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"language": "en",
"title": "Menachot",
"versionSource": "https://www.nli.org.il/he/books/NNL_ALEPH001042448/NLI",
"versionTitle": "Talmud Bavli. German trans. by Lazarus Goldschmidt, 1929 [de]",
"shortVersionTitle": "Lazarus Goldschmidt, 1929",
"actualLanguage": "de",
"languageFamilyName": "german",
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"direction": "ltr",
"heTitle": "מנחות",
"categories": [
"Talmud",
"Bavli",
"Seder Kodashim"
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[],
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" JEDES SPEISOPFER, VON DEM DER HAUFE AUF EINEN ANDEREN NAMENABGEHOBEN WORDEN IST, IST TAUGLICH, NUR WIRD ES DEM EIGENTÜMER NICHT ALS PFLICHTOPFER ANGERECHNET, AUSGENOMMEN SIND DAS SÜND-SPEISOPFER UND DAS EIFERSUCHTS-SPEISOPFER.",
"HAT MAN VOM SÜND-SPEISOPFER ODER VOM EIFERSUCHTS-SPEISOPFER DEN HAUFEN AUF EINEN ANDEREN NAMEN ABGEHOBEN ODER AUF EINEN ANDEREN NAMEN IN DAS GEFÄSS GETAN, HINGEBRACHT ODER AUFGERÄUCHERT, ODER AUF SEINEN NAMEN UND EINEN ANDEREN NAMEN, ODER AUF EINEN ANDEREN NAMEN UND SEINEN NAMEN, SO SIND SIE UNTAUGLICH.",
"AUF SEINEN NAMEN UND EINEN ANDEREN NAMEN, ZUM BEISPIEL: AUF DEN NAMEN EINES SÜND-SPEISOPFERS UND EINES FREIWILLIGEN SPEISOPFERS; AUF EINEN ANDEREN NAMEN UND SEINEN NAMEN: AUF DEN NAMEN EINES FREIWILLIGEN SPEISOPFERS UND EINES SÜND-SPEISOPFERS.",
"GEMARA. Weshalb heißt es ‘nur’, es sollte doch heißen: ‘und’ wird es dem Eigentümer nicht als Pflichtopfer angerechnet!? –",
"Folgendes lehrt er uns: allerdings wird es dem Eigentümer nicht als Pflichtopfer angerechnet, das Speisopfer aber ist an sich tauglich, und man darf daran nichts ändern. Dies nach Raba, denn Raba sagte, wenn man ein Brandopfer auf einen anderen Namen geschlachtet hat, dürfe man nicht auch das Blut auf einen anderen Namen sprengen.",
"Wenn du willst, ist dies zu begründen, und wenn du willst, aus einem Schriftverse zu entnehmen. Wenn du willst, ist dies zu begründen: sollte man denn, weil man dabei einmal falsch verfahren hat, fortfahren und weiter falsch verfahren!?",
"Wenn du willst, aus einem Schriftverse zu entnehmen: den Ausspruch deiner Lippen sollst du halten und entsprechend handeln, wie du dem Herrn, deinem Gott, gelobt hast, die freiwillige Gabe &c. Wieso freiwillige Gabe, es ist ja Gelobtes: er nennt es Gelobtes und er nennt es freiwillige Gabe!? Vielmehr, hast du so verfahren, wie du gelobt hast, so ist es Gelobtes, wenn aber nicht, so ist es eine freiwillige Gabe,"
],
[
"und auch bei einer freiwilligen Gabe darf nicht falsch verfahren werden.",
"Es wäre anzunehmen, daß unsere Mišna nicht die Ansicht R. Šimo͑ns vertritt, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagte: Alle Speisopfer sind, wenn der Haufe auf einen anderen Namen abgehoben worden ist, tauglich, und sie werden dem Eigentümer als Pflichtopfer angerechnet,",
"weil Speisopfer nicht den Schlachtopfern gleichen: hebt man den Haufen ab von einem Pfannenopfer auf den Namen eines Tiegelopfers, so beweist die Zubereitung, daß es ein Pfannenopfer ist, wenn ein trockenes auf den Namen eines umgerührten, so beweist die Zubereitung, daß es ein trockenes ist;",
"anders aber verhält es sich bei den Schlachtopfern: bei allen erfolgt das Schlachten gleichmäßig, bei allen erfolgt das Sprengen gleichmäßig und bei allen erfolgt die [Blut]aufnähme gleichmäßig.",
"Allerdings kann nach R. Aši, welcher sagt, einesgelte von dem Falle, wenn man den Haufen von einer Pfanne auf den Namen eines Tiegelsabhebt, und einesgelte von dem Falle, wenn man den Haufen von einem Pfannenopfer auf den Namen eines Tiegelopfersabhebt,",
"unsere Mišna von einem Opfer auf den Namen eines Opferssprechen, wie ist es aber nach Rabbaund Raba zu erklären?",
"Wollte man erwidern, nach der Erklärung Rabbas, eines gelte von der Verwechselung des Opfers und eines gelte von der Verwechselung des Eigentümers,",
"so spricht ja unsere Mišna von der Verwechselung des Opfers, denn er lehrt: auf seinen Namen und auf einen anderen Namen, zum Beispiel: auf den Namen eines Sünd-Speisopfers und eines freiwilligen Speisopfers!?",
"Und wollte man erwidern, nach der Erklärung Rabas, eines, wenn man den Haufen von einem Speisopfer auf den Namen eines Speisopfers abhebt, und eines, wenn man den Haufen von einem Speisopfer auf den Namen eines Schlachtopfers abhebt,",
"so spricht ja unsere Mišna von einem Speisopfer auf den Namen eines Speisopfers, denn er lehrt: auf einen anderen Namen und auf seinen Namen: auf den Namen eines freiwilligen Speisopfers und eines Sünd-Speisopfers!? – Am richtigsten ist es vielmehr, daß nach Rabba und Raba unsere Mišna nicht die Ansicht R. Šimo͑ns vertritt.",
"Ich will auf einen Widerspruch hinweisen, in dem R. Šimo͑n sich befindet. Es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagte:Es ist hochheilig, gleich dem Sündopfer und dem Schuldopfer; manchesgleicht dem Sündopfer und manches gleicht dem Schuldopfer;",
"das Sünd-Speisopfer gleicht dem Sündopfer, daher ist es, wenn der Haufe auf einen anderen Namen abgehoben worden ist, gleich dem Sündopfer untauglich, und das freiwillige Speisopfer gleicht dem Schuldopfer, daher ist es, wenn der Haufe auf einen anderen Namen abgehoben worden ist, gleich dem Schuldopfertauglich;",
"und wie ferner das Schuldopfertauglich ist und nicht wohlgefälligmacht, ebenso ist auch das freiwillige Speisopfertauglich und macht nicht wohlgefällig.",
"Rabba erwiderte: Das ist kein Widerspruch; eines gilt von der Verwechslung des Opfers und eines gilt von der Verwechslung des Eigentümers.",
"Abajje sprach zu ihm: Merke, der Allbarmherzige hat es ja wegen der Absicht als untauglich erklärt, was durch Vergleichunggefolgert wird, welchen Unterschied gibt es nun zwischen der Verwechslung des Opfers und der Verwechslung des Eigentümers!?",
"Dieser erwiderte: Das, was R. Šimo͑n sagt, die Zubereitung beweise es, hat einen Vernunftgrund, denn R. Šimo͑n pflegt den Grund der Schrift zu berücksichtigen.",
"Ist die Absicht nicht kenntlich, so hat der Allbarmherzige es als untauglicherklärt, ist aber die Absicht kenntlich, so hat der Allbarmherzige es nicht als untauglich erklärt. –",
"Demnach sollte das Geflügel-Brandopfer, dem man oberhalbauf den Namen eines Geflügel-Sündopfers den Kopf abgekniffen hat, wohlgefällig machen,",
"da aus der Zubereitung zu ersehen ist, daß es ein Geflügel-Brandopfer ist, denn wäre es ein Sündopfer, so müßte es unterhalbhergerichtetwerden!? –",
"Kann denn das Geflügel-Sündopfer nicht auch oberhalb hergerichtet werden, der Meister sagte ja, wenn man den Kopf an irgend einer Stelle des Altars abgekniffen hat, sei es tauglich. –",
"Das Geflügel-Brandopfer, dessen Blut man oberhalb auf den Namen eines Geflügel-Sündopfers ausgepreßt hat, sollte ja wohlgefällig machen, da aus der Herrichtung zu ersehen ist, daß es ein Geflügel-Brandopfer ist, denn wenn es ein Sündopfer wäre, so müßte es unterhalb hergerichtet und [das Blut] gesprengtwerden!? –"
],
[
"Man könnte glauben, dies sei das Auspressen nach dem Sprengen, denn der Meister sagte, wenn man das Blut an irgend einer Stelle des Altars ausgepreßt hat, sei es tauglich. –",
"Das Geflügel-Sündopfer, dessen Blut man unterhalb auf den Namen eines Geflügel-Brandopfers gesprengt hat, sollte ja wohlgefällig machen, da aus der Herrichtung zu ersehen ist, daß es ein Geflügel-Sündopfer ist, denn wenn es ein Brandopfer wäre, so müßte es oberhalb hergerichtet und [das Blut] ausgepreßtwerden!? –",
"Demist auch so. – Er sagt ja aber: weil Speisopfer nicht den Schlachtopfern gleichen!? – Den Schlachtopfern, nicht aberden Geflügelopfern. –",
"Hochheilige in der Nordseiteauf den Namen von minderheiligen geschlachtete Opfer sollten ja wohlgefällig machen, da aus der Herrichtung zu ersehen ist, daß es hochheilige sind, denn wären es minderheilige, so würde man sie in der Südseite hergerichtet haben!? –",
"Der Allbarmherzige sagt ja nur, daß sie auch in der Südseite herzurichten sind, sagt er etwa, daß dies nur in der Südseite und nicht in der Nordseite zu erfolgen habe? Wir haben gelernt, daß sie an jeder Stelle im Tempelhofe geschlachtet werden dürfen. –",
"Minderheilige in der Südseite auf den Namen von hochheiligen geschlachtete Opfer sollten ja wohlgefällig machen, da aus der Herrichtung zu ersehen ist, daß es minderheilige sind, denn wären es hochheilige, so würde man sie in der Nordseite hergerichtet haben!? –",
"Man kann glauben, es seien hochheilige, nur habe man übertreten und sie in der Südseite geschlachtet. –",
"Demnach kann man ja, auch wenn diesbei einem Pfannenopfer auf den Namen eines Tiegelopfers erfolgt, glauben, dieser habe ein Tiegel-Speisopfer gelobt und bringe es in einer Pfanne dar; er hebe den Haufen richtig auf den Namen eines Tiegelopfers ab, nur übertrete er und bringe es in einer Pfannedar!? –",
"Hierbei gilt es, auch wenn man eines in einem Tiegel gelobt hat, sobald man es in einer Pfanne darbringt, als Pfannenopfer.",
"Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand gesagt hat, er gelobe [ein Speisopfer] in einer Pfanne, und eines in einem Tiegel gebracht hat, in einem Tiegel, und eines in einer Pfanne gebracht hat, so ist, was er gebracht hat, gültig, sein Gelübde aber hat er nicht eingelöst. –",
"Vielleicht aber sagte er, er werde diesesin einer Pfanne darbringen, und brachte es in einem Tiegel, und wir haben gelernt, wenn man dieses in einer Pfanne darzubringen [gelobt] und es in einem Tiegel dargebracht hat, oder in einem Tiegel darzubringen, und es in einer Pfanne dargebracht hat, sei es untauglich!? –",
"Nach den Rabbanan ist dem auch so, nach R. Šimo͑naber, welcher sagt, er habesogar der Pflicht seines Gelübdes genügt, wonach die Bestimmung durch das Gefäß belanglos ist, ist es einerlei, ob man ‘dieses’ oder ‘ich nehme auf mich’gesagt hat. –",
"Demnach sollte doch ein auf den Namen eines Sündopfers geschlachtetes Brandopfer wohlgefällig machen, da für diesesein Männchen und für jenes ein Weibchen darzubringenist!? – Es gibt den Ziegenbock eines Fürsten, der ein Männchen ist, somit ist es nicht ersichtlich. –",
"Wie ist aber der Fall zu erklären, wenn man gesagt hat: auf den Namen eines Sündopfers für einen Privaten!? Und ferner sollte ja das auf den Namen eines Brandopfers geschlachtete Sündopfer eines Privaten wohlgefällig machen, da als Sündopfer ein Weibchen und als Brandopfer ein Männchen darzubringen ist!? – Es wird mit dem Fettschwanze verdeckt. –",
"Allerdings, wenn man ein Lamm darbringt, wie ist es aber in dem Falle zu erklären, wenn man eine Ziegedarbringt!? – Vielmehr, die Leute achten nicht darauf, zwischen Männchen und Weibchen zu unterscheiden. –",
"Das auf den Namen eines Schuldopfers geschlachtete Pesaḥopfer sollte ja wohlgefällig machen, denn dieses ist einjährig und jenes ist zweijährig!? – Da es noch das Schuldopfer des Nazirs und das Schuldopfer des Aussätzigengibt, so ist dies nicht stichhaltig. –",
"Wie ist aber der Fall zu erklären, wenn man gesagt hat: auf den Namen eines Schuldopfers wegen Raubes, auf den Namen eines Schuldopfers wegen Veruntreuung!? Und ferner sollte ja das auf den Namen eines Pesaḥopfers geschlachtete Schuldopfer wegen Raubes oder wegen Veruntreuung wohlgefällig machen, denn das Pesaḥopfer ist einjährig und diese sind zweijährig!? –",
"Vielmehr, die Leute achten nicht darauf, zwischen einjährig und zweijährig zu unterscheiden, denn manche einjährige sehen wie zweijährige und manche zweijährige sehen wie einjährige aus. –",
"Der auf den Namen eines Schuldopfersgeschlachtete Ziegenbocksollte ja wohlgefällig machen, denn das eine hat Wolle und das andere Haar!? – Man könnte glauben, es sei ein schwarzer Widder. –",
"Das auf den Namen eines Pesaḥopfers oder Schuldopfers geschlachtete Kalb oder Rindsollte ja wohlgefällig machen, denn ein Kalb und ein Rind sind ja als Pesaḥopfer und als Schuldopfer nicht, geeignet!? –"
],
[
"Dem ist auch so, und unter Schlachtopferist die Mehrheit der Schlachtopfer zu verstehen.",
"Raba erklärte: Diesist kein Widerspruch; einesgilt von dem Falle, wenn man den Haufen von einem Speisopfer auf den Namen eines Speisopfers abgehoben hat, und eines von dem Falle, wenn man ihn von einem Speisopfer auf den Namen eines Schlachtopfers abgehoben hat.",
"Vom Speisopfer auf den Namen eines Speisopfers heißt es:dies ist das Gesetz des Speisopfers, ein Gesetz für alle Speisopfer, und vom Speisopfer auf den Namen eines Schlachtopfers heißt es: dies ist das Gesetz des Speisopfers, nicht aber des Schlachtopfers. –",
"Der Autor begründet ja aber: weil die Zubereitunges beweist!? – Er meint es wie folgt: obgleich es bei dieser Absicht zu ersehenist, und erst recht untauglichsein sollte, denn es heißt: dies ist das Gesetz des Speisopfers, ein Gesetz für alle Speisopfer. –",
"Was heißt: anders aber verhält es sich bei den Schlachtopfern? –",
"Obgleich das Schlachten bei allen gleichmäßigist, denn es heißt: dies ist das Gesetz des Speisopfers, nicht aber des Schlachtopfers. –",
"Demnach sollte doch das auf den Namen eines Sündopfers wegen Blut[genusses], auf den Namen eines Sündopfers wegen Götzendienstes, auf den Namen eines Sündopfers eines Nazirs, oder auf den Namen eines Sündopfers eines Aussätzigen geschlachtete Sündopfer wegen Talg[genusses] tauglich sein und wohlgefällig machen, denn der Allbarmherzige sagt:dies ist das Gesetz des Sündopfers, ein Gesetz für alle Sündopfer!? –",
"Nach R.Šimo͑n ist dem auch so, nach den Rabbanan aber sagte Raba, wenn man ein Sündopfer wegen Talg[genusses] auf den Namen eines Sündopfers wegen Blut[genusses], oder auf den Namen eines Sündopfers wegen Götzendienstes geschlachtet hat, sei es tauglich, und wenn auf den Namen eines Sündopfers eines Nazirs oder eines Sündopfers eines Aussätzigen, sei es untauglich, weil diese als Brandopfergelten.",
"R. Aḥa, der Sohn Rabas, lehrte, in allen diesen Fällen sei es untauglich, denn [es heißt:]er schlachte es als Sündopfer, auf den Namen dieses Sündopfers.",
"R. Aši erklärte: Diesist kein Widerspruch; eines gilt von dem Falle, wenn man den Haufen von einem Pfannenopferauf den Namen eines Tiegelsabhebt, und eines von dem Falle, wenn man ihn von einem Pfannenopfer auf den Namen eines Tiegelopfers abhebt.",
"Wenn von einem Pfannenopfer auf den Namen eines Tiegels, so erstreckt sich die Absicht auf das Gefäß, und die Absicht hinsichtlich des Gefäßes macht es nicht untauglich, wenn aber von einem Pfannenopfer auf den Namen eines Tiegelopfers, so erstreckt sich die Absicht auf das Speisopfer, das durch die Absicht untauglich wird. –",
"Der Autor begründet ja aber: weil die Zubereitunges beweist!? – Er meint es wie folgt: obgleich es bei dieser Absicht zu ersehenist, und erst recht untauglich seinsollte. –",
"Was heißt: anders aber verhält es sich bei den Schlachtopfern? – Obgleich das Schlachten bei allen gleichmäßig ist, das Sprengen bei allen gleichmäßig ist und die [Blut]aufnahme bei allen gleichmäßigist, denn die Absicht erstreckt sich auf das Schlachten, das dadurch untauglich wird.",
"R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Wieso sagt esR. Šimo͑n von dem Falle, wenn ein trockenes auf den Namen eines umgerührten!?",
"Dieser erwiderte: Nur als Umgerührtes. – Demnach sollte auch beim Heilsopfer[die Absicht] sich nur auf die Heilsstiftungbeziehen!? –",
