{ "language": "en", "title": "Pesachim", "versionSource": "https://www.nli.org.il/he/books/NNL_ALEPH001042448/NLI", "versionTitle": "Talmud Bavli. German trans. by Lazarus Goldschmidt, 1929 [de]", "shortVersionTitle": "Lazarus Goldschmidt, 1929", "actualLanguage": "de", "languageFamilyName": "german", "isBaseText": false, "isSource": false, "direction": "ltr", "heTitle": "פסחים", "categories": [ "Talmud", "Bavli", "Seder Moed" ], "text": [ [], [], [ "BEIM LICHTE1Sprachgebräuchliche Benennung des vorangehenden Abends. ZUM VIERZEHNTEN [NISAN] SUCHE MAN BEIM SCHEINE EINER LEUCHTE DAS GESÄUERTE2Um es fortzuschaffen, da man während des Pesaḥfestes (vulgo Osterfest) nichts Gesäuertes in seiner Behausung haben darf; cf. Ex. 13,7. ZUSAMMEN. JEDER RAUM, IN DEN MAN KEIN GESÄUERTES BRINGT, BENÖTIGT NICHT DER DURCHSUCHUNG. DAS, WAS SIE GESAGT HABEN, ZWEI REIHEN3Der aufgestapelten Wein- u. Ölfässer. IM KELLER [BENÖTIGEN DER DURCHSUCHUNG], BEZIEHT SICH AUF EINEN RAUM, IN DEN MAN GESÄUERTES ZU BRINGEN PFLEGT. DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, ZWEI REIHEN ÜBER DEN GANZEN KELLER, UND DIE SCHULE HILLELS SAGT, DIE ZWEI ÄUSSEREN REIHEN, DAS SIND DIE OBEREN.", "GEMARA. Was heißt ‘Licht’? R. Hona erklärte: Die Morgen [dämmerung], R. Jehuda erklärte: Die Nacht. Er glaubte, wer ‘Morgen’ sagt, meine es wörtlich, morgens, und wer ‘Nacht’ sagt, meine es wörtlich, nachts.", "Man wandte ein: 4Gen. 43.Als der Morgen licht war, wurden die Leute entlassen; demnach ist ja ‘Licht’ das Tageslicht!? – Heißt es etwa: beim Lichte des Morgens, es heißt: als der Morgen licht war, wie wenn jemand sagt: der Morgen ist licht. Dies, wie R. Jehuda im Namen Rabhs gesagt hat, denn R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Stets kehre man bei Sonnenschein5Wörtl. bei dem, was gut ist, Bezeichnung des Sonnenlichtes; cf. Gen. 1,4. ein und gehe bei Sonnenschein fort.", "Man wandte ein: 6iiSam. 23,4.Wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne scheint; demnach ist ja ‘Licht’ das Tageslicht!? – Heißt es etwa: Morgenlicht, es heißt: wie das Licht des Morgens, und er meint es wie folgt: wie der Morgen auf dieser Welt licht ist, so wird in der zukünftigen Welt die Sonne den Frommen leuchten.", "Man wandte ein: 7Gen. 1,5.Und Gott nannte das Licht Tag; demnach ist ja ‘Licht’ das Tageslicht!? – Er meint es wie folgt: das Lichtwerden nannte er Tag. – Es heißt ja ebenso: und die Finsternis nannte er Nacht; sollte auch dies heißen, er nannte das Finsterwerden Nacht, wo wir doch wissen, daß der Tag bis zum Hervortreten der Sterne reiche!? –", "Vielmehr, er meint es wie folgt: der Allbarmherzige berief das Licht und setzte es zum Befehlshaber des Tages ein, und der Allbarmherzige berief die Finsternis und setzte sie zum Befehlshaber der Nacht ein.", "Man wandte ein: 8Ps. 143.Rühmet ihn, alle Sterne des Lichtes; demnach ist ja ‘Licht’ der Abend!? – Er meint es wie folgt: rühmet ihn, ihr lichte Sterne. – Demnach haben ihn nur die leuchtenden Sterne zu rühmen, nicht aber brauchen ihn nichtleuchtende zu rühmen, während es ja heißt: 9Ib.V. 2.rühmet ihn, all sein Heer!? –", "Er lehrt uns (vielmehr) folgendes, daß nämlich das Sternenlicht ebenfalls ‘Licht’ heiße. – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Hinsichtlich des Abgelobens vom [Genusse des] Lichtes. Wir haben nämlich gelernt: Wer sich [den Genuß] des Lichtes abgelobt, dem ist das Sternenlicht verboten.", "Man wandte ein:10Ij. 24,14.Beim Lichte erhebt sich der Mörder, tötet den Elenden und Armen, und in der Nacht erscheint er als Dieb;" ], [ "wenn es nun heißt, nachts erscheine er als Dieb, so ist ja ‘Licht’ das Tageslicht!? – Da meint er es wie folgt: ist es dir klar wie das Licht, daß er des Lebens wegen11Wenn das Leben des Bestohlenen gefährdet ist, falls er sich dem Einbrecher zur Wehr setzt; cf. Ex. 22,1ff.gekommen ist, so ist er als Mörder [zu behandeln], und man darf sich mit seinem Leben retten; ist dies dir aber dunkel wie die Nacht, so erscheine er dir als Dieb, und man darf sich mit seinem Leben nicht retten.", "Man wandte ein:12Ij. 3,9.Verfinstern mögen sich ihrer Dämmerung Sterne, sie harren vergebens auf Licht; wenn es nun heißt, daß sie vergebens auf Licht harren, so ist ja ‘Licht’ das Tageslicht!? – Da verwünschte Ijob sein Geschick, indem er sprach: Möge er auf eine Aufleuchtung hoffen, ohne sie zu erlangen.", "Man wandte ein:13Ps. 139,11.Ich dachte, eitel Finsternis würde mich verdunkeln, und Nacht werde mein Licht sein; demnach ist ja ‘Licht’ das Tageslicht!? – Da sprach David wie folgt: Ich dachte, Finsternis werde mich in der zukünftigen Welt, die dem Tage gleicht, verdunkeln, aber auch diese Welt, die der Nacht gleicht, ist mir erhellt worden.", "Man wandte ein: R. Jehuda sagte: Man durchsuche beim Lichte des vierzehnten [Nisan], am Morgen des vierzehnten und bei der Fortschaffung. Wenn nun R. Jehuda sagt, man durchsuche beim Lichte des vierzehnten und am Morgen des vierzehnten, so ist ja ‘Licht’ der Abend!? Schließe hieraus.", "Man wandte ein: Von wann ab ist am vierzehnten [Nisan] die Arbeit verboten? R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, mit dem Beginn des Lichtes, R. Jehuda sagt, mit dem Hervortreten der Sonne.", "R. Elie͑zer b. Ja͑qob sprach zu R. Jehuda: Wo finden wir denn einen Tag, an dessen einem Teile die Arbeit verboten und an dessen anderem Teile die Arbeit erlaubt wäre!? Dieser erwiderte: Dieser selbst beweist dies: an dessen einem Teile ist das Essen von Gesäuertem erlaubt, und an dessen einem Teile ist das Essen von Gesäuertem verboten.", "Wenn nun R. Jehuda sagt, mit dem Hervortreten der Sonne, so ist ja unter ‘Licht’, von dem R. Elie͑zer b. Ja͑qob spricht, der Abend [zu verstehen] !? – Nein, unter ‘Licht’ ist die Morgenröte [zu verstehen]. –", "Wieso wandte er demnach gegen ihn ein, wo denn ein Tag zu finden sei, an dessen einem Teile die Arbeit erlaubt und an dessen anderem Teile die Arbeit verboten wäre, er sollte ja zu sich selber gesprochen haben: in der Nacht ist es ja erlaubt14Was sonst ebenfalls nicht vorkommt; die Nacht gehört zum folgenden Tage.!? – R. Elie͑zer b. Ja͑qob sprach wie folgt:", "Einleuchtend ist es nach mir, denn wir finden, daß die Rabbanan zwischen Tag und Nacht unterscheiden, denn auch vom Gemeindefasten wird gelehrt: Bis wann darf man essen und trinken? Bis die Morgenröte aufsteigt – so R. Elie͑zer b. Ja͑qob; R. Šimo͑n sagt, bis zum Hahnenruf. Nach dir aber: wo finden wir denn, daß die Rabbanan den Tag selbst teilen!?", "Darauf erwiderte ihm dieser: Dieser selbst beweist dies: an dessen einem Teile ist das Essen von Gesäuertem erlaubt, und an dessen einem Teile ist das Essen von Gesäuertem verboten. – R. Jehuda erwiderte ja R. Elie͑zer treffend!? – R. Elie͑zer entgegnete ihm wie folgt: Ich spreche zu dir von der rabbanitisch [verbotenen] Arbeit, und du sprichst zu mir vom nach der Tora [verbotenen] Gesäuerten; soweit hat der Allbarmherzige es verboten, und soweit hat der Allbarmherzige es erlaubt. –", "Und jener!? – [Die Festsetzung der] Stunde ist rabbanitisch. –", "Und der andere !? – Dies ist nur eine rabbanitische Erweiterung zum Verbote der Tora15Das Verbot, am Vorabend Gesäuertes zu essen, ist aus der Tora, nur haben die Rabbanan den Beginn des Verbotes auf eine frühere Stunde verlegt..", "Man wandte ein: Man signalisiert16Wörtl. durch Feuerflamme od. Fackel anzeigen; auf diese Weise wurde der Beginn des Neumonds signalisiert; cf. Rh. Fol. 22b.nur dann [die Weihe] des Neumonds, wenn man ihn zur richtigen Zeit gesehen hat. Wann signalisiert man? Beim Lichte1Sprachgebräuchliche Benennung des vorangehenden Abends. der Konjunktion. Demnach ist ‘Licht’ der Abend!? Schließe hieraus.", "Man wandte ein: Wenn er die ganze Nacht am Altar steht und Opfer darbringt, so benötigt er bei Tageslicht [dennoch] des Waschens von Händen und Füßen – so Rabbi!? – ‘Tageslicht’ ist etwas anderes.", "Mar Zuṭra wandte ein:" ], [ "Wenn [eine Frau] beim Lichte des einundachtzigsten Tages17Die Wöchnerin hat vierzig Tage nach der Geburt eines männlichen u. achtzig Tage nach der Geburt eines weiblichen Kindes ein Opfer darzubringen, selbst wenn sie fehlgebiert; wenn sie innerhalb der Frist von 80 Tagen fehlgebiert, so braucht sie nur ein Opfer darzubringen, wenn aber nach dieser Frist, so hat sie zwei Opfer darzubringen. Während dieser Frist gilt sie als unrein; cf.Lev. 12,2.fehlgebiert, so braucht sie nach der Schule Šammajs kein besonderes Opfer darzubringen; die Schule Hillels verpflichtet dazu.", "Die Schule Hillels sprach zur Schule Šammajs: Womit ist es beim Lichte des einundachtzigsten anders als am einundachtzigsten Tage: wenn sie einander hinsichtlich der Unreinheit gleichen, wieso sollten sie einander nicht auch hinsichtlich des Opfers gleichen!? Wenn nun die Schule Hillels zur Schule Šammajs sagte, beim Lichte des einundachtzigsten sollte es ebenso sein wie am einundachtzigsten Tage, so ist ja zu entnehmen, daß ‘Licht’ der Abend sei!? Schließe hieraus.", "Man wandte ein: Man könnte glauben, es18Das Heilsopfer.dürfe auch beim Lichte des dritten Tages gegessen werden, und dies wäre auch durch einen Schluß zu folgern: manche Schlachtopfer werden an einem Tage gegessen, und das Heilsopfer wird an zwei Tagen gegessen, wie jene auch in der dem Tage folgenden Nacht, ebenso dieses in der dem Tage folgenden Nacht,", "so heißt es:19Lev. 6.am Tage, an dem ihr es opfert, und tags darauf muß es gegessen werden; was aber bis zum [dritten] Tage übrigbleibt; nur an diesem Tage darf es gegessen werden, nicht aber beim Lichte des dritten.", "Man könnte glauben, [das Übriggebliebene] sei sofort zu verbrennen, und dies wäre auch durch einen Schluß zu folgern: manche Schlachtopfer werden einen Tag und eine Nacht gegessen, und das Heilsopfer wird zwei Tage und eine Nacht gegessen, wie bei jenen sofort nach [der Frist] des Essens die Verbrennung erfolgt, ebenso erfolge auch bei diesem die Verbrennung sofort nach [der Frist] des Essens,", "so heißt es: 20Ib. 7,17.was aber am dritten Tage vom Opferfleische übrigbleibt, soll im Feuer verbrannt werden; man verbrenne es am Tage, nicht aber verbrenne man es nachts. Wenn er nun sagt, man könnte glauben, es dürfe beim Lichte des dritten [Tages] gegessen werden, so ist ja unter ‘Licht’ der Abend [zu verstehen]!? Schließe hieraus. –", "Komm und höre: Beim Lichte des Versöhnungstages spreche man im Gebete sieben [Segenssprüche] und das Sündenbekenntnis, im Morgengebete spreche man sieben [Segenssprüche] und das Sündenbekenntnis, im Zusatzgebete spreche man sieben [Segenssprüche] und das Sündenbekenntnis, im Nachmittagsgebete spreche man sieben [Segenssprüche] und das Sündenbekenntnis, und im Abendgebete spreche man den Auszug aus dem Achtzehngebete. R. Ḥanina b. Gamliél sagt im Namen seiner Vorfahren, man spreche das vollständige Achtzehngebet, weil man im [Segensspruche] ‘der Erkenntnis verleiht’ den Unterscheidungssegen einschalten muß. Demnach ist ‘Licht’ der Abend!? Schließe hieraus. –", "Komm und höre: In der Schule Šemuéls wurde gelehrt: In der Nacht zum vierzehnten [Nisan] suche man bei Lampenlicht das Gesäuerte zusammen. Demnach ist ‘Licht’ der Abend!? –", "Vielmehr, R. Hona und R. Jehuda stimmen überein, daß ‘Licht’ der Abend sei; sie streiten nicht, sondern einer erklärt, nach [dem Sprachgebrauche] seiner Ortschaft, und einer erklärt nach [dem Sprachgebrauche] seiner Ortschaft. In der Ortschaft R. Honas nannte man [den Abend] ‘Dämmerung’21Eigentl. Lichtzeit; nach dem Sprachgebrauche 2. Hälfte der Nacht, Beginn des Morgens., und in der Ortschaft R. Jehudas nannte man ihn ‘Nacht’. –", "Weshalb lehrt unser Tanna nicht ‘Nacht’!? – Er wählt einen euphemistischen Ausdruck. Dies nach R. Jehošua͑ b. Levi, denn R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Nie bringe man einen unpassenden Ausdruck aus dem Munde; so machte auch die Schrift eine Umschreibung von acht Buchstaben, nur um keinen unpassenden Ausdruck (aus dem Munde) hervorzubringen, denn es heißt:22Gen. 7,8.vom Vieh, das rein ist, und vom Vieh, das nicht rein23Statt הטמאה (unrein) heißt es אשר איננה טהורה (das nicht rein ist).ist.", "R. Papa sagte: Neun, denn es heißt: 24Dt. 23,111.wenn einer unter dir ist, der nicht rein ist, infolge eines nächtlichen Begegnisses. Rabina sagte: Zehn, auch das Vav im [Worte] ṭahor25Ist überflüssig, da es defektiv geschrieben werden sollte. [rein]. R. Aḥa b.Ja͑qob sagte: Sechzehn, denn es heißt:26iSam. 20,26.er dachte, es sei ein Zufall, er ist nicht rein, denn er hat sich nicht reinigen lassen.", "In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Stets führe der Mensch eine euphemistische Sprache; so gebraucht auch [die Schrift] beim flußbehafteten Manne27Cf. Lev. 15,9.26.[den Ausdruck] ‘reiten’ und bei der flußbehafteten Frau [den Ausdruck] ‘sitzen’. Ferner heißt es:28Ij. 15,5.du wähltest eine schlaue29In der Bedeutung gewählt, rein. Sprache. Ferner heißt es:30Ij. 33,3.was meine Lippen wissen, sprechen sie lauter29In der Bedeutung gewählt, rein.aus. –", "Wozu das ‘ferner’? – Man könnte einwenden, dies gelte nur von der Tora, nicht aber bei Rabbanitischem, so komm und höre: ferner heißt es: du wähltest eine schlaue Sprache. Weiter könnte man einwenden, dies gelte nur vom Rabbanitischen, nicht aber von weltlichen Dingen, so heißt es ferner: was meine Lippen wissen, sprechen sie lauter aus. –", "Wird denn bei einer Frau nicht [der Ausdruck] ‘reiten’ gebraucht, es heißt ja:31Gen. 24,61.hierauf brachen Ribqa und ihre Dienerinnen auf und ritten auf den Kamelen!? – Bei Kamelen ist dies üblich, wegen der Angst32Von diesem, wegen seiner Höhe, nicht herunterzufallen; sie mußten sich daher mit Händen und Füßen festklammern.. – Es heißt ja aber:33Ex. 4,20.da nahm Moše seine Frau und seine Kinder und ließ sie auf einem Esel reiten!? – Da war es" ], [ "wegen der Kinder der nötig. –", "Es heißt ja aber:34iSam. 25,20.sie ritt auf einem Esel!? – Da geschah es wegen ihrer Angst vor der Nacht. Wenn du willst, sage ich: da war es nicht die Angst vor der Nacht, sondern die Angst vor David. Wenn du aber willst, sage ich: auch nicht die Angst vor David, sondern die Angst vor dem Berge. –", "Kommt denn in der Tora nicht [das Wort] ‘unrein’ vor!? – Vielmehr, wenn sie35Die beiden Redewendungen.einander gleichen, wird ein euphemistischer Ausdruck gebraucht, wenn aber viele Worte erforderlich sind, wird [auch] der kürzere gebraucht. So sagte R. Hona im Namen Rabhs, und wie manche sagen, R. Hona im Namen Rabhs im Namen R. Meírs, daß man seinen Schüler stets in kürzester Fassung lehre. –", "Wieso wählt er einen euphemistischen Ausdruck, wenn sie einander gleichen, auch ‘reiten’ und ‘sitzen’ gleichen ja einander, dennoch wird ‘reiten’ gebraucht!? – Es heißt r i t t36Das W. רכבת (ritt) wird defektiv, ohne ו, geschrieben, sodaß ein Buchstabe gespart wird..", "Einst saßen zwei Jünger vor Rabh, und der eine sprach: Du machtest uns diese Lehre wie ein gespicktes37Nach einer anderen Erklärung: die Lehre ermüdete uns wie ein müdes (dh. fettes) Schwein, u. ebenso weiter.Schwein. Da sprach der andere: Du machtest uns diese Lehre wie ein gespicktes Böckchen. Darauf sprach Rabh nicht mehr mit jenem.", "Einst saßen zwei Jünger vor Hillel, von denen einer R. Joḥanan b. Zakkaj war, und manche sagen, vor Rabbi, von denen einer R. Joḥanan war. Da trug einer vor: Weshalb muß das Winzern in Reinheit38In reinen Gefäßen.erfolgen und braucht das Olivenpflücken nicht in Reinheit39Die ausschwitzende Flüssigkeit macht sie nicht verunreinigungsfähig; cf. Sab. Fol. 17a.zu erfolgen? Hierauf trug der andere vor: Weshalb muß das Winzern in Reinheit erfolgen und darf das Olivenpflücken auch in Unreinheit erfolgen? Da sprach jener: Ich bin dessen sicher, daß dieser Rechtsentscheidungen in Jisraél treffen wird. Kaum waren wenige Tage verstrichen, als er Rechtsentscheidungen in Jisraél traf.", "Einst trafen drei Priester zusammen, da sagte der eine: Ich bekam [vom Schaubrote] soviel, wie eine Bohne. Der andere sagte: Ich bekam davon soviel, wie eine Olive. Der dritte sagte: Ich bekam davon soviel, wie ein Eidechsenschwanz. Als man hierauf über ihn Untersuchungen anstellte, fand man an ihm den Makel der Illegitimität40Abkömmlinge einer einem Priester verbotenen Heirat (cf. Lev. 21,7) gelten als bemakelt und sind für die Priesterschaft unzulässig.. –", "Wir haben ja aber gelernt, man untersuche nicht über den Altar41Wenn ein Priester zum Tempeldienste zugelassen wird, so ist dies ein Beweis seiner legitimen Abstammung.hinaus!? –", "Sage nicht: Makel der Illegitimität, sondern: Makel der Frivolität. Wenn du willst, sage ich: anders war es bei diesem, da er selbst es verschuldet hatte.", "Einst sprach ein Nichtjude, der nach Jerušalem zu gehen und da vom Pesaḥopfer zu essen pflegte, es heißt:42Ex. 12,43.kein Fremdling darf davon essen, ferner: 43Ib. V. 48.kein Unbeschnittener darf davon essen, und ich esse vom Allerschönsten.", "Da sprach R. Jehuda b.Bethera zu ihm: Geben sie dir auch vom Fettschwanze!? Dieser erwiderte: Nein. – Wenn du hingehst, sage ihnen, daß sie dir vom Fettschwanze geben. Als er da hinkam und von ihnen vom Fettschwanze verlangte, erwiderten sie ihm: Der Fettschwanz wird dem Höchsten geopfert.", "Hierauf fragten sie ihn, wer ihm davon gesagt habe, und er erwiderte ihnen: R. Jehuda b.Bethera. Da sprachen sie: Welches Bewenden hat es damit? Hierauf stellten sie über ihn eine Untersuchung an, und als sich herausstellte, daß er Nichtjude war, töteten sie ihn. Alsdann ließen sie R. Jehuda b. Bethera sagen: Friede mit dir, R. Jehuda b.Bethera; du weilst in Nezibis und in Jerušalem ist dein Netz ausgebreitet.", "Als R. Kahana erkrankte, sandten die Rabbanan R. Jehošua͑, den Sohn des R. Idi, indem sie zu ihm sprachen: Geh und untersuche, wie es mit ihm steht. Als er zu ihm kam, war seine Seele zur Ruhe eingekehrt. Da zerriß er sein Gewand, wandte den Riß nach hinten und kehrte weinend zurück. Da fragten sie ihn: Ist seine Seele zur Ruhe eingekehrt? Dieser erwiderte: Ich habe nichts gesagt.44Pr. 10,18.Wer üble Rede verbreitet, ist ein Tor.", "Joḥanan aus Ḥiqoq ging einst auf die Dörfer hinaus, und als er zurückkam, fragten sie ihn, ob der Weizen gut geraten sei. Dieser erwiderte: Die Gerste ist gut geraten. Da sprachen sie zu ihm: Geh, verkünde dies den Pferden und den Eseln, denn es heißt:45iReg. 5,8.die Gerste und das Stroh für die Pferde und die Rennpferde. – Was sollte er ihnen erwidert46Ohne ihnen eine schlechte Auskunft über den Weizen zu geben.haben? – Im Vorjahre war der Weizen besser. Oder: Linsen sind gut geraten." ], [ "Rabh war ein Bruderssohn und Schwesterssohn47R. Ḥija war väterlicherseits ein Bruder Ajbus, des Vaters Rabhs, der eine Stiefschwester, mütterlicherseits eine Schwester R. Ḥijas, heiratete; Rabh war somit ein Sohn des Bruders und der Schwester R. Ḥijas.R. Ḥijas; als er da48Nach Palästina, der Heimat R. Ḥijas. hinkam, fragte ihn dieser: Lebt Ajbu? Jener entgegnete: Ob die Mutter49Sc. fragst du nicht; ausweichende Antwort, um keine Todesnachricht überbringen zu müssen. lebt? Dieser fragte: Lebt die Mutter? Jener entgegnete: Ob der Vater49Sc. fragst du nicht; ausweichende Antwort, um keine Todesnachricht überbringen zu müssen. lebt?", "Da sprach er zu seinem Diener: Ziehe mir die Schuhe ab und bringe mir meine Kleider nach der Badeanstalt. Hieraus ist dreierlei zu entnehmen: es ist zu entnehmen, daß dem Leidtragenden das Tragen der Sandalen verboten sei; es ist zu entnehmen, daß wegen der verspäteten Todesnachricht nur eine eintägige Trauer abzuhalten sei; und es ist zu entnehmen, daß ein Teil des Tages als ganzer gelte.", "Einst war ein Mann, der stets zu sagen pflegte: Mögen Richter entscheiden. Da sagten sie: Er stammt wohl von Dan, denn es heißt:50Gen. 49,16.Dan wird sein Volk richten, wie irgend einer der Stämme Jisraéls.", "Einst war ein Mann, der stets zu sagen pflegte: Am Ufer des Meeres gelten Dornen51Dies ist wohl der Sinn des offenbar korrump. Textes.als Zypressen. Da stellte man über ihn eine Untersuchung an, und es stellte sich heraus, daß er von Zebulun stammte, denn es heißt: 52Gen. 49,13.Zebulun wird am Meeresufer wohnen.", "Sollte man doch, wo wir nun festgestellt haben, daß nach aller Ansicht unter ‘Licht’ der Abend zu verstehen sei, [das Gesäuerte] in der sechsten Stunde zusammensuchen, da sowohl nach R. Jehuda als auch nach R. Meír Gesäuertes erst von der sechsten Stunde ab verboten ist!?", "Wolltest du entgegnen, die Hurtigen beeilen sich zur [Ausübung der] Gebote, so sollte man schon morgens durchsuchen!? So heißt es:53Lev. 12,3.am achten Tage ist das Fleisch seiner Vorhaut zu beschneiden, und hierzu wird gelehrt: Die Beschneidung kann am ganzen Tage erfolgen, nur beeilen sich die Hurtigen zur [Ausübung des] Gebotes, wie es heißt:54Gen. 22,3.Abraham machte sich früh am Morgen auf.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Es ist die Zeit, wo die Leute zuhause zu sein pflegen; ferner ist Lampenlicht zur Durchsuchung geeignet.", "Abajje sprach: Daher beginne ein Gelehrtenjünger am Abend des dreizehnten zum vierzehnten [Nisan] nicht mit einer Halakha, da diese sich in die Länge ziehen und er von der [Ausübung des] Gebotes zurückgehalten werden könnte.", "Man fragte R. Naḥman b. Jiçḥaq: Wer ist, wenn jemand seinem Nächsten am vierzehnten ein Haus vermietet, zur Durchsuchung verpflichtet: muß der Vermieter durchsuchen, da das Gesäuerte ihm gehört, oder muß der Mieter durchsuchen, da das Verbotene sich in seinem Bereiche befindet? – Komm und höre: Wenn jemand seinem Nächsten ein Haus vermietet, so muß der Mieter die Mezuza anbringen. –", "Da ist, wie R. Mešaršeja sagte, die Mezuza Pflicht des Hausbewohners, wie ist es aber hierbei? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte ihnen: Wir haben gelernt: Wenn jemand seinem Nächsten ein Haus vermietet, so muß, falls er ihm nach dem vierzehnten die Schlüssel übergeben hat, der Vermieter durchsuchen, wenn aber vor dem vierzehnten, so muß der Mieter durchsuchen.", "Man fragte R. Naḥman b. Jiçḥaq: Wie ist es, wenn jemand seinem Nächsten ein Haus am vierzehnten vermietet: gilt es als durchsucht, oder gilt es nicht als durchsucht? – In welcher Hinsicht: man kann ja [den Vermieter] fragen!? – Wenn er nicht da ist, um ihn fragen zu können; bemüht man nun den [Mieter]?", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte ihnen: Ihr habt es gelernt: Jeder ist hinsichtlich der Durchsuchung nach Gesäuertem glaubwürdig, sogar Frauen, sogar Sklaven und sogar Minderjährige. Sie sind wohl deshalb glaubwürdig," ], [ "weil [das Haus] als durchsucht gilt, denn er ist der Ansicht, hinsichtlich der Durchsuchung nach Gesäuertem gelte jeder als Genosse55Mit ‘Genosse’ wurden fromme Leute bezeichnet, die die Reinheitsgesetze und die Entrichtung der priesterl. Abgaben von den Bodenerzeugnissen strengstens beobachteten u. diesbezüglich glaubwürdig waren.. Es wird nämlich gelehrt: Wenn ein Genosse gestorben ist und einen Speicher voll Früchte hinterlassen hat, so gelten sie als verzehntet, selbst wenn sie erst einen Tag [zehntpflichtig] sind. –", "Wieso, vielleicht ist es hierbei anders, weil diese es bekunden. – Hat denn deren Aussage irgend welche Bedeutung!? –", "Wieso heißt es, wenn deshalb, weil [das Haus] als durchsucht gilt: jeder ist glaubwürdig, es sollte ja heißen: jedes Haus gilt am vierzehnten als durchsucht!? –", "Wenn etwa deshalb, weil diese es bekunden, nicht aber, wenn sie es nicht bekunden, so ist ja hieraus zu entnehmen, daß [das Haus] nicht als durchsucht gelte!? –", "Nein, tatsächlich, kann ich dir erwidern, gilt es als durchsucht, hier aber handelt es sich um den Fall, wenn es sich im Zustande befindet, nicht durchsucht worden zu sein, diese aber bekunden, daß es wohl durchsucht worden sei. Man könnte glauben, daß ihnen die Rabbanan nichts glauben, so lehrt er uns, daß ihnen die Rabbanan, da die Durchsuchung nach Gesäuertem ein rabbanitisches Gesetz ist, denn nach der Tora genügt auch die Besitzaufgabe, hierbei wohl glauben.", "Sie fragten: Wie ist es, wenn jemand seinem Nächsten ein Haus als durchsucht vermietet und es sich herausstellt, daß es nicht durchsucht worden ist: gleicht dies einem auf Irrtum beruhenden Kaufe56Sodaß der Mieter Rücktrittsrecht hat.oder nicht? –", "Komm und höre: Abajje sagte, selbstverständlich57Daß er nicht zurücktreten kann.in Orten, wo man nicht gegen Belohnung [von anderen] untersuchen läßt, da es jedem lieb ist, das Gebot selber auszuüben, aber dies gilt auch in Orten, wo man gegen Belohnung [von anderen] untersuchen läßt, da es jedem lieb ist, das Gebot auf seine Kosten ausüben zu lassen.", "Dort haben wir gelernt: R. Meír sagt, man esse [Gesäuertes] die ganze fünfte [Stunde] und verbrenne es bei Beginn der sechsten; R. Jehuda sagt, man esse es die ganze vierte, die fünfte befinde sich in der Schwebe58Man darf dann kein Gesäuertes essen, braucht es aber auch nicht fortzuschaffen., und man verbrenne es bei Beginn der sechsten. Alle stimmen also überein, daß das Gesäuerte von der sechsten Stunde ab verboten sei: woher dies?", "Abajje erwiderte: Es sind zwei Schriftverse vorhanden; es heißt:59Ex. 12,19.sieben Tage hindurch darf kein Sauerteig in eueren Wohnungen zu finden sein, und dagegen heißt es:60Ib. V. 15.nur sollt ihr am ersten Tage allen Sauerteig aus eueren Wohnungen fortschaffen; wie ist dies zu erklären61Nach dem ersten Schriftverse müssen es volle 7 Tage sein, während nach dem Wortlaute des anderen die Fortschaffung erst an dem betreffenden Tage erfolgen muß.? Dies schließt den vierzehnten hinsichtlich der Fortschaffung62Unter ‘erster’ ist der Tag vor den sieben zu verstehen.ein. –", "Vielleicht schließt dies die Nacht zum fünfzehnten hinsichtlich der Fortschaffung ein; man könnte nämlich glauben, dies gelte nur von den Tagen, da es ‘Tage’ heißt, nicht aber von den Nächten, so lehrt er uns, daß dies auch von den Nächten gelte!? – Dies ist nicht nötig," ], [ "denn die Fortschaffung des Sauerteigs gleicht dem Essen von Gesäuertem, und das Essen von Gesäuertem gleicht dem Essen des Ungesäuerten63Hinsichtl. der Zeit..", "Die Fortschaffung des Sauerteigs dem Essen von Gesäuertem, denn es heißt:59Ex. 12,19.sieben Tage hindurch darf kein Sauerteig in eueren Wohnungen zu finden sein, denn wer Gesäuertes ißt, soll weggetilgt werden;", "das Essen von Gesäuertem dem Essen des Ungesäuerten, denn es heißt:64Ex. 12,20.nichts Gesäuertes dürft ihr essen; überall, wo ihr auch wohnt, sollt ihr Ungesäuertes essen &c., und vom Ungesäuerten heißt es:65Ib. V. 18.am Abend sollt ihr Ungesäuertes essen. –", "Vielleicht schließt dies die Nacht zum vierzehnten hinsichtlich der Fortschaffung ein!? – Es heißt: am Tage. –", "Vielleicht vom Morgen an!? – Das nur ist teilend66Nicht vom Morgen an, sondern in der Mitte des Tages..", "In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Wir finden, daß der vierzehnte ‘erster’ genannt wird, denn es heißt:65Ib. V. 18.am ersten, am vierzehnten des Monats. R. Naḥman b. Jiçḥaq erklärte: Unter ‘ersten’ ist der vorangehende [Tag] zu verstehen, denn so heißt es auch:67Ij. 15,7.du bist der erste, vor dem Menschen geboren. –", "Es heißt ja aber:68Lev. 23,40.ihr sollt am ersten Tage nehmen, ist etwa auch hierbei der vorangehende Tag zu verstehen!? –", "Da ist es anders; es heißt:68Lev. 23,40.ihr sollt sieben Tage vor dem Herrn, euerem Gott, fröhlich sein; wie ‘sieben’ der siebente [Tag] des Festes, ebenso ‘erster’ der erste [Tag] des Festes. –", "Aber auch hierbei heißt es ja:60Ib. V. 15.nur sollt ihr am ersten Tage fortschaffen &c., sieben Tage sollt ihr Ungesäuertes essen!? – Es könnte ja erster heißen, wenn es aber der69הראשון, mit dem Artikel.erste heißt, so ist hieraus das zu entnehmen, was wir gesagt haben. –", "Weshalb heißt es demnach dort70Beim Hüttenfeste, Lev. 23,40.der erste!? Ferner: es heißt: 71Lev. 23,39.der erste Tag ist ein Ruhetag, und der achte Tag ist ein Ruhetag; vielleicht auch hier der vorangehende Tag!? – Da ist es anders; die Schrift sagt: und der achte Tag ist ein Ruhetag, wie ‘achter’ der achte Tag des Festes, ebenso ‘erster’ der erste Tag des Festes. –", "Wozu heißt es der erste!? – Dies schließt das Halbfest aus. – Hinsichtlich des Halbfestes geht es ja aus [der Angabe] erster und achter hervor!? –", "Dies ist nötig; man könnte glauben, da der Allbarmherzige geschrieben hat: und der achte Tag, so verbinde dieses und mit dem vorangehenden, daß dies auch vom Halbfeste gelte, so lehrt er uns. –", "Sollte doch der Allbarmherzige weder das und noch das der schreiben!? Ferner: da heißt es:72Ib. V. 35.am ersten Tage ist Festversammlung; ist etwa auch da der vorangehende Tag gemeint!? –", "Vielmehr, diese drei ‘ersten’73In den oben angezogenen Schriftversen.sind wegen einer Lehre der Schule R. Jišma͑éls nötig, denn in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Als Belohnung für die drei ‘ersten’ wurden ihnen drei ‘erste’ beschieden: die Ausrottung der Kinder E͑savs, die Erbauung des Tempels und der Name des Messias.", "Die Ausrottung der Kinder E͑savs, denn es heißt:74Gen. 25,25.da kam der erste heraus, rötlich, ganz und gar, wie ein haariger Mantel. Die Erbauung des Tempels, denn es heißt:75Jer. 17,12.o Thron der Herrlichkeit, erhaben vom Ersten [vom Anfang] an, Stätte unseres Heiligtums. Der Name des Messias, denn es heißt:76Jes. 41,27.als erster zu Çijon: siehe, da sind sie.", "Raba entnimmt dies aus folgendem:77Ex. 34,25.Du sollst das Blut meiner Opfer nicht zu Ungesäuertem schlachten: du sollst das Pesaḥopfer nicht schlachten, solange noch Ungesäuertes vorhanden ist. –", "Vielleicht jeder vor seinem Schlachten!? – Der Allbarmherzige spricht von der Zeit des Schlachtens.", "Desgleichen wird gelehrt: Nur sollt ihr am ersten Tage allen Sauerteig aus eueren Wohnungen fortschaffen; schon am Vorabend des Festes. – Vielleicht ist dem nicht so, sondern erst am Feste selbst!? – Es heißt: du sollst das Blut meiner Opfer nicht zu Ungesäuertem schlachten; du sollst das Pesaḥopfer nicht schlachten, solange noch Ungesäuertes vorhanden ist – so R. Jišma͑él.", "R. A͑qiba sagte: Dies ist nicht nötig; es heißt: nur sollt ihr am ersten Tage allen Sauerteig aus eueren Wohnungen fortschaffen, ferner heißt es:78Ib. 12,16.keinerlei Arbeit darf an ihnen verrichtet werden, und wir finden, daß das Verbrennen79Auf diese Weise ist das Gesäuerte zu vernichten.eine Hauptarbeit ist,", "R. Jose sagte: Dies ist nicht nötig; es heißt: nur sollt ihr am ersten Tage allen Sauerteig fortschaffen; schon am Vorabend des Festes. – Vielleicht ist dem nicht so, sondern erst am Feste!? – Es heißt nur, teilend80An einem Teile das Tages darf man Gesäuertes in seinem Besitze haben., und am Feste selbst ist es ja nicht erlaubt, denn die Fortschaffung des Sauerteigs gleicht dem Essen von Gesäuertem, und das Essen von Gesäuertem gleicht dem Essen des Ungesäuerten63Hinsichtl. der Zeit.. Raba sagte:" ], [ "Aus den Worten R. A͑qibas ist dreierlei zu entnehmen: es ist zu entnehmen, daß die Fortschaffung des Gesäuerten nur durch Verbrennen erfolgen müsse; es ist zu entnehmen, daß das Feueranzünden zur Sonderung81Das Feueranmachen gehört ebenfalls zu den Arbeiten, die am Šabbath verboten sind, dennoch wurde es besonders hervorgehoben, um zu lehren, daß man, wenn man mehrere verbotene Arbeiten ausübt, wegen jeder Arbeit besonders schuldig sei; cf. Sab. Fol. 70a. [der Arbeiten] hervorgehoben wurde; und es ist zu entnehmen, daß wir nicht sagen, da das Feueranzünden erlaubt ist, wo dies nötig ist, sei es auch unnötig erlaubt.", "Die Rabbanan lehrten:59Ex. 12,19.Sieben Tage hindurch darf kein Sauerteig in eueren Wohnungen zu finden sein; wozu ist dies nötig, wo es schon heißt:82Ex. 13,7.es darf kein Sauerteig und kein Gesäuertes bei dir zu sehen sein in deinem ganzen Bereiche?", "Aus den Worten: es darf kein Sauerteig und kein Gesäuertes bei dir zu sehen sein, könnte man folgern, du darfst nur deines nicht sehen, wohl aber darfst du das sehen, was einem Fremden83Dh. einem Nichtjuden.oder Gott gehört, somit könnte man glauben, man dürfe es verstecken oder von einem Nichtjuden in Verwahrung nehmen, so heißt es: nicht zu finden.", "Ich weiß dies nur von einem Nichtjuden, den du dir nicht unterworfen hast, und der nicht mit dir in einem Hofe weilt, woher dies von einem Nichtjuden, den du dir unterworfen hast, und der mit dir in einem Hofe weilt? Es heißt: kein &c. in eueren Wohnungen zu finden.", "Ich weiß dies nur von Wohnungen, woher dies von Gruben, Gräben und Höhlen? Es heißt: in deinem ganzen Bereiche.", "Aber immerhin könnte ich noch sagen, wenn in seinem Hause, übertrete man das Verbot ‘nicht zu sehen und nicht zu finden’, es nicht zu verstecken und es nicht von einem Nichtjuden in Verwahrung zu nehmen, in seinem Bereiche aber dürfe man nur eigenes nicht sehen, wohl aber dürfe man sehen, was Fremden oder Gott gehört; woher nun, daß das, was von diesem gesagt wird, auch auf jenes, und was von jenem gesagt wird, auch auf dieses zu beziehen ist?", "[Das Wort] Sauerteig dient als Wortanalogie. Hinsichtlich der Wohnungen heißt es Sauerteig: kein Sauerteig darf in eueren Wohnungen zu finden sein, und hinsichtlich des Bereiches heißt es ebenfalls Sauerteig: es darf kein Sauerteig bei dir zu sehen sein; wie man nun bei Wohnungen, wobei es Sauerteig heißt, das Verbot ‘nicht zu sehen und nicht zu finden’, es nicht zu verstecken und es nicht von einem Nichtjuden in Verwahrung zu nehmen, übertritt, ebenso gilt beim Bereiche, wobei es Sauerteig heißt, das Verbot, ‘nicht zu sehen und nicht zu finden’, es nicht zu verstecken und es nicht von einem Nichtjuden in Verwahrung zu nehmen.", "Und wie du ferner im Bereiche, wobei es Sauerteig heißt, nur deines nicht sehen darfst, wohl aber sehen darfst, was Fremden oder Gott gehört, ebenso darfst du in den Wohnungen, wobei es Sauerteig heißt, nur deines nicht sehen, wohl aber darfst du sehen, was Fremden oder Gott gehört.", "Der Meister sagte: Ich weiß dies nur von einem Nichtjuden, den du dir nicht unterworfen hast, und der nicht mit dir in einem Hofe weilt, woher dies von einem Nichtjuden, den du dir unterworfen hast, und der mit dir in einem Hofe weilt? Es heißt: nicht zu finden.", "Wohin damit84Dh. das Entgegengesetzte leuchtet ein: ist der Nichtjude von ihm abhängig, so gleicht dessen Besitz seinem Eigentum.!? Abajje erwiderte: Wende es um.", "Raba erwiderte: Du brauchst es nicht umzuwenden, denn dies bezieht sich auf den Anfangssatz: Deines darfst du nicht sehen, wohl aber darfst du sehen, was Fremden oder Gott gehört. Ich weiß dies also von einem Nichtjuden, den du dir nicht unterworfen hast, und der nicht mit dir in einem Hofe weilt, woher dies von einem Nichtjuden, den du dir unterworfen hast, und der mit dir in einem Hofe weilt? Es heißt: nicht zu finden. –", "Dieser Tanna will eine Erleichterung eruieren und beruft sich auf einen erschwerenden Schriftvers!? – Weil es in diesem zweimal dir heißt.", "Der Meister sagte: Man könnte glauben, man dürfe es verstecken oder von einem Nichtjuden in Verwahrung nehmen, so heißt es: nicht zu finden. Aber im Anfangssatze sagtest du ja: deines darfst du nicht sehen, wohl aber darfst du das sehen, was Fremden oder Gott gehört!? –", "Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn man Bürgschaft übernommen hat, das andere, wenn man keine Bürgschaft übernommen hat.", "So sprach Raba einst zu den Leuten von Maḥoza: Schaffet das Gesäuerte der Kriegsleute aus eueren Wohnungen; da ihr ersatzpflichtig seid, wenn es in euerem Besitze gestohlen wird oder abhanden kommt, so gleicht es euerem und ist somit verboten. –", "Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, was Geld vertritt85Wörtl. Geld verursacht; eine Sache, die an sich wertlos ist, einem aber Geld einbringt od. erspart, beispielsweise ein Schuldschein, ebenso hierbei das Gesäuerte am Pesaḥfeste, das zur Nutznießung verboten u. daher wertlos ist, jed. kann, wer Gesäuertes geraubt hat, wenn das Pesaḥfest darüber dahingegangen ist, damit Ersatz leisten; cf. Bq. Fol. 96b., gleiche dem Gelde, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, es gleiche nicht dem Gelde!? –", "Anders ist es hierbei, wo es heißt: nicht zu finden.", "Manche lesen: Allerdings sind [die Worte] nicht zu finden nach demjenigen nötig, welcher sagt, was Geld vertritt, gleiche nicht dem Gelde, wozu aber heißt es nicht zu finden nach demjenigen, welcher sagt, es gleiche wohl dem Gelde!? –" ], [ "Dies ist nötig; man könnte glauben, es befinde sich trotzdem nicht in seinem Besitze, da man es in seinem Zustande zurückgibt, so lehrt er uns.", "Man fragte Raba: Unterliegt das Steuer-Vieh dem Gesetze von der Erstgeburt oder nicht? Wenn man ihn86An den die Steuer zu leisten ist.mit Geld abfinden kann, ist es nicht fraglich, ob es pflichtig ist,", "fraglich ist es nur, wenn man ihn nicht mit Geld abfinden kann. Wie ist es damit? Dieser erwiderte: Es ist frei. – Es wird ja aber gelehrt, es sei pflichtig!? – Dies in dem Falle, wenn man ihn abfinden kann.", "Manche lesen: Raba sagte: Das Steuer-Vieh unterliegt nicht dem Gesetze von der Erstgeburt, auch wenn man ihn abfinden kann. Steuer-Teig unterliegt dem Gesetze von der Teighebe, auch wenn man ihn nicht abfinden kann. –", "Aus welchem Grunde? – Bei einem Vieh ist es bekannt, beim Teig ist es nicht bekannt87Wer ihn essen sieht, glaubt, er esse vom Teig, von dem die Teighebe nicht entrichtet worden ist..", "Die Rabbanan lehrten: Wenn ein Nichtjude mit Teig in der Hand in den Hof eines Jisraéliten gekommen ist, so braucht er ihn nicht fortzuschaffen; gab er ihn ihm in Verwahrung, so muß er ihn fortschaffen; wies er ihm nur einen Raum an, so braucht er ihn nicht fortzuschaffen, denn es heißt: nicht zu finden. –", "Wie meint er es? R. Papa erwiderte: Dies bezieht sich auf den Anfangssatz, und er meint es wie folgt: gab er ihn ihm in Verwahrung, so muß er ihn fortschaffen, denn es heißt: nicht zu finden.", "R. Aši erwiderte: Tatsächlich auf den Schlußsatz, und er meint es wie folgt: wies er ihm einen Raum an, so braucht er ihn nicht fortzuschaffen, denn es heißt: kein &c. in eueren Wohnungen zu finden, während dieser nicht sein ist, vielmehr bringt ihn der Nichtjude in seine eigene Wohnung. –", "Demnach erfolgt durch die Miete eine Zueignung. Wir haben ja aber gelernt, daß man auch da, wo sie [einem Nichtjuden einen Raum] zu vermieten erlaubt haben, ihm keinen Wohnraum vermieten dürfe, weil er da Götzen hinbringen könnte, und wenn du sagst, durch die Miete erfolge eine Zueignung, bringt er sie ja, wenn er sie auch hineinbringt, in seine eigene Wohnung!? –", "Hierbei ist es anders; der Allbarmherzige gebraucht den Ausdruck finden, was sich in deinem Besitze87Wörtl. in deiner Hand, was man stets zur Verfügung hat.befindet, ausgenommen ist dieser Fall, wobei es sich nicht in deinem Besitze befindet.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wer am Feste Gesäuertes in seinem Hause findet, stülpe darüber ein Gefäß. Raba sagte: Ist es Heiligengut, so braucht er es nicht, weil man sich davon zurückzieht.", "Ferner sagte R. Jehuda im Namen Rabhs: Vor dem Gesäuerten eines Nichtjuden mache man [vor dem Feste] eine zehn Handbreiten hohe Scheidewand als Kennzeichen; vor dem des Heiligtums ist dies nicht nötig, weil man sich davon zurückzieht.", "Ferner sagte R. Jehuda im Namen Rabhs: Wer dreißig Tage vor [dem Feste] zur See oder mit einer Karawane ausreist, braucht [das Gesäuerte] nicht fortzuschaffen; wenn innerhalb dreißig Tagen, so muß er es fortschaffen. Abajje sagte: Das, was du sagst, wenn innerhalb dreißig Tagen müsse er es fortschaffen, bezieht sich nur auf den Fall, wenn er [zum Feste] zurückzukehren beabsichtigt, wenn er aber nicht zurückzukehren beabsichtigt, braucht er es nicht fortzuschaffen.", "Raba sprach zu ihm: Wenn er zurückzukehren beabsichtigt, sollte er ja dazu sogar vom Neujahr an verpflichtet sein!? Vielmehr, erklärte Raba, das, was du sagst, wenn vor dreißig Tagen, brauche er es nicht fortzuschaffen, bezieht sich nur auf den Fall, wenn er nicht beabsichtigt, [zum Feste] zurückzukehren, wenn er aber zurückzukehren beabsichtigt, muß er es sogar vom Neujahr an fortschaffen.", "Raba vertritt hierbei seine Ansicht, denn Raba sagte: Wer vor dreißig Tagen [vor dem Feste] seine Wohnung zum [Getreide-] Speicher macht, braucht [aus dieser das Gesäuerte] nicht fortzuschaffen; wenn aber innerhalb dreißig Tagen, muß er es fortschaffen;", "und auch von vor dreißig Tagen gilt dies nur dann, wenn er nicht beabsichtigt, sie [zum Feste] auszuräumen, wenn er aber sie auszuräumen beabsichtigt, muß er es auch vor dreißig Tagen fortschaffen. –", "Welches Bewenden hat es mit diesen dreißig Tagen? – Es wird gelehrt: Dreißig Tage vor dem Pesaḥfeste beginne man sich über die Satzungen des Pesaḥfestes zu informieren; R. Šimo͑n b.Gamliél sagt, zwei Wochen. – Was ist der Grund des ersten Tanna? –" ], [ "Moše lehrte während des ersten Pesaḥfestes über das zweite88Das Monat später stattfindet.Pesaḥfest, denn es heißt:89Num. 6,9.es waren aber Männer vorhanden, die leichenunrein waren. –", "Und R. Šimo͑n b.Gamliél!? – Er kann dir erwidern: da er sich mit dem Pesaḥfeste befaßte, lehrte er auch alles, was damit zusammenhängt. –", "Was ist der Grund des R. Šimo͑n b.Gamliél? – Moše lehrte am Neumond über das Pesaḥfest, denn es heißt:90Ex. 12,2.dieser Monat soll für euch an der Spitze der Monate stehen, und darauf folgt: 91Ib. V. 3.sprechet zu der ganzen Gemeinde Jisraél folgendermaßen: Am zehnten dieses Monats soll sich ein jeder ein Lamm verschaffen, für jede einzelne Familie &c. –", "Woher, daß es am Neumond war, vielleicht am vierten oder fünften des Monats!?", "Vielmehr, erklärte R. Šimi b.Aši im Namen Rabinas, aus folgendem:92Num. 9,1.da sprach der Herr zu Moše in der Wüste Sinaj im zweiten Jahre, im ersten Monat, und darauf folgt:93Ib. V. 2.die Kinder Jisraél sollen das Pesaḥfest zur festgesetzten Zeit feiern. – Woher, daß dies am Neumond war, vielleicht erst am vierten oder am fünften des Monats!?", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Dies ist aus [dem Worte] Wüste zu entnehmen; hier heißt es: in der Wüste Sinaj, und dort94Ib. 1,1.heißt es: da sprach der Herr zu Moše in der Wüste Sinaj, im Offenbarungszelte, am ersten des zweiten Monats; wie dort am Neumond, ebenso hier am Neumond. –", "Sollte er doch zuerst [das Ereignis] des ersten Monats und nachher das des zweiten Monats95Der in der Schrift vorangehend mitgeteilte Bericht über die Zählung des Volkes (Num. 1,1 ff.) erfolgte erst im 2. Monat.aufgezeichnet haben!? R. Menasja b. Taḥlipha erwiderte im Namen Rabhs: Dies besagt, daß es in der Tora kein Früher oder Später gebe.", "R. Papa sagte: Dies gilt nur von zwei verschiedenen Themen, bei einem Thema aber gilt das, was früher steht, als früher, und das, was später steht, als später. Wieso gilt es, wolltest du nicht so sagen, [als Regel,] daß, wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung folgt, die Generalisierung nur das enthalte, was die Spezialisierung nennt, vielleicht hat die Generalisierung der Spezialisierung zu folgen!?", "Und wieso gilt es ferner [als Regel], daß, wenn auf eine Spezialisierung eine Generalisierung folgt, die Generalisierung eine Hinzufügung zur Spezialisierung sei, vielleicht hat die Spezialisierung der Generalisierung zu folgen!? –", "Demnach sollte dies auch bei zwei Themen gelten!? Allerdings stimmt dies nach demjenigen, welcher sagt, daß, wenn die Generalisierung und die Spezialisierung von einander entfernt sind, man [die Regel] von Generalisierung und Spezialisierung nicht anwende, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, man wende sie wohl an!? –", "Auch nach demjenigen, welcher sagt, man wende sie an, gilt dies nur von einem Thema, bei zwei Themen aber wende man sie nicht an.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Der Durchsuchende muß [das Gesäuerte] aufgeben. – Aus welchem Grunde: wollte man sagen, wegen der Brocken96Die beim Durchsuchen übersehen werden können., so sind sie ja wertlos,", "und wenn du entgegnest, sie haben dadurch einen Wert, weil sie in der Wohnung mitverwahrt werden, so wird ja gelehrt, daß, wenn auf einem wegen der Weintrauben bewachten Felde sich Reste von Feigen97Die nie richtig reif werden u. daher wertlos sind.befinden oder auf einem wegen der Gurken und Kürbisse bewachten Felde sich Reste von Weintrauben97Die nie richtig reif werden u. daher wertlos sind.befinden, sie,", "wenn der Eigentümer auf sie achtet, [Fremden] als Raub verboten und zehntpflichtig seien, und wenn der Eigentümer auf sie nicht achtet, nicht als Raub verboten und zehntfrei seien!?", "Raba erwiderte: Mit Rücksicht darauf, er könnte eine gute Semmel finden, auf die er noch achtet. – Er kann sie ja dann aufgeben, erst wenn er sie findet!? –", "Vielleicht findet er sie nach dem [Inkrafttreten des] Verbotes, wo sie nicht mehr in seinem Besitze ist und er sie nicht aufgeben kann. R. Elea͑zar sagte nämlich: Zwei Dinge sind nicht im Besitze des Menschen, und die Schrift machte [ihn verantwortlich], als wären sie in seinem Besitze, und zwar: eine Grube auf öffentlichem Gebiete98Von der man den Deckel entfernt; cf. Ex. 21,33.und Gesäuertes von der sechsten Stunde ab. –", "Soll er es doch in der vierten oder fünften Stunde99Kurz vor Inkrafttreten des Verbotes u. nicht schon am Abend vorher.aufgeben!? – Da dann weder die Zeit des Verbotes noch die der Fortschaffung ist, so könnte er eine Fahrlässigkeit begehen und es nicht aufgeben. –" ], [ "Sollte er es in der sechsten Stunde aufgeben!? – Da dann das rabbanitische Verbot bereits in Kraft getreten ist, das dem der Tora gleicht, so ist es nicht mehr in seinem Besitze, und er kann es auch nicht aufgeben.", "R. Gidel sagte nämlich im Namen des R. Ḥija b. Jose im Namen Rabhs: Wenn jemand sich von der sechsten Stunde ab eine Frau mit Getreide100Die Antrauung erfolgt durch Schenkung eines Wertgegenstandes.antraut, selbst mit kurdischem Weizen101Obgleich er sehr hart ist und nicht säuert., so ist diese Trauung ohne Bedeutung. –", "Kann man es denn nach Inkrafttreten des Verbotes nicht aufgeben, es wird ja gelehrt, wer im Lehrhause sitzt und sich erinnert, daß er in seiner Wohnung Gesäuertes habe, gebe es im Herzen auf, einerlei ob am Šabbath oder am Feste. Allerdings kann dies am Šabbath vorkommen, wenn nämlich der vierzehnte auf einen Šabbath fällt; am Feste aber geschieht es ja nach Eintritt des Verbotes!?", "R. Aḥa b.Ja͑qob erwiderte: Hier handelt es sich um einen Schüler, der vor seinem Lehrer sitzt und sich erinnert, daß er in seiner Wohnung ausgerollten Teig habe, und befürchtet, er könnte säuern; er gebe ihn daher vorher auf, bevor er zu säuern beginnt.", "Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: wer im Lehrhause102Wenn der Teig bereits sauer ist, ist es ja einerlei, ob man dabei ist oder nicht.sitzt. Schließe hieraus.", "Rabba b.R. Hona sagte im Namen Rabhs: Schimmliges Brot103Das man vorfindet, ohne zu wissen, ob es Ungesäuertes oder Gesäuertes ist.ist, wenn mehr Ungesäuertes [gebraucht wurde], erlaubt. – In welchem Falle; wollte man sagen, wenn man weiß, daß es Gesäuertes ist, so nützt es ja nicht, daß mehr Ungesäuertes [gebraucht wurde],", "und wollte man sagen, wenn man nicht weiß, ob es Gesäuertes oder Ungesäuertes ist, wieso nur dann, wenn mehr Ungesäuertes [gebraucht wurde], auch wenn nicht mehr Ungesäuertes [gebraucht wurde], hat man sich ja nach dem letzteren zu richten!?", "Wir haben nämlich gelernt: Geld, das [in Jerušalem] vor den Viehhändlern gefunden wird, ist immer104Auch außerhalb der Zeit der Wallfahrt; die Wallfahrer überließen das Zurückbleibende den Bewohnern der Stadt.[zweiter] Zehnt, das auf dem Tempelberge [gefunden wird], ist105Man darf den Tempelberg nicht mit dem Geldbeutel betreten (cf. Ber. Fol. 54a), somit können nur Tempelarbeiter es verloren haben.Profanes,", "und das sonst in Jerušalem [gefunden wird], ist zur Festzeit [zweiter] Zehnt und an den übrigen Tagen des Jahres profan.", "Hierzu sagte R. Šema͑ja b. Zera: Aus dem Grunde, weil die Straßen Jerušalems täglich gefegt werden. Wir sagen also, das vorherige sei fortgekommen, und dieses sei anderes, ebenso sollte man auch hierbei sagen, das vorherige sei fortgekommen, und dieses sei von jetzt!? –", "Anders ist es hierbei, wo der Schimmel dies106Daß es schon seit langer Zeit liegt.beweist. – Wenn der Schimmel dies beweist, so nützt es ja nicht, daß mehr Ungesäuertes [gebraucht wurde]!? Rabba erwiderte: Sage nicht: mehr Ungesäuertes gebraucht, sondern wenn darüber mehr Tage, an denen Ungesäuertes [gegessen wird], verstrichen sind. –", "Demnach ist es ja selbstverständlich!? – In dem Falle, wenn es sehr schimmlig ist; man könnte glauben, der starke Schimmel beweise, daß es sicher Gesäuertes107Noch aus der Zeit vor dem Pesaḥfeste.sei, so lehrt er uns,", "daß wir, da darüber mehrere Tage verstrichen sind, an denen Ungesäuertes [gegessen wird], sagen, jeden Tag wurde Brot gebacken und warm darauf gelegt, daher sei es sehr schimmlig geworden. –", "Richten wir uns denn nach dem letzteren, es wird ja gelehrt: R. Josef, Jehuda sagte: [Das Geld] in einer Lade, die für Geld von Profanem und für Geld vom Zehnten benutzt wird, ist, wenn mehr für Profanes, Profanes, und wenn mehr für den Zehnten, Zehnt. Weshalb denn, man sollte sich ja nach dem letzteren richten!?", "R. Naḥman b.Jiçḥaq erwiderte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn es für Geld von Profanem und für Geld vom Zehnten benutzt wurde und man nicht weiß, für welches zuletzt. R. Zebid erklärte: Wenn es [für beides] in gesonderten Häufchen benutzt wird. R. Papa erklärte: Wenn es in einer Ritze gefunden wird108Es kann seit längerer Zeit übersehen worden sein..", "R. Jehuda sagte: Der Durchsuchende muß einen Segen sprechen. – Wie lautet der Segensspruch? R. Papi sagte im Namen Rabas: ‘Das Gesäuerte fortzuschaffen’. R. Papa sagte im Namen Rabas: ‘Die Fortschaffung des Gesäuerten’. Über [die Formel] ‘fortzuschaffen’ streitet niemand, diese bezieht sich entschieden auf das folgende109Der Segen ist v o r der Handlung zu sprechen.," ], [ "sie streiten nur über [die Formel] ‘die Fortschaffung’: einer ist der Ansicht, sie beziehe sich auf das vergangene, und einer ist der Ansicht, sie beziehe sich auf das folgende.", "Man wandte ein: ‘Gepriesen sei er, der uns durch seine Gebote geheiligt und uns die Beschneidung geboten hat’!? –", "Wie sollte man da [anders] sprechen: man kann ja nicht ‘zu beschneiden’ sagen, da nicht [dem Beschneidenden] die Beschneidung obliegt. – Wie ist es zu erklären, wenn der Vater des Kindes [selber beschneidet]!? – Dann spreche er auch so. –", "Man wandte ein: ‘Gepriesen sei er, der uns durch seine Gebote geheiligt und uns das Schächten befohlen hat’!? – Wie sollte man da anders sprechen: man kann ja nicht ‘zu schächten’ sagen, da nicht ihm selber das Schächten obliegt. –", "Wie ist es beim Pesaḥopfer und bei Geheiligtem110Die man selber schächten muß.zu erklären!? – Dann spreche man auch so. –", "Man wandte ein: Wer den Feststrauß für sich selber bereitet, spreche: ‘Der du uns leben, bestehen und diese Zeit erreichen lassen hast’. Nimmt er ihn, um seiner Pflicht zu genügen, so spreche er: ‘Der uns durch seine Gebote geheiligt und uns das Nehmen des Feststraußes geboten hat’!? – Anders ist es da, wo man schon mit dem Hochheben seiner Pflicht genügt. –", "Wieso heißt es demnach: um seiner Pflicht zu genügen, es sollte ja heißen: und seiner Pflicht genügt!? – Dem ist auch so, da er aber im Schlußsatze lehren will: um in der Festhütte zu sitzen, lehrt er im Anfangssatze: um seiner Pflicht zu genügen.", "Im Schlußsatze lehrt er nämlich: Wer eine Festhütte für sich macht, spreche: ‘Gepriesen seiest du, o Herr, der du uns leben, bestehen und diese Zeit erreichen lassen hast’. Tritt er in diese ein, um da zu sitzen, so spreche er. ‘Gepriesen seiest du, der du uns durch deine Gebote geheiligt und uns in der Festhütte zu sitzen geboten hast’. Die Halakha ist: [Man spreche:] ‘Die Fortschaffung des Gesäuerten’.", "Alle stimmen also überein, man müsse den Segen vorher sprechen; woher dies? – R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, bei allen Geboten spreche man den Segen vor [o͑ber] der Ausübung. –", "Wieso ist es erwiesen, daß o͑ber die Bedeutung ‘vor’ hat? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Die Schrift sagt:111iiSam. 18,23.da lief Aḥimaa͑ç durch die Aue und kam vor [vajae͑bor] dem Mohren. Abajje entnimmt es hieraus:112Gen. 33,3.er ging vor [a͑bar] ihnen. Wenn du willst, hieraus:113Mich. 2,13.vor ihnen schreitet [vajaa͑bor] ihr König, der Herr an ihrer Spitze.", "In der Schule Rabhs sagten sie: Ausgenommen ist das Tauchbad und das Posaunen [blasen]. – Allerdings das Tauchbad, weil die Person dann noch ungeeignet114Für den Segen, wegen der Unreinheit.ist, weshalb aber das Posaunen [blasen]: wolltest du sagen, weil das Blasen mißlingen könnte, so ist dies ja auch beim Schächten und bei der Beschneidung [zu befürchten]!?", "Vielmehr, sagte R. Ḥisda, ausgenommen ist nur das Tauchbad. Ebenso wird auch gelehrt: Wer untergetaucht ist und heraufsteigt, spreche beim Heraufsteigen: ‘Gepriesen sei er, daß er uns durch seine Gebote geheiligt und uns das Untertauchen geboten hat’.", "BEIM SCHEINE EINER LEUCHTE &C. Woher dies? R. Ḥisda erwiderte: Wir folgern finden von finden, finden von suchen, suchen von Leuchten und Leuchten von Leuchte.", "Finden von finden, denn hierbei heißt es:115Ex. 12,19.sieben Tage soll kein Sauerteig in eueren Wohnungen zu finden sein, und dort116Gen. 44,12.heißt es: er suchte, beim Ältesten hob er an, und beim Jüngsten hörte er auf, da fand es sich. Finden von suchen, wie hierbei117In diesem Verse wird berichtet, daß das Finden durch das Suchen erfolgt ist..", "Suchen von Leuchten, denn es heißt:118Zph. 1,12; הנני ist wahrsch. nur ein lapsus calami, da später wiederholt richtig zitiert wird.siehe, ich werde Jerušalem mit Leuchten durchsuchen. Leuchten von Leuchte, denn es heißt:119Pr. 20,27.eine Leuchte Gottes ist des Menschen Geist, die alle Kammern des Leibes durchsucht.", "In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: In der Nacht zum vierzehnten suchte man beim Scheine einer Leuchte das Gesäuerte zusammen, und obgleich es dafür keinen Beweis gibt, so gibt es immerhin eine Andeutung, denn es heißt: sieben Tage soll kein Sauerteig [in eueren Wohnungen] zu finden sein; ferner heißt es: er suchte, beim Ältesten hob er an, und beim Jüngsten hörte er auf, [da fand es sich]; ferner heißt es: in dieser Zeit werde ich Jerušalem mit Leuchten durchsuchen; und ferner heißt es: eine Leuchte Gottes ist des Menschen Geist, die &c. durchsucht. –", "Wozu das ‘ferner’? –", "Man könnte einwenden, [der Vers:] in dieser Zeit, sei eine Erleichterung, der Allbarmherzige sage nämlich, er werde Jerušalem nicht beim Lichte einer Fackel durchsuchen, deren Licht sehr stark ist, sondern beim Lichte einer Leuchte, deren Licht sehr schwach ist, damit nur die großen Sünden und nicht die kleinen zu finden seien, so komm und höre: eine Leuchte Gottes ist des Menschen Geist.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf nicht vor dem Lichte der Sonne noch vor dem Lichte des Mondes noch vor dem Lichte einer Fackel durchsuchen, sondern vor dem Lichte einer Leuchte," ], [ "weil das Licht einer Leuchte zur Durchsuchung am geeignetsten ist. Und obgleich es dafür keinen Beweis gibt, so gibt es immerhin eine Andeutung, denn es heißt: sieben Tage soll kein Sauerteig in eueren Wohnungen zu finden sein; ferner heißt es: er suchte, beim Ältesten hob er an; ferner heißt es: in dieser Zeit werde ich Jerušalem mit Leuchten durchsuchen; und ferner heißt es: eine Leuchte Gottes ist des Menschen Geist, die alle Kammern des Leibes durchsucht. –", "In welchem Sonnenlichte: wollte man sagen, in einem Hofe, so sagte ja Raba, ein Hof brauche überhaupt nicht durchsucht zu werden, weil da Raben sind, und wollte man sagen in einer Halle, so sagte ja Raba, eine Halle sei bei ihrem eigenen Lichte120Die Durchsuchung kann bei Tageslicht erfolgen.zu durchsuchen!? –", "Dies bezieht sich auf eine Luke im Zimmer. – An welcher Stelle, wenn gegenüber der Luke, so ist es ja ebenso wie bei einer Halle!? — Vielmehr, seitlich. —", "Etwa nicht mit einer Fackel, Raba sagte ja: Es heißt:121Hab. 3,4.ein Glanz wie Licht entsteht, Strahlen gehen ihm zur Seite, und dort ist die Hülle für seine Macht; die Frommen erscheinen vor der Göttlichkeit wie eine Leuchte vor einer Fackel. Ferner sagte Raba, beim Unterscheidungssegen sei die Fackel am allervorzüglichsten!?", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Mit der einen kann man in Löcher und Spalten hinein [leuchten], mit der anderen kann man nicht in Löcher und Spalten hinein [leuchten]. R. Zebid erwiderte: Die eine wirft das Licht nach vorn, die andere wirft das Licht nach hinten. R. Papa erwiderte: Mit jener ist man ängstlich, mit dieser ist man nicht ängstlich. Rabina erwiderte: Die eine hat ein ruhiges Licht, die andere ein flackerndes.", "JEDER RAUM, IN DEN MAN KEIN [GESÄUERTES] BRINGT &C. Was schließt als ‘jeder’ ein? – Dies schließt folgende Lehre der Rabbanan ein: Die oberen und die unteren Löcher eines Hauses, das Dach eines Anbaues, das Dach eines Schrankes, der Rinderstall, Strohräume, Hühnersteigen, Weinlager und Öllager benötigen nicht der Durchsuchung. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, wenn ein Bett in der Mitte der Stube sich befindet und [vom Boden] absteht122Vom Boden durch die Höhe der Bettfüße., müsse es durchsucht werden. –", "Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Befindet sich [in der Wand] zwischen dem einen Bewohner und dem anderen ein Loch, so durchsuche es der eine, soweit seine Hand reicht, ebenso der andere, soweit seine Hand reicht, und das übrige gebe jeder in seinem Herzen auf. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, wenn ein Bett in der Mitte der Stube sich befindet und [von Boden] absteht und Holz und Steine unter diesem sich befinden, benötige es nicht der Durchsuchung.", "Hier besteht also ein Widerspruch sowohl hinsichtlich des Bettes als auch hinsichtlich der Löcher!? –", "Hinsichtlich der Löcher besteht kein Widerspruch, denn eines gilt von solchen, die sich oben und unten befinden, und eines von solchen, die sich in der Mitte befinden; hinsichtlich des Bettes besteht ebenfalls kein Widerspruch, denn eines gilt von einem hohen und eines von einem niedrigen123Das nur wenig vom Boden absteht, sodaß der Raum unten nicht gut benutzt werden kann.. —", "Benötigen etwa Weinlager nicht der Durchsuchung, es wird a gelehrt, Weinlager benötigen der Durchsuchung, Öllager benötigen nicht der Durchsuchung!? – In dem Falle, wenn man davon gebraucht. Demnach sollte dies auch vom Öllager gelten!? –", "Für das Öllager ist das Quantum der Mahlzeit zu übersehen124Somit kann man es v o r der Mahlzeit holen., für den Wein ist das Quantum zum Trinken nicht zu übersehen.", "R. Ḥija lehrte: Die Metlager in Babylonien gleichen den Weinlagern im Jisraélland, wenn davon gebraucht wird125Auch diese müssen durchsucht werden..", "R. Ḥisda sagte: Der Fischraum benötigt nicht der Durchsuchung. – Es wird ja aber gelehrt, daß er wohl der Durchsuchung benötige!? – Das ist kein Widerspruch; eines gilt von großen, und eines gilt von kleinen126Bei kleinen weiß man vorher nicht, wieviel zur Mahlzeit gebraucht wird, somit holt man sie auch während der Mahlzeit..", "Rabba b.R. Hona sagte: Der Salzraum und der Wachsraum127Zur Aufbewahrung der Kerzen, die oft während der Mahlzeit geholt werden.benötigen der Durchsuchung. R. Papa sagte: Der Holzraum und der Dattelraum benötigen der Durchsuchung.", "Es wird gelehrt: Man verpflichtet einen nicht, die Hand in Löcher und Spalten zu stecken, um sie zu durchsuchen, wegen der Gefahr. – Wegen welcher Gefahr: wollte man sagen, wegen der Gefahr eines Skorpions, wieso benutzt er es denn!? – In dem Falle, wenn [eine Wand] eingestürzt ist. –", "Wozu ist, wenn [eine Wand] eingestürzt ist, die Durchsuchung nötig, wir haben ja gelernt, daß, wenn auf Gesäuertes ein Trümmerhaufen gefallen ist, es als fortgeschafft gelte!? – Da handelt es sich um den Fall, wenn ein Hund es nicht aufspüren kann, hier aber, wenn ein Hund es aufspüren kann. –", "R. Elea͑zar sagte ja aber, Boten einer gottgefälligen Handlung kommen nicht zu Schaden!? R. Aši erwiderte: Er könnte da eine Nadel verloren haben und [gleichzeitig] nach dieser suchen. –", "Ist es denn auf diese Weise keine gottgefällige Handlung, es wird ja gelehrt, daß, wenn jemand spricht, er gebe diesen Sela͑ als Almosenspende, damit seine Kinder leben bleiben, oder damit er der zukünftigen Welt teilhaftig werde," ], [ "er ein wahrhaft Frommer sei!? — Er könnte nach der Durchsuchung nach dieser sehen.", "R. Naḥman b.Jiçḥaq erklärte: Wegen der Gefahr vor Nichtjuden, nach Pelemo. Es wird nämlich gelehrt: Befindet sich ein Loch [in der Wand] zwischen einem Juden und einem Aramäer, so durchsuche er es, soweit seine Hand reicht, und gebe das übrige in seinem Herzen auf; Pelemo sagt, er durchsuche es überhaupt nicht, wegen der Gefahr. –", "Wegen welcher Gefahr, wollte man sagen, wegen der Gefahr der Zauberei128Der Nichtjude könnte glauben, er treibe Zauberei., wieso benutzt er es denn!? – Sonst benutzt er es am Tage, wo es hell ist, und [der Nichtjude] denkt sich nichts dabei, dann aber nachts, bei einer Leuchte, und er denkt sich etwas dabei. –", "R. Elea͑zar sagte ja aber, Boten einer gottgefälligen Handlung kommen nicht zu Schaden!? – Anders ist es, wo ein Schaden zu gewärtigen ist. So heißt es auch:129iSam. 16,2.da sprach Šemuêl: Wie kann ich hingehen, wenn Šaúl davon hört, bringt er mich um!? Da erwiderte der Herr: Nimm ein junges Rind mit &c.", "Man fragte Rabh: Dürfen die Jünger, die auf dem Felde130Der Weg nach der Stadt, wo das Lehrhaus sich befand, war nachts mit Gefahr verbunden.wohnen, früh und spät nach dem Lehrhause kommen? Dieser erwiderte: Sie mögen auf meine Verantwortung kommen. – Und fortgehen? Dieser erwiderte: Das weiß ich nicht.", "Es wurde gelehrt: R. Elea͑zar sagte: Boten einer gottgefälligen Handlung kommen nicht zu Schaden, weder beim Hingehen noch bei der Rückkehr.", "Wohl nach der Ansicht des folgenden Tanna, denn es wird gelehrt: Isi b.Jehuda sagte: Wenn die Tora sagt:131Ex. 34,24.niemand wird sich nach deinem Lande gelüsten lassen, so lehrt dies, daß deine Kuh auf dem Anger weiden wird, ohne daß ein Tier sie beschädigen wird, daß deine Henne auf dem Misthaufen stöbern wird, ohne daß ein Wiesel sie beschädigen wird.", "Nun ist [ein Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn diese, die zu Schaden zu kommen pflegen, nicht zu Schaden kommen werden, um wieviel weniger Menschen, die nicht zu Schaden zu kommen pflegen. Ich weiß dies vom Hingehen, woher dies von der Rückkehr? Es heißt:132Dt. 16,7.am Morgen sollst du dich auf den Weg machen und heimkehren; dies lehrt, daß du gehen und dein Heim in Frieden finden wirst. –", "Wozu braucht dies, wenn es schon von der Rückkehr gilt, auch vom Hingehen gesagt zu werden!? – Wegen einer Lehre R. Amis, denn R. Ami sagte: Wer Land besitzt, ziehe zur Wallfahrt, und wer kein Land besitzt, ziehe nicht zur Wallfahrt133Was aus dem Verse Ex. 34,24 gefolgert wird..", "R. Abin b. R. Ada sagte im Namen R. Jiçḥaqs: In Jerušalem gibt es deshalb keine genezaretischen134Die süßesten und schmackhaftesten Früchte in ganz Palästina; cf. Ber. Fol. 44a.Früchte, damit die Wallfahrer nicht sagen: Wären wir gekommen, nur um genezaretische Früchte zu essen, so würde uns dies genügt haben. Es würde sich also ergeben, daß die Wallfahrt nicht um ihrer selbst willen erfolgt.", "Desgleichen sagte R. Dostaj b. Jannaj: In Jerušalem gibt es deshalb keine ṭiberianischen Warmbäder, damit die Wallfahrer nicht sagen: Würden wir gekommen sein, nur um in den ṭiberianischen Warmbädern zu baden, so würde uns dies genügt haben. Es würde sich also ergeben, daß die Wallfahrt nicht um ihrer selbst willen erfolgt.", "DAS, WAS SIE GESAGT HABEN, ZWEI REIHEN &C. Wer spricht hier von einem Keller!? –", "Er meint es wie folgt: jeder Raum, in den kein Gesäuertes gebracht wird, benötigt nicht der Durchsuchung, und ebenso brauchen Weinlager und Öllager nicht durchsucht zu werden; das, was sie aber gesagt haben, zwei Reihen im Weinkeller [benötigen der Durchsuchung], bezieht sich auf einen Raum, in den man Gesäuertes zu bringen pflegt, wenn man nämlich von diesem braucht.", "DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, ZWEI REIHEN &C. R. Jehuda erklärte: Die zwei Reihen, von denen sie sprechen, sind die von der Erde bis zur Decke. R. Joḥanan erklärte: Eine Reihe in der Form eines Gamma135Eine Reihe vorn u. eine oben..", "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Jehuda, und es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Joḥanan. Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Jehuda: Die Schule Šammajs sagt, zwei Reihen über den ganzen Keller; und die zwei Reihen, von denen sie sprechen, sind die vom Boden is zur Decke. Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Joḥanan: Zwei Reihen über den ganzen Keller; die vordere gegenüber der Tür und die obere gegenüber der Decke. [Die Reihen] hinter jener und unter dieser benötigen nicht der Durchsuchung.", "DIE SCHULE HILLELS SAGT, DIE ZWEI ÄUSSEREN REIHEN, DAS SIND DIE OBEREN. Rabh erklärte: Die oberste [Reihe]136Eine Reihe der Schicht, während nach der Schule Š.s darunter die ganze Schicht zu verstehen ist.und eine unter dieser.", "Šemuél erklärte: die oberste [Reihe] und eine hinter dieser – Was ist der Grund Rabhs? – Er betont [das Wort] ‘äußeren’. – Es heißt ja aber auch ‘oberen’!? – Dies schließt die [Reihen] unter der unteren aus. – Weshalb erklärt Semuél, die oberste [Reihe] und eine hinter dieser? – Er betont [das Wort] ‘oberen’. – Es heißt ja aber auch ‘äußeren’!? – Dies schließt die [Reihen] hinter der hinteren aus. R. Ḥija lehrte wie Rabh; alle übrigen Schüler lehrten wie Šemuél. Die Halakha ist wie Šemuél." ], [ "MAN BEFÜRCHTE NICHT, EIN WIESEL KÖNNTE [GESÄUERTES] AUS EINEM HAUSE NACH EINEM ANDEREN ODER VON EINEM ORTE NACH EINEM ANDEREN VERSCHLEPPT HABEN; DEMNACH KÖNNTE ES JA AUCH AUS EINEM HOFE NACH EINEM ANDEREN UND AUS EINER STADT NACH EINER ANDEREN [VERSCHLEPPT HABEN], SODASS DUE SACHE GAR KEIN ENDE HÄTTE.", "GEMARA. Nur wenn man nicht gesehen hat, daß es etwas genommen hat, wenn man aber gesehen hat, daß es etwas genommen hat, befürchte man137Das Wiesel habe da das Gesäuerte liegen lassen., und [die Wohnung] ist wiederum zu durchsuchen;", "weshalb denn, es ist ja anzunehmen, es habe es aufgefressen!? Wir haben nämlich gelernt: Die Wohnungen der Nichtjuden gelten138Auch in Palästina, weil sie ihre Fehlgeburten in der Wohnung vergraben.als unrein. Wie lange muß er in der Wohnung geweilt haben, damit sie der Durchsuchung139Wenn ein Jisraélit die Wohnung bezieht. benötige? Vierzig140Ausbildungsdauer des Embryos.Tage,", "selbst wenn er keine Frau hat. Jede Stelle aber, in der ein Wiesel oder ein Schwein umherlaufen kann, benötigt nicht der Durchsuchung141Weil angenommen wird, daß diese sie aufgefressen haben.!?", "R. Zera erwiderte: Das ist kein Einwand; eines gilt von Fleisch, und eines gilt von Brot. Fleisch läßt es nicht zurück, Brot läßt es zurück.", "Raba erwiderte: Was soll dies: in jenem Falle kann da vielleicht [Unreines] gewesen sein, vielleicht aber nicht, und auch wenn es da war, kann [das Wiesel] es aufgefressen haben, wer aber sagt uns hierbei, wo man es [Gesäuertes] nehmen bestimmt gesehen hat, daß es dieses aufgefressen hat!? Dies ist also ein Zweifel gegenüber Entschiedenem, und ein Zweifel bringt nichts aus der Entschiedenheit. –", "Bringt denn ein Zweifel nichts aus der Entschiedenheit, es wird ja gelehrt, daß, wenn ein Genosse gestorben ist und einen Speicher voll Früchte hinterlassen hat, sie als verzehntet gelten, selbst wenn sie erst einen Tag [zehntpflichtig] geworden sind; die Früchte sind ja nun entschieden zehntpflichtig, dagegen ist es zweifelhaft, ob sie verzehntet worden sind oder nicht verzehntet worden sind, und der Zweifel bringt sie aus der Entschiedenheit!? –", "Hierbei ist es Entschiedenes gegenüber Entschiedenem, denn sie sind entschieden verzehntet worden. Dies nach R. Ḥanina aus Ḥozaa, denn R. Ḥanina aus Ḥozaa sagte, es sei feststehend, daß ein Genosse nichts Unfertiges142Nicht fertig zum Essen verzehntet.aus der Hand lasse.", "Wenn du willst, sage ich: Da ist es Zweifelhaftes gegenüber Zweifelhaftem, denn [die Früchte] sind vielleicht überhaupt nicht zehntpflichtig geworden. Dies nach R. Oša͑ja,", "denn R. Oša͑ja sagte, man dürfe mit seinem Getreide eine List anwenden, indem man es mit der Spreu einbringt, damit sein Vieh davon fressen darf, ohne daß man zum Getreidezehnten verpflichtet ist. –", "Bringt denn ein Zweifel nichts aus der Entschiedenheit, es wird ja gelehrt: R. Jehuda erzählte: Einst warf die Magd eines Bedrückers in Rimmon eine Fehlgeburt in eine Grube," ], [ "und ein Priester kam und schaute hinein, um zu sehen, ob sie eine männliche oder weibliche sei. Als die Sache vor die Weisen kam, erklärten sie ihn als rein, weil da Wiesel und Iltisse143Die wahrscheinl. die Leiche verschleppt hatten.vorhanden waren.", "Da hatte sie ja [die Fehlgeburt] entschieden hineingeworfen, dagegen war es zweifelhaft, ob sie sie in jener Stunde verschleppt hatten oder nicht verschleppt hatten, und der Zweifel brachte es aus der Entschiedenheit!? – Sage nicht: eine Fehlgeburt in eine Grube warf, sondern: eine Art Fehlgeburt in eine Grube warf, sodaß es auch da Zweifelhaftes gegenüber Zweifelhaftem war. –", "Es heißt ja aber: um zu sehen, ob sie eine männliche oder weibliche sei!? – Er meint es wie folgt: um zu sehen, ob es nur eine aufgeblasene [Eihaut] oder eine Fehlgeburt, und wenn es eine Fehlgeburt, ob sie eine männliche oder weibliche sei.", "Wenn du willst, sage ich: Da war es Entschiedenes gegenüber Entschiedenem, denn wenn Wiesel und Iltisse vorhanden waren, so hatten sie sie dann entschieden verschleppt; sie konnten sie wohl unverzehrt gelassen haben, fortgeschleppt hatten sie sie dann entschieden. Eine andere Lesart: Wir nehmen allerdings nicht an, daß sie sie entschieden aufgefressen hatten, wohl aber nehmen wir an, daß sie sie entschieden in ihre Löcher fortgeschleppt hatten. –", "Befürchten wir denn nicht, ein Wiesel könnte [Gesäuertes] verschleppt haben, im Schlußsatze wird ja gelehrt, daß man das Übrigbleibende144Von der Mahlzeit nach der Durchsuchung.verstecke, damit nicht eine Durchsuchung hinterher erforderlich sei!?", "Abajje erwiderte: Das ist kein Einwand; eines gilt vom vierzehnten, und eines gilt vom dreizehnten. Am dreizehnten, wo in jedem Hause Brot noch vorhanden ist, verwahren [die Wiesel] nichts, am vierzehnten aber, wo kein Brot in den Häusern mehr ist, verwahren sie wohl.", "Raba entgegnete: Ist denn das Wiesel ein Prophet, um zu wissen, daß heute der vierzehnte sei und man bis zum Abend nichts backe, daß es deshalb verwahren sollte!? Vielmehr, erklärte Raba, verstecke man das Übrigbleibende, weil ein Wiesel es in seiner Gegenwart fortschleppen könnte, sodaß hinterher eine Durchsuchung erforderlich sein145Die Verschleppung wird nicht befürchtet; wenn man aber sieht, daß ein Brot fortgekommen ist, muß man wiederum durchsuchen.würde.", "Übereinstimmend mit Raba wird auch gelehrt: Wie mache man es, wenn man nach der Durchsuchung Gesäuertes essen will? Man verstecke das Übrigbleibende, weil ein Wiesel es in seiner Gegenwart fortschleppen könnte, sodaß hinterher eine Durchsuchung erforderlich sein würde.", "R. Mari erklärte: Mit Rücksicht darauf, man könnte zehn [Brote] zurücklassen und neun finden145Von der Mahlzeit nach der Durchsuchung..", "Wenn es neun Haufen Ungesäuertes und ein Haufen Gesäuertes sind und eine Maus etwas von einem Haufen verschleppt hat, und man nicht weiß ob Ungesäuertes oder Gesäuertes, so ist es hierbei ebenso wie bei den neun Läden; wenn man selber etwas beiseite gelegt und eine Maus es verschleppt hat, so ist es hierbei ebenso wie beim Schlußsatze [jener Lehre].", "Wir haben nämlich gelernt: Wenn neun Läden Fleisch von Geschächtetem verkaufen und einer von Aas verkauft, und man in einem von diesen gekauft und nicht weiß, in welchem von ihnen man gekauft hat, so ist [das Fleisch] verboten;", "wenn man aber Fleisch findet, so richte man sich nach der Mehrheit146Der im Orte befindlichen Fleischläden..", "Wenn zwei Haufen, einer Ungesäuertes und einer Gesäuertes, vor zwei Häusern, eines durchsucht und eines nicht durchsucht, sich befinden und zwei Mäuse etwas verschleppt haben, eine vom Ungesäuerten und eine vom Gesäuerten, und man nicht weiß, welche in das eine Haus und welche in das andere Haus hineingelaufen ist, so ist es ebenso wie bei den zwei Körben.", "Wir haben nämlich gelernt: Wenn vor zwei Körben, einer Profanes und einer Hebe enthaltend, zwei Seá sich befinden, eine Profanes und eine Hebe enthaltend, und Früchte aus diesen in jene gekommen sind, so sind sie erlaubt, denn man nehme an, das Profane sei in das Profane und die Hebe in die Hebe gekommen. –", "Diese Annahme wird ja nur" ], [ "von der Hebe gelehrt, die147In der Jetztzeit, nach der Zerstörung des Tempels.ein rabbanitisches Gesetz ist, gilt dies etwa auch vom Gesäuerten, das ein Gesetz der Tora ist!? – Ist etwa die Durchsuchung nach Gesäuertem ein Gesetz der Tora!? Dies ist ebenfalls rabbanitisch, denn nach der Tora genügt auch die Besitzaufgabe.", "Wenn ein Haufen Gesäuertes vor zwei durchsuchten Häusern sich befindet und eine Maus etwas fortgeschleppt hat, und man nicht weiß, in welches sie hineingelaufen ist, so ist es hierbei ebenso wie bei den zwei Stegen. Wir haben nämlich gelernt: Wenn es zwei Stege sind, einer unrein und einer rein, und jemand den einen ging und sich mit Reinem befaßte, und darauf ein anderer den anderen ging und sich mit Reinem befaßte,", "so ist, wie R. Jehuda sagt, wenn dieser besonders und jener besonders [einen Gelehrten] befragt, jeder rein, wenn aber beide zusammen, so sind sie unrein; R. Jose sagt, sie seien ob so oder so unrein.", "Raba, nach anderen R. Joḥanan, sagte: [Fragen sie] gleichzeitig, so sind sie nach aller Ansicht unrein, wenn nacheinander, so sind sie nach aller Ansicht rein, und sie streiten nur über den Fall, wenn einer für sich und seinen Genossen fragt: nach R. Jose gilt dies als gleichzeitig, und nach R. Jehuda gilt dies als nacheinander.", "Ist es zweifelhaft, ob [die Maus in ein Haus] hineingelaufen ist oder nicht, so ist dies ebenso wie beim Tale, worüber R. Elie͑zer und die Rabbanan streiten.", "Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand in der Regenzeit148Wo die Felder hinsichtl. der Unreinheit als Privatgebiet gelten, da sie dann bestellt werden.in einem Tale149Das aus mehreren, von einander getrennten Feldern besteht.war, auf dessen einem Felde Unreines sich befindet, und sagt, er sei da zwar umhergegangen, wisse aber nicht, ob er auf diesem Felde war oder nicht, so ist er nach R. Elie͑zer rein und nach den Weisen unrein.", "R. Elie͑zer sagt nämlich, bei einem Zweifel des Hineinkommens sei er rein, und bei einem Zweifel der Berührung mit dem Unreinen sei er unrein.", "Ist [eine Maus in ein Haus] gekommen, worauf man es durchsucht und nichts gefunden hat, so besteht hierüber ein Streit zwischen R. Meír und den Rabbanan. Wir haben nämlich gelernt: R. Meír sagte: Was im Zustande der Unreinheit sich befindet, gilt solange als unrein, bis du ermittelt hast, wo die Unreinheit150Wenn von 3 Haufen einer unrein ist, so gilt, wenn man einen untersucht u. nichts gefunden hat, dieser als rein u. die 2 anderen als unrein; hat man 2 untersucht und nichts gefunden, so gelten diese als rein u. der 3. als unrein; hat man alle 3 untersucht u. nichts gefunden, so gelten alle als unrein.sich befindet.", "Die Weisen sagen, man durchsuche solange, bis man auf Felsen oder auf jungfräulichen Boden stößt151Findet man das Unreine nicht, so nehme man an, daß ein Tier es fortgeschleppt hat..", "Ist [eine Maus in ein Haus] gekommen, worauf man es durchsucht und [Gesäuertes] gefunden152Man weiß aber nicht, ob es dasselbe ist, das die Maus hineingebracht hatte.hat, so besteht hierüber ein Streit zwischen Rabbi und R. Šimo͑n b.Gamliél.", "Es wird nämlich gelehrt: Wenn auf einem Felde ein Grab sich verloren hat, so ist, wer da hinkommt, unrein; wird da ein Grab aufgefunden153Weiß aber nicht, ob es mit dem verlorenen identisch ist., so ist, wer da hinkommt, rein, da man annehme, das verlorene Grab sei mit dem aufgefundenen identisch – so Rabbi; R. Šimo͑n b.Gamliél sagt, das ganze Feld müsse durchsucht werden.", "Wenn man neun [Brote] hingelegt hat und zehn findet, so besteht hierüber ein Streit zwischen Rabbi und den Rabbanan. Es wird nämlich gelehrt: Hat man eine Mine154Die M. hat 100 Denare.[von zweitem Zehnt] hingelegt und zweihundert gefunden, so sind Profanes und zweiter Zehnt mit einander vermischt – so Rabbi;", "die Weisen sagen, das Ganze sei Profanes.", "Wenn man zehn [Brote] hingelegt hat und neun findet, so ist es hierbei ebenso wie beim Schlußsatze der angezogenen Lehre: Hat man zweihundert [Denare] hingelegt und eine Mine gefunden, so ist eine Mine zurückgeblieben und eine fortgenommen worden – so Rabbi;", "die Weisen sagen, das Ganze sei Profanes155Es ist ganz anderes Geld; ebenso ist hierbei abermals zu durchsuchen.." ], [ "Wenn man [Gesäuertes] in einen Winkel hingelegt hat und in einem anderen Winkel findet, so besteht hierüber ein Streit zwischen R. Šimo͑n b.Gamliél und den Rabbanan. Es wird nämlich gelehrt: Wenn in einem Hause eine Axt abhanden gekommen ist, so ist das Haus unrein, denn man nehme an, ein Unreiner sei da hineingekommen156Und habe zugleich auch die übrigen Gegenstände im Hause berührt.und habe sie fortgenommen; R. Šimo͑n b.Gamliél sagt, das Haus sei rein, denn man nehme an, er habe sie jemandem geborgt und vergessen, oder aus jenem Winkel genommen und in diesen Winkel gelegt und vergessen. –", "Wer spricht hier von einem Winkel!? –", "[Diese Lehre] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: Wenn eine Axt in einem Hause abhanden gekommen ist, so ist das Haus unrein, denn man nehme an, ein Unreiner sei da hineingekommen und habe sie fortgenommen; ebenso ist das Haus unrein, wenn man sie in einen Winkel hingelegt hat und in einem anderen findet, denn man nehme an, ein Unreiner sei da hineingekommen und habe sie aus jenem Winkel genommen und in diesen gelegt. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, das Haus sei rein, denn man nehme an, er habe sie jemandem geborgt und vergessen beziehungsweise aus jenem Winkel genommen und in diesen gelegt und vergessen.", "Raba sagte: Wenn eine Maus mit einem Brote im Maule [in ein Haus] hineingegangen ist und man da nachher Brocken findet, so muß es durchsucht werden, weil eine Maus [das Brot] nicht zu zerbröckeln pflegt157Es ist von einem anderen Brote.. Ferner sagte Raba: Wenn ein Kind mit einem Brote in der Hand [in ein Haus] hineingegangen ist und man da nachher Brocken findet, so braucht es nicht durchsucht zu werden, weil ein Kind [das Brot] zu zerbröckeln pflegt.", "Raba fragte: Wie ist es, wenn eine Maus mit einem Brote im Maule [in ein Haus] hineingegangen und eine Maus mit einem Brote im Maule aus diesem herausgekommen ist: sagen wir, die herausgekommen, sei dieselbe, die hineingegangen war, oder ist es eine andere?", "Und wie ist es, wenn du entscheidest, die herausgekommen, sei dieselbe, die hineingegangen war, wenn eine weiße Maus mit einem Brote im Maule [in ein Haus] hineingegangen und eine schwarze Maus mit einem Brote im Maule aus diesem herausgekommen ist: diese ist bestimmt eine andere, oder hat sie es jener weggenommen?", "Und wie ist es, wenn du entscheidest, Mäuse nehmen einander nichts weg, wenn eine Maus mit einem Brote im Maule [in ein Haus] hineingegangen und ein Wiesel mit einem Brote im Maule herausgekommen ist: das Wiesel kann es bestimmt der Maus weggenommen haben, oder ist es ein anderes, denn wenn es der Maus es weggenommen hätte, so würde es auch die Maus selbst im Maule gehabt haben?", "Und wie ist es, wenn du entscheidest, das Wiesel würde, falls es der Maus es weggenommen hätte, auch die Maus selbst im Maule gehabt haben, wenn eine Maus mit einem Brote im Maule [in ein Haus] hineingegangen und ein Wiesel mit einem Brote und einer Maus im Maule herausgekommen ist: ist es hierbei entschieden dieselbe, oder müßte sich, wenn es dieselbe wäre, das Brot im Maule der Maus befinden, oder hat sie es vor Schreck fallen lassen und [das Wiesel] es aufgehoben? – Dies bleibt unentschieden.", "Raba fragte: Wie ist es, wenn ein Brot sich an der Decke befindet: muß man eine Leiter holen und es herunterholen, oder ist dies nicht nötig; sagen wir, die Rabbanan haben einen nicht soweit belästigt, denn da man es allein nicht herunterholen kann, wird man es zu essen nicht verleitet, oder aber kann man, da es herunterfallen könnte, es zu essen verleitet werden?", "Und wie ist es, wenn du entscheidest, man könne, da es herunterfallen könnte, es zu essen verleitet werden, wenn ein Brot sich in einer Grube befindet: muß man eine Leiter holen und es heraufholen, oder ist dies nicht nötig; hierbei kann man es selbst nicht heraufholen, oder aber kann man, da man wegen irgend einer Angelegenheit hinabsteigen könnte, es zu essen verleitet werden?", "Und wie ist es, wenn du entscheidest es zu essen verleitet werden, wenn ein Brot sich im Maule einer Schlange befindet: muß man einen Schlangenbeschwörer holen, der es ihr wegnehme, oder ist dies nicht nötig;", "haben die Rabbanan einen nur persönlich bemüht, nicht aber auch mit seinem Gelde, oder gibt es hierbei keinen Unterschied? – Dies bleibt unentschieden.", "R. JEHUDA SAGT, MAN DURCHSUCHE [NACH GESÄUERTEM] IN DER NACHT158Wörtl. beim Lichte; cf. supra Fol. 2a. ZUM VIERZEHNTEN, AM MORGEN DES VIERZEHNTEN UND BEI DER FORTSCHAFFUNG. DIE WEISEN SAGEN, HAT MAN NICHT IN DER NACHT ZUM VIERZEHNTEN DURCHSUCHT, SO DURCHSUCHE MAN AM VIERZEHNTEN, \n", "HAT MAN NICHT AM VIERZEHNTEN DURCHSUCHT, SO DURCHSUCHE MAN AM FESTE, UND HAT MAN NIGHT AM FESTE DURCHSUCHT, SO DURCHSUCHE MAN NACH158Weil das Gesäuerte auch nach dem Feste verboten ist, so nach Maimonides; nach Raschi ist unter מועד die Zeit der Verbrennung (mit ביעור ident.) zu verstehen.DEM FESTE. WAS MAN159Von der Mahlzeit nach der Durchsuchung.ZURÜCKLÄSST, VERSTECKE MAN, DAMIT NICHT HINTERHER EINE DURCHSUCHUNG NÖTIG SEI.", "GEMARA. Was ist der Grund R. Jehudas? R. Ḥisda und Rabba b.Hona erklärten beide: Entsprechend den drei ‘Fortschaffungen’ in der Tora: 160Ex. 13,7.Es darf bei dir kein Gesäuertes und es darf bei dir kein Sauerteig zu sehen sein, 161Ib. 12,19.sieben Tage hindurch soll in eueren Wohnungen kein Sauerteig zu finden sein, 162Ib. V. 15.nur sollt ihr am ersten Tage allen Sauerteig aus eueren Wohnungen fortschaffen,", "R. Joseph wandte ein: R. Jehuda sagte, wer an diesen drei Fristen nicht durchsucht hat, durchsuche nicht mehr. Demnach streiten sie, bis wann man163Auch nach RJ. braucht man nur einmal zu durchsuchen.durchsuche!?", "Mar Zuṭra lehrte es wie folgt: R. Jehuda sagte, wer an einer dieser drei Fristen nicht durchsucht hat, durchsuche nicht mehr. Demnach streiten sie, ob man noch später durchsuche!? –", "Vielmehr, R. Jehuda meint es ebenfalls, falls man nicht durchsucht hat,", "und ihr Streit besteht in folgendem: einer ist der Ansicht, [man durchsuche] nur vor Inkrafttreten des Verbotes und nicht nach Inkrafttreten des Verbotes, weil man davon zu essen verleitet werden könnte, und die Rabbanan sind der Ansicht, man berücksichtige dies nicht. –", "Berücksichtigt denn R. Jehuda, man könnte davon zu essen verleitet werden, wir haben ja gelernt: Sobald die Schwingegarbe dargebracht war, gingen sie hinaus und fanden die Straßen Jerušalems voll mit Mehl und Rostähren;" ], [ "dies164Die sofortige Feilhaltung des Mehls, da man beim Mähen vor der Darbringung davon zu essen verleitet werden könnte.geschah ohne Billigung der Weisen – so R. Meír; R. Jehuda sagt, es164Die sofortige Feilhaltung des Mehls, da man beim Mähen vor der Darbringung davon zu essen verleitet werden könnte.geschah mit Billigung der Weisen. R. Jehuda berücksichtigt also nicht, man könnte davon zu essen verleitet werden!? Raba erwiderte: Anders ist es bei den neuen Früchten, denn da es165Die Getreideernte vor der Darbringung der Schwingegarbe.nur durch Pflücken erlaubt ist, so denkt man daran.", "Abajje sprach zu ihm: Allerdings beim Pflücken, wie ist es aber vom Mahlen und Beuteln zu erklären!? – Das ist kein Einwand; das Mahlen erfolgte mit einer Handmühle und das Beuteln mit der Rückseite des Siebes. –", "Wir haben gelernt, daß man auf künstlich bewässerten Feldern und in Tälern166Vor der Darbringung der Schwingegarbe, da auf diesen das Getreide minderwertig u. leicht verderblich ist. mähen, jedoch nicht aufschobern dürfe, und dies addizierten wir R. Jehuda; wie ist es nun zu erklären!?", "Vielmehr, erklärte Abajje, von neuen Früchten pflegt man sich zurückzuziehen, nicht aber pflegt man sich von Gesäuertem zurückzuziehen167Neue Früchte hat man nur einmal im Jahre, Gesäuertes hingegen das ganze Jahr hindurch..", "Raba wandte ein: Befindet sich denn nur R. Jehuda mit sich selbst in Widerspruch und nicht auch die Rabbanan168In unserer Mišna lehren die Weisen [= R. Meír], daß man während des Festes durchsuche, also nichts berücksichtige, während nach RM. in der angezogenen Lehre dies gegen die Zustimmung der Weisen geschah.!? –", "R. Jehuda befindet sich nicht mit sich selbst in Widerspruch, wie wir bereits erklärt haben, und die Rabbanan befinden sich ebenfalls nicht mit sich selbst in Widerspruch, denn wie sollte man davon essen, wo man damit beschäftigt ist, es zu verbrennen169In diesem Falle ist nichts zu berücksichtigen.!?", "R. Aši erklärte: R. Jehuda befindet sich nicht mit sich selbst in einem Widersprüche, denn [die angezogene Lehre] spricht von Mehl und Rostähren170Die roh nicht gegessen werden..", "Die Erklärung R. Ašis ist aber nur Gerede; allerdings nach dem Rösten der Ähren, wie ist es aber hinsichtlich [der Zeit] bis dahin171Vor dem Rösten könnte man rohe Körner essen.zu erklären!?", "Wolltest du sagen, nur Pflücken [sei erlaubt], nach der Erklärung Rabas, so [wird ja gelehrt], daß man auf künstlich bewässerten Feldern und in Tälern mähen dürfe, was wir R. Jehuda addizierten: wie ist dies zu erklären!? Vielmehr ist die Erklärung R. Ašis nur Gerede. –", "Berücksichtigt denn R. Jehuda [eine Übertretung] in dem Falle, wo man sich davon nicht zurückzieht,", "wir haben ja gelernt: Man darf nicht eine Eierschale durchlochen, sie mit Öl füllen und über eine Lampe setzen, damit [das Öl] herabtriefe, auch keine Ton [schale]172Weil man verleitet werden könnte, vom Öl zu brauchen, was dem Auslöschen der Flamme gleichen würde.;", "R. Jehuda erlaubt dies. – Auch hierbei zieht man sich [vom Öl] zurück, wegen der Strenge des Šabbathgesetzes. –", "Aber auch beim Šabbathgesetze selbst besteht ja ein Widerspruch!? Es wird nämlich gelehrt: Wenn der Strick eines Eimers zerreißt, so darf man ihn nicht mit einem Knoten zusammenbinden, sondern nur mit einer Schleife; R. Jehuda sagt, man umwickle ihn mit Band oder einem Gurte, nur mache man keine Schleife173Mit Rücksicht darauf, man könnte einen Knoten machen..", "Somit befinden sich ja sowohl R. Jehuda als auch die Rabbanan mit sich selbst in Widerspruch!? –", "Die Rabbanan befinden sich in keinem Widersprüche mit sich selbst, denn man kann wohl Öl mit Öl verwechseln, nicht aber eine Schleife mit einem Knoten;", "R. Jehuda befindet sich ebenfalls in keinem Widersprüche mit sich selbst, denn R. Jehuda [verbietet] die Schleife nicht wegen des Knotens, vielmehr ist er der Ansicht, die Schleife selbst gelte als Knoten. –", "Ich will auf einen Widerspruch hinweisen, in welchem die Rabbanan sich befinden. Wir haben gelernt: Man darf einen Eimer mit einem Gurte festbinden, nicht aber mit einem Stricke; R. Jehuda erlaubt dies. Was für ein Strick: wollte man sagen, mit einem gewöhnlichen, wieso erlaubt es R. Jehuda, einen solchen gibt man auf, somit ist es ja ein bleibender Knoten;", "doch wohl mit einem Weberstricke,", "und die Rabbanan haben es mit einem Weberstricke mit Rücksicht auf einen gewöhnlichen verboten!? – Allerdings; wohl verwechselt man Stricke miteinander, nicht aber eine Schleife mit einem Knoten. –", "Berücksichtigt denn R. Jehuda nichts in einem Falle, wenn man sich davon zurückzieht, es wird ja gelehrt: Wenn ein erstgeborenes Tier174Dem man keinen Leibesfehler beibringen darf, da es dadurch seine Heiligkeit verliert.Blutandrang hat, so darf man ihm nicht zur Ader lassen, selbst wenn es verendet – so R. Jehuda;", "die Weisen sagen, man lasse ihm zur Ader, nur darf man ihm kein Gebrechen beibringen!? – Hierbei deshalb, weil man" ], [ "wegen seines Eigentums aufgeregt ist, und wenn man dies erlaubt in einem Falle, wo man ihm kein Gebrechen beibringt, so wird man dazu verleitet auch in dem Falle, wo man ihm ein Gebrechen beibringt. –", "Und die Rabbanan!? – Erlaubt man es nicht, so wird man erst recht verleitet, dies zu tun175Man unterscheidet dann überhaupt nicht mehr zwischen einem erlaubten u. einem unerlaubten Eingriff.. –", "Ist denn nach R. Jehuda die Aufregung wegen seines Eigentums zu berücksichtigen, wir haben ja gelernt: R. Jehuda sagt, man dürfe am Feste kein Vieh striegeln, weil man dabei eine Wunde macht, wohl aber kämmen; die Weisen sagen, man dürfe weder striegeln noch kämmen.", "Hierzu wird gelehrt: Was heißt Striegeln, und was heißt Kämmen? Das Striegeln erfolgt mit einem klein[zähnigen Geräte] und macht Wunden, das Kämmen erfolgt mit einem groß[zähnigen] und macht keine Wunden!? –", "In jenem Falle, wo [das Vieh], falls man es unterläßt, verenden könnte, sagen wir, man sei wegen seines Eigentums aufgeregt, in diesem Falle aber, wo es nur, falls man es unterläßt, Schmerzen hat, sagen wir nicht, man sei wegen seines Eigentums aufgeregt. –", "Weshalb verbietet es R. Jehuda aus Rücksichtnahme beim Gesäuerten, aber nicht beim Kämmen!? – Brot mit Brot verwechselt man, einen Striegel mit einem Kamme verwechselt man nicht.", "R. MEÍR SAGT, MAN ESSE [GESÄUERTES] DIE GANZE FÜNFTE [STÜNDE] UND VERBRENNE ES BEI BEGINN DER SECHSTEN; R. JEHUDA SAGT, MAN ESSE ES DIE GANZE VIERTE, DIE FÜNFTE BEFINDE SICH IN DER SCHWEBE, UND MAN VERBRENNE ES BEI BEGINN DER SECHSTEN. \n", "v FERNER SAGTE R. JEHUDA: ZWEI UNTAUGLICHE DANKOPFERBROTE LAGEN [AM VORABEND] AUF DEM Säulengang; solange sie da lagen, ass das VOLK [GESÄUERTES], WURDE EINES FORTGENOMMEN, SO BEFAND ES SICH IN DER SCHWEBE: MAN ASS ES NICHT UND VERBRANNTE ES AUCH NICHT, WURDEN BEIDE FORTGENOMMEN, SO BEGANN DAS GANZE VOLK ES ZU VERBRENNEN.", "R. GAMLIÉL SAGT, PROFANES WERDE DIE GANZE VIERTE [STUNDE] GEGESSEN, HEBE DIE GANZE FÜNFTE, BEI BEGINN DER SECHSTEN VERBRENNE MAN ES.", "GEMARA. Dort haben wir gelernt: Wenn einer [der Zeugen] sagt, es sei am zweiten des Monats [geschehen], und einer sagt, am dritten, so ist ihr Zeugnis gültig,", "denn einer kennt die Schaltung176Er weiß, daß der vorangehende Monat ein Schaltmonat war, dh. einen Tag mehr hatte.des Monats, und einer kennt die Schaltung des Monats nicht;", "wenn aber einer sagt, am dritten, und einer sagt, am fünften, so ist ihr Zeugnis ungültig. Wenn einer sagt in der zweiten Stunde, und einer sagt, in der dritten Stunde, so ist ihr Zeugnis177Einer kann sich um eine Kleinigkeit irren.gültig; wenn aber einer sagt, in der dritten, und einer sagt, in der fünften, so ist ihr Zeugnis ungültig – so R. Meír;", "R. Jehuda sagt, ihr Zeugnis sei gültig. Wenn einer sagt, in der fünften, und einer sagt, in der siebenten, so ist ihr Zeugnis178Nach aller Ansicht.ungültig, denn in der fünften ist die Sonne im Osten und in der siebenten ist die Sonne im Westen.", "Abajje sagte: Wenn du nachdenkst, so ergibt es sich, daß nach R. Meír der Mensch sich überhaupt nicht zu irren brauche, und nach R. Jehuda ein Mensch sich um eine halbe Stunde irren könne. Nach R. Meír braucht ein Mensch sich überhaupt nicht zu irren, denn es handelt sich um den Fall, wenn das Ereignis am Ende der zweiten und am Beginn der dritten [Stunde] geschah; der ‘in der zweiten’ sagte, meinte den Schluß der zweiten, und der ‘in der dritten’ sagte, meinte den Beginn der dritten.", "Nach R. Jehuda kann ein Mensch sich um eine halbe Stunde irren. Hier handelt es sich um den Fall, wenn das Ereignis in der Mitte der vierten [Stunde] geschah; der ‘in der dritten’ sagte, meinte den Schluß der dritten und irrte sich um die folgende halbe Stunde, und der ‘in der fünften’ sagte, meinte den Beginn der fünften und irrte sich um die vergangene halbe Stunde.", "Manche lesen: Abajje sagte: Wenn du darüber nachdenkst, so ergibt es sich, daß nach R. Meír ein Mensch sich um etwas irren könne, und nach R. Jehuda ein Mensch sich um etwas mehr als eine Stunde irren könne. Nach R. Meír kann ein Mensch sich um etwas irren, denn es handelt sich um den Fall, wenn das Ereignis entweder am Ende der zweiten oder am Beginn der dritten [Stunde] geschah und einer sich um etwas irrt. Nach R. Jehuda kann man sich um etwas mehr als eine Stunde irren, denn es handelt sich um den Fall, wenn das Ereignis entweder am Ende der dritten oder am Beginn der fünften Stunde geschah" ], [ "und einer sich um etwas mehr als eine Stunde irrt.", "Als R. Hona, der Sohn R. Jehudas, hinging und diese Lehre Raba vortrug, erwiderte dieser: Wenn wir die Aussage dieser Zeugen so auffaßten, daß derjenige, der ‘in der dritten’ sagte, den Beginn der dritten meinte, und derjenige, der ‘in der fünften’ sagte, den Schluß der fünften meinte, so wäre dies ja ein sich selbst widersprechendes Zeugnis, und wir würden [den Angeklagten] nicht hinrichten; wie können wir ihn nun des Zweifels wegen hinrichten, wo doch die Tora sagt:179Num. 35,24. 25.die Gemeinde soll ihn richten, und die Gemeinde soll ihn retten!?", "Vielmehr, erklärte Raba, kann nach R. Meír ein Mensch sich um etwas weniger als zwei Stunden irren, und nach R. Jehuda kann ein Mensch sich um etwas weniger als drei Stunden irren. Nach R. Meír kann ein Mensch sich um etwas weniger als zwei Stunden irren, denn es handelt sich um den Fall, wenn das Ereignis am Beginn der zweiten oder am Ende der dritten [Stunde] geschah und einer sich um etwas weniger als zwei Stunden irrt.", "Nach R. Jehuda kann ein Mensch sich um etwas weniger als drei Stunden irren, denn es handelt sich um den Fall, wenn das Ereignis am Beginn der dritten oder am Schlusse der fünften Stunde geschah und einer sich um etwas weniger als drei Stunden irrt. –", "Wir haben gelernt: Man prüfte [die Zeugen] durch eine siebenfache Ausforschung: in welchem Septennium, in welchem Jahre, in welchem Monat, am wievielten des Monats, an welchem Tage, in welcher Stunde und an welchem Orte. Ferner haben wir gelernt: Welchen Unterschied gibt es zwischen [dieser] Ausforschung und [anderen] Untersuchungs[fragen]? Wenn einer auf eine dieser Ausforschungs [fragen] antwortet, er wisse es nicht, so ist ihr Zeugnis ungültig, wenn aber auf eine [der anderen] Untersuchungsfragen sogar beide antworten, sie wissen es nicht, so ist ihr Zeugnis gültig.", "Und auf unsere Frage, wodurch diese Ausforschungs [fragen] sich denn von den [anderen] Untersuchungs [fragen] unterscheiden,", "erwiderten wir, wenn bei diesen Ausforschungs[fragen] einer sagt, er wisse es nicht, sei das Zeugnis ungültig, weil man die Zeugen nicht als Falschzeugen180Als solche gelten sie nur dann, wenn man ihnen nachweist, daß sie zur gegebenen Zeit gar nicht zur Stelle waren.überführen kann,", "während man bei den übrigen Untersuchungs [fragen] die Zeugen eventuell als Falschzeugen überführen kann.", "Wenn du nun sagst, ein Mensch könne sich um soviel irren, so kann man ja die Zeugen auch durch die Ausforschung in welcher Stunde, nicht als Falschzeugen überführen, denn sie können sagen, sie hätten sich geirrt!? –", "Man gibt ihnen soviel Spielraum, als sie sich irren können. Nach R. Meír gibt man ihnen einen Spielraum vom Beginn der ersten bis zum Schlusse der fünften Stunde.", "Eigentlich sollte man ihnen vorher1812 bezw. 3 Stunden vor der 2. bezw. 3. Stunde.mehr Spielraum geben, nur irrt man sich nicht zwischen Tag und Nacht.", "Nach R. Jehuda gibt man ihnen einen Spielraum vom Beginn der ersten bis zum Schlusse der sechsten Stunde. Eigentlich sollte man ihnen vorher181Num. 35,24. 25.mehr Spielraum geben, nur irrt man sich nicht" ], [ "zwischen Tag und Nacht. Ferner sollte man ihnen eigentlich nachher1823 Stunden nach der 5. Stunde. mehr Spielraum geben, nur ist die Sonne in der fünften [Stunde] im Osten und in der siebenten im Westen. –", "Wir haben gelernt: R. Meír sagt, man esse [Gesäuertes] die ganze fünfte Stunde und verbrenne es bei Beginn der sechsten; R. Jehuda sagt, man esse es die ganze vierte, die fünfte befinde sich in der Schwebe, und man verbrenne es bei Beginn der sechsten.", "Sollte man doch nach der Erklärung Abajjes, nach der nach R. Meír ein Mensch sich überhaupt nicht zu irren brauche, die ganze sechste [Stunde], und nach der anderen Lesart, nach der ein Mensch sich um etwas irren könne, bis zum Schlusse der sechsten [Stunde Gesäuertes] essen dürfen!?", "Ferner sollte man nach der Erklärung Abajjes, nach der nach R. Jehuda ein Mensch sich um eine halbe Stunde irren könne, es bis zur Hälfte der sechsten [Stunde], und nach der anderen Lesart, nach der ein Mensch sich um eine Stunde und etwas irren könne, bis zum Schlusse der fünften [Stunde] essen dürfen!? –", "Abajje kann dir183Das Wort אלא gibt im Texte keinen Sinn; offenbar Abbreviatur v. אמר לך אביי, wonach das folgende אמר אביי Dittographie.erwidern: Die Zeugenaussage ist nur Vorsichtigen überlassen, während das Gesetz vom Gesäuerten jedem überlassen ist. –", "Sollte man doch nach der Erklärung Rabas, nach der nach R. Meír ein Mensch sich um etwas weniger als zwei Stunden irren könne, schon vom Beginn der fünften [Stunde] kein [Gesäuertes] essen dürfen!? – In der fünften [Stunde] ist die Sonne im Osten, und in der siebenten ist die Sonne im Westen. –", "Demnach sollte man es auch in der sechsten essen dürfen!? R. Ada b.Ahaba erwiderte: In der sechsten befindet sich die Sonne am Zenith. –", "Sollte man doch nach der Erklärung Rabas, nach der nach R. Jehuda ein Mensch sich um etwas weniger als drei Stunden irren könne, schon vom Beginn der vierten [Stunde] ab kein [Gesäuertes] essen dürfen!? – Wenn die Sonne in der fünften im Osten und in der siebenten im Westen ist, um wieviel weniger184Sc. kann eine Verwechslung vorkommen.in der vierten. – Demnach sollte man es auch in der fünften essen dürfen!? –", "Abajje erklärte es nach Raba: Die Zeugenaussage ist nur Vorsichtigen überlassen, während das Gesetz vom Gesäuerten jedem überlassen ist.", "Raba erklärte: Dies185Daß es dann nur wegen eines etwaigen Irrtums verboten sei.ist überhaupt nicht der Grund R. Jehudas, er vertritt hierbei vielmehr seine Ansicht, daß die Fortschaffung des Gesäuerten nur durch Verbrennung erfolgen müsse, und die Rabbanan haben eine Stunde für das Zusammenlesen des Holzes bestimmt.", "Rabina wandte gegen Raba ein: R. Jehuda sagte: Dies nur dann, wenn die [Pflicht der] Fortschaffung noch nicht in Kraft getreten ist, ist sie aber bereits in Kraft getreten, so vernichte man es auf jede Weise!?", "Vielmehr, erklärte Raba, mit Rücksieht auf einen wolkigen Tag. – Demnach sollte man es auch in der vierten Stunde nicht essen dürfen!? R. Papa erwiderte: Die vierte ist Tischzeit für jedermann186Jeder kennt sie..", "Die Rabbanan lehrten: In der ersten Stunde speisen Ludim, in der zweiten speisen Räuber, in der dritten speisen Erbschafter187Leute, die ihr Vermögen leicht erworben haben., in der vierten speisen Arbeiter, in der fünften speisen Schriftgelehrte und in der sechsten speisen gewöhnliche Leute. –", "R. Papa sagte ja aber, in der vierten speise jedermann!? Wende es vielmehr um: in der vierten speisen gewöhnliche Leute, in der fünften speisen Arbeiter und in der sechsten speisen Schriftgelehrte. –", "[Speist man] später, so ist es ebenso, als wenn man einen Stein in einen Schlauch wirft. Abajje sagte: Dies nur, wenn man morgens nichts gekostet hat, hat man aber morgens etwas gekostet, so ist nichts dabei.", "R. Aši sagte: Wie sie über das Zeugnis streiten, so streiten sie auch über das Gesäuerte. – Selbstverständlich, das sagten wir ja eben!? – Er lehrt uns, daß unsere Erwiderung188Die Fortschaffung des Gesäuerten sei jedem anvertraut.zutreffend sei und man nicht sage, daß hierüber Tannaím streiten189Über die Ansichten RM.s und RJ.s; nach der einen Ansicht könne man sich nach ihnen um 1 bezw. 2, u. nach der anderen um 2 bezw. 3 Stunden irren..", "R. Šimi b. Aši sagte: Sie lehrten dies nur von dem Falle, wenn [ihre Aussagen] in der Stundenangabe abweichen, wenn aber einer sagt, vor Sonnenaufgang, und einer sagt, nach Sonnenaufgang, so ist ihr Zeugnis ungültig. – Selbstverständlich!? –", "Vielmehr, wenn einer sagt, vor Sonnenaufgang, und einer sagt, während des Sonnenaufgangs, so ist ihr Zeugnis ungültig. – Auch dies ist ja selbstverständlich!? – Man könnte glauben, ihre Aussagen stimmen überein, denn derjenige, der" ], [ "‘während des Sonnenaufgangs’ sagt, habe beim Aufhellen einen Glanz gesehen, so lehrt er uns.", "R. Naḥman sagte im Namen Rabhs: Die Halakha ist wie R. Jehuda. Raba sprach zu R. Naḥman: Sollte der Meister sagen, die Halakha sei wie R. Meír, denn der Tanna lehrt ja anonym190Cf. Sab. Fol. 46a, Anm. 105.nach seiner Ansicht!?", "Wir haben nämlich gelernt: Solange es erlaubt ist, [Gesäuertes] zu essen, darf man damit [das Vieh] füttern191Nach RM., daß es bis zur 6. Stunde erlaubt ist, denn nach RJ. darf man es während der 5. Stunde nicht selber essen, wohl aber seinem Vieh geben.. –", "Diese ist keine anonyme Lehre, weil aus [dem Ausdrucke] ‘erlaubt’ ein Einwand erhoben192Aus dem überflüssigen W. ‘erlaubt’ (es könnte heissen: solange man es darf) wird weiter gefolgert, daß diese Lehre die Ansicht eines einzelnen vertritt.wurde. –", "Sollte doch der Meister sagen, die Halakha sei wie R. Gamliél, der ja schlichtend lehrt!? Dieser erwiderte: R. Gamliél schlichtet nicht [den Streit jener], vielmehr lehrt er seine eigene Ansicht.", "Wenn du aber willst, sage ich: Rabh ist der Ansicht des Autors folgender Lehre: Fällt der vierzehnte [Nisan] auf einen Šabbath, so schaffe man alles vor dem Šabbath fort. Man verbrenne dann unreine, zweifelhafte und reine Hebe; von der reinen aber lasse man Speise für zwei Mahlzeiten zurück, um davon bis zur vierten Stunde essen zu können – so R. Elea͑zar b.Jehuda aus Bartotha, der im Namen R. Jehošua͑s lehrte.", "Jene entgegneten ihm: Reine darf nicht verbrannt werden, da dafür Essende sich noch einfinden können. Dieser erwiderte: Man hat ja nachgeforscht und keine193Am Šabbath dürfen keine Fremden von außerhalb kommen.gefunden. Jene entgegneten: Vielleicht übernachteten sie außerhalb der Stadtmauer.", "Dieser erwiderte: Nach euerer Ansicht sollte man auch die zweifelhafte nicht verbrennen, da Elijahu kommen und sie als rein erklären könnte!? Jene entgegneten: Es ist bereits Jisraél zugesichert worden, daß Elijahu weder an einem Vorabend des Šabbaths noch an einem Vorabend des Festes kommen werde, wegen der Belästigung194Cf. Er. Fol. 43b, Anm. 27..", "Man erzählt, daß sie von da nicht wichen, bis sie die Halakha wie R. Elea͑zar b.Jehuda aus Bartotha, der es im Namen R. Jehošua͑s lehrte, festsetzten.", "Wahrscheinlich doch auch hinsichtlich des Essens195Bis zur 4. Stunde.. R. Papa erwiderte im Namen Rabas: Nein, nur hinsichtlich der Fortschaffung.", "Und auch Rabbi ist der Ansicht R. Naḥmans, denn Rabin b.R. Ada erzählte: Einst gab jemand Joḥanan aus Ḥiqoq einen mit Gesäuertem gefüllten Doppelsack in Verwahrung, und als die Mäuse ihn durchlöcherten, drang Gesäuertes hervor. Da kam er vor Rabbi. In der ersten Stunde sprach er zu ihm: Warte. In der zweiten sprach er zu ihm: Warte. In der dritten sprach er zu ihm: Warte. In der vierten sprach er zu ihm: Warte. In der fünften sprach er zu ihm: Geh und verkaufe es auf dem Markte.", "Doch wohl an Nichtjuden, nach R. Jehuda. R. Joseph entgegnete: Nein, an Jisraéliten, nach R. Meír. Abajje sprach zu ihm: Wenn an Jisraéliten, so sollte er es für sich selber196Und später dem Eigentümer den Wert ersetzen.behalten!? –", "Wegen des Verdachtes. Es wird nämlich gelehrt: Wenn Almoseneinnehmer keine Armen zum Verteilen haben, so dürfen sie nur bei Fremden einwechseln197Kleine Münze in Courant, das bequemer aufzubewahren ist., nicht aber bei sich selber,", "wenn Einnehmer des Armenkessels keine Armen zum Verteilen haben, so dürfen sie nur an Fremde verkaufen, nicht aber an sich selber, denn es heißt: 198Num. 32,22.ihr sollt vor dem Herrn und Jisraél rein sein.", "R. Ada b.Mathna sprach zu R. Joseph: Du sagtest uns ausdrücklich, er habe ihm gesagt, daß er gehe und es an Nichtjuden verkaufe, nach R. Jehuda.", "R. Joseph sagte: Wessen Ansicht vertritt diese Lehre Rabbis? Die des R. Šimo͑n b. Gamliél. Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand seinem Genossen Früchte zur Verwahrung gegeben hat, so darf dieser sie nicht berühren, selbst wenn sie zugrunde gehen; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, er verkaufe sie vor Gericht, weil dies der Wiedergabe eines Fundes gleicht.", "Abajje sprach zu ihm: Hierzu wurde ja gelehrt: Rabba b.Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Dies lehrten sie nur von dem Falle," ], [ "wenn der Verlust verhältnismäßig ist; wenn aber mehr als verhältnismäßig, so verkaufe er sie [nach aller Ansicht] vor Gericht, und um so mehr hierbei, wo es gänzlich unbrauchbar werden würde.", "FERNER SAGTE R. JEHUDA: ZWEI BROTE &C. Ein Schüler rezitierte vor R. Jehuda: Auf dem Säulengang. Da sprach dieser zu ihm: Sollten sie denn versteckt werden!? Lies: auf dem Dache des Säulengangs.", "Reḥaba sagte im Namen R. Jehudas: Der Tempelberg hatte eine Doppelstoa. Ebenso wird gelehrt: Der Tempelberg hatte eine Doppelstoa. R. Jehuda sagte: Es war ein Säulengang, eine Stoa innerhalb einer Stoa.", "UNTAUGLICHE &C. Weshalb untaugliche? R. Ḥanina erwiderte: Da es viele waren, wurden sie durch das Übernachten untauglich. Es wird nämlich gelehrt: Man darf am Pesaḥfeste keine Dankopfer darbringen, wegen der dazu gehörenden gesäuerten [Brote]. –", "Selbstverständlich!? R. Ada b. Ahaba erwiderte: Dies gilt vom vierzehnten [Nisan], und er ist der Ansicht, man dürfe kein Geheiligtes in den Untauglichkeitsraum199Man darf sie dann nur bis zur 4. Stunde essen.bringen.", "Deshalb brachten sie alle am dreizehnten dar, und da es viele waren, wurden sie durch das Übernachten untauglich.", "Im Namen R. Jannajs sagten sie: Es waren taugliche, und nur deshalb nennt er sie untauglich, weil das zu diesen gehörende Schlachtopfer nicht geschlachtet worden war. – Sollte man es doch geschlachtet haben!? – Wenn das Schlachtopfer abhanden gekommen war. –", "Sollte man ein anderes Opfer geholt und es geschlachtet haben!? – Wenn [der Darbringende] bestimmt hat: Dieses sei das Dankopfer und dieses das dazu gehörende Brot. Dies nach Rabba, denn Rabba sagte: Ist das Brot abhanden gekommen, so hole man ein anderes Brot, ist aber das Dankopfer abhanden gekommen, so hole man kein anderes Dankopfer, denn das Brot wird zum Dankopfer [dargebracht], nicht aber das Dankopfer zum Brote. –", "Man konnte es ja auslösen und profan werden lassen!? – Vielmehr, tatsächlich wenn das Opfer geschlachtet, das Blut aber ausgeschüttet wurde. –", "Wohl nach Rabbi, denn Rabbi sagte, daß, wenn zwei Dinge die Erlaubtmachung200Des Opfers; das Schlachten u. das Blutsprengen.bewirken, sie durch das eine ohne das andere erfolgen könne. Es wird nämlich gelehrt: Die Lämmer des Wochenfestes heiligen das Brot201Das an diesem Feste darzubringen ist; cf. Lev. 23,17ff.nur durch das Schlachten. Zum Beispiel: hat man sie auf ihren Namen geschlachtet und das Blut auf ihren Namen gesprengt, so ist das Brot heilig;", "hat man sie auf einen anderen Namen geschlachtet und das Blut auf einen anderen Namen gesprengt, so ist das Brot nicht heilig; hat man sie auf ihren Namen geschlachtet und das Blut auf einen anderen Namen gesprengt, so ist das Brot heilig und nicht heilig202Nicht ganz heilig; cf. Men. 47a. – so Rabbi.", "R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagt, das Brot sei nur dann heilig, wenn man sie auf ihren Namen geschlachtet und auf ihren Namen das Blut gesprengt hat. –", "Du kannst auch sagen, nach R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n, nur gilt dies von dem Falle, wenn das Blut bereits in einen Becher aufgenommen worden war und ausgeschüttet wurde,", "und R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n ist der Ansicht seines Vaters, welcher sagt, was zum Sprengen dasteht, gelte als gesprengt.", "Es wird gelehrt: Im Namen R. Elea͑zars sagten sie, es waren brauchbare; solange beide lagen, aß das ganze Volk [Gesäuertes]; wurde eines fortgenommen, befand es sich in der Schwebe, weder aßen sie es, noch verbrannten sie es; wurden beide fortgenommen, begann das ganze Volk, es zu verbrennen.", "Es wird gelehrt: Abba Šaúl sagte:" ], [ "Zwei Kühe pflügten dann auf dem Ölberge; solange beide pflügten, aß das ganze Volk [Gesäuertes]; wurde eine entfernt, befand es sich in der Schwebe; weder aßen sie es, noch verbrannten sie es; wurden beide entfernt, begann das ganze Volk, es zu verbrennen.", "R. ANINA DER PRIESTERPRÄSES SAGTE: NIE IN IHREM LEBEN HABEN ES DIE PRIESTER VERMIEDEN, FLEISCH, DAS AN EINER ERSTGRADIGEN UNREINHEIT UNREIN WURDE, ZUSAMMEN MIT FLEISCH, DAS AN EINER URUNREINHEIT UNREIN WURDE, ZU VERBRENNEN, OBGLEICH DADURCH DIE UNREINHEIT [DES ERSTEN] ERHÖHT WIRD.", "R. ÁQIBA FÜGTE HINZU UND SAGTE: NIE IN IHREM LEBEN HABEN ES DIE PRIESTER VERMIEDEN, ÖL, DAS [DURCH BERÜHRUNG] MIT EINEM, DER AM SELBEN TAGE UNTERGETAUCHT203Der Unreine, der untergetaucht ist, erlangt erst mit Sonnenuntergang völlige Reinheit.IST, UNTAUGLICHT WURDE, IN EINER LEUCHTE ZU BRENNEN, DIE [DURCH BERÜHRUNG] MIT EINEM LEICHENUNREINEN UNREIN WURDE, OBGLEICH DADURCH DIE UNREINHEIT [DES ERSTEN] ERHÖHT WIRD. vii", "R. MEÍR SAGTE: AUS IHREN WORTEN LERNEN WIR, DASS MAN AM PESAḤFESTE REINE HEBE ZUSAMMEN MIT UNREINER VERBRENNEN DÜRFE. R. JOSE ENTGEGNETE: DIES IST KEINE RICHTIGE SCHLUSSFOLGERUNG;", "R. ELIE͑ZER UND R. JEHOŠUA͑ STIMMEN ÜBEREIN, DASS MAN DIESE BESONDERS UND JENE BESONDERS VERBRENNE, UND SIE STREITEN NUR ÜBER DIE ZWEIFELHAFTE MIT DER UNREINEN: R. ELIE͑ZER SAGT, MAN VERBRENNE DIESE BESONDERS UND JENE BESONDERS, UND R. JEHOŠUA͑ SAGT, BEIDE ZUSAMMEN.", "GEMARA. Merke, Fleisch, das an einer erstgradigen Unreinheit unrein wurde, ist ja zweitgradig [unrein], und wenn man es zusammen mit Fleisch, das an einer Urunreinheit unrein wurde, verbrennt, ist es ja ebenfalls zweitgradig;", "es war zweitgradig und bleibt zweitgradig, wieso wird die Unreinheit erhöht!?", "R. Jehuda erwiderte: Hier handelt es sich um das erste des ersten; [das Fleisch] ist drittgradig, und er ist der Ansicht, man dürfe Drittgradiges zweitgradig machen. –", "Eine Speise kann ja aber keine Speise unrein machen!? Es wird nämlich gelehrt: Man könnte glauben, eine Speise könne eine Speise unrein machen, so heißt es: 204Lev. 11,38.wenn Wasser auf Saaten kommt, und es fällt dann eines ihrer Aase darauf, so sind sie unrein; sie selbst sind unrein, nicht aber machen sie anderes ihresgleichen.", "Richtig ist es allerdings nach Abajje, welcher sagt, dies gelte nur von Profanem, Hebe und Geheiligtes aber machen sie ihresgleichen,", "ebenso auch nach R. Ada b. Ahaba, der im Namen Rabas sagte, dies gelte nur von Profanem und Hebe, Geheiligtes aber machen sie ihresgleichen,", "wie ist es aber nach Rabina zu erklären, der im Namen Rabas sagte, die Schrift spreche summarisch, ob Profanes, ob Hebe, ob Geheiligtes machen sie nicht ihresgleichen!? –", "Hier handelt es sich um den Fall, wenn am Fleische Flüssigkeit haftet, sodaß es durch die Flüssigkeit unrein wird. –", "Wieso heißt es demnach: mit Fleisch, das an einer Urunreinheit unrein wurde, es müßte ja heißen: mit Fleisch und Flüssigkeit!? – Vielmehr, zugegeben, daß nach der Tora eine Speise keine Speise unrein mache, rabbanitisch aber macht sie wohl unrein.", "R. A͑QIBA FÜGTE HINZU UND SAGTE: NIE IN IHREM LEBEN HABEN ES DIE PRIESTER VERMIEDEN &C. ZU BRENNEN. MERKE, Öl, das [durch Berührung] mit einem, der am selben Tage untergetaucht ist, untauglich wurde, ist ja drittgradig [unrein], und wenn man es in einer Leuchte, die an einem Leichenunreinen unrein wurde, brennt, wird es zweitgradig,", "somit lehrt er uns, daß man Drittgradiges zweitgradig machen dürfe, und dies ist ja dasselbe205Was im vorangehenden Falle gelehrt wird.!? R. Jehuda erwiderte:" ], [ "Hier handelt es sich um eine Leuchte aus Metall, und da der Allbarmherzige sagt: 206Num. 19,16.durch Schwert Erschlagenen, woraus wir folgern, das Schwert gleiche dem Erschlagenen, so ist [das Metallgerät] erstgradig, und er ist der Ansicht, man dürfe das Drittgradige erstgradig machen. –", "Was veranlaßt R. Jehuda, dies auf eine Leuchte aus Metall zu beziehen, er könnte es ja auf eine Leuchte aus Ton beziehen,", "und die Hinzufügung besteht darin: da wird von Unreinem mit Unreinem gesprochen, hier aber von Untauglichem mit Unreinem!?", "Raba erwiderte: Unsere Mišna ist ihm auffallend: weshalb lehrte er es von einer Leuchte, die durch einen Leichen unreinen unrein wurde, er sollte doch schlechthin lehren: die unrein207Auch durch ein Kriechtier, das ebenfalls Urunreinheit ist. Das W. בשרץ im Texte ist eine Glosse und fehlt in Handschriften.wurde!?", "Das, wobei die Unreinheit durch einen Leichnam sich von der Unreinheit durch ein Kriechtier unterscheidet, ist das Metall.", "Raba sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß R. A͑qiba der Ansicht ist, die Verunreinigungsfähigkeit der Flüssigkeiten, anderes unrein zu machen, sei aus der Tora, denn wolltest du sagen, nur rabbanitisch, welchen Einfluß hätte dann die Leuchte auf das Öl, das ja schon an sich untauglich ist!? –", "Wieso denn, vielleicht insofern, als es fortan anderes rabbanitisch unrein macht!? – Wenn nur rabbanitisch, so brauchte es ja keine Urunreinheit zu sein, auch durch erstgradige oder zweitgradige [Unreinheit] wird es ja Erstunreines.", "Wir haben nämlich gelernt: Alles, was die Hebe untauglich208Cf. Sab. Fol. 13b.macht, macht Flüssigkeiten unrein, daß sie Erstunreines werden, ausgenommen derjenige, der am selben Tage untergetaucht ist.", "Vielmehr ist hieraus zu schließen, daß dies aus der Tora ist.", "R. MEÍR SAGTE: AUS IHREN WORTEN LERNEN WIR &C. Aus wessen Worten, wollte man sagen, aus den Worten R. Ḥaninas des Priesterpräses, so ist es ja nicht gleich: da handelt es sich um Unreines mit Unreinem, hier aber um Reines mit Unreinem;", "und wollte man sagen, aus den Worten R. A͑qibas, so ist es ja ebenfalls nicht gleich: da handelt es sich um Untaugliches mit Unreinem, hier aber um Reines mit Unreinem!?", "Es wäre also zu entnehmen, daß R. Meír der Ansicht ist, unsre Mišna spreche von einer Urunreinheit der Tora und einer rabbanitischen erstgradigen Unreinheit, die nach der Tora als rein gilt," ], [ "und mit ‘aus ihren Worten’ meint er die Worte R. Ḥaninas des Priesterpräses.", "Reš Laqiš entgegnete im Namen Bar Qapparas: Unsere Mišna spricht von einer Urunreinheit der Tora und einer erstgradigen Unreinheit der Tora, und mit ‘aus ihren Worten’ meint er die Worte des R. Elie͑zer und des R. Jehošua͑. –", "Welche [Worte] R. Jehošua͑s: wollte man sagen, der folgenden Lehre R. Jehošua͑s: Wenn über ein Faß mit Hebe ein Zweifel der Unreinheit entsteht, so stelle man es, wie R. Elie͑zer sagt, falls es auf einer freien Stelle steht, in eine geborgene Stelle, und falls es offen ist, decke man es zu;", "R. Jehošua͑ sagt, steht es in einer geborgenen Stelle, so stelle man es in eine freie209Damit es unrein werde u. man es verbrennen dürfe.Stelle, und ist es zugedeckt, so decke man es209Damit es unrein werde u. man es verbrennen dürfe.auf.", "Es ist ja aber nicht gleich, da ist es nur eine Herbeiführung [der Unreinheit], hierbei aber erfolgt es mit den Händen!? –", "Vielmehr der folgenden Lehre R. Jehošua͑s: Wenn ein Faß mit Hebe in der oberen Kelter zerbricht und unten sich profaner unreiner [Wein] befindet,", "so muß man, wie R. Elie͑zer und R. Jehošua͑ übereinstimmen, wenn es möglich ist, ein Viertellog in Reinheit zu retten, es retten, wenn aber nicht, so lasse man [die Hebe], wie R. Elie͑zer sagt, auslaufen und unrein werden, nur nicht mit den Händen unrein210Durch Auffangen in ein unreines Gefäß.machen; R. Jehošua͑ sagt, man dürfe sie auch mit den Händen unrein machen. –", "Wieso heißt es demnach ‘aus ihren Worten’, es sollte ja ‘aus seinen Worten’ heißen!? –", "Er meint es wie folgt: aus dem Streite zwischen R. Elie͑zer und R. Jehošua͑ lernen211Bei einem Streite zwischen RE. u. RJ. wird die Halakha nach RJ. entschieden.wir. Dies ist auch zu beweisen, denn es heißt: R. Elie͑zer und R. Jehošua͑ stimmen212Er folgert es aus ihren Worten.überein. Schließe hieraus.", "Ebenso erklärte auch R. Naḥman im Namen des Rabba b.Abuha, unsere Mišna spreche von einer Urunreinheit der Tora und einer erstgradigen Unreinheit der Tora, und er entnimmt es aus den Worten R. Elie͑zers und R. Jehošua͑s.", "Raba wandte gegen R. Naḥman ein: R. Jose sagte: Das, worüber sie verhandeln, gleicht dem Beweise nicht. Worüber bekundeten unsere Meister: wenn über das Fleisch, das an einer erstgradigen Unreinheit unrein wurde, daß man es zusammen mit Fleisch, das an einer Urunreinheit unrein wurde, verbrennen dürfe, so ist ja das eine wie das andere unrein;", "und wenn über das Öl, das [durch Berührung] mit einem, der am selben Tage untergetaucht ist, untauglich wurde, daß man es in einer Leuchte, die an einem Leichenunreinen unrein wurde, brennen dürfe, so ist ja das eine untauglich und das andere unrein. Auch wir geben zu, daß man Hebe, die an einer erstgradigen Unreinheit unrein wurde, zusammen mit Hebe, die an einer Urunreinheit unrein wurde, verbrennen dürfe;", "wie sollte man aber zweifelhafte zusammen mit unreiner verbrennen, Elijahu könnte ja kommen und sie als rein erklären!?" ], [ "Verwerfliches, Übriggebliebenes und Unreines dürfen, wie die Schule Šammajs sagt, nicht zusammen verbrannt werden, und wie die Schule Hillels sagt, wohl zusammen verbrannt werden.", "Wenn du nun sagst, R. Meír entnehme es aus den Worten R. Jehošua͑s, wieso entgegnete ihm R. Jose aus den Worten R. Ḥaninas des Priesterpräses!? R. Naḥman erwiderte ihm: R. Jose wußte es nicht; er glaubte, R. Meír entnehme es aus den Worten R. Ḥaninas des Priesterpräses, darauf erwiderte ihm dieser, er entnehme es aus den Worten R. Jehošua͑s.", "Hierauf entgegnete ihm jener, auch nach R. Jehošua͑ sei dies keine richtige Schlußfolgerung, denn R. Elie͑zer und R. Jehošua͑ stimmen überein, daß man diese besonders und jene besonders verbrenne. –", "Wieso ist dies keine richtige Schlußfolgerung, dies stimmt213Man darf im angezogenen Falle das reine Faß direkt unrein machen.ja!? –", "Anders ist es da, wo eine Schädigung des Profanen214Wenn die Hebe in die untere Kelter fließt, wird der darin befindliche profane Wein zum Genüsse verboten. vorliegt.", "R. Jirmeja wandte ein: Auch in unserer Mišna liegt ja eine Schädigung des Holzes215Da man 2 Mal verbrennen muß.vor!? Ein Greis erwiderte ihm: Einen großen Schaden berücksichtigten sie, einen kleinen Schaden berücksichtigten sie nicht.", "R. Asi sagte im Namen R. Joḥanans: Sie streiten nur über die sechste [Stunde], in der siebenten [Stunde]216Wo sie nach der Tora zum Genusse verboten sind.darf man sie nach aller Ansicht, [zusammen] verbrennen.", "R. Zera sprach zu R. Asi: R. Joḥanan wäre demnach der Ansicht, unsere Mišna217Nach der man sie zusammen verbrennen darf.spreche von einer Urunreinheit der Tora und einer rabbanitischen erstgradigen Unreinheit, und ‘aus ihren Worten’ sei zu verstehen, aus den Worten R. Ḥaninas des Priesterpräses?", "Dieser erwiderte: Freilich. Ebenso wurde auch gelehrt: R. Joḥanan sagte: Unsere Mišna spricht von einer Urunreinheit der Tora und einer rabbanitischen erstgradigen Unreinheit, und ‘aus ihren Worten’ ist zu verstehen, aus den Worten R. Ḥaninas des Priesterpräses. Ferner streiten sie nur über die sechste [Stunde], in der siebenten aber darf man sie nach aller Ansicht [zusammen] verbrennen.", "Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Verwerfliches, Übriggebliebenes und Unreines dürfen, wie die Schule Šammajs sagt, nicht zusammen verbrannt werden, und wie die Schule Hillels sagt, wohl zusammen verbrannt218Die ersteren sind nach der Tora nur zum Essen verboten, jedoch nicht unrein.werden. –", "Anders ist es da, weil sie rabbanitisch unrein sind, denn wir haben gelernt, Verwerfliches und Übriggebliebenes machen die Hände unrein. –", "Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Wenn Brot schimmlig und für Menschen ungenießbar ist, ein Hund aber es essen kann, so ist es in der Größe eines Eies als Speise verunreinigungsfähig und darf am Pesaḥfeste [als Hebe zusammen] mit unreiner verbrannt werden. –", "Anders ist es da, weil es nichts weiter als Staub ist. –", "Wieso heißt es demnach219Wenn R. Meír es aus den Worten R. Ḥaninas entnimmt., R. Elie͑zer pflichte bei!? – R. Jose erwiderte R. Meír wie folgt: auch R. Jehošua͑, der erleichternd ist, ist es nur bei Zweifelhaftem mit Unreinem220Daß man sie zusammen verbrennen dürfe., nicht aber bei Reinem und Unreinem. –", "Wieso ist dies220Die ersteren sind nach der Tora nur zum Essen verboten, jedoch nicht unrein.keine richtige Schlußfolgerung, dies stimmt ja!?", "R. Jirmeja erwiderte: Hier handelt es sich um Fleisch, das an einer durch ein Kriechtier unrein gewordenen Flüssigkeit unrein wurde. R. Meír vertritt hierbei seine Ansicht, und R. Jose vertritt seine Ansicht.", "R. Meír vertritt seine Ansicht, daß nämlich die Verunreinigungsfähigkeit der Flüssigkeiten, anderes unrein zu machen, rabbanitisch sei;", "und R. Jose vertritt seine Ansicht, daß nämlich die Verunreinigungsfähigkeit der Flüssigkeiten, anderes unrein zu machen, aus der Tora sei. Es wird nämlich gelehrt:" ], [ "Flüssigkeiten sind im Zweifel221Ob sie unrein geworden sind.verunreinigungsfähig, um unrein zu sein, um aber anderes unrein zu machen, sind sie rein – so R. Meír, und ebenso pflichtet auch R. Elea͑zar seinen Worten bei. R. Jehuda sagt, sie seien in jeder Hinsicht unrein;", "R. Jose und R. Šimo͑n sagten, sie seien für Speisen222Wenn es zweifelhaft ist, ob die unreine Flüssigkeit diese berührt hat.unrein und für Geräte222Wenn es zweifelhaft ist, ob die unreine Flüssigkeit diese berührt hat.rein. –", "Ist R. Elea͑zar denn der Ansicht, Flüssigkeiten seien verunreinigungsfähig, es wird ja gelehrt: R. Elea͑zar sagt, für die Unreinheit von Flüssigkeiten gebe es [in der Tora] keinen Anhalt. Dies ist auch zu beweisen, denn Joseph b. Joe͑zer aus Çereda bekundete, daß die Widder-Heuschrecke223Eine Heuschreckenart, die Az. Fol. 37a näher beschrieben wird.rein sei, und daß die Flüssigkeiten des Schlachthauses224Des Tempels.rein seien.", "Allerdings stimmt dies225Daß Flüssigkeiten nach RE. unrein sind. nach Šemuél, welcher erklärt, sie seien rein, indem sie anderes nicht unrein machen, sie selbst aber seien verunreinigungsfähig, wie ist es aber nach Rabh zu erklären, welcher sagt, sie seien an sich rein!?", "R. Naḥman b.Jiçḥaq erwiderte: Dies bezieht sich auf nur einen226RE. Pflichtet RM. nur soweit bei, daß Flüssigkeiten inbetreff der Verunreinigung anderer Gegenstände rein seien.Fall. –", "Es heißt ja aber ‘seinen Worten’, in der Mehrzahl, und ferner heißt es auch ‘ebenso’!? – Dies ist ein Einwand.", "Der Text. Rabh erklärte: rein, an sich rein, und Šemuél erklärte: rein, indem sie anderes nicht unrein machen, sie selbst aber sind verunreinigungsfähig. Rabh sagt, sie seien an sich rein, denn er ist der Ansicht, die Verunreinigungsfähigkeit der Flüssigkeiten sei rabbanitisch, und die Rabbanan bestimmten dies nur bei sonstigen Flüssigkeiten, nicht aber bestimmten sie dies bei Flüssigkeiten des Schlachthauses.", "Šemuél sagt, sie seien rein, indem sie anderes nicht unrein machen, sie selbst aber seien verunreinigungsfähig, denn er ist der Ansicht, die Verunreinigungsfähigkeit der Flüssigkeiten sei aus der Tora, und [ihre Übertragung] der Unreinheit auf anderes rabbanitisch, und die Rabbanan bestimmten dies nur bei sonstigen Flüssigkeiten, nicht aber bestimmten sie dies bei Flüssigkeiten des Schlachthauses. Auch ordneten die Rabbanan dies nicht an, nur hinsichtlich der Verunreinigung von anderem, sie selbst aber sind verunreinigungsfähig.", "R. Hona b.Ḥenana sprach zu seinem Sohne: Wenn du zu R. Papa gehst, trage ihm folgenden Einwand vor: Kann Šemuél denn erklärt haben, sie seien rein, indem sie anderes nicht unrein machen, sie selbst aber seien verunreinigungsfähig, hierauf ist ja zu beziehen:227Lev. 7,19. Fleisch, das mit irgend etwas Unreinem in Berührung gekommen ist, darf nicht gegessen228Wenn die Flüssigkeiten selbst unrein sind, müssen sie die Unreinheit auch auf das mit ihnen in Berührung kommende heilige Fleisch übertragen. werden!?", "R. Šiša, Sohn des R. Idi, erwiderte: Dies gilt ja vom Viertgradigen229Bei der Unreinheit gibt es nur 3 Grade; Geheiligtes, das mit drittgradiger U. in Berührung kommt (wodurch es viertgradig wird), darf zwar nicht gegessen werden, jedoch hat es keine Übertragungskraft mehr.bei Geheiligtem. R. Aši wandte ein: Das Viertgradige bei Geheiligtem heißt ja nicht unrein, während diese unrein heißen!? – Dies ist ein Einwand. –", "Komm und höre:230Lev. 11,34. Jedes Getränk, das getrunken wird, in jederlei Gefäß, ist unrein!? – Unter ‘unrein’ ist zu verstehen, es mache anderes verunreinigungsfähig231Eine Speise wird nur dann verunreinigungsfähig, wenn Flüssigkeit darauf gekommen ist.. –", "Daß es anderes verunreinigungsfähig mache, geht ja hervor aus dem Anfang des Schriftverses: jede Art Speise, die gegessen wird &c.!? – Eines spricht von losem [Wasser] und eines von haftendem232Dh. geschöpftes Wasser, bezw. in der Quelle..", "Und beides ist nötig. Würde er es uns nur vom losen gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil man ihm einen Wert beigelegt233Indem man es geschöpft hat.hat, nicht aber gilt dies vom haftenden.", "Und würde er es nur vom haftenden gelehrt haben, [so könnte man glauben,] dieses sei bedeutender, weil es sich an seinem Orte befindet, nicht aber gilt dies vom losen. Daher ist beides nötig. –", "Komm und höre:234Lev. 11,36.Nur Quellen, Brunnen und Wasserbehälter bleiben rein!? – Unter ‘rein’ ist zu verstehen, sie entfernen die Unreinheit. –", "Macht denn das lose verunreinigungsfähig, R. Jose b. R. Ḥanina sagte ja, die Flüssigkeiten im Schlachthause seien nicht nur selbst rein, sondern machen auch nicht verunreinigungsfähig!? –", "Dies ist auf das Blut zu beziehen. R. Ḥija b. Abba sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Woher, daß das Blut der heiligen [Opfer] nicht verunreinigungsfähig mache? Es heißt:235Dt. 12,16.auf die Erde gieße es, wie Wasser; Blut, das wie Wasser fortgegossen wird, macht verunreinigungsfähig," ], [ "Blut, das nicht wie Wasser fortgegossen wird, macht nicht verunreinigungsfähig. R. Šemuél b. Ami wandte ein: Das nachfließende Blut236Wörtl. ausgepreßtes Blut, das vom geschlachteten Vieh und vom Fleische später nachfließt, als Gegensatz zum Blute, das beim Schlachten hervorströmt (דם קילוח); dieses ist zum Sprengen untauglich.ist ja ebenfalls wie Wasser fortzugießen, dennoch macht es nicht verunreinigungsfähig!?", "R. Zera erwiderte ihm: Laß das nachfließende Blut, das sogar bei Profanem nicht verunreinigungsfähig macht.", "R. Šemuél b. Ami erkannte dies an, denn der Allbarmherzige sagt:237Dt. 12,23.nur sei fest, das Blut nicht zu essen, denn das Blut ist das Leben; das Blut, mit dem das Leben ausgeht, heißt Blut, das Blut aber, mit dem das Leben nicht ausgeht, heißt nicht Blut. –", "Komm und höre: Wenn das Opferblut unrein geworden ist und man es gesprengt hat, so ist es, wenn versehentlich, wohlgefällig238Nur in diesem Falle dürfen die Priester das Fleisch essen; für den Darbringenden ist das Opfer jedoch gültig, auch wenn das Blut unrein wurde. Das Blut ist demnach verunreinigungsfähig., und wenn vorsätzlich, nicht wohlgefällig!? – Rabbanitisch, gegen die Ansicht des R. Jose b. Joe͑zer aus Çereda239Nach dem es auch rabb. nicht unrein ist.. –", "Komm und höre: Wann macht das Stirnblatt240Gf. Ex. 28,36ff.[das Opfer] wohlgefällig? Wenn das Blut, das Fleisch oder das Fett unrein geworden ist, ob versehentlich oder vorsätzlich, ob gezwungen oder willig, ob bei einem einzelnen oder bei einer Gemeinde!? –", "Rabbanitisch, gegen die Ansicht des Joseph b. Joe͑zer aus Çereda. –", "Komm und höre:241Ex. 28,38.Ahron soll die Verfehlungen inbetreff der heiligen Dinge auf sich nehmen;", "welche Verfehlungen sollte er auf sich nehmen: wenn die der Verwerflichkeit, so heißt es ja bereits: 242Lev. 19,7.es wird nicht wohlgefällig machen, wenn die des Übriglassens, so heißt es ja bereits: 243Ib. 7,18.es wird ihm nicht angerechnet werden!?", "Vielmehr nimmt er auf sich die Verfehlung der Unreinheit, die aus der Allgemeinheit heraus bei der Gemeinde244Das Gemeindeopfer, das nicht aufgeschoben werden kann, darf in Unreinheit dargebracht werden.erlaubt worden ist. Doch wohl bei Unreinheit des Blutes!? R. Papa erwiderte: Nein, bei Unreinheit des Handvolls245Vom Speisopfer; cf. Lev. 2,2ff.. –", "Komm und höre: 246Hag. 2,12.Gesetzt, es tränt jemand im Zipfel seines Gewandes heiliges Fleisch und berührt mit seinem Zipfel Brot oder Gekochtes oder Wein oder Öl oder irgend etwas Genießbares, wird es dadurch geheiligt? Da erwiderten die Priester und sprachen: Nein." ], [ "Hierzu sagte Rabh, die Priester hätten sich geirrt247‘Heilig’ wird hier als euphemistische Umschreibung für unrein u. ‘heil. Fleisch’ für unreines Tier aufgefaßt (cf. iReg. 14,24), u. zwar soll das unr. Tier das Brot, das Brot das Gekochte, das Gekochte den Wein u. der Wein das Öl zum Gußopfer berührt haben, wonach das Öl viertgradig ist; der Irrtum der Priester besteht darin, daß sie es als rein erklärt haben, wonach Flüssigkeiten des Heiligtums verunreinigungsfähig sind.!? – Dieser Einwand gilt ja nur nach Rabh, und Rabh liest ‘Flüssigkeiten des Schlachthauses’, während Flüssigkeiten des Altars248Zu den ersteren gehören Wasser u. Blut, zu den letzteren Wein u. Öl; die ersteren sind nicht verunreinigungsfähig, wohl aber die letzteren.verunreinigungsfähig sind.", "Der Text. Rabh sagte, die Priester hätten sich geirrt, Šemuél sagte, die Priester hätten sich nicht geirrt.", "Rabh sagte, die Priester hätten sich geirrt, denn er fragte sie inbetreff der viertgradigen [Unreinheit] beim Geheiligten, und sie erwiderten, es sei rein.", "Šemuél sagte, die Priester hätten sich nicht geirrt, denn er fragte sie inbetreff der fünftgradigen249Nicht wenn das unr. Tier direkt das Brot, sondern wenn es den Zipfel u. Dieser das Brot berührt hat.beim Geheiligten, und sie erwiderten, es sei rein. –", "Einleuchtend ist die Ansicht Rabhs, denn es werden auch vier [Gegenstände] aufgezählt, Brot, Gekochtes, Wein und Öl, wieso aber kommt Šemuél auf fünf!? –", "Es heißt ja nicht: sein Zipfel [samt dem Kriechtiere] berührt, sondern: und berührt mit seinem Zipfel, mit dem Zipfel, der [das Kriechtier] berührt hat. –", "Komm und höre: 250Hag. 2,13.Da hob Ḥaggaj an und sprach: Wenn jemand, der durch eine Leiche unrein geworden ist, eines von diesen Dingen berührt, wird es dadurch unrein? Da erwiderten die Priester: Es wird unrein. Einleuchtend ist die Ansicht Šemuéls, denn wenn sie sich hierbei nicht geirrt haben, so haben sie sich auch da nicht geirrt; wieso aber haben sie sich nach Rabh da geirrt und hierbei nicht geirrt!?", "R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: Sie waren kundig in der Unreinheit des Leichnams, sie waren aber nicht kundig in der Unreinheit des Kriechtieres.", "Rabina erwiderte: Da handelt es sich um die viertgradige [Unreinheit], hierbei aber um die drittgradige. –", "Komm und höre: 251Ib. V. 14.Da hob Ḥaggaj an und sprach: So verhält es sich mit diesem Volke und mit dieser Nation vor mir, Spruch des Herrn, so auch mit allem Tun ihrer Hände: was sie mir dort als Opfer darbringen, ist unrein. Erklärlich ist es nach Rabh, daß es unrein252Da sie in den Reinheitsgesetzen nicht kundig waren.heißt, wieso aber war es nach Šemuél unrein!? –", "Er sagte es nur in Frageform. – Es heißt ja aber: so auch mit allem Tun ihrer Hände!? Mar Zuṭra, nach anderen, R. Aši, erwiderte: Da ihre Handlungen [später] ausarteten, rechnete es ihnen die Schrift an, als hätten sie [Opfer] in Unreinheit dargebracht.", "Der Text. Rabh liest253In der oben Fol. 16a angezogenen Lehre; im Texte sind beide Lesarten in der Aussprache u. in der Etymologie verwandt, daher die Ungewißheit.