{ "language": "en", "title": "Shabbat", "versionSource": "https://www.nli.org.il/he/books/NNL_ALEPH001042448/NLI", "versionTitle": "Talmud Bavli. German trans. by Lazarus Goldschmidt, 1929 [de]", "shortVersionTitle": "Lazarus Goldschmidt, 1929", "actualLanguage": "de", "languageFamilyName": "german", "isBaseText": false, "isSource": false, "direction": "ltr", "heTitle": "שבת", "categories": [ "Talmud", "Bavli", "Seder Moed" ], "text": [ [], [], [ "iDAS HINAUSBRINGEN1Es ist verboten, am Šabbath einen Gegenstand von einem Gebiete nach dem anderen zu tragen od. hinüberzureichen; cf. Jer. 17,21ff. AM ŠABBATH ERFOLGT IN ZWEI ARTEN, DIE IN VIER ZERFALLEN, FÜR DEN, DER SICH INNEN BEFINDET, UND IN ZWEI ARTEN, DIE IN VIER ZERFALLEN, FÜR DEN, DER SICH AUSSEN BEFINDET.", "AUF WELCHE WEISE?", "WENN [BEISPIELSWEISE] DER ARME AUSSEN UND DER HAUSHERR INNEN STEHT, UND DER ARME SEINE HAND NACH INNEN AUSSTRECKT UND ETWAS IN DIE HAND DES HAUSHERRN LEGT ODER AUS DIESER NIMMT UND HERAUSBRINGT, SO IST DER ARME SCHULDIG UND DER HAUSHERR FREI2Schuldig und frei in unserem Traktate beziehen sich auf das Sündopfer wegen Entweihung des Šabbaths, da es sich überall um eine unvorsätzl. Übertretung handelt..", "WENN DER HAUSHERR SEINE HAND NACH AUSSEN AUSSTRECKT UND ETWAS IN DIE HAND DES ARMEN LEGT ODER AUS DIESER NIMMT UND HEREINBRINGT, SO IST DER HAUSHERR SCHULDIG UND DER ARME FREI.", "WENN DER ARME SEINE HAND NACH INNEN AUSSTRECKT UND DER HAUSHERR ETWAS AUS DIESER NIMMT ODER IN DIESE LEGT, UND JENER ES NACH AUSSEN BRINGT, SO SIND BEIDE FREI.", "WENN DER HAUSHERR SEINE HAND NACH AUSSEN AUSSTRECKT UND DER ARME ETWAS AUS DIESER NIMMT ODER IN DIESE LEGT, UND JENER ES NACH INNEN BRINGT, SO SIND BEIDE FREI.", "GEMARA. Dort haben wir gelernt : Das Schwören3Bei Gelübden; cf. Lev. 5,4. erfolgt in zwei Arten, die in vier zerfallen;" ], [ "die Kenntnis der Unreinheit4Cf. Lev. 5,2 ff. erfolgt in zwei Arten, die in vier zerfallen;", "der Aussatzmale5Cf. Lev. Kap. 13. sind zwei, die in vier zerfallen;", "das Hinaustragen am Šabbath erfolgt in zwei Arten, die in vier zerfallen.", "Womit ist es nun hier anders, daß er lehrt: ‘zwei Arten, die in vier zerfallen, für den, der sich innen befindet, und zwei Arten, die in vier zerfallen, für den, der sich außen befindet’, während er dort nur lehrt: ‘zwei Arten, die in vier zerfallen’, und nichts weiter!? –", "Hier, wo er hauptsächlich vom Šabbath handelt, lehrt er von den Hauptarbeiten und von den Abzweigungen6Hauptarbeiten heißen diejenigen, die bei der Errichtung der Stiftshütte erforderlich waren., dort aber, wo er nicht hauptsächlich vom Šabbath handelt, lehrt er nur von den Hauptarbeiten und nicht von den Abzweigungen. –", "Hauptarbeit heißt ja das Hinaustragen, und dies erfolgt ja nur in zwei Arten7Während es hier heißt: die in vier zerfallen.!?", "Wolltest du erwidern, manche, derentwegen man schuldig ist, und manche, derentwegen man frei8Die aber von vornherein ebenfalls verboten sind. ist, so lehrt er ja davon gleichlautend, wie von den Aussatzmalen, und wie von diesen nur Fälle, derentwegen man schuldig9Falls der Behaftete ins Heiligtum tritt. ist, ebenso von jenen nur Fälle, derentwegen man schuldig ist!?", "Vielmehr, erwiderte R. Papa, hier, wo er hauptsächlich vom Šabbath handelt, lehrt er Fälle, derentwegen man schuldig ist, und derentwegen man frei ist, dort aber, wo er nicht hauptsächlich vom Šabbath handelt, lehrt er nur Fälle, derentwegen man schuldig ist, nicht aber Fälle, derentwegen man frei ist. –", "Schuldig ist man ja wegen des Hinausbringens, und dies erfolgt ja nur in zwei Fällen!? – Zwei des Hinausbringens und zwei des Hereinbringens. –", "Es heißt ja aber: das Hinausbringen!? R. Aši erwiderte: der Tanna nennt das Hereinbringen ebenfalls Hinausbringen. –", "Woher dies? – Wir haben gelernt: Wer aus einem Gebiete nach einem anderen Gebiete hinausbringt, ist schuldig. Dies gilt ja auch von dem Falle, wenn man etwas aus einem öffentlichen in ein Privatgebiet hereinbringt, und er nennt dies Hinausbringen.", "Dies aus dem Grunde, weil der Tanna jede Fortnahme einer Sache von ihrer Stelle Hinausbringen nennt.", "Rabina sagte: Dies geht auch aus unserer Mišna hervor, er lehrt zuerst vom Hinausbringen, und erklärt es durch einen Fall des Hereinbringens. Schließe hieraus.", "Raba erwiderte : Er spricht überhaupt von Gebieten, und beim Šabbath [gesetze] gibt es zwei Gebiete10Das öffentliche und das private, wobei die in der Mišna genannten 4 Fälle vorkommen..", "R. Mathna sprach zu Abajje: Diese acht Fälle sind ja zwölf11In der Mišna werden je 4 strafbare u. 8 (od. 12) straffreie Fälle aufgezählt.!? –", "Nach deiner Ansicht sind es ja sechzehn11In der Mišna werden je 4 strafbare u. 8 (od. 12) straffreie Fälle aufgezählt.!?", "Jener erwiderte: Das ist kein Einwand;" ], [ "allerdings zählt er die Fälle im Anfangssatze, die straffrei und [von vornherein] erlaubt12Wenn der andere sie ihm in die Hand legt.sind, nicht mit, der Einwand bezieht sich nur auf die straffreien, jedoch verbotenen Fälle im Schlußsatze!? –", "Gibt es denn im ganzen Šabbathgesetze etwas, das straffrei und [ von vornherein ] erlaubt ist, Šemuél sagte ja, alle straffreien [Arbeiten] am Šabbath seien [von vornherein] verboten, ausgenommen folgende drei, die straffrei und erlaubt sind: das Einfangen eines Rehs, das Einfangen einer Schlange und das Aufstechen einer Pustel!? –", "Die straffreien Fälle, von denen Šemuél spricht, sind solche, bei denen man eine Tätigkeit ausübt, straffreie Fälle aber, wobei man keine Tätigkeit ausübt, sind viele vorhanden13In den ersten 4 straffreien Fällen unserer M. wird keine Tätigkeit ausgeübt.. –", "Immerhin sind es ja zwölf !? – Straffreie Fälle, bei denen man zu einem Sündopfer verpflichtet werden14Das Hinaus- od. Hereinbringen einer Sache von Gebiet zu Gebiet erfordert eine Fortnahme (עקירה) u. ein Niederlegen (הנחה) derselben; bei der Fortnahme kann man zu einem Sündopfer verpflichtet werden, wenn man sie nämlich auch niederlegt, nicht aber ist dies beim Niederlegen der Fall, wenn ein anderer sie fortgenommen.kann, zählt er mit, bei denen man zu einem Sündopfer nicht verpflichtet werden kann, zählt er nicht mit. –", "Wieso sind beide straffrei, durch sie wird ja eine Arbeit vollbracht!? – Es wird gelehrt: Rabbi sagte: 15Lev. 4,27.jemand aus dem Volke, wenn er verübt, nur wer das Ganze verübt, nicht aber, wer einen Teil verübt; wenn einer es verübt, ist er schuldig, wenn zwei zusammen es verüben, sind sie frei. Es wurde auch gelehrt: R. Ḥija b. Gamda sagte: Aus dem Munde der Genossenschaft kam es hervor, und sie sagten: wenn er verübt, wenn einer es verübt, ist er schuldig, wenn zwei zusammen es verüben, so sind sie frei.", "Rabh fragte Rabbi: Wie ist es, wenn einem ein anderer Speisen und Getränke auflädt und er sie so hinausbringt: gleicht die Fortnahme des Körpers der Fortnahme einer Sache, und er ist somit schuldig, oder nicht? Dieser erwiderte: Er ist schuldig. Dies gleicht nicht [dem Ausstrecken] der Hand16In den in der Mišna genannten Fällen., denn der Körper ruht, während die Hand nicht ruht17Bei der Bewegung des Körpers nimmt man ihn von der Stelle fort, auf der er gestanden hat, was aber bei der der Hand nicht der Fall ist.." ], [ "R. Ḥija sprach zu Rabh: Fürstensohn, habe ich dir etwa nicht gesagt, daß, wenn Rabbi sich mit dem einen Traktate befaßt, du ihn nicht etwas aus einem anderen Traktate fragen sollst, weil er es vielleicht nicht im Gedächtnis hat!? Wäre Rabbi nicht ein großer Mann, so könntest du ihn in Verlegenheit bringen, dir eine Antwort zu geben, die keine Antwort ist.", "Aber er hat dir doch eine richtige Antwort gegeben, denn es wird gelehrt: Wer bereits am Tage18Vor Beginn des Šabbaths.mit Speisen oder Getränken beladen war und sie, wenn es finster geworden, hinausträgt, ist schuldig, weil dies [dem Ausstrecken] der Hand nicht gleicht.", "Abajje sagte: Es ist mir klar, daß die Hand des Menschen nicht dem öffentlichen Gebiete und nicht dem Privatgebiete gleicht19Dh. man richte sich nicht nach seinem Körper, einerlei, ob er sich in einem öffentlichen od. privaten Gebiete befindet.. Sie gleicht nicht dem öffentlichen Gebiete, wie dies bei der Hand des Armen20Wenn der Hausherr etwas aus der Hand des Armen nimmt, ist er frei.der Fall ist; sie gleicht nicht dem Privatgebiete, wie dies bei der Hand des Hausherrn21Wenn der Hausherr sie hinausstreckt u. der Arme etwas daraus nimmt, ist er frei.der Fall ist.", "Aber folgendes fragte Abajje: Ist die Hand des Menschen als Neutralgebiet22כרמלית (aus dem Hebräischen כרמל) Vorgarten, Vorraum; in unserem Traktate übertragen für ein Gebiet, das kein richtiges Privatgebiet ist, aber auch kein öffentliches; in einem solchen Gebiete ist das Tragen nur von vornherein verboten. Über die 4 Gebiete bezügl. des Š.s weit. Fol. 6a.zu betrachten: haben die Rabbanan ihn gemaßregelt und verboten, die Hand zurückzuziehen23Wenn er etwas in der Hand gehalten und sie draußen hinausgestreckt hat., oder nicht? –", "Komm und höre : Wenn er die Hand voll Früchte draußen hinausstreckt, so darf er sie, wie das Eine lehrt, nicht zurückziehen, wie das Andere lehrt, wohl zurückziehen. Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: nach der einen Ansicht gleicht sie einem Neutralgebiete, nach der anderen Ansicht gleicht sie keinem Neutralgebiete. –", "Nein, alle sind der Ansicht, sie gleiche einem Neutralgebiete, dennoch ist dies kein Widerspruch; das eine unterhalb24Der Luftraum oberhalb 10 Handbreiten wird als Freigebiet betrachtet u. gehört nicht mehr zum öffentlichen Gebiete.zehn [Handbreiten],das andere oberhalb24Der Luftraum oberhalb 10 Handbreiten wird als Freigebiet betrachtet u. gehört nicht mehr zum öffentlichen Gebiete.zehn [Handbreiten].", "Wenn du aber willst, sage ich: beides unterhalb zehn [Handbreiten], auch sind beide der Ansicht, sie gleiche nicht einem Neutralgebiete, dennoch ist dies kein Widerspruch; das eine, wenn er sie noch am Tage, und das andere, wenn er sie nach dem Dunkelwerden [hinausgestreckt hat]. Wenn noch am Tage, haben ihn die Rabbanan nicht gemaßregelt, wenn nach dem Dunkelwerden, haben ihn die Rabbanan gemaßregelt25Daß er seine Hand nicht zurückziehen darf, ist nur eine Maßregelung, nicht aber weil sie als ein anderes Gebiet betrachtet wird.. –", "Im Gegenteil, das Entgegengesetzte ist ja einleuchtend: wenn er sie noch am Tage hinausgestreckt hat, und somit, falls er den Gegenstand fortwirft, kein Sündopfer schuldig ist, sollten ihn die Rabbanan maßregeln, wenn aber nach dem Dunkelwerden, wobei er, falls er den Gegenstand fortwirft, ein Sündopfer schuldig ist, sollten die Rabbanan ihn nicht maßregeln26Damit er nicht zur Entweihung des Šabbaths durch das Fortwerfen des Gegenstandes veranlaßt werde..", "Da aber nicht so erklärt wurde, so wäre eine Frage des R. Bebaj b. Abajje zu entscheiden. R. Bebaj b. Abajje fragte nämlich: Ist es, wenn jemand Brot an den Ofen geklebt27Versehentlich am Šabbath; ihre Backöfen hatten die Form eines großen Topfes, an dessen Wände die Brote angeklebt wurden, während auf dem Boden die glühenden Kohlen sich befanden.hat, ihm erlaubt, dieses herauszunehmen, bevor er zu einem Sündopfer verpflichtet28Bevor es gebacken hat.wird, oder ist dies nicht erlaubt? Demnach wäre zu entscheiden, daß dies nicht erlaubt ist. –", "Dies ist kein Einwand, und man entscheide auch.", "Wenn du willst, sage ich: tatsächlich ist dies nicht zu entscheiden, dennoch ist dies kein Widerspruch; das eine, wenn versehentlich, das andere, wenn vorsätzlich. Wenn versehentlich, haben ihn die Rabbanan nicht gemaßregelt, wenn vorsätzlich, haben ihn die Rabbanan gemaßregelt.", "Wenn du willst, sage ich: beides, wenn versehentlich, hier aber streiten sie, ob sie bei Versehen wegen der Vorsätzlichkeit gemaßregelt haben; nach der einen Ansicht haben sie bei Versehen wegen der Vorsätzlichkeit gemaßregelt, und nach der anderen Ansicht haben sie nicht bei Versehen wegen der Vorsätzlichkeit gemaßregelt.", "Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich haben sie nicht gemaßregelt, dennoch ist dies kein Widerspruch; das eine, wenn nach demselben Hofe," ], [ "das andere, wenn nach einem anderen Hofe. fragte Raba R. Naḥman: Darf jemand, der die Hand voll Früchte draußen hinausstreckt, sie nach demselben Hofe zurückziehen? Dieser erwiderte: Es ist erlaubt. – Nach einem anderen Hofe? – Dieser erwiderte: Es ist verboten. –", "Welchen Unterschied gibt es hierbei? – Wenn du ein Kor Salz gemessen haben wirst29Sc. sollst du den Grund wissen. Häufig gebräuchliche scherzhafte Antwort. Statt ‘gemessen’ kann es etymol. auch ‘gegessen’ heißen.. Da30Wo er die Hand nach demselben Hofe zurückzieht.geht seine Absicht nicht in Erfüllung, hier geht seine Absicht in Erfüllung.", "Der Text. R. Bebaj b. Abajje fragte: Ist es, wenn jemand Brot an den Ofen geklebt hat, ihm erlaubt, dieses herauszunehmen, bevor er zu einem Sündopfer verpflichtet wird, oder ist dies nicht erlaubt?", "R. Aḥa b. Abajje sprach zu Rabina: In welchem Falle: wollte man sagen, versehentlich und wenn er nicht gewahr wird – wie sollte ihm dies erlaubt31Wenn er es gar nicht weiß.sein!?", "Wollte man sagen, wenn er nachher gewahr wird, so ist er ja [kein Opfer] schuldig, denn wir haben gelernt, alle, die ein Sündopfer schuldig sind, seien es nur dann, wenn Beginn und Schluß [der Handlung] versehentlich erfolgt sind!?", "Und wenn vorsätzlich, so müßte es ja heißen: bevor er zum mit der Steinigung belegten Verbote kommt!?", "R. Šila sagte: Tatsächlich, wenn versehentlich; das ‘erlaubt’ bezieht sich auf andere32Die Frage ist, ob andere, die es sehen, es herausnehmen dürfen..", "R. Šešeth wandte ein: Sagt man etwa zu einem: sündige, damit es deinem Nächsten zugute komme!?", "Vielmehr, erwiderte R. Aši, tatsächlich vorsätzlich, und sage: bevor er zum mit der Steinigung belegten Verbote kommt. R. Aḥa, der Sohn Rabas, lehrte so ausdrücklich: R. Bebaj b. Abajje sagte: Wenn jemand Brot an den Ofen geklebt hat, so ist es ihm es herauszunehmen erlaubt, bevor er zum mit der Steinigung belegten Verbote kommt.", "UND DER ARME SEINE HAND AUSSTRECKT. Wieso ist er schuldig, die Fortnahme und das Niederlegen müssen ja auf einem Raume von vier zu vier [Handbreiten] erfolgen, was hier nicht der Fall ist!?", "Raba erwiderte : Dies nach R. A͑qiba, welcher sagt, es sei kein Raum von vier zu vier [Handbreiten] erforderlich. Wir haben nämlich gelernt: Wer etwas aus einem Privatgebiete in ein Privatgebiet, dazwischen sich öffentliches Gebiet befindet, wirft, ist nach R. A͑qiba schuldig und nach den Weisen frei.", "R. A͑qiba ist der Ansicht, wir sagen, sobald es aufgenommen33In der Luft des Raumes, da diese zum unten befindlichen Gebiete gehört.ist, sei es ebenso, als läge es; und die Weisen sind der Ansicht, wir sagen nicht, sobald es aufgenommen ist, sei es ebenso, als läge es. –", "Demnach ist es Raba entschieden, daß ihr Streit darin bestehe, ob das Aufgenommensein dem Liegen gleiche," ], [ "und zwar innerhalb zehn [Handbreiten]34Cf. ob. Anm. 24., und dies war ja Raba fraglich!? Raba fragte nämlich: Streiten sie über den Fall, wenn innerhalb zehn [Handbreiten], und ihr Streit besteht darin, indem R. A͑qiba der Ansicht ist, wir sagen, sobald es aufgenommen ist, sei es ebenso, als läge es, während die Rabbanan der Ansicht sind, wir sagen nicht, sobald es aufgenommen ist, sei es ebenso, als läge es; wenn aber oberhalb zehn [Handbreiten] stimmen alle überein, daß er frei sei, da alle der Ansicht sind, daß wir nicht das Werfen vom Zureichen35Beim Zureichen ist man auch oberhalb 10 Handbreiten schuldig.folgern.", "Oder streiten sie über den Fall, wenn oberhalb zehn [Handbreiten], und ihr Streit besteht darin, indem R. A͑qiba der Ansicht ist, wir folgern das Werfen vom Zureichen, während die Rabbanan der Ansicht sind, wir folgern nicht das Werfen vom Zureichen; unterhalb der zehn [Handbreiten] aber stimmen alle überein, daß er schuldig ist, weil wir sagen, sobald es aufgenommen ist, sei es ebenso, als läge es? –", "Das ist kein Einwand; nachdem er dies gefragt hatte, ward es ihm entschieden, daß R. A͑qiba der Ansicht ist, sobald es aufgenommen ist, sei es ebenso, als läge es. –", "Vielleicht aber ist es36Daß sich der Gegenstand auf einem 4 Handbreiten großen Raume befinden muß.nur beim Niederlegen nicht erforderlich, wohl aber bei der Fortnahme!?", "Vielmehr, erwiderte R. Joseph, hier ist die Ansicht Rabbis vertreten. –", "Welche Ansicht Rabbis: wollte man sagen, die Ansicht Rabbis in folgender Lehre: Wenn jemand etwas wirft, und es auf einem Vorsprung irgendwie groß liegen bleibt, so ist er nach Rabbi schuldig und nach den Weisen frei.", "Aber dies ist ja, wie wir weiter sehen werden, nach Abajje zu erklären, denn Abajje sagte, hier handle es sich um den Fall, wenn ein Baum auf Privatgebiet steht und seine Zweige sich über öffentliches Gebiet neigen, und jemand etwas wirft, und es auf einem Zweige liegen bleibt;", "Rabbi ist der Ansicht, wir sagen, der Zweig gehöre zum Stamme, und die Rabbanan sind der Ansicht, wir sagen nicht, der Zweig37Der keine Fläche von 4 zu 4 Handbreiten hat.gehöre zum Stamme.", "Und wollte man sagen, die Ansicht Rabbis in folgender Lehre: Wer etwas aus einem öffentlichen Gebiete in ein öffentliches Gebiet, dazwischen sich ein privates Gebiet befindet, wirft, ist nach Rabbi schuldig und nach den Weisen frei.", "Dazu sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls, nach Rabbi sei er zweimal schuldig, einmal wegen des Hinausbringens, und einmal wegen des Hereinbringens. Demnach ist weder bei der Fortnahme noch beim Niederlegen ein Raum von vier zu vier [Handbreiten] erforderlich.", "Aber hierzu wurde gelehrt: Rabh und Šemuél sagten beide, er sei nach Rabbi nur" ], [ "bei einem Privatgebiete mit Bedachung schuldig, weil wir das Haus als voll38Der Luftraum gilt als kompakte Masse, u. es ist ebenso, als würde die Sache auf dieser liegen bleiben.betrachten, nicht aber bei einem ohne Bedachung.", "Wolltest du erwidern, auch hier handle es sich um [ein Gebiet] mit Bedachung, so ist zwar bei einem Privatgebiete die Bedachung [von Bedeutung], aber ist man denn bei einem öffentlichen Gebiete mit Bedachung schuldig, R. Šemuél b. Jehuda sagte ja im Namen R. Abbas im Namen R. Honas im Namen Rabhs, wer eine Sache in einem öffentlichen Gebiete mit Bedachung vier Ellen trägt, sei frei, weil dies nicht [dem Tragen] der Fahnen in der Wüste39Als Hauptarbeiten, die am Šabbath verboten sind, gelten solche, die beim Bau der Stiftshütte während des Aufenthaltes der Jisraéliten in der Wüste zur Anwendung kamen.gleiche!?", "Vielmehr, erwiderte R. Zera, hier wird die Ansicht der Anderen vertreten. Es wird nämlich gelehrt: Andere sagen, wenn dieser [die Sache] auf seinem Orte stehend auffängt, sei jener40Der sie geworfen hat, da die Fortnahme und das Niederlegen durch ihn erfolgt ist.schuldig, und wenn er seinen Ort verläßt und sie auffängt, sei jener frei. Wieso ist jener schuldig, wenn er sie auf seinem Orte stehend auffängt, beim Niederlegen ist ja ein Raum von vier [Handbreiten] erforderlich, was hierbei nicht der Fall ist? Hieraus ist also zu schließen, daß ein Raum von vier [Handbreiten] nicht erforderlich sei. –", "Vielleicht aber ist dies nur beim Niederlegen nicht erforderlich, wohl aber bei der Fortnahme. Und auch beim Niederlegen [kann dies erfolgen], wenn er seinen Rockschoß ausgebreitet und sie auffängt, somit erfolgt auch ein Niederlegen!?", "R. Abba erwiderte: Auch unsere Mišna spricht von dem Falle, wenn er es mit einem Handkorbe genommen und in einen Handkorb gelegt hat, sodaß auch ein Niederlegen erfolgt. – Es heißt ja aber ‘Hand’!? – Lies ‘mit dem Korbe in der Hand’. –", "Allerdings mit einem Handkorbe auf Privatgebiet, wieso aber mit einem Handkorbe auf öffentlichem Gebiete, dieser ist ja Privatgebiet!? Oder man müßte sagen, daß unsere Mišna nicht die Ansicht des R. Jose b. R. Jehuda vertritt, denn es wird gelehrt:", "R. Jose b. R. Jehuda sagte: Wenn jemand auf öffentlichem Gebiete eine Stange mit einem Korbe am Ende [in die Erde] gesteckt hat und etwas wirft, und es darin liegen bleibt, so ist er schuldig.", "Wieso kann nach R. Jose b. R. Jehuda der Hausherr, wenn er seine Hand nach außen streckt und etwas in die Hand41Wenn darunter ein Korb verstanden wird.des Armen legt, schuldig sein, er bringt es ja aus Privatgebiet in Privatgebiet!? –", "Du kannst auch sagen, nach R. Jose b. R. Jehuda, denn jene [Lehre gilt von dem Falle, wenn] oberhalb zehn [Handbreiten]42Der Raum oberhalb 10 Handbreiten gehört nicht mehr zum öffentlichen Gebiete, somit wird der Korb als Privatgebiet betrachtet., unsere aber, wenn innerhalb zehn [Handbreiten].", "R. Abahu wandte ein: Heißt es denn ‘Korb in der Hand’, es heißt ja ‘Hand’!? Vielmehr, erklärte R. Abahu, wenn er mit der Hand unterhalb dreier [Handbreiten]43Sie wird mit dem Boden verbunden, der die 4 Handbreiten hat. langt und es aufnimmt. –", "Es heißt ja ‘steht’!? – Wenn er sich bückt. Wenn du willst, sage ich: in einer Grube. Wenn du aber willst, sage ich: bei einem Zwerge.", "Raba wandte ein: Sollte der Tanna sich bestrebt haben, nur von solchen Fällen zu lehren!? Vielmehr, erwiderte Raba, ein Mensch wertet seine Hand wie [einen Raum] von vier zu vier [Handbreiten]. Ebenso sagte Rabin, als er kam, im Namen R. Joḥanans: Ein Mensch wertet seine Hand wie [einen Raum] von vier zu vier [Handbreiten].", "R. Abin sagte im Namen R. Ilea͑js im Namen R. Joḥanans: Wenn jemand eine Sache wirft und sie in der Hand seines Nächsten liegen bleibt, so ist er schuldig. – Er lehrt uns damit, daß ein Mensch seine Hand werte, wie [einen Raum] von vier zu vier [Handbreiten], und dies sagte R. Joḥanan bereits einmal!? – Man könnte glauben, nur wenn er selber seine Hand wertet44Die Mišna spricht von dem Falle, wenn er selbst die Sache in die Hand seines Nächsten legt, RJ. dagegen, wenn sie zufällig hineingerät., nicht aber, wenn er selber sie nicht wertet, so lehrt er uns.", "R. Abin sagte im Namen R. Ilea͑js im Namen R. Joḥanans: Wenn dieser [die Sache] auf seinem Orte stehend auffängt, so ist jener40Der sie geworfen hat, da die Fortnahme und das Niederlegen durch ihn erfolgt ist.schuldig, wenn er aber seinen Ort verläßt und sie auffängt, so ist jener frei. Ebenso wird gelehrt: Andere sagen: Wenn dieser [die Sache] auf seinem Orte stehend auffängt, so ist jener schuldig, wenn er aber seinen Ort verläßt und sie auffängt, so ist jener frei.", "R. Joḥanan fragte: Wie ist es, wenn jemand eine Sache wirft, dann seinen Ort verläßt und sie auffängt? –", "Was ist ihm da fraglich? R. Ada b. Ahaba erwiderte: Er fragt inbetreff zweier Tätigkeiten einer Person: werden zwei Tätigkeiten einer Person [als Tat] einer Person betrachtet, wonach er schuldig ist, oder werden sie [als Tat] zweier Personen45Durch eine ist nur eine Fortnahme und durch die andere nur ein Niederlegen erfolgt.betrachtet, wonach er frei ist? – Dies bleibt unentschieden.", "R. Abin sagte im Namen R. Joḥanans: Wer seine Hand in den Hof seines Nächsten streckt, Regen auffängt und herausholt, ist schuldig. R. Zera wandte ein: Was ist denn der Unterschied, ob ein anderer ihm etwas [in die Hand] gibt46In diesem Falle ist man nach unserer Mišna frei.oder der Himmel ihm etwas [in die Hand] gibt, er hat ja keine Fortnahme gemacht!?– Vielmehr, sage nicht ‘auffängt’, sondern ‘aufnimmt’47Mit einer Hand in die zweite peitscht.. – Die Fortnahme muß ja von einem vier [Handbreiten] großen Raume erfolgen, was hierbei nicht der Fall ist!?", "R. Ḥija, der Sohn R. Honas, erwiderte: Wenn er [den Regen] von der Wand aufnimmt. – Und wenn schon von der Wand, er blieb ja nicht liegen!? – Wie Raba erklärte, wenn die Wand schief ist, ebenso auch hier, wenn die Wand schief ist. – Worauf bezieht sich die Erklärung Rabas? – Auf folgende Lehre:" ], [ "Wenn jemand eine Schriftrolle auf einer Schwelle liest und sie aus seiner Hand48Während das eine Ende in seiner Hand zurückbleibt.rollt, so rolle er sie an sich heran; wenn er sie auf dem Dache liest und sie aus seiner Hand rollt, so rolle er sie an sich heran, falls sie nicht innerhalb zehn Handbreiten [vom Boden] gelangt, wenn aber wohl, so wende er sie auf die Schriftseite49Diese nach unten, u. lasse sie so liegen.um. Dagegen wandten wir ein: Wozu braucht er sie auf die Schrift umzuwenden50Und darf sie nicht an sich heranziehen., sie ist ja nicht liegen geblieben!?", "Da erwiderte Raba, wenn es eine schiefe Wand ist. – Aber Raba sagte es ja nur von einer Buchrolle, die liegen bleibt, bleibt denn aber das Wasser liegen!?", "Vielmehr, erwiderte Raba, wenn er es aus einer Grube genommen hat. – Wenn aus einer Grube, so ist es ja selbstverständlich!? – Man könnte glauben, Wasser auf Wasser heiße nicht liegen, so lehrt er uns.", "Raba vertritt hierin seine Ansicht, denn Raba sagte: Wenn Wasser auf Wasser, so heißt dies liegen, wenn eine Nuß auf Wasser, so heißt dies nicht liegen. Abajje fragte: Wie ist es, wenn eine Nuß in einem Gefäße liegt und das Gefäß auf dem Wasser schwimmt: richten wir uns nach der Nuß, und diese liegt ja, oder richten wir uns nach dem Gefäße, und dieses liegt nicht, denn es bewegt sich? – Dies bleibt unentschieden.", "Über Öl, das auf Wein schwimmt, streiten R. Joḥanan b. Nuri und die Rabbanan. Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand, der am selben Tage ein Tauchbad genommen51Der erst nach Sonnenuntergang rein ist.hat, auf Wein schwimmendes Öl berührt, so macht er nur das Öl unbrauchbar; R. Joḥanan b. Nuri sagt, beide seien miteinander verbunden.", "R. Abin sagte im Namen R. Ilea͑js im Namen R. Joḥanans: Wer Speisen und Getränke trägt und so den ganzen Tag herein- und hinausgeht, ist nicht eher schuldig, als bis er stehen bleibt.", "Abajje sagte: Nur wenn er stehen bleibt, um auszuruhen. – Woher dies? – Der Meister sagte, wenn er52Der am Š. eine Sache auf öffentlichem Gebiete trägt; man ist schuldig, nur wenn man 4 Ellen ununterbrochen trägt.innerhalb der vier Ellen stehen bleibt, um auszuruhen, sei er frei, wenn aber, um umzuschultern, sei er schuldig; demnach ist er, wenn außerhalb der vier Ellen, falls auszuruhen, schuldig, und falls umzuschultern, frei. –", "Er lehrt uns damit, daß die Fortnahme anfangs nicht zu diesem Zwecke war, und dies sagte ja R. Joḥanan bereits einmal!? R. Saphra sagte nämlich im Namen R. Amis im Namen R. Joḥanans: Wer Sachen von Winkel zu Winkel trägt, sich aber überlegt und sie hinausbringt, ist frei, weil die Fortnahme anfangs nicht zu diesem Zwecke war. – [Verschiedene] Amoraím sagten es: einer gebrauchte diese Lesart, der andere gebrauchte jene Lesart53RJ. selber aber sagte es nur einmal..", "Die Rabbanan lehrten: Wer etwas aus dem Laden über die Säulenhalle nach der Straße trägt, ist schuldig, und nach Ben A͑zaj frei. –", "Allerdings ist Ben A͑zaj der Ansicht, das Gehen gleiche dem Stehen54Er hat demnach die Sache aus dem Privatgebiete nach der Säulenhalle, bezw. aus dieser nach der Straße getragen., wo finden wir aber nach den Rabbanan, selbst wenn sie der Ansicht sind, das Gehen gleiche nicht dem Stehen, daß man auf solche Weise55Verboten ist das Tragen aus einem Gebiete nach dem anderen, u. in diesem Falle sind sie durch die neutrale Säulenhalle voneinander getrennt.schuldig sei!?", "R. Saphra erwiderte im Namen R. Amis im Namen R. Joḥanans:" ], [ "So verhält es sich auch beim Umtragen einer Sache auf öffentlichem Gebiete; obgleich er frei ist, solange er geht und sie trägt, ist er dennoch schuldig, sobald er sie niederlegt; ebenso auch hier. –", "Ist es denn gleich: da ist jede Stelle, wo er sie auch niederlegt, ein Gebiet, dessentwegen man schuldig ist, während er hierbei frei ist, falls er es in der Säulenhalle niederlegt!? –", "Vielmehr, so verhält es sich auch beim Umtragen einer Sache vier Ellen weit; obgleich er frei ist, wenn er sie innerhalb der vier Ellen niederlegt, dennoch ist er schuldig, wenn er sie außerhalb der vier Ellen niederlegt; ebenso auch hier. –", "Ist es denn gleich: da ist dieser Raum nur für ihn ein Gebiet, dessentwegen er frei ist, jeder andere aber ist schuldig, hierbei aber ist es ein Gebiet, dessentwegen auch jeder andere frei ist!? –", "Vielmehr, so verhält es sich bei dem, der etwas aus einem Privatgebiete nach der Straße über den Straßenrand bringt; obgleich er frei ist, falls er es auf den Rand der Straße niederlegt, dennoch ist er schuldig, wenn er es auf die Straße niederlegt; ebenso auch hier.", "R. Papa wandte ein: Allerdings nach den Rabbanan, welche sagen, der Straßenrand gleiche nicht der Straße, wie ist es aber nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob zu erklären, welcher sagt, der Straßenrand gleiche der Straße!?", "R. Aḥa, Sohn R. Iqas, sprach zu ihm: Allerdings sagt R. Elie͑zer b. Ja͑qob, der Straßenrand gleiche der Straße, wenn keine Schanzpfähle vorhanden sind, hörtest du etwa, daß er dies auch von dem Falle sagt, wenn Schanzpfähle vorhanden sind!? Daher ist es damit zu vergleichen.", "R. Joḥanan sagte: Ben A͑zaj pflichtet bei56Daß man schuldig ist.hinsichtlich des Falles, wenn man es wirft. Ebenso wird gelehrt: Wer etwas aus dem Laden über die Säulenhalle nach der Straße trägt, ist schuldig, einerlei, ob er hinausbringt oder hereinbringt, ob er wirft oder hinüberreicht. Ben A͑zaj sagt, wer hinausbringt oder hereinbringt, sei frei, wer hinüberreicht oder wirft, sei schuldig.", "Die Rabbanan lehrten: Vier Gebiete gibt es beim Šabbathgesetze: das Privatgebiet, das öffentliche Gebiet, das Neutralgebiet und das Freigebiet57Wörtl.: Raum, wo man frei ist: wo das Umhertragen am Šabbath nur von vornherein verboten ist..", "Welches heißt Privatgebiet? Ein zehn [Handbreiten] tiefer und vier breiter Graben, ebenso eine zehn [Handbreiten] hohe und vier breite Wand; diese sind richtiges Privatgebiet.", "Welches heißt öffentliches Gebiet? Eine Landstraße, ein großer Straßenplatz, offene Durchgangsgassen; diese sind richtiges öffentliches Gebiet. Man darf nichts aus einem solchen Privatgebiete nach einem solchen öffentlichen Gebiete hinausbringen, ebenso nicht aus einem solchen öffentlichen Gebiete in ein solches Privatgebiet hereinbringen. Hat man hinausgebracht oder hereingebracht, so ist man, wenn versehentlich, eines Sündopfers, und wenn vorsätzlich, der Ausrottungsstrafe oder58Wenn man gewarnt wurde.der Steinigung schuldig.", "Das Meer aber, die Ebene, der Säulengang und das Neutralgebiet gleichen weder dem öffentlichen Gebiete noch dem Privatgebiete. Man darf da nicht nehmen59Und 4 Ellen weit tragen.noch geben; hat man genommen oder gegeben, so ist man frei. Ferner darf man nicht aus diesen nach öffentlichem Gebiete oder aus öffentlichem Gebiete nach diesen bringen, auch darf man nichts aus privatem Gebiete nach diesen oder aus diesen nach privatem Gebiete bringen; hat man hinausgebracht oder hereingebracht, so ist man frei.", "In gemeinsamen Höfen und nicht offenen Durchgangsgassen ist es erlaubt, wenn sie einen E͑rub bereitet haben, und verboten, wenn sie keinen E͑rub bereitet haben.", "Wenn jemand auf der Schwelle steht, so darf er etwas vom Hausherrn nehmen oder ihm geben, vom Armen nehmen oder ihm geben, nur darf er nicht vom Hausherrn nehmen und dem Armen geben, oder vom Armen nehmen und dem Hausherrn geben; hat er genommen und gegeben, so sind alle drei frei.", "Manche sagen, die Schwelle sei eines von beiden Gebieten; ist die Tür offen, so gehört sie zum Innenraume, ist die Tür geschlossen, so gehört sie zum Außenraume. Ist die Schwelle zehn [Handbreiten] hoch und vier breit, so ist sie ein Gebiet für sich.", "Der Meister sagte: Diese sind richtiges Privatgebiet. Was schließt dies aus? – Das schließt die Lehre R. Jehudas aus. Es wird nämlich gelehrt: Noch mehr sagte R. Jehuda: Wer zwei Häuser [gegenüber] auf beiden Seiten der Straße hat, darf" ], [ "einen Pfosten an der einen Seite60Des einen Hauses.und einen Pfosten an der anderen Seite aufstellen oder einen Balken an der einen Seite und einen Balken an der anderen Seite legen, und in der Mitte nehmen oder geben. Jene sprachen zu ihm: Dadurch kann man das öffentliche Gebiet nicht vereinigen. –", "Warum nennt er es richtiges [Privatgebiet]? – Man könnte glauben, die Rabbanan streiten gegen R. Jehuda, daß es [nach ihnen] kein privates Gebiet ist, nur bezüglich des Umhertragens, pflichten ihm aber bezüglich des Werfens bei, so lehrt er uns dies.", "Der Meister sagte : Diese sind richtiges öffentliches Gebiet. Was schließt dies aus? – Dies schließt eine andere Lehre R. Jehudas aus. Wir haben nämlich gelernt: R. Jehuda sagte: Wenn ein öffentlicher Weg sie61Die Pfeiler. Der Brunnen (auf öffenti. Gebiete) wird als Privatgebiet betrachtet, und man darf am Šabbath aus diesem kein Wasser schöpfen, um das Vieh zu tränken. Wenn man 4 Doppelpfeiler (cf. Er. 17b) aufstellt, so gehört der eingeschlossene Raum zum Brunnen.trennt, so verlege man ihn nach der Seite. Die Weisen sagen, man brauche dies nicht. –", "Warum nennt er es richtiges? – Da er es im Anfangssatze richtiges nennt, so nennt er es auch im Schlußsatze richtiges. –", "Sollte er auch die Wüste mitzählen!? Es wird nämlich gelehrt: Welches heißt öffentliches Gebiet: Eine Landstraße, ein großer Straßenplatz, offene Durchgangsgassen und eine Wüste. Abajje erwiderte: Das ist kein Einwand ; das eine, als die Jisraéliten in der Wüste weilten, das andere in der Jetztzeit.", "Der Meister sagte: Hat man hinausgebracht oder hereingebracht, so ist man, wenn versehentlich, eines Sündopfers, und wenn vorsätzlich, der Ausrottung oder der Steinigung schuldig. Daß man, wenn versehentlich, eines Sündopfers schuldig ist, ist ja selbstverständlich!? – [Zu lehren] nötig ist, daß man bei Vorsatz der Ausrottung oder der Steinigung schuldig sei. –", "Auch dies ist ja selbstverständlich !? – Er lehrt uns zustimmend mit Rabh, denn Rabh sagte: Ich fand eine Geheimrolle62Die mündliche Lehre durfte nicht niedergeschrieben werden; etwaige Niederschriften wurden geheim gehalten.bei R. Ḥija, in der geschrieben stand: Isi b. Jehuda sagte: Es sind vierzig Hauptarbeiten63Die am Šabbath verboten sind.weniger eine, und man ist nur einmal schuldig.", "Dem ist ja aber nicht so, wir haben ja gelernt, es gebe vierzig Hauptarbeiten weniger eine, und auf unsere Frage, wozu denn die [Angabe der] Zahl nötig sei, erwiderte R. Joḥanan, daß man, wenn man sie alle bei einem Entfallen64Daß die Arbeit verboten ist.ausgeübt hat, wegen jeder besonders schuldig sei!?", "Lies: man ist wegen einer von ihnen65Es war jedoch nicht angegeben, welche Arbeit gemeint ist.nicht schuldig. Er lehrt uns daher, daß dies66Das Umtragen einer Sache aus einem Gebiete in das andere.zu denen gehöre, über die kein Zweifel obwaltet.", "Der Meister sagte: Das Meer aber, die Ebene, der Säulengang und das Neutralgebiet gleichen weder dem Privatgebiete noch dem öffentlichen Gebiete. Die Ebene gleicht also weder dem Privatgebiete, noch dem öffentlichen Gebiete, und [dem widersprechend] haben wir ja gelernt, die Ebene werde im Sommer bezüglich des Šabbathgesetzes als Privatgebiet und bezüglich der Unreinheit67Hierüber Tah. Abschn. VI.als öffentliches Gebiet, und in der Regenzeit bezüglich beider als Privatgebiet betrachtet!?", "U͑la erwiderte: Tatsächlich gilt sie als Neutralgebiet, nur nennt er sie deshalb Privatgebiet, weil sie kein öffentliches Gebiet ist.", "R. Aši erwiderte:" ], [ "Wenn sie eine Umzäunung hat. So sagte auch U͑la im Namen R. Joḥanans : Wenn man etwas68Am Šabbath aus öffentlichem Gebiete.in ein nicht mit der Wohnung verbundenes Gehege, das größer ist als eine Zweiseáfläche oder gar in ein solches von einem Kor oder zwei Kor, wirft, so ist man schuldig, denn es ist ein geschlossener Raum, der nur nicht bewohnt wird. –", "Erklärlich ist es, daß R. Aši nicht wie U͑la erwidert69Die Antwort U͑las ist nur eine ausweichende.hat, weshalb aber erwiderte U͑la nicht [wie R. Aši], nach seiner eigenen Lehre? – Man kann folgendes entgegnen: wieso nennt er sie, wenn sie eine Umzäunung hat, Ebene, solches ist ja ein Gehege!? – Und R. Aši!? – Er nennt es ja Privatgebiet.", "Das Neutralgebiet. Gelten denn jene alle nicht als Neutralgebiet!? Als R. Dimi kam, erklärte er im Namen R. Joḥanans: Dies ist wegen eines Winkels an einem öffentlichen Gebiete nötig; obgleich die Menge sich oftmals durchdrängt und da hineingeht, so gilt er dennoch, da seine Benutzung unbequem ist, als Neutralgebiet.", "Als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: [Der Raum] zwischen den Marktpalissaden wird als Neutralgebiet betrachtet. – Aus welchem Grunde? – Da man, obgleich die Menge da verkehrt, da nicht frei gehen kann, wird er als Neutralgebiet betrachtet. R. Zera sagte im Namen R. Jirmejas: Die Rank vor den Marktpalissaden gilt als Neutralgebiet.", "Nach dem, der dies vom [Raume] zwischen den Palissaden lehrt, gilt dies um so mehr von der Bank, und nach dem, der dies von der Bank lehrt, gilt dies nur von der Bank, da ihre Benutzung unbequem ist, nicht aber vom [Raume] zwischen den Palissaden, dessen Benutzung bequemer ist. Eine andere Lesart: [Der Raum] zwischen den Säulen aber wird, da die Menge da oft verkehrt, als öffentliches Gebiet betrachtet.", "Rabba b. Šila sagte im Namen R. Ḥisdas : Wenn ein Ziegelstein auf der Straße steht und jemand68Am Šabbath aus öffentlichem Gebiete.etwas wirft, und es an diesem kleben bleibt, so ist er schuldig, wenn aber auf diesem, so ist er70Da die kleine Fläche als Neutralgebiet gilt.frei.", "Abajje und Raba sagen beide: Nur dann, wenn er drei [Handbreiten] hoch ist, wo die Leute darauf nicht treten, Dornen und Disteln aber, auch wenn sie keine drei [Handbreiten] hoch sind. Ḥija b. Rabh sagte, auch Dornen und Disteln71Auch diese müssen 3 Handbreiten hoch sein, weil manche darauf treten., aber nicht Kot. R. Aši sagte, auch Kot.", "Rabba, aus der Schule R. Šilas, sagte: Als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Kein Neutralgebiet unter vier [Handbreiten]. Hierzu sagte R. Šešeth: Es reicht bis zehn [Handbreiten in die Höhe]. – Was heißt: es reicht bis zehn? Wollte man sagen, nur wenn es eine Umzäunung von zehn [Handbreiten] hat, gelte es als Neutralgebiet, wenn aber nicht, gelte es nicht als Neutralgebiet, so sagte ja R. Gidel im Namen des R. Ḥija b. Joseph im Namen Rabhs, daß wenn ein Haus innen keine zehn [Handbreiten hoch] ist und seine Decke es auf zehn ergänzt, man auf dem ganzen Dache umhertragen dürfe, innen aber nur vier Ellen72Der Raum auf dem Dache ist richtiges Privatgebiet, der Innenraum gilt, da er keine 10 Handbreiten hoch ist, als Neutralgebiet.!? –", "Vielmehr, unter ‘es reicht bis zehn’ ist zu verstehen, nur bis zehn [Handbreiten] ist es Neutralgebiet, oberhalb zehn Handbreiten ist es nicht mehr Neutralgebiet. So sagte auch Šemuél zu R. Jehuda: Scharfsinniger, frage nicht bei Angelegenheiten des Šabbaths über Fälle oberhalb zehn [Handbreiten]. – In welcher Hinsicht: wollte man sagen, daß es oberhalb zehn [Handbreiten] kein Privatgebiet mehr gebe, so sagte ja R. Ḥisda, daß, wenn jemand auf Privatgebiet eine Stange [in den Boden] steckt und einer68Am Šabbath aus öffentlichem Gebiete.etwas wirft, und es oben liegen bleibt, er schuldig sei, auch wenn sie hundert Ellen hoch ist, weil das Privatgebiet bis zum Himmel steigt!?" ], [ "Und wollte man sagen, daß es oberhalb zehn [Handbreiten] kein öffentliches Gebiet mehr gebe, so ist dies ja eine Mišna, denn wir haben gelernt, daß, wenn jemand etwas vier Ellen an eine Wand wirft, so ist es, wenn oberhalb der zehn Handbreiten ebenso, als würde er in die Luft werfen, und wenn unterhalb der zehn Handbreiten, als würde er auf die Erde werfen!?–", "Vielmehr, dies bezieht sich auf das Neutralgebiet, daß es nämlich oberhalb zehn [Handbreiten] kein Neutralgebiet mehr gebe. Die Rabbanan haben hierbei die Erleichterungen des Privatgebietes und die Erleichterungen des öffentlichen Gebietes angewendet; die Erleichterungen des Privatgebietes, daß es nur dann als Neutralgebiet gilt, wenn es eine Fläche von vier [Handbreiten] hat, wenn aber nicht, so ist es nichts als Freigebiet, und die Erleichterungen des öffentlichen Gebietes, daß es nur bis zehn Handbreiten als Neutralgebiet gilt, oberhalb zehn Handbreiten gilt es nicht mehr als Neutralgebiet.", "Der Text. R. Gidel sagte im Namen des R. Ḥija b. Joseph im Namen Rabhs: Wenn ein Haus innen keine zehn [Handbreiten hoch] ist und seine Decke es auf zehn ergänzt, so darf man auf dem ganzen Dache umhertragen, innen aber nur vier Ellen.", "Abajje sagte: Hat man darin eine Vertiefung von vier zu vier [Handbreiten] gegraben und dadurch [die Höhe] auf zehn ergänzt, so darf man im ganzen Innenraume umhertragen. – Aus welchem Grunde? – Weil es73Was im Innenraume nicht vertieft ist.als zum Privatgebiete gehörende Nische gilt und Nischen des Privatgebietes gelten als Privatgebiet. Es wurde nämlich gelehrt: Nischen nach dem Privatgebiete gelten als Privatgebiet, Nischen nach dem öffentlichen Gebiete gelten, wie Abajje sagt, als öffentliches Gebiet, und wie Raba sagt, nicht als öffentliches Gebiet.", "Raba sprach zu Abajje: Womit ist es, nach deiner Ansicht, Nischen nach dem öffentlichen Gebiete gelten als öffentliches Gebiet, hierbei anders, als bei jenem Falle, von dem R. Dimi, als er kam, im Namen R. Joḥanans sagte, es sei nötig74Jenen Fall zu lehren; ob. Fol. 7a.wegen eines Winkels an einem öffentlichen Gebiete : dieser sollte doch einer Nische nach dem öffentlichen Gebiete gleichen!? – Da ist die Benutzung nicht bequem, hierbei ist die Benutzung bequem. –", "Wir haben gelernt: Wenn jemand etwas vier Ellen an eine Wand oberhalb zehn [Handbreiten] wirft, so ist es ebenso, als würde er in die Luft werfen, und wenn unterhalb zehn Handbreiten, als würde er auf die Erde werfen. Dagegen wandten wir ein: Wieso ist das ebenso, als würde er auf die Erde werfen, es bleibt ja nicht liegen75Es springt von der Wand ab.!?", "Und R. Joḥanan erklärte, sie lehrten dies von einem klebrigen Stücke Feigenkuchen. Wozu braucht er, wenn du sagst, Nischen nach dem öffentlichen Gebiete gelten als öffentliches Gebiet, dies auf ein klebriges Stück Feigenkuchen zu beziehen, sollte er es auf eine Nische beziehen!?", "Manchesmal erwiderte er: Anders ist es bei einem Steine oder einem Gegenstande, da er zurückprallt76Er bleibt auch in einem Loche an der Wand nicht liegen.. Und manchesmal erwiderte er: Hier handelt es sich um eine Wand, die keine Nische hat. – Woher dies? – Er lehrt im Anfangssatze, wenn oberhalb zehn Handbreiten, sei es ebenso, als würde er in die Luft werfen. Wieso ist es, wenn du sagen wolltest, es handle sich um eine Wand, die eine Nische hat, ebenso, als würde er in die Luft werfen, es bleibt ja in der Nische liegen!?", "Wolltest du sagen, die Mišna handle von dem Falle, wenn sie keine vier zu vier [Handbreiten] hat, so sagte ja R. Jehuda im Namen R. Ḥijas, daß, wenn jemand etwas oberhalb zehn Handbreiten wirft und es in einer Nische irgend wie groß liegen bleibt, wir hierbei den Streit zwischen R. Meír und den Rabbanan haben; R. Meír ist der Ansicht, man vertiefe, um zu ergänzen77Wenn eine Nische udgl. die erforderliche Größe nicht hat, die Wand aber so dick ist, um das Maß durch ein weiteres Vertiefen ergänzen zu können, so wird es als bereits ergänzt betrachtet., und die Rabbanan sind der Ansicht, man vertiefe nicht, um zu ergänzen. Hieraus ist also zu entnehmen, daß es sich um eine Wand handelt, die keine Nische hat. Schließe hieraus.", "Der Text. R. Ḥisda sagte : Wenn jemand auf Privatgebiet eine Stange [in den Boden] steckt und einer etwas wirft, und es oben liegen bleibt, so ist dieser schuldig, auch wenn sie hundert Ellen hoch ist, weil das Privatgebiet bis zum Himmel steigt. Es wäre anzunehmen, daß R. Ḥisda der Ansicht Rabbis ist, denn es wird gelehrt: Wenn jemand etwas wirft und es auf einem Vorsprung irgend wie groß liegen bleibt, so ist er nach Rabbi schuldig, und nach den Weisen frei. Demnach ist kein Raum von vier zu vier [Handbreiten] erforderlich." ], [ "Abajje entgegnete: Bezüglich eines Privatgebietes bestreitet niemand die Ansicht R. Ḥisdas, hier aber handelt es sich um den Fall, wenn ein Baum auf Privatgebiet steht und seine Zweige sich über öffentliches Gebiet neigen, und jemand etwas wirft und es auf einem Zweige liegen bleibt; Rabbi ist der Ansiebt, wir sagen, der Zweig geböre zum Stamme, und die Rabbanan sind der Ansicht, wir sagen nicht, der Zweig gehöre zum Stamme37Der keine Fläche von 4 zu 4 Handbreiten hat..", "Abajje sagte: Wer einen Bienenkorb, der zehn [Handbreiten] hoch und keine sechs78Wenn die Seite des Quadrates 4 Handbreiten hat, so beträgt der Durchmesser des umgeschr. Kreises 5,65; erschwerend wird der Durchmesser des runden Bienenkorbes auf 6 abgerundet.breit ist, in ein öffentliches Gebiet wirft, ist schuldig; ist er sechs breit, so ist er79Er wird als Gebiet für sich betrachtet; cf. Sb.X, 7.frei.", "Raba sagt, auch wenn er keine sechs breit ist, sei er frei. – Aus welchem Grunde? – Weil es nicht möglich ist, daß manche Rohrstäbe die Höhe von zehn [Handbreiten] nicht überragen80Die Enden der Längsstäbe befinden sich oberhalb 10 Handbreiten..", "Stülpt er ihn um mit der Mündung nach unten, so ist er schuldig, wenn er etwas über sieben [Handbreiten hoch ist], und frei, wenn siebeneinhalb81Durch die hervorstehenden Längsstäbe befindet sich der Boden oberhalb 10 Handbreiten, u. der Spielraum zwischen dem Korbe u. der Erde wird als ausgefüllt betrachtet..", "R. Aši sagt, auch wenn siebeneinhalb, sei er schuldig. – Aus welchem Grunde? – Die Wände sind wegen des Innenraumes da82Der durch die vorstehenden Enden der Stäbe entstehende Spielraum zählt nicht mit, da er nichts faßt..", "U͑la sagte: Wenn jemand etwas wirft und es auf einem neun [Handbreiten hohen] und vier breiten Pfahle liegen bleibt, auf dem die Leute umzuschultern pflegen, so ist er schuldig. – Aus welchem Grunde? – Unter drei [Handbreiten] treten die Leute darauf, von drei bis neun treten sie nicht und schultern sie nicht darauf um, wenn neun, so schultern sie entschieden darauf um.", "Abajje sprach zu R. Joseph: Wie ist es mit einer Grube83Die entsprechend 9 Handbreiten tief ist, u. in der die Leute Gegenstände niederlegen.? Dieser erwiderte: Bei einer Grube ebenso. Raba sagte: Bei einer Grube nicht. – Aus welchem Grunde? – Die Benutzung im Notfalle gilt nicht als Benutzung.", "R. Ada b. Mathna wandte gegen Raba ein: Wenn sich sein zehn [Handbreiten] hoher und vier breiter Korb auf öffentlichem Gebiete befindet, so darf man nicht aus diesem in öffentliches Gebiet noch aus öffentlichem Gebiete in dieses um tragen; ist er kleiner, so darf man um tragen. Dasselbe gilt auch von einer Grube. Dies bezieht sich wohl [auch] auf den Schlußsatz!? – Nein, [nur] auf den Anfangssatz.", "Er wandte gegen ihn ein:" ], [ "Wenn jemand eine Ruhestätte für den Šabbath84Damit ihm gestattet sei, 2000 Ellen nach jeder Richtung hinzu gehen.auf öffentlichem Gebiete errichten will und seinen E͑rub in eine Grube oberhalb zehn Handbreiten legt, so ist sein E͑rub gültig, wenn unterhalb zehn Handbreiten, so ist sein E͑rub ungültig.", "In welchem Falle: wollte man sagen, wenn die Grube zehn [Handbreiten tief] ist, und ‘oberhalb’ heiße, wenn man ihn hoch85Zehn Handbreiten vom Boden der Grube.niederlegt, und ‘unterhalb’ heiße, wenn man ihn tief niederlegt, was wäre dann der Unterschied, ob oben oder unten, er befindet sich ja in diesem Gebiete, während sein E͑rub sich in einem anderen Gebiete86Die Grube tiefer als 10 Handbreiten gilt als Privatgebiet.befindet!?", "Doch wohl87Im 1. Falle. Unter ‘oberhalb’ ist zu verstehen, wenn vom Boden der Grube bis oben keine 10 Handbreiten vorhanden sind., wenn die Grube keine zehn [Handbreiten tief] ist, und er lehrt, sein E͑rub sei gültig; demnach gilt die Benutzung im Notfalle als Benutzung!?", "Manchesmal erwiderte er: Wenn er und sein E͑rub sich auf einem Neutralgebiete88Beispielsweise auf einer Ebene (ob. Fol. 6a); auch die 9 Handbreiten tiefe Grube gilt als solche.befinden, und er nennt ihn deshalb öffentliches Gebiet, weil er kein Privatgebiet ist.", "Und manchesmal erwiderte er : Wenn er sich auf öffentlichem Gebiete befindet, sein E͑rub aber auf einem Neutralgebiete. Dies nach Rabbi, welcher sagt, all das, wobei nur das Feiern89Viele Arbeiten sind am Šabbath ‘des Feierns wegen’ verboten, obgleich sie nach bibl. Gesetze erlaubt sind; zu diesen gehört auch das Tragen aus einem öffentlichen Gebiete nach einem Neutralgebiete.berücksichtigt worden ist, haben sie bei Dämmerung90Am Abend, bei Beginn des Šabbaths. Auch der E͑rub ist für diese Zeit verwendbar.nicht verboten.", "Glaube aber nicht, daß ich dich nur abweisen will, vielmehr ist es tatsächlich so, denn wir haben gelernt: Wer etwas vier Ellen in einen Sumpf wirft, durch den ein öffentlicher Weg führt, ist schuldig. Wie tief darf der Sumpf sein? Weniger als zehn Handbreiten. Wer etwas vier Ellen auf91So (בתוכו im Dativ) in korrekten Mišnahandschriften. Danach erübrigt sich die ganze Erörterung des Talmud hier u. weiter Fol. 100b.einem Sumpfe wirft, durch den ein öffentlicher Weg führt, ist schuldig.", "Erklärlich ist es, daß er zweimal vom Sumpfe lehrt, einmal, wenn im Sommer, und einmal, wenn in der Regenzeit. Und beides ist nötig. Würde er es nur vom Sommer gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil sich die Leute kühlen92Sie benutzen daher den Weg durch den Sumpf.wollen, nicht aber in der Regenzeit. Und würde er es nur von der Regenzeit gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil man ihn zuweilen benutzt, da es [ohnehin] schmutzig ist, nicht aber im Sommer. Daher ist beides nötig.", "Wozu aber lehrt er zweimal ‘führt’? – Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß nur das Gehen im Notfalle als Gehen gilt, nicht aber gilt sonst die Benutzung im Notfalle als Benutzung. Schließe dies hieraus.", "R. Jehuda sagte: Wenn man ein Bund Rohr hinwirft und aufrichtet, hinwirft und aufrichtet93Und so fortbewegt., so ist man nur dann schuldig, wenn man es vom Boden hochhebt.", "«Wenn jemand auf der Schwelle steht, so darf er etwas vom Hausherrn nehmen oder ihm geben, vom Armen nehmen oder ihm geben.» Was für eine Schwelle ist hier gemeint:", "wollte man sagen eine Schwelle, die öffentliches Gebiet ist, wieso darf er vom Hausherrn nehmen, er bringt ja aus Privatgebiet in öffentliches Gebiet,", "wenn eine Schwelle, die Privatgebiet ist, wieso darf er vom Armen nehmen, er bringt ja aus öffentlichem Gebiete in Privatgebiet,", "und wenn eine Schwelle, die Neutralgebiet ist, wieso darf er von vornherein nehmen und geben, schließlich ist ja auch dies verboten!? –", "Vielmehr, eine Schwelle, die nur Freigebiet ist, wenn sie beispielsweise keine vier zu vier [Handbreiten] hat. So sagte R. Dimi, als er kam, im Namen R. Joḥanans: Auf einem Raume, der keine vier zu vier Handbreiten hat, dürfen, die sich im Privatgebiete befinden, und die sich im öffentlichen Gebiete befinden, umschultern, nur dürfen sie nicht austauschen.", "Der Meister sagte: Nur darf er nicht vom Hausherrn nehmen und dem Armen geben oder vom Armen nehmen und dem Hausherrn geben; hat er genommen und gegeben, so sind alle drei frei. Dies wäre eine Widerlegung Rabas, denn Raba sagte, wer etwas auf öffentlichem Gebiete vier Ellen trägt, sei schuldig, auch wenn er es ganz hoch94Wörtl. über sich, dh. oberhalb 10 Handbreiten.trägt. –" ], [ "Da bleibt es nicht liegen95Im freien Gebiete oberhalb 10 Handbreiten., hierbei bleibt es liegen.", "«Manche sagen, die Schwelle sei eines von beiden Gebieten; ist die Tür offen, so gehört sie zum Innenraume, ist die Tür geschlossen, so gehört sie zum Außenraume.»", "Auch wenn sie keinen Pfosten96Von außen, der die Schwelle von der Straße abgrenzt.hat, aber R. Ḥama b. Gorja sagte ja im Namen Rabhs, der Innenraum der Tür benötige noch eines anderen Pfostens, um erlaubt zu sein!?", "Wolltest du sagen, wenn sie keine vier zu vier [Handbreiten] hat, so sagte ja R. Ḥama b. Gorja im Namen Rabhs, der Innenraum der Tür benötige, selbst wenn er keine vier zu vier [Handbreiten] hat, noch eines anderen Pfostens, um erlaubt zu sein!?", "R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Hier handelt es sich um die Schwelle einer Durchgangsgasse, die zur Hälfte eine Ober seh welle und zur Hälfte keine Oberschwelle hat, die Oberschwelle nach der Innenseite; ist die Tür offen, so gehört sie zum Innenraume, ist die Tür geschlossen, so gehört sie zum Außenraume.", "R. Aši erwiderte: Tatsächlich handelt es sich hier um eine Stubenschwelle, wenn sie nämlich zwei Oberschwellen hat, von denen weder die eine noch die andere vier, und [der Raum] zwischen beiden keine drei [Handbreiten] hat, und die Tür sich in der Mitte befindet; ist die Tür offen, so gehört sie zum Innenraume, ist die Tür geschlossen, so gehört sie zum Außenraume97Die Tür verhindert dann die Vereinigung der beiden schmalen Oberschwellen..", "«Ist die Schwelle zehn [Handbreiten] hoch und vier breit, so ist sie ein Gebiet für sich.» Dies ist also eine Stütze für R. Jiçḥaq b. Evdämi, denn R. Jiçḥaq b. Evdämi sagte: R. Meír sagte: Überall, wo von zwei [Šabbath]gebieten die Rede ist, die aber ein [Interessen]gebiet sind, beispielsweise eine zehn [Handbreiten] hohe und vier breite Säule auf einem Privatgebiete, ist es verboten, darauf umzuschultern, mit Rücksicht auf einen Hügel auf öffentlichem Gebiete98Der (bei erforderlicher Größe) Privatgebiet ist.." ], [ "ii MAN DARF KURZ VOR DEM VESPERGEBETE SICH NICHT VOR DEN BARBIER SETZEN, BEVOR MAN DAS GEBET VERRICHTET HAT. AUCH GEHE MAN DANN NICHT INS BAD, NICHT IN DIE GERBEREI, NICHT ZU TISCH UND NICHT ZU GERICHT; HAT MAN ABER BEREITS BEGONNEN, SO BRAUCHT MAN NICHT ZU UNTERBRECHEN. MAN UNTERBRECHE, UM DAS ŠEMA͑ ZU LESEN, NICHT ABER, UM DAS GEBET ZU VERRICHTEN.", "GEMARA. Kurz vor welchem Vespergebete: wollte man sagen, vor dem großen Vespergebete99Cf. Ber. 26b., weshalb denn nicht, es ist ja noch am Tage genügend Zeit vorhanden; doch wohl kurz vor dem kleinen Vespergebete,", "dennoch braucht man, wenn man bereits begonnen hat, nicht zu unterbrechen, somit wäre dies eine Widerlegung des R. Jehošua͑ b. Levi!? R. Jehošua͑ b. Levi sagte nämlich: Sobald die Zeit des Vespergebetes heranreicht, darf man nichts kosten, bevor man das Vespergebet verrichtet hat. –", "Nein, tatsächlich vor dem großen Vespergebete, hier aber handelt es sich um eine Haarfrisur [nach Art] des Ben Elea͑sa100Eine besonders luxuriöse, die viel Sorgfalt und Zeitaufwand erforderte; cf. Ned. 51a, Syn. 22b.; nicht ins Bad, um alle Prozeduren des Bades vorzunehmen; nicht in die Gerberei, in eine große Gerberei ; nicht zu Tisch, zu einer großen Mahlzeit; nicht zu Gericht, bei Beginn der Gerichtsverhandlung.", "R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: Tatsächlich zu unserer [gewöhnlichen] Haarschur; man darf sich jedoch von vornherein nicht hinsetzen, weil die Schere zerbrechen könnte. Nicht ins Bad, auch um nur zu schwitzen; von vornherein nicht, weil man ohnmächtig werden könnte. Nicht in eine Gerberei, auch um etwas nachzusehen; von vornherein nicht, weil man einen Schaden bemerken und abgelenkt werden könnte. Nicht zu Tisch, auch zu einer kleinen Mahlzeit; von vornherein nicht, weil es sich hinziehen könnte. Nicht zu Gericht, auch beim Schlusse der Verhandlung; von vornherein nicht, weil ein Grund zur Umstoßung des Urteils gefunden werden könnte. –", "Wann hat das Haarschneiden begonnen101Um nicht unterbrechen zu müssen.? R. Abin erwiderte: Sobald man den Barbiermantel auf den Schoß gelegt hat. – Wann hat das Baden begonnen? R. Abin erwiderte : Sobald man den Mantel abgelegt hat. – Wann hat das Gerben begonnen? [R. Abin erwiderte:] Sobald man [die Schürze] auf der Schulter befestigt hat. – Wann hat die Mahlzeit begonnen? – Rabh sagt, sobald man die Hände gewaschen hat; R. Ḥanina sagt, sobald man den Gürtel gelöst hat.", "Sie streiten aber nicht; dies für uns, jenes für sie102Babylonier und Palästinenser; in Babylonien pflegte man den Gürtel fester umzubinden; cf. Ez. 23,15..", "Abajje sagte: Nach dem, der der Ansicht ist, das Abendgebet sei Freigestelltes, belästigen103Durch Unterbrechung der Mahlzeit.wir unsere Genossen in Babylonien nicht, sobald sie den Gürtel gelöst haben. – Belästigen wir sie denn nach dem, der der Ansicht ist, es sei Pflicht, das Vespergebet ist ja nach aller Ansicht Pflicht, dennoch haben wir gelernt, daß, wenn man bereits begonnen hat, man nicht zu unterbrechen brauche, und R. Ḥanina sagte, sobald man den Gürtel gelöst hat!? –" ], [ "Hierbei ist Trunkenheit nicht zu berücksichtigen, da104Beim Abendgebete; in der Regel pflegte man nur abends zu trinken.aber ist Trunkenheit zu berücksichtigen. Oder auch: für das Vespergebet ist eine Zeit festgesetzt, daher ist man ängstlich und versäumt es nicht, das Abendgebet aber hat die ganze Nacht Zeit, daher ist man nicht ängstlich, und man könnte es versäumen. R. Šešeth wandte ein: Ist es denn eine besondere Last, den Gürtel umzubinden!? Ferner kann man sich ja hinstellen und so beten!? – Weil es heißt:105Am. 4,12.bereite dich vor, Jisraél, deinem Gott gegenüberzutreten.", "Raba b. R. Hona pflegte Schuhe anzuziehen und dann zu beten, indem er sagte: Bereite dich vor &c. Raba pflegte das Obergewand abzulegen, die Hände aneinander zu reiben und dann zu beten, indem er sagte : Wie ein Sklave vor seinem Herrn. R. Aši erzählte : Ich sah, wie R. Kahana, wenn Unglück auf der Welt war, das Obergewand abzulegen, die Hände aneinander zu reiben und dann zu beten pflegte, indem er sagte: Wie ein Sklave vor seinem Herrn. Wenn Frieden auf der Welt war, pflegte er sich anzukleiden, zu bedecken, einzuhüllen und dann zu beten, indem er sagte: Bereite dich vor, Jisraél, deinem Gott gegenüberzutreten.", "Als einst Raba bemerkte, wie R. Hamnuna sein Gebet in die Länge zog, sprach er: Sie lassen das ewige Leben und befassen sich mit dem zeitlichen106Durch das Gebet (um die zeitl. Bedürfnisse) wird das Studium der Tora vernachlässigt.Leben. Jener aber war der Ansicht, die Zeit des Gebetes für sich, und die Zeit der Tora für sich. R. Jirmeja saß vor R. Zera, und da beide sich mit der Erörterung einer Lehre befaßten, verspäteten sie das Gebet, und R. Jirmeja beeilte sich. Da las R. Zera über ihn:107Pr.28,9.Wer sein Ohr abwendet, um die Lehre nicht zu hören, dessen Gebet ist ein Greuel.", "Wann hat die Gerichtsverhandlung begonnen? – [Hierüber streiten] R. Jirmeja und R. Jona; einer sagt, sobald die Richter ihre Mäntel anlegen, und einer sagt, sobald die Prozeßgegner beginnen. Sie streiten aber nicht; dies in dem Falle, wenn sie bereits Gerichtsverhandlungen vorhatten, und jenes in dem Falle, wenn sie noch keine Gerichtsverhandlung vorhatten.", "R. Ami und R. Asi saßen zwischen den Säulen [des Lehrhauses] und lernten, und von Zeit zu Zeit klopften sie an den Riegel der Tür, indem sie sprachen: Hat jemand eine Prozeßsache, so trete er ein.R. Ḥisda und Rabba b. R. Hona saßen den ganzen Tag zu Gericht, und das Herz ward ihnen schwach. Da trug ihnen R. Ḥija b. Rabh aus Diphte folgende Lehre vor :108Ex. 18,13.Das Volk trat vor Moše vom Morgen bis zum Abend. Sollte es dir denn in den Sinn kommen, daß Moše den ganzen Tag dasaß und Recht sprach, wann hätte er sich mit der Tora befaßt? Dies besagt vielmehr, daß die Schrift jedem Richter, der ein richtiges Urteil der Wahrheit wegen fällt, wenn auch nur eine Stunde, es anrechnet, als wäre er mit dem Heiligen, gepriesen sei er, am Schöpfungswerke beteiligt, denn hier heißt es : das Volk trat vor Moše vom Morgen bis zum Abend, und dort109Gen. 1,5.heißt es: es ward Abend und es ward Morgen, ein Tag.", "Wie lange sitze man zu Gericht? R. Šešeth erwiderte: Bis zur Mahlzeit. R. Ḥama sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers: es heißt:110Ecc. 10,16.Wehe dir, Land, dessen König ein Knabe, dessen Fürsten111Unter K. und F. werden hier die Richter verstanden.am Morgen schmausen. Heil dir Land, dessen König ein Edler, dessen Fürsten zu rechter Zeit speisen; in Mannhaftigkeit und nicht in Völlerei; in der Mannhaftigkeit der Tora und nicht in der Völlerei des Weines.", "Die Rabbanan lehrten: In der ersten Stunde speisen Ludim112לודים, allgemein mit ‘Lydier’ übersetzt, jed. ganz unwahrscheinlich; schon aus unserer Stelle geht deutlich genug hervor, daß hier die L., die ja in der Kultur den übrigen Völkern des Altertums gleich kamen, nicht gemeint sein können, und noch deutlicher aus anderen Stellen. Wer sich an die לודים (לודאי) verkauft hat, selbst nur ein einziges Mal, sagt der T., den löse man nicht aus, weil er sein Leben preisgab. Aller Wahrscheinlichkeit nach sind hier die Ludii, Possenspieler, insbes. Ringkämpfer, Stierkämpfer gemeint. Die sonst ganz abenteuerlich klingende Geschichte des Reš Laqiš (Git. Fol. 47a), der sich an die Ludim verkauft hatte, findet somit ihre Aufklärung; dieselben gestatteten ihm wahrscheinlich, sich im Ringkampfe zu üben., in der zweiten speisen Räuber, in der dritten speisen Erbschafter113Leute, die ihr Vermögen ohne Arbeit erworben haben., in der vierten speisen Arbeiter, in der fünften speisen gewöhnliche Leute. –", "Dem ist ja aber nicht so, R. Papa sagte ja, in der vierten speisen gewöhnliche Leute!? – Vielmehr, in der vierten speisen gewöhnliche Leute, in der fünften speisen Arbeiter. In der sechsten speisen Schriftgelehrte; [speist man] später, so ist es ebenso, als wenn man einen Stein in einen Schlauch wirft. Abajje sagte: Dies nur, wenn man morgens nichts gekostet hat, hat man aber morgens etwas gekostet, so ist nichts dabei.", "R. Ada b. Ahaba sagte : Man darf sein Gebet im Bade verrichten. Man wandte ein: Wenn man in das Badehaus114Das Bad hatte 3 Räume: den Warte- oder Ruheraum, den An- und Auskleideraum und den eigentl. Baderaum.kommt, in den Raum, in dem die Leute bekleidet sind, so darf man da das Šema͑ lesen, das Gebet verrichten, selbstverständlich Frieden bieten und die Tephillin anlegen, und selbstverständlich braucht man sie nicht abzulegen.", "Wenn in den Raum, in dem die Leute teils nackt und teils bekleidet sind, so darf man da Frieden bieten, jedoch nicht [das Šema͑] lesen und das Gebet verrichten; die Tephillin braucht man da nicht abzulegen, darf sie aber nicht anlegen.", "Wenn in den Raum, in dem die Leute nackt sind, so darf man da nicht Frieden bieten, und um so weniger [das Šema͑] lesen und das Gebet verrichten; man muß da die Tephillin abnehmen, und selbstverständlich darf man sie nicht anlegen!? –", "R. Ada b. Ahaba spricht von einem Bade, in dem keine Menschen sich befinden. – R. Jose b. Ḥanina sagte ja aber, wenn sie von einem Bade sprechen, so gelte es auch von einem, in dem keine Menschen sind, wenn sie von einem Aborte sprechen, so gelte es auch von einem, in dem kein Kot ist!? –", "Vielmehr, R. Ada [b. Ahaba] spricht von einem neuen. – Aber Rabina fragte ja, wie es denn sei, wenn man ihn als Abort nur bestimmt hat, ob die Bestimmung entscheidend sei oder nicht, und es wurde ihm nicht entschieden, und dasselbe gilt wohl auch von einem Bade!? –" ], [ "Nein, vielleicht ist es bei einem Aborte anders, der ekelhaft ist.", "«So darf man da nicht Frieden bieten.» Dies ist also eine Stütze für R.Hamnuna, der im Namen U͑las sagte, daß man nicht im Badehause seinem Nächsten Frieden bieten dürfe, denn es heißt : 115Jud. 6,24.und er nannte ihn ‘der Herr ist Frieden’. –", "Demnach ist es auch verboten, im Aborte [das Wort] Wahrheit auszusprechen, denn es heißt : 116Dt. 7,9.der wahrhaftige Gott!? Wolltest du sagen, dem sei auch so, so sagte ja Raba b. Meḥasja im Namen des R. Ḥama b. Gorja im Namen Rabhs, daß es erlaubt sei, im Aborte [das Wort] Wahrheit auszusprechen. – Der Gottesname selber wird nicht so genannt, denn wir übersetzen: der wahrhaftige Gott, während der Gottesname selber ‘Friede’ genannt wird, wie es heißt: und er nannte ihn ‘der Herr ist Frieden’ .", "Ferner sagte Raba b. Meḥasja im Namen des R. Ḥama b. Gorja im Namen Rabhs: Wenn jemand seinem Nächsten ein Geschenk macht, so muß er es ihm kund tun, denn es heißt :117Ex. 31,13.um kund zu tun, daß ich der Herr bin, der euch heiligt. Desgleichen wird gelehrt: Um kund zu tun, daß ich der Herr bin, der euch heiligt. Der Heilige, gepriesen sei er, sprach nämlich zu Moše: Ich habe ein kostbares Geschenk in meiner Schatzkammer, dessen Name ist Šabbath, und ich will es den Jisraéliten schenken, geh und tue es ihnen kund. Hieraus folgernd sagte R. Šimo͑n b. Gamliél: Wer einem Kinde Brot gibt, tue es der Mutter kund. – Wie mache man dies? Abajje erwiderte: Er bestreiche es mit Öl, oder man trage ihm etwas Schminke auf. – Wie aber jetzt, wo wir Zauberei befürchten? R. Papa erwiderte: Man bestreiche es mit derselben Art. –", "Dem ist ja aber nicht so, R. Ḥama b. Ḥanina sagte ja, wer seinem Nächsten ein Geschenk macht, brauche ihm dies nicht kund zu tun, denn es heißt : 118Ex. 34,29.und Moše wußte nicht, daß die Haut seines Antlitzes strahlend geworden war, infolge seiner Unterredung mit ihm!? – Das ist kein Einwand; dies bei einer Sache, die auch sonst bekannt wird, jenes bei einer Sache, die sonst nicht bekannt wird. – Aber auch der Šabbath ist ja eine Sache, die auch sonst bekannt wurde!? – Dessen Belohnung wäre nicht bekannt geworden.", "R. Ḥisda hielt zwei Priestergeschenke von einem Ochsen119Cf. Dt. 18,3 u. Hal. IV, 9.in der Hand und sprach: Wer da kommt und mir eine neue Lehre im Namen Rabhs sagt, dem gebe ich sie. Da sprach Raba b. Meḥasja zu ihm: Folgendes sagte Rabh: Wenn jemand seinem Nächsten ein Geschenk macht, so muß er es ihm kund tun, denn es heißt: um kund zu tun, daß ich der Herr bin, der euch heiligt. Da gab er sie ihm. Hierauf sprach dieser : Sind dir die Lehren Rabhs so sehr lieb? Jener erwiderte : Jawohl. Da sprach dieser : Das ist es, was Rabh gesagt hat: Das Kleid ist seinem Träger teuer. Jener versetzte: Das hat Rabh gesagt? Das andere ist mir lieber als das erste; hätte ich bei mir ein zweites [Geschenk], so würde ich es dir gegeben haben.", "Ferner sagte Raba b. Meḥasja im Namen des R. Ḥama b. Gorja im Namen Rabhs: Nie zeichne ein Vater ein Kind vor den anderen aus; denn wegen eines Kleides im Gewichte von zweiSelai͑m, das Ja͑qob dem Joseph mehr als seinen übrigen Söhnen gab, beneideten ihn seine Brüder, und daraus entwickelte es sich, daß unsere Vorfahren nach Miçrajim hinabzogen.", "Ferner sagte Raba b. Meḥasja im Namen des R. Ḥama b. Gorja im Namen Rabhs: Stets sei man bestrebt, in einer neubesiedelten Stadt zu wohnen, denn da sie neu besiedelt ist, sind deren Sünden wenig, wie es heißt : 120Gen. 19,20.siehe, da ist eine nahe Stadt, darin könnte ich fliehen, und sie ist nur gering. Was heißt nahe: wollte man sagen, sie liegt in der Nähe und ist klein, so sahen sie es ja, wozu brauchte er es ihnen zu sagen!? Vielmehr, sie ist erst seit kurzem bewohnt, und ihre Sünden sind daher gering. R. Ahm sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:120Gen. 19,20.dorthin möchte ich mich doch flüchten; der Zahlenwert [des Wortes] na [doch]121Die Buchstaben des hebr. Alphabetes dienen, wie in vielen anderen, zugleich als Ziffern.beträgt einundfünfzig, während Sedom zweiundfünfzig122S. wurde nach einer Berechnung des T. im 48. Lebensjahre Abrahams erbaut, während es in seinem 99. zerstört wurde.[Jahre bestanden hatte]." ], [ "Deren Friedensjahre waren sechsundzwanzig, wie es heißt: 123Gen. 14,4.zwölf Jahre hindurch waren sie Kedorlao͑mer untertan gewesen, und dreizehn Jahre waren sie abgefallen. Im vierzehnten Jahre &c.", "Ferner sagte Raba b. Meḥasja im Namen des R. Ḥama b. Gorja im Namen Rabhs: Jede Stadt, deren Dächer höher sind als das des Bethauses, wird endlich zerstört, denn es heißt : 124Ezr. 9,9.den Tempel unseres Gottes zu erheben und seine Trümmer herzustellen. Dies gilt jedoch nur von gewöhnlichen Häusern, bei Türmen und Mauern aber ist nichts dabei. R. Aši sagte: Ich werde dafür sorgen, daß Matha Meḥasja nicht zerstört werde. – Es ist ja aber zerstört worden!? – Es ist nicht dieser Sünde wegen zerstört worden.", "Ferner sagte Raba b. Meḥasja im Namen des R. Ḥama b. Gorja im Namen Rabhs: Unter einem Araber, nur nicht unter einem Nicht Juden125Wahrscheinlich Römer.; unter einem Nichtjuden, nur nicht unter einem Geber; unter einem Geber, nur nicht unter einem Schriftgelehrten; unter einem Schriftgelehrten, nur nicht unter einer Waise oder einer Witwe126Weil sie sehr empfindlich sind..", "Ferner sagte Raba b. Meḥasja im Namen des R. Ḥama b. Gorja im Namen Rabhs: Jede andere Krankheit, nur keine Darmkrankheit; jedes andere Weh, nur kein Herzweh; alle anderen Schmerzen, nur keine Kopfschmerzen; alles Böse, nur nicht die Bosheit einer Frau.", "Ferner sagte Raba b. Meḥasja im Namen des R. Ḥama b. Gorja im Namen Rabhs: Wären auch alle Meere Tinte, alles Binsenrohr Griffel, die Himmel Pergamentrollen und alle Menschen Schreiber, so würden sie dennoch die Gedankentiefe der Obrigkeit niederzuschreiben nicht vermögen. – Welcher Schriftvers deutet hierauf? R. Mešaršija erwiderte: 127Pr. 25,3.wie des Himmels Höhe und der Erde Tiefe, so ist auch der Könige Herz unerforschlich.", "Ferner sagte Raba b. Meḥasja im Namen des R. Ḥama b. Gorja im Namen Rabhs: Das Fasten ist gut für den [bösen] Traum, wie das Feuer für Werg. R. Ḥisda sagte : Und zwar am selben Tage. R. Joseph sagte: Sogar am Šabbath128An dem das Fasten sonst verboten ist..", "Einst kehrte R. Jehošua͑, der Sohn R. Idis, bei R. Aši ein, und sie bereiteten ihm ein dreijähriges Kalb und sprachen zu ihm: Möge der Meister etwas kosten. Er erwiderte ihnen: Ich verweile heute im Fasten. Jene sprachen zu ihm: Hält denn der Meister nichts von dem, was R. Jehuda gesagt hat? R. Jehuda sagte nämlich, daß man das Fasten leihen und bezahlen129Dh. das Fasten auf einen anderen Tag verschieben.könne. Da erwiderte er ihnen: Es ist ein Fasten wegen eines Traumes, und Raba b. Meḥasja sagte im Namen des R. Ḥama b. Gorja im Namen Rabhs, das Fasten sei gut für den Traum, wie Feuer für Werg. Und hierzu sagte R. Ḥisda, am selben Tage, und R. Joseph sagte, sogar am Šabbath.", "HAT MAN ABER BEREITS BEGONNEN, SO BRAUCHT MAN NICHT ZU UNTERBRECHEN. MAN UNTERBRECHE, UM DAS ŠEMA͑ ZU LESEN. Er lehrt ja bereits im Anfangssatze, daß man nicht zu unterbrechen brauche130Die Frage bezieht sich auf den letzten Satz: nicht aber um das G. zu verrichten.!? – Der Schlußsatz bezieht sich auf das Studium der Tora. Es wird nämlich gelehrt: Wenn Genossen sich mit dem Studium der Tora befassen, so müssen sie unterbrechen, um das Šema͑ zu lesen, nicht aber müssen sie unterbrechen, um das Gebet zu verrichten. R. Joḥanan sagte : Dies wurde nur für solche, wie R. Šimo͑n b. Joḥaj und Genossen gelehrt, deren Berufszweig die Tora ist, solche wie wir aber müssen sowohl zum Šema͑lesen als auch zum Gebete unterbrechen. –", "Es wird ja aber gelehrt, wie man zum Gebete nicht unterbreche, so unterbreche man auch nicht zum Šema͑lesen!? – Was da gelehrt wird, bezieht sich auf die Interkalation131Wenn man sich damit (cf. Ber. Absch. I, Anm. 429) befaßt.des Jahres. R. Ada b. Ahaba sagte nämlich, auch lehrten es die Alten von Hagronja: R. Eiea͑zar b. Çadoq erzählte: Als wir uns in Jabne mit der Interkalation des Jahres befaßten, pflegten wir weder zum Šema͑lesen noch zum Gebete zu unterbrechen.", "iii DER SCHNEIDER DARF NICHT KUBZ VOR DER DUNKELHEIT132Am Vorabend des Š.sMIT SEINER NADEL AUSGEHEN, DENN ER KÖNNTE VERGESSEN UND DAMIT [AM ŠABBATH] AUSGEHEN; DESGLEICHEN DER SCHREIBER NICHT MIT SEINEM SCHREIBROHRE. FERNER DARF MAN NICHT BEI LAMPENLICHT DIE KLEIDER VOM UNGEZIEFER REINIGEN, AUCH NICHT LESEN. DOCH SAGTEN SIE, DER AUFSEHER DÜRFE BEIM LESEN DER SCHULKINDER ZUSEHEN, ER SELBER ABER NICHT LESEN. DESGLEICHEN DARF DER FLUSSBEHAFTETE NICHT ZUSAMMEN MIT DER FLUSSBEHAFTETEN SPEISEN, WEIL DIES ZUR SÜNDE FÜHREN KÖNNTE.", "GEMARA. Dort haben wir gelernt: Man darf nicht in Privatgebiet stehen und aus öffentlichem Gebiete trinken, oder in öffentlichem Gebiete stehen und aus privatem Gebiete trinken; wenn man aber den Kopf und den größeren Teil des Körpers nach dem Gebiete, aus dem man trinkt, hinüberbeugt, so ist es erlaubt." ], [ "Ebenso bei einer Kelter.", "Sie fragten: Wie ist es bei einem Neutralgebiete? Abajje erwiderte: Das ist ja dasselbe. Raba erwiderte: Dies133Das Umhertragen auf einem Neutralgebiete.ist ja nur eine [rabbanitische] Maßnahme, und wir sollten eine Maßnahme für eine Maßnahme treffen!?", "Abajje sagte: Dies entnehme ich aus folgendem: Er lehrt, daß es sich ebenso bei einer Kelter verhalte. Welche Kelter: wollte man sagen, Privatgebiet13410 Handbreiten hoch., so wurde dies ja bereits gelehrt; wollte man sagen, öffentliches Gebiet, so wurde dies ja ebenfalls gelehrt; wahrscheinlich doch ein Neutralgebiet.", "Raba erklärte: Ebenso bei einer Kelter: bezüglich des Zehnten. Desgleichen erklärte R. Šešeth: Ebenso bei einer Kelter: bezüglich des Zehnten. Wir haben nämlich gelernt: Man darf vom Weine über der Kelter135Cf. Mas. IV, Anm. 3.zehntfrei trinken, ob mit heißem oder kaltem [Wasser verdünnt] – so R. Meír; R. Elea͑zar b. R. Çadoq verpflichtet zu verzehnten; die Weisen sagen, mit heißem sei er zehntpflichtig, mit kaltem frei, weil man den Rest zurückgießt. –", "Wir haben gelernt: Der Schneider darf nicht kurz vor der Dunkelheit mit seiner Nadel ausgehen, denn er könnte vergessen und damit ausgehen. Doch wohl, wenn sie in seinem Gewande steckt136Dies ist kein biblisches Verbot, sondern nur eine rabb. Maßnahme; hieraus, daß man wegen einer rabb. Maßnahme eine zweite treffe.!? – Nein, wenn er sie in der Hand hält. –", "Komm und höre: Der Schneider darf mit seiner Nadel, die in seinem Gewände steckt, nicht ausgehen. Doch wohl am Vorabend des Šabbaths!? – Nein, was hier gelehrt wird, bezieht sich nur auf den Šabbath. – Es wird ja aber gelehrt, der Schneider dürfe am Vorabend des Šabbaths bei einbrechender Dunkelheit mit seiner Nadel, die in seinem Gewände steckt, nicht ausgehen!? – Hier ist die Ansicht R. Jehudas vertreten, welcher sagt, der Handwerker sei schuldig, [wenn er einen Gegenstand] nach Art seines Handwerkes [hinausträgt].", "Es wird nämlich gelehrt: Der Schneider darf nicht mit seiner Nadel, die in seinem Gewände steckt, ausgehen, noch der Schreiner mit seinem Lineal am Ohre, noch der Krämpler mit der Schnur am Ohre, noch der Weber mit dem Wollbüschel am Ohre, noch der Färber mit der Probe am Halse, noch der Geldwechsler mit einem Denar am Ohre; ist er ausgegangen, so ist er frei, von vornherein aber ist es verboten – so R. Meír; R. Jehuda sagt, der Handwerker sei schuldig, [wenn er einen Gegenstand] nach Art seines Handwerkes [trägt], jeder andere aber sei frei.", "Das Eine lehrt, der Flußbehaftete dürfe nicht mit seinem Schutzbeutel ausgehen, ist er ausgegangen, sei er frei, von vornherein sei es verboten; ein Anderes aber lehrt, er dürfe nicht ausgehen, ist er ausgegangen, sei er ein Sündopfer schuldig!?", "R. Joseph erwiderte: Das ist kein Widerspruch; das Eine vertritt die Ansicht R. Meírs, das Andere vertritt die An sicht R. Jehudas.", "Abajje sprach zu ihm: Allerdings ist R. Meír dieser Ansicht bei Dingen, die in ungewöhnlicher Weise137Der Handwerker trägt sie ja sonst in der Hand, nicht am Ohre.getragen werden, ist er etwa dieser Ansicht auch bei Dingen, die in gewöhnlicher Weise getragen werden!? Demnach wäre, wolltest du nicht so138Daß man in gew. Weise auch nach RM. schuldig ist.sagen, ein Laie, wenn er am Šabbath eine Vertiefung mit einem Spane gräbt, nach R. Meír nicht schuldig!? –", "Vielmehr, erwiderte R. Hamnuna, dies ist kein Widerspruch; eines spricht von einem Flußbehafteten, der zweimal [Fluß] bemerkt hat, und eines spricht von einem Flußbehafteten, der dreimal [Fluß] bemerkt hat. –", "Der Flußbehaftete, der zweimal [Fluß] bemerkt hat, ist wohl deshalb schuldig, weil er [den Schutzbeutel] zur Untersuchung139Mit 3 Mal ist er ein richtiger Flußbehafteter und zur Darbringung eines Opfers verpflichtet; cf. Lev. Kap. 15.braucht, und auch der Flußbehaftete, der dreimal [Fluß] bemerkt hat, braucht ihn ja, um [die Reinheitstage] abzuzählen140Cf. Lev. 15,13.!? – In dem Falle, wenn er ihn am selben Tage141Am S., der nicht mitzählt.bemerkt hat. –", "Er braucht ja [den Schutzbeutel], um seine Kleider nicht zu beschmutzen!? R. Zera erwiderte: Dieser Tanna ist der Ansicht, der Schutz vor Schmutz sei nicht in Betracht zu ziehen. Wir haben nämlich gelernt: Wenn man eine Schüssel an die Wand142Von der Wasser herabrieselt.stellt, damit sie ausgespült werde, so ist sie für Unreinheit143Wörtl.: das Gesetz von ‘wird [Wasser] getan’ (Lev. 11,38), findet hierbei Anwendung.empfänglich," ], [ "wenn aber, damit die Wand nicht beschädigt werde, so ist sie nicht für Unreinheit empfänglich. – Ist es denn gleich : da braucht man ja das Wasser nicht, hierbei aber braucht er ja den Schutzbeutel, damit er den Fluß auffange !? –", "Dies gleicht vielmehr dem Schlußsatze : Wenn in eine Mulde Traufenwasser gekommen ist, so macht das aus dieser aufspritzende und überfließende Wasser144Wovon man nichts hat.für die Unreinheit nicht empfänglich, wohl aber macht es das darin befindliche.", "Vielmehr, sagten Abajje und Raba beide, das ist kein Widerspruch; eines nach R. Jehuda und eines nach R. Šimo͑n145Über ihren Streit über die unbezweckte Arbeit am Šabbath weiter Fol. 93b..", "In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Man darf am Vorabend des Šabbaths bei einbrechender Dunkelheit mit Tephillin ausgehen. – Aus welchem Grunde? – Wie Rabba b. R. Hona gesagt hat, man müsse von Zeit zu Zeit die Tephillin betasten. Dies ist, [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, vom Stirnblatte zu folgern; das Stirnblatt enthielt nur einmal den Gottesnamen, dennoch heißt es:146Ex. 28,38.beständig soll es auf seiner Stirne sein, daß er nämlich nicht davon seine Gedanken abwende, um wieviel mehr gilt dies von den Tephillin, die vielmal den Gottesnamen enthalten. Daher denkt man an sie. Es wird gelehrt: Ḥananja sagt: Man muß am Vorabend des Šabbaths bei einbrechender Dunkelheit seine Kleider untersuchen147Und die Taschen entleeren.. R. Joseph sagte : Bedeutende Halakhoth hat das Šabbathgesetz.", "DIE KLEIDER NICHT VOM UNGEZIEFER REINIGEN &C. Sie fragten : Die Kleider nicht vom Ungeziefer reinigen, auch am Tage, weil man [eine Laus] töten könnte, und zwar nach R. Elie͑zer, denn es wird gelehrt, R. Elie͑zer sagt, wenn man am Šabbath eine Laus tötet, sei es ebenso, als würde man ein Kamel töten, und vor einer Lampe nicht lesen, weil man sie heranrücken könnte, oder ist beides nur deshalb verboten, weil man sie heranrücken könnte. –", "Komm und höre : Man darf weder die Kleider vom Ungeziefer reinigen noch vor einer Lampe lesen. – Ist [diese Lehre] etwa deutlicher als unsere Mišnal? –", "Komm und höre: Man darf nicht die Kleider vom Ungeziefer vor einer Lampe reinigen, noch vor einer Lampe lesen. Diese gehören zu den Halakhoth, die man im Söller des Ḥananja b. Ḥizqija b. Garon festgesetzt hat. Schließe hieraus, daß beides deshalb verboten ist, weil man sie heranrücken könnte. Schließe dies hieraus.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Selbst nachzusehen, ob es sein Gewand oder das seiner Frau ist, [ist verboten]. Raba sagte: Dies gilt nur von Gewändern der Städter, die der Landleute aber erkennt man. Auch bei denen der Städter gilt dies nur von [Kleidern] Erwachsener, die von jungen Leuten aber erkennt man.", "Die Rabbanan lehrten : Man darf des Anstandes wegen auf öffentlichem Gebiete nicht die Kleider vom Ungeziefer reinigen. Desgleichen sagte auch R. Jehuda, und wie manche sagen, R.Neḥemja: Man darf des Anstandes wegen auf öffentlichem Gebiete kein Brechmittel bereiten. Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand seine Kleider vom Ungeziefer reinigt, so zerreibe er es und werfe fort, töte jedoch nicht; Abba Šaúl sagt, man nehme es ab und werfe fort, zerreibe jedoch nicht. R. Hona sagte: Die Halakha ist, man zerreibe es und werfe fort; dies ist manierlich, selbst am Wochentage. Rabba pflegte es zu knicken, und auch R. Šešeth pflegte es zu knicken. Raba pflegte es in ein Becken mit Wasser zu werfen. R. Naḥman sprach zu seinen Töchtern: Tötet sie und lasset mich den Ton der Widerwärtigen hören.", "Es wird gelehrt : R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte : Man darf keine Laus am Šabbath töten – so die Schule Šammajs; die Schule Hilleis erlaubt dies.", "Ebenso sagte R. Šimo͑n b. Elea͑zar im Namen des R. Šimo͑n b. Gamliél : Man darf am Šabbath keine Verlobung kleiner Kinder vermitteln, auch keinen Knaben zum Lernen der Schrift oder eines Handwerkes veranlassen, auch nicht Leidtragende trösten und Kranke besuchen – so die Schule Šammajs; die Schule Hillels erlaubt dies.", "Die Rabbanan lehrten: Wer einen Kranken besucht, spreche: Es ist Šabbath, man darf nicht klagen, Genesung wird bald eintreten. R. Meír sagte: [Der Šabbath] kann Erbarmen veranlassen." ], [ "R. Jehuda sagte: Gott möge sich deiner und aller Kranken Jisraéls erbarmen. R. Jose sagte: Gott möge sich deiner unter allen Kranken Jisraéls erbarmen. Šebna aus Jerušalem pflegte bei seinem Kommen zu sagen: Friede. Bei seinem Fortgehen: Es ist Šabbath, man darf nicht klagen, Genesung wird bald eintreten; seine Barmherzigkeit ist groß, feiert eueren Šabbath in Frieden. – Wessen Ansicht vertritt die Lehre des R. Ḥanina, daß nämlich derjenige, der einen Kranken in seinem Hause hat, ihn mit anderen Kranken Jisraéls vereinigen148Bei seinem Gebete auch andere Kranke einbegreifen soll.soll, (wessen)? R. Joses.", "Auch sagte R. Ḥanina: Nur widerwillig haben sie erlaubt, am Šabbath Leidtragende zu trösten und Kranke zu besuchen. Rabba b. Bar Ḥana erzählte : Wenn wir R. Elea͑zar folgten, einen Kranken zu besuchen, sagte er oft: [Gott] gedenke deiner zum Heile. Und oft sagte er : Der Allbarmherzige gedenke deiner zum Heile149Dasselbe in aramäischer Sprache.. – Wieso aber tat er dies, R. Jehuda sagte ja, daß man um seine Bedürfnisse nie in aramäischer Sprache bitte; auch sagte R. Joḥanan, daß, wenn jemand um seine Bedürfnisse in aramäischer Sprache bittet, die Dienstengel sich ihm [beim Gebete] nicht anschließen, weil die Dienstengel die aramäische Sprache nicht verstehen!? – Anders ist es bei einem Kranken, denn die Göttlichkeit ist bei ihm.", "R. A͑nan sagte nämlich im Namen Rabhs : Woher, daß die Göttlichkeit den Kranken unterstützt? Es heißt: 150Ps. 41,4.der Herr wird ihn auf dem Siechbette unterstützen. Desgleichen wird gelehrt: Wer einen Kranken besucht, setze sich nicht auf ein Bett oder auf einen Stuhl, vielmehr hülle er sich ein und setze sich ihm gegenüber, denn die Göttlichkeit befindet sich über der Kopfseite des Kranken, wie es heißt: der Herr wird ihn auf dem Siechbette unterstützen. Auch sagte Raba im Namen Rabins: Woher, daß der Heilige, gepriesen sei er, den Kranken pflegt? Es heißt: der Herr wird ihn auf dem Siechbette unterstützen.", "BEI LAMPENLICHT &C. NICHT LESEN. Rabba sagte : Selbst, wenn es sich zwei Mann hoch befindet, selbst zwei Ochsenstecken hoch, und selbst zehn Stockwerke übereinander. – Nur einer darf nicht lesen, wohl aber zwei, dagegen wird gelehrt, weder einer noch zwei!? R. Elea͑zar erwiderte: Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn sie zusammen einen Gegenstand151Einer erinnert dann den anderen.lesen, das andere, wenn sie verschiedene Gegenstände lesen. R. Hona sagte : Vor einer Fackel dürfen auch zehn Personen nicht lesen.", "Raba sagte: Ist es ein vornehmer Mann, so darf er es. Man wandte ein: Man darf vor einer Lampe nicht lesen, weil man sie heranrücken könnte. R. Jišma͑él b. Eliša͑ sprach : Ich werde lesen und sie nicht heranrücken. Einst las er und war im Begriffe, sie heranzurücken. Da rief er aus: Wie bedeutend sind die Worte der Weisen, die sagten, daß man vor Lampenlicht nicht lese. R. Nathan erzählte: Er las und rückte [die Lampe] heran; darauf schrieb er in sein Buch: Ich, Jišma͑él b. Eliša͑, habe am Šabbath gelesen und die Lampe herangerückt; sobald das Heiligtum erbaut sein wird, werde ich ein fettes Sündopfer darbringen. R. Abba erwiderte : Anders R. Jišma͑él b. Eliša͑, der sich der Tora wegen als Gemeiner betrachtete. –", "Das Eine lehrt, der Tischdiener dürfe vor Lampenlicht Trinkgefäße und Schüsseln besichtigen, und ein Anderes lehrt, er dürfe nicht besichtigen!? – Das ist kein Widerspruch ; eines gilt von einem ständigen152Der es genauer nimmt.Tischdiener, und eines gilt von einem gelegentlichen Tischdiener. Wenn du aber willst, sage ich : beides von einem ständigen Tischdiener, dennoch ist dies kein Widerspruch; eines gilt von einer Öllampe, und eines gilt von einer Naphtalampe153Die man, weil übelriechend, nicht gern anfaßt..", "Sie fragten : Wie ist es mit einem gelegentlichen Tischdiener bei einer Öllampe? Rabh erwiderte : So154Daß es erlaubt ist.ist die Halakha, man entscheide aber nicht danach. R. Jirmeja [b. Abba] erwiderte: So ist die Halakha, und man entscheide danach. – R. Jirmeja b. Abba war bei R. Asi eingekehrt, und als sein Diener etwas vor der Lampe untersuchte, sprach seine Frau zu [ihrem Manne]: Der Meister tut dies aber nicht! Dieser erwiderte: Laß ihn, er ist der Ansicht seines Herrn.", "DOCH SAGTEN SIE, DER AUFSEHER &C. Du sagtest ja im Anfangssatze, er dürfe zusehen, doch wohl, um zu lesen!? – Nein, um sich die Anfänge der Abschnitte zu merken155Damit ihm diese beim Vorlesen aus der Torarolle geläufig seien.. Ebenso sagte Rabba b. Šemuél, er dürfe sich aber die Anfänge der Abschnitte merken. –" ], [ "Den ganzen Abschnitt aber nicht, und dem widersprechend [wird gelehrt], R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, Schulkinder dürfen sich vor einer Lampe die Abschnitte merken und lesen!? – Wenn du willst, sage ich: nur die Anfänge der Abschnitte, wenn du aber willst, sage ich: anders Schulkinder; da sie vor ihrem Lehrer fürchten, werden sie nicht verleitet, [die Lampe] zu rücken", "DESGLEICHEN DARF DER FLUSSBEHAFTETE NICHT SPEISEN. Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte : Komm und siehe, wie sehr die Reinheit in Jisraél verbreitet war; es wird nicht gelehrt, der Reine dürfe nicht zusammen mit der Unreinen156Dies galt als selbstverständlich.speisen, sondern: der Flußbehaftete dürfe nicht zusammen mit der Flußbehafteten speisen, weil dies zur Sünde führen könnte. Ebenso darf ein gesetzestreuer Flußbehafteter nicht zusammen mit einem Flußbehafteten aus dem gemeinen Volke speisen, weil er ihn an sich gewöhnen könnte. –", "Was ist denn dabei, wenn er ihn an sich gewöhnt!? – Sage vielmehr, weil er ihn unreine Speisen essen lassen könnte. – Ißt denn der gesetzestreue Flußbehaftete keine unreinen Speisen157Sie werden ja durch seine Berührung unrein.!? Abajje erwiderte: Dies ist eine Maßnahme, damit er ihn nicht unfertige158Von denen der Zehnt und die übrigen Abgaben nicht entrichtet worden sind.Speisen essen lasse. Raba erwiderte: Die Mehrheit der Leute aus dem gemeinen Volke entrichtet zwar den Zehnten, aber er könnte ihn an sich gewöhnen und ihn auch in der Zeit seiner Reinheit unreine Speisen essen lassen.", "Sie fragten: Darf die Menstruierende zusammen mit ihrem Manne schlafen, wenn beide ihre Gewänder anhaben? R. Joseph erwiderte: Komm und höre : Geflügel darf mit Käse auf einen Tisch auf getragen jedoch nicht zusammen gegessen werden – so die Schule Šammajs; die Schule Hillels sagt, nicht zusammen aufgetragen und nicht zusammen gegessen werden!? – Anders hierbei, wo es keine verschiedenen Personen159Die einander aufmerksam machen können.sind. –", "Es ist auch einleuchtend, daß es bei verschiedenen Personen anders ist. Im Schlußsatze wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Zwei Gäste dürfen ohne Bedenken an einem Tische essen, einer Fleisch und einer Käse. – Hierzu wurde ja aber gelehrt: R. Ḥanin b. Ami sagte im Namen Šemuéls: Dies nur, wenn sie einander nicht kennen, wenn sie aber einander kennen, ist es verboten. Auch hierbei kennen sie ja einander!? – Es ist nicht gleich; da sind es zwar verschiedene Personen, jedoch ohne Abweichung, hierbei aber sind es verschiedene Personen und mit Abweichung160Sie schlafen mit den Kleidern; wobei sie in jenem Falle beide essen und das Verbot vergessen könnten..", "Manche lesen: Komm und höre: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Zwei Gäste dürfen an einem Tische essen, einer Fleisch und einer Käse. Hierzu wurde gelehrt: R. Ḥanin b. Ami sagte im Namen Šemuéls: Dies nur, wenn sie einander nicht kennen, wenn sie aber einander kennen, ist es verboten. Hier kennen sie ja einander!? – Da sind es zwar verschiedene Personen, jedoch ohne Abweichung, hierbei aber sind es verschiedene Personen, und mit Abweichung. –", "Komm und höre: Der Flußbehaftete darf nicht zusammen mit der Flußbehafteten speisen, weil dies zur Sünde führen könnte. – Auch hier sind es zwar verschiedene Personen, jedoch ohne Abweichung. –", "Komm und höre:161Ez. 18,6.Der nicht auf den Bergen ißt und seine Augen nicht zu den Götzen des Hauses Jisraél erhebt, das Weib seines Nächsten nicht verunreinigt und einem menstruierenden Weibe nicht naht. Die eigene menstruierende Frau wird der Frau seines Nächsten gleichgestellt: wie es mit der Frau seines Nächsten verboten ist, auch wenn jeder seine Kleider anhat, ebenso ist es mit seiner menstruierenden Frau verboten, auch wenn beide ihre Kleider anhaben. Schließe hieraus.", "Er streitet gegen R. Pedath, denn R. Pedath sagte, die Tora habe nur die wirkliche Beiwohnung verboten, denn es heißt : 162Lev. 18,6.keiner darf seiner Blutverwandten nahen, ihre Scham zu entblößen.", "Wenn U͑la aus dem Lehrhause heimkehrte, pflegte er seine Schwestern auf die Brust, manche sagen, auf die Hände zu küssen. Er befindet sich in einem Widerspruche mit sich selber, denn U͑la sagte, jede Art von Annäherung sei verboten, denn man pflegt zu sagen: Weiter, weiter, Naziräer, herum, herum, nähere dich dem Weinberge nicht.", "In der Schule des Elijahu wurde gelehrt: Einst ereignete es sich, daß ein Jünger viel gelernt, viel die Schrift gelesen und viel Umgang mit Schriftgelehrten gepflegt hat, und dennoch in der Hälfte seines Lebensalters starb. Da nahm dessen Frau seine Tephillin, brachte sie nach den Bethäusern und Lehrhäusern, und sprach zu ihnen: Es heißt in der Tora:163Dt. 30,20.denn sie ist dein Leben und die Verlängerung deiner Tage; warum nun ist mein Mann, der viel gelernt, viel die Schrift gelesen" ], [ "und viel Umgang mit Schriftgelehrten gepflegt hat, in der Hälfte seines Lebensalters gestorben !? Es war aber niemand, der ihr erwidern konnte. Als ich einst bei ihr weilte und sie mir die ganze Begebenheit erzählte, fragte ich sie: Meine Tochter, wie hat er sich zu dir während der Tage deiner Menstruation benommen? Sie erwiderte: Behüte und bewahre, er hat mich nicht einmal mit dem kleinen Finger berührt. – Wie hat er sich zu dir während der Tage deiner weißen [Kleidung]164Die ‘Reinheitstage’ nach der Menstruation, während welcher die Frau weiße Kleider trägt.benommen? – Er aß mit mir, trank mit mir und schlief mit mir bei Berührung des Leibes, doch kam ihm jene Sache nicht in den Sinn. Darauf sprach ich zu ihr: Gepriesen sei Gott, der ihn getötet hat, weil er die Tora nicht hoch geachtet hat, denn die Tora sagt:165Lev. 18,19.du sollst einem Weibe während ihrer Unreinheit nicht nahen. Als R. Dimi kam, erzählte er: Es war nur in einem Bette166Ohne körperliche Berührung.. Im Westen sagten sie, R. Jiçḥaq b. Joseph habe erzählt, eine Schürze trennte zwischen ihm und ihr.", "iv UND DIESE GEHÖREN ZU DEN HALAKHOTH, DIE MAN IM SÖLLER DESANANJA [B. ḤIZQIJA] B. GARON FESTGESETZT HAT, ALS SIE IHN BESUCHTEN. SIE STIMMTEN AB, UND DIE SCHULE ŠAMMAJS WAR ZAHLREICHER ALS DIE SCHULE HILLELS. ACHTZEHN VERORDNUNGEN WURDEN AN DIESEM TAGE GETROFFEN.", "GEMARA. Abajje sprach zu R. Joseph: Heißt es ‘diese’ oder ‘und diese’? Heißt es ‘und diese’, so sind die vorher genannten gemeint, heißt es ‘diese’, so sind die weiter folgenden gemeint. – Komm und höre : Man darf nicht die Kleider von Ungeziefer vor einer Lampe reinigen, noch vor einer Lampe lesen. Und diese gehören zu den Halakhoth, die man im Söller des Ḥananja b. Ḥizqija b. Garon festgesetzt hat. Schließe hieraus, daß es ‘und diese’ heißt. Schließe hieraus.", "Die Rabbanan lehrten: Wer hat die ‘Fastenrolle’ geschrieben? – Man sagt, Ḥananja [b. Ḥizqija] und sein Kollegium, weil ihnen [die Erinnerung an] die Drangsale lieb war.", "R. Šimo͑n b. Gamliél sprach: Auch uns ist [die Erinnerung an] die Drangsale lieb; was sollen wir aber tun, wollten wir sie aufzeichnen, so würden wir dies nicht vermögen.", "Eine andere Erklärung: Der Blöde wird nicht geplagt167Dh. die Gewohnheit macht unempfindlich..", "Eine andere Erklärung: Das Fleisch des Toten spürt das Messer nicht. – Dem ist ja aber nicht so, R. Jiçḥaq sagte ja, das Gewürm sei für den Toten so schmerzhaft, wie eine Nadel im Fleische eines Lebenden, denn es heißt : 168Ij. 14,22.weil er das Fleisch an sich trägt, muß er Schmerzen haben, und weil seine Seele noch bei ihm ist, muß er Leid tragen !? – Sage : das abgestorbene Fleisch des Lebenden spürt das Messer nicht.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs : Wahrlich, jener Mann sei zum Guten gedacht, nämlich Ḥananja b. Ḥizqija; wenn nicht er, wäre das Buch Jeḥezqel versteckt worden, weil seine Worte den Worten der Tora widersprechen. Was tat er? Er begab sich in den Söller, wo man ihm dreihundert Krüge Öl brachte, und erklärte sie.", "ACHTZEHN VERORDNUNGEN WURDEN GETROFFEN. Welche sind diese achtzehn Verordnungen? Wir haben gelernt: Folgendes macht die Hebe unbrauchbar. Wer eine erstgradig unreine169Gf. Ms. III, Anm. 7.Speise ißt; wer eine zweitgradig unreine Speise ißt; wer unreine Getränke trinkt; wer den Kopf und den größten Teil des Körpers in geschöpftes Wasser untergetaucht170Nachdem er ein Tauchbad genommen hat.hat; der Reine, dem man auf den Kopf und den größeren Teil des Körpers drei Log geschöpftes Wasser gegossen hat; ein Buch [aus der heiligen Schrift; ungewaschene] Hände; wer am selben Tage ein Tauchbad genommen171Ohne den Sonnenuntergang abgewartet zu haben.hat; durch Flüssigkeit unrein gewordene Speisen und Gefäße. –", "Wer lehrt, daß der, der erstgradig unreine oder zweitgradig unreine Speisen ißt, [die Hebe] wohl unbrauchbar mache," ], [ "sie aber nicht verunreinige? Rabba b. Bar Ḥana erwiderte: Hier ist die Ansicht R. Jehošua͑s vertreten, denn wir haben gelernt: R. Elie͑zer sagt, wer eine erstgradig unreine Speise ißt, sei erstgradig unrein, wer eine zweitgradig unreine Speise ißt, sei zweitgradig172Er macht die Hebe unbrauchbar, verunreinigt sie aber nicht.unrein, und wer eine drittgradig unreine Speise ißt, sei drittgradig173Er macht nur heilige Speisen unbrauchbar.unrein. R. Jehošua͑ sagt, wer erstgradig unreine oder zweitgradig unreine Speisen ißt, sei zweitgradig unrein, und wer drittgradig unreine Speisen ißt, sei bezüglich heiliger Speisen zweitgradig unrein, nicht aber bezüglich der Hebe. Dies174Drittgradig Unreines bei Profanem.kann bei Profanem, das in Reinheit der Hebe zubereitet wird, stattfinden. –", "Weshalb haben die Rabbanan bei einem, der eine erstgradig unreine Speise, und bei einem, der eine zweitgradig unreine Speise gegessen hat, Unreinheit angeordnet? – Weil es vorkommen könnte, daß man, nachdem man unreine Speisen gegessen hat, Getränke von Hebe in den Mund nimmt, wodurch man sie unbrauchbar machen würde. –", "Weshalb haben die Rabbanan bei einem, der unreine Getränke getrunken hat, Unreinheit angeordnet? – Weil es vorkommen könnte, daß man, nachdem man unreine Getränke getrunken hat, Speisen von Hebe in den Mund nimmt, wodurch man sie unbrauchbar machen würde. – Das ist ja dasselbe !? – Man könnte glauben, jenes175Man trinkt beim Speisen, nicht aber umgekehrt.kommt wohl oft vor, dies aber nicht, so lehrt er uns. –", "Weshalb haben die Rabbanan bei einem, der den Kopf und den größeren Teil des Körpers in geschöpftes Wasser untergetaucht hat, Unreinheit angeordnet? R. Bebaj erwiderte im Namen R. Asis: Früher pflegte man in angesammeltem, faulem Spülwasser unterzutauchen und sich nachher mit geschöpftem Wasser abzuspülen, und als man begonnen hatte, dies dauernd einzuführen, ordneten sie hierbei Unreinheit an. –", "Was heißt ‘dauernd’? Abbaje erwiderte: Man sagte, nicht jenes, sondern dieses und jenes zusammen176Das Abspülwasser und das Wasser des Tauchbades.bewirken die Reinigung. Raba sprach zu ihm: Was geht uns dies denn an, sie tauchten ja in jenes unter!? Vielmehr, sagte Raba: Man sagte, nicht jenes, sondern dieses bewirke die Reinigung. –", "Weshalb haben die Rabbanan bei einem Reinen, dem man auf den Kopf und den größeren Teil des Körpers drei Log geschöpftes Wasser gegossen hat, Unreinheit angeordnet? – Hätte man dies nicht bei diesem getan, so wäre es bei jenem177Dem Unreinen, der vorher ein Tauchbad genommen.nicht in Kraft geblieben. –", "Weshalb haben die Rabbanan bei einem Buche [aus der heiligen Schrift] Unreinheit angeordnet? R. Meštaršija erwiderte: Früher pflegte man Speisen von Hebe neben einer Torarolle zu verwahren, indem man sagte: dies ist heilig und jenes ist heilig. Als sie aber wahrnahmen, daß diese178Die Bücher, da durch die Speisen Nagetiere angelockt werden.dadurch beschädigt wurde, ordneten sie hierbei Unreinheit an. –", "Und bei den Händen? – Weil die Hände tätig179Sie fassen oft schmutzige Dinge an.sind. Es wird gelehrt: Auch Hände, die durch ein Buch [der heiligen Schrift unrein] wurden, machen die Hebe unbrauchbar. Dies wegen [einer Lehre] R. Parnakhs, denn R. Parnakh sagte im Namen R. Joḥanans : Wer eine Torarolle entblößt anfaßt, wird entblößt begraben. – Entblößt begraben, wie kommst du darauf!? Vielmehr, sagte R. Zera, der Gebote entblößt. – Der Gebote, wie kommst du darauf!? – Sage vielmehr, dieses180Des diesmaligen Studiums des Gesetzes.Gebotes entblößt. –", "Wobei wurde [die Unreinheit] zuerst angeordnet: wollte man sagen, sie wurde zuerst bei diesen181Den Händen allgemein.angeordnet, wozu brauchte man," ], [ "nachdem es bei diesen angeordnet worden ist, es auch bei jenen182Händen, die ein Buch der heiligen Schrift berührt haben.anzuordnen!? – Vielmehr, zuerst hatte man es bei jenen angeordnet, später auch bei den Händen allgemein. –", "«Wer am selben Tage ein Tauchbad genommen hat.» Dieser ist es ja nach der Tora, denn es heißt : 183Lev. 22,7.wenn die Sonne untergegangen, so ist er rein !? – Streiche den, der am selben Tage ein Tauchbad genommen hat. –", "«Durch Flüssigkeit unrein gewordene Speisen.» – Durch welche Flüssigkeit: wollte man sagen, durch eine durch ein Kriechtier unrein gewordene Flüssigkeit, so sind sie es ja nach der Tora, denn es heißt : 184Ib. 11,34 u. 15,8.und jedes Getränk, das getrunken wird!? – Vielmehr, durch Flüssigkeiten, die durch die Hände unrein geworden sind, mit Rücksicht auf durch ein Kriechtier unrein gewordene Flüssigkeiten. –", "«Durch Flüssigkeit unrein gewordene Gefäße.» Durch welche Flüssigkeit unrein geworden: wollte man sagen, durch eine von einem Flußbehafteten [ausgestoßene] Flüssigkeit, so sind sie es ja nach der Tora, denn es heißt :184Ib. 11,34 u. 15,8.wenn der Flußbehaftete auf einen Reinen ausspeit: was sich in der Hand des Reinen befindet, habe ich dir als unrein erklärt!? – Vielmehr, durch eine durch ein Kriechtier unrein gewordene Flüssigkeit, mit Rücksicht auf eine von einem Flußbehafteten [ausgestoßene] Flüssigkeit.", "Haben denn die Schüler Šammajs und Hillels die [Unreinheit der] Hände angeordnet, dies haben ja Šammaj und Hillel selbst angeordnet!? Es wird nämlich gelehrt: Jose b. Joe͑zer aus Çereda und Jose b. Joḥanan aus Jerušalem haben über die Länder der Völker und über Glasgefäße Unreinheit185Dh., daß sie für die U. empfänglich sind, obgleich die Schrift von diesen nicht spricht.angeordnet. Šimo͑n b. Šaṭaḥ hat die Morgengabe der Frau186Daß der Mann mit seinem ganzen Vermögen für die Morgengabe hafte.und die Verunreinigungsfähigkeit der Metallgefäße angeordnet. Šammaj und Hillel haben die Unreinheit der Hände angeordnet.", "Wolltest du sagen, Šammaj und sein Kollegium, Hillel und sein Kollegium, so sagte ja R. Jehuda im Namen Šemuéls, achtzehn Dinge ordneten sie an, und über achtzehn Dinge waren sie streitig, während Šammaj und Hillel nur an drei Stellen streitig sind!? R. Hona sagte nämlich: An drei Stellen sind sie streitig und nicht mehr. Wolltest du sagen, sie seihst ordneten nur die Schwebe187Daß man Hebe, die man mit ungewaschenen Händen berührt, weder essen darf, noch zu verbrennen braucht.an, worauf ihre Schüler kamen und auch das Verbrennen anordneten, so sagte ja Ilpha, bei [der Unreinheit] der Hände sei das Verbrennen von Anfang an angeordnet worden !? – Vielmehr, zuerst traten sie selber auf und ordneten dies an, jedoch wurde es nicht anerkannt, später traten ihre Schüler auf und ordneten es abermals an, und es wurde auch anerkannt. –", "Aber dies hatte ja bereits Šelomo angeordnet !? R. Jehuda sagte nämlich im Namen Šemuéls: Als Šelomo den E͑rub und das Händewaschen angeordnet hatte, ertönte eine Hallstimme und sprach: 188Pr. 23,15.Mein Sohn, wenn dein Herz weise wird, bin auch ich in meinem Herzen froh.189Ib. 27,11.Sei weise, mein Sohn, und erfreue mein Herz, damit ich dem, der mich schmäht, Rede stehen kann. –" ], [ "Šelomo hatte dies nur bezüglich heiliger Speisen angeordnet, darauf traten jene auf und ordneten es auch bezüglich der Hebe an.", "Der Text. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Achtzehn Dinge ordneten sie an, und über achtzehn Dinge waren sie streitig. – Es wird ja aber gelehrt: waren sie einig !? – An diesem Tage waren sie streitig, am folgenden Tage waren sie einig.", "Der Text. R. Hona sagte : An drei Stellen sind Šammaj und Hillel streitig: Šammaj sagt, die Teighebe sei von einem Kab zu entrichten, Hillel sagt, von zwei Kab; die Weisen sagen, weder wie dieser noch wie jener, vielmehr ist man bei anderthalb Kab zur Teighebe verpflichtet. Als die Maße größer wurden, sagten sie, bei fünf Viertelkab Mehl sei man zur Teighebe verpflichtet; R. Jose sagt, bei fünf sei man frei, bei fünf und einem Überschuß sei man verpflichtet.", "Ferner: Hillel sagt, ein Hin190Biblisches Flüssigkeitsmaß, gl. 12 Log.geschöpftes Wasser mache das Tauchbad unbrauchbar – man ist nämlich verpflichtet, die Redeweise seines Lehrers zu gebrauchen191Deshalb rechnet er nach Hin, einem Maße, das zu seiner Zeit nicht mehr gebräuchlich war. – Šammaj sagt, neun Kab ; die Weisen sagen, weder wie dieser noch wie jener. Als darauf zwei Weber vom Misttor zu Jerušalem kamen und im Namen von Šema͑ja und Ptollion bekundeten, daß drei Log geschöpftes Wasser das Tauchbad unbrauchbar mache, bestätigten die Weisen die Halakha nach ihrer Aussage.", "Ferner: Šammaj sagt, alle Frauen haben an ihrer Zeit192Wenn die Frau Menstruation bemerkt, so ist sie von dieser Zeit ab unrein.genug, Hillel sagt, von einer Untersuchung zur anderen193Wenn die Frau bei einer Untersuchung keine Menstruation bemerkt hat, bei einer zweiten aber wohl, so ist alles, was sie während dieser Zeit berührt hat, unrein.Untersuchung, selbst wenn nach vielen Tagen; die Weisen aber sagen, weder wie dieser noch wie jener, sondern von Tagesstunde194Wörtl. von Zeit zu Zeit, dh. der volle Tag von 24 Stunden.zu Tagesstunde, wenn dies weniger ist, als von Untersuchung zu Untersuchung, und von Untersuchung zu Untersuchung, wenn dies weniger ist, als von Tagesstunde zu Tagesstunde195Sind mehrere Tage seit der letzten Untersuchung verstrichen, so ist sie nur seit den letzten 24 Stunden verunreinigend, entsprechend umgekehrt.. –", "Weiter keine mehr, es gibt ja noch folgendes: Hillel sagt, man stütze196Die Hand auf den Kopf des Opfertieres (Lev. 3,2) am Festtage., Šammaj sagt, man stütze nicht!? – R. Hona spricht nur von den Kontroversen, bezüglich welcher nicht bereits die Großen197Bezüglich des Stutzens stritten bereits die ‘Großen’, die Gesetzlehrer frühester Zeit. vor ihnen stritten. –", "Es gibt doch aber noch folgendes : Wenn man [Trauben] für die Kelter winzert, so sind sie, wie Šammaj sagt, verunreinigungsfähig198Durch den ausfließenden Saft., und wie Hillel sagt, nicht verunreinigungsfähig !? – Ausgenommen dieses, da hierbei Hillel [später] Šammaj nicht widersprochen hat.", "«Jose b. Joe͑zer aus Çereda und Jose b. Joḥanan aus Jerušalem haben über die Länder der Völker und über Glasgefäße Unreinheit angeordnet.» Dies aber haben ja die Rabbanan der achtzig Jahre angeordnet!? R. Kahana sagte nämlich : Als R. Jišma͑él b. R. Jose erkrankte, sandten sie an ihn: Meister, sage uns doch zwei oder drei Dinge, die du (uns) im Namen deines Vaters gesagt hast.", "Da ließ er ihnen erwidern: Folgendes sagte mein Vater : Hundertundachtzig Jahre vor der Zerstörung des Tempels streckte die ruchlose Regierung [ihre Hand] über Jisraél aus. Achtzig Jahre vor der Zerstörung des Tempels ordneten sie Unreinheit an über die Länder der Völker und über Glasgefäße. Vierzig Jahre vor der Zerstörung des Tempels wanderte das Synedrium aus und ließ sich in den Kaufhallen nieder. – Hinsichtlich welcher Halakha ist dies von Bedeutung? R. Jiçḥaq b. Evdämi erwiderte : Dies besagt, daß sie keine Strafsachen mehr gerichtet haben. – Keine Strafsachen, wie kommst du darauf!? – Sage vielmehr, sie haben keine Todesurteile mehr gefällt.", "Wolltest du sagen, jene haben in diesen achtzig Jahren gelebt, so wird ja gelehrt: Hillel, Šimo͑n, Gamliél und Šimo͑n verwalteten das Fürstenamt hundert Jahre vor [der Zerstörung] des Tempels, während Jose b. Joe͑zer aus Çereda und Jose b. Joḥanan viel früher gelebt haben!? –" ], [ "Vielmehr, jene traten auf und ordneten an, daß der Boden199Der nicht jüdischen Länder.das Verbrenn en200Unrein gewordene Hebe muß verbrannt werden.erfordere und die Luft199Der nicht jüdischen Länder.nichts bewirke. Hierauf kamen die Rabbanan der achtzig Jahre und ordneten an, daß auch die Luft die Schwebe187Daß man Hebe, die man mit ungewaschenen Händen berührt, weder essen darf, noch zu verbrennen braucht.bewirke. –", "Demnach ist hierbei das Verbrennen gleich von Anfang an angeordnet worden, dagegen sagte Ilpha, daß bei [der Unreinheit] der Hände das Verbrennen von Anfang an angeordnet wurde, wonach nur bei [der Unreinheit] der Hände das Verbrennen von Anfang an angeordnet wurde und nicht bei anderem!? –", "Vielmehr, jene kamen und ordneten an, daß der Boden die Schwebe und die Luft nichts bewirke, darauf kamen die Rabbanan der achtzig Jahre und ordneten an, daß der Boden das Verbrennen erfordere und die Luft die Schwebe bewirke. –", "Aber dies wurde ja in Uša201Ort in Galiläa, bekannt als Sitz des Synedriums um die Mitte des 2. Jahrhunderts.angeordnet!? Wir haben nämlich gelernt: In sechs Fällen des Zweifels202Hinsichtlich der Unreinheit.ist die Hebe zu verbrennen. Ein Zweifel obwaltet über den Gräberpflug; ein Zweifel obwaltet über Erde, die aus dem Lande der Völker herrührt203Sie könnte von einer Grabstätte herrühren. ; ein Zweifel obwaltet über die Kleider eines Mannes aus dem gemeinen Volke204Seine Frau könnte sie während ihrer Unreinheit berührt haben.; ein Zweifel obwaltet über gefundene Gefäße; ein Zweifel obwaltet über Speichel205Er rührt vieil, von einem Flußbehafteten her.; und ein Zweifel obwaltet über den Harn eines Menschen, selbst wenn er sich gegenüber dem eines Viehs206Obgleich hierbei ein doppelter Zweifel obwaltet: 1. viell, von einem Vieh, 2. viell. von einem reinen Menschen.befindet. Ist es sicher, daß Hebe mit einem von diesen in Berührung gekommen ist, so ist sie zu verbrennen, obgleich es zweifelhaft ist, ob diese unrein waren.", "R. Jose sagt, auch wenn die Berührung zweifelhaft ist, sei sie, wenn auf Privatgebiet, zu verbrennen. Die Weisen sagen, wenn auf Privatgebiet, bleibe sie [in diesem Falle] in der Schwebe, wenn auf öffentlichem Gebiete, sei sie rein.", "Hierzu sagte U͑la: Die Unreinheit bei den sechs Fällen des Zweifels wurde in Uša angeordnet. – Vielmehr, jene haben angeordnet, daß der Boden die Schwebe und die Luft nichts bewirke, darauf kamen die Rabbanan der achtzig Jahre und ordneten an, daß beide die Schwebe bewirken, und hierauf ordneten sie in Uša an, daß der Boden das Verbrennen erfordere, und bezüglich der Luft beließen sie es beim Alten.", "Weshalb haben die Rabbanan über Glasgefäße Unreinheit angeordnet? R. Joḥanan erwiderte im Namen des Reš Laqiš: Da ihre Entstehung aus Sand erfolgt, so haben die Rabbanan sie den Tongefäßen gleichgestellt. – Demnach sollten sie auch durch ein Tauchbad keine Reinigung207Cf. Lev. 11,33.erlangen, während wir gelernt haben : Folgende bilden eine Trennung208Beim Untertauchen darf keine Stelle vom Wasser unberührt bleiben.bei Gefäßen: bei Glasgefäßen Pech und Mastix!? –", "Hier handelt es sich um den Fall, wenn sie ein Loch bekommen209Tongefäße werden levit. rein, wenn sie zerbrechen.haben und man es mit Blei verlötet hat. Dies nach R. Meír, welcher sagt, alles richte sich nach dem, was das Gefäß herstellt. Es wird nämlich gelehrt: Wenn ein Glasgefäß ein Loch bekommen hat und man es mit Blei verlötet hat, so ist es, wie R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, nach R. Meír verunreinigungsfähig210Es gilt als Metallgefäß.und nach den Weisen rein211Sie behalten den Charakter eines zerbrochenen Tongefäßes.. –", "Demnach sollten sie" ], [ "außen nicht verunreinigungsfähig sein, während wir gelernt haben, Tongefäße und Natrongefäße gleichen einander bezüglich der Unreinheit: sie machen und werden unrein durch ihre Luft212Wenn sich in einem solchen Gefäße ein unreiner bezw. reiner Gegenstand schwebend befindet, ohne es zu berühren., sie sind von der Bodenseite213Wenn der Boden eine Vertiefung hat.und nicht von der Außenseite verunreinigungsfähig, und das Zerbrechen macht sie rein, wonach nur Natron- und Tongefäße einander bezüglich der Unreinheit gleichen, anderes aber nicht !? – Ich will dir sagen, da man sie, wenn sie zerbrechen, wieder herstellen214Durch Einschmelzen.kann, stellten sie sie Metallgefäßen gleich. –", "Demnach sollten sie215Wenn sie wieder hergestellt wurden.auch, wie Metallgefäße, zurück in die frühere Unreinheit versetzt werden!? Wir haben nämlich gelernt: Metallgefäße, die flachen216Die nichts aufnehmen.und die vertief ten, sind verunreinigungsfähig; zerbrechen sie, so sind sie rein; hat man aus ihnen wieder Gefäße hergestellt, so werden sie zurück in ihre frühere Unreinheit versetzt. Von Glasgefäßen aber haben wir gelernt: Von Gefäßen aus Holz, Leder, Knochen und Glas sind die flachen nicht verunreinigungsfähig und die vertieften verunreinigungsfähig; zerbrechen sie, so werden sie rein; hat man aus ihnen wieder Gefäße hergestellt, so sind sie von nun ab für die Unreinheit empfänglich. Nur von nun ab, rückwirkend oder nicht!? –", "Die Unreinheit von Glasgefäßen ist nur rabbanitisch und [die Versetzung] in die frühere Unreinheit ist ebenfalls nur rabbanitisch ; was nach der Tora unrein ist, haben die Rabbanan zurück in die frühere Unreinheit versetzt, was aber nur rabbanitisch unrein ist, haben die Rabbanan nicht zurück in die frühere Unreinheit versetzt. –", "Aber immerhin sollten die flachen verunreinigungsfähig sein, da doch flache Metallgefäße nach der Tora [unrein sind] !? – Die Rabbanan haben bei diesen eine Unterscheidung gemacht, damit man ihrethalben keine Hebe oder heilige Speisen verbrenne." ], [ "R. Aši erwiderte: Tatsächlich gleichen sie Tongefäßen, wenn du aber einwendest, sie sollten demnach außen nicht verunreinigungsfähig sein – weil die Innenseite wie die Außenseite217Sie sind durchsichtig und haben keine eigentliche Außenseite.erscheint.", "«Šimo͑n b. Šaṭaḥ hat die Morgengabe der Frau und die Verunreinigungsfähigkeit der Metallgefäße angeordnet.» Metallgefäße sind es ja nach der Tora, denn es heißt : 218Num. 31,22.aber das Gold, das Silber &c.!? – Dies ist wegen einer früheren Unreinheit nötig. R. Jehuda erzählte nämlich im Namen Rabhs: Einst bereitete die Königin Šelaçion219Auch Šelmoça od. Šalmoniçja, wahrsch. mit Salome od. Salominon, Gattin des Königs Janäus, identisch.ein Festmahl für ihren Sohn, und ihr gesamtes Gefäß wurde unrein. Da zerschlug sie sie und gab sie einem Metallarbeiter, der sie zusammenlötete und daraus neue Gefäße machte. Da sagten die Weisen : Sie gelangen in ihre frühere Unreinheit zurück. –", "Aus welchem Grunde? – Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme mit Rücksicht auf das Entsündigungswasser220Cf. Num. Kap. 19; man würde es vorziehen, die Unreinheit des Gefäßes durch Zerbrechen zu beseitigen, als der Reinigung unterworfen zu sein und 7 Tage abwarten zu müssen.. –", "Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, man habe dies221Daß die Gefäße in den ehemaligen Zustand der Unreinheit treten.nicht bei allen Unreinheiten, sondern nur bei der Unreinheit des Leichnams angeordnet,", "wie aber ist es nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, man habe dies bei allen Unreinheiten angeordnet!? Abajje erwiderte: Es ist eine Vorsichtsmaßnahme, denn es könnte vorkommen, daß man es nicht genügend durchlocht, wie es zum Reinwerden erforderlich ist.", "Raba erwiderte: Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme, damit man nicht sage, das Untertauchen sei am selben Tage222Vor Sonnenuntergang.wirksam. – Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen, wenn man [das Gefäß] zerschlagen hat223In diesem Falle ist nur die Begründung R.s zu berücksichtigen..", "Und was weiter224Oben werden nicht alle 18 Verordnungen aufgezählt.? – Wir haben gelernt: Wenn man Gefäße unter eine Rinne stellt, um Regenwasser aufzunehmen, ob große oder kleine Gefäße, selbst Gefäße aus Stein, Erde oder Viehkot, so macht [dieses Wasser] das Tauchbad unbrauchbar; einerlei, ob man sie [absichtlich] hinstellt, oder vergessentlich stehen läßt – so die Schule Šammajs; nach der Schule Hillels sind sie rein, wenn man sie vergessentlich stehen läßt. R. Meír sagte: Sie stimmten ab, und die Schule Šammajs war zahlreicher als die Schule Hillels. Jene pflichtete jedoch bei, daß es rein sei, wenn man [das Gefäß] vergessentlich im Hofe225Nicht unter einer Rinne.stehen läßt. R. Jose sagte: Der Streit besteht noch226Es wurde nicht abgestimmt.auf seiner Stelle.", "R. Mešaršija sagte im Namen R. Amis: Alle stimmen überein, daß es unrein ist, wenn man sie zur Zeit, da die Wolken sich zusammenziehen, hingestellt hat, und daß es rein ist, wenn zur Zeit, da die Wolken sich zerstreuen; sie streiten über den Fall, wenn man sie zur Zeit, da die Wolken sich zusammenziehen, hingestellt hat und darauf die Wolken sich zerstreut und wieder zusammengezogen haben. Eine ist der Ansicht, die frühere Absicht bestehe nicht mehr, und die andere ist der Ansicht, die frühere Absicht bleibe bestehen. –", "Nach R. Jose, welcher sagt, der Streit bestehe noch, sind es ja weniger227Als 18 Dinge, über die man abgestimmt hat.!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte : Daß die samaritanischen Frauen von der Wiege aus als Menstruierende228Weil sie das Menstruationsgesetz nicht nach rabb. Vorschrift beobachten.gelten, wurde ebenfalls an diesem Tage angeordnet.", "Und was weiter? – Wir haben gelernt: Alles Bewegliche [auch nur] in der Dicke eines Ochsensteckens vermittelt die Unreinheit229Als Zelt; wenn sich das eine Ende eines Gegenstandes schwebend über einem Leichnam befindet, so wird, was sich unter dem anderen Ende befindet, unrein.. R. Tryphon sprach:" ], [ "Ich will meiner Kinder beraubt sein, wenn diese Halakha nicht falsch ist. Der dies gehört, hat es mißverstanden. Sie erklärten einen Bauer, der mit dem Ochsenstecken auf der Schulter vorübergeht und mit einem Ende ein Grab bezeltet, als unrein. Jedoch wegen eines Gerätes, das einen Toten bezeltet230Der Bauer ist nur deshalb unrein, weil er den Gegenstand berührt hat, nicht aber, wie dies vom Hörer verstanden wurde, weil der Gegenstand als Bezeltung betrachtet wird..", "Da sprach R. A͑qiba: Ich will es berichtigen, daß die Worte der Weisen bestehen bleiben : alles Bewegliche in der Dicke eines Ochsensteckens überträgt die Unreinheit auf den, der es trägt; auf sich selber, wenn es irgendwie groß ist; auf andere Personen und Geräte231Wenn jemand über einem anderen einen Gegenstand hält, dessen Ende einen Leichnam bezeltet.nur bei einer Handbreite im Quadrate.", "R. Jannaj sagte: Sie sprechen von einem Ochsenstecken, der keine Handbreite im Durchmesser, sondern nur eine Handbreite im Umfange hat; sie haben beim Umfange wegen des Durchmessers232Ein solcher gilt nach der Schrift als Zelt.[Unreinheit] angeordnet. –", "Nach R. Tryphon aber, der gesagt hat, er wolle seiner Kinder beraubt sein, wenn diese Halakha nicht falsch sei, sind es ja weniger!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Daß die samaritanischen Frauen von der Wiege aus als Menstruierende gelten, wurde ebenfalls an diesem Tage angeordnet und bezüglich jener [Anordnung]233Hinsichtlich des Regenwassers.ist er der Ansicht R. Meírs234Daß dies zu den 18 Dingen gehöre..", "Und was weiter? – Wenn man [Trauben] für die Kelter winzert, so sind sie, wie Šammaj sagt, verunreinigungsfähig, und wie Hillel sagt, nicht verunreinigungsfähig. Hillel sprach zu Šammaj: Warum sollte denn das Winzern in Reinheit und das Olivenpflücken nicht in Reinheit geschehen!?", "Dieser erwiderte: Wenn du mich ärgerst, verhänge ich Verunreinigungsfähigkeit auch über das Olivenpflücken. Da steckten sie ein Schwert im Lehrhause auf und riefen: Wer hereinkommen will, trete ein, hinausgehen aber darf niemand235Weil abgestimmt werden sollte.! An diesem Tage saß Hillel vor Šammaj gebeugt, wie irgend ein Schüler; und schwer war dieser Tag für Jisraél, wie der Tag, an dem das Kalb gemacht236Cf. Ex. Kap. 32.wurde. Šammaj und Hillel ordneten es an, und man erkannte es nicht an; darauf kamen ihre Schüler und ordneten es an, und man erkannte es an. –", "Aus welchem Grunde237Macht der ausfließende Saft verunreinigungsfähig; Flüssigkeiten machen es nur dann, wenn sie erwünscht sind.? R. Zee͑ri erwiderte im Namen R. Ḥaninas : Eine Vorsichtsmaßnahme, damit man nicht in unreine Körbe winzere. –", "Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, das unreine Gefäß mache die Flüssigkeit empfänglich, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, das unreine Gefäß mache die Flüssigkeit nicht empfänglich!? Vielmehr, sagte R. Zee͑ri im Namen R. Ḥaninas, es ist eine Vorsichtsmaßnahme, damit man nicht in gepichte238In welchen die Flüssigkeit aufgehoben wird; man bekundet dadurch, daß sie erwünscht ist, somit für die Unreinheit befähigend.Körbe winzere.", "Raba erwiderte: Eine Vorsichtsmaßnahme mit Rücksicht auf zusammenklebende239Beim Auseinanderreißen wird Saft ausgedrückt, u. da es mit Händen bewirkt wird, ist es befähigend.Trauben. R. Naḥman sagte nämlich im Namen des Rabba b. Abahu: Oftmals geht jemand in seinen Garten, um zu sehen, ob die Trauben schon zum Winzern reif sind oder nicht, und nimmt eine Traube, um sie auszudrücken, wobei [der Saft] auf die Beeren trieft; beim Winzern haftet ihnen die Flüssigkeit noch an.", "Und was weiter?" ], [ "Ṭabi der Vogelfänger erwiderte im Namen Šemuéls : Auch daß der Ertrag von Hebeaussaat Hebe ist, wurde an diesem Tage angeordnet. – Aus welchem Grunde? R. Ḥanina erwiderte: Es ist eine Vorsichtsmaßnahme mit Rücksicht auf reine Hebe in der Hand eines Jisraéliten240Er könnte diese säen (wodurch sie vernichtet würde), um sie nicht an den Priester entrichten zu müssen..", "Raba wandte ein: Wer dessen verdächtig ist, braucht sie ja überhaupt nicht abzusondern !? Vielmehr, sagte Raba, ist jeder Jisraélit, da er nach Šemuél nur ein Weizenkorn entrichten könnte und dies nicht tut, glaubwürdig. Dies ist vielmehr eine Vorsichtsmaßnahme mit Rücksicht auf unreine Hebe in der Hand des Priesters; er könnte sie aufbewahren und dadurch zu einem Verstoß kommen.", "Und was weiter? R. Ḥija b. Ami erwiderte im Namen U͑las: Auch die Bestimmung, daß, wenn jemand241Am Vorabend des Šabbaths.sich unterwegs befindet und es dunkel wird, er seinen Geldbeutel einem Nichtjuden gebe, ist an diesem Tage getroffen worden.", "Und was weiter? Bali erwiderte im Namen Abimi des Nabatäers: [Die Verbote] ihres242Der Nichtjuden.Brotes, ihres Öls, ihres Weines und ihrer Töchter gehören sämtlich zu den achtzehn Dingen. – Allerdings nach R. Meír243Der oben die Bestimmung über das aufgefangene Regenwasser mitzählt., nach R. Jose aber sind es ja nur siebzehn !? – Es gibt noch das, worüber R. Aḥa b. Ada [berichtet hat]. R. Aḥa b. Ada sagte nämlich im Namen R. Jiçḥaqs: Man hat über ihr Brot wegen ihres Öls, über ihr Öl wegen ihres Weines das Verbot verhängt. –", "« Über ihr Brot wegen ihres Öls.» Wieso ist das Öl wichtiger als das Brot!? – Vielmehr, man hat über ihr Brot und über ihr Öl wegen ihres Weines, und über ihren Wein wegen ihrer Töchter und über ihre Töchter wegen jener244Götzendienst.Sache das Verbot verhängt; ferner über eine andere Sache wegen einer anderen Sache. – Was ist das für eine andere Sache? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Man hat angeordnet, daß ein nicht jüdisches Kind wie ein Flußbehafteter verunreinigend sei, damit nicht ein jisraélitisches Kind von ihm zur Päderastie verleitet werde. – Demnach sind es ja nach R. Meír243Der oben die Bestimmung über das aufgefangene Regenwasser mitzählt.neunzehn Dinge!? – Die Verordnungen über durch Flüssigkeiten unrein gewordene Speisen und Getränke werden als eine betrachtet.", "v DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, MAN DÜRFE245Kurz vor Eintritt des Šabbaths.KEINE TINTENSTOFFE, FARBSTOFFE ODER WLCKEN EINWEICHEN, ES SEI DENN, SIE KÖNNEN NOCH AM TAGE AUFGELÖST WERDEN; DIE SCHULE HILLELS ERLAUBT DIES vi.", "DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, MAN DÜRFE KEINE FLACHSBÜNDEL IN DEN OFEN TUN, ES SEI DENN, SIE KÖNNEN NOCH AM TAGE AUSDÜNSTEN, DESGLEICHEN KEINE WOLLE IN DEN KESSEL TUN, ES SEI DENN, SIE KANN NOCH [AM TAGE] DIE FARBE EINZIEHEN; DIE SCHULE HILLELS ERLAUBT DIES. DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, MAN DÜRFE KEINE NETZE AUSBREITEN, UM WLLD, GEFLÜGEL ODER FLSCHE ZU FANGEN, ES SEI DENN, SIE WERDEN NOCH AM TAGE GEFANGEN; DIE SCHULE HILLELS ERLAUBT DIES vii. DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, MAN DÜRFE245Kurz vor Eintritt des Šabbaths.EINEM FREMDLING NICHTS VERKAUFEN, NOCH IHM AUFLADEN ODER HEBEN HELFEN, ES SEI DENN, ER BEGIBT SICH NACH EINEM NAHEN246Den er noch vor Eintritt des Šabbaths erreicht.ORTE ; DIE SCHULE HILLELS ERLAUBT DIES viii. DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, MAN DÜRFE245Kurz vor Eintritt des Šabbaths.HÄUTE EINEM GERBER, KLEIDER EINEM WÄSCHER, DIE FREMDLINGE SIND, NUR DANN GEBEN, WENN SIE NOCH AM TAGE FERTIG WERDEN. DIES ALLES ERLAUBT DIE SCHULE HILLELS, \n" ], [ "SOLANGE DIE SONNE NOCH SCHEINT ix. R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL ERZÄHLTE: IM HAUSE MEINES VATERS WAR ES BRAUCH, NUR DREI TAGE VOR ŠABBATH WEISSZEUG ZUM NICHTJÜDISCHEN WÄSCHER ZU GEBEN. DIESE UND JENE STIMMEN ÜBEREIN, DASS MAN DIE PRESSBALKEN AUF DIE ÖLPRESSE UND DIE WALZEN AUF DIE TROTTE LEGEN DARF.", "GEMARA. Welcher Tanna lehrt, daß das Hineintun des Wassers in die Tintenstoffe als Durchrühren247Schon das Hineintun, ohne durchzurühren, wird hinsiehtl. des Šabbaths als eine verbotene Arbeit betrachtet.gilt? R. Joseph erwiderte: Es ist Rabbi, denn es wird gelehrt: Wenn einer das Mehl und ein anderer das Wasser hineintut, so ist der letztere schuldig – so Rabbi ; R.Jose sagt, man sei nur dann schuldig, wenn man geknetet hat.", "Abajje sprach zu ihm: Vielleicht ist R. Jose dieser Ansicht nur hinsichtlich des Mehls, das geknetet wird, bei der Tinte aber, die nicht geknetet wird, ist man schuldig!? – Dies ist nicht anzunehmen; denn es wird gelehrt: Wenn einer Asche und der andere Wasser hineintut, so ist der letztere schuldig – so Rabbi; R. Jose b. R. Jehuda sagt, nur wenn er knetet. –", "Vielleicht ist mit Asche Erde gemeint, die geknetet wird!? – Es wird von Asche [besonders] und von Erde [besonders] gelehrt. – Werden sie denn neben einander gelehrt !?", "Die Rabbanan lehrten: Man darf am Vorabend des Šabbaths bei Dunkelheit einen Wassergraben nach dem Garten öffnen, und er füllt sich während des ganzen Tages. Man darf am Vorabend des Šabbaths Räucherwerk unter die Kleider legen, und sie werden während des ganzen Tages durchgeräuchert. Man darf am Vorabend des Šabbaths bei Dunkelheit Schwefel unter Gefäße legen, und sie werden während des ganzen Šabbaths durchgeschwefelt. Man darf am Vorabend des Šabbaths bei Dunkelheit eine Salbe auf das Auge und ein Pflaster auf die Wunde legen, und sie heilen während des ganzen Tages. Man darf aber in eine Wassermühle nur soviel Weizen tun, daß er noch am Tage gemahlen werden kann. –", "Aus welchem Grunde? Rabba erwiderte: Weil sie ein Geräusch248Und dadurch die öffentliche Aufmerksamkeit erregt.macht. R. Joseph sprach zu ihm: Möge doch der Meister begründen: weil auch Geräte feiern müssen!? Es wird nämlich gelehrt :249Ex. 23,13.In allem, was ich euch gesagt, seid achtsam, dies schließt das Feiern der Geräte ein. Vielmehr, sagte R. Joseph, weil auch Geräte feiern müssen. –", "Weshalb erlaubt es die Schule Hillels, wo du nun sagst, nach ihr sei das Feiern der Geräte nach der Tora [ geboten ], beim Schwefel und beim Räucherwerke? – Weil dabei keine Tätigkeit ausgeübt wird. – Weshalb erlaubt sie es bei Flachsbündeln? – Weil sie ruhig liegen und dabei keine Tätigkeit ausgeübt wird. – Weshalb erlaubt sie es bei Netzen, um Wild, Geflügel oder Fische zu fangen, wobei ja eine Tätigkeit ausgeübt wird? – Da sind Angeln und Fallen gemeint, bei denen keine Tätigkeit ausgeübt wird. –", "Nach R. Oša͑ja aber, der im Namen R. Asis sagt, nur die Schule Šammajs lehre, das Feiern der Geräte sei nach der Tora [geboten], nicht aber die Schule Hillels, ist es nach der Schule Šammajs verboten, einerlei, ob eine Tätigkeit ausgeübt wird oder nicht, und nach der Schule Hillels erlaubt, auch wenn eine Tätigkeit ausgeübt wird. – Wieso erlaubt es die Schule Šammajs, wo du sagst, nach der Schule Šammajs sei es verboten," ], [ "auch wenn keine Tätigkeit ausgeübt wird, beim Räucherwerke und beim Schwefe!? – Da in dem Falle, wenn sie auf der Erde liegen. – Wieso erlaubt es die Schule Šammajs bei einer Kufe [mit Met]250Die während des Š.s gärt., einer Kerze251Die am Š. brennt., einem Topfe252Der vom Freitag zum Š. auf dem Herde stehen bleibt.und einem Spieße253Hierüber weiter Fol. 19b.? – Wenn man sie als Freigut erklärt hat.", "Wer ist der Autor von folgendem, das die Rabbanan gelehrt haben? Eine Frau darf am Vorabend des Šabbaths bei Dunkelheit nicht einen Topf mit gestampftem Weizen und Lupinen füllen und ihn in den Ofen stellen; hat sie dies getan, so sind sie um so viel, wie sie zukochen, auch nach dem Šabbath verboten. Ebenso darf der Bäcker nicht am Vorabend des Šabbaths bei Dunkelheit einen Kessel mit Wasser füllen und ihn in den Ofen stellen; hat er dies getan, so ist es um so viel, wie es zukocht, auch nach dem Šabbath verboten. Es wäre anzunehmen, daß es die Schule Šammajs und nicht die Schule Hillels ist. – Du kannst auch sagen, daß es die Schule Hillels ist, denn dies ist eine Vorsichtsmaßnahme, weil man die Kohlen schüren könnte. –", "Demnach sollte man es auch beim Räucherwerke und beim Schwefel als Vorsichtsmaßnahme verbieten !? – Diese schürt man nicht, denn wenn man sie schürt, steigt ein Dampf auf, der [den Kleidern] schädlich ist. – Bei den Flachsbündeln aber sollte man es ja als Vorsichtsmaßnahme verbieten !? – Bei diesen öffnet man den Ofen nicht, weil ihnen die Luft schädlich ist. – Aber beim Hineintun von Wolle in den Kessel sollte man es ja als Vorsichtsmaßnahme verbieten!? Šemuél erwiderte: Wenn der Kessel [vom Feuer] fortgenommen ist. – Es ist ja aber zu berücksichtigen, man könnte umrühren !? – Wenn er [vom Feuer] fortgenommen und [der Deckel] verklebt ist.", "Da nun der Meister gesagt hat, dies sei nur eine Vorsichtsmaßnahme, weil man Kohlen schüren könnte, so ist es erlaubt, am Vorabend des Šabbaths bei Dunkelheit einen Topf mit roher [Speise] in den Ofen254Damit sie über Nacht gar koche.zu stellen. Dies aus dem Grunde, weil sie am selben Abend nicht eßbar ist; man denkt daher nicht daran und kommt auch nicht zum Schüren der Kohlen. Ebenso ist es erlaubt, wenn [die Speise] fertig gekocht ist. Ist sie aber halb gekocht, so ist es255Man könnte Kohlen aufschütten, um sie noch am selben Abend zu essen.verboten. Hat man aber einen rohen Knochen hineingetan, so ist auch dies erlaubt.", "Da nun der Meister gesagt hat, bei Dingen, denen die Luft schädlich ist, öffne man nicht [den Ofen], so ist es256Es am Vorabend des Š.s bei Sonnenuntergang in den Ofen zu tun.beim Fleische eines Zickleins erlaubt, wenn [der Ofen] verklebt ist, und bei dem eines Bockes verboten, wenn er nicht verklebt ist. Bei dem eines Zickleins und er nicht verklebt ist, oder eines Bockes und er verklebt ist, ist es nach R. Aši erlaubt und nach R. Jirmeja aus Diphte verboten. – Wieso nach R. Aši erlaubt, es wird ja gelehrt, man dürfe Fleisch, eine Zwiebel oder ein Ei nur dann braten, wenn sie noch am Tage anbraten !? – Dies gilt vom Fleische eines Bockes, wenn der Ofen nicht verklebt ist.", "Manche lesen: Bei dem eines Zickleins ist es erlaubt, ob er verklebt ist oder nicht, auch bei dem eines Bockes ist es erlaubt, wenn er verklebt ist; sie streiten nur über das eines Bockes, wenn er nicht verklebt ist; nach R. Aši ist es erlaubt und nach R. Jirmeja aus Diphte verboten. – Wieso nach R. Aši erlaubt, wir haben ja gelernt, man dürfe Fleisch, eine Zwiebel oder ein Ei nur dann braten, wenn sie noch am Tage gar werden !? – Da handelt es sich um Fleisch auf Kohlen. Rabina sagte: Rohe Kürbisse darf man; da ihnen die Luft schädlich ist, so gleichen sie dem Fleische eines Zickleins.", "DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, MAN DÜRFE NICHT VERKAUFEN. Die Rabbanan lehrten: Man darf einem Nichtjuden keine Sache verkaufen, nichts leihen, nichts borgen und nichts schenken, es sei denn, daß er sein Haus noch257Vor Eintritt des Š.s.erreichen kann; die Schule Hillels sagt, daß er das der Stadtmauer nächste Haus erreichen kann; R. A͑qiba sagt, daß er die Tür des [Jisraéliten-] Hauses verlassen kann. R. Jose b. R. Jehuda sagte: Die Worte R. A͑qibas und die Worte der Schule Hillels sind identisch; R. A͑qiba erklärt nur die Worte derselben.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf sein Gesäuertes258Cf. Ex. 12,15ff.an einen Nichtjuden nur dann verkaufen, wenn man weiß, daß es ihm noch vor dem Pesaḥfeste ausgehen kann – so die Schule Šammajs; die Schule Hillels sagt; Solange man es essen darf, darf man es auch verkaufen. R. Jehuda sagt," ], [ "den babylonischen Quarkbrei, sowie jeden anderen Quarkbrei dürfe man dreißig Tage vor dem Pesaḥfeste nicht mehr verkaufen.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf [am Šabbath] vor einem Hunde Futter im Hofe niederlegen, und wenn dieser es nimmt und hinausträgt, so braucht man sich darum nicht zu kümmern.", "Desgleichen darf man im Hofe vor einem Nichtjuden Speise niederlegen; wenn dieser sie nimmt und hinausträgt, so braucht man sich darum nicht zu kümmern. – Wozu ist dies weiter nötig, es ist ja dasselbe!? – Man könnte glauben, weil bei jenem ihm [die Ernährung] obliegt, nicht aber obliegt es ihm bei diesem, so lehrt er uns.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf am Vorabend des Šabbaths einem Nichtjuden keine Gerätschaften vermieten; am Mittwoch und Donnerstag ist es erlaubt. Desgleichen darf man am Vorabend des Šabbaths durch einen Nichtjuden keine Briefe senden; am Mittwoch und Donnerstag ist es erlaubt. Man erzählt von R. Jose dem Priester, manche sagen, von R. Jose dem Frommen, daß sich niemals ein Schriftstück von ihm in den Händen eines Nichtjuden befunden habe259Damit dieser es nicht am Š. trage..", "Die Rabbanan lehrten: Man darf am Vorabend des Šabbaths keinen Brief durch einen Nichtjuden senden, es sei denn, man hat ihm eine Belohnung260Der Nichtjude tut dies dann für sich selber.ausgesetzt; wie die Schule Šammajs sagt, daß er ihn nach der Wohnung [des Empfängers], und wie die Schule Hillels sagt, bis zu dem der Stadtmauer nächsten Hause bringe. –", "Er hat ihm ja eine Belohnung ausgesetzt!? R. Šešeth erwiderte: Er meint es wie folgt: hat er ihm keine Belohnung ausgesetzt, so muß er, wie die Schule Šammajs sagt, ihn nach der Wohnung [des Empfängers] bringen, und wie die Schule Hillels sagt, das der Stadtmauer nächste Haus erreichen können. –", "Es heißt ja aber im Anfangssatze, man dürfe nicht senden !? – Das ist kein Widerspruch ; das eine, wenn ein Postamt in der Stadt ist, das andere, wenn kein Postamt in der Stadt ist261Im ersteren Falle braucht er am Šabbath den Empfänger nicht aufzusuchen, sondern gibt den Brief auf der Post ab..", "Die Rabbanan lehrten: Weniger als drei Tage vor Šabbath darf man keine Reise auf einem Schiffe antreten. Dies nur in einer freigestellten Angelegenheit, zu einer gottgefälligen Handlung aber, ist es erlaubt. Man verabrede mit ihm, daß er am Šabbath ruhe, und dieser braucht nicht zu ruhen – so Rabbi; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, man brauche dies nicht. Von Çor nach Çajdan ist es sogar am Vorabend des Šabbaths erlaubt.", "Die Rabbanan lehrten: Weniger als drei Tage vor Šabbath darf man keine nichtjüdischen Städte belagern ; hat man bereits begonnen, so braucht man [die Belagerung] nicht zu unterbrechen. So sagte Šammaj :262Dt. 20,20.Bis sie fällt, auch am Šabbath.", "R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL ERZÄHLTE : [IM HAUSE MEINES VATERS] WAR ES BRAUCH &C. Es wird gelehrt: R. Çadoq sagte: So war es Brauch im Hause R. Gamliéls: Weißzeug gab man dem Wäscher drei Tage vor dem Šabbath, bunte Kleider sogar am Vorabend des Šabbaths. Hieraus lernen wir, daß Weißzeug schwerer zu waschen ist, als bunte Kleider.", "Abajje gab einem Walker ein buntes Gewand und fragte ihn, wieviel er [für das Waschen] verlange. Dieser erwiderte: Wie für ein weißes. Da sprach er: Die Rabbanan sind dir bereits zuvorgekommen. Abajje sagte: Wer einem Walker ein Kleidungsstück gibt, gebe ihm nach Maß und empfange es nach Maß; findet er es größer, so hat er es durch Ausrecken verdorben, findet er es kleiner, so hat er es durch Einspringenlassen verdorben.", "DIESE UND JENE STIMMTEN ÜBEREIN, DASS MAN &C. LEGEN DARF. Womit sind alle anderen [Arbeiten] anders, daß die Schule Šammajs bei ihnen ein Verbot angeordnet hat, bei den Preßbalken und den Trottwalzen aber kein Verbot angeordnet hat? – Wenn man jene am Šabbath verrichtet, ist man ein Sündopfer schuldig, daher hat die Schule Šammajs bei ihnen bezüglich der Dunkelheit am Vorabend des Šabbaths ein Verbot angeordnet; wenn man aber am Šabbath die Preßbalken oder die Trottwalzen hinauflegt, ist man kein Sündopfer schuldig, daher hat sie hierbei kein Verbot angeordnet. –", "Wer ist der Tanna, der lehrt, jede Tätigkeit, die von selbst ausgeübt wird, sei erlaubt? R. Jose b. Ḥanina erwiderte: Es ist R. Jišma͑él, denn wir haben gelernt: Wenn man Knoblauch, Heerlinge oder Ähren noch am Tage zerdrückt, so darf man sie, wie R. Jišma͑él sagt, wenn es dunkel wird, weiter fließen lassen; R. A͑qiba sagt," ], [ "man dürfe dies nicht. R. Elea͑zar erwiderte: Hier ist die Ansicht R. Elea͑zars vertreten, denn wir haben gelernt: Wenn man Honigwaben am Vorabend des Šabbaths gedrückt und [der Honig am Šabbath] von selbst ausfließt, so ist er verboten, und nach R. Elea͑zar erlaubt. –", "Weshalb erwiderte R. Jose b. Ḥanina nicht wie R. Elea͑zar? – Er kann folgendes einwenden: Da ist es vorher eine Speise und nachher eine Speise, hierbei aber ist es vorher eine Speise und nachher eine Flüssigkeit. – Und R. Elea͑zar!? – Er kann dir erwidern: Wir wissen von R. Elea͑zar, daß er es auch bei Oliven und Weinbeeren erlaubt, denn als R. Hoša͑ja aus Nehardea͑ kam, brachte er folgende Lehre mit: Wenn man am Vorabend des Šabbaths Oliven oder Weinbeeren zerdrückt und sie [am Šabbath] von selbst ausfließen, so sind sie verboten. R. Elea͑zar und R. Šimo͑n erlauben sie. – Und R. Jose b. Ḥanina? – Er hat diese Barajtha nicht gehört. –", "Weshalb erwiderte R. Ele͑azar nicht wie R. Jose b. Ḥanina? – Er kann folgendes einwenden: Hierzu wurde ja gelehrt: Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn sie noch des Zerdrückens benötigen, streitet niemand263Alle stimmen überein, daß es verboten ist, da die ganze Arbeit am Š. erfolgt., sie streiten nur, wenn sie nur des vollständigen Auspressens noch benötigen. Und hierbei ist es ebenso, als bedürfe es noch des Zerdrückens. R. Jose b. Ḥanina traf eine Entscheidung nach R. Jišma͑él.", "Das Öl der Kelterer264Das in den Kellerwinkeln zurückbleibt und den Kelterern gehört.und die Matten der Kelterer sind nach Rabh verboten265Am Š.; man darf sie nicht anfassen und fortbewegen.und nach Šemuél erlaubt. Die Schiffsmatten sind nach Rabh verboten265Am Š.; man darf sie nicht anfassen und fortbewegen.und nach Šemuél erlaubt. R. Naḥman sagte: Eine Melkziege, ein Schurschaf, eine Legehenne, ein Pflugochs, sowie für den Handel bestimmte Datteln sind nach Rabh verboten265Am Š.; man darf sie nicht anfassen und fortbewegen.und nach Šemuél erlaubt. Sie führen denselben Streit wie R. Jehuda266Cf. Sab. 156b.und R. Šimo͑n.", "Einst entschied ein Schüler in Ḥarta zu Argez nach R. Šimo͑n, und R. Hamnuna tat ihn in den Bann. – Wir sind ja aber der Ansicht R. Šimo͑ns!? – Es war in der Ortschaft Rabhs, und er sollte dies nicht tun. Von zwei Jüngern rettete267Speisen und Getränke bei einer Feuersbrunst; hierüber weiter Fol. 120a.einst einer in einem Gefäße und der andere in vier, fünf Gefäßen. Sie führten denselben Streit, wie Rabba b. Zabhda und R. Hona268Cf. Šab. Fol. 120a..", "x MAN DARF FLEISCH, ZWIEBELN ODER EIER NUR DANN BRATEN, WENN SIE NOCH AM TAGE ANBRATEN. MAN DARF BEIM DUNKELWERDEN NUR DANN BROT IN DEN OFEN SCHIEBEN ODER EINEN KUCHEN AUF KOHLEN LEGEN, WENN SIE NOCH AM TAGE OBEN EINE KRUSTE BEKOMMEN; R. ELIE͑ZER SAGT, AUCH WENN SIE NUR UNTEN EINE KRUSTE BEKOMMEN xi. MAN DARF BEIM DUNKELWERDEN DAS PESAḤ[LAMM] IN DEN OFEN HÄNGEN. AUCH DARF MAN DAS FEUER IN DER WÄRMEHALLE269Des Tempels.ANZÜNDEN; IN DER PROVINZ270Db. außerhalb des Tempels.NUR DANN, WENN DAS" ], [ "FEUER [NOCH AM TAGE] DEN GRÖSSEREN TEIL ERFASSEN KANN. R. JEHUDA SAGTE, BEI KOHLEN, WENN NUR ETWAS [VOM FEUER ERFASST WIRD].", "GEMARA. Wieviel? R. Elea͑zar sagte im Namen Rabhs: Daß sie noch am Tage wie die Speise des Ben Drusaj271Er pflegte Fleischspeisen ein Drittel gar zu verzehren.anbraten. Desgleichen wird auch gelehrt: R. Asi sagte im Namen R. Joḥanans: Was [bei einem Jisraéliten] wie die Speise des Ben Drusaj angekocht hat, ist nicht mehr272Wenn sie bei einem Nichtjuden gar kocht.als Speise eines Nichtjuden zu betrachten. Es wird gelehrt: Ḥananja sagte: Was wie die Speise des Ben Drusaj angekocht hat, darf man auf dem Herde stehen lassen, auch wenn darauf die Kohlen nicht weggescharrt oder mit Asche bedeckt sind.", "MAN DARF &C. BROT SCHIEBEN &C. Sie fragten: Versteht er unter ‘unten’ die untere Seite [an den Wänden] des Ofens oder die untere Seite zum Feuer273Die Brote wurden an die Wände des Ofens geklebt, während sich das Feuer am Boden befand.? – Komm und höre: R. Elie͑zer sagt, auch wenn die Seite, die am Ofen klebt, eine Kruste bekommt.", "MAN DARF DAS PESAḤ[LAMM] IN DEN OFEN HÄNGEN. Aus welchem Grunde? – Weil die Beteiligten274Am Pesahlamme war eine Anzahl von mehreren Personen beteiligt; cf. Ex. 12,4.achtsam sind. – Ist es denn sonst nicht erlaubt, der Meister sagte ja, beim Fleische eines Zickleins sei es erlaubt, einerlei [ob der Ofen] verklebt ist oder nicht!? – Jenes wird zerschnitten, dieses aber nicht275Cf. Ex. 12,9..", "AUCH DARF MAN DAS FEUER &C. ANZÜNDEN. – Woher dies? R. Hona erwiderte :276Ex. 35,3.In all eueren Wohnorten dürft ihr kein Feuer anzünden; in all eueren Wohnungen darfst du nicht anzünden, wohl aber die Flamme in der Wärmehalle. R. Ḥisda wandte ein : Demnach sollte dies auch am Šabbath erlaubt sein!? Vielmehr, erklärte R. Ḥisda, bezieht sich die Erlaubnis des Schriftverses nur auf die Glieder277Der Opfer.und Schmeerstücke, aber die Priester sind achtsam278Aus diesem Grunde ist es in der Wärmehalle des Tempels erlaubt..", "IN DER PROVINZ NUR DANN, WENN DAS FEUER &C. ERFASSEN KANN. – Was heißt ‘größeren Teil’? Rabh erwiderte: Den größeren Teil eines jeden [Scheites]. Šemuél erwiderte: Daß man nicht mehr zu sagen braucht, hole noch Holzspäne zum Darunterlegen. R. Ḥija lehrte folgendes als Stütze für Šemuél: Daß die Flamme von selbst, ohne Hinzutun von etwas anderem auflodert.", "An einem einzelnen Scheite muß das Feuer, wie Rabh sagt, den größeren Teil seines Durchmessers, und wie manche sagen, den größeren Teil seines [äußeren] Umfanges erfaßt haben. R. Papa sagte: Daher ist es erforderlich, daß es den größeren Teil seines Durchmessers und den größeren Teil seines Umfanges erf aßt haben muß. Hierüber streiten auch Tannaím: R. Ḥija sagt, daß das Holzstück für den Handwerker unbrauchbar wird, und R. Jehuda b. Bethera sagt, daß das Feuer beide Seiten erfaßt hat. Wenn es hierfür auch keinen Beweis gibt, so doch eine Andeutung:279Ez. 15,4.seine beiden Enden hat das Feuer verzehrt, seine Mitte angebrannt, taugt es dann noch zu einer Arbeit?", "280Jer. 36,22.Und vor ihm brannte das Aḥ [KohlenbeckenJ. Was heißt Ah281Etymolog. Frage, weshalb der Brennstoff אח heißt. In den in der Erklärung genannten Wörtern ist diese Silbe enthalten.? Rabh erklärte, Reisig, und Šemuél erklärte, Holz, das brüderlich282Ein Stück zündet das andere an.brennt. Einst rief jemand aus: Wer wünscht Reisig? Es war Weidenholz.", "R. Hona sagte: Röhricht braucht [das Feuer] nicht zum größeren Teile [erfaßt zu haben] ; hat man es zusammengebunden, so muß [das Feuer] den größeren Teil [erfaßt haben]. Bei Fruchtkernen braucht [das Feuer] den größeren Teil nicht [erfaßt zu haben]; hat man sie in Matten getan, so muß [das Feuer] den größeren Teil [erfaßt haben]. R. Ḥisda wandte ein : Im Gegenteil, das Entgegengesetzte leuchtet ja ein!? Einzelne Rohrstäbchen fallen auseinander, zusammengebunden fallen sie nicht auseinander; einzelne Fruchtkerne fallen auseinander, in Matten getan fallen sie nicht auseinander." ], [ "Es wurde gelehrt: R. Kahana sagte: Hat man Röhricht zusammengebunden, so muß [das Feuer] die größere Hälfte [erfaßt haben] ; hat man Fruchtkerne in Matten getan, so braucht [das Feuer] die größere Hälfte nicht [erfaßt zu haben].", "R. Joseph lehrte: Bei vier Flammen braucht [das Feuer] die größere Hälfte nicht [erfaßt zu haben]: Pech, Schwefel, Käse283Nach einer anderen Lesart Wachs.und Fett. In einer Barajtha wird gelehrt: Auch Stroh und Stoppeln.", "R. Joḥanan sagte: Babylonisches Holz braucht [das Feuer] nicht zur größeren Hälfte [erfaßt zu haben]. R. Joseph wandte ein: Welches: wollte man sagen, Späne, so müßte doch, wenn U͑la von einem Dochte gesagt hat, wenn man ihn anzündet, müsse die Flamme die größere Hälfte des vorstehenden Teiles erfaßt haben, dies um so mehr von Spänen gelten !? Vielmehr, sagte R. Joseph, Zederbast. Rami b. Abba sagt: Sträucher.", "", "i WAS MAN ALS BRENNSTOFF [ZUR BELEUCHTUNG] VERWENDEN DARF, UND WAS MAN ALS BRENNSTOFF NICHT VERWENDEN DARF. MAN DARF KEINE LYGOS BRENNEN, KEINOSEN, KEINE WERGSEIDE, KEINEN BASTDOCHT, KEINEN DOCHT DER WÜSTENPFLANZE UND KEIN WASSERMOOS; FERNER KEIN PECH, KEIN WACHS, KEIN QIQÖL, KEIN VERBRENNL1Öl von Hebe, das unrein geworden ist., KEIN SCHWANZFETT UND KEINEN TALG. NAḤUM DER MEDER SAGT, MAN DÜRFE GESCHMOLZENEN TALG BRENNEN; DIE WEISEN SAGEN, MAN DÜRFE IHN WEDER GESCHMOLZEN NOCH UNGESCHMOLZEN BRENNEN.", "GEMARA. Was ist Lygos? – Zederbast. – Zederbast ist ja nichts als Holz !? – Die wollartigen Fasern desselben", "KEINOSEN. R.Joseph erklärte: Flachswerg. Abajje sprach zu ihm: Es heißt ja:2Jes. 1,31.der Mächtige [ḥason] soll zu Werg werden, woraus zu schließen, daß Ḥosen3Er identifiziert חסון mithin. nicht Werg ist!? Vielmehr, erklärte Abajje, Flachs, der geklopft, aber nicht gehechelt worden ist.", "KEINE WERGSEIDE. Šemuél sagte: Ich habe alle Seefahrer ausgefragt, und man sagte mir, daß diese Kulka genannt werde. R. Jiçḥaq b. Zee͑ra sagte: Grobe [Seide].", "Rabin und Abajje saßen vor Rabbana Neḥemja, dem Bruder des Exilarchen, und als Rabin bemerkte, daß dieser [ein Gewand] aus Rohseide trug, sprach er zu Abajje: Das ist das Kalakh [Wergseide], von dem wir gelernt haben. Dieser erwiderte: Wir nennen dies Parnianseide.", "Man wandte ein: Seide, Wergseide und Serikon4Σηϱιϰόν; wahrscheinl. versch. von Seide.unterliegen dem Çiçithgesetze. Dies ist ja eine Widerlegung Rabins!? – Eine Widerlegung. Wenn du willst, sage ich: Seide besonders, und Parnianseide besonders.", "KEINEN BASTDOCHT. Reisig5Die wollartigen Fasern zwischen der Rinde und dem Holze.. Rabin und Abajje gingen im Tale Ṭamruritha, und als sie da Bachweiden bemerkten, sprach Rabin zu Abajje: Das ist das Idan [Bastdocht], von dem wir gelernt haben. Dieser erwiderte: Das ist ja nichts als Holz!? Da schälte jener sie ab und zeigte ihm wollartige Fasern dazwischen. KEINEN DOCHT DER WÜSTENPFLANZE. Bergraute5Die wollartigen Fasern zwischen der Rinde und dem Holze..", "KEIN WASSERMOOS. Was ist dies: wollte man sagen das Schwarzgrüne auf den Sümpfen, so bröckelt dies ja!? Vielmehr, sagte R. Papa, das Schwarzgrüne an den Schiffen.", "Es wird gelehrt: Hierzu haben sie noch [Dochte aus] Wolle und Haar hinzugefügt. – Und unser Tanna !? – Wolle schrumpft zusammen, Haar versengt.", "KEIN PECH. Zepheth ist Pech. Šaa͑va ist Wachs. Es wird gelehrt: Bis hier werden die verbotenen Dochte, von hier ab die verbotenen Öle aufgezählt. – Selbstverständlich!? – Er lehrt dies wegen des Wachses; man könnte glauben, es sei auch als Kerze verboten, so lehrt er uns.", "Rami b. Abin sagte: Teeröl ist ein Nebenprodukt6Wörtl. Abfall.des Peches, Wachs ist ein Nebenprodukt des Honigs. –" ], [ "In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Im Handel7Welche Nebenprodukte zu den gehandelten Produkten gehören..", "Die Rabbanan lehrten: Aus allen [Brennstoffen], von denen sie gesagt haben, man dürfe sie am Šabbath nicht verwenden, darf man eine große Flamme machen, einerlei, ob um sich daran zu wärmen oder sich ihres Lichtes zu bedienen, ob auf der Erde oder auf dem Herde; verboten ist es nur, daraus einen Docht für eine Lampe zu machen.", "KEIN QIQÖL. Was ist Qiqöl? Šemuél sagte: Ich habe alle Seefahrer ausgefragt, und man sagte mir, es gebe in den überseeischen Städten einen Vogel, der Kik8Arabischer Name des Pelikans.genannt wird. R. Jiçḥaq b. R. Jehuda sagte: Öl aus Leinsamen. Reš Laqiš sagte: Aus dem Ricinus des Jona9Kιϰι (ricinus communis L.); cf. Herodot II,94.. Rabba b. Bar Ḥana erzählte : Ich habe den Ricinus des Jona gesehen, er ist dem Çeloliba ähnlich. Er wächst in den Sümpfen, und man zieht ihn an den Eingängen der Kaufläden; aus seinen Kernen bereitet man Öl, und unter seinen Zweigen ruhen alle Kranken des Westens.", "Raba sagte: Die Weisen haben die genannten Dochte am Šabbath zu brennen deshalb verboten, weil an diesen die Flamme flackert; die Weisen haben die genannten Öle zu brennen deshalb verboten, weil sie sich nicht nach dem Dochte10Man könnte vergessentlich die Lampe putzen oder zurechtstellen.ziehen.", "Abajje fragte Rabba: Wie ist es, wenn man in diese Öle, die zu brennen die Weisen verboten haben, etwas Öl tut11Sodaß das Brennmaterial sich nach dem Dochte zieht.und sie brennt: ist auch dies verboten, weil man dadurch verleitet werden könnte, jene allein zu brennen, oder nicht? Dieser erwiderte: Man darf es nicht brennen. – Aus welchem Grunde? – Weil man sie [allein] nicht brennen darf.", "Jener wandte ein: Hat man etwas, das man brennen darf, um etwas, das man nicht brennen darf, gewickelt, so darf man es nicht brennen. R. Šimo͑n b. Gamliél erzählte: Im Hause meines Vaters pflegte man einen Docht um eine Nuß zu wickeln und ihn anzuzünden. Hier wird also gelehrt, daß man wohl brennen darf !?", "Dieser erwiderte: Anstatt aus den Worten des R. Šimo͑n b. Gamliél gegen mich einen Einwand zu erheben, kannst du ja in den Worten des ersten Tanna eine Stütze für mich finden!? – Das ist keine Frage. Eine Tatsache ist maßgebender. – Allenfalls ist dies ja ein Einwand, da sie wohl [den Docht umwickelt haben, damit sie zusammen] brennen!? – Nein, damit er obenauf schwimme. – Wenn nur, damit er schwimme, was ist demnach der Grund des ersten Tanna!? – Die ganze [Barajtha] ist von R. Šimo͑n b. Gamliél, jedoch ist sie lückenhaft und muß wie folgt lauten: Hat man etwas, das man brennen darf, um etwas, das man nicht brennen darf, gewickelt, so darf man es nicht brennen. Dies nur in dem Falle, wenn zum Brennen, wenn aber zum Schwimmen, so ist es erlaubt, denn R. Šimo͑n b. Gamliél erzählte: Im Hause meines Vaters pflegte man einen Docht um eine Nuß zu wickeln. –", "Dem ist ja aber nicht so. R. Beruna sagte ja im Namen Rabhs, man dürfe in geschmolzenen Talg oder in zerrührtes Fischgeweide etwas Öl tun und es brennen !? – Diese ziehen sich auch allein [nach dem Dochte], jene ziehen sich aber nicht; die Rabbanan haben jedoch geschmolzenen Talg verboten wegen des ungeschmolzenen, und zerrührtes Fischgeweide wegen des nicht zerrührten. – Demnach sollte man es auch verbieten, wenn man Öl in geschmolzenen Talg oder in zerrührtes Fischgeweide getan hat, mit Rücksicht auf geschmolzenen Talg oder zerrührtes Fischgeweide, in die man kein Öl getan hat!? – Bezüglich ihrer selbst ist es ja nur eine vorbeugende Maßnahme, und wir sollten eine Maßnahme für eine Maßnahme treffen!?", "Rami b. Ḥama lehrte : Die Dochte und die Öle, von denen die Weisen gesagt haben, man dürfe sie am Šabbath nicht brennen, darf man auch im Heiligtum nicht brennen, denn es heißt:12Ex. 27,20.damit beständig ein Licht aufsteige. Er lehrte dies und erklärte es auch: damit die Flamme von selbst auflodere und nicht mittelst einer anderen Sache. –", "Wir haben gelernt: Aus den Lumpen der Beinkleider und der Gürtel der Priester verfertigte man Dochte und zündete sie an!? – Anders ist es beim Feste des Wasserschöpfens13Über diese Prozession am Hüttenfeste cf. Suk. 51a.. –", "Komm und höre: Rabba b. Mathna lehrte: Die verschleißten Kleider der Priester zerschnitt man und fertigte daraus Dochte für das Heiligtum. Doch wohl die aus Mischgewebe14Der Gürtel der Priester bestand aus Wolle und Flachs; ob. (Fol. 20b) heißt es, daß Wolle nicht als Docht verwendet werden darf.!? – Nein, die aus Byssus.", "R. Hona sagte : Die Dochte und Öle, von denen die Weisen gesagt haben, man dürfe sie am Šabbath nicht brennen, darf man auch am Ḥanuka nicht brennen, einerlei ob am Šabbath oder am Wochentage. Raba sagte: Was ist der Grund R. Honas? Er ist der Ansicht, man müsse [die Ḥanukalampe], wenn sie erlischt, wieder anzünden, und man dürfe sich ihres Lichtes bedienen. R. Ḥisda sagt, man dürfe sie am Wochentage brennen, nicht aber am Šabbath. Er ist der Ansicht, man brauche," ], [ "wenn sie erlischt, sie nicht wieder anzuzünden, und man dürfe sich ihres Lichtes bedienen. R. Zera sagte im Namen R. Mathnas, manche sagen, R. Zera im Namen Rabhs: Die Dochte und Öle, von denen die Weisen gesagt haben, man dürfe sie am Šabbath nicht brennen, darf man am Ḥanuka brennen, einerlei ob am Wochentage oder am Šabbath. R. Jirmeja sagte: Was ist der Grund Rabhs? Er ist der Ansicht, man brauche, wenn sie erlischt, sie nicht wieder anzuzünden, und man dürfe sich ihres Lichtes nicht bedienen.", "Die Jünger sagten dies im Namen R. Jirmejas vor Abajje, er erkannte es aber nicht an. Als Rabin kam, sagten es die Jünger vor Abajje im Namen R. Joḥanans, und er erkannte es an; er sprach: Wäre es mir beschieden, so hätte ich seine Halakha schon früher gelernt. – Er hat sie ja gelernt!? – Doch nicht als Jugendlehre. –", "Braucht man sie denn, wenn sie erlischt, nicht wieder anzuzünden, ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Das Gebot15Die Ḥanukalampe brennen zu lassen.hält an von Sonnenuntergang bis [zur Zeit, wo] der Verkehr auf der Straße aufhört. Doch wohl insofern, als man sie wieder anzünden muß, wenn sie erlischt!? – Nein, wenn man sie nicht angezündet hat, muß man sie [während dieser Zeit] anzünden. Oder auch, hinsichtlich des Quantums16Man muß in die Lampe genügend Öl für die angegebene Zeit gießen..", "«Bis [zur Zeit, wo] der Verkehr auf der Straße aufhört.» Bis wie lange? Rabba b. Bar Ḥana sagte: Bis die Palmyrenser zu gehen aufhören17Nach den Kommentaren befaßten sich diese bis spät in die Nacht hinein mit dem Holzhandel..", "Die Rabbanan lehrten: Ein Licht der Ḥanukalampe für einen und seine ganze Familie; die Pflichtbeflissenen [brennen] ein Licht für jede Person; die hervorragend Pflichtbeflissenen [brennen], wie die Schule Šammajs sagt, am ersten Tage acht Lichter und an den folgenden Tagen je eines weniger, und wie die Schule Hillels sagt, am ersten Tage ein Licht und an den folgenden Tagen je eines mehr.", "U͑la sagte: Hierüber streiten im Westen zwei Amoraím: R. Jose b. Abin und R. Jose b. Zebida. Einer sagt, der Grund der Schule Šammajs sei: entsprechend den folgenden18Der Zahl der noch folgenden Tage entspricht die Zahl der Lichter.Tagen, und der Grund der Schule Hillels sei: entsprechend den verstrichenen Tagen; der andere sagt, der Grund der Schule Šammajs sei: gleich den Farren am [Hütten] feste19An jedem Tage werden je einer weniger dargebracht; cf. Num. 29,12ff., und der Grund der Schule Hillels sei: beim Heiligen erfolge es aufsteigend und nicht absteigend.", "Rabba b. Bar Ḥana erzählte im Namen R. Joḥanans : Zwei Greise waren in Çajdan, einer verfuhr nach der Ansicht der Schule Šammajs, und einer verfuhr nach der Ansicht der Schule Hilleis. Der eine begründete seine Handlung: gleich den Farren am Hüttenfeste, und der andere begründete seine Handlung: beim Heiligen erfolge es aufsteigend und nicht absteigend.", "Die Rabbanan lehrten: Es ist Gebot, die Ḥanukalampe draußen vor die Tür hinzustellen; wer in einem Obergeschosse wohnt, stelle sie vor das Fenster hin, das nach der Straße liegt. Zur Zeit der Gefahr20Wo die persischen Feueranbeter kein Licht auf öffentlicher Straße duldeten.stelle man sie auf den Tisch, und dies genügt.", "Raba sagte: Jedoch muß man noch eine zweite Lampe haben, um sich ihres Lichtes zu bedienen; ist aber [im Zimmer] eine Flamme vorhanden, so ist dies nicht nötig. Für einen angesehenen Mann aber21Der sich sonst nicht der Flamme zur Beleuchtung bedient.ist eine zweite Lampe erforderlich, auch wenn eine Flamme vorhanden ist.", "Was bedeutet das Ḥanukafest? – Die Rabbanan lehrten: Am fünfundzwanzigsten Kislev beginnen die Tage des Ḥanukafestes; es sind ihrer acht, an denen man keine Trauerfeier abhalten noch fasten darf. Als nämlich die Griechen in den Tempel eindrangen, verunreinigten sie alle Öle, die im Tempel waren. Nachdem die Herrscher des Hauses der Ḥasmonäer sich ihrer bemächtigt und sie besiegt hatten, suchte man und fand nur ein einziges mit dem Siegel des Hochpriesters versehenes Krüglein mit Öl, das nur soviel enthielt, um einen Tag zu brennen. Aber es geschah ein Wunder, und man brannte davon acht Tage. Im folgenden Jahre bestimmte man, diese Tage mit Lob- und Dankliedern als Festtage zu feiern.", "Dort haben wir gelernt, wenn ein Funke unter dem Hammer hervorspringt und Schaden anrichtet, so ist er ersatzpflichtig. Wenn ein mit Flachs beladenes Kamel über das öffentliche Gebiet geht und der Flachs in einen Kaufladen hineinragt und sich an der Lampe des Ladenbesitzers anzündet und die ganze Halle verbrennt, so ist der Besitzer des Kamels ersatzpflichtig. Hatte aber der Ladenbesitzer seine Lampe draußen hingestellt, so ist der Ladenbesitzer ersatzpflichtig;", "R. Jehuda sagt, war es eine Ḥanukalampe, so sei er ersatzfrei. Rabina sagte im Namen Rabas: Dies besagt, daß es Gebot sei, die Ḥanukalampe innerhalb zehn [Handbreiten von der Erde] zu stellen; denn wolltest du sagen, auch oberhalb zehn [Handbreiten], so könnte dieser ja sagen: Du solltest sie über die Höhe des Kamels samt seinem Reiter hinstellen. – Vielleicht deshalb, weil man die Ausübung des Gebotes ganz unterlassen könnte, wenn man ihn zu sehr belästigen würde.", "R. Kahana sagte: R. Nathan b. Minjomi trug im Namen R. Tanḥums" ], [ "Wenn man eine Ḥanukalampe höher als zwanzig Ellen hingestellt hat, so ist dies ungültig, wie bei der Festhütte und einer Durchgangsgasse22Bei Herstellung eines Durchgangs (cf. Er. Fol. 2a) ; sie dürfen nicht höher als 20 Ellen sein.. Ferner sagte R. Kahana: R. Nathan b. Minjomi trug im Namen R. Tanhums vor: Es heißt:23Gn. 37,24.die Grube aber war leer und kein Wasser darin; wenn es schon heißt: die Grube war leer, so weiß ich ja, daß kein Wasser darin war, wozu heißt es: und kein Wasser darin? Wasser war nicht darin, wohl aber waren darin Schlangen und Eidechsen.", "Rabba sagte: Es ist Gebot, die Ḥanukalampe innerhalb einer Handbreite von der Türöffnung zu stellen. – Wo stelle man sie hin? R. Aḥa, der Sohn Rabas, erwiderte: Rechts. Šemuél aus Diphte sagte: Links. Die Halakha ist, links, damit sich die Ḥanukalampe links und die Mezuza rechts befinden sollen.", "R. Jehuda sagte im Namen R. Ašis im Namen Rabhs: Es ist verboten, vor der Ḥanukalampe Geld zu zählen. Als ich dies vor Šemuél sagte, sprach er zu mir: 1st denn was Heiliges an der Lampe!? R. Joseph wandte ein: Auch am Blute ist ja nichts Heiliges, dennoch wird gelehrt:24Lev. 17,13.er soll [das Blut] ausgießen und bedecken, wie er es ausgießt, bedecke er es auch; man darf es nicht mit dem Fuße verscharren, damit man die Gebote nicht mißachte. Ebenso auch hierbei, um nicht die Gebote zu mißachten.", "Sie fragten R. Jehošua͑ b. Levi : Darf man vom Schmucke der Festhütte25Die Festhütte wird mit verschiedenen Früchten geschmückt.innerhalb der sieben Festtage genießen? Er erwiderte ihnen: Sie sagten, es sei verboten, vor der Ḥanukalampe Geld zu zählen. R. Joseph sprach: Herr Abrahams, er entscheidet das, was gelehrt wird, aus dem, was nicht gelehrt wird! Von der Festhütte wird dies gelehrt, von der Ḥanukalampe wird dies nicht gelehrt. Es wird nämlich gelehrt: Hat man [die Festhütte] vorschriftsmäßig überdacht, mit Tapeten und gewirkten Teppichen verziert und darin Nüsse, Pfirsiche, Mandeln, Granatäpfel, Weinreben, Ährenkränze, Weine, Öle und Mehl ausgehängt, so darf man bis zum Ausgang des letzten Festtages davon nichts genießen; hat man es sich aber vorher vorbehalten, so hängt alles von seinem Vorbehalte ab. Vielmehr, sagte R. Joseph, die Quelle für dies alles ist das [Zudecken des] Blutes26Das, wie oben aus der Schrift gefolgert, in würdiger Weise erfolgen muß..", "Es wurde gelehrt: Rabh sagt, man dürfe [bei der Ḥanukalampe] nicht ein Licht an dem anderen anzünden; Šemuél sagt, man dürfe anzünden. Rabh sagt, man dürfe die Çiçith nicht von einem Gewände in ein anderes einknüpfen; Šemuél sagt, man dürfe sie von einem Gewände in ein anderes einknüpfen. Rabh sagt, die Halakha sei beim Rücken27Wird weiter erklärt.nicht wie R. Šimo͑n; Šemuél sagt, die Halakha sei beim Rücken wie R. Šimo͑n.", "Abajje sagte: Der Meister28Rabba b. Naḥmani, Pflegevater und Lehrer Abajjes.entschied bei allem stets nach Rabh, ausgenommen drei Dinge, bei denen er nach Šemuél entschied: man darf [bei der Ḥanukalampe] ein Licht am anderen anzünden, man darf die Çiçith von einem Gewande in ein anderes einknüpfen, und die Halakha ist beim Rücken wie R. Šimo͑n. Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n sagt, man dürfe [am Šabbath] ein Bett, einen Stuhl oder eine Bank rücken29Obgleich man dadurch den Fußboden zerschrammt., nur darf man absichtlich keine Schramme machen.", "Einer von den Schülern, der vor R. Ada b. Ahaba saß, sprach: Der Grund Rabhs ist: wegen Mißachtung des Gebotes. Da sprach dieser zu ihnen: Achtet nicht auf ihn; der Grund Rabhs ist: wegen Verringerung des Gebotes30Es hat den Anschein, als nähme man dem brennenden Lichte etwas von seinem Brennstoffe ab.. – Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen, wenn man Leuchte an Leuchte31Ohne Vermittlung eines Anzünders.anzündet; nach demjenigen, der erklärt: wegen Geringschätzung des Gebotes, ist es Leuchte an Leuchte erlaubt, nach demjenigen aber, der erklärt: wegen Verringerung des Gebotes, ist es auch Leuchte an Leuchte verboten.", "R. Ivja wandte ein: Mit einem Sela͑" ], [ "vom zweiten Zehnten darf man keine [profanen] Golddenare wiegen, auch nicht, um damit anderen zweiten Zehnten auszuweiten. Allerdings ist, wenn du sagst, Rabh und Šemuél streiten über [das Anzünden] von Leuchte an Leuchte, mittelst eines Spanes aber verbiete es auch Šemuél, hieraus kein Einwand zu entnehmen, wenn du aber sagst, er erlaube es auch mittelst eines Spanes, ist dies32Die angezogene Lehre, nach der die Benutzung des Sela͑ zum Wiegen verboten ist, auch wenn dabei ein Gebot, die Ausweihung, ausgeübt werden soll.ja eine Widerlegung!? Raba erwiderte: Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme, denn wenn das Gewicht nicht genau stimmt, könnte man sie als Profanes ausgeben33Dh. den zweiten Zehnten nicht ausweihen; die Benutzung als Gewicht ist dann ganz zwecklos erfolgt..", "R. Šešeth wandte ein:34Lev. 24,3.Außerhalb des Vorhanges des Zeugnisses richte er sie her. Brauchte er etwa deren Licht, wo doch die Kinder Jisraél die ganzen vierzig Jahre bei Seinem Lichte gewandert sind!? Vielmehr, dies sei ein Zeugnis für alle Weltbewohner, daß die Göttlichkeit in Jisraél weilt. Worin bestand das Zeugnis? Rabh erklärte: Das war die westliche Lampe; in diese goß er ebensoviel Öl, wie in die übrigen, dennoch begann er das Anzünden mit dieser und beendete [das Reinigen] mit dieser. Hierbei konnte er ja ohne [Span] nicht anzünden, da die Lampen [am Leuchter] befestigt waren, somit ist hieraus ein Einwand zu erheben sowohl gegen denjenigen, welcher begründet: wegen Mißachtung der Gebote, als auch gegen denjenigen, welcher begründet: wegen Verringerung der Gebote !?", "R. Papa erklärte: Die Dochte waren lang35Man konnte daher die Lampen aneinander ohne Vermittlung anzünden.. Aber immerhin ist ja hieraus ein Einwand zu erheben gegen denjenigen, welcher begründet wegen Verringerung der Gebote!? – Ein Einwand. –", "Wie bleibt es nun damit? – R. Hona, der Sohn R. Jehošua͑s, erwiderte: Wir wollen sehen: wird das Gebot mit dem Anzünden ausgeübt, so darf man eine Lampe an der anderen anzünden, wird das Gebot mit dem Hinstellen ausgeübt, so darf man nicht eine Lampe an der anderen anzünden.", "Sie fragten nämlich : Wird das Gebot mit dem Anzünden ausgeübt, oder wird es mit dem Hinstellen ausgeübt? –", "Komm und höre: Raba sagte: Wenn jemand steht und die Ḥanukalampe hält, so hat er nichts getan. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß das Gebot mit dem Hinstellen ausgeübt wird. – Da glaubt jeder, der ihn sieht, er halte sie zum eigenen Gebrauche. –", "Komm und höre: Raba sagte: Hat jemand sie drinnen angezündet und hinausgebracht, so hat er nichts getan. Erklärlich ist es, wenn du sagst, das Gebot werde mit dem Anzünden ausgeübt, daß er nichts getan hat, weil man sie auf der richtigen Stelle anzünden muß; wieso aber hat er nichts getan, wenn du sagst, das Gebot werde mit dem Hinstellen ausgeübt!? – Auch hierbei könnte, wer ihn sieht, glauben, er habe sie zum eigenen Gebrauche angezündet. –", "Komm und höre : R. Jehošua͑ b. Levi sagte :" ], [ "Wenn eine Lampe den ganzen [Šabbath] gebrannt hat, so lösche man sie am Ausgang des Šabbaths aus36Wenn man sie als Ḥanukalampe benutzen will.und zünde sie wieder an. Erklärlich ist dies, wenn du sagst, das Gebot werde mit dem Anzünden ausgeübt, wieso aber heißt es, wenn du sagst, das Gebot werde mit dem Hinstellen ausgeübt, daß man sie auslösche und wieder anzünde, es sollte ja heißen, man lösche sie aus, hebe sie auf, stelle sie hin und zünde sie wieder an!? Ferner sprechen wir den Segen: ‘Der uns durch seine Gebote geheiligt und uns das Ḥanukalicht anzuzünden befohlen hat’. Somit ist hieraus zu entnehmen, daß das Gebot mit dem Anzünden ausgeübt werde. Schließe hieraus.", "Da wir nun ausgeführt haben, das Gebot werde mit dem Anzünden ausgeübt, so ist, wenn ein Tauber, ein Blöder oder ein Minderjähriger sie angezündet hat, dies ungültig. Eine Frau aber darf wohl anzünden, denn R. Jehošua͑ b. Levi sagte, Frauen seien zum Ḥanukalichte verpflichtet, weil auch sie bei jenem Wunder beteiligt waren.", "R. Šešeth sagte: Ein Logiergast ist zum Ḥanukalichte verpflichtet. R. Zera sagte : Früher, als ich noch das Lehrhaus besuchte, pflegte ich meinen Wirtsleuten einige Münzen als Beteiligung zu geben; nachdem ich eine Frau genommen, sagte ich mir: nun brauche ich es nicht, denn daheim zünden sie auch für mich an.", "R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Alle Öle sind für die Lampe gut, am besten aber Olivenöl. Abajje erzählte: Anfangs pflegte sich der Meister nach Sesamöl umzusehen, er sagte nämlich, dies brenne länger; seitdem er aber das gehört, was R. Jehošua͑ b. Levi gesagt hat, bemüht er sich um Olivenöl, denn er sagt, dieses gebe ein klareres Licht.", "Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Alle Öle sind gut zur Tinte, am besten aber Olivenöl. Sie fragten: Zum Verrühren37Der Tintenstoffe.oder zum Räuchern38Man ließ das Öl auf Glas verrauchen, und der Ruß wurde als Tintenstoff benutzt.? – Komm und höre: R. Šemuél b. Zuṭri lehrte: Alle Öle sind gut zur Tinte, am besten aber ist Olivenöl, sowohl zum Verrühren als auch zum Räuchern. R. Šemuél b. Zuṭra lehrte wie folgt: Alle Ruße sind gut zur Tinte, am besten aber der des Olivenöls. R. Hona sagte: Alle Harze sind gut zur Tinte, am besten aber das Harz des Balsambaumes.", "R. Ḥija b. Aši sagte im Namen Rabhs: Wer das Ḥanukalicht anzündet, spreche den Segen. R. Jirmeja sagte: Wer das Ḥanukalicht sieht, spreche den Segen. R. Jehuda sagte: Am ersten Tage spreche, wer das Ḥanukalicht sieht, zwei, und wer es anzündet, drei Segenssprüche; von da ab und weiter, spreche, wer es anzündet, zwei Segenssprüche, und wer es sieht, einen Segensspruch. – Welchen [Segensspruch] läßt man weg? – Man läßt den Segensspruch von der Zeit39Besonderer Segensspruch für die Festtage.weg. – Sollte man doch den Segensspruch von der Wundertat weglassen!? – Die Wundertat geschah an jedem dieser Tage. –", "Wie lautet der Segensspruch? – ‘Daß er uns durch seine Gebote geheiligt, und uns befohlen hat, das Ḥanukalicht anzuzünden.’ – Wo hat er uns dies befohlen? – R. Ivja erwiderte: Dies geht hervor aus [dem Verbote:] 40Dt. 17,11.du sollst nicht abweichen. R. Neḥemja erwiderte: Aus [dem Verse:] 41Ib. 32,7.frage deinen Vater, daß er es dir sage, deine Greise, daß sie es dir erzählen.", "R. A͑mram wandte ein : Man darf mit Demaj42Cf. Dem. 1,4, wo dieser ganze Passus erklärt ist.einen E͑rub bereiten, sich durch dieses vereinigen, darüber den Segen sprechen und darüber den gemeinsamen Tischsegen sprechen. Man darf ferner davon [die Abgaben] nackt und bei Dämmerung entrichten. Wieso darf er, wenn du nun sagst, jedes rabbanitische Gebot erfordere einen Segensspruch, nackt den Segensspruch lesen, es heißt ja:43Dt. 23,15.dein Lager soll heilig sein, was dann nicht der Fall ist!? Abajje erwiderte: Rabbanitische Gebote erfordern, wenn sie Gewisses betreffen, einen Segensspruch, wenn Zweifelhaftes, keinen Segensspruch. –", "Aber der zweite Feiertag ist ebenfalls ein rabbanitisches Gebot des Zweifels44Nach der Schrift sind die Feste nur einen Tag zu feiern, in der Diaspora werden sie jedoch des Zweifels wegen (sie hatten keinen feststehenden Kalender, u. man richtete sich nach dem Erscheinen des Neumondes) zwei Tage gefeiert. wegen; dennoch erfordert er einen Segensspruch!? – Dieser deshalb, damit man ihn nicht geringschätze. Raba erwiderte: Die Mehrzahl des gemeinen Volkes entrichtet den Zehnten45Deshalb darf man die Hebe vom Demaj nackt absondern..", "R. Hona sagte: Ein Hof, der zwei Eingänge hat, erfordert zwei Ḥanukalichter. Raba sagte: Dies nur, wenn sie sich an zwei Seiten befinden, wenn aber an einer Seite, so ist dies nicht nötig. – Aus welchem Grunde : wollte man sagen, wegen des Verdachtes46Er habe kein Ḥ. angezündet., bei wem könnte er in Verdacht kommen? – wenn [bei Fremden aus] aller Welt, so sollten [zwei] erforderlich sein, auch wenn sie sich an einer Seite47Fremde wissen in beiden Fällen nicht, daß beide Eingänge einem Hausbewohner gehören, Stadtbewohner dagegen wissen dies in beiden Fällen.befinden, und wenn bei Einheimischen, so sollten keine [zwei] erforderlich sein, auch wenn sie sich an zwei Seiten47Fremde wissen in beiden Fällen nicht, daß beide Eingänge einem Hausbewohner gehören, Stadtbewohner dagegen wissen dies in beiden Fällen.befinden!? – Tatsächlich wegen des Verdachtes bei Einheimischen, denn oft gehen manche nur an der einen Seite und nicht an der anderen Seite vorüber und glauben, er habe, wie an dieser Tür, auch an jener Tür nicht angezündet. –", "Woher entnimmst du, daß wir Verdacht berücksichtigen? – Es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagte: Aus vier Gründen ordnete die Tora an, den Eckenlaß am Ende des Feldes zurückzulassen: wegen Beraubung der Armen, wegen Zeitverlustes der Armen, wegen des Verdachtes und wegen [des Verbotes] :48Lev. 19,9.du sollst nicht vollenden. Wegen Beraubung der Armen: damit nicht der Eigentümer eine geeignete Zeit abpasse und den Eckenlaß seinen armen Verwandten zuschanze." ], [ "Wegen Zeitverlustes der Armen: damit nicht die Armen dasitzen und warten müssen, bis der Eigentümer den Eckenlaß zurückläßt. Wegen Verdachtes: damit nicht Vorübergehende sagen: Fluch möge über diesen kommen, der auf seinem Felde keinen Eckenlaß zurückläßt. Wegen [des Verbotes]: du sollst nicht vollenden49Wenn das Mähen bereits zu Ende ist.. – Beruhen denn jene alle [Gründe] nicht auf [dem Verbote]: du sollst nicht vollenden!? Raba erwiderte: Wegen der Betrüger50Die keinen Eckenlaß zurücklassen und behaupten würden, ihn auf irgendeine Stelle zurückgelassen zu haben..", "R. Jiçḥaq b. Redipha sagte im Namen R. Honas: Mit einer Lampe, die zwei Dillen hat, können zwei Personen sich ihrer Pflicht entledigen. Raba sagte : Wenn man eine Schüssel mit Öl füllt und ringsum Dochte hineinlegt, so genügen damit, falls man sie mit einem Gefäße zudeckt, ebensoviele Personen ihrer Pflicht; hat man sie nicht mit einem Gefäße zugedeckt, so wird es als Fackel betrachtet, und auch einer genügt damit nicht seiner Pflicht.", "Raba sagte: Das ist mir gewiß, daß vom Wohnungslichte51Am Šabbath; wenn jemand arm ist u. sein Geld nur für eines von beiden reicht.und dem Ḥanukalichte das Wohnungslicht zu bevorzugen sei, wegen der Behaglichkeit im Hause; daß ferner vom Wohnungslichte und dem [Weine zum] Weihsegen des Tages das Wohnungslicht zu bevorzugen sei, wegen der Behaglichkeit im Hause. Aber folgendes fragte Raba: Was ist vom Ḥanukalichte und dem [Weine zum] Weihsegen des Tages zu bevorzugen? Ist der Weihsegen des Tages zu bevorzugen, weil er häufiger ist, oder ist das Ḥanukalicht zu bevorzugen, wegen der Bekanntmachung der Wundertat? Nachdem er dies gefragt, entschied er es auch: Das Ḥanukalicht ist zu bevorzugen, wegen der Bekanntmachung der Wundertat.", "R. Hona sagte : Wer auf das Licht52Am Šabbathabend.achtet, bekommt schriftgelehrte Söhne; wer [das Gebot der] Mezuza genau befolgt, dem ist eine schöne Wohnung beschieden; wer [das Gebot der] Çiçith genau befolgt, dem ist ein schönes Gewand beschieden; wer [das Gebot vom] Weihsegen des Tages genau befolgt, dem ist es beschieden, Krüge mit Wein zu füllen. R. Hona pflegte oft an der Tür R. Abins des Schreiners vorüberzugehen, und als er bemerkte, daß dieser auf die Beleuchtung sehr achtete, sprach er: Aus diesem [Hause] werden zwei bedeutende Männer hervorgehen. Und tatsächlich gingen aus diesem [Hause] R. Idi b. Abin und R. Ḥija b. Abin hervor. R. Ḥisda pflegte oft an der Tür der Eltern R. Šezbis vorüberzugehen, und als er bemerkte, daß sie auf die Beleuchtung sehr achteten, sprach er: Aus diesem [Hause] wird ein bedeutender Mann hervorgehen. Und tatsächlich ging aus diesem [Hause] R. Šezbi hervor.", "Die Frau R. Josephs pflegte [das Šabbathlicht] spät anzuzünden; da sprach R. Joseph zu ihr: Es wird gelehrt:53Ex. 13,22.Tags wich die Wolkensäule nicht, und nachts stand die Feuersäule; dies lehrt, daß die Wolkensäule die Feuersäule und die Feuersäule die Wolkensäule zu ergänzen54Die Feuersäule kam vor dem Abtreten der Wolkensäule.pflegte. Als sie es darauf besonders früh anzünden wollte, sprach ein Greis zu ihr: Es wird gelehrt: Nur darf man es nicht zu früh und nicht zu spät [anzünden].", "Raba sagte: Wer die Rabbanan liebt, wird Rabbanan zu Kindern haben; wer die Rabbanan ehrt, wird Rabbanan zu Schwiegersöhnen haben; wer den Rabbanan Ehrfurcht bezeugt, der wird selber zu den Rabbanan gehören; ist er aber dazu ungeeignet, so werden seine Worte beachtet werden, als gehörte er zu den Rabbanan.", "KEIN VERBRENNL &C. – Was heißt Verbrenn-Öl? Raba erwiderte: unrein gewordenes Öl von Hebe. – Weshalb nennt man es Verbrenn-Öl? – Weil es zum Verbrennen bestimmt ist. – Weshalb darf man es am Šabbath nicht brennen? – Da ihm die Vernichtung obliegt, so ist zu berücksichtigen, er könnte [die Lampe] neigen55Damit es schneller verbrenne.. Abajje sprach zu ihm: Demnach sollte es am Feste erlaubt sein, während wir gelernt haben, man dürfe am Feste kein Verbrenn-Öl brennen!? – Man hat es am Feste als Vorsichtsmaßnahme für den Šabbath verboten.", "R. Ḥisda erklärte: Wir berücksichtigen das Neigen nicht, hier aber handelt es sich um einen Šabbathvorabend, der zugleich Festtag ist, und es ist verboten, Heiliges56Das unrein geworden.am Feste zu verbrennen. – Wenn es aber im Schlußsatze heißt, man dürfe am Feste kein Verbrenn-Öl brennen, so spricht ja demnach den Anfangssatz nicht vom Feste!? R. Ḥanina aus Sura erwiderte: Er gibt damit den Grund an: man darf Verbrenn-Öl am Feste deshalb nicht brennen, weil man am Feste kein Heiliges verbrennen darf." ], [ "Übereinstimmend mit R. Ḥisda wird gelehrt: Diese alle, von denen sie gesagt haben, man dürfe sie am Šabbath nicht brennen, darf man am Feste wohl brennen, ausgenommen Verbrenn-Öl, weil man am Feste kein Heiliges verbrennen darf.", "Sie fragten: Muß man des Ḥanukafestes auch im Tischsegen erwähnen? Braucht man dessen nicht zu erwähnen, da es nur rabbanitisch ist, oder muß man dessen wohl erwähnen, wegen der Bekanntmachung der Wundertat? Raba erwiderte im Namen Abajjes im Namen R. Seḥoras im Namen R. Honas: Man braucht dessen nicht zu erwähnen, will man aber erwähnen, so tue man dies im Danksegen57Dem Segen über das Land; cf. Ber. 48b.. R. Hona b. Jehuda traf einst bei Raba ein, und er war im Begriffe, dessen im Segen ‘Erbauer Jerušalems’ zu erwähnen; da sprach R. Šešeth zu ihm: Wie beim Gebete; wie beim Gebete, dessen im Danksegen erwähnt wird, ebenso ist seiner beim Tischsegen im Danksegen zu erwähnen.", "Sie fragten: Muß man des Neumondtages im Tischsegen erwähnen? Sagen wir, man brauche des Ḥanukafestes nicht zu erwähnen, weil es rabbanitisch ist, wohl aber erwähne man des Neumondtages, das [ein Gebot] der Tora ist, oder braucht man dessen nicht zu erwähnen, weil an diesem Tage die Arbeit nicht verboten ist? Rabh sagt, man müsse seiner erwähnen; R. Ḥanina sagt, man brauche seiner nicht zu erwähnen. R. Zeriqa sagte: Halte dich an die Ansicht Rabhs, denn R. Oša͑ja ist seiner Ansicht. R. Oša͑ja lehrte nämlich: An den Tagen, an denen ein Zusatzopfer dargebracht wurde, beispielsweise am Neumondtage und am Halbfeste, bete man abends, morgens und nachmittags das Achtzehngebet und erwähne des Tagesereignisses im Tempeldienstsegen58Über die einzelnen Gebete des Achtzehngebetes cf. Ber. 28b.; hat jemand dessen nicht erwähnt, so lasse man ihn wiederholen. An diesen Tagen gibt es keinen Weihsegen (über den Becher), jedoch erwähne man [des Tagesereignisses] im Tischsegen. An den Tagen, an denen kein Zusatzopfer dargebracht wurde, beispielsweise am Montag, Donnerstag und Montag59Bei manchen Gelegenheiten (jetzt noch nach dem Pesaḥ- u. Hüttenfeste) werden ein Montag, ein Donnerstag u. ein Montag hintereinander als Fasttage bestimmt., an Fasttagen und Beistandstagen60Cf. hierüber Tan. 26a.