"Es ist ja nicht gleich; da wird das Schlachtopfer selbst Heilsopfergenannt, wie es heißt:der das Blut des Heilsopfers heranbringt,der das Blut des Heilsopfers sprengt, hierbei aber wird ja das Speisopfer nicht Umgerührtes genannt; es heißt:jedes mit Öl umgerührte Speisopfer, es wird also mit Öl umgerührtes [Speisopfer], nicht aber schlechthin Umgerührtes genannt.",
"Die anderen erklären nicht wie Rabba, denn, wenn die [falsche] Absicht ersichtlich ist, hat der Allbarmherzige es erst recht als untauglicherklärt.",
"Wie Raba erklären sie ebenfalls nicht, denn [die Auslegung der Worte] dies ist das Gesetzleuchtet ihnen nichtein.",
"Und wie R. Aši erklären sie ebenfalls nicht, wegen des Einwandes R. Aḥas, des Sohnes Rabas.",
"Das, was Rabba nach der einen Richtung und Raba nach der anderen Richtung entschiedenwar, war R. Hoša͑ja fraglich. R. Hoša͑ja fragte nämlich, und nach anderen fragte es R. Hoša͑ja den R. Asi: Welcher Ansicht ist R. Šimo͑n hinsichtlich [der Darbringung] eines Speisopfers auf den Namen eines Schlachtopfers:"
],
[
"ist der Grund R. Šimo͑ns, die Absicht mache, wenn es ersichtlichist, nicht untauglich, und auch hierbei ist sie ersichtlich,",
"oder aber ist der Grund R. Šimo͑ns, weil es heißt: dies ist das Gesetz des Speisopfers, nicht aber des Schlachtopfers? Dieser erwiderte: Sind wir denn auf den Grund der Ansicht R. Šimo͑ns gekommen?",
"Nach Rabba erwiderte er ihm nicht, wegen des Einwandes Abajjes;",
"nach Raba erwiderte er ihm ebenfalls nicht, wegen des Einwandes [aus dem Schriftverse:] dies ist das Gesetz des Sündopfers;",
"und nach R. Aši erwiderte er ihm ebenfalls nicht, wegen des Einwandes R. Aḥas, des Sohnes Rabas.",
"AUSGENOMMEN SIND DAS SÜND-SPEISOPFER UND DAS EIFERSUCHTS-SPEIS-OPFER. Einleuchtend ist diesvom Sünd-Speisopfer, denn der Allbarmherzige nennt es Sündopfer:nicht soll er Öl darauf tun noch Weihrauch dazu geben, denn es ist ein Sündopfer &c., woher dies aber vom Eifersuchts-Speisopfer? –",
"EinJünger rezitierte vor R. Naḥman: Das Zurückbleibende vom Eifersuchts-Speisopferfällt der Spendenkassezu.",
"Dieser sprach: Du hast recht;die Erinnerung einer Sünde, es heißt hierbei Sünde, wie beim Sündopfer:er hat es euch gegeben, um die Sünde der Gemeinde fortzuschaffen; wie nun das Zurückbleibende vom Sündopfer der Spendenkasse zufällt, ebenso fällt auch das Zurückbleibende vom Eifersuchts-Sündopfer der Spendenkasse zu; und wie ferner das Sündopfer auf einen anderen Namen untauglich ist, ebenso ist auch das Eifersuchts-Speis-opfer auf einen anderen Namen untauglich. –",
"Demnach sollte auch das Schuldopfer auf einen anderen Namen untauglich sein, da dies aus [dem Worte] Sündezu",
"folgern ist, das auch beim Sündopfer gebraucht wird!? – Man vergleiche Sünde mit Sünde, nicht aber seine Sünde mit Sünde, –",
"Welchen Unterschied gibt es denn hierbei, in der Schule R. Jišma͑éls lehrten sie ja:wenn der Priester wiederkommt, und:der Priester soll hineingehen, denn ‘kommen’ und ‘gehen’ sei dasselbe!?",
"Und ferner ist dies ja auch zu folgern aus [den Worten] seine Sande, die beim Zeugenaufrufegebraucht wurden, denn es heißt:wenn er nicht aussagt, so trage er seine Sünde!? –",
"Vielmehr, [der Schluß durch] Wortanalogie erstreckt sich nur auf das Zurückbleibende, daß es der Spendenkassezufalle.",
"Wolltest du einwenden, es gebe keinen [Schluß durch] Wortanalogie zur Hälfte, so hat der Allbarmherzige beim Sündopfer bekundet:er schlachte es als Sündopfer, dieses allein ist nur auf seinen Namen tauglich, auf einen anderen Namen aber untauglich, alle anderen Opfer dagegen sind sowohl auf ihren Namen als auch auf einen anderen Namen tauglich. –",
"Woher wissen wir nun, daß das Sünd-Speisopfer und das Eifersuchts-Speisopfer auf einen anderen Namen untauglich sind!? –",
"Das Sündopfer ist es deshalb, weil es bei diesem esheißt, und auch bei diesen heißt es es. –",
"Auch beim Schuldopfer heißt es ja es!? – Bei diesem steht es erst nach [der Vorschrift von] der Aufräucherung der Opferteile.",
"Wie gelehrt wird: Beim Schuldopfer heißt es es erst nach [der Vorschrift von] der Aufräucherung der Opferteile, und dieses ist tauglich, auch wenn die Opferteile überhaupt nicht aufgeräuchert wordensind. –",
"Worauf deutet demnach das es!? – Auf eine Lehre R. Honas, der im Namen Rabhs sagte: Wenn ein Schuldopfer zur Weide ausgeschiedenworden ist und man es geschlachtet hat, so ist es als Brandopfer tauglich.",
"Nur wenn es ausgeschieden wordenist, sonst aber nicht, denn es heißt es, es bleibe bei seinem Wesen.",
"Rabh sagte: Hat man vom Speisopfer der Schwingegarbeden Haufen auf einen anderen Namen abgehoben, so ist es untauglich, denn es sollte Erlaubnis erwirkenund hat es nicht getan. Ebenso verhält es sich auch beim Schuldopfer des Nazirs"
],
[
"und dem Schuldopfer des Aussätzigen, sie sind untauglich, wenn man sie auf einen anderen Namen geschlachtet hat, weil sie geeignetmachen sollten, und es nicht getan haben. –",
"Wir haben gelernt: jedes Speisopfer, von dem der Haufe auf einen anderen Namen abgehoben worden ist, ist tauglich, nur wird es dem Eigentümer nicht als Pflichtopfer angerechnet, ausgenommen sind das Sünd-Speisopfer und das Eifersuchts-Speisopfer. Wenn dem nun so wäre, so sollte er auch lehren: ausgenommen ist das Speisopfer der Schwingegarbe!? –",
"Er lehrt es nur von solchen, die von einem einzelnen gebracht werden, nicht aber von solchen, die von einer Gemeinde gebrachtwerden;",
"er lehrt es nur von solchen, die selbständig gebracht werden, nicht aber von solchen, die neben dem Schlachtopfer gebrachtwerden; und er lehrt es nur von solchen, für die keine Zeit festgesetzt ist, nicht aber von solchen, für die eine Zeit festgesetztist.",
"Der Meister sagte: Ebenso verhält es sich auch beim Schuldopfer des Nazirs und dem Schuldopfer des Aussätzigen, sie sind untauglich, wenn man sie auf einen anderen Namen geschlachtet hat, weil sie geeignet machen sollten, und es nicht getan haben.",
"Wir haben gelernt: jedes Opfer, das auf einen anderen Namen geschlachtet worden ist, ist tauglich, nur wird es dem Eigentümer nicht als Pflichtopfer angerechnet, ausgenommen sind das Pesaḥopfer und das Sündopfer. Wenn dem nun so wäre, so sollte er auch lehren: ausgenommen sind das Schuldopfer des Nazirs und das Schuldopfer des Aussätzigen, weil sie tauglich machen sollten, und es nicht getan haben!? –",
"Da es noch das Schuldopfer wegen Raubes und das Schuldopfer wegen Veruntreuung gibt, die zur Sühne dargebracht werden, so ist es nicht stichhaltig. –",
"Vom Schuldopfer des Nazirs und dem Schuldopfer des Aussätzigen gilt dies wohl deshalb, weil sie tauglich machen sollten, und es nicht getan haben, und auch jene sollten ja Sühne schaffen und haben es nichtgetan!?",
"R. Jirmeja erwiderte: Wir finden, daß die Schrift zwischen den sühneschaffenden und den tauglichmachenden [Opfern] unterschiedenhat; unter den sühneschaffenden sind manche, die auch nach dem Todedargebracht werden, unter den tauglichmachenden aber sind keine, die nach dem Tode dargebracht werden. Wir haben nämlich gelernt: Wenn eine Frauihr Sündopfer gebracht hat und gestorben ist, so müssen die Erben ihr Brandopfer bringen; wenn aber ihr Brandopfer und gestorben ist, so bringen die Erben ihr Sündopfernicht.",
"R. Jehuda, Sohn des R. Šimo͑n b. Pazi, wandte ein: Gibt es denn unter den tauglichmachenden keine, die nach dem Tode dargebracht werden, wir haben ja gelernt: Hat jemand Geld für seine Nazir-[opfer]reserviert, so darf man es nichtnutznießen, jedoch gibt es dabei keine Veruntreuung, weil allesfür das Heilsopferverwandt werden kann.",
"Wenn er gestorben ist und das Geld unbezeichnetzurückbleibt, so fällt es der Spendenkasse zu; ist es bezeichnet, so ist der Betrag des Sündopfersin das Salzmeer zu werfen, weder darf man es nutznießen noch gibt es dabeieine Veruntreuung,",
"für den Betrag des Brandopfers bringe man ein Brandopfer, und es gibt dabei eine Veruntreuung, und für den Betrag des Heilsopfers bringe man ein Heilsopfer; dieses darf nur einen Tag gegessen werden und benötigt nichtder Brote. Das Brandopfer und das Heilsopfer des Nazirs machen ihn ja geeignet, und sie werden nach dem Tode dargebracht!?",
"R. Papa erwiderte: R. Jirmeja meint es wie folgt: wir finden nicht, daß unerläßlich geeignetmachende [Opfer]nach dem Tode dargebracht werden; das des Nazirs aber ist nicht unerläßlich geeignetmachend,"
],
[
"denn der Meister sagte, wenn er sich bei einem von den dreiendas Haar schneiden ließ, habe er sich seiner Pflicht entledigt.",
"Man wandte ein: Ist das Schuldopfer des Aussätzigen auf einen anderen Namen geschlachtet worden, oder ist von seinem Blute nicht auf die Daumengesprengt worden, so kommt es auf den Altar und benötigtdes Gußopfers, jedoch benötigt er zur Geeignetmachung eines anderen Schuldopfers!? – Eine Widerlegung.",
"R. Šimo͑n b. Laqiš aber sagte: Ist vom Speisopfer der Schwingegarbe der Haufe auf einen anderen Namen abgehoben worden, so ist es tauglich, das Zurückbleibende aber darf erst dann gegessenwerden, wenn ein anderes Speisopfer dargebracht wird und es erlaubt macht. –",
"Wiesodarf es, wenn das Zurückbleibende nicht gegessen werden darf, dargebracht werden, [es heißt ja:]von den Getränken Jisraéls, von dem, was Jisraéliten erlaubtist!?",
"R. Ada b. Ahaba erwiderte: Reš Laqiš ist der Ansicht, am selben Tage gebe es kein Fehlender Frist.",
"R. Ada, Sohn des R. Jiçḥaq, wandte ein: Es gibt manches beim Geflügel, was nicht beim Speisopfer und es gibt manches beim Speisopfer, was nicht beim Geflügel. Es gibt manches beim Geflügel, denn das Geflügel kann von zweien als Spende gebracht werden, (von den Speisopfern aber heißt es:jemand,)",
"sie werden von Personen, die noch der Sühne benötigen, (nämlich männlichen oder weiblichen Flußbehafteten, einer Wöchnerin und einem Aussätzigen)dargebracht,",
"und sie sind als Opfer dem Verboteenthoben, was beim Speisopfer nicht der Fall ist.",
"Es gibt manches beim Speisopfer, denn die Speisopfer benötigen des Gefäßes, des Schwingens, des Heranbringensund sie werden sowohl von einer Gemeinde als auch von einem einzelnen dargebracht, was aber beim Geflügel nicht der Fall ist.",
"Wenn demnun so wäre, so kommt es ja auch beim Speisopfer vor, daß es als Opfer dem Verbote enthoben ist, nämlich beim Speisopfer der Schwingegarbe!? –",
"Da es am selben Tage kein Fehlen der Frist gibt, so besteht überhaupt kein Verbot.",
"R. Šešeth wandte ein: Hat erdas Öl vor dem Blute aufgetragen, so fülle er esmit Öl und trage das Öl wiederum nach dem Blute auf; wenn die Besprengung der Daumen vor den siebenSprengungen, so fülle er es mit Öl und wiederhole die Besprengung der Daumen nach den sieben Sprengungen.",
"Wozu braucht er, wenn man sagen wollte, am selben Tage gebe es kein Fehlen der Frist, die Besprengung zu wiederholen, was geschehen, ist jagesehenen!?",
"R. Papa erwiderte: Anders verhält es sich bei den Vorschriften inbetreff des Aussätzigen, wobei [der Ausdruck] ‘sein’ gebraucht wird; die Schrift sagt: dies sei das Gesetz inbetreff des Aussätzigen, es muß beim seinverbleiben.",
"R. Papa wandte ein: Hat er das Sündopfer vor dem Schuldopfer [geschlachtet], so darf nicht jemand das Blutumrühren, vielmehr lasse man es verderbenund es komme in den Verbrennungsraum!? –",
"Wieso erhebt R. Papa diesen Einwand, er selbst erklärte ja, bei den Vorschriften inbetreff des Aussätzigen verhalte es sich anders, weil dabei [der Ausdruck] ‘sein’ gebraucht wird!? – Vielmehr, R. Papa wendet folgendes ein: vielleicht gilt diesnur von einem Dienste, während das Schlachtennicht als Dienst gilt; wenn man nun sagen wollte, am selben Tage gebe es kein Fehlen der Frist, so sollte doch, während jemand das Blutumrührt, das Schuldopfer geschlachtet und nachher das Sündopfer dargebracht werden!?",
"Vielmehr, erklärte R. Papa, ist folgendes der Grund des Reš Laqiš: er ist der Ansicht, das Erscheinen der Morgenrötemache es erlaubt. R. Joḥanan und Reš Laqiš sagen nämlich beide, selbst zur Zeit, wenn der Tempel besteht,"
],
[
"mache das Erscheinen der Morgenröte es erlaubt.",
"Das, was Reš Laqiš gesagt hat, ist nicht ausdrücklich gelehrt, sondern aus einem Schlusse gefolgert worden. Wir haben gelernt: Man bringekeine Speisopfer, Erstlinge und Speisopfer zum Viehopfer vor der Schwingegarbe, denn [es heißt:] von den Getränken Jisraéls, hat man sie gebracht, so sind sie untauglich;",
"ferner darf man sie nicht vor den zwei Brotenbringen, weil sie Erstlinge genanntwerden, hat man sie gebracht, so sind sie tauglich.",
"Hierzusagte R. Jiçḥaq im Namen des Reš Laqiš: Dies gilt nur vom vierzehntenund vom fünfzehnten, hat man sie aber am sechzehnten gebracht, so sind sie tauglich. Demnach ist er der Ansicht, das Erscheinen der Morgenröte mache es erlaubt.",
"Raba aber sagte: Ist vom Speisopfer der Schwingegarbe der Haufe auf einen anderen Namen abgehoben worden, so ist es tauglich, das Zurückbleibende darf gegessen werden und es benötigt keines anderen Speisopfers zur Erlaubtmachung. Die Absicht ist nämlich von Wirkung nur bei dem, der für den Dienst tauglich ist, bei einer Sache, die für den Dienst tauglich ist, und an einer Stelle, die für den Dienst tauglich ist.",
"Bei dem, der für den Dienst tauglich ist, dies schließt einen gebrechenbehafteten Priester aus; bei einer Sache, die für den Dienst tauglich ist, dies schließt das Speisopfer der Schwingegarbe aus, das untauglich ist, da es von neuem [Getreide]dargebrachtwird; an einer Stelle, die für den Dienst geeignet ist, dies schließt den Fall aus, wenn der Altar beschädigtist.",
"Die Rabbanan lehrten: Es heißt unten:von den Rindern, und da dies überflüssig ist, so schließt es das Totverletzteaus.",
"Dies ist durch einen Schluß zu folgern: wenn das Fehlerbehaftete, das einem Gemeinen erlaubt ist, für Gottverboten ist, um wieviel mehr ist das Totverletzte, das einem Gemeinen verboten ist, für Gott verboten!? Talg und Blut beweisen [das Entgegengesetzte]: sie sind einem Gemeinen verboten, für Gott aber erlaubt.",
"Wohl gilt dies von Talg und Blut, weil sie von Erlaubtemherrühren, während das Totverletzte vollständig verboten ist, es sollte daher auch für Gott nicht erlaubt sein!?",
"Das Kopfabkneifenbeweist [das Entgegengesetzte]: es ist einem Gemeinen vollständig verboten, und dennoch für Gott erlaubt.",
"Wohl gilt dies vom Kopfabkneifen, weil [das Tier] dadurch heilig wird, denn erst wenn es für den Altar heilig ist, beim Kopfabkneifen, wird es einem Gemeinen verboten, während es vorher nicht verboten war, was aber beim als Totverletztes Verbotenen nicht der Fallist!?",
"Wenn du dagegen einwendest, so heißt es unten: von den Rindern, und da dies überflüssig ist, so schließt es das Totverletzte aus. –",
"Was heißt: wenn du dagegeneinwendest?",
"Rabh erwiderte: Man könnteentgegnen, das Speisopfer der Schwingegarbe beweise [das Entgegengesetzte]: es ist einem Gemeinen verboten, für Gott aber erlaubt. – Wohl gilt dies vom Speisopfer der Schwingegarbe, weil es das neue [Getreide] erlaubtmacht!? –",
"Im Siebentjahre. – Auch im Siebentjahre macht es ja den Nachwuchs erlaubt!? – Nach R. A͑qiba, welcher sagt, der Nachwuchs sei im Siebentjahreverboten.",
"R. Aḥa b. Abba sprach zu R. Aši: Auch nach R. A͑qiba ist ja zu entgegnen: wohl gilt dies vom Speisopfer der Schwingegarbe, weil es das neue [Getreide] außerhalb des Landeserlaubt macht!?",
"Und selbst nach demjenigen, welcher sagt, außerhalb des Landes sei das neue [Getreide] nicht nach der Tora [verboten, ist zu erwidern:] weil es das darin enthaltene Verbot aufhebt!?",
