und ihre Nahrung aus der Erde zieht. –" ], [ "Demnach sollte doch, wie das Festopfer Lebendes ist, auch die Hüttenbedachung Lebendes175Wohl Produkte des Lebenden; viell, aber nichts weiter als ein Einwurf.sein!?", "Als Rabin kam, erklärte er vielmehr im Namen R. Joḥanans : Die Schrift sagt :174Dt. 16,13.wenn du von deiner Tenne und von deiner Kelter einheimsest, die Schrift spricht also vom Abfall der Tenne und der Kelter176Stroh und Gezweige.. –", "Vielleicht aber von [den Früchten] der Tenne und der Kelter selbst? R. Zera erwiderte : Es heißt Kelter, und diese177Dh. die Frucht derselben; der Wein.ist zur Bedachung nicht verwendbar.", "R. Jirmeja wandte ein: Vielleicht der aus Šenir kommende geronnene Wein, der einem Feigenkuchen gleicht!? R. Zera sprach: Bis jetzt hatten wir es, und nun kam R. Jirmeja und trieb einen Keil178Kann auch heißen: schlug mit einer Keule drein.hinein.", "R. Aši erklärte: Von deiner Tenne, nicht aber die Tenne selbst : von deiner Kelter, nicht aber die Kelter selbst.", "R. Ḥisda entnimmt dies aus folgendem :179Neh. 8,15.Geht aufs Gebirge hinaus und holt euch Zweige vom Olivenbaume und Zweige vom Ölbaume und Zweige von der Myrte und Zweige von Palmen und Zweige von dichtbelaubten Bäumen. –", "Myrten sind ja dasselbe, was dichtbelaubte Bäume180Cf. Lev. 23,40.!? R. Ḥisda erwiderte : Wilde Myrten für die Festhütte und dichte belaubte Bäume für den Feststrauß.", "v STROHBÜNDEL, HOLZBÜNDEL UND REISIGBÜNDEL DÜRFEN ALS HÜTTENBEDACHUNG NICHT VERWENDET WERDEN; HAT MAN SIE ABER GELÖST, SO SIND SIE BRAUCHBAR. SIE ALLE SIND AUCH ALS WÄNDE BRAUCHBAR.", "GEMARA. R. Ja͑qob sagte: Ich hörte von R. Joḥanan zweierlei: eines über diese Lehre, und eines über folgende Lehre: Wenn jemand eine Miete aushöhlt, um daraus eine Festhütte zu machen, so ist dies keine Festhütte.", "Eine [begründete er:] mit Rücksicht auf einen Speicher181Wenn dies erlaubt wäre, könnte man einen Speicher als Festhütte benutzen., und eine [begründete er:] du sollst machen, nicht aber bereits182Eine ist somit nur rabbanitisch aus Rücksicht verboten u. eine nach der Tora.Gemachtes. Ich weiß jedoch nicht, welches mit Rücksicht auf einen Speicher, und welches wegen [der Folgerung] du sollst machen, nicht aber bereits Gemachtes, [verboten ist].", "R. Jirmeja sprach: Wir wollen es sehen. R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Weshalb sagten sie, daß man Strohbündel, Holzbündel und Reisigbündel nicht als Hüttenbedachung verwenden darf? Weil es vorkommen kann, daß man abends mit seinem Bündel auf der Schulter heimkommt und es auf seine Hütte zum Trocknen legt, nachher sich aber überlegt, es da als Hüttenbedachung zu lassen, und die Tora sagt: du sollst machen, nicht aber bereits Gemachtes. Wenn diese mit Rücksicht auf einen Speicher183Hier wird die Einspeicherung von Holzbündeln als Grund angegeben. [verboten sind,] so ist wohl jene wegen [der Folgerung:] du sollst machen, nicht aber bereits Gemachtes [Verboten].", "R. Ja͑qob aber hatte die Lehre des R. Ḥija b. Abba nicht gehört.", "R. Aši sprach: Ist etwa bei der [Festhütte aus] Strohbündeln und Holzbündeln nur ein Speicher und nicht auch [die Folgerung:] du sollst machen, nicht aber bereits Gemachtes, zu berücksichtigen!? Oder ist etwa bei der Aushöhlung einer Tenne nur [die Folgerung:] du sollst machen, nicht aber bereits Gemachtes, und nicht auch ein Speicher zu berücksichtigen!? –", "R. Joḥanan kann dir erwidern: hier heißt es ‘dürfen nicht verwendet werden’, nur von vornherein dürfen sie nicht als Hüttenbedachung verwendet werden," ], [ "mit Rücksicht auf einen Speicher, nach der Tora ist es jedoch zulässig, da aber heißt es ‘so ist dies keine Festhütte’, auch wenn bereits erfolgt, wonach sie auch nach der Tora keine Festhütte ist.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs : Hat man sie mit Pfeilen184Nach den Kommentaren, Holzstäbe, die als Pfeilenteile verwendet werden; zugespitzt, zum Einstecken in den Pfeil, heißen sie männlich, mit einen Loche, zur Aufnahme desselben, heißen sie weiblich. Erstere sind einfache Holzstücke u. nicht verunreinigungsfähig, letztere gelten als Aufnahmegefäße u. sind verunreinigungsfähig.überdacht, so ist sie, wenn es männliche sind, brauchbar, und wenn es weibliche sind, unbrauchbar. –", "«Wenn es männliche sind, brauchbar.» Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, bei den männlichen seien die weiblichen zu berücksichtigen, so lehrt er uns. –", "«Wenn es weibliche sind, unbrauchbar.» Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, die zum Ausfüllen bestimmte Vertiefung185Das Loch zum Einstecken des Pfeiles wird durch diesen für die Dauer verstopft, somit ist der Stiel kein Gefäß.gelte nicht als Aufnehmendes, so lehrt er uns.", "Raba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans : Hat man sie mit Flachsbüscheln überdacht, so ist sie unbrauchbar; wenn mit Flachsstengeln, so ist sie brauchbar; von Flachsbündeln weiß ich es nicht.", "Ich weiß jedoch nicht, was Flachsbündel sind. Nennt er ‘Flachsbündel’ gebrochen und nicht gehechelt, geweicht und nicht gebrochen aber nennt er ‘Flachsstengel’, oder nennt er ‘Flachsbündel’ auch geweicht und nicht gebrochen?", "R. Jehuda sagte: Süßholz und Beifuß dürfen als Hüttenbedachung verwendet werden. Abajje sagte: Süßholz darf als Hüttenbedachung verwendet werden, Beifuß aber nicht. – Aus welchem Grunde? –" ], [ "Da er übelriechend wird, könnte man [die Festhütte] verlassen und fortgehen.", "R. Ḥanan b. Raba sagte : Dornen und Disteln dürfen als Hüttenbedachung verwendet werden. Abajje sagte: Dornen dürfen als Hüttenbedachung verwendet werden, Disteln nicht. – Aus welchem Grunde? – Da ihre Blätter abfallen, könnte man [die Festhütte] verlassen und fortgehen.", "R. Gidel sagte: Der untere Quirl der Dattelpalme darf als Hüttenbedachung verwendet werden, obgleich [das Geäst] verbunden ist, denn die natürliche186Wörtl. durch den Himmel.Bindung ist keine Bindung, selbst wenn man es nachher zusammenbindet, denn das Zusammenbinden des Zusammenhaltenden187Wörtl. des einzelnen, dh. wenn nicht einzelne Teile zusammengebunden werden.ist kein Zusammenbinden.", "R. Ḥisda sagte im Namen des Rabina b. Šila: Der Quirl der Sträucher darf als Hüttenbedachung verwendet werden, obgleich [das Geäst] verbunden ist, denn die natürliche Bindung ist keine Bindung, selbst wenn man es nachher zusammenbindet, denn das Zusammenbinden des Zusammenhaltenden ist kein Zusammenbinden.", "Ebenso wird auch gelehrt: Rohr und Geäst dürfen als Hüttenbedachung verwendet werden. – Vom Rohr ist es ja selbstverständlich!? – Lies: Rohr vom Geäst darf als Hüttenbedachung verwendet werden.", "Ferner sagte R. Ḥisda im Namen des Rabina b. Šila: Mit Sumpflattich genügt man seiner Pflicht188Bitterkraut zu essen; cf. Ex. 12,8.am Pesaḥfeste.", "Man wandte ein :189Num. 19,6.Ysop, aber kein griechischer Ysop, kein Schminkysop, kein Waldysop, kein römischer Ysop oder sonst ein Ysop mit einem Beinamen190Ebenso sollte auch hier nur Lattich ohne Beinamen erforderlich sein.!?", "Abajje erwiderte: Was vor der Gesetzgebung verschiedene Namen hatte, und die Tora darauf geachtet hat, bei dem gibt es auch191Mit Beinamen ist es unbrauchbar.einen Beinamen, dieser aber hatte vor der Gesetzgebung überhaupt keine verschiedenen192Alle Arten sind einbegriffen. Namen.", "Raba erwiderte: Auch dieser heißt schlechthin Lattich, und nur deshalb nennt man ihn Sumpflattich, weil er im Sumpfe zu finden ist.", "R. Ḥisda sagte: Das Zusammenbinden von einem [Teile] heißt nicht Zusammenbinden, bei dreien heißt es Zusammenbinden, über zwei streiten R. Jose und die Rabbanan. Wir haben nämlich gelernt: Beim Gebote vom Ysop sind drei Strünke erforderlich, die drei Stengel193So nach Raschi zSt. u. den übrigen Kommentaren; Sab. Fol. 109b erklärt Raschi: mit je 3 Stengeln.haben. R. Jose sagt, beim Gebote vom Ysop seien drei Stengel erforderlich; als Rest genügen zwei und als Stumpf194Wenn beim Gebrauche noch soviel zurückbleibt.irgend wieviel.", "Er war also der Ansicht, wenn zwei als Rest, so genügen zwei auch von vornherein, und nur als besondere Gebotsbefolgung lehre er drei. Wenn nun nach R. Jose drei als besondere Gebotsbefolgung, so sind ja nach den Rabbanan drei unerläßlich.", "Es wird ja aber gelehrt: R. Jose sagte: Wenn das Ysopbündel von vornherein nur zwei oder als Rest nur einen hat, so ist es untauglich; es ist nur dann tauglich, wenn es von vornherein drei und als Rest zwei hat!? – Wende es um: nach R. Jose sind drei unerläßlich, nach den Rabbanan drei nur als besondere Gebotsbefolgung.", "Es wird auch gelehrt: Wenn das Ysopbündel von vornherein zwei und als Rest einen [Stengel] hat, ist es tauglich; untauglich ist es nur dann, wenn es von vornherein oder als Rest nur einen hat. –", "Wieso untauglich, wenn einen als Rest, du sagtest ja, wenn es einen als Rest, sei es tauglich!? –" ], [ "Sage vielmehr: wenn es von vornherein einen hat, wie es als Rest [tauglich ist].", "Meremar trug vor: Die Rohrbündel von Sura dürfen als Hüttenbedachung verwendet werden, obgleich sie zusammengebunden sind, denn sie sind nur der Zählung wegen zusammengebunden.", "R. Abba sagte : Die Weidenzelte sind, wenn man die Knotenenden gelöst hat, tauglich. – Sie sind ja aber unten zusammengebunden!? R. Papa erwiderte: Wenn man sie gelöst hat.", "R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sagte: Du kannst sogar sagen, auch wenn man sie nicht gelöst hat, denn das Zusammenbinden, das nicht zum Umhertragen erfolgt, gilt nicht als Zusammenbinden.", "R. Abba sagte im Namen Šemuéls : Die Kräuter, von denen die Weisen gesagt haben, man genüge mit ihnen seiner Pflicht am Pesaḥfeste, übertragen195Durch Bezeltung.die Unreinheit, bilden keine Scheidewand vor der Unreinheit196Sie grenzen die Unreinheit nicht ab; cf. supra Fol. 10a Anm. 145. und machen als Lücke197Wörtl. als Luft; die Stelle worauf sie sich befinden, gilt als nicht überdacht.die Festhütte unbrauchbar. Aus welchem Gründe? – Da sie, wenn sie verdorren, abbröckeln und zerfallen, so gelten sie als nicht vorhanden.", "Ferner sagte R. Abba im Namen R. Honas : Winzert man für die Kelter, so gibt es keine Stiele198Zur Übertragung der Unreinheit; sonst übertragen die Stiele die Unreinheit auf die Frucht, weil sie zum Anfassen erwünscht sind..", "R. Menasja b. Gada sagte im Namen R. Honas : Mäht man zur Bedachung, so gibt es keine Stiele199Dh. das Stroh überträgt die Unreinheit nicht auf die Ähren, die zur Bedachung nicht erwünscht sind..", "Nach dem, der dies vom Mähen lehrt, gilt dies umsomehr vom Winzern. da [die Stengel] unerwünscht sind, damit sie den Wein nicht aufsaugen; nach dem es aber beim Winzern keine Stiele gibt, gibt es beim Mähen wohl Stiele, weil [die Ähren] erwünscht sind, damit [die Halme] nicht auseinanderfallen.", "Es ist anzunehmen, daß über die Lehre des R. Menas ja b. Gada Tannaím [streiten]. Es wird nämlich gelehrt, Feigenzweige, an denen Feigen, Traubenbüschel, an denen Trauben, Halme, an denen Ähren, und Dattelzweige, an denen Datteln sind, sind sämtlich, wenn der Abfall mehr als das Eßbare ist [als Hüttenbedachung] brauchbar, wenn aber nicht, unbrauchbar. Andere sagen, der Halme müssen mehr sein als des Eßbaren mit den Stielen zusammen.", "Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, hierbei gebe es Stiele, und einer ist der Ansicht, hierbei gebe es keine Stiele.", "Nach R. Abba200Nach dem es beim Mähen Stiele gibt.streiten Tannaím hierüber bestimmt, aber ist auch nach Rabbi Menas ja b. Gada anzunehmen, daß hierüber Tannaím streiten? – R. Menasja b. Gada kann dir erwidern: wenn man zur Hüttenbedachung mähet, stimmen alle überein, daß es hierbei keine Stiele gebe, hier aber handelt es sich um den Fall, wo man sie zum Essen gemähet und sich nachher überlegt hat, sie zur Hüttenbedachung zu verwenden. –", "Was ist, wenn man sie zum Essen gemähet hat, der Grund der Rabbanan!? Wolltest du erwidern, die Rabbanan seien der Ansicht, durch die Überlegung, sie als Hüttenbedachung zu verwenden, werde sein Beschluß aufgehoben, so wird ja dadurch der Beschluß nicht aufgehoben, denn wir haben gelernt: Alle Geräte" ], [ "werden durch die bloße Bestimmung201Wenn man das Gerät als fertig betrachtet.verunreinigungsfähig, von ihrer Verunreinigungsfähigkeit enthoben aber nur durch eine tätliche Änderung. Die Tätigkeit hebt die [frühere] Tätigkeit und die Bestimmung202Hat man beispielsweise aus einem Felle eine Lederdecke gemacht od. es als solche bestimmt, so ist es ein fertiges Gerät u. verunreinigungsfähig, auch wenn man daraus Schuhe zu machen sich überlegt; beginnt man mit dem Zuschneiden, so ist es bis zur Fertigstellung der Schuhe nicht mehr verunreinigungsfähig.auf, die Bestimmung aber hebt weder die Tätigkeit noch die Bestimmung auf.", "Wolltest du erwidern, dies gelte nur von Geräten, die von Bedeutung sind, bei den Stielen aber, die nur zum Gebrauche beim Essen dienen, erfolge [die Verunreinigungsfähigkeit] durch die Bestimmung und schwinde durch die Bestimmung, so haben wir ja gelernt: alle Stiele von Früchten, die man auf der Tenne gedroschen hat, sind rein, nach R. Jose aber verunreinigungsfähig.", "Allerdings stimmt dies nach demjenigen, welcher sagt, ‘gedroschen’ heiße: die Bündel203Dies gilt nicht als Tätigkeit, sondern nur als Bestimmung.gelöst, wie ist es aber nach dem zu erklären, welcher sagt, ‘gedroschen’ heiße wirklich gedroschen!? –", "Da204Beim Streite zwischen den Weisen und den Anderen. ebenfalls in dem Falle man sie gedroschen hat. – Was ist demnach der Grund der Anderen!? – Sie sind der Ansicht R. Joses, denn wir haben gelernt: nach R. Jose aber verunreinigungsfähig. –", "Was soll dies: allerdings ist da der Grund R. Joses, weil sie eine Verwendung haben, nach R. Šimo͑n b. Laqiš, denn R. Šimo͑n b. Laqiš sagte, man könne dadurch205Wenn das Stroh daran ist. [das Getreide] mit der Forke wenden,", "welche Verwendung aber haben sie hierbei!? – Sie sind verwendbar, indem man, wenn man [die Bedachung] niederreißt, die Strohhalme anfassen kann.", "Der Text. Alle Stiele von Früchten, die man in der Tenne gedroschen hat, sind nicht verunreinigungsfähig, nach R. Jose aber verunreinigungsfähig. – Was heißt ‘gedroschen’? – R. Joḥanan erklärt, wirklich gedroschen, und R. Elie͑zer erklärt, die Bündel gelöst. –", "Erklärlich ist es nach R. Elie͑zer, welcher erklärt, die Bündel gelöst, daß sie nach R. Jose verunreinigungsfähig sind, was aber ist der Grund R. Joses, nach R. Joḥanan, welcher erklärt, wirklich gedroschen!? – R. Šimo͑n erwiderte: Weil man dadurch [das Getreide] mit der Forke wenden kann.", "R. Elie͑zer sagte: Weshalb wird das Gebet der Frommen mit deiner Forke206Hier handelt es sich nicht um einen wirklichen Vergleich, sondern um einen Gleichklang; die Forke heißt עתר u. das Verbum bedeutet beten.verglichen? Um dir zu sagen: wie die Forke das Getreide auf der Tenne von Ort zu Ort wendet, so wendet auch das Gebet der Frommen die Stimmung des Heiligen, gepriesen sei er, aus der Stimmung der Unbarmherzigkeit in die Stimmung der Barmherzigkeit.", "vi MAN DARF DIE [FESTHÜTTE] MIT BRETTERN ÜBERDACHENSO R. JEHUDA; R. MEÍR VERBIETET DIES. HAT MAN DARÜBER EIN VIER HANDBREITEN BREITES BRETT GELEGT, SO IST SIE BRAUCHBAR, NUR DARF MAN UNTER DIESEM NICHT SCHLAFEN.", "GEMARA. Rabh sagte: Der Streit besteht nur über Bretter, die vier [Handbreiten] haben, denn R. Meír berücksichtigt bei solchen eine richtige Decke207Da solche auch für gewöhnliche Gebäude verwendet werden, so könnte man verleitet werden, der Festhütte überhaupt fern zu bleiben., und R. Jehuda berücksichtigt die Decke nicht; bei Brettern aber, die keine vier [Handbreiten] haben, stimmen alle überein, daß sie brauchbar ist. Šemuél sagte: Der Streit besteht über solche, die keine vier [Handbreiten] haben, wenn sie aber vier [Handbreiten] haben, so stimmen alle überein, daß sie unbrauchbar ist. –", "‘Wenn sie keine vier [Handbreiten] haben’, auch weniger als drei, und solche, sind ja nur Stäbe!?", "R.Papa erklärte: Er meint es wie folgt: haben sie vier [Handbreiten], so ist sie nach aller Ansicht unbrauchbar, haben sie keine drei, so ist sie nach aller Ansicht brauchbar, weil solche nur Stäbe sind, ihr Streit besteht über solche, die zwischen drei und vier haben ; einer ist der Ansicht, bei solchen sei nichts zu berücksichtigen, da sie nicht [die Breite] eines besonderen Raumes208Vier Handbreiten; cf. Sab. Fol. 4b uö.haben, und einer ist der Ansicht, bei solchen sei wohl zu berücksichtigen, da sie breiter sind als der Verbindungsabstand209Ein Abstand unter 3 Handbreiten gilt nicht als Unterbrechung.. –", "Wir haben gelernt: Hat man darüber ein vier Handbreiten breites Brett gelegt, so ist sie brauchbar, nur darf man unter diesem nicht schlafen. Erklärlich ist es, daß man darunter nicht schlafen darf, nach Šemuél, welcher sagt, der Streit bestehe über den Fall, wenn sie keine vier haben, wenn sie aber vier haben, alle übereinstimmen, daß sie unbrauchbar ist; weshalb aber darf man nach R. Jehuda unter diesem nicht schlafen, nach Rabh, welcher sagt, der Streit bestehe über den Fall, wenn sie vier haben, wenn sie aber keine vier haben, alle, übereinstimmen, daß sie brauchbar ist!? –", "Du glaubst wohl, daß dies nach aller Ansicht gilt, der Schlußsatz ist nach R. Meír. –", "Komm und höre: Zwei Tücher werden210Zu 4 Handbreiten, um als unbrauchbare Hüttenbedachung zu gelten.vereinigt," ], [ "zwei Bretter werden nicht vereinigt; R. Meír sagt, Bretter ebenso wie Tücher.", "Allerdings ist nach Šemuél, welcher sagt, der Streit bestehe über den Fall, wenn sie keine vier haben, wenn sie aber vier haben, alle übereinstimmen, daß sie unbrauchbar ist, unter ‘vereinigt’ zu verstehen, zu vier [Handbreiten] vereinigt,", "um welchen Fall handelt es sich aber nach Rabh, welcher sagt, der Streit bestehe über den Fall, wenn sie keine vier haben, wenn sie aber keine vier haben, alle übereinstimmen, daß sie brauchbar ist: haben sie vier, so ist ja die Vereinigung nicht nötig, und haben sie keine vier, so sind es ja nur Stäbe!? –", "Tatsächlich, wenn sie vier haben, und unter ‘vereinigt’ ist die Vereinigung zu vier Ellen am Rande211Des Daches, direkt an der Wand ; wenn weniger, so gilt es als Fortsetzung der Wand.zu verstehen.", "Eine andere Lesart: Allerdings ist nach Šemuél, welcher sagt, der Streit bestehe über den Fall, wenn sie keine vier haben, wenn sie aber vier haben, alle übereinstimmen, daß sie unbrauchbar ist, unter ‘vereinigt’ die Vereinigung zu vier Ellen am Rande zu verstehen,", "nach Rabh aber ist allerdings nach R. Meír unter ‘vereinigt’ die Vereinigung zu vier Ellen am Rande zu verstehen, was ist aber unter ‘nicht vereinigt’ nach R. Jehuda zu verstehen, nachdem sie brauchbar ist, auch wenn sie vier [Handbreiten] haben, sie sind ja nichts weiter als Stäbe!? – Da R. Meír ‘vereinigt’ sagt, sagt R. Jehuda ‘nicht vereinigt’.", "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Rabh und es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Šemuél.", "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Rabh. Hat man sie mit Brettern aus Zedern bedacht, die keine vier [Handbreiten] haben, so ist sie nach aller Ansicht brauchbar; haben sie vier, so ist sie nach R. Meír unbrauchbar und nach R. Jehuda brauchbar.", "R. Jehuda erzählte: Einst holten wir zur Zeit der Gefahr212Der Religionsverfolgung.Bretter von vier [Handbreiten], legten sie auf eine Galerie und setzten uns darunter. Da sprachen sie zu ihm: Sollte dies ein Beweis sein!? Aus der Zeit der Gefahr ist kein Beweis zu erbringen.", "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Šemuél: Hat man sie mit Brettern überdacht, die vier [Handbreiten] haben, so ist sie nach aller Ansicht unbrauchbar; hat sie keine vier, so ist sie nach R. Meír unbrauchbar und nach R. Jehuda brauchbar. R. Meír pflichtet jedoch bei, daß, wenn zwischen dem einen Brett und dem anderen ein Abstand [in der Breite] eines Brettes vorhanden ist, man Abfall213Von Bodengewächsen, wie Stroh udgl. So nach Raschi; sonst hat das im Texte gebrauchte Wort die Bedeutung Latte.darüber lege, und sie ist brauchbar. Desgleichen pflichtet R. Jehuda bei, daß, wenn man darüber ein vier Handbreiten breites Brett legt, sie allerdings brauchbar, jedoch unter diesem zu schlafen verboten ist, und wer darunter schläft, seiner Pflicht nicht genüge.", "Es wurde gelehrt: Hat man sie214Die 4 Handbreiten breiten Bretter.auf die Kante gelegt, so ist sie, wie R. Hona sagt, unbrauchbar, und wie R. Ḥisda und Rabba b. R. Hona sagen, brauchbar.", "Einst traf R. Naḥman in Sura ein, und R. Ḥisda und Rabba b. R. Hona kamen zu ihm und fragten ihn: Wie ist es, wenn man sie auf die Kante legt? Er erwiderte ihnen: Sie ist unbrauchbar, denn sie gleichen Metallspießen215Die in allen Fällen als Hüttenbedachung untauglich sind..", "Darauf sprach R. Hona zu ihnen: Habe ich euch nicht gesagt, daß ihr mir zustimmen sollt? Diese erwiderten: Hat uns etwa der Meister eine Begründung gesagt, und haben wir sie zurückgewiesen!? Jener entgegnete: Habt ihr etwa nach einer Begründung gefragt, und ich euch sie nicht gesagt!?", "Ihm wäre eine Stütze zu erbringen. Faßt sie nicht den Kopf, den größeren Teil des Körpers und den Tisch, oder hat sie eine Lücke, durch die eine Ziege mit einem Satze durchschlüpfen kann, oder hat man darüber ein vier Handbreiten breites Brett gelegt, obgleich es nur drei einnimmt, so ist sie unbrauchbar.", "Wie kann dies216Daß ein 4 breites Brett nur 3 einnimmt.vorkommen? Doch wohl, wenn man sie auf die Kante legt. – Nein, hier handelt es sich um den Fall, wenn man es an der Tür der Festhütte217Über die 4. Seite, die keine Wand hat u. als Tür dient; auf dieser Seite kann das oben liegende Brett nicht als Fortsetzung der Wand gelten.legt und es drei Handbreiten innerhalb und eine außerhalb einnimmt. Diese [Handbreite] gilt als eine über die Festhütte hinausragende Latte, und die über die Festhütte hinausragende Latte gleicht der Festhütte." ], [ "EINE DECKE OHNE ESTRICH218Wenn die Bretter oben lose aufliegen u. nicht durch einen Estrich darüber zusammengefügt sind.MUSS MAN, WIE R. JEHUDA SAGT, NACH DER SCHULE ŠAMMAJS LOCKERN UND JE EINE [PLANKE] ZWISCHEN ZWEIEN FORTNEHMEN, UND NACH DER SCHULE HILLELS ENTWEDER LOCKERN ODER JE EINE ZWISCHEN ZWEIEN FORTNEHMEN ;vii R. MEÍR SAGT, MAN NEHME JE EINE [PLANKE] ZWISCHEN ZWEIEN FORT, BRAUCHE ABER NICHT ZU LOCKERN.", "GEMARA. Allerdings ist der Grund der Schule Hillels, weil [es heißt:] 219Dt. 16,13.du sollst machen, nicht aber bereits Gemachtes; wenn man aber lockert, macht man etwas, und wenn man die eine [Planke] zwischen zweien fortnimmt, macht man etwas. Was aber ist der Grund der Schule Šammajs, wenn etwa, weil [es heißt:] du sollst machen, nicht aber bereits Gemachtes, so sollte doch eines genügen, und wenn aus Rücksicht auf eine richtige Decke207Da solche auch für gewöhnliche Gebäude verwendet werden, so könnte man verleitet werden, der Festhütte überhaupt fern zu bleiben., so sollte es doch genügen, wenn man je eine [Planke] zwischen zweien fortnimmt!? –", "Tatsächlich mit Rücksicht auf eine richtige Decke, und sie meint es wie folgt: selbst wenn man lockert, nur dann, wenn man je eine [Planke] zwischen zweien fortnimmt, sonst aber nicht. –", "Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären : R. Meír sagt, man nehme eine [Planke] aus der Mitte fort, brauche aber nicht zu rütteln. R. Meír sagt ja dasselbe, was die Schule Šammajs!? –", "Er meint es wie folgt: Die Schule Šammajs und die Schule Hillels streiten hierüber nicht. –", "Er lehrt uns somit, daß R. Meír von der Rücksicht auf eine richtige Decke nichts hält, und hierüber streiten sie ja bereits einmal!? Wir haben nämlich gelernt: Man darf [die Festhütte] mit Brettern bedachen – so R. Jehuda ; R. Meír verbietet dies.", "R. Ḥija b. Abba erwiderte im Namen R. Joḥanans: Die erstere Lehre spricht von gehobelten Brettern, und mit Rücksicht auf wirkliche Geräte220Sind solche verboten, weil sie auch zu anderem Gebrauche verwendet werden; es ist zu berücksichtigen, man würde auch richtige verunreinigungsfähige Geräte dazu verwenden.. –", "Nach R. Jehuda aber, der im Namen Rabhs sagt, sie sei brauchbar, wenn man sie mit männlichen184Nach den Kommentaren, Holzstäbe, die als Pfeilenteile verwendet werden; zugespitzt, zum Einstecken in den Pfeil, heißen sie männlich, mit einen Loche, zur Aufnahme desselben, heißen sie weiblich. Erstere sind einfache Holzstücke u. nicht verunreinigungsfähig, letztere gelten als Aufnahmegefäße u. sind verunreinigungsfähig.Pfeilen, und unbrauchbar, wenn man sie mit weiblichen überdacht hat, also bei männlichen die weiblichen nicht berücksichtigt, sollte man doch auch bei gehobelten Brettern keine wirklichen Geräte berücksichtigen!?", "Du mußt vielmehr sagen, daß sie in der ersten Lehre über die Berücksichtigung einer richtigen Decke streiten und auch in der zweiten Lehre über die Berücksichtigung einer richtigen Decke streiten; wozu dieser Streit zweimal!? –", "In der zweiten Lehre spricht R. Jehuda zu R. Meír : Du verbietest Bretter mit Rücksicht auf eine richtige Decke, aber dies gilt ja nur nach der Schule Šammajs, die Schule Hillels aber berücksichtigt es ja nicht!? Darauf erwiderte R. Meír : die Schule Šammajs und die Schule Hillels streiten hierüber überhaupt nicht. –", "Allerdings stimmt dies nach Rabh, welcher sagt, sie streiten über [Bretter], die vier Handbreiten haben, denn R. Meír berücksichtigt eine richtige Decke und R. Jehuda berücksichtigt eine richtige Decke nicht, worüber aber streiten sie in der zweiten Lehre nach Šemuél, welcher sagt, sie streiten über [Bretter], die keine vier haben, wenn sie aber vier haben, alle übereinstimmen, daß sie unbrauchbar221Planken gewöhnlicher Zimmerdecken haben ja 4 Handbreiten.ist ! ? –", "Sie streiten über die Aufhebung222Nach aller Ansicht ist es verboten, ein 4 Handbreiten breites Brett als Hüttenbedachung zu verwenden; anders ist es aber, wenn man durch irgend eine Tätigkeit den Wunsch kundgibt, aus einer Wohnung eine Festhütte zu errichten.der Decke; einer ist der Ansicht, sie werde dadurch aufgehoben, und einer ist der Ansicht, sie werde dadurch nicht aufgehoben.", "viii WENN MAN SEINE FESTHÜTTE MIT SPIESSEN ODER SEITENBRETTERN VON EINEM BETTE BÄLKT, SO IST SIE, WENN DER ABSTAND223Der mit brauchbarer Hüttenbedeckung ausgefüllt werden kann.ZWISCHEN IHNEN DIESEM GLEICHT, BRAUCHBAR. WENN MAN EINE MIETE AUSHÖHLT, UM DARAUS EINE FESTHÜTTE ZU MACHEN, SO IST DIES KEINEF FSTHÜTTE.", "GEMARA. Dies wäre also eine Widerlegung R. Honas, des Sohnes R. Jehošua͑s. Denn es wurde gelehrt. Gleicht die Bresche dem bestehenden, so ist es, wie R. Papa sagt, erlaubt224Ist die Wandung des Gebäudes zur Hälfte durchgebrochen, so wird es noch als Privatgebiet betrachtet, u. das Umhertragen am Šabbath ist da erlaubt., und wie R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sagt, verboten. –", "R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, kann dir erwidern: unter ‘diesem gleicht’ ist zu verstehen, daß man [die Hüttenbedachung] hineinlegen und herausnehmen225Demnach muß der Abstand etwas größer sein.kann. –" ], [ "Man kann es ja, genau226Die Mišna lehrt, daß der Abstand diesen gleichen müsse.bemessen!? – R. Ami erwiderte : [Der Abstand] muß etwas größer sein.", "Raba erwiderte: du kannst auch sagen, man mache ihn nicht größer ; liegen sie über die Länge, so lege man die Hüttenbedachung über die Breite und liegen sie über die Breite, so lege man diese über die Länge.", "ODER SEITENBRETTERN VON EINEM BETTE. Dies wäre also eine Stütze für R. Ami b. Ḥabjomi, denn R. Ami b. Ḥabjomi sagte: Hat man sie mit Gelump überdeckt, so ist sie227Da sie früher verunreinigungsfähig waren, obgleich sie es nicht mehr sind.unbrauchbar, –", "Wie R. Ḥanan im Namen Rabbis erklärt hat, dies gelte von einem Seitenbrette nebst beiden Füßen oder einem Querbrette nebst beiden Füßen, ebenso hierbei vom Seitenbrette nebst beiden Füßen oder einem Querbrette nebst beiden Füßen228Die noch verwendbar u. verunreinigungsfähig sind.. –", "Worauf bezieht sich das, was R. Ḥanan im Namen Rabbis gesagt hat? – Auf folgende Lehre :" ], [ "Das Bett wird nur zusammengesetzt unrein und nur zusammengesetzt rein – so R. Elie͑zer : die Weisen sagen, es werde auch in einzelnen Teilen unrein, und in einzelnen Teilen rein. Welche [Teile] sind229Die einzeln verwendbar sind.es? R. Ḥanan erwiderte im Namen Rabbis: Das Seitenbrett mit beiden Füßen, das Querbrett mit beiden Füßen. –", "Welche Verwendung haben diese? – Man kann sie an die Wand stützen, sich auf sie setzen und Stricke spinnen.", "Der Text. R. Ami B. Ṭabjomi sagte: Hat man sie mit Gelump überdacht, so ist sie unbrauchbar. – Welches Gelump? Abajje erwiderte: Lappen, die keine drei zu drei [Fingerbreiten] haben, und somit weder für Arme noch für Reiche verwendbar sind.", "Übereinstimmend mit R. Ami b. Ṭabjomi wird gelehrt: Eine Matte aus Binsen oder Bast und Reste derselben dürfen, auch wenn sie das Maß230Die für die Verunreinigungsfähigkeit erforderliche Größe.nicht mehr haben, zur Hüttenbedachung nicht verwendet werden;", "Rohrmatten dürfen, wenn es große sind, als Hüttenbedachung verwendet werden, nicht aber wenn es kleine231Erstere werden nur als Dachdecke verwendet, letztere auch zu anderem Gebrauche.sind; R. Elie͑zer sagt: auch jene sind232Da sie auch als Unterlagen benutzt werden.verunreinigungsfähig, und es darf als Hüttenbedachung nicht verwendet werden.", "WENN MAN EINE MIETE AUSHÖHLT. R. Hona sagte: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn [unten] kein eine Handbreite hoher Hohlraum in einer Ausdehnung von sieben [Handbreiten] vorher war, wenn aber [unten] ein eine Handbreite hoher Hohlraum in einer Ausdehnung von sieben [Handbreiten] vorher233Ein solcher Raum gilt als Hütte, und beim Aushöhlen werden nur die Wände erhöht.war, so ist dies eine Festhütte.", "Es wird auch gelehrt: Wenn man eine Miete aushöhlt, um daraus eine Festhütte zu machen, so ist dies eine Festhütte. Wir haben ja aber gelernt, dies sei keine Festhütte? Wahrscheinlich ist nach R. Hona [zu erklären]. Schließe hieraus.", "Manche weisen auf einen Widerspruch hin. Wir haben gelernt, wenn man eine Miete aushöhlt, um daraus eine Festhütte zu machen, dies keine Festhütte sei, dagegen wird gelehrt, dies sei eine Festhütte!? R. Hona erwiderte: Das ist kein Einwand; eines wenn [unten] ein eine Handbreite hoher Hohlraum in einer Ausdehnung von sieben [Handbreiten] vorher war, und eines, wenn [unten] kein eine Handbreite hoher Hohlraum in einer Ausdehnung von sieben [Handbreiten] vorher war.", "xi,1 WENN MAN DIE WÄNDE [FÜR DIE FESTHÜTTE] VON OBEN NACH UNTEN HERABHÄNGEN LÄSST, SO IST SIE, WENN SIE DREI HANDBREITEN VON DER ERDE ABSTEHEN, UNBRAUCHBAR; WENN SIE VON UNTEN NACH OBEN RAGEN, SO IST SIE, WENN SIE ZEHN HANDBREITEN HOCH IST, BRAUCHBAR. R. JOSE SAGT, WIE VON UNTEN NACH OBEN ZEHN HANDBREITEN EBENSO VON OBEN NACH UNTEN ZEHN HANDBREITEN.", "GEMARA. Worin besteht ihr Streit? – Einer ist der Ansicht, die schwebende Wand sei zulässig234Wörtlich : manche erlaubt, sc. die Festhütte, bezw. das Gebiet hinsichtlich des Šabbathgesetzes., und einer ist der Ansicht, die schwebende Wand sei nicht zulässig.", "Dort haben wir gelernt: Aus einem Brunnen zwischen zwei Höfen darf man am Šabbath nicht schöpfen, es sei denn, sie haben in der Mitte eine zehn Handbreiten [hohe] Scheidewand gemacht, ob unten oder innerhalb des Randes235Oberhalb des Wassers. So nach Handschriften u. der Parallelstelle Er. Fol. 86a.. R. Šimo͑n b. Gamliél sagte:" ], [ "Die Schule Šammajs sagt, oben236Entgegengesetzt in der genannten Parallelstelle., die Schule Hillels sagt, unten. R. Jehuda sprach: Diese Scheidewand kann ja nicht mehr sein, als die Wand zwischen237Die sich über dem Brunnen schwebend befindet.ihnen.", "Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans : R. Jehuda sagte dies nach der Ansicht R. Joses, welcher sagt, die schwebende Wand sei zulässig.", "Dies ist aber nichts; weder ist R. Jehuda der Ansicht R. Joses, noch ist R. Jose der Ansicht R. Jehudas.", "R. Jehuda ist nicht der Ansicht R. Joses, denn R. Jehuda sagt es nur vom Hof-E͑rub, der rabbanitisch ist, nicht aber von der Festhütte, die [ein Gebot] der, Tora ist.", "R. Jose ist nicht der Ansicht R. Jehudas, denn R. Jose sagt es nur von der Festhütte, wo es sich um ein auszuübendes Gebot handelt, nicht aber vom Šabbath, wobei es sich um ein mit der Steinigung belegtes Verbot handelt.", "Wenn du aber einwendest: durch wen geschah es denn bei jenem Ereignis in Sepphoris238Wobei eine schwebende Wand erlaubt wurde; S. war der Wohnort R. Joses.? Da geschah es nicht durch R. Jose, sondern durch R. Jišma͑él b. Jose.", "Als nämlich R. Dimi kam, erzählte er: Einst vergaßen sie die Torarolle239Die in einem Privathause aufbewahrt wurde.am Vorabend des Šabbaths [ins Bethaus] zu bringen; da breiteten sie am folgenden Tage Laken über die Säulen240Um das Gebiet abzugrenzen, da sich auf dem selben Hofe od. Durchgange mehrere Häuser befanden.aus, holten die Torarolle und lasen aus ihr. –", "‘Sie breiteten aus’, wie kommst du darauf, wieso holten sie sie am Šabbath!? – Vielmehr, sie fanden auf den Säulen ausgebreitete Laken vor, da holten sie die Torarolle und lasen aus ihr.", "R. Ḥisda sagte im Namen Abimis: Eine Matte von vier [Handbreiten] und etwas darüber ist als Wand241Wenn sie genau 10 Handbreiten hoch ist.der Festhütte zulässig. – Wie mache man es? – Man hänge sie in die Mitte, weniger als drei [Handbreiten] von unten und weniger als drei [Handbreiten] von oben, da [ein Abstand von] weniger als drei [Handbreiten] als verbunden gilt242Somit bildet die Matte eine 10 Handbreiten hohe Wand.. –", "Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, eine Verbindung erfolge nur an einer Seite, nicht aber an zwei Seiten, so lehrt er uns.", "Man wandte ein: Eine Matte von sieben [Handbreiten] und etwas darüber ist als Wand der Festhütte zulässig!? – Jene Lehre spricht von einer [hohen] Festhütte, und sie lehrt uns, daß man die Wände von oben nach unten herabhängen lassen darf, nach R. Jose.", "R. Ami sagte: Ein Brett von vier [Handbreiten] und etwas darüber ist243Wenn es 10 Handbreiten lang ist und man es senkrecht stellt.als Wand der Festhütte zulässig, wenn man es weniger als drei Handbreiten von der Wand stellt, da [ein Abstand von] weniger als drei [Handbreiten] (von der Wand) als verbunden gilt. –", "Was lehrt er uns damit? – Er lehrt uns folgendes : das Maß einer kleinen Festhütte beträgt sieben Handbreiten244Nach der Schule Hillels muß sie den Kopf, den größeren Teil des Körpers u. den Tisch fassen können (cf. infra Fol. 28a), u. diese Größe ist hierfür ausreichend.." ], [ "ix,2 x HAT MAN DIE HÜTTENBEDACHUNG DREI HANDBREITEN VON DEN WÄNDEN245Horizontal. ENTFERNT, SO IST SIE UNBRAUCHBAR.", "WENN [DAS DACH EINES] HAUSES DURCHBROCHEN IST UND MAN OBEN HÜTTENBEDACHUNG LEGT, SO IST ES, WENN VON DER WAND BIS ZUR HÜTTENBEDACHUNG VIER ELLEN VORHANDEN SIND, [ALS FESTHÜTTE] UNBRAUCHBAR; \n", "EBENSO DER MIT EINEM SÄULENGANGE UMGEBENE246Die Höfe waren an 3 Seiten von Häusern umgeben, die offene Veranden mit einem Dache darüber hatten. Ein solcher Hof hatte die Häuser als Wände u. war ringsum gedeckt.HOF. WENN MAN EINE GROSSE FESTHÜTTE RINGSUM MIT ETWAS ÜBERDACHT HAT, DAS ZUR HÜTTENBEDACHUNG NICHT VERWENDET WERDEN DARF, SO IST SIE, WENN ES VIER ELLEN EINNIMMT, UNBRAUCHBAR.", "GEMARA. Wozu all diese Fälle? – Sie sind nötig. Würde er es nur vom durchbrochenen Hause gelehrt, haben, [so könnte man glauben,] weil die Wände für das Haus errichtet sind, nicht aber gelte dies vom mit einem Säulengange umgebenen Hofe, wo die Wände nicht für die Halle errichtet sind ; daher ist dies nötig.", "Und würde er nur diese beiden Fälle gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil die Hüttenbedachung brauchbar ist, nicht aber, wenn man eine große Festhütte ringsum mit etwas überdacht hat, das zur Hüttenbedachung nicht verwendet werden darf, wo die Hüttenbedachung eine unbrauchbare ist. Daher [sind alle Fälle] nötig.", "Rabba erzählte: ich traf die Jünger der Schule Rabhs, die da saßen und lehrten: der Abstand247Wörtl. die Luft; der Abstand zwischen der Hüttenbedachung u. der Wand.macht [die Festhütte] bei drei [Handbreiten] unbrauchbar, die unbrauchbare Hüttenbedachung macht sie bei vier [Handbreiten] unbrauchbar.", "Da sprach ich zu ihnen: daß der Abstand sie bei drei [Handbreiten] unbrauchbar mache, wißt ihr aus dem, was wir gelernt haben, sie sei unbrauchbar, falls man die Hüttenbedachung drei Handbreiten von den Wänden entfernt hat, somit sollte sie durch die unbrauchbare Hüttenbedachung erst bei vier Ellen unbrauchbar werden, denn wir haben gelernt, daß, wenn [das Dach eines] Hauses durchbrochen ist und man oben Hüttenbedachung gelegt hat, es, wenn von der Bedachung bis zur Wand vier Ellen vorhanden sind, [als Festhütte] unbrauchbar seil?", "Sie erwiderten mir: Davon ist abzusehen; Rabh und Šemuél erklärten beide, da gilt dies als krumme248Dh. nur dann, wenn die unbrauchbare Hüttenbedachung sich am Rande befindet, aus dem angegebenen Grunde, in der Mitte aber ist sie bei 4 Handbreiten unbrauchbar.Wand.", "Hierauf sprach ich zu ihnen : Ist [in der Mitte] weniger als vier [Handbreiten] unbrauchbare Hüttenbedachung vorhanden und weniger als drei [Handbreiten] Abstand daneben, ist sie ja brauchbar, wenn man aber [diese Stelle] mit Spießen249Dh. Dingen, die für die Unreinheit empfänglich sind.ausfüllt, so ist sie250Da diese mit unbrauchbarer Hüttenbedachung vereinigt werden.unbrauchbar. Sollte der Abstand, der schon bei drei [Handbreiten die Festhütte] unbrauchbar macht, nicht einmal soviel sein, wie die unbrauchbare Hüttenbedachung, die sie erst mit vier unbrauchbar macht!?", "Sie sprachen dann zu mir: Dies ist ja auch nach deiner Ansicht [einzuwenden], daß die unbrauchbare Hüttenbedachung [die Festhütte] bei vier Ellen unbrauchbar macht: ist [in der Mitte] weniger als vier Ellen unbrauchbare Hüttenbedachung vorhanden und weniger als drei [Handbreiten] Abstand daneben, so ist sie ja brauchbar, wenn man aber [diese Stelle] mit Spießen ausfüllt, so ist sie unbrauchbar. Sollte denn der Abstand, der schon bei drei [Handbreiten die Festhütte] unbrauchbar macht, nicht einmal soviel sein, wie die unbrauchbare Hüttenbedachung, die sie erst mit vier Ellen unbrauchbar macht!?", "Darauf erwiderte ich ihnen: Was soll dies: allerdings stimmt dies nach meiner Ansicht, daß nämlich vier Ellen [sie unbrauchbar machen]," ], [ "denn es kommt auf das Vorhandensein und Nichtvorhandensein des Maßes251Die Größe von 4 Ellen ist als Maß für die Untauglichmachunng festgesetzt. an, und da die Maße einander nicht gleichen, werden sie auch nicht vereinigt;", "nach eurer Ansicht erfolgt es ja wegen der Unterbrechung252Die Mišna spricht nicht von einer unbrauchbaren Hüttenbedachung von 4 Handbreiten., und es ist ja einerlei, ob die Unterbrechung durch unbrauchbare Hüttenbedachung oder durch unbrauchbare Hüttenbedachung und Abstand erfolgt!?", "Abajje sprach zu ihm: Zugegeben, daß nach der Ansicht des Meisters bei einer großen Festhütte die Maße einander nicht gleichen, aber gleichen sie etwa einander nicht bei einer kleinen253Von sieben Handbreiten ; sie sind bei 4 Handbreiten untauglicher Hüttenbedachung unbrauchbar.Festhütte!?", "Dieser erwiderte: Bei einer solchen nicht deshalb, weil die Maße einander gleichen, sondern weil die Festhütte dann die erforderliche Größe nicht hat. –", "Werden denn Dinge, die hinsichtlich ihres Maßes einander nicht gleichen, nicht vereinigt, wir haben ja gelernt: Kleiderstoff [in der Größe] von drei zu drei, Sackzeug, von vier zu vier, Leder, von fünf zu fünf, Matte, von sechs zu sechs254In dieser Größe sind sie verunreinigungsfähig.