(Welche Bedeutung haben denn der Montag und der Donnerstag? –", "Vielmehr, am Montag, Donnerstag und Montag, die Fasttage sind und an Beistandstagen) bete man abends, morgens und nachmittags das Achtzehngebet und erwähne des Tagesereignisses im [Segen] ‘Der das Gebet erhört’; hat jemand dessen nicht erwähnt, so lasse man ihn nicht wiederholen. An diesen Tagen gibt es keinen Weihsegen (über den Becher), auch erwähne man des Tagesereignisses im Tischsegen nicht.", "Sie fragten: Muß man des Ḥanukafestes im Zusatzgebete61Am Š.oder am Neumondtage.erwähnen? Braucht man dessen nicht zu erwähnen, da dieses kein Zusatzgebet hat, oder aber, an diesem Tage sind ja vier Gebete zu verrichten? R. Hona und R. Jehuda sagen beide, man erwähne nicht, R. Naḥman und R. Johanan sagen beide, man erwähne wohl.", "Abajje sprach zu R. Joseph: Die Ansicht R. Honas und R. Jehudas ist die des Rabh. R. Gidel sagte nämlich im Namen Rabhs: Wenn ein Neumondtag auf einen Šabbath fällt, so braucht, der am Šabbath die Hafṭara aus dem Prophetenbuche liest, [im Segen] des Neumondtages nicht zu erwähnen, denn wenn nicht der Šabbath, würde man am Neumondtage aus dem Prophetenbuche nicht lesen. –", "Es ist ja nicht gleich; da, am Neumondtage, wird ja aus dem Prophetenbuche überhaupt nicht [gelesen], hierbei aber wird ja [des Ḥanukafestes] abends, morgens und nachmittags erwähnt. Dies gleicht vielmehr dem, was R. Aḥadboj b. R. Mathna im Namen Rabhs gesagt hat: Wenn ein Fest auf einen Šabbath fällt, so braucht, der am Šabbath beim Vespergebete die Hafṭara62Nach Raschi wurde am Š. auch beim Nachmittagsgebete die Haphṭara gelesen.aus dem Prophetenbuche liest, [im Segen] des Festes nicht zu erwähnen, denn wenn nicht der Šabbath, würde man am Feste beim Vespergebete aus dem Prophetenbuche nicht lesen." ], [ "Die Halakha ist aber nicht wie all diese Lehren, sondern wie R. Jehošua͑ b. Levi gesagt hat: Wenn der Versöhnungstag auf einen Šabbath fällt, so muß man des Šabbaths im Schlußgebete63Am Versöhnungstage wird außer dem Morgen-, Zusatz- u. Nachmittagsgebete noch ein Schlußgebet verrichtet.erwähnen, weil an diesem Tage vier Gebete zu verrichten sind. –", "Eine Halakha widerspricht ja der anderen: du sagst, die Halakha sei, wie R. Jehošua͑ b. Levi, dagegen ist es feststehend, daß die Halakha wie Raba ist, welcher sagt, wenn ein Fest auf einen Šabbath fällt, brauche der Vorbeter, der vor das Betpult tritt, im Abendgebete64Im vom Vorbeter vorgetragenen Auszug des aus 7 Segenssprüchen bestehenden Š.gebetes.des Festes nicht zu erwähnen, denn wenn nicht der Šabbath, würde der Vorbeter am Feste nicht zum Abendgebete vortreten!? –", "Es ist ja nicht gleich; da brauchte man es65Das genannte Gebet vorzutragen.eigentlich auch am Šabbath nicht, hätten die Rabbanan es nicht wegen der Gefahr66Die Bethäuser befanden sich außerhalb der Stadt; das Gebet wird daher absichtl. in die Länge gezogen, damit diejenigen, die spät kommen, nicht allein zurückbleiben.angeordnet, hierbei aber sind an diesem Tage vier Gebete zu verrichten.", "KEIN SCHWANZFETT &C. Die Weisen sagen ja dasselbe, was der erste Tanna!? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen bezüglich der Lehre des R. Beruna67Wenn man Öl beigemischt hat; oben Fol. 21a.im Namen Rabhs. Es ist aber nicht bekannt68Wer der Ansicht Rabhs ist..", "iiMAN DARF AM FESTE KEIN VERBRENNL BRENNEN. R. JIŠMA͑ÉL SAGT, MAN DÜRFE WEGEN DER EHRUNG DES ŠABBATHS KEIN TEERÖL BRENNEN. DIE WEISEN ERLAUBEN ALLE ÖLE: SESAMÖL, NUSSÖL, RETTICHÖL, FISCHTRAN69Nach Raschi: Fett, aus den Eingeweiden der Fische bereitet., ÖL WILDER GURKEN, TEERÖL UND NAPHTA. R. TRYPHON SAGT, MAN DÜRFE NICHTS ANDERES ALS OLIVENÖL BRENNEN.", "GEMARA. Aus welchem Grunde? – Weil man nicht am Feste Heiliges verbrennen darf. – Woher dies? – Ḥizqija sagte, auch wurde es in der Schule Ḥizqijas gelehrt: Die Schrift sagt: 70Ex. 12, 10.ihr sollt nichts davon bis zum Morgen übrig lassen; was davon bis zum Morgen übrig bleibt; [die Worte] bis zum Morgen brauchen ja nicht wiederholt zu werden, und wenn sie dennoch wiederholt werden, so gibt dir der Schriftvers zum Verbrennen71Man warte bis nach dem Feste.noch einen zweiten Morgen.", "Abajje erwiderte: Die Schrift sagt: 72Num. 28, 10.ein Brandopfer von Šabbath zu Šabbath; nicht aber ein Brandopfer des Wochentages zum Šabbath, noch ein Brandopfer des Wochentages am Feste73Dh. man darf nicht Heiliges am Feste verbrennen..", "Raba erwiderte: Die Schrift sagt: 74Ex. 12, 16.nur das allein dürft ihr bereiten; nur das, aber keine Werkzeuge; allein, nicht aber eine außerzeitliche Beschneidung75Die Beschneidung am 8. Tage der Geburt findet auch am Š. statt; wurde sie aber aus irgendeinem Grunde hinausgeschoben, so verdrängt sie nicht mehr die Š.feier; dies gilt auch von jedem anderen Gebote, das ebensogut am folgenden Tage verrichtet werden kann., hinsichtlich welcher man sonst [einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere folgern76Daß sie den Š. wohl verdrängen; cf. Sab. Fol. 132b.würde.", "R. Aši erwiderte: 77Lev. 23, 3.Ein Ruhetag," ], [ "das ist ein Gebot. Bezüglich des [Feierns am] Feste gibt es somit ein Gebot und ein Verbot, und das Gebot78Unrein gewordenes Heiliges zu verbrennen.verdrängt nicht ein Verbot samt Gebot. –", "Dies79Die Nutznießung des zu verbrennenden Öls.ist demnach nur am Feste verboten, am Wochentage aber erlaubt; aus welchem Grunde? Rabh erwiderte: Wie es Gebot ist, unrein gewordene heilige [Opferstücke] zu verbrennen, so ist es auch Gebot, unrein gewordene Hebe zu verbrennen, und die Tora sagt, daß man beim Verbrennen daraus eine Nutznießung ziehen darf. – Wo sagt dies die Tora? – Dies geht aus der Lehre R. Naḥmans hervor, denn R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abahu: Die Schrift sagt: 80Num. 18,8.ich meinerseits überweise dir die Wahrung meiner Heben; der Schriftvers spricht von zwei Heben, von der reinen Hebe und von der unreinen Hebe, und der Allbarmherzige sagt: dir, sie gehört dir, damit81Mit der zu verbrennenden unreinen. deine Speise zu kochen.", "Wenn du aber willst, sage ich, dies gehe aus der Lehre R. Abahus hervor, denn R. Abahu sagte im Namen R. Joḥanans: 82Dt. 26, 14.Ich habe nichts davon in Unreinheit verbrannt, nur davon83Vom zweiten Zehnten. Das W. Unreinheit bezieht sich auch auf die Person, somit ist unter ‘Verbrennen’ die Verwendung zum Brennen zu verstehen.darfst du nicht brennen, wohl aber darfst du Öl von Hebe, die unrein geworden, brennen. – Vielleicht aber: nur davon darfst du nicht brennen, wohl aber darfst du Öl vom Heiligengute, das unrein geworden, brennen!? –", "Bezüglich dieses ist es durch [einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn die Tora vom leichteren [zweiten] Zehnten sagt: ich habe nichts davon in Unreinheit verbrannt, um wieviel mehr gilt dies vom strengeren Heiligengute. –", "Demnach sollte [der Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere auch auf die Hebe bezogen werden!? – Es heißt ja: davon. –", "Was veranlaßt dich dazu84Die Hebe auszuschließen, während man ebensogut das Heiligengut ausschließen könnte.? – Es leuchtet ein, das Heiligengut nicht auszuschließen, denn dabei haben Verworfenes, Übriggebliebenes, Opfer, Veruntreuung, Ausrottung und das Verbot für Leidtragende Geltung. –", "Im Gegenteil, die Hebe sollte nicht ausgeschlossen werden, da bei dieser Tod, Fünftel," ], [ "Unauslösbarkeit und das Verbot für Laien Geltung haben!? – Jene sind mehr.", "Wenn du aber willst, sage ich: das Heiligengut ist strenger, da es mit der Ausrottung belegt ist. R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Die Schrift sagt:85Dt. 18, 4.du sollst ihm geben, ihm, aber nicht seinem Feuer86Man darf die Hebe nicht von Unreinem für das Reine absondern.; demnach darf man [die Hebe] brennen.", "R. JIŠMA͑ÉL SAGT &C. – A us welchem Grunde? Raba erwiderte: Da es schlecht riecht, könnte er es lassen und hinausgehen. Abajje sprach zu ihm: Mag er doch hinausgehen87Dies ist ja nicht verboten.!? Jener erwiderte: Ich bin der Ansicht, das Brennen des Lichtes am Šabbath sei Pflicht. R. Naḥman b. R. Zabhda, manche sagen, R. Naḥman b. Raba, sagte nämlich im Namen Rabhs: Das Brennen des Lichtes am Šabbath ist eine Pflicht; das Waschen der Hände und Füße in warmem [Wasser] am Vorabend ist ein Freigestelltes; ich aber sage, dies sei Gebot. – Was für ein Gebot? –", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: So war die Gepflogenheit des R. Jehuda b. Ilea͑j; am Vorabend des Šabbaths pflegte man ihm eine Wanne mit warmem Wasser zu bringen, und er wusch sieh Gesicht, Hände und Füße und hüllte sich in ein mit Çiçith versehenes Linnentuch; er glich dann einem Engel des Herrn der Heerscharen. Als einst seine Schüler vor ihm die Ecken ihrer Linnentücher verbargen, sprach er zu ihnen: Kinder, habe ich euch nicht gelehrt, das Linnentuch sei nach der Schule Šammajs von den Çiçith frei und nach der Schule Hilleis pflichtig88Die Schule Š.s verbietet, Çiçith (aus Wolle) in ein Laken (aus Linnen) einzuknüpfen, weil dies Mischgewebe ist., und die Halakha sei wie die Schule Hillels? Jene aber waren der Ansicht, dies sei mit Rücksicht auf das Nachtgewand89Das Nachtkleid unterliegt nicht dem Ç.gebot, folglich würde man Mischgewebe tragen, ohne das Ç.gebot auszuüben.verboten.", "90Thr. 3, 17.Und du raubtest meiner Seele den Frieden, ich vergaß des Glückes. Was heißt: du raubtest meiner Seele den Frieden? R. Abahu erwiderte: Dies ist die Beleuchtung am Šabbath. Ich vergaß des Glückes. R. Jirmeja sagte: Dies ist das Badehaus. R. Joḥanan sagte: Dies ist das Waschen von Händen und Füßen in warmem Wasser. R. Jiçḥaq der Schmied sagte: Dies ist das schöne Bett mit dem schönen Bettzeug darauf. R. Abba sagte: Dies ist das bezogene Bett und das geputzte Weib für die Schriftgelehrten.", "Die Rabbanan lehrten: Wer ist reich? – Wer an seinem Reichtum Zufriedenheit findet – so R. Meír. R. Tryphon sagte: Wer hundert Weinberge, hundert Felder und hundert Knechte darin arbeiten hat. R. A͑qiba sagte: Wer eine Frau hat, die schön ist in ihrem Betragen. R. Jose sagte: Wer den Abort nahe seinem Tische hat.", "Es wird gelehrt: R.Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Man darf kein Balsamharz brennen. – Aus welchem Grunde? Raba erwiderte: Da es einen Duft verbreitet, so könnte man davon zum Gebrauche91Dies gilt als Löschen der Flamme, was verboten ist.entnehmen. Abajje sprach zu ihm:" ], [ "Der Meister könnte ja sagen: weil es spritzt92Wodurch ein Brand entstehen könnte.!? – Er gibt einen und einen zweiten Grund an: erstens, weil es spritzt, und zweitens, weil man davon zum Gebrauche entnehmen könnte.", "Einst war eine Schwiegermutter, die ihre Schwiegertochter haßte. Da sprach sie zu ihr: Geh, schmücke dich mit Balsamöl. Diese ging und tat dies. Als sie zurückkam, sprach jene zu ihr: Geh, zünde das Licht an. Als sie das Licht anzündete, erfaßte sie das Feuer und verbrannte sie.", "93Jer. 52, 16.Und von den Geringen des Landes ließ Nebuzar Adan, der Oberste der Leibwächter, als Winzer und Ackerleute zurück. Winzer, das sind, wie R. Joseph lehrte, Leute, die von E͑n-Gedi bis Ramata den Balsam sammelten. Ackerer94Wohl v. נוב spalten; die Schneckenfänger pflegten die Tierchen zu spalten, um den Purpurfarbstoff zu gewinnen., das sind Leute, die vom Abhange Çors bis Ḥajpha die Purpurschnecke fingen.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf unreines [Öl] von Unverzehntetem wochentags nicht brennen, und selbstverständlich nicht am Šabbath. Desgleichen darf man weißes Naphta wochentags nicht brennen, und selbstverständlich nicht am Šabbath. – Erklärlich ist dies vom weißen Naphta, weil es spritzt, weshalb aber [kein] unreines [Öl] von Unverzehntetem? –", "Die Schrift sagt: 95Num. 18, 8.ich meinerseits überweise dir die Wahrung meiner Heben; der Schriftvers spricht von zwei Heben, von der reinen Hebe und von der unreinen Hebe; wie bei der reinen Hebe [die Früchte] dir erst nach der Abhebung zur Verfügung stehen, ebenso stehen sie dir bei der unreinen Hebe erst nach der Abhebung zur Verfügung.", "Der Text. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Man darf kein Balsamharz brennen, so sagte auch R. Šimo͑n b. Elea͑zar: Balsamharz ist nichts als ein Saft des Balsambaumes. R. Jišma͑él sagte: Was vom Holze kommt, darf man nicht brennen. R. Jišma͑él b. Beroqa sagte: Man darf nur das brennen, was von der Frucht kommt. R. Tryphon sagte: Man darf nur Olivenöl allein brennen.", "Da stellte sich R. Joḥanan b. Nuri (auf seine Füße) hin und sprach: Was sollen die Leute in Babylonien machen, die kein anderes als Sesamöl haben!? Was sollen die Leute in Medien machen, die kein anderes als Nußöl haben!? Was sollen die Leute in Alexandria machen, die kein anderes als Rettichöl haben!? Was sollen die Leute in Kappadokien machen, die weder dieses noch jenes, sondern nur Naphta haben!? Halte dich vielmehr an die, von denen die Weisen gesagt haben, daß man sie nicht brennen dürfe.", "Man darf Fischtran und Teeröl brennen. R. Šimo͑n Šezori sagt, man dürfe Öl von wilden Gurken und Naphta brennen. Symmachos sagt, was aus Fleisch kommt, dürfe man nicht brennen, ausgenommen Fischtran. – Symmachos sagt ja dasselbe, was der erste Tanna!? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen bezüglich der Lehre des R. Beruna67Wenn man Öl beigemischt hat; oben Fol. 21a.im Namen Rabhs. Es ist aber nicht bekannt68Wer der Ansicht Rabhs ist..", "Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Bei allem, was vom Baume kommt, hat die Bestimmung von drei zu drei96Ein Stückchen Kleiderstoff ist nur dann verunreinigungsfähig, wenn es drei Finger lang u. ebenso breit ist.keine Geltung, und man darf damit [die Festhütte] bedecken, ausgenommen Flachs. Abajje sagte:" ], [ "R. Šimo͑n b. Elea͑zar und der Tanna aus der Schule R. Jišma͑éls lehrte eines und dasselbe. – R. Šimo͑n b. Elea͑zar [lehrte] das, was wir bereits gesagt haben; was der Tanna aus der Schule R. Jišma͑éls? – In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Da in der Tora von den Kleidern97Bezüglich der Unreinheit.allgemein gesprochen wird, an einer Stelle aber98Cf. Lev. 13,14ff.Wolle und Flachs ausdrücklich genannt werden, so sind, wie an dieser Stelle Wolle und Flachs, auch überall [Kleider aus] Wolle und Flachs gemeint.", "Raba sagte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen, ob jeder andere Kleiderstoff von drei zu drei [Handbreiten verunreinigungsfähig ist]; nach R. Šimo͑n b. Elea͑zar ist er es, nach dem Tanna aus der Schule R. Jišma͑éls ist er es nicht. –", "Alle stimmen also überein, daß [Kleiderstoff] aus Wolle und Flachs von drei zu drei [Fingerbreiten] durch Aussatz verunreinigungsfähig sei; woher dies? – Es wird gelehrt: 99Lev. 13,58.Gewand; ich weiß nur von einem Gewande, woher dies [von Kleiderstoff] von drei zu drei [Fingerbreiten]? Es heißt: 99Lev. 13,58.und das Gewand. – Vielleicht schließt dies nur [die Größe] drei zu drei [Handbreiten] ein!? –", "Bezüglich dieser ist es [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn [ein Gewebe von nur einem] Aufzug- und Einschlagfaden verunreinigungsfähig ist, um wieviel mehr [Kleiderstoff von] drei zu drei [Handbreiten]. – Demnach ist es ja auch bezüglich eines von drei zu drei [Fingerbreiten durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern!? – Vielmehr, bezüglich eines von drei zu drei [Handbreiten], der für Reiche und Arme brauchbar ist, ist es [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern, bezüglich eines von drei zu drei [Fingerbreiten] aber, der nur für Arme und nicht für Reiche brauchbar ist, ist es [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere nicht zu folgern. Daher nur, weil die Schrift es einbegriffen hat, hätte die Schrift es nicht einbegriffen, so würden wir es [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere nicht gefolgert haben. –", "Vielleicht schließt dies drei zu drei [Handbreiten] auch anderer Kleiderstoffe ein!? – Die Schrift sagt: 100Ib. V. 59.ein Gewand aus Wolle oder Flachs, nur Wolle und Flachs, anderes aber nicht. – Vielleicht sind [andere Kleiderstoffe nur in der Größe von] drei zu drei [Fingerbreiten] ausgeschlossen, von drei zu drei [Handbreiten] aber sind sie verunreinigungsfähig!? – Es sind zwei Ausschließungen vorhanden: 101Ib. V. 47.An einem wollenen Gewande oder an einem linnenen Gewande, eines schließt drei zu drei [Fingerbreiten] und eines schließt drei zu drei [Handbreiten] aus. –", "Woher weiß dies nach Raba, welcher sagt, zwischen ihnen bestehe ein Unterschied, ob jeder andere Kleiderstoff von drei zu drei [Handbreiten verunreinigungsfähig ist], nach R. Šimo͑n b. Elea͑zar sei er es, und nach dem Tanna aus der Schule R. Jišma͑éls sei er es nicht, [der erstere] von anderen Kleiderstoffen [in der Größe von] drei zu drei [Handbreiten]? –" ], [ "Er folgert dies aus [den Worten]:102Ib. 11,32.oder ein Gewand. Es wird nämlich gelehrt: Gewand: ich weiß dies von einem Gewande, woher dies von anderen Kleiderstoffen [in der Größe] von drei zu drei [Handbreiten]? Es heißt: oder ein Gewand. –", "Wofür verwendet Abajje [die Worte] oder ein Gewand? – Diese verwendet er zur Einbegreifung von Wolle oder Flachs [in der Größe] von drei zu drei [Fingerbreiten], daß sie durch Kriechtiere verunreinigungsfähig sind. –", "Und Raba!? – Der Allbarmherzige hat dies bezüglich des Aussatzes103Die angezogene Stelle handelt von Verunreinigung durch Aussatz.offenbart, und dies gilt auch von den Kriechtieren. – Und Abajje!? –", "Man könnte einwenden: wohl beim Aussatze, weil dadurch auch [ein Gewebe von] Aufzug- und Einschlagfaden verunreinigungsfähig ist. –", "Und jener!? – Wollte man sagen, beim Aussatze sei es strenger, so sollte der Allbarmherzige es nur von den Kriechtieren geschrieben haben, und man könnte hiervon bezüglich des Aussatzes folgern. – Und der andere!? –", "Bezüglich des Aussatzes ist von den Kriechtieren nicht zu folgern, denn man könnte einwenden: wohl Kriechtiere, weil sie schon in Linsengröße verunreinigend sind.", "Abajje sagte: Dieser Tanna aus der Schule R. Jišma͑éls ist anderer Ansicht als jener Tanna aus der Schule R. Jišma͑éls. In der Schule R. Jišma͑éls wurde nämlich gelehrt: Gewand: ich weiß dies nur von einem Gewande aus Wolle und Linnen, woher, daß auch Kamelhaar, Hasenhaar, Ziegenhaar, Seide, Wergseide, Serikon einbegriffen ist? Es heißt: oder ein Gewand.", "Raba sagte: Jener Tanna aus der Schule R. Jišma͑éls hält nichts [von der Einbegreifung] anderer Kleiderstoffe bei drei zu drei [Fingerbreiten], bei drei zu drei [Handbreiten] aber wohl. –", "Raba selbst sagte ja aber, daß andere Kleiderstoffe von drei zu drei [Handbreiten] nach R. Šimo͑n b. Elea͑zar einbegriffen und nach dem Tanna aus der Schule R. Jišma͑éls nicht einbegriffen sind!? – Raba ist von jenem [Ausspruche] abgekommen. Wenn du aber willst, sage ich: dies hat R. Papa gesagt,", "denn R. Papa sagte: [Die Worte] ‘auch104Oben in der 1. Lehre der Schule R. Jišma͑éls.überall’ schließen Mischgewebe ein105Diese Lehre bezieht sich nicht nur auf die Verunreinigung, sondern erklärt das Wort Mischgewebe.. – Vom Mischgewebe heißt es ja ausdrücklich: 106Dt. 22,11.du sollst kein Mischgewebe anziehen, Wolle und Flachs zusammen!? – Man könnte glauben, dies gelte nur vom Anziehen, das Überwerfen aber sei bei allem, was aus zwei Arten besteht, verboten. –", "Ist dies nicht widersinnig: wenn bezüglich des Anziehens, wobei der ganze Körper davon genießt, dies nur von Wolle und Flachs gilt und nicht von anderem, um wieviel mehr bezüglich des Überwerfens!? – Vielmehr, das, was R. Papa gesagt hat, ist nur Gerede.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: [Die Worte] ‘auch überall’" ], [ "schließen die Çiçith ein107Diese Lehre bezieht sich auf das Çiçithgebot.. – Von den Çiçith heißt es ja ausdrücklich: du sollst kein Mischgewebe anziehen, Wolle und Flachs zusammen, und darauf folgt: 108Dt. 22,12.Quasten sollst du dir machen!? – Man könnte glauben, dies deute auf die Lehre Rabas. Raba wies nämlich auf einen Widerspruch hin: Es heißt: 109Num. 15,38.Zipfel, aus dem Stoffe des Zipfels, dagegen heißt es: Wolle und Flachs zusammen; wie ist dies [in Übereinstimmung110Darauf folgt das Gebot der Çiçith, wonach sie aus den genannten Stoffen anzufertigen sind.zu bringen]? [Çiçith aus] Wolle oder Flachs sind sowohl für den gleichen Stoff als auch für einen anderen Stoff verwendbar, aus anderen Stoffen aber sind sie es nur für den gleichen Stoff, für andere Stoffe aber nicht. Man könnte glauben, es sei nach Raba zu erklären, so läßt er uns hören.", "R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Nach dem Tanna aus der Schule R. Jišma͑éls werden bezüglich der Unreinheit auch andere Kleiderstoffe einbegriffen, weil es oder ein Gewand heißt, somit sollten hierbei111Beim Gesetze von den Çiçith.auch andere Kleiderstoffe einbegriffen sein, weil es [einschließend] heißt: 112Dt. 22,12.womit du dich zudeckst!? – Dies deutet auf das Gewand eines Blinden. Es wird nämlich gelehrt: 113Num. 15,39.Ihr sollt sie sehen, ausgenommen das Nachtgewand. Du sagst, das Nachtgewand, vielleicht ist dem nicht so, sondern ausgenommen das Gewand eines Blinden? Wenn es heißt: womit du dich zudeckst, so ist ja damit das Gewand eines Blinden gemeint, somit deuten [die Worte:] ihr sollt sie sehen, auf die Ausschließung des Nachtgewandes. –", "Was veranlaßt dich, das Gewand eines Blinden einzuschließen und das Nachtgewand auszuschließen? – Ich schließe das Gewand eines Blinden ein, weil andere es sehen, und ich schließe das Nachtgewand aus, weil auch andere es nicht sehen. –", "Vielleicht schließen [jene Worte] andere Kleiderstoffe ein? – Es ist einleuchtend, daß, wenn er von Wolle und Flachs spricht, er Wolle und Flachs einschließt; sollte er denn, wenn er von Wolle und Flachs spricht, andere Kleiderstoffe einschließen!?", "Abajje sagte: R. Šimo͑n b. Elea͑zar und Symmachos lehrten eines und dasselbe. R. Šimo͑n b. Elea͑zar [lehrte] das, was wir bereits gesagt haben, und Symmachos das der folgenden Lehre: Symmachos sagte: Wenn man [die Festhütte] mit Gesponnenem bedeckt hat, so ist sie unbrauchbar, weil sie dann durch Aussatz verunreinigungsfähig ist. – Nach wessen Ansicht? –", "Nach dem Tanna der folgenden Lehre: Ein [Gewebe von] Aufzug- und Einschlagfaden ist durch Aussatz sofort verunreinigungsfähig – so R. Meír; R. Jehuda sagt, der Aufzugfaden, sobald er gebrüht wird, der Einschlagfaden sofort, und Flachsbündel, sobald sie gebleicht werden.", "iii, 1VON ALLEM, WAS VOM BAUME KOMMT, DARF MAN NUR FLACHS BRENNEN. VON ALLEM, WAS VOM BAUME KOMMT, IST NUR FLACHS ALS ZELT VERUNREINIGUNGSFÄHIG.", "GEMARA. Woher, daß Flachs Baum genannt wird? Mar Zuṭra erwiderte: Die Schrift sagt: 114Jos. 2,6.sie führte sie auf das Dach und verbarg sie unter dem Baumflachse.", "VON ALLEM, WAS VOM BAUME KOMMT, IST NUR FLACHS ALS ZELT VERUNREINIGUNGSFÄHIG. Woher dies? R. Elea͑zar erwiderte: Er folgert dies durch [das Wort] Zelt" ], [ "von der Stiftshütte: hier115Num. 19,14.heißt es: dies die Lehre, wenn jemand in einem Zelte stirbt, und dort116Ex. 40,19.heißt es: er spannte das Zelt über die Stiftshütte aus; wie der Flachs117Das Zeltdach war aus Flachs; cf. Ex. 26,1.dort Zelt heißt, so heißt er auch hier Zelt. – Demnach sollte er, wie dort gesponnen und sechsfach gedrehter Faden, auch hierbei gesponnen und sechsfach gedrehter Faden sein müssen!? – Es heißt zweimal Zelt, und dies ist einbegreifend. – Wenn die Wiederholung des Wortes Zelt einbegreifend ist, so sollte auch alles andere einbegriffen sein!? – Welche Bedeutung hätte demnach die Wortanalogie? –", "Vielleicht gelten, wie es da Bretter118Die Stiftshütte bestand aus Brettern.waren, auch sonst Bretter [als Zelt]!? – Die Schrift sagt:119Ex. 26,15.du sollst Bretter für die Stiftshütte anfertigen: nur die Stiftshütte120Die Vorhänge, aus denen sie bestand.heißt ‘Stiftshütte’, nicht aber heißen Bretter ‘Stiftshütte’. – Es heißt ja auch:121Ex. 26,14.du sollst eine Decke für das Zelt machen; mithin heißt auch die Decke nicht Zelt!? Wieso fragte R. Elea͑zar demnach, ob das Fell eines unreinen Viehs als Leichenzelt verunreinigungsfähig sei – wenn das Fell eines reinen Viehs122Zur Decke der Stiftshütte wurden rotgefärbte Widderfelle verwendet.nicht verunreinigungsfähig ist, um wieviel weniger das Fell eines unreinen Viehs! – Anders dieses, das die Schrift weiter besonders nennt, denn es heißt:123Num. 4,25.sie sollen die Teppiche der Stiftshütte tragen und das Offenbarungszelt, seine Decke und die Taḥiašdecke, die oben darüber; er vergleicht das obere mit dem unteren124Die Felldecke mit der Stoffdecke.: wie das untere ‘Zelt’ heißt, so heißt auch das obere ‘Zelt’.", "Der Text. R. Elea͑zar fragte: Ist die Haut eines unreinen Viehs als Zelt verunreinigungsfähig? – Was war ihm da fraglich? R. Ada b. Ahaba erwiderte: Er fragte, ob das Taḥaš zur Zeit Mošes rein oder unrein war. R. Joseph entgegnete: Wieso konnte ihm dies fraglich sein, es wird ja gelehrt, daß nur Felle reiner Tiere für das göttliche Werk brauchbar waren!?", "R. Abba wandte ein: R. Jehuda sagt, es waren zwei Decken, eine aus rotgefärbten Widderfellen und eine aus Taḥašfellen; R. Neḥemja sagt, es war eine Decke [von einem Tiere, das] dem Frettchen125So nach der Beschreibung des A͑rukh.gleicht. Das Frettchen ist ja ein unreines Tier!? – Er meint es wie folgt: es gleicht dem Frettchen, indem es buntfarbig war, und es gleicht nicht dem Frettchen, denn dieses ist unrein, während jenes rein war. B. Joseph sprach; Deshalb heißt es in unserer Übersetzung Sasgona; es freut sich seiner Buntfarbigkeit126שש freuen, גוונא Farbe..", "Raba sagte: Daß das Fell eines unreinen Viehs als Leichenzelt verunreinigungsfähig ist, ist aus folgendem zu entnehmen: Es wird gelehrt: 127Lev. 13,48.Oder in Fell, dies schließt das Fell eines unreinen Viehs ein, und das in der Hand des Priesters aussätzig geworden ist. Woher dies von dem Falle, wenn man aus allen zusammen128Den im ausgezogenen Verse genannten Stoffen.[ein Kleid] gefertigt hat? Es heißt: 129Lev. 13,48.oder an irgend etwas aus Leder. – Dies ist zu widerlegen: wohl gilt dies beim Aussatze, wobei schon [ein Gewebe von] Aufzug- und Einschlagfaden verunreinigungsfähig ist!? –", "Vielmehr, es ist von [der Unreinheit] der Kriechtiere zu entnehmen. Es wird nämlich gelehrt: Fell, ich weiß dies vom Felle eines reinen Viehs, woher dies vom Felle eines unreinen Viehs? Es heißt:130Ib. 11,32.oder in Fell. – Dies ist zu widerlegen: wohl gilt dies bei Kriechtieren, die schon bei Linsengröße verunreinigend sind!? [Die Unreinheit] des Aussatzes beweist131Daß es nicht darauf ankommt. Bei diesem erfolgt die Unreinheit nicht bei Linsengröße, dennoch ist das Fell unreiner Tiere einbegriffen.es. Die Replikation wiederholt sich nun: Die Eigenheit des einen gleicht nicht der Eigenheit des anderen, und die Eigenheit des anderen gleicht nicht der Eigenheit des ersten; das Gemeinsame an ihnen ist, daß sie das Fell unrein machen, und bei ihnen gleicht das Fell des unreinen Viehs dem des reinen Viehs. Somit gilt dies auch vom Leichenzelte; es macht das Fell unrein, mithin gleicht dabei das Fell des unreinen Viehs dem des reinen Viehs.", "Raba aus Barniš sprach zu R. Aši: Dies ist zu widerlegen: das Gemeinsame an ihnen ist, daß bei beiden schon [ein Quantum] unter Olivengröße verunreinigend ist, während ein Leichnam nur in Olivengröße verunreinigend ist!?", "Vielmehr, sagte Raba aus Barniš," ], [ "ist es [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, vom Ziegenhaar, zu folgern: dieses ist durch Aussatz nicht verunreinigungsfähig, dennoch als Leichenzelt verunreinigend, um so mehr ist das Fell des unreinen Viehs, das durch Aussatz verunreinigungsfähig ist, als Leichenzelt verunreinigend. –", "Welche Halakha geht demnach aus der Lehre R. Josephs hervor, daß nämlich für das göttliche Werk nur Felle reiner Tiere brauchbar waren? – Bezüglich der Tephillin132Sie dürfen nur auf Pergament von reinen Tieren geschrieben werden.. – Von den Tephillin heißt es ja ausdrücklich:133Ex. 13,9.damit die Lehre des Herrn in deinem Munde sei, nur von dem, was dir in den Mund zu nehmen erlaubt ist!? –", "Bezüglich der Kapseln134Cf. Ber. Abschn. I. Anm. 197.. – Abajje sagte ja aber, das Šin der Tephillin135Auf beiden Seiten der Kopfkapsel befindet sich ein ש in Reliefprägung. Dieses ש gehört also noch zur im angezogenen Verse erwähnten Lehre.sei eine Moše am Sinaj überlieferte Halakha!? –", "Vielmehr, bezüglich des Haares zum Umbinden und der Sehnen zum Vernähen136Die Pergamentrollen (פרשיות) werden mit Haarsträhnen umwickelt, und die Kapseln mit Sehnen zusammengenäht.. – Dies ist ja ebenfalls eine Moše am Sinaj überlieferte Halakha!? Es wird nämlich gelehrt: Daß die Tephillin viereckig sein müssen, ist eine Moše am Sinaj überlieferte Halakha; sie müssen mit Haar von diesen selbst umwickelt und mit Sehnen von diesen selbst vernäht werden. –", "Vielmehr, bezüglich der Riemen134Cf. Ber. Abschn. I. Anm. 197.. – R. Jiçḥaq sagte ja aber, daß die Riemen schwarz sein müssen, sei eine Moše am Sinaj überlieferte Halakha!? – Allerdings ist es überliefert, daß sie schwarz sein müssen, aber ist es denn überliefert, daß sie vom reinen Vieh sein müssen!? –", "Wie bleibt es bezüglich des Taḥaš zur Zeit Mošes? – R. Elea͑ sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Laqiš: R. Meír sagte: Das Taḥaš zur Zeit Mošes war ein Geschöpf für sich, von dem die Weisen nicht entschieden haben, ob es ein Wild oder ein Vieh war. Es hatte ein Horn auf der Stirn. Seiner Zeit hat es sich Moše dargeboten, der dessen [Fell] bei der Stiftshütte verwendete, und darauf verschwand es.", "Da es, wie er sagt, ein Horn hatte, so ist zu schließen, daß es ein reines Tier war. R. Jehuda sagte nämlich: Der Stier, den Adam der Urmensch dargebracht hat, hatte ein Horn auf der Stirn, denn es heißt:137Ps. 69,32.das wird dem Herrn besser gefallen, als ein Stier, ein Farre mit Hörnern und Klauen. – ‘Mit Hörnern’, das sind ja zwei!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Die Schreibweise ist maqran [ein gehörnter]. – Sollte er hieraus entscheiden, daß es ein Vieh ist!? – Da es das Einhorn gibt, das ein Wild ist und ebenfalls nur ein Horn hat, so kann auch dieses ein Wild sein.", "iii, 2WENN MAN EINEN STOFFSTREIFEN ZUSAMMENGEROLLT, ABER NICHT ANGESENGT HAT, SO IST ER, WIE R. ELIE͑ZER SAGT, VERUNREINIGUNGSFÄHIG, UND MAN DARF IHN NICHT BRENNEN, WIE R. A͑QIBA SAGT, REIN, UND MAN DARF IHN BRENNEN.", "GEMARA. Allerdings besteht ihr Streit bezüglich der Verunreinigungsfähigkeit in folgendem: R. Elie͑zer ist der Ansicht, das Zusammenrollen sei bedeutungslos, und [der Streifen] bleibe bei seinem Wesen, während R. A͑qiba der Ansicht ist, das Zusammenrollen sei wirksam und dieser kein [Streifen] mehr;", "worin aber besteht ihr Streit bezüglich des Anzündens!? – R. Elea͑zar sagte im Namen R. Oša͑jas, ebenso sagte R. Ada b. Ahaba: Hier handelt es sich um [einen Streifen] von genau drei zu drei [Fingerbreiten], und zwar an einem Feste, das auf einen Vorabend138Man darf dann Dinge, die man nicht gebrauchen darf, auch nicht anfassen.des Šabbaths fällt. Alle sind der Ansicht R. Jehudas, welcher sagt, man dürfe ganze Geräte verheizen, aber man dürfe keine Bruchstücke von Geräten139Die am selben Tage zerbrochen; solche gelten als Neuentstandenes, das man nicht verwenden darf. verheizen; ebenso sind alle der Ansicht U͑las, welcher sagt, wenn man [den Docht] anzündet, müsse die Flamme die größere Hälfte des vorstehenden Teiles erfaßt haben. R. Elie͑zer ist der Ansicht, das Zusammenrollen sei bedeutungslos, somit gilt [der Streifen], sobald man etwas angezündet hat, als Bruchstück eines Gerätes, und man verwendet ein Bruchstück eines Gerätes zum Brennen; R. A͑qiba aber ist der Ansicht, das Zusammenrollen sei wirksam und [der Streifen] habe seine Eigenschaft als Gerät verloren, somit ist es ebenso, als brenne man ein Stück Holz.", "R. Joseph sagte: Deshalb auch wurde mir gelehrt, [unsere Mišna handle von einem Streifen] genau drei zu drei [Fingerbreiten], und ich wußte nicht, zwecks welcher Halakha. –", "Wenn R. Ada b. Ahaba es nach R. Jehuda erklärt, so ist ja anzunehmen, daß er ebenfalls der Ansicht R. Jehudas ist; aber ist denn R. Ada b. Ahaba dieser Ansicht, R. Ada b. Ahaba sagte ja," ], [ "daß, wenn ein Nichtjude [am Feste] eine Vertiefung in ein Scheit eines Jisraéliten gegraben hat, man es am Feste verheizen dürfe. Wieso denn, es ist ja [am Feste] entstanden!? – Er sagte es nur nach R. Elie͑zer und R. A͑qiba, er selber aber ist nicht dieser Ansicht.", "Raba erklärte: Folgendes ist der Grund R. Elie͑zers: weil man [am Šabbath] keinen noch nicht angebrannten Docht und keinen noch nicht angebrannten Fetzen brennen darf140Weil sie schlechter brennen.. – Zwecks welcher Halakha lehrte R. Joseph: genau drei zu drei [Fingerbreiten]? – Bezüglich der Unreinheit, denn wir haben gelernt: Drei zu drei [Fingerbreiten], von denen sie sprechen, sind außer dem Nahtsaum zu verstehen – so R. Šimo͑n; die Weisen sagen: genau drei zu drei.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Man darf [am Feste] Geräte verheizen, nicht aber darf man Bruchstücke von Geräten139Die am selben Tage zerbrochen; solche gelten als Neuentstandenes, das man nicht verwenden darf.verheizen – so R. Jehuda; R. Šimo͑n erlaubt dies. Man darf Nüsse verheizen, hat man sie gegessen, so darf man die Schalen nicht verheizen – so R. Jehuda; R. Šimo͑n erlaubt dies. Man darf Datteln verheizen, hat man sie gegessen, so darf man die Kerne nicht verheizen – so R. Jehuda; R. Šimo͑n erlaubt dies.", "Und [alle Fälle] sind nötig. Hätte er nur den ersten gelehrt, [so könnte man glauben,] R. Jehuda sei dieser Ansicht nur hierbei, weil es vorher ein Gerät war, nachher aber ein Bruchstück eines Gerätes ist, dies ist also Neuentstandenes und daher verboten, bei den Datteln aber, wo sie vorher Kerne waren und nachher Kerne sind, sei es erlaubt. Würde er es nur von den Datteln gelehrt haben, so könnte man glauben, weil diese vorher verhüllt waren und nachher unverhüllt sind, bei Nußschalen aber, die vorher unverhüllt waren und nachher unverhüllt sind, sei es erlaubt. Daher sind alle nötig.", "Die Lehre Rabhs aber ist nicht ausdrücklich gelehrt worden, sondern aus einem Schlusse gefolgert. Rabh aß nämlich Datteln und warf die Kerne in den Herd; da sprach R. Ḥija zu ihm: Fürstensohn, am Feste ist solches verboten. – Hat er ihm zugestimmt oder nicht? –", "Komm und höre: Als Rabh nach Babylonien kam, aß er [am Feste] Datteln und warf die Kerne für die Tiere fort. Doch wohl persische, wonach er ihm nicht141Die Kerne der pers. Datteln lösten sich leicht vom Fleische u. sollten, da nicht zum Eßbaren gehörig, nicht angefaßt werden dürfen.zugestimmt hat. – Nein, es waren aramäische, [deren Kerne] noch des Fleisches wegen genießbar sind.", "R. Šemuél b. Bar Hana sprach zu R. Joseph: Wieso sagt R. Jehuda, man dürfe Geräte, jedoch keine Bruchstücke von Geräten verheizen; sobald sie ein wenig anbrennen, sind sie ja Bruchstücke von Geräten, und wenn man sie wendet, wendet man doch Verbotenes!? – Man verfahre hierbei nach [der Vorschrift] R. Mathnas. R. Mathna sagte nämlich im Namen Rabhs: Wenn am Feste Holz vom Baume142Wörtl. Dattelpalme, im talmudischen Sprachgebrauche Baum, besond. Obstbaum.in den Ofen gefallen ist, so lege man noch mehr von vorrätigem Holze hinzu und verheize es.", "R. Hamnuna sagte143Zur Erklärung des ‘Streifens’ in unserer Mišna.: Hier handelt es sich um [einen Streifen] unter drei zu drei [Handbreiten], und zwar wird hier die Bedeutungslosigkeit des Lappens144Bezüglich der Unreinheit.gelehrt.", "R. Elie͑zer vertritt hierbei seine Ansicht und R. A͑qiba seine. Wir haben nämlich gelernt: [Ein Lappen] unter drei zu drei [Handbreiten], den man zum Verstopfen [eines Loches] in der Badewanne, zum [Anfassen beim] Durchschütteln eines Topfes oder zum Auswischen einer Handmühle zurechtgemacht hat, ob dazu verwahrt oder nicht, ist unrein145Wenn das Gewand unrein war, verbleibt auch dieser in demselben Zustande. – so R. Elie͑zer; R. Jehošua͑ sagt, er sei rein, ob dazu verwahrt oder nicht. R. A͑qiba sagt, wenn dazu verwahrt, sei er unrein, wenn nicht dazu verwahrt, sei er rein. Hierüber sagte U͑la, und nach anderen, Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans: Hat man ihn auf den Müllhaufen geworfen, so ist er nach aller Ansicht rein," ], [ "hat man ihn in der Truhe verwahrt, so ist er nach aller Ansicht unrein, ihr Streit besteht nur, wenn man ihn an einen Pflock gehängt oder hinter die Tür gelegt hat. R. Elie͑zer ist der Ansicht, da man ihn nicht auf den Müllhaufen geworfen hat, habe man an seine Verwendung gedacht, dennoch nennt er dies nicht verwahrt, da man ihn nicht so wie in der Truhe verwahrt hat. R. Jehošua͑ aber ist der Ansicht, da man ihn nicht in die Truhe gelegt hat, habe man ihn aufgegeben, dennoch nennt er dies verwahrt, da man ihn nicht auf den Müllhaufen geworfen hat.", "Und R. A͑qiba ist der Ansicht R. Elie͑zers, wenn man ihn an einen Pflock gehängt hat, und der Ansicht R. Jehošua͑s, wenn man ihn hinter die Tür gelegt hat. R. A͑qiba aber trat zurück und bekannte sich zur Ansicht R. Jehošua͑s. – Woher dies? Raba erwiderte: Weil er ‘Stoffstreifen’ lehrt. Weshalb heißt es ‘Stoffstreifen’, sollte es doch ‘Streifen von Stoff’ heißen? Während er noch Stoff ist.", "ivMAN DARF NICHT EINE EIERSCHALE DURCHLOCHEN, SIE MIT ÖL FÜLLEN UND ÜBER EINE LAMPE SETZEN, DAMIT DAS ÖL HERABTRIEFE, AUCH KEINE TONSCHALE; R. JEHUDA ERLAUBT DIES. HAT SIE ABER DER TÖPFER VON VORNHEREIN ANGEBRACHT, SO IST ES ERLAUBT, WEIL ES EIN GERÄT IST. MAN DARF NICHT EINE SCHÜSSEL MIT ÖL FÜLLEN, SIE AN DIE SEITE EINER LAMPE STELLEN UND DAS ENDE DES DOCHTES HINEINTUN, DAMIT ER DAVON SAUGE; R. JEHUDA ERLAUBT DIES.", "GEMARA. Und [alle Fälle] sind nötig. Hätte er es nur von der Eierschale gelehrt, [so könnte man glauben,] die Rabbanan seien ihrer Ansicht nur bezüglich dieser, weil man, da sie nicht widerlich ist, davon gebrauchen könnte, bezüglich einer Tonschale aber, die widerlich ist, pflichten sie R. Jehuda bei. Hätte er es nur von der Tonschale gelehrt, [so könnte man glauben,] nur bezüglich dieser sei R. Jehuda seiner Ansicht, bezüglich jener aber pflichte er den Rabbanan bei. Hätte er es nur von diesen beiden gelehrt, [so könnte man glauben,] R. Jehuda sei seiner Ansicht nur bezüglich dieser beiden, weil sie [von der Lampe] nicht getrennt sind, bezüglich einer Schüssel aber, die [von der Lampe] getrennt ist, pflichte er den Rabbanan bei. Und hätte er es nur von dieser gelehrt, [so könnte man glauben,] die Rabbanan seien nur bezüglich dieser ihrer Ansicht, bezüglich jener beiden aber pflichten sie R. Jehuda bei. Daher sind [alle Fälle] nötig.", "HAT SIE ABER DER TÖPFER VON VORNHEREIN ANGEBRACHT, SO IST ES ERLAUBT &C. Es wird gelehrt: Hat er sie selber mittelst Lehm oder Ton angebracht, so ist es erlaubt. – Wir haben ja aber gelernt: der Töpfer!? – Unter ‘Töpfer’ ist zu verstehen: nach Art des Töpfers.", "Es wird gelehrt: R. Jehuda erzählte: Einst feierten wir den Šabbath im Söller des Hauses des Nithza in Lud, und man brachte uns eine Eierschale, die wir mit Öl gefüllt, durchlocht und über die Lampe gesetzt haben. R. Tryphon und die Ältesten waren da anwesend und sagten uns kein Wort. Man erwiderte ihm: Ist etwa hieraus ein Beweis zu entnehmen? Anders war es im Hause des Nithza, wo sie achtsam waren.", "Abin aus Sepphoris rückte eine Bank in einem mit Marmor [gepflasterten] Söller in Gegenwart des R. Jiçḥaq b. Elea͑zar. Da sprach er zu ihm: Wenn ich dir nichts sage, wie die Genossen R. Jehuda nichts gesagt haben, so kann dadurch ein Anstoß erfolgen. Es sei daher auch in einem marmorgepflasterten Söller verboten, mit Rücksicht auf einen gewöhnlichen Söller.", "Der Synagogenbeamte von Baçra rückte eine Bank in Gegenwart R. Jirmeja des Großen. Da sprach dieser zu ihm: Wohl nach R. Šimo͑n, aber R.Šimo͑n sagt dies nur von großen [Hausgeräten], bei denen es nicht anders möglich ist, sagte er dies etwa auch von kleinen!? Er streitet somit gegen U͑la, denn U͑la sagte, sie streiten nur über kleine [Hausgeräte], bei großen aber stimmen alle überein, daß es erlaubt sei.", "R. Joseph wandte ein: R. Šimo͑n sagt, man dürfe [am Šabbath] ein Bett, einen Stuhl oder eine Bank rücken, nur darf man absichtlich keine Schramme machen. Er lehrt dies von großen und von kleinen; dies widerspricht also beiden!? –", "U͑la erklärt dies nach seiner Ansicht, und R. Jirmeja der Große erklärt dies nach seiner Ansicht. U͑la erklärt dies nach seiner Ansicht: ein Bett ähnlich einem Stuhle. R. Jirmeja der Große erklärt dies nach seiner Ansicht: ein Stuhl ähnlich einem Bette.", "Raba wandte ein: Kleiderhändler dürfen [Mischgewebe] wie gewöhnlich146Sie auf den Körper nehmen.verkaufen, jedoch nicht beabsichtigen, sich bei Sonnenschein gegen die Sonne oder im Regen gegen den Regen [zu schützen]. Die Strengfrommen pflegten sie auf einen Stab über den Rücken zu legen. Hierbei gleicht es ja, da man nach Art der Strengfrommen verfahren kann, [dem Rücken] von kleinen [Hausgeräten], dennoch erlaubt dies R. Šimo͑n, wenn man nichts beabsichtigt, von vornherein!? – Dies ist eine Widerlegung R. Jirmeja des Großen. – Eine Widerlegung.", "vWER EIN LICHT AUSLÖSCHT, WEIL ER VOR NICHTJUDEN FÜRCHTET, VOR RÄUBERN, VOR EINEM BÖSEN147Schon in der Bibel auch in der Bedeutung Verstimmung, Melancholie.GEIST, ODER DAMIT EIN KRANKER EINSCHLAFE, IST FREI; WENN ABER, UM DIE LAMPE, DAS ÖL ODER DEN DOCHT ZU SCHONEN, SO IST ER SCHULDIG. R. JOSE BEFREIT IHN IN ALL DIESEN FÄLLEN, AUSGENOMMEN, WENN WEGEN DES DOCHTES, WEIL MAN DADURCH SCHNUPPEN MACht." ], [ "GEMARA. Wenn er im Schlußsatze lehrt, er sei schuldig, so ist ja zu schließen, daß hier die Ansicht R. Jehudas148Wenn mit der Arbeit etwas anderes bezweckt wird, so ist man nach R. Jehuda schuldig u. nach R. Šimo͑n frei.vertreten ist; von welchem Falle handelt nun der Anfangssatz: wenn von einem ungefährlich Kranken, so sollte er lehren: er sei ein Sündopfer schuldig, und wenn von einem gefährlich Kranken, so sollte er lehren, es sei erlaubt!? –", "Tatsächlich von einem gefährlich Kranken, und er sollte auch lehren, es sei erlaubt, da er aber im Schlußsatze lehren will, er sei schuldig, lehrt er im Anfangssatze, er sei frei. Was aber R. Oša͑ja gelehrt hat, man dürfe nicht auslöschen, damit ein Kranker einschlafe, hat man ausgelöscht, sei man frei, von vornherein aber sei es verboten, bezieht sich auf einen ungefährlich Kranken, und zwar nach R. Šimo͑n148Wenn mit der Arbeit etwas anderes bezweckt wird, so ist man nach R. Jehuda schuldig u. nach R. Šimo͑n frei..", "Folgende Frage wurde vor R. Tanḥum aus Nave gestellt: Darf man am Šabbath wegen eines Kranken das Licht auslöschen? Da begann er und sprach: Wo ist, o Šelomo, deine Weisheit, wo ist deine Einsicht!? Nicht genug, daß deine Worte den Worten deines Vaters David widersprechen, sie widersprechen sogar sich selber. Dein Vater David sagte: 149Ps. 115,17.nicht die Toten rühmen den Herrn, und du sagtest: 150Ecc. 4,2.da pries ich die Toten, die längst gestorben sind. Und später sagtest du:151Ib. 9,4.denn besser ein lebendiger Hund als ein toter Löwe.", "Das ist aber kein Widerspruch; David, der gesagt hat: nicht die Toten rühmen den Herrn, meint es wie folgt: stets befasse sich der Mensch mit der Tora und den Geboten, bevor er stirbt, denn sobald er gestorben ist, hat für ihn die Tora aufgehört, haben für ihn die Gebote aufgehört, und der Heilige, gepriesen sei er, wird durch ihn nicht mehr gelobt. Das ist es, was R. Joḥanan gesagt hat: Es heißt: 152Ps. 88,6.mit den Toten frei; sobald der Mensch gestorben ist, ist er von der Tora und von den Geboten frei.", "Und Šelomo, der gesagt hat: da pries ich die Toten, die längst gestorben sind, meint folgendes: Als Jisraél in der Wüste sündigte, trat Moše vor den Heiligen, gepriesen sei er, mit vielem Gebete und Flehen, er wurde aber nicht erhört; als er aber sprach: 153Ex. 32,13.gedenke deiner Knechte Abraham, Jiçḥaq und Jisraél, wurde er sofort erhört. Hat Šelomo nicht recht, wenn er sagt: da pries ich die Toten, die längst gestorben sind? Eine andere Erklärung: In der Welt ist es gewöhnlich so, daß, wenn ein König aus Fleisch und Blut eine Verordnung trifft, es zweifelhaft ist, ob man sie befolgt oder nicht, und wenn man auch sagt, man befolge sie, so befolgt man sie zwar bei seinen Lebzeiten, nicht aber nach seinem Tode. Unser Meister Moše dagegen hat viele Verordnungen und viele Satzungen getroffen, und sie bestehen für immer und ewig. Hat Šelomo nicht recht, wenn er sagt: da pries ich die Toten &c.?", "Eine andere Erklärung: Da pries ich &c., nach R. Jehuda im Namen Rabhs. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs: Es heißt:154Ps. 86,17.erweise mir ein Zeichen zum Guten, daß meine Feinde sehen und beschämt werden. David sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, vergib mir jene155Den Raub der Frau Urijas.Sünde! Da antwortete er ihm: Sie sei dir vergeben. Darauf sprach er: So erweise mir doch ein Zeichen zu meinen Lebzeiten. Er erwiderte: Zu deinen Lebzeiten will ich dies nicht kund tun, wohl aber will ich dies zu Lebzeiten deines Sohnes Šelomo kund tun.", "Als darauf Šelomo das Heiligtum erbaut hatte und die Lade in das Allerheiligste bringen wollte, schlossen sich die Tore. Da sprach Šelomo vierundzwanzig Lobgesänge, und wurde nicht erhört. Hierauf begann er und sprach: 156Ps. 24,9.Erhebet, ihr Tore, euere Häupter, erhebet euch, ihr ewigen Pforten, daß der König der Herrlichkeit einziehe. Da liefen sie auf ihn zu und wollten ihn157Die Tore glaubten, er meine sich selber. verschlingen. Sie sprachen:158Ps. 24,10.Wer ist denn der König der Herrlichkeit? Er erwiderte ihnen:159Ib. V. 8.Der Herr, gewaltig und ein Held. Er wiederholte dann und sprach: Erhebet, ihr Tore, euere Häupter, erhebet euch, ihr ewigen Pforten, daß der König der Herrlichkeit einziehe. 158Ps. 24,10.Wer ist denn der König der Herrlichkeit? Der Herr der Heerscharen, er ist der König der Herrlichkeit. Sela. Er wurde noch immer nicht erhört. Als er aber sprach: 160iiChr. 6,42.Herr, Gott, weise deinen Gesalbten nicht ab, gedenke doch der Gnade, gegenüber deinem Knechte David, wurde er sogleich erhört. In jener Stunde wurden die Gesichter aller Feinde Davids wie die Topfränder, und das ganze Volk und ganz Jisraél erkannten, daß ihm der Heilige, gepriesen sei er, jene Sünde vergeben hat. Hat Šelomo nicht recht, wenn er sagt: da pries ich die Toten, die längst gestorben sind?", "Daher heißt es:161iReg. 8,66.am achten Tage, da entließ er das Volk, und sie segneten den König und gingen fröhlich und guten Mutes nach ihren Zelten. Fröhlich, sie fanden ihre Frauen in Reinheit. Eine andere Erklärung: Fröhlich, sie hatten vom Glanze der Göttlichkeit genossen. Und guten Mutes, die Frau eines jeden wurde schwanger und gebar einen Knaben. Über all das Gute, das der Herr seinem Knechte David und seinem Volke Jisraél erwiesen hat. Seinem Knechte David, daß er ihm jene Sünde vergeben hat; und seinem Volke Jisraél, daß er ihnen die Sünde des Versöhnungstages162Das Einweihungsfest wurde auch am Versöhnungstage gefeiert, an dem sie gegessen und getrunken hatten.vergeben hat.", "Das, was Šelomo gesagt hat, denn besser ist ein lebendiger Hund, als ein toter Löwe, ist nach R. Jehuda im Namen Rabhs zu erklären. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs: Es heißt:163Ps. 39,5.tue mir kund, o Herr, mein Ende, und welches das Maß meiner Tage ist, daß ich weiß, wann es aus ist mit mir. David sprach nämlich vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, tue mir mein Ende kund, Herr! Er erwiderte ihm: Es ist ein Beschluß von mir, das Ende des [Menschen aus] Fleisch und Blut nicht kund zu tun. – Welches ist das Maß meiner Tage? – Es ist ein Beschluß vor mir, das Maß der Tage des Menschen nicht kund zu tun. – Daß ich weiß, wann es aus ist mit mir! Hierauf erwiderte er ihm: Du wirst am Šabbath sterben. – Ich möchte am Sonntag164An dem man sich mehr mit dem Toten befassen kann.sterben! Er erwiderte: Die Regierungszeit deines Sohnes Šelomo ist bereits herangereicht, und eine Regierung verdrängt die andere nicht um ein Haar. – So möchte ich doch am Vorabend des Šabbaths sterben? Er erwiderte: 165Ps. 84,11.Denn ein Tag in deinen Höfen ist besser, als tausend; lieber ist mir ein Tag, da du sitzest und dich mit der Tora befassest, als tausend Brandopfer, die dereinst dein Sohn Šelomo mir auf dem Altar darbringen wird." ], [ "Hierauf saß nun David jeden Šabbath und studierte den ganzen Tag. An dem Tage, da seine Seele zur Ruhe einkehren sollte, trat der Todesengel vor ihn hin, vermochte aber nichts gegen ihn, da sein Mund vom Studieren nicht abließ. Da sprach er: Was mache ich nun mit ihm!? Hierauf ging der Todesengel in den Garten, der sich hinter seiner Wohnung befand, stieg auf die Bäume und schüttelte sie. Als [David] hinausging, um nachzusehen, brach die Treppe, auf der er sich befand, unter ihm zusammen; nun hielt er inne, und seine Seele kehrte zur Ruhe ein.", "Da ließ Šelomo im Lehrhause fragen: Der Vater ist tot und liegt vor der Sonne, auch sind die Hunde in meinem väterlichen Hause hungrig; was soll ich tun? Man ließ ihm sagen: Zerschneide ein Aas und lege es vor die Hunde, und auf den Leichnam deines Vaters lege einen Laib Brot oder ein Kind, so darfst du ihn fortbewegen. Hat Šelomo nicht recht, wenn er sagt: besser ein lebendiger Hund als ein toter Löwe? Und inbetreff der Frage, die unter euch erhoben worden ist: die Lampe heißt Leuchte und die Seele des Menschen heißt ebenfalls Leuchte; lieber erlösche die Leuchte des [Menschen aus] Fleisch und Blut, als die Leuchte des Heiligen, gepriesen sei er.", "R. Jehuda, Sohn des R. Šemuél b. Šilath, sagte im Namen Rabhs: Die Weisen wollten das Buch Qoheleth verstecken, weil seine Worte einander widersprechen, und sie haben es nur deshalb nicht versteckt, weil es mit Worten der Tora beginnt und mit Worten der Tora endet. Es beginnt mit Worten der Tora, denn es heißt: 166Ecc. 1,3.was für Gewinn hat der Mensch bei all seiner Mühe, womit er sich müht unter der Sonne, hierzu sagten sie in der Schule R. Jannajs: Unter der Sonne keinen, wohl aber vor der Sonne167Dh. wenn man sich mit der Tora befaßt, die schon vor Erschaffung der Sonne existierte; cf. Ned. 39b.. Es schließt mit Worten der Tora, denn es heißt: 168Ecc. 12,13.das Endwort des Ganzen laßt uns hören: fürchte Gott und halte seine Gebote, denn dies ist der ganze Mensch. Was bedeutet: denn dies ist der ganze Mensch? R. Elea͑zar erwiderte: Die ganze Welt ist nur seinetwegen erschaffen worden. R. Abba b. Kahana sagte: Dieser wiegt die ganze Welt auf. Šimo͑n b. A͑zaj, manche sagen, Šimo͑n b. Zoma sagte: Die ganze Welt wurde nur dazu erschaffen, um sich diesem anzuschließen.", "Wieso widersprechen seine Worte einander? – Es heißt:169Ib. 7,3.besser Zorn als Lachen, dagegen heißt es:170Ib. 2,2.zum Lachen sprach ich: gepriesen. Es heißt:171Ib. 8,15.ich pries die Freude, dagegen heißt es:172Ib. 2,2.und zur Freude: was schafft sie. Das sind keine Widersprüche; besser Zorn als Lachen: besser ist der Zorn des Heiligen, gepriesen sei er, über die Gerechten auf dieser Welt, als das Lachen, das er den Frevlern auf dieser Welt zuwendet. Zum Lachen sprach ich: gepriesen, das ist das Lachen, das der Heilige, gepriesen sei er, den Gerechten in der zukünftigen Welt zuwendet.", "Ich pries die Freude, das ist die Freude anläßlich einer gottgefälligen Handlung. Und zur Freude: was schafft sie, das ist die Freude nicht anläßlich einer gottgefälligen Handlung. Dies lehrt dich, daß die Göttlichkeit auf einem weder bei Traurigkeit noch bei Trägheit, noch bei Lachen, noch bei Leichtfertigkeit, noch bei Geschwätz, noch bei müßigem Geplauder ruht, sondern bei freudiger Stimmung anläßlich einer gottgefälligen Handlung, wie es heißt:173iiReg. 3,15.jetzt aber holt mir einen Saitenspieler! Jedesmal, wenn der Saitenspieler spielte, kam über ihn der Geist Gottes. R. Jehuda sagte: Dies gilt auch von der Halakha. Raba sagte: Dies gilt auch von einem guten Traume. –", "Dem ist ja aber nicht so, R. Gidel sagte ja im Namen Rabhs, daß, wenn ein Schüler vor seinem Lehrer sitzt und seine Lippen nicht [vor Ehrfurcht] Bitternis triefen, sie verbrüht werden mögen!? Es heißt:174Cant. 5,13.seine Lippen, wie die Lilien, fließende Myrrhe träufelnd, und man lese nicht mor o͑ber [fließende Myrrhe], sondern mar o͑ber [fließende Bitternis], auch lese man nicht šošanim [Lilien], sondern šešonim [die studieren]. – Das ist kein Widerspruch; das eine für den Lehrer, das andere für den Schüler. Wenn du aber willst, sage ich: das eine wie das andere für den Lehrer, dennoch ist hier kein Widerspruch; das eine, bevor er begonnen hat, das andere, nachdem er begonnen hat. So pflegte auch Raba, bevor er vor den Schülern [den Vortrag] begann, etwas Scherzhaftes zu sagen, und die Schüler wurden heiter, dann saß er ehrfürchtig und begann mit der Lehre.", "Und auch das Buch der Sprüche wollten sie verstecken, weil seine Worte ebenfalls einander widersprechen. – Warum haben sie es nicht versteckt? – Sie sagten: haben wir etwa nicht über das Buch Qoheleth nachgedacht und seine Lösung gefunden. Wir wollen auch über dieses nachdenken. – Wieso widersprechen seine Worte einander? – Es heißt:175Pr. 26,4.antworte dem Toren nicht nach seiner Narrheit, dagegen heißt es: 176Ib. V. 5.antworte dem Toren nach seiner Narrheit. – Das ist aber kein Widerspruch; das eine gilt von Worten der Tora, das andere gilt von weltlichen Dingen.", "So trat jemand einst vor Rabbi und sprach zu ihm: Deine Frau ist die meinige und deine Kinder sind die meinigen. Dieser sprach: Beliebt es dir, ein Glas Wein zu trinken? Er trank und barst. Einst trat jemand vor R. Ḥija und sprach zu ihm: Deine Mutter war meine Frau, und du bist mein Sohn. Dieser sprach: Beliebt es dir, ein Glas Wein zu trinken? Er trank und barst. Da sprach R. Ḥija: Dem Rabbi nützte sein Gebet, daß man ihn nicht zum Hurenkind gemacht hat. Rabbi pflegte nämlich beim Gebete folgendes zu sprechen: Möge es dein Wille sein, o Herr, unser Gott, daß du mich heute vor Frechlingen und vor Frechheit schützest. –", "In welcher Weise bei Worten der Tora? – Wie in folgendem Falle. Einst saß R. Gamliél und trug vor: Dereinst wird eine Frau alltäglich gebären, denn es heißt:177Jer. 31,7.Schwangere und Gebärende zusammen. Da spottete ein gewisser Schüler über ihn, indem er sprach: 178Ecc. 1,9.Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Jener erwiderte: Komm, ich will dir dergleichen auch auf dieser Welt zeigen. Da ging er hinaus und zeigte ihm eine Henne.", "Abermals saß einst R. Gamliél und trug vor: Dereinst werden die Bäume täglich Früchte hervorbringen, denn es heißt: 179Ez. 17,23.er wird Zweige treiben und Frucht bringen, wie Zweige täglich, so auch Frucht täglich. Da spottete ein gewisser Schüler über ihn, indem er sprach: Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Jener erwiderte: Komm, ich will dir dergleichen auch auf dieser Welt zeigen. Da ging er hinaus und zeigte ihm einen Kapernstrauch.", "Abermals saß R. Gamliél und trug vor: Dereinst wird das Jisraélland Brote und wollene Gewänder [fertig] hervorbringen, denn es heißt:180Ps. 72,16.es wird Überfluß von Korn im Lande sein. Da spottete ein gewisser Schüler über ihn, indem er sprach: Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Jener erwiderte: Komm, ich will dir dergleichen auch auf dieser Welt zeigen. Da ging er hinaus und zeigte ihm Schwämme und Pilze, und bezüglich der wollenen Gewänder zeigte er ihm den Bast der jungen Palme.", "Die Rabbanan lehrten: Stets sei der Mensch sanft wie Hillel und nicht reizbar wie Šammaj. Einst gingen zwei Männer" ], [ "eine Wette ein, indem sie sprachen: Wer hingeht und Hillel erzürnt, erhält vierhundert Zuz. Da sprach der eine: Ich bringe ihn in Zorn. Es war gerade an einem Vorabend des Šabbaths, und als Hillel gerade den Kopf reinigte, ging er an seiner Tür vorüber und fragte: Ist Hillel anwesend? Ist Hillel anwesend? Dieser umhüllte sich, kam ihm entgegen und sprach zu ihm: Mein Sohn, was ist dein Begehr? Jener erwiderte: Ich habe eine Frage zu stellen. Dieser sprach: Frage, mein Sohn. Da fragte jener: Weshalb sind die Köpfe der Babylonier rund? Dieser erwiderte: Mein Sohn, du hast eine wichtige Frage gestellt; weil sie keine vernünftigen Hebammen haben.", "Er ging fort und wartete eine Zeitlang, dann kam er wieder und fragte: Ist Hillel anwesend? Ist Hillel anwesend? Dieser umhüllte sich, kam ihm entgegen und sprach zu ihm: Mein Sohn, was ist dein Begehr? Jener erwiderte: Ich habe eine Frage zu stellen. Dieser sprach: Frage, mein Sohn. Da fragte jener: Weshalb sind die Augen der Palmyrenser triefig. Dieser erwiderte: Mein Sohn, du hast eine wichtige Frage gestellt; weil sie auf sandigem Boden wohnen.", "Er ging fort und wartete eine Zeitlang, dann kam er wieder und fragte: Ist Hillel anwesend? Ist Hillel anwesend? Dieser umhüllte sich, kam ihm entgegen und fragte: Mein Sohn, was ist dein Begehr? Jener erwiderte: Ich habe eine Frage zu stellen. Dieser sprach: Frage, mein Sohn. Da fragte er: Weshalb sind die Füße der Afrikaner breit? Dieser erwiderte: Mein Sohn, du hast eine wichtige Frage gestellt; weil sie zwischen Sümpfen wohnen.", "Darauf sprach jener: Ich habe noch viele Fragen zu stellen, jedoch fürchte ich, du könntest zornig werden. Dieser umhüllte sich, setzte sich vor ihm nieder und sprach zu ihm: Du kannst nun alle Fragen, die du noch hast, vorbringen. Da sprach jener: Bist du der Hillel, den man Fürst Jisraéls nennt? Dieser erwiderte: Jawohl. Darauf versetzte jener: Wenn du es bist, so möge es in Jisraél nicht viele deinesgleichen geben! Dieser fragte: Weshalb, mein Sohn? Jener antwortete: Weil ich durch dich vierhundert Zuz verloren habe. Da sprach er zu ihm: Sei vorsichtig, Hillel bringt es fertig, daß du durch ihn vierhundert Zuz verlierst und noch vierhundert Zuz; Hillel aber ist nicht zu reizen.", "Die Rabbanan lehrten: Einst trat ein Nichtjude vor Šammaj und sprach zu ihm: Wieviel Toroth habt Ihr? Dieser erwiderte: Zwei; eine schriftliche und eine mündliche. Da sprach jener: Die schriftliche glaube ich dir, die mündliche glaube ich dir nicht; mache mich zum Proselyten, unter der Bedingung, daß du mich nur die schriftliche Tora lehrst. Dieser schrie ihn an und entfernte ihn mit einem Verweise. Darauf trat er vor Hillel und dieser machte ihn zum Proselyten. Am ersten Tage lehrte er ihn Aleph, Beth, Gimel, Daleth, am folgenden Tage aber lehrte er ihn umgekehrt. Da sprach jener: Gestern hast du mich ja anders gelehrt! Dieser erwiderte: Wenn du dich auf mich verlassest, so verlasse dich auch auf mich bezüglich der mündlichen Tora.", "Abermals ereignete es sich, daß ein Nichtjude vor Šammaj trat und zu ihm sprach: Mache mich zum Proselyten unter der Bedingung, daß du mich die ganze Tora lehrst, während ich auf einem Fuße stehe. Da stieß er ihn fort mit der Elle, die er in der Hand hatte. Darauf kam er zu Hillel und dieser machte ihn zum Proselyten und sprach zu ihm: Was dir nicht lieb ist, das tue auch deinem Nächsten nicht. Das ist die ganze Tora und alles andere ist nur die Erläuterung; geh und lerne sie.", "Abermals ereignete es sich, daß ein Nichtjude an einem Lehrhause vorüberging und einen Bibellehrer folgendes vorlesen hörte: 181Ex. 28,4.Dies sind die Kleider, die sie anfertigen sollen: Brustschild, Schultergewand. Da fragte er: Für wen sind diese? Man erwiderte ihm: Für den Hochpriester. Da dachte dieser Nichtjude bei sich: Ich will gehen und Proselyt werden, damit man mich zum Hochpriester einsetze. Hierauf kam er vor Šammaj und sprach: Mache mich zum Proselyten unter der Bedingung, daß du mich zum Hochpriester einsetzest. Da stieß er ihn fort mit der Elle, die er in der Hand hatte. Darauf kam er zu Hillel, und er machte ihn zum Proselyten.", "Alsdann sprach er zu ihm: Setzt man etwa jemand anders zum König ein, als einen, der die Regierungsordnung kennt? Geh, lerne die Regierungsordnung. Da ging er und las die Schrift. Als er herankam [zum Schriftverse]:182Num. 1,51.ein Fremder, der herantritt, soll sterben, fragte er: Auf wen bezieht sich dieser Vers? Er erwiderte ihm: Selbst auf David, den König von Jisraél. Da bezog dieser Proselyt folgende Schlußfolgerung auf sich: Wenn es von den Jisraéliten, die Gott Kinder nennt, die er aus Liebe zu ihnen183Ex. 4,22.mem erstgeborener Sohn Jisraél genannt hat, heißt: ein Fremder, der herantritt, soll sterben, um wieviel mehr ist dies auf einen so geringschätzigen Proselyten zu beziehen, der mit Stab und Wandersack hergekommen ist.", "Dann kam er nochmals zu Šammaj und sprach: Bin ich etwa würdig, Hochpriester zu sein, es heißt ja in der Tora: ein Fremder, der herantritt, soll sterben. Alsdann kam er zu Hillel und sprach: O sanftmütiger Hillel, mögen Segnungen auf deinem Haupte ruhen, denn du hast mich unter die Fittiche der Göttlichkeit gebracht. Nach Tagen kamen alle drei an einem Orte zusammen; da sagten sie: Die Reizbarkeit Šammajs wollte uns aus der Welt verstoßen, die Sanftmut Hillels aber hat uns unter die Fittiche der Göttlichkeit geführt.", "Reš Laqiš sagte: Es heißt: 184Jes. 33,6.und Glaube wird zu deiner Zeit sein, Macht, Heil, Weisheit und Erkenntnis &c. Glaube, das ist die Sektion185Hier folgen die 6 Sektionen der Mišna. Es ist kaum ersichtlich, wieso sie in den angezogenen Schriftworten angedeutet sind; auch die Erklärungen der Kommentare sind unbefriedigend. von den Saaten; Zeit, das ist die Sektion von den Feiertagen; Macht, das ist die Sektion von den Frauen; Heil, das ist die Sektion von den Schädigungen; Weisheit, das ist die Sektion von den Heiligtümern; Erkenntnis, das ist die Sektion von der Reinheit186Euphem. für Unreinheit, von der diese Sektion ausschließlich handelt.. Aber:184Jes. 33,6.die Furcht Gottes ist sein Schatz.", "Raba sagte: Wenn man den Menschen zu Gericht bringt, fragt man ihn: Hast187Auch in den folgenden 6 Fragen sollen die 6 Sektionen der Mišna angedeutet sein. Die 1. behandelt Dinge des Lebensunterhaltes, die 2. die Feste, an denen man sich mit der Tora befasse, die 3. das Ehe- u. Familienrecht u. die 3 folgenden sind in den oben angezogenen Schriftversen angedeutet.du deinen Handel in Redlichkeit betrieben? Hast du Zeiten für die Tora festgesetzt? Hast du die Fortpflanzung ausgeübt? Hast du auf das Heil gehofft? Hast du über Weisheiten diskutiert? Hast du verstanden, Sache aus Sache zu folgern? Aber: die Furcht Gottes ist sein Schatz. Ist es so, so ist es gut, sonst aber nicht. Ein Gleichnis. Jemand sprach zu seinem Boten: Bringe den Weizen auf den Boden. Nachdem dieser ihn hinaufgebracht, fragte er ihn: Hast du auch einen Kab Salzsand hineingetan? Dieser erwiderte: Nein. Da sprach er zu ihm: Es wäre besser, du hättest ihn überhaupt nicht hinaufgebracht.", "In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Man menge anstandslos188Das ist keine Übervorteilung des Käufers.einem Kor Getreide einen Kab Salzsand bei.", "Rabba b. R. Hona sagte: Ein Mensch, dem Gesetzeskunde ohne" ], [ "Gottesfurcht, gleicht einem Schatzmeister, dem man die inneren Schlüssel, aber nicht die äußeren Schlüssel übergeben hat; wie soll er hereinkommen? R. Jannaj ließ ausrufen: Wehe dem, der keine Wohnung hat, aber Türen für eine Wohnung macht. R. Jehuda sagte: Der Heilige, gepriesen sei er, hat seine Welt nur dazu erschaffen, daß man ihn fürchte, wie es heißt:189Ecc. 3,14.und Gott machte es, auf daß man ihn fürchte.", "R. Simon und R. Elea͑zar saßen einst beisammen, und als R. Ja͑qob b. Aḥa an ihnen vorüberging, sprach einer von ihnen zu seinem Genossen: Wir wollen vor ihm aufstehen, denn er ist ein sündenscheuer Mann. Darauf sprach der andere: Wir wollen vor ihm aufstehen, denn er ist ein gesetzeskundiger Mann. Da rief jener: Ich sagte dir, er sei [sogar] ein sündenscheuer Mann, und du sagst mir, er sei ein gesetzeskundiger Mann! –", "Es ist zu beweisen, daß R. Elea͑zar es war, der gesagt hat, er sei ein sündenscheuer Mann, denn R. Joḥanan sagte im Namen R. Elea͑zars: Der Heilige, gepriesen sei er, hat in seiner Welt nichts weiter als die Gottesfurcht, wie es heißt: 190Dt. 10,12.und nun, Jisraél, was fordert der Herr, dein Gott, von dir, als daß du fürchtest &c. Ferner heißt es:191Ij. 28,28.und zum Menschen sprach er: Wahrlich [hen], Gottesfurcht ist die Weisheit, und hen heißt im Griechischen192הן = ε͑ν, einzig ist die Gottesfurcht.Eins. Schließe hieraus.", "R. U͑la trug vor: Es heißt:193Ecc. 7,17.frevle nicht zu sehr &c. Nur zu sehr nicht freveln, wenig aber wohl? Vielmehr, soll etwa derjenige, der Knoblauch gegessen hat und einen [schlechten] Geruch verbreitet, nochmals Knoblauch essen, daß sich dessen Geruch noch mehr verbreite!?", "Raba b. R. U͑la trug vor: Es heißt: 194Ps. 73,4.denn bis zum Tode haben sie keine Schmerzen, kräftig ist ihr Leib. Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Nicht genug, daß die Frevler den Tag des Todes nicht fürchten und nicht betrübt195חרד = חרצובות fürchten, עצב betrübt sein.sind, vielmehr ist ihr Herz auch fest wie eine Halle196אולם Halle; so auch Luther.. Das ist es, was Rabba gesagt hat: Es heißt: 197Ps. 49,14.dieser ihr Wandel ist eitel Torheit. Die Frevler wissen, daß ihr Wandel zum Tode führt, aber ihre Lenden198כסל Lende.sind mit Fett bedeckt. Vielleicht glaubst du, dies sei nur eine Vergeßlichkeit von ihnen, so heißt es:199Ps. 49,14.und die Folgen führen sie im Munde, Sela.", "WENN ABER UM DIE LAMPE &C. ZU SCHONEN. Wessen Ansicht ist R. Jose: ist er der Ansicht R. Jehudas200Gf. Anm. 148., so sollte man auch wegen der übrigen schuldig sein, und ist er der Ansicht R. Šimo͑ns, so sollte man auch wegen des Dochtes frei sein!? U͑la erwiderte: Tatsächlich ist er der Ansicht R. Jehudas, nur ist R. Jose auch der Ansicht, das Niederreißen, um an Ort und Stelle zu bauen, heiße ein Niederreißen201Wegen welcher man schuldig ist. Die zerstörende Tätigkeit am Š. ist nur dann strafbar, wenn sie zum Zwecke des Aufbaues erfolgt, beispielsweise das Niederreißen zum Zwecke des Bauens an der betreffenden Stelle. Soll beim Auslöschen, das eigentlich eine zerstörende Tätigkeit ist, der Docht selber geschont werden, so gleicht dies dem Bauen an Ort u. Stelle, wenn aber nur das Öl oder die Lampe, so gleicht dies dem Bauen an anderer Stelle., um an anderer Stelle zu bauen, heiße kein Niederreißen.", "Raba sprach zu ihm: Merke, sämtliche [am Šabbath verbotene] Arbeiten entnehmen wir ja vom Bau202Als solche gelten diejenigen, die dabei zur Anwendung kamen. der Stiftshütte, und da geschah ja das Niederreißen, um an anderer Stelle zu bauen203Die Stiftshütte wurde auf den Wanderungen auseinandergenommen und an anderer Stelle wieder aufgerichtet.!? Dieser erwiderte: Anders verhielt es sich bei dieser; da es heißt: 204Num. 9,18.nach dem Befehle des Herrn lagerten sie, so glich es dem Niederreißen, um an Ort und Stelle zu bauen.", "R. Joḥanan erwiderte: Tatsächlich ist er der Ansicht R. Šimo͑ns, jedoch ist es beim Dochte anders, wegen einer Erklärung R. Hamnunas, nach anderen, des R. Ada b. Ahaba. Hier handelt es sich um einen Docht, den man einbrennen muß. In diesem Falle pflichtet auch R. Šimo͑n bei, weil man dadurch ein Gerät ausbessert. Raba sagte: Dies geht ausdrücklich hervor; er lehrt: weil man dadurch Schnuppen macht, nicht aber: weil Schnuppen entstehen. Schließe hieraus.", "viDREIER ÜBERTRETUNGEN WEGEN STERBEN FRAUEN BEI IHRER NIEDERKUNFT: WENN SIE NICHT ACHTSAM SIND BEI DER MONATSBLUTUNG, BEI DER TEIGHEBE UND BEIM LICHTANZÜNDEN205Am Vorabend des Š.s..", "GEMARA. Aus welchem Grunde wegen der Monatsblutung? R. Jiçḥaq erwiderte: Diese hat mit dem, was aus dem Inneren ihres Leibes, verbrochen, sie soll daher durch das, was aus dem Inneren ihres Leibes, bestraft werden. – Allerdings wegen der Monatsblutung, wieso aber wegen der Teighebe und des Lichtanzündens? – Wie ein Galiläer vor R. Ḥisda vorgetragen hat: Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Ein Viertellog Blut habe ich in euch206Soviel braucht der Körper, um leben zu können.getan, und bezüglich des Blutes207Menstruationsblutes.habe ich euch geboten;" ], [ "Erstes208Cf. Jer. 2,3.habe ich euch genannt, und bezüglich des Ersten209Die Teighebe wird Erstes genannt; cf. Num. 15,21.habe ich euch geboten; die Seele, die ich in euch getan, wird ein Licht genannt, und bezüglich des Lichtes habe ich euch geboten. Wollt ihr es befolgen, so ist es recht, wenn aber nicht, so nehme ich euch die Seele ab. –", "Warum gerade bei ihrer Niederkunft? Raba erwiderte: Stürzt der Ochse, so schleife das Messer. Abajje sagte: Mag die Magd die Widerspenstigkeit mehren, mit einer Züchtigung wird es ihr vergolten. R. Ḥisda sagte: Laß den Betrunkenen, er fällt von selbst hin. Mar U͑qaba sagte: Wenn der Hirt lahm ist und die Ziegen schnell laufen, so gibt es Worte an der Tür der Hürde, Rechenschaft am Stalle. R. Papa sagte: Zahlreich sind Brüder und Freunde an der Tür des Krämers, an der Tür des Armen sind weder Brüder noch Freunde210All diese Sprüche besagen, daß die Strafe in der geeigneten Zeit eintritt.. –", "Wann erfolgt die Untersuchung211Der Sünden, gelegentlich einer Gefahr, in der er sich befindet.bei Männern? Reš Laqiš erwiderte: Wenn sie eine Brücke überschreiten. – Nur auf einer Brücke und sonst nicht? – Sage: wie auf einer Brücke. Rabh fuhr nicht auf einer Fähre, auf der ein Nichtjude war, denn er sagte: wird über ihn Strafgericht verhängt, so werde ich mitbetroffen. Šemuél fuhr nur auf einer Fähre, auf der ein Nichtjude sich befand, denn er sagte: der Satan hat keine Gewalt über zwei Nationen.", "R. Jannaj pflegte [die Fähre] vorher zu untersuchen und erst dann zu fahren. R. Jannaj vertritt hierin seine Ansicht, denn er sagte: Nie darf der Mensch in einem Orte der Gefahr verweilen und sagen, man werde ihm ein Wunder erweisen; vielleicht erweist man ihm ein solches nicht, und sollte man ihm ein Wunder erweisen, so könnte man es ihm von seinen Verdiensten abziehen. R. Ḥanin sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:212Gen. 32,11.Ich bin zu gering all der Wohltaten213Dh. gering geworden durch die erwiesenen Wohltaten.und all der Treue. R. Zera pflegte an einem Tage des Südwindes nicht zwischen Bäumen zu gehen.", "R. Jiçḥaq, Sohn des R. Jehuda, sagte: Stets flehe der Mensch um Erbarmen, daß er nicht krank werde, denn wenn er krank wird, spricht man zu ihm: Bringe Verdienste herbei und du bist befreit. Mar U͑qaba sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:214Dt. 22,8.Wenn der Fallende von ihm herabfällt; von ihm selbst muß der Beweis erbracht werden. In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Wenn der Fallende von ihm herabfällt; diesem ist es bereits seit den sechs Schöpfungstagen herabzufallen beschieden, denn der Schriftvers nennt ihn ‘der Fallende’, noch bevor er herabfällt; aber man führt Verdienstliches herbei durch einen Verdienstlichen und Böses durch einen Bösen.", "Die Rabbanan lehrten: Wer krank und dem Tode nahe ist, zu dem spreche man: Lege Bekenntnis ab, denn so legen alle zum Tode Verurteilten ein Bekenntnis ab. Geht ein Mensch auf die Straße hinaus, so komme es ihm vor, als wäre er dem Kriegsobersten überliefert worden. Hat er Kopfschmerzen, so komme es ihm vor, als habe man ihm Halsfesseln angelegt. Fällt er zu Bett, so komme es ihm vor, als führe man ihn nach dem Richtplatze, um gerichtet zu werden. Wer nämlich nach dem Richtplatze geführt wird, um gerichtet zu werden, kann, wenn er große Fürsprecher hat, gerettet werden, wenn aber keine, so wird er nicht gerettet.", "Folgende sind die Fürsprecher des Menschen: Buße und gute Werke. Selbst wenn neunhundertneunundneunzig über ihn zu Ungunsten sprechen und einer über ihn zu Gunsten spricht, wird er gerettet, wie es heißt: 215Ij. 33,23.wenn dann ein Engel als Fürsprecher für ihn da ist, einer von tausend, dem Menschen seine Rechtlichkeit zu verkündigen, so erbarmt er sich seiner und spricht: Erlöse ihn, laß ihn nicht in die Grube hinabfahren. R. Elie͑zer, Sohn R. Jose des Galiläers, sagte: Auch wenn dieser [eine] Engel über ihn neunhundertneunundneunzig Teile zu Ungunsten und einen Teil zu Gunsten spricht, wird er gerettet. Denn es heißt: einer von tausend.", "Die Rabbanan lehrten: Wegen jener dreier Sünden216Die in der Mišna genannt werden.sterben Frauen bei ihrer Niederkunft. R. Elea͑zar sagt: sterben Frauen in der Jugend217Wohl Variante; im Texte unterscheiden sich beide Worte von einander nur durch eine Vokaländerung.. R. Aḥa sagt, [letztere] wegen der Sünde, daß sie den Schmutz ihrer Kinder am Šabbath waschen. Manche sagen, weil sie die heilige Lade Schrein nennen.", "Es wird gelehrt: R. Jišma͑él b. Elea͑zar sagte: Wegen zweier Sünden sterben Leute aus dem gemeinen Volke: weil sie die heilige Lade Schrein nennen, und weil sie das Bethaus Volkshaus nennen. Es wird gelehrt: R. Jose sagte: Drei Untersuchungen bezüglich des Todes, manche sagen, drei Anlässe218Wörtl. Anhaftungen; ebenfalls Variante durch Transmutation der Buchstaben.des Todes, gibt es für die Frau: die Monatsblutung, die Teighebe und das Lichtanzünden. Die einen nach R. Elea͑zar und die anderen nach den Rabbanan219Nach der ersten Ansicht erfolgt es zur Zeit der Gefahr, nach den Rabbanan..", "Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Die Halakhoth über Heiligengut, Heben und Zehnte sind Hauptbestandteile der Tora" ], [ "und sind Leuten aus dem gemeinen Volke anvertraut worden.", "Es wird gelehrt: R. Nathan sagte: Wegen der Übertretung von Gelübden stirbt dem Menschen seine Frau, denn es heißt: 220Pr. 22,27.wenn du nichts hast, um zu bezahlen, warum soll man dir dein Lager unter dir wegnehmen? Rabbi sagte: Wegen der Übertretung von Gelübden sterben die Kinder in der Jugend, denn es heißt:221Ecc. 5,5.gestatte deinem Munde nicht, deinen Leib in Schuld zu bringen, und sage nicht vor dem Engel: es war eine Übereilung. Warum soll Gott über dein Gerede zürnen und das Werk deiner Hände verderben? Das Werk der Hände des Menschen sind seine Söhne und seine Töchter.", "Die Rabbanan lehrten: Wegen der Übertretung von Gelübden sterben die Kinder – so R. Elea͑zar, Sohn R. Šimo͑ns. R. Jehuda der Fürst sagt, wegen der Sünde der Vernachlässigung der Tora. – Erklärlich ist dies nach demjenigen, der wegen der Übertretung von Gelübden sagt, wie wir dies belegt haben, welcher Schriftvers aber [deutet darauf] nach demjenigen, der wegen der Sünde der Vernachlässigung der Tora sagt? – Es heißt:222Jer. 2,30.habe ich euere Kinder etwa vergeblich geschlagen? Nur weil sie keine Zucht angenommen haben223Unter ‘Zucht’ ist die Tora zu verstehen.. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Auch nach demjenigen, der wegen der Übertretung von Gelübden sagt, ist es aus diesem Verse zu folgern: Vergeblich habe ich euere Kinder geschlagen, wegen des Vergeblichen224Der Übertretung von Gelübden. Das Gelübde gleicht dem Schwure, wobei man den Namen Gottes anruft, u. wenn man ihn nicht hält, vergeblich.. – Merke, R. Jehuda der Fürst ist ja Rabbi, und Rabbi sagt225In der vorangehenden Lehre.ja, wegen der Übertretung von Gelübden!? – Nachdem er es von R. Elea͑zar, dem Sohne R. Šimo͑ns, gehört hat.", "Hierüber streiten auch R. Ḥija b. Abba und R. Jose; einer sagt, wegen Übertretung des Mezuzagebotes, und einer sagt, wegen der Sünde der Vernachlässigung der Tora. Derjenige, der wegen Übertretung des Mezuzagebotes sagt, ist der Ansicht, der Schriftvers beziehe sich auf das Vorhergehende226Der Vers Dt. 11,21 bezieht sich auf V. 20, der von der Mezuza spricht, nicht auf V. 19, der vom Studium der Tora spricht., nicht aber auf das diesem Vorangehende, und derjenige, der wegen der Sünde der Vernachlässigung der Tora sagt, ist der Ansicht, der Schriftvers beziehe sich sowohl auf das Vorhergehende als auch auf das diesem Vorangehende.", "Hierüber streiten auch R. Meír und R. Jehuda; einer sagt, wegen Übertretung des Mezuzagebotes, und einer sagt, wegen der Übertretung des Çiçithgebotes. – Erklärlich ist dies nach demjenigen, der wegen Übertretung des Mezuzagebotes sagt, denn es heißt:227Dt. 11,20.du sollst sie auf die Pfosten deines Hauses schreiben, und darauf folgt: 228Ib. V. 21.damit sich euere und euerer Kinder Tage mehren; welche Begründung aber hat derjenige, der wegen der Übertretung des Çiçithgebotes sagt? R. Kahana, nach anderen, Šila Mari, erwiderte: Es heißt:229Jer. 2,34.auch an deinen Zipfeln230Deutet auf die Çiçith hin, deren Übertretung mit dem ‘Blute der unschuldigen Armen’, der Kinder, geahndet wird.befindet sich Blut der Seelen unschuldiger Armen; nicht beim Einbruche hast du sie erwischt. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Auch derjenige, der wegen der Übertretung des Mezuzagebotes sagt, kann es hieraus folgern: sie machen nämlich ihre Türen231Die keine Pforten zur Mezuza haben.wie zum Einbrechen.", "Reš Laqiš sagte: Wer auf das Çiçithgebot achtet, dem ist es beschieden, daß ihn zweitausendachthundert Sklaven bedienen; denn es heißt:232Zach. 8,23.so spricht der Herr der Heerscharen: In jenen Tagen wird es geschehen, daß zehn Männer aus allen Sprachen der Nationen einen judäischen Mann beim Zipfel ergreifen und sprechen werden: Wir wollen mit euch ziehen233Das W. Zipfel deutet auf das Çiçithgebot; auf jeden der 4 Zipfel entfallen 10 Männer aus jeder der 70 Nationen. Nach rabbinischer Annahme hat die Welt 70 Nationen mit besonderen Sprachen. & c.", "Es wird gelehrt: R. Neḥemja sagte: Wegen der Sünde des grundlosen Hasses wächst Zwistigkeit im Hause des Menschen, seine Frau gebiert Fehlgeburten, und seine Söhne und seine Töchter sterben in ihrer Jugend. R. Elea͑zar b. R. Jehuda sagte: Wegen der Übertretung des Gebotes von der Teighebe fehlt Segen in den Vorräten, Fluch kommt über die Marktpreise, und wenn man Saaten säet, essen sie andere, denn es heißt:234Lev. 26,16.so will ich demgemäß mit euch verfahren und will Schreckliches über euch verhängen: Schwindsucht und Fieber, die die Augen erlöschen und das Leben schwinden machen. Ihr werdet vergeblich eueren Samen säen, denn euere Feinde werden ihn verzehren. Man lese nicht behala [Schreckliches], sondern beḥala [wegen der Teighebe]. Wenn man sie aber entrichtet, wird man gesegnet, wie es heißt:235Ez. 44,30.das Erste von euerem Teig sollt ihr dem Priester geben, um Segen auf dein Haus zu bringen.", "Wegen Unterlassung der Heben und der Zehnte hält der Himmel Tau und Regen zurück, eine Teuerung tritt ein, der Verdienst fehlt, und die Leute jagen nach ihrem Unterhalt, ohne ihn zu erreichen, denn es heißt: 236Ij. 24,19.Dürre und Hitze raffen die Schneewasser hinweg, die Unterwelt, die so gesündigt haben. – Wieso geht dies hieraus hervor? – In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Wegen der Dinge, die ich euch für den Sommer befohlen, die ihr aber nicht befolgt habt, soll euch das Regenwasser in der Regenzeit geraubt werden. Wenn man sie aber entrichtet, wird man gesegnet, denn es heißt:237Mal. 3,10.bringet den Zehnten ganz in das Schatzhaus, daß sich Zehrung in meinem Hause befinde, und versucht es einmal auf diese Weise mit mir, spricht der Herr der Heerscharen, ob ich euch dann nicht die Fenster des Himmels öffne und euch bis zum Übermaße mit Segen überschütte. – Was heißt bis zum Übermaße? – Rami b. Rabh erwiderte im Namen Rabhs: Bis euere Lippen müde werden, ‘genug’ zu sagen238בלה = בלי abzehren, aufreiben..", "Wegen der Sünde des Raubes ziehen die Heuschrecken herauf, der Hunger tritt ein, und die Leute verzehren das Fleisch ihrer Söhne und ihrer Töchter, denn es heißt:239Am. 4,1.höret dieses Wort, ihr Bašanskühe auf den Bergen Šomron, die die Armen berauben und die Dürftigen zermalmen. Raba sagte: Wie zum Beispiel die Frauen von Maḥosa," ], [ "die wohl essen, aber nichts tun. Darauf folgt: 240Ib. 4,9.ich schlug euch mit Brand und Rost [&c.]; euere Feigenbäume und Ölbäume zehrte der Nager auf. Ferner: 241Jo. 1,4.was der Nager verschonte, zehrte die Heuschrecke auf, was die Heuschrecke noch verschonte, zehrte der Abfresser auf, und was auch der Abfresser verschonte, zehrte der Abschäler auf. Ferner: 242Jes. 9,19.sie rissen rechts ab und blieben doch hungrig; sie fraßen links und wurden doch nicht satt. Sie fraßen ein jeder das Fleisch seines eigenen Armes. Man lese nicht besar zeroo͑ [das Fleisch seines Armes], sondern besar zaro͑ [das Fleisch seines Kindes].", "Wegen der Sünde der Gerichtsquälerei243Hinausschiebung der Vollstreckung., Rechtsverdrehung, Fahrlässigkeit bei Gericht und Vernachlässigung der Tora mehren sich Schwert und Raub, Pest und Dürre brechen herein, die Leute essen und werden nicht satt, und nach Gewicht verzehren sie ihr Brot, denn es heißt: 244Lev. 26,25.ich will ein Schwert über euch kommen lassen, das Rache nehmen soll für den [Bruch des] Bündnisses, und Bündnis ist nichts anderes als die Tora, denn es heißt: 245Jer. 33,25.wenn nicht mein Bündnis tags und nachts &c.; dann heißt es: 246Lev. 26,26.wenn ich euch die Stütze des Brotes zerbreche, so werden zehn Weiber backen &c.; ferner heißt es: 247Ib. V. 43.dieweil sie meine Rechte verworfen haben.", "Wegen der Sünde des unnützen Schwörens, des Meineides, der Entweihung des [göttlichen] Namens und der Entweihung des Šabbaths vermehren sich die wilden Tiere, das Vieh wird vernichtet, die Menschen vermindern sich, und die Straßen veröden, denn es heißt: 248Ib. V. 23.wenn ihr euch dadurch nicht von mir warnen lasset, und man lese nicht baéle [dadurch], sondern beála [durch Schwur]; und es heißt: 249Ib. V. 22.ich werde die wilden Tiere auf euch reizen &c. Vom Meineid heißt es:250Ib. 19,12.ihr sollt bei meinem Namen nicht falsch schwören, daß du den Namen deines Gottes entweihest. Von der Entweihung des [göttlichen] Namens heißt es:251Ib. 22,32.und entweihet nicht meinen heiligen Namen. Von der Entweihung des Šabbaths heißt es:252Ex. 31,14.wer ihn entweiht, soll sterben. Man folgere dies [bezüglich der letzteren] durch [das Wort] entweihen vom Meineid253Das auch bei diesem gebraucht wird, u. bei dem die Strafen genannt werden..", "Wegen der Sünde des Blutvergießens ist das Heiligtum zerstört und die Göttlichkeit von Jisraél gewichen, denn es heißt: 254Num. 35,33.ihr sollt das Land nicht entweihen &c. 255Ib. V. 34.Und verunreinigt das Land nicht, in dem ihr wohnet, da auch ich darin wohne; wenn ihr es aber verunreinigt, so werdet ihr darin nicht wohnen, und auch ich wohne nicht darin.", "Wegen der Sünde der Hurerei, des Götzendienstes und des [Nicht-] Erlassens im Erlaß- und Jobeljahre256Das letzte Jahr des 50jährigen Zyklus (nach 7 Septennien), in dem Geldschulden zu erlassen, Knechte freizulassen sind, u. der Grundbesitz an den früheren Eigentümer zurückfällt; cf. Lev. 25,8 ff.kommt Verbannung über die Welt; die einen werden verbannt, und andere kommen und lassen sich an ihrer Stelle nieder, wie es heißt:257Lev. 18,27.denn all diese Greueltaten haben die Bewohner des Landes verübt &c.; ferner: 258Ib. V. 25.da wurde das Land unrein, und ich suchte seine Verschuldung an ihm heim &c.; ferner: 259Ib. V. 28.daß nicht etwa das Land euch ausspeie, wenn ihr es verunreinigt.", "Bezüglich des Götzendienstes heißt es:260Ib. 26,30.und ich will euere Leichen werfen &c.; ferner:261Ib. V. 31.und euere Heiligtümer verwüsten &c.,262Ib. V. 33.euch aber will ich unter die Völker zerstreuen.", "Bezüglich des Erlaß- und Jobeljahres heißt es:263Ib. V. 34.dann wird das Land seine Ruhezeiten ersetzt bekommen die ganze Zeit hindurch, in der es wüste liegt, während ihr im Lande euerer Feinde seid &c.; ferner: 264Ib. V. 35.die ganze Zeit hindurch, in der es wüste liegt, wird es Ruhe haben.", "Wegen der Sünde obszöner Reden mehren sich die Leiden, harte Verhängnisse werden erneuert, die Jünglinge der Feinde Jisraéls265Euphemistisch.sterben, Waisen und Witwen schreien und werden nicht erhört. Denn es heißt: 266Jes. 9,16.Darum freut sich der Herr nicht seiner Jünglinge, und seiner Waisen und Witwen erbarmt er sich nicht; denn sie alle sind Ruchlose und Bösewichter, und jeder Mund redet Schändliches. Bei alledem wandte sich sein Zorn nicht, und blieb seine Hand noch ausgestreckt. –", "Was heißt: und blieb seine Hand noch ausgestreckt? R. Ḥanan b. Raba erwiderte: Jeder weiß, wozu die Braut unter den Baldachin geführt wird, allein, wer seinen Mund beschmutzt, dem wird, selbst wenn ihm ein siebzigjähriger Beschluß zum Guten besiegelt war, derselbe zum Bösen verwandelt. Rabba b. Šila sagte im Namen R. Ḥisdas: Wer seinen Mund beschmutzt, dem wird die Hölle tief gemacht, denn es heißt: 267Pr. 22,14.eine tiefe Grube [für den] Lastermund. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Auch dem, der solches schweigend anhört, denn es heißt: 268Pr. 22,14.der Verhaßte des Herrn fällt darein.", "R. Oša͑ja sagte: Wer sich dem Laster hingibt, wird von Wunden und Geschwüren befallen, wie es heißt:270Pr. 20,30.wunde Geschwüre säubern den Bösewicht. Und noch mehr, er wird auch mit Wassersucht269So etymologisch (ὕδερος, ὑδερικός) wie an anderer Stelle, auch infolge zurückgehaltener Entleerung.gestraft, wie es heißt:270Pr. 20,30.und Schläge bis in das Innere des Leibes. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Wassersucht ist ein Zeichen des Lasters.", "Die Rabbanan lehrten: Es gibt drei Arten von Wassersucht. Infolge des Lasters ist sie271Die betreffende Stelle am Körper.hart, infolge des Hungers ist sie angeschwollen, und infolge der Behexung ist sie dünn.", "Šemuél der Kleine litt daran, da sprach er: Herr der Welt, wer wird unterscheiden!? Und er genas. Abajje litt daran. Da sprach Raba: Ich weiß, daß Naḥmani272Benennung Abajjes. (Dieser Name wurde ihm von seinem Pflegevater Rabba b. Naḥmani zum Andenken an seinen Vater beigelegt.)Hunger leidet. Raba litt daran. – Raba selber sagte ja aber, zahlreicher seien die Toten des Stuhles273Die daran infolge der Zurückhaltung leiden (cf. Anm. 269); er sollte es daher unterlassen., als die vor Hunger Geschwollenen!? – Anders war es bei Raba, die Schüler veranlaßten ihn dazu274Zur Zurückhaltung des Stuhlgangs..", "Die Rabbanan lehrten: Es gibt vier Zeichen. Wassersucht ist ein Zeichen des Lasters, Gelbsucht ist ein Zeichen des grundlosen Hasses, Armut ist ein Zeichen des Hochmuts, und die Bräune ist ein Zeichen der Verleumdung.", "Die Rabbanan lehrten: Bräune kommt über die Welt wegen [der Unterlassung]" ], [ "der Zehnte. R. Elea͑zar, Sohn des R. Jose, sagt, wegen der Verleumdung. Raba, nach anderen, R. Jehošua͑ b. Levi, sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers: 275Ps. 63,12.der König wird sich Gottes freuen; rühmen wird sich jeder, der bei ihm schwört, daß den Lügenrednern der Mund verstopft276יסכר deutet auf אסכרה.wird.", "Sie fragten: Meint R. Elea͑zar, Sohn des R. Jose, [sie komme] nur wegen der Verleumdung, oder meint er, auch wegen der Verleumdung? – Komm und höre: Als unsere Lehrer in der Akademie zu Jabne zusammentraten, waren da R. Jehuda, R. Elea͑zar, Sohn des R. Jose, und R. Šimo͑n anwesend, und man legte ihnen folgende Frage vor: Warum beginnt diese Plage277Die Bräune.in den Eingeweiden und endet im Munde? Da nahm R. Jehuda, Sohn des R. Elea͑j, überall das Haupt der Redner, das Wort und sprach: Obgleich die Nieren raten, das Herz prüft und die Zunge zurechtschneidet278Die Laute., so vollendet doch erst der Mund. Darauf nahm R. Elea͑zar, Sohn des R. Jose, das Wort und sprach: Weil man damit unreine Dinge ißt. – Unreine Dinge, wie kommst du darauf!? – Vielmehr, weil man damit unfertige Dinge279Unverzehntet.ißt. Hierauf nahm R. Šimo͑n das Wort und sprach: Wegen der Vernachlässigung der Tora.", "Sie wandten gegen ihn ein: Frauen beweisen ja280Das Entgegengesetzte; sie sind zum Studium der Tora nicht verpflichtet und sterben dennoch an der Bräune; ebenso weiter.!? – Weil sie ihre Männer stören. – Nichtjuden beweisen ja!? – Weil sie die Jisraéliten stören. – Kleine Kinder beweisen ja!? – Weil sie ihre Väter stören. – Schulkinder beweisen ja!? –", "Bezüglich dieser ist es nach R. Gorjon zu erklären, denn R. Gorjon, nach anderen, R. Joseph, Sohn des R. Šema͑ja, sagte: In einem Zeitalter, in dem Gerechte vorhanden sind, werden die Gerechten wegen der Sünden des Zeitalters erfaßt, in einem Zeitalter, in dem keine Gerechten vorhanden sind, werden Schulkinder wegen der Sünden des Zeitalters erfaßt. R. Jiçḥaq b. Zee͑ri, nach anderen R. Šimo͑n b. Nezira, sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:281Cant. 1,8.wenn du es nicht weißt, schönste unter den Frauen, so gehe doch hinaus nach den Spuren der Herde &c. Dies erklärten wir: Die Zicklein, die wegen der Hirten gepfändet werden. Schließe hieraus, daß er auch wegen der Verleumdung meint. Schließe hieraus.", "Weshalb heißt es: ‘überall Haupt der Redner’? – Einst saßen R. Jehuda, R. Jose und R. Šimo͑n beisammen, und der Proselytenabkömmling Jehuda war unter ihnen. Da begann R. Jehuda und sprach: Wie schön sind doch die Werke dieser Nation282Der Römer.! Sie haben Straßen angelegt, Brücken gebaut und Bäder errichtet. R. Jose schwieg. Darauf nahm R. Šimo͑n b. Joḥaj das Wort und sprach: Alles, was sie errichtet haben, geschah nur in ihrem eigenen Interesse. Sie haben Straßen angelegt, um da Huren zu setzen, Bäder errichtet zu ihrem Behagen, Brücken gebaut, um Zoll zu erheben. Der Proselytenabkömmling Jehuda erzählte ihr Gespräch weiter, und es wurde der Regierung bekannt. Diese beschloß dann: Jehuda, der gelobt hat, soll erhoben werden, Jose, der geschwiegen hat, soll nach Sepphoris verbannt werden, und Šimo͑n, der geschmäht hat, soll hingerichtet werden.", "Da ging er hin und verbarg sich mit seinem Sohne im Lehrhause; dahin brachte ihnen seine Frau täglich Brot und einen Krug Wasser, und sie speisten. Als aber [die Verfolgung] verschärft wurde, sprach er zu seinem Sohne: Frauen sind leichtsinnig; wenn man sie quält, könnte sie uns verraten. Hierauf gingen sie und versteckten sich in eine Höhle. Da geschah ihnen ein Wunder und es wurde für sie ein Johannisbrotbaum und eine Quelle erschaffen. Sie zogen die Kleider aus, setzten sich bis zum Halse in den Sand, und studierten den ganzen Tag; zur Zeit des Gebetes kleideten sie sich an, bedeckten sich und verrichteten das Gebet, nachher aber zogen sie die Kleider wieder aus, damit sie nicht verschleißen. Nachdem sie zwölf Jahre in dieser Höhle gesessen hatten, kam Elijahu, stellte sich an den Eingang der Höhle und sprach: Wer verkündet dem Sohne Johajs, daß der Kaiser gestorben und sein Befehl aufgehoben ist?", "Darauf kamen sie heraus und sahen Leute pflügen und säen. Da sprach er: Sie lassen das ewige Leben und befassen sich mit dem zeitlichen Leben. Jeder Ort, auf den sie ihre Augen richteten, ging sofort in Flammen auf. Da ertönte eine Hallstimme und sprach zu ihnen: Seid ihr herausgekommen, um meine Welt zu zerstören? Kehret in euere Höhle zurück. Darauf kehrten sie zurück und saßen da ein Jahr von zwölf Monaten. Sodann sprachen sie: Das Strafgericht der Frevler in der Hölle dauert ja nur zwölf Monate. Da ertönte eine Hallstimme und sprach: Verlasset euere Höhle! Da kamen sie heraus. Überall, wo R. Elea͑zar schlug, heilte R. Šimo͑n. Er sprach zu ihm: Mein Sohn, die Welt hat an mir und dir genug.", "Am Vorabend des Šabbaths sahen sie einen Greis, zwei Myrtensträuße haltend, bei Dämmerung laufen. Da sprachen sie zu ihm: Wozu brauchst du diese? Er erwiderte ihnen: Zu Ehren des Šabbaths. – Du hast ja aber mit einem genug!? – Einer ist für gedenke und einer ist für beachte283Ex. 20,8 heißt es: gedenke den Š. zu heiligen, dagegen heißt es Dt. 5,12 (wo derselbe Abschnitt wiederholt wird): beachte &c.. Da sprach jener zu seinem Sohne: Siehe, wie beliebt die Gebote bei Jisraél sind! Und sie waren beruhigt. Als sein Schwiegersohn284Nach anderen Berichten war RPbJ. Schwiegervater des RŠbJ.", "R. Pinḥas b. Jaír davon hörte, kam er ihm entgegen. Alsdann führte er ihn ins Bad, und als er seinen Körper reinigte und die Spalten an seinem Leibe bemerkte, weinte er, daß Tränen aus seinen Augen herabflossen und jenem Schmerzen verursachten. Da sprach er: Wehe mir, daß ich dich so sehe! Jener erwiderte: Heil dir, daß du mich so siehst, denn hättest du mich nicht so gesehen, so würdest du auch in mir das nicht gefunden haben. Wenn nämlich vorher R. Šimo͑n b. Joḥaj eine Frage stellte, gab ihm R. Pinḥas b. Jaír zwölf Antworten; später aber vermochte R. Šimo͑n b. Joḥaj, wenn R. Pinḥas b. Jaír an ihn eine Frage richtete, ihm vierundzwanzig Antworten zu geben.", "Sodann sprach er: Da mir ein Wunder geschehen ist, so will ich gehen und etwas [Nützliches] errichten. Es heißt:285Gen. 33,18.und Ja͑qob gelangte wohlbehalten. Hierüber sagte Rabh: Wohlbehalten am Leibe, wohlbehalten am Gelde und wohlbehalten an Tora.285Gen. 33,18.Und er lagerte vor der Stadt. Hierüber sagte Rabh: Er führte ihnen eine Münze286Diese Folgerung scheint, wie schon Raschi bemerkt, aus dem nächstfolgenden Verse entnommen zu sein, wo schon im ויקן das Verb תקן liegt.ein. Šemuél sagte: Er legte ihnen Straßen an. R. Joḥanan sagte: Er errichtete ihnen Bäder. Hierauf fragte er: Gibt es etwas einzurichten? Man erwiderte ihm: Es gibt hier einen Ort, über den ein Zweifel bezüglich der Unreinheit287Durch eine Leiche, die dort möglicherweise begraben war. Priester durften ihn daher nicht betreten.obwaltet," ], [ "und für die Priester ist es umständlich, einen Umweg machen zu müssen. Da fragte er: Ist jemand da, der es weiß, ob dieser Ort sich jemals im Zustande der Reinheit befunden hat? Ein Greis erwiderte: Hier schnitt Ben Zakkaj288Er war Priester.Lupinen von Hebe. Da tat er dies ebenfalls und erklärte jede harte Stelle für rein, und jede weiche Stelle289Nach einem rabbinischen Berichte geschah ein Wunder, und die Leiche kam auf die Oberfläche.bezeichnete er.", "Da sprach jener Greis: Ben Joḥaj hat einen Begräbnisplatz für rein erklärt. Er erwiderte: Würdest du nicht mit uns gewesen sein, oder würdest du auch gewesen sein, aber mit uns nicht übereingestimmt haben, so hättest du Recht; jetzt aber, wo du mit uns gewesen bist und mit uns übereingestimmt hast, sollte man sagen: wenn schon Huren einander schmücken, um wieviel mehr sollten Schriftgelehrte dies tun! Er richtete auf ihn sein Auge, und er starb. Als er auf die Straße hinausging und den Proselytenabkömmling Jehuda bemerkte, sprach er: Dieser existiert noch auf der Welt!? Da richtete er auf ihn seine Augen, und er ward zum Knochenhaufen.", "viiDREI DINGE MUSS JEDERMANN AM VORABEND DES ŠABBATHS BEI DUNKELHEIT IN SEINEM HAUSE IN ERINNERUNG BRINGEN: HABT IHR DEN ZEHNTEN ABGESONDERT? HABT IHR EINENRUB BEREITET? ZÜNDET DAS LICHT AN! IST ES ZWEIFELHAFT, OB ES BEREITS NACHT290Wörtl.: ob es finster ist od. nicht finster ist.IST ODER NICHT, SO DARF MAN VON GEWISSUNVERZEHNTETEM DEN ZEHNTEN NICHT ABSONDERN, KEINE GEFÄSSE [ZUR REINigung] UNTERTAUCHEN UND KEINE LICHTER ANZÜNDEN; WOHL ABER DARF MAN DEN ZEHNTEN VOM DEMAJ ABSONDERN, EINENRUB BEREITEN UND WARME [SPEISEN] WARM STELLEN.", "GEMARA. Woher dies? R. Jehošua͑ b. Levi erwiderte: Die Schrift sagt:291Ij. 24,5.Und so wirst du erfahren, daß wohlbehalten dein Zelt; du musterst deine Behausung und vermissest nichts. Rabba, der Sohn R. Honas, sagte: Obgleich die Rabbanan gesagt haben, man müsse die drei Dinge sagen, so sage man es dennoch sanft, damit man auf ihn höre. R. Aši sagte: Ich habe das, was Rabba, der Sohn R. Honas, gesagt hat, nicht gehört, tue dies aber aus eigenem Ermessen. –", "Das widerspricht sich ja selbst; zuerst heißt es, drei Dinge müsse jedermann am Vorabend des Šabbaths bei Dunkelheit in seinem Hause in Erinnerung bringen, nur bei Dunkelheit, nicht aber, wenn es zweifelhaft ist, ob es bereits Nacht ist oder nicht, und darauf lehrt er, daß, wenn es zweifelhaft ist, ob es bereits Nacht ist oder nicht, man einen E͑rub bereite!?", "", "Raba erwiderte im Namen des R. Ḥija b. Aši im Namen Rabhs: Das ist kein Widerspruch; das eine gilt von einem E͑rub [zur Erlangung eines Šabbath]gebietes, das andere von einem E͑rub [zur Vereinigung zweier] Höfe.", "Ferner sagte Raba: Wenn zwei Personen zu jemand gesagt haben: geh und bereite für uns einen E͑rub, und er ihn für den einen noch am Tage und für den anderen bei Dämmerung bereitet hat, worauf der E͑rub desjenigen, für den er am Tage bereitet wurde, bei Dämmerung, und der E͑rub desjenigen, für den er bei Dämmerung bereitet wurde, bei Dunkelheit verzehrt wurde, so ist der E͑rub eines jeden gültig. –", "Wie du es nimmst: gilt die Dämmerung als Tag, so sollte nur [der E͑rub] des anderen, nicht aber der des ersten gültig sein, und gilt die Dämmerung als Nacht, so sollte nur [der E͑rub] des ersten, nicht aber der des anderen gültig sein!? – Bezüglich der Dämmerung ist es zweifelhaft, und bei einem Zweifel über ein rabbanitisches Gesetz ist zu erleichtern.", "Ferner sagte Raba: Weshalb sagten sie, daß man, sobald es dunkel ist, [Speisen] nicht in Dinge warmstellen darf, die nicht wärmen? Eine Vorsichtsmaßnahme, man könnte sie auch aufwärmen. Abajje sprach zu ihm: Demnach sollte man dies auch bei Dämmerung berücksichtigen!? Jener erwiderte: Gewöhnlich sind die Töpfe [dann noch] kochend.", "Ferner sagte Raba:" ], [ "Weshalb sagten sie, daß man in wärmende Dinge [Speisen] auch nicht am Tage warmstellen darf? Eine Vorsichtsmaßnahme, man könnte sie in heiße Asche warmstellen, in der noch Kohlen vorhanden sind. Abajje sprach zu ihm: Möge man doch warmstellen!? – Eine Vorsichtsmaßnahme, man könnte die Kohlen schüren.", "Die Rabbanan lehrten: Bezüglich der Dämmerung besteht ein Zweifel, ob sie zum Tage und zur Nacht, ob sie ganz zum Tage, oder ob sie ganz zur Nacht gehört; daher wird ihr die erschwerende Seite beider Tage auf erlegt. –", "Welche [Zeit] heißt Dämmerung? – Wenn die Sonne untergeht, solange die Ostseite [des Himmels] rot ist. Ist es unten292Am Horizonte bezw. am Firmamente.dunkel293Wörtl. verblaßt, die Sonnenröte gänzlich geschwunden.und oben nicht, so ist dies Dämmerung; ist es auch oben wie unten dunkel, so ist dies Nacht – so R. Jehuda. R. Neḥemja sagt, solange nach Sonnenuntergang, als man ein halbes Mil gehen kann. R. Jose sagt, die Dämmerung währe einen Augenblick: diese294Die Nacht bezw. der Tag.kommt und jener geht, es ist nicht möglich, es auseinanderzuhalten.", "Der Meister sagte: Daher wird ihr die erschwerende Seite beider Tage auferlegt. In welcher Hinsicht? R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erwiderte: Hinsichtlich der Unreinheit. Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand zwei Tage hintereinander bei Dämmerung [Fluß] bemerkt, so besteht hier ein Zweifel bezüglich der Unreinheit und bezüglich des Opfers295Wer 2 Male od. an 2 Tagen Fluß bemerkt, ist unrein; bei dreimaliger Wiederholung hat er ein Opfer darzubringen; cf. Lev. Kap. 15. Bei Dämmerung kann der Fluß von 2 Tagen sein.; wenn jemand an einem Tage bei Dämmerung [Fluß] bemerkt, so besteht hier ein Zweifel nur bezüglich der Unreinheit. –", "Das widerspricht sich ja aber selbst; zuerst heißt es: wenn die Sonne untergeht, solange die Ostseite rot ist, wonach es, wenn es unten dunkel ist und oben nicht, zur Nacht gehört, und nachher lehrt er: ist es unten dunkel und oben nicht, so ist dies Dämmerung!? Rabba erwiderte im Namen R. Jehudas im Namen Šemuéls: Verbinde sie wie folgt: Welche Zeit heißt Dämmerung? Wenn die Sonne untergeht, solange die Ostseite rot ist, und wenn es unten dunkel ist und oben nicht, so ist dies ebenfalls Dämmerung; wenn es aber auch oben wie unten dunkel ist, so ist dies Nacht. R. Joseph aber erwiderte im Namen R. Jehudas im Namen Šemuéls: Er meint es wie folgt: Wenn die Sonne untergeht, solange die Ostseite rot ist, ist es Tag, wenn es unten dunkel ist und oben nicht, so ist dies Dämmerung, und wenn es auch oben wie unten dunkel ist, so ist dies Nacht.", "Jeder vertritt hierbei seine Ansicht; denn es wurde gelehrt: Wie lange währt die Dämmerung? – Rabba sagte im Namen R. Jehudas im Namen Šemuéls, drei Teile eines Mil296Die Zeit, die man für diesen Weg braucht.. – Welche (drei) Teile eines Mil: wollte man sagen, drei Hälften eines Mil, so sollte er ‘anderthalb Mil’ sagen, und wollte man sagen, drei Drittel eines Mil, so sollte er ‘ein Mil’ sagen!? – Vielmehr, drei Viertel eines Mil. – R. Joseph sagte im Namen R. Jehudas im Namen Šemuéls, zwei Teile eines Mil. – Welche (zwei) Teile eines Mil: wollte man sagen, zwei Hälften eines Mil, so sollte er ‘ein Mil’ sagen, und wollte man sagen, zwei Viertel eines Mil, so sollte er ‘ein halbes Mil’ sagen!? –" ], [ "Vielmehr, zwei Drittel eines Mil. – Welche [Differenz] gibt es zwischen ihnen? – Die [Differenz] zwischen ihnen beträgt ein halbes Sechstel.", "Entgegengesetzt sind ihre Ansichten bezüglich eines Bienenstockes. Rabba sagte nämlich, einen Bienenstock von zwei Kor dürfe man [am Šabbath] fortbewegen, von drei Kor aber dürfe man nicht fortbewegen, und R. Joseph sagte, von drei Kor dürfe man fortbewegen, von vier Kor aber dürfe man nicht297Der kleinere wird noch als Gefäß betrachtet. Hierbei ist die Maßangabe R.s kleiner als die RJ.s.fortbewegen.", "Abajje erzählte: Ich fragte gelegentlich eines solchen Falles den Meister, und er erlaubte mir nicht einmal einen von zwei Kor. Nach wessen Ansicht? – Nach dem Tanna der folgenden Lehre: Ein Bienenstock aus Stroh oder Rohr, und ein Wasserbehälter eines alexandrinischen Schiffes, die einen flachen Boden298Sodaß sie direkt auf der Erde stehen.haben, sind, wenn sie vierzig Seá Flüssiges, gleich zwei Kor Trockenes, fassen, rein299Für die levit. Unreinheit nicht empfänglich, da sie wegen ihrer Größe nicht mehr als Gefäße gelten.. Abajje sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß die Häufung300Beim Messen vom Trockenen, um die es die Flüssigkeit übersteigt. Dies gilt von einem runden Gefäße, dessen Höhe die Hälfte seiner Breite hat.ein Drittel enthält.", "Abajje sah Raba nach Westen schauen; da sprach er zu ihm: Es wird ja gelehrt: solange die Ostseite rot ist!? Dieser erwiderte: Du glaubst wohl, ‘Ostseite’ sei wörtlich zu verstehen? Die Seite, die den Osten rötet. Manche sagen, Raba habe Abajje nach dem Osten schauen sehen und zu ihm gesagt: Du glaubst wohl ‘Ostseite’ sei wörtlich zu verstehen? Die Seite, die den Osten rötet. Als Merkmal diene dir ein Fenster301Durch welches die Sonne eindringt u. die gegenüberliegende Seite rötet..", "«R. Neḥemja sagt, solange nach Sonnenuntergang, als man ein halbes Mil gehen kann.» R. Ḥanina sagte: Wer das Zeitmaß R. Neḥemjas kennen will, lasse die Sonne an der Spitze des Karmel, steige hinab, tauche im Meere unter und steige wieder herauf; das ist das Zeitmaß R. Neḥemjas.", "R. Ḥija sagte: Wer den Mirjambrunnen302Der Sage nach (Tan. 9a), ist der Brunnen, der die Jisraéliten in der Wüste mit Wasser versorgt hatte, mit dem Tode Mirjams verschwunden, weshalb er ihren Namen trägt.sehen will, besteige die Spitze des Karmel und schaue; er wird eine Art Sieb im Meere sehen, und das ist der Mirjambrunnen. Rabh sagte: Die bewegliche Quelle ist303Sie gilt nicht als Gefäß u. ist daher nicht verunreinigungsfähig, auch kann sie als Tauchbad benutzt werden. rein. Das ist der Mirjambrunnen.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Bei der Dämmerung nach der Erklärung R. Jehudas dürfen Priester noch untertauchen304Priester müssen, um noch Hebe essen zu dürfen, vor Sonnenuntergang ein Tauchbad nehmen.. – Nach wessen Ansicht: wollte man sagen, nach der des R. Jehuda, so ist es ja nach ihm zweifelhaft305Ob die Dämmerung zum Tage gehört., und wenn bei der Dämmerung nach der Erklärung R. Jehudas nach der Ansicht R. Joses,", "so ist dies ja selbstverständlich306Die Dämmerung nach der Erklärung R. Jehudas beginnt früher, als nach der Erklärung R. Joses.!? – Man könnte glauben, die Dämmerung nach der Erklärung R. Joses falle mit der des R. Jehuda zusammen, so lehrt er uns, daß zuerst die Dämmerung nach der Erklärung R. Jehudas zu Ende ist, und nachher erst die Dämmerung nach der Erklärung R. Joses beginnt.", "Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Die Halakha ist wie R. Jehuda bezüglich des Šabbaths, und die Halakha ist wie R. Jose bezüglich der Hebe. – Allerdings ist die Halakha bezüglich des Šabbaths wie R. Jehuda, erschwerend, in welcher Beziehung aber bei der Hebe: wenn bezüglich des Untertauchens, so ist es ja zweifelhaft305Ob die Dämmerung zum Tage gehört.!? –" ], [ "Vielmehr, bezüglich des Essens von Hebe, daß nämlich die Priester nicht eher Hebe essen dürfen, als bis die Dämmerung nach der Erklärung R. Joses zu Ende ist.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Ist ein Stern [zu sehen], so ist es Tag, wenn zwei, so ist es Dämmerung, wenn drei, so ist es Nacht. Ebenso wird gelehrt: Ist ein Stern [zu sehen], so ist es Tag, wenn zwei, so ist es Dämmerung, wenn drei, so ist es Nacht. R. Jose sagte: Weder große Sterne, die auch tags sichtbar sind, noch kleine Sterne, die nur nachts sichtbar sind, sondern mittelmäßige.", "R. Jose b. Zebida sagte: Wer an zwei Dämmerzeiten307Bei Beginn u. bei Schluß der Š.feier.eine Arbeit verrichtet, ist auf jeden Fall ein Sündopfer schuldig. Raba sprach zu seinem Diener: Da ihr euch in der Zeitangabe der Rabbanan nicht auskennt, so zündet das Licht an, wenn die Sonne an den Spitzen der Bäume ist. – Wann an einem wolkigen Tage? – In der Stadt richte man sich nach den Hühnern, auf dem Felde nach den Raben oder der Malve308So nach Raschi; viell. Sonnenblume..", "Die Rabbanan lehrten: Sechs Posaunenstöße werden am Vorabend des Šabbaths geblasen. Der erste, daß die Leute die Arbeit auf dem Felde einstellen; der zweite, daß sie die [Arbeit in der] Stadt und in den Läden einstellen; der dritte, daß man das Licht anzünde – so R. Nathan. R. Jehuda der Fürst sagt, der dritte, daß man die Tephillin ablege. Sodann warte er solange, als man einen kleinen Fisch braten oder ein Brot an den Ofen kleben kann, und blase einen einfachen Ton, einen Trillerton und wieder einen einfachen Ton, und die Šabbathfeier beginnt.", "R. Šimo͑n b. Gamliél sprach: Was machen wir denn mit den Babyloniern, die einen einfachen Ton und einen Trillerton blasen und mit dem Trillerton die Šabbathfeier beginnen!? – Wenn einen einfachen Ton und einen Trillerton, so sind es ja nur fünf!? – Vielmehr: einen einfachen Ton und wiederum einen einfachen Ton und einen Trillerton, und mit einem Trillertone die Šabbathfeier beginnen!? – Sie halten sich an den Brauch ihrer Vorfahren.", "R. Jehuda lehrte seinen Sohn R. Jiçḥaq: Der zweite, daß man das Licht anzünde. Nach wessen Ansicht: weder nach R. Nathan, noch nach R. Jehuda dem Fürsten!? – Vielmehr: der dritte, daß man das Licht anzünde. Nach wessen Ansicht? Nach R. Nathan.", "In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Sechs Posaunenstöße werden am Vorabend des Šabbaths geblasen. Beginnt er mit dem ersten Stoße, so hören die Feldarbeiter auf zu graben, zu pflügen und jede andere Feldarbeit zu verrichten, und die sich in der Nähe befinden, dürfen nicht eher [in die Stadt] gehen, als bis die Fernen gekommen sind; sie gehen alle zusammen hinein. Noch aber sind die Läden geöffnet und die Schalter aufgeklappt. Beginnt er mit dem zweiten Posaunenstoße, so werden die Schalter fortgenommen und die Läden geschlossen; noch aber befinden sich warmes [Wasser] und Kochtöpfe auf dem Herde. Beginnt er mit dem dritten Posaunenstoße, so nimmt man diese fort, stellt309Speisen für denselben Abend, bezw. für morgen. warm und zündet Licht an. Alsdann wartet er solange, als man einen kleinen Fisch braten oder ein Brot an den Ofen kleben kann, und bläst einen einfachen Ton, einen Trillerton und einen einfachen Ton, und die Šabbathfeier beginnt.", "R. Jose b. Ḥanina sagte: Ich hörte, daß, wenn jemand erst nach den sechs Posaunenstößen Licht anzünden will, er dies darf, denn die Weisen haben dem Gemeindediener noch Zeit gelassen, sein Blashorn nach Hause zu bringen. Man entgegnete ihm: Demnach hast du dafür verschiedene Zeiten festgesetzt310Der Gemeindediener kann fern oder nahe wohnen.!? Der Gemeindediener hatte vielmehr einen Verwahrungsort auf der Spitze des betreffenden311Auf dem er zu blasen pflegte. Daches, wo er sein Blashorn zu verwahren pflegte, weil man [am Šabbath] kein Blashorn und keine Trompeten fortbewegen darf. –", "Es wird ja aber gelehrt, daß man ein Blashorn, aber keine Trompeten fortbewegen darf312Ersteres ist gebogen u. kann als Gefäß benutzt werden.!? R. Joseph erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine gilt von einem einzelnen, das andere von einer Gemeinschaft. Abajje sprach zu ihm: Ein einzelner kann es verwenden, indem er daraus" ], [ "einem Kinde Wasser zum Trinken geben kann, somit ist es ja auch für die Gemeinschaft verwendbar, daraus einem Armenkinde313Dessen Verpflegung der Gemeinde obliegt.Wasser zum Trinken zu geben!? Und wessen Ansicht vertritt ferner die Lehre, man dürfe, wie man das Blashorn fortbewegen darf, auch Trompeten fortbewegen!? – Vielmehr, das ist kein Einwand; das eine nach R. Jehuda314Nach dem es erlaubt ist, ein Blashorn am Š. fortzubewegen; cf. Sab. 124b., das andere nach R. Šimo͑n315Nach dem es erlaubt ist, am Š. Dinge, deren Benutzung verboten ist, fortzubewegen; cf. Sab. 122b. und das dritte nach R. Neḥemja316Nach dem das Fortbewegen beider verboten ist; cf. Sab. 146a.,", "und zwar ist unter Blashorn317Diese Ergänzung, weil es sonst überflüssig wäre, die Trompete zu verbieten, wo sogar das Blashorn verboten ist.ebenfalls eine Trompete zu verstehen. Dies nach R. Ḥisda, denn R. Ḥisda sagte: Folgende drei Dinge haben seit der Zerstörung des Tempels ihre Namen gewechselt: Blashorn statt Trompete, und Trompete statt Blashorn. – In welcher Beziehung ist dies von Bedeutung? – Bezüglich des Blashorns zum Neujahrsfeste318Wer das Blashorn Posaune nennt, dem nenne man sie so für den Gebrauch am Neujahrsfeste.. –", "Çaphçapha319De Candolle, Prodromus, Pars XI pag. 196 beschreibt eine Art Salix Safsaf, wahrscheinlich mit עפעפה identisch, obgleich die Beschreibung mehr auf die im Talmud (Suk. Fol. 34a) beschriebene ערבה paßt.statt Bachweide und Bachweide statt Çaphçapha. – In welcher Beziehung ist dies von Bedeutung? – Bezüglich des Feststraußes320Zu dem die Bachweide erforderlich ist; cf. Anm. 318 mut. mut.. –", "Tischchen statt Tisch321So in der Textsprache, was sich begrifflich nicht wiedergeben läßt.und Tisch statt Tischchen. – In welcher Beziehung ist dies von Bedeutung? – Im Handel322Man kann von einem sprechen u. das andere erhalten..", "Abajje sagte: Auch wir wollen manches nennen: Blättermagen323So nach der Bezeichnung Raschis.statt Pansen und Pansen statt Blättermagen. – In welcher Beziehung ist dies von Bedeutung? – Bezüglich [der Lehre von] einer Nadel, die man in der Wandung des Pansens findet324Die Wandung des Pansens (rumen) besteht aus der äußeren Magenhaut (seröse Haut) und der inneren Magenhaut (Schleimhaut); wenn die Nadel eine Haut durchlocht, so ist das Tier dennoch rituell genießbar, da das Loch durch die zweite Haut geschlossen bleibt..", "R. Aši sagte: Auch wir wollen manches nennen: Borsippa325B. ist sonst nur als Vorstadt von Babylon bekannt; zur talmudischen Zeit hatte die ganze Stadt diesen Namen angenommen.statt Babylon und Babylon statt Borsippa. –" ], [ "In welcher Beziehung ist dies von Bedeutung? – Bei Scheidebriefen (der Frauen)326In denen der gegenwärtige Name zu nennen ist..", "", "iWENN MAN EINEN HERD MIT STROH ODER STRAUCH GEHEIZT HAT, SO DARF MAN1Am Vorabend des Š. DARAUF GEKÖGH SETZEN; WENN MIT TRESTERN ODER HOLZ, SO DARF MAN ES NUR DANN AUFSETZEN, WENN MAN DIE KOHLE WEGGESCHARRT ODER MIT ASCHE BEDECKT HAT. DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, NUR WARMES [WASSER], ABER KEIN GEKÖCH, UND DIE SCHULE HILLELS SAGT, SOWOHL WARMES [WASSER] ALS AUCH GEKÖCH. DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, MAN DÜRFE FORTNEHMEN ABER NICHT WIEDER AUFSETZEN, UND DIE SCHULE HILLELS SAGT, MAN DÜRFE AUCH WIEDER AUFSETZEN.", "GEMARA. Sie fragten: Ist unter ‘darf man nur dann aufsetzen’, zu verstehen, man dürfe nicht wieder aufsetzen, wohl aber stehen lassen, auch wenn die Kohlen nicht weggescharrt oder mit Asche bedeckt sind, also nach Ḥananja, denn es wird gelehrt, Ḥananja sagt, was wie die Speise des Ben Drusaj2Cf. Abschn. I. Anm. 271. gekocht hat, dürfe man auf dem Herde stehen lassen, auch wenn darauf die Kohlen nicht weggescharrt oder mit Asche bedeckt sind, oder ist darunter das Stehenlassen zu verstehen, und nur, wenn man die Kohlen weggescharrt oder mit Asche bedeckt hat, sonst aber nicht, und um so weniger aufsetzen? –", "Komm und höre: Er lehrt in der Mišna zwei Fälle: Die Schule Šammajs sagt, nur warmes [Wasser], aber kein Geköch, und die Schule Hillels sagt, sowohl warmes [Wasser] als auch Geköch. Die Schule Šammajs sagt, man dürfe fortnehmen aber nicht wieder aufsetzen, und die Schule Hillels sagt, man dürfe auch wieder aufsetzen. Allerdings ist, wenn du sagst, er meine das Stehenlassen, [unsere Mišna] wie folgt zu verstehen: Wenn man einen Herd mit Stroh oder Strauch geheizt hat, so darf man darauf Geköch stehen lassen; wenn mit Trestern oder Holz, so darf man es nur dann stehen lassen, wenn man die Kohlen weggescharrt oder mit Asche bedeckt hat. Was man stehen lassen darf, ist, wie die Schule Šammajs sagt, warmes [Wasser], aber kein Geköch, und wie die Schule Hillels sagt, sowohl warmes [Wasser] als auch Geköch. Und wie sie bezüglich des Stehenlassens streiten, so streiten sie auch bezüglich des Aufsetzens, denn die Schule Šammajs sagt, man dürfe fortnehmen aber nicht wieder aufsetzen, und die Schule Hillels sagt, man dürfe auch wieder aufsetzen.", "Wenn du aber sagst, er meine das Wiederaufsetzen, so ist [unsere Mišna] wie folgt zu verstehen: Wenn man einen Herd mit Stroh oder Strauch geheizt hat, so darf man darauf Geköch wieder aufsetzen; wenn mit Trestern oder Holz, so darf man es nur dann aufsetzen, wenn man die Kohlen weggescharrt oder mit Asche bedeckt hat. Was man wieder aufsetzen darf, ist, wie die Schule Šammajs sagt, warmes [Wasser], aber kein Geköch, und wie die Schule Hillels sagt, sowohl warmes [Wasser] als auch Geköch. Wozu aber heißt es demnach wiederum: die Schule Šammajs sagt, man dürfe fortnehmen aber nicht wieder aufsetzen, und die Schule Hillels sagt, man dürfe auch wieder aufsetzen!? –" ], [ "Tatsächlich, kann ich dir erwidern, ist hier das Wiederaufsetzen zu verstehen, [unsere Mišna] aber ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: Wenn man einen Herd mit Stroh oder Strauch geheizt hat, so darf man darauf Geköch wieder aufsetzen, wenn mit Trestern oder Holz, so darf man es nur dann wieder aufsetzen, wenn man die Kohlen weggescharrt oder mit Asche bedeckt hat; stehen lassen aber darf man sie auch, wenn man die Kohlen nicht weggescharrt oder mit Asche bedeckt hat. Was man stehen lassen darf, ist, wie die Schule Šammajs sagt, warmes [Wasser], aber kein Geköch, und wie die Schule Hillels sagt, sowohl warmes [Wasser] als auch Geköch. Und was bezüglich des Wiederaufsetzens gelehrt wird, gilt nicht nach aller Ansicht, vielmehr streiten hierüber die Schule Šammajs und die Schule Hillels: die Schule Šammajs sagt, man dürfe fortnehmen aber nicht wieder aufsetzen, und die Schule Hillels sagt, man dürfe auch wieder aufsetzen. –", "Komm und höre: R. Ḥelbo sagte im Namen des R. Ḥama b. Gorja im Namen Rabhs: Dies wurde nur von dem Falle gelehrt, wenn man [das Geköch] auf [den Herd] setzt, in diesen aber ist es verboten. Erklärlich ist die Unterscheidung zwischen innen und oben, wenn du sagst, er meine das Wiederaufsetzen, welchen Unterschied aber gibt es zwischen innen und oben, wenn du sagst, er meine das Stehenlassen!? – Du glaubst wohl, R. Ḥelbo beziehe sich auf den Anfangssatz, er bezieht sich auf den Schlußsatz: die Schule Hillels sagt, man dürfe auch wieder aufsetzen. Hierzu sagte R. Ḥelbo im Namen des R. Ḥama b. Gorja im Namen Rabhs: Dies wurde nur von dem Falle gelehrt, wenn man [das Geköch] auf [den Herd] setzt, in diesen aber ist es verboten. –", "Komm und höre: Wenn bei einem Doppelherde in dem einen [die Kohlen] weggescharrt oder mit Asche bedeckt sind und in dem anderen nicht, so darf man [Geköch] auf dem stehen lassen, in dem die Kohlen weggescharrt oder mit Asche bedeckt sind, nicht aber auf dem, in dem [die Kohlen] nicht weggescharrt oder mit Asche bedeckt sind. Was man stehen lassen darf, ist, wie die Schule Šammajs sagt, nichts, und wie die Schule Hillels sagt, warmes [Wasser], aber kein Geköch. Hat man fortgenommen, so stimmen alle überein, daß man nicht wieder aufsetzen darf – so R. Meír. R. Jehuda lehrte: Die Schule Šammajs sagt, nur warmes [Wasser], aber kein Geköch, und die Schule Hillels sagt, sowohl warmes [Wasser] als auch Geköch; die Schule Šammajs sagt, man dürfe fortnehmen aber nicht wieder aufsetzen, die Schule Hillels sagt, man dürfe auch wieder aufsetzen.", "Allerdings vertritt unsere Mišna, wenn du sagst, er meine das Stehenlassen, die Ansicht R. Jehudas, wessen Ansicht aber vertritt unsere Mišna, wenn du sagst, er meine das Wiederaufsetzen, doch weder die des R. Jehuda noch die des R. Meír!? Nach R. Meír befindet sich die Schule Šammajs in einem Falle und die Schule Hillels in zwei Fällen in einem Widersprüche3Mit ihren Ansichten in unserer Mišna., und nach R. Jehuda besteht ein Widerspruch bezüglich des Falles, wenn man die Kohlen weggescharrt oder mit Asche bedeckt hat!? –", "Tatsächlich, kann ich dir erwidern, ist hier das Wiederaufsetzen zu verstehen, nur stimmt unser Tanna in einer Hinsicht mit R. Jehuda überein und in einer Hinsicht streitet er gegen ihn. Er stimmt in einer Hinsicht mit R. Jehuda überein, hinsichtlich des warmen [Wassers] und Geköchs und hinsichtlich des Fortnehmens und Wideraufsetzens; und in einer Hinsicht streitet er gegen ihn, denn unser Tanna ist der Ansicht, man dürfe stehen lassen, auch wenn [die Kohlen] nicht weggescharrt oder mit Asche bedeckt sind, während R. Jehuda der Ansicht ist, auch stehen lassen nur dann, wenn die Kohlen weggescharrt oder mit Asche bedeckt sind, wenn aber nicht, so ist es verboten.", "Sie fragten: Darf man [Geköch] neben [den Herd]4Dicht daneben, um es zu wärmen. stellen: ist dies nur in diesen und auf diesem verboten, daneben aber erlaubt, oder gibt es hierbei keinen Unterschied? –", "Komm und höre: Wenn bei einem Doppelherde in dem einen [die Kohlen] weggescharrt oder mit Asche bedeckt sind und in dem anderen nicht, so darf man [Geköch] auf dem stehen lassen, in dem [die Kohlen] weggescharrt oder mit Asche bedeckt sind. Obgleich doch Hitze von dem anderen ausströmt. – Vielleicht ist es da anders, weil es oben steht und Luft dazwischen kommt. –", "Komm und höre: R. Saphra sagte im Namen R. Ḥijas: Wenn man [die Kohlen] mit Asche bedeckt hat und sie sich wieder entzündet haben, so darf man [Geköch] neben [den Herd] stellen, darauf stehen lassen und fortnehmen und wieder aufsetzen. Hieraus ist zu entnehmen, daß auch daneben stellen nur dann, wenn man [die Kohlen] mit Asche bedeckt hat, nicht aber, wenn man sie nicht bedeckt hat. – Darf man es denn, auch nach deiner Auffassung, nur dann fortnehmen, wenn man [die Kohlen] mit Asche bedeckt hat, nicht aber, wenn man sie nicht mit Asche bedeckt hat? Vielmehr lehrt er es vom Fortnehmen wegen des Wiederaufsetzens, ebenso lehrt er es vom Danebenstellen wegen des Stehenlassens. –", "Was soll dies: das Fortnehmen und Wiederaufsetzen erfolgt an einem Orte5Es ist eine Handlung; um das Geköch wieder aufzusetzen, muß man es vorher fortgenommen haben., daher lehrt er vom Fortnehmen wegen des Wiederaufsetzens, das Danebenstellen aber geschieht ja an einem Orte, während das Stehenlassen an einem anderen Orte geschieht!? –", "Wie bleibt es nun damit? – Komm und höre: Wenn man einen Herd mit Trestern oder Holz geheizt hat, so darf man [Geköch] daneben stellen, auf diesem stehen lassen darf man es nur dann, wenn [die Kohlen] weggescharrt oder mit Asche bedeckt sind; sind die Kohlen beim Verlöschen, oder hat man darauf Flachsspäne getan, so ist es ebenso, als wären sie mit Asche bedeckt.", "R. Jiçḥaq b. Naḥmani sagte im Namen R. Oša͑jas: Wenn man [die Kohlen] mit Asche bedeckt hat und sie sich wieder entzündet haben, so darf man [auf dem Herde] warmes [Wasser], das genügend heiß ist, oder Geköch, das genügend gekocht hat, stehen lassen. –" ], [ "Entnimm hieraus, daß es erlaubt sei, wenn [das Geköch] durch das Einkochen besser wird! – Anders ist es hierbei, wo man [die Kohlen] mit Asche bedeckt hat. – Wozu braucht er dies demnach zu lehren!? – Nötig ist dies wegen des Wiederentzündens; man könnte glauben, daß sie, da sie sich wieder entzündet haben, in den früheren Zustand treten, so lehrt er uns.", "Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn man die Kohlen mit Asche bedeckt hat, und sie sich wieder entzündet haben, so darf man [auf dem Herde] warmes Wasser, das genügend heiß ist, oder Geköch, das genügend gekocht hat, stehen lassen, selbst wenn es Ginsterkohlen sind. – Entnimm hieraus, daß es erlaubt ist, wenn [das Geköch] durch das Einkochen besser wird! – Anders ist es hierbei, wenn man [die Kohlen] mit Asche bedeckt hat. – Wozu braucht er dies demnach zu lehren!? – Nötig ist dies wegen des Wiederentzündens. – Dies ist ja dasselbe!? – Er lehrt dies auch von Ginsterkohlen.", "R. Šešeth sagte im Namen R. Joḥanans: Auf einem Herde, den man mit Trestern oder Holz geheizt hat, darf man heißes [Wasser], das nicht genügend heiß ist, und Geköch, das nicht genügend gekocht hat, stehen lassen; hat man sie fortgenommen, so darf man sie nur dann aufsetzen, wenn man [die Kohlen] weggescharrt oder Asche darauf getan hat. Er ist der Ansicht, unsere Mišna lehre es vom Wieder auf setzen, stehen lassen aber darf man, auch wenn [die Kohlen] nicht weggescharrt oder mit Asche bedeckt sind.", "Raba sagte: Wir haben beides gelernt: Bezüglich des Stehenlassens haben wir gelernt: Man darf beim Dunkelwerden nur dann Brot in den Ofen schieben oder einen Kuchen auf Kohlen legen, wenn sie [noch am Tage] oben eine Kruste bekommen. Wenn sie aber eine Kruste haben, ist es erlaubt. Bezüglich des Wiederaufsetzens haben wir gelernt: Die Schule Hillels sagt, man dürfe auch wieder aufsetzen. Die Schule Hillels erlaubt es nur dann, wenn [die Kohlen] weggescharrt oder mit Asche bedeckt sind, nicht aber, wenn sie nicht weggescharrt oder mit Asche bedeckt sind. Auch R. Šešeth lehrt uns nur die Folgerung aus der Mišna.", "R. Šemuél b. Jehuda sagte im Namen R. Joḥanans: Auf einem Herde, den man mit Trestern oder Holz geheizt hat, darf man Geköch, das genügend gekocht hat, und heißes [Wasser], das genügend heiß ist, stehen lassen, selbst wenn es durch das Einkochen besser wird. Da sprach einer der Jünger zu R. Šemuél b. Jehuda: Rabh und Šemuél sagen ja beide, daß es, wenn es durch das Einkochen besser wird, verboten sei!?", "Dieser erwiderte ihm: Weiß ich etwa nicht, daß R. Joseph im Namen R. Jehudas im Namen Šemuéls gesagt hat, es sei verboten, wenn es durch das Einkochen besser wird? Ich sagte es nach R. Joḥanan. R. U͑qaba aus Mešan sprach zu R. Aši: Ihr, die ihr Rabh und Šemuél näher seid, verfahret nach Rabh und Šemuél, wir aber verfahren nach R. Joḥanan.", "Abajje sprach zu R. Joseph: Darf man [Geköch auf dem Herde] stehen lassen6Wenn die Kohlen nicht weggescharrt werden.? Dieser erwiderte: Für R. Jehuda läßt man stehen, und er ißt. Da sprach jener: Abgesehen von R. Jehuda, der ein gefährlich Kranker ist, für den man dies sogar am Šabbath tun darf; wie ist es aber für mich und für dich? Dieser erwiderte: In Sura lassen sie stehen. R. Naḥman b. Jiçḥaq ist ja ein Mann [frommer] Taten, und für ihn läßt man stehen, und er ißt. R. Aši erzählte: Ich war bei R. Hona anwesend, als man für ihn Fischspeise stehen ließ und er sie aß; ich weiß jedoch nicht, ob deshalb, weil er der Ansicht ist, es sei erlaubt, wenn es durch das Einkochen besser wird, oder weil er der Ansicht ist, da darin eine Mehlschwitze enthalten ist, werde sie durch das Einkochen schlechter.", "R. Naḥman sagte: Wenn [die Speise] durch das Einkochen besser wird, so ist es verboten, wenn sie durch das Einkochen schlechter wird, so ist es erlaubt. Die Regel hierbei ist: Worin eine Mehlschwitze ist, wird durch das Einkochen schlechter, ausgenommen das Rübengeköch, das, obgleich eine Mehlschwitze darin ist, durch das Einkochen besser wird. Dies nur dann, wenn Fleisch darin ist, ist aber kein Fleisch darin, so wird es durch das Einkochen schlechter. Und auch, wenn Fleisch darin ist, nur dann, wenn man sie nicht Gästen vorsetzen will, wenn man sie aber Gästen vorsetzen will, so ist das Einkochen nachteilig7Da das Fleisch durch das viele Kochen einschrumpft.. Die Feigenspeise, Graupen und die Dattelspeise werden durch das Einkochen schlechter.", "Sie fragten R. Ḥija b. Abba:" ], [ "Wie ist es, wenn man einen Topf auf dem Herde vergessen und er am Šabbath gekocht hat? Da schwieg er und antwortete nichts. Am nächsten Tage trug er ihnen vor: Wenn jemand versehentlich am Šabbath gekocht hat, so darf er [die Speise] essen, wenn vorsätzlich, so darf er sie nicht essen. Und das ist ja dasselbe. –", "Was heißt: das ist ja dasselbe? – Rabba und R. Joseph sagen beide, erleichternd: nur wenn man vorsätzlich gekocht hat, darf man nicht essen, weil man eine Tat ausgeübt hat, dieser aber, der keine Tat ausgeübt hat, darf sie essen, auch wenn es vorsätzlich erfolgt ist. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagt, erschwerend: nur versehentlich gekocht darf er sie essen, weil man sich dabei keiner List bedienen kann, dieser aber, der sich einer List bedienen kann, darf sie nicht essen, auch wenn es versehentlich erfolgt ist.", "Man wandte ein: Wenn jemand einen Topf auf dem Herde vergessen und er am Šabbath gekocht hat, so darf er [die Speise], wenn versehentlich, essen, und wenn vorsätzlich, nicht essen. Dies gilt nur von warmem [Wasser], das nicht genügend heiß war, oder Geköch, das nicht genügend gekocht hat; wenn aber das warme [Wasser] genügend heiß war und das Geköch genügend gekocht hat, darf man sie, ob versehentlich oder vorsätzlich, essen – so R. Meír.", "R. Jehuda sagt, warmes [Wasser], das genügend heiß war, ist erlaubt, weil das Einkochen nachteilig ist, Geköch aber, das genügend gekocht hat, ist verboten, weil es durch das Einkochen besser wird. Alles, was durch das Einkochen besser wird, wie Kohl, Bohnen oder gehacktes Fleisch, ist verboten, und alles, was durch das Einkochen schlechter wird, ist erlaubt.", "Er lehrt hier8Daß zwischen Versehen und Vorsatz zu unterscheiden sei. von Geköch, das nicht genügend gekocht hat. Allerdings ist nach R. Naḥman b. Jiçḥaq nichts einzuwenden, denn das eine9Die Lehre, daß es versehentlich erlaubt sei. wurde vor der Anordnung10Wie weiter folgt, wurde später bei Vergessen Verbot angeordnet.und das andere nach der Anordnung gelehrt; nach Rabba und R. Joseph aber, die erleichternd sagen, ist ja dagegen einzuwenden, wenn es11Die Lehre R. Ḥijas.vor der Anordnung gelehrt wurde, bezüglich des Vorsatzes, und wenn nach der Anordnung, auch bezüglich des Versehens!? – Ein Einwand.", "Was ist das für eine Anordnung? – R. Jehuda b. Šemuél sagte im Namen R. Abbas im Namen R. Kahanas im Namen Rabhs: Früher sagten sie, wenn jemand am Šabbath versehentlich gekocht hat, so dürfe er [die Speise] essen, und wenn vorsätzlich, so dürfe er sie nicht essen, und dasselbe gelte auch vom Vergessen12Eine Speise auf dem Herde.; nachdem aber viele [ihre Speisen auf dem Herde] vorsätzlich stehen ließen und sagten, sie hätten es vergessen, traten sie zurück und maßregelten auch den, der es vergessen hat. –", "R. Meír und R. Jehuda befinden sich ja beide mit sich selbst in Widerspruch13Mit ihren Ansichten in der Lehre ob. Fol. 37a.!? – R. Meír befindet sich nicht in Widerspruch, denn das eine14Daß es nur bei warmem Wasser u. nicht bei Speisen erlaubt sei. gilt von vornherein, und das andere, wenn bereits geschehen; R. Jehuda befindet sich ebenfalls nicht in Widerspruch, denn das eine gilt von dem Falle, wenn [die Kohlen] weggescharrt oder mit Asche bedeckt15In diesem Falle ist es bei warmem Wasser u. Speisen erlaubt.sind, und das andere von dem Falle, wenn die Kohlen nicht weggescharrt oder mit Asche bedeckt sind.", "Sie fragten: Wie ist es, wenn jemand übertreten hat und [eine Speise auf dem Herde] stehen ließ: haben ihn die Rabbanan gemaßregelt16Ihm den Genuß der Speise zu verbieten.oder nicht? – Komm und höre: R. Šemuél b. Nathan erzählte im Namen R. Ḥaninas: Als R. Jose nach Sepphoris kam, fand er warmes [Wasser], das auf dem Herde stehen geblieben war, und er verbot es ihnen nicht, gekochte17Wörtl. zusammengeschrumpfte, wohl durch das übermäßige Kochen.Eier, die auf dem Herde stehen geblieben waren, und er verbot sie ihnen wohl. Doch für diesen Šabbath. – Nein, für den nächsten Šabbath18Er verbot, dies in Zukunft zu tun.. –", "Demnach werden gekochte Eier durch das Einkochen besser? – Freilich, denn R. Ḥama b. Ḥanina erzählte: Einst kehrte ich zusammen mit Rabbi19Viell, in der gewöhnlichen Bedeutung Lehrer; R. Ḥanina, der Vater R. Ḥamas, war jüngerer Zeitgenosse Rabbis.in einem Orte ein und man setzte uns da Eier vor, die wie die Speierlinge zusammengeschrumpft waren, von denen wir viele aßen.", "DIE SCHULE HILLELS SAGT, MAN DÜRFE AUCH WIEDER AUFSETZEN. R. Šešeth sagte: Nach demjenigen, der sagt," ], [ "man dürfe wieder aufsetzen, ist dies sogar am Šabbath20Am folgenden Tage u. nicht nur bei Dunkelheit.erlaubt. Und auch R. Oša͑ja ist der Ansicht, man dürfe auch am Šabbath wieder aufsetzen, denn R. Oša͑ja erzählte: Als wir einst bei R. Ḥija dem Großen anwesend waren, brachten wir ihm vom unteren Geschosse nach dem oberen Geschosse einen Kessel mit warmem Wasser hinauf, schenkten ihm den Becher ein und stellten [den Kessel] wieder auf seinen Platz21Auf den Herd.zurück, und er sagte uns kein Wort.", "R. Zeriqa sagte im Namen R. Abbas im Namen R. Tadajs: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn man [das Gefäß] noch in der Hand hat, hat man es aber auf den Boden abgesetzt, so ist [das Wiederaufsetzen] verboten. R. Ami sagte: R. Tadaj hat dies nur für sich selber entschieden. Vielmehr sagte R. Ḥija im Namen R. Joḥanans wie folgt: Selbst wenn man [das Gefäß] auf den Boden abgesetzt hat, ist [das Wiederaufsetzen] erlaubt.", "Hierüber streiten R. Dimi und R. Šemuél b. Jehuda, und zwar beide im Namen R. Elea͑zars; einer sagt, nur wenn man es noch in der Hand hält, sei [das Wiederaufsetzen] erlaubt, hat man es aber auf den Boden abgesetzt, sei es verboten, und einer sagt, auch wenn man es auf den Boden abgesetzt hat, sei es erlaubt. Ḥizqija sagte im Namen Abajjes: Das, was wir gesagt haben, [das Wiederaufsetzen] sei erlaubt, wenn man es noch in der Hand hält, bezieht sich nur auf den Fall, wenn man beabsichtigt hat, es wieder aufzusetzen, hat man dies aber nicht beabsichtigt, so ist es verboten. Demnach ist es, wenn man es auf den Boden abgesetzt hat, verboten, auch wenn man beabsichtigt hat, es wieder aufzusetzen.", "Manche lesen: Ḥizqija sagte im Namen Abajjes: Das, was wir gesagt haben, [das Wiederaufsetzen] sei verboten, wenn man es auf den Boden abgesetzt hat, bezieht sich nur auf den Fall, wenn man nicht beabsichtigt hat, es wieder aufzusetzen, hat man dies aber beabsichtigt, so ist es erlaubt. Demnach ist es, wenn man es in der Hand hält, erlaubt, auch wenn man nicht beabsichtigt hat, es wieder aufzusetzen. R. Jirmeja fragte: Wie ist es, wenn man [das Gefäß] auf einem Stabe hängen läßt? Wie ist es, wenn man es auf das Bett absetzt? R. Aši fragte: Wie ist es, wenn man [das Wasser] aus einem Kessel in den anderen umgegossen hat? – Dies bleibt unentschieden.", "iiWENN MAN EINEN OFEN MIT STROH ODER STRAUCH GEHEIZT HAT, SO DARF MAN NICHTS IN DIESEN NOCH AUF DIESEN [ZUM WÄRMEN] TUN. EIN TOPFHERD22Erklärung folgt weiter., DEN MAN MIT STROH ODER STRAUCH GEHEIZT HAT, GLEICHT DEM HERDE, UND DEN MAN MIT TRESTERN ODER HOLZ GEHEIZT HAT, GLEICHT DEM OFEN.", "GEMARA. WENN MAN EINEN OFEN GEHEIZT HAT. R. Joseph wollte erklären, ‘in diesen’ heiße, innerhalb desselben, ‘auf diesen’ heiße, oberhalb desselben, daneben zu stellen aber sei erlaubt; dagegen wandte Abajje ein: Ein Topfherd, den man mit Stroh oder Strauch geheizt hat, gleicht dem Herde, und den man mit Trestern oder Holz geheizt hat, gleicht dem Ofen. Nur darum ist es verboten, bei einem Herde aber ist es23Wenn man ihn mit Trestern oder Holz geheizt hat.erlaubt. In welchem Falle: wollte man sagen, auf diesem, wenn [die Kohlen] nicht weggescharrt oder mit Asche bedeckt sind – ist es denn bei einem Herde erlaubt, wenn [die Kohlen] nicht weggescharrt oder mit Asche bedeckt sind!? Doch wohl daneben, und er lehrt, er gleiche einem Ofen und es sei verboten!?", "R. Ada b. Ahaba erwiderte: Hier handelt es sich um einen Topfherd, in dem [die Kohlen] weggescharrt oder mit Asche bedeckt sind, und um einen Ofen, in dem [die Kohlen] weggescharrt oder mit Asche bedeckt sind. Er gleicht einem Ofen, indem auf diesen zu setzen verboten ist, auch wenn [die Kohlen] weggescharrt oder mit Asche bedeckt sind, denn bei einem Herde ist es ja erlaubt, wenn [die Kohlen] weggescharrt oder mit Asche bedeckt sind. Übereinstimmend mit Abajje wird gelehrt: Wenn man einen Ofen mit Stroh oder Strauch geheizt hat, so darf man nichts daneben [zum Wärmen] stellen, um so weniger auf diesen, und um so weniger in diesen, und selbstverständlich nicht, wenn man ihn mit Trestern oder Holz [geheizt hat]. Wenn man einen Topfherd mit Stroh oder Strauch geheizt hat, so darf man daneben stellen, nicht aber auf diesen; wenn mit Trestern oder Holz, so darf man auch nichts daneben stellen.", "R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Wie verhält es sich mit diesem Topfherde: gleicht er einem Herde, so sollte es erlaubt sein, auch wenn mit Trestern oder Holz, und gleicht er einem Ofen, so sollte es verboten sein, auch wenn mit Stroh oder Strauch [geheizt]!? Dieser erwiderte: Er hat mehr Hitze als ein Herd und weniger als ein Ofen. –", "Was ist ein Topfherd und was ist ein Herd? R. Jose b. Ḥanina sagte: Der Topfherd ist zum Aufsetzen eines Topfes eingerichtet, der Herd zum Aufsetzen zweier Töpfe. Abajje, nach anderen, R. Jirmeja, sagte: Auch wir haben gelernt: Wenn ein Herd in der Länge geteilt ist, so ist er rein, wenn in der Breite, so ist er verunreinigungsfähig24Weil die Hälfte zum Aufsetzen eines Topfes benutzt werden kann.; der Topfherd ist rein, ob in der Länge oder in der Breite.", "iiiMAN DARF EIN EI NICHT AN DIE SEITE EINES KESSELS LEGEN, DAMIT ES GERINNE25Wörtl. sich rollt, wie dies bei gekochten Eiern der Fall ist., AUCH NICHT AUF [WARME] TÜCHER ZERSCHLAGEN26Um es auf diesen backen zu lassen.; R. JOSE ERLAUBT DIES. FERNER DARF MAN ES NICHT IN [HEISSEN] SAND ODER STRASSENSTAUB EINSCHARREN, DAMIT ES BACKE.", "iv,1EINST ZOGEN DIE LEUTE VONIBERJAS EIN ROHR FÜR KALTES WASSER DURCH EINEN HEISSEN KANAL. DA SPRACHEN DIE WEISEN ZU IHNEN: Am ŠABBATH IST DIESES WASSER ALS AM ŠABBATH GEWÄRMT ZU BETRACHTEN UND SOWOHL ZUM WASCHEN ALS AUCH ZUM TRINKEN VERBOTEN; AM FESTE IST ES ALS AM FESTE GEWÄRMT ZU BETRACHTEN UND IST ZUM WASCHEN VERBOTEN UND ZUM TRINKEN ERLAUBT.", "GEMARA. Sie fragten: Was geschieht, wenn man es gerinnen läßt? R. Joseph erwiderte: Hat man es gerinnen lassen, so ist man ein Sündopfer schuldig. Mar, der Sohn Rabinas, sagte: Auch wir haben es gelernt:" ], [ "Was27Gesalzenes, das in Wasser eingeweicht werden muß.schon vor Šabbath in warmes [Wasser] gelegt worden ist, darf man am Šabbath in warmes [Wasser] einweichen, und was nicht vor Šabbath in warmes [Wasser] gelegt worden ist, darf man am Šabbath mit warmem [Wasser] abspülen, außer einen alten Salzfisch oder einen spanischen Thunfisch, weil bei diesen das Abspülen die Vollendung ihrer Zubereitung28Wonach man ein Sündopfer schuldig ist; ebenso beim Gerinnenlassen eines Eies.ist. Schließe hieraus.", "AUCH NICHT AUF [WARME] TÜCHER ZERSCHLAGEN. Demnach vertritt die Lehre, man dürfe Geköch in eine Grube setzen, damit es sich halte, ebenso gutes Wasser in schlechtes, damit es kalt bleibe, desgleichen kaltes vor die Sonne, damit es warm werde, die Ansicht R. Joses und nicht die der Rabbanan29Während bei einem Streite zwischen einem einzelnen u. einer Gesamtheit die Halakha nach der Gesamtheit zu entscheiden ist. Ebenso überall bei einem derartigen Einwurf.!?", "R. Naḥman erwiderte: Vor der Sonne ist es nach aller Ansicht [zu wärmen] erlaubt, desgleichen ist es nach aller Ansicht beim Erzeugnisse des Feuers30Wenn beispielsweise (im Falle unserer Mišna) das Tuch am Feuer bezw. an der Sonne gewärmt wurde.verboten; ihr Streit besteht nur bezüglich des Erzeugnisses der Sonne30Wenn beispielsweise (im Falle unserer Mišna) das Tuch am Feuer bezw. an der Sonne gewärmt wurde.; nach der einen Ansicht ist es beim Erzeugnisse der Sonne mit Rücksicht auf das Erzeugnis des Feuers31Man weiß nicht, ob die Sache von der Sonne od. vom Feuer gewärmt wurde.verboten, und nach der anderen Ansicht berücksichtige man dies nicht.", "FERNER DARF MAN ES NICHT IN [HEISSEN] SAND EINSCHARREN. R. Jose sollte doch auch bezüglich dieses Falles streiten!? – Rabba erklärte, es sei eine Vorsichtsmaßnahme, weil man es auch in heiße Asche einscharren könnte. R. Joseph erklärte, weil man die Erde aufwühlt32Und so eine Grube gräbt.. — Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? — Ein Unterschied besteht zwischen ihnen bei lockerer Erde.", "Man wandte ein: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Man darf ein Ei auf einem heißen Dache gerinnen lassen, nicht aber darf man ein Ei auf brennendem Kalk gerinnen lassen. Allerdings ist nach dem, der erklärt, es sei eine Vorsichtsmaßnahme, weil man es in heiße Asche einscharren könnte, hierbei nichts zu berücksichtigen, nach dem aber, der erklärt, weil man Erde aufwühlt, sollte man dies auch auf einem Dache berücksichtigen!? — Gewöhnlich befindet sich auf einem Dache keine Erde. —", "Komm und höre: Einst zogen die Leute von Ṭiberjas ein Rohr für kaltes Wasser durch einen heißen Kanal &c. Einleuchtend ist dies nach dem, der erklärt, weil man es in heiße Asche einscharren könnte, denn dies gleicht dem Einscharren; wie ist dies aber nach dem zu begründen, der erklärt, weil man Erde aufwühlt!? —", "Glaubst du wohl, das Ereignis mit den Leuten von Ṭiberjas beziehe sich auf den Schlußsatz; es bezieht sich auf den Anfangssatz: auch nicht auf [warme] Tücher zerschlagen; R. Jose erlaubt dies. Die Rabbanan sprachen zu R. Jose wie folgt: Beim Ereignisse mit den Leuten von Ṭiberjas33Da sie nicht am Feuer erwärmt wurden.war es ja nur ein Erzeugnis der Sonne, dennoch verboten es die Rabbanan. Darauf erwiderte dieser: Diese sind ebenfalls ein Erzeugnis des Feuers, denn sie fließen an den Pforten des Fegefeuers vorüber.", "R. Ḥisda sagte:" ], [ "Nach dem Ereignisse mit den Leuten von Ṭiberjas, wobei die Rabbanan es verboten haben, ist es verboten, [Speisen] in einem wärmenden Gegenstande warm zu stellen, selbst noch am Tage34Vor Beginn des Šabbaths.. U͑la sagte: Die Halakha ist, wie die Leute von Ṭiberjas verfahren. Da sprach R. Naḥman zu ihm: Die Leute von Ṭiberjas haben längst ihre Rohre zerstört.", "EINST ZOGEN DIE LEUTE VONIBERJAS. Welches Waschen ist hier gemeint: wollte man sagen, das Waschen des ganzen Körpers, wieso ist dies nur mit am Šabbath gewärmtem Wasser verboten, mit am Vorabend des Šabbaths gewärmtem aber erlaubt, es wird ja gelehrt, daß man mit am Vorabend des Šabbaths gewärmtem Wasser am folgenden Tage nur Gesicht, Hände und Füße waschen dürfe, nicht aber den ganzen Körper!? Wenn aber Gesicht, Hände und Füße,", "wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: am Feste ist es als am Feste gewärmt zu betrachten und zum Waschen verboten und zum Trinken erlaubt. Demnach haben wir eine anonyme Mišna nach der Schule Šammajs35Während die Halakha nach der Schule Hillels entschieden wird.!? Wir haben nämlich gelernt: Die Schule Šammajs sagt, man dürfe kein Wasser für die Füße aufwärmen, es sei denn, daß es auch zum Trinken brauchbar ist; die Schule Hillels erlaubt dies.", "R. Iqa b. Ḥananja erwiderte: Hier handelt es sich um das Abspülen des ganzen Körpers, und zwar nach dem Tanna der folgenden Lehre: Man darf nicht den ganzen Körper abspülen, weder mit warmem noch mit kaltem Wasser — so R. Meír, R. Šimo͑n erlaubt dies; R. Jehuda sagt, mit warmem sei es verboten und mit kaltem erlaubt.", "R. Ḥisda sagte: Der Streit besteht nur bezüglich eines Gefäßes, in einem Bodenkessel aber ist es nach aller Ansicht erlaubt. — Aber beim Ereignis mit den Leuten von Ṭiberjas handelte es sich ja um einen Bodenkessel, dennoch haben die Rabbanan es verboten!? — Vielmehr, ist dies gesagt worden, so wird es wie folgt lauten: Der Streit besteht nur bezüglich eines Bodenkessels, in einem Gefäße aber ist es nach aller Ansicht verboten.", "Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Die Halakha ist wie R. Jehuda. R. Joseph sprach zu ihm: Hast du dies ausdrücklich gehört oder durch einen Schluß gefolgert? — Wieso durch einen Schluß? — R. Tanḥum sagte im Namen R. Joḥanans im Namen R. Jannajs im Namen Rabhs: Überall, wo du findest, daß zwei einen Streit führen und ein anderer den Ausschlag gibt, ist die Halakha wie der Ausschlaggebende, ausgenommen ist die Halakha bezüglich der Bedeutungslosigkeit des Lappens36Bezüglich der Unreinheit; ob. Fol. 29a., wobei, obgleich R. Elie͑zer erschwerend und R. Jehošua͑ erleichternd ist, und R. A͑qiba den Ausschlag gibt, die Halakha dennoch nicht wie der Ausschlaggebende ist; erstens, weil R. A͑qiba der Schüler ist, und zweitens, weil" ], [ "R. A͑qiba von seiner Ansicht zugunsten R. Jehošua͑s abgekommen ist37Auch in diesem Streite zwischen RM. u. RS. ist RJ. der Ausschlaggebende.. — Was ist denn dabei, wenn aus einem Schluß gefolgert!? — Vielleicht gilt dies nur von einer Mišna, nicht aber von einer Barajtha. Dieser erwiderte: Ich habe dies ausdrücklich gehört.", "Es wurde gelehrt: Wenn Wasser am Vorabend des Šabbaths gewärmt wurde, so darf man am folgenden Tage, wie Rabh sagt, darin den ganzen Körper waschen, jedoch nur jedes Glied besonders; Šemuél sagt, man hat nur das Waschen von Gesicht, Händen und Füßen erlaubt. Man wandte ein: Wenn Wasser am Vorabend des Šabbaths gewärmt wurde, so darf man darin am folgenden Tage Gesicht, Hände und Füße waschen, nicht aber den ganzen Körper. Dies ist also eine Widerlegung der Ansicht Rabhs!? — Rabh kann dir erwidern: nicht aber den ganzen Körper, nämlich mit einem Male, wohl aber jedes Glied besonders. — Es heißt ja aber: Gesicht, Hände und Füße!? — In der Weise, wie Gesicht, Hände und Füße38Jedes Glied besonders.. —", "Komm und höre: Sie haben nur das Waschen von Gesicht, Händen und Füßen mit am Vorabend des Šabbaths gewärmtem Wasser erlaubt!? — Hier meint er ebenfalls: in der Weise, wie Gesicht, Hände und Füße.", "Übereinstimmend mit Šemuél wird auch gelehrt: Wenn Wasser am Vorabend des Šabbaths gewärmt wurde, so darf man am folgenden Tage darin Gesicht, Hände und Füße waschen, nicht aber den ganzen Körper, jedes Glied besonders, und um so weniger in Wasser, das am Feste gewärmt wurde. Rabba lehrte diese Lehre Rabhs wie folgt: Wenn Wasser am Vorabend des Šabbaths gewärmt wurde, so darf man, wie Rabh sagt, am folgenden Tage darin den ganzen Körper mit Ausnahme eines einzigen Gliedes baden. Er hielt ihm alle jene Widerlegungen vor. — Eine Widerlegung39In dieser Fassung wird von Händen und Füßen nicht gesprochen, sodaß die obige Erklärung, wie Hände u. Füße, hierbei nicht anwendbar ist..", "R. Joseph fragte Abajje: Pflegte Rabba nach der Lehre Rabhs zu verfahren? Dieser erwiderte: Ich weiß dies nicht. — Wieso aber war ihm dies fraglich, selbstverständlich pflegte er nicht so zu verfahren, da jener ja widerlegt wurde!? — Vielleicht hat er davon nichts gehört. —", "Wenn er aber davon nichts gehört hat, wird er wohl entschieden so verfahren haben, denn Abajje sagte, bei allem entschied der Meister stets nach Rabh, ausgenommen folgende drei Dinge, bei denen er nach Šemuél entschied: man darf die Çiçith von einem Gewande in ein anderes einknüpfen, man darf [bei der Ḥanukalampe] ein Licht am anderen anzünden, und die Halakha ist beim Rücken40Cf. Fol. 22a.wie R. Šimo͑n. — Nach den Erschwerungen Rabhs pflegte er zu verfahren, nach den Erleichterungen Rabhs pflegte er nicht zu verfahren.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn man in einer Badestube die [Dampf] löcher am Vorabend des Šabbaths verstopft hat, so darf man sofort nach Ausgang des Šabbaths darin baden; hat man die [Dampf]löcher am Vorabend des Festes verstopft, so darf man gleich am folgenden Tage hineingehen und schwitzen, sodann hinausgehen und sich im Vorraume abspülen.", "R. Jehuda erzählte: Einst ereignete es sich, daß man in Bene Beraq die [Dampf]löcher der Badestube am Vorabend des Festes verstopft hatte, und am folgenden Tage traten da R. Elea͑zar b. A͑zarja und R. A͑qiba ein und schwitzten darin, alsdann gingen sie nach dem Vorraume und spülten sich ab; das Warmwasser aber war da mit Brettern41Und war sicherlich nicht am Šabbath warm geworden.bedeckt. Als die Sache vor die Weisen kam, sprachen sie: Auch wenn das Warmwasser nicht mit Brettern bedeckt wäre, würde es erlaubt sein. Als sich aber Übertreter mehrten, begann man [auch das Schwitzen] zu verbieten. In den großstädtischen Badeanstalten darf man anstandslos umhergehen. —", "Welches Bewenden hat es mit den Übertretern? — R. Šimo͑n b. Pazi sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi im Namen Bar Qapparas: Früher badete man in warmem [Wasser], das am Vorabend des Šabbaths gewärmt worden war; als die Bademeister es am Šabbath zu wärmen begannen, indem sie sagten, es sei am Vorabend des Šabbaths gewärmt worden, verbot man das [Baden in] warmem Wasser und erlaubte das Schwitzen. Da sie aber noch immer in warmem Wasser badeten, indem sie sagten, sie schwitzten nur, verbot man auch das Schwitzen und erlaubte nur die Warmbäder von Ṭiberjas. Aber noch immer badeten sie in am Feuer gewärmtem Wasser, indem sie sagten, es sei von den Warmbädern von Ṭiberjas; da verbot man ihnen auch die Warmbäder von Ṭiberjas und gestattete ihnen nur kaltes Wasser. Als man aber einsah, daß dies keinen Bestand42Da man die Bäder nicht entbehren konnte.haben kann, erlaubte man die Warmbäder von Ṭiberjas, und bezüglich des Schwitzens blieb es beim Alten.", "Rabba sagte: Wer eine [Anordnung] der Rabbanan übertritt, den darf man Übertreter nennen. —" ], [ "Nach wessen Ansicht? —", "Nach dem Tanna [der folgenden Lehre]: In großstädtischen Badeanstalten43In dieser Lehre wird von Übertretern gesprochen.darf man anstandslos umhergehen. Raba sagte: Nur in großstädtischen, in denen der Dörfer aber nicht. — Aus welchem Grunde? — Da sie klein sind, so ist ihre Hitze stark.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf sich vor der Flamme wärmen, sodann hinausgehen und sich mit kaltem Wasser abspülen; jedoch nicht sich vorher mit kaltem Wasser abspülen und nachher vor der Flamme wärmen, weil man dadurch das Wasser am Körper wärmt. Die Rabbanan lehrten: Man darf am Šabbath ein Frottiertuch wärmen und auf den Unterleib legen, jedoch nicht einen Kessel mit [warmem] Wasser holen und auf den Unterleib legen; dies ist wegen der Gefahr44Sich zu verbrühen.sogar am Wochentage verboten.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf einen Krug Wasser holen und vor die Flamme stellen, jedoch nicht, damit es warm werde, sondern nur, damit die Kälte schwinde. R. Jehuda sagt, eine Frau dürfe ein Krüglein Öl vor die Flamme stellen, jedoch nicht, damit es koche, sondern nur, damit es lau werde. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, eine Frau dürfe anstandslos eine Hand mit Öl einstreichen, sie vor der Flamme wärmen und ihren kleinen Knaben damit bestreichen.", "Sie fragten: Wie ist die Ansicht des ersten Tanna bezüglich des Öls? — Rabba und R. Joseph sagen beide, erleichternd; R. Naḥman b. Jiçḥaq sagt, erschwerend. Rabba und R. Joseph sagen beide, erleichternd, daß es beim Öl erlaubt sei, auch wenn die Hand zu zucken beginnt. Der erste Tanna ist nämlich der Ansicht, beim Öl gebe es kein Verbot des Kochens; dagegen ist R. Jehuda der Ansicht, beim Öl gebe es ein Verbot des Kochens, jedoch gelte das Aufwärmen nicht als Kochen; und R. Šimo͑n b. Gamliél ist der Ansicht, beim Öl gebe es ein Verbot des Kochens und dabei45Da es nicht zu kochen braucht, sondern mit dem Wärmen gebrauchsfertig ist.gelte schon das Aufwärmen als Kochen.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagt, erschwerend, daß es beim Öl verboten sei, auch wenn die Hand nicht zuckt. Er ist nämlich der Ansicht, beim Öl gebe es ein Verbot des Kochens, und daher gelte schon das Aufwärmen als Kochen; dagegen ist R. Jehuda der Ansicht, das Aufwärmen gelte nicht als Kochen; und R. Šimo͑n b. Gamliél ist der Ansicht, beim Öl gebe es ein Verbot des Kochens, und dabei gelte schon das Aufwärmen als Kochen. — R. Šimo͑n b. Gamliél sagt ja dasselbe, was der erste Tanna!? — Ein Unterschied besteht zwischen ihnen, wenn man es wie unbeabsichtigt46Wörtl. wie mit od. zur Rückseite der Hand. Im Talmud stehender Ausdruck für eine Handlung, die auf ungewöhnliche Weise erfolgt. sodaß sie wie absichtslos erscheint. Nach RŠ. ist es auf diese Weise erlaubt.tut.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Sowohl beim Öl als auch beim Wasser ist es, sobald die Hand zuckt, verboten, und solange die Hand nicht zuckt, erlaubt. — Was heißt Zucken der Hand? Reḥaba erwiderte: Sobald sich ein Kind den Leib verbrühen würde.", "R. Jiçḥaq b. Evdämi erzählte: Einst folgte ich Rabbi in die Badestube, und als ich für ihn ein Krüglein Öl [zum Wärmen] in das Bassin stellen wollte, sprach er zu mir: Nimm ein anderes Gefäß47Mit heißem Wasser aus dem Bassin, damit es sich ein wenig abkühle.und stelle es darin. Hieraus ist dreierlei zu entnehmen: es ist zu entnehmen, daß es beim Öl ein Verbot des Kochens gebe, es ist zu entnehmen, daß es in einem zweiten Gefäße nicht mehr kocht, und es ist zu entnehmen, daß dabei das Aufwärmen als Kochen gilt. —", "Wieso aber tat er dies48Halakhische Bemerkungen in der Badestube machen., Rabba b. Bar Ḥana sagte ja im Namen R. Joḥanans, man dürfe überall [über Worte der Tora] nachdenken, nur nicht in der Badestube und im Aborte!? Wolltest du erwidern, er habe es ihm in profaner Sprache gesagt, so sagte ja Abajje, man dürfe profane Gespräche in der Heiligensprache führen, heilige Gespräche dürfe man [an verbotenen Orten] auch in profaner Sprache nicht führen!? — Anders ist [die Aufforderung], Verbotenes zu unterlassen.", "Dies ist auch aus dem, was R. Jehuda im Namen Šemuéls erzählt hat, zu entnehmen: Einst folgte ein Schüler R. Meír in die Badestube, und als er für ihn den Boden scheuern wollte, sprach dieser: Man darf nicht scheuern. Da wollte jener den Boden mit Öl streichen. Dieser aber sprach: Man darf nicht streichen. Hieraus, daß es sich bei [der Aufforderung], Verbotenes zu unterlassen, anders verhält, ebenso ist auch hierbei [die Aufforderung], Verbotenes zu unterlassen, anders.", "Rabina sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß man schuldig sei, wenn man am Šabbath etwas im warmen Quellwasser von Ṭiberjas kocht; das Ereignis mit Rabbi geschah ja nach der Verordnung49Am Feste im Bade nicht zu schwitzen (ob. Fol. 40), dennoch geschah dies im Warmbade zu Ṭiberjas., und dennoch sagte er zu ihm, daß er ein anderes Gefäß nehmen und es darin stellen sollte. — Dem ist ja aber nicht so, R. Ḥisda sagte ja, wer am Šabbath in den Warmbädern von Ṭiberias kocht, sei frei!? — Unter ‘schuldig’, von dem er spricht, ist auch nur die Widerspenstigkeitszüchtigung50Die Übertretung rabbinischer Verordnungen, die nicht gesetzliche Kraft erlangt haben, wird mit der sogen. Widerspenstigkeitszüchtigung (unterschieden von der biblischen Geißelung) bestraft.zu verstehen.", "R. Zera erzählte: Einst sah ich R. Abahu [am Šabbath] in einem Badebassin schwimmen, weiß aber nicht, ob er [die Füße vom Boden] erhoben hatte oder nicht. — Selbstverständlich hatte er sie nicht erhoben, denn es wird gelehrt, man dürfe nicht in einem Teiche (voll Wasser) schwimmen, selbst wenn er sich in einem Hofe befindet51Sodaß nicht einmal das Spritzen von Wasser nach einem anderen Gebiete zu berücksichtigen ist.. —" ], [ "Das ist kein Einwand; das eine, wenn es keinen Rand hat, das andere, wenn es einen Rand hat52Es gilt dann als Gefäß, und das Schwimmen ist darin erlaubt..", "Ferner erzählte R. Zera: Einst sah ich R. Abahu die Hände gegen seine Scham53Beim Baden, aus Züchtigkeit.legen, weiß aber nicht, ob er sie berührt hat oder nicht. Selbstverständlich hat er sie nicht berührt, denn es wird gelehrt, R. Elie͑zer sagte, wenn jemand beim Harnlassen das Glied anfaßt, sei es ebenso, als hätte er eine Sintflut über die Welt gebracht!?", "Abajje erwiderte: Hierbei ist die Lehre von den Truppen zu berücksichtigen. Wir haben nämlich gelernt: Wenn eine Truppe in die Stadt einrückt, so sind, wenn zur Friedenszeit, die geöffneten Fässer54Mit Wein, der durch die Berührung eines Nicht Juden verboten wird.verboten und die geschlossenen erlaubt, und wenn zur Kriegszeit, diese und jene erlaubt, weil sie keine Zeit haben, [den Wein] zu libieren. Sie libieren ihn also nicht, weil sie in Aufregung sind, ebenso hierbei, da er in Aufregung war, kam er nicht auf [sündhafte] Gedanken. —", "Welche Aufregung gab es dabei? — Die Angst vor dem Flusse. — Dem ist ja aber nicht so, R. Abba sagte ja im Namen R. Honas im Namen Rabhs, wenn jemand seine Hände gegen seine Scham55Um das Glied zu bedecken; dies hat den Anschein, als schäme er sich der Beschneidung.legt, sei es ebenso, als hätte er das Bündnis unseres Vaters Abraham verleugnet!? — Das ist kein Einwand, dies beim Hinabsteigen56Dabei ist das Bedecken nicht nötig, da niemand sie vom Ufer aus sieht., jenes beim Heraufsteigen. So pflegte Rabba sich zu bücken und R. Zera aufrecht zu gehen, und die Schüler der Schule R. Ašis pflegten aufrecht hinabzusteigen und gebückt heraufzusteigen.", "R. Zera suchte R. Jehuda auszuweichen, weil er nach dem Jisraélland gehen wollte, während R. Jehuda gesagt hat, wer von Babylonien nach dem Jisraélland geht, übertrete ein Gebot, denn es heißt:57Jer. 27,22.nach Babylonien sollen sie geführt werden und daselbst bleiben. Einst sagte er: Ich will zu ihm hingehen und etwas lauschen, dann gehe ich hinauf. Da ging er hin und traf ihn in der Badestube, als er zu seinen Dienern sprach: Reicht mir Natron, reicht mir einen Kamm58Dies sagte er in hebräischer Sprache, das Übrige in der Volkssprache.; öffnet den Mund, damit der Körper schwitze; trinket vom Badewasser. Da sprach er: Wäre ich gekommen, nur um dies zu hören, so hätte ich genug. —", "Erklärlich ist dies hinsichtlich [der Aufforderung] ihm Natron zu reichen, ihm einen Kamm zu reichen, denn er lehrt uns damit, daß man profane Gespräche in der Heiligensprache führen dürfe, ebenfalls bezüglich [der Aufforderung] den Mund zu öffnen, damit der Körper schwitze, nach Šemuél, denn Šemuél sagte, Hitze treibe Hitze59Das Einatmen des Dampfes bringt Schweiß hervor.aus; was wollte er aber mit [der Aufforderung] vom Badewasser zu trinken? — Es wird gelehrt: Wenn jemand gegessen und dabei nicht getrunken hat, so ist sein Essen Blut; dies ist der Beginn der Unterleibsschmerzen. Wenn jemand gegessen hat und nicht vier Ellen gegangen ist, so bleibt die Speise unverdaut; dies ist der Beginn des üblen Geruches. Wenn jemand gegessen hat, während er seine Notdurft zu verrichten hatte, so ist dies ebenso, als wenn man einen Ofen auf der Asche heizen würde; dies ist der Beginn des Schmutzgeruches. Wenn jemand in warmem Wasser gebadet und davon nicht getrunken hat, so ist dies ebenso, als wenn man einen Ofen von außen und nicht von innen heizen würde. Wenn jemand in warmem Wasser gebadet und sich nicht nachher mit kaltem abgespült hat, so ist dies ebenso, als wenn man das Eisen ins Feuer und nicht nachher in kaltes Wasser legt. Wenn jemand gebadet und sich nicht mit Öl geschmiert hat, so ist dies ebenso, als wenn man das Wasser auf das Faß gießen würde60Das Wasser dringt nicht in den Körper..", "iv,2 MAN DARF AM Šabbath AUS EINEM MILIARIUM TRINKEN, AUS DEM DIE KOHLEN AUSGERAFFT WURDEN; AUS EINEM ANTICHE61Wahrscheinl. Antiochischer, sc. Kessel.DARF MAN, AUCH WENN DIE KOHLEN AUSGERAFFT WURDEN, NICHT TRINKEN.", "GEMARA. Was ist ein Miliarium (aus dem die Kohlen ausgerafft sind)? — Es wird gelehrt: [ein Gefäß], bei dem das Wasser in der Mitte und die Kohlen außen sich befinden. — Was ein Antiche? — R. Naḥman b. Jiçḥaq sagt, ein Kochkessel62Ähnlich dem M., nur daß der Kohlenbehälter sich unten befindet und dadurch die Hitze besser hält., und Rabba sagt, ein Herdkessel63Ein im Herde eingemauerter Kessel.. Nach demjenigen, der ein Kochkessel sagt, gilt dies um so mehr von einem Herdkessel, nach demjenigen aber, der ein Herdkessel sagt, gilt dies von einem Kochkessel nicht. Übereinstimmend mit R. Naḥman wird gelehrt: Aus einem Antiche darf man nicht trinken, selbst wenn die Kohlen ausgerafft oder mit Asche bedeckt sind, weil ihn der Boden wärmt.", "v,1 WENN MAN EINEN KESSEL FORTNIMMT, SO DARF MAN DARIN KEIN KALTES WASSER GIESSEN, DAMIT ES WARM WERDE, WOHL ABER DARF MAN IN EINEN SOLCHEN ODER IN EIN TRINKGEFÄSS GIESSEN, DAMIT ES LAU WERDE.", "GEMARA. Wie meint er es? R. Ada b. Mathna erwiderte: Er meint es wie folgt: Wenn man aus einem Kessel das heiße Wasser ausgegossen hat, so darf man nicht darin etwas Wasser gießen, damit es heiß werde, wohl aber darf man darin viel Wasser gießen, damit es lau werde. —" ], [ "Man härtet ihn64Wenn man kaltes Wasser in ein heißes Metallgefäß gießt; das Härten eines glühenden Metallgerätes in kaltem Wasser gilt als abschließende Arbeit.ja dadurch!? — Nach R. Šimo͑n, welcher sagt, die unbeabsichtigte Tätigkeit sei erlaubt. Abajje wandte ein: Heißt es denn: wenn man [das Wasser] aus einem Kessel nimmt, es heißt ja: wenn man einen Kessel fortnimmt!?", "Vielmehr, sagte Abajje, meint er es wie folgt: wenn man einen Kessel, in dem sich heißes Wasser befindet, [vom Feuer] nimmt, so darf man nicht darin etwas Wasser gießen, damit es heiß werde, wohl aber darf man darin viel Wasser gießen, damit es lau werde; wenn man aus einem Kessel das Wasser ganz ausgegossen hat, so darf man überhaupt kein Wasser darin gießen, weil man ihn dadurch härtet, und zwar nach R. Jehuda, welcher sagt, die unbeabsichtigte Tätigkeit sei verboten.", "Rabh sagte: Dies wurde nur von dem Falle gelehrt, wenn, um [das Wasser] lau zu machen, wenn aber, um [das Gefäß] zu härten, so ist es verboten. Šemuél aber sagte: Auch um es zu härten, ist es erlaubt. — Ist denn das von vornherein erlaubt!? — Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: Rabh sagte: Dies wurde nur von dem Falle gelehrt, wenn soviel [Wasser], um lau zu werden, wenn aber soviel, um [das Gefäß] zu härten, so ist es verboten. Šemuél aber sagte: Selbst soviel, um es zu härten," ], [ "ist erlaubt. —", "Demnach ist Šemuél der Ansicht R. Šimo͑ns65Nach dem die an sich unnötige Arbeit erlaubt ist., und [dem widersprechend] sagte Šemuél, man dürfe auf öffentlichem Gebiete eine Metallkohle66Das Löschen derselben ist (da es bei dieser kein eigentl. Löschen gibt) nur nach rabbinischem Gesetze verboten u. daher zur Verhütung von Schäden erlaubt.löschen, damit die Leute durch sie nicht zu Schaden kommen, nicht aber eine Holzkohle. Wenn du sagst, er sei der Ansicht R. Šimo͑ns, so sollte es auch bei einer Holzkohle erlaubt sein!? —", "Bezüglich der unbeabsichtigten Tätigkeit ist er der Ansicht R. Šimo͑ns, und bezüglich der ari sich unnötigen Arbeit67Das Auslöschen der Kohle ist an sich nicht nötig, sondern geschieht nur, um Schaden zu verhüten; dies würde zBs. einem Köhler verboten sein.ist er der Ansicht R. Jehudas. Rabina sagte: Daher darf man einen Dorn aus öffentlichem Gebiete in [Strecken von] weniger als vier Ellen forttragen, von einem Neutralgebiete sogar eine große Strecke.", "WOHL ABER DARF MAN &C. GIESSEN. Die Rabbanan lehrten: Man darf warmes [Wasser] in kaltes gießen, nicht aber kaltes in warmes — so die Schule Šammajs; die Schule Hillels sagt, sowohl warmes in kaltes als auch kaltes in warmes sei erlaubt. Dies jedoch nur in ein Trinkgefäß, in eine Badewanne aber nur warmes in kaltes, nicht aber kaltes in warmes; R. Šimo͑n b. Menasja verbietet es. R. Naḥman sagte: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Menasja.", "R. Joseph wollte entscheiden, ein Waschbecken gleiche einer Badewanne, da sprach Abajje zu ihm: R. Ḥija lehrte, ein Becken gleiche nicht einer Badewanne. — Nach der früheren Annahme, ein Becken gleiche einer Badewanne, gäbe es nach der Entscheidung R. Naḥmans, die Halakha sei wie R. Šimo͑n b. Menasja, am Šabbath kein Waschen mit warmem Wasser!? —", "Du glaubst wohl, R. Šimo͑n beziehe sich auf den Schlußsatz, er bezieht sich auf den Anfangssatz: die Schule Hillels sagt, sowohl warmes in kaltes, als auch kaltes in warmes sei erlaubt. R. Šimo͑n b. Menasja verbietet kaltes in warmes. — R. Šimo͑n b. Menasja vertritt demnach die Ansicht der Schule Šammajs!?68Während die Halakha nach der Schule Hillels zu entscheiden ist. — Er meint es wie folgt: hierüber streiten die Schule Šammajs und die Schule Hillels überhaupt nicht.", "R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erzählte: Ich beobachtete, daß Raba es mit dem Wasser nicht genau nahm, weil R. Ḥija gelehrt hat, man dürfe einen Krug Wasser in ein Becken Wasser stellen, einerlei, ob warmes in kaltes oder kaltes in warmes. R. Hona sprach zu R. Aši: Vielleicht ist es da anders, weil der Krug dazwischen scheidet. Dieser erwiderte: Es heißt gießen: man darf einen Krug Wasser in ein Becken Wasser giessen, einerlei, ob warmes in kaltes oder kaltes in warmes.", "v,2 WENN MAN EINE KASSEROLLE ODER EINEN TOPF SIEDEND [VOM FEUER] NIMMT69Am Vorabend des Š.s., SO DARF MAN DARIN KEIN GEWÜRZ TUN, \n" ], [ "WOHL ABER DARF MAN ES IN DEN TELLER ODER IN DIE SCHÜSSEL TUN; R. JEHUDA SAGT, MAN DÜRFE ES ÜBERALL HINEINTUN, AUSGENOMMEN DAS, WORIN ESSIG ODER TUNKE SICH BEFINDET.", "GEMARA. Sie fragten: Bezieht sich R. Jehuda auf den Anfangssatz, erleichternd, oder bezieht er sich auf den Schlußsatz, erschwerend? —", "Komm und höre: Es wird gelehrt: R. Jehuda sagt, man dürfe in jede kochende Kasserolle, in jeden kochenden Topf hineintun, ausgenommen das, worin Essig oder Tunke sich befindet.", "R. Joseph wollte sagen, Salz gleiche dem Gewürze, es zerkoche ebenfalls im ersten Gefäße und nicht im zweiten Gefäße. Da sprach Abajje zu ihm: R. Ḥija lehrte: Salz gleicht nicht dem Gewürze, es zerkocht auch in einem zweiten Gefäße. Er streitet somit gegen R. Naḥman, denn R. Naḥman sagte, Salz müsse ebenso wie Ochsenfleisch kochen.", "Manche lesen: R. Joseph wollte sagen, Salz gleiche dem Gewürze, es zerkoche ebenfalls im ersten Gefäße und im zweiten Gefäße nicht. Da sprach Abajje zu ihm: R. Ḥija lehrte: Salz gleicht nicht dem Gewürze, es zerkocht auch im ersten Gefäße nicht. Das ist es, was R. Naḥman gesagt hat, Salz müsse ebenso wie Ochsenfleisch kochen.", "vi,1 MAN DARF KEIN GEFÄSS UNTER DIE LAMPE STELLEN, UM DAS [HERABTRIEFENDE] ÖL AUFZUFANGEN, HAT MAN ES BEREITS AM TAGE HINGESTELLT, SO IST DIES ERLAUBT, JEDOCH DARF MAN VOM ÖL NICHT NUTZNIESSEN, WEIL ES NICHT VORRÄTIGES IST.", "GEMARA. R. Ḥisda sagte: Obgleich sie gesagt haben, man dürfe einer Henne kein Gefäß unterlegen, um das Ei aufzufangen, so ist es dennoch erlaubt, darüber ein Gefäß zu stülpen, damit es nicht zerbrochen werde. Raba sagte: Folgendes ist der Grund R. Ḥisdas: Er ist der Ansicht, eine Henne pflegt das Ei auf einen Müllhaufen zu legen, nicht aber pflegt sie das Ei auf einen abschüssigen Boden70Es ist daher zu befürchten, man könnte darauf treten, nicht aber, daß es schon hervorkommend herabrollt u. zerbricht.zu legen; für das häufigere haben sie eine Schutzmaßnahme gestattet, für das seltenere haben sie keine Schutzmaßnahme gestattet.", "Abajje wandte gegen ihn ein: Haben sie denn für das seltenere keine Schutzmaßnahme gestattet, wir haben ja gelernt, daß, wenn ihm [am Šabbath] auf der Spitze seines Daches ein Faß mit Unverzehntetem zerbricht, er ein Gefäß holen und darunter stellen dürfe71Ebenso wie das frisch gelegte Ei darf man am Šabbath kein Unverzehntetes genießen, somit sollte auch die Herbeischaffung eines Gefäßes verboten sein.!? — Bei neuen Kannen, die oft platzen.", "Er wandte gegen ihn ein: Man darf [am Šabbath] unter eine Lampe ein Gefäß zum Auffangen der Funken setzen!? — Funken sind ebenfalls häufig." ], [ "Er wandte gegen ihn ein: Man darf [am Šabbath] einen Teller über ein Licht stülpen, damit es nicht den Balken erfasse!? — Bei niedrigen Häusern, bei denen ein Brand häufig ist. —", "Ebenso darf man einen zusammengebrochenen Balken mit einer Bank oder einem Seitenbrette eines Bettes stützen!? — Bei neuen Balken, die häufig zusammenbrechen. —", "Man darf am Šabbath ein Gefäß unter die Traufe stellen!? — Bei neuen Häusern, in denen es oft trieft.", "R. Joseph sagt: Folgendes ist der Grund R. Ḥisdas: Weil man das Gefäß der Benutzbarkeit72Vorher durfte das Gefäß benutzt werden, jetzt aber nicht.entzieht.", "Abajje wandte gegen ihn ein: Wenn ein Faß mit Unverzehntetem zerbricht, so darf man ein Gefäß holen und es darunter stellen!? Dieser erwiderte: Das Unverzehntete gilt hinsichtlich des Šabbaths als Vorrätiges, denn wenn man übertreten und es fertig gemacht73Davon den Zehnten entrichtet, um es noch am Š. essen zu dürfen, obgleich dies verboten ist.hat, ist es fertig. —", "Man darf unter eine Lampe ein Gefäß zum Auffangen der Funken setzen!? R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑ erwiderte: Funken sind etwas Unwesentliches74Man darf sie nachher mit dem Gefäße fortnehmen.. —", "Ebenso darf man einen zusammengebrochenen Balken mit einer Bank oder einem Seitenbrette einer Bettstelle stützen!? — Wenn man sie ganz lose stellt, und wenn man es will, wieder fortnehmen kann. —", "Man darf am Šabbath ein Gefäß unter die Traufe stellen!? — Wenn die Traufe verwendbar ist. —", "Man darf für die Küchlein einen Korb stülpen, damit sie auf- und absteigen!? — Er ist der Ansicht, man dürfe ihn fortbewegen. — Es wird ja aber gelehrt, es sei verboten, ihn fortzubewegen!? — Während sie noch darauf sind. — Es wird ja aber gelehrt, es sei verboten, auch wenn sie nicht darauf sind!? R. Abahu erwiderte: Wenn sie schon während der ganzen Dämmerzeit darauf waren; da er schon bei Dämmerung der Benutzbarkeit entzogen war, bleibt er es auch für den ganzen Tag.", "R. Jiçḥaq sagte: Wie man einer Henne kein Gefäß unterlegen darf, um das Ei aufzufangen, so darf man auch darüber kein Gefäß stülpen, damit es nicht zerbrochen werde. Er ist demnach der Ansicht, daß man [am Šabbath], nur für eine Sache, die man am Šabbath verwenden darf, fortbewegen dürfe. Man richtete gegen ihn all jene Einwendungen, und er erwiderte: Wenn man den Platz braucht75Man darf Dinge am Š. nicht umhertragen, wohl aber des Platzes wegen fortschaffen.. —", "Komm und höre: Man darf ein Ei, einerlei, ob am Šabbath oder am Feste gelegt, nicht fortbewegen, um damit ein Gefäß zu bedecken oder den Fuß einer Bettstelle zu stützen; wohl aber darf man darauf ein Gefäß stülpen, damit es nicht zerbrochen werde!? — Hier ebenfalls in dem Falle, wenn man den Platz braucht. —", "Komm und höre: Man darf am Šabbath Matten über Steine76Zum Schutze derselben, obgleich man für sie am Š. keine Verwendung hat. ausbreiten!? — Wenn die Steine kantig sind, so daß sie für den Abortverwendbar sind. —", "Komm und höre: Man darf am Šabbath Matten über Ziegelsteine ausbreiten!? — Wenn sie von einem Bau zurückgeblieben und als Lehnstütze verwendbar sind. —", "Komm und höre: Man darf am Šabbath eine Matte über einen Bienenschwarm ausbreiten, bei Sonnenschein wegen der Sonne, beim Regen wegen des Regens, nur darf man nicht beabsichtigen, [die Bienen] einzufangen!? — Hier handelt es sich um den Fall, wenn Honig darin ist. R. U͑qaba aus Mešan sprach zu R. Aši: Allerdings im Sommer," ], [ "wo Honig vorhanden ist, wie aber ist dies bezüglich der Regenzeit zu erklären, wo kein Honig vorhanden ist!? — Dies bezieht sich auf die zwei Honigwaben77Die man im Winter als Nahrung für die Bienen zurückläßt.. — Diese sind ja Abgesondertes78Da sie nur für die Bienen bestimmt sind. Eine Sache, die wegen des Š.gesetzes, wegen der eigenen Beschaffenheit od. wegen einer Bestimmung am Š. nicht verwendet werden kann, gilt als Abgesondertes u. darf auch nicht berührt werden.!? — Wenn man damit79Vom Honig am Š. zu essen.gerechnet hat. —", "Weshalb lehrt er demnach, wenn es verboten ist, falls man damit nicht gerechnet hat, im Schlußsatze: nur darf man nicht beabsichtigen, [die Bienen] einzufangen, er sollte doch beim selben Falle einen Unterschied lehren: diese Worte gelten nur in dem Falle, wenn man damit gerechnet hat, wenn man aber damit nicht gerechnet hat, ist es verboten!? — Folgendes lehrt er uns: selbst wenn man damit gerechnet hat, darf man nicht beabsichtigen, [die Bienen] einzufangen. —", "Nach wessen Ansicht: wenn nach R. Šimo͑n, so hält er ja nichts vom Abgesonderten, und wenn nach R. Jehuda, so nutzt es ja nicht, daß man [das Einfangen] nicht beabsichtigt, er ist ja der Ansicht, auch die unbeabsichtigte Tätigkeit sei verboten!? — Tatsächlich nach R. Jehuda, und [die Worte] ‘nicht beabsichtigen [die Bienen] einzufangen’ sind zu verstehen, man verfahre nicht wie mit einem Fangnetze; man lasse Spielraum, damit sie nicht gefangen bleiben.", "R. Aši erwiderte: Lehrt er denn etwa: im Sommer, beziehungsweise: in der Regenzeit? Es heißt vielmehr: bei Sonnenschein wegen der Sonne und bei Regen wegen des Regens; dies kommt in den Tagen des Nisan und des Tisri vor, wo Sonne, Kälte und Regen vorkommen und Honig vorhanden ist.", "R. Šešeth sprach zu ihnen: Gehet und saget R. Jiçḥaq: Längst hat R. Hona in Babylonien deine Lehre80Daß man am Š. ein Gefäß fortbewegen darf nur für eine Sache, die verwendbar ist.erörtert. R. Hona sagte nämlich: Man darf für einen Toten einen Schutzbehang wegen des Lebenden machen, nicht aber darf man für einen Toten einen Schutzbehang wegen des Toten machen. —", "Worauf bezieht sich dies? — R. Šemuél b. Jehuda sagte, ebenso lehrte Šila Mari: Wenn ein Toter in der Sonne81So daß eine schnelle Verwesung zu befürchten ist.liegt, so kommen zwei Leute und setzen sich an beiden Seiten desselben, und sobald ihnen unten heiß wird, hole der eine ein Ruhebett und setze sich darauf, und ebenso hole der andere ein Ruhebett und setze sich darauf; wird ihnen oben heiß, so holen sie eine Matte und breiten sie über sich aus. Sodann stelle der eine das Ruhebett82An welches die Matte befestigt wird.auf und gehe fort, und ebenso stelle der andere das Ruhebett auf und gehe fort. Der Schutzbehang entsteht dann von selbst.", "Es wurde gelehrt: Wenn ein Toter in der Sonne liegt, so lege man ihn, wie R. Jehuda im Namen Šemuéls sagt, von Bett zu Bett83Bis zu einem schattigen Orte.; R. Ḥenana b. Šelemja sagt im Namen Rabhs, man lege auf ihn einen Laib Brot oder ein Kind, sodann darf man ihn forttragen. Wenn ein Laib Brot oder ein Kind vorhanden ist, stimmen alle überein, daß es erlaubt ist, sie streiten nur über den Fall, wenn ein solches nicht vorhanden ist: einer ist der Ansicht, die umständliche Fortbewegung heiße eine Fortbewegung, und der andere ist der Ansicht, die umständliche Fortbewegung heiße nicht Fortbewegung.", "Es wäre anzunehmen, daß sie denselben Streit führen, wie die folgenden Tannaím: Man darf keinen Toten vor einer Feuersbrunst retten. R. Jehuda b. Laqiš sagte: Ich hörte, daß man einen Toten vor einer Feuersbrunst retten darf. In welchem Falle: ist ein Laib Brot oder ein Kind vorhanden, was ist demnach der Grund des ersten Tanna, und ist ein solches nicht vorhanden, was ist der Grund des R. Jehuda b. Laqiš? Wahrscheinlich streiten sie über die umständliche Fortbewegung: einer ist der Ansicht, die umständliche Fortbewegung heiße eine Fortbewegung, und der andere ist der Ansicht, die umständliche Fortbewegung heiße keine Fortbewegung. — Nein, alle sind der Ansicht, die umständliche Fortbewegung heiße eine Fortbewegung, und folgendes ist der Grund des R. Jehuda b. Laqiš: da ein Mensch um seinen Toten in Aufregung ist," ], [ "könnte er, wenn man ihm dies nicht erlaubt, [das Feuer] löschen. R. Jehuda b. Šila sagte im Namen R. Asis im Namen R. Joḥanans: Die Halakha ist bezüglich eines Toten wie R. Jehuda b. Laqiš.", "JEDOCH DARF MAN VOM ÖL NICHTS NUTZNIESSEN, WEIL ES NICHT VORRÄTIGES IST. Die Rabbanan lehrten: Das in der Lampe oder im Teller zurückbleibende Öl ist verboten; R. Šimo͑n erlaubt es.", "vi,2 MAN DARF EINE NEUE LAMPE FORTBEWEGEN, NICHT ABER EINE GEBRAUCHTE84Die schmutzig ist u. daher als Abgesondertes (cf. Anm. 78) gilt.; R. Šimo͑n SAGT, MAN DÜRFE JEDE LAMPE FORTBEWEGEN, NUR NICHT EINE LAMPE, DIE AM ŠABBATH BRENNT.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Man darf eine neue Lampe fortbewegen, nicht aber eine gebrauchte — so R. Jehuda. R. Meír sagt, man dürfe jede Lampe fortbewegen, nur nicht eine Lampe, die am Šabbath gebrannt hat. R. Šimo͑n sagt, nur nicht eine Lampe, die am Šabbath brennt, und wenn sie erlischt, dürfe man sie fortbewegen. Ein Trinkgefäß aber, einen Teller oder eine Glasleuchte85Große Gefäße, in denen das Öl für eine lange Zeit ausreicht.darf man nicht von ihrer Stelle rühren. R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagt, man dürfe [das Öl] einer erloschenen Lampe oder das herabtriefende Öl einer sogar brennenden Lampe gebrauchen.", "Abajje sagte: R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n ist in einer Beziehung der Ansicht seines Vaters, und in einer Beziehung streitet er gegen ihn. Er ist in einer Beziehung der Ansicht seines Vaters, indem er vom Abgesonderten nichts hält; und er streitet in einer Beziehung gegen ihn, denn sein Vater ist der Ansicht, nur wenn sie erloschen ist, nicht aber, wenn sie nicht erloschen ist, er aber ist der Ansicht, auch wenn sie nicht erloschen ist. —", "«Ein Trinkgefäß aber, einen Teller oder eine Glasleuchte, darf man nicht von ihrer Stelle rühren.» Womit sind diese anders? U͑la erwiderte: Der Schlußsatz vertritt die Ansicht R. Jehudas.", "Mar Zuṭra wandte ein: Wieso heißt es demnach «aber»!? Vielmehr, erwiderte Mar Zuṭra, tatsächlich die des R. Šimo͑n, denn R. Šimo͑n erlaubt es nur bei einem kleinen Lichte, bei dem man damit86Daß es noch am Š. ausgehen wird.rechnet, nicht aber bei diesen großen [Gefäßen]. —", "Es wird ja aber gelehrt, [das Öl,] das in einer Lampe oder in einem Teller zurückbleibt, sei verboten, und nach R. Šimo͑n erlaubt!? — Hier handelt es sich um einen Teller gleich einem Lichte87Einem kleinen., dort aber um einen Teller gleich einem Trinkgefäße.", "R. Zera sagte: [Das Fortbewegen] einer Standlampe, die man am Šabbath gebrannt hat, ist nach demjenigen, der es sonst erlaubt, verboten88Da sie am Š. gebrannt hat, ist sie nach R. Meír, weil gebraucht, als ‘Abgesondertes’ zu betrachten., und nach demjenigen, der es sonst verbietet, erlaubt89Da eine solche nicht schmierig ist, so ist deren Fortbewegung nach R. Jehuda, der die Fortbewegung einer gewöhnlichen Lampe (dh. aus Ton) der Schmierigkeit wegen verbietet, erlaubt.. — Demnach gibt es nach R. Jehuda ein Abgesondertes wegen Schmierigkeit, nicht aber ein Abgesondertes wegen verbotenen Gebrauches, und [dem widersprechend] wird ja aber gelehrt, R. Jehuda sagt, man dürfe jede Metall-lampe90Eine solche ist nicht schmierig.fortbewegen, ausgenommen eine Lampe, die man am Šabbath gebrannt hat!? — Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: R. Zera sagte: [Das Fortbewegen] einer Standlampe, die man am Šabbath gebrannt hat, ist nach aller Ansicht verboten, und die man nicht gebrannt hat, ist nach aller Ansicht erlaubt.