"R. Aḥa aus Diphte sprach zu Rabina: Demnach sollte auch das Totverletzte dargebracht werden und das darin enthaltene Verbot aufheben!? – Vielmehr erwidere man wie folgt: wohl gilt dies vom Speisopfer der Schwingegarbe, weil das Gebot auf diese Weisezu erfolgen hat.",
"Reš Laqiš erklärte: Man könnte entgegnen, vom Zubereiter des Räucherwerkes sei [das Entgegengesetzte] zu beweisen: es ist einem Gemeinen verboten, für Gott aber erlaubt. – Der Zubereiter ist ja ein Mensch!? –",
"Vielmehr, von der Zubereitung des Räucherwerkes ist [das Entgegengesetzte] zu beweisen: es ist einem Gemeinen verboten, für Gott aber erlaubt. – Wohl gilt dies von der Zubereitung des Räucherwerkes, weil das Gebot auf diese Weise zu erfolgen hat!?",
"Mar, der Sohn Rabinas, erklärte: Man könnte entgegnen, vom Šabbath sei [das Entgegengesetzte] zu beweisen: an diesem ist esfür einen Gemeinen verboten, für Gott aber erlaubt. –",
"Wohl gilt dies vom Šabbath, weil an diesem aus der Allgemeinheit heraus die Beschneidung auch einem Gemeinen erlaubt ist!? –",
"Die Beschneidung ist nicht Bedürfnis des Gemeinen, sie ist vielmehr ein Gebot. – Vielmehr, wohl gilt dies vom Šabbath, weil das Gebot auf diese Weiseerfolgt!?",
"R. Ada b. Abba erklärte: Man könnte entgegnen, vom Mischgewebe sei [das Entgegengesetzte] zu beweisen: es ist einem Gemeinen verboten, für Gott aber erlaubt. –",
"Wohl gilt dies vom Mischgewebe, weil es bei den Çiçithauch einem Gemeinen erlaubt ist!? – Die Çiçith sind ja nicht Bedürfnis des Gemeinen, sie sind ein Gebot. – Vielmehr,"
],
[
"wohl gilt dies vom Mischgewebe, weil das Gebot auf diese Weise zu erfolgenhat.",
"R. Šiša, Sohn des R. Idi, erklärte: Man könnte mit einem anderen Schlüsse entgegnen und aus beiden deduzieren. [Entgegnet man:] wohl gilt dies vom Kopfabkneifen, weil [das Tier] bei der Heiligung verboten wird, so ist von Talg und Blut [das Entgegengesetzte] zu beweisen;",
"[erwidert man:] wohl gilt dies von Talg und Blut, weil sie von Erlaubtem herrühren, so ist vom Kopfabkneifen [das Entgegengesetzte] zu beweisen.",
"Die Replikation wiederholt sich nun: die Eigenheit des einen gleicht nicht der Eigenheit des anderen und die Eigenheit des anderen gleicht nicht der Eigenheit des einen; das Gemeinsame bei ihnen ist, daß sie einem Gemeinen verboten und für Gott erlaubt sind, somit ist auch das Totverletzte einzuschließen, wenn es auch für einen Gemeinen verboten ist, so ist es dennoch für Gott erlaubt. – Das Gemeinsame bei ihnen ist ja aber, daß das Gebot auf diese Weise erfolgt!?",
"Vielmehr, erklärte R. Aši, man könnte erwidern: der Schluß geht ja vom Fehlerbehafteten aus,",
"[und es ist zu entgegnen:] wohl gilt diesvom Fehlerbehafteten, weil diesbezüglich der Darbringende dem Dargebrachtengleicht.",
"R. Aḥa der Greis sprach zu R. Aši: Von der Seitengeburt ist ja [das Entgegengesetzte] zu beweisen: dabei gleicht der Darbringende dem Dargebrachten nicht, dennoch ist es für einen Gemeinen erlaubt, für Gott aber verboten.",
"[Entgegnet man:] wohl gilt dies von der Seitengeburt, weil sie als Erstgeborenes nicht heilig ist, so ist vom Fehlerbehafteten [das Entgegengesetzte] zu beweisen;",
"[erwidert man:] wohl gilt dies vom Fehlerbehafteten, weil dabei der Opfernde dem Geopferten gleicht, so ist von der Seitengeburt [das Entgegengesetzte] zu beweisen.",
"Die Replikation wiederholt sich nun: die Eigenheit des einen gleicht nicht der Eigenheit des anderen und die Eigenheit des anderen gleicht nicht der Eigenheit des einen; das Gemeinsame bei ihnen ist, daß sie für einen Gemeinen erlaubt und für Gott verboten sind, somit gilt dies auch vom Totverletzten, wenn es für einen Gemeinen verboten ist, so ist es um so mehr für Gott verboten. –",
"Das Gemeinsame bei ihnen ist ja aber, daß sie aus der Allgemeinheit heraus nicht erlaubt worden sind, während das Totverletzte aus der Allgemeinheit heraus erlaubt worden ist!?",
"R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: In welchem Falle ist das Totverletzte aus der Allgemeinheit heraus erlaubt worden: wollte man sagen, beim Kopfabkneifen eines Geflügelbrandopfersfür Gott, so ist ja beim Geflügel auch das Fehlerbehaftete erlaubt, denn Fehlerlosigkeit und Männlichkeit ist nur beim Vieh, nicht aber beim Geflügel erforderlich;",
"und wollte man sagen, beim Kopfabkneifen des Geflügel-Sündopfers für die Priester, so erhalten es ja die Priester vom Tische des Höchsten. –",
"Vielmehr entgegne man folgendes: das Gemeinsame bei ihnen ist, daß ihr Fehler kenntlich ist, während beim Totverletzten der Fehler nicht kenntlich ist. Deshalbist der Schriftvers nötig. –",
"Ist esdenn hinsichtlich des Totverletzten hieraus zu entnehmen, dies ist ja aus folgendem zu entnehmen:von den Getränken Jisraéls, von dem, was Jisraélitenerlaubt ist!?",
"Auch geht es hervor aus:alles, was unter dem Stabe durchgeht, ausgenommen ist das Totverletzte, das nicht durchgeht!? –",
"Siesind nötig. Wenn nur [der Vers:] von den Getränken Jisraéls, so könnte man glauben, dies schließe nur den Fall aus, wenn es niemals tauglichwar, gleich dem Ungeweihten und der Mischfrucht (des Weinberges), wenn es aber tauglich war, sei es gültig; daher schrieb der Allbarmherzige auch: alles, was durchgeht.",
"Und würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: alles, was durchgeht, so könnte man glauben, dies schließe nur den Fall aus, wenn es vorher totverletzt war und nachher geweiht worden ist, wie beim Zehnten, wenn es aber vorher geweiht und nachher totverletzt worden ist, sei es tauglich, da es zur Zeit der Weihung tauglich war; daher schrieb der Allbarmherzige auch: von den Rindern. Daher sind alle nötig.",
" SOWOHL EIN SÜND-SPEISOPFER, ALS AUCH JEDES ANDERE OPFER, HAT EIN GEMEINER, EIN TRAUERNDER, DER AM SELBEN TAGE EIN TAUCHBAD GENOMMENHAT, DER DIE AMTSKLEIDERNICHT ANHAT, DEM DIE SÜHNENOCH FEHLT, DER HÄNDE UND FÜSSE NICHT GEWASCHENHAT, EIN UNBESCHNITTENER, EIN UNREINER, EIN SITZENDER, EIN AUF EINEM GEFÄSSE, EINEXM TIERE ODER DEN FÜSSEN SEINES NÄCHSTENSTEHENDER DAVON DEN HAUFEN ABGEHOBEN, SO IST ES UNTAUGLICH.",
"HAT MAN IHN MIT DER LINKEN [HAND] ABGEHOBEN, SO IST ES UNTAUGLICH; BEN BETHERA SAGT, MAN TUE IHN ZURÜCK HINEIN UND HEBE IHN WIEDERUM MIT DER RECHTEN AB.",
"WENN MAN IHN ABGEHOBEN UND IHM EIN STEINCHEN, EIN SALZKORN ODER EIN STÜCK WEIHRAUCH MIT IN DIE HAND GEKOMMEN IST, SO IST ER UNTAUGLICH, DENN SIE SAGTEN, DER ÜBERVOLLE UND DER UNVOLLSTÄNDIGE HAUFESEI UNTAUGLICH. WAS HEISST ÜBERVOLL? WENN MAN IHN GESTROTZTABHEBT. UNVOLLSTÄNDIG? WENN MAN IHN MIT DEN FINGERSPITZEN ABHEBT.",
"GEMARA. Wozu heißt es: sowohl ein Sünd-Speisopfer oder auch jedes andere Speisopfer, sollte er doch lehren: alle Speisopfer, von denen ein Gemeiner oder ein Fremder den Haufen abgehoben hat!? –",
"Dies ist nach R. Šimo͑n nötig, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagte: Eigentlich sollte das Sünd-Speisopfer des Öls und des Weihrauchs benötigen, damit der Sünder keinen Gewinnerziele, nur benötigt es dieser deshalb nicht, damit sein Opfer nicht üppig sei. Eigentlich sollte das Sündopfer wegen Talg-[genusses]des Gußopfers benötigen, damit der Sünder keinen Gewinnerziele,"
],
[
"nur benötigt es dessen deshalb nicht, damit sein Opfer nicht üppig sei. Man könnte nun glauben, dieses Opfer sei, da es nach R. Šimo͑n nicht üppig sein darf, tauglich, auch wenn Untaugliche den Haufen abgehoben haben, so lehrt er uns. –",
"Demnach sollte er auch dortlehren: sowohl das Talg-Sündopfer als auch jedes andere Schlachtopfer, dessen Blut ein Gemeiner oder ein Trauernder aufgenommen hat, und sagen, dies sei nach R. Šimo͑n nötig!?",
"Man muß also erklären, wenn es ‘jedes’ heißt und nicht ‘außer’ folgt, sei alles einbegriffen, ebenso ist auch hierbei, da es ‘jedes’ heißt und nicht ‘außer’ folgt, alles einbegriffen. –",
"Dies ist nötig; da die vorangehende Lehre nicht die Ansicht R. Šimo͑nsvertritt, so könnte man glauben, auch diese vertrete nicht die Ansicht R. Šimo͑ns, so lehrt er uns.",
"Rabh sagte: Hat ein Gemeiner den Haufen abgehoben, so lege er ihn zurück hin. – Wir haben ja aber gelernt, [das Opfer] sei untauglich!? – Unter ‘untauglich’ ist zu verstehen, es sei solange untauglich, bis er [den Haufen] zurück hingetan hat. –",
"Demnach ist dies ja dasselbe, was Ben Bethera sagt!? – Über den Fall, wenn der Haufe noch vorhanden ist, streiten die Rabbanan gegen Ben Betheranicht, sie streiten nur über den Fall, wenn der Haufe nicht mehr vorhanden ist; die Rabbanan sind der Ansicht, man dürfe nicht anderes[Mehl] holen und esergänzen, und Ben Bethera ist der Ansicht, man hole anderes und ergänze es. –",
"Wieso sagt Ben Bethera demnach, man tue ihn zurück hinein und hebe ihn wiederum mit der rechten [Hand] ab, er sollte ja sagen, man hole anderes [Mehl] und ergänze es, und hebe ihn wiederum mit der rechten ab!? –",
"Rabh sagte es nach der Ansicht Ben Betheras. – Dies ist ja selbstverständlich!? – Man könnte glauben, nach Ben Bethera sei es tauglich, wenn es mit der Linken erfolgt ist, nicht aber, wenn durch andere Untaugliche, so lehrt er uns. –",
"Wenn mit der Linken, wohl deshalb, weil diesam Versöhnungstage zulässigist, aber auch für einen Gemeinen finden wir ja einen Fall der Zulässigkeit, nämlich beim Schlachten!? –",
"Das Schlachten ist kein Dienst. –",
"Etwa nicht, R. Zera sagte ja im Namen Rabhs, das Schlachten der [roten] Kuhdurch einen Gemeinen sei ungültig, und Rabh erklärte, weil bei dieser ‘Eleaza͑r’ und ‘Satzung’ [genanntwerden]!? – Anders verhält es sich bei der [roten] Kuh, sie gehört zu den Heiligtümern des Tempelreparaturfonds’. –",
"Dies ist ja widersinnig: bei den Heiligtümern des Tempelreparaturfonds’ muß es durch einen Priester erfolgen, und bei den Heiligtümern des Altars braucht es nicht durch einen Priester zu erfolgen!? R. Šiša, Sohn des R. Idi, erwiderte: Ebenso verhält es sich auch bei der Besichtigung des Aussatzes: es ist kein Tempeldienst, dennoch muß es durch einen Priester erfolgen. –",
"Sollte esdoch vom Privataltar gefolgert werden!?",
"Wolltest du erwidern, vom Privataltar sei nichts zu folgern, so wird ja gelehrt: Woher, daß, wenn das Hinausgekommene[auf den Altar] gekommen ist, es nicht wieder her abgenommen werde? Weil das Hinausgekommene bei einem Privataltar tauglichist!? –",
"Der Autor stützt sichauf [die Worte:] dies ist das Gesetz des Brandopfers. –",
"Wir wissen dies demnach nur deshalb, weil Rabh es gelehrt hat, sonst aber könnte man glauben, daß es, wenn es durch andere Untaugliche erfolgt ist, nach Ben Bethera untauglich sei, und dem widersprechend wird gelehrt: R. Jose b. R. Jehuda und R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagen, nach Ben Bethera sei es tauglich, auch wenn es durch alle anderen Untauglichen erfolgt ist!?",
"Ferner wird gelehrt: Er hebe da einen Haufen ab, da, wo Gemeine stehendürfen.",
"Ben Bethera sagte: Woher, daß er, wenn er den Haufen mit der Linken abgehoben hat, ihn zurück hintue und wiederum mit der Rechten abhebe? Es heißt: er hebe da einen Haufen ab, da, wo er ihn bereits abgehobenhat.",
"Der Schriftvers spricht ja allgemein, so ist es einerlei, ob es mit der Linken oder durch irgend einen Untauglichen erfolgt ist!? –",
"Vielmehr, Rabh lehrt uns folgendes: wenn er den Haufen abgehoben, selbst wenn er ihn geheiligthat. Dies schließt die Ansicht der Autoren der folgenden Lehre aus: R. Jose b. Jasjan und R. Jehuda der Bäcker sagten: Diesgilt nur von dem Falle, wenn er ihn abgehoben und nicht geheiligt hat, hat er ihn aber geheiligt, so hat er es untauglich gemacht.",
"Manche sagen: Nurdann, wenn er ihn abgehoben hat, nicht aber, wenn er ihn geheiligt hat. Übereinstimmend mit jenen Autoren, gegen die Ansicht des erstenAutors.",
"R. Naḥman wandte ein: Welcher Ansicht sind jene Autoren: gilt das Abheben des Haufens durch Untaugliche als Dienst, so sollte diesauch von dem Falle gelten, wenn er ihn nicht in das Gefäß getan hat, und gilt es nichtals Dienst, so ist ja nichts dabei, daß er ihn in das Gefäß getan hat!?",
"Später sagte R. Naḥman: Tatsächlich gilt es als Dienst, jedoch ist er erst dann beendigt, wenn er [den Haufen] in das Gefäß getan hat. –",
"Demnach sollte ja der Haufe, auch wenn man ihn nicht geheiligt,"
],
[
"sondern nur zurück hingetan hat, heiligund untauglich sein!?",
"R. Joḥanan erwiderte: Dies besagt, daß die Dienstgefäße nur dann heiligen, wenn man dies beabsichtigt. –",
"Demnach heiligen sie, wenn dies beabsichtigtwird, und dem widersprechend erwiderte ja R. Joḥanan auf eine Frage des Reš Laqiš, ob die Dienstgefäße Untaugliches von vornherein heiligen, daß sie sie nicht heiligen!? – [Sie heiligen sie nicht,] um dargebracht werden zu dürfen, wohl aber heiligen sie, um untauglichzu werden.",
"R. A͑mram erklärte: Wenn er ihn in eine gehäufte Schale hineingetanhat. –",
"Wieso durfte er den Haufenabheben!? – Vielmehr, wenn er ihn in eine volle Schale hineingetan hat. –",
"Beim Abheben des Haufens macht er ja eine Vertiefung, somit legt er ihn ja, wenn er ihn zurück hineintut, in das Innere des Gefäßes!? – Wenn er ihn neben die Wandung des Gefäßes legt und es schüttelt, damit es von selbst hineinfalle; dies ist ebenso als würde ein Affe ihn zurück hineingetanhaben.",
"R. Jirmeja sprach zu R. Zera: Er sollte es doch auf den Fall beziehen, wenn er es in ein auf der Erde befindliches Gefäß getan hat!? Hieraus ist wohl zu entnehmen, daß man den Haufen aus einem auf der Erde befindlichen Gefäße abheben dürfe. Dieser erwiderte: Du berührst eine Frage, die bei uns erörtert worden ist. Abimi lerntenämlich [den Traktat von den] Speisopfern bei R. Ḥisda. –",
"Lernte denn Abimi bei R. Ḥisda, R. Ḥisda erzählte ja, er habe von Abimi tüchtige Schläge erhalten, wegen der folgenden Lehre: Erfolgt die Ausbietungununterbrochen, dann dreißig Tage, wenn nur am Montag und am Donnerstag, dann sechzig Tage. –",
"Abimi hatte diesen Traktatvergessen, und er kam zu R. Ḥisda, damit ihm sein Studium in Erinnerung gebracht werde. – Sollte er ihnrufen lassen, daß er zu ihm komme!? – Er dachte, sowerde die Sache mehr Erfolg haben.",
"Da begegnete ihm R. Naḥman und sprach zu ihm: Wie hebe man den Haufen ab? Dieser erwiderte: Aus diesemGefäße. Jener sprach: Darf man ihn denn aus einem auf der Erde befindlichen Gefäße abheben? Dieser erwiderte: Ein Priester hebe es hoch. –",
"Wie heilige man die Speisopfer? Dieser erwiderte: Man lege [den Haufen] in dieses Gefäß. – Darf man denn mit einem auf der Erde befindlichen Gefäße heiligen?",
"Dieser erwiderte: Ein Priester hebe es hoch. Jener sprach: Du brauchst demnach drei Priester. Dieser erwiderte: Und wenn auch dreizehn nötig wären, wie beim beständigenOpfer.",
"Er wandte gegen ihn ein: Die Regel hierbei ist: wenn man [den Haufen] abhebt, in das Gefäß tut, hinbringtoder aufräuchert in der Absicht, von dem, was zu essen ist, zu essen &c. Vom Hochhebenaber wird hier nichts gelehrt!? –",
"Der Autor lehrt nur die Reihenfolge der Dienstverrichtungen, nicht aber die Reihenfolge der Priester.",
"Sie fragten R. Šešeth: Darf man den Haufen aus einem auf der Erde befindlichen Gefäße abheben? Dieser erwiderte: Geht und seht, wie innerhalbverfahren wird. Vier Priester traten ein, zwei hielten zwei Reihen [Schaubrote] in den Händen und zwei hielten zwei Schalen [Weihrauch] in den Händen; ihnen gingen vier Priester voran, zwei, um die zwei Reihenund zwei, um die Schalen fortzunehmen."