‘Flüssigkeiten des Schlachthauses’, Levi liest ‘Flüssigkeiten des Altars’.", "Allerdings kann dies254Daß Flüssigkeiten des Heiligtums unrein werden.nach Levi vorkommen, falls er der Ansicht Šemuéls ist, welcher sagt, sie seien rein, indem sie anderes nicht unrein machen, sie selbst aber seien verunreinigungsfähig, wenn sie255Die in Hag. 2,12 aufgezählten Gegenstände.nämlich sämtlich mit der ersten Unreinheit in Berührung gekommen sind;", "wieso aber kann dies vorkommen, falls er der Ansicht Rabhs ist, welcher sagt, sie seien auch an sich rein!? – Er muß also durchaus der Ansicht Šemuéls sein. –", "Einleuchtend ist es, wenn Šemuél der Ansicht Rabhs ist, der ‘Flüssigkeiten des Schlachthauses’ liest, während Flüssigkeiten des Altars anderes unrein machen, demnach kann Viertgradiges nicht Fünftgradiges machen, wohl aber kann Drittgradiges Viertgradiges machen,", "weshalb aber begründet er, falls er der Ansicht Levis ist, der ‘Flüssigkeiten des Altars’ liest, weil Viertgradiges nicht Fünftgradiges machen könne, auch Zweitgradiges kann ja nicht Drittgradiges machen!? – Er muß also durchaus der Ansicht Rabhs sein.", "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Rabh, und es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Levi. Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Levi: Wenn Blut, Wein, Öl, Wasser oder Flüssigkeiten des Altars innerhalb [des Tempelhofes] unrein und hinausgebracht worden sind, so sind sie rein256Dh. nicht verunreinigend.; wenn sie außerhalb unrein und hineingebracht worden sind, so sind sie verunreinigend. –", "Dem ist ja aber nicht so, R. Jehošua͑ b. Levi sagte ja, sie sagten von Flüssigkeiten des Altars, daß sie rein seien, nur an ihrem Orte; dies schließt wohl [den Fall] aus, wenn sie innerhalb unrein und hinausgebracht worden sind!? – Nein, [den Fall,] wenn sie außerhalb unrein und hineingebracht worden sind. –", "Es heißt ja aber: nur an ihrem Orte!? – Er meint es wie folgt: sie sagten, daß sie rein seien, nur wenn sie an ihrem Orte unrein geworden sind.", "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Rabh: Wenn Blut, Wasser oder Flüssigkeiten des Schlachthauses unrein geworden sind, ob in Gefäßen oder auf dem Boden, so sind sie rein256Daß Flüssigkeiten des Heiligtums unrein werden.;" ], [ "R. Šimo͑n sagt, in Gefäßen seien sie unrein, auf dem Boden seien sie rein.", "R. Papa sagte: Selbst nach demjenigen, welcher sagt, die Verunreinigungsfähigkeit der Flüssigkeiten sei aus der Tora, ist es257Daß sie es nicht sind.von den Flüssigkeiten des Schlachthauses eine überlieferte Lehre. R. Hona, Sohn des R. Nathan, sprach zu R. Papa: R. Elea͑zar sagte, für die Unreinheit von Flüssigkeiten gebe es [in der Tora] keinen Anhalt, und dies sei zu beweisen aus dem, was Joseph b. Joe͑zer aus Çereda bekundet hat, daß nämlich Flüssigkeiten des Schlachthauses rein seien.", "Wieso ist es hieraus zu beweisen, wenn es sogar inbetreff dieser eine überlieferte Lehre ist!?", "Rabina sprach zu R. Aši: R. Šimo͑n ist ja der Ansicht, die Verunreinigungsfähigkeit von Flüssigkeiten sei aus der Tora, denn es wird gelehrt, R. Jose und R. Šimo͑n sagen, sie seien für Geräte rein und für Speisen unrein,", "und hier sagt R. Šimo͑n, sie seien in Gefäßen unrein und auf dem Boden rein. Welchen Unterschied gibt es denn, wenn dies eine [überlieferte] Lehre ist, ob in einem Gefäße oder auf dem Boden!? – Dies ist ein Einwand.", "R. Papa sagte: Das, was du sagst, auf dem Boden seien sie rein, lehrten sie nur vom Wasser, vom Blute aber nicht.", "Und auch vom Wasser gilt es nur dann, wenn es ein Viertellog ist, sodaß es zum Untertauchen von Näh- und Stricknadeln verwendbar ist, weniger als ein Viertellog aber ist es verunreinigungsfähig258Um selbst unrein zu werden; dagegen kann es Unreinheit auf anderes übertragen nur im Quantum eines Viertellog..", "Der Meister sagte: R. Jehuda sagt, sie seien in jeder Hinsicht unrein. R. Jehuda ist somit der Ansicht, die Verunreinigungsfähigkeit von Flüssigkeiten, die Unreinheit auf Geräte zu übertragen, sei aus der Tora.", "Es wird ja aber gelehrt: Wenn an Geräten, die eine Außenseite und eine Innenseite259Dh. wenn Außenseite u. Innenseite benutzt werden.haben, wie Kissen, Polster, Säcke und Ledersäcke, die Innenseite unrein wird, so ist auch die Außenseite unrein, wenn die Außenseite, so ist die Innenseite nicht unrein.", "R. Jehuda sagte: Diese Worte gelten nur, wenn sie durch Flüssigkeiten unrein wurden, wenn sie aber durch ein Kriechtier unrein wurden, so ist, wenn die Innenseite unrein wird, auch die Außenseite unrein, und wenn die Außenseite unrein wird, auch die Innenseite unrein.", "Welchen Unterschied gibt es denn, wenn du sagst, die Verunreinigungsfähigkeit von Flüssigkeiten, die Unreinheit auf Geräte zu übertragen, sei aus der Tora, zwischen der Verunreinigung durch eine Flüssigkeit und der Verunreinigung durch ein Kriechtier!? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: R. Jehuda ist davon260Von der zuerst angezogenen Lehre.abgekommen.", "Rabina erwiderte: Tatsächlich ist er davon nicht abgekommen, vielmehr gilt das eine von Flüssigkeiten, die durch die Hände unrein261Ungewaschene Hände gelten als unrein; cf. Sab. Fol. 13b. wurden, und das eine von Flüssigkeiten, die durch ein Kriechtier unrein wurden. –", "Wozu lehrt er demnach, diese Worte gelten nur, wenn sie durch Flüssigkeiten unrein wurden, er sollte ja den Unterschied bei den [Flüssigkeiten] selbst machen: dies nur, wenn die [verunreinigenden] Flüssigkeiten durch die Hände unrein wurden, wenn sie aber durch ein Kriechtier unrein wurden, so ist, wenn die Innenseite unrein wird, auch die Außenseite unrein, und wenn die Außenseite unrein wird, auch die Innenseite unrein!? – Am richtigsten ist es vielmehr, wie wir zuerst erwidert haben, R. Jehuda sei davon abgekommen.", "Sie fragten: Ist er davon abgekommen nur bei Geräten, bei Speisen aber ist er der Ansicht R. Joses262Cf. supra Fol. 16a.und R. Šimo͑ns, oder ist er davon vollständig abgekommen, nach der Ansicht262Cf. supra Fol. 16a.R. Meírs?", "R. Naḥman b. Jiçḥaq er widerte: Komm und höre: Wenn eine Kuh vom Entsündigungswasser263Cf. Num. 19,9. getrunken hat, so ist ihr Fleisch264Wenn sie geschlachtet wird; cf. Num. 19,21.unrein; R. Jehuda sagt," ], [ "es verliere sich in ihren Därmen. Wieso verliert es sich vollständig in ihren Därmen, wenn du sagst, er sei davon abgekommen nur bei Geräten, bei Speisen aber sei er der Ansicht R. Joses und R. Šimo͑ns,", "es sollte ja, wenn auch keine schwere Unreinheit, immerhin eine leichte Unreinheit übertragen!? –", "Unter ‘es verliere sich in ihren Därmen’ ist auch zu verstehen, es übertrage keine schwere Unreinheit, wohl aber eine leichte Unreinheit. – Demnach wäre der erste Tanna der Ansicht, es übertrage eine schwere Unreinheit, während er ja sagt, [nur] ihr Fleisch sei unrein!? –", "Die ganze Lehre vertritt die Ansicht R. Jehudas, nur ist sie lückenhaft und muß wie folgt lauten: Wenn eine Kuh vom Entsündigungswasser getrunken hat, so ist ihr Fleisch unrein; aber nur eine leichte Unreinheit und keine schwere Unreinheit, denn R. Jehuda ist der Ansicht, es verliere sich in ihren Därmen.", "R. Aši erwiderte: Tatsächlich verliert es sich vollständig in den Därmen, denn es ist265Selbst wenn es sich noch in ihrem Leibe befindet.eine stinkige Flüssigkeit266Die ihre Eigenschaft als solche verliert..", "«R. Jose und R. Šimo͑n sagen, sie seien für Speisen unrein und für Geräte rein.» Rabba b.Bar Ḥana sagte im Namen des Reš Laqiš: R. Jose sagte dies nach der Ansicht seines Lehrers R. A͑qiba, der das Wort unrein auslegt.", "Wir haben nämlich gelernt: An jenem Tage267An dem RE. zum Oberhaupte des Lehrhauses eingesetzt wurde; cf. Ber. Fol. 27b.trug R. A͑qiba vor: 268Lev. 11,33.Jedes irdene Gefäß, [in dessen Inneres] etwas von ihnen hineinfällt &c.; es heißt nicht ist unrein, sondern sei269Statt des kürzeren Qal טמא wird das Imperfekt יטמא gebraucht, was auch als Pie͑l יְטַמֵּא (unrein machen) gelesen werden kann.unrein, daß es nämlich anderes unrein mache; dies lehrt, daß bei Profanem ein zweitgradig unreines Brot drittgradig mache.", "Hierbei legt [R. Jose] es wie folgt aus:270Lev. 11,34. Jedes Getränk, das in irgend einem Gefäße getrunken wird, sei unrein; unrein, um Speisen unrein zu machen269An dem RE. zum Oberhaupte des Lehrhauses eingesetzt wurde; cf. Ber. Fol. 27b.. – Du sagst, um Speisen unrein zu machen, vielleicht ist dem nicht so, sondern um Flüssigkeiten unrein zu machen!? – Ich will dir sagen, so verhält es sich nicht. –", "Was heißt: so verhält es sich nicht? R. Papa erwiderte: Wir finden nicht, daß Unreines seinesgleichen mache.", "Rabina erklärte: Auch aus dem Schriftverse selbst [geht hervor], daß sich die Unreinheit nicht auf Flüssigkeiten beziehen könne. Wollte man sagen, das zweite unrein beziehe sich auf Flüssigkeiten, so sollte, da das erste unrein sich ebenfalls auf Flüssigkeiten bezieht, [der Schriftvers] summarisch folgenderweise lauten: Jede Art Speise, die gegessen wird, an die Wasser kommt, und jedes Getränk, das in irgend einem Gefäße getrunken wird, sei unrein;", "wenn aber zweimal unrein steht, so bezieht sich das erste unrein auf die Verunreinigung von Flüssigkeiten und das zweite unrein auf die Verunreinigung von Speisen. –", "Vielleicht aber auf die Verunreinigung von Geräten271Dagegen lehrt RJ., daß es Geräte nicht unrein mache.!? – Hinsichtlich dieser ist es [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn das Gerät, das Flüssigkeiten unrein macht, keine Geräte unrein macht, um wieviel weniger machen Flüssigkeiten, die es erst durch das Gerät werden, Geräte unrein. –", "Vielleicht machen nur Flüssigkeiten, die durch das Gefäß [unrein] wurden, keine [Geräte] unrein, wohl aber machen Flüssigkeiten, die durch ein Kriechtier unrein wurden, sie unrein!? – Spricht denn die Schrift von Flüssigkeiten, die durch ein Kriechtier unrein wurden!?" ], [ "Hinsichtlich dieses wird es vielmehr [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert: wenn Flüssigkeiten, die erst durch das Gefäß unrein werden, verunreinigend sind, um wieviel mehr Flüssigkeiten, die durch das Kriechtier selbst unrein werden,", "und es genügt daher, wenn das durch einen Schluß Gefolgerte dem gleicht, wovon gefolgert wird. –", "Wie erklärt [R. A͑qiba] das erste272Bei den Speisen gebrauchte. unrein? – Jede Art Speise, die gegessen wird, an die Wasser gekommen ist, sei unrein; unrein, um Flüssigkeiten unrein zu machen. – Du sagst, um Flüssigkeiten unrein zu machen, vielleicht ist dem nicht so, sondern um Geräte unrein zu machen!? –", "Ich will dir sagen, hinsichtlich dieser ist es [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn Flüssigkeiten, die Speisen unrein machen, keine Geräte unrein machen, um wieviel weniger macht eine Speise, die keine Speise unrein macht, Geräte unrein. Wieso aber halte ich [das Wort] unrein aufrecht? Daß sie Flüssigkeiten unrein machen, die Unreinheit anzunehmen veranlagt sind. –", "Wozu deshalb, weil sie Unreinheit anzunehmen veranlagt sind, es genügt ja schon der Umstand, daß es sonst nichts anderes273Worauf dies sich beziehen könnte.gibt!? –", "Er meint es wie folgt: wolltest du erwidern, [die Unreinheit] von Speisen sei schwerer, da sie Flüssigkeiten unrein machen, somit machen sie auch Geräte unrein, so ist dies274Die Beziehung des W.s unrein auf Flüssigkeiten.eine Erschwerung der Flüssigkeiten, weil sie Unreinheit anzunehmen veranlagt sind. –", "Worin besteht ihre Veranlagung? – Sie nehmen Unreinheit an, ohne dafür besonders empfänglich geworden275Speisen und Geräte müssen zuerst verunreinigungsfähig werden, durch Befeuchtung bezw. Fertigstellung.zu sein. –", "Braucht denn hieraus entnommen zu werden, daß nichts seinesgleichen [unrein] mache, dies wird ja aus folgendem entnommen:276Lev. 11,38. Wenn Wasser auf Saaten kommt und eines ihrer Aase darauf fällt, so sind sei unrein; sie selbst sind unrein, machen aber nicht anderes ihresgleichen!? – Eines bezieht sich auf Flüssigkeiten, die durch ein Kriechtier [unrein] wurden, und eines auf Flüssigkeiten, die es durch ein Gerät wurden.", "Und beides ist nötig. Würde er es nur von Flüssigkeiten gelehrt haben, die durch ein Gerät [unrein] wurden, [so könnte man glauben,] weil [ihre Unreinheit] keine schwere ist, Flüssigkeiten aber, die durch ein Kriechtier [unrein] wurden, [deren Unreinheit] schwerer ist, machen anderes ihresgleichen. –", "Sollte er es nur von Flüssigkeiten lehren, die durch ein Kriechtier [unrein] wurden, und umsomehr Flüssigkeiten, die durch ein Gerät [unrein] wurden!? – Die Schrift bemüht sich auch das zu schreiben, was [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern wäre.", "Rabina sprach zu R. Aši: Raba sagte ja aber, daß weder R. Jose der Ansicht R. A͑qibas,", "noch R. A͑qiba der Ansicht R. Joses ist!?", "Dieser erwiderte: R. Jose sagte es nur nach der Ansicht seines Lehrers R. A͑qiba, er ist aber nicht dieser Ansicht.", "R. Aši sprach zu R. Kahana: Allerdings ist R. Jose nicht der Ansicht R. A͑qibas, denn es wird gelehrt:R. Jose sagte: Woher, daß bei Geheiligtem das Viertgradige untauglich ist?", "Dies ist durch einen Schluß zu folgern: wenn der der Sühne277Der Unreine nach dem Untertauchen, der sein Opfer noch nicht dargebracht hat.Ermangelnde, dem die Hebe erlaubt ist, für das Geheiligte untauglich ist, um wieviel mehr macht das Drittgradige, das bei der Hebe untauglich ist, beim Geheiligten viertgradig.", "Wir wissen dies bezüglich des Geheiligten vom Drittgradigen aus der Tora und vom Viertgradigen aus [einem Schlusse] vom Leichteren auf das Schwerere.", "Vom Drittgradigen aus der Tora, denn es heißt: 278Lev. 7,19.das Fleisch, das etwas Unreines berührt, darf nicht gegessen werden," ], [ "und dies gilt ja auch von dem Falle, wenn es Zweitgradiges berührt. Vom Viertgradigen aus [einem Schlusse] vom Leichteren auf das Schwerere, wie wir bereits gesagt haben.", "Wenn du nun sagen wolltest, er sei der Ansicht R. A͑qibas, so sollte er noch vom Viertgradigen bei der Hebe und vom Fünftgradigen beim Geheiligten lehren.", "Woher aber, daß R. A͑qiba nicht der Ansicht R. Joses ist?", "Dieser erwiderte: Der Tanna würde es nicht unterlassen haben, vom Viertgradigen bei der Hebe und vom Fünftgradigen beim Geheiligten zu lehren und auf R. A͑qiba zurückzuführen279Aus der Schlußfolgerung RJ.s wäre nach der Ansicht R.s eine viertgradige bezw. fünftgradige Unreinheit zu eruieren.. – Und darauf sollten wir uns stützen!?", "Hierauf ging R. Aši, nach anderen, R. Kahana, hinaus, dachte nach und fand folgende Lehre: Bei Geheiligtem verbindet280Wenn von mehreren Stücken in einem Gefäße eines unrein wird, so sind auch die übrigen unrein.das Gefäß seinen Inhalt, nicht aber bei der Hebe. Bei Geheiligtem ist das Viertgradige untauglich, bei Hebe das Drittgradige.", "Hierzu sagte R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans, diese Lehre sei auf Grund einer Bekundung R. A͑qibas gelehrt worden, denn es wird gelehrt: R. A͑qiba fügte noch hinzu: wenn jemand, der am selben Tage untergetaucht ist, einen Teil des Mehls281Zum Speisopfer., des Räucherwerks, des Weihrauchs und der Kohlen282Die der Hochpriester am Versöhnungstage in das Allerheiligste bringt; cf. Lev. 16,12.berührt, so macht er alles untauglich.", "Es gibt also [nach ihm] nur eine viertgradige und keine fünftgradige Unreinheit, beziehungsweise eine drittgradige und keine viertgradige. –", "Er ist somit der Ansicht, die Verbindung283Des Inhalts durch das Gefäß.sei rabbanitisch und streitet also gegen R. Ḥanin, welcher sagt, die Verbindung sei aus der Tora, denn es heißt:284Num. 7,14.eine Schale, zehn Gold[šeqel schwer], gefüllt mit Räucherwerk, die Schrift machte alles, was in der Schale, Eines.", "Dort haben wir gelernt: Ferner [bekundete er], daß, wenn eine [unreine] Nadel im Fleische [eines Opfers] gefunden wird, das Messer und die Hände rein seien, das Fleisch aber unrein, und daß, wenn sie im Mist gefunden wird, alles rein sei. R. A͑qiba sprach: Es ist uns [zu erfahren] beschieden, daß es im Tempel keine Unreinheit der Hände285Außerhalb des Tempels gelten die Hände als zweitgradig unrein; cf. Sab. Fol. 14b. gebe." ], [ "Sollte er sagen, daß es im Tempel keine Unreinheit der Hände und der Geräte286Das Messer ist ja rein.gebe!? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs, nach anderen, R. Jose b.R. Ḥanina: Die Verordnung [von der Unreinheit] der Hände ist früher als die Verordnung [von der Unreinheit] der Geräte gelehrt worden.", "Raba wandte ein: Beides wurde ja am selben Tage angeordnet, wie wir gelernt haben: Ein Buch287All diese Dinge gelten als unrein; cf. Sab. Fol. 13b.[aus der heiligen Schrift, ungewaschene] Hände, wer am selben Tage untergetaucht ist, durch eine Flüssigkeit unrein gewordene Speisen und Geräte!?", "Vielmehr, erklärte Raba, laß doch die Unreinheit eines Messers, das sogar bei Profanem nicht unrein wird. Womit soll denn das Messer in Berührung gekommen sein: wenn mit dem Fleische, so kann ja eine Speise kein Gerät unrein machen, und wenn mit der Nadel, so kann ja ein Gerät kein anderes Gerät unrein machen!? –", "Welches Bewenden hat es da mit der Nadel: wollte man sagen, wenn über diese ein Zweifel [der Unreinheit] obwaltet, so wurde ja gelehrt: Von R. Elea͑zar und R. Jose b. R. Ḥanina lehrte einer, daß man über zweifelhaften Speichel288Der möglicherweise von einem Flußbehafteten (cf. Lev. 15,8) herrühren kann.in Jerušalem, und einer, daß man über zweifelhafte Geräte in Jerušalem keine Unreinheit verhängt habe!?", "R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Wenn eine an einem Leichenunreinen unrein gewordene Nadel abhanden gekommen war und man sie im Fleische erkennt. R. Jose b. R. Abin erklärte: Wenn die Kuh mit geschlossenem Maul von außerhalb nach Jerušalem kam289Die Nadel rührt also aus dem Auslande her; über das Ausland wurde Unreinheit verhängt; cf. Sab. Fol. 15a..", "Der Text. Von R. Elea͑zar und R. Jose b.R. Ḥanina lehrte einer, daß man über zweifelhaften Speichel in Jerusalem, und einer, daß man über zweifelhafte Geräte in Jerušalem keine Unreinheit verhängt habe. Dies haben wir ja sowohl vom Speichel als auch von Geräten gelernt?!", "Wir haben dies vom Speichel gelernt: Der Speichel ist in ganz Jerušalem rein, ausgenommen am oberen Marktplatz. — Auch in dem Falle, wenn da ein Flußbehafteter festgestellt worden ist. –", "Von Geräten haben wir es gelernt: Alle Geräte, die in Jerušalem gefunden werden, sind, wenn auf dem zum Tauchbade hinabführenden Wege, unrein. Demnach sind sie, wenn anderweitig, rein!? –", "Wie willst du nach deiner Ansicht den Schlußsatz erklären: wenn auf dem [vom Tauchbade] heraufführenden Wege, rein. Demnach sind sie, wenn anderweitig, unrein!?", "Vielmehr ist der Anfangssatz genau zu nehmen, nicht aber der Schlußsatz, und ausgeschlossen sind Seitengänge290Am Wege zum Tauchbade; da sind sie im Zweifel unrein, an anderer Stelle aber nicht.. –", "Sollte doch nach Rabh, welcher erklärt, wenn eine an einem Leichenunreinem unrein gewordene Nadel abhanden gekommen war und man sie im Fleische erkennt, die Nadel auch Menschen und Geräte unrein machen, da ja der Meister sagte, aus [den Worten]291Num. 19,16.durch Schwert Erschlagenen sei zu entnehmen, daß das Schwert dem Erschlagenen292Jedes Metallgerät, hinsichtl. der Unreinheit.gleiche!?", "R. Aši erwiderte: Dies besagt, daß der Tempelhof öffentliches Gebiet sei, somit ist dies eine zweifelhafte Unreinheit auf öffentlichem Gebiete, und auf öffentlichem Gebiete gilt die zweifelhafte Unreinheit als rein. –", "Im Privatgebiete ist es demnach unrein. Merke, [das Messer] ist ja ein vernunftloses Wesen, das man nicht befragen kann, und ein vernunftloses Wesen, das man nicht befragen kann, ist ja bei einem Zweifel rein, sowohl auf öffentlichem Gebiete, als auch auf Privatgebiet!? –", "Dies ist ein durch einen Menschen veranlaßter Zweifel der Unreinheit, und R. Joḥanan sagte, daß man wegen eines durch einen Menschen veranlaßten Zweifels" ], [ "der Unreinheit befragen293Es ist nicht ohne weiteres rein.müsse, und daß selbst ein auf der Erde liegendes Gerät als lebendes Wesen gelte, das man befragen kann.", "«Das Fleisch aber unrein.» Wodurch ist das Fleisch [für die Unreinheit] befähigt worden:", "wollte man sagen, es sei durch das Blut befähigt, so sagte ja R. Ḥija b.Abba im Namen R. Joḥanans: Woher, daß das Blut die heiligen [Opfer] nicht verunreinigungsfähig mache? Es heißt:294Dt. 12,24.du darfst es nicht essen, auf die Erde gieße es, wie Wasser; Blut, das wie Wasser fortgegossen wird, macht verunreinigungsfähig, und das nicht wie Wasser fortgegossen wird, macht nicht verunreinigungsfähig.", "Und sollte es durch die Flüssigkeiten des Schlachthauses befähigt werden, so sagte ja R. Jose b.R. Ḥanina: Flüssigkeiten des Schlachthauses sind nicht nur rein, sondern machen auch nicht verunreinigungsfähig.", "Und sollte es durch die Bevorzugung des Geheiligten befähigt werden, so bewirkt allerdings die Bevorzugung des Geheiligten die Untauglichkeit der Sache, wenn aber auch erstgradige und zweitgradige [Unreinheit],", "so sollte hieraus die Frage des Reš Laqiš entschieden werden, ob es bei der trocknen Stelle des Speisopfers295Die vom Öl nicht berührt worden ist.erstgradige und zweitgradige Unreinheit gebe oder nicht!?", "R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Wenn man die zum Heilsopfer bestimmte Kuh über einen Fluß geführt und sie, während ihr die Flüssigkeit noch anhaftete, geschlachtet hat.", "«Und daß, wenn sie im Mist gefunden wird, alles rein sei.» Sollte doch der Mist das Fleisch unrein machen!? R. Ada b.Ahaba erwiderte: Wenn er sehr dick ist. R. Aši erwiderte: Du kannst auch sagen, wenn er dünn ist, denn er ist eine stinkige Flüssigkeit266Wenn sie geschlachtet wird; cf. Num. 19,21..", "Ein Jünger rezitierte vor R. Šešeth: Das Kriechtier macht die Flüssigkeit unrein, die Flüssigkeit macht das Gefäß unrein, das Gefäß macht die Speise unrein, und die Speise macht die Flüssigkeit unrein. Wir lernen also, daß es beim Kriechtiere drei Unreinheiten gebe. – Das sind ja vier!? – Streiche die erste Flüssigkeit. –", "Im Gegenteil, zu streichen wäre ja die letzte Flüssigkeit!? – Wir finden außer R. Jehuda keinen Autor, der der Ansicht wäre, Flüssigkeiten machen das Gefäß unrein, und auch er ist davon abgekommen. Als Merkmal diene dir die Brauerei296Zuerst wird das Gefäß geholt, in dieses schüttet man die Gerste u. nachher das Wasser..", "Dort haben wir gelernt: Wenn im Ofen ein Kriechtier gefunden wird, so ist das in diesem befindliche Brot zweitgradig unrein, weil der Ofen erstgradig ist.", "R. Ada b.Ahaba sprach zu Raba: Sollte doch der Ofen als mit Unreinheit ausgefüllt betrachtet werden und das Brot erstgradig sein!?", "Dieser erwiderte: Dies ist nicht einleuchtend, denn es wird gelehrt: Man könnte glauben, jedes Gerät werde durch die Luft eines [unreinen] Tongefäßes unrein," ], [ "so heißt es:297Lev. 11,33.alles, was sich darin befindet, werde unrein, und darauf folgt: von jeder Art Speise; nur Speisen werden durch die Luft eines [unreinen] Tongerätes unrein, nicht aber werden Geräte durch die Luft des [unreinen] Tongefäßes unrein.", "R. Ḥisda wies auf einen Widerspruch beim Pesaḥfeste hin und erklärte ihn auch. Kann R. Jehošua͑ denn gesagt haben, [man verbrenne] beide298Zweifelhafte u. unreine Hebe.zusammen,", "dem widersprechend wird ja gelehrt: R. Jose sagte: Das worüber sie verhandeln, gleicht dem Beweise nicht. Worüber bekundeten unsere Meister: wenn über das Fleisch, daß an einer erstgradigen Unreinheit unrein wurde, daß man es zusammen mit Fleisch, das an einer Urunreinheit unrein wurde, verbrennen dürfe, so ist ja das eine wie das andere unrein;", "und wenn über Öl, das [durch Berührung] mit einem, der am selben Tage untergetaucht ist, untauglich wurde, daß man es in einer Leuchte, die an einem Leichenunreinen unrein wurde, brennen dürfe, so ist ja das eine untauglich und das andere unrein. Auch wir geben zu, daß man Hebe, die an einer erstgradigen Unreinheit unrein wurde, zusammen mit Hebe, die an einer Urunreinheit unrein wurde, verbrennen dürfe; wie sollte man aber zweifelhafte zusammen mit unreiner verbrennen, Elijahu könnte ja kommen und sie als rein erklären!?", "Er selbst erklärte es: Eines [lehrte] R. Šimo͑n nach R. Jehošua͑, und eines [lehrte] R. Jose nach R. Jehošua͑.", "Es wird nämlich gelehrt: Fällt der vierzehnte auf einen Šabbath, so schaffe man alles vor dem Šabbath fort. Man verbrenne dann unreine, zweifelhafte und reine Hebe – so R. Meír; R. Jose sagt, reine besonders, zweifelhafte besonders und unreine besonders.", "R. Šimo͑n sagte: R. Elie͑zer und R. Jehošua299In unserer Mišna ob. Fol. 14a.stimmen überein, daß man nicht reine zusammen mit unreiner verbrennen dürfe, ebenso auch, daß man zweifelhafte zusammen mit reiner verbrennen dürfe, sie streiten nur über zweifelhafte mit unreiner: R. Elie͑zer sagt, man verbrenne diese besonders und jene besonders, und R. Jehošua͑ sagt, auch beide zusammen. –", "Aber unsre Mišna lehrt ja ebenfalls die Ansicht R. Joses!? – R. Jose spricht zu R. Meír wie folgt: selbst R. Šimo͑n, der nach R. Jehošua͑ erleichternder Ansicht ist, ist es nur bei zweifelhafter mit unreiner, nicht aber bei reiner mit unreiner.", "R. Jose b. R. Ḥanina wies auf einen Widerspruch bei der Hebe und bei dem Pesaḥfeste hin und erklärte ihn auch. Kann R. Jehošua͑ denn gesagt haben, [man verbrenne] beides zusammen,", "dem widersprechend wird ja gelehrt: Wenn über ein Faß mit Hebe ein Zweifel der Unreinheit entsteht, so stelle man es, wie R. Elie͑zer sagt, falls es auf einer freien Stelle steht, in eine geborgene Stelle, und falls es offen ist, decke man es zu; R. Jehošua͑ sagt, steht es in einer geborgenen Stelle, so stelle man es auf eine freie209Auch durch ein Kriechtier, das ebenfalls Urunreinheit ist. Das W. בשרץ im Texte ist eine Glosse und fehlt in Handschriften.Steile, und ist es zugedeckt, so decke man es209Auch durch ein Kriechtier, das ebenfalls Urunreinheit ist. Das W. בשרץ im Texte ist eine Glosse und fehlt in Handschriften.auf.", "Nur eine Herbeiführung [der Unreinheit ist erlaubt], nicht aber direkt mit den Händen unrein machen!? Er selbst erklärte es: Eines [lehrte] R. Šimo͑n nach R. Jehošua͑, und eines [lehrte] R. Jose nach R. Jehošua͑.", "R. Elea͑zar wies auf einen Widerspruch bei der Hebe hin und erklärte ihn auch. Kann R. Jehošua͑ denn gesagt haben, [man dürfe es nur der Unreinheit] aussetzen, nicht aber direkt mit den Händen unrein machen,", "dem widersprechend wird ja gelehrt: Wenn ein Faß mit Hebe in der oberen Kelter zerbricht und unten sich profaner unreiner [Wein] befindet,", "so muß man, wie R. Elie͑zer und R. Jehošua͑ übereinstimmen, wenn es möglich ist, ein Viertellog in Reinheit zu retten, es retten, wenn aber nicht, so lasse man [die Hebe], wie R. Elie͑zer sagt, auslaufen und unrein werden, nur nicht mit den Händen unrein machen;", "R. Jehošua͑ sagt, man dürfe sie auch mit den Händen unrein machen!?", "Er selbst erklärte es: Anders ist es hierbei, wo eine Schädigung des Profanen214Er folgert es aus ihren Worten. vorliegt.", "Raba wandte ein: Auch in unsrer Mišna liegt ja eine Schädigung des Holzes215Man darf im angezogenen Falle das reine Faß direkt unrein machen.vor!? Abajje erwiderte ihm: Einen großen Schaden berücksichtigten sie, einen kleinen Schaden berücksichtigten sie nicht. –", "Woher entnimmst du, daß sie einen großen Schaden berücksichtigten und einen kleinen Schaden nicht berücksichtigten? – Es wird gelehrt: Wenn ein Faß mit Öl von Hebe in der oberen Kelter zerbricht und in der unteren unreines Profanes sich befindet, so muß man, wie R. Elie͑zer und R. Jehošua͑ übereinstimmen, wenn es möglich ist, ein Viertellog in Reinheit zu retten, es retten, wenn aber nicht, so lasse man es auslaufen und unrein werden, nur nicht direkt mit den Händen unrein machen300RJ. erlaubt hierbei nicht, das Öl direkt mit den Händen unrein zu machen, wohl deshalb, weil der Schaden unbedeutend ist, da das Öl zum Brennen brauchbar ist.. –", "Beim Öl ist es wohl deshalb anders, weil es zum Brennen verwendbar ist, und auch der [unreine] Wein ist ja zum Sprengen verwendbar!?", "Wolltest du erwidern, das Sprengen sei bedeutungslos, so sagte ja Šemuél im Namen R. Ḥijas, man trinke [Wein] um eine Sela͑ das Log301Biblisches Flüssigkeitsmaß von 6 Eiern Inhalt.und sprenge ihn um zwei Sela͑ das Log!? – Wenn er neu302Und zum Sprengen nicht duftig genug ist.ist. –", "Man kann ihn ja alt werden lassen!? – Man könnte zu einem Verstoße303Und davon trinken.kommen. – Auch beim Öl kann man ja zu einem Verstoße kommen!? –", "Man gieße es in ein schmutziges Gefäß. – Auch Wein kann man ja in ein schmutziges Gefäß gießen!? – Man will ihn zum Sprengen verwenden und sollte ihn in ein schmutziges Gefäß gießen!?", "Über den Verstoß selbst [streiten] Tannaím, denn es wird ja gelehrt: Wenn ein Faß Wein von Hebe unrein wird, so gieße man ihn, wie die Schule Šammajs sagt, ganz fort; die Schule Hillels sagt, man verwende ihn zum Sprengen.", "R. Jišma͑él b. R. Jose sprach: Ich werde ausgleichen: auf dem Felde gieße man ihn ganz fort, im Hause verwende man ihn zum Sprengen. Manche lesen: Neuen gieße man ganz fort, alten verwende man zum Sprengen. Man entgegnete ihm:" ], [ "Der Ausgleich eines dritten304Dh. die eine 3. Ansicht ist; die Streitenden nennen Feld und Haus überhaupt nicht, somit sind die Worte RJ.s kein Ausgleich, sondern eine Ansicht für sich.ist nicht ausgleichend.", "R. Jose b.R. Ḥanina sagte: Der Streit besteht nur über den Fall, wenn das unreine Profane, in das [die Hebe] hineinkommt, nicht das Hundertfache beträgt,", "wenn aber das unreine Profane, in das sie hineinkommt, das Hundertfache beträgt, stimmen alle überein, daß man sie auslaufen305Weil die Hebe dann im Hundertfachen aufgeht u. einem Gemeinen erlaubt ist: cf. Ter. Abschn. V.und unrein werden lasse, nur nicht direkt mit den Händen unrein mache.", "Ebenso wird gelehrt: Wenn ein Faß [mit Hebe] in der oberen Kelter zerbricht und das unreine Profane, das sich unten befindet, das Hundertfache beträgt, so muß man, wie R. Elie͑zer dem R. Jehošua͑ beipflichtet, wenn man ein Viertellog in Reinheit retten kann, es retten, wenn aber nicht, so lasse man es auslaufen und unrein werden, nur nicht mit den Händen unrein machen. –", "Wieso heißt es, R. Elie͑zer pflichte R. Jehošua͑ bei, es müßte ja heißen, R. Jehošua͑ pflichte R. Elie͑zer bei!? Raba erwiderte: Wende es um.", "R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erwiderte: Du brauchst es tatsächlich nicht umzuwenden, denn hier handelt es sich um ein Gefäß306In welches die Hebe aufgefangen wird; dies bezieht sich also auf den ersten Fall: man fange es auf, selbst in ein solches Gefäß.mit reiner Innenseite und unreiner Außenseite307Bei einer leichten Unreinheit bleibt die Innenseite rein; cf. Hg. Fol. 20b.; man könnte glauben, es sei zu berücksichtigen, die Hebe könnte mit der Außenseite in Berührung kommen, so lehrt er uns.", "", "SOLANGE ES ERLAUBT IST [GESÄUERTES] ZU ESSEN, IST ES ERLAUBT, DAMIT VIEH, WILD UND GEFLÜGEL ZU FÜTTERN, ES EINEM NICHTJUDEN ZU VERKAUFEN UND DAVON EINE NUTZNIESSUNG ZU HABEN; IST DIESE FRIST VORÜBER, SO IST DIE NUTZNIESSUNG VERBOTEN, UND MAN DARF DAMIT NICHT OFEN UND HERD HEIZEN. R. JEHUDA SAGT, DIE FORTSCHAFFUNG DES GESÄUERTEN MÜSSE NUR DURCH VERBRENNEN ERFOLGEN; DIE WEISEN SAGEN, MAN DÜRFE ES AUCH ZERBRÖCKELN UND IN DEN WIND STREUEN ODER INS MEER WERFEN.", "GEMARA. Nur solange man es essen darf, darf man damit auch [das Vieh] füttern, wenn man es aber nicht essen darf, darf man damit auch [das Vieh] nicht füttern, demnach vertritt unsre Mišna nicht die Ansicht R. Jehudas, denn nach R. Jehuda darf man es ja in der fünften Stunde nicht mehr essen, wohl aber damit [das Vieh] füttern, wie wir gelernt haben: R. Meír sagt, man esse [Gesäuertes] die ganze fünfte [Stunde] und verbrenne es bei Beginn der sechsten; R. Jehuda sagt, man esse es die ganze vierte, die fünfte befinde sich in der Schwebe, und man verbrenne es bei Beginn der sechsten. –", "Wieso heißt es, wenn die des R. Meír, solange es erlaubt1Worunter zu verstehen, selber aber nicht ißt. ist zu essen, ist es erlaubt, damit zu füttern, es sollte doch heißen: solange man es ißt, füttere man damit!?", "Rabba b. U͑la erwiderte: Unsere Mišna vertritt die Ansicht R. Gamliéls, denn wir haben gelernt: R. Gamliél sagt, Profanes werde die ganze vierte [Stunde] gegessen, Hebe die ganze fünfte, und bei Beginn der sechsten verbrenne man es. Er meint es wie folgt: solange ein Priester Hebe essen darf, darf ein Jisraélit Vieh, Wild und Geflügel mit Profanem füttern. –", "Wozu wird dies vom Vieh besonders und vom Wild besonders gelehrt? – Dies ist nötig; würde er es nur vom Vieh gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil man das, was ein solches zurückläßt, sieht, während das Wild, was es zurückläßt, versteckt2Man kann es nicht fortschaffen..", "Und würde er es nur vom Wild gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil es, was es zurückläßt, immerhin versteckt3Es ist bei ihm nicht mehr zu sehen., während ein Vieh etwas zurücklassen, und man, wenn man daran nicht denkt, das Verbot ‘nicht4Von Gesäuertem: cf. Ex. 12,19 u. 13,7. zu sehen und nicht zu finden’ übertreten kann. Daher ist beides nötig. –", "Wozu wird das Geflügel genannt? – Da er Vieh und Wild nennt, nennt er auch das Geflügel.", "EINEM NICHTJUDEN ZU VERKAUFEN. Selbstverständlich!? – Dies schließt die Ansicht des Autors der folgenden Lehre aus: Die Schule Šammajs sagt, man dürfe sein Gesäuertes einem Nichtjuden nur dann verkaufen, wenn man weiß, daß es vor dem Pesaḥfeste zuende sein wird; die Schule Hillels sagt, solange man es essen darf, dürfe man es auch verkaufen." ], [ "R. Jehuda b. Bethera sagt, Quarkbrei5Der nur als Zukost gegessen und daher lange verwahrt wird. und alle Arten desselben dürfe man dreißig Tage vor dem Pesaḥfeste nicht mehr verkaufen.", "UND DAVON EINE NUTZNIESSUNG ZU HABEN. Selbstverständlich!? – Dies ist für den Fall nötig, wenn man es vor Ablauf der Frist gesengt6Wodurch es Aussehen u. Geschmack verloren hat. hat. Er lehrt uns nach Raba, denn Raba sagte, wenn man es vor Ablauf der Frist gesengt hat, sei es nachher zur Nutznießung erlaubt.", "IST DIESE FRIST VORÜBER, SO IST DIE NUTZNIESSUNG VERBOTEN. Selbstverständlich!? Das ist wegen der rabbanitisch hinzugefügten Stunden7In der 6. Stunde ist es nur rabb. verboten.nötig. R. Gidel sagte nämlich im Namen des R. Ḥija b. Joseph im Namen R. Joḥanans: Wenn jemand von der sechsten Stunde ab sich damit eine Frau antraut, selbst mit kurdischem8Mit Getreide; cf. supra Fol. 7a, Anmm. 100u. 101. Weizen, so ist die Trauung ohne Bedeutung.", "MAN DARF DAMIT NICHT OFEN UND HERD HEIZEN. Selbstverständlich!? – Dies ist nach R. Jehuda nötig, welcher sagt, die Fortschaffung des Gesäuerten müsse durch Verbrennen erfolgen; man könnte glauben, man dürfe nach R. Jehuda beim Verbrennen davon eine Nutznießung haben, so lehrt es uns.", "Ḥizqija sagte: Woher, daß die Nutznießung des Gesäuerten am Pesaḥfeste verboten ist? Es heißt:9Ex. 13,3.kein Gesäuertes darf gegessen werden, es darf auch nichts zum Essen gewähren10Die Nutznießung läßt sich in Geld u. dieses in andere Dinge umsetzen.. – Nur weil der Allbarmherzige geschrieben hat: Gesäuertes darf nicht gegessen werden, würde er aber nicht geschrieben haben: nicht gegessen werden, so würde man hieraus nur das Verbot des Essens und nicht das Verbot der Nutznießung entnommen haben,", "somit streitet er gegen R. Abahu, denn R. Abahu sagte: Überall, wo es heißt: darf nicht gegessen werden, du darfst nicht essen, oder: ihr dürft nicht essen, ist sowohl das Verbot des Essens als auch das Verbot der Nutznießung zu verstehen, es sei denn, daß die Schrift [das Entgegengesetzte] ausdrücklich hervorhebt, wie sie dies beim Aase hervorgehoben hat.", "Es wird nämlich gelehrt: 11Dt. 14,21.Ihr dürft keinerlei Aas essen; dem Fremdling, der in deinen Toren, magst du es geben, daß er es esse, oder du magst es verkaufen einem Nichtjuden &c. Ich weiß es also von der Schenkung an einen Fremdling und dem Verkaufe an einen Nichtjuden, woher dies vom Verkaufe an einen Fremdling? Es heißt: dem Fremdling, der in deinen Toren, magst du es geben, oder (du magst es) verkaufen. Woher dies von der Schenkung an einen Nichtjuden? Es heißt: geben, daß er es esse, oder (magst du es) verkaufen einem Nichtjuden. Damit ist also gesagt, ob einem Fremdling oder einem Nichtjuden sowohl verkaufen als auch schenken – so R. Meír.", "R. Jehuda sagt, die Worte seien so aufzufassen, wie sie lauten: einem Fremdling schenken und einem Nichtjuden verkaufen. – Was ist der Grund R. Jehudas? –Wollte man nach der Erklärung R. Meírs auslegen, so sollte ja der Allbarmherzige geschrieben haben: dem Fremdling, der in deinen Toren, magst du es geben, daß er esse, und verkaufen, wenn es aber ‘oder’ heißt, so besagt dies, daß die Worte so zu verstehen sind, wie sie lauten. –", "Und R. Meír!? – Das ‘oder’ deutet darauf, daß das Schenken an einen Fremdling dem Verkaufe an einen Nichtjuden vorzuziehen sei. – Und R. Jehuda!? – Hierfür ist kein Schriftvers nötig; da dir geboten ist, den Fremdling zu ernähren, dir aber nicht geboten ist, den Nichtjuden zu ernähren, so ist dies auch ohne Schriftvers einleuchtend. –", "Allerdings wissen wir nach R. Meír, welcher sagt, ob einem Fremdling oder einem Nichtjuden sowohl verkaufen als auch schenken, wonach ein Schriftvers dazu nötig ist, um die Nutznießung des Aases zu erlauben, daß bei allen übrigen in der Tora verbotenen Dingen sowohl das Essen als auch die Nutznießung verboten sei,", "woher aber wissen wir nach R. Jehuda, welcher sagt, die Worte seien so aufzufassen, wie sie lauten, daß bei allen in der Tora verbotenen Dingen auch die Nutznießung12Der Schriftvers an dieser Stelle ist einschränkend.verboten sei!? – Er folgert dies aus [den Worten:]13Ex. 22,30.den Hunden sollt ihr es vorwerfen;" ], [ "dies dürft ihr den Hunden vorwerfen, nicht aber alle anderen in der Tora verbotenen Dinge. – Und R. Meír!? – Dies darfst du den Hunden vorwerfen, nicht aber Profanes, das im Tempelhofe geschlachtet worden14Das zum Genüsse verboten ist; cf. Qid. 58a.list. –", "Und jener!? – Das Verbot der Nutznießung von Profanem, das im Tempelhofe geschlachtet worden ist, ist nicht aus der Tora.", "R. Jiçḥaq der Schmied wandte ein: Auch von der Spannader heißt es ja:15Gen. 32,33.darum sollen die Kinder Jisraél die Spannader nicht essen, dennoch haben wir gelernt, man dürfe einem Nichtjuden eine Keule mit der Spannader senden, weil die Stelle kenntlich16Es ist zu sehen, daß die Spannader noch darin ist.ist!? –", "R. Abahu ist der Ansicht, ist das Aas [zur Nutznießung] erlaubt worden, so ist dieses selbst, dessen Talg und dessen Spannader erlaubt17Bei der Spannader eines rituell geschlachteten Viehs sollte es nicht strenger sein, als bei der eines Aases.. – Einleuchtend ist dies nach demjenigen, welcher sagt, bei den Adern gebe es eine Geschmacksübertragung18Sie unterscheiden sich somit nicht vom übrigen Fleische des Aases., wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, bei den Adern gebe es keine Geschmacksübertragung19Demnach gehören sie nicht mit zum Aase.!? –", "Derjenige, welcher sagt, bei den Adern gebe es keine Geschmacksübertragung, ist ja R. Šimo͑n, denn es wird gelehrt, wer von der Spannader eines unreinen Tieres ißt, sei nach R. Jehuda zweifach schuldig und nach R. Šimo͑n frei,", "und nach R. Šimo͑n ist sie tatsächlich zur Nutznießung verboten, wie gelehrt wird: Die Spannader ist zur Nutznießung erlaubt – so R. Jehuda; R. Šimo͑n verbietet es. –", "Aber vom Blute sagt ja der Allbarmherzige:20Lev. 17,12.niemand von euch darf Blut essen, dennoch haben wir gelernt: Diese auch jene21Das Blut verschiedener Opfer. vermischten sich im Kanal und gelangten in den Qidronbach, sodann wurden sie den Gärtnern zum Düngen verkauft, und dabei gilt [das Gesetz von der] Veruntreuung22Am Geheiligten (Lev. 5,15); es ist also zur Nutznießung erlaubt.!? –", "Anders ist es beim Blute, das mit dem Wasser verglichen wird, wie es heißt:23Dt. 12,24.du darfst es nicht essen, auf die Erde gieße es, wie Wasser; wie das Wasser erlaubt ist, so ist auch das Blut zur Nutznießung erlaubt. –", "Vielleicht wie das Wasser, das als Gußopfer auf den Altar gegossen24Dessen Nutznießung verboten ist.wird!? – R. Abahu erwiderte: Wie Wasser, wie gewöhnliches25Wörtl. das meiste. Wasser. – Heißt es denn: wie gewöhnliches Wasser!? Vielmehr erklärte R. Aši, wie Wasser, das fortgegossen wird, und nicht wie Wasser, das [auf den Altar] gegossen wird. –", "Vielleicht wie Wasser, das für die Götzen gegossen wird!? – Auch dieses heißt Gußopfer, denn es heißt:26Dt. 32,38,die den Wein ihrer Gußopfer tranken. –" ], [ "Wegen welcher Lehre wird nach Ḥizqija27Der ob. Fol. 21b das Verbot der Nutznießung aus den von RA. angezogenen Schriftworten nicht folgert, nach denen die Nutznießung des Blutes auch sonst erlaubt wäre. das Blut mit dem Wasser verglichen? – Wegen der Lehre des R. Ḥija b.Abba, denn R. Ḥija b.Abba lehrte im Namen R. Joḥanans: Woher daß das Blut der heiligen [Opfer] nicht verunreinigungsfähig28Durch Befeuchtung; cf. supra Fol. 20a.macht? Es heißt: du darfst es nicht essen, auf die Erde gieße es, wie Wasser; Blut, das wie Wasser fortgegossen wird, macht verunreinigungsfähig, Blut, das nicht wie Wasser fortgegossen wird, macht nicht verunreinigungsfähig. –", "Aber auch vom von einem lebenden Tiere abgelösten Gliede heißt es ja:29Dt. 12,23.du darfst nicht das Leben mit dem Fleische essen, dennoch wird gelehrt: R. Nathan sagte: Woher, daß man einem Naziräer30Der keinen Wein trinken darf; cf.Num. 6,2ff.keinen Becher Wein und einem Noaḥiden31Unter Noaḥiden versteht der T. Kulturvölker, die keine Götzenanbeter sind, denen sogar der Götzendienst verboten ist; zu den ihnen auferlegten 7 Gesetzen gehört auch das Verbot, ein Glied von einem lebenden Tiere zu essen.kein Glied von einem lebenden Tiere reichen dürfe? Es heißt:32Lev. 19,14.du darfst dem Blinden kein Hindernis in den Weg legen. Demnach ist es für Hunde erlaubt!? –", "Anders ist es beim Gliede von einem lebenden Tiere, das mit dem Blute verglichen wird, denn es heißt: 33Dt. 12,23.nur sei fest, das Blut nicht zu essen, denn das Blut ist das Leben; du darfst nicht das Leben mit dem Fleische essen. –", "Wegen welcher Lehre wird nach Ḥizqija das Glied von einem lebenden Tiere mit dem Blute verglichen? – Er kann dir erwidern: das Blut ist es, das mit dem Gliede von einem lebenden Tiere verglichen wird; wie das Glied von einem lebenden Tiere verboten ist, ebenso ist das Blut von einem lebenden Tiere verboten, nämlich das beim Aderlaß abfließende Blut, mit dem auch das Leben abfließt34Cf. Ker. Fol. 22a.. –", "Aber vom gesteinigten Ochsen35Der einen Menschen getötet hat; cf. Ex. 21,28.sagt ja der Allbarmherzige: 35Der einen Menschen getötet hat; cf. Ex. 21,28.sein Fleisch darf nicht gegessen werden, dennoch wird gelehrt: Wenn es heißt: 35Der einen Menschen getötet hat; cf. Ex. 21,28.der Ochs soll gesteinigt werden, so weiß ich ja, daß er Aas ist, und das Aas ist zum Essen verboten, wozu heißt es: darf nicht gegessen werden? Damit sagt dir die Schrift, daß, wenn man ihn nach der Aburteilung geschlachtet hat, dies dennoch verboten sei.", "Ich weiß dies nur vom Essen, woher dies von der Nutznießung? Es heißt: und der Besitzer des Ochsen ist frei. Wieso geht dies daraus hervor? Šimo͑n b. Zoma erklärte: Wie wenn jemand zu seinem Nächsten spricht: jener ist seines Vermögens frei, ohne davon irgend welchen Nutzen zu haben.", "Nur weil es heißt: der Besitzer des Ochsen ist frei, aus [den Worten] darf nicht gegessen werden aber würde nur das Verbot des Essens und nicht das Verbot der Nutznießung zu entnehmen sein!? –", "Tatsächlich ist aus [den Worten] darf nicht gegessen werden sowohl das Verbot des Essens als auch das Verbot der Nutznießung zu entnehmen, und [die Worte] der Besitzer des Ochsen ist frei beziehen sich auf die Nutznießung der Haut. Dies ist nötig; man könnte glauben, da es heißt: sein Fleisch darf nicht gegessen werden, so beziehe sich dies nur auf das Fleisch und nicht auf die Haut, so lehrt er uns. –", "Woher entnehmen jene Tannaím, die diesen Schriftvers für eine andere Auslegung verwenden, hinsichtlich des halben Lösegeldes36Hat der Ochs 3mal einen Menschen getötet, so muß der Eigentümer ein Lösegeld zahlen (cf. Ex. 21,30); man könnte nun glauben, daß beim 1. u. 2. Male die Hälfte zu zahlen sei, wie dies bei der Tötung eines Tieres der Fall ist, so heißt es ‘frei’.und der Entschädigung37Wenn der Ochs eine Frau gestoßen u. sie abortiert hat.für die Kinder, [das Verbot] der Nutznießung der Haut? – Sie entnehmen es [aus den Worten] das38Die Accusativpartikel את ist an dieser Stelle überflüssig.[eth] Fleisch, das zum Fleische gehörige. –", "Und jener!? – Er verwendet das eth nicht zur Schriftforschung.", "Es wird nämlich gelehrt: Šimo͑n I͑msoni39Nach Hg. Fol. 12 a dürfte wohl נחמיה חעמסוני identisch sein mit dem bekannten נחום איש גמזו, hier גמזוני zu lesen., manche sagen, Neḥemja I͑msoni, interpretierte sämtliche eth in der Tora, als er aber herankam [zum Schriftverse]40Dt. 10,20.den [eth] Herrn, deinen Gott sollst du fürchten, zog er sich41Das את sollte überall etwas ähnliches einschließen.zurück. Da sprachen seine Schüler zu ihm: Meister, was soll nun aus allen Forschungen werden, die du aus eth eruiert hast? Dieser erwiderte ihnen: Wie ich einen Lohn für die Forschung zu erwarten hätte, ebenso habe ich einen Lohn für die Zurückziehung zu erwarten. Als aber R. A͑qiba kam, legte er es aus: Den Herrn, deinen Gott, sollst du fürchten, dies schließt die Schriftgelehrten ein. –", "Aber vom Ungeweihten sagt ja der Allbarmherzige:42Lev. 19,23.ungeweiht, es darf nicht gegessen werden, dennoch wird gelehrt: Ungeweiht, es darf nicht gegessen werden; ich weiß dies vom Verbote des Essens, woher, daß man davon keine Nutznießung haben dürfe, daß man es nicht zum Färben oder zum Brennen in einer Leuchte verwenden dürfe? Es heißt:42Lev. 19,23.ihr sollt ihn Ungeweihtes sein lassen, ungeweiht, es darf nicht gegessen werden, dies schließt dies alles ein.", "Nur weil der Allbarmherzige geschrieben hat: ihr sollt ihn Ungeweihtes sein lassen, ungeweiht, sonst aber wäre daraus nur das Verbot des Essens und nicht das Verbot der Nutznießung zu entnehmen!? –", "Tatsächlich ist aus [den Worten] es darf nicht gegessen werden sowohl das Verbot des Essens als auch das Verbot der Nutznießung zu entnehmen, nur ist es hierbei anders, da es 42Lev. 19,23.euch heißt. Dies ist nötig; man könnte glauben, da es euch heißt, gehöre es euch, so lehrt er uns. –", "Wozu ist nun, wo diese Verse geschrieben sind, das euch nötig? – Für folgende Lehre: Euch, dies schließt das ein, was für das Publikum gepflanzt ist;" ], [ "R. Jehuda sagt, dies schließe das aus, was für das Publikum gepflanzt ist. –", "Was ist der Grund des ersten Tanna? 42Lev. 19,23.Ihr werdet pflanzen, darunter ist zu verstehen, für den einzelnen43Die Anrede ist an jeden einzelnen gerichtet, u. der einzelne pflanzt nicht für das Publikum. nicht aber für das Publikum, daher schrieb der Allbarmherzige euch, zur Einschließung dessen, was für das Publikum gepflanzt ist. – Und R. Jehuda!? – Ihr werdet pflanzen, darunter ist zu verstehen: sowohl für das Publikum als auch für den einzelnen, ebenso heißt euch: sowohl für den einzelnen als auch für das Publikum; dies ist eine Einschließung nach einer Einschließung, und eine Einschließung nach einer Einschließung ist ausschließend. ––", "Aber von der Hebe sagt ja der Allbarmherzige: 44Lev. 22,10.kein Gemeiner darf Geheiligtes essen, dennoch haben wir gelernt, man dürfe für einen Naziräer Wein und für den Jisraéliten Hebe als E͑rub verwenden!?", "R. Papa erwiderte: Anders ist es da; die Schrift sagt:45Num. 18,27.euere Hebe, sie gehört euch. – Und jener!? – Euere Hebe, dies bezieht sich auf ganz Jisraél. –", "Aber vom Naziräer sagt ja der Allbarmherzige: 46Ib. 6,4.weder Kerne noch Schlauben darf er essen, dennoch haben wir gelernt, man dürfe für den Naziräer Wein als E͑rub verwenden!? Mar Zuṭra erwiderte: Anders ist es da; die Schrift sagt: seine Weihezeit, sie gehört ihm.", "R. Aši erwiderte: [die Schrift sagt:]47Ib. V. 5.er soll heilig sein, er soll sein Haupthaar frei wachsen lassen, nur sein Haarwuchs ist heilig, anderes aber ist nicht heilig. – Heißt es denn: anderes nicht!? – Am richtigsten ist es vielmehr, wie Mar Zuṭra erwidert hat. –", "Aber vom neuen [Getreide] sagt ja der Allbarmherzige:48Lev. 23,14.Brot und geröstete oder zerstoßene Körner dürft ihr bis zu eben diesem Tage nicht essen, dennoch haben wir gelernt, man dürfe es als Futtergras mähen und seinem Vieh zu fressen geben!?", "R. Šema͑ja erwiderte: Anders ist es da; die Schrift sagt: euerer Ernte, die Ernte gehört euch. – Und jener!? – Euerer Ernte, dies bezieht sich auf ganz Jisraél. – Aber von den Kriechtieren sagt ja der", "Allbarmherzige:49Ib. 11,41.sie sind ein Greuel, sie dürfen nicht gegessen werden, dennoch haben wir gelernt, daß, wenn Wild- und Geflügeljäger oder Fischer unreine Arten gefangen haben, sie diese an Nichtjuden verkaufen dürfen!? – Anders ist es da; die Schrift sagt:50Ib. V. 11. Die Erstausgabe hat das Wort לכם auch im oben angezogenen Schriftverse Lev. 11,41, u. ebenso manche Handschriften bei Kennicott u. de Rossi u. einigen alten Übersetzungen.euch, sie gehören euch. –", "Demnach sollte dies auch von vornherein [erlaubt] sein!? – Anders ist es diesbezüglich; die Schrift sagt:50Ib. V. 11. Die Erstausgabe hat das Wort לכם auch im oben angezogenen Schriftverse Lev. 11,41, u. ebenso manche Handschriften bei Kennicott u. de Rossi u. einigen alten Übersetzungen.sollen sie sein, sie verbleiben bei ihrem Sein. –", "Wozu heißt es nach Ḥizqija27Der ob. Fol. 21b das Verbot der Nutznießung aus den von RA. angezogenen Schriftworten nicht folgert, nach denen die Nutznießung des Blutes auch sonst erlaubt wäre.: sie dürfen nicht gegessen werden, und euch, [die Nutznießung] zu erlauben, sollte der Barmherzige nicht geschrieben haben: sie dürfen nicht gegessen werden, und das euch wäre nicht nötig!? – Ḥizqija kann dir erwidern: Dies ist eben ein Beweis für mich51Daß im Verbote des Essens auch die Nutznießung einbegriffen ist.. –", "Aber vom Gesäuerten sagt ja der Allbarmherzige:52Ex. 13,3.kein Gesäuertes darf gegessen werden, dennoch wird gelehrt: R. Jose der Galiläer sagte: Du müßtest dich wundern, wenn das Gesäuerte alle sieben [Tage] zur Nutznießung verboten sein sollte!? – Anders ist es hierbei; die Schrift sagt: 53Ib. V. 7.kein Sauerteig darf bei dir zu sehen sein, er gehört dir. –", "Und die Rabbanan!? – Deines darfst du nicht sehen, wohl aber darfst du sehen, was Fremden54Dh. Nichtjuden.oder Gott gehört. – Und jener!? – Es heißt zweimal dir. –", "Und jener!? – Eines bezieht sich auf einen Nichtjuden, den du dir unterworfen hast, und eines bezieht sich auf einen Nichtjuden, den du dir nicht unterworfen hast. – Und jener!? – Es heißt dreimal dir55Zweimal Ex. 13,7 u. einmal Dt. 16,4.. – Und jener!? – Eines spricht vom Sauerteig, und eines spricht vom Gesäuerten, und beides ist nötig56Eines ist intensiv sauer, jed, zum Essen ungeeignet, u. eines ist zum Essen geeignet, jed. nicht intensiv sauer..", "Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaím streiten:57Lev. 7,24.Kann zu jeglicher Arbeit verwendet werden; wozu heißt es: zu jeglicher Arbeit? R. Jose der Galiläer erklärte: Man könnte glauben, es58Das Fett des Aases.sei nur zu einer Arbeit für Gott erlaubt, zu einer Arbeit für einen Gemeinen aber sei es verboten, so heißt es: zu jeglicher Arbeit – so R. Jose der Galiläer.", "R. A͑qiba erklärte: Man könnte glauben, es sei rein nur zu einer Arbeit für einen Gemeinen, zu einer Arbeit für Gott aber sei es unrein, so heißt es: zu jeglicher Arbeit.", "R. Jose der Galiläer ist also der Ansicht, hinsichtlich der Unreinheit und der Reinheit ist kein Schriftvers nötig, nötig ist der Schriftvers nur hinsichtlich des Erlaubtseins und Verbotenseins [der Nutznießung], und R. A͑qiba ist der Ansicht, hinsichtlich des Erlaubtseins und Verbotenseins ist kein Schriftvers nötig, nötig ist der Schriftvers nur hinsichtlich der Unreinheit und der Reinheit." ], [ "Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: R. Jose der Galiläer ist der Ansichten [den Worten] ihr sollt nicht essen sei sowohl das Verbot des Essens als auch das Verbot der Nutznießung einbegriffen, somit deutet der Schriftvers darauf, daß die Nutznießung des Aases erlaubt sei; R. A͑qiba aber ist der Ansicht, darunter sei nur das Verbot des Essens und nicht das Verbot der Nutznießung zu verstehen, somit deutet der Schriftvers auf die Unreinheit und die Reinheit. –", "Nein, alle stimmen überein, daß in [den Worten] ihr sollt nicht essen sowohl das Verbot des Essens als auch das Verbot der Nutznießung einbegriffen sei, und ihr Streit besteht in folgendem: R. Jose der Galiläer ist der Ansicht, ist auch [die Nutznießung] des Aases erlaubt worden, so bezieht sich dieses nur auf dieses selbst, nicht aber auf das Fett und die Adern, somit ist ein Schriftvers dafür nötig, auch [die Nutznießung] dieser zu erlauben; R. A͑qiba aber ist der Ansicht, ist [die Nutznießung] des Aases erlaubt worden, so bezieht sich dies auch auf das Fett und die Adern, somit ist der Schriftvers nur für die Unreinheit und die Reinheit nötig. –", "Allerdings finden wir nach R. Jose dem Galiläer, daß der Allbarmherzige die Nutznießung des Talges erlaubt hat, die Adern aber sollten ja verboten sein!? – Wenn du willst, sage ich: diese sind auch verboten; wenn du aber willst, sage ich: er folgert es [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere: wenn der Talg, der mit der Ausrottung belegt ist, zur Nutznießung erlaubt ist, um wieviel mehr die Adern, die nicht mit der Ausrottung belegt sind. –", "Wieso ist nach R. Šimo͑n [die Nutznießung] derselben verboten59Cf. supra Fol. 22a!? – Dies ist zu widerlegen: wohl der Talg, weil er aus der Verallgemeinerung heraus erlaubt worden ist beim Wild, während die Adern aus der Verallgemeinerung heraus [beim Wild] nicht erlaubt worden sind!? –", "Und jener!? – Wir sprechen vom Vieh, und beim Vieh ist er nicht erlaubt. –", "Merke, bei all jenen Schriftversen wurden Einwände erhoben und erwidert, worüber streiten nun Ḥizqija und R. Abahu60In allen angezogenen Fällen stimmen ja ihre Ansichten überein.!? – Über das Gesäuerte am Pesaḥfeste nach den Rabbanan61Nach denen dessen Nutznießung am Pesaḥfeste verboten ist., und über den gesteinigten Ochsen nach aller Ansicht Ḥizqija folgert es aus [den Worten] darf nicht gegessen werden, und R. Abahu folgert es62Das Verbot der Nutznießung.vom Aase. –", "Merke, sowohl nach dem einen als auch dem anderen sind sie ja zur Nutznießung verboten, welchen Unterschied gibt es nun zwischen ihnen!? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen bei Profanem, das im Tempelhofe geschlachtet worden ist. Ḥizqija ist der Ansicht, [die Worte] darf nicht gegessen werden schließen diese aus, und das es schließe Profanes aus, das im Tempelhofe geschlachtet wurde;", "R. Abahu aber ist der Ansicht, das es schließe diese aus, während Profanes, das im Tempelhofe geschlachtet worden ist, nach der Tora nicht [zur Nutznießung verboten ist].", "Einer von den Jüngern saß vor R. Šemuél b.Naḥmani und trug im Namen des R. Jehošua͑ b.Levi vor: Woher, daß alle in der Tora verbotenen Dinge, wie sie zum Essen verboten sind, auch zur Nutznießung verboten sind? Das sind nämlich Gesäuertes am Pesaḥfeste und der gesteinigte Ochse. – Woher, dies ist ja zu entnehmen aus [den Worten] darf nicht gegessen werden63Worunter auch das Verbot der Nutznießung verstanden wird; ob. Fol. 21b.!? – Unter darf nicht gegessen werden versteht er nur das Verbot des Essens und nicht das Verbot der Nutznießung. –", "Dies ist ja vom Aase zu folgern!? – Er ist der Ansicht R. Jehudas, welcher sagt, die Worte seien so aufzufassen, wie sie lauten64Man dürfe das Aas einem Nichtjuden verkaufen; ob. Fol. 21b.. –", "Wenn er der Ansicht R. Jehudas ist, so ist es ja aus derselben Stelle zu folgern, aus der R. Jehuda es folgert, aus [dem Schriftverse]:65Ex. 22,30.den Hunden sollt ihr es vorwerfen!? –", "Er ist der Ansicht, Profanes, das im Tempelhofe geschlachtet worden ist, sei nach der Tora [zur Nutznießung verboten]66Was er aus dem angezogenen Schriftverse folgert, somit ist aus diesem nicht hinsichtlich anderer zum Genusse verbotener Dinge zu folgern.. – Woher nun? Es heißt: 67Lev. 6,23.alle Sündopfer aber, von denen ein Teil des Blutes gebracht &c.;", "[die Worte] soll im Feuer verbrannt werden sind ja nicht nötig, wozu heißt es: soll im Feuer verbrannt werden!? Da dies hierfür nicht nötig ist, denn es heißt:68Ib. 10,16.daß er verbrannt69Nur in jenem Falle, wo das Blut noch nicht in den Tempel gebracht worden war, sollte es nicht verbrannt werden, sonst aber wohl.ward, so beziehe man es auf alle übrigen in der Tora verbotenen Dinge;" ], [ "und da es nicht auf das Essen zu beziehen70Da dies an Ort u. Stelle ausdrücklich verboten wird.ist, so beziehe man es auf das Verbot der Nutznießung. –", "Demnach sollten, wie dieses durch Verbrennen, auch alle in der Tora verbotenen Dinge durch Verbrennen [vernichtet werden]!? – Die Schrift sagt:67Lev. 6,23.im Heiligtum &c. soll im Feuer verbrannt werden; im Heiligtum durch Verbrennen, nicht aber alle anderen in der Tora verbotenen Dinge durch Verbrennen. –", "Ist denn [der Schriftvers:] im Heiligtum &c. soll im Feuer verbrannt werden hierfür zu verwenden, er ist ja für eine Lehre R. Šimo͑ns nötig!? Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n sagte: Im Heiligtum &c. soll im Feuer verbrannt werden; dies lehrt, daß man das Sündopfer innerhalb des Heiligtums verbrenne. Ich weiß dies nur von diesem, woher dies von den übrigen untauglichen hochheiligen [Opfern] und den Opferteilen minderheiliger [Opfer]? Es heißt: und jedes &c. im Heiligtum &c. soll im Feuer verbrannt werden.", "Jener erwiderte: Dein Lehrer R. Jonathan entnimmt dies aus folgendem Schriftverse:71Ex. 29,34.Und wenn vom Fleische des Einsetzungsopfers oder von dem Brote etwas übrig bleibt bis zum Morgen &c; wozu heißt es: soll nicht gegessen werden, [die Worte] soll nicht gegessen werden sind ja nicht nötig!? Da dies hierfür nicht nötig ist, denn es heißt:71Ex. 29,34.du sollst das Übriggebliebene im Feuer verbrennen, so beziehe man es auf alle übrigen in der Tora verbotenen Dinge; und da es nicht auf das Essen zu beziehen70Da dies an Ort u. Stelle ausdrücklich verboten wird.ist, so beziehe man es auf das Verbot der Nutznießung. –", "Demnach sollten, wie dieses durch Verbrennen, auch alle in der Tora verbotenen Dinge durch Verbrennen [vernichtet werden]!? – Die Schrift sagt: du sollst das Übriggebliebene im Feuer verbrennen, das Übriggebliebene durch Verbrennen, nicht aber alle anderen in der Tora verbotenen Dinge durch Verbrennen. –", "Ist denn [der Schriftvers:] darf nicht gegessen werden hierfür zu verwenden, er ist ja für eine Lehre R. Elee͑zars nötig!? R. Elee͑zar sagte nämlich:71Ex. 29,34.Es darf nicht gegessen werden, denn es ist heilig; alles, was vom Heiligen untauglich ist; die Schrift belegt das Essen mit einem Verbote!?", "Abajje erwiderte: Tatsächlich ist es aus dem zuerst angezogenen Schriftverse72Aus Lev. 6,23.zu entnehmen, nur ist umgekehrt [zu deduzieren]: es sollte ja nur heißen: soll im Feuer verbrannt werden, und nicht: soll nicht gegessen werden, wozu heißt es: soll nicht gegessen werden!? Da dies hierfür nicht nötig ist, denn dies geht schon aus der Lehre R. Elea͑zars hervor, so beziehe man es auf alle übrigen in der Tora verbotenen Dinge; und da es nicht auf das Essen zu beziehen70Da dies an Ort u. Stelle ausdrücklich verboten wird.ist, so beziehe man es auf das Verbot der Nutznießung. –", "Demnach sollten, wie dieses durch Verbrennen, auch alle in der Tora verbotenen Dinge durch Verbrennen [vernichtet werden]!? – Die Schrift sagt: das Übriggebliebene, das Übriggebliebene durch Verbrennen, nicht aber alle anderen in der Tora verbotenen Dinge durch Verbrennen.", "R. Papa sprach zu Abajje: Vielleicht ist dieses nur ein besonderes Verbot, denn wollte man es aus der Lehre R. Elee͑zars entnehmen, so erhält man ja wegen des allgemein Verbotenen73Wenn die Handlung nicht besonders verboten ist; nach RE. spricht die Schriftstelle von untauglichen Opfern allgemein.keine Geißelhiebe!?", "Vielmehr, erklärte R. Papa, ist dies aus folgendem zu entnehmen:74Lev. 7,19.Auch Fleisch, das mit irgend etwas Unreinem in Berührung gekommen ist, darf nicht gegessen werden, sondern soll im Feuer verbrannt werden; [die Worte] darf nicht gegessen werden sind ja nicht nötig, wozu heißt es: darf nicht gegessen werden!?", "Dies ist nämlich dafür selbst nicht nötig, da es [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, vom leichteren Zehnten, zu folgern wäre: wenn die Tora vom leichteren Zehnten sagt:75Dt. 26,14.ich habe nichts davon in Unreinheit fortgeschafft, um wieviel mehr gilt dies vom schwereren heiligen Fleische.", "Wolltest du entgegnen, bei einem aus einem Schlusse gefolgerten [Verbote] gebe es keine Verwarnung76Die Übertretung eines Verbotes wird nur dann mit Geißelhieben bestraft, wenn vorher eine Verwarnung erfolgt ist., so ist es ja auch durch eine Vergleichung77Im folgenden Schriftverse werden neben dem Zehnten auch Opfergelübde genannt.[zu folgern], denn es heißt:78Dt. 12,17.du darfst nicht in deinen Ortschaften den Zehnten deines Getreides, deines Mostes und deines Öls verzehren, noch die Erstgeburten deiner Rinder &c.", "Wozu heißt es nun: darf nicht gegessen werden!? Da dies hierfür nicht nötig ist, so beziehe man es auf alle übrigen in der Tora verbotenen Dinge; und da es nicht auf das Essen zu beziehen70Da dies an Ort u. Stelle ausdrücklich verboten wird.ist, so beziehe man es auf die Nutznießung. –", "Demnach sollten, wie dies durch Verbrennen, auch alle in der Tora verbotenen Dinge durch Verbrennen [vernichtet] werden]!? – Die Schrift sagt: das Übriggebliebene, das Übriggebliebene durch Verbrennen, nicht aber alle anderen in der Tora verbotenen Dinge durch Verbrennen.", "Rabina sprach zu R. Aši: Vielleicht deshalb, weil man dabei zwei Verbote übertritt!? So sagte ja auch Abajje, wer eine Puṭitha79Wasserreptil.gegessen hat, erhalte viermal,", "wer eine Ameise, fünfmal" ], [ "und wer eine Hornisse, sechsmal Geißelhiebe. Dieser erwiderte: Wo dies möglich ist, verwenden wir [den Vers] zur Schriftforschung und erklären ihn nicht als weiteres Verbot. –", "Wozu heißt es80Wenn der Schriftvers an sich nicht nötig ist.zu Beginn [des Verses]:74Lev. 7,19.auch Fleisch, das mit irgend etwas Unreinem in Berührung gekommen ist, darf nicht gegessen werden!? – Dies schließt Holz und Weihrauch ein. – Wozu heißt es [am Schlusse:] was das Fleisch [betrifft], so darf jeder Reine Fleisch essen!? – Dies schließt die Opferteile ein. –", "Hinsichtlich der Opferteile wird es ja aus einer anderen Stelle gefolgert, denn es wird gelehrt: 81Lev. 7,20.Derjenige aber, der Fleisch vom dem Herrn dargebrachten Heilsopfer ißt, dies schließt die Opferteile ein!? –", "Da wird von der mit der Ausrottung belegten Unreinheit der Person gesprochen, hier aber von der mit einem Verbote belegten Unreinheit des Fleisches.", "R. Abahu sagte im Namen R. Joḥanans: Wegen aller in der Tora verbotenen Dinge erhält man Geißelhiebe nur dann, wenn man sie auf gewöhnliche Weise ißt. – Was schließt dies aus? R. Šimi b. Aši erwiderte: Dies schließt den Fall aus, wenn man rohen Talg gegessen hat; dies ist straffrei.", "Manche lesen: R. Abahu sagte im Namen R. Joḥanans: Wegen aller in der Tora verbotenen Dinge erhält man Geißelhiebe nur dann, wenn die Nutznießung auf gewöhnlicherweise erfolgt. – Was schließt dies aus? R. Šimi b.Aši erwiderte: Dies schließt den Fall aus, wenn man Talg82Den man gewöhnlich nur zum Brennen u. für technische Zwecke verwendet.vom gesteinigten Ochsen auf eine Wunde gelegt hat; dies ist straffrei. Und um so mehr ist man straffrei, wenn man rohen Talg gegessen hat.", "Desgleichen wurde auch gelehrt: R. Aḥa b.A͑vja sagte im Namen R. Asis im Namen R. Joḥanans: Wer Talg vom gesteinigten Ochsen auf eine Wunde gelegt hat, ist straffrei, denn wegen aller in der Tora verbotenen Dinge erhält man Geißelhiebe nur dann, wenn die Nutznießung auf gewöhnliche Weise erfolgt.", "R. Zera sagte: Auch wir haben gelernt: Man erhält die vierzig [Geißelhiebe] beim Genüsse von Ungeweihtem nur wegen des Saftes von Oliven und Weintrauben. Wegen [des Saftes] von Maulbeeren, Feigen und Granatäpfeln wohl deshalb nicht, weil der Genuß nicht auf gewöhnliche Weise erfolgt.", "Abajje sprach zu ihm: Richtig wäre dies, wenn er es vom ungewöhnlichen Genüsse der Frucht selbst gelehrt hätte; hierbei aber [ist man deshalb frei], weil man nur den Saft genießt.", "Abajje sagte: Alle pflichten bei, daß man wegen der Mischfrucht (des Weinberges) Geißelhiebe erhält, auch wenn die Nutznießung auf ungewöhnliche Weise erfolgt. – Weshalb? – Weil dabei nichts vom Essen geschrieben ist.", "Man wandte ein: Isi b. Jehuda sagte: Woher, daß Fleisch mit Milch verboten83Zum Essen die Schrift verbietet nur das Kochen.ist? Hierbei heißt es:84Dt. 14,2.denn du bist ein heiliges Volk, und dort85Ex. 22,30, beim Verbote, vom Aase zu genießen.heißt es: ihr sollt mir heilige Leute sein; wie dort [das Essen] verboten ist, ebenso ist es hierbei verboten.", "Ich weiß dies nur vom Essen, woher dies von der Nutznießung? Dies ist [durch einen Schluß] vom: Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn beim Ungeweihten, womit kein Verbot übertreten wurde, die Nutznießung verboten ist, um wieviel mehr ist die Nutznießung von Fleisch mit Milch verboten, womit ein Verbot übertreten wurde. –" ], [ "Wohl beim Ungeweihten, das keine Zeit der Tauglichkeit hatte, Fleisch mit Milch hatte ja eine Zeit der Tauglichkeit!? – Das Gesäuerte am Pesaḥfeste beweist es: es hatte eine Zeit der Tauglichkeit, dennoch ist es zur Nutznießung verboten. –", "Wohl das Gesäuerte am Pesaḥfeste, [dessen Genuß] mit der Ausrottung bestraft wird, während [der Genuß von] Fleisch mit Milch nicht mit der Ausrottung bestraft wird!? – Die Mischfrucht (des Weinberges) beweist es: [der Genuß] wird nicht mit Ausrottung bestraft, dennoch ist die Nutznießung verboten.", "Wenn dem nun so86Daß die Nutznießung der Mischfrucht mit Geißelhieben bestraft werde, auch wenn sie auf ungewöhnliche Weise erfolgt.wäre, so wäre ja zu widerlegen: wohl die Mischfrucht (des Weinberges), derentwegen man Geißelhiebe erhält, auch wenn die Nutznießung auf ungewöhnliche Weise erfolgt ist!? –", "Und Abajje!? – Wie sollte die Widerlegung schließen, etwa: während man wegen der Nutznießung von Fleisch mit Milch nur dann Geißelhiebe erhält, wenn dies auf gewöhnliche Weise erfolgt ist. Ist denn [beim Verbote] von Fleisch mit Milch etwas vom Essen geschrieben87Auch dies braucht nicht auf gewöhnliche Weise zu geschehen.!?", "Jener aber, der den Einwand erhoben hat, ist der Ansicht, er folgere es eben deshalb vom Aase: wie beim Aase in der Art seiner Nutznießung, ebenso beim Fleische mit Milch in der Art seiner Nutznießung. –", "Und Abajje!? – Hierbei ist deshalb nichts vom Essen geschrieben, um zu sagen, daß man dieserhalb Geißelhiebe erhalte, auch wenn die Nutznießung auf ungewöhnliche Weise erfolgt ist. –", "Er sollte doch widerlegen: wohl die Mischfrucht (des Weinberges),die keine Zeit der Tauglichkeit hatte!? R. Ada b.Ahaba erwiderte: Dies besagt eben, daß bei der Mischfrucht (des Weinberges) schon das Säen verboten ist, und vor dem Keimen hatte sie eine Zeit der Tauglichkeit.", "R. Šema͑ja wandte ein: Wenn jemand einen durchlochten Pflanzentopf durch einen Weinberg getragen hat, so ist er, wenn er88Während dieser Zeit.um ein Zweihundertstel gewachsen ist, verboten. Nur wenn er gewachsen ist, sonst aber nicht!?", "Raba erwiderte: Hierbei sind zwei Schriftverse vorhanden, es heißt:89Dt. 22,9.die Saat, und es heißt:89Dt. 22,9.der Ertrag; wie ist dies zu erklären? Ist es von vornherein da gesäet worden, so erfolgt es beim Keimen, ist das Gesäete da hineingebracht worden, so erfolgt es nur dann, wenn es gewachsen ist, nicht aber, wenn es nicht gewachsen ist.", "R. Ja͑qob sagte im Namen R. Joḥanans: Alles90Was sonst zur Nutznießung verboten ist.darf man zu Heilzwecken verwenden, ausgenommen das Holz einer Ašera. – In welchem Falle: liegt Gefahr vor, so sollte auch das Holz einer Ašera [erlaubt sein], und liegt keine Gefahr vor, so sollten auch alle anderen in der Tora verbotenen Dinge verboten sein!? –", "Tatsächlich wenn Gefahr vorliegt, dennoch nicht das Holz einer Ašera, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Wenn es heißt:91Dt. 6,5mit deiner ganzen Seele, wozu heißt es: mit deinem ganzen Vermögen, und wenn es heißt: mit deinem ganzen Vermögen, wozu heißt es: mit deiner ganzen Seele?", "Allein, ist es ein Mensch, dem seine Person lieber ist als sein Geld, so heißt es: mit deiner ganzen Seele, ist es ein Mensch, dem sein Geld lieber ist, als seine Person, so heißt es: mit deinem ganzen Vermögen.", "Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Alles ist zu Heilzwecken erlaubt, ausgenommen Götzendienst, Unzucht92Wörtl. Schamentblößung, unter Benutzung des in der Schrift (Lev. Kap. 18) gebrauchten Ausdruckes für Blutschande; im T. jeder verbotene Beischlaf." ], [ "und Mord.", "Hinsichtlich des Götzendienstes haben wir es bereits erklärt, woher dies von der Unzucht und dem Morde? – Es wird gelehrt: Rabbi sagte: 93Dt. 22,26.Dies ist ebenso, wie wenn einer seinen Nächsten überfällt und ermordet; was soll bei der [Notzucht einer] Verlobten [der Vergleich] mit dem Morde?", "Was lehren sollte, lernt auch. Man vergleiche den Mord mit der [Notzucht einer] Verlobten: wie man die Verlobte mit dem Leben [des Notzüchters]94Dt. 22,27 wird von der Hilfeleistung der Überfallenen gesprochen, u. darunter ist jede Art der Hilfeleistung zu verstehen; cf. Syn. Fol. 73a.rette, ebenso rette man [den Überfallenen] mit dem Leben des Mörders. Ferner vergleiche man [die Notzucht] einer Verlobten mit dem Morde: wie man sich eher töten lasse, als [einen Mord] zu begehen, ebenso lasse sich die Verlobte eher töten, als sich [der Notzucht] preiszugeben95Und dies gilt auch von der aktiven Unzucht. Nach der Parallelstelle Jörn. Fol. 82b handelt es sich auch hier um aktive Unzucht: wenn man einen zur Notzucht einer Verlobten zwingt; cf. Tosaphoth zSt.. –", "Woher dies vom Morde selbst? – Dies ist einleuchtend. So kam einst jemand vor Raba und erzählte ihm: Der Befehlshaber meines Wohnortes befahl mir, jenen zu töten, sonst tötet er mich. Dieser erwiderte: Mag er dich töten, du aber begehe keinen Mord; wieso glaubst du, daß dein Blut röter ist, vielleicht ist das Blut jenes Menschen röter.", "Einst traf Mar b.R. Aši den Rabina, wie er seine Tochter mit unreifen Oliven von Ungeweihtem einschmierte; da sprach er zu ihm: Die Rabbanan haben es allerdings in dem Falle erlaubt, wenn Gefahr vorliegt, haben sie es auch in dem Falle erlaubt, wenn keine Gefahr vorliegt!?", "Dieser erwiderte: Heftiges Fieber gleicht einem Falle der Gefahr. Manche sagen, er habe erwidert: Verwende ich sie denn in üblicher96Oliven werden sonst nur reif verwendet.Weise!?", "Es wurde gelehrt: Der [verbotene] Genuß, den einer ungewollt hat, ist, wie Abajje sagt, erlaubt, und wie Raba sagt, verboten.", "Wenn [die Abwehr] möglich ist und man ihn wünscht, oder wenn sie auch nicht möglich ist und man ihn wünscht, stimmen alle überein, daß er verboten sei; wenn [die Abwehr] nicht möglich ist und man ihn nicht wünscht, stimmen alle überein, daß er erlaubt sei; sie streiten nur über den Fall, wenn [die Abwehr] möglich ist und man ihn nicht wünscht.", "Ferner stimmen alle überein, daß er nach R. Jehuda, welcher sagt, die unbeabsichtigte [verbotene] Tätigkeit sei verboten, verboten sei; sie streiten nur nach R. Šimo͑n, welcher sagt, die unbeabsichtigte Tätigkeit sei erlaubt. Abajje ist entschieden der Ansicht R. Šimo͑ns, aber auch Raba kann dir erwidern: R. Šimo͑n ist dieser Ansicht nur in dem Falle, wo [die Abwehr] nicht möglich ist, nicht aber, wo dies möglich ist.", "Manche lesen: Über den Fall, wenn [die Abwehr] möglich ist und man ihn nicht wünscht, streiten R. Jehuda und R. Šimo͑n; wenn sie nicht möglich ist und man ihn nicht wünscht, stimmen alle überein, daß er erlaubt sei, sie streiten nur über den Fall, wenn [die Abwehr] nicht möglich ist und man ihn wünscht. Ferner stimmen alle überein, daß er nach R. Šimo͑n, der sich nach der Absicht richtet, verboten sei; sie streiten nur nach R. Jehuda, welcher sagt, es sei, wenn [die Abwehr] möglich ist, verboten, einerlei ob man es beabsichtigt oder nicht.", "Abbaje ist entschieden der Ansicht R. Jehudas97Nach ihm hängt es nicht von der Absicht ab, sondern von der Möglichkeit der Abwehr, und sie streiten über den Fall, wo diese nicht möglich ist.," ], [ "aber auch Raba kann dir erwidern: nur erschwerend sagt R. Jehuda, unbeabsichtigt sei es ebenso wie beabsichtigt, nicht aber erleichternd.", "Abajje sagte: Dies entnehme ich aus folgender Lehre: Man erzählt von R. Joḥanan b. Zakkaj, daß er den ganzen Tag im Schatten des Tempels98Es ist verboten, vom Schatten des Tempels einen Nutzen zu ziehen.saß und vortrug. Hierbei war [die Abwehr] nicht möglich, und er hatte es beabsichtigt, und es war erlaubt. –", "Und Raba!? – Er kann dir erwidern: anders ist es beim Tempel, der nur wegen des Innenraumes errichtet ist.", "Raba sagte: Dies entnehme ich aus folgender Lehre: Der Söller des Allerheiligsten hatte Luken, durch die man die Arbeiter in Kästen hinunterließ, damit sich ihre Augen nicht [am Glänze] des Allerheiligsten weiden. Hierbei war ja [die Abwehr] nicht möglich, und da es beabsichtigt war, war es verboten. –", "Glaubst du? R. Šimo͑n b. Pazi sagte ja im Namen des R. Jeḥošua͑ b.Levi im Namen Bar Qapparas, bei Getön, Gesicht und Geruch gebe es keine Veruntreuung99Wenn man dadurch von Geheiligtem genießt (cf. Lev. 5,15); es ist also nichts dabei, wenn die Arbeiter vom Anblick des Allerheiligsten einen Genuß haben.!? Vielmehr ist dies nichts weiter, als eine Superiorität, die sie dem Allerheiligsten angedeihen ließen.", "Manche lesen: Raba sagte: Dies entnehme ich aus folgender Lehre: R. Šimo͑n b.Pazi sagte im Namen des R. Jehošua͑ b.Levi im Namen Bar Qapparas: Bei Getön, Gesicht und Geruch gibt es keine Veruntreuung. Nur eine Veruntreuung gibt es dabei nicht, wohl aber ist [der Genuß derselben] verboten.", "Doch wohl für diejenigen, die sich innerhalb befinden, sodaß [die Abwehr] nicht möglich ist, und es ist, da man es beabsichtigt, verboten. – Nein, für diejenigen, die sich außerhalb befinden100Für die die Abwehr des Genusses möglich ist..", "Der Text. R. Šimo͑n b. Pazi sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi im Namen Bar Qapparas: Bei Getön, Gesicht und Geruch gibt es keine Veruntreuung. – Gibt es denn beim Geruche keine Veruntreuung, es wird ja gelehrt: Wer das Räucherwerk101Das Räucherwerk des Tempels durfte von Privaten nicht nachgemacht werden; cf. Ex. 30,37.zubereitet, um es zu lernen, oder um es der Gemeinde zu überlassen, ist frei, wenn aber, um daran zu riechen, so ist er schuldig; wer daran riecht, ist frei, nur hat er eine Veruntreuung begangen!?", "Vielmehr, sagte R. Papa, bei Getön und Gesicht gibt es keine Veruntreuung, weil an diesen nichts Wesenhaftes ist; beim Geruche gibt es, nachdem der Brodem aufgestiegen ist, keine Veruntreuung, da damit das Gebot bereits ausgeübt worden ist. –", "Demnach gibt es bei Dingen, mit denen das Gebot bereits ausgeübt worden ist, keine Veruntreuung; aber bei der Abhebung der Asche, wobei das Gebot bereits ausgeübt worden ist, gibt es ja eine Veruntreuung, denn es heißt:102Lev. 6,3.er lege sie neben den Altar, er darf sie weder fortstreuen noch benutzen!? –", "Vom Abheben der Asche und von den Priestergewändern lehren zwei Schriftverse dasselbe, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu entnehmen.", "Vom Abheben der Asche, wie wir eben gesagt haben, und von den priesterlichen Gewändern heißt es:103Ib. 16,23.er lege sie da nieder, und dies lehrt, daß sie verwahrt werden104Sie dürfen nicht mehr benutzt werden.müssen. –", "Allerdings nach den Rabbanan, welche sagen, dies lehre, daß sie verwahrt werden müssen, wie ist es aber nach R. Dosa zu erklären, der gegen sie streitet und sagt, sie seien für einen gemeinen Priester verwendbar, und [die Worte] er lege sie da nieder, besagen, daß er sie nicht an einem folgenden Versöhnungstage benutzen dürfe!? –", "Vielmehr, vom Abheben der Asche und vom genickbrochenen Kalbe105Cf. Dt. 21,1ff. Auch dieses muß an Ort u. Stelle begraben werden.lehren zwei Schriftverse dasselbe, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu entnehmen. –", "Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, es sei nicht zu entnehmen, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, es sei wohl zu entnehmen!? – Bei diesen sind zwei Ausschließungen vorhanden; hierbei heißt es: er lege sie, und dort106Dt. 21,6.heißt es: dem das Genick gebrochen wurde107In beiden Fällen ist das Verbot der Benutzung auf diese beschränkt, sodaß nach aller Ansicht von diesen auf andere Fälle nicht zu schließen ist.. –", "Komm und höre: Wenn man es108Das in Rede stehende Kalb, das zur Arbeit nicht verwendet worden sein darf.in das Gespann gebracht109Nicht in der Absicht, es mitdreschen zu lassen.und es mitgedroschen hat, so ist es tauglich; wenn aber, damit es saugen und auch dreschen soll, so ist es untauglich.", "Hierbei ist ja [die Abwehr] nicht möglich, und es erfolgt absichtlich, und er lehrt, es sei untauglich!? – Anders ist es hierbei, wo es heißt:110Dt. 21,3.mit dem noch nicht gearbeitet worden ist, in keiner Weise. –", "Demnach sollte dies auch vom Anfangssatze gelten!? –" ], [ "Bei diesem verhält es sich wie in folgender Lehre: Hat ein Vogel auf ihr111Der roten Kuh, auf die ebenfalls keine Last gekommen sein darf; cf. Num. 19,2. geruht, so ist sie tauglich, hat ein Bulle sie besprungen, so ist sie untauglich112Die Handlung muß durchaus erwünscht sein; das erstere ist dem Besitzer nicht erwünscht, das andere ist ihm erwünscht; ebenso auch das Saugen u. Dreschen.. – Aus welchem Grunde?", "R. Papa erwiderte: Wenn die Schreibweise gearbeitet hat wäre und wir gearbeitet hat gelesen hätten, so würde [die Arbeit] nur dann als solche gelten, wenn man selber sie dazu angehalten hat;", "wenn die Schreibweise gearbeitet worden wäre und wir gearbeitet worden gelesen hätten, so würde sie auch von selbst als solche gelten; da aber die Schreibweise gearbeitet hat und die Lesart gearbeitet113Das W. עובד kann, da es defektiv geschrieben ist, auch aktiv (Qal od. Pie͑l) gelesen werden.worden ist, so muß die erfolgte Arbeit der von ihm veranlaßten gleichen: wie ihm die von ihm veranlaßte Arbeit erwünscht ist, ebenso muß die erfolgte Arbeit erwünscht sein. –", "Komm und höre: Einen Fund114Wörtl. Verlust, verlorene Sache; gesprochen wird hier von einer gefundenen Decke, die man solange aufbewahren muß, bis der Eigentümer sich meldet; cf. Dt. 22,1ff. darf man nicht zu seinem eigenen Nutzen auf ein Bett oder einen Pfahl ausbreiten, wohl aber darf man ihn zu dessen Nutzen auf ein Bett oder auf einen Pfahl ausbreiten; hat man Besuch erhalten, so darf man ihn115Um damit zu prunken. weder zu seinem eigenen Nutzen noch zu dessen Nutzen auf ein Bett oder einen Pfahl116Auch nicht im Interesse der Sache, weil dies erwünscht ist.ausbreiten!? –", "Anders ist es hierbei, da man ihn dadurch zerstören würde; entweder durch ein böses Auge oder durch Diebstahl. –", "Komm und höre: Kleiderhändler dürfen [Mischgewebe] wie üblich117Auf den Schultern tragen.verkaufen, sie dürfen jedoch nicht beabsichtigen, sich dadurch bei Sonnenschein vor der Sonne oder bei Regen vor dem Regen [zu schützen]; die Strengfrommen aber pflegen solches an einem Stabe über ihren Rücken zu werfen.", "Hierbei ist es ja möglich so zu verfahren, wie die Strengfrommen, dennoch ist es, wenn man es nicht beabsichtigt, erlaubt!? Dies ist eine Widerlegung der Ansicht Rabas nach der ersten Lesart. – Eine Widerlegung.", "MAN DARF DAMIT NICHT HEIZEN &C. Die Rabbanan lehrten: Wenn man einen Ofen mit Schalen von Ungeweihtem oder Stroh von Mischfrucht geheizt hat, so muß er, wenn es ein neuer118Der durch das erste Heizen hartgebrannt wird.ist, zertrümmert, und wenn es ein alter ist, ausgekühlt werden.", "Hat man darin Brot gebacken, so ist es, wie Rabbi sagt, verboten, und wie die Weisen sagen, erlaubt. Hat man [Brot] auf den Kohlen119Das Verbotene ist nicht mehr vorhanden.gekocht, so ist es nach aller Ansicht erlaubt. –", "Es wird ja aber gelehrt, daß sowohl ein neuer als auch ein alter nur ausgekühlt zu werden brauche!? – Das ist kein Widerspruch; eines nach Rabbi und eines nach den Rabbanan. –", "Rabbi ist ja dieser Ansicht nur da, wo das Brot durch dieses Holz an Wert gewinnt, ist er aber dieser Ansicht auch da, wo beide120Das verbotene Holz u. das erlaubte; wenn der Ofen ausgekühlt u. von neuem mit erlaubtem Holze geheizt worden ist.es veranlassen!? – Vielmehr, das ist kein Widerspruch; eines nach R. Elie͑zer und eines nach den Rabbanan. –", "Welcher R. Elie͑zer, wollte man sagen, R. Elie͑zer der Lehre vom Sauerteig: Wenn Sauerteig von Profanem und von Hebe, von denen weder der eine noch der andere zur Säuerung ausreicht, in Teig gekommen sind und ihn zusammen gesäuert haben, so richte man sich, wie R. Elie͑zer sagt, nach dem letzteren. Die Weisen sagen, das Verbotene könne, einerlei ob es früher oder später hineingekommen ist, nicht eher verboten machen," ], [ "als bis es allein zur Säuerung ausreicht. Hierzu sagte Abajje: Sie lehrten dies nur von dem Falle, wenn man vorher das Verbotene entfernt hat, wenn man aber nicht vorher das Verbotene entfernt hat, ist es verboten. Demnach ist es verboten, wenn beide121Wenn beide, der erlaubte u. der verbotene Sauerteig, sich im Teig befinden, ist er verboten, auch wenn der verbotene allein keine Säuerung erwirken kann.es veranlassen.", "Aber woher, daß R. Elie͑zer dieser Ansicht wegen des von Abajje angegebenen Grundes ist, vielleicht ist R. Elie͑zer dieser Ansicht aus dem Grunde, weil man sich nach dem letzteren richte, einerlei ob man vorher das Verbotene entfernt hat, oder ob man vorher das Verbotene nicht entfernt hat, wenn aber beide zusammen [hineingekommen sind], ist es tatsächlich erlaubt!?–", "Vielmehr, es ist R. Elie͑zer der Lehre vom Holze einer Ašera: Hat man [von der Ašera] Holz genommen, so ist es zur Nutznießung verboten. Hat man damit einen Ofen geheizt, so muß er, wenn es ein neuer ist, zertrümmert, und wenn es ein alter ist, ausgekühlt werden.", "Hat man darin Brot gebacken, so ist es zur Nutznießung verboten. Ist es mit anderen und die anderen mit anderen vermischt worden, so sind sie alle zur Nutznießung verboten. R. Elie͑zer sagt, man werfe [einen Betrag im Werte] der Nutznießung in das Salzmeer. Sie sprachen zu ihm: Beim Götzen [gute] gibt es keine Auslösung. –", "Vielleicht vertritt R. Elie͑zer diese Ansicht nur beim Götzendienste, dessen Verbot sehr streng ist, hast du von ihm gehört, daß er dieser Ansicht auch bei anderen Verboten der Tora ist!? –Wem sonst willst du jene Lehre addizieren!? Ferner wird ausdrücklich gelehrt: Desgleichen verbietet es R. Elie͑zer bei allen in der Tora verbotenen Dingen.", "Abajje sagte: Wenn du sagst, nach Rabbi sei es, wenn beide es veranlassen, verboten, so ist er derselben Ansicht wie R. Elie͑zer; wenn du aber sagst, nach ihm sei es, wenn beide es veranlassen, erlaubt, und beim Brote sei [die Nutznießung nur deshalb verboten], weil es durch das Holz an Wert gewinnt, so sind [nach beider Ansicht] Teller, Becher122Die man in einem Feuer von Ašeraholz gebrannt bat; sie werden dadurch gebrauchsfertig. und Gläser verboten,", "und sie streiten über einen Ofen123Die zur Verwendung von neuem erhitzt werden müssen.und einen Topf; nach demjenigen, welcher sagt, wenn beide es veranlassen, sei es verboten, sind sie verboten, und nach demjenigen, welcher sagt, wenn beide es veranlassen, sei es erlaubt, sind sie erlaubt.", "Manche lesen: Auch nach demjenigen, welcher sagt, wenn beide es veranlassen, sei es erlaubt, ist ein Topf verboten, weil er die Speise aufnimmt, bevor noch das erlaubte Holz untergelegt wird.", "R. Joseph sagte im Namen R. Jehudas im Namen Šemuéls: Wenn man einen Ofen mit Schalen von Ungeweihtem oder Stroh von Mischfrucht geheizt hat, so muß er, wenn es ein neuer ist, zertrümmert, und wenn es ein alter ist, ausgekühlt werden. Hat man darin Brot gebacken, so ist es, wie Rabbi sagt, erlaubt, und wie die Weisen sagen, verboten. – Es wird ja aber entgegengesetzt124Ob. Fol. 26b.gelehrt!? – Šemuél lernte es entgegengesetzt.", "Wenn du aber willst, sage ich: Šemuél ist der Ansicht, die Halakha sei sonst wie Rabbi gegen seinen Genossen, nicht aber gegen seine Genossen, hierbei aber auch gegen seine Genossen, daher sagte er sich, er werde es entgegengesetzt lehren, wonach die Rabbanan der Ansicht sind, es sei verboten125Man wird dann im Glauben, nach den Rabbanan zu entscheiden, in Wirklichkeit nach Rabbi entscheiden..", "«Hat man Brot auf den Kohlen gekocht, so ist es nach aller Ansicht erlaubt.» R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, und R. Ḥija b.Aši sagte im Namen R. Joḥanans. Einer sagte, dies beziehe sich nur auf verglimmende Kohlen, während es bei glühenden Kohlen verboten ist, und einer sagte, auch bei glühenden sei es erlaubt. –", "Einleuchtend ist die Ansicht desjenigen, welcher sagt, bei glühenden sei es verboten, weil die Speise durch das Holz an Wert zunimmt, in welchem Falle aber kann nach demjenigen, welcher sagt, auch bei glühenden sei es erlaubt, nach Rabbi das Brot, das durch Holz an Wert zunimmt, verboten sein!? R. Papa erwiderte: Wenn es sich gegenüber der Flamme befindet. –" ], [ "Demnach erlauben es die Rabbanan, die gegen ihn streiten, auch wenn es sich gegenüber der Flamme befindet; in welchem Falle ist demnach nach den Rabbanan das Holz [zur Nutznießung] verboten!? R. Ami b.Ḥama erwiderte: Bei einem Schemel126Wenn man daraus einen solchen (od. sonst einen Gegenstand) macht, nicht aber beim Verheizen..", "Rami b.Ḥama fragte R. Ḥisda: Wie ist es nach den Rabbanan, nach denen es in jenem Falle erlaubt ist, wenn man einen Ofen mit Holz vom Heiligengut geheizt und darin Brot gebacken hat? Dieser erwiderte: Das Brot ist verboten.– Welchen Unterschied gibt es denn zwischen solchem und [Holz] von Ungeweihtem!? Raba erwiderte: Wieso dies: Ungeweihtes geht unter zweihundert127Cf. Orl. II,1.auf, während Heiligengut sogar unter tausend nicht aufgeht.", "Vielmehr, sagte Raba, ist, wenn man einen Einwand erheben will, folgender Einwand zu erheben: der Heizende hat ja eine Veruntreuung begangen, und mit der Veruntreuung des Heizenden wird ja [das Holz] profan!?", "R. Papa erwiderte: Hier handelt es sich um Holz129Das man geweiht hat, um für den Erlös Heilsopfer zu kaufen.für Heilsopfer, nach R. Jehuda, welcher sagt, Heiligengut werde nur durch eine versehentliche [Veruntreuung] profan, durch eine vorsätzliche aber werde es nicht profan.", "Durch eine vorsätzliche wohl deshalb nicht, weil es, da in diesem Falle daran keine Veruntreuung erfolgen kann, auch nicht profan wird, ebenso werden auch Heilsopfer nicht profan, weil daran keine Veruntreuung begangen werden kann. –", "Wird es denn profan, wenn der Heizende daran eine Veruntreuung begeht, es wird ja gelehrt, daß die Asche von allem, was zu verbrennen ist, erlaubt sei, ausgenommen das Holz der Ašera, und die Asche von Heiligengut sei ewig verboten!?", "Rami b.Ḥama erwiderte: Wenn Holz von Heiligengut von selbst in Brand geraten130Nur dann ist die Asche ewig verboten.ist, sodaß niemand eine Veruntreuung begangen hat. R. Šemá͑ja erwiderte: Die [Asche], die verwahrt werden130Nur dann ist die Asche ewig verboten.muß. Es wird nämlich gelehrt :131Lev. 6,3.Er lege sie, langsam; er lege sie, vollständig; er lege sie, er darf sie nicht verstreuen.", "R. JEHÜDA SAGT, DIE FORTSCHAFFUNG &C. Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Die Fortschaffung des Gesäuerten muß nur durch Verbrennen erfolgen. Dies ist aus einem Schlusse zu folgern: wenn das Übriggebliebene, wobei das Verbot ‘nicht zu sehen und nicht zu finden’ keine Geltung hat, zu verbrennen ist, um wieviel mehr ist das Gesäuerte zu verbrennen, wobei das Verbot ‘nicht zu sehen und nicht zu finden’ Geltung hat.", "Jene sprachen zu ihm: Ein Schluß, der erschwerend sein soll, schließlich aber erleichternd ist, ist kein Schluß. Findet man kein Holz, um es zu verbrennen, so müßte man es liegen lassen, während die Tora sagt :132Ex. 12,15.ihr sollt allen Sauerteig aus eueren Wohnungen entfernen, durch jedes Mittel, durch das du es entfernen kannst.", "Da trat R. Jehuda zurück und folgerte einen anderen Schluß: das Übriggebliebene ist zum Essen verboten, und das Gesäuerte ist zum Essen verboten; wie nun das Übriggebliebene zu verbrennen ist, ebenso ist auch das Gesäuerte zu verbrennen.", "Sie erwiderten ihm: Das Aas beweist es: es ist zum Essen verboten und braucht nicht verbrannt zu werden. Dieser entgegnete: Anders. Das Übriggebliebene ist zum Essen und zur Nutznießung verboten, und das Gesäuerte ist zum Essen und zur Nutznießung verboten; wie nun das Übriggebliebene zu verbrennen ist, ebenso ist auch das Gesäuerte zu verbrennen.", "Sie erwiderten ihm: Der gesteinigte Ochs133Cf. Ex. 21,28.beweist es: er ist zum Essen und zur Nutznießung verboten und braucht nicht verbrannt zu werden. Dieser entgegnete: Anders. Das Übriggebliebene ist zum Essen und zur Nutznießung verboten und mit der Ausrottung belegt, und das Gesäuerte ist zum Essen und zur Nutznießung verboten und mit der Ausrottung belegt; wie nun das Übriggebliebene zu verbrennen ist, ebenso ist auch das Gesäuerte zu verbrennen. Sie erwiderten ihm: Der Talg vorn gesteinigten Ochsen beweist es: dieser ist ja zum Essen und zur Nutznießung verboten und mit der Ausrottung belegt und braucht nicht verbrannt zu werden." ], [ "Da trat R. Jehuda zurück und folgerte einen anderen Schluß: beim Übriggebliebenen gilt das Verbot des Übriglassens, und beim Gesäuerten gilt das Verbot des Übriglassens, wie nun das Übriggebliebene zu verbrennen ist, ebenso ist auch das Gesäuerte zu verbrennen.", "Sie erwiderten ihm: Das Schwebe-Schuldopfer und das des Zweifels wegen dargebrachte Geflügel-Sündopfer nach deiner Ansicht beweisen es: bei diesen gilt das Verbot des Übriglassens, sie sind nach unserer Ansicht zu verbrennen und nach deiner Ansicht zu begraben. Da schwieg R. Jehuda.", "R. Joseph sagte: Das ist es, was die Leute sagen: der von ihm selber gefertigte Löffel verbrennt dem Meister134RJ. ist mit seiner eigenen Ansicht widerlegt worden.[die Zunge] mit Senf.", "Abajje sagte: Im von ihm selber [gefertigten] Fesselblocke sitzt der Meister; mit seinem eigenen Händewerke wird ihm vergolten.", "Raba sagte: Mit seinem eigenen Pfeile wird der Pfeilmacher getötet; mit seinem eigenen Händewerke wird ihm vergolten.", "DIE WEISEN SAGEN, MAN DÜRFE ES AUCH ZERBRÖCKELN UND STREUEN &C. Sie fragten: Wie meinen sie es: man zerbröckle es und streue es in den Wind, oder man zerbröckle es und werfe es ins Meer, oder aber: man zerbröckle es und streue es in den Wind, oder man werfe es ins Meer, in seinem Befunde? Desgleichen haben wir von Götzen gelernt: R. Jose sagt, man zermalme ihn und streue ihn in den Wind oder werfe ihn ins Meer. Hierzu fragten sie ebenfalls: Wie meint er es: man zermalme ihn und streue ihn in den Wind, oder man zermalme ihn und werfe ihn ins Meer, oder aber: man zermalme ihn und streue ihn in den Wind, oder man werfe ihn ins Meer, in seinem Befunde?", "Rabba erwiderte: Es leuchtet ein, daß man einen Götzen, der ins Salzmeer zu werfen ist, nicht zu zermalmen brauche, und Gesäuertes, das auch in jedes andere Gewässer geworfen werden darf, zerbröckeln müsse. R. Joseph sprach zu ihm: Im Gegenteil, das Entgegengesetzte leuchtet ja ein: Der Götze, der nicht zerweicht, muß zertrümmert werden, Gesäuertes aber, das ohnehin zerweicht, braucht nicht zerbröckelt zu werden.", "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Rabba, und es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Joseph. Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Rabba: Befindet man sich in einer Wüste, so zerbröckle man es und streue es in den, Wind; befindet man sich auf einem Schiffe, so zerbröckle man es und werfe es ins Meer. Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Joseph: Befindet man sich in einer Wüste, so zermalme man ihn und streue ihn in den Wind; befindet man sich auf einem Schiffe, so zermalme man ihn und werfe ihn ins Meer.", "[Aus diesen Lehren] ist ja hinsichtlich des Zermalmens ein Einwand gegen Rabba und hinsichtlich des Zerbröckelns ein Einwand gegen R. Joseph zu entnehmen!?– Gegen Rabba ist hinsichtlich des Zermalmens kein Einwand zu erheben, denn eines gilt vom Salzmeer und eines von anderen Gewässern; gegen R. Joseph ist hinsichtlich des Zerbröckelns kein Ein wand zu erheben, denn eines gilt von Weizen und eines von Brot135Weizen muß zerstreut werden, Brot braucht nicht zerbröckelt zu werden..", "GESÄUERTES EINES NICHTJUDEN, WORÜBER DAS PESAFEST DAHINGEGAN-GEN IST, IST ZUR NUTZNIESSUNG ERLAUBT, DAS EINES JISRAÉLITEN IST ZUR NUTZNIESSUNG VERBOTEN, DENN ES HEISST : 136Ex. 13,7. kein Sauerteig soll bei dir zu sehen sein.", "GEMARA. Wessen Ansicht vertritt unsere Mišna: nicht die des R. Jehuda, nicht die des R. Šimo͑n und nicht die R. Jose des Galiläers!? – Wieso dies? – Es wird gelehrt: Beim Gesäuerten übertritt man vor der Zeit137Vor Beginn des Pesaḥfestes, von der 6. Stunde ab am Vorabend; cf. supra Fol. 11b.und nach der Zeit ein Verbot, während der Zeit übertritt man ein Verbot und verfällt der Ausrottung – so R. Jehuda." ], [ "R. Šimo͑n sagt, beim Gesäuerten übertrete man vor der Zeit und nach der Zeit nichts, und während der Zeit verfalle man der Ausrottung und übertrete ein Verbot. Sobald es zum Essen verboten ist, ist es auch zur Nutznießung verboten. Dies nach dem ersten Tanna. R. Jose der Galiläer sagte: Du müßtest dich wundern, wenn das Gesäuerte alle sieben [Tage] zur Nutznießung verboten sein sollte.", "Woher, daß man, wenn man [am Vorabend] von der sechsten Stunde ab Gesäuertes ißt, ein Verbot übertritt? Es heißt:138Dt. 16,3.du darfst dazu nichts Gesäuertes essen – so R. Jehuda.", "R. Šimo͑n sprach zu ihm: Ist dies zu sagen denn möglich!? Es heißt: du darfst dazu nichts Gesäuertes essen, sieben Tage sollst du dazu Ungesäuertes essen; wozu heißt es: du darfst dazu nichts Gesäuertes essen? Wenn man Ungesäuertes essen muß, darf man kein Gesäuertes essen, und wenn man Ungesäuertes nicht zu essen braucht, ist auch Gesäuertes zu essen nicht verboten. –", "Was ist der Grund R. Jehudas? – Es sind drei Schriftverse vorhanden: 139Ex. 13,3.kein Gesäuertes darf gegessen werden,140Ib. 12,20.nichts Gesäuertes dürft ihr essen, und: du darfst nichts Gesäuertes essen; einer bezieht sich auf die Zeit vorher137Vor Beginn des Pesaḥfestes, von der 6. Stunde ab am Vorabend; cf. supra Fol. 11b., einer auf die Zeit nachher und einer auf diese Zeit selbst. –", "Und R. Šimo͑n!? – Einer bezieht sich auf diese Zeit selbst. [Den Vers:] nichts Gesäuertes, verwendet er für folgende Lehre: Ich weiß dies nur von dem Falle, wenn es von selbst sauer wurde, woher dies von dem Falle, wenn durch etwas anderes? Es heißt: nichts Gesäuertes dürft ihr essen.", "Und [den Vers:] kein Gesäuertes darf gegessen werden, verwendet er für folgende Lehre : R. Jose der Galiläer sagte: Woher, daß am Pesaḥfeste in Miçrajim [das Verbot des] Gesäuerten nur einen Tag währte? Es heißt: kein Gesäuertes darf gegessen werden, und darauf folgt:141Ib. 13,4. heute zieht ihr aus. –", "Woher weiß es R. Jehuda von dem Falle, wenn es durch etwas anderes [sauer wurde]? – Weil der Allbarmherzige den Ausdruck Gesäuertes142Das nur an dieser Stelle gebrauchte Wort מחמצת hat eine kausative Bedeutung.gebraucht. –", "Woher folgert er die Lehre R. Jose des Galiläers? – Wenn du willst, sage ich: aus dem darauffolgenden heute, und wenn du willst, sage ich: von dem Nebeneinanderstehen [der Schriftverse] folgert er nichts143Er halte überhaupt nichts von dieser Lehre..", "Der Meister sagte: Woher, daß man, wenn man [am Vorabend] von der sechsten Stunde ab Gesäuertes ißt, ein Verbot übertritt? Es heißt: du darfst dazu nichts Gesäuertes esse – so R. Jehuda. R. Šimo͑n sprach zu ihm: Ist dies zu sagen denn möglich!? Es heißt: du darfst dazu nichts Gesäuertes essen; sieben Tage sollst du dazu Ungesäuertes essen. –", "Und R. Jehuda, R. Šimo͑n erwiderte ihm ja treffend!? – R. Jehuda kann dir erwidern: dies deutet darauf, daß es144Das Essen des Ungesäuerten, da man aus Ex. 12,8 schließen könnte, daß Ungesäuertes nur zum Pesaḥopfer zu essen sei.auch in der Jetztzeit Pflicht sei. –", "Woher entnimmt R. Šimo͑n, daß es [auch in der Jetztzeit] Pflicht sei? – Er folgert dies aus:145Ex. 12,18.am Abend sollt ihr Ungesäuertes essen. Und R. Jehuda!? – Dies ist wegen des Unreinen und wegen des auf einer weiten Reise Befindlichen nötig; man könnte glauben, diese brauchen, da sie vom Pesaḥopfer nichts essen, auch kein Ungesäuertes und kein Bitterkraut zu essen, so lehrt er uns. –", "Und R. Šimo͑n!? – Wegen des Unreinen und des auf einer weiten Reise Befindlichen ist kein Schriftvers nötig, denn diese sind nicht weniger als ein Unbeschnittener und ein Fremdling, von denen es heißt:146Ib. V. 48.kein Unbeschnittener darf davon essen, davon darf er nicht essen, wohl aber esse er Ungesäuertes und Bitterkraut. – Und R. Jehuda!? – Er schreibt dies von diesen, und er schreibt dies von jenen147Obgleich man dies hinsichtlich der einen von den anderen folgern könnte..", "Wessen Ansicht vertritt nun unsere Mišna: wenn die des R. Jehuda, so spricht er ja vom Gesäuerten allgemein, auch von dem eines Nichtjuden; wenn die des R. Šimo͑n," ], [ "so erlaubt er ja [nachher] auch das eines Jisraéliten; und wenn die R. Jose des Galiläers, so erlaubt er es ja zur Nutznießung auch während der Zeit!?", "R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: Tatsächlich die des R. Jehuda, denn er folgert das Essen des Sauerteigs vom Sehen desselben: wie es vom Sehen des Sauerteigs148Bei dem das Wort ‘dir’ gebraucht wird; cf. Ex. 13,7.heißt, du darfst deinen nicht sehen, wohl aber darfst du sehen, was einem Fremden54Dh. Nichtjuden.oder Gott gehört, ebenso gilt dies auch vom Essen des Sauerteigs: du darfst deinen nicht essen, wohl aber darfst du essen, was einem Fremden149Wenn nach der Tora das Essen erlaubt ist, so gilt dies um so mehr von der Nutznießung.oder Gott gehört.", "Eigentlich sollte er lehren, es sei sogar zum Essen erlaubt, da er aber lehrt, [das Gesäuerte] eines Jisraéliten sei zur Nutznießung verboten, so lehrt er entsprechend, das eines Nichtjuden sei zur Nutznießung erlaubt. Ferner sollte er eigentlich lehren, es sei sogar während der Zeit zur Nutznießung erlaubt, da er aber von dem eines Jisraéliten von der Zeit nachher lehrt, so lehrt er auch von dem eines Nichtjuden von der Zeit nachher.", "Raba erwiderte: Tatsächlich die des R. Šimo͑n, denn nach R. Šimo͑n ist dies150Daß es nach dem Pesaḥfeste zur Nutznießung verboten ist; nach der Tora ist es erlaubt.nur eine Maßregelung, weil man das Verbot ‘nicht zu sehen und nicht zu finden’ übertreten hat. –", "Erklärlich ist es nach Raba, daß er lehrt, das eines Jisraéliten sei verboten: weil es heißt: [nicht zu] sehen sein, nach R. Aḥa b.Ja͑qob aber sollte er doch lehren: weil es heißt: kein Gesäuertes darf gegessen werden!? –", "Du glaubst wohl, daß sich dies auf den Schlußsatz bezieht, dies bezieht sich auf den Anfangssatz, und er meint es wie folgt: Gesäuertes eines Nichtjuden ist nach dem Pesaḥfeste zur Nutznießung erlaubt, denn es heißt: darf hei dir nicht zu sehen sein, deines darfst du nicht sehen, wohl aber darfst du sehen, was einem Fremden oder Gott gehört, und das Essen des Sauerteigs ist vom Sehen des Sauerteigs zu folgern.", "Sie vertreten hierbei ihre Ansichten, denn es wurde gelehrt: Wegen des Sauerteigs eines Nichtjuden, worüber das Pesaḥfest dahingegangen ist, [erhält man] nach R. Jehuda, wie Raba sagt, Geißelhiebe, und wie R. Aḥa b. Já͑qob sagt, keine Geißelhiebe.", "Raba sagt, man erhalte Geißelhiebe, da nach ihm R. Jehuda das Essen des Sauerteigs nicht vom Sehen des Sauerteigs folgert; R. Aḥa b.Ja͑qob sagt, man erhalte keine Geißelhiebe, da er nach ihm das Essen des Sauerteigs vom Sehen des Sauerteigs folgert.", "R. Aḥa b. Já͑qob ist aber davon zurückgetreten, denn es wird gelehrt: Wer Gesäuertes von Heiligengut am Feste ißt, hat eine Veruntreuung151Obgleich es zur Nutznießung verboten ist, so hat es dennoch einen Geldwert.begangen; manche sagen, er habe keine Veruntreuung begangen. –", "Wer sind die manchen? R. Joḥanan erwiderte: Dies ist R. Neḥunja b. Haqana, denn es wird gelehrt: R. Neḥunjab.Haqana vergleicht den Versöhnungstag mit dem Šabbath hinsichtlich der Ersatzleistung:", "wie man durch [die Entweihung des] Šabbaths das Leben verwirkt hat und von der Ersatzleistung frei152Bei einer ein zweifaches Verbrechen od. Vergehen bildenden Tat wird nur das schwerere bestraft. Wer eine absichtliche Šabbathentweihung in Idealkonkurrenz mit Sachbeschädigung begeht, ist sogar von der rein zivilrechtlichen Ersatzleistung befreit, da er wegen der ersteren mit dem Tode bestraft wird.ist, ebenso hat man durch [die Entweihung des] Versöhnungstages sein Leben verwirkt und ist von der Ersatzleistung frei.", "R. Joseph sagte: Sie streiten, ob man Heiligengut auslösen dürfe, um es Hunden zu fressen zu geben;", "derjenige, welcher sagt, er habe eine Veruntreuung begangen, ist der Ansicht, man dürfe Heiligengut auslösen, um es Hunden zu fressen zu geben, und derjenige, welcher sagt, er habe keine Veruntreuung begangen, ist der Ansicht, man dürfe es dazu nicht auslösen.", "R. Aḥa b. Raba lehrte die Erklärung" ], [ "R. Josephs folgenderweise : Alle stimmen überein, man dürfe Heiligengut nicht auslösen, um es Hunden zu fressen zu geben, hier aber streiten sie darüber, ob das, was Geld vertritt153Cf. supra Fol. 5b, Anm. 85., dem Gelde gleiche;", "derjenige, welcher sagt, er habe eine Veruntreuung begangen, ist der Ansicht, was Geld vertritt, gleiche dem Gelde, und derjenige, welcher sagt, er habe keine Veruntreuung begangen, ist der Ansicht, was Geld vertritt, gleiche nicht dem Gelde.", "R. Aḥa b.Ja͑qob sagte: Alle stimmen überein, was Geld vertritt, gleiche dem Gelde, hier aber führen sie denselben Streit wie R. Jehuda154Ob. Fol. 28a. und R. Šimo͑n; derjenige, welcher sagt, er habe keine Veruntreuung begangen, ist der Ansicht R. Jehudas, und derjenige, welcher sagt, er habe eine Veruntreung155Da es nach dem Pesaḥfeste zur Nutznießung erlaubt ist.begangen, ist der Ansicht R. Šimo͑ns.", "R. Aḥa b.Ja͑qob sagte ja aber, R. Jehuda folgere das Essen des Sauerteigs vom Sehen des Sauerteigs156Demnach sollte Gesäuertes von Heiligengut am Pesaḥfeste erlaubt sein u. dabei das Gesetz von der Veruntreuung Geltung haben.!? Vielmehr ist R. Aḥa b.Ja͑qob davon abgekommen.", "R. Aši erklärte: Alle stimmen überein, man dürfe es dazu nicht auslösen, ferner auch, daß das, was Geld vertritt, nicht dem Gelde gleiche, und sie führen vielmehr denselben Streit wie R. Jose der Galiläer154Ob. Fol. 28a.und die Rabbanan; derjenige, welcher sagt, er habe eine Veruntreuung begangen, ist der Ansicht R. Joses157Daß es sogar am Pesaḥfeste zur Nutznießung erlaubt ist., und derjenige, welcher sagt, er habe keine Veruntreuung begangen, ist der Ansicht der Rabbanan.", "Rabh sagte: Das Gesäuerte ist158Wenn es erlaubten Speisen beigemischt wird.während der Zeit159Am Pesaḥfeste.sowohl mit derselben Art als auch mit einer anderen Art verboten; außer der Zeit ist es mit derselben Art verboten, mit einer anderen Art erlaubt. –", "Um welchen Fall handelt es sich: wollte man sagen, wenn es einen Geschmack überträgt, wieso ist es demnach außer der Zeit mit einer anderen Art erlaubt, es überträgt ja einen Geschmack!? –", "Vielmehr, dies gilt von einem Minimum; das Gesäuerte ist während der Zeit sowohl mit derselben Art als auch mit einer anderen Art verboten, indem Rabh hierbei seine Ansicht vertritt, denn Rabh und Šemuél sagen beide, daß alle in der Tora verbotenen Dinge mit derselben Art es bei einem Minimum sind, und mit einer anderen Art, wenn sie einen Geschmack übertragen.", "Rabh berücksichtigt beim Gesäuerten während der Zeit bei einer anderen Art dieselbe160Es ist auch mit einer anderen Art verboten, weil man es auch bei derselben Art verwenden könnte.Art, und außer der Zeit ist es mit derselben Art verboten, nach R. Jehuda161Nach RJ. ist Gesäuertes von vor dem Pesaḥfeste auch nachher nach der Tora verboten, nach RŠ. erlaubt..", "Mit einer anderen Art ist es erlaubt, denn soweit gehen wir nicht, auch außer der Zeit bei einer anderen Art dieselbe Art zu berücksichtigen.", "Šemuél sagte: Das Gesäuerte ist während der Zeit mit derselben Art verboten, mit einer anderen Art erlaubt; außer der Zeit ist es sowohl mit derselben Art als auch mit einer an deren Art erlaubt. Während der Zeit ist das Gesäuerte mit derselben Art verboten, indem Šemuél hierbei seine Ansicht vertritt, denn Rabh und Šemuél sagen beide, daß alle in der Tora verbotenen Dinge mit derselben Art bei einem Minimum verboten sind, und mit einer anderen Art, wenn sie einen Geschmack übertragen.", "Er berücksichtigt nicht bei einer anderen Art dieselbe Art. Außer der Zeit ist es sowohl mit derselben Art als auch mit einer anderen Art erlaubt, nach R. Šimo͑n161Nach RJ. ist Gesäuertes von vor dem Pesaḥfeste auch nachher nach der Tora verboten, nach RŠ. erlaubt..", "R. Joḥanan sagte: Das Gesäuerte ist während der Zeit, wenn es einen Geschmack überträgt, sowohl mit derselben Art als auch mit einer anderen Art verboten ; außer der Zeit ist es sowohl mit derselben Art als auch mit einer anderen Art erlaubt.", "Während der Zeit ist das Gesäuerte, wenn es einen Geschmack überträgt, sowohl mit derselben Art als auch mit einer anderen verboten, indem R. Joḥanan hierbei seine Ansicht vertritt, denn R. Joḥanan und Reš Laqiš sagen beide, daß alle in der Tora verbotenen Dinge sowohl mit derselben Art als auch mit einer anderen Art nur dann verboten sind, wenn sie einen Geschmack übertragen. Außer der Zeit ist es sowohl mit derselben Art als auch mit einer anderen Art erlaubt, nach R. Šimo͑n161Nach RJ. ist Gesäuertes von vor dem Pesaḥfeste auch nachher nach der Tora verboten, nach RŠ. erlaubt.." ], [ "Raba sagte: Die Halakha ist, das Gesäuerte ist während der Zeit auch bei einem Minimum sowohl mit derselben Art als auch mit einer anderen Art verboten, nach Rabh; außer der Zeit ist es sowohl mit derselben Art als auch mit einer anderen Art erlaubt, nach R. Šimo͑n. –", "Kann Raba dies denn gesagt haben, Raba sagte ja, R. Šimo͑n habe hierbei eine Maßregelung162Daß es nämlich auch nachher verboten ist.angeordnet, weil man das Verbot ‘nicht zu sehen und nicht zu finden’ übertreten hat!? –", "Dies nur separiert, nicht aber anderem beigemischt. Raba vertritt hierbei seine Ansicht, denn Raba sagte: Als wir bei R. Naḥman weilten, sprach er, nachdem die sieben Tage des Pesaḥfestes vorüber waren, zu uns: Geht und kaufet Gesäuertes der Kriegsleute163Das am P. von Nichtjuden gebackene Brot ist also nachher erlaubt, weil bei diesen die Maßregelung fortfällt..", "Rabh sagte: [Gebrauchte] Töpfe164Die Gesäuertes eingesogen haben.müssen [vor dem] Pesaḥfeste zerschlagen werden.–Weshalb denn, man kann sie ja aufheben und nach dem Pesaḥfeste für andere Arten verwenden!? – Mit Rücksicht darauf, man könnte sie für dieselbe Art verwenden,", "Šemuél sagte: man zerschlage sie nicht, vielmehr hebe man sie auf und verwende sie nachher sowohl für dieselbe Art als auch für eine andere Art.", "Šemuél vertritt hierbei seine Ansicht, denn Šemuél sagte zu den Topfhändlern: Verkaufet eure Töpfe preiswert; sonst trage ich euch nach R. Šimo͑n165Daß die Töpfe von vor dem Pesaḥfeste nachher verwandt werden dürfen.vor. –", "Dies sollte er doch ohnehin tun, da Šemuél der Ansicht R. Šimo͑ns ist!? – Es war in der Ortschaft Rabhs.", "Einst wurde ein Ofen mit Fett ausgeschmiert, und Raba b. Ahilaj verbot das [darin gebackene] Brot für immer, selbst mit Salz zu essen, weil man es mit Quarkbrei166Wo doch das Brot Fett aufgesogen hat, das mit Milchspeisen nicht gegessen werden darf.essen könnte.", "Man wandte ein: Man darf keinen Teig mit Milch kneten; hat man ihn geknetet, so ist das ganze Brot verboten, wegen der Veranlassung167Man könnte es vergessentlich mit Fleisch essen.zu einer Übertretung." ], [ "Ebenso darf man den Ofen nicht mit Schwanzfett schmieren; hat man ihn geschmiert, so ist das ganze Brot verboten, bis man den Ofen [abermals] geheizt hat. Wenn man aber den Ofen geheizt hat, ist es erlaubt!? Dies ist eine Widerlegung des Raba b. Ahilaj. Eine Widerlegung.", "Rabina sprach zu R. Aši: Wieso lehrte nun Rabh, wo Raba b. Ahilaj widerlegt wurde, daß [gebrauchte] Töpfe [vor dem] Pesaḥfeste zu zerschlagen seien!? Dieser erwiderte: Da handelt es sich um einen Metallofen, während er von tönernen Töpfen spricht.", "Wenn du willst, sage ich: Beides gilt von tönernen, nur wird der eine von innen168Die Backöfen wurden innen geheizt u. die Brotfladen an die Wand geklebt.und der andere von außen erhitzt. Wolltest du einwenden, man sollte auch [den Topf] von innen erhitzen, – man würde ihn schonen wollen, weil er platzen könnte.", "Daher ist es bei einem Kochherd, da er von außen erhitzt wird, verboten. Füllt man ihn mit Kohlen, so ist es recht169Er ist, auch wenn man ihn mit Fett eingeschmiert hat, zur Benutzung erlaubt..", "Rabina fragte R. Aši: Wie verfahre man am Pesaḥfeste mit den Messern!? Dieser erwiderte: Für mich werden solche neu gefertigt. Jener sprach: Der Meister kann sich dies leisten, wie mache es aber derjenige, der dies nicht kann? Dieser erwiderte: Ich meine: wie neu; die Griffe werden mit Lehm bestrichen und die Eisenteile im Feuer gebrannt, sodann die Griffe mit kochendem Wasser abgescheuert. Die Halakha ist, beide Teile werden mit kochendem Wasser aus dem ersten Gefäße170Direkt vorn Feuer, nicht umgegossen.abgescheuert.", "R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sagte: Der Holzquirl ist mit kochendem Wasser aus dem ersten Gefäße abzuscheuern. Er ist nämlich der Ansicht, wie er [die Speisen] einzieht, stoße er sie aus.", "Man fragte Amemar: Darf man glasierte Gefäße am Pesaḥfeste benutzen? Von grünen171Od. gelben; das Textwort bedeutet beides.ist dies nicht fraglich, solche sind entschieden172Diese Glasur war wahrscheinl. poröser. verboten, fraglich ist es nur von schwärzen und weißen. Ferner ist es auch nicht fraglich, wenn sie ritzig sind, solche sind entschieden verboten, fraglich ist es nur, wenn sie glatt sind.", "Dieser erwiderte: Ich merkte, daß sie ausschwitzten, demnach ziehen sie auch ein, somit sind sie verboten; die Tora hat auch bekundet, daß das Tongefäß niemals das Aufgesogene verliere173Cf. Lev. Kap. 15; unreine Gefäße aus Metall od. Holz können gereinigt werden, nicht aber solche aus Ton.. –", "Womit ist es hierbei anders, als beim Libationsweine174Wein, der als Gußopfer für den Götzendienst verwendet od. bestimmt worden ist; zur Verschärfung gilt als solcher jeder Wein, den ein Nichtjude in einem offenen, dh. nicht richtig versiegelten Gefäße berührt hat., hinsichtlich dessen Meremar vortrug, glasierte Gefäße, ob schwarze, weiße oder grüne, seien erlaubt175Wenn solcher Wein in diesen war.!? Wolltest du erwidern, Libationswein sei nur rabbanitisch [verboten], Gesäuertes aber nach der Tora, so haben ja die Rabbanan ihre Verordnungen denen der Tora gleichgestellt!? Dieser erwiderte: Jene werden für Heißes, diese dagegen für Kaltes verwendet.", "Raba b. Abba sagte im Namen des R. Ḥija b.Aši im Namen Šemuéls: Gefäße, die für Gesäuertes kalt verwendet worden sind, dürfen für Ungesäuertes verwendet werden, nur nicht der Behälter für Sauerteig, weil dessen Säure sehr intensiv ist. R. Aši sagte: Der Behälter für Sauerbrei gleicht dem Behälter für Sauerteig, weil dessen Säure intensiv ist.", "Raba sagte: Die Mulden von Maḥoza gleichen, da man in diesen Sauerteig knetet und liegen läßt, den Behältern für Sauerteig, deren Säure intensiv ist. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, daß diese, da sie breit sind und die Luft auf sie einwirkt, [die Säure] nicht einziehen, so lehrt er uns.", "WENN EIN NIGHTJUDE EINEM JISRAÉLITEN AUF SEIN GESÄUERTES [GELD] GEBORGT HAT, SO IST ES NACH DEM PESAḤFESTE ZUR NUTZNIESSUNG ERLAUBT, WENN ABER EIN JISRAÉLIT EINEM NICHTJUDEN AUF GESÄUERTES [GELD] GEBORGT HAT, SO IST ES NACH DEM PESAḤFESTE ZUR NUTZNIESSUNG VERBOTEN.", "GEMARA. WENN EIN NICHTJUDE &C. GEBORGT. Es wurde gelehrt: Der Gläubig er kann, wie Abajje sagt, rückwirkend, und wie Raba sagt, vom [Zahlungstermine] ab einfordern176Die verpfändete od. verhypothezierte Sache, falls die Schuld am Termine nicht bezahlt wird.. – Wenn der Schuldner inzwischen [die Sache] dem Heiligtum geweiht oder verkauft hat, stimmen alle überein, daß der Gläubiger sie abnehmen177Vom Käufer ohne Entschädigung, während er dem Heiligtum eine Kleinigkeit, eine nominelle Auslösung, zu zahlen hat.," ], [ "beziehungsweise auslösen177Vom Käufer ohne Entschädigung, während er dem Heiligtum eine Kleinigkeit, eine nominelle Auslösung, zu zahlen hat. könne, denn wir haben gelernt, [der Gläubiger] füge noch einen Denar hinzu und löse die Güter178Falls sie weniger wert sind, als die Schuld beträgt.aus, sie streiten nur über den Fall, wenn der Gläubiger sie verkauft öder dem Heiligtum geweiht hat.", "Abajje sagt, er könne sie rückwirkend einfordern: wenn nämlich der Zahlungstermin heranreicht und jener nicht zahlt, so befand sie sich, wie sich nun herausstellt, rückwirkend schon vorher in seinem Besitze, somit ist die Weihung oder der Verkauf gültig. Raba sagt, er könne sie erst vom [Zahlungstermine] ab einfordern, denn da [der Schuldner], wenn er Geld hätte, ihn mit Geld abfinden könnte, so erwirbt dieser sie erst jetzt. –", "Kann Raba dies denn gesagt haben, Rami b.Ḥama sagte ja, daß, wenn Reúben ein Feld an Šimo͑n mit Haftung179Ihm zu ersetzen, wenn ein Gläubiger es abnimmt.verkauft und ihm [den Kaufpreis] als Darlehen überlassen hat, und nachdem Reúben gestorben ist, der Gläubiger Reubens es Šimo͑n abgenommen, Šimo͑n aber diesen mit Geld abgefunden hat,", "das Recht erheische, daß die Söhne Reúbens zu Šimo͑n sagen können, ihr Vater habe ihnen bei ihm bewegliche Sachen180Den in ein Darlehen umgewandelten Kaufpreis. hinterlassen, und bewegliche Sachen der Waisen dem Gläubiger nicht haftbar181Šimo͑n ist also verpflichtet, seine Schuld an die Erben Reúbens zu zahlen, diese brauchen ihm jedoch das von ihrem Vater mit Haftung verkaufte, nun abgenommene Feld nicht zu ersetzen, da er ihnen keine Immobilien hinterlassen hat.seien.", "Hierzu sagte Raba: Wenn Šimo͑n aber schlau ist, so lasse er sie182Für das gekaufte Feld.Grundbesitz einfordern, sodann nehme er es ihnen183Wenn er an die Erben seine Schuld (cf. Anm. 181) nicht zahlt, so nehmen ihm diese exekutiv das in Rede stehende Feld ab, u. da diese nunmehr Immobilien besitzen, so sind sie für die Haftung ihres Vaters haftbar.ab. R. Naḥman sagte nämlich: Wenn Waisen für die Schuld ihres Vaters Grundbesitz einfordern, so kann der Gläubiger es ihnen abnehmen.", "Allerdings kann [Šimo͑n es ihnen abnehmen, wenn du sagst, der Gläubiger könne sie176Die verpfändete od. verhypothezierte Sache, falls die Schuld am Termine nicht bezahlt wird. rückwirkend einfordern, denn es ist ebenso, als hätten sie es bei Lebzeiten ihres Vaters eingefordert, wieso aber kann er es ihnen abnehmen, wenn du sagst, [der Gläubiger] könne sie erst vom Zahlungstermine ab einfordern, dies ist ja ebenso, als hätten die Waisen Güter gekauft, und sind denn, wenn die Waisen Güter gekauft haben, diese dem Gläubiger haftbar!? –", "Da ist es anders, denn er kann zu ihnen sagen: wie ich euch haftbar bin, ebenso bin ich dem Gläubiger eueres Vaters184Das ist er selber.haftbar. Dies nach R. Nathan, denn es wird gelehrt: R. Nathan sagte: Woher, daß, wenn jemand von seinem Nächsten und der Nächste von einem anderen eine Mine zu erhalten hat, man sie diesem abnehme und jenem gebe? Es heißt:185Num. 5,7.er gebe es dem, dem die Schuld zukommt. –", "Wir haben gelernt: Wenn ein Nichtjude einem Jisraéliten auf sein Gesäuertes [Geld] geborgt hat, so ist es nach dem Pesaḥfeste zur Nutznießung erlaubt. Erklärlich ist es, daß es zur Nutznießung erlaubt ist,", "wenn du sagst, er könne [die Sache] rückwirkend einfordern, wieso aber ist es, wenn du sagst, er könne sie erst vom [Zahlungstermine] ab einfordern, zur Nutznießung erlaubt, es war ja im Besitze des Jisraéliten!? – Hier handelt es sich um den Fall, wenn er es bei ihm186Im Hause des Nichtjuden; das Pfand gehört dem Gläubiger.verpfändet hat.", "Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaím streiten: Wenn ein Jisraélit einem Nichtjuden auf sein Gesäuertes [Geld] geborgt hat, so übertritt er nach dem Pesaḥfeste187Wenn er davon nutznießt.nicht das Verbot; im Namen R. Meírs sagten sie, er übertrete wohl das Verbot. Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, er könne [die Sache] rückwirkend einfordern, und einer ist der Ansicht, er könne sie erst vom [Zahlungstermine] ab einfordern. –", "Wie ist nach deiner Auffassung der Schlußsatz zu erklären: Wenn aber ein Nichtjude einem Jisraéliten auf sein Gesäuertes [Geld] geborgt hat, so Übertritt er nach dem Pesaḥfeste nach aller Ansicht das Verbot. Es sollte ja entgegengesetzt sein: nach demjenigen, nach dem er [im ersten Falle] das Verbot nicht übertritt, sollte er es in diesem Falle übertreten, und nach demjenigen, nach dem er [im ersten Falle] das Verbot übertritt, sollte er es in diesem Falle nicht übertreten!?" ], [ "Vielmehr, hier handelt es sich um den Fall, wenn er es bei ihm verpfändet hat, und sie streiten über eine Lehre R. Jiçḥaqs, denn R. Jiçḥaq sagte: Woher, daß der Gläubiger das Pfand erwirbt? Es heißt:188Dt. 24,13.dir wird es als Rechtschaffenheit angerechnet werden; welche Rechtschaffenheit wäre dies, wenn er das Pfand nicht erwerben würde!? Hieraus, daß der Gläubiger das Pfand erwirbt.", "Der erste Tanna ist der Ansicht, nur ein Jisraélit von einem Jisraéliten, denn hierbei lese man: dir wird es als Rechtschaffenheit angerechnet werden, ein Jisraélit von einem Nichtjuden aber erwirbt [das Pfand] nicht,", "und R. Meír ist der Ansicht, dies sei sogar [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn ein Jisraélit von einem Jisraéliten es erwirbt, um wieviel mehr ein Jisraélit von einem Nichtjuden. «Wenn aber ein Nichtjude einem Jisraéliten auf sein Gesäuertes [Geld] geborgt hat, so übertritt er nach dem Pesaḥfeste nach aller Ansicht das Verbot.» In diesem Falle, wenn ein Nichtjude von einem Jisraéliten, erwirbt er [das Pfand] entschieden nicht.", "Wir haben gelernt: Wenn ein Nichtjude einem Jisraéliten auf sein Gesäuertes [Geld] geborgt hat, so ist es nach dem Pesaḥfeste zur Nutznießung erlaubt. Zugegeben, daß er es bei ihm verpfändet hat, du sagst ja aber, ein Nichtjude erwerbe nicht [das Pfand] eines Jisraéliten!? – Das ist kein Einwand; eines gilt von dem Falle, wenn er zu ihm gesagt hat: von jetzt189Soll das Pfand in seinen Besitz übergehen, falls er die Schuld am Zahlungstermine nicht bezahlt.ab, und eines gilt von dem Falle, wenn er zu ihm nicht gesagt hat: von jetzt ab. –", "Woher entnimmst du, daß zu unterscheiden sei zwischen [dem Falle], wenn er ‘von jetzt ab’ gesagt hat, und [dem Falle], wenn er nicht ‘von jetzt ab’ gesagt hat? – Es wird gelehrt: Wenn ein Nichtjude Backofen-Brote190Großbrote aus einem großen Backofen; die gewöhnlichen kleinen Fladenbrote werden an die Wand eines kleinen topfartigen Ofens geklebt. bei einem Jisraéliten verpfändet hat, so übertritt dieser das Verbot nicht; sagte er aber zu ihm, es bleibe191Falls es nicht eingelöst wird.dein, so übertritt er es wohl. Wodurch unterscheidet sich nun der Anfangssatz vom Schlußsätze? Wahrscheinlieh ist hieraus zu entnehmen, daß zu unterscheiden sei zwischen [dem Falle], wenn er zu ihm ‘von jetzt ab’ gesagt hat, und [dem Falle], wenn er zu ihm nicht ‘von jetzt ab’ gesagt hat. Schließe hieraus.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn der Laden einem Jisraéliten und die [Speise-]Waren einem Jisraéliten gehören und nichtjüdische Arbeiter da ein- und [aus]gehen, so ist das Gesäuerte, das da nach dem Pesaḥfeste gefunden wird, zur Nutznießung verboten, und selbstverständlich zum Essen; wenn der Laden einem Nichtjuden und die Waren einem Nichtjuden gehören und jisraélitische Arbeiter da ein- und [aus]gehen, so ist das Gesäuerte, das da nach dem Pesaḥfeste gefunden wird, zum Essen erlaubt, und selbstverständlich zur Nutznießung.", "WENN AUF GESÄUERTES EIN TRÜMMERHAUFE GEFALLEN IST, SO IST ES WIE FORTGESCHAFFT; R. ŠIMO͑N B.GAMLIÉL SAGT: WENN EIN HUND ES NICHT AUFSPÜREN KANN.", "GEMARA. R. Ḥisda sagte: Man muß es aber auch im Herzen aufgeben. Es wird gelehrt: Wie [tief], daß ein Hund es [nicht] aufspüren kann? Drei Handbreiten.", "R. Aḥa, Sohn des R. Joseph, sprach zu R. Aši: Šemuél sagte, für Geld gebe es eine Verwahrung192Andernfalls ist man eventuell für das Abhandenkommen haftbar.nur in der Erde; sind auch da drei Handbreiten erforderlich oder nicht? Dieser erwiderte: Hierbei, wo [das Aufspüren] durch den Geruch erfolgt, sind drei Handbreiten erforderlich, da aber, wo es nur dem Auge verborgen bleiben soll, sind keine drei [Handbreiten] erforderlich. – Wieviel? Raphram b.Papa aus Sikhra erwiderte: Eine Handbreite.", "WER AM PESAḤFESTE VERSEHENTLICH HEBE VON GESÄUERTEM GEGESSEN HAT, MUSS DEN GRUNDWERT UND DAS FÜNFTEL193Cf. Lev. 22,14.BEZAHLEN; WENN VORSÄTZLICH, SO IST ER FREI VON DER ERSATZLEISTUNG UND [DER ENTSCHÄDIGUNG] DES HOLZWERTES194Wenn es unrein war u. nur zum Brennen verwendet werden konnte..", "GEMARA. Dort haben wir gelernt: Wer versehentlich Hebe gegessen hat, muß den Grundwert und das Fünftel bezahlen; einerlei ob man sie ißt, trinkt" ], [ "oder sich damit schmiert, ob reine Hebe oder unreine, bezahle man stets das Fünftel und das Fünftel195Wenn man das Fünftel gegessen hat.des Fünftels.", "Hierzu fragten sie: Muß er den Ersatz nach dem Quantum oder nach dem Geldwerte leisten? Wenn es vorher vier Zuz wert war und nachher einen Zuz wert ist, so ist es nicht fraglich, er muß dann entschieden nach dem vorherigen Werte ersetzen, denn er ist ja nicht weniger als ein Räuber, und wir haben gelernt, Räuber ersetzen den Wert zur Zeit des Raubens;", "fraglich ist nur der Fall, wenn es vorher einen Zuz wert war und nachher vier wert ist; wie ist es nun: muß er das Quantum ersetzen, denn wir sagen: er hat ein Maß gegessen und muß ein Maß bezahlen, oder kann er den Geldwert ersetzen, denn er hat für einen Zuz gegessen und muß für einen Zuz bezahlen?", "R. Joseph erwiderte: Komm und höre: Hat jemand Dörrfeigen196Von Hebefrüchten.gegessen und mit Datteln bezahlt, so komme Segen über ihn. Einleuchtend ist es nun, daß Segen über ihn komme, wenn du sagst, er ersetze das Quantum, denn er aß ein Maß Dörrfeigen im Werte eines Zuz und bezahlt ein Maß Datteln im Werte von vier Zuz; weshalb aber komme Segen über ihn, wenn du sagst, er ersetze den Geldwert: er aß für einen Zuz und bezahlt einen Zuz!?", "Abajje erwiderte: Tatsächlich ersetze er den Geldwert, nur komme deshalb Segen über ihn, weil er Schwerverkäufliches gegessen hat und mit Leichtverkäuflichem bezahlt.–", "Wir haben gelernt: Wer am Pesaḥfeste versehentlich Hebe von Gesäuertem gegessen hat, muß den Grundwert und das Fünftel bezahlen. Einleuchtend ist dies nun, wenn du sagst, er müsse das Quantum ersetzen, aber hat denn, wenn du sagst, er müsse den Geldwert ersetzen, Gesäuertes am Pesaḥfeste einen Geldwert!? – Freilich, dies nach R. Jose dem Galiläer, welcher sagt, Gesäuertes am Pesaḥfeste sei zur Nutznießung erlaubt. –", "Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären : wenn vorsätzlich, so ist er frei von der Ersatzleistung und von [der Entschädigung] des Holzwertes. Wieso ist er nach R. Jose dem Galiläer frei von der Ersatzleistung und von [der Entschädigung] des Holzwertes!? –", "Er ist der Ansicht des R. Neḥunja b.Haqana, denn es wird gelehrt: R. Neḥunja b.Haqana vergleicht den Versöhnungstag mit dem Šabbath197Weil er wegen des Essens von Gesäuertem einer strengeren Strafe verfällt; cf. supra Fol. 20a, Anm. 152.hinsichtlich der Ersatzleistung &c.", "[Hierüber streiten] Tannaím: Wer am Pesaḥfeste Hebe von Gesäuertem gegessen hat, ist frei von der Ersatzleistung und von [der Entschädigung] des Holzwertes – so R. A͑qiba. R. Joḥananb.Nuri verpflichtet dazu. R. A͑qiba sprach zu R. Joḥanan b.Nuri. Welchen Nutzen hätte er198Der Eigentümer der Hebe, der es nicht genießen darf. davon!? R. Joḥanan b.Nuri entgegnete R. A͑qiba: Welchen Nutzen hat er denn von unreiner Hebe an den übrigen Tagen des Jahres, für die [der Essende] ebenfalls bezahlen muß!?", "Dieser erwiderte: Nein, wenn du dies von unreiner Hebe während der übrigen Tage des Jahres sagst, die, wenn sie auch nicht zum Essen erlaubt ist, immerhin zum Heizen erlaubt ist, willst du dies auch von dieser sagen, die weder zum Essen noch zum Heizen erlaubt ist!? Dies ist ebenso, als wenn Hebe von Maulbeeren und Weintrauben unrein geworden ist, die weder zum Essen noch zum Heizen erlaubt199Ob. Fol. 20b; diese braucht man nach RA͑. nicht zu ersetzen.ist.", "Dies gilt nur von dem Falle, wenn die Hebe nach dem Absondern Gesäuertes geworden ist, wenn man aber die Hebe von Gesäuertem abgesondert hat, stimmen alle überein, daß sie nicht heilig sei.", "Ein Anderes lehrt:200Lev. 22,14.Und gebe es dem Priester samt dem Geheiligten; was als Geheiligtes geeignet ist, ausgenommen derjenige, der Hebe von Gesäuertem am Pesaḥfeste gegessen hat, derentwegen man von der Ersatzleistung und von [der Entschädigung] des Holzwertes frei ist – so R. Elie͑zerb. Ja͑qob. R. Elea͑zar Ḥisma verpflichtet dazu. R. Elie͑zer b. Ja͑qob sprach zu R. Elea͑zar Ḥisma: Welchen Nutzen hätte er198Der Eigentümer der Hebe, der es nicht genießen darf. davon!? R. Elea͑zar Ḥisma entgegnete R. Elie͑zerb. Ja͑qob: Welchen Nutzen hat er denn von unreiner Hebe an den übrigen Tagen des Jahres, für die [der Essende] ebenfalls bezahlen muß!?", "Dieser erwiderte: Nein, wenn du dies von unreiner Hebe während der übrigen Tage des Jahres sagst, die, wenn sie auch nicht zum Essen erlaubt ist, immerhin zum Heizen erlaubt ist, willst du dies auch von dieser sagen, die weder zum Essen noch zum Heizen erlaubt ist!? Jener entgegnete: Auch diese ist zum Heizen erlaubt; wenn der Priester wollte, könnte er sie seinem Hunde geben oder zur Feuerung unter seinem Speisetopfe verwenden." ], [ "Abajje sagte: R. Elie͑zerb. Ja͑qob, R. A͑qiba und R. Joḥanan b.Nuri sind sämtlich der Ansicht, das Gesäuerte am Pesaḥfeste sei zur Nutznießung verboten, nur besteht ihr Streit in folgendem: R. A͑qiba ist der Ansicht, er ersetze den Geldwert, und R. Joḥanan b.Nuri ist der Ansicht, er ersetze das Quantum. –", "Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, auch R. Jolianan b.Nuri sei der Ansicht R. A͑qibas, daß nämlich der Geldwert zu ersetzen sei, nur verpflichte er deshalb [zur Ersatzleistung], weil er der Ansicht R. Jose des Galiläers ist, daß Gesäuertes am Pesaḥfeste zur Nutznießung erlaubt sei, so lehrt er uns. –", "Vielleicht ist dem auch so!? – Demnach sollte ja R. Joḥananb.Nuri dem R. A͑qiba ebenso entgegnet haben, wie R. Elea͑zar Ḥisma dem R. Elie͑zer b.Ja͑qob201Das Gesäuerte sei am Pesaḥfeste zum Heizen od. für Hunde verwendbar..", "Die Rabbanan lehrten: Wer Hebe in Olivengröße gegessen hat, bezahle den Grundwert und das Fünftel; Abba Šaúl sagt, nur wenn der Wert eine Peruṭa beträgt. – Was ist der Grund der ersten Tanna? – Die Schrift sagt : 200Lev. 22,14.wenn jemand versehentlich Geheiligtes ißt, und Essen heißt es nur bei Olivengröße. –", "Was ist der Grund Abba Šaúls? – Die Schrift sagt :200Lev. 22,14.er gebe, und eine Gabe heißt es nur dann, wenn es den Wert einer Peruṭa hat. – Und jener, es heißt ja ißt!? – Dies schließt die Beschädigung202In einem solchen Falle ist nur die Entschädigung u. nicht das Fünftel zu bezahlen.aus. –", "Und der erste Tanna, es heißt ja gebe!? Dies deutet darauf, daß dies nur von dem gilt, was als Geheiligtes geeignet ist, ausgenommen derjenige, der Hebe von Gesäuertem am Pesaḥfeste gegessen hat.", "Die Rabbanan lehrten: Wer weniger als ein olivengroßes Quantum Hebe gegessen hat, bezahle den Grundwert und nicht das Fünftel. – In welchem Falle: beträgt der Wert keine Peruṭa, so sollte er ja auch den Grundwert nicht bezahlen, und beträgt er eine Peruṭa, so sollte er auch das Fünftel bezahlen!? – Tatsächlich, wenn der Wert eine Peruṭa beträgt, dennoch bezahle er, da das Quantum keine Olivengröße hat, nur den Grundwert und nicht das Fünftel.", "Die Jünger sprachen zu R. Papa: Dies nicht nach Abba Šaúl, denn Abba Šaúl sagt ja, nur wenn der Wert eine Peruṭa beträgt, auch wenn das Quantum keine Olivengröße hat. R. Papa erwiderte ihnen: Man kann auch sagen, nach Abba Šaúl, denn nach Abba Šaúl ist beides erforderlich. –", "Ist denn nach Abba Šaúl beides erforderlich, es wird ja gelehrt: Abba Šaúl sagte: Hat es den Wert einer Peruṭa, so ist man zur Ersatzleistung verpflichtet, hat es nicht den Wert einer Peruṭa, so ist man zur Ersatzleistung nicht verpflichtet. Jene entgegneten ihm: nur von der Veruntreuung sagten sie, [auch] im Werte einer Peruṭa, bei der Hebe aber ist man nur dann [zur Ersatzleistung] verpflichtet, wenn das Quantum Olivengröße hat. Wenn dem nun so wäre, so müßte es ja heißen: sobald nur das Quantum Olivengröße hat!? Dies ist eine Widerlegung.", "Und auch R. Papa selbst ist davon abgekommen, denn es wird gelehrt :203Lev. 5,15.Und versehentlich fehlt, ausgenommen vorsätzlich. Dies ist auch aus einem Schlüsse zu folgern: wenn man wegen anderer Verbote, derentwegen man sich der Ausrottung schuldig macht, bei Vorsatz frei204Von der Darbringung eines Opfers.ist, um wieviel mehr ist man davon wegen der Veruntreuung, die nicht mit der Ausrottung bedroht ist, bei Vorsatz frei. –", "Nein, wenn du dies von anderen Verboten sagst, derentwegen man sich nicht der Todesstrafe schuldig macht, willst du dies auch von der Veruntreuung sagen, derentwegen man sich der Todesstrafe schuldig macht!? Daher heißt es: versehentlich, ausgenommen vorsätzlich.", "Hierzu sagte R. Naḥman b. Jiçḥaq zu R. Ḥija b. Abin: Diesem Autor ist zuerst die Ausrottung, dann aber die Todesstrafe strenger!?", "Dieser erwiderte: Er meint es wie folgt: nein, wenn du dies von anderen Verboten sagst, derentwegen man bei einem Quantum weniger als einer Olive sich der Todesstrafe nicht schuldig macht, willst du dies auch von der Veruntreuung sagen, derentwegen man sich bei einem Quantum weniger als einer Olive der Todesstrafe schuldig macht!? Hierauf sprach jener: Mögest du Befriedigung finden, wie du mir Befriedigung verschafft hast. Da erwiderte dieser: Wieso Befriedigung, Rabba und R. Šešeth trieben da ja eine Keule hinein: derjenige, welcher sagt," ], [ "die vorsätzliche Veruntreuung sei mit der Todesstrafe belegt, ist ja Rabbi, denn es wird gelehrt, die vorsätzliche Veruntreuung sei, wie Rabbi sagt, mit der Todesstrafe, und wie die Weisen sagen, mit einer Verwarnung belegt,", "und der Grund Rabbis ist, wie R. Abahu erklärte, weil er es durch [das Wort] Sünde folgert, das auch bei der Hebe gebraucht205Cf. Lev. 5,15 u. ib. 22,9.wird, wie die Hebe mit der Todesstrafe belegt ist, ebenso die Veruntreuung mit der Todesstrafe,", "und hieraus: wie die Hebe bei Olivengröße, ebenso die Veruntreuung bei Olivengröße!?", "Dagegen wandte R. Papa ein: Woher, daß Rabbi der Ansicht der Rabbanan ist, vielleicht ist er der Ansicht Abba Šaúls, welcher sagt, wenn der Wert eine Peruta beträgt, auch wenn das Quantum Olivengröße nicht hat!?", "R. Papa sagte ja aber, nach Abba Šaúl sei beides erforderlich, – hieraus ist also zu entnehmen, daß er davon abgekommen ist.", "Mar, Sohn des Rabana, erklärte: Er meint es wie folgt: wenn du dies von anderen Verboten sagst, bei denen die Absichtslosigkeit der Absicht nicht gleichgestellt worden ist, wenn man nämlich206Am Šabbath, an dem das Abschneiden am Boden haftender Gewächse verboten ist. in der Absicht, Gepflücktes zu schneiden, am Boden Haftendes geschnitten hat, ist man frei, willst du dies auch von der Veruntreuung sagen, die auch dann erfolgt, wenn man in der Absicht, sich mit profaner Wolle zu wärmen, sich mit Wolle von einem Brandopfer gewärmt hat!?", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erklärte: Er meint es wie folgt: nein, wenn du dies von anderen Verboten sagst, bei denen man wegen der unbeabsichtigten Tätigkeit nicht schuldig ist wie wegen der beabsichtigten, wenn man nämlich206Am Šabbath, an dem das Abschneiden am Boden haftender Gewächse verboten ist.in der Absicht, Gepflücktes aufzuheben, am Boden Haftendes geschnitten hat, ist man frei, willst du dies auch von der Veruntreuung sagen, die auch dann erfolgt, wenn man die Hand in ein Gefäß steckt, in der Absicht, eine Sache herauszunehmen, und sich die Hand mit Öl von Geheiligtem bestreicht!?", "Der Meister sagte: Dies gilt nur von dem Falle, wenn die Hebe nach dem Absondern Gesäuertes geworden ist, wenn man aber die Hebe von Gesäuertem abgesondert hat, stimmen alle überein, daß sie nicht heilig sei.", "Woher dies? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Die Schrift sagt: 207Dt. 18,4.du sollst ihm geben, nicht aber für sein Feuer208Da er es nicht essen darf..", "R. Hona, Sohn des R. Jehošuâ, wandte ein: Man darf die Hebe nicht vom Unreinen für das Reine abheben, hat man es versehentlich abgehoben, so ist die Abhebung gültig. Weshalb denn, man sollte ja sagen: nicht aber für sein Feuer!? – Das ist kein Einwand; da hatte es eine Zeit der Tauglichkeit209Die Hebe konnte auch von den reinen Früchten abgehoben werden., hierbei aber hatte es keine Zeit der Tauglichkeit. –", "Daß es keine Zeit der Tauglichkeit hatte, kann ja nur bei dem Falle Vorkommen, wenn es [am Boden] haftend Gesäuertes210Das Getreide wird erst nach der Ernte zehnt- u. hebepflichtig.geworden ist; demnach ist es heilig, wenn es nachdem Mähen Gesäuertes geworden ist!? Dieser erwiderte: Freilich ; 211Dan. 4,14.dieser Spruch beruht auf dem Beschlusse der Wachengel, und so lautet der Befehl des Heiligen. Mit mir übereinstimmend entscheidet man auch im Lehrhause.", "Als R. Hona, Sohn des R. Jehošuâ, kam," ], [ "sagte er: Die Schrift sagt :212Dt. 18,4.das Erste, das Zurückbleibende muß für den Jisraéliten erlaubt sein, ausgenommen dieses, von dem das Zurückbleibende nicht erlaubt213So besser nach mehreren Handschriften. Durch die Absonderung der Hebe wird das Übrigbleibende zum Essen erlaubt, wenn es aber Gesäuertes am Pesaḥfeste ist, so bleibt auch dieses zum Essen verboten; die Hebe nimmt daher keine Heiligkeit an.ist.", "R. Aḥa b.R. A͑vija saß vor R. Ḥisda und trug im Namen R. Joḥanans vor: Sind Trauben unrein geworden, so presse man sie in Quantitäten unter Eigröße214Sie übertragen dann nicht die Unreinheit., und der Wein ist als Gußopfer tauglich. Er ist demnach der Ansicht, die Flüssigkeit sei angesammelt215In den Schlauben, die nur als Gefäße derselben gelten, somit wird sie nicht mit diesen unrein., sodaß sie erst beim Pressen216Wenn sie sieh mit den Schlauben vermischt.unrein werden kann, und beim Pressen haben sie das Quantum nicht. –", "Demnach können sie ja auch eigroß sein, denn wir haben gelernt, daß, wenn ein Leichenunreiner [ein Quantum] Oliven oder Trauben genau im Quantum eines Eies ausdrückt, [die Flüssigkeit] rein217Sofern er die Flüssigkeit nicht berührt. Beim Ausdrücken des ersten Tropfens haben die Früchte nicht mehr das zur Übertragung der Unreinheit erforderliche Quantum eines Eies.sei!? – Da handelt es sich um den Fall, wenn es bereits geschehen ist, hier aber, von vornherein, mit Rücksicht darauf, es könnte bei einem Quantum größer als ein Ei erfolgen.", "Da sprach R. Ḥisda zu ihm: Wer wird auf dich und deinen Lehrer R. Joḥanan hören: wo sollte denn die darin enthaltene Unreinheit218Die die Flüssigkeit mit den Trauben angenommen hat.hin gekommen sein!? Er ist demnach der Ansicht, die Flüssigkeit sei aufgesogen, sodaß, sobald die Speise unrein wird, auch die Flüssigkeit unrein wird.", "Jener entgegnete: Bist du denn nicht der Ansicht, die Flüssigkeit sei angesammelt, wir haben ja gelernt, daß, wenn ein Leichenunreiner Oliven oder Trauben genau im Quantum eines Eies ausdrückt, [die Flüssigkeit] rein sei. Einleuchtend ist es, daß es rein ist, wenn du sagst, es sei angesammelt, weshalb aber ist es rein, wenn du sagst, es sei aufgesogen!? –", "Dieser erwiderte: Hier handelt es sich um Trauben, die noch nicht verunreinigungsfähig geworden waren; sie können erst beim Pressen unrein werden, und beim Pressen haben sie das Quantum nicht. Wie wäre, wenn du nicht so sagen219Daß die Flüssigkeit aufgesogen ist und mit unrein wird.wolltest, folgende Lehre zu erklären: Dies ist ebenso, als wenn Hebe von Maulbeeren, Oliven und Weintrauben unrein wird, die weder zum Essen noch zum Heizen erlaubt ist. Diese kann ja sogar zum Essen erlaubt sein, denn wenn man will, kann man sie in Quantitäten unter Eigroße pressen!?", "Raba erwiderte: Mit Rücksicht darauf, man könnte zu einem Verstoße kommen. Abajje sprach zu ihm: Berücksichtigen wir denn einen Verstoß, es wird ja gelehrt, daß man Brot und Öl von Hebe, die unrein geworden sind, zum Brennen verwenden dürfe!? Jener erwiderte: Das Brot werfe man zum Holze, und das Öl (von der Hebe) gieße man in ein schmutziges Gefäß.", "Der Text. Man darf Brot und Öl von Hebe, die unrein geworden sind, zum Brennen verwenden. Abajje im Namen Ḥizqijas und Raba im Namen des R. Jiçḥaq b.Martha im Namen R. Honas sagten: Nur Brot, Weizen aber nicht, weil man zu einem Verstoße kommen könnte. R. Joḥanan aber sagte: Auch Weizen. – Weshalb denn, es ist ja zu berücksichtigen, man könnte zu einem Verstoße kommen!? – Wie R. Aši erklärt hat," ], [ "dies gelte von gekochtem und schmutzigem, ebenso auch hierbei von gekochtem und schmutzigem. – Worauf bezieht sich die Erklärung R. Ašis? – Auf das folgende: R. Abin b. R. Aḥa erzählte im Namen R. Jiçḥaqs, daß man Wasser für Abba Šaúl, den Kneter im Hause Rabbis, mit Weizen von unreiner Hebe220Als Brennmaterial.aufzuwärmen pflegte, um Teig in Reinheit zu kneten. Wieso [durfte man es], man könnte ja zu einem Verstoße kommen!? R. Aši erwiderte: Mit gekochtem und schmutzigem.", "Abajje b.Abin und R. Ḥananja b.Abin studierten bei Rabba [den Traktat] von der Hebe, da begegnete ihnen Raba b. Mathna und fragte sie: Was habt ihr beim Meister im [Traktate von] der Hebe gelernt? Diese erwiderten ihm: Was ist dir fraglich? Jener sprach: Wir haben gelernt, daß, wenn Setzlinge von Hebe unrein geworden sind und man sie wieder gepflanzt hat, sie insofern rein seien, indem sie [anderes] nicht unrein machen, [mit Hebe] essen aber dürfe man sie nicht. Weshalb darf man sie nicht essen, wenn sie hinsichtlich der Unreinheitsübertragung rein sind!?", "Diese erwiderten ihm: Folgendes sagte Rabba: unter verboten ist zu verstehen, sie sind Gemeinen221Sie gelten noch als Hebe u. dürfen nur von Priestern gegessen werden.verboten. – Demnach lehrt er uns also, daß der Ertrag der Hebe Hebe sei, und dies haben wir ja bereits gelernt: der Ertrag der Hebe ist Hebe!?", "Wolltest du erwidern, er spreche vom Ertrage des Ertrages, und zwar lehre er uns von Saaten, die sich [in der Erde] nicht auflösen, so haben wir ja auch dies gelernt: der Ertrag des Unverzehnteten ist nur bei Dingen erlaubt, die sich [in der Erde] auflösen, bei Dingen aber, die sich [in der Erde] nicht auflösen, ist sogar der Ertrag des Ertrages (zum Essen) verboten!? Da schwiegen sie.", "Hierauf fragten sie ihn: Hast du etwas darüber gehört? Dieser erwiderte ihnen: Folgendes sagte R. Šešeth: unter verboten ist zu verstehen, sie sind Priestern verboten, weil sie durch die Abwendung der Aufmerksamkeit222Da sie unrein geworden sind, kümmerte er sich nicht mehr um sie.untauglich geworden sind. –", "Erklärlich ist dies nach demjenigen, welcher sagt, durch die Abwendung der Aufmerksamkeit erfolge eine Untauglichkeit223Selbst wenn Beweise vorhanden sind, daß die Sache nicht unrein geworden ist.der Sache, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, durch die Abwendung der Aufmerksamkeit sei Unreinheit zu befürchten224In diesem Falle wird ja die Unreinheit durch die Pflanzung aufgehoben.!?", "Es wird nämlich gelehrt: Durch die Abwendung der Aufmerksamkeit ist, wie R. Joḥanan sagt, Unreinheit zu befürchten; R. Šimo͑n b. Laqiš sagt, dadurch erfolge die Untauglichkeit der Sache.", "R. Joḥanan sagt, dadurch sei Unreinheit zu befürchten; wenn aber Elijahu kommt und ihre Reinheit bekundet, höre man auf ihn. R. Šimo͑n b. Laqiš sagt, dadurch erfolge die Untauglichkeit der Sache, und auch wenn Elijahu kommt und ihre Reinheit bekundet, höre man auf ihn nicht.", "R. Joḥanan wandte gegen R. Šimo͑n b. Laqiš ein: R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagte: Zwischen der Rampe und dem Altar an der Westseite der Rampe, befand sich ein kleiner Zwischenraum, wohin man die untauglich gewordenen Geflügel-Sündopfer zu werfen pflegte, bis sie ihre Frische verloren, sodann brachte man sie in den Verbrennungsraum. Allerdings war ein Verlieren der Frische erforderlich, wenn du sagst, wegen Befürchtung der Unreinheit, da Elijahu kommen und ihre Reinheit bekunden könnte, wozu aber war, wenn du sagst, dadurch erfolge die Untauglichkeit der Sache, das Verlieren der Frische erforderlich, wir haben ja gelernt: Die Regel ist:" ], [ "Haftet die Untauglichkeit [dem Opfer] selbst an, so ist es sofort zu verbrennen, wenn aber dem Blute oder dem Eigentümer, so lasse man es die Frische verlieren225Da das Opfer an sich nicht untauglich ist, so gilt es als Mißachtung, es bei frischem Aussehen zu verbrennen., und erst nachher bringe man es in den Verbrennungsraum!? Dieser erwiderte: Dieser Autor ist der Tanna der Schule des Rabba b. Abuha, welcher sagt, sogar bei Verwerflichem sei Verlieren der Frische erforderlich.", "Er wandte ferner gegen ihn ein: Ist das Fleisch unrein oder untauglich geworden, oder ist es außerhalb der Vorhänge226Cf. infra Fol. 77b, Anm. 84.gekommen, so ist [das Blut], wie R. Elie͑zer sagt, zu sprengen, und wie R. Jehošua͑ sagt, nicht zu sprengen, jedoch pflichtet R. Jehošua͑ bei, daß, wenn es gesprengt worden ist, [das Opfer] wohlgefällig sei.", "Untauglich wohl, durch Abwendung der Aufmerksamkeit. Einleuchtend ist dies, wenn du sagst, wegen Befürchtung der Unreinheit, denn es ist dann durch das Stirnblatt wohlgefällig; wieso aber kann es wohlgefällig sein, wenn du sagst, dadurch erfolge die Untauglichkeit der Sache selbst!? –", "Unter untauglich ist zu verstehen, wenn es [durch Berührung] mit einem, der am selben Tage untergetaucht ist, untauglich geworden ist. – So ist es ja unrein!? –[Er spricht von] zwei Arten Unreinheit.", "Als Rabin da hinauf ging, trug er diese Lehre dem R. Jirmeja vor; da sprach dieser: Törichte Babylonier, weil ihr in einem finsteren Lande wohnet, lehret ihr auch finstere Dinge. Ihr habt das nicht gehört, was R. Šimo͑n b. Laqiš im Namen R. Oša͑jas gesagt hat:", "Wenn das für das Fest227Für die Wasserprozession am Hüttenfeste; cf. Suk. Fol. 48a.bestimmte Wasser unrein geworden ist, so ist es, wenn man es zuerst [mit Flußwasser] verbindet228Unrein gewordenes Wasser kann man in ein irdenes Gefäß schütten u. in Flußwasser so untertauchen, daß die Oberfläche des Wassers im Gefäße u. die des Flusses das gleiche Niveau haben, wodurch es mit diesem verbunden wird u. die Unreinheit verliert; cf. Jt. Fol. 17b.und nachher für das Heiligtum bestimmt, rein, wenn aber zuerst für das Heiligtum bestimmt und dann verbindet, unrein.", "Merke, dies229Das Hineinsetzen des Wassers in den Fluß.gleicht ja dem Säen, was ist nun der Unterschied, ob man es zuerst verbindet und nachher für das Heiligtum bestimmt oder zuerst für das Heiligtum bestimmt und nachher verbindet!? Hieraus also, daß es bei Heiligem kein Säen gibt, ebenso gibt es kein Säen bei der Hebe.", "R. Dimi saß und trug diese Lehre vor; da sprach Abajje zu ihm: Spricht er von der Bestimmung durch ein Dienstgefäß, bei der mündlichen Bestimmung aber haben die Rabbanan [das Geheiligte] nicht bevorzugt, oder haben es die Rabbanan auch bei der mündlichen Bestimmung bevorzugt?", "Dieser erwiderte: Dies habe ich nicht gehört, ähnliches aber habe ich gehört: R. Abahu sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Wenn Trauben unrein geworden sind, so sind sie, wenn man sie vorher preßt230Cf. supra Fol. 33b.und nachher für das Heiligtum bestimmt, rein, und wenn man sie vorher für das Heiligtum bestimmt und nachher preßt, unrein. Bei den Trauben ist es ja eine mündliche Bestimmung231Das Gefäß wirkt nur dann, wenn es für die betreffende Flüssigkeit bestimmt ist, für den Wein ist nur der Altar bestimmend.für das Heiligtum, dennoch haben die Rabbanan sie bevorzugt.", "R. Joseph entgegnete ihm: Du sprichst von Trauben, hier handelt es sich um Trauben von Hebe, bei denen die mündliche Bestimmung der Bestimmung durch das Dienstgefäß gleicht; bei jenen232Beim Wasser für die Prozession am Hüttenfeste.aber, für das ein Dienstgefäß erforderlich ist, haben die Rabbanan bei einer mündlichen Bestimmung keine Bevorzugung getroffen. –", "‘Preßt’, auch ein größeres Quantum; kann R. Joḥanan dies denn gesagt haben, R. Joḥanan sagte ja, daß man Trauben, die unrein geworden sind, in Quantitäten unter Eigröße presse!? –", "Wenn du willst, sage ich: auch hierbei in Quantitäten unter Eigröße, und wenn du willst, sage ich: da handelt es sich um den Fall, wenn sie mit erstgradiger233Cf. Ms. III, Anm. 7.[Unreinheit] in Berührung gekommen sind, sodaß sie zweitgradig werden, hier aber, wenn sie mit zweitgradiger [Unreinheit] in Berührung gekommen sind, sodaß sie drittgradig werden.", "Raba sagte: Auch wir haben es234Daß beim Heiligen die mündliche Bestimmung genüge.gelernt:235Num. 19,17.Und gieße darüber lebendiges Wasser in ein Gefäß, es muß im Gefäße lebendig236Es muß mit dem Gefäße aus der Quelle geschöpft u. nicht umgegossen sein.sein. Wenn es gieße heißt, so ist es ja [vom Boden] getrennt, dennoch gilt es als an diesem haftend;" ], [ "dies ist also eine Bevorzugung, ebenso ist es auch hierbei eine Bevorzugung.", "R. Simi b.Aši sagte: Auch wir haben es234Daß beim Heiligen die mündliche Bestimmung genüge.gelernt: Sobald er untergetaucht und heraufgestiegen ist, darf er vom Zehnten essen, nach Sonnen-Untergang darf er Hebe essen. Nur Hebe, Geheiligtes aber nicht; weshalb denn, er ist ja rein!? Dies ist also eine Bevorzugung, ebenso ist es auch hierbei eine Bevorzugung.", "R. Aši sagte: Auch wir haben es234Daß beim Heiligen die mündliche Bestimmung genüge.gelernt: 237Lev. 7,19.Und das Fleisch, dies schließt das Holz und den Weihrauch ein. Sind denn das Holz und der Weihrauch verunreinigungsfähig!? Dies ist also eine Bevorzugung, ebenso ist es auch hierbei eine Bevorzugung.", "MIT FOLGENDEN DINGEN GENÜGT MAN SEINER PFLICHT AM PESAḤFESTE: MIT WEIZEN, GERSTE, DINKEL, ROGGEN UND HAFER. FERNER GENÜGT MAN SEINER PFLICHT MIT DEMAJ, ERSTEM ZEHNTEN, VON DEM DIE HEBE ABGESONDERT WURDE, UND ZWEITEM ZEHNTEN UND HEILIGENGUT, DIE AUSGELÖST WURDEN; PRIESTER AUCH MIT TEIGHEBE UND HEBE.", "NICHT ABER MIT UNVERZEHNTETEM, MIT ERSTEM ZEHNTEN, VON DEM DIE HEBE NICHT ABGESONDERT WURDE, UND ZWEITEM ZEHNTEN UND HEILIGENGUT, DIE NICHT AUSGELÖST WURDEN. MIT DEN BROTEN DES DANKOPFERS UND DEN FLADEN DES NAZIRÄERS238Cf. Num. 6,15.GENÜGT MAN, WENN MAN SIE FÜR SICH SELBST GEMACHT HAT, SEINER PFLICHT NICHT, HAT MAN SIE FÜR DEN MARKTVERKAUF GEMACHT, SO GENÜGT MAN MIT IHNEN SEINER PFLICHT.", "GEMARA. Es wird gelehrt: Dinkel gehört zur Art Weizen, Hafer und Roggen gehören zur Art Gerste. Dinkel ist Gulba, Roggen ist Dišra, Hafer ist Fuchsschwanzgras. Also nur mit diesen, nicht aber mit Reis und Hirse,", "woher dies? R. Šimo͑n b. Laqiš erwiderte, ebenso wurde auch in der Schule R. Jišma͑éls gelehrt, und ebenso auch in der Schule des R. Elie͑zer b. Ja͑qob: Die Schrift sagt :239Dt. 16,3.du darfst dazu nichts Gesäuertes essen, sieben Tage sollst du dazu Ungesäuertes essen; mit Dingen, die säuern, genügt man seiner Pflicht des Ungesäuerten, ausgenommen sind diese, die nicht säuern, sondern muff en. –", "Unsere Mišna vertritt also nicht die Ansicht des R. Joḥanan b. Nuri, welcher sagt, Reis sei eine Getreideart, und man mache sich, wenn man ihn gesäuert ißt, der Ausrottung schuldig. Es wird nämlich gelehrt: R. Joḥanan b.Nuri verbietet Reis [und Hirse am Pesaḥfeste], weil sie leicht säuern.", "Sie fragten: Heißt ‘leicht säuern’ sie säuern schnell, oder heißt dies, sie sauern nur leicht und sind kein wirkliches Gesäuertes? –", "Komm und höre: Es wird gelehrt: R. Joḥanan b.Nuri sagte: Reis ist eine Getreideart; wenn man ihn gesäuert ißt, macht man sich der Ausrottung240Demnach sind sie wirkliches Gesäuertes.schuldig, und man genügt damit seiner Pflicht am Pesaḥfeste.", "Ebenso sagte R. Joḥanan b.Nuri, Qoramith sei zur Teighebe pflichtig. – Was ist Qoramith? Abajje erwiderte: Körnerrispen241Nach alten Erklärern eine minderwertige Weizenart.. – Was sind es für Körnerrispen? R. Papa erwiderte: Körnerrispen, die sich zwischen den Mohnköpfen befinden.", "Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen des Reš Laqiš: Wenn der Teig mit Wein, Öl oder Honig geknetet worden ist, so macht man sich wegen des Gesäuerten nicht der Ausrottung schuldig. R. Papa und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, saßen vor R. Idi b.Abin, R. Idi b.Abin saß und schlummerte, und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sprach zu R. Papa: Was ist der Grund des Reš Laqiš?", "Dieser erwiderte: Die Schrift sagt: du darfst dazu nichts Gesäuertes essen &c.; wegen des Gesäuerten von Dingen, mit denen man seiner Pflicht des Ungesäuerten genügt, macht man sich der Ausrottung schuldig, wegen des Gesäuerten von solchem [Teig] aber, mit dem man seiner Pflicht nicht genügt, da dies reiches242Mit schmackhaften Zutaten versehen; das Ungesäuerte heißt ‘Brot des Elends’ (cf. Dt. 16,3) u.darf nur aus Mehl u. Wasser bestehen.Ungesäuertes ist, macht man sich auch nicht der Ausrottung schuldig.", "R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, wandte gegen R. Papa ein: Hat man es aufgelöst und geschlürft, so verfällt man, wenn es Gesäuertes ist, der Ausrottung, und wenn es Ungesäuertes ist, genügt man damit nicht seiner Pflicht am Pesaḥfeste. In diesem Falle genügt man seiner Pflicht am Pesaḥfeste damit nicht, dennoch macht man sich wegen des Gesäuerten der Ausrottung schuldig!?", "Währenddessen erwachte R. Idi b. Abin und sprach zu ihnen: Kinder, folgendes ist der Grund des Reš Laqiš: solche sind Fruchtsaft," ], [ "und Fruchtsaft säuert nicht.", "FERNER GENÜGT MAN SEINER PFLICHT MIT DEMAJ, [ERSTEM] ZEHNTEN &C. Demaj ist ja für ihn nicht verwendbar!? – Da er, wenn er sein Vermögen preisgeben und Armer sein wollte, Demaj essen dürfte, so ist es auch jetzt für ihn verwendbar.", "Wir haben nämlich gelernt: Man darf den Armen und den einquartierten Truppen Demaj zu essen gehen. Auch sagte R. Hona: Es wird gelehrt: Die Schule Šammajs sagt, man dürfe den Armen und den einquartierten Truppen kein Demaj zu essen geben, und die Schule Hillels sagt, man dürfe es ihnen zu essen geben.", "ERSTEM ZEHNTEN, VON DEM DIE HEBE ABGESONDERT WURDE. Selbstverständlich, wenn die Hebe abgesondert wurde, ist es ja profan!? –", "Dies ist für den Fall nötig, wenn er bereits von den Halmen entrichtet und davon nur die Zehnthebe und nicht die große Hebe entrichtet worden ist. Dies nach R. Abahu,", "denn R. Abahu sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Laqiš: Der erste Zehnt, den man vorher von den Halmen entrichtet hat, ist von der großen Hebe frei, denn es heißt:243Num. 18,26.ihr sollt davon eine Hebe für den Herrn abheben, einen Zehnten vom Zehnten; einen Zehnten vom Zehnten habe ich dir geboten, nicht aber die große Hebe und die Zehnthebe vom Zehnten.", "R. Papa sprach zu Abajje: Demnach sollte er davon frei sein, auch wenn er ihm244Der Levite, der den Zehnten erhält, dem Priester, der vorher die große Hebe zu erhalten hat.beim Getreidehaufen zuvorgekommen ist!? Dieser erwiderte: Deinetwegen sagt die Schrift:245Num. 18,29.von all eueren Zehnten sollt ihr eine Hebe für den Herrn absondern. –", "Was veranlaßt dich dazu246Den befreienden Schriftvers auf den ersten Fall u. den verpflichtenden auf den zweiten Fall zu beziehen.? – Dieses ist bereits Getreide, jenes ist kein Getreide.", "UND ZWEITEM ZEHNTEN UND HEILIGENGUT, DIE AUSGELÖST WURDEN &C. Selbstverständlich!? – Hier handelt es sich um den Fall, wenn man den Grundwert, nicht aber das Fünftel entrichtet hat; er lehrt uns, daß es vom Fünftel nicht abhängig sei.", "PRIESTER AUCH MIT HEBE UND TEIGHEBE &C. Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, das Ungesäuerte müsse für jeden gleich sein, so lehrt er uns, daß die Wiederholung [des Wortes] Ungesäuertes einschließend sei.", "NICHT ABER MIT UNVERZEHNTETEM &C. Selbstverständlich!? – Dies ist wegen des rabbanitisch Unverzehnteten nötig, zum Beispiel in einem undurchlochten Pflanzentopfe gezogen.", "MIT ERSTEM ZEHNTEN, VON DEM DIE HEBE NICHT ABGESONDERT WURDE. Selbstverständlich!? – Dies ist wegen des Falles nötig, wenn er ihm244In diesem Falle wird ja die Unreinheit durch die Pflanzung aufgehoben. beim Getreidehaufen zuvorgekommen ist.", "Man könnte glauben, es verhalte sich so, wie R. Papa zu Abajje gesagt hat, so lehrt er uns, daß es sich so verhalte, wie dieser ihm erwidert hat.", "UND ZWEITEM ZEHNTEN UND HEILIGENGUT, DIE NICHT AUSGELÖST WURDEN. Selbstverständlich!? –", "Wenn man sie zwar ausgelöst hat, jedoch nicht nach Vorschrift; wenn man den zweiten Zehnten durch ein umgemünztes Silberstück ausgelöst hat, während der Allbarmherzige sagt :247Dt. 14,25.du sollst das Geld binden, eine Sache, worauf eine Figur248צורח Figur, aus dem W. וצרת entnommen.sich befindet.", "Oder wenn man Heiligengut durch ein Grundstück ausgeweiht hat, während der Allbarmherzige sagt:249Lev. 27,19; cf. Er. Fol. 31b, Anm. 95.er gebe das Geld und erstehe es.", "Die Rabbanan lehrten : Man könnte glauben, man genüge seiner Pflicht mit Unverzehntetem, das nicht fertig250Von dem die priesterl. Abgaben nicht entrichtet worden sind.ist. – Unverzehntetes ist ja überhaupt nicht fertig!? –", "Vielmehr: mit Unverzehntetem, das nicht ganz fertig ist, wenn davon die große Hebe abgesondert wurde, nicht aber die Zehnthebe, der erste Zehnt, der zweite Zehnt oder gar nur der Armenzehnt. – Woher251Daß dies als Ungesäuertes nicht tauglich ist.nun?", "Es heißt: du darfst dazu nichts Gesäuertes essen, nur das, was als Gesäuertes verboten sein könnte, ausgenommen dieses, das nicht als Gesäuertes, sondern als Unverzehntetes verboten ist. –", "Wo kommt das Verbot des Gesäuerten hin!? R. Šešeth erwiderte: Dies nach R. Šimo͑n, welcher sagt, ein Verbot erstrecke sich nicht auf Verbotenes. Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n sagte:" ], [ "Wer [versehentlich] am Versöhnungstage Aas gegessen hat, ist frei.", "Rabina sagte: Du kannst auch sagen, nach den Rabbanan, denn [man genügt seiner Pflicht] nur mit dem, was nur als Gesäuertes verboten ist, ausgenommen dieses, das nicht nur als Gesäuertes, sondern auch als Unverzehntetes verboten ist. –", "Heißt es denn hierbei nur’!? – Am richtigsten ist vielmehr die Erklärung R. Šešeths.", "Die Rabbanan lehrten: Man könnte glauben, man genüge in Jerušalem seiner Pflicht [des Ungesäuerten] mit dem zweiten Zehnten, so heißt es:253Dt. 16,3.Brot des Elends, das in Trauer gegessen werden darf, ausgenommen dieser, der in Trauer254Cf. Dt. 26,14.עוני gleich אוני (cf. Dt. 26,14) von אגן trauern, klagen.nicht gegessen werden darf, sondern nur in Freude – so R. Jose der Galiläer.", "R. A͑qiba sagt, die Wiederholung [des Wortes] Ungesäuertes schließe auch solchen ein, und nur deshalb heißt es Brot des Elends, um Teig auszuschließen, der mit Wein, Öl oder Honig geknetet wurde. –", "Was ist der Grund R. A͑qibas? – Es heißt ja nicht o͑ni, sondern o͑ni255Das erstere plene, mit Vav als Vokalzeichen, das sich nicht einmal in der Transkription wiedergeben läßt u. nur durch Sperrsatz angedeutet. Letzteres ist mit אוני nicht zu identifizieren.. –", "Und R. Jose der Galiläer!? – Wir lesen ja nicht o͑ni, sondern o͑ni. – Und R. A͑qiba!?– Die Lesart o͑ni deutet auf eine Lehre Šemuéls, denn Šemuél sagte: Brot des Elends [o͑ni], Brot, worüber man viele Worte spricht [o͑nin]256Am 1. Abend des Pesaḥfestes werden verschiedene Lieder u. Gesänge gelesen; ענה reden, sprechen, anheben.. –", "R. A͑qiba ist also der Ansicht, nicht mit Teig, der mit (Milch), Wein, Öl oder Honig geknetet wurde; es wird ja aber gelehrt: Man darf am Pesaḥfeste keinen Teig mit Wein, Öl oder Honig kneten; hat man geknetet, so ist er, wie R. Gamliél sagt, sofort zu verbrennen; die Weisen sagen, er dürfe gegessen werden. Hierzu erzählte R. A͑qiba: Als ich meine Woche bei R. Elie͑zer und R. Jehošua͑ hatte, knetete ich für sie Teig mit Wein, Öl und Honig, und sie sagten dazu nichts.", "Und obgleich man ihn damit nicht kneten darf, so darf man ihn damit betupfen. Dies nach dem ersten Tanna. Die Weisen sagen, womit man kneten darf, dürfe man auch betupfen, und womit man nicht kneten darf, dürfe man auch nicht betupfen. Sie stimmen überein, daß man keinen Teig mit warmem Wasser kneten dürfe!? –", "Das ist kein Einwand; das eine gilt vom ersten Festtage und das andere vom zweiten Festtage.", "So sprach auch R. Jehošua͑ [b. Levi] zu seinen Söhnen : Am ersten Tage knetet mir nicht mit Milch, von dann ab knetet mir mit Milch.– Es wird ja aber gelehrt, daß man nicht Teig mit Milch kneten dürfe, und wenn man geknetet hat, das ganze Brot verboten sei, wegen der Veranlassung zu einer Übertretung257Es mit Fleisch zu essen.!? – Er sagte vielmehr, wie folgt: am ersten Tage knetet mir nicht mit Honig, von dann ab knetet mir mit Honig.", "Wenn du willst, sage ich, er habe tatsächlich von Milch gesprochen, denn wie Rabina gesagt hat, in [der Größe] eines Ochsenauges sei es erlaubt, so sprach auch er von [der Größe] eines Ochsenauges.", "«Sie stimmen überein, daß man keinen Teig mit warmem Wasser kneten dürfe.» Womit ist es hierbei anders, als bei den Speisopfern, von denen wir gelernt haben, sämtliche Speisopfer werden mit warmem Wasser geknetet, und man passe auf, daß sie nicht säuern!? – Wenn sie es von den aufmerksamen [Priestern] gesagt haben, sollte es auch von Unaufmerksamen gelten!? –", "Demnach sollte man [den Weizen] auch anfeuchten dürfen, weshalb sagte nun R. Zera im Namen des Rabba b. Jirmeja im Namen Šemuéls, daß man den Weizen zu den Speisopfern nicht anfeuchtete!? – Das Kneten erfolgt durch die aufmerksamen [Priester], das Anfeuchten erfolgt nicht258Der Darbringende bringt fertiges Mehl.durch die Aufmerksamen. –", "Erfolgt denn das Kneten durch die Aufmerksamen, es heißt ja:259Lev. 2,1.er soll Öl darüber gießen &c. und es zum Priester bringen; vom Abheben der Handvoll ab muß es durch die Priesterschaft geschehen, das Gießen und das Umrühren kann durch jeden erfolgen!? –", "Zugegeben, daß das Kneten nicht durch die Aufmerksamen zu erfolgen braucht, aber es erfolgt im Bereiche der Aufmerksamen, denn der Meister sagte, das Umrühren dürfe durch einen Gemeinen erfolgen, jedoch sei es untauglich, wenn es außerhalb der Vorhofmauer erfolgt, während das Anfeuchten weder durch die Aufmerksamen noch im Bereiche der Aufmerksamen erfolgt. –", "Womit ist es [bei anderen] anders als beim Speisopfer der Schwingegarbe, von dem gelehrt wird, [der Weizen zum] Speisopfer der Schwingegarbe werde angefeuchtet und zusammengehäuft!? – Anders ist es bei einem Gemeindeopfer260Mit dem eine ganze Gemeinde sich befaßt..", "Die Rabbanan lehrten : Man könnte glauben, man genüge seiner Pflicht mit [Ungesäuertem von] den Erstlingen261Cf. Dt. 26,2., so heißt es:262Ex. 12,20.in all eueren Wohnorten sollt ihr Ungesäuertes essen, nur Ungesäuertes, das in allen Wohnorten gegessen werden darf, ausgenommen die Erstlinge, die nicht in allen Wohnorten, sondern nur in Jerušalem gegessen werden dürfen – so R. Jose der Galiläer.", "R. A͑qiba sagte : Das Ungesäuerte [gleicht dem] Bitterkraute, wie beim Bitterkraute das Gesetz von den Erstlingen keine Geltung263Cf. Bik. I,3.hat, ebenso Ungesäuertes, das nicht von den Erstlingen ist. – Demnach sollte, wie das Bitterkraut zu einer Art gehört, bei der das Gesetz von den Erstlingen keine Geltung hat, auch das Ungesäuerte nur aus einer Art [bereitet werden], bei der das Gesetz von den Erstlingen keine Geltung hat," ], [ "wonach Weizen und Gerste auszuschließen sind, da bei diesen Arten das Gesetz von den Erstlingen Geltung hat!? – Es heißt wiederholt Ungesäuertes, und dies ist einschließend. – Wenn die Wiederholung [des Wortes] Ungesäuertes einschließend ist, so sollte dies auch von den Erstlingen gelten!? – R. A͑qiba ist davon abgekommen,", "denn es wird gelehrt: Man könnte glauben, man genüge seiner Pflicht mit [Ungesäuertem von] den Erstlingen, so heißt es: in all eueren Wohnorten sollt ihr Ungesäuertes essen, nur Ungesäuertes, das in allen Wohnorten gegessen werden darf, ausgenommen die Erstlinge, die nicht in allen Wohnorten, sondern nur in Jerušalem gegessen werden dürfen. Man könnte glauben, auch der zweite Zehnt sei auszuschließen, so heißt es wiederholt Ungesäuertes, und dies ist einschließend.", "Was veranlaßt dich, den zweiten Zehnten einzuschließen und die Erstlinge auszuschließen? Ich schließe den zweiten Zehnten ein, für den es nach R. Elea͑zar ein Mittel gibt, ihn in allen Wohnorten [essen zu dürfen], und schließe die Erstlinge aus, für die es kein Mittel gibt, sie in allen Wohnorten [essen zu dürfen].", "R. Elea͑zar sagte nämlich: Woher, daß man den zweiten Zehnten, wenn er unrein wird, sogar in Jerušalem auslösen dürfe? Es heißt :264Dt. 14,24.wenn du es nicht tragen kannst,", "und ‘tragen’ bedeutet ‘essen’, denn es heißt :265Gen. 43,34.er ließ ihnen Tischgaben auf tragen266Das Essen hat in Jer. zu erfolgen u. das Hindernis kann nur in der Unreinheit liegen..", "R. A͑qiba ist es ja, der der Ansicht ist, man genüge seiner Pflicht mit [Ungesäuertem vom] zweiten Zehnten und durch [die Worte:] in all eueren Wohnorten, schließt er die Erstlinge aus. Schließe hieraus, daß er davon abgekommen ist. –", "Sollte R. Jose der Galiläer es267Daß das Ungesäuerte nicht aus Erstlingen zu bereiten ist, wie er dies oben hinsichtl. des zweiten Zehnten folgert.aus [den Worten] Brot des Elends entnehmen: das in Trauer gegessen werden darf, ausgeschlossen diese, die nur in Freude gegessen werden dürfen!? –", "Er ist der Ansicht R. Šimo͑ns, denn es wird gelehrt: Die Erstlinge sind dem Trauernden verboten; nach R. Šimo͑n erlaubt.–", "Was ist der Grund der Rabbanan? – Es heißt :268Dt. 12,17.du darfst nicht in deinen Ortschaften verzehren, und hierzu sagte der Meister:268Dt. 12,17.deiner Hand Hebe, das sind die Erstlinge; die Erstlinge gleichen somit dem Zehnten, wie der Zehnt einem Trauernden verboten ist, ebenso sind die Erstlinge einem Trauernden verboten. –", "Und R. Šimo͑n!? – Der Allbarmherzige nennt sie ‘Hebe’; wie die Hebe einem Trauernden erlaubt ist, ebenso sind auch die Erstlinge einem Trauernden erlaubt. –", "Zugegeben, daß R. Šimo͑n vom Vergleiche nichts hält, aber die Freude ist ja bei diesen vorgeschrieben, denn es heißt:269Ib. 26,11.du sollst dich an all dem Guten freuen!?", "Dies bedeutet, daß es in der festlichen Zeit270In der Erntezeit erfolgen müsse. Wir haben nämlich gelernt: Bringt man [die Erstlinge in der Zeit] vom Wochenfeste bis zum [Hütten]feste, so lese271Die Eulogie bei der Darbringung; cf. Dt. 26,5ff.man, wenn vom [Hütten]feste bis Hanuka, so lese man nicht.", "Die Rabbanan lehrten: Brot des Elends, ausgenommen Pudding272Ungenau; eine Mischung von Mehl u. Wasser.und Kuchen; man könnte nun glauben, daß man seiner Pflicht nur mit Schrotbrot273הדראה od. הרדאה (fälschlich mit Gerstenbrot übersetzt; die Barajtha würde פת שעורין gebraucht haben) wird überall als Ggs. zu פת נקיה reines, dh. feines Brot, gebraucht.genüge, so heißt es wiederholt Ungesäuertes, und dies ist einschließend, auch wie das Ungesäuerte des Königs Šelomo. Weshalb heißt es demnach Brot des Elends? Dies schließt Pudding und Kuchen aus. –", "Wieso ist es erwiesen, daß ašiša [Kuchen] ‘geschätztes’ heiße? Es heißt:274iiSam. 6,19.er verteilte an das ganze Volk, an die ganze Menge Jisraéls, an Mann und Weib jedem ein Brot, ein Stück Fleisch [ašpar] und einen Kuchen [ašiša] &c.,", "und hierzu sagte R. Ḥanan b. Abba: Ašpar, sechs aus dem Rinde [šiša bepar] ; ašiša, sechs aus der Epha275Trockenmaß, 1/<sub>10</sub> Kor (cf. Ez. 45,11), ca. 39 Liter.[šiša beépha]. Er streitet somit gegen Šemuél, denn Šemuél erklärte, ašiša heiße ein Krug Wein, wie es heißt:276Hos. 3,1.die die Weinkrüge [asise] lieben.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf am Pesaḥfeste kein dickes Brot backen – so die Schule Šammajs;" ], [ "die Schule Hillels erlaubt dies. – Welches heißt dickes Brot? R. Hona erwiderte: Eine Handbreite [dick], denn so finden wir es bei den Schaubroten277Cf. Ex. 25,30; auch diese mußten ungesäuert sein., daß sie eine Handbreite [dick] waren.", "R. Joseph wandte ein: Wenn dies für die aufmerksamen [Priester] gilt, sollte es auch für Unaufmerksame gelten!? Wenn dies für gebeuteltes Brot gilt, sollte es auch für ungebeuteltes gelten!?", "Wenn dies bei trockenem Holze gilt, sollte es auch bei feuchtem gelten!? Wenn dies bei einem heißen Ofen gilt, sollte es auch bei einem kalten gelten!? Wenn dies bei einem Ofen aus Metall gilt, sollte es auch bei einem tönernen gelten!? –", "R. Jirmeja b. Abba sagte, er habe seinen Lehrer, das ist Rabh, besonders gefragt, manche lesen, R. Jirmeja b.Abba im Namen Rabhs sagte, er habe seinen Lehrer, das ist unser heiliger Meister, besonders gefragt, was ‘dickes Brot’ sei, und [dieser habe erwidert], viel Brot. – Weshalb nennt er es ‘dickes Brot’? – Weil [der Teig] beim Kneten dick ist. Wenn du aber willst, sage ich: in der Ortschaft dieses Autors sagte man ‘dickes Brot’ statt ‘viel Brot’. –", "Aus welchem Grunde: wenn etwa, weil man sich unnötig müht, so sollte es ja nicht nur am Pesaḥfeste, sondern auch an jedem anderen Feste [verboten sein]!? –", "Dem ist auch so, nur spricht dieser Autor gerade vom Pesaḥfeste. Ebenso wird auch gelehrt: Die Schule Šammajs sagt, man dürfe am Feste nicht viel Brot backen; die Schule Hillels erlaubt dies.", "Die Rabbanan lehrten: Man genügt am Pesaḥfeste seiner Pflicht mit Feinbrot, mit Schrotbrot und mit figurierten Kuchen, obgleich sie gesagt haben, daß man am Pesaḥfeste keine figurierten Kuchen machen dürfe. R. Jehuda sagte: Folgendes fragte Boëthos b. Zonin die Weisen: Weshalb sagten sie, daß man am Pesaḥfeste keine figurierten Kuchen machen dürfe? Diese erwiderten ihm: Weil die Frau dabei lange verbringt und [den Teig] zum Säuern bringt.", "Jener entgegnete: Man kann sie ja schnell in einer Form fertigen!? Diese erwiderten: Man würde sagen: alle Kuchen sind verboten278Nicht jeder hat eine solche Form.und die Kuchen des Boëthos sind erlaubt.", "R. Elea͑zar b. Çadoq erzählte: Einst begleitete ich meinen Vater zu R. Gamliél, und als man ihm da am Pesaḥfeste figurierte Kuchen vorsetzte, sprach ich zu ihm: Vater, sagten nicht die Weisen, daß man am Pesaḥfeste keine figurierten Kuchen machen dürfe!? Da erwiderte er mir: Mein Sohn, sie sagten es nicht für jedermann, sondern nur für Bäcker279Die auf schöne Figuren achten und damit lange Zeit verbringen..", "Manche erzählen, er habe ihm wie folgt erwidert: Sie sagten es nicht für Bäcker280Diese sind darin geübt u. machen es schnell., sondern für jedermann. R. Jose sagte: Man darf waffelartige Kuchen machen, nicht aber semmelartige.", "Die Rabbanan lehrten : Kuchenteig281Eigentl. Schwammartiges, Poröses., Honiggebäck, Gußgebäck, Pfannengebäck und Bemischtes sind von der Teighebe frei. – Was ist Pfannengebäck? R. Jehošua͑ b.Levi erwiderte: Eine im Privathaushalte bereitete Mischung.", "Reš Laqiš sagte: Diese sind Tiegelgebäck. R. Joḥanan sagte: Das Tiegelgebäck ist ebenfalls [zur Teighebe] pflichtig, diese aber sind solche, die man vor der Sonne bäckt.", "Man wandte ein: Kuchengebäck, Honiggebäck und Gußgebäck sind, wenn in einem Tiegel zubereitet, pflichtig, und wenn vor der Sonne, frei. Dies ist eines Widerlegung des R. Šimo͑n b.Laqis!? U͑la erwiderte: R. Šimo͑n b. Laqiš kann dir erwidern: Hier handelt es sich um den Fall, wenn man [den Tiegel] erhitzt und sie daran klebt282Dies gleicht also dem Backen; cf. supra Fol. 31b, Anm. 190.. –", "Demnach sind sie frei, wenn man zuerst [den Teig an den Tiegel] klebt und ihn nachher erhitzt; wozu lehrt er nun im Schlußsatze, sie seien frei, wenn man sie vor der Sonne bäckt, er sollte ja beim [Backen] selbst einen Unterschied machen: diese Worte gelten nur, wenn man zuerst [den Tiegel] erhitzt und nachher [den Teig] daran klebt, wenn man aber zuerst daran [den Teig] klebt und ihn nachher erhitzt, sind sie frei!? –", "[Diese Lehre] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: Diese Worte gelten nur, wenn man zuerst [den Tiegel] erhitzt und nachher [den Teig] daran klebt, wenn man aber zuerst [den Teig an den Tiegel] klebt und ihn nachher erhitzt, so ist es ebenso, als würde man sie vor der Sonne backen, und sie sind frei. –", "Komm und höre: Man genügt seiner Pflicht mit halbgebackenem und mit im Tiegel bereitetem Ungesäuerten!? – Dies ebenfalls, wenn man zuerst [den Tiegel] erhitzt und nachher [den Teig] daran klebt. –", "Welches heißt halbgebackenes Ungesäuertes? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Wenn man es durchbricht und [der Teig] sich nicht fadenartig zieht. Raba sagte: Ebenso bei den Broten des Dankopfers. – Selbstverständlich, bei diesem heißt es Brot und bei jenem heißt es Brot!? –", "Man könnte glauben, solches283Das halbgebackene, das beim Anfassen zerbröckelt. gelte als Bruchstück, und es heißt :284Lev. 7,14.er soll einen von jedem Opfer darbringen," ], [ "einen, aber kein Bruchstück, so lehrt er uns.", "Man wandte ein : Mei͑sa ist nach der Schule Šammajs [von der Teighebe] frei, und nach der Schule Hillels pflichtig. Ḥaliṭa ist nach der Schule Šammajs pflichtig, und nach der Schule Hillels frei. – Was ist Mei͑sa, und was ist Ḥaliṭa? – Mei͑sa heißt [der Brei], wenn man das Mehl in das heiße Wasser [schüttet], Ḥaliṭa heißt er, wenn man das heiße Wasser über das Mehl [schüttet].", "R. Jišma͑él b. R. Jose sagte im Namen seines Vaters, beide seien frei, wie manche sagen, beide pflichtig. Die Weisen sagen, der eine wie der andere sei, wenn in einem Tiegel zubereitet, frei, und wenn in einem Ofen, pflichtig. –", "Womit ist nach dem ersten Tanna Mei͑sa anders als Ḥaliṭa? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls, ebenso sagte R. Jehuda, nach anderen, R. Jehošua͑b. Levi: Wie sie über das eine streiten, streiten sie auch über das andere, nur ist [die Mišna] zu teilen, und wer das eine lehrte, lehrte das andere nicht.", "Hier lehrt er also, die Weisen sagen, der eine wie der andere sei, wenn in einem Tiegel zubereitet, frei, und wenn in einem Ofen, pflichtig. Dies ist eine Widerlegung R. Joḥanans!? – R. Joḥanan kann dir erwidern: hierüber [streiten] Tannaím, denn es wird gelehrt: Man könnte glauben, Mei͑sa und Ḥaliṭa seien zur Teighebe pflichtig, so heißt es Brot;", "R. Jehuda sagt, Brot heiße nur das, was im Ofen gebacken wird. R. Jehuda sagt ja dasselbe, was der erste Tanna!? Wahrscheinlich streiten sie über das Tiegelgebäck; der erste Tanna ist der Ansicht, das Tiegelgebäck sei pflichtig, und R. Jehuda ist der Ansicht, das Tiegelgebäck sei frei. –", "Nein, alle sind der Ansicht, das Tiegelgebäck sei frei, nur streiten sie hier über [das Tiegelgebäck], das nachher in einem Ofen gebacken wird; der erste Tanna ist der Ansicht, es heiße, da man es nachher im Ofen bäckt, Brot, und R. Jehuda ist der Ansicht, Brot heiße nur das, was von vornherein im Ofen gebacken wird, dieses aber, das von vornherein nicht in einem Ofen gebacken worden ist, heiße nicht Brot.", "Raba sagte: Folgendes ist der Grund R. Jehudas, es heißt:285Ib. 26,26.zehn Weiber werden in einem Ofen euer Brot backen: Brot, das in einem Ofen gebacken wird, heißt Brot, das nicht in einem Ofen gebacken wird, heißt nicht Brot.", "Rabba und R. Joseph saßen hinter R. Zera, und R. Zera saß vor U͑la; da sprach Rabba zu R. Zera: Frage U͑la, wie es denn sei, wenn man [das Gebäck] an die Innenseite [des Tiegels] geklebt and diesen von außen erhitzt hat. Dieser erwiderte: Was soll ich ihn da fragen; wenn ich ihn frage, so erwidert er mir, dies sei Tiegelgebäck286Worüber der obige Streit besteht..", "Darauf sprach R. Joseph zu R. Zera: Frage U͑la, wie es denn sei, wenn man [das Gebäck] an die Innenseite [des Tiegels] geklebt hat und darüber eine Fackel hält. Dieser erwiderte: Was soll ich ihn da fragen; wenn ich ihn frage, so erwidert er mir, die meisten Armen bereiten es auf diese Weise287Um Feuerung zu sparen; es ist dasselbe..", "R. Asi sagte: Teig vom zweiten Zehnten ist nach R. Meír von der Teighebe frei und nach den Weisen zur Teighebe pflichtig." ], [ "Mit Ungesäuertem vom zweiten Zehnten genügt man nach R. Meír nicht seiner Pflicht am Pesaḥfeste, nach den Weisen aber genügt man damit seiner Pflicht am Pesaḥfeste.", "Mit einem Etrog288Zum Feststrauße am Hüttenfeste; cf.Ber. Fol. 30a, Anm. 101.vom zweiten Zehnten genügt man nach R. Meír nicht seiner Pflicht am [Hütten]feste, nach den Weisen aber genügt man damit seiner Pflicht am [Hütten]feste.", "R. Papa wandte ein: Einleuchtend ist dies vom Teig, denn es heißt : 289Num. 15,20.euerer Teige, nur von euerem,", "ebenso auch vom Etrog, denn es heißt :290Lev. 23,40.ihr sollt euch nehmen, von euerem, weshalb aber [nicht mit] Ungesäuertem, heißt es denn euer Ungesäuertes!?", "Raba, nach anderen, R. Jemar b.Šelemja, erwiderte: Dies ist aus [dem Worte] Brot zu entnehmen; hierbei291Dt. 16,3. heißt es: Brot des Elends, und dort292Num. 15,19.heißt es : wenn ihr vom Brote des Landes esset, wie da von euerem, ebenso hierbei von euerem.", "Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Teig vom zweiten Zehnten ist von der Teighebe frei – so R. Meír; die Weisen sagen, er sei pflichtig. – ‘Ihm wäre eine Stütze zu erbringen’, das ist ja dasselbe!? –", "Er meint es vielmehr wie folgt: streiten sie auch über jene, wie sie über den Teig streiten, oder ist es bei diesem anders, weil es zweimal293Cf. Num. 15,20. 21. euerer Teige heißt?", "R. Šimo͑n b.Laqiš fragte: Genügt man in Jerušalem seiner Pflicht [des Ungesäuerten] mit Teighebe vom zweiten Zehnten? Nach R. Jose dem Galiläer ist es nicht fraglich: wenn man seiner Pflicht mit Profanem nicht genügt, um wieviel weniger mit Teighebe; fraglich ist es nur nach R. A͑qiba:", "genügt man seiner Pflicht nur mit Profanem, das, wenn es unrein wird, außerhalb294Wörtl. in den Wohnorten, außerhalb Jerušalems.erlaubt ist, nicht aber mit der Teighebe, die, auch wenn sie unrein wird, außerhalb nicht erlaubt und zu verbrennen ist,", "oder aber sagen wir, da es, wenn man es nicht [als Teighebe] bestimmt, falls es unrein wird, außerhalb erlaubt ist und man damit seiner Pflicht genügt, so genüge man damit seiner Pflicht auch jetzt.", "Manche sagen: Dies ist überhaupt nicht fraglich, da wir diese Eventualität selbstverständlich berücksichtigen, fraglich ist es nur hinsichtlich der Teighebe vom für Geld vom zweiten Zehnten Gekauften.", "Und auch dies ist nach den Rabbanan nicht fraglich, denn sie sagen, solches sei [unrein] auszulösen, somit gleicht es dem Zehnten295Mit dem man seiner Pflicht genügt, ob. Fol. 36b., fraglich ist es nur nach R. Jehuda, welcher sagt, solches sei zu begraben.", "Wir haben nämlich gelernt: Wenn das für Geld vom zweiten Zehnten Gekaufte unrein wird, so ist es auszulösen; R. Jehuda sagt, es sei zu begraben.", "Sagen wir, da es, wenn es nicht Gekauftes ist und man es nicht [als Teighebe] bestimmt, falls es unrein wird, außerhalb erlaubt ist und man damit seiner Pflicht genügt, so genüge man damit seiner Pflicht auch jetzt,", "oder aber berücksichtigen wir nur eine Eventualität, nicht aber zwei Eventualitäten? Raba erwiderte: Es leuchtet ein, daß die Bezeichnung Zehnt die gleiche296Da man seiner Pflicht mit dem 2. Zehnten genügt, so gilt dies auch von der Teighebe u. dem Gekauften derselben.ist.", "MIT DEN BROTEN DES DANKOPFERS UND DEN FLADEN DES NAZIRÄERS &C. Woher dies? Rabba erklärte: Die Schrift sagt:" ], [ "297Ex. 12,17.ihr sollt das Ungesäuerte hüten, nur das, was als Ungesäuertes zu hüten ist, ausgenommen diese, die nicht als Ungesäuertes, sondern als Opfer zu hüten sind.", "R. Joseph erklärte: Die Schrift sagt: 298Ib. V. 15.sieben Tage sollt ihr Ungesäuertes essen, nur Ungesäuertes, das sieben Tage zu essen ist, ausgenommen diese, die nicht sieben Tage, sondern nur einen Tag und eine Nacht zu essen299Nachher sind sie als Übriggebliebenes verboten.sind.", "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Rabba, und es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Joseph. Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Rabba: Man könnte glauben, man genüge seiner Pflicht mit den Broten des Dankopfers und den Fladen des Naziräers, so heißt es: ihr sollt das Ungesäuerte hüten, nur das, was als Ungesäuertes zu hüten ist, ausgenommen diese, die nicht als Ungesäuertes, sondern als Opfer zu hüten sind.", "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Joseph: Man könnte glauben, man genüge seiner Pflicht mit den Broten des Dankopfers und den Fladen des Naziräers, so heißt es: sieben Tage sollt ihr Ungesäuertes essen, nur Ungesäuertes, das sieben Tage zu essen ist, ausgenommen diese, die nicht sieben Tage, sondern nur einen Tag und eine Nacht zu essen sind. –", "Dies ist ja aus [den Worten] Brot des Elends zu entnehmen, das in Trauer gegessen werden darf, ausgenommen diese, die in Trauer nicht gegessen werden dürfen, sondern nur in Freude!? –", "Er ist der Ansicht R. A͑qibas, welcher sagt, die Lesart o͑ni300Cf. supra Fol. 36a, Anm. 255.[sei zu berücksichtigen]. –", "Es sollte doch schon aus dem Grunde [verboten] sein, weil es ‘reiches301Da zu diesem Öl verwendet wird; cf. supra Fol. 35a, Anm. 242.Ungesäuertes’ ist!?", "[R. ] Šemuél b. R. Jiçḥaq erwiderte: Zu diesen wird nur ein Viertellog [Öl] verwendet, das auf so und so viele Brote verteilt wird. –", "Es sollte doch schon aus dem Grande [verboten] sein, weil sie nicht in allen Wohnorten gegessen werden dürfen!?", "Reš Laqiš erwiderte: Dies besagt eben, daß die Brote des Dankopfers und die Fladen des Naziräers auch in Nob und Gibo͑n302Provisorische Opferstätten vor der Errichtung des Tempels zu Jerušalem.gegessen werden durften.", "Es wird gelehrt: R. Ile͑aj erzählte: Ich fragte R. Eliezer, ob man seiner Pflicht mit den Broten des Dankopfers und den Fladen des Naziräers genüge, und er erwiderte mir, er habe darüber nichts gehört. Darauf kam ich zu R. Jehošua͑ und fragte es ihn, und er erwiderte mir: Sie sagten, mit den Broten des Dankopfers und den Fladen des Naziräers, die man für sich gemacht hat, genüge man seiner Pflicht nicht, und mit denen, die man für den Marktverkauf gemacht hat, genüge man seiner Pflicht.", "Als ich zu R. Elie͑zer kam und ihm diese Worte unterbreitete, sprach er zu mir: Beim Bündnis, es sind die Worte, die Moše am Sinaj gesagt worden sind. Manche lesen : Beim Bündnis, sind es denn Worte, die Moše am Sinaj gesagt worden sind, die keiner Begründung benötigen!? –", "Was ist der Grund? Raba erwiderte: Wenn man sie für den Marktverkauf macht, so rechnet man damit, indem man sich sagt: verkaufe ich sie, so sind sie verkauft, verkaufe ich sie nicht, so genüge ich mit ihnen meiner Pflicht." ], [ "MIT FOLGENDEN KHÄUTERN GENÜGT MAN SEINER PFLICHT AM PESAḤFESTE: MIT LATTICH, MEERRETTICH, MIMOSE303Mimosa flava Forsk., ENDIVIEN UND BITTERKRAUT. MIT DIESEN GENÜGT MAN SEINER PFLICHT, EINERLEI, OB FRISCH ODER GETROCKNET, NICHT ABER EINGELEGT, GEDÜNSTET ODER GEKOCHT.", "SIE WERDEN ZUSAMMEN ZUM OLIVENQUANTUM VEREINIGT. MAN GENÜGT SEINER PFLICHT AUCH MIT DEM STRUNKE; FERNER AUCH MIT DEMAJ, ERSTEM ZEHNTEN, VON DEM DIE HEBE ABGESONDERT WURDE, UND ZWEITEM ZEHNTEN UND HEILIGENGUT, DIE AUSGELÖST WURDEN.", "GEMARA. Lattich: Ḥasa, Endivien: Hindabi. Meerrettich. Rabba b. Bar Ḥana sagte, es heiße Tamkhata. Mimose. R. Šimo͑n b. Laqiš sagte: Palmengeschlinge. Bitterkraut: Bitterblätter.", "Bar Qappara lehrte: Mit folgenden Kräutern genügt man seiner Pflicht am Pesaḥfeste: mit Endivien, Meerrettich, Ḥarḥalin304Var. חורולין, viell, das bibl. חרול stechendes, brennendes Gestrüpp., Mimose und Lattich; R. Jehuda sagt, auch mit Feldendivien, Gartenendivien und Lattich. –", "Gartenendivien und Lattich werden ja schon im Anfangssatze genannt!? – Er meint es wie folgt: auch mit Feldendivien, wie mit Gartenendivien und Lattich. R. Meír sagt, auch mit Savas, Ṭura und MarJula305Bitterkräuter; die Übersetzung läßt sich nicht feststellen, auch sind diese Namen korrupt.. R. Jose sprach zu ihm: Savas und Ṭura ist eins und dasselbe, und Mar ist Jula.", "In der Schule Šemuéls wurde gelehrt: Mit folgenden Kräutern genügt man seiner Pflicht am Pesaḥfeste: mit Lattich, Endivien, Meerrettich, Mimose, Origanon und Oleanderkraut; R. Jehuda sagt, ebenso mit Lattich und Feldlattich.", "R. Ilea͑ sagte im Namen R. Elie͑zers: Auch mit Skorpionkraut306Cf. Er. Fol. 23a, Anm. 148.. Ich suchte jedoch unter all seinen Schülern einen Genossen307Der es ebenfalls von RE. gehört hätte. fand aber keinen; als ich aber vor R. Elie͑zer b. Ja͑qob kam, stimmte er mir bei.", "R. Jehuda sagte: Alles, was einen [Milch]saft hat. R. Joḥanan b.Beroqa sagte: Alles, was ein blasses Aussehen hat. Andere sagen, jedes Bitterkraut müsse einen [Milch]saft und ein blasses Aussehen haben. R. Joḥanan sagte: Aus den Worten von all diesen [Tannaím] ist zu entnehmen, daß das Bitterkraut einen [Milch]saft und ein blasses Aussehen habe. R. Hona sagte: Die Halakha ist wie die Anderen.", "Rabina traf R. Aḥa, den Sohn Rabas, nach Bitterkraut suchen; da sprach er zu ihm: Wohl deshalb, weil dieses bitterer ist, aber unsere Mišna nennt ja Lattich [zuerst]. Ebenso wurde in der Schule Šemuéls Lattich [zuerst] genannt. Ferner sagte R. Oša͑ja, Lattich sei bevorzugter. Ferner sagte Raba: Lattich sei Ḥasa,", "und Ḥasa deshalb, weil der Allbarmherzige uns schont [ḥas]. Ferner sagte R. Šemuél b.Naḥmani im Namen R. Jonathans: Die Miçrijim werden deshalb mit Lattich und Bitterkraut verglichen, um dir zu sagen: wie Lattich zuerst milde und nachher herb ist, ebenso waren die Miçrijim zuerst milde und nachher herb. Dieser erwiderte: Ich trete zurück.", "R. Riḥumi sprach zu Abajje: Woher, daß als Bitterspeise ein Kraut erforderlich ist, vielleicht die Galle eines Kuphja308Name eines Fisches, nach A͑rukh der spanische Thunfisch.!? – Gleich dem Ungesäuerten: wie das Ungesäuerte ein Bodenerzeugnis ist, ebenso muß auch das Bittere ein Bodenerzeugnis sein. – Vielleicht der Oleander? – Es muß dem Ungesäuerten gleichen: wie das Ungesäuerte zu den Saaten gehört, ebenso muß das Bittere zu den Saaten gehören. –", "Vielleicht Harzipho309Nach Raschi eine Art bitterer Samenkörner.? – Es muß dem Ungesäuerten gleichen: wie das Ungesäuerte für Geld vom [zweiten] Zehnten gekauft werden darf, ebenso muß das Bittere für Geld vom [zweiten] Zehnten gekauft werden dürfen.", "Rabba b. R. Ḥanin sprach zu Abajje: Vielleicht ist nur eine Art dieser Bitterkräuter zulässig!? – Es heißt: Bitterkräuter. – Vielleicht nur zwei Arten Bitterkräuter!? – Gleich dem Ungesäuerten: wie das Ungesäuerte aus verschiedenen Arten, ebenso auch das Bitterkraut aus verschiedenen Arten.", "Rabba b. R. Hona sagte im Namen Rabhs: Die Kräuter, von denen die Weisen gesagt haben, man genüge mit ihnen seiner Pflicht am Pesaḥfeste, dürfen sämtlich auf einem Beete gesäet werden. – Demnach hat bei diesen das Gesetz von der Mischfrucht keine Geltung,", "dagegen wandte Raba ein: Lattich mit wildem Lattich, Endivien mit wilden Endivien, Lauch mit wildem Lauch, Koriander mit wildem Koriander, Senf mit ägyptischem Senf, und der ägyptische Kürbis mit dem bitteren Kürbis sind miteinander keine Mischfrucht. Nur Lattich mit wildem Lattich, nicht aber Lattich mit Endivien!?", "Wolltest du sagen, er meine alle zusammen, so sagte ja Rabh, er lehre sie paarweise!? –", "Unter säen, von dem Rabh spricht, ist zu verstehen, man dürfe sie nur nach Vorschrift310In Entfernungen, daß sie nur getrennt ihre Nahrung vom Boden ziehen. säen. – Dies haben wir ja gelernt:" ], [ "Man darf auf einem Beete von sechs zu sechs Handbreiten fünferlei Saaten säen, vier auf den vier Seiten des Beetes und eine in der Mitte!? – Man könnte glauben, nur Saaten, nicht aber Kräuter, so lehrt er uns. –", "Demnach wäre es bei Kräutern strenger als bei Saaten, dagegen aber haben wir gelernt, auf ein [solches] Beet dürfe man nicht verschiedenartige Saaten säen, wohl aber verschiedenartige Kräuter!? – Man könnte glauben, diese Bitterkräuter gehören zu den Saatarten, so lehrt er uns. –", "Wieso zu den Saatarten, unsere Mišna lehrt ja: Kräuter, ebenso lehrte die Schule Bar Qapparas: Kräuter, und ebenso lehrte die Schule Šemuéls: Kräuter!? – Dies ist wegen des Lattichs nötig; da man glauben könnte, für diesen sei mehr Raum erforderlich, weil [der Strunk] später hart wird.", "So sagte auch R. Jose b.R. Ḥanina, für den hartgewordenen Strunk eines Kohlkopfes sei eine Viertelkabfläche erforderlich. Demnach ist für das was später hart wird, mehr Raum erforderlich, ebenso sei auch für diesen mehr Raum erforderlich, so lehrt er uns.", "MIT DIESEN GENÜGT MAN SEINER PFLICHT, EINERLEI OB FRISCH ODER GETROCKNET &C. R. Ḥisda sagte: Dies bezieht sich nur auf den Strunk, mit den Blättern aber nur frisch und nicht getrocknet. –", "Wenn er im Schlußsatze vom Strunke lehrt, so spricht ja demnach der Anfangssatz von den Blättern!? – Dies ist nur eine Erklärung: was gelehrt wird, ob frisch oder getrocknet, gilt nur vom Strunke.", "Man wandte ein: Man genügt seiner Pflicht mit ihnen selbst als auch mit ihrem Strunke, einerlei ob frisch oder getrocknet – so R. Meír. Die Weisen sagen, mit frischen genüge man seiner Pflicht, mit getrockneten genüge man seiner Pflicht nicht. Darin stimmen sie überein, daß man seiner Pflicht genüge mit welken, nicht aber mit eingelegten, gedünsteten oder gekochten.", "Die Regel ist: mit allem, was noch den Geschmack des Bitterkrautes hat, genügt man seiner Pflicht, und mit allem, was nicht mehr den Geschmack des Bitterkrautes hat, genügt man seiner Pflicht nicht!? – Man beziehe es311Daß man mit getrockneten seiner Pflicht genüge. auf den Strunk. Die Rabbanan lehrten: Man genügt seiner Pflicht nicht mit welken; im Namen des R. Elie͑zer b.R. Çadoq sagten sie, man genüge seiner Pflicht auch mit welken.", "Rami b.Ḥama fragte: Genügt man in Jerušalem seiner Pflicht mit Bitterkraut vom zweiten Zehnten? Nach R. A͑qiba ist es nicht fraglich, denn wenn man mit solchem Ungesäuerten seiner Pflicht genügt, wobei [ein Gebot] der Tora zu berücksichtigen ist, um wieviel mehr mit solchem Bitterkraut, wobei nur ein rabbanitisches [Gebot] 312Nach der Tora braucht von diesen Kräutern der Zehnt nicht abgesondert zu werden.zu berücksichtigen ist;", "fraglich ist es nur nach R. Jose dem Galiläer: genügt man seiner Pflicht nur mit solchem Ungesäuerten nicht, wobei [ein Gebot] der Tora zu berücksichtigen ist, wohl aber mit solchem Bitterkraut, wobei nur ein rabbanitisches [Gebot] zu berücksichtigen ist,", "oder aber haben die Rabbanan ihre Verordnungen denen der Tora gleichgestellt? Raba erwiderte: Es leuchtet ein, daß das Ungesäuerte und das Bitterkraut [einander gleichen].", "MAN DARF NICHT KLEIE FÜR DIE HÜHNER EINWEICIIEN, WOHL ABER ABBRÜHEN. EINE FRAU DARF NICHT KLEIE EINWEICHEN, UM IN DIE BADEANSTALT MITZUNEHMEN, WOHL ABER DARF SIE DAMIT TROCKEN DEN LEIB EINREIBEN. MAN DARF [AM PESAḤFESTE] KEINE WEIZENKÖRNER ZERKAUEN UND AUF DIE WUNDE LEGEN, WEIL SIE SAUERN.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Folgende Dinge säuern nicht: das Gebackene, das Gekochte und das mit kochendem Wasser Eingerührte. – Das Gekochte kann ja beim Kochen313Solange das Wasser noch nicht erhitzt ist. Da vom ‘mit kochendem Wasser Eingerührten’ besonders gelehrt wird, so ist wohl unter ‘gekocht’ mit kaltem Wasser zu verstehen.sauern!? R. Papa erwiderte: Er meint es, wenn man das Gebackene kocht.", "Es wird gelehrt: R. Jose b. R. Jehuda sagte: Wenn auf Mehl die Traufe fällt, selbst den ganzen Tag, so sauert es nicht. R. Papa sagte: Dies nur, wenn Tropfen auf Tropfen.", "In der Schule R. Šilas sagten sie: Die Mehlspeise ist erlaubt. – Es wird ja aber gelehrt, die Mehlspeise sei verboten!? – Das ist kein Widerspruch; das eine, aus Öl und Salz bereitet, das andere, aus Wasser und Salz bereitet.", "Mar Zuṭra sagte: Man darf keine gekochte Speise mit Rostmehl mischen, denn es ist vielleicht nicht gut geröstet, und sie könnte sauern. R. Joseph sagte:" ], [ "Man darf nicht zwei Weizenkörner zusammen brühen, denn wenn das eine in der Spalte des anderen sitzen bleibt, kommt der Dampf des Wassers nicht auf alle (vier) Seiten, und es könnte sauern.", "Auch sagte Abajje: Man darf nicht zwei Ähren zusammen rösten, denn die eine könnte das Wasser, das die andere ausstößt, auf saugen und dadurch sauern. Raba sprach zu ihm: Demnach auch eine [nicht], denn die eine Seite könnte [Wasser] ausstoßen und die andere Seite es aufsaugen!? Vielmehr, sagte Raba, es ist Fruchtsaft, und Fruchtsaft säuert nicht.", "Und auch Abajje ist davon abgekommen, denn nichts säuert während der Bewegung. Abajje sagte nämlich, wenn das Röstgefäß [beim Rösten] liegt, seien [die gerösteten Ähren] erlaubt, wenn es steht, seien sie verboten. Raba aber sagte, sie seien erlaubt, auch wenn es steht, denn es314Die beim Erhitzen aus den Körnern ausfließende Feuchtigkeit; wenn das Gefäß liegt, in welchem Falle die Feuchtigkeit abfließt, ist es auch nach A. erlaubt.ist Fruchtsaft, und Fruchtsaft säuert nicht.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf am Pesaḥfeste keine Gerstenkörner anfeuchten, hat man sie angefeuchtet, so sind sie, wenn sie aufplatzen, verboten, und wenn sie nicht aufplatzen, erlaubt.", "R. Jose sagt, man weiche sie315Wenn sie aufdunsen.in Essig ein, und durch den Essig schrumpfen sie zusammen. Šemuél sagte : Die Halakha ist nicht wie R. Jose.", "R. Ḥisda sagte im Namen Mar U͑qabas: Nicht nur, wenn sie tatsächlich aufplatzen, sondern auch wenn sie von selbst auf platzen, falls man sie über der Mündung eines Fasses316Durch den Duft des Weines.hält. Šemuél sagte: Nur wenn sie tatsächlich aufplatzen. Šemuél traf im Dorfe des Bar Ḥašu eine Entscheidung: nur wenn sie tatsächlich aufplatzen.", "Rabba sagte: Ein Mann von Seele317Dh. der Strengfromme.feuchte keine an. – Wieso nur ein Mann von Seele, dies gilt ja auch von jedem anderen, denn es wird gelehrt, man dürfe am Pesaḥfeste keine Gerste anfeuchten!? – Er meint es wie folgt: ein Mann von Seele darf sogar keinen harten Weizen anfeuchten.", "R. Naḥman sprach zu ihm: Wer Abba318Rabba ist eine Verbindung des Namens Abba mit dem Titel Rabh. gehorchen will, mag schimmliges Brot essen. Im Hause R. Honas feuchteten sie an, ebenso auch im Hause des Raba b. Abin. Raba aber sagte, man dürfe nicht anfeuchten. –", "Es wird ja aber gelehrt, man dürfe am Pesaḥfeste keine Gerste anfeuchten; nur keine Gerste, wohl aber Weizen!? – Von diesem ist es selbstverständlich; selbstverständlich [keinen] Weizen, da die Körner Spalten haben und das Wasser eindringt, man könnte aber glauben, Gerste wohl, da die Körner glatt sind, so lehrt er uns.", "Später aber sagte Raba, man dürfe sie wohl anfeuchten, denn es wird gelehrt, daß man seiner Pflicht mit Feinbrot und Schrotbrot genüge, und ohne Anfeuchtung ist kein Feinbrot möglich.", "R. Papa wandte gegen Raba ein: Grobes Mehl oder feines Mehl der Nichtjuden ist, wenn es Dörflinge sind, rein, und wenn es Städter sind, verunreinigungsfähig.", "Das [Mehl] der Dörflinge ist wohl deswegen nicht [verunreinigungsfähig], weil diese es nicht anfeuchten319Speisen werden durch die Befeuchtung für die Unreinheit empfängl., dennoch nennt er es ‘feines Mehl’!? –", "Dies ist auf grobes Mehl zu beziehen. Nachdem dieser fortgegangen war, sprach jener: Ich sollte ja gegen ihn einen Einwand erhoben haben aus der Lehre, die R. Zera im Namen des Rabbab. Jirmeja im Namen Šemuéls lehrte, daß man den Weizen der Speisopfer nicht anfeuchte; dennoch heißt es ‘feines Mehl’.", "Später sagte Raba: Es ist Gebot, [den Weizen] anzufeuchten, denn es heißt:320Ex. 12,17.ihr sollt das Ungesäuerte hüten; welche Behütung, wenn keine Anfeuchtung erforderlich wäre: wenn die Behütung beim Kneten, so ist ja die Behütung beim Kneten bedeutungslos,", "denn R. Hona sagte, daß man mit [Ungesäuertem vom] Teig eines Nichtjuden den Bauch füllen könne, nur müsse man nachher eine Olive Ungesäuertes essen; nur mit dem Stücke nachher, mit dem Vorherigen aber nicht,", "wohl deshalb, weil es nicht behütet wurde. Man könnte es ja vom Backen ab behüten? Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß die Behütung vorher erfolgen muß. –", "Wieso denn, vielleicht ist es da anders, weil es zur Zeit, wo die Behütung beginnen321Sobald man das Wasser auf das Mehl gießt.sollte, nicht behütet worden ist, wenn man es aber behütet zur Zeit, wo die Behütung zu erfolgen hat, ist auch die Behütung beim Kneten gültig!?", "Dennoch trat Raba davon nicht zurück, denn er sagte zu den [Leuten], die die Garben wenden: Wendet sie zum Zwecke des Gebotes322Für das Ungesäuerte.um. Demnach ist die Behütung vom Beginn bis zum Ende erforderlich.", "Für Mar, den Sohn Rabinas," ], [ "behütete es323Das Getreide für das Ungesäuerte.seine Mutter in einem Kahne.", "Einst versank in der Ḥišta324Name eines Flusses; so Raschi. Viell. Binsen- od. Schilfgebüsch.ein Kahn mit Weizen, und Raba erlaubte, [den Weizen] an Nichtjuden zu verkaufen.", "Raba b.Levaj wandte gegen Raba ein: Wenn an einem Gewände Mischgewebe ist325Wörtl. sich verloren hat, dh. nicht zu erkennen., so darf man es weder einem Nichtjuden verkaufen, noch daraus eine Eseldecke machen, wohl aber ein Totengewand.", "Einem Nichtjuden darf man es wohl deshalb nicht verkaufen, weil er es wieder an einen Jisraéliten verkaufen könnte!?", "Hierauf entschied Raba, ihn an Jisraéliten kabweise326An einzelne Käufer.zu verkaufen, damit er noch vor dem Pesaḥfeste aufgebraucht werde.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf am Pesaḥfeste keinen Speisetopf mit Mehlbrei umrühren; will man umrühren, so schütte man zuerst das Mehl hinein und nachher den Essig. Manche sagen, [auch] zuerst den Essig und nachher das Mehl. –", "Wer sind die Manchen?", "R. Ḥisda erwiderte: Es ist R. Jehuda, denn wir haben gelernt: Wenn man327Vor Eintritt des Šabbaths.eine Kasserolle oder einen Topf siedend [vom Feuer] nimmt, so darf man darin kein Gewürz328Da das Gewürz am Šabbath kochen würde.tun, wohl aber darf man es in den Teller oder in die Schüssel tun; R. Jehuda sagt, man dürfe es in alles hineintun, nur nicht, worin Essig und Salz sich befindet329Der Essig fördert also das Kochen.. –", "Sollte er es doch R. Jose addizieren, denn es wird gelehrt, R. Jose sagt, man weiche sie315Wenn sie aufdunsen.in Essig ein, und durch den Essig schrumpfen sie zusammen!? –", "R. Jose ist dieser Ansicht nur in dem Falle, wenn [der Essig] separiert ist, nicht aber, wenn er beigemischt ist.", "U͑la sagte, es sei ob so oder so verboten, denn man pflegt zu sagen: Weiter, weiter, Naziräer, herum, herum, nähere dich dem Weinberge nicht.", "R. Papi erlaubte den Köchen des Exilarchen, den Speisetopf mit Linsenmehl einzurühren. Raba sprach: Wer wird denn so etwas erlauben, wo Dienerschaft vorhanden330Wie im Hause des Exilarchen; sie verfahren dann noch leichtfertiger.ist. Manche sagen, Raba selber habe den Speisetopf mit Linsenmehl eingerührt.", "MAN DARF KEIN MEHL IN SAUERBREI ODER IN SENF TUN, HAT MAN HINEINGETAN, SO ESSE MAN IHN SOFORT; R. MEÍR VERBIETET DIES.", "MAN DARF DAS PESAḤOPFER NICHT IN FLÜSSIGKEITEN UND NICHT IN FRUCHTSAFT KOCHEN, WOHL ABER DARF MAN ES DAMIT [BEIM BRATEN] EINREIBEN ODER [BEIM ESSEN] DARIN EINTUNKEN.", "DAS VOM BÄCKER BENUTZTE WASSER MUSS FORTGEGOSSEN WERDEN, WEIL ES SÄUERT.", "GEMARA. R. Kahana sagte: Der Streit besteht nur über den Senf, wenn aber [Mehl] in Sauerbrei, so ist er nach aller Ansicht sofort zu verbrennen.", "Ebenso wird gelehrt: Man darf kein Mehl in Sauerbrei tun, hat man hineingetan, so ist er sofort zu verbrennen; hat man [Mehl] in Senf getan, so ist er, wie R. Meír sagt, sofort zu verbrennen, und wie die Weisen sagen, sofort zu essen. R. Hona, Sohn des R. Jehuda, sagte im Namen R. Naḥmans im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie die Weisen. R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach zu R. Hona, dem Sohne R. Jehudas:" ], [ "Spricht der Meister vom Sauerbrei oder vom Senf? Dieser erwiderte: In welcher Hinsicht? –", "Hinsichtlich der Erklärung R. Kahanas, denn R. Kahana sagte, der Streit bestehe nur über den Senf, wenn aber in Sauerbrei, stimmen alle überein, daß er sofort zu verbrennen sei.", "Dieser erwiderte: Ich hörte nichts davon. Das heißt nämlich: ich halte nichts davon.", "R. Aši sagte: Die Erklärung R. Kahanas ist einleuchtend, denn Šemuél sagte, die Halakha sei331Beim Einweichen von Gerste in Essig, ob. Fol. 40a.nicht wie R. Jose; doch wohl, weil [der Essig] nicht einschrumpft, demnach säuert er. –", "Nein, vielleicht schrumpft er nicht ein und säuert auch nicht.", "MAN DARF NICHT &C. KOCHEN. Die Rabbanan lehrten : 332Ex. 12,9.Im Wasser, ich weiß es nur vom Wasser, woher dies von anderen Flüssigkeiten?", "Ich will dir sagen, dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn [das Kochen] im Wasser, das keinen Geschmack überträgt, verboten ist, um wieviel mehr in anderen Flüssigkeiten, die ihren Geschmack übertragen.", "Rabbi erklärte: Im Wasser, ich weiß dies nur vom Wasser, woher dies von anderen Flüssigkeiten? Es heißt :332Ex. 12,9.kochend, gekocht, auf jede333Im Texte wird das Verbum (‘kochen’) durch Verbindung des Adjektivs mit dem Pua͑l verstärkt.Weise. –", "Welcher Unterschied besteht zwischen ihnen? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen beim Schmoren334Ohne Wasser; durch einen Schluß vom Leichteren auf das Schwerere ist dieser Fall nicht auszuschließen.. –", "Wofür verwenden die Rabbanan die [Worte] kochend, gekocht? – Sie verwenden es für folgende Lehre: Hat man es zuerst gekocht und nachher gebraten oder zuerst gebraten und nachher gekocht, so ist man schuldig.", "Einleuchtend ist es, daß man schuldig ist, wenn zuerst gekocht und nachher gebraten, denn man hat es gekocht, weshalb aber, wenn zuerst gebraten und nachher gekocht, es wurde ja am Feuer gebraten!?", "R. Kahana erwiderte: Hier ist die Ansicht R. Joses vertreten, denn es wird gelehrt: Man genügt seiner Pflicht [des Ungesäuerten] mit einem eingeweichten oder gekochten Kuchen, wenn er nicht zergangen ist – so R. Meír; R. Jose sagt, man genüge seiner Pflicht mit einem eingeweichten Kuchen, nicht aber mit einem gekochten, auch wenn er nicht zergangen335Das Kochen nach dem Backen gilt als Kochen u. ebenso nach dem Braten. ist.", "U͑la erwiderte: Du kannst auch sagen, hier sei die Ansicht R. Meírs vertreten, denn anders ist es hierbei, wo die Schrift ausdrücklich sagt: kochend, gekocht, auf jede Weise.", "Die Rabbanan lehrten: Man könnte glauben, man sei schuldig, wenn man es [zu stark] geröstet hat, so heißt es:332Ex. 12,9.ihr sollt es nicht halbroh oder im Wasser gekocht essen; halbroh oder im Wasser gekocht habe ich dir verboten, nicht aber [zu stark] geröstet. –", "Wie meint er es? R. Aši erwiderte: Wenn man es versengt hat.", "Die Rabbanan lehrten: Man könnte glauben, man sei schuldig, wenn man ein olivengroßes Stück roh gegessen hat, so heißt es: ihr sollt es nicht halbroh oder gekocht essen, halbroh und gekocht habe ich dir verboten, nicht aber roh.", "Man könnte nun glauben, es sei von vornherein erlaubt, so heißt es :332Ex. 12,9.nur am Feuer gebraten. – Was heißt halbroh? Rabh erwiderte: Was die Perser abarnim nennen.", "R. Ḥisda sagte: Wer am Šabbath im Thermenwasser von Ṭiberias kocht, ist frei; wer das Pesaḥopfer im Thermenwasser von Ṭiberias kocht, ist schuldig.–", "Am Šabbath ist er wohl deshalb nicht [schuldig], weil [die Erhitzung] ein Erzeugnis des Feuers sein muß, was hierbei nicht der Fall ist, ebenso ist es ja auch beim Pesaḥopfer kein Erzeugnis des Feuers!?", "Raba erwiderte: Schuldig, (wovon er spricht) ist er auch nur deshalb, weil er das Gebot, es im Feuer zu braten, übertreten bat.", "R. Ḥija, Sohn des R. Nathan, lehrte die Halakha R. Ḥisdas ausdrücklich in dieser Fassung: R. Ḥisda sagte: Wer am Šabbath im Thermenwasser von Ṭiberias kocht, ist frei; wer das Pesaḥopfer im Thermenwasser von Ṭiberias kocht, ist schuldig, weil er das Gebot, es im Feuer zu braten, übertreten hat.", "Raba sagte: Wer [das Pesaḥopfer] halbroh gegessen hat," ], [ "erhält zweimal Geißelhiebe, wenn gekocht, so erhält er zweimal Geißelhiebe, wenn halbroh und gekocht, so erhält er dreimal Geißelhiebe.", "Abajje aber sagt, wegen des allgemein Verbotenen336Der Ausdruck ‘nur am Feuer gebraten’ schließt ja jede andere Art Zubereitung aus.erhalte man keine Geißelhiebe.", "Manche sagen, er erhalte die Geißelhiebe nicht zweimal337Nur wegen des Essens von Halbrohem od. Gekochtem., wohl aber einmal, und", "manche sagen, auch einmal nicht, weil dieses Verbot338Es anders als gebraten zu essen; cf.Anm. 336.nicht so spezifiziert ist, wie das Verbot des Maulschließens339Des Ochsen beim Dreschen; cf. Dt. 25,4. Dieses Verbot folgt unmittelbar dem Abschnitte von den Geißelhieben..", "Raba sagte [ferner] : Wenn [ein Naziräer] Schlauben [von Weintrauben] ißt, so erhält er zweimal340Außer dem hier genannten ist ihm noch weiter verboten: alles, was von der Weinrebe kommt; cf. Num. 6,4.Geißelhiebe, wenn Kerne, so erhält er zweimal Geißelhiebe, wenn Schlauben und Kerne, so erhält er dreimal Geißelhiebe.", "Abajje aber sagt, wegen des allgemein Verbotenen341Cf. Anm. 336 mut. mut.erhalte man keine Geißelhiebe. Manche sagen, er erhalte die Geißelhiebe nicht zweimal, wohl aber einmal, und manche sagen, auch einmal nicht, weil dieses Verbot nicht so spezifiziert ist, wie das Verbot des Maulschließens.", "Die Rabbanan lehrten: Hat jemand ein olivengroßes Stück [vom Pesaḥopfer] halbroh am [vorangehenden] Tage gegessen, so ist er frei, wenn nach Anbruch der Dunkelheit, so ist er schuldig. Hat jemand ein olivengroßes Stück gebraten am Tage gegessen, so ist er dadurch nicht für die Gesellschaft342Das Pesaḥopfer darf nur mit einer Gesellschaft u. auf einem Platze gegessen werden.unzulässig, wenn ein olivengroßes nach Anbruch der Dunkelheit, so ist er für die Gesellschaft unzulässig.", "Ein Anderes lehrt: Man könnte glauben, wer am [vorangehenden] Tage ein olivengroßes Stück halbroh gegessen hat, sei schuldig, was auch durch einen Schluß zu folgern wäre: wenn man es zur Zeit, wo man es gebraten essen muß, halbroh nicht essen darf, um wieviel weniger darf man es zur Zeit, wo man es auch nicht gebraten zu essen braucht, halbroh essen.", "Oder anders: zur Zeit, wo man es nicht gebraten zu essen braucht, darf man es halbroh nicht essen, zur Zeit, wo man es gebraten essen muß, ist das Essen halbroh nicht verboten.", "Dies braucht dich nicht zu wundern, denn es ist ja aus der Allgemeinheit heraus343Bis zum Abend war es auch gebraten zu essen verboten.[abends] erlaubt worden.", "Daher heißt es: ihr sollt es nicht halbroh oder im Wasser gekocht essen, sondern am Feuer gebraten; es braucht ja nicht gesagt zu werden, daß es am Feuer gebraten sein344Dies wird schon vorher angeordnet.müsse, wozu heißt es dennoch: am Feuer gebraten? Dies besagt, daß man es nur zur Zeit, wo man es gebraten essen muß, halbroh nicht essen darf, und zur Zeit, wo man es gebraten nicht zu essen braucht, ist es halbroh nicht verboten.", "Rabbi sagte: Es könnte ja heißen gekocht, wozu heißt es kochend, gekocht333Im Texte wird das Verbum (‘kochen’) durch Verbindung des Adjektivs mit dem Pua͑l verstärkt.? Man könnte nämlich glauben, nur wenn man es nach Anbruch der Dunkelheit gekocht hat, woher, wenn man es am [vorangehenden] Tage gekocht hat? Es heißt: kochend, gekocht, zu jeder Zeit. –", "Aber aus [den Worten] kochend, gekocht schließt ja Rabbi das Schmoren und das Kochen in anderen Flüssigkeiten345Ob. Fol. 41a.aus!?", "Der Schriftvers könnte ja lauten entweder kochen, kochen oder kochend, kochend, wenn es aber kochend, gekocht heißt, so ist beides zu entnehmen.", "Die Rabbanan lehrten: Hat jemand am [vorangehenden] Tage ein olivengroßes Stück gebraten gegessen, so ist er schuldig, wenn halbroh, nach Anbruch der Dunkelheit, so ist er schuldig. –", "Er lehrt vom Gebratenen gleichlautend wie vom Halbrohen: wie man wegen des Halbrohen ein Verbot übertritt, ebenso übertritt man auch wegen des Gebratenen ein Verbot;", "einleuchtend ist dies nun vom Halbrohen, denn es heißt: ihr sollt es nicht halbroh essen, woher dies aber vom Gebratenen!? –", "Es heißt:346Ex. 12,8.sie sollen in dieser Nacht das Fleisch essen, nur nachts und nicht am Tage. –", "Dies ist ja ein aus einem Gebote gefolgertes Verbot, und das aus einem Gebote gefolgerte Verbot gilt ja als Gebot!?", "R. Ḥisda erwiderte: Hier ist" ], [ "die Ansicht R. Jehudas347Daß ein solches als Verbot gilt.vertreten, denn es wird gelehrt: 348Lev. 22,23.Ein Rind aber oder ein Schaf, [dem ein Glied] gestreckt oder verkrüppelt, darfst du als freiwillige Gabe spenden; ein solches darfst du für den Tempelreparaturfonds349Wofür die freiwilligen Spenden verwendet wurden.bestimmen, nicht aber darfst du fehlerfreie350Die zur Opferung brauchbar sind.für den Tempelreparaturfonds bestimmen. Hieraus folgerten sie, wer fehlerfreie Tiere für den Tempelreparaturfonds bestimmt, übertrete ein Gebot.", "Ich weiß nur, daß er ein Gebot übertritt, woher, daß auch ein Verbot? Es heißt :351Lev. 22,26.und der Herr sprach zu Moše also, dies lehrt, daß das Verbot sich auf den ganzen Abschnitt beziehe – so R. Jehuda.", "Rabbi sprach zu Bar Qappara: Wieso ist dies erwiesen?", "Dieser erwiderte: Lemor [also] heißt lo amar, diese Worte [sind ein Verbot].", "In der Schule Rabhs erklärten sie, lemor heiße lav emor [sage es als Verbot].", "DAS VOM BÄCKER BENUTZTE WASSER &C. Eines lehrt, daß man es in eine abschüssige Stelle gieße, nicht aber in eine Vertiefung, dagegen lehrt ein Anderes, daß man es [auch] in eine Vertiefung gieße!? –", "Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn es viel ist, sodaß es sich ansammelt352Es säuert dann., und das andere, wenn es nicht viel ist, sodaß es sich nicht ansammelt.", "R. Jehuda sagte: Eine Frau darf nur mit übernachtetem353Es muß am vorangehenden Abend geschöpft werden, weil solches in dieser Jahreszeit kälter ist.Wasser kneten.", "R. Mathna trug es in Paponja vor. Am folgenden Tage brachten ihm die Leute ihre Krüge und sprachen zu ihm: Gib354Er trug es hebräisch vor, u. die Leute faßten das W. ) שלנו3. Plur. von לון übernachten) als Pronom. 1. Plur. auf.uns Wasser. Da erwiderte er ihnen: Ich habe übernachtetes Wasser gemeint.", "Raba trug vor: Eine Frau darf nicht vor der Sonne kneten, auch nicht mit an der Sonne gewärmtem Wasser, auch nicht mit Wasser aus einem Wärmkessel; auch darf sie die Hand nicht vom Ofen entfernen, bis das Brot355Das Ungesäuerte; der Teig darf nicht liegen bleiben, damit er nicht zu säuern anfange.fertig ist; ferner muß sie zwei Gefäße haben, eines zum Bestreichen [des Teigs] und eines zum Kühlen der Hände.", "Sie fragten: Wie ist es, wenn sie übertreten und [mit warmem Wasser] geknetet hat? Mar Zuṭra erwiderte, es sei erlaubt, R. Aši erwiderte, es sei verboten.", "Mar Zuṭra sprach: Ich entnehme dies aus folgender Lehre: Man darf am Pesaḥfeste keine Gerstenkörner anfeuchten, hat man sie angefeuchtet, so sind sie, wenn sie aufplatzen, verboten, und wenn sie nicht aufplatzen, erlaubt. —", "Und R. Aši!? —Willst du etwa alles in ein Gewebe zusammenweben!? Wo dies gelehrt worden ist, ist es gelehrt worden, und wo dies nicht gelehrt worden ist, ist es nicht gelehrt worden.", "", "FOLGENDES UNTERLIEGT AM PESAḤFESTE DEM VERBOTE1Es am P. in seiner Behausung zu halten. Wörtl. man übertritt ihrethalben das Verbot; nach anderer Erklärung: ist am P. fortzuschaffen.: BABYLONISCHER QUARKBREI, MEDISCHER MET, EDOMITISCHER2Edom, im T. stets Bezeichnung für Rom. ESSIG, ÄGYPTISCHES BIER, FÄRBERBRÜHE, TEIG DER KÖCHE UND SCHREIBERKLEISTER. ", "R. ELIE͑ZER SAGT, AUCH DIE KOSMETICA DER FRAUEN.", "DIE REGEL IST: ALLES, WAS AUS EINER GETREIDEART [HERGESTELLT] WIRD, UNTERLIEGT DEM VERBOTE. DIESE UNTERLIEGEN DER VERWARNUNG, JEDOCH SIND SIE NICHT MIT DER AUSROTTUNG BELEGT.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Dreierlei ist vom babylonischen Quarkbrei gesagt worden: er verstopft das Herz, er blendet die Augen, und er zehrt den Körper ab.", "Er verstopft das Herz, wegen der Molke; er blendet die Augen, wegen des Salzes; er zehrt den Körper ab, wegen des Schimmels des Brotes3Das in diesem enthalten ist..", "Die Rabbanan lehrten : Drei Dinge mehren den Kot, beugen die Statur und rauben ein Fünfhundertstel vom Augenlichte des Menschen, und zwar: Kleienbrot, frischer Met und rohes Grünkraut.", "Die Rabbanan lehrten : Drei Dinge mindern den Kot, halten die Statur aufrecht und machen die Augen leuchten, und zwar: feines Brot, fettes Fleisch und alter Wein. Feines Brot," ], [ "aus Semmelmehl; fettes Fleisch, von einer Ziege4Nach anderen, Geflügel., die noch nicht geworfen hat; alter Wein, sehr alt.", "Alles, was für dieses zuträglich, ist für jenes abträglich, und was für dieses abträglich, ist für jenes zuträglich; ausgenommen feuchter Ingwer, langer Pfeffer, feines Brot, fettes Fleisch und alter Wein, die für den ganzen Körper zuträglich sind.", "MEDISCHER MET. Weil diesem Gerstensaft beigegeben wird.", "EDOMITISCIIER ESSIG. Weil darin Gerste hineingetan wird.", "R. Naḥman b.Jiçḥaq sagte: Früher, als noch [Wein für] Gußopfer von Judäa geholt wurde, wurde der judäische Wein nicht eher sauer, als bis man Gerste hineintat; diesen nannte man schlechthin Essig.", "Jetzt aber wird der edomitische Wein nicht eher sauer, als bis man Gerste hineintut; diesen nennt man edomitischen Essig. Zur Bestätigung dessen, was [in der Schrift] gesagt wird:5Ez. 26,2.ich werde voll, sie verödet; ist diese voll, so verödet jene, ist jene voll, so verödet diese. R. Naḥman b. Jiçḥaq entnimmt dies aus folgendem : 6Gen. 25,23.Ein Stamm wird dem anderen überlegen sein.", "Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Früher brauchte man, wenn man Essig von einem Manne aus dem gemeinen Volke7Der verdächtig ist, die priesterlichen Abgaben von den Früchten nicht zu entrichten; cf. Ber. Fol. 47b. kaufte, ihn nicht zu verzehnten, weil er sicher nur aus Lauerwein hergestellt wurde; jetzt aber muß man, wenn man Essig von einem Manne aus dem gemeinen Volke kauft, ihn verzehnten, weil er sicher nur aus Wein hergestellt wird. —", "R. Jehuda ist demnach der Ansicht, der Lauerwein sei nicht zu verzehnten, und [dem widersprechend] wird gelehrt, daß, wenn jemand Lauerwein bereitet, er, wenn er das Wasser nach Maß hineingetan und dasselbe Maß gefunden hat, [zehnt]frei und nach R. Jehuda [zehnt] pflichtig sei!? –", "Er meint es wie folgt: Leute aus dem gemeinen Volke sind hinsichtlich des Lauerweines nicht verdächtig8Ihn nicht zu verzehnten, seines geringen Wertes wegen.. Wenn du aber willst, sage ich, sie seien wohl verdächtig, dennoch ist dies kein Widerspruch; eines gilt von [Lauerwein] aus Weinhefe, und eines gilt von solchem aus Traubenkernen.", "ÄGYPTISCHES BIER &C. Woraus besteht das ägyptische Bier?", "R. Joseph lehrte, ein Drittel Gerste, ein Drittel Safflor und ein Drittel Salz.", "R. Papa läßt Gerste fort und nennt Weizen. Als Merkzeichen diene dir [das Wort] Sisani9Korb, Schale; in diesem kommt 2mal der Buchstabe S vor, der sich sowohl im Namen Joseph als auch im W. Gerste befindet..", "Dies wird eingeweicht, geröstet und gemahlen. Man trinkt es vom Pesaḥfeste bis zum Wochenfeste. Wer an Verstopfung leidet, bei dem wirkt es lösend, und wer an Durchfall leidet, bei dem wirkt es verhärtend; für einen Kranken und eine schwangere Frau ist es schädlich.", "FÄRBERBRÜHE &C. Hier erklärten sie: Kleienwasser, womit man Lack10Rieht. לכא, eine rote Farbe, nach der Bezeichnung Mussafias: Schellack. färbt.", "TEIG DER KÖCHE &C. Ein Teig aus Getreide, das ein Drittel [der Reife] nicht erlangt hat, den man über den Topf legt, damit er den Schaum aufsauge.", "SCHREIBERKLEISTER &C. Hier erklärten sie, Schusterleim;", "R. Šimi aus Maḥoza erklärte, eine Paste, die die Töchter der Reichen für die der Armen11Zur Pflege der Haut (hierüber weiter); die Reichen verwenden feines Mehl u. lassen das grobe zurück. Schreiber werden die meist sehr armen Kinderlehrer genannt.zurücklassen. –", "Dem ist ja aber nicht so, R. Ḥija lehrte ja, daß vier12Von den in unserer Mišna auf gezählten Dingen.allgemeine [Genuß]mittel und drei [Gebrauchs]mittel für Handwerker seien; wieso ist dies ein [Gebrauchs]mittel für Handwerker, wenn du erklärst, eine Paste der Töchter der Reichen!? –", "Wenn etwa Schusterleim, so sollte es ja Schusterkleister und nicht Schreiberkleister heißen!? R. Oša͑ja erwiderte: Tatsächlich Schusterleim, nur nennt er es deshalb Schreiberkleister, weil auch Schreiber damit das Papier zusammenkleben.", "R. ELIE͑ZER SAGT, AUCH DIE KOSMETICA DER FRAUEN. Wieso die Kosmetica13Diese bestehen aus pflanzlichen Stoffen u. enthalten kein Mehl.der Frauen!? – Sage vielmehr, die Pasten der Frauen. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs: Wenn die jisraélitischen Töchter" ], [ "vorzeitig entwickelt14Cf. Sab. Fol. 80b, Anm. 56.sind, so bestreicht man sie, wenn sie arm sind, mit Kalk, wenn sie reich sind, mit feinem Mehl, und Fürstentöchter mit Myrrhenöl, wie es heißt :15Est. 2,12.sechs Monate mit Myrrhenöl.", "Was ist Myrrhenöl? R. Honab. Jirmeja erwiderte: Stakte16Cf. Sab. Fol. 80b, Anm. 56.. R. Jirmejab. Abba erwiderte: öl aus Oliven, die noch kein Drittel [der Reife] erlangt haben.", "Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Omphakinon17Cf. ib. Anm. 59.ist ein Öl aus Oliven, die noch kein Drittel der Reife erlangt haben. – Weshalb schmiert man sich damit? – Weil es das Haar entfernt und die Haut geschmeidig macht.", "DIE REGEL IST: ALLES, WAS AUS EINER GETREIDEART [HERGESTELLT] WIRD. Es wird gelehrt: R. Jehošua͑ sagte: Wozu zählten die Weisen alle diese Dinge besonders auf, wo wir doch gelernt haben, alles, was aus einer Getreideart [hergestellt] wird, unterliege am Pesaḥfeste dem Verbote? Damit man in diesen und in ihren Namen kundig sei.", "So kam einst jemand aus dem Westen nach Babylonien und hatte Fleisch bei sich. Als er bat, ihm etwas zum Essen zu reichen, hörte er, wie jene sagten: Reicht ihm Kuttaḥ [Quarkbrei]. Als er aber [das Wort] Kuttaḥ hörte, nahm er Abstand18Er war in der Zubereitung kundig u. wußte, daß dieser Milch enthalte..", "DIESE UNTERLIEGEN DER VERWARNUNG.", "Wer ist der Autor, welcher lehrt, daß absolutes Gesäuertes aus Getreide auch beigemischt19Wie dies bei den in der Mišna aufgezählten Genußmitteln der Fall ist.und entwestes20Wörtl. verhärtetes; eine Masse, die zwar aus Getreide hergestellt, jedoch kein genießbares Gesäuertes ist, wie Kleister udgl.separiert mit einem Verbote belegt sei?", "R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Es ist R. Meír, denn es wird gelehrt: Gärender Teig21Teig, der zwar aufgegangen ist, jed. noch nicht gesäuert hat; cf. infra Fol. 48b.ist zu verbrennen, man gebe ihn seinem Hunde; wer ihn ißt, erhält die vierzig [Geißelhiebe].", "Dies widerspricht sich ja selbst: zuerst heißt es, gärender Teig sei zu verbrennen, demnach ist die Nutznießung verboten, und darauf heißt es, daß man ihn seinem Hunde gebe, wonach die Nutznießung erlaubt ist!?", "Vielmehr meint er es wie folgt: gärender Teig ist zu verbrennen, nämlich der des R. Meír22Der von ihm als solcher bezeichnete; cf. infra Fol. 48b.nach R. Meír, und der des R. Jehuda22Der von ihm als solcher bezeichnete; cf. infra Fol. 48b. nach R. Jehuda; man gebe ihn seinem Hunde, nämlich den des R. Meír nach R. Jehuda.", "Wer ihn ißt, erhält die vierzig [Geißelhiebe], dies nach R. Meír.", "Hieraus, daß nach R. Meír das separierte entweste Gesäuerte mit einem Verbote belegt ist, und um so mehr das beigemischte absolute Gesäuerte aus Getreide.", "R. Naḥman erwiderte: Es ist R. Elie͑zer, denn es wird gelehrt: Absolutes Gesäuertes aus Getreide ist mit der Ausrottung belegt, das beigemischte mit einem Verbote — so R. Elie͑zer; die Weisen sagen, absolutes Gesäuertes sei mit der Ausrottung belegt und beigemischtes mit nichts. Wenn R. Elie͑zer der Ansicht ist, beigemischtes absolutes Gesäuertes sei mit einem Verbote belegt, so gilt dasselbe von entwestem separiert. —", "Weshalb sagt R. Naḥman nicht wie R. Jehuda? —", "Er kann dir erwidern: vielleicht ist R. Meír dieser Ansicht nur bei entwestem Gesäuerten separiert, nicht aber bei beigemischtem absolutem Gesäuerten aus Getreide. –", "Weshalb sagt R. Jehuda nicht wie R. Naḥman? –", "Er kann dir erwidern: vielleicht ist R. Elie͑zer dieser Ansicht nur bei beigemischtem absolutem Gesäuerten aus Getreide, nicht aber bei entwestem separiert.", "Übereinstimmend mit R. Jehuda wird gelehrt : 23Ex. 12,20.Ihr dürft nicht Gesäuertes essen, dies schließt babylonischen Quark, modischen Met, edomitischen Essig und ägyptisches Bier ein. Man könnte glauben, diese seien auch mit der Ausrottung belegt, so heißt es:24Ib. V. 15.denn jeder, der Gesäuertes ißt, soll ausgerottet werden, nur das separierte absolute Gesäuerte aus Getreide ist mit der Ausrottung belegt, das beigemischte aber nur mit einem Verbote.", "Derjenige, welcher sagt, das beigemischte mit einem Verbote, ist ja R. Elie͑zer, und vom entwesten separiert lehrt er es nicht. Schließe hieraus, daß dies nach R. Elie͑zer vom entwesten nicht gilt. —", "R. Elie͑zer entnimmt also das Verbot des beigemischten aus dem Verse: ihr dürft nichts Gesäuertes essen,", "somit sollte dies auch mit der Ausrottung belegt sein, denn es heißt : 25Ib. V. 19.denn jeder, der Gesäuertes ißt, soll ausgerottet werden!? –", "Dies ist wegen der folgenden Lehre nötig: Gesäuertes, ich weiß dies nur von dem Falle, wenn es von selbst gesauert hat, woher dies von dem Falle, wenn durch etwas anderes? Es heißt: nichts Gesäuertes &c. soll ausgerottet werden. —", "Demnach könnte ja auch der wegen des Verbotes [angezogene Schriftvers] darauf hinweisen!? –", "R. Elie͑zer folgert dies vielmehr aus [dem Worte] nichts. —", "Auch bei der Ausrottung heißt es ja nichts26Im Texte wird an beiden Stellen dieselbe Partikel (כל alles) gebraucht in der Übersetzung muß sie natürl. affirmativ mit jedes und negativ mit nichts wiedergegeben werden.!? — Da schließt es die Frauen ein. —", "Hinsichtlich der Frauen ist es ja aber aus einer Lehre R. Jehudas im Namen Rabhs zu entnehmen!? R. Jehuda lehrte nämlich im Namen Rabhs, und ebenso wurde es in der Schule R. Jišma͑éls gelehrt: Die Schrift sagt: 27Num. 5,6.wenn ein Mann oder ein Weib irgend eine Sünde der Menschen begeht; die Schrift hat damit die Frau hinsichtlich aller Strafgesetze der Tora dem Manne gleichgestellt. —", "Es ist dennoch nötig;" ], [ "da es heißt :28Dt. 16,3.du darfst dazu nichts Gesäuertes essen, sieben Tage sollst du dazu Ungesäuertes essen, so könnte man glauben, nur derjenige dürfe kein Gesäuertes essen, der Ungesäuertes zu essen verpflichtet ist, Frauen aber, die Ungesäuertes zu essen nicht verpflichtet sind, da dies ein von einer bestimmten Zeit abhängiges Gebot29Zu solchen sind Frauen nicht verpflichtet; cf. Qid. Fol. 29b.ist, dürfen auch Gesäuertes essen, so lehrt er uns. –", "Jetzt nun, wo [Frauen] hinsichtlich des Nichtessens von Gesäuertem einbegriffen sind, sind sie auch hinsichtlich des Essens von Ungesäuertem einbegriffen. Dies nach einer Lehre R. Elea͑zars, denn R. Elea͑zar sagte: Frauen sind nach der Tora Ungesäuertes zu essen verpflichtet, denn es heißt: du darfst nichts Gesäuertes dazu essen &c.; wer kein Gesäuertes essen darf, muß auch Ungesäuertes essen, und da Frauen kein Gesäuertes essen dürfen, so sind sie auch Ungesäuertes zu essen verpflichtet. —", "Was veranlaßt dich, durch [das Wort] nichts Frauen einzuschließen und Beigemischtes auszuschließen, vielleicht schließt dies Beigemischtes ein!? —", "Es ist einleuchtend, daß [die Schrift], wenn sie von Essenden spricht, Essende einschließt, wieso aber sollte sie, wenn sie von Essenden spricht, Eßbares einschließen!?", "R. Nathan, der Vater des R. Hona b.R. Nathan, wandte ein: Schließt sie denn, wenn sie von Essenden spricht, nicht Eßbares ein, es wird ja gelehrt :30Lev. 7,25.Denn jeder, der Talg von irgend einem Tiere ißt, [das dargebracht wird]; ich weiß dies nur vom Talg fehlerfreier [Tiere], die zur Darbringung geeignet sind, woher dies vom Talg fehlerbehafteter Tiere? Es heißt: von einem Tiere. Woher dies vom Talg profaner [Tiere]? Es heißt: denn jeder. Hier spricht sie also vom Essenden und schließt Eßbares ein!? –", "Da, wo Essende [einzuschließen] nicht nötig31Den Verboten sind ja Frauen ohnehin unterworfen.ist, schließt sie Eßbares ein, hierbei aber, wo Essende [einzuschließen] nötig32Da, wie oben dargelegt, man folgern könnte, Frauen unterliegen dem Verbote des Gesäuerten am Pesaḥfeste nicht.ist, wird sie nicht [die Einschließung] der Essenden unterlassen und Eßbares einschließen. —", "Woher wissen die Rabbanan, nach denen man wegen des Beigemischten nichts übertritt, die also [das Wort] jeder nicht auslegen, dies von den Frauen!? —", "Jeder legen sie nicht aus, denn jeder legen sie aus. —", "Nach R. Elie͑zer könnte man ja auslegen: jeder schließe Frauen ein, denn jeder schließe das Beigemischte ein!?", "Wolltest du erwidern, R. Elie͑zer lege auch [die Worte] denn jeder nicht aus, so wird ja gelehrt:33Lev. 2, 11. Sauerteig sollt ihr nicht aufräuchern; ich weiß dies vom Ganzen, woher dies von einem Teile34Des zur Aufräucherung erforderlichen Quantums.? Es heißt: allen. Woher dies vom Beigemischten? Es heißt denn allen. Derjenige, der [das Wort] nichts auslegt, ist ja R. Elie͑zer, und er legt auch denn allen aus!? —", "Ein Einwand.", "R. Abahu sagte im Namen R. Joḥanans: Bei allen in der Tora verbotenen Dingen35Die an sich zum Essen verboten sind, bezw. an Tagen, an denen das Essen verboten ist.wird das Erlaubte nicht mit dem Verbotenen vereinigt36Zum strafbaren Quantum einer Olive., ausgenommen die dem Naziräer verbotenen Dinge, denn die Tora sagt: 37Num. 6,3.Aufgeweichtes38Was im Weine, wird damit zum strafbaren Quantum vereinigt..", "Zee͑ri sagte, auch beim Verbote, Sauerteig aufzuräuchern39Auf dem Altar; wird diesem anderer Teig zugesetzt, so wird er zum verbotenen Quantum ergänzt.. —", "Wohl nach R. Elie͑zer, der [das Wort] allen auslegt,", "demnach sollte dies" ], [ "auch beim Gesäuerten am Pesaḥfeste gelten!? —", "Freilich, dem ist auch so, nur schließt dies die Lehre Abajjes aus; dieser sagt, es gebe eine Aufräucherung bei einem Quantum unter einer Olive, so lehrt er uns, daß es keine Aufräucherung bei einem Quantum unter einer Olive gebe.", "R. Dimi saß und trug diese Lehre vor, da sprach Abajje zu ihm: Wird denn bei allen anderen in der Tora verbotenen Gegenständen nicht das Erlaubte mit dem Verbotenen vereinigt,", "wir haben ja gelernt: Wenn der Brei von Hebe und der Knoblauch und das Öl profan sind, und einer, der am selben Tage untergetaucht39Wegen levitischer Unreinheit, der erst nach Sonnenuntergang Reinheit erlangt.ist, einen Teil berührt, so hat er alles untauglich gemacht; wenn aber der Brei profan und der Knoblauch und das Öl von Hebe sind, und einer, der am selben Tage untergetaucht ist, einen Teil berührt, so hat er nur die berührte Stelle untauglich gemacht.", "Und auf unseren Einwand, weshalb denn die berührte Stelle untauglich sei, die Zutaten sollten sich ja in der Masse verlieren, erwiderte Rabba b. Bar Ḥana, aus dem Grunde, weil ein Gemeiner wegen [des Quantums] einer Olive Geißelhiebe erhält. Doch wohl deshalb, weil das Erlaubte mit dem Verbotenen vereinigt40Zum Quantum einer Olive.wird!? —", "Nein, unter Olive ist zu verstehen, wenn in einem Peras, das er ißt, eine Oliver41Von den verbotenen Bestandteilen.enthalten ist42Wenn jemand verbotene Speisen, od. an Tagen, an denen das Essen verboten ist, nach u. nach minimale Quanten ißt, so werden sie zur Olivengröße vereinigt, falls sie zusammen in einer Zeit gegessen werden, während welcher man ein Peras essen kann..–", "Ist denn [die Norm] von der Olive während der Dauer des Essens eines Peras aus der Tora43Er lehrt, daß ein Gemeiner dieserhalb Geißelhiebe erhalte.!? Dieser erwiderte: Freilich. —", "Wieso streiten demnach die Rabbanan gegen R. Elie͑zer über den babylonischen Quarkbrei44Cf. supra Fol. 43a.!? —", "Wieso streiten, auch wenn aus dem Grunde, weil das Erlaubte mit dem Verbotenen vereinigt wird, die Rabbanan gegen R. Elie͑zer über den babylonischen Quarkbrei!? Laß vielmehr den babylonischen Quarkbrei, von dem man während der Dauer des Essens eines Peras keine Olive ißt. Wenn man ihn allein schlürft, so ist ja dies gegenüber dem Brauche aller anderen Menschen bedeutungslos45Er ist sehr scharf u. nur als Zukost zu genießen., und wenn man ihn [auf Brot] streicht, so ißt man davon, während der Dauer des Essens eines Peras keine Olive.", "Er wandte ferner gegen ihn ein: Wenn vor zwei Töpfen, einer Profanes und einer Hebe enthaltend, zwei Gewürzmörser sich befinden, einer Profanes und einer Hebe enthaltend, und [Gewürze] aus diesen in jene gekommen sind, so sind sie erlaubt, denn man nehme an, die Hebe sei in die Hebe und das Profane in das Profane gekommen.", "Wieso nehme man an, die Hebe sei &c., wenn du sagst, [die Norm von] einer Olive während der Dauer des Essens eines Peras sei aus der Tora!? Dieser erwiderte: Laß die Hebe vom Gewürze, die nur rabbanitisch [zu entrichten] ist.", "Er wandte ferner gegen ihn ein: Wenn vor zwei Körben, einer Profanes und einer Hebe enthaltend, zwei Seá sich befinden, eine Profanes und eine Hebe enthaltend, und [Früchte] aus diesen in jene gekommen sind, so sind sie erlaubt, denn man nehme an, das Profane sei in das Profane und die Hebe in die Hebe gekommen. Wieso nehme man dies an, wenn du sagst, [die Norm von] einer Olive während der Dauer des Essens eines Peras sei aus der Tora!?", "Dieser erwiderte: Laß die Hebe in der Jetztzeit, die nur rabbanitisch [zu entrichten] ist.", "Ist denn [das Wort] Aufgeweichtes hierfür zu verwenden, es ist ja für folgende Lehre nötig!? Aufgeweichtes," ], [ "dies besagt, daß der Geschmack der Sache46Wenn die verbotene Sache aus der Speise entfernt wurde, jed. den Geschmack hinterlassen hat.gleiche. Wenn nämlich [ein Naziräer] Weintrauben in Wasser eingeweicht und es einen Weingeschmack erhalten hat, so ist er47Wenn er es trinkt; cf.Num. 6,3. schuldig.", "Hieraus kannst du auf die ganze Tora schließen: wenn beim Naziräer, bei dem das Verbot kein dauerndes ist, es sich auf die Nutznießung nicht erstreckt und aufgelöst werden kann, der Geschmack der Sache gleicht, um wieviel mehr gleicht der Geschmack der Sache bei der Mischsaat, bei der das Verbot ein dauerndes ist, sich auch auf die Nutznießung erstreckt und nicht aufgelöst werden kann.", "In zwei Hinsichten gilt dies auch vom Ungeweihten48Dieses Verbot (cf. Lev. 19,23) erstreckt sich auch auf die Nutznießung u. kann auch nicht aufgelöst werden, jedoch ist es kein dauerndes, da die Früchte vom 4. Jahre an erlaubt sind.. —", "Hier ist die Ansicht der Rabbanan vertreten, während R. Joḥanan49Der das Wort ‘Aufgeweichtes’ für jene Lehre verwendet.es nach R. A͑qiba lehrte. —", "Nach welcher Lehre R. A͑qibas, wollte man sagen, der folgenden Mišna: R. A͑qiba sagt, ein Naziräer sei schuldig, auch wenn er sein Brot nur in Wein ein weicht und zusammen ein olivengroßes Quantum vorhanden ist, so ist es ja nicht erwiesen, daß er Brot und Wein zusammen meint, vielleicht Wein allein50Der im Brote verteilte Wein muß zusammen das Quantum einer Olive haben..", "Und wolltest du erwidern, vom Weine allein brauchte dies nicht gesagt zu werden, so lehrt er uns: obgleich [der Wein] nur in einer Mischung enthalten ist!? —", "Vielmehr, nach der Lehre R. A͑qibas in folgender Barajtha: R. A͑qiba sagt, wenn ein Naziräer sein Brot in Wein einweicht und ein olivengroßes Quantum Brot und Wein zusammen ißt, sei er schuldig. —", "Woher entnimmt R. A͑qiba, daß der Geschmack der Sache gleiche!? — Er folgert dies [vom Verbote] des Fleisches mit Milch51Diese dürfen nicht zusammen gegessen werden, was aus Ex. 23,19 gefolgert wird.: hierbei wird ja nur ein Geschmack übertragen, und es ist verboten, ebenso auch anderweitig. —", "Und die Rabbanan!? — [Vom Verbote] des Fleisches mit Milch ist nichts zu folgern, weil dies ein Novum ist. —", "Wieso ist dies ein Novum, wollte man sagen, weil das eine besonders und das andere besonders erlaubt, beides zusammen aber verboten ist, so verhält es sich ja bei der Mischung52Von Saaten, Stoffen od. Tieren; cf. Lev. 19,19.ebenso: jedes besonders ist erlaubt, zusammen aber sind sie verboten!? –", "Vielmehr: läßt man [Fleisch] den ganzen Tag in Milch weichen, so ist es53Nach der Tora; rabbanitisch sind sie sogar unmittelbar hintereinander verboten.erlaubt, kocht man sie, so ist es verboten. –", "Und R. A͑qiba, [das Verbot] von Fleisch mit Milch ist ja tatsächlich ein Novum!? —", "Vielmehr, er folgert es von der Reinigung54Das im Texte gebrauchte Wort bedeutet die radikale Reinigung: durch Ausbrennen, Scheuern udgl.; cf. Num. 31,23.nichtjüdischer [Gefäße]: bei diesen wird ja nur ein Geschmack, übertragen, und sie sind verboten, ebenso auch anderweitig. —", "Und die Rabbanan!? — Auch die Reinigung von nichtjüdischen [Gefäßen] ist ein Novum: sonst ist es, wenn der Geschmack verschlechternd wirkt, erlaubt, was wir vom [Genüsse] des Aases55Es ist nach Dt. 14,21 einem Fremdling zu schenken, muß also genießbar sein.folgern, hierbei aber ist es verboten. —", "Und R. A͑qiba!? — Dies ist nach R. Çija, dem Sohne R. Honas, zu erklären, welcher sagt, die Tora habe nur einen am selben Tage benutzten Topf verboten, in welchem Falle der Geschmack nicht verschlechternd wirkt. —", "Und die Rabbanan!? — Auch bei einem am selben Tage benutzten Topfe ist es nicht anders möglich, als daß er ein wenig verschlechternd wirkt.", "R. Aḥa, der Sohn R. Ivjas, sprach zu R. Aši: Aus der Lehre der Rabbanan sollte man ja auf die des R. A͑qiba schließen: Die Rabbanan sagen, [das Wort] Aufgeweichtes deute darauf, daß [hierbei] der Geschmack der Sache gleiche, und hiervon wird dies hinsichtlich aller in der Tora verbotenen [Speisen] gefolgert, ebenso sollte auch nach R. A͑qiba, nach dem [das Wort] Aufgeweichtes darauf deutet, daß das [hierbei] Erlaubte mit dem Verbotenen [zur Olivengröße] vereinigt werde, hiervon hinsichtlich aller in der Tora verbotenen [Speisen] gefolgert werden56Während R. Joḥanan (ob. Fol. 43b) entgegengesetzt lehrt.!?", "Dieser erwiderte:" ], [ "Vom Naziräer und vom Sündopfer lehren zwei Schriftverse dasselbe, [und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren,] so ist von diesen nichts zu entnehmen. –", "Vom Naziräer, wie wir eben gesagt haben, welches Bewenden hat es mit dem Sündopfer? — Es wird gelehrt :57Lev. 6,20.Alles, was mit dem Fleische in Berührung kommt, ist heilig &c.; man könnte glauben, auch wenn es nichts eingesogen hat, so heißt es: mit dem Fleische, nur wenn es vom Fleische eingesogen hat.", "Ist heilig, es gleicht diesem: ist [das Fleisch] untauglich, so wird dieses ebenfalls untauglich, ist es tauglich, so muß es nach Vorschrift des Strengeren gegessen werden58Wenn Fleisch vom Heilsopfer mit solchem vom Sündopfer in Berührung kommt, so darf es gleich diesem nur einen Tag u. nur innerhalb des Tempelhofes gegessen werden. Das Erlaubte wird also mit dem Verbotenen vereinigt.. –", "Und die Rabbanan, vom Naziräer und vom Sündopfer lehren ja zwei Schriftverse dasselbe, wonach aus diesen nichts zu entnehmen ist!? –", "Sie können dir erwidern: beide sind nötig. –", "Und R. A͑qiba!? – Wieso sind sie beide nötig: allerdings könnte man, wenn es der Allbarmherzige nur beim Sündopfer geschrieben hätte, es nicht hinsichtlich des Naziräers folgern, weil nicht von Heiligem auf das Profane zu schließen ist, aber der Allbarmherzige sollte es nur beim Naziräer geschrieben haben, und man würde es hinsichtlich des Sündopfers gefolgert haben, da vom Naziräer hinsichtlich aller in der Tora verbotenen [Speisen] gefolgert wird!? –", "Und die Rabbanan!? – Sie können dir erwidern: beide sind nötig. Beim Sündopfer [lehrt dies], daß das Erlaubte mit dem Verbotenen vereinigt werde, und man schließe nicht vom Heiligen auf das Profane, und [der Vers] Aufgeweichtes lehrt, daß der Geschmack der Sache gleiche, und hiervon ist es auf alle in der Tora [verbotenen Speisen] zu folgern. –", "Und R. A͑qiba!? – Beide lehren, daß das Erlaubte mit dem Verbotenen vereinigt werde, somit lehren zwei Schriftverse dasselbe, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist aus diesen nichts zu entnehmen.", "R. Aši sprach zu R. Kahana: Es wird gelehrt:59Num. 6, 4.Was aus dem Weinstocke bereitet wird, weder Kerne noch Schlauben, dies lehrt, daß die dem Naziräer verbotenen [Genußmittel] miteinander vereinigt werden. Wenn nun nach R. A͑qiba Verbotenes und Erlaubtes vereinigt werden, um wieviel mehr Verbotenes mit Verbotenem!?", "Dieser erwiderte: Verbotenes mit Erlaubtem nur zusammen, Verbotenes mit Verbotenem auch nacheinander.", "DEN TEIG IN DEN RITZEN EINER MULDE MUSS MAN, WENN SICH EIN OLIVEN-GROSSES QUANTUM AN EINER STELLE BEFINDET, FORTSCHAFFEN, WENN ABER NICHT, SO VERLIERT ER SICH DURCH SEINE GERINGFÜGIGKEIT.", "DASSELBE GILT AUCH HINSICHTLICH DER UNREINHEIT. NIMMT MAN DARAN ANSTOSS, SO BILDET ER EINE TRENNUNG60Beim Untertauchen; keine Stelle darf vom Wasser unberührt bleiben., WÜNSCHT MAN, DASS ER ERHALTEN BLEIBE, SO GLEICHT ER DER MULDE. DER VERTROCKNETE61Wörtl. der scherbige, der scherbenharte; von dem man nicht weiß, ob er gesäuert hat. Nach and. Erkl. der taube Teig, dh. dem man seine Eigenheit nicht ansieht.TEIG IST, WENN EIN IHM GLEICHER VORHANDEN IST, DER GESÄUERT HAT, VERBOTEN.", "GEMARA. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Dies nur, wenn an einer Stelle, wo er nicht zur Dichtung62Dh. zur Dichtung der Mulde, damit das Wasser nicht durchfließe.dient, wenn aber an einer Stelle, wo er zur Dichtung dient, so braucht man ihn nicht fortzuschaffen.", "Demnach braucht man weniger als Olivengröße nicht fortzuschaffen, auch wenn an einer Stelle, wo er nicht zur Dichtung dient.", "Manche beziehen dies auf den Schlußsatz: wenn aber nicht, so verliert er sich durch seine Geringfügigkeit. Hierzu sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls: Dies nur, wenn an einer Stelle, wo er zur Dichtung dient, wenn aber an einer Stelle, wo er nicht zur Dichtung dient, so muß man ihn fortschaffen. Demnach muß man ihn in Olivengröße fortschaffen, auch wenn an einer Stelle, wo er zur Dichtung dient.", "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit der ersten Fassung, und es gibt eine Lehre übereinstimmend mit der zweiten Fassung. Übereinstimmend mit der ersten Fassung wird gelehrt: Der Teig in den Ritzen einer Mulde bildet, wenn an einer Stelle, wo er zur Dichtung dient, keine Trennung, auch übertritt man dessentwegen nicht das Verbot63Wenn es sich um Gesäuertes am Pesaḥfeste handelt.; wenn aber an einer Stelle, wo er nicht zur Dichtung dient, so bildet er eine Trennung, auch Übertritt man dessentwegen das Verbot. Dies nur, wenn in Olivengröße, wenn aber weniger als Olivengröße, so bildet er auch an einer Stelle, wo er nicht zur Dichtung dient, keine Trennung, auch übertritt man dessentwegen nicht das Verbot.", "Übereinstimmend mit der zweiten Fassung wird gelehrt: Der Teig in den Ritzen einer Mulde bildet, wenn an einer Stelle, wo er zur Dichtung dient," ], [ "keine Trennung, auch übertritt man dessentwegen nicht das Verbot; wenn aber an einer Stelle, wo er nicht zur Dichtung dient, so bildet er eine Trennung, auch übertritt man dessentwegen das Verbot. Dies nur, wenn weniger als Olivengröße, wenn aber in Olivengröße, so bildet er auch an einer Stelle, wo er zur Dichtung dient, eine Trennung, auch übertritt man dessentwegen das Verbot. –", "[Die Lehren] widersprechen ja einander!? R. Hona erwiderte: Streiche die erleichternde wegen der erschwerenden.", "R. Joseph erwiderte: Willst du etwa [streitende] Tannaím aus der Welt schaffen!? Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: Schimmliges Brot muß man fortschaffen, weil es noch zum Zerreiben und damit viele andere Teige zu säuern verwendbar ist.", "R. Šimo͑n b.Elea͑zar sagte: Dies nur, wenn es zum Essen bestimmt ist, wenn es aber ein zum Sitzen bestimmter Teigklumpen ist, so verliert er seine Eigenheit64Er ist nicht mehr Teig, sondern ein Sitz. Hier handelt es sich um ein Quantum größer als eine Olive.. Wenn nun R,.Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, er verliere seine Eigenheit, so ist demnach der erste Tanna der Ansicht, daß er seine Eigenheit nicht verliere. Ein olivengroßes Quantum verliert somit nicht seine Eigenheit, auch wenn man es aufgibt.", "Abajje sprach zu ihm: Du hast es allerdings hinsichtlich des olivengroßen Quantums erklärt, hast du es etwa hinsichtlich eines Quantums weniger als eine Olive erklärt65Hinsichtlich eines solchen Quantums besteht noch der Widerspruch.!? Vielmehr, vertreten beide Lehren die Ansicht des R. Šimo͑n b. Elea͑zar, dennoch besteht hier kein Widerspruch, denn eines gilt von einer beim Kneten benutzten Stelle, und eines gilt von einer beim Kneten nicht benutzten Stelle66Die 1. Lehre versteht ‘nicht zur Dichtung dienen’, eine Stelle, die kein Wasser zu fassen braucht, die Wände; die 2. Lehre versteht darunter eine Stelle, die beim Kneten überhaupt nicht benutzt wird, den Rand; ‘zur Dichtung dienen’ der 2. Lehre u. ‘nicht zur Dichtung dienen’ der 1. Lehre decken sich also..", "R. Aši sprach: Man sage nicht, nur die Rückseite der Mulde heiße eine Stelle, die beim Kneten nicht benutzt wird, sondern auch der Rand derselben. –", "Selbstverständlich!? – Man könnte dies glauben, weil [der Teig] zuweilen bis dahin hochsteigt, so lehrt er uns.", "R. Naḥman sagte im Namen Rabhs: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Elea͑zar. –", "Dem ist ja aber nicht so, R. Jiçḥaq b.Aši sagte im Namen Rabhs, daß, wenn man [den Teigklumpen] mit Lehm bestreicht, er seine Eigenheit verliere; nur wenn man ihn bestreicht, sonst aber nicht!? –", "Wer das eine lehrte, lehrte das andere nicht.", "Manche lesen: R. Naḥman sagte im Namen Rabhs: Die Halakha ist nicht wie R. Šimo͑n b.Elea͑zar, denn R. Jiçḥaq b. Aši sagte im Namen Rabhs, daß, wenn man [den Teigklumpen] mit Lehm bestreicht, er seine Eigenheit verliere &c.", "R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls: Wenn zwei Stücke in der Größe von je einer halben Olive durch einen Teigfaden [verbunden] sind, so richte man sich danach: würden sie beim Aufnehmen des Teigfadens an diesem hängen bleiben, so muß man sie fortschaffen, wenn aber nicht, so braucht man sie nicht fortzuschaffen.", "U͑la sagte: Dies nur, wenn in einer Mulde, wenn in der Wohnung, so muß man sie fortschaffen. –", "Weshalb? – Wenn man fegt, können sie aneinander kommen.", "U͑la sagte: Im Westen fragten sie, wie es denn sei, wenn sie sich in Stube und Söller, in Stube und Vorhalle oder in zwei Stuben, eine hinter der anderen, befinden?", "Dies bleibt unentschieden.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn Brot schimmlig und für Menschen ungenießbar geworden ist, ein Hund aber es essen kann, so ist es in Eigröße als Speise verunreinigungsfähig, auch darf es am Pesaḥfeste [als Hebe zusammen] mit unreiner verbrannt werden. Im Namen R. Nathans sagten sie, es sei nicht verunreinigungsfähig.", "Unsere Lehre, daß sie nämlich beim Reinheitsgesetze eine Regel gesagt haben, was als Speise für Menschen bestimmt ist, sei so lange verunreinigungsfähig, bis auch ein Hund es nicht mehr ißt, vertritt also nicht die Ansicht R. Nathans.", "Die Rabbanan lehrten: Das Mehl in einem Gerbertrog muß man, wenn man es innerhalb drei Tagen hineingetan hat, fortschaffen, wenn vor drei Tagen, so braucht man es nicht fortzuschaffen. R. Nathan sagte: Dies nur, wenn man darin noch keine Häute eingeweicht hat, hat man aber darin bereits Häute eingeweicht, so braucht man es nicht fortzuschaffen, auch wenn innerhalb drei Tagen.", "Raba sagte: Die Halakha ist wie R. Nathan: auch wenn innerhalb eines Tages oder auch nur einer Stunde.", "DASSELBE GILT AUCH HINSICHTLICH DER UNREINHEIT &C.", "Ist es denn gleich: da hängt es von der Größe ab, hierbei hängt es von der Anstoßnahme ab!?", "R. Jehuda erwiderte: Lies: anders verhält es sich bei der Unreinheit.", "Abajje sprach zu ihm: Es heißt ja aber: dasselbe gilt auch hinsichtlich der Unreinheit!? Vielmehr, erklärte Abajje, meint er es wie folgt: dies gilt auch" ], [ "hinsichtlich der Vereinigung bei der Unreinheit am Pesaḥfeste, an den übrigen Tagen des Jahres aber ist zu unterscheiden67Ob man daran Anstoß nimmt oder nicht.. –", "In welchem Falle?–Wenn Speisen weniger als in Eigröße mit dem Teig in Berührung kommen; am Pesaḥfeste, an dem er durch das Verbot Bedeutung hat, werden sie vereinigt, an den übrigen Tagen des Jahres kommt es auf die Anstoßnahme an: nimmt man daran Anstoß, so werden sie vereinigt, wünscht man, daß er erhalten bleibe, so gleicht er der Mulde.", "Raba wandte ein: Spricht er denn von der Vereinigung, er spricht ja von der Trennung!? Vielmehr, erklärte Raba, dasselbe gilt auch von der Reinigung einer Mulde. –", "In welchem Falle? – Wenn die Mulde unrein ist und man sie untertauchen will; am Pesaḥfeste, an dem er durch das Verbot Bedeutung hat, bildet er eine Trennung, und das Untertauchen ist ungültig, an den übrigen Tagen des Jahres kommt es auf die Anstoßnahme an: nimmt man daran Anstoß, so bildet er eine Trennung, wünscht man, daß er erhalten bleibe, so gleicht er der Mulde.", "R. Papa wandte ein: Lehrt er denn, dasselbe gelte auch hinsichtlich der Reinheit, er lehrt ja: auch hinsichtlich der Unreinheit? Vielmehr, erklärte R. Papa, dasselbe gilt auch hinsichtlich der Übertragung der Unreinheit auf die Mulde. –", "In welchem Falle? – Wenn ein Kriechtier den Teig berührt hat; am Pesaḥfeste, an dem er durch das Verbot Bedeutung hat, bildet er eine Trennung68Zwischen dem Kriechtiere u. der Mulde., und die Unreinheit wird nicht übertragen, an den übrigen Tagen des Jahres kommt es auf die Anstoßnähme an: nimmt man daran Anstoß, so bildet er eine Trennung, wünscht man, daß er erhalten bleibe, so gleicht er der Mulde.", "DER VERTROCKNETE TEIG IST, WENN EIN IHM GLEICHER &C.", "Wie ist es, wenn kein ihm gleicher vorhanden ist? R. Abahu erwiderte im Namen des R. Šimo͑n b. Laqiš: [Wenn er solange gelegen hat,] als man von der Nunjaburg nach Ṭiberias geht, ein Mil. –", "Sollte er doch sagen: ein Mil!? – Er lehrt uns folgendes: ein Mil ist soviel, wie von der Nunjaburg bis Ṭiberias.", "R. Abahu sagte im Namen des R. Šimo͑n b.Laqiš: Zum Kneten69Wenn man für jemand Teig unter Beobachtung der Reinheitsgesetze knetet u. das Gefäß untertauchen muß., zum Gebete70Wenn man sich auf der Reise befindet u. in der Nähe kein Bethaus hat; nach anderer Erkl. Wasser zum Händewaschen braucht.und zum Händewaschen71Vor der Mahlzeit. [gehe man] vier Mil72Wenn in dieser Entfernung Wasser zu haben ist..", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach: Dies sagte Ajbu; er sagte es von vier Dingen, und eines von ihnen ist das Gerben. Wir haben nämlich gelernt: Diese73Häute, die levitisch unrein sind.alle sind rein, wenn man sie gegerbt, oder wenn man genügend zur Gerbung darauf getreten hat, ausgenommen die Menschenhaut. Was heißt genügend zur Gerbung? R. Inja erwiderte im Namen R. Jannajs: Als man vier Mil geht.", "R. Jose b.R. Ḥanina sagte: Dies nur vorwärts, zurück aber braucht man nicht einmal ein Mil umzukehren. R. Aḥa sagte: Hieraus, daß man nur ein Mil nicht umzukehren braucht, weniger als ein Mil aber muß man umkehren.", "WIE SONDERE MAN AM FESTE DIE TEIGHEBE IN UNREINHEIT74Wenn der Teig unrein geworden ist. Backen darf man sie nicht, da der Priester sie nicht essen darf, verbrennen ebenfalls nicht, da man Geheiligtes am Feste nicht verbrennen darf, auch liegen lassen kann man sie nicht, da sie sauern würde.AB?", "R. ELIE͑ZER SAGT, MAN BESTIMME SIE ERST NACH DEM BACKEN. BEN BETHERA SAGT, MAN LEGE SIE IN KALTES75Um das Gären zu verhindern.. R. JEHOŠUA͑ SAGT, \n" ], [ "DIES SEI ÜBERHAUPT KEIN GESÄUERTES, WORAUF DAS VERBOT ‘NICHT ZU SEHEN UND NICHT ZU FINDEN’ ZU BEZIEHEN76Weil es nicht sein unbeschränktes Eigentum ist, da der Priester daran Anteil hat.IST; MAN SONDERE SIE VIELMEHR AB UND LASSE SIE BIS ZUM ABEND LIEGEN, UND WENN SIE SÄUERT, SO IST NICHTS DABEI.", "GEMARA. Es wäre anzunehmen, daß sie über den Dank77Die Teighebe repräsentiert für den Inhaber nur einen Dank, den er dafür vom Priester zu gewärtigen hat.streiten. R. Elie͑zer ist der Ansicht, der Dank habe einen Geldwert, und R. Jehošua͑ ist der Ansicht, der Dank habe keinen Geldwert. –", "Nein, alle sind der Ansicht, der Dank habe keinen Geldwert, und sie streiten über die Eventualität: R. Elie͑zer ist der Ansicht, wir sagen, wenn er um die Auflösung [seiner Bestimmung] nachsucht, ist es eventuell sein Eigentum, und R. Jehošua͑ ist der Ansicht, man berücksichtige die Eventualität nicht.", "Es wurde gelehrt: Wer am Feste für den Alltag78Nur für diesen.bäckt, erhält, wie R. Ḥisda sagt, Geißelhiebe, und wie Rabba sagt, keine Geißelhiebe.", "R. Ḥisda sagt, er erhalte Geißelhiebe, denn wir sagen nicht, wenn er Besuch bekommt, kann er eventuell [das Gebäck am Feste] verwenden, und Rabba sagt, er erhalte keine Geißelhiebe, denn man berücksichtige die Eventualität.", "Rabba sprach zu R. Ḥisda: Wieso darf man nach deiner Ansicht, daß man die Eventualität nicht berücksichtige, am Feste für den Šabbath backen!? Dieser erwiderte: Auf Grund des Speisen-E͑rubs. –", "Erlauben wir denn wegen des Speisen-E͑rubs ein Verbot der Tora!? Dieser erwiderte: Nach der Tora dürfen alle Bedürfnisse des Šabbaths am Feste verrichtet werden, nur haben es die Rabbanan verboten, mit Rücksicht darauf, man könnte sagen, man dürfe am Feste auch für den Alltag backen; da ihn nun die Rabbanan zum Speisen-E͑rub verpflichtet haben, so merkt man es.", "Er wandte gegen ihn ein: Man darf79Am Feste, wenn dies nur deshalb geschieht, damit es nicht verende.kein in Gefahr schwebendes Tier schlachten, es sei denn, daß man noch während des Tages von diesem ein olivengroßes Stück gebraten essen kann. Essen kann, auch wenn man es nicht zum Essen braucht. Einleuchtend ist es nach meiner Ansicht, daß man die Eventualität berücksichtige, daß man es schlachten darf, da man, wenn man es will, davon essen kann, wieso aber darf man es schlachten nach deiner Ansicht, daß man die Eventualität nicht berücksichtige!?", "Dieser erwiderte: Wegen des Geldschadens. – Erlauben wir denn wegen des Geldschadens ein Verbot der Tora!?", "Dieser erwiderte: Freilich, wegen des Geldschadens, entschließt man sich, davon ein olivengroßes Stück80Auch gezwungen, obgleich man es nicht braucht.zu essen, und ohne Schlachten ist kein olivengroßes Stück möglich.", "Er wandte ferner gegen ihn ein: Das Schaubrot" ], [ "wird am neunten, am zehnten und am elften [Tage]81Nach dem Backen; am Šabbath einer jeden Woche wurden frische Brote niedergelegt.gegessen, weder früher noch später. Und zwar: gewöhnlich am neunten, denn es wird am Vorabend des Šabbaths gebacken und am Šabbath gegessen, also am neunten; fällt ein Fest auf den Vorabend des Šabbaths, so wird es am Šabbath, also am zehnten gegessen; wenn aber die zwei Tage des Neujahrsfestes [vorangehen], so wird es ebenfalls am Šabbath, also am elften gegessen; [das Backen] desselben verdrängt nämlich weder den Šabbath noch das Fest. Weshalb verdrängt es nicht das Fest, wenn du sagst, die Bedürfnisse des Šabbaths dürfen am Feste verrichtet werden!?", "Dieser erwiderte: Wegen eines naheliegenden Falles haben sie dies82Eigentl. das [rabb.] Gebot des Feierns, dh. es zu übertreten. erlaubt, und wegen eines weitliegenden Falles83Was für den unmittelbar folgenden Šabbath nötig ist, darf besorgt werden, das Schaubrot aber wurde erst am nächstfolgenden Šabbath gegessen.haben sie dies nicht erlaubt. –", "Wie ist es aber nach R. Šimo͑n b. Gamliél zu erklären, der im Namen R. Šimo͑ns, des Sohnes des Priesterpräses, sagte, es verdränge das Fest, nur nicht den Fasttag84Den Versöhnungstag; nur wenn dieser auf den Freitag fällt, ist das Brot am Tage vorher zu backen.!? –", "Darin streiten sie eben: einer ist der Ansicht, wegen eines naheliegenden Falles haben sie dies erlaubt, und wegen eines weitliegenden Falles haben sie dies nicht erlaubt, und einer ist der Ansicht, sie haben dies auch wegen eines weitliegenden Falles erlaubt.", "R. Mari wandte ein: Die zwei Brote85Die am Wochenfeste darzubringen sind; cf. Lev. 23,17.werden weder früher als am zweiten noch später als am dritten [Tage] gegessen. Und zwar: werden sie am Vorabend des Festes gebacken, so werden sie am Feste, also am zweiten gegessen; fällt das Fest auf einen Sonntag, so werden sie am Feste, also am dritten gegessen; [das Backen] derselben verdrängt nämlich weder den Šabbath noch das Fest. Wenn du sagst, die Bedürfnisse des Šabbaths dürfen am Feste verrichtet werden, so sollte doch, wenn die des Šabbaths am Feste erlaubt sind, um so mehr die des Festes am Feste erlaubt sein!? –", "Anders ist es da; die Schrift sagt für euch, nur für euch, nicht aber für Gott. –", "Wie ist es nach R. Šimo͑n b. Gamliél zu erklären, der im Namen R. Šimo͑ns, des Sohnes des Priesterpräses, sagte, es verdränge das Fest, nur nicht den Fasttag!? – Er ist der Ansicht Abba Šaúls, der erklärte: für euch, nur für euch, nicht aber für Nichtjuden.", "R. Ḥisda sandte durch R. Aḥab. R. Hona an Rabba [folgenden Einwand] : Berücksichtigen wir denn die Eventualität, wir haben ja gelernt: Mancher pflügt ein Beet und ist dieserhalb wegen Übertretung von acht Verboten schuldig:" ], [ "wenn ein priesterlicher Naziräer im Siebentjahre am Feste auf einem unreinen Platze Mischsaat (im Weinberge) säend mit Ochs und Esel des Heiligtums861. ein Priester darf keinen unreinen Platz betreten; 2. ein Naziräer darf keinen unreinen Platz betreten; 3. das Pflügen ist im Siebentjahr verboten; 4. am Feste ist die Arbeit verboten; 5. das Säen von Mischsaat ist verboten; 6. man darf nicht mit Ochs und Esel zusammenpflügen; 7. u. 8. Tiere, die für den Altar (der Ochs) oder für den Reparaturfonds des Tempels (der Esel) bestimmt sind, dürfen nicht zur Arbeit verwendet werden.pflügt. Wenn du sagst, man berücksichtige die Eventualität, so sollte er doch wegen des Pflügens [am Feste] nicht schuldig sein, da er [die Erde] zum Zudecken des Blutes von geschlachtetem Geflügel verwenden kann!?", "R. Papa b. Šemuél erwiderte: Dies gilt von weichen Steinen. –", "Solche kann man ja zerstoßen!? – Ist denn das Zerstoßen am Feste erlaubt!? – Man kann sie ja wie unbeabsichtigt87Cf. Sab. Fol. 40b, Anm. 46.zerstoßen!? – Wenn es ein harter Felsen ist. –", "Ist denn ein harter Felsen zum Säen geeignet!? – Wenn der Boden oben felsig und unten locker ist. – So sollte es wegen der lockeren Erde [erlaubt] sein!? –", "Vielmehr, erklärte Mar b. R. Aši, dies gilt von einem Lehmboden. – Ist denn ein Lehmboden zum Säen geeignet!? – Wenn er schlammig ist.", "Abajje wandte gegen ihn ein: Wer am Feste die Spannader mit Milch kocht und sie ißt, erhält fünffach Geißelhiebe: Geißelhiebe wegen des Kochens der Spannader88Da der Genuß der S. verboten ist, so ist diese Arbeit unnötig u. infolgedessen strafbar.[am Feste], Geißelhiebe wegen des Essens der Spannader, Geißelhiebe wegen des Kochens von Fleisch mit Milch, Geißelhiebe wegen des Essens von Fleisch mit Milch und Geißelhiebe wegen des Feueranzündens88Da der Genuß der S. verboten ist, so ist diese Arbeit unnötig u. infolgedessen strafbar.. Wenn du sagst, man berücksichtige die Eventualität, so sollte er doch wegen des Feueranzündens nicht schuldig sein, da er es anderweitig gebrauchen kann!?", "Dieser erwiderte: Man lasse das Feueranzünden fort und zähle statt dessen [den Genuß] der Spannader eines Aases89Wenn es sich um ein solches handelt. mit. –", "R. Ḥija lehrte ja aber, daß er zweifache Geißelhiebe wegen des Essens und dreifache wegen des Kochens erhalte, und nach [dieser Erklärung] müßte er ja die dreifachen wegen des Essens erhalten!? –", "Vielmehr, man lasse das Feueranzünden fort und zähle statt dessen [die Benutzung] von abgesondertem90Das vor dem Feste nicht vorrätig war; cf. Sab. Fol. 43b, Anm. 78.Holze mit. –", "Ist denn das Verbot des Abgesonderten aus der Tora!? Dieser erwiderte: Freilich; es heißt:91Ex. 16,5.am sechsten Tage sollen sie zubereiten, was sie heimbringen, und das Verbot ist hieraus zu entnehmen: 92Ib. 20,10.du sollst keinerlei Arbeit verrichten.", "Jener entgegnete: Du selbst sagtest ja, du habest R. Ḥisda gefragt, manche lesen: R. Hona gefragt, wie es denn sei, wenn man am Feste ein Schaf vom Anger93Das also als ‘Abgesondertes’ gilt u. am Feste verboten ist.holt und es als beständiges Opfer schlachtet,", "und er habe erwidert: 94Ez. 45,15.Lamm, kein Erstgeborenes95Unter Lamm sind Männchen u. Weibchen zu verstehen, während als Erstgeborenes (cf. Ex. 13,12ff.) nur ein Männchen brauchbar ist.;", "eines, kein verzehntetes96Um ein solches absondern zu können, müssen es 10 sein.;", "vom Schafe, kein halberwachsenes97Im 13. Monat; im ersten Jahre ist es als Lamm (כבש), vom 14. Monat ab als Widder ( איל) zur Opferung brauchbar, nicht aber während des 13. Monats.;" ], [ "von je zweihundert, vom Zweihundertfachen, das in der Kufe98Wenn sich im Weine 1/<sub>200</sub> Verbotenes befindet, ist er für das Gußopfer brauchbar.zurückbleibt. Hieraus, daß das Ungeweihte im Zweihundertfachen aufgeht.", "Von den Getränken Jisraéls, nur von solchen, die Jisraéliten erlaubt sind. Hieraus folgerten sie, daß man kein Gußopfer vom Unverzehnteten bringe.", "Man könnte glauben, man dürfe es auch vom Abgesonderten nicht bringen, so folgere man: wie das Unverzehntete, weil es an sich verboten ist, ebenso alles andere, was an sich verboten ist, ausgenommen das Abgesonderte, das nicht an sich, sondern wegen anderer Umstände verboten ist. Wenn du sagst, das Abgesonderte sei nach der Tora verboten, so ist es ja einerlei, ob die Sache an sich oder wegen anderer Umstände verboten ist!?", "Ferner bist du es ja selbst, der sagt, eine Teilung der Arbeiten99Wegen des Kochens am Feste u. der Benutzung von abgesondertem Holze erhält man demnach nur einmal Geißelhiebe.gebe es nur am Šabbath und nicht am Feste!? –", "Vielmehr, man lasse das Feueranzünden fort und zähle [die Benutzung] von Ašeraholz mit, und das Verbot ist hieraus zu entnehmen:100Dt. 13,18.nichts soll vom Gebannten an deiner Hand kleben bleiben.", "R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu Abajje: Er sollte doch Geißelhiebe erhalten auch wegen [des Verbotes]:101Ib. 7,26.du sollst keinen Greuel in dein Haus bringen!? –", "Vielmehr, man lasse das Feueranzünden fort und zähle [das Verbrennen] von geheiligtem Holze mit, und das Verbot ist hieraus zu entnehmen:102Ib. 12,3.verbrennet ihre Ašera;103Ib.V. 4.ihr dürft nicht mit dem Herrn, euerem Gott, ebenso verfahren,", "Rami b.Ḥama sagte: R. Ḥisda und Rabba führen denselben Streit wie R. Elie͑zer104In unserer Mišna, ob. Fol. 46b.und R. Jehošua͑; R. Elie͑zer ist nämlich der Ansicht, man berücksichtige die Eventualität, und R. Jehošua͑ ist der Ansicht, man berücksichtige die Eventualität nicht.", "R. Papa entgegnete: Vielleicht ist [dem nicht so] ; R. Elie͑zer ist nur da der Ansicht, daß man die Eventualität berücksichtige, weil jedes Brot, wenn man es in den Ofen schiebt, für ihn selbst verwendbar ist, hierbei aber, wo es nicht für ihn selbst, sondern nur für Gäste verwendbar ist, ist er ebenfalls der Ansicht, daß man die Eventualität nicht berücksichtige.", "R. Šiša, Sohn des R. Idi, entgegnete: Vielleicht ist dem nicht so; R. Jehošua͑ ist nur da der Ansicht, daß man die Eventualität nicht berücksichtige, weil darunter sich ein [Brot] befindet, das weder für ihn selbst noch für Gäste verwendbar ist, hierbei aber, wo es immerhin für Gäste verwendbar ist, ist er ebenfalls der Ansicht, daß man die Eventualität berücksichtige.", "[Die Jünger] unterbreiteten dies R. Jirmeja und R. Zera; R. Jirmeja stimmte dem zu, R. Zera aber stimmte dem nicht zu. Da sprach R. Jirmeja zu R. Zera: Seit Jahren war es uns fraglich, worin denn der Streit zwischen R. Elie͑zer und R. Jehošua͑ bestehe, und wo es uns nun im Namen eines bedeutenden Mannes erklärt wird, sollten wir dem nicht zustimmen!?", "Dieser erwiderte: Wie sollte ich dem zustimmen, wo wir doch gelernt haben: R. Jehošua͑ sprach zu ihm: Nach deiner Ansicht übertritt er ja [das Verbot] :105Ex. 20,10.du sollst keinerlei Arbeit verrichten, und er schwieg dazu. Wenn dem so106Daß ihr Streit in der Berücksichtigung einer Eventualität bestehe.wäre, so sollte er ihm erwidert haben, er berücksichtige die Eventualität!?", "Jener entgegnete: In einer Barajtha wird gelehrt: R. Elie͑zer erwiderte ihm: Nach deiner Ansicht Übertritt er ja das Verbot ‘nicht zu sehen und nicht zu finden’, und dieser schwieg dazu. Willst du etwa nach deiner Auffassung behaupten, dieser habe nichts erwidert, wo er ihm ja in unserer Mišna erwidert hat!? Wir haben nämlich gelernt: Die sei kein Gesäuertes, worauf das Verbot ‘nicht zu sehen und nicht zu finden’ zu beziehen ist. Vielmehr schwieg er in der Barajtha107Die Barajtha berichtet nichts von seiner Erwiderung.und erwiderte ihm in unserer Mišna, ebenso schwieg jener vielleicht in der Barajtha und erwiderte ihm in einer Mekhilta108Benennung mancher in Umlauf befindlicher Lehren aus der tannaitischen Zeit, die in den Mišnakanon nicht aufgenommen worden sind. Diesen Namen führt hauptsächlich ein (aus solchen Lehren zusammengesetzter) halakhischer Kommentar zum Buche Exodus. Die etymolog. Ableitung von כול, messen (מכילתא Maß, Norm) ist nicht befriedigend; wahrscheinl. identisch mit מכילתא. Buchrolle, dem auch die Bezeichnung ספרא u. ספרי für die gleichen Kommentare zu den übrigen Büchern des Pentateuchs entsprechen. Der Wechsel von ähnlich lautenden Buchstaben, wie ב u. פ, כ u. ,נ im Volksmunde der talmudischen Zeit ist bekannt..", "Es wird gelehrt: Rabbi sagte, die Halakha sei wie R. Elie͑zer, und R. Jiçḥaq sagte, die Halakha sei wie Ben Bethera. –", "Welches Quantum darf 109Bei der Bereitung des Ungesäuerten; ein großes Quantum kann während der Bereitung säuern.der Teig haben? R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b.Beroqa, sagt, zwei Kab Weizen oder drei Kab Gerste; R. Nathan sagt im Namen R. Elie͑zers, entgegengesetzt. –", "Es wird ja aber gelehrt, R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b.Beroqa, sagt, drei Kab Weizen oder vier Kab Gerste!? – Das ist kein Einwand; dies gilt von minderwertigen110Die weniger Teig ergeben., und jenes gilt von guten.", "R. Papa sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß die Differenz zwischen minderwertigem und gutem Weizen größer ist als die Differenz zwischen minderwertiger und guter Gerste, denn bei jenem beträgt sie ein Drittel, bei dieser aber ein Viertel.", "Rabh sagte: Am Pesaḥfeste [knete man nicht mehr als] einen maglonischen Kab; das gleiche [Quantum ist auch pflichtig] zur Teighebe. – Wir haben ja aber gelernt," ], [ "etwas mehr als fünf Viertellog sei zur Teighebe pflichtig!? – Er meint es wie folgt, der maglonische Kab habe ebenfalls dieses Quantum.", "R. Joseph sagte: Unsere Frauen pflegen am Pesaḥfeste kapizweise111Cf. Sab. Fol. 103a, Anm. 4.zu backen. Abajje sprach zu ihm: Du glaubst also, dies sei erschwerend, diese Erschwerung hat aber eine Erleichterung zur Folge, denn dadurch entzieht man [den Teig] der Pflicht der Teighebe.", "Jener erwiderte: Sie verfahren nach R. Elie͑zer, denn es wird gelehrt, R. Elie͑zer sagt, wenn man Brote aus dem Ofen nimmt und sie in den Korb legt, vereinige sie der Korb zur Pflicht der Teighebe, und hierzu sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie R. Elie͑zer.", "Dieser entgegnete: Hierzu wurde ja gelehrt: R. Jehošua͑ b. Levi sagte, dies lehrten sie nur von den babylonischen Broten, die aneinander kleben, nicht aber von Knusperchen!? – Hierzu wurde aber gelehrt, R. Ḥanina sagte, dies gelte auch von Knusperchen.", "R. Jirmeja fragte: Wie ist es, wenn man sie auf eine Platte ohne Rand legt: ist112Zur Vereinigung der Brote zur Teighebe.das Innere des Gefäßes erforderlich, das diese nicht hat, oder ist der Luftraum des Gefäßes erforderlich, den auch diese hat? – Dies bleibt unentschieden.", "Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagt, der Korb vereinige sie; R. Jehošua͑ sagt, der Ofen vereinige sie; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, die babylonischen Brote, die aneinander kleben, werden vereinigt.", "R.GAMLIÉL SAGT, DREI FRAUEN DÜRFEN GLEICHZEITIG KNETEN UND HINTEREINANDER IN EINEM OFEN BACKEN.", "DIE WEISEN SAGEN, DREI FRAUEN DÜRFEN SICH ZUSAMMEN MIT EINEM TEIG BEFASSEN: EINE KNETE, EINE RICHTE [DIE BROTE] HER UND EINE BACKE.", "R. A͑QIBA SAGT, NICHT ALLE FRAUEN, NICHT ALLE HOLZARTEN UND NICHT ALLE ÖFEN GLEICHEN EINANDER; DIE REGEL IST: GÄRT [DER TEIG], SO KLATSCHE SIE IHN MIT KALTEM.