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Ein Ruhebett, das man zum [Aufbewahren von] Geld bestimmt hat, darf man nicht fortbewegen. R. Naḥman b. Jiçḥaq wandte ein: Man darf eine neue Lampe fortbewegen, nicht aber eine gebrauchte." ], [ "Wenn man schon eine Lampe, die dazu bestimmt ist, wenn sie nicht brennt, fortbewegen darf, um wieviel mehr ein Ruhebett, das eigentlich nicht dazu bestimmt ist!? — Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Ein Ruhebett, das man zum [Aufbewahren von] Geld bestimmt hat, darf man, wenn man bereits darauf Geld gelegt hat, nicht fortbewegen, und wenn man darauf noch kein Geld gelegt hat, fortbewegen; das man nicht zum [Aufbewahren von] Geld bestimmt hat, darf man, wenn sich Geld darauf befindet, nicht fortbewegen, und wenn sich kein Geld darauf befindet, f ortbewegen; jedoch nur dann, wenn bei Dämmerung sich keines darauf befunden91Sonst würde es als ‘Abgesondertes’ für den ganzen Š. gelten.hat.", "U͑la sagte: R. Elea͑zar wandte ein: Die Walze, die abnehmbar ist, wird nicht als mit diesem92Einem Kastenwagen, bezüglich der Verunreinigungsfähigkeit; cf. ad rem Kel. XVIII, 2.vereinigt betrachtet, auch wird sie mit diesem nicht mitgemessen, und schützt nicht mit diesem [vor Verunreinigung] durch Bezeltung einer Leiche; ferner darf man sie am Šabbath, wenn sich Geld darauf befindet, nicht rücken.", "Wenn sich aber darauf kein Geld befindet, so ist dies erlaubt, auch wenn es sich bei Dämmerung befunden hat!? — Dies nach R. Šimo͑n, der vom Abgesonderten nichts hält, während Rabh der Ansicht R. Jehudas ist. — Es ist auch einleuchtend," ], [ "daß Rabh der Ansicht R. Jehudas ist, denn Rabh sagte: Man darf am Šabbath93Dh. am Vorabend, damit sie am Š. bezw. F. brenne.eine Lampe auf eine Dattelpalme setzen, nicht aber darf man am Feste93Dh. am Vorabend, damit sie am Š. bezw. F. brenne.eine Lampe auf eine Dattelpalme setzen. Einleuchtend ist es, wenn du sagst, Rabh sei der Ansicht R. Jehudas, daß er zwischen Šabbath und Fest unterscheidet, welchen Unterschied aber gibt es zwischen Šabbath und Fest, wenn du sagst, er sei der Ansicht R. Šimo͑ns!? —", "Ist Rabh denn der Ansicht R. Jehudas, man fragte ihn ja, ob man wegen der Geber94An den parsischen Feiertagen, an denen das Privatfeuer verboten war.[am Šabbath] keine Ḥanukalampe fortnehmen dürfe, und er erlaubte dies!? — Anders ist es in einem Notfalle. So sagte auch Rabh zu R. Kahana und R. Aši, als sie ihn fragten, ob denn die Halakha so sei: R. Šimo͑n verdient es, daß man sich in einem Notfalle auf ihn stütze.", "Reš Laqiš fragte R. Joḥanan: Wie verhält es sich mit dem Weizen, den man in die Erde als Aussaat, und Eiern, die man unter die Henne [zum Brüten] gelegt hat95Ob dieser Weizen, bevor er keimt, bezw. die Eier, als Abgesondertes verboten sind.: hält R. Šimo͑n nichts vom Abgesonderten nur dann, wenn man den Gegenstand nicht mit Händen weggesondert hat, wenn man ihn aber mit Händen weggesondert hat, hält er wohl vom Abgesonderten, oder gibt es hierin keinen Unterschied? Dieser erwiderte: Nach R. Šimo͑n gibt es nichts Abgesondertes, als das Öl in der Lampe während des Brennens, das sowohl bezüglich des Gebotes96Als Šabbathlicht.als auch bezüglich des Verbotes abgesondert ist. —", "Hält er denn nichts vom Abgesonderten bezüglich des Gebotes, es wird ja gelehrt, daß, wenn man [die Festhütte] vorschriftsmäßig überdacht, mit Tapeten und gewirkten Teppichen verziert und darin Nüsse, Pfirsiche, Mandeln, Granatäpfel, Weinreben, Ährenkränze, Weine, Öle und Mehl ausgehängt hat, es verboten sei, davon bis zum Ablaufe des letzten Festtages zu genießen, und wenn man sich dies vorbehalten hat, alles von seinem Vorbehalte abhänge!? —", "Woher, daß hier die Ansicht R. Šimo͑ns vertreten ist? — R. Ḥija b. Joseph lehrte vor R. Joḥanan: Man darf am Feste kein Holz von einer Laubhütte nehmen, sondern nur vom daran lehnenden; R. Šimo͑n erlaubt dies. Sie stimmen hinsichtlich der Festhütte am Feste überein, daß es dann verboten sei, und daß, wenn man es sich vorbehalten hat, alles von seinem Vorbehalte abhänge. — Ich meine: wie beim Öl in der Lampe, das, da es für das Gebot abgesondert wurde, auch bezüglich des Verbotes abgesondert97Sobald die Lampe erlischt, hört das Gebot auf, es gibt kein Abgesondertes mehr, während bei der Festhütte das Gebot die ganzen 8 Tage anhält.ist. Ebenso wird gelehrt: R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Nach R. Šimo͑n gibt es Abgesondertes nur bei dem, was dem Öl einer Lampe während des Brennens gleicht, das, da es für das Gebot abgesondert wurde, auch bezüglich des Verbotes abgesondert ist.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Nach R. Šimo͑n gibt es Abgesondertes nur bei Trockenfeigen und Rosinen98Die man auf das Dach zum Trocknen gebracht hat; sie sind, bevor sie ganz trocken sind, zum Essen ungeeignet.. — Etwa nicht auch bei anderen Dingen, es wird ja gelehrt: Wenn jemand Feigen ißt und [einen Teil] zurückläßt und aufs Dach bringt, um daraus Trockenfeigen zu bereiten, oder Weintrauben ißt und [einen Teil] zurückläßt und aufs Dacb bringt, um daraus Rosinen zu bereiten, so darf er davon [am Feste] nur dann essen, wenn er sie vorher reserviert hat; dasselbe gilt auch von Pfirsichen, Quitten und allen anderen Arten von Früchten.", "Nach wessen Ansicht: wenn nach R. Jehuda, so gibt es ja nach ihm Abgesondertes sogar in dem Falle, wenn man es nicht mit den Händen weggesondert hat, um wieviel mehr, wenn man es mit Händen weggesondert hat;", "doch wohl nach R. Šimo͑n!? — Tatsächlich nach R. Jehuda, dennoch ist dies nötig, weil man davon gegessen hat; man könnte glauben, man brauche sie, da man davon gegessen hat, nicht zu reservieren, so lehrt er uns, daß man, da man sie aufs Dach gebracht, nicht mehr an sie gedacht hat.", "R. Šimo͑n, der Sohn Rabbis, fragte Rabbi:" ], [ "Wie ist es nach R. Šimo͑n bei unreifen Feigen99Die man zum Ablagern (bis sie genießbar werden) fortgelegt hat.? Dieser erwiderte: Nach R. Šimo͑n gibt es Abgesondertes nur bei Trockenfeigen und Rosinen. —", "Hält denn Rabbi nichts vom Abgesonderten, wir haben ja gelernt: Man darf [am Feste] keine Steppentiere tränken und schlachten, wohl aber darf man Haustiere tränken und schlachten. Hierzu wird gelehrt: Steppentiere heißen solche, die zur Zeit des Pesaḥfestes ausgetrieben und zur Zeit des [ersten] Regenfalles eingetrieben werden; Haustiere heißen solche, die zur Weide außerhalb des Stadtgebietes ausgetrieben werden und zurückkommen und innerhalb des Stadtgebietes übernachten. Rabbi sagt, diese und jene heißen Haustiere, Steppentiere heißen solche, die immer auf der Wiese weiden und weder im Sommer noch in der Regenzeit nach einer bewohnten Gegend kommen100Diese jedoch gelten als Abgesondertes.!? —", "Wenn du willst, sage ich: auch diese gleichen101Da man sie direkt austreibt.Trockenfeigen und Rosinen. Wenn du willst, sage ich: er sagte jenes nur nach der Ansicht R. Šimo͑ns, während er selbst nicht dieser Ansicht ist.", "Wenn du aber willst, sage ich: er sagte dies nach der Ansicht der Rabbanan; nach mir gibt es überhaupt kein Abgesondertes, aber auch ihr solltet mir zugeben, daß solche, die zur Zeit des Pesaḥfestes ausgetrieben und zur Zeit des [ersten] Regenfalles eingetrieben werden, Haustiere sind, worauf sie erwiderten: nein, solche sind Steppentiere.", "Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Man sagte, daß die Halakha wie R. Šimo͑n sei. — Aber kann R. Joḥanan dies denn gesagt haben, ein Greis aus Qarva, manche sagen, aus Sarva, fragte ja R. Joḥanan, ob man am Šabbath ein Hühnernest fortbewegen dürfe, und dieser erwiderte, es sei nur für die Hühner da!? — Dies gilt von dem Falle, wenn sich ein totes Küchlein darin befindet. —", "Allerdings nach Mar b. Amemar, der im Namen Rabas sagte, R. Šimo͑n pflichte bei bezüglich toter Tiere, daß es verboten sei, wie ist dies aber nach Mar dem Sohne R. Josephs zu erklären, der im Namen Rabas sagte, R. Šimo͑n streite auch bezüglich toter Tiere, daß es nämlich auch bei diesen erlaubt sei!? — Dies gilt von dem Falle, wenn sich ein Ei102Das am Š. gelegt wurde; das Neuentstandene darf auch nach RŠ. nicht fortbewegt werden.darin befindet. —", "R. Naḥman sagte ja aber, wer vom Abgesonderten hält, halte auch vom Neuentstandenen, und wer vom Abgesonderten nicht hält, halte auch nicht vom Neuentstandenen!? — Wenn sich ein Brutei103Das überhaupt nicht verwendbar ist.darin befindet.", "Als R. Jiçḥaq b. Joseph kam, sagte er im Namen R. Joḥanans, die Halakha sei wie R. Jehuda. R. Jehošua͑ b. Levi sagte, die Halakha sei wie R. Šimo͑n. R. Joseph sagte: Deshalb sagte auch Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans: Man sagte, daß die Halakha wie R. Šimo͑n sei; man sagte, er selber ist aber nicht dieser Ansicht.", "Abajje sprach zu R. Joseph: Wußtest du denn nicht, daß R. Joḥanan der Ansicht R. Jehudas ist? Als einst R. Abba und R. Asi bei R. Abba aus Ḥajfa anwesend waren, fiel eine Lampe auf das Gewand R. Asis, und er nahm sie nicht fort; doch wohl aus dem Grunde, weil R. Asi ein Schüler R. Joḥanans ist und R. Joḥanan der Ansicht R. Jehudas ist, der vom Abgesonderten hält.", "Dieser erwiderte: Du sprichst von einer Lampe; anders verhält es sich bei einer Lampe, denn R. Aḥa b. Ḥanina sagte folgendes im Namen R. Asis: Reš Laqiš lehrte in Çajdan, eine Lampe, die man mit einer Hand tragen kann, dürfe man fortbewegen, und die man mit beiden Händen tragen muß, dürfe man nicht fortbewegen. R. Joḥanan aber sagt, wir stützen uns auf R. Šimo͑n nur bei einer [kleinen] Lampe, eine Fußlampe aber darf man, gleichviel, ob man sie mit einer Hand oder mit beiden Händen trägt, nicht fortbewegen. —", "Aus welchem Grunde? — Rabba und R. Joseph erklärten beide, weil man für diese einen Platz bestimmt. Abajje sprach zu R. Joseph: Auch für einen Brauthimmel wird ja ein Platz bestimmt, dennoch sagte Šemuél im Namen R. Ḥijas, man dürfe einen Brauthimmel" ], [ "am Šabbath ausspannen und auseinandernehmen!? Vielmehr, erklärte R. Abba, dies gilt von einer Lampe aus einzelnen Gliedern104Vielleicht fällt sie auseinander, u. man könnte sie am Š. zusammensetzen.. — Was ist, wenn dem so ist, der Grund des R. Šimo͑n b. Laqiš, daß er es erlaubt!? —", "Unter ‘Gliedern’ ist zu verstehen, wenn sie Kerben hat, wodurch sie wie aus Gliedern [bestehend] aussieht. Mithin darf man [eine Fußlampe] aus Gliedern, ob groß oder klein, nicht fortbewegen, ebensowenig eine große mit Kerben mit Rücksicht auf eine große aus Gliedern; ihr Streit besteht nur über eine kleine mit Kerben: einer ist der Ansicht, man habe es auch bei dieser verboten, und der andere ist der Ansicht, man habe es bei dieser nicht verboten. —", "Kann R. Joḥanan dies denn gesagt haben, er sagte ja, die Halakha sei, wie die anonyme105Eine Ansicht, der Rabbi, der Redaktor der Mišna, sich anschloß, lehrte er ohne Nennung des Autors, als wäre sie keine Privatansicht, sondern allgemein anerkannt. Mišna, und eine solche lehrt ja folgendes: Die Walze, die abnehmbar ist, wird nicht als mit diesem92Einem Kastenwagen, bezüglich der Verunreinigungsfähigkeit; cf. ad rem Kel. XVIII, 2.vereinigt betrachtet, auch wird sie mit diesem nicht mitgemessen und schützt nicht mit diesem [vor Verunreinigung] durch Bezeltung einer Leiche; ferner darf man sie am Šabbath, wenn sich Geld darauf befindet, nicht rücken.", "Wenn sich aber darauf kein Geld befindet, so ist dies erlaubt, auch wenn es sich bei Dämmerung darauf befunden hat!? R. Zera erwiderte: Um nicht den Worten R. Joḥanans zu widersprechen, wird unsere Mišna [zu erklären] sein: wenn während der ganzen Dämmerung darauf kein Geld vorhanden war106Die Worte ‘wenn sich Geld darauf befindet’ beziehen sich auf die Dämmerzeit, bei Beginn des Š.s..", "R. Jehošua͑ b. Levi erzählte: Einst kam Rabbi nach Diosaphra und entschied da bezüglich einer Fußlampe, wie R. Šimo͑n bei der Lampe. Sie fragten: Entschied er bezüglich einer Fußlampe, wie R. Šimo͑n bei einer [kleinen] Lampe, daß es erlaubt sei, oder entschied er bezüglich einer Fußlampe, daß es verboten sei, und bezüglich einer [kleinen] Lampe, wie R. Šimo͑n, daß es erlaubt sei? — Dies bleibt unentschieden.", "R. Malkija kehrte einst bei R. Šimlaj ein und trug da ein Licht um, da war R. Šimlaj darüber unwillig. R. Jose der Galiläer kehrte einst in die Ortschaft R. Joses, des Sohnes R. Ḥaninas, ein und trug da ein Licht um; da war R. Jose, Sohn des R. Ḥanina, darüber unwillig. R. Abahu pflegte, wenn er in die Ortschaft des R. Jehošua͑ b. Levi kam, ein Licht umzutragen, und wenn er in die Ortschaft R. Joḥanans kam, kein Licht umzutragen. — Wie du es nimmst: war er der Ansicht R. Jehudas, so sollte er nach R. Jehuda verfahren, und war er der Ansicht R. Šimo͑ns, so sollte er nach R. Šimo͑n verfahren!? — Tatsächlich war er der Ansicht R. Šimo͑ns, jedoch unterließ er es wegen der Ehrung R. Joḥanans107Der der Ansicht R. Jehudas war..", "R. Jehuda sagte: Eine Öllampe darf man108Wenn sie nicht brennt.fortbewegen, eine Naphtalampe darf man nicht fortbewegen. Rabba und R. Joseph sagen beide, auch eine Naphtalampe dürfe man fortbewegen, da sie zum Zudecken eines Gefäßes verwendbar ist.", "R. Ivja kehrte einst bei Raba ein, und während seine Füße noch mit Kot beschmutzt waren, setzte er sich vor Raba aufs Bett. Raba nahm ihm dies übel, und da er ihn109Durch schwierige Fragen.quälen wollte, sprach er zu ihm: Aus welchem Grunde lehren Rabba und R. Joseph beide, daß man auch eine Naphtalampe fortbewegen darf? Dieser erwiderte: Weil sie zum Zudecken eines Gefäßes verwendbar ist. — Demnach sollte man jede Scherbe auf dem Hofe fortbewegen dürfen, weil sie zum Zudecken eines Gefäßes verwendbar ist!? Dieser erwiderte: Jene trägt den Charakter eines Gerätes, diese tragen nicht den Charakter eines Gerätes." ], [ "Es wird ja auch gelehrt: Armbänder, Nasenringe und Ringe gleichen110Obgleich man sie am Šabbath nicht tragen darf; weit. Fol. 59b.allen anderen Geräten, die man im Hofe fortbewegen darf. Hierzu sagte U͑la: Aus dem Grunde, weil sie den Charakter eines Gerätes tragen. Ebenso auch hierbei, weil sie den Charakter eines Gerätes trägt. R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach: Gepriesen sei der Allbarmherzige, daß Raba den R. Ivja nicht beschämt hat.", "Abajje wies Rabba auf einen Widerspruch hin. Es wird gelehrt, das Öl, das in der Lampe oder in der Schüssel zurückbleibt, sei verboten, und R. Šimo͑n erlaube es; demnach hält R. Šimo͑n nichts vom Abgesonderten, und dem widersprechend lehrt R. Šimo͑n, daß, wenn der Fehler111An einem fehlerhaften Erstgeborenen, das in eine Grube fiel; cf. Jṭ. 26a. nicht bereits am Vortage des Festes kenntlich war, es nicht Vorrätiges heiße!? —", "Es ist ja nicht gleich. Allerdings kann jemand sitzen und warten, daß die Lampe ausgehe, aber kann etwa jemand sitzen und warten, daß [das Tier] einen Fehler bekomme? Man denkt ja: wer weiß, ob es einen Fehler bekommen wird; und wenn du auch annimmst, es werde einen Fehler bekommen, wer weiß, ob es ein bleibender Fehler sein wird; und wenn du auch annimmst, es werde einen bleibenden Fehler bekommen, wer weiß, ob ein Sachverständiger112Zur Untersuchung und Begutachtung des Leibesfehlers.zu haben sein wird?", "Rami b. Ḥama wandte ein: Man darf am Šabbath Gelübde113Der Mann die Gelübde seiner Frau; cf. Num. Kap. 30.aufheben114Der Talmud unterscheidet zwischen der Aufhebung (הפרה), wodurch das Gelübde als von vornherein ungültig erklärt wird, u. der Auflösung (התרה), wodurch die Gültigkeit des Gelübdes nicht beanstandet, jedoch aufgelöst wird., wenn der Šabbath dies erheischt115Wenn es sich beispielsweise auf den Genuß von Speisen am Š. bezieht.. Weshalb denn, man sollte auch hierbei sagen: wer konnte [vorher] wissen, daß der Ehemann einschreiten116Da sie dies vorher nicht wissen konnte, so gilt die Auflösung als Neuentstandenes, das als Abgesondertes am Š. verboten ist.wird!? —", "Hierbei ist es nach R. Pinḥas im Namen Rabas zu erklären, denn R. Pinḥas sagte im Namen Rabas: Jede Gelobende gelobt im Sinne ihres Ehemannes. —", "Komm und höre: Man darf am Šabbath, wenn der Šabbath dies erheischt, um die Auflösung von Gelübden nachsuchen117Bei einem Gelehrten.. Weshalb denn, man sollte ja sagen: wer konnte [vorher] wissen, ob ein Gelehrter zu haben sein wird!? — Hierbei können es, wenn kein Gelehrter zu haben ist, auch drei Laien tun, dort aber weiß man nicht, ob ein Sachverständiger zu haben sein wird.", "Abajje wies R. Joseph auf einen Widerspruch hin. Kann R. Šimo͑n denn gesagt haben, wenn sie erlischt, dürfe man sie fortbewegen, nur wenn sie erlischt, nicht aber, wenn sie nicht erlischt, und zwar aus dem Grunde, weil sie, während er sie hält, erlöschen kann, wir wissen ja von R. Šimo͑n, daß er der Ansicht ist, die unbeabsichtigte Tätigkeit sei erlaubt!? Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n sagt, man dürfe [am Šabbath] ein Bett, einen Stuhl oder eine Bank rücken, nur darf man absichtlich keine Schramme machen. —", "In dem Falle, wenn die Tätigkeit bei Absicht ein biblisches Verbot sein würde, verbietet sie R. Šimo͑n ohne Absicht rabbanitisch, und in dem Falle, wenn sie bei Absicht ein rabbanitisches Verbot sein würde, erlaubt R. Šimo͑n absichtslos von vornherein.", "Raba wandte ein, Kleiderhändler dürfen [Mischgewebe] wie gewöhnlich verkaufen, jedoch nicht beabsichtigen, sich bei Sonnenschein gegen die Sonne oder im Regen gegen den Regen [zu schützen]. Die Strengfrommen pflegen sie rückwärts auf einen Stab über den Rücken zu legen. Hierbei ist ja das Tragen bei Absicht ein biblisches Verbot, dennoch erlaubt es R. Šimo͑n absichtslos von vornherein!?", "Vielmehr, sagte Raba," ], [ "lasse man Lampe, Öl und Docht, da sie Untersatz für eine verbotene Sache118Die Flamme, die die Hauptsache ist; dies ist der Grund des Verbotes u. nicht die Vorsorge, man könnte sie auslöschen.sind.", "R. Zera sagte im Namen R. Asis im Namen R. Joḥanans im Namen R. Ḥaninas im Namen des R. Romanus: Mir erlaubte Rabbi, eine Räucherpfanne samt der Asche fortzubewegen. Da sprach R. Zera zu R. Asi: Kann R. Joḥanan denn dies gesagt haben, wir haben ja gelernt: Man dürfe sein Kind mit einem Steine in der Hand tragen oder einen Korb und ein Stein darin, und hierzu sagte Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans, dies gelte von einem Korbe voll Früchte. Nur wenn Früchte darin sind, nicht aber, wenn keine Früchte darin sind!?", "Eine Weile war er bestürzt, dann erwiderte er: Hier ebenfalls, wenn [in der Räucherpfanne] Weihrauchstückchen sich befinden. Abajje wandte ein: Hatten denn die Weihrauchstückchen im Hause Rabbis einen Wert!?", "Wolltest du erwidern, weil sie für Arme einen Wert haben, so haben wir ja gelernt, Kleidungsstücke der Armen für Arme119Ein minderwertiges Stückchen Stoff, das nur für Arme verwendbar ist u. nicht für Reiche (weniger als 3 zu 3 Handbreiten), ist nur für Arme verunreinigungsfähig u. nicht für Reiche.und Kleidungsstücke der Reichen für Reiche, nicht aber die der Armen für Reiche!? Vielmehr, sagte Abajje, wie dies bei einem Kotbecken120Das man am Š. hinaustragen darf.der Fall ist.", "Raba sprach: Dagegen ist zweierlei einzuwenden; erstens ist ein Kotbecken ekelhaft, während diese nicht ekelhaft ist, und zweitens ist das Kotbecken offen, während diese zugedeckt ist. Vielmehr, sagte Raba, als wir bei R. Naḥman waren, pflegten wir die Kohlenpfanne der Asche wegen fortzubewegen, obgleich Bruchstücke von Holzgefäßen darin waren. Man wandte ein: Sie stimmen darin überein, daß man [eine Lampe] nicht fortbewegen darf, wenn sich darin Dochtfetzen befinden. Abajje erwiderte: Dies wurde für Galiläa gelehrt121Wo Linnen sehr teuer war, und auch Dochtfetzen einen Wert repräsentierten..", "Levi b. Šemuél traf R. Abba und R. Hona b. Ḥija vor der Tür R. Honas stehen und fragte sie: Darf man am Šabbath ein Weberbett122Transportables, zerlegbares Bett.zusammenstellen? Diese erwiderten: Man darf dies. Als er hierauf zu R. Jehuda kam, sprach dieser: Rabh und Šemuél sagen beide, wer ein Weberbett am Šabbath aufstellt, sei ein Sündopfer schuldig.", "Man wandte ein: Wer einen Arm in einen Kandelaber einsetzt, ist ein Sündopfer schuldig; eine [Pinsel]stange der Kalkanstreicher darf man nicht zusammensetzen, hat man sie zusammengesetzt, so ist man frei, jedoch ist es von vornherein verboten. R. Simaj sagte: Wer ein gebogenes Blashorn [zusammensetzt], ist schuldig, wer ein einfaches Blashorn [zusammensetzt], ist frei!? — Jene sind der Ansicht des Tanna der folgenden Lehre: Bettuntersätze, Bettfüße oder Zieltäfelchen123Für einen Pfeilbogen.darf man nicht einsetzen, hat man sie eingesetzt, so ist man frei," ], [ "jedoch ist es von vornherein verboten; man darf sie nicht befestigen, hat man sie befestigt, so ist man ein Sündopfer schuldig. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, ist es lose, so ist es erlaubt.", "Im Hause R. Ḥamas hatten sie ein Klappbett124Richt. (wie A͑rukh) גיליתא (hebr. גילה של מטה) Bett aus Rohr, zum Zusammenklappen., und als sie es einst am Feste aufstellten, sprach einer der Jünger zu Raba: Du denkst wohl, weil dies ein indirektes Bauen ist; zugegeben, daß dies kein biblisches Verbot ist, aber immerhin ist dies ja ein rabbanitisches Verbot! Dieser erwiderte: Ich bin der Ansicht des R. Šimo͑n b. Gamliél, welcher sagt, ist es lose, so ist es erlaubt.", "vi,3 MAN DARF UNTER DIE LAMPE EIN GEFÄSS ZUM AUFFANGEN DER FUNKEN SETZEN, JEDOCH DARF MAN DARIN KEIN WASSER TUN, WEIL MAN DANN LISCHT.", "GEMARA. Man entzieht doch aber das Gefäß der Benutzbarkeit!? R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erwiderte: Funken sind bedeutungslos.", "JEDOCH DARF MAN DARIN KEIN WASSER TUN, WEIL MAN DANN LISCHT. Es wäre also anzunehmen, daß eine anonyme Mišna die Ansicht R. Joses vertritt, welcher sagt, was ein Löschen verursachen kann, sei verboten. —", "Glaubst du, allerdings sagt R. Jose es vom Šabbath, sagt er es etwa vom Vorabend des Šabbaths!? Wolltest du sagen, hier ebenfalls am Šabbath, so wird ja gelehrt: Man darf am Šabbath ein Gefäß zum Auffangen der Funken unter die Lampe setzen, und um so mehr am Vorabend des Šabbaths; jedoch darf man darin kein Wasser tun, selbst am Vorabend des Šabbaths, und um so weniger am Šabbath, weil man dann lischt. Vielmehr, sagte R. Aši, du kannst auch sagen, daß hier die Ansicht der Rabbanan vertreten ist, denn hierbei ist es anders, weil man dadurch das Erlöschen beschleunigt125Dies ist somit keine Verursachung, sondern ein direktes Löschen..", "", "i,1 WORIN MAN [SPEISEN] WARMSTELLEN DARF, UND WORIN MAN SIE NICHT WARMSTELLEN DARF. MAN DARF NICHT WARMSTELLEN IN TRESTER, NICHT IN DUNG, NICHT IN SALZ, NICHT IN KALK, NICHT IN SAND, OB FEUCHT ODER TROCKEN, \n", "NICHT IN STROH, NICHT IN TRAUBENSCHALEN, NICHT IN WATTE, NICHT IN GRÄSER, WENN SIE FEUCHT SIND, WOHL ABER, WENN SIE TROCKEN SIND.", "GEMARA. Sie fragten: Wird dies von Oliventrestern gelehrt, in Sesamtrestern aber ist es erlaubt, oder wird dies von Sesamtrestern gelehrt, und um so mehr ist es in Oliventrestern [verboten]? —", "Komm und höre: R. Zera sagte im Namen von jemandem aus der Schule R. Jannajs: Man darf einen Korb, in dem [Speisen] warmgestellt sind, nicht auf Oliventrestern stellen.", "Schließe hieraus, daß dies von Oliventrestern gelehrt wird. Tatsächlich, kann ich dir erwidern, ist das Warmstellen auch in Sesamtrester verboten," ], [ "Hitze aufsteigen aber lassen nur Oliventrester, Sesamtrester lassen keine Hitze aufsteigen.", "Rabba und R. Zera kehrten beim Exilarchen ein und sahen einen Knecht einen Krug auf die Öffnung eines Kessels hinstellen; da schrie ihn Rabba an. Darauf sprach R. Zera zu ihm: Womit ist dies anders, als [das Aufstellen] eines Kessels auf einen Kessel1Das erlaubt ist.? Dieser erwiderte: Dieser erhält nur die [Wärme], während sie hierbei erzeugt wird.", "Später sah er ihn ein Kopftuch über die Öffnung einer Kufe ausbreiten und ein Schöpfgefäß darüber legen; da schrie ihn Rabba an. Darauf sprach R. Zera zu ihm: Warum? Dieser erwiderte: Jetzt wirst du sehen. Hierauf sah er, wie jener es ausdrückte. Da sprach er: Womit ist dies anders, als ein altes Kleidungsstück2Womit man eine Wasserkufe am Š. bedeckt, das ebenfalls naß wird.? Dieser erwiderte: Da achtet man nicht darauf3Daß es Wasser einsaugt; man preßt es nicht aus., hierbei achtet man darauf.", "NICHT IN STROH. R. Ada b. Mathna fragte Abajje: Darf man Watte4Die nur zur Verarbeitung verwendbar u. daher am Š. umherzutragen verboten ist., darin man [Speisen] warmgestellt hat, am Šabbath fortbewegen?", "Dieser erwiderte: Würde jemand denn, weil ihm ein Haufen Stroh fehlt, einen Haufen Watte preisgeben5Man benutzt wohl Watte wie Stroh zum Warmstellen, jedoch verliert sie dadurch nicht ihre Eigenschaft als hauptsächlicher Gegenstand.!? —", "Es wäre anzunehmen, daß folgendes eine Stütze für ihn ist: Man darf in Wollflocken, in Wollflieden, in Purpurstreifen oder in Watte warmstellen, und man darf sie nicht fortbewegen. —", "Wenn nur dies, so ist dies nichts, denn er meint es wie folgt: hat man darin nicht warmgestellt, so darf man sie nicht fortbewegen. — Wozu braucht er dies demnach zu lehren? —", "Man könnte glauben, weil sie als Lehnstütze verwendbar sind, so lehrt er uns.", "R. Ḥisda erlaubte, am Šabbath das Werg zurück in das Polster zu stopfen. Da wandte R. Ḥanan b. Ḥisda gegen R. Ḥisda ein: Man darf am Šabbath die Halsöffnung6An einem Hemde, die vom Wäscher zusammengeheftet wird.aufnesteln, nicht aber auftrennen; ferner darf man am Feste keine Watte in das Polster oder in das Kissen tun, geschweige denn am Šabbath!? —", "Das ist kein Einwand; dies gilt von neuen, jenes von gebrauchten7Ein Polster neu zu füllen, ist verboten, die herausgefallene Füllung wieder hineinzutun, ist erlaubt..", "Desgleichen wird gelehrt: Man darf am Feste keine Watte in das Polster oder in das Kissen tun, geschweige denn am Šabbath; ist sie herausgefallen, so darf man sie am Šabbath zurück hineintun, um so mehr am Feste.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wer die Halsöffnung am Šabbath auftrennt, ist ein Sündopfer schuldig.", "R. Kahana wandte ein:" ], [ "Welchen Unterschied gibt es denn zwischen diesem und dem Aufspunden eines Fasses!?", "Raba erwiderte: Bei jenem besteht eine Verbindung, bei diesem besteht keine Verbindung8Der Spund steckt wohl im Fasse, ist aber nicht mit diesem verbunden.. R. Jirmeja wies R. Zera auf einen Widerspruch hin: Wir haben gelernt: Der Heftfaden der Wäscher, (Schlüsselketten) und die Naht aus Mischgewebe an Kleidungsstücken9Die man wegen des Verbotes wieder auflöst.gelten als Verbindung bezüglich der Unreinheit, bis man sie aufzulösen begonnen hat. Demnach gelten sie als Verbindung auch außer der Zeit des Gebrauches10Den Heftfaden braucht der Wäscher nur beim Waschen.,", "und dem widersprechend wird gelehrt, daß ein Stock, den man als Stiel für eine Axt gebraucht, während des Gebrauches als Verbindung bezüglich der Unreinheit gelte. Nur während des Gebrauches, nicht aber außer der Zeit des Gebrauches!?", "Dieser erwiderte: Diesen pflegt man, wenn man ihn nicht mehr gebraucht, zum Holze zu werfen, da aber ist ihm [der Heftfaden] auch nicht zur Zeit des Gebrauches erwünscht, denn, wenn [die Kleider] schmutzig werden, reinigt er sie ja wieder.", "Folgendes lehrten sie in Sura im Namen R. Ḥisdas, und in Pumbeditha lehrten sie es im Namen R. Kahanas, wie manche sagen, im Namen Rabas: Welcher Tanna lehrte das, was die Rabbanan gesagt haben, daß nämlich alles, was an einem Gegenstande befestigt ist, zu diesem gehöre?", "R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Es ist R. Meír, denn wir haben gelernt: Der Ölkrughalter, der Gewürzhalter und der Lichthalter am Herde werden mit diesem unrein durch Berührung, nicht aber durch die Luft11Wenn Unreines sich im Innenraume des Herdes befindet, ohne ihn zu berühren, so werden jene nicht mit unrein.— so R. Meír; nach R. Šimo͑n sind sie rein. —", "Allerdings ist R. Šimo͑n der Ansicht, sie gehören nicht zum Herde, welcher Ansicht ist aber R. Meír: gehören sie zum Herde, so sollten sie auch durch die Luft unrein werden, und gehören sie nicht zum Herde, so sollten sie auch durch Berührung nicht unrein werden!? —", "Tatsächlich gehören sie nicht zum Herde, nur haben die Rabbanan dies angeordnet. —", "Wenn die Rabbanan es angeordnet haben, so sollten sie auch durch die Luft unrein werden!? — Die Rabbanan haben hierbei ein Erkennungszeichen gemacht, damit man ihretwegen nicht Hebe und Geheiligtes verbrenne.", "Die Rabbanan lehrten: Die auseinandernehmbare Federschere und die Hobelklinge werden bezüglich der Unreinheit als verbunden betrachtet, nicht aber bezüglich des Besprengens12Eines unreinen Gegenstandes mit dem Sprengwasser (cf. Num. 19,18); sie müssen besonders besprengt werden.. —", "Wie du es nimmst: gelten sie als verbunden, so sollten sie es auch bezüglich des Besprengens sein, und gelten sie nicht als verbunden, so sollten sie es auch bezüglich der Unreinheit nicht sein!? Raba erwiderte: Nach der Tora gelten sie beim Gebrauche sowohl bezüglich der Unreinheit als auch bezüglich des Besprengens als verbunden, und außer der Zeit des Gebrauches gelten sie weder bezüglich der Unreinheit noch bezüglich des Besprengens als verbunden," ], [ "nur haben es die Rabbanan bezüglich der Unreinheit außer der Zeit des Gebrauches mit Rücksicht auf die Unreinheit beim Gebrauche, und bezüglich des Besprengens beim Gebrauche mit Rücksicht auf das Besprengen außer der Zeit des Gebrauches angeordnet.", "NICHT IN GRÄSERN &C. Sie fragten: Feucht von Natur, oder von außen her befeuchtet13Im 1. Falle wärmt es mehr.!? —", "Komm und höre: Nicht in Stroh, nicht in Traubenschalen, nicht in Watte, nicht in Gräser, wenn sie feucht sind. Erklärlich ist dies, wenn du sagst, von außen her befeuchtet, aber gibt es denn, wenn du feucht von Natur sagst, naturfeuchte Watte!? — Aus der zwischen den Hüften gerupften Wolle. —", "R. Oša͑ja lehrte ja, man dürfe in ein trockenes Gewand und in trockene Früchte warmstellen, nicht aber in ein feuchtes Gewand oder in feuchte Früchte; gibt es denn ein naturfeuchtes Gewand!? — Aus der zwischen den Hüften gerupften Wolle.", "i,2 MAN DARF [SPEISEN] IN GEWÄNDER, IN FRÜCHTE, IN TAUBENFEDERN, IN HOBELSPÄNE UND IN FEINE FLACHSSCHÄBE WARMSTELLEN. R. JEHUDA VERBIETET ES IN FEINE UND ERLAUBT ES IN GROBE.", "GEMARA. R. Jannaj sagte: Die Tephillin benötigten eines reinen Körpers, wie Eliša͑, der Flügelmann. — Inwiefern? — Abajje erklärte, daß man mit ihnen keine Blähungen von sich gebe; Raba erklärte, daß man mit ihnen nicht schlafe. —", "Weshalb nennt man ihn den Flügelmann? — Einst verhängte die ruchlose Regierung Religionsverfolgung über Jisraél, daß man nämlich dem, der Tephillin anlegt, das Gehirn durchbohre; Eliša͑ aber legte sie an und ging auf die Straße. Als ihn einst ein Scherge bemerkte, lief er fort, und dieser lief ihm nach und holte ihn ein. Da nahm er sie von seinem Haupte und hielt sie in der Hand. Dieser fragte ihn: Was hast du da in der Hand? Er erwiderte: Taubenflügel. Hierauf streckte er die Hand aus, und es waren wirklich Taubenflügel. Daher nennt man ihn Eliša͑ den Flügelmann. —", "Womit sind Taubenflügel anders, als die aller anderen Vögel? — Weil die Gemeinschaft Jisraéls mit einer Taube verglichen wird, wie es heißt:14Ps. 68,14.wie die Flügel einer Taube, mit Silber bedeckt &c. Wie die Flügel die Taube beschützen, so beschützen Jisraél die Gebote.", "IN HOBELSPÄNE &C. Sie fragten: Bezieht sich R. Jehuda auf Hobelspäne oder auf Flachsschäbe? —", "Komm und höre: Es wird gelehrt: R. Jehuda sagt, feine Flachsschäbe gleiche hierin dem Dung. Schließe hieraus, daß er sich auf Flachsschäbe bezieht. Schließe hieraus.", "ii,1 MAN DARF [SPEISEN] IN FELLE WARMSTELLEN, AUCH DARF MAN DIESE FORTBEWEGEN, IN WOLLFLOGKEN, JEDOCH DARF MAN DIESE NICHT FORTBEWEGEN. WIE MACHE MAN NUN? MAN HEBE DEN DECKEL HOCH, SODANN FALLEN SIE HERUNTER.", "R. ELEA͑ZAR B. A͑ZARJA SAGT, MAN NEIGE DEN HAUFEN AUF DIE SEITE UND NEHME [DIE SPEISEN] HERAUS, DENN WENN MAN [DIE SPEISEN] HERAUSHEBT, KANN ES VORKOMMEN, DASS MAN SIE NICHT WIEDER HINEINSTELLEN15Wenn die Flocken in die Vertiefung fallen.KANN. DIE WEISEN SAGEN, MAN DÜRFE SIE HERAUSNEHMEN UND WIEDER HINEINSTELLEN.", "GEMARA. R. Jonathan b. A͑khinaj und R. Jonathan b. Elea͑zar, mit ihnen auch R. Ḥanina b. Ḥama, saßen beisammen und warfen folgende Frage auf: Wird hier von den Fellen eines Privatmannes gelehrt, die eines Handwerkers aber darf man, da er sie schont16Und sie zum sonstigen Gebrauche nicht benutzt, da er sie zum Verkaufe hält., nicht fortbewegen, oder wird hier von denen eines Handwerkers gelehrt, und um so mehr gilt dies von denen eines Privatmannes?", "Da sprach R. Jonathan b. Elea͑zar: Es ist anzunehmen, daß hier von denen eines Privatmannes gelehrt wird, ein Handwerker aber schont sie. Hierauf sprach R. Ḥanina b. Ḥama: Folgendes sagte R. Jišma͑él b. R. Jose:" ], [ "Mein Vater war Lederarbeiter, und er sagte: Holet Felle, wir wollen uns darauf setzen.", "Man wandte ein: Bretter eines Privatmannes darf man fortbewegen, die eines Handwerkers darf man nicht fortbewegen; hat man aber daran gedacht, auf ihnen den Gästen Brot zu reichen, so darf man diese und jene fortbewegen!? — Anders sind Bretter, da man sie schont17Sie werden leichter abgegriffen.. —", "Komm und höre: Felle darf man, ob gegerbt oder ungegerbt, am Šabbath fortbewegen; sie unterscheiden gegerbte nur bezüglich der Unreinheit. Doch wohl einerlei, ob die eines Privatmannes oder die eines Handwerkers!? — Nein, nur die eines Privatmannes. —", "Wieso lehrt er, wenn man die eines Handwerkers nicht fortbewegen darf, daß sie nur bezüglich der Unreinheit gegerbte unterscheiden, er sollte hierin selbst einen Unterschied machen: diese Worte gelten nur von denen eines Privatmannes, nicht aber von denen eines Handwerkers!? — Er lehrt das Ganze von denen eines Privatmannes.", "Hierüber streiten Tannaím: Felle eines Privatmannes darf man fortbewegen, die eines Handwerkers darf man nicht fortbewegen; R. Jose sagt, man dürfe diese und jene fortbewegen.", "Weiter saßen sie und warfen folgende Frage auf: Wem entsprechen die vierzig Hauptarbeiten weniger eine18Die am Š. strafbar sind; cf. Sab. Fol. 73a., von denen gelehrt wird?", "Da sprach R. Ḥanina b. Ḥama: Entsprechend den Arbeiten [beim Bau] der Stiftshütte. Hierauf sprach R. Jonathan b. Elea͑zar: So sagte R. Šimo͑n, Sohn des R. Jose b. Laqonja: Entsprechend [den Wörtern] Arbeit, seine Arbeit und die Arbeit, die vierzig weniger einmal in der Tora vorkommen.", "R. Joseph fragte: Wird [das Wort Arbeit im Verse]:19Gn. 39,11.und er trat in das Zimmer, seine Arbeit zu verrichten, mitgezählt oder nicht? Abajje sprach zu ihm: Möge er doch ein Torabuch holen und zählen. Erzählte ja auch Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans, daß sie20Die Gelehrten, die über eine derartige Frage im Zweifel waren; cf. Qid. 30a.ihren Platz nicht verließen, bis man ihnen ein Torabuch holte und sie zählten.", "Dieser erwiderte: Folgendes ist mir fraglich: wird der Vers:21Ex. 36,7.und die Arbeit war genug, mitgezählt und jener Vers ist nach demjenigen, zu erklären, welcher sagt, er sei eingetreten, um sein Vorhaben22Den Willen der Frau Poṭiphars zu erfüllen; cf. Sot. 36b.auszuführen,", "oder wird [der Vers:] und er trat in das Zimmer, seine Arbeit zu verrichten, mitgezählt und [der Vers:] und die Arbeit war genug, ist folgendermaßen zu erklären: das Werk war fertig23Über die Zahl war er nicht im Zweifel, nur wußte er nicht, welche von beiden fortzulassen sei.? — Dies bleibt unentschieden.", "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit dem, welcher sagt, entsprechend den Arbeiten [beim Bau] der Stiftshütte. Es wird nämlich gelehrt: Man ist nur wegen einer Arbeit schuldig, dergleichen [beim Bau] der Stiftshütte ausgeübt wurde. Jene haben gesäet, ihr sollt nicht säen; jene haben gemähet, ihr sollt nicht mähen;", "jene haben Bretter vom Boden auf den Wagen gehoben, ihr sollt nicht aus öffentlichem Gebiete in Privatgebiet bringen; jene haben die Bretter aus dem Wagen auf den Boden gehoben, ihr sollt nicht aus Privatgebiet in öffentliches Gebiet bringen; jene haben aus einem Wagen in den anderen gehoben, ihr sollt nicht aus Privatgebiet in Privatgebiet bringen. —", "Wenn aus Privatgebiet in Privatgebiet, so hat man ja nichts getan!? — Abajje und Raba sagten beide, nach anderen, R. Ada b. Ahaba: Aus Privatgebiet in Privatgebiet über öffentliches Gebiet.", "IN WOLLFLOCKEN; JEDOCH DARF MAN DIESE NICHT FORTBEWEGEN. Raba sagte: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn man darin nicht warmgestellt hat, hat man aber darin warmgestellt, so darf man sie fortbewegen.", "Ein Schüler des ersten Tages wandte gegen Raba ein: In Wollflocken; jedoch darf man diese nicht fortbewegen. Wie mache man es?" ], [ "Man hebe den Deckel hoch, sodann fallen sie herunter24Das Fortbewegen ist verboten, auch wenn Speisen darin warmgestellt sind.!? —", "Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: Raba sagte: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn man sie nicht zum Warmstellen bestimmt hat, hat man sie aber zum Warmstellen bestimmt, so darf man sie fortbewegen.", "Es wurde auch gelehrt: Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Ja͑qobs im Namen des R. Asi b. Šaúl im Namen Rabbis: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn man sie nicht zum Warmstellen bestimmt hat, hat man sie aber zum Warmstellen bestimmt, so darf man sie fortbewegen.", "Rabina sagte: Dies wurde [von Wollflocken] aus dem Magazine gelehrt. Ebenso wird gelehrt: Wollflocken aus dem Magazine darf man nicht fortbewegen; hat sie der Besitzer zur Benutzung bestimmt, so darf man sie fortbewegen.", "Rabba b. Bar Ḥana lehrte vor Rabh: Wenn man dürre Palmzweige zum Brennen geschnitten hat und sich nachher überlegt, sie zum Sitzen zu benutzen, so muß man sie vorher25Vor Beginn des S., um zu bekunden, daß sie zum Sitzen bestimmt sind.zusammenbinden; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, man brauche sie nicht zusammenzubinden. — Er lehrte es, und er sagte auch, die Halakha sei wie R. Šimo͑n b. Gamliél.", "Es wird gelehrt: Rabh sagt, man müsse sie zusammenbinden, Šemuél sagt, man denke26Sie zum Sitzen zu benutzen. daran, und R. Asi sagt, man setze sich [vorher] darauf, obgleich man sie nicht zusammenbindet und daran nicht denkt.", "Allerdings ist Rabh der Ansicht des ersten Tanna, ebenso ist Šemuél der Ansicht des R. Šimo͑n b. Gamliél, wessen Ansicht aber ist R. Asi? —", "Er vertritt die Ansicht des Tanna der folgenden Lehre: Man darf [am Šabbath] mit einem Flachs-pflaster27So nach Raschi; nach anderen Perücke.oder einem Wollpflaster ausgehen, wenn man es mit Öl bestrichen und mit einer Schnur befestigt hat; hat man es nicht mit Öl bestrichen und mit einer Schnur befestigt, so darf man damit nicht ausgehen; ist man aber damit eine Stunde noch am Tage ausgegangen, so darf man damit ausgehen, auch wenn man es nicht mit Öl bestrichen und mit einer Schnur befestigt hat.", "R. Aši sagte: Auch wir haben gelernt: Man darf das Stroh auf dem Bette nicht mit der Hand aufschütteln, wohl aber mit dem Körper; wenn sich da aber Viehfutter befindet, oder ein Polster oder ein Laken sich darüber noch am Tage befunden hat, so darf man es auch mit der Hand aufschütteln. Schließe hieraus. —", "Wer ist der Tanna, der gegen R. Šimo͑n b. Gamliél streitet? — Es ist R. Ḥanina b. A͑qiba, denn als R. Dimi kam, erzählte er im Namen Zee͑ris im Namen R. Ḥaninas: Einst ging R. Ḥanina b. A͑qiba nach einem Orte und fand da dürre Palmzweige, die man als Brennholz geschnitten hatte; da sprach er zu seinen Schülern: Gehet und denket daran, daß wir uns morgen darauf setzen wollen. Ich weiß aber nicht, ob es bei einem Gastmahle oder bei einer Trauerfeier war.", "Da er nun sagte: ob es bei einem Gastmahle oder bei einer Trauerfeier war, so ist dies demnach nur bei einem Gastmahle oder einer Trauerfeier erlaubt, weil man zerstreut ist, sonst aber ist es nur dann erlaubt, wenn man sie zusammengebunden hat, nicht aber, wenn man sie nicht zusammengebunden hat.", "R. Jehuda sagte: Man darf einen Haufen Erde hereinbringen und damit alle seine Bedürfnisse28Beispielsweise Kot u. Schmutz zudecken.verrichten. Mar Zuṭra trug im Namen Mar Zuṭra des Großen vor: Dies nur, wenn man dafür eine Ecke bestimmt hat.", "Die Schüler sprachen vor R. Papa: Also nach R. Šimo͑n b. Gamliél, denn die Rabbanan sind ja der Ansicht, daß hierbei eine Tätigkeit29Cf. Anm. 25 mut. mut.erforderlich sei!?", "Da sprach R. Papa zu ihnen: Du kannst auch sagen, nach den Rabbanan, denn die Rabbanan sagen, eine Tätigkeit sei erforderlich nur bei dem, wobei eine solche nötig ist, nicht aber bei dem, wobei eine solche nicht nötig ist.", "Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaím streiten: Mit allem darf man [am Šabbath] Gefäße putzen, ausgenommen silberne Gefäße mit kretischem Tone. Demnach ist es mit Natron und Sand erlaubt,", "und [dem widersprechend] wird gelehrt, daß es mit Natron und Sand verboten ist!? Wahrscheinlich besteht ihr Streit in folgendem: einer ist der Ansicht, es sei eine Tätigkeit erforderlich, und einer ist der Ansicht, es sei keine Tätigkeit erforderlich. —", "Nein, alle sind der Ansicht, eine Tätigkeit sei nicht erforderlich, dennoch ist dies kein Einwand;", "eine [Lehre] nach R. Jehuda, welcher sagt, die nicht beabsichtigte Tätigkeit sei verboten, und eine nach R. Šimo͑n, welcher sagt, die nicht beabsichtigte Tätigkeit sei erlaubt30Hierbei handelt es sich gar nicht um die Vorbereitung; verboten ist es vielmehr nach der einen Ansicht, weil man dabei schrammt, eine Arbeit, die man nicht beabsichtigt.. —", "Wie ist, wo du die Lehre, nach der es erlaubt ist, R. Šimo͑n addiziert hast, der Schlußsatz zu erklären: man darf aber damit nicht das Haar reinigen. R. Šimo͑n erlaubt dies ja, denn wir haben gelernt," ], [ "R. Šimo͑n sagt, der Naziräer dürfe sich das Haar reinigen31Mit Natron oder Sand.und schlichten, nicht aber kämmen32Was einem anderen am Š., ist dem Naziräer am Wochentage erlaubt.!? —", "Vielmehr, das eine und das andere nach R. Jehuda, nur streiten zwei Tannaím über die Ansicht R. Jehudas; nach dem einen Tanna ist R. Jehuda der Ansicht, dies schramme, und nach dem anderen Tanna ist R. Jehuda der Ansicht, dies schramme überhaupt nicht. —", "Wie ist, wo du sie R. Jehuda addiziert hast, der Schlußsatz zu erklären: Gesicht, Hände und Füße [damit zu reinigen] ist aber erlaubt. Man entfernt ja Haare!? —", "Wenn du willst, sage ich: bei einem Minderjährigen; wenn du willst, sage ich: bei einer Frau; und wenn du willst, sage ich: bei einem Kastraten33Die keine Barthaare haben..", "R. Jehuda sagte: Mit Ziegelstaub ist es erlaubt34Am Š. das Gesicht zu waschen.. R. Joseph sagte: Mit Jasmintrestern35Sesamtrester mit Jasminwasser geknetet, sodann getrocknet und zerstoßen.ist es erlaubt. Raba sagte: Mit Pfefferpulver ist es erlaubt. R. Šešeth sagte: Mit Barada ist es erlaubt. —", "Was ist Barada? R. Joseph erwiderte: Ein Drittel Aloë, ein Drittel Myrte und ein Drittel Veilchen. R. Neḥemja b. Joseph sagte: Wenn der größere Teil nicht aus Aloë besteht, ist es erlaubt.", "Man fragte R. Šešeth: Darf man am Šabbath Oliven aufspalten36Um die Herbheit zu entfernen.? Dieser erwiderte: Hat man es denn am Wochentage erlaubt!? — Er ist also der Ansicht [man dürfe dies nicht] wegen der Vernichtung von Speisen;", "demnach wäre anzunehmen, daß er gegen Šemuél streitet, denn Šemuél sagte, man dürfe Brot zu jeglichem Behufe verwenden. — Ich will dir sagen, Brot wird nicht verunstaltet, diese aber werden verunstaltet.", "Amemar, Mar Zuṭra und R. Aši saßen beisammen, und man brachte ihnen Barada; Amemar und R. Aši wuschen sich damit, Mar Zuṭra aber wusch sich nicht. Da sprachen sie zu ihm: Hält denn der Meister nichts von dem, was R. Šešeth gesagt hat, daß es nämlich mit Barada erlaubt sei!? R. Mordekhaj erwiderte ihnen: Der Meister aber nicht; er ist der Ansicht, man dürfe es nicht einmal am Wochentage.", "Er hält es mit folgender Lehre: Man darf von seinem Körper angetrockneten Schmutz oder angetrockneten Eiter abkratzen, wenn sie ihm lästig sind, schönheitshalber aber ist dies verboten. —", "Wessen Ansicht sind jene? — Der folgenden Lehre: Der Mensch wasche sich täglich Gesicht, Hände und Füße zu Ehren seines Schöpfers, denn es heißt:37Pr. 16,4.alles hat der Herr ihm zu Ehren erschaffen.", "R. ELEA͑ZAR B. A͑ZARJA SAGT, MAN NEIGE DEN HAUFEN AUF DIE SEITE UND NEHME [DIE SPEISE] HERAUS, DENN WENN MAN HERAUSHEBT &C. R. Abba sagte im Namen des R. Ḥija b. Aši im Namen Rabhs: Alle stimmen überein, daß, wenn die Vertiefung zusammengefallen ist, es verboten sei, sie wieder hinzustellen. —", "Wir haben gelernt: Die Weisen sagen, man dürfe sie herausnehmen und wieder hineinstellen. In welchem Falle: wollte man sagen, wenn die Vertiefung nicht zusammengefallen ist, so ist dies ja selbstverständlich; doch wohl, wenn die Vertiefung zusammengefallen ist? —", "Nein, tatsächlich, wenn sie nicht zusammengefallen ist, hier aber streiten sie, ob dies zu befürchten ist; einer ist der Ansicht, man befürchte, die Vertiefung könnte zusammengefallen sein, und einer ist der Ansicht, man befürchte nicht, die Vertiefung könnte zusammengefallen sein.", "R. Hona sagte: Wenn man eine Narzisse38So nach A͑rukh.hineingesteckt, herausgezogen und wieder hineingesteckt39In einen Topf mit Erde, damit sie sich frisch halte.hat, so ist es erlaubt40Am Š. wieder herauszunehmen, um daran zu riechen, weil die Vertiefung bereits vor dem Š. eingedrückt wurde., wenn aber nicht, so ist es verboten.", "Šemuél sagte: Wenn man ein Messer zwischen die Mauerschichten hineingesteckt, herausgezogen und wieder hineingesteckt hat, so ist es erlaubt, wenn aber nicht, so ist es verboten.", "Mar Zuṭra, nach anderen R. Aši, sagte: In ein Rohrbüschel ist es erlaubt.", "R. Mordekhaj sprach zu Raba: R. Qaṭina wandte ein: Wenn jemand Rüben oder Rettich unter einem Weinstocke versteckt41Damit sie in der Erde frisch bleiben.hat, so hat er, falls ein Teil der Blätter unbedeckt bleibt," ], [ "kein Bedenken zu tragen wegen Mischsaat, wegen des Siebentjahres und wegen der Zehnte42Dies gilt nicht als Pflanzung., auch darf man sie am Šabbath herausnehmen!? — Dies ist ein Einwand.", "ii,2 HAT MAN [DIE SPEISEN] WÄHREND DES TAGES NICHT ZUGEDECKT, SO DARF MAN DIES NICHT MEHR BEI DUNKELHEIT. WENN MAN SIE ZUGEDECKT HAT UND SIE AUFGEDECKT WURDEN, SO DARF MAN SIE WIEDER ZUDECKEN. MAN DARF EINEN KRUG43Mit kaltem Wasser.FÜLLEN UND IHN UNTER DAS POLSTER ODER UNTER DAS KISSEN44Um es vor Sonne u. Wärme zu schützen.TUN.", "GEMARA. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Man darf [Speisen oder Getränke] kaltstellen. R. Joseph sprach: Was lehrt er uns damit, wir haben ja gelernt, man dürfe einen Krug füllen und ihn unter das Polster oder unter das Kissen tun!?", "Abajje erwiderte: Vieles läßt er uns hören; aus der Mišna könnte man entnehmen, nur Dinge, die man gewöhnlich nicht warmstellt, nicht aber Dinge, die man gewöhnlich warmstellt, so lehrt er uns.", "R. Hona sagte im Namen Rabbis: Man darf [Speisen oder Getränke] nicht kaltstellen. — Es wird ja aber gelehrt, Rabbi erlaubte [Speisen oder Getränke] kaltzustellen!? — Das ist kein Einwand; eines [lehrte er], bevor er darüber von R. Jišma͑él b. R. Jose gehört hat, das andere, nachdem er darüber von R. Jišma͑él b. R. Jose bereits gehört hat. Einst saß nämlich Rabbi und lehrte: Man darf [Speisen oder Getränke] nicht kaltstellen. Da sprach R. Jišma͑él b. R. Jose vor ihm: Mein Vater erlaubte [Speisen oder Getränke] kaltzustellen. Darauf sprach dieser: Der Greis45Der Vater RJ.s, nach dem er sich nun richten wollte. hat dies entschieden.", "R. Papa sagte: Komm und siehe, wie sie sich gegenseitig verehrt haben. Als R. Jose noch am Leben war, pflegte er vor Rabbi gebeugt zu sitzen, denn R. Jišma͑él b. R. Jose war ja Amtsnachfolger seiner Vorfahren und pflegte ebenfalls vor Rabbi gebeugt zu sitzen, dennoch sagte dieser: Der Greis hat dies entschieden.", "R. Naḥman sagte [am Šabbath] zu seinem Diener Daro, daß er ihm etwas kaltstelle. [Ferner auch], daß er ihm Wasser hole, das ein aramäischer Koch aufgewärmt46Dieses gilt nicht als eine von Nichtjuden gekochte Speise.hat. R. Ami hörte dies und mißbilligte es. Da sprach R. Joseph: Weshalb mißbilligte er es, jener verfuhr ja nach der Ansicht seiner Lehrer; in dem einen Falle nach Rabh und in dem einen Falle nach Šemuél!?", "Nach Šemuél, denn R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, man dürfe [Speisen oder Getränke] kaltstellen; nach Rabh, denn R. Šemuél b. R. Jiçḥaq sagte im Namen Rabhs, was man auch roh ißt, sei nicht, als von Nichtjuden gekocht, verboten. —", "Er war der Ansicht, bei einem angesehenen Manne sei es anders.", "Die Rabbanan lehrten; Obgleich sie gesagt haben, daß man bei Dunkelheit nichts warmstellen darf in Dinge, die nicht wärmen, so ist es dennoch erlaubt, [Wärme] hinzuzufügen. — Auf welche Weise? R. Šimo͑n b. Gamliél sagte, man nehme das Laken ab und lege eine Decke darauf, oder man nehme die Decke ab und lege ein Laken darauf.", "Auch sagte R. Šimo͑n b. Gamliél: Verboten haben sie nur denselben Kessel [warmzustellen], hat man aber aus einem Kessel in einen anderen umgegossen, so ist es erlaubt. Wie sollte dies ein Wärmen sein, wo man es dadurch abkühlt!?", "Hat man [die Speise] in etwas warmgestellt, das man am Šabbath fortbewegen darf, und mit solchem zugedeckt, oder hat man sie in etwas warmgestellt, das man am Šabbath nicht fortbewegen darf, und mit etwas zugedeckt, das man fortbewegen darf, so darf man sie nehmen und wieder hinstellen;", "hat man sie aber in etwas warmgestellt, das man am Šabbath nicht fortbewegen darf, und mit solchem zugedeckt, oder hat man sie in etwas warmgestellt, das man am Šabbath fortbewegen darf, und mit etwas zugedeckt, das man nicht fortbewegen darf, so darf man sie, wenn sie zum Teil abgedeckt war, nehmen und wieder hinstellen, wenn aber nicht," ], [ "nicht nehmen und wieder hinstellen.", "R. Jehuda sagte: Wergschäbe gleicht diesbezüglich dem Dung.", "Man darf einen Kessel auf den anderen und einen Topf47Ersterer aus Kupfer, letzterer aus Ton.auf den anderen stellen, nicht aber einen Topf auf einen Kessel oder einen Kessel auf einen Topf. Auch darf man die Öffnung mit Teig verkleben, aber nicht damit er heißer werde, sondern damit [die Wärme] erhalten bleibe.", "Wie man nicht Warmes warmstellen darf, so darf man auch Kaltes nicht kaltstellen. Rabbi erlaubte Kaltes kaltzustellen.", "Man darf am Šabbath Schnee oder Hagel nicht zerreiben, damit Wasser abfließe, wohl aber darf man sie ohne Bedenken in ein Trinkgefäß oder in eine Schüssel tun.", "", "i WOMIT DAS VIEH AUSGETRIEBEN WERDEN DARF, UND WOMIT ES NICHT AUSGETRIEBEN WERDEN DARF. MAN DARF DAS KAMEL MIT DER HALFTER, DEN DROMEDAR MIT DEM STECHRINGE, DEN LIBYCUS1ליבדוקם (so in korrekten Texten) ist nichts weiter als Libycus, sc. asinus; daß die Alten unter Libyen Afrika verstanden, ist ebenso bekannt, wie die schwierigere Behandlung des afrikanischen Esels, der eines Zaumes benötigt. Die anders lautenden Ausführungen mancher ‘Wörterbuchforscher’ beweisen nur, daß ihnen die weiter folgende u. auch anderweitig wiederholte Erklärung des Talmud unbekannt ist.MIT DEM ZAUME, DAS PFERD MIT DEM HALSGESCHIRR AUSTREIBEN; \n", "EBENSO DÜRFEN ALLE TIERE, DIE EIN HALSGESCHIRR TRAGEN, MIT DIESEM AUSGETRIEBEN UND DARAN GEFÜHRT WERDEN.", "DIESE DARF MAN2Wenn sie unrein sind. AN IHREM ORTE3Dh. während die Tiere sie anhaben. BESPRENGEN UND UNTERTAUCHEN.", "GEMARA. Was heißt ‘den Dromedar mit dem Stechringe’? Rabba b. Bar Ḥana erwiderte: Den weißen Dromedar mit einem eisernen Gezäume. DEN LIBYCUS MIT DEM ZAUME. R. Hona erklärte: Einen libyschen Esel mit einem eisernen Zaumgebiß.", "Einst sandte Levi den Ḥozäern4Name eines Ortes oder einer Provinz, nach Angabe des Talmud ein halbes Jahr von Babylonien entfernt; vom regen Geschäftsverkehre zwischen beiden Orten wird im Talmud oft berichtet. Geld, um für ihn einen libyschen Esel zu kaufen. Da wickelten sie [das Geld] ein und sandten ihm Gerste. Dies bedeutet, daß die Schritte des Esels von der Gerste abhängig sind.", "R. Jehuda erzählte im Namen Šemuéls: Man richtete an Rabbi abwechselnd die Frage hinsichtlich des einen [Tieres] mit [dem Geschirre] des anderen.", "Bezüglich des Dromedars mit einer Halfter ist es nicht fraglich, denn dies ist, da dieses damit nicht gezügelt wird, eine Last, die Frage besteht nur bezüglich des Kameles mit einem Stechringe; wird er als Last betrachtet, da für dieses auch eine Halfter ausreicht, oder wird er nicht als Last betrachtet, da er eine bessere Zügelung gewährt?", "Da erwiderte R. Jišma͑él b. R. Jose in seiner Gegenwart: Folgendes lehrte mein Vater: Vier Tiere dürfen mit der Halfter ausgetrieben werden: das Pferd, das Maultier, das Kamel und der Esel. Was schließt dies aus? Dies schließt wohl das Kamel mit einem Stechringe aus. — Nein, dies schließt den Dromedar mit einer Halfter aus.", "In einer Barajtha wird gelehrt: Der libysche [Esel] und das Kamel dürfen mit einer Halfter ausgetrieben werden. — Hierüber streiten Tannaím: Man darf kein [wildes] Tier mit einer Halfterkette austreiben; Ḥananja sagt, man dürfe es mit einer Halfterkette sowie mit jedem schutzgewährenden Gegenstande austreiben.", "Um welches [Tier] handelt es sich: wollte man sagen, um ein großes, so ist ja für dieses eine Halfterkette nicht ausreichend, und wollte man sagen, um ein kleines, so ist ja für dieses eine Halfterkette entschieden ausreichend!?", "Wahrscheinlich besteht ihr Streit bezüglich einer Katze; der erste Tanna ist der Ansicht, dies sei, da für diese auch eine Schnur genügt, eine Last, und Ḥananja ist der Ansicht, was eine bessere Zügelung gewährt, sei keine Last. R. Hona b. Ḥija sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie Ḥananja.", "Levi, Sohn des R. Hona b. Ḥija, und Rabba b. R. Hona befanden sich auf der Reise, und als der Esel Levis dem Esel des Rabba b. R. Hona voranging, wurde Rabba b. R. Hona verdrießlich5Da er glaubte, jener reite absichtlich voran.. Da dachte jener: Ich will ihm etwas sagen," ], [ "was ihn beruhigen wird. Darauf fragte er ihn: Darf man einen ungebärdigen Esel, beispielsweise diesen, am Šabbath mit einem Zaume austreiben? Dieser erwiderte: Folgendes sagte dein Vater im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie Ḥananja.", "In der Schule des Menasja wurde gelehrt: Eine Ziege, die ein Loch an den Hörnern hat, darf man am Šabbath mit der Halfter6Nicht aber, wenn am Halse befestigt, da sie sie abwerfen u. man die Halfter am Š. zu tragen verleitet werden könnte. austreiben. R. Joseph fragte: Wie ist es, wenn man sie ihr am Barte befestigt hat? [Sagen wir,] sie unterlasse das Zerren, weil das Zerren sie schmerzt, oder aber, wenn die Halfter sich löst und herunterfällt, könnte man verleitet werden, vier Ellen auf öffentlichem Gebiete zu tragen. — Dies bleibt unentschieden.", "Dort haben wir gelernt: Nicht mit einem Riemen an den Hörnern. R. Jirmeja b. Abba sagte: Hierüber streiten Rabh und Šemuél; einer sagt, es sei sowohl als Schmuck als auch als Zügel verboten, und einer sagt, es sei als Schmuck verboten und als Zügel erlaubt.", "R. Joseph sagte: Es ist zu beweisen, daß Šemuél es ist, welcher sagt, als Schmuck verboten und als Zügel erlaubt, denn R. Hona b. Ḥija sagte im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie Ḥananja.", "Abajje sprach zu ihm: Im Gegenteil, es ist zu beweisen, daß Šemuél es ist, welcher sagt, sowohl als Schmuck als auch als Zügel verboten, denn R. Jehuda erzählte im Namen Šemuéls: Man richtete an Rabbi abwechselnd die Frage hinsichtlich des einen [Tieres] mit [dem Geschirr] des anderen, und R. Jišma͑él b. R. Jose erwiderte in seiner Gegenwart: Folgendes lehrte mein Vater: Vier Tiere dürfen mit der Halfter ausgetrieben werden: das Pferd, das Maultier, das Kamel und der Esel. Dies schließt wohl das Kamel mit einem Stechringe aus. — Streiche dieses wegen jenes. —", "Was veranlaßt dich, dieses wegen jenes zu streichen, streiche jenes wegen dieses!? — Weil wir finden, daß Šemuél es ist, welcher sagt, als Schmuck verboten und als Zügel erlaubt. Es wurde nämlich gelehrt: R. Ḥija b. Aši sagte im Namen Rabhs, es sei sowohl als Schmuck als auch als Zügel verboten; R. Ḥija b. Abin sagte im Namen Šemuéls, es sei als Schmuck verboten und als Zügel erlaubt.", "Man wandte ein: Hat der Eigentümer ihr7Der roten Kuh, der kein Joch aufgelegt worden sein darf; cf. Num. 19,2.eine Halfter angelegt, so ist sie tauglich. Wieso kannst du nun sagen, diese gelte als Last, der Allbarmherzige sagt ja:8Num. 19,2.auf die kein Joch gekommen ist!?", "Abajje erwiderte: Wenn man sie aus einer Stadt nach einer anderen führt9Sie geht ungern, u. da dann die Halfter unvermeidlich ist, so gilt sie nicht als Last.. Rabba erwiderte: Anders ist es bei der [roten] Kuh, die einen hohen Wert10Wegen ihrer Seltenheit; man muß sie daher an der Halfter führen.hat. Rabina erwiderte: Wenn sie ungebärdig ist.", "DAS PFERD MIT DEM HALSGESCHIRR. Was heißt ‘geführt’, und was heißt ‘ausgetrieben’? R. Hona erwiderte: Sie dürfen dieses [um den Hals] gewickelt ausgetrieben oder daran geführt werden. Šemuél sagte: Sie dürfen daran geführt werden, nicht aber dieses [um den Hals] gewickelt ausgetrieben werden.", "In einer Barajtha wird gelehrt: sie dürfen dieses [um den Hals] gewickelt ausgetrieben werden, sodaß sie daran gezogen11Es muß lose sein oder nachhängen, um die Hand hineinstecken, bezw. das Ende anfassen zu können. werden können. R. Joseph erzählte: Ich habe gesehen, wie die Kälber des Hauses R. Honas mit der Halfter [um den Hals] gewickelt am Šabbath ausgetrieben wurden.", "Als R. Dimi kam, erzählte er im Namen R. Ḥaninas: Die Maultiere des Hauses Rabbis wurden am Šabbath mit ihren Halftern ausgetrieben. Sie fragten: [Um den Hals] gewickelt oder daran geführt? —", "Komm und höre: Als R. Šemuél b. Jehuda kam, erzählte er im Namen R. Ḥaninas: Die Maultiere des Hauses Rabbis wurden am Šabbath mit den Halftern [um den Hals] gewickelt ausgetrieben.", "Die Schüler sprachen vor R. Aši: Die [Erzählung] des R. Šemuél b. Jehuda ist nicht nötig, dies geht schon aus der Erzählung R. Dimis hervor. Wollte man sagen, R. Dimi meine, daran geführt, so wäre dies ja schon aus dem Berichte R. Jehudas im Namen Šemuéls zu entnehmen.", "R. Jehuda sagte nämlich im Namen Šemuéls: Man fragte Rabbi abwechselnd bezüglich des einen [Tieres] mit [dem Geschirr] des anderen, und R. Jišma͑él b. R. Jose erwiderte in seiner Gegenwart: Folgendes lehrte der Vater: Vier Tiere dürfen mit der Halfter ausgetrieben werden: das Pferd, das Maultier, das Kamel und der Esel.", "R. Aši erwiderte ihnen: Dies ist nötig. Wenn nur [der Bericht] R. Jehudas, so könnte man einwenden, jener habe es zwar gesagt, dieser es aber nicht anerkannt, daher die Erzählung R. Dimis.", "Und wenn auch [die Erzählung] R. Dimis, so könnte man glauben, nur daran geführt, nicht aber [um den Hals] gewickelt, daher die Erzählung des R. Šemuél b. R. Jehuda.", "DIESE DARF MAN AN IHREM ORTE BESPRENGEN UND UNTERTAUCHEN. Demnach sind sie für die Unreinheit empfänglich, und [dem widersprechend] haben wir ja gelernt, ein Ring [als Schmuck] für Menschen sei verunreinigungsfähig, Ringe für Tiere und Geräte seien rein, und auch alle anderen Ringe seien" ], [ "rein!?", "R. Jiçḥaq der Schmied erwiderte: Wenn sie vorher Schmuck für Menschen waren und später als Schmuck für das Tier verwendet werden.", "R. Joseph erwiderte: Weil der Mensch das Tier daran12Deshalb ist er als Gebrauchsgegenstand für Menschen verunreinigungsfähig.führt. Es wird ja auch gelehrt: Ein Metallstock für ein Tier ist für die Unreinheit empfänglich. Doch wohl aus dem Grunde, weil der Mensch es damit zähmt, ebenso auch hierbei, weil der Mensch es daran führt.", "AN IHREM ORTE UNTERTAUCHEN. Es besteht ja aber eine Trennung13Zwischen der unterzutauchenden Sache u. dem Wasser, an der Stelle, wo sie mit dem Körper des Tieres in Berührung kommt.!?", "R. Ami erwiderte: Wenn man sie lose gehämmert hat. —", "Es wäre anzunehmen, daß R. Ami der Ansicht R. Josephs ist, denn wenn man sagen wollte, er sei der Ansicht R. Jiçḥaq des Schmieds, der erklärt hat, wenn sie vorher Schmuck für Menschen waren und später als Schmuck für das Tier verwendet wurden, so ist ja, sobald man sie gehämmert und an ihnen eine [verändernde] Handlung vorgenommen hat, die Unreinheit von ihnen geschwunden!?", "Wir haben nämlich gelernt: Alle Geräte werden mit der bloßen Bestimmung14Wenn man das Gerät als fertig betrachtet.verunreinigungsfähig, von ihrer Unreinheit enthoben aber nur durch eine tätliche Änderung. —", "Er ist der Ansicht R. Jehudas, welcher sagt, die verbessernde Änderung gelte diesbezüglich nicht als Änderung. Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagte: Sie sprechen nicht von einer tätlichen Änderung zur Verbesserung, sondern zur Verschlechterung.", "In einer Barajtha wird gelehrt: Wenn Spielraum vorhanden ist15Wenn die Ringe u. das Geschirr lose sitzen u. Wasser überall eindringt..", "Ein Schüler aus Obergaliläa fragte R. Elie͑zer: Ich hörte, daß man zwischen Ring und Ring unterscheide. Dieser sprach: Wahrscheinlich hast du dies bezüglich des Šabbaths gehört, denn bezüglich der Unreinheit sind alle gleich. —", "Aber sind denn bezüglich der Unreinheit alle gleich, wir haben ja gelernt, ein Ring [als Schmuck] für Menschen, sei verunreinigungsfähig, und Ringe für Tiere und alle anderen Ringe seien rein!? — Was er ihm gesagt hat, bezieht sich auch nur auf Ringe [als Schmuck] für Menschen. —", "Aber sind denn alle, die [als Schmuck] für Menschen dienen, gleich, es wird ja gelehrt, ein Ring, den man für einen Lendengürtel oder Schulterbänder zurechtgemacht hat, sei rein, und nur von einem Fingerringe sagten sie, er sei verunreinigungsfähig!? — Was er ihm gesagt hat, bezieht sich auch nur auf einen Fingerring. —", "Aber sind denn alle Fingerringe gleich, wir haben ja gelernt, ein Metallring mit einem Korallenpetschaft sei verunreinigungsfähig, und ein Korallenring mit Metallpetschaft sei rein!? — Was er ihm gesagt hat, bezieht sich nur auf Ringe ganz aus Metall.", "Ferner fragte er: Ich hörte, daß man zwischen Nadel und Nadel unterscheidet. Dieser sprach: Wahrscheinlich hast du dies bezüglich des Šabbaths gehört, denn bezüglich der Unreinheit sind alle gleich. —", "Aber sind denn bezüglich der Unreinheit alle gleich, wir haben ja gelernt, eine Nadel, der das Öhr oder die Spitze fehlt, sei rein!? — Was er ihm gesagt hat, bezieht sich auch nur auf eine ganze. —", "Aber sind denn auch bei ganzen alle gleich, wir haben ja gelernt, eine rostige Nadel sei, wenn [der Rost] das Nähen hindert, rein, und wenn nicht, verunreinigungsfähig, und hierzu sagten sie in der Schule R. Jannajs, nur wenn dieser Spuren hinterläßt!? — Was er ihm gesagt hat, bezieht sich nur auf eine rostfreie. —", "Aber sind denn auch bei rostfreien alle gleich, es wird ja gelehrt, man dürfe am Šabbath eine Nadel fortbewegen, ob durchlocht, oder undurchlocht; durchlocht müsse sie nur bezüglich der Unreinheit sein!? —", "Abajje hat dies bereits nach Raba auf unfertige16Dagegen sind fertige Nadeln ohne Loch, wie Stecknadeln, verunreinigungsfähig.bezogen.", "ii DER ESEL DARF MIT EINER DECKE AUSGETRIEBEN WERDEN, WENN SIE BEFESTIGT IST. DIE WIDDER DÜRFEN UMBUNDEN, DIE SCHAFE MIT NACH OBEN ODER NACH UNTEN GEBUNDENEN SCHWÄNZEN, ODER UMHÜLLT, UND DIE ZIEGEN MIT VERBUNDENEN EUTERN AUSGETRIEBEN WERDEN. R. JOSE VERBIETET DIES ALLES, AUSSER DAS AUSTREIBEN VON UMHÜLLTEN SCHAFEN.", "R. JEHUDA SAGT, ZIEGEN DÜRFEN MIT VERBUNDENEN EUTERN AUSGETRIEBEN WERDEN, DAMIT DIE MILCH VERSIEGE, NICHT ABER, UM DIE MILCH ZU ERHALTEN." ], [ "GEMARA. Šemuél sagte: Dies nur, wenn sie bereits am Vorabend des Šabbaths befestigt war. R. Naḥman sagte: Dies geht auch aus der Mišna hervor, denn diese lehrt, der Esel dürfe nicht mit seiner Decke ausgetrieben werden, wenn sie nicht befestigt ist.", "In welchem Falle: wollte man sagen, wenn sie überhaupt nicht befestigt ist, so ist dies ja selbstverständlich, da sie herunterfallen und man sie zu tragen verleitet werden könnte!? Wahrscheinlich also, wenn sie nicht vom Vorabend des Šabbaths her befestigt ist; demnach spricht die vorhergehende [Mišna] von dem Falle, wenn sie bereits am Vorabend des Šabbaths befestigt war. Schließe hieraus.", "Desgleichen wird gelehrt: Der Esel darf mit seiner Decke ausgetrieben werden, wenn sie bereits am Vorabend des Šabbaths befestigt war, nicht aber mit einem Sattel, auch wenn er bereits am Vorabend des Šabbaths befestigt war. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, auch mit einem Sattel, wenn er bereits am Vorabend des Šabbaths befestigt war, nur dürfe man ihm keinen Bauchgurt umbinden, auch keinen Hinterriemen unter dem Schwänze anhängen.", "R. Asi b. Nathan fragte R. Ḥija b. Aši: Darf man am Šabbath eine Decke auf den Esel legen? Dieser erwiderte: Es ist erlaubt. Jener sprach: Welchen Unterschied gibt es zwischen dieser und einem Sattel? Dieser schwieg.", "Jener wandte17Er faßte sein Schweigen als Nichtbeachtung auf u. glaubte, dieser sei der Ansicht, man dürfe auch einen Sattel auflegen.ein: Man darf den Sattel nicht mit der Hand vom Esel herabnehmen, vielmehr führe man ihn auf dem Hofe umher, bis er von selber herabfällt. Wenn es nun heißt, daß man ihn sogar nicht herabnehmen darf, um wieviel weniger darf man ihn auflegen!?", "Da sprach R. Zera zu ihm: Laß ihn, er ist der Ansicht seines Lehrers. R. Ḥija b. Aši sagte nämlich im Namen Rabhs: Man darf am Šabbath dem Vieh einen Futterkorb anhängen. Man folgere nun [einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere bezüglich einer Decke: wenn jenes, das ihm nur eine Bequemlichkeit18Der Futtersack dient nur zur Bequemlichkeit des Tieres beim Fressen.gewährt, erlaubt ist, um wieviel mehr dies, was ihm Schutz (vor Qual) gewährt.", "Šemuél sagt, eine Decke [aufzulegen] sei erlaubt, einen Futterkorb [anzuhängen] sei verboten. Als R. Ḥija b. Joseph zu Šemuél kam und ihm die Lehre Rabhs vortrug, sprach er zu ihm: Wenn Abba19Abba, oder Abba der Große wurde par excellence Rabh genannt.dies gesagt hat, so versteht er nichts von den Šabbathgesetzen.", "Als R. Zera hinaufkam20Nach Palästina., fand er R. Binjamin b. Jepheth sitzen und folgendes im Namen R. Joḥanans lehren: Man darf am Šabbath einem Esel die Decke auflegen. Da sprach er zu ihm: Recht so, so lehrte es auch Arjokh in Babylonien. —", "Wer ist Arjokh? — Das ist Šemuél. — Rabh sagte dies ja ebenfalls!? — Vielmehr, er hörte ihn auch fortfahren: man darf ihm aber am Šabbath keinen Futterkorb anhängen. Da sprach er zu ihm: Recht so, so lehrte es auch Arjokh in Babylonien. —", "Alle stimmen also überein, daß eine Decke erlaubt sei; womit ist dies anders als ein Sattel!? — Dieser ist anders, es ist auch in einer Weise möglich, daß er von selbst herunterfällt.", "R. Papa erwiderte: Dies geschieht, um ihn zu wärmen, jenes aber, um ihn abzukühlen. Wohl um ihn zu wärmen, weil er sonst leidet, nicht aber abzukühlen, weil er dabei nicht leidet. Das ist es, was die Leute sagen: Der Esel friert auch in der Jahreszeit des Tamuz21Zehnter Monat des jüdischen Kalenders, ungefähr Juli; die Jahreszeit des T. soviel wie Hochsommer..", "Man wandte ein: Das Pferd darf nicht mit einem Fuchsschwanze22Nach Raschi als Schutz gegen ein böses Auge.oder einem Stirnschmucke zwischen den Augen ausgetrieben werden; der Flußbehaftete darf nicht mit seinem Schutzbeutel ausgehen; ferner dürfen nicht Ziegen mit einem Eutersacke, eine Kuh mit einem Zaume am Maule, oder Füllen mit einem Futtersacke am Maule auf öffentliches Gebiet ausgetrieben werden; ferner nicht ein Vieh mit Hufschuhen an den Füßen, auch nicht mit einem Amulett, selbst wenn es von einem Bewährten herrührt. Hierin ist es beim Vieh strenger als beim Menschen23Der mit einem Amulett ausgehen darf..", "Man darf es aber mit einem Verbände auf der Wunde, mit Schienen auf dem Bruche oder mit nachhängender Nachgeburt austreiben. Ferner darf man ihm die Glocke am Halse verstopfen24Damit sie nicht läute.und es damit im Hofe umhergehen lassen.", "Hier wird gelehrt, daß man nicht Füllen mit dem Futterkorbe am Maule auf öffentliches Gebiet austreiben darf; nur auf öffentliches Gebiet nicht, wohl aber im Hofe. Dies gilt wohl von großen, bei denen es zu ihrer Bequemlichkeit18Der Futtersack dient nur zur Bequemlichkeit des Tieres beim Fressen.geschieht!? —", "Nein, von kleinen, wegen der Qual25Die einen kurzen Hals haben u. nur schwer das Futter von der Erde langen können.. — Dies ist auch zu erhärten; er lehrt ja davon gleichlautend," ], [ "wie vom Amulett.", "Der Meister sagte: Oder mit einem Amulett, selbst, wenn es von einem Bewährten herrührt. Wir haben ja aber gelernt, nicht mit einem Amulett, das nicht von einem Bewährten herrührt; demnach ist es mit einem von einem Bewährten herrührenden erlaubt!? — Hier ebenfalls, wenn es von einem Unbewährten herrührt. —", "Er lehrt ja aber: selbst wenn es von einem Bewährten herrührt!? — Bewährt für Menschen, aber nicht für Tiere. — Aber gibt es denn für Menschen bewährt und für Tiere unbewährt? — Allerdings, ein Mensch hat einen Schutzengel, der ihm hilft, ein Vieh hat keinen Schutzengel, der ihm hilft. —", "Wieso heißt es demnach: hierin ist es beim Vieh strenger, als beim Menschen!? — Du glaubst wohl, dies beziehe sich auf das Amulett, dies bezieht sich auf den Hufschuh. —", "Komm und höre: Man darf einen Menschen [mit Öl] schmieren oder ihm eine Wunde bestreichen, nicht aber darf man ein Tier [mit Öl] schmieren oder ihm eine Wunde bestreichen. Doch wohl, wenn die Wunde noch vorhanden ist, zur Linderung der Schmerzen!? — Nein, wenn die Wunde geheilt ist, zum Behagen. —", "Komm und höre: Wenn ein Vieh von einem Blutandrange befallen wird, so darf man es nicht zur Abkühlung ins Wasser stellen; wenn ein Mensch von einem Blutandrange befallen wird, so darf man ihn zur Abkühlung ins Wasser stellen!? U͑la erwiderte: Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme, weil man zum Zerreiben von Spezereien kommen26Aus diesem Grunde ist am Š. die Anwendung von Heilmitteln verboten.könnte. —", "Demnach sollte dies auch von einem Menschen gelten!? — Bei einem Menschen erscheint es als Kühlung. —", "Demnach erscheint es ja auch bei einem Vieh als Kühlung!? — Bei einem Vieh gibt es keine Kühlung27Es ist ersichtlich, daß es sich um ein Heilmittel handelt.. —", "Treffen wir denn bei einem Vieh28Wo Schaden entstehen kann.eine solche Vorsichtsmaßnahme, es wird ja gelehrt, daß, wenn [ein Vieh] außerhalb des Gebietes steht, man es rufe, damit es herankomme; wir berücksichtigen nicht, man könnte dazu kommen, es zu holen!?", "Rabina erwiderte: Wenn das Gebiet, auf dem es sich befindet, in sein eigenes Gebiet hineinragt29‘Außerhalb des Gebietes’, das zum Vieh gehört; wenn es sich nämlich auf ‘seinem Gebiete’ befindet. Man darf dann nicht das Vieh aus dem für dieses bestimmten Gebiete holen, wohl aber heranrufen..", "R. Naḥman b. Jiçhaq erwiderte: Über das Zerreiben von Spezereien selbst streiten Tannaím. Es wird nämlich gelehrt: Wenn ein Vieh sich mit Wicken überfressen hat, so darf man es nicht zum Laufen veranlassen, damit es Durchfall bekomme; R. Oša͑ja erlaubt dies. Raba trug vor: Die Halakha ist wie R. Oša͑ja.", "Der Meister sagte: Der Flußbehaftete darf nicht mit seinem Schutzbeutel ausgehen; ferner dürfen nicht Ziegen mit einem Eutersacke ausgetrieben werden. Es wird ja aber gelehrt, Ziegen dürfen mit einem Eutersacke ausgetrieben werden!?", "R. Jehuda erwiderte: Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn er befestigt ist, das andere, wenn er nicht befestigt30Im letzten Falle könnte er herunterfallen u. man veranlaßt werden, ihn am Š. zu tragen.ist.", "R. Joseph erwiderte: Willst du [den Streit zwischen] Tannaím aus der Welt schaffen!? [Hierüber streiten] Tannaím, denn wir haben gelernt: Ziegen dürfen mit verbundenen Eutern ausgetrieben werden. R. Jose verbietet dies alles, außer das Austreiben von umhüllten Schafen. R. Jehuda sagt, Ziegen dürfen mit verbundenen Eutern ausgetrieben werden, damit die Milch versiege, nicht aber, um die Milch zu erhalten.", "Wenn du aber willst, sage ich: beides nach R. Jehuda, dennoch besteht hier kein Widerspruch; das eine, um die Milch versiegen zu lassen, das andere, um die Milch zu erhalten.", "Es wird gelehrt: R. Jehuda erzählte: Einst machten sie in Antiochien für die Ziegen, die sehr große Euter hatten, Schutzbeutel, damit sie sich die Euter nicht zerschrammen.", "Die Rabbanan lehrten: Einst starb einem seine Frau und hinterließ ihm einen saugenden Knaben; er besaß aber nichts, um eine Amme zu bezahlen. Da geschah ein Wunder und die Brüste öffneten sich ihm, wie zwei Frauenbrüste, und er säugte sein Kind.", "R. Joseph sagte: Komm und siehe, wie bedeutend dieser Mann war, daß ihm ein solches Wunder geschah. Abajje sprach zu ihm: Im Gegenteil, wie minderwertig war dieser Mann, daß sich seinetwegen die Ordnungen der Schöpfung verändern mußten.", "R. Jehuda sagte: Komm und siehe, wie schwierig der Unterhalt des Menschen ist, daß sich um dessentwillen die Ordnungen der Schöpfung verändern mußten. R. Naḥman sagte: Dies siehst du auch; es ereignen sich Wundertaten, doch wird keine Nahrung erschaffen.", "Die Rabbanan lehrten: Einst heiratete jemand eine armlose Frau, und er merkte dies nicht bis zum Tage ihres Todes. Rabh sagte: Komm und siehe, wie keusch diese Frau war, daß ihr Mann dies nicht gemerkt hat. Da sprach R. Ḥija zu ihm: Von ihr war es ja etwas Gewöhnliches; wie keusch aber war dieser Mann, daß er dies bei seiner Frau nicht gemerkt hat.", "DIE WIDDER DÜRFEN UMBUNDEN AUSGETRIEBEN WERDEN. Was heißt umbunden? R. Hona erwiderte: Zusammengekoppelt31So nach Raschi; nach anderen Kommentaren: Lappen aus Seide od. Wolle als Schmuck für die Tiere.. — Woher ist es erwiesen, daß lebubin die Bedeutung anschließen hat? — Es heißt:32Cant. 4,9.du hast mich an dich geschlossen [libabtini], Schwester, Braut.", "U͑la erklärte: Man bindet ihnen ein Fell vor die Brust, damit die Wölfe sie nicht anfallen33Um beim Überfall durch Wölfe geschützt zu sein.. — Überfallen denn Wölfe nur Männchen und nicht auch Weibchen!? — Weil diese an der Spitze der Herde gehen. — Überfallen denn Wölfe nur die Spitze der Herde und nicht das Ende der Herde!? — Vielmehr, weil diese fett sind. — Gibt es denn unter den Weibchen keine fetten!? Und kennen sie sich denn ferner zwischen diesen und jenen aus!? — Vielmehr, weil sie die Nasen hoch halten und beim Gehen hin und her34Die Wölfe fassen dies als eine Herausforderung auf. schauen.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erklärte: Das Fell, das man ihnen über das Glied bindet, damit sie die Weibchen nicht bespringen. — Woher dies? — Weil er im Schlußsatze lehrt, Schafe dürfen mit nach oben gebundenen Schwänzen ausgetrieben werden. Was heißt nach oben gebunden? Man bindet ihnen den Schwanz nach oben, damit die Männchen sie bespringen. Der Anfangssatz: damit sie die Weibchen nicht bespringen, der Schlußsatz: damit die Männchen sie bespringen. —", "Woher ist es erwiesen, daß šeḥuzoth die Bedeutung entblößen hat? — Es heißt:35Pr. 7,10.da tritt ihm ein Weib entgegen" ], [ "im Hurenkleide36Nach Raschi, שית זונה gleichklingend mit שחוזות.und mit heimtückischem Sinne.", "SCHAFE DÜRFEN MIT NACH UNTEN GEBUNDENEN SCHWÄNZEN AUSGETRIEBEN WERDEN. Was heißt nach unten gebunden? — Man bindet ihnen den Schwanz nach unten, damit die Männchen sie nicht bespringen sollen. — Woher ist dies erwiesen, daß kabul die Bedeutung keine Früchte tragen hat? — Es heißt:37iReg. 9,13.was sind das für Städte, die du mir abgetreten hast, mein Bruder? Und man nannte sie bis heute die Landschaft Kebul. —", "Weshalb heißt es Landschaft Kebul? — Weil da Leute wohnten, die mit Silber und Gold beladen [mekubalim] waren. Raba sprach zu ihm: Wieso heißt es demnach:38Ib. V. 12.denn sie hatten kein Wohlgefallen in seinen Augen, hatten sie denn deshalb kein Wohlgefallen in seinen Augen, weil sie mit Silber und Gold beladen waren!? Dieser erwiderte: Freilich, da sie reich und verwöhnt waren, so leisteten sie keine Fronarbeit.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erklärte: Sie hatte einen salzigen Boden und man nannte sie deshalb Landschaft Kebul, weil da der Fuß bis zu den Knöcheln [kabla] versinkt. Ferner sagen die Leute: Ein dürres [mekabla] Land, das keine Früchte hervorbringt.", "UMHÜLLT. Was heißt umhüllt? — Man umhüllt sie, um feine Wolle zu gewinnen. Denn wir haben gelernt: Der Hochfleck, wie weiße Wolle. — Was heißt: wie weiße Wolle? R. Bebaj b. Abajje erwiderte: Wie reine Wolle [eines Schafes], das man einen Tag alt umhüllt, um feine Wolle zu gewinnen.", "ZIEGEN DÜRFEN MIT VERBUNDENEN EUTERN AUSGETRIEBEN WERDEN. Es wurde gelehrt: Rabh sagt, die Halakha sei wie R. Jehuda, und Šemuél sagt, die Halakha sei wie R. Jose.", "Manche lehren dies als besondere Lehre: Rabh sagt, damit die Milch versiege, sei es erlaubt, nicht aber um die Milch zu erhalten, und Šemuél sagt, ob so oder so, sei es verboten.", "Manche beziehen dies auf folgende Lehre: Ziegen dürfen mit verbundenen Eutern ausgetrieben werden, damit die Milch versiege, nicht aber, um die Milch zu erhalten. Im Namen des R. Jehuda b. Bethera sagten sie: So ist zwar die Halakha, wer aber entscheidet, welche zum Versiegen der Milch und welche zur Erhaltung der Milch. Und da dies nicht zu erkennen ist, so ist es, ob so oder so, verboten. Hierzu sagte Šemuél, manche sagen, dies sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie R. Jehuda b. Bethera. Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Joḥanans, die Halakha sei wie der erste Tanna.", "iii UND WOMIT ES NICHT AUSGETRIEBEN WERDEN DARF. DAS KAMEL DARF NICHT MIT EINER SATTELDECKE, AUCH NICHT GEFESSELT UND NICHT GEBUNDEN AUSGETRIEBEN WERDEN, EBENSO ALLE ANDEREN TIERE.", "MAN DARF NICHT KAMELE ANEINANDERBINDEN UND [DAS EINE] FÜHREN, WOHL ABER DARF MAN MEHRERE STRICKE IN DIE HAND NEHMEN UND SIE FÜHREN, NUR DARF MAN [DIE STRICKE] NICHT ZUSAMMENDREHEN.", "GEMARA. Es wird gelehrt: Das Kamel darf nicht mit einer Satteldecke ausgetrieben werden, die am Schwänze befestigt ist, wohl aber darf es mit einer Satteldecke ausgetrieben werden, die am Schwänze und am Höcker befestigt ist. Rabba b. R. Hona sagte: Das Kamel darf mit einem Lappen ausgetrieben werden, den man ihm auf die Scham legt.", "AUCH NICHT GEFESSELT UND NICHT GEBUNDEN. R. Jehuda sagte: ‘Gefesselt’ heißt, Hand und Fuß zusammenbinden, wie bei Jiçḥaq, dem Sohne Abrahams; ‘gebunden’, daß man nicht den Unterschenkel zum Oberschenkel biege und zusammenbinde.", "Man wandte ein: ‘Gefesselt’, heißt das Zusammenbinden beider Hände oder beider Füße; ‘Gebunden’, daß man nicht den Unterschenkel zum Oberschenkel biege und zusammenbinde. — Er ist der Ansicht des Tanna der folgenden Lehre: ‘Gefesselt’ heißt, Hand und Fuß oder beide Hände oder beide Füße zusammenbinden; ‘gebunden’, daß man nicht den Unterschenkel zum Oberschenkel biege und zusammenbinde. —", "Aber dies ist doch noch immer nicht gleich; allerdings stimmt dies bezüglich des Anfangssatzes und des Schlußsatzes, der Mittelsatz aber39Der vom Zusammenbinden beider Vorderfüße od. beider Hinterfüße spricht.ist ja widersprechend!? —", "Vielmehr, er ist der Ansicht des folgenden Tanna: ‘Gefesselt’ heißt, Hand und Fuß zusammenbinden, wie bei Jiçḥaq, dem Sohne Abrahams; ‘gebunden’, daß man nicht den Unterschenkel zum Oberschenkel biege und zusammenbinde.", "MAN DARF NICHT KAMELE ANEINANDERBINDEN. Aus welchem Grunde? R. Aši erwiderte: Weil dies den Anschein hat, als ginge man zum Markte.", "WOHL ABER DARF MAN &C. NEHMEN. R. Aši sagte: Dies ist nur wegen [des Verbotes] der Mischung gelehrt worden. — Welcher Mischung: wollte man sagen, des Menschen [mit einem Tiere], so haben wir ja gelernt, der Mensch dürfe mit allen [Tieren] zusammen pflügen und ziehen,", "und wenn die Mischung der Stricke40Wenn die Stricke aus verschiedenen Stoffen sind, die zusammen Mischgewebe ergeben., so wird ja gelehrt, daß, wenn jemand einen Nadelstich macht, dies keine Verbindung heiße!? —", "Tatsächlich wegen des Mischgewebes der Stricke, und dies ist wie folgt zu verstehen: nur darf man sie nicht zusammendrehen und zusammenknüpfen.", "Šemuél sagte: Auch darf der Strick keine Handbreite aus seiner Hand nachhängen41Damit es den Anschein des Tragens habe.. — In der Schule Šemuéls wurde ja aber gelehrt: zwei Handbreiten!?", "Abajje erwiderte: Da nun Šemuél eine Handbreite sagte und in seiner Schule zwei Handbreiten gelehrt wurde, so wollte er uns damit eine Lehre für die Praxis42Daß von vornherein auch eine Handbreite zu verbieten sei.hören lassen. —" ], [ "Es wird ja aber gelehrt: Nur muß man [den Strick] eine Handbreite über der Erde halten43Es kommt also nicht darauf an, wieviel vom Stricke herabhängt.!? — Was da gelehrt wird, bezieht sich auf den zwischenliegenden Teil des Strickes44Zwischen ihm und dem Tiere..", "iv DER ESEL DARF NICHT MIT EINER DECKE AUSGETRIEBEN WERDEN, WENN SIE NICHT BEFESTIGT IST, AUCH NICHT MIT EINER GLOCKE, SELBST WENN SIE VERSTOPFT IST, FERNER NICHT MIT EINEM LEITERGEFLECHTE AM HALSE UND NICHT MIT EINEM RIEMEN AM FUSSE.", "HÜHNER DÜRFEN NICHT MIT SCHNÜREN ODER RIEMEN AN DEN FÜSSEN AUSGETRIEBEN WERDEN. WIDDER DÜRFEN NICHT MIT EINEM WÄGELCHEN UNTER DEM SCHWANZE AUSGETRIEBEN WERDEN.", "SCHAFE DÜRFEN NICHT MIT EINEM SCHUTZMITTEL VERSEHEN AUSGETRIEBEN WERDEN. EIN KALB DARF NICHT MIT EINEM BINSENJOCHE AUSGETRIEBEN WERDEN. EINE KUH DARF NICHT MIT EINER IGELHAUT, AUCH NICHT MIT EINEM RIEMEN AN DEN HÖRNERN AUSGETRIEBEN WERDEN. DIE KUH DES R. ELEA͑ZAR B. A͑ZARJA PFLEGTE MIT EINEM RIEMEN AN DEN HÖRNERN AUSGETRIEBEN ZU WERDEN, GEGEN DIE ZUSTIMMUNG DER WEISEN.", "GEMARA. Aus welchem Grunde? — Wie wir bereits erklärt haben45Oben Fol. 53a..", "AUCH NICHT MIT EINER GLOCKE, SELBST WENN SIE VERSTPOFT IST. Weil dies den Anschein hat, als ginge man zum Markte.", "NICHT MIT EINEM LEITERGEFLECHTE AM HALSE. R. Hona erklärte: Eine Vorrichtung an den Kinnladen. — Wozu macht man dies? — Wenn er eine Wunde hat, damit er sich da nicht kratze.", "NICHT MIT EINEM RIEMEN AM FUSSE. Den man ihm auf eine Schnittwunde bindet.", "HÜHNER DÜRFEN NICHT MIT SCHNÜREN &C. AUSGETRIEBEN WERDEN. Die man ihnen als Zeichen anbindet, damit sie nicht verwechselt werden.", "ODER RIEMEN. Die man ihnen anlegt, damit sie keine Gefäße zerbrechen.", "WIDDER DÜRFEN NICHT MIT EINEM WÄGELCHEN &C. AUSGETRIEBEN WERDEN. Damit sie sich den Fettschwanz nicht wundreiben. SCHAFE DÜRFEN NICHT MIT EINEM SCHUTZMITTEL VERSEHEN AUSGETRIEBEN WERDEN. R. Aba b. U͑la saß vor R. Ḥisda und sagte: Wenn man [das Schaf] schert, taucht man ein Büschel Wolle in Öl und legt es ihm auf die Stirn, damit es sich nicht erkälte. Da sprach R. Ḥisda zu ihm: Du verfährst ja mit ihm nach der Art Mar U͑qabas46Dies ist eine Art Verweichlichung, die sich nur der sehr begüterte Gerichtspräsident MU͑. leisten konnte.!", "R. Papa b. Šemuél saß vor R. Ḥisda und sagte: Wenn das Schaf zum Gebären niederkniet, taucht man zwei Büschel Wolle in Öl und legt ihm den einen auf die Stirn und den anderen auf den Muttermund, damit es sich erwärme. Da sprach R. Naḥman zu ihm: Du verfährst ja mit ihm nach der Art Jaltas47Frau R. Naḥmans.! —", "Vielmehr, erklärte R. Hona, in den überseeischen Städten, gibt es einen Baum, der Ḥanun48Nach Levy (NHWB. ii. 83) der bekannte Hennastrauch, von Fleischer (dass. 207) bestritten.heißt; von diesem nimmt man einen Span und legt ihn ihm in die Nase, damit es niese und ihm die Würmer aus dem Kopfe fallen. — Demnach sollte man dies auch bei den Widdern tun!? — Da die Widder einander stoßen, fallen [die Würmer] von selbst heraus. Šimo͑n der Naziräer erklärte: Ein Ginsterspan. —", "Erklärlich ist [das Wort] ḥanunoth49Verschont, mit einem Schutzmittel versehen.nach R. Hona, was aber bedeutet ḥanunoth nach den genannten Jüngern? — Weil man es als ein Mittel anwendet, um sie zu schonen.", "EIN KALB DARF NICHT MIT EINEM BINSENJOCHE AUSGETRIEBEN WERDEN. Was heißt ein Kalb mit einem Binsenjoche? R. Hona erwiderte: Ein kleines Joch. R. Elea͑zar sagte: Woher ist es erwiesen, daß Gimon [Binsenjoch] etwas biegsames bedeutet? Es heißt:50Jes. 58,5.der Binse [agmon] gleich den Kopf niederbeugen.", "EINE KUH NICHT MIT EINER IGELHAUT. Diese legt man ihr an, damit Blutegel an ihr nicht saugen.", "NICHT MIT EINEM RIEMEN AN DEN HÖRNERN. Nach Rabh ist dies sowohl als Schmuck als auch als Zügel verboten, nach Šemuél ist dies als Schmuck verboten, als Zügel aber erlaubt.", "DIE KUH DES R. ELEA͑ZAR B. A͑ZARJA. Hatte er denn nur eine Kuh, Rabh, manche sagen, R. Jehuda im Namen Rabhs, sagte ja, R. Elea͑zar b. A͑zarja pflegte jährlich zwölftausend Kälber von seiner Herde als Zehnten zu entrichten!? —", "Es wird gelehrt, es war nicht seine Kuh, sondern seiner Nachbarin, da er es ihr aber nicht wehrte, wird sie nach ihm benannt.", "Rabh, R. Ḥanina, R. Joḥanan und R. Ḥabiba (manche setzen in der ganzen Sektion von den Feiertagen, überall, wo diese Gelehrtengesellschaft vorkommt, R. Jonathan statt R. Joḥanan) lehrten: Wer seinen Hausangehörigen etwas wehren kann und dies unterläßt, wird für seine Hausangehörigen gefaßt; wer den Leuten seiner Stadt, wird für die Leute seiner Stadt gefaßt; wer der ganzen Welt, wird für die ganze Welt gefaßt.", "R. Papa sagte: Die aus dem Hause des Exilarchen werden für die ganze Welt gefaßt. R. Ḥanina sagte: Es heißt:51Jes. 3,14.der Herr geht zu Gericht mit den Ältesten seines Volkes und mit seinen Fürsten." ], [ "Welche Schuld trifft die Ältesten, daß die Fürsten gesündigt!? Sage vielmehr: mit den Ältesten, weil sie den Fürsten nicht gewehrt haben.", "R. Jehuda saß vor Šemuél, und eine Frau kam und klagte vor ihm; er aber beachtete sie nicht. Da sprach jener: Hält denn der Meister nichts von [dem Vers]:52Pr. 21,13.wer sein Ohr vor dem Schreien des Armen verstopft, wird ebenfalls rufen und kein Gehör finden? Dieser erwiderte: Scharfsinniger, dein Haupt mit Kaltem, deines Hauptes Haupt aber mit Heißem; da sitzt ja das Gerichtsoberhaupt Mar U͑qaba.", "Es heißt:53Jer. 21,12.ihr vom Hause Davids, so spricht der Herr, haltet alle Morgen gerechtes Gericht und rettet &c.", "R. Zera sprach zu R. Šimo͑n: Möge der Meister doch die Leute beim Exilarchen zurechtweisen. Dieser erwiderte: Sie gehorchen mir nicht. Jener entgegnete: Der Meister sollte sie dennoch zurechtweisen, wenn sie auch nicht gehorchen,", "denn R. Aḥa b. Ḥanina sagte: Nie ist aus dem Munde des Heiligen, gepriesen sei er, eine gute Verheißung hervorgegangen und zum Schlechten verwandelt worden, ausgenommen folgendes. Es heißt:54Ez. 9,4.und der Herr sprach zu ihm: Ziehe durch die Stadt und zeichne ein Zeichen auf die Stirn der Leute, die über die Greuel, die da geschehen, seufzen und jammern &c.", "Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Gabriél: Geh und zeichne auf die Stirn der Gerechten ein Tav [Zeichen] mit Tinte, damit die Würgeengel über sie keine Gewalt haben, und ein Tav [Zeichen] mit Blut auf die Stirn der Frevler, damit die Würgeengel über sie Gewalt haben.", "Da sprach die Eigenschaft des Rechtes vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, womit sind diese anders, als jene? Er erwiderte: Diese sind vollendete Gerechte, jene sind vollendete Frevler. Diese sprach: Diese sollten ja jene zurechtgewiesen haben, haben es aber unterlassen!", "Er erwiderte: Offenbar und bekannt ist es vor mir, daß, wenn diese sie zurechtgewiesen hätten, jene nicht gehorcht haben würden. Da sprach diese vor ihm: Herr der Welt, wenn es dir auch offenbar ist, aber war es auch ihnen offenbar!?", "Deshalb heißt es:55Ib. V. 6.Greise, Jünglinge und Jungfrauen, Kindchen und Weiber sollt ihr töten und vertilgen; tretet aber nicht dem nahe, der ein Zeichen [Tav] hat; und bei meinem Heiligtum fanget an. Darauf folgt:56Ib. V. 7.und sie fingen bei den Ältesten an, die vor dem Hause waren. Hierzu lehrte R. Joseph: Lies nicht: meinem Heiligtum, sondern: meinen Geheiligten; das sind nämlich die Leute, die die ganze Tora von Aleph bis Tav gehalten haben. Hierauf:57Ib. V. 2.und siehe, sechs Männer kamen vom Obertore, das gegen Norden gerichtet ist, ein jeder sein Schlagwerkzeug in der Hand; und ein Mann in ihrer Mitte, in Linnen gekleidet und einen Schreibgriffel an den Lenden. — Und sie kamen und traten vor den ehernen Altar;", "war damals denn der eherne Altar noch vorhanden58Er wurde unter dem König Šelomo durch einen steinernen ersetzt; cf. iReg. 8,64.? — Der Heilige, gepriesen sei er, sprach vielmehr zu ihnen: Fanget an der Stelle an, wo man mir Lieder zu singen pflegt59Dh. mit den Leviten, die sich bei ihrem Gesänge eherner Instrumente bedienten.. — Wer waren diese sechs Männer? R. Ḥisda erwiderte: Aufbrausen, Zorn, Grimm, Verderben, Zertrümmerer und Vertilger. —", "Weshalb gerade ein Tav? Rabh sagte: Tav bedeutet [tiḥje] du sollst leben, und [tamuth] du sollst sterben. Šemuél sagte: [Tama] zu Ende ist das Verdienst der Väter. R. Joḥanan sagte: [Taḥon] Gnade gewähre das Verdienst der Väter.", "Reš Laqiš sagte: Tav ist der letzte [Buchstabe] im Siegel des Heiligen, gepriesen sei er. R. Ḥanina sagte nämlich: Emeth [Wahrheit] ist das Siegel des Heiligen, gepriesen sei er. R. Šemuél b. Naḥmani sagte: Das sind nämlich die Leute, welche die ganze Tora von Aleph bis Tav gehalten haben60Das Tav ist der letzte Buchstabe des Alphabets u. bedeutet, daß sie alles gehalten haben..", "Wann hörte [die Wirksamkeit] des Verdienstes der Väter auf? Rabh sagte: Seit den Tagen Hošea͑s, des Sohnes Beéris, denn es heißt:61Hos. 2,12.ich will ihre Scham vor den Augen ihrer Buhler entblößen; niemand soll sie aus meiner Hand retten.", "Šemuél sagte: Seit den Tagen Ḥazaéls, denn es heißt:62iiReg. 13,22.Ḥazaél, der König Arams, drückte Jisraél, während aller Tage des Jehoahaz, und darauf heißt es:63Ib. V. 23.der Herr begnadete sie und erbarmte sich ihrer und wandte sich zu ihnen, wegen seines Bündnisses mit Abraham, mit Jiçḥaq und mit Ja͑qob; er wollte sie nicht verderben, und er warf sie bis jetzt nicht von seinem Angesichte.", "R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Seit den Tagen Elijahus, denn es heißt:64iReg. 18,36.und es geschah um die Zeit, da das Abendopfer dargebracht wurde, da trat Elijahu vor und sprach: Herr, Gott Abrahams, Jiçḥaqs und Jisraéls, heute soll kund werden &c.", "R. Joḥanan sagte: Seit den Tagen Ḥizqijahus, denn es heißt:65Jes. 9,6.groß ist die Herrschaft und der Friede ohne Ende auf dem Throne Davids und über sein Königreich, indem er es festigt und stützt durch Recht und Gerechtigkeit, von nun an bis in Ewigkeit. Der Eifer des Herrn der Heerscharen wird solches tun.", "R. Ami sagte: Kein Tod ohne Sünde und keine Züchtigung ohne Schuld.", "Kein Tod ohne Sünde, wie es heißt:66Ez. 18,4.die sündige Seele soll sterben; keine Züchtigung ohne Schuld, wie es heißt:67Ps. 89,33.ich ahnde mit der Rute ihr Vergehen und ihre Sünde mit Schlägen." ], [ "Man wandte ein: Die Dienstengel sprachen vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, warum hast du den Tod über Adam den Urmenschen verhängt? Er erwiderte ihnen: Ich habe ihm ein leichtes Gebot befohlen, er aber hat es übertreten. — Aber auch Moše und Ahron, die die ganze Tora gehalten haben, sind ja gestorben!? Er erwiderte ihnen:68Ecc. 9,2.Ein Geschick widerfährt dem Gerechten und dem Frevler, dem Guten &c. —", "Er ist der Ansicht des Tanna der folgenden Lehre: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Auch Moše und Ahron sind wegen ihrer Sünde gestorben, denn es heißt:69Num. 20.12.dieweil ihr an mich nicht geglaubt habt; würdet ihr aber geglaubt haben, so wäre eure Zeit, aus der Welt zu scheiden, noch nicht herangereicht.", "Man wandte ein: Vier sind durch die Verleitung der Schlange70Cf. Gen. Kap. 3.gestorben, und zwar: Binjamin, der Sohn Ja͑qobs, A͑mram, der Vater Mošes, Jišaj, der Vater Davids, und Kiláb, der Sohn Davids. Von diesen allen ist dies eine Überlieferung, ausgenommen Jišaj, der Vater Davids, von dem die Schrift dies ausdrücklich sagt. Es heißt nämlich:71iiSam. 17,25.und an Stelle Joábs setzte Abšalom den A͑masa zum Haupte des Heeres ein. A͑masa war der Sohn eines Mannes, der Jithra der Jisraélit hieß; er hatte Umgang gepflogen mit Abigajil, der Tochter des Naḥaš, Schwester der Çeruja, der Mutter Joabs.", "War sie denn die Tochter des Naḥaš, sie war ja die des Jišaj, wie es heißt:72iChr. 2,16.ihre Schwestern waren Çeruja und Abigajil!? Vielmehr, die Tochter dessen, der durch die Verleitung der Schlange [Naḥaš] gestorben ist.", "Nach wessen Ansicht: wollte man sagen nach dem Tanna der Lehre von den Dienstengeln, so gibt es ja auch Moše und Ahron73Die durch die Verleitung der Schlange starben.; doch wohl nach R. Šimo͑n b. Elea͑zar. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß es einen Tod ohne Sünde und eine Züchtigung ohne Schuld gebe. Dies ist eine Widerlegung R. Amis!? — Eine Widerlegung.", "R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Wer da glaubt, Reúben habe gesündigt, irrt sich nur, denn es heißt:74Gen. 35,22.und die Söhne Ja͑qobs waren zwölf; dies lehrt, daß sie alle gleichwertig waren. Wie halte ich aber aufrecht [die Worte:]75Ib. 35,22.er beschlief die Bilha, das Kebsweib seines Vaters? Dies lehrt, daß er das Lager seines Vaters verwirrt hat, was die Schrift ihm anrechnet, als hätte er jene beschlafen.", "Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Dieser Gerechte ist von jener Sünde gerettet; er kam nicht zu jener Sache. Wie wäre es möglich, daß später seine Kinder auf dem Berge E͑bal stehen und sprechen:76Dt. 27,20.verflucht, wer das Weib seines Vaters beschläft, hätte er jene Tat verübt!? Wie aber halte ich aufrecht [die Worte:] er beschlief die Bilha, das Kebsweib seines Vaters? Er ahndete die Kränkung seiner Mutter: ist schon die Schwester meiner Mutter die Nebenbuhlerin meiner Mutter, sollte dies auch die Magd der Schwester meiner Mutter sein!? Da machte er sich auf und verwirrte ihr Lager.", "Manche sagen: Er habe zwei Lager verwirrt: das der Göttlichkeit und das seines Vaters. Daher heißt es:77Gen. 49,4.damals verübtest du Entweihung, mein Lager zu besteigen; lies nicht: mein Lager, sondern: die78Im unvokalisierten Texte kann das Jod am Schlüsse auch Pluralsuffix sein.Lager.", "Hierüber streiten auch Tannaím:77Gen. 49,4.Durch die Übereilung wie Wasser sollst du nicht den Vorzug haben. R. Elea͑zar erklärte: Du warst79Die Anfangsbuchstaben der folgenden Worte ergeben das im Schriftverse gebrauchte Wort פחז, Übereilung.voreilig, du hast verschuldet, du hast geschändet. R. Jehošua͑ erklärte: Du hast das Gesetz übertreten, du hast gesündigt, du hast gebuhlt. R. Gamliél erklärte: Du hast gebetet, du hast geflehet, dein Gebet ist erglänzt.", "R. Gamliél sprach: Wir brauchen immer noch den Modäer. R. Elea͑zar aus Modai͑m sagte nämlich: Versetze [die Buchstaben] das Wortes80Des Wortes פחז.und erkläre es folgendermaßen: Du warst erschüttert, du hast gezittert, die Sünde ist von dir geflohen. Raba, manche sagen, R. Jirmeja b. Abba, erklärte: Du hast an die Strafe der Sache gedacht, du hast über dich eine große Krankheit heraufbeschworen, du hast dich von der Sünde zurückgezogen.", "", "R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Wer da glaubt, die Söhne des E͑li hätten gesündigt81Gf. iSam. 2,22., irrt sich nur, denn es heißt:82iSam. 1,3.dort waren die beiden Söhne des E͑li, Ḥophni und Pinḥas, Priester vor dem Herrn.", "Er ist der Ansicht Rabhs, welcher sagt, Pinḥas habe nicht gesündigt, und man vergleiche Ḥophni mit Pinḥas; wie Pinḥas nicht gesündigt hat, so hat auch Ḥophni nicht gesündigt. Wieso aber halte ich aufrecht [die Worte:]83Ib. 2,22.daß sie bei den Weibern lagen? Da sie die Darbringung ihrer Vogelnestopfer84Die Flußbehaftete u. Wöchnerinnen darzubringen haben; cf. Lev. 12,6 u. l5,19f.verzögerten, sodaß sie zu ihren Männern nicht zurückkehren konnten, so rechnet es ihnen die Schrift an, als hätten sie sie beschlafen.", "Der Text. Rabh sagte: Pinḥas hat nicht gesündigt, denn es heißt:85iSam. 14,3.Aḥija, Sohn Aḥiṭobs, Sohn Ikabods, Sohn Pinḥas’, Sohn E͑lis, des Priesters des Herrn &c. Wäre es denn möglich, daß die Schrift seine Herkunft nach ihm angeben würde, wenn er eine Sünde begangen hätte,", "wo es doch bereits heißt:86Mal. 2,12.der Herr möge den Mann, der solches tut, ausrotten; er soll von den Zelten Ja͑qobs keinen Wachenden und Antwortenden haben, und keinen, der dem Herrn der Heerscharen ein Opfer darbringt. Ist er ein Jisraélit, so soll er keinen Geweckten unter den Weisen und keinen Antwortenden unter den Schülern haben, und ist er Priester, so soll er keinen Sohn haben, der ein Opfer darbringt. Hieraus ist also zu entnehmen, daß Pinḥas nicht gesündigt hat. —", "Es heißt ja aber: daß sie [bei den Weibern] lagen!? — Die Schreibweise87Im unvokalisierten Texte (allerdings nur in manchen Handschriften) werden die Worte ישכבן bezw. מעבירם defektive geschrieben, sodaß sie auch als Singular (mit dem Objektsuffix) gelesen werden können.ist: der mit ihnen lag. —", "Es heißt ja aber:88iSam. 2,24.nicht doch, meine Söhne, nicht gut ist das Gerücht!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Die Schreibweise89Cf. Anm. 87 mut. mut.ist: mein Sohn. —", "Es heißt ja aber:88iSam. 2,24.ihr verleitet!? R. Hona b. R. Jehošua͑ erwiderte: Die Schreibweise87Im unvokalisierten Texte (allerdings nur in manchen Handschriften) werden die Worte ישכבן bezw. מעבירם defektive geschrieben, sodaß sie auch als Singular (mit dem Objektsuffix) gelesen werden können.ist: er verleitet. —", "Es heißt ja aber:90iSam. 2,12.nichtswürdige Buben!? — Da Pinḥas dem Ḥophni wehren sollte, es aber unterlassen hat, so rechnet es ihm die Schrift an, als hätte er gesündigt.", "R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Wer da glaubt," ], [ "die Söhne Šemuéls hätten gesündigt, irrt sich nur; denn es heißt:91Ib. 8,1,3.als Šemuél alt war und seine Söhne nicht in seinen Wegen wandelten; allerdings wandelten sie nicht in seinen Wegen, aber gesündigt haben sie ebenfalls nicht.", "Wie aber halte ich aufrecht [die Worte:]92Ib. V. 3.sie neigten nach dem Gewinne? Sie handelten nicht nach den Werken ihres Vaters. Der fromme Šemuél reiste nämlich in allen Orten Jisraéls umher und sprach ihnen Recht in ihren Städten, wie es heißt:93Ib. 7,16.und er wanderte Jahr für Jahr umher, und er besuchte Bethél und Gilgal und Miçpa und sprach Jisraél Recht; sie aber taten nicht so, vielmehr saßen sie in ihren Städten, um die Einkünfte ihrer Beamten und Schreiber zu mehren.", "Hierüber streiten auch Tannaím: Sie neigten nach dem Gewinne. R. Meír erklärte: Sie forderten ihren Anteil mit dem Munde. R. Jehuda erklärte: Sie bürdeten den Leuten Waren94Sie zwangen die Händler, von ihnen Waren zu beziehen.auf. R. A͑qiba erklärte: Sie nahmen mit Gewalt einen größeren Anteil vom Zehnten. R. Jose erklärte: Sie nahmen [Priester]geschenke mit Gewalt.", "R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Wer da glaubt, David habe gesündigt, irrt sich nur, denn es heißt:95iSam. 18,4.David war in allen seinen Wegen erfolgreich, und der Herr war mit ihm. Wäre es denn möglich, daß die Göttlichkeit mit ihm war, wenn er eine Sünde begangen hätte!? —", "Wie aber halte ich aufrecht [die Worte:] 96iiSam. 12,9.warum hast du die Worte des Herrn verachtet, das Böse zu tun? — Er wollte es tun, tat es aber nicht.", "Rabh sagte: Rabbi, der von David abstammt, bestrebte sich, dies zu Gunsten Davids auszulegen: Warum hast du die Worte des Herrn verachtet, das Böse zu tun? Hierzu sagte Rabbi: Dieses ‘Böse’ ist anders als alle anderen in der Tora. Überall, wo [das Wort] ‘Böse’ in der Tora vorkommt, heißt es: und er tat, hier aber heißt es: zu tun; er wollte es tun, tat es aber nicht.", "96iiSam. 12,9.Urija, den Ḥetiter, hast du mit dem Schwerte erschlagen; du solltest ihn durch das Synedrium aburteilen lassen, hast dies aber unterlassen.96iiSam. 12,9.Und sein Weib hast du dir geehelicht; deine Ehe mit ihr ist gültig.", "R. Šemuél b. Naḥmani sagte nämlich im Namen R. Jonathans: Wer in den Krieg des Hauses David zog, gab seiner Frau einen Scheidebrief97Damit sie. wenn er fallen sollte, von ihm rückwirkend (vom Tage des Auszuges) geschieden sei., denn es heißt:98iSam. 17,18.diese zehn Milchkäse bringe dem Hauptmanne und erkundige dich nach dem Frieden deiner Brüder, und lasse dir von ihnen eine Bürgschaft geben,", "und unter ‘Bürgschaft’ ist, wie R. Joseph lehrte, das zu verstehen, was zwischen ihm und ihr als Bürgschaft gilt.", "96iiSam. 12,9.Ihn selbst hast du durch das Schwert der A͑mmoniter erschlagen; wie du für das Schwert der A͑mmoniter nicht strafbar bist, so bist du auch für Urija den Ḥetiter nicht strafbar.", "Weshalb? Weil er Majestätsverbrecher war, denn er sagte in seiner Gegenwart:99iSam. 11,11.Mein Herr Joáb und die Knechte meines Herrn100Er bezeichnete Joáb in Gegenwart des Königs als seinen Herrn.lagern auf dem Felde.", "Rabh sagte: Wenn du über David nachdenkst, so findest du an ihm nichts weiter, als die Angelegenheit mit Urija, wie es heißt:101iReg. 15,5.außer in der Sache Urija des Ḥetiters.", "Abajje der Ältere wies auf einen Widerspruch hin, in dem Rabh sich befindet. Kann Rabh denn dies gesagt haben, Rabh sagte ja, David habe Verleumdung entgegengenommen!? – Ein Widerspruch.", "Der Text. Rabh sagte: David nahm Verleumdung entgegen. Es heißt: 102iiSam. 9,4.und der König sprach zu ihm: Wo ist er? Und Çiba sprach zum König: Er ist im Hause des Makhir, des Sohnes A͑miéls, zu Lodebar103לא דבר ohne etwas, dh. er ist ein unwissender Mensch.. Darauf folgt:104iiSam. 9,5.da sandte der König und ließ ihn holen aus dem Hause des Makhir, des Sohnes A͑miéls, zu Lodebar. –", "Wieso nahm er, nachdem er gesehen hatte, daß es eine Lüge war, die Verleumdung entgegen, als jener ihn später abermals verleumdete I? Es heißt nämlich:105Ib. 16,3.und der König sprach zu Çiba: Wo ist der Sohn deines Herrn? Da sprach Çiba zum König: Siehe, er weilt in Jerušalem. – Woher, daß er sie von ihm entgegennahm? – Es heißt:106Ib. V. 4.und der König sprach: Dein sei alles, was Mephibošeth gehört. Da sprach Çiba: Ich werfe mich nieder; möge ich Gunst in den Augen des Königs finden.", "Šemuél aber sagte, David habe die Verleumdung nicht entgegengenommen, denn er selber bemerkte an ihm Dinge, die darauf 107Daß Meph. ihm feindlich gesinnt war.deuteten. Es heißt:108iiSam. 19,25.und Mephibošeth, der Sohn Šaúls, trat vor den König; er hatte seine Füße nicht gepflegt, seinen Bart nicht geordnet und seine Kleider nicht gewaschen109Dies betrachtete David als Zeichen dafür, daß er sich über seinen Sieg gräme.&c. Hierauf heißt es:110iiSam. 19,26ff.und als er aus Jerušalem zum König kam, fragte ihn der König: Warum bist du nicht mit mir ausgezogen, Mephibošeth. Er erwiderte: Mein Herr und König, mein Diener hat mich betrogen. Dein Knecht sagte: Ich will mir den Esel satteln lassen, daß ich ihn besteige und zum König komme; \n" ], [ "dein Knecht ist ja lahm. Aber er hat deinen Knecht bei meinem Herrn und König verleumdet. Doch mein Herr und König ist ja wie ein Engel Gottes; so tu, was in deinen Augen als gut erscheint.111Ib. V. 30.Der König erwiderte ihm: Wozu diese Worte: ich habe bestimmt, daß du und Çiba das Feld teilen. Da sprach Mephibošeth zum König: Er mag sogar das ganze haben, nachdem mein Herr und König wohlbehalten heimgekehrt ist. Er sprach zu ihm: Ich sagte: wann wirst du schon wohlbehalten heimkehren, und du tust mir dies an! Ich habe mich nicht über dich zu beklagen, sondern über den, der dich wohlbehalten heimgeführt hat.", "Das ist es, was geschrieben steht:112iChr. 9,40.und der Sohn Jehonathans war Meribaa͑l. Hieß er denn Meribaa͑l, er hieß ja Mephibošeth!? Vielmehr, weil er mit seinem Herrn [Baa͑l] Streit [Meriba] führte. Da ertönte eine Hallstimme und sprach: Du Streiter, Sohn eines Streiters. ‘Streiter’, wie wir eben gesagt haben; ‘Sohn eines Streiters’, denn es heißt:113iSam. 15,5.und Šaúl kam bis zur Stadt A͑maleqs und stritt am Tale. Hierzu sagte R. Mani: Wegen der Angelegenheit des Tales114Cf. Dt. 21,4 u. hierzu Jom. 22b..", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Als David zu Mephibošeth sprach: du und Çiba sollen das Feld teilen, ertönte eine Hallstimme und sprach zu ihm: Reḥaba͑m und Jerobea͑m sollen das Reich teilen.", "R. Jehuda sagte [ferner] im Namen Rabhs: Hätte David keine Verleumdung entgegengenommen, so würde das Reich des Hauses David nicht geteilt worden sein, die Jisraéliten würden keinen Götzendienst getrieben haben, und wir wären nicht aus unserem Lande verbannt worden.", "R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Wer da glaubt, Šelomo habe gesündigt, irrt sich nur, denn es heißt: 115iReg. 11,4.und sein Herz war nicht mehr ganz mit dem Herrn, seinem Gott, wie das Herz seines Vaters David; es war nicht wie das Herz seines Vaters David, aber gesündigt hat er ebenfalls nicht.", "Wieso aber halte ich aufrecht [die Worte:]115iReg. 11,4.als Šelomo alt geworden war, lenkten seine Weiber sein Herz ab? Dies ist nach R. Nathan zu erklären, denn R. Nathan wies auf einen Widerspruch hin. Es heißt: als Šelomo alt geworden war, lenkten seine Weiber, und [dem widersprechend] heißt es: wie das Herz seines Vaters David, nur wie das Herz seines Vaters David war es nicht, aber gesündigt hat er ebenfalls nicht!? Dies ist wie folgt zu verstehen: Als Šelomo alt geworden war, lenkten seine Weiber sein Herz, anderen Göttern nachzuwandeln, aber er wandelte ihnen nicht nach. –", "Es heißt ja aber:116Ib. V. 7.damals errichtete Šelomo einen Altar für Kemoš, das Scheusal der Moabiter!? – Er wollte ihn errichten, errichtete ihn aber nicht. –", "Es heißt ja auch: 117Jos. 8,30.damals errichtete Jehošua͑ einen Altar für den Herrn, ist etwa auch hier zu verstehen, er wollte errichten, habe ihn aber nicht errichtet!? Vielmehr: er hat ihn auch errichtet, ebenso hier: er hat ihn auch errichtete!? –", "Vielmehr, nach folgender Lehre: R. Jose sagte:118iiReg. 23,13.und die Anhöhen, die vor Jerušalem waren, südlich vom Ölberge, die Šelomo, der König Jisraéls, der Astarte, dem Scheusale der Çidonier, errichtet hatte &c.", "Ist es denn möglich, daß nicht Asa gekommen und sie fortgeschafft, Jehošaphaṭ sie nicht fortgeschafft, bis Jošija gekommen und sie fortgeschafft hat, wo doch Asa und Jehošaphaṭ alle Götzen aus dem Lande Jisraéls fortgeschafft haben!? Vielmehr vergleicht er die ersteren mit den letzteren; wie den letzteren zum Lobe angerechnet wird, was sie nicht getan, ebenso wird den erster en zum Tadel angerechnet, was sie nicht getan.", "Es heißt ja aber:119iReg. 11,6.und Šelomo tat, was schlecht war in den Augen des Herrn!? – Vielmehr, da er seinen Frauen wehren sollte und dies nicht getan hat, so rechnet es ihm die Schrift an, als hätte er selber gesündigt.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Besser wäre es für jenen Gerechten, ein Diener jener Sache120Des Götzendienstes.zu sein, als daß man über ihn geschrieben hat: er tat, was schlecht war in den Augen des Herrn.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Als Šelomo die Tochter des Pareo͑ heiratete, brachte sie ihm tausend Arten Musikinstrumente mit und sprach zu ihm: So macht man es für diesen Götzen, und so macht man es für jenen Götzen. Er aber wehrte es ihr nicht.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Als Šelomo die Tochter des Pareo͑ heiratete, stieg Gabriél herab und steckte ein Rohr ins Meer; dieses brachte eine Sandbank hervor, auf der die große Stadt Rom121Das später das jüdische Reich zerstörte.erbaut wurde.", "In einer Barajtha wurde gelehrt: An dem Tage, an dem Jerobea͑m die beiden goldenen Kälber aufstellte, eines in Bethél und eines in Dan, wurde eine Hütte erbaut; das ist das jonische Italien.", "R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Wer da glaubt, Jošijahu habe gesündigt, irrt sich nur, denn es heißt: 122iiReg. 22,2.und er tat, was recht ist in den Augen des Herrn, und er wandelte ganz den Weg seines Vaters David. Wieso aber halte ich aufrecht [die Worte:]123Ib. 23,25.seinesgleichen war vor ihm kein König, der Buße tat &c.?", "Er erstattete alles zurück, worüber er von seinem achten bis zu seinem achtzehnten Lebensjahre124So nach manchen Handschriften u. Kommentaren; nach dem kursierenden Texte kann es auch heißen: bis zu seinem 18. Regierungsjahre, in dem das Gesetzbuch aufgefunden wurde.ein Urteil gefällt125Da er sich geirrt haben konnte.hatte. Vielleicht glaubst du, er habe von diesem genommen und jenem gegeben, so heißt es:123Ib. 23,25.mit seinem ganzen Vermögen, er erstattete aus seinem Vermögen.", "Er streitet somit gegen Rabh, denn Rabh sagte: Es gibt unter den Bußfertigen keinen größeren als Jošijahu in seinem Zeitalter und einen in unserem Zeitalter. – Wer ist es? – Es ist Abba, der Vater des R. Jirmeja b. Abba. Manche sagen: Aḥa, der Bruder Abbas, des Vaters des R. Jirmeja b. Abba. Der Meister sagte nämlich: R. Abba und Aḥa waren Brüder.", "R. Joseph sagte: Noch einen gibt es in unserem Zeitalter. – Wer ist es? – Es ist der Exilarch U͑qaban b. Neḥemja, das ist Nathan der Strahlende. R. Joseph erzählte: Ich saß bei der Vorlesung und schlummerte ein, da sah ich im Traume, wie [ein Engel] seine Hand ausstreckte und ihn aufnahm." ], [ "i WOMIT EINE FRAU AUSGEHEN DARF, UND WOMIT SIE NICHT AUSGEHEN DARF.", "EINE FRAU DARF NICHT MIT WOLLENEN, LINNENEN ODER LEDEHNEN SCHNUREN AM KOPFE AUSGEHEN; SIE DARF DAMIT KEIN REINIGUNGSBAD NEHMEN, OHNE SIE GELÖST ZU HABEN.", "FERNER NICHT MIT EINEM STIRNSCHMUCKE ODER KOPFSCHMUCKE, WENN SIE NICHT ANGENÄHT SIND; AUF ÖFFENTLICHES GEBIET AUCH NICHT MIT EINER KOPFBINDE.", "FERNER NICHT MIT EINER GOLDENEN STADT1Nach der Erklärung des Talmud eine Art Kranz od. Medaillon, auf dem die Ansicht einer Stadt (Jerušalem) eingraviert war., MIT EINER HALSKETTE, MIT RINGEN, MIT EINEM FINGERRINGE OHNE PETSCHAFT UND MIT EINER UNGEÖHRTEN NADEL.", "IST SIE MIT DIESEN AUSGEGANGEN, SO IST SIE KEIN SÜNDOPFER SCHULDIG2Das Tragen des Schmuckes ist am Š. erlaubt, jed. rabbinisch verboten, weil sie es, um zu zeigen, abnehmen u. in der Hand tragen könnte..", "GEMARA. Wer spricht hier vom Reinigungsbade?", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: Dies ist eine Begründung: eine Frau darf mit wollenen oder linnenen Haarschnüren aus dem Grunde nicht ausgehen, weil die Weisen gesagt haben, sie dürfe damit, ohne sie gelöst zu haben, am Wochentage kein Reinigungsbad nehmen. Und da sie damit, ohne sie gelöst zu haben, am Wochentage kein Reinigungsbad nehmen darf, so darf sie am Šabbath damit nicht ausgehen, weil sie, wenn sie ein obligatorisches Reinigungsbad zu nehmen hat, sie lösen und vier Ellen auf öffentlichem Gebiete tragen könnte.", "R. Kahana fragte Rabh: Wie verhält es sich mit geflochtenen Schnüren3Durch welche das Wasser leicht durchdringt.? Dieser erwiderte: Du sprichst von geflochtenen; bei geflochtenen haben sie dies nicht angeordnet. Ebenso wird gelehrt: R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sagte: Bei allem, was geflochten, haben sie es nicht angeordnet.", "Manche sagen, R. Hona habe folgendes erzählt: Ich sah, daß meine Schwestern [beim Waschen] darauf nicht achteten4Sie nahmen sie beim Waschen des Kopfes nicht ab, weil das Wasser genügend durchdringt.. –", "Welchen Unterschied gibt es zwischen dieser Lesart und jener Lesart? –", "Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen in dem Falle, wenn diese schmutzig sind. Nach der Lesart, bei allem Geflochtenen haben sie dies nicht angeordnet, sind auch diese Geflochtenes, und nach der Lesart, man achte nicht darauf, achte man darauf wohl, wenn sie schmutzig sind.", "Dort haben wir gelernt: Folgendes gilt als Trennung5Beim Untertauchen, wobei nichts am Körper haften darf, wodurch eine Trennung vom Wasser entstehen könnte.bei einem Menschen: Wollene, linnene oder lederne Schnüre, die Mädchen am Kopfe [tragen]; R. Jehuda sagt, aus Wolle und aus Haar gelten sie nicht als Trennung, weil das Wasser durch diese dringt. R. Hona sagte: Dies wurde von allem gelehrt, was Mädchen am Kopfe [tragen].", "R. Joseph wandte ein: Was schließt dies aus: wollte man sagen, die Hals [schnür], und zwar aus Wolle, so gilt dies ja, wenn Weiches auf Hartem6Ein Band aus Wolle am Kopfe. als Trennung gilt, um so mehr von Weichem auf Weichem7Am Halse; es schmiegt sich noch mehr an, so daß das Wasser noch weniger durchdringt.,", "und wenn aus Linnen, so gilt dies ja, wenn Hartes8Linnen ist härter als Wolle. auf Hartem eine Trennung bildet, um so mehr von Hartem auf Weichem!? –", "Vielmehr, sagte R. Joseph, ist folgendes der Grund R. Honas: eine Frau würgt sich9Um den Hals bindet sie das Band nicht fest. nicht.", "Abajje wandte gegen ihn ein: Mädchen dürfen mit Schnürchen an den Ohren ausgehen, nicht aber mit einem Halsbande am Halse. Weshalb nicht mit einem Halsbande am Halse, wenn du nun sagst, eine Frau würge sich nicht!?", "Rabina erwiderte:" ], [ "Hier handelt es sich um ein Pichelband10So nach Raschi; sonst hat das im Texte gebrauchte Wort die Bedeutung Halskette., das sich eine Frau fest anschnürt, damit sie wohlbeleibt aussehe.", "«R. Jehuda sagt, aus Wolle und aus Haar gelten sie nicht als Trennung, weil das Wasser durch diese dringt.»", "R. Joseph sagte im Namen R. Jehudas im Namen Šemuéls: Die Halakha ist bezüglich der härenen Schnüre wie R. Jehuda.", "Abajje sprach zu ihm: So die Halakha, streitet denn jemand dagegen11Der erste Tanna spricht nicht von härenen.!?", "Wolltest du sagen, er würde nicht von härenen Schnüren gesprochen haben, falls er nicht vom ersten Tanna bezüglich solcher gehört hätte, so nennt er es vielleicht nur zur Vergleichung: wie ihr mir bezüglich härener Schnüre beipflichtet, so solltet ihr mir beipflichten bezüglich wollener Schnüre.", "Es wurde gelehrt: R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls: Die Weisen pflichten R. Jehuda bei bezüglich härener Schnüre.", "Ebenso wird auch gelehrt: Wollene Schnüre bilden eine Trennung, härene Schnüre bilden keine Trennung; R. Jehuda sagt, weder wollene noch härene bilden eine Trennung.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Dies geht auch aus der Mišna hervor, die lehrt, eine Frau dürfe mit härenen Schnüren ausgehen, ob aus eigenem oder fremdem [Haare gefertigt]. Nach wessen Ansicht: wollte man sagen, nach R. Jehuda, so ist es ja auch mit einer wollenen erlaubt; doch wohl nach den Rabbanan. Schließe hieraus, daß sie über härene Schnüre nicht streiten. Schließe hieraus.", "NICHT MIT EINEM STIRNSCHMUCKE. Was ist das für ein Stirnschmuck? R. Joseph erwiderte: Ein Schutzkügelchen12Das W.קטיפתא ist etymologisch dunkel; nach den Kommentaren Kügelchen, Steinchen od. Muschel, die als Schutz gegen das böse Auge getragen werden..", "Abajje sprach zu ihm: Dieses sollte ja einem Amulett von einem Bewährten gleichen und erlaubt sein!? –", "Vielmehr, sagte R. Jehuda im Namen Abajjes, ein Stirnband. Desgleichen wird gelehrt: Eine Frau darf mit einem vergoldeten Haarnetze, einem Stirnschmucke, einem [an der Haube] befestigten Kopfschmucke ausgehen. –", "Was heißt Stirnschmuck und was heißt Kopfschmuck? R. Abahu erwiderte: Der Stirnschmuck reicht (ihr) von Ohr zu Ohr, der Kopfschmuck reicht bis zu den Wangen.", "R. Hona sagte: Die Armen fertigen sie aus bunten Gegenständen, die Reichen aus Silber und Gold.", "NICHT MIT EINER KOPFBINDE. R. Jannaj sagte: Ich weiß nicht, was dies für eine Kopfbinde ist: wird es von einer Sklavenbinde gelehrt, ein wollenes Kopftuch13Unter dem Haarnetze; dieses führt ebenfalls den im Texte gebrauchten Namen.aber ist erlaubt, oder wird es von einem wollenen Kopftuche gelehrt, und um so weniger eine Sklavenbinde?", "R. Abahu erwiderte: Einleuchtend ist die Ansicht, daß es ein wollenes Kopftuch ist, und ebenso wird auch gelehrt: Eine Frau darf mit einer Kopfbinde oder einem Stemma im Hofe gehen; R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, mit einer Kopfbinde auch auf öffentlichem Gebiete. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte eine Regel: Mit dem, was man unter dem Haarnetze trägt, darf man ausgehen, und mit dem, was man über dem Haarnetze trägt, darf man nicht ausgehen. –", "Was heißt Stemma? R. Abahu erwiderte: Ein Kopfband. – Was ist das für ein Kopfband? Abajje erwiderte im Namen Rabhs: Ein Lockenhalter.", "Die Rabbanan lehrten: Drei Dinge sagten sie vom Stemma: bei ihm hat das Gesetz vom Mischgewebe nicht statt, es ist durch Aussatz nicht verunreinigungsfähig, und man darf damit [am Šabbath] nicht auf öffentliches Gebiet gehen.", "Im Namen R. Šimo͑ns sagten sie, es werde auch" ], [ "nicht als Brautkranz14Den man nach der Zerstörung des Tempels verboten hat; cf. Sot. Fol. 49a.betrachtet.", "Šemuél aber sagt, dies werde von einer Sklavenbinde gelehrt. – Kann Šemuél denn dies gesagt haben, Šemuél sagte ja, ein Sklave dürfe mit einem Siegel am Halse ausgehen, nicht aber mit einem Siegel am Gewande!? –", "Das ist kein Einwand; das eine, wenn sein Herr es ihm angelegt15Er fürchtet dann, es auf der Straße abzunehmen.hat, das andere, wenn er selber es sich angelegt hat. –", "Warum darf er, wenn demnach die Lehre Šemuéls von dem Falle gilt, wenn sein Herr es ihm angelegt hat, nicht mit einem Siegel am Gewande ausgehen!? –", "Vielleicht bricht es ab, und aus Furcht könnte er [das Gewand] zusammenwickeln und auf die Schulter legen. Dies nach R. Jiçḥaq b. Joseph, denn R. Jiçḥaq b. Joseph sagte im Namen R. Joḥanans: Wer am Šabbath mit einem zusammengewickelten Gewande auf der Schulter ausgeht, ist ein Sündopfer schuldig.", "So sagte auch Šemuél zu R. Ḥenana b. Šila: Keiner von den Rabbanan im Hause des Exilarchen darf [am Šabbath] mit einem gesiegelten Mantel ausgehen, ausgenommen du, weil man bei dir im Hause des Exilarchen darauf nicht achtet.", "Der Text. Šemuél sagte: Ein Sklave darf mit einem Siegel am Halse ausgehen, nicht aber mit einem Siegel am Gewande. Desgleichen wird gelehrt: Ein Sklave darf mit einem Siegel am Halse ausgehen, nicht aber mit einem Siegel am Gewande.", "Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Ein Sklave darf nicht mit einem Siegel am Halse oder mit einem Siegel am Gewande ausgehen, und beide sind nicht verunreinigungsfähig; ferner nicht mit einer Glocke am Halse, wohl aber darf er mit einer Glocke am Gewande ausgehen, und beide sind verunreinigungsfähig.", "Das Vieh darf nicht mit einem Siegel am Halse, nicht mit einem Siegel am Gewande, nicht mit einer Glocke am Gewande und nicht mit einer Glocke am Halse ausgetrieben werden; weder diese noch jene sind verunreinigungsfähig.", "Es wäre zu erklären, das eine, wenn sein Herr es ihm angelegt hat, und das andere, wenn er es sich selber angelegt hat. –", "Nein, beide handeln von dem Falle, wenn sein Herr es ihm angelegt hat, nur handelt das eine von einem aus Metall und das andere von einem aus Lehm16Wenn es zerbricht od. abhanden kommt, achtet der Herr nicht darauf., Dies nach R. Naḥman, der im Namen des Rabba b. Abuha sagte: Mit dem, worauf sein Herr achtet, darf er nicht ausgehen, und mit dem, worauf sein Herr nicht achtet, darf er wohl ausgehen.", "Dies ist auch einleuchtend, denn er lehrt: beide sind nicht verunreinigungsfähig. Erklärlich ist es, wenn du sagst, dies gelte von einem aus Metall: nur diese sind nicht verunreinigungsfähig, wohl aber sind Gefäße daraus verunreinigungsfähig;", "wenn du aber sagst, dies gelte von einem aus Lehm, so wären demnach nur diese nicht verunreinigungsfähig, wohl aber Gefäße daraus,", "während doch gelehrt wird, Gefäße aus Stein, Kot oder Erde seien nicht verunreinigungsfähig, weder nach der Tora noch nach den Schriftkundigen. Schließe also hieraus, daß es sich hier um eines aus Metall handelt. Schließe hieraus.", "Der Meister sagte: Ferner nicht mit einer Glocke am Halse, wohl aber darf er mit einer Glocke am Gewande ausgehen.", "Mit einer Glocke am Halse deshalb nicht, weil sie abreißen und er sie zu tragen verleitet werden könnte, demnach ist ja auch bei einer Glocke am Gewande zu berücksichtigen, sie könnte abreißen und er sie zu tragen verleitet werden!? –", "Hier handelt es sich um den Fall, wenn sie am Gewande angewebt ist. Dies nach R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, denn R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sagte, daß man es bei Gewebtem nicht angeordnet hat.", "«Das Vieh darf nicht mit einem Siegel am Halse, nicht mit einem Siegel am Gewande, nicht mit einer Glocke am Halse und nicht mit einer Glocke am Gewande ausgetrieben werden; weder diese noch jene sind verunreinigungsfähig.»", "Ist denn eine Viehglocke nicht verunreinigungsfähig, ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Eine Viehglocke ist verunreinigungsfähig," ], [ "eine Türglocke ist rein;", "wenn man eine Tür [glocke] für ein Vieh bestimmt hat, so ist sie verunreinigungsfähig, wenn man eine Viehglocke] für eine Tür bestimmt hat, so ist sie, selbst wenn man sie an die Tür angebracht und mit Nägeln befestigt hat, verunreinigungsfähig. Alle Geräte werden nämlich mit der bloßen Bestimmung17Wenn es fertig wird.verunreinigungsfähig, von ihrer Unreinheit enthoben werden sie aber nur durch eine tätliche Änderung. –", "Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn [die Glocke] einen Klöppel hat, das andere, wenn sie keinen Klöppel hat. –", "Wie du es nimmst: ist sie ein Gerät, so sollte sie es auch ohne Klöppel sein, ist sie kein Gerät, wie sollte der Klöppel sie zu einem solchen machen!? –", "Freilich, dies nach R. Šemuél b. Naḥmani im Namen R. Jonathans. R. Šemuél b. Naḥmani sagte nämlich im Namen R. Jonathans: Woher, daß das, was in einem Metallgeräte einen Ton hervorbringt, verunreinigungsfähig sei? Es heißt:18Num. 31,23.jede Sache, die Feuer verträgt, sollt ihr in Feuer tun, auch Ton[instrumente]19Das im Texte gebrauchte Wort für Sache hat auch die Bedeutung Wort.müssen ins Feuer kommen.–", "Wie ist, wo du es auf den Fall bezogen hast, wenn sie keinen Klöppel hat, der Mittelsatz zu erklären: nicht mit einer Glocke am Halse, wohl aber darf er mit einer Glocke am Gewande ausgehen, und beide sind verunreinigungsfähig. Ist sie denn verunreinigungsfähig, wenn sie keinen Klöppel hat,", "dem widersprechend wird ja gelehrt, daß Glöckchen, die man für Mörser, Wiegen, Toramäntelchen oder Kindertücher anfertigt, verunreinigungsfähig seien, wenn sie Klöppel haben, rein, wenn sie keine Klöppel haben, und wenn die Klöppel fortgenommen werden, sie im Zustande der Unreinheit verbleiben!? –", "Dies nur bei Glöckchen für Kinder, die des Schellens wegen angefertigt werden, solche für Erwachsene aber, die als Schmuck dienen, auch wenn sie keinen Klöppel haben.", "Der Meister sagte: Werden die Klöppel fortgenommen, so verbleiben sie im Zustande der Unreinheit. Wofür sind sie denn verwendbar? Abajje erwiderte: Weil jeder Laie [einen Klöppel] wieder anbringen kann.", "Raba wandte ein: Schelle und Klöppel gelten als verbunden20Die Unreinheit des einen wird auf das andere übertragen.!?", "Wolltest du sagen, er meine es wie folgt: sie gelten, auch wenn sie nicht verbunden sind, als verbunden, so wird ja gelehrt: Die auseinandernehmbare Federschere und die Hobelklinge werden bezüglich der Unreinheit als verbunden betrachtet, nicht aber bezüglich des Besprengens21Cf. Absch. IV, Anm. 12..", "Hierzu sagten wir: Wie du es nimmst: gelten sie als verbunden, so sollten sie es auch bezüglich des Besprengens sein, und gelten sie nicht als verbunden, so sollten sie es auch bezüglich der Unreinheit nicht sein!?", "Und Rabba erwiderte: Nach der Tora gelten sie beim Gebrauche sowohl bezüglich der Unreinheit als auch bezüglich des Besprengens als verbunden, und außer der Zeit des Gebrauches weder bezüglich der Unreinheit noch bezüglich des Besprengens als verbunden, nur haben sie es bezüglich der Unreinheit außer der Zeit des Gebrauches mit Rücksicht auf die Unreinheit beim Gebrauche, und bezüglich des Besprengens beim Gebrauche mit Rücksicht auf das Besprengen außer der Zeit des Gebrauches angeordnet!?", "Vielmehr, erklärte Raba," ], [ "weil man sie an ein Tongefäß anschlagen22Sie läutet dann auch ohne Klöppel.kann.", "Auch wurde gelehrt: R. Jose b. R. Ḥanina erklärte: Weil man sie an ein Tongefäß anschlagen kann. R. Joḥanan erklärte: Weil man daraus einem Kinde zu trinken geben kann. –", "Aber ist denn nach R. Joḥanan nicht die Verwendbarkeit für die ursprüngliche Bestimmung erforderlich!? Es wird ja gelehrt: Man könnte glauben, daß, wenn [der Flußbehaftete] eine Seá oder einen Trikab23Tϱιϰαβος, Hohlmaß von 3 Kab Inhalt.umgestülpt und sich darauf gesetzt hat, sie dadurch unrein werden, so heißt es:24Lev. 15,6.worauf der Flußbehaftete sich setzt; nur was zum Sitzen bestimmt ist, ausgenommen diese, da man zu ihm sagen kann: Steh auf, wir wollen unsere Arbeit25Die genannten Gegenstände für ihren eigentlichen Zweck verwenden.verrichten.", "R. Elea͑zar sagte: Hinsichtlich der Unreinheit durch Auftreten26Die Verunreinigung des Flußbehafteten wird technisch ‘Auftreten’ genannt, da dieser alles, worauf er tritt, sitzt, liegt od. lehnt (auch ohne direkte Berührung) verunreinigt.gilt die Aufforderung zum Aufstehen, um die Arbeit zu verrichten, und hinsichtlich der Unreinheit des Leichenunreinen gilt nicht die Aufforderung zum Aufstehen, um die Arbeit zu verrichten. R. Joḥanan sagte: Auch hinsichtlich der Unreinheit des Leichenunreinen gilt die Aufforderung zum Aufstehen, um die Arbeit zu verrichten. –", "Wende das erste27Die Erklärung R. Joḥanans ist von R. Jose u. vice versa.um. – Was veranlaßt dich, das erste umzuwenden, wende doch das zweite um!? –", "Wir wissen von R. Joḥanan, daß nach ihm die Verwendbarkeit für die ursprüngliche Bestimmung erforderlich ist, denn es wird gelehrt: Der metallene Hufschuh eines Viehs ist verunreinigungsfähig. Wofür ist er verwendbar? Rabh sagte, man könne im Kriege daraus Wasser trinken; R. Ḥanina sagte, man könne im Kriege daraus Öl schmieren; und R. Joḥanan sagte, wenn man vom Schlachtfelde flieht, nimmt man ihn auf die Füße und läuft über Dornen und Disteln. –", "Welchen Unterschied gibt es zwischen Rabh und R. Ḥanina? – Wenn er schmutzig ist. –", "Zwischen R. Joḥanan und R. Ḥanina? – Wenn er schwer ist.", "NICHT MIT EINER GOLDENEN STADT. Was heißt eine goldene Stadt? Rabba b. Bar Ḥana erwiderte im Namen R. Joḥanans: Ein goldenes Jerušalem28Cf. Anm. 1.," ], [ "wie ein solches R. A͑qiba seiner Frau gemacht hat.", "Die Rabbanan lehrten: Eine Frau darf nicht mit einer goldenen Stadt ausgehen; ist sie ausgegangen, so ist sie ein Sündopfer schuldig – so R. Meír; die Weisen sagen, sie dürfe damit nicht ausgehen, ist sie aber ausgegangen, sei sie frei; R. Elie͑zer sagt, eine Frau dürfe von vornherein mit einer goldenen Stadt ausgehen. –", "Worin besteht ihr Streit? – R. Meír betrachtet sie als Last; die Rabbanan betrachten sie als Schmuck, und sie könnte sie abnehmen und zeigen, und so zum Tragen kommen. R. Elie͑zer aber ist der Ansicht, nur eine vornehme Frau trägt eine goldene Stadt, und eine vornehme Frau nimmt sie nicht ab, um sie zu zeigen.", "Das Diadem ist29Am Š. auf öffentlichem Gebiete zu tragen.nach Rabh verboten und nach Šemuél erlaubt.", "Bezüglich eines aus Metall stimmen alle überein, daß es verboten sei, sie streiten nur über eines aus Stoff; einer ist der Ansicht, das aus Metall sei der eigentliche [Schmuck], und einer ist der Ansicht, das aus Stoff sei der eigentliche [Schmuck].", "R. Aši lehrte es erleichternd: Bezüglich eines aus Stoff stimmen alle überein, daß es erlaubt sei, sie streiten nur über eines aus Metall; einer ist der Ansicht, sie könnte es abnehmen und zeigen und so zum Tragen kommen, und einer ist der Ansicht, nur eine vornehme Frau trägt ein Diadem, und eine vornehme Frau nimmt es nicht ab, um es zu zeigen.", "R. Šemuél b. Bar Ḥana sprach zu R. Joseph: Du hast uns im Namen Rabhs ausdrücklich gelehrt, ein Diadem sei erlaubt.", "Man erzählte Rabh, ein bedeutender und hochgewachsener Mann, der hinkte, sei nach Nehardea͑ gekommen und habe vorgetragen, ein Diadem sei erlaubt. Da sprach dieser: Der bedeutende und hochgewachsene Mann ist kein anderer als Levi. Wahrscheinlich ist R. Aphes verschieden, und R. Ḥanina hat jetzt den Vorsitz; Levi, der nun niemand hat, mit dem er zusammensitzen30Rabbi ordnete vor seinem Hinscheiden an, R. Ḥanina b. Ḥama an seine Stelle als Schuloberhaupt einzusetzen. Dieser verzichtete zugunsten des um 2½ Jahre älteren R. Aphes, jedoch pflegte er dessen Vorträge nicht zu besuchen; er saß vielmehr außerhalb des Kollegiums in Gesellschaft Levis (Ket. 103b). Aus dem Umstände, daß Levi den RḤ. verlassen hatte, schloß er, daß RA. gestorben sei und RḤ. den Vorsitz übernommen habe.könnte, ist deshalb hierhergekommen. –", "Vielleicht aber starb R. Ḥanina, während R. Aphes noch in seinem Amte war, und Levi, der niemand hatte, mit dem er zusammensitzen könnte, kam deshalb her!? – Wäre R. Ḥanina gestorben, so würde Levi sich R. Aphes unterworfen haben. Ferner war es nicht anzunehmen, daß R. Ḥanina nicht zur Herrschaft gelangt sein sollte, denn Rabbi sagte bei seinem Hinscheiden, Ḥanina b. Ḥama solle den Vorsitz haben, und von den Gerechten heißt es: 31Ij. 22,28.du befiehlst, und es kommt zustande.", "Levi trug in Nehardea͑ vor: Das Diadem ist erlaubt. Da gingen aus ganz Nehardea͑ vierundzwanzig [Personen mit] Diademen aus. Rabba b. Abuha trug in Maḥoza vor: Das Diadem ist erlaubt. Da gingen aus einem Hofe achtzehn [Personen mit] Diademen aus.", "R. Jehuda sagte im Namen des R. Šešeth: Der Ziergürtel ist erlaubt. Manche sagen, dies beziehe sich auf einen aus Stoff, bezüglich dessen R. Saphra gesagt hat, dieser gleiche einem vergoldeten Gewände,", "und manche sagen, dies beziehe sich auf einen aus Metall, bezüglich dessen R. Saphra gesagt hat, dieser gleiche einem Königsgürtel.", "Rabina sprach zu R. Aši: Wie verhält es sich mit einem Ziergürtel über einem Leibgürtel? Dieser erwiderte: Du sprichst von zwei Gürteln32Dies ist entschieden als Last verboten.!?", "R. Aši sagte: Ein Zeugstreifen ist, wenn er Troddelschnüre hat, erlaubt, und wenn keine, verboten.", "NICHT MIT EINER HALSKETTE. Was heißt Halskette? – Ein Pichelhalter33Das Wort פארי wird von den Tosaphoth mit Brotkrumen übersetzt; nach der näheren Bezeichnung Raschis ist hier eine Art Pichel gemeint, der zugleich als Schmuck diente.. RINGE. – Nasenringe.", "NICHT MIT EINEM FINGERRINGE OHNE PETSCHAFT. Wenn er aber ein Petschaft hat, so ist sie schuldig, wonach er nicht als Schmuck gilt.", "Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Schmucksachen der Frauen sind verunreinigungsfähig. Folgende sind Schmucksachen der Frauen: Halsketten, Ohrringe, Fingerringe, ob mit Petschaft oder ohne Petschaft, und Nasenringe!?", "R. Zera erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine nach R. Neḥemja und das andere nach den Rabbanan.", "Es wird nämlich gelehrt: Ist [der Ring] aus Metall und das Petschaft aus Koralle, so ist er verunreinigungsfähig, ist er aus Koralle und das Petschaft aus Metall, so ist er rein, nach R. Neḥemja aber verunreinigungsfähig. R. Neḥemja sagte nämlich: Bei einem Ringe richte man sich nach dem Petschaft, bei einem Joche nach den Pflöcken34An beiden Seiten des Rindernackens, ob sie aus Holz od. Metall sind.," ], [ "bei einem Warenständer nach den Armen, bei einer Leiter nach den Sprossen und bei einer Wagschale nach den Ketten. Die Weisen sagen: Alles richtet sich nach dem Gestell.", "Raba erklärte: Dies35Der Passus vom Fingerringe gehört nicht mehr zur vorangehenden Aufzählung der Schmucksachen für Frauen.wird je nachdem gelehrt: hat er ein Petschaft, so gilt er als Schmuck für Männer, hat er kein Petschaft, so gilt er als Schmuck für Frauen.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Du weisest auf einen Widerspruch zwischen dem Unreinheitsgesetze und dem Šabbathgesetze hin!? Hinsichtlich der Unreinheit sagt ja der Allbarmherzige:36Num. 31,20.jedes gefertigte Gerät, und dieses ist ein Gerät, beim Šabbath aber kommt es darauf37In den kursierenden Ausgaben heißt es inkorrekt: spricht der Allbarmherzige.an, ob es ein Schmuck ist: hat er kein Petschaft, so gilt er als Schmuck, hat er ein Petschaft, so gilt er als Last.", "NICHT MIT EINER UNGEÖHRTEN NADEL. Wozu ist sie denn verwendbar? R. Joseph erwiderte: Eine Frau befestigt damit ihr Haar.", "Abajje sprach zu ihm: Diese sollte doch einem Schenkelbande38Das S. wird weder als Last noch als Schmuck betrachtet; man darf damit am Š. ausgehen, da es unkeusch wäre, dasselbe abzunehmen; auch das Entblößen der Haare galt als unkeusch.gleichen, das rein39Unter ‘rein’ ist im Gesetze von der Unreinheit zu versterben, für die levitische Unreinheit nicht empfänglich.ist, und erlaubt sein!? –", "Vielmehr, erklärte R. Ada aus Nereš vor R. Joseph, eine Frau scheitelt damit das Haar. – Wofür aber ist sie am Šabbath verwendbar? Raba erwiderte: [Diese Nadel] hat eine goldene Platte am Kopfe; am Alltag scheitelt sie damit das Haar, am Šabbath steckt sie sie gegen die Stirn.", "ii EIN MANN DARF NICHT MIT GENAGELTEN SANDALEN40Diese bestanden aus einer Holzsohle mit einem angenagelten Lederstreifen darüber; der Lederstreifen könnte platzen u. man ihn in der Hand zu tragen verleitet werden. Die weiter folgende Begründung des Talmud ist gesucht.AUSGEHEN, AUCH NICHT MIT EINER EINZELNEN, FALLS ER NICHT EINE WUNDE AM FUSSE41Man könnte wegen des Spottes der Passanten auch diese in die Hand nehmen und tragen.HAT; FERNER NICHT MIT TEPHILLIN, NOCH MIT EINEM AMULETT, FALLS ES NICHT VON EINEM BEWÄHRTEN HERRÜHRT, NOCH MIT EINEM PANZER, NOCH MIT EINEM HELM, NOCH MIT EINEM BEINPANZER. IST ER MIT DIESEN AUSGEGANGEN, SO IST ER KEIN SÜNDOPFER SCHULDIG.", "GEMARA. Aus welchem Grunde [nicht] mit genagelten Sandalen?", "Šemuél erwiderte: Es geschah am Ende der Religionsverfolgung, daß sie sich in Höhlen verbargen und verabredeten: Wer hereinkommen will, komme herein, hinausgehen42Beim Hereinkommen kann man beobachten, ob nicht Verfolger in der Nähe sind, nicht aber beim Hinausgehen.darf aber niemand.", "Als einst einer seine Sandale verkehrt [anhatte], glaubten sie, jemand sei hinausgegangen und von den Feinden bemerkt worden, die sie nun überfallen würden; dadurch entstand ein Gedränge, und sie töteten43Durch die schweren, genagelten Sandalen.einander mehr, als die Feinde unter ihnen getötet hatten.", "R. Ilea͑j b. Elea͑zar erzählte: Sie saßen in der Höhle und hörten ein Geräusch43Durch die schweren, genagelten Sandalen.von oben; da entstand ein Gedränge, und sie töteten einander, mehr als die Feinde unter ihnen getötet hatten.", "Rami b. Jeḥezqél erzählte: Sie hielten sich im Bethause auf, und als sie hinter dem Bethause ein Geräusch hörten, glaubten sie, sie seien von den Feinden überfallen worden; dadurch entstand ein Gedränge, und sie töteten einander mehr, als die Feinde unter ihnen getötet hatten.", "In jener Stunde ordneten sie an, daß man nicht mit einer genagelten Sandale ausgehe. – Demnach sollte dies auch am Alltag verboten sein!? – Das Ereignis geschah an einem Šabbath. – Am Feste aber sollte es ja erlaubt sein, während wir gelernt haben," ], [ "man dürfe am Feste Kleidungsstücke schicken, ob genäht oder ungenäht, nicht aber dürfe man am Feste eine genagelte Sandale oder einen ungenähten Schuh schicken!? –", "Am Šabbath aus dem Grunde, weil dann eine Ansammlung stattfindet, und auch am Feste findet eine Ansammlung statt. – Demnach sollte es auch an einem Gemeindefasttage, an dem ebenfalls eine Ansammlung stattfindet, verboten sein!? – Das Ereignis geschah an einem Ansammlungstage, an dem [die Arbeit] verboten ist, an diesem Ansammlungstage aber ist es erlaubt.", "Und selbst nach R. Ḥanina b. A͑qiba, welcher sagt, man habe es44Das Führen der Reinigungsasche u. des Reinigungswassers; cf. Num. Kap. 19. Es geschah nämlich, daß diese einst beim Transport auf den Jarden durch einen Leichenknochen, der sich auf dem Boden des Schiffes befunden hatte, unrein wurden. Man verbot hierauf deren Transport auf u. über dem Wasser. Nach RḤ. gilt dieses Verbot nur zu Schiff auf dem Jarden.nur in einem Schiffe auf dem Jarden verboten, weil es dem Ereignisse gleichen müsse, gilt dies nur hinsichtlich des Jarden, der anders als alle anderen Flüsse ist, während Šabbath und Fest einander gleichen, wie wir gelernt haben, einen Unterschied zwischen Šabbath und Fest gebe es nur bei der Zubereitung von Speisen.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Dies wurde nur für den Fall gelehrt, wenn [die Nägel] zur Haltbarkeit sind, wenn aber zum Schmucke, so ist es erlaubt. – Wieviel sind es zum Schmucke? – R. Joḥanan sagte, fünf an der einen und fünf an der anderen, und R. Ḥanina sagte, sieben an der einen und sieben an der anderen.", "R. Joḥanan sprach zu R. Šamen b. Abba: Ich will es dir erklären; nach mir, zwei an der einen Seite, zwei an der anderen Seite und einer am Riemen; nach R. Ḥanina, drei an der einen Seite, drei an der anderen Seite und einer am Riemen.", "Man wandte ein: Wenn eine Sandale sich [nach einer Seite] neigt, so schlage man bis sieben [Nägel] ein – so R. Nathan; Rabbi erlaubte bis dreizehn.", "Allerdings ist R. Ḥanina der Ansicht R. Nathans, wessen Ansicht aber ist R. Joḥanan? – Er ist der Ansicht R. Nehorajs, denn es wird gelehrt, R. Nehoraj sagt, fünf seien erlaubt, sieben seien verboten.", "Epha sprach zu Rabba b. Bar Ḥana: Ihr, Schüler R. Joḥanans, verfahret nach R. Joḥanan, wir aber verfahren nach R. Ḥanina.", "R. Hona fragte R. Aši: Sind fünf [erlaubt]? Dieser erwiderte: Sogar sieben sind erlaubt. – Sind neun [erlaubt]? Dieser erwiderte: Sogar acht sind verboten.", "Ein Schuster fragte R. Ami: Wie ist es, wenn man sie von innen ausgefüttert hat? Dieser erwiderte: Es ist dann erlaubt; ich kenne aber nicht den Grund.", "R. Aši sprach zu ihm: Wieso kennt der Meister den Grund nicht, sobald man sie von innen ausgefüttert hat, ist es ja ein Schuh, und die Rabbanan haben dies nur bei einer Sandale angeordnet, nicht aber bei einem Schuh!", "R. Abba b. Zabhda fragte R. Abba b. Abina: Wie ist es, wenn man [den Nagel] wie eine Krampe gebogen hat? Dieser erwiderte: Es ist dann erlaubt. Es wurde auch gelehrt: R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Hat man ihn wie eine [Krampe] gebogen, so ist es erlaubt.", "R. Šešeth sagte: Hat man sie ganz mit Nägeln bedeckt, damit der Boden sie nicht aufzehre, so ist es erlaubt.", "Übereinstimmend mit R. Šešeth wird gelehrt: Ein Mann darf nicht mit einer genagelten Sandale ausgehen, er darf mit dieser nicht von Haus zu Haus gehen, nicht einmal von Bett zu Bett; wohl aber darf man sie fortbewegen, um damit ein Gefäß zuzudecken oder den Fuß einer Bettstelle zu stützen. R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n verbietet dies. Sind die meisten Nägel ausgefallen und nur vier oder fünf zurückgeblieben, so ist es erlaubt; Rabbi erlaubt bis sieben. Hat man sie unten mit Leder überzogen und oben mit Nägeln beschlagen, so ist es erlaubt; hat man [die Nägel] krampenartig, platt oder spitz gemacht, oder hat man sie ganz mit Nägeln bedeckt, damit der Boden sie nicht aufzehre, so ist es erlaubt. –", "Dies widerspricht sich ja selbst; du sagst, ‘sind die meisten Nägel ausgefallen’, auch wenn viele zurückgeblieben sind, und darauf lehrt er ‘vier oder fünf’, nur so viel, mehr aber nicht!?", "R. Šešeth erwiderte: Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn sie abgescheuert sind, das andere, wenn sie ganz ausgefallen sind.", "«Vier oder fünf &c., so ist es erlaubt.» Wenn fünf noch erlaubt sind, um wieviel mehr vier!? R. Ḥisda erwiderte: Vier bei einer kleinen Sandale, fünf bei einer großen Sandale.", "«Rabbi erlaubt bis sieben.» Es wird ja aber gelehrt: Rabbi erlaubt bis dreizehn!? – Anders ist es, wenn sie sich nach der Seite neigt45In diesem Falle, von dem jene Lehre spricht, sind mehr erlaubt.. –", "Jetzt nun, wo du auf [diese Erklärung] gekommen bist, ist auch gegen R. Joḥanan nichts einzuwenden, denn anders ist es, wenn sie sich nach der Seite neigt.", "R. Mathna, manche sagen, R. Aḥadboj b. Mathna sagte im Namen R. Mathnas: Die Halakha ist nicht wie R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n. – Selbstverständlich, bei [einem Streite zwischen] einem Einzelnen und einer Mehrheit, ist ja die Halakha nach der Mehrheit [zu entscheiden]!? – Man könnte glauben, hierbei sei der Grund46Man darf sie nicht fortbewegen, weil man veranlaßt werden könnte, sie auch anzuziehen.des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n einleuchtend, so lehrt er uns.", "R. Ḥija sagte: Hätte man mich nicht den ‘Babylonier, der Verbotenes erlaubt’ genannt, würde ich hierbei sogar viele erlaubt haben. – Wieviel? – In Pumbeditha sagten sie, vierundzwanzig; in Sura sagten sie, zweiundzwanzig. R. Naḥman b, Jiçḥaq sagte: Als Merkzeichen [diene dir folgendes:] bis er von Pumbeditha nach Sura kam, fehlten zwei47Die er auf dem Wege verloren hatte..", "AUCH NICHT MIT EINER EINZELNEN, FALLS ER NICHT EINE WUNDE AM FUSSE HAT." ], [ "Falls er aber eine Wunde am Fuße hat, darf er wohl ausgehen; an welchem Fuße darf er sie tragen? R. Hona erwiderte: An dem er die Wunde hat. Er ist also der Ansicht, daß man die Sandale wegen der Schmerzen48Er wird also nicht verspottet (cf. Anm. 41), u. man verdächtigt ihn auch nicht, er trage die andere Sandale bei sich.trägt.", "Ḥija b. Rabh erwiderte: An dem er nicht die Wunde hat. Er ist also der Ansicht, daß man die Sandale der Bequemlichkeit wegen48Er wird also nicht verspottet (cf. Anm. 41), u. man verdächtigt ihn auch nicht, er trage die andere Sandale bei sich.trägt, und für den wunden Fuß bezeugt eben die Wunde.", "Auch R. Joḥanan ist der Ansicht R. Honas. R. Joḥanan sagte nämlich zu R. Šamen b. Abba: Reiche mir meinen Schuh. Und als dieser ihm den rechten reichte, sprach jener: Du behandelst [meinen Fuß], als wäre er verwundet49Er sollte ihm den linken zuerst reichen.. –", "Vielleicht war er tatsächlich der Ansicht des R. Ḥija b. Rabh, nur meinte er es wie folgt: du behandelst meinen linken [Fuß], als wäre er verwundet!?", "R. Joḥanan vertrat hiermit seine Ansicht, denn R. Joḥanan sagte: Wie die Tephillin so die Schuhe: wie man Tephillin auf die linke [Hand anlegt], so bei den Schuhen, [zuerst] den linken.", "Man wandte ein: Beim Schuhanziehen ziehe man zuerst den rechten und nachher den linken an!?", "R. Joseph sprach: Da wir nun so gelernt haben, während R. Joḥanan anders sagt, so hat, wer so verfährt, recht getan, und wer so verfährt, recht getan.", "Da sprach Abajje zu ihm: Vielleicht kannte R. Joḥanan diese Lehre nicht, hätte er sie aber gekannt, so würde er [von seiner Ansicht] abgekommen sein. Oder er kannte sie, war aber der Ansicht, die Halakha sei nicht wie diese Lehre50Demnach wäre nach der einen Ansicht zu verfahren.!?", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Der Gottesfürchtige wird beiden gerecht. – Wer ist es? – Mar, der Sohn Rabinas. – Wie macht er es? – Er zieht den rechten an und schnürt ihn nicht zu, sodann zieht er den linken an und schnürt ihn zu, und nachher schnürt er den rechten zu. R. Aši erzählte: Ich sah, daß R. Kahana darauf nicht achtete.", "Die Rabbanan lehrten: Beim Schuhanziehen ziehe man zuerst den rechten an und nachher den linken, beim Ausziehen ziehe man zuerst den linken aus und nachher den rechten.", "Beim Waschen wasche man zuerst die Rechte und nachher die Linke. Beim Salben bestreiche man zuerst die Rechte und nachher die Linke. Wer den ganzen Körper salben will, bestreiche zuerst das Haupt, weil dieses der König aller Glieder ist.", "NICHT MIT TEPHILLIN. R. Saphra sagte: Du brauchst nicht zu sagen, [dies gelte] nach demjenigen, welcher sagt, der Šabbath sei keine Zeit für die Tephillin, vielmehr darf man auch nach demjenigen, welcher sagt, der Šabbath sei eine Zeit für die Tephillin, mit diesen nicht ausgehen, weil man veranlaßt werden könnte, sie auf öffentlichem Gebiete zu tragen.", "Manche beziehen dies auf den Schlußsatz: Ist er mit diesen ausgegangen, so ist er kein Sündopfer schuldig. Hierzu sagte R. Saphra: Du brauchst nicht zu sagen, [dies gelte] nach demjenigen, welcher sagt, der Šabbath sei eine Zeit für die Tephillin, vielmehr ist er auch nach demjenigen, welcher sagt, der Šabbath sei keine Zeit für die Tephillin, kein Sündopfer schuldig, weil sie wie ein Kleidungsstück sind.", "NOCH MIT EINEM AMULETT, FALLS ES NICHT VON EINEM BEWÄHRTEN HERRÜHRT. R. Papa sagte: Du brauchst nicht zu sagen, nur wenn die Person bewährt ist und das Amulett bewährt ist, vielmehr, wenn nur die Person bewährt ist, auch wenn das Amulett nicht bewährt ist.", "Dies ist auch zu beweisen; er lehrt: nicht mit einem Amulett, falls es nicht von einem Bewährten herrührt, er lehrt aber nicht: falls dieses nicht bewährt ist.", "Die Rabbanan lehrten: Welches Amulett ist bewährt? Das einmal, abermals und drittmals geheilt hat, einerlei ob ein Inschriftamulett oder ein Wurzelamulett, einerlei, ob bei einem gefährlich Kranken oder bei einem ungefährlich Kranken.", "Nicht nur, wenn er [beispielsweise] epileptisch ist, sondern auch, um vor Epilepsie bewahrt51Falls er einer Familie von Epileptikern angehört.zu bleiben.", "Er darf es umbinden und abnehmen, sogar auf öffentlichem Gebiete. Des Anschein es52Damit andere es nicht für einen Schmuck halten.wegen aber darf man es nicht" ], [ "an einen Reifen oder einen Ring binden und damit auf öffentliches Gebiet gehen.–", "Es wird ja aber gelehrt, ein bewährtes Amulett heiße dasjenige, das drei Personen geheilt hat!? –", "Das ist kein Widerspruch; das eine zur Bewährung der Person53Wenn es 3 Personen sind, so handelt es sich wohl um 3 verschiedene Amulette., das andere zur Bewährung des Amuletts.", "R. Papa sagte: Es ist mir entschieden, daß durch drei Amulette für drei Personen je drei Mal sowohl die Person als auch das Amulett bewährt ist, daß durch drei Amulette für drei Personen je ein Mal die Person bewährt ist und das Amulett nicht, und daß durch ein Amulett für drei Personen das Amulett bewährt ist und die Person nicht.", "Aber folgendes fragte R. Papa: Wie ist es bei drei Amuletten für eine Person, das Amulett ist entschieden nicht bewährt, ist aber dadurch die Person bewährt oder nicht. Sagen wir: er hat ihn ja geheilt, oder aber der Schutzengel dieses Mannes hat die Inschrift entgegengenommen? – Dies bleibt unentschieden.", "Sie fragten: Haftet den Amuletten eine Heiligkeit an, oder haftet ihnen keine Heiligkeit an? – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung: wollte man sagen, hinsichtlich der Rettung aus einer Feuersbrunst, so komm und höre: Segenssprüche und Amulette darf man aus einer Feuersbrunst nicht retten, selbst wenn sie Gottesnamen und viele Sätze aus der Tora enthalten; man lasse sie an ihrem Orte verbrennen.", "Und wollte man sagen, hinsichtlich der Verwahrung54Wenn sie verbraucht sind; man werfe sie nicht in mißächtlicher Weise fort., so komm und höre: ist [ein Gottesname] am Griffe eines Gerätes oder am Fuße einer Bettstelle geschrieben, so schneide man ihn aus und verwahre ihn!? –", "Vielmehr, hinsichtlich des Eintretens in einen Abort: haftet ihnen eine Heiligkeit an, und es ist verboten, oder haftet ihnen keine Heiligkeit an, und es ist erlaubt? – Komm und höre: Nicht mit einem Amulett, falls es nicht von einem Bewährten herrührt. Falls es aber von einem Bewährten herrührt, darf man damit ausgehen.", "Wenn man nun sagen wollte, dem Amulett hafte eine Heiligkeit an, so kann man ja veranlaßt werden, wenn man in einen Abort einzutreten genötigt ist, es vier Ellen auf öffentlichem Gebiete zu tragen!? – Hier handelt es sich um ein Wurzelamulett. –", "Es wird ja aber gelehrt: einerlei ob ein Inschriftamulett oder ein Wurzelamulett!? – Vielmehr, hier handelt es sich um einen gefährlich Kranken. – Es wird ja aber gelehrt: einerlei ob bei einem gefährlich Kranken oder bei einem ungefährlich Kranken!? –", "Vielmehr, da es heilen soll, so ist nichts dabei, auch wenn man es in der Hand hält55Es gilt auch dann nicht als Last.. –" ], [ "Es wird ja aber gelehrt: R. Oša͑ja sagt, nur dürfe man es nicht in der Hand halten und vier Ellen auf öffentlichem Gebiete tragen!? –", "Vielmehr, hier handelt es sich um ein mit Leder überzogenes56Das man auch im Aborte anbehalten darf.. –", "Aber auch die Tephillin sind ja mit Leder überzogen, dennoch wird gelehrt, wer in einen Abort geht, lege in einer Entfernung von vier Ellen die Tephillin ab und trete ein!? –", "Diese wegen des Šin57Das sich außen auf der Kopfkapsel in Reliefprägung befindet.. Abajje sagte nämlich, das Šin der Tephillin sei eine Moše am Sinaj überlieferte Halakha. Ferner sagte Abajje, das Daleth58Daleth u. Jod werden aus den Riemen der T. geflochten; ersteres an der Kopfkapsel, letzteres an der Handkapsel.der Tephillin sei eine Moše am Sinaj überlieferte Halakha. Ferner sagte Abajje, das Jod58Daleth u. Jod werden aus den Riemen der T. geflochten; ersteres an der Kopfkapsel, letzteres an der Handkapsel.der Tephillin sei eine Moše am Sinaj überlieferte Halakha.", "NOCH MIT EINEM PANZER, NOCH MIT EINEM HELM, NOCH MIT EINEM BEINPANZER.", "Panzer, ein Panzerhemd. Helm. Rabh erklärte: Eine Helmkappe. Beinpanzer. Rabh erklärte: Panzerstiefel.", "iii EINE FRAU DARF WEDER MIT EINER GEÖHRTEN NADEL, NOCH MIT EINEM FINGERRINGE, DER EIN PETSCHAFT HAT, NOCH MIT EINER SCHNECKENSPANGE, NOCH MIT EINER SCHMINKBÜCHSE, NOCH MIT EINEM RIECHFLÄSCHCHEN AUSGEHEN.", "IST SIE DAMIT AUSGEGANGEN, SO IST SIE EIN SÜNDOPFER SCHULDIG – SO R. MEÍR; DIE WEISEN BEFREIEN DAVON BEI DER SCHMINKBÜCHSE UND BEIM RIECHFLÄSCHCHEN.", "GEMARA. U͑la sagte: Umgekehrt bei einem Manne59Dies bezieht sich auf einen Ring; dieser ist schuldig wegen eines ohne Petschaft u. frei wegen eines mit Petschaft.. U͑la ist somit der Ansicht, was sich für den Mann eignet, eigne sich nicht für die Frau, und was sich für die Frau eignet, eigne sich nicht für den Mann.", "R. Joseph wandte ein: Hirten dürfen mit einem Sackmantel ausgehen. Sie lehrten dies nicht nur für die Hirten, sondern auch für jeden anderen60Obgleich andere solche nicht zu tragen pflegen. Menschen, nur pflegen Hirten mit Sackmänteln auszugehen!?", "Vielmehr, sagte R. Joseph, U͑la ist der Ansicht, Frauen seien ein Volk für sich,", "Abajje wandte gegen ihn ein: Wer61Am Š. auf öffentlichem Gebiete.Tephillin findet, bringe sie paarweise62Auf Haupt u. Arm.heim, einerlei ob ein Mann oder eine Frau. Wenn du nun sagst, Frauen seien ein Volk für sich – die [Tephillin] sind ja ein von der Zeit abhängiges63Die Tephillin werden nachts u. am Š. nicht angelegt.Gebot, und von Geboten, die von der Zeit abhängen, sind Frauen ja befreit!? –", "R. Meír vertritt hier die Ansicht, die Tephillin seien nachts anzulegen, und die Tephillin seien am Šabbath anzulegen, somit gehören sie zu den Geboten, die von der Zeit nicht abhängig sind, und zu Geboten, die von der Zeit nicht abhängig sind, sind Frauen verpflichtet. –", "Das ist ja aber ein wie unbeabsichtigtes Tragen64Es ist nicht üblich, eine Last, als welche der Ring hier betrachtet wird, am Finger zu tragen.!?", "R. Jirmeja erwiderte: Hier handelt es sich um eine Frau, die Verwalterin ist65Die stets einen Siegelring am Finger trägt.. (Rabba b. Bar Ḥana sprach im Namen R. Joḥanans:) Du hast es wohl bezüglich der Frau erklärt, wie ist es aber bezüglich des Mannes zu erklären!?", "Vielmehr, erklärte Raba, zuweilen gibt der Mann seiner Frau einen Ring mit Petschaft, um ihn in die Schatulle zu legen, und bis sie zur Schatulle kommt, legt sie ihn an die Hand, und zuweilen gibt die Frau ihrem Manne einen Ring ohne Petschaft, um ihn zur Reparatur zum Handwerker zu bringen, und bis er zum Handwerker kommt, legt er ihn an die Hand.", "NOCH MIT EINER SCHNECKENSPANGE, NOCH MIT EINER SCHMINKBÜCHSE, Was heißt Schneckenspange? Rabh erklärte: Eine Haarspange. Was heißt Schminkbüchse. Rabh erklärte: Eine Gewürzkapsel. Ebenso erklärte R. Aši, eine Gewürzkapsel.", "Die Rabbanan lehrten: Die Frau darf nicht mit einer Schminkbüchse ausgehen, ist sie ausgegangen, so ist sie ein Sündopfer schuldig – so R. Meír. Die Weisen sagen, sie dürfe nicht ausgehen, ist sie ausgegangen, sei sie frei. R. Elie͑zer sagt, die Frau dürfe von vornherein mit einer Schminkbüchse ausgehen. –", "Worin besteht ihr Streit? – R. Meír ist der Ansicht, sie gelte als Last; die Rabbanan sind der Ansicht, sie gelte als Schmuck, und sie könnte sie abnehmen und zeigen, sodann zum Tragen veranlaßt werden; R. Elie͑zer aber sagt, eine solche trägt nur eine Frau, die einen üblen Geruch hat, und eine Frau, die einen üblen Geruch hat, nimmt sie nicht ab, um zu zeigen, und wird auch nicht veranlaßt, sie vier Ellen auf öffentlichem Gebiete zu tragen. –", "Es wird ja aber gelehrt, R. Elie͑zer befreie davon bei der Schminkbüchse und beim Riechfläschchen!? –", "Das ist kein Widerspruch; das eine, wo er sich auf R. Meír bezieht, das andere, wo er sich auf die Rabbanan bezieht. Wenn er gegen R. Meír streitet, der sagt, man sei ein Sündopfer schuldig, sagt er, man sei frei; wenn er gegen die Rabbanan streitet, die sagen, man sei zwar frei, jedoch sei es verboten, sagt er, es sei von vornherein erlaubt. –" ], [ "Wo sagt dies R. Meír? – Es wird gelehrt: Die Frau darf nicht mit einem Schlüssel in der Hand ausgehen; ist sie ausgegangen, so ist sie ein Sündopfer schuldig – so R. Meír; R. Elie͑zer befreit sie bei einer Schminkbüchse und bei einem Riechfläschchen. –", "Wer spricht hier von einer Schminkbüchse!? –", "[Die Lehre] ist lückenhaft, und sie muß wie folgt lauten: Ebenso darf sie nicht mit einer Schminkbüchse oder einem Riechfläschchen ausgehen; ist sie ausgegangen, so ist sie ein Sündopfer schuldig – so R. Meír; R. Elie͑zer befreit sie bei einer Schminkbüchse und bei einem Riechfläschchen. Diese Worte gelten nur, wenn Spezereien darin sind, sind darin keine Spezereien, so ist sie66Wegen des Gefäßes.schuldig.", "R. Ada b. Ahaba sagte: Dies besagt, daß man schuldig ist, wenn man Speisen unter dem festgesetzten Quantum in einem Gefäße hinausträgt66Wegen des Gefäßes.. Wenn keine Spezereien darin sind, gleicht es ja einem Gefäße mit [Speisen] unter dem festgesetzten Quantum, und er lehrt, sie sei schuldig.", "R. Aši erwiderte: Sonst, kann ich dir entgegnen, ist man [in solchem Falle] frei, anders aber ist es hierbei, wo nichts darin ist67In diesem Falle ist das Gefäß nicht mehr Nebensache, sondern Hauptsache..", "68Am. 6,6.Sie versalben das beste Öl. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Das ist das Nardenöl.", "R. Joseph wandte ein: Auch über das Nardenöl hat R. Jehuda b. Baba ein Verbot69Aus Anlaß der Zerstörung des Tempels. verhängt, man stimmte ihm aber nicht bei. Weshalb stimmte man ihm nicht bei, wenn du nun sagst, es diene nur zur Verweichlichung!?", "Abajje sprach zu ihm: Es heißt ja auch:68Am. 6,6.die Wein aus Becken trinken, was von R. Ami und R. Aši einer erklärte, [sie tranken aus] Dillenbechern70מזרק Becken, von זרק sprengen, bezw. werfen., und der andere erklärte, sie warfen ihre Becher einander zu; ist dies etwa verboten, Raba b. R. Hona war ja beim Exilarchen, wo sie aus Dillenbechern tranken, und er sagte dagegen nichts!?", "Vielmehr haben die Rabbanan all das verboten, was Behagen und Heiterkeit verursacht. Was aber nur Behagen verursacht und keine Heiterkeit, haben die Rabbanan nicht verboten.", "71Am. 6,4.Die auf Betten von Elfenbein liegen und sich auf ihrem Lager rekken. R. Jose, Sohn des R. Ḥanina, sagte: Dies lehrt, daß sie nackt vor ihrem Bette Harn ließen.", "R. Abahu schalt darüber. Wieso heißt es demnach: 72Ib. V. 7.darum sollen sie nun an der Spitze der Verbannten in die Verbannung ziehen; sollten sie deshalb an der Spitze der Verbannten in die Verbannung ziehen, weil sie nackt vor ihrem Bette Harn ließen!?", "Vielmehr, sagte R. Abahu, es sind die Leute, die zusammen aßen und tranken, ihre Betten nebeneinander stellten, ihre Frauen untereinander tauschten und ihre Betten stinkend machten durch fremden Samen73Das im Text gebrauchte סרחים heißt auch sich hinschleppen, bezw. (Neuhebr.) stinken..", "R. Abahu sagte, und wie manche sagen, wurde es in einer Barajtha gelehrt: Drei Dinge bringen den Menschen in Armut, und zwar: wenn man nackt vor seinem Bette Harn läßt, wenn man das Händewaschen74Vor der Mahlzeit. mißachtet, und wenn einem seine Frau ins Gesicht flucht.", "«Wenn man nackt vor seinem Bette Harn läßt.» Raba sagte: Dies nur, wenn man das Gesicht dem Bette zuwendet, wenn man es aber wegwendet, so ist nichts dabei.", "Und auch wenn man das Gesicht dem Bette zuwendet nur dann, wenn man [den Harn] auf die Erde läßt, wenn in ein Gefäß, so ist nichts dabei.", "«Wenn man das Händewaschen mißachtet.» Raba sagte: Dies nur, wenn man die Hände überhaupt nicht wäscht, wenn man sie aber ungenügend wäscht, so ist nichts dabei.", "Dies ist aber nichts, denn R. Ḥisda sagte: Ich wasche [die Hände] mit vollen Haufen, und man gewährt mir der Güte mit vollem Haufen.", "«Wenn einem seine Frau ins Gesicht flucht.» Raba sagte: Wegen ihrer Putzangelegenheiten. Dies aber nur, wenn er dazu hat und ihr nicht gibt.", "Raba, Sohn des R. I͑leaj, trug vor: Es heißt:75Jes. 3,16.und der Herr sprach: Weil die Töchter Çijons hoch einherfuhren. Sie gingen mit emporgerichteter Statur.75Jes. 3,16.Sie gingen mit gerecktem Halse. Sie gingen Ferse an Zehe.75Jes. 3,16.Und schauten mit den Augen frech umher. Sie füllten die Augen mit Schminke und winkten.75Jes. 3,16.Tänzelnd einhergehen. Eine Hohe ging76Um aufzufallen. neben einer Niedrigen.75Jes. 3,16.Und mit den Fußspangen klirrend. R. Jiçḥaq aus der Schule R. Amis sagte: Dies lehrt, daß sie Myrrhe und Balsam in ihre Schuhe taten und in den Straßen Jerušalems einhergingen, und wenn sie an die Jünglinge Jisraéls herankamen, traten sie auf den Boden und bespritzten sie, wodurch sie in ihnen einen bösen Trieb erregten, wie das Gift in der Natter77All diese Auslegungen u. die weiter folgenden beruhen auf Wortspielen, die sich nicht wiedergeben lassen.. –", "Was war ihre Strafe? – Wie Rabba b. U͑la vorgetragen hat:78Jes. 3,24.Statt des Balsams gibt es Fäulnis. Die Stellen, wo sie sich mit Balsam zu salben pflegten, werden Fäulnisflecke sein. 78Jes. 3,24.Statt der Gürtel Fetzen. Die Stellen, wo sie Schärpen umzugürten pflegten, werden Wundfetzen sein.78Jes. 3,24.Statt des Gekräuseis, die Glatze. Die Stellen, da sie sich zu schmücken pflegten, werden Glatzen sein. 78Jes. 3,24.Statt des Prachtmantels, ein Sackgewand. Die Öffnungen, die zur Wollust anregen, werden mit einem Sackgewande umgürtet sein.78Jes. 3,24.Brandwunde statt der Schönheit. Raba sagte: Das ist es, was die Leute sagen: Blattern statt der Schönheit.", "79Jes. 3,17.So wird der Herr den Scheitel der Frauen Çijons grindig machen. R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Dies lehrt, daß an ihnen Aussatz ausbrach, denn hier heißt es: grindig machen und dort80Lev. 14,56.heißt es: Geschwüre und Grinde.", "81Jes. 3,17.Und ihre Scham entblößen. Von Rabh und Šemuél erklärte einer, es floß aus ihnen wie aus einem Kruge, und einer erklärte, ihre Scham wurde wie ein Wald82יערה wird aus יער Wald, bezw. aus ער ה fließen, ergießen abgeleitet.behaart.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Die Leute von Jerušalem waren frivole Menschen. Einer fragte seinen Nächsten: Womit hast du heute Mahlzeit abgehalten? Mit Brot aus gebeuteltem Mehl oder aus ungebeuteltem Mehl? Mit Gordolischem Weine oder" ], [ "mit Ḥardelischem Weine? Auf einem breiten Polster oder auf einem schmalen Polster? In guter Gesellschaft oder in schlechter Gesellschaft? R. Ḥisda sagte: Alles im erotischen83Ob mit einer Deflorierten od. einer Jungfrau, ob mit einer blonden od. einer dunklen, ob mit einer dicken od. einer schlanken.Sinne.", "Reḥaba sagte im Namen R. Jehudas: Das Gehölz Jerušalems bestand aus Zimmetbäumen, und wenn man mit diesem heizte, verbreitete sich der Geruch durch das ganze Jisraélland. Als Jerušalem zerstört wurde, wurden sie verborgen, und nur ein Körnchen blieb zurück, das sich unter den Schätzen der Königin Çimçemaj befindet.", "iv EIN MANN DARF NICHT MIT EINEM DEGEN AUSGEHEN, NICHT MIT EINEM BOGEN, NICHT MIT EINEM SCHILDE, NICHT MIT EINER KEULE UND NICHT MI EINER LANZE. IST ER MIT DIESEN AUSGEGANGEN, SO IST ER EIN SÜNDOPFER SCHULDIG.", "R. ELIE͑ZER SAGT, DIESE SEIEN FÜR IHN SCHMUCKGEGENSTÄNDE.", "DIE WEISEN SAGEN, DIESE SEIEN EHER EINE UNZIER, DENN ES HEISST: 84Jes. 2,4.und sie werden ihre Schwerter zu Karsten umschmieden und ihre Spieße zu Winzermessern; kein Volk wird mehr gegen das andere das Schwert erheben, und nicht werden sie mehr den Krieg lernen.", "DAS KNIEBAND IST REIN, UND MAN DARF DAMIT AM ŠABBATH AUSGEHEN;", "FESSELBÄNDER SIND VERUNREINIGUNGSFÄHIG, UND MAN DARF MIT IHNEN AM ŠABBATH NIGHT AUSGEHEN.", "GEMARA. (Was heißt Eia (Keule)? – Keule.)", "R. ELIE͑ZER SAGT, DIESE SEIEN FÜR IHN SCHMUCKGEGENSTÄNDE. Es Wird gelehrt: Jene sprachen zu R. Elie͑zer: Weshalb werden sie, wenn sie für den Mann Schmuckgegenstände sind, in den messianischen Tagen abgeschafft werden!? Dieser erwiderte: Weil man ihrer nicht benötigen wird, wie es heißt: kein Volk wird mehr gegen das andere das Schwert erheben. – Sollten sie doch als Schmuck beibehalten werden!? Abajje erwiderte: Dies wäre ebenso, wie eine Leuchte am Mittag.", "Er streitet also gegen Šemuél, denn Šemuél sagte: Es gibt keinen anderen Unterschied zwischen dieser Welt und den messianischen Tagen, als die Knechtschaft der Regierungen, denn es heißt:85Dt. 15,11.nie wird der Dürftige im Lande aufhören.", "Ferner ist dies eine Stütze für R. Ḥija b. Abba, denn R. Ḥija b. Abba sagte: Sämtliche Propheten haben über nichts anderes geweissagt, als über die messianischen Tage, was aber die zukünftige Welt betrifft – 86Jes. 64,3.außer dir, o Gott, hat kein Auge geschaut.", "Manche lesen: Jene sprachen zu R. Elie͑zer: Weshalb werden sie, wenn sie für den Mann Schmuckgegenstände sind, in den messianischen Tagen abgeschafft werden!? Dieser erwiderte: Auch in den messianischen Tagen werden sie nicht abgeschafft werden. Er stimmt mit Šemuél überein und streitet gegen R. Ḥija b. Abba.", "Abajje fragte R. Dimi, und wie manche sagen, R. Ivja, manche sagen, R. Joseph [fragte] R. Dimi, und wie manche sagen, R. Ivja, und manche sagen, Abajje [fragte] R. Joseph: Was ist der Grund R. Elie͑zers, welcher sagt, sie seien für den Mann Schmuckgegenstände? – Es heißt:87Ps. 45,4.gürte dein Schwert um die Hüfte, du Held, deinen Glanz und deinen Schmuck.", "R. Kahana sprach zu Mar, dem Sohne Rabinas: Dies bezieht sich ja auf Worte der Tora!? Dieser entgegnete: Kein Schriftvers kommt aus seinem Wortlaute.", "R. Kahana sprach: Mit achtzehn Jahren hatte ich den ganzen Talmud durchstudiert, doch wußte ich bis jetzt nicht, daß kein Schriftvers aus seinem Wortlaute komme. – Was lehrt er damit? –", "Daß der Mensch zuerst lerne88Den einfachen Sinn einer Schriftstelle.und dann erörtere.", "R. Jirmeja sagte im Namen R. Elea͑zars: Wenn zwei Schriftgelehrte einander durch eine Halakha schärfen, so gewährt ihnen der Heilige, gepriesen sei er, Gelingen, denn es heißt: 89Ps. 45,5.und dein Schmuck, und man lese nicht vehadarkha [und dein Schmuck], sondern veḥadadkha [deine Scharfsinnigkeit]. Und noch mehr, sie gelangen auch zur Größe, denn es heißt:89Ps. 45,5.habe Erfolg und reite. Man könnte glauben, auch wenn dies nicht [der Tora selbst wegen] geschieht, so heißt es:89Ps. 45,5.auf Worten der Wahrheit. Man könnte glauben, auch wenn man damit groß tut, so heißt es: 89Ps. 45,5.Bescheidenheit und Rechtschaffenheit. Tuen sie dies, so ist ihnen die Tora beschieden, die mit der Rechten verliehen wurde, wie es heißt:89Ps. 45,5.und deine Rechte lehrt dich Furchtbares.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Es sind ihnen die Dinge beschieden, die zur Rechten der Tora genannt werden. Raba b. R. Šila, wie manche sagen, R. Joseph b. Ḥama im Namen R. Šešeths, sagte nämlich: Es heißt:90Pr. 3,16. langes Leben an ihrer Rechten, an ihrer Linken Reichtum und Ehre; ist etwa an ihrer Rechten nur langes Leben vorhanden, Reichtum und Ehre aber nicht? Vielmehr, denen, die sich ihr rechts widmen, gewährt sie langes Leben, und um so mehr Reichtum und Ehre, denen aber, die sich ihr links widmen, gewährt sie wohl Reichtum und Ehre, jedoch nicht langes Leben.", "R. Jirmeja sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Laqiš: Wenn zwei Schriftgelehrte zu einander milde sind bei der Halakha, so horcht ihnen der Heilige, gepriesen sei er, zu, denn es heißt:91Mal. 3,16.damals besprachen sich die Gottesfürchtigen &c.; unter ‘Sprechen’ ist nur das sanftmütige [Sprechen] zu verstehen, denn es heißt: 92Ps. 47,4.er wird Völker unter uns drücken93Das Wort דיבור, Sprechen, wird aus דבר (im Hiph.) niederdrücken abgeleitet, leise, sanftmütig sprechen.. –", "Was bedeuten [die Worte:]91Mal. 3,16.die an seinen Namen denken? R. Ami erwiderte: Selbst wenn man nur gedacht hat, ein Gebot auszuüben, aber durch einen Zwangsfall es auszuüben verhindert worden ist, rechnet die Schrift es ihm an, als hätte er es ausgeübt.", "R. Ḥenena b. Idi sagte: Wer ein Gebot nach seinem Wortlaute befolgt, dem werden keine bösen Nachrichten überbracht, denn es heißt: 94Ecc. 8,5.wer das Gebot beobachtet, wird nichts Schlimmes erfahren.", "R. Asi, nach anderen, R. Ḥanina, sagte: Selbst wenn der Heilige, gepriesen sei er, ein Verhängnis beschließt, vereitelt es dieser, denn es heißt: 95Ib. V. 4.dieweil des Königs Wort mächtig ist, und wer darf zu ihm sagen: Was tust du? Und darauf folgt:96Ib. V. 5.wer das Gebot beobachtet, wird nichts Schlimmes erfahren.", "R. Abba sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Laqiá: Wenn zwei Schriftgelehrte auf einander bei der Halakha lauschen, so hört der Heilige, gepriesen sei er, auf ihre Stimme, denn es heißt:97Cant. 8,13.die du in den Gärten wohnst, Freunde lauschen auf deine Stimme; laß mich hören.", "Wenn sie dies aber nicht tun, so veranlassen sie, daß die Göttlichkeit von Jisraél weiche, denn es heißt:98Ib. V. 14.fliehe, mein Geliebter, und gleiche &c.", "R. Abba sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Laqiá: Wenn zwei Schriftgelehrte sich bei der Halakha zusammentun99Zum Studium derselben, wenn sie keinen Lehrer haben. Wörtl. die unter, od. zur Fahne kommen, wodurch der Beleg mit dem folgenden Schriftverse verständlich wird., so liebt sie der Heilige, gepriesen sei er, denn es heißt: 100Cant. 2,4.deine Fahne über mir ist Liebe. Raba sagte: Dies nur, wenn sie einen Begriff von der Halakha haben. Auch dann nur, wenn sie keinen Lehrer in der Stadt haben, von dem sie lernen könnten.", "Ferner sagte R. Abba im Namen des R.Šimo͑n b. Laqiš: Größer ist derjenige, der einem ein Darlehen gewährt, als derjenige, der Almosen gibt. Alle überragt derjenige, der einem zum Erwerbsbetriebe gibt.", "Ferner sagte R. Abba im Namen des R. Šimo͑n b. Laqiš: Wenn ein Schriftgelehrter wie eine Schlange Rache und Groll hegt, so gürte ihn um deine Lenden101Dh. schließe dich ihm an.. Wenn ein Mann aus dem gemeinen Volke fromm ist, so wohne nicht in seiner Nachbarschaft.", "R. Kahana sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Laqiš, wie manche sagen, R. Asi im Namen des R. Šimo͑n b. Laqiš, und wie manche sagen, R. Abba im Namen des R. Šimo͑n b. Laqiš: Wer einen [bösen] Hund in seinem Hause groß zieht, hält Barmherzigkeit von seinem Hause zurück, denn es heißt:" ], [ "102Ij. 6,14.wer seinem Nächsten Barmherzigkeit verweigert [lamas], und der Hund wird im Griechischen Limos103Λιμός, Hunger, Hungerleider, Fresser.genannt. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Er wirft auch die Gottesfurcht von sich ab, denn es heißt: 102Ij. 6,14.die Furcht vor dem Allmächtigen verläßt er.", "Einst kam eine Frau in ein Haus, um zu backen, und ein Hund bellte sie an, da löste sich in ihr die Geburt. Da sprach der Hausherr zu ihr: Fürchte dich nicht, er hat weder Zähne noch Krallen. Sie aber erwiderte ihm: Vergeblich dein Trost, auf Dornen geworfen; die Geburt hat sich bereits bewegt.", "R. Hona sagte: Es heißt:104Ecc. 11,9.freue dich, Jüngling, in deiner Jugend, und laß dein Herz guter Dinge sein in deinen Jünglingstagen; wandle, wohin es dein Herz zieht, und wonach deine Augen schauen, und wisse, daß dich Gott um dies alles ins Gericht bringen wird. So weit die Worte des bösen Triebes, von da105Der Schluß des Verses.ab sind es die Worte des guten Triebes.", "Reš Laqiš sagte: So weit bezieht es sich auf die Tora, von da ab auf die guten Werke106Mit den ersteren freue man sich, über die letzteren wird man Rechenschaft ablegen..", "DAS KNIEBAND IST REIN. R. Jehuda sagte: Unter Birith [Knieband] ist das Armband zu verstehen.", "R. Joseph wandte ein: Das Knieband ist rein, und man darf damit am Šabbath ausgehen. Das Armband ist ja verunreinigungsfähig107Cf. Num. 31,22 u. V. 50.!? –", "Er meint es wie folgt: das Knieband sitzt unterhalb des Armbandes.", "Rabin und R. Hona saßen vor R. Jirmeja, während R. Jirmeja dasaß und schlummerte. Da sprach Rabin: Das Knieband wird nur an einem [Fuße], Fesselbänder werden an beiden [getragen].", "R. Hona erwiderte ihm: Beide werden an beiden getragen; wenn man sie durch eine Kette verbindet, so sind es Fesselbänder. –", "Macht die Kette sie denn zum Geräte!?", "Wolltest du sagen, dies nach R. Šemuél b. Naḥmani, denn R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Joḥanans: Woher, daß das, was in einem Metallgeräte einen Ton hervorbringt, verunreinigungsfähig sei? Es heißt: 108Num. 31,23.jede Sache, die Feuer verträgt, sollt ihr in Feuer tun, auch Toninstrumente109Cf. Anm. 19..", "Allerdings das, was des Tones wegen nötig ist und eine Funktion hat. Welche Funktion aber hat [die Kette]!? –", "Auch diese hat eine Funktion, denn Rabba b. Bar Ḥana erzählte im Namen R. Joḥanans: In Jerušalem war eine Familie, die einen großen Schritt hatte, wodurch [die Mädchen] das Jungfernhäutchen zu verlieren pflegten; da fertigte man ihnen durch eine Kette verbundene Fesselbänder an, um den großen Schritt zu verhindern, und das Jungfernhäutchen blieb ihnen erhalten. Da erwachte R. Jirmeja und sprach zu ihnen: Richtig, dies sagte auch R. Joḥanan.", "Als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Woher, daß ein Gewebe, irgendwie groß, verunreinigungsfähig ist? Vom Stirnblatte.", "Abajje sprach zu ihm: War denn das Stirnblatt ein Gewebe, es wird ja gelehrt: Das Stirnblatt war eine Art Platte aus Gold, zwei Finger breit, und reichte von Ohr zu Ohr; darauf waren zwei Zeilen eingraviert: Jod und He110Der Gottesname.oben und geheiligt unten.", "R. Elie͑zer b. R. Jose erzählte: Ich habe es in Rom gesehen, und darauf waren [die Worte]111Ex. 28,36.geheiligt dem Herrn in einer Zeile eingraviert!?", "Als R. Dimi nach Nehardea͑ hinaufging, ließ er ihnen sagen: Was ich euch gesagt habe, beruht auf einem Irrtum; vielmehr sagten sie folgendes im Namen R. Joḥanans: Woher, daß ein Schmuck, irgendwie groß, verunreinigungsfähig ist? Vom Stirnblatte. Woher, daß ein Gewebe, irgendwie groß, verunreinigungsfähig ist? Aus [den Worten]:112Lv. 11,32.oder ein Gewand113Beim Gesetze von der Unreinheit (Lev. Kap. 11); die Partikel ‘oder’ ist überflüssig u. deutet hierauf..", "Die Rabbanan lehrten: Ein Gewebe, irgendwie groß, ist verunreinigungsfähig, ein Schmuck, irgendwie groß, ist verunreinigungsfähig, und ein Schmuck und Gewebe, [zusammen] irgendwie groß, ist verunreinigungsfähig. Noch mehr als das ‘Gewand’ ist es das Sackzeug114Aus Ziegenhaar gefertigt., das als Gewebe verunreinigungsfähig ist.", "Raba sagte: Daß ein Gewebe, irgendwie groß, verunreinigungsfähig ist, geht aus [den Worten]: oder ein Gewand hervor. Daß ein Schmuck, irgendwie groß, verunreinigungsfähig ist, ist vom Stirnblatte zu entnehmen, und daß ein Gewebe und Schmuck, [zusammen] irgendwie groß, verunreinigungsfähig ist, geht aus [den Worten]:115Num. 31,20.jedes Arbeitsgerät hervor.", "Einer von den Jüngern sprach zu Raba: Dies wurde ja nur beim [Ereignis zu] Midjan116Wo von der Verunreinigung durch einen Leichnam gesprochen wird; cf. Num. Kap. 31.angeordnet!?", "Dieser erwiderte: Man folgere es durch [das Wort]" ], [ "Gerät117Das sowohl beim Ereignisse zu Midjan als auch beim Gesetze von der Unreinheit gebraucht wird.von dort.", "«Noch mehr als das ‘Gewand’ ist es das Sackzeug, das als Gewebe verunreinigungsfähig ist.» Ist denn das Gewand kein Gewebe!?