],
[
"Vom Hochheben des Tischesaber lehrt er nichts. –",
"Dort erklärtest du ja, daß er nur die Reihenfolge der Dienstverrichtungen lehre, ebenso lehrt er auch hierbei nur die Reihenfolge der Dienstverrichtungen!? –",
"Es ist ja nicht gleich; dort wird die Anzahl der Priester nicht angegeben, hierbei aber wird die Anzahl der Priester angegeben. Wenn demnun so wäre, so sollte er doch auch das Hochheben lehren; vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß man den Haufen aus einem auf der Erde befindlichen Gefäße abhebe. Schließe hieraus.",
"Raba sagte: Es ist mir entschieden, daß man den Haufen aus einem auf der Erde befindlichen Gefäße abheben dürfe, denn wir finden dies bei der Fortnahme der Schalen, und daß man das Speisopfer mit einem auf der Erde befindlichen Gefäße heiligen dürfe, denn wir finden dies beim Anrichtender Schalen.",
"Aber folgendes fragte Raba: Wie verhält es sich beim Heiligen des Haufens: vergleiche man ihn mit dem Speisopfer oder vergleiche man ihn mit dem Blute? Später entschied er es: man vergleiche ihn mit dem Blute. –",
"Kann Raba dies denn gesagt haben, es wurde ja gelehrt, der Haufe sei, wenn man ihn in zwei Gefäße geteilt hat, wie R. Naḥman sagt, nicht heilig, und wie Raba sagt, heilig. Wenn dem nun sowäre, so sollte er ihn doch mit dem Blutevergleichen!? – Raba ist von dieser Lehre zurückgetreten, –",
"Woher, daß das Blut geteilt nicht heilig ist? – R. Taḥlipha b. Šaúl lehrte, wenn man ein zur Besprengung nicht ausreichendes Quantumin einem Gefäße und ein zur Besprengung nicht ausreichendes Quantum in einem anderen Gefäße geheiligt hat, sei die Heiligung ungültig.",
"Hierzu wurde gefragt, wie es sich beim Bluteverhalte; ist dieseine überlieferte Halakha, und von einer überlieferten Halakha ist nichts zu entnehmen,",
"oder aber erfolgt dies da, weil es heißt:er tauche in dasWasser, und auch hierbei heißt es:er tauche &c. in dasBlut",
"Dies wurde aus folgender Lehre entschieden: R. Zeriqa sagte im Namen R. Elea͑zars, auch beim Blute sei die Heiligung ungültig. Und hierzu sagte Raba: Demgemäß wird auch gelehrt: Tauchen, nicht aber wischen;",
"in das Blut, das Blut muß von vornherein das zum Eintauchen erforderliche Quantum haben; vom Blute, von dem im Abschnitte gesprochen wird.",
"Und [die Worte] tauchen und Blut sind beide nötig. Würde der Allbarmherzige nur tauchen geschrieben haben, so könnte man glauben, auch wenn man von vornherein das zum Eintauchen erforderliche Quantum für die sieben Sprengungen nicht aufgenommenhat, daher heißt es in das Blut.",
"Und würde der Allbarmherzige nur in das Blut geschrieben haben, so könnte man glauben, auch wischen, daher heißt es tauchen. –",
"«Vom Blute, von dem im Abschnitte gesprochen wird.» Was schließt dies aus? Raba erwiderte: Dies schließt den am Finger zurückbleibenden Rest aus. Dies ist eine Stütze für R. Elie͑zer, denn R. Elie͑zer sagte, der am Finger zurückbleibende Rest sei untauglich.",
"Rabin, Sohn des R. Adas, sprach zu Raba: Deine Schüler erzählen, daß R. A͑mram [einen Einwand]aus folgender Lehre erhob: Wenn er beim Sprengen ist und vor der Besprengung etwas von seiner Hand verspritzt, so ist das Waschenerforderlich, wenn aber nach der Besprengung, so ist das Waschen nicht erforderlich.",
"Dies ist wahrscheinlich zu verstehen: vor der Beendigung der Besprengungen, beziehungsweise nach der Beendigung der Besprengungen. Somit ist hieraus zu entnehmen, daß der am Finger zurückbleibende Rest tauglichist. –",
"Nein, wenn bevor die Besprengung aus seiner Hand gekommen ist, so ist das Waschen erforderlich, und wenn nachdem die Besprengung aus seiner Hand gekommen ist etwas vom zurückbleibenden [Blute]verspritzt, so ist das Waschen nicht erforderlich.",
"Abajje wandte gegen ihn ein: War ermit der Besprengung fertig, so wischte er die Hand am Körper der Kuh ab. Nur nachdem er fertig war, früher abernicht!?",
"Jener erwiderte: War er fertig, so wischte er die Hand ab, war er nichtfertig, so wischte er nur den Finger ab. –",
"Allerdings konnte er, wenn er fertig war, die Hand am Körper der Kuh abwischen, denn es heißt:man verbrenne die Kuhvor seinen Augen, woran aber wischte er den Finger ab, als er noch nicht fertig war!? (Wenn man nämlich sagen wollte, am Körper der Kuh, so sollte er doch lehren: wischte er die Hand und den Finger am Körper der Kuhab; da er dies aber nicht lehrt, so ist zu schließen, daß ein Abwischen nicht erforderlich war.)",
"Abajje erwiderte: Am Rande des Sprengbeckens, wie es heißt:goldene Becken &c.",
"Kann R. Elea͑zar diesdenn gesagt haben, es wurde ja gelehrt: Das Pfannenopfer des Hochpriestersist, wie R. Joḥanan sagt, geteiltnicht heilig; R. Elea͑zar sagt, da es geteilt dargebrachtwird, sei es auch geteilt heilig."
],
[
"Wenn demnun so wäre, so sollte er es ja mit dem Blute vergleichen!? Wolltest du erwidern, R. Elea͑zar folgere nicht hinsichtlich einer Sache von einer anderen, so sagte ja R. Elea͑zar, wenn man den Haufen von einem Speisopfer im Tempel abgehobenhat, sei es tauglich, weil wir dies auch bei der Fortnahme der Schalenfinden!? –",
"Er folgert allerdings hinsichtlich des Speisopfers vom Speisopfer, nicht aber hinsichtlich des Speisopfers vom Blute. –",
"Folgert er denn hinsichtlich des Speisopfers vom Speisopfer, es wird ja gelehrt, wenn etwas vom [Schau]brote abgebrochen worden ist, bevor man es fortgenommen hat, sei das Brot untauglich und man räuchere daraufhin die Schalen [Weihrauch] nicht auf, und wenn nachdem man es fortgenommen hat, etwas vom Brote abgebrochen worden ist, sei das Brot untauglich, und man räuchere daraufhin die Schalen auf.",
"Hierzu sagte R. Elea͑zar: Nicht etwa wirklich fortgenommen, vielmehr ist es, sobald die Zeit zur Fortnahmeherangereicht ist, selbst wenn man es nicht fortgenommen hat, ebenso als würde man es fortgenommen haben.",
"Wieso denn, diessollte doch ebenso sein, als wenn etwas vom Speisopfer vor dem Abheben des Haufens fehlenwürde!? –",
"Dies ist kein Einwand; beim Speisopfer ist der Haufe nicht gesondert, bei diesen aber ist der Haufe gesondert, und sobald die Zeit zur Fortnahme herangereicht ist, ist es ebenso, als würde man es fortgenommen haben. –",
"Demnach sollte es doch ebenso sein, als würde zwischen dem Abheben und der Aufräucherung des Haufens etwas vom Zurückbleibenden fehlen, wegen dessen man den Haufen nicht aufräuchern darf!? – Hierüber besteht ja ein Streit, und R. Elea͑zar ist der Ansicht desjenigen, welcher sagt, wenn zwischen dem Abheben und der Aufräucherung des Haufens etwas vom Zurückbleibenden fehlt, räuchere man wegen dessen den Haufen auf.",
"Der Text. Das Pfannenopfer des Hochpriesters ist, wie R. Joḥanan sagt, geteilt nicht heilig; R. Elea͑zar sagt, da es geteilt dargebracht wird, ist es auch geteilt heilig. R. Aḥa sagte: Was ist der Grund R. Joḥanans? Die Schrift sagt:ein Speisopfer &c. seineHälfte; vorher bringe man das Speisopfer und nachher teile man es.",
"Man wandte ein: Das Pfannenopfer des Hochpriesters brachte man nicht geteilt, vielmehr brachte man ein ganzes I͑saron und teilte es. Ferner wird gelehrt: Würde es Speisopfer, die Hälfte geheißen haben, so würde man verstanden haben, er hole morgens ein halbes I͑saron vom Hause und bringe es dar, und abends ein halbes I͑saron vom Hause und bringe es dar, daher heißt es: seine Hälfte morgens, er bringe die Hälfte vom vollständigen dar!? –",
"Nur als Gebot. R. Gebiha aus Be Kethil sprach zu R. Aši: Hierbei heißt es ja Satzung!? Dieser erwiderte: Dies besagt, daß man es vom Hause vollständig bringenmuß. –",
"Kann R. Joḥanan dies denn gesagt haben, es wurde ja gelehrt: Hat jemandein halbes I͑saron reserviert in der Absicht hinzuzufügen, so ist es, wie Rabh sagt, nicht heilig, und wie R. Joḥanan sagt, heilig. Wenn dem nun sowäre, so sollte er doch diesbezüglich vom Pfannenopfer folgern!?",
"Wolltest du erwidern, R. Joḥanan folgere nicht hinsichtlich einer Sache von einer anderen Sache, so sagte ja R. Joḥanan, wenn man Heilsopfer im Tempel geschlachtet hat, sei es tauglich, denn es heißt:er schlachte es am Eingange des Offenbarungszeltes, und der Anhang darf nicht mehr sein als die Hauptsache. –",
"Anders ist es, wenn man hinzuzufügen beabsichtigt. Es wird nämlich gelehrt:Voll, unter voll ist zu verstehen: ganz; es ist nämlich nur dann heilig, wenn es ein ganzes I͑saron ist. Hierzu sagte R. Jose: Dies gilt nur von dem Falle, wenn man nicht hinzuzufügen beabsichtigt, beabsichtigt man aber hinzuzufügen, so wird es nach und nachheilig. –",
"Welcher Ansicht ist Rabhhinsichtlich des Pfannenopfers: wenn der des R. Elea͑zar, so sollte er es dochvom Pfannenopfer folgern.",
"Wolltest du erwidern, Rabh folgere nicht hinsichtlich einer Sache von einer anderen, so sagte ja Rabh, das Speisopfer sei ohne Öl heilig, denn wir finden dies bei den Schaubroten; ohne Weihrauch, denn wir finden dies beim Speisopfer des Gußopfers;",
"ohne Öl und ohne Weihrauch, denn wir finden dies beim Sünd-Speisopfer. Du mußt also sagen, daß er der Ansicht R. Joḥanans ist.",
"Der Text. Rabh sagte: Das Speisopfer ist heilig ohne Öl, (und es ist nicht mit einem unvollständigen I͑saron zu vergleichen,) denn wir finden dies bei den Schaubroten; ohne Weihrauch, denn wir finden dies beim Speisopfer des Gußopfers; ohne Öl und ohne Weihrauch, denn wir finden dies beim Sünd-Speisopfer.",
"Auch das Öl und der Weihrauch sind jedes alleinheilig; das Öl allein, denn wir finden dies beim Log Öl des Aussätzigen; der Weihrauch allein, denn wir finden dies beim in den Schalen dargebrachtenWeihrauch. R. Ḥanina aber sagt,"
],
[
"weder ist dieses heilig ohne jenes, noch ist jenes heilig ohne dieses. –",
"Wozu wurde nach R. Ḥanina das I͑saron gesalbt, dieses war ja nur zum Messen des Mehls bestimmt, und das Mehl ist ja ohne Öl nicht heilig!? – Wegen des Sünd-Speisopfers. – Wozu wurde das Loggesalbt? –",
"Wegen des Logs [Öl] des Aussätzigen. –",
"Und auch Šemuél ist der Ansicht Rabhs, denn wir haben gelernt: Flüssigkeitsgefäße heiligen Flüssigkeiten und Trockenmaße heiligen Trockenes; das Flüssigkeitsgefäß heiligt aber kein Trockenes und das Trockenmaß heiligt keine Flüssigkeiten.",
"Hierzu sagte Šemuél: Dies gilt nur von den Meßgefäßen, die Sprengbecken aber machen Trockenesheilig, denn es heißt:beide voll mit Feinmehl, zum Speisopfer mit Öl umgerührt",
"R. Aḥa aus Diphte sprach zu Rabina: Das Speisopfer ist ja feucht!? Dieser erwiderte: Dies bezieht sich auf die darin enthaltenen trockenen Bestandteile. (Dasist der Weihrauch.",
"Wieso können, wenn man nun sagen wollte, Šemuél sei der Ansicht, das Speisopfer sei nur dann heilig, wenn darin alles enthalten ist, trockene Bestandteile vorkommen, sie sind ja alle durch das Öl feucht!? Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, Šemuél sei der Ansicht, auch das eine ohne das andere sei heilig.)",
"Wenn du aber willst, sage ich: im Vergleich zum Blute gilt auch das Speisopfer als trocken.",
"Der Text. R. Elea͑zar sagte: Hat man den Haufen von einem Speisopfer im Tempel abgehoben, so ist es tauglich, denn wir finden dies bei der Fortnahme der Schalen.",
"R. Jirmeja wandte ein:Er hebe da einen Haufen ab, da, wo Gemeine stehendürfen.",
"Ben Bethera sagte: Woher, daß er, wenn er den Haufen mit der Linken abgehoben hat, ihn zurück hineintue und wiederum mit der Rechten abhebe? Es heißt: er hebe da ab, da, wo er ihn bereits abgehobenhat.",
"Manche sagen, er habe den Einwand erhoben, und er selbst habe es erklärt, und manche sagen, R. Ja͑qob habe R. Jirmeja b. Taḥlipha erwidert: Ich will es dir erklären: diesbesagt, daß hierfür der ganze Tempelhof geeignet sei; damit man nicht folgere: das Brandopfer ist hochheilig und das Speisopfer ist hochheilig, wie nun beim Brandopfer die Nordseite erforderlich ist, ebenso ist auch beim Speisopfer die Nordseite erforderlich. –",
"Wohl beim Brandopfer, weil es vollständig verbrannt wird!? –",
"Vom Sündopfer. – Wohl beim Sündopfer, weil es den der Ausrottung Schuldigen Sühne schafft!? – Vom Schuldopfer. –",
"Wohl beim Schuldopfer, weil es ein Blutopfer ist!? – Von allen zusammen. – Alle zusammen sind ja ebenfalls Blutopfer!? –",
"Vielmehr, dies ist aus folgendem Grunde nötig; es heißt:er reiche es dem Priester und dieser bringe es zum Altar, und:er häufe ab; man könnte nun glauben, wie das Heranbringen am südwestlichen Horn erfolgt, ebenso erfolge auch das Abhäufen am südwestlichen Horn, so lehrt er uns.",
"Der Text, R. Joḥanan sagte: Ein Heilsopfer, das man im Tempel geschlachtet hat, ist tauglich, denn es heißt: er schlachte es am Eingange des Offenbarungszeltes, und der Anhang darf nicht mehr sein als die Hauptsache.",
"Man wandte ein: R. Jehuda b. Bethera sagte: Woher, daß, wenn Nichtjuden den ganzen Tempelhof belagerthaben, die Priester dahineingehen und Hochheiliges und das Zurückbleibende von den Speisopfern essen dürfen? Es heißt:"