[Handbreiten].", "Hierzu wird gelehrt: Kleiderstoff und Sackzeug, Sackzeug und Leder, Leder und Matte werden mit einander vereinigt!? –", "Da wird ja der Grund angegeben: R. Šimo͑n erklärte: Aus dem Grunde, weil sie alle für die Verunreinigung durch das Sitzen255Wenn ein Flußbehafteter auf ihnen sitzt; diesbezüglich ist für alle die gleiche Größe festgesetzt.geeignet sind. Wir haben nämlich gelernt: Wenn man von diesen allen [einen Flicken von] einer Handbreite zu einer Handbreite ausscheidet, so ist er verunreinigungsfähig. –", "Welche Verwendung hat [ein Flicken von] einer Handbreite zu einer Handbreite? R. Šimo͑n b. Laqiš erwiderte im Namen R. Jannajs: Man kann ihn als Flicken für eine Eseldecke verwenden.", "So trugen sie diese Lehre in Sura vor, in Nehardea͑ aber lehrten sie wie folgt : R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls : Unbrauchbare Hüttenbedachung macht [die Festhütte] unbrauchbar, in der Mitte bei vier [Handbreiten] und am Rande bei vier Ellen. Rabh sagte: Sowohl am Rande als auch in der Mitte bei vier Ellen. –", "Wir haben gelernt: Hat man darüber ein vier Handbreiten breites Brett gelegt, so ist sie brauchbar. Erklärlich ist es nach Rabh, welcher sagt, sowohl in der Mitte als auch am Rande bei vier Ellen, daß sie brauchbar ist, wieso ist sie aber nach Šemuél brauchbar, welcher sagt, in der Mitte bei vier [Handbreiten]!? – Dies in dem Falle, wenn am Rande. –", "Komm und höre: Zwei Tücher werden vereinigt, zwei Bretter werden nicht vereinigt ; R. Meír sagt, Bretter ebenso wie Tücher.", "Allerdings ist nach der Lesart, nach der Rabh sagt, sowohl in der Mitte als auch am Rande vier Ellen, unter ‘vereinigt’ zu verstehen, zu vier Ellen vereinigt; von welchem Falle aber gilt dies nach der Lesart, nach der Rabh sagt, in der Mitte vier [Handbreiten]; haben sie vier [Handbreiten], so ist ja keine Vereinigung nötig, und haben sie keine vier [Handbreiten] so sind sie ja nur Stäbe256Und zur Hüttenbedachung brauchbar.!? –", "Tatsächlich, wenn sie vier [Handbreiten] haben, und unter ‘vereinigt’ ist zu verstehen, zu vier Ellen vereinigt, nämlich am Rande. –", "Komm und höre: Hat man sie mit Brettern aus Zedern bedacht, die vier [Handbreiten] haben, so ist sie nach aller Ansicht unbrauchbar; haben sie keine vier, so ist sie nach R. Meír unbrauchbar und nach R. Jehuda brauchbar." ], [ "Jedoch pflichtet R. Meír bei, daß, wenn ein Brett vom anderen Brette die Breite eines Brettes absteht, man dazwischen Abfall213Von Bodengewächsen, wie Stroh udgl. So nach Raschi; sonst hat das im Texte gebrauchte Wort die Bedeutung Latte.lege, und sie ist brauchbar.", "Richtig ist es nun nach demjenigen, welcher sagt, sowohl in der Mitte als auch am Rande vier Ellen, daß sie brauchbar ist; wieso aber ist sie brauchbar nach demjenigen, welcher sagt, in der Mitte vier [Handbreiten]!?", "R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erwiderte : Dies gilt von einer Festhütte, die genau acht [Ellen] hat; wenn man ein Brett und Abfall, ein Brett und Abfall, ein Brett und Abfall an der einen Seite, und ein Brett und Abfall, ein Brett und Abfall, ein Brett und Abfall an der an deren Seite legt,", "so sind es zweimal Abfall in der Mitte, wobei sie brauchbar ist257Die unbrauchbare Bedachung befindet sich in diesem Falle innerhalb 4 Ellen von der Wand (1 Elle = 6 Handbreiten); in der Mitte befinden sich jed. 8 Handbreiten brauchbare Hüttenbedachung..", "Abajje sagte: Wenn eine große Festhütte258Dh. die Hüttenbedachung derselben.eine offene Stelle von drei [Handbreiten] hat und man sie verringert, ob durch Rohrstäbe oder durch Spieße259Verunreinigungsfähige Gegenstände., so heißt dies eine Verringerung; bei einer kleinen260Von genau 7 Handbreiten. Festhütte ist dies, wenn mit Rohrstäben, eine Verringerung, und wenn mit Spießen, keine Verringerung.", "Dies nur wenn am Rande, wenn aber in der Mitte, so streiten hierüber R. Aḥa und Rabina; einer sagt, in der Mitte gebe es eine Verbindung, und einer sagt, in der Mitte gebe es keine Verbindung. –", "Aus welchem Grunde sagt der eine, auch in der Mitte gebe es eine Verbindung? – Es wird gelehrt: Wenn ein Querbalken aus einer Wand herausragt und die gegenüberliegende Wand nicht berührt, ebenso wenn zwei Querbalken aus zwei gegenüberliegenden Wänden herausragen und einander nicht berühren, so ist, wenn [der Abstand] weniger als drei [Handbreiten] beträgt, kein anderer Querbalken261Um eine hinsichtl. des Šabbaths begrenzte Durchgangsgasse herzustellen.nötig, beträgt er aber drei [Handbreiten], so ist noch ein anderer Querbalken nötig. –", "Und jener!? – Anders ist es beim Querbalken, der nur eine rabbanitische Anordnung ist. –", "Was ist der Grund desjenigen, welcher sagt, in der Mitte gebe es keine Verbindung? – Wir haben gelernt: Wenn sich in [der Decke] eines Hauses eine Luke befindet, die eine Handbreite im Geviert hat, so ist, wenn sich die Unreinheit im Hause befindet, das ganze Haus unrein, was sich aber gegenüber der Luke befindet, rein262Da es nicht ‘bezeltet’ wird.; befindet sich die Unreinheit [unten] gegenüber der Luke, so ist das ganze Haus rein.", "Hat die Luke keine Handbreite im Geviert, so ist, wenn sich die Unreinheit im Hause befindet, was sich gegenüber der Luke befindet, rein, und wenn sie sich gegenüber der Luke befindet, das ganze Haus rein263Hieraus, daß auch eine Öffnung unter 3 Handbreiten eine Unterbrechung bildet.. –", "Und jener!? – Anders sind die Unreinheitsgesetze, die so überliefert sind.", "R. Jehuda b. Elea͑j trug vor : Wenn [das Dach eines] Hauses durchbrochen ist und man oben Hüttenbedachung gelegt hat, so ist es [als Festhütte] brauchbar. Da sprach R. Jišma͑él b. Jose vor ihm : Meister, erkläre [deine Worte] ! – So erklärte mein Vater : wenn vier Ellen [von der Wand], so ist sie unbrauchbar, wenn weniger als vier Ellen, so ist sie brauchbar.", "R. Jehuda b. Elea͑j trug vor: Abroma264Eine Art kleiner Fische.sind [zum Essen] erlaubt. Da sprach R. Jišma͑él b. Jose zu ihm : Meister, erkläre [deine Worte] ! Dieser erwiderte: So sagte mein Vater: aus diesem Orte sind sie verboten, aus jenem Orte erlaubt.", "So sagte auch Abajje: Çaḥanta265Eine Art kleiner Fische, eingelegt od. zerhackt.aus dem Flusse Bab sind [zum Essen] erlaubt. – Aus welchem Grunde: wollte man sagen, weil dessen Wasser reißend ist, und der unreine Fisch, da er kein Rückenmark266So nach dem Wortlaute; wahrscheinl. Wirbelsäule.hat, da nicht existieren könne, so sehen wir ja, daß er [in solchem Gewässer] wohl existiert:", "Und wollte man sagen, weil dessen Wasser salzig ist, und der unreine Fisch, da er keine Schuppen hat, da nicht existieren könne, so sehen wir ja, daß er [in solchem Gewässer] wohl existiert!? – Vielmehr, weil dessen Grund keinen unreinen Fisch gedeihen läßt. Rabina sprach: Jetzt aber, wo der Fluß Ethon und der Fluß Gamda in diesen münden, sind sie verboten.", "Es wurde gelehrt: Wenn man auf einen Säulengang, der Latten267Cf. supra Fol. 17a Anm. 246.hat, Hüttenbedachung legt, so ist er [als Festhütte] brauchbar; hat er keine Latten, so ist er, wie Abajje sagt, brauchbar, und wie Raba sagt, unbrauchbar. Abajje sagt, er sei brauchbar," ], [ "denn wir sagen, der Rand der Decke reicht [fiktiv] bis unten und schließt sie ab; Raba sagt, er sei unbrauchbar, denn wir sagen nicht, der Rand der Decke reicht bis unten und schließt sie ab.", "Raba sprach zu Abajje: Nach deiner Ansicht, der Rand der Decke reiche [fiktiv] bis unten und schließe sie ab, [sollte sie brauchbar sein,] auch wenn die mittelste Wand durchgebrochen ist!? Dieser erwiderte: In diesem Falle pflichte ich dir bei, da sie einer offenen Durchgangsgasse gleicht.", "Es wäre anzunehmen, daß Abajje und Raba denselben Streit führen wie Rabh und Šemuél. Es wird nämlich gelehrt: In einer Säulenhalle auf einer Ebene darf man, wie Rabh sagt, [am Šabbath] unbeschränkt umhertragen, weil wir sagen, der Rand der Decke reicht [fiktiv] bis unten und schließt sie ab, und wie Šemuél sagt, nicht mehr als vier Ellen, weil wir nicht sagen, der Rand der Decke reicht bis unten und schließt sie ab. –", "Über die Ansicht Šemuéls streitet268R. ist seiner Ansicht u. A. nicht.niemand," ], [ "sie streiten nur über die Ansicht Rabhs: Abajje ist entschieden der Ansicht Rabhs, aber auch Raba kann sagen: Rabh ist dieser Ansicht nur da, wo die Wände wegen der Säulenhalle errichtet sind, nicht aber hierbei, wo sie nicht zu diesem Zwecke269Sie werden durch die umliegenden Säulengänge gebildet.errichtet sind. –", "Wir haben gelernt: Ebenso der mit einem Säulengange umgebene Hof. Weshalb denn, man sollte doch sagen, der Rand der Decke reicht [fiktiv] bis unten und schließt sie ab!?", "Raba erklärte es nach Abajje: Wenn man die Decke abgeglichen270Mit der Wand, sodaß der Deckenrand nicht zu sehen ist u. auch nicht fiktiv nach unten reichen kann. hat.", "So lehrten sie diese Halakha in Sura, in Pumbeditha aber lehrten sie sie wie folgt: Wenn man auf einen Säulengang, der keine Latten hat, Hüttenbedachung legt, so ist er nach aller Ansicht unbrauchbar, hat er Latten, so ist er, wie Abajje sagt, brauchbar, und wie Raba sagt, unbrauchbar. Abajje sagt, er sei brauchbar, weil [die Latten] als verbunden gelten; Raba sagt, er sei unbrauchbar, weil sie nicht als verbunden gelten. Die Halakha ist wie die erste Lesart.", "Einst traf R. Aši den R. Kahana Hüttenbedachung über einen Säulengang legen, der keine Latten hatte. Da sprach er zu ihm: Hält denn der Meister nichts von dem, was Raba gesagt hat, sie sei, wenn sie Latten hat, brauchbar, und wenn sie keine Latten hat, unbrauchbar!? Da zeigte er ihm, daß sie von innen zu sehen und von außen gleichmäßig waren,", "oder von außen zu sehen und von innen gleichmäßig271Die von RK. errichtete Festhütte hatte 2 vorschriftsmäßige Wände, eine 3., für die eine Handbreite ausreicht, eine Latte der Halle gebildet, die nur an einer Seite der Wand hervorragte. waren.", "Es wird nämlich gelehrt : Ist er von außen zu sehen und innen gleichmäßig, so gilt er als272Hinsichtl. des E͑rub.Balken, und was da der Balken, ist hier-bei die Latte.", "Es wird gelehrt: Abfall213Von Bodengewächsen, wie Stroh udgl. So nach Raschi; sonst hat das im Texte gebrauchte Wort die Bedeutung Latte., der über die Festhütte hinausragt, wird wie die Festhütte selbst angesehen. – Was heißt ‘Abfall, der über die Festhütte hinausragt’? U͑la erklärte: Rohr, das über die Festhütte273Über die mittelste Wand, sodaß ein Teil über die Festhütte hinaus überdacht ist. hinausragt. –", "Es sind ja drei Wände erforderlich!? – Wenn solche vorhanden sind. – Es ist ja die Brauchbarkeit der Festhütte274Die erforderliche Mindestgröße war 7 Handbreiten, da dieser Raum auf jeden Fall von der Festhütte getrennt ist.erforderlich!? – Wenn sie vorhanden ist. – Es ist ja mehr Schatten als Sonne erforderlich!? – Wenn er vorhanden ist. –", "Wozu braucht dies demnach gelehrt zu werden!? – Man könnte glauben, dem sei nicht so, weil [die Wände] für die Innenseite und nicht für die Außenseite [der Festhütte] errichtet wurden, so lehrt er uns.", "Rabba und R. Joseph erklärten beide: Hier handelt es sich um Rohr, das an der Vorderseite der Festhütte hervorragt, mit dem auch eine [Seiten]wand hervorsteht; man könnte glauben, [das Hervorragende] hat ja nicht die Brauchbarkeit der Festhütte, so lehrt er uns.", "Rabba b. Bar Ḥana erklärte im Namen R. Joḥanans: Dies bezieht sich auf eine Festhütte, die größerenteils mehr Schatten als Sonne und kleinstenteils mehr Sonne als Schatten gewährt; man könnte glauben, sie sei wegen dieses Bißchens unbrauchbar, so lehrt er uns. – Was heißt ‘hinausragt’? – Was über die Brauchbarkeit der Festhütte275Wenn die Bedachung nicht ganz vorschriftsmäßig ist.hinausragt.", "R. Oša͑ja erklärte: Dies bezieht auf weniger als drei Handbreiten unbrauchbare276Das in der obigen Lehre gebrauchte W. פסל [Untaugliches] läßt all diese Erklärungen zu.Hüttenbedachung bei einer kleinen Festhütte. – Was heißt ‘hinausragt’? – Was aus dem Begriffe ‘Festhütte’ hinausragt.", "R. Hoša͑ja wandte ein: Diese ist ja nicht weniger als eine freie277In der Hüttenbedachung, die überhaupt nicht überdacht ist.Stelle, und bewirkt denn eine freie Stelle von weniger als drei Handbreiten die Unbrauchbarkeit einer kleinen Festhütte!?", "R. Abba erwiderte ihm : Diese wird mitvereinigt278Mit der brauchbaren Hüttenbedachung zur erforderlichen Größe.und man darf darunter schlafen, jene aber wird zwar mitvereinigt, jedoch darf man darunter nicht schlafen. –", "Aber gibt es denn etwas, das unbrauchbar ist und mitvereinigt wird!? R. Jiçḥaq b. Eljašib erwiderte: Freilich," ], [ "der dünne Schlamm beweist dies: er wird zum Maße von vierzig Seá279Wassers, das zum Tauchbade erforderlich ist.mitvereinigt, jedoch wird dem, der darin untertaucht, das Tauchbad nicht angerechnet.", "xi,1 WENN JEMAND SEINE FESTHÜTTE NACH DER ART EINER BINSENHÜTTE280Cf. supra Fol. 7b Anm. 119 u. 120. MACHT, ODER AN EINE WAND LEHNT, SO IST SIE NACH R. ELIE͑ZER UNBRAUCHBAR, WEIL SIE KEIN DACH HAT, UND NACH DEN WEISEN BRAUCHBAR.", "GEMARA. Es wird gelehrt: R. Elie͑zer pflichtet jedoch bei, daß, wenn man sie eine Handbreite vom Boden hochhebt, beziehungsweise eine Handbreite von der Wand abstehen läßt, sie brauchbar sei. –", "Was ist der Grund der Rabbanan? – Die Schräge des Zeltes gilt als Zelt.", "Abajje traf R. Joseph in der Festhütte unter einem Brautbaldachin281Dieses hat kein flaches Dach u. gilt nicht als Zelt. schlafen. Da sprach er zu ihm: Also nach R. Elie͑zer; du läßt also die Rabbanan und verfährst nach R. Elie͑zer!? –", "Dieser erwiderte: Eine Barajtha lehrt entgegengesetzt: so ist sie nach R. Elie͑zer brauchbar und nach den Weisen unbrauchbar. – Du läßt die Mišna und verfährst nach einer Barajtha!?", "Dieser erwiderte: Die Mišna ist von einem Einzelnen282Die Weisen lehren diesen Streit in der Fassung der Barajtha., denn es wird gelehrt: Wenn jemand eine Festhütte nach der Art einer Binsenhütte macht, oder an eine Wand lehnt, so ist sie, wie R. Nathan lehrt, nach R. Elie͑zer unbrauchbar, weil sie kein Dach hat, und nach den Weisen brauchbar.", "xi,2 EINE GROSSE ROHRMATTE IST, WENN MAN SIE ALS UNTERLAGE GEFERTIGT HAT, FÜR DIE UNREINHEIT EMPFÄNGLICH UND ZUR HÜTTENBEDACHUNG UNBRAUCHBAR, UND WENN ALS BEDACHUNG, ZUR HÜTTENBEDACHUNG BRAUCHBAR UND FÜR DIE UNREINHEIT NICHT EMPFÄNGLICH. R. ELIE͑ZER SAGT, OB EINE KLEINE ODER EINE GROSSE: HAT MAN SIE ALS UNTERLAGE GEFERTIGT, SO IST SIE FÜR DIE UNREINHEIT EMPFÄNGLICH UND ZUR HÜTTENBEDACHUNG UNBRAUCHBAR, UND WENN ALS BEDACHUNG, ZUR HÜTTENBEDACHUNG BRAUCHBAR UND FÜR DIE UNREINHEIT NICHT EMPFÄNGLICH.", "GEMARA. Dies widerspricht sich ja selbst: er sagt, daß, wenn man sie als Unterlage gefertigt hat, sie für die Unreinheit empfänglich und zur Hüttenbedachung unbrauchbar sei, nur wenn man sie als Unterlage gefertigt hat, ohne Bestimmung aber gilt sie als Bedachung,", "und später lehrt er, daß, wenn man sie als Bedachung gefertigt hat, sie zur Hüttenbedachung brauchbar und für die Unreinheit nicht empfänglich sei, nur wenn man sie als Bedachung gefertigt hat, ohne Bestimmung aber gilt sie als Unterlage!? –", "Das ist kein Widerspruch; das eine gilt von einer großen und das andere von einer kleinen. –", "Allerdings besteht nach den Rabbanan kein Widerspruch, nach R. Elie͑zer aber besteht ja der Widerspruch!? Es wird ja gelehrt: R. Elie͑zer sagt, ob eine kleine oder eine große; hat man sie als Unterlage gefertigt, so ist sie für die Unreinheit empfänglich und zur Hüttenbedachung unbrauchbar, nur wenn man sie als Unterlage gefertigt hat, ohne Bestimmung aber gilt sie als Bedachung;", "im Schlußsatze aber heißt es, daß, wenn man sie zur Bedachung gefertigt hat, sie als Hüttenbedachung brauchbar und für die Unreinheit nicht empfänglich sei, nur wenn man sie zur Bedachung gefertigt hat, ohne Bestimmung aber gilt sie als Unterlage!?", "Vielmehr, erklärte Raba, hinsichtlich einer großen stimmen sie überein, daß sie ohne Bestimmung als Bedachung gelte, sie streiten nur über eine kleine ; der erste Tanna ist der Ansicht, eine kleine gelte ohne Bestimmung als Unterlage, und R. Elie͑zer ist der Ansicht, auch eine kleine ohne Bestimmung gelte als Bedachung." ], [ "Er meint es wie folgt: eine große Rohrmatte ist, wenn man sie als Unterlage gefertigt hat, für die Unreinheit empfänglich und zur Hüttenbedachung unbrauchbar; nur wenn man sie als Unterlage gefertigt hat, ohne Bestimmung ist es ebenso, als hätte man sie als Bedachung gefertigt, und sie ist zur Hüttenbedachung brauchbar. Eine kleine ist, wenn man sie als Bedachung gefertigt hat, zur Hüttenbedachung brauchbar; nur wenn man sie als Bedachung gefertigt hat, ohne Bestimmung ist es ebenso, als hätte man sie als Unterlage gefertigt, und sie ist zur Hüttenbedachung unbrauchbar. Hierzu sagte R. Elie͑zer : ob eine kleine oder eine große, sie ist ohne Bestimmung zur Hüttenbedachung brauchbar.", "Abajje sprach zu ihm: Wieso sagt R. Elie͑zer demnach ‘ob eine kleine oder auch eine große’, er müßte ja sagen ‘ob eine große oder eine kleine’!?", "Ferner streiten sie ja überhaupt nur über eine große, und R. Elie͑zer ist erschwerend!? Es wird nämlich gelehrt: Eine große Rohrmatte darf man zur Hüttenbedachung verwenden ; R. Elie͑zer sagt, ist sie für die Unreinheit nicht283Wenn man sie als Bedachung gefertigt hat.empfänglich, so darf man sie zur Hüttenbedachung verwenden.", "Vielmehr, erklärte R. Papa, hinsichtlich einer kleinen stimmen sie überein, daß sie ohne Bestimmung als Unterlage gelte, sie streiten nur über eine große; der erste Tanna ist der Ansicht, eine große ohne Bestimmung gelte als Bedachung, und R. Elie͑zer ist der Ansicht, auch eine große ohne Bestimmung gelte als Unterlage. –", "Was bedeuten [seine Worte] ‘hat man sie als Unterlage gefertigt’? – Er meint es wie folgt: auch ohne Bestimmung gilt sie als Unterlage, es sei denn, man hat sie zur Bedachung gefertigt.", "Die Rabbanan lehrten: Eine große Matte aus Binsen oder Bast darf zur Hüttenbedachung verwendet werden, eine kleine darf zur Hüttenbedachung nicht verwendet werden; eine aus Rohr oder Schilf darf, wenn sie geflochten ist, zur Hüttenbedachung verwendet werden, und wenn sie gewebt ist, nicht zur Hüttenbedachung verwendet werden.", "R. Jišma͑él b. Jose sagte im Namen seines Vaters : Sowohl diese als auch jene darf zur Hüttenbedachung verwendet werden. Mit seinen Worten übereinstimmend sagte es auch R. Dosa.", "Dort haben wir gelernt: Alle Matten sind durch eine Leiche verunreinigungsfähig – so R. Dosa; die Weisen sagen, durch Auftreten. –", "Nur durch Auftreten, und nicht durch eine Leiche, wir haben ja gelernt: Alles, was durch Auftreten verunreinigungsfähig ist, ist auch durch eine Leiche verunreinigungsfähig!? – Sage: auch durch Auftreten. –", "Welche Matten sind es? R. Evdämi b. Hamduri erklärte : Marzuble. – Was heißt Marzuble? R. Abba erwiderte: Mazbele284Nach den Kommentaren eine Art Mattenkissen.. R. Šimo͑n b. Laqiš erklärte: Einfache Matten.", "Reš Laqiš vertritt hiermit seine Ansicht, denn Reš Laqiš sagte: Ich will die Sühne285Formel der Ehrerbietung bei Nennung des verstorbenen Vaters oder Lehrers; cf. Qid. Fol. 31b.für R. Ḥija und seine Söhne sein. Als die Tora zuerst bei Jisraél in Vergessenheit geriet, kam E͑zra aus Babylonien und begründete sie; später geriet sie abermals in Vergessenheit, und Hillel, der Babylonier, kam und begründete sie; und als sie wiederum in Vergessenheit geriet, kamen R. 1e24 und seine Söhne und begründeten sie wieder. Und R. Hija und seine Söhne sagten folgendes: R. Dosa und die Weisen streiten nicht über die Matten aus Uša," ], [ "ob diese verunreinigungsfähig sind, auch nicht über die Matten aus Ṭiberjas286Diese sind sehr hart und als Unterlage nicht zu verwenden, jene hingegen sind als Unterlage verwendbar., ob sie rein sind, sie streiten nur über diejenigen, die aus anderen Ortschaften kommen; nach der einen Ansicht gleichen sie, da man sie zum Sitzen nicht benutzt, denen, die aus Ṭiberjas kommen, und nach der anderen Ansicht gleichen sie, da zuweilen mancher sie zum Sitzen benutzt, denen, die aus Uša kommen.", "Der Meister sagte: Alle Matten sind durch eine Leiche verunreinigungsfähig – so R. Dosa. Es wird ja aber gelehrt: Mit seinen Worten übereinstimmend sagte es auch R. Dosa!? –", "Da ist kein Einwand; das eine, wenn sie einen Rand287Und etwas auf nehmen können; solche gelten als Gefäß.haben, das andere, wenn sie keinen Rand haben.", "Man wandte ein: Matten aus Korkholz, aus Bast, aus Sackzeug oder aus Roßhaar sind durch eine Leiche verunreinigungsfähig – so R. Dosa; die Weisen sagen, auch durch Auftreten.", "Erklärlich ist dies nach demjenigen, welcher Marzuble erklärt, denn solche aus Korkholz oder aus Binsen sind als Fruchtkörbe und solche aus Sackzeug oder Roßhaar sind als Beutel und Körbchen verwendbar; nach demjenigen aber, der einfache Matten erklärt, sind solche aus Sackzeug und Roßhaar allerdings als Vorhänge und Siebe verwendbar, wofür aber288Wenn nicht als Unterlage.sind solche aus Korkholz oder Binsen verwendbar!? – Sie sind als Bottichdeckel verwendbar.", "Manche lesen: Erklärlich ist dies nach demjenigen, der einfache Matten erklärt, denn solche aus Korkholz oder Binsen sind als Bottichdeckel und solche aus Sackzeug und Roßhaar als Vorhänge und Siebe verwendbar, nach demjenigen aber, der Marzuble erklärt, sind allerdings solche aus Sackzeug oder Roßhaar als Beutel und Körbchen verwendbar, wofür aber sind solche aus Korkholz oder Binsen verwendbar!? – Sie sind als Fruchtkörbe verwendbar.", "Es wird gelehrt : R. Ḥananja erzählte : Als ich mich in die Diaspora begab, traf ich da einen Greis und er sagte mir, man dürfe eine Matte zur Hüttenbedachung verwenden, und als ich zu meinem Oheim R. Jehošua͑ kam, pflichtete er ihm bei. R. Ḥisda sagte: Dies nur, wenn sie keinen Rand hat.", "U͑la sagte: Die Matten aus Mahoza wären, wenn sie keinen Rand hätten, zur Hüttenbedachung brauchbar. Ebenso wird gelehrt: Man darf eine Matte zur Hüttenbedachung verwenden; hat sie einen Rand, so darf man sie zur Hüttenbedachung nicht verwenden.", "", "i WER IN DER FESTHÜTTE UNTER EINEM BETTE SCHLÄFT, GENÜGT SEINER PFLICHT NICHT. R. JEHUDA ERZÄHLTE : BEI UNS WAR ES BRAUCH, UNTER DEM BETTE ZU SCHLAFEN IN GEGENWART DER ÄLTESTEN, UND DIESE SAGTEN UNS DAZU NICHTS,", "R. ŠIMO͑N ERZÄHLTE : EINST SCHLIEF ṬABI, DER KNECHT R. GAMLIÉLS, UNTER DEM BETTE, UND R. GAMLIÉL SPRACH ZU DEN ÄLTESTEN: SEHT DOCH, MEIN KNECHTABI IST EIN SCHRIFTGELEHRTER UND WEISS, DASS KNECHTE VON DER FESTHÜTTE FREI SIND; ER SCHLÄFT DAHER UNTER DEM BETTE. IN DIESER WEISE LERNTEN WIR, DASS DERJENIGE, DER UNTER DEM BETTE SCHLÄFT, SEINER PFLICHT NICHT GENÜGE.", "GEMARA. Es sind ja keine zehn [Handbreiten] vorhanden1Das Bett ist keine 10 Handbreiten hoch, um als Hütte zu gelten.!? Šemuél erklärte: Wenn das Bett zehn [Handbreiten hoch] ist.", "Dort haben wir gelernt: Sowohl ein Loch, das durch Wasser oder Kriechtiere gebohrt worden oder durch Salzfraß entstanden ist, als auch eines, das durch die Steinlagen oder Balkenschichten entstanden ist2Durch den Abstand zwischen den Steinen oder Balken., gilt als Zelt hinsichtlich der Unreinheit;", "R. Jehuda sagt, ein Zelt, das nicht durch Menschenhände gemacht ist, gilt nicht als Zelt. Was ist der Grund R. Jehudas?–" ], [ "Er folgert dies durch [das Wort] Zelt von der Stiftshütte; hier3Num. 19,14.heißt es: folgende Lehre gilt, wenn jemand in einem Zelle stirbt, und da4Ex. 40,19.heißt es: er spannte das Zelt über die Stiftshütte aus; wie da durch Menschenhände, ebenso hierbei durch Menschenhände. – Und die Rabbanan!? – Es heißt5Im angezogenen Schriftverse. wiederholt Zelt, einschließend. –", "R. Jehuda ist also der Ansicht, ein Zelt, das nicht durch Menschenhände gemacht ist, gelte nicht als Zelt; ich will auf einen Widerspruch hinweisen: In Jerušalem waren auf Felsen gebaute Höfe, die unterhöhlt waren, wegen eines etwaigen unterirdischen Grabes6Es könnten sich da Leichenteile befinden, deren Unreinheit nach oben dringt, bis sie von einem abgeschlossenen Hohlraume unterbrochen wird (cf. supra Fol. 10a Anm. 145)., dahin brachte man schwangere Frauen, die da niederkamen und ihre Söhne zur [Wartung der roten] Kuh großzogen.", "Nun brachte man7Bei der Reinigung des Hochpriesters. da Ochsen mit Holztafeln auf den Rücken, und auf diese setzte man die Kinder hinauf; sie hatten steinerne Becher in den Händen, und als sie zum [Fluße] Šiloaḥ herankamen, stiegen sie ins Wasser und füllten sie, sodann kamen sie herauf und saßen wieder auf. R. Jose sagte: Wegen eines etwaigen unterirdischen Grabes ließen sie sie von ihren Plätzen aus herunter und füllten sie.", "Hierzu wird gelehrt : R. Jehuda sagte : Man holte keine Holztafeln, sondern nur Ochsen. Ochsen bilden ja ein nicht durch Menschenhände gemachtes Zelt, dennoch lehrt er, daß man nach R. Jehuda keine Holztafeln, sondern nur Ochsen holte8Weil schon der Körper des Ochsen eine Bezeltung bildet, um jede Unreinheit zu begrenzen.!?", "Als R. Dimi kam, erklärte er im Namen R. Elea͑zars : R. Jehuda pflichtet bei, wenn [das Zelt] Faustgröße9Mehr als Handbreite; in einem solchen Falle gilt es als Zelt, auch wenn es nicht durch Menschenhände gemacht wurde. hat. Ebenso wird auch gelehrt: Bei Schluchten und Felsspalten pflichtet R. Jehuda bei.", "Eine Holztafel hat ja viele Faustgrößen, dennoch lehrt er, daß man, wie R. Jehuda sagt, keine Holztafeln sondern nur Ochsen holte!? Abajje erwiderte: Man brauchte keine Holztafeln zu holen.", "Raba erwiderte: Man holte überhaupt keine Holztafeln, weil ein Kind übermütig ist, und es könnte den Kopf oder eines seiner Glieder hervorstrecken und durch ein etwaiges" ], [ "unterirdisches Grab unrein werden.", "Übereinstimmend mit Raba wird gelehrt: R. Jehuda sagte : Man holte überhaupt keine Holztafeln, denn da ein Kind übermütig ist, könnte es den Kopf oder eines seiner Glieder hervorstrecken und durch ein etwaiges unterirdisches Grab unrein werden; vielmehr holte man ägyptische Ochsen, die breitbäuchig sind, und setzte auf diese Kinder mit steinernen Bechern in den Händen, und als sie zum [Fluße] Šiloah herankamen, stiegen sie hinab und füllten sie, dann kamen sie herauf und saßen wieder auf. –", "Aber ein Bett hat ja viele Faustgrößen, dennoch haben wir gelernt: R. Jehuda erzählte: Bei uns war es Brauch, unter dem Bette zu schlafen in Gegenwart der Ältesten! – Anders ist das Bett, das zum Schlafen darauf10Und nicht darunter; es gilt daher nicht als Zelt.bestimmt ist. – Auch bei den Ochsen sitzt man ja auf diesen!?", "Als Rabin kam, erklärte er im Namen R. Elea͑zars: Anders ist es bei den Ochsen, da sie den Hirten bei Sonne vor der Sonne und bei Regen vor dem Regen Schutz gewähren. – Auch das Bett gewährt ja Schutz den darunter befindlichen Schuhen und Sandalen!?", "Vielmehr erklärte Raba, anders ist bei den Ochsen [deren Rücken] den Därmen Schutz gewährt, wie es heißt:11Ij. 10,11.mit Haut und Fleisch bekleidest du mich und bedeckst mich mit Knochen und Sehnen,", "Wenn du aber willst sage ich : R. Jehuda vertritt seine Ansicht, denn er sagt, die Festhütte müsse eine permanente Wohnung sein; das Bett ist ein provisorisches Zelt, die Festhütte aber ein permanentes Zelt, und das provisorische Zelt kann das permanente Zelt nicht aufheben. –", "Auch R. Šimo͑n ist ja der Ansicht die Festhütte müsse eine permanente Wohnung sein, und das provisorische Zelt hebt das permanente Zelt auf!? Freilich, darin streiten sie eben; einer ist der Ansicht, das provisorische Zelt hebe das permanente Zelt auf, und einer ist der Ansicht, das provisorische Zelt hebe das permanente Zelt nicht auf.", "R.ŠIMO͑N ERZÄHLTE: EINST [SCHLIEF] ṬABI, DER KNECHT. Es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagte: Aus dem Gespräche R. Gamliéls lernten wir zweierlei: Wir lernten, daß Sklaven von der Festhütte frei sind, und wir lernten, daß, wer unter dem Bette schläft, seiner Pflicht nicht genüge.", "Sollte er doch sagen: aus den Worten12Das im Text gebrauchte Wort für ‘Gespräch’ bedeutet das profane Gespräch.R. Gamliéls ! ? – Er lehrt uns nebenbei das, was R. Aḥa b. Ada, und wie manche sagen, R. Aḥa b. Ada, im Namen R. Hamnunas im Namen Rabhs gesagt hat : Woher, daß sogar das [profane] Gespräch der Schriftgelehrten des Studiums bedarf? Es heißt :13Ps. 1,3.seine Blätter14Als Ggs. zur Frucht; auch diese sind von Nutzen.verwelken nicht.", "ii,1 WENN JEMAND SEINE FESTHÜTTE MIT DEN FÜSSEN EINES BETTES STÜTZT, SO IST SIE BRAUCHBAR; R. JEHUDA SAGT, WENN SIE NICHT ALLEIN STEHEN KANN, SEI SIE UNBRAUCHBAR.", "GEMARA. Was ist der Grund R. Jehudas? - Hierüber streiten R. Zera und Abba b. Mamal; einer sagt, weil sie keine permanente ist, und einer sagt, weil man sie mit einer für die Unreinheit empfänglichen Sache aufrecht hält.", "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Wenn man eiserne Spieße in die Erde steckt und darüber Hüttenbedachung legt: nach demjenigen, welcher erklärt, weil sie keine permanente ist, ist diese ja permanent, und nach demjenigen, welcher erklärt, weil man sie mit einer für die Unreinheit empfänglichen Sache aufrecht hält, hält man sie auch in diesem Falle mit einer für die Unreinheit empfänglichen Sache aufrecht.", "Abajje sagte: Dies lehrten sie nur in dem Falle, wenn man sie mit [dem Bette] gestützt hat, wenn man aber über das Bett Hüttenbedachung gelegt15Dh. die Bedachung auf brauchbare Stangen gelegt, die Wände aber aus Betten hergestellt hat.hat, so ist sie brauchbar. – Aus welchem Grunde? – Nach demjenigen, welcher erklärt, weil sie nicht permanent ist, ist sie ja in diesem Falle permanent, und nach demjenigen, welcher erklärt, weil man sie mit einer für die Unreinheit empfänglichen Sache aufrecht hält, hält man sie in diesem Falle nicht mit einer für die Unreinheit empfänglichen Sache aufrecht." ], [ "ii,2 EINE UNDICHTE FESTHÜTTE16Bezieht sich auf die Hüttenbedachung., DIE MEHR SCHATTEN ALS SONNE GEWÄHRT, IST BRAUCHBAR; IST SIE DICHT WIE EIN HAUS, SO IST SIE, AUCH WENN MAN KEINE STERNE DURCHSEHEN KANN, BRAUCHBAR.", "GEMARA. Was heißt ‘undicht’? – Rabh erklärte, eine dürftig [überdachte] Festhütte; Šemuél erklärte, eine Stange darüber, eine Stange darunter. Rabh lehrt hier eine [Lehre] und Šemuél lehrt zwei Lehren.", "Rabh lehrt eine: eine undichte Festhütte heißt dürftig [unbedacht], die aber mehr Schatten als Sonne gewährt, ist brauchbar. Šemuél lehrt zwei: undicht heißt durcheinander, mithin lehrt er zwei [Lehren]: eine undichte Festhütte ist brauchbar, und die mehr Schatten als Sonne gewährt, ist brauchbar.", "Abajje sagte: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn eine [Stange] von der anderen keine drei Handbreiten absteht, wenn sie aber voneinander drei Handbreiten abstehen, ist sie unbrauchbar. Raba sagte: auch wenn sie voneinander drei Handbreiten abstehen, gilt dies nur in dem Falle, wenn das Dach17Die höher liegenden Stangen.keine Handbreite hat, hat das Dach aber eine Handbreite, so ist sie brauchbar, denn wir sagen: drücke sie18Die überragende Stange; sie liegen fiktiv in gleicher Höhe.[fiktiv] herunter.", "Raba sprach: Woher entnehme ich, daß, wenn es eine Handbreite hat, wir sagen, man drücke es [fiktiv] herunter, und wenn es keine Handbreite hat, wir nicht sagen, man drücke es [fiktiv] herunter? Wir haben gelernt: Wenn die Balken des Erdgeschoßes und des Söllers keinen Estrich haben und genau übereinander liegen, so ist, wenn unter einem19Balken des Erdgeschoßes. eine Unreinheit sich befindet, [der Raum] darunter20Cf. supra Fol. 10a Anm. 145.unrein,", "wenn zwischen den unteren und dem oberen, [der Raum] dazwischen unrein, und wenn auf dem oberen, [der Raum] darüber bis zum Himmel unrein. Liegen die oberen wie zwischen den unteren, so ist, wenn eine Unreinheit sich unter [einem] befindet, der Raum unter allen unrein, und wenn über [einem], der Raum darüber bis zum Himmel unrein.", "Hierzu wird gelehrt: Diese Worte gelten nur in dem Falle, wenn sie eine Handbreite haben und der Zwischenraum eine Handbreite im Geviert hat, wenn aber der Zwischenraum keine Handbreite im Geviert hat, so ist, wenn eine Unreinheit sich unter einem befindet, [der Raum] darunter unrein, dazwischen und darüber aber rein. Hieraus, daß, wenn es eine Handbreite hat, wir sagen, man drücke es [fiktiv] herunter, und wenn es keine Handbreite hat, wir nicht sagen, man drücke es [fiktiv] herunter. Schließe dies hieraus.", "R. Kahana saß und trug diese Lehre vor; da sprach R. Aši zu ihm: Sagen wir denn nicht, wenn es keine Handbreite hat, man drücke es [fiktiv] herunter,", "es wird gelehrt: Wenn ein Querbalken aus einer Wand herausragt und die gegenüberliegende Wand nicht berührt, ebenso wenn zwei Querbalken aus zwei gegenüberliegenden Wänden herausragen und einander nicht berühren, so ist, wenn der Abstand weniger als drei [Handbreiten] beträgt, kein anderer Querbalken21Cf. supra Fot. 18a Anm. 261.nötig, beträgt er aber drei [Handbreiten], so ist noch ein anderer Querbalken nötig.", "R. Šimo͑n b. Gamliél sagt," ], [ "wenn weniger als vier [Handbreiten], sei kein anderer Querbalken nötig, wenn vier, sei noch ein anderer Querbalken nötig.", "Ebenso ist wenn zwei Querbalken, von denen weder der eine noch der andere allein einen Halbziegel22Der ganze Ziegel hat 3 Handbreiten.aufnehmen kann, nebeneinander liegen, wenn sie zusammen eine Handbreite zum Aufnehmen eines Halbziegels haben, kein anderer Querbalken nötig, wenn aber nicht, noch ein anderer Querbalken nötig.", "R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, wenn sie [auseinander gerückt] zusammen einen Ziegelstein von drei Handbreiten aufnehmen können, sei kein anderer Querbalken nötig, wenn aber nicht, sei noch ein anderer Querbalken nötig.", "Ist einer höher und der andere niedriger, so betrachte man, wie R. Jose b. R. Jehuda sagt, den höheren, als läge er ebenfalls niedriger, oder den niedrigeren, als läge er ebenfalls höher, nur darf der höhere nicht höher als zwanzig Ellen und der niedrigere nicht niedriger als zehn [Handbreiten] sein. Wenn aber beide innerhalb zwanzig, sagen wir, man drücke es [fiktiv] herunter, auch wenn es keine Handbreite hat!?", "Dieser erwiderte : Lies richtig wie folgt : nur darf der höhere nicht höher als zwanzig [Ellen] sein, sondern innerhalb zwanzig, und der niedrigere in einer Nähe von weniger als drei [Handbreiten] sein; ebenso darf der niedrigere nicht niedriger als zehn [Handbreiten] sein, sondern höher als zehn, und der höhere in einer Nähe von weniger als drei [Handbreiten]. Bei einem [Abstand] von drei [Handbreiten] aber sagen wir, sobald es keine Handbreite hat, nicht, man drücke es [fiktiv] herunter.", "DIE MEHR SCHATTEN ALS SONNE GEWÄHRT, IST BRAUCHBAR. Wenn aber gleichmäßig, ist sie unbrauchbar, und im vorangehenden Abschnitt haben wir gelernt, die mehr Sonne als Schatten gewährt, sei unbrauchbar, wonach sie, wenn gleichmäßig, brauchbar ist!? –", "Das ist kein Widerspruch; das eine von oben und das andere von unten23Die Fläche, auf die Sonnenstrahlen fallen, ist breiter als die Spalte, durch die sie eindringen; ist die Sonnenfläche unten gleichmäßig, so dringt entschieden weniger Sonne durch.. R. Papa sagte : Das ist es, was die Leute sagen: Oben wie ein Zuz, unten wie ein Stater24Der bedeutend größer ist..", "IST SIE DICHT WIE EIN HAUS. Die Rabbanan lehrten: Ist sie dicht wie ein Haus, so ist sie brauchbar, selbst wenn man keine Sterne durchsehen kann; sind die Sonnenstrahlen25Wörtl. Sonnensterne, einzelne Lichtpunkte der Sonne.nicht durchzusehen, so ist sie nach der Schule Šammajs unbrauchbar und nach der Schule Hillels brauchbar.", "WENN JEMAND EINE FESTHÜTTE AUF EINEM WAGEN ODER AUF DER HÖHE EINES SCHIFFES MACHT, SO IST SIE BRAUCHBAR UND MAN DARF AM FESTTAGE ZU IHR HINAUFSTEIGEN. WENN AUF DEM WIPFEL EINES BAUMES ODER AUF DEM RÜCKEN EINES KAMELS, iii SO IST SIE BRAUCHBAR, JEDOCH DARF MAN AM FESTTAGE ZU IHR NICHT HINAUFSTEIGEN.", "SIND ZWEI WÄNDE DURCH EINEN BAUM UND EINE DURCH MENSCHENHÄNDE26Wenn eine od. zwei Wände von der Erde aus gezogen sind; vgl. jed. Sab. Fol. 154b.ODER ZWEI DURCH MENSCHENHÄNDE UND EINE DURCH EINEN BAUM [GESTÜTZT], SO IST SIE BRAUCHBAR, JEDOCH DARF MAN AM FESTTAGE ZU IHR NICHT HINAUFSTEIGEN. \n" ], [ "DIE REGEL IST FALLS SIE, WENN DER BAUM ENTFERNT WIRD, AUCH ALLEIN STEHEN BLEIBEN KANN, SO IST SIE BRAUCHBAR UND MAN DARF AM FESTTAGE ZU IHR HINAUFSTEIGEN.", "GEMARA. Wer ist der Autor unserer Mišna? – Es ist R. A͑qiba, denn es wird gelehrt: Wenn jemand seine Festhütte auf der Höhe eines Schiffes macht, so ist sie nach R. Gamliél unbrauchbar und nach R. A͑qiba brauchbar.", "Einst reisten R. Gamliél und R. A͑qiba auf einem Schiffe, und R. A͑qiba errichtete eine Festhütte auf der Höhe des Schiffes. Als aber am folgenden Tage ein Wind sich erhob und sie niederriß, sprach R. Gamliél zu ihm: A͑qiba, wo ist deine Festhütte?", "Abajje sagte: Alle stimmen überein, daß sie, wenn sie einem gewöhnlichen Winde auf dem Festlande nicht widerstehen kann, nichts sei, ferner streitet niemand, ob sie brauchbar sei, wenn sie einem außergewöhnlichen Winde auf dem Festlande27Der einem gewöhnlichen auf dem Meere entspricht. widersteh en kann, sie streiten nur über den Fall, wenn sie einem gewöhnlichen Winde auf dem Festlande widerstehen, aber einem außergewöhnlichen Winde auf dem Festlande nicht wider stehen kann. R. Gamliél ist der Ansicht, die Festhütte müsse eine permanente Wohnung sein, und da sie einem gewöhnlichen Winde auf dem Meere nicht widerstehen kann, so ist sie ja nichts, und R. A͑qiba ist der Ansicht, die Festhütte müsse eine provisorische Wohnung sein, und da sie einem gewöhnlichen Winde auf dem Festlande widerstehen kann, so ist sie brauchbar.", "ODER AUF DEM RÜCKEN EINES KAMELS &C. Wer ist der Autor unserer Mišna? Es ist R. Meír, denn es wird gelehrt: Wenn man seine Festhütte auf dem Rücken eines Tieres macht, so ist sie nach R. Meír brauchbar und nach R. Jehuda unbrauchbar. – Was ist der Grund R. Jehudas? – Die Schrift sagt:28Dt. 16,13.das Hüttenfest sollst du dir sieben Tage machen; eine Festhütte, die sieben [Tage stehen bleiben] kann, heißt Festhütte, die sieben [Tage] nicht [stehen bleiben] kann, heißt nicht Festhütte. –", "Und R. Meír!? – Auch eine solche ist nach der Tora brauchbar, und nur die Rabbanan haben [die Unbrauchbarkeit] angeordnet.", "Hat man ein Tier zur Wand einer Festhütte gemacht, so ist sie nach R. Meír unbrauchbar und nach R. Jehuda brauchbar. R. Meír sagte nämlich : Ein lebendes Wesen darf weder als Wand für eine Festhütte, noch als Pfosten für einen Durchgang, noch als Pfeiler29Cf. supra Fol. 7b Anm. 115.zu einem Brunnen, noch als Rollstein für ein Grab verwendet werden. Im Namen R. Jose des Galiläers sagten sie, man dürfe auf ein solches auch keine Scheidebriefe schreiben. –", "Was ist der Grund R. Meírs? – Abajje erwiderte: Es könnte verenden. R. Zera erwiderte: Es könnte fortlaufen. Über einen festgebundenen Elefanten streitet niemand, denn selbst, wenn er verendet, hat sein Kadaver zehn Handbreiten, sie streiten nur über einen nicht festgebundenen Elefanten; nach demjenigen, welcher erklärt, es könnte verenden, befürchte man es bei diesem nicht, nach demjenigen aber, welcher erklärt, es könnte fortlaufen, ist es auch bei diesem zu befürchten. –", "Sollte doch auch nach demjenigen, welcher erklärt, es könnte verenden, berücksichtigt werden, es könnte fortlaufen!? – Vielmehr, über einen nicht festgebundenen Elefanten streitet niemand, sie streiten nur über ein festgebundenes Tier; nach demjenigen, welcher erklärt, es könnte verenden, ist dies zu befürchten; nach demjenigen aber, welcher erklärt, es könnte fortlaufen, ist hierbei nichts zu befürchten. –", "Sollte doch auch nach demjenigen, welcher erklärt, es könnte fortlaufen, berücksichtigt werden, es könnte verenden!? – Sterben ist ungewöhnlich. – Zwischen [den Füßen des Tieres] ist ja ein offener Raum30Die durch das Tier gebildete Wand ist unter dem Bauche zwischen den Beinen durchbrochen.vorhanden!? – Wenn man ihn mit Palmen- und Lorbeerzweigen ausfüllt. –", "Vielleicht legt es sich nieder!? – Wenn es von oben aus mit Stricken festgebunden ist. – Welche Bedeutung hat nun die Erklärung, es könnte verenden, wenn es von oben mit Stricken festgebunden31Die durch die Tür gebildete Wand bleibt ja bestehen.ist!? – Oftmals reicht es nur bis auf weniger als drei Handbreiten von der Hüttenbedachung," ], [ "und wenn es verendet, schrumpft es zusammen, ohne daß man es merkt32Bei einem Abstände von mehr als 3 Handbreiten gilt es nicht mehr als vorhanden u. die Wand ist unbrauchbar.. –", "Kann Abajje denn gesagt haben, R. Meír berücksichtige das Sterben und R. Jehuda berücksichtige das Sterben nicht, wir haben ja gelernt: Wenn eine Jisraélitin mit einem Priester verheiratet und er nach dem Überseelande ausgewandert ist, so darf sie, in der Annahme, daß er lebt, Hebe essen.", "Dagegen wandten wir ein: [Sagt er]33Ein Priester zu seiner Frau.