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten : Während die [erste] Knetende [das Ungesäuerte] formt, knete die andere; während die [erste] Formende bäckt, forme die andere und knete die dritte; während die [erste] Backende knetet, backe die andere und forme die dritte, und so gehe es um die Reihe. So lange sie sich mit dem Teig befassen, kommt er nicht zum Säuern.", "R. A͑QIBA SAGT, NICHT ALLE FRAUEN &C. Es wird gelehrt: R. A͑qiba sagte: Ich unterbreitete R. Gamliél folgendes: Möge uns der Meister lehren, ob er hurtige oder nicht hurtige Frauen, feuchtes oder trockenes Holz, einen warmen oder einen kalten Ofen meine? Er erwiderte mir: Du hast dich nur an das zu halten, was die Weisen lehren: Die Regel ist: gärt [der Teig], so klatsche sie ihn mit Kaltem.", "GÄRENDER TEIG IST ZU VERBRENNEN, UND WER IHN ISST, IST FREI; RISSIGER IST ZU VERBRENNEN, UND WER IHN ISST, MACHT SICH DER AUSROTTUNGSSTRAFE SCHULDIG.", "WELCHER HEISST GÄRENDER? WENN [DIE RISSE] DEN FÜHLHÖRNERN DER HEUSCHRECKEN ÄHNLICH113Im ersten Stadium des Gärens, wo der Teig noch nicht säuert.SIND ; WELCHER HEISST RISSIG? WENN DIE RISSE SCHON INEINANDERLAUFEN – so R. JEHUDA. DIE WEISEN SAGEN, WEGEN DES EINEN UND DES ANDEREN MACHE SICH, WER IHN ISST, DER AUSROTTUNGSSTRAFE SCHULDIG; GÄRENDER IST VIELMEHR [DER TEIG], DESSEN AUSSEHEN BLASS IST, WIE DAS EINES MENSCHEN, DESSEN HAARE SICH VOR SCHRECK STRÄUBEN.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten : Welcher heißt gärender Teig? Dessen Aussehen blaß ist, wie das eines Menschen, dessen Haare sich [vor Schreck] sträuben. Rissig? Den Fühlhörnern der Heuschrecken ähnlich – so R. Meír. Die Weisen sagen, gärender heiße er, wenn [die Risse] den Fühlhörnern der Heuschrecken ähnlich sind, rissig heiße er, wenn die Risse ineinanderlaufen; wegen des einen und des anderen mache sich, wer ihn ißt, der Ausrottungsstrafe schuldig. –", "Wir haben ja aber gelernt, gärender Teig sei zu verbrennen, und wer ihn ißt, sei frei – so R. Jehuda!? – Sage vielmehr: nach R. Meír mache sich wegen des einen114Nach der Erklärung RJ.s.und des anderen, wer ihn ißt, der Ausrottungsstrafe schuldig.", "Raba sagte: Was ist der Grund R. Meírs? Du hast keinen Riß oben, der nicht mehrere Risse unten hätte." ], [ "FÄLLT DER VIERZEHNTE [NISAN] AUF EINEN ŠABBATH, SO SCHAFFE MAN ALLES VOR DEM ŠABBATH FORTSO R. MEÍR; DIE WEISEN SAGEN, ERST ZUR ZEIT; R. ELEÂ͑ZAR B. ÇADOQ SAGT, HEBE VOR DEM ŠABBATH, PROFANES ZUR ZEIT.", "GEMARA. Es wird gelehrt: R. Elea͑zar b. Çadoq erzählte: Einst feierte mein Vater den Šabbath, auf den der vierzehnte fiel, in Jabne; da kam Zonin, ein Beamter R. Gamliéls, und sprach: Es ist Zeit, das Gesäuerte fortzuschaffen. Ich begleitete dann meinen Vater, und wir schafften das Gesäuerte fort.", "WER DAS PESAḤOPFER SCHLACHTEN, SEINEN SOHN BESCHNEIDEN ODER ZUM VERLOBUNGSMAHLE IM HAUSE SEINES SCHWIEGERVATERS GEHT UND SICH ERINNERT, DASS ER ZUHAUSE GESÄUERTES HAT, MUSS, FALLS ER UMKEHREN, [DAS GESÄUERTE] FORTSCHAFFEN UND AUCH DAS GEBOT AUSÜBEN KANN, UMKEHREN UND [DAS GESÄUERTE] FORTSCHAFFEN, WENN ABER NICHT, SO GEBE ER ES IN SEINEM HERZEN AUF.", "[GEHT ER] HILFE LEISTEN VOR NICHTJUDEN, [DER ÜBERSCHWEMMUNG] EINES FLUSSES, STRASSENRÄUBERN, FEUERSBRUNST ODER EINSTURZ, SO GEBE ER ES IN SEINEM HERZEN AUF ; WENN ABER BELIEBIG EINEN PLATZ FÜR DEN ŠABBATH115Cf. Er. Fol. 49b.IN BESITZ ZU NEHMEN, SO KEHRE ER SOFORT UM.", "viii DESGLEICHEN MUSS, WER JERUŠALEM VERLASSEN HAT UND SICH ERINNERT, DASS ER HEILIGES FLEISCH BEI SICH HAT, FALLS ER ÇOPHIM116Ortschaft in der Nähe Jerušalems. VORÜBER IST, ES AN ORT UND STELLE VERBRENNEN, WENN ABER NICHT, UMKEHREN UND ES VOR DER TEMPELHALLE MIT DEM HOLZE DES ALTARS117Eigentl. der Holzstoß, sc. der für den Altar bestimmt ist.VERBRENNEN.", "BEI WELCHEM QUANTUM MUSS MAN UMKEHREN? R. MEÍR SAGT, WEGEN DES EINEN UND DES ANDEREN BEI EIGRÖSSE; R. JEHUDA SAGT, IN DIESEM UND IN JENEM FALLE BEI OLIVENGRÖSSE; DIE WEISEN SAGEN, WEGEN DES HEILIGEN FLEISCHES BEI OLIVENGRÖSSE, WEGEN DES GESÄUERTEN BEI EIGRÖSSE.", "GEMARA. Ich will auf einen Widerspruch hin weisen: Wer zum Verlobungsmahle im Hause seines Schwiegervaters oder beliebig einen Platz für den Šabbath in Besitz zu nehmen geht, kehre sofort um!?", "R. Joḥanan erwiderte: Das ist kein Widerspruch; eines nach R. Jehuda und eines nach R. Jose. Es wird nämlich gelehrt: Das Verlobungsmahl ist Freigestelltes – so R. Jehuda; R. Jose sagt, ein Gebot. Jetzt aber, wo", "R. Ḥisda erklärt hat, der Streit bestehe nur über das zweite Mahl, während das erste nach aller Ansicht Gebot sei, kannst du auch sagen, beides nach R. Jehuda, dennoch besteht kein Widerspruch, denn eines gilt vom ersten Mahle, und eines gilt vom zweiten Mahle.", "Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Ich hörte es118Daß dieses Festmahl Gebot sei.nur vom Verlobungsmahle, nicht aber vom Geschenkmahle119Das 2. Mahl, das dem Verlobungsmahle (eigentl. Hochzeitsmahl) folgt, an dem der Bräutigam der Braut die Hochzeitsgeschenke überreichen läßt.. R. Jose entgegnete ihm: Ich hörte es sowohl vom Verlobungsmahle als auch vom Geschenkmahle.", "Es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagte: Ein Schriftgelehrter darf von keinein [Hochzeits] mahle genießen, das nicht gottgefällig ist. –", "Welches zum Beispiel? R. Joḥanan erwiderte: Die Tochter eines Priesters mit einem Jisraéliten, oder die Tochter eines Schriftgelehrten mit einem Manne aus dem gemeinen120Die Heirat zwischen solchen gilt als Mesalliance.Volke. R. Joḥanan sagte nämlich: Wenn die Tochter eines Priesters einem Jisraéliten [angetraut wird], so führt diese Verbindung nicht zum Guten. –", "Wieso? R. Ḥisda erwiderte: Entweder wird sie Witwe oder Geschiedene, oder sie hat keine Kinder. In einer Barajtha wird gelehrt: Entweder er begräbt sie oder sie ihn, oder sie bringt ihn zur Armut. –", "Dem ist ja aber nicht so, R. Joḥanan sagte ja, wer reich werden will, schließe sich den Kindern Ahrons an, denn Tora und Priesterschaft machen ihn erst recht reich!? – Das ist kein Einwand; eines gilt von einem Schriftgelehrten, und eines gilt von einem Manne aus dem gemeinen Volke.", "R. Jehošua͑ heiratete eine Priesterstochter. Als er einst leidend ward, sprach er : Es ist Ahron unerwünscht, daß ich mich seinen Kindern angeschlossen habe und er einen Schwiegersohn meinesgleichen hat.", "R. Idi b. Abin heiratete eine Priestertochter, und ihm entstammten zwei autorisierte Söhne: R. Šešeth, Sohn R. Idis, und R. Jehošua͑, Sohn R. Idis. R. Papa sagte: Hätte ich nicht eine Priesterstochter geheiratet, so würde ich nicht reich geworden sein.", "R. Kahana sagte: Hätte ich keine Priesterstochter geheiratet, so würde ich nicht in die Verbannung geraten121Er mußte aus Babylonien nach Palästina flüchten; cf. Bq. Fol. 117a.sein. Man entgegnete ihm: Du bist ja in eine Stätte der Tora verbannt worden. – Nicht in der Weise, wie dies bei anderen Leuten zu geschehen pflegt.", "R. Jiçhaq sagte: Wer von einem freien Festmahle122Als Ggs. zu solchen anläßlich einer gottgefälligen Handlung.genießt, gerät endlich in die Verbannung, denn es heißt: 123Am. 6,4.sie verzehren fette Lämmer von der Herde and junge Rinder aus der Hürde, und darauf folgt:124Ib. V. 7.darum sollen sie nun an der Spitze der Verbannten in die Verbannung ziehen.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn ein Schriftgelehrter überall Mahlzeit zu halten pflegt, so kommt es endlich, daß er sein Haus zerstört, seine Frau zur Witwe und seine Kinder zu Waisen macht, sein Studium vergißt, und daß über ihn Streitigkeiten sich häufen, seine Worte unerhört bleiben, er den Namen des Himmels, den Namen seines Lehrers und den Namen seines Vaters entweiht, und daß er einen schlechten Namen hinterläßt für sich, für seine Kinder und für seine Kindeskinder, bis ans Ende aller Generationen. –", "Wieso? Man nennt [seinen Sohn], wie Abajje sagte, ‘Sohn des Ofenheizers’, wie Raba sagte, ‘Sohn des Schenkentänzers’, wie R. Papa sagte, ‘Sohn des Tellerleckers’, und wie R. Šema͑ja sagte, ‘Sohn des Kleiderschläfers’125Wegen seiner andauernden Trunkenheit. Wörtl. der sich niederlegt, hin wirft (sc. sein Gewand) u. schläft..", "Die Rabbanan lehrten: Stets verkaufe ein Mensch alles, was er besitzt, und heirate die Tochter eines Schriftgelehrten, denn er ist dessen sicher, daß, wenn er stirbt oder in die Verbannung gerät, seine Söhne Schriftgelehrte sein werden; er heirate aber nicht die Tochter eines Mannes aus dem gemeinen Volke, denn wenn er stirbt oder in die Verbannung gerät, sind seine Söhne Leute aus dem gemeinen Volke.", "Die Rabbanan lehrten: Stets verkaufe ein Mensch alles, was er besitzt, und heirate die Tochter eines Schriftgelehrten oder verheirate seine Tochter an einen Schriftgelehrten. Dies gleicht [der Verbindung von] Beeren des Weinstockes mit Beeren des Weinstockes; das ist schön und begreiflich. Er heirate aber nicht die Tochter eines Mannes aus dem gemeinen Volke. Dies gleicht [der Verbindung von] Beeren des Weinstockes mit Beeren des Dornstrauches; dies ist häßlich" ], [ "und nicht begreiflich.", "Die Rabbanan lehrten : Stets verkaufe ein Mensch alles, was er besitzt, und heirate die Tochter eines Schriftgelehrten, denn er ist sicher, daß, wenn er stirbt oder in die Verbannung gerät, seine Söhne Schriftgelehrte sein werden; er heirate aber nicht die Tochter einer Mannes aus dem gemeinen Volke, denn wenn er stirbt oder in die Verbannung gerät, sind seine Söhne Leute aus dem gemeinen Volke. Findet er keine Tochter eines Schriftgelehrten, so heirate er die Tochter eines bedeutenden Mannes; findet er keine Tochter eines bedeutenden Mannes, so heirate er die Tochter eines Synagogenvorstehers; findet er keine Tochter eines Synagogenvorstehers, so heirate er die Tochter eines Almosenverwalters; findet er keine Tochter eines Almosenverwalters, so heirate er die Tochter eines Kinderlehrers. Nur heirate er nicht die Tochter eines Mannes aus dem gemeinen Volke, denn sie sind ein Greuel und ihre Frauen sind ein Greuel, und von ihren Töchtern heißt es:126Dt. 27,21.verflucht sei, wer mit einem Tiere schläft.", "Es wird gelehrt: Rabbi sagte: Ein Mann aus dem gemeinen Volke darf kein Fleisch essen, denn es heißt:127Lev. 11,46.das ist die Lehre inbetreff das Viehs und des Geflügels; wer sich mit der Tora [Lehre] befaßt, darf Fleisch von Vieh und Geflügel essen, wer sich mit der Tora nicht befaßt, darf kein Fleisch von Vieh und Geflügel essen.", "R. Elea͑zar sagte: Einen Mann aus dem gemeinen Volke darf man metzeln an einem Versöhnungstage, der auf einen Šabbath fällt. Seine Schüler sprachen zu ihm: Meister, sage doch: schlachten! Dieser erwiderte: Dies erfordert einen Segensspruch, jenes erfordert keinen Segensspruch.", "R. Elea͑zar sagte: Es ist verboten, sich einem Manne aus dem gemeinen Volke auf der Reise anzuschließen, denn es heißt:128Dt. 30,20.denn sie129Die Tora.ist dein Leben und die Verlängerung deiner Tage; und wenn er sein eigenes Leben nicht schont, um wieviel weniger das Leben seines Nächsten.", "R. Šemuél b.Naḥmani sagte im Namen R. Joḥanans: Einen Mann aus dem gemeinen Volke darf man wie einen Fisch zerreißen. R. Šemuél b. Jiçḥaq sagte: Vom Rücken aus.", "Es wird gelehrt: R. A͑qiba erzählte: Als ich noch ein Mann aus dem gemeinen Volke war, sprach ich: Wer gibt mir einen Schriftgelehrten her, ich würde ihn wie ein Esel beißen. Seine Schüler sprachen zu ihm: Meister, sage doch: wie ein Hund. Dieser erwiderte: Jener beißt und zerbricht auch den Knochen, dieser beißt und zerbricht den Knochen nicht.", "Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Wenn jemand seine Tochter an einen Mann aus dem gemeinen Volke verheiratet, so ist es ebenso, als würde er sie binden und vor einen Löwen legen; wie der Löwe [auf sein Opfer] tritt und frißt, ohne Scham zu haben, ebenso verfährt ein Mann aus dem gemeinen Volke; er schlägt sie und vollzieht den Beischlaf, ohne Scham zu haben.", "Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Brauchten sie uns nicht geschäftlich, so würden sie uns erschlagen haben.", "R. Ḥija lehrte: Wenn jemand in Gegenwart eines Mannes aus dem gemeinen Volke sich mit der Tora befaßt, so ist es ebenso, als würde er seiner Verlobten in seiner Gegenwart beiwohnen, denn es heißt:130Dt. 33,4.die Tora hat uns Moše anbefohlen, ein Erbteil, und man lese nicht moraša [Erbteil], sondern meórasa [Verlobte].", "Größer ist der Haß der Leute aus dem gemeinen Volke gegen einen Schriftgelehrten, als der Haß der weltlichen Völker gegen Jisraél, und noch größer als ihrer ist der ihrer Frauen. Es wird gelehrt: Schlimmer ist als jene, wer [die Tora] studiert und sich von ihr zurückgezogen hat.", "Die Rabbanan lehrten: Sechserlei sagten sie von den Leuten aus dem gemeinen Volke: man vertraue ihm keine Zeugenaussage an, man nehme von ihm keine Zeugenaussage entgegen, man vertraue ihm kein Geheimnis an, man wähle ihn nicht zum Vormunde für Waisen, man wähle ihn nicht zum Vorsteher einer Almosenkasse und man schließe sich ihm nicht auf der Reise an; manche sagen, man mache auch einen ihm gehörenden Fund131Fundobjekte wurden öffentlich ausgerufen; cf. Bm. Fol. 21a.nicht bekannt. –", "Und der erste Tanna!?–Es kann vorkommen, daß von ihm geratene Kinder hervorgehen, die davon genießen würden, wie es heißt :132Ij. 27,17.der Frevler speichert auf, aber der Fromme kleidet sich.", "DESGLEICHEN MUSS, WER VERLASSEN HAT &C.", "Demnach ist R. Meír der Ansicht, [ein Quantum von] Eigröße sei von Bedeutung, und R. Jehuda ist der Ansicht, auch eines von Olivengröße sei von Bedeutung. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wieviel muß man gegessen haben, um zum gemeinsamen Tischsegen133Cf. Ber. Fol. 45a.mitgezählt zu werden? Bis zum Quantum einer Olive; R. Jehuda sagt, bis zum Quantum eines Eies!?", "R. Joḥanan erwiderte: Die Ansichten sind zu vertauschen.", "Abajje erwiderte: Tatsächlich brauchst du sie nicht zu vertauschen. Da streiten sie über [den Sinn] des Schriftverses, hier aber streiten sie über eine Auffassung. Da streiten sie über [den Sinn] des Schriftverses: R. Meír erklärt:134Dt. 8,10.wenn du gegessen, dies beziehe sich auf das Essen,134Dt. 8,10.und dich gesättigt, dies beziehe sich auf das Trinken, und Essen heißt es beim Quantum einer Olive, und R. Jehuda erklärt: wenn du gegessen und dich gesättigt hast, ein Essen, das sättigend ist, und dies ist es erst beim Quantum eines Eies.", "Hier streiten sie über eine Auffassung: R. Meír ist der Ansicht, [das Quantum] zur Rückkehr gleiche [dem Quantum] zur Verunreinigung; wie zur Verunreinigungsfähigkeit Eigröße erforderlich ist, ebenso ist zur Rückkehr Eigröße erforderlich, und R. Jehuda ist der Ansicht, [das Quantum] zur Rückkehr gleiche" ], [ "[dem Quantum] des Verbotenen; wie es135Gesäuertes am Pesaḥfeste, od. geheiligtes Fleisch, das unbrauchbar geworden ist.bei Olivengröße verboten ist, ebenso ist zur Rückkehr das Quantum einer Olive erforderlich.", "Es wird gelehrt: R. Nathan sagte, dieses und jenes [im Quantum von] zwei Eiern; die Weisen stimmten ihm aber nicht bei.", "136Zach. 14,6.An jenem Tage wird es kein Licht geben; gewichtig und schwebend137Vom aram. קפא schwimmen, nach oben steigen; so nach Auslegung des T.s.. Was heißt gewichtig und schwebend?", "R. Elea͑zar erklärte: Das ist das Licht, das auf dieser Welt gewichtig ist, in der zukünftigen Welt aber schwebend sein wird.", "R. Joḥanan erklärte: Das sind die [Gesetze über] Aussatz und Bezeltung138Wodurch die Unreinheit einer Leiche übertragen wird (cf. Ber. Fol. 41a, Anm. 145); diese in 2. besonderen Mišnatraktaten behandelten Gesetze gehören zu den schwersten u. kompliziertesten in der ganzen schriftlichen u. mündlichen Lehre., die in dieser Welt gewichtig sind, in der zukünftigen Welt aber schwebend139Dh. leicht faßlich u. jedem verständlich.sein werden.", "R. Jehošua͑ b.Levi erklärte: Das sind die Leute, die in dieser Welt gewichtig sind, in der zukünftigen Welt aber schwebend sein werden. So erkrankte einst R. Joseph, Sohn des R. Jehošua͑ b. Levi, und verfiel in eine Lethargie. Als er zu sich kam, fragte ihn sein Vater, was er gesehen habe, und dieser erwiderte: Ich habe eine verkehrte Welt gesehen; die oberen unten und die unteren oben. Jener entgegnete: Mein Sohn, du hast eine lautere Welt gesehen. Wie sind wir140Sc. in unserem Ansehen.dort? – Wir sind dort, wie wir hier sind.–Was hörtest du da sagen? –", "Ich hörte sie sagen: Heil dem, der hier mit seinem Studium in der Hand ankommt. Ferner hörte ich sie sagen: Niemand vermag in die Einfriedung der Hingerichteten der Regierung zu gelangen. –", "Wer ist es, wollte man sagen, R. A͑qiba141Die sich am Aufstande gegen Hadrian beteiligten u. hingerichtet wurden.und seine Genossen, so haben sie ja noch [andere Verdienste], als Hingerichtete der Regierung zu sein!? – Vielmehr, es sind die Märtyrer142Wörtl. Erschlagene. Nach den Kommentaren zwei Brüder, die sich fälschlich der Ermordung einer Prinzessin bezichtigten, um die in Verdacht geratenen Juden zu retten, worüber Tan. Fol. 18b berichtet wird.von Lud.", "143Zach. 14,20.Jenes Tages wird auf den Schellen der Rosse [stehen:] heilig dem Herrn. Was bedeutet ‘Schellen der Rosse’?", "R. Jehošua͑ b. Levi erwiderte: Dereinst wird der Heilige, gepriesen sei er, zu Jerušalem soviel hinzufügen, als daß ein Roß läuft und seinen Schatten144מצילה Schelle, von צלל beschatten. Bevor die Sonne sich am Zenith befindet, wirft auch der Reiter einen Schatten, während mittags, wenn die Sonne sich am Zenith befindet, nur der Schatten des Rosses zu sehen ist; gemeint ist also, Jer. werde die Größe eines halben Tages haben.wirft.", "R. Elea͑zar erklärte: Die Schellen, die man dem Rosse zwischen die Augen hängt, werden dem Herrn geheiligt sein.", "R. Joḥanan erklärte: Die ganze Beute, die Jisraél erbeuten wird, bis zur Zeit, da das Roß läuft und seinen Schatten145In einem halben Tage; cf. Anm. 144.wirft, wird dem Herrn geheiligt sein. –", "Einleuchtend ist es nach demjenigen, der es auf die von Jisraél gemachte Beute bezieht, daß es heißt:143Zach. 14,20.und die Kochtöpfe im Hause des Herrn werden wie die Opferbecken vor dem Altar sein, wie sind aber [die Worte:] die Kochtöpfe werden im Hause des Herrn sein, nach den beiden anderen Auslegungen zu erklären!? – Er sagte etwas anderes: die Jisraéliten werden reich sein und Spenden bringen. –", "Einleuchtend ist es nach demjenigen, der es auf die Beute bezieht, daß es heißt: 146Zach. 14,21.und es wird keinen Krämer mehr147Wegen des erbeuteten Reichtums. im Tempel des Herrn der Heerscharen geben; wie sind aber [die Worte:] es wird keinen Krämer mehr geben, nach den beiden anderen Auslegungen zu erklären!? R. Jirmeja erwiderte: Es wird keinen Armen148כנעני ist Compositum von כאן עני, hier ein Armer.geben. –", "Woher, daß Kenaa͑ni ‘Krämer’ heißt? – Es heißt:149Gen. 38,2.da sah Jehuda die Tochter eines Kenaa͑ni. Was ist nun unter Kenaa͑ni zu verstehen: wollte man sagen, ein wirklicher Kenaa͑nite, so ist es ja nicht möglich, daß Jehuda, nachdem Abraham es Jiçḥaq verboten hatte und Jiçḥaq es Ja͑qob verboten hatte, eine [Kenaa͑nitin] heiraten sollte; vielmehr ist mit R. Šimo͑n b.Laqiá zu erklären: die Tochter eines Krämers. So heißt es auch:150Hos. 12,8.Kenaa͑n hat eine falsche Wage in der Hand. Wenn du willst, entnehme ich es hieraus: 151Jes. 23,8.deren Kaufleute Fürsten, deren Krämer [kenaa͑neha] die Geehrtesten auf Erden waren.", "152Zach. 14,9.Der Herr wird dann über das ganze Land König sein; an diesem Tage wird der Herr einer sein und sein Name einzig. Ist er denn jetzt nicht einer?", "R. Aḥa b.Ḥanina erklärte: Die zukünftige Welt gleicht dieser Welt nicht; in dieser Welt spricht man über gute Nachrichten: ‘Gepriesen sei der Gute und Gütige’ und über schlechte Nachrichten: ‘Gepriesen sei der Richter der Wahrheit’, in der zukünftigen Welt aber wird er ganz der Gute und Gütige153Es wird keine schlechten Nachrichten geben.sein.", "Und sein Name einzig. Ist er denn jetzt nicht einzig!?", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Die zukünftige Welt gleicht dieser Welt nicht; in dieser Welt wird er Jod He geschrieben und Aleph Daleth154Der Gottesname יהוה wird אדני gesprochen.gesprochen, in der zukünftigen Welt aber wird er ganz einzig sein, Jod He geschrieben und Jod He gesprochen.", "Raba wollte es im Kolleg vortragen, da sprach ein Greis zu ihm: Es heißt: leo͑lam155Defektive, in der Bedeutung עלם einhüllen, verschleiern, verheimlichen; dh. diese metaphysischen Dinge dürfen nicht erörtert werden.[ewig].", "R. Abina wies auf einen Widerspruch hin. Es heißt: 156Ex. 3,15.dies ist mein Name auf ewig, [dagegen heißt es:]156Ex. 3,15.dies ist meine Nennung auf Geschlecht und Geschlecht!? Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Nicht wie ich geschrieben werde, werde ich genannt; Jod He werde ich geschrieben und genannt Aleph Daleth.", "", "WO ES ÜBLICH IST, AM VORABEND DES PESAḤFESTES BIS MITTAG ARBEIT ZU VERRICHTEN, VERRICHTE MAN, UND WO ES ÜBLICH IST, KEINE ZU VERRICHTEN, DARF MAN KEINE VERRICHTEN. WENN JEMAND AUS EINEM ORTE GEHT, DA MAN ARBEIT VERRICHTET, NACH EINEM ORTE, DA MAN KEINE ARBEIT VERRICHTET, ODER AUS EINEM ORTE, DA MAN KEINE ARBEIT VERRICHTET, NACH EINEM ORTE, DA MAN ARBEIT VERRICHTET, SO LEGT MAN IHM DIE ERSCHWERUNGEN DES ORTES AUF, DEN ER VERLASSEN HAT, UND DIE ERSCHWERUNGEN DES ORTES, IN DEN ER GEKOMMEN IST." ], [ "MAN DARF NICHT ANDERS VERFAHREN, WEGEN DER ZWIETRACHT. ii DESGLEICHEN MUSS, WER SIEBENTJAHRSFRÜCHTE BRINGT, AUS EINEM ORTE, DA SIE ZUENDE1Auf dem Felde; sobald keine mehr auf dem Felde vorhanden sind, dürfen auch die eingesammelten nicht mehr gegessen werden. SIND, NACH EINEM ORTE, DA SIE NOCH NICHT ZUENDE SIND, ODER AUS EINEM ORTE, DA SIE NOCH NICHT ZUENDE SIND, NACH EINEM ORTE, DA SIE ZUENDE SIND, SIE FORTSCHAFFEN. R. JEHUDA SAGT: GEH AUCH DU HIN UND HOLE SIE2Wird weiter Fol. 52a erklärt..", "GEMARA. Wieso gerade am Vorabend des Pesaḥfestes, dies gilt ja auch von den Vorabenden der Šabbathe und anderer Feste!? Es wird nämlich gelehrt: Wer an den Vorabenden der Šabbathe oder der Feste von [der Zeit] des Vespergebetes ab Arbeit verrichtet, sieht nie ein Zeichen des Segens. – An anderen ist es nur von [der Zeit] des Vespergebetes verboten, nicht aber kurz vor dem Vespergebete, an diesem aber von Mittag ab. Oder auch: an anderen sieht man zwar kein Zeichen des Segens, jedoch tue man ihn dieserhalb nicht in den Bann, an diesem aber tue man ihn dieserhalb in den Bann.", "Der Text. Wer an den Vorabenden der Šabbathe und der Feste von [der Zeit] des Vespergebetes ab oder an den Ausgängen der Šabbathe, der Feste oder des Versöhnungstages oder sonst einer Zeit, an der es irgendwie zu einer Übertretung kommen könnte, dies schließt die Gemeindefasttage ein, Arbeit verrichtet, sieht nie ein Zeichen des Segens.", "Die Rabbanan lehrten: Mancher ist fleißig und gewinnt dabei, mancher ist fleißig und verliert dabei; mancher ist träge und gewinnt dabei, mancher ist träge und verliert dabei. Mancher ist fleißig und gewinnt dabei : wer die ganze Woche arbeitet, am Vorabend des Šabbaths aber nicht arbeitet. Mancher ist fleißig und verliert dabei: wer die ganze Woche arbeitet und auch am Vorabend des Šabbaths arbeitet. Mancher ist träge und verdient dabei: wer die ganze Woche nicht arbeitet und auch am Vorabend des Šabbaths nicht arbeitet. Mancher ist träge und verliert dabei: wer die ganze Woche nicht arbeitet, am Vorabend des Šabbaths aber arbeitet. Raba sagte: Obgleich die Frauen von Maḥoza am Vorabend des Šabbaths nur aus Verweichlichung nicht arbeiten, denn sie arbeiten auch die ganze Woche nicht, dennoch nennen wir dies eine verdienstliche Trägheit.", "Raba wies auf einen Widerspruch hin: es heißt:3Ps. 57,11.denn groß bis zum Himmel ist deine Gnade, dagegen heißt es:4Ib. 108,5.denn groß über den Himmel hinaus ist deine Gnade; wie ist dies zu erklären? – Das eine, wenn man [die Gebote] um ihrer selbst willen ausübt, das andere, wenn man sie nicht um ihrer selbst willen ausübt. Dies nach R. Jehuda, denn R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Stets befasse man sich mit der Tora und gottgefälligen Handlungen, auch nicht um ihrer selbst willen, denn dadurch kommt man dazu, es um ihrer selbst willen zu tun.", "Die Rabbanan lehrten: Wer auf den Verdienst seiner Frau und der Handmühle wartet, sieht nie ein Zeichen des Segens. Den Verdienst seiner Frau: mit der Handwage5Mit der manche Frauen hausieren gingen u. für die Benutzung ein kleines Entgelt erhielten.. Der Handmühle: durch Vermieten. Die aber Arbeit fertigt und sie verkauft, preist die Schrift, wie es heißt:6Pr. 31,24.ein Laken fertigt sie und verkauft es.", "Die Rabbanan lehrten: Wer mit Rohrstäben und Töpfen handelt, sieht nie ein Zeichen des Segens. Weshalb? Ihr Umfang ist gebauscht, und sie sind dem [bösen] Auge preisgegeben. Die Rabbanan lehrten: Straßenhändler, Kleinviehzüchter, die gute Bäume niederhauen, und diejenigen, die stets auf den besseren Teil bedacht sind, sehen nie ein Zeichen des Segens. Weshalb? Weil die Leute sie anstaunen.", "Die Rabbanan lehrten: An vier Peruṭas ist nie ein Zeichen des Segens zu finden: am Schreiberlohn, an der Dolmetschgebühr7Die Vortragenden hatten Dolmetscher, die den Vortrag dem Publikum verständlich machten., am Verdienste aus Waisengeld und am Verdienste aus überseeischen Geschäften. –", "Einleuchtend ist dies von der Dolmetschgebühr, weil es den Anschein eines Šabbathlohnes hat; desgleichen auch vom Verdienste aus Waisengeld, weil diese nicht verzichtfähig8Falls sie bei einem Geschäfte benachteiligt werden. sind; ebenso auch vom Verdienste aus überseeischen Geschäften, weil nicht an jedem Tage ein Wunder9Die überseeischen Reisen waren mit großer Gefahr verbunden. geschieht;", "weshalb aber am Schreiberlohn? R .Jehošua͑ b.Levi erwiderte: Vierundzwanzig Tage verweilten die Männer der Großsynode im Fasten, daß die Schreiber der [heiligen] Bücher, Tephillin und Mezuzoth nicht reich werden mögen, denn wären sie reich, so würden sie sie nicht schreiben. Die Rabbanan lehrten: Schreiber der [heiligen] Bücher, Tephillin und Mezuzoth, sie selbst, die damit handeln, und alle anderen, die sich mit Ritualien befassen – dies schließt die Purpurfädenverkäufer10Zu den Çiçith (Schaufäden); cf. Num. 15,38.ein – sehen nie ein Zeichen des Segens. Befassen sie sich damit der Sache wegen, so sehen sie wohl.", "Die Leute von Bešan pflegten am Vorabend des Šabbaths nicht von Çor nach Çidon zu gehen. Einst kamen deren Söhne vor R. Joḥanan und sprachen zu ihm: Unsere Väter konnten dies, wir aber können dies nicht. Er erwiderte ihnen: Euere Väter haben dies bereits auf sich genommen, und es heißt:11Pr. 1,8.gehorche, mein Sohn, der Zucht deines Vaters, und verwirf nicht die Weisung deiner Mutter.", "Die Leute von Ḥozäa pflegten die Teighebe von Reis abzusondern. Als man dies R. Joseph erzählte, sprach er zu ihnen: Ein Laie soll es in ihrer Gegenwart essen. Abajje wandte gegen ihn ein: Erlaubte Dinge, hinsichtlich welcher manche Verbot eingeführt haben," ], [ "darfst du in ihrer Gegenwart nicht erlauben!? Dieser erwiderte: Hierzu wurde ja gelehrt, R. Ḥisda sagte, dies gelte von den Samaritanern. – Von Samaritanern wohl deshalb, weil dadurch die Sache sich ausdehnen12Sie würden dann die Teighebe auch vom pflichtigen Getreideteig nicht entrichten.könnte, ebenso kann es sich ja auch bei diesen Leuten ausdehnen!?", "Vielmehr, sagte R. Aši, richten wir uns danach: essen die meisten Reis, so darf kein Laie [die Teighebe] in ihrer Gegenwart essen, weil das Gesetz von der Teighebe bei ihnen in Vergessenheit geraten könnte; essen die meisten Getreide, so esse sie ein Laie in ihrer Gegenwart, weil sie veranlaßt werden könnten, sie vom Pflichtigen für das Unpflichtige und vom Unpflichtigen für das Pflichtige abzusondern.", "Der Text. Erlaubte Dinge, hinsichtlich welcher manche Verbote eingeführt haben, darfst du in ihrer Gegenwart nicht erlauben. R. Ḥisda sagte: Dies gilt von Samaritanern. – Von anderen etwa nicht, es wird ja aber gelehrt: Zwei Brüder dürfen zusammen baden; in Kabul pflegen zwei Brüder nicht zusammen13Dies gilt als Scham Verletzung.zu baden. Einst badeten Jehuda und Hillel, die Söhne R. Gamliéls, in Kabul zusammen, und die ganze Stadt redete über sie, indem man sprach: Lebtags haben wir so etwas nicht gesehen. Da drückte sich Hillel und ging in das Vorzimmer hinaus; er wollte ihnen aber nicht sagen, daß dies erlaubt sei.", "Man darf am Šabbath in Pantoffeln14Im Texte קורדקיסין corticeus (v. cortex, Pantoffelholz). Sie gleiten leicht vom Fuße ab, u. man könnte verleitet werden, sie in der Hand zu tragen. (Raschi zu Jab. Fol. 102b: Unterschuh).ausgehen; in Biri pflegt man am Šabbath nicht in Pantoffeln auszugehen. Einst gingen Jehuda und Hillel, die Söhne R. Gamliéls, in Biri am Šabbath in Pantoffeln aus, und die ganze Stadt redete über sie, indem man sprach: Lebtags haben wir so etwas nicht gesehen. Da zogen sie sie ab und gaben sie ihren Dienern; sie wollten ihnen aber nicht sagen, daß dies erlaubt sei.", "Man darf am Šabbath auf Bänken der Nichtjuden15Auf denen sie am S. ihre Waren verkaufen.sitzen; in A͑kko pflegt man am Šabbath nicht auf Bänken der Nichtjuden zu sitzen. Einst setzte sich R. [Šimo͑n b.] Gamliél in A͑kko am Šabbath auf eine Bank der Nichtjuden, und die ganze Stadt redete über ihn, indem man sprach: Lebtags haben wir so etwas nicht gesehen. Da ließ er sich auf die Erde gleiten; er wollte ihnen aber nicht sagen, daß dies erlaubt sei!? – Die Leute in den überseeischen Städten gleichen den Samaritanern, da keine Gelehrten unter ihnen sind. –", "Einleuchtend ist es von den Bänken der Nichtjuden, da es den Anschein hat, [als machte man mit ihnen] Geschäfte, ebenso auch von den Pantoffeln, weil man, wenn sie abgleiten, sie vier Ellen auf öffentlichem Gebiete zu tragen verleitet werden könnte;", "was aber ist beim Baden zu berücksichtigen? – Es wird gelehrt: Man darf mit jedem zusammen baden, nur nicht mit seinem Vater, seinem Schwiegervater, seinem Stiefvater und seinem Schwager16Wenn man nahe Verwandte od. Verschwägerte nackt sieht, so veranlaßt dies manche unzüchtigen Betrachtungen.; R. Jehuda erlaubt es mit seinem Vater, wegen der Ehrung17Um ihn bedienen zu können.seines Vaters, und ebenso mit seinem Stiefvater.", "Später ordneten sie es auch bei zwei Brüdern an, mit Rücksicht auf seinen Schwager. Es wird gelehrt: Ein Schüler darf nicht zusammen mit seinem Lehrer baden; wenn ihn aber der Lehrer braucht, so ist es erlaubt.", "Als Rabba b. Bar Ḥana kam, aß er Darmfett18Das Fett mancher Darmteile wurde in Palästina gegessen, in Babylonien aber nicht; cf. Hui. Fol. 50a.. Einst besuchten ihn R. A͑vira der Greis und Rabba, Sohn des R. Hona, und als er sie bemerkte, verbarg er es vor ihnen. Darauf erzählten sie es Abajje, und dieser sprach zu ihnen: Er betrachtete euch als Samaritaner. –", "Hält denn Rabbah Bar Ḥana nichts von dem, was wir gelernt haben, daß man einem die Erschwerungen des Ortes auferlege, den er verlassen hat, und die Erschwerungen des Ortes, in den er gekommen ist!? Abajje erwiderte: Dies nur, wenn aus Babylonien nach Babylonien oder aus dem Jisraélland nach dem Jisraélland, oder auch aus Babylonien nach dem Jisraélland, nicht aber, wenn aus dem Jisraélland nach Babylonien, denn da wir uns ihnen beugen, müssen wir nach ihrer Gepflogenheit verfahren.", "R. Aši erwiderte: Du kannst auch sagen, aus dem Jisraélland nach Babylonien, denn dies gilt nur von dem Falle, wenn man nicht zurückzukehren beabsichtigt, während Rabba b. Bar Ḥana zurückzukehren beabsichtigte. Rabba b.Bar Ḥana sprach zu seinem Sohne: Mein Sohn, iß es weder in meiner Gegenwart, noch in meiner Abwesenheit; ich sah R. Joḥanan es essen, und er ist würdig, daß man sich auf ihn sowohl in seiner Gegenwart als auch in seiner Abwesenheit stütze; du aber hast es nicht gesehen, daher iß es weder in meiner Gegenwart, noch in meiner Abwesenheit. –", "Rabba b. Bar Ḥana befindet sich mit sich selbst in einem Widerspruche, denn er sagte, R. Joḥanan b. Elea͑zar habe ihm erzählt: Einst folgte ich [im Siebentjahre] R. Šimo͑n, dem Sohne des R. Jose b.Laqonja, in einen Garten;" ], [ "da nahm er Nachwuchs von Kohl und aß ihn und reichte auch mir davon, indem er sprach: Mein Sohn, in meiner Gegenwart iß ihn, in meiner Abwesenheit iß ihn aber nicht. Ich sah R. Šimo͑n b. Joḥaj ihn essen, und er ist würdig, daß man sich auf ihn sowohl in seiner Gegenwart als auch in seiner Abwesenheit stütze, du aber iß ihn nur in meiner Gegenwart, nicht aber in meiner Abwesenheit. –", "Was [lehrt] R. Šimo͑n? – Es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagt, jeder Nachwuchs sei verboten, nur nicht der des Kohls, da es dergleichen unter den Feldpflanzen nicht19Er wächst nicht von herabfallenden Saaten, sondern vom Strunke.gibt; die Weisen sagen, jeder Nachwuchs sei verboten.", "Beide lehren sie nach R. A͑qiba, denn es wird gelehrt:20Lev. 25,20.Wenn wir nicht säen und uns keinen Ertrag einsammeln; hierzu sagte R. A͑qiba: Wenn wir nicht säen, was sollten wir einsammeln!? Hieraus, daß der Nachwuchs verboten21Dh. und den Nachwuchs nicht einsammeln.ist. –", "Worin besteht ihr Streit? – Die Rabbanan sind der Ansicht, wir berücksichtigen beim Nachwuchs des Kohls anderen Nachwuchs, und R. Šimo͑n ist der Ansicht, wir berücksichtigen beim Nachwuchs des Kohls anderen Nachwuchs nicht.", "WENN JEMAND AUS EINEM ORTE GEHT &C. Einleuchtend ist der Fall, wenn jemand aus einem Orte geht, da man Arbeit verrichtet, nach einem Orte, da man keine Arbeit verrichtet, man legt ihm die Erschwerungen des Ortes auf, in den er gekommen ist: er darf wegen der Zwietracht nicht anders verfahren und arbeite ebenfalls nicht;", "wieso aber soll er, wenn er aus einem Orte geht, da man keine Arbeit verrichtet, nach einem Orte, da man Arbeit verrichtet, wegen der Zwietracht nicht anders verfahren und ebenfalls arbeiten, du sagst ja, daß man ihm die Erschwerungen des Ortes auferlege, in den er gekommen ist, und die Erschwerungen des Ortes, den er verlassen hat!?", "Abajje erwiderte: Dies bezieht sich auf den Anfangssatz. Raba erklärte: Tatsächlich auf den zweiten Fall, und er meint es wie folgt: dies ist keine Zwietracht herbeiführende Abweichung. Einzuwenden wäre, wer dies sieht, könnte sagen, [er halte] die Arbeit für verboten, aber man denkt eher: viele Müßiggänger gibt es auf der Straße.", "R. Saphra sprach zu R. Abba: Ich zum Beispiel bin in der Festsetzung des Neumonds22In Palästina, wo sie in der Festsetzung des Neumonds kundig waren, feierten sie die Feste nur einen Tag, in anderen Ländern 2 Tage, des Zweifels wegen.kundig," ], [ "dennoch verrichte ich [am zweiten Festtage] in bewohnten Orten keine Arbeit, um Zwietracht zu vermeiden; wie ist es aber in der Wüste? Dieser erwiderte: So sagte R. Ami: in bewohnten Orten ist es verboten, in der Wüste ist es erlaubt.", "R. Nathan b. Asja ging am zweiten Tage des Wochenfestes aus dem Lehrhause nach Pumbeditha, und R. Joseph tat ihn in den Bann. Da sprach Abajje zu ihm: Der Meister sollte ihn geißeln lassen! Dieser erwiderte: Ich bestrafte ihn noch mehr. Im Westen pflegen sie nämlich über die Geißelung eines Schülers des Lehrhauses abzustimmen, nicht aber über den Bannst23Diese schwere Strafe sollte nicht in die Öffentlichkeit kommen.eines solchen.", "Manche sagen, R. Joseph ließ ihn geißeln, und Abajje sprach zu ihm: Der Meister sollte ihn in den Bann tun, denn Rabh und Šemuél sagten beide, daß man wegen [der Entweihung] der beiden Festtage der Diaspora in den Bann tue. Dieser erwiderte: Dies gilt nur von einem einfachen Menschen, dieser aber ist ein Schüler des Lehrhauses, und ich bestrafte ihn mit dem, was für ihn leichter ist. Im Westen pflegen sie nämlich über die Geißelung eines Schülers des Lehrhauses abzustimmen, nicht aber über den Bann eines solchen.", "DESGLEICHEN MUSS, WER SIEBENTJAHRSFRÜCHTE BRINGT &C. Hält denn R. Jehuda nichts von dem, was wir gelernt haben, man lege ihm die Erschwerungen des Ortes auf, den er verlassen hat, und die Erschwerungen des Ortes, in den er gekommen ist!?", "R. Šiša, Sohn des R. Idi, erwiderte: R. Jehuda lehrt ganz was anderes, (und zwar meint er es wie folgt:) Oder aus einem Orte, da sie noch nicht zuende sind, nach einem Orte, da sie noch nicht zuende sind, und hört, daß sie in seinem Orte zuende sind, so muß er sie fortschaffen. Hierzu sagte R. Jehuda: Geh24Der Betreffende kann dies zu den Bewohnern seiner Heimat sagen.auch du hin und hole sie von da, wo sie noch vorhanden und noch nicht zuende sind. –", "Demnach wäre R. Jehuda erleichternd, aber R. Elea͑zar sagte ja, R. Jehuda lehre dies erschwerend!? – Wende es vielmehr um: so braucht er25In dem hier eingefügten Falle.es nicht fortzuschaffen. Hierzu sagte R. Jehuda: Geh26Die Einwohner seiner Heimat können dies zu dem Betreffenden sagen.auch du und hole sie von da, woher du sie gebracht hast, und da sind sie nicht mehr vorhanden.", "Abajje erwiderte: Tatsächlich, wie er zuerst lehrte, nur meint er es wie folgt: oder aus einem Orte, da sie noch nicht zuende sind, nach einem Orte, da sie zuende sind, und er sie zurück nach dem früheren Orte bringt und sie noch nicht zuende sind, so braucht er es nicht fortzuschaffen. Hierzu sagte R. Jehuda: Geh auch du und hole sie von da, woher du sie [jetzt] gebracht hast, und da sind sie zuende.", "R. Aši wandte ein: Hat sie nach R. Jehuda denn der Rücken des Esels aufgenommen27Sc. in die hierfür geltende Erschwerung; die Früchte stammen aus einem Orte, da man sie noch essen darf und befinden sich auch jetzt in einem solchen Orte.!? Vielmehr, erklärte R. Aši, führen sie den Streit der Tannaím der folgenden Lehre: Wenn jemand dreierlei Kräuter in ein Faß eingelegt hat, so darf er [im Siebentjahre], wie R. Elie͑zer sagt, davon essen, solange noch die erste Art,", "und wie R. Jehošua͑ sagt, auch solange noch die letzte Art [auf dem Felde] vorhanden ist; R. Gamliél sagt, sobald eine Art nicht mehr auf dem Felde ist, schaffe er sie auch aus dem Fasse fort. Die Halakha ist wie seine Ansicht.", "Rabina erklärte: Sie führen den Streit der Tannaím der folgenden Lehre: Man darf solange Datteln essen, bis die letzte in Çoa͑r28Bekannt unter dem Namen Palmenstadt; cf. Jab. Fol. 122a.zuende ist; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt," ], [ "man esse, solange sich welche in der Krone befinden, nicht aber, solange sich welche zwischen den unteren Zweigen befinden.", "Dort haben wir gelernt: Dreierlei Landesgebiete unterschiedet man hinsichtlich der Fortschaf fang [der Siebentjahrsfrucht]: Judäa, Transjarden und Galiläa, und jedes dieser Landesgebiete zerfällt in drei Gebiete. Warum aber sprechen Sie von drei Landesgebieten (hinsichtlich der Fortschaffung)? Daß man in jedem derselben [Siebentjahrsfrüchte] essen darf, bis da die letzte zuende ist.", "Woher dies? R. Hama b. U͑qaba erwiderte im Namen des R. Jose b.Ḥanina: Die Schrift sagt:29Lev. 25,7.auch deinem Vieh und dem Wilde, das in deinem Lande; solange das Wild auf dem Felde davon ißt, darfst du auch deinem Vieh im Hause geben, ist es für das Wild auf dem Felde zuende, so ist es auch für dein Vieh im Hause zuende,", "und es ist uns überliefert, daß weder ein Tier aus Judäa Nahrung in Galiläa suche, noch suche ein Tier aus Galiläa Nahrung in Judäa30Wie schon Raschi erklärt: es entfernt sich nicht so weit. Auffallend u. von Lebewesen sonst ungebräuchlich ist der Ausdruck גדילה על, es wächst an od. durch Früchte usw..", "Die Rabbanan lehrten: Wenn Früchte aus dem Jisraélland nach dem Auslande ausgeführt werden, so müssen sie fortgeschafft werden, wo sie auch sind; R. Šimo͑n b.Elea͑zar sagt, sie müssen nach ihrer Heimat zurückgebracht und da fortgeschafft werden, denn es heißt:29Lev. 25,7.in deinem Lande, – Dies hast du ja bereits verwandt31Für die vorangehende Auslegung.!? –", "Man folgere aus Land und aus in deinem Lande. Oder auch, aus das in deinem Lande32Das Pronomen, bezw. das Relativpronomen deutet auf eine 2. Auslegung..", "R. Saphra ging fort aus dem Jisraélland nach dem Auslande und führte bei sich einen Krug Wein aus dem Siebentjahre. Da sprach er zu R. Hona, dem Sohne R. Iqas, und R. Kahana, die sich ihm angeschlossen hatten: Ist jemand unter euch, der von R. Abahu gehört hat, ob die Halakha wie R. Šimo͑n b.Elea͑zar sei oder nicht. R. Kahana erwiderte: So sagte R. Abahu: die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Elea͑zar. Hierauf entgegnete R. Hona, Sohn des R. Iqa: So sagte R. Abahu: die Halakha ist nicht wie R. Šimo͑n b. Elea͑zar.", "Da sprach R. Saphra [zu jenem:] Halte dich an das, was R. Hona sagt, denn er erwägt und studiert die Lehre aus dem Munde seines Lehrers so genau, wie Reḥaba aus Pumbeditha. Reḥaba sagte nämlich: R. Jehuda sagte: Der Tempelberg hatte eine Doppelstoa, eine Stoa innerhalb einer Stoa33Gf. Ber. Fol. 33b, Anm. 122.. Joseph las über ihni:34Hos. 4,12.Mein Volk befragt sein Stück Holz, und sein Stab gibt ihm Bescheid; wer ihm erleichtert35מקלו, sein Stab, Compositum v. מיקל לו, erleichtert ihm., dem stimmt er zu.", "R. Ilea͑ fällte eine Palme mit unreifen Datteln vom Siebentjahre. – Wieso tat er dies, der Allbarmherzige sagte ja:36Lev. 25,6.zum Essen, nicht aber zum Vernichten!? Wolltest du sagen, dies nur, wenn die Frucht schon fertig ist, nicht aber, wenn sie noch nicht fertig ist, so sagte ja R. Naḥman im Namen des Rabba b. Abuha, die Dattelkelche von Ungeweihtem seien verboten, weil sie ein Schutz für die Frucht sind;", "ein Schutz sind sie ja, wenn sie noch unreif sind, dennoch nennt er sie eine Frucht!? – R. Naḥman ist der Ansicht R. Joses, denn wir haben gelernt, R. Jose sagt, der Weintraubenansatz sei [als Ungeweihtes] verboten, weil er eine Frucht ist, die Rabbanan aber streiten gegen ihn.", "R. Šimi aus Nehardea͑ wandte ein: Streiten denn die Rabbanan gegen R. Jose über andere Bäume, wir haben ja gelernt: Von wann an darf man im Siebentjahre Fruchtbäume nicht mehr abhauen37Weil die Früchte zum Essen erhalten bleiben müssen.? Die Schule Šammajs sagt, keinen Baum, sobald er ausschlägt; die Schule Hillels sagt, den Johannisbrotbaum, sobald er kettenartig herunterhängt, Weinstöcke," ], [ "sobald sie Beeren38Kleine unreife Beeren; viell, v. גרעין, kernig.haben, Oliven, sobald sie blühen, und jeden anderen Baum, sobald er ausschlägt. Hierzu sagte R. Asi: ‘Unreifes’, ‘Beere’ und ‘weiße Bohne’ sind dasselbe. – Die weiße Bohne, wie kommst du darauf!? – Sage vielmehr, in der Größe39Ist die unreife Beere. der weißen Bohne.", "Die Rabbanan sind es ja, die der Ansicht sind, Unreifes [heiße Frucht], Weintraubenansatz aber nicht, und sie lehren: jeden anderen Baum, sobald er ausschlägt!? – Vielmehr, R. Ilea͑ fällte Frühlingsdatteln40Nach Raschi, die überhaupt nicht reifen; cf. Er. Fol. 28b, Anm. 29..", "Die Rabbanan lehrten: Man darf [im Siebentjahre] solange Weintrauben essen, bis in Okhel41Nach einer anderen Lesart: Abel.die Reben zuende sind; sind andere noch später vorhanden, so darf man daraufhin später essen.", "Man darf solange Oliven essen, bis in Teqoa͑ die letzte zuende ist; R. Elie͑zer sagt, bis in Guš-Ḥalab42Bei Josephus, Giskhala, Stadt in Obergaliläa.die letzte zuende ist, sodaß ein Armer, wenn er [sammeln] geht, weder am Wipfel noch am Stamme ein Viertelkab findet. Man darf Dörrfeigen solange essen, bis in Bethjoni die jungen Feigen zuende sind.", "R. Jehuda sagte: Die bethjonischen jungen Feigen werden nur hinsichtlich des Zehnten genannt: die bethjonischen Feigen und die ṭobinischen Datteln sind zehntpflichtig.", "«Man darf solange Datteln essen, bis die letzte in Çoa͑r zuende ist; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, man esse, solange sich welche in der Krone befinden, nicht aber solange sich welche in den unteren Zweigen befinden.»", "Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Man darf Weintrauben bis zum Pesaḥfeste, Datteln bis zum Purimfeste43Eigentl. das Losfest (cf. Est. 3,7), iiMakkabäer 15,43. Mardekhaifest, zur Erinnerung an die Errettung der Juden in Persien unter Aḥasveroš od. Xerxes, worüber ausführlich im Buche Ester., Oliven bis zum Wochenfeste und Dörrfeigen bis zum Hanukafeste essen. Hierzu sagte R. Bebaj, R. Joḥanan habe gesagt, man wende die zwei letzten [Fristbestimmungen] um!? – Beide [Fristbestimmungen] sind identisch. Wenn du aber willst, sage ich: er lehrt ja ausdrücklich, wenn welche noch später vorhanden sind, dürfe man daraufhin auch später essen.", "Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b.Gamliél sagte: Gallapfelbäume sind ein Zeichen44Sie gedeihen da gut.für das Gebirge; Dattelpalmen sind ein Zeichen für die Niederung; Röhricht ist ein Zeichen für das Tal; Sykomoren sind ein Zeichen für die Ebene. Und obgleich es dafür keinen Beweis gibt, so gibt es immerhin eine Andeutung, denn es heißt:45iReg. 10,27.und der König machte, daß das Silber in Jerušalem an Menge den Steinen gleichkam und die Zedern den Sykomoren auf der Ebene.", "«Galläpfel sind ein Zeichen für das Gebirge; Dattelpalmen sind ein Zeichen für die Niederung.» Dies ist von Bedeutung hinsichtlich der Erstlinge, denn wir haben gelernt, daß man die Erstlinge nur von den sieben Arten46Cf. Dt. 8,8.darbringe, auch nicht von den Datteln aus dem Gebirge noch von Früchten aus der Niederung.", "«Röhricht ist ein Zeichen für das Tal.» Dies ist von Bedeutung hinsichtlich des Tales mit festem Grunde47Cf. ib. 21,4; nur wenn da Röhricht wächst.. «Sykomoren sind ein Zeichen für die Ebene.» Dies ist von Bedeutung beim Kauf und Verkauf48Wer ‘eine Ebene’ kauft, hat Anspruch auf Sykomoren.. Jetzt nun, wo du darauf gekommen bist, ist auch bei allen übrigen zu erklären, dies sei von Bedeutung beim Kauf und Verkauf.", "WO ES ÜBLICH IST, KLEINVIEH AN NICHTJUDEN ZU VERKAUFEN, DARF MAN VERKAUFEN, UND WO ES ÜBLICH IST, NICHT ZU VERKAUFEN, DARF MAN NICHT VERKAUFEN; NIRGENDS ABER DARF MAN IHNEN GROSSVIEH, KÄLBER UND FÜLLEN, OB HEILE ODER GEBROCHENE VERKAUFEN49Weil sie am Šabbath arbeiten lassen würden.. R. JEHUDA ERLAUBT ES BEI GEBROCHENEN; BEN BETHERA ERLAUBT DIES BEI EINEM PFERDE50Das nicht zur Arbeit, sondern nur zum Reiten verwandt wurde..", "iv,1 WO ES ÜBLICH IST, AN DEN PESAḤABENDEN GEBRATENES ZU ESSEN, ESSE MAN ES, UND WO ES ÜBLICH IST, ES NICHT ZU ESSEN, ESSE MAN NICHT.", "GEMARA. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Man darf nicht sagen: dieses Fleisch sei für das Pesaḥfest bestimmt, weil es den Anschein hat, als weihe man das Vieh und esse Geheiligtes außerhalb [Jerušalems], R. Papa sagte: Nur Fleisch, vom Weizen aber gilt dies nicht, denn man meint damit: er soll für das Pesaḥfest verwahrt51Daß er nicht säuere.werden. –", "Fleisch etwa nicht, dagegen wandte man ein: R. Jose erzählte: Theodos aus Rom führte in der Gemeinde Roms ein, an den Pesaḥabenden rumpfgebratene52Vollständig mit Knieen u. Eingeweiden gebraten (infra Fol. 74a); cf. Ex. 12,9. מקולס ist nach den Kommentaren Denom. v. קולסא Helm, behelmt, bepanzert; angeblich soll ein im ganzen gebratenes Böckchen so aussehen. Auf diesem Unsinn fußen die albernen Erklärungen der Lexikographen. Offenbar vom griech. κόλος abgestutzter Rumpf, unbestimmtes vierfüßiges Tier; abgehäutet, gebraten u. ohne Unterschenkel ist vom Lamme nur ein κόλος zu sehen.Böckchen zu essen. Da ließ man ihm sagen: Wärest du nicht Theodos, so würden wir über dich den Bann verhängt haben, weil du Jisraél außerhalb [Jerušalems] Geheiligtes zu essen veranlassest. – Geheiligtes, wie kommst du darauf!? – Sage vielmehr:" ], [ "nahe daran, Jisraél außerhalb [Jerušalems] Geheiligtes zu essen zu veranlassen. – Nur rumpfgebraten ist es verboten, sonst aber nicht!? – Ich will dir sagen, rümpf gebraten, einerlei ob man es bestimmt hat oder nicht, bei nicht rumpfgebratenen nur dann, wenn man es bestimmt hat, sonst aber nicht.", "R. Aḥa lehrte dies53Den im Namen RJ.s mitgeteilten Bericht über Theodos.im Namen R. Šimo͑ns. R. Šešeth wandte ein: Einleuchtend ist es nach dem, der es im Namen R. Joses lehrte, wie ist dies aber nach dem zu erklären, der es im Namen R. Šimo͑ns lehrte,", "wir haben ja gelernt, R. Šimo͑n befreie davon54Von der Darbringung des Opfers, wenn man es falsch gelobt hat; cf. Men. Fol. 103a., weil er nicht so gelobt hat, wie man geloben55Demnach konnten auch die Böckchen des Theodos nie als geheiligtes Opfer angesehen werden.sollte!?", "Rabina sprach zu R. Aši: Stimmt dies denn nach dem, der es im Namen R. Joses lehrt, Raba sagte ja, R. Šimo͑n lehre dies nach der Ansicht R. Joses, welcher sagt, auch der Schluß seiner Worte56Das mit dem Beginn des Satzes ausgesprochene Gelübde wird durch den unzulässigen Schluß aufgehoben.sei für den Menschen bindend,", "und wenn R. Šimo͑n der Ansicht R. Joses ist, so ist wohl auch R. Jose der Ansicht R. Šimo͑ns!? – Nein, R. Šimo͑n ist der Ansicht R. Joses, R. Jose ist aber nicht der Ansicht R. Šimo͑ns.", "Sie fragten: War Theodos aus Rom ein bedeutender Mann oder ein Faustmensch57Od. Gewaltmensch; dh. irgend ein Machthaber u. nicht wegen seiner Gelehrsamkeit geachtet.? –", "Komm und höre: Auch Folgendes trug Theodos aus Rom vor: Was veranlaßte Ḥananja, Mišaél und A͑zarja, sich für die Heiligung des [göttlichen] Namens in den Schmelzofen werfen58Cf. Dan. Kap. 3.zu lassen?", "Sie folgerten von den Fröschen auf sich [einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere: den Fröschen ist ja die Heiligung des [göttlichen] Namens nicht geboten, dennoch heißt es von ihnen:59Ex. 7,28.sie sollen heraufkommen und bis in deinen Palast &c. und in deine Backöfen und in deine Teigmulden kommen, und die Teigmulden befinden sich am Ofen, wenn der Ofen heiß ist, um wieviel mehr wir, wo uns die Heiligung des [göttlichen] Namens geboten ist.", "R. Jose b.Abin sagte, er pflegte den Schriftgelehrten Ware60Zum Verkaufe, um ihnen den Gewinn zukommen zu lassen.zu geben. R. Joḥanan sagte nämlich, wer Schriftgelehrten Ware gibt, dem sei es beschieden, im himmlischen Kollegium zu sitzen, denn es heißt:61Ecc. 7,12.im Schatten der Weisheit, im Schatten des Silbers.", "WO ES ÜBLICH IST, IN DER NACHT DES VERSÖHNUNGSTAGES LIGHT ZU BRENNEN, BRENNE MAN, UND WO ES ÜBLICH IST, NICHT ZU BRENNEN, BRENNE MAN NICHT. MAN BRENNE IN BET- UND LEHRHÄUSERN, IN FINSTEREN DURGHGÄNGEN UND BEI EINEM KRANKEN.", "GEMARA. Es wird gelehrt: Sowohl diejenigen, die brennen heißen, als auch diejenigen, die zu brennen verbieten, verfolgen den gleichen Zweck62Damit man sich in dieser Nacht seiner Frau nicht nähere; nach der einen Ansicht muß das Zimmer dunkel sein, damit man sie nicht sehe u. an den Geschlechtsverkehr nicht denke, nach der anderen Ansicht muß es hell sein, um dadurch behindert zu sein.. R. Jehošua͑ sagte: Raba trug vor:63Jes. 60,21.Und dein Volk lauter Gerechte, für immer werden sie das Land in Besitz nehmen &c. Sowohl diejenigen, die brennen heißen, als auch diejenigen, die zu brennen verbieten, verfolgen den gleichen Zweck.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Den Segen über das Licht spreche man nur am Ausgang des Šabbaths, weil dann seine Erschaffung begonnen hatte. Ein Greis, nach anderen war es Rabba b. Bar Ḥana, sprach zu ihm: Recht so; ebenso sagte auch R. Joḥanan. U͑la ritt einst auf einem Esel, während R. Abba an seiner Rechten und Rabba b. Bar Ḥana an seiner Linken einhergingen. Da sprach R. Abba zu U͑la: Ist es wahr, daß ihr im Namen R. Joḥanans gesagt habt, man spreche den Segen über das Licht nur am Ausgang des Šabbaths, weil dann seine Erschaffung begonnen hatte?", "Darauf wandte U͑la sich um, sah Rabba b. Bar Ḥana scheel64Dh. du bist es, der es im Namen RJ.s gesagt hat.an und sprach: Nicht hierbei nannte ich [R. Joḥanan], sondern bei folgendem: Ein Jünger rezitierte vor R. Joḥanan: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Wenn der Versöhnungstag auf einen Šabbath fällt, so zünde man zu Ehren des Šabbaths Licht an, selbst in Orten, wo man Licht zu brennen verbietet. Da ergänzte R. Joḥanan hierzu: Aber die Weisen verbieten es. Jener entgegnete:", "So ist es. R. Joseph las hierüber den Schriftvers:65Pr. 20,5.Wie tiefe Wasser ist das Vorhaben in eines Menschen Herzen," ], [ "aber ein verständiger Mann weiß es heraufzuschöpfen. Wie tiefe Wasser ist das Vorhaben in eines Menschen Herzen, das ist U͑la; ein verständiger Mann weiß es heraufzuschöpfen, das ist Rabba b. Bar Ḥana. – Worauf stützen sie66Daß sie RA. nicht zustimmten.sich? – Auf das, was R. Benjamin b.Jepheth im Namen R. Joḥanans sagte, daß man nämlich sowohl am Ausgang des Šabbaths als auch am Ausgang des Versöhnungstages den Segen über das Licht spreche. Und so pflegt auch das Volk zu verfahren.", "Man wandte ein: Man spreche den Segen über das Licht nur am Ausgang des Šabbaths, weil dann seine Erschaffung begonnen hatte. Man spreche sobald man es sieht; R. Jehuda sagt, man spreche sie67Alle Segenssprüche, die am Ausgang des Šabbaths zu sprechen sind; cf. Ber. Fol. 51b.der Reihe nach über den Becher68Des Unterscheidungssegens.. Hierzu sagte R. Joḥanan, die Halakha sei wie R. Jehuda!? –", "Das ist kein Einwand; das eine gilt von einem Feuer, das am Šabbath. gebrannt hat, und das andere gilt von einem Feuer, das aus Holz und aus Steinen erst hervorkommt69Über das letztere spreche man ihn nur am Ausgang des Š.s, weil auch dieses erst jetzt entstanden ist.. –", "Das Eine lehrt, daß man über ein Feuer, das aus Holz und aus Steinen hervorkommt, den Segen spreche, und ein Anderes lehrt, daß man darüber den Segen nicht spreche!? – Das ist kein Einwand; das eine gilt vom Ausgang des Šabbaths, und das andere gilt vom Ausgang des Versöhnungstages.", "Rabbi pflegte sie67Alle Segenssprüche, die am Ausgang des Šabbaths zu sprechen sind; cf. Ber. Fol. 51b.zerstreut zu sprechen; R. Ḥija pflegte sie hintereinander zu sprechen. R. Jiçḥaq b.Evdämi sagte: Obgleich Rabbi sie bereits zerstreut gesprochen hatte, sprach er sie dennoch wiederum der Reihe nach über den Becher, um seine Kinder und die Angehörigen seines Hauses ihrer Pflicht zu entledigen.", "Ist denn das Feuer am Ausgang des Šabbaths erschaffen worden, es wird ja gelehrt: Zehn Dinge wurden am Vorabend des Šabbaths bei Dämmerung erschaffen, und zwar: der Brunnen70Der Felsen, aus dem Moše Wasser hervorbrachte; cf. Num. 20,7ff., das Manna, der Regenbogen, die Schrift71Die Form der Buchstaben., die Inschrift72Wohl auf den Bundestafeln durch ein Wunder; cf. Meg. Fol. 2b., die Bundestafeln, das Grab Mošes, die Höhle, in der Moše und Elijahu gestanden73Cf. Ex. 33,22 u. iReg. 19,9.haben, das Maul der Eselin74Des Bilea͑m; cf. Num. 22,23ff.und der Schlund der Erde, um die Frevler75Die Gemeinde Qoraḥs; cf. Num. 16,32ff.zu verschlingen.", "R. Neḥemja sagt im Namen seines Vaters, auch das Feuer und das Maultier76Die Kreuzung ist keine neue Schöpfung.. R. Jošija sagt im Namen seines Vaters, auch der Widder77Den Abraham an Stelle Jiçhaqs opferte; cf. Gen. 22,13ff.und der Šamir78Sagenhaftes Wesen, mit dem durch Ätzverfahren die Edelsteine zum Brustschilde des Hochpriesters (cf. Ex. 28,17) bearbeitet wurden; cf. Git. Fol. 68a. Nach den Kommentaren ein Würmchen, wahrscheinlich aber eine Steinart. Eine Handschrift des Cod. Syr. Hex. in der Bodleiana erklärt zu Ij. 41,6 das W. שמירא: ein Stein, der durch nichts zu zerbrechen ist.. R. Jehuda sagt, auch die [erste] Zange. Er sagte nämlich: Eine Zange kann nur mit [Hilfe] einer anderen Zange gefertigt werden; wer aber fertigte die erste Zange? Sie war also eine Schöpfung des Himmels. Sie entgegneten ihm: man kann sie in einer [Guß] form herstellen und zusammensetzen; sie war also eine menschliche Schöpfung!? –", "Das ist kein Widerspruch; eines gilt von unserem Feuer, und eines gilt vom Feuer des Fegefeuers. Unser Feuer wurde am Ausgang des Šabbaths erschaffen, das Feuer des Fegefeuers wurde am Vorabend des Šabbaths erschaffen. – Wurde denn das Feuer des Fegefeuers am Vorabend des Šabbaths erschaffen, es wird ja gelehrt: Sieben Dinge wurden vor der Weltschöpfung erschaffen, und zwar: die Tora, die Buße, der E͑dengarten79In der rabbinischen Literatur: das Paradies. das Fegefeuer, der Thron der Herrlichkeit, der Tempel und der Name des Messias.", "Die Tora, denn es heißt:80Pr. 8,22.der Herr schuf mich als Erstling seines Weges. Die Buße, denn es heißt:81Ps. 90,2.ehe die Berge geboren wurden, und darauf folgt:82Ib. V. 3.du bringst den Sterblichen zur Zerknirschung und sprichst: Kehret zurück, Menschenkinder.", "Der E͑dengarten, denn es heißt:83Gen. 2,8.der Herr, Gott, hatte einen Garten in E͑den gepflanzt von früher84So nach dieser Auslegung.her. Das Fegefeuer, denn es heißt:85Jes. 30,33.denn gerüstet seit gestern ist eine Brandstätte.", "Der Thron der Herrlichkeit und der Tempel, denn es heißt:86Jer. 17,12.ein Thron der Herrlichkeit, eine Höhe von Anbeginn, Stätte unseres Heiligtums. Der Name des Messias, denn es heißt:87Pr. 72,17.sein Name wird ewig währen, vor der Sonne sproßt sein Name!? –", "Ich will dir sagen, sein Raum wurde vor der Weltschöpfung erschaffen, sein Feuer aber erst am Vorabend des Šabbaths. –", "Ist denn sein Feuer am Vorabend des Šabbaths erschaffen worden, es wird ja gelehrt: R. Jose sagte: Für das Feuer, das der Heilige, gepriesen sei er, am zweiten Schöpfungstage erschaffen hat, gibt es ewig kein Erlöschen, denn es heißt:88Jes. 66,24.und sie werden hinausgehen und die Leichname der Männer ansehen, die von mir abtrünnig geworden sind; denn ihr Wurm wird nicht sterben und ihr Feuer nicht erlöschen. Ferner sagte R. Banaá, Sohn des R. U͑la: Weshalb heißt es nicht gut89Bei allen übrigen Schöpfungstagen heißt es: der Herr sah, das alles gut sei (Gen. 1,4. 10. 12. 18. 21. 31), bei diesem aber nicht.beim zweiten Schöpfungstage? Weil an diesem das Feuer des Fegefeuers erschaffen wurde. Hierzu sagte R. Elea͑zar: Obgleich es beim zweiten Schöpfungstage nicht gut heißt, so wird er dennoch beim sechsten mit einbegriffen, denn es heißt:90Gen. 1,31.und Gott sah, daß alles, was er gemacht, sehr gut sei!? –", "Vielmehr, sein Raum wurde vor der Weltschöpfung und sein Feuer am zweiten Schöpfungstage erschaffen; unser Feuer aber gedachte er am Vorabend des Šabbaths zu erschaffen, jedoch wurde es erst am Ausgang des Šabbaths erschaffen. Es wird nämlich gelehrt: An zwei Dinge dachte der Heilige, gepriesen sei er, am Vorabend des Šabbaths, sie zu erschaffen, jedoch wurden sie erst am Ausgang des Šabbaths erschaffen. Am Ausgang des Šabbaths gab der Heilige, gepriesen sei er, Adam dem Urmenschen Verstand ein, etwas von dem des himmlischen; er holte zwei Steine und rieb sie aneinander, wodurch das Feuer hervorkam; und ferner holte er zwei Tiere und kreuzte sie miteinander, woraus das Maultier hervorging. R. Šimo͑n b.Gamliél sagte: Das Maultier ist zur Zeit des A͑na entstanden, denn es heißt:91Ib. 36,24.das ist derselbe A͑na, der die Maultiere in der Steppe hervorbrachte.", "Die Schrifterklärer92Cf. Ber. Fol. 24a, Anm. 171.sagten: A͑na war selbst Bastard, darum brachte er einen Bastard auf die Welt. Es heißt nämlich: 93Gen. 36,20.diese sind die Söhne Sei͑rs, des Ḥoriters94Unter diesen wird auch <illae/>Ana mit aufgezählt., und es heißt:95Gen. 36,24.diese sind die Söhne Çibo͑ns &c. und Ajja und Ana; dies lehrt also, daß Çibo͑n seiner Mutter beiwohnte und A͑na zeugte. –", "Vielleicht waren es zwei [Leute Namens] A͑na!? Raba erwiderte: Ich will etwas sagen, wie solches nicht einmal König Sapor, das ist Šemuél, gesagt hat. Manche lesen: R. Papa erwiderte: Ich will etwas sagen, wie solches nicht einmal König Sapor, das ist Raba, gesagt hat: Die Schrift sagt: das ist derselbe Ana, derselbe A͑na von vorher.", "Die Rabbanan lehrten: Zehn Dinge wurden am Vorabend des Šabbaths bei Dämmerung erschaffen, und zwar: Der Brunnen, das Manna, der Regenbogen, die Schrift, die Inschrift, die Bundestafeln, das Grab Moses, die Höhle, in der Moše und Elijahu gestanden haben, das Maul der Eselin und der Schlund der Erde, um die Frevler zu verschlingen. Manche sagen, auch der Stab Ahrons96Cf. Num. 17,23. mit seinen Mandeln und Blüten. Manche sagen, auch die Dämonen. Manche sagen," ], [ "auch das Gewand Adams des Urmenschen.", "Die Rabbanan lehrten: Sieben Dinge sind dem Menschen verborgen, und zwar: der Tag seines Todes, der Tag seines Trostes, der Verlauf des Gerichtes, (niemand weiß,) was im Herzen seines Nächsten, (niemand weiß,) wobei er verdienen werde, wann das Reich Davids wiederkehren werde, und wann das schuldbeladene Reich stürzen werde.", "Die Rabbanan lehrten: An drei Dinge dachte er, sie einzuführen, und wenn er daran nicht gedacht hätte, sollte er daran denken: daß der Leichnam verwese, daß der Tote aus dem Herzen vergessen werde, und daß das Getreide verfaule97Damit man es nicht zur Preistreibung aufspeichere.; manche sagen: auch daß eine Münze ausgegeben werde.", "WO ES ÜBLICH IST, AM NEUNTEN AB ARBEIT ZU VERRICHTEN, VERRICHTE MAN, UND WO ES ÜBLICH IST, KEINE ARBEIT ZU VERRICHTEN, VERRICHTE MAN NICHT. ÜBERALL ABER FEIERN DIE SCHRIFTGELEHRTEN. R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGTE: STETS BETRACHTE SICH JEDER [DIESBEZÜGLICH] ALS SCHRIFTGELEHRTER.", "GEMARA. Šemuél sagte: Mit Ausnahme des Neunten Ab gibt es in Babylonien kein Gemeindefasten. – Demnach wäre Šemuél der Ansicht, in der Dämmerstunde98Am vorangehenden Tage.des Neunten Ab sei es99Alles, was am Fasttage verboten ist.verboten, dagegen sagte Šemuél, in der Dämmerstunde des Neunten Ab sei es erlaubt!? Wolltest du erwidern, Šemuél sei der Ansicht, auch an jedem anderen Gemeindefasttage sei es bei Dämmerung erlaubt, so haben wir ja gelernt, man dürfe solange es noch Tag ist100Am Vorabend des Fasttages.essen und trinken, und dies schließt wohl die Dämmerzeit aus!? – Nein, dies schließt die völlige Dunkelheit aus.", "Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Der Unterschied zwischen dem Neunten Ab und dem Versöhnungstage besteht nur darin, daß es an dem einen bei einem Zweifel verboten und an dem anderen bei einem Zweifel erlaubt ist.", "Unter Zweifel ist doch wohl die Dämmerzeit zu verstehen. – Nein, wie R. Šiša, Sohn des R. Idi, erklärt hat: bei der Festsetzung des Neumonds, ebenso auch hierbei: bei der Festsetzung des Neumonds101Sodaß des Zweifels wegen das Fasten auf 2 Tage auszudehnen ist..", "Raba trug vor: Schwangere und Säugende müssen am [Neunten Ab] fasten und [das Fasten] beenden, wie sie am Versöhnungstage fasten und [das Fasten] beenden müssen; und auch bei Dämmerung ist es verboten. Dasselbe sagten sie auch im Namen R. Joḥanans. – Kann R. Joḥanan dies denn gesagt haben, R. Joḥanan sagte ja, der Neunte Ab gelte nicht als Gemeindefasttag; doch wohl hinsichtlich der Dämmerzeit!? – Nein, hinsichtlich der Arbeit. –", "Hinsichtlich der Arbeit haben wir ja ausdrücklich gelernt, wo es üblich ist am Neunten Ab Arbeit zu verrichten, verrichte man, und wo es üblich ist, keine Arbeit zu verrichten, verrichte man nicht!? Und auch R. Šimo͑n b.Gamliél sagte ja nur, daß, wenn man dasitzt und nicht arbeitet, dies nicht als Großtuerei erscheine, nicht aber, daß es verboten sei!? –", "Vielmehr, es wird hinsichtlich des Schlußgebetes102Ein solches wird nur an Gemeindefasttagen (Rh. Fol. 26a) und am Versöhnungstage verrichtet. nicht als Gemeindefasten betrachtet. – Aber R. Joḥanan sagte ja: Daß doch der Mensch fortwährend den ganzen Tag bete!? –", "An einem solchen ist es Pflicht, sonst nur freigestellt. Wenn du willst, sage ich: er gilt nicht als Gemeindefasttag hinsichtlich der vierundzwanzig [Segenssprüche]103Die an einem solchen zu sprechen sind; cf. Tan. Fol. 15a..", "R. Papa erklärte: Er gilt nicht als Gemeindefasten, indem er nicht den ersten104Der Fasttage; cf. ib. Fol. 15b.gleicht, sondern den letzten, an denen es verboten ist.", "Man wandte ein: Der Unterschied zwischen dem Neunten Ab und dem Versöhnungstage besteht nur darin, daß es an dem einen bei einem Zweifel verboten und an dem anderen bei einem Zweifel erlaubt ist. Unter Zweifel ist doch wohl die Dämmerzeit zu verstehen!? R. Šiša, Sohn des R. Idi, erwiderte: Nein, bei der Festsetzung des Neumonds. – Demnach gleichen sie also einander in jeder anderen Hinsicht,", "somit ist dies eine Stütze für R. Elea͑zar, denn R. Elea͑zar sagte, es sei am Neunten Ab verboten, einen Finger ins Wasser zu stecken, wie dies am Versöhnungstage verboten ist.", "Man wandte ein: Der Unterschied zwischen dem Neunten Ab und einem Gemeindefasten besteht nur darin, indem an diesem Arbeit zu verrichten verboten, und an jenem, wo dies üblich ist, Arbeit zu verrichten erlaubt ist. Demnach gleichen sie einander in jeder anderen Hinsicht, dagegen wird vom Gemeindefasten gelehrt, wenn sie auch gesagt haben, das Baden sei verboten, so beziehe sich dies nur auf den ganzen Körper, nicht aber auf das Waschen [von] Gesicht, Händen und Füßen!?", "R. Papa erwiderte:" ], [ "Der Tanna lehrt nur die Erleichterungen.", "ÜBERALL ABER FEIERN DIE SCHRIFTGELEHRTEN &C. Demnach ist R. Šimo͑n b. Gamliél der Ansicht, man berücksichtige die Großtuerei nicht, und die Rabbanan sind der Ansicht, man berücksichtige die Großtuerei, und wir wissen ja von ihnen das Entgegengesetzte!? Wir haben nämlich gelernt: Der Bräutigam darf, falls er es will, in der ersten Nacht das Šema͑ lesen; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, nicht jeder, der sich den Ruf104Eines übermäßig Frommen.bei-legen will, darf sich ihn beilegen!?", "R. Joḥanan erwiderte: Die Ansichten sind zu vertauschen. R. Šiša, Sohn des R. Idi, erwiderte: Du brauchst sie nicht zu vertauschen; die Rabbanan befinden sich in keinem Widerspruche mit sich selbst, denn nur hierbei erscheint es als Großtuerei, da alle Welt arbeitet, er aber nicht arbeitet, dort aber, wo alle Welt das Šema͑ liest und er es ebenfalls liest, erscheint es nicht als Großtuerei.", "R. Šimo͑n b. Gamliél befindet sich ebenfalls in keinem Widersprüche mit sich selbst, denn dort ist die Intensität erforderlich, und da wir Zeugen sind, daß er seinen Sinn nicht andächtig stimmen kann, erscheint es als Großtuerei, hierbei erscheint es aber nicht als Großtuerei, denn man sagt, er habe keine Beschäftigung. Geh und sieh, wie viele Müßiggänger es doch auf der Straße gibt.", "DIE WEISEN SAGTEN: IN JUDÄA VERRICHTETE MAN AM VORABEND DES PESAḤFESTES ARBEIT BIS MITTAG, IN GALILÄA VERRICHTETE MAN SIE ÜBERHAUPT NICHT. IN DER [VORANGEHENDEN] NACHT IST ES NACH DER SCHULE ŠAMMAJS VERBOTEN UND NACH DER SCHULE HILLELS BIS ZUM SONNENAUFGANG ERLAUBT.", "GEMARA. Anfangs lehrt er es als Brauch, nachher aber als Verbot?!", "R. Joḥanan erwiderte: Das ist kein Widerspruch; eines nach R. Meír und eines nach R. Jehuda. Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagte: In Judäa verrichtete man am Vorabend des Pesaḥfestes Arbeit bis Mittag, in Galiläa verrichtete man sie überhaupt nicht. R. Meír sprach zu ihm: Was sollen hierbei Judäa und Galiläa!? Vielmehr, wo man Arbeit zu verrichten pflegt, verrichte man, und wo man keine Arbeit zu verrichten pflegt, verrichte man nicht. Wenn nun R. Meír es von einem Brauche abhängig macht, so ist es wohl nach R. Jehuda ein Verbot. –", "Ist R. Jehuda denn der Ansicht, die Verrichtung der Arbeit sei am vierzehnten erlaubt, es wird ja gelehrt: R. Jehuda sagte: Wenn jemand am dreizehnten jätet, und eine entwurzelte [Ähre] in der Hand hat, so pflanze er sie wieder in eine schlammige105Damit sie bis zum 16. Nisan wurzle; an diesem Tage wurde nämlich die Schwingegarbe dargebracht, wodurch die diesjährige Ernte zum Genüsse erlaubt wurde.Stelle ein, nicht aber in eine trockene.", "Nur am dreizehnten und nicht am vierzehnten. Merke, wir wissen ja von R. Jehuda, daß er der Ansicht ist, was drei Tage nach dem Pfropfen nicht keimt, keime nicht mehr; wozu lehrt er es nun, wenn du sagst, die Verrichtung der Arbeit sei am vierzehnten erlaubt, vom dreizehnten, es genügt ja, wenn der vierzehnte, der fünfzehnte und ein Teil des sechszehnten106Auch wenn man eine Ähre am vierzehnten Nisan einsetzt, sind bis zur Darbringung der Schwingegarbe 3 Tage zum Keimen vorhanden, da ein Teil des Tages als voller Tag gilt.zurückbleiben!? Raba erwiderte: Dies lehrten sie für Galiläa. –", "Die Nacht bleibt ja noch!? R. Šešeth erwiderte: Nach der Ansicht der Schule Šammajs. R. Aši erwiderte: Tatsächlich nach der Schule Hillels, aber man pflegt nicht nachts zu jäten.", "Rabina erwiderte: Tatsächlich für Judäa, denn für das Keimen gilt allerdings ein Teil des Tages als voller Tag, nicht aber zwei Teile als volle zwei Tage.", "R. MEÍR SAGT, JEDE ARBEIT, DIE MAN VOR DEM VIERZEHNTEN BEGONNEN HAT, DÜRFE MAN AM VIERZEHNTEN BEENDEN, JEDOCH DÜRFE MAN AM VIERZEHNTEN KEINE BEGINNEN, OBGLEICH MAN SIE AUCH BEENDEN KANN. DIE WEISEN SAGEN, DREI BERÜFSSTÄNDE DÜRFEN AM VORABEND DES PESAḤFESTES ARBEIT VERRICHTEN, UND ZWAR: SCHNEIDER, BARBIERE UND WÄSCHER; R. JOSE B. JEHUDA SAGT, AUCH SCHUSTER.", "GEMARA. Sie fragten: Wird dies nur [von Arbeiten] gelehrt, die zum Feste nötig sind, solche aber, die zum Feste nicht nötig sind, darf man auch nicht beenden, oder wird dies nur von solchen gelehrt, die zum Feste nicht nötig sind, solche aber, die zum Feste nötig sind, darf man auch beginnen, oder aber darf man sowohl solche, die zum Feste nötig sind, als auch solche, die zum Feste nicht nötig sind, nur beenden und nicht beginnen? –", "Komm und höre: Man darf aber am vierzehnten nichts beginnen, nicht einmal ein kleines Bändchen oder ein kleines Haarnetz. ‘Nicht einmal’ heißt wohl: nicht einmal diese, die zum Feste nötig sind, darf man beginnen, sondern nur beenden; demnach darf man [eine Arbeit], die zum Feste nicht nötig ist, nicht einmal beenden. –", "Nein, tatsächlich darf man [eine Arbeit] beenden, auch wenn sie zum Feste nicht nötig ist, und ‘nicht einmal’ heißt: nicht einmal diese, die sehr klein sind. Man könnte nämlich glauben, bei solchen sei schon das Beginnen ein Beenden, und man beginne auch, so lehrt er uns. –", "Komm und höre: R. Meír sagt, jede Arbeit, die zum Feste nötig ist," ], [ "dürfe man am vierzehnten beenden; dies nur dann, wenn man sie vor dem vierzehnten begonnen hat, was man aber vor dem vierzehnten nicht begonnen hat, darf man am vierzehnten nicht beginnen, nicht einmal ein kleines Bändchen oder ein kleines Haarnetz. Nur, wenn sie zum Feste nötig ist, nicht aber, wenn sie zum Feste nicht nötig ist. – Nein, auch wenn sie zum Feste nicht nötig ist, darf man sie beenden, nur lehrt er uns folgendes: auch wenn sie zum Feste nötig ist, darf man sie nur beenden, nicht aber beginnen. –", "Komm und höre: R. Meír sagt, jede Arbeit, die zum Feste nötig ist, dürfe man am vierzehnten beenden, nicht aber eine, die zum Feste nicht nötig ist. Man darf, wo dies üblich ist, am Vorabend des Pesaḥfestes bis Mittag Arbeit verrichten. Nur wo dies üblich ist, nicht aber, wo dies nicht üblich ist. Schließe hieraus, nur, wenn es zum Feste nötig ist, nicht aber, wenn es zum Feste nicht nötig ist. Schließe hieraus.", "DIE WEISEN SAGEN, DREI BERUFSSTÄNDE. Es wird gelehrt: Schneider, denn auch der Laie darf am Halbfeste auf gewöhnliche Weise nähen; Barbiere und Wäscher, denn auch wer aus überseeischen Ländern gekommen ist oder das Gefängnis verlassen hat, darf am Halbfeste sich das Haar schneiden und waschen. R. Jose b. R. Jehuda sagt, auch Schuster, denn auch Wallfahrer bessern am Halbfeste ihre Schuhe aus. –", "Worin besteht ihr Streit? – Einer ist der Ansicht, man folgere hinsichtlich des Beginnens einer Arbeit107Das Ausbessern von Schuhen ist kein Beginn, sondern eine Beendigung der Arbeit.von der Beendigung, und einer ist der Ansicht, man folgere nicht hinsichtlich des Beginnens einer Arbeit von der Beendigung.", "MAN DARF AM VIERZEHNTEN HÜHNER ZUM BRÜTEN108Wörtl., den Schlag für die Hühner setzen.SETZEN; IST EINE HENNE ENTLAUFEN, SO DARF MAN SIE ZURÜCK AUF IHREN PLATZ BRINGEN; IST SIE VERENDET, SO DARF MAN EINE ANDERE AN IHRE STELLE SETZEN. MAN DARF AM VIERZEHNTEN [DEN MIST] UNTER DEN FÜSSEN DES VIEHS FORTSCHAUFELN, AM HALBFESTE NUR NACH DEN SEITEN SCHIEBEN. MAN DARF GERÄTE ZUM HANDWERKER BRINGEN UND VON DIESEM HOLEN, AUCH VTENN SIE ZUM FESTE NICHT NÖTIG SIND.", "GEMARA. Wenn man sie sogar setzen darf, so ist es ja selbstverständlich, daß man sie zurückbringen darf!? Abajje erwiderte: Der Schlußsatz bezieht sich auf das Halbfest.", "R. Hona sagte: Dies nur innerhalb drei Tagen ihrer Widerspenstigkeit, wo ihre Wärme noch nicht entschwunden ist, und nach drei Tagen des Brütens, wo die Eier sonst gänzlich verderben würden, nach drei Tagen ihrer Widerspenstigkeit aber, wo ihre Wärme schon entschwunden ist, und innerhalb drei Tagen des Brütens, wo die Eier nicht gänzlich verderben würden, darf man sie nicht zurückbringen. R. Ami sagte: Auch innerhalb drei Tagen des Brütens darf man sie zurückbringen. –", "Worin besteht ihr Streit? – Einer ist der Ansicht, man habe nur einen bedeutenden Schaden berücksichtigt, nicht aber einen unbedeutenden109Auch die ein wenig angebrüteten Eier sind noch verwendbar, u. der Schaden ist nicht sehr bedeutend.Schaden, und einer ist der Ansicht, man habe auch einen unbedeutenden Schaden berücksichtigt.", "MAN DARF &C. FORTSCHAUFELN. Die Rabbanan lehrten: Den Mist, der sich im Hofe befindet, schiebe man nach den Seiten, der sich im Stalle und im Hofe befindet, bringe man nach dem Misthaufen hinaus.", "Dies widerspricht sich ja selbst: zuerst heißt es, daß man den Mist, der sich im Hofe befindet, nach der Seite schiebe, nachher aber lehrt er, daß man den, der sich im Stalle und im Hofe befindet, nach dem Misthaufen hinausbringe!? Abajje erwiderte: Das ist kein Widerspruch; eines gilt vom vierzehnten, und eines gilt vom Halbfeste. Raba erwiderte: Beides gilt vom Halbfeste, nur meint er es, wie folgt: wenn der Hof einem Stalle110Wenn an den Seiten kein Platz vorhanden ist. gleicht, so bringe man ihn nach dem Misthaufen hinaus.", "MAN DARF GERÄTE ZUM HANDWERKER BRINGEN UND VON DIESEM HOLEN. R. Papa erzählte: Raba prüfte uns [durch folgende Frage]: Wir haben gelernt, man dürfe Geräte zum Handwerker bringen und von diesem holen, auch wenn sie zum Feste nicht nötig sind, und dem widersprechend wird gelehrt, man dürfe vom Handwerker keine Geräte holen, und daß man sie, wenn man befürchtet, sie könnten gestohlen werden, nach einem anderen Hofe bringe!?", "Wir erwiderten ihm, dies sei kein Widerspruch, denn eines gelte vom vierzehnten und eines vom Halbfeste. Wenn du aber willst, sage ich: beide vom Halbfeste, dennoch besteht hier kein Widerspruch; eines, wenn man ihm traut, und eines, wenn man ihm nicht traut.", "Es wird auch gelehrt: Man darf Gefäße vom Handwerker holen, zum Beispiel einen Topf vom Töpfer oder ein Glas vom Glaser, nicht aber Wolle vom Färber oder Gerätschaften vom Handwerker. Hat [der Handwerker] nichts zur Nahrung, so bezahle man ihm seinen Lohn und lasse [das Gerät] bei ihm; traut man ihm nicht, so lasse man es in einem naheliegenden Hause; befürchtet man, es könnte gestohlen werden, so bringe man es heimlich nach Hause. –", "Du hast also den Widerspruch hinsichtlich des Holens erklärt, wie ist es aber hinsichtlich des Hinbringens111Wobei der Unterschied zwischen Trauen u. Nichttrauen nicht angebracht ist.zu erklären, denn es wird gelehrt, dürfe man nicht holen, und um so weniger hinbringen!? – Am richtigsten ist es vielmehr, wie wir zuerst erklärt haben.", "SECHS DINGE TATEN DIE LEUTE VON JERIḤO, DREI UNTERSAGTE MAN IHNEN, UND DREI UNTERSAGTE MAN IHNEN NICHT. FOLGENDE UNTERSAGTE MAN IHNEN NICHT: SIE PFROPFTEN DATTELPALMEN DEN GANZEN TAG112Des 14. Nisan., SIE LEIERTEN113Wörtl. wickelten, rollten, dh. sie lasen es ohne Unterbrechung herunter, so nach der weiter folgenden Erklärung des T.s.DAS ŠEMA͑ HERUNTER UND SIE (MÄHTEN UND) SCHOBERTEN [DAS GETREIDE] VOR [DER DARBRINGUNG] DER SCHWINGEGARBE. FOLGENDES UNTERSAGTE MAN IHNEN: SIE ERLAUBTEN TRIEBE [VON BÄUMEN] DES HEILIGTUMS, \n" ], [ "SIE ASSEN AM ŠABBATH ABGEFALLENE FRÜGHTE, UND SIE LIESSEN DEN ECKENLASS VOM GRÜNKRAUT; DIES UNTERSAGTEN IHNEN DIE WEISEN.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Sechs Verfügungen traf der König Ḥizqijahu, in dreien stimmte man ihm bei, in dreien stimmte man ihm nicht bei. Er schleifte die Gebeine seines Vaters114Als Sühne.auf einer Strickbahre, und man stimmte ihm bei; er zertrümmerte die kupferne115Cf. Num. 21,9.Schlange, und man stimmte ihm bei; er versteckte das Heilmittelbuch116Beide Verfügungen, damit man bei einem Krankheitsfälle nur auf Gott vertraue., und man stimmte ihm bei.", "In dreien stimmte man ihm nicht bei: er zerschlug die Tempeltüren117Cf. iiReg. 18,16.und schickte sie dem Könige von Ašur, und man stimmte ihm nicht bei; er sperrte das Wasser des (Ober)gihon ab118Cf. iiChr. 32,30., und man stimmte ihm nicht bei; er machte den Nisan im Nisan119Nachdem dieser bereits begonnen hatte, machte er ihn zum 2. Adar (cf. Ber. Fol. 10b, Anm. 429) u. verlegte das Pesaḥfest in den nächstfolgenden Monat; cf. iiChr. 30,2ff.zum Schaltmonat, und man stimmte ihm nicht bei.", "SIE PFROPFTEN DATTELPALMEN DEN GANZEN TAG &C. Wie macht man dies? R. Jehuda erwiderte: Man holt eine feuchte Myrte, Lorbeermet und Gerstenmehl, das noch keine vierzig Tage im Gefäße ist; dies alles kocht man in einem Gefäße und gießt es in das Herz der Dattelpalme. Jeder [Baum], der sich innerhalb vier Ellen befindet, mit dem man nicht ebenso verfährt, verdorrt sofort. R. Aḥa, Sohn des Raba, erklärte: Man steckt einen männlichen Trieb in einen weiblichen Stamm.", "SIE LEIERTEN DAS ŠEMA͑ HERUNTER. Wie machten sie es? R. Jehuda erwiderte: Sie sprachen [den Vers:]120Dt. 6,4.Höre, Jisraél, der Herr ist unser Gott, der Herr ist einzig, und hielten nicht121Zwischen dem angezogenen Verse u. dem darauf folgenden.inne. Raba erwiderte: Sie hielten wohl inne, nur lasen sie: heute in deinem122Das W. ‘heute’ gehört zum vorangehenden Verse (was ich dir heute befehle).Herzen, was sich so anhört, als sollten [die Worte Gottes] nur heute in deinem Herzen sein, nicht aber morgen in deinem Herzen sein. Die Rabbanan lehrten: Wie leierten sie das Šema͑ herunter? Sie lasen [den Vers:] Höre, Jisraél, der Herr ist unser Gott, der Herr ist einzig, und hielten nicht inne – so R. Meír; R. Jehuda sagte: Sie hielten wohl inne, nur lasen sie nicht [den Absatz] ‘Gepriesen sei der Name seiner königlichen Herrlichkeit für immer und ewig’. –", "Weshalb lesen wir ihn? – Nach einer Auslegung des R. Šimo͑n b.Laqiš,", "denn R. Šimo͑n b.Laqiš sagte:123Gen. 49,1.Da berief Ja͑qob seine Söhne und sprach: Versammelt euch, damit ich euch verkünde; Ja͑qob wollte seinen Söhnen das Ende der Tage offenbaren, da wich die Göttlichkeit von ihm. Hierauf sprach er: Vielleicht befindet sich, behüte und bewahre, ein Makelbehafteter an meinem Lager, wie auch Abraham der Jišma͑él und meinem Vater der E͑sav entstammte? Da erwiderten ihm seine Söhne: Höre, Jisraél, der Herr ist unser Gott, der Herr ist einzig; wie er in deinem Herzen einzig ist, so ist er auch in unserem Herzen einzig. In dieser Stunde begann unser Vater Ja͑qob und sprach: Gepriesen sei der Name seiner königlichen Herrlichkeit für immer und ewig.", "Die Rabbanan sprachen: Was machen wir nun: sagen wir es, so sagte es ja Moše nicht, sagen wir es nicht, so sagte es ja Ja͑qob!? Darauf ordneten sie an, es leise zu sagen. R. Jiçḥaq sagte: In der Schule R. Amis sagten sie ein Gleichnis: Die Tochter eines Königs roch den Duft von würzigen Speisen; sollte sie es124Daß sie davon zu kosten wünsche.sagen, so schämte sie sich, sollte sie es nicht sagen, so litt sie Qual. Da brachten es ihr ihre Diener heimlich.", "R. Abahu sagte: Später ordnete man an, es laut zu sagen, wegen der Redereien125Daß man leise etwas Ungebührliches spreche.der Minäer. In Nehardea͑ aber, wo keine Minäer vorhanden sind, sagt man es noch jetzt leise.", "Die Rabbanan lehrten: Sechs Dinge taten die Leute von Jeriḥo, drei mit Billigung der Weisen und drei ohne Billigung der Weisen. Folgende mit Billigung der Weisen: sie pfropften Dattelpalmen den ganzen Tag, sie leierten das Šema͑ herunter und sie mähten vor [der Darbringung] der Schwingegarbe. Folgende ohne Billigung der Weisen: sie schoberten [das Getreide] vor [der Darbringung] der Schwingegarbe, sie brachen Lücken in ihre Gemüse- und Obstgärten, damit die Armen in den Jahren der Dürre an Šabbathen und an Festen die abgefallenen Früchte essen können, und sie erlaubten Triebe von Johannisbrotbäumen und Sykomoren des Heiligtums-so R. Meír.", "R. Jehuda sprach zu ihm: Wenn sie dies mit Billigung der Weisen getan haben, so sollte auch jeder andere dies tun dürfen!? Vielmehr, diese und jene ohne Billigung der Weisen, nur hatten sie ihnen drei verwehrt und drei nicht verwehrt.", "Folgende verwehrten sie ihnen nicht: sie pfropften Dattelpalmen den ganzen Tag, sie leierten das Šema͑ herunter, und sie schoberten [das Getreide] vor [der Darbringung] der Schwingegarbe; folgende aber verwehrten sie ihnen: sie erlaubten Triebe von Johannisbrotbäumen und Sykomoren des Heiligtums, sie brachen Lücken in ihre Gemüse- und Obstgärten, damit die Armen in den Jahren der Dürre an Šabbathen und Festen die abgefallenen Früchte essen können, und sie ließen den Eckenlaß von Grünkraut; dies verwehrten ihnen die Weisen. –", "Ist R. Jehuda denn der Ansicht, das Mähen sei ohne Billigung der Weisen erfolgt, wir haben ja gelernt, die Leute von Jeriḥo mähten vor [der Darbringung] der Schwingegarbe mit Billigung der Weisen und schoberten vor [der Darbringung] der Schwingegarbe ohne Billigung der Weisen, und die Weisen verwehrten es ihnen nicht." ], [ "Derjenige, der ‘verwehrt’ und ‘nicht verwehrt’ sagt, ist ja R. Jehuda, und er lehrt: sie mähten mit Billigung der Weisen!? – Auch nach deiner Ansicht: es sind ja vier126Die als erlaubt aufgezählt werden (pfropfen, das Šem<illae/>a herunterleiern, mähen u. schobern), während es drei sein sollten; diese Lehre ist demnach fehlerhaft. Der überflüssige Fall vom Mähen steht allerdings auch in unserer Mišna, jed. ist er offenbar eingeschoben; er fehlt in manchen Handschriften, auch ist er, wie schon Raschi bemerkt, aus halakhischen Gründen zu streichen.Dinge!? Vielmehr ist hier das Mähen zu streichen.", "«Sie erlaubten Triebe von Johannisbrotbäumen und Sykomoren des Heiligtums.» Sie sprachen: Unsere Vorfahren haben nur die Balken dem Heiligtum gespendet, wir wollen nun die Triebe der Johannisbrotbäume und Sykomoren des Heiligtums erlauben. Es handelt sich hierbei um Triebe, die nachher heranwachsen, und sie waren der Ansicht desjenigen, welcher sagt, beim Nachwuchs gebe es keine Veruntreuung127Am Geheiligten; cf. Lev. 5,15.; die Rabbanan aber waren der Ansicht, wenn es hierbei auch keine Veruntreuung gibt, gebe es dennoch ein Verbot.", "«Sie brachen Lücken.» U͑la sagte im Namen des R. Šimo͑n b.Laqiš: Der Streit besteht nur über [Früchte], die sich im Wipfel befinden: die Rabbanan waren der Ansicht, es sei zu berücksichtigen, sie könnten hinaufsteigen und pflücken, und die Leute von Jeriḥo waren der Ansicht, es sei nicht zu berücksichtigen, sie könnten hinaufsteigen und pflücken; die sich aber zwischen den unteren Zweigen befinden, sind nach aller Ansicht erlaubt.", "Raba sprach zu ihm: Sie sind ja Abgesondertes128Für die Verwendung am Š. verboten (cf. Sab. Fol. 43b, Anm. 78), da sie am Vorabend noch am Baume hafteten.!? Wolltest du erwidern, weil sie für Raben129Die man züchtet u. von den Früchten an Bäumen am Š. fressen lassen darf.verwendbar waren, [so ist zu entgegnen:] wenn das, was für Menschen Vorrätiges ist, nicht für Hunde als Vorrätiges gilt, wie wir gelernt haben, R. Jehuda sagt, war das Aas am Vorabend des Šabbaths noch nicht vorhanden, sei es [für Hunde] verboten, weil es kein Vorbereitetes ist, wie sollte das, was für Raben als Vorrätiges gilt, als Vorrätiges für Menschen gelten?!", "Jener erwiderte: Freilich, was für Menschen Vorrätiges ist, gilt nicht für Hunde als Vorrätiges, denn was für Menschen brauchbar ist, bestimmt man nicht [für Hunde], was aber für Raben Vorrätiges ist, gilt auch für Menschen als Vorrätiges, denn man rechnet mit allem, was für Menschen brauchbar ist.", "Als Rabin kam, sagte er im Namen des R.Šimo͑n b. Laqiš: Der Streit besteht nur über [Früchte], die sich zwischen den unteren Zweigen befinden: die Rabbanan waren der Ansicht, was für Raben Vorrätiges ist, gelte für Menschen nicht als Vorrätiges, und die Leute von Jeriḥo waren der Ansicht, was für Raben Vorrätiges ist, gelte auch für Menschen als Vorrätiges, die sich aber im Wipfel befinden, sind nach aller Ansicht verboten, denn es ist zu berücksichtigen, sie könnten hinaufsteigen und pflücken.", "«Sie ließen den Eckenlaß von Grünkraut.» Hielten denn die Leute von Jeriḥo nichts von dem, was wir gelernt haben: Folgende Regel sagten sie beim Eckenlaß: Alles, was eine Speise ist, aufbewahrt wird, seine Nahrung aus dem Boden zieht, mit einem Male geerntet wird und zur Aufbewahrung eingebracht wird, ist eckenlaßpflichtig.", "Eine Speise, ausgenommen Waidkraut und Qoça130Cf. Sb. VII, Anm. 3.; aufbewahrt wird, ausgenommen Freigut; seine Nahrung aus dem Boden zieht, ausgenommen Schwämme und Pilze; mit einem Male geerntet wird, ausgenommen Feigen; zur Aufbewahrung eingebracht wird, ausgenommen Grünkraut!?", "R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Hier handelt es sich um Rübenköpfe131Dh. von den Blättern, die selbständig nicht zur Aufbewahrung eingebracht werden, wohl aber zusammen mit den Rübenköpfen., und sie streiten über das, was mit anderem zusammen zur Aufbewahrung eingesammelt wird; nach der einen Ansicht heißt die Aufbewahrung mit anderem zusammen eine Aufbewahrung, und nach der anderen Ansicht keine Aufbewahrung.", "Die Rabbanan lehrten: Früher ließ man den Eckenlaß von Rüben und Kohl zurück; R. Jose sagt, auch von Porree. Ein Anderes lehrt: Man ließ [früher] den Eckenlaß von Rüben und Porree zurück; R. Šimo͑n sagt, auch von Kohl." ], [ "Demnach sind es drei Tannaím132Die darüber streiten; zu RJ. u. RŠ. kommt der ungenannte hinzu.? – Nein, es sind nur zwei Tannaím; der erste Tanna gegen R. Šimo͑n ist R. Jose, und der erste Tanna gegen R. Jose ist R. Šimo͑n; das ‘auch’ bezieht sich auf das erstere133Auf Rüben; in der 1. Lehre schließt RJ. Kohl aus, in der 2. Lehre schließt RŠ. Porree aus..", "Die Rabbanan lehrten: Einst ließ Ben Bohajan den Eckenlaß von Grünkraut zurück; als aber sein Vater kam und die Armen am Eingang des Gartens mit Grünkraut beladen traf, sprach er zu ihnen: Kinder, werfet es fort, und ich werde euch doppelt soviel von Verzehntetem geben; nicht etwa, weil ich knauserig bin, sondern weil die Weisen gesagt haben, man lasse von Grünkraut keinen Eckenlaß zurück134Vom Eckenlaß wird der Zehnt nicht entrichtet.. –", "Wozu brauchte er ihnen zu sagen: nicht etwa, weil ich knauserig bin!? – Damit sie nicht glauben sollten, er wolle sie nur abweisen.", "Die Rabbanan lehrten: Früher ließ man die Felle der Opfer in der Parvakammer135Des Tempels; Etymologie, dunkel; nach Jörn. Fol. 35a, Personenname.liegen, und abends verteilte man sie an die Mitglieder der Familienwache136Eigentl. Tageswache. Der Tempeldienst wurde unter 24 Priesterwachen (משמרות Wachen, Wachposten) verteilt, von denen jede ihren Wochendienst hatte. Der Dienst wurde wiederum an Tageswachen (בית אב, Familie) verteilt.; da aber die Gewaltkräftigen sie mit Gewalt nahmen, ordnete man an, sie an jedem Vorabend des Šabbaths zu verteilen, wo alle Priesterwachen zusammen kamen und sie in Empfang nahmen.", "Aber noch waren es die Großen der Priesterschaft, die sie mit Gewalt nahmen, da taten sich die Eigentümer137Wohl der Opfer; nach Raschi die Vorsteher der Priesterschaft.zusammen und weihten sie dem Himmel.", "Man erzählt, daß man nach Verlauf von wenigen Tagen den ganzen Tempel mit Goldplatten138Vom Erlös der Häute.verkleidete, die eine Elle zu einer Elle groß und wie ein Golddenar dick waren. Am Feste pflegte man sie abzunehmen und auf Gestellen auf dem Tempelberge aufzustellen, damit die Wallfahrer sehen, wie schön und tadellos die Arbeit sei.", "Es wird gelehrt: Abba Šaúl erzählte: In Jeriḥo befanden sich Sykomorenstämme, und die Gewaltkräftigen pflegten sie mit Gewalt zu nehmen; da taten sich die Eigentümer zusammen und weihten sie dem Himmel.", "Über Leute ihresgleichen sprach Abba Šaúl b.Boṭnith im Namen des Abba Joseph b. Ḥanin: Wehe mir vor der Familie Boëthos, wehe mir vor ihren Knütteln; wehe mir vor der Familie Ḥanin, wehe mir vor ihrem Getuschel; wehe mir vor der Familie Kathros, wehe mir vor ihrem Schreibrohre; wehe mir vor der Familie Jišma͑él b.Phabi, wehe mir vor ihrer Faust. Sie selbst waren Hochpriester, ihre Söhne waren Schatzmeister, ihre Schwiegersöhne waren Tempelherren, und ihre Diener schlugen das Volk mit Stöcken.", "Die Rabbanan lehrten: Vier Schreie stieß der Tempelhof aus. Der erste [Schrei]: Hinaus von hier. Söhne E͑lis, die ihr den Tempel des Herrn verunreinigt habt! Ferner schrie er: Hinaus von hier, Jissakhar aus Kephar Barqaj, der du dich selbst ehrst und die Heiligtümer des Himmels entweihest! Er pflegte nämlich seine Hände in Seide zu wickeln und den Tempeldienst zu verrichten.", "Femer schrie der Tempelhof: Erhebt, ihr Tore, euere Häupter, damit Jišma͑él b. Phabi, Schüler des Pinḥas, eintrete und ab Hochpriester fungiere! Ferner schrie der Tempelhof: Erhebt, ihr Tore, euere Häupter, damit Joḥanan b.Narbaj, Schüler des Panqaj, eintrete und seinen Bauch mit den Heiligtümern des Himmels fülle!", "Man erzählt von Joḥanan b.Narbaj, daß er zum Essen dreihundert Kälber, zum Trinken dreihundert Krüge Wem und zum Nachtisch vierzig Seá junger Tauben verbrauchte. Man erzählt [ferner], daß während aller Tage des Joḥanan b. Narbaj kein Übriggebliebenes sich im Tempel befand. – Was geschah dem Jissakhar aus Kephar Barqaj? – Man erzählt folgendes. Der König und die Königin saßen [und stritten]: der König sagte, ein Böckchen sei besser, und die Königin sagte, ein Lämmchen sei besser. Alsdann sagten sie, der Hochpriester möge entscheiden, denn er bringt jeden Tag Opfer dar. Als er kam," ], [ "[sprach er] mit der Hand gestikulierend: Wäre ein Böckchen bevorzugter, so würde man es doch zum beständigen Opfer verwenden. Hierauf sprach der König: Da er keine Ehrfurcht139Er soll in ehrverletzender Weise gestikuliert haben.vor dem König hat, haue man ihm die Rechte ab. Er aber gab Bestechung, und man haute ihm die Linke ab. Als der König dies erfuhr, ließ er ihm auch die Rechte abhauen. R. Joseph sprach: Gepriesen sei der Allbarmherzige, daß er Jissakhar aus Kephar Barqaj seine Vergeltung auf dieser Welt erhalten ließ.", "R. Aši sagte: Jissakhar aus Kephar Barqaj hatte die Mišna nicht studiert, [denn wir haben gelernt:] R. Šimo͑n sagte, Lämmer werden überall vor Ziegen genannt; man könnte glauben, weil sie besser sind in ihrer Art, so heißt es:140Lev. 4,32.wenn er ein Lamm als Opfer bringt, dies lehrt, daß sie einander gleichen. Rabina sagte: Er hatte nicht einmal die Schrift gelesen, denn es heißt:141Ib. 3, 7. 12.wenn ein Lamm, wenn eine Ziege; wenn man will, bringe man ein Lamm, wenn man will, bringe man eine Ziege." ], [ "DAS BESTÄNDIGE [ABEND]OPFER WIRD NACH ACHTEINHALB [STUNDEN] GESCHLACHTET UND NACH NEUNEINHALB DARGEBRACHT; AM VORABEND DES PESAḤFESTES WIRD ES NACH SIEBENEINHALB GESCHLACHTET UND NACH ACHTEINHALB DARGEBRACHT, OB AM WOCHENTAGE ODER AM ŠABBATH. FÄLLT DER VORABEND DES PESAḤFESTES AUF EINEN VORABEND DES ŠABBATH, SO WIRD ES NACH SECHSEINHALB GESCHLACHTET UND NACH SIEBENEINHALB DARGEBRACHT, UND DAS PESAḤOPFER NACHHER.", "GEMARA. Woher dies?", "R. Jehošua͑ b.Levi erwiderte: Die Schrift sagt: 1Num. 28,4.das eine Lamm sollst du am Morgen herrichten, und das andere Lamm sollst du zwischen den Abenden herrichten: verteile es auf die beiden [halben] Abende2Der Abend beginnt mit der 7. Stunde, wo die Sonne den Zenith überschritten hat., zweieinhalb Stunden vorher, zweieinhalb Stunden nachher und eine Stunde für die Herrichtung.", "Raba wandte ein: Am Vorabend des Pesaḥfestes wird es nach siebeneinhalb geschlachtet und nach achteinhalb dargebracht, ob am Wochentage oder am Šabbath. Wieso darf es früher erfolgen, wenn du sagst, nach der Tora nach achteinhalb [Stunden]!?", "Vielmehr, erklärte Raba, ist das Gebot des beständigen [Abend]opfers beim Heranneigen des Abendschattens3Nach 7½ Stunden, wo der Schatten sich ‘neigt’.fällig. – Aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt: zwischen den Abenden, sobald die Sonne niederzugehen beginnt.", "An den übrigen Tagen des Jahres, an denen auch Gelübde und freiwillige Opfer darzubringen sind, ist es, da der Allbarmherzige sagt: 4Lev. 6,5.darauf [das Fett der Heilsopfer],", "und der Meister erklärte, damit seien alle Opfer zu beenden5Nach der Darbringung des beständigen Morgenopfers, von dem die angezogene Stelle spricht; שלמים von שלם vollenden, beenden; nach dem Abendopfer dürfen also keine Spenden dargebracht werden., zwei Stunden später darzubringen, und man richte es nach achteinhalb [Stunden] her,", "am Vorabend des Pesaḥfestes aber, wo nachher6Nach dem Abendopfer. noch das Pesaḥopfer folgt, ist es eine Stunde früher, nach siebeneinhalb [Stunden] herzurichten. Wenn aber der Vorabend des Pesaḥfestes auf einen Vorabend des Šabbaths fällt, wo noch das Braten desselben hinzukommt, das den Šabbath nicht verdrängt, wird es gemäß der ursprünglichen Bestimmung nach sechseinhalb [Stunden] hergerichtet.", "Die Rabbanan lehrten: Gleich der Reihenfolge am Wochentage ist auch die Reihenfolge am Šabbath – so R. Jišma͑él; R. A͑qiba sagt, gleich der Reihenfolge am Vorabend des Pesaḥfestes. –", "Wie meint er es? Abajje erwiderte: Er meint es wie folgt: gleich der Reihenfolge am Wochentage, der Vorabend des Pesaḥfestes ist, ist auch die Reihenfolge am Šabbath, der Vorabend des Pesaḥfestes ist – so R. Jišma͑él; R. A͑qiba sagt, gleich der Reihenfolge am Vorabend des Pesaḥfestes, der auf einen Vorabend des Šabbaths fällt, sei auch die Reihenfolge am Šabbath. Unsere Mišna, welche lehrt, ob am Wochentage oder am Šabbath, vertritt also die Ansicht R. Jišma͑éls. –", "Worin besteht ihr Streit? – Sie streiten, ob das Zusatzopfer vor den Schalen [Weihrauch] dargebracht werde. R. Jišma͑él ist der Ansicht, das Zusatzopfer werde vor den Schalen [Weihrauch] dargebracht, somit wird das Zusatzopfer nach sechs, die Schalen [Weihrauch] nach sieben und das beständige Opfer nach siebeneinhalb [Stunden] dargebracht, und R. A͑qiba ist der Ansicht, die Schalen [Weihrauch] werden vor dem Zusatzopfer dargebracht, somit werden die Schalen [Weihrauch] nach fünf, das Zusatzopfer nach sechs und das beständige Opfer nach sechseinhalb [Stunden] dargebracht.", "Raba wandte ein: Sagt etwa R. A͑qiba: gleich der Reihenfolge am Vorabend des Pesaḥfestes, der auf einen Vorabend des Šabbaths fällt, er sagt ja schlechthin: gleich der Reihenfolge am Vorabend des Pesaḥfestes!? Vielmehr erklärte Raba, meint er es wie folgt: gleich der Reihenfolge an einem gewöhnlichen Wochentage ist auch die Reihenfolge am Šabbath, der Vorabend des Pesaḥfestes ist – so R. Jišma͑él; R. A͑qiba sagt, gleich der Reihenfolge am Vorabend des Pesaḥfestes. Unsere Mišna, welche lehrt, ob am Wochentage oder am Šabbath, vertritt also die Ansicht R. A͑qibas. –", "Worin besteht ihr Streit? – Sie streiten über das Anfaulen des Fleisches. R. Jišma͑él ist der Ansicht, man befürchte, das Fleisch könnte anfaulen, und R. A͑qiba ist der Ansicht, man befürchte nicht, das Fleisch könnte anfaulen. –" ], [ "Sollte man es, wenn dies nicht befürchtet wird, nach sechseinhalb [Stunden] darbringen!? – Er ist der Ansicht, das Zusatzopfer werde vor den Schalen [Weihrauch] dargebracht, somit wird das Zusatzopfer nach sechs, die Schalen [Weihrauch] nach sieben und das beständige Opfer nach siebeneinhalb [Stunden] dargebracht.", "Rabba b.U͑la wandte ein: Lehrt er denn, R. Jišma͑él sage, gleich der Reihenfolge am Wochentage sei auch die Reihenfolge am Šabbath, der Vorabend des Pesaḥfestes ist, er lehrt ja schlechthin: ist auch die Reihenfolge am Šabbath!?", "Vielmehr, erklärte Rabba b.U͑la, meint er es wie folgt: gleich der Reihenfolge an einem gewöhnlichen Wochentage ist auch die Reihenfolge an einem gewöhnlichen Šabbath – so R. Jišma͑él;", "R. A͑qiba sagt, gleich der Reihenfolge an einem gewöhnlichen Vorabend des Pesaḥfestes sei auch die Reihenfolge an einem gewöhnlichen Šabbath. Unsere Mišna, welche lehrt, ob am Wochentage oder am Šabbath, gilt nach aller Ansicht. –", "Worin besteht ihr Streit? – Sie streiten, ob man freiwillige Opfer und Gelübde berücksichtige. R. Jišma͑él ist der Ansicht, man berücksichtige sie auch am Šabbath7Obgleich an diesem solche Opfer nicht dargebracht werden. wegen des Wochentages, und R. A͑qiba ist der Ansicht, man berücksichtige sie nicht. –", "Sollte man es, wenn sie nicht berücksichtigt werden, nach sechseinhalb [Stunden] darbringen!? – Er ist der Ansicht, das Zusatzopfer werde vor den Schalen [Weihrauch] dargebracht, somit wird das Zusatzopfer nach sechs, die Schalen [Weihrauch] nach sieben und das beständige Opfer nach siebeneinhalb [Stunden] dargebracht.", "Man wandte ein: Das beständige Opfer wird während des ganzen Jahres nach Vorschrift dargebracht: es wird nach achteinhalb [Stunden] geschlachtet und nach neuneinhalb [Stunden] dargebracht; am Vorabend des Pesaḥfestes wird es nach siebeneinhalb [Stunden] geschlachtet und nach achteinhalb [Stunden] dargebracht; fällt er auf einen Šabbath, so ist es ebenso, als würde er auf einen Montag8Dh. auf einen gewöhnlichen Wochentag. fallen – so R. Jišma͑él; R. A͑qiba sagt, gleich der Reihenfolge am Vorabend des Pesaḥfestes.", "Einleuchtend ist dies nach Abajje, gegen Raba ist dies ja aber ein Einwand9Nach Raba berücksichtigt RJišm<illae/>él das Anfaulen des Fleisches, u. hier sagt er, es sei ebenso, als würde er auf einen gewöhnlichen Tag fallen, wonach es eine Stunde früher geschlachtet wird.!? – Raba kann dir erwidern, man lese nicht: als würde er auf einen Montag fallen, sondern: wie an einem gewöhnlichen Montag.", "Man wandte ein: Fällt er auf einen Šabbath, so ist die Reihenfolge ebenso wie im ganzen Jahre – so R. Jišma͑él; R. A͑qiba sagt, wie die Reihenfolge an einem gewöhnlichen Vorabend des Pesaḥfestes. Einleuchtend ist dies nun nach Raba, gegen Abajje ist dies ja aber ein Einwand!? –", "Abajje kann dir erwidern, man lese nicht: so ist die Reihenfolge ebenso wie im ganzen Jahre, sondern: wie die Reihenfolge in jedem anderen Jahre – so R. Jišma͑él; R. A͑qiba sagt, wie die Reihenfolge an einem Vorabend des Pesaḥfestes, der auf einen Vorabend des Šabbaths fällt.", "Die Rabbanan lehrten: Woher, daß dem beständigen Morgenopfer nichts vorangehen dürfe? Es heißt:10Lev. 6,5.er schichte darauf das Brandopfer. Wieso geht dies daraus hervor11Daß sich dies auf das beständige Morgenopfer bezieht.? Raba erwiderte: Das Brandopfer, das erste Brandopfer.", "Und woher, daß nichts nach dem beständigen Abendopfer dargebracht werden dürfe? Es heißt:10Lev. 6,5.er soll darauf die Fettstücke des Heilsopfers in Rauch aufgehen lassen. Wieso geht dies daraus hervor? Abajje erwiderte: Nach diesem12Dem beständigen Morgenopfer.dürfen Heilsopfer dargebracht werden, nicht aber nach jenem13Dem beständigen Abendopfer..", "Raba wandte ein: Vielleicht dürfen nur keine Heilsopfer dargebracht werden, wohl aber Brandopfer!? Vielmehr, erklärte Raba, es heißt: Heilsopfer, mit diesem sind alle Opfer beendet14Cf. supra Fol. 58a, Anm. 5..", "Die Rabbanan lehrten: Das beständige Opfer geht dem Pesaḥopfer voran, das Pesaḥopfer geht dem Räucherwerke voran, und das Räucherwerk geht dem [Anzünden] der Lichter voran." ], [ "Das, wobei es am Abend und zwischen den Abenden heißt, kommt später als das, wobei es nur zwischen den Abenden heißt. –", "Demnach sollte ja das Räucherwerk und [das Anzünden] der Lichter dem Pesaḥopfer vorangehen, da das, wobei es am Abend und zwischen den Abenden heißt, später komme als das, wobei es nur zwischen den Abenden heißt!? –", "Anders ist es bei diesen, die der Allbarmherzige durch das sie ausgeschlossen hat. Es wird nämlich gelehrt:15Ex. 27,21.Vom Abend bis zum Morgen, man tue das Quantum hinein, daß sie vom Abend bis zum Morgen brenne.", "Eine andere Erklärung: Du hast außer diesem16Dem Anzünden der Lichter.keinen anderen Dienst, der vom Abend bis zum Morgen zulässig wäre. Weshalb? Die Schrift sagt:15Ex. 27,21.soll sie Ahron mit seinen Söhnen herrichten, vom Abend bis zum Morgen, nur dieses vom Abend bis zum Morgen, aber nichts anderes vom Abend bis zum Morgen.", "Und das Räucherwerk gleicht den Lichtern.", "Übereinstimmend mit unserem Einwande wird gelehrt: Das beständige Opfer geht dem Räucherwerke voran, das Räucherwerk geht [dem Anzünden] der Lichter voran, und das Anzünden der Lichter geht dem Pesaḥopfer voran. Das, wobei es am Abend und zwischen den Abenden heißt, kommt später als das, wobei es nur zwischen den Abenden heißt. –", "Es heißt ja aber sie!? – Dieses sie ist dazu verwendbar, einen inneren Tempeldienst, nämlich das Räucherwerk, auszuschließen. Da es heißt:17Ex. 30,8. auch wenn Ahron zwischen den Abenden die Leuchter anzündet, soll er es aufräuchern, so könnte man glauben, man zünde vorher die Lichter an und räuchere nachher das Räucherwerk auf, daher schließt dies der Allbarmherzige durch das sie aus. –", "Wieso heißt es demnach, daß er es gegen Abend aufräuchere!? – Der Allbarmherzige meint es wie folgt: beim Anzünden der Lichter soll das Räucherwerk bereits auf geräuchert sein.", "Die Rabbanan lehrten: Du hast nichts, was dem beständigen Morgenopfer vorangeht, als das Räucherwerk, bei dem es Morgen für Morgen heißt. Das, wobei es Morgen für Morgen heißt, wie es heißt:18Ib. V. 7.Ahron soll darauf wohlriechendes Räucherwerk verbrennen, Morgen für Morgen, geht dem voran, wobei es nur einmal Morgen heißt.", "Ferner hast du nichts, was bis nach dem beständigen Abendopfer hinausgeschoben wird, als das Räucherwerk, [das Anzünden] der Lichter, das Pesaḥopfer und [das Opfer] dessen, der am Vorabend des Pesaḥfestes noch der Sühne19Der aussätzig od. flußbehaftet war u. bereits das Tauchbad genommen hat. darf, da er wiederum untertauchen muß, um abends vom Pesaḥopfer essen zu dürfen.", "R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b.Beroqa, sagt, auch an den übrigen Tagen des Jahres [das Opfer] dessen, der noch der Sühne bedarf, da er untertauchen muß, um abends Geheiligtes essen zu dürfen. –", "Einleuchtend ist die Ansicht des ersten Tanna, denn das Gebot des Pesaḥopfers, [dessen Unterlassung] mit der Ausrottung belegt ist, verdrängt das Gebot des Beendens20Die Opfer des Tages sind mit dem beständigen Abendopfer zu beenden., [dessen Unterlassung] nicht mit der Ausrottung belegt ist; weshalb ist aber nach R. Jišma͑él, dem Sohne des R. Joḥanan b.Beroqa, das eine Gebot bevorzugter als das andere!?", "Rabina erwiderte im Namen R. Ḥisdas: Hier handelt es sich um ein Geflügel-Sündopfer, von dem nur das Blut für den Altar bestimmt21Nur das Aufräuchern des Fettes ist nachher verboten, was bei einem solchen. Opfer fortfällt.st.", "R. Papa erwiderte: Du kannst auch sagen, es handle sich um ein Vieh-Sündopfer, denn man richte es nur her und lasse es auf dem Altar übernachten22Das Fett wird erst am nächsten Tage aufgeräuchert.. –", "Er23Der Aussätzige, von dem hier gesprochen wird (cf. Lev. Kap. 14); als Schuldopfer muß durchaus ein Vieh dargebracht werden.hat ja noch das Schuldopfer darzubringen: allerdings kann man es nach R. Papa übernachten lassen, wie ist es aber nach R. Ḥisda zu erklären!? – Ich will dir sagen, wenn er das Schuldopfer bereits dargebracht hat. –", "Er hat ja auch noch das Brandopfer darzubringen!? Wolltest du erwidern, es24Die Erlangung der levitischen Reinheit.sei vom Brandopfer nicht abhängig, so wird ja gelehrt, R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b.Beroqa sagt, wie es vom Sünd- und Schuldopfer abhängig ist, ebenso sei es vom Brandopfer abhängig!?", "Wolltest du erwidern, in dem Falle, wenn sei Brandopfer bereits dargebracht worden ist, so darf ja das Brandopfer nicht vor dem Sündopfer dargebracht werden, denn es wird gelehrt:25Lev. 5,8.Er bringe die zum Sündopfer bestimmte zuerst; was lehrt dies: lehrt dies etwa, daß sie dem Brandopfer vorangehe, so heißt es ja (bereits):26Ib. V. 10.und die andere richte er zum Brandopfer her, nach Vorschrift!?", "Dies ist vielmehr eine Hauptnorm27Wörtl. väterlicher, dh. grundsätzlicher Aushau. Die Anwendung einer bei einem Gesetze genannten Vorschrift auf andere ähnliche Gesetze. Beispiel: Am Feste ist die Arbeitsleistung verboten; dagegen wird beim Pesaḥfeste (Ex. 12,16) die Zubereitung von Speisen erlaubt; dies ist also eine Hauptnorm, daß an allen Festen zwar die Arbeitsleistung verboten ist, jed. nicht die Zubereitung von Speisen. Befindet sich das Gesetz an zwei sich gegenseitig ergänzenden Schriftstellen, so heißt dies eine ‘aus zwei Schriftversen entnommene Hauptnorm’.für alle übrigen Sündopfer, daß sie dem mit ihnen dargebrachten Brandopfern vorangehen. Ferner ist es uns überliefert, daß sogar das Geflügel-Sündopfer dem Vieh-Brandopfer vorangehe!?", "Raba erwiderte: Anders ist das Brandopfer des Aussätzigen, denn der Allbarmherzige sagt:" ], [ "28Lev. 14,20.der Priester soll das Brandopfer dargebracht29Eigentlich durchringen; hier wird statt des Imperfektums ein Perfektum mit vor angesetztem Vav consecutivum perfecti gebraucht.haben, das er bereits dargebracht hat.", "R. Šamen b. Abba sprach zu R. Papa: Wieso darf man nach deiner Erklärung, man richte es her und lasse es auf dem Altar übernachten, etwas tun, wodurch die Priester zu einem Verstoße kommen könnten, denn im Glauben, es seien [Opferteile] dieses Tages, könnten sie sie aufräuchern!? Dieser erwiderte: Priester sind vorsichtig.", "R. Aši sprach zu R. Kahana, und wie manche sagen, R. Hona, Sohn des R. Nathan, zu R. Papa: Solange die Opferteile nicht auf geräuchert sind, dürfen ja die Priester vom Fleische nicht essen!? Es wird nämlich gelehrt: Man könnte glauben, die Priester dürfen Brust und Schenkel vor der Aufräucherung der Opferteile [essen], so heißt es:30Lev. 7,31.der Priester soll das Fett auf dem Altar aufräuchern, und nachher erst:30Lev. 7,31.die Brust soll Ahron und seinen Söhnen gehören.", "Und solange die Priester vom Fleische nicht gegessen haben, erlangen ja die Eigentümer keine Sühne, denn es wird gelehrt:31Ex. 29,33.Sie sollen diese essen, womit Sühne bewirkt werde, dies lehrt, daß es die Priester essen und der Eigentümer Sühne erlange!?", "Dieser erwiderte: Da es nicht anders möglich ist, so ist es ebenso, als würden [die Opferteile] unrein geworden oder abhanden gekommen sein. Es wird nämlich gelehrt: Man könnte glauben, daß, wenn [die Opferteile] unrein geworden oder abhanden gekommen sind, die Priester kein Anrecht auf Brust und Schenkel haben, so heißt es: die Brust soll Ahron und seinen Söhnen gehören, in jedem Falle.", "R. Kahana wies auf einen Widerspruch hin: Es heißt:32Ib. 33,18. das Fett meines Festopfers soll nicht bis zum Morgen übernachten; bis zum Morgen darf es nicht übernachten, wohl aber darf es die ganze Nacht liegen bleiben, dagegen heißt es:4Lev. 6,5.er soll darauf die Fettstücke des Heilsopfers aufräuchern, damit sind alle Opfer zu beenden5Nach der Darbringung des beständigen Morgenopfers, von dem die angezogene Stelle spricht; שלמים von שלם vollenden, beenden; nach dem Abendopfer dürfen also keine Spenden dargebracht werden.!?", "Er wies auf diesen Widerspruch hin, und er selbst erklärte es auch: wenn [Opferteile]33Von Opfern, deren Blut bereits gesprengt worden ist.zurückbleiben.", "R. Saphra wies Rabh auf einen Widerspruch hin: Es heißt:34Ex. 25.das Opferfleisch des Pesaḥfestes soll nicht bis zum Morgen übernachten, bis zum Morgen darf es nicht übernachten, wohl aber darf es die ganze Nacht liegen bleiben, dagegen heißt es:35Num. 28,10.ein Brandopfer von Šabbath zu Šabbath, nicht aber ein Brandopfer des Wochentages am Šabbath, noch ein Brandopfer des Wochentages am Feste!?", "Dieser erwiderte: R. Abba b.Ḥija wies bereits R. Abahu auf diesen Widerspruch hin, und er erwiderte ihm, in dem Falle, wenn der vierzehnte [Nisan] auf einen Šabbath fällt, und die Fettstücke des Šabbaths dürfen am Feste dargebracht werden.", "Jener entgegnete: Sollten wir denn, weil die Fettstücke des Šabbaths am Feste dargebracht werden dürfen, den Schriftvers auf den Fall beziehen, wenn der vierzehnte auf einen Šabbath fällt!? Dieser erwiderte: Laß diesen Schriftvers; er ist schwierig und muß sich selber erklären.", "WENN MAN DAS PESAḤOPFER AUF EINEN ANDEREN NAMEN36Auf den Namen eines anderen Opfers.GESCHLACHTET, AUF EINEN ANDEREN NAMEN [DAS BLUT] AUFGENOMMEN, ES [ZUM ALTAR] GEBRACHT ODER GESPRENGT HAT, ODER AUF SEINEN NAMEN UND AUF EINEN ANDEREN NAMEN, ODER AUF EINEN ANDEREN NAMEN UND AUF SEINEN NAMEN, SO IST ES UNTAUGLICH.", "WAS HEISST: AUF SEINEN NAMEN UND AUF EINEN ANDEREN NAMEN? ALS PESAḤOPFER UND ALS HEILSOPFER. AUF EINEN ANDEREN NAMEN UND AUF SEINEN NAMEN? ALS HEILSOPFER UND ALS PESAḤOPFER.", "GEMARA. R. Papa fragte: Wird hier37Im Schlusse: auf seinen Namen u. nicht auf seinen Namen; in der Mišna werden bei der Herrichtung des Pesaḥopfers 4 Dienstverrichtungen aufgezählt: das Schlachten u. das Aufnehmen, Hinbringen u. Sprengen des Blutes.von einer Dienstverrichtung gelehrt, oder von zwei Dienstverrichtungen?", "Wird hier von einer Dienstverrichtung gelehrt, nach R. Jose, welcher sagt, man halte sich auch an den Schluß der Worte eines Menschen38Die Herrichtung ist ungültig, auch wenn man anfangs gedacht hat, sie auf den richtigen Namen auszuüben.,", "denn R. Meír ist ja der Ansicht, man richte sich nach der ersten Fassung," ], [ "oder wird hier von zwei Dienstverrichtungen gelehrt, und auch nach R. Meír, welcher sagt, man richte sich nach der ersten Fassung, gilt dies nur von einer Dienstverrichtung, bei zwei Dienstverrichtungen aber pflichtet er bei, daß es untauglich sei? –", "Worauf [bezieht sich diese Frage]: wollte man sagen, auf den Fall, wenn auf einen anderen Namen und auf seinen Namen, so ist es ja sowohl bei einer Dienstverrichtung als auch bei zwei Dienstverrichtungen sowohl nach R. Meír als auch nach R. Jose durch die erste [Absicht] untauglich, denn nach R. Jose halte man sich auch an den Schluß der Worte eines Menschen!? – Vielmehr, wenn auf seinen Namen und auf einen anderen Namen; wie ist es nun? –", "Komm und höre: Wenn man das Pesaḥopfer auf einen anderen Namen geschlachtet und das [Blut] auf einen anderen Namen aufgenommen, es [zum Altar] gebracht oder gesprengt hat. In welchem Falle: wollte man sagen, wie gelehrt39Alles auf einen anderen Namen.wird, so braucht er ja nicht alles aufzuzählen, da es schon durch die erste [Dienstvorrichtung] unbrauchbar wird!?", "Wahrscheinlich meint er es wie folgt: wenn man das Pesaḥopfer auf einen anderen Namen geschlachtet hat, oder wenn man es zwar auf seinen Namen geschlachtet, jedoch [das Blut] auf einen anderen Namen aufgenommen, [zum Altar] gebracht und gesprengt hat, oder wenn man es auf seinen Namen geschlachtet und [das Blut] aufgenommen und [zum Altar] gebracht, jedoch auf einen anderen Namen gesprengt hat; dies sind also zwei Dienstverrichtungen.", "Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: auf seinen Namen und auf einen anderen Namen. In welchem Falle: wollte man sagen, bei zwei Dienstverrichtungen, so ist dies ja dasselbe, was der Anfangssatz; doch wohl bei einer Dienstverrichtung und zwar nach R. Jose, welcher sagt, man halte sich auch an den Schluß der Worte eines Menschen. –", "Nein, tatsächlich bei zwei Dienstverrichtungen, nur gilt der Anfangssatz von dem Falle, wenn man beim Schlachten nur an das Schlachten oder beim Sprengen nur an das Sprengen denkt,", "und der Schlußsatz von dem Falle, wenn man beim Schlachten [auch] an das Sprengen denkt, wenn man beispielsweise sagt: ich schlachte das Pesaḥopfer auf seinen Namen, um das Blut auf einen anderen Namen zu sprengen. Er lehrt uns damit, daß die Absicht hinsichtlich einer Dienstverrichtung während einer anderen Dienstverrichtung wirksam sei. Dies ist nämlich [Gegenstand einer] Frage R. Papas40Cf. Zeb. Fol. 10a.. –", "Komm und höre: Oder auf einen anderen Namen und auf seinen Namen, so ist es untauglich. In welchem Falle: wollte man sagen, bei zwei Dienstverrichtungen, so ist es ja ungültig sogar in dem Falle, wenn auf seinen Namen und auf einen anderen Namen, und um so mehr in dem Falle, wenn auf einen anderen Namen und auf seinen Namen.", "Doch wohl bei einer Dienstverrichtung, und wenn der Schlußsatz von einer Dienstverrichtung spricht, so spricht auch der Anfangssatz von einer Dienstverrichtung. –", "Nein, tatsächlich von zwei Dienstverrichtungen, wonach [der zweite Fall] eigentlich nicht nötig wäre; da er aber lehrt: auf seinen Namen und auf einen anderen Namen, lehrt er auch: auf einen anderen Namen und auf seinen Namen. –", "Komm und höre: Hat man es für solche geschlachtet, die davon nicht essen können, für Unbeteiligte41Wörtl. nicht gezählte; nach Ex. 12,4 können mehrere Familien od. Personen an einem Pesaḥopfer beteiligt sein, jed. müssen die Beteiligten vor dem Schlachten ‘zusammengezählt’ sein., für Unbeschnittene oder für Unreine, so ist es untauglich. Dies gilt ja entschieden von einer Dienstverrichtung, und wenn der Schluß von einer Dienstverrichtung gilt, so gilt ja auch der Anfang von einer Dienstverrichtung. –", "Wieso denn, dieser so und jener anders: der Schluß gilt von einer Dienstverrichtung, der Anfang dagegen sowohl von einer Dienstverrichtung als auch von zwei Dienstverrichtungen. –", "Komm und höre: Wenn für solche, die davon essen können, und für solche, die davon nicht essen können, so ist es tauglich. In welchem Falle: wollte man sagen bei zwei Dienstverrichtungen, nur wenn man dies beim Sprengen beabsichtigt hat, weil die Absicht bezüglich der Essenden beim Sprengen nicht wirksam ist, während es untauglich ist,", "wenn bei einer Dienstverrichtung, beispielsweise beim Schlachten, wobei die Absicht hinsichtlich der Essenden wirksam ist, so ist uns ja überliefert, daß ein Teil der Essenden es nicht untauglich mache!?" ], [ "Doch wohl bei einer Dienstverrichtung, und wenn der Schluß von einer Dienstverrichtung gilt, so gilt auch der Anfang von einer Dienstverrichtung. –", "Wieso denn, dieser so und jener anders: der Schluß gilt von einer Dienstverrichtung, der Anfang dagegen sowohl von einer Dienstverrichtung als auch von zwei Dienstverrichtungen.", "Sie fragten: Wie ist es, wenn man das Pesaḥopfer an den übrigen Tagen des Jahres auf seinen Namen und auf einen anderen Namen geschlachtet42Wenn man vor dem Pesaḥfeste ein Lamm als Pesaḥopfer absondert, so kann es vorher als Heilsopfer geschlachtet werden; wenn als Pesaḥopfer, so ist es untauglich.hat: hebt die Absicht, daß es auf einen anderen Namen erfolge, die Absicht, daß es auf seinen Namen erfolge, auf, wonach es [als Heilsopfer] tauglich ist, oder nicht?", "Als R. Dimi kam, sagte er: Ich trug diese Lehre R. Jirmeja vor, und dieser sprach zu mir: Zu seiner Zeit43Am Vorabend des Pesaḥfestes.ist es auf seinen Namen tauglich, außerhalb der Zeit ist es auf einen anderen Namen tauglich, wie nun zu seiner Zeit die es tauglich machende Absicht, daß es auf seinen Namen erfolge, nicht aufhebt die Absicht, daß es auf einen anderen Namen erfolge, ebenso hebt auch außerhalb der Zeit, die es tauglich machende Absicht, daß es auf einen anderen Namen erfolge, nicht die Absicht auf, daß es auf seinen Namen erfolge, und es ist untauglich. –", "Nein, wenn dies44Daß es dadurch untauglich wird.von der Absicht, daß es auf einen anderen Namen erfolge, gilt, was auch bei allen anderen Opfern der Fall ist, sollte dies auch von der Absicht, daß es auf seinen Namen erfolge, gelten, was nicht bei allen anderen Opfern, sondern nur beim Pesaḥopfer allein der Fall ist!? – Wie bleibt es nun damit?", "Raba erwiderte: Wenn man das Pesaḥopfer an den übrigen Tagen des Jahres auf seinen Namen und auf einen anderen Namen geschlachtet hat, ist es tauglich. Dieses ist ja sonst auf seinen Namen [zu schlachten], dennoch ist es tauglich, wenn man es auf einen anderen Namen schlachtet,", "somit hebt [das Schlachten] auf einen anderen Namen seine Bestimmung für seinen Namen auf, ebenso hebt auch beim Schlachten auf seinen Namen und auf einen anderen Namen die Absicht, daß es auf einen anderen Namen erfolge, die Absicht auf, daß es auf seinen Namen erfolge.", "R. Ada b.Ahaba sprach zu Raba: Vielleicht ist es anders, wenn man es sagt, als wenn man es nicht sagt. Wenn man es schlachtet für solche, die davon essen, und für solche, die davon nicht essen können, ist es ja tauglich, dennoch ist es untauglich, wenn man es schlachtet nur für solche, die davon nicht essen können, obgleich es an sich für solche bestimmt ist, die davon essen. Da ist es also anders, wenn man es sagt, als wenn man es nicht sagt, ebenso ist es auch hierbei anders, wenn man es sagt, als wenn man es nicht sagt.", "Dieser erwiderte: Ist es denn gleich: hierbei ist es, solange man durch das Schlachten nicht anders verfügt, für diesen Zweck bestimmt, aber ist es denn da für die betreffenden Beteiligten bestimmt,", "diese können sich ja zurückziehen und andere sich beteiligen, denn wir haben gelernt, daß man, bis es geschlachtet wird, sich beteiligen und sich zurückziehen könne!?", "Sie fragten: Wie ist es, wenn man das Pesaḥopfer an den übrigen Tagen des Jahres für fremde Eigentümer45Das Opfer muß auf den Namen des Eigentümers geschlachtet werden; wenn es einem gehört u. auf den Namen eines anderen geschlachtet wird, so ist es untauglich.geschlachtet hat: ist es für andere Eigentümer ebenso wie auf einen anderen Namen, somit tauglich, oder nicht?", "R. Papa erwiderte: Ich unterbreitete Raba folgende Lehre: Zu seiner Zeit macht die Änderung des Namens46Wenn es als anderes Opfer, bezw. auf den Namen eines anderen Eigentümers geschlachtet wird.es untauglich, und ebenso macht die Änderung des Eigentümers46Wenn es als anderes Opfer, bezw. auf den Namen eines anderen Eigentümers geschlachtet wird.es untauglich; wie nun die Änderung des Namens, die es zu seiner Zeit untauglich macht, es außerhalb der Zeit tauglich macht, ebenso macht auch die Änderung des Eigentümers, die es zu seiner Zeit untauglich macht, es außerhalb der Zeit tauglich.", "Er aber erwiderte mir: Nein, wenn dies von der Änderung des Namens gilt, wobei die Untauglichkeit am [Opfer] selbst haftet, was von allen vier Dienstverrichtungen47Bei der Herrichtung des Opfers; cf. supra Fol. 59b, Anm. 37.gilt," ], [ "was auch nach dem Tode48Wenn jemand vor der Darbringung seines Opfers stirbt, so muß sein Sohn es für ihn zum betreffenden Zwecke darbringen.gilt, und was von einem Gemeindeopfer wie von einem Privatopfer gilt, sollte dies auch von der Änderung des Eigentümers gelten, wobei die Untauglichkeit nicht am [Opfer] selbst haftet, was nicht von allen vier Dienstverrichtungen gilt, was nicht nach dem Tode gilt, und was nicht von einem Gemeindeopfer wie von einem Privatopfer gilt!?", "Und obgleich zwei [dieser Einwendungen] nicht ganz stichhaltig sind, so sind immerhin zwei stichhaltig. Die Untauglichkeit durch die Änderung des Eigentümers haftet deshalb nicht am [Opfer] selbst, weil sie nur durch den Gedanken erfolgt, und ebenso erfolgt die Untauglichkeit durch die Änderung des Namens nur durch den Gedanken.", "Auch ist das, was er sagt, nach dem Tode gebe es keine Änderung des Eigentümers, [nicht stichhaltig,] denn R. Pinḥas, Sohn des R. Ami, sagt ja, auch nach dem Tode gebe es eine Änderung des Eigentümers. Zwei [dieser Einwendungen] sind aber stichhaltig.", "Vielmehr, sagte Raba, wenn man das Pesaḥopfer außerhalb der Zeit für einen anderen Eigentümer schlachtet, ist es ebenso, als würde man ein herrenloses zur Zeit schlachten, und es ist untauglich.", "HAT MAN ES FÜR SOLCHE, DIE DAVON NICHT ESSEN KÖNNEN, FÜR UNBETEILIGTE, FÜR UNBESCHNITTENE ODER FÜR UNREINE GESCHLACHTET, SO IST ES UNTAUGLICH; WENN FÜR SOLCHE, DIE DAVON ESSEN, UND FÜR SOLCHE, DIE DAVON NICHT ESSEN KÖNNEN, FÜR BETEILIGTE UND UNBETEILIGTE, FÜR BESCHNITTENE UND UNBESCHNITTENE, FÜR UNREINE UND REINE, SO IST ES TAUGLICH.", "HAT MAN ES VOR MITTAG GESCHLACHTET, SO IST ES UNTAUGLICH, DENN ES HEISST:49Ex. 12,6.zwischen den Abenden. HAT MAN ES VOR DEM BESTÄNDIGEN OPFER GESCHLACHTET, SO IST ES TAUGLICH, NUR MUSS JEMAND DAS BLUT UMRÜHREN50Damit es nicht gerinne., BIS MAN [DAS BLUT] DES BESTÄNDIGEN OPFERS GESPRENGT HAT; HAT MAN ES [VORHER] GESPRENGT, SO IST ES TAUGLICH.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: In welchem Falle für solche, die davon nicht essen können? Für einen Kranken oder einen Greis. In welchem Falle für Unbeteiligte? Wenn eine Gesellschaft sich dafür zusammengetan und man es für eine andere Gesellschaft geschlachtet hat. –", "Woher dies? – Die Rabbanan lehrten:51Ex. 12,4.Nach der Zahl, dies lehrt, daß das Pesaḥopfer nur für die Beteiligten geschlachtet werde.", "Man könnte glauben, wenn man es für Unbeteiligte geschlachtet hat, habe man das Gebot übertreten, [das Pesaḥopfer] aber sei tauglich, so heißt es nach der Zahl und sollt ihr zählen; die Schrift hat dies wiederholt, daß es nämlich unerläßlich ist.", "Rabbi sagt, dies sei ein syrischer Ausdruck, wie wenn jemand sagt: schlachte52R. findet in מכסת die syrische Wurzel נכס schlachten; es muß für die Beteiligten geschlachtet werden.mir dieses Lamm. –", "Wir wissen dies von den Unbeteiligten, woher dies von denen, die davon nicht essen können? Die Schrift sagt:51Ex. 12,4.jeder gemäß seinem Essen, sollt ihr zählen; die Essenden gleichen den Beteiligten." ], [ "Hat man es für Beschnittene geschlachtet, in der Absicht, daß Unbeschnittene durch das [Blut]sprengen Sühne erlangen, so ist es, wie R. Ḥisda sagt, untauglich, wie Rabba sagt, tauglich. R. Ḥisda sagt, es sei tauglich, da das Denken an Unbeschnittene beim Sprengen wirksam ist. Rabba sagt, es sei tauglich, da das Denken an Unbeschnittene beim Sprengen nicht wirksam ist.", "Rabba sprach: Dies entnehme ich aus folgender Lehre: Man könnte glauben, [der Unbeschnittene] mache [das Pesaḥopfer] für die ganze mit ihm beteiligte Gesellschaft untauglich, und zwar wäre dies durch einen Schluß zu folgern: die Unbeschnittenheit macht es untauglich, und die Unreinheit macht es untauglich, wie nun bei der Unreinheit ein Teil nicht als Ganzes53Wenn ein Teil der Gesellschaft lev. unrein ist, ist es dennoch brauchbar.gilt, ebenso gilt auch bei der Unbeschnittenheit ein Teil nicht als Ganzes.", "Oder wie folgt: die Unbeschnittenheit macht es untauglich und die [Überschreitung der] Frist54Wenn man beim Schlachten beabsichtigt, einen Teil (ein olivengroßes Stück) außerhalb der dafür bestimmten Frist zu essen, so ist das ganze Opfer untauglich.macht es untauglich, wie nun bei [der Überschreitung] der Frist ein Teil als Ganzes gilt, ebenso gilt auch bei der Unbeschnittenheit ein Teil als Ganzes.", "Aber wir wollen sehen, wem es gleicht: man folgere bezüglich dessen, was nicht bei allen Opfern gilt, von dem, was nicht bei allen Opfern55Unbeschnittenheit u. Unreinheit sind bei anderen Opfern kein Hindernis, da der Eigentümer vom Fleische nicht zu essen braucht.gilt, nicht aber von [der Überschreitung] der Frist, was auch bei allen Opfern gilt.", "Oder aber wie folgt: man folgere bezüglich dessen, was aus der Allgemeinheit heraus nicht erlaubt worden ist, von dem, was aus der Allgemeinheit heraus nicht erlaubt worden ist, nicht aber von der Unreinheit, die aus der Allgemeinheit heraus56Das in Unreinheit dargebrachte Pesaḥopfer darf auch in Unreinheit gegessen werden, dagegen aber darf kein Opferfleisch von einem Unbeschnittenen oder außerhalb der dafür bestimmten Frist gegessen werden.erlaubt worden ist.", "Daher heißt es57Ex. 12,43; darauf folgt, kein Unbeschnittener dürfe vom Pesaḥopfer essen.dies. Wieso aus [dem Worte] dies: wollte man sagen, [dies besage,] es sei nur ganz für Unbeschnittene [geschlachtet] untauglich, nicht aber, wenn ein Teil, so geht dies ja hervor aus dem Verse:58Ex. 12,48.kein Unbeschnittener!?", "Wahrscheinlich meint er es wie folgt: Es heißt: kein Unbeschnittener, nur ganz59Das in der Schrift gebrauchte כל kann auch diesen Sinn haben.für Unbeschnittene [geschlachtet] ist es untauglich, nicht aber, wenn ein Teil. Man könnte nun glauben, dies gelte auch vom Sprengen, daß es nämlich untauglich sei, wenn [das Blut] ganz für Unbeschnittene gesprengt wird, so heißt es dies; ganz für Unbeschnittene geschlachtet ist es untauglich, beim Sprengen aber ist es nicht untauglich, auch wenn es ganz für Unbeschnittene erfolgt.", "Wenn du einwendest: weshalb die Erleichterung beim Sprengen, [so ist zu erwidern:] beim Sprengen ist auch die Absicht bezüglich der Essenden nicht wirksam60Ob. Fol. 60a.. –", "Und R. Ḥisda!? – Im Gegenteil; es heißt: kein Unbeschnittener, nur ganz für Unbeschnittene59Das in der Schrift gebrauchte כל kann auch diesen Sinn haben.ist es untauglich, nicht aber, wenn ein Teil, beim Sprengen aber ist es untauglich, auch wenn nur für einen Teil. Wolltest du sagen, dasselbe gelte auch vom Sprengen, es sei nur dann untauglich, wenn es ganz für Unbeschnittene erfolgt, so heißt es dies, nur beim Schlachten macht ein Teil es nicht untauglich, beim Sprengen aber macht auch ein Teil es untauglich.", "Wenn du einwendest: weshalb die Erschwerung beim Sprengen, [so ist zu erwidern:] erst beim Sprengen kann es Verwerfliches bleiben61Wenn man während einer Dienstverrichtung bei der Herrichtung des Opfers beabsichtigt, vom Fleische außerhalb der Frist zu essen, so ist das Fleisch Verwerfliches, dessen Genuß mit der Ausrottung bedroht ist, selbst wenn man es innerhalb der Frist ißt; dies jedoch nur dann, wenn man bei den folgenden Dienstverrichtungen keine weitere das Opfer unbrauchbar machende Absicht (zBs. davon außerhalb des vorgeschriebenen Raumes zu essen) hat, ist dies aber der Fall, so fällt die Ausrottungsstrafe fort. Beim Sprengen kann die Ausrottungsstrafe nicht mehr fortfallen, da dies die letzte Dienstverrichtung bei der Herrichtung des Opfers ist..", "R. Aši wandte ein: Woher, daß [die Worte] kein Unbeschnittener ganz für [Unbeschnittene] bedeuten, vielleicht heißt kein Unbeschnittener etwas59Das in der Schrift gebrauchte כל kann auch diesen Sinn haben.Unbeschnittenes, daher schrieb der Allbarmherzige dies, daß es nämlich nur ganz für Unbeschnittene untauglich ist, einerlei ob beim Schlachten oder beim Sprengen!? Vielmehr erklärte R. Aši, streiten R. Ḥisda und Rabba" ], [ "über folgenden Schriftvers:62Lev. 1,4.Es wird ihn wohlgefällig machen und ihm Sühne schaffen, ihm, nicht aber seinem Nächsten. Rabba ist der Ansicht: wenn der Nächste ihm gleicht, wie er sühnefähig ist, so auch der Nächste, wenn er sühnefähig ist, ausgenommen der Unbeschnittene, der nicht sühnefähig ist,", "und R. Ḥisda ist der Ansicht, auch der Unbeschnittene sei, da ihm die Pflicht63Davon zu essen. obliegt, sühnefähig, weil er sich [durch Beschneidung] befähigt machen kann. –", "Berücksichtigt denn R. Ḥisda die Eventualität, es wurde ja gelehrt: Wer am Feste für den Wochentag bäckt, erhält, wie R. Ḥisda sagt, Geißelhiebe, und wie Rabba sagt, keine Geißelhiebe.", "Rabba sagt, er erhalte keine Geißelhiebe, denn wir sagen, da er, wenn Gäste eintreffen würden, [das Gebäck] gebrauchen könnte, so ist es auch jetzt für ihn brauchbar; er erhält daher keine Geißelhiebe. R. Ḥisda sagt, er erhalte wohl Geißelhiebe, da wir die Eventualität nicht berücksichtigen.", "Allerdings befindet sich Rabba nicht mit sich selbst in einem Widerspruche, denn hierbei fehlt ihm noch eine Handlung64Die Beschneidung., dort aber fehlt ihm keine Handlung, R. Ḥisda aber befindet sich ja mit sich selbst in Widerspruch!? Ich will dir sagen, erleichternd berücksichtigt R. Ḥisda die Eventualität nicht, erschwerend aber wohl.", "Mar Zuṭra, Sohn des R. Mari, sprach zu Rabina: Er lehrt: die Unbeschnittenheit macht es untauglich, und die Unreinheit macht es untauglich, wie nun bei der Unreinheit ein Teil nicht als Ganzes gilt, ebenso gilt auch bei der Unbeschnittenheit ein Teil nicht als Ganzes. Von welcher Unreinheit wird hier gesprochen: wollte man sagen, von der Unreinheit der Person; ein Teil der Unreinheit gilt nicht als Ganzes, daß nämlich, wenn vier oder fünf Beteiligte unrein und vier oder fünf Beteiligte rein sind, die unreinen es nicht für die reinen untauglich machen,", "so macht ja in einem solchen Falle auch die Unbeschnittenheit es nicht untauglich, denn wir haben gelernt, daß es, wenn es für Beschnittene und Unbeschnittene [geschlachtet wird], tauglich sei; wieso ist es ihm von der Unreinheit entschieden und von der Unbeschnittenheit fraglich!?", "Also von der Unreinheit des Fleisches; ein Teil der Unreinheit gilt nicht als Ganzes, daß man nämlich, wenn eines der Glieder unrein wird, das unreine Glied verbrenne und die übrigen esse.", "Wie ist demnach, wenn du es auf die Unreinheit des Fleisches beziehst, der Schlußsatz zu erklären: man folgere bezüglich dessen, was nicht bei allen Opfern gilt, von dem, was nicht bei allen Opfern gilt, nicht aber von [der Überschreitung] der Frist, was auch bei allen Opfern gilt. Welche Unreinheit: wollte man sagen, die Unreinheit des Fleisches, wieso gilt dies nicht bei allen Opfern!?", "Doch wohl die Unreinheit der Person, und zwar gilt dies nicht bei allen anderen Opfern, indem der Unbeschnittene und der Unreine jedes andere Opfer schicken65In den Tempelhof zur Darbringung.dürfen, das Pesaḥopfer aber nicht66Da sie es nicht essen dürfen.. Der Anfangssatz spricht also von der Unreinheit des Fleisches und der Schlußsatz von der Unreinheit der Person!?", "Dieser erwiderte: Allerdings, er spricht nur von der Bezeichnung ‘Unreinheit’.", "Wenn du willst, sage ich: der Schlußsatz spricht ebenfalls von der Unreinheit des Fleisches, nur gilt dies bei allen Opfern insofern nicht, als man bei allen Opfern das Blut sprengt, einerlei ob das Fett unrein geworden und das Fleisch erhalten ist, oder das Fleisch unrein geworden und das Fett erhalten ist,", "beim Pesaḥopfer aber sprenge man das Blut nur dann, wenn das Fett unrein geworden und das Fleisch erhalten ist, wenn aber das Fleisch unrein geworden und das Fett erhalten ist, sprenge man das Blut nicht. –", "Wie ist, wenn du es auf die Unreinheit des Fleisches beziehest, der Schlußsatz zu erklären: man folgere bezüglich dessen, was aus der Allgemeinheit heraus nicht erlaubt worden ist, von dem, was aus der Allgemeinheit heraus nicht erlaubt worden ist, nicht aber von der Unreinheit, die aus der Allgemeinheit heraus erlaubt worden ist. Welche," ], [ "wenn die Unreinheit des Fleisches, wo ist diese denn erlaubt worden!? Doch wohl die Unreinheit der Person, und aus der Allgemeinheit heraus erlaubt worden ist sie beim Gemeindeopfer67Das von einem Unreinen dargebracht werden darf..", "Der Anfangssatz spricht also von der Unreinheit des Fleisches und der Schlußsatz von der Unreinheit der Person!? – Allerdings, er spricht nur von der Bezeichnung ‘Unreinheit’.", "Wenn du aber willst, sage ich: das ganze spricht von der Unreinheit des Fleisches, und die Erlaubnis findet sich bei der Unreinheit des Pesaḥopfers, denn wir haben gelernt, daß das in Unreinheit dargebrachte Pesaḥopfer in Unreinheit gegessen werde, da es von vornherein nur zum Essen dargebracht wird.", "R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, wandte ein: Wenn das Pesaḥopfer über ein Jahr alt geworden68Das Pesaḥlamm darf nicht älter als ein Jahr sein; war es bereits als solches bestimmt, so ist es als Heilsopfer brauchbar.ist und man es zu seiner Zeit69Am Vorabend des Pesaḥfestes.auf seinen Namen geschlachtet hat, oder wenn man ein anderes [Opfer] als Pesaḥopfer zu seiner Zeit schlachtet, so ist es nach R. Elie͑zer untauglich und nach R. Jehošua͑ tauglich.", "Nur zu seiner Zeit, außerhalb der Zeit aber ist es tauglich. Weshalb denn, man sollte doch sagen, da es zu seiner Zeit untauglich ist, ist es auch außerhalb der Zeit untauglich70Nach R. Ḥisda, der erschwerend die Möglichkeit berücksichtigt.!?", "R. Papa erwiderte: Anders ist es da, wo die Schrift sagt:71Ex. 12,27.ihr sollt sprechen: Es ist ein Pesaḥopfer für den Herrn; es bleibt bei seiner Eigenheit: nicht dieses als anderes [Opfer] und nicht ein anderes als dieses;", "zu seiner Zeit, wo es als anderes untauglich ist, ist auch ein anderes als dieses untauglich, außerhalb der Zeit, wo es als anderes tauglich ist, ist auch ein anderes als dieses tauglich.", "Einst kam R. Šimlaj vor R. Joḥanan und sprach zu ihm: Möge mich der Meister das Buch der Genealogien72Ein Buch od. eine Rolle der Genealogie wird auch anderweitig im T. genannt (Jab. Fol. 49b, jer. Tan. Fol. 68a); viell, aber der letzte Abschnitt des Traktates Qiddušin.lehren. Dieser fragte: Woher bist du? Jener erwiderte: Aus Lud. – Und wo wohnst du? – In Nehardea͑. Darauf sprach er: Man lehre dies weder Leute aus Lud noch Leute aus Nehardea͑ und um so weniger dich, wo du aus Lud bist und in Nehardea͑ wohnst. Da drang er in ihn und bewog ihn dazu.", "Alsdann sprach er zu ihm: Möge er es mich in drei Monaten lehren. Da nahm er eine Erdscholle und warf sie nach ihm, indem er sprach: Berurja, die Frau R. Meírs und Tochter des R. Ḥanina b.Teradjon, die dreihundert von dreihundert Myriaden Lehren in einem Tage lernte, konnte es in drei Jahren nicht erlernen, und du sprichst von drei Monaten.", "Beim Fortgehen sprach er zu ihm: Meister, welchen Unterschied gibt es zwischen [dem Schlachten] auf seinen Namen und nicht auf seinen Namen, und [dem Schlachten] für solche, die davon essen, und für solche, die davon nicht essen können?", "Da sprach dieser: Da du ein Gelehrtenjünger bist, so passe auf, und ich will es dir sagen; wenn auf seinen Namen und nicht auf seinen Namen, so haftet die Untauglichkeit am [Opfer] selbst, wenn aber für solche, die davon essen, und für solche, die davon nicht essen können, so haftet die Untauglichkeit nicht am Opfer selbst.", "Wenn auf seinen Namen und nicht auf seinen Namen, so kann das Verbot nicht gesondert werden, wenn aber für solche, die davon essen, und für solche, die davon nicht essen können, so kann das Verbot gesondert73Die einen dürfen davon essen, u. die anderen dürfen davon nicht essen.werden.", "Wenn auf seinen Namen und nicht auf seinen Namen, so erstreckt sich dies auf alle vier74Cf. supra Fol. 59b, Anm. 37.Dienstverrichtungen, wenn aber für solche, die davon essen, und für solche, die davon nicht essen können, so erstreckt sich dies nicht auf alle vier Dienstverrichtungen75Beim Sprengen ist die sich auf die Essenden beziehende Absicht nicht wirksam.. Wenn auf seinen Namen und nicht auf seinen Namen, so gilt dies bei einem Gemeindeopfer wie bei einem Privatopfer, wenn aber für solche, die davon essen, und für solche, die davon nicht essen können, so gilt dies nicht bei einem Gemeindeopfer wie bei einem Privatopfer.", "R. Aši sagte: [Die Begründung] vom Haften der Untauglichkeit am [Opfer] selbst und von der Sonderung des Verbotes sind identisch: das Verbot haftet dem [Opfer] selbst an, weil man das Verbot nicht sondern kann.", "Rami b. R. Juda sagte im Namen Rabhs: Seitdem das Buch der Genealogien versteckt wurde, erschlaffte die Kraft der Weisen, und ihr Augenlicht stumpfte ab.", "Mar Zuṭra sagte: Zwischen Açel und Açel76Zwei Verse im 1. Buche der Chronik (8,37. 