],
[
"an hochheiliger Stelle sollst du es essen.",
"Wozu ist nun hierfür ein Schriftvers nötig, man sollte ja sagen: im Hofe des Offenbarungszeltes sollen sie es essen, und der Anhang darf nicht mehr sein als die Hauptsache!? –",
"Hinsichtlich des Dienstes, den ein Mensch am Aufenthaltsorte seines Herrnverrichtet, sagen wir, der Anhang dürfe nicht mehr sein als die Hauptsache, hinsichtlich des Essens aber wissen wir es nur aus dem Schriftverse, sonst aber würden wir es nicht gewußt haben, denn da niemand am Aufenthaltsorte seines Herrn zu essen pflegt, sagen wir nicht, der Anhang dürfe nicht mehr sein als die Hauptsache.",
"Es wurde gelehrt: Hat man esaußerhalb der Mauer des Tempelhofes umgerührt, so ist es, wie R. Joḥanan sagt, untauglich, und wie Reš Laqiš sagt, tauglich. Reš Laqiš sagt, es sei tauglich, denn es heißt:er gieße darauf Öl und tue darauf Weihrauch, und erst nachher:er bringe es z den Söhnen Ahrons, den Priestern, und er häufe ab,",
"erst vom Abhäufen ab beginnt das Gebot der Priesterschaft; dies lehrt, daß das Gießen und Umrühren durch einen Gemeinen erfolgen dürfen, und da hierbei die Priesterschaft nicht erforderlich ist, so braucht es auch nicht innerhalb zu erfolgen.",
"R. Joḥanan sagt, es sei untauglich, denn da die Herrichtung in einem Gefäße zu erfolgen hat, so muß es, wenn hierbei auch die Priesterschaft nicht erforderlich ist, innerhalb erfolgen. Übereinstimmend mit R. Joḥanan wird gelehrt: Hat ein Gemeiner es umgerührt, so ist es tauglich, wenn außerhalb des Tempelhofes, so ist es untauglich.",
"Es wurde gelehrt: Fehlt etwas vom Speisopfer vor dem Abhäufen, so hole man, wie R. Joḥanan sagt, anderes [Mehl] und ergänze es; Reš Laqiš sagt, man dürfe nicht anderes [Mehl] holen und es ergänzen.",
"R. Joḥanan sagt, man hole anderes [Mehl] und ergänze es, denn erst durch das Abhäufen wird esbestimmt; Reš Laqiš sagt, man dürfe nicht anderes [Mehl] holen und es ergänzen, denn es wird durch die Heiligung im Gefäßebestimmt.",
"R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein: Fehltetwas vom Log [Öl] vor dem Gießen, so fülle man es nach!? – Eine Widerlegung.",
"Es wurde gelehrt: Fehlt zwischen dem Abheben und der Aufräucherung des Haufens etwas vom Zurückbleibenden, so räuchere man, wie R. Joḥanan sagt, daraufhin den Haufen auf; Reš Laqiš sagt, man räuchere ihn daraufhin nicht auf. Nach der Ansicht R. Elie͑zers streitet niemand, sie streiten nur nach der Ansicht R. Jehošua͑s.",
"Wir haben nämlich gelernt: Ist das Zurückbleibende unrein geworden, verbrannt worden oder abhanden gekommen, so ist es nach der Ansicht R. Elie͑zerstauglich, und nach der Ansicht R. Jehošua͑s untauglich.",
"Derjenige, nach dem esuntauglich ist, ist entschieden der Ansicht R. Jehošua͑s, und derjenige, nach dem es tauglich ist, [kann sagen:] R. Jehošua͑ sagt esnur von jenem Falle, wo nichts zurückgeblieben ist, wenn aber etwas zurückgeblieben ist, pflichtet auch R. Jehošua͑ bei.",
"Es wird nämlich gelehrt: Ist von einem der in der Tora genannten Schlachtopfer eine OliveFleisch oder eine Olive Talg zurückgeblieben, so sprenge man das Blut, wenn aber eine halbe Olive Fleisch [und] eine halbe Olive Talg, so sprenge man das Blut nicht;",
"beim Brandopfer aber sprenge man das Blut auch wegen einer halben Olive Fleisch und einer halben Olive Talg, weil das Brandopfer vollständig verbranntwird. Wegen des Speisopfers aber sprenge man es nicht, auch wenn es vollständig vorhanden ist. –"
],
[
"Was hat das Speisopfer damit zu tun!? R. Papa erwiderte: Das Speisopfer des Gußopfers;",
"man könnte glauben, da es mit dem Schlachtopfer dargebracht wird, gleiche es dem Schlachtopferselbst, so lehrt er uns. –",
"Und derjenige, nach dem esuntauglich ist!? – Anders ist es hierbei, die Schrift sagt:der Priester hebe vom Speisopfer den Erinnerungsteil ab und räuchere ihn auf dem Altar auf; vom Speisopfer, nur wenn das ganze Speisopfer vorhanden ist, räuchere er ihn auf. –",
"Und jener!? – Vom Speisopfer, wenn das Speisopfer vorher, beim Abhäufen, vollständig war, räuchere er ihn auf, selbst wenn es jetztnicht mehr vollständig ist.",
"R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein: Ist etwas vom [Schaubrote] abgebrochen worden bevor man es fortgenommen hat, so ist das Brot untauglich und man räuchere daraufhin die Schalen [Weihrauch] nicht auf; ist etwas vom Brote abgebrochen nachdem man es fortgenommen hat, so ist das Brot untauglich, jedoch räuchere man daraufhin die Schalen [Weihrauch] auf. Hierzu sagte R. Elea͑zar: Nicht etwa wirklich fortgenommen, sondern sobald die Zeit zur Fortnahme herangereicht ist, selbst wenn man es nicht fortgenommenhat!?",
"Dieser erwiderte: Hier ist die Ansicht R. Elie͑zersvertreten. Jener sprach: Ich nenne dir eine anonyme Mišna, und du sagst, dies sei die Ansicht R. Elie͑zers!?",
"Nach R. Elie͑zer ist es ja tauglichnicht nur, wenn etwas abgebrochen ist, sondern auch wenn es verbrannt worden und abhanden gekommen ist. Da schwieg er. –",
"Weshalb schwieg er, sollte er ihm erwidert haben, bei einer Gemeinde verhalte es sich anders; da bei einer solchen die Unreinheit erlaubt wordenist, so ist auch das Fehlen erlaubt worden!? R. Ada b. Ahaba erwiderte: Dies besagt, daß das Fehlen einem Leibesfehler gleiche, und das Fehlerbehaftete ist auch bei einer Gemeinde nicht erlaubt.",
"R. Papa saß und trug diese Lehre vor. Da sprach R. Joseph b. Šema͑ja zu R. Papa: Erstreckt sich der Streit zwischen R. Joḥanan und Reš Laqiš etwa nicht auch auf das Speisopfer der Schwingegarbe, das ein Gemeindeopfer ist, und sie streiten.",
"R. Malkiju sagte: Es wird gelehrt:von seinem Mehl, fehlt etwas davon, so ist es untauglich;von seinem Öl, fehlt etwas davon, so ist es untauglich;",
"ferner lehrt ein Anderes:und was vom Speisopfer zurückbleibt, ausgenommen ist das Speisopfer, von dem etwas fehlt, von dessen Haufen etwas fehlt, und von dessen Weihrauch nichts aufgeräuchert worden ist.",
"Wozu sind nun zwei Schriftverse hinsichtlich des Fehlens nötig? Wahrscheinlich bezieht sich einer auf das Speisopfer, von dem vor dem Abhäufen etwas fehlt, und einer auf das Zurückbleibende, von dem zwischen dem Abheben und dem Aufräuchern des Haufens etwas fehlt.",
"Dies ist also eine Widerlegung beider LehrenR. Joḥanans, –",
"Nein, einer bezieht sich auf das Speisopfer, von dem vor dem Abhäufen etwas fehlt, daß es nur dann [tauglich] ist, wenn man anderes [Mehl] holt und es ergänzt, sonst aber nicht, und einer auf das Zurückbleibende, von dem zwischen dem Abheben und dem Aufräuchern des Haufens etwas fehlt, daß es, selbst wenn man den Haufen aufräuchert, zum Essen verbotenist.",
"Sie fragten nämlich: Wie verhält es sich mit dem Zurückbleibenden hinsichtlich des Essens nach demjenigen, welcher sagt, wenn zwischen dem Abheben und dem Aufräuchern des Haufens vom Zurückbleibenden etwas fehlt, räuchere man daraufhin den Haufen auf?",
"Zee͑ri erwiderte: Die Schrift sagt: was zurückbleibt, nicht aber, was vom Zurückbleibenden zurückbleibt. R. Jannaj erwiderte: Vom Speisopfer, von dem, was vorher ein Speisopfer war.",
"HAT MAN IHN MIT DER LINKEN [HAND] ABGEHOBEN &C. Woher dies? R. Zera erwiderte: Die Schrift sagt:er brachte das Speisopfer dar und füllte seine Hand davon; ich würde nicht gewußt haben, welche Hand, wenn es aber heißt:der Priester nehme vom Log Öl und gieße es auf die linke Hand des Priesters, so ist es nur in diesem Falle die linke, in allen anderen Fällen aber, wo von Hand gesprochen wird, ist die rechte zu verstehen. –",
"Dies ist ja aber an sichnötig!? – Die linke wird noch ein anderes Malgenannt. –",
"Vielleicht ist dies eine Ausschließung nach einer Ausschließung, und eine solche ist einschließend!? – Die linke wird noch ein anderes Malgenannt; nur in diesem Falle erfolgt es mit der linken, nicht aber in einem anderen Falle. –",
"Vielleicht entgegengesetzt, wie hierbei mit der linken, ebenso auch in anderen Fällen mit der linken!? – Die linke wird viermal genannt, zweimal hinsichtlich eines armen und zweimal hinsichtlich eines reichen [Aussätzigen].",
"R. Jirmeja sprach zu R. Zera: Wozu heißt es vom Öl eines reichen Aussätzigen:auf den Daumen seiner rechten Hand und auf den großen Zeh seines rechten Fußes,"
],
[
"es heißt ja bereits:auf das Blutdes Schuldopfers!? – Eines deutet, daß es an der Seitegültigist, und eines deutet, daß es an der Seite der Seiteungültigist. –",
"Wozu heißt es: auf das Blut des Sündopfers, und:auf die Stelle des Blutes des Sündopfers? –",
"Beides ist nötig. Würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: auf das Blut des Sündopfers, so könnte man glauben, nur wenn es noch vorhanden ist, nicht aber, wenn es fortgewischt worden ist; daher heißt es auch: auf die Stelle.",
"Und würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: auf die Stelle, so könnte man glauben, nur nachdem es fortgewischt worden ist, wenn es aber noch vorhanden ist, gelte esals Trennung, so heißt es auch: auf das Blut des Heilsopfers.",
"Raba sagte: Wozu braucht, wo es heißt: auf das Blut des Schuldopfers, auf die Stelle des Blutes des Schuldopfers, und beim Blute die Rechte genannt wird: auf den Daumen der rechten Hand und auf den großen Zeh des rechten Fußes, dies nun vom Öl beim (reichen und) armen Aussätzigen wiederholt zu werden!?",
"Vielmehr erklärte Raba, Hand Hand hinsichtlich des Abhäufens,",
"Fuß Fuß hinsichtlich der Ḥaliça,",
"Ohr Ohr hinsichtlich des Anbohrens. –",
"Worauf deutet [das Wort] linke? R. Šiša, Sohn des R. Idi, erwiderte: Daß die rechte des Priesters beim Aussätzigen unzulässig ist; damit man nicht sage: wenn in einem Falle, wo die linke nicht einbegriffenist, die rechte einbegriffen ist, um wieviel mehr ist in einem Falle, wo die linke einbegriffenist, die rechte einbegriffen. –",
"Worauf deutet das andere linke beim Armen? – Nach einer Lehre der Schule R. Jišma͑éls: Ist ein Abschnitt einmal gelehrt und wiederholt worden, so ist er nur wegen einer darin enthaltenen Neuerung wiederholt worden.",
"Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Laqiš: Überall, wo ‘Finger’ und ‘Priester’ genanntwerden, ist der der Rechten zu verstehen.",
"Erglaubte, es sei ‘Finger’ und ‘Priester’ erforderlich, wie es heißt:der Priester nehme mit seinem Finger vom Blute des Sündopfers, und zwar ist diesvom Aussätzigen zu folgern, denn es heißt:der Priester tauche seinen rechten Finger ein. Beim Abheben des Haufensheißt es ja nur ‘Priester’, dennoch haben wir gelernt, wenn man ihn mit der Linken abgehoben hat, sei es untauglich!?",
"Raba erwiderte: Entweder ‘Finger’ oder ‘Priester’.",
"Abajje sprach zu ihm: Beim Hinbringen der Opferstücke zur Altarrampe heißt es ja nur ‘Priester’, denn es heißt:der Priester soll alles hinbringen und auf dem Altar aufräuchern, und der Meister sagte, damit sei das Hinbringen der Opferstücke zur Altarrampe gemeint, dennoch haben wir gelernt: er nahm den rechten Fußin die Linke mit der Hautseite nach außen!? –",
"Nur bei Verrichtungen, von denen die Sühne abhängt, sagen wir, sei entweder ‘Finger’ oder ‘Priester’ ausreichend. –",
"Die [Blut]aufnahme ist ja eine Verrichtung, von der die Sühne abhängt, auch wird dabei ‘Priester’ genannt, denn es heißtdie Söhne Ahrons, die Priester, sollen das Blut heranbringen, das ist die Blutaufnahme, dennoch haben wir gelernt, wenn man [das Blut] mit der Linken aufgenommen hat, sei es untauglich, und nach R. Šimo͑n tauglich!? –",
"Du sprichst von R. Šimo͑n, nach R. Šimo͑n ist beides erforderlich. –",
"Ist denn nach R. Šimo͑n beides erforderlich, es wird ja gelehrt: R. Šimo͑n sagt, überall, wo es ‘Hand’ heißt, sei die rechte zu verstehen, und wo es ‘Finger’ heißt, sei der rechte zu verstehen!? – Heißt es ‘Finger’, so braucht es nicht auch ‘Priester’ zu heißen, heißt es aber ‘Priester’, so muß es auch ‘Finger’ heißen. –",
"Wozu heißt es demnach ‘Priester’? – In der Priesterkleidung. –"
],
[
"Beim [Blut]sprengen heißt es ja nur ‘Priester’, dennoch haben wir gelernt, wenn man es mit der Linken gesprengt hat, sei es ungültig, und R. Šimo͑n streitet nicht dagegen!? Abajje erwiderte: Er streitet in einer Barajtha, denn es wird gelehrt: Hat man [das Blut] mit der Linken aufgenommen, so ist es ungültig, nach R. Šimo͑n aber gültig; hat man es mit der Linken gesprengt, so ist es ungültig, nach R. Šimo͑n aber gültig. –",
"Wozu sind demnach die Folgerungen Rabas hinsichtlich [des Wortes] ‘Hand’ beim Abhäufennötig, dies geht ja schon aus [der Lehre von] ‘Priester’ hervor!? –",
"Das eine wegen des Haufens und das andere wegen der Heiligung des Haufens. –",
"Wozu ist aber die Folgerung Rabas durch [das Wort] ‘Hand’ nötig nach R. Šimo͑n, nach dem die Heiligung des Haufens nicht erforderlich ist, und nach demjenigen, welcher sagt, nach R. Šimo͑n sei zwar die Heiligung des Haufens erforderlich, jedoch sei es auch mit der Linken gültig!?",