‘da hast du deinen Scheidebrief, auf daß er eine Stunde vor meinem Tode [Gültigkeit erlange]’, so darf sie fortan keine Hebe mehr essen!?", "Hierzu sagte Abajje: Das ist kein Widerspruch; das eine nach R. Meír, der das Sterben befürchtet, und das andere nach R. Jehuda, der das Sterben nicht befürchtet.", "Es wird nämlich gelehrt: Was mache er, wenn er am Vorabend des Šabbaths bei Samaritanern Wein gekauft hat und die Heiligkeit des Tages herangereicht ist, bevor er abgesondert34Die priesterlichen Abgaben; dies ist am Šabbath verboten.hat? Er spreche: ‘zwei Log, die ich absondern werde, sollen Hebe, zehn erster Zehnt und neun zweiter Zehnt sein’; diesen lasse er durch Geld ausgeweiht sein, und er darf sofort trinken – so R. Meír ;" ], [ "R. Jehuda, R. Jose und R. Šimo͑n verbieten35Weil das Gefäß platzen u. der fiktiv abgesonderte Wein sich mit dem profanen vermischen könnte; die Befürchtung des Platzens des Gefäßes gleicht der Befürchtung des Todesfalles.dies. –", "Wende es um : R. Meír berücksichtigt das Sterben, und R. Jehuda berücksichtigt das Sterben nicht. Es36Diese Lehre ist es, auf die Abajje sich beruft.wird nämlich gelehrt: Hat man ein Tier als Wand für eine Festhütte verwendet, so ist sie nach R. Meír unbrauchbar und nach R. Jehuda brauchbar. –", "R. Meír befindet sich ja mit sich selbst in einem Widerspruche!? – R. Meír kann dir erwidern : das Sterben ist häufig, das Platzen des Schlauches ist selten, da man ihn einem Wächter übergeben kann. –", "R. Jehuda befindet sich ja aber mit sich selbst in einem Widerspruche!? –", "Der Grund R. Jehudas ist nicht, weil er das Platzen des Schlauches befürchtet, sondern weil er von der fiktiven Feststellung37Daß noch vor der Absonderung fiktiv festgestellt ist, welcher Teil des Weines Hebe sein wird.nichts hält. –", "Befürchtet denn R. Jehuda nicht das Platzen des Schlauches, im Schlußsatze wird ja gelehrt: Sie sprachen zu R. Meír: Pflichtest du etwa nicht bei, daß, wenn der Schlauch platzt, er rückwirkend Unverzehntetes getrunken haben wird!? Er erwiderte ihnen: Wenn er platzt38Dh. dies ist nicht zu befürchten.. Demnach befürchtet R. Jehuda das Platzen des Schlauches!? –", "Da sagte R. Jehuda zu R. Meír: Ich halte nichts von der fiktiven Feststellung, du aber, der du von der fiktiven Feststellung hältst, solltest doch zugeben, daß der Schlauch platzen könnte!? Darauf erwiderte dieser : Wenn er platzt. –", "Berücksichtigt denn R. Jehuda nicht das Sterben, wir haben ja gelernt: R. Jehuda sagt, man halte für ihn39Den Hochpriester vor dem Versöhnungstage, da er bei der Sündenvergebung eine Frau besitzen muß. auch eine andere Frau in Bereitschaft, weil seine Frau sterben könnte!? – Hierzu wurde ja bereits gelehrt: R. Hona b. R. Jehošua͑ erklärte: Bei der Sühne haben sie eine besondere Vorsichtsmaßregel getroffen. –", "Sowohl nach demjenigen, welcher erklärt, es könnte verenden, als auch nach demjenigen, welcher erklärt, es könnte fortlaufen, ist es ja nach der Tora eine brauchbare Wand, und nur die Rabbanan haben dies berücksichtigt, somit sollte es ja nach R. Meír als Rollstein40Zum Verschlusse eines Grabes; cf. Sab. Fol. 152b Anm. 101.verunreinigungsfähig sein, während wir doch gelernt haben, nach R. Jehuda sei es als Rollstein verunreinigungsfähig und nach R. Meír rein!?", "Vielmehr erklärte R. Aḥa b. Ja͑qob: R. Meír ist der Ansicht, eine Wand, die durch einen Geist steht, sei keine Wand. Manche lesen: R. Aḥa b. Ja͑qob erklärte: R. Meír ist der Ansicht, eine Wand, die nicht durch Menschenhände gemacht ist, sei keine Wand. –", "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen, wenn man sie auf einen aufgeblasenen Schlauch stützt; nach demjenigen, welcher erklärt, eine durch einen Geist stehende Wand sei keine Wand, diese steht ja ebenfalls durch einen Geist41Für Geist, Luft, Wind hat die Textsprache das gleiche Wort., und nach demjenigen, welcher erklärt, eine nicht durch Menschenhände gemachte Wand sei keine Wand," ], [ "ist ja diese durch Menschenhände gemacht.", "Der Meister sagte : Im Namen R. Jose des Galiläers sagten sie, man dürfe auf ein solches auch keine Scheidebriefe schreiben. Was ist der Grund R. Jose des Galiläers? – Es wird gelehrt :42Dt. 24,1.Brief, ich weiß es nur von einem Briefe, woher, daß auch jede Sache einbegriffen ist? Es heißt:42Dt. 24,1.er schreibe ihr, auch auf alles andere.", "Weshalb heißt es demnach Brief? Um dir zu sagen: wie ein Brief eine leblose Sache ist und nicht ißt, ebenso alles andere, was leblos ist und nicht ißt. –", "Und die Rabbanan!? – Hieße es: auf einen Brief, so würdest du recht haben, es heißt aber nur Brief, und dies besagt nur, daß Worte zu schreiben sind. –", "Was folgern die Rabbanan aus [den Worten] so schreibe er? – Hieraus folgern sie, daß sie nur durch ein Schriftstück geschieden wird und nicht durch Geld. Man könnte glauben, da die Scheidung der Antrauung43Wört.: Fortgehen und Werden [sc. Weib], im Anschluß an Dt. 24,2.gleicht, könne auch die Scheidung durch Geld erfolgen, wie die Antrauung durch Geld erfolgt, so lehrt er uns. –", "Woher entnimmt R. Jose der Galiläer dies? – Er folgert dies aus [dem Worte] Trennungs-brief; nur der Brief und nichts anderes trennt sie. –", "Und jene!? – Aus diesem folgere man, daß es eine Sache sein muß, die zwischen ihm und ihr vollständig trennt. Es wird nämlich gelehrt: [Sagte er:] da hast du deinen Scheidebrief mit der Bedingung, daß du nie Wein trinkest, oder : mit der Bedingung, daß du nie in das Haus deines Vaters gehst, so ist dies keine Trennung; wenn aber: bis nach dreißig Tagen, so ist dies eine Trennung. –", "Und dieser!? – Er folgert dies aus [dem Worte] Trennung44Das W. כרת ist kürzer als כריתות und sollte daher gebraucht werden.. – Und jene!? – Sie deuten das Wort Trennung nicht.", "iv,1 WENN JEMAND SEINE FESTHÜTTE ZWISCHEN BÄUMEN MACHT, SODASS DIE BÄUME DIE WÄNDE BILDEN, SO IST SIE BRAUCHBAR.", "GEMARA. R. Aḥa b. Ja͑qob sagte: Eine Wand, die einem gewöhnlichen Winde nicht widerstehen kann, ist keine Wand. –", "Wir haben gelernt: Wenn jemand eine Festhütte zwischen Bäumen errichtet, sodaß die Bäume die Wände bilden, so ist sie brauchbar. Diese bewegen sich ja hin und her!? – Hier handelt es sich um feste [Bäume]. –", "Da ist ja der Wipfel!? – Wenn man ihn mit Palmen- und Lorbeerzweigen befestigt hat. – Wozu braucht er dies demnach zu lehren!? – Man könnte glauben, man ordne dennoch Verbot an, da man verleitet werden könnte, sich des Baumes zu bedienen, so lehrt er uns. –", "Komm und höre: Befindet sich da45An einem Brunnen auf öffentlichem Gebiete.ein Baum, eine Steinwand oder eine Strauchhecke, so werden sie als Doppelpfeiler46Cf. supra Fol. 7b Anm. 115.betrachtet!? – Da ebenfalls in dem Falle, wenn man sie mit Palmen- und Lorbeerzweigen befestigt hat. –", "Komm und höre: Wenn das Geäst eines Baumes zur Erde herabhängt, so darf man, falls es keine drei Handbreiten von der Erde absteht, darunter [am Šabbath] nicht tragen. Warum denn, es bewegt sich ja hin und her!? – Da ebenfalls, wenn man es mit Palmen- und Lorbeerzweigen befestigt hat. –", "Demnach sollte man doch unter dem ganzen umhertragen dürfen, wieso sagte nun R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, man dürfe darunter" ], [ "nur auf dem Raume von zwei Seáflächen47Cf. Bd. 2 S. 42 Anm. 233. umhertragen!? –", "Weil dieser eine Wohnung ist, die nur wegen des Luftraums benutzt48Dieser wird nicht wegen des Innenraumes benutzt, zum Wohnen od. zur Aufbewahrung, sondern wegen des Außenraumes, zur Bewachung der Umgebung od. als Schutz gegen die Sonne.wird, und wenn die Wohnung nur wegen des Luftraums benutzt wird, darf man da nicht mehr als zwei Seáflächen tragen. –", "Komm und höre: Wenn jemand den Šabbath auf einem zehn [Handbreiten] hohen Hügel feiert, der von vier Ellen bis zwei Seáflächen groß ist, oder in einer Vertiefung von zehn [Handbreiten], die von vier Ellen bis zwei Seaflächen groß ist, oder auf einem Stoppelfelde, das von Halmen umgeben ist, so darf er innerhalb dieses Raumes und zweitausend Ellen49Cf. Ber. Fol. 39b Anm. 112.außerhalb desselben gehen. Obgleich [die Ähren] sich hin und her bewegen!? – Da ebenfalls, wenn man sie mit Palmen- oder Lorbeerzweigen befestigt hat.", "iv,2 BOTEN GOTTGEFÄLLIGER HANDLUNGEN SIND VON DER FESTHÜTTE FREI; KRANKE UND IHRE WÄRTER SIND VON DER FESTHÜTTE FREI. MAN DARF GELEGENTLICH AUSSERHALB DER FESTHÜTTE ESSEN UND TRINKEN.", "GEMARA. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten :50Dt. 6,7.Wenn du in deinem Hause sitzest, ausgenommen derjenige, der sich mit der Ausübung eines Gebotes befaßt ;50Dt. 6,7.wenn du auf dem Wege gehest, ausgenommen der Bräutigam. Hieraus folgerten sie: wer eine Jungfrau ehelicht, ist frei, und wer eine Witwe ehelicht, ist verpflichtet51Das Šema͑ zu lesen.. –", "Wieso ist dies erwiesen? R. Papa52So in den Parallelstellen u. Handschriften.erwiderte: Aus [dem Worte] Weg; wie der Weg Freigestelltes ist, ebenso bei allem anderen, was freigestellt, ausgenommen dieser, der sich mit der Ausübung eines Gebotes befaßt. –", "Es kann ja auch vorkommen, daß einer zur Ausübung eines Gebotes geht, dennoch sagt der Allbarmherzige, daß er [das Šema͑] lese!? – Demnach müßte der Schriftvers lauten ‘beim Sitzen und beim Gehen’, wenn es aber heißt: wenn du gehst, wenn du sitzest, [so bedeutet dies:] wenn du für dich gehst, bist du verpflichtet, wenn aber zur Ausübung eines Gebotes, so bist du frei. –", "Demnach sollte es auch von dem gelten, der eine Witwe ehelicht!? – Wer eine Jungfrau ehelicht, ist zerstreut, wer eine Witwe ehelicht, ist nicht zerstreut. –", "Wenn derjenige frei ist, der zerstreut ist, so sollte demnach auch der frei sein, dessen Schiff im Meer unterging, der ebenfalls zerstreut ist!? Wolltest du sagen, dem sei auch so, so sagte ja R. Aba b. Zabda im Namen Rabhs, der Trauernde sei zu allen in der Tora genannten Geboten verpflichtet, mit Ausnahme der Tephillin, weil es von ihnen Kopfschmuck heißt!? –", "Da ist er durch die Ausübung eines Gebotes zerstreut, hier aber ist er durch Freigestelltes zerstreut. –", "Daß derjenige, der sich mit einer gottgefälligen Handlung befaßt, von einem Gebote frei ist, braucht ja nicht hieraus entnommen zu werden, dies wird ja aus folgendem entnommen!? Es wird gelehrt: 53Num. 6,9.Es waren aber Männer vorhanden, die durch eine Leiche eines Menschen unrein geworden waren &c.; wer waren diese Männer? Es waren die Träger des Sarges Josephs – so R. Jose der Galiläer;" ], [ "R. A͑qiba sagt, es waren Mišaél und Elçaphan, die sich mit [den Leichen von] Nadab und Abihu befaßt54Cf. Lev. Kap. 10.hatten. R. Jiçḥaq sagte : Wären es die Träger des Sarges Josephs gewesen, so könnten sie bereits rein sein, und wären es Mišaél und Elçaphan, so könnten sie ebenfalls bereits rein55Dieses Ereignis geschah viel später.sein ;", "vielmehr waren es Männer, die sich mit einem Pflichttoten befaßt hatten, und der siebente Tag56Ihrer Unreinheit, an dem sie abends untertauchen sollten.fiel auf den Vorabend des Pesaḥfestes, denn es heißt :57Num. 9.6.sie konnten an diesem Tage das Pesaḥopfer nicht herrichten; an diesem Tage konnten sie es nicht herrichten, am folgenden aber konnten sie es herrichten. –", "Beide sind nötig. Hätte man es nur hieraus gefolgert, [so könnte man glauben:] weil die Zeit der Pesaḥpflicht noch nicht58Als sie sich an den Toten verunreinigten.herangereicht war, nicht aber da, wo die Zeit des Šema͑lesens bereits herangereicht ist. Und hätte man es nur aus jener Lehre gefolgert, [so könnte man glauben:] weil [die Unterlassung] nicht mit der Ausrottung belegt ist, nicht aber da, wo [die Unterlassung] mit der Ausrottung belegt ist. Daher ist beides nötig.", "Der Text. R. Abba b. Zadba sagte im Namen Rabhs: Der Trauernde ist zu allen in der Tora genannten Geboten verpflichtet, mit Ausnahme der Tephillin, weil es von ihnen Schmuck heißt. Der Allbarmherzige sprach zu Jeḥezqél:59Ez. 24,17.deinen Schmuck binde dir um &c., nur du bist60Bei einem Todesfalle.verpflichtet, jeder andere aber ist frei.", "Dies jedoch nur am ersten Tage; denn es heißt:61Am. 8,10.und ihr Ende wie an einem bitteren Tage.", "Ferner sagte R. Abba b. Zabda im Namen Rabhs: Der Trauernde ist zur Festhütte verpflichtet. – Selbstverständlich? – Man könnte glauben, R. Abba b. Zabda sagte ja im Namen Rabhs, wer sich quält, sei von der Festhütte frei, und auch dieser ist gequält62Dh. empfindet Schmerz; im Texte das gleiche Wort für beide Begriffe., so lehrt er uns, daß dies nur von dem Falle gilt, wenn die Qual selbst63Durch den Aufenthalt in der Festhütte, zBs. durch Regen, Kälte udgl.kommt, dieser aber, der sich selber Qual verursacht, sollte sich beruhigen.", "Ferner sagte R. Abba b. Zabda im Namen Rabhs: Der Bräutigam, die Hochzeitskameraden und alle Hochzeitsangehörigen sind die ganzen sieben Tage64Dauer der Hochzeitsfestes.von der Festhütte frei. – Aus welchem Grunde? – Weil sie sich belustigen müssen. – Sie können ja in der Festhütte essen und sich in der Festhütte belustigen!? – Keine Lustigkeit als nur im Hochzeitsgemache. – Sie können ja in der Festhütte essen und sich im Hochzeitsgemache belustigen!? – Keine Lustigkeit als nur am Orte des Speisens. –", "Sie können ja das Hochzeitsgemach in der Festhütte einrichten!? Abajje erwiderte: Wegen des Alleinseins65Die Festhütten befanden sich gewöhnlich auf entlegenen Plätzen, wo wenig Verkehr, u. wenn der Bräutigam die Festhütte verläßt, könnte einer der Hochzeitskameraden mit der Braut allein zurückbleiben.. Raba erwiderte: Wegen der Qual des Bräutigams66In der engen u. unbehaglichen Festhütte.. – Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen, wenn da Leute ein- und ausgehen; nach demjenigen, welcher erklärt, wegen des Alleinseins, ist dies nicht zu berücksichtigen, und nach demjenigen aber, welcher erklärt, wegen der Qual des Bräutigams, ist dies wohl zu berücksichtigen.", "R. Zera sagte: Ich aß in der Festhütte und belustigte mich im Hochzeitsgemache; ich war um so lustiger, da ich beide [Gebote] ausübte.", "Die Rabbanan lehrten, der Bräutigam, die Hochzeitskameraden und alle zur Hochzeit Gehörigen sind vom Gebete und von den Tephillin frei, zum Šema͑lesen aber verpflichtet." ], [ "Im Namen R. Šilas sagten sie, der Bräutigam sei frei, die Hochzeitskameraden und die zur Hochzeit Gehörigen seien verpflichtet.", "Es wird gelehrt: R. Ḥananja b. A͑qiba sagte: Schreiber von Torarollen, Tephillin und Mezuzoth, sie selbst, die Händler, und alle anderen, die sich mit Ritualien befassen, dies schließt Purpurfädenverkäufer67Zu den Çiçith (Schaufäden); cf. Num. 15,38.ein, sind vom Šema͑lesen, vom Gebete, von den Tephillin und von allen in der Tora genannten Geboten frei. Zur Bestätigung der Worte R. Jose des Galiläers, denn R. Jose der Galiläer sagte, wer sich mit einem Gebote befaßt, sei von [einem anderen] Gebote frei.", "Die Rabbanan lehrten: Tagreisende sind am Tage von der Festhütte frei und nachts verpflichtet; Nachtreisende sind nachts von der Festhütte frei und am Tage verpflichtet; die am Tage und nachts reisen, sind sowohl am Tage als auch nachts von der Festhütte frei; die in Angelegenheiten eines Gebotes reisen, sind sowohl am Tage als auch nachts frei. So verfuhren auch R. Ḥisda und Rabba b. R. Hona; wenn sie zum Festsabbath zum Exilarchen gingen, schliefen sie am Ufer [des Flusses] von Sura, indem sie sagten: Wir sind Boten einer gottgefälligen Handlung und [von der Festhütte] frei.", "Die Rabbanan lehrten : Städtische Tagwächter sind am Tage von der Festhütte frei und nachts verpflichtet; städtische Nachtwächter sind nachts von der Festhütte frei und am Tage verpflichtet; Stadtwächter für Tag und Nacht sind von der Festhütte sowohl am Tage als auch nachts frei;", "Wächter von Gemüse- und Obstgärten sind sowohl am Tage als auch nachts frei. – Sie können ja eine Festhütte da errichten und darin sitzen !? Abajje erwiderte : Sitzen gleich dem Wohnen68Beim Gebote von der Festhütte wird das Wort ‘sitzen’ gebraucht; er müßte da seine Wohnung verlegen, u. dies würde für ihn sehr beschwerlich sein..", "Raba erwiderte: Die Bresche lockt den Dieb69Gelegenheit macht Diebe; der Wächter darf daher nicht in der Festhütte sitzen.. – Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen, wenn er einen Haufen Früchte70Die er auch von der Festhütte gut beobachten kann.zu bewachen hat.", "KRANKE UND IHRE WÄRTER. Die Rabbanan lehrten : Der Kranke, von dem sie sprechen, braucht nicht ein gefährlich Kranker zu sein, sondern auch wenn er nicht gefährlich krank ist; selbst wenn er nur an Augenschmerzen leidet, oder nur Kopfschmerzen hat. R. Šimo͑n b. Gamliél erzählte: Als ich einst in Cäsarea an Augenschmerzen litt, erlaubte R. Jose Berabbi mir und meinem Wärter außerhalb der Festhütte zu schlafen.", "Rabh erlaubte R. Aḥa Bardela in der Festhütte unter einem Baldachin zu schlafen, wegen der Mücken. Raba erlaubte R. Aḥa b. Ada außerhalb der Festhütte zu schlafen, wegen des üblen Tongeruches.", "Raba vertrat hierbei seine Ansicht, denn Raba sagte, wer sich dabei quält, sei von der Festhütte frei. – Wir haben ja aber gelernt, Kranke und ihre Wärter seien von der Festhütte frei; nur der Kranke, nicht aber, wer sich dabei quält!? – Ich will dir sagen: der Kranke ist mit seinem Wärter frei, wer sich dabei quält, ist nur selber frei, seine Wärter aber nicht.", "MAN DARF GELEGENTLICH AUSSERHALB DER FESTHÜTTE ESSEN UND TRINKEN. Was heißt ein gelegentliches Essen? R. Joseph erwiderte: Zwei oder drei Bissen71Die von den Tosaphoth verteidigte Lesart ביצי (Eier) der kursierenden Ausgaben beruht wahrscheinlich auf einem Irrtum.. Abajje sprach zu ihm: Oft reicht dies ja für einen, somit ist es ja eine ordentliche Mahlzeit!? Vielmehr, erklärte Abajje, soviel als ein Jünger kostet, wenn er zur Vorlesung geht.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf gelegentlich außerhalb der Festhütte essen, nicht aber darf man gelegentlich außerhalb der Festhütte schlafen. – Aus welchem Grunde? R. Aši erwiderte: Mit Rücksicht darauf, man könnte fest einschlafen.", "Abajje sprach zu ihm: Wieso wird demnach gelehrt, man dürfe gelegentlich mit den Tephillin schlafen, jedoch keinen regelmäßigen Schlaf, es ist ja zu befürchten, man könnte fest einschlafen!? R. Joseph, Sohn des R. I͑leaj, erwiderte: Wenn man seinen Schlaf anderen anvertraut72Jemand ihn zu wecken beauftragt..", "R. Mešaršeja wandte ein: Dein Bürge benötigt ja eines Bürgen!? Vielmehr, erklärte Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans, in dem Falle, wenn man nur den Kopf auf die Knie stützt. Raba erklärte: Beim Schlafe gibt es keine Regelmäßigkeit73Bei der Festhütte ist zwischen ordentlichem u. gelegentlichem Schlafe nicht zu unterscheiden, da oft einem auch der letztere ausreicht.. –", "Eines lehrt, man dürfe gelegentlich mit den Tephillin schlafen, jedoch keinen regelmäßigen Schlaf, ein Anderes lehrt, sowohl einen regelmäßigen, als auch einen gelegentlichen, und ein Anderes wiederum lehrt, weder einen regelmäßigen, noch einen gelegentlichen!? – Das ist kein Widerspruch; eines, wenn man sie in der Hand hält, eines, wenn man sie am Kopfe hat, und eines, wenn mit einem Gewande bedeckt74Im 1. Falle ist jeder Schlaf verboten, da sie ihm aus der Hand fallen können, im 2. der gelegentliche erlaubt, im 3. jeder erlaubt.. –", "Was heißt ein gelegentlicher Schlaf? – Rami b. Jeḥezqel lehrte: Als man hundert Ellen gehen kann. Ebenso wird auch gelehrt: Wer mit den Tephillin schläft und Samenerguß bekommt, fasse sie75Da er sie sofort abnehmen muß.am Riemen an," ], [ "nicht aber an der Kapsel selbst – so R. Ja͑qob. Die Weisen sagen, man dürfe mit den Tephillin gelegentlich schlafen, jedoch keinen regelmäßigen Schlaf. Was ist ein gelegentlicher Schlaf? Als man hundert Ellen gehen kann.", "Rabh sagte: Ein Mensch darf am Tage nicht mehr als den Schlaf eines Pferdes schlafen. – Wieviel ist der Schlaf eines Pferdes? – Sechzig Atemzüge.", "Abajje erzählte: Der Schlaf des Meisters76Wohl am Tage.war wie der des Rabh, der des Rabh wie der des Rabbi, der des Rabbi wie der des David, der des David wie der des Pferdes, und der [Schlaf] des Pferdes ist sechzig Atemzüge.", "Abajje schlief76Wohl am Tage.so lange, als man von Pumbeditha bis Be Kube77Diese Entfernung wird oft im Talmud als kurze Strecke genannt, jedoch ohne genaue Angabe.gehen kann ; da las R. Joseph über ihn :78Pr. 6,9.Bis wie lange, Fauler, willst du liegen, wann wirst du aufstehen von deinem Schlafe.", "Die Rabbanan lehrten: Wer am Tage schlafen geht, darf, wenn er will, [die Tephillin] abnehmen, und wenn er will, sie anbehalten; nachts muß er sie abnehmen und darf sie nicht anbehalten – so R. Nathan. R. Jose sagt, junge Leute müssen immer abnehmen und dürfen nicht anbehalten, weil bei diesen die Verunreinigung häufig ist. –", "R. Jose ist demnach der Ansicht, der Samenergußbehaftete dürfe keine Tephillin anlegen!? Abajje erwiderte: Dies gilt von jungen Leuten, die ihre Frauen bei sich haben, denn sie könnten dazu veranlaßt werden.", "Die Rabbanan lehrten: Hat man vergessen und mit den Tephillin den Beischlaf ausgeübt, so faße man sie nicht am Riemen und nicht an der Kapsel an, sondern wasche zuerst die Hände und nehme sie erst dann ab, weil die Hände tätig sind.", "v EINST BRACHTE MAN R. JOḤANAN B. ZAKKAJ EINE SPEISE ZUM KOSTEN UND R. GAMLIÉL ZWEI DATTELN UND EINEN EIMER WASSER; DA SPRACHEN SIE : BRINGET SIE NACH DER FESTHÜTTE HINAUF.", "UND ALS MAN R. ÇADOQ EINE SPEISE VON WENIGER ALS EIGRÖSSE REICHTE, NAHM ER SIE79Weil er die Hände nicht gewaschen hatte.MIT EINEM TUCHE, ASS SIE AUSSERHALB DER FESTHÜTTE UND SPRACH NACHHER NICHT DEN SEGEN.", "GEMARA. Ein Tatfall zur Widerlegung80Vorangehend wird gelehrt, daß man gelegentlich innerhalb der Festhütte essen darf.!? – [Unsere Mišna] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten : wenn man es aber für sich selber strenger nehmen will, so tue man es, und es ist keine Großtuerei. Einst brachte man auch R. Joḥanan b. Zakkaj eine Speise zum Kosten und R. Gamliél zwei Datteln und einen [Eimer] Wasser," ], [ "und sie sprachen : Bringet sie nach der Festhütte hinauf.", "Und als man R, Çadoq eine Speise von weniger als Eigröße reichte, nahm er sie mit einem Tuche, aß sie außerhalb der Festhütte und sprach nachher nicht den Segen. – In Eigröße muß es demnach in der Festhütte erfolgen, somit ist dies ja eine Widerlegung R. Josephs und Abajjes81Die ob. Fol. 26a ein derartiges Quantum als gelegentliche Mahlzeit bezeichnen.!? – Vielleicht sind bei [einer Speise] weniger als in Eigröße Händewaschen und Segensspruch nicht erforderlich, in Eigröße aber sind Händewaschen und Segensspruch wohl erforderlich.", "vi R. ELIE͑ZER SAGT, MAN SEI VIERZEHN MAHLZEITEN IN DER FESTHÜTTE ZU ESSEN VERPFLICHTET, EINE AM TAGE UND EINE NACHTS ; DIE WEISEN SAGEN, MIT AUSNAHME DER NACHT DES ERSTEN FESTTAGES GEBE ES DAFÜR KEINE FESTSETZUNG.", "FERNER SAGTE R. ELIE͑ZER: WER [IN DER NACHT] DES ERSTEN FESTTAGES NICHT GEGESSEN HAT, HOLE ES IN DER NACHT DES LETZTEN FESTTAGES NACH. DIE WEISEN SAGEN, ES GEBE DAFÜR KEINEN ERSATZ; HIERÜBER HEISST ES :82Ecc. 1,15.Krummes kann nicht gerade werden, das Fehlende kann nicht nachgetragen werden.", "GEMARA. Was ist der Grund R. Elie͑zers? – Sitzen83Cf. supra Fol. 26a Anm. 68.gleich dem Wohnen: wie in der Wohnung eine am Tage und eine in der Nacht, ebenso in der Festhütte eine am Tage und eine in der Nacht. –", "Und die Rabbanan!? – Gleich der Wohnung: wie man in der Wohnung, wenn man will, ißt, und wenn man will, nicht ißt, ebenso in der Festhütte, wenn man will, esse man, und wenn man will, esse man nicht. –", "Demnach sollte dies auch von der Nacht des ersten Festtages gelten!?", "R. Joḥanan erwiderte im Namen des R. Šimo͑n b. Jehoçadaq: Hierbei heißt es fünfzehn, und beim Feste des Ungesäuerten heißt es fünfzehn84Cf, Lev. 23,6,34 u. Num. 28,17 u. 29,12., wie es da in der ersten Nacht Pflicht ist85Ungesäuertes zu essen.und weiterhin Freigestelltes, ebenso ist es hier in der ersten Nacht Pflicht und weiterhin Freigestelltes. –", "Woher dies da? – Die Schrift sagt :86Ex. 12,18.abends sollt ihr Ungesäuertes essen, die Schrift hat dies zur Pflicht gemacht.", "FERNER SAGTE R. ELIE͑ZER. R. Elie͑zer sagt ja aber, daß man vierzehn Mahlzeiten in der Festhütte essen87Der Ersatz am letzten Tage nützt ja nicht, da man die Mahlzeit nicht in der Festhütte ißt.müsse, eine am Tage und eine nachts!? Bira erwiderte im Namen R. Amis : R. Elie͑zer ist davon abgekommen. –", "Womit hole man sie nach: wenn etwa mit Brot, so äße man ja eine Tagesmahlzeit!? – Vielmehr, unter ‘nachholen’ ist zu verstehen, man hole sie mit Leckereien nach. Ebenso wird gelehrt: Hat man sie mit Leckereien nachgeholt, so hat man seiner Pflicht genügt.", "Der Procurator des Königs Agrippa fragte R. Elie͑zer: Darf ich, der ich gewöhnlich nur eine Mahlzeit täglich esse, nur eine Mahlzeit essen und entbunden sein? Dieser erwiderte: An jedem anderen Tage läßt du dir zu Ehren eine Anzahl Zuspeisen zugeben, und zu Ehren deines Schöpfers willst du dir nun nicht eine einzige Zuspeise zugeben lassen.", "Ferner fragte ihn jener: Darf ich, der ich zwei Frauen habe, eine in Ṭiberjas und eine in Sepphoris, und zwei Festhütten, eine in Ṭiberjas und eine in Sepphoris, aus einer Festhütte nach der anderen gehen und entbunden sein? Dieser erwiderte: Nein, denn ich bin der Ansicht, wer aus einer Festhütte nach einer anderen geht, hat die Gebotserfüllung der ersteren aufgehoben88Rückwirkend, sodaß er bisher das Gebot nicht ausgeübt hat..", "Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagt," ], [ "man dürfe nicht aus einer Festhütte nach einer anderen gehen, auch keine Festhütte am Halbfeste machen; die Weisen sagen, man dürfe aus einer Festhütte nach einer anderen gehen, auch eine Festhütte am Halbfeste machen. Sie stimmen jedoch überein, daß, wenn sie eingestürzt ist, man sie am Halbfeste wieder aufbaue. –", "Was ist der Grund R. Elie͑zers? – Die Schrift sagt:89Dt. 16,13.das Hüttenfest sollst du dir sieben Tage machen; mache eine Festhütte, die für sieben Tage bestimmt ist. Und die Rabbanan!? – Der Allbarmherzige meint es wie folgt: mache dir eine Hütte am Feste.", "«Sie stimmen jedoch überein, daß, wenn sie eingestürzt ist, man sie am Halbfeste wieder aufbaue.» Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, diese sei eine andere, und nicht für sieben [Tage] errichtet, so lehrt er uns.", "Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagt: Wie man am ersten Festtage seiner Pflicht nicht mit dem Feststrauße seines Nächsten genügen kann, denn es heißt :90Lev. 23,40.ihr sollt euch am ersten Tage prächtige Baumfrüchte, Palmzweige, nehmen, nur von eurem, ebenso kann man seiner Pflicht nicht mit der Festhütte seines Nächsten genügen, denn es heißt: das Hüttenfest sollst du dir sieben Tage machen, von deinem.", "Die Weisen sagen: Obgleich sie gesagt hat, man könne am ersten Festtage seiner Pflicht nicht mit dem Feststrauße seines Nächsten genügen, dennoch kann man seiner Pflicht mit der Festhütte eines Nächsten genügen, denn es heißt:91Ib. V. 42.alle Eingeborenen in Jisraél sollen in Hütten wohnen, dies lehrt, daß ganz Jisraél in einer Festhütte wohnen kann. –", "Was folgern die Rabbanan aus [dem Worte] dir? – Dies verwenden sie zur Ausschließung des Geraubten; vom Geborgten aber heißt es: alle Eingeborenen. –", "Was folgert R. Elie͑zer aus [den Worten] alle Eingeborenen? – Hieraus folgert er hinsichtlich eines Proselyten, der sich inzwischen92Während des Halbfestes.bekehrt, und eines Minderjährigen, der inzwischen großjährig geworden ist93Diese haben am Halbfeste eine Festhütte zu errichten.. – Und die Rabbanan!? – Da sie sagen, man mache eine Festhütte am Halbfeste, so ist hierfür kein Schriftvers nötig.", "Die Rabbanan lehrten: Einst kam R. Elea͑j nach Lud, um seinen Lehrer R. Elie͑zer am Feste zu besuchen; da sprach dieser zu ihm: Elea͑j, du gehörst also nicht zu denen, die am Feste feiern!? R. Elie͑zer sagte nämlich: Ich lohe mir die Faulenzer, die am Feste das Haus nicht verlassen, denn es heißt :94Dt. 14,26.sei fröhlich samt deinem Hause. –", "Dem ist ja aber nicht so, R. Jiçḥaq sagte ja: Woher, daß man am Feste seine Lehrer besuchen muß? Es heißt:95iiReg. 4,23.warum gehst du heute zu ihm, es ist doch heute weder Neumondstag noch Šabbath? Demnach ist man am Neumondstage und am Šabbath seinen Lehrer zu besuchen verpflichtet!? – Das ist kein Einwand; dies wenn man gehen und noch am selben Tage zurückkommen kann, und jenes, wenn man gehen und nicht mehr am selben Tage zurückkommen kann.", "Die Rabbanan lehrten : Einst feierte R. Elie͑zer den Šabbath in der Festhütte des Joḥanan b. Elea͑j zu Cäsarea, wie manche sagen, Cäsaräon, in Obergaliläa, und als die Sonne die Festhütte erreichte, fragte dieser: Darf ich darüber ein Laken ausbreiten? Jener aber sprach: Du hast keinen Stamm in Jisraél, aus dem nicht ein Richter hervorgegangen wäre.", "Als die Sonne zur Mitte der Festhütte reichte, fragte dieser : Darf ich darüber ein Laken ausbreiten? Jener aber sprach: Du hast keinen Stamm in Jisraél, aus dem nicht Propheten hervorgegangen wären. Aus den Stämmen Jehuda und Binjamin sind Könige auf Verordnung von Propheten hervorgegangen. Als aber die Sonne zu den Füßen R. Elie͑zers reichte, nahm Joḥanan ein Laken und breitete es darüber. Da nahm R. Elie͑zer sein Gewand über seinen Rücken und ging hinaus. Nicht etwa, weil er ihn ausweichend abfertigen wollte, sondern weil er nie etwas sagte, was er nicht von seinem Lehrer gehört hätte. –", "Wieso aber tat er dies? R. Elie͑zer selbst sagte ja, man dürfe nicht aus einer Festhütte nach einer anderen gehen!? – Es war ein anderes Fest96Es war eine gewöhnliche Laube u. keine Festhütte, u. er fragte, ob dies am Feste erlaubt sei.. –", "R. Elie͑zer selbst sagte ja aber: ich lobe mir die Faulenzer, die am Feste das Haus nicht verlassen!? – Es war ein gewöhnlicher Šabbath. –", "Er sollte dies doch aus seiner eigenen Lehre entscheiden!? Wir haben nämlich gelernt: Die Klappe einer Luke darf man [am Šabbath] schließen, wie R. Elie͑zer sagt, wenn sie beweglich angebracht ist, sonst aber nicht97Weil man die Wand vergrößert u. somit baut. ; die Weisen sagen, ob so oder so, dürfe man sie schließen. –" ], [ "Da verliert sie ihre Bedeutung, hier aber verliert es seine Bedeutung nicht98Die Klappe gehört zur Wand, das Laken aber wird nachher entfernt u. gilt nicht als Vergrößerung der Wand..", "Die Rabbanan lehrten : Einst feierte R. Elie͑zer den Šabbath in Obergaliläa, und man fragte ihn da dreißig die Festhütte betreffende Rechtsfragen. Über zwölf erwiderte er, er habe [die Entscheidung] gehört, und über achtzehn erwiderte er, er habe [die Entscheidung] nicht gehört. Nach R. Jeso b. Jehuda war es umgekehrt; über achtzehn erwiderte er, er habe [die Entscheidung] gehört, und über zwölf, erwiderte er, er habe [die Entscheidung] nicht gehört.", "Sie sprachen zu ihm: Beruhen all deine Worte nur auf Gehörtem? Da erwiderte er ihnen: Ihr wollt mich nötigen, etwas zu sagen, was ich von meinen Lehrern nicht gehört habe. Nie im Leben war jemand früher als ich im Lehrhause; nie im Leben schlief ich im Lehrhause, weder einen regelmäßigen Schlaf noch einen gelegentlichen Schlaf; nie im Leben ließ ich jemand im Lehrhause zurück und ging fort; nie sprach ich unnützes Gespräch; und nie sagte ich etwas, was ich nicht von meinem Lehrer gehört hätte.", "Man erzählt von R. Joḥanan b. Zakkaj, er habe nie im Leben unnützes Gespräch gesprochen, er sei nie im Leben vier Ellen ohne Tora und ohne Tephillin gegangen, nie in seinem Leben sei jemand früher als er im Lehrhause gewesen, er habe nie im Leben im Lehrhause geschlafen, weder einen regelmäßigen Schlaf noch einen gelegentlichen Schlaf, er habe nie im Leben in schmutzigen Durchgängen [über Gesetzesworte] nachgedacht, er habe, wenn er fortging, nie jemand im Lehrhause zurückgelassen, nie habe ihn jemand müßig sitzen getroffen, sondern nur studieren, nie habe ein anderer als er selbst die Tür für seine Schüler geöffnet, nie habe er etwas gesagt, was er nicht von seinem Lehrer gehört hätte, und nie habe er gesagt, es sei Zeit, das Lehrhaus zu verlassen, ausgenommen die Vorabende des Pesaḥfestes und die Vorabende des Versöhnungstages. Dies war nach ihm auch die Gepflogenheit seines Schülers R. Elie͑zer.", "Die Rabbanan lehrten : Achtzig Schüler hatte Hillel der Ältere, dreißig von ihnen waren würdig, daß die Gottheit auf ihnen ruhe, wie auf unserem Lehrer Moše, dreißig von ihnen waren würdig, daß für sie die Sonne stehen bleibe, wie für Jehošua͑, den Sohn Nuns, und zwanzig waren mittelmäßig. Der bedeutendste von ihnen war Jonathan b. U͑ziél, der kleinste unter ihnen war R. Joḥanan b. Zakkaj.", "Von R. Joḥanan b. Zakkaj erzählt man, daß er von der Schrift, Mišna, Talmud, Halakha, Agada, Subtilitäten der Tora, Subtilitäten der Schriftkundigen, [Folgerungen von] Wichtigem auf das Geringere und durch Wortanalogie, Astronomie99Wörtl. Umkreisungen, sc. der Himmelskörper; cf. Bd. 2. S. 171. Anm. 97.und Geometrie, Gespräche der Dienstengel und Gespräche der Dämonen, Palmensäuseln100Was שיחת דקלים bedeutet, weiß Raschi nicht, ebenso lassen auch die übr. Kommentare im Stiche. Nach Arukh pflegte man ein Laken zwischen Palmen aufzuhängen u. die Bewegungen verschiedenartig zu deuten., Wäscher- und Fuchsfabeln, Großen und Kleinen nichts zurückgelassen101Das er nicht studiert hätte.habe.", "Großes, die Sphärenkunde, Kleines, die Disputationen von Abajje102Die talmudische Scholastik.und Raba. Damit geht in Erfüllung, was geschrieben steht :103Pr.8,21.meine Lieben Besitz erben zu lassen, und ihre Schatzkammern fülle ich. Wenn nun schon der Kleinste von ihnen so war, um wie viel bedeutender muß schon der Größte unter ihnen gewesen sein. Man erzählt von R. Jonathan b. Úziél, daß, wenn er da saß und sich mit der Tora befaßte, jeder Vogel, der über ihn flog, verbrannte.", "vii WENN JEMAND SICH MIT DEM KOPFE UND DEM GRÖSSEREN TEILE DES KÖRPERS IN DER FESTHÜTTE BEFINDET, DEN TISCH ABER IN DER STUBE HAT, SO IST SIE NACH DER SCHULE ŠAMMAJS UNBRAUCHBAR, UND NACH DER SCHULE HILLELS BRAUCHBAR. DIE SCHULE HILLELS SPRACH ZU DER SCHULE ŠAMMAJS: DIE ÄLTESTEN DER SCHULE ŠAMMAJS UND DIE ÄLTESTEN DER SCHULE HILLELS BESUCHTEN JA EINST R. JOḤANAN B.HEḤORANITH UND TRAFEN IHN MIT DEM KOPFE UND DEM GRÖSSEREN TEILE DES KÖRPERS IN DER FESTHÜTTE, WÄHREND SEIN TISCH SICH IN DER STUBE BEFAND, UND SIE SAGTEN DAZU NICHTS. DIE SCHULE ŠAMMAJS ERWIDERTE : SOLL DIES EIN BEWEIS SEIN!? SIE SPRACHEN JA AUCH ZU IHM: WENN DU STETS SO VERFAHREN BIST, SO HAST DU IN DEINEM LEBEN NIE DAS GEBOT DER FESTHÜTTE AUSGEÜBT.", "FRAUEN, SKLAVEN UND MINDERJÄHRIGE SIND VON DER FESTHÜTTE FREI viii. EIN KIND, DAS SEINER MUTTER NICHT MEHR BEDARF, IST ZUR FESTHÜTTE VERPFLICHTET. ALS EINST DIE SCHWIEGERTOCHTER ŠAMMAJS DES ÄLTEREN NIEDERKAM, DURCHBRACH ER DEN ESTRICH UND LEGTE DES KINDES WEGEN HÜTTENBEDACHUNG ÜBER DEM BETTE.", "GEMARA. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten:104Lev. 23,42.Eingeborener, irgend ein Eingeborener; der Eingeborener [ist], ausgenommen Frauen; jeder, dies schließt Minderjährige ein.", "Der Meister sagte: Der Eingeborene, ausgenommen Frauen. Demnach sind unter ‘Eingeborene’ sowohl Frauen als auch Männer zu verstehen, und [dem widersprechend] wird gelehrt:105Ib. 16,29.Der106Eigentl. was alles eingeboren ist.Eingeborene, dies schließt die eingeborenen Frauen ein, die ebenfalls [am Versöhnungstage] zur Kasteiung verpflichtet sind. Demnach sind unter ‘Eingeborene’ nur Männer zu verstehen!? Raba erwiderte: [Beide Gesetze] sind überlieferte Lehren und die Rabbanan haben sie nur an die Schriftverse angelehnt. –", "Wo Schriftvers, wo Lehre107Aus ein und demselben Worte werden einander widersprechende Schlüsse gefolgert.!? Und wozu ferner der Schriftvers, wozu die überlieferte Lehre!? Die Festhütte ist ja ein von einer bestimmten Zeit abhängiges Gebot, und Frauen sind ja von jedem von einer bestimmten Zeit abhängigen Gebote frei.", "Und bezüglich des Versöhnungstages geht es aus [der Lehre] R. Jehudas im Namen Rabhs hervor, denn R. Jehuda sagte im Namen Rabhs, und ebenso lehrte man es in der Schule R. Jišma͑éls: Die Schrift sagt:108Num. 5,6.ein Mann oder ein Weib," ], [ "die Schrift hat damit die Frau hinsichtlich aller Strafgesetze der Tora dem Manno gleichgestellt. Abajje erwiderte: Tatsächlich ist das Gebot der Festhütte eine überlieferte Lehre, und sie ist dennoch nötig; man könnte glauben, das Sitzen109In der Festhütte; die Schrift gebraucht hierbei diesen Ausdruck.gleiche dem Wohnen, wie in der Wohnung Mann und Frau, ebenso auch in der Festhütte Mann und Frau, so lehrt er uns.", "Raba erwiderte: [Die überlieferte Lehre] ist nötig; man könnte glauben, man folgere aus dem Worte fünfzehn34Die priesterlichen Abgaben; dies ist am Šabbath verboten., das auch beim Feste des Ungesäuerten gebraucht wird, wie da Frauen verpflichtet sind, ebenso seien sie auch hierbei verpflichtet, so lehrt er uns. –", "Wozu ist nun, wo du sagst, das Gebot der Festhütte sei eine überlieferte Lehre, der Schriftvers nötig? – Um Proselyten einzuschließen; man könnte glauben, der Allbarmherzige sagt ja alle Eingeborenen in Jisraél, nicht aber Proselyten, so lehrt er uns. –", "Hinsichtlich des Versöhnungstages geht es ja schon [aus der Lehre] R. Jehudas im Namen Rabhs110Dies braucht demnach nicht aus dem Artikel des Wortes Eingeborener gefolgert zu werden.hervor!? – Es ist wegen des Kasteiungszusatzes111Die Kasteiung beginnt am Rüsttage noch vor Eintritt des Abends.nötig; da der Allbarmherzige den Kasteiungszusatz von Strafe und Verwarnung ausgeschlossen112Cf. Jom. Fol. 81a.hat, so könnte man glauben, Frauen seien dazu überhaupt nicht verpflichtet, so lehrt er uns.", "Der Meister sagte: Jeder, dies schließt Minderjährige ein. Es wird ja aber gelehrt, Frauen, Sklaven und Minderjährige seien von der Festhütte frei!? – Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn der Minderjährige bereits zur Einübung herangewachsen ist, und das andere, wenn der Minderjährige noch nicht zur Einübung herangewachsen ist. – Der zur Einübung herangewachsene Minderjährige ist ja nur rabbanitisch [verpflichtet]!? – Rabbanitisch, und der Schriftvers ist nur eine Anlehnung.", "EIN KIND, DAS SEINER MUTTER NICHT MEHR BEDARF &C. Welches heißt ein Kind, das seiner Mutter nicht mehr bedarf? In der Schule R. Jannajs erklärten sie: Das seine Notdurft verrichtet und seine Mutter es nicht abzuwischen braucht. R. Šimo͑n erklärte : Das beim Erwachen nicht ‘Mutter’ ruft. – Auch Erwachsene rufen ja ‘Mutter’!? – Vielmehr, das beim Erwachen nicht ruft ‘Mutter, Mutter!’113Solange ruft, bis die Mutter herankommt.", "ALS EINST DIE SCHWIEGERTOCHTERAMMAJS] &C. NIEDERKAM. Ein Tatfall zur Widerlegung!? – [Unsere Mišna] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: Šammaj ist hierbei erschwerend; und als einst die Schwiegertochter Šammajs des Älteren niederkam, durchbrach er den Estrich und legte des Kindes wegen Hüttenbedachung über dem Bette.", "ix WÄHREND ALLER SIEBEN TAGE MACHE MAN SEINE FESTHUTTE ZUM PERMANENTEN UND SEINE WOHNUNG ZUM GELEGENTLICHEN [AUFENTHALTE]. WANN DARF MAN, WENN ES REGNET, FORTSCHAFFEN114Sc. Sachen u. Speisen u. sich in die Wohnung begeben.? WENN DER BREI VERDIRBT. SIE SAGTEN EIN GLEICHNIS. DIES IST EBENSO, ALS WENN EIN DIENER SEINEM HERRN EINEN BECHER EINZUSCHENKEN SICH ANSCHICKT UND DIESER IHM DIE KANNE INS GESICHT SCHÜTTET.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Während aller sieben Tage mache man seine Festhütte zum permanenten und seine Wohnung zum zeitweiligen [Aufenthalte]. Zum Beispiel. Hat man schöne Geräte, so bringe man sie in die Festhütte, schöne Polster, so bringe man sie in die Festhütte; auch esse, trinke und verbringe man in der Festhütte. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten: Sitzen109In der Festhütte; die Schrift gebraucht hierbei diesen Ausdruck.gleich dem Wohnen; hieraus folgerten sie, daß man während aller sieben Tage seine Festhütte zum permanenten und seine Wohnung zum zeitweiligen [Aufenthalte] mache. Zum Beispiel. Hat man schöne Geräte, so bringe man sie in die Festhütte ; schöne Polster, so bringe man sie in die Festhütte; auch esse, trinke, verbringe und studiere man in der Festhütte. –", "Dem ist ja aber nicht so, Raba sagte ja: Schrift und Mišna [lese man] in der Festhütte, [Talmud] studiere man aber außerhalb der Festhütte!? – Das ist kein Einwand; das eine flüchtig, das andere erläuternd." ], [ "So pflegten auch Raba [und Rami] b. Ḥama, wenn sie [vom Vortrage] R. Ḥisdas aufstanden, zuerst die Lehre zusammen flüchtig durchzunehmen und nachher erläuternd zu besprechen.", "Raba sagte : Trinkgefäße lasse man115Nach dem Gebrauche. in der Festhütte, Speisegefäße bringe man aus der Festhütte fort. Krug und Eimer außerhalb der Festhütte; die [irdene] Leuchte in der Festhütte, und wie manche sagen, außerhalb der Festhütte. Sie streiten aber nicht; das eine gilt von einer großen Festhütte und das andere von einer kleinen Festhütte.", "WENN ES REGNET. Es wird gelehrt: Wenn der Graupenbrei116Der leicht verderblich ist.verdirbt.", "Abajje saß in der Festhütte vor R. Joseph und ein Wind erhob sich und trug Gesträuch117Abfall von der Hüttenbedachung.heran. Da sprach R. Joseph: Räumet mir die Gefäße von hier fort. Hierauf sprach Abajje zu ihm: Es wird ja gelehrt: wenn der Brei verdirbt!? Jener erwiderte: Ich bin empfindlich, für mich ist dies ebenso, als wenn der Brei verderben würde.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand in der Festhütte gespeist hat und, weil Regen gefallen, herabgekommen ist, so bemühe man ihn bis er seine Mahlzeit beendet hat nicht wieder hinaufzugehen. Wenn jemand in der Festhütte geschlafen hat und, weil Regen gefallen, herabgekommen ist, so bemühe man ihn, bis es hell wird, nicht wieder hinaufzugehen.", "Sie fragten: [Heißt es] ‘a͑d šejeo͑r’ [bis er aufwacht], oder ‘a͑d šejeo͑r’ [bis es hell wird]? – Komm und höre: A͑d šejeo͑r und die Morgenröte aufsteigt. Wozu die Wiederholung? Vielmehr lese man a͑d šejeo͑r und die Morgenröte aufsteigt.", "SIE SAGTEN EIN GLEICHNIS. DIES IST EBENSO. Sie fragten: Wer schüttet wem? – Komm und höre: Es wird gelehrt: Und der Herr ihm die Kanne ins Gesicht schüttet und spricht: Ich mag deine Bedienung nicht.", "Die Rabbanan lehrten: Die Sonnenfinsternis118Wörtl. wird die Sonne geschlagen, dh. dunkel.ist eine böse Vorbedeutung für die ganze Welt. Ein Gleichnis. Dies ist ebenso, als wenn ein König aus Fleisch und Blut seinen Dienern ein Festmahl bereitet und für sie eine Lampe hinstellt, dann aber über sie zornig wird und zu seinem Diener spricht: Nimm die Lampe fort und lasse sie im Finstern sitzen.", "Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Verdunkeln die Himmelslichter, so ist dies eine schlechte Vorbedeutung für die Feinde119Euphem. für Jisraél.Jisraéls, weil sie an Schläge gewöhnt sind. Ein Gleichnis. Wer ist betrübt, wenn der Lehrer in die Schule mit dem Riemen in der Hand kommt? Betrübt ist derjenige, der täglich geprügelt zu werden pflegt.", "Die Rabbanan lehrten: Die Sonnenfinsternis ist eine schlechte Vorbedeutung für die Völker der Welt, die Mondfinsternis ist eine schlechte Vorbedeutung für die Feinde Jisraéls, denn die Jisraéliten rechnen nach dem Monde und die Völker der Welt nach der Sonne. Die Finsternis im Osten ist eine schlechte Vorbedeutung für die Bewohner des Ostens, die Finsternis im Westen ist eine schlechte Vorbedeutung für die Bewohner des Westens, die Finsternis im Zenith ist eine schlechte Vorbedeutung für die ganze Welt.", "Hat sie das Aussehen von Blut, so fährt das Schwert über die Welt; eines Sackes120Aus Ziegenhaar, von schwarzgrauer Farbe., so fahren Pfeile des Hungers über die Welt, des einen oder des anderen so fahren Schwert und Pfeile des Hungers über die Welt. Tritt die Finsternis beim Untergange121Wörtl. beim Eintreten, nach der Vorstellung des Talmud in den für sie bestimmten Raum.ein, so kommt die Heimsuchung langsam, wenn beim Hervortreten, so kommt sie schnell; manche sagen, es sei umgekehrt.", "Du hast keine Nation, die geschlagen wird, mit der nicht zugleich ihre Gottheit geschlagen wird, wie es heißt:122Ex. 12,12.an allen Göttern Miçrajims werde ich Strafgericht üben. Zur Zeit aber, wo die Jisraéliten den Willen Gottes tun, haben sie vor all diesem nicht zu fürchten, wie es heißt :123Jer. 10,2.so spricht der Herr: An die Weise der Völker gewöhnt euch nicht, so braucht ihr nicht vor den Zeicḥen des Himmels zu zittern, mögen vielmehr die Völker vor ihnen zittern; die Völker mögen zittern, Jisraél aber zittre nicht.", "Die Rabbanan lehrten: Wegen viererlei tritt Sonnenfinsternis ein: wenn ein Gerichtsoberhaupt stirbt und nicht nach Gebühr betrauert wird, wenn ein verlobtes Mädchen in der Stadt [bei Notzucht um Hülfe] schreit und niemand ihm hilft, wegen der Päderastie, und wenn das Blut zweier Brüder zusammen vergossen wird.", "Wegen viererlei tritt Finsternis der Himmelslichter ein: wegen der Pasquillenschreiber, wegen der Falschzeugen, wegen der Kleinviehzüchter im Jisraéllande124Die fremde Grundstücke beschädigen lassen.und wegen derer, die gute Obstbäume niederhauen.", "Wegen viererlei verfällt das Vermögen der Bürger an die Regierung: wegen derjenigen, die bezahlte Schuldscheine verwahren, wegen der Wucherer," ], [ "wegen derjenigen, die warnen konnten und dies unterlassen, und wegen derjenigen, die öffentlich Almosen versprechen und nicht entrichten,", "Rabh sagte: Wegen viererlei erleidet das Vermögen der Bürger Einbuße: wegen derjenigen, die den Lohn des Arbeiters zurückhalten, wegen derjenigen, die den Arbeiter um seinen Lohn berauben, wegen derjenigen, die das Joch von ihrem Halse werfen und es ihren Nächsten aufbürden, und wegen der Hochmütigkeit. Die Hochmütigkeit wiegt sie alle auf; von den Bescheidenen aber heißt es:125Ps. 37,11.die Bescheidenen werden das Land erben. 