38 u. 9,43. 44), zwischen denen sich eine genealogische Liste befindet.lud er ihm eine Last von vierhundert Kamelen mit Schriftauslegungen auf.", "Es wird gelehrt: Andere sagen: Hat man an die Beschnittenen vor den Unbeschnittenen [gedacht], so ist es tauglich, wenn aber an die Unbeschnittenen vor den Beschnittenen, so ist es untauglich. – Wenn an die Beschnittenen vor den Unbeschnittenen ist es wohl deshalb tauglich, weil es ganz für Unbeschnittene erfolgen77Um untauglich zu sein.muß, was hierbei nicht der Fall ist, und auch wenn an die Unbeschnittenen vor den Beschnittenen, erfolgt es ja nicht ganz für Unbeschnittene!?" ], [ "Die Anderen wären somit der Ansicht, das Schlachten erlange Gültigkeit erst am Schlüsse78Beim äußersten Abschluß des Schlachtens kann man nicht an beide denken, sondern entweder nur an die Beschnittenen od. nur an die Unbeschnittenen, u. die erste Beschlußfassung ist gültig.. Dies nach Raba, denn Raba sagt, der Streit79Über 2 Fassungen; cf. Zeb. Fol. 30a.bestehe noch.", "Wenn man also an die Beschnittenen vor den Unbeschnittenen denkt, bleibt [die Absicht] für die Beschnittenen bestehen und für die Unbeschnittenen nicht bestehen, und wenn man an die Unbeschnittenen vor den Beschnittenen denkt, bleibt [die Absicht] für die Unbeschnittenen bestehen und für die Beschnittenen nicht bestehen.", "Rabba entgegnete: Nein, tatsächlich sind die Anderen der Ansicht, das Schlachten habe Gültigkeit vom Anfang bis zum Schlüsse, hier aber handelt es sich um den Fall, wenn man im Herzen für beide beschlossen hatte, für Beschnittene und Unbeschnittene, und nachdem man ‘für Unbeschnittene’ aus dem Munde hervorgebracht hat, mit dem Schlachten früher fertig geworden ist, als man ‘für Beschnittene’ aussprechen konnte. Ihr Streit besteht in folgendem: R. Meír80Identisch mit ‘Anderen’; cf. Hor. Fol. 13b.ist der Ansicht, Mund und Herz brauchen nicht übereinzustimmen, und die Rabbanan sind der Ansicht, Mund und Herz müssen übereinstimmen. –", "Ist R. Meír denn der Ansicht, Mund und Herz brauchen nicht übereinzustimmen, ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn jemand in der Absicht ‘Hebo’ auszusprechen ‘Zehnt’ ausspricht, oder ‘Hebe’ statt ‘Zehnt’ ausspricht, ebenso wenn jemand sagen will, ‘daß ich dieses Haus nicht betreten werde’, und jenes nennt, ‘daß ich von diesem nichts genießen werde’, und jenen nennt, so hat er nichts gesagt; nur wenn Mund und Herz übereinstimmend sind!?", "Vielmehr, erklärte Abajje, der Anfangssatz spricht von dem Falle, wenn man gesagt hat: das erste Halsorgan sei für die Beschnittenen und das zweite auch für die Unbeschnittenen, sodaß die Beschnittenen auch beim zweiten einbegriffen sind, und der Schlußsatz von dem Falle, wenn man gesagt hat: das erste Halsorgan sei für die Unbeschnittenen und das zweite für die Beschnittenen, sodaß die Beschnittenen beim ersten nicht einbegriffen sind.", "R. Meír vertritt hierbei seine Ansicht, man könne [das Opfer] bei der Hälfte des Erlaubtmachenden81Erlaubt (zum Genüsse, bezw. als Opfer) wird das Vieh durch das Durchschneiden beider Halsorgane (Speise- u. Luftröhre); verwerflich wird das Opfer durch die hierbei erfolgte Absicht hinsichtl. der Unbeschnittenen.verwerflich machen, und die Rabbanan vertreten ihre Ansicht, man könne es bei der Hälfte des Erlaubtmachenden nicht verwerflich machen.", "WER DAS PESAḤOPFER BEI GESÄUERTEM82Wenn sich Gesäuertes in seinem Besitze befindet; cf. Ex. 34,25.SCHLACHTET, ÜBERTRITT EIN VERBOT; R. JEHUDA SAGT, DIES GELTE AUCH VOM BESTÄNDIGEN OPFER83Des Abends, am Vorabend des Pesaḥfestes.. R. ŠIMO͑N SAGTE: AM VIERZEHNTEN IST MAN WEGEN DES PESAḤOPFERS, WENN MAN ES AUF SEINEN NAMEN [SCHLACHTET], SCHULDIG, UND WENN AUF EINEN ANDEREN NAMEN, FREI; WEGEN ALLER ANDEREN OPFER, OB AUF IHREN NAMEN ODER AUF EINEN ANDEREN NAMEN, IST MAN FREI.", "AM FESTE IST MAN, WENN AUF SEINEN NAMEN, FREI84Da es überhaupt ungültig ist., UND WENN AUF EINEN ANDEREN NAMEN, SCHULDIG; WEGEN ALLER ANDEREN OPFER, OB AUF IHREN ODER EINEN ANDEREN NAMEN, IST MAN SCHULDIG, AUSSER WENN MAN EIN SÜNDOPFER AUF EINEN ANDEREN NAMEN SCHLACHTET84Da es überhaupt ungültig ist..", "GEMARA. R. Šimo͑n b. Laqiš sagte: Man ist nur dann schuldig, wenn das Gesäuerte sich im Besitze des Schlachtenden, des Sprengenden" ], [ "oder eines Beteiligten85Am Opferlamme; nicht aber wenn ein Unbeteiligter anwesend u. im Besitz von Gesäuertem ist.befindet und es mit ihm im Tempelhofe anwesend ist. R. Joḥanan sagte: Auch wenn es nicht mit ihm im Tempelhofe anwesend ist. – Worin besteht ihr Streit: wollte man sagen, ob auf86Wie es zBs. hierbei (Ex. 34,25) gebraucht wird: du sollst mein Opfer nicht auf Gesäuertem schlachten.in der Nähe heiße, R. Šimo͑n b. Laqiš sei der Ansicht, auf heiße in der Nähe, und R. Joḥanan sei der Ansicht, auf brauche nicht die Nähe zu sein, so streiten sie ja darüber bereits einmal!?", "Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand das Dankopfer innerhalb schlachtet und das Brot dazu sich außerhalb der Mauer befindet, so ist das Brot nicht heilig.", "Und ‘außerhalb der Mauer’ erklärte R. Joḥanan: außerhalb der Mauer von Beth-Phage87Etwa ‘Feigenhausen’; Vorort von Jerušalem am Abhange des Ölberges; cf. Matth. 21,1; Mark. 11,1; Luk. 19,29., wenn aber außerhalb der Mauer des Tempelhofes sei es heilig, denn auf88Eigentl. Mit od. zu (על); cf. Lev. 7,12.heiße nicht in der Nähe; und R. Šimo͑n b. Laqiš erklärte, auch außerhalb der Mauer des Tempelhofes sei es nicht heilig, denn auf heiße in der Nähe.", "Vielmehr, sie streiten über die eventuelle Warnung89Geißelhiebe erhält man nur dann, wenn man vor der Ausübung des Verbotes gewarnt worden ist; sieht man bei ihm das Gesäuerte nicht, kann die Warnung nur eine eventuelle sein.. Aber auch darüber streiten sie ja bereits einmal.", "Es wurde nämlich gelehrt: Wenn jemand geschworen hat, an diesem Tage diesen Laib zu essen, und der Tag vorüber ist und er ihn nicht gegessen hat, so erhält er, wie R. Joḥanan und R. Šimo͑n b.Laqiš übereinstimmend sagen, keine Geißelhiebe. R. Joḥanan sagt, er erhalte keine Geißelhiebe, weil dies ein Verbot ist, durch das keine Handlung ausgeübt wird, und wegen eines Verbotes, durch das keine Handlung ausgeübt wird, erhält man keine Geißelhiebe; die eventuelle Warnung90Hierbei kann die Warnung nur eine eventuelle sein, da er den ganzen Tag zur Verfügung hat.aber gilt als Warnung.", "R. Šimo͑n b. Laqiš sagt, er erhalte keine Geißelhiebe, weil die Warnung nur eine eventuelle sein kann, und die eventuelle Warnung gilt nicht als Warnung; wegen eines Verbotes aber, durch das keine Handlung ausgeübt wird, erhält man wohl Geißelhiebe. –", "Ich will dir sagen, tatsächlich streiten sie darüber, ob auf in der Nähe heiße, und beides ist nötig. Würden sie nur über das Gesäuerte gestritten haben, so könnte man glauben, R. Joḥanan sage nur hierbei, auf brauche nicht in der Nähe zu sein, weil es an sich verboten ist, wo es sich auch befindet,", "bei der Heiligkeit des Brotes aber, das nur innerhalb [der Mauer] heilig ist, pflichte er R. Šimo͑n b. Laqiš bei, daß auf in der Nähe heiße, daß sie heilig seien, wenn sie sich innerhalb befinden, sonst aber nicht heilig seien, wie dies auch bei den Dienstgeräten der Fall ist. (Daher ist es nötig.)", "Und würde er es nur von der Heiligkeit des Brotes gelehrt haben, so könnte man glauben, R. Šimo͑n b. Laqiš sage nun hierbei, auf heiße in der Nähe, weil es nur dann heilig wird, wenn es sich darin befindet, sonst aber nicht heilig ist, beim Gesäuerten aber pflichte er R. Joḥanan bei, daß auf nicht in der Nähe zu sein brauche, da es an sich verboten ist, wo es sich auch befindet. Daher ist beides nötig.", "R. Oša͑ja fragte R. Ami: Wie ist es, wenn der Schlachtende keines hat, wohl aber einer der Beteiligten!? Dieser erwiderte: Heißt es etwa: du sollst nicht auf deinem Gesäuerten schlachten, es heißt ja:91Ex. 34,25.du sollst nicht auf Gesäuertem schlachten.", "Jener entgegnete: Demnach auch dann, wenn irgend einer am Ende der Welt92Dh. ein Unbeteiligter.solches besitzt!? Dieser erwiderte: Die Schrift sagt: du sollst nicht schlachten, und:91Ex. 34,25.es soll nicht übernachten; die nicht übernachten lassen93Die Beteiligten.dürfen, dürfen auf Gesäuertem nicht schlachten.", "R. Papa sagte: Daher übertritt auch der Priester, der das Fett [bei Gesäuertem] aufräuchert, das Verbot, da es hinsichtlich des Übernachtenlassens der Opferteile einbegriffen ist.", "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Papa: Wer das Pesaḥopfer bei Gesäuertem schlachtet, übertritt ein Verbot; nur dann, wenn der Schlachtende, der Sprengende oder einer der Beteiligten es besitzt, wenn aber jemand am Ende der Welt, so achte man nicht darauf. Sowohl der Schlachtende als auch der Sprengende als auch der Aufräuchernde ist schuldig; wer aber am vierzehnten einem Geflügelopfer das Genick abkneift94Das Geflügelopfer braucht nach der Schrift (cf. Lev. 1,15) nicht geschlachtet zu werden, vielmehr wird ihm der Schnelligkeit wegen der Kopf abgekniffen; vgl. jed. Zeb. Fol. 65b., übertritt nichts. –", "Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wer das Pesaḥopfer bei Gesäuertem schlachtet, übertritt ein Verbot; R. Jehuda sagt, dies gelte auch vom beständigen Opfer. Man entgegnete ihm: Sie sagten dies nur vom Pesaḥopfer. Nur dann, wenn der Schlachtende, der Sprengende oder einer der Beteiligten es besitzt, wenn aber jemand am Ende der Welt, so achte man nicht darauf.", "Sowohl der Schlachtende als auch der Sprengende als auch der [einem Geflügelopfer] das Genick Abkneifende als auch der Besprengende95Unter הזאה ist das Sprengen auf ein bestimmtes Ziel zu verstehen, das Besprengen od. Ansprengen einer Person, einer Sache od. des Altars, dagegen aber unter זריקה das einfache Sprengen, Hinsprengen od. Hinschütten des Blutes.ist schuldig; wer aber vom Speiseopfer den Haufen96Cf. Lev. 2,2.abhebt, übertritt kein Verbot, auch wer die Opferteile aufräuchert, übertritt kein Verbot." ], [ "Hier besteht ein Widerspruch sowohl hinsichtlich des Abkneifens als auch hinsichtlich des Aufräucherns!? –", "Auch nach deiner Auffassung widerspricht ja diese Lehre sich selbst: zuerst heißt es, dies gelte nur vom Pesaḥopfer, und darauf lehrt er, sowohl der Schlachtende als auch der Sprengende als auch der Abkneifende als auch der Besprengende [sei schuldig]!?", "Beide vielmehr nach R. Šimo͑n; hinsichtlich des Abkneifens besteht kein Widerspruch, denn die eine gilt vom vierzehnten und die andere vom Halbfeste, beide nach R. Šimo͑n,", "und hinsichtlich des Aufräucherns besteht ebenfalls kein Widerspruch, denn [darüber streiten] Tannaím: es gibt jemand, der das Aufräuchern mit dem Schlachten vergleicht, und es gibt jemand, der sie nicht miteinander vergleicht.", "R. JEHUDA SAGT, DIES GELTE AUCH VOM BESTÄNDIGEN OPFER &C. Was ist der Grund R. Jehudas? – Er kann dir erwidern:97Ex. 23,18 u. 34,25.mein Opfer, das für mich bestimmte Opfer, das ist das beständige Opfer.", "R. ŠIMO͑N SAGTE: AM VIERZEHNTEN IST MAN WEGEN DES PESAḤOPFERS &C. Was ist der Grund R. Šimo͑ns? – Es heißt zweimal mein Opfer, und man lese [statt dessen]: Opfer, meine Opfer98Aus der Verschmelzung beider Singularsuffixa entsteht ein Pluralsuffix.. –", "Weshalb hat sie demnach der Allbarmherzige geteilt und nicht meine Opfer geschrieben? – Dies besagt, daß man zur Zeit, wo dieses Opfer99Das Pesaḥopfer, dh. am 14. Nisan.dargebracht wird, wegen anderer nicht schuldig sei, und zur Zeit, wo dieses Opfer nicht dargebracht wird, wegen anderer schuldig sei.", "AM FESTE IST MAN, WENN AUF SEINEN NAMEN, FREI &C. Nur wenn auf einen anderen Namen, ohne Bestimmung aber ist man frei.", "Weshalb denn, das Pesaḥopfer ist ja an den übrigen Tagen des Jahres Heilsopfer!? Hieraus wäre demnach zu entnehmen, daß das Pesaḥopfer an den übrigen Tagen des Jahres einer Aufhebung100Seiner Bestimmung als Pesaḥopfer, u. erst dann kann es als Heilsopfer geschlachtet werden.bedarf?", "R. Ḥija b.Gamda erwiderte: Aus dem Munde des Kollegiums kam es hervor, und sie erklärten: Wenn der Eigentümer leichenunrein war und [die Darbringung] auf das zweite Pesaḥfest101Im folgenden Monat; cf. Num. 9,9ff.aufgeschoben wurde, sodaß es auch ohne Bestimmung als Pesaḥopfer gilt.", "DAS PESAḤOPFER WURDE IN DREI GRUPPEN GESCHLACHTET, DENN ES HEISST: 102Ex. 12,6.die ganze Versammlung der Gemeinde Jisraéls soll es schlachten: VERSAMMLUNG, GEMEINDE UND JISRAÉL. DIE ERSTE GRUPPE TRAT EIN, DER TEMPELHOF FÜLLTE SICH, UND DIE TÜREN DES TEMPELHOFES WURDEN GESCHLOSSEN. DARAUF WURDE IN DIE POSAUNE GESTOSSEN, GETRILLERT103Das Trillern od. der Trillerton bestellt aus kurzen aufeinanderfolgenden Stoßtönen.UND WIEDERUM GESTOSSEN.", "DIE PRIESTER STANDEN IN REIHEN MIT SILBERNEN UND GOLDENEN SCHALEN IN DER HAND; MANCHE REIHE GANZ SILBER UND MANCHE REIHE GANZ GOLD, ABER NICHT GEMISCHT. DIE SCHALEN HATTEN KEINE FLACHEN BÖDEN, DAMIT MAN SIE NICHT HINSTELLE UND DAS BLUT GERINNEN LASSE.", "vi DER JISRAÉLIT SCHLACHTETE, UND EIN PRIESTER NAHM [DAS BLUT] AUF, DAS ER SEINEM NÄCHSTEN REICHTE UND DER NÄCHSTE SEINEM NÄCHSTEN, SODASS JEDER DIE GEFÜLLTE [SCHALE] ABNAHM UND DIE LEERE ZURÜCKREICHTE, UND DER DEM ALTAR AM NÄCHSTEN STEHENDE PRIESTER SCHÜTTETE [DAS BLUT] MIT EINEM WURF GEGEN DEN ALTARGRUND.", "vii KAM DIE ERSTE GRUPPE HERAUS, SO TRAT DIE ZWEITE EIN, KAM DIE ZWEITE HERAUS, SO TRAT DIE DRITTE EIN; WIE DIE ERSTE, SO VERFUHREN AUCH DIE ZWEITE UND DIE DRITTE. SIE LASEN DANN DAS LOBLIED, UND HATTEN SIE ES104Bevor die Priester mit den Opfern der ganzen Gruppe fertig waren.BEENDET, SO WIEDERHOLTEN SIE ES, UND HATTEN SIE ES WIEDERHOLT, SO LASEN SIE ES ZUM DRITTEN MALE; DOCH HATTEN SIE ES LEBTAGS NOCH NIE DREIMAL105Weil die Priester zahlreich u. behend waren.GELESEN. R. JEHUDA SAGTE: NOCH NIE IM LEBEN GELANGTE DIE DRITTE GRUPPE ZUM ABSCHNITTE ‘ES106Anfang des 116. Psalms, ungefähr die Mitte des Lobliedes.IST MIR LIEB, DASS DER HERR ERHÖRT’, WEIL IHRE MENGE GERING WAR.", "viii WIE AM WOCHENTAGE, SO AUCH AM ŠABBATH, NUR DASS DANN DIE PRIESTER GEGEN DEN WILLEN DER WEISEN DEN TEMPELHOF SPÜLTEN. R. JEHUDA SAGTE: MAN FÜLLTE EINEN BECHER VOM VERMISCHTEN BLUTE107Auf dem Foßboden.UND SCHÜTTETE IHN MIT EINEM WURF AUF DEN ALTAR. DIE WEISEN ABER PFLICHTETEN IHM NICHT BEI.", "ix WIE WURDEN [DIE OPFER] ANGEHÄNGT UND ABGEHÄUTET? AN DEN WÄNDEN UND AN SÄULEN WAREN EISERNE HAKEN, AN DENEN SIE ANGEHÄNGT UND ABGEHÄUTET WURDEN, UND FÜR DIE, DIE KEINEN PLATZ ZUM ANHÄNGEN UND ABHÄUTEN HATTEN, WAREN DA DÜNNE, GLATTE STÄBE, DIE SIE AUF DIE EIGENE SCHULTER UND AUF DIE IHRES NÄCHSTEN LEGTEN, UND AUF DIESE HÄNGTEN SIE [DIE OPFER] UND HÄUTETEN SIE AB. R. ELIE͑ZER SAGTE: FIEL DER VIERZEHNTE AUF EINEN" ], [ "ŠABBATH, SO LEGTE EINER SEINE HAND AUF DIE SCHULTER SEINES NÄCHSTEN UND DIE HAND SEINES NÄCHSTEN AUF SEINE SCHULTER, UND SO HÄNGTE ER ES AN UND HÄUTETE ES AB. x MAN SCHLITZTE [DAS OPFER] AUF, NAHM DIE OPFERTEILE HERAUS, LEGTE SIE IN EINE SCHÜSSEL UND RÄUCHERTE SIE AUF DEM ALTAR AUF.", "KAM108Am Šabbath, an dem das Pesaḥopfer nicht nach Hause gebracht werden durfte.DIE ERSTE GRUPPE HERAUS, SO LIESS SIE SICH AUF DEM TEMPELBERGE NIEDER, DIE ZWEITE IMEL108Am Šabbath, an dem das Pesaḥopfer nicht nach Hause gebracht werden durfte.UND DIE DRITTE BLIEB AUF IHREM PLATZE; BEI DUNKELHEIT GINGEN SIE FORT UND BRIETEN IHRE PESAḤOPFER.", "GEMARA. R. Jiçḥaq sagte: Das Pesaḥopfer ist nur in drei Gruppen von [mindestens] je dreißig Personen zu schlachten. – Aus welchem Grunde? – [Hierbei heißt es] Versammlung, Gemeinde und Jisraél, und da es uns zweifelhaft ist, ob zusammen oder hintereinander,", "so sind drei Gruppen von je dreißig Personen erforderlich, sodaß sie109Versammlungen od. Gemeinden, von denen jede mindestens 10 Personen haben muß.sowohl zusammen als auch hintereinander vorhanden sind. Daher genügen auch fünfzig; wenn nämlich dreißig eintreten und zehn110Die mit der Herrichtung fertig sind.herauskommen, dann zehn andere eintreten und zehn herauskommen111Und wiederum 10 eintreten; 30 bleiben zurück..", "DIE ERSTE GRUPPE TRAT EIN &C. ES wurde gelehrt: Abajje sagt, es heiße ‘wurden geschlossen’, und Raba sagt, es heiße ‘man schloß’. –", "Welcher Unterschied besteht zwischen ihnen? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen, ob man sich auf ein Wunder verlasse. Abajje sagte, es heiße ‘wurden geschlossen’, denn man ließ alle112Ohne zu befürchten, es würde kein Publikum für die 3. Gruppe zurückbleiben, da angenommen wurde, die Türen würden sich nötigenfalls von selbst schließen.eintreten, indem man sich auf ein Wunder verließ; Raba sagte, es heiße ‘man schloß’, weil man sich nicht auf ein Wunder verließ.", "Wir haben gelernt: R. Jehuda sagte: Behüte und bewahre, daß A͑qabja b. Mahalalél in den Bann getan worden sei, denn unter allen Männern Jisraéls, hinter denen der Tempelhof geschlossen wurde, gab es keinen, der A͑qabja b. Mahalalél in Weisheit und Sündenscheu gliche. Dies erklärt Abajje nach seiner Ansicht und Raba nach seiner Ansicht. Abajje erklärt dies nach seiner Ansicht: es gab im Tempelhofe, wenn er hinter ganz Jisraél geschlossen wurde, keinen, der A͑qabja b. Mahalalél in Weisheit und Sündenscheu gliche. Raba erklärt dies nach seiner Ansicht: es gab im Tempelhofe, wenn man ihn hinter ganz Jisraél schloß, keinen, der A͑qabja b. Mahalalél in Weisheit und Sündenscheu gliche.", "Die Rabbanan lehrten: Nie wurde jemand im Tempelhofe zerquetscht, außer an einem Pesaḥfeste zur Zeit Hillels, an dem ein Greis zerquetscht ward; dieses nannte man ‘Pesaḥfest der Zerquetschten’.", "Die Rabbanan lehrten: Einst wollte der König Agrippa seine Augen auf die Scharen Jisraéls113Dh. er wollte eine Volkszählung vornehmen, eine Zählung der Personen ist nach einem Volksglauben verboten; cf. iiSam. Kap. 24.richten. Da sprach er zum Hochpriester: Richte deine Augen auf die Pesaḥopfer. Da nahm er von jedem eine Niere, und es fanden sich da sechzig Myriaden Nierenpaare, doppelt soviel als die Auszügler aus Miçrajim, abzüglich der Unreinen und der auf einer weiten Heise Befindlichen; und du hast kein Pesaḥlamm, an dem nicht mehr als zehn Personen beteiligt wären. Dieses nannte man ‘das Pesaḥfest der dichten114Im Texte besteht der Unterschied zwischen beiden Namen (מעובין u. מעוכין) nur in einer Verwechselung der Buchstaben ב u. כ, die einander ähnlich sind. Offenbar handelt es sich um dasselbe Ereignis u. denselben Namen der in der Überlieferung variiert; der Andrang kann nämlich infolge der Volkszählung entstanden sein.Mengen’. –", "Wieso nahm er eine Niere fort, diese muß ja aufgeräuchert werden!? – Nachher wurden sie auch aufgeräuchert. – Es heißt ja aber:115Lev. 3,11.er räuchere es auf, man darf die Fettstücke des einen [Opfers] nicht mit denen eines anderen vermischen!? –", "Er ließ sie nachher einzeln aufräuchern. – Es wird ja aber gelehrt:116Ib. V. 16.Er räuchere sie auf, alle [Opferteile] zusammen!? – Vielmehr, er hielt sie nur an, bis dafür ein [Zählzeichen] hingelegt wurde.", "DIE PRIESTER STANDEN IN REIHEN &C. Aus welchem Grunde: wollte man sagen, weil sie goldene [Schalen] nehmen und silberne zurückgeben könnten, so könnten sie ja ebenso eine im Werte von zweihundert [ ] nehmen und eine im Werte von hundert zurückgeben!? – Vielmehr, so war es schöner.", "DIE SCHALEN HATTEN KEINE FLACHEN BÖDEN &C. Die Rabbanan lehrten: Sämtliche Schalen im Tempel hatten keine flachen Böden, mit Ausnahme der Weihrauchschalen zu den Schaubroten, damit nicht beim Hinstellen die Brote117Die eine leichtzerbrechliche U-Form hatten; hätten die Schalen keine flachen Böden, so müßte man sie auf die Brote stützen.zerbrechen.", "DER JISRAÉLIT SCHLACHTETE UND EIN PRIESTER NAHM [DAS BLUT] AUF &C. Kann es denn nicht ohne Jisraéliten gehen? – Dies lehrt er uns eben, daß ein Laie beim Schlachten zulässig sei. «Ein Priester nahm es auf.» Damit lehrt er uns, daß es von der [Blut]aufnahme ab durch die Priesterschaft erfolgen müsse.", "«Das er seinem Nächsten reichte.» Hieraus wäre also zu entnehmen, daß das Hinbringen ohne [Tätigkeit der] Füße118Worüber Zeh. Fol. 14b eine Frage besteht.als Hinbringen gelte!? – Vielleicht bewegte er sich ein wenig. – Was lehrt er uns demnach!? – Folgendes lehrt er uns:119Pr. 14,28.in der Menge des Volkes ist des Königs Herrlichkeit120Daß viele Priester sich damit befaßten..", "SODASS JEDER DIE GEFÜLLTE [SCHALE] NAHM UND DIE LEERE HINREICHTE &C. Umgekehrt121Zuerst die leere hinreichen.aber nicht; dies wäre also eine Stütze für R. Šimo͑n b. Laqiš, denn R. Šimo͑n b. Laqiš sagte, man dürfe an gottgefälligen Handlungen nicht vorübergehen.", "DER DEM ALTAR AM NÄCHSTEN STEHENDE PRIESTER &C. Wer lehrte, [das Blut] des Pesaḥopfers müsse geschüttet122Werfend, mit Schwung; nach einer anderen Ansicht muß es in unmittelbarer Nähe des Altars langsam auf dessen Wand gegossen werden.werden? R. Ḥisda erwiderte: Es ist R. Jose der Galiläer.", "Es wird nämlich gelehrt: R. Jose der Galiläer sagte:123Num. 18,17.Ihr Blut sollst du an den Altar sprengen124Eigentl. werfen, aus der Ferne.und ihr Fett aufräuchern; es heißt nicht sein Blut, sondern ihr Blut, und es heißt nicht sein Fett, sondern ihr Fett, dies lehrt, daß bei der Erstgeburt, beim Zehnten und beim Pesaḥopfer Blutsprengen und [Aufräuchern] der Opferteile auf dem Altar erforderlich sind. –", "Woher, daß es auf dem Altargrund erfolgen müsse? R. Elea͑zar erwiderte: Dies ist [durch das Wort] sprengen vom Brandopfer zu entnehmen. Hierbei heißt es: ihr Blut sollst du an den Altar sprengen, und dort125Beim Brandopfer; Lev. 1,11.heißt es: die Söhne Ahrons, die Priester, sollen das Blut ringsum an den Altar sprengen; wie es beim Brandopfer auf den Altargrund erfolgen muß, ebenso muß es beim Pesaḥopfer auf den Altargrund erfolgen. –" ], [ "Woher dies vom Brandopfer selbst? – Die Schrift sagt:126Lev. 4,18.auf den Grund des Brandopferaltars, demnach benötigt das Brandopfer des Altargrundes.", "KAM DIE ERSTE GRUPPE HERAUS &C. ES wird gelehrt: Die [letzte] wurde träge Gruppe genannt. – Was konnte sie dafür, es ist ja nicht anders möglich!? –", "Sie sollten sich dennoch beeilen. Wie gelehrt wird: Rabbi sagte: Die Welt kann weder ohne Parfumeure noch ohne Gerber bestehen; wohl dem aber, dessen Beruf die Parfumerie ist, und wehe dem, dessen Beruf die Gerberei ist. Die Welt kann auch weder ohne Männer noch ohne Weiber bestehen; wohl dem aber, dessen Kinder männlich sind, und wehe dem, dessen Kinder weiblich sind.", "WIE AM WOCHENTAGE &C. Gegen wessen Willen127Dh. nach wessen Ansicht ist dies verboten.? R. Ḥisda erwiderte: Gegen den Willen R. Elie͑zers, denn nach den Rabbanan könnte dies ja nur des Feierns wegen [verboten sein], und im Tempel ist nichts des Feierns wegen [verboten]. –", "Welches Bewenden hat es damit? – Es wird gelehrt: Wer am Šabbath versehentlich milkt, buttert, im Quantum einer Dörrfeige käst, fegt, sprengt oder eine Honigscheibe aus der Wabe nimmt, ist ein Sündopfer schuldig; wenn vorsätzlich am Feste, so erhält er die vierzig [Geißelhiebe] – so R. Elie͑zer.", "Die Weisen sagen, an diesem und jenem sei es nur des Feierns wegen verboten.", "R. Aši sagte: Du kannst auch sagen, gegen den Willen der Weisen, und zwar nach R. Nathan, denn es wird gelehrt: R. Nathan sagte, Nötiges haben sie [im Tempel] trotz der Feier erlaubt. Unnötiges haben sie nicht erlaubt.", "R. JEHUDA SAGTE: MAN FÜLLTE EINEN BECHER &C. Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Man füllte einen Becher vom vermischten Blute, damit, wenn das Blut eines von ihnen ausgeschüttet worden ist, dieser es tauglich mache.", "Sie sprachen zu. R. Jehuda: Es128Das ausgeschüttete Blut.ist ja nicht mit in das Gefäß aufgenommen worden129Solches Blut ist zum Sprengen nicht brauchbar.!? – Woher wissen sie dies? – Vielmehr sprachen sie zu ihm wie folgt: Vielleicht ist es nicht mit in das Gefäß aufgenommen worden!? Dieser erwiderte: Ich spreche auch nur von dem Falle, wenn es in das Gefäß aufgenommen worden ist. –", "Woher wissen sie dies!? Priester sind hurtig. – Wieso kann es, wenn sie hurtig sind, ausgeschüttet werden!? – Gerade durch ihre Hurtigkeit kann es vorkommen, daß es ausgeschüttet wird. –", "Das nachfließende Blut130Cf. supra Fol. 16b, Anm. 236.ist ja aber beigemischt!? – R. Jehuda vertritt seine Ansicht, daß nämlich das nachfließende Blut richtiges Blut sei. Es wird nämlich gelehrt: [Der Genuß] des nachfliessenden Blutes ist nur mit einer Verwarnung131Das mit der Ausrottung belegte Verbot in der Schrift (Lev. 17,14) bezieht sich nur auf das beim Schlachten ausströmende Blut.belegt; R. Jehuda sagt, mit der Ausrottung. –", "R. Elea͑zar sagte ja aber, R. Jehuda pflichte hinsichtlich der Sühne bei, daß solches keine Sühne schaffe, denn es heißt:132Lev. 17,11.denn das Blut sühnt mit dem Leben," ], [ "das Blut, mit dem das Leben ausgeht, sühnt, das Blut aber, mit dem das Leben nicht ausgeht, sühnt nicht!? – Vielmehr, R. Jehuda vertritt hierbei seine Ansicht, denn er sagt, Blut hebe nicht Blut auf133Das brauchbare Blut verliert durch das beigemischte unbrauchbare seine Wesentlichkeit nicht..", "Es wird gelehrt: R. Jehuda erwiderte den Weisen wie folgt: Wozu sperrte man nach euerer Ansicht den Tempelhof ab134Die Hofmauer hatte einen Abfluß für das Blut, der am Vorabend des Pesaḥfestes abgesperrt wurde.!? Diese erwiderten: Es ist ein Stolz für die Söhne Ahrons, bis an die Knöchel in Blut zu waten. –", "Dieses bildet ja aber eine Trennung135Zwischen den Füßen der Priester u. dem Boden, den sie berühren müssen.!? – Es ist flüssig, und solches gilt nicht als Trennung. Es wird nämlich gelehrt, Blut, Tinte, Milch und Honig gelten geronnen als Trennung136Cf. Er. Fol. 4a, Anm. 43.und flüssig nicht als Trennung. –", "Aber ihre Gewänder werden ja besudelt, und es wird gelehrt, daß, wenn seine Kleider besudelt sind und er den Dienst verrichtet, der Dienst ungültig sei!? Wolltest du sagen, sie hoben ihre Kleider hoch, so wird ja gelehrt:137Lev. 6,3.sein Gewand aus Linnen, nach Maß138מד v. מדד messen., es darf weder zu kurz noch zu lang sein!? – Beim Hinbringen der Opferglieder zur Altarrampe, das nicht zum Dienste139Der auf vorschriftsmäßige Weise durch einen Priester erfolgen muß; hierbei konnten sie die Kleider hochheben.gehört. –", "Wenn es der Priesterschaft benötigt, gehört es ja zum Dienste!? Es wird nämlich gelehrt:140Lev. 1,13.Der Priester soll alles zum Altar bringen, dies ist das Hinbringen der Opferglieder zur Altarrampe!? – Vielmehr, beim Hinbringen des Holzes zum Holzstoße, das nicht zum Dienste gehört. –", "Wie machten sie es aber beim Hinbringen der Opferglieder zur Altarrampe und beim Hinbringen des Blutes!? – Sie gingen über die Simse.", "WIE WURDEN [DIE OPFER] ANGEHÄNGT UND ABGEHÄUTET &C. MAN SCHLITZTE [DAS OPFER] AUF, NAHM DIE OPFERTEILE HERAUS, LEGTE SIE IN EINE SCHÜSSEL UND RÄUCHERTE SIE AUF. Räucherte sie denn [jeder selber] in der Schüssel auf!? – Sage vielmehr: um sie auf dem Altar auf zuräuchern.", "KAM DIE ERSTE GRUPPE HERAUS &C. ES wird gelehrt: Ein jeder packte sein Pesaḥlamm in das Fell und nahm es über den Rücken. R. I͑liš sagte: Nach Art der Araber.", "", "FOLGENDE VERRICHTUNGEN AM PESAḤOPFER VERDRÄNGEN DEN ŠABBATH: DAS SCHLACHTEN, DAS BLUTSPRENGEN, DAS AUSKRATZEN DER EINGEWEIDE UND DIE AUFRÄUCHERUNG DER FETTSTÜCKE; DAS BRATEN ABER UND DAS ABSPÜLEN DER EINGEWEIDE VERDRÄNGEN DEN ŠABBATH NICHT. DAS HINTRAGEN1Zum Tempel. Wörtl. das Reitenlassen, da es rittlings auf dem Rücken getragen wurde., DIE HERBEISCHAFFUNG VON AUSSERHALB DES ŠABBATHGEBIETES UND DIE ABLÖSUNG EINER IHM ANHAFTENDEN BLATTER VERDRÄNGEN DEN ŠABBATH NICHT; R. ELIE͑ZER SAGT, SIE VERDRÄNGEN IHN WOHL.", "R. ELIE͑ZER SPRACH: ii DIES IST AUS EINEM SCHLÜSSE ZU FOLGERN: WENN DAS SCHLACHTEN, DAS EINE RICHTIGE ARBEIT IST, DEN ŠABBATH VERDRÄNGT, WIE SOLLTEN DIESE [VERRICHTUNGEN], DIE NUR DES FEIERNS WEGEN [VERBOTEN SIND], NICHT DEN ŠABBATH VERDRÄNGEN!? R. JEHOŠUA͑ ERWIDERTE IHM: DAS FEST BEWEIST ES: AN DIESEM IST DAS ERLAUBT, WAS EINE ARBEIT IST, DENNOCH VERBOTEN, WAS DES FEIERNS WEGEN [VERBOTEN IST].", "R. ELIE͑ZER ENTGEGNETE IHM: WAS SOLL DIES, JEHOŠUA͑: WIESO IST VON FREIGESTELLTEM EIN BEWEIS FÜR GEBOTENES2Was am Feste bei Freigestelltem verboten ist, braucht ja bei der Herrichtung des Pesaḥopfers, die Pflicht ist, nicht verboten zu sein. ZU ENTNEHMEN!? R. A͑QIBA ERWIDERTE UND SPRACH: DIE BESPRENGUNG3Eines Unreinen mit dem Entsündigungs- oder Sprengwasser (cf. Num. Kap. 19); wenn dessen Reinheitstag auf einen Šabbath fällt, der ein Vorabend des Pesaḥfestes ist. BEWEIST ES: SIE IST EIN GEBOT, AUCH IST SIE NUR DES FEIERNS WEGEN [VERBOTEN], DENNOCH VERDRÄNGT SIE DEN ŠABBATH NICHT; SO WUNDERE DICH AUCH ÜBER JENE NICHT, DASS SIE, OBGLEICH SIE GEBOTENES UND NUR DES FEIERNS WEGEN [VERBOTEN] SIND, DEN ŠABBATH NICHT VERDRÄNGEN.", "R. ELIE͑ZER ENTGEGNETE IHM: AUCH DIES BESTREITE ICH: WENN DAS SCHLACHTEN, DAS EINE RICHTIGE ARBEIT IST, DEN ŠABBATH VERDRÄNGT, UM WIEVIEL MEHR DIE BESPRENGUNG, DIE NUR DES FEIERNS WEGEN [VERBOTEN] IST." ], [ "R. A͑QIBA ERWIDERTE IHM: ODER UMGEKEHRT: WENN DAS BESPRENGEN, DAS NUR DES FEIERNS WEGEN [VERBOTEN] IST, DEN ŠABBATH NICHT VERDRÄNGT, UM WIEVIEL WENIGER DAS SCHLACHTEN, DAS EINE RICHTIGE ARBEIT IST. R. ELIE͑ZER ENTGEGNETE IHM:QIBA, DU HEBST DEMNACH EIN GEBOT DER TORA AUF: 4Num. 9,2.zwischen den Abenden, zur festgesetzten Zeit, SOWOHL AM WOCHENTAGE ALS AUCH AM ŠABBATH.", "DIESER ERWIDERTE: MEISTER5Wohl kein Vocativ, vielmehr ist hier der Name <illae/>Aqiba ausgefallen., BEWEISE MIR EINE FESTGESETZTE ZEIT FÜR JENE6Das Holen u. Hinbringen des Pesaḥopfers., WIE ES EINE FESTGESETZTE ZEIT FÜR DAS SCHLACHTEN GIBT! R. A͑QIBA SAGTE EINE REGEL: JEDE ARBEIT, DIE MAN AM VORABEND DES ŠABBATHS VERRICHTEN KANN, VERDRÄNGT DEN ŠABBATH NICHT, DAS SCHLACHTEN ABER, DAS MAN AMORABEND DES ŠABBATHS NICHT VERRICHTEN KANN, VERDRANGT DEN ŠABBATH.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Diese Lehre war den Söhnen Betheras entgangen. Einst fiel der vierzehnte auf einen Šabbath, und diese hatten es vergessen und wußten nicht, ob [die Herrichtung] des Pesaḥopfers den Šabbath verdränge oder nicht. Da fragten sie: Gibt es vielleicht jemand, der weiß, ob [die Herrichtung] des Pesaḥopfers den Šabbath verdränge oder nicht? Man erwiderte ihnen: Es gibt hier einen Mann, der aus Babylonien herkam, Hillel der Babylonier ist sein Name; er famulierte bei zwei Großen des Zeitalters, Šema͑ja und Ptollion, und er weiß, ob [die Herrichtung] des Pesaḥopfers den Šabbath verdränge oder nicht. Darauf ließen sie ihn rufen und fragten ihn: Weißt du vielleicht, ob [die Herrichtung] des Pesaḥopfers den Šabbath verdränge oder nicht? Er erwiderte ihnen: Haben wir etwa nur ein Pesaḥopfer im Jahre, das den Šabbath verdrängt, wir haben ja weit mehr als zweihundert Pesaḥopfer7Dh. Šabbathopfer, vier an jedem Šabbath. im Jahre, die den Šabbath verdrängen.", "Jene fragten ihn: Woher weißt du dies? Dieser erwiderte: Beim Pesaḥopfer heißt es 8Cf. Num. 9,2 u. ib. 22.festgesetzte Zeit und beim beständigen Opfer heißt es 8Cf. Num. 9,2 u. ib. 22.festgesetzte Zeit, wie nun das beständige Opfer, bei dem es festgesetzte Zeit heißt, den Šabbath verdrängt, ebenso verdrängt das Pesaḥopfer, bei dem es festgesetzte Zeit heißt, den Šabbath.", "Ferner ist dies [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn das beständige Opfer, [dessen Unterlassung] nicht mit der Ausrottung belegt ist, den Šabbath verdrängt, um wieviel mehr verdrängt ihn das Pesaḥopfer, [dessen Unterlassung] mit der Ausrottung belegt ist.", "Da setzten sie ihn an die Spitze und wählten ihn zum Fürsten. Darauf trug er den ganzen Tag über die Vorschriften des Pesaḥfestes vor. Alsdann begann er sie durch Worte zu kränken, indem er zu ihnen sprach: Was veranlaßte, daß ich aus Babylonien hergekommen und Fürst über euch geworden bin? Doch nur euere Trägheit, daß ihr bei den zwei Großen des Zeitalters, Šema͑ja und Ptollion, nicht famuliert habt.", "Darauf fragten sie ihn: Meister, wie ist es, wenn man am Vorabend des Šabbaths das Messer mitzubringen vergessen hat? Er erwiderte ihnen: Diese Lehre habe ich zwar gehört, jedoch vergessen; lasse man doch die Jisraéliten [selbst handeln], denn wenn sie auch keine Propheten sind, so sind sie Kinder von Propheten.", "Am folgenden Tage9Am Vorabend des P.s, der auf einen Šabbath fiel. steckte es jeder, der ein Lamm brachte, in die Wolle, und der ein Zicklein brachte, zwischen die Hörner. Als er dieses Verfahren sah, erinnerte er sich auch der Halakha und sprach: Dies eben ist mir von Šema͑ja und Ptollion überliefert worden.", "Der Meister sagte: Beim Pesaḥopfer heißt es festgesetzte Zeit, und beim beständigen Opfer heißt es festgesetzte Zeit, wie nun das beständige Opfer, bei dem es festgesetzte Zeit heißt, den Šabbath verdrängt, ebenso verdrängt das Pesaḥopfer, bei dem es festgesetzte Zeit heißt, den Šabbath. Woher wissen wir vom beständigen Opfer selbst, daß es den Šabbath verdränge: wollte man sagen, weil es bei diesem zur festgesetzten Zeit heißt, so heißt es ja auch beim Pesaḥopfer8Cf. Num. 9,2 u. ib. 22. zur festgesetzten Zeit;", "vielmehr ist es hier aus [den Worten] festgesetzte Zeit nicht zu entnehmen, ebenso ist es auch da aus [den Worten] festgesetzte Zeit nicht zu entnehmen!? – Vielmehr, die Schrift sagt:10Num. 28,10.das Brandopfer von Šabbath zu Šabbath, außer dem beständigen Opfer, demnach ist das beständige Opfer am Šabbath darzubringen.", "Der Meister sagte: Ferner ist dies [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn das beständige Opfer, [dessen Unterlassung] nicht mit der Ausrottung belegt ist, den Šabbath verdrängt, um wieviel mehr verdrängt ihn das Pesaḥopfer, [dessen Unterlassung] mit der Ausrottung belegt ist. Dies ist ja aber zu widerlegen: wohl das beständige Opfer, weil es beständig ist und vollständig verbrannt wird!? – Zuerst sagte er ihnen [den Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, und als sie diesen widerlegten, sagte er ihnen die Wortanalogie. –", "Wozu ist, wo dies aus einer Wortanalogie zu entnehmen ist, [der Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere nötig!? – Diesen sagte er nur für sie: allerdings ist euch die Wortanalogie nicht überliefert worden, und niemand darf selber [eine Lehre] durch Wortanalogie deduzieren, aber [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, durch den jeder [eine Lehre] deduzieren darf, sollte ja für euch entscheidend sein. Darauf erwiderten sie ihm, dieser [Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere sei widerlegbar.", "Der Meister sagte: Am folgenden Tage steckte es jeder, der ein Lamm brachte, in die Wolle, und der ein Zicklein brachte, zwischen die Hörner." ], [ "Man läßt ja Geheiligtes eine Arbeit verrichten!? – Man verfahre nach Hillel, denn es wird gelehrt: Man erzählt von Hillel, daß während seines Lebens niemand an seinem Brandopfer eine Veruntreuung begangen habe, denn er ließ es profan in den Tempel bringen und heiligte es da; dann stützte er darauf11Auf den Kopf des Opfers; cf. Lev. 1,4.seine Hand und schlachtete es. –", "Wieso darf man das Pesaḥopfer am Šabbath heiligen, wir haben ja gelernt: Man darf nichts heiligen, noch Schätzgelübde12Seinen Geldwert od. den einer anderen Person dem Heiligtum geloben; cf. Lev. 27,2ff.oder Banngelübde13Cf. Lev. 27,28.tun, noch die Hebe oder den Zehnten abheben; dies alles sagten sie vom Feste, und um so mehr gilt dies vom Šabbath!? –", "Dies gilt nur von Verpflichtungen, für die keine Zeit festgesetzt ist, solche aber, für die eine Zeit festgesetzt ist, darf man heiligen. So sagte auch R. Joḥanan, man dürfe sein Pesaḥopfer am Šabbath und das Festopfer am Feste heiligen. –", "Man läßt es ja Last tragen!? – Dies erfolgt wie unbeabsichtigt14Cf. Sab. Fol. 40b, Anm. 46.. – Allerdings ist es, wenn wie unbeabsichtigt, kein Verbot der Tora, aber immerhin ist es ja ein rabbanitisches Verbot!? –", "Das fragten sie ihn eben: darf man zur Ausübung eines Gebotes etwas wie unbeabsichtigt tun, was nach der Tora erlaubt, jedoch des Feierns wegen verboten ist? Darauf erwiderte er ihnen: er habe diese Lehre gehört und vergessen; man lasse aber die Jisraéliten [selbst handeln], denn wenn sie auch keine Propheten sind, so sind sie Kinder von Propheten.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wer sich überhebt, den verläßt, wenn er ein Weiser ist, die Weisheit, und wenn er ein Prophet ist, die Prophetie. Ist er ein Weiser, so verläßt ihn die Weisheit, wie dies bei Hillel geschah, denn nachdem er, wie der Meister erzählte, sie durch Worte zu kränken begann, mußte er zu ihnen sagen, er habe jene Lehre gehört und vergessen. Ist er ein Prophet, so verläßt ihn die Prophetie, wie dies bei Debora geschah, denn es heißt:15Jud. 5,7.es gebrach an Edlen in Jisraél, bis ich, Debora, aufgestanden bin, aufgestanden bin ich, eine Mutter in Jisraél &c., und darauf folgt:16Ib. V. 12.wache auf, wache auf, Debora, wache auf, wache auf, singe ein Lied &c.", "Reš Laqiš sagte: Wer in Zorn gerät, den verläßt, wenn er ein Weiser ist, die Weisheit, und wenn er ein Prophet ist, die Prophetie. Ist er ein Weiser, so verläßt ihn die Weisheit, wie das bei Moše geschah, denn es heißt:17Num. 31,14.da zürnte Moše über die Anführer des Heeres &c., und darauf folgt:18Ib. V. 21.da sprach Elea͑zar, der Priester, zu den Kriegsleuten, die in den Kampf gezogen waren: Das ist die Gesetzesbestimmung, die der Herr Moše anbefohlen hat &c., demnach hatte Moše es vergessen.", "Ist er ein Prophet, so verläßt ihn die Prophetie, wie dies bei Eliša geschah, denn es heißt:19iiReg. 3,14.wenn ich auf Jehošaphaṭ, den König von Jehuda nicht Rücksicht nähme, ich wollte auf dich nicht blicken noch dich ansehen &c., und darauf folgt:20Ib. V. 15.jetzt aber holt mir einen Saitenspieler. Jedesmal, wenn der Saitenspieler spielte, kam über ihn der Geist Gottes &c.", "R. Mani b.Paṭiš sagte: Wer in Zorn gerät, wird, selbst wenn man ihm im Himmel Größe zuerteilt hat, herabgesetzt, wie dies bei Eliáb geschah. Es heißt:21iSam. 17,28.da geriet Eliáb in Zorn über David und rief: Wozu bist du eigentlich hergekommen, und wem hast du jene paar Schafe in der Steppe überlassen? Ich kenne deine Vermessenheit und deinen boshaften Sinn; ja, um den Krieg anzusehen, bist du hergekommen. Als Šemuél zur Salbung schritt, heißt es von den übrigen [Brüdern]:22Ib. 16,8.auch diesen hat der Herr nicht auserkoren, dagegen heißt es von Eliáb:23Ib. V. 7.der Herr sprach zu Šemuél: Achte nicht auf sein Aussehen und seinen hohen Wuchs, denn ich habe ihn verabscheut, demnach liebte er ihn bis dahin.", "Wir finden also daß [die Herrichtung] des beständigen Opfers und die des Pesaḥopfers den Šabbath verdrängen, woher daß sie auch [das Gesetz von der] Unreinheit verdrängen!? – Ich will dir sagen, wie hinsichtlich des Šabbaths vom beständigen Opfer auf das Pesaḥopfer gefolgert wird, so ist auch hinsichtlich der Unreinheit vom Pesaḥopfer auf das beständige Opfer zu folgern. –", "Woher dies vom Pesaḥopfer selbst? R. Joḥanan erwiderte: Die Schrift sagt:24Num. 9,10.wenn irgend einer unrein sein sollte durch eine Leiche; einer wird zum zweiten Pesaḥfeste zurückgesetzt, nicht aber wird eine Gemeinde zum zweiten Pesaḥfeste zurückgesetzt, vielmehr richte sie es in Unreinheit her.", "R. Šimo͑n b. Laqiš sprach zu R. Joḥanan: Vielleicht wird einer zum zweiten Pesaḥfeste zurückgesetzt, für eine Gemeinde aber gibt es kein Mittel, weder am ersten noch am zweiten Pesaḥfeste!?", "Vielmehr, sagte R. Šimo͑n b. Laqiš, hieraus:25Ib. 5,2.sie sollen jeden Aussätzigen, jeden Flußbehafteten und jeden Leichenunreinen aus dem Lager hinausschaffen. Sollte dies nur von Leichenunreinen gesagt werden und nicht von Flußbehafteten und Aussätzigen, und ich würde gefolgert haben: wenn Leichenunreine hinausgeschafft werden, um wieviel mehr Flußbehaftete und Aussätzige26Deren Unreinheit eine schwerere ist, da sie aus ihrem eigenen Körper kommt.!?" ], [ "Vielmehr: du hast eine Zeit, in der Flußbehaftete und Aussätzige hinausgeschafft werden, nicht aber Leichenunreine, wenn nämlich das Pesaḥopfer in Unreinheit dargebracht wird.", "Abajje sprach: Demnach sollte es von Flußbehafteten und Leichen unrein en und nicht von Aussätzigen gesagt werden, denn ich würde gefolgert haben: wenn ein Flußbehafteter hinausgeschafft wird, um wieviel mehr ein Aussätziger27Dessen Unreinheit, wie weiter erklärt wird, eine schwerere ist., somit wäre zu eruieren: du hast eine Zeit, in der Aussätzige hinausgeschafft werden, nicht aber Flußbehaftete und Leichenunreine, wenn nämlich das Pesaḥopfer in Unreinheit dargebracht wird!?", "Wolltest du sagen, dem sei auch so, so haben wir ja gelernt, männliche oder weibliche Flußbehaftete, Menstruierende und Wöchnerinnen dürfen vom in Unreinheit dargebrachten Pesaḥopfer nicht essen, jedoch seien sie frei, wenn sie davon gegessen haben!?", "Vielmehr, erklärte Abajje, ist dies tatsächlich aus dem zuerst angeführten Schriftverse zu entnehmen. Der Allbarmherzige sollte ja geschrieben haben: wenn irgend einer unrein sein sollte, wozu heißt es, durch eine Leiche28Dies schließt also andere Unreinheiten aus.?", "Wolltest du erwidern, [die Worte] durch eine Leiche deuten darauf, daß nur der Leichenunreine zum zweiten Pesaḥfeste zurückgesetzt werde, nicht aber andere Unreine29Sie brauchen es überhaupt nicht herzurichten., so wird ja gelehrt: Man könnte glauben, daß nur Leichenunreine und auf einer weilen Reise Befindliche das zweite Pesaḥfest bereiten müssen, woher dies von Flußbehafteten. Aussätzigen und Menstruierenden Beiwohnenden? Es heißt: irgend einer30Im Texte durch die Wiederholung des W.s איש ausgedrückt.. Wenn nun der Allbarmherzige noch schreibt: durch eine Leiche,", "so meint er es wie folgt: nur einer wird zum zweiten Pesaḥfeste zurückgesetzt, nicht aber wird eine Gemeinde zum zweiten Pesaḥfeste zurückgesetzt, sondern sie richte es in Unreinheit her; jedoch erstreckt sich dies nur auf Leichenunreine, andere Unreine dürfen es aber nicht.", "R. Ḥisda sagte: Wenn ein Aussätziger das Innere seiner Abgrenzung betritt, so ist er31Obgleich ihm der Aufenthalt innerhalb der Abgrenzung ‘des jisraélitischen Lagers’ od. der Stadtmauer verboten ist u. jedes Verbot der Schrift mit Geißelung bestraft wird; die Übertretung eines Gebotes wird nicht bestraft.straffrei, denn es heißt:32Lev. 13,46.abgesondert soll er wohnen, außerhalb des Lagers soll sein Aufenthalt sein. \n", "Abgesondert soll er wohnen, er muß allein wohnen; außerhalb des Lagers soll sein Aufenthalt sein, die Schrift hat es in ein Gebot umgewandelt.", "Man wandte ein: Wenn ein Aussätziger das Innere seiner Abgrenzung betritt, [so erhält er] die vierzig [Geißelhiebe]; wenn männliche oder weibliche Flußbehaftete das Innere ihrer Abgrenzung33Das sog. ‘levitische Lager’, der Tempelberg, den sie nicht betreten dürfen.betreten, [so erhalten sie] die vierzig [Geißelhiebe]. Ein Leichen unreiner darf sogar in das levitische Lager kommen,", "und sie sagten es nicht nur von einem Leichenunreinen, sondern sogar die Leiche selbst, denn es heißt:34Ex. 13,19.da nahm Moše35Er war Levite.die Gebeine Josephs mit sich, mit sich in seine Abgrenzung!? –", "Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: Abgesondert soll er wohnen, er muß einsam wohnen; andere Unreine dürfen nicht mit ihm zusammen36Die Unreinheit des Aussätzigen ist am allerstrengsten.wohnen. Man könnte glauben, Flußbehaftete und Leichenunreine seien nach einem Lager zu schaffen, so heißt es:37Num. 5,3.sie sollen ihre38Nach dem T. ist מחניהם ein Plural.Lager nicht verunreinigen, ein Lager für diese und ein Lager für jene – so R. Jehuda.", "R. Šimo͑n sagte: Dies ist nicht nötig. Es heißt:39Num. 25,2.sie sollen jeden Aussätzigen, jeden Flußbehafteten und jeden Leichenunreinen aus dem Lager hinausschaffen. Sollte dies nur von einem Leichenunreinen gesagt werden und nicht vom Flußbehafteten, und ich würde gefolgert haben: wenn Leichenunreine hinausgeschafft werden, um wieviel mehr40Cf. Anmm. 26. 27.Flußbehaftete!? Wenn Flußbehaftete dennoch genannt werden, so deutet dies, daß für sie ein zweites Lager erforderlich sei.", "Ferner sollte dies nur von Flußbehafteten gesagt werden und nicht von Aussätzigen, und ich würde gefolgert haben: wenn Flußbehaftete hinausgeschafft werden, um wieviel mehr Aussätzige!? Wenn Aussätzige dennoch genannt werden, so deutet dies, daß für sie ein drittes Lager erforderlich sei. Und wenn es weiter heißt: abgesondert soll er wohnen, so hat die Schrift es in ein Gebot umgewandelt. –", "Womit ist die [Unreinheit] des Flußbehafteten schwerer als die des Leichenunreinen? – Die Unreinheit kommt aus seinem Körper. – Im Gegenteil, die des Leichenunreinen ist ja schwerer, denn er benötigt der Besprengung am dritten und am siebenten41Tage nach seiner Unreinheit; cf. Num. 19,12.!? –", "Die Schrift sagt: Unreinen und jeden (Unreinen), dies schließt auch den Kriechtierunreinen ein, und die [Unreinheit] des Flußbehafteten ist schwerer als die des Kriechtierunreinen. –", "Womit ist sie schwerer? – Wie wir vorhin gesagt haben. – Im Gegenteil, die des Kriechtierunreinen ist ja schwerer, denn er ist auch unverschuldet42Die völlige Unreinheit des Flußbehafteten tritt nur dann ein, wenn er sie selbst verschuldet hat; cf. Nid. Fol. 35a.unrein!? – Ich will dir sagen," ], [ "soweit43Wie der Kriechtierunreine, bis zum Abend.ist der Flußbehaftete auch unverschuldet unrein. Dies nach R. Hona, denn R. Hona sagte, der Flußbehaftete sei bei der ersten Wahrnehmung44Die völlige Unreinheit des Flußbehafteten tritt erst dann ein, wenn er den Fluß 3mal wahrgenommen hat; cf. Meg. Fol. 8a. auch unverschuldet unrein. –", "Womit ist [die Unreinheit] des Aussätzigen schwerer als die des Flußbehafteten? – Er muß mit zerzaustem Haare und zerrissenem45Cf. Lev. 13,45.Gewande [gehen], auch ist ihm der Beischlaf verboten. – Im Gegenteil, die des Flußbehafteten ist ja schwerer, denn er verunreinigt auch Sitz und Lager und Tongefäße auch durch das Schütteln!? –", "Die Schrift sagt: Flußbehafteten und jeden (Flußbehafteten), dies schließt auch den Samenergußbehafteten ein, und [die Unreinheit] des Aussätzigen ist schwerer als die des Samenergußbehafteten. –", "Womit ist sie schwerer? – Wie wir bereits gesagt haben. – Im Gegenteil, die des Samenergußbehafteten ist ja schwerer, er ist schon bei einem Minimum unrein!? –", "Er ist der Ansicht R. Nathans, denn es wird gelehrt: R. Nathan sagte im Namen R. Jišma͑éls, [zur Unreinheit] des Flußbehafteten sei ein die Öffnung seines Gliedes schließendes Quantum erforderlich, die Weisen aber pflichten ihm nicht bei. Der Samenergußbehaftete gleicht diesbezüglich dem Flußbehafteten. –", "Wozu heißt es jeden Aussätzigen? – Da es jeden Flußbehafteten heißt, so heißt es auch jeden Aussätzigen. –", "Und R. Jehuda, die Auslegung R. Šimo͑ns ist ja treffend!? –", "Diesen Vers verwendet er für folgende Lehre: R. Elie͑zer sagte: Man könnte glauben, daß, wenn Flußbehaftete und Aussätzige bei der Herrichtung eines in Unreinheit dargebrachten Pesaḥopfers sich in den Tempelhof hineingedrängt haben, sie schuldig seien, so heißt es: sie sollen jeden Aussätzigen, jeden Flußbehafteten und jeden Leichenunreinen aus dem Lager hinausschaffen; wenn Leichenunreine hinausgeschafft werden müssen, sind auch Flußbehaftete und Aussätzige hinauszuschaffen, wenn Leichenunreine nicht hinausgeschafft werden46Wenn das Pesaḥopfer in Unreinheit dargebracht wird.müssen, sind auch Flußbehaftete und Aussätzige nicht hinauszuschaffen.", "Der Meister sagte: Flußbehafteten und jeden (Flußbehafteten), dies schließt auch den Samenergußbehafteten ein. Dies wäre also eine Stütze für R. Joḥanan, denn R. Joḥanan sagte, die Höhlen47Unter dem Tempelhofe.seien nicht geheiligt worden, und der Samenergußbehaftete sei aus zwei Lagern48Außerhalb des Tempelhofes u. des levitischen Lagers.hinauszuschaffen.", "Man wandte ein: Der Samenergußbehaftete gleicht dem Kriechtierunreinen. Doch wohl hinsichtlich des Lagers!? – Nein, hinsichtlich der Unreinheit49Die ebenfalls nur bis zum Abend dauert.. –", "Hinsichtlich der Unreinheit heißt es ja sowohl bei dem einen als auch bei dem anderen ausdrücklich, daß sie bis zum Abend dauert; doch wohl hinsichtlich des Lagers!? –", "Nein, tatsächlich hinsichtlich der Unreinheit, und er lehrt uns folgendes: Der Samenergußbehaftete gleicht dem Kriechtierunreinen, wie der Kriechtierunreine auch unverschuldet unrein ist, ebenso ist der Samenergußbehaftete auch unverschuldet unrein.", "Man wandte ein:" ], [ "Wer einer Menstruierenden beiwohnt, gleicht einem Leichenunreinen. In welcher Hinsicht: wollte man sagen, hinsichtlich der Unreinheit, so heißt es ja sowohl bei dem einen als auch bei dem anderen ausdrücklich, daß sie sieben Tage dauert;", "doch wohl hinsichtlich des Lagers, und wenn im Schlußsatze hinsichtlich des Lagers, wahrscheinlich auch im Anfangssatze hinsichtlich des Lagers!? – Wieso denn, dieser so und jener anders.", "Man wandte ein: [Die Unreinheit] des Aussätzigen ist schwerer als die des Flußbehafteten, und die des Flußbehafteten ist schwerer als die des Leichenunreinen; ausgeschlossen ist der Samenergußbehaftete, denn die des Leichen unreinen ist schwerer als seine.", "Wovon ausgeschlossen: doch wohl ausgeschlossen aus der Kategorie der Flußbehafteten und in die Kategorie der Leichenunreinen eingereiht. Schwerer als dessen [Unreinheit] ist die des Leichen unreinen, und dieser darf sogar in das levitische Lager kommen!? –", "Nein, ausgeschlossen aus dem Lager der Leichenunreinen, und er kommt in das Lager der Flußbehafteten, obgleich die [Unreinheit] des Leichen unreinen schwerer ist und er dennoch in das levitische Lager kommen darf, denn er gehört zu dem, dem er gleicht50Beide sind durch einen Ausfluß unrein..", "Ein Jünger rezitierte vor R. Jiçḥaq b. Evdämi:51Dt. 23,11.Er soll aus dem Lager hinausgehen, das ist das Lager der Gottheit; 51Dt. 23,11.er soll in das Lager nicht kommen, das ist das levitische Lager. Hieraus, daß der Samenergußbehaftete aus zwei Lagern hinaus muß.", "Da sprach dieser zu ihm: Du hast ihn nicht hereingebracht und schickst ihn hinaus52Wenn er in das lev. Lager nicht kommen darf, so kann er ja das Lager der Gottheit nicht verlassen.!? Eine andere Lesart: Noch hast du ihn nicht hinausgeschickt und du sprichst vom Hereinkommen53Es heißt, daß er in das lev. Lager nicht kommen darf, ohne vorauszuschicken, daß er dieses zu verlassen hat.!? Sage vielmehr: aus dem Lager, das ist das levitische Lager, er soll in das Lager nicht kommen, das ist das Lager der Gottheit.", "Rabina wandte ein: Vielleicht bezieht sich beides auf das Lager der Gottheit, daß man nämlich dieserhalb ein Gebot und Verbot übertrete!? – Demnach sollte die Schrift sagen: er soll aus dem Lager hinausgehen und in dieses nicht kommen, wenn es aber heißt: in das Lager, so schließe hieraus, daß sich dies auf ein zweites Lager bezieht.", "DAS AUSKRATZEN DER EINGEWEIDE &C. Was ist dies für ein Auskratzen der Eingeweide? R. Hona erklärte: Sie wurden mit einem Messer ausgekratzt. R. Ḥija b. Rabh erklärte: Wegen des Schleimes der Därme, der durch den Druck des Messers entfernt wird.", "R. Ilea͑ sprach: Was ist der Grund des Ḥija b. Rabh? Es heißt:54Jes. 15,7.und von den Trümmern der Fetten werden die Wanderer sich nähren. – Wieso geht dies daraus hervor? – Nach der Paraphrase R. Josephs: das Vermögen der Frevler55Das W. מיחוי in unserer Mišna soll gleich dem im angezogenen Verse gebrauchten מחים aus der Wurzel מחח weich, zart sein abgeleitet werden; wenn nun RJ. מחים mit Frevler übersetzt, so bedeutet dieses W. etwas Schlechtes, Ekelhaftes.werden die Frommen in Besitz nehmen.", "56Jes. 15,7.Lämmer werden dort wie auf ihrer Trift weiden. Menasja b. Jirmeja erklärte im Namen Rabhs: Wie ihnen verheißen57כדברם Compositum v. כדבר בם.wurde. – Was ist ihnen verheißen worden? Abajje erwiderte: Und von den Trümmern der Fetten werden die Wanderer sich nähren. Raba sprach zu ihm: Einleuchtend wäre deine Erklärung, wenn es von den Trümmern58Dies wäre eine Ergänzung der vorangehenden Worte: Inhalt der Verheißung.hieße, es heißt ja aber: und von den Trümmern, demnach ist es ja ein Satz für sich!?", "Vielmehr, sagte Raba, nach R. Ḥananél im Namen Rabhs, denn R. Ḥananél sagte im Namen Rabhs: Dereinst werden die Frommen Tote beleben. Hier heißt es: Lämmer werden dort wie auf ihrer Trift weiden, und dort59Mich. 7,14.heißt es: sie werden in Bašan und Gilea͑d weiden wie in den Tagen der Vorzeit;", "Bašan ist Elisa, der aus Bašan stammt, denn es heißt:60iChr. 5,12.Šaphaṭ in Bašan, und ferner heißt es:61iiReg. 3,11.hier ist Eliša͑, der Sohn Šaphaṭs, der Wasser auf die Hände Elijahus gegossen, und Gilea͑d ist Elijahu, denn es heißt:62iReg. 17,1.da sprach Elijahu der Tišbite, von den Einwohnern Gilea͑ds63Elijahu u. Elišâ haben beide Tote belebt; cf. iReg. Kap. 17 u. iiReg. Kap. 4. &c.", "R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Dereinst werden die Frommen Tote beleben, denn es heißt:64Zach. 8,4.noch werden Greise und Greisinnen in den Straßen Jerušalems sitzen, jeder seinen Stab in der Hand vor Fülle an Tagen, und ferner heißt es:65iiReg. 4,29.lege meinen Stab auf das Antlitz des Knaben66Als er das Kind beleben wollte..", "U͑la wies auf einen Widerspruch hin: Es heißt:67Jes. 25,8.vernichten wird er den Tod für immer, [dagegen] heißt es:68Ib. 65,20.als Hundertjährige werden die Jünglinge sterben!? – Das ist kein Widerspruch; eines gilt von Jisraéliten, und eines gilt von den weltlichen Völkern. – Was sollen da die weltlichen Völker!? – Es heißt:69Ib. 61,5.Fremde werden dastehen und euere Herden weiden, und Fremdenkinder werden euere Ackerer und Winzer sein.", "R. Ḥisda wies auf einen Widerspruch hin: Es heißt:70Ib. 24,23.der Mond wird sich schämen und die Sonne zu Schanden werden, [dagegen] heißt es: 71Ib. 30,26.des Mondes Licht wird dem Lichte der Sonne gleichen und siebenfach das Licht der Sonne, wie das Licht der sieben Tage!? – Das ist kein Widerspruch; eines in der zukünftigen Welt und eines in den messianischen Tagen. –", "Wie ist es aber nach Šemuél zu erklären, welcher sagt, zwischen dieser Welt und den messianischen Tagen werde es keinen anderen Unterschied als die Knechtschaft der Regierungen geben!? – Beides in der zukünftigen Welt, dennoch besteht kein Widerspruch; eines spricht vom Lager der Gottheit und eines vom Lager der Frommen.", "Raba warf eine Frage auf: Es heißt:72Dt. 32.39.ich töte und mache lebendig, und es heißt:72Dt. 32.39.ich verwunde und schaffe Heilung; wenn er sogar lebendig macht, um wieviel mehr schafft er Heilung!? Vielmehr, der Heilige, gepriesen sei er, sprach: die ich getötet habe, mache ich lebendig, wie ich Heilung denen schaffe, die ich verwundet habe.", "Ebenso wird gelehrt: Ich töte und mache lebendig; man könnte glauben, Tod dem einen und Leben einem anderen, wie es in der Welt zugeht, so heißt es: ich verwunde und schaffe Heilung; wie Verwundung und Heilung an einer Person, ebenso Tod und Leben an einer Person. Hieraus eine Erwiderung gegen diejenigen, die sagen, die Auferstehung der Toten befinde sich nicht in der Tora. Eine andere Erklärung: Zuerst belebe ich sie, die ich getötet, nachher heile ich, die ich verwundet73Dh. die Toten werden mit ihrem eventuellen Gebrechen auferstehen, erst nachher werden sie geheilt werden.." ], [ "DIE AUFRÄUCHERUNG DER FETTSTÜCKE &C. ES wird gelehrt: R. Šimo͑n sagte: Komm und sieh, wie beliebt ein Gebot zur bestimmten Zeit ist: die Aufräucherung der Fettstücke, der Opferteile und des Schmeeres ist ja die ganze Nacht zulässig, dennoch wartet man [am Šabbath] damit nicht, bis es finster ist.", "DAS HINTRAGEN UND DIE HERBEISCHAFFUNG &C. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Man darf im Tempel eine Blatter ablösen, nicht aber in der Provinz; mit einem Geräte ist es da und dort verboten!? –", "R. Elea͑zar und R. Jose b. Ḥanina [erklärten es]. Einer erklärte, diese und jene Lehre spreche von der Ablösung mit der Hand, dennoch bestehe hier kein Widerspruch, denn diese spreche von einer feuchten und jene von einer trockenen [Blatter]. Und einer erklärte, beide sprechen von einer feuchten, dennoch bestehe hier kein Widerspruch, denn jene spreche von [der Ablösung] mit der Hand und diese [von der Ablösung] mit einem Geräte. –", "Weshalb erklärt derjenige, nach dem jene [von der Ablösung] mit der Hand und diese [von der Ablösung] mit einem Geräte spricht, nicht, daß beide [von der Ablösung] mit der Hand sprechen, nur spreche diese von einer feuchten und jene von einer trockenen [Blatter]? – Er kann dir erwidern: eine trockene bröckelt ja ab74Die Ablösung einer solchen ist selbstverständlich erlaubt.. –", "Weshalb erklärt derjenige, nach dem beide [von der Ablösung] mit der Hand sprechen, nur spreche diese von einer feuchten und jene von einer trockenen [Blatter], nicht, daß beide von einer feuchten sprechen, nur spreche jene [von der Ablösung] mit der Hand und diese [von der Ablösung] mit einem Geräte? – Er kann dir erwidern: von [der Ablösung] mit einem Geräte wird ja dort ausdrücklich gelehrt: mit einem Geräte ist es überall verboten. –", "Und jener!? – Er lehrt es hier deshalb [abermals], um uns den Streit zwischen R. Elie͑zer und R. Jehošua͑ zu lehren.", "R. ELIE͑ZER SPRACH: WENN DAS SCHLACHTEN &C. R. Jehošua͑ vertritt hierbei seine Ansicht, daß die Festfreude Gebot sei.", "Es wird nämlich gelehrt: R. Elie͑zer sagte, am Feste tue man nichts als nur essen und trinken, oder nur sitzen und lernen; R. Jehošua͑ sagte, man teile ihn: die Hälfte für das Essen und Trinken und die Hälfte für das Lehrhaus.", "R. Joḥanan sagte: Beide folgern sie es aus denselben Schriftversen; ein Schriftvers lautet: 75Dt. 8,16.eine Festversammlung für den Herrn, deinen Gott, dagegen lautet ein anderer: 76Num. 29,35.eine Festversammlung für euch; R. Elie͑zer erklärt: entweder ausschließlich für den Herrn oder ausschließlich für euch; und R. Jehošua͑ erklärt: man teile ihn, die Hälfte für den Herrn und die Hälfte für euch.", "R. Elea͑zar sagte: Alle stimmen überein, daß man sich am Wochenfeste auch der eigenen Freude hingeben müsse, weil an diesem Tage die Tora verliehen wurde. Rabba sagte: Alle stimmen überein, daß man sich am Šabbath auch der eigenen Freude hingeben müsse, denn es heißt: 77Jes. 58,13.du sollst den Šabbath eine Wonne nennen. R. Joseph sagte: Alle stimmen überein, daß man sich am Purimfeste auch der eigenen Freude hingeben müsse, denn es heißt von diesem:78Est. 9,22.Tage der Gasterei und Freude.", "Mar, der Sohn Rabinas, pflegte das ganze Jahr in Fasten zu verweilen, nur nicht am Wochenfeste, am Purimfeste und am Vorabend des Versöhnungstages. Am Wochenfeste, weil an diesem Tage die Tora verliehen wurde; am Purimfeste, weil es von diesem heißt: Tage der Gasterei und der Freude; am Vorabend des Versöhnungstages, denn Ḥija b. Rabh aus Diphte lehrte: 79Lev. 23,32.Ihr sollt am neunten des Monats euere Leiber kasteien; fastet man etwa am neunten, man fastet ja am zehnten!? Dies besagt dir vielmehr, daß die Schrift jedem, der am neunten ißt und trinkt, es anrechnet, als faste er am neunten und am zehnten.", "R. Joseph pflegte am Wochenfeste zu bestimmen, daß man ihm ein Drittlingskalb80Cf. Er. Fol. 63a, Anm. 20.herrichte, denn er sagte: Wenn nicht das Ereignis dieses Tages, wie viele Joseph gibt es auf der Straße81Nur durch die Verleihung der Tora ist er den Leuten aus dem Volke überlegen.", "R. Šešeth wiederholte alle dreißig Tage sein Studium, lehnte sich dann an den Türriegel und sprach: Freue dich, meine Seele, freue dich, meine Seele, für dich habe ich die Schrift gelesen, für dich habe ich [die Mišna] gelernt. – Dem82Daß das Studium der Tora dem Betreffenden allein zugute komme.ist ja aber nicht so, R. Elea͑zar sagte ja, wenn nicht die Tora, würden Himmel und Erde nicht bestehen, denn es heißt: 83Jer, 33,25.wenn nicht mein Bund bei Tage und bei Nacht, so würde ich die Gesetze des Himmels und der Erde nicht gemacht haben!? – Zunächst tut dies jeder für sich.", "R. Aši sagte: Auch nach R. Elie͑zer, welcher sagt, die Festfreude sei freigestellt, ist [seine Erwiderung] zu widerlegen: wenn am Feste, an dem die freigestellte Arbeit erlaubt ist, das, was des Feierns wegen [verboten] ist, nicht erlaubt ist, um wieviel weniger ist dies am Šabbath erlaubt, an dem nur eine Arbeit zur Ausübung eines Gebotes erlaubt ist. –" ], [ "Und R. Elie͑zer!? – Die des Feierns wegen verbotene Arbeit zur Ausübung eines Gebotes ist bedeutender.", "Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sprach: Wenn die zur Ausübung eines Gebotes erforderlichen Arbeiten nach dem Schlachten den Šabbath verdrängen, wo das Gebot bereits ausgeübt wurde, wieso sollten solche Arbeiten vor dem Schlachten den Šabbath nicht verdrängen!?", "R. A͑qiba erwiderte ihm: Wieso denn, wenn die zur Ausübung des Gebotes erforderlichen Arbeiten nach dem Schlachten den Šabbath verdrängen, wo das Schlachten ihn schon verdrängt hat, sollten ihn solche Arbeiten auch vor dem Schlachten verdrängen, wo ihn das Schlachten nicht verdrängt hat!? Ein anderer Einwand: Das Opfer könnte untauglich befunden werden, sodann würde man rückwirkend den Šabbath entweiht haben. –", "Demnach dürfte man es auch nicht schlachten, denn das Opfer könnte untauglich befunden werden, und man würde rückwirkend den Šabbath entweiht haben!? – Vielmehr, dies sagte er ihm zuerst, als jener es widerlegte, sagte er ihm den Einwand: wenn &c. verdrängen &c.", "R. A͑QIBA ERWIDERTE UND SPRACH: DAS BESPRENGEN BEWEIST ES &C. Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sprach zu ihm: A͑qiba, du widerlegst mich mit dem Schlachten, und durch Schlachten soll es auch getötet werden84Er wollte damit seine Widerlegung verspolten.! Dieser erwiderte: Meister, strafe mich nicht Lügen bei einem Rechtsstreite; von dir selbst ist es mir überliefert, das Besprengen sei eine des. Feierns wegen verbotene Arbeit und verdränge den Šabbath nicht. –", "Weshalb trat er davon zurück, wo er selbst ihn dies lehrte!? U͑la erwiderte: R. Elie͑zer lehrte ihn dies vom Besprengen [eines Unreinen], um Hebe essen zu dürfen, und [die Absonderung] der Hebe selbst verdrängt nicht den Šabbath,", "und auch R. A͑qiba dachte bei seinem Einwände an das Besprengen, um Hebe essen zu dürfen, das ein Gebot ist und nur des Feierns wegen verboten ist, während jener glaubte, er spreche vom Besprengen, um das Pesaḥopfer essen zu dürfen.", "Rabba wandte ein: R. A͑qiba entgegnete und sprach: Das Besprengen eines Leichenunreinen, dessen siebenter Tag auf einen Šabbath fällt, der Vorabend des Pesaḥfestes ist, beweist es: dies ist ja ein Gebot, auch nur des Feierns wegen verboten, dennoch verdrängt es den Šabbath nicht.", "Demnach lehrte er es ihn entschieden vom Besprengen, um das Pesaḥopfer essen zu dürfen, und wenn [R. Elie͑zer] selbst es ihn lehrte, wieso widerlegte R. Elie͑zer es ihm!? – R. Elie͑zer hatte seine Lehre vergessen, und R. A͑qiba wollte sie ihm in Erinnerung bringen. – Sollte er es ihm offen sagen!? – Er dachte, dies sei nicht schicklich. –", "Weshalb verdrängt das Besprengen nicht den Šabbath: man hat ja [das Blut] nur zu bewegen, so sollte es doch den Šabbath wegen des Pesaḥopfers verdrängen!? Rabba erwiderte: Als Maßregel, man könnte es vier Ellen auf öffentlichem Gebiete tragen. –", "Soll man es doch nach R. Elie͑zer, welcher sagt, die zur Ausübung eines Gebotes nötigen Arbeiten verdrängen den Šabbath, tragen!? – Ich will dir sagen, dies nur, wo die Person selbst tauglich ist und ihr die Pflicht obliegt, während hierbei die Person nicht tauglich ist85Der Unreine darf vom Pesaḥopfer nicht essen, somit liegt ihm auch die Pflicht nicht ob; das Besprengen soll ihn erst tauglich machen.und die Pflicht ihr nicht obliegt.", "Rabba sagte: Nach der Ansicht R. Elie͑zers darf man am Šabbath für ein gesundes Kind zu seiner Kräftigung Wasser aufwärmen, um es zu beschneiden, da es für dieses brauchbar ist, für ein krankes Kind86Das vor dem Warmbade nicht beschnitten werden kann.darf man zu seiner Kräftigung kein Wasser aufwärmen, um es zu beschneiden, da es für dieses nicht brauchbar ist.", "Raba sprach: Wozu braucht man, wenn es gesund ist, warmes Wasser zu seiner Kräftigung? Vielmehr, sagte Raba, gelten bei der Beschneidung alle als krank, somit darf man am Šabbath weder für ein gesundes Kind noch für ein krankes zu seiner Kräftigung Wasser aufwärmen, um es zu beschneiden, weil es für dieses nicht brauchbar ist.", "Abajje wandte gegen ihn ein: Ein Unbeschnittener, der sich nicht beschneiden87Ein Jisraélit, am Vorabend des Pesaḥfestes, um vom Pesaḥopfer essen zu dürfen.läßt, wird mit der Ausrottung bestraft – so R. Elie͑zer. Hierbei ist ja die Person untauglich, dennoch lehrt er, er werde mit der Ausrottung bestraft; demnach liegt ihm ja die Pflicht ob!?", "Rabba erwiderte: R. Elie͑zer ist der Ansicht, man dürfe nicht für einen Kriechtierunreinen88Der 7. Tag eines Leichenunreinen gleicht dem 1. eines Kriechtierunreinen, da dieser überhaupt nur einen Tag unrein ist.[das Opfer am Šabbath] schlachten und [das Blut] sprengen." ], [ "Was bei einem einzelnen [zum zweiten Pesaḥfeste] zurückgesetzt wird, wird bei einer Gemeinde in Unreinheit hergerichtet; was bei einer Gemeinde statt hat, hat auch bei einem einzelnen statt, was aber bei einer Gemeinde nicht statt hat, hat auch bei einem einzelnen nicht statt.", "Ist eine ganze Gemeinde unbeschnitten, so heißt man sie, sich beschneiden und das Pesaḥopfer herrichten, deshalb heißt man auch einen einzelnen, sich beschneiden und das Pesaḥopfer herrichten; unterläßt er dies, so wird er mit der Ausrottung bestraft.", "Ist aber eine ganze Gemeinde unrein, so ist sie nicht zu besprengen, vielmehr richte sie [das Opfer] in Unreinheit her, daher ist auch ein einzelner frei89Daher darf seinetwegen auch der Šabbath nicht verdrängt werden..", "R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sprach zu Raba: das zweite Pesaḥfest hat ja bei einer Gemeinde nicht statt, wohl aber bei einem einzelnen!? Dieser erwiderte: Anders ist es bei diesem, da die Gemeinde es schon am ersten hergerichtet hat.", "Man wandte ein: Man könnte glauben, nur derjenige, der rein war und nicht auf einer weiten Reise sich befand, werde mit der Ausrottung bestraft, woher dies von einem Unbeschnittenen, einem Kriechtierunreinen und jedem anderen Unreinen? Es heißt: 90Num. 9,13.der Mann.", "Wenn er dies nun auf einen Kriechtierunreinen bezieht, so ist er ja der Ansicht, man dürfe für einen Kriechtierunreinen nicht schlachten und sprengen, denn wenn man für einen Kriechtierunreinen schlachten und sprengen dürfte, so brauchte man es ja nicht auf ihn zu beziehen, da er als rein gelten91Es ist seine Pflicht, Reinheit zu erlangen.sollte; somit ist hieraus zu entnehmen, daß ihm die Pflicht obliegt, auch wenn er ungeeignet ist, und daß es bei einem einzelnen statt hat, auch wenn es bei einer Gemeinde nicht statt hat!?", "Vielmehr, erklärte Raba, ist R. Elie͑zer der Ansicht, man dürfe für einen Kriechtierunreinen schlachten und sprengen, und ebenso für einen Leichenunreinen am siebenten Tage. Das Sprengen dient ja aber nur dazu, um davon essen zu dürfen, und das Essen vom Pesaḥopfer ist kein Hindernis92Bei der Darbringung; er richte es (durch einen Vertreter) her, auch wenn er davon nicht essen darf..", "R. Ada b. Abba sprach zu Raba: Demnach schlachtet man ja das Pesaḥopfer für jemand, der davon nicht essen kann93In welchem Falle das Opfer untauglich ist; cf. supra Fol. 61a.!? Dieser erwiderte: Jemand, der davon nicht essen kann, heißt nur ein Kranker oder ein Greis, der dafür ungeeignet ist, während dieser geeignet und nur unzulässig ist94Wörtl. der Herstellung bedarf, dh. nur das Hindernis ist zu beseitigen..", "R. ÁQIBA SAGTE EINE REGEL &C. R. Jehuda sagte mi Namen Rabhs: Die Halakha ist wie R. A͑qiba. Desgleichen haben wir auch hinsichtlich der Beschneidung gelernt: R. A͑qiba sagte eine Regel: Jede Arbeit, die man am Vorabend des Šabbaths verrichten kann, verdrängt den Šabbath nicht, die Beschneidung aber, die man am Vorabend des Šabbaths nicht verrichten kann, verdrängt den Šabbath. Hierzu sagte R. Jehuda im Namen Rabhs, die Halakha sei wie R. A͑qiba.", "Und beides ist nötig. Würde er es nur vom Pesaḥopfer gelehrt haben, [so könnte man glauben,] nur bei diesem verdrängen die Zubereitungen zu einem Gebote nicht den Šabbath, weil darüber keine dreizehn Bündnisse geschlossen wurden, die der Beschneidung aber, worüber dreizehn Bündnisse95Im betreffenden Abschnitte (Gen. Kap. 17) wird das Wort ‘Bündnis’ 13mal genannt.geschlossen wurden, verdrängen ihn wohl.", "Und würde er es nur von der Beschneidung gelehrt haben, [so könnte man glauben,] nur bei dieser verdrängen die Zubereitungen zu einem Gebote nicht den Šabbath, weil [deren Unterlassung] nicht mit der Ausrottung belegt ist, die des Pesaḥopfers aber, [deren Unterlassung] mit der Ausrottung belegt ist, verdrängen ihn wohl. Daher ist beides nötig.", "DAMIT IST EIN FESTOPFER NUR DANN DARZUBRINGEN, WENN ES AM WOCHENTAGE, IN REINHEIT UND IN KNAPPHEIT96Wenn eine größere Gesellschaft am Pesaḥopfer beteiligt ist.DARGEBRACHT WIRD; WENN ABER AM ŠABBATH, IN REICHLICHKEIT UND IN UNREINHEIT, SO IST DAMIT KEIN FESTOPFER DARZUBRINGEN.", "iv DAS FESTOPFER KANN EIN SCHAF ODER EIN RIND SEIN, EIN LAMM ODER EINE ZIEGE, EIN MÄNNCHEN ODER EIN WEIBCHEN, UND ES DARF WÄHREND ZWEIER TAGE UND EINER NACHT GEGESSEN WERDEN.", "GEMARA. Was lehrte er [vorher], daß er [darauf bezugnehmend] vom Festopfer lehrt? – Er lehrt [vorher], das Hintragen und die Herbeischaffung [des Pesaḥopfers] verdrängen den Šabbath nicht, und [darauf bezugnehmend] lehrt er, daß auch [die Herrichtung] des Festopfers den Šabbath nicht verdränge. Er meint es also wie folgt: damit ist ein Festopfer nur dann darzubringen, wenn es am Wochentage in Reinheit und in Knappheit dargebracht wird. (Ebenso lehrt er im Schlußsatze, wann es nicht darzubringen ist.)", "R. Aši sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß das Festopfer des vierzehnten" ], [ "keine Pflicht ist, denn wenn es Pflicht wäre, so sollte es auch am Šabbath in Reichlichkeit und in Unreinheit dargebracht werden. –", "Wozu ist es nötig, wenn [das Pesaḥopfer] knapp ist? – Wie gelehrt wird: Das Festopfer, das mit dem Pesaḥopfer dargebracht wird, ist vorher zu essen, damit man das Pesaḥopfer gesättigt esse.", "UND ES DARF WÄHREND ZWEIER TAGE &C. GEGESSEN WERDEN. Unsere Mišna vertritt also nicht die Ansicht Ben Temas, denn es wird gelehrt: Ben Tema sagte: Das Festopfer, das mit dem Pesaḥopfer dargebracht wird, gleicht diesem und darf nur während eines Tages und einer Nacht gegessen werden;", "das Festopfer des fünfzehnten97Das am Feste selbst darzubringen ist; cf. Hag. Fol. 9a.darf während zweier Tage und einer Nacht gegessen werden; mit dem Festopfer des vierzehnten genügt man seiner Pflicht der Festfreude98Einer reichlichen Fleischmahlzeit., nicht aber der Pflicht des Festopfers. –", "Was ist der Grund Ben Temas? – Wie Rabh seinen Sohn Ḥija lehrte: 99Ex. 34,25.Das Opferfleisch des Pesaḥfestes soll nicht bis zum Morgen übernachten; ‘Opferfleisch’, das ist das Festopfer, ‘Pesaḥfest’, das ist das Pesaḥopfer, und der Allbarmherzige sagt, daß es nicht übernachten dürfe.", "Sie fragten: Muß es nach Ben Tema auch gebraten gegessen werden, oder braucht es nicht gebraten gegessen zu werden: hat der Allbarmherzige es nur hinsichtlich des Übernachtens dem Pesaḥopfer gleichgestellt, nicht aber hinsichtlich des Bratens, oder gibt es hierbei keinen Unterschied? –", "Komm und höre: In dieser Nacht100Am ersten Abend des Pesaḥfestes; cf. infra Fol. 116a.nur Gebratenes. Hierzu sagte R. Ḥisda, es seien die Worte Ben Temas. Schließe hieraus.", "Sie fragten: Darf es nach Ben Tema ein Rind sein, oder darf es kein Rind sein; darf es ein Weibchen sein, oder darf es kein Weibchen sein; darf es zweijährig sein, oder darf es nicht zweijährig sein:", "hat der Allbarmherzige es nur hinsichtlich des Essens dem Pesaḥopfer gleichgestellt, nicht aber in jeder anderen Hinsicht, oder gibt es hierbei keinen Unterschied? –", "Komm und höre: Das Festopfer, das mit dem Pesaḥopfer dargebracht wird, gleicht dem Pesaḥopfer: es muß ein Schaf sein und kein Rind, es muß ein Männchen sein und kein Weibchen, es muß einjährig sein und nicht zweijährig, es darf nur während eines Tages und einer Nacht gegessen werden, auch nur gebraten und nur von den Beteiligten.", "Der diese Ansicht vertritt, ist ja Ben Tema, somit ist hieraus zu entnehmen, daß alle [Bedingungen] erforderlich sind. Schließe hieraus.", "Sie fragten: Ist es nach Ben Tema verboten, davon einen Knochen zu zerbrechen oder nicht: obgleich der Allbarmherzige es dem Pesaḥopfer gleichgestellt hat, so heißt es dennoch an ihm101Am Pesaḥopfer; cf. Ex. 12,46., an ihm und nicht am Festopfer, oder aber: an ihm, an einem tauglichen und nicht an einem untauglichen? –", "Komm und höre: Findet man am vierzehnten [Nisan] ein Schlachtmesser, so darf man damit sofort102Es gilt als levitisch rein, da der Verlierer es wohl benutzen wollte.schlachten, wenn aber am dreizehnten, so muß man es wiederum untertauchen; ein Hackemesser103Dieses ist für das Pesaḥopfer nicht verwendbar, da man an diesem kleinen Knochen zerbrechen darf. muß man sowohl an diesem als auch an jenem wiederum untertauchen.", "Nach wessen Ansicht: wollte man sagen, nach den Rabbanan, so ist ja, wenn man ein Schlachtmesser wohl deshalb wiederum untertauchen muß, weil es für das Pesaḥopfer verwendbar ist, ebenso auch ein Hackemesser für das Festopfer verwendbar.", "Doch wohl nach Ben Tema, somit ist hieraus zu entnehmen, daß man daran keinen Knochen zerbrechen dürfe. –", "Nein, tatsächlich nach den Rabbanan, jedoch in dem Falle, wenn es104Das Pesaḥopfer, in welchem Falle kein Festopfer dargebracht wird.am Šabbath dargebracht wird. –", "Wenn es aber im Schlußsatze heißt, daß, wenn der vierzehnte auf einen Šabbath fällt, man damit sofort schlachten dürfe, wenn man es am fünfzehnten [gefunden hat], man damit sofort schlachten dürfe, und wenn es mit einem Schlachtmesser zusammengebunden ist, es diesem gleiche, so spricht ja demnach der Anfangssatz nicht von einem Šabbath!?", "Und wenn etwa, falls es104Das Pesaḥopfer, in welchem Falle kein Festopfer dargebracht wird." ], [ "reichlich darzubringen ist, so kann ja [der Finder] dies nicht wissen!?", "Und wenn etwa, falls es104Das Pesaḥopfer, in welchem Falle kein Festopfer dargebracht wird.in Unreinheit darzubringen ist, so kann er ja auch dies nicht wissen!? –", "Wenn der Fürst gestorben105Mit dessen Bestattung sich ganz Jisraél befassen muß.ist. – Wann soll der Fürst gestorben sein: wollte man sagen, wenn er am dreizehnten gestorben ist, so ist ja das Untertauchen nicht106Der Verlierende hat es nicht untergetaucht, da er durch die Bestattung des Fürsten sich verunreinigen muß.nötig, und ist er am vierzehnten gestorben, weshalb sollte er das Schlachtmesser untergetaucht haben und das Hackemesser nicht untergetaucht haben!? –", "In dem Falle, wenn der Fürst am dreizehnten in Agonie gelegen hat und am vierzehnten gestorben ist. Ein Schlachtmesser, hinsichtlich dessen ein Zweifel obwaltet, taucht man unter, ein Hackemesser, hinsichtlich dessen zwei Zweifel107Erstens kann der Fürst sterben u. er sich an dessen Begräbnis beteiligen u. unrein werden, zweitens kann das Pesaḥopfer reichlich sein u. das Festopfer fortfallen.obwalten, taucht man nicht unter.", "Es wird gelehrt: Jehuda b. Durtaj zog sich mit seinem Sohne Durtaj zurück und ließ sich im Süden108Er war hinsichtl. der Darbringung des Festopfers anderer Meinung als die Weisen, daher zog er ganz weit von Jerušalem, um nicht zur Wallfahrt ziehen zu müssen.nieder, indem er sprach: Welche Antwort könnten die Jisraéliten Elijahu109Der Prophet Elijas, der schon nach dem biblischen Berichte (cf. iiReg. 2,11) lebendig in den Himmel gefahren ist u. in talmudischen Berichten stets als Deus ex machina erscheint, um aus Not und Verlegenheit zu helfen. Als Vorbote des Messias wird er erscheinen (cf. Mal. 3,23) u. jeden Zweifel lösen, jeden Streit schlichten und ungelöste Rechtsfragen entscheiden; cf. Ed. VIII, 7.geben, wenn er kommen und sie fragen würde, weshalb sie das Festopfer am Šabbath nicht dargebracht haben. Ich wundere mich über die zwei Großen des Zeitalters, Šema͑ja und Ptollion, die sehr weise und bedeutende Schriftausleger sind, daß sie Jisraél nicht gesagt haben, das Festopfer verdränge den Šabbath.", "Rabh sagte: Folgendes ist der Grund Ben Durtajs: es heißt: 110Dt. 16,2.du sollst als Pesaḥopfer für den Herrn, deinen Gott, Schafe und Rinder schlachten, und da das Pesaḥopfer nur von Lämmern und Ziegen dargebracht wird, so ist vielmehr mit ‘Schafe’ das Pesaḥopfer und mit ‘Rinder’ das Festopfer gemeint, und der Allbarmherzige sagt, daß man es als Pesaḥopfer schlachte.", "R. Joseph sprach: Sollen wir denn [die Schriftverse] nach der Deutung der Abgesonderten auslegen!? Vielmehr deutet der Schriftvers auf eine Lehre R. Naḥmans, denn R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Woher, daß der Überschuß des Pesaḥopfers111Wenn man eine Summe für das Pesaḥopfer bestimmt hat und ein Überschuß zurückgeblieben ist, od. auch, wenn man statt eines abhanden gekommenen Pesaḥopfers ein anderes bestimmt u. später das erste sich eingefunden hat.als Heilsopfer darzubringen ist?", "Es heißt: du sollst als Pesaḥopfer für den Herrn, deinen Gott, Schafe und Rinder schlachten. Wird denn das Pesaḥopfer von Rindern dargebracht, es wird ja von Lämmern und Ziegen dargebracht!? Vielmehr, der Überschuß des Pesaḥopfers ist für das zu verwenden, was von Schafen und Rindern dargebracht wird. –", "Weshalb verdrängt es nach den Rabbanan nicht den Šabbath, es ist ja112Da es gemeinschaftlich u. an einem bestimmten Tage dargebracht wird.ein Gemeindeopfer!?", "R. Ilea͑ erwiderte im Namen des R. Jehuda b.Saphra: Die Schrift sagt: 113Lev. 23,41.ihr sollt es als Fest des Herrn feiern, sieben Tage im Jahre, wieso sieben, es sind ja acht114Der angezogene Schriftvers spricht vom Hüttenfeste, das 8 Tage währt.!? Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß das Festopfer den Šabbath nicht verdrängt.", "Als Rabin kam, sagte er: Ich sprach vor meinen Lehrern: Zuweilen sind es nur sechs, wenn nämlich der erste Festtag auf einen Šabbath115Das Festopfer fällt dann am 1. u. am 8. Tage aus.fällt!? Abajje erwiderte: Nur Abin116Rabin ist aus R. Abin contrahiert.der Kinderlose117Od. der seiner Kinder Beraubte. RA. berichtet an anderer Stelle von sich selber, er habe keine Kinder gehabt.kann so etwas sagen; acht kommen überhaupt nicht vor, und sieben sind es in den meisten Jahren.", "U͑la sagte im Namen R. Elea͑zars: Wer am Vorabend des Festtages Heilsopfer schlachtet, genügt damit weder seiner Pflicht der Festfreude noch seiner Pflicht des Festopfers. Der der Festfreude nicht, denn es heißt: 118Dt. 27,7.du sollst schächten, und du sollst fröhlich sein, das Schlachten muß" ], [ "zur Zeit der Festfreude erfolgen, was hierbei nicht der Fall ist. Der des Festopfers nicht, weil dieses ein Pflichtopfer ist, und ein Pflichtopfer kann nur von Profanem dargebracht werden.", "Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: 119Ib. 16,15.Du sollst nur fröhlich sein; dies120Dieser Schriftvers ist überflüssig, da dasselbe schon vorangehend anbefohlen wird.schließt die Nacht des letzten Festtages hinsichtlich der Festfreude ein. Du sagst, es schließe die Nacht des letzten Festtages ein, vielleicht ist dem nicht so, sondern die Nacht des ersten Festtages!? Es heißt nur, teilend121Dh. ausschließend; diese ist ausgeschlossen worden..", "Doch wohl aus dem Grunde, weil man dann nichts zur Festfreude122Das Festopfer muß demnach am Feste selbst geschlachtet werden.hat. –", "Nein, aus dem Grunde, der daselbst gelehrt wird: Was veranlaßt dich, die Nacht des letzten Festtages einzuschließen und die Nacht des ersten Festtages auszuschließen? Ich schließe die Nacht des letzten Festtages ein, der die Festfreude vorangeht, und ich schließe die Nacht des ersten Festtages aus, der die Festfreude nicht vorangeht.", "R. Joseph wandte ein: Mit dem Festopfer des vierzehnten genügt man seiner Pflicht der Festfreude, nicht aber der Pflicht des Festopfers. Wieso denn, das Schlachten muß ja zur Zeit der Festfreude geschehen, was hierbei nicht der Fall ist!? R. Idi b. Abin erwiderte: Wenn man es zurückstellt und [am nächsten Tage] schlachtet.", "R. Aši sprach: Dies leuchtet auch ein: diese Barajtha lehrt ja Ben Tema, und wenn du nicht so erklären wolltest, müßte es ja nach Ben Tema durch das Übernachten untauglich123Da es nach ihm nur einen Tag und und eine Nacht gegessen werden darf.werden. Schließe hieraus.", "Raba wandte ein: Für das Loblied und die Festfreude acht Tage. Wenn du nun sagst, das Schlachten müsse zur Zeit der Festfreude erfolgen, kann es ja oft vorkommen, daß es nur sieben Tage sind, wenn nämlich der erste Tag auf einen Šabbath fällt!? R. Hona, Sohn des R. Jehuda, erwiderte: Die Festfreude erfolgt durch die am Feste [dargebrachten] Ziegenböcke.", "Raba sprach: Dagegen sind zwei Einwände zu erheben: erstens können die Ziegenböcke des Festes nur roh und nicht gebraten124Da nur das Schlachten und nicht die Zubereitung derselben den Šabbath verdrängt.gegessen werden, und es gibt keine Festfreude an rohem Fleische, woran sollten ferner die Jisraéliten ihre Freude haben, wenn die Priester davon125Die Ziegenböcke werden als Sündopfer dargebracht, von denen nur die Priester das Fleisch essen.essen!? Vielmehr, erklärte R. Papa, erfolge die Festfreude durch ein reines Gewand und alten Wein.", "Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Elea͑zars: Wer am Vorabend des Festtages Heilsopfer schlachtet, genügt damit seiner Pflicht der Festfreude, nicht aber seiner Pflicht des Festopfers. Der Festfreude, weil das Schlachten nicht zur Zeit der Festfreude zu erfolgen braucht; nicht aber des Festopfers, weil dieses ein Pflichtopfer ist, und ein Pflichtopfer kann nur von Profanem dargebracht werden.", "Man wandte ein: Du sollst nur fröhlich sein; dies schließt die Nacht des letzten Festtages hinsichtlich der Festfreude ein. Du sagst, es schließe die Nacht des letzten Festtages ein, vielleicht ist dem nicht so, sondern die Nacht des ersten Festtages!? Es heißt nur, teilend.", "Doch wohl aus dem Grunde, weil man dann nichts zur Festfreude122Das Feslopfer muß demnach am Feste selbst geschlachtet werden.hat!? – Nein, [aus dem Grunde,] der daselbst gelehrt wird: Was veranlaßt dich, die Nacht des letzten Festtages einzuschließen und die Nacht des ersten Festtages auszuschließen? Ich schließe die Nacht des letzten Festtages ein, der die Festfreude vorangeht, und ich schließe die Nacht des ersten Festtages aus, der die Festfreude nicht vorangeht.", "R. Kahana sagte: Woher, daß die Opferteile des Festopfers des fünfzehnten durch das Übernachten untauglich werden? Es heißt: 126Ex. 23,18.das Fett meines Festopfers soll nicht bis zum Morgen übernachten, und darauf folgt: das Erste, nämlich bis zum ersten Morgen.", "R. Joseph wandte ein: Nur aus dem Grunde, weil es das Erste heißt, hieße es aber nicht das Erste, so würde ich geglaubt haben, unter ‘Morgen’ sei der zweite Morgen zu verstehen; aber gibt es denn einen Fall, in dem das Fleisch schon abends und die Opferteile erst morgens untauglich werden!?", "Abajje erwiderte ihm: Etwa nicht, vom Pesaḥopfer wird ja nach R. Elea͑zar b. A͑zarja das Fleisch bereits mitternachts untauglich, die Opferteile aber erst morgens.", "Raba entgegnete ihm: R. Joseph wandte folgendes ein: Gibt es denn einen solchen Fall, in dem nach dem Tanna für das Fleisch die Frist am ersten Morgen nicht abläuft, und nach R. Kahana für die Opferteile die Frist am ersten Morgen abläuft!? –", "Welches Bewenden hat es damit? – Es wird gelehrt: 127Dt. 16,4.Vom Fleische, das du am ersten Tage am Abend opferst, darf nichts bis zum Morgen übernachten;" ], [ "dies lehrt, daß das Festopfer des vierzehnten während zweier Tage und einer Nacht gegessen werden dürfe. Vielleicht ist dem nicht so, sondern während eines Tages und einer Nacht? Wenn es heißt am ersten Tage bis zum Morgen, so ist ja der zweite Morgen gemeint.", "Vielleicht ist dem nicht so, sondern der erste Morgen, und [die Lehre], das Festopfer werde während zweier Tage und einer Nacht gegessen, ist auf anderes außer diesem zu beziehen!? Es heißt hierbei: 128Lev. 7,16.wenn ein Gelübde oder ein freiwilliges Opfer, (und da entweder ‘Gelübde’ ohne ‘freiwilliges Opfer’ oder ‘freiwilliges Opfer’ ohne ‘Gelübde’ genügen würde,) so lehrt dies, daß das Festopfer des vierzehnten während zweier Tage und einer Nacht gegessen werden dürfe.", "Der Meister sagte: Vielleicht ist dem nicht so, sondern der erste Morgen. Du sagtest ja, wenn es heißt: am ersten Tage bis zum Morgen, so sei der zweite Morgen129Der Morgen nach dem Tage.gemeint!? – Er meint es wie folgt: Vielleicht ist dem nicht so, sondern die Schrift spricht von zwei Festopfern, vom Festopfer des vierzehnten und vom Festopfer des fünfzehnten, und zwar vom Morgen des einen und vom Morgen des anderen,", "und darauf erwiderte er: es ist uns ja bekannt, daß das Festopfer während zweier Tage und einer Nacht gegessen werde, wie es heißt: wenn ein Gelübde oder ein freiwilliges Opfer, welches denn: wenn das Festopfer des vierzehnten, so heißt es ja von diesem, ein Tag und eine Nacht, und wenn das Festopfer des fünfzehnten, so heißt es ja von diesem ebenfalls, ein Tag und eine Nacht!?", "Vielmehr spricht dieser130Der Vers Lev. 7,16.vom Festopfer des fünfzehnten und jener ganze Schriftvers131Der Vers Dt. 16,4.vom Festopfer des vierzehnten; er lehrt also, daß das Festopfer des vierzehnten während zweier Tage und einer Nacht gegessen werden dürfe.", "Nur hierbei, wo es heißt: am ersten Tage bis zum Morgen, ist der zweite Morgen gemeint, überall aber, wo es ‘Morgen’ schlechthin heißt, ist der erste Morgen gemeint, [ebenso hier,] selbst wenn es nicht132Im darauffolgenden Verse Ex. 23,19. das Erste hieße.", "WER AM ŠABBATH DAS PESAḤOPFER AUF EINEN ANDEREN NAMEN SCHLACHTET, IST DIESERHALB EIN SÜNDOPFER SCHULDIG; \n", "WER ANDERE OPFER AUF DEN NAMEN EINES PESAḤOPFERS SCHLACHTET, IST, WENN SIE ALS SOLCHES UNGEEIGNET SIND, SCHULDIG, UND WENN SIE GEEIGNET SIND, NACH R. ELIE͑ZER EIN SÜNDOPFER SCHULDIG UND NACH R. JEHOŠUA͑ FREI.", "R. ELIE͑ZER SPRACH ZU IHM: WENN MAN WEGEN DES AUF SEINEN NAMEN ERLAUBTEN PESAḤOPFERS SCHULDIG IST, FALLS MAN SEINEN NAMEN GEÄNDERT HAT, UM WIEVIEL MEHR IST MAN WEGEN ANDERER AUCH AUF IHREN NAMEN VERBOTENER OPFER SCHULDIG, FALLS MAN IHREN NAMEN GEÄNDERT HAT. R. JEHOŠUA͑ ERWIDERTE IHM: NEIN, WENN DU DIES SAGST VOM PESAḤOPFER, DAS MAN AUF VERBOTENES133Das Pesaḥopfer darf man am Šabbath schlachten, andere Opfer nicht.ABGEÄNDERT HAT, WILLST DU DIES AUCH VON ANDEREN OPFERN SAGEN, DIE MAN AUF ERLAUBTES133Das Pesaḥopfer darf man am Šabbath schlachten, andere Opfer nicht.ABGEÄNDERT HAT!?", "R. ELIE͑ZER ENTGEGNETE IHM: DIE GEMEINDEOPFER BEWEISEN ES: SIE SIND AUF IHREN NAMEN ERLAUBT, WER ABER [ANDERE OPFER] AUF IHREN NAMEN SCHLACHTET, IST SCHULDIG. R. JEHOŠUA͑ ERWIDERTE IHM: NEIN, WENN DU DIES SAGST VON DEN GEMEINDEOPFERN, DIE BESCHRÄNKT134Als beständiges Opfer wird nur eines dargebracht, während das Pesaḥopfer jedermann darbringen muß.SIND, WILLST DU DIES AUCH VOM PESAḤOPFER SAGEN, DAS NICHT BESCHRÄNKT134Als beständiges Opfer wird nur eines dargebracht, während das Pesaḥopfer jedermann darbringen muß.IST!?", "R. MEÍR SAGTE: AUCH WER [ANDERE OPFER] AUF DEN NAMEN VON GEMEINDEOPFERN SCHLACHTET, IST FREI.", "vi HAT MAN ES135Das Pesaḥopfer am Šabbath.FÜR SOLCHE, DIE DAVON NICHT ESSEN KÖNNEN, FÜR UNBETEILIGTE, FÜR UNBESCHNITTENE ODER FÜR UNREINE136In welchem Falle es unbrauchbar ist.GESCHLACHTET, SO IST MAN SCHULDIG; WENN FÜR SOLCHE, DIE DAVON ESSEN, UND SOLCHE, DIE DAVON NICHT ESSEN KÖNNEN, FÜR BETEILIGTE UND UNBETEILIGTE, FÜR BESCHNITTENE UND UNBESCHNITTENE, FÜR UNREINE UND REINE, SO IST MAN FREI.", "WENN MAN ES GESCHLACHTET HAT UND ES GEBRECHENBEHAFTET BEFUNDEN WIRD136In welchem Falle es unbrauchbar ist., SO IST MAN137Man sollte es vorher genau untersuchen.SGHULDIG; WENN MAN ES GESCHLACHTET HAT UND ES ALS INNERLICH TOTVERLETZTES BEFUNDEN WIRD, SO IST MAN FREI.", "WENN MAN ES GESCHLACHTET HAT UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS DER EIGENTÜMER SICH DAVON ZURÜCKGEZOGEN HAT, GESTORBEN IST ODER UNREIN GEWORDEN IST, SO IST MAN FREI, DA MAN ES MIT BERECHTIGUNG GESCHLACHTET HAT." ], [ "GEMARA. Von welchem Falle wird hier gesprochen: wollte man sagen, wenn er sich geirrt hat, so wäre ja hieraus zu entnehmen, die irrtümliche Aufhebung138Der Bestimmung als Pesaḥopfer.gelte139Während Men. Fol. 49a hierüber ein Streit besteht.als Aufhebung, und wollte man sagen, wenn er [die Bestimmung] aufgehoben hat,", "wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: wer andere Opfer auf den Namen eines Pesaḥopfers schlachtet, ist, wenn sie als solches ungeeignet sind, schuldig, und wenn sie geeignet sind, nach R. Elie͑zer ein Sündopfer schuldig und nach R. Jehošua͑ frei. Wenn man [die Bestimmung] aufhebt, ist es ja einerlei, ob sie brauchbar sind oder nicht brauchbar sind!?", "Doch wohl, wenn er sich geirrt hat, somit spricht der Anfangssatz von dem Falle, wenn er [die Bestimmung] aufhebt, und der Schlußsatz von dem Falle, wenn er sich irrt!? R. Abin erwiderte: Allerdings, der Anfangssatz, wenn er die [Bestimmung] aufhebt, und der Schlußsatz, wenn er sich irrt.", "R. Jiçḥaq b. Joseph traf R. Abahu unter einer Schar Leute stehen und fragte ihn: Wie verhält es sich mit unserer Mišna? Dieser erwiderte: Der Anfangssatz, wenn er [die Bestimmung] aufhebt, und der Schlußsatz, wenn er sich irrt. Er lernte es von ihm vierzigmal, und es war ihm so bekannt, als hätte er es in seinem Beutel. –", "Wir haben gelernt: R. Elie͑zer sprach: Wenn man wegen des auf seinen Namen erlaubten Pesaḥopfers schuldig ist, falls man seinen Namen geändert hat, um wieviel mehr ist man wegen anderer auf ihren Namen verbotener Opfer schuldig, falls man ihren Namen geändert hat. Wenn nun dem so ist, so ist es ja nicht gleich, denn der Anfangssatz gilt von dem Falle, wenn er [die Bestimmung] aufhebt, und der Schlußsatz von dem Falle, wenn er sich irrt!? –", "Nach R. Elie͑zer ist dies kein Unterschied. – R. Jehošua͑ aber, nach dem dies ein Unterschied ist, sollte ihm doch dies erwidert haben!? –", "Er erwiderte ihm wie folgt: nach meiner Ansicht ist es überhaupt nicht gleich, denn der Anfangsatz spricht von dem Falle, wenn er [die Bestimmung] aufhebt, und der Schlußsatz von dem Falle, wenn er sich irrt, aber auch nach deiner Ansicht [ist zu erwidern:] nein, wenn du dies sagst vom Pesaḥopfer, das man auf Verbotenes abgeändert hat, willst du das auch von anderen Opfern sagen, die man auf Erlaubtes abgeändert hat!?", "R. Elie͑zer entgegnete ihm: Die Gemeindeopfer beweisen es: sie sind auf ihren Namen erlaubt, wer aber [andere Opfer] auf ihren Namen schlachtet, ist schuldig. R. Jehošua͑ erwiderte ihm: Nein, wenn du dies sagst von Gemeindeopfern, die beschränkt sind, willst du dies auch vom Pesaḥopfer sagen, das nicht beschränkt ist!? –", "Demnach ist man nach R. Jehošua͑ überall da schuldig, wo es beschränkt ist, und auch bei den [zu beschneidenden] Kindern140In diesem Falle, der weiter ausführlich mitgeteilt wird, ist die Handlung beschränkt, er hat nur ein Kind zu beschneiden, dennoch ist er nach RJ. frei.ist es ja beschränkt!? Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand zwei Kinder zu beschneiden hat, eines nach dem Šabbath und eines am Šabbath, und vergessentlich das nach dem Šabbath zu beschneidende am Šabbath beschnitten hat, so ist er schuldig;", "wenn eines am Vorabend des Šabbaths und eines am Šabbath zu beschneiden ist und er vergessentlich das am Vorabend des Šabbaths zu beschneidende am Šabbath beschnitten hat, so ist er nach R. Elie͑zer ein Sündopfer schuldig und nach R. Jehošua͑ frei.", "R. Ami erwiderte: Da handelt es sich um den Fall, wenn er am Šabbath das am Vorabend zu beschneidende zuerst beschnitten hat, wo er mit dem zu beschneidenden beschäftigt141Er hatte zwei Kinder vor sich u. wußte, daß eines an diesem Tage zu beschneiden sei.war, hierbei aber handelt es sich um den Fall, wenn zuerst das Gemeindeopfer dargebracht142Bei der Darbringung war die Pflicht bereits erfüllt.worden ist. –", "Wieso sagt R. Meír demnach, man sei frei, auch wenn man [andere Opfer] auf den Namen von Gemeindeopfern schlachtet, wohl auch wenn das Gemeindeopfer bereits geschlachtet worden ist, R. Ḥija lehrte ja: R. Meír sagte: R. Elie͑zer und R. Jehošua͑ stimmen überein, daß man schuldig sei, wenn man zwei Kinder zu beschneiden hat, eines am Vorabend des Šabbaths und eines am Šabbath, und vergessentlich das am Vorabend des Šabbaths zu beschneidende am Šabbath beschnitten hat,", "sie streiten vielmehr über den Fall, wenn man zwei Kinder zu beschneiden hat, eines nach dem Šabbath und eines am Šabbath, und vergessentlich das nach dem Šabbath zu beschneidende am Šabbath beschnitten hat. Nach R. Elie͑zer ist man ein Sündopfer schuldig und nach R. Jehošua͑ frei!? –", "Glaubst143Man sei nach RM. im ersten Falle schuldig, auch wenn man beide am Šabbath beschnitten hat, u. zwar aus dem Grunde, weil mit der heutigen Beschneidung die Angelegenheit für ihn erledigt u. er damit nicht mehr beschäftigt ist.du; wenn man nach R. Jehošua͑ hierbei144Wenn man andere Opfer als Pesaḥopfer schlachtet, falls sie als solche brauchbar sind.frei ist, wo man kein Gebot ausgeübt hat, wieso sollte man nach ihm da schuldig sein, wo man ein Gebot ausgeübt hat!?", "Vielmehr, erklärten sie in der Schule R. Jannajs, spricht der Anfangsatz von dem Falle, wenn man das am Šabbath zu beschneidende bereits am Vorabend des Šabbaths beschnitten hat," ], [ "sodaß der Šabbath nicht mehr verdrängt werden darf,", "hierbei aber ist ja der Šabbath durch das Gemeindeopfer zu verdrängen.", "R. Aši sprach zu R. Kahana: Auch da ist ja der Šabbath wegen anderer Kinder145Die am Š. fällige Beschneidung hat an diesem zu erfolgen.zu verdrängen!? Dieser erwiderte: Für diesen Mann aber nicht.", "WER ANDERE OPFER AUF DEN NAMEN EINES PESAḤOPFERS SCHLACHTET, IST, WENN SIE ALS SOLCHES UNGEEIGNET SIND, SCHULDIG, UND WENN SIE GEEIGNET SIND, NACH R. ELIE͑ZER EIN SÜNDOPFER SCHULDIG UND NACH R. JEHOŠUA͑ FREI. Wer ist der Tanna, der zwischen geeignet und ungeeignet unterscheidet? –", "Es ist R. Šimo͑n, denn es wird gelehrt: Einerlei ob Opfer, die [als Pesaḥopfer] geeignet sind, oder Opfer, die ungeeignet sind, ebenso wenn man es auf den Namen von Gemeindeopfern schlachtet, ist man frei – so R. Meír. R. Šimo͑n sagte: R. Elie͑zer und R. Jehošua͑ stimmen überein, daß man wegen ungeeigneter schuldig sei, sie streiten nur über geeignete; nach R. Elie͑zer ist man ein Sündopfer schuldig und nach R. Jehošua͑ frei.", "R. Bebaj sagte im Namen R. Elea͑zars: Nach R. Meír ist man frei, selbst wenn man ein als Heilsopfer bestimmtes Kalb146Ein solches ist als Pesaḥopfer ungeeignet u. ein Irrtum ausgeschlossen.auf den Namen eines Pesaḥopfers geschlachtet hat. R. Zera sprach zu R. Bebaj: R. Joḥanan sagte ja, R. Meír pflichte hinsichtlich gebrechenbehafteter147Daß man schuldig sei, doch wohl, weil bei solchen ein Irrtum ausgeschlossen ist.bei!? Dieser erwiderte: Mit gebrechenbehafteten befaßt man sich nicht weiter148Man dachte niemals daran, diese darzubringen., mit diesen aber befaßt man sich.", "Raba fragte R. Naḥman: Wie ist es nach R. Meír, wenn Profanes auf den Namen des Pesaḥopfers? Dieser erwiderte: Nach R. Meír ist man frei, auch wenn Profanes auf den Namen des Pesaḥopfers. –", "R. Joḥanan sagte ja aber, R. Meír pflichte bei hinsichtlich gebrechenbehafteter!? – Bei gebrechenbehafteten kann keine Verwechslung vorkommen, bei diesen aber kann eine Verwechslung vorkommen. –", "Kommt es denn R. Meír auf die Verwechslung oder Nichtverwechslung an, R. Bebaj sagte ja im Namen R. Elea͑zars, nach R. Meír sei man frei, selbst wenn man ein als Heilsopfer bestimmtes Kalb auf den Namen eines Pesaḥopfers geschlachtet hat; demnach ist der Grund R. Meírs, weil man damit beschäftigt ist!?", "Dieser erwiderte: Wenn man damit beschäftigt ist, auch wenn eine Verwechslung ausgeschlossen ist, wenn eine Verwechslung vorkommen kann, auch wenn man nicht damit beschäftigt ist, während bei gebrechenbehafteten keine Verwechslung vorkommen kann, auch ist man damit nicht beschäftigt.", "R. Zera und R. Šemuél b. R. Jiçḥaq saßen an der Pforte des R. Šemuél b. R. Jiçḥaq und sagten: R. Šimo͑n b. Laqiš lehrte: Wer einen Bratspieß mit zurückgebliebenem [Fleische] mit einem Bratspieße mit gebratenem [Fleische] verwechselt und es gegessen hat, ist schuldig.", "R. Joḥanan lehrte: Wer seiner menstruierenden Frau beigewohnt hat, ist schuldig; wenn aber seiner menstruierenden Schwägerin149An der er nach dem Tode seines kinderlos verstorbenen Bruders die Schwagerehe zu vollziehen hat; cf. Dt. 25,5ff., so ist er frei.", "Manche sagen, in jenem Falle150Wenn man zurückgebliebenes Fleisch gegessen hat, nach RJ.sei er um so mehr schuldig, da er dabei kein Gebot ausgeübt hat,", "und manche sagen, in jenem Falle sei er frei, denn in diesem Falle sollte er fragen, in jenem Falle aber konnte er nicht fragen151Die Person, bezw. die Sache, an der er das Verbot ausgeübt hat.. –", "Nach R. Joḥanan ist er wegen seiner Schwägerin wohl deswegen frei, weil er dabei ein Gebot152Auch die Fortpflanzung ist ein Gebot der Tora.ausgeübt hat, und auch bei seiner Frau hat er ja ein Gebot ausgeübt!? – Wenn sie schwanger153Die Beiwohnung erfolgt nicht zur Fortpflanzung.ist. –", "Man muß sie ja zur festgesetzten Zeit154Für die Pflicht der Begattung ist eine dem Berufe entsprechende Zeit festgesetzt; cf. Ket. Fol. 61b.erfreuen!? – Außerhalb der festgesetzten Zeit. –", "Aber Raba sagte ja, man müsse seine Frau durch die Ausübung der Pflicht155Auch außerhalb der festgesetzten Zeit, wenn man merkt, daß sie es verlangt.erfreuen!? – Nahe ihrer Periode. –", "Demnach sollte dies156Ihr um diese Zeit nicht beizuwohnen.auch von seiner Schwägerin gelten!? – Vor seiner Schwägerin geniert157Sie danach zu fragen.man sich, vor seiner Frau geniert man sich nicht. –", "Wessen Ansicht ist R. Joḥanan: wollte man sagen, der des R. Jose, denn wir haben gelernt, R. Jose sagte, wenn der erste Festtag auf einen Šabbath fällt und man vergessentlich den Feststrauß nach öffentlichem Gebiete hinausgetragen hat, sei man frei, weil man ihn mit Berechtigung hinausgetragen hat,", "so kann es ja da anders sein, weil die Zeit158Es muß an diesem Tage erfolgen.drängt.", "Wollte man sagen, der des R. Jehošua͑ bei den Opfern159Die man auf den Namen eines Pesaḥopfers geschlachtet hat; ob. Fol. 71b., so drängt ja auch die Zeit.", "Wollte man sagen, der des R. Jehošua͑ bei den [zu beschneidenden] Kindern160Ob. Fol. 72a., so drängt ja auch da die Zeit.", "Und wollte man sagen, der des R. Jehošua͑ bei der Lehre von der Hebe, denn wir haben gelernt, daß, wenn [ein Priester] Hebe ißt und erfährt, daß er der Sohn einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça ist, er nach R. Elie͑zer zur Zahlung des Grundwertes und des Fünftels verpflichtet und nach R. Jehošua͑ frei sei,", "so ist dies vielleicht nach R. Bebaj b. Abajje zu erklären, denn R. Bebaj b. Abajje sagte, dies gelte von Hebe am Vorabend des Pesaḥfestes, wo die Zeit162Da er sie später nicht mehr essen darf.ebenfalls drängt.", "Oder vielleicht ist es bei der Hebe anders, da [das Essen derselben] Tempeldienst genannt wird, und der Allbarmherzige den Tempeldienst als gültig erklärt hat.", "Wir haben nämlich gelernt: Wenn [ein Priester], während er dasteht und den Dienst verrichtet, erfährt, daß er der Sohn einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça ist, so sind alle Opfer, die er auf dem Altar dargebracht hat, untauglich, und nach R. Jehošua͑ tauglich. Hierzu sagten wir, der Grund R. Jehošua͑s sei, weil es heißt: 163Dt. 33,11.segne, o Herr, seinen Wohlstand und lasse dir gefallen das Tun seiner Hände. –", "Wo wird [das Essen von] Hebe Tempeldienst genannt? – Es wird gelehrt: Einst kam R. Tryphon abends nicht ins Lehrhaus, und als R. Gamliél ihn am folgenden Morgen traf, fragte er ihn, weshalb er am Abend vorher nicht ins Lehrhaus gekommen sei. Dieser erwiderte: Ich verrichtete den Tempeldienst. Jener entgegnete: Deine Worte sind verwunderlich: gibt es denn in der Jetztzeit einen Tempeldienst!? Dieser erwiderte: Es heißt:" ], [ "164Num. 18,7.als einen geschenkweise verliehenen Dienst übergebe ich euch das Priestertum, und ein Gemeiner, der nahet, werde getötet. Das Essen der Hebe innerhalb des Pflichtgebietes gleicht also dem Tempeldienste.", "HAT MAN ES FÜR SOLCHE GESCHLACHTET, DIE DAVON NICHT ESSEN KÖNNEN. Wenn es da165Cf. supra Fol. 61a.untauglich ist, so ist man ja selbstverständlich hierbei schuldig!? – Da er im Schlußsatze lehren will, man sei frei, lehrt er im Anfangssatze, man sei schuldig. –", "Auch dies ist ja selbstverständlich, wenn es da tauglich ist, ist man ja hierbei frei!? – Vielmehr, da er [den Fall lehrt], wenn man es am Šabbath auf einen anderen Namen schlachtet, lehrt er auch [den Fall], wenn für solche, die davon nicht essen können. – Wozu ist dieser selbst nötig!? – Weil er den Streit zwischen R. Elie͑zer und R. Jehošua͑ lehren will.", "R. Hona b.Ḥenana sprach zu seinem Sohne: Wenn du zu R. Zeriqa gehst, frage ihn folgendes: Wieso ist man schuldig nach dem, welcher sagt, man sei wegen einer schädigenden Verwundung166Cf. Sab. Fol. 106a.frei, wenn man es für solche schlachtet, die davon nicht essen können: welche Verbesserung hat man denn dabei verrichtet!? –", "Die Verbesserung besteht darin, daß sie, wenn sie167Die Opferteile; sie werden dennoch dargebracht.bereits auf [dem Altar] sind, nicht mehr entfernt werden. –", "Wenn man es geschlachtet hat und es gebrechenbehaftet befunden wird, so ist man schuldig. Welche Verbesserung hat man dabei verrichtet!? – Die Verbesserung erfolgt bei einem Blendhäutchen168Dies ist ein leichtes Gebrechen, durch das nach einer Ansicht das Tier als Opfer nicht ganz untauglich ist.am Auge. Dies nach R. A͑qiba, welcher sagt, ist es bereits auf dem Altar, entferne man es nicht. –", "Wenn man es geschlachtet hat und es als innerlich Totverletztes befunden wird, so ist man frei. Demnach ist man schuldig, wenn äußerlich. Welche Verbesserung hat man dabei verrichtet!? – Die Verbesserung besteht darin, daß es nicht mehr Aas169Ein solches ist nicht nur zum Essen verboten, sondern auch verunreinigend.werden kann.", "Rabina wandte ein: Es wird gelehrt: Wer am Šabbath außerhalb [des Tempelhofes] einem Götzen ein Sündopfer schlachtet, ist dieserhalb drei Sündopfer schuldig. Welche Verbesserung hat er dabei verrichtet170Das einem Götzen gespendete ist auch verunreinigend.!?", "R. A͑vira erwiderte: Er entzieht es [dem Verbote] eines Gliedes von einem lebenden Tiere171Das sogar einem Noachiden verboten ist; die Tötung des Tieres ist eine verbessernde Tätigkeit, obgleich es zum Genusse verboten und auch verunreinigend ist..", "WENN MAN ES GESCHLACHTET HAT UND ES SICH HERAUSSTELLT &C. R. Hona sagte im Namen Rabhs: Wenn man ein zum Weiden ausgeschiedenes Schuldopfer172Wenn ein als Schuldopfer bestimmtes Tier aus einem weiter folgenden Grunde nicht dargebracht werden kann u. man es daher weiden lassen muß.ohne nähere Bestimmung geschlachtet hat, so ist es als Brandopfer tauglich. – Er ist also der Ansicht, es sei keine Aufhebung [der Bestimmung] erforderlich,", "somit sollte es auch von dem Falle gelten, wenn es nicht zum Weiden ausgeschieden wurde!? –", "Dies ist nach der Sühne [des Eigentümers] verboten, weil man es auch vor der Sühne tun könnte173Ist es zur Weide ausgeschieden, so ist dies nicht mehr zu befürchten.. – Woher entnimmst du dies? – Wir haben gelernt: Wenn der Eigentümer eines Schuldopfers gestorben ist oder [durch Ersatz] Sühne erlangt hat, so lasse man es weiden, bis es ein Gebrechen bekommt, alsdann verkaufe man es, und der Erlös fällt dem freiwilligen Opferfonds zu. R. Elie͑zer sagt, man lasse es verenden; R. Jehošua͑ sagt, man verkaufe es und bringe für den Erlös ein Brandopfer dar.", "Nur für den Erlös, es selbst aber nicht. Dieses ist nämlich nach der Sühne verboten, weil man es auch vor der Sühne tun könnte. Schließe hieraus.", "R. Ḥisda wandte gegen R. Hona ein: Wenn man es schlachtet und es sich herausstellt, daß der Eigentümer sich davon zurückgezogen hat &c." ], [ "Hierzu wird gelehrt, am Wochentage sei es in einem solchen Falle sofort zu verbrennen. Allerdings ist es, wenn du sagst, [die Bestimmung] müsse aufgehoben werden, ein Pesaḥopfer, und da es keinen Eigentümer hat, haftet die Untauglichkeit ihm selbst an, daher muß es sofort verbrannt werden;", "wenn du aber sagst, [die Bestimmung] brauche nicht aufgehoben zu werden, ist es ja ein Heilsopfer174Der Überschuß des Pesaḥopfers ist als Heilsopfer zu verwenden.und die Untauglichkeit hängt von einem anderen Umstand ab, weil es nach dem beständigen Abendopfer175Das als letztes Opfer dargebracht werden muß; cf. supra Fol. 59b.dargebracht wurde, demnach müßte es ja vorher die Frische176Cf. supra Fol. 34b, Anm. 225.verlieren!?", "Es wird nämlich gelehrt: Die Regel ist: Haftet die Untauglichkeit [dem Opfer] selbst an, so ist es so fort zu verbrennen, wenn aber dem Blute oder dem Eigentümer, so lasse man es vorher die Frische verlieren, und erst nachher bringe man es in den Verbrennungsraum. –", "Vielmehr, man sage nicht, es sei als Brandopfer tauglich, wenn man es ohne Bestimmung geschlachtet hat, sondern man sage: so ist es tauglich, wenn man es als Brandopfer geschlachtet hat. Demnach muß [die Bestimmung] aufgehoben werden. –", "Wie ist es aber nach R. Ḥija b. Gamda zu erklären, welcher sagte, aus dem Munde des ganzen Kollegiums kam es hervor, und sie erklärten, wenn der Eigentümer leichenunrein war und für [die Darbringung] auf das zweite Pesaḥfest aufgeschoben wurde,", "wonach nur in diesem Falle die Aufhebung [der Bestimmung] erforderlich ist, sonst aber ist die Aufhebung nicht erforderlich!?", "Vielmehr, erklärte R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, hier handelt es sich um den Fall, wenn man es vormittags [als Pesaḥopfer] abgesondert hat und der Eigentümer nachmittags gestorben177Nur wenn das die Bestimmung des Pesaḥopfers aufhebende Ereignis vor Mittag eintritt, erhält es die Eigenschaft eines Heilsopfers.ist. Es war also tauglich und wurde verdrängt, und das, was tauglich war und verdrängt wurde, kann nicht wiederum tauglich werden. –", "Dies ist ja eine Erklärung [der Lehre] Rabhs, und Rabh ist ja der Ansicht, Lebendiges werde nicht178Das Opfer kann nur nach dem Schlachten verdrängt werden.verdrängt!?", "Vielmehr, erklärte R. Papa, dies179Daß in einem derartigen Falle (wenn der Eigentümer sich vom Pesaḥopfer zurückzieht) es sofort zu verbrennen sei.nach R. Elie͑zer, welcher sagt, andere [Opfer], die man auf den Namen eines Pesaḥopfers schlachtet, seien untauglich, wonach die Untauglichkeit dem Opfer selbst anhaftet. –", "Nach R. Elie͑zer ist man ja dieserhalb [am Šabbath] ein Sündopfer schuldig, denn R. Elie͑zer ist nicht der Ansicht, wer sich bei der Ausübung eines Gebotes irrt, sei frei!? –", "Vielmehr, R. Joseph, Sohn R. Sala des Frommen, erklärte es vor R. Papa: Dies nach Joseph b.Ḥonaj, denn wir haben gelernt, Joseph b. Ḥonaj sagte, was auf den Namen des Pesaḥopfers oder eines Sündopfers geschlachtet worden ist, sei untauglich. Demnach haftet die Untauglichkeit ihm selbst an, daher ist es sofort zu verbrennen. Und hinsichtlich des Freiseins180Wegen des Irrtums bei der Ausübung eines Gebotes. ist er der Ansicht R. Jehošua͑s.", "R. Aši erklärte: Rabh ist der Ansicht R. Jišma͑éls, des Sohnes des R. Joḥanan b.Beroqa, denn es wird gelehrt: R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b.Beroqa, sagte: Hatte man am Tage Zeit zu erfahren, daß der Eigentümer sich davon zurückgezogen hat, gestorben ist oder unrein geworden ist, so ist man schuldig; [in diesem Falle] lasse man es die Frische verlieren und bringe es nachher in den Verbrennungsraum. Doch wohl deshalb, weil eine Aufhebung [der Bestimmung] nicht erforderlich181Es ist ein untaugliches Heilsopfer, da es nach dem Abendopfer geschlachtet wurde, und zwar haftet die Untauglichkeit am Opfer selbst.ist. —", "Wieso denn, vielleicht aus dem Grunde, weil er der Ansicht des Tanna der Schule des Rabba b. Abuha ist, welcher sagte, daß man sogar Verwerfliches [vor dem Verbrennen] die Frische verlieren lassen müsse, was er aus dem Worte Sünde folgert, das auch beim Übriggebliebenen182Das doch die Frische verloren hat; cf. Lev. 7,18 u. ib. 19,8.gebraucht wird.", "Wie willst du denn, wenn du nicht so sagen wolltest, den Fall, wenn der Eigentümer unrein geworden ist, erklären: hierbei ist ja entschieden eine Aufhebung [der Bestimmung] erforderlich, denn R. Ḥija b. Gamda sagte, aus dem Munde des Kollegiums sei es hervorgekommen, und sie erklärten, wenn der Eigentümer leichenunrein geworden war und [die Darbringung] auf das zweite Pesaḥfest aufgeschoben183In diesem Falle ist ja entschieden eine Aufhebung der Bestimmung erforderlich.wurde!?", "Am richtigsten ist vielmehr die frühere Erklärung, hier sei die Ansicht des Joseph b. Ḥonaj vertreten." ], [ "WIE BRÄT man das PESAḤOPFER? MAN NEHME EINEN BRATSPIESS AUS [HOLZ VOM] GRANATAPFELBAUM UND STECKE IHN IN DAS MAUL BIS DURCH DEN AFTER, UND DIE UNTERSCHENKEL UND DAS EINGEWEIDE LEGE MAN HINEIN — SO R. JOSE DER GALILÄER. R. A͑QIBA SAGTE: DIES IST JA EINE ART DES KOCHENS1Das Eingeweide wird nicht direkt am Feuer, sondern in der Bauchhöhle erhitzt.; VIELMEHR HÄNGE MAN SIE VON AUSSEN AN. ii,1MAN DARF DAS PESAḤOPFER WEDER AN EINEM [EISERNEN] SPIESSE NOCH AUF EINEM ROSTE BRATEN. R. ÇADOQ ERZÄHLTE: EINST SAGTE R. GAMLIÉL ZU SEINEM KNECHTEABI: GEH UND BRATE UNS DAS PESAḤOPFER AUF DEM ROSTE.", "GEMARA. Sollte man doch einen aus Metall nehmen!? — Da ein solcher durch die Erhitzung eines Teiles ganz erhitzt wird, würde es durch den Spieß gebraten werden, und der Allbarmherzige sagt:2Ex. 18.am Feuer gebraten, nicht aber durch etwas anderes gebraten. — Sollte man doch einen aus Dattelpalmholz nehmen!? — Da ein solcher Zellen hat und Wasser ausschwitzt, würde es Gekochtem gleichen. — Sollte man doch einen aus [Holz von] Feigenbaum nehmen!? — Da ein solcher markig ist und Wasser ausschwitzt, würde es Gekochtem gleichen. —", "Sollte man doch einen aus Eichenholz, aus [Holz vom] Johannisbrotbaum oder aus Sykomorenholz nehmen!? — Da solche Knoten haben, schwitzen sie Wasser3Beim Glätten werden die Holzzellen freigelegt. aus. —", "Einer aus [Holz vom] Granatapfelbaum hat ja ebenfalls Knoten!? — Dessen Knoten sind glatt. Wenn du aber willst, sage ich: [man verwende] einen einjährigen Trieb, der keine Knoten hat. — Er hat ja aber Schnittstellen4An den Enden, an welchen die Holzzellen freiliegen.!? — Die Schnittstellen ragen nach außen. —", "Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht R. Jehudas, denn es wird gelehrt: R. Jehuda sagte, wie ein Holzspieß nicht verbrannt5Weil er im Rumpfe steckt und nicht direkt dem Feuer ausgesetzt ist. wird, so werde auch ein Metallspieß nicht erhitzt. Man entgegnete ihm: Dieser wird, wenn ein Teil desselben erhitzt wird, vollständig erhitzt, jener aber wird, wenn ein Teil desselben erhitzt wird, nicht vollständig erhitzt.", "UND DIE UNTERSCHENKEL &C. LEGE MAN &C. Es wird gelehrt: R. Jišma͑él nannte es Tuch, Tuch’6Naturlaut des Kochens; Var. תוך בר innen und außen, dh. gefüllt., R. Tryphon nannte es ‘rumpfgebratenes Böckchen’.", "Die Rabbanan lehrten: Welches heißt ein rumpfgebratenes Böckchen, das man in der Jetztzeit am Pesaḥabend nicht essen darf7Cf. supra Fol. 53a.? Wenn man es im ganzen brät; ist ein Glied davon abgeschnitten worden, ist ein Glied davon geschmort worden, so heißt es nicht mehr rumpfgebraten. —", "Wenn es schon, falls ein Glied abgeschnitten worden ist, selbst damit gebraten, nicht mehr rumpfgebraten heißt, um wieviel weniger, wenn es geschmort worden ist!? R. Šešeth erwiderte: Wenn man es [am Rumpfe] haftend geschmort hat.", "Rabba sagte: Die Füllung8Fleisch, das man als Füllsel in die Bauchhöhle eines Bratens legt. ist erlaubt. Abajje sprach zu ihm: Sie saugt ja Blut auf!? Dieser erwiderte: Wie sie es aufsaugt, so stößt sie es aus.", "Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Die Unterschenkel und das Eingeweide lege man hinein. Doch wohl aus dem Grunde, weil wir sagen, wie sie [das Blut] aufsaugen, stoßen sie es aus. — Hierbei ist es anders: da es einen Schlachtschnitt hat," ], [ "wo das Blut abfließt, so fließt es mit ab. —", "Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Das Herz reiße man auf und lasse das Blut heraus; hat man es nicht aufgerissen, so reiße man es nach dem Kochen auf, und es ist erlaubt. Doch wohl aus dem Grunde, weil wir sagen, wie es [das Blut] aufsaugt, stoße es es aus. —", "Anders ist das Herz, da es glatt9Es ist mit einer Haut überzogen und saugt überhaupt nichts auf. ist. —", "Dem ist aber nicht so, als Rabin der Greis einst für Rabh eine junge Taube [in Teig] wickelte, sprach er zu ihm: Wenn die Teigkruste schmeckt, gib sie mir, und ich werde sie essen!? — Dieser war aus feinem Mehl, das porös10Das Blut fließt ab.ist. —", "Aber einst kam ja Raba zum Exilarchen, und als man für ihn eine Ente [in Teig] wickelte, sprach er: Würde ich nicht gesehen haben, daß er klar wie ein blanker Zuz11Ganz ohne Blut. Nach einer anderen Lesart: klar wie reines Glas (Kristall).ist, würde ich davon nicht gegessen haben. Wozu brauchte er nun, wenn du sagst, wie es das Blut aufsaugt, stoße es es aus, klar gewesen zu sein, es sollte ja auch nicht klar [erlaubt] sein!? — Dieser war aus einfachem Mehl und nicht porös.", "Daher ist es bei feinem Mehl erlaubt, einerlei ob es rötlich ist oder nicht; bei einfachem Mehl nur dann, wenn es klar wie ein blanker Zuz ist, sonst aber verboten; bei anderen Mehlarten verboten, wenn es rötlich ist, und erlaubt, wenn es nicht rötlich ist.", "Die Füllung ist, nach dem sie verboten ist, es auch dann, wenn die Öffnung sich unten befindet, und nach dem sie erlaubt ist, es auch dann, wenn sie sich oben befindet. Die Halakha ist, die Füllung ist erlaubt, auch wenn die Öffnung sich oben befindet.", "Über Fleischschnitten, Hoden und Blutgefäße12Venen und Arterien des Halses.streiten R. Aḥa und Rabina. In der ganzen Tora ist R. Aḥa erschwerender und Rabina erleichternder Ansicht, und die Halakha ist wie Rabina, erleichternd; bei diesen drei Dingen aber ist R. Aḥa erleichternder und Rabina erschwerender Ansicht, und die Halakha ist wie R. Aḥa, erleichternd.", "Wenn man eine gerötete13Nach den Erklärungen, wenn das Vieh an dieser Stelle einen Schlag erhielt und das Blut zusammenlief.Fleischschnitte abschneidet und salzt, ist sie sogar für den Kochtopf erlaubt; brät man sie am Spieße, ist sie ebenfalls erlaubt, weil [das Blut] abfließt; über [das Braten] auf Kohlen streiten R. Aḥa und Rabina: einer verbietet sie, und einer erlaubt sie. Nach dem, der sie verbietet, drängen [die Kohlen das Blut] zurück, und nach dem, der sie erlaubt, saugen sie es auf. Die Halakha ist: sie saugen es auf.", "Dasselbe gilt auch von den Hoden in der Haut: wenn man sie abschneidet und salzt, sind sie auch für den Kochtopf erlaubt; brät man sie am Spieße, sind sie ebenfalls erlaubt, weil [das Blut] abfließt; über [das Braten] auf Kohlen streiten R. Aḥa und Rabina: einer verbietet sie, und einer erlaubt sie. Nach dem, der sie verbietet, drängen [die Kohlen das Blut] zurück, und nach dem, der sie erlaubt, saugen sie es auf.", "Dasselbe gilt auch von den Blutgefäßen: wenn man sie abschneidet und salzt, sind sie auch für den Kochtopf erlaubt; brät man sie am Spieße mit dem Schlachtschnitte nach unten, sind sie ebenfalls erlaubt, weil [das Blut] abfließt; über das Braten auf Kohlen streiten R. Aḥa und Rabina: einer verbietet sie, und einer erlaubt sie. Nach dem, der sie verbietet, drängen [die Kohlen das Blut] zurück, und nach dem, der sie erlaubt, saugen sie es auf. Die Halakha ist: sie saugen es auf.", "Ist die Fleischschnitte gerötet, so ist der Essig14In den die Fleischschnitte eingelegt wird. Nach einer anderen Erklärung: der Fleischsaft.verboten, ist sie nicht gerötet, so ist er erlaubt. Rabina sagte, er sei verboten, auch wenn sie nicht gerötet ist, denn es ist nicht möglich, daß sich darin keine Blutteilchen befinden. Mar, der Sohn Amemars, sprach zu R. Aši: Mein Vater pflegte ihn zu schlürfen. Manche sagen, R. Aši selbst pflegte ihn zu schlürfen.", "Mar, der Sohn Amemars, sprach zu R. Aši: Mein Vater pflegte in den Essig, in den er [Fleisch] einlegte, nicht einmal wiederum einzulegen15Weil er dann zu schwach ist und das Blut nicht mehr auszieht.. — Womit ist dieser anders als schwacher Essig, in den man einlegen darf!? —" ], [ "In diesem ist noch die Schärfe der Frucht enthalten, in jenem ist die Schärfe der Frucht nicht mehr enthalten.", "MAN DARF DAS PESAḤOPFER WEDER &C. BRATEN. Ein Tatfall zur Widerlegung16Zur Lehre, daß man dies nicht dürfe, wird erzählt, RG. habe dies tun lassen.!? — [Die Mišna] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: Ist der Rost durchlocht17Wenn er nicht aus einem Geflechte besteht, sondern nur an 2 Seiten Träger für den Bratspieß hat u. in der Mitte frei ist, sodaß das Fleisch von den Eisenteilen nicht berührt wird., so ist er erlaubt; hierzu erzählte R. Çadoq, daß R. Gamliél einst zu seinem Knechte Ṭabi sagte: Geh und brate uns das Pesaḥopfer auf einem durchlochten Roste.", "R. Ḥenana b. Idi fragte R. Ada b. Ahaba: Wie ist es, wenn man einen Ofen mit Schalen von Ungeweihtem geheizt, ihn ausgerafft und in diesem Brot gebacken hat, nach demjenigen, nach dem es18Das Brot, wenn man ihn nicht ausgerafft hat; cf. supra Fol. 26b.verboten ist? Dieser erwiderte: Das Brot ist erlaubt.", "Jener entgegnete: R. Ḥenana der Greis sagte ja aber im Namen R. Asis im Namen R. Joḥanans, daß, wenn man einen Ofen geheizt, ausgerafft und darin das Pesaḥopfer gebraten hat, dies nicht ‘am Feuer gebraten’ heiße, weil es zweimal19Ex. 12,8 u. ib. V. 9.am Feuer gebraten heißt.", "Also nur da, weil der Allbarmherzige es durch die Wiederholung [der Worte] am Feuer gebraten bekundet, wo dies aber nicht der Fall ist, heißt auch dies ‘am Feuer gebraten’!?", "Dieser erwiderte: Der Allbarmherzige bekundete es da, und man folgere hiervon.", "Wenn du aber willst, sage ich: nur da aus dem Grunde, weil der Allbarmherzige [die Worte] am Feuer gebraten wiederholt hat, denn, wenn der Allbarmherzige [die Worte] am Feuer gebraten nicht wiederholt hätte, könnte man glauben, auch ausgerafft heiße es ‘am Feuer gebraten’, da es auf das Feuer ankommt; hierbei aber kommt es auf das verbotene Holz an, und dieses ist ja nicht mehr vorhanden.", "Die Rabbanan lehrten: [Über den Fall,] wenn man [das Pesaḥopfer] geschnitten20Damit es besser durchbrate, ohne es zerteilt zu haben.und auf Kohlen gelegt hat, sagte Rabbi: Ich sage, dies heiße ‘am Feuer gebraten’. R. Aḥadboj b. Ami wies R. Ḥisda auf einen Widerspruch hin: Kann Rabbi denn gesagt haben, Kohlen gelten als Feuer,", "dem widersprechend wird ja gelehrt:21Lev. 13,24.am Feuer verbrannt; ich weiß dies nur von dem Falle, wenn am Feuer verbrannt, woher dies von dem Falle, wenn an einer Kohle, heißer Asche, brennendem Kalk, brennendem Gips und jeder anderen vom Feuer kommenden Sache, was auch am Feuer erhitztes Wasser einschließt? Es heißt zweimal verbrannt, einschließend.", "Nur weil der Allbarmherzige dies durch die Wiederholung [des Wortes] verbrannt einschließt, hätte es aber der Allbarmherzige durch die Wiederholung [des Wortes] verbrannt nicht eingeschlossen, so würden Kohlen nicht als Feuer gelten!?", "Dieser erwiderte: Holzkohlen brauchen durch einen Schriftvers nicht eingeschlossen zu werden, es ist nur wegen metallischer Kohlen nötig. —", "Gelten denn Metallkohlen nicht als Feuer, von der [hurenden] Priesterstochter heißt es ja:22Ib. 21,9.sie soll im Feuer verbrannt werden, und hierzu sagte R. Mathna, daß man für sie eine Bleistange [schmolz]23Und ihr in den Mund goß; cf. Syn. Fol. 52a.!?", "Anders ist es da; die Schrift sagt: sie soll im Feuer verbrannt werden, und [das Wort] verbrannt schließt jede durch das Feuer entstehende Verbrennungsart ein. —", "Um so mehr durch wirkliches Feuer, so sollte man sie doch mit Reisigbündeln umgeben und verbrennen!? — Es ist durch [das Wort] Verbrennen zu folgern, daß auch bei den Söhnen Ahrons24Cf. Lev. 10,2.gebraucht wird; wie es da eine Verbrennung der Seele bei Erhaltung des Körpers25Cf. Syn. Fol. 52a.war, ebenso auch hierbei eine Verbrennung der Seele bei Erhaltung des Körpers. —", "Sollte man doch für sie kochendes Wasser herrichten!? — Wegen einer Lehre R. Naḥmans: Die Schrift sagt:26Lev. 19,18.du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, wähle für ihn einen leichten Tod. —", "Wozu ist, wo wir die Lehre R. Naḥmans haben, die Wortanalogie nötig!? — Ich will dir sagen: wenn nicht die Wortanalogie, könnte man glauben, die Verbrennung der Seele bei Erhaltung des Körpers gelte nicht als Verbrennung, wegen der Lehre R. Naḥmans aber nehme man recht viele Reisigbündel, damit der Tod schnell eintrete, so lehrt er uns. —", "Wozu heißt es demnach: im Feuer!? — Dies schließt Bleierz27Wörtl. Blei aus der Quelle; nach den Kommentaren, kochend aus der Erde gewonnen, ohne am Feuer erhitzt zu werden.aus.", "R. Jirmeja sprach zu R. Zera: Ist denn überall, wo es ‘im Feuer verbrennen’ heißt, jede durch das Feuer entstehende Verbrennungsart einbegriffen, auch von den zu verbrennenden [Opfer-]Farren heißt es ja:28Lev. 4,12.er verbrenne ihn auf Holzscheiten im Feuer, und es wird gelehrt, nur im Feuer, nicht aber in brennendem Kalk oder brennendem Gips!?", "Dieser erwiderte: Ist es denn gleich: da heißt es zuerst im Feuer und nachher soll sie verbrannt werden, was jede durch das Feuer entstehende Verbrennungsart einschließt, hierbei aber heißt es: er verbrenne ihn auf Holzscheiten im Feuer, [das Wort] Feuer am Schlusse, und dies besagt: nur durch Feuer und nichts anderes. —", "Aber auch hierbei steht ja [das Wort] verbrennen am Schlusse, denn es heißt:" ], [ "28Lev. 4,12.an dem Orte, wo man die Asche hinschüttet, soll er verbrannt werden!? — Ich will dir sagen: dieses verbrennen ist für folgende Lehre nötig: Soll er verbrannt werden, auch wenn da keine Asche vorhanden ist; soll er verbrannt werden, auch wenn der größere Teil vom Feuer erfaßt worden ist29Muß sich der Priester mit der Verbrennung befassen, bis er vollständig verbrannt ist..", "Rabina erklärte: Lies30In der oben angezogenen auf Lev. 13,24 sich beziehenden Lehre, in der die Einbegreifung der Kohle aus einer Schriftdeutung gefolgert wird.beide31Feuer u. Kohle; auch letztere ist unter ‘Feuer’ zu verstehen u. braucht nicht durch eine Schriftdeutung einbegriffen zu werden.in Verbindung: Am Feuer verbrannt; ich. weiß dies nur von dem Falle, wenn am Feuer oder an einer Kohle verbrannt, woher dies von dem Falle, wenn an heißer Asche, brennendem Kalk, brennendem Gips und jeder anderen vom Feuer kommenden Sache, was auch am Feuer erhitztes Wasser einschließt? Es heißt zweimal verbrannt, einschließend.", "Raba wies auf einen Widerspruch hin: Kann Rabbi denn gesagt haben, Kohlen gelten als Feuer, ich will auf einen Widerspruch hinweisen:32Lev. 16,12.Kohlen, man könnte glauben, verglimmende, so heißt es32Lev. 16,12.Feuer; unter Feuer könnte man eine Feuerflamme verstehen, so heißt es Kohlen; wie ist dies zu erklären? Er hole von den glühenden. Kohlen gelten also nicht als Feuer!? —", "Ich will dir sagen: diese Lehre widerspricht sich ja selbst: zuerst heißt es, unter Kohlen könnte man verglimmende verstehen, wonach glühende Kohlen als Feuer gelten, dagegen heißt es im Schlußsatze: unter Feuer könnte man eine Feuerflamme verstehen, so heißt es Kohlen, wonach auch glühende nicht als Feuer gelten!?", "R. Šešeth erwiderte: Er meint es wie folgt: Kohlen, man könnte glauben, sowohl verglimmende als auch glühende, so heißt es Feuer; unter Feuer könnte man eine Feuerflamme verstehen, so heißt es Kohlen; wie ist dies zu erklären? Er hole von den glühenden. Immerhin gelten Kohlen nicht als Feuer, somit widerspricht dies ja der Ansicht Rabbis!?", "Abajje erwiderte: Erkläre es wie folgt: Kohlen, man könnte glauben verglimmende und nicht glühende33Solche gelten als wirkliches Feuer., so heißt es Feuer; unter Feuer könnte man verstehen, er dürfe entweder eine Feuerflamme oder Kohlen holen, so heißt es Kohlen; wie ist dies zu erklären? Er hole von den glühenden.", "Raba sprach: Wieso kann man entweder Kohlen oder eine Feuerflamme holen, ist denn eine Feuerflamme ohne Kohlen möglich!? — Wenn man eine Sache mit Öl bestreicht und sie anzündet. — Wozu ist denn wegen eines solchen Falles ein Schriftvers nötig, wenn man solches nicht einmal für einen König aus Fleisch und Blut tut, um wieviel weniger für den König der Könige, den Heiligen, gepriesen sei er!?", "Vielmehr, sagte Raba, erkläre man es wie folgt: Kohlen, man könnte glauben verglimmende und nicht glühende, so heißt es Feuer; unter Feuer könnte man verstehen, die Hälfte Kohle und die Hälfte Feuerflamme34Eine brennende Fackel., sodaß es, bis er [in das Allerheiligste] kommt, ganz Kohle ist, so heißt es:35Lev. 16,12.er nehme eine Pfanne voll Feuerkohlen vom Altar, schon beim Nehmen müssen es Kohlen sein.", "Sie fragten: Heißt es Omemoth36Verglimmende, von אמם bez. עמם verdunkeln; der Unterschied besteht nur in der Orthographie.oder O͑memoth? R. Jiçḥaq erwiderte:37Ez. 31,8.Zedern verdunkeln [a͑memahu] ihn nicht im Garten Gottes.", "BERÜHRTE [DAS PESAḤOPFER] DEN TON38Die Erhitzung darf nur direkt vom Feuer kommen.DES OFENS, SO KRATZE MAN DIESE STELLE AB; TROPFTE VON SEINEM SAFTE AUF DEN TON UND VON DIESEM ZURÜCK [AUF DAS PESAḤOPFER], SO ENTFERNE MAN DIESE STELLE39Weil die Flüssigkeit in das Fleisch dringt.; TROPFTE ETWAS VON SEINEM SAFTE AUF MEHL, SO HEBE MAN DIESE STELLE AB.", "iii HAT MAN ES MIT ÖL VON HEBE BESTRICHEN, SO DÜRFEN SIE, WENN ES EINE GESELLSCHAFT VON PRIESTERN IST, ES ESSEN, WENN ABER VON JISRAÉLITEN, SO MUSS MAN, WENN ES ROH IST, ES ABSPÜLEN, UND WENN SCHON GEBRATEN, DAS ÄUSSERE WEGSCHÄLEN. HAT MAN ES MIT ÖL VOM ZWEITEN ZEHNTEN BESTRICHEN, SO KANN MAN VON DEN MITGLIEDERN DER GESELLSCHAFT KEINEN ERSATZ VERLANGEN, WEIL MAN IN JERUŠALEM DEN ZWEITEN ZEHNTEN NICHT AUSLÖSEN DARF.", "GEMARA. Es wurde gelehrt: Heißes in Heißes40Wenn eine erlaubte Speise in eine verbotene kommt, bezw. umgekehrt; oder auch, wenn jede Speise an und für sich erlaubt, und nur die Mischung verboten ist, zBs. Fleisch mit Milch.ist nach aller Ansicht" ], [ "verboten, Kaltes in Kaltes ist nach aller Ansicht erlaubt, [kommt aber] Heißes in Kaltes oder Kaltes in Heißes, so hat, wie Rabh sagt, das Obere, und wie Šemuél sagt, das Untere gesiegt41Nach der einen Ansicht überträgt die hineinkommende Speise ihre Temperatur auf die, in die sie kommt. Heißes in Kaltes ist also verboten, Kaltes in Heißes erlaubt; entgegengesetzt nach der anderen Ansicht.. —", "Wir haben gelernt: Tropfte von seinem Safte auf den Ton und von diesem zurück [auf das Pesaḥopfer], so entferne man diese Stelle. Der Fragende glaubte, auf den kalten Ton. Allerdings muß man nach Rabh, welcher sagt, das Obere siege, diese Stelle entfernen, denn der Saft erhitzt den Ton, dann erhitzt der Ton den Saft, und wenn der Saft auf das Pesaḥopfer kommt, wird es durch die Hitze des Tones gebraten, und der Allbarmherzige sagt:42Ex. 12,8.am Feuer gebraten, nicht aber an etwas anderem gebraten;", "weshalb aber braucht man nach Šemuél, welcher sagt, das Untere siege, diese Stelle zu entfernen, wenn der Ton kalt ist, kühlt er ja den Saft ab!? — Wie R. Jirmeja im Namen Šemuéls erklärt hat, wenn das Mehl heiß ist, ebenso auch hierbei, wenn der Ton heiß ist. —", "Wir haben gelernt: Tropfte etwas von seinem Safte auf Mehl, so hebe man diese Stelle ab. Der Fragende glaubte, auf kaltes Mehl. Allerdings muß man nach Rabh, welcher sagt, das Obere siege, diese Stelle abheben, denn [der Saft] erhitzt das Mehl ringsum, dann erhitzt das Mehl [den Saft], somit wird der Saft durch die Hitze des Mehls gebraten, und der Allbarmherzige sagt: am Feuer gebraten, nicht aber an etwas anderem gebraten;", "weshalb aber braucht man nach Šemuél, welcher sagt, das Untere siege, diese Stelle abzuheben, wenn das Mehl kalt ist, kühlt es ja!? R. Jirmeja erwiderte im Namen Šemuéls: Wenn das Mehl heiß ist. —", "Wir haben gelernt: Hat man es mit öl von Hebe bestrichen, so dürfen sie, wenn es eine Gesellschaft von Priestern ist, es essen, wenn aber von Jisraéliten, so muß man, wenn es roh ist, es abspülen, und wenn schon gebraten, das Äußere wegschälen. Allerdings genügt nach Rabh, welcher sagt, das Obere siege, das Wegschälen, weil das obere [Öl] kalt ist;", "wieso aber genügt nach Šemuél, welcher sagt, das Untere siege, das Wegschälen, [das Opfer] ist ja heiß und saugt [das Öl] ein, und es sollte ganz verboten sein!? — Anders ist das Bestreichen, es wirkt nur minimal.", "Übereinstimmend mit Šemuél wird gelehrt: Heißes in Heißes ist verboten, ebenso ist es verboten, wenn man Kaltes in Heißes tut; tut man Heißes in Kaltes oder Kaltes in Kaltes, so spüle man es ab. —", "Wieso genügt, wenn Heißes in Kaltes, das Abspülen: da es vor dem Abkühlen warm ist, so ist es ja nicht möglich, daß es nicht etwas einsaugt, somit sollte man es doch wenigstens abschälen müssen!? — Lies vielmehr: wenn Heißes in Kaltes, so schäle man es ab, wenn Kaltes in Kaltes, so spüle man es ab. —", "Ein Anderes lehrt: Wenn kochendes Fleisch in kochende Milch kommt, oder wenn kaltes in heiße kommt, so ist es verboten; wenn aber heißes in kalte oder kaltes in kalte, so spüle man es ab. — Wieso genügt, wenn heißes in kalte, das Abspülen: da es vor dem Abkühlen warm ist, so ist es ja nicht möglich, daß es nicht etwas einsaugt, somit sollte man es doch wenigstens abschälen müssen!? — Lies vielmehr: wenn heißes in kalte, schäle man es ab, wenn kaltes in kalte, so spüle man es ab.", "Der Meister sagte: Wenn kaltes in kalte, so spüle man es ab. R. Hona sagte: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn man es nicht gesalzen hat, hat man es aber gesalzen, so ist es verboten, denn Šemuél sagte, Gesalzenes gleiche Kochendem, und [in Essig] Eingelegtes gleiche Gekochtem.", "Raba sagte: Das, was Šemuél gesagt hat, Gesalzenes gleiche Kochendem, bezieht sich nur auf den Fall, wenn es nicht mit dem Salze gegessen43Ohne es vorher abzuspülen.wird, nicht aber, wenn es mit dem Salze gegessen wird.", "Einst fiel eine junge Taube44Roh, jed. gesalzen.in einen Krug mit Quarkbrei, und R. Ḥenana, der Sohn Rabas, aus Paršunja erlaubte ihn45Die Parallelstelle Hui. Fol. 112a spricht von Quarkbrei..", "Da sprach Raba: Wer außer R. Ḥenana, dem Sohne Rabas, aus Paršunja, der ein sehr bedeutender Mann ist, ist so weise, solches zu erlauben. Er sagt nämlich, die Lehre Šemuéls, Gesalzenes gleiche Kochendem, gelte nur von dem Falle, wenn es nicht mit dem Salze gegessen wird, dieser aber wird mit dem Salze gegessen.", "Dies gilt jedoch nur von Rohem, Gebratenes aber benötigt des Abschälens. Ferner gilt dies nur dann, wenn es keine Spältchen hat, hat es aber Spältchen, ist es ganz verboten. Ferner ist es auch verboten, wenn es gewürzt ist.", "Rabh sagte:" ], [ "Brät man fettes Fleisch von Geschlachtetem zusammen46In einem Ofen voneinander getrennt. mit magerem von Aas, so ist es verboten, weil sie voneinander den Duft einsaugen.", "Levi sagte, selbst wenn man mageres Fleisch von Geschlachtetem zusammen mit fettem von Aas brät, sei es erlaubt, weil es nichts weiter als ein Duft ist, und der Duft ist nichts. Levi traf beim Exilarchen eine Entscheidung bei einem Böckchen mit einem Schweine47Wörtl. ‘etwas anderes’ od. ‘jene Sache’; euphemistischer Terminus für häßliche Dinge (Schwein, Aussatz, Hurerei), die der T. nicht nennen will..", "Man wandte ein: Man darf nicht zwei Pesaḥopfer zusammen braten, wegen der Vermischung. Doch wohl wegen der Vermischung des Geschmackes48Den sie durch den Duft aufeinander übertragen, während das Pesaḥopfer nur von den daran Beteiligten gegessen werden darf.; somit ist dies ein Einwand gegen Levi!? — Nein, sie könnten miteinander vertauscht werden.", "Dies ist auch einleuchtend, denn im Schlußsatze lehrt er: selbst ein Böckchen mit einem Lämmchen. Erklärlich ist es, daß er selbst ein Böckchen mit einem Lämmchen lehrt, wenn du sagst, weil diese selbst mit einander vertauscht werden könnten, welchen Unterschied gibt es aber zwischen einem Böckchen mit einem Lämmchen und einem Böckchen mit einem Böckchen, wenn du sagst, wegen der Vermischung des Geschmackes!? —", "Es ist also nur deshalb verboten, weil sie selbst miteinander vertauscht werden könnten, während die Vermischung des Geschmackes erlaubt ist, somit wäre dies ja eine Widerlegung Rabhs!? R. Jirmeja erwiderte: Hier wird vom Braten in zwei Töpfen gesprochen. —", "In zwei Töpfen, wie kommst du49Das Pesaḥopfer muß ja am Feuer gebraten werden.darauf!? — Sage vielmehr: wie50Wenn sie von einander durch einen Kohlenhaufen getrennt sind.in zwei Töpfen. Er meint es wie folgt: man darf nicht zwei Pesaḥopfer zusammen braten, wegen der Vermischung, nämlich der Vermischung des Geschmackes, und sogar wie in zwei Töpfen, wo eine Vermischung des Geschmackes nicht zu berücksichtigen ist, ist es verboten, weil sie selbst mit einander vertauscht werden könnten, selbst ein Böckchen und ein Lämmchen.", "R. Mari sagte: Hierüber streiten Tannaím: Wenn jemand warmes Brot aus dem Ofen nimmt und es auf ein Faß mit Wein von Hebe legt, so ist es nach R. Meír verboten und nach R. Jehuda erlaubt; R. Jose erlaubt das Weizenbrot und verbietet das Gerstenbrot, weil die Gerste [den Duft] einsaugt. Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, der Duft sei unwesentlich, und einer ist der Ansicht, der Duft sei wesentlich.", "Nach Levi [streiten] hierüber die Tannaím entschieden, aber [streiten] die Tannaím hierüber auch nach Rabh? —", "Rabh kann dir erwidern: alle stimmen überein, der Duft sei wesentlich, denn hierzu wurde gelehrt: Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen des Reš Laqiš: Bei warmem Brote auf einem offenen Fasse stimmen alle überein, daß es verboten sei, bei kaltem Brote auf einem verspundeten Fasse stimmen alle über ein, daß es erlaubt sei, sie streiten nur über warmes Brot auf einem verspundeten Fasse und über kaltes Brot auf einem offenen Fasse. Unser Fall aber gleicht dem Falle vom warmen Brote auf einem offenen Fasse.", "R. Kahana, der Sohn R. Ḥenana des Greises, lehrte: Brot, das man mit einem Braten zusammen in einem Ofen gebacken hat, darf man nicht mit Quarkbrei essen. Einst wurde ein Fisch zusammen mit Fleisch51In einem Ofen.gebraten, und Raba aus Parziaqa verbot, ihn mit Quarkbrei zu essen. Mar b. R. Aši sagte: Einen solchen darf man sogar mit Salz nicht essen, weil dies wegen üblen Geruches und Aussatzes47Wörtl. ‘etwas anderes’ od. ‘jene Sache’; euphemistischer Terminus für häßliche Dinge (Schwein, Aussatz, Hurerei), die der T. nicht nennen will.schädlich ist.", "FÜNF DINGE WERDEN IN UNREINHEIT DARGEBRACHT, JEDOCH NICHT IN UNREINHEIT GEGESSEN: DIE SCHWINGEGARBE, DIE ZWEI BROTE52Die am Wochenfeste dargebracht wurden; cf. Lev. 23, 17., DAS SCHAUBROT53Cf. Ex. 25,30., DIE GEMEINDE-HEILSOPFER UND DIE ZIEGENBÖGKE DES NEUMONDS54Cf. Num. 28,15.. DAS IN UNREINHEIT DARGEBRACHTE PESAḤOPFER WIRD AUCH IN UNREINHEIT GEGESSEN, DENN ES WIRD JA VON VORNHEREIN NUR ZUM ESSEN DARGEBRACHT.", "GEMARA. Was schließt [die Zahl] ‘fünf’ aus? — Dies schließt das Festopfer55Cf. supra Fol. 70a.des fünfzehnten aus;", "man könnte nämlich glauben, daß dieses, da es ein Opfer der ganzen Gemeinde und eine Zeit dafür festgesetzt ist, die Unreinheit verdränge, so lehrt er uns, daß dieses, da es nachträglich während der sieben Tage [des Festes] dargebracht werden kann, den Šabbath nicht verdränge, und da es den Šabbath nicht verdrängt, so verdrängt es auch die Unreinheit nicht. —", "Sollte er auch die Ziegenböcke der Feste mitzählen!? — Er zählt ja die Gemeinde-Heilsopfer mit56Unter welchen diese einbegriffen sind.. — Demnach sollte er auch die Ziegenböcke des Neumonds nicht mitzählen, da er die Gemeinde-Heilsopfer mitzählt56Unter welchen diese einbegriffen sind.!? —" ], [ "Ich will dir sagen, die Ziegenböcke des Neumonds müssen besonders aufgezählt werden; man könnte glauben, [diese nicht,] da bei ihnen [das Wort] ‘Fest’ nicht gebraucht wird, so lehrt er uns, daß auch der Neumond ‘Fest’ heiße.", "Dies nach Abajje, denn Abajje sagte: Der Tamuz jenes Jahres57In dem die Kundschafter ausgesandt wurden; cf. Num. Kap. 13.war vollzählig58Die Monate des jüdischen Kalenders haben abwechselnd 29 u. 30 Tage., denn es heißt59Thr. 1,15; diesen Schriftvers bezieht A. auf den Neumond des Ab (10. Monat des jüd. Kalenders, ungefähr August); cf. Tan. Fol. 29a.er hat ein Fest gegen mich ausgerufen, daß man meine Jünglinge zermalme.", "Sie werden also alle aus [dem Worte] ‘Fest; gefolgert; woher dies? — Die Rabbanan lehrten:60Lev. 23,44.Da sagte Moše die Festzeiten des Herrn; was lehrt dies? Wir wissen es61Daß sie am Šabbath und in Unreinheit darzubringen sind.nur vom beständigen Opfer und vom Pesaḥopfer, bei denen es zur Zeit heißt: zur Zeit, auch am Šabbath, zur Zeit, auch in Unreinheit;", "woher dies auch von anderen Gemeindeopfern? Es heißt:62Num. 29,39.diese sollt ihr dem Herrn an eueren Festzeiten herrichten.", "Woher wissen wir, auch die Schwingegarbe, und was damit dargebracht wird, die zwei Brote, und was damit dargebracht wird, einzuschließen? Es heißt: da sagte Moše den Kindern Jisraél die Festzeiten des Herrn; die Schrift bestimmte eine Festzeit für sie alle. —", "Wozu braucht dies von allen [besonders gesagt zu werden]? — Dies ist nötig; würde der Allbarmherzige es nur vom beständigen Opfer geschrieben haben, so könnte man glauben, nur das beständige Opfer, weil es beständig ist und vollständig dargebracht wird, nicht aber das Pesaḥpfer, so lehrt er uns.", "Würde der Allbarmherzige es nur vom Pesaḥopfer geschrieben haben, [so könnte man glauben,] nur das Pesaḥopfer, [dessen Unterlassung] mit der Ausrottung belegt ist, nicht aber das beständige Opfer, [dessen Unterlassung] nicht mit der Ausrottung belegt ist, so lehrt er uns.", "Würde der Allbarmherzige es nur von diesen beiden geschrieben haben, so könnte man glauben, nur diese, weil sie eine erschwerende Seite haben, das beständige Opfer ist beständig und wird vollständig dargebracht, und [die Unterlassung] des Pesaḥopfers ist mit der Ausrottung belegt, nicht aber andere Gemeindeopfer; daher schrieb der Allbarmherzige: diese sollt ihr dem Herrn an eueren Festzeiten herrichten.", "Würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: diese sollt ihr dem Herrn an eueren Festzeiten herrichten, so könnte man glauben, nur andere Gemeindeopfer, die zur Sühne dargebracht werden, nicht aber die Schwingegarbe und die zwei Brote, die nicht zur Sühne dargebracht werden, sondern nur Erlaubnis erwirken63Von der neuen Ernte zu essen; cf. Lev. 23,14ff.sollen, so lehrt er uns.", "Und würde der Allbarmherzige es nur von der Schwingegarbe und den zwei Broten geschrieben haben, so könnte man im Gegenteil glauben, nur die Schwingegarbe und die zwei Brote, die so bedeutend sind, daß sie Erlaubnis erwirken, nicht aber jene, so lehrt er uns.", "Sie glaubten, nach aller Ansicht werde für die Gemeinde die Unreinheit nur verdrängt64Und nicht ganz aufgehoben, weil keine reinen Priester da sind, und alle Vorschriften des reinen Opfers sind zu beobachten., wonach das Stirnblatt65Das der Hochpriester auf der Stirn trug u. nach Ex. 28,38 die Opfer wohlgefällig machte.zur Wohlgefälligmachung [des Opfers] erforderlich ist,", "denn außer R. Jehuda gibt es keinen Tanna, der der Ansicht wäre, die Unreinheit werde für die Gemeinde aufgehoben66Wörtl. erlaubt; nicht einmal das Stirnblatt zur Wohlgefälligmachung ist erforderlich.. Es wird nämlich gelehrt: Das Stirnblatt macht [das Opfer] wohlgefällig, einerlei ob es an [des Hochpriesters] Stirn ist oder nicht — so R. Šimo͑n; R. Jehuda sagt, ist es an seiner Stirn, mache es [das Opfer] wohlgefällig, ist es nicht an seiner Stirn, mache es [das Opfer] nicht wohlgefällig.", "R. Šimo͑n sprach zu ihm: Vom Hochpriester am Versöhnungstage ist ja zu beweisen: es ist dann nicht an seiner Stirn67Der Hochpriester darf im Allerheiligsten kein Gold tragen; cf. Rh. Fol. 26a., dennoch macht es [das Opfer] wohlgefällig!?", "Dieser erwiderte: Laß den Versöhnungstag, an dem für die Gemeinde die Unreinheit aufgehoben wird. Demnach ist R. Šimo͑n der Ansicht, die Unreinheit werde für die Gemeinde nur verdrängt.", "Ferner sind alle der Ansicht, das Stirnblatt mache die Speiseteile68Wenn diejenigen Teile des Opfers, die nicht verbrannt, sondern gegessen werden, unrein werden.nicht wohlgefällig, denn außer R. Elie͑zer gibt es keinen Tanna, der der Ansicht wäre, das Stirnblatt mache die Speiseteile wohlgefällig. Es wird nämlich gelehrt: R. Elie͑zer sagt, das Stirnblatt mache die Speiseteile wohlgefällig; R. Jose sagt, das Stirnblatt mache die Speiseteile nicht wohlgefällig.", "Es ist anzunehmen, daß unsere Mišna nicht die Ansicht R. Jehošua͑s vertritt, denn es wird gelehrt:69Dt. 12,27.Du sollst deine Brandopfer herrichten, das Fleisch und das Blut. R. Jehošua͑ sagte: Ohne Blut kein Fleisch70Wird das eine unrein, so ist auch das andere untauglich.und ohne Fleisch kein Blut70Wird das eine unrein, so ist auch das andere untauglich..", "R. Elie͑zer sagte: Das Blut [ist brauchbar], auch wenn das Fleisch nicht vorhanden ist, denn es heißt:69Dt. 12,27.das Blut deiner Schlachtopfer soll ausgegossen werden; wie aber halte ich aufrecht [den Schriftvers]: du sollst deine Brandopfer herrichten, das Fleisch und das Blut? Dies besagt, daß, wie das Blut geschüttet ebenso auch das Fleisch geworfen werde;", "zwischen der Rampe und dem Altar befand sich nämlich ein kleiner Zwischenraum71Die Opferteile wurden nicht auf den Altar gelegt, sondern geworfen.. —", "Und R. Jehošua͑, es heißt ja: das Blut deiner Schlachtopfer soll ausgegossen werden!? — Er kann dir erwidern: gleich darauf folgt ja: das Fleisch sollst du essen72Das Fleisch ist also nötig.. —" ], [ "Wozu sind beide Schriftverse nötig!? — Einer [spricht] vom Brandopfer und der andere vom Heilsopfer. Und beide sind nötig. Würde der Allbarmherzige es nur vom Brandopfer geschrieben haben, so könnte man glauben, weil es beim Brandopfer strenger ist, indem es vollständig dargebracht wird, nicht aber gelte dies vom Heilsopfer, das nicht streng ist.", "Und würde der Allbarmherzige es nur vom Heilsopfer geschrieben haben, so könnte man im Gegenteil glauben, weil es bei diesem zwei Verzehrungen73Ein Teil wird verbrannt, und ein Teil wird gegessen.gibt, nicht aber gelte dies vom Brandopfer, bei dem es keine zwei Verzehrungen gibt. Daher lehrt er [beide]. —", "Und R. Elie͑zer, es heißt ja: das Fleisch sollst du essen!? — Er kann dir erwidern: jener deutet darauf, daß das Fleisch nicht eher zum Essen erlaubt ist, als bis das Blut gesprengt worden ist. —", "Demnach kann ja der ganze [Schriftvers] darauf deuten; woher daß das Blut auch ohne Fleisch [tauglich ist]!? —", "Er kann dir erwidern: demnach sollte ja der Allbarmherzige zuerst schreiben: das Fleisch sollst du essen, und nachher: das Blut deiner Schlachtopfer soll ausgegossen werden, wie es auch vorher heißt: du sollst deine Brandopfer herrichten, das Fleisch und das Blut; wenn aber der Allbarmherzige zuerst vom Blute der Opfer spricht, so ist hieraus zu entnehmen, daß das Blut auch ohne Fleisch [tauglich ist], und ebenso ist hieraus zu entnehmen, daß das Fleisch nicht eher zum Essen erlaubt ist, als bis das Blut gesprengt worden ist. —", "[Woher weiß] R. Jehošua͑, daß das Fleisch nicht eher zum Essen erlaubt ist, als bis das Blut gesprengt worden ist!? — Dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn die Opferteile, die, wenn nicht vorhanden, kein Hindernis74Wenn die Opferteile abhanden kommen od. unrein werden, dürfen die Priester trotzdem die ihnen zukommenden Teile essen; cf. supra Fol. 59b.bilden, ein Hindernis bilden, wenn sie vorhanden75Die Priester dürfen das Fleisch erst nach dem Verbrennen der Opferteile essen.sind, um wieviel mehr bildet das Blut, das, auch nicht vorhanden, ein Hindernis bildet, ein Hindernis, wenn es vorhanden ist. —", "Und R. Elie͑zer!? — Die Schrift bemüht sich auch, das zu schreiben, was durch einen Schluß vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern wäre. — Und R. Jehošua͑!? — Was daraus zu deuten ist, deute man.", "Es ist nun anzunehmen, daß unsere Mišna nicht die Ansicht R. Jehošua͑s vertritt, denn wieso könnte man nach seiner Ansicht, daß beides76Fleisch und Blut des Opfers.erforderlich sei, und daß ferner das Stirnblatt die Speiseteile nicht wohlgefällig mache, [das Opfer] in Unreinheit darbringen!? —", "Du kannst auch sagen, sie vertrete die Ansicht R. Jehošua͑s, denn er ist der Ansicht, das Stirnblatt mache die Opferteile77Die auf dem Altar auf geräuchert werden; auch nur ein olivengroßes Stück reicht aus, um das Blut sprengen zu dürfen.wohlgefällig. —", "Einleuchtend ist dies hinsichtlich der Schlachtopfer, die Opferteile haben, wie ist es aber hinsichtlich der Schwingegarbe und der zwei Brote, die keine Opferteile78Die Handvoll Mehl, die vom Speisopfer abgehoben und auf geräuchert wird, entspricht dem Blutsprengen des Schlachtopfers, vom Zurückbleibenden kommt nichts auf den Altar.haben, zu erklären!? — Ich will dir sagen: nur von den Schlachtopfern sagt R. Jehošua͑, beides sei erforderlich, nicht aber von den Speisopfern. —", "Sagt er es etwa nicht von den Speisopfern, wir haben ja gelernt, daß, wenn das Zurückbleibende79Vom Speisopfer.unrein geworden oder abhanden gekommen ist, [das Opfer] nach der Ansicht80Wörtl. nach dem Maße, der Norm; dh. nach seiner Ansicht beim Blutopfer.R. Elie͑zers tauglich und nach der Ansicht R. Jehošua͑s untauglich sei!? —", "Nach seiner Ansicht und nicht nach seiner Ansicht; nach der Ansicht R. Jehošua͑s, daß beides erforderlich sei, und nicht nach der Ansicht R. Jehošua͑s, denn R. Jehošua͑ sagt dies nur von Schlachtopfern und nicht von Speisopfern, und dieser Tanna sagt dies auch von Speisopfern. —", "Wer ist der Tanna, der seiner Ansicht ist und noch erschwerender als er!? Ferner wird ja gelehrt: R. Jose sagte: Mir leuchtet die Ansicht R. Elie͑zers bei Speisopfern und Schlachtopfern ein, und die Ansicht R. Jehošua͑s bei Schlachtopfern und Speisopfern81Die Erklärung folgt weiter Fol. 78a..", "Die Ansicht R. Elie͑zers bei Schlachtopfern, denn er sagt, das Blut [sei tauglich] auch ohne Fleisch. Die Ansicht R. Jehošua͑s bei Schlachtopfern, denn er sagt, ohne Blut kein Fleisch und ohne Fleisch kein Blut. Die Ansicht R. Elie͑zers bei Speisopfern, denn er sagt, die Handvoll [sei tauglich] auch wenn Zurückbleibendes nicht mehr da ist. Die Ansicht R. Jehošua͑s bei Speisopfern, denn er sagt, ohne Handvoll kein Zurückbleibendes und ohne Zurückbleibendes keine Handvoll. —", "Vielmehr R. Jehošua͑ ist der Ansicht, das Stirnblatt mache [die Opferteile] und die Speiseteile wohlgefällig. —", "Wieso ist es82Das Speisopfer, wenn das Zurückbleibende unrein ist od. fehlt.demnach nach der Ansicht R. Jehošua͑s untauglich!? — Dies bezieht sich auf den Fall, wenn das Zurückbleibende abhanden gekommen oder verbrannt worden ist. —", "Demnach gilt der Fall vom Unreinwerden nur nach R. Elie͑zer, und nach diesem ist es ja selbstverständlich: wenn es nach R. Elie͑zer tauglich ist, falls das Zurückbleibende abhanden gekommen oder verbrannt worden ist, wo es nicht mehr vorhanden ist, um wieviel mehr, wenn es unrein geworden ist, wo es noch vorhanden ist!? Doch wohl nach R. Jehošua͑, und er lehrt, es sei untauglich.", "Ferner wird ja gelehrt, R. Jehošua͑ sagt, man sprenge das Blut aller in der Tora genannten Schlachtopfer, einerlei ob das Fleisch unrein geworden und das Fett erhalten ist, oder das Fett unrein geworden und das Fleisch erhalten ist, nicht aber, wenn beides unrein geworden ist, somit ist R. Jehošua͑ der Ansicht, das Stirnblatt mache weder die Opferteile noch die Speiseteile wohlgefällig!? —", "Vielmehr, tatsächlich vertritt unsere Mišna die Ansicht R. Jehošua͑s, dennoch besteht hier kein Widerspruch; das eine von vornherein, das andere, wenn bereits geschehen. R. Jehošua͑ sagt dies83Daß beides erforderlich sei.nur von vornherein, nicht aber, wenn bereits [dargebracht]. —", "Woher entnimmst du, daß R. Jehošua͑ zwischen von vornherein und bereits geschehen unterscheidet? — Es wird gelehrt: Ist das Fleisch unrein oder untauglich geworden, oder ist es außerhalb der Vorhänge84Dh. der Hofmauer des Tempels; der Hof der Stiftshütte in der Wüste war nur von einem Vorhange umgeben, u. der Name wurde beibehalten.gekommen, so ist [das Blut], wie R. Elie͑zer sagt, zu sprengen, und wie R. Jehošua͑ sagt, nicht zu sprengen; jedoch pflichtet R. Jehošua͑ bei, daß, wenn es gesprengt worden ist, [das Opfer] wohlgefällig sei. —", "Erstens heißt es da: untauglich geworden, wenn bereits geschehen, und ferner heißt es hier: fünf Dinge werden dargebracht, auch von vornherein!? —" ], [ "Vielmehr, das ist kein Widerspruch; eines gilt von einem Privatopfer und eines von einem Gemeindeopfer85Letzteres auch von vornherein..", "Es ist anzunehmen, daß unsere Mišna nicht die Ansicht R. Joses vertritt, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagt, das Stirnblatt mache die Speiseteile wohlgefällig; R. Jose sagt, das Stirnblatt mache die Speiseteile nicht wohlgefällig.", "[Der Fragende] glaubte, daß R. Jose, da er ebenfalls sagt, das Stirnblatt mache die Speiseteile nicht wohlgefällig, der Ansicht R. Jehošua͑s sei, daß beides erforderlich ist, somit vertritt unsere Mišna nicht die Ansicht R. Joses. —", "Nein, R. Jose ist der Ansicht R. Elie͑zers, welcher sagt, das Fleisch ohne das Blut [sei tauglich]. —", "In welcher Hinsicht macht das Stirnblatt die Speiseteile nicht wohlgefällig!? — In welcher Hinsicht sagt R. Elie͑zer, auch nach deiner Auffassung, das Stirnblatt mache sie wohlgefällig: nach seiner Ansicht ist ja das Blut ohne das Fleisch [tauglich], was ist denn an den Speiseteilen wohlgefällig zu machen!?", "Vielmehr besteht ihr Streit darin, ob es Verwerfliches86Verwerfliches (cf. Lev. 7,18) kann nur ein taugliches Opfer werden; cf. supra Fol. 61b, Anm. 61. werden könne, und ob es der Veruntreuung87Der Genuß von Heiligem gilt als Veruntreuung (cf. Lev. 5,14ff.); nach dem Sprengen des Blutes, ist das Opferfleisch nicht mehr ‘Eigentum Gottes’, sondern Eigentum des Priesters.enthoben sei. R. Elie͑zer ist der Ansicht, das Stirnblatt mache es wohlgefällig, somit gilt es als reines [Opfer], kann Verwerfliches werden und ist der Veruntreuung enthoben;", "und R. Jose ist der Ansicht, das Stirnblatt mache es nicht wohlgefällig, somit gilt es nicht als reines [Opfer], kann nicht Verwerflichcs werden und ist der Veruntreuung nicht enthoben.", "R. Mari wandte ein: Angenommen R. Jose ist der Ansicht R. Elie͑zers: allerdings stimmt dies bei den Schlachtopfern, von denen das Blut, bei der Schwingegarbe, von der die Handvoll, bei den Schaubroten, von denen die Schalen [Weihrauch dargebracht werden],", "wie ist es aber hinsichtlich der zwei Brote88Von diesen wird nichts dargebracht (verbrannt), u. nach RJ. macht ja das Stirnblatt nur die Opferteile, nicht aber die Speiseteile wohlgefällig.zu erklären!?", "Wolltest du erwidern, dies beziehe sich auf [die Opfer], die mit diesen dargebracht werden, so sind diese ja Gemeinde-Heilsopfer, somit sind es vier Dinge, während wir ‘fünf’ gelernt haben!? —", "Vielmehr, R. Jose ist der Ansicht, die Unreinheit werde bei Gemeindeopfern aufgehoben. —", "Es wird gelehrt: Sowohl diesen als auch jenen89Den Hochpriester, der am Versöhnungstage den Tempeldienst zu verrichten hat, u. den Priester, der die rote Kuh (cf. Num. 19,2) zu verbrennen hat.besprenge man während aller sieben Tage90Vor dem Versöhnungstage.mit [dem Entsündigungswasser] von allen Entsündigungsopfern, die dort vorhanden91Die Asche der Entsündigungsopfer wurde im Tempel verwahrt.waren — so R. Meír; R. Jose sagt, nur am dritten und am siebenten Tage.", "Wozu ist, wenn du sagst, R. Jose sei der Ansicht, bei Gemeindeopfern werde die Unreinheit aufgehoben, das Besprengen überhaupt nötig!? — Am richtigsten ist vielmehr, unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht R. Joses.", "R. Papa sprach zu Abajje: Kann R. Jose denn den Schuldschein zu Gunsten beider Parteien auslegen!? Es wird gelehrt: R. Jose sagte: Mir leuchtet die Ansicht R. Elie͑zers bei Schlachtopfern und die Ansicht R. Jehošua͑s bei Schlachtopfern ein, die Ansicht R. Elie͑zers bei Speisopfern und die Ansicht R. Jehošua͑s bei Speisopfern.", "Die Ansicht R. Elie͑zers bei Schlachtopfern, denn er sagt, das Blut sei auch ohne Fleisch [tauglich]. Die Ansicht R. Jehošua͑s bei Schlachtopfern, denn er sagt, ohne Blut kein Fleisch und ohne Fleisch kein Blut. Die Ansicht R. Elie͑zers bei Speisopfern, denn er sagt, die Handvoll sei auch ohne das Zurückbleibende [tauglich]. Die Ansicht R. Jehošua͑s bei Speisopfern, denn er sagt, ohne Zurückbleibendes keine Handvoll und ohne Handvoll kein Zurückbleibendes!?", "Dieser erwiderte: Er sagt, [der Streit] leuchte ihm ein; auf Schlachtopfer bezugnehmend, sagt er, es leuchte ihm ein, daß sie auch über Speisopfer streiten, wie sie über Schlachtopfer streiten, und auf Speisopfer bezugnehmend sagt er, es leuchte ihm ein, daß sie auch über Schlachtopfer streiten, wie sie über Speisopfer streiten.", "Jener entgegnete: Erklärlich ist es, daß er auf Schlachtopfer bezugnehmend sagt, es leuchte ihm ein, daß sie auch über Speisopfer streiten, wie sie über Schlachtopfer streiten, denn die [angezogenen] Schriftverse sprechen hauptsächlich von Schlachtopfern; wieso aber kann er auf Speisopfer bezugnehmend sagen, es leuchte ihm ein, daß sie auch über Schlachtopfer streiten, wie sie über Speisopfer streiten, die [angezogenen] Schriftverse sprechen ja hauptsächlich von Schlachtopfern!? —", "Vielmehr, das ist kein Einwand; [er meint es wie folgt:] die Ansicht R. Elie͑zers leuchtet mir ein in dem Falle, wenn es unrein geworden ist, und die Ansicht R. Jehošua͑s, wenn es abhanden gekommen oder verbrannt worden ist. —", "Wenn es unrein geworden ist, wohl deshalb, weil das Stirnblatt es wohlgefällig macht, aber wir wissen ja, daß R. Jose der Ansicht ist, das Stirnblatt mache die Speiseteile nicht wohlgefällig!? —", "Vielmehr, das ist kein Einwand; [er meint es wie folgt:] die Ansicht R. Elie͑zers leuchtet mir ein, bei einem Gemeindeopfer und die Ansicht R. Jehošua͑s bei einem Privatopfer. —", "Bei einem Gemeindeopfer wohl deshalb, weil bei einem Gemeindeopfer die Unreinheit aufgehoben wird; aber erstens wissen wir, daß R. Jose der Ansicht ist, bei einem Gemeindeopfer werde die Unreinheit nur verdrängt, und zweitens: ist es denn bei einem Gemeindeopfer nur nach R. Elie͑zer tauglich und nicht auch nach R. Jehošua͑," ], [ "du sagtest ja, bei einem Gemeindeopfer pflichte auch R. Jehošua͑ bei!? —", "Vielmehr: die Ansicht R. Elie͑zers leuchtet mir ein, wenn bereits geschehen, und die Ansicht R. Jehošua͑s, wenn von vornherein. — Wenn bereits geschehen, pflichtet ja auch R. Jehošua͑ bei, denn er lehrt, R. Jehošua͑ pflichte bei, daß, wenn das Blut bereits gesprengt worden ist, [das Opfer] wohlgefällig sei!? —", "Das eine, wenn es unrein geworden ist, das andere, wenn es abhanden gekommen oder verbrannt worden ist. Was gelehrt wird, R. Jehošua͑ pflichte bei, daß, wenn das Blut bereits gesprengt worden ist, [das Opfer] wohlgefällig sei, bezieht sich auf den Fall, wenn es unrein geworden ist, nicht aber, wenn es abhanden gekommen oder verbrannt worden ist; und was R. Jose sagt, ihm leuchte die Ansicht R. Elie͑zers ein, wenn bereits geschehen, bezieht sich [auch] auf den Fall, wenn es abhanden gekommen oder verbrannt worden ist.", "WENN FLEISCH92Des Pesaḥopfers, das vornehmlich zum Essen dargebracht wird.unrein geworden und das FETT ERHALTEN IST, SO SPRENGE MAN DAS BLUT NICHT; WENN ABER DAS FETT UNREIN GEWORDEN UND DAS FLEISCH ERHALTEN IST, SO SPRENGE MAN DAS BLUT WOHL. BEI ANDEREN GEḤEILIGTEN [OPFERN] IST ES NICHT SO, VIELMEHR SPRENGE MAN DAS BLUT, AUCH WENN DAS FLEISCH UNREIN GEWORDEN UND DAS FETT ERHALTEN IST.", "GEMARA. R. Gidel sagte im Namen Rabhs: Hat man [das Blut] bereits gesprengt, so ist es wohlgefällig93Man genügt seiner Pflicht u. braucht kein zweites Pesaḥopfer darzubringen.. — Es muß ja aber gegessen werden!? — Das Essen ist nicht unerläßlich. —", "Es heißt ja aber:94Ex. 12,4.jeder gemäß seinem Essen!?—Nur als Gebot. —", "Ist es denn nicht unerläßlich, es wird ja gelehrt:94Ex. 12,4.Nach der Zahl, dies lehrt, daß das Pesaḥopfer nur für die Beteiligten geschlachtet werden darf. Man könnte glauben, wenn man es für die Unbeteiligten geschlachtet hat, habe man nur das Gebot übertreten, [das Opfer] aber sei tauglich, so heißt es:94Ex. 12,4.jeder gemäß seinem Essen sollt ihr zählen, die Schrift hat dies wiederholt, daß es nämlich unerläßlich ist,", "und die Essenden gleichen den Beteiligten95Es muß für solche geschlachtet werden, die davon essen können.!? — Vielmehr,", "Rabh ist der Ansicht R. Nathans, welcher sagt, das Essen des Pesaḥopfers sei nicht unerläßlich. —", "Welcher [Lehre] R. Nathans, wollte man sagen der folgenden: R. Nathan sagte: Woher, daß ganz Jisraél seiner Pflicht mit einem Pesaḥopfer genügen könne? Es heißt:96Ex. 12,6.die ganze Gemeinde Jisraél soll es zwischen den Abenden schlachten; schlachtet es denn die ganze Gemeinde, einer tut es ja!? Dies lehrt vielmehr, daß ganz Jisraél seiner Pflicht mit einem Pesaḥopfer genügen97Und ein P. reicht nicht für ganz Jisraél.könne.", "Vielleicht aber ist es hierbei anders, denn wenn die einen sich zurückziehen, reicht es für die anderen98Ein Teil der Beteiligten kann davon essen, während das unreine überhaupt nicht gegessen werden darf.!? —", "Vielmehr, folgender Lehre R. Nathans: Hat sich für [das Pesaḥopfer] zuerst eine Gesellschaft und später noch eine zweite Gesellschaft zusammengetan, so essen [die Mitglieder] der ersten, die an diesem je ein olivengroßes Stück haben, davon und brauchen kein zweites Pesaḥopfer herzurichten, die der zweiten aber, die an diesem kein olivengroßes Stück haben, dürfen davon nicht essen, vielmehr sind sie ein zweites Pesaḥopfer herzurichten verpflichtet;", "R. Nathan sagt, weder diese noch jene brauchen ein zweites Pesaḥopfer herzurichten, weil das Blut bereits gesprengt worden ist. —", "Vielleicht aber ist es auch hierbei anders, denn, wenn jene sich zurückziehen, reicht es für diese!? — Demnach sollte er begründen: weil sich jene zurückziehen können; wenn er aber begründet: weil das Blut bereits gesprengt worden ist, so ist zu entnehmen, daß es auf das Blut [sprengen] ankommt, das Essen aber ist nicht unerläßlich. —", "Was veranlaßt Rabh, unsere Mišna R. Nathan zu addizieren, von vornherein, sollte er sie doch den Rabbanan addizieren, auch wenn bereits geschehen!? — Rabh war die Mišna auffallend: weshalb lehrt er, man dürfe das Blut nicht sprengen, sollte er lehren, es sei untauglich!? Hieraus ist also zu entnehmen, man dürfe es von vornherein nicht sprengen, jedoch ist es tauglich, wenn bereits geschehen. —", "Wozu heißt es nach R. Nathan: jeder gemäß seinem Essen!? — Daß es eine Person sein muß, die zum Essen geeignet ist. —", "Wer ist der Autor folgender Lehre der Rabbanan: Hat man es für Essende geschlachtet und das Blut gesprengt für solche, die davon nicht essen können, so ist das Pesaḥopfer selbst tauglich, auch genügt man damit seiner Pflicht. Wer, wohl R. Nathan und nicht die Rabbanan? —", "Du kannst auch sagen, die Rabbanan, denn beim Sprengen ist die Absicht hinsichtlich der Essenden belanglos. —", "Wer ist der Autor folgender Lehre der Rabbanan: War er krank beim Schlachten99Des Pesaḥopfers, also zum Essen unfähig.und gesund beim Sprengen oder gesund beim Schlachten und krank beim Sprengen100Zu ergänzen: so ist es untauglich., — man darf für einen nur dann schlachten und sprengen, wenn er vom Schlachten bis zum Sprengen gesund ist. Wer, wohl die Rabbanan und nicht R. Nathan? — Du kannst auch sagen, R. Nathan, denn die Person muß zum Essen geeignet101Obgleich das Essen nicht Bedingung ist.sein. —", "Wer ist der Autor folgender Lehre der Rabbanan: Wenn man es in Reinheit geschlachtet hat und der Eigentümer unrein geworden ist, so ist das Blut in Reinheit zu sprengen und das Fleisch nicht in Unreinheit zu essen. Wer?", "R. Elea͑zar erwiderte: Hierüber besteht ein Streit, und zwar ist hier die Ansicht R. Nathans102Nach dieser Lehre braucht nach R. Nathan die Person nicht zum Essen geeignet zu sein.vertreten. R. Joḥanan erwiderte: Du kannst auch sagen, die der Rabbanan, denn hier wird von einer Gemeinde gesprochen, die es auch in Unreinheit herrichten darf. —", "Weshalb darf, wenn hier von einer Gemeinde gesprochen wird, das Fleisch nicht in Unreinheit gegessen werden!? — Mit Rücksicht darauf, die Eigentümer könnten [im nächsten Jahre] nach dem Sprengen unrein werden und sagen: im Vorjahre waren wir unrein und aßen [vom Pesaḥopfer], ebenso wollen wir auch jetzt essen; sie würden nicht bedenken, daß im Vorjahre die Eigentümer beim Sprengen des Blutes unrein103Nur das in Unreinheit geschlachtete P. darf in Unreinheit gegessen werden.waren, in diesem Jahre aber rein waren." ], [ "Wenn du aber willst, sage ich: Rabh ist der Ansicht R. Jehošua͑s, denn es wird gelehrt: R. Jehošua͑ sagte: Das Blut aller in der Tora genannten Schlachtopfer sprenge man, einerlei, ob das Fleisch unrein geworden und das Fett erhalten ist oder das Fett unrein geworden und das Fleisch erhalten ist;", "beim Naziräer und dem Darbringer des Pesaḥopfers aber sprenge man das Blut nur dann, wenn das Fett unrein geworden und das Fleisch erhalten ist, nicht aber sprenge man das Blut, wenn das Fleisch unrein geworden und das Fett erhalten ist; hat man es gesprengt, so ist [das Opfer] wohlgefällig.", "Sind die Eigentümer durch eine Leiche unrein geworden, so sprenge man es nicht; hat man es gesprengt, so ist [das Opfer] nicht wohlgefällig.", "BEI ANDEREN GEHEILIGTEN [OPFERN] IST ES NIGHT SO &C. Wessen Ansicht vertritt unsere Mišna? —", "Die des R. Jehošua͑, denn es wird gelehrt: R. Jehošua͑ sagte: Wenn von irgend einem in der Tora genannten Schlachtopfer ein olivengroßes Stück Fleisch oder ein olivengroßes Stück Fett zurückbleibt, so sprenge man das Blut, wenn aber eine halbe Olive Fleisch und eine halbe Olive Fett, so sprenge man das Blut nicht104Weil das eine von den Priestern und das andere vom Altarfeuer verzehrt wird; sie werden daher nicht vereinigt.;", "vom Brandopfer aber sprenge man das Blut, auch wenn nur eine halbe Olive Fleisch und eine halbe Olive Fett zurückbleibt, weil dieses vollständig verbrannt wird; ist nur das Nebenopfer vorhanden, selbst vollständig, so sprenge man nicht. —", "Was hat das Nebenopfer105Wofür der Text die sonst gebräuchliche Bezeichnung für Speisopfer hat.damit zu tun!? R. Papa erwiderte: Das Gußopfer; man könnte glauben, dieses gleiche, da es vom Schiachtopfer106Dh. zu diesem gehört.kommt, dem Schlachtopfer selbst, so lehrt er uns. —", "Woher dies vom Fett? R. Joḥanan erwiderte im Namen R. Jišma͑éls, und wie manche hinneigen, im Namen des R. Jehošua͑ b.Ḥananja: Die Schrift sagt:107Lev. 17,6.er soll das Fett aufräuchern zum lieblichen Geruche für den Herrn, das Fett, auch wenn das Fleisch nicht mehr vorhanden ist. —", "Wir wissen dies vom Fett, woher dies vom Anhängsel der Leber und den zwei Nieren? —", "Wo sagen wir denn, daß man [beim Vorhandensein dieser das Blut] sprenge!? — Er lehrt, daß, wenn nur das Nebenopfer vorhanden ist, selbst vollständig, man nicht sprenge; nur dann nicht, wenn nur das Nebenopfer, wohl aber, wenn das Anhängsel der Leber und die zwei Nieren. — Woher dies?", "R. Joḥanan erwiderte in seinem eigenen Namen: Die Schrift sagt: zum lieblichen Geruche; was du darbringst, ist zum lieblichen Geruche.", "Und sowohl [das Wort] Fett, als auch [die Worte] zum lieblichen Geruche sind nötig. Würde der Allbarmherzige nur Fett geschrieben haben, so könnte man glauben, nur das Fett, nicht aber das Anhängsel der Leber und die zwei Nieren, daher schrieb er auch zum lieblichen Geruche. Und würde der Allbarmherzige nur zum lieblichen Geruche geschrieben haben, so könnte man glauben, alles, was zum lieblichen Geruche auf den [Altar kommt], auch das Nebenopfer, daher schrieb er auch Fett.", "IST DIE GEMEINDE ODER IHRE MEHRHEIT UNREIN, ODER SIND DIE PRIESTER UNREIN UND DIE GEMEINDE REIN, SO IST [DAS PESAḤOPFER] IN UNREINHEIT HERZURICHTEN; IST DIE MINDERHEIT DER GEMEINDE UNREIN, SO RICHTEN DIE REINEN DAS ERSTE UND DIE UNREINEN DAS ZWEITE [PESAḤFEST] HER.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Sind die Jisraéliten unrein, die Priester und die Dienstgeräte aber rein, oder die Jisraéliten rein, die Priester und die Dienstgeräte aber unrein, oder selbst wenn die Jisraéliten und die Priester rein und nur die Dienstgeräte unrein sind, so ist [das Pesaḥopfer] in Unreinheit herzurichten, weil das Gemeindeopfer nicht geteilt wird.", "R. Ḥisda sagte: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn das Schlachtmesser an einem Leichenunreinen unrein wurde, denn da der Allbarmherzige sagt:108Num. 19,16.einen Schwerterschlagenen, das Schwert gleicht dem Erschlagenen,", "so macht es die Person unrein, und die Herrichtung erfolgt bei mit der Ausrottung bedrohter Unreinheit des Körpers;", "wenn aber das Messer durch ein Kriechtier unrein wurde, in welchem Falle es nur das Fleisch unrein macht und nicht die Person, richten es nur die Reinen und nicht die Unreinen her, denn lieber werde unreines Fleisch gegessen, was nur verboten ist, als [geheiligtes] Fleisch bei Unreinheit des Körpers109Cf. Ms. III, Anm. 7., was mit der Ausrottung belegt ist.", "Demnach ist R. Ḥisda der Ansicht, die Unreinheit werde bei einer Gemeinde nur verdrängt. Ebenso sagt auch R. Jiçḥaq, die Unreinheit werde bei einer Gemeinde nur verdrängt.", "Raba aber sagte: Auch die Unreinen richten es her, denn es heißt:110Lev. 7,19.auch Fleisch, das mit irgend etwas Unreinem in Berührung gekommen ist, darf nicht gegessen werden, sondern ist zu verbrennen; was aber das Fleisch [betrifft], so darf jeder Reine das Fleisch essen;", "in einem Falle, wo das Verbot, mit Unreinem in Berührung gekommenes Fleisch zu essen, nicht anwendbar ist, gilt auch nicht111Wenn die Unreinheit verschoben wird, nehme man es mit dieser überhaupt nicht mehr genau.die Vorschrift, nur jeder Reine darf das Fleisch essen, und in einem Falle, wo das Verbot, mit Unreinem in Berührung gekommenes Fleisch zu essen, anwendbar ist, gilt auch die Vorschrift, nur jeder Reine darf das Fleisch essen.", "Es wurde gelehrt: Sind die Jisraéliten zur Hälfte rein und zur Hälfte unrein, so gilt, wie Rabh sagt, jede Hälfte als Mehrheit, und wie R. Kahana sagt, jede Hälfte nicht als Mehrheit.", "Rabh sagt, jede Hälfte gelte als Mehrheit, somit richte die eine für sich und die andere für sich112Die reine Hälfte betrachte sich als Mehrheit u. richte das P. in Reinheit her, u. ebenso darf es die unreine in Unreinheit herrichten, da sie ebenfalls als Mehrheit gilt. [das Pesaḥopfer] her, und R. Kahana sagt, jede Hälfte gelte nicht als Mehrheit, somit richten die Reinen das erste und die Unreinen das zweite [Pesaḥfest113Die Reinen müssen als Mehrheit das erste P. herrichten, als Minderheit dürfen sie es ebenfalls; die Unreinen richten dagegen das zweite her, da sie als Minderheit betrachtet werden.her.", "Manche lesen: R. Kahana sagt, die Hälfte gelte nicht als Mehrheit, somit richten die Reinen das erste Pesaḥfest her," ], [ "die Unreinen aber weder das erste noch das zweite; das erste nicht, weil sie keine Mehrheit sind, das zweite ebenfalls nicht, weil sie keine Minderheit sind. —", "Wir haben gelernt: Ist die Gemeinde oder ihre Mehrheit unrein, oder sind die Priester unrein und die Gemeinde rein, so ist es in Unreinheit herzurichten. Nur die Mehrheit richte es in Unreinheit her, wenn aber die Hälfte gegen die Hälfte, richten sie nicht das erste her; dies ist also ein Einwand gegen Rabh!? —", "Rabh kann dir erwidern: wenn die Mehrheit, so richten es alle in Unreinheit her, wenn aber Hälfte gegen Hälfte, so richten es diese für sich und jene für sich her.", "Dies ist auch einleuchtend, denn im Schlußsatze lehrt er, daß, wenn die Minderheit der Gemeinde unrein ist, die Reinen das erste und die Unreinen das zweite [Pesaḥfest] herrichten. Nur die Minderheit richte das zweite her, nicht aber, wenn Hälfte gegen Hälfte, vielmehr richten sie dann das erste her, diese für sich und jene für sich. —", "Demnach ist dies ja ein Einwand gegen R. Kahana!? — R. Kahana kann dir erwidern: ist die Minderheit der Gemeinde unrein, so richten die Reinen das erste und die Unreinen das zweite her, wenn aber Hälfte gegen Hälfte, so richten die Reinen das erste her, die Unreinen aber weder das erste noch das zweite. —", "Richtig ist dies nach der zweiten Lesart R. Kahanas, wie ist dies aber nach der Lesart, nach der R. Kahana sagt, die Reinen richten das erste und die Unreinen das zweite her, zu erklären!? —", "R. Kahana kann dir erwidern: auch wenn Hälfte gegen Hälfte richten die Reinen das erste und die Unreinen das zweite her, und nur (deshalb lehrt er es [im Schlußsatze] von der Minderheit der Gemeinde,) weil er es im Anfangssatze von der Mehrheit lehrt, lehrt er es auch im Schlußsatze von der Minderheit.", "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Rabh, und es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Kahana, nach beiden Lesarten. Übereinstimmend mit Rabh wird gelehrt: Sind die Jisraéliten zur Hälfte rein und zur Hälfte unrein, so richten diese für sich und jene für sich [das Pesaḥopfer] her.", "Übereinstimmend mit der ersten Lesart R. Kahanas wird gelehrt: Sind die Jisraéliten zur Hälfte rein und zur Hälfte unrein, so richten die Reinen das erste und die Unreinen das zweite her.", "Übereinstimmend mit der zweiten Lesart R. Kahanas wird gelehrt: Sind die Jisraéliten zur Hälfte rein und zur Hälfte unrein, so richten die Reinen das erste her, die Unreinen aber weder das erste noch das zweite. —", "Wie ist nach Rabh und nach der zweiten Lesart R. Kahanas die Lehre, die Reinen richten das erste und die Unreinen das zweite her, zu erklären!? — Wenn die Jisraéliten zur Hälfte rein und zur Hälfte unrein sind, die Unreinen aber durch die Frauen ergänzt114Die reinen Männer aber mehr sind als die unreinen.werden.", "Er ist der Ansicht, das erste Pesaḥfest sei für Frauen nur Freigestelltes, somit sind die Unreinen, da die Frauen in Abzug zu bringen sind, in der Minderheit, und die Minderheit wird für das zweite Pesaḥfest zurückgesetzt. —", "Wie ist nach Rabh und nach der ersten Lesart R. Kahanas die Lehre, die Reinen richten das erste Pesaḥfest her und die Unreinen weder das erste noch das zweite, zu erklären!? —", "Rabh erklärt sie, wenn die Jisraéliten zur Hälfte rein und zur Hälfte unrein sind und die Frauen zu den Reinen noch hinzukommen. Er ist der Ansicht, das erste Pesaḥfest sei für die Frauen Pflicht und das zweite Freigestelltes,", "somit richten [die Unreinen] das erste nicht her, da sie in der Minderheit sind, und die Minderheit das erste nicht herrichtet, und das zweite ebenfalls nicht, da dann die Frauen in Abzug zu bringen sind, wodurch sie eine Hälfte bilden, und die Hälfte das zweite nicht herrichtet.", "Und R. Kahana, nach der Lesart, nach der er sagt, auch die Hälfte richte das zweite her, erklärt sie, wenn die Jisraéliten zur Hälfte rein und zur Hälfte unrein sind, die Reinen aber durch die Frauen ergänzt werden. Er ist der Ansicht, das erste Pesaḥfest sei für die Frauen Pflicht und das zweite Freigestelltes,", "somit richten [die Unreinen] das erste nicht her, da sie Hälfte gegen Hälfte sind, und die Hälfte das erste nicht herrichtet, und das zweite ebenfalls nicht, da dann die Frauen in Abzug zu bringen sind, wodurch die Unreinen in der Mehrheit sind, und die Mehrheit das zweite nicht herrichtet. —", "Wie erklärt R. Kahana die Lehre, daß, wenn die Jisraéliten zur Hälfte rein und zur Hälfte unrein sind, es diese für sich und jene für sich herrichten!? — R. Kahana kann dir erwidern: hierüber streiten Tannaím, einer ist der Ansicht, Hälfte gegen Hälfte gelte als Mehrheit, und einer ist der Ansicht, Hälfte gegen Hälfte gelte nicht als Mehrheit.", "Der Text. Sind die Jisraéliten zur Hälfte rein und zur Hälfte unrein, so richten diese für sich und jene für sich [das Pesaḥopfer] her; sind die Unreinen mehr als die Reinen, selbst nur um einen, so ist es in Unreinheit herzurichten, weil das Gemeindeopfer nicht geteilt wird.", "R. Elea͑zar b.Mathja sagt, eine Person könne nicht den Ausschlag für die Unreinheit der Gemeinde geben, denn es heißt:" ], [ "115Dt. 16,5.du darfst das Pesaḥopfer nicht in einer116Diese Worte werden so aufgefaßt, als hieße es: du sollst wegen des einen nicht schlachten.deiner Ortschaften schlachten.", "R. Šimo͑n sagt, selbst wenn nur ein Stamm unrein ist und alle übrigen rein, richten es diese für sich und jene für sich her. — Was ist der Grund R. Šimo͑ns? — Er ist der Ansicht, ein Stamm heiße Gemeinde117Und wird daher nicht für das zweite P. verdrängt.. R. Jehuda sagt, selbst wenn nur ein Stamm unrein ist und alle übrigen rein, sei es in Unreinheit herzurichten, weil das Gemeindeopfer nicht geteilt wird.", "R. Jehuda ist nämlich der Ansicht, ein Stamm heiße Gemeinde, somit sind sie Hälfte gegen Hälfte, und da das Gemeindeopfer nicht geteilt wird, richten es alle in Unreinheit her.", "Es wurde gelehrt: Sind die Jisraéliten zur Hälfte rein und zur Hälfte unrein, so verunreinige man, wie Rabh sagt, einen mit einem Kriechtiere118Damit die Unreinen in der Mehrheit seien, sodann richten es alle in Unreinheit her.. —", "Weshalb denn, sollten es doch diese für sich und jene für sich herrichten, denn Rabh sagte ja auch, daß es diese für sich und jene für sich herrichten!? — Ich will dir sagen, hier handelt es sich um den Fall, wenn die Unreinen um einen mehr sind als die Reinen. —", "Demnach sind ja die Unreinen in der Mehrheit und man sollte es [ohnehin] in Unreinheit darbringen!? — Er ist der Ansicht des R. Elea͑zar b. Mathja, daß nämlich eine Person für die Unreinheit der Gemeinde nicht den Ausschlag gebe. — Demnach bleibt ja unser Einwand bestehen: sollten es diese für sich und jene für sich herrichten!? —", "Vielmehr, er meint es wie folgt: gibt es jemand, der der Ansicht des ersten Tanna ist, daß, wenn sie Hälfte gegen Hälfte sind, es nicht alle in Unreinheit darbringen, und auch der Ansicht R. Jehudas, daß das Gemeindeopfer nicht geteilt werde, so verunreinige man einen mit einem Kriechtiere. —", "U͑la aber sagte, man schicke einen auf eine weite Reise119Der auf einer weiten Reise Befindliche richte ebenfalls das zweite P. her.fort. — Mache man ihn doch mit einem Kriechtiere unrein!? —", "Er ist der Ansicht, man dürfe für einen Kriechtierunreinen schlachten und [das Blut] sprengen. —", "Mache man ihn doch mit einer Leiche unrein!? — So entziehst du ihn auch dem Festopfer120Die Unreinheit durch eine Leiche dauert 8 Tage.. —", "Aber auch jetzt entziehst du ihn ja dem Pesaḥopfer!? — Dieses kann er am zweiten [Pesaḥfeste] herrichten. —", "Auch [bei Verunreinigung] durch eine Leiche kann er ja [das Festopfer] am siebenten [Festtage], seinem achten [Unreinheitstage], darbringen!? —", "U͑la ist der Ansicht, sie121Die übrigen Tage des Festes, für die Darbringung des Festopfers; cf. Hag. Fol. 9b.seien sämtlich ein Ersatz des ersten: wer am ersten [Tage] zulässig war, ist auch an den übrigen zulässig, wer am ersten nicht zulässig war, ist auch an den übrigen nicht zulässig.", "R. Naḥman sprach zu seinen Hausleuten: Geht und sagt U͑la: wer wird [auf dich] hören, seine Pfähle und seine Hütte niederzureißen und auszuwandern!?", "Es wurde gelehrt: Ist die Mehrheit flußbehaftet und die Minderheit leichenunrein, so richten es, wie Rabh sagt, die Leichenunreinen weder am ersten [Pesaḥfeste] noch am zweiten her;", "am ersten richten sie es nicht her, weil sie in der Minderheit sind und die Minderheit es am ersten nicht herrichtet, am zweiten richten sie es ebenfalls nicht her, denn wenn die Gemeinde es am ersten herrichtet, richtet der einzelne es am zweiten her, wenn aber die Gemeinde es nicht am ersten herrichtet, richtet es auch der einzelne nicht am zweiten her.", "Šemuél sprach: Geht und sagt Abba: was machst du mit [dem Schriftverse]:122Num. 9,2.die Kinder Jisraél sollen das Pesaḥfest zur festgesetzten Zeit herrichten!? Dieser erwiderte: Geht und sagt ihm: was machst du mit diesem, wenn alle flußbehaftet sind!? Vielmehr, wenn es nicht möglich ist, ist es eben nicht möglich, und auch hierbei ist es nicht möglich.", "Es wurde gelehrt: Ist die Mehrheit leichenunrein und die Minderheit flußbehaftet,", "so gibt es, wie R. Hona sagt, keinen Ersatz für das Pesaḥopfer, das in Unreinheit dargebracht wird; R. Ada b.Ahaba sagt, es gebe einen Ersatz für das Pesaḥopfer, das in Unreinheit dargebracht wird.", "Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: derjenige, welcher sagt, es gebe keinen Ersatz für das Pesaḥopfer, das in Unreinheit dargebracht wird, ist der Ansicht, die Unreinheit werde bei einer Gemeinde nur verdrängt,", "und derjenige, welcher sagt, es gebe einen Ersatz für das Pesaḥopfer, das in Unreinheit dargebracht wird, ist der Ansicht, die Unreinheit werde bei einer Gemeinde aufgehoben. —", "Nein, alle sind der Ansicht, die Unreinheit werde bei der Gemeinde nur verdrängt, und ihr Streit besteht vielmehr in folgendem: einer ist der Ansicht," ], [ "nur die Reinheit123Wenn der eine Teil es in Reinheit herrichtet.verdränge sie und nicht die Unreinheit, und einer ist der Ansicht, auch die Unreinheit verdränge sie.", "Es wurde gelehrt: Ist ein Drittel flußbehaftet, ein Drittel rein und ein Drittel leichenunrein, so richten, wie R. Mani b. Paṭiš sagt, die Leichenunreinen weder das erste noch das zweite [Pesaḥfest] her;", "am ersten richten sie es nicht her, weil die Reinen, die es in Unreinheit nicht herrichten dürfen, einen Zuwachs durch die Flußbehafteten erhalten, wodurch die Leichenunreinen in der Minderheit sind, und die Minderheit es am ersten nicht herrichtet, am zweiten richten sie es ebenfalls nicht her, weil die Flußbehafteten mit den Leichenunreinen vereinigt werden, die es am ersten nicht herrichten, wodurch sie in der Mehrheit sind, und die Mehrheit nicht für das zweite [Pesaḥfest] zurückgesetzt wird.", "STELLT ES SICH NACH DEM SPRENGEN DES BLUTES HERAUS, DASS DAS PESAḤOPFER UNREIN IST, SO MACHT DAS STIRNBLATT124Cf. Ex. 28,36.es wohlgefällig; DASS DIE PERSON125Einer von den Beteiligten.unrein ist, so macht das STIRNBLATT ES NICHT126Für seinen Teil, er muß das 2. P. herrichten.WOHLGEFÄLLIG, DENN SIE SAGTEN, BEIM NAZIRÄER UND BEIM DARBRINGER DES PESAḤOPFERS MACHE DAS STIRNBLATT WOHLGEFÄLLIG NUR BEI UNREINHEIT DES BLUTES, NICHT ABER BEI UNREINHEIT DES KÖRPERS; \n", "IST ER DURCH EINE UNBEKANNTE UNREINHEIT127Wörtl. Unreinheit des Abgrundes; wenn an einer Stelle Leichenteile entdeckt werden, an der niemand sie vermutete (cf. infra Fol. 81b); in einem solchen Falle ist die Unreinheit zweifelhaft.UNREIN GEWORDEN, SO MACHT DAS STIRNBLATT ES WOHLGEFÄLLIG.", "GEMARA. Nur wenn es sich nach dem Sprengen herausstellt, wenn es aber nach dem Bekanntwerden gesprengt worden ist, macht es nicht wohlgefällig;", "ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Was macht das Stirnblatt wohlgefällig? Wenn das Blut, das Fleisch oder das Fett unrein geworden ist, ob versehentlich oder vorsätzlich, ob gezwungen oder willig, ob bei einem einzelnen oder bei einer Gemeinde!?", "Rabina erwiderte: Die Unreinheit kann sowohl versehentlich als auch vorsätzlich erfolgt sein, dennoch ist es wohlgefällig, das Sprengen aber muß versehentlich erfolgt sein, wenn aber vorsätzlich, so ist es nicht128Wenn die Unreinheit vor dem Sprengen bekannt war.wohlgefällig.", "R. Šila erwiderte: Das Sprengen kann sowohl versehentlich als auch vorsätzlich erfolgt sein, und es ist wohlgefällig, die Unreinheit aber muß versehentlich erfolgt sein, wenn aber vorsätzlich, so ist es nicht wohlgefällig.", "Was gelehrt wird, ob versehentlich oder vorsätzlich, ist wie folgt zu verstehen: ist es versehentlich unrein geworden, so ist es wohlgefällig, einerlei ob [das Blut] versehentlich oder vorsätzlich gesprengt worden ist. —", "Es heißt ja aber: stellt es sich nach dem Sprengen des Blutes heraus, nur, wenn es sich nach dem Sprengen des Blutes herausstellt, nicht aber, wenn es nach dem Bekanntwerden gesprengt wird!? — Dasselbe gilt auch von dem Falle, wenn es nach dem Bekanntwerden gesprengt wird,", "(er lehrt deshalb den Fall, wenn es nach dem Sprengen bekannt wird,) da er aber im Schlußsatze lehren will, daß bei Unreinheit der Person das Stirnblatt [das Opfer] nicht wohlgefällig mache, selbst wenn es nach dem Sprengen bekannt wird, lehrt er es auch im Anfangssatze von dem Falle, wenn es nach dem Sprengen bekannt wird.", "IST ER DURCH EINE UNBEKANNTE UNREINHEIT UNREIN GEWORDEN &C. Rami b. Ḥama fragte: Ist die unbekannte Unreinheit zulässig auch beim die Opfer darbringenden Priester oder nicht: sagen wir, die Überlieferung von der unbekannten Unreinheit beziehe sich nur auf den Eigentümer und nicht auf den Priester, oder bezieht sie sich auf das Schlachtopfer, einerlei ob beim Priester oder beim Eigentümer?", "Raba erwiderte: Komm und höre: R. Ḥija lehrte: Sie sagten es nur von der unbekannten Unreinheit einer Leiche. Dies schließt wohl die unbekannte Unreinheit eines Kriechtieres129Cf. Anm. 127, mut. mut.aus.", "In welchem Falle: wollte man sagen, beim Eigentümer und zwar bei einem Naziräer, so ist es ja selbstverständlich, denn der Allbarmherzige sagt:130Num. 6,9.wenn ihm jemand [plötzlich] stirbt;", "und wollte man sagen, beim Darbringer des Pesaḥopfers, so stimmt dies allerdings nach demjenigen, welcher sagt, man dürfe für einen Kriechtierunreinen [das Pesaḥopfer] nicht schlachten und [das Blut] sprengen, nach demjenigen aber, welcher sagt, man dürfe für einen Kriechtierunreinen [das Pesaḥopfer] schlachten und [das Blut] sprengen, [ist ja einzuwenden:] wenn es sogar bei einer entschiedenen Unreinheit erlaubt ist, um wieviel mehr bei einer unbekannten!?", "Doch wohl beim Priester, somit ist hieraus zu entnehmen, daß bei ihm die unbekannte Unreinheit erlaubt ist.", "R. Joseph entgegnete: Nein, tatsächlich beim Eigentümer, und zwar beim Pesaḥopfer, und dies schließt die unbekannte Unreinheit durch Fluß131Der Flußbehaftete muß sieben Reinheitstage zählen (cf. Lev. 15,13); am 7. Tage gleicht seine Unreinheit nicht der U. durch Kriechtiere, die abends schwindet, vielmehr ist sie gleich der unbekannten Unreinheit zweifelhaft, da er wiederum Fluß bekommen kann.aus. —", "Ist denn [das Opfer] bei unbekannter Unreinheit durch Fluß nicht wohlgefällig, es wird ja gelehrt: R. Jose sagte: Wenn man für die Flußverdächtige am zweiten Tage132Wenn sie am vorhergehenden Tage Fluß bemerkt hatte; in diesem Falle unterliegt ihre Unreinheit einem Zweifel: bemerkt sie weiter keinen, so ist sie blos bis abends unrein, bemerkt sie aber 3mal, so ist sie 7 Tage unrein.[das Pesaḥopfer] geschlachtet und [das Blut] gesprengt hat," ], [ "und sie darauf Fluß wahrnimmt, so darf sie davon nicht essen, und sie ist von der Herrichtung des zweiten Pesaḥfestes frei.", "Doch wohl deshalb, weil das Stirnblatt [das Opfer] wohlgefällig macht!? — Nein, R. Jose ist der Ansicht, sie sei von [der Wahrnehmung]133Nicht rückwirkend, somit gilt sie bei der Darbringung des Opfers als rein.an unrein. —", "Es wird ja aber gelehrt, R. Jose sagte, daß, wenn man für einen Flußbehafteten, der zweimal [Ausfluß] wahrgenommen hat, am siebenten Tage [das Pesaḥopfer] geschlachtet und [das Blut] gesprengt hat, und er darauf wiederum [Fluß] wahrnimmt, oder für eine Flußverdächtige am zweiten Tage, und sie darauf [Fluß] wahrnimmt, diese rückwirkend Lager und Sitz verunreinigen,", "und von der Herrichtung des zweiten Pesaḥfestes frei seien!? —", "Ich will dir sagen, rückwirkend nur rabbanitisch.", "Auch R. Oša͑ja ist der Ansicht, er sei nur rabbanitisch rückwirkend unrein, denn es wird gelehrt: R. Oša͑ja sagte: Wenn aber ein Flußbehafteter am siebenten Tage Ausfluß wahrnimmt, so hebt dies die vorangehenden [Tage]134Die Reinheitstage, er muß von neuem 7 R. e zählen.auf. R. Joḥanan sprach zu ihm: Dies hebt nur einen Tag auf. —", "Wie du es nimmst: ist er der Ansicht, er sei rückwirkend unrein, so sollte dies alle [vorhergehenden Tage]135Die 7 Reinheitstage dürfen nicht unterbrochen werden.aufheben, und ist er der Ansicht, er sei nur von [der Wahrnehmung] an unrein, so sollte dies auch den einen Tag nicht aufheben136Dieser Tag müßte ebenfalls zu den Reinheitstagen zählen, da ein Teil des Tages als ganzer gilt.!? Vielmehr lese man: es hebt nicht einmal einen Tag137Dies gilt nur als einmaliger Ausfluß, der nur eine eintägige Unreinheit zur Folge hat.auf. Jener erwiderte: R. Jose ist deiner Ansicht.", "R. Jose sagt ja aber, sie verunreinigen Lager und Sitz rückwirkend!? Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, er sei rückwirkend nur rabbanitisch unrein. Schließe hieraus. —", "Was schließen, wenn R. Jose der Ansicht ist, er sei erst von [der Wahrnehmung] an unrein, [die Worte] ‘nur einer Leiche’ aus?", "Hieraus wäre zu entnehmen, daß die unbekannte Unreinheit beim Priester zulässig sei!? —", "Ich will dir sagen, tatsächlich bezieht es sich auf die Eigentümer beim Pesaḥopfer, nur ist er der Ansicht, man dürfe für einen Kriechtierunreinen [das Pesaḥopfer] nicht schlachten und [das Blut] sprengen, und dies muß ausgeschlossen werden. —", "In welchem Falle ist sie nach R. Jose138Wenn ein Teil des Tages (an dem sie keinen Fluß bemerkt hat) als ganzer gilt u. die Unreinheit nicht rückwirkend ist, so kann sie ja nur je einen Tag unrein sein, während zur absoluten Unreinheit 3 zusammenhängende Tage erforderlich sind.definitiv flußbehaftet!? — Wenn sie [ununterbrochen] Fluß hat.", "Wenn du aber willst, sage ich: wenn sie es zweimal bei Dämmerung139Bei Dämmerung des 1. zum 2. und des 2. zum 3. Tage.wahrgenommen hat.", "R. Joseph fragte: Ist die unbekannte Unreinheit beim das beständige Opfer darbringenden Priester erlaubt oder nicht? Wenn du sagst, beim das Opfer des Naziräers und das Pesaḥopfer darbringenden Priester sei die unbekannte Unreinheit erlaubt, wie ist es denn beim das beständige Opfer darbringenden Priester: sagen wir, die Überlieferung von der unbekannten Unreinheit beziehe sich nur auf das Pesaḥopfer, nicht aber auf das beständige Opfer, oder aber ist es vom Pesaḥopfer auf das beständige Opfer zu folgern?", "Rabba erwiderte: Es ist [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn da, wo ihm die entschiedene Unreinheit nicht erlaubt140Das Naziräer- u. das Pesaḥopfer dürfen als Privatopfer in Unreinheit nicht dargebracht werden, wohl aber das beständige Opfer, wenn kein reiner Priester vorhanden ist; die Frage bezieht sich auf den Fall, wenn auch reine Priester vorhanden sind.ist, die unbekannte Unreinheit ihm erlaubt140Das Naziräer- u. das Pesaḥopfer dürfen als Privatopfer in Unreinheit nicht dargebracht werden, wohl aber das beständige Opfer, wenn kein reiner Priester vorhanden ist; die Frage bezieht sich auf den Fall, wenn auch reine Priester vorhanden sind.ist, um wieviel mehr ist ihm da, wo auch die entschiedene Unreinheit erlaubt ist," ], [ "die unbekannte Unreinheit erlaubt. —", "Ist denn von einer [überlieferten] Halakha [ein Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern, es wird ja gelehrt: R. Elie͑zer sprach zu ihm: A͑qiba, [die Unreinheit] des gerstengroßen Knochens ist eine überlieferte Halakha, und die des Viertellogs Blut [eines Leichnams] soll [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden, und von einer überlieferten Halakha ist kein [Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere zu folgern!?", "Vielmehr, erklärte Raba, dies ist aus [dem Worte] zur Zeit zu folgern, das auch beim Pesaḥopfer gebraucht wird.", "Wo141Diese Frage steht an falscher Stelle; in der vorherigen Diskussion ist es schon bekannt, daß dies eine überlieferte Lehre ist.findet sich die [Lehre von der] unbekannten Unreinheit in der Schrift? R. Elea͑zar erwiderte: Die Schrift sagt:142Num. 6,9.wenn ihm jemand stirbt, wenn ihm dies klar ist. —", "Wir wissen dies vom Naziräer, woher dies vom Darbringer des Pesaḥopfers? R. Joḥanan erwiderte: Die Schrift sagt:143Ib. 9,10.auf einem Wege, der weit von euch ist, was euch klar ist.", "R. Šimo͑n b. Laqiš erklärte: Gleich dem Wege: wie der Weg offen liegt, ebenso muß auch die Unreinheit offen liegen.", "Man wandte ein: Eine unbekannte Unreinheit ist diejenige, die niemand bis ans Ende der Welt kannte; kannte sie irgend jemand am Ende der Welt, so ist es keine unbekannte Unreinheit. Nach R. Elea͑zar, welcher erklärt, sie müsse ihm klar sein, müßte sie ja dieser selbst,", "nach R. Joḥanan, welcher erklärt, sie müsse euch klar sein, müßten sie ja zwei Personen,", "und nach R. Šimo͑n b. Laqiš, welcher erklärt, sie müsse gleich dem Wege [offen liegen], müßte sie ja die ganze Welt gekannt144Um keine unbekannte Unreinheit zu sein, während nach der angezogenen Lehre dies schon dann der Fall ist, wenn sie irgend jemand am Ende der Welt gekannt hat.haben!? —", "Vielmehr, die [Lehre von der] unbekannten Unreinheit ist eine überlieferte Halakha, und der Schriftvers ist nichts weiter als eine Anlehnung.", "Mar b. R. Aši sagte: Dies145Daß bei einer unbekannten Unreinheit das Stirnblatt das Opfer wohlgefällig mache.nur, wenn ihm [die Unreinheit] nach dem Sprengen bekannt geworden ist, sodaß das Blut vorschriftsmäßig gesprengt worden ist, wenn sie ihm aber vor dem Sprengen bekannt geworden ist, so ist es nicht wohlgefällig.", "Man wandte ein: Wenn jemand eine Leiche über der Breite des Weges146Den er passiert.liegen findet, so ist er hinsichtlich der Hebe unrein und hinsichtlich des Nazirats und der Darbringung des Pesaḥopfers rein; Unreinheit und Reinheit gelten von dann ab!? —", "Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: Mar b. R. Aši sagte: Man glaube nicht, es sei nur dann wohlgefällig, wenn ihm [die Unreinheit] nach dem Sprengen bekannt geworden ist, wenn aber vor dem Sprengen, sei es nicht wohlgefällig, vielmehr ist es auch dann wohlgefällig, wenn sie ihm vor dem Sprengen bekannt war.", "Der Text. Wenn jemand eine Leiche über der Breite des Weges liegen findet, so ist er hinsichtlich der Hebe unrein und hinsichtlich des Nazirats und der Darbringung des Pesaḥopfers rein.", "Dies nur in dem Falle, wenn kein Raum zum Durchgehen da ist, wenn aber Raum zum Durchgehen da ist, so ist er auch hinsichtlich der Hebe rein.", "Ferner gilt dies nur in dem Falle, wenn sie vollständig ist, wenn aber zerschlagen oder zerstückelt, so ist er rein, weil er zwischen den Stücken durchgegangen sein kann. [Liegt sie] in einem Grabe, so ist er unrein, auch wenn sie zerschlagen oder zerstückelt ist, weil das Grab sie vereinigt.", "Ferner nur in dem Falle, wenn er zu Fuß geht, wenn er aber getragen wird147Nach Raschi: Last trägt; diese bildet eine Bezeltung der Leiche.oder reitet, so ist er unrein, denn wenn man zu Fuß geht, ist es möglich, daß man die Leiche nicht berührt und nicht bezeltet, wenn man aber getragen wird oder reitet, so ist es nicht möglich, daß man sie nicht berührt oder bezeltet.", "Ferner gilt dies nur von einer unbekannten Unreinheit, bei einer entschiedenen Unreinheit aber ist er unrein.", "Eine unbekannte Unreinheit ist diejenige, die niemand bis ans Ende der Welt kannte; kannte sie jemand am Ende der Welt, so ist es keine unbekannte Unreinheit.", "Ist [die Leiche] in Stroh, in Sand oder in Geröll versteckt, so ist dies eine unbekannte Unreinheit, wenn in Wasser, in der Dunkelheit oder in Felsspalten, so ist dies148Weil sie jemand gesehen haben kann.keine unbekannte Unreinheit. Die [Bestimmung von der] unbekannten Unreinheit trafen sie nur bei einer Leiche.", "IST [DAS PESAḤOPFER] GANZ ODER ZUM GRÖSSEREN TEIL UNREIN GEWORDEN, SO VERBRENNE MAN ES VOR DER TEMPELHALLE149Od. Tempelburg; cf. Zeb. Fol. 104b.MIT DEM HOLZE VOM HOLZSTOSSE150Auf dem Altar.; DEN KLEINEREN TEIL, DER UNREIN GEWORDEN IST, ODER ÜBRIGGEBLIEBENES VERBRENNE JEDER MIT SEINEM EIGENEN HOLZE IN SEINEM HOFE ODER AUF SEINEM DACHE. DIE GEIZIGEN VERBRENNEN AUCH DIESE VOR DER TEMPELHALLE, UM DAS HOLZ VOM HOLZSTOSSE NUTZNIESSEN ZU KÖNNEN.", "GEMARA. Aus welchem Grunde? R. Jose b. Ḥanina erwiderte: Um sie zu beschämen151Die Verbrennung erfolgt öffentlich, um die Eigentümer zu beschämen, damit sie in Zukunft vorsichtiger seien..", "DEN KLEINEREN TEIL, DER UNREIN &C. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Ebenso muß, wer Jerušalem verlassen und sich erinnert hat, daß er heiliges Fleisch bei sich habe, falls er Çophim152Ortschaft in der Nähe Jerusalems.vorüber ist, es an Ort und Stelle verbrennen, wenn aber nicht," ], [ "umkehren und es vor der Tempelhalle mit Holz vom Holzstoße153Auch ein kleiner Teil wird mit dem Holze des Tempels verbrannt.verbrennen!?", "R. Ḥama b. U͑qaba erwiderte: Das ist kein Widerspruch; eines gilt von einem Gast154Der kein Holz hat.und eines von einem Ansässigen.", "R. Papa erwiderte: Beides gilt von einem Gast, nur gilt das eine von dem Falle, wenn er die Reise angetreten hat, und das andere von dem Falle, wenn er die Reise nicht angetreten hat.", "R. Zebid erwiderte: Tatsächlich, wie er vorher erklärt hat, eines gelte von einem Gast und eines von einem Ansässigen, auch wenn er die Reise noch nicht angetreten hat; da dieser kein Holz hat, so haben sie ihn dem Geizigen gleichgestellt, und wir haben gelernt, daß diese es vor der Tempelhalle verbrennen, um das Holz vom Holzstöße nutznießen zu können.", "Die Rabbanan lehrten: Will jemand es in seinem Hofe mit dem Holze vom Holzstoße verbrennen, so lasse man dies nicht zu; vor dem Tempel mit eigenem Holze, so lasse man dies ebenfalls nicht zu. —", "Allerdings nicht mit dem Holze vom Holzstoße in seinem Hofe, weil etwas davon zurückbleiben und man zu einem Anstoße kommen könnte, weshalb aber nicht mit eigenem Holze vor der Tempelhalle!?", "R. Joseph erwiderte: Um nicht den zu beschämen, der keines hat. Raba erwiderte: Wegen des Verdachtes155Wenn man übrigbleibendes Holz heimbringt, könnten andere glauben, man stehle vom Holze des Heiligtums.. —", "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? — Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen, wenn man Rohr und Strauch bringt, die für den Holzstoß nicht verwendbar sind.", "Dort haben wir gelernt: Der Vorsteher des Beistandes ließ die Unreinen vor das Osttor treten. — Aus welchem Grunde? R. Joseph erwiderte: Um sie zu beschämen. Raba erwiderte: Wegen des Verdachtes156Sie wollen den Tempeldienst meiden, um ihrem Berufe nachgehen zu können.. —", "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? — Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen bei Verweichlichten oder Seilflechtern157Erstere arbeiten ohnehin nicht, letztere erzielen bei der Ausübung ihres Berufes einen sehr geringen Gewinn..", "WENN DAS PESAḤOPFER [AUS DER STADTMAUER] HINAUSGEKOMMEN ODER UNREIN GEWORDEN IST, SO IST ES SOFORT ZU VERBRENNEN; IST DER EIGENTÜMER UNREIN GEWORDEN ODER GESTORBEN, SO LASSE MAN [DAS FLEISCH] DIE FRISCHE VERLIEREN UND VERBRENNE ES AM SECHZEHNTEN [NISAN]; R. JOḤANAN B. BEROQA SAGT, AUCH DIESES IST SOFORT ZU VERBRENNEN, WEIL NIEMAND ES ESSEN KANN.", "GEMARA. Allerdings, das unreine, denn es heißt:158Lev. 7,19.das Fleisch, das mit etwas Unreinem in Berührung gekommen ist, darf nicht gegessen werden, es soll im Feuer verbrannt werden, woher dies aber vom hinausgekommenen? —", "Es heißt:159Lev. 10,18.ist ja doch sein Blut ins Innere des Heiligtums gebracht worden. Moše sprach nämlich zu Ahron: Weshalb habt ihr das Sündopfer nicht gegessen, ist vielleicht sein Blut ins Allerheiligste gebracht worden? Dieser erwiderte: Nein.", "Jener sprach: Ist es vielleicht außerhalb der Umzäunung hinausgebracht worden? Dieser erwiderte: Nein, es war im Heiligtum. Jener versetzte: Weshalb habt ihr es, wenn es im Heiligtum war und sein Blut nicht in das Allerheiligste gebracht worden ist, nicht gegessen!? Demnach ist es, wenn es hinausgekommen oder sein Blut in das Allerheiligste gebracht worden ist, zu verbrennen. —", "Allerdings hat der Allbarmherzige dies vom Unreinen beim Minderheiligen160Der angezogene Schriftvers Lev. 7,19 handelt vom Heilsopfer.offenbart, und um so mehr gilt dies vom Hochheiligen, vom Hinausgekommenen aber finden wir es ja nur beim Hochheiligen, woher dies vom Minderheiligen!? Ferner wird gelehrt, daß, wenn das Blut über Nacht stehen geblieben," ], [ "fortgegossen oder außerhalb der Umzäunung hinausgekommen ist, [das Opfer,] wie uns bekannt ist, zu verbrennen sei; woher dies? —", "Dies ist aus einer Lehre R. Šimo͑ns zu entnehmen. Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n sagte:161Lev. 6,23.Im Heiligtum, soll im Feuer verbrannt werden; dies lehrt, daß das Sündopfer im Heiligtum zu verbrennen sei.", "Ich weiß dies nur von diesem, woher dies von anderen untauglich gewordenen hochheiligen und den Opferteilen von minderheiligen [Opfern]? Es heißt: im Heiligtum, soll im Feuer verbrannt werden. —", "Wir wissen dies vom Hochheiligen, woher dies vom Minderheiligen? — Vielmehr, daß alles, was vom Heiligen untauglich wird, zu verbrennen sei, einerlei ob vom Minderheiligen oder vom Hochheiligen, ist eine überlieferte Lehre, und beim Sündopfer Ahrons ist es nur ein Bericht162Und nicht etwa eine Lehre, daß ein solches zu verbrennen sei.. —", "Sollte doch der Tanna aus der Schule des Rabba b.Abuha, welcher sagt, auch Verwerfliches müsse man163Vor dem Verbrennen.die Frische verlieren lassen,", "und der es aus [dem Worte] Sünde entnimmt, das auch beim Übriggebliebenen164Cf. Lev. 7,18 u. ib. 19,8. gebraucht wird,", "es aus [dem Worte] Sünde entnehmen, das beim Sündopfer Ahrons gebraucht165Das am selben Tage, bevor das Fleisch die Frische verloren hat, verbrannt wurde.wird!?—Er kann dir erwidern: auch bei einem wie das Sündopfer Ahrons müßte man es in Zukunft die Frische verlieren lassen, nur war es da eine Entscheidung für diese Stunde. —", "Wozu ist nun, wo wir sagen, es sei eine überlieferte Lehre, daß alles, was von den heiligen [Opfern] untauglich wird, einerlei ob von hochheiligen oder minderheiligen, zu verbrennen sei, [der Schriftvers] soll im Feuer verbrannt werden nötig!? — Dieser deutet darauf, daß die Verbrennung innerhalb des Heiligtums erfolgen müsse. —", "Wozu heißt es: das Fleisch, das mit etwas Unreinem in Berührung gekommen ist, darf nicht gegessen werden, es soll im Feuer verbrannt werden!? —", "Dies ist an und für sich nötig; man könnte glauben, die Verbrennung erfolge bei untauglich gewordenem Geheiligten nur dann, wenn beispielsweise das Blut übernachtet hat, ausgeschüttet oder außerhalb [des Tempelhofes] hinausgebracht oder [das Opfer] nachts geschlachtet worden ist, was bei Profanem nichts schadet,", "wenn es aber unrein geworden ist, wodurch auch Profanes untauglich wird, sei die Verbrennung, da es wie Profanes behandelt worden165Man hat es vor Unreinheit nicht bewahrt u. dadurch entweiht.ist, nicht erforderlich, sondern auch das Vergraben sei ausreichend, so lehrt er uns.", "IST DER EIGENTÜMER UNREIN GEWORDEN ODER GESTORBEN, SO LASSE MAN [DAS FLEISCH] DIE FRISCHE VERLIEREN &C. R. Joseph sagte: Der Streit besteht nur über den Fall, wenn der Eigentümer nach dem Sprengen unrein geworden ist, sodaß das Fleisch zum Essen tauglich war, wenn aber der Eigentümer vor dem Sprengen unrein geworden ist, sodaß das Fleisch zum Essen nie tauglich war, stimmen alle überein, daß es sofort verbrannt werde.", "Man wandte ein: Die Regel ist: Haftet die Untauglichkeit [dem Opfer] selbst an, so ist es sofort zu verbrennen, wenn aber dem Blute oder dem Eigentümer, so lasse man es zuerst die Frische verlieren, und erst nachher bringe man es in den Verbrennungsraum.", "Er lehrt vom Eigentümer und vom Blute gleichlautend; wie dies vom Blute gilt, wenn es vor dem Sprengen [unrein geworden ist], ebenso vom Eigentümer, wenn vor dem Sprengen!? —", "Vielmehr, ist dies gesagt worden, so wird es wie folgt lauten: Der Streit besteht nur über den Fall, wenn der Eigentümer vor dem Sprengen unrein geworden ist, sodaß das Fleisch zum Essen nie tauglich war, und es der Untauglichkeit [des Opfers] gleicht, wenn aber nach dem Sprengen, sodaß das Fleisch zum Essen tauglich war, stimmen alle überein, daß man es, da die Untauglichkeit durch etwas anderes veranlaßt worden ist, die Frische verlieren lassen müsse.", "R. Joḥanan aber sagte, der Streit bestehe auch über den Fall, wenn nach dem Sprengen. R. Joḥanan vertritt hierbei seine Ansicht, denn R. Joḥanan sagte: R. Joḥanan b.Beroqa und R. Neḥemja lehrten ein und dasselbe. R. Joḥanan b. Beroqa lehrte das, wovon wir eben sprachen,", "was lehrte R. Neḥemja? Es wird gelehrt: R. Neḥemja sagte, jenes166Das Sündopfer Ahrons, da der Leidtragende nichts Heiliges essen darf.sei wegen eines Trauerfalles verbrannt worden, deshalb heißt es:167Lev. 10,19; dieser Schriftvers deutet auf den Lev. 10,2 genannten Trauerfall.dieses;", "ein Trauerfall gleicht168Da die Untauglichkeit nicht am Opfer haftet.[der Verunreinigung] nach dem Sprengen, und es wurde sofort verbrannt." ], [ "Rabba fügte noch R. Jose den Galiläer hinzu, denn es wird gelehrt: R. Jose der Galiläer sagte: Dieser ganze Abschnitt169Cf. Lev. 6,23.handelt nur von den zu verbrennenden Farren170Der Opfer der Gemeinde und des Hochpriesters; cf. Lev. 4,3ff.und Ziegenböcken, daß sie nämlich untauglich vor dem Tempel zu verbrennen sind, und daß man, wenn man sie ißt, ein Verbot übertrete.", "Jene entgegneten ihm: Woher dies demnach vom Sündopfer, dessen Blut in das Allerheiligste gebracht worden ist? Dieser erwiderte ihnen: [Es heißt:] ist ja doch sein Blut nicht ins Innere des Heiligtums gebracht worden; demnach ist es, wenn es außerhalb oder das Blut [in das Allerheiligste] gebracht worden ist, zu verbrennen.", "R. Joḥanan aber ist der Ansicht, die Untauglichkeit des Blutes und des Fleisches gehören zusammen, die des Eigentümers ist für sich171Er zählt RJ. den Galiläer nicht mit, da dieser nur von der Unreinheit des Blutes u. nicht des Eigentümers spricht.besonders.", "DIE KNOCHEN, DIE SEHNEN UND DAS ÜBRIGGEBLIEBENE SIND AM SECHZEHNTEN ZU VERBRENNEN; FÄLLT DER SECHZEHNTE AUF EINEN ŠABBATH, SO SIND SIE AM SIEBZEHNTEN ZU VERBRENNEN, WEIL DIES WEDER DEN ŠABBATH NOCH DAS FEST VERDRÄNGT.", "GEMARA. R. Mari b. Abuha sagte im Namen R. Jiçḥaqs: Opferknochen, die Übriggebliebenem gedient172Wenn sich in diesem nach der Frist Mark befindet.haben, machen die Hände173Cf. infra Fol. 85a.unrein, weil sie Träger des Verbotenen geworden sind. Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Die Knochen, die Sehnen und das Übriggebliebene sind am sechzehnten zu verbrennen.", "Von welchen Knochen wird hier gesprochen: wollte man sagen, in denen kein Mark ist, so kann man sie ja fortwerfen, wozu verbrennen, wahrscheinlich doch, in denen Mark ist.", "Allerdings sind sie zu verbrennen, wenn du sagst, Übriggebliebenem dienen sei von Belang, wozu aber ist die Verbrennung nötig, wenn du sagst, Übriggebliebenem dienen sei belanglos, man sollte sie doch zerbrechen, das Mark herausnehmen und verbrennen, und sie selbst fortwerfen!? Hieraus ist also zu entnehmen, daß Übriggebliebenem dienen von Belang sei. —", "Nein, tatsächlich, kann ich dir erwidern, Übriggebliebenem dienen sei belanglos, nur erklärt er:174Ex. 12,46.an ihm, sowohl an einem tauglichen als auch an einem untauglichen175Man darf die Knochen nicht zerbrechen, auch wenn das Mark untauglich ist.. —", "«Als auch an einem untauglichen», wie kommst du darauf, wir haben ja gelernt, wer von einem reinen [Pesaḥopfer] etwas übrigläßt oder von einem unreinen [Knochen] zerbricht, erhalte nicht die vierzig [Geißelhiebe]!? — Das ist kein Einwand; dies, wenn es eine Zeit der Tauglichkeit hatte, jenes, wenn es keine Zeit der Tauglichkeit hatte176Vom Übriggebliebenen, das zuvor tauglich war, darf man die Knochen nicht zerbrechen, wohl aber vom Unreinen, das nie tauglich war.. —", "Welcher Tanna unterscheidet zwischen dem, was eine Zeit der Tauglichkeit hatte, und dem, was keine Zeit der Tauglichkeit hatte? — Es ist R. Ja͑qob, denn es wird gelehrt:174Ex. 12,46.Keinen Knochen sollt ihr an ihm zerbrechen; an ihm, an einem tauglichen, nicht aber an einem untauglichen. R. Ja͑qob sagte: Hatte es eine Zeit der Tauglichkeit und wurde untauglich, so gilt dabei [das Verbot] des Zerbrechens eines Knochens, hatte es nie eine Zeit der Tauglichkeit, so gilt nicht dabei [das Verbot] des Zerbrechens eines Knochens. R. Šimo͑n sagte: Weder bei diesem noch bei jenem gilt [das Verbot] des Zerbrechens eines Knochens.", "Man wandte ein: Die Knochen der Opfer benötigen alle nicht der Verbrennung, ausgenommen die Knochen des Pesaḥopfers, wegen des Anstoßes177Man könnte dazu kommen, sie zu zerbrechen.. Von welchen Knochen wird hier gesprochen: wollte man sagen, in denen kein Mark ist, wozu benötigen sie der Verbrennung, wahrscheinlich doch, in denen Mark ist. Wieso benötigen nun, wenn du sagst, dem Übriggebliebenen dienen sei von Belang, die Knochen der Opfer nicht der Verbrennung!?", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn man sie zerbrochen178Wörtl. gelöst, wenn sie kein Mark mehr haben.findet; Knochen von anderen Opfern, bei denen [das Verbot] des Zerbrechens eines Knochens keine Geltung hat, hat man wohl zerbrochen, bevor sie Übriggebliebenes geworden sind, somit haben sie Übriggebliebenem nicht gedient und benötigen nicht der Verbrennung,", "Knochen des Pesaḥopfers aber, bei denen [das Verbot] des Zerbrechens eines Knochens Geltung hat, hat man wohl zerbrochen, nachdem sie Übriggebliebenes geworden sind, somit haben sie Übriggebliebenem gedient und benötigen der Verbrennung.", "R. Zebid erklärte: Hier handelt es sich um den Fall," ], [ "wenn man Haufen findet, unter denen zerbrochene sich befinden; von Knochen anderer Opfer, bei denen [das Verbot] des Zerbrechens eines Knochens keine Geltung hat, [nehme man an,] man habe alle zerbrochen und das Mark gegessen, somit benötigen sie nicht der Verbrennung,", "von Knochen des Pesaḥopfers aber, bei denen [das Verbot] des Zerbrechens eines Knochens Geltung hat, hat man wohl diese zerbrochen und die anderen nicht, daher benötigen sie der Verbrennung.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Alle Sehnen [des Pesaḥopfers] gelten179Man entledigt sich damit der Pflicht am Pesaḥfeste.als Fleisch, ausgenommen die Halsadern. —", "Wir haben gelernt: Die Knochen, die Sehnen und das Übriggebliebene sind am sechzehnten zu verbrennen. Von welchen Sehnen wird hier gesprochen: wollte man sagen, von den Fleischadern, so sollte man sie ja essen, und wenn man sie zurückläßt, so sind sie Übriggebliebenes, wahrscheinlich doch von den Halsadern.", "Allerdings benötigen sie der Verbrennung, wenn du sagst, sie gelten als Fleisch, weshalb aber benötigen sie der Verbrennung, wenn du sagst, sie gelten nicht als Fleisch!? R. Ḥisda erwiderte: Dies bezieht sich auf die Spannader180Cf. Gen. 32.33., und zwar nach R. Jehuda.", "Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagte, [das Verbot des Essens] habe nur bei einer181Der beiden Spannadern; die andere ist zu verbrennen.Geltung, und es leuchtet ein, daß es die rechte ist. —", "Demnach ist ja hieraus zu entnehmen, daß es R. Jehuda unentschieden182Hul. Fol. 90b wird die Frage aufgeworfen, ob dies RJ. entschieden od. unentschieden war.war, denn wenn ihm dies entschieden wäre, so sollte man ja die erlaubte essen und die verbotene fortwerfen, wozu die Verbrennung!?", "R. Iqa b. Ḥenana erwiderte: In dem Falle, wenn man sie vorher kannte und sie nachher vermischt worden sind.", "R. Aši erklärte: Dies bezieht sich auf das Fett der Spannader. Es wird nämlich gelehrt: Das Fett derselben ist erlaubt, nur sind die Jisraéliten Heilige und haben dabei ein Verbot eingeführt.", "Rabina erwiderte: Dies bezieht sich auf die äußere, nach einer Lehre des R. Jehuda im Namen Šemuéls, denn R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Es sind zwei [Spannadern], die innere am Knochen ist verboten, und man ist wegen dieser schuldig, die äußere am Fleische ist zwar verboten, jedoch ist man wegen dieser nicht schuldig.", "FÄLLT DER SECHZEHNTE &C. Weshalb denn, sollte doch das Gebot der Verbrennung das Verbot, Arbeit am Feste zu verrichten, verdrängen!? —", "Ḥizqija sagte, auch wurde es in der Schule Ḥizqijas gelehrt: Die Schrift sagt:183Ex. 12,10.ihr sollt davon nichts bis zum Morgen zurücklassen; was davon bis zum Morgen übrigbleibt, soll im Feuer verbrannt werden; [die Worte] bis zum Morgen brauchten ja nicht wiederholt zu werden, und wenn sie dennoch wiederholt werden, so ist damit ein zweiter Morgen für die Verbrennung gegeben.", "Abajje erklärte: Die Schrift sagt:184Num. 28.10.ein Brandopfer von Šabbath zu Šabbath, nicht aber ein Brandopfer des Wochentages am Šabbath, noch ein Brandopfer des Wochentages185Selbst das Aufräuchern der Opferteile des Alltagopfers verdrängt das Fest nicht, u. um so weniger die Verbrennung untauglicher Teile.am Feste.", "Raba erklärte: Die Schrift sagt:186Ex. 12,16.nur das allein dürft ihr bereiten, nur das, nicht aber Vorbereitungen187Alles, was vorher besorgt werden kann., allein," ], [ "nicht aber die äußerst zeitliche Beschneidung, hinsichtlich welcher man sonst [einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere folgern188Daß sie den Š. wohl verdränge; cf. Sab. Fol. 132b.würde.", "R. Aši erklärte:189Lev. 23,3.Ein Ruhetag, das ist (am Feste) ein Gebot, und das Gebot (der Verbrennung) verdrängt nicht ein Verbot und ein Gebot.", "ALLES, WAS VON EINEM AUSGEWACHSENEN OCHSEN GEGESSEN WIRD, WERDE AUCH VON EINEM JUNGEN BÖCKCHEN190Bei etwaiger Beteiligung mehrerer Personen gelten solche Teile als Fleisch.gegessen, auch die LIGAMENTE191So Maimonides; nach anderer, mehr dem Wortlaute entsprechender Erklärung: die Spitzen der Schulterblätter. UND KNORPELTEILE.", "GEMARA. Rabba wies auf einen Widerspruch hin: Es heißt, alles, was von einem ausgewachsenen Ochsen gegessen wird, werde auch von einem jungen Böckchen gegessen, demnach das nicht, was nicht gegessen wird, dagegen heißt es im Schlußsatze: auch die Ligamente und Knorpelteile, und diese werden ja von einem ausgewachsenen Ochsen nicht gegessen!? —", "Hierüber [streiten vielmehr] Tannaím, und [die Mišna] muß wie folgt lauten: Alles, was von einem ausgewachsenen Ochsen gegessen wird, werde auch von einem jungen Böckchen gegessen, nicht aber, was [von einem solchen] nicht gegessen wird; manche sagen: auch die Ligamente und die Knorpelteile.", "Raba erklärte: Dies ist nur eine Spezifizierung, und er meint es wie folgt: Alles, was von einem ausgewachsenen Ochsen gesotten gegessen wird, werde von einem jungen Böckchen auch gebraten gegessen, das sind nämlich die Ligamente und Knorpelteile.", "Übereinstimmend mit Raba wird auch gelehrt: Alles, was von einem ausgewachsenen Ochsen gesotten gegessen wird, werde von einem jungen Böckchen auch gebraten gegessen, das sind nämlich die Ligamente und die Knorpelteile; die weichen Sehnen gelten als Fleisch.", "Es wurde gelehrt: An den Sehnen, die später hart werden, kann man192Wenn das Fleisch für alle Beteiligten nicht ausreicht.sich beim Pesaḥopfer, wie R. Joḥanan sagt, beteiligen, und wie Reš Laqiš sagt, nicht beteiligen. R. Joḥanan sagt, man könne sich wohl beteiligen, weil man sich nach dem jetzigen Stande richte, und Reš Laqiš sagt, man könne sich nicht beteiligen, weil man sich nach dem späteren Stande richte.", "Reš Laqiš wandte gegen R. Joḥanan ein: Alles, was von einem ausgewachsenen Ochsen gegessen wird, werde auch von einem jungen Böckchen gegessen, das sind nämlich die Ligamente und die Knorpelteile. Nur diese, und nicht Sehnen, die später hart werden!? Dieser erwiderte: Er lehrt es von diesen, was aber auch von jenen gilt. Die Ligamente wohl deshalb, weil sie von einem ausgewachsenen Ochsen gesotten gegessen werden, und auch jene werden von einem ausgewachsenen Ochsen gesotten gegessen.", "R. Jirmeja sprach zu R. Abin: Wenn du zu R. Abahu gehst, weise ihn auf folgenden Widerspruch hin: Kann R. Joḥanan denn gesagt haben, man könne sich beim Pesaḥopfer an den Sehnen beteiligen, die später hart werden, wonach man sich nach dem jetzigen Stande richte, Reš Laqiš fragte ja R. Joḥanan, ob die Kopfhaut von einem jungen Kalbe193Die von einem solchen mitgegessen wird. [als Speise] verunreinigungsfähig sei, und dieser erwiderte, sie sei nicht verunreinigungsfähig, wonach man sich also nach dem späteren Stande richte!?", "Dieser erwiderte: Wer dich auf diesen Widerspruch hingewiesen hat, achtete nicht auf sein Mehl; R. Joḥanan trat ja zurück und bekannte sich zur Ansicht des Reš Laqiš, und er sprach zu ihm: Reize mich nicht, ich lehre sie194Jene Lehre, aus der RL. gegen RJ. einen Einwand erhob (cf. Hul. Fol. 122b), u. aus der RL. den Beweis erbringen wollte, daß man sich nach dem jetzigen Stande richte.als Ansicht eines einzelnen.", "WER VON EINEM REINEN PESAḤOPFER EINEN KNOCHEN ZERBRICHT, ERHÄLT DIE VIERZIG GEISSELHIEBE; WER ABER VON EINEM REINEN ETWAS ÜBRIGLÄSST ODER VON EINEM UNREINEN EINEN KNOCHEN ZERBRICHT, ERHÄLT DIE VIERZIG GEISSELHIEBE NICHT.", "GEMARA. Erklärlich ist dies vom Übriglassen von einem reinen, denn es wird gelehrt·:183Ex. 12,10.Ihr sollt davon nichts bis zum Morgen zurücklassen, was aber bis zum Morgen zurückbleibt &c., die Schrift läßt ein Gebot auf das Verbot folgen, um zu sagen, daß man dieserhalb keine Geißelhiebe195Diese erhält man nur wegen Übertretung eines Verbotes, nicht aber wegen Unterlassung eines Gebotes.erhalte — so R. Jehuda;", "R. Ja͑qob sagt, nicht aus diesem Grunde, sondern weil es ein Verbot ist, wobei keine Handlung ausgeübt wird, und wegen eines solchen erhält man keine Geißelhiebe. Woher dies aber vom Zerbrechen von einem unreinen!? — Die Schrift sagt:196Ex. 12,46.ihr sollt an ihm keinen Knochen zerbrechen, an ihm, an einem tauglichen, nicht aber an einem untauglichen.", "Die Rabbanan lehrten: Ihr sollt an ihm keinen Knochen zerbrechen, an ihm, an einem tauglichen, nicht aber an einem untauglichen. Rabbi sagte:196Ex. 12,46.In einem Hause soll es gegessen werden; ihr sollt an ihm keinen Knochen zerbrechen; bei dem, was zum Essen geeignet ist, gilt [das Verbot] des Zerbrechens eines Knochens, und bei dem, was nicht zum Essen geeignet ist, gilt nicht [das Verbot] des Zerbrechens eines Knochens. —", "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen!? R. Jirmeja erwiderte: Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen bei einem in Unreinheit dargebrachten Pesaḥopfer; nach demjenigen, welcher sagt, es müsse tauglich sein," ], [ "ist dieses ja untauglich, und nach demjenigen, welcher sagt, es müsse zum Essen geeignet sein, ist auch dieses zum Essen197Das in Unreinheit dargebrachte P. ist auch in Unreinheit zu essen; cf. supra Fol. 76b. geeignet.", "R. Joseph sagte: In einem solchen Falle stimmen alle überein, daß dabei [das Verbot] des Zerbrechens eines Knochens nicht gilt, denn Rabbi ist erleichternd, und dieses ist untauglich;", "einen Unterschied gibt es zwischen ihnen vielmehr in dem Falle, wenn es eine Zeit der Tauglichkeit hatte und untauglich geworden ist; nach demjenigen, welcher sagt, es müsse tauglich sein, war ja auch dieses198Bei der Herrichtung.tauglich, und nach demjenigen, welcher sagt, es müsse zum Essen geeignet sein, ist dieses jetzt nicht zum Essen geeignet.", "Abajje sagte: In einem solchen Falle stimmen alle überein, daß dabei [das Verbot] des Zerbrechens eines Knochens nicht gilt, da es jetzt untauglich ist, einen Unterschied gibt es zwischen ihnen vielmehr beim Zerbrechen eines Knochens noch am Tage199Bevor die Zeit zum Essen herangereicht ist.; nach demjenigen, welcher sagt, es müsse tauglich sein, ist dieses ja tauglich, und nach demjenigen, welcher sagt, es müsse zum Essen brauchbar sein, ist dieses jetzt zum Essen nicht brauchbar.", "Man wandte ein: Rabbi sagte: Man kann sich [beim Pesaḥopfer] am Kopfhirn beteiligen, nicht aber am Knochenmark. Am Kopfhirn wohl deshalb, weil man es herausholen kann, und wenn du sagst, das Zerbrechen des Knochens sei am Tage erlaubt, kann man ja auch einen Knochen am Tage zerbrechen, das Mark herausholen und sich daran beteiligen!? —", "Abajje kann dir erwidern: auch nach deiner Erklärung kann man ja sogar, nachdem es finster geworden ist, eine Kohle holen, [den Knochen] darauf legen, ihn verbrennen, das Mark herausholen und sich daran beteiligen, denn es wird gelehrt, das Verbot des Zerbrechens eines Knochens gelte nicht beim Verbrennen von Knochen und Zerschneiden von Sehnen!?", "Du mußt also sagen, nach Abajje [sei dies unzulässig], weil [der Knochen] platzen könnte, und nach Raba, weil man dadurch Geheiligtes mit den Händen zerstört, denn das Feuer könnte etwas vom Mark verbrennen; ebenso ist es auch noch am Tage verboten, mit Rücksicht auf [die Zeit] nach dem Finsterwerden.", "R. Papa sagte: In einem solchen Falle stimmen alle überein, daß dabei [das Verbot] des Zerbrechens eines Knochens gilt, weil es ja abends zum Essen brauchbar ist, sie streiten vielmehr über den Fall, wenn ein Glied teilweise außerhalb [Jerušalems]200Der Mauer Jerušalems od. des Hauses, in dem man es ißt (cf. Ex. 12,46). Man muß diesen Teil bis zum Knochen ablösen; cf. infra Fol. 85b.hinausgekommen ist; nach demjenigen, welcher sagt, es müsse tauglich sein, ist auch dieses tauglich, und nach demjenigen, welcher sagt, es müsse zum Essen geeignet sein, ist dieses zum Essen nicht geeignet.", "Es wird nämlich gelehrt: R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagte: Wenn ein Glied teilweise außerhalb [Jerušalems] hinausgekommen ist und man [den Knochen] zerbrochen hat, so gilt hierbei nicht [das Verbot] des Zerbrechens eines Knochens.", "R. Šešeth, Sohn des R. Idi, sagte: In einem solchen Falle stimmen alle überein, daß hierbei [das Verbot] des Zerbrechens eines Knochens nicht gilt, weil dieses Glied untauglich ist, einen Unterschied gibt es vielmehr zwischen ihnen in dem Falle, wenn man einen Knochen halbroh201Cf. Ex. 12,9.zerbricht; nach demjenigen, welcher sagt, es müsse tauglich sein, ist auch dieses tauglich, und nach demjenigen, welcher sagt, es müsse zum Essen geeignet sein, ist es jetzt zum Essen nicht geeignet.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: In einem solchen Falle gilt [das Verbot] des Zerbrechens eines Knochens, denn es ist, da man es gar braten kann, zum Essen geeignet, einen Unterschied gibt es zwischen ihnen vielmehr beim Zerbrechen des Fettschwanzknochens; nach demjenigen, welcher sagt, es müsse tauglich sein, ist auch dieser tauglich, und nach demjenigen, welcher sagt, es müsse zum Essen geeignet sein, ist dieser nicht zum Essen geeignet, weil der Fettschwanz dem Höchsten darzubringen ist.", "R. Aši sagte: In einem solchen Falle gilt [das Verbot] des Zerbrechens eines Knochens entschieden nicht, da er überhaupt nicht zum Essen geeignet ist, einen Unterschied gibt es zwischen ihnen vielmehr bei einem Knochen, an dem kein olivengroßes Quantum [Fleisch] ist; nach demjenigen, welcher sagt, es müsse tauglich sein, ist auch dieser tauglich, und nach demjenigen, welcher sagt, es müsse zum Essen geeignet sein, ist das Quantum einer Speise erforderlich, was dieser nicht hat.", "Rabina sagte: In einem solchen Falle gilt [das Verbot] des Zerbrechens eines Knochens nicht, denn es muß das für eine Speise erforderliche Quantum haben, einen Unterschied gibt es zwischen ihnen vielmehr bei einem Knochen, der an der [Bruch]stelle kein olivengroßes Quantum Fleisch hat, wohl aber an einer anderen Stelle; nach demjenigen, welcher sagt, es müsse tauglich sein, ist es auch dieser, und nach demjenigen, welcher sagt, es müsse zum Essen geeignet sein, muß es an der Bruchstelle das für eine Speise erforderliche Quantum haben, was dieser nicht hat.", "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit vier von diesen [Auslegern], denn es wird gelehrt: Rabbi sagte:202Ex. 12,46.In einem Hause soll es gegessen werden; ihr sollt an ihm keinen Knochen zerbrechen; man ist nur wegen des tauglichen schuldig, nicht aber wegen des untauglichen.", "Hatte es eine Zeit der Tauglichkeit und wurde beim Essen untauglich, so gilt dabei [das Verbot] des Zerbrechens203Übereinstimmend mit RJ.eines Knochens; hatte es nie eine Zeit der Tauglichkeit, so gilt dabei nicht [das Verbot] des Zerbrechens204Übereinstimmend mit Rabina.eines Knochens.", "Hat es das für eine Speise erforderliche Quantum, so gilt dabei [das Verbot] des Zerbrechens eines Knochens; hat es nicht das für eine Speise erforderliche Quantum, so gilt dabei [das Verbot] des Zerbrechens eines Knochens nicht. Bei dem, was zum Essen bestimmt ist, gilt [das Verbot] des Zerbrechens205Übereinstimmend mit R. Naḥman.eines Knochens;", "bei dem, was für den Altar bestimmt ist, gilt nicht [das Verbot] des Zerbrechens eines Knochens.", "Zur Zeit des Essens gilt [das Verbot] des Zerbrechens206Übereinstimmend mit Abajje.eines Knochens; außerhalb der Zeit des Essens gilt dabei nicht [das Verbot] des Zerbrechens eines Knochens.", "Es wurde gelehrt: Bei einem Knochen, der an der [Bruch]stelle kein olivengroßes Quantum Fleisch hat, an einer anderen Stelle aber ein olivengroßes Quantum Fleisch hat, gilt, wie R. Joḥanan sagt, [das Verbot] des Zerbrechens eines Knochens, und wie R. Šimo͑n b. Laqiš sagt, gilt dabei nicht [das Verbot] des Zerbrechens eines Knochens.", "R. Joḥanan wandte gegen R. Šimo͑n b. Laqiš ein: Ihr sollt an ihm keinen Knochen zerbrechen, einerlei, ob ein Knochen, an dem ein olivengroßes Quantum Fleisch ist, oder ein Knochen, an dem kein olivengroßes Quantum Fleisch ist. Was heißt ‘an dem kein olivengroßes Quantum Fleisch ist’: wollte man sagen, an dem überhaupt kein olivengroßes Quantum Fleisch ist, wieso gilt dabei [das Verbot] des Zerbrechens eines Knochens!? Wahrscheinlich meint er es wie folgt: einerlei ob ein Knochen, der ein olivengroßes Quantum Fleisch an der [Bruch]stelle hat, oder der an der [Bruch]stelle kein olivengroßes Quantum Fleisch hat, wohl aber an einer anderen Stelle ein olivengroßes Quantum Fleisch hat. Dies ist also ein Einwand, gegen R. Šimo͑n b. Laqiš.", "Dieser erwiderte:" ], [ "Nein, er meint es wie folgt: einerlei ob ein Knochen, der ein olivengroßes Quantum Fleisch von außen hat, oder ein Knochen, der kein olivengroßes Quantum Fleisch von außen, wohl aber ein olivengroßes Quantum Fleisch an der Bruchstelle innen207Dh. Mark, das ebenfalls als Fleisch gilt.hat.", "Es wird auch gelehrt: Ihr sollt an ihm keinen Knochen zerbrechen, einerlei, ob ein Knochen, der Mark hat, oder ein Knochen, der kein Mark hat; wie aber halte ich aufrecht [die Worte]:208Ex. 12,8.sie sollen in dieser Nacht das Fleisch essen? Das Fleisch am Knochen.", "Vielleicht ist dem nicht so, sondern bezieht sich dies auch auf das Fleisch im Knochen, und [die Worte:] ihr sollt an ihm keinen Knochen zerbrechen, halte man dadurch aufrecht, indem man sie auf Knochen, die kein Mark haben, beziehe, während man Knochen, die Mark haben, zerbreche und [das Mark] esse, und dies braucht dich nicht zu wundern, denn das Gebot verdrängt ja das Verbot!?", "Es heißt vom zweiten Pesaḥopfer:209Num. 9,12.sie sollen keinen Knochen an ihm zerbrechen, und da dies nicht nötig ist, denn es heißt bereits:209Num. 9,12.nach allen für das Pesaḥopfer geltenden Satzungen sollen sie es herrichten, so deutet dies darauf: einerlei ob ein Knochen, in dem Mark ist, oder ein Knochen, in dem kein Mark ist.", "Man wandte ein: Wenn ein Glied teilweise außerhalb hinausgekommen200Der Mauer Jerušalems od. des Hauses, in dem man es ißt (cf. Ex. 12,46). Man muß diesen Teil bis zum Knochen ablösen; cf. infra Fol. 85b.ist, so schneide man [das Fleisch] bis zum Knochen ein, schäle es bis zum Gelenke ab und schneide [das210Den Knochen, der sich zum Teil außerhalb befand, werfe man ganz fort, vom Fleische dagegen darf man das essen, was sich innerhalb befand.Glied] weg.", "Wozu braucht man nun, wenn du sagst, bei einem Knochen, der an der [Bruch]stelle kein olivengroßes Quantum Fleisch hat, wohl aber an einer anderen Stelle, gelte nicht [das Verbot] des Zerbrechens eines Knochens, bis zum Gelenke abzuschälen und [das Glied] wegzuschneiden, man sollte doch nur etwas wegschälen und [den Knochen] durchbrechen!?", "Abajje erwiderte: Wegen des Platzens211An einer Stelle unter dem Fleische.. Rabina erwiderte: Dies gilt vom Schenkelknochen212In dem Mark ist, das man nicht wegschälen kann..", "Dort haben wir gelernt: Verwerfliches, Übriggebliebenes und Unreines machen die Hände unrein. R. Hona und R. Ḥisda [streiten] hierüber: einer erklärt, wegen der Verdächtigkeit213Aus Animosität gegen den Darbringenden das Opfer absichtlich untauglich zu machen.der Priester, und einer erklärt, wegen der Nachlässigkeit214Das Opferfleisch aufzuessen.der Priester.", "Einer bezieht dies auf das Verwerfliche, und einer bezieht dies auf das Übriggebliebene. Wer dies auf das Verwerfliche bezieht, [begründet:] wegen Verdächtigkeit der Priester, und wer dies auf das Übriggebliebene bezieht, [begründet:] wegen Nachlässigkeit der Priester.", "Einer lehrt dies von einem olivengroßen Quantum, und einer lehrt dies von einem eigroßen Quantum. Einer lehrt dies vom olivengroßen Quantum, wie beim Verbote, und einer lehrt dies vom eigroßen Quantum, wie bei der Verunreinigung215Verboten ist eine Speise (an sich bezw. bei Verbot des Essens) schon bei Olivengröße, verunreinigungsfähig ist sie erst bei Eigröße..", "Sie fragten: Haben die Rabbanan beim Hinausgekommenen Unreinheit angeordnet oder nicht: haben sie nur beim Übriggebliebenen Unreinheit angeordnet, damit man nicht nachlässig214Das Opferfleisch aufzuessen.sei, beim Hinausgekommenen aber haben sie keine Unreinheit angeordnet, weil man es nicht absichtlich hinausbringt, oder gibt es hierbei keinen Unterschied? —", "Komm und höre: Wenn ein Glied teilweise außerhalb hinausgekommen ist, so schneide man [das Fleisch] bis zum Knochen ein, schäle es bis zum Gelenke ab und schneide [das Glied] weg. Wieso nützt nun, wenn du sagen wolltest, die Rabbanan haben dabei Unreinheit angeordnet, das Wegschneiden, es macht ja unrein!? —", "Es ist eine unsichtbare216Dh. die Berührungsstelle ist unsichtbar. Unreinheit, und die unsichtbare Unreinheit macht nicht unrein. —", "Wie ist es aber nach Rabina zu erklären, welcher sagt, bei Speisen gäbe es keine Verbindung217Des unreinen Teiles mit dem reinen, um als verborgene Unreinheit zu gelten., vielmehr gelten sie als getrennt: sie berühren ja einander und werden unrein!? — Vielmehr, nach dem, der es von einem olivengroßen Quantum lehrt, wenn es kein olivengroßes Quantum hat, und nach dem, der es von einem eigroßen Quantum lehrt, wenn es kein eigroßes Quantum hat218Es ist nicht verboten bezw. nicht verunreinigungsfähig.. —", "Komm und höre: Wenn man Fleisch vom Pesaḥopfer von einer Gesellschaft zu einer anderen bringt, so ist es rein, obgleich dies mit einem Verbote belegt ist. Doch wohl rein und [zum Essen] verboten. Was von einer Gesellschaft zu einer anderen kommt, gleicht ja dem, was außerhalb der Mauer hinauskommt und untauglich wird, dennoch lehrt er, es sei rein; demnach haben die Rabbanan dabei keine Unreinheit angeordnet. —", "Nein, rein und zum Essen erlaubt, denn was von einer Gesellschaft zu einer anderen kommt, gleicht nicht dem, was außerhalb der Mauer hinauskommt, und es ist nicht untauglich. —", "Im Schlußsatze lehrt er ja aber, wer es ißt, übertrete ein Verbot: allerdings gilt dies nach demjenigen, der es von einem eigroßen Quantum lehrt, von dem Falle, wenn es ein olivengroßes und kein eigroßes Quantum219Cf. Anm. 215.hat, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, der es von einem olivengroßen Quantum220Wenn es kein olivengroßes Quantum hat, kann man ja auch nicht strafbar sein.lehrt!? —", "Vielmehr, hinsichtlich des hinausgekommenen Pesahopfers ist es überhaupt nicht fraglich, hierbei haben die Rabbanan keine Unreinheit angeordnet, weil Mitglieder der Gesellschaft hurtig und vorsichtig sind, fraglich ist es nur hinsichtlich des hinausgekommenen Opferfleisches. — Diese Frage bleibt unentschieden.", "Woher dies vom Hinausbringen des Fleisches vom Pesaḥopfer" ], [ "aus einer Gesellschaft in eine andere221Im selben Hause.!? — Es wird gelehrt:222Ex. 12,46.Du sollst vom Fleische nichts außerhalb des Hauses hinausbringen; ich weiß dies nur [vom Hinausbringen] aus einem Hause nach einem anderen, woher dies [vom Hinausbringen] aus einer Gesellschaft in eine andere? Es heißt außerhalb, außerhalb des Speiseraumes.", "R. Ami sagte: Wer Fleisch des Pesahopfers aus einer Gesellschaft in eine andere hinausbringt, ist nur dann schuldig, wenn er es auch niederlegt, denn wie beim Šabbathgesetze wird auch hierbei [der Ausdruck] ‘hinausbringen’ gebraucht, und wie beim Šabbathgesetze eine Fortnahme und ein Niederlegen erfolgen223Um wegen des Tragens aus einem Gebiete nachdem anderen (cf. Sab. Fol. 6a) schuldig zu sein.muß, ebenso auch hierbei, wenn eine Fortnahme und ein Niederlegen erfolgt ist.", "R. Abba b.Mamal wandte ein: Man trägt sie224Die zu verbrennenden Farren; cf. Zeb. Fol. 104b.auf Stangen hinaus, und sobald die vorderen [Träger] außerhalb der Vorhofmauer sind und die hinteren noch nicht, sind die Kleider der vorderen unrein, die der hinteren nicht. Sie haben sie ja noch nicht niedergelegt!?", "Er wandte dies ein, und er selbst erklärte es: Wenn man sie schleift225Auf dem Fußboden; sie liegen schon beim Tragen..", "WENN EIN GLIED TEILWEISE AUSSERHALB HINAUSGEKOMMEN200Der Mauer Jerušalems od. des Hauses, in dem man es ißt (cf. Ex. 12,46). Man muß diesen Teil bis zum Knochen ablösen; cf. infra Fol. 85b.IST, SO SCHNEIDE MAN DAS FLEISCH BIS ZUM KNOCHEN EIN, SCHÄLE ES BIS ZUM GELENKE AB UND SCHNEIDE [DAS GLIED] WEG; BEI ANDEREN OPFERN, BEI DENEN ES KEIN [VERBOT] DES ZERBRECHENS EINES KNOCHENS GIBT, HAUE MAN ES MIT EINEM HACKEMESSER AB.", "VON DER TÜRFUGE226Die Stelle, wo die Tür hängt und anschlägt.einwärts gehört zum INNENRAUME, VON DER TÜRFUGE AUSWÄRTS GEHÖRT ZUM AUSSENRAUME. DIE FENSTER UND DIE MAUERDICKE GEHÖREN ZUM INNENRAUME.", "GEMARA. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Dasselbe gilt auch vom Gebete227Zum gemeinsamen Gebete müssen zehn Personen in einem Baume vorhanden sein.. Er streitet somit gegen R. Jehošua͑ b. Levi, denn R. Jehošua͑ b. Levi sagte, selbst eine eiserne Scheidewand trenne nicht zwischen Jisraél und seinem Vater im Himmel.", "Dies widerspricht sich ja selbst: zuerst heißt es, von der Türfuge einwärts gehöre zum Innenraume, wonach die Türfuge selbst zum Außenraume gehört; wie ist nun der Schlußsatz zu erklären: von der Türfuge auswärts gehört zum Außenraume, wonach die Türfuge selbst zum Innenraume gehört!? —", "Das ist kein Widerspruch; das eine gilt von den Toren des Vorhofes, und das eine gilt von den Toren Jerušalems.", "R. Šemuél b. R. Jiçḥaq sagte nämlich, die Tore Jerušalems seien deshalb nicht geheiligt worden, weil die Aussätzigen228Die aus der Stadt verwiesen wurden und vor der Stadtmauer weilten.innerhalb derselben bei Sonnenschein vor der Sonne und bei Regen vor dem Regen sich schützen.", "Ferner sagte R. Šemuél b. R. Jiçḥaq: Das Nikanortor wurde deshalb nicht geheiligt, weil die Aussätzigen vor diesem standen und die Daumen ihrer Hände hineinreichten229Am 8. Reinheitstage, an dem sie (durch Besprengung der Daumen mit dem Opferblute) reingesprochen werden; als Unreine durften sie den Vorhof nicht betreten..", "DIE FENSTER UND DIE MAUERDICKE &C. Rabh sagte: Dächer und Söller sind nicht geheiligt230Entsprechend der Heiligkeit der Häuser selbst; sowohl die des Tempels als auch die der ganzen Stadt Jerušalem.worden. — Dem ist ja aber nicht so, Rabh sagte ja im Namen R. Ḥijas, daß bei einem olivengroßen Stücke des Pesaḥopfers beim [Lesen] des Lobliedes das Dach platzte231Dh. wenn die Beteiligten am Pesaḥopfer so zahlreich waren, daß auf jeden nur ein olivengroßes Stück Fleisch kam, so machten sie einen ungeheueren Lärm beim Lesen des Lobliedes.." ], [ "Wahrscheinlich aßen sie ja auf dem Dache232Demnach waren die Dächer geheiligt worden.und lasen es auf dem Dache!? — Nein, sie aßen im Erdgeschosse und lasen es auf dem Dache. —", "Dem ist aber nicht so, wir haben ja gelernt, man dürfe sich nach dem Pesaḥopfer nicht zu einem Nachtisch begeben, und dies erklärte Rabh, man dürfe nicht von einer Tischgesellschaft zu einer anderen aufbrechen!? — Das ist kein Einwand; das eine während des Essens, das andere nach dem Essen. —", "Komm und höre: Abba Šaúl sagte: [Die Heiligkeit] des Söllers des Allerheiligsten ist strenger als die des Allerheiligsten selbst, denn das Allerheiligste pflegte der Hochpriester einmal im Jahre zu betreten, der Söller des Allerheiligsten aber wurde nur einmal im Septennium, manche sagen, zweimal im Septennium, und manche sagen, einmal im Jobel betreten, um nachzusehen, was da nötig sei!?", "R. Joseph erwiderte: Sollte jemand etwas vom Tempel beweisen!? Anders der Tempel, denn es heißt:233iChr. 28,11.David übergab seinem Sohne Šelomo den Plan der Vorhalle, seiner Räume, seiner Schatzkammern, seiner Söller, seiner inneren Kammern und der Gnadenkammer, und es heißt:234Ib. V. 19.das alles geschrieben, von der Hand des Herrn ist es mir unterwiesen. —", "Komm und höre: Von den Zellen, die auf heiligem Gebiete gebaut sind und die Türen nach profanem235Nach dem Tempelberge; unter Heiligtum ist der ganze Tempelhof zu verstehen.haben, ist der Innenraum profan und das Dach heilig!? R. Ḥisda erwiderte: Deren Dächer gleich hoch236Unterirdische Zellen, deren Dach aus dem Boden des Heiligtums besteht.mit dem Boden des Tempelhofes sind. —", "Wie erklärst du demnach den Schlußsatz: von denen, die auf profanem gebaut sind und die Türen nach heiligem haben, ist der Innenraum heilig und das Dach profan. Wenn du sagst, deren Dächer gleich hoch mit dem Boden des Tempelhofes sind, sind es ja Höhlen, und R. Joḥanan sagte, die Höhlen seien nicht geheiligt worden!? — R. Joḥanan sagte es von solchen, die Türen nach dem Tempelberge haben, während die angezogene Lehre von solchen spricht, die Türen nach dem Tempelhofe haben. —", "Es wird ja aber gelehrt, R. Jehuda sagte, die Höhlen unter dem Tempelberge seien profan!? — Dies wird von solchen gelehrt, die Türen nach profanem Gebiete haben. —", "Komm und höre: Sein Dach ist heilig237Des Tempels.!? —", "Glaubst du: er lehrt ja, daß man auf diesen Dächern weder Hochheiliges essen noch Minderheiliges schlachten dürfe!? — Dies widerspricht ja [der Lehre], das Dach sei heilig!? R. Ḥama b. Gorja erwiderte: Für238Der Dachstuhl wurde allerdings nicht für Opfergegenstände verwendet, wohl aber für andere heilige Utensilien.jene zwei Ellenmaße.", "Wir haben nämlich gelernt: Zwei Ellenmaße befanden sich in der Šušankammer239Name einer Dachkammer auf dem Osttore des Tempelhofes., das eine im nordöstlichen und das andere im südöstlichen Winkel; das nordöstliche war um einen halben Finger größer als die [Elle] Mošes, und das südöstliche war um einen halben Finger größer als jenes, also um einen Finger größer als die [Elle] Mošes.", "Wozu brauchte man eine große und eine kleine? Damit die Handwerker mit der kleinen übernehmen und mit der großen abliefern, um nicht zu einer Veruntreuung240Am Geheiligten, was bei einer genauen Messung vorkommen könnte.zu kommen. — Wozu waren zwei241Die Elle Mošes und eine dieser beiden wären ja ebenfalls ausreichend. nötig? — Eine für Silber und Gold242Bei Arbeiten aus Edelmetall wurde kein großer Überschuß verlangt.und eine für Bauten. —", "Wir haben gelernt: Die Fenster und die Mauerdicke gehören zum Innenraume. Allerdings kann dies bei den Fenstern vorkommen, wenn sie nämlich mit dem Boden des Tempelhofes gleich hoch sind, wieso aber bei der Mauerdicke!? —", "Dies kann bei einem Wall vorkommen. Es heißt:243Thr. 2,8.er versetzte Ḥel und Ḥoma in Trauer, und R. Aḥa, nach anderen R. Ḥanina, erklärte: Mauer und Wall.", "WENN ZWEI GESELLSCHAFTEN244Die an einem Pesaḥopfer beteiligt sind.IN EINEM RAUME ESSEN, SO WENDE245Nach einer Ansicht ist dies erlaubt, (obgleich sie ein Pesaḥopfer gemeinsam haben,) nach einer anderen hingegen ist dies Pflicht.DIE EINE DAS GESICHT AB UND ESSE, UND DIE ANDERE DAS GESICHT AB UND ESSE, WÄHREND DER KESSEL IN DER MITTE STEHE; WENN DER DIENER EINZUSCHENKEN246Für die andere Gesellschaft, mit der er nicht speist.AUFSTEHT, SCHLIESSE ER DEN MUND UND WENDE DAS GESICHT247Damit man sehe, daß er nur mit einer Gesellschaft speist.AB, BIS ER WIEDER BEI SEINER GESELLSCHAFT IST UND [MIT DIESER] ISST. EINE BRAUT248Od. Neuvermählte, der die Blicke der Gesellschaft genant sind.DARF DAS GESICHT WEGWENDEN UND ESSEN.", "GEMARA. Unsere Mišna vertritt die Ansicht R. Jehudas, denn es wird gelehrt:249Ex. 12,7.An den Häusern, in denen sie es essen, dies250Der Gebrauch der Mehrzahl bei einem Lamme.lehrt, daß das Pesaḥopfer in zwei Gesellschaften gegessen werden dürfe. Man könnte glauben, der Essende dürfe es auch an zwei Stellen essen, so heißt es:251Ex. 12,46.in einem Hause soll es gegessen werden.", "Hieraus folgerten sie, daß, wenn der Tischdiener ein olivengroßes Stück [vom Pesaḥopfer] am Ofen gegessen252Da es an einer Stelle gegessen werden muß, so darf er es nicht mehr am Tische essen.hat, er, wenn er klug ist, damit seinen Bauch fülle; wenn aber die Mitglieder der Gesellschaft ihm einen Gefallen erweisen wollen, so gehen und setzen sie sich neben ihn — so R. Jehuda.", "R. Šimo͑n sagte: An den Häusern, in denen sie es essen, dies lehrt, daß der Essende es an zwei Stellen essen dürfe." ], [ "Man könnte glauben, man dürfe es auch in zwei Gesellschaften essen, so heißt es: in einem Hause soll es gegessen werden. —", "Worin besteht ihr Streit? — R. Jehuda ist der Ansicht, die überlieferte [Schreibart]253Nach der Überlieferung wurde das W. יאכל auch als akt. Imperativ gelesen, also auf die Person bezogen, der Essende muß sich an einer Stelle befinden, wohl aber dürfen die Beteiligten in mehreren Räumen essen; die Lesart ist jed. ein Passivum und kann sich nur auf das Pesaḥopfer selbst beziehen, es muß von einer Gesellschaft gegessen werden, auch an verschiedenen Stellen.sei maßgebend, und R. Šimo͑n ist der Ansicht, die Lesart sei maßgebend.", "Wenn sie [bei Tisch] sitzen und eine Scheidewand zwischen ihnen gezogen wird, so dürfen sie nach demjenigen, welcher sagt, das Pesaḥopfer dürfe in zwei Gesellschaften gegessen werden, weiter essen, und nach demjenigen, welcher sagt, das Pesaḥopfer dürfe nicht in zwei Gesellschaften gegessen werden, nicht weiter essen.", "Wenn sie [getrennt bei Tisch] sitzen und die Scheidewand zwischen ihnen entfernt wird, so dürfen sie nach demjenigen, welcher sagt, der Essende dürfe an zwei Stellen essen, weiter essen, und nach demjenigen, welcher sagt, der Essende dürfe nicht an zwei Stellen essen, nicht weiter essen.", "R. Kahana saß und lehrte dies evident, da sprach R. Aši zu ihm: Du solltest es lieber als Frage vortragen: gilt die Entfernung einer Scheidewand oder die Errichtung einer Scheidewand als Teilung der Räume, und sie gelten als zwei Gesellschaften, oder nicht? (Die Frage bleibt unentschieden.)", "EINE BRAUT DARF DAS GESICHT WEGWENDEN &C. Aus welchem Grunde? R. Ḥija b. Abba erwiderte im Namen R. Joḥanans: Weil sie sich geniert.", "R. Hona, Sohn des R. Nathan, kehrte einst bei R. Naḥman b. Jiçḥaq ein, und als sie ihn nach seinem Namen fragten, erwiderte er: Rabh Hona. Da sprachen sie zu ihm: Möge sich der Meister auf das Lager setzen. Nachdem er sich gesetzt hatte, reichten sie ihm einen Becher, den er bei der ersten [Aufforderung] nahm und in zwei Zügen trank, auch wandte er [beim Trinken] das Gesicht nicht weg.", "Hierauf fragten sie ihn: Weshalb nennst du dich Rabh Hona? Dieser erwiderte: Ich bin Träger dieses Namens254Der Titel Rabh (Meister) ist zum Bestandteile seines Namens geworden.. — Weshalb setztest du dich aufs Lager, als du dazu aufgefordert255Das Lager, eine Art Polstersitz, war für besonders vornehme Gäste bestimmt, während die anderen auf der Erde od. auf einer Bank saßen.wurdest? Dieser erwiderte: ‘Was alles der Hausherr sagt, befolge, nur nicht: gehe’. —", "Weshalb nahmst du gleich bei der ersten [Aufforderung]256Der Anstand erfordert, daß man sich etwas nötigen lasse.den Becher? Dieser erwiderte: Man lasse sich nötigen von einem Geringeren, nicht aber lasse man sich nötigen von einem Großen. — Weshalb hast du ihn in zwei Zügen getrunken? Dieser erwiderte: Es wird gelehrt, wer seinen Becher in einem Zuge trinkt, sei gierig, wer in zwei Zügen, sei gesittet, und wer in drei Zügen, sei hochmütig. — Weshalb wandtest du das Gesicht257Das Abwenden des Gesichtes gilt als Bescheidenheit.nicht ab? Dieser erwiderte: Wir haben gelernt, eine Braut wende ihr Gesicht weg.", "Einst kehrte R. Jišma͑él b. R. Jose bei R. Šimo͑n, dem Sohne des R. Jose b. Laqonja, ein, und als man ihm einen Becher reichte, nahm er ihn bei der ersten [Aufforderung] und trank ihn in einem Zuge. Da sprachen sie zu ihm: Hält denn der Meister nichts von [der Lehre], wer seinen Becher in einem Zuge trinkt, sei gierig? Dieser erwiderte: Dies sagten sie nicht [von uns, wo] dein Becher klein, dein Wein süß und mein Bauch groß258Cf. Bm. Fol. 84a.ist.", "R. Hona sagte: Mitglieder einer Gesellschaft müssen je drei259Damit der Diener nicht jeden besonders zu bedienen brauche.eintreten und dürfen auch einzeln fortgehen. Rabba sagte: Dies nur, wenn sie zur üblichen Tischzeit kommen. Auch nur dann, wenn sie den Tischdiener davon260Daß sie einzeln speisen.in Kenntnis gesetzt haben.", "Rabina sagte: Man muß ihm eine Vergütung geben, und der letzte gebe noch mehr. Die Halakha ist aber nicht wie er." ], [ "WENN FÜR EINE IM HAUSE IHRES MANNES WEILENDE FRAU SOWOHL IHR MANN ALS AUCH IHR VATER [DAS PESAḤOPFER] GESCHLACHTET HABEN, SO ESSE SIE VON DEM IHRES MANNES. GLNG SIE DAS ERSTE FEST1Nach ihrer Verheiratung. im HAUSE IHRES VATERS VERBRINGEN, SO ESSE SIE, WENN SOWOHL IHR VATER ALS AUCH IHR MANN FÜR SIE DAS PESAḤOPFER GESCHLACHTET HABEN, WO SIE WILL.", "EINE WAISE ESSE, WENN [MEHRERE] VORMÜNDER FÜR SIE [DAS PESAḤOPFER] GESCHLACHTET HABEN, WO SIE WILL. EIN SKLAVE ZWEIER TEILHABER, DARF [DAS PESAḤOPFER] VON BEIDEN NICHT ESSEN. WER ZUR HÄLFTE SKLAVE UND ZUR HÄLFTE FREIER2Wenn von mehreren Teilhabern, denen er gehörte, einer ihn freigelassen hat. ist, darf von dem seines HERRN NICHT ESSEN.", "GEMARA. Hieraus wäre also zu entnehmen, daß es eine fiktive Feststellung gebe3Schon beim Schlachten wird festgestellt, für wen sie sich später entscheiden wird.? — Unter ‘will’ ist zu verstehen, beim Schlachten4Schon beim Schlachten muß sie sich entscheiden, bei wem sie essen will.. —", "Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Eine Frau esse am ersten Feste1Nach ihrer Verheiratung. vom [Pesaḥopfer] ihres Vaters5Ohne vorherige Entscheidung., von dann ab esse sie, wenn sie will, von dem ihres Vaters, und wenn sie will, von dem ihres Mannes!? —", "Das ist kein Widerspruch; dies in dem Falle, wenn es sie [ins Haus ihres Vaters] treibt, jenes in dem Falle, wenn es sie nicht treibt.", "So heißt es:6Cant. 8,10.ich war dann in seinen Augen wie eine, die Frieden findet, und R. Joḥanan erklärte: Wie es eine junge Frau, die im Hause ihres Schwiegervaters tadelsfrei7Wörtl. ganz, unbemakelt, mit dem Worte ‘Frieden’ etymolog. verwandt. befunden worden ist, in das Haus ihres Vaters treibt, ihr Lob zu erzählen. Es heißt:8Hos. 2,18.An jenem Tage, Spruch des Herrn, wirst du mich ‘mein Gatte’ nennen und nicht mehr ‘mein Mann’. R. Joḥanan erklärte: Wie eine junge Frau im Hause ihres Schwiegervaters9Nach der Ehelichung; der erste Ausdruck bezeichnet die bereits erfolgte Begattung., und nicht wie eine junge Frau im Hause ihres Vaters.", "10Cant. 8,8.Wir haben eine kleine Schwester, noch ohne Brüste. R. Joḥanan erklärte: Das ist E͑lam11Gemeint ist Daniél, der da lebte (cf. Dan. 8,2), im Gegensatz zu E͑zra, der für die Verbreitung der Tora wirkte., dem es beschieden war zu lernen, nicht aber zu lehren.", "12Cant. 8,10.Ich bin eine Mauer und meine Brüste Türmen gleich. R. Joḥanan erklärte: Ich bin eine Mauer, das ist die Tora; meine Brüste Türmen gleich, das sind die Schriftgelehrten. Raba erklärte: Ich bin eine Mauer, das ist die Gemeinde Jisraél; meine Brüste Türmen gleich, das sind die Bet und Lehrhäuser.", "R. Zuṭra b. Ṭobija sagte im Namen Rabhs: Es heißt:13Ps. 144,12.unsere Söhne in ihrer Jugend wie großgezogene Pflanzen, unsere Töchter wie Ecksäulen, die nach Tempel-Bauart ausgehauen sind. \n", "Unsere Söhne wie Pflanzen, das sind die Jünglinge Jisraéls, die den Geschmack der Sünde nicht gekostet haben; unsere Töchter wie Ecksäulen, das sind die Töchter Jisraéls, die ihre Pforten für ihre Männer geschlossen14Nach einer anderen Lesart: ihren Männern erzählen, dh. über ihren Reinheitszustand.halten. Ebenso heißt es:15Zach. 9,15.sie werden voll werden wie die Opferschalen, wie die Ecken16In den angezogenen Versen wird wie oben das W. זויות bezw. מזוינו gebraucht, in den letzten wird von einem Vollsein gesprochen.des Altars. Wenn du willst, entnehme man es aus folgendem:17Ps. 144,13.Unsere Speicher16In den angezogenen Versen wird wie oben das W. זויות bezw. מזוינו gebraucht, in den letzten wird von einem Vollsein gesprochen.sind voll, Spende gewährend von jeglicher Art. \n", "Die nach Tempel-Bauart ausgehauen sind; diesen und jenen rechnet es die Schrift an, als wäre der Tempel in ihren Tagen erbaut worden.", "18Hos. 1,1.Das Wort des Herrn, das an Hošea͑ &c. erging, in den Tagen U͑zijahus, Jothams, Aḥaz’ und Jeḥizqijahus, der Könige von Jehuda. Vier Propheten weissagten in einer Zeit, der bedeutendste unter ihnen war Hošea͑, denn es heißt:19Ib. V. 2.der Herr fing an, mit Hošea͑ zu reden, und da er nicht mit Hošea͑ zu reden anfing, denn von Moše bis Hošea͑ hatte es viele andere Propheten gegeben, so erklärte R. Joḥanan: als erster unter den vier Propheten, die in jener Zeit weissagten, das sind Hošea͑, Ješa͑ja, A͑mos und Mikha.", "Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Hošea͑: Deine Kinder haben gesündigt! Er sollte erwidern: Es sind deine Kinder, die Kinder deiner Lieblinge, die Kinder Abrahams, Jiçḥaqs und Ja͑qobs; wälze dein Erbarmen über sie. Aber nicht genug, daß er dies nicht sagte, er sprach noch vor ihm wie folgt: Herr der Welt, die ganze Welt ist dein, tausche sie auf eine andere Nation ein!", "Da sprach der Heilige, gepriesen sei er: Was mache ich mit diesem Alten? Ich heiße ihn ein Hurenweib heiraten und mit ihr Hurenkinder zeugen, und darauf will ich ihn sie fortschicken heißen; wenn er es fertig bringt, sie fortzuschicken, so schicke ich auch Jisraél fort. Daher heißt es:19Ib. V. 2.da sprach der Herr zu Hošea͑: Geh, heirate ein Hurenweib und [zeuge] Hurenkinder, und darauf folgt:20Ib. V. 3.da ging er hin und heiratete Gomer, die Tochter Diblajims. Gomer, Rabh erklärte: Jeder pflegte mit ihr [seine Leidenschaft] zu befriedigen21Wörtl. vollenden, Übersetzung des genannten Namens.." ], [ "Tochter Diblajims, üble Nachrede [dibba], übler Nachrede22Hebr. Dibba; die Dual-Endung ajim deutet auf die Mehrzahl.entstammend. Šemuél erklärte: Sie war jedem süß, wie eine gepreßte Feige [debela]. R. Joḥanan erklärte: Jeder preßte sie, wie eine gepreßte Feige.", "Eine andere Auslegung: Gomer, R. Jehuda erklärte: In ihren Tagen wollte man dem Vermögen Jisraéls ein Ende bereiten [garuar], R. Joḥanan erklärte: Sie raubten es und bereiteten ihm ein Ende, wie es heißt:23iiReg. 7.denn der König von Aram hatte sie vertilgt und wie Staub zertreten.", "24Hos. 1,3. 4.Sie ward schwanger und gebar ihm einen Sohn. Da sprach der Herr zu ihm: Nenne ihn Jizre͑él! Denn nur noch eine kleine Weile, so will ich die Blutschuld von Jizre͑él an Jehas Familie heimsuchen und dem Königtum des Hauses Jisraél ein Ende machen.25Ib. V. 6.Da wurde sie abermals schwanger und gebar eine Tochter. Da sprach der Herr zu ihm: Nenne sie Nichtgeliebt! Denn fortan will ich dem Hause Jisraél kein Erbarmen mehr zeigen, daß ich ihnen volle Vergebung gewähren sollte.26Ib.VV. 8. 9.Darauf wurde sie wiederum schwanger und gebar einen Sohn. Da sprach der Herr zu ihm: Nenne ihn Nichtmeinvolk. Denn ihr seid nicht mein Volk und ich gehöre nicht zu euch.", "Nachdem ihm zwei Söhne und eine Tochter geboren wurden, sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu Hošea͑: Du solltest von deinem Meister Moše lernen: sobald ich mit ihm redete, trennte er sich von der Frau; trenne auch du dich von deiner, Dieser erwiderte: Herr der Welt, ich habe Kinder von ihr und kann sie weder fortschicken noch mich von ihr scheiden lassen!", "Da sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu ihm: Wenn du so handelst, wo doch deine Frau eine Hure und deine Kinder Hurenkinder sind, und du nicht weißt, ob sie deine oder fremde sind, wie sollte ich Jisraél [fortschicken]!? Sind sie doch Kinder meiner Bewährten, Kinder Abrahams, Jiçḥaqs und Ja͑qobs. Eine der vier Erwerbungen, die ich mir auf meiner Welt geeignet habe:", "eine Erwerbung ist die Tora, wie es heißt:27Pr. 8,22.der Herr erwarb mich als den Anfang seiner Wege; eine Erwerbung sind Himmel und Erde, wie es heißt:28Gen. 14,19.der Himmel und Erde geeignet; eine Erwerbung ist der Tempel, wie es heißt:29Ps. 78,54.dieser Berg, den seine Rechte geeignet; eine Erwerbung ist Jisraél, wie es heißt:30Ex. 15,16.das Volk, das du dir geeignet hast. Und du sagst, daß ich sie auf eine andere Nation tausche!?", "Als er seinen Fehler einsah, stand er auf, um für sich um Erbarmen zu flehen. Da sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu ihm: Statt für dich selbst um Erbarmen zu flehen, flehe um Erbarmen für Jisraél, über die ich deinetwegen drei Heimsuchungen31Auf die die oben genannten Namen seiner drei Kinder deuten.verhängt habe.", "Hierauf stand er auf, flehte um Erbarmen und wandte das Verhängnis ab. Alsdann begann er, sie zu segnen, wie es heißt:32Hos. 2,1.2.3.wie der Sand am Meere soll die Zahl der Kinder Jisraél sein &c. und anstatt daß man zu ihnen gesagt hat: ihr seid nicht mein Volk, wird man zu ihnen sagen: Söhne des lebendigen Gottes. Die Söhne Jehudas und die Söhne Jisraéls werden sich versammeln &c.33Ib. V. 25.Ich will ihn mir in das Land einsäen und der Nichtgeliebt Liebe erweisen, und zu Nichtmeinvolk sagen: du bist mein Volk.", "R. Joḥanan sagte: Wehe der Herrschermacht, denn sie begräbt ihre Träger; du hast keinen Propheten, der nicht während seines Lebens vier Könige überlebt34Wörtl. niedergeschlagen, begraben.hätte; denn so heißt es:35Jes. 1,1.die Offenbarungen, die Ješa͑ja, der Sohn des Amoç, über Jehuda und Jerušalem empfing36Auch er lebte während der Regierungszeit von 4 Königen.