"Und wenn etwa wegen des Abhäufens selbst, nach R. Šimo͑n, so geht dies ja hervor aus einer Lehre R. Jehudas, des Sohnes R. Ḥijas, denn R. Jehuda, Sohn des R. Ḥija, sagte: Was ist der Grund R. Šimo͑ns? Es heißt:es ist hochheilig gleich dem Sündopfer and dem Schuldopfer;",
"richtet man es mit der Hand her, so richte man es mit der rechten her, wie beim Sündopfer, und richtet man es mit einem Gefäße her, so richte man es [auch] mit der linken her, wie beim Schuldopfer!? –",
"Dies ist hinsichtlich der Abhäufung des Sünd-Speisopfers nötig; man könnte glauben, es sei, da R. Šimo͑n sagt, dieses Opfer dürfe nicht üppigsein, tauglich, auch wenn man es mit der Linken abgehäuft hat, so lehrt er uns.",
"WENN MAN IHN ABGEHOBEN HAT UND IHM EIN STEINCHEN, EIN SALZKORN \n"
],
[
"ODER EIN STÜCK WEIHRAUCH MIT IN DIE HAND GEKOMMEN IST, SO IST ER UNTAUGLICH.",
"Wozu ist [die Nennung] all dieser Dinge nötig? – Dies ist nötig. Würde er es nur von einem Steinchen gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil es zur Darbringung nicht geeignet ist,",
"wenn aber Salz, das zur Darbringung geeignetist, sei es tauglich. Und würde er es nur vom Salze gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil es nicht von vornherein zum Speisopfer gehört, da nur der Haufe zu salzen ist, wenn aber Weihrauch, der von vornherein zum Speisopfer gehört, sei es tauglich, so lehrt er uns.",
"DENN SIE SAGTEN, DER ÜBERVOLLE UND DER UNVOLLSTÄNDIGE HAUFE SEI UNTAUGLICH. Weshalb gerade, weil er unvollständig oder übervoll ist, diessollte ja schon wegen der Trennungerfolgen!? R. Jirmeja erwiderte: An der Seite.",
"Abajje fragte Raba: Wie erfolgt das Abhäufen? Dieser erwiderte: Wie die Leute abzuhäufenpflegen. Er wandte gegen ihn ein: Das ist der Spannfinger, das ist der Hauffinger, das ist der Ellenfinger, das ist der Zeigefinger,",
"das ist der Daumen!? –",
"Zum glattstreichen. (Er hob nämlich eine Handvoll ab, damit [der Haufe] nicht unvollständig sei, und strich unten mit dem kleinen Finger ab). –",
"Wie machte er es? R. Zuṭra b. Ṭobija erwiderte im Namen Rabhs: Er bog die drei Finger über den Handteller und hob ab.",
"Ebenso wird auch gelehrt:Seinen Haufen voll, man könnte glauben, gestrotzt, so heißt es:inseinem Haufen;",
"wenn in seinem Haufen, so könnte man glauben, mit den Fingerspitzen, so heißt es: seinen Haufen voll. Wie machte er es? Er bog die drei Finger über den Handteller und hob ab;",
"beim Pfannenopfer und beim Tiegelopfer strich er oben mit dem Daumen und unten mit dem kleinen Finger ab. Dies war eine schwierige Dienstverrichtung im Tempel. –",
"Dies und nichts weiter, es gibt ja noch das Abkneifenund das Abheben!? – Sage vielmehr, dies war eine der schwierigen Dienst Verrichtungen im Tempel.",
"R. Papa sagte: Es ist mir entschieden, daß das Abhäufen so zu erfolgen hat, wie die Leute abzuhäufen pflegen. Folgendes aber fragte R. Papa: Wie ist es, wenn er mit den Fingerspitzen abgehäuft hat?",
"Wenn von der Seite? Wenn von unten nach oben? – Dies bleibt unentschieden.",
"R. Papa sagte: Es ist mir entschieden, daß die Hände vollso zu erfolgen hat, wie die Leute die Hände voll abzuheben pflegen. Folgendes aber fragte R. Papa: Wie ist es, wenn er mit den Fingerspitzen abgehoben hat? Wenn von der Seite? Wenn mit jeder [Hand] besonders und sie aneinander gerückt hat? – Dies bleibt unentschieden.",
"R. Papa fragte: Wie ist es, wenn er den Haufen an die Wand des Gefäßes gedrückthat: muß es sich im Innern des Gefäßes befinden, was hierbei der Fall ist, oder muß es in das Innere hineingelegt werden, was hierbei nicht der Fall ist. – Dies bleibt unentschieden.",
"Mar, Sohn des R. Aši, fragte: Wie ist es, wenn er das Gefäß umgestülpt und an den Boden gedrückt hat: muß es in das Innere hineingelegt werden, was hierbei der Fall ist, oder muß es in der richtigen Weise erfolgen, was hierbei nicht der Fall ist? – Dies bleibt unentschieden.",
" WIE MACHT ER ES? ER BIEGT DIE FINGER ÜBER DEN HANDTELLER. TAT ER DAZU ZUVIEL SEINES ÖLS, ZU WENIGSEINES ÖLS ODER ZU WENIG iii,1 SEINES WEIHRAUCHS, SO IST ES UNTAUGLICH.",
"GEMARA. Was heißt zu viel Öl? R. Elea͑zarerwiderte: Wenn man hierfürzwei Log reservierthat. – Sollte er doch erklären: wenn man profanes Öl oder Öl von einem anderen [Speisopfer] beimischt!?",
"Wolltest du erwidern, durch profanes Öl und Öl von einem anderen [Speisopfer] werde es nicht untauglich, wieso kann demnach, so entgegnete R. Zuṭra b. Ṭobija, das Sünd-Speisopferdurch Beifügung von Öl untauglich werden:",
"wenn durch sein eigenes, so gehört ja keines dazu, wenn durch profanes oder von einem anderen [Speisopfer], so sagst du ja, es werde dadurch nicht untauglich, und hat man hierfür Öl reserviert, so ist es ja, da zu diesem keines gehört, profan!? –",
"Und R. Elea͑zar!? – Dies ist selbstverständlich; selbstverständlich ist es durch profanes [Öl] oder von einem anderen [Sündopfer] untauglich, man könnte aber glauben, wenn man zwei Log reserviert hat, sei es nicht untauglich, weil sowohl das eine als auch das andere hierfür geeignet ist, so lehrt er uns. –",
"Woher entnimmt dies R. Elea͑zar? Raba erwiderte: Unsere Mišna ist ihm auffallend; wozu heißt es: zu viel seines Öls, es sollte ja heißen: zu viel Öl!? Vielmehr lehrt er uns folgendes: selbst wenn man hierfür zwei Log Öl reserviert hat.",
"ZU WENIG SEINES WEIHRAUCHS. Die Rabbanan lehrten: Ist [der Weihrauch] bis auf ein Stückchen vermindert, worden, so ist es untauglich, wenn auf zwei Stückchen, so ist es tauglich – so R. Jehuda. R. Šimo͑n sagt, wenn auf ein Stückchen, sei es tauglich, wenn aber auf weniger, sei es untauglich. –"
],
[
"Es wird ja aber gelehrt: R. Šimo͑n sagt, fehlt etwas vom Haufen Weihrauch, sei es untauglich!? – Lies: fehlt etwas vom Stückchen Weihrauch, sei es untauglich. Wenn du aber willst, sage ich: eines gilt vom mit dem Speisopfer dargebrachten Weihrauchund eines gilt vom besonders dargebrachten Weihrauch.",
"R. Jiçḥaq b. Joseph sagte im Namen R. Joḥanans: Hierbei gibt es drei verschiedene Ansichten. R. Meírist der Ansicht, es müsse anfangsein Haufe und zuletztein Haufe sein; R. Jehuda ist der Ansicht, anfangs ein Haufe und zuletzt zwei Stückchen; und R. Šimo͑n ist der Ansicht, anfangs ein Haufe und zuletzt ein Stückchen.",
"Alle drei folgern sie es aus demselben Schriftverse:und den ganzen Weihrauch, der auf dem Speisopfer ist. R. Meír ist der Ansicht, nur wenn der Weihrauch, der von vornherein zum Speisopfer gehört, vorhanden ist; R. Jehuda ist der Ansicht, ganzen, auch einStückchen, und das [Wort] denschließt ein zweites Stückchen ein; R. Šimo͑n aber legt das [Wort] den nicht aus.",
"Ferner sagte R. Jiçḥaq b. Joseph im Namen R. Joḥanans: Sie streiten nur über den mit dem Speisopfer dargebrachten Weihrauch, hinsichtlich des besonders dargebrachten Weihrauchs aber stimmen alle überein, daß es anfangs ein Haufe und zuletzt ein Haufe sein muß. [Die Worte:] der auf dem Speisopfer ist, deuten nämlich darauf, daß diesnur vom mit dem Speisopfer dargebrachten gilt, nicht aber vom besonders dargebrachten.",
"Ferner sagte R. Jiçḥaq b. Joseph im Namen R. Joḥanans: Sie streiten nur über den mit dem Speisopfer dargebrachten Weihrauch, hinsichtlich des in den Schalendargebrachten Weihrauchs aber stimmen alle überein, daß es anfangs zwei Haufen und zuletzt zwei Haufen sein müssen. –",
"Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, da er mit den Broten dargebracht wird, sei es ebenso, als bringe man ihn mit dem Speisopferdar, so lehrt er uns.",
"Hierüber streiten R. Ami und R. Jiçḥaq der Schmied; einer sagt, sie streiten nur über den mit dem Speisopfer dargebrachten Weihrauch, hinsichtlich des besonders dargebrachten Weihrauchs aber stimmen alle überein, daß es anfangs ein Haufe und zuletzt ein Haufe sein müsse, und einer sagt, wie sie über das eine streiten, so streiten sie auch über das andere.",
"ZU WENIG SEINES WEIHRAUCHS. Demnach ist es tauglich, wenn er zuviel ist, und dem widersprechend wird gelehrt, wenn er zuviel ist, sei es untauglich!? Rami b. Ḥama erwiderte: Wenn man zwei Haufen abgesondert hat.",
"Ferner sagte Rami b. Ḥama: Wenn man zwei Haufen [Weihrauch] abgesondert hat und einer von ihnen vor dem Abhäufen abhanden gekommen ist, so bleiben sie nicht bestehen, wenn aber nach dem Abhäufen, so bleiben sie bestehen.",
"Ferner sagte Rami b. Ḥama: Wenn man für die zwei Schalenvier Haufen abgesondert hat und zwei von ihnen vor der Fortnahme der Schalenabhanden gekommen sind, so bleiben sie nicht bestehen, wenn aber nach der Fortnahme der Schalen, so bleiben sie bestehen. –",
"Wozu ist das andere nötig, es ist ja dasselbe!? –",
"Man könnte glauben, sobald die Zeit der Fortnahmeheranreicht, gelten sie, da der Haufe gesondert ist, als fortgenommen, so lehrt er uns.",
" HEBT MAN DEN HAUFEN VOM SPEISOPFER AB [IN DER ABSICHT], DAS ZURÜCKBLEIBENDE ODER EINE OLIVE VOM ZURÜCKBLEIBENDEN AUSSERHALBZU ESSEN, DEN HAUFEN ODER EINE OLIVE VOM HAUFEN ODER DEN WEIHRAUCH AUSSERHALB AUFZURÄUCHERN, SO IST ES UNTAUGLICH, UND ES IST NICHTMIT DER AUSROTTUNG BELEGT; WENN ABER, DAS ZURÜCKBLEIBENDE ODER EINE OLIVE VOM ZURÜCKBLEIBENDEN AM FOLGENDEN TAGE ZU ESSEN, DEN HAUFEN ODER EINE OLIVE VOM HAUFEN ODER DEN WEIHRAUCH AM FOLGENDEN TAGE AUFZURÄUCHERN, \n"
],
[
"SO IST ES VERWERFLICH, UND MAN IST DER AUSROTTUNG SCHULDIG.",
"DIE REGEL HIERBEI IST: WENN MAN DEN HAUFEN ABHEBT, IN DAS GEFÄSS LEGT, HINBRINGT ODER AUFRÄUCHERT [IN DER ABSICHT], AUSSERHALB DES RAUMES ZU ESSEN, WAS ZU ESSENIST, ODER AUFZURÄUCHERN, WAS AUFZURÄUCHERNIST, SO IST ES UNTAUGLICH UND ES IST MIT DER AUSROTTUNG NICHT BELEGT; WENN ABER, DIES AUSSERHALB DER FRIST ZU TUN, SO IST ES VERWERFLICH UND MAN IST DER AUSROTTUNG SCHULDIG, NUR MUSS DAS ERLAUBTMACHENDENACH VORSCHRIFT DARGEBRACHT WERDEN.",
"AUF WELCHE WEISE WIRD DAS ERLAUBTMACHENDE NACH VORSCHRIFT DARGEBRACHT? HAT MAN DEN HAUFEN STILLSCHWEIGEND ABGEHOBEN UND FÜR AUSSERHALB DER FRISTIN DAS GEFÄSS GETAN, HINGEBRACHT ODER AUFGERAUCHERT, ODER FÜR AUSSERHALB DER FRIST ABGEHOBEN UND STILLSCHWEIGEND IN DAS GEFÄSS GETAN, HINGEBRACHT UND AUFGERÄUCHERT, ODER FÜR AUSSERHALB DER FRIST ABGEHOBEN, IN DAS GEFÄSS GETAN, HINGEBRACHT UND AUFGERÄUCHERT; DIES HEISST DAS ERLAUBTMACHENDE NACH VORSCHRIFTDARGEBRACHT. iv,1",
"AUF WELCHE WEISE WIRD DAS ERLAUBTMACHENDE NICHT NACH VORSCHRIFT DARGEBRACHT? HAT MAN DEN HAUFEN FÜR AUSSERHALB DES RAUMES ABGEHOBEN UND FÜR AUSSERHALB DER FRIST IN DAS GEFÄSS GETAN, HINGEBRACHT ODER AUFGERÄUCHERT, ODER FÜR AUSSERHALB DER FRIST ABGEHOBEN UND FÜR AUSSERHALB DES RAUMES IN DAS GEFÄSS GETAN, HINGEBRACHT ODER AUFGERÄUCHERT, ODER FÜR AUSSERHALB DES RAUMES ABGEHOBEN, IN DAS GEFÄSS GETAN, HINGEBRACHT ODER AUFGERÄUCHERT. (DIES HEISST DAS ERLAUBTMACHENDE NICHT NACH VORSCHRIFT DARGEBRACHT.)",
"ODER HAT MAN VOM SÜND-SPEISOPFER UND DEM EIFERSUCHTS-SPEISOPFER DEN HAUFEN AUF EINEN ANDEREN NAMEN ABGEHOBEN UND FÜR AUSSERHALB DER FRIST IN DAS GEFÄSS GETAN, HINGEBRACHT ODER AUFGERÄUCHERT, ODER IHN FÜR AUSSERHALB DER FRIST ABGEHOBEN UND AUF EINEN ANDEREN NAMEN IN DAS GEFÄSS GETAN, HINGEBRACHT ODER AUFGERÄUCHERT, ODER IHN AUF EINEN ANDEREN NAMEN ABGEHOBEN, IN DAS GEFÄSS GETAN, HINGEBRACHT ODER AUFGERÄUCHERT; DIES HEISST DAS ERLAUBTMACHENDE NICHT NACH VORSCHRIFTDARGEBRACHT.",
"[BEABSICHTIGT MAN] EINE OLIVE AUSSERHALB UND EINE OLIVE AM FOLGENDEN TAGE, EINE OLIVE AM FOLGENDEN TAGE UND EINE OLIVE AUSSERHALB, EINE HALBE OLIVE AUSSERHALB UND EINE HALBE OLIVE AM FOLGENDEN TAGE, ODER EINE HALBE OLIVE AM FOLGENDEN TAGE UND EINE HALBE OLIVE AUSSERHALB ZU ESSEN, SO IST ES UNTAUGLICH, UND ES IST MIT DER AUSROTTUNG NICHT BELEGT.",
"R. JEHUDA SAGTE: DIE REGEL HIERBEI IST: GING DIE ABSICHT HINSICHTLICH DER FRIST DER ABSICHT HINSICHTLICH DES RAUMES VORAN, SO IST ES VERWERFLICH, UND MAN IST DER AUSROTTUNG SCHULDIG, UND GING DIE ABSICHT HINSICHTLICH DES RAUMES DER ABSICHT HINSICHTLICH DER FRIST VORAN, SO IST ES UNTAUGLICH, UND DARAUF DIE AUSROTTUNG NICHTGESETZT. DIE WEISEN SAGEN, IN BEIDEN FÄLLEN SEI ES UNTAUGLICH, UND DARAUF DIE AUSROTTUNG NICHT GESETZT.",
"GEMARA. Sie fragten: Wir wissen, daß nach demjenigen, welcher sagt, wenn zwischen dem Abheben und dem Aufräuchern des Haufens vom Zurückbleibenden etwas fehlt, sei daraufhin der Haufen aufzuräuchern, man dann das Zurückbleibende nicht essen darf; ist aber die Aufräucherung von Wirkung, um es zur Verwerflichkeit geeignet zu machen",
"oder von der Veruntreuungzu entheben?",
"R. Hona erwiderte: Selbst nach R. A͑qiba, welcher sagt, das [Blut]sprengen sei beim Hinausgekommenenvon Wirkung, gilt dies nur vom Hinausgekommenen, das vollständig vorhanden",
"und nur durch einen anderen Umstanduntauglich geworden ist, beim Unvollständigen aber, wobei die Untauglichkeit an der Sache selbst haftet, ist die Aufräucherung nicht von Wirkung.",