126Jes. 60,21.Der Sproß meiner Pflanzung, das Werk meiner Hände, zur Verherrlichung.", "", "i DER GERAUBTE1Unter Raub versteht der Talmud unrechtmäßig erworbenes Eigentum. ODER VERDORRTE PALMENZWEIG IST UNTAUGLICH; DER VON EINER AŠERA ODER AUS EINER ABTRÜNNIGEN STADT2Cf. Dt. 13,14ff. HERRÜHRENDE IST UNTAUGLICH. DESSEN SPITZE ABGEBROCHEN IST ODER DESSEN BLÄTTER GETRENNT3Wie manche erklären, geteilt, in der Mitte durchgetrennt, nach anderen hingegen, von der Mittelrippe abgetrennt und an dieser befestigt. SIND, IST UNTAUGLICH, DESSEN BLÄTTER GESPREIZT SIND, IST UNTAUGLICH. R. JEHUDA SAGT, MAN BINDE IHN JEDOCH OBEN ZUSAMMEN. DLE STEINPALMEN DES EISENBERGES SIND TAUGLICH. EIN PALMENZWEIG, DER DREI HANDBREITEN HAT, DASS MAN IHN SCHÜTTELN KANN, IST TAUGLICH.", "GEMARA. Er lehrt dies allgemein, einerlei ob am ersten Festtage oder am zweiten Festtage:", "erklärlich ist dies vom verdorrten, denn er muß ‘prächtig’4Lev. 23,40. sein, was ein solcher nicht ist, vom geraubten aber ist dies allerdings erklärlich hinsichtlich des ersten Festtages, denn es heißt: 4Lev. 23,40.euch, nur von eurem, weshalb aber nicht am zweiten Festtage!?", "R. Joḥanan erwiderte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj :" ], [ "Weil dies ein mit einer Uebertretung verbundenes Gebot sein würde. Es heißt :5Mal. 1,13.ihr bringt Geraubtes, Lahmes und Krankes herbei; das Geraubte gleicht dem Lahmen; wie es für das Lahme kein Mittel mehr gibt, ebenso gibt es für das Geraubte kein Mittel mehr, einerlei ob vor der Desperation6Des rechtmäßigen Eigentümers; dies erfolgt, sobald er den Schaden beklagt u. somit die Hoffnung auf Wiedererlangung aufgibt (cf. B. 23a) sodaß die Sache auch Eigentum des Besitzers wird; cf. Bq. 68a. oder nach der Desperation.", "Allerdings vor der Desperation, denn der Allbarmherzige sagt:7Lev. 1,2.wenn jemand von euch8Von dem, was euch gehört. darbringt, und dies ist nicht seines, wieso aber nach der Desperation, er hat es ja durch die Desperation erworben!? Doch wohl deshalb, weil es ein mit einer Übertretung verbundenes Gebot ist.", "Ferner sagt R. Joḥanan im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Es heißt: 9Jes 61,8.Ich, der Herr, bin ein Freund des Rechtes, hasse Raub beim Brandopfer. Ein Gleichnis. Als einst ein König aus Fleisch und Blut an einem Zollamte vorüberging, sprach er zu seinen Dienern: Entrichtet den Zoll an die Zollbeamten. Da sprachen sie zu ihm : Der Zoll ist ja vollständig dein!? Darauf erwiderte er ihnen: Von mir sollen alle anderen Reisenden lernen, den Zoll nicht zu hinterziehen. Ebenso spricht der Heilige, gepriesen sei er: Ich, der Herr, hasse Raub beim Brandopfer, von mir sollen meine Kinder lernen, sich vom Geraubten fernzuhalten.", "Es wird auch gelehrt: R. Ami sagte: Der verdorrte ist untauglich, weil er nicht ‘prächtig’ ist, der geraubte ist untauglich, weil dies ein mit einer Übertretung verbundenes Gebot wäre.", "Er streitet somit gegen R. Jiçḥaq, denn R. Jiçḥaq b. Naḥmani sagte im Namen Šemuéls: Dies lehrten sie nur vom ersten Festtage, am zweiten aber genügt man seiner Pflicht mit einem geraubten, wie man seiner Pflicht auch mit einem geborgten genügt.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq wandte ein: Der geraubte oder verdorrte Palmenzweig ist untauglich. Der geborgte aber ist demnach tauglich. Wann: wollte man sagen, am ersten Festtage, so heißt es ja euch, nur von eurem, während dieser nicht seiner ist, doch wohl am zweiten Festtage, und er lehrt, der geraubte sei untauglich!?", "Raba erwiderte: Tatsächlich am ersten Festtage, und [von jenem] ist es selbstverständlich; selbstverständlich ist der geborgte untauglich, da er nicht ihm gehört, man könnte aber glauben, der geraubte sei tauglich, weil beim Geraubten gewöhnlich eine Desperation des Eigentümers erfolgt und er als seiner anzusehen sei so lehrt er uns.", "R. Hona sprach zu den Händlern10Kurzwarenhändler, Hausierer, so nach Raschi; nach anderen: Lieferant des Fürsten.: Wenn ihr Myrten von Nichtjuden kauft, so schneidet sie nicht selber ab, sondern lasset sie von jenen abschneiden und euch geben. Dies aus dem Grunde, weil Nichtjuden die Grundstücke gewöhnlich rauben" ], [ "und ein Grundstück nicht geraubt11Dh. es geht durch Desperation nicht in den Besitz des Räubers über, sodaß derjenige den Raub begeht, der die Gewächse pflückt.werden kann. Daher sollen jene sie abschneiden, damit sie durch die Desperation des Eigentümers in ihren Besitz und durch Besitzwechsel in euren Besitz gelangen. —", "Aber auch, wenn die Händler sie abschneiden, gelangen sie ja selber durch die Desperation des Eigentümers in ihren Besitz und durch Besitzwechsel in unseren12Dh. des Käufers, in dessen Besitz es kein Geraubtes ist.Besitz!? — Hier handelt es sich um die Hoša͑na13‘Hilf doch!’; Benennung der Bachweide (oft aber auch des ganzen Feststraußes, sowie anderer Arten desselben), da das Gebet bei der Prozession, wobei diese verwendet wird, mit diesem Worte beginnt.der Händler selber. —", "Sie sollten sie doch durch die tätliche Änderung14Durch das Zusammenbinden aller 3 Arten werden sie in einen Strauß verwandelt.besitznehmen!? — Er ist der Ansicht, der Feststrauß benötige nicht des Zusammenbindens.", "Und selbst wenn du sagst, der Feststrauß benötige wohl des Zusammenbindens, ist dies eine Änderung, bei der die frühere Beschaffenheit zurück hergestellt werden15Man braucht nur den Strauß auseinanderzunehmen.kann, und eine Änderung, bei der die frühere Beschaffenheit zurück hergestellt werden kann, heißt nicht Änderung. —", "Sie sollten sie doch durch die Änderung des Namens besitznehmen, denn zuerst waren es ja Myrten" ], [ "und jetzt ist es eine Hoša͑na!? — Die Myrte wird auch vorher Hoša͑na genannt.", "Die Rabbanan lehrten : Eine geraubte oder eine auf öffentlichem Gebiete16Dies gilt als Beraubung des Publikums.errichtete Festhütte ist nach R. Elie͑zer untauglich und nach den Weisen tauglich.", "R. Naḥman sagte: Der Streit besteht nur über den Fall, wenn jemand seinen Nächsten packt und ihn aus seiner Festhütte hinauswirft. R. Elie͑zer vertritt hierbei seine Ansicht, daß man seiner Pflicht nicht mit der Festhütte seines Nächsten genüge, somit ist diese, wenn ein Grundstück nicht geraubt werden kann, eine geborgte Festhütte, und wenn ein Grundstück geraubt werden kann, eine geraubte Festhütte.", "Auch die Rabbanan vertreten ihre Ansicht, daß man seiner Pflicht mit der Festhütte seines Nächsten genüge, und da ein Grundstück nicht geraubt werden kann, so ist sie eine geborgte Festhütte.", "Hat jemand aber Holz geraubt und daraus eine Festhütte gemacht, so stimmen alle überein, daß jener nur den Holzwert zu beanspruchen hat. —", "Woher dies? —", "Weil er von dieser gleichlautend wie von der auf öffentlichem Gebiete errichteten [Festhütte] lehrt; wie bei der auf öffentlichem Gebiete errichteten der Boden nicht ihm gehört, ebenso die [geraubte] Festhütte, wenn [der Boden] nicht ihm gehört.", "Einst kam eine Frau zu R. Naḥman und klagte vor ihm: Der Exilarch und alle Rabbanan sitzen in einer geraubten Festhütte. Sie schrie17Die Diener des Exilarchen hatten von ihr Holz geraubt, das sie zur Festhütte verwandten, u. sie verlangte durchaus das Holz selbst zurück., aber R. Naḥman beachtete sie nicht. Hierauf sprach sie zu ihm: Eine Frau, deren Ahn18Der Erzvater Abraham.dreihundert und achtzehn Sklaven hatte, klagt vor euch, und ihr beachtet sie nicht! Da sprach R. Naḥman zu ihnen: Diese ist nur eine Schreierin; sie hat nur den Holzwert zu beanspruchen.", "Rabina sagte: Beim geraubten und zur Festhütte verwandten Klotze haben die Rabbanan die Balken-Verordnung19Um die Bußfertigen nicht abzuschrecken, wurde verordnet, daß der Räuber (cf. Anm. 1) eines zu einem Bauwerke verwandten Balkens diesen nicht in natura zurückzugeben braucht, sondern nur den Wert zu ersetzen hat; cf. Git. Fol. 55a. Dies gilt auch von der Festhütte, obgleich sie nur einen geringen Wert hat.gelten lassen. –", "Selbstverständlich, womit ist ein solcher anders als anderes Holz!? – Man könnte glauben, bei diesem nicht, weil Holz immer zu haben ist, dieser aber nicht, so lehrt er uns.", "Dies jedoch nur während der sieben [Festtage], nach den sieben [Festtagen] ist er in natura zurückzugeben. Hat man ihn aber mit Mörtel befestigt, so braucht man auch nach den sieben [Festtagen] nur den Wert zu ersetzen.", "Es wird gelehrt: Der verdorrte ist untauglich, nach R. Jehuda aber tauglich. Raba sprach: Der Streit besteht nur über den Palmenzweig, die Rabbanan sind nämlich der Ansicht, man vergleiche den Palmenzweig mit dem Etrog, wie der Etrog ‘prächtig’20Dies seine Bezeichnung in der Schrift; Lev, 23,40.sein muß, ebenso muß auch der Palmenzweig ‘prächtig’ sein, und R. Jehuda ist der Ansicht, man vergleiche nicht den Palmenzweig mit dem Etrog; vom Etrog aber stimmen alle überein, er müsse ‘prächtig’ sein. –", "Braucht denn nach R. Jehuda der Palmenzweig nicht ‘prächtig’ zu sein, wir haben ja gelernt, R. Jehuda sagt, man binde ihn jedoch oben zusammen; doch wohl, weil er prächtig sein muß!? –", "Nein, aus dem [weiter] gelehrten Grunde: R. Jehuda sagte im Namen R. Tryphons: Palmenzweige, sie müssen zusammen21Das W. בפות (Pl. von כפה Wipfel od, כף Hand, übertrag. Zweig) Lev. 23,40 wird von כפת, binden abgeleitet.sein; sind sie lose, so binde man sie zusammen. –", "Braucht er denn nach ihm nicht ‘prächtig’ zu sein, wir haben ja gelernt: Man binde den Feststrauß nur mit Gleichartigem zusammen – so R. Jehuda. Doch wohl, weil er ‘prächtig’ sein muß!? –", "Nein, Raba sagte ja, auch mit Bast und auch mit Rinde der Palme. – Was ist da der Grund R. Jehudas? – Er ist der Ansicht, der Feststrauß bedürfe des Zusammenbindens, und wenn man dazu eine andere Art verwendet, so sind es fünf Arten. –", "Braucht denn nach R. Jehuda der Etrog ‘prächtig’ zu sein, es wird ja gelehrt: Wie man die vier Arten der Festpalme nicht mindern darf, ebenso darf man zu diesen nichts hinzufügen. Hat man keinen Etrog bekommen, so darf man nicht statt dessen eine Quitte, einen Granatapfel oder sonst etwas anderes nehmen. Verwelkte sind tauglich, verdorrte sind untauglich. R. Jehuda sagt, auch verdorrte.", "R. Jehuda sprach: Einst" ], [ "vererbten ja die Großväter ihre Feststräuße ihren Enkeln!? Diese erwiderten: Soll dies ein Beweis sein!? Aus einem Notfalle22In Großstädten sind frische Sträuße schwer erreichbar.ist nichts zu beweisen.", "Immerhin wird gelehrt, nach R. Jehuda seien auch verdorrte brauchbar, und dies bezieht sich wohl auf alle!? – Nein, nur auf den Palmenzweig.", "Der Meister sagte: Wie man sie nicht mindern darf, ebenso darf man zu diesen nichts hinzufügen. Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, da R. Jehuda sagt, der Feststrauß benötige des Zusammenbindens, so dürfe man gesondert eine andere Art [hinzufügen], so lehrt er uns.", "Der Meister sagte: Hat man keinen Etrog bekommen, so darf man nicht statt dessen einen Granatapfel, eine Quitte oder sonst etwas nehmen. Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, man nehme wohl, damit das Gesetz vom Etrog nicht in Vergessenheit gerate, so lehrt er uns, weil oft dadurch ein Verderb entstehen kann, denn man könnte sich daran gewöhnen. –", "Komm und höre: Der alte Etrog ist untauglich, nach R. Jehuda tauglich. Dies ist eine Widerlegung Rabas. Eine Widerlegung. –", "Er braucht also nach ihm nicht ‘prächtig’ zu sein, und wir haben ja gelernt, der lauchgrüne [Etrog] sei nach R. Meír tauglich und nach R. Jehuda untauglich; doch wohl, weil er ‘prächtig’ sein muß!? – Nein, weil die Frucht noch nicht reif ist. –", "Komm und höre: Die Größe des kleinsten Etrogs ist, wie R. Meír sagt, die einer Nuß, und wie R. Jehuda sagt, die eines Eies. Doch wohl, weil er ‘prächtig’ sein muß!? – Nein, weil die Frucht noch nicht reif ist. –", "Komm und höre: Die des großen, damit man zwei in einer Hand halten kann – so R. Jehuda; R. Jose sagt, sogar einen mit beiden Händen. Doch wohl aus dem Grunde, weil er ‘prächtig’ sein muß!? – Nein, da Raba gesagt hat, man halte den Feststrauß in der Rechten und den Etrog in den Linken, so könnte, wenn man sie verkehrt hält und umtauschen will, [der Etrog herabfallen und] untauglich werden. –", "Gegen R. Jehuda [ist ja einzuwenden:] es heißt ja ‘prächtig’!? –", "Dies erklärt er: [eine Frucht,] die von einem Jahre zum anderen auf dem Baume ‘wohnen’23Er liest הדר (aus דור wohnen) der wohnt, statt הדר prächtig.bleibt.", "DER VON EINER AŠERA ODER EINER ABTRÜNNIGEN STADT HERRÜHRENDE. Ist denn der von einer Ašera herrührende untauglich, Raba sagte ja, man nehme keinen zum Götzendienst verwandten Palmenzweig, wenn man aber einen solchen genommen hat, sei er tauglich!? –", "Hier handelt es sich um eine Ašera [aus der Zeit] Mošes, die als zertrümmert24Da die A. vernichtet werden muß (cf. Dt. 12,2 ff.), so gilt sie als vernichtet und hat fiktiv das vorschriftsmäßige Maß nicht mehr.gilt, und somit das Maß nicht hat.", "Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt von dieser gleichlautend wie von der abtrünnigen Stadt24Da die A. vernichtet werden muß (cf. Dt. 12,2 ff.), so gilt sie als vernichtet und hat fiktiv das vorschriftsmäßige Maß nicht mehr.. Schließe hieraus.", "DESSEN SPITZE ABGEBROCHEN IST. R. Hona sagte, dies nur, wenn sie ganz abgebrochen ist, wenn aber nur geplatzt, so ist er tauglich. –", "Ist er denn tauglich, wenn geplatzt, es wird ja gelehrt: der gebogene, stachelige," ], [ "geplatzte oder sichelartig gekrümmte Palmenzweig ist untauglich, der vertrocknete ist untauglich, der wie vertrocknet aussieht, ist tauglich!? R. Papa erwiderte: Wenn er einer Gabel25Vollständig geteilt, המניק ist nach Raschi ein pinzettenartiges Schreibgerät; wahrscheinlicher ist jed. die Erkl. des Arukh, es sei eine Art zweispitzige Gabel, da es oft neben סכינא (Messer) genannt wird.gleicht.", "Vom sichelartig gekrümmten Palmenzweig sagte Raba, nur wenn nach vorn, wenn aber nach hinten, so ist dies ja die Art ihres Wachsens.", "R. Naḥman sagte: Nach der Seite ist es ebenso wie nach vorn. Manche sagen: wie nach hinten.", "Ferner sagte Raba: Ein Palmenzweig, der die Blätter an einer Seite hat, ist fehlerhaft und daher untauglich.", "DESSEN BLÄTTER GETRENNT SIND. R. Papa erklärte Getrennt, wenn er wie ein Besen26Der aus einzelnen Ruten zusammengebunden ist.ist; gespreizt, wenn [die Blätter] abstehen.", "R. Papa fragte: Wie ist es, wenn die Doppelspitze27Der Mittelrippe bis zur Wurzel der oberen Blätter.geteilt ist? – Komm und höre: R. Joḥanan sagte im Namen des R. Jehošuá b. Levi: Fehlt die Doppelsitze, so ist er untauglich. Dies gilt wohl auch in dem Falle, wenn sie geteilt ist. – Nein, anders ist es, wenn sie ganz fehlt, denn er ist ja unvollständig.", "Manche lesen: R. Joḥanan sagte im Namen des R. Jehošuá b. Levi: Ist die Doppelspitze geteilt, so ist es ebenso, als fehle sie ganz, und er ist untauglich.", "R. JEHUDA SAGT. Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte im Namen R. Tryphons:28Lev. 23,40.Palmenzweige, zusammengebunden21Das W. בפות (Pl. von כפה Wipfel od, כף Hand, übertrag. Zweig) Lev. 23,40 wird von כפת, binden abgeleitet.; wenn [die Blätter] abstehen, binde man sie zusammen.", "Rabina sprach zu R. Aši: Woher, daß unter Palmenzweige junge Zweige zu verstehen sind, vielleicht vertrocknete!? – Sie müssen zusammen21Das W. בפות (Pl. von כפה Wipfel od, כף Hand, übertrag. Zweig) Lev. 23,40 wird von כפת, binden abgeleitet.sein, was diese nicht sind. –", "Vielleicht der Strunk29Der untere Teil, an dem keine Blätter sind; bei diesem stehen keine Blätter ab.? – ‘Zusammen’, demnach müssen sie getrennt werden können, während dieser dauernd ‘zusammen’ ist. –", "Vielleicht die jungen Palmen30Deren Blätter auseinander gespreizt sind, die sich jedoch biegen und zusammenbinden lassen.? Abajje erwiderte: Es heißt:31Pr. 3,17.ihre Wege sind liebliche Wege, und alle ihre Stege sind Wohlfahrt32Raschi: diese aber sind stachlig..", "Raba Tospaáh sprach zu Rabina: Vielleicht zwei Palmenzweige? – Es heißt Kapath [Zweig]33Die def. Schreibart כפת ist ein Sing. st. constr.. Vielleicht ein [Blatt]? – Dieses heißt Kaph.", "DIE STEINPALMEN DES EISENBERGES SIND TAUGLICH. Abajje sagte: Dies nur, wenn die Spitze des einen [Blattes] bis zur Wurzel des anderen reicht, wenn aber die Spitze des einen bis zur Wurzel des anderen nicht reicht, sind sie untauglich.", "Ebenso wird gelehrt: Die Steinpalmen sind untauglich. Wir haben ja aber gelernt, sie seien tauglich!? Wahrscheinlich ist nach Abajje [zu erklären]." ], [ "Manche weisen auf einen Widerspruch hin. Wir haben gelernt, die Steinpalmen seien tauglich, dagegen wird gelehrt, sie seien untauglich!? Abajje erwiderte: Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn die Spitze des einen [Blattes] bis zur Wurzel des anderen reicht, das andere, wenn die Spitze des einen bis zur Wurzel des anderen nicht reicht.", "R. Marjon sagte im Namen des R. Jehošuá b. Levi, wie manche sagen, lehrte es Rabba b. Mari im Namen des R. Joḥanan b. Zakkaj: Zwei Dattelpalmen befinden sich im Tale Ben Hinnom, zwischen denen ein Rauch aufsteigt; diese sind es, von denen wir gelernt haben, die Steinpalmen des Eisenberges seien tauglich. Da befindet sich die Tür des Fegefeuers.", "EIN PALMENZWEIG, DER DREI HANDBREITEN HAT. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die [Mindest]größe der Myrte und der Bachweide ist drei und des Palmenzweiges vier [Handbreiten], sodaß der Palmenzweig die Myrte um eine Handbreite überrage.", "R. Parnakh sagte im Namen R. Joḥanans: Schon der Strunk34Bis zu den Blättern.des Palmenzweiges muß die Myrte um eine Handbreite überragen. –", "Wir haben gelernt: Ein Palmenzweig, der drei Handbreiten hat, daß man ihn schütteln kann, ist ja tauglich!? – Lies: und35Also außer dem Teile, den man in der Hand hält.man ihn schütteln kann, ist tauglich. Nach dem einen gemäß seiner Ansicht, und nach dem anderen gemäß seiner Ansicht. –", "Komm und höre: Die [Mindest]größe der Myrte und der Bachweide ist drei und des Palmenzweiges ist vier [Handbreiten]. Doch wohl mit den Blättern!? – Nein, außer den Blättern.", "Der Text. Die [Mindest]größe der Myrte und der Bachweide ist drei und des Palmenzweiges ist vier [Handbreiten]. R. Tryphon sagte: Eine Elle von fünf Handbreiten.", "Raba sprach: Möge der Herr R. Tryphon verzeihen! Wenn wir eine Myrte36Eigentl. Geflochtenes; dh. eine schöne Myrte, deren Blätter, wie weiter folgt, wie ein Geflecht aussehen müssen.von drei [Handbreiten] nicht finden, um wieviel weniger eine von fünf [Handbreiten].", "Als R. Dimi kam, erklärte er: Die Elle, die sonst sechs Handbreiten hat, soll fünf37Dh. man rechne nach großen Handbreiten, 5 in einer 6 Handbreiten großen Elle; RT. sagt nicht, die Myrte müsse eine Elle von 5 Handbreiten groß sein, sondern daß man mit einer solchen messe. haben; nach dieser rechne man drei für die Myrte und das übrige für den Palmenzweig. – Das sind demnach drei und drei Fünftel,", "somit befindet sich ja Šemuél mit sich selbst im Widerspruche: hier sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls, die [Mindest]größe der Myrte und der Bachweide sei drei [Handbreiten], dagegen sagte R. Hona im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie R. Tryphon !? – Er nahm es nicht genau. – Allerdings sagen wir erschwerend, man nehme es nicht genau, sagen wir etwa auch erleichternd, man nehme es nicht genau!?", "Als Rabin kam, erklärte er: Die Elle, die sonst fünf Handbreiten hat, soll sechs38Cf. Anm. 37 mut. mut.haben; nach dieser rechne man drei für die Myrte und das übrige für die Festpalme. – Das sind demnach zwei und eine halbe,", "somit befindet sich ja Šemuél immer noch im Widerspruche mit sich selbst!? – Er nahm es nicht genau, und zwar erschwerend, denn R. Hona sagte im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie R. Tryphon.", "ii DIE GERAUBTE ODER VERDORRTE MYRTE IST UNTAUGLICH; DIE VON EINER AŠERA ODER EINER ABTRÜNNIGEN STADT HERRÜHRENDE IST UNTAUGLICH. DEREN SPITZE ABGEBROCHEN IST, DEREN BLÄTTER ABGETRENNT SIND ODER DEREN BEEREN MEHR SIND ALS DIE BLÄTTER, IST UNTAUGLICH; HAT MAN SIE VERMINDERT, SO IST SIE TAUGLICH, JEDOCH DARF MAN SIE NICHT AM FESTTAGE VERMINDERN.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten:39Lev. 23,40.Zweig e vom dichtbelaubten Baume, einem Baume, der dicht belaubt ist, dessen Zweige den Stamm bedecken. Welcher ist das? Das ist die Myrte. – Vielleicht der Olivenbaum!? – Er muß geflechtartig40עבת verflochten, verzweigt, dichtbelaubt.sein, was dieser nicht ist. –", "Vielleicht die Platane!? – Die Zweige müssen den Stamm bedecken, was bei dieser nicht der Fall ist. –", "Vielleicht der Oleander!? Abajje erwiderte: 41Pr. 3,17.Ihre Wege sind liebliche Wege, was bei diesem nicht der Fall42Der O. ist eine Giftpflanze.ist. Raba entnimmt dies hieraus:43Zach. 8,19.liebet Wahrheit und Frieden.", "Die Rabbanan lehrten: Wie eine Flechte geflochten und einer Kette gleich, das ist die Myrte. R. Elie͑zer sagte: Zweige vom dichtbelaubten Baume, einem Baume, dessen Holz und Frucht den gleichen Geschmack haben, das ist die Myrte.", "Es wird gelehrt: Die dichtbelaubte ist tauglich, die nicht dichtbelaubte ist untauglich.", "Was heißt dichtbelaubte? R. Jehuda erwiderte: Wenn sich je drei Blätter an einem Quirl befinden. R. Kahana sagte: Auch zwei und eines [abwechselnd]. R. Aḥa, der Sohn Rabas, pflegte sogar nach einer zu suchen, die zwei und eines [abwechselnd] hat, weil dies aus dem Munde R. Kahanas hervorging. Mar b. Amemar sprach zu R. Aši: Mein Vater pflegte eine solche wilde Myrte zu nennen.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn die meisten Blätter abgefallen sind und nur der kleinere Teil zurückgeblieben, so ist sie tauglich, nur muß die Dichtheit bestehen bleiben. –", "Dies widerspricht sich ja selbst: zuerst heißt es, sie sei tauglich, wenn die meisten Blätter abgefallen sind, und nachher lehrt er, die Dichtheit müsse bestehen bleiben; wieso ist die Dichtheit möglich, wenn je zwei abgefallen sind!?", "Abajje erwiderte: Dies kann bei" ], [ "der ägyptischen44Nach einer anderen Erklärung Raschis ist מצראה ein Adjektivum von מצר Grenze, Rand, dh. die am Rande des Feldes wächst u. daher reicher an Blättern ist; nach R. Ḥananel ist מצ׳ aus צר, צרר zusammenpressen abzuleiten, deren Blätter zusammengepreßt sind.Myrte der Fall sein, die ja sieben [Blätter] an einem Quirl hat, sodaß, wenn vier abfallen, drei noch zurückbleiben. Abajje sprach: Hieraus zu entnehmen, daß die ägyptische Myrte als Hoša͑na tauglich ist. –", "Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, sie sei untauglich, weil sie einen Beinamen45Die in der Schrift ohne Beinamen genannten Utensilien dürfen keinen solchen haben; cf. supra Fol. 13a.hat, so lehrt er uns. – Vielleicht ist dem auch so!? – Der Allbarmherzige sagt: vom dichtbelaubten Baume, ohne Unterschied.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn die meisten Blätter verdorrt und nur drei Zweiglein mit drei feuchten Blättern zurückgeblieben sind, so ist sie tauglich. R. Ḥisda sagte: Und zwar an der Spitze eines jeden.", "DEREN SPITZE ABGEBROCHEN IST. U͑la b. Ḥenana lehrte: Wenn die Spitze abgebrochen und an dieser Stelle eine Knospe aufgeblüht ist, so ist sie tauglich.", "R. Jirmeja fragte: Wie ist es, wenn die Spitze am Vorabend des Festes abgebrochen wurde und die Knospe erst am Feste aufblüht: gibt es bei Geboten eine Verdrängung46Die Myrte war bei Eintritt der Pflicht untauglich u. somit für das Gebot verdrängt worden u. bleibt es auch.oder nicht? –", "Dies ist ja zu entscheiden aus dem, was wir gelernt haben: Wenn man es47Das Blut eines geschlachteten Tieres; cf. Dt. 17,13.bedeckt hat und es aufgedeckt worden ist, so braucht man es nicht mehr zu bedecken; hatte der Wind es bedeckt, so muß man es bedecken. Hierzu sagte Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn es wieder aufgedeckt worden ist, wenn es aber nicht wieder aufgedeckt worden ist, so braucht man es nicht zu bedecken.", "Dagegen wandten wir ein: Wieso braucht man, wenn es wieder aufgedeckt worden ist, es zu bedecken, [das Gebot] ist ja verdrängt48Es war bedeckt u. die Pflicht bestand nicht mehr.worden!?", "Und R. Papa erwiderte, bei Geboten gebe es keine Verdrängung!? –", "Hinsichtlich der Lehre R. Papas selbst ist es ihm fraglich: war es ihm entschieden, daß es bei Geboten keine Verdrängung gebe, ob erleichternd oder erschwerend, oder war es ihm fraglich. somit gilt dies nur erschwerend und nicht erleichternd. – Dies bleibt unentschieden.", "Es ist anzunehmen, daß sie [denselben Streit führen,] wie die folgenden Tannaím: Hat man übertreten und sie49Gf. supra Fol. 11b Anm. 163.abgepflückt, ist sie untauglich – so R. Elea͑zar b. Çadoq; nach den Weisen ist sie tauglich. Sie glaubten, daß nach aller Ansicht der Feststrauß des Zusammenbindens nicht benötige, und wenn man auch sagt, er benötige des Zusammenbindens, so folgern wir nicht hinsichtlich des Feststraußes von der Festhütte, denn von dieser heißt es:50Dt. 16,13.du sollst machen, nicht aber bereits Gemachtes;", "somit besteht ihr Streit in folgendem: nach dem sie untauglich ist, ist der Ansicht, bei Geboten gebe es eine Verdrängung, und nach dem sie tauglich ist, ist der Ansicht, bei Geboten gebe es keine Verdrängung. –", "Nein, alle sind der Ansicht, bei Geboten gebe es keine Verdrängung, hier aber streiten sie, ob man hinsichtlich des Feststraußes von der Festhütte folgerte: einer ist der Ansicht, man folgere hinsichtlich des Feststraußes von der Festhütte, und einer ist der Ansicht, man folgere nicht hinsichtlich des Feststraußes von der Festhütte.", "Wenn du aber willst, sage ich: sind wir der Ansicht, der Feststrauß benötige des Zusammenbindens, so stimmen alle überein, daß man hinsichtlich des Feststraußes von der Festhütte folgert, hier aber streiten sie, ob der Feststrauß des Zusammenbindens benötige, und sie führen denselben Streit wie die Tannaím der folgenden Lehre: Der Feststrauß ist zusammengebunden oder nicht zusammengebunden tauglich; R. Jehuda sagt, zusammengebunden sei er tauglich, nicht zusammengebunden sei er untauglich. –", "Was ist der Grund R. Jehudas? Er folgert dies durch [das Wort] nehmen von Ysopbündel; hier51Lev. 23,40.heißt es: ihr sollt euch am ersten Tage nehmen, und dort52Ex. 12,22.heißt es: ihr sollt euch ein Bündel Ysop nehmen; wie dort zusammengebunden, ebenso auch hier zusammengebunden. – Und die Rabbanan!? – Aus [dem Worte] nehmen ist nichts zu deduzieren. –", "Wer lehrte das, was die Rabbanan gelehrt haben, es sei Gebot, den Feststrauß zusammenzubinden, und wenn man ihn nicht zusammengefunden hat, er ebenfalls tauglich sei; wenn R. Jehuda, wieso ist er tauglich, wenn man ihn nicht zusammengebunden hat, und wenn die Rabbanan, wieso ist dies ein Gebot!? – Tatsächlich die Rabbanan, und nur deshalb, weil es heißt:53Ib, 15,2.er ist mein Gott, ich will ihn verherrlichen.", "ODER DEREN BEEREN MEHR SIND. R. Ḥisda sagte: Folgendes sagte unser großer Meister, Gott stehe ihm bei: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn sie sich an einer Stelle befinden, wenn aber an zwei oder drei Stellen zerstreut, so ist sie tauglich.", "Raba sprach zu ihm:" ], [ "Wenn an zwei oder drei Stellen, so ist sie ja scheckig und untauglich!?–", "Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: Oder deren Beeren mehr sind als die Blätter, so ist sie untauglich. R. Ḥisda sagte: Folgendes sagte unser großer Meister, Gott stehe ihm bei: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn die Beeren [schon] schwarz sind, wenn aber die Beeren [noch] grün sind, so ist dies eine besondere Art der Myrte, und sie ist tauglich.", "R. Papa sagte: Rote gleichen schwarzen, denn R. Ḥanina sagte: Das schwarze Blut54Einer Menstruierenden; aus der Färbung desselben wird die Herkunft festgestellt; cf. Nid. Fol. 19a.ist eigentlich rot, nur hat es einen Stich bekommen.", "HAT MAN SIE VERMINDERT, SO IST SIE TAUGLICH. Wann vermindert: wollte man sagen, bevor man [den Strauß] zusammengebunden hat, so ist es ja selbstverständlich, und wenn nachdem man ihn zusammengebunden hat, so war sie ja vorher55Beim Zusammenbinden des Feststraußes war die Myrte untauglich u. für das Gebot verdrängt.verdrängt, somit wäre hieraus zu entnehmen, daß die frühere Verdrängung nicht als Verdrängung gelte? –", "Tatsächlich nachdem man ihn zusammengebunden hat, nur ist er der Ansicht, das Zusammenbinden sei nichts weiter als eine Zubereitung, und die bloße Zubereitung ist bedeutungslos.", "JEDOCH DARF MAN SIE NIGHT AM FESTTAGE VERMINDERN. Wenn man aber übertreten und sie abgepflückt hat, so ist sie demnach brauchbar; wann sind [die Beeren] schwarz56Wie vorangehend gelehrt wird, ist sie nur dann verboten, wenn die Beeren schwarz sind, nicht aber, wenn sie grün sind.geworden: wenn bereits am vorangehenden Tage, so war sie ja vorher57Cf. Anm. 55 mut. mut.verdrängt,", "somit wäre hieraus zu entnehmen, daß die frühere Verdrängung nicht als Verdrängung gelte, doch wohl erst am Festtage; es war also tauglich und wurde verdrängt, somit wäre hieraus zu entnehmen, daß, was tauglich war und verdrängt worden ist, wieder tauglich werden könne? –", "Nein, tatsächlich, wenn sie bereits vorher schwarz waren, somit ist hieraus zu entnehmen, daß die frühere Verdrängung nicht als Verdrängung gelte, nicht aber ist hieraus zu entnehmen, daß, was tauglich war und verdrängt worden ist, wieder tauglich werden könne.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf sie am Feste nicht vermindern. Im Namen des R. Elie͑zer b. R. Šimo͑n sagten sie, man dürfe sie vermindern, – Man richtet ja aber eine Sache am Festtage58Man macht aus der untauglichen Myrte eine taugliche.her!?", "R. Aši erwiderte: Wenn man sie zum Essen abpflückt, und R. Elie͑zer b. R. Šimo͑n ist der Ansicht seines Vaters, die unbeabsichtigte Tätigkeit59Die Verminderung wird nicht beabsichtigt.sei erlaubt. –", "Abajje und Raba sagen ja aber beide, R. Šimo͑n pflichtete bei in [einem Falle gleich] dem Kopfabschlagen ohne zu töten60Ist die erlaubte Tätigkeit von der unerlaubten untrennbar, so ist sie auch nach RS. Verboten.!? –", "Hier handelt es sich um den Fall, wenn man noch eine andere Hoša͑na hat61Da die Herrichtung nicht nötig ist, so ist sie auch erlaubt..", "Die Rabbanan lehrten: Hat sich das Gebinde am Feste gelöst, so binde man [den Feststrauß] wie ein Kräuterbündel zusammen. – Warum denn, man kann ja eine Schleife machen!? – Hier ist die Ansicht R. Jehudas vertreten, welcher sagt, die Schleife gelte als richtiger Knoten62Der am Feste nicht gemacht werden darf..", "Nach R. Jehuda ist ja aber ein richtiges Zusammenbinden erforderlich!? – Dieser Tanna ist seiner Ansicht in einer Hinsicht, und streitet gegen ihn in der anderen Hinsicht.", "iii DIE GERAUBTE ODER VERDORRTE BAGHWEIDE IST UNTAUGLICH; DIE VON EINER AŠERA ODER EINER ABTRÜNNIGEN STADT HERRÜHRENDE IST UNTAUGLICH. DEREN SPITZE ABGEBROCHEN IST, DEREN BLÄTTER ABGETRENNT SIND, UND DIE ÇAPHÇAPHA63Eine Art Bachweide mit runden Blättern: cf. Bd. I S. 540 Anm. 319.SIND UNTAUGLICH. DIE WELKE, DEREN BLÄTTER ZUM TEIL ABGELÖST SIND, UND DIE WIESENWEIDE64Das im Text gebrauchte Wort bezeichnet ein Feld od. eine Wiese, für die die natürliche Bewässerung durch den Regen ausreicht.SIND UNTAUGLICH.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten:65Lev. 23,40.Bachweiden, die am Bache wachsen. Eine andere Erklärung: Bachweiden, deren Blätter länglich sind, wie ein Bach.", "Ein Anderes lehrt: Bachweiden; ich weiß dies nur von Bachweiden, woher dies auch von den Wiesenweiden und den Bergweiden? Es heißt Bachweiden66In der Mehrzahl., jede Art." ], [ "Abba Šaúl sagte: Weiden, zwei, eine für den Feststrauß, und eine für [die Prozession] im Tempel67Hierüber weiter Fol. 45a.. –", "Woher wissen es die Rabbanan von [der Bachweide] im Tempel? – Es ist eine überlieferte Lehre. R. Aši sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Die [Lehren von den] zehn Setzlingen68Cf. Sb. I,6., der Bachweide und [der Prozession] des Wassergießens69Hierüber weiter Fol. 48a.sind Moše am Sinaj überlieferte Halakhoth.", "Die Rabbanan lehrten: Bachweiden, die am Bache wachsen, ausgenommen die Çaphçapha, die zwischen den Bergen wächst. R. Zera sprach: Hierauf deutet folgender Schriftvers:70Ez. 17,5. was an vielem Gewässer wächst, machte er zur Çaphçapha71Wonach diese eine minderwertige Art ist..", "Abajje sprach zu ihm: Vielleicht ist dies eine Erklärung: was an vielem Gewässer wächst, das ist nämlich die Çaphçapha!? – Was heißt demnach machte er!? R. Abahu sagte: Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Ich dachte, die Jisraéliten werden vor mir wie das sein, was an vielem Gewässer wächst, nämlich die Bachweide, sie aber machen sich zur Çaphçapha zwischen den Bergen.", "Manche setzen diesen Vers in die Barajtha72Die ihn als Beleg anführt, u. RZ. ist es, der dagegen den Einwand erhebt.selbst: was an vielem Gewässer wächst, machte er zur Çaphçapha. R. Zera wandte ein: Vielleicht ist dies eine Erklärung: was an vielem Gewässer wächst, das ist nämlich die Çaphçapha!? – Was heißt demnach machte er!? Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Ich dachte, die Jisraéliten werden vor mir wie das sein, was an vielem Gewässer wächst, nämlich die Bachweide, und sie machten sich zur Çaphçapha zwischen den Bergen.", "Die Rabbanan lehrten: Welche heißt Bachweide und welche heißt Çaphçapha? Bei der Bachweide ist der Stiel rot und das Blatt länglich mit glattem Rande, bei der Çaphçapha ist der Stiel weiß und das Blatt rund mit sichelartigem73Gezahnt. Die Zähne der Sichel sind nach einer Seite geneigt, die der Säge an beiden Seiten gleich.Rande. – Es wird ja aber gelehrt: Gleicht [der Rand] einer Sichel, ist sie tauglich, gleicht er einer Säge, so ist sie untauglich!? Abajje erwiderte: Was dort gelehrt wird, bezieht sich auf die Schilfweide.", "Abajje sagte: Hieraus zu entnehmen, daß die Schilfweide als Hoša͑na tauglich ist. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, sie sei untauglich, weil sie einen Beinamen45Die in der Schrift ohne Beinamen genannten Utensilien dürfen keinen solchen haben; cf. supra Fol. 13a.hat, so lehrt er uns. –", "Vielleicht ist dem auch so!? – Der Allbarmherzige sagt Bachweiden66In der Mehrzahl., jede Art.", "R. Ḥisda sagte: Folgende drei Dinge haben nach der Zerstörung des Tempels ihre Namen gewechselt: Schilf weide statt Bachweide und Bachweide statt Schilfweide. – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Hinsichtlich des Feststraußes. –", "Blashorn statt Trompete und Trompete statt Blashorn. – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Hinsichtlich des Blashorns zum Neujahrsfeste74Wer das Blashorn Posaune nennt, der nenne sie so für den Gebrauch am Versöhnungstage.. –", "Tisch statt Tischchen und Tischchen statt Tisch. – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Im Handel75Man kann von dem einen sprechen u. das andere erhalten..", "Abajje sagte: Auch wir wollen manches nennen: Pansen76Ist eine Haut der Magenwand eines Tieres durchlocht, so ist es rituell zum Essen erlaubt; cf. Bd. I S. 540 Anm. 324.statt Blättermagen und Blättermagen statt Pansen. –", "In welcher Beziehung ist dies von Bedeutung? – Wenn man eine Nadel in der Wandung des Pansen76Ist eine Haut der Magenwand eines Tieres durchlocht, so ist es rituell zum Essen erlaubt; cf. Bd. I S. 540 Anm. 324.findet.", "Raba b. Joseph sagte: Auch wir wollen manches nennen: Borsippa77Sonst als Vorstadt von Babylon bekannt; zur talmudischen Zeit hatte die ganze Stadt diesen Namen angenommen.statt Babylon und Babylon statt Borsippa.– In welcher" ], [ "Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Hinsichtlich der Scheidebriefe78In denen der gegenwärtige Ortsname genau anzugeben ist..", "iv R. JIŠMA͑ÉL SAGT, DREI MYRTEN, ZWEI BACHWEIDEN, EIN PALMENZWEIG UND EIN ETROG79Sind zum Feststrauße erforderlich., AUCH WENN ZWEI [MYRTEN] ABGEBROCHENE SPITZEN HABEN UND NUR DIE DRITTE UNBESCHÄDIGT IST; R. TRYPHON SAGT, AUCH WENN ALLE DREI ABGEBROCHENE SPITZEN HABEN. R. A͑QIBA SAGT, WIE NUR EIN PALMENZWEIG UND EIN ETROG, EBENSO NUR EINE MYRTE UND EINE BACHWEIDE.", "GEMARA. Es wird gelehrt: R. Jišma͑él sagte:80Lev. 23,40.Prächtige Baumfrucht, eine; Palmenzweige33Die def. Schreibart כפת ist ein Sing. st. constr., einer, Äste von dichtbelaubtem Baume81Die 3 Worte ענף עץ עבות weisen auf 3 Myrten hin., drei; und Bachweiden, zwei, auch wenn zwei abgebrochene Spitzen haben und nur die dritte unbeschädigt ist. R. Tryphon sagt, (drei,) auch wenn alle drei abgebrochene Spitzen haben. R. A͑qiba sagt, wie nur ein Palmenzweig und ein Etrog, ebenso nur eine Myrte und eine B ach weide.", "R. Elie͑zer sprach zu ihm: Man könnte glauben, auch der Etrog mit diesen zusammen in einem Gebinde, so ist zu erwidern: es heißt nicht: Prächtige Baumfrucht und Palmenzweige, vielmehr heißt es: Palmenzweige. Woher, daß sie von einander abhängig82Bei der Verwendung von 3 Arten wird keinerlei Gebot ausgeübt.sind? Es heißt: ihr sollt nehmen, das Nehmen muß ein vollständiges83לקחתם aufgelöst in לקח nehmen u. תם ganz, vollständig.sein. –", "Welcher Ansicht ist R. Jišmáél: sind nach ihm unbeschädigte [Myrten] erforderlich, so sollten doch alle unbeschädigt sein müssen, und sind keine unbeschädigten erforderlich, so sollte es doch keine sein müssen!? Biraá erwiderte im Namen R. Amis: R. Jišma͑él ist davon84Daß 3 erforderlich sind; erforderlich ist eine, u. diese muß unbeschädigt sein.abgekommen.", "R. Jehuda sagte im Namen R. Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Tryphon. Šemuél vertritt hiermit seine Ansicht, denn Šemuél sagte zu den Myrtenverkäufern: Verkaufet billig, sonst trage ich nach R. Tryphon vor. –", "Aus welchem Grunde: wollte man sagen, weil er erleichternder ist, so sollte er nach R. A͑qiba vortragen, der noch erleichternder ist!? – Drei ohne Spitzen sind nicht selten, eine mit Spitze ist selten.", "v DER GERAUBTE ODER VERDORRTE ETROG IST UNTAUGLICH; DER VON EINER AŠERA ODER EINER ABTRÜNNIGEN STADT HERRÜHRENDE IST UNTAUGLICH. VOM UNGEWEIHTEN IST ER UNTAUGLICH; VON UNREINER HEBE IST ER UNTAUGLICH. VON REINER HEBE DARF MAN IHN NICHT NEHMEN, HAT MAN IHN BEREITS GENOMMEN, SO IST ER TAUGLICH. VOM DEMAJ IST ER NACH DER SCHULE ŠAMMAJS UNTAUGLICH UND NACH DER SCHULE HILLELS TAUGLICH. VOM ZWEITEN ZEHNTEN DARF MAN IN JERUŠALEM NICHT NEHMEN; HAT MAN IHN BEREITS GENOMMEN, SO IST ER TAUGLICH.", "vi HAT ER ÜBER DEN GRÖSSEREN TEIL EINEN SCHORF, FEHLT IHM DIE KNOSPE, IST ER ENTSCHALT ODER GEPLATZT, ODER HAT ER EIN LOCH, SODASS ETWAS FEHLT, SO IST SA UNTAUGLICH. HAT ER EINEN SCHORF ÜBER DEN KLEINEREN TEIL, FEHLT IHM DER STIEL, HAT ER EIN LOCH, OHNE DASS DA ETWAS FEHLT, SO IST ER TAUGLICH. DER ÄTHIOPISCHE85Von besonders dunkler Färbung.ETROG IST UNTAUGLICH, DER LAUCHGRÜNE IST NACH R. MEÍR TAUGLICH UND NACH R. JEHUDA UNTAUGLICH. vii DIE GRÖSSE DES KLEINSTEN ETROG IST, WIE R. MEÍR SAGT, DIE EINER NUSS, UND WIE R. JEHUDA SAGT, DIE EINES EIES; DIE DES GROSSEN, DASS MAN ZWEI IN EINER HAND HALTEN KANN – SO R. JEHUDA; R. JOSE SAGT, SOGAR EINEN MIT BEIDEN HÄNDEN." ], [ "GEMARA. Die Rabbanan lehrten:86Lev. 23,40.Prächtige Baumfrucht, ein Baum, dessen Holz und Frucht den gleichen Geschmack haben, das ist der Etrog. –", "Vielleicht der Pfeffer!? Es wird nämlich gelehrt: R. Meír sagte: Wenn es heißt:87Ib. 19,23.ihr werdet Bäume pflanzen, so weiß ich ja, daß ein Baum eßbarer Frucht gemeint sei, wozu heißt es:87Ib. 19,23.Bäume eßbarer Frucht? Auch ein Baum, dessen Holz und Frucht den gleichen Geschmack haben, nämlich die Pfefferstaude. Dies lehrt dich, daß die Pfefferstaude dem Gesetze vom Ungeweihten unterliege, und daß es im Jisraéllande an nichts fehle, wie es heißt:88Dt. 8,9.darin nichts fehlt. –", "Dies ist ja nicht möglich; wie sollte man es machen: nimmt man ein Korn, so ist es ja nicht zu merken, und nimmt man zwei oder drei, so spricht ja der Allbarmherzige von einer Frucht und nicht von zwei oder drei Früchten. Dies ist also nicht möglich.", "Rabbi sagte: Man lese nicht hadar [prächtig], sondern haddir [der Stall]; wie es in einem Stalle Große und Kleine, Heile und Fehlerhafte gibt, ebenso muß es bei dieser Große und Kleine, Heile und Fehlerhafte geben. – Gibt es denn nicht auch bei anderen Früchten Große und Kleine, Heile und Fehlerhafte!? – Er meint es vielmehr wie folgt: wenn bereits die Kleinen89Die diesjährigen bezw. die vorjährigen Früchte; der Etrog bleibt mehrere Jahre am Baume. kommen, die Großen89Die diesjährigen bezw. die vorjährigen Früchte; der Etrog bleibt mehrere Jahre am Baume.noch vorhanden sind.", "R. Abahu sagte: Man lese nicht hadar, sondern haddar90Cf. supra Fol. 31b Anm. 23., [eine Frucht,] die von einem Jahre zum anderen Jahre auf dem Baume ‘wohnen’ bleibt. Ben A͑zaj sagte: Man lese nicht hadar, sondern hydor, denn im Griechischen wird das Wasser ?