– Er meint es wie folgt: Noch mehr als das Gewand ist das Sackzeug, das verunreinigungsfähig ist, auch wenn es kein Gewebe ist. – Wozu ist es dann verwendbar? R. Joḥanan erwiderte: Ein Armer dreht drei Haare zusammen und hängt es seiner Tochter um den Hals.", "Die Rabbanan lehrten: 118Lev. 11,32.Sack, ich weiß dies also nur vom Sackzeug, woher, daß auch das kilikische Zeug119Eine Art Filz oder Lodenstoff.und Haardecken einbegriffen sind? Es heißt: oder113Beim Gesetze von der Unreinheit (Lev. Kap. 11); die Partikel ‘oder’ ist überflüssig u. deutet hierauf.ein Sack. Man könnte glauben, auch Stricke und Schnüre seien einbegriffen, so heißt es Sack; wie das Sackzeug gesponnen und gewebt ist, ebenso alles, was gesponnen und gewebt ist.", "Hinsichtlich des Leichnams heißt es:120Num. 31,20.alles Lederzeug, alles aus Ziegenhaar Gefertigte &c. sollt ihr reinigen, und dies schließt das kilikische Zeug und Haardecken ein.", "Man könnte glauben, auch Stricke und Schnüre seien einbegriffen, und wie folgt deduzieren: Das Kriechtier ist verunreinigend und der Leichnam ist verunreinigend, wie das Kriechtier nur bei Gesponnenem und Gewebtem verunreinigend ist, ebenso ist auch der Leichnam nur bei Gesponnenem und Gewebtem verunreinigend.", "Aber sollte denn, wenn es bei der an sich leichteren Unreinheit des Kriechtieres erleichtert worden ist, auch bei der schwereren Unreinheit des Leichnams erleichtert werden!? Daher heißt es bei beiden: Gewand und Leder, als Wortanalogie:", "beim Kriechtiere heißt es Gewand und Leder, und ebenso heißt es Gewand und Leder beim Leichnam; wie das Kriechtier, bei dem es Gewand und Leder heißt, nur bei Gesponnenem und Gewebtem verunreinigend ist, ebenso ist auch der Leichnam, bei dem es Gewand und Leder heißt, nur bei Gesponnenem und Gewebtem verunreinigend.", "Und wie ferner der Leichnam, bei dem es Gewand und Leder heißt, bei allem aus Ziegenhaar Gefertigten verunreinigend ist, ebenso ist auch das Kriechtier, bei dem es Gewand und Leder heißt, bei allem aus Ziegenhaar Gefertigten verunreinigend.", "Ich weiß dies also vom aus Ziegenhaar Gefertigten, woher, daß das aus Roß und Kuhschwanzhaar Gefertigte einbegriffen ist? Es heißt: oder113Beim Gesetze von der Unreinheit (Lev. Kap. 11); die Partikel ‘oder’ ist überflüssig u. deutet hierauf.ein Sack. –", "Du hast ja aber kilikisches Zeug und Haardecken ausgeschlossene –", "Dies nur, bevor aus der Wortanalogie gefolgert wurde, jetzt aber, wo aus der Wortanalogie gefolgert wird, sind auch diese einbegriffen. –", "Ich weiß dies bezüglich des Kriechtieres, woher dies bezüglich des Leichnams?", "Dies ist einleuchtend: der Leichnam ist verunreinigend und das Kriechtier ist verunreinigend, wie bei der Unreinheit des Kriechtieres das aus Roß- und Kuhschwanzhaar Gefertigte dem aus Ziegenhaar Gefertigten gleicht, ebenso gleicht bei der Unreinheit des Leichnams das aus Roß- und Kuhschwanzhaar Gefertigte dem aus Ziegenhaar Gefertigten.", "Wieso denn, wenn dieses bezüglich der mehrfachen Unreinheit bis zum Abend121Die Unreinheit für die Dauer eines Tages bis zum Abend gilt nicht nur für das Kriechtier, sondern auch für andere Unreinheiten (durch Aas, Samenerguß, Samenfluß), während die siebentägige Unreinheit nur bei einem Leichnam vorkommt.einbegriffen ist, sollte es auch bezüglich der vereinzelten siebentägigen Unreinheit einbegriffen werden?", "Daher heißt es bei beiden Gewand und Leder, als Wortanalogie: beim Kriechtiere heißt es Gewand und Leder, und ebenso heißt es Gewand und Leder beim Leichnam; wie beim Kriechtiere, bei dem es Gewand und Leder heißt, das aus Roß- und Kuhschwanzhaar Gefertigte dem aus Ziegenhaar Gefertigten gleicht, ebenso gleicht beim Leichnam, bei dem es Gewand und Leder heißt, das aus Roß- und Kuhschwanzhaar Gefertigte dem aus Ziegenhaar Gefertigten.", "Und sie122Die Worte Gewand und Leder sind nur als Wortanalogie zu verwenden, da sie für das Verständnis des Textes ganz entbehrlich sind.sind entbehrlich, denn wenn sie nicht entbehrlich wären, könnte man erwidern: wohl beim Kriechtiere, das schon in Linsengröße verunreinigend ist. Aber nein, sie sind entbehrlich.", "Merke [die Unreinheit] des Kriechtieres gleicht ja der des Samenergusses, denn es heißt: 123Lv. 22,4.ein Mann, der Samen ausgestoßen hat, und darauf folgt: 124Ib. V. 5.wer irgend ein Kriechtier berührt, und da es schon beim Samenerguß heißt: 125Ib. 15,17.alles Gewand und alles Leder, an dem Samenerguß sich befindet, wozu wiederholt der Allbarmherzige Gewand und Leder beim Kriechtiere!? Sie sind also entbehrlich.", "Sie sind ja aber nur an der einen Stelle entbehrlich126Das an zwei Stellen gleichlautende Wort, das zur Schlußfolgerung durch Wortanalogie verwendet wird, muß, um diese nicht widerlegen zu können, an beiden Stellen entbehrlich sein.!? Allerdings, nach demjenigen, welcher sagt, daß, wenn an einer Stelle entbehrlich, man [durch die Wortanalogie] folgere, ohne sie widerlegen zu können, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, man folgere zwar, widerlege sie aber auch!? –", "Sie sind auch beim Leichnam entbehrlich. Merke, [die Unreinheit] des Leichnams gleicht ja der des Samenergusses, denn es heißt:123Lv. 22,4.wer einen durch einen Leichnam Verunreinigten berührt, oder ein Mann, der Samen ausgestoßen hat, und da es schon beim Samenergusse heißt: alles Gewand und alles Leder, wozu wiederholt der Allbarmherzige Gewand und Leder beim Leichnam!? Sie sind also entbehrlich.", "127Num. 31,50.Und wir bringen dem Herrn als Opfergabe, was ein jeder an goldenen Geräten gefunden, Armbänder, Armspangen, Fingerringe, Busenspangen und Gehänge. R. Elea͑zar erklärte: Die Busenspange war ein Brüsteschmuck, das Gehänge war ein Schamschmuck.", "R. Joseph sprach: Wenn dem so ist, so stimmt es, daß wir es mit Maḥokh128מחוך aus חוך Lachen, ausgelassen lachen.übersetzen: nämlich ein Gegenstand, der zum Lachen verleitet. Da sprach Raba zu ihm: Dies geht auch aus dem Texte selbst hervor: Kumaz: das ist die Stelle der Unzucht129[כומז] כמז hat die Initialen der Worte כאן מקום זימה..", "130Num. 31,14.Und Moše zürnte über die Anführer des Heeres. R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Moše sprach nämlich zu Jisraél: Ihr habt euch vielleicht zu euerer ehemaligen Verdorbenheit zurückgewendet? Diese erwiderten: Es fehlt niemand aus unserer Mitte. Da sprach er zu ihnen: Wozu demnach die Entsündigung? Darauf erwiderten sie: Wenn wir auch der Sünde entgangen sind, so sind wir immerhin sündhaften Gedanken nicht entgangen. Hierauf: Wir bringen dem Herrn als Opfergabe.", "In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Weshalb benötigten die Jisraéliten jenes Zeitalters einer Entsündigung?" ], [ "Weil sie ihre Augen an der Schande geweidet haben.", "R. Šešeth sagte: Weshalb zählt die Schrift die äußerlichen Schmucksachen zusammen mit den intimen Schmucksachen auf? Um dir zu sagen, daß, wenn man auch nur den kleinen Finger eines Weibes betrachtet, dies ebenso sei, als betrachte man ihre Scham.", "v EINE FRAU DARF MIT HÄRENEN [HAAR]SCHNÜREN AUSGEHEN, OB AUS EIGENEM, AUS FREMDEM ODER AUS TIERHAAR [GEFERTIGT];", "FERNER AUCH MIT EINEM STIRNSCHMUCKE UND EINEM KOPFSCHMUCKE, WENN SIE FESTGENÄHT SIND, UND IM HOFE \n", "AUCH MIT EINER KOPFBINDE UND EINER PERÜCKE. FERNER MIT WATTE IM OHRE UND IN DER SANDALE, ODER DIE SIE WEGEN DER MONATSBLUTUNG TRÄGT; \n", "FERNER MIT EINEM PFEFFER- ODER SALZKORN UND ALLEM ANDEREN, WAS SIE IN DEN MUND GETAN; JEDOCH DARF SIE ES AM ŠABBATH NICHT VON VORNHEREIN HINEINTUN; FÄLLT ES HERAUS, SO DARF SIE ES NICHT WIEDER HINEINTUN.", "MIT EINEM EINGESETZTEN ZAHNE ODER EINEM GOLDENEN ZAHNE131Zur Verkleidung eines schlechten Zahnes.IST ES NACH RABBI ERLAUBT UND NACH DEN WEISEN VERBOTEN.", "GEMARA. Und alles ist nötig. Hätte er nur vom eigenen [Haar] gelehrt, [so könnte man glauben,] weil es nicht widerlich ist, nicht aber mit fremdem, das widerlich132Sie könnte sie abnehmen u. auf öffentlichem Gebiete tragen.ist.", "Hätte er uns nur vom fremden gelehrt, [so könnte man glauben,] weil es derselben Art ist, nicht aber mit dem eines Tieres, das nicht derselben Art ist. Daher ist alles nötig.", "Es wird gelehrt: Nur darf eine Junge nicht mit dem [Haar] einer Alten und eine Alte nicht mit dem einer Jungen ausgehen. –", "Erklärlich ist es bezüglich einer Alten mit dem [Haar] einer Jungen, denn es ist zu ihrem Vorteile und sie könnte zum Zeigen veranlaßt133Und in der Hand tragen.werden, weshalb aber nicht eine Junge mit dem einer Alten, es ist ja zu ihrem Nachteile!? – Da er von einer Alten mit dem einer Jungen lehrt, lehrt er auch von einer Jungen mit dem einer Alten.", "IM HOFE AUCH MIT EINER KOPFBINDE UND EINER PERÜCKE. Rabh sagte: Mit allem, womit die Weisen auf öffentliches Gebiet auszugehen verboten haben, darf man auch in den Hof nicht gehen, ausgenommen ist die Kopfbinde und die Perücke.", "R. A͑nani b. Sason sagte im Namen R. Jišma͑éls: Bei allem ist es ebenso, wie bei der Kopfbinde. –", "Wir haben gelernt: Im Hofe auch mit einer Kopfbinde und einer Perücke. Richtig ist dies nun nach Rabh, gegen R. A͑nani b. Sason aber ist dies ja ein Einwand!? – R. A͑nani b. Sason sagte dies im Namen des R. Jišma͑él b. Jose, und R. Jišma͑él b. Jose, der ein Tanna ist, streitet dagegen. –", "Womit sind diese nach Rabh anders? U͑la erwiderte: Damit [die Frau] ihrem Manne nicht verächtlich werde. Es wird nämlich gelehrt:134Lev. 15,33.Und die an ihrer Monatsblutung leidet. Hierzu sagten die früheren Gelehrten, sie dürfe sich weder schminken noch pudern, noch mit bunten Kleidern putzen. Später trat R. A͑qiba auf und lehrte: Dadurch machst du sie ja ihrem Manne verächtlich, und es kann dazu kommen, daß sich ihr Mann von ihr scheiden läßt. Worauf aber deutet der Schriftvers: und die an ihrer Monatsblutung leidet? Sie werde solange als Monatsblutende betrachtet, bis sie im Wasser gebadet hat.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Alles, was die Rabbanan des Anscheines wegen verboten haben, ist auch in den geheimsten Gemächern verboten. –", "Wir haben gelernt, nicht mit einer Glocke, auch wenn sie verstopft135Darf man einen Esel austreiben. Andere, die es sehen, wissen nicht, daß es sich um einen Fall handelt, in dem die Handlung erlaubt ist.ist, und ein Anderes lehrt136Man darf ein Vieh austreiben., man verstopfe ihm die Glocke am Halse und führe es auf dem Hofe137Wo andere dies nicht sehen.umher!? –", "Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt:" ], [ "Man breite sie138Naßgewordene Kleidungsstücke am Š.vor die Sonne aus, nicht aber vor dem Volke; R. Elie͑zer und R. Šimo͑n verbieten dies139Des Anscheines wegen; andere könnten glauben, er habe sie gewaschen..", "MIT WATTE IM OHRE. Rami b. Jeḥezqél lehrte: Nur wenn sie ihr am Ohre befestigt ist.", "MIT WATTE IN DER SANDALE. Rami b. Jeḥezqél lehrte: Nur wenn sie an der Sandale befestigt ist.", "DIE SIE WEGEN DER MONATSBLUTUNG TRÄGT. Rami b. Ḥama wollte sagen, nur wenn sie an ihren Hüften befestigt ist, da sprach Raba zu ihm: Auch wenn sie nicht befestigt ist, denn da diese widerlich ist, wird sie nicht zum Tragen veranlaßt.", "R. Jirmeja fragte R. Abba: Wie ist es, wenn sie daran eine Handhabe gemacht hat? Dieser erwiderte: Es ist erlaubt. Es wurde gelehrt: R. Naḥman b. Oša͑ja sagte im Namen R. Joḥanans, auch wenn sie daran eine Handhabe gemacht hat, sei es erlaubt.", "R. Joḥanan pflegte damit140Mit Watte in den Ohren.ins Lehrhaus zu gehen, und seine Genossen stritten hierin gegen ihn. R. Jannaj pflegte damit140Mit Watte in den Ohren.auf ein Neutralgebiet zu gehen, und das ganze Zeitalter stritt hierin gegen ihn. – Rami b. Jeḥezqél lehrte ja aber, nur wenn sie ihr am Ohre befestigt ist!? – Das ist kein Einwand; das eine, wenn sie fest sitzt, das andere, wenn sie nicht fest sitzt.", "MIT EINEM PFEFFER- ODER SALZKORN. Pfeffer, wegen des üblen Geruches; Salz, wegen der Zähne. UND ALLEM ANDEREN, WAS MAN IN DEN MUND GETAN. Ingwer oder Zimt.", "MIT EINEM EINGESETZTEN ZAHNE ODER EINEM GOLDENEN ZAHNE IST ES NACH RABBI ERLAUBT UND NACH DEN WEISEN VERBOTEN. R. Zera sagte: Dies wurde nur von einem goldenen Zahne gelehrt, mit einem silbernen aber ist es nach aller Ansicht erlaubt. Desgleichen wird gelehrt: Bezüglich eines silbernen stimmen alle überein, daß es erlaubt sei, mit einem goldenen ist es nach Rabbi erlaubt und nach den Weisen verboten.", "Abajje sagte: Rabbi, R. Elie͑zer und R. Šimo͑n b. Elea͑zar sind alle der Ansicht, daß bei dem, was ihr genannt ist, [nicht zu berücksichtigen ist,] sie könnte zum Zeigen veranlaßt werden.", "Rabbi, wie wir eben gesagt haben. R. Elie͑zer, wie gelehrt wird: R. Elie͑zer befreit davon bei einer Schminkbüchse und beim Riechfläschchen.", "R. Šimo͑n b. Elea͑zar, wie gelehrt wird: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte eine Regel: Mit dem, was sich unter der Haube befindet, darf sie ausgehen, und mit dem, was sich über der Haube befindet, darf sie nicht ausgehen.", "vi SIE DARF MIT EINEM SELA͑STÜCKE AUF DER FUSSSCHWELLUNG AUSGEHEN. KLEINE MÄDCHEN DÜRFEN MIT SCHNÜRCHEN ODER HÖLZCHEN AN DEN OHREN AUSGEHEN. ARABERINNEN DÜRFEN VERSCHLEIERT UND MEDERINNEN VERHÜLLT AUSGEHEN; EBENSO JEDER ANDERE MENSCH, NUR SPRECHEN DIE WEISEN VOM GEWÖHNLICHEN. vii SIE DARF AUCH [DIE KOPFHÜLLE] UM EINEN STEIN, EINE NUSS, ODER EINE MÜNZE141Der eine Zipfel der Hülle wurde um einen harten Gegenstand geknüpft, was eine Art Knopf bildete, aus dem zweiten Zipfel wurde eine Schleife geknüpft, was als Knopfloch diente.WICKELN, NUR DARF SIE ES NICHT AM ŠABBATH VON VORNHEREIN TUN.", "GEMARA. Was heißt Fußschwellung? – Gicht142Jerušalmi hat פודגרה, Podagra; nach Raschi eine Wunde an der Fußsohle.. –", "Weshalb gerade ein Selástück: wollte man sagen, weil jeder harte Gegenstand wohltuend ist, so könnte man ja auch eine Scherbe nehmen; wollte man sagen, wegen der Patina, so könnte man ja auch ein gewöhnliches Plättchen nehmen; und wollte man sagen, wegen der Figur, so könnte man ja auch einen Follis143Eigentl. Beutel, Geldbeutel, übertragen für Geldstück, besond. Kupfermünze.herauflegen!? Abajje erwiderte: Schließe hieraus, daß alles zusammen am wirksamsten ist.", "MÄDCHEN DÜRFEN MIT SCHNÜRCHEN AUSGEHEN. Der Vater Šemuéls ließ seine Töchter nicht mit Schnürchen ausgehen, er ließ sie nicht zusammen schlafen, und er errichtete ihnen Tauchbäder in den Tagen des Nisan144Weil um diese Jahreszeit im Flusse das Regenwasser mehr ist als das Quellwasser.und Matten145Nach Raschi zum Unterlegen, damit der Schmutz des Bodens keine ‘Trennung’ bilde; nach den Tosaphoth als Vorhänge.in den Tagen des Tišri146Erster Monat des jüd. Kalenders, ungef. September.. –", "«Er ließ sie nicht mit Schnürchen ausgehen.» Wir haben ja aber gelernt, Mädchen dürfen mit Schnürchen ausgehen!? – Die der Töchter des Vaters Šemuéls waren147Solche weiden als Schmuck betrachtet, bei denen man zum Tragen veranlaßt werden kann.bunt.", "«Er ließ sie nicht zusammen schlafen.» Dies ist eine Stütze für R. Hona, denn R. Hona sagte, Weiber, die mit einander lesbisch verfahren, seien für den" ], [ "[Hoch]priester untauglich. –", "Nein, er beabsichtigte nur, daß sie sich nicht an einen fremden Körper gewöhnen.", "«Er errichtete ihnen ein Tauchbad in den Tagen des Nisan.» Dies ist eine Stütze für Rabh, denn Rabh sagte, der Euphrat sei ein wichtiger Zeuge148Wenn der E. in Babylonien austritt, so deutet dies auf reichlichen Regen im höher liegenden Palästina.für den Regen im Westen. – Nein, nur damit nicht das Regenwasser149Wörtl. das triefende als das kriechende.mehr sei als das Quellwasser.", "Er streitet somit gegen Šemuél, denn Šemuél sagte, der Strom werde von seinem eigenen Felsen150Aus dem die Quelle entspringt, nicht vom Regenwasser.gesegnet. Dieser befindet sich in einem Widerspruche mit sich selbst, denn Šemuél sagte, das fließende Wasser sei nicht [als Tauchbad] reinigend, ausgenommen der Euphrat in den Tagen des Tišri150Aus dem die Quelle entspringt, nicht vom Regenwasser..", "SIE DARF DIE [KOPFHÜLLE] UM EINEN STEIN [&C] WICKELN. Du sagtest ja im Anfangssatze, sie dürfe wohl wickeln!? Abajje erwiderte: Der Schlußsatz bezieht sich auf eine Münze151Bei der das Anfassen verboten ist..", "Abajje fragte: Darf eine Frau eine List anwenden, indem sie [die Hülle] um eine Nuß wickelt, um sie am Šabbath für ihr kleines Kind hinauszubringen?", "Diese Frage besteht sowohl nach demjenigen, der sagt, man dürfe [bei einer Feuersbrunst] eine List152Indem man zu rettende Kleidungsstücke anzieht u. hinausbringt; cf. Sab. 120a.anwenden, als auch nach demjenigen, der sagt, man dürfe keine List anwenden.", "Die Frage besteht nach demjenigen, der sagt, man dürfe bei einer Feuersbrunst eine List anwenden, denn dies gilt vielleicht nur da, weil man, wenn dies nicht erlaubt wäre, zum Löschen verleitet werden könnte, hierbei aber, wird man, auch wenn dies nicht erlaubt ist, zum Hinaustragen nicht verleitet.", "Oder aber: auch nach dem, der bei der Feuersbrunst ein List anzuwenden nicht erlaubt, gilt dies nur da, wo man es auf gewöhnliche Weise hinausbringt, hierbei aber, wo sie sie auf ungewöhnliche Weise hinausbringt, ist es zulässig. – Dies bleibt unentschieden.", "viii DER BEINLOSE DARF MIT SEINER STELZE AUSGEHEN – SO R. MEÍR;" ], [ "R. JOSE VERBIETET DIES.", "HAT SIE EINE VERTIEFUNG FÜR LAPPENPOLSTERUNG, SO IST SIE VERUNREINIGUNGSFÄHIG.", "SEINE LEDERSTÜTZEN SIND DURCH DAS AUFTRETEN VERUNREINIGUNGSFÄHIG; MAN DARF MIT DIESEN AM ŠABBATH AUSGEHEN UND IN DEN TEMPELVORHOF153Den man nicht mit Schuhen betreten darf.EINTRETEN.", "DESSEN BÄNKCHEN154Das ein Gelähmter oder sonstiger Krüppel an seinen Körper befestigt.UND LEDERSTÜTZEN SIND DURCH DAS AUFTRETEN VERUNREINIGUNGSFÄHIG; MAN DARF MIT DIESEN WEDER AM ŠABBATH AUSGEHEN NOCH IN DEN TEMPELVORHOF EINTRETEN.", "ESELSMASKEN155So nach der Erklärung beider Talmudim u. mancher Kommentare. Nach anderen Kommentaren eine Art Holzschuhe bezw. künstliche Hände.SIND REIN UND MAN DARF MIT IHNEN NICHT AUSGEHEN.", "GEMARA. Raba sprach zu R. Naḥman: Wie lautet diese Lehre? Dieser erwiderte: Ich weiß es nicht. – Wie ist die Halakha? Dieser erwiderte: Ich weiß es nicht.", "Es wurde gelehrt: Šemuél sagte: «Der Beinlose darf nicht.» Ebenso sagte R. Hona: «Der Beinlose darf nicht.» R. Joseph sprach: Da Šemuél liest: der Beinlose darf nicht, und auch R. Hona liest: der Beinlose darf nicht, so lesen wir ebenfalls: der Beinlose darf nicht.", "Raba b. Šira wandte ein: Diese haben wohl nicht gehört, daß R. Ḥanan b. Raba in Gegenwart Rabhs, in einem Nebenzimmer der Schule Rabhs, Ḥija b. Rabh gelehrt hat: «Der Beinlose darf nicht mit seiner Stelze ausgehen – so R. Meír; R. Jose erlaubt dies.» Und Rabh winkte ihm: Umgekehrt! R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Als Merkmal diene dir [der Buchstabe] Samakh156Im Namen יוסי auch im Worte אסור verboten befindet sich ein ס..", "Auch Šemuél ist davon abgekommen, denn wir haben gelernt: Hat sie157Eine Ḥaluça.die Ḥaliça mit einer nicht ihm gehörenden Sandale vollzogen, oder einer Holzsandale, oder der linken [Sandale] am rechten [Fuße], so ist sie gültig.", "Und auf unsere Frage, wer dies lehrte, erwiderte Šemuél, es sei R. Meír, denn wir haben gelernt: Der Beinlose darf mit seiner Stelze ausgehen – so R. Meír; R. Jose verbietet dies.", "Und auch R. Hona ist davon abgekommen, denn es wird gelehrt: Die [Holz- ]Sandale der Kalkarbeiter ist durch das Auftreten verunreinigungsfähig, eine Frau darf damit die Ḥaliça vollziehen, und man darf damit am Šabbath ausgehen – so R. A͑qiba. Sie pflichteten ihm aber nicht bei.", "Nun wird ja aber gelehrt, sie pflichteten ihm bei!? Dies erklärte R. Hona: Wer ihm beigepflichtet hat, ist R. Meír158Nach dem auch der Beinlose am Š. mit seiner Stelze ausgehen darf., und wer ihm nicht beigepflichtet hat, ist R. Jose.", "R. Joseph aber sagte: Wer ihm nicht beigepflichtet hat, ist R. Joḥanan b. Nuri, denn es wird gelehrt: Ein Bienenkorb aus Stroh und eine Röhre aus Rohr sind nach R. A͑qiba verunreinigungsfähig und nach R. Joḥanan b. Nuri rein159Weil dies ungewöhnlich ist, u. dasselbe gilt auch von einer Holzsandale..", "Der Meister sagte: Die [Holz- ]Sandale der Kalkarbeiter ist durch das Auftreten verunreinigungsfähig. Sie ist ja aber nicht zum Gehen bestimmt!? R. Aḥa, Sohn des R. U͑la, erwiderte: Der Kalkarbeiter geht damit nach Hause.", "HAT SIE EINE VERTIEFUNG FÜR LAPPENPOLSTERUNG, SO ST SIE VERUNREINIGUNGSFÄHIG. Abajje sagte: Sie ist nur durch einen Leichnam160Dh. durch jede Art von Unreinheit, die durch Berührung erfolgt.verunreinigungsfähig, nicht aber durch das Auftreten. Raba aber sagte: Sie ist auch durch das Auftreten verunreinigungsfähig.", "Raba sprach: Ich entnehme dies aus folgender Lehre: Ein [Spiel] wagen für Kinder ist durch das Auftreten161Weil er sich auch darauf setzt; ebenso stützt sich der Krüppel auf die Stelze.verunreinigungsfähig.", "Abajje aber erwiderte: Auf diesen lehnt man sich, auf jene aber nicht. Abajje sprach: Ich entnehme dies aus folgendem: Ein Stab (der Greise) ist gänzlich162Er ist durch Auftreten nicht verunreinigungsfähig, obgleich man sich zuweilen auf diesen lehnt. Für die Verunreinigungsfähigkeit durch Berühren kommt er überhaupt nicht in Betracht, da er nichts faßt.rein.", "Raba aber erwiderte: Dieser" ], [ "dient nur, um den Gang zu richten, jene aber dient auch zum Stützen, und er stützt sich darauf.", "SIND DURCH DAS AUFTRETEN VERUNREINIGUNGSFÄHIG; MAN DARF MIT DIESEN WEDER AM ŠABBATH AUSGEHEN, NOCH IN DEN TEMPELVORHOF EINTRETEN.", "Ein Schüler rezitierte vor R. Joḥanan: Man darf mit diesen in den Tempelvorhof eintreten.", "Da sprach er zu ihm: Ich lehre, eine Frau dürfe damit die Ḥaliça vollziehen, und du sagst, man dürfe mit diesen [in den Tempelvorhof] eintreten!? Lehre: Man darf mit diesen nicht in den Tempelvorhof eintreten.", "ESELSMASKEN SIND REIN. Was sind Eselsmasken? R. Abahu erwiderte: Schulteresel163Maske eines Eselskopfes, die auf den Schultern sitzt. Nach R. Ḥananel: künstliche Hände; etymolog. ganz unverständlich.. Raba b. Papa erklärte: Gürtel164So ungefähr nach dem Wortlaute; nach anderer Erklärung: Stelzen.. Raba b. R. Hona erklärte: Larven165So nach Raschi; A͑rukh liest: פדאמי; Padom ist ein viereckiges Stück Zeug, das man sich in Persien beim Gebete u. beim Essen vor den Mund zu binden pflegte..", "ix KNABEN DÜRFEN MIT BINDEN UND FÜRSTENKINDER MIT GLÖCKCHEN AUSGEHEN; EBENSO JEDER ANDERE, NUR SPRECHEN DIE WEISEN VOM GEWOHNLICHEN.", "GEMARA. Was sind das für Binden? Ada Mari erwiderte im Namen des R. Naḥman b. Barukh im Namen des R. Aši b. Abin im Namen R. Jehudas: Krappbinden166Als Heilod. Sympathiemittel..", "Abajje sagte: Mutter167Wird sonst nie im Stat. absol. ohne Personalsuffix gebraucht. A. war Waisenkind u. meinte wohl seine Pflegemutter od. seine Amme.erzählte mir: Drei bringen [die Krankheit] zum Stillstande, fünf heilen, und sieben helfen sogar gegen Hexerei.", "R. Aḥa b. Ja͑qob sagte: Dies nur, wenn [der Kranke] nicht Sonne und Mond und nicht Regen gesehen, und nicht den Klang des Eisens, das Krähen des Hahnes und den Hall von Schritten gehört hat. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Die Krapp [mittel] sind bereits in die Grube gefallen. –", "Weshalb gerade Knaben und nicht Mädchen? Weshalb gerade Kinder und nicht Erwachsene? –", "Vielmehr, unter Binden ist das, was Abin b. Hona im Namen des R. Ḥama b. Gorja gesagt hat, zu verstehen: Wenn ein Sohn Bangen nach seinem Vater hat, so nehme dieser die Schnur des rechten Schuhes und binde ihm an seinen linken. R. Naiiman b. Jiçḥaq sagte: Als Merkmal dienen die Tephillin. Umgekehrt aber ist es schädlich.", "R. Abin b. Hona sagte im Namen des R. Ḥama b. Gorja: Es ist zulässig, am Šabbath ein Gefäß auf den Nabel zu legen168Als Mittel gegen einen Nabelbruch..", "Ferner sagte Abin b. Hona im Namen des R. Ḥama b. Gorja: Es ist erlaubt, am Šabbath die Hände mit Öl und Salz zu reiben.", "So machte es R. Hona, wenn er aus der Schule Rabhs kam, Rabh, wenn er aus der Schule R. Ḥijas kam, und R. Ḥija, wenn er aus der Schule Rabbis kam. Wenn sie dann berauscht waren, brachte man ihnen Öl und Salz, rieb ihnen die Innenseite der Hände und die Sohle der Füße und sprach: So wie dieses Öl klar ist, so möge auch der Wein des N., Sohnes der N., klar werden. Wenn nicht dies, so holte man den Spund des Fasses, weichte ihn in Wasser und sprach: Wie dieser Spund klar wird, so möge auch der Wein des N., Sohnes der N., klar werden.", "Ferner sagte Abin b. Hona im Namen des R. Ḥama b. Gorja: Es ist erlaubt, am Šabbath eine Würgeprozedur vorzunehmen.", "Ferner sagte Abin b. Hona im Namen des R. Ḥama b. Gorja: Das Wickeln eines Säuglings ist am Šabbath erlaubt.", "R. Papa lehrte es von Kindern, und R. Zebid lehrte es von einem Kinde. R. Papa lehrte es von Kindern, er lehrte nämlich beide169Vom Bangen u. vom Wickeln.Lehren im Namen des Abin b. Hona. R. Zebid lehrte es von einem Kinde, er lehrte nämlich die erste im Namen des Abin b. Hona, und die zweite im Namen des Rabba b. Bar Ḥana. Rabba b. Bar Ḥana sagte nämlich: das Wickeln eines Säuglings sei am Šabbath erlaubt.", "Abajje sagte: Mutter sagte mir: Bei allen Heilformeln ist der Name der Mutter zu nennen, und alle Bindungen sind mit der Linken zu machen.", "Ferner sagte Abajje: Mutter sagte mir: Alle Heilformeln, bei denen [die Wiederholung] angegeben ist, sind wie angegeben zu wiederholen, bei denen dies nicht angegeben ist, sind einundvierzig Mal zu wiederholen.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf am Šabbath mit einem Schutzsteine170Wörtl. Bestandstein; vieil. Meteorstein; von manchen Rabbinen mit Sternschuß [= Sternschnuppen] übersetzt. Das Tragen dieser Steine galt als Mittel gegen Fehlgeburt. ausgehen; im Namen R. Meírs sagten sie, auch mit dem, was das Gewicht des Schutzsteines hat. Und nicht nur, wenn sie bereits einmal abortiert hat, sondern auch, damit sie nicht abortiere; auch nicht nur, wenn sie schwanger ist, sondern auch, damit sie bei Schwangerschaft nicht abortiere. R. Jemar b. Šelemja sagte im Namen Abajjes: Dies nur, wenn es dieses Gewicht gerade hatte. Abajje fragte: Wie ist es mit dem, was das Gewicht des Gleichwiegenden hat? Dies bleibt unentschieden.", "Ferner sagte Abajje: Mutter sagte mir: Gegen tägliches Fieber nehme man ein blankes Zuzstück und gehe damit nach der Salzsiederei, wiege damit ein Stück Salz ab und binde es an die Halsöffnung [des Hemdes] mit einer Haarsträhne.", "Wenn nicht dies, so setze man sich an einen Kreuzweg, und wenn man eine große Ameise etwas tragen sieht, nehme man sie auf und werfe sie in ein kupfernes Rohr, das man mit Blei verschließe und mit sechzig Siegeln versehe. Dieses schüttle man im Tragen und spreche: Deine Last auf mich und meine Last auf dich. R. Aḥa, Sohn des R. Hona, sprach zu R. Aši: Jemand könnte sie ja bereits gefunden und ihr die Krankheit aufgeladen haben!? Vielmehr spreche man: Meine und deine Last auf dich.", "Wenn nicht dies, so nehme man ein neues Krüglein, gehe zum Flusse und spreche zu diesem: Fluß, Fluß, borge mir ein Krüglein Wasser für die Reise, die ich machen will. Alsdann drehe man es siebenmal um den Kopf, schütte [das Wasser] nach hinten und spreche zu ihm: Fluß, Fluß, nimm das Wasser zurück, daß du mir gegeben, denn die Reise, die ich vorhatte, ist am gleichen Tage gekommen und gegangen.", "R. Hona sagte:" ], [ "Gegen dreitägliches Fieber hole man sieben Zweiglein von sieben Dattelpalmen, sieben Späne von sieben Klötzen, sieben Zwekken von sieben Brücken, sieben Kohlen von sieben Öfen, sieben Erdklümpchen aus sieben Türpfannen, sieben Pechstückchen aus sieben Schiffen, sieben Kümmelkörner171Od. Haufen.und sieben Haare vom Barte eines alten Hundes und binde sie an die Halsöffnung mit einer Haarsträhne.", "R. Joḥanan sagte: Gegen heftiges Fieber hole man ein ganz aus Eisen gefertigtes Messer, gehe nach einem Orte, wo sich ein Dornbusch befindet, und binde an diesen eine Haarsträhne.", "Am ersten Tage kerbe man ihn ein wenig ein und spreche:172Ex. 3,2.Und der Engel des Herrn erschien ihm &c. Am nächsten Tage kerbe man ihn wieder ein wenig ein und spreche:173Ib. V. 3.Und Moše sprach: Ich werde herantreten und schauen. Am folgenden Tage kerbe man ihn wieder ein wenig ein und spreche:174Ib. V. 4.Und der Herr sah, daß er herangenaht ist, um zu schauen &c.", "R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Sollte man auch sprechen:175Ib. V. 5.Und er sprach: Nähere dich nicht hier &c.!? – Vielmehr, am ersten Tage spreche man: Und der Engel des Herrn erschien und sprach zu Moše. Am nächsten Tage spreche man: Und der Herr sah, daß er herangenaht ist, um zu schauen. Am folgenden Tage spreche man: Und der Herr sprach: Nähere dich nicht hier.", "Hat man dies beendigt, so beuge man ihn nieder und haue ihn ab, und spreche wie folgt: Dorn, Dorn, nicht weil du höher bist, als alle anderen Bäume, ließ der Heilige, gepriesen sei er, seine Göttlichkeit auf dir ruhen, sondern weil du niedriger bist als alle anderen Bäume, ließ der Heilige, gepriesen sei er, seine Göttlichkeit auf dir ruhen. Wie du das Feuer von Ḥananja, Mišaél und A͑zarja gesehen und vor ihnen geflohen bist, so sollst du auch das Feuer des N., Sohnes der N., sehen und vor ihm fliehen.", "Gegen Geschwüre spreche man folgendes: Bazbaziah, Masmasjah, Kaskasjah, Sarlaj und Amarlaj sind Engel, die aus dem Lande Sedom geschickt wurden, um die schmerzhaften Geschwüre zu heilen. Bazakh176Die Deutung der folgenden Zaubersprüche ist dunkel, u. schon Raschi bemerkt, daß sie keine Bedeutung haben. bezikh bazbazikh masmasikh, kamon kamikh. Behalte dein Aussehen, behalte dein Aussehen, behalte deinen Raum, dein Same werde aufgesogen; und wie ein Maultier nicht fruchtbar ist und sich nicht vermehrt, so pflanze dich nicht fort und vergrößere dich nicht am Körper des N., Sohnes der N.", "Gegen die Besessenheit177Nach anderer Erklärung: Blatterrose.spreche man folgendes: Gezücktes Schwert, losgelassene Schleuder, sein Name ist nicht Jokhab, Kranke, Schmerzen.", "Gegen das Gespenst spreche man folgendes: … verflucht, zerbrochen und verbannt sei Bar-Ṭiṭ, Bar-Ṭame, Bar-Ṭina, wie Šamgaz, Merigaz und Isṭema.", "Gegen das Gespenst des Abortes spreche man folgendes: Auf dem Kopfe des Löwen und auf der Nase der Löwin fand ich den Dämon Bar-Siriqa Pande; ich schleuderte ihn auf das Poreebeet und schlug ihn mit dem Eselskinn.", "FÜRSTENKINDER MIT GLÖCKCHEN. Wer lehrt dies? R. Oša͑ja erwiderte: Es ist R. Šimo͑n, welcher sagt, alle Israéliten seien Fürstenkinder. Raba sagte: Hier handelt es sich um solche, die am Gewande angewebt sind, nach aller Ansicht.", "x MAN DARF MIT EINEM HEUSCHRECKENEI, MIT EINEM FUCHSZAHNE UND MIT EINEM NAGEL VON EINEM GEHENKTEN, ALS HEILMITTEL, AUSGEHEN – SO R. MEÍR; DIE WEISEN VERBIETEN DIES ALS EMORITISCHEN178Heidnische Sitte, Aberglaube.BRAUCH SELBST AM ALLTAG.", "GEMARA. MAN DARF MIT EINEM HEUSCHRECKENEI AUSGEHEN. Als Mittel gegen Ohrensausen. MIT EINEM FUCHSZAHNE. Als Mittel für den Schlaf; der eines lebenden für einen, der an Schlafsucht leidet, der eines toten für einen, der an Schlaflosigkeit leidet. MIT EINEM NAGEL VON EINEM GEHENKTEN.", "Als Mittel gegen Entzündung. ALS HEILMITTEL, AUSGEHEN – SO R. MEÍR.", "Abajje und Raba sagen beide: Alles, was als Heilmittel [sichtbar] ist, ist nicht als emoritischer Brauch anzusehen. –", "Ist denn das, was nicht als Heilmittel [sichtbar] ist, als emoritischer Brauch anzusehen, es wird ja gelehrt, daß, wenn ein Baum seine Früchte abwirft, man ihn mit Farbe bestreiche (und färbe) und mit Steinen belaste. Erklärlich ist es, daß man ihn mit Steinen belaste, damit seine Kraft geschwächt werde, was für ein Mittel aber ist das Anstreichen mit Farbe!? –", "Damit die Leute ihn sehen und für ihn um Erbarmen flehen. Es wird nämlich gelehrt:179Lev. 13,45.‘Unrein, unrein’ soll er rufen, er muß sein Leid öffentlich kund tun, damit die Menge für ihn um Erbarmen flehe. Rabina sagte: Wenn wir nun180Als Mittel gegen das Abfallen der Früchte.einen Dattelkamm an eine Dattelpalme hängen, so tun wir dies nach der Ansicht dieses Tanna.", "Ein Schüler rezitierte den Emoriterabschnitt181Die Abschnitte 8 und 10 in der Tosephta Šabbath, die von den abergläubischen Bräuchen handeln.vor R. Ḥija b. Abin; da sprach dieser zu ihm: Diese alle sind als emoritische Bräuche anzusehen, ausgenommen folgendes: Wenn einem ein Knochen im Halse stecken bleibt, so hole man etwas von derselben Speise, lege es ihm auf den Nacken und spreche folgendes: Eins, eins, hinab, verschluckt, verschluckt, hinab, eins, eins. Dies ist nicht als emoritischer Brauch zu betrachten.", "Wenn eine Gräte [einem im Halse stecken bleibt], spreche man folgendes: Stecken geblieben wie eine Nadel, eingeschlossen wie ein Panzer, steige182So nach Raschi; Etymologie dunkel, sogar die Lesart variierend.hinab, steige hinab." ], [ "Sagt jemand: Beglücke, o Glück, ermüde nicht, Tag und Nacht, so ist dies als emoritischer Brauch zu betrachten. R. Jehuda sagt, Gad [Glück] sei überhaupt ein götzendienstlicher Ausdruck, wie es heißt:183Jes. 65,11.die ihr dem Glücksgotte [Gad] einen Tisch anrichtet.", "Wenn er sich ihren Namen und sie seinen184Wenn jemand mit seiner Frau den Namen tauscht.beilegt, so ist dies als emoritischer Brauch zu betrachten.", "Spricht jemand: Seid fest, o Fässer, so ist dies als emoritischer Brauch zu betrachten. R. Jehuda sagt, Dan [Faß] sei überhaupt ein götzendienstlicher Ausdruck, wie es heißt: 185Am. 8,14.die bei der Schuld Šomrons schwören und sprechen: So wahr dein Gott Dan186So nach der Auslegung des Talmud.lebt.", "Spricht jemand zu einem Raben: kreische, und zu einer Rabin: zische und kehre mir deinen Schwanz zum Guten, so ist dies als emoritischer Brauch zu betrachten.", "Sagt jemand: Schlachtet diesen Hahn, weil er wie eine Krähe187Das im Texte gebrauchte Wort kann auch heißen: spätabendsgekräht hat, oder: diese Henne, weil sie wie ein Hahn gekräht hat, so ist dies als emoritischer Brauch zu betrachten.", "‘Ich trinke und lasse zurück, ich trinke und lasse zurück’, so ist dies als emoritischer Brauch zu betrachten.", "Wenn eine Frau Eier vor den Küchlein an die Wand schlägt, so ist dies als emoritischer Brauch zu betrachten.", "Wenn man Speisen vor Küchlein umrührt, so ist dies als emoritischer Brauch zu betrachten.", "Wenn eine Frau tanzt und einundsiebzig Küchlein abzählt, damit sie nicht eingehen, so ist dies als emoritischer Brauch zu betrachten.", "Wenn eine Frau beim Bereiten von Quark tanzt, beim Kochen von Linsen Schweigen gebietet, beim Kochen von Bohnen schreit, so ist dies als emoritischer Brauch zu betrachten.", "Wenn eine Frau vor ihrem Topfe uriniert, damit er schnell koche, so ist dies als emoritischer Brauch zu betrachten.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf einen Span von einem Maulbeerbaume und Glasscherben in den Topf tun, damit er schneller koche; die Weisen verbieten Glasscherben wegen der Gefahr.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf ein Stück Salz in die Leuchte tun, damit sie leuchte und brenne; ferner darf man Lehm oder eine Scherbe unter die Leuchte tun, damit sie langsam brenne.", "R. Zuṭra sagte: Wer eine Öllampe [beim Brennen] zudeckt und eine Naphtalampe offen läßt, übertritt das Verbot, etwas zu vernichten188In beiden Fällen wird das Brennmaterial schneller verbraucht..", "[Der Trinkspruch] ‘Wein und Leben in den Mund der Gelehrten‘, ist nicht als emoritischer Brauch zu betrachten. Einst bereitete R. A͑qiba ein [Hochzeits]mahl für seinen Sohn und über jeden Becher, der gereicht wurde, sprach er: ‘Wein und Leben in den Mund der Gelehrten, Leben und Wein in den Mund der Gelehrten und in den Mund ihrer Schüler.’", "", "i SIE SAGTEN EINE ALLGEMEINE REGEL BEZÜGLICH DES ŠABBATHS: WER DAS GRUNDGESETZ VOM ŠABBATH VERGESSEN UND MEHRERE ARBEITEN AN MEHREREN ŠABBATHEN VERRICHTET HAT, IST NUR EIN SÜNDOPFER SCHULDIG. WER DAS GRUNDGESETZ VOM ŠABBATH GEKANNT UND MEHRERE ARBEITEN AN MEHREREN ŠABBATHEN VERRICHTET HAT, IST FÜR JEDEN" ], [ "ŠABBATH BESONDERS SCHULDIG. WER AN MEHREREN ŠABBATHEN MEHRERE ARBEITEN VERRICHTET UND GEWUSST HAT, DASS ES ŠABBATH IST, IST WEGEN JEDERHAUPTARBEIT BESONDERS SCHULDIG. WER MEHRERE ZU EINER HAUPTARBEIT GEHÖRENDE ARBEITEN VERRICHTET HAT, IST NUR EIN SÜNDOPFER SCHULDIG.", "GEMARA. Aus welchem Grunde nennt er sie eine allgemeine Regel: wollte man sagen, er nenne sie deshalb allgemeine Regel, weil er noch eine andere Regel lehren will, und ebenso nenne er [die Regel] beim Siebentjahre1Cf. Sb. VII,1. eine allgemeine Regel, weil er noch eine andere Regel2Cf. ib. VII,2. lehrt, so lehrt er ja auch beim Zehnten noch eine andere3Cf. Mas. I,1. Regel, ohne die vorangehende eine allgemeine zu nennen!?", "R. Jose b. Abin erwiderte: Beim Šabbath und beim Siebentjahre gibt es Hauptarten und Abzweigungen, daher nennt er sie allgemeine Regeln, beim Zehnten aber gibt es keine Hauptarten und Abzweigungen, daher nennt er sie nicht allgemeine Regel. – Welche Hauptarten und Abzweigungen gibt es", "beim Zehnten nach Bar Qappara, der auch bei diesem allgemeine Regel lehrt!? Vielmehr aus folgendem Grunde. Strenger ist das Gesetz4Wörtl. größer ist die Strafe. vom Šabbath als das vom Siebentjahre, denn das Gesetz vom Šabbath hat Geltung sowohl beim Gepflückten, als auch beim [am Boden] Haftenden, während das Gesetz vom Siebentjahre nur beim [am Boden] Haftendem Geltung hat, nicht aber beim Gepflückten. Strenger ist ferner das Gesetz vom Siebentjahre, als das vom Zehnten, denn das Gesetz vom Siebentjahre hat Geltung sowohl bei menschlicher Nahrung, als auch bei Viehfutter, während das Gesetz vom Zehnten nur bei menschlicher Nahrung Geltung hat, nicht aber bei Viehfutter.", "Und nach Bar Qappara, der auch beim Zehnten allgemeine Regel lehrt, ist das Gesetz vom Zehnten strenger als das Gesetz vom Eckenlaß, denn das Gesetz vom Zehnten hat Geltung auch bei Feigen und Kräutern, während das Gesetz vom Eckenlaß bei Feigen und Kräutern keine Geltung hat. Wir haben nämlich gelernt: Folgende Regel sagten sie beim Eckenlaß: Alles, was eine Speise ist, aufbewahrt wird, seine Nahrung aus der Erde zieht, mit einem Male geerntet wird und zur Aufbewahrung eingebracht wird, ist eckenlaßpflichtig.", "Eine Speise, ausgenommen Waidkraut und Qoça5Cf. Sb. VII, Anm. 3.; aufbewahrt wird, ausgenommen das Freigut; seine Nahrung aus der Erde zieht, ausgenommen Schwämme und Pilze; mit einem Male geerntet wird, ausgenommen Feigen; zur Aufbewahrung eingebracht wird, ausgenommen Kräuter.", "Bezüglich des Zehnten haben wir aber gelernt: Folgende Regel sagten sie hinsichtlich der Zehnte: Alles, was eine Speise ist, aufbewahrt wird und seine Nahrung aus der Erde zieht, ist zehntpflichtig. Es wird aber nicht gelehrt, daß es auch mit einem Male geerntet und zur Aufbewahrung eingebracht werden muß.", "Rabh und Šemuél sagen beide, unsere Mišna spricht von einem, der als Kind unter Nichtjuden geraten ist, oder einem Proselyten, der sich (unter Nichtjuden) bekehrt6Denen das Gesetz vom Š. ganz unbekannt war. hat; wer aber [das Gesetz vom Šabbath] gekannt und später vergessen hat, ist für jeden Šabbath besonders schuldig. – Wir haben gelernt: Wer das Grundgesetz vom Šabbath vergessen hat. Wahrscheinlich doch, wenn er es vorher gekannt hat!? – Nein, ‘wer das Grundgesetz vom Šabbath vergessen hat’, dies ist zu verstehen, der das Grundgesetz vom Šabbath niemals gekannt hat. –", "Demnach ist er, wenn er es gekannt und später vergessen hat, für jeden Šabbath besonders schuldig; wieso lehrt er nun: wer das Grundgesetz vom Šabbath gekannt und mehrere Arbeiten an mehreren Šabbathen verrichtet hat, ist für jeden Šabbath besonders schuldig, er sollte doch lehren: wer es gekannt und später vergessen hat, und um so mehr im genannten Falle!? – ‘Wer das Grundgesetz vom Šabbath gekannt hat’, dies ist zu verstehen, der es gekannt und später vergessen hat. –" ], [ "Demnach ist er, wenn er es nicht vergessen hat, für jede Arbeit besonders schuldig; wieso lehrt er nun: wer an mehreren Šabbathen mehrere Arbeiten verrichtet und gewußt hat, daß es Šabbath ist, ist wegen jeder [Haupt] arbeit besonders schuldig, er sollte doch lehren: Wer das Grundgesetz vom Šabbath gekannt7Und vergessen hat, daß es Š. ist. hat, und um so mehr im genannten Falle!? – Vielmehr, unsere Mišna spricht von einem, der es einst gekannt und später vergessen hat, und auch der Fall von Rabh und Šemuél gleicht dem Falle, wenn man es gekannt und später vergessen hat, und die Lehre lautet wie folgt: Rabh und Šemuél sagen beide, auch wer als Kind unter Nichtjuden geraten ist, oder ein Proselyt, der sich (unter Nichtjuden) bekehrt hat, gleiche dem, der es gekannt und später vergessen hat, und ist schuldig.", "R. Joḥanan und R. Šimo͑n b. Laqiš sagen beide, nur der es gekannt und später vergessen hat, der aber als Kind unter Nichtjuden geraten ist, oder ein Proselyt, der sich (unter Nichtjuden) bekehrt hat, ist frei. Man wandte ein: Sie sagten eine allgemeine Regel bezüglich des Šabbaths: Wer das Grundgesetz vom Šabbath vergessen und mehrere Arbeiten an mehreren Šabbathen verrichtet hat, ist nur einmal schuldig. Zum Beispiel: wenn jemand, der als Kind unter Nichtjuden geraten ist, oder ein Proselyt, der sich (unter Nichtjuden) bekehrt hat, mehrere Arbeiten an mehreren Šabbathen verrichtet, so ist er nur ein Sündopfer schuldig; ferner ist dieser wegen [des Essens] von Blut oder Talg und wegen des Götzendienstes nur einmal schuldig. Monobaz befreit ihn.", "Monobaz erläuterte dies vor R. A͑qiba wie folgt: Wer es vorsätzlich tut, heißt ein Sünder, und wer es versehentlich tut, heißt ein Sünder, wie nun vorsätzlich, wenn er Kenntnis hatte, ebenso versehentlich, wenn er Kenntnis hatte. Da sprach R. A͑qiba zu ihm: Demnach könnte ich zu deinen Worten noch hinzufügen: wie vorsätzlich, wenn er bei der Handlung Kenntnis hatte, ebenso versehentlich, wenn er bei der Handlung Kenntnis hatte!?", "Dieser erwiderte; Allerdings, um so mehr. Darauf sprach jener: Dies, wie du es erklärst, heißt nicht versehentlich, sondern vorsätzlich.", "Erklärlich ist es nach Rabh und Šemuél, daß er es als Beispiel von einem Kinde lehrt, gegen R. Joḥanan und R. Šimo͑n b. Laqiš aber ist dies ja ein Einwand!? – R. Joḥanan und R. Šimo͑n b. Laqiš können dir erwidern: Da ist ja Monobaz, der einen solchen befreit, wir sind der Ansicht Monobaz’. –", "Was ist der Grund Monobaz’? – Es heißt:8Num. 15,29.eine Bestimmung gilt für euch, für den, der versehentlich tut, und darauf folgt: 9Ib. V. 30.wer aber mit erhobener Hand tut; er vergleicht den, der versehentlich tut, mit dem, der vorsätzlich tut; wie vorsätzlich, wenn er bei der Handlung Kenntnis hatte, ebenso versehentlich, wenn er bei der Handlung Kenntnis hatte10Bei Vorsatz ist kein Opfer darzubringen.. –", "Wofür verwenden die Rabbanan [die Worte] eine Bestimmung? – Sie verwenden sie für folgende Lehre, die R. Jehošua͑ b. Levi seinen Sohn lehrte: Es heißt:" ], [ "eine Bestimmung gilt für euch, für den, der versehentlich tut, und es heißt:11Num. 15,22.wenn ihr euch versehentlich vergeht und irgend eines dieser Gebote nicht ausübt, und ferner heißt es: wer aber mit erhobener Hand tut. All diese [Vergehen] werden mit dem Götzendienste12Der Vers Num. 15,22 wird (Hor. 8a) auf den Götzendienst bezogen.verglichen; wie man sich bei diesem bei Vorsatz der Ausrottung und bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht, ebenso ist man bei allem anderen, wenn man sich bei Vorsatz der Ausrottung schuldig macht, bei Versehen ein Sündopfer schuldig. –", "Was nennt nun Monobaz versehentlich? – Wenn er sich bezüglich des Opfers geirrt13Wenn er nicht wußte, daß man bei Versehen ein Sündopfer darzubringen hat.hat. – Und die Rabbanan!? – Ein Versehen bezüglich des Opfers heißt nicht versehentlich. –", "Was nennen die Rabbanan versehentlich? – R. Joḥanan sagt, versehentlich hinsichtlich der Ausrottung, wenn auch vorsätzlich hinsichtlich des Verbotes; und Reš Laqiš sagt, nur wenn versehentlich hinsichtlich des Verbotes und hinsichtlich der Ausrottung. Raba sagte: Folgendes ist der Grund des R. Šimo͑n b. Laqiš: Die Schrift sagt:14Lev. 4,27.die nicht ausgeübt werden dürfen, und (versehentlich) sich vergeht; nur bei Versehen hinsichtlich des Verbotes selbst und der darauf [gesetzten] Ausrottung. –", "Wofür verwendet R. Joḥanan diesen von R. Šimo͑n b. Laqiš angezogenen Schriftvers? – Diesen verwendet er für folgende Lehre:14Lev. 4,27.Vom gemeinen Volke, ausgenommen der Abtrünnige. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte im Namen R. Šimo͑ns: Die nicht ausgeübt werden dürfen, und (versehentlich) sich vergeht; wer aus eigenem Bewußtwerden Buße tut, bringe wegen seines Versehens ein Opfer dar, wer nicht aus eigenem Bewußtwerden Buße tut, bringe kein Opfer wegen seines Versehens dar. –", "Wir haben gelernt: Die Hauptarbeiten sind vierzig weniger eine. Und auf unsere Frage, wozu denn die Zahl nötig sei, erwiderte R. Joḥanan, daß man, wenn man sie alle bei einem Entfallen getan hat, wegen jeder besonders schuldig sei. Dies kann bei Vorsatz hinsichtlich des Šabbaths15Bei Versehen könnte er nur einmal schuldig sein.und Versehen hinsichtlich der Arbeiten vorkommen.", "Allerdings kann dies nach R. Joḥanan, welcher sagt, versehentlich hinsichtlich der Ausrottung, wenn auch vorsätzlich hinsichtlich des Verbotes, vorkommen, wenn man gewußt hat, daß [die Arbeit] am Šabbath mit einem Verbote belegt ist, was aber soll man nach R. Šimo͑n b. Laqiš, welcher sagt, nur wenn versehentlich hinsichtlich des Verbotes und hinsichtlich der Ausrottung, vom Šabbath überhaupt gewußt haben!? – Wenn man die Gebietsgesetze16Wegen der Übertretung der Gebietsgesetze (ob. Abschn. I, Anm. 112) braucht man kein Opfer darzubringen; diese Gesetze sind nach RA͑. biblisch.kannte, und zwar nach der Ansicht R. A͑qibas. –", "Wer lehrte folgende Lehre der Rabbanan: Versehentlichkeit bei beiden ist das Versehen, von dem in der Tora gesprochen wird; Vorsätzlichkeit bei beiden ist der Vorsatz, von dem in der Tora gesprochen wird. Hat man [es getan] bei Versehen hinsichtlich des Šabbaths und Vorsatz hinsichtlich der Arbeiten, oder bei Versehen hinsichtlich der Arbeiten und Vorsatz hinsichtlich des Šabbaths, oder wenn einer gesagt hat, er wisse zwar, daß diese Arbeit verboten sei, wisse aber nicht, ob man derentwegen ein Opfer schuldig sei oder nicht, so ist man schuldig. Nach wessen Ansicht? Nach der des Monobaz.", "Abajje sagte: Alle stimmen überein, daß man wegen eines Bekräftigungsschwures17Wörtl. Schwur des Aussprechens, dh. gleichgültiger, niemand betreffender Schwur, eine Handlung zu begehen, od. zu unterlassen, bezw. begangen od. unterlassen zu haben (ausführl. Seb. Fol. 2a). Wegen eines solchen versehentlich falsch geleisteten Schwures, ob promissorisch oder assertorisch, ist man zur Darbringung eines Opfers verpflichtet; cf. Lev. 5,4.nur dann ein Opfer schuldig ist, wenn man das Verbot selbst übersehen hat. – Der dies zugibt, ist wohl R. Joḥanan, und dies ist ja selbstverständlich, denn R. Joḥanan sagt es ja nur von [einem Falle, auf den bei Vorsatz] die Ausrottung gesetzt ist, nicht aber, worauf die Ausrottung nicht gesetzt ist!? – Die Verpflichtung zum Opfer ist ja hierbei ein Novum, denn in der ganzen Tora finden wir kein Verbot, dessentwegen ein Opfer darzubringen18Ohne daß darauf bei Vorsatz die Ausrottung gesetzt ist.ist,", "hierbei aber wohl, somit könnte man glauben, man sei auch bei Versehen hinsichtlich des Opfers schuldig, so lehrt er uns." ], [ "Man wandte ein: Was heißt Versehen bei einem assertorischen Bekräftigungsschwure? Wenn er sagt, er wisse, daß dieser Schwur ein falscher sei, wisse aber nicht, ob man dieserhalb ein Opfer schuldig sei oder nicht, so ist er schuldig!? – Hier ist die Ansicht Monobaz’ vertreten.", "Eine andere Lesart: Wer [lehrte dies]: wollte man sagen, Monobaz, so ist es ja selbstverständlich, wenn er bezüglich aller [Verbote] der Tora, bei denen [das Opfer] kein Novum ist, sagt, das Versehen hinsichtlich des Opfers heiße Versehen, um wieviel mehr hierbei, wo dies ein Novum ist!? Doch wohl die Rabbanan, somit ist dies eine Widerlegung Abajjes. – Eine Widerlegung.", "Ferner sagte Abajje: Alle stimmen überein, daß man wegen der Hebe das Fünftel nur dann schuldig sei, wenn man das Verbot selbst übersehen hat. – Wer dies zugibt, ist wohl R. Joḥanan, und dies ist ja selbstverständlich, R. Joḥanan sagte es ja nur von einem Falle, auf den [bei Vorsatz] die Ausrottung gesetzt ist, nicht aber, worauf die Ausrottung19Der vorsätzliche Genuß von Hebe wird mit dem Tode u. nicht mit der Ausrottung bedroht.nicht gesetzt ist!? – Man könnte glauben, die Todesstrafe entspreche der Ausrottung, und man sei schuldig, auch wenn das Versehen bezüglich der Todesstrafe erfolgt ist, so lehrt er uns. Raba sagte: Die Todesstrafe steht an Stelle der Ausrottung, und das Fünftel an Stelle des Opfers.", "R. Hona sagte: Wenn jemand sich auf der Reise oder in der Wüste befindet und nicht weiß, wann Šabbath ist, so zähle er sechs Tage und feiere einen. Ḥija b. Rabh sagt, er feiere einen und zähle sechs Tage. – Worin besteht ihr Streit? –", "Einer ist der Ansicht, man richte sich nach der Weltschöpfung20Wobei den 6 Schöpfungstagen ein Ruhetag folgte., und einer ist der Ansicht, nach [der Schöpfung] Adam des Urmenschen21Er wurde am Vorabend des Š.s erschaffen; sein erster Lebenstag war ein Ruhetag, dem 6 Arbeitstage folgten.. Man wandte ein: Wenn jemand sich auf der Reise befindet und nicht weiß, wann Šabbath ist, so feiere er einen Tag für sechs [Arbeitstage]. Wahrscheinlich zähle man sechs Tage und feiere einen!? – Nein, man feiere einen Tag und zähle sechs. – Wieso heißt es demnach: so feiere er einen Tag für sechs [Arbeitstage], es sollte ja heißen: feiere er einen Tag und zähle sechs!? Ferner wird [ausdrücklich] gelehrt: Wenn jemand sich auf der Reise oder in der Wüste befindet und nicht weiß, wann Šabbath ist, so zähle er sechs Tage und feiere einen. Dies ist eine Widerlegung des Ḥija b. Rabh!? – Eine Widerlegung.", "Raba sagte: An jedem dieser [sechs] Tage, bereite er das zu, was er zu seiner Nahrung braucht, [aber nicht an diesem Tage]. – Und an diesem Tage soll er [Hungers] sterben!? – Er bereite am vorangehenden Tage Nahrung für zwei Tage vor. – Vielleicht ist der Tag vorher ein Šabbath22In diesem Falle erfolgt die Zubereitung der Speisen nicht mehr zur Erhaltung des Lebens.!? – Vielmehr, er bereite an jedem Tage zu, was er zu seiner Nahrung braucht, auch an diesem Tage. – Wodurch zeichnet sich demnach dieser Tag aus? – Durch den Weihsegen und den Unterscheidungssegen.", "Raba sagte: Wenn er weiß, seit wieviel Tagen er seine Reise angetreten hat, so darf er an diesem ganzen Tage23Dh. an jedem 8. Tage, da er seine Reise nur an einem Wochentage angetreten haben kann.Arbeit verrichten. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, da man seine Reise ebensowenig am Vorabend des Šabbaths wie am Šabbath selbst antritt, so habe er die Reise spätestens am Donnerstag angetreten, und es sei ihm erlaubt, zwei Tage Arbeit zu verrichten, so lehrt er uns, daß es vorkommen kann, daß man eine Karawane trifft und mit dieser auszieht.", "WER DAS GRUNDGESETZ VOM ŠABBATH GEKANNT. Woher dies? R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: Es sind zwei Schriftverse vorhanden: 24Ex. 31,16.die Kinder Jisraéls sollen den Šabbath beobachten, dagegen:25Ib. V. 13.meine Šabbathe sollt ihr beobachten; wie ist dies in Übereinstimmung zu bringen? Die Kinder Jisraéls sollen den Šabbath beobachten, eine einzige Beobachtung für viele Šabbathe; meine Šabbathe sollt ihr beobachten, eine besondere Beobachtung für jeden Šabbath.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq wandte ein: Im Gegenteil, umgekehrt ist es ja einleuchtend: die Kinder Jisraéls sollen den Šabbath beobachten, eine besondere Beobachtung für jeden Šabbath besonders; meine Šabbathe sollt ihr beobachten, eine einzige Beobachtung für viele Šabbathe!?", "WER &C. GEWUSST HAT, DASS ES ŠABBATH IST." ], [ "Womit ist es im Anfangssatze anders als im Schlußsatze!? R. Saphra erwiderte: Im [Anfangssatze] unterläßt er es aus Erkenntnis des Šabbaths26Wenn man ihn erinnert, daß es Š. ist, unterläßt er die verbotene Arbeit., im [Schlußsatze] unterläßt er es aus Erkenntnis der Arbeit27Wenn man ihn erinnert, daß diese Arbeit verboten ist; somit ist er wegen jeder Arbeit schuldig.. R. Naḥman sprach zu ihm: Er unterläßt es ja am Šabbath, weil die Arbeit [verboten ist], und die Arbeit, weil es am Šabbath [verboten ist]!? Vielmehr, sagte R. Naḥman, zum Opfer hat ihn der Allbarmherzige wegen des Versehens verpflichtet: im [Anfangssatze] ist es ein Versehen, im [Schlußsatze] sind es mehrere Versehen28Hinsichtl. jeder einzelnen Arbeit..", "IST WEGEN JEDER [HAUPT]ARBEIT BESONDERS SCHULDIG. Woher entnehmen wir die Sonderung29Daß man wegen jeder Arbeit besonders schuldig ist, auch wenn man sie bei einer Vergessenheit ausübt.der Arbeiten? Šemuél erwiderte: Die Schrift sagt; 30Ex. 31,14.sterben soll, wer ihn entweiht, sterben; die Tora hat eine Entweihung mit mehreren ‘Sterben‘ belegt. – Dieser Schriftvers spricht ja von der Vorsätzlichkeit!? Da er auf die Vorsätzlichkeit nicht zu beziehen ist, weil es bereits heißt:31Ib. 35,2wer [am Šabbath] eine Arbeit verrichtet, soll sterben, so beziehe ihn auf die versehentliche [Entweihung]. – Was heißt demnach: sterben!? – Er sterbe an Geld32Die Darbringung des Opfers ist mit einem Geldaufwande verbunden.. –", "Sollte doch die Sonderung der Arbeiten aus dem Verse entnommen werden, aus dem R. Nathan sie entnimmt!? Es wird nämlich gelehrt: R. Nathan sagte:33Ex. 35,3.ihr sollt am Šabbath kein Feuer anzünden in all eueren Wohnorten. Was lehrt dies? Es heißt: 34Ib. V. 1.und Moše versammelte die ganze Gemeinde Jisraél [ und sprach:] Diese sind die Worte &c. sechs Tage sollt ihr Arbeit verrichten. ‘Worte’, ‘die Worte’, ‘diese Worte’, das sind die neununddreißig35Der Zahlenwert des Wortes אלה diese, beträgt 36, Worte (im Pl.) sind 2, dazu der Artikel ה als dritte Arbeit, zusammen 39.Arbeiten, die Moše am Sinaj [verboten] wurden. –", "Man könnte glauben, man sei, wenn man sie alle bei einem Versehen getan hat, nur ein [Opfer] schuldig, so heißt es:36Ex. 34,21.beim Pflügen und beim Ernten37Jede Arbeit ist mit einem besonderen Verbote belegt.sollst du ruhen. Man könnte noch immer glauben, man sei nur wegen des Pflügens und Erntens zwei Opfer38Da sie besonders genannt werden.schuldig, wegen aller übrigen aber nur eines, so heißt es: ihr sollt kein Feuer anzünden. Das Feueranzünden war ja einbegriffen, und es ist nur deshalb besonders hervorgehoben worden, um anderes damit zu vergleichen und dir zu sagen: wie man wegen des Feueranzündens, das eine Hauptarbeit ist, besonders schuldig ist, ebenso ist man wegen jeder anderen Hauptarbeit besonders schuldig. –", "Šemuél ist der Ansicht R. Joses, welcher sagt, das Feueranzünden sei nur als Verbot39Daß diese Arbeit (bei Vorsatz) nicht mit dem Tode bestraft werde. (Das gew. Verbot wird mit der Geißelung bestraft).hervorgehoben worden. Es wird nämlich gelehrt: Das Feueranzünden wurde als Verbot hervorgehoben – so R. Jose; R. Nathan sagt, das Feueranzünden sei hervorgehoben worden, um daraus die Sonderung der Arbeiten zu entnehmen. –", "Die Sonderung der Arbeiten ist ja aus demselben Verse zu entnehmen, aus dem R. Jose dies entnimmt!? Es wird nämlich gelehrt: R. Jose sagte:40Lev. 4,2.und er eine von diesen tut; oft ist man ein [Opfer] wegen aller [Arbeiten] schuldig, und oft ist man für jede besonders schuldig. Hierüber sagte R. Jose b. R. Ḥanina: Folgendes ist der Grund R. Joses: eine von41Der partitive Ausdruck des מאחת, von einer, מהנה, von diesen) deutet darauf, daß man schuldig ist, auch wenn man nur einen Teil der Arbeit (der für sich ein Ganzes bildet) oder eine Abzweigung derselben verrichtet.einer, diese von41Der partitive Ausdruck des מאחת, von einer, מהנה, von diesen) deutet darauf, daß man schuldig ist, auch wenn man nur einen Teil der Arbeit (der für sich ein Ganzes bildet) oder eine Abzweigung derselben verrichtet.diesen; eine wie diese, diese wie eine.", "Eine: Šimo͑n42Wenn man diesen Namen am Š. schreibt; das Schreiben eines vollständigen Namens ist eine Arbeit, eines Teiles des Namens ist keine Arbeit; wenn aber dieser Teil ebenfalls ein vollständiger Name ist, (wie zBs. Šem von Šimo͑n,) so wird dies als Arbeit betrachtet.; von einer:" ], [ "Šem von Šimo͑n; diese: Hauptarbeiten; von diesen: Abzweigungen; eine wie diese: bei Vorsatz hinsichtlich des Šabbaths und Versehen hinsichtlich der Arbeiten43So ist man wegen jeder besonders schuldig; umgekehrt werden mehrere Arbeiten wie eine betrachtet.; diese wie eine: bei Versehen hinsichtlich des Šabbaths und Vorsatz hinsichtlich der Arbeiten. – Šemuél leuchtet [die Auslegung] ‘Eine wie diese, diese wie eine’ nicht ein.", "Raba fragte R. Naḥman: Wie ist es, wenn ihm beides entfallen ist? Dieser erwiderte: Ihm ist ja der Šabbath entfallen, somit ist er nur einmal schuldig. – Im Gegenteil, ihm ist ja [das Verbot der] Arbeiten entfallen, und er sollte wegen jeder besonders schuldig sein!? Vielmehr, sagte R. Aši, berücksichtigen wir folgendes: unterließ er [die Arbeit] wegen des Šabbaths, so liegt hier ein Entfallen des Šabbaths vor, und er ist nur einmal schuldig, unterließ er sie wegen [des Verbotes] der Arbeiten, so liegt hier ein Entfallen [des Verbotes] der Arbeiten vor, und er ist wegen jeder besonders schuldig. Rabina sprach zu R. Aši: Er unterläßt es ja am Šabbath, weil die Arbeit [verboten ist], und die Arbeit, weil es am Šabbath [verboten ist]!? Vielmehr gibt es hierbei keinen Unterschied, –", "Wir haben gelernt: Die Hauptarbeiten sind vierzig weniger eine. Und auf unsere Frage, wozu die Zahl nötig sei, erwiderte R. Joḥanan, daß man, wenn man sie alle bei einem Entfallen getan hat, wegen jeder besonders schuldig sei. Erklärlich ist dies, wenn du sagst, daß er, wenn ihm beides entfallen ist, wegen jeder besonders schuldig sei; wenn du aber sagst, er sei, wenn ihm beides entfallen ist, nur einmal schuldig, kann dies ja nur bei Vorsatz hinsichtlich des Šabbaths und Versehen hinsichtlich der Arbeiten vorkommen.", "Nun kann dies allerdings, wenn er der Ansicht R. Joḥanans ist, welcher sagt, versehentlich hinsichtlich der Ausrottung, wenn auch vorsätzlich hinsichtlich des Verbotes, vorkommen, wenn er gewußt hat, daß [die Arbeit] am Šabbath mit einem Verbote belegt ist, was aber soll er nach R. Šimo͑n b. Laqiš, welcher sagt, nur wenn versehentlich hinsichtlich des Verbotes und hinsichtlich der Ausrottung, vom Šabbath überhaupt gewußt haben!? – Wenn man die Gebietsgesetze44Vgl. Anm. 16.kannte, und zwar nach der Ansicht R. A͑qibas.", "Raba sagte: Wenn jemand bei Versehen hinsichtlich des Šabbaths und Vorsatz hinsichtlich der Arbeiten in Größe einer Dörrfeige45Die allgemeine Quantitätsbestimmung beim Šabbathgesetze.gemähet und gemahlen, und abermals bei Vorsatz hinsichtlich des Šabbaths und Versehen hinsichtlich der Arbeiten in Größe einer Dörrfeige45Die allgemeine Quantitätsbestimmung beim Šabbathgesetze.gemähet und gemahlen hat, und sich bewußt wird hinsichtlich des Mähens und des Mahlens bei Versehen hinsichtlich des Šabbaths und Vorsatz hinsichtlich der Arbeiten, und darauf46Bevor er dieserhalb Sühne erlangt hat.sich bewußt wird hinsichtlich des Mähens und des Mahlens bei Vorsatz hinsichtlich des Šabbaths und Versehen hinsichtlich der Arbeiten," ], [ "so zieht das eine Mähen das andere, und das eine Mahlen das andere mit47Bezüglich der Sühne; er braucht nur ein Opfer darzubringen.sich. Wenn er sich aber später nur hinsichtlich des Mahlens bei Vorsatz hinsichtlich des Šabbaths und Versehen hinsichtlich der Arbeiten bewußt wird, so zieht das [zweite] Mähen das [erste] Mähen nebst dem [ersten] Mahlen mit sich, während das zweite Mahlen zurückbleibt48Und ein besonderes Opfer erfordert..", "Abajje sagt, auch das Mahlen ziehe das Mahlen mit sich, denn sie fallen unter eine Bezeichnung Mahlen. – Aber gibt es denn nach Raba ein Mitsichziehen, es wird ja gelehrt: Wenn jemand bei einmaligem Entfallen zwei olivengroße Stücke Talg gegessen hat und sich hinsichtlich des einen bewußt wird, und darauf bei Entfallen des zweiten Stückes abermals ein olivengroßes Stück gegessen hat, so werden ihm, wie Raba sagt, wenn er ein Opfer wegen des ersten Stückes darbringt, das erste und das zweite vergeben, das dritte aber nicht;", "bringt er ein Opfer wegen des dritten Stückes dar, so werden ihm das dritte und das zweite vergeben, das erste aber nicht; bringt er ein Opfer wegen des mittleren Stückes dar, so werden ihm alle vergeben. Abajje aber sagt, auch wenn er nur wegen eines ein Opfer darbringt, werden ihm alle vergeben. – Nachdem er dies von Abajje gehört hat, erkannte er es an. – Demnach sollte auch das [erste] Mahlen das [zweite] mit sich ziehen!? – Das Mitsichziehen erkennt er an, das Mitsichziehen durch ein Mitgezogenes49Auch das erste Mahlen selbst wird zum Mähen gezogen.erkennt er nicht an.", "Das, was Abajje und Raba klar war, war R. Zera fraglich. R. Zera fragte nämlich, und wie manche sagen, fragte es R. Jirmeja den R. Zera: Wie ist es, wenn jemand das Quantum einer halben Dörrfeige bei Versehen hinsichtlich des Šabbaths und Vorsatz hinsichtlich der Arbeiten, und darauf abermals das Quantum einer halben Dörrfeige bei Vorsatz hinsichtlich des Šabbaths und Versehen hinsichtlich der Arbeiten gemähet oder gemahlen hat; werden sie vereinigt50Um zur Darbringung eines Opfers verpflichtet zu sein.? Dieser erwiderte: Da sie hinsichtlich der Sündopfer getrennt51Hätte er jedes Mal das ganze Quantum gemähet bezw. gemahlen, so wäre er zur Darbringung zweier Opfer verpflichtet.sind, werden sie nicht vereinigt. –", "Aber werden sie denn, wenn sie hinsichtlich der Sündopfer getrennt sind, nicht vereinigt, wir haben ja gelernt: Aß jemand bei einmaligem Entfallen zweimal Talg, so ist er nur einmal schuldig; aß jemand bei einmaligem Entfallen Talg, Blut, Übriggebliebenes und Verwerfliches, so ist er wegen jedes besonders schuldig. Hierbei ist es bei mehreren Arten strenger, als bei einer Art; bei folgendem ist es aber bei einer Art strenger als bei mehreren Arten: aß jemand das Quantum einer halben Olive, und abermals das Quantum einer halben Olive, so ist er, wenn von einer Art, schuldig, und wenn von zwei Arten, frei.", "Und auf unseren Einwand, ob es denn zu lehren nötig sei, daß er bei einer Art schuldig sei, erwiderte Reš Laqiš im Namen Bar Toṭanis, hier handle es sich um den Fall, wenn er es in verschiedenen Zubereitungen gegessen hat, und zwar nach R. Jehošua͑, welcher sagt, die verschiedenen Zubereitungen [einer Speise] trennen sie. Man könnte glauben, R. Jehošua͑ sage es sowohl erleichternd52Daß man zur Darbringung eines Opfers nicht verpflichtet ist, wenn man jedes Mal weniger als das erforderliche Quantum gegessen hat.als auch erschwerend53Daß man bei erforderlichem Quantum zur Darbringung zweier Opfer verpflichtet ist., so lehrt er uns, daß er es nur erschwerend sagt, nicht aber erleichternd.", "Hierbei sind sie ja hinsichtlich des Opfers getrennt, dennoch werden sie vereinigt!? Dieser erwiderte: Der Meister bezieht dies auf den Anfangssatz und findet hierin einen Einwand, wir beziehen dies auf den Schlußsatz, und finden hierin keinen Einwand. Ist es denn zu lehren nötig, daß er bei zwei Arten frei sei, und Reš Laqiš erwiderte im Namen Bar Toṭanis, es handle sich tatsächlich um eine Art, und er spricht deshalb von zwei Arten, weil es sich um den Fall handelt, wenn er sie in verschiedenen Zubereitungen gegessen hat, und zwar nach R. Jehošua͑, welcher sagt, die verschiedenen Zubereitungen [einer Speise] trennen sie. Er lehrt uns damit, daß R. Jehošua͑ es sowohl erleichternd als auch erschwerend sagte. –", "Wenn der Schlußsatz von einer Art in zwei Zubereitungen spricht, so spricht ja demnach auch der Anfangssatz von einer Art in einer Zubereitung;" ], [ "ist dies denn von einer Art in derselben Zubereitung zu lehren nötig!? R. Hona erwiderte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn er sich inzwischen bewußt worden war, und zwar nach R. Gamliél, welcher sagt, daß es kein Bewußtwerden für ein halbes Quantum gebe.", "Es wurde gelehrt: Wenn jemand bei einmaligem Entfallen zwei olivengroße Stücke Talg gegessen hat und sich nachher hinsichtlich des einen und darauf hinsichtlich des anderen bewußt wird, so ist er, wie R. Joḥanan sagt, zwei [Opfer], und wie Reš Laqiš sagt, nur ein [Opfer] schuldig. R. Joḥanan sagt, er sei [wegen des anderen] schuldig, [denn es heißt:]54Lev. 4,28.er bringe wegen seiner Sünde55Also wegen jeder Sünde besonders.; Reš Laqiš sagt, er sei frei, denn es heißt:56Lev. 4,26.von57Von (partitiv) also kein besonderes Opfer für jede Sünde.seiner Sünde, und es wird ihm vergeben. –", "Und Reš Laqiš, es heißt ja: er bringe wegen seiner Sünde!? – Dies, wenn er sicherst nach der Sündenvergebung [bewußt wird]. – Und R. Joḥanan, es heißt ja: von seiner Sünde, und es wird ihm vergeben!? – Dies, wenn er das Quantum von anderthalb Oliven gegessen hat, sich hinsichtlich des Quantums einer Olive bewußt wird und beim Entfallen der halben abermals das Quantum einer halben Olive gegessen hat; man könnte glauben, auch diese werden vereinigt, so lehrt er uns.", "Rabina sprach zu R. Aši: Streiten sie über den Fall, wenn er sich vor dem Absondern58Des Opfertieres.bewußt wird, und ihr Streit besteht demnach darin: einer ist der Ansicht, die Teilung trete durch das Bewußtwerden ein, und einer ist der Ansicht, die Teilung trete erst durch das Absondern ein, wenn aber nach dem Absondern, pflichtet Reš Laqiš dem R. Joḥanan bei, daß er zwei [Opfer] schuldig sei; oder streiten sie über den Fall, wenn er sich nach dem Absondern bewußt wird, ihr Streit besteht demnach darin: einer ist der Ansicht, die Teilung trete durch das Absondern ein, und einer ist der Ansicht, die Teilung trete erst durch die Sündenvergebung ein, wenn aber vor dem Absondern, pflichtet R. Joḥanan dem Reš Laqiš bei, daß er nur ein [Opfer] schuldig sei; oder aber streiten sie über beide Fälle?", "Dieser erwiderte: Es ist wahrscheinlich, daß sie über beide Fälle streiten. Wollte man sagen, sie streiten nur über den Fall, wenn vor dem Absondern, wenn aber nach dem Absondern, pflichte Reš Laqiš dem R. Joḥanan bei, daß er zwei [Opfer] schuldig sei, so sollte doch der Schriftvers59Den RJ. bezw. RL. oben als Beleg anführt.nicht auf den Fall bezogen werden, wenn es nach der Sündenversgebung erfolgt ist, er sollte doch auf den Fall bezogen werden, wenn nach dem Absondern; und wollte man sagen, sie streiten nur über den Fall, wenn nach dem Absondern, wenn aber vor dem Absondern, pflichte R. Joḥanan dem Reš Laqiš bei, daß er nur ein Opfer schuldig sei, so sollte doch der Schriftvers59Den RJ. bezw. RL. oben als Beleg anführt.nicht auf den Fall bezogen werden, wenn er das Quantum von anderthalb Oliven gegessen hat, er sollte doch auf den Fall bezogen werden, wenn es vor dem Absondern erfolgt ist. –", "Vielleicht aber war es auch ihnen60Den Disputierenden über RJ. u. RL. selbst.fraglich, und er meint es nur eventuell: wenn du sagst, sie streiten über den Fall, wenn vor dem Absondern, so bezieht R. Joḥanan den Schriftvers auf den Fall, wenn er das Quantum von anderthalb Oliven gegessen hat, und wenn du sagst, sie streiten über den Fall, wenn nach dem Absondern, so bezieht Reš Laqiš den Schriftvers auf den Fall, wenn erst nach der Sündenvergebung.", "U͑la sagte: Nach demjenigen, welcher sagt, das Gewiß-Schuldopfer61Es gibt zweierlei Schuldopfer: 1. wegen einiger in der Schrift genannter Vergehen, über deren Begehung kein Zweifel obwaltet (dazu gehört auch das Schuldopfer des Naziräers), das als ‘Gewiß-Schuldopfer’ bezeichnet wird, dh. ein Schuldopfer wegen einer zweifellos begangenen Sünde; 2. wegen jeder anderen Sünde, über deren Begehung ein Zweifel obwaltet, das als ‘Schwebe- oder Zweifel-Schuldopfer’ bezeichnet wird. Stellt es sich heraus, daß die Sünde tatsächlich begangen worden ist, so ist dieserhalb noch ein Sündopfer darzubringen. Der hier erwähnte Streit bezieht sich auf den Fall, wenn über eine Sünde, derentwegen auch bei Gewißheit ein Schuldopfer darzubringen ist, wie beispielsweise die Beiwohnung einer vergebenen Sklavin, ein Zweifel besteht. benötige nicht vorheriges Bewußtwerden," ], [ "ist derjenige, der an einer vergebenen62Das im Texte gebrauchte Wort bedeutet etymologisch gepflückt, defloriert, u. bezeichnet eine Sklavin, die einem vergeben ist, der Verlobung einer Freien entsprechend.Sklavin fünfmal [versehentlich] den Beischlaf vollzogen63Und sich nachher jedesmal bewußt wird.hat, nur einmal schuldig. R. Hamnuna wandte ein: Demnach müßte derjenige, der den Beischlaf vollzogen, ihn wiederholt, und nachdem er sein Opfer abgesondert, gesagt hat, daß man [mit der Darbringung] warte, bis er abermals den Beischlaf vollzogen haben wird, ebenfalls nur einmal schuldig sein!? Dieser erwiderte: Du sprichst von der Begehung nach dem Absondern! Ich meine nicht die Begehung nach dem Absondern.", "Als R. Dimi kam, sagte er: Nach demjenigen, welcher sagt, das Gewiß-Schuldopfer benötige vorheriges Bewußtwerden, ist derjenige, der an einer vergebenen Sklavin fünfmal den Beischlaf vollzogen hat, für jedes Mal besonders schuldig. Da sprach er zu ihm: Beim Sündopfer ist ja ein vorheriges Bewußtwerden erforderlich, dennoch streiten hierüber R. Joḥanan und R. Šimo͑n b. Laqiš. Jener schwieg. Darauf sprach er zu ihm: Vielleicht meinst du, wie R. Hamnuna, den Fall, wenn die Begehung nach dem Absondern erfolgt ist? Jener erwiderte: Allerdings.", "Als Rabin kam, sagte er: Alle stimmen einerseits bezüglich einer vergebenen Sklavin überein, alle stimmen andererseits bezüglich einer vergebenen Sklavin überein, und bezüglich einer vergebenen Sklavin besteht ein Streit. Alle stimmen einerseits bezüglich einer vergebenen Sklavin überein, daß man nämlich im Falle U͑las nur einmal schuldig sei; alle stimmen andererseits bezüglich einer vergebenen Sklavin überein, daß man nämlich im Falle R. Hamnunas für jedes Mal besonders schuldig sei; und ein Streit besteht bezüglich einer vergebenen Sklavin: nach demjenigen, welcher sagt, das Gewiß-Schuldopfer benötige vorheriges Bewußtwerden, besteht diesbezüglich der Streit zwischen R. Joḥanan und R. Šimo͑n b. Laqiš.", "Es wurde gelehrt:" ], [ "Wenn man in der Absicht, eine nicht am Boden haftende Sache aufzuheben, [versehentlich] eine am Boden haftende abschneidet64Wenn man beispielsweise ein auf am Boden haftendes Gemüse gefallenes Messer aufheben will., so ist man frei; wenn man in der Absicht, eine am Boden nicht haftende Sache zu schneiden, eine am Boden haftende schneidet, so ist man, wie Raba sagt, frei, und wie Abajje sagt, schuldig.", "Raba sagt, er sei frei, da er das Schneiden des Verbotenen nicht beabsichtigt hat; Abajje sagt, er sei schuldig, da er ein Schneiden beabsichtigt hat. Raba sprach: Dies entnehme ich aus folgender Lehre: Strenger ist es beim Šabbath als bei anderen Gesetzen, und strenger ist es bei anderen Gesetzen als beim Šabbath. Strenger ist es beim Šabbath als bei anderen Gesetzen, indem man, wenn man am Šabbath zwei Arbeiten bei einem Entfallen getan hat, für jede besonders schuldig ist, was bei anderen Gesetzen nicht der Fall ist. Und strenger ist es bei anderen Gesetzen als beim Šabbath, indem man, wenn man andere Gesetze absichtslos versehentlich übertreten hat, schuldig ist, was beim Šabbath nicht der Fall ist.", "Der Meister sagte: Strenger ist es beim Šabbath als bei anderen Gesetzen, indem man, wenn man am Šabbath zwei Arbeiten bei einem Entfallen getan hat, für jede besonders schuldig ist, was bei anderen Gesetzen nicht der Fall ist. In welchem Falle: wollte man sagen, wenn man gemähet und gemahlen hat, dementsprechend bei anderen Gesetzen, wenn man Talg und Blut gegessen hat, so ist man ja da zweimal schuldig und dort zweimal schuldig!? Einmal schuldig bei anderen Gesetzen ist man vielmehr, wenn man zweimal Talg gegessen65Bei einem Entfallen.hat, und dementsprechend beim Šabbath, wenn man zweimal gemähet hat; dann ist man ja da nur einmal schuldig und dort nur einmal schuldig!? –", "Tatsächlich in dem Falle, wenn man gemähet und gemahlen hat, und [die Worte]: was bei anderen Gesetzen nicht der Fall ist, beziehen sich auf Götzendienst. Dies nach R. Ami, denn R. Ami sagte: Wer bei einem Entfallen [einem Götzen] opfert, das Fett aufräuchert und libiert, ist nur einmal schuldig. –", "Wie ist, wo du es also auf Götzendienst bezogen hast, der Schlußsatz zu erklären: strenger ist es bei anderen Gesetzen, indem man, wenn man andere Gesetze absichtslos versehentlich übertreten hat, schuldig ist, was beim Šabbath nicht der Fall ist. In welchem Falle kann es beim Götzendienste absichtslos versehentlich vorkommen: wollte man sagen, wenn man im Glauben, es sei ein Bethaus, sich [vor einem Götzen] niedergeworfen hat, so hat man ja sein Herz zum Himmel gerichtet66In diesem Falle ist man frei, auch wenn man vorher gewußt hat, daß es ein Götzentempel ist.. Und wollte man sagen, wenn man sich vor einer Fürstenbüste niedergeworfen hat, so ist dies ja, falls man sie als Gottheit anerkannt hat, vorsätzlich, und falls man sie nicht als Gottheit anerkannt hat, überhaupt nichts!?", "Und wollte man sagen, aus Liebe oder Furcht, so stimmt dies allerdings nach Abajje, welcher sagt, man sei deswegen schuldig, wie ist es aber nach Raba zu erklären, welcher sagt, man sei frei!? Und wollte man sagen, wenn man geglaubt hat, es sei erlaubt, was beim Šabbath nicht der Fall ist, indem man vollständig frei ist;", "aber Raba fragte ja R. Naḥman67Oben Fol. 70b.nur, ob man einmal oder zweimal schuldig sei, ganz frei ist man aber nicht!? –" ], [ "Vielmehr, der Anfangsatz spricht vom Götzendienste und der Schlußsatz von anderen Gesetzen. Absichtslos versehentlich bei anderen Gesetzen in dem Falle, wenn man [Talg] gegessen hat, im Glauben, es sei Fett. Was aber beim Šabbath nicht der Fall ist, indem man frei ist; wenn man nämlich in der Absicht, eine am Boden nicht haftende Sache zu schneiden, eine am Boden haftende geschnitten hat, ist man frei. – In welchem Falle kann es absichtslos versehentlich nach Abajje68Nach dem man im genannten Falle schuldig ist.vorkommen? – Wenn man [Talg] im Glauben es sei Speichel69Hierbei fehlt sogar die Absicht des Essens. heruntergeschluckt hat. Was aber beim Šabbath nicht der Fall ist; wenn man nämlich in der Absicht, eine nicht am Boden haftende Sache aufzuheben, eine am Boden haftende abgeschnitten hat, ist man frei. Wenn man aber in der Absicht, eine nicht am Boden haftende Sache zu schneiden, eine am Boden haftende abgeschnitten hat, ist man schuldig.", "Es wurde gelehrt: Wenn jemand in der Absicht, zwei [Ellen] weit zu werfen, vier wirft, so ist er, wie Raba sagt, frei, und wie Abajje sagt, schuldig. Raba sagt, er sei frei, da er nicht die Absicht hatte, vier Ellen zu werfen; Abajje sagt, er sei schuldig, da er das Werfen beabsichtigt hat. Wenn er geglaubt hat, es sei ein Privatgebiet, und es sich als öffentliches Gebiet herausstellt, so ist er, wie Raba sagt, frei, und wie Abajje sagt, schuldig. Raba sagt, er sei frei, da er das verbotene Werfen nicht beabsichtigt hat; Abajje sagt, er sei schuldig, da er das Werfen beabsichtigt hat.", "Und alle Fälle sind nötig. Würde er nur den ersten Fall gelehrt haben, so könnte man glauben, Raba vertrete seine Ansicht nur da, wo er das verbotene Schneiden nicht beabsichtigt hat, wenn er aber zwei [Ellen] werfen wollte und vier geworfen hat, pflichte er Abajje bei, da man ja nicht vier ohne zwei werfen kann. Würde er auch diesen gelehrt haben, so könnte man glauben, Raba vertrete seine Ansicht nur da, wo er überhaupt nicht vier Ellen werfen wollte, wenn er aber gedacht hat, es sei Privatgebiet, und es sich als öffentliches herausstellt, pflichte er Abajje bei, da er vier Ellen zu werfen beabsichtigt hat. Daher sind alle nötig. –", "Wir haben gelernt: Die Hauptarbeiten sind vierzig weniger eine. Und auf unsere Frage, wozu denn die Zahl nötig sei, erwiderte R. Joḥanan, daß man, wenn man sie alle bei einem Entfallen getan hat, wegen jeder einzelnen besonders schuldig sei. Allerdings kann nach Abajje, welcher sagt, man sei im genannten Falle schuldig, dies vorkommen, wenn er sowohl das Šabbathgesetz als auch das Verbot der Arbeiten kannte und nur hinsichtlich der Masse sich geirrt hat; nach Raba aber, welcher sagt, man sei im genannten Falle frei, kann dies ja nur bei Vorsatz hinsichtlich des Šabbaths und Versehen hinsichtlich der Arbeiten vorkommen. Nun kann dies allerdings,", "wenn er der Ansicht R. Joḥanans ist, welcher sagt, versehentlich hinsichtlich der Ausrottung, wenn auch vorsätzlich hinsichtlich des Verbotes, in dem Falle vorkommen, wenn er gewußt hat, daß [die Arbeit] am Šabbath mit einem Verbote belegt ist, was aber sollte er vom Šabbath überhaupt gewußt haben, wenn er der Ansicht des R. Šimo͑n b. Laqiš ist, welcher sagt, nur wenn versehentlich hinsichtlich des Verbotes und der Ausrottung!?– Wenn man die Gebietsgesetze kannte, und zwar nach der Ansicht R. A͑qibas.", "ii DIE HAUPTARBEITEN SIND VIERZIG WENIGER EINE: SÄEN, PFLÜGEN, MÄHEN, GARBEN, DRESCHEN, WORFELN, KLAUBEN, MAHLEN, BEUTELN, KNETEN, BACKEN;", "WOLLE SCHEREN, BLEICHEN, ZUPFEN, FÄRBEN, SPINNEN, ANZETTELN70Der Fäden an den Kettenbaum., ZWEI LITZEN MACHEN, ZWEI FÄDEN WEBEN, ZWEI FÄDEN AUFSPALTEN, EINEN KNOTEN KNÜPFEN, EINEN KNOTEN LÖSEN, ZWEI STICHE NÄHEN, REISSEN, UM ZU NÄHEN; \n", "EIN REH FANGEN, SCHLACHTEN, SCHINDEN, [DIE HAUT] SALZEN, BEARBEITEN, SCHABEN, ZERSCHNEIDEN; \n", "ZWEI BUCHSTABEN SCHREIBEN, AUSMERZEN, UM ZWEI BUCHSTABEN ZU SCHREIBEN; BAUEN, NIEDERREISSEN71Zum Zwecke des Bauens., LÖSCHEN, ANZÜNDEN, HÄMMERN72Den letzten Hammerschlag führen, dh. die Arbeit vollenden.UND AUS EINEM GEBIETE IN EIN ANDERES GEBIET TRAGEN. DIES SIND DIE HAUPTARBEITEN, VIERZIG WENIGER EINE." ], [ "GEMARA. Wozu denn die Zahl? R. Joḥanan erwiderte: Daß man wegen jeder besonders schuldig ist, auch wenn man sie bei einem Entfallen getan hat.", "SÄEN, PFLÜGEN. Merke, zuerst pflügt man ja, so sollte er doch zuerst das Pflügen und nachher das Säen nennen!? – Der Tanna spricht vom Jisraélland, wo man nach dem Säen umpflügt73Man ist auch wegen dieses Pflügens schuldig..", "Es wird gelehrt, säen, beschneiden, pflanzen, senken und pfropfen gehören sämtlich zu einer Hauptarbeit. Was lehrt er uns damit? – Wer mehrere Arbeiten verrichtet, die zu einer Hauptarbeit gehören, ist nur einmal schuldig. R. Aḥa sagte im Namen des R. Ḥija b. Aši im Namen R. Amis: Das Beschneiden ist wegen Pflanzens74Es ist eine Abzweigung dieser Hauptarbeit, da dies ebenfalls zum Zwecke des Wachsens erfolgt.strafbar, das Pflanzen, Senken und Pfropfen sind wegen Säens strafbar. – Nur wegen Säens und nicht wegen Pflanzens!? – Sage, auch wegen Säens.", "R. Kahana sagte: Wer [einen Baum] beschneidet und [auch] des Holzes benötigt, ist zweimal schuldig; einmal wegen Mähens und einmal wegen Pflanzens. R. Joseph sagte: Wer Luzerne mähet, ist zweimal schuldig; einmal wegen Mähens und einmal wegen Pflanzens75L. wächst sehr schnell, u. das Mähen hat ein sofortiges Wiederwachsen zur Folge.. Abajje sagte: Wer [Blätter vom] Mangold abkneift, ist zweimal schuldig; einmal wegen Mähens und einmal wegen Säens.", "PFLÜGEN. Es wird gelehrt: Das Pflügen, Graben und Schrammen gehören sämtlich zu einer Hauptarbeit. R. Šešeth sagte: Wer einen Erdhaufen abträgt, ist, wenn er sich im Zimmer befindet, wegen Bauens, und wenn er sich auf dem Felde befindet, wegen Pflügens schuldig. Raba sagte: Wer eine Grube füllt, ist, wenn sie sich im Zimmer befindet, wegen Bauens, und wenn sie sich auf dem Felde befindet, wegen Pflügens schuldig.", "R. Abba sagte: Wer am Šabbath eine Grube gräbt und nur der Erde benötigt, ist dieserhalb frei. Und auch nach R. Jehuda, welcher sagt, man sei wegen einer an sich nicht nötigen Arbeit schuldig, gilt dies nur von einer verbessernden, während dieser eine schädigende verrichtet.", "MÄHEN. Es wird gelehrt: Das Mähen, Winzern, Datteln-, Oliven- und Feigenlesen gehören sämtlich zu einer Hauptarbeit. R. Papa sagte: Wer eine Erdscholle auf eine Dattelpalme wirft und Datteln abschlägt, ist zweimal schuldig; einmal wegen des Pflückens und einmal wegen des Zerbröckelns76Das P. gehört zum Mähen, das Z. zum Dreschen.. R. Aši sagte: Weder geschieht das Pflücken auf diese Weise, noch geschieht das Zerbröckeln auf diese Weise.", "GARBEN. Raba sagte: Wer Salz aus einer Saline sammelt, ist wegen Garbens schuldig. Abajje aber sagt, ein Garben gebe es nur bei Bodengewächsen.", "DRESCHEN. Es wird gelehrt: Das Dreschen, [Ähren-] beuteln und auskörnen gehören sämtlich zu einer Hauptarbeit.", "WORFELN, KLAUBEN, MAHLEN, BEUTELN. Worfeln, klauben und beuteln sind ja dasselbe!? Abajje und Raba erklärten beide: Jede Arbeit, die bei der Errichtung der Stiftshütte zur Anwendung kam, gilt als Hauptarbeit, auch wenn eine andere ihr gleicht. –" ], [ "Demnach sollte er auch das Stampfen77Von Körnern in einem Mörser zur Entfernung der Schlauhen; so wurden beim Tempeldienste die Spezereien behandelt.mitzählen!? Abajje erwiderte: Der Arme ißt sein Brot auch ungestampft. Raba erwiderte: Hier wird die Ansicht Rabbis vertreten, daß es nämlich nur vierzig Hauptarbeiten weniger eine gibt, und wenn er das Stampfen mitgezählt hätte, so wären es vierzig. – Er könnte ja eine andere der [Arbeiten] fortlassen und das Stampfen mitzählen!? – Vielmehr, am richtigsten ist es, wie Abajje erwidert hat.", "Die Rabbanan lehrten: Hat jemand verschiedene Speisen vor sich, so darf er klauben und essen, klauben und zurücklassen. Er darf jedoch nicht ausklauben; hat er aber ausgeklaubt, so ist er ein Sündopfer schuldig. – Wie meint er dies? U͑la erwiderte: Er meint es wie folgt: er darf für denselben Tag klauben und essen, für denselben Tag klauben und zurücklassen, für den nächsten Tag aber darf er nicht klauben; hat er geklaubt, so ist er ein Sündopfer schuldig. R. Ḥisda wandte ein: Ist es denn erlaubt, für denselben Tag zu backen, ist es denn erlaubt, für denselben Tag zu kochen!?", "Vielmehr, erklärte R. Ḥisda, er darf unter dem festgesetzten Quantum klauben und essen, er darf unter dem festgesetzten Quantum klauben und zurücklassen, das festgesetzte Quantum aber darf er nicht klauben; hat er geklaubt, so ist er ein Sündopfer schuldig. R. Joseph wandte ein: Ist es denn erlaubt, unter dem festgesetzten Quantum zu backen!? Vielmehr, erklärte R. Joseph, er darf in der Hand klauben und essen, er darf in der Hand klauben und zurücklassen. Er darf aber nicht in einer Schippe oder einer Schüssel klauben; hat er geklaubt, so ist er frei, jedoch ist es verboten. Mit einer Schwinge darf er nicht klauben; hat er geklaubt, so ist er ein Sündopfer schuldig.", "R. Hamnuna wandte ein: Lehrt er etwa von einer Schippe oder Schüssel!? Vielmehr, erklärte R. Hamnuna, er darf das Eßbare aus dem Abfalle herausklauben und essen, er darf das Eßbare herausklauben und den Abfall zurücklassen, den Abfall aus dem Eßbaren darf er nicht ausklauben; hat er ausgeklaubt, so ist er ein Sündopfer schuldig. Abajje wandte ein: Lehrt er etwa vom Eßbaren aus dem Abfalle!? Vielmehr, erklärte Abajje, er darf klauben und sofort essen, er darf klauben und zurücklassen, um sofort [zu essen]; er darf aber nicht für diesen Tag klauben, und wenn er geklaubt hat, so ist dies ebenso, als hätte er für die Vorratskammer geklaubt, und er ist ein Sündopfer schuldig. Als die Schüler dies vor Raba sagten, sprach er zu ihnen: Naḥmani hat recht.", "Wenn jemand zwei verschiedene Speisen vor sich hat und ausklaubt und ißt, ausklaubt und zurückläßt, so ist er, wie R. Aši lehrt, frei, und wie R. Jirmeja aus Diphte lehrt, schuldig. – Wieso lehrt R. Aši, er sei frei, es wird ja gelehrt, er sei schuldig!? – Das ist kein Einwand; dies in einer Schippe oder Schüssel, jenes mittelst einer Schwinge oder eines Siebes.", "Als R. Dimi kam, erzählte er: Es war an einem Šabbath des R. Bebaj78An dem er den Schülern die Aufwartung zu machen hatte., und als R. Ami und R. Asi eintraten, setzte er ihnen einen Korb Obst vor. Ich weiß aber nicht, ob er [dies79Daß er ihnen die Früchte samt den Blättern u. Stengeln vorsetzte.getan hat], weil er der Ansicht war, man dürfe nicht das Eßbare aus dem Abfalle ausklauben, oder ob er damit sein Wohlwollen bekunden wollte.", "Ḥizqija sagte: Wer Lupinen aus ihrem Abfalle klaubt, ist schuldig. – Demnach ist Ḥizqija der Ansicht, man dürfe nicht das Eßbare aus dem Abfalle klauben!? – Anders ist es bei Lupinen," ], [ "die man siebenmal brühen muß; wenn man sie nicht herausnimmt, verderben sie, somit ist dies ebenso, als klaube man den Abfall aus dem Eßbaren.", "MAHLEN. R. Papa sagte: Wer Mangold zerreibt, ist wegen Mahlens schuldig. R. Menaše sagte: Wer Holzspäne splittert, ist wegen Mahlens schuldig. R. Aši sagte: Wenn er aber auf eine bestimmte Größe achtet, so ist er wegen Schneidens schuldig.", "KNETEN, BACKEN. R. Papa sprach: Unser Tanna ließ das Einkochen von Spezereien aus, was bei [der Errichtung] der Stiftshütte zur Anwendung kam, und nennt statt dessen das Backen!? – Unser Tanna nennt die Reihenfolge der Brotbereitung.", "R. Aḥa b. R. A͑vija sagte: Wer einen Pflock in den Of en [zum Trocknen] legt, ist wegen Kochens schuldig. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, weil man ihn nur zu härten beabsichtigt, so lehrt er uns, daß er zuerst aufgeht und erst nachher zusammentrocknet. Rabba b. R. Hona sagte: Wer Pech schmilzt, ist wegen Kochens schuldig. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, man sei nicht schuldig, da es nachher wieder hart wird, so lehrt er uns.", "Raba sagte: Wer eine Krücke anfertigt, ist sieben80Soviel am Š. verbotene Arbeiten sind dabei mit der Herstellung des Rohmateriales zu verrichten; aufgezählt bei den Kommentaren.Sündopfer schuldig, wenn einen Ofen, so ist er acht80Soviel am Š. verbotene Arbeiten sind dabei mit der Herstellung des Rohmateriales zu verrichten; aufgezählt bei den Kommentaren.Sündopfer schuldig. Abajje sagte: Wer einen Bienenkorb anfertigt, ist elf80Soviel am Š. verbotene Arbeiten sind dabei mit der Herstellung des Rohmateriales zu verrichten; aufgezählt bei den Kommentaren.Sündopfer schuldig, wenn er aber den Rand besäumt, so ist er dreizehn80Soviel am Š. verbotene Arbeiten sind dabei mit der Herstellung des Rohmateriales zu verrichten; aufgezählt bei den Kommentaren.Sündopfer schuldig.", "WOLLE SCHEREN, BLEICHEN. Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Wer die Wolle auf dem Vieh spinnt, ist drei Sündopfer schuldig: eines wegen Scherens, eines wegen Zupfens und eines wegen Spinnens. R. Kahana sagte: Weder ist dies die Art des Scherens, noch ist dies die Art des Zupfens, noch ist dies die Art des Spinnens. – Etwa nicht, es wird ja im Namen R. Neḥemjas gelehrt: An den Ziegen gespült und an den Ziegen gesponnen81Die Worte טוו את העזים (Ex. 35,26) werden wörth. aufgefaßt, man habe die Wolle am Körper der Ziegen gespült und gesponnen; cf. infra Fol. 99a.. Demnach gilt das Spinnen am Vieh selbst als Spinnen!? – Anders ist es bei einer besonderen Kunstfertigkeit82Die in der bezüglichen Schriftstelle besonders hervorgehoben wird..", "Die Rabbanan lehrten: Wer eine Feder ausrupft, die Spitze abschneidet und sie schleißt, ist drei Sündopfer schuldig. R. Šimo͑n b. Laqiš erklärte: Das Rupfen ist wegen Scherens strafbar, das Abschneiden wegen Schneidens und das Schleißen wegen Schabens.", "EINEN KNOTEN KNÜPFEN, EINEN KNOTEN LÖSEN. Wieso kam das Knüpfen bei [der Errichtung] der Stiftshütte zur Anwendung? Rabba erwiderte: Man knüpfte [die Vorhänge] an die Zeltpflöcke. – Dieses Anknüpfen geschah ja aber, um wieder aufzulösend83Strafbar ist nur der bestehen bleibende Knoten.!? Vielmehr, erwiderte Abajje, wenn den Webern der Vorhänge ein Faden zerriß, knüpften sie ihn zusammen. Raba sprach zu ihm: Du hast es allerdings hinsichtlich des Knüpfens erklärt, wie ist es aber hinsichtlich des Lösens zu erklären!? Wolltest du sagen, daß, wenn sich zwei Fäden verknoteten, man den einen löste und den anderen zurückließ – wie sollte man, wenn man für einen König aus Fleisch und Blut nicht so verfährt, für den König der Könige, den Heiligen, gepriesen sei er, so verfahren haben!? Vielmehr, erklärte Raba, nach anderen, R. Ilea͑, die Fänger der Purpurschnecke hatten [die Netze] zu knüpfen und zu lösen.", "ZWEI STICHE NÄHEN. Dies hält ja nicht!? Rabba b. Bar Ḥana erwiderte im Namen R. Joḥanans: Wenn man sie knotet.", "REISSEN, UM ZU NÄHEN. Wieso kam das Reißen bei [der Errichtung] der Stiftshütte zur Anwendung? Raba und R. Zera erklärten beide:" ], [ "Wenn in einen Vorhang Motten gekommen waren, wurde er zerrissen und zusammengenäht.", "R. Zuṭra b. Ṭobja sagte im Namen Rabhs: Wer am Šabbath eine Naht zusammenzieht, ist ein Sündopfer schuldig. Wer etwas von einem Magier lernt, verdient den Tod. Wer die Sonnenwenden und den Planetenlauf zu berechnen versteht und dies nicht tut, von dem darf man nicht sprechen.", "Über ‘Magier’ [streiten] Rabh und Šemuél; einer sagt, darunter sei ein Zauberer zu verstehen, und der andere sagt, darunter sei ein Gotteslästerer zu verstehen. Es ist zu beweisen, daß Rabh es ist, der Gotteslästerer sagt. R. Zuṭra b. Ṭobja sagte nämlich im Namen Rabhs: Wer etwas von einem Magier lernt, verdient den Tod. Wieso könnte man demnach sagen, darunter sei ein Zauberer zu verstehen, es heißt ja:84Dt. 18,9.du sollst dies nicht lernen, um solches nachzuahmen, wohl aber darfst du es des Wissens wegen und des Lehrens wegen lernen!? Schließe hieraus.", "R. Šimo͑n b. Pazi sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi im Namen Bar Qapparas: Über denjenigen, der die Sonnenwenden und den Planetenlauf zu berechnen versteht und dies nicht tut, spricht die Schrift: 85Jes. 5,12.auf das Werk Gottes blicken sie nicht, und das Werk seiner Hände sehen sie nicht. R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Joḥanans; Woher, daß es dem Menschen geboten ist, sich mit den Berechnungen der Sonnenwenden und des Planetenlaufes zu befassen? Es heißt:86Dt. 4,6.beobachtet und befolgt sie, denn das ist euere Weisheit und Klugheit in den Augen der Völker. Welche ist die Weisheit und welche die Klugheit, die als solche in den Augen der Völker gelten? Sage, das ist die Berechnung der Sonnenwenden und des Planetenlaufes.", "EIN REH FANGEN &C. Die Rabbanan lehrten : Wer eine Purpurschnecke fängt und sie auspreßt, ist nur einmal schuldig; R. Jehuda sagt, er sei zweimal schuldig. R. Jehuda sagte nämlich, das Auspressen gehöre zur [Hauptarbeit] Dreschen. Jene erwiderten ihm: Das Auspressen gehört nicht zum Dreschen. Raba sagte: Folgendes ist der Grund der Rabbanan; Dreschen gibt es nur bei Bodengewächsen. – Er sollte doch auch wegen Tötens schuldig sein!? R. Joḥanan erwiderte: Wenn er sie tot ausgepreßt hat.", "Raba erwiderte: Du kannst auch sagen, wenn er sie lebend ausgepreßt hat, denn das Töten ist hierbei Nebensachen87Die nicht bezweckt wird; strafbar ist nur die bezweckte Arbeit.. – Aber Abajje und Raba sagen ja beide, R. Šimo͑n pflichte bei in [einem Falle gleich] dem Kopfabschlagen ohne zu töten88Auch nach RŠ., der eine Tätigkeit erlaubt, durch die zugleich eine verbotene ausgeübt wird, ist sie verboten, wenn sie von dieser untrennbar ist.!? – Anders ist es hierbei; je länger [sie] lebt, desto lieber ist es ihm, um eine klarere Farbe zu gewinnen.", "SCHLACHTEN. Weswegen ist das Schlachten strafbar? – Rabh sagte, wegen Färbens; Šemuél sagte, wegen Tötens. –" ], [ "Nur wegen Färbens und nicht wegen Tötens!? – Sage, auch wegen Färbens. Rabh sagte : Zu dem, was ich gesagt habe, will ich eine Erklärung geben, damit nicht die kommenden Geschlechter über mich lachen: Was bezweckt er mit dem Färben? Es ist ihm erwünscht, daß die Schlachtstelle mit Blut befleckt werde, damit die Leute es bemerken und kaufen kommen.", "SALZEN, BEARBEITEN. Salzen und bearbeiten sind ja ein und dasselbe!? R. Joḥanan und Reš Laqiš erklären beide, man lasse das eine fort und füge statt dessen das Liniieren89Das Fell wird vor dem Zerschneiden mit Linien versehen.hinzu. Rabba b. R. Hona sagte: Wer Fleisch einsalzt, ist wegen Bearbeitens schuldig. Raba aber sagt, bei Speisen gebe es kein Bearbeiten. R. Aši sagte: Auch Rabba b. R. Hona sagte dies nur von dem Falle, wenn man es für die Reise90Zum Konservieren; es wird dann stark gesalzen.einsalzt; wenn aber für das Haus91Für den sofortigen Gebrauch., so betrachtet niemand seine Speise als Stück Holz.", "SCHABEN, ZERSCHNEIDEN. R. Aḥa b. Ḥanina sagte: Wer am Šabbath zwischen den Säulen92Nach Raschi: den Boden zwischen den Säulen einer Halle; nach den Tosaphoth, eine Haut auf einer Säule od. einem Pfahle ausspannt u. glättet.scheuert, ist wegen Schabens schuldig. R. Ḥija b. Abba erzählte: Drei Dinge sagte mir R. Aši im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Wer am Šabbath die Spitzen der Pfeiler behobelt, ist wegen Schneidens schuldig. Wer am Šabbath ein Pflaster bestreicht, ist wegen Schabens schuldig. Wer am Šabbath einen Stein behaut, ist wegen Hämmerns schuldig. R. Šimo͑n b. Qisma sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Laqiš: Wer eine Figur auf ein Gerät93Dies ist eine abschließende Arbeit.malt, und wer ein Glasgefäß bläst, ist wegen Hämmerns schuldig. R. Jehuda sagte: Wer die Zasern von Gewändern entfernt, ist wegen Hämmerns93Dies ist eine abschließende Arbeit.schuldig; dies aber nur dann, wenn er darauf achtet.", "ZWEI BUCHSTABEN ZU SCHREIBEN. Die Rabbanan lehrten: Wer einen großen Buchstaben schreibt, wo Raum ist, zwei zu schreiben, ist frei; wer einen großen Buchstaben ausmerzt, auf dessen Raum man zwei schreiben kann, ist schuldig, R. Menaḥem b. R. Jose sagte: Hierin ist es beim Ausmerzen strenger als beim Schreiben.", "BAUEN, NIEDERREISSEN, LÖSCHEN, ANZÜNDEN, HÄMMERN. Raba und R. Zera sagten beide: Alles, was eine Vollendung der Arbeit bildet, ist wegen Hämmerns strafbar.", "DIES SIND DIE HAUPTARBEITEN. ‘Dies’, das schließt die Ansicht R. Elea͑zars aus, nach dem die Abzweigung neben der Hauptarbeit besonders strafbar ist. WENIGER EINE. Dies schließt die Ansicht R. Jehudas aus, denn es wird gelehrt: R. Jehuda fügt noch das Ausgleichen der Kettenfäden und das Anschlagen mit dem Spatel hinzu. Diese erwiderten ihm: Das Ausgleichen gehört zum Anzetteln, das Anschlagen gehört zum Weben.", "iii SIE SAGTEN NOCH EINE ANDERE REGEL: WEGEN EINER SACHE, DIE ZUM AUFBEWAHREN SICH EIGNET, [IN EINEM QUANTUM], DAS MAN GEWÖHNLICH AUFBEWAHRT, IST MAN, WENN MAN SIE AM ŠABBATH HINAUSTRÄGT, EIN SÜNDOPFER SCHULDIG; WEGEN EINER SACHE, DIE ZUM AUFBEWAHREN SICH NICHT EIGNET, ODER [IN EINEM QUANTUM], DAS MAN SONST NICHT AUFBEWAHRT, IST, WENN MAN SIE AM ŠABBATH HINAUSTRÄGT, NUR DERJENIGE SCHULDIG, DER SIE AUFBEWAHRT.", "GEMARA. «Wegen einer Sache, die zum Aufbewahren sich eignet.» Was schließt dies aus? R. Papa sagte: Dies schließt Menstruationsblut aus. Mar U͑qaba sagte: Dies schließt Ašera-Holz aus. Nach demjenigen, der Menstruationsblut sagt, gilt dies um so mehr vom Ašera-Holze; nach demjenigen aber, der Ašera-Holz sagt, [gilt dies nicht vom] Menstruationsblute, da man es für eine Katze aufbewahren kann. – Und jener!? – Da dies94Wenn man einer Katze von seinem Blute gibt.Schwäche verursacht, so bewahrt man es nicht auf.", "R. Jose sagte; Hier ist nicht die Ansicht R. Šimo͑ns vertreten, denn R. Šimo͑n sagt, all diese Maße seien nur für den Aufbewahrenden allein festgesetzt worden.", "WEGEN EINER SACHE, DIE ZUM AUFBEWAHREN SICH NICHT EIGNET." ], [ "R. Elea͑zar sagte: Hier ist nicht die Ansicht des R. Šimo͑n b. Elea͑zar vertreten, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte eine Regel: Wegen einer Sache, die zum Aufbewahren sich nicht eignet, oder [in einem Quantum], das man sonst nicht aufbewahrt, von der aber jemand Gebrauch gemacht und aufbewahrt hat, und ein anderer sie hinausgetragen hat, ist dieser schuldig wegen der Kundgebung von jenem.", "iv,1 WER STROH HINAUSTRÄGT, SOVIEL ALS EINE KUH DAS MAUL VOLL HAT, STRAUCH, ALS EIN KAMEL DAS MAUL VOLL HAT, HALME, ALS EIN LAMM DAS MAUL VOLL HAT, GRÄSER, ALS EINE ZIEGE DAS MAUL VOLL HAT, FRISCHE KNOBLAUCH- UND ZWIEBELBLÄTTER IM QUANTUM EINER DÖRRFEIGE, ODER TROCKENE, ALS EINE ZIEGE DAS MAUL VOLL95In diesen Fällen ist man schuldig.HAT; SIE WERDEN MIT EINANDER NICHT VEREINIGT, WEIL SIE BEZÜGLICH DES QUANTUMS VERSCHIEDEN SIND.", "GEMARA. Was heißt Strauch? R. Jehuda erwiderte: Stengel von Hülsenfrüchten. Als R. Dimi kam, sagte er: Wer für ein Kamel soviel Stroh hinausträgt, als eine Kuh das Maul voll hat, ist, wie R. Joḥanan sagt, schuldig, und wie R. Šimo͑n b. Laqiš sagt, frei. So sagte R. Joḥanan abends, am folgenden Morgen aber trat er davon zurück. R. Joseph sprach: Er tat recht, daß er davon zurücktrat, denn dies reicht nicht für ein Kamel. Da sprach Abajje zu ihm: Im Gegenteil, seine erste Ansicht ist einleuchtender, es reicht ja für eine Kuh.", "Vielmehr, als Rabin kam, sagte er: Alle stimmen überein, daß er schuldig ist, wenn er für ein Kamel soviel Stroh hinausträgt, als eine Kuh das Maul voll hat, sie streiten nur über den Fall, wenn er für eine Kuh soviel Strauch hinausträgt, als eine Kuh das Maul voll hat,", "und zwar wurde es umgekehrt gelehrt: R. Joḥanan sagt, er sei frei, und Reš Laqiš sagt, er sei schuldig. R. Joḥanan sagt, er sei frei, denn das Essen im Notfalle96Gewöhnlich ißt eine Kuh kein Strauch.gilt nicht als Essen; Reš Laqiš sagt, er sei schuldig, denn das Essen im Notfalle gilt als Essen.", "HALME, ALS EIN LAMM DAS MAUL VOLL HAT. Es wird Ja gelehrt, im Quantum einer Dörrfeige!? – Beide haben das gleiche Quantum.", "FRISCHE KNOBLAUCH- UND ZWIEBELBLÄTTER IM QUANTUM EINER DÖRRFEIGE, ODER TROCKENE, ALS EINE ZIEGE DAS MAUL VOLL HAT; SIE WERDEN MITEINANDER NICHT VEREINIGT, WEIL SIE BEZÜGLICH DES QUANTUMS VERSCHIEDEN SIND. R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Sie werden nicht mit dem Strengeren vereinigt, wohl aber mit dem Leichteren97Wobei ein großes Quantum erforderlich ist; zBs. Stroh mit Strauch, nicht aber umgekehrt.. –", "Werden denn Dinge, die bezüglich ihres Quantums verschieden sind, überhaupt vereinigt, wir haben ja gelernt, Kleiderstoff [sei verunreinigungsfähig in der Größe von] drei zu drei, Sackzeug, von vier zu vier, Leder, von fünf zu fünf, Matte, von sechs zu sechs [Handbreiten]. Hierzu wird gelehrt, Kleiderstoff und Sackzeug, Sackzeug und Leder, Leder und Matte werden miteinander vereinigt. Und R.Šimo͑n erklärte: Aus dem Grunde, weil sie alle gleich geeignet sind für die Verunreinigung durch das Sitzen98Eines Flußbehafteten; diesbezüglich ist für alle die gleiche Größe festgesetzt., Nur deshalb, weil sie alle gleich geeignet sind für die Verunreinigung durch das Sitzen, sonst aber nicht!?", "Raba erwiderte:" ], [ "Hier ebenfalls, weil sie [zusammen] als Proben verwendbar sind.", "iv,2 WER SPEISEN IM QUANTUM EINER DÖRRFEIGE HINAUSTRÄGT, IST SCHULDIG; SIE WERDEN MIT EINANDER VEREINIGT, AVEIL SIE BEZÜGLICH DES QUANTUMS GLEICH SIND, AUSGENOMMEN IHRE SCHALEN, KERNE UND STENGEL, DIE GRIESKLEIE UND DIE SCHALENKLEIE. R. JEHUDA SAGT, MIT AUSNAHME VON LINSENSCHALEN, DIE MITGEKOCHT WERDEN.", "GEMARA. Werden denn Grieskleie und Schalenkleie [mit der Speise] nicht vereinigt, wir haben ja gelernt, fünf Viertelkab Mehl mit einem Überschusse seien zur Teighebe pflichtig; es selbst, die Grieskleie und die Schalenkleie!? Abajje erwiderte: Weil der Arme sein Brot aus ungebeuteltem Teig ißt99Da er die Kleie mitißt, ist sie auch zur Teighebe mitpflichtig; hinsichtl. des Š.gesetzes aber richte man sich nach der allgemeinen Verwendung..", "R. JEHUDA SAGT, MIT AUSNAHME VON LINSENSCHALEN, DIE MITGEKOCHT WERDEN. Von Linsen wohl und von Bohnen nicht; es wird ja gelehrt, R. Jehuda sagt, mit Ausnahme von Bohnen- und Linsenschalen!? – Das ist kein Widerspruch; das eine gilt von frischen, das andere von alten. – Weshalb nicht von alten? R. Abahu erwiderte: Weil sie in der Schüssel wie Fliegen aussehen.", "", "i WER WEIN HINAUSTRÄGT, SOVIEL ALS ZUR MISCHUNG DES BECHERS1Zur Verdünnung mit Wasser; der Wein wurde nur verdünnt getrunken. AUSREICHT, MILCH, IM QUANTUM EINES SCHLUCKES, HONIG, ALS MAN AUF EINE WUNDE LEGT, ÖL, ALS MAN DAMIT EIN KLEINES GLIED SALBEN KANN, WASSER, ALS MAN ZUM EINRÜHREN DER AUGENSALBE BRAUCHT, ALLE ANDEREN FLÜSSIGKEITEN IM QUANTUM EINES VIERTELLOG, AUCH JEDES AUSGUSSWASSER IM QUANTUM EINES VIERTELLOG. R. ŠIMO͑N SAGT, ALLES IM QUANTUM EINES VIERTELLOG, DIE GENANNTEN MASSE SIND NUR FÜR DEN AUFBEWAHRENDEN SELBST2Wenn er selber sie hinausträgt. FESTGESETZT.", "GEMARA. Es wird gelehrt: Als zur Mischung eines schönen Bechers nötig ist. – Was heißt ‘schöner Becher’? – Der Becher des [Tisch]segens3Cf. Ber. Fol. 51a.. R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Der Becher des [Tisch]segens muß den vierten Teil eines Viertellog haben, sodaß er gemischt auf ein Viertellog kommt.", "Raba sagte: Auch wir" ], [ "haben demgemäß gelernt: Wer Wein hinausträgt, als zur Mischung eines Bechers ausreicht, und hierzu wird gelehrt, als zur Mischung eines schönen Bechers nötig ist. Und im Schlußsatze lehrt er, alle anderen Flüssigkeiten im Quantum eines Viertellog4Demnach rohen Wein soviel, um daraus ein Viertellog trinkbaren Wein herstellen zu können.. Raba vertritt hierbei seine Ansicht, denn Raba sagte: Jeder Wein, der nicht auf einen Teil drei Teile Wasser verträgt, ist kein Wein.", "Abajje sprach: Dagegen ist zweierlei einzuwenden: erstens haben wir gelernt, der gemischte Wein habe zwei Teile Wasser und einen Teil Wein vom Šaronweine, und wieso kann ferner das Wasser, das sich noch im Kruge befindet, mit diesem vereinigt5Wenn das Quantum auf ein Viertellog trinkbaren Wein normiert ist, so kann dies nur von dem Falle gelten, wenn das Wasser bereits beigemischt ist. werden!?", "Raba erwiderte: Dein Einwand, der gemischte Wein habe zwei Teile Wasser und einen Teil Wein vom Saronweine, [ist nichts,] denn anders ist der Šaronwein, der leicht ist; oder auch: da6Beim Menstruationsblute, das in der Farbe des genannten Weines unrein ist; cf. Nid. Fol. 19a. kommt es auf die Farbe an, zum Genüsse aber ist mehr [Wasser] erforderlich. Und dein Einwand, wieso denn das noch im Kruge befindliche Wasser vereinigt werden kann, [ist ebenfalls nichts,] denn beim Šabbath kommt es auf die Verwendbarkeit an, und dieses ist verwendbar.", "Es wird gelehrt: Geronnener [Wein] im Quantum einer Olive – so R. Nathan. R. Joseph sagte: R. Nathan und R. Jose b. Jehuda lehrten dasselbe. R. Nathan das, was wir eben gesagt haben; R. Jose b. Jehuda, denn es wird gelehrt: R. Jehuda nannte sechs Fälle von Erleichterungen der Schule Šammajs und Erschwerungen der Schule Hillels: Das Blut eines Aases ist nach der Schule Šammajs rein und nach der Schule Hillels unrein. R. Jose b. R. Jehuda sagte: Auch nach der Schule Hillels ist das Blut nur im Quantum eines Viertellog unrein, da es geronnen die Größe einer Olive haben würde.", "Abajje erwiderte: Vielleicht ist dem nicht so; R. Nathan sagt dies nur da, beim Weine, daß nämlich ein Viertellog erforderlich sei, weil er dünn ist, beim Blute aber, das dick ist, ist für das Quantum einer Olive kein Viertellog erforderlich. Oder auch: R. Jose b. Jehuda sagt dies nur dort, beim Blute, daß nämlich für das Quantum einer Olive ein Viertellog ausreiche, weil es dick ist, beim Weine aber, der dünn ist, ist für das Quantum einer Olive mehr als ein Viertellog erforderlich, und man ist somit schuldig, auch wenn man weniger als das Quantum einer Olive hinausträgt.", "MILCH IM QUANTUM EINES SCHLUCKES. Sie fragten: Heißt es Gemiá [Schluck] oder Gemia͑7Diese u. folgende Fragen sind orthographische, ob die betreffenden Worte mit א oder ע geschrieben werden; sie werden aus der Schreibart in den angezogenen. Schriftversen entschieden.? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte:8Gen. 24,17.Laß mich doch ein wenig Wasser aus deinem, Kruge schlürfen [hagmiini].", "Sie fragten ferner: Heißt es" ], [ "9In der vorangehenden Mišna (VII,4), wo dieses Wort vorkommt. Garínin [Kerne] oder Gari͑nin? Raba b. U͑la erwiderte: 10Lev. 27,18.Vom Schätzungswerte abzuziehen11Das Wort גרעין Kern, wird von גרע, mindern, abgeleitet, da durch diesen die Speise gemindert wird.[venigra͑].", "Sie fragten ferner: Heißt es12In der Lehre vom Pesaḥopfer; cf. Pes. 75b.Ómemoth [verglimmende] oder O͑memoth? R. Jiçḥaq b. Evdämi erwiderte:13Ez. 31,8.Zedern verdunkeln [a͑mamuhu] ihn nicht im Garten Gottes.", "Sie fragten ferner: Heißt es14Hinsichtlich eines Leichnams; weiter Fol. 151b.meámçin [die Augen schließen] oder mea͑mcin? R. Ḥija b. Abba erwiderte im Namen R. Joḥanans: 15Jes. 33,15.Er schließt [o͑çem] seine Augen, um das Böse nicht zu schauen.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn man Milch von einem Vieh im Quantum eines Schluckes hinausträgt, Frauenmilch oder Eiweiß, als für eine Einreibung erforderlich ist, Augensalbe, als man [für die Augen] mit Wasser einrührt16Sc. ist man schuldig.. R. Aši fragte: Soviel man einreiht, oder soviel [an den Fingern] kleben bleibt und man einreibt? – Dies bleibt unentschieden.", "HONIG, ALS MAN AUF EINE WUNDE LEGT. Es wird gelehrt: Soviel man auf die Öffnung einer Wunde legt. R. Aši fragte: Ist unter Öffnung der Wunde die ganze Ausdehnung der Wunde zu verstehen, oder nur die oberste Spitze der Wunde, mit Ausschluß der ganzen Schwellung. Dies bleibt unentschieden.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Von allem, was der Heilige, gepriesen sei er, in seiner Welt erschaffen hat. hat er nichts unnötig erschaffen. Er erschuf die Schnecke gegen die Wunde; die Fliege gegen die Wespe; die Mücke gegen die Schlange; die Schlange gegen Krätze; die Spinne gegen den Skorpion. – Wie verfahre man dabei? – Man hole eine schwarze und eine weiße, koche sie zusammen ein und bestreiche damit17Die Wunde des Skorpionbisses..", "Die Rabbanan lehrten: Es gibt fünf Fälle von Furcht des Stärkeren vor dem Schwächeren: die Furcht des Löwen vor dem Maphgia͑18Nach anderen. die äthiopische Mücke., die Furcht des Elefanten vor der Mücke, die Furcht des Skorpions vor der Spinne, die Furcht des Adlers vor der Schwalbe und die Furcht des Levjathan19Fabelhaftes, für die Frommen in der zukünftigen Welt aufbewahrtes Wassertier; hier wohl Walfisch oder Krokodil.vor dem Stichling. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Hierauf deutet folgender Schriftvers:20Am. 5,9.Der Verwüstung aufblitzen läßt den Starken.", "R. Zera traf R. Jehuda vor der Tür seines Schwiegervaters stehen und bemerkte, daß er heiteren Sinnes war, und wenn man ihn bezüglich aller Dinge der Welt gefragt hätte, würde er geantwortet haben. Da fragte er ihn: Weshalb gehen die Ziegen voran und die Lämmer hinterher? Dieser erwiderte: Wie bei der Weltschöpfung: vorher dunkel und nachher hell. – Weshalb sind diese bedeckt21Nach Raschi: mit einem Fettschwanze; viell. aber mit wirklichen Decken gemeint. die man im Orient den Schafen auflegt.und jene entblößt? – Von denen wir Bedeckung erhalten, sind bedeckt, von denen wir keine Bedeckung erhalten, sind entblößt. – Weshalb hat das Kamel einen kurzen Schwanz? – Weil es Dornen frißt22Damit es nicht mit dem Schwanze hängen bleibe.. – Weshalb hat der Ochse einen langen Schwanz? – Weil er sich auf den Wiesen aufhält und die Mücken verscheuchen muß. –", "Weshalb ist das Fühlhorn der Ameise weich? – Weil sie zwischen Weiden wohnt; wenn es hart wäre, könnte es abbrechen, und sie würde erblinden. Šemuél sagte nämlich: Wer eine Ameise blenden will, reiße ihr die Fühlhörner ab. – Weshalb ragt das [untere] Augenlid des Huhnes nach oben23Beim Schließen der Augen; anders als bei anderen Geschöpfen.über? – Weil es sich in der Höhe24Wörtl. auf Brettern, wenn die Lesart unserer Ausgaben richtig; nach einer anderen Lesart: am Herde.aufhält, und wenn ihm der Rauch [in das Auge] dringen würde, könnte es erblinden. – Dasa [Tür]? – Durch dort25Die folgenden Erklärungen sind durchweg etymologische Spielereien, die nur im Texte verständlich sind.. – Darga [Treppe]? – Nach dem Dache. – Metukhlita [Tunke]? – Wann ist diese zu Ende? – Beta [Haus]? – Komm, setz dich hinein. – Biqta [Zelle]? – Ort der Enge. –", "Kuphta [Korb]? – Stülpe ihn um und setze dich. – Libne [Backsteine]? – [Dauerhaft] für Kindeskinder. – Huça [Zaun]? – Scheidewand. Haçaba [Krug]? – Der Wasser aus dem Flusse schöpft. – Kuza [Krüglein]? – Unbedeutendes. – Šoṭitha [Myrtenzweig26Den man gewöhnt, beim Hochzeitsreigen in der Hand hält.]? – Narrheit – Mešikhla [Becken]? – Wäscht alles. – Mešikhlata [kleines Becken]? – Worin die Braut sich wäscht. – Asitha [Mörser]? – Ausgehöhltes. – Bukhna [Mörserkeule]? – Komm, ich will damit schlagen. –", "Lebuša [Kleid]? – Keine Blöße. – Gelima [Mantel]? – Worin man formlos aussieht. – Goltha [Oberkleid]? – Lege ab und setze dich. – Porja [Bett]? – Auf dem man sich fortpflanzt. – Borzinka [leere Grube]? – Diese Grube ist rein. – Sudara [Hülle]? – 27Ps. 25,14.Der Rat des Herrn ist seinen Frommen zuteil. – Apadna [Landhaus]? – An dieser Tür wird Recht gepflegt. Die Rabbanan lehrten: Drei nehmen an Kraft zu, je älter sie werden, und zwar: der Fisch, die Schlange und das Schwein.", "ÖL, ALS MAN DAMIT EIN KLEINES GLIED SALBEN KANN. In der Schule R. Jannajs sagten sie: Öl, als man damit ein kleines Glied eines einen Tag alten Kindes salben kann. Man wandte ein: Öl, als man damit ein kleines Glied und das eines einen Tag alten Kindes salben kann. Doch wohl ein kleines Glied eines Erwachsenen oder ein großes Glied eines einen Tag alten Kindes!? – R. Jannaj kann dir erwidern: nein, er meint es wie folgt: Öl, als man damit ein kleines Glied eines einen Tag alten Kindes salben kann. –", "Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaím streiten: Öl, als man damit ein kleines Glied und das eines einen Tag alten Kindes salben kann – so R. Šimo͑n b. Elea͑zar. R. Nathan sagt, als man damit ein kleines Glied salben kann. Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: R. Šimo͑n b. Elea͑zar ist der Ansicht: ein kleines Glied eines Kindes, und R. Nathan ist der Ansicht: ein kleines Glied eines Erwachsenen oder ein großes Glied eines Kindes, nicht aber ein kleines Glied eines einen Tag alten Kindes. – Nein, alle stimmen überein, daß ein kleines Glied eines einen Tag alten Kindes nicht ausreiche," ], [ "und niemand ist der Ansicht R. Jannajs, ihr Streit aber besteht in folgendem: R. Šimo͑n b. Elea͑zar ist der Ansicht, ein kleines Glied eines Erwachsenen und ein großes Glied eines einen Tag alten Kindes gleichen einander, und R. Nathan ist der Ansicht, nur ein kleines Glied eines Erwachsenen, nicht aber ein großes Glied eines einen Tag alten Kindes. – Wie bleibt es damit? – Komm und höre: Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, Öl, als man damit ein kleines Glied eines einen Tag alten Kindes salben kann.", "WASSER, ALS MAN ZUM EINRÜHREN DER AUGENSALBE BRAUCHT. Abajje sagte: Merke, bei allem, was eine öftere und eine seltenere Verwendung hat, richten sich die Rabbanan28Bei der Festsetzung des Quantums hinsichtl. des Š.s.nach der öfteren, auch erleichternd, und wenn die Häufigkeit der Verwendungen gleich ist, richten sich die Rabbanan nach der Verwendung, die erschwerend ist.", "Beim Weine, der häufiger als Getränk und selten als Heilmittel verwendet wird, richten sich die Rabbanan nach seiner Verwendung als Getränk, erleichternd; bei der Milch, die häufiger als Genußmittel und selten als Heilmittel verwendet wird, richten sich die Rabbanan nach ihrer Verwendung als Genußmittel, erleichternd; beim Honig, der häufig als Genußmittel und häufig als Heilmittel verwendet wird, richten sich die Rabbanan nach seiner Verwendung als Heilmittel, erschwerend.", "Weshalb nun richten sich die Rabbanan beim Wasser nach seiner Verwendung als Heilmittel, wo es doch als Getränk häufig und als Heilmittel selten verwendet wird!? Abajje erwiderte: Dies wurde in Galiläa gelehrt29Im armen Galiläa pflegte man zur Herstellung der Augensalbe nicht Wein oder Milch, sondern Wasser zu verwenden.. Raba erwiderte: Dies kann auch von anderen Ortschaften gelten, und zwar nach Šemuél, denn Šemuél sagte: Alle Flüssigkeiten heilen [das Auge], verdunkeln es aber, ausgenommen Wasser, das heilt und es nicht verdunkelt.", "ALLE ANDEREN FLÜSSIGKEITEN IM QUANTUM EINES VIERTELLOG. Die Rabbanan lehrten: Blut und alle anderen Flüssigkeiten im Quantum eines Viertellog; R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, Blut, als man zum Pinseln eines Auges braucht, denn damit pinselt man den Augenfleck. – Welches [Blut] verwendet man dafür? – Das Blut der Auerhenne. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, Blut, als man zum Pinseln eines Auges braucht, denn damit pinselt man den Star. – Welches [Blut] verwendet man dafür? – Das Blut der Fledermaus30Nach anderen Haushahn, aus dem Lat. Crista Kamm, der Bekammte.. Als Merkzeichen: Inneres gegen Inneres, Äußeres gegen Äußeres31ברא Äußeres; Augenflecke werden als äuß. Erkrankung, der Star dagegen als innere betrachtet..", "Dies gilt nur vom Hinaustragen, wegen des Verwahrens aber ist man bei jedem Quantum schuldig. R. Šimo͑n sagt, dies gelte nur vom Verwahren, wegen des Hinaustragens aber ist man nur bei einem Viertellog schuldig. Die Weisen pflichten jedoch R. Šimo͑n bei, daß beim Hinaustragen von Ausgußwasser auf öffentliches Gebiet ein Viertellog erforderlich sei.", "Der Meister sagte: Dies gilt nur vom Hinaustragen, wegen des Verwahrens aber ist man bei jedem Quantum schuldig. Ist denn aber der Verwahrende nicht zugleich Hinaustragender!? Abajje erwiderte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn ein Meister zu seinem Lehrling gesagt hat: Geh, mache mir den Platz für die Mahlzeit frei, und dieser ging und ihn frei machte. Ist es eine Sache, die für jedermann einen Wert hat, so ist er dieserhalb schuldig, ist es eine Sache, die nicht für jedermann einen Wert hat, so ist er nur dann schuldig, wenn sein Meister sie verwahrt, wenn nicht, so ist er nicht schuldig.", "Der Meister sagte: Die Weisen pflichten jedoch R. Šimo͑n bei, daß beim Hinaustragen von Ausgußwasser auf öffentliches Gebiet ein Viertellog erforderlich sei. Wofür ist Ausgußwasser verwendbar? R. Jirmeja erwiderte: Zum Kneten von Lehm. – Es wird ja aber gelehrt: Lehm, als man daraus eine Mündung für einen Schmelztiegel machen kann!? – Das ist kein Widerspruch; dies, wenn er bereits geknetet ist, jenes, wenn er noch nicht geknetet ist, denn niemand macht sich die Mühe, Lehm zu kneten, als für die Mündung eines Schmelztiegels nötig ist.", "ii WER EINEN STRICK HINAUSTRÄGT, SO GROSS, ALS MAN EINE HANDHABE AN EINEN KORB MACHEN KANN; BINSEN, ALS MAN EINEN HENKEL AN EIN FEINES ODER GROBES SIEB MACHEN KANN; R. JEHUDA SAGT, ALS MAN EINEM KINDE ZU EINEM SCHUH MASS NEHMEN KANN; PAPIER, ALS MAN DARAUF EINE ZOLLMARKE SCHREIBEN KANN – WER NÄMLICH EINE ZOLLMARKE HINAUSTRÄGT. IST SCHULDIG; \n" ], [ "RADIERTES PAPIER, ALS MAN DIE MÜNDUNG EINESKLEINEN RIECHFLÄSCHCHENS UMWICKELN KANN. iii HAUT, ALS MAN DARAUS EIN AMULETT MACHEN KANN; DIXESTOS32Vom Pergament werden im T. mehrere Arten genannt: 1. דיפתרא (διϕϑέϱα zubereitetes Fell), Diphtera, das P. im rohesten Zustande; 2. גויל, Gevil, das P. besser bearbeitet, jedoch ungeglättet; 3. קלף (aus קלף schälen, schaben) Qlaph, das P. nur an der Fleischseite geglättet; 4. דוכסוסטוס (aus ξέω, schaben, glätten), Dixestos, das P. an beiden Seiten geglättet., ALS MAN DARAUF EINE MEZUZA SCHREIBEN KANN; QLAPH, ALS MAN DARAUF DEN KLEINEN ABSCHNITT DER TEPHILLIN, NÄMLICH ‘HÖRE JISRAÉL’, SCHREIBEN KANN; TINTE, ALS MAN DAMIT ZWEI BUCHSTABEN SCHREIBEN KANN;", "STIBIUM, ALS MAN DAMIT EIN AUGE SCHMINKEN KANN. iv LEIM, ALS MAN IHN AUF DIE SPITZE DER LEIMRUTE STREICHEN KANN; PECH ODER SCHWEFEL, ALS MAN DARIN EIN LOCH33Wenn man damit eine Quecksilberröhre verstopft.MACHEN KANN; WACHS, ALS MAN DAMIT EIN KLEINES LOCH VERSTOPFEN KANN; TON, ALS ZUR MÜNDUNG EINES SCHMELZTIEGELS DER GOLDSCHMIEDE NÖTIG IST; R. JEHUDA SAGT, ALS MAN DARAUS EIN HERDGESTELL MACHEN KANN. KLEIE, ALS MAN AUF DIE MÜNDUNG DES SGHMELZTIEGELS DER GOLDSCHMIEDE LEGT; KALK, ALS MAN DAS KLEINSTE AN EINEM MÄDCHEN BESTREICHEN KANN34Als Enthaarungsmittel.; R. JEHUDA SAGT, ALS MAN DEN HAARWUCHS [ENTFERNEN] KANN; R. NEḤEMJA SAGT, DASS MAN DIE SCHLÄFE BESTREICHEN KANN.", "GEMARA. Man sollte ja auch wegen eines Strickes schuldig sein, wenn er so groß ist, als man daraus einen Henkel an ein feines oder grobes Sieb machen kann!? – Da ein solcher das Gerät durchreibt, so fertigt man ihn daraus nicht an. Die Rabbanan lehrten: Palmblätter, als man daraus eine Handhabe an einen Korb aus Weidenruten anfertigen kann; Bast, wie manche sagen, als man auf die Mündung eines kleinen Trichters legen kann, um Wein zu seihen; Fett, als man unter einen kleinen Fladen streichen kann. – Von welcher Größe? – Von der eines Sela͑. – Es wird ja aber gelehrt, von der einer getrockneten Feige!? – Beide haben dasselbe Quantum. Watte, als man daraus ein kleines35כדור hier fem., sonst masc.; viell.: einen Ball für ein kleines Mädchen.Bällchen machen kann. – Von welcher Größe? Von der einer Nuß.", "PAPIER, ALS MAN DARAUF EINE ZOLLMARKE SCHREIBEN KANN. Es wird gelehrt: Welche Größe hat die Zollmarke? Zwei Zollmarkenbuchstaben36Dh. griechische Buchstaben, die größer sind als die hebräischen.. – Ich will auf einen Widerspruch hinweisen : Wer unbeschriebenes Papier hinausträgt, ist, falls man darauf zwei Buchstaben schreiben kann, schuldig, falls nicht, frei!? R. Šešeth erwiderte: Unter ‘zwei Buchstaben’ sind eben die einer Zollmarke zu verstehen. Raba erwiderte: Zwei unserer Buchstaben und der Rand zum Anfassen, dies gleicht einer Zollmarke.", "Man wandte ein: Wer ein Stück radiertes Papier oder einen bezahlten Schuldschein hinausträgt, ist, falls man noch auf dem Rande zwei Buchstaben schreiben oder mit dem ganzen die Mündung eines Riechfläschchens umwickeln kann, schuldig, falls nicht, frei. Erklärlich ist dies nach R. Šešeth, welcher sagt, unter ‘zwei Buchstaben’ seien zwei Zollmarkenbuchstaben zu verstehen, nach Raba aber, welcher sagt, zwei unserer Buchstaben und der Rand zum Anfassen, was einer Zollmarke gleicht; hierbei ist ja kein Rand zum Anfassen erforderlich37Da die beschriebene bezw. unbrauchbare Stelle nicht mitgerechnet wird.!? – Ein Einwand.", "Die Rabbanan lehrten: Wer eine Zollmarke hinausträgt, ist, wenn er sie dem Zöllner noch nicht vorgezeigt hat, schuldig, und wenn er sie dem Zöllner bereits vorgezeigt hat, frei; R. Jehuda sagt, auch wenn er sie dem Zöllner bereits gezeigt hat, sei er schuldig, weil er sie noch gebrauchen kann. –Worin besteht ihr Streit? Abajje erwiderte: ihr Streit besteht darin, ob man sie wegen der umherstreifenden Zollwächter aufhebt. Raba erwiderte: Ein Streit besteht zwischen ihnen bezüglich des Oberzöllners und Unterzöllners38Ob man sie aufhebe, um sie dem Unterzöllner vorzuzeigen.. R. Aši erwiderte: Ein Streit besteht zwischen ihnen bezüglich eines [fremden] Zöllners; denn er zeigt sie auch einem fremden Zöllner vor, indem er spricht: Sieh, ich bin ein Mann, der den Zoll entrichtet.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand einen unbezahlten Schuldschein hinausträgt, so ist er schuldig, wenn einen bezahlten, so ist er frei; R. Jehuda sagt, auch wegen eines bezahlten sei er schuldig, weil er ihn noch gebrauchen kann. – Worin besteht ihr Streit? R. Joseph erwiderte: Ihr Streit besteht darin, ob es verboten sei, einen bezahlten Schuldschein aufzubewahren. Die Rabbanan sind der Ansicht, es sei verboten, einen bezahlten Schuldschein aufzubewahren, und R. Jehuda ist der Ansicht, es sei erlaubt, einen bezahlten Schuldschein aufzubewahren.", "Abajje sagte: Alle stimmen überein, es sei verboten, einen bezahlten Schuldschein aufzubewahren, sie streiten vielmehr, ob derjenige, der zugibt, den Schuldschein ausgestellt zu haben, [die Schuld] auch bestätigen39Daß er sie noch nicht bezahlt hat.muß. Der erste Tanna ist der Ansicht, wer zugibt, den Schuldschein ausgestellt zu haben, müsse [die Schuld] auch bestätigen, und R. Jehuda ist der Ansicht, wer zugibt, den Schuldschein ausgestellt zu haben, brauche [die Schuld] nicht zu bestätigen. [Die Worte] ‘unbezahlt’ und ‘bezahlt’ sind zu erklären," ], [ "wenn der Schuldner gesagt hat, er habe ihn bezahlt, beziehungsweise er habe ihn nicht bezahlt.", "Raba sagte: Alle stimmen überein, daß derjenige, der zugibt, den Schuldschein ausgestellt zu haben, ihn auch bestätigen muß, hier aber streiten sie, ob man eine Quittung schreibe. Der erste Tanna ist der Ansicht, man schreibe eine Quittung, und R. Jehuda ist der Ansicht, man schreibe keine Quittung. R. Aši erwiderte: [Der Schuldner] kann ihn einem anderen Gläubiger vorzeigen und sagen: Sieh, ich bin ein Mann, der Schulden bezahlt40Darin besteht der Wert des bezahlten Schuldscheines..", "HAUT, ALS MAN DARAUS &C. MACHEN KANN. Raba fragte R. Naḥman: Welche [Größe] ist beim Hinaustragen von Haut festgesetzt? Dieser erwiderte: Wie wir gelernt haben: Haut, als man daraus ein Amulett machen kann. – [Welche für das Gerben? Dieser erwiderte: Kein Unterschied.] – Welche für die zum Gerben bestimmte? Dieser erwiderte: Kein Unterschied. –", "Woher entnimmst du dies? – Wie wir gelernt haben: Für das Bleichen, Zupfen, Färben und Spinnen gilt die Länge eines doppelten Siṭ; für das Weben zweier Fäden die Länge eines doppelten Siṭ. Demnach gilt dabei, da es zum Spinnen bestimmt ist, das Maß des Gesponnenen, ebenso gilt auch hierbei, da es zum Gerben bestimmt ist, das Maß des Gegerbten. – Welche für die ungegerbte und nicht zum Gerben bestimmte? Dieser erwiderte: Kein Unterschied. –", "Ist denn zwischen gegerbt und ungegerbt nicht zu unterscheiden, dagegen ist ja einzuwenden: Wer eingeweichte Farbstoffe hinausträgt, als man damit ein Stück Wolle zur Probe färben kann. Von uneingeweichten Farbstoffen aber haben wir gelernt: Schalen von Nüssen und Granatäpfeln, Waid und Krapp, als man ein kleines Tuch an einer Haube färben kann!? – Hierzu wurde bereits gelehrt: R. Naḥman erklärte dies im Namen des Rabba b. Abuha: Weil niemand sich bemüht, Farbstoffe einzuweichen, um ein Stückchen Wolle zur Probe zu färben. –", "Aber von Gartensaaten, bevor man sie gesäet hat, haben wir gelernt: Gartensaaten unter dem Quantum einer getrockneten Feige, R. Jehuda b. Bethera sagt, fünf [Saatkörner], und von solchen, die bereits gesäet sind, haben wir gelernt: Dung und feinen Sand, als man einen Kohlstengel düngen kann – so R. A͑qiba; die Weisen sagen, als man einen Lauchstengel düngen kann!? – Hierzu wurde bereits gelehrt: R. Papa erklärte dies: Das eine, wenn man bereits gesäet, das andere, wenn man noch nicht gesäet hat, weil niemand sich bemüht, ein Saatkorn zur Aussaat hinauszubringen. –", "Aber vom Lehm, bevor man ihn geknetet hat, [ist ja einzuwenden]: Es wird gelehrt, die Weisen pflichten R. Šimo͑n bei, daß beim Hinaustragen von Ausgußwasser auf öffentliches Gebiet ein Viertellog erforderlich sei, und auf unsere Frage, welche Verwendung das Ausgußwasser habe, erwiderte R. Jirmeja: Zum Kneten von Lehm. Vom gekneteten Lehm aber haben wir gelernt: Lehm, als man daraus eine Mündung für einen Schmelztiegel machen kann!? – Da ebenso, wie wir erklärt haben: weil niemand sich bemüht, Lehm zu kneten, als für die Mündung eines Schmelztiegels nötig ist. –", "Komm und höre: R. Ḥija b. Ami sagte im Namen U͑las: Es gibt dreierlei Häute: Rohhaut, Ḥippa und Diphtera. Rohhaut in des Wortes Bedeutung: die weder mit Salz noch mit Mehl noch mit Galläpfeln gegerbt ist. – Welches ist ihre Größe41Bei der man wegen des Hinaustragens am S. schuldig ist.? R. Šemuél b. R. Jehuda lehrte: Als zum Einwickeln eines kleinen Gewichtes ausreicht. – Welches [Gewicht]? Abajje erwiderte: Ein Viertel eines pumbedithensischen Viertels.", "Ḥippa, die mit Salz, nicht aber mit Mehl und Galläpfeln gegerbt ist. – Welches ist ihre Größe41Bei der man wegen des Hinaustragens am S. schuldig ist.? – Wie wir gelernt haben: Haut, als man daraus ein Amulett machen kann. Diphtera, die mit Salz und Mehl, aber nicht mit Galläpfeln gegerbt ist. – Welches ist ihre Größe41Bei der man wegen des Hinaustragens am S. schuldig ist.? – Daß man darauf einen Scheidebrief schreiben kann. Er lehrt also: als zum Einwickeln eines kleinen Gewichtes ausreicht, und Abajje erklärte, ein Viertel eines pumbedithensischen Viertels!? – Dies gilt von einer noch feuchten Haut42Die zum Gerben noch nicht geeignet ist.. –", "Wir haben ja aber gelernt, Kleiderstoff von drei zu drei [Handbreiten sei verunreinigungsfähig] durch Auftreten, Sackzeug von vier zu vier, Haut von fünf zu fünf, Matte von sechs zu sechs, sowohl durch Auftreten als auch durch eine Leiche. Hierzu wird gelehrt, die Größe beim Gewande, beim Sacke und bei der Haut bezüglich der Unreinheit, gelte auch bezüglich des Hinaustragens!? –Da handelt es sich um ein Teppichfell43Das überhaupt nicht gegerbt wird.." ], [ "QLAPH, ALS MAN DARAUF DEN KLEINSTEN ABSCHNITT [DER TEPHILLIN]SCHREIBEN KANN. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Qlaph und Dixeslos, als man darauf eine Mezuza schreiben kann!? – Unter ‘Mezuza’ ist die Mezuza der Tephillin44Die Abschnitte der Mezuza befinden sich auch in den Tephillin.zu verstehen. – Nennt man denn die Tephillin Mezuza? – Allerdings, es wird auch gelehrt: Die Riemen samt den Tephillin verunreinigen die Hände45Hinsichtl. des Berührens von Hebe; cf. supra Fol. 14a., diese allein verunreinigen die Hände nicht. R. Šimo͑n b. Jehuda sagte im Namen R. Šimo͑ns, wer den Riemen berührt, sei rein, es sei denn, er berührt die Kapsel selbst. R. Zakkaj sagt in dessen Namen, er sei auch dann rein, es sei denn, er berührt die Mezuza selbst. –", "Wenn er aber im Schlußsatze lehrt, Qlaph, als man darauf den kleinsten Abschnitt der Tephillin, nämlich ‘Höre Jisraél’ schreiben kann, so spricht ja wohl der Anfangssatz von einer wirklichen Mezuza!? – So meint er es: welche Größe gilt für Qlaph und Dixestos? Dixestos, als man darauf eine Mezuza schreiben kann, Qlaph, als man darauf den kleinsten Abschnitt der Tephillin, nämlich ‘Höre Jisraél’ schreiben kann.", "Rabh sagte: Dixestos gleicht dem Qlaph: wie man Tephillin auf Qlaph schreibt, ebenso schreibe man Tephillin auf Dixestos. – Wir haben gelernt: Qlaph, als man darauf den kleinsten Abschnitt der Tephillin, nämlich ‘Höre Jisraél’ schreiben kann. Nur Qlaph und nicht Dixestos!? – Darauf ist es bevorzugter. – Komm und höre: Es ist eine dem Moše am Sinaj überlieferte Halakha, daß die Tephillin auf Qlaph und die Mezuza auf Dixestos [zu schreiben seien]; auf Qlaph auf die Fleischseite, auf Dixestos auf die Haarseite!? – Dies ist bevorzugter. –", "Es wird ja aber gelehrt, wenn umgekehrt, sei es unbrauchbar!? – Dies gilt von der Mezuza. – Es wird ja aber gelehrt, wenn diese oder jene umgekehrt, so ist es unbrauchbar!? – Beides gilt von der Mezuza; entweder wenn man auf Qlaph auf die Haarseile geschrieben hat, oder auf Dixestos auf die Fleischseite. Wenn du aber willst, sage ich: wenn diese oder jene umgekehrt, streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: Wenn diese oder jene umgekehrt, so ist es unbrauchbar; R. Aḥa erklärt es im Namen des R. Aḥi b. Ḥanina, und wie manche sagen, im Namen des R. Ja͑qob b. R. Ḥanina, für brauchbar. R. Papa erwiderte: Rabh vertritt die Ansicht des Tanna der Schule Menašes, denn ein Tarma der Schule Menašes lehrte: Hat man sie auf Papier oder auf einen Fleck geschrieben, so ist sie unbrauchbar; hat man sie auf Qlaph, auf Gevil oder auf Dixestos geschrieben, so ist sie brauchbar.", "Was geschrieben: wollte man sagen, eine Mezuza, so darf man ja keine Mezuza auf Qlaph schreiben, wahrscheinlich doch Tephillin. – Darf man denn, nach deiner Erklärung, Tephillin auf Gevil schreiben!? Diese Lehre bezieht sich vielmehr auf eine Torarolle. – Aus folgendem wäre für ihn eine Stütze zu erbringen: Desgleichen darf man aus alten Tephillin oder aus einer alten Torarolle keine Mezuza machen, weil man nichts aus einem höheren Grade der Heiligkeit in einen niedrigeren herabsetzen darf.", "Also nur aus dem Grunde, weil man nicht herabsetzen darf, wäre dies aber erlaubt, so dürfte man sie daraus wohl machen. Doch wohl, wenn sie auf Dixestos geschrieben ist. -- Nein, wenn sie auf Qlaph geschrieben ist. – Darf man denn eine Mezuza auf Qlaph schreiben!? – Freilich. – Es wird ja aber gelehrt, daß, wenn man sie auf Qlaph, auf Papier oder auf einen Fleck geschrieben hat, sie unbrauchbar sei!? – R. Šimo͑n b. Elea͑zar erzählte, R. Meír schrieb sie auf Qlaph, weil dieses haltbarer ist. – Jetzt nun, wo du zu dieser [Erklärung] gekommen bist, so sage auch nach Rabh nicht, Dixestos gleiche dem Qlaph, sondern Qlaph gleiche dem Dixestos: wie man die Mezuza auf Dixestos schreibt, ebenso schreibe man sie auf Qlaph.", "TINTE, ALS MAN &C. SCHREIBEN KANN." ], [ "Es wird gelehrt: Für zwei Buchstaben Tinte, für zwei Buchstaben an der Feder, für zwei Buchstaben im Schreibzeug46Einerlei, auf welche Weise man die Tinte hinausträgt, nur muß sie für zwei Buchstaben reichen.. Raba fragte: Wie ist es, wenn Tinte für einen Buchstaben, für einen Buchstaben an der Feder und für einen Buchstaben im Schreibzeug? – Dies bleibt unentschieden.", "Raba sagte: Wer [Tinte für] zwei Buchstaben hinausträgt und diese im Gehen niederschreibt, ist schuldig, da für diese das Niederschreiben ein Niederlegen47Cf. Sab. Abschn. I, Anm. 14.ist. Ferner sagte Raba: Wer [Tinte für] einen Buchstaben hinausträgt und diesen niederschreibt, dann wieder [Tinte für] einen Buchstaben hinausträgt und diesen niederschreibt, ist frei, und zwar aus dem Grunde, weil zur Zeit, da er [für] den zweiten hinausträgt, das Quantum des ersten reduziert worden ist48Durch Eintrocknen..", "Ferner sagte Raba: Wenn jemand [etwas im Quantum] einer halben Dörrfeige hinausgetragen und niedergelegt, dann wiederum [im Quantum] einer halben Dörrfeige hinausgetragen und niedergelegt hat, so wird das erste als fortgenommen oder verbrannt betrachtet, und er ist frei. – Weshalb denn, es liegt ja noch!? –Er meint es wie folgt: hat er das erste zurück aufgehoben, bevor er das zweite niedergelegt hat, so wird das erste als fortgenommen oder verbrannt betrachtet, und er ist frei. Ferner sagte Raba: Wenn jemand [etwas im Quantum] einer halben Dörrfeige hinausgetragen und niedergelegt, dann wiederum [im Quantum] einer halben Dörrfeige hinausgetragen und über dem ersten gehalten hat, so ist er schuldig. – Weshalb denn, es hat ja nicht gelegen!? – Wenn er es innerhalb dreier [Handbreiten vom Boden] gehalten hat. –", "Raba sagte ja aber, nach den Rabbanan müsse auch innerhalb dreier [Handbreiten] der Gegenstand auf etwas liegen49Cf. supra Fol. 4b.!? – Das ist kein Einwand; das eine, wenn man ihn wirft, das andere, wenn man ihn trägt.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand bei einem Entfallen [etwas im Quantum] einer halben Dörrfeige hinausträgt und wiederum [etwas im Quantum] einer halben Dörrfeige hinausträgt, so ist er schuldig, wenn bei zweimaligem Entfallen50Wenn er sich inzwischen erinnert, daß es Š. ist., so ist er frei. R. Jose sagt, wenn bei einem Entfallen in ein Gebiet, sei man schuldig, wenn in zwei51Beide öffentliche, die durch ein nichtöffentliches getrennt sind.Gebiete, sei man frei. Rabba sagte: Dies nur, wenn zwischen ihnen [ein Gebiet liegt], dessentwegen man ein Sündopfer schuldig ist, nicht aber, wenn ein Neutralgebiet.", "Abajje sagte: Auch wenn ein Neutralgebiet, nicht aber, wenn ein Brett52Das quer auf der öffentlichen Straße liegt; ein solches wird bezüglich der Scheidebriefe (cf. Git. 77b) als Gebiet für sich betrachtet.. Raba sagte: Auch wenn ein Brett. Raba vertritt hierbei seine Ansicht, denn Raba sagte: Die Gebietsbestimmungen bezüglich des Šabbaths gleichen den Gebietsbestimmungen bezüglich der Scheidebriefe.", "STIBIUM, ALS MAN DAMIT EIN AUGE SCHMINKEN KANN. Man schminkt ja aber nicht ein Auge!? R. Hona erwiderte: Die keuschen [Frauen]53Im Orient pflegen die Frauen das ganze Gesicht mit Ausnahme eines Auges zu verhüllen. schminken nur ein Auge. Man wandte ein: R.Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, Stibium als Heilmittel, als man für ein Auge braucht, als Putzmittel, als man für beide Augen braucht!? Hillel, Sohn des R. Šemuél b. Naḥmani, erklärte dies: Diese Lehre spricht von Kleinstädterinnen54Wo auch die Keuschen das ganze Gesicht nicht zu verhüllen brauchen..", "WACHS, ALS MAN DAMIT EIN KLEINES LOCH VERSTOPFEN KANN. Es wird gelehrt: Daß man damit ein kleines Loch eines Weingefäßes55Durch welches aber Öl und Honig nicht durchfließen. verstopfen kann.", "LEIM, ALS MAN IHN AUF DIE SPITZE DER LEIMRUTE STREICHEN KANN. Es wird gelehrt: Soviel, als man ihn auf die Spitze der Leimrute, die an der Spitze des Vogelfängerrohres angebracht ist, streichen kann.", "PECH ODER SCHWEFEL, ALS &C. MACHEN KANN. Es wird gelehrt: Soviel, als man darin ein kleines Loch machen kann.", "TON, ALS ZUR MÜNDUNG EINES SCHMELZTIEGELS [DER GOLDSCHMIEDE] NÖTIG IST &C. Demnach ist das Quantum R. Jehudas größer, während wir ja wissen, daß das Quantum der Rabbanan größer ist!? Wir haben nämlich gelernt: R. Jehuda sagt, als man einem Kinde zu einem Schuh Maß nehmen kann. – Sage, als man [die Risse] des Gestells eines kleinen Herdes verschmieren kann.", "KLEIE, ALS MAN AUF DIE MÜNDUNG DES SCHMELZTIEGELS DER GOLDSCHMIEDE LEGT." ], [ "Die Rabbanan lehrten: Wenn man soviel Haar hinausträgt, als man damit Lehm kneten kann; Lehm, als man eine Mündung am Schmelztiegel der Goldschmiede machen kann.", "KALK, ALS MAN &C. BESTREICHEN KANN. Es wird gelehrt: Als man den kleinen Finger eines Mädchens bestreichen kann. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wenn die jisraélitischen Töchter vorzeitig entwickelt56Wörtl.: herangewachsen u. nicht herangewachsen. לפירקן und לשנים dürften wohl Glossen sein. Nach diesen Glossen ist dieses Schmieren ein Enthaarungsmittel für Mädchen, die vorzeitig einen Haarwuchs (Pubertätszeichen) bekommen; nach R. Hananél ein Kräftigungsmittel für Mädchen, die für ihr Alter nicht genug entwickelt sind.sind, so bestreiche man sie, wenn sie arm sind, mit Kalk, wenn sie reich sind, mit feinem Mehl, und Fürstentöchter mit Myrrhenöl, wie es heißt:57Est. 2,12.sechs Monate mit Myrrhenöl. – Was ist Myrrhenöl? R. Hona b. Ḥija erwiderte: Stakte58Στακτή (das tröpfelnde) Öl, besonders aus Zimt u. Myrrhe gepreßt.. R. Jirmeja b. Abba sagte: Öl aus Oliven, die noch kein Drittel [der Reife] erlangt haben. Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Omphakinon59Ὀμϕάκινον, Öl der unreifen Oliven; cf. Men. 85b.ist ein Öl aus Oliven, die noch kein Drittel [der Reife] erlangt haben. – Weshalb schmiert man sich damit? – Es entfernt das Haar und macht die Haut geschmeidig.", "R. Bebaj hatte eine Tochter, die sich [damit] jedes Glied besonders salbte, und er erhielt für sie vierhundert Zuz. In seiner Nachbarschaft wohnte ein Nichtjude, der eine Tochter hatte, die sich mit einem Male salbte, und sie starb. Da sprach er: R. Bebaj hat meine Tochter getötet. R. Naḥman sagte: Die Töchter R. Bebajs, der berauschende Getränke trinkt, benötigen des Salbens, unsere Töchter bedürfen des Salbens nicht, da wir keine berauschenden Getränke trinken.", "R. JEHUDA SAGT, ALS MAN DEN HAARWUCHS [ENTFERNEN] KANN. Was ist unter Haarwuchs und was ist unter Schläfe zu verstehen? Rabh erwiderte: [Das Haar] der Oberschläfe und das der Unterschläfe. – Demnach ist das Quantum R. Jehudas größer, während wir ja wissen, daß das Quantum der Rabbanan größer ist!? – Seines ist kleiner als das der Rabbanan, größer aber als das des R. Neḥemja. Man wandte ein: Rabbi sagte: Einleuchtend sind die Worte R. Jehudas bezüglich eingerührten Kalkes und die Worte R. Neḥemjas bezüglich des Eierkalkes. Wieso kannst du nun Oberschläfe und Unterschläfe erklären, beide werden ja mit eingerührtem Kalke bestrichen!? Vielmehr, sagte R. Jiçḥaq, in der Schule R. Amis erklärte man es mit Andipa60Unter אנדיפא der Mišna ist nicht ein Enthaarungsmittel zu verstehen, sondern ein Tongefäß dieses Namens, das auch am Boden eine Öffnung hat, die, wenn es gefüllt wird, mit Kalk verstopft wird.. –", "R. Kahana wandte ein; Wirft denn jemand sein Geld fort61So sinngemäß; man gießt keinen Wein in ein solches Gefäß, da er den Kalk auflösen kann.!? Vielmehr, sagte R. Kahana, darunter sind Meßkerben62Die mit Kalk gezeichnet waren.zu verstehen. Wir haben nämlich gelernt: Am Hin63Flüssigkeitsmaßgefäß im Tempel.waren Kerben: bis hier für einen Farren, bis hier für einen Widder, bis hier für ein Lamm. Wenn du aber willst, sage ich: Unter Haarwuchs ist der der Stirn zu verstehen. So sagte einst ein Galiläer, als man ihn aufforderte, etwas über die Sphärenkunde vorzutragen: Ich will euch vortragen, was R. Neḥemja einem Genossen vorgetragen hat. Da kam eine Hornisse aus der Wand und stach ihn in die Stirn [Andipi]. Da sprachen sie : Er selbst hat dies verschuldet.", "v SIEGELTON, ALS MAN ZUM SIEGELN VON WARENSÄCKEN BRAUCHT – SO R. A͑QIBA; DIE WEISEN SAGEN, ALS MAN ZUM SIEGELN EINES BRIEFES BRAUCHT. DUNG UND FEINEN SAND, ALS MAN DAMIT EINEN KOHLSTENGEL DÜNGEN KANN – SO R. A͑QIBA; DIE WEISEN SAGEN, ALS MAN EINEN LAUGHSTENGEL DÜNGEN KANN. GROBEN SAND, ALS MAN AUF EINE MAURERKELLE TUT.", "ROHR, ALS MAN DARAUS EIN SCHREIBROHR MACHEN KANN; GROBES ODER ZERPLATZTES, ALS MAN DAMIT EIN LEICHTES, BEREITS IN DER PFANNE ZERSCHLAGENES EI KOCHEN KANN. GEMARA. ALS MAN AUF EINE MAURERKELLE TUT. Es wird gelehrt: Als man auf die Kelle der Kalkanstreicher tut. Wer lehrte, daß Sand gut für den Kalk ist? R. Ḥisda erwiderte: Es ist R. Jehuda, denn es wird gelehrt: Niemand tünche sein Haus mit Kalk64Als Trauerzeichen wegen der Zerstörung Jerusalems., es sei denn, man hat ihn mit Stroh oder Sand vermengt; R. Jehuda sagt, mit Stroh sei es erlaubt, mit Sand aber verboten, weil man ihn dadurch festigt. Raba sagte: Du kannst auch sagen, es seien die Rabbanan, denn in der Verschlechterung besteht die Verbesserung65Durch die Beimischung wird der Gebrauch erlaubt..", "ROHR, ALS MAN DARAUS EIN SCHREIBROHR MACHEN KANN. Es wird gelehrt: Ein Schreibrohr, das bis zu den Fingergelenken reicht. R. Aši fragte: Bis zum Obergelenk oder bis zum Untergelenk? – Dies bleibt unentschieden.", "GROBES &C. Es wird gelehrt: In der Pfanne mit Öl durchgerührt. Mar, der Sohn Rabinas, sprach zu seinem Sohne: Hast du vielleicht gehört, welches unter ‘leichtes Ei’ zu verstehen ist? Dieser erwiderte: Das Ei der Turteltaube. – Wieso? – Weil es klein ist. – Vielleicht gar das eines Singvögelchens!? Da schwieg er. Jener fragte: Hast du etwas hierüber gehört? Dieser erwiderte: R. Šešeth erklärte, ein Hühnerei, und es heißt deshalb ‘leichtes Ei’, weil die Weisen erklärt haben, kein Ei werde schneller gar als ein Hühnerei. – Weshalb aber sind alle Größen bezüglich des Šabbaths auf das Quantum einer Dörrfeige, hier aber auf das eines Eies festgesetzt worden? R. Nahman erwiderte: Das Quantum einer Dörrfeige von einem leichten Ei66Nicht ein ganzes Ei.." ], [ "vi KNOCHEN, ALS MAN DARAUS EINEN LÖFFEL MACHEN KANN; R. JEHUDA SAGT, ALS MAN DARAUS EINEN SCHLÜSSELZAPFEN MACHEN KANN. GLAS, ALS MAN DAMIT DIE SPITZE DES WEBESPATELS BESCHABEN KANN; EINE SCHOLLE ODER EINEN STEIN, ALS MAN NACH EINEM VOGEL WERFEN KANN. R. ELEA͑ZAR B. JA͑QOB SAGT, ALS MAN NACH EINEM VIEH WERFEN KANN.", "GEMARA. Demnach ist das Quantum R. Jehudas größer, während wir ja wissen, daß das Quantum der Rabbanan größer67Cf. supra Fol. 80a.ist!? U͑la erwiderte: Hier sind nur die Zapfen des Schlüssels gemeint. Die Rabbanan lehrten: Die Zapfen des Schlüssels sind rein; hat man sie aber in den Schlüssel eingesetzt, so sind sie verunreinigungsfähig. Die einer Pforte sind rein, selbst wenn sie an die Tür angebracht und mit Nägeln befestigt sind, denn alles, was an einem Grundstücke befestigt ist, gleicht dem Grundstücke.", "GLAS, ALS MAN DAMIT &C. BESCHABEN KANN. Es wird gelehrt: Glas, als man damit zwei Fäden mit einem Male durchschneiden kann.", "EINE SCHOLLE ODER EINEN STEIN, ALS MAN NACH EINEM VOGEL WERFEN KANN; R. ELEA͑ZAR &C. R. Ja͑qob sagte im Namen R. Joḥanans: Jedoch nur, wenn er [den Wurf] spürt. – Welches Quantum ist dazu erforderlich? – Es wird gelehrt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, das Gewicht von zehn Zuz.", "Einst kam Zonin ins Lehrhaus und fragte: Meine Lehrer, welche Größe ist für die Steinchen des Abortes68Die zum Abwischen benutzt werden.festgesetzt? Diese erwiderten ihm: in der Größe einer Olive, einer Nuß69Zuerst werden kleinere, dann größere verwendet.und eines Eies. Da sprach er zu ihnen: Soll man etwa eine Wage mitnehmen? Darauf stimmten sie ab und setzten fest: Eine Handvoll. Es wird gelehrt: R. Jose sagt, in der Größe einer Olive, einer Nuß und eines Eies; R. Šimo͑n b. R. Jose sagt im Namen seines Vaters, eine Handvoll.", "Die Rabbanan lehrten: Drei eckige Steine darf man am Šabbath auf den Abort tragen. – In welcher Größe? R. Meír sagt, in der einer Nuß; R. Jehuda sagt, in der eines Eies. Raphram b. Papa sagte im Namen R. Ḥisdas: Den Streit, den sie hier führen, führen sie auch bezüglich des Etrog70Cf. Suk. 36b.. – Da ist es ja eine Misna, hier aber nur eine Barajtha!? – Vielmehr, denselben Streit, den sie bezüglich des Etrog führen, führen sie auch hier.", "R. Jehuda sagte: Jedoch keine Scholle. –Was für eine Scholle? R. Zera erwiderte : Eine babylonische Erdscholle. Raba sagte: Man darf sich am Šabbath [beim Stuhlgang] nicht mit einer Scholle betasten, wie man dies am Wochentage tut. Mar Zuṭra wandte ein: Sollte man sich etwa der Gefahr71Den Stuhlgang zurückhalten.aussetzen!? – [Man tue dies] auf ungewöhnliche Weise. R. Jannaj sagte: Hat man einen bestimmten Abort, so darf man eine Handvoll mitnehmen, wenn aber nicht, nur in der Größe des Fußes eines kleinen Gewürzmörsers. R. Šešeth sagte: Befindet sich daran Schmutz, so ist es erlaubt.", "Man wandte ein: Zehn Dinge bringen dem Menschen Unterleibsschmerzen, und zwar: wenn man Rohrlaub, Weinlaub, Weinranken, das papillöse Fleisch des Viehs ohne Salz, das Rückgrat des Fisches oder einen nicht genügend gekochten gesalzenen Fisch ißt, wenn man Weinhefe trinkt, wenn man sich mit Kalk oder einer Scherbe, oder mit einer Scholle, die sein Nächster benutzt hat, abwischt, und manche sagen, auch wenn man [mehr als nötig] im Aborte kauert!? – Das ist kein Widerspruch; dies, wenn feucht, jenes, wenn trocken. Wenn du willst, sage ich: dies, wenn mit derselben Seite, jenes, wenn mit der anderen Seite. Wenn du aber willst, sage ich: jenes, wenn er selber sie benutzt hat, dieses, wenn ein anderer sie benutzt hat.", "Abajje fragte R. Joseph: Wie ist es, wenn Regen darauf gekommen ist und ihn fortgespült hat? Dieser erwiderte: Wenn noch Spuren vorhanden sind, so ist es erlaubt.", "Rabba b. R. Šila fragte" ], [ "R. Ḥisda: Darf man sie auch aufs Dach mitnehmen? Dieser erwiderte: Die Ehre des Menschen ist so bedeutend, daß sie auch ein Verbot der Tora verdrängt. Meremar saß und trug diese Lehre vor, da wandte Rabina gegen ihn ein: R. Elie͑zer sagt: Man darf ein Spänchen nehmen, das vor ihm liegt, um sich damit die Zähne zu reinigen; die Weisen sagen, man dürfe nur eines nehmen, das sich in einer Krippe72Das vorrätig ist; hierbei wird die Wahrung der Würde nicht berücksichtigt.befindet. – Es ist ja nicht gleich; wohl hat man einen bestimmten Platz für die Mahlzeit, nicht aber hat man einen bestimmten Platz als Abort.", "R. Hona sagte : Es ist verboten, am Šabbath seine Notdurft auf einem frischgepflügten Felde zu verrichten. – Aus welchem Grande: wollte man sagen, wegen des Zertretens73Falls es ein fremdes Feld ist., so gilt dies ja auch am Wochentage, und wollte man sagen, wegen des Grases74Das man dabei ausreißt., so sagte ja Reš Laqiš, es sei erlaubt, sich mit einer Scholle abzuwischen, auf der Gras sich befindet, und wenn man es absichtlich ausreißt, sei man ein Sündopfer schuldig!? – Vielmehr, weil man eine Scholle aus einer Erhöhung nehmen und sie dann in eine Vertiefung werfen könnte, weswegen man nach der Lehre Rabas schuldig ist. Raba sagte nämlich: Wer eine Grube füllt, ist, wenn sie sich im Zimmer befindet, wegen Bauens strafbar, und wenn sie sich auf dem Felde befindet, wegen Pflügens strafbar.", "Der Text. Reš Laqiš sagte: Es ist erlaubt, sich mit einer Scholle abzuwischen, an der sich Gras befindet; wenn man es aber absichtlich ausreißt, so ist man ein Sündopfer schuldig. R. Papi sagte: Aus der Lehre des Reš Laqiš ist zu entnehmen, daß man eine Pflanzenscholle75Eine mit Bast umwickelte Erdscholle, in der Pflanzen gezogen werden.fortbewegen darf. R. Kahana wandte ein: Sollte es denn, weil es zu nötigem Behufe erlaubt ist, auch unnötig erlaubt sein!? Abajje sprach: Da wir gerade von der Pflanzenscholle sprechen, wollen wir darüber etwas lehren: Wenn sie auf dem Boden gestanden und man sie auf einen Pfeiler gestellt hat, so ist man wegen Pflückens schuldig, und wenn sie auf einem Pfeiler gestanden und man sie auf den Boden gestellt hat, so ist man wegen Pflanzens schuldig.", "R. Joḥanan sagte: Es ist verboten, sich am Šabbath mit einer Scherbe abzuwischen. – Aus welchem Grunde: wollte man sagen, wegen der Gefahr76Weil man sich damit verletzen kann., so sollte dies auch am Wochentage verboten sein, wollte man sagen, wegen Zauberei, so sollte dies auch am Wochentage verboten sein, und wollte man sagen, wegen des Abkratzens von Haaren, so ist dies ja eine unbeabsichtigte Tätigkeit!? Da sprach R. Nathan b. Oša͑ja zu ihnen: Ein großer Mann hat etwas gesagt, wir wollen den Grund erklären: Am Wochentage ist es entschieden verboten; man könnte aber glauben, am Šabbath sei es erlaubt, da sie den Namen eines Gerätes77Und einer Scholle vorzuziehen ist.trägt, so lehrt er uns.", "Raba erklärte: wegen des Abkratzens von Haaren, und wies auf einen Widerspruch hin, in dem R. Joḥanan sich befindet. Kann R. Joḥanan denn gesagt haben, man dürfe sich am Šabbath nicht mit einer Scherbe abwischen, wonach die unbeabsichtigte Tätigkeit verboten ist, er sagte ja, die Halakha sei, wie die geschlossene78Cf. Ber. III, Anm. 196.Mišna und eine solche lehrt, der Naziräer dürfe sich das Haar reinigen und schlichten, nicht aber kämmen79Weil er dabei Haare ausreißt, obgleich er dies nicht beabsichtigt.!? – Am richtigsten ist es vielmehr, wie R. Nathan b. Oša͑ja erklärt hat. –", "Welches Bewenden hat es hierbei mit der Zauberei? – Wie im folgenden Falle. R. Ḥisda und Rabba b. R. Hona reisten einst auf einem Schiffe und eine Matrone sprach zu ihnen: Lasset mich neben euch sitzen. Sie ließen sie aber nicht. Da sprach sie etwas und bannte das Schiff fest. Darauf sprachen sie etwas und lösten das Schiff. Hierauf sprach sie zu ihnen: Ich kann gegen euch nichts tun," ], [ "da ihr euch nicht mit einer Scherbe abwischt, nicht ein Ungeziefer auf den Kleidern tötet und nicht Kräuter vom ganzen Bündel, wie der Gärtner es zusammengebunden, [zum Essen] herauszieht.", "R. Hona sprach zu seinem Sohne Rabba: Weshalb bist du nicht vor R. Ḥisda zu finden, dessen Lehren scharfsinnig sind. Dieser erwiderte: Wozu sollte ich zu ihm gehen, so oft ich zu ihm komme, spricht er mit mir von weltlichen Dingen. So sprach er zu mir: Wer auf den Abort geht, setze sich nicht schnell und drücke nicht zu sehr, denn der Mastdarm ist an drei Zotten befestigt, und die Zotten könnten sich lösen, wodurch man in Gefahr geraten würde. Da sprach dieser: Er befaßt sich mit der Gesundheitskunde der Menschen und du sagst, es seien weltliche Dinge! Erst recht sollst du zu ihm gehen. Hat jemand vor sich eine Scholle und eine Scherbe, so wische er sich ab,", "wie R. Hona sagt, mit der Scholle und nicht mit der Scherbe, und wie R. Ḥisda sagt, mit der Scherbe und nicht mit der Scholle. Man wandte ein: Hat jemand vor sich eine Scholle und eine Scherbe liegen, so wische er sich mit der Scherbe ab und nicht mit der Scholle. Dies ist ja eine Widerlegung R. Honas!? Raphram b. Papa erklärte dies vor R. Ḥisda nach R. Hona: Dies gilt von Griffen von Gef äßen80Die glatt sind u. daher nicht schneiden..", "Hat jemand vor sich eine Scholle und Gras, so besteht hierüber ein Streit zwischen R. Ḥisda und R. Hamnuna: einer sagt, er wische sich ab mit der Scholle und nicht mit dem Grase, und einer sagt, er wische sich ab mit dem Grase und nicht mit der Scholle. Man wandte ein: Wenn sich jemand mit einem Gegenstande abwischt, über den das Feuer Gewalt hat, so lösen sich ihm die Zotten des Mastdarms!? –Das ist kein Einwand; das eine gilt von feuchtem und das andere von trockenem.", "Über den Fall, daß jemand seine Notdurft zu verrichten nötig hat und es unterläßt, streiten R. Ḥisda und Rabina: einer sagt, er wird von üblem Geruche81Aus dem Munde. heimgesucht, und einer sagt, er wird von Schmutzgeruch82Am ganzen Körper.heimgesucht. Übereinstimmend mit demjenigen, welcher sagt, er wird von Schmutzgeruch heimgesucht, wird auch gelehrt: Ißt jemand, während er seine Notdurft zu verrichten nötig hat, so ist dies, als hätte man einen Ofen auf der Asche geheizt; dies ist der Beginn des Schmutzgeruches.", "Wenn jemand seine Notdurft verrichten will, es aber nicht kann, so soll er, wie R. Ḥisda sagt, sich aufrichten und niedersetzen, aufrichten und niedersetzen. R. Ḥanan aus Nehardea͑ sagt, er wende sich seitwärts. R. Hamnuna sagt, er betaste die betreffende Stelle mit einer Scholle. Die Rabbanan sagen, er denke nicht daran. R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Wenn er daran nicht denkt, so verrichtet er ja seine Notdurft erst recht nicht!? Dieser erwiderte: Er denke nicht an andere Dinge. R. Jirmeja aus Diphte erzählte: Ich sah einen Araber, der sich so lange aufgerichtet und niedergesetzt hat, bis sich ihm [die Entleerung] wie aus einem Topfe ergoß.", "Die Rabbanan lehrten: Wer sich zu einer regelmäßigen Mahlzeit begibt, gehe zuerst zehnmal vier Ellen, wie manche sagen, viermal zehn Ellen, verrichte seine Notdurft, dann gehe er und setze sich auf seinen Platz.", "vii EINE SCHERBE, ALS MAN SIE ZWISCHEN BRETTER LEGT83Die zum Trocknen übereinander geschichtet werden, damit Luft dazwischen komme u. sie sich nicht werfen.SO R. JEHUDA; R. MEÍR SAGT, ALS MAN DAMIT IM FEUER SCHARREN KANN; R. JOSE SAGT, ALS MAN MIT IHR EIN VIERTELLOG AUFNEHMEN KANN. R. MEÍR SPRACH: WENN ES DAFÜR KEINEN BEWEIS GIBT, SO DOCH EINE ANDEUTUNG:84Jes. 30,14.Unter seinem Getrümm wird sich keine Scherbe finden, um Kohlen aus dem Brande zu scharren. R. JOSE SPRACH ZU IHM: HIERAUS EIN BEWEIS [ENTGEGENGESETZT], DENN ES HEISST WEITER: 84Jes. 30,14.oder Wasser aus der Zisterne zu schöpfen.", "GEMARA. Sie fragten: Ist das Maß R. Meírs größer, oder ist das Maß R. Joses größer? – Einleuchtend ist es, daß das Maß R. Joses größer ist, aus dem angezogenen Verse aber geht hervor, daß das Maß R. Meírs größer ist. Wollte man sagen, das Maß R. Joses sei größer, so spricht er ja im Fluche zuerst von einem kleinen Gefäße und nachher von einem großen85Während logisch eine Steigerung zu erwarten ist; nicht einmal eine [kleinere] Scherbe zum Wasserschöpfen.Gefäße. Abajje erklärte: Um Kohlen aus einem großen Brande zu scharren86Wozu eine große Scherbe erforderlich ist..", "R. Jose erwiderte ja R. Meír zutreffend!?– R. Meir erklärt es wie folgt: Nicht allein Dinge, die für Menschen verwendbar sind, sondern auch Dinge, die für Menschen nicht verwendbar sind, werden nicht zu finden sein.", "", "i R. A͑QIBA SAGTE: WOHER, DASS EIN GÖTZE GLEICH EINER MENSTRUIERENDEN DURCH DAS TRAGEN VERUNREINIGEND IST? ES HEISST: 1Jes. 30,22.wie eine Menstruierende wirst du sie hinstreuen, ‘hinaus’ zu ihnen sagen; WIE EINE MENSTRUIERENDE DURCH DAS TRAGEN VERUNREINIGEND IST, EBENSO IST AUCH DER GÖTZE DURCH DAS TRAGEN VERUNREINIGEND.", "GEMARA. Dort haben wir gelernt: Wenn einem sein Haus, das sich in der Nähe eines Götzen2Sodaß die Wand auch dem Götzen zugute kommt. befindet, einstürzt, so darf er es nicht wieder aufbauen. Was mache er? Er ziehe in seinem Gebiete vier Ellen ein und baue da." ], [ "Gehört [der Platz] ihm und dem Götzen, so ist er zu teilen3Der dem Götzen gehörige Teil wird nicht mitgerechnet.. Steine, Holz und Schutt desselben sind wie ein Kriechtier verunreinigend, denn es heißt: 4Dt. 7,26.verabscheuen5שקץ syn. Mit שרץ. sollst du es &c. R. A͑qiba sagt, wie eine Menstruierende, denn es heißt: wie eine Menstruierende wirst du sie hinstreuen; wie eine Menstruierende durch Tragen verunreinigend ist, ebenso ist auch der Götze durch Tragen verunreinigend. Rabba sagte: Mit hinstreuen meint die Schrift: entfremde ihn dir wie einen Fremdlinge6תזרם aus זור entfremden., ‘hinaus’ zu ihnen sagen, du sollst zu ihnen nicht ‘herein’ sagen.", "Rabba sagte: Alle stimmen überein, daß er durch Tragen verunreinigend ist, da er ja mit einer Menstruierenden verglichen wird, ihr Streit besteht nur über eine Steinplatte7Geräte, die sich unter einer Steinbank befinden, auf der die Menstruierende sitzt, sind unrein, auch wenn sie sie nicht berührt hat. Die Etymologie des אבן מסמא ist dunkel; wahrscheinl. aus der Wurzel סום setzen, legen abgeleitet.; R. A͑qiba sagt, wie eine Menstruierende; wie eine Menstruierende durch eine Steinplatte verunreinigend ist, ebenso ist auch der Götze durch eine Steinplatte verunreinigend, und die Rabbanan sagen, wie ein Kriechtier: wie ein Kriechtier durch eine Steinplatte nicht verunreinigend ist, ebenso ist auch der Götze durch eine Steinplatte nicht verunreinigend. –", "Zwecks welcher Halakha wird der Götze nach R. A͑qiba mit einem Kriechtiere verglichen? – Wegen des Zubehörs8Die zu seiner Bedienung erforderlichen Gerätschaften.. – Zwecks welcher Halakha wird er nach den Rabbanan mit einer Menstruierenden verglichen? – Wegen des Tragens. – Sollte ihn der Allbarmherzige doch mit dem Aase9Das nur durch Tragen verunreinigend ist. vergleichen!? – Dem ist auch so. – Demnach sind ja, wie einzelne Glieder einer Menstruierenden [als solche] nicht verunreinigend sind, auch einzelne Glieder eines Götzen nicht verunreinigend. Wieso fragte nun R. Ḥama b. Gorja, ob einzelne Glieder eines Götzen verunreinigend sind oder nicht, hieraus ist ja zu entscheiden, daß sie nach den Rabbanan nicht verunreinigend sind!? – R. Ḥama b. Gorja fragte es nach R. A͑qiba.", "R. Elea͑zar aber sagte: Alle stimmen überein, daß er durch eine Steinplatte nicht verunreinigend ist, ihr Streit besteht nur über das Tragen; R. A͑qiba sagt, wie eine Menstruierende: wie eine Menstruierende durch Tragen verunreinigend ist, ebenso ist auch der Götze durch Tragen verunreinigend, und die Rabbanan sagen, wie ein Kriechtier: wie ein Kriechtier durch das Tragen nicht verunreinigend ist, so ist auch der Götze durch das Tragen nicht verunreinigend. – Zwecks welcher Halakha wird er nach R. A͑qiba mit einem Kriechtiere verglichen? – Wegen des Zubehörs. – Zwecks welcher Halakha wird er nach den Rabbanan mit einer Menstruierenden verglichen? – Wie einzelne Glieder einer Menstruierenden [als solche] nicht verunreinigend sind, ebenso sind einzelne Glieder eines Götzen nicht verunreinigend. –" ], [ "Weshalb wird er nach R. A͑qiba mit einer Menstruierenden nur bezüglich des Tragens verglichen, er sollte doch mit einem Aase verglichen werden!? – Dem ist auch so. – Demnach sind ja, wie einzelne Glieder einer Menstruierenden [als solche] nicht verunreinigend sind, auch einzelne Glieder eines Götzen nicht verunreinigend. Wieso fragte nun R. Ḥama b. Gorja, ob einzelne Glieder des Götzen verunreinigend sind oder nicht, hieraus ist ja zu entscheiden, daß sowohl nach den Rabbanan als auch nach R. A͑qiba einzelne Glieder nicht verunreinigend sind!? – R. Ḥama b. Gorja lehrte dies wie Rabba, und er fragte nach R. A͑qiba.", "Man wandte ein: Der Götze gleicht einem Kriechtiere, und dessen Zubehör gleicht einem Kriechtiere; R. A͑qiba sagte, der Götze gleiche einer Mentruierenden, und dessen Zubehör gleiche einem Kriechtiere. Richtig ist dies nach R. Elea͑zar, gegen Rabba aber ist dies ja ein Einwand!? – Rabba kann dir erwidern: Ist diese Lehre etwa bedeutender als eine Mišna? Eine solche lehrt, Holz, Steine und Schutt desselben seien wie ein Kriechtier verunreinigend, und wir erklärten: wie ein Kriechtier, das durch eine Steinplatte nicht verunreinigend ist, ebenso auch hier: sie sind [wie ein Kriechtier] durch eine Steinplatte nicht verunreinigend.", "Man wandte ein: Der Nichtjude und die Nichtjüdin, der Götze und dessen Zubehör [sind verunreinigend], sie selbst, aber nicht durch Schütteln10‘Schütteln’ ist ein Terminus für die indirekte Berührung des Unreinen, wenn er mit dem Objekte durch Vermittlung eines anderen Gegenstandes in Berührung kommt. Sonst, wenn der Unreine Subjekt ist, hier irrtüml. als Objekt verstanden., R. A͑qiba sagt, sie selbst, als auch durch Schütteln. Richtig ist dies nach R. Elea͑zar, gegen Rabba ist dies ja aber ein Einwand!? – Rabba kann dir erwidern: Wieso lehrt er, auch nach deiner Erklärung: Der Nichtjude und die Nichtjüdin, sie selbst, aber nicht durch Schütteln, es wird ja gelehrt: 11Lev. 15,2.sprich zu den Kindern Jisraél, nur die Kinder Jisraél sind durch Fluß verunreinigend, nicht aber Nichtjuden, jedoch haben sie angeordnet, daß sie dem Flußbehafteten in jeder Beziehung gleichen sollen!?", "Vielmehr erklärt es Rabba nach seiner Ansicht: Der Nichtjude und die Nichtjüdin, sie selbst, durch Schütteln und durch eine Steinplatte; der Götze, er selbst und durch Schütteln, nicht aber durch eine Steinplatte; R. A͑qiba sagt, der Götze selbst, durch Schütteln und durch eine Steinplatte. Und R. Elea͑zar erklärt es nach seiner Ansicht: Der Nichtjude und die Nichtjüdin, sie selbst, durch Schütteln und durch eine Steinplatte; der Götze selbst, aber nicht durch Schütteln; R. A͑qiba sagt, der Götze selbst und durch Schütteln.", "R. Aši wandte ein: Was heißt demnach ‘sie selbst’!? Vielmehr, erklärte R. Aši, meint er es wie folgt: Der Nichtjude und die Nichtjüdin sind verunreinigend, einerlei ob sie andere oder andere sie geschüttelt haben, der Götze ist nicht verunreinigend, wenn er andere geschüttelt hat, und verunreinigend, wenn andere ihn geschüttelt haben, dessen Zubehör aber ist nicht verunreinigend, einerlei ob er andere oder andere ihn geschüttelt haben; R. A͑qiba sagt, der Nichtjude, die Nichtjüdin und der Götze seien verunreinigend, einerlei ob sie andere oder andere sie geschüttelt haben, dessen Zubehör sei nicht verunreinigend, einerlei ob er andere oder andere ihn geschüttelt haben. –", "Allerdings kann es vorkommen, daß andere den Götzen schütteln, wie aber kann es vorkommen, daß der Götze andere schüttelt? Rami, der Sohn R. Jebas, erwiderte: Wie wir gelernt haben: Wenn der Flußbehaftete sich auf einer Wagschale befindet und Speisen oder Getränke sich auf der anderen Wagschale befinden, und der Flußbehaftete [seine Wagschale] herunterdrückt," ], [ "so sind sie unrein, und wenn diese ihre herunterdrücken, so sind sie rein. Wessen Ansicht vertritt folgende Lehre: Alle Unreinen, die [andere Gegenstände] schütteln, sind dadurch nicht verunreinigend, ausgenommen ist das Schütteln des Flußbehafteten, der in der ganzen Tora nicht seinesgleichen hat. Es wäre also anzunehmen, daß sie nicht die Ansicht R. A͑qibas vertritt, denn nach R. A͑qiba gibt es ja noch den Götzen. – Du kannst auch sagen, die des R. A͑qiba, denn sie spricht vom Flußbehafteten und von dem, was ihm gleicht12Der Unreinheit des Götzen, die von der der Menstruierenden (hier gleichbedeutend mit Flußbehafteten) gefolgert wird..", "R. Ḥama b. Gorja fragte: Sind einzelne Glieder des Götzen verunreinigend oder nicht? Wenn ihn ein Laie zusammenstellen kann, besteht keine Frage, denn er wird als zusammengestellt betrachtet, die Frage besteht nur, wenn ihn ein Laie nicht zusammenstellen kann: wird er, da ihn ein Laie nicht zusammenstellen kann, als zerschlagen betrachtet, oder aber, es fehlt ja nichts an ihm? Manche erläutern die Frage umgekehrt: Wenn ihn ein Laie nicht zusammenstellen kann, besteht gar keine Frage, denn er wird als zerschlagen betrachtet, die Frage besteht nur, wenn ein Laie ihn zusammenstellen kann: wird er, da ihn ein Laie zusammenstellen kann, als zusammengestellt betrachtet, oder aber, einstweilen ist er ja auseinandergenommen? – Dies bleibt unentschieden.", "R. Aḥadboj b. Ami fragte: Wie verhält es sich mit einem Götzen kleiner als eine Olive? R. Joseph sprach: In welcher Hinsicht: wollte man sagen, hinsichtlich des Verbotes [der Nutznießung], so ist ja ein solcher nicht geringer als die Fliege, der Schutzgott von E͑qron. Es wird nämlich gelehrt:13Jud. 8,33.Und sie nahmen sich den Bundesbaa͑l zum Gotte, das ist die Fliege, der Schutzgott von E͑qron. Dies lehrt, daß ein jeder sich das Abbild seiner Gottheit14יראה Furcht, Objekt der Furcht, bibl. פחד, übertragen für Gott. An das griech. ἱϵϱόν, heilig, göttlich (Wiesner, Scholien ii 180) zu denken, liegt keine Veranlassung vor.fertigte und sie in die Tasche tat, und sobald er ihrer erwähnte, nahm er sie aus der Tasche und liebkoste und küßte sie. – Vielmehr, hinsichtlich der Unreinheit. Wie ist es nun: ist der Götze, da er mit dem Kriechtiere verglichen wird, das in Linsengröße [verunreinigend ist], ebenfalls in Linsengröße [verunreinigend], oder ist der Götze, da er mit einem Leichnam verglichen wird, der in Olivengröße [verunreinigend] ist, ebenfalls in Olivengröße [verunreinigend]?", "R. Avja, manche sagen, Rabba b. U͑la, erwiderte: Komm und höre: Es wird gelehrt: Einem Götzen kleiner als eine Olive haftet überhaupt keine Unreinheit an, denn es heißt:15iiReg. 23,6.und er warf den Staub auf die Gräber der gemeinen Leute; wie ein Leichnam nur in Olivengröße verunreinigend ist, ebenso ist der Götze nur in Olivengröße verunreinigend. –", "Zwecks welcher Halakha wird er nach den Rabbanan mit einem Kriechtiere verglichen? – Daß er nicht durch Tragen verunreinigend ist. – Mit einer Menstruierenden? – Daß er nicht in einzelnen Gliedern verunreinigend ist. – Mit einem Leichnam? – Daß er nicht in Linsengröße verunreinigend ist. – Vielleicht aber erschwerend: der Allbarmherzige hat ihn mit einem Kriechtiere verglichen, daß er in Linsengröße verunreinigend ist; mit einer Menstruierenden, daß er durch eine Steinplatte verunreinigend ist; mit einem Leichnam (hat ihn der Allbarmherzige verglichen), daß er durch Bezeltung verunreinigend ist!? – Die Unreinheit des Götzen ist rabbanitisch, und wenn wir erleichternd und erschwerend vergleichen können, vergleichen wir erleichternd und nicht erschwerend.", "ii,1 WOHER, DASS EIN SCHIFF REIN IST? ES HEISST: 16Pr. 30,19.des Schiffes Weg inmitten des Meeres.", "GEMARA. Da sich selbstverständlich ein Schiff inmitten des Meeres befindet, so lehrt er uns vielmehr folgendes: wie das Meer nicht verunreinigungsfähig ist, so ist auch das Schiff nicht verunreinigungsfähig. Es wird gelehrt: Ḥananja sagte: Dies ist aus [dem Worte] Sack17Cf. Lev. 11,32.zu entnehmen: wie ein Sack voll und leer bewegt wird, ebenso alles andere, was voll und leer bewegt wird, ausgenommen ein Schiff, das nicht voll und leer bewegt wird18Wegen seiner Größe.. –", "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen bezüglich eines Schiffes aus Lehm. Einer folgert es aus [dem Verse], des Schiffes Weg inmitten des Meeres, und dieses befindet sich ebenfalls inmitten des Meeres, und einer folgert es aus [dem Worte] Sack, denn nur Dinge, die zusammen Sack genannt werden19Holzgeräte., müssen voll und leer bewegt werden, sonst aber nicht, ein Schiff aus Lehm aber, auch wenn es nicht voll und leer bewegt wird.", "Oder auch bezüglich eines Jardenbootes20Ein kleines tragbares Boot.. Einer folgert es aus [dem Verse:], des Schiffes Weg inmitten des Meeres, und dieses ist ebenfalls ein Schiff inmitten des Meeres, und einer sagt, wenn es voll und leer bewegt wird, und dieses wird voll und leer bewegt. R. Ḥanina b. A͑qabja sagte nämlich: Weshalb sagten sie, ein Jardenboot sei verunreinigungsfähig? Weil man es auf dem Lande verladet und nachher ins Wasser setzt. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Nie versäume man das Lehrhaus, auch nicht eine Stunde, denn viele Jahre wurde diese Mišna im Lehrhause gelehrt, doch wurde sie nicht eher erklärt, als bis R. Ḥanina b. A͑qabja kam und sie erklärte.", "R. Jonathan sagte: Nie versäume man das Lehrhaus und Worte der Tora, auch nicht in der Stunde des Todes, denn es heißt:21Num. 19,14.das ist das Gesetz [Tora], wenn ein Mensch im Zelte stirbt; selbst in der Stunde des Sterbens befasse dich mit der Tora. Reš Laqiš sagte: Die Worte der Tora bleiben nur dem erhalten, der sich für sie töten läßt, denn es heißt: das ist das Gesetz [Tora], wenn ein Mensch im Zelte stirbt. Raba sagte:" ], [ "Nach Ḥananja heißt die Bewegung durch Ochsen ebenfalls eine Bewegung22Selbst ein großes Schiff, daß nur durch Ochsenkraft bewegt werden kann, wird hierin als tragbares betrachtet., denn wir haben gelernt: Es gibt dreierlei Wagen: der die Form eines Sessels hat, ist durch Auftreten verunreinigungsfähig, der die Form eines Bettes hat, ist durch einen Leichnam verunreinigungsfähig23Dh. nicht durch Auftreten., der [zum Führen] von Steinen24Dessen Boden durchbrochen ist.ist überhaupt rein. Hierzu sagte R. Joḥanan: Wenn er Granatäpfel aufnehmen25Wenn die Löcher des Bodens so klein sind, daß sie nicht durchfallen. Er ist verunreinigungsfähig, obgleich er nur durch Ochsen fortbewegt werden kann.kann, ist er durch einen Leichnam verunreinigungsfähig.", "Es gibt dreierlei Kisten: eine Kiste, die an der Seite zu öffnen ist, ist durch das Auftreten verunreinigungsfähig, die oben zu öffnen ist, ist durch einen Leichnam verunreinigungsfähig, eine von großem Umfange ist überhaupt rein.", "Die Rabbanan lehrten: Das Tongefäß ist durch Auftreten nicht verunreinigungsfähig; R. Jose sagt, auch das Schiff. – Wie meint er es? R. Zebid erwiderte : Er meint es wie folgt: Das Tongefäß ist durch das Auftreten nicht verunreinigungsfähig, wohl aber durch Berührung [des Innenraumes]; ein Schiff aus Ton ist verunreinigungsfähig, nach Ḥananja. R. Jose sagt, auch das Schiff sei nicht verunreinigungsfähig nach dem Tanna unserer [Mišna], R. Papa wandte ein: Warum heißt es demnach ‘auch’? Vielmehr, sagte R. Papa, meint er es wie folgt: Das Tongefäß ist durch das Auftreten nicht verunreinigungsfähig, wohl aber durch Berührung; eines aus Holz aber ist sowohl durch Auftreten als auch durch Berührung verunreinigungsfähig; ein Jardenboot ist nicht verunreinigungsfähig, nach dem Tanna unserer [Mišna]. R. Jose sagt, auch das Schiff sei verunreinigungsfähig, nach Ḥananja. –", "Woher, daß das Tongefäß nicht durch Auftreten verunreinigungsfähig ist? Ḥizqija erwiderte: Die Schrift sagt:26Lev. 15,5.wenn jemand sein Lager berührt; das Lager wird mit ihm selbst verglichen: wie er selbst Reinheit erlangt durch ein Reinigungsbad, ebenso muß das Lager Reinheit erlangen27Während es für ein Tongefäß keine Reinigung gibt.durch ein Reinigungsbad.", "In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt:28Lev. 15,26.es gelte wie das Lager ihrer gewöhnlichen Menstruation; das Lager wird mit ihr selbst verglichen: wie sie selbst Reinheit erlangt durch ein Reinigungsbad, ebenso muß auch das Lager Reinheit erlangen durch ein Reinigungsbad; ausgenommen Tongefäße, die durch ein Reinigungsbad keine Reinheit erlangen. R. Ilea͑ wandte ein: Woher, daß eine Matte durch einen Leichnam [verunreinigungsfähig] ist?" ], [ "Dies ist durch einen Schluß zu folgern: wenn kleine Krüglein, die durch einen Flußbehafteten nicht verunreinigungsfähig29Kleine Krüglein sind nicht verunreinigungsfähig durch ‘Auftreten’, als ‘Lager’ gelten sie nicht (cf. supra Fol. 59a), durch Berührung ebenfalls nicht, da der Flußbehaftete in die schmale Öffnung den Finger nicht hineinbringen kann; durch ‘Schütteln’ wird nur dasjenige unrein, was durch Berührung verunreinigungsfähig ist.sind, durch einen Leichnam verunreinigungsfähig sind, um so eher ist die Matte, die durch einen Flußbehafteten verunreinigungsfähig ist, durch einen Leichnam verunreinigungsfähig. Wieso denn, sie erlangt ja keine Reinheit durch das Reinigungsbad!? R. Ḥanina erwiderte ihm: Anders ist es bei dieser, da es andere Geräte aus demselben Material30Ausgetiefte Holzgeräte sind reinigungsfähig.gibt.", "Jener entgegnete: Behüte uns der Allbarmherzige vor solcher Ansicht! – Im Gegenteil, der Allbarmherzige möge uns vor deiner Ansicht behüten. – Was ist sein Grund? – Es sind zwei Schriftverse vorhanden; einer lautet: wenn jemand sein Lager berührt, ein anderer aber:31Lev. 15,4.jedes Lager, auf das der Flußbehaftete sich legt, soll unrein werden. Wie sind sie in Übereinstimmung32Aus dem ersten Verse ist zu folgern, daß das Lager dem Flußbehafteten selbst gleicht, aus dem zweiten geht das Entgegengesetzte hervor.zu bringen? Gibt es [aus diesem Material reinigungsfähige Geräte, so sind sie verunreinigungsfähig], auch wenn sie selber keine Reinheit durch das Reinigungsbad erlangen, gibt es nicht, so gleicht das Lager ihm selbst.", "Raba sagte: Daß das Tongefäß nicht durch das Auftreten verunreinigungsfähig ist, ist aus folgendem zu entnehmen:33Num. 19,15.Und jedes offene Gefäß, auf dem nicht ein mit einer Schnur befestigter Deckel ist; wenn aber darauf ein mit einer Schnur befestigter Deckel ist, ist es rein. Es kann ja auch der Fall sein, daß man es für seine menstruierende Frau bestimmt hat, dennoch sagt der Allbarmherzige, daß es rein sei.", "ii,2 WOHER, DASS MAN AUF EINEM BEETE VON SECHS ZU SECHS HANDBREITEN FÜNF ARTEN VON SAATEN SÄEN34Cf. Kil. III,1.DARF, VIER AN DEN VIER SEITEN DES BEETES UND EINE IN DER MITTE? ES HEISST: 35Jes. 61,11.denn gleich der Erde, die ihr Gewächs hervorbringt, und gleich einem Garten, der seine Saaten sprossen läßt; ES HEISST NICHT: SEINE SAAT, SONDERN SEINE SAATEN.", "GEMARA. Wieso geht dies hieraus hervor? R. Jehuda erwiderte: Denn gleich der Erde, die ihr Gewächs hervorbringt; hervorbringt, eines, ihr Gewächs, eines, zusammen zwei, ihre Saaten, zwei, zusammen vier, sprossen läßt, eines, das sind fünf;" ], [ "und den Rabbanan war es bekannt, daß fünf [Saaten] auf sechs [Handbreiten] nicht ihre Nahrung von einander ziehen. –", "Woher, daß dies, was den Rabbanan bekannt war, auch zuverlässig ist? – R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Es heißt: 36Dt. 19,14.verrücke nicht die Grenze deines Nachbarn, die die Vorfahren gezogen haben. Du sollst die von den Vorfahren statuierten Gesetze nicht verrücken. Was heißt von den Vorfahren statuiert? R. Šemuél b. Naḥmani erklärte im Namen R. Jonathans : Es heißt: 37Gn. 36,20.diese sind die Söhne Sei͑rs, des Ḥori, die Bewohner des Landes. Sind denn alle anderen Bewohner des Himmels? Vielmehr, sie waren in der Bewohnung des Landes kundig; sie wußten zu bestimmen: dieser Flächenraum für die Olive, dieser Flächenraum für den Weinstock, dieser Flächenraum für den Feigenbaum. Der Ḥori: sie rochen38חורי v. רוח riechen.die Erde. Der Ḥivi, hierüber sagte R. Papa: sie kosteten die Erde wie eine Schlange39Dh. Sie wußten, für welche Pflanzen der Boden geeignet ist. חוי gl. חויא Schlange.. R. Aḥa b. Ja͑qob erklärte: Der Ḥori: sie wurden von ihren Gütern befreit [horin].", "R. Asi sagte: Das Beet muß sechs [Handbreiten] außer dem Rain haben. Desgleichen wird gelehrt: Das Beet allein muß sechs [Handbreiten] haben. Wie breit muß der Rain sein? – Wie wir gelernt haben: R. Jehuda sagt, eine Fußsohle breit. R. Zera, manche sagen, R. Ḥanina b. Papa, sagte: Was ist der Grund R. Jehudas? Es heißt:40Dt. 11,10.wie einen Gemüsegarten mit deinem Fuße bewässern mußtest; wie der Fuß eine Handbreite breit ist, so muß auch der Rain eine Handbreite haben.", "Rabh sagte: Unsere Mišna handelt von einem einzelnen41Der Rain hat nur eine Handbreite; würde man zwei Beete neben einander in derselben Weise besäen, so hätten die verschiedenen Saaten einen Zwischenraum von nur 2 Hb.n, während einer von 3 Hb.n erforderlich ist.Beete. – Es gibt ja aber Raum an den Winkeln42Wenn sich Saaten in der Mitte des Beetes und in der Mitte jeder Seite befinden, so können an den 4 Winkeln noch andere 4 Beete bestellt werden.!? In der Schule Rabhs sagten sie im Namen Rabhs: Wenn man auch die Winkel ausfüllt43Wenn zwei gegenüberliegende Seiten ganz bestellt sind.. – Man kann ja aber [an jeder Seite in der Mitte] säen und sie nicht ganz ausfüllen!? –" ], [ "Es ist eine Maßregel, weil man die Winkel ausfüllen könnte. – Dies ist ja aber nicht mehr als eine Winkelspitze, und wir haben gelernt, daß, wenn die Winkelspitze eines Gemüsefeldes in ein anderes Feld ragt, es erlaubt sei, weil es als Ende des Feldes erscheint!? – Bei einem [einzelnen] Beete ist die Winkelspitze unwesentlich.", "Šemuél aber sagte, unsere Mišna spreche von einem Beete zwischen vielen anderen Beeten. – Sie44Die Pflanzen der nebeneinanderliegenden Beete.verschlingen sich ja aber mit einander!? – Wenn man die eine Reihe nach hier und die andere nach dort neigt.", "U͑la sagte: Im Westen fragten sie, wie es denn sei, wenn man eine Furche über das ganze Beet gezogen hat? R. Šešeth erwiderte : Die Vermischung zerstört die Reihe. R. Aši erwiderte: Die Vermischung zerstört die Reihe nicht. Rabina wandte gegen R. Aši ein: Pflanzt man zwei Reihen Gurken, zwei Reihen Kürbisse und zwei Reihen ägyptischer Bohnen, so ist es erlaubt; wenn aber eine Reihe Gurken, eine Reihe Kürbisse und eine Reihe ägyptischer Bohnen, so ist es verboten!? – Hierbei ist es anders, weil sich [die Pflanzen] verschlingen.", "R. Kahana sagte im Namen R. Joḥanans: Wer seinen ganzen Garten mit [verschiedenen] Gemüsearten füllen will, mache Beete von sechs zu sechs [Handbreiten], in denen er Kreise von fünf [Handbreiten] ziehe, sodann darf er die Winkel nach Belieben füllen. –", "Aber da ist ja [der Rain] dazwischen45Wenn die Ecken der Beete bestellt werden, so verschlingen sie sich miteinander.!? – In der Schule R. Jannajs erklärten sie es, wenn er dazwischen frei läßt. R. Aši erwiderte: Sind [die Beete] der Länge nach besäet, so besäe er [dazwischen] der Breite nach. Rabina wandte gegen R. Aši ein: Der Raum zur Bearbeitung zwischen zwei Gemüsefeldern muß sechs Handbreiten haben, und zwar werden sie als eine viereckige Tafel betrachtet." ], [ "Nur in der Form einer viereckigen Tafel ist es erlaubt, sonst aber verboten!? – Da deshalb, um in anderer Hinsicht zu erleichtern, damit nämlich die ausragende Winkelspitze [zur Bepflanzung] erlaubt sei.", "iii WOHER, DASS EINE FRAU, DIE AM DRITTEN TAGE46Nach dem Beischlafe; der mehr als drei Tage alte Samen ist nicht mehr zeugungsfähig.SAMEN AUSGESTOSSEN HAT, UNREIN IST? ES HEISST:47Ex. 19,15.seid zum dritten Tage bereit. WOHER, DASS MAN EIN BESCHNITTENES KIND AM DRITTEN TAGE, DER AUF EINEN ŠABBATH FÄLLT, BADEN DARF? ES HEISST:48Gen. 34,25.und es geschah am dritten Tage, da sie in Schmerzen lagen. WOHER, DASS MAN DEM FORTZUSCHICKENDEN BOCK49Cf. Lev. 16,8ff.EINEN STREIFEN GLÄNZENDER WOLLE AN DEN KOPF BINDET? ES HEISST: 50Jes. 1,18.wenn euere Sünden purpurrot sind, sollen sie schneeweiß werden. WOHER, DASS DAS SALBEN AM VERSÖHNUNGSTAGE DEM TRINKEN GLEICHT? iv WENN ES DAFÜR AUCH KEINEN BEWEIS GIBT, SO DOCH EINE ANDEUTUNG:51Ps. 109,18.Es kommt wie Wasser in sein Inneres und wie Öl in sein Gebein.", "GEMARA. Der Anfangssatz nicht nach R. Elea͑zar b. A͑zarja und der Schlußsatz nach R. Elea͑zar b. A͑zarja, denn nach R. Elea͑zar b. A͑zarja ist sie ja in dem im Anfangssatze genannten Falle rein!? – Wer [unsere Mišna] nicht auf [einen Streit von] Tannaím zurückführt, lehrt im Anfangssatze, sie sei rein, und addiziert sie ganz R. Elea͑zar b. A͑zarja, und nach dem, der sie auf [einen Streit von] Tannaím zurückführt, vertritt der Anfangssatz die Ansicht der Rabbanan und der Schlußsatz die Ansicht des R. Elea͑zar b. A͑zarja.", "Die Rabbanan lehrten: Die am dritten Tage Samen ausstößt, ist rein – so R. Elea͑zar b. A͑zarja. R. Jišma͑él sagt, zuweilen sind es vier, zuweilen sind es fünf und zuweilen sind es sechs Halbtage52Der Halbtag (עונה) hat 12 Stunden und umfaßt nach einer Ansicht einen halben Tag und eine halbe Nacht, u. nach einer anderen, einen Tag oder eine Nacht. Nach RJ. wird ein Teil des Tages als ganzer betrachtet.. R. A͑qiba sagt, es müssen stets fünf sein, und falls vom ersten Halbtage etwas fehlt, so ist es vom sechsten zu ergänzen.", "Die Schüler sprachen vor R. Papa, wie manche sagen, sprach R. Papa vor Raba: Allerdings ist R. Elea͑zar b. A͑zarja der Ansicht der Rabbanan, welche sagen, daß sie52Die Jisraéliten beim Empfang der Tora; cf. infra Col. b.sich am Donnerstag [von ihren Frauen] zurückgezogen haben, ebenso ist R. Jišma͑él der Ansicht R. Joses, welcher sagt, daß sie sich am Mittwoch zurückgezogen haben, wessen Ansicht aber ist R. A͑qiba53Nach ihm sind es weder 2 noch 3 Tage.!? –Tatsächlich ist er der Ansicht R. Joses, und zwar nach der Erklärung des R. Ada b. Ahaba, daß nämlich Moše am frühen Morgen hinaufgestiegen und am frühen Morgen herabgestiegen54Da er ganz früh aufstieg, so ist zu schließen, daß 5 Halbtage erforderl. sind.sei.", "Er ist am frühen Morgen hinaufgestiegen, wie es heißt:55Ex. 34,4.und Moše brach am frühen Morgen auf und stieg auf den Berg Sinaj; er ist am frühen Morgen herabgestiegen, wie es heißt: 56Ib. 19,24.steige hinab und komm dann in Begleitung Ahrons wieder herauf. Man vergleiche das Herabsteigen mit dem Hinaufsteigen: wie das Hinaufsteigen am frühen Morgen geschah, so geschah auch das Herabsteigen am frühen Morgen. –", "Wozu brauchte er ihnen dies57Daß sie morgens ihren Frauen nicht beiwohnen sollen.zu sagen, R. Hona sagte ja, die Jisraéliten seien heilig und vollziehen den Beischlaf nicht am Tage!? – Raba sagte, in einer dunklen Stube sei es erlaubt. Ferner sagte Raba, nach anderen R. Papa, ein Schriftgelehrter verdunkle [den Raum] mit seinem Gewande, und es ist erlaubt. –" ], [ "Sie hatten ja aber am selben Tage ein Reinigungsbad genommen58Wer ein Reinigungsbad nimmt, bleibt bis Sonnenuntergang unrein.!? – Abajje b. Rabin und R. Ḥanina b. Abin sagen beide, die Tora sei am selben Tage Untergetauchten gegeben worden. Meremar saß und lehrte diese Halakha, da sprach Rabina zu ihm: Meinst du: gegeben worden, oder: konnte gegeben werden? Dieser erwiderte: Ich meine: konnte gegeben werden. –", "Demnach59Nach RA͑. sind nur 5 Halbtage erforderlich, demnach konnten die Jis. schon am Freitag abends ein Reinigungsbad nehmen.sollten sie gegen Abend ein Reinigungsbad nehmen und die Tora am Abend empfangen!? R. Jiçḥaq erwiderte:60Jes. 48,16.Von Anfang an habe ich nicht im Verborgenen geredet. – Sollten sie das Reinigungsbad am Šabbath morgens nehmen und die Tora am Šabbath morgens empfangen? R. Jiçḥaq erwiderte: Dann würden die einen zum Untertauchen und die anderen zum Empfang der Tora gegangen sein.", "R. Ḥija b. R. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Dies sind die Ansichten R. Jišma͑éls und R. A͑qibas, die Weisen aber sagen: Es sind sechs volle Halbtage erforderlich. R. Ḥisda sagte: Sie streiten nur über den Fall, wenn [der Same] von der Frau ausgestoßen61Den sie vom Manne empfangen hat; durch die Wärme des Körpers geht er nach RE. in zwei Tagen in Verwesung über.wurde, wenn aber vom Manne, so ist er verunreinigend, solange er feucht ist. R. Šešeth wandte ein:62Lev. 15,17.Jedes Gewand und jedes Ledergerät, auf dem sich ein Same befindet, ausgenommen derjenige Same, der verwest ist. Doch wohl, wenn der Mann ihn ausgestoßen hat!? – Nein, wenn die Frau ihn ausgestoßen hat.", "R. Papa fragte: Wie verhält es sich mit dem Samen eines Jisraéliten im Leibe einer Nichtjüdin63Der Same eines Nichtjuden ist nicht verunreinigend.: wärmt nur der Körper der Jisraéliten, weil sie um die Gebote besorgt sind, nicht aber wärmt der Körper der Nichtjuden, die um die Gebote nicht besorgt sind, oder wärmt auch ihr Körper, da sie Ekel- und Kriechtiere essen? Und wie verhält es sich, wenn du entscheidest, auch ihr Körper wärme, da sie Ekel- und Kriechtiere essen, [mit dem Samen] im Leibe eines Tieres: verwest der Same nur im Leibe der Frau, weil sie ein Ostium hat, bei einem Tiere aber, daß kein Ostium hat, verwest der Same nicht, oder gibt es hierin keinen Unterschied? – Dies bleibt unentschieden.", "Die Rabbanan lehrten: Am sechsten des Monats wurden die zehn Gebote den Jisraéliten gegeben; R. Jose sagt, am siebenten desselben. Raba sagte: Alle stimmen überein, daß sie am Neumondstage nach der Wüste Sinaj gekommen seien, denn hier64Ex. 19,1.heißt es: an diesem Tage kamen sie nach der Wüste Sinaj, und dort65Ib. 12,2heißt es: dieser Monat sei euch der Anfang der Monate; wie es dort der Neumondstag war, so war es auch hier der Neumondstag. Alle stimmen ferner überein, daß die Tora den Jisraéliten am Šabbath gegeben wurde, denn da66Ib. 20,8.heißt es: gedenke den Šabbath zu heiligen, und dort67Ib. 13,3.heißt es: und Moše sprach zum Volke: Gedenket an diesen Tag; wie es dort derselbe Tag war, so war es auch da derselbe Tag. Sie streiten nur über die Festsetzung des Neumondes. R. Jose ist der Ansicht, der Neumond sei dann am Sonntag festgesetzt worden, jedoch sprach er zu ihnen am Sonntag nichts, wegen der Reisemüdigkeit, am Montag sprach er zu ihnen:68Ib. 19,6.ihr sollt mir ein Königreich von Priestern werden," ], [ "am Dienstag ordnete er ihnen das Gebot von der Abgrenzung69Cf. Ex. 19,12.an und am Mittwoch zogen sie sich von ihren Frauen zurück. Die Rabbanan sind der Ansicht, der Neumond sei am Montag festgesetzt worden, jedoch sprach er zu ihnen am Montag nichts, wegen der Reisemüdigkeit, am Dienstag sprach er zu ihnen: ihr sollt mir werden, am Mittwoch ordnete er ihnen das Gebot von der Abgrenzung an und am Donnerstag zogen sie sich von ihren Frauen zurück. Man wandte ein: 70Ex. 19,10.Ihr sollt euch heute und morgen heilig halten; dies ist ja ein Einwand gegen R. Jose71Nach dem angezogenen Schriftverse waren es 2 Tage.!? –", "R. Jose kann dir erwidern: Moše fügte aus eigenem Ermessen einen Tag hinzu. Es wird nämlich gelehrt: Dreierlei tat Moše aus eigenem Ermessen, und der Heilige, gepriesen sei er, stimmte ihm bei. Er fügte aus eigenem Ermessen einen Tag hinzu, er zog sich von seiner Frau zurück, und er zerbrach die Bundestafeln. –", "Worauf stützte er sich, einen Tag hinzuzufügen? – ‘Heute und morgen’; heute wie morgen: wie morgen mit der [vorangehenden] Nacht, ebenso heute mit der [vorangehenden] Nacht, und die Nacht des laufenden Tages war ja bereits vorüber. Also zwei Tage außer dem laufenden. – Woher, daß der Heilige, gepriesen sei er, ihm zugestimmt hat? – Die Göttlichkeit ließ sich erst am Šabbath morgens nieder. –", "Worauf stützte er sich, sich von seiner Frau zurückzuziehen? – Er folgerte [einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, indem er sprach: Der Heilige, gepriesen sei er, sprach ja mit den Jisraéliten nur eine Stunde, auch setzte er ihnen dafür eine Zeit fest, dennoch sagte die Tora:72Ex. 19,11.bereitet euch vor &c. nähert euch nicht, um wieviel mehr ich, wo die Göttlichkeit mit mir zu jeder Stunde spricht und mir vorher keine Zeit festsetzt. – Woher, daß der Heilige, gepriesen sei er, ihm zugestimmt hat? – Es heißt:73Dt. 5,27.geh, sprich zu ihnen: Kehret nach eueren Zelten74Worunter die Beiwohnung der Frauen verstanden wird.zurück, darauf folgt:75Dt. 5,28.du aber bleibe hier bei mir stehen. Manche sagen, [hieraus:]76Num. 12,8.von Mund zu Mund rede ich mit ihm. –", "Worauf stützte er sich, die Bundestafeln zu zerbrechen? – Er sprach: Wenn die Tora vom Pesaḥopfer, das nur eines von den sechshundertdreizehn Geboten ist, gesagt hat:77Ex. 12,43.kein Fremder darf es essen, um wieviel mehr ist die Tora den Jisraéliten verboten, wo sie alle abtrünnig sind. – Woher, daß der Heilige, gepriesen sei er, ihm zugestimmt hat? – Es heißt:78Ib. 34,1.die du zerbrochen hast, und Reš Laqiš erklärte: Dank79So nach dem üblichen Sprachgebrauche; etymol. Lob gebührt dir. Das pron. rel. אשר wird aus אשר stark sein, im Pie͑l auch loben, danken abgeleitet. dir, daß du sie zerbrochen hast. –", "Komm und höre:80Ex. 19,11.Sie sollen zum dritten Tage bereit sein. Dies ist ja ein Einwand gegen R. Jose!? – Wir sagten ja bereits, daß Moše aus eigenem Ermessen einen Tag hinzugefügt hat. – Komm und höre: Der dritte, der dritte des Monats und der dritte der Woche. Dies ist ja ein Einwand gegen die Rabbanan81Hieraus, daß der Neumondstag des Sivan auf einen Sonntag fiel.!? – Die Rabbanan können dir erwidern, hier sei die Ansicht R. Joses vertreten. –", "Wovon der dritte? – Wie gelehrt wird:82Ex. 19,8.Und Moše erwiderte dem Herrn die Worte des Volkes; ferner heißt es:83Ib. V. 9.und Moše erzählte dem Herrn die Worte des Volkes.", "Was sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu Moše? Was sprach Moše zu Jisraél? Was sprach Jisraél zu Moše? Was berichtete Moše der Allmacht? Das ist das Gebot von der Abgrenzung – so R. Jose b. Jehuda. Rabbi sagte: Zuerst hatte er ihnen die Strafandrohungen auseinandergesetzt, denn es heißt: und Moše erwiderte, Dinge, die dem Gemüte des Menschen widrig sind, und später setzte er ihnen die Belohnungen auseinander, denn es heißt: und Moše erzählte, Dinge, die das Herz des Menschen wie eine Erzählung anziehen. Manche sagen: Zuerst hatte er ihnen die Belohnungen auseinandergesetzt, denn es heißt: und Moše erwiderte, nämlich Dinge, die das Herz des Menschen beruhigen84שוב in Hiph. zurückbringen, erwidern, beruhigen., und später setzte er ihnen die Strafandrohungen auseinander, denn es heißt: und Moše erzählte, nämlich Dinge, die für den Menschen herb sind, wie Wermut85הגיד erzählen, gleichlautend mit גיד bitteres Kraut, wahrsch. Wermut.. –", "Komm und höre: Der sechste, der sechste des Monats und der sechste der Woche. Dies ist ja ein Einwand gegen die Rabbanan86Hieraus, daß der Monat am Sonntag begonnen hat.!? – Hier ist ebenfalls die Ansicht R. Joses vertreten. – Wovon der sechste? –" ], [ "Raba sagte, ihrer Ruhetage, R. Aḥa b. Ja͑qob sagte, seit ihrem Aufbruche. Sie streiten über den Šabbath in Mara. Es heißt: 87Dt. 5,16.wie der Herr, dein Gott, dir befohlen hat. Hierzu sagte R. Jehuda im Namen Rabhs: Wie er dir bereits in Mara befohlen88Schon in M., bevor sie noch die 10 Gebote empfangen haben, wurde ihnen der Š. geboten; cf. Ex. 15,25.hat. Einer ist der Ansicht, ihnen ward da zwar der Šabbath geboten, jedoch nicht das Gesetz über die Šabbathgebiete89Sie zogen daher auch am Š., und einer ist der Ansicht, auch das Gesetz über die Šabbathgebiete ward ihnen da geboten. –", "Komm und höre: Im Nisan, in dem die Jisraéliten aus Miçrajim zogen, [geschah folgendes:] am vierzehnten schlachteten sie ihre Pesaḥopfer90Das sog. Osterlamm für das Festmahl am Pesaḥfeste (Osterfest), worüber ausführl. Ex. Kap. 12, das jed. häufig קרבן פסח, Pesaḥopfer, genannt wird., am fünfzehnten zogen sie aus, und am Abend wurden die Erstgeborenen erschlagen. – Am Abend, wie kommst du darauf91Die Plage der Erstgeburt traf ja vor ihrem Auszuge ein.!? – Vielmehr: am Abend vorher wurden die Erstgeborenen erschlagen. – Dieser Tag war ein Donnerstag. Wenn der fünfzehnte Nisan auf einen Donnerstag fällt, so muß ja der Neumondstag des Ijar auf einen Šabbath und der Neumondstag des Sivan auf einen Sonntag fallen. Dies ist somit ein Einwand gegen die Rabbanan!? –", "Die Rabbanan können dir erwidern, der Ijar jenes Jahres war ein Schaltmonat. – Komm und höre, daß er kein Schaltmonat war. Im Nisan, an dem die Jisraéliten aus Miçrajim zogen, [geschah folgendes:] am vierzehnten schlachteten sie ihre Pesaḥopfer, am fünfzehnten zogen sie aus und am Abend wurden die Erstgeborenen erschlagen. – Am Abend wie kommst du darauf!? – Sage vielmehr: am Abend vorher wurden die Erstgeborenen erschlagen. – Dieser Tag war ein Donnerstag. Der Nisan verstrich und der Ijar fiel auf einen Šabbath.", "Der Ijar war unvollzählig92Er hatte nur 29 Tage u. war kein Schaltmonat.und der Sivan begann mit einem Sonntag. Dies ist somit ein Einwand gegen die Rabbanan!? – Hier ist die Ansicht R. Joses vertreten.", "R. Papa sprach: Komm und höre:93Ex. 16,1.Sie zogen aus Elim und die ganze Gemeinde kam &c. am fünfzehnten Tage des zweiten Monats. Dieser Tag war ein Šabbath, denn es heißt:94Ib. V. 7.morgen früh werdet ihr die Herrlichkeit des Herrn sehen, und darauf heißt es:95Ib. V. 26.sechs Tage hindurch sollt ihr davon einsammeln. Wenn nun der fünfzehnte Ijar auf einen Šabbath fällt, so fällt ja der Neumondstag des Sivan auf einen Sonntag!? Dies ist somit ein Einwand gegen die Rabbanan!? – Die Rabbanan können dir erwidern, der Ijar jenes Jahres war ein Schaltmonat.", "R. Ḥabi aus Maḥoza sprach zu R. Aši: Komm und höre:96Ib. 40,17.Am ersten Tage des ersten Monats, im zweiten Jahre, wurde die Stiftshütte errichtet. Hierzu wird gelehrt: Dieser Tag erhielt zehn Kronen: er ist der erste beim Schöpfungswerke, der erste der Fürstentage97Cf. Num. Kap. 7., der erste bei [der Einweihung der] Priesterschaft98Cf. Ex. Kap. 40., der erste beim Tempeldienste, der erste beim Herabsteigen des Feuers99Cf. Lev. 9,24., der erste beim Essen der Heiligtümer100Innerhalb des Vorhofes., der erste bei der Niederlassung101Cf. Lev. 9,23.der Göttlichkeit, der erste beim Segen102Ib. V. 22.Jisraéls, der erste beim Verbote der Opferstätten und der erste der Monate. Wenn der Neumond des Nisan jenes Jahres auf einen Sonntag fiel, so muß er im vorangehenden Jahre auf einen Mittwoch gefallen sein,", "denn es wird gelehrt: Andere sagen, zwischen einem Wochenfeste und dem anderen, zwischen einem Neujahr und dem anderen gebe es nur eine Differenz von (nur) vier Tagen, und in einem Schaltjahre, von fünf Tagen. Demnach fiel der Neumond des Ijar auf einen Freitag und der Neumond des Sivan auf einen Šabbath. Dies ist somit ein Einwand sowohl gegen R. Jose als auch gegen die Rabbanan!? – Nach R. Jose wurden sieben unvollzählige" ], [ "und nach den Rabbanan wurden acht unvollzählige [Monate] festgesetzt. –", "Komm und höre: Im ‘Seder O͑lam’103Dh.: Weltordnung od. Weltchronik; chronologisch-historisches Werkchen, welches dem Tanna R. Jose b. Ḥalaphta zugeschrieben wird.wird gelehrt: Im Nisan, in dem die Jisraéliten aus Miçrajim zogen, [geschah folgendes:] am vierzehnten schlachteten sie ihre Pesaḥopfer und am fünfzehnten zogen sie aus; dieser Tag war ein Freitag. Wenn nun der Neumond des Nisan ein Freitag war, so war ja der Neumond des Ijar ein Sonntag und der des Sivan ein Montag. Dies ist somit ein Einwand gegen R. Jose!? – R. Jose kann dir erwidern, hier sei die Ansicht der Rabbanan vertreten. –", "Komm und höre: R. Jose sagte: Am Montag stieg Moše hinauf und kam wieder herunter; am Dienstag stieg er hinauf und kam wieder herunter; am Mittwoch kam er herunter und stieg nicht hinauf. – Wenn er aber nicht hinaufgestiegen war, wie konnte er herunterkommen!? – Vielmehr: am Mittwoch stieg er hinauf und kam wieder herunter. – Am Donnerstag baute er den Altar und brachte darauf ein Opfer dar; am Freitag hatte er keine Zeit mehr. Wahrscheinlich doch wegen [des Empfanges] der Tora!? –", "Nein, wegen der Vorbereitung zum Šabbath. Ein Galiläer trug in Gegenwart R. Ḥisdas vor: Gepriesen sei der Allbarmherzige, der die dreifaltige Tora104Pentateuch, Propheten und Hagiographen.dem dreifaltigen Volke105Priester, Leviten und Jisraéliten.durch einen Drittgeborenen106Moše hatte 2 ältere Geschwister.am dritten Tage im dritten Monat verliehen hat. – Nach wessen Ansicht? – Nach der der Rabbanan.", "107Ex. 19,17.Und sie stellten sich am Fuße des Berges auf. R. Evdämi b. Ḥama (b. Ḥasa) sagte : Dies lehrt, daß der Heilige, gepriesen sei er, über sie den Berg wie einen Kübel stülpte und zu ihnen sprach: Wollt ihr die Tora empfangen, so ist es gut, wenn aber nicht, so ist hier euer Grab. R. Aḥa b. Ja͑qob sagte: Dies ist eine große Kundgebung108Dh. Ausrede, Entschuldigung; wenn die Jisraéliten die Tora nicht halten, so entschuldigen sie sich damit, daß sie ihnen aufgezwungen wurde.bezüglich der Tora. Raba sagte: Jedoch nahmen sie sie später wiederum in den Tagen des Ahašveroš [freiwillig] an, denn es heißt:109Est. 9,27.die Judäer bestätigten es und nahmen es auf sich; sie bestätigten, was sie bereits auf sich genommen hatten.", "Ḥizqija sagte: Es heißt:110Ps. 76,9.vom Himmel ließest du das Urteil vernehmen; da erschrak die Erde und war still; wenn sie erschrak, wieso war sie still, wenn sie still war, wieso erschrak sie? Vielmehr, zuerst erschrak sie, nachher war sie still. – Weshalb erschrak sie? – Dies nach Reš Laqiš, denn Reš Laqiš sagte: Es heißt:111Gen. 1,31.es ward Abend und es ward Morgen, der sechste Tag; wozu ist das überflüssige He112Bei den übrigen Tagen fehlt der Artikel.nötig? Dies lehrt, daß der Heilige, gepriesen sei er, mit dem Schöpfungswerke eine Vereinbarung traf und zu ihm sprach: Nehmen die Jisraéliten die Tora an, so sollt ihr bestehen, wenn aber nicht, so verwandele ich euch wieder in Öde und Leere.", "R. Simaj trug vor: Zur Stunde, da die Jisraéliten das Tun113Cf. Ex. 24,7.früher als das Hören zugesagt hatten, kamen sechzig Myriaden Dienstengel und wanden jedem Jisraéliten zwei Kränze, einen für das Tun und einen für das Hören. Als die Jisraéliten später sündigten, kamen hundertundzwanzig Myriaden Würgengel herunter und nahmen sie ihnen ab, wie es heißt: 114Ex, 33,6.da entledigten sich die Kinder Jisraél ihres Schmuckes vom Berge Ḥoreb. R. Ḥama b. R. Ḥanina sagte: Am Ḥoreb legten sie ihn an, und am Ḥoreb legten sie ihn ab. Am Ḥoreb legten sie ihn an, wie wir bereits gesagt haben, am Ḥoreb legten sie ihn ab, wie es heißt: da entledigten sich die Kinder Jisraél &c. R. Joḥanan sagte: Moše war es beschieden, sie alle zu erhalten, denn darauf heißt es:115Ib. V. 7.und Moše nahm das Zelt. Reš Laqiš sagte: Dereinst wird der Heilige, gepriesen sei er, sie uns wieder geben, denn es heißt:116Jes. 35,10.die Befreiten des Herrn kehren heim und gelangen nach Çijon mit Jauchzen, und ewige Freude auf ihrem Haupte; die Freude von ehemals auf ihrem Haupte.", "R. Elea͑zar sagte: Zur Stunde, da die Jisraéliten das Tun früher als das Hören zugesagt hatten, ertönte eine Hallstimme und sprach (zu ihnen): Wer hat meinen Kindern dieses Geheimnis verraten, dessen sich die Dienstengel bedienen? Denn es heißt:117Ps. 103,20.preiset den Herrn, ihr, seine Engel, starke Helden, die ihr seinen Befehl tut, die Stimme seines Wortes zu hören; vorher tun und nachher hören. R. Ḥama b. Ḥanina sagte : Es heißt: 118Cant. 2,3.wie ein Apfelbaum unter des Waldes Bäumen &c. Weshalb werden die Jisraéliten mit einem Apfelbaume verglichen? Dies besagt: wie der Apfelbaum die Frucht[blüten] früher als die Blätter hervorbringt, so haben auch die Jisraéliten das Tun früher als das Hören zugesagt.", "Ein Minäer sah, wie Raba, als er in einer Lehre vertieft war, die Finger der Hand unter dem Fuße hielt und sie so rieb, daß sie Blut spritzten. Da sprach er zu ihm: Gedankenloses Volk, die ihr den Mund den Ohren [vorgeschickt] habt, noch immer befindet ihr euch in euerer Gedankenlosigkeit. Ihr solltet vorher hören, ob ihr sie auf euch nehmen könnt oder nicht. Dieser erwiderte: Von uns," ], [ "die wir in Aufrichtigkeit wandeln, heißt es:119Pr. 11,3.die Rechtschaffenen leitet ihre Unschuld, von jenen, die in Verdrehungen wandeln, heißt es:119Pr. 11,3.die Treulosen richtet ihre Bosheit zugrunde.", "R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Es heißt:120Cant. 4,9.du hast mir das Herz genommen, meine Schwester Braut, du hast mir das Herz genommen durch eines deiner Augen; zuerst durch ein Auge, und als du [die Tora] auch befolgt hast, durch beide Augen. U͑la sagte: Schamlos ist die Braut, die in ihrer Hochzeitskammer121Gemeint ist die Anbetung des goldenen Kalbes noch beim Empfang der Tora.buhlt. R. Mari, Sohn der Tochter Šemuéls, sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:122Cant. 1,12.Während der König noch auf seinem Ruhepolster weilte, hat meine Narde &c. Rabh sagte: Dies ist uns gegenüber noch wohl wollend, denn es heißt ja [den Geruch] fortgegeben, nicht aber verstunken. Die Rabbanan lehrten: Über diejenigen, die gedemütigt werden, ohne zu demütigen, die ihre Schmähung anhören, ohne zu erwidern, die aus Liebe [die Gebote] ausüben und der Züchtigungen froh sind, spricht die Schrift:123Jud. 5,31.die ihn lieb haben, sind wie der Aufgang der Sonne in ihrer Pracht.", "R. Joḥanan sagte: Es heißt:124Ps. 68,12.der Herr ließ einen Ruf erschallen, der Siegesbotinnen war ein großes Heer. Jedes Wort, das aus dem Munde des Heiligen, gepriesen sei er, hervorging, wurde in siebzig Sprachen zerteilt. In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt:125Jer. 23,29.Und wie ein Hammer, der Felsen zersplittert; wie der [Stein durch den] Hammer in viele Splitter zerteilt wird, so wurde auch jedes Wort, das aus dem Munde des Heiligen, gepriesen sei er, hervorging, in siebzig Sprachen zerteilt. R. Ḥanina b. Papa sagte: Es heißt:126Pr. 8,6.höret zu, denn Fürstliches will ich reden. Weshalb werden die Worte der Tora mit Fürsten verglichen? Dies besagt: wie es in der Macht des Fürsten ist, töten und leben zu lassen, ebenso hat auch das Wort der Tora die Macht, töten und leben zu lassen.", "Das ist es, was Raba sagte: Für diejenigen, die sich ihr rechts widmen, ist sie eine Würze des Lebens, und für diejenigen, die sich ihr links widmen, ist sie eine Würze des Todes. Eine andere Erklärung: Fürstliches, jedem Worte, das aus dem Munde des Heiligen, gepriesen sei er, hervorging, wurden zwei Kränze gewunden. R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Es heißt:127Cant. 1,13.mein Geliebter ist mir ein Myrrhenbündel, zwischen meinen Brüsten weilt er. Die Gemeinschaft Jisraél sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, obgleich mein Geliebter mich bedrängt und verbittert, dennoch weilt er zwischen meinen128Bildlich für die 2 Stangen, an beiden Seiten des Vorhanges in der Stiftshütte.Brüsten.129Cant. 1,14.Eine Cyprusdolde in den Weinbergen E͑ngedis ist mir mein Geliebter; der, dem alles130אשכל Notarikon איש הכל לו.gehört, vergibt mir die Sünde vom Böcklein131Das goldene Kalb.[gedi], die ich auf mich geladen habe. – Woher ist es erwiesen, daß Kerem [Weinberg] die Bedeutung aufladen hat? Mar Zuṭra, der Sohn R. Naḥmans, erwiderte: Wie wir gelernt haben: Ein Wäschestuhl, auf den man Kleider legt [kormim].", "Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Es heißt:132Gant. 5,13.seine Wangen wie Balsambeete. Durch jeden einzelnen Satz, der aus dem Munde des Heiligen, gepriesen sei er, hervorging, wurde die ganze Welt voll Wohlgerüche. – Wenn sie aber bereits durch den ersten Satz voll war, wo kam dann der zweite Satz hin? – Der Heilige, gepriesen sei er, brachte aus seiner Vorratskammer einen Wind hervor, der fortwährend den vorhergehenden fortwehte, denn es heißt:133Ib.seine Lippen wie Lilien, fließende Myrrhe träufelnd, und man lese nicht Šošanim [Lilien], sondern šešonim [die sprechen].", "Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Bei jedem einzelnen Satze, der aus dem Munde des Heiligen, gepriesen sei er, hervorkam, hauchte Jisraél die Seele aus, wie es heißt:134Ib. V. 6.bei seinem Sprechen hauchte ich meine Seele aus. – Wenn sie aber beim ersten Satze die Seele ausgehaucht haben, wie konnten sie dann den nächsten Satz hören? – Er ließ einen Tau niedersteigen, mit dem er dereinst die Toten beleben wird, und belebte sie wieder, wie es heißt:135Ps. 68,10.mit reichlichem Regen besprengtest du, o Gott, dein Erbium, und was ermattet war, stelltest du her. Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Bei jedem einzelnen Satze, der aus dem Munde des Heiligen, gepriesen sei er, hervorkam, bebten die Jisraéliten zwölf Mil rückwärts, und die Dienstengel ließen sie heranhüpfen, denn es heißt:136Ib. V. 13.die Engel der Heerscharen hüpfen, hupfen; und man lese nicht hüpfen, sondern sie ließen hüpfen.", "Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Zur Stunde, da Moše in die Höhe stieg, sprachen die Dienstengel vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, was soll ein Weibgeborener unter uns!? Er erwiderte ihnen: Er kam, die Tora in Empfang zu nehmen. Da sprachen sie zu ihm: Die Köstliche und Verwahrte, die du seit (den sechs Schöpfungstagen) neunhundertvierundsiebzig Generationen vor der Weltschöpfung verborgen gehalten hast, willst du einem [Menschen aus] Fleisch und Blut geben!? 137Ib. 8,5.Was ist der Mensch, daß du seiner gedenkst, und das Menschenkind, daß du nach ihm schauest!?138Ib. V. 2.O Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Erde, (welcher) verleihe deine Pracht auf dem Himmel.", "Darauf sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu Moše: Antworte du ihnen. Dieser aber erwiderte: Herr der Welt, ich fürchte, sie würden mich mit dem Hauche ihres Mundes verbrennen. Da sprach er: Fasse an meinen Thron der Herrlichkeit, und gib ihnen Antwort. Es heißt nämlich:139Ij. 26,9.er erfaßt den Anblick des Thrones, er zieht seine Wolke über ihn, und R. Naḥum sagte, dies lehre, daß der Allmächtige über ihn den Glanz seiner Gottheit ausgebreitet und ihn beschattet hatte. Hierauf sprach er vor ihm: Herr der Welt, was steht in der Tora, die du mir gibst, geschrieben? – 140Ex. 20,2.Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus dem Lande Miçrajim herausgeführt hat. Da fragte er jene: Waret ihr nach Miçrajim hinabgezogen? Waret ihr dem Pareo͑ dienstbar? Was wollt ihr mit der Tora? Ferner heißt es in dieser:141Ib. V. 3.ihr sollt keine fremden Götter haben;" ], [ "weilet ihr zwischen den Unbeschnittenen, die Götzendienst treiben!? Ferner heißt es in dieser:142Ib. V. 8.gedenke, den Šabbath zu heiligen; verrichtet ihr Arbeit, daß ihr der Ruhe bedürfet? Ferner heißt es in dieser:143Ib. V. 7.du sollst nicht nennen; gibt es unter euch Handel und Wandel144Wörtl. Nehmen u. geben.? Ferner heißt es in dieser:145Ex. 20,12.ehre deinen Vater und deine Mutter; habt ihr Vater und Mutter? Ferner heißt es in dieser:146Ib. VV. 13.14.du sollst nicht morden, du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht stehlen; gibt es unter euch Neid oder einen bösen Trieb? Da pflichteten sie dem Heiligen, gepriesen sei er, bei, denn es heißt:147Ps. 8,10.o Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name &c., es folgt aber nicht: verleihe deine Pracht auf dem Himmel.", "Hierauf wurde ihm jeder ein Freund und übergab ihm etwas, wie es heißt:148Ib. 68,19.du bist in die Höhe gestiegen, du hast Beute fortgeführt, du hast Geschenke von den Menschen empfangen; als Belohnung dafür, daß sie dich einen Menschen genannt haben, hast du Geschenke erhalten. Und auch der Todesengel übergab ihm etwas, denn es heißt:149Nm. 17,12.da setzte er das Räucherwerk auf und schaffte dem Volke Sühne, und weiter heißt es:150Ib. V. 13.und er stand zwischen den Toten und den Lebendigen &c. Wieso konnte er dies wissen, wenn jener es ihm nicht gesagt hätte.", "Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Zur Stunde, da Moše vom Heiligen, gepriesen sei er, fortgegangen war, kam der Satan und sprach vor ihm: Herr der Welt, wo ist die Tora? Er erwiderte: Ich habe sie der Erde gegeben. Da ging er zur Erde und sprach zu ihr: Wo ist die Tora? Diese erwiderte:151Ij. 28,23.Gott kennt ihren Weg &c. Da ging er zum Meere. Dieses erwiderte: Sie ist nicht bei mir. Da ging er zur Meerestiefe. Diese erwiderte: Sie ist nicht in mir, denn es heißt:152Ib. V. 14.die Meerestiefe spricht: In mir ist sie nicht; und das Meer spricht: Sie ist nicht bei mir.153Ib. V. 22.Abgrund und Tod sprechen: Wir haben mit unseren Ohren ein Gerücht von ihr gehört. Da kam er zum Heiligen, gepriesen sei er, zurück und sprach: Herr der Welt, ich habe sie auf der ganzen Erde gesucht und nicht gefunden. Da erwiderte er: Gehe zum Sohne A͑mrams.", "Darauf ging er zu Moše und sprach zu ihm: Wo ist die Tora, die der Heilige, gepriesen eei er, dir gegeben hat? Dieser erwiderte: Wer bin ich denn, daß der Heilige, gepriesen sei er, die Tora mir gegeben haben sollte? Da sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu Moše: Moše, bist du ein Lügner? Dieser erwiderte: Herr der Welt, du hast eine Köstliche und Verwahrte, an der du täglich deine Freude hast, soll ich mir dies zugute kommen lassen!? Da sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu Moše: Da du dich unterschätzest, so soll sie nach dir genannt werden. Denn es heißt:154Mal. 3,22.gedenket der Tora meines Dieners Moše &c.", "Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi; Zur Stunde, da Moše in die Höhe stieg, traf er den Heiligen, gepriesen sei er, für die Buchstaben155Wohl die Häkchen auf den Buchstaben in der liturgischen Torarolle; cf. infra Fol. 104a.Kränze winden. Da sprach er zu ihm: Kennt man in deiner Ortschaft keinen Gruß? Da sprach dieser vor ihm: Grüßt etwa ein Knecht seinen Herrn? Darauf sprach er zu ihm: Du solltest mir Erfolg wünschen. Sogleich sprach jener:156Num. 14,17.Möchte sich doch deine Macht, o Herr, groß erweisen, wie du verheißen hast.", "Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Es heißt:157Ex. 32,1.und das Volk sah, daß sich Moše verzögerte. Lies nicht bošeš [verzögerte],sondern baú šeš [die sechs sind vorüber]. Als nämlich Moše in die Höhe stieg, sprach er zu den Jisraéliten: Nach Ablauf von vierzig Tagen, zu Anfang der [ersten] sechs Stunden, komme ich zurück. Nach Ablauf der vierzig Tage kam der Satan und brachte Verwirrung in die Welt. Er sprach zu ihnen; Wo ist euer Meister Moše? Sie erwiderten ihm: Er ist in die Höhe gestiegen. Darauf sprach er zu ihnen: Die sechs [Stunden] sind ja bereits verstrichen. Sie aber beachteten ihn nicht. – Er ist gestorben. – Sie aber beachteten ihn nicht. Da zeigte er ihnen das Bild seiner Bahre, Deshalb sagten sie zu Ahron:158Ib. V. 2.Dieser Mann Moše &c.", "Einer von den Jüngern sprach zu R. Kahana: Hast du vielleicht gehört, was ‘Berg Sinaj’ bedeute? Dieser erwiderte: Der Berg, auf dem Jisraél Wunder geschehen sind. – Demnach sollte er ja Berg Nisaj159נם Wunder. heißen!? – Vielmehr, der Berg, der ein gutes Zeichen für Jisraél geworden ist. – Demnach sollte er ja Berg Simnaj160סימן Zeichen.heißen!? Alsdann sprach er zu ihm: Weshalb pflegst du nicht vor R. Papa und R. Hona, dem Sohne R. Jehošua͑s, zu verweilen, die in der Agada kundig sind? R. Ḥisda und Rabba, Sohn des R. Hona, sagten beide: Was bedeutet ‘Berg Sinaj’? Der Berg, auf den Haß161סיני gleichl. mit שנאה Haß.über die Völker der Welt herabgestiegen ist. Das ist es, was R. Jose b. R. Ḥanina gesagt hat: Er hat fünf Namen: Wüste Çin, auf dem ihnen Befehle162Der Gleichklang der aufgezählten Namen mit den folgenden Hauptwörtern läßt sich in der Übersetzung nicht wiedergeben.erteilt worden sind; Wüste Qadeš, auf dem Jisraél geheiligt worden ist; Wüste Qedemoth, auf dem ihnen das Uralte verliehen worden ist; Wüste Paran," ], [ "auf dem sie sich fortgepflanzt haben; Wüste Sinaj, auf dem Haß gegen die Völker der Welt herabgestiegen ist. Wie heißt er wirklich? – Ḥoreb. Er streitet somit gegen R. Abahu, denn R. Abahu sagte, sein wirklicher Name sei ‘Berg Sinaj’, und Ḥoreb werde er nur deshalb genannt, weil durch ihn Verwüstung [ḥorba] über die Völker der Welt kam.", "WOHER, DASS MAN &C. EINEN STREIFEN GLÄNZENDER WOLLE BINDET. Weshalb kašanim, es sollte ja kašani163In der Einzahl, wie das folgende כשלנ.heißen!? R. Jiçḥaq erwiderte: Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Jisraél: Sollten euere Sünden so zahlreich sein, wie die laufenden Jahre164Pl. Von שנה Jahr.seit den sechs Schöpfungstagen bis jetzt, so werden sie dennoch weiß wie Schnee. Raba trug vor: Es heißt:165Jes. 1,18.gehet doch, daß wir mit einander rechten, wird der Herr sprechen. Wieso gehet doch, es sollte doch heißen: kommt doch; wieso wird der Herr sprechen, es sollte doch heißen: spricht der Herr? Dereinst wird der Heilige, gepriesen sei er, zu Jisraél sprechen: Gehet doch zu eueren Vorfahren, mögen sie doch mit euch rechten.", "Darauf werden sie sprechen: Herr der Welt, zu wem denn sollen wir gehen? Etwa zu Abraham, zu dem du gesprochen hast :166Gen. 15,13.wisse nun, und der für uns nicht gefleht hat? Etwa zu Jiçḥaq, der E͑sav gesegnet hat :167Ib. 27,40.wenn du dich anstrengst, und der für uns nicht gefleht hat? Etwa zu Ja͑qob, zu dem du gesprochen hast :168Ib. 46,4.ich will mit dir nach Miçrajim ziehen, und der für uns nicht gefleht hat? An wen sollen wir uns jetzt wenden, möge uns der Herr sagen! Alsdann wird der Heilige, gepriesen sei er, zu ihnen sprechen: Da ihr euch an mich wendet, so sollen euere Sünden schneeweiß werden, auch wenn sie purpurrot sind.", "R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Es heißt : 169Jes. 63,16.fürwahr, du bist unser Vater, denn Abraham weiß nichts von uns, und Jisraél kennt uns nicht; du, o Herr, bist unser Vater, unser Erlöser ist dein Name von Alters her. Dereinst wird der Heilige, gepriesen sei er, zu Abraham sprechen: Deine Kinder haben gegen mich gesündigt. Er aber wird erwidern: Herr der Welt, so mögen sie zur Heiligung deines Namens zugrunde gehen! Dann wird er sprechen: Ich werde es Ja͑qob sagen, er hat die Leiden der Kindererziehung gefühlt, er wird vielleicht für sie um Erbarmen flehen. Darauf wird er zu ihm sprechen: Deine Kinder haben gesündigt. Und auch er wird erwidern: Herr der Welt, so mögen sie zur Heiligung deines Namens zugrunde gehen! Da wird er sprechen: Weder Vernunft bei den Alten, noch bei den Jungen Rat. Alsdann wird er zu Jiçḥaq sprechen: Deine Kinder haben gegen mich gesündigt. Dieser aber wird erwidern: Herr der Welt, meine Kinder, und nicht auch deine Kinder!? Als sie dir das Tun früher als das Hören zugesagt hatten, nanntest du sie : 170Ex. 4,22.meinen erstgeborenen Sohn, jetzt aber sprichst du von meinen Kindern, nicht aber von deinen Kindern!", "Und wieviel denn haben sie überhaupt gesündigt? Siebzig Jahre beträgt das Leben des Menschen; zieht man von diesen [die ersten] zwanzig ab, für die du nicht strafst, so bleiben fünfzig zurück, von denen abermals fünfundzwanzig für die Nächte abzuziehen sind, sodaß fünfundzwanzig verbleiben, von denen wiederum für das Beten, Essen und Verrichten der Notdurft zwölf und ein halbes abzuziehen sind, so daß nur zwölf und ein halbes verbleiben. Willst du alles auf dich nehmen, so ist es recht, wenn nicht, so nehme ich die Hälfte auf mich, und du nimmst die Hälfte auf dich. Willst du aber, daß ich alles auf mich nehme, so habe ich mich ja vor dir opfern lassen! Sodann werden sie allesamt anheben und sprechen: Denn du bist unser Vater. Jiçḥaq aber wird sie auf den Heiligen, gepriesen sei er, verweisen. Alsdann werden sie ihre Augen in die Höhe richten und sprechen: Du, O Herr, bist unser Vater, unser Erlöser ist dein Name von Alters her.", "R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Eigentlich sollte unser Vater Ja͑qob mit eisernen Fesseln nach Miçrajim geführt werden, sein Verdienst aber hat ihm beigestanden, denn es heißt :171Hos. 11,4.mit Seilen, wie ein Mensch sie braucht, zog ich sie, mit Banden der hiebe, und verhielt mich gegen sie wie einer, der das Joch an ihrem Kinnladen lüpft, und bot ihnen Nahrung dar.", "vWER HOLZ HINAUSTRÄGT, ALS MAN DAMIT EIN LEICHTES EI172Cf. Fol. 80b.KOCHEN KANN; GEWÜRZE, ALS MAN EIN LEICHTES EI WÜRZEN KANN, UND ZWAR WERDEN SIE MIT EINANDER VEREINIGT. SCHALEN VON NÜSSEN UND GRANATÄPFELN, WAID UND KRAPP, ALS MAN EIN KLEINES TUCH AN EINER HAUBE FÄRBEN KANN. URIN, NATRON, BORITH, K1MOLIA-KREIDE UND AŠLAG, ALS MAN DAMIT EIN KLEINES TUCH AN EINER HAUBE WASCHEN KANN; R. JEHUDA SAGT, ALS MAN DAMIT EINEN BLUTFLECK ENTFERNEN KANN.", "GEMARA. Wir haben ja bereits gelernt: Rohr, als man daraus ein Schreibrohr machen kann, grobes oder zerplatztes, als man damit ein leichtes, bereits in der Pfanne zerschlagenes Ei kochen kann!? – Man könnte glauben, nur dieses, das zu sonst anderem nicht verwendbar ist, wegen des Holzes aber, daraus man einen Schlüsselbart machen kann, sei man beim kleinsten Quantum schuldig, so lehrt er uns.", "GEWÜRZE, ALS MAN EIN LEICHTES EI WÜRZEN KANN. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Gewürze einer Art von zwei oder drei verschiedenen173Wohl botanische Namen; nach manchen Erklärern: Namen des Verbotenen (Ungeweihtes, Hebe).Namen, oder dreier Arten desselben Namens werden mit einander vereinigt und machen verboten. Hierzu sagte Ḥizqija," ], [ "dies sei von süßen Gewürzen gelehrt worden, da man damit einen Topf süßen kann. Nur wenn man einen Topf süßen kann, sonst aber nicht!? – Auch hierbei, wenn man damit einen Topf süßen kann.", "SCHALEN VON NÜSSEN UND GRANATÄPFELN, WAID UND KRAPP, ALS MAN EIN KLEINES TUCH FÄRBEN KANN.Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wer eingeweichte Farbstoffe hinausträgt, als man ein Stück Wolle zur Probe färben kann!? – Hierzu wurde ja gelehrt: R. Naḥman erklärte im Namen des Rabba b. Abuha: Weil sich niemand bemüht, Farbstoffe einzuweichen, um ein Stückchen Wolle zur Probe zu färben.", "URIN. Es wird gelehrt: Urin bis zum vierzigsten Tage174Älter ist er zum genannten Zwecke nicht mehr verwendbar.. NATRON. Es wird gelehrt: Nur alexandrinisches, nicht aber antipatrinisches Natron. BORITH. R. Jehuda erklärte: Sand. – Es wird ja aber gelehrt: Borith und Sand!? – Vielmehr, unter Borith ist Schwefel zu verstehen.", "Man wandte ein: Zu diesen175Den Dingen, die dem Gesetze des Siebentjahres unterliegen.fügten sie noch Galbanum, Melde, Borith und Aloé hinzu. Wieso kannst du nun sagen, darunter sei Schwefel zu verstehen, beim Schwefel hat ja das Gesetz vom Siebentjahre keine Geltung, wie wir gelernt haben, die Regel sei, bei dem, was eine Wurzel hat, hat das Gesetz vom Siebentjahre Geltung, und bei dem, was keine Wurzel hat, hat das Gesetz vom Siebentjahre keine Geltung!? – Vielmehr, unter Borith ist Aloé zu verstehen. – Es wird ja aber gelehrt: Borith und Aloé!? – Es gibt zwei Arten Aloé.", "KIMOLIA-KREIDE. R. Jehuda erklärte: Šelophdoç176Die Etymologie ist, wie schon Raschi bemerkt, dunkel, auch die Lesart des Textes unsicher.. AŠLAG. Šemuél sagte: Ich fragte alle Seefahrer, und man sagte mir, es heiße Šonana177Eine Art Kali, arab.-pers. Uschnan od. Isehnan.; es befindet sich in den Löchern der Perle und wird mittelst eines eisernen Nagels herausgeholt.", "viPFEFFER IN JEDEM QUANTUM; TEERÖL IN JEDEM QUANTUM; ALLE ARTEN WOHLGERÜCHE UND ALLE ARTEN METALL IN JEDEM QUANTUM; STÜCKE VON ALTARSTEINEN UND ALTARERDE, ZERNAGTES VON TORAROLLEN UND DEREN HÜLLEN IN JEDEM QUANTUM, WEIL MAN SIE ZUM VERSTECKEN AUFBEWAHRT. R. JEHUDA SAGT, AUCH WENN MAN IRGEND EIN QUANTUM VOM ZUBEHÖR EINES GÖTZEN HINAUSTRÄGT, DENN ES HEISST: 178Dt. 13,18.nichts vom Banngute soll an deiner Hand kleben bleiben.", "GEMARA. Wofür ist das kleinste Quantum Pfeffer verwendbar? – Gegen üblen Mundgeruch. TEERÖL IN JEDEM QUANTUM. Wofür ist dies verwendbar? – Gegen Migräne. ALLE ARTEN WOHLGERÜCHE IN JEDEM QUANTUM. Die Rabbanan lehrten: Wer Übelriechendes in jedem Quantum, wohlriechendes Öl in jedem Quantum, Purpurfarbe in jedem Quantum oder eine einzelne Rosenknospe hinausträgt.", "ALLE ARTEN VON METALL IN JEDEM QUANTUM. Wofür ist dies verwendbar? – Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte, man kann daraus einen kleinen Stift machen.", "Die Rabbanan lehrten: [Sagte jemand:] ‘Ich spende179Für den Reparaturfonds des Tempels.Eisen’, so hat er, wie manche sagen, nicht weniger als eine Elle im Quadrate zu spenden. Wofür ist dies verwendbar? R. Joseph erwiderte: Als Rabenschutz180Das Tempeldach war mit Metallplatten beschlagen, die mit Spitzen versehen waren, wodurch die Vögel abgehalten wurden, sich auf dasselbe niederzulassen und es zu beschmutzen.. Andere lesen: Manche sagen, er dürfe nicht weniger spenden, als zu einem Rabenschutze ausreicht. – Wieviel [ist dazu nötig]? R. Joseph erwiderte: Eine Elle im Quadrate. ‘[Ich spende] Kupfer’, so darf er nicht weniger als im Werte einer Silbermaa͑181Kleine Silbermünze, 6 im Denar; in der Mehrzahl als Bezeichnung für Geld allgemein.spenden. Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagt, er dürfe nicht weniger spenden, als zu einer kleinen Kupferzange ausreicht. – Wofür ist sie verwendbar? Abajje erwiderte: Mit dieser werden Dochte geputzt und Lampen gereinigt.", "ZERNAGTES VON TORAROLLEN UND DEREN HÜLLEN. R. Jehuda sagte :Schaben, die in Büchern, Motten, die in Seide, Maden, die in Weinbeeren, Gallwespen, die in Feigen, und Würmer, die in Granatäpfeln, sind sämtlich gefährlich. Einst saß ein Schüler vor R. Joḥanan und aß Feigen, da rief er: Meister, in den Feigen sind Dornen! Da sprach dieser: Die Gallwespe hat diesen getötet.", "viiWER EINEN KORB DER GEWÜRZKRÄMER HINAUSTRÄGT, IST, AUCH WENN SICH DARIN MEHRERE ARTEN BEFINDEN, NUR EIN SÜNDOPFER SCHULDIG. GARTENSÄMEREIEN, AUCH WENN WENIGER ALS IM QUANTUM EINER DÖRRFEIGE; R.JEHUDA B. BETHERA SAGT, FÜNF [SAMENKÖRNER]." ], [ "VOM GURKENSAMENZWEI, VOM KÜRBISSAMEN ZWEI UND VOM SAMEN ÄGYPTISCHER BOHNEN ZWEI [KÖRNER]. EINE REINE LEBENDE HEUSCHRECKE VON IRGEND WELCHER GRÖSSE, EINE TOTE VON DER GRÖSSE EINER DÖRRFEIGE. EIN GARTENVÖGELCHEN VON IRGEND WELCHER GRÖSSE, OB LEBENDIG ODER TOT, DA MAN EIN SOLCHES ZU HEILZWECKEN AUFBEWAHRT. R. JEHUDA SAGT, AUCH WER EINE LEBENDE UNREINE HEUSCHRECKE HINAUSTRÄGT, DA MAN EINE SOLCHE FÜR EIN KIND ZUM SPIELEN AUFBEWAHRT.", "GEMARA. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Dung und feinen Sand als zum Düngen eines Kohlstengels erforderlich ist – so R. A͑qiba; die Weisen sagen, als man einen Lauchschaft düngen kann!? R. Papa erwiderte: Das eine, wenn man bereits gesäet hat, das andere, wenn man noch nicht gesäet hat, weil sich niemand bemüht, ein Korn zur Aussaat hinauszubringen.", "GURKENSAMEN. Die Rabbanan lehrten: Zwei Körner, wenn man sie zum Pflanzen hinausträgt; wenn zum Essen, soviel, als ein Schwein das Maul voll hat. – Was heißt Maulvoll eines Schweines? – Eines. – Wenn zum Heizen, als man damit ein leichtes Ei kochen kann; wenn zum Zählen, zwei, und wie manche sagen, fünf. Die Rabbanan lehrten: Wer zwei Haare von einem Pferdeschweife oder einem Kuhschwanze hinausträgt, ist schuldig, denn diese hebt man zu Netzen auf; eine Schweinsborste, zwei Ruten einer Palme und eine Bastfaser einer Palme.", "EIN GARTENVÖGELCHEN VON IRGEND WELCHER GRÖSSE, OB LEBENDIG ODER TOT. Was ist das für ein Garten Vögelchen? Rabh erwiderte: Die Fruchtdurchsucherin182Heuschreckenart; die Übersetzung ist nur vermutlich.. Abajje sagte: Diese befindet sich in den [jungen] Palmen, die erst eine Rinde haben, und man verwendet sie zur [Erlangung von] Weisheit. Man esse die Hälfte der rechten und die Hälfte der linken Seite, dann werfe man sie in eine kupferne Röhre, die man mit sechzig Siegeln verschließe, und an den linken Arm hänge. Als Merkzeichen diene dir :183Ecc. 10,2.Der Verstand des Weisen ist zu seiner Rechten, der Verstand des Toren ist zu seiner Linken. Dann wird man weise nach Wunsch und lernt nach Wunsch. Später esse man auch die zweite Hälfte, denn sonst vergißt man sein Studium.", "R. JEHUDA SAGT, AUCH WER &C. HINAUSTRÄGT. Der erste Tanna aber ist nicht dieser Ansicht; aus welchem Grunde? – Man könnte sie essen. – Demnach sollte dasselbe auch von einer reinen gelten184Da man sie lebend essen könnte u. dies verboten ist.!? Als nämlich R. Kahana einst vor Rabh stand und eine Šošiba185Name einer zum Essen erlaubten Heuschreckenart.auf seinen Mund flog, rief dieser : Nimm sie fort, damit man nicht glaube, daß du sie issest und übertrittst das Verbot :186Lev. 11,43.beekelt euere Seelen nicht. – Vielmehr, sie könnte verenden und man sie essen. – Und R. Jehuda? – Ein Kind betrauert sie, wenn sie verendet187Das Kind spielt mit ihr, ißt sie aber nicht..", "", "iWR ETWAS ZUR AUSSAAT, ZUR PROBE ODER ZU HEILZWECKEN AUFBEWAHRT HATTE UND ES AM ŠABBATH HINAUSTBÄGT, IST WEGEN JEDES QUANTUMS SCHULDIG, JEDER ANDERE NUR DANN, WENN ER DAS FESTGESETZTE QUANTUM HINAUSTRÄGT. BRINGT ER ES WIEDER HEREIN, SO IST ER NUR WEGEN DES FESTGESETZTEN QUANTUMS SCHULDIG.", "GEMARA. Wozu lehrt er den Fall, wenn jemand aufbewahrt hatte, er sollte doch lehren, wer etwas zur Aussaat, zur Probe, oder zu Heilzwecken hinausträgt, sei wegen jedes Quantums schuldig!? Abajje erwiderte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn jemand etwas aufbewahrt, den Zweck des Aufbewahrens aber vergessen und es dann ohne bestimmten Zweck hinausgetragen hat; man könnte glauben," ], [ "seine vorherige Absicht sei nun aufgehoben, so lehrt er uns, daß, wenn jemand etwas tut, er dies auf Grund seiner ersten Absicht tue.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Nach R. Meír ist man schuldig, auch wenn man ein Weizenkorn zur Aussaat hinausträgt. – Selbstverständlich, es heißt ja: wegen jedes Quantums!? – Man könnte glauben, ‘jedes Quantum’ bedeute, es sei das Quantum einer Dörrfeige nicht erforderlich, wohl aber das einer Olive, so lehrt er uns. R. Jiçḥaq, Sohn des R. Jehuda, wandte ein: Demnach ist auch derjenige, der sein ganzes Haus hinauszutragen beabsichtigt hat, nur dann schuldig, wenn er es ganz hinausträgt!? – Hierbei ist seine Absicht gegenüber der jedes anderen Menschen bedeutungslos.", "JEDER ANDERE NUR DANN, WENN ER DAS FESTGESETZTE QUANTUM HINAUSTRÄGT. Unsere Mišna vertritt somit nicht die Ansicht des R. Šimo͑n b. Elea͑zar, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte eine Regel: Wegen einer Sache, die zum Aufbewahren sich nicht eignet, oder [in einem Quantum], das man sonst nicht aufbewahrt, von der aber jemand Gebrauch gemacht und aufbewahrt hat, und ein anderer sie hinausgetragen hat, ist dieser schuldig wegen der Kundgebung von jenem.", "Raba sagte im Namen R. Naḥmans: Wenn jemand etwas im Quantum einer Dörrfeige zum Essen hinausträgt und sich nachher es zu säen überlegt, oder wenn er es zum Säen hinausträgt und sich es zu essen überlegt, so ist er schuldig. – Selbstverständlich, in beiden Fällen ist ja das festgesetzte Quantum vorhanden !? – Man könnte glauben, die Fortnahme und das Niederlegen1Cf. Sab. I, Anm. 14. müssen beide zum gleichen Zwecke erfolgen, was hierbei nicht der Fall ist, so lehrt er uns.", "Raba fragte: Wie ist es, wenn jemand etwas im Quantum einer halben Dörrfeige zur Aussaat hinausgetragen hat und es aufgedunsen ist, und er sich darauf es zu essen überlegt: sagen wir, man sei nur im vorhergenannten Falle schuldig, weil in beiden Fällen das erforderliche Quantum vorhanden ist, hierbei aber sei er nicht schuldig, da beim Hinaustragen das bezüglich des Essens festgesetzte Quantum nicht vorhanden war, oder er ist auch hierbei schuldig, da er schuldig wäre, auch wenn er bei seinem ersten Vorhaben, es zu säen, verblieben wäre.", "Und wie ist es, falls du entscheidest, er sei schuldig, da er schuldig wäre, auch wenn er bei seinem ersten Vorhaben, es zu säen, verblieben wäre, wenn jemand etwas im Quantum einer Dörrfeige zum Essen hinausgetragen hat und es zusammengeschrumpft ist, und er sich darauf es zu säen überlegt: würde er hier bei seinem ersten Vorhaben verblieben sein, so wäre er nicht schuldig, oder ist er wohl schuldig, da wir uns nach der Gegenwart richten? Und wie ist es, falls du entscheidest, er sei schuldig, da wir uns nach der Gegenwart richten, wenn jemand etwas im Quantum einer Dörrfeige zum Essen hinausgetragen hat und es zusammengeschrumpft und später wieder aufgedunsen ist, gibt es beim Šabbathgesetze eine Verdrängung2Durch die Zusammenschrumpfung ist die Strafbarkeit verdrängt worden. oder nicht? – Dies bleibt unentschieden.", "Raba fragte R. Naḥman: Wie ist es, wenn jemand Hebe im Quantum einer Olive in ein unreines Haus geworfen hat? – In welcher Hinsicht: wenn hinsichtlich des Šabbaths, so ist ja das Quantum einer Dörrfeige erforderlich, und wenn hinsichtlich der Unreinheit, so ist ja eine Speise im Quantum eines Eies erforderlich!? – Tatsächlich hinsichtlich des Šabbaths, und die Frage besteht bezüglich eines Falles, wenn im Hause eine Speise weniger als ein Ei sich bereits befindet und dieser sie zur Eigröße ergänzt. Ist er, da hinsichtlich der Unreinheit eine Verbindung erfolgt, auch hinsichtlich des Šabbaths schuldig, oder ist hinsichtlich des Šabbaths durchaus das Quantum einer Dörrfeige erforderlich? Dieser erwiderte: Ihr habt es gelernt: Abba Šaúl sagt: für die zwei Brote3Die am Wochenfeste dargebracht werden; cf. Lev. 217. und das Schaubrot4Cf. Ex. 25,30 u. Lev. 23,17. ist das Quantum einer Dörrfeige5Hinsichtlich des Hinaustragens am Š. festgesetzt. Weshalb denn, sollte doch, da hinsichtlich des Hinaustragens nach außerhalb6Des Tempelhofes, wodurch sie entweiht werden. das" ], [ "Quantum auf Olivengröße festgesetzt ist, auch hinsichtlich des Šabbaths das Quantum auf Olivengröße festgesetzt werden!? – Es ist ja nicht gleich; da erfolgt die Unbrauchbarmachung schon beim Hinausbringen außerhalb der Mauer des Vorhofes, während man wegen des Šabbaths schuldig ist, erst wenn man sie auf öffentliches Gebiet gebracht hat; hierbei aber erfolgen ja [die Entweihung] des Šabbaths und die Verunreinigung gleichzeitig.", "BRINGT ER ES WIEDER HEREIN, SO IST ER NUR WEGEN DES FESTGESETZTEN QUANTUMS SCHULDIG. Selbstverständlich!? Abajje erklärte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn er es in den Speicher geworfen7Ohne seinen ersten Beschluß aufzuheben. hat und dessen Platz noch kenntlich ist. Man könnte glauben, daß es bei der ersten Absicht bleibe, da dessen Platz noch kenntlich ist, so lehrt er uns, daß durch das Zurückwerfen in den Speicher die erste Absicht aufgehoben ist.", "ii WWR [IN DER ABSICHT] SPEISEN HINAUSZUTRAGEN, SIE AUF DIE SCHWELLE NIEDERSETZT, IST FREI, EINERLEI OB ER SELBST ODER EIN ANDERER SIE SPÄTER HINAUSTRÄGT, WEIL HIER DIE TAT NICHT MIT EINEM MALE ERFOLGT. WER EINEN KORB VOLL FRÜCHTE AUF DIE ÄUSSERE SCHWELLE NIEDERSETZT, IST, AUCH WENN SICH DIE MEISTEN FRÜCHTE AUSSEN BEFINDEN, NICHT EHER SCHULDIG, ALS BIS ER DEN GANZEN KORB HINAUSTRÄGT.", "GEMARA. Was für eine Schwelle ist hier gemeint: wollte man sagen, eine Schwelle, die öffentliches Gebiet ist, wieso ist er frei, er trägt ja aus Privatgebiet in öffentliches Gebiet, und wollte man sagen, eine Schwelle, die Privatgebiet ist, wieso ist er, wenn er oder ein anderer sie später hinausträgt, frei, er trägt ja aus Privatgebiet in öffentliches Gebiet!? –", "Vielmehr, hier handelt es sich um eine Schwelle, die Neutralgebiet ist, und er lehrt uns folgendes: nur wenn sie auf einem Neutralgebiete geruht haben, wenn aber nicht, ist er schuldig. – Unsere Mišna vertritt somit nicht die Ansicht Ben Ázajs, denn es wird gelehrt: Wer etwas aus dem Laden durch die Säulenhalle auf die Straße trägt, ist schuldig, nach Ben A͑zaj frei.", "EINEN KORB VOLL FRÜCHTE &C. Ḥizqija sagte: Dies wurde nur von einem Korbe voll Gurken und Kürbisse8Da die Früchte selbst sich zum Teile innerhalb, zum Teile außerhalb befinden. gelehrt, wenn er aber voll Senf ist, so ist man schuldig. Er ist somit der Ansicht, die Zusammenfassung durch das Gefäß sei keine Zusammenfassung. R. Joḥanan sagt, auch wenn er voll Senf ist, sei man frei. Er ist somit der Ansicht, die Zusammenfassung durch das Gefäß sei wohl eine Zusammenfassung.", "R. Zera sagte : Unsere Mišna vertritt weder ganz die Ansicht Ḥizqijas noch ganz die Ansicht R. Joḥanans. Nicht ganz wie Ḥizqija, denn sie lehrt: bis er den ganzen Korb hinausträgt; nur den ganzen Korb, wenn aber alle Früchte, ist man frei; demnach ist die Zusammenfassung durch das Gefäß eine Zusammenfassung. Nicht ganz wie R. Joḥanan, denn sie lehrt: auch wenn sich die meisten Früchte außen befinden; nur die meisten Früchte, wenn aber sämtliche, ist man schuldig, auch wenn ein Teil des Korbes sich noch innerhalb befindet, wonach die Zusammenfassung durch das Gefäß keine Zusammenfassung ist. –", "Dies ist ja ein Widerspruch!? – Ḥizqija erklärt dies nach seiner Ansicht, und R. Joḥanan erklärt dies nach seiner Ansicht. Ḥizqija erklärt dies nach seiner Ansicht: ‘Bis man den ganzen Korb hinausträgt ’ ; dies gilt nur von einem Korbe voll Gurken und Kürbisse, wenn aber voll Senf, so ist es ebenso, als würde man den ganzen Korb hinaustragen, und man ist schuldig. R. Joḥanan erklärt dies nach seiner Ansicht: ‘Auch wenn die meisten Früchte sich außen befinden’, aber nicht nur die meisten Früchte, vielmehr ist man frei, auch wenn alle Früchte, es sei denn, er trägt den ganzen Korb hinaus.", "Man wandte ein: Wer [in der Absicht] einen Korb der Gewürzkrämer hinauszutragen, ihn auf die äußere Schwelle niedersetzt, ist, auch wenn die meisten Gewürzarten sich außen befinden, frei, es sei denn, er trägt den ganzen Korb hinaus. Dies gilt wohl, wie anzunehmen, von kleinen9Die durch den Korb zusammengefaßt werden. Bündeln, somit ist dies ja ein Einwand gegen Ḥizqija!? – Ḥizqija kann dir erwidern: dies gilt von langen Würzrohren.", "R. Bebaj b. Abajje wandte ein: Wer einen Geldbeutel am Šabbath stiehlt, ist [zum Ersatze] verpflichtet, denn bevor er noch das Šabbathgesetz übertreten hat, war er bereits des Diebstahls schuldig10Die Aneignung geschieht schon beim Aufheben. ; hat er ihn schleifend herausgebracht, so ist er frei, weil der Diebstahl und die Entweihung des Šabbaths gleichzeitig11Von 2 in Idealkonkurrenz begangenen Verbrechen wird nur das strengere bestraft.erfolgt sind. Wenn du sagst, die Zusammenfassung durch das Gefäß sei eine Zusammenfassung, so tritt ja der Diebstahl12Der schon bei einer Münze erfolgt.früher ein als die Übertretung des Šabbathgesetzes!? –", "In einem Falle, wenn man [den Beutel] an der Öffnung13Sodaß er die einzelne Münze gleich herausnehmen kann.heranschleift, ist dem auch so, hier aber handelt es sich um den Fall, wenn er ihn von unten14Sodaß er das bereits Herausgezogene nicht aus dem Beutel nehmen kann.heranschleift. – Aber [der Beutel] hat ja eine Nahtstelle," ], [ "die er öffnen und [den Inhalt] herausnehmen kann!? – Wenn Barren sich darin befinden15Solange das eine Ende sich innerhalb befindet, geht er nicht in seinen Besitz über.. – Wenn aber Riemen daran sind, kann er ja [den Inhalt] bis zur Öffnung heranziehen und sich an eignen, während doch die Riemen sich innen16Durch die, wegen der ‘Zusammenfassung’, der Inhalt hinsichtlich des Š.s als innen befindlich gilt.befinden!? – Wenn keine Riemen daran sind. Wenn du aber willst, sage ich : wenn solche daran sind, aber um diesen gewickelt.", "Ebenso sagte auch Raba: Sie lehrten dies nur von dem Falle, wenn er voll Gurken oder Kürbisse ist, wenn aber voll Senf, so ist man schuldig. Er ist somit der Ansicht, die Zusammenfassung durch das Gefäß sei keine Zusammenfassung. Abajje aber sagt, auch wenn voll Senf, sei man frei. Er ist somit der Ansicht, die Zusammenfassung durch das Gefäß sei wohl eine Zusammenfassung. – Demnach vertritt Abajje die Ansicht Rabas und Raba die Ansicht Abajjes, somit befindet sich ja sowohl Abajje als auch Raba mit sich selbst im Widerspruche!?", "Es wird gelehrt: Wer Früchte auf öffentliches Gebiet hinausbringt, ist, wie Abajje sagt, wenn in der Hand, schuldig, wenn in einem Gefäße, frei, und wie Raba sagt, wenn in der Hand, frei, wenn in einem Gefäße, schuldig. –", "Wende es um. – Wieso ist er, wenn in der Hand, schuldig, wir haben ja gelernt, daß, wenn der Hausherr seine Hand nach außen hinausstreckt und der Arme etwas aus dieser nimmt oder in diese legt, und jener es nach innen bringt, beide frei seien!? – Da oberhalb drei, hier unterhalb drei [Handbreiten ].", "iii WER ETWAS HINAUSBRINGT, EINERLEI OB IN DER RECHTEN ODER IN DER LINKEN, OB IM BUSEN ODER AUF DER SCHULTER, IST SCHULDIG, DENN [AUCH IN LETZTERER] WEISE TRUGEN DIE SÖHNE QEHATHS17Cf. Num. 7,9.. WENN AUF DER RÜCKSEITE DER HAND, MIT DEM FUSSE, IM MUNDE, MIT DEM ELLENBOGEN, IM OHRE, IM HAARE, IM GÜRTELBEUTEL MIT DER ÖFFNUNG NACH UNTEN, ZWISCHEN GÜRTEL UND KITTEL, AM ZIPFEL DES KITTELS, IM SCHUH ODER IN DER SANDALE, SO IST ER FREI, WEIL ER NICHT AUF GEWÖHNLICHE WEISE HINAUSBRINGT.", "GEMARA. R. Elea͑zar sagte: Wer etwas oberhalb zehn Handbreiten hinausbringt, ist schuldig, denn auf diese Weise trugen die Söhne Qehaths. – Woher wissen wir dies vom Tragen der Söhne Qehaths? – Es heißt : 18Num. 3,26.rings um die Stiftshütte und den Altar; man vergleiche den Altar mit der Stiftshütte: wie die Stiftshütte zehn Ellen [hoch] war, ebenso war der Altar zehn Ellen [hoch]. –", "Woher wissen wir dies von der Stiftshütte selbst? – Es heißt : 19Ex. 26,16.jedes Brett war zehn Ellen lang, und ferner heißt es :20Ib. 40,19.er spannte das Zeltdach über die Stiftshütte, und hierzu sagte Rabh, unser Meister Moše selbst habe es ausgespannt. Und hieraus lernst du, daß die Höhe der Leviten zehn Ellen betrug. Und da wir wissen, daß von jeder Last, die an Stangen getragen wird, sich ein Drittel oberhalb21Unter dem Kopfe des Trägers.und zwei Drittel unterhalb befinden, so ergibt es sich, daß er höher gehoben22Wenn die Leviten 10 Ellen hoch waren, so wurde der Altar in einer Höhe von 3⅓ Ellen [= 20 Hb.n] über der Erdfläche getragen.wurde.", "Wenn du aber willst, sage ich: dies ist von der Bundeslade zu entnehmen; der Meister sagte, daß die Bundeslade neun [Handbreiten] und der Deckel eine Handbreite, zusammen zehn, hoch war, und da wir wissen, daß von jeder Last, die an Stangen getragen wird, sich ein Drittel oberhalb und zwei Drittel unterhalb befinden, so ergibt es sich, daß sie mehr als zehn [Handbreiten] gehoben wurde23Hatten die Leviten die normale Höhe der Menschen, 3 Ellen [= 18 Hb.n], so wurde die Lade in einer Höhe von mehr als 11 Hb.n über der Erdfläche getragen.. – Es sollte ja von Moše selbst24Der 10 Ellen hoch war.gefolgert werden!? – Vielleicht ist Moše eine Ausnahme, denn der Meister sagte, die Göttlichkeit ruhe nur auf einem, der weise, kräftig, reich und hochgewachsen ist.", "Rabh sagte im Namen R. Ḥijas: Wer etwas am Šabbath auf dem Kopfe hinausbringt, ist ein Sündopfer schuldig, denn auf diese Weise tragen die Leute von Huçal. – Aber sind denn die Leute von Huçal die Mehrheit der Welt!? – Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: Rabh sagte im Namen R. Ḥijas: Wenn ein Einwohner von Huçal etwas am Šabbath auf dem Kopfe hinausbringt, so ist er schuldig, denn auf diese Weise tragen die Einwohner seiner Stadt. – Aber ihre Gepflogenheit sollte ja gegenüber der aller anderen Menschen unberücksichtigt bleiben!? – Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: Wer etwas [am Šabbath] auf dem Kopfe hinausbringt, ist frei;" ], [ "wenn man aber auf die Leute von Huçal hinweist, die ja auf diese Weise verfahren, so bleibt ihre Gepflogenheit gegenüber der aller anderen Menschen unberücksichtigt.", "ivWENN JEMAND ETWAS VORN ZU TRAGEN BEABSICHTIGT UND ES SICH NACH HINTEN VERSCHIEBT, SO IST ER FREI; WENN HINTEN ZU TRAGEN UND ES SICH NACH VORN VERSCHIEBT, SO IST ER SCHULDIG. IN WIRKLICHKEIT SAGTEN SIE, DASS, WENN EINE FRAU [ETWAS] IM SCHURZE [TRÄGT] UND ES SICH NACH VORN ODER HINTEN VERSCHIEBT, SIE SCHULDIG SEI, WEIL ER SICH HERUMZUDREHEN PFLEGT. R. JEHUDA SAGT, AUCH BRIEFBOTEN25Deren Brieftaschen um den Körper sich zu verschieben pflegen..", "GEMARA. Wenn er beabsichtigt hat, etwas vorn zu tragen und es sich nach hinten verschiebt, ist er wohl deshalb frei, weil seine Absicht nicht ausgeführt wurde, und auch wenn er etwas hinten zu tragen beabsichtigt hat und es sich nach vorn verschiebt, ist ja seine Absicht nicht ausgeführt worden!? R. Elea͑zar erwiderte: Geteilt26Die Erklärung der Tosaphoth (Ket. 75b), תברא sei eine Schwurformel, ist nicht einleuchtend; dasselbe ist aus תבר zerbrechen, zerteilen abzuleiten.[ist die Mišna]: wer das eine lehrte, lehrte das andere nicht. Raba erwiderte: Was ist dies für ein Einwand, vielleicht ist er, wenn er es vorn zu tragen beabsichtigt hat und es sich nach hinten verschiebt, deshalb frei, weil er eine gute Bewahrung beabsichtigt hat und ihm eine schlechte Bewahrung gelungen ist, und wenn hinten zu tragen und es sich nach vorn verschiebt, deshalb schuldig, weil er eine schlechte Bewahrung beabsichtigt hat und ihm eine gute Bewahrung gelungen ist!? –", "Vielmehr, die Schlußfolgerungen, die man aus der Mišna folgern kann, widersprechen einander: Wenn jemand etwas vorn zu tragen beabsichtigt und es sich nach hinten verschiebt, so ist er frei; demnach ist er schuldig, wenn hinten zu tragen beabsichtigt und es sich hinten verschiebt; der Schlußsatz aber lautet: wenn hinten zu tragen und es sich nach vorn verschiebt, schuldig, wonach er frei ist, wenn hinten zu tragen und es sich hinten verschiebt!? R. Elea͑zar erwiderte: Geteilt, wer das eine lehrte, lehrte das andere nicht.", "R. Aši wandte ein: Was ist dies für ein Ein wand, vielleicht ist dieser Fall selbstverständlich: selbstverständlich ist er schuldig, wenn er es hinten zu tragen beabsichtigt hat und es sich nach hinten schiebt, da seine Absicht ausgeführt wurde, aber auch in dem Falle, wenn er es hinten zu tragen beabsichtigt hat und es sich nach vom verschiebt; man könnte glauben, er sei nicht schuldig, da seine Absicht nicht ausgeführt wurde, so lehrt er uns, daß er wohl schuldig ist, weil er nur eine schlechte Bewahrung beabsichtigt hat und ihm eine gute Bewahrung gelungen ist.", "[Über den Fall,] wenn hinten [zu tragen] und es sich hinten verschiebt, streiten Tannaím. Es wird nämlich gelehrt: Wer Geld in einem Gürtelbeutel mit der Öffnung nach oben hinausbringt, ist schuldig, wenn mit der Öffnung nach unten, so ist er nach R. Jehuda schuldig und nach den Weisen frei. R. Jehuda sprach zu ihnen: Pflichtet ihr etwa nicht bei, daß er schuldig ist, wenn hinten zu tragen und es sich hinten verschiebt!? Diese sprachen zu ihm: Pflichtest du etwa nicht bei, daß man frei ist, wenn man etwas auf der Rückseite der Hand oder am Fuße hinausbringt!?", "Hierauf sprach R. Jehuda: Ich habe an sie eine Frage gerichtet und sie haben an mich eine Frage gerichtet; ich habe keine Erwiderung auf ihre Frage, und sie keine Erwiderung auf meine Frage. Wenn er nun zu ihnen gesagt hat: pflichtet ihr etwa nicht bei, so sind wohl die Rabbanan der Ansicht, er sei frei!? – Nach deiner Auffassung ist er ja, da sie zu ihm gesagt haben: pflichtest du etwa nicht bei, nach R. Jehuda schuldig, während gelehrt wird, daß man, wenn auf der Rückseite der Hand oder am Fuße, nach aller Ansicht frei sei!?", "Vielmehr, wenn jemand etwas hinten zu tragen beabsichtigt und es sich hinten verschiebt, so ist er nach aller Ansicht schuldig, und wenn auf der Rückseite der Hand oder am Fuße, so ist er nach aller Ansicht frei, sie streiten nur über den Fall, wenn man etwas im Gürtelbeutel mit der Öffnung nach unten trägt; einer vergleicht dies mit dem Falle, wenn man hinten zu tragen beabsichtigt und es sich hinten verschiebt, und die anderen mit dem Falle, wenn auf der Rückseite der Hand oder am Fuße.", "IN WIRKLICHKEIT SAGTEN SIE, DASS, WENN EINE FRAU &C. Es wird gelehrt: Auf diese Weise tragen die königlichen Schreiber.", "v,1WER EINEN LAIB BROT AUF ÖFFENTLICHES GEBIET HINAUSBRINGT, IST SCHULDIG, HABEN ZWEI IHN HINAUSGEBRACHT, SO SIND SIE FREI; WENN EINER IHN NICHT HINAUSBRINGEN KANN, UND ZWEI IHN HINAUSBRINGEN, SO SIND SIE SCHULDIG, NACH R. ŠIMO͑N FREI.", "GEMARA. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs, nach anderen sagte es Abajje, und nach anderen wurde es in einer Barajtha gelehrt: Wenn einer [ihn hinaustragen] kann und der andere es kann, so sind sie nach R. Meír schuldig, und nach R. Jehuda und R. Šimo͑n frei; wenn einer es nicht kann und der andere es nicht kann, so sind sie nach R. Jehuda und R. Meír schuldig, und nach R. Šimo͑n frei ; wenn einer es kann und der andere es nicht kann, so ist er27Wird weiter erklärt.nach aller Ansicht schuldig.", "Ebenso wird auch gelehrt: Wenn jemand einen Laib Brot auf öffentliches Gebiet hinausbringt, so ist er schuldig; bringen ihn zwei hinaus, so sind sie nach R. Meír schuldig. R. Jehuda sagt, wenn einer ihn nicht hinausbringen kann und zwei ihn hinausbringen, so sind sie schuldig, sonst aber frei. NACH R. ŠIMO͑N FREI. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten :28Lev. 4,27.Und übertritt, nur wenn man die ganze [Übertretung] ausübt, nicht aber, wenn man einen Teil derselben ausübt. Zum Beispiel: Man könnte glauben, daß, wenn zwei eine Heugabel halten und stochern, einen Spatel halten und die Fäden ausgleichen, ein Schreibrohr halten und schreiben, ein Rohr halten und es auf öffentliches Gebiet tragen, sie schuldig seien, so heißt es: und übertritt, nur wenn man die ganze [Übertretung] ausübt, nicht aber, wenn man einen Teil derselben ausübt." ], [ "[Wenn zwei] einen Feigenkuchen halten und ihn auf öffentliches Gebiet hinaustragen, oder einen Balken halten und ihn auf öffentliches Gebiet hinaustragen, so sind sie, wie R. Jehuda sagt, falls ihn einer hinaustragen kann (und zwei ihn hinausgetragen haben), schuldig, sonst aber frei. R. Šimo͑n sagt, wenn zwei etwas hinausgetragen haben, seien sie frei, auch wenn einer es nicht hinaustragen kann, denn diesbezüglich heißt es: und übertritt, wenn einer [die Übertretung] ausübt, ist er schuldig, wenn zwei sie ausüben, sind sie frei. –", "Worin besteht ihr Streit? – Über folgenden Schriftvers: 28Lev. 4,27.Wenn aber eine Person aus dem gemeinen Volke sich unvorsätzlich vergeht und übertritt. R. Šimo͑n erklärt: Es sind hier drei Ausschließungen29Die die Mehrzahl ausschließen. vorhanden: Person, eine und übertritt; eine schließt den Fall aus, wenn einer [die Sache] fortnimmt und der andere sie30In ein anderes Gebiet.niederlegt, eine schließt den Fall aus, wenn einer es kann und der andere es31Die Sache ganz allein hinausbringen.kann, und eine schließt den Fall aus, wenn einer es nicht kann und der andere es nicht kann.", "R. Jehuda [aber erklärt:] Eine schließt den Fall aus, wenn einer [die Sache] fortnimmt und der andere sie niederlegt; die andere schließt den Fall aus, wenn einer es kann und der andere es kann, und die dritte schließt den Fall aus, wenn jemand [eine Übertretung] durch Entscheidung des Gerichtshofes begeht. R. Šimo͑n aber ist der Ansicht, wer eine Übertretung durch Entscheidung des Gerichtshofes begeht, sei schuldig. –", "Und R. Meír !? – Heißt es etwa: eine sich vergeht, Person sich vergeht, übertritt [und] sich vergeht? Es sind nur zwei32Die Worte eine Person enthalten nur eine Ausschließung.Ausschliessungen, von denen die eine den Fall ausschließt, wenn einer [ die Sache] fortnimmt und der andere sie niederlegt, und die andere den Fall ausschließt, wenn jemand [eine Übertretung] durch Entscheidung des Gerichtshofes begeht.", "Der Meister sagte: Wenn einer es kann und der andere es nicht kann, so ist er nach aller Ansicht schuldig. Welcher von beiden ist schuldig? R. Ḥisda erwiderte: Derjenige, der es kann, denn derjenige, der es nicht kann, hat ja nichts getan. R. Hamnuna sprach zu ihm: Er hilft ja dem anderen mit!? Dieser erwiderte: Die Mithilfe ist bedeutungslos.", "R. Zebid sagte im Namen Rabas: Auch wir haben demgemäß gelernt: Wenn [der Flußbehaftete] auf einem Lager sitzt und vier Tücher sich unter den [vier] Füßen desselben befinden, so sind sie unrein, weil es nicht auf drei stehen33Jedes ist Träger.kann, und nach R. Šimo͑n rein. Wenn er auf einem Tiere sitzt und vier Tücher sich unter den [vier] Füßen desselben befinden, so sind sie rein, weil es auch auf drei stehen kann. Wieso denn, [der vierte Fuß] hilft ja mit!? Doch wohl deshalb, weil wir sagen, die Mithilfe sei bedeutungslos.", "R. Jehuda aus Disqarta sprach: Tatsächlich, kann ich dir erwidern, ist die Mithilfe wohl von Bedeutung, anders ist es aber hierbei, wo [das Tier] den Fuß ganz fortnehmen34Er bewirkt nicht einmal eine Mithilfe.kann!? – Da es einmal diesen Fuß und einmal jenen Fuß fortnehmen kann, so gleicht dies dem Falle vom sich umdrehenden Flußbehafteten. Wir haben nämlich gelernt: Wenn ein Flußbehafteter auf fünf 35So daß auf keinem derselben der größere Teil seines Körpers sich befindet.Bänken oder auf fünf Beuteln liegt, so sind sie, wenn ihrer Lange nach, unrein, und wenn ihrer Breite36Weil von jedem einzelnen anzunehmen ist, er habe ganz auf diesem gelegen.nach, rein; hat er geschlafen, sodaß ein Zweifel obwaltet, ob er sich nicht umgedreht36Weil von jedem einzelnen anzunehmen ist, er habe ganz auf diesem gelegen.hat, so sind sie unrein.", "Doch wohl deshalb, weil wir sagen, die Mithilfe sei bedeutungslos. R. Papi sagte im Namen Rabas: Auch wir haben demgemäß gelernt:" ], [ "R. Jose sagt, beim Pferde ist er verunreinigend37Bezieht sich auf den oben genannten Fall, wenn der Flußbehaftete auf einem Tiere reitet, unter dessen Füßen sich Tücher befinden.durch die Vorderfüße, beim Esel durch seine Hinterfüße, weil sich das Pferd auf die Vorderfüße und der Esel auf die Hinterfüße stützt. Warum denn, die anderen helfen ja mit!? Doch wohl deshalb, weil wir sagen, die Mithilfe sei bedeutungslos. R. Aši sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: R. Elie͑zer sagt: Hält er38Der den Tempeldienst verrichtende Priester.einen Fuß auf einem Geräte39Zwischen den Füßen des Priesters u. dem Estrich darf sich keine ‘Trennung’ befinden.und den anderen auf dem Estrich, einen Fuß auf einem Steine und den anderen auf dem Estrich, so ist sein Dienst, wenn er auf einem Fuße stehen bleiben kann, falls man das Gerät oder den Stein fortnimmt, gültig, sonst aber ungültig.", "Warum denn, [der andere Fuß] hilft ja mit!? Doch wohl deshalb, weil wir sagen, die Mithilfe sei bedeutungslos. Rabina sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: Hat er [das Blut des Opfers] mit der Rechten aufgenommen und mit der Linken40Der Tempeldienst muß mit der rechten Hand verrichtet werden.nachgeholfen, so ist sein Dienst gültig. Warum denn, sie helfen ja einander!? Doch wohl deshalb, weil wir sagen, die Mithilfe sei bedeutungslos. Schließe hieraus.", "Der Meister sagte: Wenn einer [ihn hinaustragen] kann und der andere es kann, so sind sie [nach R. Meír] schuldig. Sie fragten: Ist das festgesetzte Quantum für jeden besonders erforderlich oder für alle zusammen? – R. Ḥisda und R. Hamnuna [streiten hierüber]; einer sagt, das festgesetzte Quantum für jeden besonders, und einer sagt, das festgesetzte Quantum für alle zusammen. R. Papa sagte im Namen Rabas: Auch wir haben demgemäß gelernt: Wenn [der Flußbehaftete] auf einem Lager sitzt und vier Tücher sich unter den vier Füßen desselben befinden, so sind sie unrein, weil es nicht auf drei stehen kann. Warum denn, es sollte doch für jeden [Fuß] besonders das für die Verunreinigung durch einen Flußbehafteten nötige Quantum41Also 4 flußbehaftete Personen.erforderlich sein!? Doch wohl deshalb, weil wir sagen, das erforderliche Quantum für alle zusammen.", "R. Nahm an b. Jiçḥaq sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: Wenn ein Reh in ein Haus kommt und jemand die Tür abschließt, so ist er42Wegen des Fangens am Š.schuldig; schließen zwei die Tür ab, so sind sie frei; wenn einer sie nicht abschließen kann und zwei sie abschließen, so sind sie schuldig. Warum denn, es sollte doch das für das Fangen nötige Quantum für jeden besonders erforderlich sein!? Doch wohl deshalb, weil wir sagen, das erforderliche Quantum für alle zusammen. Rabina sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: Wenn Gesellschafter zusammen gestohlen und geschlachtet haben, so sind sie [zum Strafersatz] verpflichtet. Warum denn, es sollte doch das zum Schlachten Geeignete für jeden besonders erforderlich sein!? Doch wohl deshalb, weil wir sagen, das festgesetzte Quantum für alle zusammen.", "R. Asi sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: Wenn zwei zusammen einen Webebalken hinausgetragen haben, so sind sie schuldig. Warum denn, es sollte doch das bezüglich des Hinaustragens festgesetzte Quantum für jeden besonders erforderlich sein!? Doch wohl deshalb, weil wir sagen, das festgesetzte Quantum für alle zusammen. R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Vielleicht deshalb, weil darin für diesen ein Quantum zum Kochen eines leichten Eies43Cf. supra Fol. 80b.und für jenen ein Quantum zum Kochen eines leichten Eies enthalten ist!? – Wenn dem so wäre, so sollte er es von einem Balken schlechthin lehren, weshalb von einem Webebalken!? – Vielleicht deshalb, weil damit der eine ein Läppchen weben kann und der andere ein Läppchen weben kann!? – Vielmehr, hieraus ist nichts zu entnehmen.", "Ein Schüler rezitierte vor R. Naḥman: Wenn zwei einen Webebalken hin aus tragen, sind sie frei, nach R. Šimo͑n schuldig. – Wo denkst du hin!? Lies vielmehr: sie sind schuldig, nach R. Šimo͑n frei.", "v,2WER SPEISEN UNTER DEM FESTGESETZTEN QUANTUM IN EINEM GEFÄSSE HINAUSBRINGT, IST AUCH WEGEN DES GEFÄSSES FREI, DENN DAS GEFASS IST NUR NEBENSÄCHLICHES. WER EINEN LEBENDEN IN EINEM BETTE, IST AUCH WEGEN DES BETTES FREI, DENN DAS BETT IST NUR NEBENSÄCHLICHES; WENN EINEN LEICHNAM IN EINEM BETTE, SO IST ER SCHULDIG. EBENSO IST MAN SCHULDIG, WENN MAN EIN OLIVENGROSSES STÜCK VON EINEM LEICHNAM ODER EINEM AASE, ODER EIN LINSENGROSSES STÜCK VON EINEM KRIECHTIERE44Das zur Verunreinigung erforderliche Quantum.[HINAUSBRINGT]; NACH R. ŠIMO͑N IST MAN FREI45Weil man den Leichnam nicht braucht, sondern ihn nur fortschaffen will..", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wer Speisen im festgesetzten Quantum in einem Gefäße hinausbringt, ist wegen der Speisen schuldig und wegen des Gefäßes frei; braucht er aber das Gefäß, so ist er auch wegen des Gefäßes schuldig. Hieraus ist zu entnehmen, daß man, wenn man zwei olivengroße Stücke Talg bei einem Entfallen gegessen hat, zweimal schuldig ist!? R. Šešeth erwiderte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn es bezüglich der" ], [ "Speisen vergessentlich und bezüglich des Gefäßes vorsätzlich erfolgt ist. R. Aši wandte ein: Es heißt ja: auch wegen des Gefäßes!? Vielmehr, erklärte R. Aši, hier handelt es sich um den Fall, wenn es bezüglich beider vergessentlich erfolgt ist und er sich nachher bezüglich des einen und später bezüglich des anderen bewußt wird. Sie führen den Streit von R. Joḥanan und R. Šimo͑n b. Laqis46Hinsichtlich zweier Quantitäten bei einem Entfallen; ob. Fol. 71b..", "WER EINEN LEBENDEN IN EINEM BETTE, IST AUCH WEGEN DES BETTES FREI. Es wäre anzunehmen, daß unsere Mišna die Ansicht R. Nathans vertritt und nicht die der Rabbanan. Es wird nämlich gelehrt: Wer ein Vieh, ein Wild oder ein Geflügel, ob lebend oder geschlachtet, auf öffentliches Gebiet hinausbringt, ist schuldig; R. Nathan sagt, wegen geschlachteter sei er schuldig, wegen lebender sei er frei, denn das Lebende trägt sich selbst. Raba erwiderte: Du kannst auch sagen, die der Rabbanan, denn die Rabbanan streiten gegen R. Nathan nur bezüglich des Viehs, Wildes und Geflügels, die sich sträuben, bezüglich eines Menschen aber, der sich selbst trägt, pflichten die Rabbanan bei.", "R. Ada b. Ahaba sprach zu Raba: Wir haben gelernt: Ben Bethera erlaubt es47Großvieh an einen Nichtjuden zu verkaufen; cf. Az. 14b.bei einem Pferde. Ferner wird gelehrt: Ben Bether a erlaubt es bei einem Pferde, weil es Arbeit verrichtet, wegen welcher man [am Šabbath] kein Sündopfer schuldig48Wenn ein Mensch sie ausübt; das Pferd ist zum Reiten bestimmt, und wegen des Tragens eines lebenden Menschen am S. ist man nicht schuldig.ist. Hierzu sagte R. Joḥanan: Ben Bethera und R. Nathan lehrten das gleiche. Wieso nun, wenn du sagst, die Rabbanan streiten gegen R. Nathan nur bezüglich des Viehs, Wildes und Geflügels, weil sie sich sträuben, nur Ben Bethera und R. Nathan, du sagst ja, auch die Rabbanan pflichten bei!? – R. Joḥanan sagte dies nur von einem Pferde, das [zum Tragen] von Vögeln bestimmt ist. – Gibt es denn Pferde, die [zum Tragen] von Vögeln bestimmt sind? – Freilich, die der Falkenjäger49A͑rukh hat זיידן, was nach Wiesner (Scholien ii 191) gleichbed. mit ציידן Jäger ist; wahrscheinlich ist בי וייארן eine Verkrüppelung von pers. בי זייארן Falkenjäger..", "R. Joḥanan sagte: R. Nathan pflichtet bei bezüglich eines gebundenen [Tieres]. R. Ada b. Mathna sprach zu Abajje: Auch die Perser selbst sind ja als gebunden50Sie sind sehr phlegmatisch und gehen nicht zu Fuß.zu betrachten, dennoch sagte R. Joḥanan: Ben Bethera und R. Nathan lehrten das gleiche. – Bei diesen ist es nur der Hochmut, der sie leitet, denn ein Beamter, dem der König zürnte, lief drei Parasangen zu Fuß.", "EBENSO &C. EIN OLIVENGROSSES STÜCK VON EINEM LEICHNAM &C. Rabba [b. Bar Ḥana] sagte im Namen R. Joḥanans, und ebenso R. Joseph im Namen des R. Šimo͑n b. Laqiš : Nach R. Šimo͑n ist man frei," ], [ "auch wenn man einen Leichnam zur Beerdigung hinausträgt. Raba sagte: R. Šimo͑n pflichtet jedoch bei, daß man schuldig sei, wenn man eine Schaufel zum Graben oder eine Torarolle zum Lesen [hinausträgt]. – Selbstverständlich, wenn auch dies eine Arbeit heißen sollte, die nicht um ihrer selbst willen ausgeübt wird, wie sollte es nach R. Šimo͑n überhaupt eine Arbeit geben, die um ihrer selbst willen ausgeübt wird!? – Man könnte glauben, nur wenn sie in seinem und des Gegenstandes Interesse erfolgt, wie [das Hinaustragen] einer Schaufel, um ein Blatt anzusetzen und zu graben, einer Torarolle, um sie zu korrigieren und zu lesen, so lehrt er uns.", "Einst erlaubte R. Naḥman b. Jiçḥaq in Deroqereth, einen Leichnam nach einem Neutralgebiete zu tragen; da sprach R. Joḥanan, der Bruder des Mar, des Sohnes Rabanas, zu R. Naḥman b. Jiçḥaq: Wohl nach R. Šimo͑n, aber auch R. Šimo͑n befreit ja nur vom Sündopfer, ein rabbanitisches Verbot ist es ja aber immerhin!? Dieser erwiderte: Bei Gott, auch du könntest ihn hinbringen, und auch nach R. Jehuda ist es erlaubt; sagte ich etwa: auf öffentliches Gebiet? Ich sagte: nach einem Neutralgebiete. Groß ist die Ehre der Menschen, daß sie ein Verbot der Tora verdrängt.", "Dort haben wir gelernt: Wer die Unreinheitsmale51Die zwei weißen Haare des Hautfleckes; cf.Lev. 13,3.ausre1ßt, oder die Wunde52Cf. Ib. V. 24ff.ausbrennt, übertritt ein Verbot. Es wurde gelehrt: [Reißt man] ein [Haar] von zweien aus, so ist man schuldig; wenn eines von dreien, so ist man, wie R. Naḥman sagt, schuldig, und wie R. Šešeth sagt, frei. R. Naḥman sagt, man sei schuldig, denn die Tat ist insofern von Bedeutung, indem die Unreinheit weicht, falls noch ein weiteres Haar ausfällt53Ein Haar ist kein Unreinheits-Zeichen., und R. Šešeth sagt, man sei frei, da einstweilen die Unreinheit zurückbleibt.", "R. Šešeth sagte: Woher entnehme ich dies? Wir haben gelernt: Ebenso &c. ein olivengroßes Stück von einem Leichnam oder einem Aase. Demnach ist man frei, wenn im Quantum einer halben Olive, dagegen aber wird gelehrt, man sei wegen des Quantums einer halben Olive schuldig!? Wahrscheinlich handelt die Lehre, nach der man schuldig ist, von dem Falle, wenn man das Quantum einer halben Olive von einer ganzen hinausbringt, und die Lehre, nach der man frei ist, von dem Falle, wenn man das Quantum einer halben Olive von anderthalb Oliven hinausbringt. – Und R. Naḥman!? – In beiden Fällen ist man schuldig, die Lehre aber, nach der man frei ist, gilt von dem Falle, wenn man das Quantum einer halben Olive von einem ganzen Leichnam hinausträgt.", "vi,1WER SICH DIE NÄGEL ABKNEIFT, EINEN MIT DEM ANDEREN, ODER MIT DEN ZÄHNEN, ODER [AUF DIE WEISE] SEIN HAAR, SEINEN SCHNURRBART ODER SEINEN BART [ZWICKT], EBENSO [EINE FRAU], DIE SICH DAS HAAR FLICHT, SICH SCHMINKT ODER SCHEITELT, IST NACH R. ELIE͑ZER SCHULDIG; DIE WEISEN VERBIETEN DIES NUR WEGEN DES FEIERNS.", "GEMARA. R. Elea͑zar sagte: Der Streit besteht nur über den Fall, wenn man dies mit der Hand tut, wenn aber mit einem Geräte, so stimmen alle überein, daß man schuldig sei. – Selbstverständlich, es heißt ja: einen mit dem anderen!? – Man könnte glauben nach den Rabbanan sei man frei, auch wenn man dies mit einem Geräte tut, und er lehre nur deshalb: einen mit dem anderen, um die entgegengesetzte Ansicht R. Eliézers hervorzuheben, so lehrt er uns.", "Ferner sagte R. Elea͑zar: Der Streit besteht nur, wenn man dies an sich selbst tut, wenn aber einem anderen, so stimmen alle überein, daß man frei sei. – Selbstverständlich, es heißt ja: sich die Nägel!? – Man könnte glauben, nach R. Elie͑zer sei man schuldig, auch wenn man dies einem anderen tut, und er lehre nur deshalb: sich die Nägel, um die entgegengesetzte Ansicht der Rabbanan hervorzuheben, so lehrt er uns.", "ODER SEIN HAAR &C. Es wird gelehrt: Wer eine Schere voll abnimmt, ist schuldig. – Was heißt eine Schere voll? R. Jehuda erwiderte: Zwei [Haare]. – [Daselbst] heißt es ja aber: zwei [Haare] bezüglich der Glatze54Cf. Dt. 14,2.!? – Lies: auch bezüglich der Glatze zwei [Haare],", "Desgleichen wird gelehrt: Wer eine Schere voll [Haare] am Šabbath abnimmt, ist schuldig. Was heißt eine Schere voll? Zwei; R. Elie͑zer sagt, eines. Die Rabbanan pflichten jedoch R. Elie͑zer bei, daß man schon wegen eines schuldig ist, wenn man weiße aus schwarzen herausliest. Dies ist auch am Wochentage verboten, weil es heißt: 55Dt. 22,5.ein Mann soll nicht das Gewand des Weibes anlegen56Keine Schönheitsmittel anwenden..", "Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Einen Nagel, der zur grösseren Hälfte abgetrennt ist, oder Niednägel, die zur größeren Hälfte abgetrennt sind, darf man mit der Hand [entfernen] ; wenn mit einem Geräte, so ist man ein Sündopfer schuldig. – Gibt es denn eine Tätigkeit, wegen der man, wenn mit einem Geräte, ein Sündopfer schuldig ist, und die, wenn mit der Hand, von vornherein erlaubt ist!? – Er meint es wie folgt: sind sie zur größeren Hälfte abgetrennt, so darf man sie mit der Hand [entfernen], mit einem Geräte ist man dieserhalb frei, jedoch ist es verboten; sind sie nicht zur größeren Hälfte abgetrennt, so ist man, wenn mit der Hand, frei, jedoch ist es verboten, und wenn mit einem Geräte, so ist man ein Sündopfer schuldig. R. Jehuda sagte: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Elea͑zar. Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Dies nur, wenn sie nach oben neigen und ihm Schmerzen verursachen.", "EBENSO EINE, DIE SICH DAS HAAR FLICHT &C. Wegen welchen Verbotes ist das Flechten, Schminken und Scheiteln strafbar? R. Abin erwiderte im Namen des R. Jose b. R. Ḥanina: Das Flechten wegen Webens, das Schminken wegen Schreibens und das Scheiteln wegen Spinnens. Die Schüler sprachen vor R. Abahu: Ist dies denn die Art des Webens? Ist dies denn die Art des Schreibens? Ist dies denn die Art des Spinnens? Vielmehr, sagte R. Abahu, mir wurde dies von R. Jose b. R. Ḥanina erklärt:" ], [ "das Schminken wegen Färbens, das Kämmen und das Scheiteln wegen Bauens. – Aber ist dies denn die Art des Bauens? – Allerdings, wie R. Šimo͑n b. Menasja vorgetragen hat :57Gn. 2,22.Und Gott, der Herr baute die Rippe; dies lehrt, daß der Heilige, gepriesen sei er, die Ḥava flocht und sie zu Adam brachte, denn in den überseeischen Städten nennt man das Geflecht ‘Gebäude’. Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Wenn [eine Frau] sich selbst das Haar flicht, sich schminkt oder scheitelt, so ist sie frei, wenn einer anderen, so ist sie schuldig. Ebenso sagte R. Šimo͑n b. Elea͑zar im Namen R. Elie͑zers: Eine Frau darf sich keinen Puder aufs Gesicht auftragen, weil sie dadurch färbt.", "Die Rabbanan lehrten: Wer versehentlich am Šabbath milkt, buttert, im Quantum einer Dörrfeige käst, fegt, sprengt oder eine Honigscheibe aus der Wabe nimmt, ist ein Sündopfer schuldig; wenn vorsätzlich am Feste, so erhält er die vierzig [Geißelhiebe] – so R. Elie͑zer. Die Weisen sagen, an diesem und an jenem sei es nur des Feierns wegen verboten.", "Einst kam R. Nahm an b. Gorja nach Nehardea͑, und man fragte ihn: Wegen welchen Verbotes ist das Melken strafbar? Er erwiderte ihnen: Wegen Melkens. – Wegen welchen Verbotes ist das Buttern strafbar? Er erwiderte ihnen: Wegen Butterns. – Wegen welchen Verbotes ist das Käsen strafbar? Er erwiderte ihnen: Wegen Käsens. Da sprachen sie zu ihm : Dein Lehrer war wohl Binsenschneider? Hierauf kam er ins Lehrhaus und fragte es. Da erwiderte man ihm: Das Melken ist wegen Ablösens58Da es eine Abzweigung des Dreschens (ob. 73a) ist., das Buttern wegen Klaubens und das Käsen wegen Bauens strafbar.", "«Wer versehentlich am Šabbath fegt, sprengt oder eine Honigscheibe aus der Wabe nimmt, ist ein Sündopfer schuldig; wenn vorsätzlich am Feste, so erhält er die vierzig [Geißelhiebe] – so R. Elie͑zer.» R. Elea͑zar sagte: Was ist der Grund R. Elie͑zers? Es heißt :59iSam. 14,27.und er tauchte ihn in das Honiggesträuch; welche Gemeinschaft hat das Gesträuch mit dem Honig? Dies besagt vielmehr: wie man, wenn man etwas am Šabbath vom Gesträuche reißt, ein Sündopfer schuldig ist, ebenso ist man ein Sündopfer schuldig, wenn man eine Honigscheibe aus der Wabe nimmt.", "Amemar erlaubte in Maḥoza das Sprengen, denn er sagte: die Rabbanan haben das Sprengen deshalb verboten, weil man Vertiefungen glätten könnte, hier aber60Wo die Straßen gepflastert waren.gibt es keine Vertiefungen. Rabba Tosphaáh traf Rabina, wie er durch die Schwüle gequält wurde, manche sagen, Mar Qešiša, der Sohn Rabas, traf R. Aši, wie er durch die Schwüle gequält wurde; da sprach er zu ihm: Hält der Meister denn nicht von der Lehre, daß, wer sein Haus am Šabbath sprengen will, eine Schüssel mit Wasser hole und sich das Gesicht in dieser Ecke, die Hände in jener Ecke und die Füße in einer anderen Ecke wasche, so daß das Haus von selbst gesprengt wird? Dieser erwiderte: Ich dachte nicht daran.", "Es wird gelehrt: Eine kluge Frau sprengt61Auf die genannte Weise, indem sie an verschiedenen Stellen Gefäße spült.ihr Haus am Šabbath. Jetzt aber, wo wir der Ansicht R. Šimo͑ns62Daß die unbeabsichtigte Tätigkeit erlaubt ist.sind, ist dies sogar von vornherein erlaubt.", "vi,2WER AUS EINEM DURCHLOCHTEN PFLANZENTOPFE PFLÜCKT, IST SCHULDIG, WENN AUS EINEM UNDURCHLOCHTEN, SO IST ER FREI; NACH R. ŠIMO͑N IST ER IN BEIDEN FÄLLEN FREI.", "GEMARA. Abajje wies Raba, manche sagen, R. Ḥija b. Rabh wies Rabh auf einen Widerspruch hin: Wir haben gelernt, nach R. Šimo͑n sei man in beiden Fällen frei, wonach R. Šimo͑n den durchlochten [Pflanzentopf] dem undurchlochten gleichgestellt," ], [ "und dem widersprechend sagt R. Šimo͑n, ein Unterschied zwischen einem durchlochten und einem undurchlochten [Pflanzentopfe] bestehe nur in der Geeignetmachung von Sämereien63Für die Empfänglichkeit der levit. Unreinheit durch Befeuchtung; in einem undurchlochten gelten sie als vom Boden getrennt.!? Dieser erwiderte: In jeder anderen Hinsicht gelten sie64Die im durchlochten Pflanzentopfe befindlichen Pflanzen; der durchlochte gleicht dem undurchlochten.als gepflückt, anders aber ist es bei der Unreinheit, da es in der Tora von der [Verunreinigungsfähigkeit] der Pflanzen einschließend heißt:65Lev. 11,37.auf irgend welche Sämereien, die ausgesäet werden.", "Ein Greis fragte R. Zera: Wie ist es nach R. Šimo͑n, wenn eine Wurzel sich direkt am Loche befindet66Ob er auch dann hinsichtlich des Š.gesetzes als vom Boden getrennt gilt.? Da schwieg er und antwortete nichts. Ein anderes Mal traf er ihn dasitzen und lehren : R. Šimo͑n pflichtet hinsichtlich des Falles bei, wenn [der Topf] bis zur Reinheit67Wenn das Loch so groß ist, daß eine Olive durchfällt, sodaß er für die Unreinheit nicht mehr empfänglich ist.durchlocht ist. Da sprach er zu ihm: Ich fragte dich bezüglich des Falles, wenn sich eine Wurzel direkt am Loche befindet, und du antwortetest mir nichts, um so mehr, wenn er bis zur Reinheit durchlocht68Wenn RS. hinsichtlich dieses Falles beipflichtet, so gilt dies um so mehr von jenem Falle.ist.", "Abajje sagte: Besteht die Lehre R. Zeras, so wird sie folgendermaßen lauten: R. Šimo͑n pflichtet hinsichtlich des Falles bei, wenn [der Topf] durch das Loch kein Viertellog mehr faßt.", "Raba sagte: Fünf Zustände gibt es beim Tongefäße. Hat es ein Loch, das Flüssigkeiten durchläßt, so ist es, wenn es ein Bruchstück ist, nicht verunreinigungsfähig, und es gilt noch als Gefäß, sogar zur Bereitung des Entsündigungswassers69Bezüglich dessen ausdrücklich ‘Gefäß’ hervorgehoben wird; cf. Num. Kap. 19.. Hat es ein Loch, durch das Flüssigkeiten eindringen, so ist es rein auch hinsichtlich des Entsündigungswassers, jedoch gilt es hinsichtlich der Geeignetmachung70Cf. Anm. 63 mut. mut.von Sämereien noch als Gefäß. Hat es ein Loch in der Größe einer kleinen Wurzel, so ist es rein auch hinsichtlich der Geeignetmachung von Sämereien, jedoch gilt es für Oliven71Dh. für trockene Speisen.noch als Gefäß. Hat es ein Loch, durch das Oliven durchfallen, so ist es rein auch für Oliven72Ein gewöhnliches Gefäß ist nicht mehr verunreinigungsfähig, sobald es ein olivengroßes Loch hat., jedoch gilt es für Granatäpfel73Hat man es zum Gebrauche für große Früchte, wie Granatäpfel, bestimmt, so ist es verunreinigungsfähig. noch als Gefäß. Hat es ein Loch, durch das auch Granatäpfel durchfallen, so ist es vollends rein. Ist es mit einem mit einer Schnur befestigten Deckel versehen, so muß es74Um die Unreinheit eindringen zu lassen. Ein Gefäß in einem Zelte, in dem ein Leichnam sich befindet, wird durch den Deckel vor Unreinheit geschützt, auch wenn es ein Loch hat, jedoch nur dann, wenn es nicht zur größeren Hälfte durchlocht ist. Der Ausdruck ‘mit einer Schnur’ ist Num. 19,15 entnommen.in seiner größeren Hälfte durchbrochen sein.", "R. Asi sagte: Ich hörte, daß beim Tongefäße [das Loch] so groß sein muß, daß ein Granatapfel durchfällt. Da sprach Raba zu ihm: Wahrscheinlich hast du dies nur von einem mit einem mit einer Schnur befestigten Deckel versehenen75Dh. bezüglich der Unreinheit im Zelte des Leichnams.gehört. –" ], [ "Aber Raba selbst sagte ja, ein mit einem mit einer Schnur befestigten Deckel versehenes nur dann, wenn es in seiner größeren Hälfte durchbrochen ist!? – Das ist kein Einwand; dies gilt von großen, jenes von kleinen. R. Asi sagte: Gelehrt wurde, ein Tongefäß [sei rein], wenn [durch das Loch] Flüssigkeiten eindringen; das, daß es schon beim Durchlassen erfolge, sagten sie nur von Bruchstücken. – Aus welchem Grunde? Mar Zutra, Sohn des R. Naḥman, erwiderte: Weil man nicht sagt: Setze ein Bruchstück unter ein Bruchstück76Wenn Flüssigkeiten aus einem Gefäße durchsickern, so wird darunter ein Bruchstück gesetzt, wenn aber aus einem Bruchstücke, so wird es überhaupt nicht mehr benutzt..", "U͑la sagte: Im Westen streiten hierüber zwei Amoraim, R. Jose b. R. Abin und R. Jose b. Zabhda; einer sagt, ein Loch, daß ein Granatapfel durchfällt, und einer sagt, in der Größe einer kleinen Wurzel. Ein Merkzeichen: Ob mehr oder weniger77Bekannter Spruch (Men. 110a), das dem Wortlaute nach auch heißen kann: einer viel und einer wenig; einer nennt die höchste und der andere die niedrigste Größe als Norm.. R. Ḥenana b. Kahana sagte im Namen R. Elie͑zers: Das Tongefäß [ist rein, wenn es ein Loch hat], daß Oliven durchfallen. Mar Qešiša, der Sohn Rabas, ergänzte im Namen R. Elie͑zers: Es gleicht dann Mist-, Stein- und Erdgefäßen, die weder nach der Tora noch nach den Schriftkundigen Unreinheit annehmen. Ein mit einem mit einer Schnur befestigten Deckel versehenes, wenn es in seiner größeren Hälfte durchbrochen ist.", "", "iWER ETWAS AUS EINEM PRIVATGEBIETE IN EIN ÖFFENTLICHES GE-BIET ODER AUS EINEM ÖFFENTLICHEN GEBIETE IN EIN PRIVATGEBIET WIRFT, IST SCHULDIG; WENN AUS EINEM PRIVATGEBIETE IN EIN PRIVATGEBIET, DAZWISCHEN SICH EIN ÖFFENTLICHES GEBIET BEFINDET, SO IST ER NACH R. A͑QIBA SCHULDIG UND NACH DEN WEISEN FREI.", "ii,1ZUM BEI SPIEL: WENN ZWEI ALTANE AN BEIDEN SEITEN DES ÖFFENTLICHEN GEBIETES SICH GEGENÜBERLIEGEN, SO IST, WER ETWAS AUS EINEM NACH DEM ANDEREN HINÜBERREICHT ODER WIRFT, FREI; BEFINDEN SICH BEIDE AN EINEM BAUWERKE, SO IST, WER ETWAS HINÜBERREICHT, SCHULDIG, UND WER ETWAS HINÜBERWIRFT, FREI, DENN AUF JENE WEISE GESCHAH AUCH DIE DIENSTARBEIT DER LEVITEN.", "AUS ZWEI WAGEN AUF ÖFFENTLICHEM GEBIETE, EINER HINTER DEM ANDEREN, REICHTEN SIE SICH GEGENSEITIG DIE BRETTER, WARFEN SIE ABER NICHT." ], [ "GEMARA. Merke, das Werfen ist ja eine Abzweigung des Tragens, wo befindet sich das Tragen selbst in der Tora? R. Joḥanan erwiderte: Die Schrift sagt: 1Ex. 36,6.Da ließ Moše im Lager den Befehl ergehen; Moše saß ja im levitischen Lager, das öffentliches Gebiet war, und befahl den Jisraéliten : ihr sollt nichts mehr aus euerem Privatgebiete in das öffentliehe Gebiet hinausbringen. –", "Woher, daß dies für den Šabbath galt, vielleicht für den Wochentag, weil nämlich die Arbeit zu Ende war, wie es heißt: 2Ib.V. 7.die Arbeit war übergenug!? – Dies ist aus [dem Worte] ergehen zu entnehmen; hier heißt es: im Lager ergehen,", "und dort3Lev. 25,9. heißt es: du sollst einen Posaunenschall ergehen lassen, wie dort an einem Tage des [Arbeits] Verbotes, so auch hier an einem Tage des [Arbeits]verbotes. –", "Wir wissen dies vom Hinausbringen, woher vom Hereinbringen? – Dies ist einleuchtend; es ist ja [die Überführung] aus einem Gebiete in ein anderes, somit ist es einerlei, ob hinausbringen oder hereinbringen. Jedoch ist das Hinausbringen Hauptarbeit und das Hereinbringen Abzweigung. –", "Merke, man ist ja wegen dieses schuldig und wegen jenes schuldig, weshalb heißt dieses Hauptarbeit und jenes Abzweigung? –", "Ein Unterschied besteht darin: wenn man zwei Hauptarbeiten oder zwei Abzweigungen zusammen verrichtet, ist man zweimal schuldig, wenn man aber eine Hauptarbeit und eine Abzweigung derselben verrichtet, ist man nur einmal schuldig. –", "Weshalb aber nennt er nach R. Elie͑zer, nach dem man wegen einer Abzweigung neben einer Hauptarbeit besonders schuldig ist, die eine Hauptarbeit und die andere Abzweigung? – Die bei [der Errichtung] der Stiftshütte wesentlich4Nach einer anderen Lesart: die bei der Errichtung der Stiftshütte zur Anwendung kam, war wesentlich, und er nennt sie Hauptarbeit &c. war, nennt er Hauptarbeit, die bei der Errichtung der Stiftshütte nicht wesentlich war, nennt er nicht Hauptarbeit. Oder aber: die in der Tora erwähnt wird, nennt er Hauptarbeit, die in der Tora nicht erwähnt wird, nennt er Abzweigung. –", "Wir haben gelernt: Wenn jemand etwas vier Ellen an eine Wand oberhalb zehn Handbreiten wirft, so ist es ebenso, als würde er in die Luft werfen, und wenn unterhalb zehn Handbreiten, als würde er auf die Erde werfen, und wer vier Ellen auf die Erde wirft, ist schuldig.", "Woher5Dh. wieso kam das Werfen bei der Errichtung der Stiftshütte zur Anwendung. nun, daß man schuldig ist, wenn man vier Ellen auf die Erde wirft? R. Jošija erwiderte: Die Weber der Vorhänge warfen einander die Nadeln zu. – Wozu brauchten Weber Nadeln? – Vielmehr, die Nähter der Vorhänge warfen einander die Nadeln zu. –", "Vielleicht saßen sie nebeneinander!? – Sie würden einander mit den Nadeln angestoßen haben. – Vielleicht saßen sie innerhalb vier Ellen6Sie waren weniger als vier Ellen von einander entfernt.!?", "Vielmehr, erwiderte R. Ḥisda, die Weber der Vorhänge warfen das Webeschiffchen in das Vorhanggewebe. – Dieses ist ja aber7Durch den Faden. mit der Hand verbunden!? – Beim letzten Wurfe. –", "Es fällt ja aber in Freigebiet8Der Raum zwischen den Vorhängen ist, da er keine 4 Ellen hat, kein öffentliches Gebiet; oben Fol. 6a.!? – Vielmehr, die Weber der Vorhänge warfen das Webeschiffchen ihren Lehrlingen zu. – Vielleicht saßen sie nebeneinander !? – So würden sie einander mit dem Webekämme gestoßen haben. –", "Vielleicht saßen sie im Zickzack!? Ferner durften sie einander überhaupt nichts hinüberreichen!? Luda lehrte nämlieh:9Ex. 36,4. Mann für Mann die Arbeit, mit der er beschäftigt war; er darf sich nur mit seiner Arbeit10Eigentl. Handwerkszeug.befassen, nicht aber mit der Arbeit seines Nächsten.", "Und woher ferner, daß man schuldig ist, wenn man vier Ellen auf öffentlichem Gebiete trägt!? – Vielmehr, das ganze [Gesetz] von den vier Ellen auf öffentlichem Gebiete ist eine Überlieferung.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Der Holzsammler 11Der Mann, von dem Num. 15,32ff. erzählt wird, er habe am Š. Holz gesammelt.trug sie nur vier Ellen auf öffentlichem Gebiete. In einer Barajtha wird gelehrt, er habe [das Holz] gefällt12Wörtl. ausgerissen; dh. seine Tat gehörte zur Hauptarbeit ‘Mähen’.. R. Aḥa b. Ja͑qob sagte, er habe es gebündelt13Es gehörte zur Hauptarbeit ‘Garben’.. –", "In welcher Beziehung ist dies von Bedeutung? – Bezüglich der Lehre Rabhs. Rabh erzählte nämlich: Ich fand eine Geheimrolle bei R. Ḥija, in der geschrieben stand: Isi b. Jehuda sagt: Es sind vierzig Hauptarbeiten weniger eine, und wenn man sie alle bei einem Entfallen ausübt, ist man nur einmal schuldig. Nicht mehr, wir haben ja gelernt, es gebe vierzig Hauptarbeiten weniger eine, und auf unsere Frage, wozu denn die Angabe der Zahl nötig sei, erwiderte R. Joḥanan, daß man, wenn man alle bei einem Entfallen ausgeübt bat, wegen jeder einzelnen besonders schuldig sei.", "Man lese daher : man ist wegen einer von ihnen nicht schuldig.", "Nach R. Jehuda ist es entschieden, daß das Tragen strafbar14Der Holzsammler wurde bestraft, somit ist es nicht diese Arbeit.ist; nach der Barajtha ist es entschieden, daß das Fällen strafbar ist, und nach R. Aḥa b. Ja͑qob ist es entschieden, daß das Bündeln strafbar ist. Nach dem einen ist es von diesem nicht zweifelhaft, nach dem anderen ist es von jenem nicht zweifelhaft.", "Die Rabbanan lehrten: Der Holzsammler war Çelophhad, denn hier15Num. 32. heißt es: als die Kinder Jisraél in der Wüste waren, ertappten sie einen Mann &c. und dort16Ib. 27,3.heißt es: unser Vater starb in der Wüste, wie es dort Çelophḥad war, so war es auch hier Çelophḥad – so R. A͑qiba.", "Da sprach R. Jehuda b. Bethera zu ihm: A͑qiba, ob so oder so, wirst du dereinst Rechenschaft ablegen müssen; ist es wahr, so stellst du ihn bloß, während die Tora ihn geschont hat, ist es nicht wahr, so verleumdest du diesen Gerechten! –" ], [ "Er folgert dies ja aber aus einer Wortanalogie!? – Dieser hält nichts von der Wortanalogie. – Woher kam es17Daß er ‘wegen seiner Sünde’ (Num. 27,3) starb.demnach? – Wegen:18Num. 14,44.sie blieben hartnäckig.", "Desgleichen bei folgendem : 19Num. 12,9.Und der Herr wurde zornig über sie; dies lehrt, daß auch Ahron aussätzig wurde so R. A͑qiba. Da sprach R. Jehuda [b. Bethera] zu ihm: A͑qiba, ob so oder so, wirst du dereinst Rechenschaft ablegen müssen; ist es wahr, so hast du ihn bloßgestellt, während die Tora ihn geschont hat, ist es nicht wahr, so verleumdest du diesen Gerechten. –", "Es heißt ja aber: über sie!? – Es war nur ein Verweis. – Übereinstimmend mit dem, welcher sagt, auch Ahron wurde aussätzig, wird gelehrt: Es heißt :20Num. 12,10.und Ahron wandte sich ab zu Mirjam, und siehe, sie war aussätzig, und hierzu wird gelehrt: er wandte sich von seinem Aussatze ab.", "Reš Laqiš sagte: Wer Unschuldige verdächtigt, wird an seinem Körper geschlagen, denn es heißt :21Ex. 4,1.sie werden mir nicht glauben &c., während es vor dem Heiligen, gepriesen sei er, offenbar war, daß die Jisraéliten Gläubige sind. Er sprach zu ihm: Jene sind Gläubige, Kinder von Gläubigen, du aber wirst später nicht glauben.", "Jene sind Gläubige, denn es heißt :22Ib. V. 31.und das Volk glaubte; Kinder von Gläubigen, [denn es heißt:] 23Gn. 15,6.und er glaubte dem Herrn. Du aber wirst später nicht glauben, denn es heißt:24Num. 20,12.dieweil ihr an mich nicht geglaubt habt &c. – Woher, daß er geschlagen wurde? – Es heißt: 25Ex. 4,6.und der Herr sprach zu ihm: Stecke deine Hand in deinen Busen.", "Raba, manche sagen, R. Jose b. R. Ḥanina, sagte: Die Eigenschaft des Guten tritt schneller ein, als die Eigenschaft der Heimsuchung. Bei der Eigenschaft der Heimsuchung heißt es : er zog sie aus seinem Busen hervor, und siehe, sie war aussätzig und schneeweiß; bei der Eigenschaft des Guten aber heißt es : 26Ib. V. 7.er zog sie aus seinem Busen hervor, und siehe, sie war bereits seinem Fleische gleich, schon in seinem Busen war sie seinem Fleische gleich.", "27Ib. 7,12.Und der Stab Ahrons verschlang ihre Stäbe. R. Elea͑zar sagte: Dies war ein Wunder im Wunder28Er verschlang sie als Stab..", "AUS EINEM PRIVATGEBIETE IN EIN PRIVATGEBIET &C.", "Raba fragte: Streiten sie über den Fall, wenn innerhalb der zehn [Handbreiten], und ihr Streit besteht darin, indem einer der Ansicht ist, wir sagen, sobald es aufgenommen29Von der unteren Luftschicht.ist, sei es ebenso, als läge es, während der andere der Ansicht ist, wir sagen nicht, sobald es aufgenommen ist, sei es ebenso, als läge es; oberhalb der zehn [Handbreiten] aber stimmen alle überein, daß er frei sei, da wir nicht vom Zureichen auf das Werfen folgern.", "Oder streiten sie über den Fall, wenn oberhalb zehn [Handbreiten], und ihr Streit besteht darin, indem einer der Ansicht ist, wir folgern vom Zureichen auf das Werfen, während der andere der Ansicht ist, wir folgern nicht vom Zureichen auf das Werfen; innerhalb der zehn [Handbreiten] aber stimmen alle überein, daß er schuldig sei, weil wir sagen, sobald es aufgenommen ist, sei es ebenso, als läge es?", "R. Joseph sprach: Dies war auch dem R. Ḥisda fraglich, und R. Hamnuna entschied es ihm aus folgendem: Wenn aus einem Privatgebiete in ein Privatgebiet durch ein eigentliches öffentliches Gebiet, so ist man nach R. A͑qiba schuldig und nach den Weisen frei. Wenn es ‘eigentliches öffentliches Gebiet’ heißt, so streiten sie ja entschieden über den Fall, wenn innerhalb der zehn [Handbreiten],", "Wovon gilt dies: wenn vom Hinüberbringen, wieso ist man nur innerhalb zehn [Handbreiten] schuldig, oberhalb aber nicht schuldig, R. Elea͑zar sagte ja, wer einen Gegenstand oberhalb zehn [Handbreiten] hinausbringt, sei schuldig, denn auf diese Weise trugen die Söhne Qehaths!? Doch wohl vom Werfen, und nur innerhalb zehn [Handbreiten] ist man schuldig, oberhalb aber ist man nicht schuldig. Schließe hieraus, daß sie darüber streiten, ob es, wenn es aufgenommen ist, ebenso ist, als läge es. Schließe hieraus. –", "Er streitet somit gegen R. Elea͑zar, denn R. Elea͑zar sagte, nach R. A͑qiba sei man auch oberhalb zehn [Handbreiten] schuldig, und ‘eigentliches öffentliches Gebiet’ heiße es nur deshalb, um die entgegengesetzte Ansicht der Rabbanan hervorzuheben.", "Dieser streitet gegen R. Ḥilqija b. Ṭobi, denn R. Ḥilqija b. Ṭobi sagte: Wenn innerhalb drei [Handbreiten], stimmen alle überein, daß man schuldig sei, wenn oberhalb zehn, stimmen alle überein, daß man frei sei, wenn von drei bis zehn, streiten R. A͑qiba und die Rabbanan.", "Desgleichen wird gelehrt: Wenn innerhalb drei [Handbreiten], stimmen alle überein, daß man schuldig sei, wenn oberhalb zehn, so ist dies nur des Feierns wegen verboten, und wenn beide Gebiete30Die Privatgebiete, dazwischen ein öffentliches Gebiet liegt.ihm gehören, so ist das von vornherein erlaubt, wenn von drei bis zehn, so ist man nach R. A͑qiba schuldig, und nach den Weisen frei.", "Der Meister sagte: Wenn beide Gebiete ihm gehören, so ist es von vornherein erlaubt. Dies wäre also eine Widerlegung Rabhs. Es wird nämlich gelehrt: Wenn sich zwei Häuser an beiden Seiten eines öffentlichen Gebietes befinden, so ist es, wie Rabba b. R. Hona im Namen Rabhs sagt, verboten, aus einem in das andere zu werfen, und wie Šemuél sagt, erlaubt, aus einem in das andere zu werfen. – Wir haben ja erklärt, wenn das eine höher und das andere niedriger ist, weil [der Gegenstand] herabfallen und man zum Tragen verleitet werden könnte.", "R. Ḥisda sprach zu R. Hamnuna, manche sagen, R. Hamnuna zu R. Ḥisda: Woher das, was die Rabbanan gesagt haben, daß unter drei [Handbreiten der Gegenstand] als verbunden betrachtet wird? Dieser erwiderte : Weil es nicht möglich ist, das öffentliche Gebiet mit einer Zange oder einem Hobel31Der Gegenstand gehört dann zu den Unebenheiten des Bodens.zu glätten. –", "Demnach auch drei!? Ferner haben wir gelernt, daß, wenn man die Wände [der Festbütte] von oben nach unten herabhängen läßt, sie, wenn diese drei Handbreiten von der Erde entfernt sind, unbrauchbar sei. Demnach ist sie, wenn weniger als drei, brauchbar32Hierbei ist es mit den Unebenheiten des Bodens nicht zu erklären.!? –", "Hierbei aus dem Grunde, weil es eine Wand ist, durch die Ziegen eindringen können. – Allerdings in dem Falle, wenn die Entfernung sich unten befindet, weshalb aber in dem Falle, wenn sie sich oben33Die Norm von 3 Handbreiten gilt auch für andere Fälle; so ist beispielsweise die Festhütte untauglich, wenn die Bedachung 3 Handbreiten von den Wänden entfernt ist.befindet!? – Vielmehr, daß [Gegenstände bei einer Entfernung] unter drei [Handbreiten] als verbunden gelten, ist eine überlieferte Halakha.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn aus öffentlichem Gebiete in ein öffentliches Gebiet, dazwischen sich ein Privatgebiet befindet, so ist man nach Rabbi schuldig und nach den Weisen frei. Rabh und Šemuél sagen beide, man sei auch nach Rabbi nur dann schuldig, wenn das Privatgebiet eine Bedachung hat, weil wir sagen, das Haus werde34Durch den völlig geschlossenen Luftraum.als gefüllt betrachtet, nicht aber, wenn es keine Bedachung hat. R. Ḥana sagte im Namen R. Jehudas im Namen Šemuéls: Nach Rabbi ist man zweimal schuldig, einmal wegen Hinausbringens und einmal wegen Hereinbringens.", "R. Ḥana saß und dachte über folgende Schwierigkeit nach:" ], [ "Demnach ist man nach Rabbi wegen der Abzweigung neben der Hauptarbeit35Das Hereinbringen ist eine Abzweigung des Hinausbringens.besonders schuldig,", "während gelehrt wird: Rabbi sagt: ‘Worte’, ‘die Worte’, ‘diese Worte’, das sind die neununddreißig36Cf. Abschn. VII, Anm. 35. Wenn man auch wegen der Abzweigung neben der Hauptarbeit schuldig ist, so sind es mehr. Arbeiten, die Moše am Sinaj [verboten wurden] !?", "Da sprach R. Joseph zu ihm: Der Meister bezieht dies auf [Rabbi], wonach sich Rabbi mit sich selbst in Widerspruch befindet, R. Jehuda aber bezieht dies auf R. Jehuda und findet keinen Widerspruch.", "Es wird nämlich gelehrt: Wenn aus einem Privatgebiete in ein öffentliches Gebiet und es vier Ellen auf öffentlichem Gebiete zurücklegt37Es sind 2 Vergehen: man bringt den Gegenstand in ein anderes Gebiet u. wirft ihn 4 Ellen auf öffentl. Gebiete., so ist man nach R. Jehuda schuldig und nach den Weisen frei.", "Hierzu sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls: Nach R. Jehuda ist man zweimal schuldig, einmal wegen des Hinausbringens, und einmal wegen des Werfens. Wollte man sagen, man sei nur einmal schuldig, so wäre man demnach nach den Rabbanan ganz frei, wo man doch aus einem Privatgebiete in ein öffentliches Gebiet gebracht hat!? – Wieso denn, vielleicht ist man tatsächlich nach R. Jehuda nur einmal schuldig, und nach den Rabbanan ganz frei, und zwar in dem Falle, wenn man gewünscht hat, der Gegenstand möge, sobald er das öffentliche Gebiet erreicht hat, da liegen bleiben.", "Ihr Streit besteht in folgendem: R. Jehuda ist der Ansicht, wir sagen, sobald [der Gegenstand vom Lufträume] aufgenommen ist, sei es ebenso, als läge er, somit ist sein Wunsch erfüllt, während die Rabbanan der Ansicht sind, wir sagen nicht, sobald er aufgenommen ist, sei es ebenso, als läge er, somit ist sein Wunsch nicht erfüllt. Man ist aber nach R. Jehuda wegen einer Abzweigung neben einer Hauptarbeit nicht schuldig!? –", "Dies ist nicht einleuchtend, denn es wird gelehrt: R. Jehuda fügt noch das Ausgleichen der Kettenfäden und das Anschlägen mit dem Spatel hinzu. Diese erwiderten ihm: Das Ausgleichen gehört zum Anzetteln, das Anschlägen gehört zum Weben. Doch wohl, wenn man beides zusammen ausgeübt hat, somit ist hieraus zu entnehmen, daß man nach R. Jehuda wegen der Abzweigung neben der Hauptarbeit schuldig ist. –", "Wieso denn, tatsächlich in dem Falle, wenn man sie besonders ausgeübt hat, und nach R. Jehuda ist man wegen einer Abzweigung neben einer Hauptarbeit nicht schuldig, und ihr Streit besteht in folgendem: nach R. Jehuda sind diese Hauptarbeiten, nach den Rabbanan aber sind sie Abzweigungen.", "Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt : R. Jehuda fügt noch hinzu. Erklärlich ist dies, wenn du sagst, sie seien Hauptarbeiten, denn er fügt noch Hauptarbeiten hinzu, wieso aber fügt er noch hinzu, wenn du sagst, sie seien Abzweigungen!? Es wird auch gelehrt: Rabba und R. Joseph sagen beide, nach R. Jehuda sei man nur einmal schuldig.", "Rabina sprach zu R. Aši: Auch nach der zuerst vertretenen Auffassung, man sei nach R. Jehuda zweimal schuldig, [ist zu berücksichtigen, daß man den Gegenstand,] wenn man ihn da wünscht, dort nicht braucht, und wenn man ihn dort wünscht, da nicht braucht38Er ist nur wegen Hinausbringens schuldig u. nicht wegen Werfens, da das Fortnehmen nicht auf öffentlichem Gebiete erfolgt ist.. Dieser erwiderte: Wenn man gesagt hat: er möge an jedem beliebigen Orte liegen bleiben.", "Entschieden ist man schuldig, wenn man in der Absicht, acht [Ellen] zu werfen, vier geworfen hat, dies ist ebenso, als würde man Šem von Šimo͑n schreiben39Cf. Abschn. VII, Anm. 42.; wie ist es aber, wenn man in der Absicht, vier zu werfen, acht geworfen hat; sagen wir, er hat es ja fortgebracht, oder aber, es blieb ja nicht liegen, wo er es gewünscht hat!? – Dies gleicht ja dem Falle, hinsichtlich dessen Rabina zu R. Aši gesprochen und dieser ihm erwidert hat: Wenn man gesagt hat: er möge an jedem beliebigen Orte liegen bleiben.", "Und [dein Vergleich] mit dem Schreiben des Namens Šem von Šimo͑n ist nicht zutreffend; allerdings kann man [den Namen] Šimo͑n nicht schreiben, ohne vorher Šem geschrieben zu haben, aber kann man etwa nicht acht [Ellen] werfen, ohne vier geworfen40Dh. ohne daß der Gegenstand am Ende der 4 Ellen liegen geblieben ist.zu haben!?", "Die Rabbanan lehrten: Wer vier Ellen aus einem öffentlichen Gebiete in ein öffentliches Gebiet wirft, dazwischen ein Privatgebiet liegt, ist schuldig;" ], [ "wenn weniger als vier Ellen, so ist er frei. – Was lehrt er uns damit!? – Folgendes lehrt er uns, daß nämlich die Gebiete vereinigt werden, und daß wir nicht sagen, sobald [der Gegenstand vom Luftraume] auf genommen ist, sei es ebenso, als läge er.", "R. Šemuél b. Jehuda sagte im Namen R. Abbas im Namen R. Honas im Namen Rabhs: Wer etwas vier Ellen hinüberbringt in einem öffentlichen Gebiete, das eine Bedachung hat, ist frei, weil dies [dem Tragen] der Fahnen in der Wüste nicht gleicht. – Dem ist ja nicht so, die Wagen hatten ja eine Bedachung41Durch die auf geladenen Bretter., dennoch sagte Rabh im Namen R. Ḥijas, der Raum unter den Wagen, zwischen denselben und deren Seiten waren öffentliches Gebiet!? – Was Rabh gesagt hat, bezieht sich auf die Zwischenräume42Zwischen den auf geschichteten Brettern.. –", "Merke, die Länge der Wagen maß ja fünf Ellen und die Breite der Bretter43Die in ihrer Länge über die Breite der Wagen gelegt wurden.anderthalb Ellen, somit konnte man drei Bretter aufladen, und eine halbe Elle blieb frei, und wenn man sie auch auseinanderrückte, galten sie ja als vereinigt44Da sie weniger als 3 Handbreiten von einander entfernt waren.!? – Du glaubst wohl, man legte die Bretter auf ihre Breitseite, man legte sie auf die Kante. –", "Aber immerhin betrug ja auch die Dicke der Bretter eine Elle, sodaß man vier Bretter aufladen konnte, und eine Elle frei bleib, und wenn man sie auch auseinanderrückte, galten sie ja als vereinigt!? Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, daß die Bretter unten eine Elle dick waren und nach oben dünner wurden bis auf eine Fingerbreite, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, daß die Bretter wie unten so auch oben eine Elle dick waren !?", "R. Kahana erwiderte : Dies bezieht sich auf die Klammerstangen45Die die Leiterbäume des beladenen Wagens Zusammenhalten.. – Aber die Klammerstangen wurden ja ganz oben46Nachdem die Wagen bereits mit den Brettern beladen waren. befestigt, und da war ja schon der Wagen selbst überdacht!?" ], [ "Šemuél erwiderte: Dies bezieht sich auf die Leiterbäume.", "Die Rabbanan lehrten: Die Bretter waren unten eine Elle dick und wurden nach oben dünner bis auf eine Fingerbreite, denn von diesen, heißt es :47Ex. 26,24.sie sollen an der Spitze vollständig48Eigentl. abnehmend.sein, und dort49Jos. 3,16.heißt es: vollständig verschwunden – so R. Jehuda. R. Neḥemja sagt, wie sie unten eine Elle dick waren, so waren sie auch oben eine Elle dick, denn es heißt:47Ex. 26,24. gleichmäßig. – Es heißt ja aber auch vollständig!? –", "Dies besagt, daß nur vollständige und nicht zusammengesetzte zu verwenden waren. – Und jener, es heißt ja gleichmäßig!? – Dies besagt, daß man sie nicht zickzackig auf stelle. –", "Erklärlich ist nach demjenigen, welcher sagt, die Bretter waren wie unten so auch oben eine Elle dick, der Schriftvers : 50Ex. 26,22.für die nach Westen gerichtete Seite der Wohnung sollst du sechs Bretter anfertigen, und zwei Bretter sollst du für die Winkel anfertigen, denn die Breite dieser füllte nämlich die Dicke jener51Nämlich der Bretter der anstoßenden Wände. der Die 6 Bretter hatten 9 Ellen, während die Wand 10 Ellen breit war.aus; nach demjenigen aber, welcher sagt, die Bretter waren unten eine Elle dick und wurden nach oben dünner bis auf eine Fingerbreite, war ja, [am Winkel] das eine eingezogen und das andere vorragend52Die Wandbretter waren oben dünn, nicht aber die Eckbretter, sodaß diese vorstanden.!? – Man behobelte sie kegelförmig.", "53Ex. 26,28. Und der mittelste Riegel in der Mitte der Bretter. Es wird gelehrt: [Die Stiftshütte] stand durch ein Wunder54Der Riegel wurde in die Bretter geschoben, nachdem die Stiftshütte vollst. auf gestellt war..", "55Ex. 26,1. Stiftshütte sollst du aus zehn Vorhängen anfertigen. 56Ib. V. 3.Jeder Vorhang soll achtundzwanzig Ellen lang sein. Wenn man sie ihrer Länge nach über die Breite Stiftshütte spannte, waren auf jeder Seite, da ihre Länge achtundzwanzig Ellen maß, von denen die Breite für das Dach zehn einnahm, neun Ellen überschüssig; somit blieb nach R. Jehuda eine Elle von den Unterschwellen und nach R. Neḥemja eine Elle auch von den Brettern unbedeckt.", "Der Breite nach waren sie über die Länge der Stiftshütte gespannt, und da sie zusammen vierzig [Ellen] maßen, von denen die Länge für das Dach dreißig einnahm, so blieben zehn überschüssig; somit wurde nach R. Jehuda die Elle der Unterschwellen bedeckt, nach R. Neḥemja aber blieb sie unbedeckt.", "57Ib. V. 7.Und du sollst Vorhänge aus Ziegenhaar fertigen, zum Zeltdache &c. jeder Vorhang soll dreißig Ellen lang sein Wenn man sie ihrer Länge nach über die Breite der Stiftshütte spannte, so blieben auf jeder Seite, da ihre Länge dreißig Ellen maß, von denen die Breite für das Dach zehn einnahm, zehn [Ellen] überschüssig; somit war nach R. Jehuda die Elle der Unterschwellen bedeckt, nach R. Neḥemja aber war sie unbedeckt.", "Desgleichen wird gelehrt:58Ib. V. 13.Auf jeder Seite eine Elle Überschuß um die Elle der Unterschwellen zu bedecken – so R. Jehuda; R. Neḥemja sagt, um die Elle der Bretter zu bedecken. Sie maßen also zusammen vierundvierzig Ellen; wenn man sie ihrer Breite nach über die Länge der Stiftshütte spannte, nahm die Länge für das Dach dreißig Ellen ein und vierzehn blieben zurück, von denen zwei abgehen, die vorn umgeschlagen wurden, wie es heißt :59Ib. V. 9.den sechsten Vorhang sollst du an der Vorderseite des Zeltes doppelt legen, somit blieben zwölf übrig. –", "Erklärlich ist es nach R. Jehuda, daß es heißt:60Ib. V. 12.die Hälfte des überschüssigen Vorhanges soll herabhängen, wieso aber konnte nach R. Neḥemja soviel herabhängen!? – Um soviel mehr als die anderen. In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Die Stiftshütte hatte das Aussehen einer Frau, die mit einer hinten nachhängenden Schleppe über die Straße geht.", "Die Rabbanan lehrten : Die Bretter hatten Zapfen, und die Unterschwellen hatten Löcher," ], [ "und die Haken an den Schleifen sahen aus wie die Sterne am Himmel.", "Die Rabbanan lehrten: Die unteren Vorhänge waren aus blauem und rotem Purpur, aus Karmesin und aus Byssus, und die oberen aus Ziegenhaar gefertigt. Bei der Anfertigung der oberen wird von einer größeren Kunst gesprochen, als hei der der unteren; von den unteren heißt es:61Ib. 35,25.alle kunstfertigen Frauen spannen eigenhändig, von den oberen heißt es aber:62Ib. V. 26.alle Frauen, die sich vermöge ihrer Kunstfertigkeit dazu getrieben fühlten, spannen das Ziegenhaar63Cf.Abschn.VII,Anm.81., worüber im Namen R. Neḥemjas gelehrt wird: An den Ziegen gespült und an den Ziegen gesponnen.", "ZWEI ALTANE &C. Rabh sagte im Namen R. Ḥijas: Der Raum unter den Wagen, zwischen denselben und an deren Seiten war öffentliches Gebiet. Abajje sagte: Der Raum zwischen zwei Wagen in der Größe der Wagenlänge. – Wieviel betrug die Wagenlänge? – Fünf Ellen. – Wozu dies, viereinhalb Ellen würden ja gereicht64Da man auch bei 5 Ellen nicht mehr als 3 Bretter aufladen konnte.haben!? – Damit die Bretter einander nicht stoßen.", "Raba sagte: Der Raum an der Seite des Wagens in der Größe der Wagenbreite. – Wieviel betrug die Wagenbreite? – Zweieinhalb Ellen. – Wozu dies, anderthalb Ellen würden ja gereicht habenl? – Damit die Bretter nicht wackeln. –", "Wieso ist demnach festgesetzt worden, daß ein öffentlicher Weg sechzehn Ellen breit sein müsse, wir folgern ja alles vom Bau der Stiftshütte, und da waren es ja nur fünfzehn Ellen65Zwei nebeneinander stehende Wagen nahmen mit dem Seitenraume 15 Ellen ein.!? – Eine Elle kommt noch für den nebenhergehenden Leviten hinzu, der etwa herabgleitende Bretter festhielt.", "ii,2WER VON GRÜBENSCHUTT ODER EINEM FELSEN, DIE ZEHN [HANDBREITEN] HOCH UND VIER BREIT SIND, ETWAS NIMMT ODER DARAUF LEGT, IST SCHULDIG; SIND SIE KLEINER, SO IST ER FREI.", "GEMARA. Wozu lehrt er es von Grubenschutt und Felsen, sollte er es von Grube und Felsen66Unter ‘Grubenschutt’ ist das Tiefgebiet zu verstehen, da für das Hochgebiet der Felsen genannt wird.lehren!? Dies ist also eine Stütze für R. Joḥanan, denn R. Joḥanan sagte, die Grube und der Schutt werden zur [Tiefe von] zehn [Handbreiten] vereinigt. Desgleichen wird gelehrt: Aus einer Grube auf öffentlichem Gebiete, die zehn [Handbreiten] tief und vier breit ist, darf man am Šabbath nicht schöpfen," ], [ "es sei denn, man hat um sie eine zehn Handbreiten hohe Umzäunung gemacht. Ferner darf man am Šabbath aus dieser nicht trinken, es sei denn, man hat den Kopf und den größeren Teil des Körpers hineingeneigt. Die Grube wird mit ihrem Schutt zur [Tiefe von] zehn [Handbreiten] vereinigt.", "R. Mordekhaj fragte Raba: Wie ist es, wenn man etwas auf einen zehn [Handbreiten] hohen und vier breiten Pfeiler wirft, der sich auf öffentlichem Gebiete befindet, und es da liegen bleibt: sagen wir, die Fortnähme und das Niedergehen sind unter Verbot geschehen, oder aber es kam ja aus einem Freigebiete67Wenn der Gegenstand auf einem 10 Handbreiten hohen Pfeiler liegen bleibt, so muß er im Fluge eine höhere Luftschicht erreicht haben, die hinsichtlich des Š.s Freigebiet ist.?", "Dieser erwiderte: Dies ist ja der Fall unserer Mišna. Hierauf kam er zu R. Joseph und fragte es ihn, und auch dieser erwiderte: Dies ist ja der Fall unserer Mišna. Hierauf kam er zu Abajje und fragte es ihn, und auch dieser erwiderte: Dies ist ja der Fall unserer Mišna.", "Da sprach er zu ihnen: Ihr alle habt denselben Speichel gespieen. Sie sprachen zu ihm : Bist du denn nicht dieser Ansicht, wir haben ja gelernt: wer [&c.] etwas nimmt oder darauf legt, ist schuldig!? Da erwiderte er ihnen : Die Mišna spricht vielleicht von einer Nadel68Die so dünn ist, daß sie beim Auflegen auf einen 10 Handbreiten hohen Gegenstand das Niveau nicht überragt.. –", "Auch eine Nadel muß ja ein wenig höher geworfen werden !? – Wenn [der Felsen] eine Vertiefung hat. Oder auch, wenn [die Nadel] in einen Spalt fällt.", "R. Mejaša erzählte: R. Joḥanan fragte, wie es denn sei, wenn jemand etwas auf eine zehn [Handbreiten] hohe und weniger als vier breite Wand wirft, die sich auf öffentlichem Gebiete befindet und an ein Neutralgebiet anschließt, wodurch dieses Privatgebiet wird, und es da liegen bleibt: sagen wir, sie sei Freigebiet, da sie keine vier breit ist, oder aber wird sie, da sie das [Neutralgebiet] zum Privatgebiete macht, [mit diesem verbunden und dieses] als ausgefüllt69Der Luftraum des Platzes ist Privatgebiet und ergänzt die Breite der sich anschließenden Wand.betrachtet?", "U͑la erwiderte: Dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn sie anderes abgrenzt70Zu einem Privatgebiete macht., um so mehr sich selbst. Es wurde auch gelehrt: R. Ḥija b. Aši sagte im Namen Rabhs, und ebenso sagte R. Jiçḥaq im Namen R. Joḥanans: Wenn jemand etwas auf eine zehn [Handbreiten] hohe und weniger als vier breite Wand, die sich auf öffentlichem Gebiete befindet und sich an ein Neutralgebiet anschließt, wodurch dieses Privatgebiet wird, wirft, und es da liegen bleibt, so ist er schuldig, denn, wenn sie anderes abgrenzt, um so mehr sich selbst.", "R. Joḥanan fragte: Wie ist es, wenn man [am Šabbath] aus einer neun [Handbreiten] tiefen Grube ein Stück Erde reißt und sie dadurch auf zehn ergänzt: ist man schuldig, da mit der Fortnahme des Gegenstandes die Entstehung des [privaten] Gebietes erfolgt, oder ist man nicht schuldig? Und wie ist es, wenn du entscheidest, man sei nicht schuldig, da vorher kein [privates] Gebiet vorhanden war, wenn man in eine zehn [Handbreiten] tiefe Grube ein Stück Erde wirft und dadurch [die Tiefe] verringert: ist man schuldig, da das Niederlegen des Gegenstandes mit der Aufhebung des [privaten] Gebietes zusammen trifft71Beim Niederlegen war die Grube nur 10 Handbreiten tief, also besonderes Gebiet. So nach den kursierenden Ausgaben; eine andere Lesart hat hier entsprechend dem vorangehenden Falle: ist man frei, da mit dem Niederlegen die festgesetzte Tiefe aufgehoben wird., oder ist man nicht schuldig? –", "Dies ist ja aus seiner eigenen Lehre zu entscheiden!? Wir haben nämlich gelernt, daß, wenn jemand etwas vier Ellen an eine Wand wirft, dies, wenn oberhalb zehn Handbreiten, ebenso sei, als hätte er in die Luft geworfen, und wenn innerhalb zehn [Handbreiten ], als hätte er auf die Erde geworfen, und wer vier Ellen auf die Erde wirft, sei schuldig. Und auf unseren Einwand, es bleibt ja da nicht liegen,", "erwiderte R. Joḥanan, dies gelte von einem klebrigen Stück Feigenkuchen. Wieso ist er trotzdem schuldig, dieses verringert ja die [Entfernung von] vier Ellen$fn721? –", "Da wird dadurch [das Sondergebiet] nicht aufgehoben, hierbei aber wird es dadurch aufgehoben.", "Raba fragte : Wie ist es, wenn man ein Brett wirft und es auf Pflöcken liegen bleibt73Wenn die Pflöcke 10 Handbreiten hoch sind u. das Brett 4 breit, sodaß dadurch ein Privatgebiet entsteht.? – Was ist ihm da fraglich, beim Niederlegen des Gegenstandes entsteht ja das Sondergebiet, somit ist dies j a dasselbe, hinsichtlich dessen bereits R. Joḥanan [gefragt hat]!? –", "Raba fragt hinsichtlich des Falles, wenn man ein Brett wirft, auf dem sich ein Gegenstand befindet: sagen wir, daß dies, da sie gleichzeitig niedergehen, ebenso ist, als würde man die Sache niederlegen und nachher das Sondergebiet errichten, oder aber ist es, da es nicht möglich ist, daß [die auf dem Brette befindliche Sache] sich nicht ein wenig74Das Brett ist schwerer u. fällt schneller.erhebt, ebenso, als würde man das Sondergebiet errichten und nachher die Sache niederlegen. – Dies bleibt unentschieden.", "Raba sagte: Es ist mir klar, daß es beim Wasser auf Wasser ein Niederlegen75Wenn man Wasser schöpft u. es in Wasser auf einem anderen Gebiete gießt; in diesem Falle erfolgt eine Fortnahme u. ein Niederlegen.gibt und bei einer Nuß auf Wasser" ], [ "kein Niederlegen76Da die Nuß umherschwimmt.gibt. Folgendes aber fragte Raba: Wie ist es, wenn eine Nuß in einem Gefäße liegt und das Gefäß auf dem Wasser schwimmt: richten wir uns nach der Nuß, und diese liegt ja, oder richten wir uns nach dem Gefäße, und dieses liegt nicht? – Dies bleibt unentschieden.", "Über Öl, das auf Wein schwimmt, streiten R. Joḥanan b. Nuri und die Rabbanan. Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand, der am selben Tage ein Tauchbad genommen77Cf. Abschn. I, Anm. 51.hat, auf Wein [schwimmendes] Öl berührt, so macht er nur das Öl unbrauchbar; R. Joḥanan b. Nuri sagt, beide seien miteinander verbunden.", "Abajje sagte: Wer eine Matte in eine zehn [Handbreiten] tiefe und acht breite Grube wirft, die sich auf öffentlichem Gebiete befindet, ist schuldig; teilt er sie durch eine Matte, so ist er78Da durch die Dicke der Matte die Hälften keine 4 Handbreiten mehr haben.frei. Nach Abajje, dem es entschieden ist, daß eine Matte das Sondergebiet aufhebt, hebt um so mehr ein Stück Erde das Sondergebiet auf; nach R. Joḥanan aber, dem es oben bezüglich eines Stückes Erde fraglich war, bebt eine Matte das Sondergebiet erst recht nicht auf.", "Ferner sagte Abajje: Wer etwas in eine zehn [Handbreiten] tiefe und vier breite Grube voll Wasser wirft, die sich auf öffentlichem Gebiete befindet, ist schuldig, ist sie voll Früchte, so ist er frei. – Aus welchem Grunde? – Wasser hebt das Sondergebiet nicht auf, Früchte aber heben das Sondergebiet auf79Der Raum wird verringert.. Desgleichen wird gelehrt: Wer etwas vom Meere nach einem freien Platze oder von einem freien Platze ins Meer wirft, ist frei. R. Šimo͑n sagt, hat die Stelle, auf die er geworfen hat, eine zehn [Handbreiten] tiefe und vier breite Vertiefung, so ist er schuldig80Sie gilt, trotzdem sie voll Wasser ist, als besonderes Gebiet..", "iii,1WENN JEMAND ETWAS VIER ELLEN AN EINE WAND OBERHALB ZEHN HANDBREITEN WIRFT, SO IST ES EBENSO, ALS WÜRDE ER IN DIE LUFT WERFEN, UND WENN INNERHALB ZEHN HANDBREITEN, ALS WÜRDE ER AUF DIE ERDE WERFEN, UND WER ETWAS VIER ELLEN AUF DIE ERDE WIRFT, IST SCHULDIG.", "GEMARA. Es bleibt ja da nicht liegen!? R. Joḥanan erwiderte: Dies gilt von einem klebrigen Stück Feigenkuchen.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs im Namen R. Ḥijas: Wenn jemand etwas oberhalb zehn [Handbreiten] wirft und es in einer Nische irgend wie groß liegen bleibt, so haben wir den Streit zwischen R. Meír und den Rabbanan: nach R. Meír, welcher sagt, man vertiefe, um zu ergänzen81Cf. Abschn. I, Anm. 77., ist er schuldig, und nach den Rabbanan, welche sagen, man vertiefe nicht, um zu ergänzen, ist er nicht schuldig. Desgleichen wird gelehrt: Wenn jemand etwas oberhalb zehn [Handbreiten] wirft und es in einer Nische irgend wie groß liegen bleibt, so ist er nach R. Meír schuldig, und nach den Weisen frei.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wenn jemand etwas auf einen Haufen wirft, der auf einer Fläche von vier [Ellen] zehn [Handbreiten] ansteigt, und es da liegen bleibt, so ist er schuldig. Desgleichen wird gelehrt: Wenn ein Durchgang nach innen gerade und nach dem öffentlichen Gebiete zu abschüssig ist, oder nach dem öffentlichen Gebiete gerade und nach innen abschüssig ist, so bedarfer keines Pfostens und keines Balkens82Bei Errichtung des Durchgangs. Diese sehr detaillierten Gesetze werden im nächsten Traktate ausführlich behandelt.. R. Ḥanina b. Gamliél sagte: Wenn jemand etwas auf einen Haufen wirft, der auf einer Fläche von vier [Ellen] zehn [Handbreiten] ansteigt, und es da liegen bleibt, so ist er schuldig.", "iii,2WENN JEMAND ETWAS INNERHALB VIER ELLEN WIRFT UND ES AUSSERHALB DER VIER ELLEN WEITERROLLT, SO IST ER FREI; WENN AUSSERHALB VIER ELLEN UND ES NACH INNERHALB ZURÜCKROLLT, SO IST ER SCHULDIG.", "GEMARA. Es blieb ja da nicht liegen!? R. Joḥanan erwiderte: Wenn es ein wenig liegen geblieben war. Desgleichen wird gelehrt: Wenn jemand etwas außerhalb vier Ellen wirft und der Wind es [im Fluge] nach innerhalb zurücktreibt, so ist er frei, auch wenn er es zurück nach außerhalb treibt; hielt der Wind es ein wenig fest, so ist er schuldig, auch wenn er es zurück nach innerhalb treibt.", "Raba sagte: Nach den Rabbanan muß der Gegenstand auch innerhalb drei [Handbreiten] 83Vom Erdboden; cf. Fol. 4b.auf etwas liegen bleiben. Meremar saß und trug diese Lehre vor; da sprach Rabina zu Meremar:" ], [ "Ist dies nicht die Lehre unserer Mišna, worüber R. Joḥanan gesagt hat, wenn es etwas liegen geblieben ist? Dieser erwiderte: Du sprichst von einem Falle, wenn [der Gegenstand] weiterrollt. Wenn er weiterrollt, bleibt er da nicht liegen; [man könnte aber glauben,] wenn er da schließlich liegen bleiben muß, sei das Liegenbleiben nicht erforderlich, so lehrt er uns.", "ivWER VIER ELLEN AUF DEM MEERE WIRFT, IST FREI. WER ETWAS VIER ELLEN IN EINEN SUMPF WIRFT, DURCH DEN EIN ÖFFENTLICHER WEG FÜHRT, IST SCHULDIG. W1E TIEF DARF DER SUMPF SEIN? WENIGER ALS ZEHN HANDBREITEN. WER ETWAS VIER ELLEN AUF EINEM SUMPFE WIRFT, DURCH DEN EIN ÖFFENTLICHER WEG FÜHRT, IST SCHULDIG.", "GEMARA. Einer von den Jüngern sprach zu Raba: Erklärlich ist es, daß er zweimal ‘führt’84Durch den ein öffentlicher Weg führt; im Texte: geht. lehrt, er lehrt uns damit, daß das Gehen im Notfalle als Gehen gelte, nicht aber gilt die Benutzung im Notfalle85Wenn beispielsweise die Grube nicht genügend tief ist ; cf. Fol. 8a.als Benutzung; wozu aber lehrt er zweimal ‘Sumpf’? – Einmal, wenn im Sommer, und einmal, wenn in der Regenzeit. Und beides ist nötig. Würde er nur das eine gelehrt haben, so könnte man glauben, nur im Sommer, weil sich die Leute kühlen86Benutzen sie den Sumpf weg.wollen, nicht aber in der Regenzeit. Und würde er es nur von der Regenzeit gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil es dann ohnehin schmutzig ist, so kommt es darauf nicht87Man benutzt ihn dann.an, nicht aber im Sommer.", "Abajje erklärte: [Beides ist deshalb] nötig, weil man glauben könnte, nur wenn er keine vier Ellen breit ist, wenn er aber vier Ellen breit ist, mache man lieber einen Umweg.", "R. Aši erklärte: [Beides ist deshalb] nötig, weil man glauben könnte, nur wenner vier breit ist, wenn er aber keine vier breit ist, könne man ja hinüberspringen. R. Aši vertritt hiermit seine Ansicht, denn R. Aši sagte, daß, wenn jemand etwas wirft und es auf einem vorstehenden Brette einer Brücke liegen bleibt, er schuldig sei, weil viele auf dieses treten88Obgleich viele über das Brett schreiten, ohne es zu benutzen..", "vWER VOM MEERE AUFS LAND, VOM LANDE INS MEER, VOM MEERE IN EIN SCHIFF, AUS EINEM SCHIFFE INS MEER ODER AUS EINEM SCHIFFE IN EIN ANDERES WIRFT, IST FREI. SIND SCHIFFE ANEINANDER GEBUNDEN, SO DARF MAN AUS EINEM IN DAS ANDERE TRAGEN; SIND SIE ABER NICHT ANEINANDER GEBUNDEN, AUCH WENN SIE DICHT AUFEINANDER STOSSEN, SO DARF MAN AUS EINEM IN DAS ANDERE NICHT TRAGEN.", "GEMARA. Es wurde gelehrt: Auf einem Schiffe lasse man, wie R. Hona sagt, einen Vorsprung vorragen, und man darf [aus dem Meere Wasser] schöpfen; R. Ḥisda und Rabba b. R. Hona sagen, man mache eine vier [Handbreiten] große Umzäun1mg89An der Außenseite der Schiffswand; die hinausragende Einkreisung gilt dann als bis in das Wasser ragend.und darf daraus schöpfen.", "R. Hona sagt, man lasse einen Vorsprung vorragen und darf dann schöpfen, denn er ist der Ansicht, das Neutralgebiet beginne am Grunde, und die Luft ist ja Freigebiet; demnach ist auch der vorragende Vorsprung nicht nötig, jedoch dient er als Kennzeichen.", "R. Ḥisda und Rabba b. R. Hona sagen, man mache eine vier [Handbreiten] große Umzäunung und darf schöpfen, denn sie sind der Ansicht, das Neutralgebiet beginne am Wasserspiegel, denn auch das Wasser ist eine kompakte Masse, und wenn man keine vier [Handbreiten] große Umzäunung macht, bringt man ja aus einem Neutralgebiete in ein Privatgebiet.", "R. Naḥman sprach zu Rabba b. Abuha: Wieso sagt R. Hona, man lasse nur einen Vorsprung vorragen, es kann ja Vorkommen, daß auch vom Grunde keine zehn [Handbreiten] vorhanden sind, sodann bringt man aus einem Neutralgebiete in ein Privatgebiet!? Dieser erwiderte: Wir wissen, daß ein Schiff sich nicht fortbewegt, wenn es weniger als zehn [Handbreiten im Wasser] sitzt. – Vielleicht aber befindet es sich auf einer Vertiefung90An den Seiten aber sind keine 10 Handbreiten vorhanden.!? R. Saphra erwiderte: Die Tiefenmesser untersuchen vorher.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach zu R. Ḥija b. Abin: Wieso darf man nach R. Ḥisda und Rabba b. R. Hona, die sagen, man müsse eine vier [Handbreiten] große Umzäunung machen, das Spülicht ausgießen!? Wolltest du sagen, durch diese Umzäunung, so macht man ja [das Wasser] schmutzig!? – Man gieße es an die Wand des Schiffes aus. – Aber auch dann erfolgt es ja durch seine Kraft91Wird im T. als Terminus für die indirekte Tätigkeit gebraucht.!? – Beim Neutralgebiete haben sie dies nicht verboten. – Woher entnimmst da dies? – Es wird gelehrt: Man darf nicht aus einem Schiffe ins Meer oder aus dem Meere [ins Schiff] bringen;" ], [ "R. Jehuda sagt, wenn es zehn [Handbreiten] tief ist, aber keine zehn [Handbreiten] aus dem Wasser hervorragt, so darf man aus diesem ins Meer, nicht aber aus dem Meere in dieses bringen. Aus dem Meere [ins Schiff] darf man wohl deshalb nicht bringen, weil man aus einem Neutralgebiete in ein Privatgebiet bringt, aber auch wenn man aus diesem ins Meer bringt, bringt man ja aus einem Privatgebiete in ein Neutralgebiet!? Wahrscheinlich über die Wand92Wörtl. Spitze, wohl Bug oder Heck des Schiffes., somit ist hieraus zu entnehmen, daß [die Tätigkeit durch] seine Kraft beim Neutralgebiete nicht verboten ist. Schließe hieraus.", "R. Hona sagte: In den Sumpfbooten von Mesan93Die unten sehr schmal waren u. daher nicht als Privatgebiet zu betrachten sind.darf man nicht mehr als vier [Ellen] tragen. Dies jedoch nur dann, wenn sie in einer Höhe von weniger als drei [Handbreiten] keine vier breit sind, wenn sie aber in einer Höhe von weniger als drei Handbreiten vier breit sind, ist nichts dabei. Auch wenn man auf dem Boden Rohr und Weiden ausgelegt hat, ist nichts dabei.", "R. Naḥman wandte ein: Man sollte doch sagen: dehne die Wand bis unten94Dh. man betrachte das Boot, als wäre es unten ebenso breit wie oben.!? Es wird ja gelehrt: R. Jose b. R. Jehuda sagte: Wenn jemand auf öffentlichem Gebiete eine Stange mit einem Korbe am Ende [in die Erde] gesteckt hat und etwas wirft, und es darin liegen bleibt, so ist er schuldig. Da sagen wir also, man dehne die Wand bis unten, ebenso sollten wir auch hierbei sagen, man dehne die Wand bis unten!?", "R. Joseph versetzte: Hat er denn nicht gehört, daß R. Jehuda hierüber im Namen Rabhs, nach anderen im Namen R. Ḥijas, gesagt hat, hierzu wurde gelehrt, nach den Weisen sei man frei!? Abajje sprach zu ihm: Bist du denn nicht dieser Ansicht, es wird ja gelehrt, daß, wenn jemand etwas auf einen zehn [Handbreiten] hohen Pfahl wirft, der auf öffentlichem Gebiete steht, der [oben] vier breit ist, unten in Höhe von drei [Handbreiten] aber keine vier breit ist, und es da liegen bleibt, er schuldig sei. Wir sagen also, man dehne die Wand bis unten, ebenso sollten wir auch hierbei sagen, man dehne die Wand bis unten!?", "Aber es ist ja nicht gleich; da ist es eine Wand, durch die Ziegen eindringen95Die vom Korbe nach unten fiktiv ausgedehnte Wand ist ohne Bedeutung, da in Wirklichkeit der Raum frei ist und Ziegen eindringen können, was aber beim Raume unter der Schiffswand nicht der Fall ist.können, hierbei aber ist es keine Wand, durch die Ziegen eindringen können. R. Aḥa, der Sohn R. Aḥas, sprach zu R. Aši: Bei einem Schiffe ist ja das Eindringen der Fische zu berücksichtigen!? Dieser erwiderte: Das Eindringen der Fische ist kein Eindringen. – Woher entnimmst du dies? – R. Ṭabla fragte Rabin, ob die schwebende Wand einer Ruine diese zu einen) [zum Tragen] erlaubten Gebiete mache, und dieser erwiderte, durch die schwebende Wand sei es nur auf dem Wasser erlaubt," ], [ "weil die Rabbanan beim Wasser besonders erleichtert haben. Weshalb denn, bei dieser ist ja das Eindringen der Fische zu berücksichtigen? Hieraus ist somit zu entnehmen, daß das Eindringen der Fische nicht als Eindringen gelte.", "SIND SCHIFFE ANEINANDER GEBUNDEN &C. Selbstverständlich!?", "Raba erwiderte: Dies lehrt, daß es auch über das zwischen ihnen befindliche Boot erlaubt sei. R. Saphra sprach zu ihm: Moše96Der Name des Gesetzgebers als Anrede od. Titel ist wohl ein Ausdruck der Hochachtung; viell, aber ironisch., du hast zwar recht, es heißt aber: aus dem einen in das andere!? Vielmehr, sagte R. Saphra, dies lehrt, daß man sie97Wenn sie verschiedenen Personen gehören.durch einen E͑rub verbinden und aus einem in das andere tragen darf, wie gelehrt wird: Wenn Schiffe aneinander gebunden sind, so darf man sie durch einen E͑rub verbinden und aus einem in das andere tragen; werden sie voneinander gelöst, so ist es verboten; werden sie wieder aneinander gebunden, ob unvorsätzlich oder vorsätzlich, ob gezwungen oder irrtümlich, so ist es wieder erlaubt.", "Ebenso darf man, wenn Matten auf der Straße aufgespannt sind, [die Zellen dazwischen] durch einen E͑rub verbinden und aus einer in die andere tragen; werden sie zusammengerollt, so ist es verboten; werden sie wieder aufgespannt, ob unvorsätzlich oder vorsätzlich, ob gezwungen oder irrtümlich, so ist es wieder erlaubt. Jede Scheidewand nämlich, die am Šabbath errichtet wird, ob unvorsätzlich oder vorsätzlich, gilt als Scheidewand. –", "Dem ist ja aber nicht so, R. Naḥman sagte ja, dies wurde nur bezüglich des Werfens gelehrt, hinübertragen aber sei verboten!? – Die Lehre R. Naḥmans bezieht sich nur auf einen Fall der Vorsätzlichkeit.", "Šemuél sagte: Auch wenn sie nur durch ein Kragenbändchen verbunden sind. – In welchem Falle: kann es sie Zusammenhalten, so ist es ja selbstverständlich, und kann es sie nicht Zusammenhalten, warum denn!? –", "Tatsächlich, wenn es sie Zusammenhalten kann, Šemuél aber will damit seine eigene Lehre ausschließen. Es wird nämlich gelehrt: Hat man es98Ein Schiff an ein Zelt, in dem sich ein Leichnam befindet. mit einem Gegenstände angebunden, der es festhält, so vermittelt er die Unreinheit; wenn mit einem Gegenstände, der es nicht festhält, so vermittelt er die Unreinheit nicht. Hierzu sagte nun Šemuél, nur dann, wenn man es mit einer eisernen Kette angebunden hat.", "Nur bei der Unreinheit, wobei es heißt :99Nm. 19,18.an einem Erschlagenen, das Schwert gleicht dem Erschlagenen, beim Šabbathgesetze aber genügt auch ein Kragenbändchen." ], [ "viWENN JEMAND ETWAS WIRFT, UND NACHDEM ES AUS SEINER HAND GEKOMMEN, SICH [DES ŠABBATHS] ERINNERT, ODER EIN ANDERER ODEREIN HUND ES AUFFÔNGT, ODER ES VERBRENNT, SO IST ER FREI. WENN JEMAND ETWAS WIRFT, UM EINEN MENSCHEN ODER EIN TIER ZU VERWUNDEN, UND BEVOR DIE VERWUNDUNG GESCHIEHT, SICH [DES ŠABBATHS] ERINNERT, SO IST ER FREI. DIE REGEL IST: JEDER, DER EIN SÜNDOPFER SCHULDIG IST, IST ES NUR DANN, WENN DIE HANDLUNG AM ANFANG UND AM ENDE BEI VERGESSENHEIT AUSGEÜBT WURDE; WENN DER ANFANG BEI VERGESSENHEIT UND DAS ENDE BEI VORSATZ, ODER DER ANFANG BEI VORSATZ UND DAS ENDE BEI VERGESSENHEIT, SO IST ER FREI; NUR WENN DER ANFANG UND DAS ENDE BEI VERGESSENHEIT AUSGEÜBT WURDEN.", "GEMARA. Demnach ist er schuldig, wenn es liegen bleibt, während wir ja gelernt haben, jeder, der ein Sündopfer schuldig ist, sei es nur dann, wenn die Handlung am Anfang und am Ende bei Versehen ausgeübt wurde!? R. Kahana erwiderte: Der Schlußsatz spricht von einem Knebel an einer Schnur100Den man nach dem Werfen noch zurückhalten konnte; es gilt daher als Vorsatz.. –", "Bei einem Knebel an einer Schnur hat er ja die Verbindung in der Hand!? – Wenn er beabsichtigt hat, jemand zu verwunden. – Aber diesbezüglich haben wir ja ausdrücklich gelernt: Wenn jemand etwas wirft, um einen Menschen oder ein Tier zu verwunden, und bevor die Verwundung geschieht, sich [des Šabbaths] erinnert, so ist er frei!? Vielmehr, erklärte Raba, [dies bezieht sich auf] das Tragen. –", "Die Regel, die er lehrt, bezieht sich ja aber auf das Werfen!? – Vielmehr, erklärte Raba, er lehrt zweierlei: Wenn jemand etwas wirft, und nachdem es aus seiner Hand gekommen ist, sich [des Šabbaths] erinnert, oder sich nicht erinnert, aber ein anderer oder ein Hund es auffängt, oder es verbrennt, so ist er frei.", "R. Aši erwiderte: [Die Mišna] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: Wenn jemand etwas wirft, und nachdem es aus seiner Hand gekommen ist, sich [des Šabbaths] erinnert, oder ein anderer oder ein Hund es auffängt, oder es verbrennt, so ist er frei, bleibt es liegen, so ist er schuldig; dies gilt nur dann, wenn er darauf [des Šabbaths] wieder vergessen hat, hat er aber nicht wieder vergessen, so ist er frei; jeder nämlich, der ein Sündopfer schuldig ist, ist es nur dann, wenn die Handlung am Anfang und am Ende bei Vergessenheit ausgeübt wurde.", "DIE REGEL IST: JEDER, DER EIN SÜNDOPFER SCHULDIG IST &C. Es wurde gelehrt: Wenn zwei Ellen bei Vergessenheit, zwei Ellen bei Vorsatz und zwei Ellen bei Vergessenheit, so ist man, wie Rabba sagt, frei, und wie Raba sagt, schuldig.", "Rabba sagt, man sei frei, denn auch nach R. Gamliél, welcher sagt, es gebe kein Bewußtwerden für ein halbes101Beide gehören zusammen, u. er ist schuldig.Quantum, gilt dies nur da, wo das Quantum bei Vergessenheit ergänzt wird, nicht aber hierbei, wo es bei Vorsatz ergänzt wird. –", "Wovon gilt dies: wenn vom Werfen, so erfolgt es ja absichtslos102Da man, sobald man sich erinnert, den Gegenstand nicht zum Halten bringen kann.!? – Vielmehr, vom Tragen.", "Raba sagt, man sei schuldig, denn auch nach den Rabbanan, welche sagen, es gebe ein Bewußtwerden für ein halbes Quantum, gilt dies nur da, wo es103Das Quantum nicht zu ergänzen; weit. Fol. 105a.in seiner Macht steht, nicht aber hierbei, wo es nicht in seiner Macht steht. – Wovon gilt dies: wenn vom Tragen, so steht es ja in seiner Macht!? – Vielmehr vom Werfen.", "Raba sagte: Wenn jemand etwas wirft und es im Maule eines Hundes oder in der Mündung eines Schmelzofens liegen bleibt, so ist er schuldig. – Wir haben ja aber gelernt, wenn es ein anderer oder ein Hund auffängt, oder es verbrennt, sei er frei!? – Dies, wenn man es nicht beabsichtigt hat, hierbei aber, wenn man es beabsichtigt hat.", "R. Bebaj b. Abajje sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: Es kann Vorkommen, daß jemand einmal [Verbotenes] ißt und dieserhalb vier Sündopfer und ein Schuldopfer schuldig ist: wenn ein Unreiner am Versöhnungstage Talg ißt, der Übriggebliebenes vom Geheiligten ist.", "R. Meír sagte: Wenn er ihn am Šabbath [im Munde] hinausträgt, so ist er noch außerdem schuldig. Man erwiderte ihm: Dies ist nicht des Namens104Er ist wohl wegen des Tragens, nicht aber wegen des Essens schuldig.. Weshalb denn, dies105Das Tragen im Munde.ist ja nicht die Art des Tragens!? Seine Absicht macht also [den Mund] zum geeigneten Platze, ebenso macht ihn seine Absicht auch hierbei zum geeigneten Platze." ], [ "iDAS BAUEN. WIEVIEL MUSS MAN BAUEN, UM SCHULDIG ZU SEIN? WENN MAN NUR DAS MINDESTE BAUT. DESGLEICHEN IST MAN WEGEN DES BEHAUENS VON STEINEN, DES SCHLAGENS MIT DEM HAMMER ODER DER AXT UND DES BOHRENS BEIM MINDESTEN SCHULDIG. DIE REGEL IST: WER AM ŠABBATH EINE ARBEIT VERRICHTET, DIE SO VERBLEIBEN1Eine abschließende Arbeit. KANN, IST SCHULDIG. R. ŠIMO͑N B. GAMLIEL SAGT, AUCH WER BEI DER ARBEIT MIT DEM HAMMER AUF DEN AMBOSS SCHLÔGT, SEI SCHULDIG, WEIL ER GLEICHSAM DIE ARBEIT INSTAND SETZT.", "GEMARA. Welche Verwendung hat das Mindeste beim Bauen? R. Jirmeja erwiderte: Ein Armer gräbt ein Grübchen, um seine Kupfermünzen zu verwahren. So geschah es bei der Errichtung der Stiftshütte, wo die Nähte der Vorhänge Grübchen gruben, um ihre Nadeln zu verwahren. Abajje entgegnete: Diese taten es nicht, [die Nadeln] würden ja verrostet sein. Vielmehr, ein Armer macht ein kleines Gestell, auf das er einen kleinen Topf aufsetzt. So geschah es bei der Errichtung der Stiftshütte, wo die Kocher der Farben zum Färben der Vorhänge, wenn ihnen ein wenig gefehlt hat, ein kleines Gestell machten, um einen kleinen Kessel aufzusetzen.", "R. Aḥa b. Ja͑qob sprach: Wo Reichtum, da gibt es keine Armut. Vielmehr, wer in seinem Zimmer ein Loch bemerkt, verstopft es. So geschah es bei der Errichtung der Stiftshütte, wenn ein Brett wurmstichig war, ließ man darin Blei triefen und verstopfte es.", "Šemuél sagte: Wer einen Baustein zurechtlegt, ist wegen Hämmerns schuldig. Man wandte ein: Wenn einer den Stein hinlegt und der andere den Mörtel auf trägt, so ist derjenige schuldig, der den Mörtel auf trägt. –", "Wie ist nach deiner Ansicht der Schlußsatz zu erklären: R. Jose sagt: Auch wer ihn hinaufbringt und ihn auf eine Schicht von Steinen nur niederlegt, sei schuldig!? Vielmehr gibt es drei Teile des Bauwerkes, den unteren, den mittleren und den oberen; beim unteren muß man ihn zurechtlegen und Erde unterlegen, beim mittleren ist auch Mörtel erforderlich, beim oberen genügt das Niederlegen.", "DES BEHAUENS VON STEINEN. Auf Grund welchen Verbotes ist man wegen des Behauens schuldig? – Rabh sagt, wegen Bauens, Šemuél sagt, wegen Hämmerns. Wer ein Zugloch an einem Hühnerschlage macht, ist schuldig, wie Rabh sagt, wegen Bauens, und wie Šemuél sagt, wegen Hämmerns.", "Wer einen Stiel in das Loch einer Hacke einsetzt, ist [schuldig], wie Rabh sagt, wegen Bauens, und wie Šemuél sagt, wegen Hämmerns. Und [alle Fälle] sind nötig. Würde er nur den ersten Fall gelehrt haben, [so könnte man glauben,] Rabh sei dieser Ansicht nur da, weil dies die Art des Bauens ist, wenn man aber ein Zugloch an einem Hühnerschlage macht,", "was nicht die Art des Bauens ist, pflichte er Šemuél bei. Würde er nur diesen Fall gelehrt haben, [so könnte man glauben,] Rabh sei dieser Ansicht nur da, weil dies dem Bauen gleicht, denn man macht es wegen der Luft, wenn man aber einen Stiel in das Loch einer Hacke einsetzt, was dem Bauen überhaupt nicht gleicht, pflichte er Šemuél bei. Und würde er nur diesen letzten Fall gelehrt haben, [so könnte man glauben,] Šemuél sei dieser Ansicht nur da, bei jenen zwei Fällen aber pflichte er Rabh bei. Daher [sind alle Fälle] nötig.", "R. Nathan b. Oša͑ja fragte R. Joḥanan: Auf Grund welchen Verbotes ist man wegen des Behauens von Steinen schuldig? Da zeigte er ihm mit der Hand: wegen Hämmerns. – Wir haben ja aber gelernt: wegen des Behauens von Steinen [und] des Schlagens mit einem Hammer!? – Lies : des Behauens von Steinen, nämlich des Schlagens mit einem Hammer. –", "Komm und höre :" ], [ "Und des Bohrens beim Mindesten schuldig. Einleuchtend ist dies nach Rabh, denn es hat den Anschein, als bohre man eine Luke in einem Bau, wieso aber ist man dieserhalb nach Šemuél schuldig, dies ist ja keine Beendigung der Arbeit2Als welche das Aufschlagen mit dem Hammer gilt.!? – Dies gilt von dem Falle, wenn man mit einem eisernen Nagel bohrt und ihn stecken3Um ihn als Haken zu benutzen.läßt; dies ist eine Beendigung der Arbeit.", "DIE REGEL IST. Was schließt diese Regel ein? Sie schließt den Fall ein, wenn man ein Kapiz4Hohlmaß, nach anderen, 3 Log Inhalt. an einem Kab zeichnet5Um mit dem größeren Kab auch das kleinere Kapiz messen zu können. Nicht einleuchtend ist die Erklärung Raschis: wenn man in einem für einen Kab ausreichenden Holzblocke ein Kapiz aushöhlt; dies gilt als abschließende Arbeit, obgleich man später die Vertiefung auf einen Kab erweitert..", "R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT, AUCH WER &C. MIT DEM HAMMER AUF DEN AMBOSS SCHLÄGT. Was tut er da!? – Rabba und R. Joseph erklärten beide, er übe dadurch seine Hand. Die Söhne Reḥabas wandten ein: Ist man demnach schuldig, wenn man am Šabbath der Ausübung eines Handwerkes zusieht und dabei lernt!? – Vielmehr, Abajje und Raba erklärten beide, weil die Plattenschläger bei der Errichtung der Stiftshütte so verfuhren. Desgleichen wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, auch wer bei der Arbeit mit dem Hammer auf den Amboß schlägt, sei schuldig, denn so verfuhren die Plattenschläger bei der Errichtung der Stiftshütte.", "iiWER DAS MINDESTE NUR PFLÜGT, JÔTET, BESCHNEIDET ODER LICHTET, IST SCHULDIG. WER HOLZ AUFLIEST, IST, WENN ZUM NUTZEN6Des Baumes oder Bodens., WEGEN DES MINDESTEN, UND WENN ZUM BRENNEN, WEGEN DES ZUM KOCHEN EINES LEICHTEN EIES ERFORDERLICHEN QUANTUMS SCHULDIG. WER GRAS SAMMELT, IST, WENN ZUM NUTZEN, WEGEN DES MINDESTEN, UND WENN ALS VIEHFUTTER, WEGEN DES MAULVOLLS EINER ZIEGE SCHULDIG.", "GEMARA. Wofür nutzt dies? – Man kann da einen Kürbissamen säen. So geschah es auch bei der Errichtung der Stiftshütte, wo man eine Wurzel der Spezereien gesäet hat.", "JÄTET, BESCHNEIDET ODER LICHTET. Die Rabbanan lehrten: Wer Endivien ausreißt oder junge Reiser ausschneidet, ist, wenn zum Essen, wegen des Quantums einer Dörrfeige, wenn als Viehfutter, wegen des Maulvolls einer Ziege, wenn zum Brennen, wegen des zum Kochen eines leichten Eies erforderlichen Quantums, und wenn zum Nutzen des Bodens, wegen des Mindesten schuldig. –", "Geschieht es denn auch in jenen Fällen nicht zum Nutzen des Bodens!? Rabba und R. Joseph erklärten beide, dies gelte von einer Wiese. Abajje erwiderte: Du kannst auch sagen, von einem Felde und keiner Wiese, wenn man es nicht beabsichtigt. – Aber Abajje und Raba sagen ja beide, R. Šimo͑n pflichte bei in [einem Falle, gleich] dem Kopfabschlagen ohne zu töten7Cf. Abschn. VII, Anm. 88.!? In dem Falle, wenn man dies auf dem Grundstücke seines Nächsten tut.", "iiiWER ZWEI BUCHSTABEN SCHREIBT, MIT DER RECHTEN ODER MIT DER LINKEN, GLEICHE ODER VERSCHIEDENE, AUCH WENN MIT ZWEIERLEI TINTE, AUS JEDER SPRACHE, IST SCHULDIG. R. JOSE SAGTE: DAS SCHREIBEN ZWEIER BUCHSTABEN HABEN SIE NUR WEGEN ZEICHNENS ALS STRAFBAR ERKLÔRT. SOLCHE SCHRIEB MAN NÔMLICH AUF DIE BRETTER BEI DER ERRICHTUNG DER STIFTSHÜTTE, UM DIE ZUSAMMENGEHÖRENDEN ZU ERKENNEN. R. JEHUDA SAGTE: WIR FINDEN KLEINE NAMEN, DIE EIN TEIL EINES GROSSEN NAMENS SIND, WIE ŠEM VON ŠIMO͑N ODER ŠEMUÉL, NOAḤ VON NAḤOR, DAN VON DANIEL, GAD VON GADIÉL.", "GEMARA. Erklärlich ist es, daß man schuldig ist, wenn mit der Rechten, weil dies die gewöhnliche Art des Schreibens ist, weshalb aber ist man schuldig, wenn mit der Linken, dies ist ja nicht die gewöhnliche Art des Schreibens!? R. Jirmeja erwiderte: Dies gilt von einem Linkshändigen. – Bei ihm sollte doch die Linke als Rechte eines jeden anderen gelten, und er sollte schuldig sein, wenn mit der Linken und nicht schuldig sein, wenn mit der Rechten!? Vielmehr, erklärte Abajje, dies gilt von dem, der beider Hände mächtig ist.", "R. Aḥa, Sohn der Tochter Jaqobs, erklärte: Dies nach R. Jose, welcher sagt, sie haben das Schreiben zweier Buchstaben nur wegen Zeichnens als strafbar erklärt. – Wenn aber der Schlußsatz die Ansicht R. Joses lehrt, so vertritt ja der Anfangssatz nicht die Ansicht R. Joses!? – [Die ganze Mišna] ist nach R. Jose.", "R. JEHUDA SAGTE: WIR FINDEN. Nach R. Jehuda ist man demnach nur wegen zweier verschiedener Buchstaben schuldig, nicht aber wegen zweier gleicher8Die ebenfalls Teile eines größeren Wortes, jedoch Worte für sich sind; weit. Anm. 12. Buchstaben,", "dagegen aber wird gelehrt: 9Lv.4,2.Und eine [von diesen] ausüben; man könnte glauben, [man sei nur dann schuldig,] wenn man den ganzen Namen schreibt, das ganze Gewand webt, oder das ganze Sieb fertigt, so heißt es: von10Cf. Abschn.VII,Anm.41. ein er.", "Man könnte nun glauben, [der Ausdruck] von einer deute darauf, [man sei schuldig,] auch wenn man nur einen Buchstaben schreibt, einen Faden webt, eine Masche an einem Siebe macht, so heißt es eine11Eine an sich abgeschlossene Arbeit.." ], [ "Wie ist dies [in Übereinstimmung zu bringen]? Man ist nur dann schuldig, wenn man einen kleinen Namen, der ein Teil eines großen ist, schreibt, wie Šem von Šimo͑n oder Šemuél, Noaḥ von Naḥor, Dan von Daniél, Gad von Gadiél. R. Jehuda sagt, auch wenn man zwei gleiche Buchstaben schreibt, die aber ein Wort für sich sind, wie šeš, tet, rir, gag, ḥaḥ12שש Linnen, von תת, ששבצר geben, von תתראו usw. רר ist weder als Wort für sich noch als Teil eines anderen Wortes bekannt; vieil, ist דד Brust (von דדך) zu lesen..", "R. Jose sprach: Ist man denn wegen Schreibens schuldig, man ist ja vielmehr wegen Zeichnens schuldig, denn so zeichnete man die Bretter bei der Errichtung der Stiftshütte, um die zusammengehörenden zu erkennen!? Man ist daher schuldig, auch wenn man nur eine Schramme auf zwei Brettern, oder zwei Schrammen auf einem Brette geritzt hat.", "R. Šimo͑n sagte: Und eine [von diesen] ausüben, man könnte glauben, [man sei nur dann schuldig,] wenn man den ganzen Namen schreibt, das ganze Gewand webt oder das ganze Sieb fertigt, so heißt es von einer. Man könnte nun glauben, [der Ausdruck] von einer deute darauf, [man sei schuldig,] auch wenn man nur einen Buchstaben schreibt, einen Faden webt oder eine Masche an einem Siebe macht, so heißt es eine. Wie ist dies [in Übereinstimmung zu bringen] ? Man ist nur dann schuldig, wenn man eine Arbeit verrichtet, wie sie bestehen bleibt.", "R. Jose sagte: Und eine von diesen ausüben, zuweilen ist man ein [Opfer] wegen aller [Arbeiten] schuldig, und zuweilen ist man wegen jeder besonders schuldig.", "Hier wird also gelehrt, daß man nach R. Jehuda schuldig sei, auch wenn man zwei gleiche Buchstaben geschrieben hat!? – Das ist kein Widerspruch; das eine ist seine Ansicht, das andere ist die seines Lehrers. Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagte im Namen R. Gamliéls, auch wenn man nur zwei gleiche Buchstaben schreibt, wie šeš, tet, rir, gag, ḥaḥ sei man schuldig. –", "R. Šimo͑n ist ja derselben Ansicht, wie der erste Tanna!? Wolltest du aber sagen, ein Unterschied bestehe zwischen ihnen, wenn man aa von aazerkha13Jes. 45,5. Diese beiden Buchstaben bilden kein Wort für sich, wohl aber sind sie ein Teil eines anderen. [ich umgürte dich] schreibt; nach dem ersten Tanna sei man wegen aa von aazerkha nicht schuldig, und nach R. Šimo͑n sei man deswegen schuldig, weil es in der Amulettenschrift [als Wort] vorkommt, so wäre demnach R. Šimo͑n erschwerender Ansicht,", "während gelehrt wird, wer das Mindeste bohrt, das Mindeste abkratzt, das Mindeste bearbeitet, das Mindeste auf einem Geräte malt, sei schuldig, und wie R. Šimo͑n sagt, nur wenn man ganz durchbohrt, ganz abkratzt, ganz bearbeitet, oder die ganze Figur malt!? –", "R. Šimo͑n will uns folgendes lehren: man ist nur dann schuldig, wenn man den ganzen Namen schreibt. – Wie kannst du dies sagen, es wird ja gelehrt: R. Šimo͑n sagte: Und eine [von diesen] ausüben; man könnte glauben, [man sei nur dann schuldig,] wenn man den ganzen Namen schreibt, so heißt es: von einer!? – Erkläre dies folgendermaßen: man könnte glauben, nur wenn man den ganzen Vers geschrieben hat, so heißt es: von einer.", "«R. Jose sagte: Und eine von diesen ausüben, zuweilen ist man ein [Opfer] wegen aller [Arbeiten] schuldig, und zuweilen ist man wegen jeder besonders schuldig.»", "R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Folgendes ist der Grund R. Joses: eine von14Die Erklärung dieser Stelle siehe oben Fol. 70a Anm. 41-43.einer, diese von diesen; eine wie diese, diese wie eine.", "Eine: Šimo͑n; von einer: Šem von Šimo͑n; diese: Hauptarbeiten; von diesen: Abzweigungen; eine wie diese: bei Vorsatz hinsichtlich des Šabbaths und Versehen hinsichtlich der Arbeiten; diese wie eine: bei Versehen hinsichtlich des Šabbaths und Vorsatz hinsichtlich der Arbeiten.", "R. JEHUDA SAGTE: WIR FINDEN KLEINE NAMEN, DIE EIN TEIL EINES GROSSEN SIND. Stimmt dies denn, das Mem in Šem ist ja ein geschlossenes, während das Mem in Šimo͑n ein offenes ist!? R. Ḥisda erwiderte: Dies besagt, daß es15Was mit der liturgischen Schrift zu schreiben ist, wie die Torarolle, Tephillin udgl.tauglich ist, wenn man statt eines geschlossenen [Mem] ein offenes schreibt.", "Man wandte ein :16Dt. 6,9.Du sollst sie schreiben, die Schrift muß nämlich eine vollständige17וכתבתם wird in כתיבה תמה ganzes, vollständiges Schreiben geteilt.sein; man darf nicht schreiben Aleph statt A͑jin oder A͑jin statt Aleph, Beth statt Kaph oder Kaph statt Beth, Gimel statt Çade oder Çade statt Gimel, Daleth statt Reš oder Reš statt Daleth, He statt Ḥeth oder Ḥeth statt He, Vav statt Jod oder Jod statt Vav, Zajin statt Nun oder Nun statt Zajin, Ṭeth statt Pe18Das liegend dem Ṭeth ähnlich ist.oder Pe statt Ṭeth,", "gebogene [Buchstaben]19Dh. Medial-bezw. Finalbuchstaben.statt gerader oder gerade statt gebogener, Mem statt Samakh oder Samakh statt Mem, geschlossene statt offener oder offene statt geschlossener. Ferner darf man nicht statt eines off enen20Der offene Abschnitt wird in den liturg. Torarollen vom folgenden durch einen größeren Zwischenraum getrennt.Abschnittes einen geschlossenen oder statt eines geschlossenen einen offenen machen. Hat man [eine gewöhnliche Stelle] nach Art eines Liedes oder ein Lied in gewöhnlicher Art geschrieben, hat man [die Torarolle] nicht mit Tinte geschrieben, oder hat man die Gottesnamen mit Gold geschrieben, so muß man sie verstecken!? –", "Er ist der Ansicht des Tanna der folgenden Lehre: R. Jehuda b. Bethera sagte: Beim zweiten Tage21Vgl. Num. 29,12ff.heißt es veniskehem22Bei allen anderen Tagen heißt ונסכה und כמשפט, an diesen 3 Stellen ונסכיה, ונסכיחם u. כמשפטם, um die Buchstaben מים mehr., beim sechsten unsakheha und beim siebenten kemišpaṭam, das sind also Mem, Jod und Mem, die Majim [Wasser] ergeben; hier haben wir in der Tora eine Andeutung für das Wasser-gießen23Oder Wasserspende, bei der Darbringung der Opfer am Hüttenfeste..", "Wenn nun ein geschlossenes24Wie in der Lehre, wo für das Wort מים am Anfänge ein geschlossenes Mem gebraucht wird. [Mem] statt eines offenen zulässig ist, so ist ja auch ein offenes statt eines geschlossenen zulässig!? –", "Es ist ja nicht gleich: wenn man statt eines offenen ein geschlossenes gebraucht," ], [ "so geschieht dies zur Würdigung, denn R. Ḥisda sagte, das Mem und das Samakh standen auf den Bundestafeln durch ein Wunder25Die Mittelflächen der Buchstaben ם u. ס konnten sich nur durch ein Wunder halten, da die Schrift durch und durch ein gegraben war. Demnach wurde das offene מ auf den Bundestafeln nicht verwendet., wenn man aber statt eines geschlossenen ein offenes gebraucht, so geschieht dies zur Herabsetzung, denn R. Jirmeja, wie manche sagen, R. Ḥija b. Abba, sagte: [die Schlußbuchstaben] Mem, Nun, Çade, Pe und Kaph seien von den Schauern26Den Propheten (מן צופיך), vorher war nur das geschlossene Mem gebräuchlich; vgl. jedoch Meg. Fol. 2b.eingeführt worden. –", "Glaubst du, es heißt ja :27Lev. 34.dies sind die Gebote, der Prophet darf von nun ab nichts mehr neu einführen!? – Vielmehr waren beide28Die Medial- und Finalbuchstaben.vorhanden, jedoch wußte man nicht, welche Mittel- und welche Endbuchstaben sind, darauf kamen die Schauer und führten sie [als solche]ein. – Aber auch hinsichtlich der Einführung heißt es ja: dies sind die Gebote, der Prophet darf von nun ab nichts neu einführen!? – Vielmehr, man hatte es vergessen,", "darauf kamen sie und stellten es wieder her. Der Text. R. Ḥisda sagte: Das Mem und das Samakh standen auf den Bundestafeln durch ein Wunder. Ferner sagte R. Ḥisda: Die Schrift der Bundestafeln konnte man von der Vorderseite und von der Rückseite lesen, wie zum Beispiel: nebub [hohl] und [auf dem Berge] und raheb, saru [sind zurück getreten] und uras.", "Die Schüler sprachen zu R. Jehošua͑ b. Levi: Es sind soeben Knaben ins Lehrhaus gekommen und haben Dinge gesagt, dergleichen selbst in den Tagen Jehošua͑s, des Sohnes Nuns, nicht gesagt worden29Folgende Auslegungen u. Deutungen der hebräischen Buchstaben, sowie der Kombinationen des Alphabethes (אח׳׳ם בט״ע, א״ת ב״ש &c.) sind nur im Texte verständlich.sind. Aleph, Beth: Lerne Vernunft; Gimel, Daleth: sei wohltätig gegen die Armen. Weshalb ist das Füßchen des Gimel zum Daleth gewendet? Weil es die Art des Wohltätigen ist, nach den Armen zu laufen. Weshalb ist das Füßchen des Daleth zum Gimel gewendet? Weil dieser sich an ihn zu wenden hat. Weshalb ist das Gesicht des Daleth vom Gimel abgewendet? Daß er ihm heimlich zu geben hat, damit dieser nicht beschämt werde.", "He, Vav, das ist der Name des Heiligen, gepriesen sei er. Zajin, Ḥeth, Ṭeth, Jod, Kaph, Lamed: wenn du dies tust, so speist dich der Heilige, gepriesen sei er, ist dir gnädig, tut dir Gutes, läßt dir ein Erbteil zuteil werden und windet dir einen Kranz für die zukünftige Welt. Offenes Mem und geschlossenes Mem: [es gibt] offene Lehren und verschlossene Lehren. Gebogenes Nun und gerades Nun: [es gibt] einen gebogenen Gläubigen und einen geraden Gläubigen.", "Samakh, A͑jin: unterstütze die Armen. Eine andere Deutung: Er hat Merkzeichen in der Tora gemacht, erwirb sie. Gebogenes Pe und gerades Pe : zuweilen [habe] einen offenen Mund, zuweilen einen geschlossenen Mund. Gebogenes Çade und gerades Çade : es gibt einen gebogenen Gerechten und einen geraden Ger echten. – Dies ist ja aber dasselbe, was ein gebogener Gläubiger und ein gerader Gläubiger!? – Die Schrift hat dir zu einer Beugung noch eine Beugung hinzugefügt. Hieraus, daß die Tora bei gesenktem Haupte verliehen wurde.", "Qoph: Heiliger; Reš: Frevler. Weshalb ist das Gesicht des Qoph vom Reš abgewendet? Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Ich kann den Frevler nicht ansehen. Weshalb ist das Häkchen des Qoph zum Reš gewendet? Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Kehrt er um, so winde ich ihm einen Kranz, wie ich [einen habe]. Weshalb schwebt das Füßchen des Qoph? Wenn [der Frevler] umkehrt, kann er durch diese [Öffnung] ein treten.", "Dies ist eine Stütze für Reš Laqiš, denn Reš Laqiš sagte: Es heißt :30Pr. 3,34.hat er mit Spöttern zu tun, so spottet er, aber den Demütigen gibt er Gnade. Wer sich verunreinigen will, dem stehen die Türen offen31Nach den kursierenden Ausgaben: dem öffnet man die Türen., wer sich reinigen will, dem verhilft man dazu.", "Šin: Lüge; Tav: Wahrheit. – Weshalb besteht [das Wort] Šeqer [Lüge] aus nebeneinanderstehenden Buchstaben und [dasWort] Emeth [Wahrheit] aus von voneinander entfernten Buchstaben? Die Lüge ist leicht zu finden, die Wahrheit ist nicht leicht zu finden. Weshalb steht das Wort Šeqer auf einem Fuße, während Emeth wie auf Ziegelsteinen sitzt? Die Wahrheit steht fest, die Lüge steht nicht fest.", "Aleph Tav, Beth Šin : soll ich etwa Verlangen nach ihm haben, wo er mich verabscheut hat? Beth Šin: wie sollte mein Name über ihm ruhen, wo er keine Freude an mir hat!? Gimel Reš: wie sollte ich mich seiner erbarmen, wo er seinen Körper verunreinigt hat!? Daleth Qoph: wie sollte ich ihm nicht die Hörner32Dh. Stolz, Ruhm.brechen, wo er meine Türen geschlossen hat!?", "Bis hier über die Frevler, über die Gerechten aber: Aleph Tav, Beth Sin: wenn du dich [vor der Sünde] schämst; Gimel Reš, Daleth Qoph, He Çade, Vav Pe: wenn du dies tust, so wohnst du in der Himmelswölbung; eine Trennung wird es zwischen dir und dem Zorne geben. Zajin A͑jin, Ḥeth Samakh, Ṭeth Nun: du wirst vor dem Satan nicht erbeben. Jod Mem, Kaph Lamed: der Fürst der Hölle sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, laß alles in meine Tiefe sinken!", "Darauf erwiderte der Heilige, gepriesen sei er: Aleph Ḥeth Samakh, Beth Ṭeth A͑jin, Gimel Jod Pe: ich schone ihrer, weil sie die Buhlerei ausgeschlagen haben. Daleth Kaph Çade: sie sind gedrückt, ehrlich und gerecht. He Lamed Qoph: du hast an ihnen keinen Anteil. Vav Mem Reš, Zajin Nun Šin Tav: die Hölle sprach vor ihm: Herr der Welt, laß mich die Kinder Seths verzehren!", "Da sprach er zu ihr: Aleph Lamed, Beth Mem, Gimel Nun, Daleth Samakh: ich führe sie in den Myrtengarten. He A͑jin, Vav Pe: die Hölle sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, ich bin matt! Zajin Çade, Ḥeth Qoph: das sind die Kinder Jiçḥaqs. Ṭeth Reš, Jod Šin, Kaph Tav: warte, ich habe Scharen über Scharen von den [anderen] Völkern der Welt, die ich dir geben will." ], [ "ivWER BEI EINEM ENTFALLEN ZWEI BUCHSTABEN SCHREIBT, IST SCHULDIG. WER MIT TINTE, FARBE, RÖTEL, GUMMI, SCHWÄRZE ODER SONST ETWAS, WAS BLEIBEND ZEICHNET, AUF ZWEI WINKELBRETTER ODER ZWEI BUCHTAFELN, DIE ANEINANDER STOSSEN, SCHREIBT, IST SCHULDIG. WER AUF SEINEN KÖRPER SCHREIBT, IST SCHULDIG. WER AUF SEINEN KÖRPER [BUCHSTABEN] RITZT, IST NACH vR. ELIE͑ZER EIN SÜNDOPFER SCHULDIG UND NACH DEN WEISEN FREI.", "WER MIT GETRÄNKEN ODER FRUCHTSAFT, ODER IN DEN WEGESTAUB, ODER SCHREIBERSTAUB33Wahrscheinl. Streusand; viell, aber: mit Staub od. Abfall von Schreibmaterial.SCHREIBT ODER MIT SONST ETWAS, WOMIT [DIE SCHRIFT] NICHT ERHALTEN BLEIBT, IST FREI. WER MIT DER RÜCKSEITE DER HAND, MIT DEM FUSSE, MIT DEM MUNDE, MIT DEN ELLENBOGEN SCHREIBT, ODER AN DAS GESCHRIEBENE EINEN BUCHSTABEN HINZUSCHREIBT, ODER GESCHRIEBENES ÜBERZIEHT, ODER IN DER ABSICHT EINETH ZU SCHREIBEN ZWEI ZAJIN34Das Ḥeth in den liturg. Schriften besteht aus 2 Zajin, die oben durch einen Haken verbunden sind.SCHREIBT, ODER EINEN BUCHSTABEN AUF DEN BODEN UND EINEN ZWEITEN AN DIE DECKE, ODER AUF ZWEI WÄNDE EINES HAÜSES, ODER AUF ZWEI BUCHTAFELN, DIE NICHT ANEINANDER STOSSEN, IST FREI. WER EINEN BUCHSTABEN ALS ABKÜRZUNG SCHREIBT, IST NACH R. JEHOŠUA͑ B. BETHERA SCHULDIG UND NACH DEN WEISEN FREI.", "GEMARA. (TINTE: Tinte. FARBE: Pulver.) RÖTEL. Rabba b. Bar Ḥana sagte: Dieses wird Sekarta genannt. GUMMI. Harz. SCHWÔRZE. Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen Šemuéls: Schusterschwärze.", "ODER SONST ETWAS, WAS BLEIBEND ZEICHNET. Was schließt dies ein? – Dies schließt das ein, was R. Ḥananja gelehrt hat: Hat man [den Scheidebrief] mit Beerensaft oder Gallapfel geschrieben, so ist er tauglich. R. Ḥija lehrte: Hat man ihn mit Blei, Ruß oder Schwärze geschrieben, so ist er tauglich.", "WER AUF SEINEN KÖRPER [BUCHSTABEN] RITZT. Es wird gelehrt : R. Elie͑zer sprach zu den Weisen: Der Sohn Satedas35Oder Sotada; so nach der weiter folgenden Deutung, wahrscheinl. aber Stadaod. Setada zu sprechen.brachte ja Zauberkünste aus Miçrajim durch Ritzungen auf seinem Leibe!? Sie erwiderten ihm: Dieser war ein Narr und von Narren ist kein Beweis zu erbringen. – ‘Sohn Satedas’, er war ja der Sohn Panderas!? R. Ḥisda erwiderte: Der Ehemann [seiner Mutter hieß] Sateda, ihr Buhle hieß Pandera. – Ihr Ehemann war ja Papos b. Jehuda!? – Seine Mutter hieß Sateda. – Seine Mutter war ja Mirjam, die Frauenhaarflechterin!? – Wie sie es in Pumbeditha erklärten: [Satath-da] diese war ihrem Manne untreu.", "ODER AN DAS GESCHRIEBENE EINEN BUCHSTABEN HINZUSCHREIBT. Wer lehrt dies? Raba b. R. Hona erwiderte: Nicht nach R. Elie͑zer, denn R. Elie͑zer sagt ja, man sei schuldig, wenn man zum Gewebe einen Faden hinzufügt.", "GESCHRIEBENES ÜBERZIEHT. Wer lehrte dies? R. Ḥisda erwiderte: Nicht nach R. Jehuda, denn es wird gelehrt: Wenn man den Gottesnamen zu schreiben hatte und, in der Absicht Jehuda zu schreiben, versehentlieh das Daleth fortgelassen36Sodaß der Gottesname stehen bleibt.hat, so überziehe man es nochmals mit der Feder und heilige es – so R. Jehuda; die Weisen sagen, dieser Name sei nicht ganz einwandfrei.", "Es wird gelehrt: Wer einen Buchstaben geschrieben hat, der das Buch beendigt, oder einen Faden gewebt hat, der das Gewand fertig macht, ist schuldig. Wer lehrte dies? Rabba b. R. Hona erwiderte: Es ist R. Elie͑zer, welcher sagt, wenn man zum Gewebe einen Faden hinzufügt, sei man schuldig. R. Aši erwiderte: Du kannst auch sagen, die Rabbanan, denn anders ist es, wenn der Gegenstand dadurch fertig wird.", "R. Ami sagte: Wer einen Buchstaben in Ṭiberjas und einen zweiten in Sepphoris geschrieben hat, ist schuldig, denn dies ist ein Schreiben, nur fehlt die Nähe. – Wir haben ja aber gelernt, wer auf zwei Wände eines Hauses oder auf zwei Buchtafeln, die nicht aneinander stoß en, schreibt, sei frei!? – Da fehlt das Aneinanderstoßen, hierbei aber fehlt das Aneinanderstoßen nicht.", "Es wird gelehrt: Wer einen Buchstaben korrigiert, ist schuldig. – Wenn man sogar wegen des Schreibens eines Buchstabens frei ist, wie sollte man wegen des Korrigierens von einem Buchstaben schuldig sein!? R. Šešeth erwiderte: Dies gilt von dem Falle, wenn man das Dach des Ḥeth entfernt, wodurch zwei Zajin34Das Ḥeth in den liturg. Schriften besteht aus 2 Zajin, die oben durch einen Haken verbunden sind.entstehen. Raba erwiderte: Wenn man den Haken des Daleth entfernt und daraus ein Reš37Wenn man einen Fehler korrigiert, so wird das Buch brauchbar gemacht.macht.", "Es wird gelehrt: Wer beabsichtigt hat, einen Buchstaben zu schreiben," ], [ "und es zwei geworden38Dh. 2 Zajin statt eines Ḥeth (cf. Anm. 34).sind, ist schuldig. – Es wird ja aber gelehrt, er sei frei!? – Das ist kein Einwand; dies, wenn man sie noch mit Strichlein39Die Buchstaben ש, צ, ע, נ, ט, ז, ג haben in den zum liturg. Gebrauche verwendeten Schriften 3 zajinförmige Strichlein über dem linken Köpfchen.versehen muß, jenes, wenn man sie nicht mehr mit Strichlein zu versehen braucht.", "WER EINEN BUCHSTABEN ALS ABKÜRZUNG SCHREIBT, IST NACH R. JEHOŠUA͑ B. BETHERA SCHULDIG UND NACH DEN WEISEN FREI. R. Joḥanan sagte im Namen des R. Jose b. Zimra: Woher wissen wir die (Sprache der) Abkürzung aus der Tora zu entnehmen? Es heißt: 40Gen. 17,5.denn zum Stammvater eines Haufens von Völkern mache ich dich; ich mache dich zum Stammvater41Die Worte אב המון sind Abbreviatur von אב, בחור, הביב, מלך, ותיק, נאמן, ebenso weiter.von Völkern; ich mache dich zum Auserwählten unter den Völkern; ich mache dich zum Geliebten unter den Völkern; ich mache dich zum König über die Völker; ich mache dich zum Ausgezeichneten unter den Völkern; ich mache dich zum Vertrauten unter den Völkern.", "In seinem eigenen Namen sagte R. Joḥanan:42Ex. 20,2.Anokhi [ich], dies ist eine Abkürzung von: Ich selbst habe es geschrieben und gegeben. Die Rabbanan sagten: [Dies ist eine Abkürzung von:] angenehme Rede, geschrieben und gegeben. Manche sagen: Anokhi sei rückwärts [eine Abkürzung von:] gegeben, geschrieben, wahrhaftig sind ihre Worte.", "In der Schule R. Nathans sagten sie: 43Num. 22,32.Denn der Weg ist für mich verkehrt [jaraṭ]: [dies ist eine Abkürzung von:] [der Esel] fürchtete, sah und neigte ab. In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: 44Lev. 23,14.Karmel [zerstoßeneKörner]: [dies ist eine Abkürzung von:] während der Haufe voll ist. R. Aḥa b. Ja͑qob sagte: 45iReg. 2,8.Einen bösen Fluch [nimreçeth]: dies ist eine Abkürzung von: er ist ein Buhler, er ist ein Moabiter, er ist ein Mörder, er ist ein Feind, er ist ein Scheusal.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte:46Gen. 44,16.Was sollen wir reden und wie sollen wir uns rechtfertigen [niçṭadaq]: [dies ist eine Abkürzung von:] wir sind ehrlich, wir sind gerecht, wir sind rein, wir sind verstoßen, wir sind heilig.", "viWER ZWEI BUCHSTABEN BEI ZWEIMALIGEM ENTFALLEN SCHREIBT, EINMAL MORGENS UND EINMAL ABENDS, IST NACH R. GAMLIÉL SCHULDIG UND NACH DEN WEISEN FREI.", "GEMARA. Worin besteht ihr Streit? – R. Gamliél ist der Ansicht, es gebe kein Bewußtwerden für ein halbes Quantum, und die Rabbanan sind der Ansicht, es gebe ein Bewußtwerden für ein halbes Quantum.", "", "iR. ELIE͑ZER SAGT, WER BEGINNEND DREI FÄDEN WEBT, ODER ZU EINEM GEWEBE EINEN FADEN EINSCHLÄGT, SEI SCHULDIG; DIE WEISEN SAGEN, SOWOHL BEIM BEGINNEN ALS AUCH BEI DER FORTSETZUNG GELTE DIE NORM VON ZWEI FÄDEN. iiWER ZWEI LITZEN MACHT AM KETTENBAUME ODER AM RIETBLATTE, AN EINEM FEINEN SIEBE ODER AN EINEM GROBEN SIEBE, IST SCHULDIG; EBENSO, WER ZWEI STICHE NÄHT, ODER, UM ZWEI STICHE ZU NÄHEN, REISST.", "GEMARA. Als R. Jiçḥaq kam, lehrte er: zwei. – Wir haben ja aber gelernt: drei!? – Das ist kein Einwand; das eine gilt von starken Fäden, das andere von dünnen. Manche erklären es nach der einen Seite, und manche erklären es nach der anderen Seite. Manche erklären es nach der einen Seite: bei starken Fäden fallen drei nicht auseinander, wohl aber zwei; bei dünnen Fäden aber fallen auch zwei nicht auseinander. Manche erklären es nach der anderen Seite: bei dünnen sind drei kenntlich, nicht aber zwei; bei starken aber sind auch zwei kenntlich.", "Es wird gelehrt: (R. Elie͑zer sagt:) Wer beginnend drei Fäden webt, oder zu einem Gewebe einen Faden einschlägt, ist schuldig; die Weisen sagen, sowohl beim Beginnen als auch bei der Fortsetzung gelte die Norm von zwei Fäden. An der Kante zwei Fäden in der Breite dreier Litzen, denn das gleicht dem Weben eines kleinen Gürtels: zwei Fäden in der Breite dreier Litzen. Die anonyme Lehre, wer beginnend drei Fäden webt oder zu einem Gewebe einen Faden einschlägt, sei schuldig, ist nach R. Elie͑zer.", "Ein anderes lehrt: Wer zwei Fäden an der Borte oder am Saume webt, ist schuldig; R. Elie͑zer sagt, auch wegen eines. An der Kante ist man wegen zweier Fäden in der Breite dreier Litzen schuldig, denn das gleicht dem Weben eines kleinen Gürtels: zwei Fäden in der Breite dreier Litzen. Die anonyme Lehre, wer zwei Fäden an der Borte oder am Saume webt, sei schuldig, ist nach den Rabbanan.", "WER ZWEI LITZEN MACHT &C. Was heißt am Kettenbaume? Abajje erwiderte: [Den Faden] zweimal um den Kettenbaum und einmal um die Litze. (ODER AM RIETBLATTE. Was heißt Rietblatt? Rabh erwiderte: Meçubitha.)", "WER ZWEI STICHE NÄHT. Das Nähen von zwei Stichen ist ja bereits unter den Hauptarbeiten genannt worden!? – Da er im Schlußsatze vom Reißen, um zwei Stiche zu nähen, lehren will, so lehrt er auch vom Nähen. – Auch das Reißen wurde ja bereits unter den Hauptarbeiten gelehrt!? – Vielmehr, da er weiter vom Reißen aus Wut oder wegen eines Toten lehren will, lehrt er auch vom Nähen zweier Stiche.", "ODER, UM ZWEI STICHE ZU NÄHEN, REISST. Wie kann dies vorkommen? –" ], [ "Wenn es beutelt1Wenn das Gewand Falten wirft; sie müssen aufgetrennt u. richtig genäht werden..", "iiiWER IN SEINER WÜT ODER ÜBER SEINEN TOTEN DIE KLEIDER REISST, ODER WER SONST ETWAS VERDIRBT, IST FREI. BEIM VERDERBEN ZUR AUSBESSERUNG IST DER GRAD DER AUSBESSERUNG MASSGEBEND. ivFÜR DAS BLEICHEN, ZUPFEN, FÄRBEN UND SPINNEN GILT DIE LÄNGE EINES DOPPELTEN SIṬ. BEIM WEBEN VON ZWEI FÄDEN GILT DIE LÄNGE EINES SIṬ.", "GEMARA. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wer in seiner Trauer, in seiner Wut oder über seinen Toten die Kleider reißt, ist schuldig; er entledigt sich der Pflicht des Einreißens, obgleich er den Šabbath entweiht hat!? – Das ist kein Widerspruch; dies über seinen2Über den man das Gewand einzureißen verpflichtet ist: dies gilt daher als ‘verbessernde’ Arbeit.Toten, jenes über einen fremden Toten. –", "Es heißt ja aber: über seinen Toten!? – Tatsächlich über seinen Toten, jedoch über einen, dessentwegen ihm die Pflicht der Trauer nicht obliegt3Entferntere Verwandte.. – Wenn es aber ein Gelehrter ist, so ist man ja verpflichtet!? Es wird nämlich gelehrt: Stirbt ein Gelehrter, so sind alle seine Verwandte. – Alle seine Verwandte, wie kommst du darauf!? – Sage vielmehr: alle wie seine Verwandte: jeder muß über ihn die Kleider einreißen, jeder muß über ihn die Schulter entblößen, und jeder muß seinetwegen das Trauermahl auf dem Stadtplatze einnehmen. – In dem Falle, wenn es kein Gelehrter war. –", "Wenn es aber ein rechtschaffener Mann ist, ist man ja verpflichtet!? Es wird nämlich gelehrt: Weshalb sterben die Söhne und die Töchter des Menschen im Kindesalter? Damit man über [den Tod] eines rechtschaffenen Mannes weine und trauere. – Nimmt man etwa ein Pfand von ihm!? – Vielmehr, weil er über [den Tod] eines rechtschaffenen Mannes nicht geweint und getrauert hat. Wer aber über [den Tod] eines rechtschaffenen Mannes weint und trauert, dem vergibt man all seine Sünden wegen der Ehrung, die er jenem erwiesen hat. – In dem Falle, wenn es kein rechtschaffener Mann war. –", "Wenn man aber bei der Agonie zugegen war, so ist man ja verpflichtet!? Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Wer bei der Agonie des Toten zugegen war, ist zum Einreißen verpflichtet; dies ist ebenso, als sähe man eine Torarolle verbrennen. – In dem Falle, wenn er bei der Agonie nicht zugegen war. –", "Erklärlich ist dies hinsichtlich [des Einreißens] über einen Toten, aber hinsichtlich [des Zerreißens] in seiner Wut besteht ja ein Widerspruch!? – Auch hinsichtlich des Zerreißens in seiner Wut besteht kein Widerspruch; das eine vertritt die Ansicht R. Jehudas, und das andere vertritt die Ansicht R. Šimo͑ns. Das eine vertritt die Ansicht R. Jehudas, daß man nämlich wegen einer nicht um ihrer selbst willen nötigen Arbeit schuldig ist, das andere vertritt die Ansicht R. Šimo͑ns, daß man nämlich wegen einer nicht um ihrer selbst willen nötigen Arbeit frei ist. –", "Allerdings sagt dies R. Jehuda von der nutzbringenden Arbeit, sagt er dies etwa auch von der zerstörenden Arbeit!? R. Abin erwiderte: Auch hier ist es eine nutzbringende Arbeit, denn man beruhigt dadurch sein Gemüt. – Ist denn so etwas erlaubt, es wird ja gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte im Namen des Ḥilpha b. Agra, der es im Namen des R. Joḥanan b. Nuri gesagt hat: Wenn jemand in seiner Wut Kleider zerreißt, Gefäße zerschlägt oder Geld wegstreut, so sei es in deinen Augen, als treibe er Götzendienst; denn dies ist eben die Kunst des bösen Triebes: heute sagt er zu ihm: tue dies, morgen sagt er zu ihm: tue jenes, bis er zu ihm sagt: gehe, treibe Götzendienst, und dieser geht dann und tut dies. R. Abin sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:4Ps. 81,10.es soll in dir kein anderer Gott sein, und einen fremden Gott darfst du nicht anbeten; was ist das für ein fremder Gott, der im Körper des Menschen wohnt? Sage, das ist der böse Trieb!? –", "In dem Falle, wenn man dies tut, um seinen Hausleuten Furcht einzujagen. So riß R. Jehuda die Fransen herunter; R. Aḥa b. Ja͑qob zerschlug zerbrochene Gefäße; R. Šešeth goß seiner Magd Fischtunke auf den Kopf; R. Abba zerschlug Topfdeckel.", "R. Šimo͑n b. Pazi sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi im Namen Bar Qapparas: Wenn jemand über [den Tod] eines rechtschaffenen Mannes Tränen vergießt, so zählt sie der Heilige, gepriesen sei er, und tut sie in seine Schatzkammer, denn es heißt: 5Ib. 56,9.meine Klagen hast du gezählt, meine Tränen hast du in deinen Schlauch getan, sie sind ja in deinem Buche [verzeichnet]. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wer bei der Trauer über einen Gelehrten lässig ist, verdient, daß man ihn bei Lebzeiten begrabe. Es heißt nämlich:6Jos. 24,30.und man begrub ihn im Bereiche seines Erbbesitzes, zu Timnath Seraḥ, auf dem Gebirge Ephrajim, nördlich vom Berge Gaa͑š. Dies lehrt, daß der Berg, sie zu erschlagen7Weil sie Jehošua͑ nicht gebührend betrauert haben. געש beben, stürmen., bebte.", "R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Wer bei der Trauer über einen Gelehrten lässig ist, dessen Tage währen nicht lange. Maß um Maß, denn es heißt:8Jes. 27,8.nach Maß richtest du sie, durch ihre Entlassung. R. Ḥija b. Abba richtete an R. Joḥanan folgenden Einwand: [Es heißt ja:] 9Jud. 2,7.und das Volk diente dem Herrn, so lange Jehošua͑ lebte und die Ältesten, welche lange Tage nach Jehošua͑ lebten!? Dieser erwiderte: Babylonier, ihre Tage waren lange, ihre Jahre aber nicht. – Demnach sind auch im Verse: 10Dt. 11,21.damit euere Tage und die Tage euerer Kinder lange werden, nur Tage gemeint, und nicht Jahre!? – Anders ist es bei einem Segen.", "Ferner sagte R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans: Stirbt einer von den Brüdern," ], [ "so müssen alle Brüder besorgt sein, stirbt einer aus der Gesellschaft, so muß die ganze Gesellschaft besorgt sein. Manche sagen, wenn der größte stirbt, und manche sagen, wenn der kleinste stirbt.", "ODER WER SONST ETWAS VERDIRBT, IST FREI. R. Abahu rezitierte vor R. Joḥanan: Wegen jeder verderbenden Arbeit ist man frei, ausgenommen Verletzung und Brandstiftung. Da sprach dieser zu ihm: Geh und lehre dies draußen; dies ist von der Verletzung und der Brandstiftung nicht gelehrt worden, und wenn man annehmen wollte, dies sei gelehrt worden, so handelt es sich um eine Verletzung, wenn man [das Blut] für seinen Hund braucht, und um eine Brandstiftung, wenn man die Asche braucht. –", "Wir haben ja aber gelernt, wer sonst verdirbt, sei frei!? – Unsere Mišna vertritt die Ansicht R. Jehudas, während die Barajtha die Ansicht R. Šimo͑ns11Ob. Fol. 105b.vertritt. – Was ist der Grund R. Šimo͑ns? – Da ein Schriftvers dazu nötig ist, die Beschneidung [am Šabbath] zu erlauben, so ist man wegen jeder anderen Verletzung schuldig;", "und da ferner der Allbarmherzige bei einer Priesterstochter die Verbrennung12Wegen Ehebruches; cf. Lev. 21,9.[am Šabbath] verboten hat, so ist man wegen jeder sonstigen Brandstiftung schuldig. –", "Und R. Jehuda!? – [Die Beschneidung] ist eine Verbesserung. Dies nach R. Aši, denn R. Aši sagte: Welchen Unterschied gibt es denn zwischen der Herrichtung durch die Beschneidung und der Herrichtung eines Gerätes? Welchen Unterschied gibt es zwischen dem Kochen von Blei13Wörtl. Docht, Strahl. Die Hinrichtung durch Verbrennen geschah durch Hineingießen von kochendem Blei in den Mund des Delinquenten.und dem Kochen von Spezereien?", "FÜR DAS BLEICHEN &C. R. Joseph zeigte [mit dem Finger]: gebogen14So besser nach R. Ḥananél (die kursierenden Ausgaben haben: doppelt, bezw. einfach). Der Siṭ hat die Entfernung vom Zeigefinger bis zum Mittelfinger, die bei gebogenen Fingern kleiner ist., R. Ḥija b. Ami zeigte: gerade.", "vR. JEHUDA SAGT, WER EINEN VOGEL IN EINEN SCHLAG \n" ], [ "ODER EIN REH IN EIN HAUS EINFÄNGT, SEI SCHULDIG; DIE WEISEN SAGEN, EINEN VOGEL INEINEN SCHLAG, EIN REH IN EIN HAUS, IN EINEN HOF ODER IN EIN TIERGEHEGE. R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGTE: NICHT ALLE TIERGEHEGE SIND GLEICH. DIE REGEL IST: WENN NOCH EIN ABERMALIGES FANGEN NÖTIG IST, IST MAN FREI, WENN EIN ABERMALIGES FANGEN NICHT NÖTIG IST, IST MAN SCHULDIG.", "GEMARA. Dort haben wir gelernt: Man darf am Feste keine Fische aus dem Gehege fangen, auch darf man ihnen kein Futter reichen; wohl aber darf man Wild und Geflügel fangen und ihnen Futter reichen. Und dem widersprechend wird gelehrt: Man darf am Feste kein Wild, kein Geflügel und keine Fische aus dem Gehege fangen, auch darf man ihnen kein Futter reichen. Es besteht also ein Widerspruch bezüglich des Wildes und bezüglich des Geflügels!?", "Allerdings ist bezüglich des Wildes zu erklären, dies sei kein Widerspruch, denn das eine ist nach R. Jehuda und das andere nach den Rabbanan,", "bezüglich des Geflügels aber besteht ja ein Widerspruch!? Wolltest du sagen, auch bezüglich des Geflügels bestehe kein Widerspruch, denn das eine gelte von einem Gehege mit Bedachung15In dem das Tier als bereits gefangen gilt.und das andere von einem Gehege ohne Bedachung, so hat ja auch ein Haus eine Bedachung, dennoch gilt dies sowohl nach R. Jehuda als auch nach den Rabbanan nur vom Einfangen eines Vogels in einen Schlag, nicht aber in ein Haus!?", "Rabba b. R. Hona erwiderte: [Die Mišna] handelt von Waldvögeln, die sich nicht zähmen lassen. R. Jišma͑él lehrte: Er wird deshalb Waldvogel genannt, weil er sowohl im Hause als auch im Freien wohnt16דרור aus דור wohnen.. – Da du nun darauf17Daß beide Lehren die Ansicht der Rabbanan vertreten.gekommen bist, so ist auch der Widerspruch bezüglich des Wildes zu erklären, denn das eine gilt von einem großen Gehege, und das andere von einem kleinen Gehege. –", "Welches heißt ein großes Gehege, und welches heißt ein kleines Gehege? R. Aši erwiderte: Wenn man [dem Tiere] nachläuft und es mit einem Satze erhascht, ist es ein kleines Gehege, sonst aber ist es ein großes Gehege. Oder aber, wenn der Schatten der einen Wand auf die andere fällt, ist es ein kleines Gehege, sonst ist es ein großes Gehege. Oder aber, wenn es keine Winkel [zum Entwischen] hat, ist es ein kleines Gehege, sonst ist es ein großes Gehege.", "R. ŠIMO͑N B. GAMLIEL SAGTE &C. R. Joseph sagte im Namen R. Jehudas im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Gamliél. Abajje sprach zu ihm: So ist die Halakha, streitet denn jemand dagegen? Jener entgegnete: Was kommt es darauf18Daß niemand dagegen streitet; die Halakha ist dann erst recht nach ihm zu entscheiden.an? Dieser erwiderte: Eine Lehre vortragen nur als Singsang?", "Die Rabbanan lehrten: Wer ein blindes oder schlafendes Reh fängt, ist schuldig; wer ein lahmes, altes oder krankes [fängt], ist frei. Abajje sprach zu R. Joseph: Womit sind diese anders als jene? – Jenen muß man auflauern19So nach R. Ḥananél: nach Raschi: jene entwischen &c., diesen braucht man nicht aufzulauern. – Es wird ja aber gelehrt, daß man wegen eines kranken schuldig sei!? R. Šešeth er widerte: Das ist kein Widerspruch; dies, wenn es fieberkrank ist, jenes, wenn es aus Schwäche krank ist.", "Die Rabbanan lehrten: Wer am Šabbath Heuschrecken, wilde Bienen, oder Mücken fängt, ist schuldig – so R. Meír. Die Weisen sagen, wegen einer Art, die man sonst fängt, sei man schuldig, wegen einer Art, die man sonst nicht fängt, sei man frei. Ein Anderes lehrt: Wer bei Tauwetter Heuschrecken fängt, ist frei, wenn bei Sonnenwetter, so ist er schuldig. R. Elea͑zar b. Mehabaj sagte: Wenn sie in Schwärmen herankommen, so ist man frei. Sie fragten: Bezieht sich R. Elea͑zar b. Mehabaj auf den Anfangssatz, oder bezieht er sich auf den Schlußsatz? – Komm und höre: Wer bei Tauwetter Heuschrecken fängt, ist frei, wenn bei Sonnenwetter, so ist er schuldig; R. Elea͑zar b. Mehabaj sagt, wenn sie in Schwärmen kommen, sei man auch bei Sonnenwetter frei.", "viWENN EIN REH IN EIN HAUS GERATEN IST UND MAN DIE TÜR ABSCHLIESST, SO IST MAN SCHULDIG; SCHLIESSEN ZWEI DIE TÜR AB, SO SIND SIE FREI; WENN EINER SIE NICHT ABSCHLIESSEN KANN, UND ZWEI SIE ABSGHLIESSEN, SO SIND SIE SCHULDIG UND NACH R. ŠIMO͑N FREI.", "GEMARA. R. Jirmeja b. Abba sagte im Namen Šemuéls: Wer einen Löwen am Šabbath fängt, sei nicht eher schuldig, als bis er ihn in den Zwinger sperrt.", "viiWENN EINER SICH IN DIE TÜRÖFFNUNG SETZT20Um ein im Hause befindliches Tier zu fangen.UND SIE NICHT AUSFÜLLT, UND EIN ZWEITER SICH HINZUSETZT UND SIE AUSFÜLLT, SO IST DER ZWEITE SCHULDIG. WENN EINER SICH IN DIE TÜRÖFFNUNG SETZT UND SIE AUSFÜLLT, UND EIN ZWEITER SICH DANEBEN SETZT, SO IST DER ERSTE SCHULDIG UND DER ZWEITE FREI, SELBST WENN DER ERSTE AUFSTEHT UND FORTGEHT. DIES IST EBENSO, ALS WENN JEMAND SEIN HAUS ZUR SICHERUNG ABSCHLIESSEN UND DADURCH EIN DARIN BEFINDLICHES REH BEWACHT WERDEN WÜRDE." ], [ "GEMARA. R. Abba sagte im Namen des R. Ḥija b. Aši im Namen Rabhs: Ist einem ein Vogel unter den Schlagfittich geraten, so darf er sich hinsetzen und ihn so bewachen, bis es finster wird. R. Naḥman b. Jiçḥaq wandte ein: Wenn einer sich in die Türöffnung setzt und sie ausfüllt, und ein zweiter sich daneben setzt, so ist der erste schuldig und der zweite frei, selbst wenn der erste aufsteht und fortgeht. Doch wohl frei, [von vornherein] aber verboten!? – Nein, frei und [von vornherein] erlaubt. – Dies ist auch einleuchtend, denn im Schlußsatze heißt es: Dies ist ebenso, als wenn jemand sein Haus zur Sicherung abschließen und dadurch ein darin befindliches Reh bewacht werden würde. Doch wohl frei und [von vornherein] erlaubt. Schließe dies hieraus.", "Manche lesen: R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: so ist der erste schuldig und der zweite frei, selbst wenn der erste aufsteht und fortgeht. Doch wohl frei und [von vornherein] erlaubt. – Nein, frei und [von vornherein] verboten. – Wenn es aber im Schlußsatze heißt: denn dies ist ebenso, als wenn jemand sein Haus zur Sicherung abschließen und dadurch ein darin befindliches Reh bewacht werden würde, so ist ja zu entnehmen, daß dies frei und [von vornherein] erlaubt ist!? Schließe hieraus.", "Šemuél sagte: Wegen aller straffreien Arbeiten des Šabbaths ist man zwar frei, jedoch sind sie [von vornherein] verboten, ausgenommen folgende drei, die straffrei und [von vornherein] erlaubt sind. Erstens dies. – Woher, daß dies straffrei und [von vornherein] erlaubt ist? – Weil er im Schlußsatze lehrt: dies ist ebenso, als wenn jemand sein Haus zur Sicherung abschließen und dadurch ein darin befindliches Reh bewacht werden würde. – Dann folgendes: Wenn jemand am Šabbath eine Pustel öffnet, so ist er, wenn um eine [stehenbleibende] Öffnung zu machen, schuldig, und wenn um Eiter ausfließen zu lassen, frei. – Woher, daß straffrei und [von vornherein] erlaubt? – Wir haben gelernt: eine Nähnadel, um einen Splitter herauszunehmen. – Dann folgendes: Wenn jemand am Šabbath eine Schlange fängt, so ist er, wenn damit sie ihn nicht beiße, frei, und wenn zu Heilzwecken, schuldig. – Woher, daß straffrei und [von vornherein] erlaubt? – Wir haben gelernt: Man darf einen Teller über ein Licht stülpen, damit es nicht den Balken erfasse, über den Kot eines Kindes, und über einen Skorpion, damit er nicht beiße.", "", "iWER EINES VON DEN ACHT IN DER TORA GENANNTEN1Cf. Lev. Kap. 11. KRIECHTIERE EINFÄNGT ODER VERWUNDET, IST SCHULDIG. WER ANDERE EKEL- ODER KRIECHTIERE VERWUNDET, IST FREI; WER SIE EINFÄNGT, IST, WENN ZUM GEBRAUCHE, SCHULDIG, UND WENN NICHT ZUM GEBRAUCHE, FREI. WER EIN IN SEINEM GEBIETE BEFINDLICHES WILD ODER GEFLÜGEL EINFÄNGT, IST FREI, WER SIE VERWUNDET, IST SCHULDIG.", "GEMARA. Da er lehrt, man sei schuldig, wenn man sie verwundet, so haben sie ja eine Haut2Dh. ihre Haut gilt als solche hinsichtl. anderer Gesetze.; wer lehrte dies? Šemuél erwiderte: Es ist R. Joḥanan b. Nuri, denn wir haben gelernt: R. Joḥanan b. Nuri sagt, die acht Kriechtiere haben eine Haut. Rabba b. R. Hona sagte im Namen Rabhs: Du kannst sogar sagen, die Rabbanan, denn die Rabbanan streiten gegen R. Joḥanan b. Nuri nur hinsichtlich der Unreinheit, da es heißt: 3Lev. 11,31.diese sollen euch unrein sein, und dies schließt ihre Haut ein, daß sie gleich ihrem Fleische unrein ist, hinsichtlich des Šabbaths aber pflichten auch die Rabbanan bei. –", "Streiten sie etwa nicht auch hinsichtlich des Šabbaths, es wird ja gelehrt: Wer eines der acht in der Tora genannten Kriechtiere einfängt, oder verwundet, ist schuldig – so R. Joḥanan b. Nuri; die Weisen sagen, nur diejenigen, die die Weisen aufgezählt haben4Cf. Hui. Fol. 122a., haben eine Haut!? –" ], [ "Im Gegenteil, die die Weisen da aufgezählt haben, haben ja keine Haut!? Abajje erwiderte: Er meint es wie folgt: nur diejenigen, die die Weisen da4Cf. Hui. Fol. 122a. nicht aufgezählt haben, haben eine Haut, die sich vom Fleische unterscheidet. Raba sprach zu ihm: Es heißt ja aber: die die Weisen aufgezählt haben!? Vielmehr, sagte Raba, meint er es wie folgt: eine gleich ihrem Fleische verunreinigende Haut haben nur diejenigen, die die Weisen aufgezählt haben. – Demnach ist nach R. Joḥanan b. Nuri [auch die Haut] derjenigen verunreinigend, die die Weisen nicht aufgezählt haben, während doch gelehrt wird, R. Joḥanan b. Nuri sagt, die acht Kriechtiere haben eine Haut, die nicht verunreinigend ist!? R. Ada b. Mathna erwiderte: Erkläre es wie folgt: die Weisen sagen, hinsichtlich der Unreinheit haben eine Haut nur diejenigen, die die Weisen aufgezählt haben. –", "Streiten sie denn nicht auch hinsichtlich des Šabbaths, es wird ja gelehrt: Wer eines der acht in der Tora genannten Kriechtiere einfängt oder, die eine Haut haben, verwundet, ist schuldig. Welches heißt eine Wunde? Wenn sie sich nicht verzieht, auch wenn das Blut nur zusammenläuft und nicht hervorkommt. R. Joḥanan b. Nuri sagt, die acht Kriechtiere haben eine Haut!?", "R. Aši erwiderte: Der erste Tanna [dieser Barajtha] ist R. Jehuda, der sich nach dem Anfühlen5Ob die Haut sich auch als solche anfaßt. richtet, wie wir gelernt haben: R. Jehuda sagt, die Eidechse gleiche6Hinsichtl. der Haut, die nicht dem Fleische gleicht. dem Wiesel. Die Rabbanan aber, die gegen R. Joḥanan hinsichtlich der Unreinheit streiten, pflichten ihm hinsichtlich des Šabbaths bei. – Wieso heißt es demnach: so R. Joḥanan b. Nuri, es sollte ja heißen: so R. Joḥanan b. Nuri und seine Gegner!? – Lies: so R. Joḥanan b. Nuri und seine Gegner.", "Levi fragte Rabbi: Woher, daß sie eine Wunde heißt, wenn sie sich nicht verzieht? – Es heißt: 7Jer. 13,23.kann der Mohr seine Haut wandeln, ein Panther seine Flecken? Welche Flecken: wollte man sagen die bunten Streifen, so sollte es doch heißen: und der Panther seine Buntfarbigkeit!? Vielmehr bezieht sich dies auf den Mohren8Das Wort נמר wird als Verbum aufgefaßt, als Niphal von מור, verwandeln; חברברה ist חבורה Wunde., wie die Haut des Mohren sich nicht verwandelt, ebenso verzieht sich die Wunde nicht.", "WER ANDERE EKELTIERE &C. Wenn man sie aber tötet, ist man schuldig. Wer lehrte dies? R. Jirmeja erwiderte: Es ist R. Elie͑zer, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagt, wenn man am Šabbath eine Laus tötet, so ist dies ebenso, als würde man ein Kamel töten. R. Joseph wandte ein: Die Rabbanan streiten ja gegen R. Elie͑zer nur über eine Laus, die sich nicht fortpflanzt, nicht aber über andere Ekel- und Kriechtiere, die sich wohl fortpflanzen!?", "Beide folgern es von den Widdern9Deren Häute bei der Errichtung der Stiftshütte verwendet wurden.; R. Elie͑zer ist der Ansicht: gleich den Widdern, wie es bei den Widdern ein Töten gibt, so auch alles andere, bei dem es ein Töten gibt, und die Rabbanan sind der Ansicht: gleich den Widdern, wie die Widder sich fortpflanzen, so auch alles andere, das sich fortpflanzt. Abajje sprach zu ihm: Pflanzt sich etwa die Laus nicht fort, der Meister sagte ja, der Heilige, gepriesen sei er, sitze und speise [alle Geschöpfe] von den gehörnten Büffeln bis zu den Eierläusen10Nisse, Läuse, die noch nicht ausgeschlüpft.. – Die Art heißt Eierläuse11Von winziger Größe.. –", "Es wird ja gelehrt: Ungeziefer12Das im Texte gebrauchte Wort etymolog. nicht feststellbar; nach dem Zusammenhange eine Art Läuse.und Eierläuse!? – Die Art heißt Eierläuse. – Aber der Floh pflanzt sich ja fort, und es wird gelehrt, wer am Šabbath einen Floh fängt, sei nach R. Elie͑zer schuldig, und nach R. Jehošua͑ frei!? R. Aši erwiderte: Du weisest auf einen Widerspruch zwischen Fangen und Töten hin!? Der Streit zwischen R. Elie͑zer und R. Jehošua͑ besteht nur darin, indem der eine der Ansicht ist, man sei wegen des, dessen Art man sonst nicht fängt, schuldig, und der andere der Ansicht ist, man sei frei, bezüglich des Tötens aber pflichtet auch R. Jehošua͑ bei.", "WER SIE EINFÄNGT, IST, WENN ZUM GEBRAUCHE, SCHULDIG, &C. Wer lehrte dies? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Es ist R. Šimo͑n, welcher sagt, man sei wegen einer an sich nicht nötigen Arbeit frei.", "Manche beziehen dies auf folgende Lehre: Wer am Šabbath eine Pustel öffnet, ist, wenn um eine [bleibende] Öffnung zu machen, schuldig, und wenn um Eiter ausfließen zu lassen, frei. Wer lehrte dies? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Es ist R. Šimo͑n, welcher sagt, man sei wegen einer an sich nicht nötigen Arbeit frei.", "Manche beziehen dies auf folgende Lehre: Wenn jemand am Šabbath eine Schlange fängt, so ist er, wenn damit sie ihn nicht beiße, frei, und wenn zu Heilzwecken, schuldig. Wer ist der Autor? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Es ist R. Šimo͑n, welcher sagt, man sei wegen einer an sich nicht nötigen Arbeit frei.", "Šemuél sagte: Wer einen [bereits gefangenen] Fisch aus dem Wasser zieht, ist schuldig, sobald an ihm in Größe eines Sela͑ trocken wird. R. Jose b. Abin sagte: Und zwar zwischen den Flossen. R. Aši sagte: Unter ‘trocken’ ist nicht vollständig trocken zu verstehen, sondern sobald er nur klebrig wird.", "Mar b. Hamduri sagte im Namen Šemuéls: Wer seine Hand in die Gebärmutter eines Tieres steckt und das Embryo in seinem Leibe erschüttert, ist schuldig. – Aus welchem Grunde? Raba erwiderte: Bar Hamduri, erkläre mir dies. R. Šešeth sagte ja, wer Hopfen vom Dorn und Distelstrauch lostrennt, sei schuldig wegen Entreißens einer Sache von ihrem Wachstum, ebenso ist man auch hierbei schuldig wegen Entreißens einer Sache von ihrem Wachstum. Abajje sagte:" ], [ "Wer Schwamm vom Rande eines Eimers losreißt, ist wegen Entreißens einer Sache von ihrem Wachstum schuldig. R. Oša͑ja wandte ein: Wer aus einem durchlochten Pflanzentopfe pflückt, ist schuldig; wenn aus einem undurchlochten, so ist er frei!? – Da ist es kein natürliches Wachsen, hierbei aber ist es das natürliche Wachsen.", "WILD ODER GEFLÜGEL &C. R. Hona sagte: Man darf auf die Haut eines reinen Vogels Tephillin schreiben. R. Joseph sprach: Er lehrt uns damit, daß dieser eine Haut habe13Vgl. ob. Anm. 2., und dies wurde ja bereits gelehrt: wer sie verwundet, ist schuldig!? Abajje erwiderte ihm: Er lehrt uns vieles. Wollte man es aus der Mišna entnehmen, so könnte man glauben, dazu nicht, weil sie Löcher14Wo die Federn sitzen; sie ist daher zum Schreiben nicht zu gebrauchen.hat, so lehrt er uns. So sagen sie im Westen, ein Loch, über das die Tinte hinweggeht15Ohne die Schrift zu beeinträchtigen., gelte nicht als Loch.", "R. Zera wandte ein:16Lev. 1,17.Mit den Federn, dies schließt auch die Haut ein. Wieso schließt sie die Schrift ein, wenn du sagst, sie gelte als richtige Haut!? Abajje erwiderte: Sie ist eine richtige Haut, und der Allbarmherzige schließt sie ein.", "Manche lesen: R. Zera sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: Mit den Federn, dies schließt die Haut ein. Allerdings ist ein Schriftvers zur Einschließung nötig, wenn du sagst, sie gelte als Haut, wozu aber ist ein Schriftvers zur Einschließung nötig, wenn du sagst, sie gelte nicht als Haut!? Abajje sprach zu ihm: Tatsächlich, kann ich dir erwidern, gilt sie nicht als Haut, dennoch ist dies nötig; man könnte nämlich glauben, sie sei [für den Altar] verwerflich, da sie löchrig ist, so lehrt er uns.", "Mar, der Sohn Rabinas, fragte R. Naḥman b. Jiçḥaq: Darf man Tephillin auf die Haut eines reinen Fisches schreiben? Dieser erwiderte: Wenn Elijahu kommen wird, so wird er es sagen. – Was heißt: wenn Elijahu kommen wird, so wird er es sagen: wollte man sagen, ob dieser eine Haut hat oder nicht, so sehen wir ja, daß er eine Haut hat; auch haben wir gelernt, die Gräten des Fisches und seine Haut schützen vor Unreinheit im Zelte eines Leichnams17Hierüber Kel. Abschn. 10.!? – Vielmehr: Wenn Elijahu kommen wird, wird er sagen, ob von dieser der Schmutz entfernt wird oder nicht.", "Šemuél und Qarna saßen am Ufer des Königsflusses und bemerkten, daß das Wasser hoch stand und trübe war; da sprach Šemuél zu Qarna: Ein großer Mann ist gekommen, der an Leibschmerzen leidet; das Wasser ist daher gestiegen, um ihn zu empfangen18So nach dem Wortlaute; gezwungen ist die rationellere Übersetzung: das Wasser geht zu hoch, als daß ich (bei meinem vorgerückten Alter) es wagen dürfte, eine Überfahrt zu unternehmen, um ihn zu empfangen.; geh, rieche ihn an seinen Krug. Da ging er hin und fand Rabh. Da sprach er zu ihm: Woher, daß man Tephillin nur auf [die Haut] eines reinen Tieres schreiben darf? Dieser erwiderte: Es heißt:19Ex. 13,9.damit die Lehre des Herrn in deinem Munde sei; nur auf das, was in deinen Mund kommen darf. – Woher, daß das Blut20Einer Menstruierenden, um unrein zu sein; cf. Nid. 19a.rot sein muß? – Es heißt:21iiReg. 3,22.und das Wasser erschien den Moabitern rot wie Blut. –", "Woher, daß die Beschneidung an dieser Stelle zu vollziehen ist? – Hierbei22Gen. 17,14.heißt es: seine Vorhaut, und dort23Lev. 19,23. heißt es: seine Vorhaut, wie dort eine Sache die Frucht bringt, so auch hier das Glied, das Frucht bringt. – Vielleicht aber das Herz, denn es heißt:24Dt. 10,16.ihr sollt die Vorhaut eueres Herzens beschneiden!? Oder vielleicht das Ohr, denn es heißt:25Jer. 6,10.ihr Ohr ist mit einer Vorhaut versehen!? – Man folgere hinsichtlich des vollständigen26Dh. mit dem Possessivpronomen ‘seine’.seine Vorhaut vom vollständigen seine Vorhaut, nicht aber folgere man hinsichtlich des vollständigen seine Vorhaut vom unvollständigen Vorhaut.", "Hierauf fragte ihn jener: Wie heißt du? – Qarna [Horn]. Da sprach er: So möge ihm Horn im Auge27Er merkte, daß er ihm bloß auf den Zahn fühlen wollte.wachsen.", "Endlich brachte ihn Šemuél in sein Haus; er gab ihm Gerstenbrot und Fischspeise zu essen und Met zu trinken, zeigte ihm aber den Abort nicht, damit er den Durchfall28Zur Heilung seiner Leibschmerzen, was jener aber nicht wußte; Š. war Arzt.bekomme. Da fluchte Rabh und sprach: Wer mir zuleide tut, dem sollen keine Kinder erhalten bleiben. Und so geschah es auch.", "Hierüber [streiten auch] Tannaím: Woher, daß die Beschneidung an dieser Stelle zu vollziehen ist? Hier heißt es: seine Vorhaut, und dort heißt es: seine Vorhaut; wie dort ein Gegenstand, der Frucht bringt, so auch hier das Glied, das Frucht bringt – so R. Jošija. R. Nathan sagt, dies sei garnicht nötig; es heißt:29Gen. 17,14.ein unbeschnittener Mann aber, der seine Vorhaut nicht beschneidet, die Stelle, durch die man zwischen Männlichkeit und Weiblichkeit unterscheidet.", "Die Rabbanan lehrten: Man schreibe die Tephillin auf die Haut eines reinen Tieres, auf die Haut eines reinen Wildes und auf [die Haut] von deren Äsern und Totverletzten; ferner sind sie mit deren Haaren zu umbinden30Gf. Abschn. II, Anm. 136.und mit deren Sehnen zu vernähen. Es ist eine Moše am Sinaj überlieferte Halakha, daß die Tephillin mit deren Haaren zu umbinden und mit deren Sehnen zu vernähen sind. Man darf sie aber nicht auf die Haut eines unreinen Tieres oder auf die eines unreinen Wildes schreiben, und um so weniger auf [die Haut] von deren Äsern und Totverletzten; ferner dürfen sie nicht mit deren Haaren umbunden und mit deren Sehnen vernäht werden.", "Ein Boéthusäer fragte R. Jehošua͑ den Gräupner31Viell, ist נרם ein Ortsname; cf. Raschi zu Er. Fol. 21b sv.: Woher, daß man nicht die Tephillin auf die Haut eines unreinen Tieres schreiben darf? – Es heißt: damit die Lehre des Herrn in deinem Munde sei; nur auf das, was in deinen Mund kommen darf. – Demnach sollte man sie auch auf [die Haut] von Äsern und Totverletzten nicht schreiben dürfen!? Dieser erwiderte: Ich will dir ein Gleichnis sagen, womit dies zu vergleichen ist. Zwei Personen wurden vom König zum Tode verurteilt, einen tötete der König selber, und einen anderen tötete der Speculator32So (von Spiculum, Wurfspieß, Pfeil) besser als Speculator.. Wer von ihnen ist der Bevorzugte? Doch wohl derjenige, den der König selbst getötet hat. – Demnach sollte man sie auch essen dürfen!? Dieser erwiderte: Die Tora sagt:33Dt. 14,21.ihr dürft keinerlei Aas essen, und du sagst, man sollte sie essen dürfen. Da sprach jener: Vortrefflich.", "MAN DARF AM ŠABBATH KEINE SALZTUNKE BEREITEN," ], [ "WOHL ABER DARF MAN SALZWASSER BEREITEN UND DARIN SEIN BROT TUNKEN ODER ES IN EINE SPEISE SCHÜTTEN. R. JOSE SPRACH: DIES IST JA SALZTUNKE, OB VIEL ODER WENIG; AUF FOLGENDE WEISE ABER IST DAS SALZWASSER ERLAUBT: MAN TUE IN DAS WASSER ODER IN DAS SALZ DAS ÖL ZUERST HINEIN.", "GEMARA. Wie meint er es? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Er meint es wie folgt: Man darf nicht eine größere Menge Salzwasser bereiten, wohl aber darf man ein wenig Salzwasser bereiten.", "R. JOSE SPRACH: DIES IST JA SALZTUNKE, OB VIEL ODER WENIG. Sie fragten: Meint R. Jose, beides sei verboten, oder aber, beides sei erlaubt? R. Jehuda erwiderte: Beides erlaubt, da er ja nicht lehrt, R. Jose verbiete es. Rabba sprach zu ihm: Wenn er im Schlußsatze lehrt, auf folgende Weise sei das Salzwasser erlaubt, so ist ja nach R. Jose beides verboten!? Vielmehr, sagte Rabba, daß beides verboten sei. Ebenso sagte R. Joḥanan, daß beides verboten sei.", "Desgleichen wird gelehrt: Man darf kein Salzwasser in größerer Menge bereiten, um es über eingelegte Früchte, die in einem Bruchgefäße, zu gießen; wohl aber darf man ein wenig Salzwasser bereiten und sein Brot darin tunken, oder es in eine Speise tun. R. Jose sprach: Sollte denn das eine verboten und das andere erlaubt sein, weil das eine in großer und das andere in kleiner Menge bereitet wird!? Man könnte ja sagen, eine größere Arbeit sei verboten und eine kleinere Arbeit sei erlaubt. Vielmehr ist beides verboten; auf folgende Weise aber ist das Salzwasser erlaubt: man vermische zuerst das Öl mit dem Salze oder das Öl mit dem Wasser,", "nur darf man nicht zuerst das Wasser mit dem Salze vermischen.", "R. Jehuda b. Ḥabiba lehrte: Man darf kein scharfes Salzwasser bereiten. – Was heißt scharfes Salzwasser? Rabba und R. Joseph b. Abba sagen beide: Daß ein Ei darauf herumschwimmt. – Wieviel? Abajje erwiderte: zwei Drittel Salz und ein Drittel Wasser. –", "Wofür bereitet man solches? R. Abahu erwiderte: Zu Fischlake. R. Jehuda b. Ḥabiba lehrte: Man darf am Šabbath keinen Rettich und kein Ei salzen. R. Ḥizqija sagte im Namen Abajjes: Ein Rettich ist verboten, ein Ei ist erlaubt. R. Naḥman sprach: Früher pflegte ich den Rettich zu salzen, ich glaubte nämlich, man verschlechtere ihn dadurch, denn Šemuél sagte, beim Rettich sei die Herbheit gut, seitdem ich aber das gehört habe, was U͑la, als er herkam, erzählt hat, daß man nämlich im Westen ganze Haufen salze, salze ich ihn nicht mehr, wohl aber tunke ich [einzelne Stücke] ein.", "R. Jehuda b. Ḥabiba lehrte: Der Etrog, der Rettich und das Ei würden, wenn sie nicht ihre äußere Schale34Unter Schale des Eies versteht er das Weiße.hätten, niemals aus den Därmen kommen.", "Als R. Dimi kam, sagte er: Noch nie ist jemand im See von Sedom ertrunken35Wegen des starken Salzgehaltes bleibt alles oben schwimmen.. R. Joseph sagte: Umgekehrt wurde Sedom und verkehrt sind seine Worte: ist etwa ein Mensch nicht ertrunken, ein Balken aber untergegangen!? Da sprach Abajje zu ihm: Von diesem ist es selbstverständlich; selbstverständlich ist in diesem noch nie ein Balken untergegangen, der ja in keinem Gewässer der Welt untergeht, aber auch ein Mensch, der in jedem anderen Wasser der Welt ertrinkt, ist im See von Sedom noch nie ertrunken. – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Wie in folgendem Falle. Rabin ging hinter R. Jirmeja am Ufer des Sees von Sedom einher; da fragte er ihn: Darf man am Šabbath aus diesem Wasser schöpfen36Das salzige Wasser wurde als Augenmittel benutzt, u. die Bereitung von Arzneimitteln ist am Š. verboten.. Dieser erwiderte: Es ist erlaubt. –", "Darf man [die Augen] schließen und öffnen37Damit das Wasser eindringe.? Dieser erwiderte: Hierüber habe ich nichts gehört, aber Ähnliches habe ich gehört. R. Zera sagte nämlich, zuweilen im Namen R. Mathnas und zuweilen im Namen Mar U͑qabas, beide aber sagten es im Namen des Vaters Šemuéls und Levis; einer sagte, man dürfe nicht Wein in das Auge [als Heilmittel] tun, wohl aber auf das Auge, und der andere sagte, man dürfe nüchternen Speichel nicht einmal auf das Auge tun.", "Es ist zu beweisen, daß der Vater Šemuéls es ist, welcher sagte, man dürfe nicht Wein in das Auge tun, wohl aber auf das Auge. Šemuél sagte nämlich, man dürfe am Šabbath Brot in Wein weichen und es auf das Auge tun. Dies wird er wohl von seinem Vater gehört haben. – Und auch nach deiner Auffassung? Šemuél sagte ja aber auch, man dürfe nüchternen Speichel nicht einmal auf das Auge tun; von wem hat er dies nach deiner Meinung gehört, etwa von seinem Vater, wo doch eines Levi gelehrt hat!? Vielmehr, hörte er eines von seinem Vater und eines von Levi, und wir wissen nicht, welches von seinem Vater und welches von Levi.", "Mar U͑qaba sagte im Namen Šemuéls: Man darf am Vorabend des Šabbaths anstandslos eine Augensalbe einweichen und sie am Šabbath auf das Auge tun. Einst stand Bar Levaj vor Mar U͑qaba und bemerkte, daß er [das Auge] schloß und öffnete37Damit das Wasser eindringe., da sprach er zu ihm: So weit hat es Mar Šemuél gewiß nicht erlaubt. R. Jannaj sandte zu Mar U͑qaba: Möge uns der Meister etwas von der Augensalbe Mar Šemuéls schicken. Dieser erwiderte ihm: Schicken will ich sie dir, damit du nicht glaubst, ich sei engherzig, aber folgendes sagte Šemuél: Besser ist ein Tropfen Wasser am Morgen und ein warmes Hände- und Fußbad am Abend, als jede Augensalbe in der Welt. Desgleichen wird gelehrt: R. Mona sagte im Namen R. Jehudas: Besser ist ein Tropfen kaltes Wasser am Morgen und ein Hände- und Fußbad am Abend, als jede Augensalbe in der Welt.", "Derselbe pflegte zu sagen: Die Hand, die38Morgens, ungewaschen.das Auge berührt, möge abgehauen werden; die Hand, die die Nase berührt, möge abgehauen werden; die Hand, die den Mund berührt, möge abgehauen werden; die Hand, die das Ohr berührt, möge abgehauen werden; die Hand, die die Pulsader39Nach anderer Erklärung Schröpfkopf; etymologisch nicht geklärt.berührt, möge abgehauen werden; die Hand, die das Glied berührt, möge abgehauen werden; die Hand, die den Anus berührt, möge abgehauen werden; die Hand," ], [ "die den Kübel berührt, möge abgehauen werden. Die Hand macht blind; die Hand macht taub; die Hand verursacht Polypen40Geschwüre in Nase u. Rachen; nach den Erklärern: übler Nasen- u. Mundgeruch.. Es wird gelehrt: R. Nathan sagte: Sie41Die Flätigkeit, die nachts den Händen anhaftet.ist eigenwillig und besteht darauf, daß man die Hände dreimal wasche. R. Joḥanan sagte: Stibium entfernt diese Prinzessin42Bezieht sich wohl auf die Unflätigkeit u. nicht (wie manche falsch erklären) auf die Augenkrankheit., hält Tränen zurück, fördert den Haarwuchs der Wimpern. Ebenso wird auch gelehrt: R. Jose sagte: Stibium entfernt diese Prinzessin, hält Tränen zurück und fördert den Haarwuchs der Wimpern.", "Ferner sagte Mar U͑qaba im Namen Šemuéls: A͑lin43Nach Raschi Name einer Krautart; viell, aber Plur. von עלה Blatt.ist kein Heilmittel44Gegen Augenleiden.. R. Joseph sagte: Koriander ist kein Heilmittel. R. Šešeth sagte: Gurken sind kein Heilmittel. R. Joseph sagte: Koriander ist sogar mir45RŠ. und RJ. waren blind.schädlich. R. Šešeth sagte: Die Rauke ist sogar mir dienlich. Ferner sagte Mar U͑qaba im Namen Šemuéls: Alle Arten von Gurken sind [am Šabbath]46Nach Raschi, zum Genusse, nach R. Ḥananél, auf das Auge zu legen, da sie nicht als Heilmittel betrachtet werden.erlaubt, ausgenommen die Teriza47Eine Gurkenart, die nur als Heilmittel gegessen wird..", "R. Ḥisda sagte: Einen Braten mit Remoulade zu begießen, ist48Auch wenn der Braten heiß ist u. sie dadurch gewärmt wird.erlaubt, Eier umzurühren, ist verboten. Die Frau Zee͑ris machte es für Ḥija b. Aši, und er aß nicht. Da sprach sie zu ihm: Ich machte solches für deinen Meister, und er aß, du aber issest nicht! Zee͑ri aber vertrat seine Ansicht, denn Zee͑ri sagte, man dürfe ohne Bedenken am Šabbath klaren Wein und klares Wasser in einen Durchschlag tun. Wenn es nun bei Getränken erlaubt ist, weil man sie auch ohnedem trinkt, so ist es auch bei Speisen erlaubt, weil man sie auch ohnedem ißt.", "Mar U͑qaba sagte: Wer sich die Hand oder den Fuß gestoßen hat, darf anstandslos [die Wunde] mit Wein auswaschen. Sie fragten: Ist es mit Essig erlaubt? Da sprach R. Hillel zu R. Aši: Als wir bei R. Kahana waren, sagten wir, mit Essig nicht. Raba sagte: Für die Leute in Maḥoza, die verweichlicht sind, ist auch Wein49Der nicht so scharf wie Essig ist.ein Heilmittel.", "Einst kam Rabina zu R. Aši und traf ihn, da ein Esel ihn auf den Fuß getreten hatte, die Wunde mit Essig auswaschen. Da sprach er zu ihm: Hält der Meister nichts von dem, was R. Hillel gesagt hat: mit Essig nicht? Dieser erwiderte: Anders ist es bei der Rückenseite der Hand50Die Wunde ist gefährlich.und des Fußes.", "Manche erzählen, er traf ihn, [die Wunde] mit Wein auswaschen, und sprach zu ihm: Hält denn der Meister nichts von dem, was Raba gesagt hat, daß für die Leute in Maḥoza, die verweichlicht sind, auch Wein als Heilmittel gelte, und der Meister ist ja ebenfalls verweichlicht!? Und dieser erwiderte: Anders ist es bei der Rückenseite der Hand und des Fußes. R. Ada b. Mathna sagte nämlich im Namen Rabhs: [Eine Wunde] auf der Rückenseite der Hand oder des Fußes gleicht der Wunde eines Erschlagenen, derentwegen man den Šabbath entweihe.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf [am Šabbath] in den Seen von Geder, Ḥamtan, Asja und Ṭiberjas baden, nicht aber im großen Meere, noch in Einweichwasser51Worin man Flachs udgl. eingeweicht; in solchem Wasser badet man nur zu Heilzwecken., noch in dem See von Sedom. –", "Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Man darf in den Seen von Ṭiberjas und im großen Meere baden, nicht aber in Einweichwasser und in dem See von Sedom. Das ist ja ein Widerspruch hinsichtlich des großen Meeres!?", "R. Joḥanan erwiderte: Das ist kein Widerspruch; das eine nach R. Meír, und das andere nach R. Jehuda. Wir haben nämlich gelernt: Alle Seen gelten als Ansammlungswasser52מקוה Wasseransammlung, als Gegens. zu מעין Wasserquelle. In manchen Fällen ist durchaus Quellwasser erforderlich, in anderen hingegen Ansammlungswasser., denn es heißt:53Gen. 1,10.und die Ansammlungen von Wassern nannte er Seen – so R. Meír. R. Jehuda sagt, nur das große Meer gelte als Ansammlungswasser; [der Schriftvers] spricht nur deshalb von Seen, weil in diesem viele Seen sind.", "R. Jose sagt, alle Meere sind als fließendes Wasser reinigend, jedoch untauglich für Flußbehaftete, Aussätzige und zur Heiligung des Entsündigungswassers54Gf. Num. 19,9. In den genannten Fällen ist durchaus Quellwasser erforderlich.. R. Naḥman b. Jiçḥaq wandte ein:" ], [ "Vielleicht streiten die Rabbanan nur hinsichtlich der Unreinheit und der Reinheit, woher, daß sie auch hinsichtlich des Šabbaths streiten!? Vielmehr, sagte R. Naḥman b. Jiçḥaq, das ist kein Widerspruch; das eine, wenn man [im Wasser] verweilt, und das andere, wenn man darin nicht verweilt55Im 1. Falle ist es verboten, da es ersichtlich ist, daß es zu Heilzwecken erfolgt.. –", "Du hast also die letztere Lehre auf den Fall bezogen, wenn man darin nicht verweilt, und wenn man darin nicht verweilt, ist es ja auch in Einweichwasser erlaubt!? Es wird nämlich gelehrt: Man darf in den Seen von Ṭiberjas, in Einweichwasser und in dem See von Sedom baden, selbst wenn man Grinde am Kopfe hat. Dies gilt nur von dem Falle, wenn man [im Wasser] nicht verweilt, wenn man aber darin verweilt, so ist es verboten. –", "Vielmehr, hinsichtlich des großen Meeres besteht kein Widerspruch, denn das eine gilt von gutem Wasser, und das andere gilt von schlechtem55Im 1. Falle ist es verboten, da es ersichtlich ist, daß es zu Heilzwecken erfolgt.Wasser, und hinsichtlich des Einweichwassers besteht ebenfalls kein Widerspruch, denn das eine gilt von dem Falle, wenn man [im Wasser] verweilt, das andere, wenn man darin nicht verweilt.", "iiiMAN DARF AM ŠABBATH KEINEN GRIECHISCHEN YSOP ESSEN, WEIL ER KEINE SPEISE FÜR GESUNDE IST, WOHL ABER DARF MAN JOE͑ZER ESSEN UND HIRTENBLÜTE56So nach der wahrscheinlicheren Lesart der Mišna separata.TRINKEN. ALLE SPEISEN DARF MAN AUCH ALS HEILMITTEL ESSEN, EBENSO ALLE GETRÄNKE TRINKEN, AUSGENOMMEN PALMENWASSER UND DEN STERILITÄTSTRANK, WEIL SIE GEGEN GELBSUCHT WIRKEN, JEDOCH DARF MAN PALMENWASSER AUS DURST TRINKEN UND SICH MIT STERILITÄTSÖL SCHMIEREN, WENN NICHT ZU HEILZWECKEN.", "GEMARA. R. Joseph sagte: Unter Ysop ist Abrota57Wahrscheinl. Artemisia abrotanum L.der Stauden, unter griechischem Ysop ist Ahrota57Wahrscheinl. Artemisia abrotanum L.der Sträucher gemeint. U͑la erklärte: Weißes Marva58Viell. Marum verum L.. Einst kam U͑la zu R. Šemuél b. Jehuda, und man setzte ihm weißes Marva vor; da sprach er: Das ist der Ysop, von dem in der Tora gesprochen wird. R. Papi erklärte: Šamšaq59Origanum majorana L.. R. Jirmeja aus Diphte sprach: Die Erklärung R. Papis ist einleuchtend, denn wir haben gelernt: Beim Gebote vom Ysop ist es erforderlich, daß er drei Strünke mit je drei Stengeln haben muß, und dies trifft beim Šamšaq zu. – Wozu ißt man ihn? – Gegen Askariden. – Womit ißt man ihn? – Mit sieben schwarzen Datteln. – Wovon kommen sie? – Vom Gerstenmehl, das älter als vierzig Tage ist.", "WOHL ABER DARF MAN Joe͑zer essen. Was ist Joe͑zer? – Polei. – Wozu ißt man ihn? – Gegen Leberwürmer60Nach A͑rukh: Gelbsucht.. – Womit ißt man ihn? – Mit sieben weißen Datteln. – Wovon kommen sie? – Wenn man nüchtern gebratenes Fleisch und Wasser genießt, wenn man nüchtern fettes Fleisch genießt, wenn man nüchtern Ochsenfleisch genießt, wenn man nüchtern Nüsse genießt, und wenn man nüchtern die Stiele des Bockshornklees genießt und darauf Wasser trinkt.", "Wenn nicht dies, so schlucke man weiße Kresse. Wenn nicht dies, so faste man, dann hole man fettes Fleisch, brate es auf Kohlen, sauge ein Stück aus und trinke darauf Essig. Manche sagen: Keinen Essig, weil dieser der Leber schädlich ist. Wenn nicht dies, so hole man Dornborke, die man von oben nach unten geschält hat, nicht aber von unten nach oben, denn [die Würmer] könnten dann durch seinen Mund abgehen, und koche sie gegen Abend61Kann auch heißen: bei einem Nachbar.in Met; am folgenden Tage verstopfe man sich die Öffnungen und trinke dies. Verrichtet man darauf seine Notdurft, so tue man dies auf die ästige Stelle einer Palme.", "UND HIRTENBLÜTE TRINKEN. Was ist Hirtenblüte? – Ḥomaṭria. – Was ist Ḥomaṭria? – Ein einzelner Stamm. – Wogegen gebraucht man ihn? – Wenn man offenstehendes Wasser getrunken62Cf. Ter. VIII,4.hat. Wenn nicht dies, so hole man fünf Lilien und fünf Becher Met, die man zusammen bis auf das Maß eines Anpaq63Flüssigkeitsmaß (od. Trinkgefäß) von 1 Viertellog Inhalt; cf. Bb. Fol. 58b.einkoche, und trinke dies.", "Die Mutter des R. Aḥadboj b. Ami kochte für einen Mann eine Lilie mit einem Becher Met und gab es ihm zu trinken; hierauf heizte sie den Ofen, entfernte die Kohlen, legte einen Backstein unter und setzte ihn darauf, und [das Gift] ging ihm wie ein Gemüseblatt ab.", "R. Ivja sagte: [Man trinke] ein Viertellog Milch von einer weißen Ziege. R. Hona b. Jehuda sagte: Man hole einen süßen Etrog, den man aushöhle und mit Honig fülle, alsdann lege man ihn auf glühende Kohlen und esse ihn. R. Ḥanina sagte: [Man trinke] vierzigtägigen Urin; eine Barzina64Flüssigkeitsmaß, 1/<sub>32</sub> Log.gegen [den Stich] einer Hornisse, ein Viertellog gegen [den Stich] eines Skorpions, die Hälfte eines Viertellog, wenn man offenstehendes Wasser getrunken hat, ein Riba͑65Das bibl. Log.hilft sogar gegen Zauberei. R. Joḥanan sagte: Inogaron66Eine Art Brühe od. Sauce; cf. Ber. Fol. 36a., Koloquintenbrühe und Therjak helfen sowohl gegen offenstehendes Wasser, als auch gegen Zauberei.", "Wer eine Schlange verschluckt hat, esse Hopfen mit Salz und laufe drei Mil. R. Šimi b. Aši sah, wie ein Mann eine Schlange verschluckte, da verstellte er sich als Reiter, gab ihm Hopfen und Salz zu essen und ließ ihn in seiner Gegenwart drei Mil laufen; hierauf ging sie ihm stückweise ab. Manche erzählen: R. Šimi b. Aši verschluckte einst eine Schlange, da kam Elijahu, der sich als Reiter verstellt hatte, und gab ihm Hopfen mit Salz zu essen und ließ ihn in seiner Gegenwart drei Mil laufen; hierauf ging sie ihm stückweise ab. Wenn einen eine Schlange gebissen hat, so hole er das Embryo einer weißen Eselin, zerteile es und lege es auf die Wunde; dies aber nur dann, wenn sie nicht als totverletzt befunden wird. Einst" ], [ "biß einen Beamten in Pumbeditha eine Schlange; da tötete man für ihn alle dreizehn Eselinnen, die in Pumbeditha waren, und sie wurden alle als totverletzt befunden. Als man für ihn eine holen wollte, die in der Nähe von Pumbeditha noch zu haben war, fraß sie währenddessen ein Löwe. Da sprach Abajje zu ihnen: Wahrscheinlich hat ihn die Schlange der Rabbanan67Wer eine Anordnung der Rabbanan übertritt, wird von einer Schlange gebissen.gebissen, wogegen es keine Mittel gibt, wie es heißt: 68Ecc. 10,8.wer den Zaun durchbricht, den beißt die Schlange. Diese erwiderten: Jawohl, Meister; als Rabh starb, ordnete R. Jiçḥaq b. Bisna an, daß niemand zu einer Hochzeit Myrten, Palmenzweige oder ein Tamburin bringe, dieser aber brachte Myrten, Palmenzweige und ein Tamburin zu einer Hochzeit, und darauf biß ihn die Schlange. Und der Mann starb.", "Wenn einen eine Schlange umringelt, so steige er ins Wasser, halte einen Korb über seinem Kopfe, und entferne ihn allmählich, und wenn sie sich ganz auf diesem befindet, werfe er ihn ins Wasser, steige hinauf und gehe fort. Wenn eine Schlange einen verfolgt, so reite er, wenn jemand bei ihm ist, vier Ellen auf diesem69Damit die Schlange seine Spuren verliere., wenn aber nicht, so springe er über einen Graben, oder überschreite einen Fluß. Nachts stelle er sein Bett auf vier Fässer und schlafe unter freiem Himmel70Wörtl. unter Sternen; damit die Schlange sich nicht vom Dache aus auf ihn stürze.. Alsdann binde er vier Katzen an die vier Füße des Bettes und lege Holzspäne daneben, damit sie, wenn sie das Geräusch hören, sie auffressen. Wenn einem eine Schlange nachläuft, so laufe er in Sand71Wo die Schlange sich nicht schnell bewegen kann..", "Wenn eine Frau eine Schlange bemerkt, und nicht weiß, ob diese auf sie ein Auge geworfen hat oder nicht, so nehme sie ihre Kleider ab und werfe sie vor diese; wickelt sie sich in diese, so hat sie auf sie ein Auge geworfen, wenn aber nicht, so hat sie kein Auge auf sie geworfen. Welches Mittel gibt es dagegen? –", "Sie übe in ihrer Gegenwart den Beischlaf72Nach den Erklärungen, um bei ihr Abscheu zu erregen.aus. Manche sagen, dadurch wird ihre Leidenschaft um so mehr gesteigert; vielmehr nehme sie etwas von ihrem Haare und ihren Nägeln, werfe es vor sie hin und spreche: Ich bin eine Menstruierende. Wenn eine Schlange in den Leib einer Frau gekommen ist, so setze man sie mit auseinandergespreizten Beinen auf zwei Fässer; darauf hole man fettes, auf Kohlen gebratenes Fleisch, einen Korb mit Kresse und wohlriechenden Wein, mische dies alles zusammen und setze es unter sie. Alsdann warte man mit einer Zange in der Hand, und wenn sie den Duft riecht und hervorkommt, fasse man sie und verbrenne sie im Feuer, denn sonst kommt sie wieder hinein.", "ALLE SPEISEN &C. Was schließen [die Worte] alle Speisen ein? – Sie schließen noch Milz [als Heilmittel] für die Zähne und Lauch für die Därme73Obgleich es offenbar ist, daß man sie als Heilmittel genießt, da sie auch schädlich sind.ein. – Was schließen [die Worte] alle Getränke ein? – Sie schließen Kapernsaft mit Essig ein. Rabina sprach zu Raba: Ist es erlaubt, Urin am Šabbath zu trinken? Dieser erwiderte: Es wird ja gelehrt: alle Getränke trinken; Urin trinkt man ja nicht.", "AUSGENOMMEN PALMENWASSER. Es wird gelehrt: Ausgenommen Bohrwasser74Im Texte besteht der Unterschied in einem einzigen Buchstaben des bezügl. Wortes, dessen Lesart wohl unsicher war.. Einer liest Bohrwasser, weil es die Galle durchbohrt, und einer liest Palmenwasser, weil es aus zwei Palmen quillt. – Welches Bewenden hat es mit dem Palmenwasser? Rabba b. Bar Ḥana erwiderte; Im Westen gibt es zwei Palmen, zwischen denen eine Wasserquelle liegt; der erste Becher [dieses Wassers] löst [den Kot] auf, der zweite verursacht Durchfall, der dritte geht so [klar] heraus, wie er hereingekommen ist. U͑la sagte: Ich habe babylonischen Met getrunken, der noch wirksamer ist, als dieses. Jedoch nur dann, wenn man ihn seit vierzig Tagen nicht getrunken hat.", "R. Joseph erklärte: [Bohrwasser ist] das ägyptische Bier; [dies enthält] ein Drittel Gerste, ein Drittel Safflor und ein Drittel Salz. R. Papa sagte: Ein Drittel Weizen, ein Drittel Safflor und ein Drittel Salz und Kümmel. Als Merkmal diene dir [das Wort] Sisani75Korb, Schale; sowohl im Namen Joseph als auch im Worte Gerste kommt ein S vor, und dieses befindet sich zweimal in Sisani.. Man trinke es zwischen dem Pesaḥ- und dem Wochenfeste; wer an Verstopfung leidet, bei dem wirkt es auflösend, wer an Durchfall leidet, bei dem wirkt es verhärtend.", "STERILITÄTSTRANK. Was ist das für ein Sterilitätstrank? R. Joḥanan erwiderte: Man nehme alexandrinisches Gummi im Gewichte eines Zuz, Alaun76So nach Raschi.im Gewichte eines Zuz, Gartensafran im Gewichte eines Zuz und zerreibe sie miteinander. Eine Flußbehaftete nehme diese drei Dinge mit Wein, und sie wird nicht steril. Gegen Gelbsucht nehme man zwei von diesen Dingen mit Met, und man wird davon steril. «Eine Flußbehaftete nehme diese drei Dinge mit Wein, und sie wird nicht steril.» Wenn nicht dies, so nehme man drei" ], [ "Kapiz persischer Zwiebeln, koche sie mit Wein und gebe es ihr zu trinken, indem man zu ihr spreche: Tue deinem Flusse Einhalt. Wenn nicht dies, so setze man sie auf den Scheideweg und lasse sie einen Becher Wein in der Hand halten; dann komme jemand hinter ihr, erschrecke sie und spreche: Tue deinem Flusse Einhalt. Wenn nicht dies, so hole man eine Handvoll Kümmel, eine Handvoll Safran, eine Handvoll Fönnkraut und koche sie mit Wein. Dann gebe man es ihr zu trinken, indem man zu ihr spreche: Tue deinem Flusse Einhalt. Wenn nicht dies, so hole man sechzig Spunde und weiche sie [im Wasser], indem man zu ihr spreche: Tue deinem Flusse Einhalt. Wenn nicht dies, so hole man Pašiṭna77Nach Raschi eine Krautart, die nicht in die Höhe, sondern in die Breite wächst. Wohl etymologisch, aber nicht einmal die Lesart ist sicher., koche es in Wein und rühre es durch, indem man zu ihr spreche: Tue deinem Flusse Einhalt. Wenn nicht dies, so hole man die Harnoga78Viell. Eryngium Tourn., Mannstreu.der Romithadistel und verbrenne sie, und [die Asche] tue man im Sommer in einen Leinenlappen und im Winter in einen Baumwolllappen.", "Wenn nicht dies, so grabe man sieben Grübchen und verbrenne darin eine junge Ranke von einem ungeweihten Weinberge, und lasse sie einen Becher Wein in der Hand halten; dann stehe sie von dem einen auf und setze sich auf ein anderes, und vom anderen auf ein drittes, und jedesmal spreche man zu ihr: Tue deinem Flusse Einhalt. Wenn nicht dies, so hole man feines Mehl, bestreiche ihr damit [den Körper], von der Mitte nach unten, indem man zu ihr spreche: Tue deinem Flusse Einhalt. Wenn nicht dies, so hole man ein Straußenei und verbrenne es, und [die Asche] tue man im Sommer in einen Leinenlappen und im Winter in einen Baumwolllappen. Wenn nicht dies, so öffne man für sie besonders ein Faß Wein. Wenn nicht dies, so nehme sie eine Gerste, die sich im Mist einer weißen Mauleselin befindet; wenn sie diese einen Tag hält, so hört [der Fluß] zwei Tage auf, wenn sie diese zwei Tage hält, so hört er drei Tage auf, und wenn sie diese drei Tage hält, so hört er für immer auf.", "«Gegen Gelbsucht nehme man zwei von diesen Dingen mit Met, und man wird davon steril.» Wenn nicht dies, so hole man den Kopf einer gesalzenen Meerbutte, koche ihn mit Met und trinke ihn. Wenn nicht dies, so hole man Tunke von Heuschrecken, und wenn keine Tunke von Heuschrecken zu haben ist, so hole man Tunke kleiner Vögelchen79Raschi: eine Art kleiner Vögel; wörtl. der Pickenden oder Nagenden., führe ihn in eine Badestube und reibe ihn damit ein. Ist keine Badestube vorhanden, so lasse man ihn zwischen Ofen und Wand stehen. R. Joḥanan sagte: Will man ihn erwärmen, so reibe80Nach Raschi, wickle.man ihn mit seinem Laken. R. Aḥa b. Joseph litt daran; da wandte R. Kahana dies bei ihm an, und er genas.", "Wenn nicht dies, so hole man drei Kapiz persischer Datteln, drei Kapiz überlaufendes Wachs [vom Bienenkorbe] und drei Kapiz purpurrote Aloë; dies koche man mit Met und trinke es. Wenn nicht dies, so hole man das Füllen eines Esels, und nachdem man [dem Kranken] die Mitte des Kopfes ausrasiert hat, zapfe man [dem Füllen] Blut von der Schläfe ab und tue es ihm auf den Kopf. Man achte aber darauf, daß ihm nichts davon in die Augen komme, denn er könnte erblinden. Wenn nicht dies, so hole man den in Pökel eingelegten Kopf eines Ziegenbockes, koche ihn in Met und trinke ihn. Wenn nicht dies, so hole man ein geflecktes Schwein81Nach anderen, höckriges., zerteile es und lege es auf das Herz. Wenn nicht dies, so hole man Porree aus der Mitte eines Beetes.", "Einst sprach ein Araber, der daran litt, zu einem Gärtner: Nimm mein Gewand und hole mir ein Beet Porree. Nachdem dieser es ihm gegeben, und er es gegessen hatte, sprach er zu ihm: Borge mir dein Gewand, damit ich darin ein wenig schlafe. Darauf hüllte er sich darein und schlief. Als er aufstand, war er so sehr durchwärmt, daß [das Gewand] stückweise von ihm fiel.", "«Gegen Gelbsucht nehme man zwei von diesen Dingen mit Met, und man wird davon steril.» – Ist dies denn erlaubt, es wird ja gelehrt: Woher, daß die Kastration an einem Menschen verboten ist? Es heißt:82Lev. 22,24.ihr sollt dies in euerem Lande nicht tun; ihr dürft dies an euch selbst nicht tun – so R. Ḥanina!? – Dies nur, wo man dies direkt beabsichtigt, hierbei aber kommt es von selbst. So sagte auch R. Joḥanan: Wenn man einen Hahn kastrieren will, so nehme man ihm den Kamm ab, und er wird von selbst kastriert. – Aber R. Aši sagte ja, daß man ihm dadurch nur seinen Hochmut83Er wird traurig und übt die Begattung nicht aus, jedoch wird er dadurch nicht kastriert.nimmt!? – Vielmehr dies gilt von einem Kastraten. –", "Aber R. Ḥija b. Abba sagte ja im Namen R. Joḥanans:" ], [ "Alle stimmen überein, daß man schuldig sei, wenn man die gesäuerte [Opfergabe] säuert, denn es heißt einmal:84Lev. 6,10.sie darf nicht aus Gesäuertem gebacken werden, und wiederum:85Ib. 2,11.sie darf nicht aus Gesäuertem bereitet werden. Daß man ferner schuldig sei, wenn man ein Kastriertes abermals kastriert, denn es heißt: 86Ib. 22,24.auch ein solches, dem die Hoden zerquetscht, zerschlagen, abgerissen oder durchgeschnitten sind; und da man, wenn man schuldig ist, wenn durchgeschnitten, erst recht schuldig ist, wenn ganz abgerissen, so lehrt dies vielmehr, daß man schuldig ist, wenn man nach dem Durchreißen ganz abreißt!? Wolltest du sagen, dies gelte von einem Greise,", "so sagte ja R. Joḥanan: Diese [Mittel] gaben mir meine Jugend87Cf. Git. Fol. 70a; auch ein Greis kann wieder zeugungsfähig werden.wieder!? – Vielmehr, dies gilt von einer Frau88Die der Fortpflanzungspflicht nicht unterworfen ist.. – Wie ist dies aber nach R. Joḥanan b. Beroqa zu erklären, welcher sagt, von beiden heiße es:89Gen. 1,22.und Gott segnete sie, indem er sprach: Seid fruchtbar und mehret euch!? – Dies gilt von einer Greisin oder einer Sterilen.", "ivWER ZAHNSCHMERZEN HAT, DARF KEINEN ESSIG DURCH [DIE ZÄHNE] SCHLÜRFEN, WOHL ABER DARF ER WIE GEWÖHNLICH [SPEISEN IN ESSIG] TUNKEN, UND WENN ER DADURCH GESUND WIRD, SO IST NICHTS DABEI. WER LENDENSCHMERZEN HAT, DARF SICH NICHT MIT WEIN UND ESSIG EINREIBEN, WOHL ABER DARF ER SICH MIT ÖL SCHMIEREN, NUR NICHT MIT ROSENÖL. FÜRSTENKINDER DÜRFEN SICH EINE WUNDE MIT ROSENÖL BESTREICHEN, DENN DIESE PFLEGEN SICH DAMIT AUCH AM WOCHENTAGE ZU SCHMIEREN. R. ŠIMO͑N SAGT, ALLE JISRAÉLITEN SEIEN FÜRSTENKINDER.", "GEMARA. Der hohe R. Aḥa, das ist R. Aḥa b. Papa, wies R. Abahu auf einen Widerspruch hin: Wir haben gelernt, wer Zahnschmerzen hat, dürfe durch [die Zähne] keinen Essig schlürfen, wonach Essig gut für die Zähne ist, und dem widersprechend heißt es: 90Pr. 10,26.wie Essig für die Zähne und Rauch für die Augen!? – Das ist kein Widerspruch; das eine gilt von Kahmessig, das andere gilt von gegorenem Essig. Wenn du aber willst, sage ich: beide gelten von gegorenem Essig, jedoch gilt das eine von dem Falle, wenn man eine Wunde hat, und das andere von dem Falle, wenn man keine Wunde hat; hat man eine Wunde, so heilt er, hat man keine Wunde, so ist er schädlich.", "DARF KEINEN ESSIG DURCH [DIE ZÄHNE] SCHLÜRFEN. Es wird ja aber gelehrt, man dürfe nicht schlürfen und ausspeien, wohl aber dürfe man schlürfen und herunterschlucken!? Abajje erwiderte: Unsere Mišna spricht eben von dem Falle, wenn man ihn schlürft und ausspeit. Raba erwiderte: Du kannst sogar sagen, wenn man ihn schlürft und herunterschluckt, nur gilt das eine vor dem Eintunken, das andere aber nach dem Eintunken91Vor der Mahlzeit, als Vorspeise; im ersteren Falle ist es erlaubt, da man annehmen kann, es gehöre zur Mahlzeit.. –", "Man sollte aber sagen, da es vor dem Eintunken erlaubt ist, sei es auch nach dem Eintunken erlaubt!? Wir wissen nämlich von Raba, daß er der Ansicht ist, man wende [die Begründung] ‘da’ an.", "Raba sagte nämlich: Es gibt nichts, was am Šabbath erlaubt und am Versöhnungstage verboten ist; da es am Šabbath erlaubt ist, so ist es auch am Versöhnungstage erlaubt. –", "Raba ist von jener [Erklärung] abgekommen. – Woher, daß er von jener abgekommen ist, vielleicht ist er von dieser [Lehre] abgekommen!? – Dies ist nicht einleuchtend, denn es wird gelehrt: alle, die ein Reinigungsbad nehmen müssen, baden wie gewöhnlich, sowohl am neunten Ab, als auch am Versöhnungstage.", "WER LENDENSCHMERZEN HAT &C. R. Abba b. Zabhda sagte im Namen Rabhs: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n. – Demnach ist Rabh der Ansicht R. Šimo͑ns; dem widersprechend sagte ja R. Šimi b. Ḥija im Namen Rabhs, es sei verboten," ], [ "am Feste einen Pfropfen92Aus einem Lappen, weil man dadurch die Flüssigkeit auspreßt.in das Faß zu stecken!? – In diesem Falle pflichtet auch R. Šimo͑n bei, denn Abajje und Raba sagen beide, R. Šimo͑n pflichte bei in [einem Falle gleich] dem Kopfabschlagen, ohne zu töten93Gf. Abschn. VII, Anm. 88.. –", "R. Ḥija b. Aši sagte ja aber im Namen Rabhs, die Halakha sei wie R. Jehuda, und R. Ḥanan b. Ami im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie R. Šimo͑n, und R. Ḥija b. Abin lehrte es ohne Nennung von Traditoren: Rabh sagt, die Halakha sei wie R. Jehuda, und Šemuél sagt, die Halakha sei wie R. Šimo͑n!? Vielmehr, sagte Raba, ich und der Löwe unter den Genossen, das ist R. Ḥija b. Abin, erklärten dies: [Rabh sagte,] die Halakha sei wie R. Šimo͑n, jedoch nicht wegen seines Grundes. –", "Was heißt, die Halakha sei wie R. Šimo͑n, jedoch nicht wegen seines Grundes: wollte man sagen, die Halakha sei wie R. Šimo͑n, daß es erlaubt ist, jedoch nicht wegen seines Grundes, denn R. Šimo͑n ist der Ansicht, daß [das Rosenöl] heilend wirke, während Rabh der Ansicht ist, es wirke nicht heilend, so kann ja Rabh nicht der Ansicht sein, es wirke nicht heilend, wo doch gelehrt wird, Fürstenkinder dürfen sich eine Wunde mit Rosenöl bestreichen, doch wohl, weil es heilend wirkt!? – Vielmehr, die Halakha ist wie R. Šimo͑n, daß es erlaubt ist, jedoch nicht wegen seines Grundes, denn R. Šimo͑n ist der Ansicht, es sei auch da erlaubt, wo [das Rosenöl] selten ist, Rabh aber ist der Ansicht, nur wo es nicht selten ist, wo es aber selten ist, sei es verboten; in der Heimat Rabhs war nämlich das Rosenöl nicht selten.", "", "iWEGEN FOLGENDER KNOTEN IST MAN SCHULDIG: WEGEN DES KNOTENS DER KAMELTREIBER UND WEGEN DES KNOTENS DER SCHIFFER; UND WIE MAN WEGEN DES KNÜPFENS SCHULDIG IST, SO IST MAN AUCH WEGEN DES LÖSENS SCHULDIG. R. MEÍR SAGT, WEGEN EINES KNOTENS, DEN MAN MIT EINER HAND LÖSEN KANN, SEI MAN NICHT SCHULDIG.", "GEMARA. Welche heißen Knoten der Kameltreiber und Knoten der Schiffer: wollte man sagen, der Knoten, den man an die Nasenschlinge1Die durch die Nase des Kamels gezogen wird und dauernd an dieser verbleibt; an diese Schlinge wird ein Seil gebunden, woran es geführt wird., beziehungsweise der Knoten, den man an die Mastöse macht, so sind diese ja keine bestehenbleibende Knoten2Das Leitseil, bezw. das Schiffstau wird jedesmal, wenn nötig, an- und abgebunden.!? – Vielmehr, der Knoten der Nasenschlinge selber, beziehungsweise der Knoten der Mastöse selber.", "R. MEÍR SAGT, WEGEN EINES KNOTENS &C. R. Aḥadboj, der Bruder des Mar Aḥa, fragte: Wie ist es nach R. Meír, wenn man eine Schleife macht: ist der Grund R. Meírs, weil man [den Knoten] mit einer Hand lösen kann, und auch diese kann man mit einer Hand lösen, oder ist der Grund R. Meírs, weil er nicht fest ist, diese aber ist wohl fest? – Dies bleibt unentschieden.", "ii,1ES GIBT KNOTEN, WEGEN WELCHER MAN NICHT SCHULDIG IST, WIE WEGEN DER KNOTEN DER KAMELTREIBER UND WEGEN DER KNOTEN DER SCHIFFER. EINE FRAU DARF DEN VERSCHLUSS IHRES HEMDES UND DIE BÄNDCHEN DER HAUBE UND DES LEIBGURTES ZUSAMMENKNOTEN, DESGLEICHEN DIE RIEMEN DES SCHUHS, DER SANDALE, DES WEIN- ODER ÖLSCHLAUCHES UND DES FLEISCHTOPFES. R. ELIE͑ZER B. JA͑QOB SAGT, MAN DÜRFE VOR EINEM VIEH [EINEN STRICK] FESTBINDEN, DAMIT ES NICHT HINAUSGEHE.", "GEMARA. Dies widerspricht sich ja selbst: zuerst heißt es, es gebe Knoten, wegen welcher man nicht schuldig ist, wie wegen der Knoten der Kameltreiber und wegen der Knoten der Schiffer, wonach man wegen dieser nicht schuldig ist, wohl aber sind sie verboten, weiter aber lehrt er, eine Frau dürfe den Verschluß ihres Hemdes zusammenknoten, auch von vornherein!? – Er meint es, wie folgt: es gibt Knoten, wegen welcher man nicht schuldig ist, wie wegen der Knoten der Kameltreiber und wegen der Knoten der Schiffer, nämlich ein Knoten," ], [ "den man an die Nasenschlinge, beziehungsweise ein Knoten, den man an die Mastöse macht; wegen dieser ist man nicht schuldig, wohl aber sind sie verboten; jedoch gibt es andere, die von vornherein erlaubt sind, nämlich die Knoten am Verschlusse des Hemdes. –", "Selbstverständlich!? – In dem Falle, wenn es zwei Verschlüsse hat; man könnte glauben, der eine ist ja entbehrlich, so lehrt er uns.", "DIE BÄNDCHEN DER HAUBE. Selbstverständlich!? – In dem Falle, wenn sie weit genug ist; man könnte glauben, man kann sie ja auch so abnehmen, so lehrt er es uns, weil eine Frau ihr Haar schont und [den Knoten] auflöst.", "DIE RIEMEN DES SCHUHS, DER SANDALE. Es wird gelehrt: Wer die Riemen des Schuhs und der Sandale auflöst, ist, wie das Eine lehrt, ein Sündopfer schuldig, und wie ein Anderes lehrt, frei, jedoch ist dies von vornherein verboten, und wie ein Drittes lehrt, ist dies von vornherein erlaubt. Hier besteht also ein Widerspruch, sowohl bezüglich des Schuhs, als auch bezüglich der Sandale!? –", "Bezüglich des Schuhs besteht kein Widerspruch. Die Lehre, man sei ein Sündopfer schuldig, gilt von einem Schusterknoten; [die Lehre] man sei frei, jedoch sei es von vornherein verboten, gilt von den Gelehrten3Die ihre Schuhe nur lose befestigen und daher oft den Knoten dauernd stehen lassen., und die Lehre, es sei von vornherein erlaubt, gilt von den Einwohnern von Maḥoza4Die auf ihre Kleidung achten und den Knoten jedesmal beim Anziehen und Ausziehen lösen..", "Bezüglich der Sandale besteht ebenfalls kein Widerspruch. Die Lehre, man sei ein Sündopfer schuldig, gilt von den Sandalen der Araber, an welchen die Schuster den Knoten machen; [die Lehre], man sei frei, jedoch sei es von vornherein verboten, gilt von einem Knoten, den sie selber machen; [die Lehre], es sei von vornherein erlaubt, gilt von einer Sandale, die zwei Personen abwechselnd5Der Knoten bleibt bestimmt nicht bestehen, da jeder ihn für seinen Fuß passend binden muß. tragen. So ereignete es sich bei R. Jehuda. R. Jehuda, der Bruder Sala des Frommen, hatte ein Paar Sandalen, die zuweilen er und zuweilen sein Sohn trug. Einst trat er vor Abajje und fragte ihn: Wie ist es damit? Dieser erwiderte: Man ist dieserhalb ein Sündopfer schuldig.", "Da sprach jener: Mir ist es sogar fraglich, ob nicht schuldig und von vornherein verboten, und du sagst, man sei ein Sündopfer schuldig!? – Aus welchem Grunde? Jener erwiderte: Weil sie auch am Wochentage zuweilen von mir und zuweilen von meinem Sohne benutzt werden. Darauf sprach dieser: Wenn dem so ist, so ist es auch von vornherein erlaubt.", "Einst ging R. Jirmeja hinter R. Abahu in einem Neutralgebiete, und ihm platzte der Riemen seiner Sandale. Da sprach er: Was mache ich nun? Dieser erwiderte: Nimm feuchten Bast, der als Viehfutter verwendbar ist, und binde sie damit fest. Einst stand Abajje vor R. Joseph, und ihm platzte ein Riemen [der Sandale]. Da sprach er: Was mache ich nun? Dieser erwiderte: Laß sie liegen. – Womit ist es hierbei anders, als bei R. Jirmeja? – Dort waren sie nicht in Sicherheit, hier aber6Es war im Hofe R. Josephs. sind sie in Sicherheit. – Sie ist ja aber noch ein Kleidungsstück, da man die rechte am linken [Fuße7Die Sandale verliert nur dann ihre Bedeutung als Kleidungsstück, wenn der äußere Riemen abgeplatzt ist. tragen] kann!? Dieser erwiderte: Da R. Joḥanan [die Barajtha] nach R. Jehuda erklärt hat, so ist anzunehmen, daß die Halakha wie R. Jehuda ist. –", "Welches Bewenden hat es damit? – Es wird gelehrt: Wenn an einer Sandale ein Öhr oder eine Öse abgeplatzt ist oder der größere Teil der Sohle fehlt, so ist sie noch verunreinigungsfähig; wenn beide Öhre oder beide Ösen oder die ganze Sohle fehlt, so ist sie nicht mehr verunreinigungsfähig. R. Jehuda sagt: Ist die innere [Öse] abgeplatzt, so ist sie verunreinigungsfähig, wenn die äußere, so ist sie nicht mehr verunreinigungsfähig. Hierzu sagte U͑la, und wie manche sagen, Rabba b. Bar Ḥana, im Namen R. Joḥanans: Wie sie darüber hinsichtlich der Unreinheit streiten, so streiten sie auch hinsichtlich des Šabbaths8Wenn sie als Kleidungsstück gilt, darf man sie am Š. fortbewegen, auch ist sie zur Vollziehung der Ḥaliça (cf. Dt. 25,5ff.) geeignet., nicht aber hinsichtlich der Ḥaliça.", "Dagegen wandten wir ein: Wen9Daß hinsichtlich der Ḥ. ihm sein Gegner beipflichte. meint er damit: wenn die Rabbanan, daß sie nämlich, wie sie hinsichtlich der Unreinheit als Kleidungsstück gilt, auch hinsichtlich des Šabbaths als Kleidungsstück gelte, nicht aber gelte sie hinsichtlich der Ḥaliça als Kleidungsstück, so haben wir ja gelernt, daß, wenn sie10Eine Frau, die die Ḥaliça zu vollziehen hat.die Ḥaliça mit der linken [Sandale] am rechten Fuße vollzogen hat, es gültig sei11Man kann sie auch vertauschen.!? Und wenn R. Jehuda, daß sie nämlich, wie sie hinsichtlich der Unreinheit nicht als Kleidungsstück gilt, auch hinsichtlich des Šabbaths nicht als Kleidungsstück gelte, wohl aber gelte sie hinsichtlich der Ḥaliça als Kleidungsstück,", "so sagen wir ja nur dann, die Ḥaliça sei gültig, wenn sie es mit der linken [Sandale] am rechten [Fuße] vollzogen hat, wo sie an sich ein Kleidungsstück ist, während sie hierbei an sich kein Kleidungsstück ist, denn R. Jehuda sagt ja, daß wenn die äußere [Öse] abgeplatzt ist, sie nicht mehr verunreinigungsfähig sei, wonach sie kein Kleidungsstück ist!? – Tatsächlich R. Jehuda, und man lese: ebenso hinsichtlich der Ḥaliça. Er lehrt uns folgendes: wir sagen zwar, wenn sie die Ḥaliça mit der linken [Sandale] am rechten [Fuße] vollzogen hat, sei dies gültig," ], [ "weil sie nämlich an sich ein Kleidungsstück ist,", "hierbei aber ist sie an sich kein Kleidungsstück12Da die Öse geplatzt ist.. – Kann R. Joḥanan dies denn gesagt haben, R. Joḥanan sagte ja, die Halakha sei wie die geschlossene Mišna, und eine solche lehrt, daß, wenn an einer Sandale ein Öhr abgeplatzt war, und man es ausgebessert hat, sie noch durch Auftreten verunreinigungsfähig sei, und wenn auch das andere abplatzt, und man es ausbessert, sie nicht mehr verunreinigungsfähig durch Auftreten [eines Flußbehafteten] sei, wohl aber durch seine Berührung; doch wohl ohne Unterschied, ob das innere oder äußere!? –", "Nein, dies gilt nur vom inneren. – Wozu lehrt er demnach, wenn sie rein ist, falls das äußere abplatzt, daß, wenn auch das andere abplatzt und man es ausbessert, sie nicht mehr durch Auftreten unrein sei, wohl aber durch [des Flußbehafteten] Berührung, er sollte doch bezüglich des einen einen Unterschied machen: dies gilt von dem Falle, wenn das innere abplatzt, wenn aber das äußere, so ist sie rein!? R. Jiçḥaq b. Joseph erwiderte: Um die Worte R. Joḥanans nicht zusammenbrechen zu lassen, ist unsere Mišna auf eine Sandale zu beziehen, die vier Öhre und vier Ösen hat.", "Als Rabin kam, sagte er im Namen des R. Ḥanan b. Abba: Rabh sagte, die Halakha sei, wie R. Jehuda, und R. Joḥanan sagte, die Halakha sei nicht wie R. Jehuda. – Kann R. Joḥanan denn dies gesagt haben, wenn R. Joḥanan die Barajtha nach R. Jehuda erklärt, so ist ja anzunehmen, daß er der Ansicht R. Jehudas ist!? – Amoraím streiten über die Ansicht R. Joḥanans.", "Dort haben wir gelernt: Für alle Gefäße des Hausherrn13Als Gegensatz zum Handwerker, der es mit seinen Berufsgefäßen genauer nimmt.ist die Größe eines Granatapfels festgesetzt14Sobald das Loch so groß ist, daß auch ein Granatapfel durchfällt, ist es nicht mehr verwendbar u. daher nicht mehr verunreinigungsfähig.. R. Ḥizqija fragte: Wie ist es, wenn es ein eine Olive durchlassendes Loch hatte, und nachdem man es geschlossen hat, [daneben] abermals ein eine Olive durchlassendes Loch bekommen und man auch dies geschlossen hat, so daß man es auf die einen Granatapfel durchlassende Größe ergänzt hat?", "Darauf sprach R. Joḥanan zu ihm: Meister, du hast uns gelehrt: Wenn an einer Sandale ein Öhr abgeplatzt war und man es ausgebessert hat, so ist sie durch Auftreten verunreinigungsfähig; wenn auch das andere abgeplatzt ist und man es ausgebessert hat, so ist sie durch [des Flußbehafteten] Auftreten nicht verunreinigungsfähig, wohl aber durch dessen Berührung. Wir sprachen zu dir: Wenn die erste [abgeplatzt ist], wohl deshalb, weil noch die andere vorhanden ist, auch beim [Fehlen der] anderen war ja die erste ausgebessert!?", "Darauf erwidertest du uns: Da haben wir es mit einem neuen Gesichte15Mit einer ganz anderen Sache; der Gegenstand war bereits für die Verunreinigung unfähig und ist es erst nachher geworden.zu tun. Auch hierbei haben wir es mit einem neuen Gesichte zu tun.", "Da rief er über ihn: Dieser ist gar kein Mensch16Dh. ein höheres Wesen.! Manche sagen: Dieser da, der ist ein Mann! R. Zera sagte im Namen des Raba b. Zimona: Waren die Früheren Engel, so sind wir Menschen, waren die Früheren Menschen, so sind wir Esel, und zwar nicht Esel wie der des R. Ḥanina b. Dosa17Der Esel des RḤ., der oft vermietet wurde, kam abends nicht eher nach Hause, als bis der Mieter das Mietgeld genau nach Verabredung gezahlt hatte; cf. Tan. Fol. 24a., oder der des R. Pinḥas b. Jaír18Der Esel des RP. aß keine Gerste, von der der Zehnt nicht entrichtet worden war; cf. Hui. Fol. 7a., sondern ganz gewöhnliche Esel.", "DES WEIN- ODER ÖLSCHLAUCHES. Selbstverständlich!? – In dem Falle, wenn er zwei Mündungen hat; man könnte glauben, die eine mache die andere entbehrlich, so lehrt er uns.", "DES FLEISCHTOPFES. Selbstverständlich!? – In dem Falle, wenn er einen Kran hat; man könnte glauben, dies sei entbehrlich, so lehrt er uns.", "R. ELIE͑ZER B. JA͑QOB SAGT, MAN &C. FESTBINDEN. Selbstverständlich!? – In dem Falle, wenn zwei Stricke vorhanden sind; man könnte glauben," ], [ "der eine mache den anderen entbehrlich, so lehrt er uns. R. Joseph sagte im Namen R. Jehudas im Namen Šemuéls: die Halakha ist wie R. Elie͑zer b. Ja͑qob. Abajje sprach zu ihm: So ist die Halakha, streitet denn jemand dagegen? Jener entgegnete: Was kommt es darauf an? Dieser erwiderte: Eine Lehre vortragen, nur als Singsang?", "ii,2MAN DARF EINEN EIMER MIT EINEM LEIBGURTE FESTBINDEN, NIGHT ABER MIT EINEM STRICKE, R. JEHUDA ERLAUBT DIES. R. JEHUDA SAGTE EINE REGEL: WEGEN EINES KNOTENS, DER NICHT BLEIBEND IST, IST MAN NICHT SCHULDIG.", "GEMARA. Was für ein Strick, wollte man sagen, ein gewöhnlicher Strick, wieso erlaubt es R. Jehuda, es ist ja ein bleibender Knoten!? – Vielmehr mit einem Weberstricke19Der anderweitige Verwendung hat.. – Demnach sind die Rabbanan der Ansicht, es sei bei einem Weberstricke verboten, mit Rücksicht auf einen gewöhnlichen Strick, während R. Jehuda der Ansicht ist, man berücksichtige dies nicht.", "Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn der Strick eines Eimers zerreißt, so darf man ihn nicht mit einem Knoten festbinden, sondern nur mit einer Schleife. R. Jehuda sagt, man befestige ihn mit einer Binde oder einem Gurte, nur mache man keine Schleife20Mit einem Stricke, mit Rücksicht auf einen Knoten..", "Sowohl R. Jehuda als auch die Rabbanan befinden sich ja im Widerspruche mit sich selbst!? –", "Die Rabbanan befinden sich nicht im Widerspruche, denn man verwechselt wohl Stricke miteinander, nicht aber eine Schleife mit einem Knoten. R. Jehuda befindet sich ebenfalls nicht im Widerspruche, denn da ist es nicht deshalb verboten, weil man die Schleife mit einem Knoten verwechseln könnte, sondern weil die Schleife selbst als Knoten gilt.", "R. Abba sagte im Namen R. Ḥijas im Namen R. Joḥanans: Man darf einen Strick aus seiner Wohnung holen und damit die Kuh an die Krippe binden. Der hohe R. Aḥa, das ist R. Aḥa b. Papa, wandte gegen R. Abba ein: Man darf den Strick an der Krippe an eine Kuh binden, den Strick an der Kuh an eine Krippe binden, nur darf man keinen Strick aus seiner Wohnung holen, und damit die Kuh an die Krippe binden21Man könnte den Knoten an dem einen Ende lösen und den anderen stehen lassen.!? – Da handelt es sich um einen gewöhnlichen Strick, hierbei aber um einen Weberstrick.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Man darf Webergeräte am Šabbath fortbewegen. Sie fragten R. Jehuda: Gilt dies auch vom oberen und vom unteren Querbalken [des Webstuhles]? – Ja und nein; er schwankte. Es wird gelehrt: R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls: Man darf Webergeräte am Šabbath fortbewegen, selbst den oberen und den unteren Querbalken, nicht aber die Seitenbalken.", "Raba sprach zu R. Naḥman: Die Seitenbalken wohl deshalb nicht, weil man dabei Vertiefungen macht, und diese entstehen ja von selber!? Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand Rüben oder Rettich unter einem Weinstocke versteckt22Cf. Abschn. IV, Anmm. 41,42.hat, so hat er, falls ein Teil der Blätter unbedeckt bleibt, kein Bedenken zu tragen wegen Mischsaat, wegen des Siebentjahres und wegen der Zehnte, auch darf man sie am Šabbath herausnehmen. –", "Auf dem Felde wird man nicht veranlaßt, die Vertiefungen zu ebnen, im Hause aber wird man veranlaßt, die Vertiefungen zu ebnen. R. Joḥanan fragte R. Jehuda b. Levaj: Darf man Webergeräte wie den oberen oder den unteren Querbalken am Šabbath fortbewegen? Dieser erwiderte: Man darf sie nicht fortbewegen. – Weshalb? – Weil sie auch sonst nicht umher getragen werden23Zu anderem Gebrauche; sie sind nur zum Weben bestimmt..", "iiiMAN DARF KLEIDUNGSSTÜCKE ZUSAMMENROLLEN, SELBST VIER- ODER FÜNFMAL; FERNER DARF MAN AM ŠABBATHABEND FÜR DEN ŠABBATH DAS LAGER BETTEN, NICHT ABER AM ŠABBATH FÜR DEN ŠABBATHAUSGANG. R. JIŠMA͑ÉL SAGT, MAN DÜRFE AM VERSÖHNUNGSTAGE FÜR DEN ŠABBATH KLEIDUNGSSTÜCKE ZUSAMMENROLLEN UND DAS LAGER BETTEN. MAN DARF DAS FETT DES ŠABBATHOPFERS AM VERSÖHNUNGSTAGE DARBRINGEN. R. A͑QIBA SAGT, WEDER DÜRFE DAS DES ŠABBATHS AM VERSÖHNUNGSTAGE, NOCH DAS DES VERSÖHNUNGSTAGES AM ŠABBATH DARGEBRACHT WERDEN.", "GEMARA. In der Schule R. Jannajs sagten sie: Dies wurde nur von einer Person gelehrt, zwei Personen aber dürfen es nicht. Und auch bei einer Person gilt dies nur von neuen [Kleidungsstücken], alte aber nicht. Und auch bei neuen gilt dies nur von weißen, farbige aber nicht. Auch gilt dies nur von dem Falle, wenn man keine [anderen] zum Wechseln hat, nicht aber, wenn man [andere] zum Wechseln hat.", "Es wird gelehrt: Im Hause R. Gamliéls pflegten sie ihre weißen Kleidungsstücke nicht zusammenzurollen, weil sie [andere] zum Wechseln hatten. R. Hona sagte: Hat man [andere] zum Wechseln, so wechsele man, wenn aber nicht, so lasse man24Zu Ehren des Š.s, weil dies vornehmer aussieht.seine Kleider herabwallen. R. Saphra wandte ein: Dies erscheint ja als Hochmut!? – Da man dies an jedem anderen Tage nicht tut, sondern nur an diesem Tage, so erscheint dies nicht als Hochmut.", "25Jes. 58,13.Und du ihn ehrst, daß du an ihm deine Wege nicht gehst. Du ihn ehrst, deine Kleidung am Šabbath gleiche nicht deiner Kleidung am Wochentage. So nannte R. Joḥanan seine Kleider ‘meine Würde’. Daß du an ihm deine Wege nicht gehst, dein Gang am Šabbath gleiche nicht deinem Gang am Wochentage. Deinen Geschäften nachzugehen, nur deine Geschäfte sind verboten, göttliche Angelegenheiten aber sind erlaubt. Und Gespräche zu führen," ], [ "dein Gespräch am Šabbath gleiche nicht deinem Gespräche am Wochentage. Jedoch ist nur das [geschäftliche] Sprechen verboten, das Denken aber ist erlaubt. – Begreiflich sind all jene Verordnungen, wieso aber gleiche der Gang am Šabbath nicht dem Gang am Wochentage? – Wie R. Hona im Namen Rabhs, und wie andere sagten, R. Abba im Namen R. Honas, gesagt hat: Wenn jemand am Šabbath geht und auf einen Wassergraben stößt, so darf er [hinüberschreiten], falls er den einen Fuß setzen kann, bevor er jenen aufgehoben26Dh. nicht zu springen braucht.hat, wenn aber nicht, so ist es verboten.", "Raba wandte ein: Wie sollte man es denn [anders] machen; macht man eignen Umweg, so hat man ja mehr zu gehen, geht man durch diesen hindurch, so könnte man ja, wenn die Kleider naß werden, sie auszudrücken veranlaßt werden!? – Vielmehr, da es nicht anders möglich ist, so ist [das Hinüberspringen] erlaubt. – Vielmehr, wie Rabbi den R. Jišma͑él b. R. Jose gefragt hat: Darf man am Šabbath große Schritte machen? Dieser erwiderte: Ist dies denn am Wochentage erlaubt!? Ich sage, ein großer Schritt nimmt ein Fünfhundertstel vom Augenlichte des Menschen. Man erhält es zurück, durch den Weihsegen am Šabbathabend27Wenn man vom Weine trinkt, über den der Segen gesprochen ist..", "Rabbi fragte R. Jišma͑él b. R. Jose: Darf man am Šabbath Erde28Wahrscheinl. als Heilmittel.essen? Dieser erwiderte: Ist dies denn am Wochentage erlaubt? Ich sage, dies ist auch am Wochentage verboten, weil es schädlich ist. R. Ami sagte: Wenn jemand von der Erde Babyloniens ißt, so ist dies ebenso, als äße er vom Leibe seiner Vorfahren. Manche sagen, als äße er Ekel und Kriechtiere, denn es heißt:29Gen. 7,23.und er vertilgte alles Bestehende &c.", "Reš Laqiš sagte: [Babylonien] heißt deshalb Šinea͑r, weil alle bei der Sintflut dorthin gespült30Vom Verbum נער schütteln, hinwegschütteln, hinwegstoßen.wurden. R. Joḥanan sagte: Es wird deshalb Tiefe genannt, weil alle Toten der Welt da versunken sind. – Aber die Ekel- und Kriechtiere sind ja längst verwest!? – Ich will dir sagen, da [Erde] schädlich ist, so hat man [das Essen] verboten. So aß einst ein Mann eine Erdscholle, mit der er Kresse mitaß, und die Kresse wuchs [in seinem Leibe] bis ans Herz heran, sodaß er starb.", "31Rt. 3,3.Wasche und salbe dich und lege deine Kleider an. R. Elea͑zar sagte: Das sind die Šabbathkleider. 32Pr. 9,9.Gib dem Weisen, und er wird noch weiser. R. Elea͑zar sagte: Darunter sind die Moabiterin Ruth und Šemuél aus Rama zu verstehen.", "Ruth, denn Na͑mi sprach zu ihr: Wasche und salbe dich und lege deine Kleider an, und gehe zur Tenne hinunter. Jedoch heißt es von ihr:33Rt. 3,6.da ging sie zur Tenne hinunter, und erst dann: und sie tat, ganz wie ihre Schwiegermutter sie geheißen hatte34Um nicht unterwegs durch die Schmückung aufzufallen., Šemuél, denn E͑li sprach zu ihm: 35iSam. 3,9.Lege dich schlafen, und wenn er dich etwa ruft, so sprich: Rede, Herr, dein Knecht hört. Jedoch heißt es von ihm:36Ib. V. 10.da kam der Herr, stellte sich hin und rief wie die vorigen Male: Šemuél, Šemuél, und Šemuél sprach: Rede, dein Knecht hört; er sagte aber nicht: Rede, Herr.", "37Rt. 2,3.Da ging sie, kam hin und las auf dem Felde hinter &c. R. Elea͑zar sagte: Sie ging mehrmals auf und ab, bis sie anständige Leute fand, mit denen sie gehen konnte. 38Ib. V. 5.Da fragte Boa͑z seinen Diener, der bei den Schnittern gestanden hatte: Wem gehört dieses Mädchen? War es denn die Art Boa͑z’, nach einem Mädchen zu fragen? R. Elea͑zar sagte: Er merkte ihr besondere Weisheit an; sie las nämlich nur zwei nebeneinanderliegende Ähren, drei nebeneinanderliegende las sie nicht39Cf. Pea. VI,5..", "In einer Barajtha wird gelehrt: Er merkte ihr besondere Keuschheit an; stehende [Ähren] las sie stehend, liegende las sie hockend40Nicht nach vorn gebückt, damit nicht die Kleider hinten in Unordnung geraten.. 41Rt. 2,8.Halte dich zu meinen Mädchen. War es denn die Art Boa͑z’, sich Mädchen anzuschließen? R. Elea͑zar sagte: Als er gesehen hatte, wie 42Ib. 1,14.O͑rpa ihre Schwiegermutter küßte, Ruth sich aber an sie schloß, sprach er: Dieser kann man sich anschließen.", "43Ib. 2,14.Zur Essenszeit aber sagte Boa͑z zu ihr: Komm hierher. R. Elea͑zar sagte: Er deutete ihr an, daß dereinst das Königshaus Davids aus ihr hervorgehen werde, bei dem ebenfalls [das Wort] hierher gebraucht wird, wie es heißt:44iiSam. 7,18.da kam der König David, setzte sich vor den Herrn und sprach: Wer bin ich, o Gott, mein Herr, und was ist mein Haus, daß du mich bis hierher gebracht hast!? 45Rt. 2,14.Tunke dein Brot in den Essig. R. Elea͑zar sagte: Hieraus, daß der Essig gut ist gegen Hitze.", "R. Šemuél b. Naḥmani sagte: Er deutete ihr an, daß aus ihr ein Sohn hervorgehen werde, dessen Taten sauer wie Essig sein werden, das ist nämlich Menaše. 45Rt. 2,14.Da setzte sie sich zur Seite der Schnitter. R. Elea͑zar sagte: Zur Seite der Schnitter, nicht aber unter die Schnitter. Er deutete ihr auch an, daß das Königreich Davids sich spalten werde.", "45Rt. 2,14.Und er legte ihr geröstete Ähren vor, und sie aß. R. Elea͑zar sagte: Sie aß, in den Tagen Davids; sie wurde satt, in den Tagen Šelomos; sie ließ übrig, in den Tagen Ḥizqijas. Manche erklären: Sie aß, in den Tagen Davids und in den Tagen Šelomos; sie wurde satt, in den Tagen Ḥizqijas; sie ließ übrig, in den Tagen Rabbis46Rabbi [R. Jehuda der Fürst] stammte aus dem Hause Davids.. Der Meister sagte nämlich: Der Stallmeister Rabbis war reicher, als der König Sapor. In einer Barajtha wird gelehrt: Sie aß, auf dieser Welt; sie wurde satt, in den messianischen Tagen; sie ließ übrig, in der zukünftigen Welt.", "47Jes. 10,16.Und unter seiner Herrlichkeit wird ein Brand entbrennen, wie Feuerbrand. R. Joḥanan sagte: Unter seiner Herrlichkeit, nicht aber seine Herrlichkeit48Die Körper wurden verbrannt, während die Kleider verschont blieben.selbst. R. Joḥanan vertritt hiermit seine Ansicht, denn er nannte seine Kleider ‘meine Würde’.", "R. Elea͑zar sagte: Unter seiner Herrlichkeit, wörtlich, unter seiner Herrlichkeit49Der Sinn ist nicht recht klar. Nach den Kommentaren hat hier, wie an anderen Stellen, תחת die Bedeutung: anstelle, statt; statt der Herrlichkeit Brand.. R. Šemuél b. Naḥmani sagte: Unter seiner Herrlichkeit, wie bei der Verbrennung der Söhne50Cf. Lev. 10,1ff.Ahrons; wie bei diesen nur die Seele verbrannt wurde, während der Körper erhalten blieb, so ist auch hierbei nur die Seele verbrannt worden, während der Körper erhalten blieb.", "R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans:" ], [ "Woher wissen wir das Umkleiden51Zu Ehren des Š.s oder des Festes.aus der Tora zu entnehmen? Es heißt:52Lev. 6,4.er ziehe seine Kleider aus und lege andere Kleider an, und hierzu wurde in der Schule R. Jišma͑éls gelehrt: Die Tora lehrt eine Anstandsregel: In den Kleidern, in denen man für seinen Herrn einen Topf gekocht hat, schenke man ihm keinen Becher ein.", "Ferner sagte R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans: Es ist für einen Schriftgelehrten unschicklich, mit geflickten Schuhen auf die Straße zu gehen. – Aber R. Aḥa b. Ḥanina ging ja so!? R. Aḥa, Sohn des R. Naḥman, erwiderte: Auf denen Flick auf Flick sitzt.", "Ferner sagte R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans: Ein Schriftgelehrter, auf dessen Gewand sich ein Fettfleck befindet, verdient den Tod, denn es heißt:53Pr. 8,36.die mich hassen, wollen den Tod, und man lese nicht: die mich hassen, sondern: die mich verhaßt machen. Rabina sagte: Ein Samenfleck54Im Texte unterscheiden sich beide Worte durch einen einzigen Buchstaben, wahrscheinlich also eine Variante.. Sie streiten aber nicht; einer spricht vom Oberkleide, und einer spricht vom Unterkleide.", "Ferner sagte R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans: Es heißt:55Jes. 20,3.gleich wie mein Knecht Ješa͑ja nackt und barfuß einhergegangen ist. Nackt, in zerrissenen Kleidern; barfuß, in geflickten Schuhen.", "Dort haben wir gelernt: Ein Fettfleck auf einer Eselsdecke gilt [beim Untertauchen] als Trennung. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, nur in der Größe eines italischen Assar. Auf Kleidern gilt er an einer Seite nicht als Trennung, an beiden Seiten gilt er als Trennung. R. Jehuda sagt im Namen R. Jišma͑éls, auch an einer Seite gelte er als Trennung.", "R. Šimo͑n b. Laqiš fragte R. Ḥanina: Bei einer Eselsdecke an einer Seite oder an beiden Seiten? Dieser erwiderte: Dies habe ich nicht gehört, aber Ähnliches habe ich gehört. Wir haben gelernt: R. Jose sagt, an [Gewändern von] Bauleuten, wenn an einer Seite, und an solchen von Unwissenden, wenn an beiden Seiten. Eine Eselsdecke sollte ja nicht mehr sein, als das Gewand eines Menschen aus dem gemeinen Volke. –", "Wer sind die Bauleute? R. Joḥanan erwiderte: Das sind die Schriftgelehrten56Cf. Ber. Abschn. IX, Anm. 427., die sich ihr ganzes Leben lang mit dem Ausbau der Welt befassen. Ferner sagte R. Joḥanan: Wer heißt ein Schriftgelehrter, dem man einen Fund auf das Wiedererkennen hin zurückgebe57Ein Fund darf dem Verlierer sonst nur gegen Angabe eines Zeichens ausgehändigt werden; cf. Bm. 21aff.? Der bedacht ist, sein Gewand auf der rechten Seite zu tragen. Ferner sagte R. Joḥanan: Wer heißt ein Schriftgelehrter, den man zum Verwalter über die Gemeinde einsetze? Den man aus irgendeiner Stelle eine Halakha fragt, und der zu antworten weiß, selbst aus dem Traktate Kalla58Apokrypher entlegener Traktat über die Brautgesetze..", "Ferner sagte R. Joḥanan: Wer heißt ein Schriftgelehrter, dessen Arbeiten zu verrichten seinen Stadtleuten obliegt? Der seine Angelegenheiten vernachlässigt und sich mit den göttlichen Angelegenheiten befaßt. Dies erstreckt sich aber nur soweit, daß man für sein Brot sorgen muß. «Ferner sagte R. Joḥanan: Wer heißt ein Schriftgelehrter? Den man aus irgendeiner Stelle eine Halakha fragt, und der zu antworten weiß.» In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Hinsichtlich der Einsetzung zum Verwalter über die Gemeinde. Ist er in einem Traktate [bewandert], dann in seiner Ortschaft, wenn in der ganzen Lehre, auch zum Schuloberhaupte.", "R. Šimo͑n b. Laqiš sagte: Darunter59Unter ‘Kleider der Bauleute’.sind die Olearengewänder60Wahrscheinl. geölte Kleidungsstücke (aus dem lat. Olearium).zu verstehen, die aus den überseeischen Ländern kommen. – Demnach sind diese weiß. Aber R. Jannaj sagte ja zu seinen Söhnen: Kinder, bestattet mich weder in weißen Gewändern noch in schwarzen Gewändern; nicht in weißen, denn wenn es mir nicht beschieden61Ins Paradies zu kommen.ist, bin ich wie ein Bräutigam unter Leidtragenden; nicht in schwarzen, denn wenn es mir beschieden ist, bin ich wie ein Leidtragender unter Bräutigamen. Bestattet mich vielmehr in Olearengewändern, die aus den überseeischen Ländern kommen. Hieraus, daß diese rötlich sind!? – Das ist kein Widerspruch; eines gilt von Oberkleidern und eines gilt von Unterkleidern62Letztere sind weiß..", "R. JIŠMA͑ÉL SAGT, MAN DÜRFE &C. ZUSAMMENROLLEN. Die Rabbanan lehrten:63Num. 28,10.Ein Brandopfer für den Šabbath; dies lehrt, daß man das Fett des Šabbath [opfers] am Versöhnungstage darbringen darf. Man könnte glauben, auch das des Versöhnungstages am Šabbath, so heißt es: am Šabbath64Die Wiederholung des Wortes, בשבתו deutet, daß es auch an einem 2. Feiertage dargebracht werden kann; andererseits deutet das Suffix, daß es nur an diesem Šabbath dargebracht werden darf. – so R. Jišma͑él.", "R. A͑qiba sagte: Ein Brandopfer für den Šabbath; dies lehrt, daß man das Fett des Šabbath [opfers] am Feste darbringen darf. Man könnte glauben, auch am Versöhnungstage, so heißt es: am Šabbath.", "Wenn du nachdenkst, sind nach R. Jišma͑él Gelübde- und Spendopfer am Feste darzubringen, und der Schriftvers ist dazu nötig, [die Darbringung des Šabbathopfers] am Versöhnungstage zu erlauben, und nach R. A͑qiba Gelübde- und Spendopfer am Feste nicht darzubringen, und der Schriftvers ist dazu nötig, [die Darbringung des Šabbathopfers] am Feste zu erlauben. R. Zera sagte:" ], [ "Als ich in Babylonien war, dachte ich, die Lehre, daß, wenn der Versöhnungstag auf einen Šabbathvorabend fiel, man die Posaunenstöße65Die am Vorabend des Š.s geblasen wurden; cf. Fol. 35b.nicht blies, und wenn auf einen Šabbathausgang, man den Unterscheidungssegen66Der sonst, wenn es sich um andere Feste handelt, wohl gesprochen wird.nicht sprach, gelte nach aller Ansicht. Später kam ich dorthin67Nach Palästina., und traf Jehuda, den Sohn des R. Šimo͑n b. Pazi, der dasaß und sagte, [diese Lehre] gelte nur nach R. A͑qiba68Nach dem der Š. und der Versöhnungstag gleich heilig sind.. Nach R. Jišma͑él sollte man doch, da er sagte, das Fett des Šabbath[opfers] sei am Versöhnungstage darzubringen, wohl blasen, damit man wisse, daß das Fett des Šabbath[opfers] am Versöhnungstage darzubringen sei. Da sprach ich zu ihm: Die Priester sind kundig.", "Mar Qešiša, Sohn des R. Ḥisda, sprach zu R. Aši: Sagen wir denn, die Priester seien69Dh. daß man sich darauf verlasse.kundig, wir haben ja gelernt: drei70Von den Posaunenstößen, die am Vorabend des Š.s im Tempel geblasen wurden., um das Volk die Arbeit unterbrechen zu lassen, und drei, um zwischen heilig und profan zu unterscheiden!? – Wie Abajje erklärt hat, für das übrige Volk in Jerušalem, ebenso auch hierbei, für das übrige Volk in Jerušalem. –", "Man sollte aber schon deshalb blasen, damit man wisse, daß [am Versöhnungstage] von der Vesperzeit ab das Abkneifen von Kräuterblättern erlaubt71Am Š. aber verboten; daß also eine strengere Heiligkeit eintritt.ist!? R. Joseph erwiderte: Ein Verbot des Feierns72Wie dies das Posaunenblasen am Š. ist.wegen wird nicht verdrängt, um Erlaubtes anzuzeigen.", "R. Šiša, Sohn des R. Idi, erwiderte: Wegen des Naheliegenden hat man ein Verbot des Feierns wegen verdrängt, wegen des Fernliegenden hat man das Verbot des Feierns wegen nicht verdrängt. –", "Hat man denn ein Verbot des Feierns wegen des Naheliegenden verdrängt, wir haben ja gelernt: Wenn ein Fest auf einen Šabbathvorabend fällt, so bläst man die Posaune und spricht den Unterscheidungssegen nicht, wenn aber auf einen Šabbathausgang, so spricht man den Unterscheidungssegen und bläst nicht. Weshalb denn, man sollte ja blasen, damit man wisse, daß das Schächten sofort erlaubt ist!? – Vielmehr, am richtigsten ist [die Erwiderung] R. Josephs.", "R. Zera sagte im Namen R. Honas, und wie manche sagen, R. Abba im Namen R. Honas: An einem Versöhnungstage, der auf einen Šabbath fällt, ist das Abkneifen von Kräuterblättern verboten. R. Mana sagte: Dies wird auch gelehrt: Woher, daß das Abkneifen von Kräuterblättern am Versöhnungstage, der auf einen Šabbath fällt, verboten ist? Es heißt:73Ex. 16,23.ein Ruhetag. In welcher Hinsicht Ruhetag: wollte man sagen, hinsichtlich der Arbeit, so heißt es ja bereits: 74Lev. 23,3.ihr sollt keinerlei Arbeit verrichten!? Doch wohl hinsichtlich des Abkneifens von Kräuterblättern. Schließe hieraus.", "R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: An einem Versöhnungstage, der auf einen Šabbath fällt, ist das Abkneifen von Kräuterblättern erlaubt. Man wandte ein: Woher, daß das Abkneifen von Kräuterblättern an einem Versöhnungstage, der auf einen Šabbath fällt, verboten ist? Es heißt: ein Ruhetag. In welcher Hinsicht Ruhetag: wollte man sagen, hinsichtlich der Arbeit, so heißt es ja bereits: ihr sollt keinerlei Arbeit verrichten!? Doch wohl hinsichtlich des Abkneifens von Kräuterblättern. – Nein, tatsächlich hinsichtlich der Arbeit, und dies ist ein Gebot neben dem Verbote, das man übertritt.", "Übereinstimmend mit R. Joḥanan wird gelehrt: An einem Versöhnungstage, der auf einen Šabbath fällt," ], [ "ist das Abkneifen von Kräuterblättern erlaubt. Ferner sagte R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans: An einem Versöhnungstage, der auf einen Wochentag fällt, darf man von der Vesperzeit ab Nüsse knacken und Granatäpfel zerteilen, weil dies eine Pein75Da man davon nicht essen darf; am Versöhnungstage ist die Kasteiung geboten. ist. Im Hause R. Jehudas pflegte man Kohlblätter abzukneifen. Im Hause Rabbas pflegten sie Kürbisse zu schälen. Als er aber beobachtete, daß sie dies früh76Wo man noch keinen Hunger hat, sodaß dies keine Kasteiung ist.taten, sprach er: Aus dem Westen traf ein Brief ein, in dem es im Namen R. Joḥanans verboten wird.", "", "i,1MAN DARF ALLE HEILIGEN SCHRIFTEN AUS EINER FEUERSBRUNST RETTEN, OB MAN AUS IHNEN LIEST1Darunter ist wohl die öffentliche Vorlesung im Bethause zu verstehen. ODER NICHT LIEST. AUCH WENN SIE IN IRGEND EINER ANDEREN SPRACHE GESCHRIEBEN SIND, MUSS MAN SIE2Am Wochentage, wenn sie unbrauchbar sind, damit sie der Mißachtung nicht ausgesetzt seien. VERSTECKEN. WESHALB DARF MAN AUS MANCHEN NICHT LESEN? WEGEN DES VERSÄUMNISSES DES LEHRHAUSES3Die Vorträge im Lehrhause sind wichtiger..", "GEMARA. Es wurde gelehrt: Sind sie targumisch4Targum, wörtl. Übersetzung; Benennung der aramäischen Bibelübersetzung, derer es zum Pentateuch mehrere gibt, ohne nähere Bezeichnung aber die des Onkelos zu verstehen ist. In manchen Handschriften fehlt hier, wie weiter auch in den kursierenden Texten, das Wort ‘oder’, wonach der Text lauten müßte: sind sie in irgend einer fremdsprachlichen Übersetzung geschrieben. geschrieben, oder in irgend einer anderen Sprache, so darf man sie, wie R. Hona sagt, aus einer Feuersbrunst nicht retten, und wie R. Ḥisda sagt, aus einer Feuersbrunst wohl retten. Nach demjenigen, welcher sagt, sie seien zum Lesen zulässig, stimmen alle überein, daß man sie retten darf, sie streiten nur nach demjenigen, welcher sagt, sie seien zum Lesen nicht zulässig. R. Hona sagt, man dürfe sie nicht retten, da sie zum Lesen nicht zulässig sind, und R. Ḥisda sagt, man rette sie wohl, um Mißachtung der heiligen Schriften [zu verhüten]. – Wir haben gelernt: Man darf alle heiligen Schriften aus einer Feuersbrunst retten, ob man aus ihnen liest oder nicht. Auch wenn sie in irgend einer anderen Sprache geschrieben sind. Bücher, aus denen man liest, sind wohl die Propheten, aus denen man nicht liest, die Hagiographen, auch wenn sie in irgend einer anderen Sprache geschrieben sind, dies heißt wohl, obgleich sie zum Lesen nicht zulässig sind, und er lehrt, daß man sie rette. Dies ist eine Widerlegung R. Honas!? –", "R. Hona kann dir erwidern: Wie ist nach deiner Auffassung der Schlußsatz zu erklären: muß man sie verstecken; wenn man sie sogar [am Šabbath] retten darf, so ist es ja selbstverständlich, daß man sie [Wochentags] verstecken muß5Der Passus von den Schriften in fremden Sprachen bezieht sich aber nicht auf den vorangehenden Fall von der Rettung am Š.!? Vielmehr erklärt R. Hona [die Mišna] nach seiner Ansicht und R. Ḥisda nach seiner Ansicht. R. Hona erklärt sie nach seiner Ansicht: Ob man aus ihnen liest, die Propheten; oder nicht liest, die Hagiographen; dies nur, wenn sie in der Heiligensprache geschrieben sind, wenn aber in irgend einer anderen Sprache, so rette man sie nicht, jedoch sind sie [Wochentags] zu verstecken. R. Ḥisda erklärt sie nach seiner Ansicht: Ob man aus ihnen liest, die Propheten; nicht liest, die Hagiographen; auch wenn sie in irgend einer anderen Sprache geschrieben sind, rette man sie [am Šabbath]; und man muß sie verstecken, sogar die Moderreste.", "Man wandte ein: Sind sie targumisch geschrieben oder in irgend einer anderen Sprache, so darf man sie aus einer Feuersbrunst retten. Dies ist eine Widerlegung R. Honas!? – R. Hona kann dir erwidern, dieser Tanna sei der Ansicht, sie seien zum Lesen zulässig. – Komm und höre: Sind sie koptisch, medisch, hebräisch6Wohl in der althebräischen Schrift, die, weil von den Samaritanern beibehalten, verpönt war. Möglicherweise spricht diese Barajtha überhaupt nicht von einer fremdsprachlichen Übersetzung, sondern von einer Transskription., e͑lamisch oder griechisch geschrieben, so rette man sie bei einer Feuersbrunst, obgleich sie zum Lesen nicht zulässig sind. Dies ist eine Widerlegung R. Honas!? – R. Hona kann dir erwidern, hierüber streiten Tannaím. Es wird nämlich gelehrt: Sind sie targumisch oder in irgend einer anderen Sprache geschrieben, so darf man sie aus einer Feuersbrunst retten; R. Jose sagt, man dürfe sie aus einer Feuersbrunst nicht retten.", "R. Jose erzählte: Einst kam mein Vater Ḥalaphta zu R. Gamliél Berabbi7In manchem Texte (anderweitig abwechselnd) Beribbi: Ehrentitel eines bedeutenden Mannes. Wie sehr die Erklärung als Compositum von בי רבי (aus dem Hause des Meisters) nahe liegt, so unwahrscheinlich ist sie auch. Am wahrscheinlichsten ist die Erklärung (Goldberg, Hamagid XIX Nr. 33) als lateinische Übertragung des hebr. in gleicher Bedeutung gebrauchten הזקן (der Bebartete), da barbatus auch von lateinischen Schriftstellern in gleicher Bedeutung gebraucht wird. in Ṭiberjas und traf ihn am Tische Joḥanans des Verwiesenen sitzen und aus einem targumischen Ijobbuche, das er in der Hand hielt, lesen. Da sprach er zu ihm: Ich erinnere mich, wie dein Großvater R. Gamliél auf einer Stufe des Tempelberges stand, und als man ihm ein targumisches Ijobbuch brachte, sprach er zum Baumeister: Stecke es in eine Bauschicht. Und auch er befahl es ihm, und er versteckte es. R. Jose b. Jehuda erzählte: Man hat darüber eine Mulde Lehm gestülpt. Rabbi sprach: Dagegen ist zweierlei einzuwenden. Erstens, woher Lehm auf dem Tempelberge? Zweitens, darf man solche denn mit Händen vernichten? Man lege sie vielmehr an einen ungeschützten Ort, wo sie von selbst vermodern. – Wer sind die Tannaím, [die hierüber streiten:]" ], [ "wollte man sagen, der erste Tanna und R. Jose, so besteht ihr Streit vielleicht nur darin, indem einer der Ansicht ist, sie seien zum Lesen zulässig, während der andere der Ansicht ist, sie seien zum Lesen nicht zulässig!? – Vielmehr, R. Jose und der Autor [der Lehre von den] koptischen Büchern.", "Die Rabbanan lehrten: Segenssprüche und Amulette darf man aus einer Feuersbrunst nicht retten, selbst wenn sie Gottesnamen und viele Sätze aus der Tora enthalten, man lasse sie vielmehr an ihrem Orte verbrennen. Hieraus folgerten sie, daß die Schreiber von Segenssprüchen denen gleichen, die die Tora verbrennen. Einst war jemand in Çajdan, der solche schrieb, und als man dies R. Jišma͑él erzählte, ging er hin, um es zu untersuchen. Als er die Treppe hinaufstieg und jener ihn bemerkte, nahm er ein Bündel Segenssprüche und steckte es in ein Becken mit Wasser. Da sprach R. Jišma͑él zu ihm, wie folgt: Größer ist die Strafe der letzteren [Tat], als die der ersteren.", "Der Exilarch fragte Rabba b. R. Hona: Rette man sie, wenn sie in der Heiligensprache mit Farbe, Rötel, Gummi oder Schwärze geschrieben sind, aus der Feuersbrunst, oder rette man sie nicht? Dies ist fraglich nach demjenigen, welcher sagt, man rette [jene], und dies ist fraglich nach demjenigen, welcher sagt, man rette [jene] nicht. Dies ist fraglich nach demjenigen, welcher sagt, man rette [jene] nicht, denn dies gilt vielleicht nur von jenen, die targumisch oder in irgend einer anderen Sprache geschrieben sind, wenn sie aber in der Heiligensprache geschrieben sind, darf man sie wohl retten. Oder aber gilt dies auch nach demjenigen, welcher sagt, man rette [jene], nur von jenen, da sie mit Tinte geschrieben sind, die dauerhaft ist, nicht aber von diesen, da [die Schrift] nicht dauerhaft ist? Dieser erwiderte: Man darf sie nicht retten. – R. Hamnuna lehrte ja aber, man dürfe sie wohl retten!? Dieser erwiderte: Gibt es eine solche Lehre, so ist dies ja gelehrt worden. – Welche Lehre ist dies? R. Aši erwiderte: Es wird gelehrt: Die Bücher [der heiligen Schrift] und die Esterrolle unterscheiden sich voneinander nur dadurch, indem die Bücher in jeder Sprache geschrieben werden dürfen, während die Esterrolle nur in assyrischer Schrift8Dh. Quadratschrift; cf. Syn. 21b., auf einer Rolle9Wörtl. Buch, in der damaligen Buchform. und mit Tinte geschrieben werden darf.", "R. Hona b. Ḥalub fragte R. Naḥman: Darf man [ein Fragment] einer Torarolle, auf dem man keine fünfundachtzig Buchstaben zusammensuchen kann, wie sie der Abschnitt ‘Und als die Lade sich in Bewegung setzte’ enthält10Dieser aus den Versen Num. 35, 36 bestehende Abschnitt enthält 85 Buchstaben. Ein Torafragment, das noch diese Anzahl von Buchstaben enthält, selbst aus verschiedenen Stellen zusammengesucht, gilt noch als heilig., aus einer Feuersbrunst retten oder nicht? Dieser erwiderte: Du solltest doch hinsichtlich des Abschnittes ‘Und als die Lade sich in Bewegung setzte’ selber fragen, wenn darin [ein Buchstabe] fehlt!? – Hinsichtlich des Abschnittes ‘Und als die Lade sich in Bewegung setzte’ selber, ist es mir nicht fraglich; diesen darf man retten, auch wenn er keine fünfundachtzig Buchstaben hat, da er Gottesnamen enthält; fraglich ist es mir nur hinsichtlich eines [anderen Fragmentes einer] Torarolle, auf dem man keine fünfundachtzig Buchstaben zusammensuchen kann. Wie ist es damit? Dieser erwiderte: Man darf es nicht retten.", "Er wandte gegen ihn ein: Das Targum in der Schriftsprache oder die Schrift in der Targumsprache, in hebräischer Schrift, darf man aus einer Feuersbrunst retten und selbstverständlich das Targum in den Büchern E͑zra, Daniél und der Tora. Das Targum in der Tora sind ja [die Worte:] 11Gen. 31,47.Jegar Sahadutha; diese haben ja keine fünfundachtzig Buchstaben!? – Hierbei handelt es sich um die Ergänzung12Wenn es mit diesen beiden Worten 85 Buchstaben sind..", "Sie fragten: Sind die fünfundachtzig Buchstaben zusammengehörend13Nur vollständige Wörter. oder auch zerstreut zu verstehen? – R. Hona sagt, zusammengehörend, R. Ḥisda sagt, auch zerstreut. Man wandte ein: [Ein Fragment einer] vermoderten Torarolle darf man, wenn man auf diesem fünfundachtzig Buchstaben zusammensuchen kann, wie sie der Abschnitt ‘Und als die Lade sich in Bewegung setzte’ enthält, [aus einer Feuersbrunst] retten, sonst aber nicht. Dies ist eine Widerlegung R. Honas!? R. Ḥisda erklärte es nach R. Hona: Wörter [zusammensuchen].", "Die Rabbanan lehrten: Und als die Lade sich in Bewegung setzte, sprach Moše. Diesem Abschnitte machte der Heilige, gepriesen sei er, am Anfang und am Ende Zeichen14Der masoretische Text hat vor und nach diesen beiden Versen Zeichen in Form eines umgekehrten Nun, die wohl ursprünglich nichts weiter als Paranthesenzeichen [] waren., um anzudeuten," ], [ "daß er sich nicht auf der richtigen Stelle befinde. Rabbi sagte: Nicht aus diesem Grunde, sondern weil dieser Abschnitt einen bedeutenden Text für sich bildet. –", "Wessen Ansicht vertritt das, was R. Šemuél b. Naḥmani im Namen R. Jonathans gesagt hat:15Pr. 9,1.Sie hat ihre sieben Säulen ausgehauen, das sind nämlich die sieben Bücher der Tora. Wessen nun? Die des Rabbi16Nach Rabbi bildet der angezogene Abschnitt ein ‘Buch’ für sich, somit wird das Buch Numeri in drei Bücher geteilt.. –", "Wer ist der Tanna, der gegen Rabbi streitet? – Es ist R. Šimo͑n b. Gamliél, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Dereinst wird dieser Abschnitt aus dieser Stelle entfernt und an die richtige Stelle gesetzt werden. Weshalb aber steht er hier? Um zwischen dem ersten und dem zweiten Unglücke zu trennen. – Welches ist das zweite Unglück? – 17Num. 11,1.Und das Volk beklagte sich. – Welches ist das erste Unglück? – 18Ib. 10,33.Und sie zogen vom Berge des Herrn, und R. Ḥama b. R. Ḥanina erklärte: Sie zogen sich von Gott zurück. – Wo gehört er hin? R. Aši erwiderte: In [den Abschnitt von den] Bannern19Num. Kap. 2..", "Sie stellten die Frage: Darf man die unbeschriebenen Ränder einer Torarolle aus einer Feuersbrunst retten oder nicht? – Komm und höre: [Ein Fragment einer] vermoderten Torarolle darf man, wenn man auf diesem fünfundachtzig Buchstaben zusammensuchen kann, wie sie der Abschnitt ‘Und als die Lade sich in Bewegung setzte’ enthält, [aus einer Feuersbrunst] retten, sonst aber nicht. Weshalb denn, dies sollte ja schon wegen des Randes erfolgen!? – Anders ist es bei einem vermoderten. –", "Komm und höre: Ein verwischtes [Fragment einer] Torarolle darf man, wenn man auf diesem fünfundachtzig Buchstaben zusammensuchen kann, wie sie der Abschnitt ‘Und als die Lade sich in Bewegung setzte’ enthält, [aus einer Feuersbrunst] retten, sonst aber nicht. Weshalb denn, dies sollte ja schon wegen des Randes erfolgen!? – Hinsichtlich der Stelle, auf der einst Schrift war, ist es mir nicht fraglich, denn wie diese nur durch die Schrift heilig war, so schwindet ihre Heiligkeit mit dem Verschwinden der Schrift; fraglich ist es mir nur hinsichtlich [des Randes] oben und unten und [des Raumes] zwischen den Abschnitten, zwischen den Spalten und am Beginne und Schlusse des Buches20Diese waren geheiligt worden, trotzdem sie unbeschrieben bleiben sollten.. – So sollte es doch wegen des [Randes] erfolgen21Aus diesem Grunde sollte jedes Fragment gerettet werden, auch wenn es keine 85 Buchstaben enthält.!? – Wenn man [den Rand] abgeschnitten und fortgeworfen hat. –", "Komm und höre: Die Ränder oben und unten, [der Raum] zwischen den Abschnitten, zwischen den Spalten, am Beginne und am Schlusse des Buches machen die Hände unrein22Wie die Tora selber; cf. supra Fol. 14a.!? – Vielleicht ist es anders, wenn es mit der Torarolle selbst erfolgt. –", "Komm und höre: Die Ränder23Unter גליונין sind hier zweifellos die Evangelien zu verstehen; die Talmudisten haben diese Barajtha mißverslanden.und Minäerbücher darf man aus einer Feuersbrunst nicht retten; man lasse sie vielmehr an ihrer Stelle verbrennen, sie selbst samt ihren Gottesnamen. Doch wohl die Ränder einer Torarolle!? – Nein, die Ränder der Minäerbücher. – Wenn man die Minäerbücher selbst nicht retten darf, wozu braucht er es von den Rändern zu lehren!? – Er meint es, wie folgt: die Minäerbücher gleichen den Rändern.", "Der Text. Die Ränder und die Minäerbücher darf man aus einer Feuersbrunst nicht retten. R. Jose sagte: Am Wochentage schneide man die darin enthaltenen Gottesnamen aus und verstecke sie, und das Übrige verbrenne man. R. Tryphon sagte: Ich will meiner Kinder beraubt sein, wenn ich sie nicht, wenn sie mir in die Hände kommen sollten, samt den in ihnen enthaltenen Gottesnamen verbrennen würde. Selbst wenn einer jemand verfolgt, um ihn zu töten, oder eine Schlange ihm nachläuft, um ihn zu beißen, flüchte er sich lieber in ein Götzenhaus, als die Häuser von diesen24Bezieht sich wohl auf die Judenchristen.zu betreten. Diese kennen [Gott] und leugnen, während jene ihn nicht kennen und leugnen. Über sie spricht die Schrift:25Jes. 57,8.hinter Tür und Pfosten stellst du dein Gedächtnis auf.", "R. Jišma͑él sagte: Dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn die Tora gesagt hat, mein in Heiligkeit geschriebener Name sei durch das [Fluch]wasser auszulöschen, um Frieden zwischen Mann und Frau26Cf. Num. 5,23.herzustellen, um wieviel mehr [wegen] dieser, die Neid, Haß und Streit zwischen den Jisraéliten und ihrem Vater im Himmel stiften. Über sie spricht David:27Ps. 139,21.Sollte ich nicht hassen, o Herr, die dich hassen, und nicht zanken mit denen, die sich gegen dich auflehnen? Mit vollendetem Hasse hasse ich sie, als Feinde gelten sie mir. Und wie man diese nicht aus einer Feuersbrunst retten darf, so darf man sie auch nicht aus einem Trümmerhaufen, aus dem Wasser, noch aus sonst etwas, das sie vernichtet, retten.", "R. Joseph b. Ḥanin fragte R. Abahu: Darf man die Bücher des Abidanhauses28Nach den alten Kommentaren Versammlungsraum für theologische und philosophische Diskussionen. Manche vermuten unter Abidan die Ebioniten, jedoch ganz unwahrscheinlich, vermutlich Eigenname. Unter בי נצרפי wird allgemein der Versammlungsort der Nazarener verstanden. Höchstwahrscheinl. waren die Besucher des ersteren Anhänger des Parsismus, und die des letzteren Anhänger des Christentums.aus einer Feuersbrunst retten oder nicht? – Ja und nein; er schwankte. Rabh besuchte nicht das Abidanhaus und um so weniger das Niçrephehaus. Šemuél besuchte nicht das Niçrephehaus, wohl aber das Abidanhaus. Einst sprachen sie zu Raba: Weshalb kommst du nicht in das Abidanhaus? Er erwiderte: Jene Palme befindet sich auf dem Wege und sie ist mir hinderlich. – So möge er sie entwurzeln. – Dann wird mir diese Stelle hinderlich sein. Mar b. Joseph sagte: Ich gehöre zu ihnen29Zu den Besuchern dieser Versammlungen od. zu ihrem Bekanntenkreise.und fürchte sie nicht. Einmal aber ging er hin, und sie wollten ihn gefährden. R. Meír nannte [das Evangelium] ‘Aven-giljon [Unheilsblätter]’, R. Joḥanan nannte es ‘A͑von-giljon [Sündenblätter]’30Ganz gegen den Geist der Sprache ist die Schreibweise אבן גליון, das nach J. Baptista die Benennung des ursprünglich hebräisch geschriebenen Matthäusevangeliums gewesen sein soll..", "Imma Šalom, die Frau R. Elie͑zers und Schwester R. Gamliéls, hatte einen Philosophen31Dh. einen Richter; mit der Bezeichnung Philosoph ist es nicht genau zu nehmen. Die La. פילא סבא (alter Elefant) verdient keine Beachtung.in der Nachbarschaft," ], [ "der im Rufe stand, keine Bestechung zu nehmen, und sie32RG. und seine Schwester.wollten sich über ihn lustig machen. Da brachte sie ihm eine goldene Lampe, trat vor ihn und sprach: Ich möchte einen Anteil an der Erbschaft des Fürsten33Nach einer anderen Lesart: Der Schwiegereltern.erhalten. Da sprach dieser: So teilet unter euch. Darauf sprach jener: Bei uns34Cf. Num. Kap. 27.heißt es: Wenn ein Sohn vorhanden ist, erbe die Tochter nicht mit. Dieser erwiderte: Seit dem Tage, an dem ihr aus euerem Lande vertrieben worden seid, wurde das Gesetz Mošes aufgehoben und das Evangelium gegeben, und in diesem heißt es: Sohn und Tochter sollen gleichmäßig35Im Evangelium unbekannt; hier wird offenbar ein anderes Rechtsbuch gemeint sein, obgleich er, wie aus dem Ganzen zu schließen, vom NT. spricht.erben.", "Am nächsten Tage schenkte er ihm einen libyschen Esel. Da sprach dieser: Sehet die Fortsetzung im Evangelium, und da heißt es:36Matth. 5,17.Ich (Evangelium) bin nicht das Gesetz (Mošes) vermindern gekommen, sondern ergänzen. In diesem aber heißt es: Wenn ein Sohn vorhanden ist, erbe die Tochter nicht mit. Hierauf sprach sie: Lasse doch dein Licht gleich einer Lampe leuchten. Da sprach R. Gamliél: Der Esel kam und stieß die Lampe um.", "WESHALB DARF MAN AUS MANCHEN NICHT LESEN &C. Rabh sagte: Dies wurde nur von der Zeit des Vortrages gelehrt, außerhalb der Vortragszeit aber darf man sie wohl lesen. Šemuél sagte: Auch außerhalb der Vortragszeit darf man sie nicht lesen. – Dem ist ja aber nicht so, Nehardea͑ war ja die Ortschaft Šemuéls, und in Nehardea͑ las man ja beim Vespergebete am Šabbath Abschnitte aus den Hagiographen!? – Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: Rabh sagte: Dies wurde nur vom Orte des Vortrages gelehrt, außerhalb des Vortragsortes aber darf man sie lesen.", "Šemuél aber sagte: Sowohl am Vortragsorte als auch außerhalb des Vortragsortes darf man sie zur Vortragszeit nicht lesen und außerhalb der Vortragszeit wohl lesen. Šemuél vertritt hierbei seine Ansicht, denn in Nehardea͑ las man beim Vespergebete am Šabbath Abschnitte aus den Hagiographen.", "R. Aši erwiderte: Tatsächlich, wie wir zuerst gelesen haben, Šemuél aber vertritt die Ansicht R. Neḥemjas. Es wird nämlich gelehrt: Obgleich sie gesagt haben, man dürfe die heiligen Schriften37Die Hagiographen.nicht lesen, so darf man sie dennoch studieren und auslegen; braucht man einen Vers, so hole man sie und sehe ein. R. Neḥemja sagte: Sie sagten deshalb, man dürfe die heiligen Schriften nicht lesen, damit man sage: Wenn man heilige Schriften nicht lesen darf, um wieviel weniger profane Schriften.", "i,2MAN DARF DAS FUTTERAL DES BUCHES MIT DEM BUCHE, UND DAS FUTTERAL DER TEPHILLIN MIT DEN TEPHILLIN RETTEN, AUCH WENN DARIN SICH GELD BEFINDET. WOHIN DARF MAN SIE RETTEN? NACH EINER NICHT OFFENEN DURCHGANGSHALLE. BEN BETHERA SAGT, AUCH NACH EINER OFFENEN.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wenn der vierzehnte38Des Monates Nisan; Vorabend des Pesaḥfestes.auf einen Šabbath fällt, so häute man das Pesaḥopfer bis zur Brust ab39Von unten ab, um die Opferteile herausnehmen und opfern zu können. – so R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa; die Weisen sagen, man häute es ganz ab. – Einleuchtend ist die Ansicht R. Jišma͑éls, des Sohnes des R. Joḥanan b. Beroqa, denn es erfolgt des Höchsten wegen, was ist aber der Grund der Rabbanan? Rabba b. Bar Ḥana erwiderte im Namen R. Joḥanans: Die Schrift sagt:40Pr. 16,4.Alles hat der Herr um seinetwillen geschaffen. – Wieso geschieht dies um seinetwillen? R. Joseph erwiderte: Damit es nicht [durch die Haut] verderbe. Raba erwiderte: Damit die Heiligtümer Gottes nicht wie Aas daliegen. –", "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen, wenn es auf einem goldenen Tische liegt, oder an einem Nordwindtage41An welchem das Fleisch nicht verdirbt.. – Was folgert R. Jišma͑él, der Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, aus dem Schriftverse: alles hat der Herr um seinetwillen geschaffen? – Daß man nicht die Opferteile vor dem Abziehen der Haut herausnehme. – Aus welchem Grunde? R. Hona, Sohn des R. Nathan, erwiderte: Wegen der Haare42Die an den Opferteilen kleben könnten..", "R. Ḥisda sagte im Namen Mar U͑qabas: Was erwiderten die Genossen dem R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa? – Sie sprachen zu ihm, wie folgt: Wenn man sogar mit dem Buche auch das Futteral des Buches retten darf43Auch wenn sich Geld darin befindet, sodaß man durch die Rettung einen Nutzen hat., wie sollte man nicht vom Pesaḥopfer die Haut abziehen dürfen!? – Es ist ja nicht gleich, da ist es ja nur eine Fortbewegung, hierbei aber eine Arbeit!? R. Aši erwiderte: Sie streiten über beides; sie streiten über die Fortbewegung und sie streiten über die Arbeit. Jene sprachen zu ihm44Der das Fortbewegen des Pesaḥopfers nach dem Ausnehmen der Opferteile verbietet., wie folgt: Wenn man mit dem Buche auch das Futteral retten darf, wie sollte man nicht wegen des Fleisches auch die Haut fortbewegen dürfen!? –" ], [ "Es ist ja nicht gleich, da ist ja [das Futteral] ein Untersatz für eine erlaubte Sache, hierbei aber ist [die Haut] ein Untersatz für eine verbotene Sache45Da das Fleisch erst abends zubereitet gegessen werden darf.!? – Vielmehr, sie sprachen zu ihm, wie folgt: Wenn man sogar mit dem Buche auch das Futteral retten darf, selbst wenn sich darin Geld befindet, wie sollte man nicht wegen des Fleisches auch die Haut fortbewegen dürfen!? – Es ist ja nicht gleich, da ist ja [das Futteral] ein Untersatz für eine verbotene und für eine erlaubte Sache, hierbei aber ist [die Haut] ein Untersatz nur für eine verbotene Sache!? – Vielmehr, sie sprachen zu ihm, wie folgt: Wenn man sogar ein Futteral, in dem Geld sich befindet, herbeiholen und es mit der Torarolle retten darf, wie sollte man nicht wegen des Fleisches auch die Haut fortbewegen dürfen!? –", "Woher dies selbst: wollte man sagen, da man es nicht fortzuwerfen braucht, wenn es sich darin befindet, so darf man es auch herbeiholen, so ist es ja nicht gleich; da46Wenn das Geld sich darin befindet und man es herausnehmen wollte.könnte es mittlerweile vom Feuer erfaßt werden, während man während des Holens [das Geld] fortwerfen kann!? Vielmehr, erwiderte Mar b. R. Aši, tatsächlich, wie wir zuerst gesagt haben, wenn du aber einwendest, da ist es eine Fortbewegung, während es hierbei eine Arbeit ist, so gilt dies von dem Falle, wenn man die Haut nicht braucht. –", "Aber Abajje und Raba sagen ja beide, auch R. Šimo͑n pflichte bei in [einem Falle gleich] dem Kopfabschlagen, ohne zu töten!? – Wenn er die Haut fetzend abzieht47Er bekundet damit, daß er von dieser gar keinen Nutzen haben will..", "WOHIN DARF MAN SIE RETTEN &C. Was heißt offen und was heißt nicht offen? R. Ḥisda erwiderte: Drei Wände und zwei Pfosten sind eine nicht offene Durchgangshalle, drei Wände und ein Pfosten sind eine offene Durchgangshalle. Beide nach R. Elie͑zer, denn wir haben gelernt: Die Durchgangshalle ist tauglich48Zur Vereinigung zweier Gebiete am Š., wenn sie, wie die Schule Šammajs sagt, einen Pfosten und einen Balken, wie die Schule Hillels sagt, entweder einen Pfosten oder einen Balken, und wie R. Elie͑zer sagt, zwei Pfosten49An der 4. offenen Seite. hat.", "Rabba sprach zu ihm: Drei Wände und ein Pfosten, und dies nennst du offen!? Ferner sollte man doch in eine solche auch nach den Rabbanan Speisen und Getränke50Von welchen es weiter Fol. 120a heißt, daß man sie in einen durch einen E͑rub verbundenen Hof retten darf.retten dürfen!? Vielmehr, sagte Rabba, zwei Wände und zwei Pfosten sind eine nicht offene Durchgangshalle, zwei Wände und ein Pfosten sind eine offene Durchgangshalle.", "Beide nach R. Jehuda, denn es wird gelehrt: Noch mehr sagte R. Jehuda: Wer zwei Häuser [gegenüber] auf beiden Seiten der Straße hat, darf einen Pfosten an der einen Seite51Des Hauses, sodaß dadurch eine fiktive dritte Wand entsteht.und einen Pfosten an der anderen Seite aufstellen, oder einen Balken an der einen Seite und einen Balken an der anderen Seite legen, und in der Mitte nehmen und geben. Jene sprachen zu ihm: Dadurch kann man das öffentliche Gebiet nicht vereinigen.", "Abajje sprach zu ihm: Auch nach deiner Erklärung sollte man doch in eine solche auch nach den Rabbanan Speisen und Getränke retten dürfen!?" ], [ "Vielmehr, sagte R. Aši, drei Wände und ein Pfosten sind eine nicht offene Durchgangshalle, drei Wände ohne Pfosten sind eine offene Durchgangshalle. Und auch R. Elie͑zer, welcher sagt, es seien zwei Pfosten erforderlich, ist dieser Ansicht nur hinsichtlich Speisen und Getränke, für eine Torarolle aber genügt auch ein Pfosten.", "iiMAN DARF SPEISE FÜR DREI MAHLZEITEN RETTEN; FÜR MENSCHEN, WAS SICH FÜR MENSCHEN EIGNET, FÜR TIERE, WAS SICH FÜR TIERE EIGNET. UND ZWAR: BRICHT DIE FEUERSBRUNST AM ŠABBATHABEND AUS, SO DARF MAN SPEISE FÜR DREI MAHLZEITEN RETTEN, BRICHT SIE MORGENS AUS, SO DARF MAN SPEISE FÜR ZWEI MAHLZEITEN RETTEN, UND BRICHT SIE ZUR VESPERZEIT AUS, SO DARF MAN SPEISE FÜR EINE MAHLZEIT RETTEN. R. JOSE SAGT, MAN DÜRFE IMMER SPEISE FÜR DREI MAHLZEITEN RETTEN.", "GEMARA. Merke, man betätigt sich ja erlaubterweise52Speisen sind am Š. verwendbar, u. man darf sie umhertragen, auch handelt es sich, wie oben erklärt wurde, um die Rettung nach einem durch Érub verbundenen Hofe., so sollte man doch mehr retten dürfen!? Raba erwiderte: Da ein Mensch wegen seines Geldes in Aufregung gerät, so könnte er, wenn man ihm mehr erlauben würde, zum Löschen verleitet werden. Abajje sprach zu ihm: Es wird gelehrt, daß, wenn einem auf der Spitze seines Daches ein Faß zerbricht, er ein Gefäß holen und darunter stellen darf, jedoch kein zweites Gefäß holen und das [Ausfließende] auffangen, kein zweites Gefäß an das Dach ansetzen; welche [verbotene Handlung] ist hierbei zu berücksichtigen!? – Auch hierbei ist zu berücksichtigen, er könnte ein Gefäß über die Straße tragen.", "Der Text. Zerbricht einem auf der Spitze seines Daches ein Faß, so darf er ein Gefäß holen und darunter stellen, jedoch kein zweites Gefäß holen und [das Ausfließende] auffangen, kein zweites Gefäß an das Dach ansetzen. Kommen zu ihm Gäste, so darf er noch ein zweites Gefäß holen und auffangen und ein zweites Gefäß an das Dach ansetzen. Man darf nicht [das Ausfließende] auffangen und nachher Gäste einladen, jedoch Gäste einladen und nachher auffangen. Man darf hierbei keine List53Gäste einladen und Wein mehr als nötig auffangen.anwenden; im Namen des R. Jose b. Jehuda sagten sie, man dürfe hierbei wohl eine List anwenden.", "Es wäre anzunehmen, daß sie denselben Streit führen, wie R. Elie͑zer und R. Jehošua͑. Es wird nämlich gelehrt: Wenn ein Vieh und sein Junges in eine Grube54Am Feste, an dem das Vieh nur zum Schlachten herausgeholt werden darf. Es ist aber verboten, ein Vieh samt seinem Jungen am selben Tage zu schlachten; cf. Lev. 22,28.gefallen sind, so hole man, wie R. Elie͑zer sagt, das eine herauf, um es zu sehlachten, und das andere füttere man an Ort und Stelle, damit es nicht verende. R. Jehošua͑ sagt, man bediene sich einer List: man hole eines herauf, um es zu schlachten, schlachte es aber nicht, sodann hole man das zweite herauf und schlachte nach Belieben das eine oder das andere. –", "Wieso denn, vielleicht ist R. Elie͑zer dieser Ansicht nur da, wo man das Vieh füttern kann, nicht aber hierbei, wo es nicht anders möglich ist. Oder vielleicht ist R. Jehošua͑ dieser Ansicht nur da, wegen der Tierquälerei, nicht aber hierbei, wo keine Tierquälerei zu berücksichtigen ist.", "Die Rabbanan lehrten: Hat man Feinbrot gerettet, so darf man kein Schrotbrot mehr retten; hat man Schrotbrot gerettet, so darf man noch Feinbrot retten. Ferner darf man am Versöhnungstage für den Šabbath, nicht aber am Šabbath für den Versöhnungstag retten, und um so weniger am Šabbath für das Fest oder für den nächsten Šabbath.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand Brot im Ofen vergessen und die Heiligkeit des Tages begonnen hat, so darf er Speise für drei Mahlzeiten retten, auch zu anderen sagen: Kommt, rettet für euch. Er darf aber das Brot nicht mit einer Brotschaufel, sondern mit einem Messer abnehmen55Das Brot wurde an die Wandung des Ofens geklebt; in derartigen Fällen ist die Arbeit auf ungewöhnliche Weise zu verrichten.. – Dem ist ja aber nicht so, in der Schule R. Jišma͑éls wurde ja gelehrt: 56Ex. 20,10.Ihr sollt keinerlei Arbeit verrichten, ausgenommen das Posaunenblasen und das Herausnehmen des Brotes, die als Kunstfertigkeiten und nicht als Arbeiten betrachtet werden!? – Soweit möglich, hat es auf ungewöhnliche Weise zu erfolgen.", "R. Ḥisda sagte: Man besorge stets das Nötige für den Šabbath möglichst früh, denn es heißt:57Ib. 16,5.am sechsten Tage sollen sie zubereiten, was sie heimbringen, unverzüglich58Beim Einsammeln des Manna, u. dies geschah nach Ex. 16,21 morgens.. R. Abba sagte: Man ist am Šabbath verpflichtet, zwei Brote anzubrechen, denn es heißt: 59Ex. 16,22.doppeltes Brot.", "R. Aši erzählte: Ich sah, wie R. Kahana zwei hielt und nur eines anbrach, indem er sagte: es heißt nur:59Ex. 16,22.sammelten. R. Zera brach ein Brot an, das für die ganze Mahlzeit reichte. Rabina sprach zu R. Aši: Dies sieht ja wie Gehässigkeit aus!? – Da man dies an keinem anderen Tage tut, sondern nur an diesem, so sieht dies nicht wie Gefräßigkeit aus. Wenn sich R. Ami und R. Asi ein E͑rubbrot darbot, leiteten sie mit diesem die Mahlzeit ein, indem sie sagten: Da damit bereits ein Gebot ausgeübt worden ist, so werde damit ein zweites Gebot ausgeübt.", "UND ZWAR: BRICHT DIE FEUERSBRUNST &C. AUS. Die Rabbanan lehrten: Wieviel Mahlzeiten ist man am Šabbath abzuhalten verpflichtet? Drei; R. Ḥidqa sagt, vier. R. Joḥanan sagte: Beide folgern aus ein und demselben Schriftverse:60Ib. 16,25.Und Moše sprach: Nährt euch heute davon, denn heute ist der Šabbath des Herrn; heute werdet ihr draußen nichts finden. R. Ḥidqa ist der Ansicht, die dreimalige Wiederholung [des Wortes] heute61Jede deutet auf eine Mahlzeit.sei außer der des Šabbathabends zu verstehen, und die Rabbanan sind der Ansicht, mit der des Šabbathabends. – Wir haben gelernt: Bricht die Feuersbrunst am Šabbathabend aus," ], [ "so darf man Speise für drei Mahlzeiten retten. Doch wohl, wenn man noch nicht gegessen hat!? – Nein, wenn man bereits gegessen hat. – «Bricht sie morgens aus, so darf man Speise für zwei Mahlzeiten retten.» Doch wohl, wenn man noch nicht gegessen hat!? – Nein, wenn man bereits gegessen hat. – «Bricht sie zur Vesperzeit aus, so darf man Speise für eine Mahlzeit retten.» Doch wohl, wenn man noch nicht gegessen hat!? – Nein, wenn man bereits gegessen hat. –", "Wenn er aber im Schlußsatze lehrt, R. Jose sagt, man dürfe immer Speise für drei Mahlzeiten retten, so ist ja demnach der erste Tanna der Ansicht, daß es drei sind!? – Das Richtigste ist vielmehr, unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht R. Ḥidqas. –", "Wir haben gelernt, wer Speise für zwei Mahlzeiten hat, nehme nicht aus der Armenschüssel, wer Speise zu vierzehn Mahlzeiten hat, nehme nicht aus der Almosenbüchse. Wer ist hier vertreten: weder die Rabbanan, noch R. Ḥidqa, denn nach den Rabbanan sollten es fünfzehn und nach R. Ḥidqa sechzehn6212 Mahlzeiten für die 6 Wochentage u, 3 bezw. 4 für den Š.sein!? – Tatsächlich die Rabbanan, denn man spricht zu ihm: Was du am Šabbathausgang essen willst, iß am Šabbath. –", "Also nach den Rabbanan und nicht nach R. Ḥidqa? – Du kannst auch sagen, nach R. Ḥidqa, denn man spricht zu ihm: Was du am Vorabend des Šabbaths essen willst, iß erst abends. – Sollten wir ihn denn den ganzen Vorabend des Šabbaths fasten lassen!? – Vielmehr, sie vertritt die Ansicht R. A͑qibas, welcher sagte: Mache deinen Šabbath alltägig, nur sei nicht der Mitmenschen bedürftig. –", "Wir haben gelernt: Man gebe einem von Ort zu Ort wandernden Armen nicht weniger als ein Pondionbrot, wenn vier Seá [Getreide] um einen Sela͑ verkauft werden. Übernachtet er, so gebe man ihm das Erforderliche für ein Nachtlager. Am Šabbath gebe man ihm Speise für drei Mahlzeiten. Also nach den Rabbanan und nicht nach R. Ḥidqa!? – Tatsächlich nach R. Ḥidqa, denn dies gilt von dem Falle, wenn er noch eine Mahlzeit hat, man spricht dann zu ihm: Iß, was du noch hast. – Sollte er denn nachher ganz leer fortgehen!? – Man gebe ihm dann eine Mahlzeit mit. – Was ist das Erforderliche für ein Nachtlager? R. Papa erwiderte: Bett und Polster.", "Die Rabbanan lehrten: Die Teller, aus denen man abends gegessen hat, darf man abspülen, um aus ihnen morgens zu essen; aus denen man morgens gegessen hat, darf man abspülen, um aus ihnen mittags zu essen; aus denen man mittags gegessen hat, darf man abspülen, um aus ihnen Vesper zu essen; vom Vesper ab darf man sie nicht mehr abspülen. Becher, Krüglein und Gläser darf man jedoch den ganzen Tag ausspülen, da es für das Trinken keine festgesetzte Zeit gibt.", "R. Šimo͑n b. Pazi sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi im Namen Bar Qapparas: Wer die drei Mahlzeiten am Šabbath hält, wird vor drei Heimsuchungen bewahrt: vor den messianischen Leiden, vor dem Höllengerichte und vor dem Kriege von Gog63Auch in der Apokalypse (20,8) und im Koran (21,96) als zwei durch ihren Krieg vor Ankunft ds. Messias die Welt verheerende Mächte bekannt.und Magog. Vor den messianischen Leiden, denn jener heißt Tag, und von diesen heißt es:64Mal. 3,23.siehe, ich schicke each den Propheten Elijahu, bevor der Tag herangekommen &c. Vor dem Höllengerichte, denn jener heißt Tag, und von diesem heißt es:65Zeph. 1,15.ein Tag des Grimmes ist jener Tag. Vor dem Kriege von Gog und Magog, denn jener heißt Tag, und von diesem heißt es:66Ez. 38,18.an dem Tage, da Gog kommt.", "R. Joḥanan sagte im Namen R. Joses: Wer den Šabbath in Wonne feiert, dem wird ein unbegrenztes Erbteil verliehen, denn es heißt: 67Jes. 58,14.alsdann wirst du deine Wonne an dem Herrn haben, und ich will dich auf den Höhen des Landes einherfahren lassen, und ich will dich \n" ], [ "das Erbteil deines Vaters Jqob genießen lassen &c. Nicht das Erbteil Abrahams, von dem es heißt:68Gen. 13,17.auf, durchwandle das Land in der Länge und in der Breite &c., nicht das Erbteil Jiçḥaqs, von dem es heißt: 69Ib. 26,3.denn dir und deinen Kindern will ich all diese Länder geben, sondern das Erbteil Ja͑qobs, von dem es heißt:70Ib. 28,14.und du sollst dich ausbreiten nach West und Ost und Nord und Süd.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Er wird auch vor der Knechtschaft der Regierungen bewahrt, denn hierbei heißt es: ich will dich auf die Höhen des Landes einherfahren lassen, und dort heißt es:71Dt. 33,29.du wirst über ihre Höhen einherschreiten. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wer den Šabbath in Wonne feiert, dem werden die Wünsche seines Herzens gewährt, denn es heißt:72Ps. 37,4.so wirst du an dem Herrn Wonne haben, und er wird dir geben, was dein Herz wünscht. Ich würde nicht gewußt haben, was das für eine Wonne ist, wenn es aber heißt:73Jes. 58,13.du sollst den Šabbath eine Wonne nennen, so ist darunter die Wonne des Šabbaths zu verstehen. – Womit bereite man ihm eine Wonne? R. Jehuda, Sohn des R. Šemuél b. Šilath, sagte im Namen Rabhs: Mit Mangoldspeisen, großen Fischen und Knoblauchköpfen. R. Ḥija b. Aši sagte im Namen Rabhs: Selbst das Wenige ist, wenn man es nur zu Ehren des Šabbaths bereitet, für ihn eine Wonne. – Was ist damit gemeint? R. Papa erwiderte: Eine Bratfischspeise.", "R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Wer den Šabbath nach Vorschrift hält, dem wird, selbst wenn er wie Enoš74Cf. Gen. 4,26.Götzendienst getrieben hat, dies vergeben, denn es heißt:75Jes. 56,2.Heil dem Menschen, der dies tut &c. vor Entweihung bewahrt [meḥialelo]; man lese nicht meḥalelo, sondern maḥul lo [es sei ihm vergeben].", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Hätten die Jisraéliten den ersten Šabbath gehalten, so hätte keine Nation und kein Sprachstamm über sie Gewalt gehabt, denn es heißt:76Ex. 16,27.und es geschah am siebenten Tage, da gingen etliche Leute hinaus, um einzusammeln, und darauf folgt:77Ib. 17,8.und A͑maleq kam. R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Würden die Jisraéliten zwei Šabbathe nach Vorschrift halten, so würden sie sofort erlöst werden, denn es heißt:78Jes. 56,4.so spricht der Herr: Den Verschnittenen, die meine Šabbathe beachten, und darauf folgt:79Ib. V. 7.ich will sie zu meinem heiligen Berge heimbringen &c.", "R. Jose sagte: Mein Teil möge unter denen sein, die am Šabbath drei Mahlzeiten halten. R. Jose sagte ferner: Mein Teil möge unter denen sein, die jeden Tag das Loblied80Die Pss. 113-118, die nur an Festtagen gelesen werden.vollständig lesen. – Dem ist ja aber nicht so, der Meister sagte ja, wer das Loblied täglich liest, schmäht81Da er es dadurch profaniert.und lästert!? – Unter dem Lobliede, von dem wir sprechen, sind die Singverse82Ps. 145-150; diese werden täglich beim Morgengebete gelesen. zu verstehen.", "R. Jose sagte ferner: Mein Anteil möge unter denen sein, die das Gebet mit dem Sonnenerröten verrichten. R. Ḥija b. Abba sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Es ist Gebot, das Gebet mit dem Sonnenerröten zu verrichten. R. Zera sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers: 83Ps. 72,5.Sie mögen dich mit der Sonne fürchten, und vor dem Monde, von Geschlecht zu Geschlecht.", "Ferner sagte R. Jose: Mein Anteil möge unter denen sein, die an Leibschmerzen sterben. Der Meister sagte nämlich; Die meisten der Gerechten sterben an Leibschmerzen. Ferner sagte R. Jose: Mein Anteil möge unter denen sein, die auf der Reise zu gottgefälligen Handlungen sterben. Ferner sagte R. Jose: Mein Anteil möge unter denen sein, die den Šabbathbeginn in Ṭiberjas und den Šabbathausgang in Sepphoris84Ṭ. lag in einem Tale, wo die Dunkelheit früher begann, S. auf einem Berge.halten. Ferner sagte R. Jose: Mein Anteil möge unter denen sein, die zum Studium ins Lehrhaus führen, und nicht unter denen, die seine Abbrechung verkünden. Ferner sagte", "R. Jose: Mein Anteil möge unter den Almoseneinnehmern sein, nicht aber unter den Almosen verteilen85Die oft bei der Verteilung die Dürftigkeit nicht prüfen können.. R. Jose sagte ferner: Mein Anteil möge unter denen sein, die man unschuldig verdächtigt. R. Papa sagte: Ich wurde unschuldig verdächtigt86Wahrscheinlich wegen eines Besuches bei einer Aramäerin, von dem Ber. 8b berichtet wird..", "R. Jose sagte : Fünfmal habe ich den Beischlaf vollzogen und fünf Zedern in Jisraél gepflanzt. – Wer sind diese? R. Jišma͑él b. R. Jose, R. Elie͑zer b. R. Jose, R. Ḥalaphta b. R. Jose, R. Avtilos b. R. Jose und R. Menaḥem b. R. Jose. – Aber es gibt ja noch den Vardimos!? – Vardimos ist mit Menaḥem identisch, und man nennt ihn deshalb Vardimos, weil sein Gesicht einer Rose [vered] glich. – Demnach87Wenn nur fünfmal.hat R. Jose das Gebot der Begattung nicht [pflichtgemäß] gehalten!? – Sage vielmehr so: fünfmal habe ich den Beischlaf vollzogen und wiederholt88Die Wiederholung des Beischlaf es hat männliche Kinder zur Folge; cf. Er. 100b..", "Ferner sagte R. Jose: Nie im Leben nannte ich meine Frau ‘Frau’ und meinen Ochsen ‘Ochs’ ; meine Frau nannte ich vielmehr Haus und meinen Ochsen nannte ich Feld.", "Ferner sagte R. Jose : Nie im Leben habe ich mein Glied betrachtet. – Dem ist aber nicht so, als man Rabbi fragte, weshalb man ihn den heiligen Lehrer nannte, erwiderte er, weil er nie im Leben sein Glied betrachtet89Demnach tat dies nur Rabbi.habe!? – Bei Rabbi war noch etwas anderes: er kam nicht mit der Hand unterhalb des Gürtels. Ferner sagte R. Jose : Nie im Leben haben die Balken meines Hauses den Saum meines Hemdes gesehen.", "Ferner sagte R. Jose : Nie im Leben habe ich die Worte meiner Genossen übertreten. Ich selber weiß, daß ich kein Priester bin, trotzdem würde ich die Estrade besteigen, wenn meine Genossen mich dazu auffordern würden. Ferner sagte R. Jose : Nie im Leben habe ich etwas gesagt und es bestritten.", "R. Naḥman sagte: Möge es mir zugute kommen, daß ich am Šabbath drei Mahlzeiten abhalte. R. Jehuda sagte : Möge es mir zugute kommen, daß ich die Andacht beim Gebete bewahrt habe. R. Hona, der Sohn Jehošua͑s, sagte: Möge es mir zugute kommen, daß ich keine vier Ellen barhäuptig gehe. R. Šešeth sagte: Möge es mir zugute kommen, daß ich das Tephillingebot ausübe. R. Naḥman sagte: Möge es mir zugute kommen, daß ich das Çiçithgebot ausübe.", "R. Joseph sprach zu R. Joseph, dem Sohne Rabbas: Was hat dein Vater am genauesten beobachtet? Dieser erwiderte: Das Çiçithgebot. Einst stieg er auf eine Treppe und ein Çiçithfaden riß ihm ab; da rührte er sich nicht [von der Stelle], bis man ihm einen anderen einknüpfte. Abajje sagte: Möge es mir zugute kommen, daß ich, sobald ich einen Gelehrtenjünger einen Traktat beenden sehe," ], [ "den Schülern ein Fest bereite. Raba sagte: Möge es mir zugute kommen, daß ich, sobald ein Gelehrtenjünger zu mir vor das Gericht kommt, nicht eher den Kopf auf das Polster lege, als bis ich mich von seinem Rechte überzeugt habe. Mar. b. R. Aši sagte: Ich bin für einen Gelehrtenjünger als Richter unzulässig, weil ich ihn wie mich selbst liebe, und niemand seine eigene Schuld einsieht.", "R. Ḥanina pflegte sich am Vorabend des Šabbaths anzuziehen und gegen Abend zu sprechen: Kommt, wir wollen der Königin Šabbath entgegengehen. R. Jannaj pflegte am Vorabend des Šabbaths seine Gewänder anzuziehen und zu sprechen: Komm, o Braut, komm, o Braut. Einst kam Rabba b. R. Hona zu Rabba b. R. Naḥman, und man setzte ihm drei Seá Kuchen vor. Da sprach er zu ihnen: Habt ihr denn gewußt, daß ich komme? Diese erwiderten: Bist du etwa bevorzugter als er90Der Š., für den alles bereitet wurde.?", "R. Abba kaufte für dreizehn Stater91Bekannte römische Silbermünze; cf. Qid. 11b. Der איסתרא פשיטא beträgt ein Achtel des איסתרא זוזי (cf. Git. 14a), der einem Sela͑ entspricht.Münze Fleisch von dreizehn Schlächtern und legte es [eilig] vor die Türschwelle, indem er sprach: Schnell heran, schnell heran. R. Abahu pflegte92Zu Ehren des Š.s., auf seinem Elfenbeinstuhle sitzend, selbst das Feuer anzufachen. R. A͑nan pflegte dabei einen Kaftan anzuziehen, denn in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: In den Kleidern, in denen man für seinen Herrn einen Topf gekocht hat, schenke man für ihn keinen Becher ein.", "R. Saphra pflegte einen Kopf selber zu sengen. Raba pflegte eine Meerbutte selber zu salzen. R. Hona pflegte Lichter selber anzustecken. R. Papa pflegte einen Docht selber zu flechten. R. Ḥisda pflegte Mangold selber zu zerstückeln. Rabba und R. Joseph pflegten Holz selber zu spalten. R. Zera pflegte das Feuer selbst anzumachen. R. Naḥman b. Jiçḥaq pflegte Gegenstände auf der Schulter selber herein- und hinauszutragen; er sprach nämlich: Würde ich diese Gegenstände nicht für R. Ami und R. Asi tragen, wenn sie mich besuchen würden!? Manche erzählen: R. Ami und R. Asi pflegten Gegenstände selber auf der Schulter herein- und hinauszutragen; sie sprachen nämlich : Würden wir diese Gegenstände nicht für R. Joḥanan tragen, wenn er uns besuchen würde !?", "Joseph der Šabbathverehrer hatte einen Nichtjuden in seiner Nachbarschaft, der viele Güter besaß. Einst sprachen die Chaldäer zu ihm: All deine Güter wird Joseph der Šabbathverehrer verzehren. Da ging er und verkaufte all seine Güter, kaufte dafür eine Perle und setzte sie in seine Kopfbedeckung. Einst fuhr er in einer Fähre und ein Wind wehte sie hinunter und warf sie ins Wasser, und [die Perle] wurde von einem Fische verschlungen. Als dieser [aus dem Wasser] gezogen wurde, und man ihn am Vorabend des Šabbaths [zum Verkaufe] brachte, fragten [die Fischer], wer einen solchen kaufen würde, und man erwiderte ihnen : Geht, bringet ihn zu Joseph dem Šabbathverehrer, denn er pflegt solche zu kaufen. Da brachten sie ihn zu ihm, und er kaufte ihn. Als dieser ihn aufschlitzte, fand er in ihm die Perle, die er für dreizehn Maß Gold-denarien verkaufte. Einst begegnete ihm ein Greis und sprach zu ihm: Wer dem Šabbath leiht, den bezahlt der Šabbath.", "Rabbi fragte R. Jišma͑él b. R. Jose : Worin besteht das Verdienst der Reichen im Jisraélland? Dieser erwiderte: Sie verzehnten [ihr Einkommen]. Es heißt nämlich : 93Dt. 14,22.du sollst verzehnten, verzehnte, damit du reich wirst94תעשר Imperf. Pu. 2 von עשר reich sein (anstatt Imperat. Pi. 2. von עשר verzehnten).. – Worin besteht ihr Verdienst in Babylonien? Dieser erwiderte : Sie ehren die Tora. –", "Worin besteht ihr Verdienst in anderen Ländern? Dieser erwiderte: Sie ehren den Šabbath. R. Ḥija b. Abba erzählte nämlich: Einst war ich als Gast bei einem Hausherrn in Laodicea und man brachte vor ihn einen goldenen Tisch, eine Last für sechzehn Personen, an dem sechzehn silberne Ketten angebracht waren, und auf dem Teller, Becher, Krüglein, Gläser und allerhand Speisen, Leckereien und Gewürze sich befanden. Beim Decken der Tafel sprachen sie:95Ps. 24,1.Dem Herrn gehört die Erde und was sie füllt &c. Als man sie entfernte, sprachen sie: 96Ib. 115,16.Der Himmel ist der Himmel des Herrn, die Erde aber hat er den Menschen gegeben. Ich fragte ihn: Mein Sohn, wodurch hast du dies erlangt? Er erwiderte mir: Ich war Schlächter, und von jedem Stücke Vieh, das besonders schön war, pflegte ich zu sagen, dieses sei für den Šabbath. Darauf erwiderte ich: Gepriesen sei Gott, daß er dir dies beschieden hat.", "Einst sprach der Kaiser zu R. Jehošua͑ b. Ḥananja: Wie kommt es, daß die Šabbathspeise so duftet? Dieser erwiderte : Wir besitzen ein Gewürz namens Šabbath97שבת ist auch der Name eines Krautes (Dill), jed. meint er hier offenbar den Šabbath., das wir hineintun, und davon erhält sie ihren Duft. Da sprach jener: Gib uns etwas davon ab. Dieser erwiderte: Bei dem, der den Šabbath beobachtet, wirkt es, bei dem, der den Šabbath nicht beobachtet, wirkt es nicht.", "Einst sprach der Exilarch zu R. Hamnuna: Was bedeutet der Schriftvers :98Jes. 58,13.Und den Heiligen des Herrn verehrungswürdig [nennst]? Dieser erwiderte: Damit ist der Versöhnungstag gemeint, an dem es weder Essen noch Trinken gibt; die Tora befiehlt, ihn zu ehren, nämlich durch ein sauberes Gewand.98Jes. 58,13.Und ihn ehrst; [man halte die Mahlzeit am Šabbath] wie Rabh sagt, früher, und wie Šemuél sagt, später als sonst. Die Söhne des R. Papa b. Abba sprachen zu R. Papa: Wodurch sollen wir, die wir Fleisch und Wein täglich haben, ihn auszeichnen? Dieser erwiderte: Pflegt ihr sonst früh zu speisen, so speiset spät, pflegt ihr sonst spät zu speisen, so speiset früh. R. Šešeth pflegte die Jünger im Sommer in der Sonne und im Winter im Schatten sitzen zu lassen, damit sie sich aufzustehen99Und die Mahlzeit früh halten; RŠ. war blind und konnte selber die Tageszeit nicht erkennen.beeilen. R. Zera" ], [ "ging hinter den paarweise gehenden Jüngern und sprach zu ihnen: Ich bitte euch, entweiht ihn doch nicht100Den Šabbath. Wenn sie sich mit wissenschaftlichen Gesprächen befaßten, forderte er sie auf, sich lieber der Šabbathruhe und der Wonne hinzugeben..", "Raba, manche sagen, R. Jehošua͑ b. Levi, sagte: Auch wer am Šabbathabend einzeln betet, muß [den Abschnitt]101Gn. 2,1-3.So wurden vollendet’ lesen. R. Hamnuna sagte nämlich: Wer am Šabbathabend betet und den Abschnitt ‘So wurden vollendet’ liest, dem rechnet es der Schriftvers an, als wäre er mit dem Heiligen, gepriesen sei er, beim Schöpfungswerke beteiligt, denn es heißt: so wurden vollendet, und man lese nicht: so wurden vollendet, sondern: so vollendeten sie. R. Elea͑zar sagte: Woher, daß das Sprechen dem Tun gleiche? Es heißt : 102Ps. 33,6.durch das Wort des Herrn wurde der Himmel gefertigt.", "R. Ḥisda sagte im Namen Mar U͑qabas: Wer am Šabbathabend betet und den Abschnitt ‘So wurden vollendet’ liest, den begleiten zwei Dienstengel, die ihre Hände auf sein Haupt legen und sprechen : 103Jes. 6,7.Deine Missetat ist geschwunden und deine Sünde gesühnt. Es wird gelehrt: R. Jose b. Jehuda sagt: Zwei Dienstengel begleiten den Menschen am Šabbathabend vom Bethause nach seiner Wohnung, ein guter und ein böser. Wenn er nach Hause kommt und das Licht angezündet, den Tisch gedeckt und das Lager überzogen findet, so spricht der gute Engel: Möge es sein Wille sein, daß es auch am folgenden Šabbath so sei, und widerwillig spricht der böse Engel: Amen. Wenn aber nicht, so spricht der böse Engel: Möge es sein Wille sein, daß es auch am folgenden Šabbath so sei, und widerwillig spricht der gute Engel: Amen.", "R. Elie͑zer sagte: Stets ordne der Mensch eine ganze Tafel für den Šabbathabend, auch wenn er nur ein Olivengroßes [genießen] will. Auch sagte R. Ḥanina : Stets ordne der Mensch eine ganze Tafel zum Šabbathausgang, auch wenn er nur ein Olivengroßes [genießen] will. Warmes [Wasser] am Šabbathausgang ist eine Labung, warmes Brot am Šabbathausgang ist eine Labung. Für R. Abahu richtete man am Šabbathausgang ein dreijähriges Kalb her, von dem er nur die Nieren zu essen pflegte. Als sein Sohn Abimi herangewachsen war, sprach er zu ihm: Wozu läßt du so viel zu Schaden kommen, du kannst ja Nieren vom Vorabend des Šabbaths zurücklassen!? Darauf ließen sie sie einst zurück, da kam ein Löwe und fraß sie.", "R. Jehošua͑ b. Levi sagte : Wenn jemand ‘Amen, sein großer Name sei gepriesen’ mit seiner ganzen Kraft spricht, so wird das über ihn gefällte [böse] Urteil zerrissen, denn es heißt:104Jud. 5,7.als Risse in Jisraél waren, willig war das Volk, preiset den Herrn. Weshalb sind Risse vorhanden? Weil sie den Herrn preisen. R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Selbst wenn ein Fleck des Götzendienstes ihm anhaftet, wird es ihm verziehen, denn da heißt es: als Risse waren, und hierbei105Ex. 32,25, wo es sich um den Götzendienst handelt.heißt es ebenfalls: denn zerrissen ist es. Reš Laqiš sagte: Wer Amen mit seiner ganzen Kraft spricht106Bei den vom Vorbeter vorgetragenen Segenssprüchen., dem werden die Pforten des Paradieses geöffnet, denn es heißt :107Jes. 26,2.öffnet die Pforten, daß hineinziehe das rechtschaffene, Treue wahrende Volk, und man lese nicht šomer emunim [das Treue wahrende], sondern šeomrim Amenim [das Amen spricht]. – Was heißt Amen? R. Ḥanina erwiderte: [Die Anfangsbuchstaben von] El melekh neéman [Gott ist ein treuer König].", "R. Jehuda, der Sohn des R. Šemuél, sagte im Namen Rabhs : Eine Feuersbrunst pflegt nur da auszubrechen, wo der Šabbath entweiht wird, denn es heißt:108Jer. 17,27.wenn ihr aber nicht auf mich höret, den Šabbath heilig zu halten und keine Last zu tragen &c., so will ich Feuer an seine Tore legen, das soll die Paläste Jerušalems verzehren und nicht erlöschen. [Die Worte] und nicht erlöschen erklärte R. Naḥman b. Jiçḥaq: Zu einer Zeit, da die Leute es nicht löschen [dürfen]. Abajje sagte: Jerušalem wurde nur deshalb zerstört, weil man da den Šabbath entweihte, denn es heißt :109Ez. 22,26.vor meinen Šabbathen verschliessen sie ihre Augen, und ich wurde in ihrer Mitte entweiht.", "R. Abahu sagte: Jerušalem wurde nur deshalb zerstört, weil man da das Šema͑lesen morgens und abends unterließ, denn es heißt :110Jes. 5,11.wehe denen, die früh am Morgen dem Rauschtranke nachgehen &c., ferner : 111Ib. V. 12.die Zither und Harfe, Pauke und Flöte und Wein zum Gelage vereinen, aber auf das Werk des Herrn nicht blicken, und ferner : 112Ib. 5,13.deshalb wird mein Volk unversehens in die Verbannung wandern.", "R. Hamnuna sagte : Jerušalem wurde nur deshalb zerstört, weil man da die Schulkinder [vom Unterrichte] abhielt, denn es heißt:113Jer. 6,12.so gieße sie aus wegen des Kindes auf der Straße, gieße sie deswegen aus, weil das Kind auf der Straße weilt. U͑la sagte : Jerušalem wurde nur deshalb zerstört, weil es da an gegenseitiger Schamhaftigkeit fehlte, denn es heißt : 114Ib. V. 15.schämen sollten sie sich, daß sie Greuel verübt haben; indes es gibt für sie keine Scham &c. R. Jiçḥaq sagte : Jerušalem wurde nur deshalb zerstört, weil sich da Klein und Groß ebenbürtig dünkten, denn es heißt : 115Jes. 24,2.Priester und Volk in gleicher Weise, und darauf heißt es:116Ib. V. 3.völlig entleert wird das Land.", "R. A͑mram, Sohn des R. Šimo͑n b. R. Abba, sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Abba im Namen R. Ḥaninas: Jerušalem wurde nur deshalb zerstört, weil man da einander nicht zurechtwies, denn es heißt:117Thr. 1,6.ihre Fürsten glichen den Widdern, die keine Weide finden; wie bei den Widdern der eine seinen Kopf am Schwanze des anderen hält, so drückten die Jisraéliten jenes Zeitalters das Gesicht zu Boden und wiesen einander nicht zurecht. R. Jehuda sagte: Jerušalem ist nur deshalb zerstört worden, weil man da die Schriftgelehrten mißachtete, denn es heißt :118iiChr. 36,16.und sie verhöhnten die Boten des Herrn, verachteten seine Worte und spotteten seiner Propheten, bis der Grimm des Herrn so stieg, daß keine Heilung mehr möglich war. – Was heißt: daß keine Heilung mehr möglich war? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Wer Schriftgelehrte mißachtet, für dessen Wunde gibt es keine Heilung mehr.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Was bedeutet der Schriftvers: 119iChr. 16,22 u. Ps. 105,15.Berührt meine Gesalbten nicht und tut meinen Propheten kein Leid? Berührt meine Gesalbten nicht, das sind die Schulkinder; und meinen Propheten tut kein Leid, das sind die Schriftgelehrten. Reš Laqiš sagte im Namen R. Jehudas, des Fürsten: Die Welt wird nur durch den Hauch der Schulkinder erhalten. R. Papa sprach zu Abajje: Wie ist es mit meinem und deinem? Dieser erwiderte: Der Hauch desjenigen, der schon die Sünde kennt, gleicht nicht dem Hauche desjenigen, der noch keine Sünde kennt. Reš Laqiš sagte ferner im Namen R. Jehudas, des Fürsten: Man halte die Schulkinder nicht [vom Unterrichte] zurück, selbst nicht zum Bau des Heiligtums. Ferner sagte Reš Laqiš im Namen R. Jehudas, des Fürsten : Es ist mir von meinen Vorfahren, manche lesen: von deinen Vorfahren, überliefert, daß jede Stadt, in der keine Schulkinder vorhanden sind, zerstört wird; Rabina liest: vernichtet wird.", "Raba sagte : Jerušalem wurde nur deshalb zerstört, weil da keine Männer der Treue mehr vorhanden waren, denn es heißt : 120Jer. 5,1.durchstreift die Straßen Jerušalems, schauet und bringet in Erfahrung &c., ob da ein Mann ist, der Recht übt, der nach Treue sucht, so verzeihe ich ihr. – Dem ist aber nicht so, R. Qaṭṭina sagte ja: Selbst als Jerušalem im Straucheln war, fehlten da keine Männer der Treue, denn es heißt : 121Jes. 3,6.wenn einer seinen Bruder im väterlichen Hause faßt und spricht: Du hast noch ein Obergewand, du sollst unser Gebieter sein; du hast Dinge, wegen welcher man sich wie in ein Gewand hüllt122Dh. man schämt sich, wenn man sie nicht kennt, nämlich die Gesetze.. Dieser Strauchelhaufe sei unter deiner Hand;" ], [ "du hast Dinge, die ein Mensch ohne Straucheln nicht erlangen kann. Du sollst unser Gebieter sein, dieser Strauchelhaufe sei unter deiner Hand; so wird er an jenem Tage also sprechen: Ich mag nicht Bundesführer sein &c. Unter sprechen ist nur der Eid zu verstehen, denn so heißt es auch:123Ex. 20,7.du sollst den Namen des Herrn nicht freventlich aussprechen. Ich will nicht Bundesführer sein; ich gehöre nicht zu denen, die am Lehrhause gebunden sind. Ich habe weder Brot noch Obergewand; ich bin weder in der Schrift, noch in der Mišna, noch im Talmud kundig!? – Vielleicht war es da anders; würde er gesagt haben, er habe wohl gelernt, so könnte man ihn vorzutragen auffordern. – Er könnte ja sagen, er habe gelernt und vergessen, warum: ich gehöre nicht zu denen, die am Lehrhause gebunden124Wahrscheinlich doch aus Wahrheitsliebe.sind!? – Das ist kein Widerspruch; eines gilt [von der Treue] bei Worten der Tora und eines bei geschäftlichen Angelegenheiten.", "iii MAN DARF EINEN KORB VOLL BROTE RETTEN, SELBST WENN SIE FÜR HUNDERT MAHLZEITEN AUSREICHEN; EBENSO EINEN GANZEN FEIGENKUCHEN ODER EIN GANZES FASS WEIN. FERNER DARF MAN AUCH ANDEREN SAGEN: KOMMT, RETTET FÜR EUCH. SIND SIE ABER SCHLAU, SO RECHNEN SIE MIT IHM NACH ŠABBATH AB125Sie können eine Entschädigung verlangen..", "WOHIN DARF MAN ES RETTEN? NACH EINEM DURCH EINENRUB VERBUNDENEN HOFE ; BEN BETHERA SAGT, AUCH NACH EINEM NICHT VERBUNDENEN iv. DAHIN DARF MAN SEIN GANZES ESSGESCHIRR BRINGEN; EBENSO DARF MAN ALLES ANZIEHEN, WAS MAN NUR ANZIEHEN KANN, UND SICH IN ALLES HÜLLEN, WORIN MAN SICH HÜLLEN KANN. R. JOSE SAGT : ACHTZEHN KLEIDUNGSSTÜCKE. MAN DARF JEDOCH ZURÜCKKEHREN UND WIEDERUM KLEIDUNGSSTÜCKE ANZIEHEN UND HINAUSBRINGEN. FERNER DARF MAN ZU ANDEREN SAGEN: KOMMT, RETTET MIT MIR.", "GEM ARA. Im Anfangssatze lehrte er ja aber, für drei Mahlzeiten und nicht mehr!? R. Hona erwiderte: Das ist kein Widerspruch; dies, wenn man [einen Korb] retten will, jenes wenn man zusammenpacken will; rettet man [einen Korb], so darf man alles retten, [was darin], packt man zusammen, so rette man nur für drei Mahlzeiten. R. Abba b. Zabhda erwiderte im Namen Rabhs: Beide handeln von dem Falle, wenn man zusammenpacken will, dennoch besteht hier kein Widerspruch; das eine, wenn nach demselben Hofe, das andere, wenn nach einem anderen Hofe. R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, fragte: Wie ist es, wenn man das Gewand ausbreitet und darin [Speisen] zusammenpackt: gleicht es dem Retten [eines Korbes] oder dem Zusammenpacken? –", "Da Raba gesagt hat, R. Šezbi habe den R. Ḥisda getäuscht, indem er ihm vortrug, das Gefäß126Das man zum Auffangen von Flüssigkeiten unter ein zerbrochenes Faß setzt; cf. Fol. 117b.dürfe nicht mehr als drei Mahlzeiten enthalten, so ist zu entnehmen, daß dies dem Retten [eines Korbes] gleiche und erlaubt ist, R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach zu Raba: Wieso ist dies eine Täuschung? Dieser erwiderte: Er lehrt, man dürfe kein zweites Gefäß holen und auffangen, kein zweites Gefäß holen und ansetzen, wonach man nur kein zweites Gefäß holen darf, im selben aber darf man retten, soviel man will.", "EBENSO EINEN GANZEN FEIGENKUCHEN &C. Was gibt es dabei abzurechnen, sie erwerben ja Freigut!? R. Ḥisda erwiderte: Hier lehrt er einen Akt der Frömmigkeit127Wenn sie es aus Frömmigkeit dem Eigentümer zurückgeben.. Raba sprach: Verlangen etwa fromme Leute einen Lohn für Šabbatharbeit!? Vielmehr, erwiderte Raba, hier handelt es sich um einen Gottesfürchtigen, der Fremdes nicht genießen, aber auch ohne Entgelt sich nicht bemühen will. Er meint es, wie folgt: Wenn sie schlau sind, wenn sie wissen, daß es auf diese Weise nicht Šabbathlohn heißt, so rechnen sie mit ihm nach dem Šabbath ab. –", "Weshalb heißt es hierbei, «rettet für euch», weiter aber, «rettet mit mir»? – Ich will dir sagen, bei Speisen lehrt er «für euch», weil man auf Speise für nur drei Mahlzeiten ein Anrecht hat, bei Kleidungsstücken lehrt er, «rettet mit mir», weil man es den ganzen Tag darf.", "WOHIN DARF MAN ES RETTEN &C. Die Rabbanan lehrten: Man darf [Kleider] anziehen, hinausbringen und ausziehen, und wiederum anziehen, hinausbringen und ausziehen, selbst den ganzen Tag – so R. Meír. R. Jose sagt, nur achtzehn Kleidungsstücke. Folgende sind die achtzehn Kleidungsstücke: Obermantel, Kittel, Hohlgürtel, Wams aus Linnen, Hemd, Überwurf, Turban, zwei Ärmel, zwei Schuhe, zwei Strümpfe, zwei Beinkleider, ein Lendengürtel, eine Kopfbedeckung und ein Halstuch.", "v R. ŠIMO͑N B. NANNOS SAGT, MAN DÜRFE ÜBER EINE TRUHE, EINE KISTE ODER EINEN SCHRANK, DIE VOM FEUER ERFASST WORDEN SIND, EINE ZIEGENHAUT AUSBREITEN, WEIL SIE NUR ANSENGT; AUCH DARF MAN EINE WAND AUS VERSCHIEDENEN GEFÄSSEN HERSTELLEN, DAMIT DAS FEUER NICHT DURCHDRINGE, OB SIE GEFÜLLT ODER LEER SIND. R. JOSE VERBIETET DIES MIT NEUEN, MIT WASSER GEFÜLLTEN TONGEFÄSSEN, WEIL DIESE DAS FEUER NICHT VERTRAGEN, SONDERN PLATZEN UND DAS FEÜER LÖSCHEN.", "GEMARA. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wenn ein Gewand an einer Seite vom Feuer erfaßt wird, so darf man die andere Seite mit Wasser tränken, und wenn es dadurch erlischt, so ist nichts dabei. Man wandte ein: Wenn ein Gewand an einer Seite vom Feuer erfaßt wird, so darf man es ausbreiten und anziehen, und wenn das Feuer dadurch erlischt, so ist nichts dabei; ebenso darf man eine Torarolle, wenn sie vom Feuer erfaßt wird, aufrollen und darin lesen, und wenn das Feuer dadurch erlischt, so ist nichts dabei128Demnach darf man es nicht mit Wasser tränken.. –" ], [ "Er ist der Ansicht des R. Šimo͑n b. Nannos. –", "Allerdings, sagt R. Šimo͑n b. Nannos: Weil sie nur ansengt, sagt er etwa, das Löschen [sei erlaubt] !? – Freilich, wenn es im Schlußsatze heißt, R. Jose verbiete dies mit neuen, mit Wasser gefüllten Tongefäßen, weil sie das Feuer nicht vertragen, sondern platzen und das Feuer löschen, so erlaubt dies wohl der erste Tanna.", "Die Rabbanan lehrten: Befindet sich ein [brennendes] Licht auf einer Platte, so darf man die Platte schütteln, sodaß es herunterfällt, und wenn es erlischt, so ist nichts dabei. In der Schule R. Jannajs sagten sie: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn man [das Licht] vergessen hat, hat man es aber absichtlich stehen lassen, so gilt die [Platte] als Untersatz für einen verbotenen Gegenstand.", "Es wird gelehrt: Befindet sich ein Licht hinter einer Tür, so darf man sie wie gewöhnlich öffnen und schließen, und wenn es erlischt, so ist nichts dabei. Rabh fluchte darüber. Rabina sprach zu R. Aḥa, dem Sohne Rabas, wie manche sagen, R. Aḥa, der Sohn Rabas, zu R. Aši: Weshalb fluchte Rabh darüber: wollte man sagen, weil Rabh der Ansicht R. Jehudas ist, während jener nach R. Šimo͑n lehrt, so kann ja nicht Rabh, weil er der Ansicht R. Jehudas ist, über jeden fluchen, der nach R. Šimo͑n lehrt !?", "Dieser erwiderte: In diesem Falle, pflichtet auch R. Šimo͑n bei, denn Abajje und Raba sagten beide, R. Šimo͑n pflichte bei in [einem Falle gleich] dem Kopfabschlagen129Cf. Abschn. VII, Anm. 88., ohne zu töten.", "R. Jehuda sagte : Man darf am Šabbath eine Tür gegenüber einer Flamme130Sodaß durch den Luftzug das Feuer angefacht wird.öffnen. Abajje fluchte darüber. – Von welchem Falle gilt dies: wollte man sagen, bei gewöhnlichem Zuge, was ist demnach der Grund desjenigen, der es verbietet, und wollte man sagen, bei einem außergewöhnlichem Zuge, was ist demnach der Grund desjenigen, der es erlaubt !? – Tatsächlich bei einem gewöhnlichem Zuge, denn einer ist der Ansicht, man berücksichtige [einen außergewöhnlichen Zug], und einer ist der Ansicht, man berücksichtige ihn nicht.", "AUCH DARF MAN EINE WAND &C. HERSTELLEN. Demnach wären die Rabbanan der Ansicht, die Verursachung des [Löschens] sei erlaubt, während nach R. Jose dies verboten ist, wir wissen ja von ihnen, daß sie entgegengesetzter Ansicht sind!? Es wird nämlich gelehrt: Man darf eine Wand herstellen aus leeren Gefäßen oder gefüllten, die gewöhnlich nicht zerbrechen. Gefüllte, die gewöhnlich nicht zerbrechen, sind Metallgefäße. R. Jose sagt, auch die [Ton]gefäße aus Kephar-Šiḥin und Kephar-Ḥananja zerbrechen gewöhnlich nicht. Wolltest du aber sagen, man wende [unsere Mišna] um, und R. Jose sage es in der Barajtha nach der Ansicht der Rabbanan, so kannst du sie ja nicht umwenden, denn Rabba b. Taḥlipha sagte im Namen Rabhs, daß R. Jose es sei, welcher lehrt, die Verursachung des Löschens sei verboten. –", "Vielmehr, tatsächlich wende man sie nicht um, denn die Barajtha ist ganz nach R. Jose, nur ist sie lückenhaft und muß wie folgt lauten: Man darf eine Wand herstellen aus leeren Gefäßen oder gefüllten, die gewöhnlich nicht zerbrechen. Gefäße, die gewöhnlich nicht zerbrechen, sind Metallgefäße; aber auch [Ton]gefäße aus Kephar-Šiḥin und Kephar-Ḥananja zerbrechen gewöhnlich nicht, denn R. Jose ist der Ansicht, auch [Ton]gefäße aus Kephar-Šiḥin und Kephar-Ḥananja zerbrechen gewöhnlich nicht. –", "Aber sowohl die Rabbanan als auch R. Jose befinden sich ja mit sich selbst in Widerspruch!? Es wird nämlich gelehrt: Wenn einem auf dem Leibe der Gottesname geschrieben ist, so darf er nicht baden, sich nicht salben und an keinem unreinen Orte stehen; trifft es sich, daß er ein Pflichtbad nehmen muß, so umbinde er ihn mit Bast, und erst dann steige er hinab und tauche unter. R. Jose sagt, er dürfe wie gewöhnlich hinabsteigen und untertauchen, aber ihn nicht wegspülen. –", "Anders ist es hierbei ; der Schriftvers lautet : 131Dt. 12,3,4.ihr sollt ihren Namen von jener Stätte vertilgen, nicht aber sollt ihr so mit dem Herrn, euerem Gott, verfahren; nur direkt ist es verboten, die Verursachung aber ist erlaubt. –", "Auch hierbei heißt es ja:132Ex. 20,10.du sollst keinerlei Arbeit verrichten, demnach ist es nur direkt verboten, die Verursachung aber ist erlaubt!? – Da ein Mensch wegen seines Geldes in Aufregung gerät, so könnte er, wenn man ihm dies erlauben würde, zum Löschen verleitet werden. –", "Demnach befinden sich ja die Rabbanan mit sich selbst in Widerspruch: wenn es da erlaubt ist, obgleich man wegen seines Geldes in Aufregung gerät, um so mehr hierbei!? –", "Glaubst133Sc. daß es hierbei wegen des Auslöschens des Gottesnamens verboten sei. du? Wie sollte man mit dem Baste verfahren: bindet man ihn straff, so bildet er ja eine Trennung, bindet man ihn lose, so dringt ja Wasser ein !? – Aber schon die Tinte ist ja eine Trennung !? – Wenn sie noch feucht ist. Es wird nämlich gelehrt: Blut, Tinte, Honig und Milch sind, wenn vertrocknet, eine Trennung, wenn feucht, keine Trennung. – Immerhin besteht ja der Widerspruch!?", "Vielmehr, erklärte Raba b. R. Šila, folgendes ist der Grund der Rabbanan: sie sind der Ansicht, man dürfe nicht vor dem Gottesnamen nackt stehen. – Demnach ist R. Jose der Ansicht, man dürfe vor dem Gottesnamen nackt stehen !? – Man lege die Hand darauf. –", "Auch nach den Rabbanan kann man ja die Hand darauf legen!? – Man könnte vergessen und sie fortnehmen. – Auch nach R. Jose könnte man ja vergessen und sie fortnehmen!? – Vielmehr, ist Bast vorrätig, so ist dem134Daß man ihn auch nach RJ. damit bedecken muß.auch so, hier aber handelt es sich um den Fall, wenn man nach Bast suchen muß; die Rabbanan sind der Ansicht," ], [ "das Baden zur festgesetzten Zeit135Cf. Dt. 23,12.sei keine Pflicht, daher suche man danach, und R. Jose ist der Ansicht, das Baden zur festgesetzten Zeit sei eine Pflicht, daher suche man danach nicht. –", "Ist R. Jose denn der Ansicht, das Baden zur festgesetzten Zeit sei eine Pflicht, es wird ja gelehrt: Der Flußbehaftete, die Flußbehaftete, der Aussätzige, die Aussätzige, wer einer Menstruierenden beigewohnt hat, und wer sich durch einen Leichnam verunreinigt hat, nehmen das Reinigungsbad136Wenn es am Versöhnungstage zu erfolgen hat.am Tage, die Menstruierende und die Wöchnerin nehmen es nachts, der Samenergußbehaftete nehme das Tauchbad während des ganzen Tages; R. Jose sagt, von der Vesperzeit ab nehme er das Tauchbad nicht137Wenn er nach der genannten Zeit Erguß bekommen hat, warte er mit dem Untertauchen bis zur Dunkelheit.mehr!? – Das ist R. Jose b. Jehuda, welcher sagt, es genüge, wenn man das Bad zum Schlusse138Man brauche es nicht zur festgesetzten Zeit zu nehmen; zur Erklärung dieser Stelle cf. Nid. Fol. 29b. nimmt.", "vi WENN EIN NICHTJUDE LÖSCHEN KOMMT, SO SAGE MAN ZU IHM NICHT. ‘LÖSCHE’, AUCH NICHT: LÖSCHE NICHT’, WEIL EINEM DAS FEIERN DESSELBEN NICHT OBLIEGT; WENN ABER EIN MINDERJÄHRIGER LÖSCHEN KOMMT, SO LASSE MAN IHN NICHT, WEIL EINEM DAS FEIERN DESSELBEN OBLIEGT.", "GEMARA. R. Ami sagte: Man hat bei einer Feuersbrunst zu sagen erlaubt: wenn einer löscht, so soll es sein Schaden nicht139Dies ist eine indirekte Aufforderung zum Löschen.sein. Für ihn wäre eine Stütze zu erbringen: Wenn ein Nichtjude löschen kommt, so sage man ihm nicht: ‘Lösche’, auch nicht: ‘Lösche nicht’, weil einem das Feiern desselben nicht obliegt. Man darf ihn demnach nur zum Löschen nicht auffordern, wohl aber darf man sagen: wenn einer löscht, so soll es sein Schaden nicht sein. – Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: Auch nicht: ‘Lösche nicht’, man braucht ihm: ‘Lösche nicht’, nicht zu sagen, jedoch ist es zu sagen verboten: wenn einer löscht, so soll es sein Schaden nicht sein !? – Hieraus ist vielmehr nichts zu entnehmen.", "Die Rabbanan lehrten: Einst brach eine Feuersbrunst aus im Hofe des Joseph b. Simaj zu Šiḥin und Leute aus der Festung von Sepphoris waren gekommen, sie zu löschen, denn er war ein königlicher Verwaltungsbeamter; er aber ließ es nicht zu, wegen der Ehrung des Šabbaths. Da geschah ihm das Wunder, daß ein Regen niederschlug und das Feuer löschte. Abends sandte er einem jeden von ihnen zwei Sela͑140Gewichtstück und Silbermünze im Werte von 2 biblischen Šeqel.und ihrem Eparchen fünfzig. Als die Weisen davon hörten, sprachen sie: Dies war nicht nötig; denn es wird gelehrt, wenn ein Nichtjude löschen kommt, so sage man ihm nicht: ‘Lösche’, auch nicht: ‘Lösche nicht’.", "WENN ABER EIN MINDERJÄHRIGER LÖSCHEN KOMMT, SO LASSE MAN IHN NICHT, WEIL EINEM DAS FEIERN DESSELBEN OBLIEGT. Hieraus wäre zu entnehmen, daß, wenn ein Minderjähriger Aas ißt, das Gericht verpflichtet sei, ihn davon abzuhalten? R. Joḥanan erwiderte : Dies gilt von einem Minderjährigen, der es im Sinne seines Vaters tut. – Dementsprechend gilt dies von einem Nichtjuden, der es im Sinne des Jisraéliten tut; ist dies denn erlaubt? – Ein Nichtjude tut es im eigenen Interesse141Er rechnet mit einer Belohnung..", "vii MAN DARF EINEN TELLER ÜBER EIN LICHT STÜLPEN, DAMIT ES NICHT DEN BALKEN ERFASSE, ÜBER DEN KOT EINES KINDES UND ÜBER EINEN SKORPION, DAMIT ER NICHT BEISSE. R. JEHUDA ERZÄHLTE : EINST KAM EIN SOLCHER FALL VOR R. JOḤANAN B. ZAKKAJ INRAB, UND ER SPRACH: ICH BEFÜRCHTE, DASS MAN DIESERHALB142Wenn ihn der Skorpion nicht angreift.EIN SÜNDOPFER SCHULDIG IST.", "GEMARA. R. Jehuda, R. Jirmeja b. Abba und R. Ḥanan b. Raba waren bei R. Abin aus Nešiqja, und man brachte Ruhebetten für R. Jehuda und für R. Jirmeja b. Abba," ], [ "für R. Ḥanan b. Raba aber nicht. Da traf er jenen, seinen Sohn lehren: Über den Kot eines Kindes, wegen des Kindes143Damit es sich nicht beschmutze.. Da sprach er: Der törichte Abin lehrt seinen Sohn Torheit! Man darf ja den Kot selbst für die Hunde fortschaffen. Wolltest du sagen, weil, er am vorangehenden Tage noch nicht vorhanden war, so wird ja gelehrt, schäumende Flüsse und sprudelnde Quellen gleichen dem Gang eines Menschen144Dh. man darf Wasser fortbewegen, obgleich es sich am vorhergehenden Tage an einer anderen Stelle befunden hat, weil damit gerechnet wird, u. dasselbe gilt auch vom Kot eines Kindes.. –", "Wie denn sollte ich es lehren? – Lies : über den Hühnerkot, wegen eines Kindes. –", "Aber dies sollte doch schon als Kotbecken [erlaubt sein]!? Wolltest du erwidern, beim Kotbecken sei das Fortbringen nur mit dem Gefäße erlaubt, den Kot allein aber nicht, so sagte ja R. Aši, als man einst eine Maus in seinem Gewürze fand : Faßt sie beim Schwänze und bringt sie fort. – Vielmehr, wenn [der Kot] sich auf einem Misthaufen befindet. – Wie kommt ein Kind auf einen Misthaufen145Ein solcher befindet sich gewöhnlich auf öffentlichem Gebiete, und da braucht man ihn nicht wegen des Kindes zuzudecken.? – Wenn im Hofe. – Im Hofe gleicht er ja einem Kotbecken!? – Auf einem Misthaufen im Hofe.", "UND ÜBER EINEN SKORPION, DAMIT ER NIGHT BEISSE. R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Alle schädlichen Tiere dürfen am Šabbath getötet werden. R. Joseph wandte ein : Fünf dürfen am Šabbath getötet werden, und zwar : die Fliege in Miçrajim, die Hornis in Ninve, der Skorpion in Adjabene, die Schlange in Jisraélland und der tolle Hund überall. Nach wem: wollte man sagen, nach R. Jehuda, so ist er ja der Ansicht, man sei wegen einer nicht um ihrer selbst willen nötigen Arbeit schuldig; doch wohl nach R. Šimo͑n, und nur diese darf man [töten], andere aber nicht!?", "R. Jirmeja entgegnete: wer sagt uns, daß diese Lehre eine korrekte ist, vielleicht ist sie fehlerhaft? R. Joseph erwiderte: Ich habe sie aufgenommen, ich habe sie vorgetragen, und ich will sie auch erklären: wenn [die Tiere] ihn angreifen, und zwar nach aller Ansicht.", "Ein Schüler rezitierte vor Raba b. R. Hona: Wer am Šabbath Schlangen und Skorpione tötet, mit dem sind die Frommen unzufrieden. Da sprach dieser zu ihm: Die Weisen aber sind mit diesen Frommen unzufrieden. Er streitet somit gegen R. Hona, denn R. Hona sprach einst zu einem Manne, den er eine Biene töten sah: Hast du sie nun alle ausgerottet146Da damit nichts erreicht wird, so ist es zu mißbilligen.?", "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand auf Schlangen und Skorpione stößt und sie tötet, so ist es sicher, daß er auf sie gestoßen ist, um sie zu töten147Dies ist eine göttliche Fügung., und wenn er sie nicht tötet, so ist es sicher, daß er auf sie gestoßen ist, damit sie ihn töten, nur ist ihm durch den Himmel ein Wunder geschehen. U͑la, wie manche sagen, Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Dies nur, wenn sie gegen ihn zischen.", "R. Abba b. Kahana erzählte: Einst geriet ein solches [Tier] ins Lehr haus; da erhob sich ein Nabatäer und schlug es nieder. Darauf sprach Rabbi: Es wurde von seinesgleichen niedergeschlagen.", "Sie fragten: «Von seinesgleichen niedergeschlagen», daß er recht getan148Dh. dieses wollte ihn töten.hat, oder nicht [recht getan]? – Komm und höre: R. Abba, Sohn des R. Ḥija b. Abba, und R. Zera saßen am Eingang des Hauses R. Jannajs, und beide richteten sie an R. Jannaj folgende Frage: Darf man Schlangen und Skorpione am Šabbath töten? Er erwiderte ihnen: Ich töte sogar eine Hornis, um so mehr eine Schlange oder einen Skorpion. – Vielleicht nur harmlos149Im Gehen, wie unbeabsichtigt.. So sagte auch R. Jehuda, man dürfe Speichel harmlos zertreten. R. Šešeth sagte, man dürfe eine Schlange harmlos zertreten. R. Qaṭṭina sagte, man dürfe einen Skorpion harmlos zertreten.", "An Abba b. Martha, das ist nämlich Abba b. Minjorni, hatten sie im Hause des Exilarchen eine Geldforderung, und als sie ihn einst kommen ließen und ihn quälten, spuckte er vor ihnen aus. Da sprach der Exilarch zu ihnen: Holt ein Gewand her und breitet es darüber. Darauf sprach er zu ihnen: Dies habt ihr ja gar nicht nötig; R. Jehuda sagte, man dürfe Speichel harmlos zertreten. Hierauf sprach jener: Er ist wohl ein Gelehrtenjünger; lasset von ihm ab.", "R. Abba b. Kahana sagte im Namen R. Ḥaninas: Die Kandelaberlampen im Hause Rabbis darf man am Šabbath fortbewegen. R. Zera sprach zu ihm: Sind es solche, die man mit einer Hand, oder die man mit beiden trägt?" ], [ "Dieser erwiderte : Wie die im Hause deines Vaters.", "Ferner sagte R. Abba b. Kahana im Namen R. Ḥaninas: Die Handwagen im Hause Rabbis darf man am Šabbath fortbewegen. R. Zera sprach zu ihm: Sind es solche, die von einem Manne oder die von zweien geführt werden? Dieser erwiderte : Wie die im Hause deines Vaters.", "Ferner sagte R. Abba b. Kahana: R. Ḥanina gestattete den Mitgliedern des Hauses Rabbis, Wein zu trinken, der mit nur einem Siegel versehen auf Handwagen von Nichtjuden geführt wurde; ich weiß aber nicht, ob er der Ansicht R. Elie͑zers150Daß Wein (der durch die Berührung eines Nichtjuden verboten wird) überhaupt mit nur einem Siegel versehen zu werden braucht.war, oder ob er die Angst vor dem fürstlichen Hause berücksichtigte.", "viii WENN EIN NICHTJUDE EINE LEUCHTE ANGESTECKT HAT, SO DARF SICH EIN JISRAÉLIT IHRES LICHTES BEDIENEN; WENN ABER FÜR DEN JISRAELITEN, SO IST ES VERBOTEN. HAT ER WASSER ZUM TRÄNKEN SEINES VIEHS GESCHÖPFT, SO DARF EIN JISRAÉLIT HINTERHER SEIN VIEH TRÄNKEN; WENN ABER FÜR DEN JISRAÉLITEN, SO IST ES VERBOTEN. HAT ER EINE LANDUNGSBRÜCKE ZUM ABSTEIGEN GEMACHT, SO DARF HINTERHER EIN JISRAÉLIT ABSTEIGEN; WENN ABER FÜR DEN JISRAÉLITEN, SO IST ES VERBOTEN. EINST KAMEN R. GAMLIÉL UND DIE ÄLTESTEN MIT EINEM SCHIFFE AN, UND ALS EIN NICHTJUDE EINE LANDUNGSBRÜCKE GEMACHT HATTE, UM ABZUSTEIGEN, STIEGEN AUCH R. GAMLIEL UND DIE ÄLTESTEN AB.", "GEMARA. Und [alle Fälle] sind nötig. Würde er es nur von der Leuchte gelehrt haben, [so könnte man glauben,] nur bei einer Leuchte, weil [man sagt:] ein Licht für einen, ein Licht für hundert, beim Wasser aber sei zu berücksichtigen, er könnte wegen des Jisraéliten mehr [schöpfen]. – Wozu ist dies von der Landungsbrücke nötig? – Um uns das Ereignis von R. Gamliél und den Ältesten zu erzählen.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn ein Nichtjude Gras zusammengelesen hat, so darf ein Jisraélit hinterher von diesem sein Vieh füttern; wenn aber für den Jisraéliten, so ist es verboten. Wenn er Wasser zum Tränken seines Viehs geschöpft hat, so darf ein Jisraélit hinterher sein Vieh tränken; wenn aber für den Jisraéliten, so ist es verboten. Dies jedoch nur dann, wenn es kein Bekannter ist, ist es aber ein Bekannter, so ist es verboten. –", "Dem ist ja aber nicht so, R. Hona sagte ja im Namen R. Ḥaninas, daß man am Šabbath sein Vieh aufs Gras bringen darf, nicht aber neben Abgesondertes151Dh. Gras, das erst am Šabbath gemähet wurde. !? – Wenn man nur daneben steht, das Vieh aber selbst weiter geht und frißt.", "Der Meister sagte: Dies jedoch nur dann, wenn es kein Bekannter ist, wenn es aber ein Bekannter ist, so ist es verboten. Bei R. Gamliél war es ja ein Bekannter!? Abajje erwiderte: Es war in seiner Abwesenheit. Raba erwiderte: Du kannst auch sagen, in seiner Gegenwart, denn auch da hieß es: Ein Licht für einen, ein Licht für hundert.", "Man wandte ein: R. Gamliél sprach zu ihnen: Da er sie in unserer Abwesenheit gemacht hatte, so wollen wir über diese hinabsteigen!? – Lies: da er sie bereits gemacht hat, so wollen wir über diese hinabsteigen. –", "Komm und höre : Wenn in einer Stadt, in der Jisraéliten und Nichtjuden wohnen, eine Badeanstalt vorhanden ist, die am Šabbath in Betrieb ist, so darf man da, falls die Mehrheit aus Nichtjuden besteht, [abends] sofort baden, falls aber die Mehrheit aus Jisraéliten besteht, erst nach einem Zeitraume, in dem das Wasser heiß werden kann!? – Da wird das Wasser für die Mehrheit aufgewärmt. –", "Komm und höre : Wenn eine Leuchte in einer Gesellschaft brennt, so ist es, falls die Mehrheit aus Nichtjuden besteht, erlaubt, falls die Mehrheit aus Jisraéliten besteht, verboten, sich ihres Lichtes zu bedienen; wenn Hälfte gegen Hälfte, so ist es ebenfalls verboten!? –" ], [ "Auch da wird sie für die Mehrheit angezündet.", "Einst kam Šemuél nach Abitoren, und als ein Nichtjude eine Lampe ansteckte, wandte er das Gesicht ab. Als er aber sah, daß dieser einen Zettel holte und las, wandte er das Gesicht zurück dem Lichte zu, indem er sagte: Dieser hat sie ja für sich angesteckt.", "", "i ALLE HAUSGERÄTE DÜRFEN AM ŠABBATH UMHERGETRAGEN WERDEN UND MIT IHNEN AUCH IHRE TÜREN, AUCH WENN SIE AM ŠABBATH AUSGEHOBEN WORDEN SIND, DENN SIE GLEICHEN NICHT DEN HAUSTÜREN, DIE NICHT ALS VORBEREITETES1Schon vor dem Š.; nur solche Dinge dürfen am Š. bewegt u. umhergetragen werden, während das, was vor dem Š. nicht vorhanden war (נולד, Neuentstandenes) verboten ist. GELTEN", "ii. MAN DARF EINEN HAMMER NEHMEN, UM NÜSSE ZU ZERSCHLAGEN, EINE AXT, UM EINEN FEIGENKUCHEN ZU ZERSCHNEIDEN, EINE SÄGE, UM KÄSE ZU ZERSÄGEN, EINE SCHAUFEL, UM TROCKENFEIGEN ZU SCHAUFELN, \n", "EINE SCHWINGE ODER EINE HEUGABEL, UM DAMIT EINEM KINDE ETWAS ZU REICHEN, EINE SPINDEL ODER EINEN WEBESPATEL, UM ETWAS AUFZUSPIESSEN, EINE NÄHNADEL, UM EINEN SPLITTER ZU ENTFERNEN, UND EINE PACKNADEL, UM EINE TÜR ZU ÖFFNEN2Es sind lauter Gegenstände, die für ihren eigentlichen Zweck nicht benutzt werden dürfen, trotzdem ist ihre Verwendung für eine an sich erlaubte Arbeit gestattet..", "GEMARA. Alle Hausgeräte dürfen umhergetragen werden, selbst wenn die Türen am Šabbath ausgehoben worden sind, und um so eher, wenn bereits am Wochentage.", "Im Gegenteil, wenn am Šabbath, gelten sie ja durch die Geräte selbst als Vorbereitetes, und wenn bereits am Wochentage, gelten sie ja durch die Geräte selbst nicht als Vorbereitetes!?", "Abajje erwiderte: Er meint es wie folgt : Alle Hausgeräte dürfen am Šabbath umhergetragen werden, und mit ihnen auch ihre Türen; obgleich sie am Wochentage ausgehoben wurden, dürfen sie am Šabbath umhergetragen werden.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf die Tür einer Truhe, einer Kiste und eines Schrankes ausheben, nicht aber einheben; [die Tür] eines Hühnerschlages darf man weder ausheben noch einheben. –", "Einleuchtend ist dies bezüglich des Hühnerschlages, denn er ist der Ansicht, daß es bei diesem, da er am Erdboden befestigt ist, ein Bauen und ein Niederreißen gebe; welcher Ansicht ist er aber bei seiner Lehre [von den Türen] von Truhe, Kiste und Schrank :", "ist er der Ansicht, es gebe bei Hausgeräten ein Bauen, so gibt es ja bei ihnen auch ein Niederreißen, und ist er der Ansicht, es gebe bei Hausgeräten kein Niederreißen, so gibt es ja bei ihnen auch kein Bauen!?", "Abajje erwiderte: Tatsächlich ist er der Ansicht, bei Hausgeräten gebe es ein Bauen, und bei Hausgeräten gebe es ein Niederreißen, und er meint es wie folgt: die ausgehoben sind, darf man nicht einheben.", "Raba sprach zu ihm: Dagegen ist zweierlei einzuwenden: erstens heißt es: man darf [die Tür] ausheben, und was heißt ferner: nicht aber einheben!? Vielmehr sagte Raba, er ist der Ansicht, bei Hausgeräten gebe es kein Bauen und kein Niederreißen, nur ist hierbei berücksichtigt worden, man könnte [einen Keil] einschlagen.", "MAN DARF EINEN HAMMER NEHMEN &C. R. Jehuda sagte : Nur einen Hammer, der zum Nußknacken bestimmt ist, nicht aber einen Schmiedehammer.", "Er ist also der Ansicht, man dürfe ein Gerät, das für eine [am Šabbath] verbotene Arbeit bestimmt ist, auch um seiner selbst willen nicht fortbewegen.", "Raba sprach zu ihm: Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: eine Schwinge oder eine Heugabel, um damit einem Kinde etwas zu reichen; sind denn Schwinge und Heugabel dazu bestimmt, damit einem Kinde etwas zu reichen? Vielmehr, sagte Raba, selbst einen Schmiedehammer, um damit Nüsse zu knacken.", "Er ist also der Ansicht," ], [ "man dürfe ein Gerät, das für eine verbotene Arbeit bestimmt ist, um seiner selbst willen fortbewegen.", "Abajje wandte gegen Raba ein: Man darf einen Mörser fortbewegen, wenn Knoblauch darin ist, sonst aber nicht!?", "Dieser erwiderte: Hier ist R. Neḥemja vertreten, welcher sagt, man dürfe ein Gerät nur zum Behufe seiner eigentlichen Verwendung fortbewegen.", "Er wandte gegen ihn ferner ein: Die Schule Šammajs sagt, man dürfe [am Feste] keinen Reibeblock fortbewegen, um darauf Fleisch zu zerhacken; die Schule Hillels erlaubt dies; sie stimmen jedoch überein, daß man ihn nicht mehr fortbewegen darf, sobald man darauf das Fleisch bereits zerhackt hat.", "Er wollte ihm erwidern, ebenfalls nach R. Neḥemja, nachdem er aber das gehört, was R. Ḥenana b. Šelemja im Namen Rabhs gesagt hat, daß nämlich bezüglich der Schwing-, Preß- und Klopfgeräte3Nach den Kommentaren Geräte zur Herstellung von Stoffen. alle übereinstimmen4Daß man sie nicht fortbewegen darf., weil man mit diesen behutsam ist und für sie einen bestimmten Platz hat, so ist auch hierbei zu erwidern: weil man dafür einen bestimmten Platz hat.", "Es wurde gelehrt: R. Ḥija b.Abba sagte im Namen R. Joḥanans, dies wurde von einem Hammer der Goldschmiede gelehrt, und R. Šamen b. Abba sagte, dies wurde von einem Hammer der Gewürzkrämer gelehrt.", "Nach demjenigen, der dies auf einen der Gewürzkrämer bezieht, gilt dies um so eher von einem der Goldschmiede, und nach demjenigen, der dies auf einen der Goldschmiede bezieht, gilt dies nicht von einem der Gewürzkrämer, mit dem man behutsam umgeht.", "EINE SPINDEL ODER EINEN WEBESPATEL &C. Die Rabbanan lehrten : Eine unreife Feige, die man in Stroh gelegt hat, oder einen Fladen, den man auf Kohlen gelegt hat, darf man, wenn ein Teil unbedeckt geblieben ist, hervorholen5Weil man das Stroh, bezw. die Kohle nicht berührt., wenn aber nicht, so darf man sie nicht hervorholen.", "R. Elea͑zar b. Thadaj sagt, man spieße sie mit einer Spindel oder einem Webespatel auf, und sie werden von selbst abgeschüttelt. R. Naḥman sagte : Die Halakha ist wie R. Elea͑zar b. Thadaj. –", "Demnach ist R. Naḥman der Ansicht, die indirekte Fortbewegung sei keine Fortbewegung, während doch R. Naḥman sagte, man dürfe einen Rettich herausziehen, wenn er [in der Erde] mit dem Oberteile nach oben sitzt, nicht aber, wenn mit dem Oberteile nach unten6Weil man die Erde aufwühlt. !? – R. Naḥman ist davon abgekommen.", "EINE NÄHNADEL, UM EINEN SPLITTER ZU ENTFERNEN &C. Raba, der Sohn Rabbas, sandte folgende Frage an R.Joseph: Möge uns der Meister lehren, wie es sich mit einer Nadel verhält, der das Öhr oder die Spitze fehlt7Ob es noch als Gerät gilt, um es fortbewegen zu dürfen.?", "Dieser erwiderte: Dies ist aus unserer Mišna zu entnehmen: eine Nähnadel, um einen Splitter zu entfernen; zur Entfernung eines Splitters ist es ja einerlei, ob sie ein Öhr hat oder nicht.", "Er wandte gegen ihn ein: Eine Nadel, der das Öhr oder die Spitze fehlt, ist rein!?", "Abajje erwiderte: Du weisest auf einen Widerspruch zwischen dem Gesetze über die Unreinheit und dem Gesetze über den Šabbath hin!? Bei der Unreinheit muß es ein Gerät für den Gebrauch8Cf. Num. 31,20. sein, beim Šabbath aber nur eine verwendbare Sache, und diese ist zum Entfernen eines Splitters verwendbar.", "Raba sprach: Der den Einwand gerichtet, hat Recht; was hinsichtlich der Unreinheit nicht als Gerät gilt, gilt auch hinsichtlich des Šabbaths nicht als Gerät.", "Man wandte ein: Eine Nadel, ob gelocht oder ungelocht, darf man am Šabbath fortbewegen; nur hinsichtlich der Unreinheit sagten sie, sie müsse gelocht sein!?", "Abajje erklärte es nach Raba: Dies gilt von noch unfertigen, da man sich überlegen und sie zum Geräte9Für einen anderen Zweck, zBs. als Stecknadel udgl. machen kann, wenn ihr aber das Öhr oder die Spitze fehlt, wirft man sie zum Gerümpel.", "Die Glieder eines Säuglings [am Šabbath] einzurenken, ist nach R. Naḥman verboten und nach R. Šešeth. erlaubt. R. Naḥman sagte : Woher entnehme ich dies? Wir haben gelernt: Man darf am Šabbath kein" ], [ "Brechmittel bereiten. – Und R.