&c.", "R. Joḥanan sagte: Jerobeám, dem Sohne des Joaš, König von Jisraél, war es deshalb beschieden, zusammen mit den Königen Jehudas aufgezählt zu werden, weil er keine Verleumdung über A͑mos entgegennahm. —", "Wo wird er [zusammen mit jenen] aufgezählt!? — Es heißt:18Hos. 1,1.das Wort des Herrn, das an Hošea͑, den Sohn Beéris, erging, in den Tagen U͑zijas, Jothams, Aḥaz’ und Jeḥizqijahus, der Könige von Jehuda, und zur Zeit Jerobea͑ms, des Sohnes des Joaš, Königs von Jisraél. —", "Woher, daß er keine Verleumdung entgegennahm? — Es heißt:37Am. 7,10.da ließ Amaçja, der Priester von Bethel, Jerobea͑m, dem König von Jisraél, folgendes melden: Es meutert wider dich &c. Ferner:38Ib. V. 11.so hat A͑mos gesprochen: Durch das Schwert wird Jerobea͑m sterben &c. Er sprach: Behüte und bewahre, daß dieser Fromme dies gesagt haben sollte, und sollte er es gesagt haben, was habe ich gegen ihn, wenn die Göttlichkeit es ihm verkündet hat.", "R. Elea͑zar sagte: Auch wenn der Heilige, gepriesen sei er, im Zorn ist, denkt er an die Barmherzigkeit, denn es heißt: denn fortan will ich dem Hause Jisraél kein Erbarmen mehr zeigen. R. Jose b. Ḥanina entnimmt dies aus folgendem: Daß ich ihnen volle Vergebung gewähren sollte.", "Ferner sagte R. Elea͑zar: Der Heilige, gepriesen sei er, hat Jisraél nur deshalb unter die Völker zerstreut, damit Proselyten sich ihnen anschließen, denn es heißt: ich will ihn mir in das Land einsäen, und man säet eine Seá nur, um viele Kor zu ernten.", "R. Joḥanan entnimmt es aus folgendem: und der Nichtgeliebt Liebe erweisen39Darauf folgt: nicht mein Volk soll mein Volk heißen..", "R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Es heißt:40Pr. 30,10.verleumde nicht den Knecht hei seinem Herrn, daß er dir nicht fluche, und darauf folgt:41Ib. V. 11.ein Geschlecht, das seinem Vater flucht und seine Mutter nicht segnet. Sollte man denn [einen Knecht] deshalb nicht verleumden, weil [das Geschlecht] seinem Vater flucht und seine Mutter nicht segnet!?", "Vielmehr, selbst in einem Zeitalter, in dem man seinem Vater flucht und seine Mutter nicht segnet, sollst du den Knecht nicht bei seinem Herrn verleumden. — Woher dies? — Von Hošea͑.", "R. Hoša͑ja sagte: Es heißt:42Jud. 5,11.die Wohltat seiner Zerstreuung mit Jisraél; der Heilige, gepriesen sei er, erwies Jisraél eine Wohltat, indem er sie unter die Völker zerstreut hat. So sprach einst ein Minäer zu R. Ḥanina: Wir sind besser als ihr; von euch heißt es:43iReg. 11,16.denn Joab blieb dort mit ganz Jisraél sechs Monate, bis er alles, was in Edom männlich war, ausgerottet hatte; wir aber tun euch nichts, wo ihr so viele Jahre bei uns seid. Dieser erwiderte: Wenn du es wünschest, so möge sich dir ein Schüler anschließen44Nach dem Sprachgebrauche: mit dir in ein Gespräch einlassen, um dir Antwort zu erteilen..", "Da schloß sich ihm R. Oša͑ja an und erwiderte ihm: Weil ihr nicht wißt, wie ihr uns vernichten sollt; [wir] alle sind ja nicht bei euch, und wenn nur diejenigen, die bei euch sind, so würde man euch ‘verstümmelndes45Viell. verstümmeltes; die Vernichtung könnte nur verstümmelt, teilweise erfolgen. Darin besteht die Wohltat der Zerstreuung.Reich’ nennen. Jener entgegnete: Beim Kapitol46Wahrscheinl. גפא Steinhaufe, kakophonisch für Tempel, Kapitol; andere Erklärungsversuche unbefriedigend.zu Rom, damit gehen wir und damit kommen wir.", "R. Ḥija lehrte: Es heißt:47Ij. 28,23.Gott kennt den Weg zu ihr, und ihm ist der Platz bekannt. Der Heilige, gepriesen sei er, kennt Jisraél, daß sie die grausamen Verordnungen der Römer nicht ertragen können, daher vertrieb er sie nach Babylonien. Ferner sagte R. Elea͑zar: Der Heilige, gepriesen sei er, vertrieb nur deshalb Jisraél nach Babylonien, weil es tief wie die Unterwelt ist, und es heißt:48Hos. 13,14.aus der Hand der Unterwelt erlöse ich sie, vom Tode kaufe ich sie los. R. Ḥanina sagte: Weil ihre Sprache mit der Sprache der Tora verwandt ist.", "R. Joḥanan sagte: Er schickte sie in das Haus ihrer Mutter49Der Erzvater Abraham stammt aus Babylonien.. Ein Gleichnis. Wohin schickt jemand seine Frau, wenn er ihr zürnt? In das Haus ihrer Mutter.", "Das ist es, was R. Alexandri sagte: Drei kehrten nach ihrer Heimat zurück, und zwar: Jisraél, das Geld Miçrajims50Das die Jisraéliten bei ihrem Auszuge mitgenommen hatten; cf. Ex. 12,35f.und die Schrift der Bundestafeln. Jisraél, wie wir bereits gesagt haben. Das Geld Miçrajims, denn es heißt:51iReg. 14,25.im fünften Jahre des Königs Reḥabea͑m zog Šišaq, der König von Miçrajim, wider Jerušalem heran &c. Die Schrift der Bundestafeln, denn es heißt:52Dt. 9,17.ich zerschmettere sie vor eueren Augen, und hierzu wird gelehrt, daß die Bundestafeln zerschmettert wurden, während die Buchstaben [in den Himmel] flogen.", "U͑la sagte: Damit sie Datteln essen" ], [ "und sich mit der Tora befassen. Einst kam U͑la nach Pumbeditha, und man reichte ihm da einen Korb Datteln. Da fragte er: Wieviel solcher gibt es für einen Zuz? Man erwiderte ihm: Drei für einen Zuz. Darauf sprach er: Einen Korb voll Honig um einen Zuz [in Babylonien], und die Babylonier befassen sich nicht mit der Tora!", "Als er aber nachts Leibschmerzen bekam, sprach er: Einen Korb voll des Todes um einen Zuz in Babylonien, und dennoch befassen sich die Babylonier mit der Tora.", "Ferner sagte R. Elea͑zar: Es heißt:53Jes. 2,3.und viele Völker werden sich aufmachen und sprechen: Auf, laßt uns zum Berge des Herrn, zum Tempel des Gottes Ja͑qobs hinaufsteigen &c. Ist er denn der Gott Ja͑qobs und nicht der Gott Abrahams und Jiçḥaqs?", "Vielmehr, nicht wie Abraham, bei dem [das Wort] Berg gebraucht wird, wie es heißt:54Gen. 22,14.daher man noch heutigen Tages sagt: auf dem Berge, wo der Herr erscheint, auch nicht wie Jiçḥaq, bei dem [das Wort] Feld gebraucht wird, wie es heißt:55Ib. 24,63.Jiçḥaq war ausgegangen, um auf dem Felde zu beten, sondern wie Ja͑qob, der ihn Haus nannte, wie es heißt:56Ib. 28,19.er nannte diese Stätte Bethel [Haus Gottes].", "R. Joḥanan sagte: Der Tag der Exulanteneinsammlung ist so bedeutend wie der Tag, an dem Himmel und Erde erschaffen worden sind, denn es heißt:57Hos. 2,2.die Judäer und die Jisraéliten werden sich einsammeln und sich ein Oberhaupt wählen und aus dem Lande herausziehen; denn gewaltig ist der Tag von Jizre͑él, und es heißt:58Gen. 1,5.es wurde Abend und es wurde Morgen, ein Tag.", "EINE WAISE [ESSE], WENN [MEHRERE] VORMÜNDER FÜR SIE [DAS PESAḤOPFER] GESCHLACHTET HABEN &C. Hieraus wäre also zu entnehmen, daß es eine fiktive Feststellung59Cf. supra Fol. 87a, Anm. 3.gebe? R. Zera erwiderte:60Ex. 12,3.Ein Schaf für jedes Haus, in jedem Falle61Das Familienhaupt hat die Zustimmung der Familienangehörigen nicht nötig..", "Desgleichen wird gelehrt: Ein Schaf für jedes Haus, dies lehrt, daß man es holen und für seinen minderjährigen Sohn, seine minderjährige Tochter, seinen kenaa͑nitischen Sklaven und seine kenaa͑nitische Magd, sowohl mit ihrem Wissen als auch ohne ihr Wissen, schlachten dürfe; für seinen erwachsenen Sohn, seine erwachsene Tochter, seinen jüdischen Sklaven, seine jüdische Magd und seine Frau darf man es nur mit ihrem Wissen schlachten.", "Ein Anderes lehrt: Man darf [das Pesaḥopfer] für seinen erwachsenen Sohn, seine erwachsene Tochter, seinen jüdischen Sklaven, seine jüdische Magd und seine Frau nur mit ihrem Wissen schlachten; für seinen minderjährigen Sohn, seine minderjährige Tochter, seinen kenaa͑nitischen Sklaven und seine kenaa͑nitische Magd darf man es sowohl mit ihrem Wissen als auch ohne ihr Wissen schlachten. Wenn diese es für sich geschlachtet haben und ihr Herr ebenfalls für sie geschlachtet hat, so genügen sie ihrer Pflicht mit dem ihres Herrn, nicht aber mit dem ihrigen,", "ausgenommen die Frau, weil sie es ablehnen kann. —", "Womit ist die Frau anders? Raba erwiderte: Die Frau und die ihr [in ihrer Selbständigkeit] gleichen. —", "Dies widerspricht sich ja selbst: zuerst heißt es, ausgenommen die Frau, weil sie es ablehnen kann, nur wenn sie es ablehnt, wenn sie es aber nicht ablehnt, genügt sie ihrer Pflicht mit dem [Pesaḥopfer] ihres Mannes, dagegen lehrt er im Anfangssatze, für seine Frau nur mit ihrem Wissen, wonach sie ihrer Pflicht nicht genügt, wenn sie nichts sagt!? —", "‘Mit ihrem Wissen’ heißt nicht: wenn sie zustimmen, sondern: wenn sie nichts sagen, ausgenommen der Fall, wenn sie es ablehnen. —", "Es heißt ja aber, daß, wenn diese es für sich selbst geschlachtet haben und ihr Herr ebenfalls für sie geschlachtet hat, sie mit dem ihres Herrn ihrer Pflicht genügen, auch wenn sie nichts gesagt haben, dennoch lehrt er, ausgenommen die Frau, weil sie es ablehnen kann!?", "Raba erwiderte: Wenn sie selber es schlachtet, gibt es ja keine größere Ablehnung als dies.", "EIN SKLAVE ZWEIER TEILHABER &C. R. E͑na der Greis wies R. Naḥman auf einen Widerspruch hin: Es wird gelehrt, ein Sklave zweier Teilhaber dürfe vom [Pesaḥopfer] beider nicht essen, und [dem widersprechend] wird gelehrt, er dürfe nach Belieben entweder von diesem oder von jenem essen!?", "Dieser erwiderte: Greiser E͑na, manche sagen: Schwarzer Topf, durch uns beide wird ja die Lehre aufgeklärt; unsere Mišna spricht von dem Falle, wenn sie es miteinander genau nehmen, und die Barajtha von dem Falle, wenn sie es miteinander nicht genau nehmen.", "WER ZUR HÄLFTE SKLAVE UND ZUR HÄLFTE FREIER IST, DARF VON DEM SEINES HERRN NICHT ESSEN. Also nur nicht von dem seines Herrn, wohl aber von seinem eigenen, dagegen wird ja gelehrt, daß er weder von seinem eigenen, noch von dem seines Herrn esse!? —", "Das ist kein Widerspruch; eines nach der ersteren Lehre und eines nach der späteren Lehre. Wir haben nämlich gelernt: Wer zur Hälfte Sklave und zur Hälfte Freier ist, diene einen Tag seinem Herrn und einen Tag sich selbst — so die Schule Hillels. Die Schule Šammajs sprach:" ], [ "Ihr habt für seinen Herrn gesorgt, nicht aber für ihn: er darf keine Sklavin heiraten, da er zur Hälfte Freier ist, eine Freie heiraten darf er ebenfalls nicht, da er zur Hälfte Sklave ist, [die Heirat] ganz unterlassen kann er ebenfalls nicht, da die Welt zur Fortpflanzung erschaffen worden ist, wie es heißt: 62Jes. 45,18.nicht zur Einöde hat er sie geschaffen, sondern daß sie bewohnt werde. Als versorgende Institution zwinge man vielmehr seinen Herrn, ihn zum Freien zu machen, und dieser schreibe ihm einen Schuldschein über die Hälfte seines Wertes.", "Darauf trat die Schule Hillels zurück und lehrte wie die Schule Šammajs.", "WER ZU SEINEM SKLAVEN GESAGT HAT, DASS ER GEHE UND FÜR IHN DAS PESAHOPFER SCHLACHTE, DARF, WENN DIESER EIN BÖCKCHEN GESCHLACHTET HAT, DAVON ESSEN, WENN ER EIN LÄMMCHEN GESCHLACHTET HAT, DAVON ESSEN, UND WENN ER EIN BÖCKCHEN UND EIN LÄMMCHEN GESCHLACHTET HAT, SO ESSE ER VOM ERSTEN.", "WAS MACHE ER, WENN ER VERGESSEN HAT, WAS IHM SEIN HERR GESAGT HAT? ER SCHLACHTE EIN LÄMMCHEN UND EIN BÖCKCHEN UND SPRECHE: SAGTE MIR MEIN HERR: EIN BÖCKCHEN, SEI DAS BÖCKCHEN FÜR IHN UND DAS LÄMMCHEN FÜR MICH, UND SAGTE MIR MEIN HERR: EIN LÄMMCHEN, SO SEI DAS LÄMMCHEN FÜR IHN UND DAS BÖCKCHEN FÜR MICH.", "HAT AUCH DER HERR VERGESSEN, WAS ER IHM GESAGT HAT, SO KOMMEN BEIDE [OPFER] IN DEN VERBRENNUNGSRAUM, UND SIE BRAUCHEN KEIN ZWEITES PESAḤOPFER HERZURICHTEN.", "GEMARA. Selbstverständlich darf er, wenn dieser ein Böckchen geschlachtet hat, es essen!? — Auch wenn er an Lämmchen gewöhnt ist.", "Wenn dieser ein Lämmchen geschlachtet hat, darf er es essen, auch wenn er an Böckchen gewöhnt ist. — Wieso darf er, wenn dieser ein Böckchen und ein Lämmchen geschlachtet hat, vom ersten essen, es wird ja gelehrt, man könne sich nicht an zwei Pesaḥopfern zugleich beteiligen!? —", "Unsere Mišna spricht von König und Königin63Die sich mit der Auswahl nicht befassen und sich auf ihre Dienerschaft verlassen..", "Es wird auch gelehrt: Man darf sich nicht an zwei Pesaḥopfern zugleich beteiligen. Einst sprachen der König und die Königin zu ihren Dienern: Geht, schlachtet für uns das Pesaḥopfer. Da gingen sie und schlachteten zwei Pesaḥopfer. Als sie darauf zum König kamen und ihn fragten, erwiderte er ihnen: Geht, fragt die Königin. Und darauf kamen sie zur Königin und fragten sie, und diese erwiderte ihnen: Geht zu R. Gamliél und fragt ihn.", "Alsdann kamen sie zu R. Gamliél und fragten ihn, und er erwiderte ihnen: Der König und die Königin, die sieh darum nicht kümmern, dürfen vom ersten essen, wir aber dürfen weder vom ersten noch vom zweiten essen.", "Ferner ereignete es sich einst, daß man eine Eidechse im Schlachthause fand, und man wollte die ganze Mahlzeit als unrein64Da man sie für tot hielt.erklären. Als sie darauf zum König kamen und es ihm vortrugen, erwiderte er ihnen: Geht, fragt die Königin. Hierauf kamen sie zur Königin und trugen es ihr vor, und diese erwiderte ihnen: Geht zu R. Gamliél und fragt ihn.", "Alsdann kamen sie zu R. Gamliél und trugen es ihm vor. Dieser fragte sie: Ist das Schlachthaus warm oder kalt? Jene erwiderten: Warm. Da sprach er: Geht und schüttet auf sie einen Becher kaltes [Wasser]. Da gingen sie und schütteten auf sie einen Becher kaltes [Wasser], und sie bewegte65Nur das tote Kriechtier ist verunreinigend.sich. Hierauf erklärte R. Gamliél die ganze Mahlzeit als rein.", "Der König verließ sich also auf die Königin und die Königin auf R. Gamliél; mithin war die ganze Mahlzeit von R. Gamliél abhängig.", "WENN ER VERGESSEN HAT, WAS IHM SEIN HERR GESAGT HAT &C. ‘Für mich’, was der Knecht erwirbt, gehört ja seinem Herrn!?", "Abajje erwiderte: Er gehe zu einem seinem Herrn bekannten Hirten, der seinem Herrn dienlich sein will, und dieser eigene ihm eines von beiden zu, unter der Bedingung, daß der Herr kein Anrecht darauf habe.", "HAT AUCH DER HERR VERGESSEN, WAS ER IHM GESAGT HAT &C. Abajje sagte: Dies nur, wenn er es nach dem Sprengen vergessen hat, sodaß es, als das Blut gesprengt wurde, zum Essen brauchbar war, wenn er es aber vor dem Sprengen vergessen hat, sodaß es, als das Blut gesprengt wurde, zum Essen nicht brauchbar war, müssen sie ein zweites Pesaḥopfer herrichten.", "Manche beziehen dies auf folgende Barajtha: Wenn die Häute von fünf Pesaḥopfern miteinander vermischt wurden und an einer eine Blatter66Wodurch es als Opfer untauglich ist.entdeckt wird, so sind sie sämtlich in den Verbrennungsraum zu bringen, und [die Eigentümer] brauchen kein zweites Pesaḥopfer herzurichten.", "Hierzu sagte Abajje: Dies nur, wenn sie nach dem Sprengen vermischt wurden, sodaß sie, als das Blut gesprengt wurde, zum Essen brauchbar waren, wenn sie aber vor dem Sprengen vermischt wurden, müssen sie ein zweites Pesaḥopfer herrichten.", "Wer dies auf die Mišna bezieht, nach dem gilt dies umsomehr von der Barajtha, und wer dies auf die Barajtha bezieht, nach dem gilt dies nicht von der Mišna, da [die Opfer an sich] brauchbar sind; würde er sich erinnert haben, so wären sie ja zum Essen brauchbar, und dem Himmel ist es bekannt.", "Der Meister sagte: [Die Eigentümer] brauchen kein zweites Pesaḥopfer herzurichten. Einer ist ja unter ihnen, der seiner Pflicht nicht genügt hat!? —", "Weil es anders nicht möglich ist. Wie sollten sie es machen: richtet jeder besonders ein [zweites] Pesaḥopfer her, so bringt man ja Profanes in den Tempelhof, da vier von ihnen es bereits hergerichtet haben,", "und richten alle ein Pesaḥopfer her, so ergibt es sich ja, daß das Pesaḥopfer von Unbeteiligten67Die Mitzählung derjenigen, die sich ihrer Pflicht bereits entledigt haben, ist ungültig.gegessen wird. —", "Was ist dies [für ein Einwand]; jeder von ihnen kann ja ein [zweites] Pesaḥopfer bringen und sprechen: ist das fehlerhafte meines, so sei dies ein Pesaḥopfer, und ist meines fehlerfrei, so sei dies ein Heilsopfer!? —", "Dies ist nicht möglich," ], [ "da Brust und Schenkel68Des Heilsopfers, dagegen dürfen sie von einem fremden Pesaḥopfer nicht genießen.von den Priestern gegessen werden müssen. —", "Jeder von ihnen kann ja einen Priester [zur Beteiligung] nehmen!? —", "In welchem Falle einen Priester beteiligen: hat er ein Pesaḥopfer hergerichtet, so würde ja das Pesaḥopfer, falls es ein solches ist, von einem Unbeteiligten69Cf. Anm. 67 mut. mut.gegessen werden, und hat er kein Pesaḥopfer hergerichtet, so würde er ja, falls es ein Heilsopfer ist, kein Pesaḥopfer hergerichtet haben!? —", "Sollten alle fünf zusammen einen Priester, der kein Pesaḥopfer hergerichtet hat, nehmen und ihn an ihren fünf Pesaḥopfern beteiligen, denn auf jeden Fall ist ja einer unter ihnen, der das Pesaḥopfer nicht hergerichtet hat, und er würde seiner Pflicht genügen70Der Priester muß dann natürlich Brust und Schenkel aller Opfer essen.!? —", "Man würde dadurch [die Essenszeit] des Heilsopfers mindern: das Pesaḥopfer darf nur einen Tag und eine Nacht, das Heilsopfer aber zwei Tage und eine Nacht [gegessen werden]. —", "Man kann es ja als Überschuß des Pesaḥopfers71Cf. supra Fol. 70b, Anm. 111.darbringen", "und sprechen: ist das fehlerhafte meines, so sei dieses ein Pesaḥopfer, und ist meines fehlerfrei, so sei dieses ein [vom Überschusse des Pesaḥopfers] dargebrachtes Heilsopfer. Der Überschuß des Heilsopfers darf nämlich nur während eines Tages und einer Nacht gegessen werden!? —", "Kann man denn von vornherein [ein Vieh] zum Überschusse [des Pesaḥopfers] bestimmen!? —", "Sollen sie sich doch ein solches auf zutreiben bemühen!? — Vielmehr, wegen des Stutzens72Die Hand auf den Kopf des Opfertieres; cf. Lev. 1,4 uö.: beim Pesaḥopfer ist das Stützen nicht erforderlich, wohl aber beim Überschusse desselben. —", "Allerdings beim Opfer eines Mannes, wie ist es aber bezüglich des Opfers einer Frau73Bei welchem das Stützen nicht erforderlich ist.zu erklären!? —", "Vielmehr, wegen des Besprengens: beim Pesaḥopfer ist ein einmaliges Besprengen erforderlich, beim Heilsopfer aber ein zwei- gleich viermaliges74Das Blut wurde an 2 gegenüberliegende Winkel gesprengt, sodaß alle 4 Wände besprengt wurden.. —", "Welchen Unterschied gibt es denn hierbei, wir haben ja gelernt, bei allen Sprengungen des äußeren Altars habe man Sühne erlangt, auch wenn man nur eine Sprengung auf getragen hat!? —", "Vielmehr, beim Pesaḥopfer wird [das Blut langsam] ausgegossen, beim Heilsopfer aber [werfend] ausgeschüttet. —", "Welchen Unterschied gibt es denn hierbei, es wird ja gelehrt, man habe seiner Pflicht genügt, auch wenn man das [werfend] auszuschüttende [Blut langsam] ausgegossen hat!? — Allerdings dann, wenn es bereits geschehen ist, etwa auch von vornherein!?", "WENN JEMAND ZU SEINEN KINDERN GESAGT HAT, ER SCHLACHTE DAS PESAḤOPFER FÜR DEN, DER ZUERST IN JERUŠALEM ANLANGT, SO HAT DERJENIGE, DER MIT DEM KOPFE UND MIT DEM GRÖSSEREN TEIL DES KÖRPERS ZUERST DARIN IST, SEINEN ANTEIL ERWORBEN, UND ER EIGNE AUCH SEINEN BRÜDERN ZU.", "GEMARA. Hieraus wäre also zu entnehmen, daß es eine fiktive Feststellung75Der Fragende glaubte, daß nur der eine Bruder das Pesaḥopfer erwerbe, u. da dieses für den Betreffenden geschlachtet sein muß, so muß die Feststellung fiktiv schon vorher erfolgt sein.gebe?", "R. Joḥanan erwiderte: Wenn er dies nur deswegen sagte, um sie zu einer gottgefälligen Handlung anzuspornen76Während er es für alle zusammen geschlachtet hat..", "Dies ist auch zu beweisen. Es heißt, er eigne auch seinen Brüdern zu; einleuchtend ist dies, wenn du sagst, er habe sie vorher mitbeteiligt, wieso aber kann er, wenn er sie vorher nicht mitbeteiligt hat, ihnen nach dem Schlachten zueignen, wir haben ja gelernt, man könne sich nur vor dem Schlachten [am Pesaḥopfer] mitbeteiligen oder sich davon zurückziehen!? Schließe hieraus.", "Ebenso wird auch gelehrt: Einst ereignete es sich, daß die Töchter früher hinkamen als die Söhne; die Töchter waren hurtig, die Söhne aber lässig.", "ES KÖNNEN SICH IMMERZU SO VIELE DARAN BETEILIGEN, DASS JEDER DAVON EIN OLIVENGROSSES STÜCK HAT. MAN KANN, BIS ES GESCHLACHTET IST, SICH DARAN BETEILIGEN ODER SICH DAVON ZURÜCKZIEHEN; R. ŠIMO͑N SAGT, BIS MAN DAS BLUT SPRENGT.", "GEMARA. Was lehrt er uns da!? — Folgendes lehrt er uns: selbst wenn sich eine Gesellschaft dafür zusammengetan hat, darf diese zurücktreten und eine andere sich daran beteiligen.", "MAN DARF, BIS ES GESCHLACHTET IST, SICH DARAN BETEILIGEN UND SICH DAVON ZURÜCKZIEHEN &C. Abajje sagte: Der Streit besteht nur über das Zurückziehen,", "denn die Rabbanan erklären:77Ex. 12,4.vom Lamme, wenn es noch lebt78היה gleich חיה leben., und R. Šimo͑n erklärt: wenn es noch vorhanden ist; mitbeteiligen aber kann man sich, wie alle übereinstimmen, bis es geschlachtet ist, denn es heißt:77Ex. 12,4.nach der Zahl der Seelen, und nachher erst: sollt ihr zählen79Das W. תכסו wird hier wahrscheinlich von der aram. Wurzel נכס schlachten abgeleitet..", "Ebenso wird gelehrt: Man kann, bis es geschlachtet ist, sich daran beteiligen und sich davon zurückziehen; R. Šimo͑n sagt, beteiligen könne man sich, bis es geschlachtet ist, sich zurückziehen, bis man das Blut sprengt." ], [ "WENN EINER AN SEINEM ANTEIL80Ohne Zustimmung der übrigen Mitbeteiligten.ANDERE BETEILIGT, SO DÜRFEN DIE MITGLIEDER DER GESELLSCHAFT IHM SEINES GEBEN, SODASS ER VON SEINEM UND SIE VON IHREM ESSEN.", "GEMARA. Sie fragten: Wie ist es, wenn einer der Gesellschaft gute Hände81Dh. wenn er schnell und bedeutend mehr als die anderen ißt.hat: können die übrigen zu ihm sagen, nimm deinen Teil und geh? Sagen wir, er könne ihnen erwidern, ihr habt mich ja aufgenommen, oder aber können sie ihm erwidern, sie hätten ihn nur im Interesse des Opfers82Damit nichts zurückbleibe.aufgenommen, nicht aber, daß er mehr als sie esse? —", "Komm und höre: Wenn einer an seinem Anteil noch andere beteiligt, so dürfen die Mitglieder der Gesellschaft ihm seines geben, sodaß er von seinem und sie von ihrem essen. Doch wohl deshalb, weil das ebenso ist, als würde der eine gute Hände haben. Wenn du nun sagen wolltest, wer gute Hände hat, könne zu den anderen sagen: ihr habt mich aufgenommen, so sollte dies auch hierbei der Fall sein. —", "Ich will dir sagen, anders ist es bei fremden Personen; auch wenn ihrer zwei nur ebensoviel essen, wie eine Person der Gesellschaft, können die übrigen zu [ihnen] sagen, sie wollen keine fremden Menschen unter sich haben. —", "Komm und höre: Wenn der Tischdiener83Der zu den Beteiligten gehört.ein olivengroßes Stück Fleisch [vom Pesaḥopfer] am Ofen gegessen84Da das Pesaḥopfer an einer Stelle gegessen werden muß, so darf er nicht mehr davon am Tische essen.hat, so fülle er, wenn er klug ist, seinen Bauch damit; wenn aber die Mitglieder der Gesellschaft ihm einen Gefallen erweisen wollen, so gehen sie und setzen sich neben ihn und speisen da — so R. Jehuda. Nur wenn sie wollen, sonst aber nicht; weshalb denn, er sollte doch zu ihnen sagen: ihr habt mich aufgenommen85Sie können also wegen der Belästigung zurücktreten, ebenso hierbei, wenn einer zu viel ißt.!? —", "Anders ist es hierbei, weil sie ihm erwidern können: wir haben dich aufgenommen, damit du dich für uns bemühst, nicht aber, damit wir uns für dich bemühen. —", "Komm und höre: Wenn einer der Gesellschaft gute Hände hat, so können die übrigen zu ihm sagen: nimm deinen Teil und geh. Noch mehr, selbst wenn fünf [Personen] ein Picknick veranstalten, können sie zu ihm sagen: nimm deinen Teil und gehe. Schließe hieraus. —", "Was heißt: ‘noch mehr’!? — Jenes ist selbstverständlich: selbstverständlich gilt dies vom Pesaḥopfer, wo sie zu ihm sagen können: wir haben dich nur im Interesse des Opfers82Damit nichts zurückbleibe.aufgenommen, aber auch bei einem Picknick, bei dem nur eine Geselligkeit erzielt werden sollte, können sie zu ihm sagen: nimm deinen Teil und gehe.", "Manche sagen, dies sei überhaupt nicht fraglich, die Frage laute vielmehr wie folgt: dürfen die Mitglieder der Gesellschaft die Anteile verteilen oder nicht? —", "Komm und höre: Wenn einer in der Gesellschaft gute Hände hat, so können die übrigen zu ihm sagen: nimm deinen Teil und geh. Nur wenn er gute Hände hat, sonst aber nicht. Schließe hieraus.", "R. Papa und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, vereinigten sich zur Mahlzeit, und während R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, einen Teil aß, aß R. Papa vier Teile. Da sprach jener: Wir wollen teilen. Dieser erwiderte: Du hast mich aufgenommen.", "Da erhob er gegen ihn [einen Einwand aus der Lehre] ‘Wenn einer beteiligt &c.’ Dieser erwiderte: Anders ist es bei fremden Personen. Darauf erhob er gegen ihn [einen Einwand aus der Lehre] ‘Wenn einer der Gesellschaft &c.’ Dieser erwiderte: In jenem Falle können sie zu ihm sagen: wir haben dich nur im Interesse des Opfers aufgenommen. Alsdann erhob er gegen ihn [einen Einwand aus der Lehre vom] Picknick. Da teilte er mit ihm.", "Darauf ging er und vereinigte sich zur [Mahlzeit] mit Rabina; während aber R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, einen Teil aß, aß Rabina acht Teile. Da sprach er: Lieber hundert Papas als einen Rabina.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand andere an seinem Pesaḥopfer oder seinem Festopfer beteiligt, so ist das dafür erhaltene Geld86Obgleich der Beteiligte es für das Opfer bestimmt hat.profan; wenn jemand sein Brandopfer oder Heilsopfer verkauft88Daß der Käufer es als solches darbringe., so hat er nichts erwirkt, und das Geld, soviel es auch beträgt, fällt der Spendenkasse zu. —", "Weshalb fällt, wenn er nichts erwirkt hat, das Geld der Spendenkasse zu!? Raba erwiderte: Dies ist eine Maßregelung. — Was heißt: ‘soviel es auch beträgt’? — Auch wenn es nur vier wert ist und man ihm fünf gezahlt hat, erstreckt sich die Maßregelung der Rabbanan auch auf den Überschuß.", "U͑la. nach anderen R. Oša͑ja, sprach: Wissen vielleicht die Genossen in Babylonien folgendes zu erklären: Dieser hat ein Lamm für das Pesaḥopfer bestimmt, jener hat Geld für das Pesaḥopfer bestimmt; wieso kann nun die Heiligkeit auf das Geheiligte übertragen werden, daß er lehrt, das Geld sei profan!?" ], [ "Abajje erwiderte: Würde R. Oša͑ja jene Lehre89Die weiter Col. b angeführt u. erörtert wird.nicht auf den Fall bezogen haben, wenn man eine Hure90Der Hurenlohn darf nicht zu heiligen Zwecken verwandt werden; cf. Dt. 23,19.an seinem Pesaḥopfer beteiligt, nach Rabbi91Nach dem das Pesaḥopfer Privateigentum ist., so würde ich sie auf minderheilige92Wenn man solche einer Hure als Hurenlohn gegeben hat.Opfer beziehen, nach R. Jose dem Galiläer, welcher sagt, minderheilige Opfer seien Privateigentum.", "Am Pesaḥopfer läßt man nichts [Profanes] zurück, wohl aber am dafür bestimmten Gelde, denn unter dieser Bedingung hat man es dafür bestimmt.", "Diese Lehre vertritt die Ansicht Rabbis, und der Ersatz ist deshalb profan, weil man zwar am Pesaḥopfer nichts [Profanes] zurückläßt, wohl aber am dafür bestimmten Gelde.", "Jene Lehre, die R. Oša͑ja Rabbi addiziert, addiziere ich nicht Rabbi, weil man am Pesaḥopfer nichts [Profanes] zurückläßt, sondern nur am dafür bestimmten Gelde, das man unter dieser Bedingung dafür bestimmt hat;", "und diese Lehre ist nicht R. Jose zu addizieren, weil in dieser gelehrt wird, daß, wenn jemand sein Brandopfer oder sein Heilsopfer verkauft, er nichts erwirkt habe.", "Da nun R. Oša͑ja jene Lehre auf den Fall bezieht, wenn man eine Hure an seinem Pesaḥopfer beteiligt hat, nach Rabbi, so ist hieraus zu entnehmen, daß man nach seiner Ansicht sogar am Pesaḥopfer selbst [Profanes] zurückläßt93Deshalb ist der Ersatz profan..", "Was ist das für eine Lehre R. Oša͑jas? — Wir haben gelernt: Gibt er ihr geheiligtes [Vieh] als Hurengabe, so ist es erlaubt,", "wenn aber profanes Geflügel, so ist es verboten. Man könnte folgern: wenn geheiligtes [Vieh], das durch ein Gebrechen untauglich wird, als Hurengabe und Hundelohn nicht beeinträchtigt wird, um wieviel weniger wird das Geflügel, das durch ein Gebrechen nicht untauglich wird, als Hurengabe und Hundelohn beeinträchtigt; daher heißt es:94Dt. 23,19.zu irgend einem Gelübde, dies schließt das Geflügel ein. —", "Demnach sollte man doch durch [einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere hinsichtlich des geheiligten [Viehs] folgern: wenn das Geflügel, das durch ein Gebrechen nicht untauglich wird, als Hurengabe und Hundelohn beeinträchtigt wird, um wieviel mehr wird das geheiligte [Vieh], das durch ein Gebrechen untauglich wird, als Hurengabe und Hundelohn beeinträchtigt!? — Es heißt: zu irgend einem Gelübde, ausgenommen das, was bereits durch Gelübde [geheiligt ist]. —", "Nur deshalb, weil der Allbarmherzige Gelübde geschrieben hat, sonst aber würde man gesagt haben, die Hurengabe beeinträchtige auch geheiligtes [Vieh]; aber man kann ja nicht das, was nicht ihm gehört, verboten machen!?", "R. Oša͑ja erwiderte: Wenn man eine Hure an seinem Pesaḥopfer beteiligt, nach Rabbi. —", "Was [ist dies für eine Lehre] Rabbis? — Es wird gelehrt:95Ex. 12,4.Wenn aber die Familie für ein Lamm zu klein ist, ernähre96Das W. חיות wird wie חיות gelesen.ihn durch ein Lamm; zum Essen und nicht zum Warenkaufe97Darf man einem anderen einen Teil des Pesaḥopfers gegen Entgelt überlassen, um es für andere Bedürfnisse des Festes zu verwenden, nicht aber, um andere Waren zu kaufen..", "Rabbi sagt, auch zum Warenkaufe; wenn ihm [Geld] fehlt, so beteilige er jemand an seinem Pesaḥopfer oder an seinem Festopfer, und das erhaltene Geld ist profan, denn unter diesem Vorbehalt heiligten die Jisraéliten ihre Pesaḥopfer.", "Rabba und R. Zera [streiten hierüber]. Einer sagt, niemand streite über das Holz zum Braten, dieses gleiche dem Pesaḥopfer selbst, da es zur Zubereitung desselben erforderlich ist, sie streiten vielmehr über das Ungesäuerte und das Bitterkraut:", "die Rabbanan sind der Ansicht, diese seien andere Speisen, und Rabbi ist der Ansicht, diese gleichen dem Pesaḥopfer, da sie zu diesem gehören.", "Und einer sagt, auch über das Ungesäuerte und das Bitterkraut streite niemand, auch diese gleichen dem Pesaḥopfer selbst, denn es heißt:98Num. 9,11.mit Ungesäuertem und Bitterkraut sollen sie es essen, somit gehören sie zum Pesaḥopfer, sie streiten vielmehr, ob man dafür ein Hemd oder ein Gewand kaufen dürfe: die Rabbanan sind der Ansicht, für ein Lamm, alles was zum Lamme gehört, und Rabbi ist der Ansicht, alles was zum Leben gehört, vom Lamme.", "Wieso sagt Abajje, daß, wenn R. Oša͑ja jene Lehre nicht auf den Fall bezogen hätte, wenn man eine Hure an seinem Pesaḥopfer beteiligt, nach Rabbi, er sie auf minderheilige Opfer92Wenn man solche einer Hure als Hurenlohn gegeben hat.bezogen haben würde, nach R. Jose dem Galiläer, welcher sagt, minderheilige Opfer seien Privateigentum, vom Pesaḥopfer aber lasse man nichts [Profanes] zurück,", "es wird ja ausdrücklich gelehrt, daß die Jisraéliten unter dieser Bedingung ihre Pesaḥopfer heiligten!? — Sage vielmehr: unter dieser Bedingung heiligten die Jisraéliten das Geld99Zur Beteiligung; dieses darf für andere Zwecke verwendet werden.für ihre Pesaḥopfer.", "WENN EIN FLUSSBEHAFTETER ZWEIMAL [AUSFLUSS] WAHRGENOMMEN100Seine Unreinheit dauert sieben Tage, jedoch braucht er kein Opfer darzubringen, sodaß er schon am Abend des 7. Tages vom Pesaḥopfer essen darf. HAT, SO DARF MAN FÜR IHN AN SEINEM SIEBENTEN TAGE [DAS PESAHOPFER] SCHLACHTEN; HAT ER IHN DREIMAL101Dieser erlangt Reinheit, erst nachdem er sein Opfer dargebracht hat.WAHRGENOMMEN, SO DARF MAN ES FÜR IHN AN SEINEM ACHTEN TAGE SCHLACHTEN.", "FÜR DIE MENSTRUATIONSVERDÄCHTIGE102Wörtl. Tag gegen Tag abwartende. Wenn eine Frau innerhalb 11 Tagen nach der der Menstruation folgenden ‘Reinheitswoche’ (dh. außerhalb der Menstruationszeit) Blutfluß wahrnimmt, so muß sie einen Tag ‘abwarten’, sie ist für diesen Tag u. die folgende Nacht unrein, jedoch keine Flußbehaftete; auch die Wahrnehmung am folgenden Tage macht sie nur für diesen Tag unrein, u. erst eine am 3. Tage macht sie zur Flußbehafteten, sodaß sie erst nach 7 Tagen ein Reinigungsbad nehmen darf.schlachte man an ihrem zweiten TAGE; HAT SIE ZWEI TAGE [BLUTFLUSS] WAHRGENOMMEN, SO SCHLACHTE MAN FÜR SIE AN IHREM DRITTEN TAGE.", "FÜR DIE FLUSSBEHAFTETE SCHLACHTE MAN AN IHREM ACHTEN TAGE.", "GEMARA. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Man darf für den, der am selben Tage untergetaucht103Der aber erst nach Sonnenuntergang völlige Reinheit erlangt.ist, und den, der noch der Sühne104Der Darbringung des hierfür erforderlichen Opfers am Tage der Reinigung.bedarf," ], [ "[das Pesaḥopfer] schlachten und [das Blut] sprengen, nicht aber für einen Kriechtierunreinen. U͑la aber sagt, man dürfe auch für einen Kriechtierunreinen schlachten und sprengen. —", "Nach Rabh ist es für den, der am selben Tage untergetaucht ist, wohl deshalb [erlaubt], weil er abends zulässig ist, und auch der Kriechtierunreine ist ja abends zulässig!? — Er bedarf noch des Untertauchens. —", "Auch der am selben Tage untergetaucht ist, bedarf ja noch des Sonnenuntergangs!? — Die Sonne geht von selbst unter. —", "Auch dem, der noch der Sühne bedarf, fehlt ja noch die Sühne!? — Wenn er das Vogelpaar in der Hand hat. —", "Auch der Kriechtierunreine hat ja das Tauchbad vor sich!? — Er könnte es fahrlässig unterlassen. — Auch der noch der Sühne bedarf, könnte es ja fahrlässig unterlassen!? — Wenn er [das Sühnopfer] an das Gericht abgeliefert hat.", "Dies nach R. Šema͑ja, der sagte, es gelte als feststehend, daß das Priestergericht nicht eher fortgeht, als bis das Geld in der Sammelbüchse105Der Erlös für die Sühnopfer; cf. Seq. VI,5. verbraucht ist. —", "Demnach ist nach Rabh [der Kriechtierunreine] nach der Tora zulässig, nur haben die Rabbanan dies verboten, und [dem widersprechend] sagte Rabh, daß man einen von ihnen mit einem Kriechtiere unrein106Wenn genau die Hälfte der Gemeinde unrein ist (cf. supra Fol. 80a); demnach ist er auch nach der Tora nicht zulässig.mache!? —", "Vielmehr, nach Rabh ist er auch nach der Tora nicht zulässig, denn es heißt:107Num. 9,10.wenn irgend jemand unrein sein sollte durch eine Leiche, dies gilt auch von dem Falle, wenn dessen siebenter Tag auf den Vorabend des Pesaḥfestes fällt, was der Verunreinigung durch ein Kriechtier108Die Unreinheit beider dauert bis zum Abend dieses Tages.gleicht, und der Allbarmherzige sagt, er werde zurückgesetzt.", "Wenn du einwendest, woher, daß dem so109Daß der angezogene Schriftvers von einem solchen Falle spreche.sei,", "so ist er der Ansicht R. Jiçḥaqs, welcher sagte, es waren110Die wegen Unreinheit das Pesaḥopfer nicht herrichten konnten; cf. Suk. Fol. 25b.Mišaél und Elçaphan. Diese waren Leichenunreine, deren siebenter Tag auf einen Vorabend des Pesaḥfestes fiel, denn es heißt:111Num. 9,6.und sie konnten an jenem Tage das Pesaḥopfer nicht herrichten, nur an jenem Tage konnten sie es nicht herrichten, wohl aber konnten sie es am folgenden Tage herrichten, und der Allbarmherzige sagte, sie seien zurückzusetzen. —", "Wir haben gelernt: Wenn ein Flußbehafteter zweimal [Ausfluß] wahrgenommen hat, so darf man für ihn an seinem siebenten Tage [das Pesaḥopfer] schlachten. Doch wohl, wenn er noch nicht untergetaucht ist, somit ist hieraus zu entnehmen, daß man für den Kriechtierunreinen112Wo er noch völlig unrein ist.schlachten und sprengen dürfe!? —", "Nein, wenn er bereits untergetaucht ist. — Was lehrt er uns damit!? — Er lehrt uns folgendes: selbst wenn er noch des Sonnenuntergangs bedarf, weil die Sonne von selbst untergeht.", "Dies ist auch einleuchtend, denn im Schlußsatze lehrt er, daß, wenn er dreimal [Ausfluß] wahrgenommen hat, man es für ihn an seinem achten Tage schlachte. Allerdings ist dies [zu lehren] nötig, wenn du sagst, daß man es für einen Flußbehafteten, der zweimal [Ausfluß] wahrgenommen hat, nur dann an seinem siebenten Tage schlachten dürfe, wenn er untergetaucht ist;", "man könnte nämlich glauben, wohl für den, der zweimal wahrgenommen hat, der [zur Erlangung seiner Reinheit] keiner auszuübenden Tätigkeit braucht, an seinem siebenten Tage, nicht aber für den, der dreimal wahrgenommen hat, am achten Tage, der noch einer auszuübenden Tätigkeit, der Sühne, bedarf, so lehrt er uns, daß man auch für diesen, der noch der Sühne bedarf, schlachten und sprengen dürfe.", "Wozu aber ist, wenn du sagst, für den, der zweimal [Ausfluß] wahrgenommen hat, am siebenten Tage, auch wenn er nicht untergetaucht ist, dies vom achten Tage desjenigen, der dreimal [Ausfluß] wahrgenommen hat,", "[zu lehren] nötig: wenn man für den, der zweimal [Ausfluß] wahrgenommen hat, wenn er nicht untergetaucht und mithin gänzlich unrein ist, am siebenten Tage112Wo er noch völlig unrein ist.schlachten und sprengen darf, um wieviel mehr darf man für den, der dreimal [Ausfluß] wahrgenommen hat, wo er bereits am siebenten Tage untergetaucht113Und nur der Darbringung des Sühnopfers bedarf.und die Unreinheit gelockert ist, am achten Tage schlachten und sprengen?", "Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß man für den, der zweimal [Ausfluß] wahrgenommen hat, am siebenten Tage nur schlachten und sprengen darf, wenn er bereits untergetaucht ist. —", "Nein, tatsächlich kann ich dir erwidern, wenn er nicht untergetaucht ist, dennoch ist dies114Von dem zu lehren, der am 8. Tage untergetaucht ist.nötig; man könnte glauben, nur [für jenen] am siebenten Tage, weil seine Reinigung in seiner eigenen Hand liegt, nicht", "aber [für diesen] am achten Tage, da die Darbringung des Opfers nicht in seiner eigenen Hand liegt und die Priester es unterlassen könnten, so lehrt er uns, daß man sich auf R. Šema͑ja115Der oben lehrte, daß man sich auf die Aufmerksamkeit der Priester verlasse. stütze.", "FÜR DIE FLUSSBEHAFTETE SCHLACHTE MAN &C. Ein Jünger rezitierte vor R. Ada b. Ahaba: Für die Flußbehaftete schlachte man es an ihrem siebenten Tage. Da sprach er zu ihm: Ist denn die Flußbehaftete am siebenten Tage zulässig!? Selbst nach demjenigen, welcher sagt, man dürfe für einen Kriechtierunreinen schlachten und sprengen, gilt dies ja nur von einem Kriechtierunreinen, der abends zulässig ist, diese aber ist am folgenden Tage nicht eher zulässig, als bis sie das Sühnopfer dargebracht hat. Sage vielmehr: am achten. —", "[Am achten] ist es ja selbstverständlich!? — Man könnte glauben, diese nicht, da sie noch der Sühne bedarf, so lehrt er uns, daß man sich auf R. Šema͑ja115Der oben lehrte, daß man sich auf die Aufmerksamkeit der Priester verlasse.stütze.", "Rabina sagte: Er rezitierte dies von einer Menstruierenden: für die Menstruierende schlachte man am siebenten Tage,", "und dieser habe zu ihm gesprochen: Ist denn die Menstruierende am siebenten Tage zulässig!? Selbst nach demjenigen, welcher sagt, man dürfe für einen Kriechtierunreinen schlachten und sprengen, [gilt dies ja nur von diesem,] der abends zulässig ist, die Menstruierende aber, die in der Nacht des siebenten untergetaucht ist, ist nicht eher zulässig, als bis sie den Sonnenuntergang des achten abgewartet hat. Sage vielmehr: am achten. —", "[Am achten] ist es ja selbstverständlich; wenn man sogar für eine Flußbehaftete, die noch der Sühne bedarf, am achten schlachten und sprengen darf, wozu braucht von einer Menstruierenden, die der Sühne nicht bedarf, gelehrt zu werden, daß man für sie schlachten und sprengen dürfe!? —", "Von einer Menstruierenden ist dies [zu lehren] nötig, denn er lehrt uns folgendes: nur am achten und nicht am siebenten. Es wird nämlich gelehrt: Alle, die unterzutauchen haben, müssen es am Tage, die Menstruierende und die Wöchnerin müssen nachts untertauchen.", "Ferner wird gelehrt: Man könnte glauben, sie tauche auch am Tage unter, so heißt es:116Lev. 15,19.sieben Tage sei sie in ihrer Menstrualunreinheit, sie muß volle sieben Tage in ihrer Menstrualunreinheit verweilen, und die Wöchnerin gleicht der Menstruierenden.", "FÜR DEN TRAUERNDEN117Mit אונן wird derjenige bezeichnet, der einen Verstorbenen noch vor sich liegen hat.," ], [ "EINEN, DER EINEN TRÜMMERHAUFEN118Und nicht weiß, ob der Verunglückte, der sich unten befindet, tot od. lebendig ist.FREILEGT, EINEN, DEM MAN IHN AUS DEM GEFÄNGNISSE ZU ENTLASSEN ZUGESICHERT HAT, EINEN KRANKEN UND EINEN GREIS, DIE EIN OLIVENGROSSES QUANTUM ESSEN KÖNNEN, DARF MAN [DAS PESAḤOPFER] MITSCHLACHTEN, \n", "JEDOCH DARF MAN ES NICHT FÜR SIE ALLEIN SCHLACHTEN, WEIL SIE DAS OPFER ZUR UNTAUGLICHKEIT BRINGEN119Diese können leicht verhindert werden, vom Pesaḥopfer zu essen.KÖNNEN.", "SIE SIND DAHER, WENN SIE VERHINDERT WORDEN SIND, VON DER HERRICHTUNG DES ZWEITEN PESAḤOPFERS120Weil sie beim Schlachten und Sprengen des Blutes zu essen fähig waren.frei, ausgenommen derjenige, der einen TRÜMMERHAUFEN FREILEGT, WEIL ER SCHON VORHER121Beim Schlachten, noch vor Freilegung der Leiche.UNREIN WAR.", "GEMARA. Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Dies wurde nur von einem nicht jüdischen Gefängnis gelehrt, wenn aber in einem jüdischen Gefängnis, so darf man es auch nur für ihn schlachten, denn da man ihm [Freilassung] zugesichert hat, läßt man ihn auch frei, denn es heißt:122Zeph. 3,13.der Überrest Jisraéls wird kein Unrecht begehen noch Lüge reden.", "R. Ḥisda sagte: Auch von einem nichtjüdischen Gefängnis gilt dies nur dann, wenn außerhalb der Mauer von Beth-Phage, wenn aber innerhalb der Mauer von Beth-Phage, so schlachte man es auch für ihn allein, weil man es ihm bringen und er es essen kann.", "DAHER, WENN &C. Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Dies lehrten sie nur von einem runden Trümmerhaufen, wenn er aber länglich ist, so ist er von der Herrichtung des zweiten Pesaḥopfers frei, weil er vielleicht beim Schlachten123Er kann auf einer Stelle gestanden haben, unter der der Leichnam sich nicht befunden hat.rein war.", "Ebenso wird gelehrt: R. Šimo͑n, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagte: Wer einen Trümmerhaufen freilegt, ist zuweilen frei124Von der Darbringung des 2. Pesaḥopfers.und zuweilen verpflichtet, und zwar: wenn der Trümmerhaufen rund ist und man unten Unreinheit125Den Verschütteten als Leiche.findet, so ist er verpflichtet, wenn aber der Trümmerhaufen länglich ist und man unten Unreinheit findet, so ist er frei, denn er kann beim Schlachten rein gewesen sein.", "MAN DARF DAS PESAḤOPFER NICHT FÜR EINEN EINZELNEN SCHLACHTEN — SO R. JEHUDA. R. JOSE ERLAUBT DIES; WENN ABER126Es hängt nicht von der Zahl der Personen ab, sondern vom Essen.EINE GESELLSCHAFT SOGAR AUS HUNDERT PERSONEN BESTEHT, DIESE ABER KEIN OLIVENGROSSES QUANTUM ESSEN KÖNNEN, SO DARF MAN ES FÜR SIE NICHT SCHLACHTEN.", "MAN BILDE KEINE GESELLSCHAFT AUS FRAUEN, SKLAVEN UND MINDERJÄHRIGEN.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Woher, daß man das Pesaḥopfer nicht für einen einzelnen schlachten dürfe? Es heißt:127Dt. 16,5.du darfst das Pesaḥopfer nicht in einer128Cf. supra Fol. 80a, Anm. 116.[deiner Ortschaften] schlachten — so R. Jehuda. R. Jose sagte: Für einen einzelnen, der [das erforderliche Quantum] essen kann, schlachte man es, für zehn, die es nicht essen können, schlachte man es nicht. —", "Wofür verwendet R. Jose das Wort einer? — Er verwendet es für eine Lehre R. Šimo͑ns. Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n sagte: Woher, daß man, wenn man zur Zeit, wo die Privataltäre verboten sind, sein Pesaḥopfer auf einem Privataltar geschlachtet hat, ein Verbot übertrete?", "Es heißt: du darfst das Pesaḥopfer nicht in einer deiner Ortschaften schlachten. Man könnte glauben, dies gelte auch von der Zeit, wo die Privataltäre erlaubt sind, so heißt es: in einer deiner Ortschaften, ich sagte es nur von einer Zeit, wo ganz Jisraél in einer Ortschaft zusammenkommt129Wörtl. durch ein Tor eintritt, da dies der Grundbegriff des Wortes שער ist.. —", "Woher entnimmt dies R. Jehuda!? — Er entnimmt hieraus beides. —", "Woher weiß R. Jose, daß [der Schriftvers] auf die Lehre R. Šimo͑ns deute, vielleicht auf die des R. Jehuda!? — Er kann dir erwidern: dies leuchtet nicht ein, denn es heißt:130Ex. 12,4.jeder gemäß seinem Essen.", "R. U͑qaba b. Ḥenana aus Paršunja131So wohl von allen Lesarten am richtigsten.wies Raba auf einen Widerspruch hin: Kann R. Jehuda denn gesagt haben, man dürfe das Pesaḥopfer nicht für einen einzelnen schlachten, ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Am ersten Pesaḥfeste darf man für eine Frau allein schlachten, am zweiten darf man sie nur anderen anschließen — so R. Jehuda!? Dieser erwiderte: Sage nicht: für eine [Frau] allein, sondern: für Frauen allein.", "Jener entgegnete: Darf man denn eine Gesellschaft aus Frauen bilden, wir haben ja gelernt, man dürfe keine Gesellschaft aus Frauen, Sklaven und Minderjährigen bilden; doch wohl aus Frauen allein, Sklaven allein und Minderjährigen allein!? Dieser erwiderte: Nein, aus Frauen, Sklaven und Minderjährigen zusammen; aus Frauen und Sklaven, wegen" ], [ "der Sittenlosigkeit,", "aus Minderjährigen und Sklaven, wegen Unfugs. Der Text. Am ersten Pesaḥfeste darf man für eine Frau allein schlachten, am zweiten darf man sie nur anderen anschließen — so R. Jehuda. R. Jose sagt, man dürfe am zweiten für eine Frau allein schlachten und selbstverständlich am ersten; R. Šimo͑n sagt, am ersten Pesaḥfeste dürfe man eine Frau anderen anschließen, am zweiten schlachte man für sie überhaupt nicht. —", "Worin besteht ihr Streit? — R. Jehuda ist der Ansicht:130Ex. 12,4.nach der Zahl der Seelen, auch Frauen. Wenn du aber einwendest, demnach sollte dies auch vom zweiten gelten, so heißt es [bei diesem]:132Num. 9,13.seine Sünde soll dieser Mann tragen, nur der Mann und nicht die Frau.", "Und wenn du einwendest, demnach am zweiten auch nicht anderen anschließen, so besagen die Worte:133Ib. V. 12.nach allen Satzungen des Pesaḥopfers, daß man sie anderen anschließe. —", "Was ist der Grund R. Joses? — Beim ersten [Pesaḥfeste] heißt es: nach der Zahl der Seelen, auch Frauen, und beim zweiten Pesaḥfeste heißt es:132Num. 9,13.diese Seele soll aus Jisraél ausgerottet werden, Seele, auch Frauen. — Was schließt demnach der Vers: seine Sünde soll dieser Mann tragen, aus!? — Dieser schließt den Minderjährigen von der Ausrottung aus.", "R. Šimo͑n aber [erklärt]: beim ersten [Pesaḥfeste] heißt es: Mann, nur ein Mann, aber keine Frau. Wenn du aber einwendest, demnach auch nicht anderen anschließen, so besagen die Worte: nach der Zahl der Seelen, daß man sie anderen anschließe.", "Und wenn du einwendest, demnach auch beim zweiten, so hat sie der Allbarmherzige ausgeschlossen, denn es heißt: seine Sünde soll dieser Mann tragen, nur der Mann und nicht die Frau. Wovon ist sie ausgeschlossen: wenn von der Pflicht, so hat sie ja keine sogar am ersten, um wieviel weniger am zweiten; doch wohl von der Anschließung. —", "Welchen Mann134Worauf RS. oben Bezug nimmt.meint nun R. Šimo͑n: wollte man sagen, [im Schriftverse:]135Ex. 12,3.jeder Mann soll sich ein Lamm besorgen &c., so ist dies ja für die Lehre R. Jiçḥaqs nötig, welcher sagte, nur ein Mann könne [anderen] zueignen, nicht aber könne ein Minderjähriger [anderen] zueignen,", "und wollte man sagen im [Schriftverse:] jeder Mann gemäß seinem Essen, so ist ja, wenn R. Jose der Ansicht R. Šimo͑ns136Bezüglich des Schlachtens auf einem Privataltar, ob. Col. a.ist, auch R. Šimo͑n der Ansicht R. Joses, und dieser folgert ja hieraus, daß man das Pesaḥopfer für einen einzelnen schlachte!? —", "Er kann dir erwidern: Der Allbarmherzige könnte ja schreiben: gemäß seinem Essen, wenn es aber noch jeder Mann heißt, so ist hieraus beides zu entnehmen. —", "Wessen Ansicht vertritt die Lehre R. Elea͑zars, daß nämlich [das Pesaḥopfer] für die Frau am ersten Pflicht und am zweiten Freigestelltes sei und den Šabbath verdränge? — Wenn Freigestelltes, wieso verdrängt es den Šabbath!? — Sage vielmehr: am zweiten Freigestelltes und am ersten Pflicht sei und den Šabbath verdränge. — Wessen also? — Die des R. Jehuda.", "R. Ja͑qob sagte im Namen R. Joḥanans: Man bilde keine Gesellschaft aus ausschließlich Proselyten, denn sie könnten es damit allzu genau nehmen und es [unnötig] untauglich machen137Weil sie in den Satzungen nicht kundig sind. Nach einer anderen Lesart: sie würden es damit nicht genau nehmen und es untauglich machen..", "Die Rabbanan lehrten: Das Pesaḥopfer, das Ungesäuerte und das Bitterkraut sind am ersten [Abend] Pflicht, von da ab Freigestelltes; R. Šimo͑n sagt, für Männer Pflicht und für Frauen Freigestelltes. —", "Worauf bezieht sich dies138Daß es von dann ab Freigestelltes ist.: wollte man sagen auf das Pesaḥopfer, so gilt ja dieses nicht an allen sieben Tagen!? Und wollte man sagen, auf das Ungesäuerte und das Bitterkraut, wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: R. Šimo͑n sagt, für Männer Pflicht und für Frauen Freigestelltes.", "Hält R. Šimo͑n denn nichts von der Lehre R. Elea͑zars, daß nämlich Frauen nach der Tora Ungesäuertes zu essen verpflichtet seien, denn es heißt:139Dt. 16,3.du darfst dazu nichts Gesäuertes essen, sieben Tage sollst du Ungesäuertes essen, wer kein Gesäuertes essen darf, muß Ungesäuertes essen, und da Frauen kein Gesäuertes essen dürfen, sind sie Ungesäuertes zu essen verpflichtet!? —", "Sage vielmehr: Das Pesaḥopfer, das Ungesäuerte und das Bitterkraut sind am ersten [Abend] Pflicht, von dann ab140Dies bezieht sich nur auf Ungesäuertes und Bitterkraut.Freigestelltes; R. Šimo͑n sagt, das Pesaḥopfer sei für Männer Pflicht und für Frauen Freigestelltes.", "DER TRAUERNDE DARF UNTERTAUCHEN UND ABENDS VOM PESAḤOPFER ESSEN, NICHT ABER VON ANDEREN HEILIGEN OPFERN; WER VOM TODE SEINES ANGEHÖRIGEN ERFÄHRT \n" ], [ "ODER SEINE GEBEINE EINSAMMELT, DARF UNTERTAUCHEN UND AUCH VON HEILIGEN OPFERN ESSEN.", "DER PROSELYT, DER SICH AM VORABEND DES PESAḤFESTES BEKEHRT, DARF, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, UNTERTAUCHEN UND ABENDS VOM PESAḤOPFER ESSEN; DIE SCHULE HILLELS SAGT, WER SICH VON DER VORHAUT TRENNT, SEI WIE WENN ER SICH VON EINEM GRABE TRENNEN WÜRDE141Er bleibt 7 Tage unrein..", "GEMARA. Er ist der Ansicht, die Trauer der Nacht sei rabbanitisch; beim Pesaḥopfer, [dessen Unterlassung] mit Ausrottung belegt ist, haben sie ihre Worte nicht aufrecht erhalten, bei anderen heiligen Opfern aber, wobei es sich nur um die Ausübung eines Gebotes handelt, haben sie ihre Worte aufrecht erhalten142Es ist zwar eine gottgefällige Handlung, von den dargebrachten Opfern zu essen, jedoch ist auf die Unterlassung keine Strafe gesetzt..", "WER VOM TODE EINES ANGEHÖRIGEN ERFÄHRT &C. Wer Gebeine einsammelt, bedarf ja noch des Sprengens am dritten und am siebenten Tage!? — Lies: für den man Gebeine eingesammelt hat.", "DER PROSELYT &C. Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Der Streit besteht nur über einen unbeschnittenen Nichtjuden.", "Die Schule Hillels ist der Ansicht, man berücksichtige, er könnte im nächsten Jahre unrein sein und sagen: im Vorjahre bin ich untergetaucht und habe [das Pesaḥopfer] gegessen, auch in diesem Jahre will ich untertauchen und es essen, ohne zu bedenken, daß er im Vorjahre Nichtjude und für die Unreinheit nicht empfänglich war, während er jetzt Jisraélit und für die Unreinheit empfänglich ist.", "Die Schule Šammajs ist dagegen der Ansicht, man berücksichtige dies nicht. Hinsichtlich eines unbeschnittenen Jisraéliten aber stimmen alle überein, daß er untertauchen und abends das Pesaḥopfer essen dürfe, und wir [sagen] nicht, man berücksichtige bei einem unbeschnittenen Jisraéliten einen unbeschnittenen Nichtjuden.", "Ebenso wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Die Schule Šammajs und die Schule Hillels stimmen überein, daß ein unbeschnittener Jisraélit untertauchen und abends das Pesaḥopfer essen dürfe, sie streiten nur über einen unbeschnittenen Nichtjuden: die Schule Šammajs sagt, er tauche unter und esse abends das Pesaḥopfer, und die Schule Hillels sagt, wer sich von der Vorhaut trennt, sei wie wenn er sich von einem Grabe trennen würde.", "Raba sagte: Beim Unbeschnittenen, beim Sprengen und beim Beschneidemesser haben sie auch bei einem mit der Ausrottung belegten [Gebote] ihre Worte aufrecht erhalten; beim Trauernden, beim Aussätzigen und beim Gräberpfluge haben sie bei einem mit der Ausrottung belegten [Gebote] ihre Worte nicht aufrechterhalten.", "Beim Unbeschnittenen, wie wir bereits gesagt143Nach der Schule Hillels, nach der die Halakha entschieden wird, darf der Unbeschnittene das Pesaḥopfer wegen einer rabbanitischen Berücksichtigung nicht essen.haben.", "Beim Sprengen, denn der Meister sagte, das Sprengen sei nur des Feierns wegen144Also nur rabbanitisch; es sollte am Šabbath erfolgen dürfen.verboten, dennoch verdrängt es nicht den Šabbath.", "Beim Beschneidemesser, denn es wird gelehrt: Wie man es145Das Messer zur Beschneidung.über öffentliches Gebiet nicht holen darf, so darf man es auch über Dächer, Höfe und Gehege nicht holen.", "Beim Trauernden, wie wir bereits gesagt haben.", "Beim Aussätzigen, denn es wird gelehrt: Wenn der achte [Tag] des Aussätzigen146An dem er den Tempelberg betreten und sein Opfer darbringen muß.auf einen Vorabend des Pesaḥfestes fällt und er an diesem Tage Samenerguß bekommt, so tauche er unter und esse [vom Pesaḥopfer].", "Die Weisen sagten nämlich: Obgleich derjenige, der am selben Tage untergetaucht ist, nicht eintreten147In das levitische Lager, den Tempelberg betreten. darf, darf dieser dennoch eintreten, denn das Gebot, [dessen Unterlassung] mit der Ausrottung belegt ist, komme und verdränge das Gebot, [dessen Unterlassung] nicht mit der Ausrottung belegt ist.", "Und R. Joḥanan sagte, dies148Die Entfernung der Unreinen vom Tempelberge.sei nicht einmal ein Gebot der Tora. Es heißt nämlich:149iiChr. 20,5.Jehošaphaṭ trat in die Volksgemeinde Jehudas und Jerušalems, in den Tempel des Herrn, vor den neuen Vorhof hin, und [die Bezeichnung] ‘neuer Vorhof’ erklärten sie, sie haben da eine Neuerung getroffen und angeordnet, wer am selben Tage untergetaucht ist, dürfe in das levitische Lager nicht eintreten.", "Beim Gräberpfluge, denn wir haben gelernt: Die Schule Šammajs und die Schule Hillels stimmen überein," ], [ "daß man zur Herrichtung des Pesaḥopfers [einen Gräberpflug] untersuchen150Dh. ihn untersuchend betreten.dürfe, nicht aber, um Hebe zu essen. —", "Was heißt untersuchen? Wie R. Jehuda im Namen Šemuéls gesagt hat: Man darf auf einem Gräberpfluge [die Erde] wegblasen151Um zu sehen, ob sich da Gebeine eines Leichnams befinden.und weitergehen. Ferner sagte R. Jehuda b. Abajje152Richt. Ami, wie in Parallelstellen.im Namen R. Jehudas: Ein ausgetretener Gräberpflug ist rein153Man darf ihn betreten, uni das Pesaḥopfer herzurichten..", "", "WER UNREIN ODER AUF EINER WEITEN REISE WAR UND DAS ERSTE [PESAḤOPFER] NICHT HERGERICHTET HAT, RICHTE DAS ZWEITE HER; WER INFOLGE EINES VERSEHENS ODER EINES ZWANGSFALLES DAS ERSTE NICHT HERGERICHTET HAT, RICHTE DAS ZWEITE HER. WESHALB WIRD DIES DEMNACH VOM UNREINEN UND VOM AUF EINER WEITEN REISE BEFINDLICHEN GELEHRT? WEIL DIESE VON DER AUSROTTUNGSSTRAFE FREI SIND, JENE ABER SICH DER AUSROTTUNGSSTRAFE SCHULDIG MACHEN.", "GEMARA. Es wurde gelehrt: Wenn jemand auf einer weiten Reise war und man für ihn [das Pesaḥopfer] geschlachtet und [das Blut] gesprengt hat, so ist es, wie R. Naḥman sagt, wohlgefällig, und wie R. Šešeth sagt, nicht wohlgefällig. R. Naḥman sagt, es sei wohlgefällig, denn der Allbarmherzige hat ihn nur geschont1Indem er ihn für das zweite Pesaḥfest zurückgesetzt hat., wenn er es aber herrichtet, so komme Segen über ihn. R. Šešeth sagt, es sei nicht wohlgefällig, denn der Allbarmherzige hat ihn gleich dem Unreinen [für das zweite Pesaḥfest] zurückgesetzt.", "R. Naḥman sprach: Dies entnehme ich aus dem, was wir gelernt haben: wer unrein oder auf einer weiten Reise war und das erste [Pesaḥopfer] nicht hergerichtet hat, richte das zweite her. Demnach steht es ihm frei, [das erste] herzurichten. —", "Und R. Šešeth!? — Er kann dir erwidern: wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: Wer infolge eines Versehens oder eines Zwangsfalles das erste nicht hergerichtet hat, richte das zweite her; ist etwa auch hierbei zu folgern: wenn er ‘nicht hergerichtet’ lehrt, demnach steht ihm [das erste] herzurichten frei, wo es ja infolge eines Versehens oder eines Zwangsfalles geschah!?", "Vielmehr mußt du erklären, er zähle hier auch den vorsätzlich Unterlassenden mit, ebenso zählt er auch [im ersten Falle] den Trauernden2Der, wenn er will, das P. herrichten darf; cf. supra Fol. 91a. mit.", "R. Aši sprach: Dies ist auch aus unserer Mišna zu entnehmen, denn er lehrt: weil diese von der Ausrottungsstrafe frei sind, jene aber sich der Ausrottungsstrafe schuldig machen. Worauf bezieht sich dies: wollte man sagen, auf Versehen und Zwangsfall, so sind diese ja nicht mit der Ausrottungsstrafe belegt, wahrscheinlich also auf Vorsatz und Trauer? —", "Und R. Naḥman!? — Er kann dir erwidern: tatsächlich bezieht sich dies auf Vorsatz3Der im Schlußsatze auf jeden Fall mitgezählt wird. (Im Schlußsatze ist das ולא als Relativum, statt ושלא, aufzufassen, nicht aber im Anfangssatze.) allein, somit sollte er eigentlich ‘jener sich schuldig macht’ lehren, da er aber vorher ‘frei sind’ lehrt, lehrt er auch später ‘sich schuldig machen’.", "R. Šešeth sprach: Dies entnehme ich aus folgender Lehre: R. A͑qiba sagte: Es heißt4Num. 9,10.unrein und es heißt4Num. 9,10.auf einer weiten Reise," ], [ "wie der Unreine es herzurichten in der Hand hat, es aber unterläßt5Weil es ihm verboten ist., ebenso bei der weiten Reise, wenn er es [durch andere] herzurichten in der Hand hat, es aber unterläßt. —", "R. Naḥman!? — Er kann dir erwidern: R. A͑qiba vertritt hierbei seine Ansicht, daß man für einen Kriechtierunreinen nicht schlachten und [das Blut] sprengen dürfe, ich aber bin der Ansicht desjenigen, welcher sagt, man dürfe für einen Kriechtierunreinen schlachten und sprengen6Da er abends beim Essen rein ist, ebenso für den Verreisten, der abends daheim sein kann..", "Die Rabbanan lehrten: Folgende richten das zweite [Pesaḥopfer] her: männliche Flußbehaftete, weibliche Flußbehaftete, männliche Aussätzige, weibliche Aussätzige, Menstruierende, Menstruierenden Beiwohnende, Wöchnerinnen, durch Versehen, Zwangsfall oder vorsätzlich Unterlassende, Unreine und auf einer weiten Reise Befindliche. —", "Weshalb wird demnach der Unreine genannt!? — Wozu er genannt wird, daß man ihn, wenn er das erste herrichten will, nicht lasse. — Vielmehr, weshalb wird der auf einer weiten Reise Befindliche genannt!? — Um ihn von der Ausrottungsstrafe zu befreien, und zwar nach demjenigen, welcher sagt, [sein Opfer] sei wohlgefällig7Er dürfe das erste Pesaḥopfer auch durch andere herrichten lassen.. —", "Ist eine Frau denn zum zweiten [Pesaḥopfer] verpflichtet, es wird ja gelehrt: Man könnte glauben, nur die Leichenunreinen und der auf einer weiten Reise Befindliche richten das zweite [Pesaḥopfer] her, woher dies von Flußbehafteten, Aussätzigen und Menstruierenden Beiwohnenden? Es heißt:4Num. 9,10.irgend einer8Im Texte durch die Wiederholung des W.s איש, Mann, ausgedrückt; Frauen werden also hierbei nicht mitgezählt.!? —", "Das ist kein Einwand; eines nach R. Jose, und eines nach R. Jehuda und R. Šimo͑n9Die darüber streiten; cf. supra Fol. 91b..", "Die Rabbanan lehrten: Man macht sich der Ausrottungsstrafe schuldig wegen des ersten, und man macht sich der Ausrottungsstrafe schuldig wegen des zweiten [Pesaḥopfers] — so Rabbi. R. Nathan sagt, man mache sich der Ausrottungstrafe schuldig wegen des ersten, wegen des zweiten aber ist man frei. R. Ḥanina b. A͑qiba sagt, auch wegen des ersten mache man sich nur dann der Ausrottungsstrafe schuldig, wenn man auch das zweite nicht hergerichtet hat.", "Sie vertreten hierbei ihre Ansichten, denn es wird gelehrt: Wenn ein Proselyt sich [in der Zeit] zwischen den beiden Pesaḥfesten bekehrt, desgleichen wenn ein Minderjähriger zwischen den beiden Pesaḥfesten großjährig wird, so muß er das zweite Pesaḥopfer herrichten — so Rabbi. R. Nathan sagt, wer zum ersten verpflichtet war, sei zum zweiten verpflichtet, wer zum ersten nicht verpflichtet war, sei zum zweiten nicht verpflichtet. —", "Worin besteht ihr Streit? — Rabbi ist der Ansicht, das zweite sei ein Fest für sich,", "und R. Nathan ist der Ansicht, das zweite sei ein Ersatz des ersten, jedoch könne es [die Unterlassung] des ersten nicht gut10Wer die Herrichtung des ersten absichtlich unterläßt, verfällt der Ausrottungsstrafe, auch wenn er das zweite herrichtet.machen,", "und R. Ḥanina b. A͑qiba ist der Ansicht, das zweite sei eine Gutmachung des ersten.", "Alle drei legen sie einen Schriftvers aus:11Num. 9,13.Wer aber rein ist und sich nicht auf einer Reise befindet. Rabbi erklärt:11Num. 9,13.Wenn er das Pesaḥopfer herzurichten unterläßt, so soll er ausgerottet werden, wenn er das erste nicht hergerichtet hat, oder:11Num. 9,13.er hat das Opfer für den Herrn nicht dargebracht zur festgesetzten Zeit, am zweiten. —", "Woher, daß [die Strafandrohung:]11Num. 9,13.seine Sünde soll er tragen, die Ausrottungsstrafe sei? —" ], [ "Er ist der Ansicht, unter Lästern12Das mit der Ausrottungsstrafe belegt ist; cf. Num. 15,30.sei die Beschimpfung des [göttlichen] Namens zu verstehen, von der es heißt:13Lev. 24,15.er soll seine Sünde tragen", "und durch das hier wie dort [gebrauchte Wort] Sünde folgert er: wie dort die Ausrottungsstrafe, ebenso auch hier die Ausrottungsstrafe.", "R. Nathan erklärt: Wenn er das Pesaḥopfer herzurichten unterläßt, so soll er ausgerottet werden, und ‘ki’14Im angezogenen Schriftverse, das Rabbi mit ‘wenn’ übersetzt, wonach der folgende Satz ein Fall für sich ist; die Partikel כי hat verschiedene Bedeutungen; cf. Rh. Fol. 3a.bedeutet hier ‘denn’; der Allbarmherzige meint es also wie folgt: denn er hat das Opfer für den Herrn nicht dargebracht zur festgesetzten Zeit, nämlich am ersten. —", "Wofür verwendet er [die Worte] seine Sünde soll er tragen? — Er ist der Ansicht, unter Lästern sei nicht die Beschimpfung des [göttlichen] Namens15Demnach würde man nicht wissen, daß auf die Beschimpfung des göttlichen Namens die Ausrottungsstrafe gesetzt ist.zu verstehen, und durch das dort wie hier [gebrauchte Wort] Sünde folgert er: wie hier die Ausrottungsstrafe, ebenso dort die Ausrottungsstrafe.", "R. Ḥanina b. A͑qiba erklärt: Wenn er das Pesaḥopfer herzurichten unterläßt, so soll er ausgerottet werden, falls: er hat das Opfer für den Herrn nicht dargebracht zur festgesetzten Zeit, am zweiten. —", "Wofür verwendet er [die Worte] seine Sünde soll er tragen? — Wie wir bereits erklärt haben.", "Das Ergebnis ist: hat man es an beiden vorsätzlich [unterlassen], so ist man nach aller Ansicht schuldig; hat man es an beiden versehentlich [unterlassen], so ist man nach aller Ansicht frei;", "hat man es am ersten vorsätzlich und am zweiten versehentlich [unterlassen], so ist man nach Rabbi und R. Nathan schuldig und nach R. Ḥanina b. A͑qiba frei;", "hat man es am ersten versehentlich und am zweiten vorsätzlich [unterlassen], so ist man nach Rabbi schuldig und nach R. Ḥanina b. A͑qiba frei.", "WELCHE REISE IST EINE WEITE? VON MODA&I;M AUSWÄRTS, UND IN DIESER ENTFERNUNG NACH JEDER RICHTUNG [UM Jerušalem] — SO R. A͑QIBA; R. ELIE͑ZER SAGT, AUSSERHALB DER SCHWELLE16Er muß rechtzeitig in den Tempelhof gelangen können.DES TEMPELHOFES. R. JOSE SAGTE: ÜBER DEM HE17Auf den Buchstaben ח im W.e רחקה (Num. 9,10) befindet sich im masoretischen Texte ein diakritischer Punkt.BEFINDET SICH DESHALB EIN PUNKT, UM ANZUDEUTEN: NICHT EINE WIRKLICHE WEITE [REISE], SONDERN AUSSERHALB DER SCHWELLE DES TEMPELHOFES.", "GEMARA. U͑la sagte: Von Modai͑m bis Jerušalem sind fünfzehn Mil. Er ist also der Ansicht des Rabba b. Bar Ḥana, der im Namen R. Joḥanans sagte, ein [durchschnittlicher] Mensch gehe zehn Parasangen am Tage; fünf Mil18Eine Parasange hat vier Mil.von Anbruch der Morgenröte bis Sonnenaufgang und fünf Mil von Sonnenuntergang bis zum Hervortreten der Sterne; von den übrigen dreißig [gehe man] fünfzehn von morgens bis mittags und fünfzehn von mittags bis abends.", "U͑la vertritt hierbei seine Ansicht, denn U͑la sagte, eine Reise heiße weit, wenn man beim Schlachten nicht zur Stelle sein kann.", "Der Meister sagte: Fünf Mil von Anbruch der Morgenröte bis Sonnenaufgang. Woher dies? — Es heißt:19Gen. 15.als aber die Morgenröte anbrach, drängten die Engel &c., und es heißt:20Ib. V. 23.die Sonne schien bereits über die Erde, als Loṭ in Çoa͑r anlangte, und R. Ḥanina sagte, er habe diesen Ort gesehen, er hat fünf Mil.", "Der Text: U͑la sagte, eine Reise heiße weit, wenn man beim Schlachten nicht zur Stelle sein kann; R. Jehuda sagte, wenn man beim Essen nicht zur Stelle sein kann.", "Rabba sprach zu U͑la: Gegen dich ist ein Einwand zu erheben, und gegen R. Jehuda ist ein Einwand zu erheben. Gegen dich ist ein Einwand zu erheben: du sagst, wenn man beim Schlachten nicht zur Stelle sein kann; auch der Kriechtierunreine kann beim Schlachten nicht zur Stelle sein, dennoch sagst du, man dürfe für den Kriechtierunreinen [das Pesaḥopfer] schlachten und [das Blut] sprengen!?", "Gegen R. Jehuda ist ein Einwand zu erheben: er sagt, wenn man beim Essen nicht zur Stelle sein kann; der Kriechtierunreine kann ja beim Essen zur Stelle21Abends ist er ja rein.sein, dennoch sagt er, man dürfe für den Kriechtierunreinen nicht schlachten und sprengen!?", "Dieser erwiderte: Weder ist gegen mich ein Einwand zu erheben, noch ist gegen R. Jehuda ein Einwand zu erheben. Gegen mich ist kein Einwand zu erheben, denn [das Gesetz von] der weiten Reise eilt nur für den Reinen und nicht für den Unreinen;" ], [ "gegen R. Jehuda ist ebenfalls kein Einwand zu erheben, denn der Allbarmherzige hat den Kriechtierunreinen zurückgesetzt, denn es heißt:4Num. 9,10.wenn irgend jemand unrein sein sollte durch eine Leiche, und dies gilt auch von dem Falle, wenn dessen siebenter Tag22In welchem Falle er gleich dem durch ein Kriechtier Verunreinigten ebenfalls abends rein ist.auf den Vorabend des Pesaḥfestes fällt, und der Allbarmherzige sagt, daß er zurückgesetzt werde.", "Die Rabbanan lehrten: Man könnte glauben, wer sich auswärts von Modai͑m befindet, jedoch mit Pferden und Maultieren [rechtzeitig im Tempelhofe] sein kann, sei schuldig, so heißt es:11Num. 9,13.und sich nicht auf einer Reise befindet, während dieser sich auf einer Reise befindet.", "Man könnte glauben, wer sich einwärts von Modai͑m befindet, jedoch wegen der ihn aufhaltenden Kamele und Wagen nicht [rechtzeitig im Tempelhofe] sein kann, sei nicht schuldig, so heißt es: und sich nicht auf einer Reise befindet, und dieser befindet sich nicht auf einer Reise23Er muß seine Bagage zurücklassen und allein nach Jerušalem eilen..", "Raba sagte: Das Weltall hat sechstausend Parasangen und die Dicke des Himmels hat tausend Parasangen. Das eine ist eine Überlieferung, und das andere ist eine Ansicht.", "Er ist nämlich der Ansicht R. Joḥanans, in dessen Namen Rabba b. Bar Ḥana sagte, ein durchschnittlicher Mensch gehe zehn Parasangen im Tage, fünf Mil von Anbruch der Morgenröte bis Sonnenaufgang und fünf Mil von Sonnenuntergang bis zum Hervortreten der Sterne. Die Dicke des Himmels beträgt somit ein Sechstel24Für den Tag bleiben 30 Mil, in welcher Zeit die Sonne 6000 Parasangen zurücklegt; demnach legt die Sonne von Anbruch der Morgenröte bis Sonnenaufgang, wo sie durch die Dicke des Himmels geht, 1000 Parasangen zurück. des Tages.", "Man wandte ein: R. Jehuda sagte: Die Dicke des Himmels beträgt ein Zehntel des Tages. Merke, ein durchschnittlicher Mensch geht zehn Parasangen im Tage, vier Mil von Anbruch der Morgenröte bis Sonnenaufgang und vier Mil von Sonnenuntergang bis zum Hervortreten der Sterne. Somit hat die Dicke des Himmels ein Zehntel25Demnach bleiben 32 Mil für den Tag zurück, den er von Anbruch der Morgenröte bis zum Hervortreten der Sterne rechnet; allenfalls hat nach ihm der eigentl. Tag 32 Mil.des Tages. Dies ist eine Widerlegung Rabas und eine Widerlegung U͑las. Eine Widerlegung. –", "Ist dies auch eine Widerlegung R. Joḥanans? – Er kann dir erwidern: ich habe vom ganzen Tage gesprochen, und die Rabbanan haben sich in [der Einteilung des] Morgens und des Abends geirrt. –", "Ist dies auch eine Widerlegung R. Haninas26Der ob. Fol. 93b den in dieser Zeit von Loṭ zurückgelegten Weg auf 5 Parasangen angibt.!? – Anders war es da, wo [die Engel] ihn gedrängt hatten. –", "Komm und höre: Miçrajim hat vierhundert zu vierhundert Parasangen, und zwar mißt Miçrajim ein Sechzigstel von Kuš, Kuš ein Sechzigstel der ganzen Welt, die ganze Welt ein Sechzigstel des Gartens, der Garten ein Sechzigstel des e͑dens und der e͑den ein Sechzigstel der Hölle; das Verhältnis der ganzen Welt zur Hölle gleicht somit dem des Deckels zum Topfe!? – Dies ist eine Widerlegung. –", "Komm und höre: In der Schule des Elijahu wurde gelehrt: R. Nathan sagte: Der ganze Kontinent27Wörtl. bewohnte Gegend, Kulturwelt, die Lesart העולם in den Tosaphot Pes. 118b, die von manchen bevorzugt wird (Hammagid IV p. 186) ist ein Lapsus.befindet sich unter einem Sterne. Merke, wenn jemand seine Augen auf einen Stern richtet und nach dem Osten geht, so befindet er sich diesem gegenüber, und ebenso befindet er sich diesem gegenüber, wenn er sich nach allen vier Himmelsrichtungen wendet. Der ganze Kontinent befindet sich somit unter einem Sterne28Da nun viele Sterne am Himmel sind, so ist ja die Himmelssphäre weit größer als 6000 Parasangen.!? – Dies ist eine Widerlegung. –", "Komm und höre : Der Wagen im Norden und der Skorpion im Süden, und die ganze Erde befindet sich zwischen Wagen und Skorpion; dem ganzen Kontinent ist die Sonne nur eine Stunde im Tage zugewendet, denn nur eine Stunde im Tage beleuchtet sie die Erde.", "Merke, in der fünften [Stunde] befindet sich die Sonne im Osten, in der siebenten befindet sich die Sonne im Westen, und nur die Hälfte der sechsten und die Hälfte der siebenten befindet sie sich über dem Haupte eines jeden Menschen!? – Dies ist eine Widerlegung29Der obigen Lehre Rabas.. –", "Komm und höre: R. Joḥanan b. Zakkaj sagte: Welche Antwort gab die Hallstimme jenem Frevler, als er gesagt hatte:30Jes. 14,14.Ich will zu den Wolkenhöhen emporsteigen, dem Höchsten mich gleichstellen? Die Hallstimme ertönte und sprach: Frevler, Sohn eines Frevlers," ], [ "Sohnessohn des gottlosen Nimrod, der während seiner Regierung die ganze Welt gegen mich auf gewiegelt hatte ! Wie lange währt das menschliche Leben? Siebzig Jahre, und wenn es hoch kommt, achtzig Jahre. So heißt es:31Ps. 90,10.unser Leben währt siebzig Jahre, und wenn es hoch kommt, achtzig Jahre.", "Fünfhundert Jahre beträgt [der Raum] von der Erde bis zum Himmel, fünfhundert Jahre beträgt die Dicke des Himmels, fünfhundert Jahre beträgt [der Raum] von einem Himmel zum anderen, und ebensoviel auch alle übrigen32Das W. בין ist wohl Dittographie.Himmel. 33Jes. 14,15.Aber in die Unterwelt wirst du hinabgestürzt, in die tiefunterste Grube!? – Dies ist eine Widerlegung.", "Die Rabbanan lehrten: die Weisen der Jisraéliten sagen, der Tierkreis34Eigentlich Rad, an welchem sich die 12 Sternbilder befinden.stehe fest und die Sternbilder bewegen sich im Kreise, und die Weisen der weltlichen Völker sagen, der Tierkreis drehe sich und die Sternbilder stehen fest. Rabbi sagte: Gegen ihre Ansicht ist einzuwenden: noch nie haben wir Wagen35Nach Raschi mit Stier identisch.im Süden und Skorpion im Norden angetroffen.", "R. Aḥa b. Ja͑qob wandte ein: Vielleicht wie die Achse eines Mühlsteines36Das Rad dreht sich um seine Achse, die beiden Pole bleiben jedoch unbeweglich. Statt כבוצינא lesen manche כסדנא, was wahrscheinlicher ist.oder wie die Angel einer Tür37Die Türangeln befanden sich in der Mitte der Ober und Untersehwelle.. –", "Die Weisen Jisraéls sagen, die Sonne wandle am Tage unter dem Himmel und in der Nacht über dem Himmel, und die Weisen der weltlichen Völker sagen, die Sonne wandle am Tage unter dem Himmel und in der Nacht unter der Erde. Ihre Ansicht ist einleuchtender als unsere, denn am Tage sind die Quellen kalt, in der Nacht aber warm.", "Es wird gelehrt: R. Nathan sagte: Im Sommer wandelt [die Sonne] am Höhepunkt des Himmels, daher ist die ganze Welt warm, die Quellen aber kalt, in der Regenzeit wandelt die Sonne am Rande des Himmels, daher ist die ganze Welt kalt, die Quellen aber warm.", "Die Rabbanan lehrten: In vier Bahnen wandelt die Sonne: Nisan, Ijar und Sivan wandelt sie über den Bergen, um die Schneemassen zu schmelzen. Tamuz, Ab und Elul wandelt sie über dem Kontinent, um die Früchte zu reifen, Tišri, Marḥešvan und Kislev wandelt sie über den Gewässern, um die Flüsse zu trocknen, Ṭebeth, šebaṭ und Adar wandelt sie über der Wüste, um die Saaten nicht zu verdorren.", "R. ELIE͑ZER SAGT, AUSSERHALB DER SCHWELLE &C. Obgleich er noch eintreten kann, und man fordert ihn nicht zum Eintreten auf, und [dem widersprechend] wird gelehrt, daß, wenn ein Unbeschnittener sich nicht beschneiden38Um vom Pesaḥopfer essen zu dürfen. Entsprechend müßte er zu diesem Zwecke auch in den Tempelhof einzutreten verpflichtet sein.läßt, er, wie R. Elie͑zer sagt, sich der Ausrottung schuldig mache!?", "Abajje erwiderte : Das Gesetz von der weiten Reise gilt nur für den Reinen und nicht für den Unreinen39Und ebensowenig für den Unbeschnittenen..", "Raba erwiderte : Hierüber [streiten] Tannaím, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Sowohl beim Pesaḥopfer als auch beim [zweiten] Zehnten40Cf. Dt. 14,24.wird von einer weiten Reise gesprochen, wie nun da außerhalb des Ortes, da er zu essen ist, ebenso hier, außerhalb des Ortes, da es zu essen41Dh. außerhalb Jerušalems.ist.", "R. Jose b. R. Jehuda sagte im Namen R. Elie͑zers: Außerhalb des Ortes, da es herzurichten42Dh. außerhalb der Tempelhofmauer.ist.", "Wessen Ansicht vertritt das, was R. Jiçḥaq b. R. Joseph gesagt hat, daß man sich bei [der Zählung] der Unreinen nach der im Tempelhofe befindlichen Mehrheit richte? Die des R. Jose b. R. Jehuda, der im Namen R. Elie͑zers lehrte.", "R. JOSE SAGTE: DESHALB &C. Es wird gelehrt : R. Jose der Galiläer sagte : Unter Reise könnte man eine Reise von zwei oder drei Tagen verstehen, daher heißt es : 43Num. 9,10.
44. Sc. von Gesäuertem; cf. Ex. 12,19 u. 13,7.
und auf der Reise war er nicht, und dies besagt, daß es schon über die Schwelle des Tempelhofes hinaus Reise heiße." ], [ "WELCHEN UNTERSCHIED GIBT ES ZWISCHEN DEM ERSTEN PESAḤFESTE UND DEM ZWEITEN? AM ERSTEN GILT DAS VERBOTNICHT ZU SEHEN UND NICHT ZU FINDEN’, AM ZWEITEN DARF MAN GESÄUERTES NEBEN UNGESÄUERTEM BEI SICH ZU HAUSE HABEN. DAS ERSTE BENÖTIGT BEIM ESSEN DES LOBLIEDES, DAS ZWEITE BENÖTIGT BEIM ESSEN NICHT DES LOBLIEDES. DAS EINE UND DAS ANDERE BENÖTIGEN DES LOBLIEDES BEI DER HERRICHTUNG, SIND NUR GEBRATEN MIT UNGESÄUERTEM UND BITTERKRAUT ZU ESSEN UND VERDRÄNGEN DEN ŠABBATH.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten : 45Num. 9,12.Nach allen Satzungen des Pesaḥopfers sollen sie es herrichten; die Schrift spricht von Satzungen, die dieses selbst betreffen,", "woher dies von Satzungen, die zu diesem gehören? Es heißt: 46Ib. V. 11.mit Ungesäuertem und Bitterkraut sollen sie es essen. Man könnte glauben, auch von Satzungen, die zu diesem nicht gehören, so heißt es: 45Num. 9,12.ihr sollt keinen Knochen an ihm zerbrechen; wie das Zerbrechen eines Knochens eine dieses selbst betreffende Satzung ist, ebenso jede andere dieses selbst betreffende Satzung.", "Isi b. Jehuda sagte: Sollen sie es herrichten, die Schrift spricht von Satzungen, die dieses selbst betreffen.", "Der Meister sagte: Man könnte glauben, auch von Satzungen, die zu diesem nicht gehören. Du sagtest ja, der Schriftvers spreche von Satzungen, die diese selbst betreffen!? –", "Er meint es wie folgt: man könnte glauben, da es heißt: mit Ungesäuertem und Bitterkraut sollen sie es essen, so nehme man es mit [der Einschränkung:] sollen sie es herrichten, nicht genau, vielmehr sei dies eine auf eine Spezialisierung folgende Generalisierung, in welchem Falle die Generalisierung eine Hinzufügung zur Spezialisierung47Eine der 7 Hillelschen hermeneutischen Regeln: folgt die Spezialisierung auf die Generalisierung, so gilt dies als Einschränkung u. alles andere ist auszuschließen; folgt die Generalisierung auf die Spezialisierung, so gilt dies als Erweiterung u. alles, was die Generalisierung zuläßt, ist einzuschließen.ist, sodaß auch alle anderen [Satzungen] einzuschließen sind, so lehrt er uns. –", "Wofür verwendet Isi b. Jehuda [das Wort] Knochen? – Daß es einerlei ist, ob einen Knochen, in dem Mark ist, oder einen Knochen, in dem kein Mark ist. –", "Wofür verwenden die Rabbanan [die Worte] sollen sie es herrichten? – Dafür, daß man das Pesaḥopfer nicht für einen einzelnen48Sie, in der Mehrzahl.schlachte, vielmehr suche man möglichst [nach Beteiligten].", "Die Rabbanan lehrten: Nach allen Satzungen des Pesaḥopfers sollen sie es herrichten; man könnte glauben, wie am ersten das Verbot ‘nicht zu sehen und nicht zu finden’ gilt, ebenso gilt am zweiten das Verbot ‘nicht zu sehen und nicht zu finden’, so heißt es: mit Ungesäuertem und Bitterkraut sollen sie es essen.", "Ich weiß dies von den Geboten, woher dies von den Verboten? Es heißt:45Num. 9,12.sie sollen nichts davon bis zum Morgen zurücklassen.", "Ich weiß dies nur von einem einem Gebote entstammenden49Es ist Gebot, das Fleisch aufzuessen, unterläßt man dieses Gebot, so übertritt man das Verbot des Übriglassens.Verbote, woher dies von einem absoluten Verbote? Es heißt:45Num. 9,12.ihr sollt keinen Knochen an ihm zerbrechen. Wie die Spezialisierung von einem Gebote, einem einem Gebote entstammenden Verbote und einem absoluten Verbote spricht, ebenso auch alles andere, ob Gebot, einem Gebot entstammendes Verbot oder absolutes Verbot. –", "Was gleich [dem Essen] von Ungesäuertem und Bitterkraut schließt die Generalisierung ein? – Das Braten am Feuer. – Was schließt die Spezialisierung aus? – Das Fortschaffen des Sauerteiges. – Vielleicht umgekehrt!? – Die dieses selbst betreffende Vorschrift ist bedeutender. –", "Was gleich dem Verbote, etwas davon bis zum Morgen übrigzulassen, schließt die Generalisierung ein? – Nichts davon hinauszubringen50Es ist Gebot, es an Ort und Stelle zu essen, unterläßt man dieses Gebot, so übertritt man das Verbot des Hinausbringens.. Dieses gleicht jenem: in dem einen Falle wird es durch das Übrigbleiben und in dem anderen Falle durch das Hinausbringen untauglich. –", "Was schließt die Spezialisierung aus? – Das Verbot ‘nicht zu sehen und nicht zu finden’. Dieses gleicht jenem: wegen des einen erhält man keine Geißelhiebe, da es ein einem Gebote entstammendes Verbot ist, und wegen des anderen erhält man keine Geißelhiebe, da es ein einem Gebote entstammendes Verbot ist. – Vielleicht umgekehrt!? – Die dieses selbst betreffende Vorschrift ist bedeutender. –", "Was gleich dem Zerbrechen eines Knochens schließt die Generalisierung ein? – 51Ex. 12,9.Ihr sollt" ], [ "davon nichts halbroh essen. – Was schließt die Spezialisierung aus? – 52Ib. 34,25.Du sollst das Blut meines Opfers nicht zu Gesäuertem schlachten. – Vielleicht umgekehrt!? – Die dieses selbst betreffende Vorschrift ist bedeutender.", "DAS ERSTE BENÖTIGT BEIM ESSEN DES LOBLIEDES &C. Woher dies? R. Joḥanan erwiderte im Namen des R. Šimo͑n b. Jehoçadaq: Die Schrift sagt: 53Jes. 30,29.Lieder werdet ihr singen wie in der Nacht der Festweihe; die Nacht, die zum Feste geweiht ist, benötigt des Lobliedes, die Nacht, die nicht zum Feste geweiht ist, benötigt nicht des Lobliedes.", "DAS EINE UND DAS ANDERE BENÖTIGEN DES LOBLIEDES BEI DER HERRICHTUNG &C. Aus welchem Grunde? – Wenn du willst, sage ich: nur die Nacht ist ausgeschlossen, nicht aber der Tag. Wenn du aber willst, sage ich: ist es denn möglich, daß die Jisraéliten ihre Pesaḥopfer schlachten oder ihre Feststräuße [in die Hand] nehmen, ohne dabei das Loblied zu sprechen!?", "GEBRATENES &C. ZU ESSEN. Nur den Šabbath [verdrängt es] und nicht die Unreinheit, somit vertritt unsere Mišna nicht die Ansicht R. Jehudas, denn es wird gelehrt: [Das zweite Pesaḥopfer] verdrängt den Šabbath und nicht die Unreinheit54Dh. das Gesetz von der Unreinheit; es darf in Unreinheit nicht dargebracht werden.; R. Jehuda sagt, es verdränge auch die Unreinheit. –", "Was ist der Grund des ersten Tanna? – Es wurde wegen der Unreinheit zurückgesetzt, und nun soll es in Unreinheit dargebracht werden!? – Und R. Jehuda!?– Die Tora sorgte dafür, daß er es in Reinheit herrichte, ist ihm dies aber nicht beschieden, so richte er es in Unreinheit her.", "Die Rabbanan lehrten: Das erste Pesaḥopfer verdrängt den Šabbath, das zweite Pesaḥopfer verdrängt ebenfalls den Šabbath; das erste Pesaḥopfer verdrängt die Unreinheit, das zweite Pesaḥopfer verdrängt ebenfalls die Unreinheit; das erste Pesaḥopfer erfordert das Übernachten [in Jerušalem], das zweite Pesaḥopfer erfordert ebenfalls das Übernachten. –", "Es verdrängt die Unreinheit, also nach R. Jehuda, und nach", "R. Jehuda ist ja das Übernachten nicht erforderlich, denn es wird gelehrt: R. Jehuda sagte, woher, daß das zweite Pesaḥopfer nicht das Übernachten erfordere? Es heißt: 55Dt. 16,7.und am anderen Morgen mache dich auf, um heimzukehren, und darauf folgt:56Ib. V. 8.sechs Tage sollst da Ungesäuertes essen; wobei sechs Tage Ungesäuertes gegessen wird, ist auch das Übernachten erforderlich, wobei nicht sechs Tage [Ungesäuertes] gegessen wird, ist auch das Übernachten nicht erforderlich!? –", "Zwei Tannaím streiten über die Ansicht R. Jehudas.", "IN UNREINHEIT DARGEBRAGHTE57Wenn die Mehrheit der Gemeinde unrein ist.PESAḤOPFER DÜRFEN MÄNNLICHE FLUSSBEHAFTETE, WEIBLICHE FLUSSBEHAFTETE, MENSTRUIERENDE UND WÖCHNERINNEN NICHT ESSEN; HABEN SIE DAVON GEGESSEN, SO SIND SIE VON DER AUSROTTUNG FREI.", "NACH R. ELIE͑ZER SIND SIE FREI, AUCH WEGEN DES EINTRETENS IN DEN TEMPEL.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Man könnte glauben, wenn männliche Flußbehaftete, weibliche Flußbehaftete, Menstruierende und Wöchnerinnen vom in Unreinheit dargebrachten Pesaḥopfer gegessen haben, seien sie schuldig, so heißt es:58Lev. 7,19. 20.jeder Reine darf das Fleisch essen; derjenige aber, der Fleisch vom dem Herrn dargebrachten Heilsopfer ißt, während ihm Unreinheit anhaftet, soll ausgerottet werden.", "Wenn Reine es essen dürfen, sind die Unreinen deswegen schuldig, wenn Reine es nicht essen dürfen, sind die Unreinen deswegen nicht schuldig.", "R. Elie͑zer sagte : Man könnte glauben, wenn Flußbehaftete bei der Herrichtung des in Unreinheit dargebrachten Pesaḥopfers sich in den Tempelhof hinein gedrängt haben, seien sie schuldig, so heißt es:59Num. 5,2.sie sollen jeden Aussätzigen, jeden Flußbehafteten und jeden Leichenunreinen aus dem Lager hinausschaffen. Wenn Leichenunreine hinausgeschafft werden, sind auch Flußbehaftete und Aussätzige hinauszuschaffen, wenn Leichenunreine nicht hinausgeschafft60Cf. supra Fol. 66b.werden, sind auch Flußbehaftete und Aussätzige nicht hinauszuschaffen.", "R. Joseph fragte: Wie ist es, wenn die Leichenunreinen sich bei der Herrichtung des in Unreinheit dargebrachten Pesaḥopfers in den Tempel hineingedrängt haben: ist, da die Unreinheit im Tempelhofe erlaubt worden ist, auch die Unreinheit im Tempel erlaubt, oder aber ist, was erlaubt worden ist, erlaubt, und was nicht erlaubt worden ist, nicht erlaubt?", "Raba erwiderte: Die Schrift sagt: sie sollen aus dem Lager hinausschaffen, ferner auch :61Num. 5,3. außerhalb des Lagers sollt ihr sie hinausschaffen, auch aus einem Teile62Obgleich sie in den Tempelhof kommen dürfen, müssen sie dennoch aus dem Tempel selbst hinausgeschafft werden.des Lagers.", "Manche lesen: Raba erwiderte: Die Schrift sagt: sie sollen aus dem Lager hinausschaffen &c., außerhalb des Lagers sollt ihr sie hinausschaffen; die außerhalb des Lagers hinausgeschafft werden, müssen auch aus [einem Teile des] Lagers hinausgeschafft werden63Da aber die Leichenunreinen in den Tempelhof eintreten dürfen, so werden sie aus dem Tempel nicht hinausgeschafft..", "R. Joseph fragte: Wie ist es, wenn die Leichenunreinen sich vorgedrängt und die Opferteile des in Unreinheit dargebrachten Pesaḥopfers gegessen haben:" ], [ "ist, da die Verunreinigung des Fleisches erlaubt worden ist, auch die Verunreinigung der Opferteile erlaubt, oder aber ist, was erlaubt worden ist, erlaubt, und was nicht erlaubt worden ist, nicht erlaubt?", "Raba erwiderte: Merke, die Verunreinigung der Opferteile wird ja von der Verunreinigung des Fleisches gefolgert, denn es heißt: dem Herrn dargebrachten, und dies schließt die Opferteile ein;", "ist die Verunreinigung des Fleisches verboten, so ist auch die Verunreinigung der Opferteile verboten, und ist die Verunreinigung des Fleisches nicht verboten, so ist auch die Verunreinigung der Opferteile nicht verboten.", "R. Zera fragte: Wie wurden die Opferteile des in Miçrajim hergerichteten Pesaḥopfers auf geräuchert64Sie hatten ja keinen Altar.? Abajje entgegnete ihm: Wer sagt uns, daß sie daraus nicht einen Spießbraten gemacht haben!?", "Ferner lehrte ja R. Joseph, daß sie da drei Altäre hatten: die Oberschwelle und die beiden Türpfosten65Worauf das Blut gesprengt wurde (cf. Ex. 12,7); die Opferteile wurden demnach gegessen.; weiter aber hatten sie nichts.", "WODURCH UNTERSCHEIDET SICH DAS IN MIÇRAJIM [HERGERICHTETE] PESAḤOPFER VON DEM DER [SPÄTEREN] GESCHLECHTER? DAS PESAḤOPFER IN MIÇRAJIM WURDE AM ZEHNTEN [NISAN] BESORGT, ES BENÖTIGTE DES BESPRENGENS DER OBERSGHWELLE UND DER BEIDEN PFOSTEN MITTELST EINES YSOPBÜNDELS, ES WURDE IN EILE GEGESSEN, UND IN EINER NACHT; DAS PESAḤFEST DER [SPÄTEREN] GESCHLECHTER ABER WÄHRT SIEBEN TAGE.", "GEMARA. Woher dies? – Es heißt:66Ex. 12,3.sprecht zu der ganzen Gemeinde Jisraél folgendermaßen: Am zehnten dieses Monats nehme sich ein jeder; dieses wurde am zehnten genommen, nicht aber ist das für die [späteren] Geschlechter bestimmte Pesaḥopfer am zehnten zu nehmen. –", "Es heißt ja aber auch:67Ib. V. 6.ihr sollt es bis zum vierzehnten Tage dieses Monats aufbewahren; ist etwa auch hierbei zu erklären, nur dieses benötigte vier Tage vor dem Schlachten einer Untersuchung, nicht aber benötigen andere einer Untersuchung,", "Ben-Bag-Bag lehrte ja: Woher, daß das beständige Opfer vier Tage vor dem Schlachten einer Untersuchung bedarf? Hier heißt es:68Num. 28,2.ihr sollt es bewahren, es mir zur festgesetzten Zeit darzubringen, und dort heißt es: ihr sollt es bis zum vierzehnten Tage aufbewahren; wie dort vier Tage vor dem Schlachten eine Untersuchung erforderlich ist, ebenso ist auch hierbei vier Tage vor dem Schlachten eine Untersuchung erforderlich!? –", "Anders ist es hierbei, wo es bewahren heißt. –", "Aber auch beim Pesaḥopfer für die [späteren] Geschlechter heißt es ja :69Ex. 13,5.du sollst diesen Dienst in diesem Monat verrichten, alle Dienstverrichtungen dieses Monats müssen diesem gleichen!? –", "Vielmehr, [das Wort] dieses schließt hier das ihm gleiche zweite Pesaḥfest70Dieses gleicht dem in Miçrajim hergerichteten, indem es ebenfalls nur einen Tag währt.aus. –", "Es heißt ja aber auch:71Ex. 12,8.sie sollen das Fleisch in dieser Nacht essen; ist etwa auch hierbei zu erklären, nur dieses werde in dieser Nacht gegessen, nicht aber sind andere in der Nacht zu essen!? – Die Schrift sagt: du sollst diesen Dienst verrichten72Wie oben: die Dienstverrichtungen gleichen diesem.. –", "Worauf deutet [das Wort] dieses? – Auf die Lehre des R. Elea͑zar b. A͑zarja und des R. A͑qiba73Die sich auf diesen Schriftvers beziehen; cf. Ber. Fol. 9a.. –", "Es heißt ja aber auch:74Ex. 12,48.kein Unverschnittener darf davon essen; ist etwa auch hierbei zu erklären, er dürfe nur davon nichts essen, wohl aber dürfe er vom Pesaḥopfer der [späteren] Geschlechter essen!? – Die Schrift sagt: du sollst [diesen Dienst] verrichten72Wie oben: die Dienstverrichtungen gleichen diesem.. –", "Worauf deutet [das Wort] davon? – Davon darf er nicht essen, wohl aber darf er Ungesäuertes und Bitterkraut essen. –", "Es heißt ja aber auch:75Ib. V. 43.kein Fremdenkind darf davon essen; ist etwa auch hierbei zu erklären, es dürfe nur davon nicht essen, wohl aber dürfe es vom Pesaḥopfer der [späteren] Geschlechter essen!? – Die Schrift sagt: du sollst [diesen Dienst] verrichten72Wie oben: die Dienstverrichtungen gleichen diesem.. –", "Worauf deutet [das Wort] davon? – Nur hierfür macht die Abtrünnigkeit [die Person] untauglich, nicht aber macht die Abtrünnigkeit untauglich für die Hebe.", "Und dies ist sowohl vom Unbeschnittenen als auch vom Fremdenkinde76Worunter der Abtrünnige verstanden wird, der Gott entfremdet wurde.zu lehren nölig. Würde der Allbarmherzige es vom Unbeschnittenen geschrieben haben, [so könnte man glauben,] weil er widerwärtig ist, nicht aber ein Fremdenkind, das nicht widerwärtig ist. Und würde der Allbarmherzige es nur vom Fremdenkinde geschrieben haben, [so könnte man glauben,] weil es das Herz nicht zum Himmel richtet, nicht aber ein Unbeschnittener, der das Herz zum Himmel richtet. Daher ist beides nötig.–", "Es heißt ja aber auch:77Ex. 12,45.ein Beisaß oder Löhner darf davon nicht essen; ist etwa auch hierbei zu erklären, er dürfe davon nicht essen, wohl aber darf er vom Pesaḥopfer der [späteren] Geschlechter essen!? – Die Schrift sagt: du sollst [diesen Dienst] verrichten72Wie oben: die Dienstverrichtungen gleichen diesem.. – Worauf deutet [das Wort] davon? – Nur hierfür macht die Abtrünnigkeit [die Person] untauglich, nicht aber macht die Abtrünnigkeit untauglich für die Hebe. –", "Es heißt ja aber auch :78Ib. V. 44.nur wenn man ihn beschnitten hat, so darf er davon essen; ist etwa auch hierbei zu erklären, er dürfe nur davon nicht essen, wohl aber darf er vom Pesaḥopfer der [späteren] Geschlechter essen!? – Die Schrift sagt: du sollst [diesen Dienst] verrichten72Wie oben: die Dienstverrichtungen gleichen diesem.. – Worauf deutet [das Wort] davon? – Nur hierfür ist die Beschneidung der Männer und Sklaven unerläßlich, nicht aber ist die Beschneidung der Männer und Sklaven unerläßlich für die Hebe. –", "Es heißt ja aber auch:79Num. 9,46.ihr sollt keinen Knochen an ihm zerbrechen; ist etwa auch hierbei zu erklären, nur von diesem dürfe man nicht zerbrechen, wohl aber darf man vom Pesaḥopfer der [späteren] Geschlechter zerbrechen!? – Die Schrift sagt: du sollst [diesen Dienst] verrichten72Wie oben: die Dienstverrichtungen gleichen diesem.. – Worauf deutet [das Wort] an ihm? – Nur an einem tauglichen, nicht aber an einem untauglichen. –", "Es heißt ja aber auch:80Ex. 12,9.ihr sollt davon nicht halbroh essen; ist etwa auch hierbei zu erklären, man dürfe nur von diesem nicht halbroh essen, wohl aber dürfe man halbroh essen vom Pesaḥopfer der [späteren] Geschlechter!? – Die Schrift sagt: du sollst [diesen Dienst] verrichten72Wie oben: die Dienstverrichtungen gleichen diesem.. – Worauf deutet [das Wort] davon? – Auf die Lehre Rabas im Namen R. Jiçḥaqs81Daß einem Unbeschnittenen auch der Zehnt verboten ist; cf. Jab. Fol. 74a..", "ES WURDE IN EILE GEGESSEN &C. Woher dies? – Die Schrift sagt:82Ex. 12,11.ihr sollt es in Eile essen; nur dieses wurde in Eile gegessen, nicht aber sind andere in Eile zu essen.", "DAS PESAḤFEST DER [SPÄTEREN] GESCHLECHTER ABER WÄHRT SIEBEN TAGE. Worauf bezieht sich dies: wollte man sagen, auf das Pesaḥopfer, so wird ja das Pesaḥopfer nicht an allen sieben Tagen gegessen," ], [ "wollte man sagen, auf [das Verbot des] Gesäuerten, wonach dieses beim Pesaḥopfer von Miçrajim nicht mehr als eine Nacht währte, so wird ja gelehrt: R. Jose der Galiläer sagte: Woher, daß beim Pesaḥopfer in Miçrajim [das Verbot des] Gesäuerten nur einen Tag währte? Es heißt: 83Ib. 13,3.kein Gesäuertes darf gegessen werden, und darauf folgt:84Ib. V. 4.heute zieht ihr aus!? –", "Vielmehr, er meint es wie folgt: in einer Nacht85Darf das Pesaḥopfer gegessen werden., und ebenso das Pesaḥopfer der [späteren] Geschlechter; [das Verbot des] Gesäuerten aber währt nur einen Tag, und am Pesaḥfeste für die [späteren] Geschlechter sieben Tage.", "R. JEHOŠUA͑ SAGTE: ICH HABE GEHÖRT, DASS DAS EINGETAUSCHTE DES PESAḤOPFERS [ALS HEILSOPFER] DARZUBRINGEN SEI, [UND WIEDERUM,] DASS DAS EINGETAUSCHTE DES PESAḤOPFERS NICHT DARZUBRINGEN SEI, UND WEISS DIES NICHT ZU ERKLÄREN.", "R. A͑QIBA SPRACH: ICH WILL DIES ERKLÄREN: IST DAS PESAḤOPFER86Das zuerst als Pesaḥopfer bestimmt und abhanden gekommen war.VOR DEM SCHLACHTEN DES [ERSATZ-]PESAḤOPFERS GEFUNDEN WORDEN, SO LASSE MAN ES WEIDEN, BIS ES EIN GEBRECHEN BEKOMMT, SODANN VERKAUFE MAN ES UND KAUFE FÜR DEN ERLÖS EIN HEILSOPFER, UND EBENSO DAS DAFÜR EINGETAUSCHTE; \n", "WENN ABER NACH DEM SCHLACHTEN DES PESAḤOPFERS, SO IST ES ALS HEILSOPFER DARZUBRINGEN, UND EBENSO DAS DAFÜR EINGETAUSCHTE.", "GEMARA. Sollte er doch sagen, manches Pesaḥopfer sei darzubringen und manches Pesaḥopfer sei nicht darzubringen!? – Er lehrt uns folgendes: manches Eingetauschte87Und man sage nicht, dieses gelte von vornherein als Heilsopfer.eines Pesaḥopfers ist nicht darzubringen.", "Es wurde gelehrt: Rabba sagte, unsere Mišna lehre ‘vor dem Schlachten’88Wo das reservierte Lamm zum Pesaḥopfer bestimmt wird. und ‘nach dem Schlachten’; R. Zera sagte, unsere Mišna lehre ‘vor Mittag’88Wo das reservierte Lamm zum Pesaḥopfer bestimmt wird.und ‘nach Mittag’. –", "Aber gegen R. Zera [ist ja einzuwenden], es heißt ja: vor dem Schlachten des Pesaḥopfers!? – Sage: vor der Zeit des Schlachtens des Pesaḥopfers.", "Hierüber [streiten auch] Tannaím: Ist das Pesaḥopfer86Das zuerst als Pesaḥopfer bestimmt und abhanden gekommen war.vor dem Schlachten gefunden worden, so lasse man es weiden, wenn nach dem Schlachten, so ist es [als Heilsopfer] darzubringen; R. Elie͑zer sagt, wenn vor Mittag, so lasse man es weiden, wenn nach Mittag, so ist es darzubringen.", "WENN ABER NACH DEM SCHLACHTEN DES PESAḤOPFERS, SO IST ES ALS HEILSOPFER DARZUBRINGEN &C. Raba sagte: Dies nur, wenn [das Eingetauschte] nach dem Schlachten gefunden und vor dem Schlachten umgetauscht worden ist, wenn es aber vor dem Schlachten gefunden und nach dem Schlachten umgetauscht worden ist, so rührt das Eingetauschte von einer zurückgesetzten Heiligkeit89Da dann das Original selbst kein Heilsopfer ist, sondern ein zurückgesetztes Pesaḥopfer.her und ist nicht darzubringen.", "Abajje wandte gegen ihn ein : 90Lev. 3,7.Wenn ein Lamm; wozu heißt es: wenn ein Lamm? Dies schließt das Eingetauschte des Pesaḥopfers nach dem Pesaḥfeste ein, das als Heilsopfer darzubringen ist.", "In welchem Falle: wollte man sagen, wenn es nach dem Schlachten gefunden und nach dem Schlachten umgetauscht worden ist, so ist dies ja selbstverständlich, wozu der Schriftvers; doch wohl, wenn es vor dem Schlachten gefunden und nach dem Schlachten umgetauscht worden ist!? –", "Nein, tatsächlich, wenn es nach dem Schlachten gefunden und nach dem Schlachten umgetauscht worden ist, und der Schriftvers ist nichts weiter als eine Anlehnung. –", "Worauf deutet der Schriftvers? – Auf folgende Lehre: Ein Lamm, dies schließt das Pesaḥopfer hinsichtlich des Fettschwanzes91Von dem nicht ausdrücklich gesagt wird, daß er darzubringen sei.ein,", "und wenn es heißt: wenn ein Lamm, so schließt dies das über ein Jahr alt gewordene Pesaḥopfer92Cf. supra Fol. 62b, Anm. 68.und das infolge des Pesaḥopfers dargebrachte Heilsopfer93Dh. das Eingetauschte des Pesaḥopfers oder der Überschuß der dafür bestimmten Geldsumme; so nach Raschi zSt. Nach einer anderen Erklärung Raschis (Zeb. 9b), das sogenannte Festopfer (cf. supra Fol. 69b). hinsichtlich aller Vorschriften des Heilsopfers ein, daß sie nämlich des Stutzens94Cf. supra Fol. 89a, Anm. 72. 94. Zur Zeit des Schlachtens war das Eingetauschte noch profan u. kann später als Heilsopfer dargebracht werden., des Gußopfers und des Schwingens von Brust und Schenkel benötigen.", "Wenn es aber noch heißt: und wenn eine Ziege, so gilt dies als Teilung; dies lehrt, daß die Ziege nicht [der Darbringung] des Fettschwanzes benötige.", "Manche beziehen dies auf den Anfangssatz: Ist das Pesaḥopfer vor dem Schlachtendes [Ersatz-] Pesaḥopfers gefunden worden, so lasse man es weiden, bis es ein Gebrechen bekommt, sodann verkaufe man es und kaufe für den Erlös ein Heilsopfer, ebenso das dafür Eingetauschte.", "Raba sagte: Dies nur, wenn [das Eingetauschte] vor dem Schlachten gefunden und vor dem Schlachten umgetauscht worden ist, wenn es aber vor dem Schlachten gefunden und nach dem Schlachten umgetauscht worden ist, so ist das Eingetauschte als Heilsopfer darzubringen, weil das Schlachten nur bei dem, was dazu tauglich wäre, wirksam ist, nicht aber bei dem, was nicht dazu tauglich94Cf. supra Fol. 89a, Anm. 72. 94. Zur Zeit des Schlachtens war das Eingetauschte noch profan u. kann später als Heilsopfer dargebracht werden.wäre.", "Abajje wandte gegen ihn ein: Wenn ein Lamm, wozu heißt es [wenn ein Lamm]? Dies schließt das Eingetauschte des Pesaḥopfers nach dem Pesaḥfeste ein, das als Heilsopfer darzubringen ist." ], [ "Man könnte glauben, auch wenn es vor dem Pesaḥfeste [gefunden worden ist], so heißt es es, dieses wird dargebracht, nicht aber, das für das Pesaḥopfer Eingetauschte.", "In welchem Falle : wollte man sagen, wenn es vordem Schlachten gefunden und vordem Schlachten umgetauscht worden ist, so ist dies ja selbstverständlich, wozu der Schriftvers; doch wohl, wenn es vor dem Schlachten gefunden und nach dem Schlachten umgetauscht worden ist!? Dies ist eine Widerlegung Rabas. Eine Widerlegung.", "Šemuél sagte: In einem Falle, wo man das Sündopfer verenden lassen95Das Opfertier wird eingesperrt u. man verabreicht ihm keine Nahrung. Dies hat in 5 Fällen zu erfolgen: 1. beim Jungen d. Opfertieres, 2. beim Eingetauschten desselben, 3. wenn der Eigentümer stirbt, 4. wenn es abhanden gekommen war u. der Eigentümer Sühne durch ein anderes erlangt hat, 5. wenn es über ein Jahr alt geworden ist. muß, ist das Pesaḥopfer als Heilsopfer darzubringen, und in einem Falle, wo man das Sündopfer weiden lassen muß, ist das Pesaḥopfer ebenfalls weiden zu lassen. R. Joḥanan aber sagte, das Pesaḥopfer ist nur dann als Heilsopfer darzubringen, wenn es sich nach dem Schlachten eingefunden hat, nicht aber wenn vor dem Schlachten.", "R. Joseph wandte ein: Ist dies denn eine [stichhaltige] Regel, auch das über ein Jahr alt gewordene Sündopfer muß man ja weiden lassen, denn R. Šimo͑n b. Laqiš sagte, ein über ein Jahr alt gewordenes Sündopfer betrachte man als auf einem Begräbnisplatze96Wohin ein Priester nicht kommen darf, dh. man darf es nicht schlachten.befindlich und lasse es weiden,", "während das Pesaḥopfer in einem solchen Falle als Heilsopfer darzubringen ist!? Es wird nämlich gelehrt: Ein Lamm, dies schließt das Pesaḥopfer hinsichtlich des Fettschwanzes ein, und wenn es heißt: wenn ein Lamm, so schließt dies das über ein Jahr alt gewordene Pesaḥopfer und das infolge des Pesaḥopfers dargebrachte Heilsopfer hinsichtlich aller Vorschriften des Heilsopfers ein, daß sie nämlich des Stutzens, des Gußopfers und des Schwingens von Brust und Schenkel benötigen. Wenn es aber noch heißt: und wenn eine Ziege, so gilt dies als Teilung; dies lehrt, daß die Ziege nicht der Darbringung des Fettschwanzes benötige!?", "Jener erwiderte: Šemuél sagte es nur von abhanden gekommenen, nicht aber von zurückgesetzten. –", "Kann dies denn bei abhanden gekommenen vorkommen, wenn [das Vieh] nach dem Absondern abhanden gekommen war, muß man es ja nach den Rabbanan weiden lassen!? Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand sein Sündopfer abgesondert hat und es abhanden gekommen ist, und nachdem er statt dessen ein anderes abgesondert hat, es sich wieder einfindet und beide vorhanden sind, so ist das eine darzubringen, und das andere lasse man verenden – so Rabbi; die Weisen sagen, man lasse ein Sündopfer nur dann verenden, wenn es sich erst, nachdem der Eigentümer Sühne erlangt hat, einfindet. Wenn aber bevor der Eigentümer Sühne erlangt hat, lasse man es weiden,", "während das Pesaḥopfer, das abhanden gekommen war und sich nach Mittag vor dem Schlachten [des Pesaḥopfers] ein-gefunden hat, als Heilsopfer darzubringen ist!? – Šemuél ist der Ansicht Rabbis, welcher sagt, was abhanden gekommen war, lasse man verenden97Was beim Pesaḥopfer der Darbringung als Heilsopfer entspricht.. –", "Aber nach Rabbi muß man ja alles, was abhanden gekommen war, verenden lassen, während man das Pesaḥopfer, das vor Mittag abhanden gekommen war und vor Mittag sich eingefunden hat, weiden lassen muß!? – Wenn vor Mittag, so heißt dies überhaupt nicht ‘abhanden gekommen’. Dies nach Raba, denn Raba sagte, das Abhandenkommen über Nacht gelte nicht als Abhandenkommen. –", "In welchem Falle ist es demnach nach Rabbi weiden zu lassen!? –" ], [ "Nach R. Oša͑ja, denn R. Oša͑ja sagte: Wenn jemand zur Sicherheit zwei Sündopfer abgesondert hat, so schaffe er sich Sühne durch das eine, und das andere lasse er weiden. –", "In einem solchen Falle ist ja das Pesaḥopfer als Heilsopfer darzubringen!? – Vielmehr, Šemuél ist der Ansicht R. Šimo͑ns, welcher sagte, daß man fünf Sündopfer98Cf. Anna. 95.verenden lasse. –", "Nach R. Šimo͑n gibt es ja überhaupt kein Weidenlassen!? – Šemuél sagte auch nur das eine: in einem Falle, wo man das Sündopfer verenden lassen muß, ist das Pesaḥopfer als Heilsopfer darzubringen. –", "Was lehrt er uns demnach damit!?–Dies schließt die Lehre R. Joḥanans aus, welcher sagte, das Pesaḥopfer sei nur dann als Heilsopfer darzubringen, wenn es sich nach dem Schlachten eingefunden hat, nicht aber, wenn vor dem Schlachten, wonach das Schlachten es zu einem solchen bestimmt, so lehrt er uns, daß die Mittagsstunde es zu einem solchen bestimmt.", "Eine andere Lesart: Während das Pesaḥopfer, das abhanden gekommen war und sich nach Mittag vor dem Schlachten des Pesaḥopfers eingefunden hat, als Heilsopfer darzubringen ist!? – Šemuél ist der Ansicht Rabbas, welcher sagt, das Schlachten bestimme es zu einem solchen. –", "Wenn aber R. Joḥanan hierzu sagt, das Pesaḥopfer werde nur dann als Heilsopfer dargebracht, wenn es sich nach dem Schlachten eingefunden hat, nicht aber, wenn vor dem Schlachten, wonach das Schlachten es zu einem solchen bestimmt, so ist ja Šemuél demnach der Ansicht, die Mittagsstunde bestimme es zu einem solchen!? –", "Vielmehr, Šemuél ist der Ansicht Rabbis, welcher sagt, man lasse, was abhanden gekommen war, verenden. – Aber nach Rabbi muß man ja alles, was abhanden gekommen war, verenden lassen, während man das Pesaḥopfer, das vor Mittag abhanden gekommen war und sich vor Mittag eingefunden hat, weiden lassen muß!? – Er ist der Ansicht, wenn vor Mittag, so heiße dies überhaupt nicht ‘abhanden gekommen’, und ferner ist er der Ansicht, die Mittagsstunde bestimme es als solches.", "WENN JEMAND EIN WEIBCHEN ODER EIN MÄNNCHEN IM ZWEITEN JAHRE ALS PESAḤOPFER ABSONDERT, SO LASSE MAN ES WEIDEN, BIS ES EIN GEBRECHEN BEKOMMT, SODANN VERKAUFE MAN ES, UND DER ERLÖS FÄLLT DER FREIWILLIGEN SPENDENKASSE ZU, FÜR HEILSOPFER." ], [ "WENN JEMAND SEIN PESAḤOPFER ABGESONDERT HAT UND GESTORBEN IST, SO DARF SEIN SOHN ES NICHT NACH IHM ALS PESAḤOPFER DARBRINGEN, SONDERN ALS HEILSOPFER.", "GEMARA. R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sagte: Hieraus ist dreierlei zu entnehmen: es ist zu entnehmen, daß Lebendiges zurückgesetzt99Obgleich das Tier zuerst als Pesaḥopfer bestimmt war, so wird es dennoch nicht als solches dargebracht.werde,", "es ist zu entnehmen, daß auch das, was von vornherein untauglich100Ein Weibchen oder ein Lämmchen im 2. Lebensjahre waren von vornherein unzulässig, dennoch wird die Heiligkeit des Pesaḥopfers auf diese übertragen.war, zurückgesetzt werde, und es ist zu entnehmen, daß auch der Geldwert101Dh. wenn von vornherein überhaupt nur der Geldwert geheiligt worden ist. zurückgesetzt werde.", "WENN JEMAND SEIN PESAḤOPFER ABGESONDERT HAT &C. Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand sein Pesaḥopfer abgesondert hat und gestorben ist, so bringe sein Sohn, falls er daran mitbeteiligt war, es als Pesaḥopfer dar, wenn aber nicht, so bringe er es am sechzehnten als Heilsopfer dar. Nur am sechzehnten und nicht am fünfzehnten, somit ist er der Ansicht, Gelübde und freiwillige Spenden dürfen am Feste nicht dargebracht werden. –", "Wann soll der Vater gestorben sein: wollte man sagen, wenn er vor Mittag gestorben ist, wieso bringe sein Sohn, wenn er daran beteiligt ist, es als Pesaḥopfer dar, wo er ja bereits vorher von der Trauer102Somit obliegt ihm nicht mehr die Pflicht, das Ρ. herzurichten. betroffen worden ist,", "und wenn er nach Mittag gestorben ist, wieso bringe der Sohn, wenn er daran nicht beteiligt ist, es als Heilsopfer dar, es wurde ja durch die Mittagsstunde [zum Pesaḥopfer]103Ein solches muß man ja weiden lassen; cf. supra Fol. 96b.bestimmt!?", "Raba erwiderte: Tatsächlich, wenn er vor Mittag gestorben ist, und unter ‘Pesaḥopfer’ ist zu verstehen, er bringe es als zweites Pesaḥopfer dar.", "Abajje erwiderte: Er lehrt es je nachdem: wenn er nach Mittag gestorben und sein Sohn daran beteiligt ist, so bringe er es als Pesaḥopfer dar, und wenn er vor Mittag gestorben und sein Sohn daran nicht beteiligt ist, so bringe er es als Heilsopfer dar.", "R. Šerebja erwiderte: Tatsächlich, wenn er nach Mittag gestorben ist aber schon zur Mittagsstunde in Agonie lag.", "R. Aši erwiderte: Tatsächlich, wenn er nach Mittag gestorben ist, nur ist hier die Ansicht R. Šimo͑ns vertreten, welcher sagt, Lebendiges werde nicht zurückgesetzt.", "Rabina erwiderte: Wenn der Eigentümer es nach Mittag abgesondert hat und nach Mittag gestorben ist; er ist der Ansicht, die Mittagsstunde mache es zu einem solchen104In der Mittagsstunde war es noch nicht als P. bestimmt; ist aber der Sohn daran beteiligt, so war die Pflicht bereits vorher eingetreten..", "IST EIN PESAḤOPFER MIT ANDEREN OPFERN VERMISCHT WORDEN, SO MUSS MAN SIE ALLE WEIDEN LASSEN, BIS SIE EIN GEBRECHEN BEKOMMEN, SODANN VERKAUFE MAN SIE UND BRINGE FÜR DEN ERLÖS DES BESTEN UNTER IHNEN EIN OPFER DIESER ART UND FÜR DEN ERLÖS DES BESTEN UNTER IHNEN EIN OPFER JENER ART DAR, UND DEN MEHRBETRAG ERSETZE MAN AUS SEINER TASCHE.", "IST ES MIT ERSTGEBORENEN VERMISCHT WORDEN, SO DARF ES, WIE R. ŠIMO͑N SAGT, WENN DIE GESELLSCHAFT AUS PRIESTERN BESTEHT, VON DIESEN GEGESSEN WERDEN." ], [ "GEMARA. Man bringt ja Geheiligtes in den Untauglichkeitsraum105Wenn die Priester (nach RS.) es als Pesaḥopfer essen und etwas zum folgenden Morgen zurückbleibt, so ist es untauglich, während das Erstgeborene zwei Tage und eine Nacht gegessen werden darf. Ebenso ist die Essensfrist für das Heilsopfer länger als die des Schuldopfers.!? –", "R. Šimo͑n vertritt hierbei seine Ansicht, man dürfe Geheiligtes in den Untauglichkeitsraum bringen. Wir haben nämlich gelernt: Wenn ein Schuldopfer und ein Heilsopfer miteinander vermischt worden sind, so sind sie, wie R. Šimo͑n sagt, in der Nordseite zu schlachten und [nach Vorschrift] des strengeren unter ihnen zu essen.", "Man erwiderte ihm: Man bringe nicht Geheiligtes in den Untauglichkeitsraum105Wenn die Priester (nach RS.) es als Pesaḥopfer essen und etwas zum folgenden Morgen zurückbleibt, so ist es untauglich, während das Erstgeborene zwei Tage und eine Nacht gegessen werden darf. Ebenso ist die Essensfrist für das Heilsopfer länger als die des Schuldopfers.. –", "Wie verfahre man hierbei nach den Rabbanan? Raba erwiderte: Man warte, bis sie Gebrechen bekommen, dann bringe man ein fettes Tier und spreche: [Die Heiligkeit] des Pesaḥopfers, welches es auch sei, werde auf dieses übertragen. Sodann darf man jenes [unter Beobachtung der Vorschriften] für ein gebrechenbehaftetes Erstgeborenes essen.", "WENN EINE GESELLSCHAFT, DER DAS PESAḤOPFER ABHANDEN GEKOMMEN IST, ZU EINEM SAGT, DASS ER GEHE UND ES FÜR SIE SUCHE UND SCHLACHTE, WORAUF ER GEGANGEN IST UND ES GEFUNDEN UND GESCHLACHTET HAT, ABER AUCH SIE EINES GEHOLT UND GESCHLACHTET HABEN, SO ESSE DIESER, WENN SEINES ZUERST GESCHLACHTET WORDEN IST, VON SEINEM, UND SIE ESSEN MIT IHM EBENFALLS VON SEINEM; WENN ABER IHRES ZUERST GESCHLACHTET WORDEN IST, SO ESSEN SIE VON IHREM, UND ER ESSE VON SEINEM.", "WEISS MAN NICHT, WELCHES ZUERST GESCHLACHTET WORDEN IST, ODER SIND BEIDE ZU GLEICHER ZEIT GESCHLACHTET WORDEN, SO ESSE ER VON SEINEM, UND SIE DÜRFEN VON SEINEM NICHT ESSEN; IHRES ABER KOMMT IN DEN VERBRENNUNGSRAUM, UND SIE SIND VON DER HERRICHTUNG DES ZWEITEN PESAḤOPFERS FREI.", "SAGTE ER ZU IHNEN, DASS, WENN ER SICH VERSPÄTEN SOLLTE, SIE FÜR IHN SCHLACHTEN SOLLEN, WORAUF ER GEGANGEN IST UND ES GEFUNDEN UND GESCHLACHTET HAT, ABER AUCH SIE EINES GEHOLT UND GESCHLACHTET HABEN, SO ESSEN SIE, FALLS IHRES ZUERST GESCHLACHTET WORDEN IST, VON IHREM, UND ER ESSE EBENFALLS VON IHREM; WENN ABER SEINES ZUERST GESCHLACHTET WORDEN IST, SO ESSE ER VON SEINEM UND SIE VON IHREM.", "WEISS MAN NICHT, WELCHES ZUERST GESCHLACHTET WORDEN IST, ODER SIND BEIDE ZU GLEICHER ZEIT GESCHLACHTET WORDEN, SO ESSEN SIE VON IHREM, UND ER DARF VON IHREM NIGHT ESSEN; SEINES ABER KOMMT IN DEN VERBRENNUNGSRAUM, UND ER IST VON DER HERRICHTUNG DES ZWEITEN PESAḤOPFERS FREI.", "SAGTE ER ZU IHNEN UND SIE ZU106Daß sie event, das P. für einander schlachten sollen.IHM, SO ESSEN SIE ALLE VOM ZUERST [GESCHLACHTETEN]; WEISS MAN NICHT, WELCHES ZUERST GESCHLACHTET WORDEN IST, ODER SIND BEIDE ZU GLEICHER ZEIT GESCHLACHTET WORDEN, SO KOMMEN BEIDE IN DEN VERBRENNUNGSRAUM.", "SAGTE ER NICHTS ZU IHNEN UND SIE NICHTS ZU IHM, SO SIND SIE NICHT VON EINANDER ABHÄNGIG.", "WENN DIE PESAḤOPFER ZWEIER GESELLSCHAFTEN MIT EINANDER VERMISCHT WORDEN SIND, SO WÄHLEN DIE EINEN DAS EINE UND DIE ANDEREN DAS ANDERE, UND EINER VON DIESEN VERFÜGT SICH ZU JENEN, UND EINER VON JENEN VERFÜGT SICH ZU DIESEN, UND SIE SPRECHEN [ZUM VERTRETER] WIE FOLGT: GEHÖRT DIESES PESAḤOPFER UNS, SO SEIEN DEINE HÄNDE VON DEINEM ZURÜCKGEZOGEN UND DU AN UNSEREM BETEILIGT, UND GEHÖRT DIESES PESAḤOPFER DIR, SO SEIEN UNSERE HÄNDE VON UNSEREM ZURÜCKGEZOGEN UND WIR AN DEINEM BETEILIGT.", "SO AUCH FÜNF GESELLSCHAFTEN VON JE FÜNF ODER ZEHN PERSONEN; SIE WÄHLEN EINEN AUS JEDER GESELLSCHAFT UND SPRECHEN EBENSO ZU EINANDER.", "xi WENN DIE PESAḤOPFER ZWEIER EIGENTÜMER VERMISCHT WORDEN SIND, SO WÄHLE EINER DAS EINE UND DER ANDERE DAS ANDERE, UND DER EINE NEHME JEMAND VON DER STRASSE107Damit, wenn einer sich zurückzieht, das Pesaḥopfer nicht herrenlos bleibe.ALS TEILNEHMER, UND DER ANDERE NEHME JEMAND VON DER STRASSE ALS TEILNEHMER, \n", "SODANN VERFÜGE SICH DIESER ZU JENEM UND JENER ZU DIESEM UND SIE SPRECHEN ZU EINANDER WIE FOLGT: GEHÖRT DIESES PESAḤOPFER MIR, SO SEIEN DEINE HÄNDE VON DEINEM ZURÜCKGEZOGEN UND DU AN MEINEM BETEILIGT, UND GEHÖRT DIESES PESAḤOPFER DIR, SO SEIEN MEINE HÄNDE VON MEINEM ZURÜCKGEZOGEN UND ICH AN DEINEM BETEILIGT.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Sagte er zu ihnen,106Daß sie event, das P. für einander schlachten sollen.und sie zu ihm, so essen sie vom zuerst [Geschlachteten] ; sagte er nichts zu ihnen und sie nichts zu ihm, so sind sie nicht von einander abhängig." ], [ "Hieraus folgerten die Weisen, daß das Schweigen gut sei für die Klugen, und um so mehr für die Toren. So heißt es auch : 108Pr. 17,28.der schweigende Narr kann für einen Klugen gehalten werden.", "WENN DIE PESAḤOPFER ZWEIER EIGENTÜMER VERMISCHT WORDEN SIND &C. Unsere Mišna vertritt somit nicht die Ansicht R. Jehudas, denn es wird gelehrt :109Ex. 12,4. Wenn aber die Familie für ein Lamm zu klein ist, dies lehrt, daß [die Gesellschaft] sich vermindern dürfe, nur muß einer der Gesellschaft zurückbleiben – so R. Jehuda; R. Jose sagt, sie dürfen das Pesaḥopfer nicht [herrenlos]110Die Beteiligten dürfen sich zurückziehen, wenn an ihre Stelle andere hinzugekommen sind.lassen.", "R. Joḥanan erwiderte: Du kannst auch sagen, sie vertrete die Ansicht R. Jehudas, denn da R. Jehuda der Ansicht ist, man dürfe das Pesaḥopfer nicht für einen einzelnen schlachten, so ist [das Pesaḥopfer] von vornherein dazu bestimmt, daß noch jemand sich daran beteilige, sodaß [der Hinzukommende] einem der Gesellschaft gleicht.", "R. Aši sagte: Dies ist auch aus unserer Mišna zu entnehmen, denn diese lehrt: so auch fünf Gesellschaften von je fünf Personen. Nur von je fünf, nicht aber von fünf und vier; doch wohl deshalb, weil bei einem kein Eigentümer zurückbleiben würde. Schließe hieraus." ], [ "AM VORABEND DES PESAḤFESTES, KURZ VOR DEM VESPERGEBETE, DARF MAN BIS ZUR DUNKELHEIT NICHT MEHR ESSEN. SELBST DER ÄRMSTE IN JISRAÉL ESSE NICHT ANDERS ALS ANGELEHNT1Halb lagernd, mit dem linken Arm auf das Polster gestützt, wie bei den Vornehmen der antiken Völker üblich; cf. Ber. Fol. 46b.; AUCH [REICHE] MAN IHM NICHT WENIGER ALS VIER BECHER WEIN, SELBST AUS DER ARMEN-SCHÜSSEL.", "GEMARA. Wieso nur am Vorabend des Pesaḥfestes, dies gilt ja auch von den Vorabenden der Šabbathe und anderer Feste!? Es wird nämlich gelehrt: An den Vorabenden der Šabbathe und der Feste darf man von der Zeit des Vespergebetes ab nicht mehr essen, damit man in den Šabbath mit Appetit eintrete – so R. Jehuda; R. Jose sagt, man dürfe bis zur Dunkelheit essen!?", "R. Hona erwiderte: Dies ist nach R. Jose nötig, welcher sagt, man dürfe bis zur Dunkelheit essen; nur an den Vorabenden der Šabbathe und anderer Feste, bezüglich des Vorabends des Pesaḥfestes aber pflichtet er bei, wegen der Pflicht des Ungesäuerten2Damit man es mit Appetitesse..", "R. Papa erwiderte: Du kannst auch sagen, nach R. Jehuda; an den Vorabenden der Šabbathe und anderer Feste ist es von der Zeit des Vespergebetes ab verboten, kurz vor dem Vespergebete aber erlaubt, am Vorabend des Pesaḥfestes aber ist es schon kurz vor dem Vespergebete verboten. –", "Es wird ja aber gelehrt: An den Vorabenden der Šabbathe und Feste darf man von der neunten Stunde3Also kurz vor dem Vespergebete. ab nicht mehr essen, damit man in den Šabbath mit Appetit eintrete – so R. Jehuda; R. Jose sagt, man dürfe bis zur Dunkelheit essen!?", "Mar Zuṭra erwiderte: Wer sagt uns, daß [die Lehre] korrekt ist," ], [ "vielleicht ist sie korrupt!?", "Meremar, nach anderen R. Jemar, entgegnete ihm: Ich war einst beim Vortrage des R. Pinḥas, des Sohnes R. Amis, und als ein Jünger [diese Lehre] rezitierte, ließ er siegelten. – Demnach ist dies ja ein Einwand!? – Am richtigsten ist es vielmehr, wie R. Hona [erklärt hat]. –", "Stimmt es denn nach R. Hona, R. Jirmeja sagte ja im Namen R. Joḥanans, nach anderen R. Abahu im Namen des R. Jose b.R. Ḥanina, die Halakha sei bezüglich des Vorabends des Pesaḥfestes wie R. Jehuda und bezüglich des Vorabends des Šabbaths wie R. Jose; wenn nun bezüglich des Pesaḥfestes", "die Halakha wie R. Jehuda ist, wahrscheinlich streitet ja R. Jose bezüglich beider!? –", "Nein, die Halakha ist wie er, denn sie streiten über die Abbrechung.", "Es wird nämlich gelehrt: Man breche die Mahlzeit am Vorabend der Šabbathe ab – so R. Jehuda; R. Jose sagt, man unterbreche sie nicht.", "Einst saßen R. Šimo͑n b. Gamliél, R. Jehuda und R. Jose in A͑kko bei Tisch, und die Heiligkeit des Tages begann; da sprach R. Šimo͑n b.Gamliél zu R. Jose (Berabbi): Meister, ist es dir recht, daß wir abbrechen und die Ansicht unseres Genossen R. Jehuda berücksichtigen?", "Dieser erwiderte: Stets bevorzugtest du meine Ansicht vor der Ansicht R. Jehudas, und nun bevorzugst du in meiner Gegenwart die Ansicht R. Jehudas. 4Est. 7,8.Soll etwa gar der Königin bei mir im Hause Gewalt angetan werden!?", "Jener entgegnete: Demnach wollen wir nicht abbrechen, denn die Schüler könnten es sehen und so die Halakha für immer festsetzen. Man erzählt, daß sie von dort nicht eher wichen, als bis sie die Halakha wie R. Jose festsetzten.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist weder wie R. Jehuda noch wie R. Jose, vielmehr breite man eine Tischdecke aus und spreche den Weihsegen5Und setze die Mahlzeit fort.. – Dem ist ja aber nicht so, R. Taḥlipha b.Evdämi sagte ja im Namen Šemuéls, daß man wegen des" ], [ "Unterscheidungssegens ebenso [die Mahlzeit] abbreche, wie wegen des Weihsegens; doch wohl abbrechen zur Aufhebung der Tafel!? – Nein, abbrechen, zum [Ausbreiten einer] Tischdecke.", "Einst kehrte Rabba b. R. Hona beim Exilarchen ein, und als man ihm einen [servierten] Tisch brachte, breitete er eine Tischdecke aus und sprach den Weihsegen. Ebenso wird gelehrt: Sie stimmen überein, daß man6Sobald die Heiligkeit des Feiertages beginnt. den Tisch nicht eher bringe, als bis man den Weihsegen gesprochen hat; hat man ihn [vorher] geholt, so breite man eine Tischdecke aus und spreche ihn. –", "Das Eine lehrt, sie stimmen überein, daß man nicht beginne7Eine Mahlzeit von der Zeit des Vespergebetes ab., dagegen lehrt ein Anderes, sie stimmen überein, daß man wohl beginne. Allerdings kann die Lehre, sie stimmen überein, daß man nicht beginne, beim Vorabend des Pesaḥfestes vorkommen, wann aber kommt das vor,", "was gelehrt wird, sie stimmen überein, daß man wohl beginne: wollte man sagen: am Vorabend des Šabbaths, so streiten sie ja hierüber!? – Das ist kein Widerspruch; diese vor der neunten [Tagesstunde], jene nach der neunten [Tagesstunde].", "Diejenigen, die den Weihsegen im Bethause [gehört] haben, haben, wie Rabh sagt, der Pflicht, vom Weine [zu trinken], nicht genügt und der Pflicht des Weihsegens genügt, und wie Šemuél sagt," ], [ "auch der Pflicht des Weihsegens nicht genügt. – Wozu braucht man nach Rabh den Weihsegen zu Hause zu sprechen!? – Um seine Kinder und Familienangehörigen ihrer Pflicht zu entledigen. –", "Wozu braucht man nach Šemuél den Weihsegen im Bethause zu sprechen!? – Um Fremde, die im Bethause essen, trinken und schlafen, ihrer Pflicht zu entledigen.", "Šemuél vertritt seine Ansicht, denn Šemuél sagte, der Weihsegen sei da zu sprechen, wo die Mahlzeit abgehalten wird. Sie glaubten, nur von einem Hause nach einem anderen8Dagegen aber ist es zulässig, in einem Raume den Weihsegen zu sprechen u. in einem anderen die Mahlzeit abzuhalten., nicht aber von einem Räume9Nach anderen, Platz, im selben Raume, wofür sogar die Variante פינה spricht. nach einem anderen im selben Hause,", "da sprach R. A͑nan b. Taḥlipha zu ihnen : Oft war ich bei Šemuél, und er stieg vom Söller nach dem Erdgeschosse hinunter und sprach den Weihsegen da10Wo er die Mahlzeit abhielt..", "Auch R. Hona ist der Ansicht, der Weihsegen sei da zu sprechen, wo die Mahlzeit abgehalten wird. Einst sprach nämlich R. Hona den Weihsegen, und das Lacht erlosch ihm; da brachte er seine Gefäße in das Hochzeitsgemach seines Sohnes Rabba, wo Licht vorhanden war, sprach [wiederum] den Weihsegen und kostete da etwas. Er ist somit der Ansicht, der Weihsegen sei da zu sprechen, wo die Mahlzeit abgehalten wird.", "Und auch Rabba ist der Ansicht, der Weihsegen sei da zu sprechen, wo die Mahlzeit abgehalten wird. Abajje erzählte nämlich: Als ich beim Meister11Rabba war Lehrer u. Pflegevater Abajjes, daher diese Benennung auch in seiner Abwesenheit.weilte, sagte er uns, nachdem er den Weihsegen gesprochen hatte: Kostet etwas, denn bis ihr in euere Herberge kommt, kann euch das Licht erlöschen; ihr werdet dann im Speiseraume den Weihsegen nicht sprechen können, und mit dem hier [gehörten] Weihsegen habt ihr euerer Pflicht nicht genügt, weil der Weihsegen da zu sprechen ist, wo die Mahlzeit abgehalten wird. –", "Dem ist ja aber nicht so, Abajje sagte ja, bei allem verfuhr der Meister nach Rabh, ausgenommen folgende drei Dinge, bei denen er nach Šemuél verfuhr: man darf [die Çiçith] von einem Gewände in ein anderes einknüpfen, man darf [bei einer Hanukalampe] ein Licht an einem anderen12Cf. Sab. Fol. 22b.anzünden,", "und die Halakha ist beim Rücken wie R. Šimo͑n!? Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n sagt, man dürfe am Šabbath ein Bett, einen Stuhl oder eine Bank rücken, nur dürfe man absichtlich keine Schramme machen. –", "Nach den Erschwerungen Rabhs verfuhr er, nach den Erleichterungen Rabhs verfuhr er nicht. –", "R. Joḥanan aber sagt, sie haben auch der Pflicht, vom Weine [zu trinken,] genügt. R. Joḥanan vertritt hierbei seine Ansicht, denn R. Ḥanin b.Abajje sagte im Namen des R. Pedath im Namen R. Joḥanans, einerlei ob man den Wein" ], [ "oder den Raum geändert hat, brauche man den Segen nicht wiederum zu sprechen. Man wandte ein: Wegen der Änderung des Raumes muß man den Segen [abermals] sprechen, wegen der Änderung des Weines braucht man den Segen nicht [abermals] zu sprechen!? Dies ist eine Widerlegung der Lehre R. Joḥanans. Eine Widerlegung.", "R. Idi b. Abin saß vor R. Ḥisda, und R. Ḥisda saß und sagte im Namen R. Honas: Das, was du sagst, bei Änderung des Raumes sei der Segen [abermals] zu sprechen, lehrten sie nur, wenn von einem Hause nach einem anderen, nicht aber, wenn von einem Raume nach einem anderen.", "Da sprach R. Idi b. Abin zu ihm: So, übereinstimmend mit dir, habe ich es auch in einer Barajtha der Schule des R. Heneq, manche sagen, in einer Barajtha der Schule des Bar Heneq, gelernt. – R. Hona lehrt uns also eine Barajtha!? – R. Hona hörte nichts von dieser Barajtha.", "Abermals saß einst R. Ḥisda und sagte in seinem eigenen Namen: Das, was du sagst, bei Änderung des Raumes sei der Segen [abermals] zu sprechen, sagten sie nur von Dingen, die keines Segens nachher auf derselben Stelle benötigen,", "über Dinge aber, die eines Segens nachher auf derselben Stelle benötigen, braucht man den Segen nicht [abermals] zu sprechen, weil dies [eine Fortsetzung] der begonnenen Mahlzeit ist. R. Šešeth aber sagt, man müsse wegen dieser und wegen jener den Segen [abermals] sprechen.", "Man wandte ein: Wenn eine Gesellschaft beim Trinken sitzt und sie die Füße in Bewegung setzen, um einem Bräutigam oder einer Braut entgegenzugehen, so brauchen sie, wenn sie hinausgehen, keinen Segen nachher, und wenn sie zurückkehren, keinen Segen vorher [abermals] zu sprechen.", "Diese Worte gelten nur, wenn sie einen Greis oder Kranken zurücklassen, wenn sie aber einen Greis oder Kranken nicht zurücklassen, so müssen sie, wenn sie hinausgehen, den Segen nachher, und wenn sie zurückkehren, den Segen vorher [abermals] sprechen.", "Wenn er vom Fortbewegen der Füße13Dh. vor der Aufhebung der Mahlzeit.lehrt, so gilt dies wohl von Dingen, die eines Segens nachher auf derselben Stelle benötigen, und nur in dem Falle, wenn sie einen Greis oder einen Kranken zurücklassen, brauchen sie, wenn sie hinausgehen, keinen Segen nachher, und wenn sie zurückkehren, keinen Segen vorher [abermals] zu sprechen,", "wenn sie aber einen Greis oder einen Kranken nicht zurücklassen, müssen sie, wenn sie hinausgehen, den Segen nachher, und wenn sie zurückkehren, den Segen vorher [abermals] sprechen. Dies ist ein Einwand gegen R. Ḥisda!?", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte:" ], [ "Der Tanna, der vom Fortbewegen der Füße lehrt,", "ist R. Jehuda. Es wird nämlich gelehrt: Wenn Genossen bei Tisch sitzen und die Füße in Bewegung setzen, um ins Bet- oder ins Lehrhaus zu gehen, so brauchen sie, wenn sie fortgehen, keinen Segen nachher, und wenn sie zurückkehren, keinen Segen vorher [abermals] zu sprechen. R. Jehuda sagte: Diese Worte gelten nur, wenn sie einige Genossen zurücklassen, wenn sie aber nicht einige Genossen zurücklassen, müssen sie, wenn sie fortgehen, den Segen nachher, und wenn sie zurückkehren, den Segen vorher [abermals] sprechen.", "Nur bei Dingen, die auf derselben Stelle eines Segens nachher benötigen, brauchen sie, wenn sie fortgehen, keinen Segen nachher, und wenn sie zurückkehren, keinen Segen vorher [abermals] zu sprechen, bei Dingen aber, die des Segens nachher auf derselben Stelle nicht benötigen, müssen sie auch nach den Rabbanan, wenn sie hinausgehen, den Segen nachher, und wenn sie zurückkehren, den Segen vorher [abermals] sprechen.", "Dies wäre also eine Widerlegung R. Joḥanans. – Wir haben ihn ja bereits einmal14Ob. Fol. 101b.widerlegt, so ist auch hieraus eine Widerlegung zu entnehmen. –", "R. Joḥanan kann dir erwidern: auch über Dinge, die keines Segens nachher auf derselben Stelle benötigen, braucht man keinen Segen [abermals] zu sprechen, und nur deshalb lehrt er es vom Fortbewegen der Füße, um dir die weitestgehende Ansicht R. Jehudas hervorzuheben,", "daß sogar bei Dingen, die des Segens nachher auf derselben Stelle benötigen, dies nur dann der Fall sei, wenn sie einige Genossen zurücklassen, wenn sie aber nicht einige Genossen zurücklassen, müssen sie, wenn sie hinausgehen, den Segen nachher, und wenn sie zurückkehren, den Segen vorher [abermals] sprechen.", "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Ḥisda: Wenn Genossen bei Tisch sitzen und Wein trinken und die Füße in Bewegung setzen, so brauchen sie, wenn sie zurückkehren, nicht den Segen [abermals] zu sprechen.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn eine Gesellschaft bei Tisch sitzt und die Heiligkeit des Tages beginnt, so hole man einen Becher Wein und spreche über ihn den Segen zur Weihe des Tages, und einen zweiten, über den man den Tischsegen spreche –so R. Jehuda; R. Jose sagt, sie dürfen die Mahlzeit bis zur Dunkelheit fortsetzen," ], [ "und wenn sie sie beendet haben, spreche man über den ersten Becher den Tischsegen und über den zweiten den Segen zur Weihe des Tages. – Weshalb denn, sollte man beide über einen Becher sprechen!?", "R. Hona erwiderte im Namen R. Šešeths: Man spricht nicht zwei Segenssprüche15Wörtl. Heiligungen, als welche auch der Tischsegen gilt.über einen Becher. – Weshalb? R. Naḥman b.Jiçḥaq erwiderte: Weil man die Gebote nicht bündelweise ausübt. –", "Etwa nicht, es wird ja gelehrt: Wer am Šabbathausgang sein Haus betritt, spreche über einen Becher den Segen über den Wein, über das Licht und über die Wohlgerüche, und nachher spreche er den Unterscheidungssegen; hat er nur einen Becher, so lasse er ihn bis nach der Mahlzeit und nachher reihe er alle an!? – Anders ist es, wenn man keinen [zweiten] hat. –", "Aber Rabh sagte ja, daß, wenn ein Fest am Ausgang des Šabbaths beginnt, wo man ja [genügend Wein]16Dies gilt wohl auch vom ersten Abend des Pesaḥfestes, an dem 4 Becher getrunken werden.hat, man ‘Wein, Weihsegen, Licht, Unterscheidungssegen’17Reihenfolge der Segenssprüche (weiter auch Zeitsegen), die am Ausgang des Š.s zu sprechen sind; cf. Ber. Fol.51b. [spreche]!? –", "Ich will dir sagen, da man den Zeitsegen18Der nur am ersten Tage des Festes gesprochen wird.nicht spricht, so handelt es sich wohl um den siebenten Tag des Pesaḥfestes, wo man alles, was man hatte, verzehrt hat und nichts mehr hat. –", "Aber am ersten Festtage hat man ja [genügend Wein], dennoch [spricht man dann], wie Abajje sagt, ‘Wein, Weihsegen, Zeitsegen, Licht, Unterscheidungssegen’,", "und wie Raba sagt, ‘Wein, Weihsegen, Licht, Unterscheidungssegen, Zeitsegen’!? – Vielmehr, der Unterscheidungssegen und der Weihsegen19Beide worden aus Anlaß der Tagesfeier gesprochen.gehören zusammen, der Tischsegen20Der über die Mahlzeit gesprochen wird.aber und der Weihsegen sind zwei verschiedene Dinge.", "Der Text. Wenn ein Fest am Ausgang eines Šabbaths beginnt, so spreche man, wie Rabh sagt: Wein, Weihsegen, Licht, Unterscheidungssegen, wie Šemuél sagt: Wein, Licht, Unterscheidungssegen, Weihsegen," ], [ "wie Rabba sagt: Weihsegen, Licht, Wein, Unterscheidungssegen, wie Levi sagt: Wein, Unterscheidungssegen, Licht, Weihsegen, wie die Rabbanan sagen: Weihsegen, Wein, Licht, Unterscheidungssegen, wie Mar, der Sohn Rabanas, sagt: Licht, Weihsegen, Wein, Unterscheidungssegen, und wie Martha, im Namen R. Jehošua͑s sagt: Licht, Unterscheidungssegen, Wein, Weihsegen.", "Der Vater Šemuéls sandte an Rabbi: Möge uns der Meister die Reihenfolge der Segenssprüche lehren. Dieser ließ ihm erwidern : R. Jišma͑él b. R. Jose sagte im Namen seines Vaters und dieser im Namen des R. Jehošua͑ b. Ḥananja wie folgt: Licht, Unterscheidungssegen, Wein, Weihsegen.", "R. Ḥanina sagte: Ein Gleichnis, womit [die Reihenfolge] des R. Jehošua͑ b.Ḥananja zu vergleichen ist: wenn ein König fortgeht und ein Eparch ankommt, so begleitet man zuerst den König und nachher empfängt man den Eparchen21Zuerst den Unterscheidungssegen, wegen des scheidenden Š.s, nachher den Weihsegen, wegen des kommenden Festtages.. –", "Wie bleibt es damit? Abajje sagt: Wein, Weihsegen, Zeitsegen, Licht, Unterscheidungssegen; Raba sagt: Wein, Weihsegen, Licht, Unterscheidungssegen, Zeitsegen. Die Halakha ist wie Raba.", "R. Hona b. Jehuda war bei Raba eingekehrt, und als man ihnen Licht und Wohlgerüche brachte, sprach dieser zuerst den Segen über die Wohlgerüche und nachher über das Licht. Da sprach jener: Merke, die Schule Šammajs und die Schule Hillels [stimmen ja überein], daß man [den Segen] zuerst über das Licht und nachher über die Wohlgerüche spreche!? –", "Welches Bewenden hat es damit? – Wir haben gelernt: Die Schule Šammajs sagt: Licht, Speise, Wohlgerüche, Unterscheidungssegen; die Schule Hillels sagt: Licht, Wohlgerüche, Speise, Unterscheidungssegen.", "Da fuhr Raba fort: Das sind die Worte R. Meírs, R. Jehuda aber sagte: Die Schule Šammajs und die Schule Hillels sind einig, daß man den Segen über die Speise zuerst und den Unterscheidungssegen zuletzt spreche;", "sie streiten nur über das Licht und die Wohlgerüche: die Schule Šammajs sagt, zuerst über das Licht und nachher über die Wohlgerüche, und die Schule Hillels sagt, zuerst über die Wohlgerüche und nachher über das Licht. Hierzu sagte R. Joḥanan: Das Volk verfährt nach der Schule Hillels, und zwar nach der Ansicht R. Jehudas.", "Einst kehrte R. Ja͑qob b. Abba bei Raba ein, und als er sah, daß dieser über den ersten Becher den Segen ‘Der die Rebenfrucht erschafft’ und wiederum einen Segen über den Becher des Tischsegens sprach und ihn trank, sprach er zu ihm: Wozu dies, der Meister sprach ja bereits einmal den Segen!? Dieser erwiderte: Als wir beim Exilarchen waren, pflegten wir so zu verfahren.", "Jener entgegnete: Allerdings seid ihr beim Exilarchen so verfahren, weil ihr nicht wissen konntet, ob man euch einen zweiten Becher reichen werde oder nicht, hier aber steht ja der Becher vor uns, und wir rechneten auf ihn!? Dieser erwiderte: Ich verfahre nach den Schülern Rabhs. R. Beruna und R. Ḥenanél, Schüler Rabhs, saßen einst bei Tisch" ], [ "und R. Jeba der Greis bewirtete sie; da rief er: Wohlan. wir wollen den Segen sprechen. Später sprachen jene: Wohlan, wir wollen trinken. Darauf sprach er zu ihnen: Folgendes sagte Rabh: sobald man sich zum Tischsegen vorbereitet hat, darf man nicht mehr trinken22Auf Grund des ersten Segens Spruches., weil man damit [die Mahlzeit] aufgegeben hat.", "Amemar, Mar Zuṭra und R. Aši saßen bei Tisch, und R. Aḥa, der Sohn Rabas, bewirtete sie. Amemar sprach den Segen über jeden einzelnen Becher, Mar Zuṭra sprach ihn über den ersten Becher und den letzten Becher, und R. Aši sprach ihn nur über den ersten Becher und nicht weiter.", "Da sprach R. Aḥa, der Sohn Rabas, zu ihnen: Nach wem sollen wir nun verfahren? Amemar erwiderte: Ich überlegte es23Bei jedem Becher auch diesen zu trinken, somit ist über jeden besonders der Segen zu sprechen.mir. Mar Zuṭra erwiderte : Ich verfahre nach den Schülern24In der vorangehenden Erzählung, die zweimal den Segen sprachen.Rabhs.", "R. Aši erwiderte : Die Halakha ist nicht wie die Schüler Rabhs, denn Rabh sagte, wenn ein Fest am Ausgang des Šabbaths beginnt, spreche man : Wein, Weihsegen, Licht, Unterscheidungssegen25Über den Wein nur einmal.. –", "Dies ist aber nichts; hierbei denkt man nicht mehr an das Trinken, da aber26Wenn man die genannten Segenssprüche am Ausgang des Š.s über einen Becher spricht; man trinkt ihn erst, nachdem man sie alle gesprochen hat.denkt man noch an das Trinken.", "Als er27Raba; dies ist eine Fortsetzung der vorvorletzten Erzählung, vom Besuch RH.s bei Raba.zum Unterscheidungssegen herankam, kam sein Diener und steckte an der Leuchte eine Fackel28Zum Segen über das Licht.an. Da sprach jener: Wozu dies alles, da steht ja eine Leuchte!? Dieser erwiderte: Der Diener tat dies eigenmächtig. Jener entgegnete: Hätte er es vom Meister nicht gehört, so würde er es nicht getan haben. Dieser erwiderte: Hält denn der Meister nichts davon, daß beim Unterscheidungssegen die Fackel zum Gebote das vorzüglichste sei!?", "Alsdann begann er und sprach: Der zwischen Heilig und Profan, zwischen Licht und Finsternis, zwischen Jisraél und den weltlichen Völkern und zwischen dem siebenten Tage und den sechs Werktagen schied. Jener sprach: Wozu dies alles, R. Jehuda sagte ja im Namen Rabhs, ‘Der zwischen Heilig und Profan schied’ sei der Unterscheidungssegen R. Jehudas des Fürsten!?", "Dieser erwiderte: Ich halte von dem, was R. Elea͑zar im Namen R. Oša͑jas gesagt hat, daß man nämlich, wenn wenig, mindestens drei, und wenn viel, höchstens sieben [Formeln] spreche. Jener entgegnete:" ], [ "Der Meister hat ja weder drei noch sieben gesprochen!? Dieser erwiderte: Allerdings, [aber die Formel] ‘zwischen dem siebenten Tage und den sechs Werktagen’ ist nur aus der Schlußformel hinzugefügt worden. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Šemuéls, wer den Unterscheidungssegen spricht, spreche als Schlußformel aus dem Ende, und die Pumbedithenser sagen, aus dem Anfang29Des betreffenden Segensspruches.. –", "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen in dem Falle, wenn ein Fest auf einen Šabbath folgt, sodaß man am Schlusse noch zu sagen hat: zwischen Heilig und Heilig.", "Nach demjenigen, der am Schlusse aus dem Anfang sagt, braucht man nicht zu sagen: ‘Du hast zwischen der Heiligkeit des Šabbaths und der Heiligkeit des Festes geschieden’, nach demjenigen aber, der am Schlusse aus dem Ende sagt, muß man sagen: ‘Du hast zwischen der Heiligkeit des Šabbaths und der Heiligkeit des Festes geschieden’.", "Der Text. R. Elea͑zar sagte im Namen R. Oša͑jas: Man spreche, wenn wenig, mindestens drei, und wenn viel, nicht mehr als sieben [Formeln].", "Man wandte ein: Man spreche die Unterscheidungsformeln am Ausgang der Šabbathe, der Feste, des Versöhnungstages, am Ausgang des Šabbaths zum Feste und am Ausgang des Festes zu den Halbfesten, nicht aber am Ausgang des Festes zum Šabbath; wer kundig ist, spreche viele [Formeln], wer unkundig ist, spreche eine!? –", "Hierüber streiten Tannaím, denn R. Joḥanan sagte, der Sohn der Heiligen pflegte eine zu sprechen, das Volk pflegt jedoch drei zu sprechen. – Wer ist der Sohn der Heiligen? – R. Menaḥem b.Simaj. – Weshalb heißt er Sohn der Heiligen? — Weil er nie die Figur auf einem Zuz30Auf dieser Münze soll ein Zeusbild (daher Zuz) sich befunden haben; möglicherweise aus Geringschätzung irdischer Güter.betrachtet hat. R. Šemuél b. Idi ließ ihm sagen: Mein Bruder Ḥananja pflegt eine zu sprechen. Die Halakha ist aber nicht wie er.", "R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Die Unterscheidungsformeln, die man spricht, müssen solche sein, wie sie auch in der Tora31Bei diesen Dingen muß auch in der Tora das Wort ‘scheiden’ gebraucht sein.vorkommen. Man wandte ein: Wie ist die Reihenfolge der Unterscheidungsformeln? Man spreche: Der zwischen Heilig und Profan, zwischen Licht und Finsternis, zwischen Jisraél und den weltlichen Völkern, zwischen dem siebenten Tage und den sechs Werktagen, zwischen Unrein und Rein, zwischen Meer und Festland, zwischen den oberen Gewässern und den unteren Gewässern und zwischen den Priestern und den Leviten und Jisraéliten schied.", "Man schließe: der das Schöpfungswerk ordnete. Manche sagen: der das Schöpfungswerk bildete. R. Jose b. R. Jehuda sagt, man schließe: der Jisraél geheiligt hat. Wieso stimmt dies denn, bei Meer und Festland kommt ja [in der Tora das Wort] ‘scheiden’ nicht vor!? – Streiche hieraus [die Formel] ‘zwischen Meer und Festland’. –", "Demnach fehlt ja eine [Formel], da [die Formel] ‘zwischen dem siebenten Tage und den sechs Werktagen’ dem Schlusse32Die Einteilung der Tage gehört zum Schöpfungswerke.entnommen ist; somit sind es ja keine sieben!? –", "Ich will dir sagen, die Formel ‘zwischen den Priestern und den Leviten und Jisraéliten’ gilt als zwei. Zwischen Leviten und Jisraéliten, denn es heißt:33Dt. 10,8.an diesem Tage schied der Herr den Stamm Levi aus; zwischen Priestern und Leviten, denn es heißt:34iChr. 23,13.die Söhne A͑rams, waren Ahron und Moše; Ahron wurde ausgeschieden, ihn als hochheilig zu heiligen. –", "Wie schließt man? – Rabh sagt: der Jisraél geheiligt hat; Šemuél sagt: der zwischen Heilig und Profan schied. Abajje, nach anderen R. Joseph, fluchte über die Ansicht Rabhs.", "Im Namen des R. Jehošua͑ b.Ḥananja wird gelehrt: Wer zum Schlusse sagt: der Jisraél geheiligt hat, und: der zwischen Heilig und Profan schied, dem verlängert man Tage und Jahre." ], [ "Die Halakha ist aber nicht wie er.", "Einst traf U͑la in Pumbeditha ein, und R. Jehuda sprach zu seinem Sohne R. Jiçḥaq: Geh, bringe ihm einen Korb Früchte und beobachte, wie er die Unterscheidungsformeln spricht. Er ging aber nicht selber, sondern schickte Abajje. Als Abajje zurückkam, fragte er ihn: Wie sprach er sie? Dieser erwiderte: ‘Gepriesen sei er, der zwischen Heilig und Profan schied’, und nichts weiter.", "Hierauf kehrte er zu seinem Vater zurück, und dieser fragte ihn: Wie sprach er sie? Dieser erwiderte: Ich war nicht selber bei ihm, sondern sandte Abajje, und dieser sagte mir: ‘Der zwischen Heilig und Profan schied’. Da rief jener: Die Großtuerei des Meisters und die Widerspenstigkeit des Meisters verursachte, daß der Meister nicht eine aus seinem Munde vernommene Lehre sagen kann.", "Man wandte ein: Alle Segenssprüche werden mit ‘Gepriesen’ begonnen und mit ‘Gepriesen’ geschlossen, ausgenommen die Segenssprüche über die Gebote, die Segenssprüche über Früchte, der sich an einen anderen anschließende Segensspruch und der letzte Segensspruch des Šema͑.", "Manche von ihnen werden mit ‘Gepriesen’ begonnen, aber nicht mit ‘Gepriesen’ geschlossen, und manche von ihnen werden mit ‘Gepriesen’geschlossen, aber nicht mit ‘Gepriesen’ begonnen. [Der Segen] ‘Der Gute und Gütige’35Über doppelt freudige Ereignisse; cf. Ber. Fol. 59b.wird mit ‘Gepriesen’ begonnen, aber nicht mit ‘Gepriesen’ geschlossen." ], [ "Dies ist ja ein Einwand gegen U͑la!? – U͑la kann dir erwidern: Dieser gleicht den Segenssprüchen über die Gebote. Bei Segenssprüchen über die Gebote wohl deshalb, weil sie nur Danksprüche36Es sind keine Gebete und keine Hymnen eingefügt, wie bei anderen Segenssprüchen. sind, und auch dieser ist nur ein Dankspruch.", "Einst saßen37Am Vorabend eines Šabbaths.R. Ḥananja b. Šelemja und die Schüler Rabhs bei Tisch, und R. Hamnuna der Greis bewirtete sie. Da sprachen sie zu ihm: Geh, sieh, ob die Heiligkeit des Tages begonnen hat; wir unterbrechen dann [die Mahlzeit] und bestimmen sie für den Šabbath. Dieser erwiderte: Ihr habt dies nicht nötig, denn der Šabbath selber bestimmt sie;", "Rabh sagte nämlich, wie der Šabbath für den Zehnten bestimmend38Am Š. werden die unverzehnteten Früchte zehntpflichtig, sodaß man davon nicht einmal vorübergehend essen darf, was wochentags erlaubt ist; cf. Jt. Fol. 34b.ist, so sei er auch bestimmend für den Weihsegen39Man darf vor dem Weihsegen nichts essen..", "Sie glaubten hieraus zu entnehmen, daß er ebenso für den Unterscheidungssegen40Sobald der Š. zuende ist, muß man die Mahlzeit unter brechen und den Unterscheidungssegen sprechen.bestimmend sei, wie er für den Weihsegen bestimmend ist, da sprach R. A͑mram zu ihnen: So sagte Rabh: er ist nur für den Weihsegen bestimmend, nicht aber ist er es für den Unterscheidungssegen.", "Dies jedoch nur insofern, als man [die Mahlzeit] nicht zu unterbrechen41Am Ausgang des Šabbaths.braucht, anfangen darf man sie aber nicht; und auch vom Unterbrechen gilt dies nur beim Essen, nicht aber beim Trinken ;", "auch gilt dies42Daß man nicht anfangen darf.beim Trinken nur von Wein und Met, beim Wasser ist nichts dabei.", "Er streitet somit gegen R. Hona. R. Hona bemerkte nämlich, wie jemand vor dem Unterscheidungssegen Wasser trank, und sprach zu ihm : Fürchtet sich der Meister nicht vor der Bräune? Im Namen R. A͑qibas wird nämlich gelehrt: Wer etwas vor dem Unterscheidungssegen kostet, dessen Tod erfolgt durch Bräune. Die Jünger in der Schule R. Ašis nahmen es mit dem [Trinken von] Wasser nicht genau.", "Rabina fragte R. Naḥman b. Jiçḥaq: Darf jemand, der am Vorabend des Šabbaths den Weihsegen nicht gesprochen hat, ihn während des ganzen Tages sprechen? Dieser erwiderte: Die Söhne R. Ḥijas sagten, daß, wenn jemand am Ausgang des Šabbaths den Unterscheidungssegen nicht gesprochen hat, er ihn während der ganzen Woche spreche, ebenso darf hierbei, wer am Vorabend des Šabbaths den Weihsegen nicht gesprochen hat, ihn während des ganzen Tages sprechen.", "Er wandte gegen ihn ein: Am Vorabend des Šabbaths und des Festes ist ein Weihsegen über einen Becher [Wein] zu sprechen und dann desselben im Tischsegen zu erwähnen; am Šabbath und am Feste selbst ist kein Weihsegen über einen Becher zu sprechen, wohl aber desselben im Tischsegen zu erwähnen.", "Wenn du nun sagst, wer den Weihsegen am Vorabend des Šabbaths nicht gesprochen hat, spreche ihn während des ganzen Tages, so kann es ja vorkommen, daß auch am Šabbath und am Feste selbst der Weihsegen über einen Becher zu sprechen sei, denn wenn man den Weihsegen abends nicht gesprochen hat, spricht man ihn ja am folgenden Tage!? Dieser erwiderte: Von Eventualitäten lehrt er nicht.", "Er wandte gegen ihn ein: Von der Ehrung43Durch gutes Essen und Trinken.des Tages und der Ehrung des Abends geht die Ehrung des Tages vor; hat man aber nur einen Becher [Wein]," ], [ "so spreche man über ihn den Weihsegen, weil der Weihsegen der Ehrung des Tages und der Ehrung des Abends vorgeht. Wenn dem nun so wäre, so sollte man ihn bis zum folgenden Tage stehen lassen und beidem44Man spreche dann den Weihsegen u. trinke zugleich den Wein bei der Tagesmahlzeit.nachkommen!? Dieser erwiderte: Das Gebot zur rechten Zeit ist bevorzugter. –", "Bevorzugen wir denn die Ausübung des Gebotes zur rechten Zeit, es wird ja gelehrt, daß, wenn jemand am Ausgang des Šabbaths sein Haus betritt, er den Segen über den Wein, das Licht und die Wohlgerüche, und nachher den Unterscheidungssegen spreche, und wenn er nur einen Becher [Wein] hat, er ihn bis nach der Mahlzeit lasse und nachher alle anreihe; wir sagen also nicht, das Gebot zur rechten Zeit sei bevorzugter!?", "Dieser erwiderte: Ich bin nicht Gelehrter, nicht Seher, nicht Einzelner45Nach den Erklärern: es ist nicht die Ansicht eines Einzelnen; in manchen Handschriften fehlt dieses Wort.; ich bin vielmehr Lernender, Rezitierender, und so, mit mir übereinstimmend, lehrt man auch im Lehrhause: wir unterscheiden zwischen dem Beginn des [Feier]tages und dem Schlusse des [Feier]tages. Der Beginn des [Feier]tages ist je früher desto besser und bevorzugter, den Schluß des [Feier]tages aber schiebe man hinaus, damit er nicht als Last erscheine.", "Aus dieser Lehre ist achterlei zu entnehmen. Es ist zu entnehmen, daß man den Unterscheidungssegen über den Becher spreche, obgleich man ihn bereits im Gebete gesprochen hat;", "es ist zu entnehmen, daß zum Tischsegen ein Becher [Wein] erforderlich sei; es ist zu entnehmen, daß der Becher, über den der Segen gesprochen wird, das erforderliche Quantum46Ein Viertellog, sonst könnte man ihn ja teilen.haben müsse;", "es ist zu entnehmen, daß der, der den Segen spricht, ihn kosten müsse; es ist zu entnehmen, daß man ihn mit dem Kosten unbrauchbar47Wörtl. angebrochen; er ist nicht wiederum zu verwenden, sonst könnte man beim Unterscheidungssegen etwas kosten u. ihn für den Tischsegen lassen.mache ; es ist zu entnehmen, daß man den Unterscheidungssegen spreche, auch wenn man [vorher] etwas gekostet hat;" ], [ "es ist zu entnehmen, daß man zwei Segenssprüche48Worüber weiter Fol. 106b ein Streit besteht.