δω? genannt. Welche Frucht wächst an jedem Wasser? Sage, dies ist der Etrog.", "DER VON EINER AŠERA ODER EINER ABTRÜNNIGEN STADT HERRÜHRENDE IST UNTAUGLICH. Aus welchem Grunde? – Da er zum Verbrennen bestimmt ist, so hat er nicht die erforderliche Größe91Cf. supra Fol. 31b Anm. 24..", "VOM UNGEWEIHTEN IST ER UNTAUGLICH. Aus welchem Grunde? – Hierüber streiten R. Ḥija b. Abin und R. Asi; einer erklärt, weil er zum Essen nicht erlaubt ist, und einer erklärt, weil er keinen Geldwert92Weil er zum Genüsse verboten ist.hat.", "Sie glaubten, nach dem das Erlaubtsein zum Essen erforderlich ist, der Geldwert nicht erforderlich sei, und nach dem der Geldwert erforderlich ist, das Erlaubtsein zum Essen nicht erforderlich sei. Wir haben gelernt: Von unreiner Hebe ist er untauglich. Erklärlich ist dies nur nach demjenigen, welcher erklärt, weil er zum Essen verboten ist, weshalb aber nach demjenigen, welcher erklärt, weil er keinen Geldwert hat, er ist ja für den Küchenbrand93Wörtl. zum Brennen unter dem Kochtopfe.verwendbar!? –", "Vielmehr, alle stimmen überein, daß er zum Essen erlaubt sein müsse, sie streiten nur über den Geldwert; einer ist der Ansicht, das Erlaubtsein zum Essen sei erforderlich, der Geldwert sei nicht erforderlich, und einer ist der Ansicht, auch der Geldwert sei erforderlich. – Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? –", "Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen bei einem vom zweiten Zehnten in Jerušalem nach R. Meír94Nach dem er tauglich ist.; nach demjenigen, welcher erklärt, weil er zum Essen verboten ist, ist dieser ja zum Essen erlaubt, und nach demjenigen, welcher erklärt, weil er keinen Geldwert hat, ist ja der [zweite] Zehnt Eigentum95Für den Besitzer ohne Geldwert.Gottes.", "Es ist zu beweisen, daß R. Asi es ist, welcher erklärt, weil er keinen Geldwert hat, denn R. Asi sagte: Mit einem Etrog vom zweiten Zehnten genügt man nach R. Meír nicht seiner Pflicht am Feste, nach den Weisen aber genügt man damit seiner Pflicht am Feste. Zu beweisen.", "Der Text. R. Asi sagte: Mit einem Etrog vom zweiten Zehnten genügt man nach R. Meír nicht seiner Pflicht am Feste, nach den Weisen aber genügt man damit seiner Pflicht am Feste. Mit Ungesäuertem vom zweiten Zehnten genügt man nach R. Meír nicht seiner Pflicht am Pesaḥfeste, nach den Weisen aber genügt man damit seiner Pflicht am Pesaḥfeste. Teig vom zweiten Zehnten ist nach R. Meír von der Teighebe frei und nach den Weisen zur Teighebe pflichtig.", "R. Papa wandte ein: Einleuchtend ist dies vom Teige, denn es heißt:96Num. 15,21.das erste eurer Teige, ebenso auch vom Etrog, denn es heißt:86Lev. 23,40.euch, von eurem, weshalb aber [nicht mit] Ungesäuertem, heißt es denn: euer Ungesäuertes!? Raba b. Jišma͑él, nach anderen R. Jemar b. Šelemja erwiderte: Dies ist aus [dem Worte] Brot zu entnehmen; hierbei97Dt. 16,3.heißt es: Brot des Elends, und dort98Num. 15,19. heißt es:" ], [ "wenn ihr vom Brote des Landes esset, wie da von eurem und nicht vom Zehnten, ebenso hierbei von eurem und nicht vom Zehnten.", "Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Teig vom zweiten Zehnten ist von der Teighebe frei – so R. Meír; die Weisen sagen, er sei zur Teighebe pflichtig. – ‘Ihm wäre eine Stütze zu erbringen’, das ist ja dasselbe!? –", "Vielmehr, streiten sie auch über jene, wie sie über [den Teig] streiten, oder ist es beim Teige anders, weil es in der Schrift zweimal99Cf. Num. 15,20,21.eurer Teige heißt?", "VON UNREINER HEBE IST ER UNTAUGLICH. Weil er zum Essen verboten ist.", "VON REINER HEBE DARF MAN IHN NIGHT NEHMEN. Hierüber streiten R. Ami und R. Asi; einer erklärt, weil man ihn [verunreinigungs]fähig100Der Feststrauß wird in Wasser gestellt, damit er nicht vertrockne, u. wenn man den Etrog berührt u. befeuchtet, so wird er dadurch verunreinigungsfähig; cf. Lev. 11,38. macht, und einer erklärt, weil man [die Schale] unbrauchbar101Sie durch das häufige Anfassen beschmutzt.macht. –", "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Wenn man ihn mit Ausschluß der Schale [als Zehnt] bestimmt hat; nach demjenigen, welcher erklärt, weil man ihn [verunreinigungs]fähig macht, ist dies zu berücksichtigen, und nach demjenigen, welcher erklärt, weil man [die Schale] unbrauchbar macht, ist dies nicht zu berücksichtigen.", "HAT MAN IHN GENOMMEN, SO IST ER TAUGLICH. Nach demjenigen, welcher erklärt, weil man ihn nicht essen darf, darf man ja diesen essen, und nach demjenigen, welcher erklärt, weil er keinen Geldwert hat, hat ja dieser einen Geldwert.", "VON DEMAJ. Was ist der Grund der Schule Hillels? – Da er, wenn er sein Vermögen preisgegeben und Armer sein wollte, für ihn verwendbar sein würde, so ist auch jetzt bei ihm [das Wort] eurer anwendbar. Wir haben nämlich gelernt: Man darf den Armen und den einquartierten Truppen Demaj zu essen geben. –", "Und die Schule Šammajs!? – Der Arme darf kein Demaj essen. Wir haben nämlich gelernt: Man darf den Armen und den einquartierten Truppen kein Demaj zu essen geben. Hierzu sagte R. Hona: Es wird gelehrt: Die Schule Šammajs sagt, man dürfe den Armen und den einquartierten Truppen kein Demaj zu essen geben, und die Schule Hillels sagt, man dürfe den Armen und den einquartierten Truppen wohl Demaj zu essen geben.", "VOM ZWEITEN ZEHNTEN IN JERUŠALEM. Nach demjenigen, welcher erklärt, weil man ihn [verunreinigungs]fähig macht, macht man ihn [verunreinigungs]fähig, und nach demjenigen, welcher erklärt, weil man [die Schale] unbrauchbar macht, macht man sie unbrauchbar.", "HAT MAN IHN GENOMMEN, SO IST ER TAUGLICH. Nach demjenigen, welcher erklärt, weil er zum Essen verboten ist, gilt dies nach aller Ansicht, und nach demjenigen, welcher erklärt, weil er keinen Geldwert hat, ist hier die Ansicht der Rabbanan vertreten102Nach R. Meír ist der zweite Zehnt Geheiligtes..", "HAT ER EINEN SCHORF. R. Ḥisda sagte: Folgendes sagte unser großer Meister, Gott stehe ihm bei: Dies nur, wenn an einer Stelle, wenn aber an zwei oder drei Stellen, so ist er tauglich. Raba wandte ein: Im Gegenteil, an zwei oder drei Stellen ist er ja scheckig und [um so mehr] untauglich!? –", "Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so muß es sich auf den Schlußsatz beziehen: über den kleineren Teil, so ist er tauglich. Hierzu sprach R. Ḥisda: Folgendes sagte unser großer Meister, Gott stehe ihm bei: Dies nur, wenn an einer Stelle, wenn aber an zwei oder drei Stellen, so ist er scheckig und untauglich. Raba sagte: Wenn aber an der Spitze, so ist er auch [durch einen Schorf] irgend wie groß untauglich.", "FEHLT IHM DIE KNOSPE. R. Jiçḥaq b. Elea͑zar lehrte: Fehlt ihm die Keule103Über den Begriff dieses Wortes sind die Erklärer uneinig; nach den einen ist es synonym mit Knospe, nach den anderen hingegen der äußerste Teil des Stieles, der tief in die Frucht dringt..", "IST ER ENTSCHALT. Raba sagte: Wenn der Etrog entschalt ist und wie eine rote unreife Dattel aussieht, so ist er tauglich. – Wir haben ja aber gelernt, entschalt sei er untauglich!? – Das: ist kein Widerspruch;" ], [ "das eine vollständig, das andere teilweise104Vollständig entschalt ist er tauglich, da er ein gleichmäßiges Aussehen hat..", "ODER GEPLATZT, ODER HAT ER EIN LOCH. U͑la b. Ḥanina lehrte: Ein durchgehendes Loch105Ein solches macht ihn untauglich.irgend wie groß, ein nicht durchgehendes in der Größe eines Assar.", "Raba fragte: Wie ist es, wenn am Etrog Zeichen der Totverletzung106Dh. Verletzungen od. Krankheiten, die bei einem Tiere als tötliche Verletzungen gelten u. es rituell ungenießbar machen.entstehen? – Was ist ihm fraglich: wenn entschalt, so haben wir es ja gelernt, wenn geplatzt, so haben wir es ja gelernt, und wenn durchlocht, so haben wir es ja gelernt!? –", "Ihm ist der Fall fraglich, den U͑la im Namen R. Joḥanans lehrte: Wenn die Lunge sich wie ein Wasserkrug schütteln107Wenn das innere Gewebe zerfallen ist u. nur die äußere Haut zusammengehalten wird.läßt, so ist es tauglich. Hierzu sagte Raba: Dies nur, wenn die Bronchien intakt sind, wenn aber die Bronchien nicht intakt sind, ist es totverletzt. Wie ist es nun hierbei108Wenn das Innere bis auf die Samenkapseln zerfallen ist.: gilt dies nur [bei der Lunge], die der Luft nicht ausgesetzt ist und heilen kann, nicht aber bei diesem, der der Luft ausgesetzt ist und verfault, oder gibt es hierbei keinen Unterschied? –", "Komm und höre: Der aufgedunsene, faule, eingelegte, gesottene, sowie der äthiopische85Von besonders dunkler Färbung., weiße und scheckige Etrog ist untauglich. Der kugelrunde Etrog ist untauglich; manche sagen, auch der Zwilling. Der unreife Etrog ist nach R. A͑qiba untauglich und nach den Weisen tauglich. Hat man ihn in einer Form gezogen, sodaß er eine andere Gestalt erhalten hat, so ist er untauglich.", "Hier wird also vom aufgedunsenen und vom faulen gelehrt; doch wohl aufgedunsen von außen und faul von innen. – Nein, beides von außen, dennoch ist nichts einzuwenden; eines, wenn er aufgedunsen ist, ohne faul zu sein, und eines, wenn er faul ist, ohne aufgedunsen zu sein.", "Der Meister sagte: Der äthiopische Etrog ist untauglich. – Es wird ja aber gelehrt, der äthiopische sei tauglich, der dem äthiopischen ähnliche109In seiner Färbung.sei untauglich!? Abajje erwiderte: Unsere Mišna spricht eben von einem dem äthiopischen ähnlichen. Raba erwiderte: Das ist kein Widerspruch; das eine für uns, das andere110Für die ersteren, die Babylonier, ist er tauglich, nicht aber für die letzteren, die Palästinenser, da er bei ihnen selten ist.für sie.", "«Der unreife Etrog ist nach R. A͑qiba untauglich und nach den Weisen tauglich. » Rabba sagte: R. A͑qiba und R. Šimo͑n sagten das gleiche. R. A͑iqba lehrte das, was wir eben gesagt haben, was R. Šimo͑n? – Wir haben gelernt: Nach R, Šimo͑n sind die Etrogim [zehnt]frei, solange sie klein sind.", "Abajje sprach zu ihm: Vielleicht ist dem nicht so: R. A͑qiba ist dieser Ansicht nur hierbei, da ein ‘prächtiger’ erforderlich ist, was ein solcher nicht ist, dort aber ist er der Ansicht der Rabbanan;", "oder aber: R. Šimo͑n ist dieser Ansicht nur dort, da es heißt:111Dt. 14,22.von allem Ertrag deiner Aussaat sollst da den Zehnten entrichten, nur wie die Leute sie zur Aussaat zu verwenden pflegen, hierbei aber ist er der Ansicht der Rabbanan!?" ], [ "Und nichts weiter [darüber].", "«Hat man ihn in einer Form gezogen, sodaß er eine andere Gestalt erhalten hat.» Raba sagte: Dies nur, wenn er eine andere Gestalt erhalten hat, in seiner gewöhnlichen Gestalt aber ist er tauglich. – Selbstverständlich, es heißt ja: eine andere Gestalt!? – In dem Falle, wenn er bretterartig112Der Sinn ist nicht recht klar; nach Raschi wie die Bretter am Rade einer Wassermühle, also rippig; nach anderen Erklärern viereckig.wurde.", "Es wurde gelehrt: Von einem Etrog, den Mäuse angenagt haben, sagte Rabh, er sei nicht ‘prächtig’113Er ist untauglich.. – Dem ist ja aber nicht so, R. Ḥanina aß114Wörtl. tunkte darin, sc. sein Brot.ja davon und genügte damit115Mit dem angebrochenen Etrog.seiner Pflicht!? – Gegen R. Ḥanina ist ja aus unserer Mišna einzuwenden!? –", "Gegen R. Ḥanina ist aus unserer Mišna nichts einzuwenden, denn diese spricht vom ersten Tage, und er [tat dies] am zweiten Tage, aber gegen Rabh ist ja [aus dem Verfahren R. Ḥaninas] einzuwenden!? – Rabh kann dir erwidern: anders ist das [Annagen von] Mäusen, denn dies ist widerwärtig.", "Manche lesen: Rabh sagte, ein solcher sei ‘prächtig’, denn R. Ḥanina aß davon und genügte damit seiner Pflicht. – Gegen R. Ḥanina ist ja aber aus unserer Mišna einzuwenden!? – Das ist kein Einwand; diese spricht vom ersten Tage, er aber [tat dies] am zweiten Tage.", "DES KLEINSTEN ETROG &C. Raphram b. Papa sagte: Wie sie den Streit über diesen führen, so führen sie den Streit über die eckigen Steine. Es wird nämlich gelehrt: Drei eckige Steine darf man am Šabbath nach dem Aborte116Cf. Sab. Fol. 81a.bringen. In welcher Größe? R. Meír sagt, in der einer Nuß, R. Jehuda sagt, in der eines Eies.", "DES GROSSEN, DASS MAN HALTEN &C. Es wird gelehrt: R. Jehuda erzählte: Einst kam R. A͑qiba ins Bethaus mit einem Etrog auf der Schulter; da sprachen sie zu ihm: Dieser ist nicht ‘prächtig’. R. Jose erwiderte: Soll dies ein Beweis sein!? Nur sie117Die Gegner R. A͑qibas. Besser die handschriftliche Lesart: er aber erwiderte ihnen: Dieser sei prächtig. Die Lesart der kursierenden Ausgaben ist eine Emendation.sagten zu ihm, dieser sei nicht ‘prächtig’.", "viii MAN DARF DEN FESTSTRAUSS NUR MIT GLEICHARTIGEM ZUSAMMENBINDENSO R. JEHUDA; R. MEÍR SAGT, SOGAR MIT EINER SCHNUR. R. MEÍR SPRACH: DIE LEUTE IN JERUŠALEM PFLEGTEN JA IHRE FESTSTRÄUSSE MIT GOLDTRESSEN ZUSAMMENZUBINDEN. JENE ERWIDERTEN IHM: UNTEN BANDEN SIE SIE MIT GLEICHARTIGEM ZUSAMMEN.", "GEMARA. Raba sagte: Auch mit Bast und auch mit Rinde der Palme. Ferner sagte Raba: Was ist der Grund R. Jehudas? Er ist der Ansicht, der Feststrauß benötige des Zusammenbindens, und wenn man eine andere Art verwendet, so sind es fünf Arten.", "Ferner sagte Raba: Woher entnehme ich, daß Bast und Rinde der Palme zur Art des Feststraußes gehören? Es wird gelehrt:118Lev. 23,42.In Hütten sollt ihr wohnen, in einer Hütte, gleichviel woraus – so R. Meír; R. Jehuda sagt, die Festhütte dürfe nur aus einer der vier Arten des Feststraußes hergestellt sein. Dies ist auch durch einen Schluß zu beweisen: wenn zum Feststrauße, der nicht in den Nächten wie an den Tagen Geltung hat, die vier Arten erforderlich sind, um wieviel mehr sind zur Festhütte, die in den Nächten wie an den Tagen Geltung hat, die vier Arten erforderlich.", "Man erwiderte ihm: Ein Schluß, der zur Erschwerung gefolgert wird, aber eine Erleichterung zur Folge hat, ist kein Schluß;" ], [ "wenn man nun die vier Arten nicht findet, müßte man demnach [das Gebot] unterlassen, während die Tora sagt:118Lev. 23,42.in Hütten sollt ihr sieben Tage wohnen, eine Hütte, gleichviel woraus. So heißt es auch [im Buche] E͑zra: 119Neh. 8,15.geht aufs Gebirge hinaus und holt euch Zweige vom Olivenbaum und Zweige vom wilden Ölbaum und Zweige von der Myrte und Zweige von Palmen und Zweige von dichtbelaubten Bäumen, und errichtet Hütten nach Vorschrift.", "(R. Jehuda ist der Ansicht, diese zu den Wänden, und die Zweige der Myrten, der Palmen und der dichtbelaubten Bäume zur Bedachung.) Und wir haben gelernt: Man darf die Festhütte mit Brettern überdachen – so R. Jehuda. Hieraus, daß Bast und Rinde der Palme zur Art des Feststraußes gehören. Schließe hieraus. –", "Kann R. Jehuda denn gesagt haben, nur die vier Arten und nichts anderes, es wird ja gelehrt: Hat man sie mit Brettern aus Zedern überdacht, die vier Handbreiten haben, so ist sie nach aller Ansicht unbrauchbar; haben sie keine vier Handbreiten, so ist sie nach R. Meír unbrauchbar und nach R. Jehuda brauchbar; jedoch pflichtet R. Meír bei, daß wenn ein Brett vom anderen Brette die Breite eines Brettes absteht, man dazwischen Abfall lege, und sie ist brauchbar!? –", "Unter ‘Zeder’ ist die Myrte zu verstehen. Dies nach Rabba b. R. Hona, denn Rabba b. R. Hona sagte im Namen der Schule Rabhs: Es gibt zehn Arten von Zedern, denn es heißt: 120Jes. 41,19.ich will die Wüste mit Zedern, Akazien, Myrten &c.", "R. MEÍR SAGT, SOGAR MIT EINER SCHNUR &C. Es wird gelehrt: R. Meír sprach: Die Vornehmen in Jerušalem pflegten ja ihre Feststräuße mit Goldtressen zusammenzubinden. Jene erwiderten ihm: Soll dies ein Beweis sein!? Unten banden sie sie mit Gleichartigem zusammen.", "Rabba sprach zu den Leuten, die beim Exilarchen die Hoša͑na zu binden pflegten: Wenn ihr die Hoša͑na für das Haus des Exilarchen bindet, lasset eine Handhabe121Unter der zusammengebundenen Stelle, um da anfassen zu können.zurück, damit [beim Anfassen die Schnur] keine Trennung bilde. Raba aber sagt, was dazu gehört, bilde keine Trennung.", "Rabba sagte: Man fasse die Hoša͑na nicht mit einem Gewande an, denn es ist ja ein richtiges Anfassen122Wörtl. vollständiges Nehmen; cf. supra Fol. 34b Anm. 83.erforderlich, das dadurch verhindert wird. Raba aber sagt, auch das Anfassen mit etwas anderem heiße Anfassen.", "Raba sprach: Woher entnehme ich, daß das Anfassen mit etwas anderem Anfassen heiße? Wir haben gelernt: Ist das Ysopbündel zu kurz, so binde man einen Faden oder eine Spindel daran und tauche es ein, sodann ziehe man es herauf, fasse das Ysopbündel selbst an und sprenge. Wieso denn, der Allbarmherzige sagt ja:123Num. 19,18.er nehme und tauche ein? Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß das Anfassen mit etwas anderem Anfassen heiße. –", "Wieso denn, vielleicht ist es da anders, wo man es anbindet, sodaß es der Sache selbst gleicht!? – Vielmehr, hieraus: Fällt sie124Die Asche der roten Kuh (cf. Num. Kap. 19), die aus der Röhre in den Trog geschüttet werden muß.aus der Röhre in den Trog, so ist es ungültig." ], [ "Es ist also gültig, wenn man sie [aus dieser] hineinschüttet. Wieso denn, der Allbarmherzige sagt ja;125Num. 19,17.er nehme und schütte? Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß das Anfassen mit etwas anderem Anfassen heiße.", "Ferner sagte Rabba: Man stecke nicht den Palmenzweig in die Hoša͑na, weil dadurch die Blätter zwischenfallen und eine Trennung bilden könnten. Raba aber sagt, Gleichartiges bilde keine Trennung.", "Ferner sagte Rabba: Man schneide vom Palmenzweig nichts ab, wenn er mit der Hoša͑na zusammengebunden126Wenn der P. unten länger ist als die H., und man das Überragende abschneidet, so werden die untersten Blätter von der Mittelrippe abgetrennt.ist, weil dazwischen die. Blätter sich lösen und eine Trennung bilden. Raba aber sagt, Gleichartiges bilde keine Trennung.", "Ferner sagte Rabba: An der Myrte des Gebotes darf man nicht riechen, am Etrog des Gebotes darf man wohl riechen. – Aus welchem Grunde? – Die Myrte ist zum Riechen bestimmt, und sobald man sie abgesondert hat, hat man sie vom Riechen abgesondert; der Etrog aber ist zum Essen bestimmt, und sobald man ihn abgesondert hat, hat man ihn nur vom Essen abgesondert.", "Ferner sagte Rabba: An einer [am Strauche] haftenden Myrte darf man [am Feste] riechen, an einem [am Baume] haftenden Etrog darf man nicht riechen. – Aus welchem Grunde? – Die Myrte ist zum Riechen bestimmt, und auch, wenn man dies erlaubt, wird man zum Abtrennen derselben nicht127Weil man ihn haftend genießt.verleitet, der Etrog aber ist zum Essen bestimmt, und wenn man dies erlauben würde, könnte man zum Abpflücken desselben verleitet werden.", "Ferner sagte Rabba: Man halte den Feststrauß in der Rechten und den Etrog in der Linken. – Aus welchem Grunde? – Jener faßt drei128Die 3 Arten. Gebote, dieser aber nur ein Gebot. R. Jirmeja sprach zu R. Zeriqa: Weshalb sagt man im Segensspruche nur ‘des Nehmens des Palmenzweiges’? – Weil dieser höher ist als jene alle. – Man kann ja den Etrog höher halten und den Segen [über ihn] sprechen!? Dieser erwiderte: Jener ist an sich höher als die anderen.", "ix,1 AN WELCHER STELLE [IM LOBLIEDE] SCHÜTTELTE MAN IHN? BEI [DEN WORTEN] ‘DANKET DEM HERRN’, AM BEGINNE UND AM SCHLÜSSE [DES ABSCHNITTES], UND BEI [DEN WORTEN] ‘ACH, HERR HILF DOCH!’ – SO DIE SCHULE HILLELS; DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, AUCH BEI [DEN WORTEN] ‘ACH, HERR, LASS GELINGEN’. R. A͑QIBA SPRACH: ICH BEOBACHTETE R. GAMLIÉL UND R. JEHOŠÜA, UND WÄHREND DAS GANZE VOLK DIE FESTSTRÄUSSE SCHÜTTELTE, SCHÜTTELTEN SIE DIESE NUR BEI [DEN WORTEN] ‘ACH, HERR, HILF DOCH!’", "GEMARA. Wer spricht129Die Frage setzt dies ja voraus.vom Schütteln? – Dort130Cf. supra Fol. 29b.heißt es: ein Palmenzweig, der drei Handbreiten hat, daß man ihn schütteln kann, ist tauglich, und hierzu fragt er, an welcher Stelle man ihn schüttle.", "Dort wird gelehrt: Wie verfuhr er mit den zwei Broten und den zwei Lämmern131Cf. Lev. 23,19,20.am Wochenfeste? Er legte die zwei Brote auf die zwei Lämmer und schob beide Hände unter sie, sodann hob er sie hoch und schwang sie hin und her, nach oben und nach unten, denn es heißt: 132Ex. 29,27.die geschwungen und hochgehoben wurden.", "R. Joḥanan sagte: Hin und her, für den, dessen die vier Himmelsrichtungen sind; nach oben und nach unten, für den, dessen Himmel und Erde sind. Im Westen lehrten sie wie folgt: R. Ḥama b. U͑qaba sagte im Namen des R. Jose b. R. Ḥanina: Hin und her, um die bösen Winde zurückzuhalten; nach oben und nach unten, um böse Taue zurückzuhalten. R. Jose b. Abin, nach anderen R. Jose b. Zebida, sagte: Dies besagt," ], [ "daß sogar das Nebensächliche des Gebotes Heimsuchungen zurückhält: das Schwingen ist ja nur Nebensächliches des Gebotes, dennoch hält es böse Winde und Taue zurück. Raba sagte: Ebenso auch der Feststrauß. R. Aḥa b. Ja͑qob schwang ihn hin und her und sprach: Dies ist ein Pfeil in die Augen des Satans. Das ist aber nicht tunlich, weil man ihn dadurch reizt.", "ix,2 WER SICH AUF DER REISE BEFUNDEN UND DEN FESTSTRAUSS ZU NEHMEN KEINE GELEGENHEIT HATTE, NEHME IHN SOBALD ER NACH HAUSE KOMMT, SOGAR BEI TISCHE. HAT ER IHN MORGENS NICHT GENOMMEN, SO NEHME ER IHN ABENDS, DENN [DAS GEBOT] DES FESTSTRAUSSES ERSTRECKT SICH AUF DEN GANZEN TAG.", "GEMARA. Du sagst, man nehme ihn bei Tische, wonach man seinetwegen [die Mahlzeit] unterbreche; ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Hat man sie133Verschiedene Handlungen, wozu auch die Mahlzeit gehört, die man vor dem Vespergebete nicht beginnen darf; cf. Sab. Fol. 9b.begonnen, so unterbreche man nicht!? R. Saphra erwiderte: Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn noch am Tage Zeit vorhanden ist, das andere, wenn am Tage keine Zeit mehr vorhanden ist.", "Raba erwiderte: Was ist dies überhaupt für ein Widerspruch: Vielleicht gilt das eine von [einem Gebote] der Tora und das andere von einem rabbanitischen134Jene Lehre handelt vom Gebete, das rabbanitisch ist.!? Vielmehr, sagte Raba, will man auf einen Widerspruch hinweisen, so weise man auf folgenden Widerspruch hin: [er] nehme ihn, sobald er nach Hause kommt, wonach er [die Mahlzeit] unterbreche, und nachher lehrt er: hat er ihn morgens nicht genommen, so nehme er ihn abends, wonach er sie nicht unterbreche!?", "R. Saphra erwiderte: Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn noch am Tage Zeit vorhanden ist, und das andere, wenn am Tage keine Zeit mehr vorhanden ist.", "R. Zera sprach: Was ist dies für ein Einwand: vielleicht ist es tatsächlich Gebot, [die Mahlzeit] zu unterbrechen, hat man sie aber nicht unterbrochen, so nehme man ihn abends, denn [das Gebot] des Feststraußes erstreckt sich auf den ganzen Tag. Vielmehr, sagte R. Zera, tatsächlich, wie wir zuerst erklärt haben, wenn du aber erwiderst, das eine sei [ein Gebot] der Tora und das andere ein rabbanitisches, so handelt es sich hier um den zweiten Festtag, der ebenfalls rabbanitisch ist.", "Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: wer sich auf der Reise befunden und den Feststrauß zu nehmen keine Gelegenheit hatte; wollte man sagen, am ersten Tage, so ist es ja nicht erlaubt.", "x WENN EINEM EIN SKLAVE, EINE FRAU, ODER EIN MINDERJÄHRIGER [DAS LOBLIED] VORLIEST, SO SPRECHE ER IHNEN NACH, WAS SIE IHM VORLESEN, UND FLUCH TREFFE135Daß er nicht lesen gelernt hat, bezw. sich solcher Vorleser bedient.IHN. WENN EIN ERWACHSENER IHM VORLIEST, SO ANTWORTE ER NUR ‘HALLELUJA’. xi,1 IN ORTEN, WO ES ÜBLICH IST, SIE136Die Verse des Lobliedes, beim Singen desselben.ZU WIEDERHOLEN, WIEDERHOLE MAN SIE, SIE EINMAL ZU LESEN, LESE MAN SIE EINMAL, NACHHER DEN SEGEN ZU SPRECHEN, SPRECHE MAN NACHHER DEN SEGEN; ALLES NACH DEM LANDESBRAUCHE.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: In der Tat sagten sie, ein [minderjähriger] Sohn könne für seinen Vater, ein Sklave für seinen Herrn und eine Frau für ihren Mann den [Tisch]segen sprechen, aber die Weisen sagten: Fluch treffe den, dem seine Frau oder seine Kinder den [Tisch]segen vorsprechen.", "Raba sagte:" ], [ "Bedeutende Lehren sind vom Brauche beim Lobliede zu entnehmen. Er137Der Vorbeter, bezw. das Publikum.spricht ‘Halleluja’ und sie137Der Vorbeter, bezw. das Publikum.antworten ‘Halleluja’; hieraus, daß es Gebot ist, ‘Halleluja’ zu antworten.", "Er spricht:138Ps. 113,1.Preiset, ihr Knechte des Herrn, und sie sprechen ‘Halleluja’; hieraus, daß, wenn ein Erwachsener vorliest, man ‘Halleluja’ antworte. Er spricht:139Ib. 118,1.Danket dem Herrn und sie antworten: Danket dem Herrn; hieraus, daß es Gebot ist, mit den Anfängen; der Absätze140Wenn der Vorbeter sie spricht; in diesem Falle genügt das ‘Halleluja’ nicht.zu antworten. Es wurde auch gelehrt: R. Ḥanan b. Raba sagte: Es ist Gebot, mit den Anfängen der Absätze zu antworten.", "Er spricht:141Ps. 118,25.Ach, Herr, hilf doch, und sie antworten: Ach, Herr, hilf doch; hieraus, daß, wenn ein Minderjähriger einem vorliest, er ihm nachspreche.", "Er spricht:142Ib. V,25.Ach, Herr, laß doch gelingen, und sie antworten: Ach, Herr, laß doch gelingen; hieraus, daß man, wenn man will, wiederholen darf. Er spricht:143Ib. V. 26.Gepriesen der Kommende, und sie antworten:142Ib. V,25.Im Namen des Herrn; hieraus144Daß man es nicht wiederholt., daß das Zuhören dem Antworten gleicht.", "Man fragte R. Ḥija b. Abba: Wie ist es, wenn man zugehört und nicht geantwortet hat? Dieser erwiderte: Gelehrte, Schullehrer, Volksvorsteher und Redner sagten, wenn man zugehört und nicht geantwortet hat, habe man seiner Pflicht genügt.", "Es wurde auch gelehrt: R. Šimo͑n b. Pazi sagte im Namen des R. Jehošuá b. Levi im Namen Bar Qapparas: Woher, daß das Zuhören dem Antworten gleiche? Es heißt:145iiReg. 22,16; die hier zitierten Verse weichen in ihrem Wortlaute vom masor. Texte stark ab.alle Worte, die Jošijahu gelesen hat; las sie etwa Jošijahu, Šaphan las sie ja, wie es heißt: 146iiReg. 22,10.und Šaphan las dem Könige all diese Worte vor!? Schließe hieraus, daß das Zuhören dem Antworten gleiche. –", "Vielleicht las sie Jošijahu selbst, nachdem ihm Šaphan vorgelesen hatte!? R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: Dies ist nicht einleuchtend, denn es heißt:147Ib. V. 19.weil dein Herz erweicht ward und du dich vor dem Herrn gedemütigt hast, als du all diese Worte hörtest; als du hörtest, nicht als du lasest.", "Raba sagte: Man sage nicht ‘Gesegnet sei der Kommende’ und darauf ‘im Namen des Herrn’, sondern zusammen: ‘Gesegnet sei der Kommende im Namen des Herrn’. R. Saphra sprach zu ihm:" ], [ "Moše, du hast Recht; aber ob so oder so, schließt man ja den Satz, somit ist nichts dabei. Raba sagte: Man sage nicht ‘Sein großer Name148Satz aus dem Kaddisch (Huldigungssegen), der bei jedem Gebete vom Vorbeter gesprochen wird.sei’ und nachher ‘gepriesen’, sondern zusammen: ‘Sein großer Name sei gepriesen’. R. Saphra sprach zu ihm: Moše, du hast Recht; aber ob so oder so, schließt man ja den Satz, somit ist nichts dabei.", "IN ORTEN, WO ES ÜBLICH IST SIE ZU WIEDERHOLEN. Es wird gelehrt: Rabbi wiederholte manche [Verse]. R. Elea͑zar b. Proṭo fügte da manches hinzu. – Was fügte er hinzu? Abajje erwiderte: Er fügte die Wiederholung [der Verse] von ‘Ich danke’ ab hinzu.", "NACHHER DEN SEGEN ZU SPRECHEN, SPRECHE MAN. Abajje sagte: Dies lehrten sie nur vom [Segen] nachher, vorher aber ist es Gebot, den Segen zu sprechen. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Šemuéls: Über alle Gebote spreche man den Segen vor [o͑ber] ihrer Ausübung. – Wieso ist es erwiesen, daß o͑ber die Bedeutung ‘vor’ hat? – R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Es heißt:149iiSam. 18,23.da lief Aḥimaa͑ç den Weg durch die Aue und kam dem Mohren vor [vajaa͑bor]. Abajje erwiderte: Hieraus:150Gen. 33,3.er aber ging vor [a͑bar] ihnen. Wenn du aber willst, sage ich: hieraus:51Mich. 2,13.vor ihnen schreitet [vajaa͑bor] ihr König, und der Herr an ihrer Spitze.", "xi,2 WENN MAN VON SEINEM NÄCHSTEN IM SIEBENTJAHRE EINEN FESTSTRAUSS KAUFT, SO GEBE IHM DIESER EINEN ETROG ALS GESCHENK, WEIL MAN IHN IM SIEBENTJAHRE NICHT KAUFEN DARF.", "GEMARA. Wie ist es, wenn er ihn ihm nicht als Geschenk geben will? R. Hona erwiderte: So lasse er ihn den Preis für den Etrog auf den Preis für den Feststrauß aufschlagen. – Er kann ihn ja direkt bezahlen!? –", "Man darf einem Manne aus dem gemeinen Volke152Der verdächtig ist, Siebentjahrsfrucht zu verkaufen.für Siebentjahrsfrüchte kein Geld geben. Es wird nämlich gelehrt: Man darf einem Manne aus dem gemeinen Volke Geld für Siebentjahrsfrüchte nicht mehr als zu drei Mahlzeiten geben. Hat man ihm aber [mehr] gegeben, so sage man: ‘dieses Geld sei ausgeweiht durch Früchte, die ich zu Hause habe’," ], [ "und diese esse er [unter Beobachtung der] Heiligkeitsvorschriften für Siebentjahrsfrüchte.", "Dies nur in dem Falle, wenn man von Freigut kauft, wenn man aber von Bewachtem153Wenn man sieht, daß er tatsächlich seine Bodenerzeugnisse im Siebentjahre nicht freigibt.kauft, darf man ihm auch nicht einen halben Assar geben.", "R. Šešeth wandte ein: Vom Freien nur zu drei Mahlzeiten und nicht mehr; ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Raute, wilde Beermelde, Portulak, Bergkoriander, Flußepich und die Wiesenrauke sind zehntfrei und dürfen im Siebentjahre von jedem gekauft154Auch um größere Beträge.werden, weil man dergleichen nicht verwahrt!?", "Er erhob diesen Einwand und er selber erklärte es: Sie lehrten dies vom Betrage einer Ration155Für 3 Mahlzeiten.[man]. Ebenso erklärte Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans: Sie lehrten des vom Betrage einer Ration. – Wieso ist es erwiesen, daß ‘man’ die Bedeutung Ration155Für 3 Mahlzeiten.hat? – Es heißt:156Dan. 1,5.und der König wies ihnen [vajman] ihre tägliche Ration an &c. –", "Demnach sollte dies auch vom Feststrauße gelten!? – Der Feststrauß ist aus dem sechsten157Der Feststrauß vom 15. des 1. Monats ist vom vergangenen Jahre.Jahre, das in das Siebentjahr hineinreicht. – Demnach ist ja auch der Etrog aus dem sechsten Jahre, das in das Siebentjahr hineinreicht!? – Beim Etrog richten wir uns nach dem Pflücken. –", "Aber sowohl nach R. Gamliél als auch nach R. Elie͑zer richten wir uns ja beim Etrog hinsichtlich des Siebentjahrs nach dem Knospen, denn wir haben gelernt: Der Etrog gleicht in dreifacher Hinsicht dem Baume und in einer Hinsicht dem Kraute.", "Er gleicht in dreifacher Hinsicht dem Baume: hinsichtlich des Ungeweihten, der Vierjahrsfrucht und des Siebentjahres158Daß man sich nach dem Knospen richte.; in einer Hinsicht dem Kraute:" ], [ "daß beim Pflücken seine Verzehntung erfolge – so R. Gamliél. R. Elie͑zer sagt, der Etrog gleiche in jeder Hinsicht dem Baume!? –", "Er ist der Ansicht des Autors der folgenden Lehre: R. Jose sagte: Eutolmios bekundete im Namen von fünf Ältesten, daß man sich beim Etrog hinsichtlich des Verzehntens nach dem Pflücken richte; unsere Meister aber stimmten in Uša ab und beschlossen, sowohl hinsichtlich des Verzehntens als auch hinsichtlich des Siebentjahres. –", "Wer spricht da vom Siebentjahre!? – [Diese Lehre] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: beim Etrog hinsichtlich des Verzehntens nach dem Pflücken und hinsichtlich des Siebentjahres nach dem Knospen; unsere Meister aber stimmten in Uša ab und beschlossen, daß man sich beim Etrog sowohl hinsichtlich des Verzehntens als auch hinsichtlich des Siebentjahres nach dem Pflücken richte. –", "Also nur aus dem Grunde, weil der Palmenzweig aus dem sechsten Jahre ist, das in das Siebentjahr hineinreicht, aus dem Siebentjahre selber aber ist er demnach heilig; warum denn, er ist ja nichts weiter als Holz, und Holz unterliegt ja nicht der Heiligkeit des Siebentjahres!? Es wird nämlich gelehrt: Wenn man Blätter von Stauden und Weinstöcken auf dem Felde aufschobert, so sind sie, wenn man sie zur Fütterung sammelt, der Heiligkeit des Siebenttjahres unterworfen, und wenn man sie als Brennholz sammelt, der Heiligkeit des Siebentjahres nicht unterworfen. –", "Anders ist es bei diesen, da die Schrift ausdrücklich sagt:159Lev. 25,6.für euch zum Essen, für euch wie zum Essen; nur das, wobei die Nutznießung mit der Vernichtung erfolgt, ausgenommen das [Brenn]-holz, wobei die Nutznießung erst nach der Vernichtung erfolgt160Während der Feststrauß nicht zum Brennen bestimmt ist, sodaß die Benutzung dem Essen gleicht.. –", "Es gibt ja aber auch Kienholz161Zum Zünden od. zur Beleuchtung., bei dem die Nutznießung bei der Vernichtung erfolgt!? Raba erwiderte: Gewöhnliches Holz ist zum Heizen bestimmt.", "Über das Brennholz [streiten] Tannaím, denn es wird gelehrt: Man darf Früchte vom Siebentjahre nicht zu Einweich- oder Waschlauge verwenden; R. Jose sagt, man dürfe sie wohl dazu verwenden. –", "Was ist der Grund des ersten Tanna? – Die Schrift sagt: zum Essen, nicht aber zu Einweich- oder Waschlauge. – Was ist der Grund R. Joses? – Die Schrift sagt: für euch, für all eure Bedürfnisse, auch zu Einweich- oder Waschlauge. – Und der erste Tanna, es heißt ja: für euch!? – Dies erklärt er: für euch wie zum Essen, nur das, wobei die Nutznießung mit der Vernichtung erfolgt, ausgenommen Einweich- und Waschlauge, wobei die Nutznießung erst nach der Vernichtung [der Früchte] erfolgt. –", "Und R. Jose, es heißt ja: zum Essen!? – Hieraus folgert er: zum Essen, nicht aber zu einem Pflaster. Es wird nämlich gelehrt: Zum Essen, nicht aber zu einem Pflaster. Du sagst, zum Essen, nicht aber zu einem Pflaster, vielleicht ist dem nicht so, sondern: nicht zu Waschlauge!? Da es für euch heißt, so ist ja die Waschlauge einbegriffen, somit bedeutet zum Essen: zum Essen und nicht zu einem Pflaster. Was veranlaßt dich, die Waschlauge einzuschließen und das Pflaster auszuschließen?" ], [ "Ich schließe die Waschlauge ein, die für jeden Menschen verwendbar ist, und ich schließe das Pflaster aus, das nicht für jeden Menschen verwendbar ist. –", "Wer lehrte folgende Lehre der Rabbanan: Zum Essen, nicht aber zu einem Pflaster, zum Essen, nicht aber zum Sprengen; zum Essen, nicht aber daraus ein Brechmittel zu bereiten. Wer? R. Jose, denn nach den Rabbanan ist ja auch Einweich- und Waschlauge [auszuschließen].", "R. Elea͑zar sagte: [Früchte vom] Siebentjahre sind nur im Kaufwege162Man verkaufe sie an einen anderen u. die Heiligkeit wird auf den Erlös übertragen. auszuweihen, R. Joḥanan aber sagte, sowohl im Kaufwege als auch durch Ausweihung163Indem man sie durch eigenes Geld ausweiht.. –", "Was ist der Grund R. Elea͑zars? – Es heißt: 164Lev. 25,13.in solchem Jobeljahre &c. und darauf folgt:165Ib. V. 14.wenn ihr etwas verkaufet, also nur im Kaufwege und nicht durch Ausweihung. – Was ist der Grund R. Joḥanans? Es heißt:166Ib. V. 12.denn das ist ein Jobeljahr, es soll heilig sein; wie Geheiligtes sowohl im Kaufwege als auch durch Ausweihung, ebenso [Früchte vom] Siebentjahre, sowohl im Kaufwege als auch durch Ausweihung. –", "Wofür verwendet R. Joḥanan [die Worte] wenn ihr etwas verkaufet? – Diese verwendet er für die Lehre des R. Jose b. Ḥanina, denn es wird gelehrt: R. Jose b. Ḥanina sagte: Komm und sieh, wie streng sogar der Staub167Talmudische Redewendung für den leichtesten Fall der Übertretung irgend eines Gesetzes.des Siebentjahrsgesetzes ist. Wer mit Früchten des Siebentjahres handelt, verkauft zuletzt sogar seine Mobilien und seine Sachen, denn es heißt: in solchem Jobeljahre sollt ihr ein jeder wieder zu seinem Besitze kommen, und darauf folgt: wenn ihr eurem Nächsten etwas verkaufet &c168Fortsetzung dieser Androhung in der Parallelstelle Qid. Fol. 20a.. –", "Wofür verwendet R. Elea͑zar den Schriftvers R. Joḥanans!? – Diesen verwendet er für folgende Lehre: Denn das ist ein Jobeljahr, es soll heilig sein; wie Geheiligtes seinen Preis169Wenn Geheiligtes durch Geld ausgelöst wird, so wird die Heiligkeit auf das Geld übertragen, während jenes profan wird.erfaßt, ebenso erfaßt die Siebentjahrs[frucht] ihren Preis.", "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Elea͑zar und es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Joḥanan. Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Elea͑zar: Die Siebentjahrs[frucht] erfaßt ihren Preis, denn es heißt: denn das ist ein Jobeljahr, es soll euch heilig sein; wie Geheiligtes seinen Preis erfaßt, ebenso erfaßt die Siebentjahrs[frucht] ihren Preis.", "Demnach sollte wie das Geheiligte seinen Preis erfaßt und selbst profan wird, auch die Siebentjahrs[frucht] ihren Preis erfassen und selbst profan werden!? Es heißt sein, es verbleibt bei seiner Wesenheit.", "Zum Beispiel. Hat man für die Siebentjahrsfrüchte Fleisch gekauft, so ist beides im Siebentjahre170Cf. Dt. 26,13 u. Ms. V,6ff.fortzuschaffen; hat man für das Fleisch Fische gekauft, so wird das Fleisch profan und die Fische treten an seine Stelle; hat man für die Fische Wein gekauft, so werden die Fische profan und der Wein tritt an ihre Stelle; hat man für den Wein Öl gekauft, so wird der Wein profan und das Öl tritt an seine Stelle.", "Das Allerletzte verfällt also vom Siebentjahrsgesetze, während die originäre Frucht verboten bleibt. Da er ‘verkauft’ lehrt, so ist zu entnehmen, nur im Kaufwege und nicht durch Ausweihung.", "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Joḥanan: Sowohl Siebentjahrs[frucht] als auch zweiter Zehnt dürfen durch Tier, Wild oder Geflügel, lebend oder geschlachtet, ausgeweiht werden – so R. Meír; die Weisen sagen, sie dürfen nur durch geschlachtete ausgeweiht werden, nicht aber dürfen sie durch lebendige ausgeweiht werden, mit Rücksicht darauf, man könnte sie in ganzen Herden züchten.", "Raba sagte: Der Streit" ], [ "besteht nur über männliche [Tiere], über weibliche aber stimmen alle überein, daß man sie nur durch geschlachtete und nicht durch lebendige ausweihen darf, mit Rücksicht darauf, man könnte sie in ganzen Herden züchten.", "R. Aši sagte: Jener Streit171Zwischen RE. u. RJ. besteht nur über die originäre Frucht, über den Erlös aber stimmen alle überein, sowohl im Kaufwege als auch durch Ausweihung. Weshalb aber gebraucht er [den Ausdruck] ‘kaufen’? Da er im Anfangssatze [den Ausdruck] ‘kaufen’ gebraucht, gebraucht er auch im Schlußsatze172Dh. in der folgenden Barajtha, in der von den für den Zehnterlös gekauften Dingen gesprochen wird.[den Ausdruck] ‘kaufen’.", "Rabina wandte gegen R. Aši ein: Wie mache man es, wenn man einen Sela͑ vom Erlöse von Siebentjahrs[frucht] hat und dafür ein Hemd173Für den Erlös von Siebentjahrsfrüchten dürfen nur Genußmittel gekauft werden.kaufen will? Man gehe zu einem bekannten Krämer und spreche zu ihm: ‘Gib mir für einen Sela͑ Früchte’, und wenn dieser sie ihm gibt, spreche man: ‘Diese Früchte seien dir geschenkt’; und jener sage: ‘Da hast du diesen Sela͑ als Geschenk’; alsdann darf man dafür kaufen, was man wünscht. Hier handelt es sich ja um den Erlös, dennoch lehrt er, nur im Kaufwege, nicht aber durch Ausweihung!?", "Vielmehr, sagte R. Aši, der Streit besteht nur über den Erlös, über die originäre Frucht aber stimmen alle überein, nur im Kaufwege, nicht aber durch Ausweihung. – Er lehrt ja aber: sowohl Siebentjahrs[frucht] als auch zweiter Zehnt!? – Unter ‘Siebentjahrs[frucht]’ ist der Erlös der Siebentjahrs[frucht] zu verstehen.", "Wolltest du nicht so erklären, so wäre unter ‘Zehnt’ ebenfalls der originäre Zehnt zu verstehen, während es doch heißt:174Dt. 14,25.du sollst das Geld in deiner Hand binden175Der Zehnt darf nur durch geprägte Münzen ausgeweiht werden; das W. זצרת wird v. צזרה Figur abgeleitet.. Vielmehr ist der Erlös des Zehnten zu verstehen, ebenso ist der Erlös der Siebentjahrs[frucht] zu verstehen.", "xii ANFANGS WURDE DER FESTSTRAUSS IM TEMPEL ALLE SIEBEN TAGE UND IN DER PROVINZ NUR EINEN TAG GENOMMEN; NACHDEM ABER DER TEMPEL ZERSTÖRT WURDE, ORDNETE R. JOḤANAN B.ZAKKAJ AN, DASS DER FESTSTRAUSS AUCH IN DER PROVINZ ALLE SIEBEN TAGE GENOMMEN WERDE, ZUR ERINNERUNG AN DEN TEMPEL, \n", "UND DASS AM GANZEN SCHWINGETAGE176Der Tag, an dem die Schwingegarbe (Lev. 23,10 ff.) dargebracht, wurde, der 2. Tag des Pesaḥfestes (16. Nisan). Bis zu diesem Tage ist es verboten, diesjährige Feldfrüchte zu essen; cf. ib. V. 14.[FRISCHE FELDFRUCHT] VERBOTEN SEI.", "GEMARA. Woher, daß wir Anordnungen zur Erinnerung an den Tempel treffen? R. Joḥanan erwiderte: Es heißt:177Jer. 30,17.siehe, ich will dir einen Verband anlegen, dich von deinen Wunden heilen, Sprach des Herrn, weil sie dich eine Verstossene nennen, Çijon, um die sich niemand kümmert; «um die sich niemand kümmert», demnach kümmere man sich wohl.", "DASS AM GANZEN SCHWINGETAGE. Aus welchem Grunde? – Gar schnell könnte der Tempel erbaut werden, und man würde sagen: Im Vorjahre aßen wir frische [Feldfrucht] mit dem Aufleuchten des Ostens, ebenso wollen wir auch jetzt mit dem Aufleuchten des Ostens essen. Man würde aber nicht bedenken, daß im Vorjahre, wo keine Schwingegarbe [dargebracht wurde], das Aufleuchten des Ostens die Erlaubnis bewirkt hat, in diesem Jahre aber, wo die Schwingegarbe [darzubringen] ist, die Schwingegarbe die Erlaubnis bewirkt. –", "Wann sollte der Bau des Tempels fertig werden: wenn erst am sechzehnten [Nisan], so ist es ja schon mit dem Aufleuchten des Ostens erlaubt, und wenn bereits am fünfzehnten, so ist es ja von Mittag ab erlaubt, denn wir haben gelernt, den Fernwohnenden178Von Jerušalem, die die genaue Zeit der Darbringung nicht kannten.war es von Mittag ab erlaubt, weil das Gericht bei [der Darbringung] nicht lässig war!? –", "In dem Falle, wenn er nachts oder kurz vor Sonnenuntergang fertig wird. R. Naḥman b. Jiçḥaq erklärte: R. Joḥanan b. Zakkaj verfügte dies nach der Ansicht R. Jehudas, welcher sagt [am sechzehnten] sei es nach der Tora verboten, denn es heißt:" ], [ "179Lev. 23,14.bis zu diesem Tage selbst, bis zum ‘selbst’ des Tages, und er ist der Ansicht, ‘bis’ heiße einschließlich. –", "Ist er denn seiner Ansicht, er streitet ja gegen ihn!? Es wird nämlich gelehrt: Nachdem der Tempel zerstört wurde, ordnete R. Joḥanan b. Zakkaj an, daß am ganzen Schwingetage [diesjährige Feldfrucht] verboten sei. R. Jehuda sprach zu ihm: Dies ist ja auch nach der Tora verboten, denn es heißt: bis zu diesem Tage selbst, bis zum ‘selbst’ des Tages. –", "R. Jehuda hatte ihn mißverstanden; er glaubte, jener meine es rabbanitisch; dem ist aber nicht so, er meinte nach der Tora. – Es heißt ja aber Ordnete an’!? – ‘Ordnete an’ heißt er legte [den Schriftvers] aus180Daß das W. ‘bis’ einschließlich zu verstehen sei.und ordnete es an.", "xiii WENN DER ERSTE FESTTAG AUF EINEN ŠABBATH FÄLLT, SO BRFNGT DAS GANZE VOLK SEINE FESTSTRÄÜSSE [AM VORABENDE] NACH DEM BETHAUSE, UND AM NÄCHSTEN MORGEN KOMMT JEDER FRÜH, ERKENNT DEN SEINIGEN UND NIMMT IHN. DIE WEISEN SAGTEN NÄMLICH, AM ERSTEN FESTTAGE GENÜGE MAN SEINER PFLICHT NICHT MIT DEM FESTSTRAUSSE SEINES NÄCHSTEN, AN DEN ÜBRIGEN TAGEN DES FESTES GENÜGE MAN SEINER PFLICHT AUCH MIT DEM FESTSTRAUSSE SEINES NÄCHSTEN. xiv R. JOSE SAGT, WENN DER ERSTE FESTTAG AUF EINEN ŠABBATH FÄLLT UND MAN VERGESSENTLICH DEN FESTSTRAUSS AUF ÖFFENTLICHES GEBIET HINAUSTRÄGT, SO IST MAN181Von der Darbringung des Sündopfers. FREI, WEIL MAN IHN FÜGLICH182Er dachte nur an seine Pflicht u. vergaß darüber den Šabbath.HINAUSGETRAGEN HAT.", "GEMARA. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten:183Lev. 23,40.Ihr sollt nehmen, Das Nehmen muß durch jeden besonders erfolgen; euch, nur von eurem, ausgenommen das Geborgte und das Geraubte. Hieraus folgerten die Weisen, daß man am ersten Festtage seiner Pflicht nicht mit dem Feststrauße seines Nächsten genüge, es sei denn, daß dieser ihn ihm schenkt.", "Einst reisten R. Gamliél, R. Jehošua͑, R. Elea͑zar b. A͑zarja und R. A͑qiba auf einem Schiffe, und nur R. Gamliél hatte einen Feststrauß, den er um tausend Zuz gekauft hatte. Da nahm ihn R. Gamliél, genügte damit seiner Pflicht und schenkte ihn R. Jehošua͑: dann nahm ihn R. Jehošua͑, genügte damit seiner Pflicht und schenkte ihn R. Elea͑zar b. A͑zarja; dann nahm ihn R. Elea͑zar b. A͑zarja, genügte damit seiner Pflicht und schenkte ihn R. A͑qiba; dann nahm ihn R. A͑qiba, genügte damit seiner Pflicht und gab ihn R. Gamliél zurück. –", "Wozu erzählt er, daß er ihn ihm zurückgab? – Beiläufig lehrt er uns etwas: daß eine Schenkung mit der Bedingung der Rückgabe Schenkung heiße.", "So sagte auch Raba: [Wenn jemand zu einem sagt:] ‘da hast du diesen Etrog mit der Bedingung, daß du ihn mir zurückgibst’, und dieser ihn nimmt und damit seiner Pflicht genügt, so hat er, wenn er ihn ihm zurückgibt, seiner Pflicht genügt, und wenn er ihn ihm nicht zurückgibt, seiner Pflicht nicht genügt. –", "Wozu erzählt er, daß er ihn um tausend Zuz gekauft hatte? – Um dich wissen zu lassen, wie lieb ihnen die Gebote waren.", "Mar b. Amemar sprach zu R. Aši: Mein Vater pflegte mit diesem das Gebet zu verrichten. Man wandte ein: Man darf nicht Tephillin in seiner Hand oder eine Torarolle in seinem Schöße halten und beten; ferner darf man mit ihnen nicht urinieren, auch nicht mit ihnen schlafen, weder einen regelmäßigen Schlaf noch einen gelegentlichen Schlaf.", "Šemuél sagte: Messer, Schüssel, Brot und Geld gleichen hierin184Aus Besorgnis, man könnte sie fallen lassen, wird die Andacht beeinträchtigt.diesen. – Da ist es ja kein Gebot, und man ist dabei beunruhigt, hierbei aber ist es ein Gebot, und man ist dabei nicht beunruhigt.", "Es wird gelehrt: R. Elea͑zar b. Çadoq erzählte: Die Leute in Jerušalem pflegten wie folgt zu verfahren. Verließ einer seine Wohnung, mit dem Feststrauße in der Hand; ging er in das Bethaus, mit dem Feststrauße in der Hand; las er das Šema͑ und verrichtete er das Gebet, mit dem Feststrauße in der Hand; las er aus der Tora oder erhob er die Hände [zum Priestersegen], so legte er ihn auf die Erde; ging er Kranke besuchen oder Leidtragende trösten, mit dem Feststrauße in der Hand; ging er ins Lehrhaus, so schickte er den Feststrauß durch einen Sohn, seinen Sklaven oder seinen Boten [nach Hause]. –", "Was lehrt er uns damit? – Wie achtsam sie mit den Geboten waren.", "R. JOSE SAGT, WENN DER FESTTAG. Abajje sprach:" ], [ "Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn man seiner Pflicht noch nicht genügt hat, hatte man aber seiner Pflicht bereits genügt, so ist man schuldig. – Mit dem Aufheben hat man seiner Pflicht genügt!? Abajje erwiderte: Wenn man ihn verkehrt anfaßt.", "Raba erwiderte: Du kannst auch sagen, nicht verkehrt, jedoch in dem Falle, wenn man ihn in einem Gefäße hinausträgt. – Raba selbst sagte ja, das Anfassen mit einer anderen Sache gelte als Anfassen!? – Dies nur in würdiger Weise, nicht aber in verächtlicher Weise.", "R. Hona sagte: R. Jose lehrte, wenn unter dem Geflügel185Am Altar, wo die dargebrachten Tiere hingeworfen werden.ein Geflügelbrandopfer gefunden wird, und [ein Priester] im Glauben, es sei ein Sündopfer, es gegessen hat, so ist er frei. – Er lehrt uns somit, daß, wenn man bei einem Gebote186Das Sündopfer vor Ablauf der Frist zu essen.sich geirrt hat, man frei sei, und dies ist ja dasselbe!? –", "Man könnte glauben, man sei nur da frei, wo man sich bei einem Gebote geirrt und ein Gebot ausgeübt hat, nicht aber hierbei, wo er sich bei einem Gebote geirrt und kein Gebot ausgeübt hat, so lehrt er uns.", "Man wandte ein: R. Jose sagt: Wenn er am Šabbath das beständige Opfer nicht vorschriftsmäßig untersucht187Die Opfertiere werden in einem besonderen Raume auf ihre Fehlerlosigkeit untersucht.geschlachtet hat, so ist er ein Sündopfer schuldig, auch ist ein anderes beständiges Opfer erforderlich.", "[Dieser erwiderte:] Hieraus ist nichts zu entnehmen, denn hierzu wurde gelehrt: R. Šemuél b. Aḥitaj erklärte im Namen R. Hamnuna des Greisen im Namen des R, Jiçḥaq b. Ašijan im Namen R. Honas im Namen Rabhs: Wenn er es aus der Kammer geholt hat, in der sich die nicht untersuchten befinden.", "xv DIE FRAU DARF DEN FESTSTRAUSS AM ŠABBATH AUS DER HAND IHRES SOHNES ODER IHRES MANNES NEHMEN UND IHN IN WASSER STELLEN. R. JEHUDA SAGT, AM ŠABBATH DÜRFE MAN IHN WIEDER [IN WASSER] STELLEN, AM FESTTAGE [WASSER] ZUGIESSEN UND AM HALBFESTE [DAS WASSER] WECHSELN.", "EIN MINDERJÄHRIGER, DER [DEN FESTSTRAUSS] ZU SCHÜTTELN VERSTEHT, IST ZUM FESTSTRAUSSE VERPFLICHTET.", "GEMARA. Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, eine Frau dürfe ihn, da sie dazu nicht verpflichtet ist, [am Šabbath] nicht nehmen, so lehrt er uns.", "EIN MINDERJÄHRIGER, DER [DEN FESTSTRAUSS] ZU SCHÜTTELN VERSTEHT. Die Rabbanan lehrten: Ein Minderjähriger, der [den Feststrauß] zu schütteln versteht, ist zum Feststrauße verpflichtet; sich in das Çiçithgewand zu hüllen, ist zum Çiçithgebote verpflichtet; seine Tephillin zu behüten, dem muß sein Vater Tephillin kaufen; und wenn [das Kind] zu sprechen versteht, muß sein Vater ihn die Tora und das Šema͑lesen lehren. –", "Was ist unter Tora zu verstehen? R. Hamnuna erwiderte: [Der Vers:]188Dt. 33,4.Die Tora hat uns Moše anbefohlen zum Erbbesitze für die Gemeinde Ja͑qobs. – Was ist unter Šema͑lesen zu verstehen? – Der erste Vers.", "Wenn er seinen Körper [vor Unreinheit] zu hüten versteht, so darf man [Speisen] in Reinheit essen, die er mit dem Körper berührt hat; wenn er seine Hände [vor Unreinheit] zu hüten versteht, so darf man [Speisen] in Reinheit essen, die er mit den Händen [berührt] hat; wenn er befragt189Ob er die bezügl. Unreinheit berührt hat, u. er zu antworten weiß ob ja, ob nein, od. es ihm zweifelhaft ist.werden kann, und es im Zweifel läßt, so ist das Zweifelhafte auf Privatgebiet unrein und auf öffentlichem Gebiete rein. Wenn er die Hände [zum Priestersegen] auszubreiten versteht, so wird ihm die Hebe auf der Tenne zugeteilt." ], [ "Wenn er zu schächten versteht, darf man von seiner Schächtung essen. R. Hona sagte: Dies nur, wenn ein Erwachsener neben ihm steht.", "Wenn [das Kind] eine Getreidespeise im Quantum einer Olive essen kann, entferne man sich190Beim Beten od. Šemalesen.vier Ellen von seinem Kote und seinem Urin. R. Ḥisda sagte: Dies nur, wenn er es essen kann in einer Zeit, in der man ein Peras ißt. R. Ḥija, Sohn des R. Jeba, sagte: Bei einem Erwachsenen, auch wenn er es in der Zeit, in der man ein Peras ißt, nicht essen kann, denn es heißt:191Ecc. 1,18.wer an Weisheit zunimmt, nimmt an Schmerzen zu.", "Kann er Gebratenes im Quantum einer Olive aufessen, so zähle man ihn beim Schlachten des Pesaḥlammes mit, denn es heißt:192Ex. 12,4.jeder gemäß seinem, Essen. R. Jehuda sagte: Nur dann, wenn er das Eßbare herauszunehmen versteht, wenn man ihm beispielsweise einen Klumpen gibt und er ihn fortwirft, eine Nuß und er zugreift.", "", "i FÜR DEN FESTSTRAUSS UND DIE BACHWEIDE SIND SECHS ODER SIEBEN TAGE BESTIMMT, FÜR DAS LOBLIED UND DIE FESTFREUDE ACHT TAGE, FÜR DIE FESTHÜTTE UND DAS WASSERGIESSEN1Cf. infra Fol. 48a. SIEBEN TAGE, FÜR DAS FLÖTEN[SPIEL] FÜNF ODER SECHS TAGE.", "ii WIESO SIEBEN TAGE FÜR DEN FESTSTRAUSS? FÄLLT DER ERSTE FESTTAG AUF EINEN ŠABBATH, SO SIND ES SIEBEN2Der Feststrauß verdrängt am ersten Festtage den Šabbath, somit fällt er an keinem Tage aus; ebenso die Bach weide am 7. Festtage. TAGE FÜR DEN FESTSTRAUSS, WENN AUF EINEN ANDEREN TAG, SO SIND ES SECHS.", "iii WIESO SIEBEN TAGE FÜR DIE BACHWEIDE? FÄLLT DER SIEBENTE FESTTAG, DER DER BACHWEIDE, AUF EINEN ŠABBATH, SO SIND ES SIEBEN TAGE FÜR DIE BAGHWEIDE, WENN AUF EINEN ANDEREN TAG, SO SIND ES SECHS.", "iv WIE VERFÄHRT MAN AM ŠABBATH MIT DEM GEBOTE DES FESTSTRAUSSES? FÄLLT DER ERSTE FESTTAG AUF EINEN ŠABBATH, SO BRINGT JEDER SEINEN FESTSTRAUSS [AM VORABEND] NACH DEM TEMPELBERGE, UND DIE TEMPELDIENER NEHMEN SIE AB UND ORDNEN SIE AUF DEM SÄULENGANGE; GREISE3Die das. Gedränge fürchten. ABER BRINGEN DIE IHRIGEN IN EINE KAMMER. MAN BELEHRT SIE, DASS JEDER ERKLÄRE: WEM AUCH MEIN FESTSTRAUSS IN DIE HÄNDE KOMMT, DEM SEI ER GESCHENKT.", "AM NÄCHSTEN MORGEN KOMMEN SIE FRÜH HIN, DIE TEMPELDIENER WERFEN IHNEN DIE FESTSTRÄUSSE ZU, UND SIE HASCHEN NACH DIESEN UND SCHLAGEN AUF EINANDER EIN. ALS DAS GERIGHT SAH, DASS SIE DADURCH IN GEFAHR GERIETEN, ORDNETE ES AN, DASS JEDER [DEN FESTSTRAUSS] NACH HAUSE NEHME4Ihn zu schütteln u. seiner Pflicht zu genügen..", "GEMARA. Weshalb denn, dies ist ja nichts weiter als ein Umtragen und sollte den Šabbath verdrängen5Da es sich um ein Gebot der Tora handelt.!? Rabba erwiderte: Mit Rücksicht darauf, man könnte ihn in die Hand nehmen und zu einem Kundigen lernen6Den Segen od. das Schütteln. gehen," ], [ "und so vier Ellen auf öffentlichem Gebiete tragen. Dies ist auch der Grund bei der Posaune7Die beide am Šabbath ausfallen. und bei der Esterrolle7Die beide am Šabbath ausfallen.. –", "Demnach sollte dies auch vom ersten Festtage gelten!? – Die Rabbanan haben ja angeordnet, ihn am ersten nach Hause zu nehmen. – Allerdings nach der Anordnung, wie ist es aber [hinsichtlich der Zeit] vor der Anordnung zu erklären!? –", "Vielmehr, beim ersten, an dem es nach der Tora auch in der Provinz zu erfolgen hat, haben die Rabbanan nichts berücksichtigt, bei den übrigen, an denen es nach der Tora in der Provinz nicht zu erfolgen hat, haben die Rabbanan nichts berücksichtigt. –", "Demnach auch jetzt8Sollte der Feststrauß am 1. Festtage den Šabbath verdrängen.!? – Wir sind in der Festsetzung des Neumondes nicht kundig9Es ist möglicherweise gar nicht der 1. Festtag.. – Bei ihnen10In Palästina.aber, die in der Festsetzung des Neumondes kundig sind, sollte er ihn doch verdrängen!? –", "Dem ist auch so. Eines lehrt nämlich, daß man, wenn der erste Festtag auf einen Šabbath fällt, den Feststrauß [am Vorabend] nach dem Tempelberge bringe, und ein Anderes lehrt, nach dem Bethause. Wahrscheinlich das Eine in der Zeit, als der Tempel noch bestanden hat, und das Andere in der Zeit, als der Tempel nicht mehr bestanden hat. Schließe hieraus. –", "Woher, daß es nach der Tora [am ersten] auch in der Provinz zu erfolgen hat? – Es wird nämlich gelehrt:11Lev. 23,40.ihr sollt nehmen, das Nehmen hat durch jeden besonders zu erfolgen;", "11Lev. 23,40.euch; von eurem, ausgenommen das Geborgte und das Geraubte;11Lev. 23,40.am Tage, auch am Šabbath; ersten, auch in der Provinz, an dem ersten, dies lehrt, daß ihn nur der erste Festtag verdränge.", "Der Meister sagte: Am Tage, auch am Šabbath. Merke, dies ist ja überhaupt nichts weiter als ein Umtragen, ist dann ein Schriftvers nötig, das Umtragen zu erlauben12Das Verbot des Umtragens am Šabbath ist rabbanitisch, somit ist ja kein Schriftvers zur Ausschaltung desselben nötig.!? Raba erwiderte: Dieser ist wegen der Erfordernisse zum Feststrauße nötig, nach dem Autor der folgenden Lehre: Der Feststrauß und all seine Erfordernisse verdrängen den Šabbath – so R. Elie͑zer. –", "Was ist der Grund R. Elie͑zers? – Die Schrift sagt: am Tage, auch am Šabbath. – Wofür verwenden die Rabbanan [das Wort] am Tage? – Hieraus folgern sie: nur am Tage und nicht nachts. – Woher entnimmt R. Elie͑zer, daß es nur am Tage und nicht nachts erfolge? – Er entnimmt dies aus dem Schlüsse des Verses:11Lev. 23,40.ihr sollt sieben Tage lang vor dem Herrn, eurem Gott, fröhlich sein. Tage und nicht Nächte. – Und die Rabbanan!? – Wenn nur hieraus, so könnte man glauben, man folgere durch [das Wort] Tage13Daß sowohl bei der Festhütte als auch beim Feststrauße gebraucht wird.von der Festhütte, wie diese Tage und auch Nächte, ebenso jener Tage und auch Nächte. –", "Woher dies von der Festhütte selbst? – Die Rabbanan lehrten: 14Lev, 23,42.In Hütten sollt ihr sieben Tage wohnen, Tage und auch Nächte. Du sagst, Tage und auch Nächte, vielleicht ist dem nicht so, sondern Tage und nicht Nächte!? Dies ist auch durch einen Schluß zu folgern: hier heißt es Tage und beim Feststrauße heißt es Tage, wie da Tage und nicht Nächte, ebenso hierbei Tage und nicht Nächte.", "Oder aber wie folgt: hier heißt es Tage und bei der Einsetzung15Cf. Lev. Kap. 8.heißt es Tage, wie da Tage und auch Nächte, ebenso hier Tage und auch Nächte.", "Man beachte daher, mit wem es zu vergleichen ist: man folgere hinsichtlich eines Gebotes, das den ganzen Tag gilt, von einem Gebote, das ebenfalls den ganzen Tag gilt, nicht aber vom [Feststrauße], der nur für eine Stunde gilt. Oder aber wie folgt: man folgere hinsichtlich eines Gebotes, das für die Dauer bestimmt ist, von einem Gebote, das ebenfalls für die Dauer bestimmt ist, nicht aber von der Einsetzung, die nicht für die Dauer bestimmt war.", "Daher heißt es" ], [ "wohnen, und dies dient als Wortanalogie; hierbei heißt es wohnen und bei der Einsetzung16Lev. 8,35.heißt es wohnen, wie da Tage und auch Nächte, ebenso hier Tage und auch Nächte.", "WIESO SIEBEN TAGE FÜR DIE BACHWEIDE? Weshalb verdrängt die [Prozession der] Bachweide am siebenten [Festtage] den Šabbath? R. Joḥanan erwiderte: Um bekannt zu machen, daß sie ein Gebot der Tora ist. – Demnach sollte ihn auch der Feststrauß verdrängen, um bekannt zu machen, daß er ein Gebot der Tora ist!? –", "Beim Feststrauße ist [die Befürchtung] Rabbas17Ob. Fol. 42b; man könnte ihn am Šabbath auf öffentl. Gebiete tragen.berücksichtigt worden. – Demnach sollte man dies auch bei der Bachweide berücksichtigen!? – Die Bachweide wird von den Gerichtsboten geholt, während der Feststrauß jedem überlassen ist. –", "Demnach sollte sie ihn auch an jedem anderen Tage verdrängen!? – Dadurch würde man den Feststrauß zurücksetzen18Wörtl. man würde am Feststrauße rütteln, dh. die Bedeutung desselben bezweifeln, da er nur an einem Tage den Šabbath verdrängt.. – Sollte sie ihn am ersten Festtage verdrängen!? – Dann würde es nicht merklich sein, denn man würde sagen, der Feststrauß sei es, der ihn verdrängt19Und nebenher nun auch für die Bachweide freigegeben..", "Sollte sie ihn an einem der übrigen Tage verdrängen!? – Da es am ersten ausgeschlossen ist, so versetze es auf den siebenten. –", "Demnach sollte sie ihn auch jetzt verdrängen!? – Wir sind in der Festsetzung des Neumondes nicht kundig20Cf. Anm. 9 mut. mut. –", "Bei ihnen10In Palästina.aber, die ja in der Festsetzung des Neumondes kundig sind, sollte sie ihn doch verdrängen!? – Als Bar Hedja kam, sagte er, dies sei nie21Um dies zu vermeiden, pflegte man in einem solchen Falle den Vorhergehenden Monat zum Schaltmonate zu machen.vorgekommen. Als Rabin und alle Seefahrer22Benennung der Gelehrten u. Jünger, die von Palästina nach Babylonien zu reisen pflegten. kamen, sagten sie, dies sei vorgekommen, und sie verdrängte ihn nicht. –", "So besteht ja unser Einwand!? R. Joseph erwiderte: Wer sagt uns, daß man die Bachweide nahm, vielleicht stellte man sie nur auf23Um den Altar (cf. infra Fol. 45a), was in der Jetztzeit ausgeschlossen ist..", "Abajje wandte gegen ihn ein: Für den Feststrauß und für die Bachweide sind sechs oder sieben Tage bestimmt. Doch wohl [verfuhr man mit dieser] wie mit dem Feststrauße: wie der Feststrauß genommen wurde, ebenso wurde auch die Bachweide genommen!? – Wieso denn, jener so und diese anders.", "Abajje wandte ferner gegen ihn ein: An jedem Tage umkreiste man den Altar einmal, an diesem Tage siebenmal. Doch wohl mit der Bachweide!? – Nein, mit dem Feststrauße. – Aber R. Naḥman sagte ja im Namen des Rabba b. Abuha, mit der Bachweide!? Dieser erwiderte: Jener sagte dir, mit der Bachweide, ich sage, mit dem Feststrauße. Es wurde gelehrt: R. Elea͑zar sagt, mit dem Feststrauße. Rabh und Šemuél sagen im Namen R. Ḥaninas, mit der Bachweide. Ebenso sagte R. Naḥman im Namen des Rabba b. Abuha, mit der Bachweide.", "Raba sprach zu R. Jiçḥaq, dem Sohne des Rabba b. Bar Ḥana: Gelehrtensohn, komm, ich will dir was Schönes sagen, was dein Vater gesagt hat: Wir haben gelernt: An jedem Tage umkreiste man den Altar einmal, an diesem Tage umkreiste man ihn siebenmal. Hierzu sagte dein Vater im Namen R. Elea͑zars: mit dem Feststrauße.", "Er wandte gegen ihn ein: Der Feststrauß verdrängt den Šabbath am Anfang [des Festes] und die Bachweide am Ende. Einst fiel der siebente Festtag, der der Bachweide, auf einen Šabbath, und sie brachten die Bachweidenzweige am Vorabend des Šabbaths und legten sie in den Vorhof; als aber die Boëthosäer dies bemerkten, nahmen sie sie fort und versteckten sie unter die Steine.", "Am folgenden Tage bemerkten dies die Leute aus dem gemeinen Volke24Die nicht wußten, daß man am Šabbath keine Steine fortschaffen darf.und zogen sie hervor; da holten die Priester sie heran und stellten sie an die Seiten des Altars auf. Die Boëthosäer geben nämlich nicht zu, daß das Schlagen der Bachweide25Wie dies bei der Prozession erfolgte; cf. infra Fol. 45a.
26. Und keine rabbanitische Anordnung.
den Šabbath verdränge.", "Sie wurde also genommen!? Eine Widerlegung. –", "Demnach sollten jene10In Palästina.ihn verdrängen lassen!? – Da wir ihn nicht verdrängen lassen, lassen auch sie ihn nicht verdrängen. – Aber am ersten Festtage wurde er ja bei ans nicht verdrängt, bei ihnen aber wurde er wohl verdrängt!? –" ], [ "Ich will dir sagen, auch bei ihnen wurde er nicht verdrängt. – Dem widersprechen ja folgende beide Lehren!? Eines lehrt, das ganze Volk brachte den Feststrauß nach dem Tempelberge, und ein Anderes lehrt, nach dem Bethause, und wir erklärten: das Eine in der Zeit, als der Tempel noch bestanden hat, und das Andere in der Zeit, als der Tempel nicht mehr bestanden hat. –", "Nein, beide in der Zeit, als der Tempel noch bestanden hat, dennoch widersprechen sie einander nicht. Denn das eine spricht vom Tempel und das Andere von der Provinz.", "Abajje sprach zu Rabba: Weshalb wird der Feststrauß zur Erinnerung an den Tempel an sieben [Tagen genommen], die Bachweide aber nicht zur Erinnerung an den Tempel an sieben [Tagen genommen]? Dieser erwiderte: Weil man schon mit der Bachweide im Feststrauße seiner Pflicht genügt. Jener entgegnete: Diese gehört ja zum Feststrauße!? Wolltest du aber erwidern, man hebe sie einmal hoch, dann hebe man sie wiederum hoch, so ist es ja (tägliche) Tatsache, daß wir dies nicht tun!?", "R. Zebid erwiderte im Namen Rabas: Der Feststrauß ist ein Gebot der Tora, daher nehmen wir ihn zur Erinnerung an den Tempel an sieben [Tagen], die Bachweide ist nur rabbanitisch, daher nehmen wir sie nicht zur Erinnerung an den Tempel an den sieben [Tagen]. –", "Nach wessen Ansicht: wollte man sagen, nach Abba Šaúl, so sagt er ja, es heiße Bachweiden, zwei, eine für den Feststrauß und eine für [die Prozession im] Tempel, und wenn nach der der Rabbanan, so ist es ja eine überlieferte Halakha!? R. Asi sagte nämlich im Namen R. Joḥanans im Namen des R. Neḥunja aus dem Tale Beth Ḥivartan: Die [Lehren von den] zehn Setzlingen27Cf. Sb. I,6., der Bachweide und [der Prozession] des Wassergießens sind Moše am Sinaj überlieferte Halakoth.", "Vielmehr, erklärte R. Zebid im Namen Rabas, den Feststrauß, der auch für die Provinz seinen Ursprung in der Tora hat, nehmen wir zur Erinnerung an den Tempel an sieben [Tagen], die Bachweide aber, die für die Provinz keinen Ursprung in der Tora hat, nehmen wir nicht zur Erinnerung an den Tempel an sieben [Tagen].", "Reš Laqiš sagte: Auch gebrechenbehaftete Priester drängten sich zwischen Vorhalle28Diese Stelle durften sie sonst nicht betreten.und Altar, um ihrer Pflicht der Bachweide zu genügen. R. Joḥanan sprach zu ihm: Wer sagt dies29Daß dies Pflicht sei.? – Wer dies sagte, er selbst sagte es ja, denn R. Asi sagte im Namen R. Joḥanans im Namen des R. Neḥunja aus dem Tale Beth Ḥivartan, die [Lehren von den] zehn Setzlingen, der Bachweide und [der Prozession] des Wassergießens seien Moše am Sinaj überlieferte Halakhoth!? –", "Vielmehr, wer sagte, daß man sie nehme, vielleicht stelle man sie nur auf; wer sagte, auch gebrechenbehaftete30Sodaß ein Priester sie für andere aufstellen kann., vielleicht gebrechenfreie!?", "Es wurde gelehrt: R. Joḥanan und R. Jehošua͑ b. Levi [streiten]; einer sagt, die Bachweide sei eine Institution der Propheten, und einer sagt, die Bachweide sei ein Brauch der Propheten. Es ist zu beweisen, daß R. Joḥanan es ist, welcher sagt, sie sei eine Institution der Propheten. R. Abahu sagte nämlich im Namen R. Joḥanans, die Bachweide sei eine Institution der Propheten. Schließe hieraus.", "R. Zera sprach zu R. Abahu: Kann R. Joḥanan dies denn gesagt haben, R. Joḥanan sagte ja im Namen des R. Neḥunja aus dem Tale Beth Ḥivartan, die [Lehren von den] zehn Setzlingen, der Bachweide und [der Prozession] des Wassergießens seien Moše am Sinaj überlieferte Halakhoth!? Eine Weile war er bestürzt, dann erwiderte er: Man hatte es31Während des babylonischen Exils.vergessen, und sie ordneten es wieder an. –", "Kann R. Joḥanan dies denn gesagt haben, er sagte ja: Die eurigen sagen, sie sei ihre32Dh. die Gelehrten Palästinas geben zu, daß die Tora in Babylonien besser gepflegt wurde (cf. Bq. 117b); demnach konnten sie es in Babylonien nicht vergessen haben.!? – Das ist kein Einwand;" ], [ "eines für den Tempel und eines für die Provinz33Die überlieferte Lehre galt nur für den Tempel..", "R. Ami sagte: Für die Bachweide ist die bestimmte Größe erforderlich, sie darf nur allein genommen werden, und man genügt seiner Pflicht nicht mit der Bachweide des Feststraußes. –", "Wenn der Meister sagt, sie dürfe nur allein genommen werden, ist es ja selbstverständlich, daß man seiner Pflicht nicht durch die Bachweide des Feststraußes genüge!? – Man könnte glauben, nur wenn man sie nicht hochhebt und wiederum hochhebt, nicht aber wenn man sie hochhebt und wiederum hochhebt, so lehrt er uns. R. Ḥisda aber sagte im Namen R. Jiçḥaqs: Man genügt am ersten Tage des Festes seiner Pflicht mit der Bachweide des Feststraußes. –", "Welches ist die bestimmte Größe? R. Naḥman erwiderte: Drei feuchte blättrige Zweiglein. R. Šešeth sagte: Selbst ein Zweiglein und ein Blatt. – Ein Zweiglein und ein Blatt, wie kommst du darauf!? – Sage vielmehr: selbst ein Zweiglein mit einem Blatte.", "Ajbu erzählte: Als ich einst vor R. Jiçhaq stand, brachte ihm jemand eine Bachweide, und er schlug sie, ohne den Segen zu sprechen. Er ist also der Ansicht, sie sei ein Brauch der Propheten. Ajbu und Ḥizqija, die Söhne der Tochter Rabhs, brachten Rabh eine Bachweide, und er schlug sie, ohne den Segen zu sprechen. Er ist also der Ansicht, sie sei ein Brauch der Propheten.", "Abju erzählte: Als ich einst vor R. Elie͑zer b. Jiçḥaq stand, kam jemand vor ihn und sprach: Ich besitze Dörfer, ich besitze Gärten und ich besitze Oliven; da kamen [im Siebentjahre] Dorfbewohner, gruben die Gärten um und aßen [dafür]34Ohne sie für die Armen freizugeben.von den Oliven; ist dies recht oder nicht? Dieser erwiderte: Es ist nicht recht. Als jener ihn verließ und fortging, sprach dieser: Bereits vierzig Jahre wohne ich in diesem Lande, und noch nie sah ich jemand, der so sehr auf rechten Pfaden wandelt, wie dieser Mann. Hierauf kam er wieder und dieser sprach zu ihm: Gib die Oliven den Armen frei, und denen, die die Gärten umgruben, gib einige Kupfermünzen35Wörtl. Peruṭas; kleinste Scheidemünze.. –", "Ist denn das Umgraben im Siebentjähre erlaubt, es wird ja gelehrt:36Ex. 23,11.Im siebenten Jahre sollst da es unbestellt und brach lassen; unbestellt, nicht umgraben; und brach, nicht entsteinigen. R. U͑qaba b. Ḥama erwiderte: Es gibt zweierlei Arten des Umgrabens: die Ritzen ausfüllen und die Bäume kräftigen; die Bäume kräftigen ist verboten, die Ritzen ausfüllen ist erlaubt.", "Ajbu sagte im Namen des R. Elea͑zar b. Çadoq: Man gehe am Vorabend des Šabbaths nicht mehr als drei Parasangen37Weil man spät nach Hause kommen und nichts zur Šabbathmahlzeit vorfinden würde.. R. Kahana sprach: Dies nur nach Hause, wenn aber nach der Herberge, so rechnet man mit dem, was man bei sich hat.", "Manche lesen: R. Kahana sprach: Sogar in dem Falle, wenn man nach Hause geht. R. Kahana erzählte: Mir passierte es, daß ich nicht einmal Bratfische vorfand.", "WIE VERFÄHRT MAN MIT DEM GEBOTE DES FESTSTRAUSSES. Ein Schüler rezitierte vor R. Naḥman: Sie ordnen sie auf dem Dache38In der Textsprache ist dieses Wort leicht mit der Partikel ‘auf’ zu verwechseln.des Säulenganges. Da sprach dieser zu ihm:" ], [ "Sollten sie etwa getrocknet werden!? Lies vielmehr: auf dem Säulengange. Reḥaba sagte im Namen R. Jehudas: Der Tempelberg hatte eine Doppelstoa, eine Stoa innerhalb einer Stoa39Von diesen Säulengängen spricht die Mišna..", "v WIE VERFÄHRT MAN MIT DEM GEBOTE DER BAGHWEIDE? UNTERHALB JERUŠALEMS GIBT ES EINEN ORT NAMENS MOÇA; DAHIN GEHT MAN HINAB UND SAMMELT WEIDENZWEIGE, SODANN KOMMT MAN ZURÜCK UND STELLT SIE AN DEN SEITEN DES ALTARS AUF, DIE SPITZEN ÜBER DEN ALTAR GENEIGT, WOBEI IN DIE POSAUNE GESTOSSEN, GETRILLERT40Cf. Bd. Π S. 502 Anm. 103.UND VTIEDERÜM GESTOSSEN WURDE. AN JEDEM TAGE UMKREIST MAN DEN ALTAR EINMAL UND SPRICHT: ‘ACH, HERR, HILF DOCH, ACH, HERR, LASS DOCH GELINGEN!’ R. JEHUDA SAGT: ‘ICH UND ER41‘Ich und er’ soll eine Bezeichnung für Gott sein; nach einer Erklärung Raschis ist אני eine abgekürzte Form von אדני und זהז einer der in der Qabala bekannten 72 Gottesnamen (cf. Sab. Fol. 104a). אני והו hat auch den Zahlenwert von אנא יהוה., HILF DOCH’. AN DIESEM TAGE ABER UMKREIST MAN DEN ALTAR SIEBENMAL. WAS SAGT MAN BEIM FORTGEHEN? ‘HULDIGUNG42Wörtl. Schönheit; auch dieses Wort scheint eine Umschreibung od. Übertragung zu sein.DIR, O ALTAR, HULDIGUNG DIR, O ALTAR!’ R. ELIE͑ZER SAGT: ‘GOTT UND DIR, O ALTAR, GOTT UND DIR, O ALTAR.’", "vi WIE AM WOCHENTAGE, SO AUCH AM ŠABBATH, NUR DASS MAN SIE SCHON AM VORABENDE SAMMELTE UND IN GOLDENE KÜBEL STELLTE, DAMIT SIE NICHT WELKEN. R. JOḤANAN B.BEROQA SAGTE: MAN HOLTE PALMENWEDEL UND SCHLUG DAMIT AN DEN SEITEN DES ALTARS AUF DIE ERDE; DIESER TAG WURDE [TAG DES] WEDELSCHLAGENS GENANNT. vii GLEICH DARAUF RISSEN DIE KINDER IHRE PALMENZWEIGE HERAUS UND ASSEN IHRE ETROGIM.", "GEMARA. Es wird gelehrt: Es war eine Kolonie. – Weshalb nennt sie unser Tanna Moça? – Sie war von der königlichen Steuer befreit, und deshalb nennt er sie Moça43Von יצא hinausgehen, ausgeschlossen sein..", "SODANN KOMMT MAN ZURÜCK UND STELLT SIE AN DEN SEITEN &C. Es wird gelehrt: Sie waren viel und lang, elf Ellen hoch, damit sie eine Elle über den Altar ragen.", "Meremar sagte im Namen Mar Zuṭras: Es ist zu beweisen, daß man sie auf das Fundament stellte, denn wenn du sagen wolltest, man stellte sie auf den Boden, wieso konnten sie dann eine Elle über den Altar ragen!? [Es wird nämlich gelehrt:] Eine Elle44Des Altars; cf. Mid. III, 1. aufwärts und eine Elle einwärts, [das war] das Fundament; fünf Ellen aufwärts und eine Elle einwärts, [das war] der Sims, und drei Ellen aufwärts waren die Hörner45Ständen sie auf dem Boden, so könnten sie bei 11 Ellen den Altar nicht 1 Elle überragen, da sie schräg gestanden haben.. Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß man sie auf das Fundament stellte. Schließe hieraus.", "R. Abahu sprach: Hierauf deutet folgender Schriftvers: es heißt:46Ps. 118,27.umringt47So nach der talmudischen Auslegung.das Festopfer mit Zweigen47So nach der talmudischen Auslegung., bis an die Hörner des Altars. R. Abahu sagte im Namen R. Elea͑zars: Wer den Feststrauß zusammengebunden und die dichtbelaubte Myrte nimmt, dem rechnet es die Schrift an, als hätte er einen Altar gebaut und darauf ein Opfer dargebracht, denn es heißt:" ], [ "bindet den Fest[strauß] mit [dichtbelaubten]Zweigen, bis an die Hörner des Altars48Dh. dies gleicht einem Opfer, dessen Blut auf die Hörner des A.s gesprengt wird; cf. Ex. 29,12uö.. R. Jirmeja sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj, und R. Joḥanan sagte es im Namen des R. Šimo͑n aus Maḥoza im Namen des R. Joḥanan aus Makoth49Dieser Ortsname ist sonst nicht bekannt; in den Handschriften variiert er sehr.: Wer an das Fest [den folgenden Tag] durch Essen und Trinken bindet, dem rechnet es die Schrift an, als hätte er einen Altar gebaut und darauf ein Opfer dargebracht, denn es heißt: bindet das Fest mit Zweigen50Eigentlich mit Fettem (בעבתים v. עב fett, dick abgeleitet) zu übersetzen., bis an die Hörner des Altars.", "Ḥizqija sagte im Namen R. Jirmejas im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Bei all [solchen] Geboten genügt man seiner Pflicht nur dann, wenn man [die Sache] so hält, wie sie wächst, denn es heißt:51Ex. 26,15.von Akazienholz, aufrechtstehend.", "Desgleichen wird gelehrt: Von Akazienholz, aufrechtstehend, die wie bei ihrem Wachsen52Mit der Wurzelseite nach unten.
53. Gutes Stammholz.
stehen. Eine andere Erklärung: Aufrechtstehend; man könnte glauben, ihre Hoffnung sei verloren und ihre Aussicht dahin, so heißt es: von Akazienholz, aufrechtstehend, die in alle Ewigkeit stehen bleiben.", "Ferner sagte Ḥizqija im Namen R. Jirmejas im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Ich könnte die ganze Welt vom Tage meiner Erschaffung bis jetzt vom Strafgerichte befreien; mit meinem Sohne Elea͑zar zusammen sogar seit der Erschaffung der Welt bis jetzt; und wenn Jotham, der Sohn U͑zijahus, noch mit uns wäre, sogar seit der Erschaffung der Welt bis zum Weltende.", "Ferner sagte Ḥizqija im Namen R. Jirmejas im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Ich sah die erhabenen Leute, und ihrer sind nur wenige vorhanden; sind deren tausend, so gehöre ich und mein Sohn zu ihnen, sind deren hundert, so gehöre ich und mein Sohn zu ihnen, sind deren zwei so sind es ich und mein Sohn. – Sind deren denn so wenige, Raba sagte ja, eine Reihe von achtzehntausend [Frommen] weilt vor dem Heiligen, gepriesen sei er, denn es heißt:54Ez. 48,35.ringsum sind es achtzehntausend!? – Das ist kein Widerspruch; eines gilt von denen, die den leuchtenden Glanz schauen, und eines von denen, die den leuchtenden Glanz nicht55In Handschriften, wie in der Parallelstelle Syn. 97b: die den nicht leuchtenden Glanz schauen.schauen. –", "Sind denn deren, die den leuchtenden Glanz schauen, so sehr wenig, Abajje sagte ja, die Welt habe nicht weniger als sechsunddreißig Fromme, die täglich das Gesicht der Göttlichkeit empfangen, denn es heißt:56Jes. 30,18.heil allen, die auf ihn hoffen, und ‘lo [ihn]’ hat den Zahlen wert sechsunddreißig!? – Das ist kein Widerspruch; eines gilt von denen, die nur mit Erlaubnis eintreten, und eines von denen, die ohne Erlaubnis eintreten.", "WAS SAGT MAN BEIM FORTGEHEN &C. Man verbindet ja den Namen Gottes mit einer anderen Sache, und es wird gelehrt, wer den Namen Gottes mit einer anderen Sache verbindet, werde aus der Welt entwurzelt, denn es heißt:57Ex. 22,19.nur dem Herrn allein!? – Er meint es wie folgt: Gott erkennen wir an, dich preisen wir; Gott erkennen wir an, dich rühmen wir.", "WIE AM WOCHENTAGE. R. Hona sagte: Was ist der Grund des R. Joḥanan b. Beroqa? Es heißt: Palmen zweige, zwei, einen für den Feststrauß und einen für den Altar. – Und die Rabbanan!? – Die Schreibart ist Palmenzweig58Cf. supra Fol. 32a Anm. 33..", "R. Levi erklärte: Gleich der Dattelpalme, wie die Dattelpalme nur ein Herz hat, so hat auch Jisraél nur ein Herz für seinen Vater im Himmel.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Über den Feststrauß59Sc. spricht man den Segen.alle sieben [Tage], über die Festhütte nur an einem Tage. – Aus welchem Grunde? Beim Feststrauße sind die Nächte von den Tagen getrennt, somit besteht das Gebot für jeden Tag besonders, bei der Festhütte aber sind die Nächte von den Tagen nicht getrennt, somit gelten alle sieben als ein langer Tag.", "Rabba b. Bar Ḥana sagte aber im Namen R. Joḥanans: Über die Festhütte59Sc. spricht man den Segen.alle sieben [Tage], über den Feststrauß nur einen Tag. – Aus welchem Grunde? – Die Festhütte ist Gebot der Tora, daher sieben, der Feststrauß ist rabbanitisch, daher nur einen Tag.", "Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Sowohl über diesen als auch über jene sieben. R. Joseph sprach: Halte dich an Rabba b. Bar Ḥana, denn alle Amoraím sind bei der Festhütte seiner Ansicht.", "Man wandte ein:" ], [ "Wer einen Feststrauß für sich selber bereitet, spreche: ‘Gepriesen sei, der uns leben, bestehen und diese Zeit erreichen lassen hat’. Nimmt er ihn, um seiner Pflicht zu genügen, so spreche er: ‘Gepriesen sei, der uns durch seine Gebote geheiligt und uns das Nehmen des Feststraußes geboten hat.’ Und obgleich er über ihn am ersten Tage den Segen gesprochen hat, wiederhole er und spreche ihn alle sieben Tage. Wer eine Festhütte für sich selber macht, spreche: ‘Gepriesen sei, der uns leben, bestehen &c.’ Tritt er in diese ein, um da zu sitzen, so spreche er: ‘Der uns durch seine Gebote geheiligt und uns in der Festhütte zu sitzen geboten hat’. Und sobald er am ersten Tage den Segen gesprochen hat, so spreche er ihn nicht weiter.", "Somit besteht also ein Widerspruch sowohl hinsichtlich des Feststraußes als auch hinsichtlich der Festhütte.", "Allerdings ist der Widerspruch hinsichtlich des Feststraußes zu erklären, denn eines gilt von der Zeit, als, der Tempel nach bestanden hat, und eines gilt von der Zeit, als der Tempel nicht mehr bestanden hat; aber hinsichtlich der Festhütte besteht ja ein Widerspruch!? –", "Hierüber [streiten] Tannaím, denn es wird gelehrt: Über die Tephillin spreche man den Segen, so oft man sie anlegt – so Rabbi; die Weisen sagen, man spreche ihn nur morgens.", "Es wurde gelehrt: Abajje sagt, die Halakha sei wie Rabbi, und Raba sagt, die Halakha sei wie die Weisen. R. Mari, Sohn der Tochter Šemuéls, sagte: Ich sah, daß Raba nicht nach seiner Lehre verfuhr; er stand vielmehr morgens früh auf und begab sich auf den Abort, kam heraus und wusch die Hände, dann legte er die Tephillin an und sprach den Segen, und wenn er wieder nötig hätte, begab er sich auf den Abort, kam heraus und wusch die Hände, legte die Tephillin an und sprach [wiederum] den Segen. Auch wir verfahren nach Rabbi und sprechen den Segen alle sieben Tage.", "Mar Zuṭra sagte: Ich sah, daß R. Papi jedesmal, wenn er die Tephillin anlegte, den Segen sprach. Die Jünger der Schule R. Ašis sprachen den Segen, so oft sie sie anfaßten.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls : Das Gebot des Feststraußes hat Geltung60Nach der Tora, u. der Segen ist darüber zu sprechen.alle sieben Tage. R. Jehošua͑ b. Levi sagt, das Gebot des Feststraußes habe Geltung am ersten Tage, von da ab sei er ein Gebot der Ältesten. R. Jiçḥaq sagt, alle [sieben] Tage sei er ein Gebot der Ältesten, sogar am ersten. – Aber uns ist es ja bekannt, daß er am ersten Tage [ein Gebot] der Tora ist!? – Lies: außer dem ersten Tage. – Demnach ist es ja dasselbe, was R. Jehošua͑ b. Levi sagt!? – Lies: ebenso sagte auch R. Jiçḥaq.", "Und auch Rabh ist der Ansicht, das Gebot des Feststraußes habe Geltung alle sieben Tage, denn R. Ḥija b. Aši sagte im Namen Rabhs: Wer das Ḥanukalicht anzündet, muß den Segen sprechen. – Was spreche er? R. Jehuda erwiderte: Am ersten Tage spreche, der es anzündet, drei, und der es sieht, zwei Segenssprüche; von da ab spreche, der es anzündet, zwei Segenssprüche, und der es sieht, einen Segensspruch. –", "Wie lautet der Segensspruch? – ‘Gepriesen sei, der uns durch seine Gebote geheiligt und uns das Hanukalicht anzuzünden geboten hat.’ – Wo hat er uns dies geboten!? – [Im Gebote:]61Dt. 17,11.du sollst nicht abweichen62Von den Weisungen der Ältesten; auch die rabbanitischen Verordnungen gelten als Gebote der Tora.. R. Naḥman b. Jiçḥaq erklärte: [Im Verse:]63Dt. 17,7.frage deinen Vater, daß er es dir sagt. –", "Welchen [Segensspruch] lasse man fort? – Den Zeitsegen64Oben genannt.. – Vielleicht lasse man den von der Wundertat fort? – Die Wundertat geschah an jedem dieser Tage. R. Naḥman b. Jiçḥaq lehrte es ausdrücklich: Rabh sagte: Das Gebot des Feststraußes hat Geltung alle sieben Tage.", "Die Rabbanan lehrten: Wer eine Festhütte für sich selber errichtet, spreche: Gepriesen sei, der uns leben &c. Tritt er in diese ein, um da zu sitzen, so spreche er: ‘Gepriesen sei, der uns geheiligt &c.’ War sie bereits fertig, so spreche er, falls er an dieser etwas erneuern kann, den Segen, wenn aber nicht, so spreche er beide [Segenssprüche], beim Eintreten, um da zu sitzen. R. Aši sagte: Ich sah, daß R. Kahana sie alle beim Weihsegen über den Becher sprach.", "Die Rabbanan lehrten: Wer mehrere Gebote vor sich hat, spreche: ‘Gepriesen sei, der uns durch seine Gebote geheiligt und uns die Gebote befohlen hat.’ R. Jehuda sagt, er spreche über jedes einen besonderen Segen. R. Zera, nach anderen R. Ḥanin b. Papa, sagte: Die Halakha ist wie R. Jehuda. Ferner sagte R. Zera, nach anderen R. Ḥanina b. Papa : Was ist der Grund R. Jehudas? Es heißt:65Ps. 68,20.Gepriesen sei der Herr, Tag für Tag. Preist man ihn denn nur am Tage und nicht in der Nacht? Dies besagt vielmehr, daß man ihn Tag für Tag durch den entsprechenden Segensspruch66Die für die betreffenden Tage bestimmt sind.preise, ebenso preise man ihn bei jedem Anlaß durch den entsprechenden Segensspruch.", "Ferner sagte R. Zera, nach anderen R. Ḥanina b. Papa: Komm und sieh, wie anders die Art des Heiligen, gepriesen sei er, als die Art des Menschen ist. Beim Menschlichen nimmt ein leeres Gefäß auf," ], [ "ein volles aber nimmt nicht mehr auf; beim Heiligen, gepriesen sei er, nimmt aber das Volle67Der mit Wissen volle Gelehrte.auf und das Leere nimmt nicht auf, denn es heißt :68Dt. 28,1.wenn du hören wirst &c; wenn du bereits gehört hast, wirst du hören, wenn aber nicht, so wirst du nicht hören. Eine andere Erklärung: Hast du das Alte gehört, so wirst du auch das Neue hören,69Ib. 30,17.wendet sich aber dein Herz weg, so wirst du nichts mehr hören.", "GLEICH DARAUF RISSEN DIE KINDER &C. R. Joḥanan sagte: Der Etrog ist am siebenten [Festtage70Auch wenn man damit nicht seiner Pflicht genügt hat.zum Essen] verboten und am achten erlaubt; die Festhütte aber ist sogar am achten [zur Nutznießung] verboten. Reš Laqiš aber sagt, der Etrog sei auch am siebenten erlaubt. –", "Worin besteht ihr Streit!? – Dieser ist der Ansicht, er sei nur für das Gebot abgesondert worden, und jener ist der Ansicht, er sei für alle Festtage abgesondert worden.", "Reš Laqiš wandte gegen R. Joḥanan ein : Gleich darauf rissen die Kinder ihre Palmenzweige heraus und aßen ihre Etrogim. Dies gilt wohl auch von den Erwachsenen ! ? – Nein, nur Kinder.", "Manche lesen : R. Joḥanan wandte gegen R. Laqiš ein : Gleich darauf rissen die Kinder ihre Palmenzweige heraus und aßen ihre Etrogim. Nur Kinder, Erwachsene aber nicht!? – Nein, dasselbe gilt auch von Erwachsenen, und nur deshalb lehrt er es von den Kindern, weil dies das Gewöhnliche ist.", "R. Papa sprach zu Abajje : Womit ist nach R. Joḥanan die Festhütte anders als der Etrog?", "Dieser erwiderte: Die Festhütte ist, da sie noch bei Abenddämmerung gebraucht werden kann, denn wenn man eine Mahlzeit abhalten will, muß man sich in diese setzen und essen, noch für die Abenddämmerung abgesondert, und da sie für die Abenddämmerung abgesondert ist, ist sie auch für den ganzen achten Tag abgesondert; der Etrog aber, der für die Abenddämmerung nicht mehr brauchbar ist, ist für die Abenddämmerung auch nicht abgesondert, so mit ist er für den ganzen achten Tag nicht abgesondert.", "Levi aber sagt, der Etrog sei sogar am achten verboten. Der Vater Šemuéls sagt, der Etrog sei am siebenten verboten und am achten erlaubt. Der Vater Šemuéls bekannte sich zur Ansicht Levis, und R. Zera bekannte sich zur Ansicht des Vaters Šemuéls. R. Zera sagte nämlich, es sei verboten, einen untauglich gewordenen Etrog innerhalb der sieben [Festtage] zu essen.", "R. Zera sagte: Man darf am ersten Festtage seinem Kinde die Hošana nicht geben, weil ein Kind wohl erwerben, nicht aber zueignen kann, und es ergibt sich dann, daß man71Wenn man sie benutzt.mit einem fremden Feststrauße seiner Pflicht genügt.", "Ferner sagte R. Zera: Man darf nicht einem Kinde etwas versprechen und es ihm nicht geben, weil man es dadurch lügen lehrt, denn es heißt: 72Jer. 9,4.sie gewöhnen ihre Zunge, Lügen reden.", "Der Streit73Dh. diesen führen auch die folgenden Lehrer.zwischen R. Joḥanan und R. Šimo͑n [b. Laqiš:] Es wurde gelehrt: Hat man sieben Etrogim für die sieben Festtage abgesondert, so kann man, wie Rabh sagt, mit jedem einzelnen seiner Pflicht genügen und ihn sofort essen, und wie R. Asi sagt, mit jedem einzelnen seiner Pflicht genügen und ihn erst am nächsten Tage essen. Worin besteht ihr Streit? Einer ist der Ansicht, er sei nur für das Gebot abgesondert worden, und einer ist der Ansicht, er sei für den ganzen Tag abgesondert worden. –", "Wie machen wir es, die wir zwei Tage74Als 1. Festtag; außerhalb Palästinas wird jedes Fest des Zweifels wegen 2 Tage gefeiert.haben? Abajje erwiderte: Am achten, der das Zweifelhafte des Siebenten ist, ist er verboten, am neunten, der das Zweifelhafte des Achten ist, ist er erlaubt. Meremar sagte, selbst am achten, der das Zweifelhafte des siebenten ist, sei er erlaubt.", "In Sura verfuhren sie nach Meremar. R. Šiša, Sohn des R. Idi, verfuhr nach Abajje. Die Halakha ist wie Abajje.", "R. Jehuda sagte im Namen des R. Šemuél b. Šilath im Namen Rabhs: Der achte ist das Zweifelhafte des siebenten, und er gilt daher hinsichtlich der Festhütte als der siebente und hinsichtlich des Segens als der achte75Im Gebete wird er als 8. bezeichnet.. R. Joḥanan sagte, er gelte in dieser Hinsicht und in jener Hinsicht als der achte. Alle stimmen überein, daß man [am achten] in der Festhütte sitze, sie streiten nur," ], [ "ob man auch den Segen spreche; nach demjenigen, welcher sagt, er gelte hinsichtlich der Festhütte als der siebente, spreche man auch den Segen, und nach demjenigen, welcher sagt, er gelte in dieser Hinsicht und in jener Hinsicht als der achte, spreche man den Segen nicht. R. Joseph sprach : Halte dich an R. Joḥanan, denn R. Ḥana b. Bizna und alle Großen des Zeitalters befanden sich am achten, dem Zweifelhaften des siebenten, in einer Festhütte, und sie saßen nur darin, sprachen aber den Segen nicht. –", "Vielleicht waren sie der Ansicht desjenigen, welcher sagt, sobald man am ersten Festtage den Segen gesprochen hat, brauche man ihn weiter nicht mehr zu sprechen!? – Es ist überliefert, daß sie von der Wiese gekommen76Sie hatten an diesem Feste überhaupt noch nicht in der Festhütte gesessen.waren.", "Manche sagen: Alle stimmen überein, daß man [am achten] den Segen nicht spreche, und sie streiten nur, ob man [in der Festhütte] sitze; nach demjenigen, welcher sagt, er gelte als der siebente hinsichtlich der Festhütte, sitze man in dieser, und nach demjenigen, welcher sagt, er gelte in dieser Hinsicht und in jener Hinsicht als der achte, braucht man auch nicht darin zu sitzen. R. Joseph sprach: Halte dich an R. Joḥanan, denn der Meister der Lehre, das ist R. Jehuda, Sohn des R. Šemuél b. Šilath, saß am achten, dem Zweifelhaften des siebenten, außerhalb der Festhütte. Die Halakha ist, man sitze in dieser, spreche aber nicht den Segen.", "R. Joḥanan sagte: Am achten [Tage] des [Hütten] festes spreche man den Zeitsegen, nicht aber spreche man den Zeitsegen am siebenten des Pesaḥfestes.", "Hierzu sagte R. Levi b. Laḥma, nach anderen R. Ḥama b. Ḥanina: Dies77Daß an diesem der Zeitsegen zu sprechen ist.ist auch einleuchtend, denn er ist ja durch dreierlei verschieden: durch die Festhütte, durch den Feststrauß und durch das Wassergießen78Die an diesem keine Pflicht sind.. Und selbst nach R. Jehuda, welcher sagt, daß man alle acht Tage ein Log [Wassers] zu gießen pflegte, ist er immerhin durch zweierlei verschieden. –", "Demnach ist ja auch der siebente des Pesaḥfestes verschieden: durch das Essen von Ungesäuertem78Die an diesem keine Pflicht sind., denn der Meister sagte, in der ersten Nacht sei es79Das Essen von Ungesäuertem.Pflicht, von da ab Freigestelltes. – Ist es denn gleich : dieser ist von der Nacht verschieden, vom Tage aber ist er nicht verschieden, jener hingegen ist auch vom Tage verschieden.", "Rabina erwiderte: Jener ist nur vom vorgehenden Tage verschieden, dieser aber vom vorvorigen80Vom ersten Tage, nicht aber vom unmittelbar vorangehenden..", "R. Papa erwiderte: Bei diesem heißt es Farre, bei jenen heißt es Farren81Am letzten Tage des Hüttenfestes wurde nur ein Farre dargebracht, während an allen übrigen mehrere Farren dargebracht wurden; ein derartiger Unterschied bestand für das Pesaḥfest nicht.,", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Bei diesem heißt es am Tage, bei jenen heißt es: und82Beim letzten Tage des Hüttenfestes wird die Bindepartikel und nicht gebraucht, während sie bei allen übrigen Tagen gebraucht wird.am Tage.", "R. Aši erwiderte: Bei diesem heißt es: nach Vorschrift, bei jenen heißt es: nach ihrer83Die übrig. Tage gehören also alle zusammen.Vorschrift.", "Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Die Farren, Widder und Lämmer84Die an allen Tagen des Hüttenfestes dargebracht werden.sind von einander abhängig85Wenn von der für den betreffenden Tag bestimmten Anzahl (cf. Num. 29,7ff.) eines fehlt, sind auch die übrigen nicht darzubringen.. R. Jehuda sagt, die Farren seien von einander nicht abhängig, denn sie werden ja [an jedem Tage] vermindert.", "Jene sprachen zu ihm: Am achten Tage werden ja auch die anderen vermindert!? Dieser erwiderte: Der achte ist ein Fest für sich. Wie die sieben Tage des Opfers, des Gesanges86Der Leviten bei der Darbringung der Opfer., des Segensspruches und des Übernachtens87In Jerušalem nach der Darbringung des Festopfers.besonders benötigen, ebenso benötigt auch der achte des Opfers, des Gesanges, des Segensspruches und des Übernachtens besonders." ], [ "Doch wohl des Zeitsegens. – Nein, im Tischsegen und im Gebete88Im Tischsegen u. im tägl. Gebete wird des Festes erwähnt..", "Dies leuchtet auch ein; wenn man sagen wollte, es sei der Zeitsegen: wird denn der Zeitsegen alle sieben Tage gesprochen!? – Das ist kein Einwand; wenn man ihn heute nicht gesprochen hat, spricht man ihn morgen, oder an einem anderen Tage. –", "Demnach sollte doch ein Becher erforderlich89Um über ihn den Zeitsegen zu sprechen.sein ! ? Dies wäre also eine Stütze für R. Naḥman, denn R. Naḥman sagte, man spreche den Zeitsegen sogar auf der Straße. Wollte man sagen, man spreche ihn nur über dem Becher: hat denn [jeder] einen Becher an jedem Tage!? – Vielleicht in dem Falle, wenn man einen Becher hat. –", "Ist R. Jehuda denn der Ansicht, der achte benötige des Übernachtens, es wird ja gelehrt: R. Jehuda sagte: Woher, daß das zweite Pesaḥfest90Wer verhindert war, das Pesaḥfest zur festgesetzten Zeit zu feiern, feiert es im nächsten Monate.nicht des Übernachtens benötigt? Es heißt :91Dt. 16,7.am andern Morgen mache dich auf den Weg, um heimzukehren, und darauf heißt es:92Ib. V. 8.sechs Tage sollst du Ungesäuertes essen; was der sechs Tage benötigt, benötigt auch des Übernachtens, was der sechs Tage nicht benötigt, benötigt des Übernachtens nicht. Was schließt dies aus? Dies schließt wohl auch den achten Tag des [Hütten]festes aus. –", "Nein, dies schließt nur das ihm gleiche zweite Pesaḥfest aus. Dies ist auch einleuchtend, denn wir haben gelernt: Die Erstlinge benötigen des Opfers, des Gesanges, des Schwingens93Der Schwingegarbe.und des Übernachtens. R. Jehuda ist es ja, welcher sagt, [sie benötigen] des Schwingens, und er sagt, daß sie des Übernachtens benötigen.", "Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagte:94Dt. 26,10.Und niederlegen, das Schwingen. Du sagst, das Schwingen, vielleicht tatsächlich das Niederlegen!? Wenn es heißt :95Ib. V. 4.er lege ihn nieder, so ist ja vom Niederlegen bereits die Rede, somit ist unter und niederlegen das Schwingen zu verstehen. –", "Vielleicht ist es R. Elie͑zer b. Ja͑qob!? Es wird nämlich gelehrt :95Ib. V. 4.Der Priester nehme den Korb aus deiner Hand, dies lehrt, daß die Erstlinge des Schwingens benötigen – so R. Elie͑zer b. Ja͑qob. –", "Was ist der Grund des R. Elie͑zer b. Ja͑qob? – Er folgert dies durch [das Wort] Hand vom Heilsopfer; hier heißt es: der Priester nehme den Korb aus deiner Hand, und dort96Lev. 7,30.heißt es: seine Hände sollen die Feueropfer des Herrn bringen;", "wie hier der Priester, ebenso dort der Priester, und wie dort der Eigentümer, ebenso auch hier der Eigentümer. Wie ist dies möglich? Der Priester lege seine Hände unter die des Eigentümers und schwinge.", "Wie bleibt es damit? – R. Naḥman sagt, man spreche den Zeitsegen am achten Tage des [Hütten]festes, und R. Šešeth sagt, man spreche den Zeitsegen nicht am achten Tage des [Hütten]festes. Die Halakha ist, man spreche den Zeitsegen am achten Tage des [Hütten]festes.", "Übereinstimmend mit R. Naḥman wird auch gelehrt: Der achte" ], [ "ist ein Fest für sich hinsichtlich des Losens97Welche Priesterwache das Opfer darzubringen hat., des Zeitsegens, des Festes98An diesem weilt man nicht in der Festhütte., des Opfers, des Gesanges und des Segensspruches99Im Gebete; nach einer anderen Erklärung pflegte man an diesem Tage einen Segen für den König zu sprechen..", "viii,1 WIESO ACHT [TAGE] FÜR DAS LOBLIED UND DIE FESTFREUDE? DIES LEHRT, DASS MAN AM LETZTEN TAGE DES FESTES EBENSO ZUM LOBLIEDE, ZUR FESTFREUDE UND ZUR EHRUNG [DES FESTES] VERPFLICHTET IST WIE AN ALLEN ÜBRIGEN TAGEN DES FESTES.", "GEMARA. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten :100Dt. 16,15.Du sollst nur fröhlich sein, dies schließt die Nacht des letzten Festtages ein. Vielleicht ist dem nicht so, sondern des ersten Festtages!? Es heißt nur, und dies ist ausschließend.", "Was veranlaßt dich, die Nacht des letzten Festtages einzuschließen und die Nacht des ersten Festtages auszuschließen? Ich schließe die Nacht des letzten Festtages ein, der die Festfreude vorangeht, und ich schließe die Nacht des ersten Festtages aus, der die Festfreude nicht vorangeht.", "viii,2 WIESO SIEBEN [TAGE] FÜR DIE FESTHÜTTE? HAT MAN [AM SIEBENTEN] DIE MAHLZEIT BEENDET, SO NEHME MAN DIE FESTHÜTTE NOCH NICHT AUSEINANDER; JEDOCH BRINGE MAN ZUR EHRUNG DES LETZTEN FESTTAGES VON DER VESPERZEIT AB DIE GERÄTE HERUNTER101Man treffe für diesen Vorbereitungen..", "GEMARA. Wie ist es, wenn jemand keine Geräte herunterzubringen hat? – ‘Keine Geräte hat’, was hat er denn zum Gebrauche verwendet!? – Vielmehr, wie ist es, wenn jemand keinen Ort hat, wohin seine Geräte herunterzubringen? – R. Ḥija b. Rabh sagte, er breche vier [Handbreiten von der Bedachung] durch, und R. Jehošua͑ b. Levi sagte, er stecke da die Leuchte102Die, wenn man mit Raum beschränkt ist, nicht in die Festhütte gehört; cf. supra Fol. 29a.an.", "Sie streiten aber nicht, dies für uns103Außerhalb Palästinas, wo bezügl. des. 8. ein Zweifel obwaltet, ob er nicht der 7. ist, darf die F. am 7. noch nicht unbrauchbar gemacht werden.und jenes für sie.", "Allerdings bei einer kleinen Festhütte, was mache er aber bei einer großen104In die auch die Leuchte hineingehört.Festhütte? – Er bringe da die Speisegefäße hinein. Raba sagte nämlich: Speisegefäße außerhalb der Festhütte, Trinkgefäße innerhalb der Festhütte.", "ix WIE ERFOLGTE DAS WASSERGIESSEN? MAN FÜLLTE EIN DREI LOG FASSENDES GOLDENES GEFÄSS [MIT WASSER] AUS DEM ŠILOAḤ, UND ALS MAN ZUM WASSERTORE HERANKAM, WURDE IN DIE POSAUNE GESTOSSEN, GETRILLERT UND GESTOSSEN. SODANN STIEG [DER PRIESTER] AUF DIE [ALTAR]-RAMPE UND WANDTE SICH LINKS. DA WAREN ZWEI SILBERNE SGHALEN, WIE R. JEHUDA SAGT, WAREN SIE AUS KALK UND NUR VOM WEINE GESCHWÄRZT," ], [ "DIE [ZWEI] SCHMALE DILLEN HATTEN, DIE EINE BREITER UND DIE ANDERE SCHMALER, DAMIT BEIDE GLEICHZEITIG SICH ENTLEEREN, DIE WESTLICHE FÜR DAS WASSER UND DIE ÖSTLICHE FÜR DEN WEIN. HAT ER DAS WASSER IN DIE DES WEINES ODER DEN WEIN IN DIE DES WASSERS GEGOSSEN, SO HAT ER DER PFLICHT GENÜGT.\n", "R. JEHUDA SAGT, ER GOSS ALLE ACHT TAGE MIT EINEM EIN LOG [FASSENDEN GEFÄSSE]. DEM WASSERGIESSENDEN RIEF MAN ZU:DIE HAND HOCH’, DENN EINST GOSS JEMAND105Der wohl zu den Saduzäern gehörte, die von der Prozession des Wassergießens nichts hielten.AUF SEINESSE, UND DAS VOLK STEINIGTE IHN MIT SEINEN ETROGIM x.", "WIE AM WOCHENTAGE, SO GESCHAH ES AUCH AM ŠABBATH, NUR DASS MAN BEREITS AM VORABEND EIN UNGEWEIHTES GOLDENES FASS MIT ŠILOAḤWASSER FÜLLTE UND ES IN EINER ZELLE AUFBEWAHRTE. WURDE ES AUSGEGOSSEN ODER AUFGEDECKT, SO SCHÖPFTE MAN ES AUS DEM WASCHBECKEN ; WEIN UND WASSER, DIE AUFGEDECKT GESTANDEN HABEN, SIND NÄMLICH FÜR DEN ALTAR UNTAUGLICH106Da sie zum Trinken verboten sind; cf. Ter. VIII, 4..", "GEMARA. Woher dies: R. E͑na erwiderte: Die Schrift sagt:107Jes. 12,3.ihr werdet mit Wonne Wasser schöpfen &c.", "Einst waren zwei Minäer, einer hieß Wonne und einer hieß Freude; da sprach Wonne zu Freude: Ich bin bedeutender als du, denn es heißt: 108Jes. 35,10.Wonne und Freude werden sie erreichen &c. Freude erwiderte dem Wonne: Ich bin bedeutender als du, denn es heißt :109Est. 8,17.Freude und Wonne bei den Judäern. Hierauf sprach Wonne zu Freude: Eines Tages wirst du verlassen, und man wird dich zum Läufer machen, denn es heißt: 110Jes. 55,12.mit Freuden werdet ihr ausziehen. Da erwiderte Freude dem Wonne: Eines Tages wirst du verlassen, und man wird mit dir Wasser schöpfen, denn es heißt: ihr werdet mit Wonne Wasser schöpfen.", "Der Minäer Wonne sprach einst zu R. Abahu: Dereinst in der zukünftigen Welt werdet ihr für mich Wasser schöpfen, denn es heißt: ihr werdet mit Wonne Wasser schöpfen. Dieser erwiderte: Würde es für Wonne geheißen haben, so hättest du recht, da es aber mit Wonne heißt, so [heißt dies,] man würd aus deiner Haut einen Schlauch machen und damit Wasser schöpfen.", "SODANN STIEG [DER PRIESTER] AUF DIE [ALTAR]RAMPE UND WANDTE SICH LINKS &C. Was lehrt er uns damit? – Wie wir gelernt haben: Alle, die auf den Altar stiegen, gingen rechts hinauf, gingen um ihn herum und kamen links herunter, ausgenommen drei Verrichtungen, wobei man links hinaufging und sich umwendend zurück [herunter] kam, und zwar : beim Wassergießen, beim Weingießen und bei [der Darbringung] des Geflügelbrandopfers, wenn es sich in der Ostseite ansammelte.", "UND NUR VOM WEINE GESCHWÄRZT. Allerdings wurde die des Weines geschwärzt, wieso aber die des Wassers? – Da der Meister gesagt hat, man genüge der Pflicht, auch wenn man das Wasser in die des Weines oder den Wein in die des Wassers gegossen hat, so konnte auch diese schwarz werden.", "DIE (ZWEI) [SCHMALE] DILLEN HATTEN &C. Unsere Mišna lehrt nach R. Jehuda und nicht nach den Rabbanan, denn wir haben gelernt, R. Jehuda sagt, er goß alle acht Tage mit einem ein Log [fassenden Gefäße], und nach den Rabbanan waren ja beide111Beide Gefäße faßten je 3 Log, somit brauchten die Dillen nicht verschieden breit zu sein, um gleichzeitig entleert zu werden.gleichmäßig. –", "Du kannst auch sagen, nach den Rabbanan, denn der Wein ist dickflüssig, das Wasser aber dünnflüssig. –", "Dies ist auch einleuchtend, denn nach R. Jehuda waren sie ja weit, beziehungsweise eng112Die Differenz zwischen ‘weit u. eng’ ist größer als zwischen ‘breiter u. schmäler’; nach ihm faßte nämlich das eine Gefäß 3 Log u. das andere 1 Log.. Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagte: Da waren zwei Kannen, die eine für das Wasser und die andere für den Wein, die des Weines hatte eine weite Öffnung und die des Wassers eine enge, damit beide sich gleichzeitig entleeren. Schließe hieraus.", "DIE WESTLICHE FÜR DAS WASSER. Die Rabbanan lehrten: Einst goß ein Saduzäer [das Wasser] auf seine Füße, und das Volk steinigte ihn mit seinen Etrogim. An diesem Tage wurde ein Horn des Altars beschädigt, und man holte ein Stück Salz und verstopfte es. Nicht etwa, daß er dadurch zum Opferdienste tauglich wäre, vielmehr sollte der Altar nicht beschädigt zu sehen sein." ], [ "Der Altar nämlich, dem die Rampe, ein Horn, das Fundament oder die Viereckigkeit fehlt, ist für den Opferdienst untauglich. R. Jose b. Jehuda sagte, auch der Sims gehöre dazu.", "Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans : Die Abflußkanäle113Hinter dem Altar. waren bereits seit den sechs Schöpfungstagen vorhanden, denn es heißt: 114Gant. 7,2.die Wölbungen deiner Hüften sind wie Halsgeschmeide, das Werk von Künstlerhänden ; die Wölbungen deiner Hüften, das sind die Abflußkanäle; wie Halsgeschmeide, die durchhöhlt sind115חלאים aus חלל höhlen, durchbohren.und bis zum Abgrunde reichen ; das Werk von Künstlerhänden, das Kunstwerk des Heiligen, gepriesen sei er. In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt:116Gen. 1,1.Berešith [am Anfang]; man lese nicht berešith, sondern bara šith [er schuf den Abflußkanal].", "Es wird gelehrt: R. Jose sagt: Die Abflußkanäle sind durchhöhlt und reichen bis zum Abgrunde. Es heißt: 117Jes. 5,1.Ich will meinem Freunde singen, das Lied meines Liebsten von seinem Weinberge. Mein Freund besaß einen Weinberg auf fetter Bergeshöhe. Und er behackte ihn und entsteinte ihn und bepflanzte ihn mit Edelreben. Einen Turm baute er mitten in ihm und hieb auch eine Kufe in ihm aus. Und bepflanzte ihn mit Edelreben, das ist der Tempel; einen Turm baute er mitten in ihm, das ist der Altar ; und hieb auch eine Kufe in ihm aus, das sind die Abflußkanäle.", "Es wird gelehrt: R. Elea͑zar b. Çadoq sagte: Zwischen der Rampe und dem Altar, an der Westseite der Rampe, war ein kleiner Schacht, und einmal in siebzig Jahren pflegten die Priesterjünglinge da hinabzusteigen, den gleich getrockneten Feigen geronnenen Wein zu sammeln und ihn in Heiligkeit zu verbrennen, denn es heißt :118Num. 28,7.in Heiligkeit ist das Rauschtrank-Gußopfer dem Herrn zu gießen;" ], [ "wie das Gießen in Heiligkeit, ebenso das Verbrennen in Heiligkeit. – Wieso geht dies hieraus hervor? Rabina erwiderte: Dies ist durch [das Wort] Heiligkeit zu folgern; hier heißt es in Heiligkeit, und dort119Ex. 29,34.heißt es: du sollst das übrige im Feuer verbrennen, es darf nicht gegessen werden, denn es ist heilig. –", "Die Lehre, daß man am Gußopfer zu Beginn eine Veruntreuung begehen könne, nachdem es aber in die Abflußkanäle gekommen ist, keine Veruntreuung begehen könne, vertritt also die Ansicht des R. Elea͑zar b. Çadoq, denn nach den Rabbanan fließt es ja in den Abgrund hinunter120Es ist überhaupt nicht mehr zu erreichen.. –", "Du kannst auch sagen, die der Rabbanan, wenn man es nämlich auffängt.", "Manche lesen: Sie vertritt also die Ansicht der Rabbanan und nicht die des R. Elea͑zar b. Çadoq, denn nach R. Elea͑zar behält es ja seine Heiligkeit. – Du kannst auch sagen, die des R. Elea͑zar, denn du hast ja nichts, woran man eine Veruntreuung begeht, nachdem damit das Gebot ausgeübt worden ist. Reš Laqiš sagte: Wenn man den Wein auf den Altar gießt, verstopfe man die Abflußkanäle, zur Aufrechterhaltung der Worte: Rauschtrank-Gußopfer dem Herrn zu gießen. –", "Wieso geht dies hieraus hervor? R. Papa erwiderte: Šekhar [Rauschtrank] hat die Bedeutung ‘Trinken’, ‘Sättigung’ und ‘Trunkenheit’121Dh. die Kanalmündung oberhalb des Altars muß mit Wein gefüllt sein.. R. Papa sprach: Hieraus, daß, wenn jemand vom Weine gesättigt ist, die Sättigung im Halse122Durch das Hinunterspülen u. nicht durch die Füllung des Magens, wie dies beim Essen der Fall ist.erfolgt. Raba sagte: Ein Gelehrtenjünger, der nicht viel Wein hat, schlürfe ihn daher in großen Zügen. Raba pflegte den Becher des Segens in großen Zügen zu schlürfen.", "Raba trug vor: Es heißt:123Gant. 7,2.Wie schön sind deine Füße in den Schuhen, du Tochter des Edlen; wie schön sind die Füße Jisraéls, wenn es zur Wallfahrt zieht; du Tochter des Edlen, die Tochter unseres Vaters Abraham, der Edler genannt wird, denn es heißt :124Ps. 47,10.die Edlen der Völker haben sich versammelt, ein Volk des Gottes Abrahams; des Gottes Abrahams und nicht des Gottes Jiçḥaqs und Ja͑qobs? Vielmehr, des Gottes Abrahams, der der erste Proselyt war125Das im Texte gebrauchte Wort נדיב (Edler) hat auch die Bedeutung ‘Freiwilliger’, der sich freiwillig zu Gott bekannte..", "In der Schule R. A͑nans wurde gelehrt: Es heißt:123Gant. 7,2.die Wölbungen deiner Hüften; weshalb werden die Worte der Tora mit der Hüfte verglichen? Um dir zu sagen: wie die Hüfte verborgen ist, ebenso sind die Worte der Tora verborgen.", "Das ist es, was R. Elea͑zar sagte. Es heißt: 126Mich. 6,8.er hat dir gesagt, o Mensch, was frommt! Und was fordert der Herr von dir außer Gerechtigkeit zu tun, sich der Liebe zu befleißigen und bescheiden zu wandeln vor deinem Gott. Gerechtigkeit zu tun, das ist das Recht; sich der Liebe zu befleißigen, das ist die Wohltätigkeit; bescheiden zu wandeln vor deinem Gott, einem Verstorbenen das Geleit geben und eine Braut unter den Baldachin führen. Nun ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn die Tora von Dingen, die öffentlich zu erfolgen pflegen, gesagt hat: und bescheiden zu wandeln, um wieviel mehr gilt dies von Dingen, die heimlich erfolgen sollen.", "Ferner sagte R. Elea͑zar : Almosen geben ist bedeutender als alle Opfer, denn es heißt:127Pr. 21,3. Almosen und Gerechtigkeit ist dem Herrn lieber als Opfer. Ferner sagte R. Elea͑zar: Liebeswerke sind bedeutender als Almosen, denn es heißt:128Hos. 10,12.Almosen129Diese Bedeutung hat das W. צדקה in der rabbinischen Sprache.sei eure Aussaat, und erntet nach Liebe. Beim Säen ist es zweifelhaft, ob man davon auch essen wird oder nicht, beim Ernten ist es aber sicher, daß man davon auch essen wird.", "Ferner sagte R. Elea͑zar : Das Almosen wird nur nach der damit geübten Liebe bezahlt, denn es heißt: Almosen sei eure Aussaat, und erntet nach Liebe.", "Die Rabbanan lehrten: Durch dreierlei ist die Wohltätigkeit bedeutender als das Almosen. Das Almosen erfolgt mit seinem Gelde, die Wohltätigkeit sowohl mit seinem Gelde als auch mit seinem Körper: Almosen nur an Arme, die Wohltätigkeit sowohl an Arme als auch an Reiche; Almosen nur an Lebende, die Wohltätigkeit sowohl an Lebende als auch an Tote.", "Ferner sagte R. Elea͑zar: Wenn jemand Recht130Möglicherweise ebenfalls in der rabbin. Bedeutung ‘Almosen’.und Gerechtigkeit übt, so ist es ebenso, als hätte er die ganze Welt mit Liebe gefüllt, denn es heißt :131Ps. 33,5.er liebt Recht und Gerechtigkeit, von der Liebe des Herrn ist die Erde voll. Man könnte glauben, wer danach langt, erlange es, so heißt es:132Ib. 36,8.wie selten ist deine Huld, o Gott &c. Man könnte glauben, dies gelte auch von den Gottesfürchtigen, so heißt es:133Ib. 103,17.die Huld des Herrn währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen, die ihn fürchten.", "R. Ḥama b. Papa sagte: Ein Mensch, dem Huld eigen, ist sicherlich gottesfürchtig, denn es heißt: die Huld des Herrn währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen, die ihn fürchten. Ferner sagte R. Elea͑zar: Es heißt:134Pr. 31,26.ihren Mund tut sie mit Weisheit auf, und eine huldvolle Lehre auf ihrer Zunge; gibt es denn eine huldvolle Lehre und eine nicht huldvolle Lehre? Vielmehr, die Lehre um ihrer selbst willen135Die nur um ihrer selbst willen, bezw. ans Nebenabsichten studiert wird.ist eine huldvolle Lehre, nicht um ihrer selbst willen135Die nur um ihrer selbst willen, bezw. ans Nebenabsichten studiert wird.ist sie eine nicht huldvolle Lehre. Manche sagen: Die Lehre, wegen [studiert wird], ist eine huldvolle Lehre, die nicht des Lehrens wegen [studiert wird], ist eine nicht, huldvolle Lehre.", "WIE AM WOCHENTAGE &C. Weshalb denn, man sollte es doch in einem geweihten holen? Zee͑ri erwiderte: Er ist der Ansicht, für das Wasser gebe es kein festgesetztes Maß, und die Dienstgefäße heiligen auch ohne Absicht," ], [ "somit würde es, wenn man es in einem geweihten [Gefäße] holen würde, durch das Übernachten136Sobald man es für den folgenden Tag reserviert.untauglich werden. Ḥizqija sagte: Die Dienstgefäße heiligen nur, wenn man es beabsichtigt, nur ist hierbei berücksichtigt worden, man könnte glauben, es sei absichtlich geheiligt worden.", "R. Jannaj im Namen R. Zeras sagte: Du kannst auch sagen, für das Wasser gebe es ein festgesetztes Maß, und daß ferner die Dienstgefäße nur beabsichtigt heiligen, nur ist hierbei berücksichtigt worden, man könnte glauben, es sei zur Reinigung von Händen und Füßen137Cf. Ex. 30,19ff.gefüllt worden.", "WURDE ES AUSGEGOSSEN ODER AUFGEDECKT &C. Weshalb denn, man sollte es doch durch einen Seiher laufen lassen!? Man muß also sagen daß unsere Mišna nicht die Ansicht R. Neḥemjas vertritt, denn es wird gelehrt: Bei einem Seiher138Wenn das eine Flüssigkeit enthaltende Gefäß mit einem Seiher zugedeckt ist, so gilt es als offen, und es ist zum Trinken verboten.gibt es ein Offenstehen. R. Neḥemja sagte: Nur dann, wenn das untere [Gefäß] offen ist, ist das untere Gefäß aber zugedeckt, so ist es auch, wenn das Obere offen ist, nicht wegen Offenstehens verboten, weil das Schlangengift schwammartig ist und obenauf schwimmt. –", "Du kannst auch sagen, die des R. Neḥemja, denn R. Neḥemja sagt dies zwar von Profanem, sagt er es etwa auch von dem, was für den Höchsten [bestimmt ist]!? Hält etwa R. Neḥemja nicht vom [Schriftverse] :139Mal. 1,8.bringe es doch einmal deinem Statthalter, ob er dir dann günstig gesinnt sein oder dir Huld erweisen wird? Spruch des Herrn der Heerscharen.", "", "i,1 FÜNF ODER SECHS [TAGE] FÜR DAS FLÖTEN[SPIEL]. NÄMLICH DAS FLÖTEN [SPIEL] BEI DER WASSERPROZESSION1Nach dem Wortlaute, der übrigens variiert: Raum des Schöpfens; gemeint ist wohl der Raum, in dem die Prozession des Wassergießens erfolgte; die Erklärung des Talmud folgt weiter., DAS WEDER DEN ŠABBATH NOCH DEN FEIERTAG VERDRÄNGT." ], [ "GEMARA. Es wurde gelehrt: R. Jehuda und R. E͑na [streiten]; einer liest ‘šoébah’2Von שאב, schöpfen, bezw. חשב, achten, geachtet. und einer liest ‘ḥašubah’. Mar Zuṭra sprach: Wer šoébah liest, irrt nicht, und wer ḥašubah liest, irrt ebenfalls nicht. Wer šoébah liest, irrt nicht, denn es heißt: 3Jes. 12,3.ihr werdet mit Wonne Wasser schöpfen; wer ḥašubah liest, irrt ebenfalls nicht, denn R. Naḥman sagte, dieses sei ein hochgeachtetes Gebot und rühre seit den sechs Schöpfungstagen her.", "Die Rabbanan lehrten: Das Flöten[spiel] verdrängt den Šabbath – so R. Jose b. Jehuda; die Weisen sagen, es verdränge nicht einmal den Festtag. R. Joseph sagte: Der Streit besteht nur über die Musik beim Opfer[dienste] : R. Jose ist der Ansicht, die Musik sei vornehmlich eine instrumentale, somit gehört sie zum Tempeldienste und verdrängt den Šabbath, und die Rabbanan sind der Ansicht, die Musik sei vornehmlich eine vokale, somit gehört sie nicht zum Tempeldienste und verdrängt den Šabbath4Am Šabbath wurden dabei keine Instrumente benutzt. nicht; über die Musik bei der Wasserprozession aber stimmen alle überein, daß sie nur eine Vergnügung sei und daher den Šabbath nicht verdränge.", "R. Joseph sprach : Woher entnehme ich, daß sie nur darüber streiten? Es wird gelehrt: Dienstgeräte, die man aus Holz gefertigt hat, sind nach Rabbi untauglich und nach R. Jose b. Jehuda tauglich. Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: nach dem sie tauglich sind, ist der Ansicht, die Musik sei vornehmlich eine instrumentale, und man folgere von der Holzflöte Mošes5Die sich aus der Zeit Mošes im Tempel befand., und nach dem sie untauglich sind, ist der Ansicht, die Musik sei vornehmlich eine vokale, somit ist von der Holzflöte Mošes nicht zu folgern6Da diese gar kein Dienstgerät ist.. –", "Nein, alle sind der Ansicht, die Musik sei vornehmlich eine instrumentale, und sie streiten vielmehr, ob man vom Unmöglichen auf das Mögliche folgere: nach dem sie tauglich sind, ist der Ansicht, man folgere vom Unmöglichen7Die von Moše gefertigte Flöte konnte nur aus Holz gefertigt werden (cf. Ar. Fol. 10b), andere Geräte aber können auch aus Metall gefertigt werden; trotzdem sind sie auch aus Holz tauglich. auf das Mögliche, und nach dem sie untauglich sind, ist der Ansicht, man folgere nicht vom Unmöglichen auf das Mögliche8Als Vorbild gilt vielmehr die Leuchte, die aus Metall war..", "Wenn du aber willst, sage ich: alle sind der Ansicht, die Musik sei vornehmlich eine vokale, ferner auch, daß man nicht vom Unmöglichen auf das Mögliche folgere, und sie streiten vielmehr, ob man bei der Folgerung von der Leuchte8Als Vorbild gilt vielmehr die Leuchte, die aus Metall war. [die Regel von der] Generalisierung und Spezialisierung oder [die Regel von der] Einschließung und Ausschließung9Die Spezialisierung hat keinerlei Einfluß auf die Generalisierung, da sie in dieser einbegriffen ist; sie ist nichts weiter als eine Einschränkung, die aber durch eine darauf folgende Generalisierung aufgehoben wird. anwende. Rabbi wendet [die Regel von der] Generalisierung und Spezialisierung an, und R. Jose b. Jehuda wendet [die Regel von der] Einschließung und Ausschließung an.", "Rabbi wendet [die Regel von der] Generalisierung und Spezialisierung an:10Ex. 25,31.du sollst einen Leuchter fertigen, generell, aus reinem Golde, speziell, getrieben sollst du den Leuchter fertigen, wiederum generell, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung und wiederum eine Generalisierung folgt, so richte man sich nach der Spezialisierung; wie das speziell genannte Metall ist, ebenso jedes andere Metall.", "R. Jose b. Jehuda wendet [die Regel von der] Einschließung und Ausschließung an: du sollst einen Leuchter fertigen, einschließend, aus reinem Golde, ausschließend, getrieben sollst du den Leuchter fertigen, wiederum einschließend, und wenn auf eine Einschließung eine Ausschließung und wiederum eine Einschließung folgt, so ist alles einbegriffen. Einbegriffen ist alles andere und ausgeschlossen ist einer aus Ton.", "R. Papa sprach:" ], [ "[Hierüber streiten] Tannaím, denn wir haben gelernt: Es waren11Die bei der Musik im Tempel die Instrumente spielten.Knechte der Priester – so R. Meír; R. Jose sagt, es waren Leute aus den Familien der Pegaräer und Sepphoräer, aus (A͑j und) Emmäus, die mit dem Priesterstande in Heiratsverbindung standen.", "R. Ḥanina b. Antigonos sagt, es waren Leviten. Der Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: nach dem es Knechte waren, ist der Ansicht, die Musik sei vornehmlich eine vokale, und nach dem es Leviten waren, ist der Ansicht, die Musik sei vornehmlich eine instrumentale. –", "Glaubst du: welcher Ansicht ist demnach R. Jose, ist er der Ansicht, die Musik sei vornehmlich eine vokale, so sollten es auch Knechte sein, und ist er der Ansicht, die Musik sei vornehmlich eine instrumentale, so sollten es nur Leviten und keine Jisraéliten sein!?", "Vielmehr sind alle der Ansicht, die Musik sei vornehmlich eine vokale, und ihr Streit besteht in folgendem: einer ist der Ansicht, es war so, und der andere ist der Ansicht, es war so12Sie streiten über eine Tatsache, ohne sie irgendwie zu begründen.. –", "In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Sie streiten, ob man von der Estrade13Auf der die Musik spielte u. die Priester den Segen sprachen.zur Legitimität und zum Zehnten14Ob der Umstand, daß jemand mit den Leviten auf der Estrade stand, als Beweis gilt, daß er Levite ist u. auf den Zehnten Anspruch hat.erhebe.", "Nach dem es Knechte waren, ist der Ansicht, man erhebe nicht von der Estrade zur Legitimität und zur Hebe, nach dem es Jisraéliten waren, ist der Ansicht, man erhebe von der Estrade zur Legitimität, jedoch nicht zum Zehnten15Dies beweist zwar daß er legitimer Jisraélit u. kein Sklave ist, jed. nicht, daß er Levite ist., und nach dem es Leviten waren, ist der Ansicht, man erhebe von der Estrade zur Legitimität und zum Zehnten.", "R. Jirmeja b. Abba sagte: Der Streit besteht nur über die Wasserprozession : R. Jose b. Jehuda ist der Ansicht, auch die gehobene Vergnügung verdränge den Šabbath, und die Rabbanan sind der Ansicht, die gehobene Vergnügung verdränge den Šabbath nicht; über die Musik beim Opfer[dienste] aber stimmen alle überein, daß sie zum Tempeldienste gehöre und den Šabbath verdränge.", "Man wandte ein: Die Musik bei der Wasserprozession verdrängt den Šabbath – so R. Jose b. Jehuda; die Weisen sagen, sie verdränge nicht einmal den Festtag. Dies ist ja eine Widerlegung R. Josephs!? Eine Widerlegung.", "Es ist anzunehmen, daß sie über die Musik bei der Wasserprozession streiten, aber über die Musik beim Opfer[dienste] alle übereinstimmen, daß sie den Šabbath verdränge, somit wäre dies eine Widerlegung R. Josephs in beidem? –", "R. Joseph kann dir erwidern: sie streiten über die Musik bei der Wasserprozession, und dies gilt auch von der [Musik] beim Opfer[dienste], und nur deshalb streiten sie über die Musik bei der Wasserprozession, um dir die weitgehendere Ansicht des R. Jose b. Jehuda her-vorzuheben, daß sogar die [Musik] bei der Wasserprozession ihn verdränge. –", "Er lehrt, daß das Flöten[spiel] bei der Wasserprozession weder den Šabbath noch den Festtag verdränge; nur dieses verdrängt ihn nicht, wohl aber das des Opfers. Nach wem : wollte man sagen, nach R. Jose b. Jehuda, so sagt er ja, auch die Musik bei der Wasserprozession verdränge ihn; doch wohl nach den Rabbanan, somit ist dies eine Widerlegung R. Josephs in beidem ! ? Eine Widerlegung. –", "Was ist der Grund desjenigen, welcher sagt, die Musik sei vornehmlich eine instrumentale? – Es heißt :16iiChr. 29,27.da gebot Ḥizqijahu, das Brandopfer zu bringen, und sobald das Brandopfer begann, begann auch die Musik des Herrn und die Trompeten durch Anleitung der Instrumente Davids, des Königs von Jisraél.", "Was ist der Grund desjenigen, welcher sagt, die Musik sei vornehmlich eine vokale? –Es heißt :17Ib. 5,13.die Trompeter und die Sänger hatten gleichzeitig und einstimmig anzuheben18In diesem Verse werden keinerlei Instrumente genannt..", "Es heißt ja aber: da gebot Ḥizqijahu!?–Er meint es wie folgt : die Musik des Herrn begann mit dem Munde, und die Instrumente Davids, des Königs von Jisraél, dienten zur Modulation der Töne. –", "Und jener, es heißt ja: die Trompeter und die Sänger hatten gleichzeitig!? – Er meint es wie folgt: die Sänger gleich den Trompetern: wie die Trompeter mit Instrumenten, ebenso auch die Sänger mit Instrumenten.", "i,2 ii WER DIE LUSTBARKEIT BEI DER WASSERPROZESSION NICHT GESEHEN HAT, HAT IM LEBEN KEINE LUSTBARKEIT GESEHEN. AM AUSGANGE DES ERSTEN FESTTAGES DES [HÜTTEN]FESTES GING MAN IN DIE FRAUENHALLE HINAB UND VERRICHTETE DA EINE WICHTIGE VERRICHTUNG19Worüber weiter berichtet wird.. DA WAREN GOLDENE KANDELABER MIT JE VIER GOLDENEN SCHALEN AN DEN SPITZEN; JEDER HATTE VIER LEITERN, UND VIER KNABEN VON DEN PRIESTERJÜNGLINGEN MIT HUNDERTZWANZIG LOG FASSENDEN KRÜGEN IN DEN HÄNDEN FÜLLTENL] IN JEDE SCHALE iii. AUS DEN ABGETRAGENEN [BEIN]KLEIDERN DER PRIESTER UND AUS IHREN GÜRTELN MACHTE MAN DOCHTE UND ZÜNDETE SIE AN; ES GAB KEINEN HOF IN JERUŠALEM, DER NICHT VOM LICHTE DER WASSERPROZESSION BESTRAHLT WORDEN WÄRE iv.", "DIE FROMMEN UND MÄNNER DER TAT TANZTEN VOR IHNEN \n" ], [ "MIT FACKELN IN DEN HÄNDEN UND SANGEN LIEDER UND LOBGESÄNGE. DIE LEVITEN OHNE ZAHL MIT ZITHERN, HARFEN, ZIMBELN, TROMPETEN UND [ANDEREN] MUSIKINSTRUMENTEN AUF DEN FÜNFZEHN STUFEN, DIE VON DER JISRAÉLITENHALLE NACH DER FRAUENHALLE FÜHRTEN, ENTSPRECHEND DEN FÜNFZEHN STUFENGESÄNGEN IM BUCHE DER PSALMEN; AUF IHNEN STANDEN DIE LEVITEN MIT MUSIKINSTRUMENTEN UND SANGEN DIE LOBGESÄNGE.", "AM OBEREN TORE, DAS VON DER JISRAÉLITENHALLE NACH DER FRAUENHALLE FÜHRT, STANDEN ZWEI PRIESTER MIT ZWEI TROMPETEN IN DEN HÄNDEN, UND BEIM [ERSTEN] HAHNENRUFE BLIESEN SIE EINEN STOSSTON, EINEN TRILLERTON UND EINEN STOSSTON; ALS SIE ZUR ZEHNTEN STUFE GELANGTEN, BLIESEN SIE ABERMALS EINEN STOSSTON, EINEN TRILLERTON UND EINEN STOSSTON, UND ALS SIE ZUM FUSSBODEN20Die Mišna separa hat ‘zum Tempelhofe’; die kursierenden Ausgaben haben in besonderen Sätzen beide Lesarten.GELANGTEN, BLIESEN SIE ABERMALS EINEN STOSSTON, EINEN TRILLERTON UND EINEN STOSSTON.", "SO BLIESEN SIE WEITER, BIS SIE DAS NACH OSTEN HINAUSFÜHRENDE TOR ERREICHTEN. ALS SIE DAS NACH OSTEN HINAUSFÜHRENDE TOR ERREICHTEN, WANDTEN SIE DAS GESICHT VOM OSTEN NACH DEM WESTEN UND SPRACHEN: UNSERE VÄTER WANDTEN AN DIESER STELLE DEN RÜCKEN DEM TEMPEL ZU UND DAS GESICHT NACH OSTEN, UND ÖSTLICH WARFEN SIE SICH VOR DER SONNE21Cf. Ez. 8,16.NIEDER; WIR ABER WENDEN UNSERE AUGEN ZU GOTT. R. JEHUDA SAGT, SIE WIEDERHOLTEN UND SPRACHEN: WIR ABER ZU GOTT, UND ZU GOTT UNSERE AUGEN.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wer die Lustbarkeit bei der Wasserprozession nicht gesehen hat, hat im Leben keine Lustbarkeit gesehen. Wer Jerušalem in seiner Pracht nicht gesehen hat, hat im Leben keine herrliche Großstadt gesehen. Wer den Tempel in seinem Bestande nicht gesehen hat, hat im Leben kein prächtiges Gebäude gesehen. – Welchen? Abajje, nach anderen R. Ḥisda, erwiderte: Den von Herodes erbauten. –", "Woraus baute er ihn? Raba erwiderte: Aus Alabaster- und Marmorstein. Manche sagen, aus Alabaster-, Stibium-22Nach den Kommentaren, von stibiumartiger Farbe.und Marmorstein; eine Reihe einwärts, eine Reihe vorstehend, damit der Kalk halte. Er wollte ihn auch mit Gold verkleiden, die Weisen aber sprachen zu ihm: Laß dies, so ist es schöner, denn es sieht wie die Wellen des Meeres aus.", "Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Wer die Doppelstoa in Alexandrien in Ägypten nicht gesehen hat, hat die Herrlichkeit Jisraéls nicht gesehen. Man erzählt, sie sei eine Art große Basilika gewesen, eine Galerie innerhalb einer Galerie, in der oft zweimal sechzig Myriaden, nochmal so viel wie die Auszügler aus Miçrajim, anwesend waren. Da waren einundsiebzig goldene Sessel, entsprechend den einundsiebzig Mitgliedern des großen Synedriums, von denen jeder nicht weniger als einundzwanzig Myriaden23Das Wort ‘Myriaden’ ist wohl Dittographie u., wie schon von rabbinischen Glossatoren bemerkt wird, zu streichen.Goldtalente hatte. In der Mitte war eine Tribüne aus Holz, auf der der Gemeindediener mit einem Sudarium in der Hand stand, und wenn Amen zu sprechen war, schwenkte er das Sudarium, und das ganze Publikum antwortete Amen.", "[Das Publikum] saß nicht durcheinander, sondern Goldarbeiter besonders, Silberarbeiter besonders, Grobschmiede besonders, Bergarbeiter24Od. Kupferschmiede.besonders und Weber besonders. Wenn ein Dürftiger25Besser in Jerušalmi: ein Fremder, ein auf der Wanderschaft befindlicher Arbeitsuchender.da eintrat, erkannte er seine Berufsgenossen und wandte sich zu ihnen, sodaß er dadurch Unterhalt für sich und für seine Hausleute erhielt.", "Abajje sprach: Sie alle tötete Alexander der Mazedonier26Auf diesen Anachronismus wird schon rabbinischerseits hingewiesen. Elias Wilna korrigiert nach Jerušalmi u. Midraš טרפנוס Trajan (?); wahrscheinlich ist das W. מוקדון eine Glosse eines unwissenden Schreibers; nach Rapoport (Erech miliin p. 97) Alex. Tiberius. – Weshalb wurden sie bestraft? – Weil sie übertreten haben den Schriftvers:27Dt. 17,16.ihr sollt diesen Weg nie wieder zurückkehren; sie aber sind wohl zurückgekehrt.", "Als er kam, traf er sie, folgende Schriftstelle lesen :28Ib. 49.Der Herr wird gegen dich von ferne ein Volk aufbieten. Da sprach er: Das ist es. Ich wollte meine Flotte in zehn Tagen bringen, da erhob sich ein Wind und brachte29Das im angezogenen Schriftverse gebrauchte Wort für ‘aufbieten’ bedeutet ‘tragen’.sie in fünf. Darauf fiel er über sie her und tötete sie.", "AM AUSGANGE DES FESTTAGES &C. Welche bedeutende Verrichtung war es? R. Elea͑zar erwiderte: Wie wir gelernt haben: Anfangs war sie30Die Mauer um den Frauenvorhof.glatt, dann machte man ringsum eine Galerie. Sie richteten es so31Es waren wohl nur Vorsprünge, die alljährlich zu einer Galerie ausgebaut wurden.ein, daß die Frauen oben und die Männer unten sitzen sollten.", "Die Rabbanan lehrten: Anfangs saßen die Frauen innerhalb32Des Frauenvorhofes.und die Männer außerhalb, als es aber zu Ausgelassenheiten kam, ordnete man an, daß die Frauen außerhalb und die Männer innerhalb sitzen sollten. Da es aber immer noch zu Ausgelassenheiten kam, ordnete man an, daß die Frauen oben und die Männer unten sitzen sollten. –", "Wieso aber durfte man dies, es heißt ja:33iChr. 28,19.alles schriftlich von der Hand des Herrn ist es mir unterwiesen!?", "Rabh erwiderte: Sie fanden einen Schriftvers, den sie auslegten :" ], [ "34Zach. 12,12.das Land wird trauern, jedes einzelne Geschlecht besonders: das Geschlecht des Hauses Davids besonders und seine Frauen besonders. Sie sagten: es ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn die Tora von der künftigen Zeit, wo man sich in Trauer befindet und außerdem der böse Trieb keine Gewalt haben wird, gesagt hat, Männer besonders und Frauen besonders, um wieviel mehr jetzt, wo man sich in festlicher Stimmung befindet und der böse Trieb Gewalt hat. –", "Welche Bewandtnis hat es mit der Trauer? – Hierüber streiten R. Dosa und die Rabbanan; einer sagt, um den Messias, den Sohn Josephs35Nach der jüd. Eschatologie ein Vorläufer des richtigen Messias aus dem Davidischen Hause, der in den Kriegen mit den weltlichen Völkern umkommen wird. Dieser Name ist übrigens so auffallend, daß die Entlehnung aus dem Urchristentum kaum zu übersehen ist., der dann getötet wird, und einer sagt, um den bösen Trieb, der dann getötet wird. –", "Einleuchtend ist es nach demjenigen, welcher sagt, um den Messias, den Sohn Josephs, der dann getötet wird, denn es heißt:36Zach. 12,10.sie werden auf den blicken, den sie durchbohrten, und um ihn trauern, wie man um den Einzigen trauert; wieso aber trauern sie nach demjenigen, welcher sagt, um den bösen Trieb, der dann getötet wird, dieserhalb sollte man ja ein Fest veranstalten und nicht weinen!? –", "Wie R. Jehuda b. R. Elea͑j vortrug: Dereinst wird der Heilige, gepriesen sei er, den bösen Trieb holen und ihn vor den Frommen und den Frevlern schlachten. Den Frommen wird er wie ein hoher Berg erscheinen und den Frevlern wird er wie eine Haarfaser erscheinen. Diese werden weinen und jene werden weinen. Die Frommen werden weinen, indem sie sagen werden: Wie konnten wir nur solch einen hohen Berg bezwingen!? Die Frevler werden weinen, indem sie sagen werden: Wie konnten wir solch eine Haarfaser nicht bezwingen!? Und auch der Heilige, gepriesen sei er, wird mit ihnen staunen, denn es heißt:37Ib. 8,6.so spricht der Herr der Heerscharen: Wenn es in jenen Tagen dem Überreste dieses Volkes als Wunder erscheint, wird es auch mir als Wunder erscheinen.", "R. Asi sagte: Der böse Trieb gleicht anfangs dem Faden des Spinngewebes, zuletzt aber gleicht er Wagenseilen, denn es heißt:38Jes. 5,8.wehe denen, die Verschuldung an Stricken von Nichts heranziehen, Sünde mit Wagenseilen.", "Die Rabbanan lehrten: Der Heilige, gepriesen sei er, wird zum Messias, dem Sohne Davids, der gar schnell, in unseren Tagen, erscheinen wird, sprechen : Verlange etwas von mir, und ich will es dir gewähren. Denn es heißt :39Ps. 2,7,8.ich will den Beschluß kundtun &c. Verlange von mir, so will ich dir die Völker zum Erbe geben. Sobald er aber sehen wird, daß der Messias, der Sohn Josephs, getötet wird, wird er vor ihm sprechen: Herr der Welt, ich verlange von dir nichts weiter als Leben! Darauf wird er zu ihm sprechen: Bevor du noch um Leben bittest, weissagte dein Ahn David über dich, denn es heißt :40Ib. 21,5.Leben erbat er von dir, du gabest ihm &c.", "R. E͑zra, nach anderen R. Jehošua͑ b. Levi, trug vor : Der böse Trieb hat sieben Namen. Der Heilige, gepriesen sei er, nannte ihn Böser, wie es heißt:41Gen. 8,21.denn böse ist der Trieb des menschlichen Herzens von Jugend auf. Moše nannte ihn Vorhaut, wie es heißt:42Dt. 10,16.beschneidet die Vorhaut eures Herzens. David nannte ihn Unreiner, denn es heißt:43Ps, 51,12.schaffe mir, o Gott, ein reines Herz, demnach gibt es ja ein unreines.", "Šelomo nannte ihn Feind, wie es heißt:44Pr. 25,21,22.hungert dein Feind, so speise ihn mit Brot, und dürstet ihn, so tränke ihn mit Wasser, denn damit häufst du feurige Kohlen auf sein Haupt, und der Herr wird dirs vergelten. Man lese nicht ješalem [vergelten], sondern jašlim [ihn mit dir versöhnen]45Daß er nicht mehr zur Sünde verleitet..", "Ješa͑ja nannte ihn Anstoß, wie es heißt :46Jes. 57,14.macht Bahn, macht Bahn, richtet her den Weg, räumet meinem Volke den Austoβ aus dem Wege. Jeḥezqél nannte ihn Stein, wie es heißt:47Ez. 36,26.ich werde das steinerne Herz aus eurem Leibe entfernen und euch ein fleischernes Herz geben. Joél nannte ihn Versteckter, wie es heißt :48Jo. 2,20.den Versteckten49So nach der weiter folgenden Erklärung.werde ich von euch entfernen. Die Rabbanan lehrten : Den Versteckten werde ich von euch entfernen, das ist der böse Trieb, der im Herzen des Menschen versteckt ist;", "und in ein dürres und ödes Land verstoßen, nach einem Orte, da keine Menschen sich aufhalten, die er reizen könnte. Seinen Vortrab in das Ostmeer, er richtete seine Augen auf den ersten Tempel, zerstörte ihn und tötete alle Schriftgelehrten, die da waren; und seine Nachhut in das Westmeer, er richtete seine Augen auf den zweiten Tempel, zerstörte ihn und tötete alle Schriftgelehrten, die da waren; daß Gestank von ihm aufsteigen und Modergeruch von ihm emporsteigen soll, er läßt die weltlichen Völker und reizt die Feinde50Euphem. für Jisraél.Jisraéls. Denn er hat Großes verübt, Abajje sagte: Am allermeisten an den Schriftgelehrten.", "So hörte einst Abajje einen Mann zu einer Frau sagen: Wir wollen uns früh auf den Weg machen. Da sagte er sich, er werde gehen und sie von einer Sünde zurückhalten. Er folgte ihnen drei Parasangen auf der Wiese und als sie sich verabschiedeten, hörte er sie sagen: Der Weg ist noch weit, wie schön ist es doch zusammen!", "Hierauf sprach Abajje: Wäre es mein Feind51Mein böser Trieb; dh. wenn er allein mit ihr zusammen wäre., so würde ich mich nicht beherrscht haben. Darauf ließ er sich auf den Türriegel sinken und gab sich seinem Schmerze hin. Da kam ein Greis und lehrte vor ihm : Wer größer als sein Nächster ist, dessen Trieb ist auch größer.", "R. Jiçḥaq sagte: Der böse Trieb des Menschen übermächtigt sich seiner tagtäglich, denn es heißt:" ], [ "52Gen. 6,5.allzeit nur böse war. R. Šimo͑n b. Laqiš sagte: Der böse Trieb des Menschen übermächtigt sich seiner tagtäglich und trachtet ihn zu töten, denn es heißt :53Ps. 37,32.der Frevler lauert auf den Gerechten und trachtet ihn zu töten, und wenn der Heilige, gepriesen sei er, ihm nicht beistehen würde, könnte er sich seiner nicht erwehren, denn es heißt :54Ib. V. 33.der Herr läßt ihn nicht in seine Hand geraten und verdammt ihn bei seiner Rechten nicht.", "In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Begegnet dir dieses Scheusal, so schleppe es ins Lehrhaus mit; ist er Stein, so wird er zerrieben, ist er Eisen, so zersplittert er. Ist er Stein, so wird er zerrieben, denn es heißt :55Jes. 1.oh, ihr Durstigen alle, kommt zum Wasser56Worunter die Tora verstanden wird; cf. Tan. Fol. 7a., und es heißt :57Ij. 14,19.wie Wasser Steine zerreibt. Ist er Eisen, zersplittert er, denn es heißt :58Jer. 23,29.mein Wort ist ja wie Feuer, Spruch des Herrn, und wie ein Hammer Felsen zersplittert.", "R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans : Der böse Trieb verleitet den Menschen auf dieser Welt und zeugt gegen ihn in der zukünftigen Welt, denn es heißt :59Pr. 29,21.wenn man von Jugend auf seinen Knecht verzärtelt, so wird er am Ende ein Widerspenstiger [Manon], und in der AṬBḤ-Chiffre60Die Buchstaben des hebr. Alphabetes werden nach ihrem Zahlenwerte, Einer besonders, Zehner besonders und Hunderter besonders, in der Weise zusammengepaart, daß jedes Paar die runde Zahl 10, bezw. 100 od. 1000 ergibt. (א״ט 1 + 9 = 10, ב״ח 2 + 8 = 10, י״צ 10 + 90 = 100, כ״פ 20 + 80 = 100, ק״ 100 + 900 = 1000, ר״ף 200 + 800 = 1000 usw.: von den Buchstaben, הנך die demnach zurückbleiben, bilden die ersten zwei ein Paar für sich.) Bei der Chiffrierung werden die Buchstaben eines jeden Paares mit einander vertauscht, daß zBs. מנון statt סחרח bezw. umgekehrt geschrieben wird.des R. Ḥija wird Sahada [Zeuge] ‘Manon’ genannt.", "R. Hona wies auf einen Widerspruch hin. Es heißt :61Hos. 4,12.denn ein hurerischer Geist hat sie betört, und es heißt:62Ib. 5,4.ist in ihnen!? Zuerst betört er sie, nachher ist er in ihnen.", "Raba sprach: Zuerst nannte er ihn einen Reisenden, nachher einen Gast und zuletzt einen Mann63Einen Ansässigen. Gemeint ist der böse Trieb, der im folgenden Verse der Verleiter war., denn es heißt:64iiSam. 