Šešeth !? – Dies ist etwas Außergewöhnliches, jenes aber ist etwas Gewöhnliches10Gehört mit zur Pflege des Neugeborenen..", "R. Šešeth sagte: Woher entnehme ich dies? Wir haben gelernt: Eine Nähnadel, um einen Splitter zu entfernen11Auch dies ist ein chirurgischer Eingriff, wobei die Bereitung von Medikamenten nicht erforderlich ist.. – Und R. Naḥman !? – [Ein Splitter] ist ein Fremdkörper12Die Entfernung eines solchen gilt nicht als ‘verbessernde Arbeit’., was aber hierbei nicht der Fall ist.", "iii DER ROHRKOLBEN [ZUR UNTERSUCHUNG] DER OLIVEN IST, WENN ER OBEN EINEN KNOTEN HAT, VERUNREINIGUNGSFÄHIG, SONST ABER NICHT VERUNREINIGUNGSFÄHIG. OB SO ODER SO, DARF ER AM ŠABBATH FORTBEWEGT WERDEN.", "GEMARA. Warum denn, er ist ja ein flaches13Dh. es hat keine zur Aufnahme geeignete Vertiefung. Holzgerät, und ein solches ist ja nicht verunreinigungsfähig, da es einem Sacke gleichen muß!? – Im Namen R. Neḥemjas wird gelehrt: Wenn man die Oliven durchrührt, dreht man ihn um und sieht nach14Dabei bleibt etwas Öl in der Höhlung des Knotens; er wird daher als Gefäß betrachtet..", "iv,1 R. JOSE SAGT, JEDES GERÄT DÜRFE FORTBEWEGT WERDEN, AUSGENOMMEN DIE GROSSE SÄGE UND DAS PFLUGMESSER.", "GEMARA. R. Naḥman sagte : Das Walkersieb gleicht hierin dem Pflugmesser.", "Abajje sagte: Das Schustermesser, das Fleischermesser und die Axt der Zimmerer gleichen hierin dem Pflugmesser.", "Die Rabbanan lehrten : Früher sagten sie, drei Geräte dürfen am Šabbath fortbewegt werden: das Feigenmesser, der Schaumlöffel und das kleine Tafelmesser; später erlaubten sie andere, dann wiederum andere und wiederum andere, bis sie zum Beschlusse gelangten, jedes Gerät dürfe am Šabbath fortbewegt werden, ausgenommen die große Säge und das Pflugmesser. –", "Was heißt: darauf erlaubten sie andere, dann wiederum andere und wiederum andere?", "Abajje erwiderte: Sie erlaubten ein Gerät, das für erlaubte Arbeit verwendet wird, um seiner selbst willen fortzubewegen; alsdann erlaubten sie ein Gerät, das für eine erlaubte Arbeit verwendet wird, seines Platzes wegen fortzubewegen; darauf erlaubten sie, auch ein Gerät, das für eine verbotene Arbeit verwendet wird, um seiner selbst willen, nicht aber seines Platzes wegen, fortzubewegen. Immerhin war es nur mit einer Hand und nicht mit beiden Händen erlaubt, darauf ordneten sie an, daß alle Geräte am Šabbath fortbewegt werden dürfen, auch mit beiden Händen.", "Raba sprach zu ihm: Er lehrt ja, daß sie es erlaubt haben, und es ist ja einerlei, ob um seiner selbst willen, oder des Platzes wegen!? Vielmehr, erklärte Raba, sie erlaubten ein Gerät, das für eine erlaubte Arbeit verwendet wird, fortzubewegen, einerlei, ob um seiner selbst willen, oder seines Platzes wegen, alsdann erlaubten sie, es aus der Sonne in den Schatten15Damit es durch die Sonne nicht leide, auch ohne es selbst oder den Platz nötig zu haben.zu bringen. Später erlaubten sie auch, ein Gerät, das zu verbotener Arbeit verwendet wird, um seiner selbst willen und seines Platzes wegen fortzubewegen, jedoch nicht aus der Sonne nach dem Schatten zu bringen, und ebenso war es nur einer Person, nicht aber zwei Personen erlaubt. Darauf sagten sie, jedes Gerät dürfe am Šabbath fortbewegt werden, auch durch zwei Personen.", "Abajje wandte gegen ihn ein : Man darf einen Mörser fortbewegen, wenn Knoblauch darin ist, sonst aber nicht !? – In dem Falle, wenn aus der Sonne in den Schatten. Er wandte ferner gegen ihn ein: Sie stimmen überein, daß man [den Reibeblock] nicht mehr fortbewegen darf, wenn man das Fleisch darauf zerhackt hat!? – Ebenfalls in dem Falle, wenn aus der Sonne in den Schatten.", "R. Ḥanina sagte: Diese Lehre ist in den Tagen Neḥemjas, des Sohnes Ḥakaljas, gelehrt worden, denn es heißt:16Neh. 13,15.zu jener Zeit sah ich in Jehuda welche, die am Šabbath die Keltern traten und die Getreidehaufen einbrachten.", "R. Elea͑zar sagte: Die [Lehren von den] Stäben17Die zwischen die Schaubrote gelegt werden, damit diese nicht schimmeln., von den Stöcken, vom Riegelgriffe und vom Mörser sind sämtlich gelehrt worden, bevor sie das Fortbewegen von Geräten erlaubt haben.", "Von den Stäben, denn wir haben gelernt: Weder das Ordnen der Stäbe noch ihre Fortnahme verdrängt den Šabbath.", "Von den Stöcken, denn wir haben gelernt: Da18In der Vorhalle des Tempels.waren dünne, glatte Stöcke, diese legte man auf seine Schulter und auf die seines Nächsten, hängte das [Pesaḥopfer] an und häutete es ab. R.Elea͑zar sagte: Wenn der vierzehnte [Nisan] auf einen Šabbath fällt, so legt" ], [ "der eine seine Hand auf die Schulter seines Nächsten, ebenso legt dieser seine Hand auf die Schulter des ersten, und jeder hängt es an und häutet es ab.", "Vom Riegelgriffe, denn wir haben gelernt: Einen Riegelgriff darf man, wie R. Jehošua͑ sagt, am Šabbath von der einen Tür fortschieben und an der anderen hängen lassen; R. Tryphon sagt, er gleiche jedem anderen Geräte und darf im Hofe fortbewegt werden.", "Vom Mörser, wie wir vorangehend gesagt haben. Rabba sprach: Wieso denn, vielleicht sind sie tatsächlich gelehrt worden, nachdem sie [das Fortbewegen von] Geräten erlaubt haben. Die Stäbe sind dazu da, damit die [Schaubrote] nicht schimmeln, und in dieser kurzen Zeit schimmeln sie nicht. Bei den Stöcken kann man nach R. Elea͑zar verfahren.", "[Die Lehre vom] Riegelgriffe ist nach R. Jannaj zu erklären, denn R. Jannaj sagte, dies gelte von einem Hofe, der nicht durch einen E͑rub verbunden ist; R. Jehošua͑ ist der Ansicht, die Türöffnung gehöre zum Innenraume, somit bewegt man ein Stubengerät im Hofe, und R. Tryphon ist der Ansicht, die Türöffnung gehöre zum Aussenraume, somit bewegt man ein Hofgerät im Hofe.", "[Die Lehre vom] Mörser ist nach R. Neḥemja19Daß man ein Gerät nur zu seinem eigentlichen Gebrauche fortbewegen darf..", "iv,2 JEDES GERÄT DARF SOWOHL ZUM GEBRAUCHE ALS AUCH NICHT ZUM GEBRAUCHE FORTBEWEGT WERDEN ; R. NEḤEMJA SAGT, ES DÜRFE NUR ZUM GEBRAUCHE FORTBEWEGT WERDEN.", "GEMARA. Was heißt zum Gebrauche und was heißt nicht zum Gebrauche?", "Rabba erwiderte : Zum Gebrauche heißt die Fortbewegung eines Gerätes, das zu einer erlaubten Arbeit verwendet wird, um seiner selbst willen, nicht zum Gebrauche heißt die Fortbewegung eines Gerätes, das zu einer erlaubten Arbeit verwendet wird, seines Platzes wegen; ein Gerät aber, das zu einer verbotenen Arbeit verwendet wird, darf man nur um seiner selbst willen fortbewegen, nicht aber des Platzes wegen. Hierzu sagt R. Neḥemja, auch ein Gerät, das zu einer erlaubten Arbeit verwendet wird, dürfe man nur um seiner selbst willen fortbewegen, nicht aber seines Platzes wegen. Raba sprach zu ihm: Wenn des Platzes wegen, wieso heißt es: nicht zum Gebrauche!?", "Vielmehr, erklärte Raba, zum Gebrauche heißt die Fortbewegung eines Gerätes, das zu einer erlaubten Arbeit verwendet wird, sowohl um seiner selbst willen, als auch des Platzes wegen; nicht zum Gebrauche, auch aus der Sonne in den Schatten; ein Gerät aber, das zu einer verbotenen Arbeit verwendet wird, darf man um seiner selbst willen und des Platzes wegen fortbewegen, nicht aber aus der Sonne in den Schatten. Hierzu sagt R. Neḥemja, auch ein Gerät, das zu einer erlaubten Arbeit verwendet wird, dürfe man nur um seiner selbst willen und seines Platzes wegen fortbewegen, nicht aber aus der Sonne in den Schatten.", "R. Saphra saß, und mit ihm saßen auch R. Aḥa b. Hona und R. Hona b. Ḥanina, und sie sprachen : Wieso darf man nach der Erklärung Rabbas nach R. Neḥiemja Teller [nach der Benutzung] fortnehmen!? Da sprach R. Saphra zu ihnen: Hierbei ist es ebenso wie beim Kotbecken20Das man nach aller Ansicht fortbringen darf..", "Abajje sprach zu Rabba: Wieso darf man nach der Erklärung des Meisters nach R. Neḥemja Teller [nach der Benutzung] fortnehmen!? Dieser erwiderte : Unser Genösse R. Saphra erklärte bereits, hierbei sei es ebenso wie bei einem Kotbecken.", "Abajje wandte gegen Raba ein: Man darf einen Mörser fortbewegen, wenn Knoblauch darin ist, sonst aber nicht!? – In dem Falle, wenn aus der Sonne in den Schatten. Er wandte ferner gegen ihn ein: Sie stimmen überein, daß man [den Reibeblock] nicht mehr fortbewegen darf, wenn man darauf das Fleisch bereits zerhackt hat!? – Ebenfalls in dem Falle, wenn aus der Sonne in den Schatten. –", "Wir haben gelernt: Man darf [am Feste] nicht einen Topf mit einem Spane stützen, ebensowenig eine Tür. Ein Span ist ja eine Sache, die am Feste zu einer erlaubten Arbeit verwendet wird, demnach ist bei einem Geräte, das zu einer erlaubten Arbeit verwendet wird, [die Fortbewegung] sowohl um seiner selbst willen als auch des Platzes wegen verboten !? – Da aus dem Grunde, weil es am Šabbath eine Sache ist, die zu einer verbotenen Arbeit verwendet wird, und wegen des Šabbaths ist es auch am Feste verboten.", "Wenn du aber einwendest, dies sollte auch am Šabbath erlaubt sein, da es auch bei einem Geräte, das zu einer verbotenen Arbeit verwendet wird, um seiner selbst willen und des Platzes wegen erlaubt ist, so gilt dies nur von einer Sache, die den Charakter eines Gerätes hat, nicht aber von einer Sache, die nicht den Charakter eines Gerätes hat. –", "Aber ist es denn [am Feste mit Rücksicht auf den Šabbath] verboten, wir haben ja gelernt: Man darf am Feste Früchte durch eine Luke [vom Dache] herablassen, nicht aber am Šabbath!? –", "Ist es denn dieserhalb nicht verboten, wir haben ja gelernt, das Fest unterscheidet sich vom Šabbath nur hinsichtlich der Bereitung von Speisen!?", "R. Joseph erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine nach R. Elie͑zer, und das andere nach R. Jehošua͑. Es wird nämlich gelehrt: Wenn ein Vieh und sein Junges in eine Grube gefallen21Cf. Abschn. XVI, Anm. 54.sind, so hole man, wie R. Elie͑zer sagt, das eine herauf, um es zu schlachten, und schlachte es, und das andere füttere man an Ort und Stelle, damit es nicht verende. R. Jehošua͑ sagt, man bediene sich einer List: man hole eines herauf, um es zu schlachten, schlachte es aber nicht, sodann hole man das andere herauf und schlachte, welches man will. –", "Wieso denn, vielleicht ist R. Elie͑zer der Ansicht nur da, wo man [das Vieh] füttern kann, nicht aber sonst, wo dies nicht möglich ist.", "Oder vielleicht ist R. Jehošua͑ dieser Ansicht nur da, wo man sich ja einer List bedienen kann, nicht aber sonst, wo dies nicht möglich ist.", "R. Papa erwiderte : Das ist kein Einwand; das eine nach der Schule Šammajs, das andere nach der Schule Hillels. Wir haben nämlich gelernt: Die Schule Šammajs sagt," ], [ "man dürfe nicht [am Feste] ein Kind, einen Feststrauß oder eine Torarolle auf öffentliches Gebiet hinaustragen ; die Schule Hillels erlaubt dies. –", "Allerdings sagt dies die Schule Šammajs vom Hinaustragen, sagt sie dies etwa auch von der Fortbewegung? – Auch die Fortbewegung selbst ist ja nur wegen Tragens [verboten].", "Und auch Rabh hält von dem, was Raba gesagt22Die Benötigung des Platzes gleiche der Benötigung der Sache.hat. Rabh sagte nämlich, [das Fortnehmen] einer Axt, damit sie nicht gestohlen werde, sei eine Fortbewegung nicht zum Gebrauche und daher verboten. Nur zu dem Zwecke, damit sie nicht gestohlen werde, um ihrer selbst willen aber und des Platzes wegen ist es erlaubt. –", "Dem ist aber nicht so!? Als einst R. Kahana bei Rabh war, sprach dieser: Bringet für Kahana einen Klotz zum Sitzen. Er wollte wohl damit23Mit der Bemerkung: zum Sitzen.sagen, daß man eine Sache, die zu einer verbotenen Arbeit verwendet wird, nur um ihrer selbst willen, nicht aber des Platzes wegen [fortbewegen] dürfe!? –", "So sprach er zu ihnen: Nehmet vor Kahana den Klotz fort. Wenn du aber willst, sage ich : da war es aus der Sonne in den Schatten.", "R. Mari b. Raḥel hatte Kissen vor der Sonne liegen, und er kam vor Raba und sprach zu ihm: Darf man sie fortnehmen? Dieser erwiderte: Es ist erlaubt. – Ich habe noch andere. – So sind sie für Gäste verwendbar. – Für Gäste habe ich noch andere. Da erwiderte er: Du bekundest damit, daß du der Ansicht Rabbas24Daß es aus der Sonne in den Schatten zu bringen verboten ist.bist, somit ist es für alle Welt erlaubt, für dich aber verboten.", "R. Abba sagte im Namen des R. Ḥija b. Aši im Namen Rabhs: Tischfeger aus Stoff darf man am Šabbath fortbewegen, nicht aber Palmenwedel25Zum Fegen des Fußbodens, da sie den Fußboden glätten.;", "R. Elea͑zar sagt, auch Palmenwedel. – In welchem Falle: wollte man sagen, um ihrer selbst willen oder ihres Platzes wegen, wieso sagt Rabh Palmenwedel nicht, wo er ja der Ansicht Rabas ist!? Und wollte man sagen, aus der Sonne in den Schatten, wieso sagt R. Elea͑zar, auch Palmenwedel!? – Tatsächlich aus der Sonne in den Schatten, lies aber: ebenso sagt R. Elea͑zar.", "v VON ALLEN GEFÄSSEN, DIE AM ŠABBATH FORTBEWEGT WERDEN DÜRFEN, DÜRFEN AUCH BRUCHSTÜCKE FORTBEWEGT WERDEN, NUR MÜSSEN SIE IRGENDWIE VERWENDBAR SEIN:", "BRÜCHSTÜCKE EINER MULDE, UM EIN FASS ZUZUDECKEN, GLASSCHERBEN, UM EIN KRÜGLEIN ZUZUDECKEN.", "R. JEHUDA SAGT, SIE MÜSSEN EINE ÄHNLICHE VERWENDUNG HABEN: BRUCHSTÜCKE EINER MULDE, DARIN BREI ZU GIESSEN, GLASSCHERBEN, DARIN ÖL ZU GIESSEN.", "GEMARA. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Der Streit besteht nur über den Fall, wenn sie bereits am Vorabend des Šabbaths zerbrochen waren, einer ist der Ansicht, nur wenn [die Bruchstücke] eine ähnliche Verwendung haben, nicht aber, wenn eine andere Verwendung, und einer ist der Ansicht, auch wenn sie eine andere Verwendung haben.", "Sind sie aber erst am Šabbath zerbrochen, so stimmen alle überein, daß man sie [fortbewegen] darf, weil sie durch das Gefäß selbst als Vorbereitetes gelten.", "Mar Zuṭra wandte ein: Man darf [am Feste] ganze Geräte, nicht aber Bruchstücke von Geräten verheizen.", "Wann sollen die Geräte zerbrochen sein: wenn am Vorabend26Unter ‘Vorabend’ ist im engeren Sinne der Abend vor dem Feste oder dem Šabbath zu verstehen, doch wird darunter auch der ganze vorhergehende Tag verstanden.des Festes, so sind sie jetzt nichts mehr als Holzstücke, doch wohl am Feste selbst, und er lehrt, man dürfe Geräte verheizen, nicht aber Bruchstücke von Geräten!? –", "Vielmehr ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls : Der Streit besteht nur über den Fall, wenn sie am Šabbath zerbrochen sind, einer ist der Ansicht, sie gelten als Vorbereitetes, und einer ist der Ansicht, sie gelten als Neuentstandenes; waren sie aber bereits am Vorabend des Šabbaths zerbrochen, so stimmen alle überein, daß es erlaubt sei, da sie dafür bereits am Tage [vorher] vorhanden waren. –", "Eines lehrt, man dürfe ganze Geräte verheizen, nicht aber Bruchstücke von Geräten, ein Anderes lehrt, wie man Geräte verheizen darf, dürfe man auch Bruchstücke von Geräten verheizen, und ein Drittes lehrt, man dürfe weder Geräte noch Bruchstücke von Geräten verheizen!? –", "Eines nach R. Jehuda27Daß man am Feste keine Bruchstücke, wohl aber ganze Geräte verheizen darf., eines nach R. Šimo͑n28Der das Gesetz vom Neuentstandenen und das vom Abgesonderten nicht anerkennt.und eines nach R. Neḥemja29Daß man ein Gefäß nur zum Zwecke seines eigentlichen Gebrauches fortbewegen darf..", "R. Naḥman sagte: Ziegelsteine, die von einem Bau zurückbleiben, darf man fortbewegen, weil man sich an diese lehnen kann; hat man sie auf einander geschichtet30Man hat dadurch bekundet, daß man sie nicht gebrauchen, sondern für einen anderen Bau bestimmen will., so sind sie entschieden Abgesondertes.", "R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls : Eine kleine Scherbe darf man im Hofe31Im Hofe befinden sich gewöhnlich Gefäße, die man damit zudecken kann.fortbewegen, nicht aber in einem Neutralgebiete. In seinem eigenen Namen aber sagte R. Naḥman: auch im Neutralgebiete, nicht aber auf öffentlichem Gebiete. Raba aber sagt, sogar auf öffentlichem Gebiete.", "Raba vertritt hierbei seine Ansicht: Raba ging einst in der Gegend von Maḥoza, und seine Schuhe wurden mit Straßenkot beschmutzt; als sein Diener herankam, eine Scherbe nahm und sie abwischte, schrieen ihn die Schüler an. Da sprach er: Nicht genug, daß sie selbst nichts gelernt haben, wollen sie noch andere belehren! Befände sich [die Scherbe] im Hofe, so wäre sie verwendbar, um damit ein Gefäß zuzudecken, hier ist sie für mich verwendbar.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Den Spund eines zerbrochenen Fasses darf man am Šabbath fortbewegen. Desgleichen wird gelehrt: Den Spund eines zerbrochenen Fasses, sowie die Scherben desselben, darf man am Šabbath fortbewegen, jedoch darf man keine Scherbe glätten, um damit ein Gefäß zuzudecken oder den Fuß eines Bettes zu stützen; hat man ihn auf den Misthaufen geworfen, so ist es verboten.", "R. Papa wandte ein : Demnach ist auch ein Kleidungsstück, wenn man es fortgeworfen hat, [fortzubewegen] verboten!? Vielmehr, sagte R. Papa," ], [ "hat man ihn bereits am Tage [vorher] auf den Misthaufen geworfen, so ist es verboten.", "Bar Hamduri sagte im Namen Šemuéls: Rohr von einer Matte darf man am Šabbath fortbewegen. Aus welchem Grunde? Raba erwiderte: Bar Hamduri erklärte es mir: die Matte selbst wird, Erde zu bedecken, verwendet, und auch das Rohr kann, Schmutz zu bedecken, verwendet werden.", "R. Zera sagte im Namen Rabhs: Kleiderfetzen darf man am Šabbath nicht fortbewegen. Abajje sagte: Lappen, die keine drei zu drei [Fingerbreiten] haben und somit weder für Reiche noch für Arme verwendbar sind.", "Die Rabbanan lehrten : Bruchstücke eines alten Ofens32Der Ofen hatte die Form eines Topfes, u. an die Wand wurden die Brotfladen geklebt.gleichen solchen aller anderen Geräte, die im Hofe fortbewegt werden dürfen – so R. Meír; R. Jehuda sagt, sie dürfen da nicht fortbewegt werden. R. Jose bekundete im Namen des R. Elie͑zer b. Ja͑qob, daß Bruchstücke eines alten Ofens am Šabbath fortbewegt werden dürfen, und daß dessen Deckel keinen Griff braucht33Um am Š. umhergetragen werden zu dürfen.. –", "Worin besteht ihr Streit? Abajje erwiderte: Sie streiten über einen Fall, wenn die Bruchstücke zwar verwendbar, jedoch nicht für den ähnlichen Behuf verwendbar sind. R. Jehuda vertritt seine Ansicht34In der vorangehenden Mišna., und R. Meír seine Ansicht.", "Raba wandte ein: Weshalb streiten sie demnach über Bruchstücke eines Ofens, sollten sie doch über Bruchstücke allgemein streiten!?", "Vielmehr, erklärte Raba, streiten sie über Bruchstücke eines derartigen Ofens, wie in folgender Lehre: Hat man [den Ofen] über eine Grube oder eine Zisterne gesetzt und mit einem Steine gestützt, so ist er, wie R. Jehuda sagt, wenn man unten heizt und er oben geheizt wird, verunreinigungsfähig, sonst35Wenn er sich unten nicht direkt anschließt, sodaß beim Heizen die Grube nicht mitgeheizt wird.aber nicht; die Weisen sagen, sobald er nur geheizt wurde, ob so oder so, sei er verunreinigungsfähig.", "Sie streiten über folgenden Schriftvers : 36Lev. 11,35.Ofen und Kochherd müssen niedergerissen werden, unrein sind sie. R. Jehuda ist der Ansicht, was niedergerissen werden37Dh. unmittelbar am Boden befestigt.muß, sei verunreinigungsfähig, was nicht niedergerissen zu werden braucht, ist nicht verunreinigungsfähig; die Rabbanan aber erklärten:36Lev. 11,35.als unrein sollen sie euch gelten, in jedem Falle38Die unnötige Wiederholung schließt auch diesen Fall ein.. –", "Und die Rabbanan, es heißt ja : müssen niedergerissen werden !? – Dies deutet entgegengesetzt: Man könnte glauben, ein solcher gleiche, da er am Boden befestigt ist, dem Boden selber, so lehrt er uns. –", "Und jener, es heißt ja: als unrein sollen sie euch gelten!? – Dies deutet auf die Lehre des R. Jehuda im Namen Šemuéls, denn R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls : Sie streiten nur über das erstmalige Heizen, beim zweitmaligen aber, auch wenn er am Halse eines Kamels39Wenn der Ofen ursprünglich wie jeder andere einen richtigen Sockel hatte und am Boden befestigt war u. geheizt wurde, behält er seine Eigenschaft als ‘Gerät’, dh. als fertiger Ofen nicht nur über eine Grube gesetzt, sondern auch am Hake eines Tieres.hängt.", "U͑la sagte: Nach den Rabbanan auch beim erstmaligen Heizen, auch wenn er am Halse eines Kamels hängt.", "R. Aši wandte ein: Weshalb streiten sie demnach40Nach der obigen Erklärung Rabas.über Bruchstücke eines [solchen] Ofens, sollten sie doch über einen [solchen] Ofen selbst streiten : wenn nach R. Jehuda schon ein solcher Ofen kein Gerät ist, um wieviel weniger die Bruchstücke desselben!?", "Vielmehr, sagte R. Aši, tatsächlich, wie wir zuerst erklärt haben, nur gilt dies [von Scherben], die zum Waffelbacken verwendbar41Sie werden nicht geheizt, sondern, von außen erhitzt, zum Backen verwendet, also zum ähnlichen Behufe.sind. R. Meír sagte es nach der Ansicht R. Jehudas: nach meiner Ansicht genügt es auch, daß sie irgendwie verwendbar sind, aber auch du solltest mir zugeben, daß dies eine ähnliche Verwendung ist. –", "Und R. Jehuda!? – Es ist nicht gleich; [ein Ofen] wird von innen erhitzt, diese aber werden von außen erhitzt; jener stehend, diese liegend42Das Gebäck wird an die Wand des senkrecht stehenden Ofens geklebt, die zum Backen verwendeten Scherben dagegen liegen..", "«R. Jose bekundete im Namen des R. Elie͑zer b. Ja͑qob, daß Bruchstücke eines alten Ofens am Šabbath fortbewegt werden dürfen, und daß dessen Deckel keinen Griff braucht.» Rabina sagte: Nach wessen Ansicht tragen wir jetzt in Matha Meḥasja Ofendeckel ohne Griff umher? Nach der des R. Elie͑zer b. Ja͑qob.", "vi MIT EINEM AUSGEHÖHLTEN KÜRBIS, IN DEM EIN STEIN SICH BEFINDET43Um damit Wasser schöpfen zu können, da er sonst obenauf schwimmen würde., DARF MAN [WASSER] SCHÖPFEN, FALLS ER BEIM SCHÖPFEN NICHT HERAUSFÄLLT, SONST ABER DARF MAN DAMIT NICHT SCHÖPFEN." ], [ "MIT EINEM KRÜGLEIN, WORAN EINE GERTE GEBUNDEN IST, DARF MAN AM ŠABBATH [WASSER] SCHÖPFEN", "vii. DIE KLAPPE EINER LUKE DARF MAN SCHLIESSEN, WIE R. ELIE͑ZER SAGT, WENN SIE BEWEGLICH ANGEBRACHT IST, SONST ABER NICHT; DIE WEISEN SAGEN, OB SO ODER SO DÜRFE MAN SIE SCHLIESSEN.", "GEMARA. Dort haben wir gelernt: Wenn ein Stein sich auf der Mündung eines Fasses befindet, so neige man es auf die Seite, daß er herabfalle. Rabba sagte im Namen R. Amis im Namen R. Joḥanans: Dies wurde nur für den Fall gelehrt, wenn man ihn vergessentlich liegen ließ, hat man ihn aber hingelegt, so gilt [das Faß] als Unterlage für eine verbotene Sache. R. Joseph aber sagte im Namen R. Asis im Namen R. Joḥanans : Dies wurde nur von dem Falle gelehrt, wenn man ihn vergessentlich liegen ließ, hat man ihn aber hingelegt, so gilt er als Deckel für das Faß.", "Rabba sagte: Gegen meine Lehre wurde eingewendet: «Mit einem ausgehöhlten Kürbis, in dem ein Stein sich befindet, darf man [Wasser] schöpfen, falls er beim Schöpfen nicht herausfällt.» Dies ist aber nichts ; da gilt [der Stein], da man ihn befestigen44Da er sonst herausfällt.muß, als Wandung.", "R. Joseph sagte: Gegen meine Lehre wurde eingewendet: «Sonst aber darf man damit nicht schöpfen.» Dies ist aber nichts; da hat man [den Stein], da man ihn nicht befestigt hat, bedeutungslos gemacht. –", "Worin besteht ihr Streit? – Einer ist der Ansicht, hierbei sei eine Tätigkeit erforderlich, und einer ist der Ansicht, hierbei sei keine Tätigkeit erforderlich.", "Sie vertreten somit ihre Ansichten. Als R. Dimi kam, erzählte er nämlich im Namen R. Ḥaninas, und wie manche sagen, erzählte es R. Zee͑ra im Namen R. Ḥaninas : Einst kam Rabbi nach einem Orte und bemerkte eine Schicht Steine; da sprach er zu seinen Schülern: Gehet und denket daran, daß wir uns morgen darauf setzen. Er benötigte sie aber nicht zu einer Tätigkeit.", "R. Joḥanan aber sagte, Rabbi habe sie zu einer Tätigkeit benötigt. – Was sagte er zu ihnen? – R. Ami sagte, er habe zu ihnen gesagt: Gehet hin und richtet sie her. R. Asi sagte, er habe zu ihnen gesagt: Gehet und spület sie ab.", "Es wurde gelehrt: R. Jose b. Šaúl sagte, es war ein Stapel Balken. R. Joḥanan b. Šaúl sagte, es war eine Schiffsstange. Nach demjenigen, der eine Schiffsstange sagt, gilt dies um so mehr von einem Stapel Balken; nach demjenigen aber, der ein Stapel Balken sagt, gilt dies nicht von einer Schiffsstange, weil man mit einer solchen behutsam ist45Daß sie nicht verderbe; man legt sie lediglich für den Gebrauch nach dem Š. hin, u. sie gilt als Abgesondertes..", "WORAN EINE GERTE GEBUNDEN IST &C. Nur wenn daran gebunden, sonst aber nicht; demnach vertritt unsere Mišna nicht die Ansicht des R. Šimo͑n b. Gamliél.", "Es wird nämlich gelehrt: Wenn man dürre Palmenzweige als Brennholz geschnitten hat, sich aber nachher überlegt, sie zum Sitzen zu benutzen, so muß man sie [vor Šabbath] zusammenbinden; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, man brauche sie nicht zusammenzubinden.", "R. Šešeth erwiderte: Du kannst auch sagen, sie vertrete die Ansicht des R. Šimo͑n b. Gamliél, denn dies gilt von dem Falle, wenn die Gerte noch am Stamme haftet. – Demnach bedient man sich ja einer am Boden haftenden Sache !? – Innerhalb dreier [Handbreiten]46Vom Boden; in diesem Falle ist es erlaubt.. R. Aši erwiderte: Du kannst auch sagen, dies gelte von einer losen [Gerte, und zwar deshalb], weil man sie abstutzen könnte47Wenn die Länge nicht paßt..", "DIE KLAPPE EINER LUKE &C. Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Alle stimmen überein, daß man am Feste kein provisorisches Zelt machen darf, und um so weniger am Šabbath, und sie streiten nur über die Erweiterung; R. Elie͑zer sagt, man dürfe es am Feste nicht erweitern und um so weniger am Šabbath, und die Weisen sagen, man dürfe es am Šabbath erweitern und um so mehr am Feste.", "DIE WEISEN SAGEN, OB SO ODER SO DÜRFE MAN SIE SCHLIESSEN. Was heißt ‘ob so oder so’? R. Abba erwiderte im Namen R. Kahanas:" ], [ "Ob angebunden oder nicht angebunden, nur muß sie dazu bestimmt sein.", "R. Jirmeja sprach zu ihm: Sollte doch der Meister erklären: ob eingehängt48Nach RE. nur dann, wenn sie in die Luke eingehängt ist, nicht aber, wenn sie bis zur Erde hängt. oder nicht eingehängt, nur muß sie angebunden sein!? Rabba b. Bar Ḥana sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Denselben Streit, den sie hierbei führen, führen sie auch über einen schleifenden Riegel, denn wir haben gelernt: Mit einem [auf der Erde] schleifenden Riegel darf man im Heiligtum schließen, nicht aber in der Provinz; mit einem [auf der Erde] liegenden darf man weder da noch dort schließen; R. Jehuda sagt, mit einem liegenden im Tempel und mit einem schleifenden auch in der Provinz.", "Ferner wird gelehrt: Welcher heißt ein schleifender Riegel, mit dem man im Tempel schließen darf und nicht in der Provinz? Der angebunden ist und hängt, und mit dem Ende zur Erde reicht. R. Jehuda sagt, mit einem solchen ist es auch in der Provinz erlaubt; in der Provinz verboten ist es nur mit einem, der nicht befestigt ist und nicht hängt, den man vielmehr abnimmt und in einen Winkel legt. Hierzu sagte", "R. Jehošua͑ b. Abba im Namen U͑las, der Tanna der Lehre vom schleifenden Riegel sei R. Elie͑zer.", "Dieser erwiderte : Ich bin der Ansicht des Autors der folgenden Lehre: Mit einem Stücke Rohr, das jemand49Im Texte: Hausherr, dh. ein Privatmann, als Ggs. zum Handwerker. zum Öffnen und Schließen der Tür bestimmt hat, darf man, wenn es an dieser angebunden ist und hängt, die Tür öffnen und schließen, wenn es aber nicht angebunden ist und nicht hängt, so darf man sie damit nicht öffnen und nicht schließen. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, wenn es nur dazu bestimmt ist, auch wenn es nicht angebunden ist.", "R. Jehuda b. Šilath sagte im Namen R. Asis im Namen R. Joḥanans : Die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Gamliél. –", "Kann R. Joḥanan dies denn gesagt haben, wir haben ja gelernt: Alle Deckel von Gefäßen," ], [ "die einen Griff haben, dürfen am Šabbath fortbewegt werden. Hierzu sagte R. Jehuda b. Šila im Namen R. Asis im Namen R. Joḥanans, nur wenn sie an sich die Eigenschaft eines Gerätes haben!?", "Wolltest du sagen, auch hierbei, wenn es die Eigenschaft eines Gerätes hat, so ist ja nach R. Šimo͑n b. Gamliél die Eigenschaft eines Gerätes nicht erforderlich!? Denn es wird gelehrt: Wenn man dürre Palmenzweige als Brennholz geschnitten hat, sich aber nachher überlegt, sie zum Sitzen zu benutzen, so muß man sie [vor Šabbath] zusammenbinden; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, man brauche sie nicht zusammenzubinden. –", "R. Joḥanan ist seiner Ansicht in einem Falle und streitet gegen ihn im anderen Falle.", "R. Jiçḥaq der Schmied trug an der Pforte dem Exilarchen vor: Die Halakha ist wie R. Elie͑zer. R. A͑mram wandte ein : Aus ihren Worten lernen wir, daß man am Šabbath [eine Luke] verstopfen, [ein Tauchbad] messen50Cf. Sab. Fol. 157a.und einen Knoten machen darf!?", "Da sprach Abajje zu ihm : Wohl deshalb, weil dies anonym51Die Halakha wird nach der anonymen Lehre entschieden.gelehrt wird, aber auch die Lehre vom schleifenden Riegel ist anonym. – Dennoch ist eine Tatsache entscheidender52Die als Einwand angezogene Lehre ist aus einem talsächlichen Ereignis entnommen..", "viii ALLE DECKEL VON GEFÄSSEN, DIE EINEN GRIFF HABEN, DÜRFEN AM ŠABBATH FORTBEWEGT WERDEN. R. JOSE SAGTE : DLES GILT NUR VON DECKELN ÜBER BODEN [TIEFUNGEN]53Wie Brunnen, Zisternen udgl., DECKEL VON GEFÄSSEN ABER DARF MAN OB SO ODER SO AM ŠABBATH FORTBEWEGEN.", "R. Jehuda b. Šila sagte im Namen R. Asis im Namen R. Joḥanans : Dies nur, wenn sie die Eigenschaft eines Gerätes haben. Alle sind der Ansicht, Deckel über Boden [tiefungen], nur wenn sie einen Griff haben, sonst aber nicht; Deckel von Gefäßen, auch wenn sie keinen Griff haben,", "und sie streiten nur über solche von Gefäßen, die am Boden befestigt sind; einer ist der Ansicht, bei solchen sei ein Verbot angeordnet worden, und einer ist der Ansicht, bei solchen sei kein Verbot angeordnet worden.", "Eine andere Lesart: Sie stritten nur über einen Ofendeckel; nach dem einen gleicht er einem Deckel über Boden [tiefungen], und nach einem gleicht er einem Gefäßdeckel.", "", "iMAN DARF WEGEN DER GÄSTE ODER WEGEN DER STÖRUNG DES STUDIUMS SOGAR VIER ODER FÜNF HAUFEN STROH ODER GETREIDE FORTRÄUMEN, JEDOCH KEINE SCHEUNE.", "MAN DARF REINE HEBE, DEMAJ, ERSTEN ZEHNTEN, VON DEM DIE HEBE ENTRICHTET WORDEN IST, ZWEITEN ZEHNTEN UND GEHEILIGTES, DIE AUSGELÖST WORDEN SIND, GETROCKNETE LUPINEN, DA SIE DEN ARMEN ZUR SPEISE DIENEN, FORTRÄUMEN, \n", "NICHT ABER UNVERZEHNTETES, [ERSTEN] ZEHNTEN, VON DEM DIE HEBE NICHT ENTRICHTET WORDEN IST, ZWEITEN ZEHNTEN UND GEHEILIGTES, DIE NICHT AUSGELÖST WORDEN SIND, ODER LAUCH UND SENF. R. ŠIMO͑N B. GAMLUÉL ERLAUBT ES AUCH BEIM LAUCH, WEIL ER ALS FUTTER FÜR KRÄHEN DIENT", "ii,1. BÜNDEL STROH, GEHÖLZ UND JUNGE REISER DARF MAN FORTBEWEGEN, WENN MAN SIE ALS VIEHFUTTER BESTIMMT HAT, SONST ABER DARF MAN SIE NICHT FORTBEWEGEN.", "GEMARA. Wenn man fünf forträumen darf, um so mehr vier!?", "R. Ḥisda erwiderte: Vier von fünf. Manche erklären: Vier von einer kleinen Scheune, fünf von einer großen Scheune. –", "Was heißt demnach: jedoch keine Scheune? – Daß man hei einer Scheune nicht den Anfang1Wenn von dieser vor dem Šabbath noch nicht entnommen worden ist, so gilt sie als Abgesondertes. machen darf, und zwar nach R. Jehuda, nach dem das Gesetz vom Abgesonderten Geltung hat.", "Šemuél aber erklärt: Vier oder fünf," ], [ "wie die Leute gewöhnlich sprechen ; wenn man aber will, darf man auch mehr forträumen. – Was heißt demnach: jedoch keine Scheune!? – Daß man sie nicht vollständig ausräumen darf, weil man Vertiefungen glätten könnte; fortzuräumen beginnen aber darf man, und zwar nach R. Šimo͑n, nach dem das Gesetz vom Abgesonderten keine Geltung hat.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf [mit der Forträumung] einer Scheune nicht beginnen, wohl aber darf man in dieser einen Gang machen zum Ein- und Ausgehen. – Wieso einen Gang machen, du sagst ja, man dürfe [mit der Forträumung] nicht beginnen!? – Er meint es wie folgt: man darf beim Ein- und Ausgehen mit den Füßen einen Gang machen.", "Die Rabbanan lehrten: Vom zusammengehäuften Getreide darf man am Šabbath brauchen, wenn man mit dem Gebrauche schon am Vorabend des Šabbaths begonnen hat, wenn aber nicht, darf man davon am Šabbath nicht brauchen – so R. Šimo͑n ; R. Aḥa erlaubt es. – Wo denkst du hin!? – Sage vielmehr: so R. Aḥa; R. Šimo͑n erlaubt es.", "Es wird gelehrt: Wieviel beträgt das Quantum des zusammengehäuften Getreides? Ein Lethekh2Ein kleineres Quantum gilt nicht als Scheune.. R. Niḥumi b. Zekharja fragte Abajje: Wieviel beträgt das Quantum des zusammengehäuften Getreides? Dieser erwiderte: Sie sagten, das Quantum des zusammengehäuften Getreides müsse ein Lethekh betragen.", "Sie fragten : Sind die vier oder fünf Haufen, von denen er spricht, so zu verstehen, nur in vier oder fünf Haufen, nicht aber in mehr [kleineren], wonach lieber [die Wiederholungen] des Gehens einzuschränken sind, oder ist lieber [das Gewicht] der Last3Man kann das Quantum von vier bis fünf Haufen auch in kleinen Gefäßen fortschaffen. zu vermindern? –", "Komm und höre: Eines lehrt, man dürfe sogar vier oder fünf Haufen Öl- und Weinkrüge forträumen, und ein anderes lehrt, in zehn oder fünfzehn. Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: nach der einen Ansicht sind lieber [die Wiederholungen] des Gehens einzuschränken, und nach der anderen Ansicht ist lieber [das Gewicht] der Last zu mindern. –", "Nein, alle sind der Ansicht, man schränke lieber [die Wiederholungen] des Gehens ein, und ‘zehn oder fünfzehn’ bezieht sich nicht, wie du glaubst, auf die Haufen, sondern auf die Krüge. Hier besteht somit kein Widerspruch, denn das Eine spricht von dem Falle, wo nur je einer im Haufen fortgeschafft werden kann, und das Andere von dem Falle, wenn zwei oder drei fortgeschafft werden können, wie beispielsweise die Krüge4Eigentlich Körbe, viell. Korbflaschen oder Krüge. von Harpanja.", "Sie fragten: Vier oder fünf Haufen, von denen er spricht, auch wenn man viele Gäste hat, oder alles nach der Anzahl der Gäste? Und darf, wenn du entscheidest, alles nach der Anzahl der Gäste, einer für alle forträumen, oder jeder nur für sich selbst? –", "Komm und höre: Rabba erzählte im Namen R. Ḥijas: Einst kam Rabbi nach einem Orte und fand den Platz für die Schüler zu enge; da ging er aufs Feld hinaus, und als er es voll Garben fand, schaffte Rabbi die Garben vom ganzen Felde fort. Hieraus, daß man sich nach der Anzahl der Gäste richte. Ferner erzählte", "R. Joseph im Namen R. Hoša͑jas: Einst kam R. Ḥija nach einem Orte und fand den Platz für die Schüler zu enge; da ging er aufs Feld hinaus, und als er es voll Garben fand, schaffte R. Ḥija die Garben vom ganzen Felde fort. Hieraus, daß man sich nach der Anzahl der Gäste richte. –", "Aber immerhin besteht noch die Frage, ob einer für alle, oder jeder für sich forträume. –", "Komm und höre: Da schaffte Rabbi die Garben fort. Hat sie denn nach deiner Ansicht Rabbi selber fortgeschafft? Vielmehr befahl er, und man schaffte sie fort; jeder schaffte für sich selber fort.", "WEGEN DER GÄSTE &C. R. Joḥanan sagte: Die Gastfreundschaft ist ebenso bedeutend wie der frühzeitige Besuch des Lehrhauses, denn er lehrt: wegen der Gäste und wegen der Störung des Studiums. R. Dimi aus Nehardea͑ sagte: Sie ist noch bedeutender als der frühzeitige Besuch des Lehrhauses, denn er lehrt zuerst: wegen der Gäste, und nachher: wegen der Störung des Studiums. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Die Gastfreundschaft ist bedeutender als der Empfang der Göttlichkeit, denn es heißt: 5Gen. 18,3.und er sprach: O Herr, wenn ich Gnade vor deinen Augen gefunden habe, so gehe doch nicht vorüber &c. R. Elea͑zar sagte: Komm und siehe, wie anders die Art des Heiligen, gepriesen sei er, ist, als die Art eines [Menschen aus] Fleisch und Blut, Bei einem [Menschen aus] Fleisch und Blut vermag das Kleinere nicht zum Größeren zu sagen: ‘Warte, bis ich zu dir komme’, beim Heiligen, gepriesen sei er, heißt es aber: und er sprach: O Herr, wenn ich doch gefunden habe &c.", "R. Jehuda b. Šila sagte im Namen R. Asis im Namen R. Joḥanans: Von sechs Dingen genießt der Mensch die Früchte auf dieser Welt, während ihm das Kapital für die zukünftige Welt erhalten bleibt, und zwar: Gastfreundschaft, Krankenbesuch, Andacht beim Gebete, frühzeitiger Besuch des Lehrhauses, Erziehung der Kinder zum Studium der Tora und die Beurteilung seines Nächsten zu seinen Gunsten. –", "Dem ist ja aber nicht so, wir haben ja gelernt: Von folgenden Dingen genießt der Mensch, wenn er sie übt, die Früchte auf dieser Welt, während das Kapital ihm für die zukünftige Welt erhalten bleibt, und zwar: Ehrerbietung gegen Vater und Mutter, Wohltätigkeit, Friedensstiftung zwischen einem Menschen und seinem Nächsten, das Studium der Tora aber wiegt sie alle auf. Nur diese und jene nicht!? –" ], [ "Auch jene gehören zur Wohltätigkeit. Eine andere Lesart: Diese gehören zu jenen.", "Die Rabbanan lehrten : Wer über seinen Nächsten günstig urteilt, über den urteilt man ebenfalls günstig. Einst kam ein Mann aus Obergaliläa herab und vermietete sich bei einem Hausherrn im Süden6דרום (דרוטא) viell. Ortsname, od. Benennung des südl. Judäa, wird stets im Gegensatze zu Galiläa genannt. auf drei Jahre. Am Vorabend des Versöhnungstages sprach er zu ihm: Gib mir meinen Lohn, ich will mein Weib und meine Kinder ernähren gehen. Dieser erwiderte: Ich habe kein Geld. Jener sprach: So gib mir Früchte. Dieser erwiderte: Ich habe keine. – So gib mir ein Stück Land. – Ich habe keines. – So gib mir ein Vieh. – Ich habe keines. – So gib mir Kissen und Polster. – Ich habe keine. Darauf nahm er seine Gerätschaften über den Rücken und ging mißmutig nach Hause.", "Nach dem Feste nahm der Hausherr den Lohn und eine Ladung für drei Esel, einer mit Speisen, einer mit Getränken und einer mit verschiedenen Kostbarkeiten, mit sich und zog zu jenem. Nachdem sie gegessen und getrunken hatten und er ihm seinen Lohn gezahlt hatte,", "sprach er zu ihm: Wessen verdächtigtest du mich, als du zu mir sagtest, ‘Gib mir meinen Lohn’, und ich dir erwiderte, ‘ich habe kein Geld’? – Ich dachte, du hättest eine Gelegenheit gehabt, billig Waren zu kaufen und das Geld dafür verwendet. – Wessen verdächtigtest du mich, als du mir sagtest, ‘Gib mir ein Vieh’, und ich dir erwiderte, ‘ich habe kein Vieh’? – Ich dachte, es wäre bei anderen vermietet. – Wessen verdächtigtest du mich, als du zu mir sagtest, ‘Gib mir ein Stück Land’, und ich dir erwiderte, ‘Ich habe kein Land’? – Ich dachte, es wäre an andere verpachtet. – Wessen verdächtigtest du mich, als ich dir erwiderte, ‘Ich habe keine Früchte’? – Ich dachte, sie wären nicht verzehntet. – Wessen verdächtigtest du mich, als ich dir erwiderte, ‘Ich habe keine Kissen und Polster’? – Ich dachte, du hättest dein ganzes Vermögen dem Himmel geweiht.", "Da sprach er: Beim Kult, so war es auch; ich hatte mein ganzes Vermögen geweiht, weil mein Sohn Hyrqanos sich nicht mit der Tora befaßt hatte. Als ich aber zu meinen Genossen im Süden kam, lösten sie mir mein Gelübde auf. Und wie du mich zu meinen Gunsten beurteilt hast, so möge Gott auch über dich zu deinen Gunsten urteilen.", "Die Rabbanan lehrten: Einst kaufte ein Frommer ein jisraélitisches Mädchen los, und als sie in die Herberge kamen, legte er sie zu seinen Füßen. Am folgenden Tage stieg er hinab, nahm ein Tauchbad und lehrte seine Schüler.", "Alsdann sprach er zu ihnen: Wessen verdächtigtet ihr mich, als ich das Mädchen zu meinen Füßen gelegt hatte? – Wir dachten, unter uns wäre ein Schüler, von dem der Meister nicht überzeugt ist. –", "Wessen verdächtigtet ihr mich, als ich hinabstieg und ein Tauchbad nahm? – Wir dachten, der Meister hätte durch die Beschwerlichkeit der Reise Samenerguß gehabt. Da sprach er zu ihnen: Beim Kult, so war es auch. Und wie ihr mich zu meinen Gunsten beurteilt habt, so möge Gott auch über euch zu eueren Gunsten urteilen.", "Die Rabbanan lehrten : Einst hatten die Schriftgelehrten ein Anliegen an eine Matrone, bei der alle Vornehmen Roms zu verkehren pflegten, und sie sprachen: Wer geht hin? Da sprach R. Jehošua͑: Ich gehe hin.", "Hierauf ging R. Jehošua͑ in Begleitung seiner Schüler zu ihr hin. Als sie den Eingang ihres Hauses erreichten, nahm er in einer Entfernung von vier Ellen die Tephillin ab, trat ein und schloß vor ihnen die Tür ab. Als er herauskam, stieg er hinab, nahm ein Tauchbad und unterrichtete seine Schüler.", "Alsdann sprach er zu ihnen: Wessen verdächtigtet ihr mich, als ich meine Tephillin abnahm? – Wir sagten, der Meister hätte gedacht, Dinge der Heiligkeit dürfen nicht an einen Ort der Unreinheit kommen. –", "Wessen verdächtigtet ihr mich, als ich die Tür abschloß? – Wir dachten, er hätte eine Staatsangelegenheit mit ihr [zu besprechen]. –", "Wessen verdächtigtet ihr mich, als ich hinabstieg und ein Tauchbad nahm? – Wir dachten, sie könnte mit dem Speichel ihres Mundes die Kleider des Meisters bespritzt haben. Da sprach er zu ihnen: Beim Kult, so war es auch, und wie ihr mich zu meinen Gunsten beurteilt habt, so möge Gott auch über euch zu eueren Gunsten urteilen.", "MAN DARF REINE HEBE &C. FORTRÄUMEN. Selbstverständlich!? – Dies ist für den Fall nötig, wenn sie sich in der Hand eines Jisraéliten befindet; man könnte glauben, es sei verboten, da diese für ihn nicht verwendbar ist, so lehrt er uns, daß es, da sie für einen Priester verwendbar ist, zulässig sei.", "DEMAJ &C. Demaj ist ja für ihn nicht verwendbar !? – Da es, wenn er sein Vermögen preisgeben und ein Armer sein wollte, für ihn verwendbar sein würde, so ist es auch jetzt für ihn verwendbar. Wir haben nämlich gelernt: Man darf den Armen und den einquartierten Truppen Demaj zu essen geben. Auch sagte R. Hona: Es wird gelehrt: Die Schule Šammajs sagt, man dürfe den Armen und den einquartierten Truppen kein Demaj zu essen geben; die Schule Hillels sagt, man dürfe den Armen und den einquartierten Truppen Demaj zu essen geben.", "ERSTEN ZEHNTEN, VON DEM DIE HEBE ENTRICHTET WORDEN IST. Selbstverständlich!? – Dies ist wegen des Falles nötig, wenn er bereits von den Halmen abgehoben, und davon nur die Zehnthebe7Cf. Dem. Absch. V, Anm. 5. und nicht die große Hebe7Cf. Dem. Absch. V, Anm. 5. abgesondert worden ist.", "R. Abahu sagte nämlich im Namen des Reš Laqiš: Der erste Zehnt, den man vorher von den Halmen abgesondert hat, ist von der großen Hebe frei, denn es heißt: 8Num. 126.ihr sollt davon eine Hebe für den Herrn abheben, einen Zehnten vom Zehnten, einen Zehnten vom Zehnten habe ich dir geboten, nicht aber die große Hebe und die Zehnthebe vom Zehnten.", "R. Papa sprach zu Abajje: Demnach sollte er davon frei sein, auch wenn er ihm9Der Levite dem Priester, der die ‘große Hebe’ zu bekommen hat. beim Getreidehaufen zuvorgekommen ist!? Dieser erwiderte: Deinetwegen sagt die Schrift: 10Num. 18,29.Von all eueren Gaben sollt ihr abheben &c. –", "Woraus ersiehst du dies11Daß im letzten Falle die große Hebe nicht zu entrichten ist, im ersten aber wohl.? – Dieses ist bereits Getreide, jenes aber nicht.", "ZWEITEN ZEHNTEN &C. Selbstverständlich!? – Dies ist wegen des Falles nötig, wenn man den Grundwert, aber nicht das Fünftel entrichtet hat; er lehrt uns, daß es vom Fünftel nicht abhängig sei.", "GETROCKNETE LUPINEN &C. Nur getrocknete und keine feuchten, denn solche sind bitter und man ißt sie nicht." ], [ "NICHT ABER UNVERZEHNTETES &C. Selbstverständlich!? – Dies ist wegen des rabbanitisch Unverzehnteten nötig, zum Beispiel in einem undurchlochten Pflanzentopfe gezogen12Der Ertrag aus einem solchen ist nach der Tora nicht zu yerzehnten, jedoch rabbanitisch..", "[NICHT] ERSTEN ZEHNTEN &C. Selbstverständlich!? – Dies ist wegen des Falles nötig, wenn er ihm9Der Levite dem Priester, der die ‘große Hebe’ zu bekommen hat. beim Getreidehaufen zuvorgekommen ist; wenn davon der Zehnt, nicht aber die große Hebe entrichtet worden ist. Man könnte glauben, es verhalte sich so, wie R. Papa zu Abajje gesagt13Oben Fol. 127b. hat, so lehrt er uns, daß es sich so verhalte, wie Abajje ihm erwidert hat.", "[NICHT] ZWEITEN ZEHNTEN &C. Selbstverständlich!? – Dies ist wegen des Falles nötig, wenn sie zwar ausgelöst worden sind, jedoch nicht nach Vorschrift: Wenn man den Zehnten durch ein ungemünztes Silberstück ausgelöst hat, während der Allbarmherzige sagt:14Dt. 25.du sollst das Geld in deiner Hand binden, eine Sache, worauf eine Figur15Cf. Ber. Abschn. VII, Anm. 55.sich befindet. Oder wenn man Geheiligtes durch ein Grundstück ausweiht, während der Allbarmherzige sagt:16Lev. 27,19.er gebe das Geld und erstehe es.", "ODER LAUCH. Die Rabbanan lehrten: Man darf Efeu fortbewegen, weil es als Rehfutter verwendbar ist, Senf, weil es als Taubenfutter verwendbar ist. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, man dürfe auch Glassplitter fortbewegen, weil sie als Straußenfutter verwendbar sind.", "R. Nathan sprach zu ihm : Demnach darf man auch Bündel Reisig fortbewegen, weil sie als Elefantenfutter verwendbar sind !? – Und R. Šimo͑n b. Gamliél? – Strauße sind nicht selten, Elefanten sind selten.", "Amemar sagte: Dies nur, wenn man Strauße hat. R. Aši sprach zu Amemar: R. Nathan wandte ja gegen R. Šimo͑n b. Gamliél ein, man sollte demnach auch Bündel Reisig fortbewegen dürfen, weil sie als Elefantenfutter verwendbar sind; wieso sollte man es nicht, wenn man Elefanten hat!? – Vielmehr meint er die Verwendbarkeit, ebenso hierbei die Verwendbarkeit.", "Abajje sagte: R. Šimo͑n b. Gamliél, R. Šimo͑n, R. Jišma͑él und R. A͑qiba sind sämtlich der Ansicht, alle Jisraéliten seien Fürstenkinder.", "R. Šimo͑n b. Gamliél, wie eben gesagt17Nur Fürsten halten sich Strauße.worden ist.", "R. Šimo͑n, denn wir haben gelernt: Fürstenkinder dürfen sich eine Wunde mit Rosenöl bestreichen, denn Fürstenkinder pflegen sich damit auch am Wochentage zu schmieren. R. Šimo͑n sagt, alle Jisraéliten seien Fürstenkinder.", "R. Jišma͑él und R. A͑qiba, denn es wird gelehrt: Wenn man von einem tausend Minen zu fordern hat und er ein Gewand im Werte von hundert Minen trägt, so ziehe man ihm dieses aus und lasse ihn ein ihm gebührendes Gewand tragen. Hierzu wird im Namen R. Jišma͑éls und im Namen R. A͑qibas gelehrt, ein solches Gewand gebühre jedem Jisraéliten.", "BÜNDEL STROH &C. Die Rabbanan lehrten: Bündel Stroh, Gehölz und Reiser darf man fortbewegen, wenn man sie als Viehfutter reserviert hat, sonst aber darf man sie nicht fortbewegen. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, Bündel, die man mit einer Hand trägt, dürfe man fortbewegen, die man mit beiden Händen trägt, dürfe man nicht fortbewegen.", "Von Bündeln Polei, Ysop und Thymian darf man, wenn man sie als Holz18Dh. zum Trocknen, als Brennmaterial.gesammelt hat, am Šabbath nicht brauchen, wenn aber als Viehfutter, so darf man davon am Šabbath brauchen.", "Man darf mit der Hand abkneifen und essen, nicht aber mit einem Geräte; man darf etwas zerreiben und essen, nicht aber viel mit einem Geräte – so R. Jehuda; die Weisen sagen, man dürfe etwas mit den Fingerspitzen zerreiben und essen, nicht aber viel mit der Hand, wie man es am Wochentage macht.", "Dasselbe gilt auch von Minze, Raute und anderen Gewürzkräutern. – Was heißt Minze? – Nanja19Arab.-syr. Benennung der Minze. – Polei? R. Jehuda erwiderte: Saturei. – Ysop? – Abrota20Gf. Abschn. XIV, Anm. 57.. – Thymian? – Dies wird Qornitha genannt. –", "Aber einst bot ja jemand Qornitha feil, und es war Lattich!? – Vielmehr, Polei ist Saturei, Ysop ist Abrota, und Qornitha ist Lattich.", "Es wurde gelehrt: Gesalzenes Fleisch darf man am Šabbath fortbewegen, ungesalzenes darf man, wie R. Hona sagt, fortbewegen, und wie R. Ḥisda sagt, nicht fortbewegen. –", "Wieso sagt R. Hona, man dürfe es fortbewegen, R. Hona war ja ein Schüler Rabhs, und Rabh ist ja der Ansicht R. Jehudas, nach dem das Gesetz vom Abgesonderten Geltung hat!? –", "Beim hinsichtlich des Essens Abgesonderten ist er der Ansicht R. Jehudas, beim hinsichtlich der Fortbewegung Abgesonderten ist er der Ansicht R. Šimo͑ns. –", "Wieso sagt R. Ḥisda, man dürfe es nicht fortbewegen, einst war ja R. Jiçḥaq b. Ami bei R. Ḥisda, und er sah da eine [geschlachtete] Ente aus der Sonne in den Schatten tragen, weil R. Ḥisda gesagt hatte, er sehe hierin einen Geldschaden !? – Anders ist es bei einer Ente, die als Rohfleischschnitte verwendbar ist.", "Die Rabbanan lehrten: Einen gesalzenen Fisch darf man fortbewegen, einen ungesalzenen Fisch darf man nicht fortbewegen; Fleisch darf man, ob gesalzen oder ungesalzen, fortbewegen. Eine geschlossene Lehre nach R. Šimo͑n.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf Knochen fortbewegen, weil sie als Hundefutter verwendbar sind;" ], [ "verdorbenes Fleisch, weil es für Tiere als Futter verwendbar ist; offenstehendes21Das man nicht trinken darf; cf. Ter. VIII, 4.Wasser, weil es für eine Katze verwendbar ist. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, solches dürfe man überhaupt nicht aufbewahren, wegen der Gefahr22Weil ein Mensch davon trinken könnte..", "ii,2 MAN DARF FÜR DIE KÜCHLEIN EINEN KORB STÜLPEN, DAMIT SIE AUF- UND ABSTEIGEN. WENN EIN HUHN FORTLAUFT, DARF MAN ES ZURÜCKJAGEN, BIS ES WIEDER HINEINGEHT.", "MAN DARF KÄLBER UND FÜLLEN AUF ÖFFENTLICHEM GEBIETE HÜPFEN LASSEN. EINE FRAU DARF IHR KIND GÄNGELN. R. JEHUDA SAGTE: DIES NUR, WENN ES EINEN [FUSS] ANSETZT UND DEN ANDEREN HEBT, WENN ES SIE ABER NACHSCHLEPPT, IST ES VERBOTEN.", "GEMARA. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wenn ein Vieh in einen Wassergraben fällt, so hole man Kissen und Polster und lege sie ihm unter, und wenn es dann heraufkommt, so ist nichts dabei.", "Man wandte ein : Wenn ein Vieh in einen Wassergraben fällt, so reiche man ihm Futter an Ort und Stelle, damit es nicht verende. Nur Futter darf man ihm reichen, Kissen und Polster aber nicht!? –", "Das ist kein Einwand; das eine, wenn es mit der Fütterung möglich23Das Vieh zu retten.ist, das andere, wenn es mit der Fütterung nicht möglich ist. Ist es mit der Fütterung möglich, so bleibe es bei der Fütterung, wenn aber nicht, so hole man Kissen und Polster und lege sie ihm unter. –", "Man entzieht ja eine Sache ihrer Benutzbarkeit24Die Kissen können am Š. nicht mehr benutzt werden; dies gilt als Abzweigung des ‘Niederreißens ‘ und ist daher verboten.!? – Er ist der Ansicht, die Entziehung der Benutzbarkeit ist nur rabbanitisch [verboten], die Tierquälerei aber biblisch, und das biblische Verbot verdrängt das rabbanitische.", "WENN EIN HUHN FORTLÄUFT &C. Nur zurückjagen, nicht aber zerren, somit lernen wir hier dasselbe, was die Rabbanan gelehrt haben: Man darf ein Vieh, ein Wild oder ein Geflügel im Hofe herumzerren, jedoch kein Huhn. –", "Weshalb kein Huhn? Abajje erwiderte: Weil es nach oben strebt25Wenn es sich sträubt, zieht es die Füße ein, sodaß es getragen wird.. –", "Eines lehrt, man dürfe ein Vieh, ein Wild oder ein Geflügel im Hofe herumzerren, jedoch nicht auf öffentlichem Gebiete, eine Frau aber dürfe ihr Kind auf öffentlichem Gebiete gängeln, und um so eher im Hofe, während ein Anderes lehrt, man dürfe ein Vieh, ein Wild oder ein Geflügel im Hofe nicht schleifen, wohl aber treiben, daß es eintrete!? –", "Dies widerspricht sich ja selbst: zuerst heißt es, man dürfe es nicht schleifen, wonach das Zerren erlaubt ist, und nachher heißt es, nur treiben, wonach das Zerren verboten ist!? Abajje erwiderte: Der Schlußsatz gilt von einem Huhn.", "Abajje sagte: Wer ein Huhn schlachtet, presse es auf die Erde mit untergeschlagenen Füßen, oder hebe es hoch, denn wenn man es mit den Füßen auf die Erde setzt, kann es [durch das Zappeln] die Halsorgane26Luft- u. Speiseröhre; wörtl. die Zeichen, da das Vieh nur durch das Durchschneiden dieser beiden Organe zum Essen erlaubt wird.durchreißen.", "iii MAN DARF AM FESTE KEIN TLER ENTBINDEN, WOHL ABER DARF MAN IHM HILFE LEISTEN. MAN DARF AM ŠABBATH EINE FRAU ENTBINDEN; AUCH DARF MAN FÜR SIE EINE HEBAMME VON EINEM ORTE NACH EINEM ANDEREN HOLEN, IHRETWEGEN DEN ŠABBATH ENTWEIHEN, UND IHR DIE NABELSCHNUR UNTERBINDEN, UND WIE R. JOSE SAGT, AUCH DURCHSCHNEIDEN. ALLES, WAS ZUR BESCHNEIDUNG NOTWENDIG IST, DARF MAN AM ŠABBATH VERRICHTEN.", "GEMARA. Wie geschehe die Hilfeleistung? R. Jehuda erwiderte: Man halte die Geburt, damit sie nicht auf die Erde falle. R. Naḥman erwiderte : Man drücke ihm den Leib, damit die Geburt herauskomme.", "Übereinstimmend mit R. Jehuda wird gelehrt: Wie leistet man [dem Muttertiere] Hilfe? Man halte die Geburt, damit sie nicht auf die Erde falle; man blase ihr in die Nase und lege ihr die Zitze ins Maul, damit sie sauge.", "R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Wir pflegten am Feste einem reinen Tiere Liebestat zu erweisen. Was macht man da? Abajje erwiderte: Man legt [dem Muttertiere] ein Stück Salz in die Gebärmutter, damit es an die Geburtswehen denke und sich [der Geburt] zuwende. Ferner bespritzt man die Geburt mit dem Fruchtwasser, damit [das Muttertier] es rieche und sich diesem zuwende. Jedoch nur bei einem reinen27Das zum Essen erlaubt ist.Tiere, nicht aber bei einem unreinen. –", "Aus welchem Grunde? – Das unreine wendet sich von der Geburt nicht ab, und wenn es sich abwendet, wendet es sich ihr nicht mehr zu.", "MAN DARF EINE FRAU &C. ENTBINDEN. Merke, er lehrt, daß man eine Frau entbinden darf, und daß man für sie eine Hebamme aus einem Orte nach einem anderen holen darf, was schließt die Erlaubnis, ihretwegen den Šabbath zu entweihen, noch weiter ein? –", "Dies schließt folgende Lehre der Rabbanan ein: Braucht sie Licht, so stecke ihr eine Freundin ein Licht an, braucht sie Öl, so hole ihr eine Freundin Öl in der Hand, und wenn es in der Hand nicht reicht, so hole sie es ihr im Haare, und wenn es im Haare nicht reicht, so hole sie es ihr in einem Gefäße.", "Der Meister sagte: Braucht sie Licht, so stecke ihr eine Freundin ein Licht an. Selbstverständlich!? – Dies ist wegen einer Blinden nötig; man könnte glauben, es sei verboten, weil sie es ja überhaupt nicht sieht, so lehrt er uns, [daß dies erlaubt sei,] weil sie dadurch beruhigt wird; sie denkt nämlich, ist etwas nötig, so sieht es meine Freundin und besorgt es mir.", "«Braucht sie Öl &c.» Dies28Das Holen des Öles im Haare.sollte ja schon wegen des Ausdrückens [verboten] sein!? –", "Rabba und R. Joseph sagten beide, beim Haare gebe es kein Ausdrücken. R. Aši erwiderte: Du kannst auch sagen, beim Haare gebe es wohl ein Ausdrücken, denn [dies ist zu verstehen,] sie hole es in einem Gefäße im Haare; soweit möglich muß dies auf ungewöhnliche Weise geschehen.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls : Wegen einer Wöchnerin darf man, solange die Gebärmutter offen ist, den Šabbath entweihen, ob sie es verlangt oder nicht verlangt;", "ist die Gebärmutter geschlossen," ], [ "so darf man ihretwegen den Šabbath nicht mehr entweihen, ob sie es verlangt oder nicht verlangt. So lehrte es", "R. Aši, Mar Zuṭra lehrte es wie folgt; R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Wegen einer Wöchnerin darf man, solange die Gebärmutter offen ist, den Šabbath entweihen, ob sie es verlangt oder nicht verlangt; ist die Gebärmutter geschlossen, so darf man ihretwegen den Šabbath entweihen, wenn sie es verlangt, verlangt sie es nicht, so darf man ihretwegen den Šabbath nicht entweihen.", "Rabina sprach zu Meremar: Mar Zuṭra lehrte es erleichternd, und R. Aši lehrte es erschwerend; nach wem ist die Halakha zu entscheiden? Dieser erwiderte: Die Halakha ist wie Mar Zuṭra; bei Lebensgefahr ist in einem Zweifel erleichternd zu entscheiden. –", "Wann beginnt die Gebärmutter sich zu öffnen? Abajje sagte: Sobald sie sich auf den Gebärstuhl setzt. R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sagte: Sobald das Blut zu fließen beginnt. Manche sagen: Sobald ihre Freundinnen sie an den Armen tragen müssen. –", "Wie lange ist die Gebärmutter offen? Abajje sagte: Drei Tage. Raba sagte im Namen R. Jehudas: Sieben Tage. Manche sagen: Dreißig Tage.", "In Nehardea͑ sagten sie: Bei einer Wöchnerin sind drei, sieben, und dreißig [Tage zu unterscheiden] : in den drei Tagen entweihe man ihretwegen den Šabbath, ob sie es verlangt oder nicht verlangt; in den sieben Tagen entweihe man ihretwegen den Šabbath, wenn sie es verlangt, und entweihe ihn nicht, wenn sie es nicht verlangt; in den dreißig Tagen darf man ihretwegen den Šabbath nicht entweihen, auch wenn sie es verlangt, wohl aber darf man es von einem Aramäer tun lassen.", "Dies nach R. U͑la, dem Sohne R. E͑leajs, welcher sagt, man dürfe alles, was ein Kranker braucht, von einem Aramäer verrichten lassen. Auch nach R. Hamnuna, denn R. Hamnuna sagte, auch wenn keine Gefahr vorliegt, dürfe man einem Nichtjuden sagen, und er verrichte es.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls : Für eine Wöchnerin sind dreißig Tage festgesetzt. – In welcher Hinsicht? – In Nehardea͑ erklärten sie, hinsichtlich des Reinigungsbades29Das sie nicht zu nehmen braucht, damit sie sich nicht erkälte..", "Raba sagte: Dies nur, wenn ihr Mann abwesend ist, ist aber ihr Mann bei ihr, so erwärmt er sie. So geschah es mit der Tochter R. Ḥisdas, daß sie während der Abwesenheit ihres Mannes innerhalb der dreißig Tage badete und sich erkältete; da brachte man ihr Bett zu [ihrem Manne] Raba nach Pumbeditha.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: In der Regenzeit darf man für eine Wöchnerin am Šabbath eine Herdflamme machen. Hieraus wäre zu entnehmen, nur für eine Wöchnerin und nicht für einen Kranken, nur in der Regenzeit und nicht im Sommer. Dem ist aber nicht so; es gibt keinen Unterschied zwischen einer Wöchnerin und einem anderen Kranken, zwischen der Regenzeit und dem Sommer. Es wurde gelehrt: R. Ḥija b. Abin sagte im Namen Šemuéls: Wenn jemand sich zur Ader gelassen und sich erkältet hat, so darf man für ihn, selbst in der Jahreszeit des Tamuz eine Herdflamme machen.", "Für Šemuél zerspaltete man einst einen Wacholderstuhl [zum Heizen]. Für R. Jehuda zerspaltete man einst einen Zederntisch. Als man einst für Rabba eine Bank zerspaltete,", "sprach Abajje zu Rabba: Der Meister übertritt ja das Verbot:30Dt. 20,19.du sollst nicht zerstören!? Dieser erwiderte: Die Zerstörung meines Körpers geht vor.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Der Mensch verkaufe sogar die Balken seines Hauses und kaufe Schuhe für seine Füße. Wer sich aber zur Ader gelassen und nichts zum Essen hat, verkaufe sogar die Schuhe von seinen Füßen und besorge sich dafür das Nötige zu einer Mahlzeit. –", "Was ist das Nötige zu einer Mahlzeit? – Rabh sagt, Fleisch; Šemuél sagt, Wein. Rabh sagt, Fleisch: Leben ersetzt Leben. Šemuél sagt, Wein: Rotes ersetzt Rotes.", "", "Für Šemuél pflegte man an einem Tage, an dem er sich zur Ader ließ, eine Milzspeise zu bereiten. R. Joḥanan pflegte zu trinken, bis ihm der Dunst aus den Ohren kam. R. Naḥman pflegte zu trinken, bis ihm die Milz schwamm. R. Joseph pflegte zu trinken, bis es aus den Wunden des Schröpfapparates hervorquoll. Raba pflegte nach dreijährigem31Wörtl. dreiblätterigem, soll wohl heißen, nachdem der Weinstock dreimal die Blätter gewechselt hat.Weine zu suchen.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach zu den Schülern: Ich bitte euch, wenn ihr euch zur Ader lasset, so sagt zu euren Frauen: ‘Naḥman besucht uns’.", "Jede List ist verboten, folgende List ist aber erlaubt. Wer sich zur Ader gelassen hat und [Wein zu kaufen] nicht imstande ist, nehme einen abgeriebenen Zuz und gehe in sieben Läden32In jedem Laden lasse er sich eine Weinprobe geben; zu einem Verkaufe wird es jedoch nicht kommen, da man ein ungültiges Geldstück nicht in Zahlung nehmen wird., bis er ein Viertellog zusammengekostet hat. Wenn nicht dies, so esse er sieben schwarze Datteln, bestreiche seine Schläfen mit Öl und schlafe in der Sonne.", "Ablet traf einst Šemuél in der Sonne schlafen; da sprach er zu ihm: Weiser der Juden, kann Schlechtes gut sein!? Dieser erwiderte : Ich habe mich heute zur Ader gelassen.", "Das war es aber nicht; es gibt einen Tag im Jahre, an dem die Sonne wohltuend ist, das ist der Tag, auf den die Jahreswende des Tamuz fällt. Er wollte es ihm aber nicht verraten.", "Rabh und Šemuél sagten beide: Wer die Mahlzeit nach dem Aderlasse leicht nimmt, mit dem nimmt man es im Himmel inbetreff seines Unterhaltes leicht, indem man sagt: Er selber schonte sein Leben nicht, wie sollte ich ihn schonen !?", "Rabh und Šemuél sagten beide: Wer sich zur Ader läßt, setze sich nicht an einen Ort, an dem eine Zugluft weht, vielleicht zapft ihm der Bader [das Blut] bis auf ein Viertellog ab, und wenn die Zugluft ihm noch mehr abzieht, könnte er in Gefahr geraten.", "Šemuél pflegte sich zur Ader zu lassen in einem Hause, das sieben Ziegel und einen Blendziegel stark war; eines Tages ließ er sich zur Ader und fühlte sich schwach, da untersuchte er [das Haus], und es fehlte ein Blendziegel.", "Rabh und Šemuél sagten beide: Wer sich zur Ader gelassen hat, genieße etwas und gehe erst dann aus. Wenn er nichts gegessen hat und auf eine Leiche stößt, könnte sein Gesicht gelb werden, wenn er auf einen Mörder stößt, könnte er sterben," ], [ "und wenn er auf jene Sache33Ein Schwein.stößt, könnte er jene Sache34Aussatz.bekommen.", "Rabh und Šemuél sagten beide: Wer sich zur Ader gelassen hat, ruhe ein wenig aus und stehe dann auf. Der Meister sagte nämlich: Wegen fünf Dinge ist man dem Tode näher als dem Leben, und zwar: wenn man gegessen hat und sofort aufsteht; wenn man getrunken hat und sofort aufsteht; wenn man geschlafen hat und sofort aufsteht; wenn man sich zur Ader gelassen hat und sofort aufsteht; wenn man den Beischlaf ausgeübt hat und sofort aufsteht.", "Šemuél sagte: Die Blutentnahme soll alle dreißig Tage erfolgen; an eine Lebensperiode35Nach dem 40. Lebensjahre.angelangt, schränke man sie ein, an eine weitere36Nach dem 60. Lebensjahre.Lebensperiode angelangt, schränke man sie noch mehr ein.", "Ferner sagte Šemuél: Die Blutentziehung soll am Sonntag, Mittwoch und Freitag erfolgen, nicht aber am Montag und Donnerstag. Der Meister sagte nämlich: Nur wer Verdienste der Vorfahren hat, lasse sich am Montag und Donnerstag zur Ader, weil an diesen Tagen der Gerichtshof droben und der Gerichtshof hienieden37Cf. Bq. Fol. 82a.gleichzeitig tagen. –", "Weshalb nicht am Dienstag? – Weil dann der Mars paarig38Dh. in den paarigen Stunden u. zweimal. Von den 7 Planeten beginnt jeder an einem bestimmten Wochentage und wird stündlich vom nächsten abgelöst; am Dienstag beginnt der Mars, sodaß er in der 8., 15. u. 22. Stunde abermals an die Reihe kommt. Sowohl der Mars als auch die Paare (cf. Pes. Fol. 110a) gelten als unheilbringend.[an die Reihe kommt]. – Aber auch am Freitag kommt er ja paarig an die Reihe!? – Da die Menge sich schon daran gewöhnt hat, [so heißt es hierüber:]39Ps. 116,6.der Herr behütet die Einfältigen.", "Šemuél sagte: An einem Mittwoch, der der vierte, der vierzehnte oder der vierundzwanzigste [des Monats] ist, und an einem, dem keine vier Tage [im Monat] folgen, ist [der Aderlaß] gefährlich.", "An einem Neumondstage und dem folgenden ist er schwächend, am dritten ist er gefährlich; am Vorabend des Festes ist er schwächend; am Vorabend des Wochenfestes ist er gefährlich. Wegen des Wochenfestes haben es die Rabbanan auch bei allen anderen verboten, denn an diesem Tage weht ein Wind Namens Tibbuah40Eigentlich Schlachtung; ein hinschlachtender, verheerender Wind., der, hätten die Jisraéliten die Tora nicht in Empfang genommen, ihr Fleisch und Blut verzehrt haben würde.", "Šemuél sagte: Wenn jemand nur ein Weizenkorn ißt und sich sofort zur Ader läßt, so hat er es nur für dieses Weizenkorn getan. Dies nur dann, wenn zur Heilung, wenn aber zur Erleichterung, so erleichtert es auch.", "Wer sich zur Ader gelassen hat, trinke gleich darauf, esse aber erst nach einem halben Mil41Nach einer Zeit, während der man diesen Weg zurücklegen kann..", "Sie fragten : Ist das Trinken gleich darauf dienlich, später aber schädlich, oder weder schädlich noch dienlich? – Dies bleibt unentschieden.", "Sie fragten: Ist das Essen nach einem halben Mil dienlich, später oder früher aber schädlich, oder weder schädlich noch dienlich? – Dies bleibt unentschieden.", "Rabh rief aus: Hundert Schröpfköpfe um einen Zuz, hundert Köpfe [schneiden] um einen Zuz, hundert Schnurrbärte [stutzen], um nichts42Als unentgeltliche Zugabe zum Aderlaß. So nach manchen Handschriften; die Erklärung Raschis nach unserem Texte ist unwahrscheinlich.. R. Joseph sagte : Als wir noch bei R. Hona waren, pflegte man da an einem Tage, an dem die Schüler frei hatten, zu sagen: ‘Heute ist der Schnurrbarttag’, und ich wußte nicht, was dies zu bedeuten hatte.", "DIE NABELSCHNUR UNTERBINDEN. Die Rabbanan lehrten: Man darf die Nabelschnur unterbinden; R. Jose sagt, auch durchschneiden und die Nachgeburt aufbewahren, um das Kind zu erwärmen. R. Šimo͑n b. Gamliél sagte : Fürstinnen verwahren sie in Becken Öl, reiche Frauen in Wollflocken, arme Frauen in Watte.", "", "R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha im Namen Rabhs: Die Weisen pflichten R. Jose bei, daß man die Nabelschnur eines Zwillings durchschneiden darf. – Aus welchem Grunde? – Weil sie sich von einander losreißen43Wodurch sie in Gefahr geraten können..", "Ferner sagte R. Naḥman im Namen des Rabba b. Abuha im Namen Rabhs: Alles, was im Abschnitte der Zurechtweisung44Ez. Kap. 16.auf gezählt wird, darf man für eine Wöchnerin tun. Da heißt es:45Ez. 16,4.Und was deine Geburt betrifft: am Tage, an dem da geboren wurdest, wurde weder deine Nabelschnur durchschnitten, noch wurdest du zur Reinigung mit Wasser gewaschen, noch mit Salz gerieben, noch in Windeln gewickelt. \n", "Und was deine Geburt betrifft: am Tage, an dem du geboren wurdest; hieraus, daß man am Šabbath Geburtshilfe leisten darf. Wurde weder deine Nabelschnur durchschnitten; hieraus, daß man am Šabbath die Nabelschnur durchschneiden darf. Noch wurdest du zur Reinigung mit Wasser gewaschen; hieraus, daß man am Šabbath das Kind baden darf. Noch mit Salz gerieben; hieraus, daß man am Šabbath das Kind mit Salz einreiben darf. Noch in Windeln gewickelt; hieraus, daß man am Šabbath das Kind wickeln darf." ], [ "iR. ELIE͑ZER SAGTE: HAT MAN AM VORABEND DES ŠABBATHS KEIN GERÄT [ZUR BESCHNEIDUNG] BESORGT, SO HOLE MAN ES AM ŠABBATH OFFEN; ZUR ZEIT DER GEFAHR1Der Religionsverfolgung. VERHÜLLE MAN ES VOR ZEUGEN2Damit man nicht in Verdacht gerate, man hole es deshalb heimlich, weil man es für private Zwecke brauche..", "FERNER SAGTE R. ELIE͑ZER : MAN DARF SOGAR BÄUME FÄLLEN, UM KOHLEN ZU BEREITEN UND EISEN3Zur Anfertigung eines Messers zur Beschneidung. HERZUSTELLEN.", "R. A͑QIBA SAGTE EINE REGEL: JEDE ARBEIT, DIE MAN AM VORABEND DES ŠABBATHS VERRICHTEN KANN, VERDRÄNGT DEN ŠABBATH NICHT, DIE MAN ABER AM VORABEND DES ŠABBATHS NICHT VERRICHTEN KANN, VERDRÄNGT DEN ŠABBATH.", "GEMARA. Sie fragten: Ist der Grund R. Elie͑zers4Daß man es offen tragen muß.: aus Liebe zu den Geboten oder wegen des Verdachtes? – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Ob man es vor Zeugen verhüllt holen darf: wenn du sagst, aus Liebe zu den Geboten, so darf man es nur offen tragen und nicht verhüllt, und wenn du sagst, wegen des Verdachtes, so ist es [vor Zeugen] auch verhüllt erlaubt. Wie ist es nun damit? –", "Es wurde gelehrt: R. Levi sagte: R. Elie͑zer sagt dies nur wegen der Liebe zu den Geboten. Desgleichen wird gelehrt: Man hole es offen und nicht verhüllt – so R. Elie͑zer. R. Aši sagte: Dies ist auch aus unserer Mišna zu entnehmen, die lehrt, daß man es zur Zeit der Gefahr vor Zeugen verhülle; nur zur Zeit der Gefahr, sonst aber nicht. Schließe hieraus, aus Liebe zu den Geboten. Schließe hieraus.", "Ein anderes lehrt : Man hole es offen und nicht verhüllt – so R. Elie͑zer. R. Jehuda sagte im Namen R. Elie͑zers : Zur Zeit der Gefahr pflegte man es vor Zeugen verhüllt zu holen.", "Sie fragten: Ist unter Zeugen, von denen er spricht, er und noch jemand zu verstehen, oder müssen es zwei außer ihm sein? –", "Komm und höre: Zur Zeit der Gefahr, verhülle man es vor Zeugen. Erklärlich ist dies, wenn du sagst, zwei außer ihm, wieso aber heißt es Zeugen, wenn du sagst, er und noch jemand!? – Unter Zeugen ist zu verstehen, die in einem anderen Falle Zeugen sein können.", "FERNER SAGTE R. ELIE͑ZER. Die Rabbanan lehrten: In der Ortschaft R. Elie͑zers fällte man am Šabbath Bäume, um Kohlen zu bereiten und Eisen herzustellen. In der Ortschaft R. Jose des Galiläers aß man Geflügelfleisch mit Milch.", "Einst kam Levi zu Joseph, dem Vogelfänger5Oder Jäger, so nach den Kommentaren. Möglicherweise ist רישבא Compositum von ריש בא für אבא Familienoberhaupt., und als man ihm einen in Milch [gekochten] Pfauenkopf vorsetzte, aß er ihn nicht. Als er hierauf zu R. Ami kam, sprach dieser zu ihm: Weshalb hast du sie nicht in den Bann getan? Dieser erwiderte: Es ist die Ortschaft des R. Jehuda h. Bethera, und ich dachte, er hat ihnen vielleicht nach R. Jose dem Galiläer vorgetragen.", "Es wird nämlich gelehrt: R. Jose der Galiläer sagte: Es heißt:6Dt. 14,21.ihr sollt keinerlei Aas essen, und darauf heißt es:6Dt. 14,21.du sollst nicht ein Zicklein in der Milch seiner Mutter kochen; was als Aas verboten ist, darf man nicht in Milch kochen. Man könnte nun glauben, man dürfe auch kein Geflügel in Milch kochen, da es als Aas verboten ist, so heißt es: in der Milch seiner Mutter, ausgenommen ist das Geflügel, das keine Muttermilch hat.", "R. Jiçḥaq erzählte: Im Jisraélland gab es eine Stadt, wo sie nach R. Elie͑zer verfuhren, und sie starben da nur im natürlichen Alter. Und noch mehr, als einst die ruchlose Regierung über Jisraél Religionsverfolgung verhängte, die Beschneidung [zu unterlassen], verhängte sie sie über diese Stadt nicht.", "Es wird ferner gelehrt : R. Šimo͑n b. Gamliél sagte : Jedes Gebot, daß sie mit Freuden angenommen haben, beispielsweise die Beschneidung, wie es heißt: 7Ps. 119,162.ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute fand, üben sie jetzt noch mit Freuden aus; jedes Gebot aber, das sie in Gezänk angenommen haben, beispielsweise die Inzestgesetze, wie es heißt: 8Num. 11,10.und Moše hörte das Volk familienweise weinen, nämlich wegen der Familienangelegenheiten, üben sie jetzt noch in Gezänk aus, denn es gibt keinen Ehevertrag ohne Streit.", "Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Jedes Gebot, dessentwillen die Jisraéliten sich zur Zeit der Religionsverfolgung dem Tode preisgegeben haben, beispielsweise [die Unterlassung] des Götzendienstes und die Beschneidung, wird von ihnen jetzt noch festgehalten; jedes Gebot aber, dessentwillen die Jisraéliten zur Zeit der Religionsverfolgung sich dem Tode nicht preisgegeben haben, beispielsweise [das Gebot] der Tephillin, halten sie jetzt noch lässig.", "R. Jannaj sagte: Die Tephillin erfordern einen reinen Körper, wie Eliša͑ der Flügelmann. – Wie ist dies zu verstehen? Abajje erwiderte; Daß man mit ihnen keine Blähungen von sich gebe. Raba erwiderte: Daß man mit ihnen nicht schlafe. –", "Weshalb nennt man ihn Eliša͑ den Flügelmann? – Einst verhängte die ruchlose Regierung Religionsverfolgung über Jisraél, daß man nämlich dem, der Tephillin auf sein Haupt anlegt, das Gehirn durchbohre; Eliša͑ aber legte die Tephillin an und ging auf die Straße hinaus. Da bemerkte ihn ein Scherge, und er lief fort. Als dieser ihm nachgesetzt und ihn ergriffen hatte, nahm er sie von seinem Haupte und hielt sie in der Hand. Dieser fragte ihn : Was hast du da in deiner Hand? Jener erwiderte: Taubenflügel. Hierauf streckte er seine Hand aus, und es waren tatsächlich Taubenflügel. Deshalb nennt man ihn den Flügelmann. –", "Weshalb nannte er ihm Taubenflügel und nicht die anderer Vögel? – Weil die Gemeinschaft Jisraéls mit einer Taube verglichen wird, wie es heißt: 9Ps. 68,14.wie die Flügel einer Taube, mit Silber bedeckt, und ihre Fittiche mit dem Rotgelb des Goldes. Wie die Flügel die Taube beschützen, so beschützen Jisraél die Gebote.", "R. Abba b. R. Ada erzählte im Namen R. Jiçḥaqs : Einst hatte man vergessen, am Vorabend des Šabbaths das Beschneidungsmesser zu besorgen, und" ], [ "gegen den Willen R. Elie͑zers holte man es am Šabbath über Dächer und Gehöfte.", "R. Joseph wandte ein: Wieso gegen den Willen R. Elie͑zers, im Gegenteil, dieser erlaubt es ja!? Wolltest du sagen, gegen den Willen R. Elie͑zers, der auch durch öffentliches Gebiet erlaubt, sondern im Einverständnis mit den Rabbanan, die es durch öffentliches Gebiet verbieten und nur über Dächer, Gehöfte und Gehege erlauben, so ist dies ja nach ihnen garnicht erlaubt, denn es wird gelehrt: wie man es durch öffentliches Gebiet nicht holen darf, so darf man es auch über Dächer, Gehege und Gehöfte nicht holen!?", "Vielmehr, erklärte R. Aši, gegen den Willen R. Elie͑zers und seiner Streitgenossen, sondern im Einverständnis mit R. Šimo͑n. Wir haben nämlich gelernt: R. Šimo͑n sagt: Dächer, Gehege und Gehöfte, gelten sämtlich als ein Gebiet bezüglich Geräte, die sich da am Šabbath befinden, nicht aber bezüglich Geräte, die sich am Šabbath in der Wohnung befinden.", "R. Zera fragte R. Asi : Darf man umhertragen in einer Durchgangshalle, an der [die Anwohner] sich nicht durch einen E͑rub beteiligt haben? Sagen wir, sie gleiche einem Gehöfte, wie man in einem [gemeinsamen] Gehöfte umhertragen darf, auch wenn man da keinen E͑rub bereitet hat, ebenso darf man auch in dieser umhertragen, auch wenn [die Anwohner] sich nicht beteiligt haben, oder gleicht er einem Gehöfte nicht, denn dieses hat vier Wände, jene aber nicht, oder auch, da man sich in einem Gehöfte aufhält, in jener aber nicht. Er schwieg und antwortete nichts.", "Ein anderes Mal traf er ihn, als er dasaß und vorlas: R. Šimo͑n b. Laqiš erzählte im Namen R. Jehuda des Fürsten: Einst hatte man vergessen, das Beschneidungsmesser am Vorabend des Šabbaths zu besorgen, und man holte es am Šabbath. Den Gelehrten aber war es mißfällig, daß man die Worte der Weisen unbeachtet ließ und nach R. Elie͑zer verfuhr, denn erstens hatte man R. Elie͑zer in den Bann10Cf. Ber. Fol. 19a u. Bm. Fol. 59b. Nach einer anderen Erklärung heißt שמותי Angehöriger der Schule Šammajs, nach der die Halakha nicht entschieden wird.getan, und zweitens ist bei [einem Streite zwischen] einem einzelnen und einer Mehrheit die Halakha nach der Mehrheit zu entscheiden.", "Da sprach R. Oša͑ja zu ihnen: Ich fragte diesbezüglich R. Jehuda den Beschneider, und er sagte mir, es war in einer Durchgangshalle, an der [die Anwohner] sich nicht beteiligt hatten, und man holte [das Messer] von der einen Seite nach der anderen Seite. Da sprach er zu ihm: Ist der Meister der Ansicht, daß man in einer Durchgangshalle umhertragen darf, wenn [die Anwohner] sich nicht beteiligt haben? Dieser erwiderte: Freilich. Jener sprach: Oft habe ich dich ja darnach gefragt, und du hast mir nichts erwidert !? Du hast dich wahrscheinlich durch die Intensität deines Studiums daran erinnert. Dieser erwiderte: Freilich, durch die Intensität meines Studiums erinnerte ich mich daran.", "Es wurde gelehrt: R. Zera sagte im Namen Rabhs: In einer Durchgangshalle, an der [die Anwohner] sich nicht [durch einen E͑rub] beteiligt haben, darf man nur vier Ellen fortbewegen.", "Abajje sprach: R. Zera sagte dies und erklärte es nicht, und erst Rabba b. Abuha kam und erklärte es. R. Naḥman sagte nämlich im Namen des Rabba b. Abuha im Namen Rabhs: In einer Durchgangshalle, an der sich [die Anwohner] nicht [durch einen E͑rub] beteiligt haben, darf man, wenn die Gehöfte mit den Häusern durch einen E͑rub verbunden sind, nur vier Ellen, und wenn die Gehöfte nicht mit den Häusern durch einen E͑rub verbunden sind, unbeschränkt fortbewegen.", "R. Ḥanina aus Ḥozäa sprach zu Rabba: Wenn die Gehöfte mit den Häusern durch einen E͑rub verbunden sind, wohl deshalb, weil dann die Gehöfte ihre Eigenheit als solche verloren haben und als Häuser gelten, und Rabh vertrete seine Ansicht, denn Rabh sagte, die Durchgangshalle werde nur dann durch Pfosten und Balken erlaubt11Ein Pfosten und ein Balken darüber gelten fiktiv als abschließende Wand, und das Tragen in diesem Raume ist erlaubt.," ], [ "wenn die Häuser und die Gehöfte nach dieser offen sind, während hierbei nur Häuser und keine Gehöfte vorhanden sind, somit sollten, auch wenn sie nicht durch einen E͑rub verbunden sind, die Häuser als geschlossen12Da sie durch die Gehöfte von der Durchgangshalle getrennt sind.angesehen werden, wonach nur Gehöfte und keine Häuser vorhanden sind13Demnach sollte es verboten sein, Gegenstände in einem solchen Durchgang umherzutragen.!? –", "Die [Anwohner] können ihre Rechte am Gehöfte einem von ihnen überlassen14Man darf dann Sachen aus seinem Hause nach seinem Hofe bringen.. – Aber dann ist es ja nur ein Haus und keine Häuser!? –", "Man kann es vom Morgen bis Mittag einem und vom Mittag bis zum Abend einem anderen überlassen. – Aber dann hat es ja dieser zu einer Zeit, wo jener es nicht hat, und jener zu einer Zeit, wo dieser es nicht hat!? Vielmehr, erklärte R. Aši, die Häuser sind es ja, die die Gehöfte [zum Umhertragen] verboten15Gehöft und Durchgang werden nach Rabh sonst als ein Gebiet betrachtet.machen, und diese gelten als nicht vorhanden.", "R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Nicht bei allem sagte R. Elie͑zer, daß das zur Ausübung des Gebotes Erforderliche den Šabbath verdränge. Die zwei Brote16Gf. Lev. 23,17.sind ja ebenfalls eine Pflicht des Tages, dennoch muß es17Daß man sie am Š. zubereiten dürfe.R. Elie͑zer diesbezüglich aus einer Wortanalogie folgern. Es wird nämlich gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Woher, daß das zur Bereitung der zwei Brote Erforderliche den Šabbath verdrängt? Bei der Erstlingsgarbe18Cf. Lev. 23,10.heißt es bringen, und bei den zwei Broten heißt es bringen; wie bei der Erstlingsgarbe, bei der es bringen heißt, das hierzu Erforderliche den Šabbath verdrängt, ebenso verdrängt bei den zwei Broten, bei denen es bringen heißt, das hierzu Erforderliche den Šabbath.", "Und es ist entbehrlich19Das Wort ‘bringen’ ist nur als Wortanalogie zu verwenden, da es sonst ganz entbehrlich ist.; wäre es nicht entbehrlich, so könnte man einwenden: wohl bei der Erstlingsgarbe, die man zu diesem Behufe mähen muß, auch wenn bereits Gemähtes vorhanden ist, während man bei den zwei Broten, wenn bereits Gemähtes vorhanden ist, nicht zu mähen braucht. Aber es ist entbehrlich; merke, es heißt ja bereits :20Lev. 23,10.ihr sollt die Erstlingsgarbe von euerer Ernte zum Priester bringen, wozu heißt es wiederum : 21Ib. V. 15.seit dem Tage eueres Bringens? Schließe hieraus, daß es nur hierfür zu verwenden ist. –", "Es ist ja aber nur an einer Stelle22Cf. Abschn. VI, Anm. 126.entbehrlich, und wir wissen ja von R. Elie͑zer, daß er der Ansicht ist, wenn nur an einer Stelle entbehrlich, sei zwar ein Schluß zu folgern, aber auch zu widerlegen !? – [Die Worte :] 23Lev. 17.ihr sollt darbringen, sind einschließend.", "Was schließt dies24Die obige Bemerkung RJ.s, daß RE. nicht bezüglich aller Gebote dieser Ansicht sei.aus: wollte man sagen, den Feststrauß, so wird ja gelehrt: Der Feststrauß und all seine Erfordernisse verdrängen den Šabbath – so R. Elie͑zer!? Wollte man sagen, die Festhütte, so wird ja gelehrt: Die Festhütte und all ihre Erfordernisse verdrängen den Šabbath – so R. Elie͑zer!? Wollte man sagen, das Ungesäuerte, so wird ja gelehrt: Das Ungesäuerte und all seine Erfordernisse verdrängen den Šabbath – so R. Elie͑zer!? Wollte man sagen, die Posaune25Genauer Blashorn, das am Neujahrsfeste in genau vorgeschriebenen Tonarten (cf. Rh. Fol. 33b) zu blasen ist; cf. Num. 29,1., so wird ja gelehrt: Die Posaune und all ihre Erfordernisse verdrängen den Šabbath – so R. Elie͑zer!?", "R.Ada b. Ahaba erwiderte: Dies schließt [das Anknüpfen] der Çiçith an das Gewand und [das Anbringen] der Mezuza an die Tür aus. Desgleichen wird gelehrt: Sie stimmen überein, daß man schuldig sei, wenn man die Çiçith an das Gewand geknüpft oder die Mezuza an die Tür angebracht hat. –", "Aus welchem Grunde? R. Joseph erwiderte: Weil für diese keine Zeit26Es braucht daher nicht gerade am Š. zu erfolgen.festgesetzt ist. Abajje sprach zu ihm: Im Gegenteil, wenn für diese keine Zeit festgesetzt ist," ], [ "ist ja jede Zeit für sie die geeignete!? Vielmehr, sagte R. Naḥman im Namen R. Jiçḥaqs, und wie manche sagen, R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, weil er es in der Hand hat, sie preiszugeben27Sodaß ihm das bezügl. Gebot nicht mehr obliegt..", "Der Meister sagte: Der Feststrauß und all seine Erfordernisse verdrängen den Šabbath – so R. Elie͑zer. Woher folgert dies R. Elie͑zer; wenn von der Erstlingsgarbe und den zwei Broten16Gf. Lev. 23,17., so werden ja diese für den Allerhöchsten verwendet!? – Vielmehr, die Schrift sagt:28Lev. 23,35.am Tage, am Tage, auch am Šabbath. –", "In welcher Hinsicht: wollte man sagen, hinsichtlich des Fortbewegens, so ist ja kein Schriftvers nötig, um das Fortbewegen29Das biblisch gar nicht verboten ist.zu erlauben!? – Vielmehr, hinsichtlich des hierzu Erforderlichen. –", "Und die Rabbanan!? – Dies deutet darauf, daß es am Tage und nicht nachts geschehen müsse. –", "Woher entnimmt R. Elie͑zer, daß nur am Tage und nicht nachts? – Dies folgert er aus [dem Verse:] 30Lev. 23,40.ihr sollt sieben Tage lang vor dem Herrn, eurem Gott, fröhlich sein, Tage und nicht Nächte. –", "Und die Rabbanan!? – Auch [dieser Vers] ist nötig; man könnte glauben, man folgere durch [die Worte] sieben Tage31Die sowohl bei der Festhütte ais auch beim Feststrauße gebraucht werden.von der Festhütte, wie diese Tage und Nächte, ebenso jene Tage und Nächte, so lehrt er uns. –", "Sollte es32Daß die Erfordernisse dieses Gebotes den Š. verdrängen.der Allbarmherzige vom Feststrauße gelehrt haben, von dem man es hinsichtlich jener folgern könnte!? – Man könnte einwenden: wohl der Feststrauß, der der vier Arten33Cf. Lev. 23,40.benötigt.", "«Die Festhütte und all ihre Erfordernisse verdrängen den Šabbath – so R. Elie͑zer.» Woher folgert dies R. Elie͑zer: wenn von der Erstlingsgarbe und den zwei Broten, so werden diese ja für den Allerhöchsten verwendet!? Wenn vom Feststrauße, so benötigt dieser ja der vier Arten!? –", "Vielmehr, aus den Worten sieben Tage, die auch beim Feststrauße gebraucht werden; wie bei diesem seine Erfordernisse den Šabbath verdrängen, so verdrängen auch bei jener die Erfordernisse den Šabbath. –", "Sollte es der Allbarmherzige von der Festhütte gelehrt haben, von der man es hinsichtlich jener folgern könnte!? – Man könnte einwenden: wohl die Festhütte, die nachts und tags Geltung hat.", "«Das Ungesäuerte und all seine Erfordernisse verdrängen den Šabbath – so R. Elie͑zer. » Woher folgert dies R. Elie͑zer : wenn von der Erstlingsgarbe und den zwei Broten, so werden diese ja für den Allerhöchsten verwendet!? Wenn vom Feststrauße, so benötigt dieser ja der vier Arten !? Wenn von der Festhütte, so hat diese ja nachts und tags Geltung!? –", "Vielmehr, er folgert dies aus [den Worten] fünfzehn, die auch beim Hüttenfeste gebraucht werden; wie da die Erfordernisse den Šabbath verdrängen, so verdrängen die Erfordernisse auch hierbei den Šabbath. –", "Sollte es der Allbarmherzige vom Ungesäuerten gelehrt haben, von dem man es auch hinsichtlich jener folgern könnte!? – Man könnte einwenden: wohl das Ungesäuerte, das für Frauen wie für Männer Geltung hat.", "«Die Posaune und all ihre Erfordernisse verdrängen den Šabbath – so R. Elie͑zer.» Woher folgert dies R. Elie͑zer: wenn von der Erstlingsgarbe und den zwei Broten, so werden diese ja für den Allerhöchsten verwendet!? Wenn vom Feststrauße, so benötigt er ja der vier Arten!? Wenn von der Festhütte, so hat diese ja nachts und tags Geltung!? Wenn vom Ungesäuerten, so hat es ja für Frauen wie Männer Geltung!? – Vielmehr, die Schrift sagt:34Num. 29,1.als Tag des Lärmblasens soll er euch gelten, auch am Šabbath.", "In welcher Hinsicht: wollte man sagen, hinsichtlich des Blasens, so wurde ja in der Schule Šemuéls gelehrt : 35Lev. 23,25.Ihr sollt keinerlei Arbeit verrichten, ausgenommen das Posaunenblasen und das Herausnehmen des Brotes, die Kunstfertigkeiten und keine Arbeiten sind!? – Vielmehr, hinsichtlich des hierzu Erforderlichen. –", "Und die Rabbanan!? – Dies deutet darauf, daß es am Tage und nicht nachts geschehen muß. – Woher entnimmt R. Elie͑zer, daß nur tags und nicht nachts!? – Dies folgert er aus [dem Verse :]36Lev. 25,9.am Versöhnungstage sollt ihr in euerem ganzen Lande die Posaune erschallen lassen, und man folgere vom einen auf das andere37Wie es am Versöhnungstage am Tage zu erfolgen hat, ebenso auch am Neujahr.. –", "Sollte es der Allbarmherzige von der Posaune gelehrt haben, von der man es hinsichtlich jener folgern könnte!? – Vom Posaunenblasen am Neujahrstage ist es nicht zu folgern, denn dieses bringt die Erinnerung an Jisraél vor ihren Vater im Himmel; vom Posaunenblasen am Versöhnungstage ist es ebenfalls nicht zu folgern, denn der Meister sagte, sobald der Gerichtshof in die Posaune stoßen ließ, wurden die Sklaven nach Hause entlassen, und Felder kehren in den Besitz ihrer [früheren] Eigentümer zurück38Cf. Lev. 25,8ff. Dies ist ein besonders bedeutender Akt und erfolgt daher nur am Tage..", "(Der Meister sagte:) Die Beschneidung und alle ihre Erfordernisse verdrängen den Šabbath – so R. Elie͑zer. Woher folgert dies R. Elie͑zer : wenn von jenen anderen, [so ist ja bei jeder einzuwenden,] wie wir bereits gesagt haben ; ferner auch :" ], [ "wohl jene, die, wenn die festgesetzte Zeit vorüber ist, keine Geltung mehr haben. – Vielmehr, folgendes ist der Grund R. Elie͑zers: die Schrift sagt:39Lev. 12,3.Am achten Tage soll seine Vorhaut beschnitten werden, auch am Šabbath. –", "Sollte es der Allbarmherzige von der Beschneidung gelehrt haben, von der man es hinsichtlich jener folgern könnte!? – Man könnte einwenden : wohl die Beschneidung, wegen der dreizehn Bündnisse geschlossen wurden40Im bezüglichen Abschnitte (Gen. Kap. 17) kommt das Wort ‘Bündnis’ 13mal vor..", "Die Rabbanan streiten gegen [R. Elie͑zer] nur hinsichtlich der Erfordernisse zur Beschneidung, alle stimmen jedoch überein, daß die Beschneidung selbst den Šabbath verdrängt. Woher dies? U͑la erwiderte: Dies ist eine überlieferte Halakha. Ebenso sagte R. Jiçḥaq, es sei eine überlieferte Halakha.", "Man wandte ein: Woher, daß die Lebensrettung den Šabbath verdrängt? Dies erklärte R. Elea͑zar b. A͑zarja: Wenn die Beschneidung, die nur an einem Gliede des Menschen vorgenommen wird, den Šabbath verdrängt, so ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern, daß die Lebensrettung den Šabbath verdrängt.", "Wieso kann, wenn du sagst, dies sei eine überlieferte Halakha, von einer Halakha [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden!? Es wird nämlich gelehrt: R. Elea͑zar b. A͑zarja sprach zu ihm: A͑qiba, die Verunreinigung durch einen gerstengroßen Knochen [eines Leichnams] ist eine überlieferte Halakha, und die Verunreinigung durch ein Viertellog Blut [eines Leichnams] soll durch [einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden, aber man kann von einer überlieferten Halakha keinen [Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere folgern.", "Vielmehr, sagte R. Elea͑zar, dies ist aus [dem Worte] Zeichen41Das sowohl beim Šabbathgesetze (Ex. 31, 13), als auch beim Beschneidungsgesetze (Gen. 17, 11) gebraucht wird.zu folgern. –", "Demnach sollten auch die Tephillin den Šabbath verdrängen, bei denen es ebenfalls Zeichen heißt!? –", "Vielmehr, es ist [aus dem Worte] Bündnis42Das bei beiden gebraucht wird; cf. Ex. 31, 16 u. Gen. 17, 9.zu folgern. –", "Demnach sollte auch [die Beschneidung] eines Erwachsenen, bei der es ebenfalls Bündnis heißt, den Šabbath verdrängen !? –", "Vielmehr, dies ist aus [dem Worte] Geschlecht43Das bei beiden gebraucht wird; cf. Ex. 31,16 u. Gen. 17,12.zu folgern. –", "Demnach sollte auch das Çiçithgebot, bei dem es ebenfalls Geschlecht heißt, den Šabbath verdrängen!?", "Vielmehr, erklärte R. Naḥman b. Jiçḥaq, man folgere hinsichtlich dessen, wobei es Zeichen, Bündnis und Geschlecht heißt, von dem, wobei es Zeichen, Bündnis und Geschlecht heißt, während bei jenen nur eines [dieser Worte] gebraucht wird.", "R. Joḥanan erwiderte: Die Schrift sagt: am [achten] Tage, am Tage, auch am Šabbath.", "Reš Laqiš sprach zu R. Joḥanan: Demnach sollten auch [die Opfer] derer, die der Sühne benötigen44Die Unreinen, die durch die Darbringung eines Opfers Sühne erlangen., bei denen es ebenfalls Tag45Cf. Lev. 14,10.heißt, den Šabbath verdrängen!? — Bei diesen deutet dies darauf, daß es nur am Tage und nicht nachts zu erfolgen hat. —", "Demnach sollte es auch [bei der Beschneidung] darauf deuten, daß es nur am Tage und nicht nachts zu erfolgen habe!? — Dies geht aus [den Worten] acht Tage alt46Cf. Gen. 17,12.hervor. —", "Auch bei jenen geht es ja aus [den Worten:]47Cf. Lev. 7,38.am Tage, da er ihm befohlen hat, hervor!? —", "Obgleich es aus [den Worten:] am Tage, da er ihm befohlen hat, hervorgeht, ist es dennoch [hervorzuheben] nötig; man könnte glauben, daß diese, da der Allbarmherzige sie bei Armut geschont48Daß für diese ein Opfer aus einer Mehlspeise genügt; cf. Lev. Kap. 1.hat, [ihre Opfer] auch nachts darbringen dürfen, so lehrt er uns.", "Rabina wandte ein: Demnach49Wenn bei diesen erleichtert worden ist.sollte bei diesen auch ein Laie und ein Trauernder zulässig sein!? — Die Schrift hat sie ja wieder50Daß bei ihnen keine Ausnahme zu machen sei.eingeschlossen.", "R. Aḥa b. Ja͑qob erklärte: Die Schrift sagt: am achten, am achten, auch am Šabbath. — [Das Wort] am achten ist ja dazu nötig, den siebenten auszuschließen!? —", "Hinsichtlich des siebenten geht es hervor aus [den Worten]: acht Tage alt. —", "Aber immerhin ist ja eines nötig, um den siebenten Tag auszuschließen, und eines, um den neunten auszuschließen. Wenn nur eines vorhanden wäre, könnte man glauben, am siebenten nicht, weil die Zeit [zur Beschneidung] noch nicht herangereicht ist, vom achten ab aber habe sie begonnen!? — Am richtigsten ist vielmehr die Erklärung R. Joḥanans.", "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Joḥanan, gegen R. Aḥa b. Ja͑qob.51Lev. 12,3.Am achten ist zu beschneiden, auch am Šabbath. Wie aber halte ich aufrecht [die Worte:]52Ex. 31,14.wer ihn entweiht, soll sterben? Dies bezieht sich auf andere Arbeiten außer der Beschneidung. Vielleicht aber umgekehrt: Dies bezieht sich auch auf die Beschneidung, und (die Worte): am achten ist zu beschneiden, sind zu verstehen, außer am Šabbath!? Daher heißt es: am Tage, auch am Šabbath.", "Raba sprach: Was veranlaßte anfangs diesen Tanna zu seiner Erklärung, und was veranlaßte ihn später zu seinem Einwurfe? —", "Er lehrte wie folgt: Am achten ist zu beschneiden, auch am Šabbath. Wie aber halte ich aufrecht [die Worte:] wer ihn entweiht, soll sterben? Dies bezieht sich auf andere Arbeiten, außer der Beschneidung. Die Beschneidung aber verdrängt ihn,", "denn es ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: der Aussatz verdrängt ja den Tempeldienst53Es ist dem Priester verboten, den Aussatz (Grinde, Ausschläge, cf. Lev. Kap. 13) auf operativem Wege zu entfernen, um den Tempeldienst verrichten zu dürfen." ], [ "und der Tempeldienst den Šabbath, dennoch verdrängt ihn54Den Aussatz; die Beschneidung darf erfolgen, auch wenn sich an der Vorhaut ein Aussatzmal befindet.die Beschneidung, um wieviel mehr verdrängt sie den Šabbath, den sogar der Tempeldienst verdrängt. —", "Wieso sagte er: vielleicht aber umgekehrt? — Er lehrt darauf wie folgt: Woher, daß [das Gesetz vom] Aussatze strenger ist, vielleicht ist das des Šabbaths strenger, da es bei diesem viele Strafen und Verordnungen gibt? Oder auch: woher55Daß der Priester das Aussatzmal nicht entfernen darf., daß deshalb, weil [das Gesetz vom] Aussatze strenger ist, vielleicht deshalb, weil die Person an sich unzulässig56Da der Priester das Reinigungsbad erst am Abend nehmen darf.ist, und [die Worte] am achten ist zu beschneiden, sind zu verstehen, außer am Šabbath!? Daher heißt es: am Tage, auch am Šabbath.", "Die Rabbanan lehrten: Die Beschneidung verdrängt [das Gesetz vom] Aussatze, ob zur festgesetzten Zeit oder außerhalb der Zeit57Wenn die Beschneidung wegen Krankheit od. Schwäche des Kindes verschoben wurde.. Das Fest verdrängt sie nur zur festgesetzten Zeit. —", "Woher dies? — Die Rabbanan lehrten:58Lev. 12,3.Soll das Fleisch seiner Vorhaut beschnitten werden, auch wenn sich daran ein Aussatzfleck befindet. Wie aber halte ich aufrecht den Schriftvers:59Dt. 24,8.sei behutsam mit der Plage des Aussatzes? Wenn an anderen Stellen, außer [der Stelle] der Beschneidung.", "Vielleicht aber umgekehrt: Dies bezieht sich auch auf die [Stelle der] Beschneidung, und [die Worte:] soll das Fleisch seiner Vorhaut beschnitten werden, sind zu verstehen, wenn kein Aussatzfleck sich daran befindet!? Daher heißt es Fleisch, auch wenn sich daran ein Aussatzfleck befindet.", "Raba sprach: Was veranlaßte anfangs diesen Tanna zu seiner Auslegung, und was veranlaßte ihn später zu seinem Einwurfe? —", "Er lehrte wie folgt: Soll das Fleisch seiner Vorhaut beschnitten werden, auch wenn sich daran ein Aussatzfleck befindet. Wie aber halte ich aufrecht [den Schriftvers:] sei mit der Plage des Aussatzes behutsam? Wenn an anderen Stellen außer [der Stelle] der Beschneidung. Die Beschneidung aber verdrängt den Aussatz, denn dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn die Beschneidung das strengere [Gesetz vom] Šabbath verdrängt, um wieviel mehr das des Aussatzes. —", "Wieso sagte er: vielleicht aber umgekehrt? — Er lehrt darauf wie folgt: Woher, daß [das Gesetz] vom Šabbath strenger ist, vielleicht ist das des Aussatzes strenger, denn dieser verdrängt den Tempeldienst, während der Tempeldienst den Šabbath verdrängt!? Daher heißt es Fleisch, auch wenn sich daran ein Aussatzfleck befindet.", "Eine andere Lesart: Die Beschneidung verdrängt [das Gesetz] vom Aussatze, aus dem Grunde, weil ein Gebot ein Verbot verdrängt. — Wieso sagte er: vielleicht aber umgekehrt? — Er lehrt darauf, wie folgt: Das Gebot verdrängt das Verbot nur dann, wenn es nur ein Verbot ist, während es hierbei ein Gebot und ein Verbot60Die Worte ‘Sei behutsam’ sind ein Verbot, und darauf folgt: alles zu tun.ist. Wie aber halte ich aufrecht [den Schriftvers:] soll das Fleisch seiner Vorhaut beschnitten werden? Wenn daran kein Aussatzfleck ist. Daher heißt es Fleisch, auch wenn ein Aussatzfleck daran ist. —", "Allerdings bei einem Erwachsenen, bei dem es Fleisch61Cf. Gen. 17,14.heißt, desgleichen bei einem [achttägigen] Kinde, bei dem es ebenfalls Fleisch62Cf. Lev. 12,3.heißt, woher dies von der Beschneidung eines Mitteljährigen63Eines erwachsenen Kindes, dessen Beschn. noch dem Vater obliegt; cf. Gen. 17,10.!?", "Abajje erwiderte: Man folgere es von beiden. Von [der Beschneidung] eines Erwachsenen ist es nicht zu entnehmen, denn auf [die Unterlassung] ist die Ausrottung gesetzt, von der eines [achttägigen] Kindes ist es nicht zu entnehmen, denn sie erfolgt zur festgesetzten Zeit. Das Gemeinsame bei beiden ist, daß sie beschnitten werden, und dies verdrängt [das Gesetz vom] Aussatze, ebenso verdrängt die Beschneidung jedes anderen [das Gesetz vom] Aussatze.", "Raba erklärte: Dafür, daß die Beschneidung zur festgesetzten Zeit [das Gesetz vom Aussatze] verdrängt, ist gar kein Schriftvers nötig, denn es ist durch [einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn sie das strengere [Gesetz vom] Šabbath verdrängt, um wieviel mehr das Gesetz vom Aussatze64Der Schriftvers bezieht sich demnach auf die verspätete Beschneidung eines Kindes..", "R. Saphra sprach zu Raba: Woher, daß [das Gesetz vom] Šabbath strenger ist, vielleicht ist das Gesetz vom Aussatze strenger, denn dieses verdrängt den Tempeldienst, und der Tempeldienst verdrängt den Šabbath!? — Dies nicht, weil [das Gesetz vom] Aussatze strenger ist, sondern, weil die Person an sich unzulässig ist. — Wieso denn, er kann ja den Aussatzfleck ausschneiden und den Tempeldienst verrichten!? — Er würde noch des Reinigungsbades benötigen. —", "Allerdings bei unreinen Aussatzmalen, wie ist es aber bezüglich reiner Aussatzmale zu erklären!?", "Vielmehr, erklärte R. Aši, das Gebot verdrängt das Verbot nur in einem Falle, wie beim Zusammentreffen von Beschneidung und Aussatz, oder Çiçith und Mischgewebe, wobei das Gebot bei der Übertretung des Verbotes ausgeübt wird, hierbei aber65Wenn man das Aussatzmal abschneidet, um den Tempeldienst zu verrichten.wird ja bei der Übertretung des Verbotes das Gebot nicht ausgeübt.", "Den Streit R. Saphra führen auch" ], [ "die Tannaím der folgenden Lehre: Fleisch, es ist zu beschneiden, auch wenn ein Aussatzfleck daran ist — so R. Jošija. R. Jonathan sagt, dies sei gar nicht nötig; wenn sie das strengere [Gesetz vom] Šabbath verdrängt, um so eher das des Aussatzes.", "Der Meister sagte: Fleisch, es ist zu beschneiden, auch wenn ein Aussatzfleck daran ist — so R. Jošija. Wozu ist hierfür ein Schriftvers nötig, dies66Die Entfernung des Aussatzmales.ist ja eine unbeabsichtigte Tätigkeit, und die unbeabsichtigte Tätigkeit ist ja erlaubt!?", "Abajje erwiderte: Dies ist nach R. Jehuda nötig, welcher sagt, auch die unbeabsichtigte Tätigkeit sei verboten. Raba erwiderte: Du kannst auch sagen, nach R. Šimo͑n, denn R. Šimo͑n pflichtet bei in [einem Falle gleich] dem Kopfabschlagen67Cf. Abschn. VII, Anm. 88.ohne zu töten. — Hält denn Abajje nichts davon? Abajje und Raba sagen ja beide, R. Šimo͑n pflichte bei in [einem Falle gleich] dem Kopfabschlagen ohne zu töten!? — Nachdem er es von Raba gehört, erkannte er es an.", "Manche beziehen die Erklärungen Abajjes und Rabas auf folgende Lehre:68Dt. 24,8.Sei mit der Plage des Aussatzes behutsam, indem du genau beobachtest und tust; du darfst es nicht direkt tun, wohl aber darfst du es durch die Bastschnur am Fuße oder die Tragstange an der Schulter erfolgen lassen, und wenn dadurch [der Aussatzfleck] entfernt wird, so ist nichts dabei.", "Wozu ist hierfür ein Schriftvers nötig, dies ist ja eine unbeabsichtigte Tätigkeit, und die unbeabsichtigte Tätigkeit ist ja erlaubt!? Abajje erwiderte: Dies ist nach R. Jehuda nötig, welcher sagt, auch die unbeabsichtigte Tätigkeit sei verboten. Raba erwiderte: Du kannst auch sagen, nach R. Šimo͑n, denn R. Šimo͑n pflichtet bei in [einem Falle gleich] dem Kopfabschlagen, ohne zu töten. — Hält denn Abajje nichts davon? Abajje und Raba sagen ja beide, R. Šimo͑n pflichte bei in [einem Falle gleich] dem Kopfabschlagen, ohne zu töten!? — Nachdem er es von Raba gehört, erkannte er es an. —", "Wofür verwendet R. Šimo͑n nach der Erklärung Abajjes [das Wort] Fleisch? R. A͑mram erwiderte: Für den Fall, wenn jemand sagt, er beabsichtige [mit der Beschneidung] den Aussatzfleck zu entfernen. —", "Allerdings bei einem Erwachsenen, wie ist dies aber bezüglich eines Kindes zu erklären!? R. Mešaršija erwiderte: Wenn der Vater des Kindes sagt, er beabsichtige damit den Aussatzfleck seines Kindes zu entfernen. —", "Falls aber jemand anwesend ist, kann es69Das Kind beschneiden, ohne Absicht der Entfernung des Aussatzmales.ja dieser tun!? R. Šimo͑n b. Laqiš sagte nämlich: Wenn in irgend einem Falle ein Gebot und ein Verbot zusammentreffen — kann man beide ausüben, so ist es recht, wenn aber nicht, so verdrängt das Gebot das Verbot. — Wenn niemand anwesend ist.", "Der Meister sagte: Das Fest verdrängt sie nur zur festgesetzten Zeit. Woher70Zur Erklärung dieses ganzen Diskurses vgl. die Parallelstelle Fol. 24b und die bezügl. Anmerkungen.dies?", "Ḥizqija sagte, auch wurde es in der Schule Ḥizqijas gelehrt: Die Schrift sagt:71Ex. 12,10.ihr sollt nichts davon bis zum Morgen übrig lassen; [die Worte] bis zum Morgen brauchten ja nicht wiederholt72Im 2. Absatze des Verses.zu werden, und wenn sie dennoch wiederholt werden, so gibt die Schrift zum Verbrennen noch einen zweiten Morgen.", "Abajje erwiderte: Die Schrift sagt:73Num. 28,10.ein Brandopfer von Šabbath zu Šabbath; nicht aber ein Brandopfer des Wochentages am Šabbath, noch ein Brandopfer des Wochentages am Feste.", "Raba erwiderte: Die Schrift sagt:74Ex. 12,16.nur das allein dürft ihr bereiten; nur das, aber keine Werkzeuge; allein, aber keine außerzeitliche Beschneidung, hinsichtlich welcher man sonst [einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere folgern würde.", "R. Aši erwiderte:75Lev. 23,3.Ein Ruhetag, das ist ein Gebot. Bezüglich des [Feierns am] Feste gibt es somit ein Gebot und ein Verbot, und das Gebot verdrängt nicht ein Verbot samt Gebot.", "R. A͑QIBA SAGTE EINE REGEL &C. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Die Halakha ist wie R. A͑qiba.", "Desgleichen haben wir auch hinsichtlich des Pesaḥopfers gelernt. R. A͑qiba sagte eine Regel: Jede Arbeit, die man am Vorabend des Šabbaths verrichten kann, verdrängt den Šabbath nicht; das Schlachten [des Pesaḥopfers] aber, das am Vorabend des Šabbaths nicht verrichtet werden kann, verdrängt den Šabbath. Hierzu sagte R. Jehuda im Namen Rabhs, die Halakha sei wie R. A͑qiba.", "Und beides ist nötig. Würde er es nur von der Beschneidung gelehrt haben, [so könnte man glauben,] nur bei dieser verdränge das hierzu Erforderliche, das man am Vorabend des Šabbaths verrichten kann, den Šabbath nicht, weil die Übertretung nicht mit der Ausrottung belegt ist, beim Pesaḥopfer aber, wobei [die Übertretung] mit der Ausrottung belegt ist, verdrängt es ihn wohl.", "Und würde er es nur vom Pesaḥopfer gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil wegen dieses keine dreizehn Bündnisse geschlossen wurden76Vergl. ob. Anm. 40., bei der Beschneidung aber, wegen der dreizehn Bündnisse geschlossen wurden, verdränge es den Šabbath wohl. Daher ist beides nötig.", "ii MAN DARF AM ŠABBATH ALLES VERRICHTEN, WAS ZUR BESCHNEIDUNG ERFORDERLICH IST: [DIE VORHAUT] BESCHNEIDEN, [DIE EICHEL] ENTBLÖSSEN, [DAS BLUT] ABSAUGEN UND [AUF DIE WUNDE] EIN PFLASTER UND KÜMMEL LEGEN.", "HAT MAN IHN NICHT AM VORABEND DES ŠABBATHS ZERRIEBEN, SO ZERKAUE77Alles muß möglichst auf ungewöhnliche Weise erfolgen.MAN IHN MIT DEN ZÄHNEN UND LEGE IHN AUF; HAT MAN NICHT AM VORABEND DES ŠABBATHS DEN WEIN UND DAS ÖL VERMENGT, SO TUE MAN JEDES BESONDERS AUF.", "MAN DARF VON VORNHEREIN KEINE EICHELHÜLLE ANFERTIGEN, WOHL ABER WICKELE MAN EIN LÄPPCHEN UM; HATTE MAN ES NICHT AM VORABEND DES ŠABBATHS BESORGT, SO HOLE MAN ES UM DEN FINGER GEWICKELT, SELBST AUS EINEM ANDEREN HOFE." ], [ "GEMARA. Merke, er zählt ja alles auf, was schließen [die Worte] ‘alles, was zur Beschneidung erforderlich’ ein? —", "Sie schließen das ein, was die Rabbanan gelehrt haben: Solange der Beschneidende sich mit der Beschneidung befaßt, darf er die Hautfasern entfernen, ob solche, die die Beschneidung ungültig machen, oder solche, die die Beschneidung nicht ungültig machen; ist er fertig, so darf er nur Hautfasern ablösen, die die Beschneidung ungültig machen, nicht aber solche, die die Beschneidung nicht ungültig machen. —", "Wer ist der Tanna, welcher lehrt, daß er, sobald er fertig ist, sie nicht mehr ablösen darf? Rabba b. Bar Ḥana erwiderte im Namen R. Joḥanans: Es ist R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa. Es wird nämlich gelehrt: Wenn der vierzehnte78Cf. Abschn. XVI, Anm. 38 u. 39.auf einen Šabbath fällt, so häute man das Pesaḥopfer bis zur Brust78Cf. Abschn. XVI, Anm. 38 u. 39.ab — so R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa; die Weisen sagen, man häute es ganz ab. —", "Wieso denn, vielleicht ist R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, dieser Ansicht nur da, worauf [die Schriftworte:]79Ex. 15,2.er ist mein Gott, ich will ihn verherrlichen, nicht zu beziehen sind, hierbei aber, worauf [die Schriftworte:] er ist mein Gott, ich will ihn verherrlichen, zu beziehen80Sobald die Opferteile herausgenommen werden, ist das Fleisch nicht mehr für Gott bestimmt, dagegen ist aber die sorgfältige Behandlung der Beschneidung eine ‘göttliche’ Handlung.sind, pflichtet er bei.", "Es wird nämlich gelehrt: Er ist mein Gott, ich will ihn verherrlichen, verherrliche ihn81Wörtl. schmücke dich vor ihm; אנוהו gleich והוא אני ich und er [sc. handeln gleich].bei der Ausführung der Gebote. Ihm [zu Ehren] errichte dir eine schöne Festhütte, [schaffe dir] einen schönen Feststrauß an, eine schöne Posaune, schöne Çiçith, eine schöne Torarolle, schreibe sie auf seinem Namen mit schöner Tinte, mit schöner Feder, durch einen geübten Schreiber und hülle sie in schöne Seidengewänder.", "Abba Šaúl erklärte: Er ist mein Gott, ich will ihn verherrlichen; gleiche ihm81Wörtl. schmücke dich vor ihm; אנוהו gleich והוא אני ich und er [sc. handeln gleich].: wie er gnädig und barmherzig ist, so sei auch du gnädig und barmherzig!?", "Vielmehr, erklärte R. Aši, hier ist R. Jose vertreten, denn wir haben gelernt: Einerlei ob [der Neumond] klar erschienen ist oder nicht klar erschienen ist, darf man dieserhalb82Wegen der Weihung des Neumondes, da sie keinen festen Kalender hatten. Außerhalb des Šabbathgebietes befindliche Zeugen, die den Neumond sehen, dürfen das Šabbathgebiet überschreiten, um dem Gerichtshofe Mitteilung davon zu machen. den Šabbath entweihen; R.Jose sagt, ist er klar erschienen, dürfe man dieserhalb den Šabbath nicht83Da ihn wohl auch das Gericht gesehen haben wird.entweihen. —", "Wieso denn, vielleicht ist R. Jose dieser Ansicht nur da, wo der Šabbath überhaupt nicht verdrängt zu werden braucht, hierbei aber, wo der Šabbath bereits verdrängt worden ist, pflichtet er bei.", "Vielmehr, erklärten die Nehardeenser, hier sind die Rabbanan, die gegen R. Jose streiten, vertreten, denn wir haben gelernt: Vier Priester84In den Tempel, um wöchentlich die Schaubrote zu wechseln.traten ein; zwei hielten die zwei Schichten [Schaubrote] in den Händen, und zwei hielten zwei Schalen [Weihrauch] in den Händen; ihnen gingen vier [Priester] voran, zwei, um die [alten] zwei Schichten, und zwei, um die zwei Schalen85Der abgelaufenen Woche.fortzunehmen. Die Hereinbringenden standen in der Nordseite mit dem Gesichte nach der Südseite, und die Herausbringenden standen in der Südseite mit dem Gesichte nach der Nordseite; die einen zogen [die alten] hervor, und die anderen legten [die frischen] nieder, der Handrücken des einen gegen den Handrücken des anderen, denn es heißt:86Ex. 25,30.beständig vor mir.", "R. Jose sagt, auch wenn die einen [zuerst] fortnehmen und die anderen [nachher] niederlegen, heiße dies beständig.", "Die Rabbanan lehrten: Man löse bei der Beschneidung die Hautfasern ab; löst man sie nicht ab, so zieht man sich die Ausrottung87Wegen der Entweihung des Š.s, da diese Beschneidung ungültig ist.zu. — Wer? R. Kahana erwiderte: der Beschneidende.", "R. Papa wandte ein: Der Beschneidende kann ja sagen: Ich habe die Hälfte des Gebotes ausgeübt, übt ihr die andere Hälfte88Die Entweihung des Š.s ist durch die Ausübung des Gebotes erfolgt.aus!? Vielmehr, erklärte R. Papa, der Erwachsene89Der sich beschneiden läßt; hier handelt es sich überhaupt nicht um die Entweihung des Š.s, sondern um die Ungültigkeit der Beschneidung..", "R. Aši wandte ein: Vom Erwachsenen heißt es ja ausdrücklich:90Gen. 17,14.ein unbeschnittener Mann aber, der nicht beschneidet!? Vielmehr, erklärte R. Aši, tatsächlich der Beschneidende, wenn er nämlich [die Beschneidung] am Vorabend des Šabbaths bei Dämmerung begonnen und man zu ihm gesagt hat: ‘Du wirst nicht fertig’, er aber erwidert hat: ‘Ich werde wohl fertig’. Da er sie vollzogen hat und nicht fertig geworden ist, so hat er eine Wuude91Unnötig am Š., da die Beschneidung eines Erwachsenen an diesem nicht erfolgen darf.gemacht und sich die Ausrottung zugezogen.", "[DAS BLUT] ABSAUGEN &C. R. Papa sagte: Wenn ein Beschneidender [das Blut] nicht absaugt, so ist dies lebensgefährlich, und man setze ihn ab. —", "Selbstverständlich ist es lebensgefährlich, da man dieserhalb den Šabbath entweiht!? — Man könnte glauben, das Blut sei [an dieser Stelle] angesammelt92Beim Absaugen entstehe gar keine Wunde, und es sei deshalb erlaubt., so lehrt er uns, daß es [im Fleische] verteilt ist.", "Es gleicht [dem Auflegen von] Pflaster und Kümmel: wie bei diesem die Unterlassung lebensgefährlich ist, so ist auch bei jenem die Unterlassung lebensgefährlich.", "[AUF DIE WUNDE] EIN PFLASTER LEGEN. Abajje erzählte: Mutter sagte mir, daß gegen jedes Leiden das Pflaster aus sieben Teilen Talg und einem Teile Wachs bestehen müsse. Raba sagte: Aus Wachs und Harz.", "Als Raba dies in Maḥoza vortrug, zerrissen die Söhne des Arztes Minjamin ihre Kleider; da sprach er zu ihnen: Ein [Heilmittel] habe ich noch für euch zurückgelassen. Šemuél sagte nämlich: Wer sich das Gesicht gewaschen und nicht gut abgetrocknet hat, dem" ], [ "schlägt das Gesicht aus. Welches Mittel gibt es dagegen? Man wasche es viel mit Mangoldsaft.", "HAT MAN IHN NICHT AM VORABEND DES ŠABBATHS ZERRIEBEN. Die Rabbanan lehrten: Was man bei der Beschneidung am Šabbath nicht tun darf, darf man am Feste tun: man darf Kümmel zerreiben und Wein mit Öl vermengen.", "Abajje sprach zu R. Joseph: Kümmel am Feste zerreiben wohl deshalb, weil man ihn beim Kochen verwenden kann, somit sollte man auch Wein mit Öl am Šabbath vermengen [dürfen], da es für einen Kranken verwendbar ist!? Es wird nämlich gelehrt: Man darf nicht am Šabbath Wein mit Öl für einen Kranken vermengen; R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt im Namen R. Meírs, man dürfe Wein mit Öl wohl vermengen.", "R. Šimo͑n b. Elea͑zar erzählte: Einst hatte R. Meír Leibschmerzen, und ich wollte für ihn Wein mit Öl vermengen; er aber ließ es nicht zu. Da sprachen wir zu ihm: Meister, sollen deine Worte noch während deines Lebens geltungslos bleiben!? Darauf erwiderte er uns: Obgleich ich so sage und meine Genossen anders sagen, ließ mich lebtags mein Herz dennoch nicht die Worte meiner Genossen übertreten. Er nahm es also nur mit sich selbst strenger, für jeden anderen aber ist es erlaubt. —", "Da93Bei der Mischung von Öl und Wein gegen andere Krankheiten.ist das Umrühren nicht erforderlich, hierbei aber ist das Umrühren erforderlich. — Sollte man aber auch hierbei zubereiten und nicht umrühren!? — Das lehrt er ja auch: lege, jedoch jedes besonders.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf [am Feste] den Senf nicht durch seinen Durchschlag seihen, auch darf man ihn nicht mit einer Kohle süßen. Abajje sprach zu R. Joseph: Womit ist es hierbei anders, als bei unserer Lehre, man dürfe ein Ei in einen Senfdurchschlag tun!?", "Dieser erwiderte: Da hat es nicht den Anschein des Klaubens, hierbei aber hat es den Anschein des Klaubens.", "«Man darf ihn nicht mit einer Kohle süßen.» Es wird ja aber gelehrt, man dürfe ihn mit einer Kohle süßen!? — Das ist kein Widerspruch; eines gilt von einer Metallkohle, und eines gilt von einer Holzkohle94Eine solche löscht man durch das Eintauchen..", "Abajje sprach zu R. Joseph: Womit ist dies anders, als [das Braten von] Fleisch95Das am Feste erlaubt ist, obgleich man dabei die Kohlen löscht.auf Kohlen!? Dieser erwiderte: Dies ist anders nicht möglich, hierbei aber ist es möglich96Man kann den Senf am Tage vorher zubereiten..", "Abajje fragte R. Joseph: Darf man [am Feste] käsen? Dieser erwiderte: Es ist verboten. — Womit ist dies anders als das Kneten!? Dieser erwiderte: Dies ist nicht anders97Da frisches Brot besser ist.möglich, hierbei ist es möglich. —", "Die Nehardeenser sagten ja aber, frischer Käse sei bekömmlich!? — Dies ist wie folgt zu verstehen: selbst frischer Käse ist bekömmlich.", "MAN DARF KEINE EICHELHÜLLE ANFERTIGEN &C. Abajje sagte: Mutter sagte mir: Man wende den Saum dieser Eichelhülle nach außen, sonst könnten Fasern kleben bleiben und [beim Abreißen dem Kinde] die Harnröhre zerreißen. Die Mutter Abajjes fütterte [die Eichelhülle] bis zur Mitte. Abajje sagte: Ist für ein Kind keine Eichelhülle vorhanden, so hole man ein Läppchen mit einem Saume und wickele es [um das Glied] mit dem Saume nach unten, während man die obere Seite umschlage.", "Ferner sagte Abajje: Mutter sagte mir: Wenn bei einem Kinde der Anus nicht kenntlich ist, so bestreiche man es mit Öl und halte es gegen die Sonne; sodann reiße man die durchscheinende Stelle mit einer Gerste kreuz und quer auf, nicht aber mit einem Geräte aus Metall, weil dadurch eine Entzündung entstehen kann. Ferner sagte Abajje: Mutter sagte mir: Wenn ein Kind nicht saugt, so hat es den Mund erkältet. Welches Mittel gibt es dagegen? Man hole ein Gefäß mit Kohlen und halte es ihm gegen den Mund, bis er warm wird, sodann wird es saugen. Ferner sagte Abajje: Mutter sagte mir: Wenn ein Kind nicht atmet, so schwinge man es in einer Schwinge, und es wird atmen.", "Ferner sagte Abajje: Mutter sagte mir: Wenn ein Kind keinen Laut von sich gibt, so hole man seine Nachgeburt und streiche es damit, sodann wird es Laute von sich geben. Ferner sagte Abajje: Mutter sagte mir: Wenn ein Kind sehr mager ist, so hole man seine Nachgeburt und streiche es damit von der schmalen nach der breiten Seite, und wenn es sehr dick ist, von der breiten nach der schmalen Seite. Ferner sagte Abajje: Mutter sagte mir: Wenn ein Kind rot ist, so ist das Blut noch nicht [in den Körper] eingedrungen; man warte daher, bis das Blut eingedrungen ist, und beschneide es erst dann. Wenn es gelb ist, so hat es noch nicht [genügend] Blut; man warte daher, bis es [genügend] Blut hat, und beschneide es erst dann. Es wird nämlich gelehrt:", "R. Nathan erzählte: Als ich in den überseeischen Städten reiste, kam einst eine Frau, deren erstes Kind durch die Beschneidung starb, deren zweites dabei ebenfalls starb, und brachte mir das dritte. Als ich bemerkte, daß es rot war, sprach ich zu ihr: Warte, bis das Blut [in den Körper] eingedrungen ist. Da wartete sie, bis das Blut eingedrungen war, und ließ es dann beschneiden. Es blieb am Leben, und man benannte es nach mir ‘Nathan der Babylonier’.", "Ferner kam einst, als ich in Kappadokien reiste, eine Frau, deren erstes Kind durch die Beschneidung starb, deren zweites dabei ebenfalls starb, und brachte mir das dritte. Als ich bemerkte, daß es gelb war, betrachtete ich es näher, da fand ich, daß es nicht [genügend] Blut hatte. Hierauf sprach ich zu ihr: Warte, bis es [genügend] Blut hat. Da wartete sie und ließ es dann beschneiden. Es blieb am Leben, und man benannte es nach mir ‘Nathan der Babylonier’." ], [ "iii MAN DARF DAS KIND BADEN, OB VOR DER BESCHNEIDUNG ODER NACH DER BESCHNEIDUNG; MAN BERIESELE ES MIT DER HAND, NICHT ABER MIT EINEM GEFÄSSE. R. ELE͑AZAR B. A͑ZARJA SAGT, MAN DÜRFE DAS KIND BADEN AM DRITTEN TAGE [DER BESCHNEIDUNG], DER AUF EINEN ŠABBATH FÄLLT, DENN ES HEISST:98Gen. 34,20. und es geschah am dritten Tage, als sie Schmerzen hatten.", "WEGEN EINES ZWEIFELHAFTEN99Von dem man nicht weiß, ob es im 8. oder 9. Monat geboren ist. Nach der Annahme des T. ist es im ersten Falle nicht lebensfähig.UND EINES ZWITTERS DARF MAN DEN ŠABBATH NICHT ENTWEIHEN; R. JEHUDA ERLAUBT ES WEGEN EINES ZWITTERS.", "GEMARA. Du sagtest ja im Anfangssatze, daß man das Kind sogar baden darf!? —", "R. Jehuda und Rabba b. Abuha erklärten beide, er lehre, auf welche Weise [es erfolge]: man darf das Kind baden, ob vor der Beschneidung oder nach der Beschneidung, und zwar beriesele man es mit der Hand, nicht aber mit einem Gefäße.", "Raba sprach: Er lehrt ja aber, man darf baden!? Vielmehr, erklärte Raba, meint er es wie folgt: man darf das Kind baden, ob vor der Beschneidung oder nach der Beschneidung, am ersten Tage wie gewöhnlich, und am dritten Tage, der auf einen Šabbath fällt, beriesele man es mit der Hand, nicht aber mit einem Gefäße. R. Elea͑zar b. A͑zarja sagt, man dürfe das Kind am dritten Tage, der auf einen Šabbath fällt, auch baden, denn es heißt: und es geschah am dritten Tage, als sie Schmerzen hatten.", "Übereinstimmend mit Raba wird gelehrt: Man darf das Kind baden, ob vor der Beschneidung oder nach der Beschneidung, am ersten Tage wie gewöhnlich, und am dritten Tage, der auf einen Šabbath fällt, beriesele man es mit der Hand. R. Elea͑zar b. A͑zarja sagt, man dürfe das Kind am dritten Tage, der auf einen Šabbath fällt, auch baden. Und obgleich es hierfür keinen direkten Beweis gibt, so gibt es doch eine Andeutung, denn es heißt: und es geschah am dritten Tage, als sie Schmerzen hatten.", "Das Berieseln darf nicht mit einem Becher, einem Teller oder sonst einem Gefäße erfolgen, sondern nur mit der Hand. Dies nach dem ersten Tanna.", "Was heißt: obgleich es hierfür keinen direkten Beweis gibt, so gibt es doch eine Andeutung100Eigentlich ist dies ja ein richtiger Beweis.? — Bei einem Erwachsenen heilt die Wunde nicht schnell, bei einem Kinde heilt sie schnell.", "Einst kam jemand vor Raba, und er entschied ihm nach seiner Ansicht. Als Raba hierauf unpäßlich wurde, sprach er: Wozu ließ ich mich eigentlich in einen Auslegungsstreit mit jenem Greise ein101Er hielt seine Erkrankung für eine Bestrafung.!?", "Da sprachen die Schüler zu ihm: Es gibt ja eine Lehre übereinstimmend mit dem Meister! Dieser erwiderte: Aus unserer Mišna ist ihre Ansicht zu entnehmen. —", "Wieso? — Er lehrt, R. Elea͑zar b. A͑zarja sagt, man dürfe das Kind baden am dritten Tage, der auf einen Šabbath fällt. Erklärlich ist es, wenn du sagst, der erste Tanna spreche vom Berieseln, daß darauf R. Elea͑zar b. A͑zarja sagt, man dürfe es baden; wenn du aber sagst, der erste Tanna lehre, man dürfe am ersten Tage baden und am dritten Tage berieseln, wieso sagt demnach R. Elea͑zar b. A͑zarja, man dürfe es baden, es sollte ja heißen, man dürfe es auch [am dritten Tage] baden!?", "Als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Elea͑zars, die Halakha sei wie R. Elea͑zar b. A͑zarja.", "Im Westen diskutierten sie darüber: den ganzen Körper baden, oder nur die [Stelle der] Beschneidung baden?", "Da sprach zu ihnen einer der Rabbanan, Namens R. Ja͑qob: Wahrscheinlich den ganzen Körper baden. Wieso wäre dies, wollte man sagen, die [Stelle der] Beschneidung baden, weniger als [das Waschen] einer Wunde mit warmem Wasser!? Rabh sagte nämlich, daß man am Šabbath [die Behandlung] einer Wunde mit warmem Wasser und Öl nicht zu unterlassen102Während nach dieser Auslegung nach dem ersten Autor das Baden der Beschneidungswunde am 3. Tage verboten ist. braucht.", "R. Joseph wandte ein: Unterscheidest du denn nicht zwischen warmem Wasser, das am Šabbath, und solchem, das am Vorabend des Šabbaths gewärmt wurde!?", "R. Dimi entgegnete: Woher, daß sie über Wasser streiten, das am Šabbath aufgewärmt wurde, vielleicht streiten sie über solches, das am Vorabend des Šabbaths aufgewärmt wurde!? Abajje sprach: Ich wollte darauf antworten, R. Joseph aber kam mir zuvor: hier liegt ja eine Lebensgefahr103Ein Fall, an dem man es am Šabbath aufwärmen darf.vor.", "Es wurde auch gelehrt: Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Abahus im Namen R. Elea͑zars, und wie manche sagen, im Namen R. Abahus im Namen R. Joḥanans, die Halakha sei wie R. Elea͑zar b. A͑zarja, ob das Wasser am Šabbath aufgewärmt wurde oder das Wasser am Vorabend des Šabbaths aufgewärmt wurde, ob beim Baden des ganzen Körpers oder beim Baden [der Stelle] der Beschneidung, weil hierbei eine Lebensgefahr vorliegt.", "Der Text. Rabh sagt, man brauche am Šabbath die Behandlung einer Wunde mit warmem Wasser und Öl nicht zu unterlassen; Šemuél sagt, man tue es auf eine andere Stelle und lasse es auf die Wunde herabfließen.", "Man wandte ein: Man darf nicht Öl und warmes Wasser auf Watte tun, um sie am Šabbath auf eine Wunde zu legen !? — Da ist es wegen des Ausdrückens [verboten]. —", "Komm und höre: Man darf nicht am Šabbath warmes Wasser und Öl auf Watte tun, die sich auf einer Wunde befindet!? — Da ist es ebenfalls wegen des Ausdrückens verboten.", "Übereinstimmend mit Šemuél wird gelehrt: Man darf nicht am Šabbath warmes Wasser und Öl auf eine Wunde tun, wohl aber darf man es auf eine andere Stelle tun und auf die Wunde herabfließen lassen.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf trockene Watte und trockenen Schwamm auf eine Wunde legen, nicht aber trockenen Bast und trockene Fetzen104Erstere schützen nur vor Abschürfungen, während die letzteren heilen.. — Hier besteht ja ein Widerspruch hinsichtlich der Fetzen105Fetzen sind ja dasselbe, wie Watte.!? — Das ist kein Widerspruch; dieses gilt von neuen und jenes von alten106Die nicht mehr heilen.. Abaj je sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß Fetzen heilend wirken.", "WEGEN EINES ZWEIFELHAFTEN UND EINES ZWITTERS &C. Die Rabbanan lehrten:107Lev. 12,3.Seine Vorhaut; die Vorhaut eines entschieden [zur Beschneidung Pflichtigen] verdrängt den Šabbath," ], [ "nicht aber verdrängt die des Zweifelhaften den Šabbath. Die Vorhaut eines entschieden [zur Beschneidung Pflichtigen] verdrängt den Šabbath, nicht aber verdrängt die des Zwitters den Šabbath.", "R. Jehuda sagt, die des Zwitters verdrängt den Šabbath, auch ist darauf die Ausrottung gesetzt. Die Vorhaut eines entschieden [zur Beschneidung Pflichtigen] verdrängt den Šabbath, nicht aber verdrängt die des bei Dämmerung geborenen108Von dem man nicht bestimmt weiß, ob die Beschneidung am Šabbath stattzufinden hat.[Kindes] den Šabbath. Die Vorhaut eines entschieden zur Beschneidung Pflichtigen verdrängt den Šabbath, nicht aber verdrängt die eines vorhautlos geborenen [Kindes] den Šabbath. Die Schule Šammajs sagt nämlich, von diesem müsse man einen Tropfen Bündnisblut fließen lassen, und die Schule Hillels sagt, dies sei nicht nötig.", "R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Die Schule Šammajs und die Schule Hillels stimmen überein, daß man von einem vorhautlos geborenen [Kinde] einen Tropfen Bündnisblut fließen lassen müsse, denn dies ist nur eine verschobene Vorhaut, sie streiten nur über einen Proselyten, der bereits beschnitten ist; die Schule Šammajs sagt, man müsse von ihm einen Tropfen Bündnisblut fließen lassen, und die Schule Hillels sagt, man brauche von ihm keinen Tropfen Bündnisblut fließen zu lassen.", "Der Meister sagte: Nicht aber verdrängt die des Zweifelhaften den Šabbath. Was schließt dies109Die Fälle des Zweifels werden ja einzeln aufgezählt.ein? — Dies schließt das ein, was die Rabbanan gelehrt haben: Wegen eines Siebenmonatskindes entweihe man den Šabbath, wegen eines Achtmonatskindes darf man den Šabbath nicht entweihen; ist es zweifelhaft, ob es ein Siebenmonatskind oder ein Achtmonatskind ist, so darf man seinetwegen den Šabbath nicht entweihen.", "Ein Achtmonatskind gleicht einem Steine, und man darf es nicht fortbewegen, wohl aber darf die Mutter sich niederbeugen und es säugen, wegen der Gefahr110Für die Mutter durch Entstehung von Galaktopyretos..", "Es wurde gelehrt: Rabh sagt, die Halakha sei wie der erste Tanna, und Šemuél sagt, die Halakha sei wie R. Šimo͑n b. Elea͑zar.", "Dem R. Ada b. Ahaba wurde ein vorhautloses Kind geboren und er brachte es zu dreizehn Beschneidenden, bis er ihm schließlich die Harnröhre111Niemand wollte die Blutabtropfung am Š. vornehmen, sodaß er gezwungen war, es unkundig selber zu tun.durchschnitt. Da sprach er: Dies geschah mir, weil ich die Ansicht Rabhs112Nach dem dies nach der Schule Hillels überhaupt nicht nötig ist.übertreten habe.", "R. Naḥman sprach zu ihm: Hast du etwa die Ansicht Šemuéls nicht übertreten? Auch Šemuél spricht ja nur vom Wochentage, nicht aber vom Šabbath. Er aber war der Ansicht, es sei entschieden eine verschobene Vorhaut. Es wurde nämlich gelehrt: Rabba sagt, man befürchte, es ist vielleicht eine verschobene Vorhaut, R. Joseph sagt, es ist entschieden eine verschobene Vorhaut.", "R. Joseph sprach: Dies entnehme ich aus folgender Lehre. R. Elie͑zer ha-Qappar sagte: Die Schule Šammajs und die Schule Hillels stimmen überein, daß man von einem vorhautlos geborenen [Kinde] einen Tropfen Bündnisblut fließen lassen müsse, sie streiten nur, ob man dieserhalb den Šabbath entweihe; die Schule Šammajs sagt, man entweihe dieserhalb den Šabbath, die Schule Hillels sagt, man entweihe dieserhalb den Šabbath nicht. Demnach sind nach dem ersten Tanna113Der gegen RE. streitet.alle der Ansicht, daß man dieserhalb den Šabbath entweihe. —", "Vielleicht sind nach dem ersten Tanna alle der Ansicht, daß man ihn nicht entweihe!? — Sollte uns R. Elie͑zer ha-Qappar nur den Grund der Schule Šammajs lehren wollen114Die Halakha wird ja nach der Schule Hillels entschieden.!? — Vielleicht meint er es wie folgt: darüber115Ob man einen Tropfen Blut fließen lassen muß.streiten die Schule Šammajs und die Schule Hillels überhaupt nicht.", "R. Aši sagte: Ist die Mutter geburtsunrein, so muß die Beschneidung am achten [Tage] erfolgen, ist die Mutter nicht geburtsunrein116Wenn zBs. eine Neubekehrte vor dem Untertauchen gebiert, oder das Kind durch einen Kaiserschnitt hervorgeholt worden ist., so braucht die Beschneidung nicht am achten [Tage] zu erfolgen, denn es heißt: 117Lev. 12,2.3.wenn ein Weib niederkommt und einen Knaben gebiert, so ist sie unrein rein &c., am achten Tage ist seine Vorhaut zu beschneiden.", "Abajje sprach zu ihm: Die früheren118Von Abraham bis zur Gesetzgebung, wo die Reinheitsgesetze noch nicht geboten waren.Geschlechter beweisen ja, daß die Beschneidung am achten [Tage] zu erfolgen hat, auch wenn die Mutter nicht geburtsunrein ist!?", "Dieser erwiderte: Mit der Gesetzgebung" ], [ "ist die Halakha neu eingeführt worden. —", "Dem ist ja aber nicht so, es wird ja gelehrt: Über ein Kind, das durch Kaiserschnitt hervorgeholt worden ist, oder das zwei Vorhäute hat, streiten R. Hona und R. Ḥija b. Rabh; einer sagt, man entweihe seinetwegen den Šabbath, und einer sagt, man entweihe ihn nicht. Sie streiten nur, ob man seinetwegen den Šabbath entweihe, am achten [Tage] aber ist es bestimmt zu beschneiden!? — Eines hängt vom anderen119Die Entweihung des Šabbaths, von der Beschneidung am 8. Tage. ab.", "Hierüber streiten Tannaím: Mancher im Hause geborener [Sklave] ist am ersten [Tage] zu beschneiden, und mancher im Hause geborener [Sklave] ist am achten [Tage] zu beschneiden; mancher für Geld gekaufter [Sklave] ist am ersten [Tage] zu beschneiden, und mancher für Geld gekaufter [Sklave] ist am achten [Tage] zu beschneiden.", "Mancher für Geld gekaufter [Sklave] ist am ersten [Tage] zu beschneiden, und mancher für Geld gekaufter [Sklave] ist am achten [Tage] zu beschneiden, und zwar: kauft jemand eine schwangere Sklavin, die bei ihm gebiert, so ist [das Kind] kein für Geld gekauftes, das am achten [Tage] zu beschneiden ist; kauft jemand eine Sklavin mit ihrem Kinde, so ist es ein für Geld gekauftes, das am ersten [Tage] zu beschneiden ist.", "Mancher im Hause geborener [Sklave] ist am achten [Tage] zu beschneiden, wenn nämlich jemand eine Sklavin kauft, die bei ihm schwanger wird und gebiert, so ist [das Kind] ein im Hause geborenes, das am achten [Tage] zu beschneiden ist. R. Ḥama sagte: Wenn sie zuerst gebiert und nachher untertaucht, so ist [das Kind] ein im Hause geborenes, das am ersten [Tage] zu beschneiden ist, und wenn sie zuerst untertaucht und nachher gebiert, so ist [das Kind] ein im Hause geborenes, das am achten [Tage] zu beschneiden ist.", "Der erste Tanna unterscheidet also nicht zwischen dem Gebären nach dem Untertauchen und dem Gebären vor dem Untertauchen, es ist am achten [Tage] zu beschneiden, auch wenn die Mutter nicht geburtsunrein ist.", "Raba sprach: Allerdings kann es nach R. Ḥama vorkommen, daß mancher im Hause geborener [Sklave] am ersten [Tage] zu beschneiden ist, und mancher im Hause geborener [Sklave] am achten [Tage] zu beschneiden ist, daß mancher für Geld gekaufter [Sklave] am ersten [Tage] zu beschneiden ist und mancher für Geld gekaufter [Sklave] am achten [Tage] zu beschneiden ist. Wenn sie zuerst gebiert und nachher untertaucht, so ist es ein im Hause geborener [Sklave], der am ersten [Tage] zu beschneiden ist; wenn sie zuerst untertaucht und nachher gebiert, so ist es ein im Hause geborener [Sklave], der am achten [Tage] zu beschneiden ist;", "ein für Geld gekaufter [Sklave],der am achten [Tage] zu beschneiden ist, wenn nämlich jemand eine schwangere Sklavin kauft und sie nach dem Untertauchen gebiert; ein für Geld gekaufter [Sklave], der am ersten [Tage] zu beschneiden ist, wenn nämlich einer die Sklavin und ein anderer das Kind kauft.", "Nach dem ersten Tanna aber können zwar alle anderen Fälle vorkommen, wieso aber kann es vorkommen, daß ein im Hause geborener [Sklave] am ersten [Tage] zu beschneiden ist!?", "R. Jirmeja erklärte: Wenn jemand eine Sklavin wegen des Kindes kauft. —", "Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, der Besitz der Früchte gleiche nicht dem Besitze des Kapitals, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, der Besitz der Früchte gleiche dem des Kapitals!?", "R. Mešaršija erwiderte: Wenn jemand eine Sklavin kauft mit der Bedingung, sie nicht untertauchen zu lassen.", "Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Was bei einem Menschen dreißig Tage alt wird, ist keine Fehlgeburt, denn es heißt:120Num. 18,16.was seine Auslösung betrifft, so sollst du ihn einen Monat alt auslösen; was acht Tage bei einem Vieh, ist keine Fehlgeburt, denn es heißt:121Lev. 22,27.vom achten Tage ab und weiter wird es als Opfer wohlgefällig &c. —", "Demnach ist es, solange es noch nicht so alt ist, zweifelhaft;" ], [ "wieso darf man es122Am Šabbath; am 8. Tage kann man nicht wissen, ob es dreißig Tage leben wird. beschneiden!?", "R. Ada b. Ahaba erwiderte: Man beschneide es auf jeden Fall: ist es lebensfähig, so beschneidet man es ja zu Recht, wenn aber nicht, so schneidet man ja nur ein Stück [totes] Fleisch. —", "Wieso wird demnach gelehrt, man dürfe wegen eines zweifelhaften, ob ein Siebenmonatskind oder ein Achtmonatskind, den Šabbath nicht entweihen, man sollte es doch auf jeden Fall beschneiden: ist es lebensfähig, beschneidet man es ja zu Recht, wenn aber nicht, so schneidet man ja nur ein Stück [totes] Fleisch!?", "Mar, der Sohn Rabinas, erwiderte: Ich und R. Nihumi b. Zekharja haben es erklärt: beschneiden darf man es tatsächlich, und dies gilt nur von den Beschneidungsgeräten, nach R. Elie͑zer123Nach dem man sie sonst am Š. besorgen darf; cf. Fol. 130a..", "Abajje sagte: Hierüber streiten Tannaím: 124Lev. 11,39.Und wenn eines von den Tieren verendet, die euch zum Essen dienen; dies schließt noch die Achtmonatsgeburt125Soll wohl heißen: die Frühgeburt.ein, die durch das Schlachten nicht rein126Es gilt als verendet u. ist nach Lev. 11,39 unrein.wird. R. Jose b. R. Jehuda und R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagen, sie werde durch das Schlachten rein.", "Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: nach einer Ansicht ist sie lebensfähig, und nach einer Ansicht ist sie nicht lebensfähig.", "Raba wandte ein: Weshalb streiten sie demnach über die Rein- und Unreinheit, sie sollten doch über die Genußfähigkeit streiten!?", "Vielmehr sind alle der Ansicht, diese sei nicht lebensfähig, nur sind R. Jose b. R. Jehuda und R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n der Ansicht, sie gleiche einem Totverletzten; wie das Totverletzte, obgleich es nicht lebensfähig ist, durch das Schlachten rein wird, ebenso auch diese, und die Rabbanan sind der Ansicht, sie gleiche nicht dem Totverletzten; das Totverletzte hatte eine Zeit der Tauglichkeit, diese aber hatte keine Zeit der Tauglichkeit.", "Wenn du aber einwendest, wie es denn bezüglich eines von Geburt an Totverletzten zu erklären sei, [so ist zu erwidern:] bei diesem gibt es ein Schlachten bei der Gattung, bei jener aber gibt es kein Schlachten bei der Gattung127Bei der Frühgeburt kommt eine Schlachtung überhaupt nicht vor..", "Sie fragten: Streiten die Rabbanan gegen R. Šimo͑n b. Gamliél128Hinsichtlich des Altwerdens von 30 bezw. 8 Tagen.oder nicht, und ist, wenn du sagst, sie streiten wohl, die Halakha wie er oder nicht? —", "Komm und höre: Ein am Feste geborenes Kalb darf man am Feste schlachten. — Dies gilt von dem Falle, wenn man von ihm weiß, daß es keine Frühgeburt ist. —", "Komm und höre: Sie stimmen überein, daß es, wenn es mit dem Fehler geboren ist, als Vorbereitetes gelte129Dh. man darf den Fehler am Feste untersuchen.. — Dies ebenfalls, wenn es keine Frühgeburt ist. —", "Komm und höre: R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie R. Šimo͑n b. Gamliél. Wenn die Halakha wie er ist, so streiten sie ja gegen ihn. Schließe hieraus.", "Abajje sagte: Alle stimmen überein, daß, wenn [das Kind]130Innerhalb der genannten Zeit.vom Dache herabgefallen oder von einem Löwen gefressen worden ist, es als lebensfähiges gilt, sie streiten nur über den Fall, wenn es gegähnt131Ein Lebenszeichen gegeben.hat und gestorben ist; nach der einen Ansicht gilt es als lebensfähig, und nach der anderen Ansicht gilt es nicht als lebensfähig.", "In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? — Ob es von der Schwagerehe132Cf. Dt. 25,5; dies kann nur ein lebensfähiges Kind.befreit.", "«Alle stimmen darin über ein, daß, wenn [das Kind] vom Dache herabgefallen oder von einem Löwen gefressen worden ist, es als lebensfähig gilt.» Aber R. Papa und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, waren ja einst bei dem Sohne des R. Idi b. Abin, und als er für sie ein dreijähriges Kalb bereitete, das am siebenten Tage geschlachtet wurde, sprachen sie: Würdest du damit bis zum Abend gewartet haben, so würden wir gegessen haben, jetzt aber essen wir nicht!? —", "Vielmehr, wenn es gegähnt hat und darauf gestorben ist, stimmen alle überein, daß es nicht als lebensfähig gilt, sie streiten nur über den Fall, wenn es vom Dache gefallen oder von einem Löwen gefressen worden ist; nach der einen Ansicht gilt es nicht als lebensfähig, und nach der anderen Ansicht gilt es als lebensfähig.", "Dem Sohne des R. Dimi b. Joseph wurde ein Kind geboren, und es starb innerhalb dreißig Tagen. Als er sich hinsetzte und über es Trauer hielt, sprach sein Vater zu ihm: Du willst wohl Leckereien [des Trauermahles] essen! Dieser erwiderte: Ich weiß von ihm, daß es keine Frühgeburt war.", "R. Aši kam zu R. Kahana, und es ereignete sich bei ihm ein Todesfall innerhalb dreißig Tagen. Als er ihn sich hinsetzen und die Trauer abhalten sah, sprach er zu ihm: Hält denn der Meister nichts von dem, was R. Jehuda im Namen Šemuéls gesagt hat, daß nämlich die Halakha wie R. Šimo͑n b. Gamliél sei!? Da erwiderte dieser: Ich weiß von ihm, daß es keine Frühgeburt war.", "Es wurde gelehrt: Wenn [das Kind] innerhalb dreißig Tagen gestorben und [die Mutter einem anderen] angetraut worden ist, so ist an ihr, wie Rabina im Namen Rabas sagt," ], [ "wenn sie die Frau eines Jisraéliten ist, die Ḥaliça zu vollziehen, und wenn sie die Frau eines Priesters ist, die Ḥaliça nicht133Eine Geschiedene oder Ḥaluça darf von einem Priester nicht geheiratet werden, und mit Rücksicht darauf, ist sie in diesem Falle, von der Ḥ. befreit.zu vollziehen,", "und wie R. Šerebja im Namen Rabas sagt, ob so oder so, die Ḥaliça zu vollziehen.", "Rabina sprach zu R. Šerebja: So sagte Raba abends, am [nächsten] Morgen aber trat er davon zurück. Dieser erwiderte: Ihr habt sie also erlaubt134Einem fremden Manne ohne Ḥaliça.; mag es noch sein Wille sein, daß ihr auch Talg erlaubt.", "R. JEHUDA ERLAUBT &C. R. Šezbi sagte im Namen R. Ḥisdas: Nicht in jeder Hinsicht sagt R. Jehuda, daß der Zwitter als Mann zu betrachten sei, denn wäre dies der Fall, so müßte er bei Schätzgelübden135Wenn jemand sein oder eines anderen Wert dem Heiligtume weiht.geschätzt werden. —", "Woher, daß er nicht geschätzt wird? — Es wird gelehrt: 136Lev. 27,3.Der Mann, nicht aber der Geschlechtslose und der Zwitter. Man könnte glauben, er werde nicht im Werte eines Mannes geschätzt, wohl aber im Werte einer Frau, so heißt es:137Ib. V. 4.der Mann, und wenn es ein Weib ist; nur wenn es ein Mann oder ein Weib ist, nicht aber der Geschlechtsakte und der Zwitter." ], [ "Und eine anonyme Lehre im Siphra ist von R. Jehuda.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Auch wir haben gelernt: Jeder ist zur Weihung des Entsündigungswassers138Cf. Num. Kap. 19.zulässig, ausgenommen ein Tauber, ein Blöder und ein Minderjähriger; nach R. Jehuda ist ein Minderjähriger zulässig, die Frau aber und der Zwitter unzulässig. Schließe hieraus. —", "Womit ist aber die Beschneidung anders? — Weil es heißt: 139Gen. 17,10.alles, was männlich ist, soll beschnitten werden.", "iv WENN JEMAND ZWEI KINDER ZU BESCHNEIDEN HAT, EINES NACH ŠABBATH UND EINES AM ŠABBATH, UND ER VERGESSENTLICH DAS NACH ŠABBATH ZU BESCHNEIDENDE AM Šabbath beschnitten hat, so ist er schuldig;", "WENN EINES AM VORABEND DES ŠABBATHS UND EINES AM ŠABBATH ZU BESCHNEIDEN IST, UND ER VERGESSENTLICH DAS AM VORABEND DES ŠABBATHS ZU BESCHNEIDENDE AM ŠABBATH BESCHNITTEN HAT, SO IST ER NACH R. ELIE͑ZER EIN SÜNDOPFER SCHULDIG UND NACH R. JEHOŠUA͑ FREI.", "GEMARA. R. Hona las [in unserer Mišna] ‘schuldig’, und R. Jehuda las ‘frei’.", "R. Hona las ‘schuldig’, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: R. Elie͑zer und R. Jehošua͑ stimmen überein, daß man schuldig ist, wenn man zwei Kinder zu beschneiden hat, eines am Šabbath und eines nach Šabbath, und vergessentlich das nach Šabbath zu beschneidende am Šabbath beschnitten hat;", "sie streiten vielmehr über den Fall, wenn man zwei Kinder zu beschneiden hat, eines am Vorabend des Šabbaths und eines am Šabbath, und vergessentlich das am Vorabend des Šabbaths zu beschneidende am Šabbath beschnitten hat. Nach R. Elie͑zer ist man ein Sündopfer schuldig und nach R. Jehošua͑ frei.", "Beide folgern es vom Götzendienste140Sämtliche Verbote werden mit dem Götzendienste verglichen; cf. Num. 15,29.. R. Elie͑zer ist der Ansicht, dies gleiche dem Götzendienste, wie man wegen des Götzendienstes, bezüglich dessen der Allbarmherzige gesagt hat, daß man es nicht tue, [ein Sündopfer] schuldig ist, wenn man es getan hat, ebenso auch hierbei.", "R. Jehošua͑ aber [erklärt]: Da handelt es sich nicht um ein Gebot, während es sich hierbei um ein Gebot handelt.", "R. Jehuda liest ‘frei’, denn es wird gelehrt: R. Meír sagte: R. Elie͑zer und R. Jehošua͑ stimmen überein, daß man frei ist, wenn man zwei Kinder zu beschneiden hat, eines am Vorabend des Šabbaths, und eines am Šabbath, und vergessentlich das am Vorabend des Šabbaths zu beschneidende am Šabbath beschnitten hat;", "sie streiten vielmehr über den Fall, wenn man zwei Kinder zu beschneiden hat, eines nach Šabbath und eines am Šabbath, und vergessentlich das nach Šabbath zu beschneidende am Šabbath beschnitten hat. Nach R. Elie͑zer ist man ein Sündopfer schuldig und nach R. Jehošua͑ frei.", "Beide folgern es vom Götzendienste. R. Elie͑zer ist der Ansicht, dies gleiche dem Götzendienste, wie man wegen des Götzendienstes, bezüglich dessen der Allbarmherzige gesagt hat, daß man es nicht tue, [ein Sündopfer] schuldig ist, wenn man es getan hat, ebenso auch hierbei.", "R. Jehošua͑ aber [erklärt]: Da ist man nicht mit der Ausübung eines Gebotes beschäftigt, während man hierbei mit der Ausübung eines Gebotes beschäftigt ist.", "R. Ḥija lehrte: R. Meír sagte: R. Elie͑zer und R. Jehošua͑ stimmen überein, daß man schuldig ist, wenn man zwei Kinder zu beschneiden hat, eines am Vorabend des Šabbaths und eines am Šabbath, und vergessentlich das am Vorabend des Šabbaths zu beschneidende am Šabbath beschnitten hat;", "sie streiten vielmehr, wenn man zwei Kinder zu beschneiden hat, eines nach Šabbath und eines am Šabbath, und vergessentlich das nach Šabbath zu beschneidende am Šabbath beschnitten hat. Nach R. Elie͑zer ist man ein Sündopfer schuldig und nach R. Jehošua͑ frei. —", "Wenn man nach R. Jehošua͑ schon wegen des zweiten Falles, wobei man kein Gebot141Da die Beschneidung noch gar nicht fällig war.ausgeübt hat, frei ist, wieso ist man wegen des ersten Falles, wobei man ein Gebot ausgeübt hat, schuldig!?", "In der Schule R. Jannajs erklärten sie: Der erste Fall, wenn man das am Šabbath zu beschneidende bereits am Vorabend beschnitten hat, denn der Šabbath braucht nicht mehr verdrängt zu werden; während er im zweiten Falle zu verdrängen ist.", "R. Aši sprach zu R. Kahana: Auch im ersten Falle ist ja der Šabbath zu verdrängen, wegen anderer Kinder!? — Für diesen Mann ist er es aber nicht.", "v EIN KIND KANN AM ACHTEN, AM NEUNTEN, AM ZEHNTEN, AM ELFTEN UND AM ZWÖLFTEN [TAGE] BESCHNITTEN WERDEN, ABER NICHT FRÜHER ODER SPÄTER.", "WIESO? GEWÖHNLICH AM ACHTEN; WURDE ES BEI DÄMMERUNG GEBOREN, SO WIRD ES AM NEUNTEN142Der erste Abend, der viell. zum vorangehenden Tage gehört, wird nicht mitgezählt.BESCHNITTEN; WURDE ES AM VORABEND DES ŠABBATHS BEI DÄMMERUNG GEBOREN, SO WIRD ES AM ZEHNTEN143Weil in einem Falle des Zweifels wegen der Beschneidung der Š. bezw. das Fest nicht zu entweihen ist.BESCHNITTEN; \n", "IST DER SONNTAG EIN FESTTAG, SO WIRD ES AM ELFTEN144Dem in einem solchen Falle auf das Fest folgenden Tage.BESCHNITTEN; SIND ES DIE BEIDEN NEUJAHRSTAGE, SO WIRD ES AM ZWÖLFTEN BESCHNITTEN.", "IST DAS KIND KRANK, SO BESCHNEIDE MAN ES ERST, WENN ES GESUND WIRD.", "GEMARA. Šemuél sagte: Hat das Fieber es verlassen, so gewähre man ihm noch die sieben Tage145Die Krankheitstage zählen nicht mit, sodaß es erst am achten Tage seiner Genesung zu beschneiden ist.zu seiner Erholung.", "Sie fragten: Müssen es [volle Tage] von Stunde zu Stunde sein? —", "Komm und höre: Luda lehrte, der Tag seiner Genesung gleiche dem Tage seiner Geburt. Doch wohl: wie es bei der Geburt nicht von Stunde zu Stunde zu sein146Die Beschneidung hat am 8. Tage zu erfolgen, auch wenn er nicht voll ist.braucht, ebenso braucht es bei seiner Genesung nicht von Stunde zu Stunde zu sein. —", "Nein, der Tag seiner Genesung ist mehr als der Tag seiner Geburt; der Tag seiner Geburt braucht nicht von Stunde zu Stunde zu sein, der Tag seiner Genesung aber muß von Stunde zu Stunde sein147L. lehrt nur, daß es sieben Tage sein müssen..", "vi FOLGENDE HAUTFASERN MACHEN DIE BESCHNEIDUNG UNGÜLTIG: DAS DEN GRÖSSEREN TEIL DER EICHEL BEDECKENDE FLEISCH; ER148Wenn dies nicht entfernt worden ist, falls er Priester ist.DARF AUCH KEINE HEBE ESSEN.", "EIN BELEIBTER SCHNEIDE ES DES ANSCHEINES WEGEN FORT." ], [ "BESCHNITTEN UND DIE EICHEL NICHT ENTBLÖSST, GILT ALS NICHT BESCHNITTEN.", "GEMARA. R. Abina erklärte im Namen des R. Jirmeja b. Abba im Namen Rabhs: Das Fleisch, welches den größeren Teil der Eichel bedeckt149Nicht des ganzen Umfanges..", "EIN BELEIBTER &C. Šemuél sagte: Wenn ein Kind stark befleischt ist, so richte man sich danach: ist es bei Erektion als beschnitten zu erkennen, so braucht man es nicht [nochmals] zu beschneiden, wenn aber nicht, so beschneide man es [nochmals].", "In einer Barajtha wurde gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Wenn ein Kind stark befleischt ist, so richte man sich danach: ist es bei der Erektion nicht als beschnitten zu erkennen, so beschneide man es [nochmals], sonst aber braucht man es nicht [nochmals] zu beschneiden. —", "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? — Ein Unterschied besteht zwischen ihnen in dem Falle, wenn es nicht genau zu erkennen ist150Nach der Barajtha nur dann, wenn es ganz wie unbeschnitten aussieht..", "BESCHNITTEN UND DIE EICHEL NICHT ENTBLÖSST. Die Rabbanan lehrten: Der Beschneidende spreche: Der uns durch seine Gebote geheiligt und uns die Beschneidung befohlen hat. Der Vater des Kindes spreche: Der uns durch seine Gebote geheiligt und uns befohlen hat, es in das Bündnis unseres Vaters Abraham aufzunehmen. Die Anwesenden sprechen: Wie es in das Bündnis getreten ist, so möge es auch in das Studium der Tora, unter den Hochzeitsbaldachin und zu guten Werken treten.", "Der den Segen spricht, spreche: Der den Liebling vom Leibe aus geheiligt, ein Gesetz an sein Fleisch gesetzt und seine Nachfolger mit dem Zeichen des heiligen Bündnisses besiegelt hat. Darum, um dieser verdienstvollen Handlung willen, o lebendiger Gott, unser Anteil, befiehl die Lieblichkeit unseres Fleisches vor der Hölle zu bewahren, deines Bündnisses wegen, daß du auf unser Fleisch gedrückt. Gepriesen seist du, o Herr, der du das Bündnis schließest.", "Wer Proselyten beschneidet, spreche: Gepriesen seist du, o Herr, unser Gott, König der Welt, der du uns durch deine Gebote geheiligt und uns die Beschneidung befohlen hast. Der den Segen spricht, spreche: Der uns durch seine Gebote geheiligt und uns befohlen hat, die Proselyten zu beschneiden und von ihnen das Bündnisblut tropfen zu lassen. Wenn nicht das Bündnisblut, würden nämlich Himmel und Erde nicht bestehen, wie es heißt:151Jer. 33,25.wenn nicht mein Bündnis Tag und Nacht, so würde ich die Ordnungen von Himmel und Erde nicht gesetzt haben. Gepriesen seist du, o Herr, der du das Bündnis schließest.", "Wer Sklaven beschneidet, spreche: Der uns durch seine Gebote geheiligt und uns befohlen hat, Sklaven zu beschneiden und von ihnen das Bündnisblut tropfen zu lassen. Wenn nicht das Bündnisblut, würden nämlich Himmel und Erde nicht bestehen, wie es heißt: wenn nicht mein Bündnis Tag und Nacht, so würde ich die Ordnungen von Himmel und Erde nicht gesetzt haben. Gepriesen seist du, o Herr, der du das Bündnis schließest.", "", "i R. ELIE͑ZER SAGT, MAN DÜRFE AM FESTE EINEN SEIHER AUFSPANNEN UND AM ŠABBATH IN EINEN BEREITS AUFGESPANNTEN [WEIN] GIESSEN; DIE WEISEN SAGEN, MAN DÜRFE AM FESTE KEINEN SEIHER AUFSPANNEN1Weil er über dem Gefäße eine Art Zelt bildet, was wegen Bauens verboten ist. UND AM ŠABBATH IN EINEN BEREITS AUFGESPANNTEN KEINEN [WEIN] GIESSEN, WOHL ABER AM FESTE IN EINEN BEREITS AUFGESPANNTEN [WEIN] GIESSEN.", "GEMARA. Wenn nach R. Elie͑zer schon die Erweiterung eines provisorischen Zeltes verboten ist, wieso darf man ein solches von vornherein errichten!? —", "Welches Bewenden hat es damit? — Wir haben gelernt: Die Klappe einer Luke darf man schließen, wie R. Elie͑zer sagt, wenn sie beweglich angebracht ist, sonst aber nicht; die Weisen sagen, ob so oder so dürfe man sie schließen.", "Hierzu sagte Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans: Alle stimmen überein, daß man am Feste kein provisorisches Zelt machen darf, und um so weniger am Šabbath, und sie streiten nur über die Erweiterung; R. Elie͑zer ist der Ansicht, man dürfe am Feste nicht erweitern, und um so weniger am Šabbath, und die Weisen sagen, man dürfe es am Šabbath erweitern, und um so mehr am Feste. —", "R. Elie͑zer ist der Ansicht R. Jehudas. Es wird nämlich gelehrt: Der Festtag unterscheidet sich vom Šabbath nur hinsichtlich der Bereitung von Speisen; R. Jehuda erlaubt [am Feste] auch das, was zur Bereitung von Speisen erforderlich ist. —", "Vielleicht sagt es R. Jehuda nur von Erfordernissen, die man nicht schon am Vorabend des Festes bereiten kann, sagt er es etwa auch von solchen, die man schon am Vorabend des Festes bereiten kann!? —", "R. Elie͑zer ist weitergehend als R. Jehuda.", "DIE WEISEN SAGEN. Sie fragten: Was geschieht, wenn man aufgespannt hat? R. Joseph erwiderte: Hat man aufgespannt, so ist man ein Sündopfer schuldig.", "Abajje sprach zu ihm: Demnach ist man auch schuldig, wenn man ein Krüglein an einen Haken aufhängt!?" ], [ "Vielmehr, sagte Abajje, ist dies nur ein rabbanitisches [Verbot], daß man nicht ebenso verfahre, wie am Wochentage.", "Abajje faßte Bündel von Lehren zusammen2Über die genannten Gegenstände bestanden einzelne Lehren, u. er faßte sie zusammen. und trug vor: Man darf einen Schlauch, einen Durchschlag, einen Baldachin oder einen zusammenlegbaren Stuhl nicht aufspannen; hat man sie aufgespannt, so ist man frei, aber es ist verboten. Bleibende Zelte darf man nicht aufspannen; hat man sie aufgespannt, so ist man ein Sündopfer schuldig. Ein gewöhnliches Bett, einen Dreifußstuhl oder einen Kissenstuhl darf man von vornherein umlegen3Diese Gegenstände werden nach dem Gebrauche nicht auseinandergenommen, sondern nur stehend an die Wand gelehnt..", "UND AM ŠABBATH IN EINEN BEREITS AUFGESPANNTEN KEINEN [WEIN] GIESSEN. Sie fragten: Was geschieht, wenn man gegossen hat? R. Kahana erwiderte: Hat man gegossen, so ist man ein Sündopfer schuldig.", "R. Šešeth wandte ein: Gibt es denn etwas, wegen dessen man nach den Rabbanan ein Sündopfer schuldig, das aber nach R. Elie͑zer von vornherein erlaubt ist!?", "R. Joseph entgegnete: Etwa nicht, wegen einer goldenen Stadt4Eine Art Brosche mit einer Ansicht von Jerusalem (cf. Fol. 59a), die man am Šabbath nicht tragen darf. ist man ja nach R. Meír ein Sündopfer schuldig, während nach R. Elie͑zer dies von vornherein erlaubt ist!? —", "Welche Lehre meint er? — Es wird gelehrt: Eine Frau darf nicht mit einer goldenen Stadt ausgehen; ist sie ausgegangen, so ist sie ein Sündopfer schuldig — so R. Meír. Die Weisen sagen, sie dürfe damit nicht ausgehen, ist sie ausgegangen, sei sie frei. R. Elie͑zer sagt, eine Frau dürfe von vornherein mit einer goldenen Stadt ausgehen.", "Abajje sprach zu ihm: Du glaubst wohl, R. Elie͑zer beziehe sich auf R. Meír, welcher sagt, sie sei ein Sündopfer schuldig; er bezieht sich auf die Rabbanan, welche sagen, es sei straffrei, aber verboten, und hierzu sagt er, es sei von vornherein erlaubt. —", "wegen welcher Arbeit ist er zu warnen5Der Übertreter ist nur dann schuldig, wenn Zeugen ihn gewarnt haben, die betreffende Arbeit sei verboten; hierbei muß die Hauptarbeit (cf. Fol. 73a) genannt werden.? — Raba sagte, wegen Klaubens, R. Zera sagte, wegen Beutelns.", "Raba sprach: Meine Ansicht ist einleuchtender; das Klauben geschieht in der Weise, daß man das Genießbare nimmt und den Abfall zurückläßt, ebenso nimmt man auch hierbei das Genießbare und läßt den Abfall zurück.", "R. Zera sprach: Meine Ansicht ist einleuchtender; das Beuteln geschieht in der Weise, daß der Abfall nach oben kommt und das Genießbare unten bleibt, ebenso bleibt auch hierbei der Abfall oben und das Genießbare fließt nach unten.", "Rami b. Jeḥezqel lehrte: Man darf kein Gewand zeltartig6Auf 2 od. 4 Pfähle, an den Seiten überhängend. aufspannen; hat man es aufgespannt, so ist man frei, von vornherein aber ist es verboten. War daran ein Faden oder eine Schnur befestigt, so darf man es von vornherein aufziehen.", "R. Kahana fragte Rabh: Darf man einen Baldachin [aufschlagen]? Dieser erwiderte: Auch kein Bett. — Darf man ein Bett [aufschlagen]? Dieser erwiderte: Auch einen Baldachin. — Darf man ein Bett und einen Baldachin [aufschlagen]? Dieser erwiderte: Einen Baldachin nicht, ein Bett wohl.", "Er widersprach sich aber nicht. — Das, was er ihm gesagt hat, auch kein Bett, gilt von einem karmanischen7Das auseinandergenommen und wieder zusammengestellt wird.; das, was er ihm gesagt hat, auch einen Baldachin, gilt von einem, von dem Rami b. Jeḥezqel spricht8Wenn eine Schnur daran gebunden ist.; und das, was er ihm gesagt hat, einen Baldachin nicht, ein Bett wohl, gilt von den unserigen.", "R. Joseph erzählte: Ich sah, daß im Hause R. Honas die Baldachindecken am [Šabbath] abends aufgespannt und morgens wieder zusammengeschlagen9Wenn man die Baldachindecke abnehmen darf, so darf man sie auch aufspannen. waren.", "Rabh sagte im Namen R. Ḥijas: Einen Vorhang darf man aufspannen und zusammenfalten.", "Ferner sagte Šemuél im Namen R. Ḥijas:" ], [ "Einen Brautbaldachin10Der nur an 2 Stangen aufgespannt wird; das Dach hat keine Handbreite, und er gilt daher nicht als Zelt.darf man aufspannen und abnehmen.", "R. Šešeth, Sohn des R. Idi, sagte: Dies nur, wenn das Dach keine Handbreite hat, wenn es aber eine Handbreite hat, ist es verboten. Und auch, wenn es keine Handbreite hat, nur dann, wenn es weniger als drei [Handbreiten] von der Dachspitze keine Handbreite hat, wenn es aber weniger als drei [Handbreiten] von der Dachspitze eine Handbreite hat, ist es verboten. Auch nur dann, wenn die Schräge keine Handbreite11Vom Mittelpunkte.beträgt, beträgt aber die Schräge eine Handbreite, so wird auch die Schräge des Zeltes als Zelt betrachtet. Auch nur dann, wenn es keine Handbreite über das Bett herabhängt, wenn es aber eine Handbreite über das Bett herabhängt, so ist es verboten.", "Ferner sagte R. Šešeth, Sohn des R. Idi: [Breite] Filzhüte sind erlaubt12Am Š. zu tragen, obgleich die Krampe ein Zeltdach bildet.. — Es wird ja aber gelehrt, Filzhüte seien verboten!? — Das ist kein Widerspruch; dies, wenn [die Krampe] eine Handbreite hat, jenes, wenn sie keine Handbreite hat. —", "Demnach ist man schuldig, wenn man ein Gewand eine Handbreite [über dem Kopfe] hängen läßt!? — Vielmehr, das ist kein Widerspruch; das eine, wenn er fest sitzt, das andere, wenn er lose sitzt13Das Tragen eines solchen Hutes ist nicht wegen Zeltmachens verboten, sondern, weil der Wind ihn herabwehen und man zum Tragen über 4 Ellen auf öffentl. Gebiete veranlaßt werden kann..", "Rami b. Jeḥezqel sandte an R. Hona: Sage uns doch jene schönen Dinge, die du uns einst im Namen Rabhs gesagt hast, zwei inbetreff des Šabbaths und eines inbetreff der Tora.", "Da ließ er ihm antworten: Es wird gelehrt, man dürfe am Šabbath einen Schlauch an den Riemen aufspannen. Hierzu sagte Rabh, dies sei nur von zwei Personen gelehrt worden, bei einer Person sei es verboten14Der Schlauch wurde an Pfählen gespannt, damit er offen bleibe; bei einer Person war es wohl schwieriger..", "Abajje sagte: Einen Baldachin dürfen sogar zehn Personen nicht, weil es nicht möglich ist, daß nicht etwas herabhängt. —", "Was weiter? — Es wird gelehrt, wenn von einem Kochherde ein Fuß fehlt, dürfe man ihn fortbewegen, wenn zwei, dürfe man ihn nicht fortbewegen. Hierzu sagte Rabh, auch wenn einer fehlt, sei es verboten, weil zu berücksichtigen ist, man könnte ihn befestigen. —", "Was inbetreff der Tora? — Rabh sagte: Dereinst wird die Tora bei Jisraél in Vergessenheit geraten. Es heißt nämlich:15Dt. 28,5.der Herr wird über dich wundersame Plagen verhängen, und ich würde nicht gewußt haben, was unter ‘wundersam’ zu verstehen sei; wenn es aber heißt:16Jes. 29,14.darum handle ich noch einmal mit diesem Volke wunderbar, wunderbar und wundersam, daß die Weisheit seiner Weisen verloren geht, so ist hieraus zu entnehmen, daß mit ‘wundersam’ die Tora gemeint sei.", "Die Rabbanan lehrten: Als unsere Lehrer in der Akademie zu Jabne zusammentraten, sprachen sie: Dereinst wird die Tora bei Jisraél in Vergessenheit geraten, denn es heißt:17Am. 8,11.Siehe, es sollen Tage kommen, spricht der Herr, da will ich Hunger in das Land senden, nicht Hunger nach Brot, nicht Durst nach Wasser, sondern die Worte des Herrn zu hören. Ferner heißt es:18Ib. V. 12.sie werden von einem Meere zum anderen wanken, und von Ost und West umherschweifen, um das Wort des Herrn zu suchen; sie werden es aber nicht finden.", "Das Wort des Herrn, das ist die Halakha; das Wort des Herrn, das ist das Ende19Die messianische Zeit.; das Wort des Herrn, das ist die Prophetie. —", "Was meint er mit [den Worten:] sie werden umherschweifen, um das Wort des Herrn zu suchen? — Sie sagten, dereinst werde eine Frau einen Laib Brot von Hebe nehmen und damit in die Bet- und Lehrhäuser umhergehen, um zu erfahren, ob er unrein oder rein sei, niemand aber wird es wissen. —", "Ob rein oder unrein steht ja ausdrücklich geschrieben:20Lev. 11,34.von jeder Art Speise, die gegessen wird!? — Vielmehr, um zu wissen, ob er erstgradig oder zweitgradig21Cf. Ms. Abschn. III, Anm. 7.unrein sei, niemand aber wird es wissen. —", "Aber auch dies ist ja eine Mišna, denn wir haben gelernt, wenn ein Kriechtier sich in einem Ofen befindet, sei das darin befindliche Brot zweitgradig [unrein], weil der Ofen selbst erstgradig ist!? —", "Sie werden über das, was R. Ada b. Ahaba zu Raba gesagt hat, im Zweifel sein: Der Ofen sollte doch als mit Unreinheit ausgefüllt22Die ganze Luft, die das Brot mit dem Kriechtiere verbindet, ist unrein, somit sollte die Übertragung direkt vom Kriechtiere ausgehen.betrachtet werden, und das Brot somit erstgradig [unrein] sein!?", "Dieser erwiderte: Der Ofen ist nicht als mit Unreinheit ausgefüllt zu betrachten, denn es wird gelehrt: Man könnte glauben, jedes Gefäß werde durch die Luft eines unreinen Tongefäßes unrein, so heißt es:23Lev. 11,33.alles, was sich darin befindet, werde unrein; von jeder Art Speise, die gegessen wird; Speisen werden durch die Luft eines [unreinen] Tongefäßes unrein, Gefäße aber werden nicht durch die Luft eines [unreinen] Tongefäßes unrein.", "Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte: Behüte und bewahre, daß etwa die Tora bei Jisraél in Vergessenheit geraten könnte, denn es heißt: 24Dt. 31,21.es wird unvergessen im Munde seiner Nachkommen bleiben. Wieso aber halte ich aufrecht [die Worte:] sie werden umherschweifen, um das Wort des Herrn zu suchen; sie werden es aber nicht finden?" ], [ "Sie werden keine klare Halakha und keine klare Lehre an einer Stelle finden25Wegen der vielen Meinungsverschiedenheiten..", "Es wird gelehrt: R. Jose b. Eliša͑ sagte: Wenn du ein Zeitalter siehst, über das viele Leiden verhängt werden, so gehe und untersuche die Richter Jisraéls, denn jedes Verhängnis, das über die Welt kommt, kommt nur wegen der Richter Jisraéls, denn es heißt:26Mich. 3,9.höret doch dies, Häupter des Hauses Ja͑qob, Gebieter des Hauses Jisraél, die ihr Recht verabscheuet und alles Gerade krumm machet. Ferner heißt es:27Ib. V. 10.man baut Çijon mit Blut [und Jerušalem mit Frevel]. Seine Häupter sprechen Recht für Bestechung, ihre Priester lehren für Lohn; ihre Propheten wahrsagen durch Zauberei und stützen sich auf den Herrn &c.", "Sie sind Frevler, jedoch berufen sie sich auf den, der durch sein Wort die Welt erschaffen hat. Entsprechend den drei Sünden, die in ihrer Hand, brachte der Heilige, gepriesen sei er, über sie drei Verhängnisse, wie es heißt: 28Ib. V. 12.darum soll euretwegen Çijon zum Felde umgepflügt werden, Jerušalem ein Trümmerhaufen und der Tempelberg zur bewaldeten Höhe,", "Der Heilige, gepriesen sei er, läßt ferner seine Göttlichkeit nicht eher über Jisraél ruhen, als bis die schlechten Richter und Aufseher aus Jisraél entfernt sind, wie es heißt:29Jes. 1,25.ich will meine Hand wieder gegen dich kehren, wie mit Lauge all dein unedles Metall läutern und all dein Zinn ausscheiden; deine Richter will ich dir wieder einsetzen wie dereinst, und wie zuvor deine Räte.", "U͑la sagte: Jerusalem wird nur durch Gerechtigkeit30Im Späthebräischen hat das im Texte gebrauchte Wort צדקה die Bedeutung Almosen, das wohl hier gemeint ist.erlöst werden, wie es heißt:31Jes. 1,27.Çijon soll durch Recht erlöst werden, und seine Heimkehrenden durch Gerechtigkeit.", "R. Papa sagte: Wenn die Hochmütigen aufhören, hören auch die Magier32Dh. die Perser.auf; wenn die [schlechten] Richter aufhören, hören auch die Befehlshaber auf.", "Wenn die Hochmütigen aufhören, hören auch die Magier auf, denn es heißt: ich will wie mit Lauge all dein unedles Metall33Im angezogenen Schriftverse werden die Worte סג (Metall) u. בדיל (Zinn) gebraucht, worin der T. die Worte גם groß (Hochmütige) u. בדל trennen (die Jisraél von Gott trennen) findet.läutern;", "wenn die [schlechten] Richter aufhören, hören auch die Befehlshaber auf, denn es heißt: 34Zeph. 3,15.der Herr hat deine Richter entfernt, deinen Feind hinweggeräumt.", "R. Malaj sagte im Namen des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n: Es heißt:35Jes. 14,5.zerbrochen hat der Herr den Stab der Frevler, den Stock der Gewaltherrscher. Zerbrochen hat der Herr den Stab der Frevler, das sind die Richter, die ihren Exekutivbeamten als Stab dienen; den Stock der Gewaltherrscher, das sind die Schriftgelehrten aus den Familien der Richter. Mar Zuṭra erklärte: Das sind die Schriftgelehrten, die unwissenden Richtern das bürgerliche Gesetz lehren.", "R. Elea͑zar b. Malaj sagte im Namen des Reš Laqiš: Es heißt: 36Ib. 59,3.denn euere Hände sind mit Blut besudelt und euere Finger mit Sünde; Lüge redeten euere Lippen, euere Zunge spricht Frevel. \n", "Euere Hände sind mit Blut besudelt, das sind die Richter; und euere Finger mit Sünde, das sind die Gerichtsschreiber; Lüge redeten euere Lippen, das sind die Rechtsanwälte; euere Zunge spricht Frevel, das sind die Gerichtsparteien.", "Ferner sagte R. Malaj im Namen des R. Jiçḥaq aus Magdela: Seit dem Tage, an dem Joseph sich von seinen Brüdern getrennt hatte, hatte er den Geschmack des Weines nicht gekostet, denn es heißt:37Gen. 49,26.und auf den Scheitel des Geweihten unter seinen Brüdern.", "R. Jose b. Ḥanina sagte: Auch sie hatten den Geschmack des Weines nicht gekostet, denn es heißt:38Ib. 43,34.dann tranken sie und berauschten sich mit ihm; demnach hatten sie sich bis dahin nicht berauscht. — Und jener!? — Berauscht hatten sie sich nicht, getrunken hatten sie aber wohl.", "Ferner sagte R. Malaj: Als Belohnung für:39Ex. 4,14.er wird sich in seinem Herzen freuen, wenn er dich erblickt, war es ihm beschieden, das Orakelschild auf seinem Herzen zu tragen.", "Die Leute aus Baskar sandten an Levi folgende Fragen: Wie verhält es sich mit einem Baldachin? Wie verhält es sich mit Hopfen in einem Weinberge40Ob es Mischsaat ist.? Wie verhält es sich mit einem Leichnam am Feste41Ob man ihn bestatten darf.?", "Während [der Bote] ging, kehrte die Seele Levis zur Ruhe ein. Da sprach Šemuél zu R. Menasja: Bist du weise, so sende du ihnen Antwort. Da ließ er ihnen folgendes antworten: Hinsichtlich des Baldachins haben wir es nach jeder Richtung untersucht und keine Möglichkeit gefunden, es zu erlauben. —", "Sollte er ihnen doch nach Rami b. Jeḥezqel42Ob. Fol. 138a, nach dem es erlaubt ist, wenn eine Schnur daran ist.erwidert haben!? — Weil sie nicht gesetzeskundig43Erlaubt man es ihnen in dem einen Falle, so nehmen sie es in einem anderen Falle noch leichter.waren. —", "Hopfen im Weinberge ist eine Mischsaat. — Sollte er ihnen doch nach R. Tryphon erwidert haben!? Es wird nämlich gelehrt: Hopfen in einem Weinberge ist, wie R. Tryphon sagt, keine Mischsaat; die Weisen sagen, Hopfen in einem Weinberge sei Mischsaat. Und es ist uns bekannt, daß bei Gesetzen, die für das Land bestimmt sind, außerhalb des Landes die Halakha nach den erleichternden zu entscheiden ist. — Weil sie nicht gesetzeskundig waren.", "Rabh ließ bekanntmachen: Wer Hopfen in einem Weinberge säen will, säe. R. A͑mram der Fromme ließ dieserhalb geißeln.", "R. Mešaršija gab einem nichtjüdischen Knaben eine Peruṭa, und dieser säete für ihn44Es ist nach ihm erlaubt, jedoch tue man es nicht direkt, um andere nicht zu verleiten.. — Sollte er doch einem jisraélitischen Knaben geben!? — Er könnte sich daran gewöhnen. — Sollte er einem erwachsenen Nichtjuden geben!? — Es könnte zu einer Verwechselung mit einem Jisraéliten kommen. —", "Bezüglich des Leichnams ließ er ihm folgendes antworten: Es dürfen sich mit ihm weder Judäer noch Aramäer befassen, weder am ersten Festtage, noch am zweiten Festtage. —", "Dem ist ja aber nicht so!? R. Jehuda b. Šilath erzählte ja im Namen R. Asis: Einst ereignete sich ein solcher Fall in einem Bethause zu Mao͑n an einem Festtage nächst einem Šabbath," ], [ "ich weiß nicht, ob vor- oder nachher, und als man zu R. Joḥanan kam, sprach er: Mögen sich Nichtjuden mit ihm befassen.", "Auch sagte Raba, daß mit einem Leichnam am ersten Festtage Nichtjuden, und am zweiten Festtage auch Jisraéliten sich befassen dürfen, selbst am zweiten Tage des Neujahrsfestes, was bei einem Ei45Das am Feste gelegt verboten ist.nicht der Fall46Am 2. Tage des Neujahrsfestes ist es diesbezüglich strenger.ist. — Weil sie nicht gesetzeskundig waren.", "R. Abin b. R. Hona sagte im Namen des R. Ḥama b. Gorja: Man darf sich am Šabbath in eine Baldachindecke nebst den daran befestigten Riemen hüllen und ohne Bedenken auf öffentliches Gebiet hinausgehen. —", "Womit ist es hierbei anders als bei der Lehre R. Honas!? R. Hona sagte nämlich im Namen Rabhs: Wer am Šabbath mit einem Gewande ausgeht, das unvorschriftsmäßige Çiçith hat, ist ein Sündopfer schuldig47Wegen der Çiçith, die dann nichts weiter als eine ‘Last’ sind.. — Çiçith sind dem Gewande gegenüber wesentlich und verlieren ihre Bedeutung nicht, diese aber sind unwesentlich und ohne Bedeutung.", "Rabba b. R. Hona sagte: Man darf am Feste bei einem Durchschlage eine List anwenden, indem man ihn ausspannt, um Granatäpfel hineinzulegen, nachher aber Weinhefe hineinschüttet. R. Aši sagte: Jedoch nur dann, wenn man tatsächlich Granatäpfel hineingelegt hat. —", "Womit ist es hierbei anders, als bei folgender Lehre!? Man darf am Halbfeste Met zum Gebrauche am Halbfeste brauen, nicht zum Gebrauche am Halbfeste ist es verboten; einerlei ob Met aus Datteln oder Met aus Gerste. Obgleich man alten hat, darf man eine List anwenden48Als brauche man ihn für das Fest.und vom neuen trinken. —", "Da ist es49Daß man ihn nicht für das Fest braucht; andere wissen nicht, daß er noch alten hat.nicht offensichtlich, hierbei aber ist es offensichtlich.", "Die Schüler sprachen zu R. Aši: Hat der Meister jenen Gelehrtenjünger gesehen, Namens R. Hona b. R. Ḥivan, manche sagen, Namens R. Hona b. R. Ḥalvan, der einen Knoblauchkopf in den Spund eines Weinfasses stopfte, indem er sagte, er habe ihn nur verwahren wollen; der sich ferner auf eine Fähre schlafen legte, sich auf die andere Seite hinüberfahren ließ und da seine Früchte bewachte, indem er sagte, er habe nur schlafen wollen?", "Da erwiderte er ihnen: Ihr sprechet von einer List; dies ist eine List bei einem rabbanitischen [Verbote]50Das nur von vornherein offensichtlich verboten ist., das ein Gelehrtenjünger nicht von vornherein übertritt.", "ii MAN DARF WASSER AUF WEINHEFE GIESSEN, DAMIT SIE KLAR WERDE, MAN DARF WEIN DURCH EIN TUCH ODER EINEN WEIDENKORB SEIHEN.", "MAN DARF EIN EI IN EINEN SENFSEIHER TUN. MAN DARF AM ŠABBATH HONIGWEIN BEREITEN; R. JEHUDA SAGT, AM ŠABBATH IN EINEM BECHER, AM FESTE AUCH IN EINER FLASCHE UND AM HALBFESTE SOGAR IN EINEM FASSE; R. ÇADOQ SAGT, GANZ NACH [DER ZAHL] DER GÄSTE.", "GEMARA. Zee͑ri sagte: Man darf am Šabbath ohne Bedenken klaren Wein und klares Wasser in einen Durchschlag tun, trübes aber nicht.", "Man wandte ein: R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, man dürfe ohne Bedenken am Šabbath ein Faß Wein mit der Hefe durchschütteln und in einen Durchschlag tun!? Zee͑ri erklärte: In der Kelter selbst51Wo der ganze Vorrat sich in diesem Zustande befindet u. so getrunken wird..", "MAN DARF WEIN DURCH EIN TUCH SEIHEN. R. Šimi b. Ḥija sagte: Nur darf man keine Vertiefung eindrücken.", "ODER DURCH EINEN WEIDENKORB. R. Ḥija b. Aši sagte im Namen Rabhs: Nur darf er keine Handbreite vom Boden des Gefäßes abstehen.", "Rabh sagte: Man darf einen Lappen über die Hälfte des Kübels ausbreiten, nicht aber über den ganzen Kübel.", "R. Papa sagte: Man darf kein Gezweige auf die Mündung eines Krügleins [unter dem] Fasse tun, weil dies wie ein Seiher aussieht.", "Im Hause R. Papas gössen sie langsam52Sodaß der Satz am Boden zurückblieb.Met aus einem Gefäße in das andere um. Da sprach R. Aḥa aus Diphte zu Rabina: Es bleiben ja einzelne Tropfen zurück!? — Im Hause R. Papas waren solche Tropfen ohne Bedeutung.", "MAN DARF EIN EI IN EINEN SENFSEIHER TUN. Ja͑qob Qorḥa lehrte:" ], [ "Weil dies nur wegen der Färbung53Wofür nur der Dotter geeignet ist; genießbar ist auch das Weiße, sodaß hierbei keine Absonderung des Abfalles erfolgt.geschieht.", "Es wurde gelehrt: Wenn man am Vorabend des Šabbaths Senf vermengt hat, so darf man ihn, wie Rabh sagte, am nächsten Tage mit einem Geräte durchrühren, nicht aber mit der Hand.", "Šemuél sprach zu ihm: Rührt man ihn denn an jedem anderen Tage mit der Hand durch, das wäre ja eine Speise für Esel!? Vielmehr, sagte Šemuél, rühre man ihn mit der Hand durch, nicht aber mit einem Geräte.", "Es wurde gelehrt: R. Elea͑zar sagt, ob so oder so sei es verboten; R. Joḥanan sagt, ob so oder so sei es erlaubt. Abajje und Raba sagten beide, die Halakha sei nicht wie R. Joḥanan.", "Später bekannte sich R. Joḥanan zur Ansicht R. Elea͑zars, und R. Elea͑zar bekannte sich zur Ansicht Šemuéls. Abajje und Raba sagten dann beide, die Halakha sei wie R. Joḥanan.", "Die Mutter Abajjes bereitete es für ihn, und er aß nicht. Die Frau Zee͑ris bereitete es für R. Ḥija b. Aši, und er aß nicht. Da sprach sie zu ihm: Ich habe es für deinen Meister bereitet, und er aß, du aber issest nicht! Raba b. Šaba erzählte: Einst stand ich vor Rabina, als man ihm [den Senf] mit einem Knoblauchstengel umrührte, und er aß.", "Mar Zuṭra sagte: Die Halakha ist nicht wie all diese Lehren, sondern wie folgende Lehre: Wenn man am Vorabend des Šabbaths Senf vermengt hat, so darf man ihn am nächsten Tage sowohl mit der Hand, als auch mit einem Geräte durchrühren; ferner darf man Honig hineintun, jedoch nicht umrühren, sondern nur mischen.", "Wenn man am Vorabend des Šabbaths Kresse zerrieben hat, so darf man am folgenden Tage Öl, Essig und Minze hineintun, jedoch nicht umrühren, sondern nur mischen. Wenn man am Vorabend des Šabbaths Knoblauch zerrieben hat, so darf man am folgenden Tage Bohnen und Graupen hineintun, jedoch nicht umrühren, sondern nur mischen. — «Und Minze hineintun.» Was ist Minze? — Nanja54Cf. Abschn. XVIII, Anm. 19.. Abajje sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß Nanja gut für die Kresse ist.", "MAN DARF AM ŠABBATH HONIGWEIN BEREITEN. Die Rabbanan lehrten: Man darf am Šabbath Honigwein bereiten, nicht aber Ölwein55Weil dieser mehr als Gesundheitsmittel getrunken wird.. — Was heißt Honigwein und was heißt Ölwein? — Honigwein wird aus Wein, Honig und Pfeffer bereitet; Öl wein wird aus altem Weine, klarem Wasser und Balsam bereitet, und zwar als Abkühlungsmittel im Badehause.", "R. Joseph erzählte: Einst folgte ich Mar U͑qaba ins Bad; als ich herauskam, reichte er mir einen Becher solchen Weines, und ich fühlte [die Kälte] von meinem Kopfhaare bis zu den Zehennägeln. Hätte er mir noch einen zweiten Becher zu trinken gegeben, so würde ich gefürchtet haben, man werde mir dies56Daß es mir nicht geschadet hat; so Raschi. Vielleicht aber entgegengesetzt: man würde ihm die Wonne des Genusses von seinem Verdienste abgezogen haben. in der zukünftigen Welt von meinem Verdienste abziehen. — Aber Mar U͑qaba trank ihn ja täglich!? — Anders war es bei Mar U͑qaba, der daran gewöhnt war.", "iii MAN DARF NICHT ASANT IN LAUWARMES WASSER WEICHEN, WOHL ABER DARF MAN IHN IN ESSIG TUN. MAN DARF NICHT WICKEN EINWEICHEN57Damit der Schmutz nach oben steige. NOCH SPÜLEN, WOHL ABER DARF MAN SIE IN EIN SIEB ODER IN EINEN KORB TUN58Obgleich Schmutz durchfällt..", "MAN DARF NICHT HÄCKSEL IM SIEBE SIEBEN ODER AUF EINEN HOHEN PLATZ TUN, DAMIT DIE SPREU ABFALLE, WOHL ABER DARF MAN ES MIT DEM SIEBE AUFNEHMEN UND IN DIE KRIPPE TUN.", "GEMARA. Sie fragten: Was geschieht, wenn man eingeweicht hat? R. Ada aus Nereš antwortete vor R. Joseph: Hat man eingeweicht, so ist man ein Sündopfer schuldig.", "Abajje sprach zu ihm: Demnach ist man schuldig, wenn man ein Stückchen rohes Fleisch in Wasser einweicht!? Vielmehr, erklärte Abajje, dies ist nur rabbanitisch [verboten], weil man nicht so verfahren darf, wie man am Wochentage verfährt.", "R. Joḥanan fragte R. Jannaj: Darf man Asant in kaltes Wasser weichen? Dieser erwiderte: Es ist verboten. — Wir haben ja aber gelernt, man dürfe nicht Asant in lauwarmes Wasser weichen, wonach es in kaltes erlaubt ist!?", "Dieser erwiderte: Welchen Unterschied gibt es demnach59Wenn du meinst, daß ich den Sinn der Mišna nicht kenne.zwischen mir und dir!? Unsere Mišna lehrt die Ansicht eines einzelnen. Es wird nämlich gelehrt: Man darf Asant weder in warmes noch in kaltes Wasser weichen; R. Jose sagt, in warmes sei es verboten, in kaltes sei es erlaubt. —", "Wofür wird dies verwendet!? — Gegen Herzbeschwerden. R. Aḥa b. Joseph litt an Herzbeschwerden, und als er vor Mar U͑qaba kam, sprach dieser zu ihm: Geh und trinke drei Šeqel Asant in drei Tagen. Da ging er und trank ihn am Donnerstag und am Freitag. Am folgenden Tage kam er ins Lehrhaus und fragte diesbezüglich, und man erwiderte ihm: In der Schule R. Adas, wie manche sagen, in der Schule des Mar b. Ada, wurde gelehrt: Man darf ohne Bedenken auch einen Kab oder zwei Kab trinken.", "Da sprach er: Ich frage nicht, ob man ihn trinken darf, ich frage nur, ob man ihn einweichen darf. Da sprach R. Ḥija b. Abin: Ich hatte einen solchen Fall, und als ich zu (deinem Lehrer) R. Ada b. Ahaba kam und ihn fragte, wußte er es nicht. Hierauf ging ich zu R. Hona und er erwiderte: So sagte Rabh, man weiche ihn in kaltes Wasser und stelle es warm60Dh. vor die Sonne.. —", "Nach dem, der es erlaubt? — Auch nach dem, der es verbietet, gilt dies nur von dem Falle, wenn man ihn [an den Tagen vorher] nicht getrunken hat, in diesem Falle aber, wo er ihn am Donnerstag und am Freitag getrunken hat, könnte er, wenn er ihn am Šabbath nicht trinkt, in Lebensgefahr geraten.", "R. Aḥa b. Joseph ging gestützt an der Schulter seines Schwestersohnes R. Naḥman b. Jiçḥaq. Da sprach er zu ihm: Wenn wir an das Haus R. Saphras kommen, führe mich zu ihm. Als sie an dasselbe herankamen, führte er ihn hinein. Da fragte er ihn: Darf man am Šabbath ein Hemd reiben? Bezweckt man damit, es geschmeidig zu machen, somit ist es erlaubt, oder bezweckt man damit, einen Glanz zu erzielen, somit ist es verboten? Jener erwiderte: Man bezweckt damit, es geschmeidig zu machen, somit ist es erlaubt.", "Als er herauskam, sprach [R. Naḥman] zu ihm: Was fragte ihn der Meister? Dieser erwiderte: Ich fragte ihn, ob man am Šabbath ein Hemd reiben dürfe, und er erwiderte mir, es sei erlaubt. —", "Dem Meister sollte es ja auch hinsichtlich eines Sudariums fraglich sein!? — Bezüglich eines Sudariums war es mir nicht fraglich; diesbezüglich fragte ich bereits R. Hona, und er entschied mir, es sei verboten. —", "Sollte es doch der Meister vom Sudarium entscheiden!? Dieser erwiderte: Bei diesem hat es den Anschein, als wolle man einen Glanz erzielen, bei jenem aber nicht.", "R. Ḥisda sagte: Man darf das Hemd" ], [ "vom Stocke61Den man zum Trocknen durch die Ärmel zieht.herunterziehen, nicht aber den Stock aus dem Hemde herausziehen. Raba sagte: Ist es ein Weberrohr, so ist es erlaubt.", "R. Ḥisda sagte: Ein Bündel Kräuter darf man fortbewegen, wenn es als Viehfutter verwendbar ist, sonst aber nicht.", "R. Ḥija b. Aši sagte im Namen Rabhs: Eine Räucherstange für Fleisch darf man fortbewegen, eine für Fische darf man nicht62Letztere ist unappetitlich u. gilt daher als Abgesondertes. So nach den Tosaphoth. Nach Raschi gilt dies von Rauchfleisch bezw. den Rauchfischen selber, weil ersteres auch roh gegessen wird, letzteres aber nicht.fortbewegen.", "R. Qaṭṭina sagte: Wenn jemand in der Mitte eines [Ehe]bettes steht, so ist es ebenso, als würde er auf dem Bauche einer Frau stehen. Dies ist aber nichts.", "Ferner sagte R. Ḥisda: Wenn ein Jünger Kräuter kauft, so kaufe er längliche, denn Bündel wie Bündel, und die Länge nebenbei.", "Ferner sagte R. Ḥisda: Wenn ein Jünger Rohr kauft, so kaufe er längliches, denn Bündel wie Bündel, und die Länge nebenbei.", "Ferner sagte R. Ḥisda: Ein [armer] Jünger esse keine Kräuter, weil sie Appetit machen. Ferner sagte R. Ḥisda: Ich aß keine Kräuter, als ich arm war, und ich esse keine Kräuter, wo ich reich bin. Als ich arm war, weil sie Appetit machen; wo ich reich bin, denn ich sage, wo Kräuter hineinkommen, mögen lieber Fleisch und Fische kommen.", "Ferner sagte R. Ḥisda: Ein Jünger, der nicht genügend Brot hat, breche nicht [bei der Tafel] das Brot an. — Aus welchem Grunde? — Weil er es nicht mit wohl wollendem Auge tut. Ferner sagte R. Ḥisda: Ich pflegte damals nicht eher anzubrechen, als bis ich das Gefäß durchsucht und [das Nötige] gefunden hatte.", "Ferner sagte R. Ḥisda: Wer Gerstenbrot vertragen kann und Weizenbrot ißt, übertritt das Verbot, nichts zu zerstören. Auch sagte R. Papa: Wer Met vertragen kann und Wein trinkt, übertritt das Verbot, nichts zu zerstören. Dies ist aber nichts; das Nichtzerstören des Körpers ist wichtiger.", "Ferner sagte R. Ḥisda: Ein Jünger, der kein Öl [zum Händereinigen] hat, wasche [die Hände] mit Sumpfschäum.", "Ferner sagte R. Ḥisda: Wenn ein Jünger Fleisch kauft, so kaufe er vom Halse, denn dieses besteht aus drei Fleischarten63Fett, mager u. Knorpel..", "Ferner sagte R. Ḥisda: Wenn ein Jünger ein Unterkleid kauft, so kaufe er ein in Nehar Abba gefertigtes, und wasche es alle dreißig Tage. Ich bürge dafür, daß es dann ein Jahr von zwölf Monaten hält. — Was bedeutet das Wort Kitona [Unterkleid]? — Kita naéh [schöne Klasse].", "Ferner sagte R. Ḥisda: Ein Jünger setze sich nicht auf eine neue Matte, da diese die Kleider verdirbt.", "Ferner sagte R. Ḥisda: Ein Jünger gebe seine Kleider nicht seiner Wirtin zum Waschen. Dies ist deshalb unschicklich, weil sie darauf etwas bemerken könnte, was ihn verächtlich machen würde.", "R. Ḥisda sprach zu seinen Töchtern: Seid keusch in Gegenwart eurer Männer. Esset kein Brot64Wohl übermäßig viel.in Gegenwart euerer Männer.", "Esset nachts keine Kräuter, esset nachts keine Datteln und trinket nachts keinen Met65Diese Dinge verursachen Blähungen.. Verrichtet nicht eure Notdurft an derselben Stelle, wo eure Männer es tun.", "Klopft jemand an die Tür, so fraget nicht, ‘wer da?’, sondern ‘wer66In der Textsprache mit weibl. Suffix, um anzudeuten, man erwarte nicht den Besuch eines Mannes.da?’