über einen Becher sprechen49Wenn man nicht mehr als einen hat. dürfe ; und es ist zu entnehmen, daß man nach der Schule Šammajs nach der Auslegung R. Jehudas50Hinsichtl. der Reihenfolge; ob. Fol. 103a.entscheide.", "R. Aši sagte: [Die Lehre,] daß man ihn durch Kosten unbrauchbar mache, und daß der Becher, über den der Segen gesprochen wird, das erforderliche Quantum haben müsse, sind identisch;", "(er meint es wie folgt:) durch das Kosten hat man ihn deshalb unbrauchbar gemacht, weil der Becher, über den der Segen gesprochen wird, das erforderliche Quantum haben muß.", "R. Ja͑qob b.Idi achtete auf einen unangebrochenen Becher; R. Idi b.Šiša achtete auf einen unangebrochenen Krug; Mar, Sohn des R. Aši, achtete sogar auf ein unangebrochenes Fäßchen.", "Die Rabbanan lehrten:51Ex. 20,8.Denke daran, den Šabbathtag heilig zu halten; gedenke seiner beim Weine. Ich weiß dies vom Tage, woher dies vom Abend? Es heißt: denke daran, den Šabbathtag heilig52Sobald die Heiligkeit beginnt, schon am vorangehenden Abend.zu halten. –", "«Woher dies vom Abend.» Im Gegenteil, die Heiligung erfolgt ja hauptsächlich abends, denn sobald die Heiligung des Tages beginnt, ist der Weihsegen zu sprechen!? Ferner: so heißt es: denke daran, den Šabbathtag [heilig zu halten]; der Tanna spricht vom Abend und beruft sich auf einen Schriftvers, der vom Tage spricht!? –", "Er meint es wie folgt: denke daran, den Šabbathtag heilig zu halten; gedenke seiner bei seinem Eintritt beim Weine. Ich weiß dies nur vom Abend, woher dies vom Tage? Es heißt: denke daran, den Šabbathtag heilig zu halten. –", "Welchen Segen spricht man am Tage? R. Jehuda erwiderte: ‘Der die Rebenfrucht erschafft’. Als R. Aši einst in Maḥoza eingekehrt war, sprachen sie zu ihm: Möge der Meister den großen Segen sprechen. Darauf reichten sie ihm [einen Becher].", "Er dachte nach, welcher der große Segen sei, und sagte sich, es sei der Segen ‘Der die Rebenfrucht erschafft’, da dieser allen anderen Segenssprüchen vorangeht. Da sprach er den Segen ‘Der die Rebenfrucht erschafft’ und zog ihn in die Länge53Um zu sehen, ob er das Richtige getroffen habe und die Leute daraufhin trinken würden.. Als er darauf einen Greis sich bücken und trinken sah, las er über sich den Schriftvers :54Ecc. 2,14.der Weise hat seine Augen im Kopfe.", "Die Söhne R. Ḥijas sagten: Wer den Unterscheidungssegen am Ausgang des Šabbaths nicht gesprochen hat, spreche ihn während der ganzen Woche. – Bis wann? R. Zera erwiderte: Bis Mittwoch.", "So saß einst R. Zera vor R. Asi, wie manche sagen, R. Asi vor R. Joḥanan, und trug vor: Hinsichtlich der Scheidebriefe gelten Sonntag, Montag und Dienstag als nach Šabbath, Mittwoch, Donnerstag und Freitag als vor55Wenn man die Gültigkeit des Scheidebriefes von einer vor, bezw. nach dem Šabbath auszuführenden Leistung abhängig macht.Šabbath.", "R. Ja͑qob b. Idi sagte: [Man spreche] dann aber nicht [den Segen] über das Licht.", "R. Beruna sagte im Namen Rabhs:" ], [ "Wer die Hände gewaschen hat, spreche nicht den Weihsegen56Zwischen dem Händewaschen vor der Mahlzeit u. dem Essen darf keine Unterbrechung stattfinden.. Ebenso sagte R. Ada b.Ahaba: Wer die Hände gewaschen hat, spreche nicht den Weihsegen. R. Jiçḥaq, Sohn des Šemuél b.Martha, sprach zu ihnen: Noch ist die Seele Rabhs nicht zur Ruhe eingekehrt, und schon sind seine Lehren in Vergessenheit geraten. Sehr oft stand ich vor Rabh [und beobachtete], daß, wenn ihm das Brot lieber war, er den Weihsegen über das Brot57Ohne die Hände wiederum gewaschen zu haben., und wenn ihm der Wein lieber war, er den Weihsegen über den Wein sprach.", "R. Hona sagte im Namen Rabhs: Wer etwas gekostet hat, spreche nicht mehr den Weihsegen. R. Ḥana b. Ḥenana fragte R. Hona: Darf man, wenn man etwas gekostet hat, den Unterscheidungssegen sprechen? Dieser erwiderte: Ich sage, wer etwas gekostet hat, dürfe den Unterscheidungssegen sprechen, R. Asi aber sagt, wer etwas gekostet hat, dürfe den Unterscheidungssegen nicht sprechen.", "Einst kehrte R. Jirmeja b.Abba bei R. Asi ein, und nachdem er vergessentlich etwas gegessen hatte, reichte man ihm einen Becher, und er sprach den Unterscheidungssegen. Da sprach die Frau [R. Asis] zu ihm: Der Meister pflegt nicht so zu verfahren. Dieser erwiderte: Laß ihn, er ist der Ansicht seines Lehrers.", "R. Joseph sagte im Namen Šemuéls: Wer etwas gekostet hat, darf den Weihsegen nicht sprechen, wer etwas gekostet hat, darf den Unterscheidungssegen nicht sprechen. Raba sagte im Namen R. Naḥmans im Namen Šemuéls: Wer etwas gekostet hat, darf den Weihsegen sprechen, wer etwas gekostet hat, darf den Unterscheidungssegen sprechen." ], [ "Raba sagte : Die Halakha ist: wer etwas gekostet hat, darf den Weihsegen sprechen, wer etwas gekostet hat, darf den Unterscheidungssegen sprechen. Wer den Weihsegen am Vorabend nicht gesprochen hat, spreche ihn während des ganzen Tages bis zum Šabbathausgang; wer den Unterscheidungssegen am Šabbathausgang nicht gesprochen hat, spreche ihn während der ganzen Woche.", "Amemar trug die Lehre Rabas in folgender Fassung vor: Raba sagte: Die Halakha ist: wer etwas gekostet hat, darf den Weihsegen sprechen, wer etwas gekostet hat, darf den Unterscheidungssegen sprechen. Wer den Weihsegen am Vorabend nicht gesprochen hat, spreche ihn während des ganzen Tages, wer den Unterscheidungssegen am Šabbathausgang nicht gesprochen hat, spreche ihn während des ganzen Tages.", "Mar Januqa und Mar Qašiša58Eigentlich der jüngere Mar u. d. ältere Mar, u. da dieser stets nachher genannt wird, erklären die Tosaphoth (Ket.Fol. 7b) Alter u. Jugend bezögen sich auf den Vater: der in seiner Jugend geborene, bezw. in seinem Alter geborene., die Söhne R. Ḥisdas, erzählten R. Aši: Einst kehrte Rabin in unserer Ortschaft ein, und da wir keinen Wein hatten, brachten wir ihm Met; er aber sprach darüber nicht den Unterscheidungssegen und übernachtete nüchtern. Am folgenden Tage bemühten wir uns und besorgten ihm Wein; da sprach er den Unterscheidungssegen und aß etwas. Ein Jahr darauf kehrte er abermals in unserer Ortschaft ein, und da wir keinen Wein hatten, besorgten wir ihm Met. Da sprach er: Demnach ist dies Landestrunk. Hierauf sprach er darüber den Unterscheidungssegen und aß etwas.", "Hieraus ist dreierlei zu entnehmen: es ist zu entnehmen, daß, obgleich man den Unterscheidungssegen im Gebete gesprochen hat, man ihn auch über den Becher sprechen müsse; es ist zu entnehmen, daß man nichts essen dürfe, bevor man den Unterscheidungssegen gesprochen hat; und es ist zu entnehmen, daß, wenn man den Unterscheidungssegen am Šabbathausgang nicht gesprochen hat, man ihn während der ganzen Woche spreche.", "R. Hona fragte R. Ḥisda: Darf man den Weihsegen über Met sprechen? Dieser erwiderte: Ich fragte Rabh, Rabh den R. Ḥija, R. Ḥija den Rabbi inbetreff des Gerstentrankes, des Feigentrankes und des Maulbeertrankes, und dieser entschied es nicht, um wieviel weniger über Met59Der ein noch minderwertigeres Getränk ist.,", "Er glaubte hieraus zu entnehmen, daß man darüber nur den Weihsegen nicht sprechen dürfe, wohl aber den Unterscheidungssegen, da sprach R. Ḥisda: Folgendes sagte Rabh: wie man darüber den Weihsegen nicht sprechen darf, ebenso darf man darüber den Unterscheidungssegen nicht sprechen. Ebenso wird gelehrt: R. Taḥlipha b.Abimi sagte im Namen Šemuéls: Wie man darüber den Weihsegen nicht sprechen darf, ebenso darf man darüber den Unterscheidungssegen nicht sprechen.", "Levi sandte an Rabbi Met aus dreizehn Mischungen60Oder Pressungen; nach den Erklärungen wurde die Flüssigkeit 13mal über Datteln gegossen., der sehr schmackhaft war. Da sprach er: Ein solcher ist wert, daß man darüber den Weihsegen und alle Lieder und Lobpreisungen der Welt spreche. Als er aber nachts davon Leibschmerzen bekam, sprach er: Er straft, aber er befriedigt auch61Nach anderer Erklärung interrogativ: er straft, wie sollte er befriedigen [sc. mit dem Segensspruche]?.", "R. Joseph sagte: Ich will öffentlich geloben, keinen Met zu trinken. Raba sagte: Lieber trinke ich Flachsspülicht, nur keinen Met.", "Ferner sagte Raba: Wer über Met den Weihsegen spricht, dessen Getränk soll Met sein. R. Hona bemerkte, wie Rabh den Weihsegen über Met sprach, da sprach er zu ihm: Abba hat wohl begonnen, sein Gewerbe62Wörtl. seine Stater (bekannte griech. Münze).mit Met zu betreiben.", "Die Rabbanan lehrten: Man spreche den Weihsegen nur über Wein, und man spreche den Segen nur über Wein. – Spricht man etwa auch über Met und Wasser nicht den Segen ‘Alles entsteht durch sein Wort’!? Abajje erwiderte: Er meint es wie folgt: man spreche (: Gib her den Becher für) den Tischsegen, nur über Wein. Die Rabbanan lehrten: Man spreche den Weihsegen nicht über Met; im Namen des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagten sie, man spreche ihn wohl.", "Zum Kosten63Vom Becher des Tischsegens.genügt irgend wieviel. R. Jose b. R. Jehuda sagt, ein Mundvoll. R. Hona sagte im Namen Rabhs, und ebenso lehrte R. Gidel aus Nereš: Wer den Weihsegen spricht und einen Mundvoll kostet, genügt seiner Pflicht, sonst aber nicht.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Ich lehrte es, aber weder [im Namen] des Gidel b. Menasja, noch des Gidel b. Minjomi, sondern schlechthin Gidel. – Was kommt darauf an!? –Wenn er sich etwa in einem Widerspruche befinden sollte.", "KURZ VOR DEM VESPERGEBETE. Sie fragten: Haben wir es vom großen Vespergebete gelernt, oder haben wir es vom kleinen64Das erstere findet nach 6½ und das andere nach 9½ Stunden statt; cf. Ber. Fol. 26a. Vespergebete gelernt?", "Haben wir es vom großen Vespergebete gelernt, wegen des Pesaḥopfers, weil man [die Mahlzeit] ausdehnen" ], [ "und die Herrichtung des Pesaḥopfers unterlassen könnte, oder haben wir es vom kleinen Vespergebete gelernt, wegen des Ungesäuerten, weil man es übersättigt65Wörtl. grobes Essen, sich dazu zwingen müssen, unterschieden von ‘gesättigt’ (על השובע), was als Essen angesehen wird.essen würde?", "Rabina erwiderte: Komm und höre: Selbst König Agrippa, der in der neunten Stunde zu speisen pflegte, durfte an diesem Tage vor Dunkelheit nicht essen. Erklärlich ist die Großtat Agrippas,", "wenn du sagst, wir haben es vom kleinen Vespergebete66Das erst nach 9½ Stunden stattfindet; er durfte auch in der neunten Stunde, vor Eintritt des Verbotes, nicht beginnen, da sich die Mahlzeit in die Länge ziehen könnte.gelernt, worin aber liegt die Großtat Agrippas, wenn du sagst, wir haben es vom großen Vespergebete gelernt, das Verbot [des Essens] war ja bereits eingetreten!? –", "Worin bestand die Großtat Agrippas, auch wenn du vom kleinen Vespergebete sagst, die Zeit des Verbotes reichte ja bereits heran!? – Man könnte glauben, die neunte Stunde sei für Agrippa, was die vierte für uns, so lehrt er uns.", "R. Jose sagte: Jedoch darf man Leckereien eintauchen und essen. R. Jiçḥaq pflegte Grünkraut einzutauchen. Ebenso wird gelehrt: Der Tischdiener darf vom Geschlinge67Des zum Feste geschlachteten Viehs.eintauchen und den Gästen vorsetzen.", "Und obgleich es dafür68Daß das Essen Appetit mache.keinen direkten Beweis gibt, so gibt es eine Andeutung, denn es heißt : 69Jer. 4,3.brecht euch einen Neubruch und säet nicht in Dornen hinein.", "Raba pflegte am ganzen Vorabend des Pesaḥfestes Wein zu trinken, damit er Appetit bekomme und abends den Geschmack des Ungesäuerten empfinde. Raba sagte: Woher entnehme ich es, daß der Wein Appetit mache? Wir haben gelernt:" ], [ "Zwischen diesen70Dem 1. u. dem 2. der 4 Becher; weit. Fol. 117b.Bechern darf man, wenn man will, [noch außerdem] trinken, nicht aber zwischen dem dritten und dem vierten. Wieso dürfte man trinken, wenn du sagen wolltest, [der Wein] sättige, man ißt ja dann das Ungesäuerte übersättigt? Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, [der Wein] mache Appetit.", "R. Šešeth pflegte den ganzen Vorabend des Pesaḥfestes im Fasten zu verbringen. Demnach ist R. Šešeth der Ansicht, unsere Mišna spreche vom großen Vespergebete, wegen des Pesaḥopfers, weil man [die Mahlzeit] ausdehnen und die Herrichtung des Pesaḥopfers unterlassen könnte,", "und er hält es mit dem, was R. Oša͑ja im Namen R. Elea͑zars gesagt hat, nach Ben Bethera sei das am Morgen des vierzehnten [Nisan] auf seinen Namen geschlachtete Pesaḥopfer tauglich, weil die Zeit des Pesaḥopfers morgens beginnt und der ganze Tag dafür bestimmt ist,", "denn er ist der Ansicht,71Ex. 12,6; nach dem üblichen Sprachgebrauche: gegen Abend.zwischen den Abenden heiße: zwischen dem vorangehenden und kommenden Abend. –", "Nein, anders R. Šešeth, der verweichlicht war; wenn er morgens gegessen hätte, würde er abends keinen Appetit zum Essen gehabt haben.", "SELBST DER ÄRMSTE IN JISRAÉL &C. ES wurde gelehrt: Das Ungesäuerte benötigt des Anlehnens, das Bitterkraut benötigt nicht des Anlehnens; vom Weine wurde im Namen R. Naḥmans gelehrt, er benötige des Anlehnens, und [dagegen] wurde im Namen R. Naḥmans gelehrt, er benötige des Anlehnens nicht.", "Sie streiten aber nicht, denn eines gilt von den ersten zwei Bechern und eines gilt von den letzten zwei Bechern. Manche erklären es auf die eine Weise, und manche erklären es auf die andere Weise. Manche erklären es auf die eine Weise, daß nämlich die ersten zwei Becher des Anlehnens benötigen, weil bei diesen die Freiheit72Die Abschnitte über die Befreiung der Jisraéliten aus Ägypten in der sog. Haggada (Liturgien für den Pesaḥabend). beginnt, die letzten zwei aber benötigen nicht des Anlehnens, weil diese schon vorüber ist.", "Manche erklären es auf die andere Weise, daß nämlich im Gegenteil die letzten zwei Becher des Anlehnens benötigen, weil bei diesen die Freiheit schon begonnen hat, die ersten zwei aber benötigen nicht des Anlehnens, weil man bei diesen noch [den Abschnitt] ‘Sklaven waren wir’73Erster Absatz in der Haggada.liest. Da nun so gelehrt wird und anders gelehrt wird, so benötigen diese und jene des Anlehnens.", "Das Liegen auf dem Rücken heißt nicht angelehnt; das Anlehnen nach rechts heißt nicht angelehnt, außerdem ist dies gefährlich, da [die Speisen] eher in die Luftröhre als in die Speiseröhre gelangen könnten.", "Eine Frau bei ihrem Manne benötigt nicht des Anlehnens; ist sie eine vornehme Frau, so benötigt sie des Anlehnens. Ein Sohn bei seinem Vater benötigt des Anlehnens. Sie fragten: Wie verhält es sich mit einem Schüler bei seinem Lehrer? –", "Komm und höre: Abajje erzählte: Als wir beim Meister weilten, lehnten wir uns jeder auf die Kniee des anderen an; als wir aber zu R. Joseph kamen, sprach er zu uns: Ihr habt dies nicht nötig; die Ehrfurcht vor deinem Lehrer gleicht der Ehrfurcht vor dem Himmel.", "Man wandte ein: Man muß sich in jeder Gesellschaft anlehnen, auch ein Schüler in Gesellschaft seines Lehrers!? – Diese Lehre gilt vom Lehrling eines Handwerkers.", "Sie fragten: Wie verhält es sich mit einem Tischdiener? – Komm und höre: R. Jehošua͑ b.Levi sagte: Wenn der Tischdiener ein olivengroßes Stück Ungesäuertes gegessen hat, so hat er, falls er sich angelehnt hat, seiner Pflicht genügt. Nur wenn er sich angelehnt hat, sonst aber nicht.", "Schließe hieraus, daß er des Anlehnens benötigt. Schließe hieraus. Ferner sagte R. Jehošua͑ b.Levi: Auch Frauen sind zu den vier Bechern verpflichtet," ], [ "denn auch sie waren bei diesem Wunder beteiligt.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Diese vier Becher müssen die Mischung für einen schönen74Der vierte Teil eines Viertellog reinen Weines; cf. Sab. Fol. 76b. Der Wein wurde nur mit Wasser verdünnt (1 Teil Wein auf 3 Teile Wasser) getrunken.Becher haben. Hat man sie unverdünnt getrunken, so hat man seiner Pflicht genügt; hat man sie mit einem Male75Wenn man sie in ein Gefäß schüttet. getrunken, so hat man seiner Pflicht genügt; hat man davon seinen Kindern und Familienangehörigen zu trinken gegeben, so hat man seiner Pflicht genügt.", "«Hat man sie unverdünnt getrunken, so hat man seiner Pflicht genügt.» Raba sagte: Wohl hat man der Pflicht des Wein[trinkens] genügt, nicht aber hat man der Pflicht der Freiheit76Cf. Anm. 72; dh. er hat das Gebot nicht ganz vorschriftsmäßig ausgeübt.genügt.", "«Hat man sie mit einem Male getrunken.» (Rabh sagte:) Wohl hat man der Pflicht des Wein[trinkens] genügt, nicht aber hat man der Pflicht genügt, vier Becher zu trinken. «Hat man davon seinen Kindern und Familienangehörigen zu trinken gegeben, so hat man seiner Pflicht genügt.» R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Jedoch nur dann, wenn man selber den grösseren Teil des Bechers getrunken hat.", "Man wandte ein: Diese vier Becher müssen je ein Viertellog enthalten, ob unverdünnt oder verdünnt, ob neuen oder alten. R. Jehuda sagt, er müsse Geschmack und Aussehen des Weines haben. Hier lehrt er also, sie müssen je ein Viertellog enthalten, und du sagst, einen schönen Becher!? –", "Ich will dir sagen: beide Maße sind identisch; unter ‘schönem Becher’ ist zu verstehen, jeder müsse so viel enthalten, zusammen ein Viertellog.", "«R. Jehuda sagt, er müsse Geschmack und Aussehen [des Weines] haben.» Raba sagte: Folgendes ist der Grund R. Jehudas, es heißt:77Pr. 23,31.sieh nicht nach dem Weine, wenn er rötlich schillert.", "Die Rabbanan lehrten: Alle sind zu diesen vier Bechern verpflichtet, Männer, Frauen und Kinder. R. Jehuda sprach: Welchen Genuß haben Kinder vom Weine? Vielmehr verteile man an sie" ], [ "am Vorabend des Pesaḥfestes Rostähren und Nüsse, damit sie nicht einschlafen, und [nach dem Grunde] fragen. Man erzählt von R. A͑qiba, daß er am Vorabend des Pesaḥfestes an die Kinder Rostähren und Nüsse zu verteilen pflegte, damit sie nicht einschliefen, und [nach dem Grunde] fragten. Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Man hasche am Pesaḥabend nach dem Gesäuerten, damit die Kinder nicht einschlafen.", "Es wird gelehrt: Man erzählt von R. A͑qiba, daß er lebtags nie gesagt habe, es sei Zeit, das Lehrhaus zu verlassen, ausgenommen an den Vorabenden des Pesaḥfestes und des Versöhnungstages; am Vorabend des Pesaḥfestes wegen der Kinder, damit sie nicht einschlafen, und am Vorabend des Versöhnungstages, um die Kinder zum Essen zu ermahnen.", "Die Rabbanan lehrten: Es ist Pflicht, seine Kinder und Familienangehörigen am Feste zu erfreuen, denn es heißt:78Dt. 16,14.du sollst an deinem Feste fröhlich sein &c. Womit erfreue man sie? Mit Wein.", "R. Jehuda sagt: Männer mit dem, was für sie geeignet ist, und Frauen mit dem, was für sie geeignet ist. – Männer mit dem, was für sie geeignet ist, mit Wein; womit Frauen? R. Joseph lehrte: In Babylonien mit bunten Gewändern, im Jisraélland mit gebleichten Linnengewändern.", "Es wird gelehrt: R. Jehuda b.Bethera sagte: Zur Zeit, da der Tempel bestanden hatte, gab es keine Festfreude ohne Fleisch, wie es heißt :79Ib. 27,7.du sollst Heilsopfer schlachten und dort essen; du sollst vor dem Herrn, deinem Gott, fröhlich sein; jetzt aber, wo der Tempel nicht mehr besteht, gibt es keine Festfreude ohne Wein, denn es heißt: 80Ps. 104,15.der Wein erfreut das Herz des Menschen.", "R. Jiçḥaq sagte: In Sepphoris gab es ein Maß81קסתא od. קסטא viell, ξέστης, sextarius, Flüssigkeits- u. Trockenmaß, ungefähr ½ Quart.für Salztunke, das dem Log im Tempel ähnlich war, und mit diesem bestimmte man das Viertellog für das Pesaḥfest. R. Joḥanan sagte: In Ṭiberias gab es ein altes Achtel [kab], das um ein Viertel größer war als das jetzige, und mit diesem bestimmte man das Viertellog für das Pesaḥfest.", "R. Ḥisda sagte: Das Viertellog der Tora hat [einen Umfang von] zwei zu zwei, bei einer Höhe von zweieinhalb und einem Fünftel Fingerbreiten. So wird auch gelehrt :82Lev. 15,16.er bade seinen Leib im Wasser, nichts darf zwischen seinem Leibe und dem Wasser trennen; im Wasser, in einem Tauchbade ; 82Lev. 15,16.den ganzen Leib im Wasser, es muß den ganzen Leib umgeben. Wieviel ist dies?" ], [ "Eine Elle zu einer Elle in einer Höhe von drei Ellen. Danach setzten die Weisen fest, daß das Tauchbad vierzig Seá Wasser83Das 40 Seà = 3840 Viertellog (1 Seà = 6 Kab, 1 K. = 4 Log, 1 Log = 4 V.) fassende Tauchbad hat 3 kab. Ellen = 41 472 kab. Fingerbreiten (1 Elle = 6 Handbreiten, 1 H. = 4 F.), folglich hat ein Viertellog 2 × 2 × 2½ + ⅕ (= 10,8) Fingerbreiten.haben müsse.", "R. Aši sagte: Rabin b. Ḥenana sagte mir, der Tisch im Tempel sei aus [auseinanderzunehmenden] Teilen zusammengesetzt gewesen, denn wie könnte man, wollte man sagen, fest zusammengebaut, einen eine Elle großen [Gegenstand] in einem eine Elle großen [Bassin] untertauchen!? –", "Was ist dies für ein Einwand, vielleicht pflegte man ihn im von Šelomo gefertigten Meere84Cf. iReg. 7,23.unterzutauchen, denn R. Ḥija lehrte, das von Šelomo gefertigte Meer faßte hundertundfünfzig Reinheitsbäder.", "AUCH REICHE MAN IHM NICHT WENIGER ALS VIER. Wieso haben die Rabbanan etwas angeordnet, wodurch man in eine Gefahr geraten kann!? Es wird nämlich gelehrt: Man darf nicht zwei85Dh. paarig, in gerader Zahl; 2, 4, 6 usw. Stücke, bezw. Male.essen, man darf nicht zwei trinken, man darf nicht zweimal sich reinigen, und man darf nicht zweimal seine Bedürfnisse verrichten86Nach den Erklärungen den Beischlaf ausüben.!?", "R. Naḥman erwiderte: Die Schrift sagt:87Ex. 12,42.eine Bewachungsnacht, eine Nacht, die seit jeher vor Gespenstern bewacht ist.", "Raba erwiderte: Der Becher, über den der Tischsegen88Ohne diesen sind es drei.gesprochen wird, zählt zum Guten mit und nicht zum Bösen. Rabina erwiderte: Die Rabbanan haben als Zeichen der Freiheit vier Becher angeordnet, von denen jeder" ], [ "ein Gebot für sich ist. –", "Weshalb seine Bedürfnisse nicht zweimal, man hat sich ja erst später dazu entschlossen89Beide Handlungen sind von einander getrennt.!? Abajje erwiderte: Er meint es wie folgt: Man darf nicht je zwei essen, zwei trinken und darauf seine Bedürfnisse verrichten, auch nicht einmal, da man schwach werden und Unglück haben90Infolge der vorherigen Paarigkeit.kann.", "Die Rabbanan lehrten: Wer paarig trinkt, dem kommt sein Blut über sein eigenes Haupt. R. Jehuda sagte: Nur dann, wenn er [inzwischen] die Straße nicht angeschaut hat, wenn er aber die Straße angeschaut hat, darf er es. R. Aši erzählte: Ich sah, wie R. Ḥananja b. Bebaj bei jedem Becher hinausging und auf die Straße schaute.", "Auch gilt dies nur von dem Falle, wenn er sich auf den Weg begibt, nicht aber, wenn er zuhause bleibt. R. Zera sagte: Geht man schlafen, so ist es ebenso, als begebe man sich auf den Weg. R. Papa sagte: Geht man auf den Abort, so ist es ebenso, als begebe man sich auf den Weg. – Etwa nicht, wenn man zuhause bleibt, Raba zählte ja die Balken91Er merkte sich an den Balken die Zahl der Becher, um nicht bei einer geraden Zahl aufzuhören.,", "und wenn Abajje einen Becher trank, hielt ihm seine Mutter zwei Becher in beiden Händen, und wenn R. Naḥman b. Jiçḥaq zwei Becher trank, hielt ihm sein Diener einen Becher, und wenn er einen Becher trank, hielt ihm dieser zwei Becher in beiden Händen!? – Anders ist es bei einem bedeutenden Manne92Hinter dem die bösen Geister besonders her sind..", "U͑la sagte: Bei zehn Bechern ist [die Gefahr der] Paare nicht zu befürchten. U͑la vertritt hierbei seine Ansicht. U͑la sagte nämlich, und wie manche sagen, wurde es in einer Barajtha gelehrt, daß die Weisen angeordnet haben, im Hause des Leidtragenden zehn Becher zu trinken ; wieso würden die Rabbanan, wenn du sagen wolltest, bei zehn Bechern sei [die Gefahr der] Paare zu befürchten, etwas angeordnet haben, wodurch man in Gefahr geraten kann!? Bei acht aber ist [die Gefahr der] Paare zu befürchten.", "R. Ḥisda und Rabba b. R. Hona sagten beide : ‘Friede’93Der Priestersegen (Num. 6,24-26) besteht aus drei Versen, von denen der 1. Vers 3, der 2. Vers 5 u. der 3. Vers 7 Worte hat, u. dieses W. ist das letzte (7.) des 3. Verses; die Zahl 7 (dh. der 7. Becher zählt also zum Guten mit, nicht aber zum Bösen.zählt zum Guten mit und nicht zum Bösen. Bei sechs ist [die Gefahr der] Paare wohl zu befürchten.", "Rabba und R. Joseph sagten beide: ‘Gnadenverleihung’94Letztes (5.) W. des 2. Verses; cf. Anm. 93 mut. mut.zählt zum Guten mit und nicht zum Bösen. Bei vier ist [die Gefahr der] Paare zu befürchten.", "Abajje und Raba sagten beide: ‘Bewachung’95Letztes (3.) W. des 1. Verses; cf. Anm. 93 mut. mut. zählt zum Guten mit und nicht zum Bösen.", "Raba vertritt hierbei seine Ansicht, denn Raba pflegte die Jünger auch [beim Trinken] von vier Bechern zu entlassen. Und obgleich Raba b. Levaj einst zu Schaden kam, beachtete er dies nicht, denn er sagte, dies geschah deswegen, weil er ihn beim Vortrage zu widerlegen pflegte.", "R. Joseph sagte: Der Dämon Joseph sagte mir, Ašmodaj96Od. Ašmedaj (Asmodäus), hebr. der Verderber, pers. der Begehrliche, auch Tobit Kap. 3 als König der Dämonen genannt., der König der Dämonen, sei über die Paare gesetzt, und ein König ist kein Übeltäter97Auch wenn man paarig ißt oder trinkt, ist keine absolute Gefahr dabei.. Manche erklären es entgegengesetzt: Ein König macht, was er will; ein König reißt Zäune nieder, ohne daß jemand es ihm wehrt.", "R. Papa sagte: Der Dämon Joseph sagte mir: Bei zwei töten wir; bei vier töten wir nicht, sondern bringen nur zu Schaden. Bei zwei, ob fahrlässig oder absichtlich; bei vier, nur wenn absichtlich, jedoch nicht, wenn fahrlässig. –", "Was tue man, wenn man vergessen hat und hinausgegangen ist? Man nehme den Daumen der rechten Hand in die linke und den Daumen der linken Hand in die rechte und spreche wie folgt: Ihr und ich sind drei. Wenn man aber sagen hört: ihr und ich sind vier, so spreche man zu ihm: Ihr und ich sind fünf. Wenn man aber sagen hört: ihr und ich sind sechs, so spreche man zu ihm: Ihr und ich sind sieben. Einst ereignete sich ein solcher Fall bis hundertundeins, und der Dämon barst.", "Amemar sagte: Die Oberin der Zauberfrauen sagte mir: Wenn man Zauberfrauen begegnet, so spreche man wie folgt: Heißer Kot in durchlöcherten Körben euerem Munde, ihr zauberischen Weiber! Euere98Sprache und Wortlaut dieses Zauberspruches sind wirr u. die Übersetzung unsicher. Glatze möge noch kahler werden und euere Brotkrumen fortgeweht;" ], [ "verfliegen mögen eure Gewürze, und der Wind trage den frischen Safran fort, den ihr haltet, ihr zauberischen Weiber! Solange man mir gnädig und ich vorsichtig war, kam ich nicht in euere Mitte; jetzt bin ich in euere Mitte gekommen, und man ist mir nicht hold, doch bin ich vorsichtig.", "Im Westen achten sie nicht auf [die Gefahr der] Paare. R. Dimi aus Nehardea͑ achtete sogar auf die Zeichenkerbe des Fasses. Einst ereignete es sich, daß ihm ein Faß platzte. Die Sache verhält sich so: wer darauf achtet, auf den achten sie99Die bösen Geister., wer darauf nicht achtet, auf den achten sie nicht; jedoch ist es angebracht, darauf Rücksicht zu nehmen,", "Als R. Dimi kam, sagte er: Moše wurde es99Daß es gefährlich ist.am Sinaj von zwei Eiern, zwei Nüssen, zwei Gurken und noch etwas überliefert, und da es den Weisen unbekannt war, was dieses ‘noch etwas’ sei, so haben sie bei allen Paaren mit Rücksicht auf dieses ‘noch etwas’ Verbot angeordnet.", "Das, was wir sagen: bei zehn, acht, sechs oder vier sei [die Gefahr der] Paare nicht zu befürchten, bezieht sich nur auf die Dämonengefahr, Zauberei aber ist auch bei einer großen Zahl zu befürchten.", "So geschah es einst, daß jemand sich von seiner Frau scheiden ließ und diese einen Krämer heiratete. Jeden Tag versuchte sie, wenn jener Wein trinken ging, ihn zu verhexen, jedoch gelang es ihr nicht, weil er hinsichtlich der Paare vorsichtig war.", "Eines Tages trank er viel und wußte nicht wieviel; bis zum sechzehnten [Becher] war er noch bei klarem Sinne und war vorsichtig, von diesem ab war er nicht mehr bei klarem Sinne und war nicht vorsichtig, und sie ließ ihn bei einer paarigen Zahl fortgehen. Als er ging, begegnete ihm ein Araber und sprach zu ihm: Hier geht ein toter Mann! Da klammerte er sich an eine Palme, worauf die Palme verdorrte und er barst.", "R. A͑wira sagte: Bei Schüsseln und Broten ist [die Gefahr der] Paare nicht zu befürchten. Die Regel hierbei ist: bei dem, was durch Menschenhände fertig wird, sind Paare nicht zu befürchten, bei dem, was durch den Himmel100Wie Früchte udgl.fertig wird, sind Paare (bei Speisen) zu befürchten.", "In einer Schänke101Nach anderer Erklärung: die gerade Zahl der Schänken, in denen man trinkt.sind Paare nicht zu befürchten. Überlegt man102Noch einen Becher zu trinken.sich, so sind Paare nicht zu befürchten. Ein Gast103Der überhaupt nicht wissen kann, wieviel Becher man ihm einschenken wird.braucht Paare nicht zu befürchten. Eine Frau braucht Paare nicht zu befürchten; eine vornehme Frau hat sie jedoch zu befürchten.", "R. Ḥenana, Sohn des R. Jehošua͑, sagte: Der Spargeltrank wird nur zum Guten mitgezählt und nicht zum Bösen.", "Rabina sagte im Namen Rabas: Bei den Paaren verfahre man erschwerend, und wie manche sagen, er-leichternd104Wenn man nicht weiß, wieviel man getrunken hat, so trinke man nach der ersten Ansicht noch einen Becher, u. dieser zählt nur zum Guten und nicht zum Bösen mit, nach der anderen trinke man nicht, um zu zeigen, daß man darauf nicht achtet.. R. Joseph sagte: Zwei [Becher] Wein und ein [Becher] Met zählen nicht zusammen; zwei [Becher] Met und ein [Becher] Wein zählen zusammen.", "Als Merkzeichen [diene dir folgende Lehre] : Die Regel hierbei ist: ergänzt man105Stücke Stoff, die die zur Verunreinigungsfähigkeit erforderliche Größe nicht haben.vom Strengeren106Mit einem Stücke Stoff, bei dem es hinsichtl. der Verunreinigung strenger ist; cf. Kel. Abschn. XXVII., so ist es verunreinigungsfähig, wenn vom Leichteren, so ist es rein.", "R. Naḥman sagte im Namen Rabhs: [Trinkt man] zwei vor Tisch und einen bei Tisch, so werden sie zusammengezählt, wenn aber einen vor Tisch und zwei bei Tisch, so werden sie nicht zusammengezählt.", "R. Mešaršeja wandte ein: Brauchen wir denn ein Mittel für den Tisch, wir brauchen ja ein Mittel für die Person, und diese hat es ja!?", "Vielmehr, sagte R. Mešaršeja, stimmen alle darin überein, daß zwei bei Tisch und einer nach Tisch nicht zusammengezählt werden, wegen jenes Ereignisses mit Rabba b. Naḥmani107Der durch einen solchen Fall in Gefahr geriet; cf. Bm. Fol. 86a..", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Alle Mischungen werden mitgezählt," ], [ "ausgenommen Wasser. R. Joḥanan sagt, auch Wasser. R. Papa sagte: Dies nur, wenn kaltes mit warmem oder warmes mit kaltem, nicht aber, wenn warmes mit warmem oder kaltes mit kaltem.", "Reš Laqiš sagte: Wer folgende vier Dinge tut, dem kommt sein Blut über sein eigenes Haupt, und er verwirkt sein Leben, und zwar: wenn man seine Notdurft zwischen einer Palme und einer Wand verrichtet, wenn man zwischen zwei Palmen durchgeht, wenn man geborgtes Wasser trinkt, und wenn man über ausgeschüttetes Wasser geht, selbst wenn seine Frau es in seiner Gegenwart ausgeschüttet hat.", "Beim Verrichten der Notdurft zwischen einer Palme und einer Wand gilt dies nur von dem Falle, wenn dazwischen keine vier Ellen vorhanden sind, wenn aber dazwischen vier Ellen vorhanden sind, so ist nichts dabei. Und auch wenn dazwischen keine vier Ellen vorhanden sind, gilt dies nur von dem Falle, wenn kein anderer Weg vorhanden ist, wenn aber ein anderer Weg vorhanden ist, so ist nichts dabei.", "Beim Durchgehen zwischen zwei Palmen gilt dies nur von dem Falle, wenn sie durch einen öffentlichen Weg nicht getrennt sind, wenn sie aber durch einen öffentlichen Weg getrennt sind, so ist nichts dabei. Beim Trinken von geborgtem Wasser gilt dies nur von dem Falle, wenn ein Kind es geborgt hat, wenn aber ein Erwachsener, so ist nichts dabei.", "Und auch wenn ein Kind es geborgt hat, gilt dies nur auf dem Felde, wo es daran mangelt, in der Stadt aber, wo genügend vorhanden108Wohl deshalb, weil ein Kind im Notfalle verdorbenes Wasser holt. Nach einer anderen Lesart: dies nur auf dem Felde, nicht aber im Hause.ist, ist nichts dabei. Und auch auf dem Felde gilt dies nur vom Wasser, bei Wein und Met ist nichts dabei.", "Beim Gehen über ausgeschüttetes Wasser gilt dies nur von dem Falle, wenn man darauf nicht Erde gestreut oder darauf nicht gespuckt hat, wenn man aber darauf Erde gestreut oder darauf gespuckt hat, so ist nichts dabei. Auch gilt dies nur von dem Falle, wenn die Sonne nicht über dieses vorüber ist und man darüber keine sechzig Schritte gegangen ist, wenn aber die Sonne über dieses vorüber ist oder man darüber sechzig Schritte gegangen ist, so ist nichts dabei. Auch gilt dies nur von dem Falle, wenn man weder auf einem Esel reitet noch Schuhe anhat, wenn man aber auf einem Esel reitet oder Schuhe anhat, so ist nichts dabei.", "Dies jedoch nur dann, wenn Zauberei nicht zu fürchten ist, wenn aber Zauberei zu fürchten ist, befürchte man, auch wenn all diese Einschränkungen vorhanden sind. Einst ritt ein Mann auf einem Esel und hatte Schuhe an, dennoch schrumpften die Schuhe ein, und die Füße verdorrten ihm.", "Die Rabbanan lehrten: Drei lasse man nicht durch die Mitte [zweier Personen] gehen, auch gehe man nicht durch ihre Mitte, und zwar: den Hund, die Palme und das Weib; manche sagen, auch das Schwein ; manche sagen, auch die Schlange.", "Was mache man, wenn sie durch die Mitte gegangen sind? R. Papa erwiderte: Man beginne109Einen Vers aus der Schrift; solche Schriftverse, die von der Zauberei sprechen, sind Num. 23, 22. 23 bezw. ib. V. 19. Nach den Tosaphoth handelt es sich hier überhaupt nicht um Schriftverse, sondern um ein selbst abzufassendes Gebet.mit ‘Gott’ und schließe mit ‘Gott’,", "oder beginne mit ‘nicht’ und schließe mit ‘nicht’109Einen Vers aus der Schrift; solche Schriftverse, die von der Zauberei sprechen, sind Num. 23, 22. 23 bezw. ib. V. 19. Nach den Tosaphoth handelt es sich hier überhaupt nicht um Schriftverse, sondern um ein selbst abzufassendes Gebet..", "Wenn ein menstruierendes Weib zwischen zwei Personen durchgeht, so kann sie, wenn es am Beginn ihrer Menstruation ist, einen von ihnen töten, und wenn es am Ende ihrer Menstruation ist, Streit zwischen sie bringen. Welches Mittel gibt es dagegen? Man beginne mit ‘Gott’ und schließe mit ‘Gott’.", "Wenn zwei Weiber an einem Scheidewege sitzen, eine auf der einen Seite und eine auf der anderen Seite, und das Gesicht einander zuwenden, so befassen sie sich zweifellos mit Zauberei. Welches Mittel gibt es dagegen? Gibt es einen anderen Weg, so gehe man diesen, gibt es keinen anderen Weg, und ist noch jemand anwesend, so müssen sie einander bei der Hand fassen und vorübergehen, und ist weiter niemand anwesend, so spreche man wie folgt: Agrath, Azlath, Usja und Belusja110Nach den Kommentaren Namen von Dämonen; viell, aber unverständlicher Bannspruch gegen die auch anderweitig bekannte Dämonin Agrath.sind durch Pfeile getötet.", "Wenn jemand einer Frau begegnet, die eben aus dem Tauchbade111Wörtl. Bad des Gebotes, dh. zur monatlichen Reinigung. kommt, so wird, wenn er den Beischlaf zuerst ausübt, er von der Satyriasis befallen, wenn sie den Beischlaf zuerst ausübt, sie von der Satyriasis befallen. Welches Mittel gibt es dagegen? Man spreche folgenden [Schriftvers] :112Ps. 107,40.Er gießt Verachtung über Edle aus und läßt sie irren in unwegsamer Öde.", "R. Jiçḥaq sagte: Es heißt:113Ib. 23,4.auch wenn ich in dunklem Tale gehe, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir; dies ist auf den zu beziehen, der unter dem Schatten einer einzelnen Palme114Die Gefahr dieser und folgender Handlungen besteht angeblich in der Beschädigung durch die bösen Dämonen, wahrscheinl. aber in dem ungenügenden Schutz gegen die Sonnenstrahlen.und unter dem Schatten des Mondes schläft. Beim Schatten einer einzelnen Palme gilt dies nur von dem Falle, wenn der Schatten einer anderen nicht auf diese fällt, wenn aber der Schatten einer anderen auf diese fällt, so ist nichts dabei. –", "Von welchem Falle spricht die Lehre, daß, wenn jemand in einem Hofe unter einer einzelnen Palme oder unter dem Schatten des Mondes schläft, sein Blut über sein eigenes Haupt komme: wollte man sagen, wenn der Schatten einer anderen nicht auf diese fällt, so gilt dies ja auch auf dem Felde; doch wohl im Hofe, auch wenn der Schatten einer anderen auf diese fällt. Schließe hieraus. –", "Beim Schatten des Mondes gilt dies nur von dem Falle, wenn er nach Westen fällt, wenn aber nach Osten, so ist nichts dabei." ], [ "Wer seine Notdurft auf den Stumpf einer Palme verrichtet, bekommt Hämorrhoiden115Der Text ist, wie aus den verschiedenen Lesarten zu ersehen ist, corrumpiert; die Übersetzung stützt sich auf die Erklärung Raschis.. Wer seinen Kopf auf den Stumpf einer Palme stützt, bekommt Migräne115Der Text ist, wie aus den verschiedenen Lesarten zu ersehen ist, corrumpiert; die Übersetzung stützt sich auf die Erklärung Raschis.. Wer über eine Palme schreitet, wird, wenn diese abgehauen wird, getötet, und wenn diese entwurzelt wird, sterben. Dies nur in dem Falle, wenn man den Fuß auf diese nicht gesetzt hat, wenn man aber den Fuß auf diese gesetzt hat, so ist nichts dabei.", "Fünf [gefahrbringende] Schatten sind es: der Schatten einer einzelnen Palme, der Schatten der Artischoke, der Schatten des Kapernstrauches, der Schatten des Sperberbaumes, wie manche sagen, auch der Schatten eines Schiffes und der Schatten116Die Worte טולא דערבתא fehlen in Handschriften u. sind wahrscheinl. eine Verbesserung von טולא דארבא. In unserem Texte werden nur 4 Schatten aufgezählt, Handschriften haben noch: der Schatten des Feigenbaumes.der Bachweide. Die Regel hierbei ist: je stärker das Gezweige, desto gefährlicher der Schatten,", "und je härter das Holz, desto gefährlicher der Schatten, ausgenommen der Brustbeerbaum, denn eine Dämonin sagte einst zu ihrem Sohne: Halte dich fern vom Brustbeerbaume, er tötete deinen Vater. Und er tötete auch ihn. R. Aši sagte: Ich beobachtete, daß R. Kahana sich von jedem Schatten fern zu halten pflegte.", "Die [Gespenster], die sich beim Kapernstrauche aufhalten, heißen Geister, die sich beim Sperberbaume aufhalten, heißen Dämonen, und die sich auf den Dächern aufhalten, heißen Funken. – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Beim [Schreiben eines] Amulettes.", "Die sich beim Kapernstrauche aufhalten, sind augenlose Wesen. – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Daß man fortlaufen kann, Einst ging ein Gelehrtenjünger zwischen Kapernsträuchern, um da seine Notdurft zu verrichten, als er aber [eine Geistin] auf sich zukommen hörte, lief er fort. Als sie ihm folgen wollte, erfaßte sie eine Palme; da verdorrte die Palme, und sie barst.", "«Die sich beim Sperberbaume aufhalten, heißen Dämonen.» Neben einem Sperberbaume nahe der Stadt befinden sich nicht weniger als sechzig Dämonen. – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Beim [Schreiben eines] Amulettes.", "Einst ging ein Stadtvogt an einem Sperberbaume nahe der Stadt vorüber, da fuhren in ihn sechzig Dämonen, und er geriet in Gefahr. Da kam er zu einem Gelehrten jünger, der nicht wußte, daß neben einem Sperberbaume sechzig Dämonen sich aufhalten, und dieser schrieb ihm ein Amulett gegen einen Dämon. Da hörte er, wie sie einen Tanz aufführten und wie folgt sangen: Des Meisters Gewand wie eines Gelehrten, prüfen wir ihn, so versteht er nicht einmal den Segen zu sprechen. Hierauf kam ein Gelehrtenjünger, der wußte, daß neben einem Sperberbaume sechzig Dämonen sich aufhalten, und schrieb ein Amulett gegen sechzig Dämonen. Da hörte er sie rufen; Schafft von hier euere Geräte fort.", "Vom giftigen Seuchengespenst. Es gibt zweierlei Seuchengespenster, eines vor Mittag und eines nach Mittag. Das des Vormittags heißt giftiges117Cf. Dt. 32,24 u. Ps. 91,6.Seuchengespenst; es befindet sich in einem Kruge mit Quarkbrei und rührt den Löffel um. Das des Nachmittags heißt am Mittag raubendes117Cf. Dt. 32,24 u. Ps. 91,6.Seuchengespenst; es befindet sich an den Hörnern der Ziege, gleicht einer Schwinge und dreht sich wie eine Schwinge.", "Einst ging Abajje einher, während R. Papa sich an seiner rechten Seite und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sich an seiner linken Seite befanden, und sah das giftige Seuchengespenst links herankommen; da nahm er R. Papa links und R. Hona, den Sohn des R. Jehošua͑, rechts. R. Papa sprach zu ihm: Weshalb sorgt der Meister nicht für mich!? Dieser er-widerte : Dir steht dein Geschick bei.", "Vom ersten Tamuz bis zum sechzehnten sind sie bestimmt vorhanden, von dann ab ist es zweifelhaft, ob sie vorhanden sind oder nicht. Sie befinden sich im Schatten des Epheus, der keine Elle hoch ist, und im Morgen- und Abendschatten, der keine Elle mißt, hauptsächlich aber im Schatten eines Abortes.", "R. Joseph sagte: Folgende drei Dinge verursachen Erblindung des Augenlichtes : wenn man das Haar trocken kämmt, wenn man nachtriefende Tropfen trinkt, und wenn man die Schuhe anzieht, während die Füße noch naß sind.", "[Den Brotkorb] hochhängen bringt Armut, wie die Leute zu sagen pflegen: Wer das Mehl hochhängt, hängt seine Nahrung hoch. Dies gilt jedoch nur vom Brote, bei Fleisch und Fischen aber ist nichts dabei, denn dies ist gebräuchlich. Kleie im Hause bringt Armut. Brotkrumen im Hause bringen Armut; in den Nächten des Šabbaths und des Mittwochs ruhen darauf die Dämonen.", "Der Genius der Nahrung heißt Reinlichkeit, der Genius der Armut heißt Schmutz. Ein Teller auf der Mündung des Kruges bringt Armut. Wer Wasser aus einem Teller trinkt, bekommt den Star. Wer Kresse ißt und die Hände nicht wäscht, fürchtet dreißig Tage." ], [ "Wer sich zur Ader läßt und die Hände nicht wäscht, fürchtet sieben Tage. Wer sich das Haar schneidet und die Hände nicht wäscht, fürchtet drei Tage. Wer sich die Nägel schneidet und die Hände nicht wäscht, fürchtet einen Tag, ohne zu wissen, weshalb er sich fürchtet. Die Hand auf dem Munde ist eine Leiter zur Ängstigung. Die Hand auf der Stirn ist eine Leiter zum Schlafe.", "Es wird gelehrt: Auf Speisen und Getränken, die sich unter dem Bette befinden, selbst in einem eisernen Gefäße eingeschlossen, ruht ein böser Geist. Die Rabbanan lehrten: In den Nächten des Mittwochs und Šabbaths darf man kein Wasser trinken, wegen der Gefahr; hat man getrunken, so kommt sein Blut über sein eigenes Haupt. – Wegen welcher Gefahr? – Eines bösen Geistes. –", "Was mache man, wenn man Durst hat? – Man spreche die sieben ‘Stimmen’118Dh. die Psalmverse, in denen das Wort ‘Stimme’ 7mal vorkommt., die David über das Wasser gesprochen hat, und trinke nachher. Denn es heißt:119Ps. 29,3-9.Die Stimme des Herrn [erschallt] über dem Wasser; der Gott der Herrlichkeit donnert über großen Wassern. Die Stimme des Herrn [erschallt] mit Macht, die Stimme des Herrn [erschallt] mit Majestät. Die Stimme des Herrn zerschmettert Zedern, der Herr zerschmettert die Zedern des Lebanon. Die Stimme des Herrn spaltet Feuerflammen. Die Stimme des Herrn macht die Wüste erzittern, der Herr macht erzittern die Wüste Qadeš. Die Stimme des Herrn macht Hirschkühe kreißen und schält die Wälder ab; und in seinem Pafoste ruft alles: Herrlichkeit.", "Wenn nicht dies, so spreche man wie folgt: Lui, Šaphan, Anigron und Anirdaphon120Wohl Namen von Dämonen., ich sitze zwischen den Sternen, ich wandle zwischen Mageren und Fetten. Wenn nicht dies, so wecke man jemand, falls jemand anwesend ist, und spreche zu ihm: N., Sohn der N., ich habe Durst. Alsdann trinke man. Wenn nicht dies, klappere man mit dem Deckel auf die Mündung des Kruges und trinke dann. Wenn nicht dies, werfe man etwas hinein und trinke dann.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf nachts kein Wasser aus Flüssen und Teichen trinken; hat man getrunken, so kommt sein Blut über sein eigenes Haupt, wegen der Gefahr. – Wegen welcher Gefahr? – Wegen der Gefahr der Blendung. – Was mache man, wenn man Durst hat? – Ist jemand anwesend, so spreche man: N., Sohn der N., ich habe Durst. Wenn aber nicht, so spreche man zu sich selbst: Meine Mutter sagte mir: Hüte dich vor Blendung (Šabriri); ŠABRIRI, BRIRI, RIRI, IRI, RI; (ich habe Durst,) in weißen Bechern.", "SELBST AUS DER ARMENSCHÜSSEL. Selbstverständlich!? –", "Dies ist nach R. A͑qiba nötig, welcher sagt, man mache lieber den Šabbath alltäglich, nur nicht der Mitmenschen bedürftig sein; hier pflichtet er bei, wegen der Bekanntmachung des Wunders.", "In der Schule des Elijahu wurde gelehrt: Obgleich R. A͑qiba gesagt hat, man mache lieber den Šabbath all-täglich, nur nicht der Mitmenschen bedürftig sein, dennoch besorge man in seinem Hause eine Kleinigkeit. – Was ist dies? R. Papa erwiderte: Eine Fischspeise. So haben wir gelernt: R. Jehuda b. Tema sagte: Sei mutig wie ein Leopard, behend wie ein Adler, laufe wie ein Hirsch und sei kühn wie ein Löwe, den Willen deines Herrn im Himmel zu vollbringen.", "Die Rabbanan lehrten: Sieben Dinge gebot R. A͑qiba seinem Sohne R. Jehošua͑: Wohne nicht in der Höhe der Stadt, wegen des Studiums121Der große Verkehr ist störend.. Wohne nicht in einer Stadt, deren Führer Schriftgelehrte122Die sich mit ihrem Studium und nicht mit den Angelegenheiten der Stadt befassen.sind.", "Tritt nicht plötzlich in dein Haus ein, und um so weniger in das Haus deines Nächsten. Unterlasse es nicht, Schuhe auf deinen Füßen anzuhaben. Iß morgens ganz früh, im Sommer wegen der Hitze und im Winter wegen der Kälte. Mache deinen Šabbath alltäglich, nur nicht der Mitmenschen bedürftig sein. Schlage dich zu einem Menschen, dem die Stunde lächelt.", "R. Papa sagte: Nicht etwa, daß man mit ihm Geschäfte123Wörth. von ihm kaufe u. an ihn verkaufe.mache, sondern daß man sich mit ihm assoziiere. Da aber R. Šemuél b. Jiçḥaq gesagt hat, der Schriftvers : 124Ij. 1,10.seiner Hände Arbeit hast du gesegnet, deute darauf, daß, wer eine Peruṭa von Ijob erhielt, gesegnet wurde, ist es auch tunlich, mit ihm Geschäfte zu machen.", "Fünf Dinge gebot R. A͑qiba, als er im Gefängnis eingesperrt war, R. Šimo͑n b.Joḥaj. Dieser sprach nämlich zu ihm: Meister, lehre mich die Tora. Jener erwiderte: Ich lehre125Das Studium der Tora war verboten. RA͑. wurde dieserhalb (wohl wegen Aufreizung des Volkes gegen d. römische Oberherrschaft) ins Gefängnis geworfen u. später hingerichtet; cf. Ber. Fol. 61b.dich nicht. Dieser sprach: Wenn du mich nicht lehrst, erzähle ich dies meinem Vater Joḥaj, und er liefert dich der Regierung aus. Jener erwiderte: Mein Sohn, mehr als das Kalb saugen will, will die Kuh säugen. Dieser sprach: Das Kalb ist es ja, das sich der Gefahr aussetzt.", "Hierauf sprach jener: Willst du dich aufhängen, so hänge dich an einen großen Baum. Wenn du deinen Sohn unterrichtest, unterrichte ihn aus einem korrekten Buche. – Weshalb dies? Raba, nach anderen R. Mešaršeja, erwiderte: Beim Beginn, denn ein Fehler, der sich einschleicht, bleibt bestehen.", "Koche nicht in einem Topfe, in dem dein Genösse gekocht hat. – Was heißt dies? – Eine Geschiedene bei Lebzeiten ihres Mannes heiraten. Der Meister sagte nämlich: Wenn ein Geschiedener eine Geschiedene heiratet, so sind vier Sinne im Bette. Wenn du willst sage ich, dies gelte auch von einer Witwe," ], [ "denn nicht alle Finger126Euphem. für das männliche Glied ; dh. die Frau denkt stets an den ersten Mann.sind gleich.", "Eine gottgefällige Handlung bei gesundem Körper ist es, wenn man von den Früchten genießt und kein Entgelt127Wenn man einem zinslos Geld borgt u. dafür einen Teil des Ertrages gegen eine kleine Entschädigung erhält; dies ist gesetzlich nicht verboten, dabei gewinnbringend.verlangt. Eine gottgefällige Handlung bei reinem Körper ist es, wenn man eine Frau nimmt, obgleich man Kinder hat.", "Vier Dinge gebot unser heiliger Meister128Cf. Ber. Fol. 3b, Anm. 53.seinem Sohne : Wohne nicht in Šekançib, denn [die Leute] sind da Spötter und würden dich zur Spötterei verführen.", "Setze dich nicht auf das Lager einer Aramäerin. Manche erklären, man gehe nicht schlafen, ohne vorher das Šema͑ gelesen zu haben, manche erklären, man heirate keine Proselytin,", "und manche erklären, er meinte wirklich das Lager einer Aramäerin, wegen des Ereignisses129Cf. ib. Fol. 8b.mit R. Papa.", "Begehe keine Zollhinterziehung, denn man kann dich erwischen und dir alles abnehmen, was du besitzest. Stehe nicht vor einem Ochsen, wenn er von der Weide kommt, weil der Satan zwischen seinen Hörnern umherspringt. R. Šemuél sagte: Dies gilt von einem schwarzen Ochsen in den Tagen des Nisan.", "R. Oša͑ja lehrte: Man entferne sich von einem unschädlichen Ochsen fünfzig Ellen und von einem stößigen130Wörtl. verwarnten, der 3mal Menschen getötet hat, u. dessen Eigentümer verwarnt worden ist; cf. Ex. 21,28ff.so weit, als die Augen ihn erreichen.", "Im Namen R. Meírs wird gelehrt: Selbst wenn der Ochs den Kopf im Futterkorbe hält, steige aufs Dach und wirf die Leiter unter dir um. Rabh sagte: Das Anschreien eines Ochsen lautet hn, hn! das Anschreien eines Löwen lautet: zh, zh! das Anschreien eines Kamels lautet: da, da! die Interjektion der Schiffer131Wenn sie das Schiff am Ufer an Stricken schleppen.lautet: helna, heja, hella, hilluk, holja!", "Abajje sagte: Haut, Fische, Fischspeise, heißes Wasser, Eier und weiße Läuse sind wegen jener Sache132Aussatz; cf. supra Fol. 76b, Anm. 47. 132. Unmittelbar nach der Menstruation; nach rabbanitischem Gesetze, muß sie ohnehin 7 Reinheitstage abwarten.schädlich. Haut, wenn man auf einer in Bearbeitung befindlichen Haut schläft. Fische, die Meerbutte in den Tagen des Nisan. Die Fischspeise, das Zurückbleibende der Fischspeise. Heißes Wasser, wenn man sich mit sehr heißem Wasser zu begießen pflegt. Eier, wenn man auf Eierschalen tritt. Weiße Läuse, wenn man sein Gewand wäscht und ohne acht Tage abzuwarten es wieder anzieht, so entstehen diese Läuse, die jene Sache herbeiführen.", "R. Papa sagte: In ein Haus, in dem eine Katze sich befindet, darf man nicht ohne Schuhe eintreten, weil die Katze die Schlange, die kleine Knochen hat, tötet und frißt, und wenn einer von den Schlangenknochen in den Fuß dringt, kann man ihn nicht herausziehen, und man gerät da-durch in Gefahr. Manche sagen: Man trete nicht im Finstern in ein Haus, in dem keine Katze sich befindet, weil unbemerkt eine Schlange an einem hängen bleiben und man in Gefahr geraten kann.", "Drei Dinge gebot R. Jišma͑él b. R. Jose dem Rabbi: Bringe dir selbst keinen Fehler bei. – Was heißt dies? – Führe keinen Prozeß gegen drei Personen, denn es könnte einer dein Gegner sein und zwei als Zeugen auftreten. Schicke dich nicht zum Kaufen an, wenn du kein Geld hast", "Hat deine Frau ein Tauchbad genommen, so wohne ihr nicht gleich in der ersten Nacht bei. Rabh sagte: Dies gilt nur von einer nach der Tora132Aussatz; cf. supra Fol. 76b, Anm. 47. 132. Unmittelbar nach der Menstruation; nach rabbanitischem Gesetze, muß sie ohnehin 7 Reinheitstage abwarten. menstruierenden, weil die Quelle offen ist und die Menstruation sich hinziehen kann.", "Drei Dinge gebot R. Jose b. R. Jehuda dem Rabh: Gehe nachts nicht allein aus. Stehe nicht nackt vor einer Leuchte. Gehe nicht in ein neues Badehaus, weil es zusammenbrechen kann. Wie lange? R. Jehošua͑ b.Levi erwiderte: Zwölf Monate. Stehe nicht nackt vor einer Leuchte, denn es wird gelehrt, wer nackt vor einer Leuchte steht, werde epileptisch, und wer beim Lichte einer Leuchte den Beischlaf ausübt, bekomme epileptische Kinder.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand den Beischlaf ausübt in einem Bette, in dem ein Kind schläft, so wird es epileptisch. Dies jedoch nur, wenn es kein Jahr alt ist, ist es aber ein Jahr alt, so ist nichts dabei. Auch nur in dem Falle, wenn es auf der Fußseite schläft, wenn aber auf der Kopfseite, so ist nichts dabei. Auch nur in dem Falle, wenn man nicht die Hand auf dieses legt, wenn man aber die Hand auf dieses legt, so ist nichts dabei.", "«Gehe nicht nachts allein aus.» Es wird nämlich gelehrt: In den Nächten des Mittwochs und des Šabbaths gehe man nicht allein aus, weil dann Agrath, die Tochter der Mahlath, mit achtzehn Myriaden Würgeengeln umherstreift, von denen jeder einzelne besonders die Befugnis zum Würgen hat.", "Früher pflegte sie an jedem Tage umherzustreifen. Einst begegnete sie R. Ḥanina b. Dosa und sprach zu ihm: Hätte man im Himmel über dich nicht ausgerufen, mit Ḥanina und seiner Gesetzeskunde vorsichtig zu sein, so würde ich dich in Gefahr gebracht haben. Da sprach er zu ihr: Wenn ich im Himmel so angesehen bin, so befehle ich dir, nimmermehr in bewohnten Orten umherzustreifen. Darauf sprach sie: Ich bitte dich, mir eine bestimmte Zeit zu gewähren. Da ließ er ihr die Nächte des Šabbaths und des Mittwochs.", "Ferner begegnete sie einst Abajje und sprach zu ihm: Hätte man über dich im Himmel nicht ausgerufen, mit Naḥmani und seiner Gesetzeskunde vorsichtig zu sein, so würde ich dich in Gefahr gebracht haben. Da sprach er zu ihr: Wenn ich im Himmel so angesehen bin, so befehle ich dir, nimmermehr in bewohnten Orten umherzustreifen. – Wir sehen ja aber, daß sie umherstreift!? – Ich will dir sagen," ], [ "nur in Seitengäßchen; wenn ihre Pferde fortlaufen133Und in eine bewohnte Gegend laufen.und sie sie holen gehen.", "Rabh sprach zu R. Asi : Wohne nicht in einer Stadt, in der kein Pferd wiehert und kein Hund bellt. Wohne nicht in einer Stadt, deren Vorsteher ein Arzt ist. Heirate keine zwei [Frauen], und hast du zwei geheiratet, so heirate auch eine dritte134Damit sie einen etwaigen Anschlag verrate..", "Rabh sprach zu R. Kahana: Drehe ein Aas um, aber drehe deine Worte nicht um. Schinde ein Aas auf der Straße und lasse dir Lohn zahlen, und sage nicht: Ich bin Priester, ich bin ein vornehmer Mann, dies paßt nicht für mich. Steigst du aufs Dach, so nimm Proviant135Man trete auch die kleinste Reise nicht ohne Proviant an.mit. Sind auch hundert Kürbisse um einen Zuz in der Stadt zu haben, so trage sie dennoch unter deinem Fittich.", "Rabh sprach zu seinem Sohne Ḥija : Trinke keine Medikamente. Springe nicht über Flüsse. Lasse dir keinen Zahn ziehen. Reize keine Schlange und keinen Aramäer.", "Die Rabbanan lehrten: Drei darf man nicht reizen, und zwar: ein nicht jüdisches Kind, eine kleine Schlange und einen jungen Schüler, weil sie ihre Macht hinter ihren Ohren haben.", "Rabh sprach zu seinem Sohne Ajbu: Ich habe mich bemüht, dir halakhische Lehren beizubringen, und es gelang mir nicht; ich will dich nun weltliche Dinge lehren: Ist der Staub noch an deinen Füßen, verkaufe deine Ware. Den Verkauf jeder Ware kannst du136Wenn nachher der Preis steigt.bereuen, nur nicht den Verkauf von Wein,", "Öffne zuerst den Geldbeutel, nachher erst löse137Dh. man verborge nichts.den Getreidesack. Lieber einen Kab vom Erdboden138Dh. lieber ein kleines Geschäft in der Nähe als ein großes in weiter Ferne.als ein Kor vom Dache.", "Hast du Datteln in der Kiste, so laufe zum Brauer139Um aus diesen Dattelwein zu bereiten, sonst würde man sie aufessen.. – Bis wieviel? Raba erwiderte: Bis drei Seá. R. Papa sagte: Hätte ich keinen Met gebraut, so würde ich nicht reich geworden sein. Manche lesen: R. Ḥisda sagte: Hätte ich keinen Met gebraut, so würde ich nicht reich geworden sein. – Was heißt Sodana [Brauer]? R. Ḥisda erwiderte: Guter Rat [sod naé] und Liebeswerk140Sein Beruf bringt leichten Gewinn, sodaß er Liebeswerke üben kann..", "R. Papa sagte: Jede [Schuld] ist bei ‘durch’141Verborgt man Geld auf einen Schuldschein, in dem der Satz ‘garantiert durch ein Grundstück’ vorkommt, so muß die Schuld immerhin noch eingefordert werden, wenn aber auf Treu u. Glauben, so ist es überhaupt zweifelhaft, ob man es zurückerhält.noch einzufordern, bei ‘ich versichere’141Verborgt man Geld auf einen Schuldschein, in dem der Satz ‘garantiert durch ein Grundstück’ vorkommt, so muß die Schuld immerhin noch eingefordert werden, wenn aber auf Treu u. Glauben, so ist es überhaupt zweifelhaft, ob man es zurückerhält.ist es überhaupt zweifelhaft, ob sie eingeht oder nicht; geht sie ein, so sind es schlechte Münzen.", "Drei Dinge sagte R. Joḥanan im Namen der Leute von Jerušalem; Ziehst du in den Krieg, so gehe nicht zuerst, sondern zuletzt, damit du zuerst142Falls du fliehen mußt.heimkehrst. Mache deinen Šabbath alltäglich, nur nicht der Mitmenschen bedürftig sein. Schlage dich zu dem, dem die Stunde lächelt.", "Drei Dinge sagte R. Jehošua͑ b. Levi im Namen der Leute von Jerušalem: Halte dich nicht viel auf Dächern143So besser nach einer Variante; die Texte haben בגנות, Schändlichkeit.auf, wegen jener144Mit David u. Bath Šeba͑; cf. iiSam. 11,2ff.Geschichte, Ist deine Tochter mannbar, so befreie deinen Sklaven und gib sie ihm. Sei vorsichtig mit dem ersten Verlobten deiner Frau. – Weshalb? R. Ḥisda erklärte: Wegen Unzucht. R. Kahana erklärte: Wegen des Geldes145Das sie für ihn verschwenden würde.. Und beides trifft zu.", "R. Joḥanan sagte: Drei gehören zu den Erben der zukünftigen Welt, und zwar: wer im Jisraélland wohnt, wer seine Kinder zum Studium der Tora erzieht, und wer an den Šabbathausgängen den Unterscheidungssegen über Wein spricht. – Wie ist dies zu verstehen? – Wer vom Weihsegen für den Unterscheidungssegen zurückläßt146Wenn er nur wenig hat und alles dafür aufspart..", "R. Joḥanan sagte: Drei sind es, [deren Tugendhaftigkeit] der Heilige, gepriesen sei er, jeden Tag, verkündet: ein Junggeselle, der in einer Großstadt wohnt und nicht sündigt, ein Armer, der einen Fund an den Eigentümer abliefert, und ein Reicher, der den Zehnten seiner Früchte heimlich entrichtet. R. Saphra war Junggeselle und wohnte in einer Großstadt." ], [ "Einst rezitierte ein Jünger diese Lehre vor Raba und R. Saphra, und das Gesicht R. Saphras erglänzte. Da sprach Raba zu ihm: Nicht etwa einer wie der Meister, sondern wie R. Ḥanina und R. Oša͑ja. Diese waren Schuster und wohnten im Jisraélland in einer Hurengasse; sie fertigten Schuhe für die Huren und brachten sie ihnen nach Hause, und während diese sie anschauten, erhoben sie ihre Augen nicht, um sie zu betrachten. Wenn jemand schwor, schwor er wie folgt: Beim Leben der heiligen Rabbanan im Jisraélland.", "Drei liebt der Heilige, gepriesen sei er: wer nicht in Zorn gerät, wer sich nicht betrinkt, und wer nicht auf seinem Rechte besteht. Drei haßt der Heilige, gepriesen sei er : wer anders mit dem Munde spricht, als er im Herzen denkt, wer für einen Zeugnis ablegen kann und dies unterläßt, und wer an seinem Nächsten Schändliches gesehen hat, und allein als Zeuge gegen ihn auftritt.", "So geschah es einst, daß Ṭobija eine Sünde beging, worauf Zigod zu R. Papa kam und allein gegen ihn Zeugnis ablegte. Da ließ R. Papa Zigod prügeln. Dieser sprach: Ṭobija hat eine Sünde begangen und Zigod erhält Prügel! Jener erwiderte: Freilich, es heißt :147Dt. 19,15.durch zwei Zeugen &c., und wenn du allein gegen ihn Zeugnis ablegst, bringst du ihn nur in üblen148Das Zeugnis ist doch nicht gültig.Ruf.", "R. Šemuél b. R. Jiçḥaq sagte im Namen Rabhs : Jedoch darf er ihn hassen. Es heißt nämlich : 149Ex. 23,5.wenn du siehst, daß der Esel deines Feindes unter seiner Last liegt; welcher Feind: wollte man sagen, ein nichtjüdischer Feind, so wird ja gelehrt, daß unter Feind, von dem sie sprechen, ein jisraélitischer Feind zu verstehen sei, nicht aber ein Feind von den weltlichen Völkern!?", "Also ein jisraélitischer Feind. Wieso aber darf man einen hassen, es heißt ja:150Lev. 19,17.du sollst nicht deinen Bruder im Herzen hassen!? Wollte man sagen, wenn Zeugen vorhanden sind, daß er Verbotenes begangen hat, so haßt ihn ja jeder, wieso nur dieser!? Doch wohl in dem Falle, wenn er an ihm Schändliches gesehen hat.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Es ist sogar Gebot, ihn zu hassen, denn es heißt :151Pr. 8,13.den Herrn fürchten ist hassen des Bösen. R. Aḥa, der Sohn Rabas, fragte R. Aši: Darf man es seinem Lehrer sagen, damit er ihn hasse? Dieser erwiderte: Wenn man weiß, daß man seinem Lehrer glaubwürdig wie zwei [Zeugen] ist, sage man es ihm, sonst aber sage man es ihm nicht.", "Die Rabbanan lehrten: Drei sind es, deren Leben kein Leben ist: die Mitleidigen, die Jähzornigen und die Empfindlichen. R. Joseph sprach: Dies alles ist bei mir vereinigt.", "Die Rabbanan lehrten: Drei hassen einander, und zwar : Hunde, Hähne und Geber152Pers. Feueranbeter, Priester der alten Parsen; sprachl. mit dem bibl. חבר Zauberer, kaum verwandt.. Manche sagen, auch die Huren, und manche sagen, auch die babylonischen Schriftgelehrten.", "Die Rabbanan lehrten: Drei lieben einander, und zwar:Proselyten153Vielleicht Fremdlinge., Sklaven und Raben.", "Vier verträgt der Verstand nicht, und zwar: den hochmütigen Armen, den unterschlagenden Reichen, den buhlerischen Greis und den grundlos über die Gemeinde sich erhebenden Verwalter, Manche sagen, auch den, der sich einmal und zweimal von seiner Frau scheiden ließ und sie wieder heiratet. –", "Und der erste Tanna!? – Zuweilen kommt es vor, daß ihre Morgengabe sehr groß ist, oder daß er von ihr Kinder hat, sodaß es bei der Scheidung nicht bleiben kann.", "Fünf Dinge gebot Kenaa͑n seinen Kindern: Liebet einander, liebet den Raub, liebet die Unzucht, hasset eueren Herrn und sprechet nie die Wahrheit154Wohl Charakteristikum der Sklaven, als deren Stammvater K. angesehen wird..", "Sechs Eigenschaften werden dem Pferde nachgesagt: es liebt die Unzucht, es liebt den Krieg, es ist hochmütig, es verachtet den Schlaf, es ißt viel und scheidet wenig aus, und manche sagen, es will auch seinen Herrn im Kriege töten.", "Sieben sind vom Himmel mit dem Banne belegt, und zwar: wer keine Frau hat, wer eine Frau und keine Kinder hat, wer Kinder hat, sie aber nicht für das Studium der Tora erzieht, wer keine Tephillin am Kopfe und am Arme hat, wer keine Çiçith am Gewande hat, wer keine Mezuza an der Tür hat, und wer keine Schuhe an den Füßen hat. Manche sagen, auch wer an einem Gastmahle gelegentlich einer gottgefälligen Handlung nicht Anteil nimmt.", "Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen des R. Šemuél b. Martha im Namen Rabhs im Namen des R. Jose aus Huçal: Woher, daß man die Chaldäer nicht befragen darf? Es heißt: 155Dt. 18,13.du sollst dich ganz an den Herrn, deinen Gott, halten.", "Woher, daß man seinem Genossen, von dem man weiß, daß er in nur einer Sache bedeutender ist, Ehren erweisen muß? Es heißt:156Dan. 6,4.weil er von ausnehmendem Geiste erfüllt war &c.", "[Eine Wöchnerin,] die schon Reinheit erlangt157Cf. Lev. 12,4ff.hat, darf dennoch den Beischlaf noch nicht ausüben. – Wie lange? Rabh erwiderte: einen Halbtag.", "Es wird gelehrt: Joseph aus Huçal und Joseph aus Çereda sind identisch. Isi158Nach Jom. Fol. 52b gehören alle hier aufgezählten Namen zusammen; doch auf Mißverständnis beruhend.b. Gur Arje, Isi b. Jehuda, Isi b. Gamliél und Isi b. Mahalalél sind identisch. – Wie ist sein richtiger Name? – Sein richtiger Name ist Isi b.A͑qabja. R. Jiçḥaq b. Ṭabla, R. Jiçḥaq b. Ḥaqla und R. Jiçḥaq b. Elea͑ sind identisch." ], [ "R. Jiçḥaq b. Aḥa in der Halakha und R. Jiçḥaq b.Pinḥas in der Agada sind identisch. Als Merkzeichen diene dir [der Spruch] : Höret Brüder und Freunde159Wohl verderbt aus iChr. 28,2; wegen des Gleichklanges der Worte אחא u. שמעתא mit אהי u. שמעו.!", "Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans im Namen des R. Jehuda b. Ilea͑j: Iß eine Zwiebel160Die im Texte gebrauchten Wortspiele בצל u. אליתא ,בצל u. קקולי ,עליתא u. קיקלי lassen sich in der Übersetzung nicht wiedergeben.und sitze im Schatten, aber iß nicht Gänse und Hühner mit beunruhigtem Herzen. Spare von deinem Essen und deinem Trinken und wende es auf deine Wohnung.", "Als U͑la kam, sagte er: Im Westen haben sie folgenden Spruch: Wer Fettschwanz160Die im Texte gebrauchten Wortspiele בצל u. אליתא ,בצל u. קקולי ,עליתא u. קיקלי lassen sich in der Übersetzung nicht wiedergeben.ißt, verkriecht sich im Söller, wer Grünkraut160Die im Texte gebrauchten Wortspiele בצל u. אליתא ,בצל u. קקולי ,עליתא u. קיקלי lassen sich in der Übersetzung nicht wiedergeben.ißt, sitzt in der Stadtversammlung161קיקלי gr. κύκλος, Kreis, Versammlungsplatz. Nach den Kommentaren Misthaufen, dh. er kann sich öffentlich zeigen..", "SCHENKT MAN IHM DEN ERSTEN BECHER EIN, SO SPRECHE ER, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, ZUERST DEN SEGEN [ZUR WEIHE DES] TAGES UND NACHHER DEN SEGEN ÜBER DEN WEIN, UND WIE DIE SCHULE HILLELS SAGT, ZUERST DEN SEGEN ÜBER DEN WEIN UND NACHHER DEN [ZUR WEIHE] DES TAGES.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Folgende Differenzen bestehen zwischen der Schule Šammajs und der Schule Hillels inbetreff der Mahlzeit. Die Schule Šammajs sagt, man spreche zuerst den Segen [zur Weihe] des Tages, nachher spreche man den Segen über den Wein, denn der Tag veranlaßt ja, daß der Wein kommt, auch ist die Heiligkeit des Tages bereits eingetreten, als der Wein noch nicht da war;", "die Schule Hillels sagt, man spreche zuerst den Segen über den Wein, nachher spreche man den Segen [zur Weihe] des Tages, denn der Wein veranlaßt ja, daß der Weihsegen gesprochen wird. Eine andere Begründung: Der Segen über den Wein ist häufig und der Segen [zur Weihe] des Tages ist nicht häufig, und von Häufigem und Nichthäufigem geht das Häufige vor. Die Halakha ist wie die Schule Hillels. –", "Wozu die andere Begründung? – Man könnte sagen, jene hat zwei [Begründungen], diese nur eine, so hat auch diese zwei: von Häufigem und Nichthäufigem geht das Häufige vor. –", "Daß die Halakha wie die Schule Hillels ist, ist ja selbst-verständlich, eine Hallstimme hat es ja entschieden162Cf. Er. Fol. 13b.!? – Wenn du willst sage ich: vor der Hallstimme [wurde dies gelehrt];", "und wenn du willst sage ich: tatsächlich nach der Hallstimme, jedoch nach R. Jehošuá, welcher sagt, man beachte die Hallstimme nicht.", "MAN SETZE IHM KRÄUTER UND LATTICH VOR, UND ER TUNKE163Der Ausdruck ‘tunken’ wird hier für essen gebraucht, da die Speisen zuerst in Tunke getan wurden.DEN LATTICH EIN. SODANN GELANGT ER ZUR VORSPEISE DES BROTES164Od. Zukost., UND MAN SETZE IHM UNGESÄUERTES, LATTICH, FRUCHTBREI UND ZWEI GEKOCHTE SPEISEN VOR, WIEWOHL DER FRUCHTBREI165Eine Art Brei od. Mus aus verschiedenen Früchten, Gewürzen u. Essig, nur für das Mahl am 1. Pesaḥabend bestimmt.NICHT GEBOT IST; R. ELEA͑ZAR B. ÇADOQ SAGT, [AUCH DIESER] SEI GEBOT. [ZUR ZEIT DES] TEMPELS SETZTE MAN IHM DAS PESAḤLAMM SELBST VOR." ], [ "GEMARA. Reš Laqiš sagte: Dies besagt, daß die [Ausübung der] Gebote der Beabsichtigung bedarf. Man muß ihn166Das Bitterkraut, den Lattich.ein zweites Mal als Bitterkraut eintunken, weil man ihn als Bitterkraut essen muß und man [das erste Mal], da man den Segen ‘Der die Bodenfrucht erschafft’ spricht, dies nicht beabsichtigt. Wozu aber braucht man ihn zweimal einzutunken, wenn du sagen wolltest, die [Ausübung der] Gebote bedarf nicht der Beabsichtigung, man hat ihn ja bereits einmal eingetunkt!? –", "Wieso denn, vielleicht bedarf [die Ausübung] der Gebote nicht der Beabsichtigung, nur muß man ihn deshalb zweimal eintunken, damit dies den Kindern167Was sie veranlassen wird, die weiter folgenden Fragen zu stellen.auffalle.", "Wenn du aber einwendest, demnach sollte er es von anderen Kräutern gelehrt haben, [so ist zu erwidern:] hätte er es von anderen Kräutern gelehrt, so könnte man glauben, nur wenn es verschiedene Kräuter sind, müsse man zweimal eintunken, wenn aber nur Lattich, brauche man nicht zweimal einzutunken, so lehrt er uns, daß man auch Lattich allein zweimal eintunken müsse, damit es den Kindern auffalle.", "Ferner wird ausdrücklich gelehrt: Hat man [das Bitterkraut] von Demaj gegessen, so hat man seiner Pflicht genügt; hat man es ohne Beabsichtigung gegessen, so hat man seiner Pflicht genügt, hat man es geteilt168Zweimal im Quantum von je einer halben Olive.gegessen, so hat man seiner Pflicht genügt,", "nur darf man von einem Essen bis zum anderen Essen nicht länger säumen, als man ein Peras essen kann!? –", "Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: R. Jose sagte : Obgleich er bereits Lattich eingetunkt hat, so ist es dennoch Gebot, ihm wiederum Lattich, Fruchtbrei und zwei gekochte Speisen vor-zusetzen. –", "Wieso, vielleicht ist R. Jose der Ansicht, die [Ausübung der] Gebote bedarf nicht der Beabsichtigung, nur muß man deshalb zweimal eintunken, damit dies den Kindern auffalle!? –Wieso ist dies demnach Gebot!?", "Welche gelten als zwei gekochte Speisen? R. Hona erwiderte: Mangold169Und um so eher Fleischspeisen.und Reis. Raba pflegte sich um Mangold und Reis zu bemühen, weil dies aus dem Munde R. Honas kam.", "R. Aši sagte: Aus [den Worten] R. Honas ist zu entnehmen, daß [die Lehre] des R. Joḥanan b. Nuri nicht zu berücksichtigen sei. Es wird nämlich gelehrt: R. Joḥanan b.Nuri sagte: Reis ist eine Getreideart170Demnach darf man ihn nicht kochen.; man macht sich, wenn man ihn [am Pesaḥfeste] gesäuert [ißt], der Ausrottung schuldig, und man genügt damit seiner Pflicht am Pesaḥfeste.", "Ḥizqija sagte: Sogar ein Fisch mit dem Ei171Ein Fisch in Ei gewälzt gilt als zwei Speisen.daran. R. Joseph sagte: Es müssen zwei Fleischspeisen sein, die eine zur Erinnerung an das Pesaḥopfer und die andere zur Erinnerung an das Festopfer. Rabina sagte: Sogar das Beinfleisch mit der Brühe.", "Selbstverständlich ist es, daß, wenn man auch andere Kräuter hat, man zuerst über die anderen Kräuter den Segen ‘Der die Bodenfrucht erschafft’ spreche und sie esse, und nachher über [das Bitterkraut] den Segen ‘Bitterkraut zu essen’ spreche und es esse;", "wie ist es aber, wenn man nur Lattich hat? R. Hona erwiderte: Man spreche über das Bitterkraut zuerst den Segen ‘Der die Bodenfrucht erschafft’ und esse es, nachher spreche man den Segen ‘Bitterkraut zu essen’ und esse es." ], [ "R. Ḥisda wandte ein: Soll man darüber den Segen sprechen, nachdem man damit den Bauch bereits gefüllt hat!? Vielmehr, sagte R. Ḥisda, zuerst spreche man darüber den Segen ‘Der die Bodenfrucht erschafft’ und den Segen ‘Bitterkraut zu essen’ und esse es, nachher esse man es ohne Segensspruch als Bitterkraut.", "In Sura verfuhren sie nach R. Hona, und R. Šešeth, Sohn des R. Jehošua͑, verfuhr nach R. Ḥisda. Die Halakha ist wie R. Ḥisda. R. Aḥa, der Sohn Rabhs, pflegte sich um andere Kräuter zu bemühen, um sich einem Streite zu entziehen.", "Rabina sagte: R. Mešaršeja, Sohn des R. Nathan, erzählte mir, daß Hillel als Überlieferung folgendes lehrte: Man darf nicht Ungesäuertes mit Bitterkraut zusammenlegen und essen, weil wir der Ansicht sind, das Ungesäuerte sei in der Jetztzeit Pflicht der Tora und das Bitterkraut nur rabbanitisch, und das rabbanitische Bitterkraut würde [den Geschmack des] Ungesäuerten, das eine Pflicht der Tora ist, aufheben.", "Und auch nach demjenigen, welcher sagt, die Gebote heben einander nicht auf, gilt dies von zwei [Geboten] der Tora oder zwei rabbanitischen, wenn aber eines der Tora und eines rabbanitisch ist, hebt das rabbanitische das der Tora auf.", "Wer ist der Tanna, welcher sagt, die Gebote heben einander nicht auf!? – Es ist Hillel, denn es wird gelehrt: Man erzählt von Hillel, daß er sie172Das Gesäuerte und das Bitterkraut. zusammenzulegen und zu essen pflegte, denn es heißt:173Num. 9,11.mit Ungesäuertem und Bitterkraut sollen sie es essen.", "R. Joḥanan sagte: Die Genossen aber streiten gegen Hillel, denn es wird gelehrt: Man könnte glauben, man lege sie zusammen und esse sie, wie Hillel es zu tun pflegte, so heißt es: mit Ungesäuertem und Bitterkraut sollen sie es essen, auch dieses besonders und jenes besonders. R. Aši wandte ein: Was heißt demnach ‘auch’!?", "Vielmehr, erklärte R. Aši, meint es der Tanna wie folgt: man könnte glauben, man genüge seiner Pflicht nur dann, wenn man sie zusammenlegt und ißt, wie Hillel es zu tun pflegte, so heißt es: mit Ungesäuertem und Bitterkraut sollen sie es essen, auch dieses besonders und jenes besonders.", "Da nun die Halakha weder wie Hillel noch wie die Rabbanan gelehrt wurde, so spreche man den Segen ‘Ungesäuertes zu essen’ und esse dieses, sodann spreche man den Segen ‘Bitterkraut zu essen’ und esse dieses, und darauf esse man ohne Segensspruch Ungesäuertes und Lattich zusammen, zur Erinnerung an das [Verfahren] Hillels zur Zeit des Tempels.", "R. Elea͑zar sagte im Namen R. Oša͑jas: Alles, was in eine Flüssigkeit getunkt wird, erfordert das Händewaschen. R. Papa sprach: Hieraus ist zu entnehmen, daß man den Lattich" ], [ "wegen der Giftigkeit174Die dem Lattich anhaftet; nach anderen: Wurm, Made.in den Fruchtbrei tunken müsse, denn wenn man sagen wollte, man brauche ihn nicht zu tunken, so wäre ja das Händewaschen nicht erforderlich, da man [keine Flüssigkeit] berührt. – Vielleicht braucht man, kann ich dir erwidern, ihn tatsächlich nicht zu tunken, denn die Giftigkeit schwindet schon vom Geruche, und das Händewaschen ist deshalb erforderlich, weil man es berührt haben kann!?", "Ferner sagte R. Papa: Man lasse das Bitterkraut nicht im Fruchtbrei liegen, weil die Schärfe der Gewürze die Bitterkeit aufheben kann, und erforderlich ist der Geschmack des Bitterkrautes, der dann fehlt. R. Ḥisda führte Mar U͑qaba umher und trug vor: Hat man die Hände beim ersten Tunken gewaschen, so wasche man sie auch beim zweiten Tunken.", "Die Jünger sprachen zu R. Papa: Dies wurde von anderen Fällen175Nicht vom Pesaḥabend, wo man beim ersten Tunken nicht daran denkt, noch ein 2. Mal einzutunken.gelehrt, denn wozu ist, wollte man sagen, von diesem Falle, das Händewaschen zum zweiten Male erforderlich, wo man sie bereits einmal gewaschen hat!?", "R. Papa erwiderte ihnen: Im Gegenteil, dies wurde von diesem Falle gelehrt, denn wozu ist, wollte man sagen, von anderen Fällen, zweimal das Tunken erforderlich!?–", "Wozu sind, wenn von diesem Falle, die Hände wiederum zu waschen, wo man sie bereits einmal gewaschen hat!? – Ich will dir sagen, da man die Haggada und das Loblied zu lesen hat, so kann man seine Gedanken abgewandt und [etwas Unreines] berührt haben.", "Raba sagte: Hat man das Ungesäuerte heruntergeschluckt176Ohne es zerkaut zu haben., so hat man seiner Pflicht genügt; hat man das Bitterkraut heruntergeschluckt, so hat man seiner Pflicht nicht genügt; hat man das Ungesäuerte mit dem Bitterkraute zusammen heruntergeschluckt, so hat man der Pflicht des Ungesäuerten genügt, nicht aber der Pflicht des Bitterkrautes; hat man sie in Bast gewickelt und heruntergeschluckt, so hat man auch der Pflicht des Ungesäuerten nicht genügt.", "R. Šimi b. Aši sagte: Das Ungesäuerte vor jedem [Tischgast] besonders, das Bitterkraut vor jedem besonders, und der Fruchtbrei vor jedem besonders; hochgehoben wird der Tisch177Beim Beginn des Vorlesens der Haggada. Jeder Tischgenosse hatte ein Tischchen für sich; speist die ganze Gesellschaft an einem Tische, so genügt das Hochheben der Schüssel des Vorlesenden.nur vor dem, der die Haggada vorliest.", "R. Hona sagte: Auch alles andere178Die ganzen Zeremonien beim Vorlesen der Haggada.nur vor demjenigen, der die Haggada vorliest. Die Halakha ist wie R. Hona. –", "Wozu wird der Tisch hochgehoben? – In der Schule R. Jannajs erklärten sie: Damit dies den Kindern auffalle und sie [nach dem Grunde] fragen. Einst saß Abajje179Als er noch ein Kind war. vor Rabba, und als er den Tisch hochheben sah, rief er: Noch haben wir nicht gegessen, und schon nimmt man uns den Tisch fort!? Da sprach Rabba zu ihm: Du hast uns vom Hersagen [des Abschnittes] ‘Warum180Beginn der sogen. ‘vier Fragen’, worüber weiter Fol. 116a. ist anders befreit.", "Šemuél sagte :181Dt. 16,3.Brot der Armut [o͑ni], Brot, über das man viele Worte spricht [o͑nin]. Ebenso wird gelehrt: Brot der Armut, Brot, über das man viele Worte spricht. Eine andere Erklärung: Brot der Armut, wie der Arme an ein angebrochenes Stück gewöhnt ist," ], [ "ebenso auch hierbei182Der Segen über das Ungesäuerte ist über ein angebrochenes Stück zu sprechen.ein angebrochenes Stück. Eine andere Erklärung: Wie es beim Armen üblich ist, daß er selber [den Ofen] heizt und die Frau bäckt, ebenso muß man auch hierbei selber heizen183Damit der Teig nicht zu säuern beginne; cf. supra Fol. 48 b.und die Frau backen.", "WIEWOHL DER FRUCHTBREI NICHT GEBOT IST. WOZU ist er, wenn er nicht Gebot ist, nötig? R. Ami erwiderte: Wegen der Giftigkeit [des Bitterkrautes]. R. Asi sagte: Gegen die Giftigkeit des Lattichs ist Rettich gut, gegen die Giftigkeit des Rettichs ist Lauch gut, gegen die Giftigkeit des Lauches ist warmes Wasser gut; gegen jede Giftigkeit ist warmes Wasser gut. Währenddessen spreche man: Gift, Gift, ich gedenke deiner, deiner sieben Töchter und deiner acht Schwiegertöchter.", "R. ELEA͑ZAR B. ÇADOQ SAGT, [AUCH DIESER] SEI GEBOT &C. Was ist dies für ein Gebot? R. Levi sagte: Zur Erinnerung an den Apfelbaum184Die Jisraélitinnen pflegten aus Furcht vor den ägyptischen Verfolgern (cf. Ex. 1,16ff.) in den Wäldern unter Apfelbäumen niederzukommen; cf. Sot. 11b. Der Fruchtbrei wird aus Äpfeln, Nüssen und Zimt hergestellt u. hat das Aussehen von Lehm.. R. Joḥanan sagte: Zur Erinnerung an den Lehm185Den die Jisraéliten in Ägypten zu bereiten hatten: cf. Ex. 1,14.. Abajje sagte: Daher muß er herb und dick sein; herb, zur Erinnerung an den Apfelbaum, und dick, zur Erinnerung an den Lehm.", "Übereinstimmend mit R. Joḥanan wird gelehrt: Die Gewürze sind zur Erinnerung an das Stroh, und der Fruchtbrei ist zur Erinnerung an den Lehm. R. Elea͑zar b. R. Çadoq erzählte: Die Schalterhändler zu Jerušalem pflegten wie folgt zu rufen: Kommt heran, kauft Gewürze zu Gebotszwecken.", "MAN SCHENKE IHM DEN ZWEITEN BECHER EIN, UND NUN RICHTE DAS KIND AN SEINEN VATER DIE FOLGENDEN FRAGEN, DIE, WENN DAS KIND DAZU KEINEN VERSTAND HAT, SEIN VATER ES LEHRE:", "WARUM IST DIESE NACHT ANDERS ALS JEDE ANDERE NACHT : IN JEDER ANDEREN NACHT ESSEN WIR GESÄUERTES ODER UNGESÄUERTES, IN DIESER NACHT NUR UNGESÄUERTES; IN JEDER ANDEREN NACHT ESSEN WIR VERSCHIEDENE KRÄUTER, IN DIESER NACHT NUR BITTERKRAUT; IN JEDER ANDEREN NACHT ESSEN WIR GEBRATENES, GESCHMORTES ODER GEKOCHTES FLEISCH, IN DIESER NACHT NUR GEBRATENES ; IN JEDER ANDEREN NACHT TUNKEN WIR NUR EINMAL EIN, IN DIESER NACHT ZWEIMAL.", "NACH DEM VERSTÄNDNIS DES KINDES LEHRE ES SEIN VATER. MAN BEGINNE MIT DER SCHMACH UND SCHLIESSE MIT DEM RUHME, UND SO TRAGE MAN VOR VON:186Dt. 26,5.Ein verlorener Aramäer war mein Ahn, BIS ZUM SCHLUSSE DES GANZEN ABSCHNITTES.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Ist das Kind verständig, so frage es, ist es nicht verständig, so frage die Frau, sonst frage er sich selbst. Selbst zwei Schriftgelehrte, die in den Satzungen des Pesaḥfestes kundig sind, fragen einander.", "WARUM IST DIESE NACHT ANDERS ALS JEDE ANDERE NACHT : IN JEDER ANDEREN NACHT TUNKEN WIR NUR EINMAL EIN, IN DIESER NACHT ZWEIMAL. Raba wandte ein: Ist es denn in jeder anderen Nacht nicht zulässig, auch nicht einmal einzutunken!? Vielmehr, sagte Raba, lautet es wie folgt: in jeder anderen Nacht sind wir auch nicht einmal einzutunken verpflichtet, in dieser Nacht zweimal.", "R. Saphra wandte ein: [Wissen denn] Kinder von einer Pflicht!? Vielmehr, sagte R. Saphra, lautet es wie folgt: wir tunken sonst auch nicht einmal ein, in dieser Nacht zweimal.", "MAN BEGINNE MIT DER SCHMACH UND SCHLIESSE MIT DEM RUHME. Welches ist die Schmach? – [Der Abschnitt] ‘Anfangs waren unsere Vorfahren Götzenanbeter’. Raba sagte: [Der Abschnitt] ‘Sklaven waren wir’.", "R. Naḥman sprach zu seinem Sklaven Daro: Was hat der Sklave, wenn ihn sein Herr freiläßt und ihm noch Silber und Gold schenkt, zu ihm zu sprechen? Dieser erwiderte: Er muß ihm Dank und Preis zollen. Da sprach jener: Du hast uns vom Hersagen des [Abschnittes] ‘Warum ist anders’ befreit. Darauf begann er [den Abschnitt] ‘Sklaven waren wir’ herzusagen.", "R.GAMLIÉL SAGTE:" ], [ "WER AM PESAḤFESTE ÜBER FOLGENDE DREI DINGE NICHT SPRICHT, GENÜGT NICHT SEINER PFLICHT, UND ZWAR: DAS PESAḤOPFER, DAS UNGESÄUERTE UND DAS BITTERKRAUT. DAS PESAḤOPFER [ISST MAN], WEIL GOTT DIE HÄUSER UNSERER VORFAHREN IN MIÇRAJIM ÜBER-SPRUNGEN187Gf. Ex. 12,27. [PASAḤ] HAT;", "DAS UNGESÄUERTE, WEIL UNSERE VORFAHREN IN MIÇRAJIM ERLÖST188Dies geschah in solcher Eile, daß sie keine Zeit hatten, den Teig sauern zu lassen.WURDEN; DAS BITTERKRAUT, WEIL DIE MIÇRIJIM DAS LEBEN UNSERER VORFAHREN IN MIÇRAJIM VERBITTERT HATTEN.", "IN JEDEM ZEITALTER IST JEDER VERPFLICHTET, SICH VORZUSTELLEN, ALS SEI ER SELBST AUS MIÇRAJIM GEZOGEN, DENN ES HEISST:189Ex. 13,8.an jenem Tage sollst du deinem Sohne also erzählen: Wegen dessen, was der Herr an mir getan hat, als ich aus Miçrajim zog.", "DARUM SIND WIR VERPFLICHTET ZU DANKEN, ZU RÜHMEN, ZU LOBEN, ZU VERHERRLICHEN, ZU ERHEBEN, ZU VEREHREN, ZU PREISEN, ZU ERHÖHEN UND ZU HULDIGEN VOR DEM, DER UNSEREN VÄTERN UND UNS ALL DIESE WUNDER GETAN; DER UNS GEFÜHRT AUS KNECHTSCHAFT ZU FREIHEIT, AUS KUMMER ZUR FREUDE, AUS TRAUER ZUR FESTLICHKEIT, AUS FINSTERNIS ZU GROSSEM LICHTE UND AUS SKLAVEREI ZUR ERLÖSUNG; LASSET UNS VOR IHM SPRECHEN : 190Beginn des Lobliedes aus dem Buche der Psalmen (113-118).Preiset Gott.", "WIE WEIT LESE MAN? DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT: BIS:191Schluß des Ps.s 113.Die Mutter der Kinder frohlockt, DIE SCHULE HILLELS SAGT, BIS: 192Schluß des Ps.s 114.Den Kiesel in einen Wasserquell. vi MAN SCHLIESSE MIT DER ERLÖSUNGSFORMEL. R. TRYPHON SAGT: ‘DER UNS UND UNSERE VORFAHREN AUS MIÇRAJIM ERLÖST HAT’, OHNE WEITERE SCHLUSSFORMEL.", "R. A͑QIBA SAGT: ‘SO MÖGE DER HERR, UNSER GOTT UND DER GOTT UNSERER VORFAHREN, UNS ANDERE FEIERTAGE UND FESTE, DIE UNS ENTGEGENKOMMEN, IN FRIEDEN ERREICHEN LASSEN; ERFREUT ÜBER DEN BAU DEINER STADT, JUBELND IN DEINEM DIENSTE. DORT WERDEN WIR VON DEN PESAḤOPFERN UND VON SCHLACHTOPFERN ESSEN &C., BIS: ‘GEPRIESEN SEIEST DU, O HERR, DER DU JISRAÉL ERLÖST HAST’.", "GEMARA. Raba sagte: Man muß auch sagen: ‘Und uns hat er von dort herausgeführt’. Raba sagte: Das Ungesäuerte muß man193Beim Erwähnen desselben.hochheben, das Bitterkraut muß man hochheben, das Fleisch braucht man nicht hochzuheben, und noch mehr: dies würde sogar den Anschein haben, als äße man Geheiligtes außerhalb.", "R. Aḥa b. Ja͑qob sagte : Ein Blinder braucht die Haggada nicht herzusagen, denn hierbei heißt es wegen dieses und dort194Beim mißratenen Sohne, Dt. 21,20.heißt es dieser, unser Sohn, wie dort ein Blinder ausgeschlossen ist, ebenso ist auch hierbei ein Blinder ausgeschlossen. –", "Dem ist aber nicht so, Meremar erzählte ja, er habe die Jünger der Schule R. Josephs gefragt, wer die Haggada bei R. Joseph hersage, und sie erwiderten ihm, R. Joseph, [ferner fragte er,] wer die Haggada bei R. Šešeth hersage, und man erwiderte ihm, R. Šešeth195RJ. u. RŠ. waren blind.!? – Diese Rabbanan sind der Ansicht, das Ungesäuerte sei in der Jetztzeit nur eine rabbanitische Pflicht. –", "Demnach wäre R. Aḥa b. Ja͑qob der Ansicht, das Ungesäuerte sei in der Jetztzeit eine Pflicht der Tora, und R. Aḥab. Ja͑qob selbst sagte ja, das Ungesäuerte sei in der Jetztzeit eine rabbanitische Pflicht!? – Er ist der Ansicht, die Rabbanan haben all ihre Bestimmungen denen der Tora gleichgestellt. –", "Dies gilt ja auch nach R. Šešeth und R. Joseph, daß nämlich die Rabbanan all ihre Bestimmungen denen der Tora gleichgestellt haben!? –", "Ist dies denn [stichhaltig]? Dort sollte es ‘es ist unser Sohn’ heißen, wenn es aber ‘dieser unser Sohn’ heißt, so schließt dies einen Blinden aus, hierbei aber kann es ja nicht anders als ‘dieses’ heißen und bezieht sich vielmehr auf das Ungesäuerte und das Bitterkraut.", "DARUM SIND WIR VERPFLICHTET." ], [ "R. Ḥisda sagte im Namen R. Joḥanans: Halelujah196Preiset den Herrn; in den Psalmen sehr oft gebrauchte Liederformel., Kesjah197Stuhl des Herrn; Ex. 17,16., und Jedidjah198Geliebter des Herrn (Beiname Šelomos); iiSam. 12,25.sind jedes ein Wort. Rabh sagte: Kesjah und Merḥabjah199Weite des Herrn; Ex. 118,5.sind jedes ein Wort. Raba sagte: Nur Merḥabjah.", "Sie fragten: Wie ist es mit Merḥabjah nach R. Ḥisda? – Dies bleibt unentschieden.", "Sie fragten: Wie ist es mit Jedidjah nach Rabh? – Komm und höre: Rabh sagte, Jedidjah könne geteilt werden, daher sei Jedid profan und jah heilig.", "Sie fragten: Wie ist es mit Halelujah nach Rabh? – Komm und höre: Rabh erzählte, er habe ein Psalmenbuch der Schule seines Oheims200Od. Freundes, d. i. R. Ḥija.gesehen, in dem Halelu auf der einen Seite und jah auf der anderen Seite201Der Kolumne, am Schlusse der vorangehenden u. am Beginn der folgenden Zeile.stand.", "Er streitet somit gegen R. Jehošua͑ b. Levi, denn R. Jehošua͑ b. Levi sagte, Halelujah heiße: preiset ihn mit vielen202Das W. הללויה ist eine Pluralform, also ein Wort.Preisungen.", "Dieser befindet sich in einem Widerspruche mit sich selbst, denn R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Zehn Ausdrücke der Preisung203Dh. die Psalmen tragen folgende Worte als Überschrift.befinden sich im Buche der Psalmen: Musiklied, Saitenlied, Lehrgedicht, Psalm, Gesang, Heil, Loblied, Gebet, Danklied und Halelujah; der bedeutendste unter ihnen ist Halelujah, das den Gottesnamen und eine Lobpreisung in einem [Worte] enthält.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Das Lied in der Tora204Ex. Kap. 15.dichteten Moše und Jisraél, als sie aus dem Meere stiegen. Wer dichtete das Loblied? – Die Propheten unter ihnen ordneten für Jisraél an, es bei jeder Festgelegenheit und bei jedem nicht205Euphemistisch; nach Abwendung desselben.eintreffenden Unglücksfalle herzusagen. Und wenn sie [dereinst] erlöst werden, werden sie es über ihre Erlösung hersagen.", "Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Sämtliche Loblieder, die im Buche der Psalmen enthalten sind, dichtete David, denn es heißt : 206Ps. 72,20.zuende [kallu] sind die Gebete Davids, des Sohns Jišajs, und man lese nicht kallu, sondern kol-elu [all diese].", "Wer dichtete dieses Loblied? R. Jose sagte: Mein Sohn Elea͑zar sagt, Moše und Jisraél dichteten es, als sie aus dem Meere stiegen, die Genossen aber streiten gegen ihn und sagen, David habe es gedichtet. Seine Worte sind jedoch einleuchtender als ihre Worte, sollte es denn möglich sein, daß die Jisraéliten ihre Pesaḥopfer geschlachtet oder ihre Feststräuße [in die Hand] genommen, ohne ein Lied angestimmt zu haben!?", "Eine andere Begründung: Ist es denn möglich, daß, während das Götzenbild des Mikha in Freuden207Cf. Jud. 17,5. im Texte antiphratisch בבכי, im Weinen; nach einer anderen Erklärung ist בכי ein Ortsname.dastand, Jisraél das Loblied angestimmt haben soll!?", "Die Rabbanan lehrten: Sämtliche Lieder und Lobgesänge im Buche der Psalmen dichtete David, wie R. Elie͑zer sagt, über sich selbst, und wie R. Jehošuá sagt, über die Gemeinschaft; die Weisen sagen, manche von ihnen über die Gemeinschaft und manche von ihnen über sich selbst: die in der Einzahl abgefaßt sind, über sich selbst, die in der Mehrzahl abgefaßt sind, über die Gemeinschaft.", "Musiklieder und Saitenlieder beziehen sich auf die Zukunft; Lehrgedichte durch einen Vortragenden. [Heißt es:] Davids ein Psalm, so ruhte die Göttlichkeit auf ihm, und nachher dichtete er das Lied; [heißt es:] ein Psalm Davids, so dichtete er das Lied, und nachher ruhte die Göttlichkeit auf ihm.", "Dies lehrt dich, daß die Göttlichkeit auf einem nicht bei Trägheit, nicht bei Traurigkeit, nicht bei Scherz, nicht bei Leichtfertigkeit und nicht bei müßigem Geplauder ruhe, sondern nur bei freudiger Stimmung einer gottgefälligen Handlung, denn es heißt: 208iiReg. 3,15.jetzt aber holt mir einen Saitenspieler, Jedesmal, wenn der Saitenspieler spielte, kam über ihn der Geist Gottes.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Dies gilt auch von der Halakha. R. Naḥman sagte: Dies gilt auch von einem guten Traume. –", "Dem ist ja aber nicht so, R. Gidel sagte ja im Namen Rabhs, daß, wenn ein Schüler vor seinem Lehrer sitzt und seine Lippen nicht [vor Ehrfurcht] Bitternis triefen, sie verbrüht werden mögen!? Es heißt nämlich:209Cant. 5,13.seine Lippen wie die Lilien, fließende Myrrhe träufelnd, und man lese nicht šošanim [Lilien], sondern šešonim [die studieren], auch lese man nicht mor o͑ber [fließende Myrrhe], sondern mar o͑ber [fließende Bitternis]. –", "Das ist kein Widerspruch; das eine für den Lehrer, das andere für den Schüler.", "Wenn du aber willst, sage ich: das eine wie das andere für den Lehrer, dennoch ist dies kein Widerspruch; das eine, bevor er begonnen hat, das andere, nachdem er begonnen hat. So pflegte auch Rabba, bevor er vor den Schülern [den Vortrag] begann, etwas Scherzhaftes zu sagen, und die Schüler wurden heiter, dann saß er ehrfürchtig und begann mit der Lehre.", "Die Rabbanan lehrten: Wer dichtete dieses Loblied? R. Elie͑zer sagt, Moše und Jisraél dichteten es, als sie am Meere standen. Sie sprachen: 210Ps. 115,1.Nicht uns, Herr, nicht uns. Darauf erwiderte der heilige Geist und sprach zu ihnen:211Jes. 48,11.Um meinetwillen, um meinetwillen tu ich es. R. Jehuda sagt, Jehošuá und Jisraél dichteten es, als die kenaa͑nitischen Könige wider sie aufstanden. Sie sprachen: Nicht uns, und [der heilige Geist] erwiderte &c.", "R. Elea͑zar aus Modai͑m sagt. Debora und Baraq dichteten es, als Sisra wider sie aufstand. Sie sprachen: Nicht uns, und der heilige Geist erwiderte und sprach: Um meinetwillen, um meinetwillen tu ich es. R. Elea͑zar b. A͑zarja sagt, Ḥizqija und sein Kollegium dichteten es, als Sanḥerib wider sie aufstand. Sie sprachen: Nicht uns, und der [heilige Geist] erwiderte &c. R. A͑qiba sagt, Ḥananja, Mišaél und A͑zarja dichteten es, als der ruchlose Nebukhadneçar wider sie aufstand. Sie sprachen: Nicht uns, und [der heilige Geist] erwiderte &c. R. Jose der Galiläer sagt, Mordekhaj und Ester dichteten es, als der ruchlose Haman wider sie aufstand. Sie sprachen: Nicht uns, und [der heilige Geist] erwiderte &c.", "Die Weisen sagen, die Propheten unter ihnen ordneten für Jisraél an, es bei jeder Festgelegenheit und bei jedem nicht eintreffenden205Euphemistisch; nach Abwendung desselben.Unglücksfalle herzusagen. Und wenn sie [dereinst] erlöst werden, werden sie es über ihre Erlösung hersagen.", "R. Ḥisda sagte, Halelujah212Zwischen zwei Abschnitten im Buche der Psalmen.gehöre zum Schlusse des [vorangehenden] Abschnittes, Rabba b. R. Hona sagte, Halelujah gehöre zum Beginn des [folgenden] Abschnittes. R. Ḥisda sprach: Ich sah ein Psalmenbuch der Schule des R. Ḥanin b.Rab[a], in dem das Halelujah sich in der Mitte des Abschnittes213Mit gleichem Abstände vor- u. nachher.befand ; demnach war es ihm zweifelhaft.", "R. Ḥanin b. Raba sagte: Alle stimmen überein, daß hinter [dem Verse] : 214Ps. 145,21.Vom Ruhme des Herrn soll mein Mund reden, und alles Fleisch preise seinen heiligen Namen immer und ewig, das Halelujah zum Beginn des [folgenden] Abschnittes gehöre. Ferner auch, daß hinter [dem Verse]: 215Ib. 112,10.Der Gottlose wird es sehen und sich ärgern, wird mit den Zähnen knirschen und vergehen; die Hoffnung der Gottlosen wird zunichte werden, das Halelujah zum Beginn des [folgenden] Abschnittes gehöre. Ferner auch, daß hinter [dem Verse] :216Ib. 134,1.Die ihr im Tempel des Herrn steht, das Halelujah zum Beginn des [folgenden] Abschnittes gehöre.", "Die Bibelkundigen217קראי nach Qid. Fol. 49a, die in der ganzen Bibel kundig sind, während בעלי מקרא diejenigen bezeichnet, die sich mit dem Studium der Bibel befassen.fügen noch folgende hinzu: Hinter [dem Verse] :218Ps. 110,7.Aus dem Bache am Wege trinkt er, darum erhebt er das Haupt, gehört das Halelujah zum Beginn des [folgenden] Abschnittes. Und hinter [dem Verse] : 219Ib. 111, 10.Der Weisheit Anfang ist die Furcht des Herrn; gute Einsicht wird allen, die sie üben, gehört das Haleluj ah zum Beginn des [folgenden] Abschnittes. –", "Es ist anzunehmen, daß hierüber auch Tannaím streiten : Wie weit lese man? Die Schule Šammajs sagt, bis:220Ib. 113,9.Die Mutter der Kinder frohlockt, die Schule Hillels sagt, bis:221Ib. 114,8.Den Kiesel in einen Wasserquell. Und ein Anderes lehrt: Wie weit lese man? Die Schule Šammajs sagt, bis:222Ib. V. 1.Als Jisraél aus Miçrajim zog, die Schule Hillels sagt, bis : 223Ib. 115,1.Nicht uns, Herr, nicht uns." ], [ "Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: derjenige, der bis Die Mutter der Kinder frohlockt sagt, ist der Ansicht, das Halelujah gehöre zum Beginn224Zwischen beiden Versen steht das W. Halelujah.des [folgenden] Abschnittes, und derjenige, der bis Als Jisraél aus Miçrajim zog sagt, ist der Ansicht, das Halelujah gehöre zum Schlusse224Zwischen beiden Versen steht das W. Halelujah. des [vorangehenden] Abschnittes. –", "R. Ḥisda erklärt [beide Lehren] nach seiner Ansicht. Alle stimmen überein, das Halelujah gehöre zum Schlusse des [vorangehenden] Abschnittes; nach demjenigen, der bis Als Jisraél zog sagt, stimmt dies ja, und derjenige, der bis Die Mutter der Kinder frohlockt sagt, meint es ‘bis’ (und bis) einschließlich. –", "Sollte er doch sagen: bis Halelujah!? Wolltest du erwidern, man würde nicht wissen, welches Halelujah, so sollte er sagen: bis Halelujah des [Verses] Die Mutter der Kinder frohlockt!? – Dies ist ein Einwand.", "Auch Rabba b. R. Hona erklärt [beide Lehren] nach seiner Ansicht. Alle stimmen überein, das Halelujah gehöre zum Beginn des [folgenden] Abschnittes; nach demjenigen, der bis Die Mutter der Kinder frohlockt sagt, stimmt dies ja, und derjenige, der bis Als Jisraél zog sagt, meint es ‘bis’ (und bis) ausschließlich. –", "Sollte er doch sagen: bis Halelujah!? Wolltest du erwidern, man würde nicht wissen, welches Halelujah, so sollte er sagen: bis Halelujah des [Verses] Als Jisraél zog!? – Dies ist ein Einwand.", "MAN SCHLIESSE MIT DER ERLÖSUNGSFORMEL. Raba sagte: Die [Erlösungsformel] des Šema͑ und des Lobliedes lautet ‘der Jisraél erlöst hat’, die des Gebetes lautet ‘der Jisraél erlöst’, weil dies ein Gebet225Für die zukünftige Erlösung.ist.", "R. Zera sagte: Im Weihsegen sage man ‘der uns durch seine Gebote geheiligt und befohlen hat’, im Gebete sage man ‘heilige uns durch deine Gebote’, weil dies ein Gebet ist.", "R. Aḥa b.Ja͑qob sagte: Im Segen zur Weihe des Tages muß man des Auszuges aus Miçrajim erwähnen, denn hierbei226Dt. 16,3. heißt es: damit du denkest, und dort227Ex. 20,8.heißt es : denke daran, den Šabbath heilig zu halten.", "Rabba b. Šila sagte: Im Gebete sage man ‘er läßt das Horn der Hilfe hervorsprießen’, im [Segen der] Haphṭara [sage man] ‘der Schild Davids’.", "228iiSam. 7,9.Und ich will dir einen großen Namen schaffen gleich den Namen der Größten, das ist, wie R. Joseph lehrte, die Formel ‘der Schild Davids’.", "R. Šimo͑n b. Laqiš sagte:229Gen. 12,2.Ich will dich zu einem großen Volke machen, das ist die Formel ‘der Gott Abrahams’; ich will dich segnen, das ist die Formel ‘der Gott Jiçḥaqs’; ich will deinen Namen groß machen, das ist die Formel ‘der Gott Ja͑qobs’.", "Man könnte glauben, sie seien alle in der Schlußformel zu nennen, so heißt es: du sollst ein Segen sein, nur mit dir wird man [den Segensspruch] schließen und nicht mit allen.", "Raba erzählte: Einst traf ich die Greise230R. Jehuda u. R. E͑na; cf. Syn. Fol. 17b.von Pumbeditha, und diese saßen und sagten am Šabbath sowohl im Gebete als auch im Weihsegen ‘der den Šabbath heiligt’, und am Feste sowohl im Gebete als auch im Weihsegen ‘der Jisraél und die Zeiten heiligt’. Da sprach ich zu ihnen: Im Gegenteil, im Gebete sage man sowohl am Šabbath als auch am Feste ‘der Jisraél heiligt’ und im Weihsegen sage man am Šabbath ‘der den Šabbath heiligt’ und am Feste ‘der Jisraél und die Zeiten heiligt’.", "Ich will sowohl meine Ansicht als auch euere Ansicht begründen. Euer Grund ist: der Šabbath ist feststehend, daher sage man sowohl im Gebete als auch im Weihsegen ‘der den Šabbath heiligt’, das Fest wird von den Jisraéliten bestimmt, die die Monde interkalieren und das Jahr festsetzen, daher sage man ‘der Jisraél und die Zeiten heiligt’.", "Mein Grund ist: das Gebet wird in Gemeinschaft verrichtet, daher sage man ‘der Jisraél heiligt’, der Weihsegen wird von einzelnen gesprochen, daher sage man am Šabbath ‘der den Šabbath heiligt’ und am Feste ‘der Jisraél und die Zeiten heiligt’.", "Dies ist aber nichts; verrichtet man etwa das Gebet nicht auch einzeln, oder spricht man etwa den Weihsegen nicht auch in Gemeinschaft!? Raba aber ist der Ansicht, man richte sich danach, wie es üblich ist.", "U͑la b. Rabh trat231Wörtl. stieg hinab, weil das Betpult in einer Vertiefung steht; cf. Ber. Fol. 10b.einst in Gegenwart Rabas [vor das Betpult] und sprach [die Formeln] nach der Ansicht der Greise von Pumbeditha, und dieser sagte ihm nichts. Demnach ist Raba von seiner Ansicht abgekommen. R. Nathan, der Vater des R. Hona, der Sohn Nathans, trat einst [vor das Betpult] in Gegenwart R. Papas und sprach [die Formeln] nach Ansicht der Greise von Pumbeditha, und R. Papa lobte ihn.", "Rabina erzählte: Als ich einst in Sura bei Meremar eingekehrt war, trat der Gemeindevorbeter in seiner Gegenwart [vor das Betpult] und sprach [die Formeln] nach der Ansicht der Greise von Pumbeditha, und die Leute wollten ihn zum Schweigen bringen. Da sprach dieser: Lasset ihn, die Halakha ist wie die Greise von Pumbeditha. Hierauf unterließen sie es.", "MAN SCHENKE IHM DEN DRITTEN BECHER EIN, UND ER SPRICHT DEN SEGEN ÜBER DAS MAHL, ALSDANN DEN VIERTEN, UND ER LIEST DAS LOBLIED ZUENDE UND SPRICHT DEN SEGEN ÜBER DAS LIED. ZWISCHEN JENEN BECHERN DARF MAN, WENN MAN WILL, [NOCH AUSSERDEM] TRINKEN, NICHT ABER ZWISCHEN DEM DRITTEN UND DEM VIERTEN.", "GEMARA. R. Ḥanan sprach zu Raba: Hieraus ist zu entnehmen, daß zum Tischsegen ein Becher [Wein] erforderlich sei. Dieser erwiderte: Die Rabbanan haben [das Trinken] von vier Bechern als Zeichen der Freiheit angeordnet, und bei jedem besonders ist ein Gebot auszuüben232Daher spreche man beim vierten den Tischsegen; daraus geht aber nicht hervor, daß dies alltags erforderlich ist..", "ALSDANN DEN VIERTEN, UND ER LIEST DAS LOBLIED ZUENDE UND SPRICHT DEN SEGEN ÜBER DAS LIED." ], [ "Welcher ist der Segen über das Lied? – R. Jehuda sagt, [der Segen auf] ‘Es rühmen dich, Herr, unser Gott’; R. Joḥanan sagt [der Segen auf] ‘Der Odem alles Lebenden’. Die Rabbanan lehrten: Nach dem vierten [Becher] beende man das Loblied und spreche das große Loblied – so R. Tryphon. Manche sagen, [den Psalm]233Ps. 23,1.Der Herr ist mein Hirt, mir wird nichts mangeln. –", "Welches ist das große Loblied? – R. Jehuda sagt, von234Ib. 136,2.Danket bis235Ib. 137,1.An den Flüssen Babels; R. Joḥanan sagt, von236Pss. 120-134 beginnen sämtlich mit ‘Stufenlied’; hier ist wahrscheinl. der letzte gemeint.Stufenlied bis An den Flüssen Babels; R. Aḥa b. Ja͑qob sagt, von237Ps. 135,4.Denn der Herr hat Ja͑qob erwählt bis An den Flüssen Babels. –", "Weshalb heißt es das große Loblied? R. Joḥanan erwiderte : Weil der Heilige, gepriesen sei er, in der Höhe des Weltalls weilt und jedem Geschöpfe seine Nahrung verabreicht238Soll wohl heißen, weil in diesem Psalm davon gesprochen wird..", "R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Auf wen beziehen sich diese sechsundzwanzig Dankverse239Der in Rede stehende Psalm (136) hat 26 Verse.? Auf die sechsundzwanzig Generationen, die der Heilige, gepriesen sei er, vor der Verleihung der Tora auf seiner Welt erschaffen und in seiner Gnade240Da sie gar keine Verdienste hatten.ernährt hatte.", "R. Ḥisda sagte: Es heißt : 241Ps. 136,1.danket dem Herrn, denn er ist gütig; danket dem Herrn, daß er die Schuld des Menschen von der [ihm gewährten] Güte einzieht. [Er nimmt] vom Reichen seinen Ochsen, vom Armen sein Schaf, von der Waise ihr Ei und von der Witwe ihre Henne242Er straft ihn an seinem Vermögen und nicht körperlich..", "R. Joḥanan sagte : Der Erwerb des Menschen ist doppelt so schwer als die Geburt, denn von der Geburt heißt es:243Gen. 3,16. 17. עצבון wird als Pluralform von עצב aufgefaßt.mit Schmerz, von der Nahrung aber heißt es:243Gen. 3,16. 17. עצבון wird als Pluralform von עצב aufgefaßt.mit Sehmerzen.", "Ferner sagte R. Joḥanan: Der Erwerb des Menschen ist schwieriger als die Erlösung, denn von der Erlösung heißt es:244Gen. 48,16.der Engel, der mich von allen Nöten errettete, nur ein Engel, vom Erwerb aber heißt es: 245Ib. V. 15.der Gott, der mich ernährt hat.", "R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Als der Heilige, gepriesen sei er, zu Adam sprach : 246Ib. 3,18.Dornen und Disteln soll sie dir hervorbringen, flössen seine Augen Tränen, und er sprach vor ihm: Herr der Welt, ich und mein Esel sollen nun aus einer Krippe essen! Als er aber zu ihm sagte:247Ib. V. 19.Im Schweiße deines Angesichtes sollst du Brot essen, beruhigte er sich.", "Reš Laqiš sagte : Wohl wäre uns, wenn es dabei geblieben248Man würde seine Nahrungsmittel fertig vorgefunden haben.wäre. [Abajje sagte:] Noch sind wir dem nicht entgangen, denn wir essen ja Kräuter vom Felde.", "R. Šezbi sagte im Namen des R. Elea͑zar b. A͑zarja: Der Erwerb des Menschen ist so schwierig, wie die Spaltung des Schilfmeeres, denn es heißt:249Ps. 136,25.der allem Fleische Speise gibt, und nahe [vorher] heißt es: 250Ib. V. 13.der das Schilfmeer in Stücke zerschnitt.", "R. Elea͑zar b. A͑zarja sagte: Der Stuhlgang des Menschen ist so schwer, wie der Todestag und wie die Spaltung des Schilfmeeres, denn es heißt: 251Jes. 51,14.es eilt der Niedergedrückte252צעח auch in der Bedeutung entleeren (cf. Jer. 48,12), das Entleerte, der Kot; viell, aber צעה gl. צואה Kot, Exkremente. Er spricht wohl von der Verstopfung.sich zu entfesseln, und darauf folgt: 253Jes. 51,15.er wühlt das Meer auf, und seine Wogen brausen.", "Ferner sagte R. Šešeth im Namen des R. Elea͑zar b. A͑zarja: Wenn jemand die Feste schändet, so ist dies ebenso, als würde er Götzendienst treiben, denn es heißt:254Ex. 34,17.du sollst dir kein gegossenes Gottesbild machen, und darauf folgt : 255Ib. V. 18.das Fest des Ungesäuerten sollst du halten.", "Ferner sagte R. Šešeth im Namen des R. Elea͑zar b. A͑zarja: Wer Verleumdung spricht, Verleumdung anhört oder falsches Zeugnis wider seinen Nächsten ablegt, verdient, daß man ihn vor die Hunde werfe, denn es heißt : 256Ib. 22,30.ihr sollt es vor die Hunde werfen, und darauf folgt :257Ib. 23,1.du sollst kein falsches Gerücht entgegennehmen, und man lese [auch] : entgegennehmen lassen.", "Wozu brauchen wir, wo das große Loblied vorhanden ist, dieses258Das Loblied.zu lesen!? – Weil in diesem folgende fünf Dinge enthalten sind: Der Auszug aus Miçrajim, die Spaltung des Schilfmeeres, die Verleihung der Tora, die Auferstehung der Toten und die Leiden der messianischen Zeit.", "Der Auszug aus Miçrajim, denn es heißt :259Ps. 114,1.als Jisraél aus Miçrajim zog. Die Spaltung des Schilfmeeres, denn es heißt :260Ib. V. 2.das Meer sah und floh. Die Verleihung der Tora, denn es heißt : 261Ib. V. 3.die Berge tanzten wie die Widder. Die Auferstehung der Toten, denn es heißt:262Ib. 116,9.ich werde vor dem Angesichte des Herrn wandeln.", "Die Leiden der messianischen Zeit, denn es heißt:263Ib. 115,1.nicht uns, Herr, nicht uns. R. Joḥanan sagte: Es heißt: nicht uns, Herr, nicht uns, das ist die Knechtschaft der Regierungen. Manche lesen: R. Joḥanan sagte: Nicht uns, Herr, nicht uns, das ist der Krieg von Gog und Magog.", "R. Naḥman b.Jiçḥaq erwiderte: Weil in diesem die Rettung der Seelen der Frommen aus dem Fegefeuer enthalten ist, denn es heißt:264Ib. 116,4.ach, Herr, errette meine Seele. Ḥizqija erwiderte: Weil in diesem das Hinabsteigen der Frommen265Cf. Dan. Kap. 3.in den Schmelzofen und deren Heraufsteigen aus diesem enthalten ist.", "Ihr Hinabsteigen, denn es heißt: nicht uns, Herr, nicht uns, dies sagte Ḥananja; 263Ib. 115,1.deinem Namen gib Ehre, dies sagte Mišaél; 263Ib. 115,1.um deiner Gnade, um deiner Treue willen, dies sagte A͑zarja; 266Ps. 115,2.weshalb sollen die Völker sprechen, dies sagten sie allesamt.", "Ihr Heraufsteigen aus dem Schmelzofen, denn es heißt:267Ib. 117,1.lobet den Herrn, alle Völker, dies sagte Ḥananja; 267Ib. 117,1.preiset ihn, alle Nationen, dies sagte Mišaél ; 268Ib. V. 2.denn mächtig ist über uns seine Gnade, dies sagte A͑zarja; 268Ib. V. 2.und die Treue des Herrn währt ewig, Halelujah, dies sagten sie allesamt.", "Manche sagen, [den Vers:] die Treue des Herrn währt ewig, sagte Gabriél. Als nämlich der ruchlose Nimrod unseren Vater Abraham in den Schmelzofen warf, sprach Gabriél vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, ich will hinabsteigen, [den Schmelzofen] kühlen und diesen Frommen aus dem Schmelzofen retten. Da sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu ihm: Ich bin einzig auf meiner Welt, und er ist einzig auf seiner Welt, es geziemt sich, daß der Einzige selber den Einzigen rette. Da aber der Heilige, gepriesen sei er, kein Geschöpf um sein Verdienst kommen läßt, sprach er : Es soll dir beschieden sein, drei seiner Nachkommen zu retten.", "R. Šimo͑n der Šilonite trug vor: Als der ruchlose Nebukhadneçar Ḥananja, Mišaél und A͑zarja in den Schmelzofen warf, trat der Hagelfürst Jurqemi vor den Heiligen, gepriesen sei er, und sprach: Herr der Welt, ich will hinabsteigen, den Schmelzofen kühlen und diese Frommen aus dem Schmelzofen retten. Da sprach Gabriél zu ihm: Nicht darin besteht die Macht des Heiligen, gepriesen sei er. Du bist der Hagelfürst, und jeder weiß, daß Wasser das Feuer lösche; vielmehr will ich, der ich Feuerfürst bin, hinabsteigen und ihn innen kühlen" ], [ "und außen sengen, und so ein Wunder in einem Wunder vollbringen. Hierauf sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu ihm: Steige hinab. Alsdann begann Gabriél und sprach: Die Treue des Herrn währt ewig.", "R. Nathan sagte: Die Treue des Herrn währt ewig, dies sagten die Fische des Meeres. Dies nach R. Hona, denn R. Hona sagte: Die Jisraéliten jenes Zeitalters waren kleingläubig, und zwar nach einem Vortrage des Rabba b. Mari. Es heißt :269Ps. 106,7.sie widersetzten sich am Schilfmeere, dies lehrt, daß sich die Jisraéliten damals widersetzten und sprachen : Wie wir aus dieser Seite heraufkommen, ebenso können ja die Miçrijim aus einer anderen Seite heraufkommen.", "Darauf sprach der Heilige, gepriesen sei er, zum Meeresfürsten: Speie sie aufs Festland aus. Da sprach dieser: Herr der Welt, ist es denn üblich, daß, wenn ein Herr seinem Diener ein Geschenk macht, er es ihm wieder abnimmt!? Er erwiderte: Ich will dir anderthalbmal soviel geben.", "Jener entgegnete: Herr der Welt, ist es denn üblich, daß ein Diener seinen Herrn mahnt!? Er erwiderte: Der Bach Qišon soll mein Bürge sein. Hierauf spie er sie auf das Festland, und die Jisraéliten kamen und sahen sie, wie es heißt:270Ex. 14,30.und Jisraél sah die Miçrijim tot am Meeresufer liegen. –", "Wieso anderthalbmal soviel? – Beim Pharao͑ heißt es:271Ib. V. 7.sechshundert eiserne Streitwagen, bei Sisra aber heißt es:272Jud. 4,13.neunhundert eiserne Streitwagen.", "Als Sisra kam, fiel er über sie mit eisernen Spießen her; da ließ der Heilige, gepriesen sei er, gegen sie die Sterne aus ihren Bahnen vortreten, wie es heißt : 273Ib. 5,20.da kämpften die Sterne vom Himmel. Als die Sterne des Himmels auf sie niedergingen, erglühten die eisernen Spieße, und sie stiegen in den Bach Qišon hinab, um sich abzukühlen.", "Da sprach der Heilige, gepriesen sei er, zum Bache Qišon: Geh und komme deiner Bürgschaft nach. Hierauf raffte sie der Bach Qišon zusammen und warf sie ins Meer, wie es heißt : 274Ib. V. 21.der Bach Qišon raffte sie zusammen, der Bach der Vorzeit. Was heißt ‘der Bach der Vorzeit’? Der Bach, der in der Vorzeit Bürge war. Alsdann begannen die Fische des Meeres und sprachen: Die Treue des Herrn währt ewig.", "R. Šimo͑n b. Laqiš sagte: Es heißt : 275Ps. 113,9.der die Unfruchtbare [a͑qereth] des Hauses wohnen läßt; die Gemeinschaft Jisraél sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er : Herr der Welt, deine Kinder behandeln mich wie das Wiesel, das sich im Untergrund [i͑qre] der Häuser aufhält.", "Raba trug vor: Es heißt :276Ib. 116,1.es ist mir lieb, daß der Herr erhört; die Gemeinschaft Jisraél sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er : Herr der Welt, lieb bin ich dir dann, wenn du die Stimme meines Flehens erhörest. 277Ib. V. 6.Ich bin arm, so hilf mir; die Gemeinschaft Jisraél sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er : Herr der Welt, bin ich auch arm an verdienstlichen Handlungen, so gehöre ich doch dir, und es geziemt, mir zu helfen.", "R. Kahana sagte: Als R. Jišma͑él b. R. Jose erkrankte, ließ Rabbi ihn bitten: Sage uns doch zwei oder drei von den Dingen, die du uns im Namen deines Vaters gesagt hast.", "Dieser ließ ihm erwidern : Folgendes sagte mein Vater. Es heißt:278Ib. 117,1.lobet den Herrn, alle Völker; wie kommen die weltlichen Völker dazu? Er meint es wie folgt: die weltlichen Völker sollen den Herrn loben, wegen der Großtaten und Wunder, die er ihnen erwiesen hat, und um so mehr wir, wo doch mächtig ist seine Huld über uns.", "Und noch etwas [sagte er] : Dereinst wird Miçrajim dem Messias ein Geschenk darbringen, er aber wird die Annahme verweigern wollen. Alsdann wird der Heilige, gepriesen sei er, zum Messias sprechen : Nimm es von ihnen an, denn sie haben meinen Kindern in Miçrajim Gastfreundschaft gewährt. Alsbald:279Ib. 68,32. Es kommen Vornehme aus Miçrajim,", "Dann wird Kuš [einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere auf sich selbst beziehen: wenn dies von Miçrajim gilt, das sie geknechtet hat, um wieviel mehr von mir, der ich sie nicht geknechtet habe. Hierauf wird der Heilige, gepriesen sei er, zu ihm sprechen: Nimm es [auch] von ihnen an. Alsbald : 279Ib. 68,32.Κuš läßt seine Hände zu Gott eilen.", "Nun wird die ruchlose Regierung280Im T. gewöhnlich das römische Reich. [ einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere auf sich selbst beziehen: wenn dies von diesen gilt, die nicht ihre Brüder sind, um wieviel mehr von uns, die wir ihre Brüder sind. Darauf wird der Heilige, gepriesen sei er, zu Gabriél sprechen : 281Ps. 68,31.Bedrohe das Tier im Rohre [qane], bedrohe das Tier und eigne [qene] dir die Gemeinde.", "Eine andere Erklärung: Bedrohe das Tier im Rohre, das im Rohre wohnt, denn es heißt :282Ib. 80,14.es benagt ihn das Schwein aus dem Walde, und was sich auf dem Felde regt, weidet ihn ab.", "R. Ḥija b. Abba erklärte im Namen R. Joḥanans: Bedrohe das Tier, dessen sämtliche Handlungen mit einem Rohre283Gleichmäßige Bestimmungen zur Verfolgung Jisraéls.geschrieben werden. 284Ps. 68,31.Die Schar der Tapferen samt den Völkerkälbern; die die Tapferen wie herrenlose Kälber hinschlachteten.", "284Ps. 68,31.Sich niederwerfend mit Silberbarren [raçe], die die Hand nach Geld ausstrecken, ohne jedoch den Wunsch [reçon] des Gebers zu erfüllen. 284Ps. 68,31.Er zerstreut die Völker, die Kriege lieben; was verursachte, daß Jisraél unter die Völker zerstreut wurde? Die Kriege, nach welchen sie verlangten.", "Und noch etwas ließ er ihm sagen: Dreihundertfünfundsechzig Straßen hat die große Stadt Rom, jede hat dreihundertfünfundsechzig Burgen, und jede Burg hat dreihundertfünfundsechzig Aufgänge und in jedem Aufgang ist soviel vorhanden, um die ganze Welt ernähren zu können.", "R. Jišmaél sprach zu Rabbi und, wie manche sagen, zu R. Jišmaél b. R. Jose: Für wen [ist dies alles bestimmt]? – Für dich und deine Genossen und deine ganze Gesellschaft, denn es heißt : 285Jes. 23,18.sein Gewinn und sein Buhlerlohn soll eine heilige Gabe an den Herrn sein; man wird ihn nicht aufspeichern noch ansammeln, sondern er wird denen gehören, die vor dem Herrn sitzen &c. –", "Was heißt: nicht aufspeichern? R. Joseph lehrte : nicht aufspeichern, in einem Speicher, nicht ansammeln, in einer Schatzkammer. – Wer [gehört zu denen], die vor dem Herrn sitzen? R. Elea͑zar erwiderte:" ], [ "Der den Platz seines Genossen im Lehrhause kennt. Manche lesen: R. Elea͑zar erwiderte: Der seinen Genossen im Lehrhause zu begrüßen pflegt. –", "Was heißt :285Jes. 23,18.zu dauernder Verhüllung? – Wer die Dinge, die der Dauernde286Hochbetagter, Bezeichnung für Gott; cf. Dan. 7,9.verhüllt hat, verborgen hält; das sind nämlich die Geheimnisse287Die methaphysischen Lehren; cf. Hg. Fol. 13a.der Tora. Manche erklären: Wer die Dinge, die der Dauernde verhüllt hat, bloßlegt, das sind nämlich die Begründungen der Tora.", "R. Kahana sagte im Namen des R. Jišma͑él b. R. Jose: Es heißt : 288Ps. 4,1.ein Siegeslied mit Saitenspiel; ein Psalm Davids; singet dem, der froh ist, wenn er besiegt wird.", "Komm und sieh, wie anders ist die Art des Heiligen, gepriesen sei er, als die Art eines [Menschen aus] Fleisch und Blut: wenn man einen [Menschen aus] Fleisch und Blut besiegt, so ist er traurig, wenn man aber den Heiligen, gepriesen sei er, besiegt, so freut er sich, denn es heißt: 289Ib. 106,23.er gedachte sie zu vertilgen, wenn nicht Moše, sein Auserwählter, vor ihm in die Bresche getreten wäre.", "R. Kahana sagte im Namen des R. Jišma͑él b. R. Jose, und R. Šimo͑n b.Laqiš sagte es im Namen R. Jehuda des Fürsten: Es heißt:290Ez. 1,8.und unter ihren Flügeln hatten sie Menschenhände; geschrieben steht291Der masoretische Text hat ידו statt ידי.seine Hand, das ist die Hand des Heiligen, gepriesen sei er, die unter den Flügeln der [himmlischen] Tiere ausgestreckt ist, um die Bußfertigen aus der Hand der Rechtswaltung in Empfang zu nehmen.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Alles Silber und Gold auf der Welt sammelte Joseph und brachte es nach Miçrajim, denn es heißt: 292Gen. 47,14.und Joseph sammelte alles Silber, das vorhanden war. Ich weiß dies von dem, das in Miçrajim und Kenaa͑n vorhanden war, woher dies von dem, das in anderen Ländern vorhanden war? Es heißt:293Ib. 41,57.alle Welt kam nach Miçrajim.", "Als die Jisraéliten aus Miçrajim zogen, nahmen sie es mit, wie es heißt : 294Ex. 12,36.und sie leerten Miçrajim aus. R. Asi erklärte, sie machten es wie ein Netz, in dem keine Getreidekörner sind. R. Šimo͑n erklärte, wie eine Meerestiefe, in der keine Fische295Wegen des Gleichklanges des Wortes מצודה Netz, bezw. מצולה Meerestiefe mit נצל.sind.", "So lag es bis Rehabea͑m, dann kam Šišaq, der König von Miçrajim, und nahm es Reḥabea͑m ab, wie es heißt : 296iReg. 14,25. 26.im fünften Jahre des Königs Reḥabea͑m zog Šišaq, der König von Miçrajim, wider Jerušalem heran und nahm die Schätze des Tempels des Herrn und die Schätze des königlichen Hauses. Hierauf kam Zeraḥ, der König von Kuš, und nahm es Šišaq ab.", "Hierauf kam Asa, und nahm es Zeraḥ, dem Könige von Kuš, ab und übersandte es Hadrimmon, dem Sohne Ṭabrimmons. Hierauf kamen die Leute von A͑mmon und nahmen es Hadrimmon, dem Sohne Ṭabrimmons, ab. Hierauf kam Jehošaphaṭ und nahm es den Leuten von A͑mmon ab, und so lag es bis Aḥaz.", "Hierauf kam Sanḥerib und nahm es Aḥaz ab. Hierauf kam Ḥizqija und nahm es Sanḥerib ab, und so lag es bis Çidqija. Hierauf kamen die Kasdim und nahmen es Çidqija ab. Hierauf kamen die Perser und nahmen es den Kasdim ab. Hierauf kamen die Griechen und nahmen es den Persern ab. Endlich kamen die Römer und nahmen es den Griechen ab, und noch befindet es sich in Rom.", "R. Ḥama b. Ḥanina sagte: Drei Schätze versteckte Joseph in Miçrajim; einen entdeckte Qoraḥ297Cf. Num. Kap. 16., einen entdeckte Antoninus, Sohn des Severus, und einer ist für die Frommen in der Zukunft bestimmt.", "298Ecc. 5,12.Reichtum, der von seinem Besitzer zu seinem. Unglück gehütet wird; R. Šimo͑n b. Laqiš sagte, dies sei der Reichtum Qoraḥs.299Dt. 11,6.Und der ganze Bestand zu ihren Füßen; R. Elea͑zar erklärte, dies sei das Geld des Menschen, das ihn auf die Füße stellt. R. Levi sagte : Die Schlüssel der Schatzkammern Qoraḥs waren eine Last für dreihundert weiße Maultiere, und alle Schlüssel und Verschlüsse waren aus Leder.", "R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Joḥanans:300Ps. 118,21.Ich danke dir, daß du mich erhört hast, dies sprach David.301Ib. V. 22.Der Stein, den die Bauenden verachtet haben, ist zum Ecksteine geworden, dies sprach Jišaj. 302Ib. V. 23.Von Seiten des Herrn ist dies geschehen, dies sprachen seine Brüder. 303Ib. V. 24.Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat, dies sprach Šemuél.", "301Ib. V. 22.Ach, Herr, hilf doch, dies sprachen seine Brüder.304Ib. V. 25.Ach, Herr, gib doch Gelingen, dies sprach David,305Ib. V. 26.Gesegnet sei, wer im Namen des Herrn kommt, dies sprach Jišaj.305Ib. V. 26. Wir segnen dich vom Tempel des Herrn aus, dies sprach Šemuél.306Ib. V. 27.Der Herr ist Gott, und er leuchtete uns, dies sprachen sie allesamt.306Ib. V. 27.Bindet das Festopfer mit Seilen, dies sprach Šemuél. 307Ib. V. 28.Du bist mein Gott, ich will dir danken, dies sprach David.307Ib. V. 28.Mein Gott, ich will dich erheben, dies sprachen sie allesamt.", "Dort haben wir gelernt: In Orten, wo es üblich ist," ], [ "[diese Verse]308Beim Singen des Lobliedes.zu wiederholen, wiederhole man sie, sie einmal zu lesen, lese man sie einmal, nachher den Segen zu sprechen, spreche man ihn. Alles nach dem Landesbrauche. Abajje sagte: Dies lehrten sie nur vom [Segen] nachher, vorher aber ist es Gebot, den Segen zu sprechen. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Šemuéls: Über alle Gebote spreche man den Segen vor [o͑ber] ihrer Ausübung. –", "Wieso ist es erwiesen, daß o͑ber die Bedeutung ‘vor’ hat? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Es heißt310iiSam. 18,23.da lief Aḥimaa͑ç durch die Aue und kam dem Mohren vor [vajaa͑bor]. Abajje erwiderte: Hieraus: 311Gen. 33,3.er ging vor [a͑bar] ihnen. Manche sagen: Hieraus :312Mich. 2,13.vor ihnen schreitet [vajaa͑bor] ihr König, und ihr Herr an ihrer Spitze.", "Es wird gelehrt: Rabbi wiederholte manche [Verse]. R. Elea͑zar b. Proṭo fügte da manches hinzu. – Was fügte er hinzu? Abajje erwiderte: Er fügte hinzu die Wiederholung der Verse von ‘Ich danke’309Am Schlusse des Lobliedes.ab.", "R. A͑vira trug vor, zuweilen im Namen Rabhs und zuweilen im Namen R. Asis: Es heißt : 313Gen. 21,8.das Kind wuchs heran und wurde entwöhnt. Dereinst wird der Heilige, gepriesen sei er, am Tage, an dem seine Liebe zu den Kindern Jiçḥaqs herangewachsen sein wird, den Frommen ein Festmahl bereiten. Nachdem sie gegessen und getrunken haben werden, wird man unserem Vater Abraham den Becher des Tischsegens reichen, damit er den Segen spreche.", "Er aber wird erwidern: Ich spreche nicht den Segen, denn mir entstammt Jišma͑él. Darauf wird man zu Jiçḥaq sprechen: Nimm du ihn und sprich den Segen. Er aber wird erwidern: Ich spreche nicht den Segen, denn mir entstammt E͑sav. Darauf wird man zu Ja͑qob sprechen: Nimm du ihn und sprich den Segen. Er aber wird erwidern: Ich spreche nicht den Segen, denn ich habe zwei Schwestern bei ihren Lebzeiten geheiratet, was die Tora später verboten hat.", "Darauf wird man zu Moše sprechen : Nimm du ihn und sprich den Segen. Er aber wird erwidern: Ich spreche den Segen nicht, denn mir war es weder bei Lebzeiten noch nach meinem Tode beschieden, in das Jisraélland zu kommen. Darauf wird man zu Jehošua͑ sprechen: Nimm du ihn und sprich den Segen. Er aber wird erwidern: Ich spreche nicht den Segen, denn mir war kein Sohn beschieden. (Denn es heißt: Jehošua͑, der Sohn Nuns. 314iChr. 7,27. Mit J. bricht die Genealogie ab, weil er keine Kinder hatte.Sein Sohn Nun, sein Sohn Jehošua͑.)", "Darauf wird man zu David sprechen: Nimm du ihn und sprich den Segen. Er aber wird erwidern: Ich spreche den Segen und mir geziemt es, den Segen zu sprechen. Wie es heißt : 315P. 116,13.ich will den Becher des Heils erheben und den Namen des Herrn anrufen.", "MAN DARF SICH NACH DEM PESAḤOPFER NICHT ZU EINEM NACHTISCH BEGEBEN.", "GEMARA. Was heißt Nachtisch? Rabh erklärte: Man darf nicht von einer Tischgesellschaft zu einer anderen gehen.", "Šemuél erklärte: Zum Beispiel Pilze für mich und junge Tauben für Abba. R. Ḥanina b.Šila und R. Joḥanan erklärten: Zum Beispiel Datteln, Rostähren und Nüsse. Übereinstimmend mit R. Joḥanan wird gelehrt: Man darf sich nach dem Pesaḥopfer nicht zum [Nachtisch] begeben, zum Beispiel Datteln, Rostähren und Nüsse.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Man darf sich nach dem Ungesäuerten316Am Pesaḥabend.nicht zu einem Nachtisch begeben. Wir haben gelernt: Man darf sich nach dem Pesaḥopfer nicht zum Nachtisch begeben, nach dem Pesaḥopfer nicht, wohl aber nach dem Ungesäuerten!? –", "Dies ist selbstverständlich: selbstverständlich [nicht] nach dem Ungesäuerten, das keinen intensiven Geschmack hat, man könnte aber glauben, nach dem Pesaḥopfer sei nichts dabei, da es einen intensiven Geschmack hat und sich nicht verliert, so lehrt er uns. –", "Ihm wäre eine Stütze zu erbringen. Man darf den Bauch mit Schwammkuchen, Honigkuchen und Rostkuchen füllen, nur muß man nachher ein olivengroßes Stück Ungesäuertes essen. Nur nachher" ], [ "und nicht vorher. – Dies ist selbstverständlich: selbstverständlich vorher, wo man es mit Appetit ißt, man könnte aber glauben, nachher nicht, weil man es ohne Appetit ißt, so lehrt er uns.", "Mar Zuṭra lehrte dies wie folgt: R. Joseph sagte im Namen R. Jehudas im Namen Šemuéls: Man darf sich nach dem Ungesäuerten zu einem Nachtisch begeben. Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Man darf sich nach dem Pesaḥopfer nicht zu einem Nachtisch begeben. Nur nach dem Pesaḥopfer nicht, wohl aber nach dem Ungesäuerten. –", "Dies ist selbstverständlich: selbstverständlich nicht nach dem Ungesäuerten, das keinen intensiven Geschmack hat, man könnte aber glauben, nach dem Pesaḥopfer sei es nicht [verboten], so lehrt er uns.", "Man wandte ein: Man darf den Bauch mit Schwammkuchen, Honigkuchen und Rostkuchen füllen, nur muß man nachher ein olivengroßes Stück Ungesäuertes essen. Nur nachher und nicht vorher!? –", "Dies ist selbstverständlich: selbstverständlich vorher, wo man es mit Appetit ißt, man könnte aber glauben, nachher nicht, weil man es ohne Appetit ißt, so lehrt er uns.", "Raba sagte: Das Ungesäuerte ist in der Jetztzeit Pflicht der Tora, das Bitterkraut nur rabbanitisch. – Das Bitterkraut wohl deshalb, weil es heißt:317Num. 9,11.mit Ungesäuertem und Bitterkraut, zur Zeit, wo es ein Pesaḥopfer gibt, gibt es auch Bitterkraut, zur Zeit aber, wo es kein Pesaḥopfer gibt, gibt es auch kein Bitterkraut,", "so heißt es ja auch vom Ungesäuerten, mit Ungesäuertem und Bitterhraut!? –Das Ungesäuerte hat die Schrift wieder einbegriffen : 318Ex. 12,18.abends sollt ihr Ungesäuertes essen. R. Aḥa b. Ja͑qob sagte, beide seien rabbanitisch. –", "Es heißt ja aber: abends sollt ihr Ungesäuertes essen!? – Dies bezieht sich auf den Unreinen319Die verhindert waren, das Pesaḥopfer herzurichten u. es einen Monat später nachzuholen haben; cf. Num. 9,9ff. und auf einer weiten Reise Befindlichen. Man könnte glauben, daß solche, da sie vom Pesaḥopfer nicht essen, auch Ungesäuertes und Bitterkraut nicht zu essen brauchen, so lehrt er uns. –", "Und Raba!? – Er kann dir erwidern: Hinsichtlich des Unreinen und des auf einer weiten Reise Befindlichen ist kein Schriftvers nötig, da sie ja nicht weniger sind als ein Unbeschnittener und ein Fremdling. Es wird nämlich gelehrt : 320Ex. 12,48.Kein Unbeschnittener darf davon essen: davon darf er nicht essen, wohl aber Ungesäuertes und Bitterkraut. –", "Und jener!? – Ein Schriftvers von diesen und ein Schriftvers von jenen, und beide321Hinsichtl. des Unreinen od. Verreisten ist vom Unbeschnittenen nichts zu folgern, weil jene das Pesaḥopfer nachzuholen haben, u. wäre nur ein Schriftvers vorhanden, so würde man ihn auf diesen bezogen haben.sind nötig.", "Übereinstimmend mit Raba wird gelehrt:322Dt. 16,8.Sechs Tage sollst du Ungesäuertes essen, und am siebenten Tage ist Festversammlung für den Herrn, deinen Gott; wie es am siebenten323Der ausdrücklich nur als Zugabe bezeichnet wird.nur freigestellt ist, ebenso ist es an den sechs Tagen nur freigestellt324Man darf zwar kein Gesäuertes essen, jedoch ist es Pflicht, Ungesäuertes zu essen.. –", "Wieso dies? – Hierbei ist anwendbar [die Regel] : Wenn etwas in der Generalisierung einbegriffen war und um etwas zu lehren ausgeschieden wurde, so bezieht sich diese Lehre nicht darauf allein, sondern auf die ganze325Ebenso bezieht sich hierbei die Ausschließung des 7. Tages von der Pflicht des Ungesäuerten auf alle übrigen.Generalisierung. –", "Man könnte glauben, auch in der ersten Nacht sei es nur freigestellt, so heißt es: mit Ungesäuertem und Bitterkraut sollen sie es essen.", "Ich weiß dies nur von der Zeit, wo der Tempel bestanden hat, woher dies von der Zeit, wo er nicht mehr besteht? Es heißt: abends sollt ihr Ungesäuertes essen, die Schrift macht es zur Pflicht.", "SIND WELCHE [VON DER TISCHGESELLSCHAFT] EINGESCHLAFEN, SO DÜRFEN SIE WEITER ESSEN, SIND ALLE [EINGESCHLAFEN], SO DÜRFEN SIE NICHT WEITER326Durch das Einschlafen wird die Tafel geteilt, u. es hat den Anschein, als äße man das Pesaḥopfer zweimal.ESSEN." ], [ "R. JOSE SAGT, SIND SIE EINGENICKT, DÜRFEN SIE [WEITER] ESSEN, SIND SIE FEST EINGESCHLAFEN, DÜRFEN SIE NICHT [WEITER] ESSEN. DAS PESAḤOPFER327Das nur bis Mitternacht gegessen werden darf; cf. Zeb. 56b.MACHT NACH MITTERNACHT DIE HÄNDE UNREIN; VERWERFLICHES UND ÜBRIGGEBLIEBENES328Was vom vorschriftsmäßig dargebrachten Opfer nach Ablauf der für das Essen festgesetzten Frist zurückbleibt. Bd. I, S. 400 ist Anm. 1 dahin zu ergänzen, daß das Opfer durch die tatsächliche od. beabsichtigte unvorschriftsmäßige Herrichtung (außerhalb des Raumes od. außerhalb der Zeit) verwerflich wird; cf. Zeb. Fol. 27b.MACHEN DIE HÄNDE UNREIN.ix,1", "GEMARA. R. JOSE SAGT, SIND SIE EINGENICKT, DÜRFEN SIE [WEITER] ESSEN, SIND SIE FEST EINGESCHLAFEN, DÜRFEN SIE NICHT [WEITER] ESSEN. Was heißt ‘eingenickt’? R. Aši erwiderte: Halb schlummernd und halb wachend ; wenn er beispielsweise, wenn man ihm etwas zuruft, antwortet, ohne jedoch eine überlegte Antwort geben zu können, und wenn man ihn erinnert, er es weiß.", "Einst saß Abajje vor Rabba329Wahrscheinl. am Pesaḥabend.und sah, wie er eingenickt war. Da sprach er zu ihm: Der Meister schlummert ja! Dieser erwiderte: Ich bin nur eingenickt, und es wird gelehrt, sind sie eingenickt, dürfen sie [weiter] essen, sind fest eingeschlafen, dürfen sie nicht [weiter] essen.", "DAS PESAḤOPFER MACHT NACH MITTERNACHT DIE HÄNDE UNREIN &C. Demnach gilt es von Mitternacht an als Zurückgebliebenes. Wer lehrte dies?", "R. Joseph erwiderte: Es ist R. Elea͑zar b. A͑zarja, denn es wird gelehrt : Sie sollen das Fleisch in dieser Nacht essen; R. Elea͑zar b. A͑zarja sagte: Hier heißt es: in dieser Nacht, und dort330Ex. 12,8 u. 12.heißt es: ich werde in dieser Nacht durch Miçrajim ziehen;", "wie dort bis Mitternacht, so auch hier bis Mitternacht.", "R. A͑qiba entgegnete: Es heißt vorher: in Eile, bis zur Zeit der Eile331Des Auszuges aus Ägypten, am Morgen.. R. Elea͑zar aber erklärt, unter Eile sei die Eile der Miçrijim zu verstehen, das ist die Plage der Erstgeborenen. –", "Wieso heißt es demnach in dieser Nacht!? – Man könnte glauben, es sei gleich den geheiligten Opfern am Tage zu essen, so heißt es: in dieser Nacht, es darf nur bei Nacht gegessen werden, nicht aber am Tage.", "Wofür verwendet R. A͑qiba [das Wort] in dieser? Dies ist deshalb nötig, um die folgende Nacht auszuschließen. Man könnte glauben, daß, da das Pesaḥopfer Minderheiliges ist und das Heilsopfer ebenfalls Minderheiliges ist, wie das Heilsopfer während zweier Tage und einer Nacht gegessen werden darf, auch das Pesaḥopfer", "statt an zwei Tagen an zwei Nächten, mithin während zweier Nächte und eines Tages gegessen werden dürfe, daher schrieb der Allbarmherzige: in dieser. –", "Und R. Elea͑zar b. A͑zarja!? – Er kann dir erwidern: Dies geht hervor aus [den Worten]:332Ex. 12,10.ihr sollt davon nicht bis zum Morgen zurücklassen. –", "Und R. A͑qiba!? – Er kann dir erwidern: hätte der Allbarmherzige nicht in dieser geschrieben, so könnte man glauben, unter Morgen sei der zweite Morgen zu verstehen. – Und R. Elea͑zar!? – Er kann dir erwidern: überall, wo es Morgen heißt, ist es der nächstfolgende Morgen.", "Raba sagte: Wer in der Jetztzeit Ungesäuertes nach Mitternacht gegessen hat, hat nach R. Elea͑zar b. A͑zarja seiner Pflicht nicht genügt. – Selbstverständlich, wenn es dem Pesaḥopfer gleichgestellt wird, gleicht es ja diesem!? –", "Man könnte glauben, die Schrift habe es aus dieser Gleichstellung333Durch die Aufhebung der Pflicht, am P. Ungesäuertes zu essen; cf. Anm. 324.ausgeschlossen, so lehrt er uns, daß die Schrift, da sie es334Hinsichtl, der Pflicht am ersten Abend, ob. Fol. 120a. einbegreift, es auch in ersterer Hinsicht335Hinsichtl. der Frist.einbegreift.", "VERWERFLICHES UND ÜBRIGGEBLIEBENES MACHEN DIE HÄNDE UNREIN. R. Hona und R. Ḥisda [streiten hierüber] : einer erklärt, wegen Verdächtigkeit336Aus Animosität gegen den Darbringenden das Opfer absichtlich verwerflich zu machen.der Priester, und einer erklärt, wegen Nachlässigkeit337Das Opferfleisch aufzuessen.der Priester. Einer lehrt dies von einem olivengroßen Quantum und einer lehrt dies von einem eigroßen Quantum." ], [ "Einer bezieht dies auf das Verwerfliche und einer bezieht dies auf das Übriggebliebene.", "Wer dies auf das Verwerfliche bezieht, [begründet] : wegen Verdächtigkeit der Priester, und wer dies auf das Übriggebliebene bezieht, [begründet:] wegen Nachlässigkeit der Priester.", "Einer lehrt dies von einem olivengroßen Quantum, wie beim Verbote, und einer lehrt dies von einem eigroßen Quantum, wie bei der Verunreinigung338Verboten ist eine Speise (an sich bezw. an einem Tage, an dem das Essen verboten ist) schon bei Olivengröße, verunreinigungsfähig ist sie erst bei Eigröße..", "HAT MAN DEN SEGEN ÜBER DAS PESAḤOPFER GESPROCHEN, SO ENTHEBT ES DAS SCHLACHTOPFER339Das außerdem zum Feste geschlachtet wird, bezw. gelobte und gespendete Opfer., HAT MAN DEN SEGEN ÜBER DAS SCHLACHTOPFER GESPROCHEN, SO ENTHEBT ES DAS PESAḤOPFER NICHT – SO R. JIŠMA͑ÉL; R. A͑QIBA SAGT, WEDER ENTHEBE DIESES JENES, NOCH JENES DIESES.", "GEMARA. Wenn du darüber nachdenkst, ist nach [der Ansicht] R. Jišma͑éls das Werfen im Gießen340Der Rest des Blutes eines Heilsopfers (nachdem es am Altar gesprengt wurde) ist werfend fortzugießen, des Rest des Pesaḥopfers ist langsam auszuschütten, damit das Blut auch das Altarfundament berühre.einbegriffen, nicht aber das Gießen im Werfen,", "und nach der Ansicht R. A͑qibas nicht das Gießen im Werfen noch das Werfen im Gießen." ], [ "Einst befand sich R. Šimiaj bei einer Lösefeier341Das erstgeborene männliche Kind, ob von Tieren oder Menschen, gilt als geheiligt u. muß als Opfer dargebracht, bezw. ausgelöst werden; das Lösegeld ist an einen Priester zu entrichten; cf. Ex. 13,13.eines Sohnes, und man richtete an ihn folgende Frage: Es ist klar, daß den Segen ‘Der uns durch seine Gebote geheiligt und die Auslösung des Sohnes geboten hat’ der Vater des Kindes zu sprechen habe, wer aber spreche den Segen ‘Gepriesen sei er, der uns leben, bestehen und zu dieser Zeit heranreichen ließ’; spreche ihn der Priester oder spreche ihn der Vater des Kindes:", "spreche ihn der Priester, da der Nutzen ihm zufällt, oder spreche ihn der Vater des Kindes, da er das Gebot ausübt? Er wußte es nicht. Als er darauf ins Lehrhaus kam und fragte, erwiderte man ihm: Der Vater des Kindes spreche beide Segenssprüche. Die Halakha ist: der Vater des Kindes spreche beide Segenssprüche." ] ], "sectionNames": [ "Daf", "Line" ] }