"Raba sprach zu ihm: Im Gegenteil, selbst nach R. Elie͑zer, welcher sagt, das [Blut]sprengen sei beim Hinausgekommenen nicht von Wirkung, gilt dies nur vom Hinausgekommenen, das sich nicht innerhalb befindet, beim Unvollständigen aber, das sich innerhalb befindet, ist die Aufräucherung von Wirkung.",
"Raba sagte: Dies entnehme ich aus dem, was wir gelernt haben: Hebt man den Haufen vom Speisopfer ab in der Absicht, das Zurückbleibende oder eine Olive vom Zurückbleibenden außerhalb zu essen. R. Ḥija aber lehrtenur ‘hebt man den Haufen ab vom Speisopfer’, nicht aber ‘oder eine Olive’.",
"Er lehrt wohl deshalb nicht ‘oder eine Olive’, weil [hier von dem Falle gesprochenwird], wenn vom Zurückbleibenden fehlt und nur eine Olive vorhanden ist, und da erhinsichtlich des Hineintuns in das Gefäß, des Hinbringens und der Aufräucherung nicht ‘oder eine Olive’ lehrenkann,"
],
[
"so lehrt er es auch nicht hinsichtlich des Zurückbleibenden, und im Schlußsatze (der Lehre R. Ḥijas) wird gelehrt, es sei verwerflich, und man mache sich der Ausrottung schuldig. Demnach ist die Aufräucherungvon Wirkung. Abajje sprach zu ihm:",
"Nein, hier ist die Ansicht R. Elea͑zars vertreten, denn wir haben gelernt: Hat man vom Haufen, vom Weihrauch, vom Räucherwerke, vom Speisopfer der Priester, vom Speisopfer des gesalbten Priesters und vom Speisopfer des Gußopfers eine Olive außerhalb dargebracht, so ist man schuldig; nach R. Elea͑zar ist man frei, es sei denn, daß man es vollständig dargebracht hat.",
"Da er nun hinsichtlich der Aufräucherung des Haufens nicht ‘oder eine Olive vom Haufen außerhalb’ lehrenkann, lehrt er auch hinsichtlich des Zurückbleibenden nicht ‘oder eine Olive’. –",
"Wieso lehrt er es nach R. Elea͑zar von der Aufräucherung des Haufens, nach ihm müßte es ja von der Aufräucherung des Haufens und des Weihrauchs gelehrt werden!? Wir haben nämlich gelernt: Hat man von Haufen und Weihrauch eines außerhalb dargebracht, so ist man schuldig; nach R. Elea͑zar ist man frei, bis man auch das andere dargebracht hat. –",
"Dies gilt vom Haufen des Sünd-Speisopfers. –",
"Sollte der Autor sich darauf beschränkt haben, es nur vom Haufen des Sünd-Speisopfers zu lehren!? – Allerdings. Ebenso erklärte auch R. Dimi, als er kam, im Namen R. Elea͑zars, dies gelte vom Haufen des Sünd-Speisopfers, und zwar nach R. Elea͑zar,",
"Später sagte Raba: Das, was ich gesagt habe, ist nichts, denn es wird gelehrt:Hochheilig ist es; ist von einem etwas abgebrochen worden, so sind alle Brote untauglich.",
"Demnach sind, wenn eines hinausgekommen ist, die innerhalb zurückbleibenden tauglich. Derjenige, welcher sagt, das [Blut]sprengen sei beim Hinausgekommenen von Wirkung, ist ja R. A͑qiba, und er lehrt, wenn etwas von einem abgebrochen worden ist, sei es nicht[tauglich].",
"Abajje sprach zu ihm: Er lehrt ja nicht: ist aber eines hinausgekommen, vielleicht [folgere man:] ist aber eines unrein geworden, so sind die übrigen tauglich,",
"weil das Stirnblattes wohlgefällig macht, nicht aber, wenn eines hinausgekommen ist; also nach R. Elie͑zer, welcher sagt, das [Blut]sprengen sei beim Hinausgekommenen nicht von Wirkung!?",
"Eigentlich sollte er es auch vom hinausgekommenen [Brote] lehren, nur lehrt er es deshalb vom abgebrochenen, um hervorzuheben, daß selbst wenn nur etwas abgebrochen worden ist und es sich innerhalb befindet, die Aufräucherung nicht von Wirkung sei. Nach R. A͑qiba aber, welcher sagt, das [Blut]sprengen sei beim Hinausgekommenen von Wirkung, ist die Aufräucherung von Wirkung auch beim Unvollständigen.",
" WENN EINE HALBE OLIVE ZU ESSENUND EINE HALBE OLIVE AUFZURÄUCHERN, SO IST ES TAUGLICH, DENN DAS ESSEN UND DAS AUFRÄUCHERN WERDEN NICHT VEREINIGT.",
"GEMARA. Also nur dann, wenn zu essen und aufzuräuchern, wenn aber zu essen, und was nicht zu essenist, zu essen, werden sie vereinigt,",
"und dem widersprechend heißt es im Anfangsatz: zu essen, was zu essen ist, oder aufzuräuchern, was aufzuräuchern ist: nurwas zu essen ist, nicht aber, was nicht zu essenist. Wer ist der Autor?",
"R. Jirmeja erwiderte: Hier ist die Ansicht R. Elie͑zers vertreten, welcher sagt, die Absicht hinsichtlich des von einem Menschen zu Verzehrenden, durch den Altar, und des vom Altar zu Verzehrenden, durch einen Menschen [verzehren zu lassen], sei von Wirkung.",
"Wir haben nämlich gelernt: Hebt man vom Speisopfer den Haufen ab [in der Absicht], zu essen, was nicht zu essen ist, oder aufzuräuchern, was nicht aufzuräuchern ist, so ist es tauglich; nach R. Elie͑zer aber untauglich.",
"Abajje erwiderte: Du kannst auch sagen, die der Rabbanan, denn man deduziere nicht: wenn aber zu essen, und was nicht zu essen ist, zu essen, sondern: wenn aber zu essen und zu essen, was zu essen ist. –",
"Was lehrt er uns demnach, dies lehrt er ja ausdrücklich: eine Olive außerhalb und eine Olive am folgenden Tage, eine Olive am folgenden Tage und eine Olive außerhalb, eine halbe Olive außerhalb und eine halbe Olive am folgenden Tage, oder eine halbe Olive am folgenden Tage und eine halbe Olive außerhalb zu essen, so ist es untauglich, und darauf ist die Ausrottung nicht gesetzt!?"
],
[
"Wozu braucht es wiederum gelehrt zu werden: wenn etwa, daß sie vereinigt werden, wenn zu essen undzu essen, was zu essen ist, so geht dies ja schon aus dem Anfangsatze hervor; dieser lehrt: wenn eine halbe Olive außerhalb und eine halbe Olive am folgenden Tage, so ist es untauglich, demnach ist es verwerflich, wenn eine halbe Olive am folgenden Tage und eine halbe Oliveam folgenden Tage.",
"Wenn etwa essen und aufräuchern, so ist dies ja durch eine Deduktion aus dem Anfangsatze zu entnehmen:",
"wenn sie nicht vereinigt werden, wenn zu essen und zu essen, was nicht zu essen ist, um wieviel weniger, wenn zu essen und aufzuräuchern!? –",
"Der Fall, wenn essen und aufräuchern, ist nötig; man könnte glauben, dies gelte nur von jenemFalle,",
"wenn man Unrichtigesbeabsichtigt, hierbeiaber, wo die Absicht inbetreff des einen richtig ist und die Absicht inbetreff des anderen richtig ist, werden sie wohl vereinigt, so lehrt er uns.",
"",
"HEBT MAN VOM SPEISOPFER DEN HAUFEN AB [IN DER ABSICHT], AM FOLGENDEN TAGE DAS ZURÜCKBLEIBENDE ZU ESSEN ODER DEN HAUFEN AUFZURÄUCHERN, SO PFLICHTET R. JOSE IN DIESEM FALLE BEI, DASS ES VERWERFLICH UND MAN DER AUSROTTUNG SCHULDIG SEI. WENN [IN DER ABSICHT], DEN WEIHRAUCH AM FOLGENDEN TAGE AUFZURÄUCHERN, SO IST ES, WIE R. JOSE SAGT, UNTAUGLICH, UND DARAUF IST DIE AUSROTTUNG NICHT GESETZT; UND DIE WEISEN SAGEN, ES SEI VERWERFLICH UND MAN IST DER AUSROTTUNG SCHULDIG.",
"SIE SPRACHEN ZU IHM: WOMIT IST ES HIERBEI ANDERS, ALS BEIM SCHLACHTOPFER? ER ERWIDERTE IHNEN: BEIM SCHLACHTOPFER SIND BLUT, FLEISCH UND OPFERTEILE EINES, DER WEIHRAUCH ABER KOMMT NICHT VOM SPEISOPFER.",
"GEMARA. Wozu lehrt er, daß R. Jose hinsichtlich dieses Falles beipflichte? –",
"Weil er nachher lehren will, wenn [in der Absicht], den Weihrauch am folgenden Tage aufzuräuchern, sei es, wie R. Jose sagt, untauglich und darauf sei die Ausrottung nicht gesetzt, man könnte glauben,",
"der Grund R. Joses sei, weil man durch die Hälfte des Erlaubtmachendennicht untauglich machen könne, und dies gelte somit auch vom ersten Falle,"
],
[
"so lehrt er uns, daß er in diesem Falle beipflichte.",
"WENN [IN DER ABSICHT], DEN WEIHRAUCH AM FOLGENDEN TAGE AUFZURÄUCHERN, SO IST ES, WIE R. JOSE SAGT, UNTAUGLICH, UND DARAUF IST DIE AUSROTTUNG NICHT GESETZT. Reš Laqiš sagte: R. Jose ist der Ansicht, das Erlaubtmachende mache das Erlaubtmachende nicht verwerflich.",
"Ebenso verhält es sich auch bei den zwei Schalen Weihrauch der Schaubrote, bei denen das Erlaubtmachende nicht das Erlaubtmachende verwerflich macht. – Wozu ist das ‘ebenso’ nötig? –",
"Man könnte glauben, der Grund R. Joses beim Weihrauch sei, weil er nicht zur Art des Speisopfers gehört, bei den zwei Schalen Weihrauch dagegen, wobei die eine zur Art der anderen gehört, machen sie einander verwerflich, so lehrt er uns. – Wieso kannst du sagen, der Grund R. Joses beim Weihrauch sei nicht, weil er nicht zur Art des Speisopfers gehört, im Schlußsatze lehrt er ja:",
"Sie sprachen zu ihm: Womit ist es hierbei anders als beim Schlachtopfer? Er erwiderte ihnen: Beim Schlachtopfer sind Blut, Fleisch und Opferteile eines, der Weihrauch aber kommt nicht vom Speisopfer. –",
"Unter ‘kommt nicht vom Speisopfer’ ist zu verstehen, es ist vom Speisopfer nicht abhängig. Nicht wie das Zurückbleibende vom Haufen abhängig ist, denn es darf nicht gegessen werden, solange dieser nicht aufgeräuchert worden ist, ist es auch der Weihrauch; vielmehr darf man beliebig sowohl den einen als auch den anderen zuerst aufräuchern. –",
"Und die Rabbanan!? – Nur dann sagen wir, das Erlaubtmachende mache das Erlaubtmachende nicht verwerflich, wenn nicht beide durch dasselbe Gefäß bestimmt wordensind, wenn man beispielsweise eines der [beiden] Lämmergeschlachtet hat [in der Absicht], vom anderen am folgenden Tage zu essen, wenn aber beide durch dasselbe Gefäß bestimmt wordensind, so gehören sie zusammen.",
"R. Jannaj sagte: Das Herauslesen des Weihrauchesdurch einen Gemeinen ist ungültig. – Aus welchem Grunde? R. Jirmeja erwiderte: Hierbei wurde [das Gesetz] vom Hinbringenberücksichtigt. Er ist der Ansicht, das Hinbringen ohne [Tätigkeit der] Füßegelte als Hinbringen, und das Hinbringen durch einen Gemeinen ist ungültig.",
"R. Mari sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: Die Regel hierbeiist: wenn man den Haufen abhebt, in das Gefäß legt, hinbringt oder aufräuchert.",
"Allerdings entsprichtdas Abheben des Haufens dem Schlachten, das Hinbringen dem Hinbringen, die Aufräucherung dem Sprengen, was aber tut manmit dem Hineinlegen in das Gefäß:",
"wollte man sagen, es gleiche der [Blut]- aufnahme, so gleicht es ja dieser nicht, dieserfolgt von selbst, hierbei aber muß man [den Haufen] nehmen und hineinlegen.",
"Vielmehr gilt es, da es unerläßlich ist, als wichtiger Dienst und wird der [Blut]aufnahme gleichgestellt, ebenso gilt auch dies, da es unerläßlich ist, als wichtiger Dienst und wird dem Hinbringen gleichgestellt. –",
"Nein, tatsächlich gleicht esder [Blut]aufnahme, wenn du aber einwendest, dies erfolge von selbst, hierbei aber müsse man [den Haufen] nehmen und in das Gefäß hineinlegen, [so ist zu entgegnen:]",
"bei beiden erfolgt ja die Heiligung durch das Gefäß, was ist nun der Unterschied, ob es von selbst erfolgt oder man [den Haufen] nimmt und hineinlegt!?",
" HAT MAN DIE BEIDEN LÄMMER GESCHLACHTET [IN DER ABSICHT], EINEN DER KUCHEN AM FOLGENDEN TAGE ZU ESSEN, ODER HAT MAN DIE BEIDEN SCHALENAUFGERÄUCHERT [IN DER ABSICHT], EINE DER [BROT]SCHICHTEN AM FOLGENDEN TAGE ZU ESSEN, SO IST, WIE R. JOSE SAGT, DER BETREFFENDE KUCHEN UND DIE BETREFFENDE SCHICHT, HINSICHTLICH WELCHER MAN BEABSICHTIGT HAT, VERWERFLICH, UND MAN IST WEGEN DIESERDER AUSROTTUNG SCHULDIG, UND DIE ANDEREN SIND UNTAUGLICH, UND DARAUF IST DIE AUSROTTUNG NICHT GESETZT; DIE WEISEN SAGEN, DIESE UND JENE SEIEN VERWERFLICH, UND MAN SEI DERENTWEGEN DER AUSROTTUNG SCHULDIG.",
"GEMARA. R. Hona sagte: R. Jose ist der Ansicht, wenn man die rechte Keule verwerflich gemacht hat, sei dadurch die linke nicht verwerflich geworden. – Aus welchem Grunde!? – Wenn du willst, ist dies zu begründen, und wenn du willst, aus einem Schriftverse zu entnehmen.",
"Wenn du willst, ist dies zu begründen: die Absicht ist ja nicht wirksamer als die erfolgte Unreinheit; ist denn, wenn ein einzelnes Glied unrein wird, das ganze unrein!? Wenn du willst, ist dies aus einem Schriftverse zu entnehmen:die Person, die davon ißt, trägt ihre Schuld; davon, nicht aber von einem anderen.",
"R. Naḥman wandte gegen R. Hona ein: Die Weisen sagen, die Ausrottung ist darauf nur dann gesetzt, wenn man eine Olive von beidenverwerflich gemacht hat. Nur von beiden, nicht aber, wenn von einem; nach wessen Ansicht,",
"nach der der Rabbanan gilt dies ja auch von einem; doch wohl nach der des R. Jose. Einleuchtend ist es nun, daß sie vereinigtwerden,"
],
[
"wenn du sagst, siegelten zusammen als ein Körper, wieso aber werden sie vereinigt, wenn du sagst, sie gelten als zwei Körper!? –",
"Hier ist die Ansicht Rabbis vertreten, denn es wird gelehrt: Hat man das eine Lamm geschlachtet [in der Absicht], eine halbe Olive von einem Kuchenzu essen, und das andere [in der Absicht], eine halbe Olive vom anderen Kuchen zu essen, so ist es, wie Rabbi sagt, tauglich.",
"Also nur dann, wenn er von zwei Hälften gesprochen hat, hat er aber gesagt: eine Olive von beiden, werden sie wohl vereinigt. –",
"Nach wessen Ansicht lehrt esRabbi, wenn nach den Rabbanan, so gilt dies ja auch von einem, und wenn nach R. Jose, so bleibt ja der obige Einwand bestehen!? –",