.", "Fassen sie euch mit der einen Hand an die Perle und mit der anderen an die Muschel, so lasset sie die Perle anfassen, die Muschel aber nicht; erst wenn sie ganz aufgeregt sind, lasset sie.", "MAN DARF NICHT WICKEN EINWEICHEN. Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht des folgenden Tanna, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, man sehe das Sieb überhaupt nicht an.", "iv MAN DARF AM ŠABBATH VOR DEM MASTVIEH [DIE KRIPPE] AUSRAFFEN UND VOR DEM WEIDEVIEH [DAS FUTTER]67So richtig gegen die traditionelle Erklärung der Kommentare, auch im jerusal. Talmud belegt.NACH DER SEITE SCHIEBEN — SO R. DOSA; DIE WEISEN VERBIETEN ES. MAN DARF DAS VOR DEM EINEN VIEH LIEGENDE [FUTTER] FORTNEHMEN UND VOR EIN ANDERES LEGEN.", "GEMARA. Sie fragten: Streiten die Rabbanan gegen den Anfangssatz, gegen den Schlußsatz oder gegen beide? —", "Komm und höre: Es wird gelehrt: Die Weisen sagen, man dürfe weder dieses noch jenes nach der Seite schieben.", "R. Ḥisda sagte: Der Streit besteht nur hinsichtlich einer Bodenkrippe68Eines am Boden umgitterten Raumes für das Futter., bei einer aus einem Gefäße bestehenden Krippe aber stimmen alle überein, daß es erlaubt sei. — Gibt es denn aber jemand, der es bei einer Bodenkrippe erlaubt, man ebnet ja Vertiefungen!? — Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: R. Ḥisda sagte: Der Streit besteht nur hinsichtlich einer aus einem Gefäße bestehenden Krippe, bei einer Bodenkrippe aber stimmen alle überein, daß es verboten sei.", "MAN DARF &C. FORTNEHMEN. Eines lehrt, man dürfe das vor einem Vieh, dessen Maul sauber ist, liegende [Futter] fortnehmen und vor ein Vieh legen, dessen Maul schmutzig ist, und ein Anderes lehrt, man dürfe das vor einem Vieh, dessen Maul schmutzig ist, liegende [Futter] fortnehmen und vor ein Vieh legen, dessen Maul sauber ist!?", "Abajje erklärte: Beide [stimmen überein], daß man das vor einem Esel liegende [Futter] vor einen Ochsen legen darf, und daß man das vor einem Ochsen liegende nicht vor einen Esel legen darf. Das Eine aber, das lehrt, man dürfe das vor einem Vieh, dessen Maul sauber ist, liegende [Futter] fortnehmen, spricht von einem Esel, der nicht geifert, und vor ein Vieh legen, dessen Maul schmutzig ist, nämlich vor eine Kuh," ], [ "die wohl geifert.", "Und das Andere, das lehrt, man dürfe das vor einem Vieh, dessen Maul schmutzig ist, liegende [Futter] fortnehmen, spricht ebenfalls von einem Esel, der beim Fressen nicht wählerisch ist, und vor ein Vieh legen, dessen Maul sauber ist, ebenfalls vor eine Kuh, die beim Fressen wählerisch ist.", "v MAN DARF DAS STROH AUF DEM BETTE NICHT MIT DER HAND AUFSCHÜTTELN, WOHL ABER MIT DEM KÖRPER; IST ES ABER ALS VIEHFUTTER BESTIMMT, ODER LIEGT DARAUF EIN KISSEN ODER EIN LAKEN, SO DARF MAN ES AUCH MIT DER HAND AUFSCHÜTTELN. \n", "EINE WALKERPRESSE IM HAUSHALTE DARF MAN ÖFFNEN, JEDOCH NICHT DAMIT PRESSEN, DIE DER WALKER ABER DARF MAN ÜBERHAUPT NICHT BERÜHREN. R. JEHUDA SAGT, WAR SIE BEREITS AM VORABEND DES ŠABBATHS GEÖFFNET, SO DARF MAN SIE VÖLLIG ÖFFNEN UND [DAS GEWAND] HERAUSZIEHEN.", "GEMARA. R. Naḥman sagte: Man darf einen Rettich herausziehen, wenn er [in der Erde] mit dem Oberteile nach oben sitzt, nicht aber, wenn mit dem Oberteile nach unten69Cf. Abschn. XVII, Anm. 6..", "R. Ada b. Abba sagte: In der Schule Rabhs sagten sie, es gebe eine Lehre gegen die Ansicht R. Naḥmans: Man darf das Stroh auf dem Bette nicht mit der Hand aufschütteln, wohl aber mit dem Körper; ist es aber als Viehfutter bestimmt, oder liegt darauf ein Kissen oder ein Laken, so darf man es auch mit der Hand aufschütteln. Demnach70Da man das Stroh mit dem Körper aufschütteln darf.ist die indirekte Fortbewegung keine Fortbewegung. Schließe hieraus.", "R. Jehuda sagte: Pfefferkörner darf man einzeln mit einem Messerstiele zerdrücken, zwei zusammen nicht. Raba sagte: Da es auf ungewöhnliche Weise erfolgt, darf man auch viele.", "R. Jehuda sagte: Wer im Wasser badet, trockne sich zuerst ab und steige erst nachher herauf, denn er könnte [das Wasser71An seinem Körper.] vier Ellen in einem Neutralgebiete tragen. —", "Demnach sollte auch das Hinabsteigen verboten sein, da man durch seine Kraft72Cf. Abschn. XI, Anm. 91.das Wasser vier Ellen fortdrängt!? — Beim Neutralgebiete haben sie [die Tätigkeit durch] seine Kraft nicht berücksichtigt.", "Abajje, manche sagen, R. Jehuda, sagte: Den Schmutz an den Füßen darf man am Boden abwischen, nicht aber an der Wand.", "Raba erklärte: An der Wand deshalb nicht, weil es den Anschein des Bauens73Als bestreiche man die Wände mit Lehm.hat. — Dies ist ja aber ein dörfisches Bauen!?", "Vielmehr, sagte Raba, darf man ihn an der Wand abwischen, nicht aber am Boden, weil man Vertiefungen ebnen könnte.", "Es wurde gelehrt: Mar, der Sohn Rabinas, sagte, ob so oder so, sei es verboten; R. Ḥisda sagte, ob so oder so, sei es erlaubt. —", "Woran darf man ihn nach Mar, dem Sohne Rabinas, abwischen? — Man wische ihn an einem Balken ab.", "Raba sagte: Man darf sich nicht in die Mündung des Pfostens [einer Durchgangshalle] setzen, denn es könnte ihm ein Gegenstand fortrollen und er zum Heranholen verleitet werden.", "Ferner sagte Raba: Man darf nicht einen Eimer [auf der Erde] rollen, weil man Vertiefungen ebnen könnte.", "Ferner sagte Raba: Man darf nicht die Mündung einer Flasche mit Werg verstopfen, weil man zum Ausdrücken kommen könnte.", "R. Kahana sagte: Den Schmutz am Gewande darf man von der Innenseite abreiben, nicht aber von der Außenseite.", "Man wandte ein: Schmutz, der sich auf einem Schuh befindet, darf man mit der Rückenseite eines Messers, und der sich auf einem Gewande befindet, nur mit dem Fingernagel abkratzen, jedoch darf man nicht abreiben. Wahrscheinlich darf man überhaupt nicht abreiben!? — Nein, man darf ihn nicht von der Außenseite abreiben, wohl aber von der Innenseite.", "R. Abahu sagte im Namen R. Elea͑zars im Namen R. Jannajs: Man darf [den Schmutz von] einem neuen Schuh abkratzen, nicht aber von einem alten. —" ], [ "Womit darf man ihn abkratzen? R. Abahu erwiderte: Mit der Rückenseite eines Messers.", "Da sprach ein Greis zu ihm: Streiche deine Lehre wegen der folgenden, die R. Ḥija lehrte: Man darf [den Schmutz] weder von einem neuen noch von einem alten Schuh abkratzen. Ferner darf man den im Schuh oder in der Sandale steckenden Fuß nicht mit Öl bestreichen, wohl aber darf man den Fuß mit Öl bestreichen und ihn in den Schuh oder in die Sandale stecken. Man darf auch den ganzen Körper mit Öl schmieren und sich dann ohne Bedenken auf einer gegerbten Haut wälzen74Obgleich dadurch die Haut mit Öl bestrichen wird..", "R. Ḥisda sagte: Dies wurde von dem Falle gelehrt, wenn man sie blank machen will, wenn man sie aber bearbeiten will, ist es verboten. —", "Selbstverständlich!? Und gibt es denn jemand, der sie blank zu machen erlaubt!? —", "Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: R. Ḥisda sagte: Dies wurde nur von dem Falle gelehrt, wenn man [soviel Öl verwendet], daß sie blank wird75Ohne jedoch dies zu beabsichtigen., soviel aber, daß man sie bearbeiten kann, ist verboten.", "Die Rabbanan lehrten: Ein Kleiner darf nicht mit dem Schuh eines Großen76Wenn er ihm abfällt, könnte er zum Tragen verleitet werden.ausgehen, wohl aber darf er mit dem Gewande eines Großen ausgehen;", "eine Frau darf nicht mit einem geplatzten Schuh ausgehen, auch darf sie mit einem solchem die Ḥaliça nicht vollziehen; hat sie sie vollzogen, so ist sie gültig.", "Man darf ferner nicht mit einem neuen Schuh ausgehen. Von welchem Schuh sagten sie dies? Von einem Frauenschuh.", "Bar Qappara lehrte: Dies wurde nur von dem Falle gelehrt, wenn sie mit diesem nicht eine Stunde vor Tages[ende] ausgegangen ist, ist sie aber mit diesem am Vorabend des Šabbaths ausgegangen, so ist es erlaubt.", "Eines lehrt, man dürfe einen Schuh vom Leisten herunterziehen, und ein anderes lehrt, man dürfe ihn nicht herunterziehen!? — Das ist kein Widerspruch; dies nach R. Elie͑zer77Nach dem er nicht als brauchbare Sache gilt, somit darf man ihn auch am Š. nicht gebrauchen.und jenes nach den Rabbanan.", "Es wird nämlich gelehrt: Der Schuh auf dem Leisten ist nach R. Elie͑zer rein und nach den Weisen verunreinigungsfähig. —", "Einleuchtend ist dies nach Raba, welcher sagt, man dürfe eine Sache, die für eine [am Šabbath] verbotene Arbeit bestimmt78Was hierbei vom Schuhleisten gilt.ist, sowohl um ihrer selbst willen, als auch ihres Platzes wegen [fortbewegen],", "wie ist es aber nach Abajje zu erklären, welcher sagt, man dürfe sie nur um ihrer selbst willen [fortbewegen], nicht aber ihres Platzes wegen79Wegen des Leistens sollte es auch nach den Weisen verboten sein.!? —", "Dies gilt von dem Falle, wenn [der Schuh] lose80Sodaß man den Leisten nicht zu berühren braucht.sitzt. Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagt, sitzt er lose, sei es erlaubt. —", "Nur wenn er lose sitzt, nicht aber, wenn er straff sitzt; einleuchtend ist es nach Abajje, welcher sagt, man dürfe eine Sache, die für eine [am Šabbath] verbotene Arbeit bestimmt ist, um ihrer selbst willen [fortbewegen], nicht aber ihres Platzes wegen,", "wieso aber ist es nach Raba, welcher sagt, man dürfe sie sowohl um ihrer selbst willen, als auch ihres Platzes wegen [fortbewegen], nur bei einem lose sitzenden erlaubt, es sollte ja auch bei einem straff sitzenden erlaubt sein!? —", "Die Lehre R. Jehudas bezieht sich auf die Ansicht R. Elie͑zers, denn es wird gelehrt: R. Jehuda sagte im Namen R. Elie͑zers: Wenn er lose sitzt, ist es erlaubt.", "", "i MAN DARF SEIN KLND MIT EINEM STEINE IN DER HAND AUFNEHMEN, EBENSO EINEN KORB MIT EINEM STEINE DARIN. MAN DARF MIT DER REINEN HEBE AUCH UNREINE FORTBEWEGEN, EBENSO MIT PROFANEM.", "R. JEHUDA SAGT, MAN DÜRFE AUCH DAS HUNDERTUNDEINEM BEIGEMISCHTE1Cf. Dem. Abschn. I, Anm. 7. HERAUSNEHMEN2Wenn in 100 Teile Profanes ein Teil Hebe zugekommen ist, so geht sie auf, dh. es ist Laien zum Essen erlaubt, jedoch erst, wenn davon ein Teil als Hebe entnommen worden ist..", "GEMARA. Raba sagte: Wenn jemand ein lebendiges Kind mit einem am Halse hängenden Beutelchen hinausträgt, so ist er wegen des Beutelchens schuldig; wenn ein totes Kind mit einem am Halse hängenden Beutelchen, so ist er frei. —", "«Ein lebendiges Kind mit einem am Halse hängenden Beutelchen, so ist er wegen des Beutelchens schuldig.» Er sollte doch auch wegen des Kindes schuldig sein!? —", "Raba ist der Ansicht R. Nathans, welcher sagt, das Lebende trage sich selber. —", "Das Beutelchen sollte doch gegenüber dem Kinde unwesentlich sein!? Wir haben gelernt: Wer einen Lebenden in einem Bette hinausträgt, ist auch wegen des Bettes frei, weil das Bett diesem gegenüber nur Nebensächliches ist. —", "Das Bett gegenüber dem Lebenden ist unwesentlich3Da man es braucht., das Beutelchen gegenüber dem Kinde ist nicht unwesentlich. —", "«Wenn ein totes Kind mit einem am Halse hängenden Beutelchen, so ist er frei.» Er sollte doch wegen des Kindes schuldig sein!? — Raba ist der Ansicht R. Šimo͑ns, welcher sagt, man sei wegen einer an sich nicht nötigen Arbeit4Das tote Kind wird nur zur Bestattung fortgetragen. frei. —", "Wir haben gelernt: Man darf sein Kind mit einem Steine in der Hand aufnehmen!? — In der Schule R. Jannajs erklärten sie: Wenn ein Kind nach seinem Vater verlangt5Wenn es sehr verzärtelt ist und sonst erkranken könnte.. —", "Wieso demnach" ], [ "mit einem Steine, es sollte doch auch mit einem Denar in der Hand erlaubt sein; wieso sagte Raba, dies sei nur von einem Steine gelehrt worden, mit einem Denar aber sei es verboten!? — Wenn ein Stein herabfällt, wird der Vater ihn zu holen nicht verleitet, wenn ein Denar herabfällt, wird der Vater ihn zu holen verleitet.", "Übereinstimmend mit Raba wird gelehrt: Wer seine Kleider auf der Schulter zusammengerollt, seine Schuhe und Ringe in der Hand hinausträgt, ist schuldig; hat er sie an, so ist er frei.", "Wer einen Menschen hinausträgt, der seine Kleider am Körper, seine Schuhe an den Füßen und seine Ringe an den Händen hat, ist frei. Wenn man sie aber, wie sie sind6Wenn die getragene Person sie in der Hand hält., hinausträgt, ist man schuldig.", "EINEN KORB MIT EINEM STEINE DARIN. Wieso denn, der Korb sollte doch als Untersatz für einen verbotenen Gegenstand gelten!? Rabba b. Bar Ḥana erwiderte im Namen R. Joḥanans: Dies gilt von einem Korbe voll Früchte. Man kann ja die Früchte samt dem Steine ausschütten und [die Früchte] dann auflesen!? — Wie R. Elea͑j erklärt hat, dies gelte von Früchten, die leicht schmutzig werden, ebenso auch hier, wenn es Früchte sind, die leicht schmutzig werden. —", "Man kann sie ja schütteln7Bis der Stein hinausfällt.!? Vielmehr erklärte R. Ḥija b. Aši im Namen Rabhs, dies gelte von einem beschädigten Korbe, wo der Stein selbst als Wandung desselben dient.", "MAN DARF &C. HEBE FORTBEWEGEN. R. Ḥisda lehrte: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn sich die reine unten und die unreine oben befindet, wenn aber die reine oben und die unreine unten, so nehme man die reine und lasse die unreine zurück. —", "Auch wenn die reine unten ist, kann man ja alles ausschütten und [die reine] auflesen!? R. Elea͑j erwiderte im Namen Rabhs: Dies gilt von Früchten, die leicht schmutzig werden.", "Man wandte ein: Man darf mit der reinen Hebe auch die unreine fortbewegen, ebenso mit Profanem, einerlei ob die reine oben und die unreine unten, oder die unreine oben und die reine unten sich befindet. Dies ist ja eine Widerlegung R. Ḥisdas!? —", "R. Ḥisda kann dir erwidern, unsere Mišna spreche von dem Falle, wenn man [die Hebe] selbst braucht, und die Barajtha von dem Falle, wenn man nur den Platz braucht. —", "Was veranlaßt R. Ḥisda, unsere Mišna auf den Fall zu beziehen, wenn man [die Hebe] selbst braucht?", "Raba erwiderte: Dies geht aus der Mišna hervor. Der Schlußsatz lehrt, daß, wenn Geld sich auf einem Kissen befindet, man dieses schüttele, damit es herunterfalle. Hierzu sagte Raba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn man dieses selbst braucht, wenn aber den Platz, so darf man es fortbewegen, auch wenn [das Geld] sich darauf befindet. Wenn nun der Schlußsatz von dem Falle gilt, wenn man [das Kissen] selbst braucht, so gilt auch der Anfangssatz von dem Falle, wenn man [die Hebe] selbst braucht.", "R. JEHUDA SAGT, MAN DARF &C. HERAUSNEHMEN. Wieso denn, man macht es ja genußfähig!? —", "R. Jehuda ist der Ansicht R. Elie͑zers, welcher sagt, die Hebe liege8Das Verbleibende ist auch ohne sein Zutun profan. gesondert.", "Wir haben nämlich gelernt: Wenn eine Seá Hebe in weniger als hundert [Profanes] gekommen ist und es bemischt hat, und vom Bemischten wieder in andere [Früchte] gekommen ist, so bewirkt dieses, wie R. Elie͑zer sagt, Bemischung wie echte9Da es als gesondert liegende Hebe betrachtet wird. Hebe;", "die Weisen aber sagen, das Bemischte bewirke Bemischung nur nach Verhältnis. —", "Allerdings sagt er dies erschwerend, sagt er dies aber auch erleichternd!? —", "Vielmehr, er ist der Ansicht R. Šimo͑ns. Wir haben nämlich gelernt: Wenn eine Seá Hebe in hundert [Profanes] gekommen ist, und bevor man sie abgehoben, eine zweite hineingekommen ist, so ist es verboten; R. Šimo͑n erlaubt es. —", "Wieso denn, vielleicht besteht ihr Streit in folgendem: der erste Tanna ist der Ansicht, obgleich sie nach einander hineingekommen sind, sei es ebenso, als würden sie mit einem Male hineingekommen sein, somit fiel die eine in fünfzig und die andere ebenfalls in fünfzig, und R. Šimo͑n ist der Ansicht, die erste verliere sich unter hundert und die andere unter hundertundeinem!? —", "Vielmehr, er ist der Ansicht des R. Šimo͑n b. Elea͑zar. Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, man richte sein Auge auf die eine Seite10Des Bemischten, sie als Hebe herauszunehmen; man darf von der einen Seite essen, obwohl die beigemischte Hebe noch nicht entfernt worden ist.und esse von der anderen Seite. —", "Ist er denn seiner Ansicht;" ], [ "er streitet ja gegen ihn!? Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagt, man dürfe [am Šabbath] das Hundertundeinem Beigemischte herausnehmen; R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, man richte sein Auge auf die eine Seite und esse von der anderen Seite. —", "R. Jehuda ist noch weitgehender als R. Šimo͑n b. Elea͑zar11Das Bemischte ist nach RJ. auch ohne Abheben genußfähig; da man auf die genannte Weise davon essen darf, so darf man das Beigemischte sogar abheben..", "ii WENN AUF DER MÜNDUNG EINES FASSES EIN STEIN SICH BEFINDET, SO DARF MAN ES AUF DIE SEITE NEIGEN, DAMIT ER HERUNTERFALLE; BEFINDET ER SICH ZWISCHEN ANDEREN FÄSSERN12Sodaß beim Umneigen der Stein auf ein anderes Faß fallen und es zerbrechen könnte., SO DARF MAN ES HOCHHEBEN UND AUF DIE SEITE NEIGEN, DAMIT ER HERUNTERFALLE.", "WENN GELD SICH AUF EINEM KISSEN BEFINDET, SO DARF MAN ES SCHÜTTELN, DAMIT ES HERUNTERFALLE. BEFINDET SICH AUF EINEM SOLCHEN KOT, SO DARF MAN IHN MIT EINEM LAPPEN FORTWISCHEN; IST ES AUS LEDER, SO DARF MAN DARAUF WASSER TUN, BIS ER FORTGESPÜLT IST.", "GEMARA. R. Hona sagte im Namen RaBhs: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn man ihn vergessen hat, hat man ihn aber hinaufgelegt, so gilt [das Faß] als Untersatz für einen verbotenen Gegenstand. —", "Wer lehrte, daß man sich überall, wenn Verbotenes und Erlaubtes zusammen vorhanden sind, mit dem Erlaubten befasse und nicht mit dem Verbotenen?", "Rabba b. Bar Ḥana erwiderte im Namen R. Joḥanans: Es ist R. Šimo͑n b. Gamliél. Wir haben nämlich gelernt: Wer am Feste Hülsenfrüchte klauben will, klaube, wie die Schule Šammajs sagt, das Eßbare heraus und esse, und wie die Schule Hillels sagt, wie gewöhnlich im Schöße oder in einer Schüssel.", "Hierzu wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: diese Worte gelten nur in dem Falle, wenn das Eßbare mehr als der Abfall ist, wenn aber der Abfall mehr als das Eßbare ist, stimmen alle überein, daß man das Eßbare herausklaube13Weil man sich mit dem Erlaubten befaßt.. —", "Aber hierbei ist es ja ebenso, als wäre das Eßbare mehr als der Abfall14Das Abnehmen des Steines macht ja weniger Arbeit.!? —", "Da man nicht eher zum Weine gelangen kann, als bis man den Stein fortgenommen hat, so ist es ebenso, als wäre der Abfall mehr als das Eßbare.", "BEFINDET ES SICH ZWISCHEN ANDEREN FÄSSERN, SO DARF MAN ES HOCHHEBEN. Es wird gelehrt: R. Jose sagte: Befindet sich das Faß im Keller, oder befinden sich Glasgefäße daneben, so darf man es hochheben und nach einem anderen Orte bringen, wo man es auf die Seite neige, damit [der Stein] herunterfalle, sodann nehme man daraus, was man braucht, und bringe es auf seinen Platz zurück.", "WENN GELD SICH AUF EINEM KISSEN BEFINDET. R. Ḥija b. Aši sagte im Namen Rabhs: Sie lehrten dies nur von dem Falle, wenn man es vergessen hat, hat man es aber hingelegt, so gilt [das Kissen] als Untersatz für einen verbotenen Gegenstand.", "Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Sie lehrten dies nur von dem Falle, wenn man es selbst braucht, wenn aber den Platz, so darf man es fortbewegen, auch wenn [das Geld] sich darauf befindet. Ebenso lehrte Ḥija b. Rabh aus Diphte: Sie lehrten dies nur von dem Falle, wenn man es selbst braucht, wenn aber den Platz, so darf man es fortbewegen, auch wenn [das Geld] sich darauf befindet.", "WENN GELD SICH AUF EINEM KISSEN BEFINDET, SO DARF MAN ES SCHÜTTELN. R. Oša͑ja sagte: Wer einen Geldbeutel im Hofe vergessen hat, lege darauf einen Laib oder ein Kind, und er darf ihn fortbewegen. R. Jiçḥaq sagte: Wer einen Ziegelstein im Hofe vergessen hat, lege darauf einen Laib oder ein Kind, und er darf ihn fortbewegen. R. Jehuda b. Šila erzählte im Namen R. Asis: Einst hatte man einen Doppelsack voll Geld auf der Straße vergessen, und als man zu R. Joḥanan kam und ihn fragte, erwiderte er: Leget darauf einen Laib oder ein Kind, so dürft ihr ihn fortbewegen.", "Mar Zuṭra sagte: Die Halakha ist wie all diese Lehren nur, wenn man vergessen hat. R. Aši sagte: Auch nicht, wenn man vergessen hat; einen Laib oder ein Kind heraufzulegen haben sie nur bei einem Leichnam15Der in der Sonne liegt und fortgeschafft werden muß.erlaubt.", "Abajje legte einen Löffel auf die Garben; Raba legte ein Messer auf eine junge [geschlachtete] Taube und bewegte sie fort. R. Joseph sprach: Wie scharfsinnig sind doch die Lehren dieser Knaben! Die Rabbanan sagten es ja nur von dem Falle, wenn man vergessen hat, sagten sie es etwa auch von dem Falle, wenn man es hingelegt hat!?", "Da sprach Abajje: Wenn ich nicht ein angesehener Mann16Nach dem sich auch andere richten.wäre, so brauchte ich auch keinen Löffel auf die Garben zu legen. Sie sind ja zum Anlehnen17Man darf sie daher auch ohne jedes Mittel am Š. fortbewegen.verwendbar.", "Raba sprach: Wenn ich nicht ein angesehener Mann wäre, so brauchte ich auch kein Messer auf die Taube zu legen. Man kann sie ja auch in rohen Fleischschnitten essen17Man darf sie daher auch ohne jedes Mittel am Š. fortbewegen.. —", "Nur deshalb, weil man sie auch in rohen Fleischschnitten essen kann, sonst aber wäre es verboten, wonach Raba der Ansicht R. Jehudas18Man dürfe ein Aas vor die Hunde werfen, nur wenn es bereits vor Š. dazu bestimmt war; weiter Fol. 156b.ist,", "und [dem widersprechend] sagte ja Raba [am Feste] zu seinem Diener, daß er ihm eine Ente brate und die Därme vor die Katze werfe!? —" ], [ "Da hatte er schon Tags zuvor damit gerechnet, da sie sonst verstinken würden. —", "Es leuchtet auch ein, daß Raba der Ansicht R. Jehudas ist, denn Raba trug vor: Eine Frau darf nicht in den Holzstall gehen, um da ein Schürholz zu holen. Wenn ein Schürholz am Feste zerbricht, so darf man es nicht zum Heizen verwenden, weil man nur ganze Geräte, nicht aber Bruchstücke von Geräten19Weil sie nicht vom Tage vorher vorrätig sind. verheizen darf. Schließe hieraus.", "iii DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, MAN DÜRFE KNOCHEN UND NUSSSCHALEN VOM TISCHE FORTNEHMEN; DIE SCHULE HILLELS SAGT, MAN NEHME DIE GANZE PLATTE20Die ein am Š. verwendbares Gerät ist.FORT UND SCHÜTTELE SIE AB.", "MAN DARF VOM TISCHE BROCKEN KLEINER ALS EINE OLIVE UND SCHOTEN VON BOHNEN UND LINSEN FORTNEHMEN, WEIL SIE ALS VIEHFUTTER DIENEN. \n", "MAN DARF SICH MIT EINEM SCHWAMME ABWISCHEN, WENN ER EINE LEDERNE HANDHABE HAT, SONST ABER NICHT; DIE WEISEN SAGEN, OB SO ODER SO, DÜRFE MAN IHN AM ŠABBATH FORTBEWEGEN, UND ER SEI NICHT VERUNREINIGUNGSFÄHIG.", "GEMARA. R. Naḥman sagte: Wir wissen nur, daß die Schule Šammajs der Ansicht R. Jehudas und die Schule Hillels der Ansicht R. Šimi͑ns21Weiter Fol. 157a.ist.", "MAN DARF BROCKEN FORTNEHMEN. Dies ist eine Stütze für R. Joḥanan, denn R. Joḥanan sagte, man dürfe keine Brocken, auch kleiner als eine Olive, mit Händen vernichten22Die Mišna gebraucht den Ausdruck ‘fortnehmen’, fortwerfen darf man sie nicht..", "SCHOTEN VON BOHNEN. Also nach R. Šimo͑n, der [vom Gesetze] vom Abgesonderten nichts hält;", "wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: Man darf sich mit einem Schwamme abwischen, wenn er eine Handhabe hat, sonst aber nicht. Dies nach R. Jehuda, welcher sagt, daß die unbeabsichtigte Tätigkeit verboten sei!? —", "Hierbei pflichtet auch R. Šimo͑n bei, denn Abajje und Raba sagten beide, R. Šimo͑n pflichte bei in [einem Falle gleich] dem Kopfabschlagen23Cf. Abschn. VII, Anm. 88.ohne zu töten.", "Die Kerne der aramäischen Datteln24Die minderwertig waren und als Viehfutter verwendet wurden.darf man fortbewegen, weil sie mit [den Datteln] selber [als Viehfutter] verwendet werden, die der persischen aber darf man nicht fortbewegen.", "Šemuél nahm sie zusammen mit Brot fort. Šemuél vertritt hierbei seine Ansicht, denn Šemuél sagte, man dürfe Brot zu jedem Behufe verwenden.", "Rabba nahm sie zusammen mit einem Wasserkruge fort. R. Hona b. R. Jehošua͑ behandelte sie wie ein Kotbecken25Er schaffte sie als unappetitlich vom Tische fort und verwendete sie dann als Viehfutter.. R. Aši sprach zu Amemar: Darf man denn von vornherein etwas zum Kotbecken machen!?", "R. Šešeth stieß sie mit der Zunge fort. R. Papa warf sie hinter das Lager26Auf dem er die Mahlzeit hielt.. Man erzählt von R. Zekharja b. Eukolos, daß er das Gesicht nach der Rückseite des Lagers umzuwenden und sie fortzuwerfen pflegte." ], [ "i WENN EIN FASS ZERBRICHT, SO DARF MAN DARAUS FÜR DREI MAHLZEITEN RETTEN, AUCH DARF MAN ZU ANDEREN SAGEN: ‘KOMMT, RETTET FÜR EUGIL’, NUR DARF MAN NICHTS MIT EINEM SCHWAMME AUFFANGEN. MAN DARF KEINE FRÜCHTE AUSDRÜCKEN, UM SAFT ZU GEWINNEN; IST [SAFT] VON SELBST AUSGEFLOSSEN, SO IST ER VERBOTEN. R. JEHUDA SAGTE: SIND SIE ZUM ESSEN BESTIMMT, SO IST, WAS AUSFLIESST, ERLAUBT1Da man nicht verleitet wird, dies vorsätzlich zu tun., SIND SIE ZUR GEWINNUNG VON SAFT BESTIMMT, SO IST, WAS AUSFLIESST, VERBOTEN. WENN MAN HONIGWABEN AM VORABEND DES ŠABBATHS ZERBRÖCKELT HAT UND DER HONIG AM [ŠABBATH] VON SELBST AUSGEFLOSSEN IST, SO IST ER VERBOTEN, NACH R. ELIE͑ZER ABER ERLAUBT.", "GEMARA. Es wird gelehrt: Man darf nicht Wein mit einem Schwamme oder Öl mit der Hand aufnehmen, weil man nicht so verfahren darf, wie am Wochentage. Die Rabbanan lehrten: Sind einem Früchte auf dem Hofe zerstreut worden, so darf er sie einzeln auflesen und essen, nicht aber in einen Korb oder eine Kiepe, weil man nicht so verfahren darf, wie am Wochentage.", "MAN DARF KEINE FRÜCHTE AUSDRÜCKEN. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: R. Jehuda pflichtet den Weisen bei bezüglich Oliven und Weintrauben, denn diese sind zum Auspressen bestimmt, und man wünscht dies. U͑la aber sagte im Namen Rabhs: R. Jehuda streitet auch bezüglich Oliven und Weintrauben. R. Joḥanan sagte: Die Halakha ist wie R. Jehuda bei anderen Früchten, nicht aber bei Oliven und Weintrauben.", "Rabba sagte im Namen R. Jehudas im Namen Šemuéls: R. Jehuda pflichtet den Weisen bei bezüglich Oliven und Weintrauben, und die Weisen pflichten R. Jehuda bei bezüglich anderer Früchte.", "R. Jirmeja sprach zu R. Abba: Worüber streiten sie demnach!? Dieser erwiderte: Vielleicht findest du es. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Es leuchtet ein, daß sie über Maulbeeren und Granatäpfel streiten.", "Es wird nämlich gelehrt: Wenn man Oliven, aus denen Öl fließt, oder Trauben, aus denen Wein fließt, hereingebracht hat, einerlei ob zum Essen oder wegen der Flüssigkeit, so ist das, was aus ihnen fließt, verboten. Wenn man Maulbeeren, aus denen Saft fließt, oder Granatäpfel, aus denen Wein fließt, hereingebracht hat, so ist, wenn zum Essen, das, was aus ihnen fließt, erlaubt, und wenn wegen der Flüssigkeit oder ohne Bestimmung, das, was aus ihnen fließt, verboten — so R. Jehuda. Die Weisen sagen, was aus ihnen fließt, sei verboten, einerlei ob man sie zum Essen oder wegen der Flüssigkeit hereingebracht hat. —", "Ist R. Jehuda denn der Ansicht, ohne Bestimmung sei es verboten, wir haben ja gelernt: Die Milch der Frau macht für die Unreinheit empfänglich2Speisen sind nur dann für die lev. Unreinheit empfänglich, wenn eine Flüssigkeit auf sie gekommen ist (cf. Lev. 11,38), und zwar muß dies erwünscht sein., einerlei ob [die Befeuchtung] erwünscht ist oder nicht; die Milch von einem Vieh macht nur dann für die Unreinheit empfänglich, wenn [die Befeuchtung] erwünscht ist.", "R. A͑qiba sprach: [Durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere ist [entgegengesetzt]3Daß es erwünscht anders ist als unerwünscht. zu folgern: wenn die Milch der Frau, die nur für Säuglinge bestimmt ist, erwünscht und unerwünscht für die Unreinheit empfänglich macht, um wieviel mehr sollte Milch von einem Vieh, die ja für Säuglinge und für Erwachsene bestimmt ist, erwünscht und unerwünscht für die Unreinheit empfänglich machen! Jene entgegneten: Wenn die Milch der Frau auch unerwünscht für die Unreinheit empfänglich macht, von der auch das Blut einer Wunde für die Unreinheit empfänglich macht," ], [ "sollte auch die Milch eines Viehs unerwünscht für die Unreinheit empfänglich machen, von dem das Blut einer Wunde nicht für die Unreinheit empfänglich macht!? Er erwiderte: Ich nehme es mit der Milch strenger, als mit dem Blute; die Milch, die [einem Vieh] zur Heilung entzogen wird, macht für die Unreinheit empfänglich, während das Blut, das ihm zur Heilung entzogen wird, für die Unreinheit nicht empfänglich macht. Jene sprachen: Körbe Oliven und Weintrauben beweisen es3Daß es erwünscht anders ist als unerwünscht.: der Saft, der aus ihnen erwünscht ausfließt, macht für die Unreinheit empfänglich, der aus ihnen aber nicht erwünscht ausfließt, macht für die Unreinheit nicht empfänglich.", "Wahrscheinlich heißt ‘erwünscht’, wenn man es wünscht, und ‘nicht erwünscht’, wenn ohne Kundgebung. Wenn es nun bei Oliven und Weintrauben, die zum Pressen bestimmt sind, nicht erwünscht bedeutungslos ist, um so weniger bei Maulbeeren und Granatäpfeln, die nicht zum Pressen bestimmt sind!? —", "Nein, ‘erwünscht’ heißt es ohne Kundgebung, ‘nicht erwünscht’ heißt, wenn man es kundtut, indem man sagt, man wünsche es nicht. Wenn du aber willst, sage ich: anders ist es bei Körben Oliven und Weintrauben; da [das Ausfließende] verloren geht, gibt man es preis4In anderen Gefäßen aber gilt es ohne Bestimmung auch bei Maulbeeren und Granatäpfeln als zum Pressen bestimmt.. —", "Wir wissen nun, daß R. Jehuda den Weisen bei Oliven und Weintrauben beipflichtet, woher aber, daß die Weisen R. Jehuda bei anderen Früchten beipflichten? — Es wird gelehrt:" ], [ "Man darf Pflaumen, Quitten und Speierlinge ausdrücken, nicht aber Granatäpfel5Weil sie dazu bestimmt sind.. Im Hause des Menasja b. Menaḥem pflegte man nämlich [am Wochentage] Granatäpfel auszudrücken. —", "Woher, daß hier die Rabbanan vertreten sind, vielleicht R. Jehuda? — Wenn schon R. Jehuda: auch R. Jehuda sagt es ja nur von dem Falle, wenn sie von selbst ausfließen, sagt er es etwa auch von vornherein!? Du mußt also sagen, da sie nicht zum Auspressen bestimmt sind, sei es auch von vornherein erlaubt, somit können hier auch die Rabbanan vertreten sein, denn, da diese nicht zum Auspressen bestimmt sind, ist es auch von vornherein erlaubt. Schließe hieraus, daß hier [auch] die Rabbanan vertreten sind. Schließe hieraus.", "«Im Hause des Menasja b. Menaḥem pflegte man nämlich [am Wochentage] Granatäpfel auszudrücken.» R. Naḥman sagte: Die Halakha ist nach [der Gepflogenheit] im Hause des Menasja b. Menaḥem6Dh. daß es am Š. verboten ist.zu entscheiden.", "Raba sprach zu R. Naḥman: Ist etwa Menasja b. Menaḥem ein Tanna7Der seine Ansicht lehrt; die Gepflogenheit im Hause des M. wird ja nur als Stütze für die Ansicht des ersten Tanna angeführt.!? Wolltest du sagen, die Halakha sei wie jener Tanna, der sich zu [der Gepflogenheit] im Hause des Menasja b. Menaḥem bekennt, wieso sollte, weil er der Ansicht des Menasja b. Menaḥem ist, die Halakha nach ihm zu entscheiden sein, ist denn Menasja b. Menaḥem die Mehrheit der Welt!? —", "Freilich, wir haben auch gelernt: Wenn jemand in seinem Weinberge Disteln stehen läßt, so hat er, wie R. Elie͑zer sagt, [den Weinberg] verboten8Sie gelten als Mischsaat. gemacht; die Weisen sagen, verboten mache nur das, was man gewöhnlich wachsen läßt. Hierzu sagte R. Ḥanina: Folgendes ist der Grund R. Elie͑zers: In Arabien lassen sie ganze Felder Disteln für ihre Kamele stehen. —", "Ist es denn gleich: in Arabien ist dies Orts[brauch], hierbei aber ist ja die Gepflogenheit [des einen] gegenüber der aller anderen Menschen bedeutungslos!? —", "Vielmehr, sein Grund ist nach R. Ḥisda zu erklären. R. Ḥisda sagte nämlich: Wenn man [den Saft] von ausgepreßtem Mangold in ein Reinigungsbad tut, so ist das Bad unbrauchbar, weil [das Wasser] eine andere Färbung erhält. Mangold wird ja nicht zum Auspressen verwendet!? Du mußt also sagen, da dieser ihn zum Getränke bestimmt hat, gilt er [als Flüssigkeit], ebenso gelten sie auch hierbei, da er sie dazu bestimmt hat, als Flüssigkeit.", "R. Papa erklärte: Weil [Mangold] nicht von vornherein für das Reinigungsbad verwendet wird, und was von vornherein nicht für das Reinigungsbad verwendet wird, macht es untauglich, wenn [das Wasser] eine andere Färbung erhält.", "Dort haben wir gelernt: Wenn Wein, Essig oder Olivensaft9Die Ausschwitzung der Oliven vor dem Pressen.in [das Reinigungsbad] gekommen ist und die Färbung [des Wassers] verändert hat, so ist es untauglich. Welcher Tanna lehrt, Olivensaft gelte als Getränk? Abajje erwiderte: Es ist R. Ja͑qob, denn es wird gelehrt: R. Ja͑qob sagte: Olivensaft gilt als Getränk, und nur deshalb sagten sie, der früh ausschwitzende Olivensaft mache für die Unreinheit nicht empfänglich, weil man ihn nicht wünscht.", "R. Šimo͑n sagte: Olivensaft gilt nicht als Getränk, und nur deshalb sagten sie, der aus der Olivenpresse ausschwitzende Olivensaft mache für die Unreinheit empfänglich, weil es nicht möglich ist, daß er nicht einen Schuß Öl enthält. —", "Welchen Unterschied gibt es demnach zwischen ihnen? — Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen hinsichtlich [des Olivensaftes], der durch den Druck10Im Behälter; nicht früher bei der Lese, auch nicht in der Presse.ausschwitzt. Raba erklärte: Weil [Olivensaft eine Flüssigkeit] ist, die für das Tauchbad nicht verwendet wird, und solches macht das Reinigungsbad untauglich, wenn [das Wasser] eine andere Färbung erhält.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Man darf [am Šabbath] eine Weinrebe direkt in den Kochtopf11Mit der Speise; es ist ersichtlich, daß man es nicht als Getränk auspreßt.ausdrücken, nicht aber in einen Teller. R. Ḥisda sprach: Aus den Worten unseres Meisters lernen wir, daß man eine Ziege direkt in den Kochtopf melken darf, nicht aber in einen Teller. Er ist somit der Ansicht, ein Getränk, das direkt in die Speise kommt, gelte als Speise.", "Rami b. Ḥama wandte ein: Wenn ein Flußbehafteter eine Ziege melkt, so ist die Milch unrein. Wodurch wird nun, wenn du sagst, ein Getränk, das in eine Speise kommt, gelte als Speise, [die Milch] für die Unreinheit empfänglich!? —", "Wie R. Joḥanan erklärt hat, durch den [ersten] Tropfen, mit dem man die Zitze anfeuchtet, ebenso auch hierbei, durch den ersten Tropfen, mit dem man die Zitze anfeuchtet.", "Rabina wandte ein: Wenn ein Leichenunreiner Oliven oder Weintrauben" ], [ "genau in der Größe eines Eies ausdrückt, so ist [die Flüssigkeit]12Sofern er die Flüssigkeit nicht berührt. Beim Ausdrücken des ersten Tropfens hat das Quantum nicht mehr die volle Eigröße, die zur Übertragung der Unreinheit auf die Flüssigkeit erforderlich ist.rein. Wenn aber mehr als in Eigröße ist sie demnach unrein. Wodurch wird nun, wenn du sagst, ein Getränk, das in eine Speise kommt, gelte als Speise, [die Flüssigkeit] für die Unreinheit empfänglich!? — Er richtete den Einwand, und er selbst erklärte es: Wenn er sie in einen Teller ausdrückt.", "R. Jirmeja sprach: Hierüber streiten Tannaím: Wenn man [einen Feigenkuchen] mit Weinbeersaft glättet, so wird er dadurch nicht verunreinigungsfähig; R. Jehuda sagt, er werde wohl verunreinigungsfähig. Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, ein Getränk, das in eine Speise kommt, gelte als Speise, und einer ist der Ansicht, es gelte nicht als Speise.", "R. Papa erwiderte: Alle sind der Ansicht, ein Getränk, das in eine Speise kommt, gelte nicht als Speise, hier aber streiten sie über die verlorengehende13Wie dies hierbei der Fall ist, wo die Flüssigkeit zum Bestreichen verwendet wird.Flüssigkeit ; einer ist der Ansicht, sie gelte als Flüssigkeit, und einer ist der Ansicht, sie gelte nicht als Flüssigkeit. Sie führen denselben Streit wie die Tannaím der folgenden Lehre: Wenn jemand Oliven mit unreinen Händen quetscht, so sind sie für die Unreinheit empfänglich14Durch die beim Quetschen austretende Feuchtigkeit, die die Frucht schmackhafter macht.; wenn um sie in Salz15Weil sie weicher besser das Salz annehmen, ohne eine Befeuchtung zu bezwecken.zu tunken, so sind sie für die Unreinheit nicht empfänglich;", "wenn um zu untersuchen, ob seine Oliven zum Pressen reif16Das ausgedrückte Öl geht dann verloren.sind oder nicht, so sind sie für die Unreinheit nicht empfänglich, und wie R. Jehuda sagt, wohl empfänglich. Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, die verlorengehende Flüssigkeit gelte als Flüssigkeit, und einer ist der Ansicht, sie gelte nicht als Flüssigkeit.", "R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sprach; Diese Tannaím streiten über die verlorengehende Flüssigkeit, und jene Tannaím streiten über die Flüssigkeit, die zum Glänzen17Der Speisen, wie in der angezogenen Lehre.verwendet wird.", "R. Zera sagte im Namen des R. Ḥija b. Aši im Namen Rabhs: Man darf [am Šabbath] eine Weinrebe in den Kochtopf auspressen, nicht aber in einen Teller; einen Fisch wegen seines Saftes18Der kein Getränk, sondern eine Speise ist.auch in einen Teller.", "R. Dimi saß und trug diese Lehre vor, da sprach Abajje zu ihm: Ihr lehrt dies im Namen Rabhs und habt nichts einzuwenden, wir lehren dies im Namen Šemuéls und haben dagegen einzuwenden: kann denn Šemuél gesagt haben, einen Fisch wegen seines Saftes auch in einen Teller, es wurde ja gelehrt: Eingelegte Früchte auszupressen ist, wie Rabh sagt, um ihrer selbst willen erlaubt und ihres Saftes wegen straffrei, jedoch verboten;", "gedünstete Früchte darf man sowohl um ihrer selbst willen als auch ihres Saftes wegen auspressen. Šemuél sagt, ob eingelegt oder gedünstet sei es um ihrer selbst willen erlaubt und ihres Saftes wegen straffrei, jedoch verboten.", "Dieser erwiderte: Bei Gott!19Ij. 27.Meine Augen sahen es, es ist mir nicht fremd. Ich hörte es aus dem Munde R. Jirmejas, R. Jirmeja von R. Zera, R. Zera von R. Ḥija b. Aši und R. Ḥija b. Aši von Rabh.", "Der Text. Eingelegte Früchte auszupressen ist, wie Rabh sagt, um ihrer selbst willen erlaubt, ihres Saftes wegen straffrei, jedoch verboten; gedünstete Früchte darf man sowohl um ihrer selbst willen als auch ihres Saftes wegen auspressen. Šemuél sagt, ob diese oder jene sei es um ihrer selbst willen erlaubt und ihres Saftes wegen straffrei, jedoch verboten. R. Joḥanan sagt, ob eingelegt oder gedünstet sei es um ihrer selbst willen erlaubt, und wenn ihres Saftes wegen, sei man ein Sündopfer schuldig.", "Man wandte ein: Man darf am Šabbath eingelegte Früchte für den Šabbath auspressen, nicht aber für nach Šabbath; Oliven und Weintrauben aber darf man nicht auspressen; hat man sie ausgepreßt, so ist man ein Sündopfer schuldig. Dies ist ein Einwand gegen Rabh, ein Einwand gegen Šemuél und ein Einwand gegen R. Joḥanan!? — Rabh erklärt es nach seiner Ansicht, Šemuél erklärt es nach seiner Ansicht und R. Joḥanan erklärt es nach seiner Ansicht.", "Rabh erklärt es nach seiner Ansicht: Man darf am Šabbath eingelegte Früchte für den Šabbath auspressen, nicht aber für nach Šabbath; diese Worte gelten nur, wenn um ihrer selbst willen, ihres Saftes wegen aber ist es straffrei, jedoch verboten. Gedünstete Früchte darf man sowohl um ihrer selbst willen als auch ihres Saftes wegen [auspressen]. Oliven und Weintrauben aber darf man nicht auspressen; hat man sie ausgepreßt, so ist man ein Sündopfer schuldig.", "Šemuél erklärt es nach seiner Ansicht: Man darf am Šabbath eingelegte Früchte für den Šabbath auspressen, ebenso gedünstete Früchte; diese Worte gelten nur, wenn um ihrer selbst willen, wenn aber ihres Saftes wegen, so ist es straffrei, jedoch verboten. Oliven und Weintrauben darf man nicht auspressen; hat man sie ausgepreßt, so ist man ein Sündopfer schuldig.", "R. Joḥanan erklärt es nach seiner Ansicht: Man darf am Šabbath eingelegte Früchte für den Šabbath auspressen, nicht aber für nach Šabbath, ob eingelegt oder gedünstet; diese Worte gelten nur, wenn um ihrer selbst willen, ihres Saftes wegen aber darf man sie nicht auspressen; preßt man sie, so ist es ebenso, als würde man Oliven und Weintrauben pressen, und man ist ein Sündopfer schuldig.", "R. Ḥija b. Aši sagte im Namen Rabhs: Nach der Tora ist man nur wegen des Tretens von Oliven und Weintrauben schuldig. Ebenso lehrte man in der Schule Menašes: Nach der Tora ist man nur wegen des Tretens von Oliven und Weintrauben schuldig. Und ein Zeuge nach dem Munde eines Zeugen20Der das, worüber er bekundet, nicht selber gesehen, sondern von einem anderen gehört hat. Sonst ist nur die Aussage zweier Zeugen entscheidend.ist zulässig" ], [ "nur bei [der Bekundung für] eine Frau21Wenn der Tod des Mannes durch einen solchen Zeugen bestätigt wird, so darf seine Frau eine neue Ehe eingehen..", "Sie fragten: Wie verhält es sich mit einem Zeugen nach dem Munde eines Zeugen bei der Erstgeburt22Eines Tieres; der Priester ist nur dann berechtigt, das fehlerhafte Tier zu verkaufen, wenn er Zeugen hat, daß der Fehler von selbst entstanden ist (cf. Bek. 35a); hierbei ist auch das Zeugnis einer Frau gültig.? — Nach R. Ithaj ist es unzulässig, nach R. Aši ist es zulässig.", "R. Ithaj sprach zu R. Asi: In der Schule R. Menasjas lehrte man ja, ein Zeuge nach dem Munde eines Zeugen sei zulässig nur bei der Bekundung für eine Frau!? — Lies wie folgt: bei einer Bekundung, bei der eine Frau zulässig ist. R. Jemar ließ einen Zeugen nach dem Munde eines Zeugen bei einer Erstgeburt zu, und Meremar nannte ihn: Jemar, der die Erstgeburt erlaubt. Die Halakha ist, ein Zeuge nach dem Munde eines Zeugen ist bei der Erstgeburt zulässig,", "HONIGWABEN. Als R. Hoša͑ja aus Nehardea͑ kam, brachte er folgende Lehre mit: Wenn man Oliven und Weintrauben am Vorabend des Šabbaths zerdrückt und der Saft [am Šabbath] von selber ausfließt, so ist er verboten, und nach R. Elie͑zer und R. Šimo͑n erlaubt.", "R. Joseph sprach: Lehrt er uns etwa weitere Personennamen!? Da sprach Abajje zu ihm; Vieles lehrt er uns: aus der Mišna ist es nur hinsichtlich des Falles zu entnehmen, wenn es zuerst eine Speise war und auch eine Speise bleibt, nicht aber hinsichtlich des Falles, wenn es zuerst eine Speise war und ein Getränk wird, so lehrt er uns.", "ii WAS VOR ŠABBATH IN HEISSEM [WASSER] WAR, DARF MAN AM ŠABBATH IN HEISSES [WASSER] TUN, UND WAS NICHT VOR ŠABBATH IN HEISSEM [WASSER] WAR, DARF MAN AM ŠABBATH MIT WARMEM WASSER ABSPÜLEN, AUSGENOMMEN EIN ALTER SALZFISCH, (KLEINE GESALZENE FISCHE) UND DER SPANISCHE THUNFISCH, DENN BEI DIESEN IST DAS SPÜLEN VOLLENDETE ZUBEREITUNG.", "GEMARA. Was zum Beispiel? R. Saphra erwiderte: Zum Beispiel Huhn nach R. Abba23Das Huhn wurde nach dem Kochen im heißen Wasser geweicht.. Ferner erzählte R. Saphra: Einst war ich dort24In Palästina, wo diese Zubereitung üblich war., und man gab mir davon zum Essen, und wenn mir R. Abba nicht dreijährigen Wein zu trinken gegeben hätte, würde ich mich übergeben haben.", "R. Joḥanan pflegte bei [der Erwähnung des] babylonischen Quarkes auszuspucken, da sprach R. Joseph zu ihm: Wir sollten bei [Erwähnung von] Huhn nach R. Abba ausspucken. Auch erzählte R. Gaza: Als ich einst dort war und babylonischen Quark bereitete, verlangten alle Kranken des Westens davon.", "WAS NICHT IN HEISSEM [WASSER] WAR &C. Was geschieht, wenn man sie abgespült hat? R. Joseph erwiderte: Hat man sie abgespült, so ist man ein Sündopfer schuldig. Mar, Sohn des Rabana, sprach: Auch wir haben demgemäß gelernt: ausgenommen Salzfische und der spanische Thunfisch, denn bei diesen ist das Spülen vollendete Zubereitung. Schließe hieraus.", "R. Ḥija b. Abba und R. Asi saßen vor R. Joḥanan, und R. Joḥanan saß und schlummerte. Da sprach R. Ḥija b. Abba zu R. Asi: Weshalb ist das Geflügel in Babylonien so fett? Dieser erwiderte: Komm nach den Steppen von Aza, dort will ich dir noch fetteres zeigen. — Weshalb werden die Feste in Babylonien so fröhlich gefeiert? — Weil sie da arm sind. — Weshalb sind die Gelehrten in Babylonien [durch ihre Kleidung] ausgezeichnet? — Weil sie25Das Volk; sie schätzen die Gelehrten nicht wegen ihrer Gesetzeskunde, sondern erst wenn sie auch äußerlich ausgezeichnet sind.nicht gesetzeskundig sind. — Weshalb sind die Nichtjuden flätig26Hier, wie an manchen anderen Stellen, tropisch zu verstehen.? — Weil sie Ekel- und Kriechtiere essen.", "Währenddessen erwachte R. Joḥanan und sprach zu ihnen: Kinder, habe ich euch etwa nicht gesagt:27Pr. 7,4.Sprich zur Weisheit: Du bist meine Schwester. Sage etwas nur dann, wenn es dir so sicher ist, wie es sicher ist, daß deine Schwester dir verboten ist, sonst aber sage es nicht. Darauf sprachen sie: So möge uns doch der Meister erklären, weshalb das Geflügel in Babylonien so fett ist? — Weil es nicht in das Exil gewandert ist, denn es heißt: 28Jer. 48,11.von Jugend auf hatte Moab Ruhe und lag ungestört auf seinen Hefen &c.; ins Exil ist er nicht gewandert. —", "Woher, daß jenes ins Exil gewandert ist? — Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Zweiundfünfzig Jahre hat kein Mensch Judäa betreten, denn es heißt:29Jer. 9,9.auf den Bergen will ich Weinen und Klagen erheben &c., die Vögel unter dem Himmel und das Vieh sind ausgewandert, fortgezogen. [Der Zahlen wert des Wortes] Behema [Vieh] beträgt zweiundfünfzig.", "R. Ja͑qob sagte im Namen R. Joḥanans: Mit Ausnahme des spanischen Thunfisches30Auch die Fische waren einbegriffen.kehrten sie alle zurück. Rabh sagte nämlich: Die Abhänge Babyloniens leiten das Wasser nach der Quelle E͑ṭam, und da dieser [Fisch] kein festes Rückgrat hat, kann er nicht auf steigen. —", "Weshalb werden die Feste in Babylonien so fröhlich gefeiert? — Weil da [die Leute] nicht einbegriffen waren im Fluche: 31Hos. 2,13.Und ich will all ihrer Fröhlichkeit ein Ende machen, ihren Festen, ihren Neumonden, ihren Šabbathen und all ihren Festlichkeiten. Ferner heißt es:32Jes. 1,14.euere Neumonde und Feste mag ich nicht; sie sind mir zur Last geworden. — Was heißt: sie sind mir zur Last geworden? R. Elea͑zar erwiderte: Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Nicht genug, daß die Jisraéliten gegen mich sündigen, sie belästigen mich auch, indem sie erfahren wollen, welches schwere Verhängnis ich über sie bringen werde. R. Jiçḥaq sagte: Du hast kein einziges Fest, an dem nicht [plündernde] Truppen nach Sepphoris kämen. Ferner sagte auch R. Ḥanina: Du hast kein einziges Fest, an dem nicht ein Hegemon oder ein Comes oder ein Rebenträger33Dh. ein Centurio, Centurienführer, der einen Rebenstab trug.nach Ṭiberjas käme. —", "Weshalb sind die Schriftgelehrten in Babylonien [durch ihre Kleidung] ausgezeichnet? — Weil sie keine Ortsangehörige sind. So pflegen auch die Leute zu sagen: In der Heimat meinen Namen, in der Fremde meine Kleidung.34Jes. 27,6.Die aus Jáqob kommen, werden Wurzel schlagen, Jisraél wird hervorsprossen und blühen. Hierzu lehrte R. Joseph: Das sind die Schriftgelehrten in Babylonien, die Sprossen und Blüten für die Tora tragen. —", "Weshalb sind die Nichtjuden flätig? Weil sie am Berge Sinaj nicht gestanden haben." ], [ "Als nämlich die Schlange der Ḥava beiwohnte, impfte sie ihr einen Flat ein; bei den Jisraéliten, die am Berge Sinaj gestanden haben, verlor sich der Flat, bei den Nichtjuden aber, die am Berge Sinaj nicht gestanden haben, verlor sich der Flat nicht. R. Aḥa, Sohn des Raba, sprach zu R. Aši: Wie ist es mit den Proselyten? Dieser erwiderte: Wenn sie auch selbst nicht anwesend waren, so war ihr Genius anwesend, denn es heißt:35Dt. 29,14.sowohl mit denen, die jetzt mit uns vor dem Herrn, unserem Gott, hier stehen, als auch mit denen, die hier nicht gegenwärtig &c.", "Er streitet somit gegen R. Abba b. Kahana. R. Abba b. Kahana sagte nämlich: Drei Generationen hindurch schwand der Flat nicht von unseren Vorfahren: Abraham zeugte Jišma͑él, Jiçḥaq zeugte E͑sav, und erst Ja͑qob zeugte die zwölf Stämme, an denen kein Makel war.", "iii MAN DARF DAS FASS ZERBRECHEN, UM VON DEN DÖRRFEIGEN ZU ESSEN, NUR DARF MAN NICHT BEABSICHTIGEN, DARAUS EIN GEFÄSS36Man darf die Öffnung nicht sorgfältig zurichten, um das Faß als Gefäß zu benutzen.ZU MACHEN. MAN DARF NICHT DEN SPUND EINES FASSES DURCHBOHRENSO R. JEHUDA; DIE WEISEN ERLAUBEN DIES. MAN DARF ES FERNER NICHT AN DER SEITE ANBOHREN; WAR ES ANGEBOHRT, SO DARF MAN DARAUF KEIN WACHS TUN, WEIL MAN ES STREICHT. R. JEHUDA ERZÄHLTE: EINST KAM EIN SOLCHER FALL VOR R. JOḤANAN B. ZAKKAJ INRAB, UND ER SPRACH: ICH BEFÜRCHTE, MAN IST DIESERHALB EIN SÜNDOPFER SCHULDIG.", "GEMARA. R. Oša͑ja sagte: Dies wurde nur für den Fall gelehrt, wenn [die Feigen] zusammengepreßt sind, nicht aber, wenn sie lose37Weil man das Messer, mit dem man das Faß zerbricht, nur zum Schneiden der Früchte fortbewegen darf.sind.", "Man wandte ein: R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, man dürfe am Šabbath ohne Bedenken ein Weinfaß holen, den Hals mit einem Schwerte abschlagen, und es den Gästen vorsetzen!? — Dies nach den Rabbanan, unsere Mišna aber vertritt die Ansicht R. Neḥemjas38Nach dem man, wie weiter folgt, am Š. das Gerät nur zu seinem eigentlichen Behufe anfassen darf.. —", "Was veranlaßt R. Oša͑ja, unsere Mišna auf den Fall zu beziehen, wenn [die Feigen] zusammengepreßt sind, nach R. Neḥemja, er kann sie ja auf den Fall beziehen, wenn sie lose sind, nach den Rabbanan!? Raba erwiderte: Unsere Mišna war ihm schwierig: weshalb lehrt sie es von Dörrfeigen, sie sollte es doch von Früchten [allgemein] lehren!? Hieraus ist also zu schließen, daß dies von zusammengepreßten gilt.", "Eines lehrt: Man dürfe die Flechten der Dörrfeigen und Datteln lösen, losflechten und durchschneiden, und ein Anderes lehrt, man dürfe sie lösen, nicht aber losflechten oder durchschneiden!? — Das ist kein Widerspruch; eines nach den Rabbanan und eines nach R. Neḥemja. Es wird nämlich gelehrt: R. Neḥemja sagt, selbst einen Löffel, selbst ein Gewand und selbst ein Messer dürfe man nur zu seinem eigentlichen Gebrauche fortbewegen.", "Man fragte R. Šešeth: Darf man am Šabbath ein Faß mit einem Spieße durchbohren: bezweckt man die Öffnung, somit ist es verboten, oder bezweckt man ein leichtes Ausfließen, somit ist es erlaubt? Dieser erwiderte: Man bezweckt die Öffnung, und es ist verboten. Man wandte ein:", "R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, man dürfe ein Faß Wein holen und den Hals mit einem Schwerte abschlagen!? – Da bezweckt man entschieden ein leichtes Ausfließen, hierbei aber kann man es ja, wenn man nur ein leichtes Ausfließen bezweckt, öffnen.", "MAN DARF NICHT DEN SPUND DURCHBOHREN &C. R. Hona sagte: Der Streit besteht nur, wenn oben, wenn aber an der Seite, so stimmen alle überein, daß es verboten ist. Darum lehrt er auch, man dürfe es nicht an der Seite anbohren. R. Ḥisda sagte: Der Streit besteht nur, wenn an der Seite, wenn aber oben, so stimmen alle überein, daß es erlaubt ist. Was gelehrt wird, man dürfe es nicht an der Seite anbohren, bezieht sich auf das Faß selbst.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf am Šabbath kein neues Loch bohren; will man eines erweitern, so ist es erlaubt. Manche sagen, man dürfe nicht erweitern. Sie stimmen überein, daß man ein altes Loch von vornherein öffnen darf. – Nach dem ersten Tanna darf man ein neues Loch deshalb nicht [bohren], weil man eine Öffnung macht, und auch bei der Erweiterung macht man ja eine Öffnung!?", "Rabba erwiderte: Nach der Tora gilt eine Öffnung, die nicht zur Aufnahme und zur Herausgabe bestimmt ist, nicht als Öffnung, nur haben die Rabbanan [jede Öffnung] verboten, mit Rücksicht auf [die Öffnung] eines Hühnerschlages, die bestimmt ist, frische Luft aufzunehmen und die Ausdünstung ausströmen zu lassen. [Eine Öffnung] zu erweitern, ist jedoch erlaubt, weil man die Öffnung eines Hühnerschlages zu erweitern entschieden nicht verleitet wird," ], [ "wegen der Raubtiere. Manche sagen, man dürfe nicht erweitern, weil sie vielleicht vorher nicht genügend groß war und man sie auch dann erweitern könnte. R. Naḥman trug im Namen R. Joḥanans vor: Die Halakha ist wie die Manchen.", "«Sie stimmen überein, daß man ein altes Loch von vornherein öffnen darf.» R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn es zur Erhaltung39Des Weines; wenn das Loch geschlossen wurde, damit der Wein nicht schal werde. erfolgt war, wenn aber als Verschluß, so ist es verboten. – Was heißt ‘zur Erhaltung‘, und was heißt ‘als Verschluß’? R. Ḥisda erwiderte: Über dem Weine erfolgt es zur Erhaltung, unter dem Weine erfolgt es als Verschluß. Raba sagte: Auch unter dem Weine erfolgt es zur Erhaltung, als Verschluß erfolgt es nur dann, wenn unter der Hefe40Die Stärke des Verkorkens wird in drei Grade eingeteilt: oberhalb des Weinniveaus, dh. lose verkorkt (nur um den Inhalt vor Schalwerden zu schützen), unterhalb des Weinniveaus, dh. mäßig verkorkt, und am Boden des Fasses, dh. fest verkorkt..", "Abajje sprach zu Raba: Es gibt eine Lehre als Stütze für dich: Zu einem geschlossenen Hause41Wenn die nach dem gemeinsamen Hofe führende Tür verbaut worden ist.gehören die vier Ellen42Vom Hofe, die bei einer Teilung zu jeder Tür gehören; cf. Bb.Fol. 11.; hat man den Türrahmen herausgebrochen43Es ist ersichtlich, daß die Tür nicht mehr aufgerissen werden soll., so gehören zu diesem nicht mehr die vier Ellen. Ein geschlossenes Haus44In dem ein Leichnam sich befindet.ist nicht nach allen Seiten45Sondern nur vor der Tür.verunreinigend; hat man den Türrahmen herausgebrochen, so ist es nach allen Seiten verunreinigend46Wie ein gewöhnliches Grab..", "Ein Rohr [als Heber in das Faß zu stecken] ist nach Rabh verboten, und nach Šemuél erlaubt. Eines von vornherein zurechtzuschneiden, ist nach aller Ansicht verboten, es wieder hineinzustecken ist nach aller Ansicht erlaubt, sie streiten nur über den Fall, wenn es bereits zurechtgeschnitten, aber nicht angepaßt worden ist. Der es verbietet, berücksichtigt, man könnte veranlaßt werden, es von vornherein zurechtzuschneiden; der es erlaubt, berücksichtigt dies nicht.", "Hierüber streiten auch Tannaím: Man darf am Feste kein Rohr zurechtschneiden, und um so weniger am Šabbath; ist ein solches herausgefallen, so darf man es am Šabbath wieder hineinstecken, und um so mehr am Feste. R. Jošija erleichtert hierbei.", "Worauf bezieht sich nun R. Jošija: wollte man sagen, auf den Anfangssatz, so fertigt man ja ein Gerät an, und wollte man sagen auf den Schlußsatz, so ist es ja auch nach dem ersten Tanna erlaubt!? Wahrscheinlich streiten sie über den Fall, wenn es bereits zurechtgeschnitten und nicht angepaßt worden ist; einer ist der Ansicht, man berücksichtige, und einer ist der Ansicht, man berücksichtige nicht. R. Šiša, Sohn des R. Idi, trug im Namen R. Joḥanans vor: Die Halakha ist wie R. Jošija.", "WAR ES ANGEBOHRT. Mit Öl47Wahrscheinl. mit dem dicken Bodensatz des Öls.[ein Loch zu verstopfen] ist nach Rabh verboten, und nach Šemuél erlaubt. Der es verbietet, berücksichtigt, man könnte veranlaßt werden, es mit Wachs zu verstopfen; der es erlaubt, berücksichtigt dies nicht. R. Šemuél b. Bar Ḥana sprach zu R. Joseph: Du hast uns ja ausdrücklich im Namen Rabhs gesagt, daß es mit Öl erlaubt sei !?", "Ṭabuth der Vogelfänger sagte im Namen Šemuéls: Ein Myrtenblatt [als Rinne in das Faß zu stecken] ist verboten. – Aus welchem Grunde? R. Jemar aus Diphte erklärte: Man könnte veranlaßt werden, eine Rinne zu machen. R. Aši erklärte: Man könnte veranlaßt werden, [ein Blatt] abzukneifen. – Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied zwischen ihnen gibt es, wenn ein abgekniffenes vorhanden ist.", "Polsterdecken [zu tragen48Am Körper über öffentliches Gebiet.], ist nach Rabh verboten, und nach Šemuél erlaubt. Alle stimmen überein, daß es bei weichen erlaubt ist, ebenso stimmen alle überein, daß es bei harten verboten ist, sie streiten nur über mittelmäßige. Der eine verbietet es, weil sie den Anschein einer Last haben, der andere erlaubt es, weil sie nicht den Anschein einer Last haben.", "Die Ansicht Rabhs aber wurde von ihm nicht ausdrücklich gelehrt, sondern aus einem Schlüsse gefolgert. Rabh befand sich nämlich einst an einem Orte, wo [für die Schüler] nicht genügend Raum war, und er ging in ein Neutralgebiet hinaus und setzte sich da nieder; als man ihm eine Polsterdecke brachte, setzte er sich nicht auf diese. Der dies sah, glaubte, weil das Tragen einer Polsterdecke verboten sei; das war es aber nicht, denn Rabh selbst ließ bekannt machen, das Tragen einer Polsterdecke sei erlaubt. Er setzte sich darauf nicht, wegen der Ehrung unserer Meister, das sind R. Kahana und R. Ai49Die dann keine Sitzgelegenheit hatten..", "iv MAN DARF GEKOCHTE SPEISEN IN EINE GRUBE SETZEN, DAMIT SIE VERWAHRT BLEIBEN, FERNER GUTES WASSER IN SCHLECHTES, UM ES ZU KÜHLEN, EBENSO KALTES IN WARMES, UM ES ZU WÄRMEN. WENN EINEM UNTERWEGS DIE KLEIDER INS WASSER GEFALLEN SIND, SO DARF ER OHNE BEDENKEN IN DIESEN GEHEN; ERREICHT ER DEN ERSTEN HOF, SO DARF ER SIE VOR DIE SONNE AUSBREITEN, JEDOCH NIGHT VOR DEM VOLKE50Man könnte glauben, er habe sie am Šabbath gewaschen..", "GEMARA. Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, es sei zu verbieten, weil man Vertiefungen ebnen könnte, so lehrt er uns.", "GUTES WASSER IN SCHLECHTES. Selbstverständlich!? – Dies ist wegen des Schlußsatzes nötig: ebenso kaltes in warmes. – Aber auch dies ist ja selbstverständlich!? – Man könnte glauben, es sei zu verbieten, weil man veranlaßt werden könnte, [auch Speisen] in heiße Asche zu stellen, so lehrt er uns.", "WENN EINEM &C. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Alles, was die Rabbanan des Anscheines wegen verboten haben, ist auch in der verborgensten Kammer verboten. – Wir haben gelernt: So darf er sie vor die Sonne ausbreiten, jedoch nicht vor dem Volke!? – Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: So darf er sie vor die Sonne ausbreiten, jedoch nicht vor dem Volke; R. Elea͑zar und R. Šimo͑n verbieten dies.", "R. Hona sagte:" ], [ "Wer am Šabbath sein Gewand abstaubt, ist ein Sündopfer schuldig. Dies gilt nur von neuen, bei alten aber ist nichts dabei. Auch gilt dies nur von schwarzen, bei weißen und roten aber ist nichts dabei. Endlich nur dann, wenn man darauf achtet.", "Einst traf U͑la in Pumbeditha ein und sah da die Jünger ihre Gewänder abstauben; da sprach er: Die Jünger entweihen den Šabbath. Hierauf sprach R. Jehuda zu ihnen: Staubt sie in seiner Gegenwart ab; wir achten nicht darauf.", "Einst stand Abajje vor R. Šimo͑n, und dieser sprach zu ihm: Reiche mir meine Mütze. Als jener aber Tau darauf bemerkte, zögerte er, sie ihm zu reichen. Da sprach dieser: Schüttele sie ab; wir achten nicht darauf.", "R. Jiçḥaq b. Joseph sagte im Namen R. Joḥanans: Wer am Šabbath mit einem über die Schultern umgeschlagenen Mantel51Der aus einem rechteckigen Stücke Stoff bestehende Mantel wird sonst wie ein Umschlagtuch um den Körper geschlagen; zusammengeschlagen auf den Schultern getragen gilt er nicht mehr als Kleidungsstück, sondern als Last.ausgeht, ist ein Sündopfer schuldig. Desgleichen wird gelehrt: Kleiderhändler, die am Šabbath mit zusammengeschlagenen, auf der Schulter liegenden Mänteln ausgehen, sind ein Sündopfer schuldig; und sie sagten es nicht nur von Kleiderhändlern, sondern auch von jedem anderen Menschen, nur pflegen Kleiderhändler so auszugehen.", "Ein Krämer, der mit dem in seinem Tuche eingebundenen Gelde ausgeht, ist ein Sündopfer schuldig; und sie sagten es nicht nur von einem Krämer, sondern auch von jedem anderen Menschen, nur pflegen die Krämer so auszugeben. Die Läufer52Nach Raschi ist das im Texte gebrauchte Wort רטּנין Ortsname.dürfen mit ihrem Sudarium auf der Schulter ausgehen; und sie sagten es nicht nur von den Läufern, sondern auch von jedem anderen Menschen, nur pflegen die Läufer so auszugehen.", "R. Jehuda erzählte: Einst ging Hyrkanos, Sohn des R. Elie͑zer b. Hyrkanos, am Šabbath mit einem Sudarium auf der Schulter aus, nur hatte er es mit einem Bändchen am Finger befestigt. Als die Sache vor die Weisen kam, sagten sie, [es sei erlaubt,] auch wenn es nicht mit einem Bändchen am Finger befestigt ist. R. Naḥman b. R. Ḥisda trug im Namen R. Ḥisdas vor: Die Halakha ist, auch wenn es nicht mit einem Bändchen am Finger befestigt wird.", "Einst traf U͑la bei Asi b. Hini ein, und man fragte ihn, ob man am Šabbath [Kleider] falten dürfe? Dieser erwiderte: Folgendes sagte R. Elea͑zar: Man darf am Šabbath keine [Kleider] falten.– Was heißt Falten? R. Zera erwiderte: Der babylonische Faltenwurf.", "R. Jirmeja saß vor R. Zera und fragte ihn: Darf man es so53Er veranschaulichte ihm verschiedene Faltungen am Gewände.? Dieser erwiderte: Es ist verboten. – Und darf man es so53Er veranschaulichte ihm verschiedene Faltungen am Gewände.? Dieser erwiderte: Es ist verboten. R. Papa sprach: Halte dich an folgende Regel: Geschieht es in der Absicht, das Gewand [dauernd] zu falten, so ist es verboten, wenn aber zur Verschönerung, so ist es erlaubt. So pflegte auch R. Šiša, Sohn R. Idis, sein Gewand zu verschönern.", "Als R. Dimi kam, erzählte er: Einst ging Rabbi aufs Feld, und beide Enden seines Mantels waren ihm über die Schultern geschlagen. Da sprach Jehošua͑ b. Zeruz, der Sohn des Schwiegervaters R. Meírs, vor ihm: Sollte R. Meír dieserhalb nicht zu einem Sündopfer verpflichtet haben!? Jener erwiderte: Nahm es R. Meír damit so sehr genau!? Hierauf ließ Rabbi den Mantel herabwallen.", "Als Rabin kam, sagte er: Es war nicht Jehošua͑ b. Zeruz, sondern Jehošua͑ b. Kapusaj, der Schwiegersohn R. A͑qibas, und zwar sagte er: Sollte R. A͑qiba dieserhalb nicht zu einem Sündopfer verpflichtet haben!? Jener erwiderte: Nahm es R. A͑qiba damit so sehr genau!? Hierauf ließ Rabbi sein Gewand herabwallen. Als R. Šemuél b. R. Jehuda kam, sagte er: [Diesbezüglich54Ob man am Š. einen Mantel auf diese Weise tragen darf.wurde Rabbi] befragt.", "v WER IM WASSER EINER HÖHLE ODER IN DEN BÄDERN VONIBERIAS GE BADET UND ZUM ABTROCKNEN SOGAR ZEHN TÜCHER BENUTZT HAT, DARF SIE NICHT55Weil er das Wasser ausdrücken könnte, obgleich in diesem Falle die Tücher nur wenig Wasser eingesogen haben.IN DER HAND HEIMBRINGEN. ZEHN LEUTE ABER DÜRFEN GESICHT, HÄNDE UND FÜSSE MIT EINEM TUCHE ABTROCKNEN UND ES IN DER HAND HEIMBRINGEN.", "MAN DARF SICH SALBEN UND (DEN UNTERLEIB) MASSIEREN, NICHT ABER SICH ANSTRENGEN56Wahrscheinlich durch körperliche Übungen.UND FROTTIEREN. MAN DARF NICHT IN EINE PFÜTZE57Nach anderer Erklärung ist das im Texte gebrauchte Wort (Qordima) Eigenname.HINABSTEIGEN.vi MAN DARF REIN BRECHMITTEL BEREITEN. MAN DARF NICHT EINEM KINDE DIE GLIEDER EINRENKEN, NOCH EINEN BRUCH IN DIE RICHTIGE LAGE BRINGEN. WER SICH DIE HAND ODER DEN FUSS VERRENKT HAT, DARF SIE NICHT IN KALTEM WASSER SCHWENKEN, WOHL ABER DARF ER SIE WIE GEWÖHNLICH WASCHEN, UND WENN DIES HEILEND WIRKT, SO IST NICHTS DABEI.", "GEMARA. Er lehrt vom Wasser einer Höhle gleichlautend wie von den Bädern von Ṭiberias, wie die Bäder von Ṭiberjas warm sind, so auch Wasser einer Höhle, wenn es warm ist; «wer gebadet hat», nur wenn bereits geschehen, von vornherein aber nicht." ], [ "Demnach ist es, den Körper abzuspülen, von vornherein erlaubt. Wer [lehrte dies]? – Es ist R. Šimo͑n, denn es wird gelehrt: Man darf sich weder mit warmem noch mit kaltem Wasser abspülen – so R. Meír; R. Šimo͑n erlaubt dies. R. Jehuda sagt, mit warmem sei es verboten, mit kaltem erlaubt.", "UND ZUM ABTROCKNEN SOGAR ZEHN TÜCHER BENUTZT HAT. Der Anfangssatz hebt etwas hervor, und der Schlußsatz hebt etwas hervor. Der Anfangssatz hebt hervor, daß einer es nicht darf, auch wenn [die Tücher] nicht viel Wasser enthalten, da er zum Ausdrücken veranlaßt werden könnte; der Schlußsatz hebt hervor, daß mehrere es dürfen, weil sie einander aufmerksam machen.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf sich mit einem Tuche abtrocknen und es aufs Fenster legen, nur darf man es nicht den Badedienern geben, weil sie diesbezüglich58Es auszudrücken.verdächtig sind. R. Šimo͑n sagt, man dürfe sich mit einem Tuche abtrocknen und es in der Hand nach Hause bringen.", "Abajje sprach zu R. Joseph: Wie ist die Halakha? Dieser erwiderte: Da ist R.Šimo͑n, da ist Rabbi, da ist Šemuél und da ist R. Joḥanan.", "R.Šimo͑n, wie wir eben gesagt haben. Rabbi, denn es wird gelehrt: Rabbi erzählte: Als wir die Tora bei R. Šimo͑n in Teqoá studierten, pflegten wir da das Öl und das Tuch vom Hofe nach dem Dache und vom Dache nach dem Gehege zu tragen, bis wir zur Quelle kamen, wo wir zu baden pflegten. Šemuél, denn R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Man darf sich mit einem Tuche abtrocknen und es in der Hand nach Hause bringen. R. Joḥanan, denn R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Die Halakha ist, man darf sich mit einem Tuche abtrocknen und es nach Hause bringen. –", "Kann R. Joḥanan dies denn gesagt haben, er sagte ja, die Halakha sei wie die anonyme Mišna, und wir haben gelernt, man dürfe, wenn man sich sogar mit zehn Handtüchern abgetrocknet hat, sie nicht in der Hand heimbringen!? – Dies ist nach Ben Hakhinaj gelehrt59Diese Mišna ist garnicht anonym.worden.", "R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Die Badediener dürfen [am Šabbath] die Badewäsche der Frauen in das Bad bringen, nur müssen sie damit den Kopf und den größeren Teil des Körpers bedecken. Beim Umschlagetuch muß man beide Enden unten zusammenbinden60Damit sie nicht herunterfallen.. R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Unterhalb der Schultern. Raba sprach zu den Leuten in Mahoza: Wenn ihr Kleider für das Heer bringet, so lasset sie unterhalb der Schultern herab wallen.", "SALBEN UND MASSIEREN. Die Rabbanan lehrten: Man darf sich am Šabbath salben und den Unterleib massieren, nur darf man dabei nicht so verfahren, wie am Wochentage. – Wie mache man es? R. Ḥama b. Ḥanina erwiderte: Zuerst salbe man sich, nachher massiere man sich. R. Joḥanan erwiderte: Man salbe und massiere sich zugleich.", "NICHT ABER SICH ANSTRENGEN. R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Man darf nicht auf dem Boden [der Thermen] von Diomsith61Wohl Ortsname nach den warmen Volksbädern (δημοσία) benannt.stehen, weil sie anstrengend und heilend wirken. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Die Tage von Diomsith62In denen die Quellen heilend wirken.sind einundzwanzig, und das Wochenfest ist einbegriffen. Sie fragten: Fällt das Wochenfest vorher oder nachher? – Komm und höre: Šemuél sagte: Alle Getränke wirken vom Pesaḥfeste bis zum Wochenfeste. – Vielleicht deshalb, weil sie, je kälter es ist, desto besser wirken, während hierbei die Heilung in der Wärme liegt, somit sind sie wirksamer, je wärmer es ist.", "R. Ḥelbo sagte: Der Wein aus Phrygien und die Bäder von Diomsith haben zehn Stämme von Jisraél zugrunde gerichtet.", "R. Elea͑zar b. A͑rakh war da und gab sich diesen hin, und er vergaß sein Studium. Als er zurückkam und im Buche lesen wollte, las er: Ist ihr Herz zur Scherbe geworden, statt:63Ex. 12,2.dieser Monat64Er verwechselte die einander ähnlichen Buchstaben ר u. ד, י u. ז, כ u. ב.sei für euch. Da flehten die Rabbanan für ihn um Erbarmen, und er gelangte wieder zu seinem Wissen. Das ist es, Avas wir gelernt haben.", "R. Nehoraj sagte: Wandere aus nach einer Stätte der Tora, und sage nicht, sie werde dir folgen; denn nur deine Genossen erhalten sie dir, auf deinen Verstand aber verlasse dich nicht. Es wird gelehrt: Sein Name war nicht R. Nehoraj, sondern R. Neḥemja, manche sagen, sein Name war R. Elea͑zar b. A͑rakh, nur deshalb wird er R. Nehoraj genannt, weil er die Augen der Gelehrten in der Halakha erleuchtete [manhir].", "NICHT FROTTIEREN. Die Rabbanan lehrten: Man darf sich am Šabbath nicht mit einer Bürste frottieren. R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Sind einem die Füße mit Kot und Unrat beschmutzt, so darf er sie ohne Bedenken wie gewöhnlich fortreiben. Dem R. Šemuél b. Jehuda machte seine Mutter eine Frottierbürste aus Silber65Wohl für den Šabbath..", "MAN DARF NICHT IN EINE PFÜTZE HINABSTEIGEN &C. Aus welchem Grunde? – Wegen des Ausgleitens66Wenn die Kleider naß werden, könnte man sie ausdrücken..", "MAN DARF AM ŠABBATH KEIN BRECHMITTEL BEREITEN. Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R, Joḥanans: Dies wurde nur von einer Arznei gelehrt, mit der Hand ist es jedoch67Das Erbrechen herbeizuführen.erlaubt. Es wird gelehrt: R. Neḥemja sagte: Dies ist auch am Wochentage verboten, wegen der Verschwendung von Speisen.", "MAN DARF NICHT EINEM KINDE DIE GLIEDER EINRENKEN. Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Das Wickeln eines Kindes ist am Šabbath erlaubt. – Wir haben ja aber gelernt, man dürfe nicht die Glieder einrenken!? – Dies gilt von den Wirbeln des Rückgrates, weil dies den Anschein des Bauens hat.", "NOCH EINEN BRUCH IN DIE RICHTIGE LAGE BRINGEN. R. Ḥana aus Bagdad sagte im Namen Šemuéls:" ], [ "Die Halakha ist, man darf einen Bruch in die richtige Lage bringen. Rabba b. Bar Ḥana traf in Pumbeditha ein und besuchte nicht den Vortrag des R. Jehuda. Da schickte dieser den Amtsdiener Ada zu ihm und beauftragte ihn, ihn zu pfänden. Dieser ging hin und pfändete ihn. Hierauf kam jener und hörte ihn vortragen: Man darf nicht einen Bruch in die richtige Lage bringen. Da sprach er: So sagte R. Ḥana aus Bagdad im Namen Šemuéls: Die Halakha ist, man darf einen Bruch in die richtige Lage bringen. Dieser erwiderte: Ḥana ist unser und Šemuél ist unser, und doch habe ich dies nicht gehört. Habe ich nicht Recht, daß ich dich pfänden ließ68Dh. ich würde es sonst nicht erfahren haben.!?", "WER SICH DIE HAND &C. VERRENKT HAT. R. Ivja saß vor R. Joseph, und er verrenkte sich die Hand. Da sprach er zu ihm: Ist es so erlaubt? – Es ist verboten. – Ist es so erlaubt? Dieser erwiderte: Es ist verboten. [Auf diese Weise] ward ihm die Hand eingerenkt.", "Hierauf sprach dieser: Was fragst du da, wir haben ja gelernt: Wer sich die Hand oder den Fuß verrenkt hat, darf sie nicht in kaltem Wasser schwenken, wohl aber darf er sie wie gewöhnlich waschen, und wenn dies heilend wirkt, so ist nichts dabei. Jener erwiderte: Haben wir etwa nicht gelernt, man dürfe nicht einen Bruch in die richtige Lage bringen, dennoch sagte R. Ḥana aus Bagdad im Namen Šemuéls, die Halakha sei, man dürfe einen Bruch in die richtige Lage bringen!? Dieser entgegnete: Willst du etwa alles in ein Gewebe zusammenweben!? Wo dies gelehrt worden ist, ist es gelehrt worden, und wo dies nicht gelehrt worden ist, ist es nicht gelehrt worden.", "", "i MAN DARF VON SEINEM NÄCHSTEN KRÜGE WEIN, ODER KRÜGE ÖL LEIHEN, NUR DARF MAN NICHT SAGEN: ‘BORGE MIR’; EBENSO EINE FRAU VON IHRER FREUNDIN BROTE. WENN ER IHM NICHT TRAUT, SO LASSE IHM DIESER SEINEN MANTEL UND RECHNE MIT IHM NACH ŠABBATH AB. EBENSO VERFAHRE MAN IN JERUŠALEM AM VORABEND DES PESAḤFESTES, DER AUF EINEN ŠABBATH FÄLLT: MAN LASSE SEINEN MANTEL [BEIM VIEHHÄNDLER] UND HOLE SICH EIN PESAḤLAMM, UND NACH DEM FESTE RECHNE MAN MIT IHM AB.", "GEMARA. Raba b. R. Ḥanan sprach zu Abajje: Womit ist das Leihen anders als das Borgen1Das Leihen (שאלה) erfolgt auf kürzere Zeit, das Borgen (הלואה) auf längere Zeit; ferner hat nach dem Sprachgebrauche bei ersterem die Rückgabe in natura zu erfolgen, bei letzterem aber ist gleichwertiger Ersatz zu leisten.? Dieser erwiderte: Beim Leihen wird man nicht zum Anschreiben verleitet, beim Borgen wird man zum Anschreiben verleitet. –", "Aber auch am Wochentage sagt man ja oft ‘Leihe mir’ statt ‘Borge mir’, ohne darauf zu achten, wobei man zum Anschreiben veranlaßt wird, somit könnte man ja am Šabbath ebenfalls zum Anschreiben verleitet werden!? Dieser erwiderte: Allerdings kann man am Wochentage, da es einerlei ist, ob man ‘Borge mir’ oder ‘Leihe mir’ sagt, ohne darauf achten zu müssen, zum Anschreiben veranlaßt werden, am Šabbath aber, wo die Rabbanan das Leihen erlaubt haben, das Borgen aber nicht, unterscheidet man es genau, und man wird zum Anschreiben nicht verleitet.", "Raba b. R. Ḥanan sprach ferner zu Abajje: Merke, die Rabbanan sagten ja, daß man am Feste jede Arbeit, soweit dies möglich ist, auf ungewöhnliche Weise verrichte, weshalb befolgen es die Frauen nicht, wenn sie mit ihren Krügen Wasser schöpfen? – Weil es nicht möglich ist. Wie sollten sie es denn anders machen: sollten etwa, die gewöhnlich mit einem großen Kruge schöpfen, es mit einem kleinen tun, so würden sie ja mehr zu gehen haben; sollten etwa, die gewöhnlich mit einem kleinen Kruge schöpfen, es mit einem großen tun, so würden sie ja eine schwerere Last zu tragen haben;" ], [ "sollten sie etwa [über den Krug] ein Tuch ausbreiten, so könnten sie ja zum Ausdrücken verleitet werden; sollten sie ihn etwa mit einem Deckel zudecken, so könnten sie ja, wenn er sich ablöst, zum Anknoten verleitet werden. Es ist also anders nicht möglich.", "Ferner sprach Raba b. R. Ḥanan zu Abajje: Wir haben gelernt, man dürfe am Feste nicht in die Hände klatschen, in die Hüften schlagen oder tanzen, und wir sehen ja, daß manche es tun, ohne daß man ihnen etwas sagt!? – Auch nach deiner Ansicht: Raba sagte ja, man dürfe sich nicht in die Mündung des Pfostens [einer Durchgangshalle] setzen, weil, wenn ihm ein Gegenstand fortrollt, man zum Heranholen verleitet werden könnte, und wir sehen ja, daß manche ihre Krüge absetzen und sich in die Mündung der Durchgangshalle setzen, ohne daß man ihnen etwas sagtl? Vielmehr lasse man Jisraél lieber unbewußt [übertreten], als daß sie es wissentlich tun.", "Er glaubte aus [seinen Worten] zu entnehmen, dies gelte nur von einem rabbanitischen [Verbote] und nicht von einem der Tora; dies ist aber nichts, es gibt hierbei keinen Unterschied, ob rabbanitisch oder nach der Tora. Bei der Hinzufügung zum Versöhnungstage2Am Vorabend des Versöhnungstages.handelt es sich ja um ein Gebot der Tora, dennoch sehen wir manche bis zum Finsterwerden essen und trinken, ohne daß man ihnen etwas sagt.", "EBENSO EINE FRAU VON IHRER FREUNDIN BROTE. Dies ist also nur am Šabbath verboten, am Wochentage aber erlaubt, somit wäre anzunehmen, daß unsere Mišna nicht die Ansicht Hillels vertritt. Wir haben nämlich gelernt: Ebenso sagte Hillel, eine Frau dürfe ihrer Freundin einen Laib Brot nur dann borgen, wenn sie ihn in Geld eingeschätzt hat, denn sie könnten sonst, wenn der Weizen im Preise steigt, zur Wucherei kommen. –", "Du kannst auch sagen, sie vertrete die Ansicht Hillels, denn das eine gilt von Orten, wo [die Brote] einen festen Preis haben, und das andere von Orten, wo sie keinen festen Preis haben.", "WENN ER IHM NICHT TRAUT. Es wurde gelehrt: Das am Feste Verborgte ist, wie R. Joseph sagt, [gerichtlich] nicht einzufordern, und wie Rabba sagt, wohl einzufordern. R. Joseph sagt, es sei nicht einzufordern, denn wolltest du sagen, es sei wohl einzufordern, so könnte man zum Anschreiben verleitet werden. Rabba sagt, es sei wohl einzufordern, denn wolltest du sagen, es sei nicht einzufordern, so würde er ihm ja nichts borgen, wodurch dieser um die Festfreude käme. –", "Wir haben gelernt: Wenn er ihm nicht traut, so lasse ihm dieser seinen Mantel. Erklärlich ist es, daß er seinen Mantel lasse und mit ihm nach Šabbath abrechne, wenn du sagst, es sei nicht einzufordern; wozu aber braucht er ihm seinen Mantel zu lassen, wenn du sagst, es sei wohl einzufordern, jener kann es ja [durch Gericht] einfordern!? – Jener kann sagen, er wolle mit ihm nicht prozessieren.", "R. Idi b. Abin wandte ein: Wenn jemand eine Kuh schlachtet und sie am Neujahrstage aushökert, so wird die Schuld erlassen, falls der [vorangehende] Monat voll3Cf. Sb. Abschn. X, Anm. 3. war, wenn aber nicht, so wird die Schuld nicht erlassen.", "Was ist da zu erlassen, wenn du sagst, sie sei überhaupt nicht einzufordern!? – Anders ist es da, wo es sich herausstellt, daß dieser Tag ein Wochentag4Da der Tag zum vorangehenden Monat gehört. war. –", "Komm und höre, aus dem Schlußsatze: Wenn aber nicht, so wird die Schuld nicht erlassen. Erklärlich ist es, daß er lehrt, die Schuld werde nicht erlassen, wenn du sagst, sie sei einzufordern; was aber ist da nicht zu erlassen, wenn du sagst, sie sei überhaupt nicht einzufordern!? – Wenn er ihm bezahlt, darf er nehmen. –", "Demnach ist es im Anfangssatze zu nehmen verboten, wenn er ihm bezahlen will!? – Im Anfangssatze muß er zu ihm sagen: ‘ich erlasse sie dir’, im Schlußsatze braucht er ihm nicht zu sagen: ‘ich erlasse sie dir’.", "Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand im Siebentjähre eine Schuld bezahlt, so sage jener: ‘ich erlasse sie dir’; erwidert dieser: ‘dennoch [bezahle ich sie]’, so nehme er an, denn es heißt:5Dt. 12.dieses ist das Wort des Erlasses.", "R. Ivja nahm [in einem solchen Falle] ein Pfand. Rabba b. U͑la [forderte] durch List ein.", "EBENSO AM VORABEND DES PESAḤFESTES. R. Joḥanan sagte: Man darf am Šabbath das Pesaḥopfer heiligen und am Feste das Festopfer. – Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Ebenso verfahre man in Jerušalem am Vorabend des Pesaḥfestes, der auf einen Šabbath fällt: man lasse seinen Mantel [beim Viehhändler] und hole sich sein Pesaḥlamm, und nach dem Feste rechne man mit ihm ab. –", "Dies gilt von dem Falle, wenn jemand andere an seinem Pesaḥlamme6Cf. Ex. 12,4. beteiligt; in diesem Falle war es schon vorher geheiligt. –", "Wir haben ja aber gelernt, man dürfe am Feste von vornherein keine Verhandlung über [die Beteiligung] an einem Vieh führen!? – Anders ist es hierbei, wo er mit ihm bekannt ist; es ist ebenso, als hätte er mit ihm bereits vorher verhandelt. –", "R. Hoša͑ja lehrte ja aber, man dürfe zu einem bekannten Hirten gehen, der ihm ein Lamm zum Pesaḥopfer gebe, das er heilige, und mit dem er sich seiner Pflicht entledige!? – Hier wird es ebenfalls als bereits geheiligt betrachtet, da er mit ihm bekannt ist.– Es heißt ja aber: das er heilige!? – Das Heiligen ist nur eine rabbanitische Verbesserung. –", "Kann R. Joḥanan dies denn gesagt haben, er sagte ja, die Halakha sei wie die geschlossene Mišna, und wir haben gelernt: Man darf nichts weihen, noch Schätzgelübde7Cf. Lev. 22ff. oder Banngelübde8Cf. Lev, 27,28. tun, noch die Hebe und den Zehnten abheben9Da man die Früchte vorher nicht essen darf und sie dadurch zum Genüsse brauchbar macht.; dies alles sagten sie bezüglich des Festes, und [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere ist es bezüglich des Šabbaths zu folgern!? – Das ist kein Widerspruch; jenes gilt von Verpflichtungen, für die eine Zeit festgesetzt ist, und dieses gilt von Verpflichtungen, für die keine Zeit festgesetzt ist10Für das Pesaḥ- bezw. Festopfer, von denen RJ. spricht, ist ein bestimmter Tag festgesetzt, die angezogene Lehre aber spricht von der Weihung anderer Opfer..", "ii MAN DARF SEINE GÄSTE UND SEINE LECKERGERICHTE MÜNDLICH ZÄHLEN, NICHT ABER VON GESCHRIEBENEM. MAN DARF BEI TISCH DIE PORTIONEN UNTER SEINE KINDER UND SEINE FAMILIENANGEHÖRIGEN DURCH DAS LOS VERTEILEN, NUR DARF MAN NICHT VORSÄTZLICH EINE GROSSE PORTION GEGEN EINE KLEINE SETZEN. MAN DARF AM FESTE ÜBER DIE OPFERSTÜCKE11Bei der Verteilung an die Priester.DAS LOS WERFEN, NICHT ABER ÜBER DIE PORTIONEN." ], [ "GEMARA. Aus welchem Grunde? R. Bebaj erklärte: Mit Rücksicht darauf, man könnte Streichungen vornehmen. Abajje erklärte: Mit Rücksicht darauf, man könnte profane Urkunden lesen. –", "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen, wenn es hoch an der Wand geschrieben ist; hierbei ist nach demjenigen, welcher sagt, mit Rücksicht auf Streichungen, nichts zu befürchten, und nach demjenigen, welcher sagt, mit Rücksicht auf das Lesen [profaner Urkunden], wohl zu befürchten. –", "Aber auch nach demjenigen, welcher sagt, mit Rücksicht auf Streichungen, sollte man doch auch das Lesen [profaner Urkunden] berücksichtigen!? Und ist ferner [in diesem Falle] 12Wenn es ganz hoch geschrieben ist.Streichung nicht zu befürchten, wir haben ja gelernt, man dürfe bei Lampenlicht nicht lesen, und hierzu sagte Rabba, selbst wenn es sich zwei Mann hoch befindet, selbst zwei Ochsenstecken hoch und selbst zehn Stockwerke übereinander, dürfe man nicht lesen13Obgleich in diesem Falle das Auslöschen nicht zu befürchten ist.!? –", "Vielmehr, einen Unterschied gibt es zwischen ihnen, wenn es niedrig an der Wand geschrieben ist; hierbei ist nach demjenigen, welcher sagt, mit Rücksicht auf Streichungen, wohl zu befürchten, und nach demjenigen, welcher sagt, mit Rücksicht auf das Lesen [profaner Urkunden], ist hierbei nichts zu befürchten, weil man eine Wand mit einer Urkunde nicht verwechselt. –", "Aber auch nach demjenigen, welcher sagt, mit Rücksicht auf das Lesen [profaner Urkunden], sollte man doch auch Streichungen berücksichtigen!? – Vielmehr, einen Unterschied gibt es zwischen ihnen, wenn es in eine Platte oder in eine Schreibtafel eingegraben ist; hierbei ist nach demjenigen, welcher sagt, mit Rücksicht auf Streichungen, nichts zu befürchten, und nach demjenigen, welcher sagt, mit Rücksicht auf das Lesen [profaner Urkunden], wohl zu befürchten. –", "Aber auch nach demjenigen, welcher sagt, mit Rücksicht auf Streichungen, ist ja auch das Lesen [profaner Urkunden] zu berücksichtigen!? Wolltest du erwidern, man verwechsle nicht eine Platte oder Schreibtafel mit einer Urkunde, so wird ja gelehrt: Man darf von einem Verzeichnis an der Wand zusammenzählen, wieviel [Gäste] man innerhalb und wieviel man außerhalb zu setzen, und wieviel Portionen man ihnen vorzusetzen hat, nicht aber von einem Verzeichnis auf einer Platte oder Schreibtafel.", "In welchem Falle: wollte man sagen, wenn es geschrieben ist, so ist ja das eine nicht anders als das andere; doch wohl, wenn es eingegraben ist, und er lehrt, von einem Verzeichnis an der Wand, nicht aber von einem Verzeichnis auf einer Platte oder einer Schreibtafel!? –", "Vielmehr, tatsächlich, wenn es hoch an der Wand geschrieben ist, jedoch ist von der Lehre Rabbas nichts einzuwenden, denn über die Lehre Rabbas streiten Tannaím. Es wird nämlich gelehrt: Man darf seine Gäste und seine Leckergerichte mündlich zählen, nicht aber von Geschriebenem; R. Aḥa erlaubt es von einer Schrift an der Wand.", "In welchem Falle: wollte man sagen, wenn es niedrig geschrieben ist, so sind ja Streichungen zu berücksichtigen; doch wohl, wenn es hoch geschrieben ist. Hieraus, daß über die Lehre Rabbas Tannaím streiten. Schließe hieraus.", "Diese Tannaím führen denselben Streit, wie die folgenden Tannaím. Es wird nämlich gelehrt: Man darf am Šabbath nicht in einen Spiegel14Weil man verleitet werden könnte, sich vergessentlich das Haar zu schneiden.schauen; R. Meír erlaubt es, wenn der Spiegel an der Wand befestigt ist.", "An der Wand befestigt ist es wohl deshalb anders, weil man sich währenddessen15Während man Messer od. Schere holt.erinnert, und auch wenn er nicht befestigt ist, erinnert man sich ja währenddessen!? –", "Hier handelt es sich um einen Spiegel aus Metall, und nach [einer Lehre] R. Naḥmans im Namen des Rabba b. Abuha. R. Naḥman sagte nämlich im Namen des Rabba b. Abuha: Sie sagten deshalb, [die Benutzung] eines Metallspiegels sei verboten, weil man mit einem solchen die losen Haare zu entfernen pflegt.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf die Aufschriften unter Figuren und Gemälden am Šabbath nicht lesen; das Gemälde selbst darf man auch am Wochentage nicht betrachten, denn es heißt:16Lev. 19,4.ihr sollt euch nicht den Götzen zuwenden. – Wieso geht dies daraus hervor? R. Ḥanina erklärte: Ihr sollt euch nicht dem, was ihr selber gefertigt, zuwenden17So nach Raschi; nach anderer Erklärung liest er die Präposition אל (zu) wie אל (Gott) u. תפנו als Pie͑l: ihr sollt Gott nicht aus euerem Sinne entschwinden lassen..", "MAN DARF UNTER SEINE KINDER &C. DURCH DAS LOS VERTEILEN. Nur unter seine Kinder und seine Familienangehörigen, nicht aber unter Fremde. Aus welchem Grunde? – Nach einer Lehre R. Jehudas im Namen Šemuéls, denn R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Tischgenossen18Die am Feste an einem Tische speisen, jeder seines., die es miteinander genau nehmen, übertreten das Verbot des Messens, des Wiegens, des Zählens, des Leihens und des Bezahlens am Feste," ], [ "und nach der Ansicht (der Schule) Hillels, auch des Wuchers19Cf. supra Fol. 148b.. –", "Demnach sollte dies auch von seinen Kindern und seinen Familienangehörigen gelten!? – Bei seinen Kindern und seinen Familienangehörigen ist es mit einer Lehre R. Jehudas im Namen Rabhs zu begründen. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs: Man darf seinen Kindern und seinen Familienangehörigen auf Wucher borgen, um sie den Geschmack des Wuchers kosten zu lassen. –", "Demnach sollte doch auch eine große Portion gegen eine kleine erlaubt sein!? –", "Dem ist auch so, nur ist [unsere Mišna] lückenhaft und muß wie folgt lauten: Man darf bei Tisch Portionen unter seine Kinder und seine Familienangehörigen durch das Los verteilen, auch eine große Portion gegen eine kleine. Dies (aus dem Grunde) wegen der Lehre R. Jehudas im Namen Rabhs. Nur unter seine Kinder und seine Familienangehörigen, nicht aber unter Fremde. Dies (aus dem Grunde) wegen der Lehre R. Jehudas im Namen Šemuéls. Eine große Portion gegen eine kleine an Fremde ist sogar am Wochentage verboten. – Aus welchem Grunde? – Wegen Glücksspieles.", "MAN DARF &C. DAS LOS WERFEN. Was heißt: nicht aber über die Portionen? R. Ja͑qob, Sohn der Tochter Ja͑qobs, erklärte: Nicht aber die Portionen vom vorherigen Wochentage am Feste. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, auch die Portionen vom Wochentage, da es heißt: 20Hos. 4,4.dein Volk ist wie die streitenden21Um Streit unter den Priestern zu vermeiden, sei dies erlaubt.Priester, so lehrt er uns.", "Ferner sagte R. Ja͑qob, Sohn der Tochter Ja͑qobs: Durch wen sein Nächster bestraft worden ist, den läßt man nicht in den Kreis22Wörtl. in die Umzäunung, in die Abgrenzung.des Heiligen, gepriesen sei er. – Woher dies: wollte man sagen, weil es heißt: 23iReg. 22,20–22.Und der Herr sprach: Wer will Aḥáb betören, daß er [zur Schlacht] ziehe und in Ramoth Gilea͑d falle? Und der eine sagte dies, der andere das. Da trat der Geist hervor, stellte sich vor den Herrn und sprach: Ich will ihn betören &c. Er antwortete: Ich will ausgehen und zum Lügengeiste in aller seiner Propheten Mund werden. Er sprach alsdann: Ja, du wirst die Betörung vollbringen; geh hinaus und tue also.", "Und auf unsere Frage, was dies für ein Geist war, erwiderte R. Joḥanan, es war der Geist Naboths; und [die Worte] geh hinaus erklärte Rabh: geh aus meinem Kreise hinaus. Vielleicht aber das aus dem Grunde, weil es heißt: 24Ps. 101,7.wer Lügen redet, soll nicht vor meinen Augen bestehen.", "Wollte man sagen, hieraus: 25Hab. 2,16.du hast dich mehr an Schande gesättigt als an Ehre; trinke nun auch du und werde vorhäutig. Du hast dich mehr an Schande gesättigt, als an Ehre, dies bezieht sich auf Nebukhadneçar; trinke nun auch du und werde vorhäutig, dies bezieht sich auf Çidqija. Aber erstens bezieht sich der ganze Schriftvers auf Nebukhadneçar, und ferner war ja Çidqija ein Gerechter, was konnte er denn dafür26Nach einer rabbinischen Sage, auf die der hier folgende Ausspruch Bezug nimmt, trieb Nebukhadneçar mit den von ihm besiegten Königen Päderastie, was ihm aber bei Çidqija nicht gelungen war.? R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs: Als jener Frevler dies auch an diesem Gerechten verüben wollte, ward sein Glied dreihundert Ellen lang. –", "Vielmehr hieraus:27Pr. 17,26.Auch ist es dem Gerechten nicht gut, zu strafen. Nicht gut’, heißt ‘schlecht’, und es heißt: 28Ps.5,5.denn du bist nicht ein Gott, der an Frevel Wohlgefallen hat; wer schlecht ist, darf bei dir nicht weilen. Du, Herr, bist ein Gerechter, in deiner Wohnung darf der Schlechte nicht weilen.", "Woher ist es erwiesen, daß ‘Ḥalašim’29Das in der Mišna gebrauchte Wort für Lose werfen.die Bedeutung ‘losen’ hat? – Es heißt:30Jes. 14,12.Wie bist du vom Himmel gefallen, du strahlender Morgenstern; wie bist du zu Boden gehauen, der du die Völker niederstrecktest [ḥoleš] &c. Hierzu sagte Rabba b. R. Hona: Dies lehrt, daß [Nebukhadneçar] zu losen pflegte, wer von den Großen der Reiche an diesem Tage zum männlichen Beischlaf zu verwenden sei. Es heißt:31Ib. V. 18.die Könige der Völker ruhten &c. Dies erklärte R. Joḥanan: Sie ruhten vom männlichen Beischlaf.", "Ferner sagte R. Joḥanan: Während aller Tage dieses Frevlers war kein Lachen im Munde irgend eines Geschöpfes, denn es heißt:32Ib. V. 7.es ruht, es rastet die ganze Welt, sie brechen in Jubel aus; bis dahin gab es demnach keinen Jubel.", "Ferner sagte R. Jiçḥaq im Namen R. Joḥanans: Es ist verboten, im Hause dieses Frevlers zu stehen, denn es heißt:33Ib. 13,21.und Bockteufel sollen dort umherspringen.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Als dieser Frevler dies auch an jenem Gerechten verüben wollte, ward sein Glied dreihundert Ellen lang und umgab die ganze Tischgesellschaft, denn es heißt: du hast dich mehr an Schande gesättigt als an Ehre, trinke nun auch du und werde vorhäutig; der Zahlenwert des Wortes A͑rel [vorhäutig] beträgt dreihundert.", "Ferner sagte R. Jehuda im Namen Rabhs: Als dieser Frevler in die Hölle hinabstieg, wurden alle Höllenbewohner erschüttert; sie sprachen: Kommt er vielleicht, um über uns zu herrschen? Oder kommt er, gleich uns geschwächt zu werden? Denn es heißt: 34Ib. 14,10.auch du bist schwach geworden wie wir, du bist uns gleich geworden. Da ertönte eine Hallstimme und sprach:35Ez. 32,19.Vor wem hast du an Annehmlichkeit voraus? Fahre hinab und lasse dir bei den Unbeschnittenen betten.", "[Es heißt:]36Jes. 14,4.wie hat der Bedrücker geendet, aufgehört hat Madheba. R. Jehuda erklärte im Namen Rabhs: Aufgehört hat diese Nation, die zu sagen pflegte:" ], [ "medod vehabe [miß und gib her]. Manche erklären: Die zu sagen pflegte: meod meod habe [recht viel gib her, ohne Maß].", "37Dan. 4,33.Und noch größere Macht als zuvor wurde mir verliehen. R. Jehuda erklärte im Namen des R. Jirmeja b. Abba: Dies lehrt, daß er auf einem männlichen Löwen ritt und ihm [als Zügel] eine Schlange an den Kopf band. Zur Bestätigung des Schriftverses: 38Jer. 27,6.Selbst die Tiere des Feldes gebe ich ihm, daß sie ihm dienstbar seien.", "iii MAN DARF AM ŠABBATH KEINE ARBEITER MIETEN, AUCH DARF MAN SEINEN NÄCHSTEN NICHT BEAUFTRAGEN, FÜR IHN ARBEITER ZU MIETEN. MAN DARF NICHT DIE DUNKELHEIT AN DER GRENZE39Dh. man darf nicht den Ausgang des Šabbaths an der äußersten Grenze des Šabbathgebietes abwarten, um die genannten Arbeiten sofort verrichten zu können.ABWARTEN, UM ARBEITER ZU MIETEN ODER FRÜCHTE ZU HOLEN; MAN DARF ABER AN DER GRENZE DIE DUNKELHEIT ABWARTEN, UM DA FRÜCHTE ZU BEWACHEN, SODANN DARF MAN WELCHE IN DER HAND MITNEHMEN. ABBA ŠAÚL SAGTE EINE REGEL: WEGEN EINER SACHE, MIT DER ICH JEMAND BEAUFTRAGEN DARF, DARF ICH DIE DUNKELHEIT [AN DER GRENZE] ABWARTEN.", "GEMARA. Selbstverständlich, welchen Unterschied gibt es denn zwischen ihm und seinem Nächsten!? R. Papa erwiderte: Wenn der Nächste ein Nichtjude ist.", "R. Aši wandte ein: Einen Nichtjuden zu beauftragen ist ja des Feierns wegen [verboten]!? – Du kannst auch sagen, wenn der Nächste ein Jisraélit ist, und er lehrt uns folgendes, daß man nämlich zu seinem Nächsten nicht sagen darf: ‘Miete für mich Arbeiter’, wohl aber [zum Arbeiter] sagen darf: ‘Wir wollen sehen, ob du dich abends bei mir einfinden wirst.’ Unsere Mišna vertritt die Ansicht des R. Jehošua͑ b. Qorḥa, denn es wird gelehrt: Man darf nicht zu einem sagen: ‘Wir wollen sehen, ob du dich abends bei mir einfinden wirst.’", "R. Jehošua͑ b. Qorḥa sagt, man dürfe zu einem sagen: ‘Wir wollen sehen, ob du dich abends bei mir einfinden wirst.’ Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Die Halakha ist wie R. Jehošua͑ b. Qorḥa. Ferner sagte Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans: Was ist der Grund des R. Jehošua͑ b. Qorḥa? Es heißt: 40Jes. 58,13.deinen Geschäften nachzugehen und Gespräche zu führen; das [geschäftliche] Sprechen ist verboten, das Denken ist erlaubt.", "R. Aḥa b. R. Hona wies Raba auf einen Widerspruch hin: Kann R. Joḥanan denn gesagt haben, nur das Sprechen sei verboten, das Denken aber erlaubt, wonach das Denken nicht dem Sprechen gleicht, Rabba b. Bar Ḥana sagte ja im Namen R. Joḥanans, man dürfe überall [über Worte der Tora] nachdenken, nur nicht in der Badestube und im Aborte!? – Anders ist es da; es heißt: 41Dt. 23,15.dein Lager soll heilig sein, was da nicht der Fall ist. –", "Es heißt ja aber auch:41Dt. 23,15.es soll bei dir kein schändliches Wort sein!? – Dies ist wegen einer Lehre R. Jehudas nötig, denn R. Jehuda sagte: Es ist verboten, vor einem nackten Nichtjuden das Šema͑ zu lesen. –", "Wieso vor einem Nichtjuden, dies ist ja auch vor einem Jisraéliten verboten!? – Dies ist selbstverständlich. Vor einem Jisraéliten ist es selbstverständlich verboten; man könnte aber glauben, vor einem Nichtjuden sei es erlaubt, da es von ihm heißt:42Ez. 23,20.deren Fleisch dem Fleische des Esels gleicht, so lehrt er uns. –", "Vielleicht ist es tatsächlich so!? – Die Schrift sagt:43Gen. 9,23.und die Scham ihres Vaters sahen sie nicht44Noa war Nichtjude.!? –", "Ist denn das Sprechen45In geschäftlichen Angelegenheiten, wie Kalkulationen udgl.verboten, R. Ḥisda und R. Hamnuna sagten ja beide, man dürfe am Šabbath Kalkulationen zu gottgefälligen Zwecken aufstellen!? Auch sagte R. Elea͑zar, man dürfe am Šabbath Gaben für die Armen festsetzen. Auch sagte R. Ja͑qob b. Idi im Namen R. Joḥanans, man dürfe sich am Šabbath mit der Lebensrettung und Gemeindeinteressen befassen. Ferner darf man Bethäuser besuchen, um für öffentliche Angelegenheiten Sorge zu tragen.", "Auch sagte R. Šemuél b. Naḥmani im Namen R. Jonathans, man dürfe am Šabbath Theater, Zirkusse und Basiliken besuchen, um für öffentliche Interessen zu sorgen. Und in der Schule Menašes wurde gelehrt, man dürfe sich am Šabbath um ein Mädchen bemühen, es zu verheiraten, ebenso um einen Knaben, ihm die Schriftkunde und ein Handwerk zu lehren. – Die Schrift sagt: deinen Geschäften nachzugehen und Gespräche zu führen; deine Geschäfte sind verboten, göttliche Geschäfte sind erlaubt.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Kalkulationen, von [welchen man sagt:] ‘Was geht es dich an?’, oder ‘Was ist dabei?’ sind am Šabbath erlaubt. Ebenso wird gelehrt: Kalkulationen über vergangene oder zukünftige Angelegenheiten sind am Šabbath verboten;" ], [ "solche aber von [welchen man sagt:] ‘Was geht dies dich an?’, oder ‘Was ist dabei?’", "sind erlaubt. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Man darf am Šabbath unnötige Kalkulationen machen, jedoch keine nötigen. Zum Beispiel: Man darf zu seinem Nächsten sagen: ‘So und so viele Arbeiter habe ich für dieses Feld gemietet’, ‘So und so viele Denarien habe ich auf diese Wohnung gewendet’, man darf aber nicht sagen: ’So und so viel habe ich bereits auf gewendet und so und so viel muß ich noch zuwenden’!?", "– Auch nach deiner Auffassung widerspricht sich ja jene Lehre46Anfangs heißt es, über vergangene Dinge sei es verboten, später aber, gleichgültige seien erlaubt.selbst; vielmehr gilt das eine, wenn der Lohn des Arbeiters noch bei ihm ist, und das andere, wenn der Lohn des Arbeiters nicht mehr bei ihm ist.", "MAN DARF NICHT DIE DUNKELHEIT [AN DER GRENZE] ABWARTEN. Die Rabbanan lehrten: Einst passierte es einem Frommen, daß [der Zaun] seines Feldes einen Riß bekam, und nachdem er ihn auszubessern beschlossen hatte, erinnerte er sich, daß es Šabbath war. Da unterließ er es und besserte ihn nicht aus. Da geschah ihm ein Wunder, daß [an dieser Stelle] ein Kaperngesträuch hervorsproß, aus dem er den Unterhalt für sich und für seine Familienangehörigen zog.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Man darf zu seinem Nächsten sagen: ‘Morgen gehe ich nach jener Stadt’, denn, wenn sich [auf dem Wege] Hütten47In kleinen Abständen, wodurch beide Städte vereinigt werden.befinden, darf man sogar [am Šabbath] gehen. –", "Wir haben gelernt: Man darf nicht die Dunkelheit an der Grenze abwarten, um Arbeiter zu mieten oder Früchte zu holen. Allerdings nicht, um Arbeiter zu mieten, da man dies am Šabbath nicht darf, bezüglich des Holens von Früchten aber sollte man doch sagen: ist da eine Umzäunung, so darf man dies [auch am Šabbath]!? – Dies kommt bei Früchten vor, die noch [am Boden] haften. –", "R. Oša͑ja lehrte ja aber, man dürfe nicht die Dunkelheit an der Grenze abwarten, um Stoppeln und Stroh zu holen. Allerdings Stoppeln, wenn sie noch am Boden haften, wie kann dies aber bei Stroh vorkommen? – Wenn das Stroh verfault48Solches darf man am Šabbath überhaupt nicht fortbewegen.ist. –", "Komm und höre: Man darf die Dunkelheit an der Grenze abwarten, um für die Interessen einer Braut oder eines Leichnams zu sorgen. Nur wegen der Interessen einer Braut oder eines Leichnams, nicht aber wegen anderer Angelegenheiten.", "Einleuchtend ist dies bezüglich einer anderen Angelegenheit, ähnlich der einer Braut, zum Beispiel eine Myrte49Diese wird bei der Hochzeitsfeier verwendet.abschneiden; eine Angelegenheit aber ähnlich der eines Leichnams ist ja das Herbeiholen von Sarg und Totengewand, und er lehrt, nur für einen Leichnam, sonst aber nicht.", "Weshalb denn, man sollte doch sagen: ist da eine Umzäunung, so darf man dies [auch am Šabbath]!? – Beim Leichnam gilt dies vom Zuschneiden eines Totengewandes.", "MAN DARF DIE DUNKELHEIT ABWARTEN. Obgleich man den Unterscheidungssegen noch nicht gesprochen50Darf man die am Šabbath verbotene Arbeit sofort beginnen.hat; aber R. Elea͑zar b. Antigonos sagte ja im Namen des R. Elie͑zer b. Ja͑qob, es sei verboten, seine Geschäfte zu verrichten, bevor man den Unterscheidungssegen gesprochen hat!? Wolltest du sagen, wenn man bereits den Unterscheidungssegen im Gebete gesprochen hat, so sagte ja R. Jehuda im Namen Šemuéls, wer den Unterscheidungssegen im Gebete gesprochen hat, müsse ihn auch über den Becher sprechen!? Wolltest du sagen, wenn man ihn über den Becher gesprochen hat: wo gibt es denn einen Becher auf dem Felde!? R. Nathan b. Ami erklärte es vor Raba: Dies gilt von dem Falle, wenn man sich zwischen den Keltern51Wo man einen Becher bei der Hand hat.befindet.", "R. Abba sprach zu R. Aši: Im Westen sprachen wir nur: ‘Der zwischen Heilig und Profan unterscheidet’, dann verrichteten wir unsere Geschäfte. R. Aši erzählte: Als wir im Hause R. Kahanas waren, sprach er: ‘Der zwischen Heilig und Profan unterscheidet’, dann spalteten wir Holz.", "ABBA ŠAÚL SAGTE EINE REGEL: WEGEN &C. Sie fragten: Worauf bezieht sich Abba Šaúl? Wollte man sagen, auf den Anfangssatz, man dürfe die Dunkelheit nicht an der Grenze abwarten, um Arbeiter zu mieten oder Früchte zu holen," ], [ "wieso sagt er demnach: wegen einer Sache, mit der ich jemand beauftragen darf, darf ich die Dunkelheit abwarten, er müßte ja sagen: wegen einer Sache, mit der ich einen anderen nicht beauftragen darf, darf ich die Dunkelheit nicht abwarten!? Und wollte man sagen, auf den Schlußsatz: man dürfe die Dunkelheit an der Grenze abwarten, um da Früchte zu bewachen, sodann dürfe man sie mit der Hand mitnehmen, so müßte er ja sagen: mit einer Sache, wegen der ich die Dunkelheit abwarten darf, darf ich jemand beauftragen!? –", "Tatsächlich auf den Schlußsatz, Abba Šaúl bezieht sich aber auf folgende Lehre: R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Man darf zu seinem Nächsten sagen: ‘Bewache du meine in deinem Gebiete befindlichen Früchte, und ich werde deine in meinem Gebiete befindlichen bewachen.’ Hierauf bezugnehmend sprach Abba Šaúl zum ersten Tanna: Auch du pflichtest wohl bei, daß man zu seinem Nächsten sagen darf: ‘Bewache du meine in deinem Gebiete befindlichen Früchte, und ich werde deine in meinem Gebiete befindlichen bewachen.’", "Wegen einer Sache, mit der ich jemand beauftragen darf, darf ich auch die Dunkelheit abwarten. – Was schließt die Regel ein? – Sie schließt folgendes ein, was die Rabbanan gelehrt haben: Man darf nicht die Dunkelheit an der Grenze abwarten, um ein Ter heimzubringen; befindet es sich außerhalb des Gebietes, so rufe man es, damit es herankomme. Abba Šaúl sagte eine Regel: Wegen einer Sache, mit der ich jemand beauftragen darf, darf ich die Dunkelheit abwarten.", "Man darf die Dunkelheit abwarten, um für die Interessen einer Braut oder für die Interessen eines Leichnams zu sorgen, für ihn Sarg und Totengewand zu holen. Man darf auch zu einem sagen: ‘Geh nach diesem Orte, und wenn du in diesem Orte nicht bekommst, hole aus jenem Orte; bekommst du nicht für eine Mine, so hole für zweihundert52Sc. Denare; die gewöhnliche Mine, Geldbetrag, möglicherweise geprägte Goldmünze, in der Bibel als Gewicht bekannt, hat 100 Denare.. R. Jose b. R. Jehuda sagt: Nur darf man ihm einen bestimmten [zu zahlenden] Preis nicht nennen.", "iv MAN DARF DIE DUNKELHEIT AN DER GRENZE ABWARTEN, UM FÜR DIE INTERESSEN EINER BRAUT ODER FÜR DIE INTERESSEN EINES LEICHNAMS ZU SORGEN, FÜR IHN SARG UND TOTENGEWAND ZU HOLEN. WENN EIN NICHTHUDE AM ŠABBATH FLÖTEN GEBRACHT HAT, SO DARF SIE DER JISRAÉLIT [NIE] ZUR TRAUER BENUTZEN, ES SEI DENN, SIE SIND AUS EINEM NAHEN ORTE53Innerhalb des Š.gebietes.GEBRACHT WORDEN. HATTE MAN [AM ŠABBATH] FÜR [EINEN NICHTJUDEN] EINEN SARG GEFERTIGT ODER EIN GRAB GEGRABEN, SO DARF EIN JISRAÉLIT DARIN BEERDIGT WERDEN; WENN ABER FÜR DEN JISRAÉLITEN, SO DARF ER NIE DARIN BEERDIGT WERDEN.", "GEMARA. Was heißt ‘naher Ort’? Rahh erklärte: Wörtlich, aus einem nahen54Dh. nur wenn dies sicher ist; bei etwaigem Zweifel ist es verboten.Orte. Šemuél erklärte: Man nehme an, daß sie sich über Nacht nur außerhalb der Stadtmauer befunden55Jedoch innerhalb des Š.gebietes; bei etwaigem Zweifel ist es erlaubt.haben. –", "Aus unserer Mišna ist die Ansicht Šemuéls zu entnehmen, denn diese lehrt, daß, wenn man für ihn einen Sarg gefertigt oder ein Grab gegraben hat, ein Jisraélit darin beerdigt werden dürfe. Demnach ist es in einem Zweifel56Schon die Tosaphoth weisen darauf hin, daß diese Mišnastelle garnicht von einem Falle des Zweifels spricht; sie streichen diesen ganzen Passus.erlaubt, ebenso ist es auch hierbei in einem Zweifel erlaubt.", "Und es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Rabh: Wenn in einer Stadt, in der Jisraéliten und Nichtjuden wohnen, eine Badeanstalt vorhanden ist, die am Šabbath in Betrieb ist, so darf man, falls die Mehrheit aus Nichtjuden besteht, abends sofort baden, falls aber die Mehrheit aus Jisraéliten besteht, erst nach einem Zeiträume, in dem das Wasser heiß werden kann; wenn Hälfte gegen Hälfte, so ist es verboten, und man muß einen Zeitraum abwarten, in dem das Wasser heiß werden kann. R. Jehuda sagt, in einer kleinen Wanne57Von der man abends annehmen kann, sie sei erst eben gewärmt worden.dürfe man, wenn da Vornehmheit ist, [abends] sofort baden. –", "Was heißt Vornehmheit? R. Jehuda erklärte im Namen R. Jiçḥaqs, des Sohnes R. Jehudas: Wenn da ein vornehmer Mann ist, der zehn Sklaven hat, die ihm zehn Kessel [Wasser] mit einem Male aufwärmen, so ist es in einer kleinen Wanne [abends] sofort zu baden erlaubt.", "HATTE MAN [AM ŠABBATH] FÜR IHN EINEN SARG GEFERTIGT ODER EIN GRAB GEGRABEN &C. Wieso denn, man sollte doch auch hierbei einen Zeitraum abwarten, in dem man dies machen kann!? U͑la erwiderte: Wenn [das Grab] sich auf offener Straße befindet58Es ist offenbar, daß es nicht für den Jisraéliten bereitet wurde.. – Allerdings ein Grab, wie ist es aber bezüglich des Sarges zu erklären!? R. Abahu erwiderte: Wenn [der Sarg] sich am Grabe befindet.", "v,1 MAN DARF ALLE ERFORDERNISSE DES LEICHNAMS VERRICHTEN: MAN DARF IHN SALBEN UND SPÜLEN, NUR KEIN GLIED AN IHM RÜHREN; MAN DARF FERNER DAS UNTER IHM BEFINDLICHE POLSTER HERAUSZIEHEN UND IHN AUF DEM SANDE LIEGEN LASSEN, DAMIT ER\n" ], [ "UNVERSEHRT BLEIBE; FERNER DARF MAN IHM DAS KINN FESTBINDEN, NICHT UM ES ZU HEBEN, SONDERN DAMIT ES NICHT WEITER [SINKE]. EBENSO DARF MAN EINEN GEBROCHENEN BALKEN MIT EINER BANK ODER EINEM SEITENBRETTE EINES BETTES STÜTZEN, NICHT UM IHN ZU HEBEN, SONDERN DAMIT ER NICHT WEITER[BRECHE].", "GEMARA. R. Jehuda erzählte ja aber im Namen Šemuéls: Einst folgte ein Schüler R. Meírs ihm in die Badestube und wollte für ihn [den Boden] abspülen; da sprach dieser: Man darf nicht abspülen. Als jener den Boden [mit Öl] bestreichen wollte, sprach dieser: Man darf nicht bestreichen59Wenn man es nicht bewegen darf, darf man es auch nicht zum Streichen benutzen.!? – Ein Boden mit einem Boden60Er hat es ihm nicht wegen des Fortbewegens verboten, sondern wegen des Glättens des Bodens, obgleich beim gepflasterten Boden eines Badehauses das Ebnen von Vertiefungen nicht zu berücksichtigen ist, weil man ihn mit einem anderen Boden verwechseln könnte.ist zu verwechseln, ein Leichnam mit einem Boden ist nicht zu verwechseln. –", "Was schließt [das Wort] ‘alle’ ein? – Dies schließt folgendes ein, was die Rabbanan gelehrt haben: Man darf kühlende Geräte und Metallgeräte holen und ihm auf den Bauch legen, damit er nicht aufdunse; ferner darf man ihm die Öffnungen verstopfen, damit keine Luft eindringe.", "Auch Šelomo sprach in seiner Weisheit:61Ecc. 12,6.Ehe noch der silberne Strick zerreißt: das ist das Rückenmark. Und die goldene Schale zerbricht: das ist das Zeugungsglied. Und der Eimer am Born zertrümmert: das ist der Bauch. Und das Rad am Brunnen zerbricht: das ist der Mist, wie es heißt:", "62Mal. 2,3.und ich werde euch den Mist ins Gesicht streuen, den Mist euerer Feste. Hierzu sagte R. Hona, manche sagen, R. Ḥaga: Das sind die Leute, die die Tora lassen und ihre Tage zu Festen machen. R. Levi sagte im Namen R. Papis im Namen R. Jehošua͑s: Nach drei Tagen platzt ihm der Bauch und wirft ihm [den Mist] aufs Gesicht, indem er spricht: Nimm, was du in mich hineingetan hast.", "v,2 MAN DARF AM ŠABBATH NICHT EINEM TOTEN DIE AUGEN ZUDRÜCKEN; EINEM STERBENDEN AUCH NICHT AM WOCHENTAGE. WER EINEM STERBENDEN DIE AUGEN ZUDRÜCKT, IST EIN BLUTVERGIESSER.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wer einem Sterbenden die Augen zudrückt, ist ein Blutvergießer. Dies ist ebenso, wie wenn jemand seinen Finger auf ein ausgehendes Licht legt, wodurch es sofort erlischt. Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Wünscht jemand, daß die Augen des Toten sich schließen, so blase er ihm Wein in die Nase, tue etwas Öl zwischen seine Wimpern und fasse seine großen Zehen an, sodann schliessen sie sich von selbst.", "Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Man entweihe den Šabbath wegen eines einen Tag alten lebenden Kindes, man entweihe aber den Šabbath nicht wegen des toten David, des Königs Jisraéls63Cf. Fol. 30b.. Man entweihe den Šabbath wegen eines einen Tag alten lebenden Kindes, denn die Tora sagt, daß man seinethalben einen Šabbath entweihe, damit es viele Šabbathe halte. Man entweihe den Šabbath nicht wegen des toten David, des Königs Jisraéls, denn sobald der Mensch tot ist, ist er von den Geboten frei. Das ist es, was R. Joḥanan gesagt hat:64Ps. 88,6.Mit den Toten frei; sobald der Mensch gestorben ist, ist er von den Geboten frei.", "Ferner wird gelehrt: R.Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Ein einen Tag altes lebendes Kind braucht man vor Maulwürfen und Mäusen nicht zu bewachen, den toten O͑g, König von Bašan65Nach der jüd. Sage hatte dieser König eine fabelhaft riesige Größe; cf. Ber. Fol. 54b., müßte man vor Maulwürfen und Mäusen bewachen, denn es heißt:66Gen. 9,2.euere Furcht und euer Schrecken sei über alle &c. Solange der Mensch lebt, fürchten ihn die Tiere, sobald er stirbt, hört die Furcht auf.", "R. Papa sagte: Es ist uns überliefert, daß ein Löwe zwei Personen nicht anfällt67Die Schrift spricht in der Mehrzahl.. – Wir sehen ja aber, daß er wohl anfällt!? – Dies nach Rami b. Abba, denn Rami b. Abba sagte: Ein Tier gewinnt nur dann Macht über einen Menschen, wenn er ihm wie ein Vieh erscheint, denn es heißt:68Ps. 49,13.und der Mensch in Herrlichkeit hat nicht Bestand; er wird beherrscht, wenn er wie ein Vieh erscheint. R. Ḥanina sagte: Man darf nicht in einem Hause allein schlafen, und wer in einem vereinzelt stehenden Hause schläft, wird von der Lilith69Nachtgespenst (von לילה Nacht), ähnlich den Harpyien in der altgriechischen Sage. Ganz gegen die Konstruktion u. gegen die ausdrückliche Erklärung des Sohar Bd.III ep. fol. 45a ist die übliche Übersetzung: wer allein in einem Hause schläft. überfallen.", "Ferner wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Übe [Wohltat], so lange du Gelegenheit und Mittel hast und es noch in deiner Macht steht. Auch Šelomo spricht in seiner Weisheit:70Ecc. 12,1.Und gedenke deines Schöpfers in deiner Jugend, ehe denn die bösen Tage kommen, das sind die Tage des Greisenalters; und die Jahre herannahen, von denen du sagen wirst: sie gefallen mir nicht, das sind die messianischen Tage, in denen es weder Verdienst noch Verschuldung gibt.", "Er streitet somit gegen Šemuél, denn Šemuél sagte: Es gibt keinen anderen Unterschied zwischen dieser Welt und den messianischen Tagen, als die Knechtschaft der Regierungen, denn es heißt:71Dt. 15,11.nie wird der Dürftige im Lande aufhören.", "Es wird gelehrt: R. Elea͑zar ha-Qappar sagte: Stets flehe der Mensch wegen dieser Sache72Wegen der Armut.um Erbarmen; ist er selbst nicht [in diese Lage] gekommen, so kann sein Sohn kommen, ist sein Sohn nicht gekommen, so kann sein Sohnessohn kommen, denn es heißt:73Dt. 15,10.wegen dieser Tat, und hierzu wurde in der Schule R. Jišma͑éls gelehrt: Es ist ein um die Welt sich drehendes Rad74גלל wegen, gl. גלגל Rad, Kreis.. R. Joseph sagte: Es ist uns überliefert, daß ein Gelehrter nicht verarmt. – Wir sehen ja aber, daß er wohl verarmt!? – Wenn er auch verarmt, betteln geht er aber nicht.", "R. Ḥija sprach zu seiner Frau: Wenn ein Armer kommt, bringe ihm Brot entgegen, damit man auch deinen Kindern Brot entgegenbringe. Da sprach sie zu ihm: Du verfluchest sie! Er erwiderte: Es ist ein Schriftvers: wegen dieser Tat, und hierzu wurde in der Schule R. Jišma͑éls gelehrt: Es ist ein um die Welt sich drehendes Rad. Es wird gelehrt: R. Gamliél Berabbi sagte:75Dt. 13,18.Und er wird dir Erbarmen geben und sich deiner erbarmen; wer sich seiner Mitmenschen erbarmt, dessen erbarmt man sich im Himmel, und wer sich seiner Mitmenschen nicht erbarmt, dessen erbarmt man sich auch nicht im Himmel.", "76Ecc. 12,2.Ehe sich noch die Sonne verfinstert und das Licht, das sind die Stirn und die Nase; und der Mond, das ist die Seele; und die Sterne, das sind die Wangen; und die Wolken nach dem Regen wiederkehren, das ist das Augenlicht des Menschen, das nach dem Weinen schwindet. Šemuél sagte: Bis zu vierzig Jahren kommt die Träne wieder, später nicht mehr.", "R. Naḥman sagte: Bis zu vierzig Jahren schärft das Stibium [das Augenlicht], später erhält es dasselbe nur, erweitert es aber nicht, selbst wenn [der Spritzenkolben] dick wie ein Weberrohr ist. – Was lehrt er uns damit? – Je dicker der Spritzenkolben ist, desto wirksamer ist es.", "Dem R. Ḥanina starb eine Tochter, und er weinte über sie nicht. Da sprach seine Frau zu ihm: Du scheinst eine Henne aus deinem Hause fortgebracht zu haben!? Er erwiderte: Beides noch, Kinderlosigkeit und Blindheit!? Er hält also mit dem, was R. Joḥanan im Namen des R. Jose b. Qeçarta gesagt hat: Es gibt sechs Arten Tränen, von denen drei zuträglich und drei schädlich sind: vom Rauch, vom Weinen" ], [ "und vom [schmerzhaften] Stuhlgang sind sie schädlich; vom Gewürze, vom Lachen und von [scharfen] Früchten sind sie zuträglich.", "77Ib. V. 3.Zur Zeit, wo die Hüter des Hauses zittern, und &c. krümmen. Zur Zeit, wo die Hüter des Hauses zittern, das sind die Flanken und die Rippen; und die starken Männer sich krümmen, das sind die Schenkel; und die Müllerinnen müßig stehen, das sind die Zähne; und finster werden, die durch die Fenster sehen, das sind die Augen.", "Der Kaiser sprach zu R. Jehošua͑ b. Ḥananja: Weshalb bist du nicht in das Abidanhaus gekommen? Dieser erwiderte: Der Berg ist mit Schnee bedeckt, seine Umgebung voll Reif, seine Hunde bellen nicht, und seine Müller mahlen nicht78Anspielung auf seine Altersschwäche u. Gebrechlichkeit.mehr. In der Schule Rabhs sagten sie: Ich suche bereits, was ich nicht verloren79Der Gebrechliche geht so, als suche er etwas.habe.", "Es wird gelehrt: R. Jose b. Qisma sagte: Besser sind zwei als drei80Im Alter muß man einen Stab als Stütze haben.; wehe, daß das eine fortgeht und nie wiederkehrt. – Was ist das? R. Ḥisda erwiderte: die Jugend. Als R. Dimi kam, sagte er: Die Jugend ist ein Rosenkranz, das Alter ist ein Weidenkranz81Nach anderer Erklärung Dornenkranz.. Im Namen R. Meírs wurde gelehrt: Mahle mit den Zähnen, so findest du es in den Schritten, denn es heißt:82Jer. 44,17.da hatten wir Brot genug, und befanden uns wohl und erlebten kein Unheil. Šemuél sprach zu R. Jehuda: Scharfsinniger, öffne deinen Sack und tue Brot hinein. Bis vierzig Jahren ist das Essen zuträglich, von da ab ist das Trinken zuträglich.", "Einst sprach ein Eunuch zu R. Jehošua͑ b. Qorḥa: Wie weit ist es von hier nach Qorḥina83Zu Deutsch ungefähr: Glatzstadt, Anspielung auf den Namen Qorḥa, dh. Glatze.? Dieser erwiderte: Wie von hier bis Gozneja84Ungefähr: Eunuchia; ein solcher Ortsname ist sonst unbekannt, wahrscheinlich erdichtet.. Der Minäer sprach ferner: Einen kahlen Bock um vier [Geldstücke], Dieser erwiderte: Ein kastrierter Hammel um acht.", "Als jener bemerkte, daß er keine Schuhe anhatte, sprach er: Zu Pferd der König, auf einem Esel der Edelherr, mit Schuhen an den Füßen der gewöhnliche Mann; besser als einer, der weder dies noch jenes hat, ist derjenige, der verscharrt und begraben ist. Dieser erwiderte: Eunuch, Eunuch, dreierlei sagtest du mir und dreierlei sollst du hören: die Zierde des Antlitzes ist der Bart, die Freude des Herzens ist die Frau,85Ps. 127,3.ein vom Herrn verliehener Besitz sind Kinder; gepriesen sei Gott, der diesem Manne dies alles vorenthalten hat. Jener sprach: Zänkischer Glatzkopf! – Dieser erwiderte: Kastrierter Hammel, es ist eine Zurechtweisung.", "Rabbi sprach zu R. Šimo͑n b. Ḥalaphta: Weshalb konnten wir dich am Feste nicht begrüßen, wie deine Vorfahren von meinen Vorfahren begrüßt zu werden pflegten? Dieser erwiderte: Die [kleinen] Felsen sind hoch geworden, die naheliegenden sind von einander entfernt worden, aus zweien sind drei80Im Alter muß man einen Stab als Stütze haben.geworden, und der Friedensstifter des Hauses86Das Zeugungsglied; das Ganze gibt eine bildliche Darstellung von der Gebrechlichkeit des Körpers.hat seine Tätigkeit eingestellt.", "87Ecc. 12,4.Und die Tür nach der Straße verschlossen wird &c., das sind die Öffnungen am [Körper des] Menschen; indem das Geräusch der Mühle abnimmt, wo der Magen nicht mehr verdaut; und man aufsteht beim Laute eines Vogels, wo selbst ein Vögelchen ihn aus dem Schlafe weckt; und alle Sängerinnen niedergebeugt sind, wo selbst die Laute der Sänger und Sängerinnen ihn niederdrücken88Wörtl.: ihm als Grube [nach Handschriften, als Plauderei] erscheinen..", "Auch Barzilaj aus Gilea͑d sprach zu David:89iiSam. 19,36.Achtzig Jahre bin ich jetzt alt; könnte ich da noch Gutes und Schlechtes unterscheiden? Hieraus, daß bei den Greisen die Sinne sich verändern. Oder würde dein Knecht einen Geschmack von dem haben, was ich esse und trinke? Hieraus, daß bei den Greisen die Lippen schlotterig werden. Oder könnte ich noch der Stimme der Sänger und Sängerinnen lauschen? Hieraus, daß bei den Greisen die Ohren abgestumpft werden.", "Rabh sagte: Barzilaj aus Gilea͑d war ein Lügner; im Hause Rabbis war eine zweiundneunzigjährige Magd, die noch den Topf zu kosten pflegte. Raba sagte: Barzilaj aus Gilea͑d frönte der Wollust, und wer der Wollust frönt, den überfällt [frühzeitiges] Alter. Es wird gelehrt: R. Jišma͑él b. R. Jose sagte: Die Schriftgelehrten nehmen, je älter sie werden, an Weisheit zu, wie es heißt:90Ij. 12,12.bei Greisen ist Weisheit, langes Leben ist Einsicht; die Leute aus dem gemeinen Volke nehmen, je älter sie werden, an Torheit zu, wie es heißt:91Ib. V. 20.entzieht Wohlbewährten die Rede und beraubt Greise des gesunden Verstandes.", "92Ecc. 12,5.Auch fürchtet man sich vor Anhöhen, selbst ein kleines Hügelchen erscheint ihm als gewaltiger Berg; und Schrecknisse auf dem Wege, wenn er auf dem Wege geht, ist er voller Beunruhigung; und es blüht der Mandelbaum, das ist das Hüftbein; und es schleppt sich die Heuschrecke, das sind die Hinterbacken; und es versagt der Reiz, das ist die Leidenschaft. R. Kahana las93Wörtl. teilte; פסיק, wohl derivativ von פסוק (Bibelvers), Bibelverse lesen.Bibelabschnitte vor Rabh, und als er an diesen Vers herankam, seufzte dieser und stöhnte. Da sprach er: Es scheint, daß bei Rabh die Leidenschaft aufgehört hat.", "R. Kahana sagte: Es heißt:94Ps. 33,9.denn er gebot, da geschah es, das ist die Frau; er befahl, da stand es da, das sind die Kinder. Es wird gelehrt: Die Frau ist ein Schlauch voll Unrat; ihre Öffnung ist voll Blut, dennoch läuft jeder ihr nach.", "95Ecc. 12,5.Denn der Mensch geht zu seinem ewigen Hause hin. R. Jiçḥaq sagte: Dies lehrt, daß man jedem Gerechten eine seiner Ehre gebührende Wohnung errichtet. Ein Gleichnis. Wenn ein König [aus Fleisch und Blut] mit seiner Dienerschaft in die Stadt kommt, treten sie alle in ein Tor ein, beim Übernachten aber gibt man jedem eine seiner Ehre gebührende Wohnung.", "Ferner sagte R. Jiçḥaq: Es heißt:96Ecc. 11,10.denn die Jugend und die Schwärze des Haares sind eitel. Die [schlechten] Dinge, die der Mensch in seiner Jugend tut, verschwärzen ihm das Gesicht im Alter.", "Ferner sagte R. Jiçḥaq: Schmerzhaft ist der Wurm dem Fleische des Toten, wie eine Nadel dem Fleische des Lebenden, denn es heißt:97Ij. 14,22.solange sein Fleisch auf ihm, schmerzt ihn. R. Ḥisda sagte: Die Seele des Menschen trauert über ihn sieben Tage, denn es heißt:98Gen. 10,10.und seine Seele trauert über ihn, und es heißt:98Gen. 10,10.und er veranstaltete für seinen Vater eine siebentägige Trauer.", "R. Jehuda sagte: Wenn ein Toter keine Leidtragenden99Wörth Tröstende, dh. solche, die der Tröstung benötigen.hinterläßt, so müssen zehn Leute hingehen und sich auf seinen Platz100Wo er starb.hinsetzen. Einst starb jemand in der Nachbarschaft R. Jehudas und hinterließ keine Leidtragenden;" ], [ "da brachte R. Jehuda an jedem [der sieben] Tage je zehn Leute, die auf seinem Platze saßen. [Nach sieben Tagen] erschien er R. Jehuda im Traume und sprach zu ihm: Mögest du Befriedigung finden, wie du mir Befriedigung verschafft hast.", "R. Abahu sagte: Der Tote weiß alles, was man, bevor der Rollstein101Vor die Öffnung der in den Felsen gehauenen Gräberhöhle (חצר הקבר oder גת הקבר cf. Ah. XV,8), von der aus man in die Gräber oder Grüfte (כוכין) gelangte, wurde außer dem eigentlichen in die Öffnung geschobenen Verschlußsteine noch ein großer schwerer Stein herangerollt; ursprünglich rund und zum Rollen eingerichtet, daher die Bezeichnung Rollstein (גולל). Damit dieser Stein nicht von selber fortrollte, hatte er an einer oder beiden Seiten eine Stütze, genannt דופק der Schlagende, weil sie gegen den Stein schlug.sich schließt, vor ihm spricht. Hierüber streiten R. Ḥija und R. Šimo͑n b. Rabbi: Einer sagt, bis der Rollstein sich schließt, und einer sagt, bis das Fleisch verwest ist.", "Einer sagt, bis das Fleisch verwest ist, denn es heißt: solange sein Fleisch auf ihm, schmerzt ihn, und seine Seele trauert über ihn. Und einer sagt, bis der Rollstein sich schließt, denn es heißt: 102Ecc. 12,7.und der Staub zur Erde zurückkehrt, wie er gewesen &c.", "Die Rabbanan lehrten:102Ecc. 12,7.Und der Geist kehrt zu Gott zurück, der ihn gegeben hat. Gib ihn ihm zurück, wie er ihn dir gegeben hat, [wie er dir] in Reinheit, ebenso du ihm in Reinheit. Ein Gleichnis. Einst verteilte ein König aus Fleisch und Blut unter seine Diener königliche Gewänder; die Klugen wickelten sie zusammen und legten sie in die Truhe, die Toren aber verrichteten in diesen ihre Arbeit. Als nach Tagen der König nach seinen Gewändern verlangte, gaben die Klugen sie ihm sauber zurück, die Toren aber gaben sie ihm schmutzig zurück. Da freute sich der König über die Klugen, über die Toren aber zürnte er.", "Darauf ordnete er bezüglich der Klugen an: Die Gewänder sind in die Schatzkammer zu bringen, und diese mögen in Frieden nach Hause gehen. Bezüglich der Toren aber ordnete er an: Die Gewänder sind zum Wäscher zu bringen, und diese sperre man ins Gefängnis.", "Ebenso spricht auch der Heilige, gepriesen sei er, über den Leib der Gerechten: 103Jes. 57,2.Er komme in Frieden, sie mögen auf ihren Lagerstätten ruhen. Und von ihrer Seele heißt es:104iSam. 25,29.so möge die Seele meines Herrn in das Bündel des Lebens eingebunden sein. Über den Leib der Frevler aber spricht er: 105Jes. 48,22.Keinen Frieden, spricht der Herr, gibt es für die Frevler. Und von ihrer Seele heißt es:104iSam. 25,29.und die Seele deiner Feinde möge er in de Schleuderpfanne fortschleudern.", "Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Die Seelen der Gerechten werden unter dem Throne der Herrlichkeit verwahrt, wie es heißt: so möge die Seele meines Herrn in das Bündel des Lebens eingebunden sein; die der Frevler werden hin- und106So sinngemäß; das im Texte gebrauchte Wort זוממות wird verschieden erklärt (eingeschlossen, gebunden, baumelnd, schmutzig), u. etymologisch abenteuerlich begründet.hergeschleudert. [Ein Engel steht an einem Ende der Welt und ein anderer Engel am anderen Ende der Welt und sie schleudern einander ihre Seelen zu,] wie es heißt: und die Seele deiner Feinde möge er in der Schleuderpfanne fortschleudern.", "Rabba sprach zu R. Naḥman: Wie ist es mit den Mittelmäßigen? Dieser erwiderte: Wäre ich tot, so würde ich euch dies nicht gesagt haben. Šemuél sagte, die einen und die anderen werden dem Duma übergeben; die einen haben Ruhe, die anderen haben keine Ruhe. R. Mari sagte (zu ihm): Auch die Gerechten werden dereinst in Staub verwandelt, denn es heißt:107Ecc. 12,7.und der Staub zur Erde zurückkehrt, wie er gewesen.", "Einst gruben Gräber auf einem Grundstücke R. Naḥmans, und R. Aḥaj b. Jošija108Der auf dieser Stelle bestattet war.schnaubte sie an. Da kamen sie zu R. Naḥman und sprachen zu ihm: Ein Mann schnaubte uns an. Hierauf ging er hin und sprach: Wer ist der Herr? Jener erwiderte: Ich bin Aḥaj b. Jošija. Dieser sprach: Sagte etwa nicht R. Mari, daß auch die Gerechten dereinst in Staub verwandelt werden!? Jener erwiderte: Was ist das für ein Mari, den ich nicht kenne? Da sprach dieser: Die Schrift sagt ja: und der Staub zur Erde zurückkehrt, wie er gewesen.", "Jener erwiderte: Wer dich [das Buch] Qoheleth lehrte, lehrte dich nicht [das Buch] der Sprüche. In diesem heißt es:109Pr. 14,30.der Neid ist eine Fäulnis der Knochen; wer Neid in seinem Herzen trägt, dessen Knochen verfaulen, wer keinen Neid in seinem Herzen trägt, dessen Knochen verfaulen nicht.", "Hierauf betastete ihn dieser und bemerkte an ihm etwas Faßbares. Da sprach er: Möge doch der Meister ins Haus kommen! Jener entgegnete: Du hast nun bekundet, daß du auch die Propheten nicht gelesen hast, denn es heißt; 110Ez. 37,13.damit ihr erkennet, daß ich der Herr bin, wenn ich euere Gräber öffne. –", "Es heißt ja aber:111Gen. 3,19.denn Erde bist du, und zu Erde mußt du wieder werden!? Jener erwiderte: Dies erfolgt eine Stunde vor der Auferstehung der Toten.", "Ein Minäer sprach zu R. Abahu: Ihr sagt, die Seelen der Gerechten werden unter dem Throne der Herrlichkeit verwahrt, wieso konnte demnach die Totenbeschwörerin den Šemuél112Cf. iSam. Kap.28.durch Nekromantie heraufsteigen lassen? Dieser erwiderte: Es war innerhalb der zwölf Monate. Es wird nämlich gelehrt: Zwölf Monate bleibt der Körper erhalten, und die Seele steigt auf und ab; nach zwölf Monaten verwest der Körper," ], [ "und die Seele steigt hinauf, ohne wieder herabzukommen.", "R. Jehuda, Sohn des R. Šemuél b. Šila, sagte im Namen Rabhs: Aus der Trauerrede über einen Menschen ist zu ersehen, ob er ein Kind der zukünftigen Welt ist oder nicht. – Dem ist ja aber nicht so. Rabh sagte ja zu R. Šemuél b. Šila: Halte die Trauerrede [über mich] mit Wärme, denn ich bin da anwesend113Dies war also auch bei einem so bedeutenden Manne erforderlich.!? – Das ist kein Einwand; das eine, wenn die Wärme [auf die Hörer] einwirkt, das andere, wenn sie nicht einwirkt.", "Abajje sprach zu Rabba: Wer wird beispielsweise den Meister mit Wärme betrauern, den ja ganz Pumbeditha haßt114Die Leute von P. waren Diebe und Betrüger (cf. Hul. 127a), und er mußte sie oft zurechtweisen.!? Dieser erwiderte: Es genügt, wenn du und Rabba b. R. Ḥanan es tun.", "R. Elea͑zar fragte Rabh: Wer ist ein Kind der zukünftigen Welt? Dieser erwiderte:115Jes. 30,21.Und deine Ohren werden hinter dir den Ruf vernehmen: Das ist der Weg, in dem ihr wandeln sollt! Wenn ihr nach rechts oder nach links abbieget. R. Ḥanina sagte: Mit dem seine Lehrer zufrieden sind. 116Ecc. 12,5.Und auf der Straße gehen die Klagenden umher. Hierzu sagen die Galiläer: Übe Taten aus, die man dir vor deiner Bahre nachsagen kann. Die Judäer sagen: Übe Taten aus, die man dir hinter deiner Bahre nachsagen kann. Sie streiten aber nicht; diese nach ihrem Brauche, und jene nach ihrem117In G. pflegten die Klagenden vor, in J. dagegen hinter der Bahre zu gehen.Brauche.", "Dort haben wir gelernt: R. Elie͑zer sagte: Tue Buße einen Tag vor deinem Tode. Die Schüler sprachen zu R. Elie͑zer: Weiß denn der Mensch, an welchem Tage er sterben wird? Dieser erwiderte: Um so mehr muß er heute Buße tun, vielleicht stirbt er morgen; es ergibt sich also, daß er all seine Tage in Buße verbringt. Ebenso sagte Šelomo in seiner Weisheit:118Ecc. 9,8.Zu jeder Zeit mögen deine Kleider weiß sein, und deinem Haupte mangele es nie an Öl.", "R. Joḥanan b. Zakkaj sagte ein Gleichnis: Einst lud ein König seine Diener zur Mahlzeit und setzte ihnen keine Zeit fest. Die Klugen schmückten sich und setzten sich vor die Tür des Königs, indem sie sprachen: Fehlt denn etwas119Die Tafel kann zu jeder Zeit beginnen.im Hause des Königs? Die Toren dagegen gingen zur Arbeit fort, indem sie sprachen: Gibt es denn eine Mahlzeit ohne Vorbereitung?", "Als der König plötzlich nach seinen Dienern verlangte, traten die Klugen geschmückt ein, die Toren dagegen traten in ihrem Schmutze ein. Da freute sich der König über die Klugen und zürnte über die Toren und sprach: Diese da, die sich zur Mahlzeit geschmückt haben, mögen sich setzen und essen und trinken; jene aber, die sich zur Mahlzeit nicht geschmückt haben, mögen stehen bleiben und zuschauen.", "Der Schwiegersohn R. Meírs sagte im Namen R. Meírs: Auch jene könnten noch wie Diensttuende aussehen. Vielmehr sollen diese und jene sitzen; diese jedoch werden essen, jene aber hungern, diese werden trinken, jene aber dürsten, wie es heißt: 120Jes. 65,13,14.Der Herr spricht also: Siehe, meine Knechte werden essen, ihr aber sollt hungern; siehe, meine Knechte werden trinken, ihr aber sollt dürsten; siehe, meine Knechte werden vor Fröhlichkeit jubeln, ihr aber sollt vor Herzensweh aufschreien.", "Eine andere Erklärung: Zu jeder Zeit mögen deine Kleider weiß sein, das ist das Çiçithgewand; und deinem Haupte mangele es nie an Öl, das sind die Tephillin.", "", "WER UNTERWEGS VON DER DUNKELHEIT ÜBERRASCHT WIRD, GEBE SEINEN GELDBEUTEL EINEM NICHTJUDEN; IST KEIN NICHTJUDE MIT IHM, SO LEGE ER IHN AUF DEN ESEL. SOBALD ER DEN ÄUSSERSTEN HOF [DER STADT] ERREICHT, NEHME ER DIE GERÄTE AB, DIE AM ŠABBATH FORTBEWEGT WERDEN DÜRFEN, UND VON DENEN, DIE NICHT FORTBEWEGT WERDEN DÜRFEN, LÖSE ER DIE STRICKE, SODASS DIE SÄCKE VON SELBST HERUNTERFALLEN.", "GEMARA. Weshalb erlaubten die Rabbanan, seinen Geldbeutel einem Nichtjuden zu geben? – Weil es den Rabbanan gewiß war, daß ein Mensch bei Geldangelegenheiten der Versuchung nicht widersteht, und wenn sie dies nicht erlaubt hätten, könnte man verleitet werden, vier Ellen auf öffentlichem Gebiete zu tragen.", "Raba sagte: Dies gilt nur von seinem eigenen Geldbeutel, nicht aber von einem Funde. – Selbstverständlich, es heißt ja: seinen Geldbeutel!? – Man könnte glauben, dies gelte auch von einem Funde, und er lehre es nur deshalb von seinem Geldbeutel, weil dies das Gewöhnliche ist, so lehrt er uns. – Dies nur, wenn der Fund noch nicht in seinen Besitz gekommen ist, ist er aber bereits in seinen Besitz gekommen, so gleicht er seinem Geldbeutel.", "Manche lesen: Raba fragte: Wie verhält es sich mit einem Funde, der bereits in seinen Besitz gekommen ist: gleicht er, da er sich ja in seinem Besitze befindet, seinem Geldbeutel, oder gleicht er, da er ihm keine Mühe gekostet hat, nicht seinem Geldbeutel? – Dies bleibt unentschieden.", "IST KEIN NICHTJUDE MIT IHM. Nur dann, wenn kein Nichtjude mit ihm ist, wenn aber ein Nichtjude mit ihm ist, gebe er ihn diesem. Aus welchem Grunde? – Das Feiern des Esels ist dir geboten, das Feiern des Nichtjuden ist dir nicht geboten.", "Ist ein Esel und ein Tauber, Blöder oder Minderjähriger anwesend, so lege er [den Geldbeutel] auf den Esel und gebe ihn dem Tauben, Blöden oder Minderjährigen nicht. – Aus welchem Grunde? – Diese sind Menschen, jener aber nicht. Wenn ein Tauber und ein Blöder, so gebe er ihn dem Blöden; wenn ein Blöder und ein Minderjähriger, [so gebe er ihn] dem Blöden.", "Sie fragten: Wie ist es, wenn ein Tauber und ein Minderjähriger? Nach R. Elie͑zer ist dies nicht fraglich, denn es wird gelehrt, R. Jiçḥaq sagte im Namen R. Elie͑zers, die von einem Tauben abgehobene Hebe" ], [ "sei nicht profan, weil darüber ein Zweifel1Ob die Absonderung gültig ist; sie ist daher einem Laien verboten, jedoch ist die Hebe abermals zu entrichten. obwaltet;", "fraglich ist es nur nach den Rabbanan. Wir haben nämlich gelernt: Fünf dürfen die Hebe nicht abheben, und haben sie bereits abgehoben, so ist ihre Hebe ungültig; und zwar: der Taube, der Blöde, der Minderjährige, wer Fremdes abhebt, und wenn ein Nichtjude die Hebe [vom Getreide] eines Jisraéliten abhebt, selbst mit seiner Bevollmächtigung, so ist seine Abhebung ungültig.", "Wie ist es nun: gebe er ihn dem Tauben, da der Minderjährige einst zu Verstand heranwächst, oder gebe er ihn dem Minderjährigen, weil man den Tauben mit einem normalen Erwachsenen verwechseln könnte? – Manche sagen, er gebe ihn dem Tauben, und manche sagen, er gebe ihn dem Minderjährigen. –", "Wie ist es, wenn da kein Nichtjude, kein Esel, kein Tauber, kein Blöder und kein Minderjähriger anwesend ist? R. Jiçḥaq erwiderte: Es gibt noch ein anderes [Mittel], das aber die Weisen nicht verraten wollten. – Was ist dies für ein anderes [Mittel]? – Man trage ihn in Abständen von weniger als vier Ellen. – Weshalb wollten es die Weisen nicht verraten? – Weil [es heißt:] 2Pr. 25,2.es ist Gottes Ruhm, eine Sache zu verbergen, der Könige Ruhm, eine Sache zu erforschen. – Wieso ist hierbei der Ruhm Gottes zu berücksichtigen? – Man könnte veranlaßt werden, vier Ellen auf öffentlichem Gebiete zu tragen.", "Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagt, an diesem Tage3An dem man die 18 Verordnungen beschlossen hatte (ob. Fol. 13b), zu denen auch diese gehört; cf. Fol. 17b.haben sie das Maß zu stark gehäuft; R. Jehošua͑ sagt, an diesem Tage haben sie das Maß zu stark gestrichen4Durch die Übertreibung bei den Verordnungen wurde nur erreicht, daß die Übertretungen sich mehrten..", "Es wird gelehrt: Nach R. Elie͑zer ist es mit dem Falle zu vergleichen, als wenn man in einen Korb voll Gurken und Kürbisse Senfkörner tut, wodurch sie noch fester zusammenhalten. Nach R. Jehošua͑ ist es mit dem Falle zu vergleichen, als wenn man in einen Trog voll Honig Granatäpfel und Nüsse tut, wodurch er überläuft.", "Der Meister sagte: Ist kein Nichtjude mit ihm, so lege er ihn auf den Esel. Man treibt ja den Esel an, und der Allbarmherzige sagt ja: 5Ex. 12,10.Du sollst keinerlei Arbeit verrichten!?", "R. Ada b. Ahaba erwiderte: Man lege ihn auf [den Esel], während er im Gehen6Bei der Translozierung einer Sache am Šabbath ist eine Fortnahme und ein Niederlegen erforderlich, was hierbei nicht der Fall ist.ist. – Da es aber nicht möglich ist, daß [der Esel] nicht zum Wasserlassen und zum Misten stehen bleibt, so erfolgt ja eine Fortnahme und ein Niederlegen!? – Es wird gelehrt, man lege ihn im Gehen auf, und wenn er stehen bleibt, nehme man ihn ab. – Auf diese Weise ist es ja auch auf seinen Nächsten zu legen erlaubt7Nach der Tora.!?", "R. Papa erwiderte: [Die Arbeit,] wegen der man, wenn man sie selbst verrichtet, ein Sündopfer schuldig ist, ist, wenn mittelst eines anderen, straffrei und verboten, und die Arbeit, die, wenn mittelst eines anderen straffrei und verboten ist, ist mittelst seines Esels von vornherein erlaubt.", "R. Ada b. Ahaba sagte: Hat jemand sein Bündel auf der Schulter liegen, so darf er damit laufen, bis er nach Hause kommt. – Nur laufen, aber nicht gemächlich gehen; weshalb nicht gemächlich gehen? –", "[Wenn der Gang] sich nicht unterscheidet, könnte er veranlaßt werden, eine Fortnahme und ein Niederlegen zu machen8Wenn er stehen bleibt.. – Aber schließlich ist es ja, wenn er nach Hause kommt, nicht anders möglich, als ein wenig stehen zu bleiben, somit bringt er es ja aus öffentlichem in Privatgebiet!? – Er werfe es wie unbeabsichtigt hinein.", "Rami b. Ḥama sagte: Wer am Šabbath seinen [beladenen] Esel antreibt, macht sich, wenn versehentlich, eines Sündopfers, und wenn vorsätzlich, der Steinigung schuldig. – Aus welchem Grunde? Raba erwiderte: Die Schrift sagt: Du sollst keinerlei Arbeit verrichten, weder du noch dein Vieh; das Vieh gleiche ihm selbst; wie man sich, wenn man sie selbst verrichtet, wenn versehentlich eines Sündopfers, und wenn vorsätzlich der Steinigung schuldig macht, ebenso macht man sich, wenn durch sein Vieh, wenn versehentlich, eines Sündopfers, und wenn vorsätzlich, der Steinigung schuldig.", "Raba sprach: Dagegen ist zweierlei einzuwenden. Erstens heißt es:9Num. 15,29.30.ein und dieselbe Bestimmung gelte euch, für den, der versehentlich handelt; wer aber vorsätzlich handelt; die [Vergehen der] ganzen Tora werden mit dem Götzendienste verglichen; wie beim Götzendienste, wenn man die Handlung selber begangen hat, ebenso auch hierbei, wenn man die Handlung selber begangen hat.", "Ferner haben wir gelernt: Wer den Šabbath durch eine Arbeit entweiht, wegen der man sich bei Versehen eines Sündopfers und bei Vorsatz der Steinigung schuldig macht. Demnach gibt es solche, wegen welcher man sich bei Versehen nicht eines Sündopfers und bei Vorsatz nicht der Steinigung schuldig macht.", "Das ist wahrscheinlich das Antreiben eines Esels!? – Nein, das ist [die Übertretung] der Gebietsgesetze nach R. A͑qiba10Cf. Abschn. VII, Anm. 16., und das Feueranzünden nach R. Jose11Cf. Abschn. VII, Anm. 39.." ], [ "R. Zebid lehrte es folgendermaßen: Rami b. Ḥama sagte: Wer am Šabbath seinen [beladenen] Esel antreibt, macht sich, wenn versehentlich, keines Sündopfers schuldig, und wenn vorsätzlich, der Steinigung schuldig.", "Raba wandte ein: Wer den Šabbath entweiht durch eine Arbeit, wegen der man sich bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht, macht sich bei Vorsatz der Steinigung schuldig. Demnach macht man sich, wenn man sich bei Versehen keines Sündopfers schuldig macht, bei Vorsatz nicht der Steinigung schuldig!? –", "Lehrt er etwa: wenn man sich nicht schuldig macht &c.!? Er meint es wie folgt: wegen der man sich bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht, macht man sich bei Vorsatz der Steinigung schuldig; doch gibt es eine Arbeit, wegen der man sich bei Versehen keines Sündopfers schuldig macht, bei Vorsatz aber sich der Steinigung schuldig macht, das ist nämlich das Antreiben eines [beladenen] Esels.", "Raba, der Bruder des R. Mari b. Raḥel, wie manche lesen, der Vater12Im Texte besteht der Unterschied zwischen beiden Lesarten in einem Buchstaben, eine Verwechselung ist daher leicht möglich.des R. Mari b. Raḥel (Gegen die zweite Lesart ist einzuwenden: Wozu brauchte Rabb den R. Mari b. Raḥel als unbemakelt zu erklären, um ihn zum Ephoren von Babylonien einführen13Als Vater des Mari b. R. wird sonst ‘Isar der Proselyt’ bezeichnet (er wohnte der Raḥel, der Tochter Šemuéls, unehelich bei, und bekehrte sich vor der Geburt des Mari zum Judentum), demnach war es nötig, ihn als legitimen Jisraéliten zu erklären, Raba aber war ja Jisraélit. zu können? – Vielleicht gab es zwei Personen namens Mari b. Raḥel)", "lehrte diese Lehre im Namen R. Joḥanans, daß man frei sei: R. Joḥanan sagte: Wer am Šabbath seinen [beladenen] Esel antreibt, ist gänzlich frei.", "Versehentlich macht er sich keines Sündopfers schuldig, denn [die Vergehen] der ganzen Tora gleichen dem Götzendienste; vorsätzlich macht er sich ebenfalls nicht schuldig, denn wir haben gelernt: Wer den Šabbath durch eine Arbeit entweiht, wegen der man sich bei Versehen eines Sündopfers und bei Vorsatz der Steinigung schuldig macht. Demnach macht man sich, wenn man bei Versehen sich keines Sündopfers schuldig macht, bei Vorsatz nicht der Steinigung schuldig.", "Wegen Übertretung eines Verbotes14Die Übertretung eines Verbotes wird mit Geißelhieben bestraft.ist er ebenfalls nicht schuldig, weil dies ein Verbot ist, worauf die Verwarnung auf eine Todesstrafe durch das Gericht gesetzt ist, und wegen eines Verbotes, worauf die Verwarnung auf eine Todesstrafe durch das Gericht gesetzt ist, erhält man keine Geißelhiebe." ], [ "Und selbst nach demjenigen, welcher sagt, man erhalte dieserhalb Geißelhiebe, [ist es hierbei anders,] denn der Allbarmherzige sollte geschrieben haben: du sollst keinerlei Arbeit verrichten, auch nicht dein Vieh, wenn es aber noch weder du heißt, [so besagt dies,] man sei schuldig, nur wenn man die Arbeit selber verrichtet, nicht aber, wenn durch sein Vieh.", "ERREICHT ER DEN ÄUSSERSTEN HOF. R. Hona sagte: Ist das Vieh mit Glasgefäßen beladen, so hole man Kissen und Polster herbei und lege sie unter, sodann löse man die Stricke, sodaß die Säcke von selber herunterfallen. –", "Wir haben ja aber gelernt, daß man Geräte, die am Šabbath fortbewegt werden dürfen, abnehmen dürfe!? –", "R. Hona sagte dies von Schröpfköpf en, die [am Šabbath] nicht verwendbar sind. – Man entzieht ja eine Sache ihrer Benutzbarkeit15Die Polster und Kissen dürfen ja nicht mehr benutzt werden.!? – Bei kleinen Säcken16Man kann die Polster allmählich hervorziehen, ohne die Säcke zu berühren..", "Man wandte ein: Ist sein Vieh mit Unverzehntetem17Das am Š. nicht verwendbar ist, da der Zehnt nicht entrichtet werden darf.oder mit Glaswaren beladen, so löse man die Stricke, sodaß die Säcke von selber herunterfallen, wenn sie auch zerbrechen18Man darf demnach nichts unterlegen.!? – Dies gilt von Glastafeln19Die großen Glastafeln werden ohnehin nachher in kleine Scheiben geschnitten, demnach hat das Zerbrechen keinen erheblichen Schaden zur Folge.. – Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt davon und vom Unverzehnteten gleichlautend; wie das Unverzehntete für ihn nicht verwendbar ist, so auch diese, wenn sie nicht verwendbar sind. –", "Wieso heißt es demnach: wenn sie auch zerbrechen!? – Man könnte glauben, sie hätten auch für einen unerheblichen Schaden Sorge getragen, so lehrt er uns.", "Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte: Ist sein Vieh mit einem Sack Getreide beladen, so stecke er seinen Kopf unter diesen und schiebe ihn nach der anderen Seite, so daß er von selber herunterfällt.", "Ein Esel des R. Gamliél war einst mit Honig beladen, und er wollte ihn nicht vor Ausgang des Šabbaths abladen; am Ausgang des Šabbaths aber verendete er. – Wir haben ja aber gelernt, man dürfe Geräte, die man fortbewegen darf, abnehmen!? – [Der Honig] war verdorben. – Wozu ist er, wenn er verdorben ist, verwendbar!? – Als Wundpflaster für Kamele. –", "Er könnte ja die Stricke lösen und das Gepäck herunterfallen lassen!? – Die Schläuche könnten dann platzen. – Er könnte ja Kissen und Polster holen und unterlegen!? – Sie könnten schmutzig werden, und man würde eine Sache ihrer Benutzbarkeit entzogen haben. – Es war ja eine Tierquälerei!? – Er war der Ansicht, die Tierquälerei sei nur rabbanitisch verboten.", "Abajje traf Rabba [am Šabbath] seinen Sohn auf einen Esel20Wohl als Spielerei, zur Unterhaltung des Kindes.schieben; da sprach er zu ihm: Der Meister bedient sich eines lebendigen Tieres!? Dieser erwiderte: Nur seitlich, und seitlich haben es die Rabbanan nicht verboten. – Woher entnimmst du dies? – Wir haben gelernt, man löse die Stricke, sodaß die Säcke von selbst herunterfallen. Doch wohl, wenn die Säcke aneinander gebunden sind und seitlich21Beim Abnehmen wird der eine Sack über den Rücken geschoben, sodaß beide herunterfallen.herabhängen. Die Rabbanan haben es somit seitlich nicht verboten. –", "Nein, wenn die Säcke nur zusammengeschnallt22Wenn man die Schnalle oder die Klammer nur zu lösen braucht, ohne die Säcke zu berühren.sind, sodaß sie nicht nach der Seite [geschoben] werden. Oder auch wenn sie nur mit einem Knebel [befestigt sind].", "Er wandte gegen ihn ein: Wenn zwei23Von den Wänden der Festhütte, die mindestens drei Wände haben muß.durch einen Menschen errichtet sind und eine durch einen Baum entsteht, so ist sie tauglich, jedoch darf man sie am Feste nicht betreten. Doch wohl, wenn man Löcher in den Baum gemacht und die Wand seitlich befestigt hat, wonach es seitlich verboten ist!? –", "Nein, wenn man den Baum niedergebogen und die Bedachung24Der Festhütte, die aus frischem Gezweige udgl. besteht. oben gelegt hat, sodaß man sich des Baumes selbst bedient. – Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: Wenn drei durch einen Menschen errichtet sind und eine durch einen Baum entsteht, so ist sie tauglich, und man darf sie am Feste betreten. Wieso darf man sie, wenn man den Baum selbst niedergebogen hat, am Feste betreten!? – Wieso darf man sie, wenn du sagst, seitlich sei es verboten, überhaupt betreten!?", "Dies gilt vielmehr von einem zweigreichen Baume, sodaß der Baum selbst eine Wand bildet. – Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: Die Regel ist: Wenn [die Festhütte] stehen bleibt, auch wenn man den Baum entfernt, darf man sie am Feste betreten. Schließe hieraus.", "Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaím streiten: Man darf sie am Feste nicht betreten, R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt im Namen R. Meírs, man dürfe sie am Feste betreten. Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, es sei seitlich verboten, und einer ist der Ansicht, es sei seitlich erlaubt.", "Abajje sprach: Nein, alle sind der Ansicht, es sei seitlich verboten, und hier streiten sie über das Seitliche vom Seitlichen25Die an den Baum angebrachten Stangen gelten als Seitliches u. die darüber befindliche Bedachung als Seitliches vom Seitlichen.. Einer ist der Ansicht, es sei seitlich vom Seitlichen verboten, und einer ist der Ansicht, es sei seitlich vom Seitlichen erlaubt.", "Raba sagte: Wer seitlich verbietet, verbietet auch seitlich vom Seitlichen, und wer seitlich vom Seitlichen erlaubt, erlaubt auch seitlich. R. Mešaršija wandte gegen Raba ein:" ], [ "Wenn man einen Pflock in einen Baum steckt und daran oberhalb zehn Handbreiten einen Korb26Und in diesen einen E͑rub legt, also seitlich vom Seitlichen.hängt, so ist sein E͑rub nicht gültig; wenn innerhalb zehn Handbreiten, so ist sein E͑rub gültig.", "Nur wenn man einen Pflock in den Baum steckt, wenn aber nicht27Dh. wenn man den Korb an den Baum selbst hängt, also seitlich., so ist der E͑rub auch innerhalb zehn Handbreiten nicht gültig. Dieser Tanna verbietet es also seitlich und erlaubt seitlich vom Seitlichen!?", "R. Papa erwiderte: Dies gilt von einem eng an den Baum gepreßten Korb, sodaß man beim Herausnehmen des E͑rubs den Baum schüttelt, und sich somit des Baumes selbst bedient. Die Halakha ist: Seitlich ist es verboten, seitlich vom Seitlichen erlaubt.", "R. Aši sprach: Da du nun sagst, seitlich sei es verboten, so darf man eine Wachtleiter nicht direkt an den Baum stützen, weil man sich dabei der Seite des Baumes bedient, vielmehr stütze man sie an einen am Baume befestigten Pflock, und beim Aufsteigen setze man den Fuß nicht auf den Pflock, sondern auf die Leitersprossen.", "ii MAN DARF FÜR DAS VIEH STROHBÜNDEL LÖSEN, AUCH GEBUNDE AUFLOKKERN, JEDOCH KEINE REISER. MAN DARF NICHT FUTTERGRAS ODER JOHANNISBROT FÜR DAS VIEH ZERKRÜMELN, OB KLEINVIEH ODER GROSSVIEH; R. JEHUDA ERLAUBT ES BEIM JOHANNISBROTE FÜR DAS KLEINVIEH.", "GEMARA. R. Hona sagte: Bündel und Gebunde sind ein und dasselbe, nur sind Bündel zweifach und Gebunde dreifach [zusammengebunden]; Reiser, das sind die der Zedern. Er meint es wie folgt: man darf für das Vieh Strohbündel lösen, auch auflockern, ebenso auch Gebunde, jedoch keine Reiser, weder auflockern noch lösen. R. Ḥisda sagte: Was ist der Grund R. Honas? Er ist der Ansicht, man dürfe sich wohl mit dem Futter befassen, jedoch keines zubereiten28Die Reiser werden erst dadurch zur Verfütterung brauchbar gemacht..", "R. Jehuda sagte: Bündel und Reiser sind ein und dasselbe, nur sind die Bündel zweifach und die Reiser dreifach [zusammengebunden] ; Gebunde sind die der Zedern. Er meint es wie folgt: man darf für das Vieh Strohbündel lösen, jedoch nicht auflockern; auch Gebunde darf man auflockern; jedoch keine Reiser, nicht auflockern, sondern nur lösen. Raba sprach: Was ist der Grund R. Jehudas? Er ist der Ansicht, man dürfe wohl Futter zubereiten, jedoch sich nicht damit befassen29Das Vieh soll nur vor Hunger geschützt sein.. –", "Wir haben gelernt: Man darf nicht Futtergras oder Johannisbrot für das Vieh zerkrümeln, ob Kleinvieh oder Großvieh. Doch wohl Johannisbrot gleich dem Futtergrase: wie Futtergras weich ist, ebenso Johannisbrot, wenn es weich ist. Demnach darf man sich mit dem Futter nicht30Weiches Johannisbrot kann ja auch unzerkrümelt verfüttert werden, und das Zerschneiden ist keine Zubereitung des Futters.befassen, und dies ist eine Widerlegung R. Honas!? –", "R. Hona kann dir erwidern: Nein, Futtergras gleich dem Johannisbrote: wie Johannisbrot hart ist, ebenso Futtergras, wenn es hart ist. – Wie kommt dies31Daß Futtergras erst durch das Zerkrümeln als Futter verwendbar wird.vor? – Wenn man es für junge Füllen braucht. –", "Komm und höre: R. Jehuda erlaubt es beim Johannisbrote für das Kleinvieh. Nur für das Kleinvieh, nicht aber für das Großvieh. Erklärlich ist dies, wenn du sagst, der erste Tanna sei der Ansicht, man dürfe sich mit dem Futter nicht befassen, sondern es nur zubereiten, denn R. Jehuda sagt, beim Johannisbrote für das Kleinvieh sei es ebenfalls eine Zubereitung des Futters; wenn du aber sagst, der erste Tanna sei der Ansicht, man dürfe kein Futter bereiten, sondern sich nur damit befassen, sollte doch R. Jehuda, der es beim Johannisbrote für das Kleinvieh erlaubt, für das Großvieh erst recht erlauben!? –", "Du glaubst wohl, unter Kleinvieh sei wirkliches Kleinvieh zu verstehen, nein, unter Kleinvieh ist ein großes Vieh zu verstehen, und er nennt es deshalb Kleinvieh, weil es das Futter klein kaut. –", "Wenn er aber im Anfangssatze lehrt: ob Kleinvieh oder Großvieh, so spricht ja R. Jehuda wohl von wirklichem Kleinvieh!? – Ein Einwand.", "Komm und höre: Man darf" ], [ "Kürbisse für das Vieh zerschneiden und ein Aas für die Hunde. Doch wohl Kürbisse gleich dem Aase: wie das Aas weich ist, ebenso Kürbisse, wenn sie weich sind. Demnach darf man sich mit dem Futter befassen, und dies ist eine Widerlegung R. Jehudas!? – R. Jehuda kann dir erwidern: Nein, das Aas gleich den Kürbissen: wie Kürbisse zäh sind, ebenso ein Aas, wenn es zäh ist. – Wie kommt dies vor? – Bei einem Elefantenkadaver, oder wenn man es für junge Tiere braucht. –", "Komm und höre: R. Ḥanan aus Nehardea͑ lehrte, man dürfe Stroh und Futtergras zerreiben und mischen. Demnach darf man sich mit dem Futter befassen!? – Stroh, wenn es muffig32Und als Futter nicht zu gebrauchen ist.ist, Futtergras, wenn man es für junge Füllen braucht.", "iii MAN DARF EINEM KAMEL NICHT [DAS FUTTER INS MAUL] STOPFEN ODER PRESSEN, WOHL ARER DARF MAN ES FÜTTERN; KÄLBER DARF MAN NICHT MÄSTEN, WOHL ABER FRETZEN; HÜHNER DARF MAN ÄTZEN. MAN DARF WASSER IN DIE KLEIE TUN, JEDOCH NICHT DURCHKNETEN. MAN DARF BIENEN ODER TAUBEN IM SCHLAGE KEIN WASSER VORSETZEN, WOHL ABER GÄNSEN, HÜHNERN UND HAUSTAUBEN33Über Lesart und Bedeutung des im Texte gebrauchten Wortes für Haustauben (חרדיסאות od. חדריסאות) schwankt der Talmud (Hul. Fol. 139b); eine Lesart deutet auf einen Personennamen, die andere hingegen auf einen Ortsnamen; die Übereinstimmung mit dem französ. dresser ist Zufall..", "GEMARA. Was heißt: nicht stopfen? R. Jehuda erwiderte: Man darf ihnen im Leibe keine Krippe34Das Wort אובסין (von אבס stopfen, mästen) wird von אבוס Krippe abgeleitet.machen. – Gibt es denn so etwas? – Gewiß, R. Jirmeja aus Diphte erzählte, er habe einen Araber gesehen, der [seinem Tiere] ein Kor zu fressen gab und eines auflud.", "DARF MAN NICHT MÄSTEN. Was heißt ‘mästen’ und was heißt ‘fretzen’? R. Jehuda erwiderte: Mästen heißt es, wenn es [das Futter] nicht mehr hervorbringen35Bis tief in den Schlund hinein.kann, fretzen heißt es, wenn es dieses noch hervorbringen kann. R. Ḥisda erklärte: Beides soweit, daß es [das Futter] nicht mehr hervorbringen kann, nur geschieht das Mästen mit einem Gefäße und das Fretzen mit der Hand.", "R. Joseph wandte ein: Man darf Hühner ätzen und um so mehr füttern; Tauben im Schlage oder auf dem Boden darf man nicht füttern und um so weniger ätzen. Was heißt nun ‘ätzen’ und was heißt ‘füttern’: wollte man sagen ‘ätzen’ heiße, mit der Hand einführen, und ‘füttern’ heiße, [das Futter] vorwerfen, so darf man demnach den Tauben im Schlage oder auf dem Boden kein Futter vorwerfen36Dies sollte doch auf jeden Fall erlaubt sein.!?", "Vielmehr heißt ‘ätzen’, wenn es das Futter nicht mehr hervorbringen kann, und ‘füttern’, wenn es dieses noch hervorbringen kann. Demnach heißt ‘mästen’, wenn mit einem Gefäße, somit ist dies ein Einwand gegen R. Jehuda!? –", "R. Jehuda kann dir erwidern: Tatsächlich heißt ‘ätzen’, mit der Hand einführen, und ‘füttern’, [das Futter] vorwerfen, wenn du aber einwendest, demnach darf man Tauben im Schlage oder auf dem Boden kein Futter vorwerfen, [so ist zu erwidern:] die Ernährung jener liegt dir ob, die Ernährung dieser liegt dir nicht ob. Es wird nämlich gelehrt: Man darf einem Hunde Futter geben, nicht aber einem Schweine. Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? Die Ernährung des einen liegt dir ob, die Ernährung des anderen liegt dir nicht ob.", "R. Aši sprach: Dies geht auch aus unserer Mišna hervor: Man darf Bienen oder Tauben im Schlage kein Wasser vorsetzen, wohl aber Gänsen, Hühnern und Haustauben. Doch wohl aus dem Grunde, weil die Ernährung dieser dir obliegt, und die Ernährung jener dir nicht obliegt. –", "Weshalb, nach deiner Erklärung, nur Wasser, dies sollte doch auch von Weizen und Gerste gelten!? – Anders ist das Wasser, da es sich auch auf der Wiese findet.", "R. Jona trug an der Pforte des Exilarchen vor: Es heißt:37Pr. 29,7.der Gerechte kennt den Rechtshandel der Armen. Der Heilige, gepriesen sei er, weiß, daß die Nahrung des Hundes nur dürftig ist, deshalb bleibt die Nahrung drei Tage in seinen Därmen erhalten. Demgemäß haben wir gelernt: Wie lange erhält sich seine Nahrung in den Därmen, um verunreinigend38Diese Lehre spricht von einem Leichnam im Leibe eines toten Tieres, der bis zur völligen Verwesung verunreinigend ist.zu sein? Bei einem Hunde drei Tage von Stunde zu Stunde; bei Fischen und Vögeln, solange die Verbrennung, wenn sie ins Feuer fällt, dauert.", "R. Hamnuna sagte: Hieraus eine Lebensregel, daß man einem Hunde ein Stückchen Fleisch zuwerfe. – Wie groß? R. Mari erwiderte: In der Größe seines Ohres. Und den Stock hinterher. Dies jedoch nur auf dem Felde, in der Stadt aber nicht, weil er angelockt wird. R. Papa sagte: Es gibt niemand, der ärmer ist als ein Hund, und niemand, der reicher ist als ein Schwein39Da es seine Nahrung überall findet..", "Übereinstimmend mit R. Jehuda wird auch gelehrt: Was heißt ‘mästen’ und was heißt ‘fretzen’? – Beim Mästen legt man das Tier hin, sperrt ihm das Maul auf und füttert es mit Wicken und Wasser zusammen; beim Fretzen wird es stehend gefüttert, stehend getränkt, und man gibt ihm Wicken besonders und Wasser besonders.", "HÜHNER DARF MAN ÄTZEN &C. Abajje sagte: Ich fragte den Meister, wer der Autor unserer Mišna ist, und er erwiderte mir, es sei R. Jose b. Jehuda, denn es wird gelehrt: Wenn einer das Mehl und ein anderer das Wasser hineintut, so ist der andere schuldig – so Rabbi; R. Jose b. Jehuda sagt, man ist nicht eher schuldig, als bis man geknetet hat. –", "Vielleicht sagt R. Jose b. Jehuda dies nur vom Mehl, das ja geknetet wird, bezüglich der Kleie aber, die nicht geknetet wird, pflichtet er bei? – Dies ist nicht einleuchtend, denn es wird ja ausdrücklich gelehrt: Man darf kein Wasser in die Kleie tun – so Rabbi; R. Jose b. Jehuda sagt, man dürfe Wasser in Kleie tun.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf kein [Mehl aus] gerösteten Ähren kneten; manche sagen, man dürfe es wohl kneten. – Wer sind die manchen? R. Ḥisda erwiderte:" ], [ "Es ist R. Jose b. Jehuda. – Dies jedoch nur auf ungewöhnliche Weise. – Wie mache man dies? R. Ḥisda erwiderte: Haufen nach Haufen.", "Sie stimmen jedoch überein, daß man am Šabbath Šetita40Cf. Ber. Fol. 38a, Anm. 85.umrühren und ägyptisches Bier41Cf. Fol. 110a.trinken darf42Obgleich es als Arznei verwendet wird; cf. Fol. 109b.. – Du sagst ja aber, man dürfe nicht umrühren!? – Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn es dick ist, das andere, wenn es dünn ist. – Dies jedoch nur auf ungewöhnliche Weise. –", "Wie mache man dies? R. Joseph erwiderte: Am Wochentage tut man zuerst Essig und nachher Šetita hinein, am Šabbath tue man zuerst Šetita und nachher Essig hinein. Levi, der Sohn des R. Hona b. Ḥija, traf den Futterkneter seiner Schwiegereltern, wie er [das Futter] durchrührte und den Ochsen stopfte; da versetzte er ihm einen Fußtritt. Als darauf sein Vater kam und dies bemerkte, sprach er: So sagte der Vater deiner Mutter, das ist R. Jirmeja b. Abba, im Namen Rabhs: man darf durchrühren, aber nicht stopfen; ein [junges Tier] aber, das noch nicht mit der Zunge auflesen kann, darf man füttern, jedoch nur auf ungewöhnliche Weise. –", "Wie mache man dies? R. Jemar b. Šelemja erwiderte im Namen Abajjes: [Man mische] kreuz und quer. – Es wird ja aber nicht gut durchgerührt!? R. Jehuda erwiderte: Man schüttle das Gefäß.", "Im Notizbuche Zee͑ris stand geschrieben: Ich sprach vor meinem Lehrer, das ist R. Ḥija: Darf man [das Futter] durchrühren? Er erwiderte: Es ist verboten. Darf man es umschütteln43Aus einem Gefäße in ein anderes.? Er erwiderte: Es ist erlaubt. R. Menas͑i sagte: Eine [Portion] vor ein [Tier] oder zwei vor zwei Tiere zu setzen, ist erlaubt; drei vor zwei44Da dies mehr Arbeit macht.ist verboten. R. Joseph sagte: Auch ein Kab, und sogar zwei Kab. U͑la sagte: Auch ein Kor, und sogar zwei Kor.", "Im Notizbuche Levis stand geschrieben: Ich sprach vor meinem Lehrer, das ist unser heiliger Meister45Cf. Ber. Abschn. I, Anm. 5., über diejenigen, die in Babylonien Šetita umrühren; da schalt der Lehrer, das ist unser heiliger Meister, über diejenigen, die Šetita umrühren. Niemand hört auf ihn, er aber kann dies nicht verbieten, wegen der Ansicht des R. Jose b. Jehuda.", "Im Notizbuche des R. Jehošua͑ b. Levi stand geschrieben: Wer am Sonntag [geboren wurde], wird ein Mann sein, an dem nichts ist. –", "Was heißt dies? Wollte man sagen, nichts Gutes, so sagte ja R. Aši, er sei am Sonntag [geboren] worden!? Wollte man sagen, nichts Schlechtes, so sagte ja R. Aši: Ich und Dimi b. Kakositos sind am Sonntag [geboren]; ich bin Schuloberhaupt, und er ist Häuptling der Diebe. – Vielmehr, entweder vollständig gut oder vollständig schlecht. – Aus welchem Grunde? – Weil an diesem Tage Licht und Finsternis erschaffen wurden.", "Wer am Montag, wird jähzornig sein.– Aus welchem Grunde? – Weil an diesem Tage das Wasser geteilt wurde. Wer am Dienstag, wird reich und buhlerisch sein. – Aus welchem Grunde? – Weil an diesem Tage die Gräser erschaffen wurden. Wer am Mittwoch, wird weise und erleuchtet46Kann auch heißen: gedächtnisbegabt.sein. – Aus welchem Grunde? – Weil an diesem Tage die Lichter angehängt wurden.", "Wer am Donnerstag, wird wohltätig sein. – Aus welchem Grunde? – Weil an diesem Tage Fische und Geflügel erschaffen wurden. Wer am Freitag, wird ein strebsamer Mann sein. R. Naḥman b. Jiçḥaq erklärte: Strebsam bei [der Ausübung der] Gebote. Wer am Šabbath, wird am Šabbath sterben, weil seinethalben der große Tag, der Šabbath, entweiht wurde. Raba b. R. Šila sagte: Er wird auch ein grosser Heiliger genannt werden.", "Da sprach Rabbi zu ihnen: Gehet, saget dem Sohne Levajs47Aramäisierung des Namens Levi, bei Fortlassung des Eigennamens gebräuchlich., daß nicht der Glücksstern des Tages einwirke, sondern der Glücksstern der Stunde48Die Einwirkung der Planeten, die jede Stunde wechseln; cf. Abschn. XVIII, Anm. 38.. Wer unter der Herrschaft der Sonne geboren wurde, wird ein glanzvoller Mann sein; er wird sein Eigenes essen und sein Eigenes trinken, seine Geheimnisse werden bekannt werden, und beim Stehlen wird er kein Glück haben. Wer unter der Herrschaft der Venus geboren wurde, wird reich und buhlerisch sein. – Aus welchem Grunde? – Weil unter ihr das Feuer entstand. Wer unter der Herrschaft des Merkur geboren wurde, wird erleuchtet und weise sein, weil dieser der Schreiber der Sonne ist. Wer unter der Herrschaft des Mondes geboren wurde, wird Leiden ausgesetzt sein; er wird bauen und niederreißen, niederreißen und bauen, Fremdes essen und Fremdes trinken, seine Geheimnisse werden verborgen bleiben, und beim Stehlen wird er Glück haben. Wer unter der Herrschaft des Saturn geboren wurde, wird ein Mann sein, dessen Pläne vereitelt werden. Manche sagen: Alles, was gegen ihn geplant wird, wird vereitelt werden. Wer unter der Herrschaft des Jupiter geboren wurde, wird ein tugendhafter Mann sein. R. Naḥman b. Jiçḥaq erklärte: Tugendhaft in [der Ausübung der] Gebote. Wer unter der Herrschaft des Mars geboren wurde, wird ein blutvergießender Mensch sein. R. Aši sagte: Ein Bader oder ein Räuber oder ein Schlächter oder ein Beschneidender. Rabba sagte: Ich bin unter der Herrschaft des Mars geboren, [und doch weder Dieb noch Bader noch Schlächter noch Beschneidender geworden]. Abajje sprach zu ihm: Der Meister läßt ja ebenfalls strafen und töten.", "Es wurde gelehrt: R. Ḥanina sagte: Der Glücksstern macht weise, der Glücksstern macht reich, und [auch] Jisraél unterliegt dem Glücksstern. R. Joḥanan aber sagte, Jisraél unterliege dem Glücksstern nicht. R. Joḥanan vertritt hierbei seine Ansicht, denn R. Joḥanan sagte: Woher, daß Jisraél dem Glücksstern nicht unterliege? Es heißt:49Jer. 10,2.So spricht der Herr: An die Handlungsweise der Völker gewöhnt euch nicht, noch zittert vor den Zeichen des Himmels, mögen die Völker vor ihnen zittern. Jene mögen zittern, Jisraél aber nicht.", "Auch Rabh ist der Ansicht, Jisraél unterliege dem Glücksstern nicht, denn R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Woher, daß Jisraél dem Glücksstern nicht unterliege? Es heißt:50Gen. 15,5.Und er führte ihn hinaus ins Freie. Abraham sprach nämlich vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt,51Ib. V. 3.ein Leibeigener meines Hauses wird mich beerben! Da sprach er zu ihm: 52Ib. V. 4.Nein, sondern einer, der von deinem Leibe kommen wird.", "Darauf sprach jener: Herr der Welt, ich habe durch meine Astrologie geschaut, daß ich einen Sohn zu zeugen nicht geeignet bin. Alsdann sprach er: Hinaus aus deiner Astrologie, Jisraél unterliegt nicht dem Glücksstern. Du meinst wohl deshalb," ], [ "weil der Jupiter im Westen steht, ich will ihn wenden und im Osten stehen lassen. Daher heißt es:53Jes. 41,2.wer hat Gerechtigkeit54צדק hebr. Benennung des Jupiter.vom Osten erweckt, ihn seinetwegen gerufen?", "Und auch aus [einer Äußerung] Šemuéls ist zu entnehmen, daß Jisraél dem Glücksstern nicht unterliege. Šemuél und Ablet saßen beisammen, und Leute gingen an ihnen nach der Wiese vorüber. Da sprach Ablet zu Šemuél: Dieser Mann geht und kommt nicht wieder; ihn beißt eine Schlange und er stirbt. Da sprach Šemuél zu ihm: Ist er Jisraélit, so geht er und kommt wieder.", "Während sie dasaßen, ging der Mann und kam wieder; und als er seine Last ablegte, fand er darin eine in zwei Hälften durchschnittene Schlange. Da sprach Šemuél zu ihm: Was hast du getan? Dieser erwiderte: Jeden Tag legten wir unter uns das Brot zusammen und aßen, und heute war unter uns einer, der kein Brot hatte und sich schämte. Da sprach ich: Ich will sammeln gehen. Als ich an diesen herankam, tat ich so, als hätte ich es auch von ihm erhalten, damit er nicht beschämt werde. Da sprach er: Du hast Wohltätigkeit geübt! Hierauf ging Šemuél hinaus und trug vor:55Pr. 10,2.Die Wohltat errettet vom Tode, und nicht nur von einem unnatürlichen Tode, sondern vom Tode überhaupt.", "Und auch aus [einer Äußerung] R. A͑qibas ist zu entnehmen, daß Jisraél dem Glücksstern nicht unterliege. R. A͑qiba hatte eine Tochter, über die die Chaldäer56Ursprünglich Volksname, im Sprachgebrauche soviel wie Zauberer, Sterndeuter.ihm prophezeit hatten, daß am Tage, an dem sie unter den Traubaldachin treten wird, eine Schlange sie beißen und sie sterben werde, und er war dieserhalb sehr bekümmert. An diesem Tage nahm sie eine Haarspange und steckte sie in die Wand, da geschah es, daß sie in das Auge einer Schlange drang. Als sie sie am folgenden Tage hervorzog, schleppte sich die Schlange nach.", "Da sprach ihr Vater zu ihr: Was hast du getan? Sie erwiderte: Abends kam ein Armer und klopfte an die Tür, die Leute waren aber alle mit der Mahlzeit beschäftigt, und niemand hörte ihn; da nahm ich meine Portion, die du mir gegeben hattest, und gab sie ihm. Da sprach er zu ihr: Du hast Wohltätigkeit geübt ! Hierauf ging R. A͑qiba hinaus und trug vor: Die Wohltat errettet vom Tode, und nicht nur von einem unnatürlichen Tode, sondern vom Tode überhaupt.", "Und auch aus [einem Ereignis mit] R. Naḥman b. Jiçḥaq ist zu entnehmen, daß Jisraél dem Glücksstern nicht unterliege. Die Chaldäer sprachen nämlich zur Mutter des R. Naḥman b. Jiçḥaq: Dein Sohn wird ein Dieb sein. Da ließ sie ihn nicht barhaupt gehen, indem sie zu ihm sprach: Bedecke dein Haupt, damit du Gottesfurcht habest, und flehe um Erbarmen. Er wußte aber nicht, weshalb sie ihm dies sage. Einst saß er unter einer Dattelpalme und studierte, und als ihm das Tuch vom Haupte glitt, erhob er die Augen und bemerkte die Palme; da bemächtigte sich seiner der böse Trieb, und er kletterte hinauf und biß eine Traube mit den Zähnen57Es war fremdes Eigentum.ab.", "iv MAN DARF KÜRBISSE FÜR DAS VIEH ZERSCHNEIDEN UND EIN AAS FÜR DIE HUNDE. R. JEHUDA SAGT, WAR DAS AAS AM VORABEND DES ŠABBATHS NOCH NICHT VORHANDEN, SEI ES VERBOTEN, WEIL ES KEIN VORBEREITETES IST.", "GEMARA. Es wurde gelehrt: U͑la sagt, die Halakha sei wie R. Jehuda, und Šemuél sagt, die Halakha sei wie R. Šimo͑n.", "Auch Rabh ist der Ansicht, die Halakha sei wie R. Jehuda, denn [das Fortbewegen der] Schiffsmatten ist nach Rabh verboten und nach Šemuél erlaubt. Und auch Levi ist der Ansicht, die Halakha sei wie R. Jehuda, denn wenn man zu Levi am Feste ein Totverletztes brachte58Zur Entscheidung, ob dasselbe rituell genießbar ist; cf. Sb. VII, Anm. 9., besah er es nur auf dem Misthaufen sitzend59Um es event. da liegen zu lassen, da, wenn man es nicht genießen darf, das Fortbewegen verboten ist.. Er sagte nämlich: Vielleicht ist es nicht rituell genießbar, dann ist es auch für die Hunde nicht verwendbar.", "Šemuél sagt, die Halakha sei wie R. Šimo͑n. Auch Zee͑ri ist der Ansicht, die Halakha sei wie R. Šimo͑n. Wir haben nämlich gelernt, wenn ein Tier [am Feste] verendet, dürfe man es nicht von der Stelle fortschaffen, und Zee͑ri erklärte, dies gelte von einem Opfertiere60Das nicht vor die Hunde geworfen werden darf u. somit gar keine Verwendung hat., ein profanes dürfe man wohl fortschaffen. Und auch R. Joḥanan ist der Ansicht, die Halakha sei wie R. Šimo͑n. – Aber kann R. Joḥanan dies denn gesagt haben, er sagte ja, die Halakha sei wie die geschlossene Mišna, und eine solche lehrt ja," ], [ "man dürfe [am Feste] kein Holz von einem Balken abspalten, auch nicht von einem Balken, der am Feste zerbrochen61Und somit zum Verheizen bestimmt ist.worden ist!? – R. Joḥanan addiziert dies R. Jose b. Jehuda. – Komm und höre: Man darf [zum Heizen] einen Strohhaufen anfangen, aber nicht Holz auf dem Trockenplatze62Wo es für den Winter verwahrt wird.. – Dies gilt von Zedern und Zypressen, die wegen ihres Geldschadens63Sie sind zum Verheizen zu schade.als Abgesondertes gelten, hinsichtlich welcher auch R. Šimo͑n beipflichtet. –", "Komm und höre: Man darf keine Steppentiere tränken und schlachten, wohl aber darf man Haustiere64Cf. Fol. 45b.tränken und schlachten!? –", "R. Joḥanan fand eine andere geschlossene Mišna65Die Ansicht der Schule Hillels hat dieselbe Geltung wie eine geschlossene Mišna, da nach dieser entschieden wird.: Die Schule Šammajs sagt, man dürfe Knochen und Nußschalen vom Tische entfernen, die Schule Hillels sagt, man nehme die ganze Platte fort und schüttle sie ab. Hierzu sagte R. Naḥman: Wir wissen nur, daß die Schule Šammajs der Ansicht R. Jehudas und die Schule Hillels der Ansicht R. Šimo͑ns ist.", "Hierüber streiten R. Aḥa und Rabina; einer sagt, die Halakha sei wie R. Šimo͑n bei sämtlichen Šabbath[gesetzen], ausgenommen [das Gesetz] vom Abgesonderten aus Widerwärtigkeit, das ist eine gebrauchte Lampe66Cf. Fol. 44a., und einer sagt, auch beim Abgesonderten aus Widerwärtigkeit sei die Halakha wie R. Šimo͑n, nur nicht beim Abgesonderten wegen des Verbotes, das ist ein Licht, das man am betreffenden Šabbath selbst angezündet hat. Beim Abgesonderten wegen eines Geldschadens aber pflichtet auch R. Šimo͑n bei, denn wir haben gelernt: Jedes Gerät darf fortbewegt werden, ausgenommen die große Säge und das Pflugmesser.", "v MAN DARF AM ŠABBATH, WENN ES FÜR DEN ŠABBATH ERFORDERLICH IST, GELÜBDE AUFHEBEN67Der Ausdruck aufheben od. zerstören wird gebraucht von der Auflösung des Gelübdes einer Frau durch ihren Vater od. Ehemann; das Gelübde wird dann gänzlich annulliert; cf. Num. 30,6ff., UND MAN DARF GELÜBDE AUFLÖSEN68Wörtl. sich befragen lassen, sc. vom Gelehrten, der den Gelobenden nach dem Grunde seiner Sinnesänderung fragen muß.. FERNER DARF MAN DIE LUKE VERSTOPFEN UND EINEN FLICKEN69Falls ein unreiner Flicken reine Gegenstände berührt, darf man ihn messen, ob er die zur Verunreinigungsfähigkeit erforderliche Größe hat.ODER EIN TAUCHBAD70Ob es die vorschriftsmäßige Weite u. Tiefe hat. MESSEN. IN DEN TAGEN DES VATERS R. ÇADOQS UND DES ABBA ŠAÚL B. BOTNITH EREIGNETE ES SICH, DASS MAN EIN FENSTERLOCH MIT EINEM KRUGE VERSTOPFT HATTE, UND MAN BEFESTIGTE EIN TONGEFÄSS MIT BAST71Tatbestand u. Grund folgt weiter im Talmud., UM FESTZUSTELLEN, OB DIE ÖFFNUNG DES KÜBELS EINE HANDBREITE HÄTTE ODER NICHT. AUS IHREN WORTEN LERNEN WIR, DASS MAN AM ŠABBATH [EIN FENSTERLOCH] VERSTOPFEN, MESSEN UND EINEN KNOTEN MACHEN DARF.", "GEMARA. Sie fragten: Darf die Aufhebung72Der Mann kann die Gelübde seiner Frau nur am selben Tage aufheben, dies kann daher auf den folgenden Tag nicht verschoben werden, wohl aber kann die Auflösung verschoben werden.erfolgen, ob [für den Šabbath] erforderlich oder nicht, und die Auflösung, nur wenn erforderlich, nicht aber, wenn nicht erforderlich, und deshalb sind die Fälle voneinander getrennt,", "oder aber auch die Aufhebung, nur wenn erforderlich, und nicht, wenn nicht erforderlich, und sie sind nur deshalb voneinander getrennt, weil die Aufhebung ohne Gericht und die Auflösung nur durch ein Gericht73Dh. durch einen Gelehrten.erfolgen kann? –", "Komm und höre: R. Zuṭi aus der Schule R. Papas lehrte: Man darf am Šabbath Gelübde aufheben, wenn für den Šabbath erforderlich. Nur wenn für den Šabbath erforderlich, nicht aber, wenn nicht für den Šabbath erforderlich.", "Eine andere Lesart: Sie fragten: Beziehen sich [die Worte] wenn erforderlich’ auf beides, nicht aber, wenn nicht erforderlich, wonach die Aufhebung von Gelübden einen von Stunde zu Stunde [zählenden Tag] Zeit hat, oder beziehen sich die Worte ‘wenn erforderlich’ nur auf die Auflösung, die Aufhebung von Gelübden aber kann erfolgen, auch wenn nicht erforderlich, wonach die Aufhebung von Gelübden nur den ganzen Tag74Bis zum Abend, auch wenn er es kurz vor Anbruch des Abends gehört hat.Zeit hat? –", "Komm und höre: R. Zuṭi aus der Schule R. Papas lehrt: Man darf am Šabbath Gelübde aufheben, wenn für den Šabbath erforderlich. Nur wenn für den Šabbath erforderlich, nicht aber, wenn nicht für den Šabbath erforderlich. Die Aufhebung von Gelübden hat demnach einen von Stunde zu Stunde [zählenden Tag] Zeit.", "R. Aši sprach: Wir haben ja aber gelernt: Die Aufhebung von Gelübden kann den ganzen Tag erfolgen. Dies gilt erleichternd und erschwerend75Zuweilen ist die Aufhebungsfrist eine längere und zuweilen eine kürzere., und zwar: gelobt sie in der Nacht zum Šabbath, so kann er es in der Nacht zum Šabbath aufheben und am Šabbath, bis es dunkel ist, gelobt sie bei eintretender Dunkelheit, so kann er es aufheben, solange es nicht dunkel ist, und wenn er es bis dann nicht aufgehoben hat, so kann er es bei Dunkelheit nicht mehr aufheben!? – Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: Die Aufhebung von Gelübden kann den ganzen Tag erfolgen; R. Jose b. Jehuda und R. Elea͑zar b. Šimo͑n sagen, einen von Stunde zu Stunde [zählenden Tag].", "UND MAN DARF GELÜBDE AUFLÖSEN. Sie fragten: Wenn man [vor Šabbath] keine Zeit hatte, oder auch, wenn man Zeit hatte? – Komm und höre: Die Rabbanan waren R. Zuṭra, dem Sohne R. Zeras, zu willen und lösten ihm sein Gelübde auf, obgleich er [vor Šabbath] Zeit hatte.", "DASS MAN EIN FENSTERLOCH MIT EINEM KRUGE VERSTOPFT HATTE, UND MAN BEFESTIGTE EIN TONGEFÄSS MIT BAST. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Zwischen zwei Häusern war eine kleine Erhöhung, auf der eine unreine [Leiche] sich befand," ], [ "worüber ein gespaltener Kübel gestülpt war, und das Fensterloch hatten sie mit einem Kruge verstopft. Sie befestigten ein Tongefäß mit Bast, um festzustellen, ob die Spalte am Kübel eine Handbreite hatte oder nicht76Wenn die Spalte des Kübels eine Handbreite hat, bildet sie eine ‘Bezeltung’ der Leiche, u. die Unreinheit dringt durch das Fensterloch in das anliegende Haus, weswegen sie es verstopft hatten; so Raschi. Andere Erklärer von Mišna u. Talmud verwerfen diese Erklärung und geben anders lautende Darstellungen und Erklärungen, die aber alle manche Schwierigkeiten bieten..", "AUS IHREN WORTEN LERNEN WIR, DASS MAN AM ŠABBATH [EIN FENSTERLOCH] VERSTOPFEN, MESSEN UND EINEN KNOTEN MACHEN DARF. U͑la War beim Exilarchen und sah da Rabba b. R. Hona in einer Wanne mit Wasser sitzen und sie messen. Da sprach er zu ihm: Die Rabbanan erlaubten ja nur das Messen zu Gebotszwecken, haben sie es etwa auch nicht zu Gebotszwecken erlaubt? Dieser erwiderte: Ich suche mich nur zu beschäftigen." ] ], "sectionNames": [ "Daf", "Line" ] }