12,4.und es kam ein Reisender zum reichen Manne, da schonte er, eines von seinen Schafen und seinen Rindern zu nehmen, um es dem Gaste zuzubereiten; darauf heißt es: 64iiSam. 12,4.da nahm er das Lamm des Armen und bereitete es für den Mann, der zu ihm kam.", "R. Joḥanan sagte : Der Mensch hat ein kleines Glied, das, wenn er es hungern65Je mehr man dem geschlechtlichen Triebe fröhnt, desto größer die Leidenschaft.läßt, satt ist, und wenn er es sättigt, hungrig ist, denn es heißt :66Hos. 13,6.wenn sie sich kasteiten, wurden sie satt &c.", "R. Ḥana b. Aḥa sagte: In der Schule Rabhs sagten sie: Vier Dinge sind es, die erschaffen zu haben der Heilige, gepriesen sei er, bereut, und zwar: das Exil, die Chaldäer, die Jišma͑éliten und der böse Trieb. Das Exil, denn es heißt :67Jes. 52,5.und nun, was habe ich hier, Spruch des Herrn, da mein Volk umsonst hingenommen worden ist &c.? Die Chaldäer, denn es heißt:68Ib. 23,13.siehe das Land der Chaldäer, ein Volk, das nicht sein sollte.", "Die Jišma͑éliten, denn es heißt:69Ij. 12,6.wohlbehalten stehen den Räubern ihre Zelte, und sorglos leben, die Gottes Zorn erregen, wer seinen Gott in seiner Hand führt. Der böse Trieb, denn es heißt :70Mich, 4,6.daß ich Böses verursacht hatte.", "R. Joḥanan sagte: Wenn nicht folgende drei Schriftverse, würden die Füße der Feinde Jisraéls50Euphem. für Jisraél.gewankt haben. Einer lautet: Daß ich Böses verursacht hatte. Einer lautet:71Jer. 18,6.Siehe, wie der Ton in der Hand des Töpfers, so seid ihr &c. Und einer lautet:72Ez. 36,26.Ich entferne das steinerne Herz aus eurem Leibe und gebe euch ein fleischernes Herz.", "R. Papa sagte: Auch folgender, es heißt:73Ib. V. 27.Ich will meinen Geist in euch geben &c.74Zach. 2,3.", "Und der Herr zeigte mir vier Schmiede. Wer sind diese vier Schmiede? R. Ḥana b. Bizna erwiderte im Namen R. Šimo͑n des Frommen: Der Messias, der Sohn Davids, der Messias, der Sohn Josephs, Elijahu und der Priester der Gerechtigkeit75Nach anderer Lesart Malkiçedeq, cf. Gn. 14,18.. R. Šešeth wandte ein: Demnach sind sie diejenigen, über die es [weiter] heißt:76Zach. 2,4.und er sprach zu mir: Jene sind die Hörner, die Jehuda zerstreut haben; diese sollen es ja sammeln!?", "Jener erwiderte: Hinab zum Schlüsse des Verses:76Zach. 2,4.diese aber sind gekommen, um sie in Schrecken zu setzen, um die Hörner der Völker niederzuschlagen, die das Horn wider das Jisraélland erhoben, um es zu zerstreuen &c. Hierauf sprach dieser: Was bin ich Ḥana gegenüber in der Agada!?77Mich. 5,4.\n", "Und es wird Friede sein. Wenn Asur in unser Land einfällt und unsere Paläste betritt, so werden wir ihm sieben Hirten entgegenstellen und acht fürstliche Männer. Wer sind diese sieben Hirten? – David in der Mitte, Adam, Šeth und Methušelaḥ zu seiner Rechten, Abraham, Ja͑qob und Moše zu seiner Linken. – Wer sind diese acht fürstlichen Männer? – Jišaj, Šau͑l, Šemuél, Amos, Çephanja, Çidqija, der Messias und Elijahu.", "VIER LEITERN &C. Es wird gelehrt: Die Höhe des Kandelabers betrug fünfzig Ellen. VIER KNABEN VON DEN PRIESTERJÜNGLINGEN MIT HUNDERTZWANZIG LOG FASSENDEN KRÜGEN IN DEN HÄNDEN. Sie fragten: Hundertzwanzig Log in allen zusammen, oder in jedem einzelnen? – Komm und höre: Mit je dreißig Log fassenden Ölkrügen in den Händen, zusammen hundertzwanzig Log.", "Es wird gelehrt: Sie waren dem Sohne der Martha, der Tochter des Boëthos, überlegen. Man erzählt vom Sohne der Martha, der Tochter des Boëthos, daß er zwei Keulen von einem großen Ochsen im Preise von tausend Zuz nahm und Ferse an Zehe78Ganz langsam; so brachte er (als Priester) die Opferstücke über die Altarrampe; cf. Jom. Fol. 26b.ging. Seine Priesterbrüder ließen dies aber nicht zu, denn:79Pr. 14,28.in der Menge des Volkes besteht des Königs Herrlichkeit80Die Opferglieder wurden an viele Priester verteilt.. –", "Wieso waren sie überlegen: wollte man sagen wegen des Gewichtes, so waren jene ja schwerer!? Da war es eine Rampe, viereckig81Die Treppe war 32 Ellen lang bei einer Steigung von 9 Ellen. Das Wort ‘viereckig’, das übrigens in Handschriften fehlt, gibt keinen guten Sinn.und nicht steil, hier aber waren es ja nur Leitern und sehr steil.", "Es GAB KEINEN HOF IN JERUŠALEM. Es wird gelehrt:" ], [ "Beim Lichte der Wasserprozession konnte eine Frau Erbsen lesen.", "DIE FROMMEN UND MÄNNER DER TAT &C. Die Rabbanan lehrten : Manche sagten : Heil unserer Jugend, daß sie unser Alter nicht beschämt. Das waren die Frommen und die Männer der Tat. Manche sagten : Heil unserem Alter, daß es unsere Jugend gesühnt hat. Das waren die Bußfertigen. Diese und jene sagten: Heil dem, der nicht gesündigt; wer aber gesündigt, tue Buße, und er verzeiht.", "Es wird gelehrt: Man erzählt von Hillel dem Älteren, daß er, wenn er sich an der Feier der Wasserprozession beteiligte, folgendes sagte: Bin ich82Wie manche erklären, ist das W. ‘ich’ auf Gott zu beziehen (cf. supra Fol. 45a Anm. 41), nach anderen bezieht es sich auf Jisraél. Eine Spielerei ist der Hinweis darauf, daß הלל denselben Zahlenwert wie der Gottesname אדני hat, u. er somit unter ‘ich’ Gott verstehe.da, so ist alles da; wer da, wenn ich nicht da bin? Er pflegte zu sagen: Wohin ‘ich’ wünsche, da bringen mich meine Füße hin. Kommst du in mein Haus, so komme ich in dein Haus, kommst du nicht in mein Haus, so komme ich auch nicht in dein Haus. Es heißt nämlich: 83Ex. 20,24.An jeder Stätte, da ich meinen Namen nennen werde, werde ich zu dir kommen und dich segnen.", "Auch sah er einst einen Schädel auf dem Wasser schwimmen; da sprach er zu ihm: Die weil du ersäuft hast, ersäufte man dich, und die, die dich ersäuft haben, werden ersaufen. R. Joḥanan sagte: Die Füße des Menschen sind seine Bürgen; wo er verlangt wird, bringen sie ihn hin.", "Einst hatte Šelomo zwei Mohren vor sich stehen, Eliḥoreph und Aḥija, Söhne des Šiša; sie waren Schreiber Šelomos. Als er eines Tages den Todesengel traurig sah, fragte er ihn: Weshalb bist du traurig? Dieser erwiderte: Man verlangt von mir diese beiden Mohren, die da sitzen84Die aber nach einer göttlichen Bestimmung nur in der weiter genannten Stadt Luz sterben sollten.. Da übergab er sie den Geistern und schickte sie nach der Umgegend von Luz85In dieser Stadt hatte der Todesengel keine Gewalt; cf. Sot. Fol. 46b.. Als sie nach der Umgegend von Luz kamen, starben sie.", "Am folgenden Tage sah er, daß der Todesengel lustig war; da fragte er ihn: Weshalb bist du lustig? Dieser erwiderte: Nach der Stelle, da man sie von mir wünschte, hast du sie hingeschickt. Hierauf begann Šelomo und sprach: Die Füße des Menschen sind seine Bürgen, wo er verlangt wird, da bringen sie ihn hin.", "Es wird gelehrt: Man erzählt von R. Šimo͑n b. Gamliél, daß er, wenn er sich an der Feier der Wasserprozession beteiligte, mit acht Fackeln jonglierte, die eine warf und die andere auffing, ohne daß sie einander berührten. Beim Sichniederwerfen stemmte er beide Daumen gegen den Fußboden, bog sich nieder, küßte das Pflaster und richtete sich auf. Niemand konnte dies nachmachen. Das ist das Bücken.", "Levi zeigte das Bücken vor Rabbi, und er wurde lahm. – Hat ihm denn dies verursacht, R. Elea͑zar sagte ja, man stoße nie Worte gegen oben aus, denn ein großer Mann, das ist Levi, stieß Worte gegen oben86Gegen die Handlungen Gottes; cf. Tan. Fol. 25a.aus, und er wurde lahm!? Das eine und das andere verursachten dies.", "Levi jonglierte vor Rabbi mit acht Messern, Šemuél vor dem König Sapor mit acht Gläsern Wein, Abajje vor Raba mit acht Eiern, und wie manche sagen, mit vier Eiern.", "Es wird gelehrt: R. Jehošua͑ b. Ḥananja erzählte: Als wir uns an der Feier bei der Wasserprozession beteiligten, sahen wir keinen Schlaf mit den Augen. Und zwar: in der ersten Stunde [erfolgte die Darbringung] des beständigen Morgenopfers, von da zum Gebete, von da zum Zusatzopfer, von da zum Zusatzgebete, von da ins Lehrhaus, von da zum Essen und Trinken, von da zum Vespergebete, von da zum beständigen Abendopfer und von da zur Feier der Wasserprozession. –", "Dem ist ja aber nicht so, R. Joḥanan sagte ja, wenn jemand schwört, er werde drei Tage nicht schlafen, so sei er zu geißeln87Wegen Falschschwurs, da dies eine Sache der Unmöglichkeit ist., und er schlafe sofort!? – Vielmehr, er meint es wie folgt: wir wußten nicht vom Schlafe; einer schlummerte auf der Schulter des anderen.", "FÜNFZEHN STUFEN. R. Ḥisda fragte einen Jünger, der vor ihm Agada vortrug: Hast du vielleicht gehört, wem entsprechend David die fünfzehn Stufengesänge gedichtet hat? Dieser erwiderte: Folgendes sagte R. Joḥanan: Als David die Abflußkanäle88Unter dem Altar.grub, stieg der Abgrund hoch und wollte die Welt überschwemmen; da sprach David die fünfzehn Stufengesänge und ließ ihn zurücksinken. Jener sprach: Wieso heißen sie demnach (fünfzehn) Heraufführende89Das hebr. Wort für Stufe heißt ‘das Heraufführende’., sie müßten ja Herabführende heißen!?", "Alsdann fuhr er fort: Du hast mich aber an folgendes erinnert, was gelehrt wurde: Als David die Abflußkanäle grub, stieg der Abgrund hoch und wollte die Welt überschwemmen; da fragte David: Weiß jemand, ob man den Gottesnamen auf eine Scherbe schreiben" ], [ "und sie in den Abgrund werfen darf, um ihn zu beruhigen? Niemand war da, der ihm Antwort gab. Da sprach David: Wer zu antworten weiß und es unterläßt, möge (am Halse) ersticken. Hierauf folgerte Aḥitophel [einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere: wenn um Frieden zwischen Mann und Frau zu stiften, die Tora erlaubt hat, seinen in Heiligkeit geschriebenen Namen durch Wasser verwischen90Gf. Num. 5,23.zu lassen, um wieviel mehr, um der ganzen Welt Frieden zu schaffen. Er sprach hierauf zu ihm : Es ist erlaubt.", "Hierauf schrieb er den Gottesnamen auf eine Scherbe und warf diese in den Abgrund. Da senkte sich der Abgrund sechzehntausend Ellen. Nachdem er aber gesehen hatte, daß er zu tief gesunken war, sprach er: Je höher er ist, desto feuchter ist die Erde. Da dichtete er die fünfzehn Stufengesänge und ließ ihn fünfzehntausend Ellen hoch steigen, sodaß er bei tausend Ellen stehen blieb. U͑la sprach: Hieraus zu entnehmen, daß die Dicke der Erde tausend Ellen beträgt. – Wir sehen ja aber, daß man nur wenig gräbt und Wasser hervorquillt!? R. Mešeršeja erwiderte: Dieses kommt aus den Kanälen des Euphrat91Der zu den höchsten Flüssen gehört..", "AM OBEREN TORE &C. STANDEN [ZWEI] PRIESTER &C. R. Jirmeja fragte: Ist unter ‘zehnte’ Stufe zu verstehen, sie stiegen fünf hinab und blieben bei zehn stehen, oder aber, sie stiegen zehn hinab und blieben bei fünf stehen? – Dies bleibt unentschieden.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn es heißt:92Ez. 8,16.mit dem Gesichte gegen Osten, so weiß ich ja, daß mit dem Rücken gegen den Tempel des Herrn,", "wozu heißt es:92Ez. 8,16.mit dem Rücken gegen den Tempel des Herrn!? Dies lehrt, daß sie sich entblößt und nach unten93Euphem. für: oben, den Höchsten.gewendet entleerten.", "WIR ABER zu GOTT UND ZU GOTT UNSERE AUGEN. Dem ist ja aber nicht so. R. Zera sagte ja, wenn man zweimal ‘Höre’ sagt, sei es ebenso als sage man zweimal ‘Wir danken’94Es ist verboten, die einzelnen Worte des Šema͑ (Höre &c.) od. des Gebetes zu wiederholen; cf. Br. aufführende’.. – Vielmehr, sie sagten wie folgt: Jene bückten sich gegen Osten, wir aber bekennen uns zu Gott, und unsere Augen sind auf Gott gerichtet95Es sind 2 verschiedene Sätze..", "v MAN BLÄST IM TEMPEL NIGHT WENIGER ALS EINUNDZWANZIG TÖNE UND NIGHT MEHR ALS ACHTUNDVIERZIG TÖNE. AN JEDEM TAGE BLIES MAN DA EINUNDZWANZIG TÖNE : DREI BEIM ÖFFNEN DER TORA, NEUN BEIM BESTÄNDIGEN MORGENOPFER UND NEUN BEIM BESTÄNDIGEN ABENDOPFER; BEIM ZUSATZOPFER FÜGTE MAN NOCH NEUN HINZU; \n", "AM VORABEND DES ŠABBATHS FÜGTE MAN NOCH SECHS HINZU: DREI, DASS DAS VOLK DIE ARBEIT EINSTELLE, UND DREI, UM ZWISCHEN HEILIG UND PROFAN ZU UNTERSCHEIDEN.", "AM VORABEND DES ŠABBATHS WÄHREND DES [HÜTTEN]FESTES WAREN ES ACHTUNDVIERZIG: DREI DEIM ÖFFNEN DER PFORTEN, DREI AM OBEREN TORE, DREI AM UNTEREN TORE, DREI BEIM WASSERSGHÖPFEN, DREI AM ALTAR, NEUN BEIM BESTÄNDIGEN MORGENOPFER, NEUN BEIM BESTÄNDIGEN ABEND-OPFER, NEUN BEIM ZUSATZOPFER, DREI, DASS DAS VOLK DIE ARBEIT EINSTELLE, UND DREI, UM ZWISCHEN HEILIG UND PROFAN ZU UNTERSCHEIDEN.", "GEMARA. Unsere Mišna lehrt nicht nach R. Jehuda; denn es wird gelehrt: R. Jehuda sagt, wenn man wenig [bläst], nicht weniger als sieben, und wenn viel, nicht mehr als sechzehn. – Worin besteht ihr Streit? – R. Jehuda ist der Ansicht, der Stoßton, der Trillerton und der Stoßton96Die stets zusammen geblasen werden.zähle zusammen als ein Ton, und die Rabbanan sind der Ansicht, der Stoßton besonders und der Trillerton besonders. –", "Was ist der Grund R. Jehudas? – Die Schrift sagt:97Num. 10,6.ihr sollt [in die Posaune] stoßen trillernd, ferner auch: trillernd [in die Posaune] stoßen; wie ist dies zu erklären? Stoßton und Trillerton sind dasselbe. – Und die Rabbanan!? – Dies deutet darauf, daß vor und nach [dem Trillerton] ein einfacher [Stoßton] zu blasen ist. –", "Was ist der Grund der Rabbanan? Es heißt:98Ib. V. 7.wenn die Gemeinde versammelt werden soll, so sollt ihr [in die Posaune] stoßen, aber nicht trillern. Wollte man sagen, Stoßton und Trillerton gehören zusammen, so befiehlt ja der Allbarmherzige, eine Hälfte des Gebotes auszuüben und die andere Hälfte nicht!? – Und R. Jehuda!? – Da war [das Blasen] nur ein Kommando99Wörtl. Zeichen; es erfolgte nicht zu einer religiösen Handlung, sondern nur zur Sammlung des Volkes.. –", "Und die Rabbanan!? – Allerdings war es ein Kommando, jedoch hat es der Allbarmherzige zum Gebote gemacht100Da er es geboten hat.. – Das, was R. Kahana gesagt hat, zwischen dem einfachen [Stoßtone] und Trillertone dürfe absolut nicht unterbrochen werden, ist also nach R. Jehuda. – Selbstverständlich!? –" ], [ "Man könnte glauben, auch den Rabbanan, nur schließe dies die Lehre R. Joḥanans aus; dieser sagte, man habe seiner Pflicht genügt, wenn man die neun Töne101Des Posaunenblasens am Versöhnungstage.in neun Stunden (am Tage) gehört hat, so lehrt er uns. –", "Vielleicht ist dem auch so!? – Wozu heißt es demnach ‘absolut nicht’!?", "AM VORABEND DES ŠABBATHS WÄHREND DES [HÜTTEN]FESTES &C. Er lehrt aber nicht von drei [Tönen] auf der zehnten102Cf. supra Fol. 51b.Stufe, somit vertritt unsere Mišna die Ansicht des R. Elie͑zer b. Ja͑qob, denn es wird gelehrt: Drei an der zehnten Stufe; R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, drei am Altar.", "Wer auf der zehnten Stufe sagt, nach dem erfolgte es nicht am Altar, und wer am Altar sagt, nach dem erfolgte es nicht auf der zehnten Stufe.–", "Was ist der Grund des R. Elie͑zer b. Ja͑qob? – Wenn bereits beim Öffnen der Tore geblasen wurde, wozu auf der zehnten Stufe, die ja doch kein Tor ist. Am Altar ist es daher angebrachter. – Und der der Rabbanan? – Wenn bereits beim Wasserschöpfen geblasen wurde, wozu am Altar. Auf der zehnten Stufe war es daher angebrachter.", "Als R. Aḥa b. Ḥanina aus dem Süden kam, brachte er folgende Lehre mit :103Num. 10,8.Und die Söhne Ahrons, die Priester, sollen die Trompeten blasen; wozu wird hier das Blasen geboten, wo es bereits heißt:104Ib. V. 10.ihr sollt die Trompeten blasen zu euren Brandopfern und euren Friedensoρfern!? Das Blasen richtet sich nach den Zusatzopfern. Er lehrte sie und er selbst erklärte sie: man blies bei jedem Zusatzopfer. –", "Wir haben gelernt: Am Vorabend des Šabbaths während des [Hütten]festes waren es achtundvierzig. Wenn dem so wäre105Daß bei jedem Zusatzopfer geblasen wurde; am Šabbath während des Hüttenfestes gab es deren zwei., sollte er von einem Šabbath während des [Hütten]festes lehren, an dem es einundfünfzig sein müßten!? R. Zera erwiderte : Am Šabbath wurde beim Öffnen der Pforten nicht geblasen.", "Raba sprach: Wer ist es, der auf sein Mehl nicht achtet!? Erstens haben wir ja ‘an jedem Tage’106Beim. Öffnen der Pforten wurde also auch am Š. geblasen.gelernt, und zweitens sollte er, auch wenn sie einander107Hinsichtl. der Anzahl der Töne.gleichen, vom Šabbath während des [Hütten]festes lehren, daß es an einem solchen108Statt dies vom Vorabend zu lehren.achtundvierzig waren, da daraus zweierlei zu entnehmen wäre: hieraus wäre die Lehre des R. Elie͑zer b. Ja͑qob zu entnehmen, und hieraus wäre die Lehre des R. Aḥa b. Ḥanina zu entnehmen!?", "Vielmehr, erklärte Raba, weil man am Šabbath beim Wasserschöpfen nicht bläst; so mit sind es bedeutend weniger. – Sollte er doch (auch) vom auf einen Šabbath fallenden Neujahrsfeste lehren, an dem es drei Zusatzopfer sind: das Neumondzusatzopfer, das Neujahrszusatzopfer und das Šabbathzusatzopfer!? –", "Vom Vorabend des Šabbaths während des [Hütten]festes zu lehren, ist dies nötig, wegen der Lehre des R. Elie͑zer b. Ja͑qob109Die daraus hervorgeht.. – Sagen wir etwa, daß er es von diesem lehren und von jenem nicht lehren sollte, er sollte es von beiden lehren!? – Manches lehrt er und manches läßt er fort. – Was läßt er noch außerdem fort? –", "Er läßt den Vorabend des Pesahfestes110Das Pesaḥopfer wurde in drei Gruppen dargebracht; jede Gruppe las dreimal das Loblied, wobei je dreimal geblasen wurde.fort. –" ], [ "Wenn nur den Vorabend des Pesaḥfestes, so ist dies keine Fortlassung, denn hier ist die Ansicht R. Jehudas vertreten, welcher sagt, die dritte Gruppe sei noch nie zum Lesen des Abschnittes ‘Es111Anfang des 116. Psalms, ungefähr die Mitte des Lobliedes.ist mir lieb, daß der Herr erhört’ herangekommen, weil ihre Menge gering war. –", "Wir haben ja aber festgestellt, daß hier nicht die Ansicht R. Jehudas vertreten ist!? – Vielleicht ist dieser Autor in einem Falle seiner Ansicht, und in einem Falle streitet er gegen ihn. –", "Was läßt er nun außerdem noch fort!? – Er läßt den auf einen Vorabend des Šabbaths fallenden Vorabend des Pesaḥfestes fort, an dem sechs fortfallen112Da nach RJ. die letzte Gruppe nur einmal das Loblied sprach.und sechs hinzukommen.", "UND NICHT MEHR ALS ACHTUNDVIERZIG. Etwa nicht, an einem auf einen Šabbath fallenden Vorabend des Pesaḥfestes waren es ja nach R. Jehuda einundfünfzig und nach den Rabbanan siebenundfünfzig !? –", "Er lehrt nur von solchen Tagen, die in jedem Jahre vorkommen, vom auf einen Šabbath fallenden Vorabend des Pesaḥfestes lehrt er daher nicht, weil er nicht in jedem Jahre vorkommt. – Aber kommt denn der Vorabend des Šabbaths während des [Hütten]festes in jedem Jahre vor, es kann ja auch der Fall sein, daß er nicht vorkommt, wenn nämlich der erste Tag auf einen Vorabend des Šabbaths fällt!? –", "Wenn der erste Festtag auf einen Vorabend des Šabbaths fällt, verschieben113Durch Interkalation des vorangehenden Monats [Elul].wir ihn. – Aus welchem Grunde? – Wenn der erste Tag des Hüttenfestes auf einen Vorabend des Šabbaths fällt, so fällt der Versöhnungstag auf einen Sonntag, daher verschieben114Der V. darf aus Rh. Fol. 20a genannten Gründen nicht auf einen Sonntag fallen.wir ihn. –", "Aber verschieben wir ihn denn, wir haben ja gelernt, das Fett des Šabbathopfers werde am Versöhnungstage115Der auf den Sonntag fällt.dargebracht !?", "Ferner sagte R. Zera : Als wir im Lehrhause in Babylonien waren, sagten wir : Das, was gelehrt wird, an einem auf einen Vorabend des Šabbaths fallenden Versöhnungstage blies man nicht, und am auf einen Šabbathausgang116Wenn der Versöhnungstag auf einen Sonntag fällt, sodaß er am Šabbathabend beginnt.fallenden sprach man nicht den Unterscheidungssegen, ist eine von allen vertretene Ansicht. Als ich nach dort117Nach Palästina.kam, traf ich R. Jehuda, den Sohn des R. Šimo͑n b. Pazi, und er sagte, dies sei nur die Ansicht R. Aqibas118Nach dem der Šabbath u. der V. die gleiche Heiligkeit haben.. –", "Das ist kein Einwand; dies nach den Rabbanan, und jenes nach den Anderen.", "Es wird nämlich gelehrt: Andere sagen, zwischen einem Wochenfeste und dem anderen, zwischen einem Neujahre und dem anderen, gebe es eine Differenz von (nur) vier Tagen, und in einem Schaltjahre von fünf119Nach ihnen ist der Neujahrstag nicht durch Interkalation zu verschieben; ausführl. Rh. Fol. 20b.Tagen.", "Man wandte ein: Wenn der Neumondstag auf einen Šabbath fällt, so verdrängt das [Tages]lied des Neumondtages das des Šabbaths, wenn dem nun so120Daß bei jedem Zusatzopfer besonders geblasen wurde.wäre, sollte doch sowohl das des Šabbaths als auch das des Neumondstages gesungen werden ! ?", "R. Saphra erwiderte : Unter ‘verdrängen’ ist zu verstehen, es gehe voran. – Weshalb denn, von Beständigem und Seltenem geht ja das Beständige voran!?", "R. Joḥanan erwiderte: Damit man wisse, daß der Neumondstag zur richtigen Zeit festgesetzt wurde. – Ist dies denn das Zeichen, dafür gibt es ja ein anderes Zeichen!? Wir haben nämlich gelernt: Die Glieder des beständigen Morgenopfers werden auf die untere Hälfte der Altarrampe, östlich, gelegt, die des Zusatzopfers auf die untere Hälfte der Altarrampe, westlich, und die des Neumond[opfers] unterhalb des Altarsimses." ], [ "Hierzu sagte R. Joḥanan, damit man wisse, daß der Neumondstag zur richtigen Zeit festgesetzt wurde. – Wir machen zwei Merkzeichen; wer das eine sieht, sieht dies, und wer das andere sieht, sieht jenes.", "Man wandte ein: Raba b. Šemuél lehrte: Man könnte glauben, man blase bei jedem Zusatzopfer, wie man bei dem des Šabbaths und dem des Neumondstages besonders bläst, so heißt es:121Num. 10,10.und an euren Neumondstagen. Dies ist eine Widerlegung R. Aḥas. Eine Widerlegung. –", "Wieso geht dies hieraus hervor? Abbaje erwiderte: Die Schrift sagt: an euren Neumondstagen: alle Neumondstage gleichen122An keinem wurde mehr geblasen.einander. R. Aši erklärte: Es heißt eures Monats und es heißt an den123Das eine in der Einzahl u. das andere in der Mehrzahl.Anfängen; welcher Neumondstag hat einen zweifachen Anfang: der Neujahrstag, und der Allbarmherzige sagt eures Monats, er ist einer.", "Ferner wird auch gelehrt: Am ersten Tage des Halbfestes sangen sie:124Ps. 29,1.Gebet dem Herrn, ihr Göttersöhne. Am zweiten sangen sie:125Ib. 50,60.Zum Frevler spricht Gott. Am dritten sangen sie:126Ib. 94,16.Wer wird sich für mich gegen die Bösewichter erheben?", "Am vierten sangen sie:127Ib. V. 8.Merkt doch ihr Unvernünftigen im Volke! Am fünften sangen sie:128Ib. 81,7.Ich habe seine Schulter von der Last befreit. Am sechsten sangen sie:129Ib. 82,5.Es wanken alle Grundfesten der Erde. Wenn einer dieser Tage auf einen Šabbath fiel, fiel [das Lied] ‘Es wanken’ aus130Da am Šabbath das Šabbathlied u. am Sonntag das gestrige Lied gesungen u. an den folg. Tagen der Reihe nach fortgesetzt wurde..", "R. Saphra gab hierfür131Für die Reihenfolge der Lieder; die folg. Merkzeichen enthalten die ersten Buchstaben der genannten Lieder, u. RP. vertauscht das des 4. mit dem des 5.das Kennzeichen HVMBHJ. R. Papa gab das Kennzeichen HVMHBJ. Als Kennzeichen diene dir [das Wort] Schulversammlung132Eigentl. Vers der Lehrer; das Merkzeichen des R. Saphra (dh. Lehrer) ist HVMBHJ, das dem We. Ambuha (Menge, Versammlung) ähnelt..", "Dies ist also eine Widerlegung133Da am Šabbath bei jedem Zusatzopfer kein besonderes Lied gesungen wurde, so wurde auch nicht besonders geblasen.des R. Aḥa b. Ḥanina. Eine Widerlegung. – Aber R. Aḥa b. Ḥanina stützt sich ja auf einen Schriftvers und eine Lehre!?", "Rabina erwiderte: Diese besagen, daß die Posaunenstöße ausgedehnt134Der Wortlaut der Lehre lautet: das Blasen richtet sich nach den Zusatzopfern. RA. erklärte, man blies bei jedem Zusatzopfer, zu jedem ein Lied; dem ist aber nicht so, vielmehr ein Lied, jed. gedehnt.werden. Die Rabbanan von Cäsarea erklärten im Namen R. Aḥas: Diese besagen, daß die Zahl der Blasenden vermehrt werde. –", "Wie machen wir es, die wir zwei Festtage feiern? Abajje erwiderte: Der zweite fällt135Während des Hüttenfestes wird an jedem Tage der bezügl. Abschnitt aus der Tora gelesen (ebenso im Zusatzgebete); da nun der eigentl. erste Zwischentag ebenfalls als erster Festtag gefeiert wird, so muß demnach an einem Zwischentage der bezügl. Abschnitt ausfallen.aus.", "Raba erwiderte: Der siebente fällt aus. Übereinstimmend mit Raba wird gelehrt: Wenn einer dieser Tage auf einen Šabbath fällt, fällt [das Lied] ‘Es wanken’ aus.", "Amemar ordnete in Nehardea͑ an, springend [zu lesen]136Dh. an jedem Tage werden beide Abschnitte gelesen.." ], [ "vi AM ERSTEN TAGE DES [HÜTTEN]FESTES WAREN ES DREIZEHN FARREN, ZWEI WIDDER UND EIN ZIEGENBOCK137Die als Zusatzopfer dargebracht wurden; cf. Num. 29,12ff., SOMIT BLIEBEN FÜR DIE ACHT PRIESTERWACHEN138Insgesamt waren es 24 Priesterwachen (cf. iChr. 24,7ff.); die ersten 16 brachten je eines der hier aufgezählten Opfertiere dar.VIERZEHN LÄMMER137Die als Zusatzopfer dargebracht wurden; cf. Num. 29,12ff.ZÜRÜCK. AM ERSTEN TAGE139An jedem folgenden Tage wurde je ein Farre weniger dargebracht, der für die ersten 16 Priesterwachen durch ein Lamm ersetzt wurde.BRACHTEN SECHS JE ZWEJ UND DIE ÜBRIGEN JE EINES DAR; \n", "AM ZWEITEN BRACHTEN FÜNF JE ZWEI UND DIE ÜBRIGEN JE EINES DAR; AM DRITTEN BRACHTEN VIER JE ZWEI UND DIE ÜBRIGEN JE EINES DAR;", "AM VIERTEN BRACHTEN DREI JE ZWEI UND DIE ÜBRIGEN JE EINES DAR; AM FÜNFTEN BRACHTEN ZWEI JE ZWEI UND DIE ÜBRIGEN JE EINES DAR; AM SECHSTEN BRACHTE EINER ZWEI UND DIE ÜBRIGEN JE EINES DAR;", "AM SIEBENTEN WAREN ALLE GLEICH; AM ACHTEN GRIFFEN SIE ZUR LOSUNG, WIE AN ANDEREN FESTEN. SLE SAGTEN, WER HEUTE EINEN FARREN DARGEBRACHT HAT, BRINGE MORGEN EINEN SOLCHEN NICHT140Es waren 16 Priesterwachen u. höchstens 13 Farren.DAR, VIELMEHR MACHTEN SIE DIE RUNDE.", "GEMARA. Unsere Mišna lehrt also nach Rabbi und nicht nach den Rabbanan, denn es wird gelehrt: Der am achten darzubringende Farre wird verlost – so Rabbi; die Weisen sagen, eine der beiden Priesterwachen, die nicht dreimal an die Reihe141An den 7 Festtagen wurden insgesamt 70 Farren dargebracht, demnach kamen auf 22 Priesterwachen je 3 und auf 2 je 2.kam, brachte ihn dar. –", "Du kannst auch sagen, nach den Rabbanan; mußte er denn nicht unter den beiden Priesterwachen verlost werden? –", "Die Lehre, alle Priesterwachen kamen zweimal und dreimal an die Reihe, ausgenommen zwei Priesterwachen, die nur zweimal und nicht dreimal an die Reihe kamen, vertritt also die Ansicht Rabbis und nicht die der Rabbanan? – Du kannst auch sagen, die der Rabbanan, die nämlich bei den Festfarren nicht dreimal an die Reihe kamen. –", "Was lehrt er uns demnach!? – Folgendes lehrt er uns : wer heute einen Farren dargebracht hat, brachte einen solchen morgen nicht dar, vielmehr machten sie die Runde.", "R. Elie͑zer sagte : Wem entsprechend sind diese siebzig Farren? Entsprechend den siebzig Nationen. Wozu der eine Farre [am achten]? Entsprechend der einzigen Nation.", "Ein Gleichnis. Ein König aus Fleisch und Blut sprach zu seinen Dienern: Bereitet mir [täglich] eine große Mahlzeit. Am letzten Tage aber sprach er zu seinem Freunde: Bereite du mir eine kleine Mahlzeit, damit ich nur von dir genieße.", "R. Joḥanan sagte: Wehe den Völkern der Welt, die einen Verlust erlitten haben, ohne zu wissen, was sie verloren haben : solange der Tempel bestanden hat, pflegte er ihnen Sühne zu schaffen, wer aber schafft ihnen jetzt Sühne!?", "vii,1 AN DEN DREI FESTEN DES JAHRES142Wörtl. drei Zeiten im Jahre.WAREN ALLE DREI PRIESTERWACHEN GLEICHBETEILIGT AN DEN FESTOPFERTEILEN UND BEI DER VERTEILUNG DES SCHAUBROTES143Gf. Ex 25,30 u. Lev. 24,6; dieses Brot war ungesäuert. Am Wochenfeste kamen die ‘zwei Brote’ (cf. Lev. 23,17), die gesäuert waren, zur Verteilung..", "AM WOCHENFESTE SAGTE MAN ZU IHM: ‘DA HAST DU UNGESÄUERTES.’ DIE REIHENMÄSSIGE PRIESTERWACHE BRACHTE DIE BESTÄNDIGEN OPFER DAR, SOWIE GELOBTE FREIWILLIGE UND ALLE ANDEREN GEMEINDEOPFER; ALLES BRACHTE DIESE DAR.", "GEMARA. Die Festopferteile werden ja Gott dargebracht!? R. Ḥisda erklärte: An dem, was bei den Festopfern genannt144Die den Priestern zukommenden Opfergefälle; cf. Lev. 7,29ff. Das W. אמורי wird v. אמר, sagen, abgeleitet.ist.", "Die Rabbanan lehrten: Woher, daß an den Festopferteilen alle Priesterwachen gleichbeteiligt sind? Es heißt :145Dt. 18,6,7.er komme nach seinem Belieben und tue den Dienst. Man könnte glauben, dies gelte auch von den übrigen Tagen des Jahres, so heißt es:146Dt. 18,8.aus einer deiner Städte; dies sagte ich nur von dem Falle, wenn ganz Jisraél sich in einer Stadt versammelt.", "UND BEI DER VERTEILUNG DES SCHAUBROTES. Die Rabbanan lehrten: Woher, daß bei der Verteilung des Schaubrotes alle Priesterwachen gleichbeteiligt sind?" ], [ "Es heißt:146Dt. 18,8.Teil gleich Teil sollen sie genießen; wie einen Teil am Dienste, so auch einen Teil am Genüsse. Welchen ‘Teil am Genusse’ : wollte man sagen, von den Opfern, so ist es ja zu entnehmen aus [dem Schriftverse] :147Lev. 7,9.sie sollen dem Priester gehören, der sie darbringt; doch wohl vom Schaubrote.", "Man könnte glauben, auch von den Pflicht[opfern], die nicht aus Anlaß des Festes dargebracht werden, so heißt es :146Dt. 18,8.außer den Verkäufen von den väterlichen [Gütern]. Was haben die Väter einander verkauft? Ich in meiner Woche, du in deiner Woche.", "AM WOCHENFESTE SAGTE MAN ZU IHM: DA HAST DU &C. Es wurde gelehrt: Rabh sagt, [man spreche zuerst den Segen über] die Festhütte und nachher den Zeitsegen; Rabba b. Bar Ḥana sagt, zuerst den Zeitsegen und nachher [den Segen über] die Festhütte.", "Rabh sagt, zuerst [der Segen über] die Festhütte und nachher der Zeitsegen, denn die Pflicht des Tages ist bedeutender. Rabba b. Bar Ḥana sagt, zuerst der Zeitsegen und nachher [der Segen über] die Festhütte, denn von Häufigem148Der Zeitsegen wird an jedem Feste gesprochen.und Nichthäufigem geht das Häufige vor.", "Es ist anzunehmen, daß Rabh und Rabba b. Bar Ḥana denselben Streit führen, wie die Schule Šammajs und die Schule Hillels. Wir haben nämlich gelernt: Folgende Differenzen bestehen zwischen der Schule Šammajs und der Schule Hillels inbetreff der Mahlzeit. Die Schule Šammajs sagt, man spreche zuerst den Segen [zur Weihe] des Tages, nachher spreche man den Segen über den Wein; die Schule Hillels sagt, man spreche zuerst den Segen über den Wein, nachher spreche man den Segen [zur Weihe] des Tages.", "Die Schule Šammajs sagt, man spreche zuerst den Segen [zur Weihe] des Tages, nachher spreche man den Segen über den Wein, denn der Tag veranlaßt ja, daß der Wein kommt, auch ist die Heiligkeit des Tages bereits eingetreten, als der Wein noch nicht da war; die Schule Hillels sagt, man spreche zuerst den Segen über den Wein, nachher spreche man den Segen [zur Weihe] des Tages, denn der Wein veranlaßt ja, daß der Weihsegen gesprochen wird. Eine andere Begründung: Der Segen über den Wein ist häufig und der Segen [zur Weihe] des Tages nicht, und von Häufigem und Nichthäufigem geht das Häufige vor.", "Rabh wäre also der Ansicht der Schule Šammajs und Rabba b. Ḥana der Ansicht der Schule Hillels. –", "Rabh kann dir erwidern: meine Ansicht gilt auch nach der Schule Hillels, denn die Schule Hillels sagt es nur da, wo der Wein es veranlaßt, daß der Weihsegen gesprochen wird; würde man aber hierbei [den Segen über] die Festhütte nicht auch ohne den Zeitsegen sprechen?", "Ebenso kann Raba b. Bar Ḥana dir erwidern: meine Ansicht gilt auch nach der Schule Šammajs, denn die Schule Šammajs sagt es nur da, wo der Tag es veranlaßt, daß der Wein kommt; aber würde man denn hierbei den Zeitsegen nicht auch ohne [den Segen über] die Festhütte sprechen? –", "Wir haben gelernt: Am Wochenfeste sagte man zu ihm: ‘Da hast du Ungesäuertes, da hast du Gesäuertes’. Das Gesäuerte ist ja dann Hauptsache149Die gesäuerten 2 Brote sind Pflicht des Tages, während die Schaubrote die der vorigen Wochen sind.und das Ungesäuerte Nebensache, dennoch heißt es: ‘Da hast du Ungesäuertes, da hast du Gesäuertes’. Dies ist eine Widerlegung Rabhs!? –", "Rabh kann dir erwidern: [hierüber streiten] Tannaím, denn es wird gelehrt: ‘Da hast du Ungesäuertes, da hast du Gesäuertes’. Abba Šaúl sagt: ‘Da hast du Gesäuertes, da hast du Ungesäuertes’.", "R. Naḥman b. R. Ḥisda trug vor : Nicht wie Rabh, welcher sagt, zuerst [den Segen über] die Festhütte. R. Šešeth, Sohn des R. Idi, sagte: Zuerst [den Segen über] die Festhütte und nachher den Zeitsegen. Die Halakha ist: Zuerst [den Segen über] die Festhütte und nachher den Zeitsegen.", "DIE REIHENMÄSSIGE PRIESTERWACHE &C. UND ALLE ANDEREN GEMEINDEOPFER. Was schließt dies ein? – Dies schließt den Farren wegen Irrens der Gemeinde150Cf. Lev. 4,13ff.und den Ziegenbock wegen Götzendienstes151Cf. Lev. 4,23. u. hierzu Hör. Fol. 4b.ein.", "ALLES BRACHTE DIESE DAR. Was schließt dies ein? – Dies schließt die Zehrung des Altars ein.", "vii,2 AN EINEM ŠABBATH NÄCHST EINEM FESTTAGE, OB VOR ODER NACH DIESEM, SIND ALLE PRIESTER GLEICHBETEILIGT BEI DER VERTEILUNG DES SCHAUBROTES. FÄLLT EIN TAG TRENNEND DAZWISCHEN, SO ERHÄLT DIE REIHENMÄSSIGE PRIESTERWACHE ZEHN BROTE UND DIE VERBLEIBENDE152Die später kommen bezw. früher fortgehen könnte.ZWEI. AN ALLEN ÜBRIGEN TAGEN DES JAHRES ERHÄLT DIE ANTRETENDE [PRIESTERWACHE] SECHS UND DIE ABTRETENDE SECHS ; R. JEHUDA SAGT, DIE ANTRETENDE SIEBEN UND DIE ABTRETENDE FÜNF.", "DIE ANTRETENDEN TEILEN IN DER NORDSEITE, DIE ABTRETENDEN IN DER SÜDSEITE. BILGA153Name einer Priesterwache; cf. iChr. 24,14.TEILTE STETS IN DER SÜDSEITE; FERNER WAR IHR RING154Jede P. hatte in der Nähe des Altars einen besonderen Ring zum Aufhängen der geschlachteten Opfertiere, sowie ein besonderes Wandspind in der sogen. Messerkammer; cf. Mid. IV,7.STETS FEST UND IHR WANDSPIND154Jede P. hatte in der Nähe des Altars einen besonderen Ring zum Aufhängen der geschlachteten Opfertiere, sowie ein besonderes Wandspind in der sogen. Messerkammer; cf. Mid. IV,7.GESCHLOSSEN.", "GEMARA. Was heißt ‘vor oder nach diesem’: wollte man sagen, vor heiße der erste Festtag und nach heiße der letzte Festtag, so ist dies ja der Šabbath während des Hüttenfestes!? –", "Vielmehr, vor heißt der letzte Festtag, nach der erste Festtag. – Aus welchem Grunde? – Da die einen früher [kommen] und die anderen später [gehen], so haben die Rabbanan eine Bestimmung getroffen, damit alle gleichmäßig essen können.", "FÄLLT EIN TAG." ], [ "Was bedeuten diese zwei155Weshalb erhielt (nach RJ.) die antretende Priesterwache 2 Brote mehr als die abtretende.? R. Jiçḥaq erwiderte: Als Belohnung für das Schließen der Türen. – Sollte man doch sagen: nimm um nimm156Wenn die betreffende antretende P. nur sechs erhalten würde, so würde sie ein anderes Mal, als abtretende, ebenfalls sechs erhalten; dh. bei der gleichmäßigen u. der ungleichmäßigen Verteilung kommt es auf dasselbe heraus.!? Abajje erwiderte: Lieber eine Gurke [sofort] als ein Kürbis [später]157Der Priesterwache ist es lieber, die 2 Brote mehr sofort zu erhalten..", "R. Jehuda sagte: Auch teilten sie sich in das Zusatzopfer. Man wandte ein: Die abtretende Priesterwache brachte das beständige Morgenopfer und das Zusatzopfer dar, die antretende Priesterwache brachte das beständige Abendopfer und die Weihrauchschalen dar. Er lehrt aber nicht, daß sie sich in das Zusatzopfer teilten !? – Dieser Tanna spricht von der Teilung überhaupt nicht.", "Raba wandte ein: Der Tanna der Schule Šemuéls spricht ja wohl von der Teilung, dennoch lehrt er nicht, daß sie sich in das Zusatzopfer teilten!? Der Tanna der Schule Šemuels lehrte nämlich: Die abtretende Priesterwache brachte das beständige Morgenopfer und das Zusatzopfer dar, die antretende Priesterwache brachte das beständige Abendopfer und die Weihrauchschalen dar. Vier Priester traten ein, zwei von der einen Priesterwache und zwei von der anderen, und teilten sich in die Schaubrote. Er lehrt aber nicht, daß sie sich am Zusatzopfer teilten!? – Dies ist eine Widerlegung R. Jehudas. Eine Widerlegung.", "DIE ANTRETENDEN TEILTEN IN DER NORDSEITE. Die Rabbanan lehrten : Die Antretenden teilten in der Nordseite, damit man sehe, daß sie antreten, die Abtretenden teilten in der Südseite, damit man sehe, daß sie abtreten.", "BILGA TEILTE STETS IN DER SÜDSEITE. Die Rabbanan lehrten: Mirjam, eine Tochter158Die Bezeichnung Tochter Bilgas ist wohl ein nomen gentilis, eine Frau aus dieser Priesterwache.Bilgas, wurde abtrünnig und verheiratete sich mit einem Kriegsobersten der griechischen Könige. Als die Griechen in den Tempel eingedrungen waren, stieß sie mit ihrer Sandale gegen den Altar und sprach: Wolf, Wolf, wie lange noch wirst du das Geld Jisraéls verzehren, ohne ihnen in der Not beizustehen!? Als die Weisen davon hörten, ließen sie ihren159Dh. der diesen Namen tragenden Priesterwache.Ring festmachen und ihr Wandspind schließen:", "Manche sagen, diese Priesterwache kam zu spät, und die Priesterwache Ješebab trat an und verrichtete an ihrer Stelle den Dienst. Und obgleich Nachbarn der Frevler sonst nicht belohnt werden, wurde die Nachbarwache des Bilga dennoch belohnt, denn Bilga teilte stets in der Südseite, (sein Bruder) Ješabab aber in der Nordseite. –", "Einleuchtend ist es nach demjenigen, welcher sagt, sie sei zu spät gekommen, daß die ganze Priesterwache deshalb gemaßregelt wurde; weshalb aber wurde, nach demjenigen, welcher sagt, weil Mirjam, eine Tochter Bilgas, abtrünnig wurde, weil sie gesündigt hat, die ganze Priesterwache gemaßregelt!? Abajje erwiderte: Freilich, wie die Leute sagen: Das Gerede des Kindes auf der Straße, vom Vater oder von der Mutter. –", "Ist denn wegen des Vaters und der Mutter die ganze Priesterschaft zu maßregeln!? Abajje erwiderte: Wehe dem Frevler und wehe seinem Nachbarn, Heil dem Frommen und Heil seinem Nachbarn. So heißt es auch :160Jes. 3,10. Sprechet zum Gerechten, daß er es gut hat, denn ihrer Taten Frucht werden sie essen." ] ], "sectionNames": [ "Daf", "Line" ] }