"Tatsächlich nach den Rabbanan, und dies gilt nicht nur, wenn man beide verwerflich gemacht hat, sondern auch, wenn eines von ihnen,",
"und zwar schließt dies nur die Ansicht R. Meírs aus; dieser sagt, man könne die Hälfte des Erlaubtmachendenverwerflich machen, so lehrt er uns, daß dem nicht so sei. –",
"Wieso heißt es demnach ‘nur dann’; erklärlich ist das ‘nur dann’, wenn du sagst, er lehre es nach R. Jose und spreche von beiden [Kuchen] und von beiden [Lämmern], dies schließt sowohl die Ansicht R. Meírsals auch die der Rabbananaus,",
"wie ist aber das ‘nur dann’ zu erklären, wenn du sagst, er lehre es nach den Rabbanan und schließe nur die Ansicht R. Meírs aus!?",
"Ferner sagte R. Aši: Komm und höre: Rabbi sagte im Namen R. Joses: Hat er siebei einer Handlung, die außerhalbzu verrichten ist, verwerflich gemacht, so sind sie verwerflich, und wenn bei einer Handlung, die im Innern zu verrichten ist, so sind sie nicht verwerflich.",
"Zum Beispiel: steht er außerhalb und sagt, er schlachte in der Absicht, das Blut am folgenden Tage zu sprengen, so hat er nicht verwerflich gemacht, denn die Absicht ist außerhalb erfolgt hinsichtlich einer Handlung, die innerhalb zu verrichten ist; steht er innerhalb und sagt, er sprenge in der Absicht, am folgenden Tage die Opferteile aufzuräuchern und das zurückbleibende Blut auszugießen, so hat er nicht verwerflich gemacht, denn die Absicht ist innerhalb erfolgt hinsichtlich einer Handlung, die außerhalb zu verrichten ist;",
"steht er aber außerhalb und sagt, er schlachte in der Absicht, am folgenden Tage das zurückbleibende Blut auszugießen und die Opferteile aufzuräuchern, so hat er verwerflich gemacht, denn die Absicht ist außerhalb erfolgt hinsichtlich einer Handlung, die außerhalb zu verrichten ist.",
"Was wird beim Fortgießen des zurückbleibenden Blutesverwerflich: wenn etwa das Blut, so wird ja das Blut nicht verwerflich!? Wir haben nämlich gelernt: Bei folgenden Dingen ist man nicht schuldigwegen Verwerflichem: beim Haufen, dem Weihrauch, dem Räucherwerke, dem Speisopfer der Priester, dem Speisopfer des Gußopfers, dem Speisopfer des gesalbten Priesters und dem Blute.",
"Wahrscheinlich also wird das Fleisch verwerflich. Wenn es nun nach R. Jose da, wo die Absicht sich nicht auf das Fleisch selbstbezieht, verwerflich ist, um wieviel mehr ist hierbei, wo die Absicht sich auf das Schlachtopfer selbst bezieht, wenn man die rechte Keule verwerflich gemacht hat, auch die linke Keule verwerflich!?",
"Ferner sagte Rabina: Komm und höre: Hebt man vom Speisopfer den Haufen ab [in der Absicht], am folgenden Tage das Zurückbleibende zu essen oder den Haufen aufzuräuchern, so pflichtet R. Jose in diesem Falle bei, daß es verwerflich und man der Ausrottung schuldig sei.",
"Was wird beim Aufräuchern des Haufens verwerflich: wenn etwa der Haufe, so wird dieser ja nicht verwerflich, denn wir haben gelernt: bei folgenden Dingen ist man nicht schuldig wegen Verwerflichem: beim Haufen &c.; wahrscheinlich also wird das Zurückbleibende verwerflich. Wenn es da, wo die Absicht sich nicht auf das Zurückbleibende selbst bezieht,"
],
[
"verwerflich ist, um wieviel mehr hierbei, wo die Absicht sich auf das Schlachtopfer selbst bezieht!?",
"Vielmehr, erklärte R. Joḥanan, ist folgendes der Grund R. Joses: die Schrift behandelt sieals einen Körper und die Schrift behandelt sie als zwei Körper; als einen Körper, indem sie von einander abhängig sind, und als zwei Körper, denn der Allbarmherzige sagt, daß das eine besonders und das andere besonders hergerichtet werde. Hat man sie vereinigt,",
"so werden sie vereinigt, denn die Schrift behandelt sie als einen Körper; hat man sie geteilt, so gelten sie als geteilt, denn die Schrift behandelt sie als zwei Körper.",
"R. Joḥanan fragte: Wie ist es, wenn man eines der Brote des Dankopfers verwerflich gemachthat? Wenn eines des Gebäck-Speisopfers? Da trug ihm R. Taḥlipha aus dem Westen vor: Dasselbe gilt auch von den Broten des Dankopfers und ebenso vom Gebäck-Speisopfer.",
"Die Rabbanan lehrten: Hat man beim Schlachten beabsichtigt, eine halbe Olive zu essen, und ebenso auch beim Sprengen, eine halbe Olive zu essen, so ist es verwerflich, weil das Schlachten und das Sprengen vereinigtwerden.",
"Manche sagen, dies gelte nur von Schlachten und Sprengen, weil beide erlaubtmachen, nicht aber von [Blut]aufnahme und Hinbringen, manche aber sagen, wenn dies von jenen gilt, die von einander entferntsind, so gilt dies um so mehr von diesen, die auf einander folgen. –",
"Dem ist ja aber nicht so, Levi lehrte ja, daß die vier Dienstverrichtungen, das Schlachten, das Sprengen, die [Blut]aufnahme und das Hinbringen, hinsichtlich der Verwerflichkeit nicht vereinigt werden!? Raba erwiderte: Dies ist kein Einwand; eines nach Rabbi und eines nach den Rabbanan.",
"Es wird nämlich gelehrt: Hat man das eine Lamm geschlachtet [in der Absicht], eine halbe Olivevon dem einen Kuchen zu essen, und das andere [in der Absicht], eine halbe Olive vom anderen Kuchen zu essen, so ist es, wie Rabbi sagt, in diesem Falle tauglich.",
"Abajje sprach zu ihm: Allerdings ist Rabbi dieser Ansicht beim halben Quantumdes halben Erlaubtmachenden, ist er etwa dieser Ansicht auch beim halben Quantum des vollständigenErlaubtmachenden!?",
"Raba b. R. Ḥanan sprach zu Abajje: Wäre Rabbi dieser Ansichtbeim halben Quantum des vollständigen Erlaubtmachenden, so würde er dieser Ansicht sein auch beim halben Quantum des halben Erlaubtmachenden, mit Rücksicht auf das halbe Quantum des vollständigen Erlaubtmachenden, denn auch R. Jose berücksichtigt dies und auch die Rabbanan berücksichtigen dies.",
"R. Jose berücksichtigt dies, denn wir haben gelernt: Wenn [in der Absicht], den Weihrauch am folgenden Tage aufzuräuchern, so ist es, wie R. Jose sagt, untauglich, und darauf ist die Ausrottung nicht gesetzt; die Weisen sagen, es sei verwerflich und man sei der Ausrottung schuldig.",
"Die Rabbanan berücksichtigen dies, denn wir haben gelernt: Hat man es beim Haufen und nicht beim Weihrauch, beim Weihrauch und nicht beim Haufen verwerflich gemacht, so ist es, wie R. Meír sagt, verwerflich und man ist der Ausrottung schuldig; die Weisen sagen, die Ausrottung sei darauf nur dann gesetzt, wenn man das vollständige Erlaubtmachende verwerflich gemachthat.",
"Dieser erwiderte: Was soll dies: allerdings berücksichtigt R. Jose beim Haufen Weihrauch den Haufen vom Speisopfer,",
"und ebenso die Rabbanan beim Haufen den Haufen des Sünd-Speisopfers, beim Weihrauch den in den Schalendargebrachten Weihrauch,",
"bei einem Lamm das andereLamm,",
"und bei einer Schale die andere Schale,",
"aber gibt es auch hierbeieinen entsprechenden Fall von einem halben Quantum des halben Erlaubtmachenden, der zu berücksichtigen wäre!?",
"Es ist auch einleuchtend, daß diesder Grund der Rabbanan ist, denn im Schlußsatze lehrt er: Die Weisen pflichten R. Meír hinsichtlich des Sünd-Speisopfers und des Eifersuchts-Speisopfers bei, daß, wenn man sie beim Haufen verwerflich gemacht hat, sie verwerflich seien und man der Ausrottung schuldig ist, weil der Haufe das Erlaubtmachende ist.",
"Wozu ist dieszu lehren nötig, es ist ja selbstverständlich, gibt es denn bei diesen ein anderesErlaubtmachendes? Wahrscheinlich lehrt er uns folgendes: beim Haufen erfolgt diesaus dem Grunde, weil es den Haufen des Sünd-Speisopfers gibt, der diesem gleicht.",
"ii,2 IST EINER VON DEN KUCHEN ODER EINE VON DEN [BROT]SCHICHTEN UNREIN GEWORDEN, SO KOMMEN, WIE R. JEHUDA SAGT, BEIDE IN DEN VERBREN NUNGSRAUM, DENN DAS GEMEINDEOPFER WIRD NICHT GETEILT; DIE WEISEN SAGEN, DAS UNREINE BLEIBT UNREIN UND DAS REINE WERDE GEGESSEN.",
"GEMARA. R. Elea͑zar sagte: Sie streiten nur über den Fall, wenn es vor dem Sprengenerfolgt ist, wenn aber nach dem Sprengen, so stimmen alle überein, daß das unreine unrein bleibe und das reine gegessen werde. –",
"Worin besteht ihr Streit über den Fall, wenn es vor dem Sprengen erfolgt? R. Papa erwiderte: Sie streiten über die Tauglichmachung des zu Essenden durch das Stirnblatt;"
],
[
"die Rabbanan sind der Ansicht, das Stirnblatt machedas zu Essende tauglich, und R. Jehuda ist der Ansicht, das Stirnblatt mache das zu Essende nichttauglich.",
"R. Hona, Sohn des R. Nathan, sprach zu R. Papa: Das auf dem Altar Darzubringende wird ja durch das Stirnblatttauglich, dennoch streiten sie darüber,",
"denn es wird gelehrt: Ist eine der Schalen unrein geworden, so werden, wie R. Jehuda sagt, beide in Unreinheit hergerichtet, denn das Gemeindeopfer wird nicht geteilt: die Weisen sagen, die unreine in Unreinheit und die reine in Reinheit.",
"Ferner sagte R. Aši: Komm und höre: R. Jehuda sagt, selbst wenn nur ein Stamm unrein ist und alle anderen Stämme rein sind, werden siein Unreinheit hergerichtet, denn Gemeindeopfer werden nicht geteilt. Welche Tauglichmachung durch das Stirnblatt gibt eshierbei?",
"Ferner sagte Rabina: Komm und höre: Ist einer von den Kuchen oder eine von den [Brot]schichten unrein geworden, so kommen, wie R. Jehuda sagt, beide in den Verbrennungsraum, denn das Gemeindeopfer wird nicht geteilt; die Weisen sagen, das unreine bleibt unrein und das reine werde gegessen.",
"Wenn dem nun so wäre, so sollte er ja begründen: weil das Stirnblatt das, was zu essen ist, nicht wohlgefällig macht!? Vielmehr, erklärte R. Joḥanan, es war eine bekannte Lehre im Munde R. Jehudas, Gemeindeopfer werden nicht geteilt.",
" DAS DANKOPFER MACHT DAS BROTVERWERFLICH, DAS BROT ABER MACHT DAS DANKOPFER NICHT VERWERFLICH. ZUM BEISPIEL: HAT MAN DAS DANKOPFER GESCHLACHTET [IN DER ABSICHT], DAVON AM FOLGENDEN TAGE ZU ESSEN, SO IST DIESES UND DAS BROT VERWERFLICH; WENN ABER, DAS BROT AM FOLGENDEN TAGE ZU ESSEN, SO IST DAS BROT VERWERFLICH, DAS DANKOPFER ABER IST NICHT VERWERFLICH.",
"DIE LÄMMERMACHEN DAS BROT VERWERFLICH, DAS BROT ABER MACHT DIE LÄMMER NICHT VERWERFLICH. ZUM BEISPIEL: HAT MAN DIE LÄMMER GESCHLACHTET [IN DER ABSICHT], DAVON AM FOLGENDEN TAGE ZU ESSEN, SO SIND DIESE UND DAS BROT VERWERFLICH; WENN ABER, DAS BROT AM FOLGENDEN TAGE ZU ESSEN, SO IST DAS BROT VERWERFLICH, DIE LÄMMER ABER SIND NICHT VERWERFLICH.",
"GEMARA. Aus welchem Grunde, wollte man sagen, wegen der Lehre R. Kahanas, denn R. Kahana sagte, daß die Brote des Dankopfers ‘Dankopfer’ genannt werden, sei zu entnehmen aus dem Schriftverse:er bringe mit dem Schlachtopfer des Dankes Kuchen,",
"so müßte dies ja auch umgekehrtgelten!? – Dies ist kein Einwand; wohl wird das Brot ‘Dankopfer’ genannt, das Dankopfer aber wird nicht ‘Brot’ genannt. –",
"Er lehrt ja aber, die Lämmer machen das Brot verwerflich, nicht aber mache das Brot die Lämmer verwerflich: wo finden wir, daß die Brote ‘Lämmer’ genannt werden!? – Vielmehr, aus folgendem Grunde: das Brot ist wegen des Dankopfersda, nicht aber das Dankopfer wegen des Brotes; das Brot ist wegen der Lämmer da, nicht aber die Lämmer wegen des Brotes.",
"Und beides ist nötig. Würde er es nur vom Dankopfer gelehrt haben, [so könnte man glauben,] nur bei diesen ist, wenn man das Brot verwerflich macht, das Dankopfer nicht verwerflich, weil sie beim Schwingenvon einander nicht abhängig sind, bei den Lämmern aber, wobei sie von einander abhängigsind, seien, wenn man das Brot verwerflich macht, auch diese verwerflich. Daher ist beides nötig.",
"R. Elea͑zar fragte Rabh: Wie ist es, wenn man das Dankopfer schlachtet [in der Absicht], am folgenden Tage davon und vom Brote eine Olivezu essen? Fraglich ist es mir nicht, ob das Dankopfer verwerflich wird, denn, wenn es durch [eine Olive] vom Brote alleinnicht verwerflich wird, so wird es um so weniger durch [eine Olive] von diesem und vom Brote;",
"fraglich ist es mir nur, ob das Brot verwerflich wird: wird das Dankopfer zur Verwerflichmachung des Brotes vereinigt oder nicht?",
"Dieser erwiderte: Auch in diesem Falle ist das Brot verwerflich und das Dankopfer nicht verwerflich. – Weshalb denn, es ist ja [ein Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn das Dankopfer, das verwerflichmacht, nicht verwerflich wird, um wieviel weniger wird das, was nur verwerflich machen sollteund nicht verwerflich macht, verwerflich!? –",
"Wird denn [ein Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere dieser Art gefolgert, es wird ja gelehrt: Einst säete jemand"
],
[
"Sämereien in einem fremden Weinbergemit unreifen Weinstöcken, und als die Sache vor die Weisen kam, verboten sie die Sämereien und erlaubten die Weinstöcke. Weshalb denn, man sollte ja [einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere folgern: wenn das, was verbotenmacht, nicht verboten wird, um wieviel weniger sollte das, was nur verboten machen sollte und nicht verboten gemachthat, verbotensein!? –",
"Was soll dies: da hat die Tora Hanf und Lauchverboten, (denn wir haben gelernt, wenn sein Feld mit Hanf und Lauch bebaut ist, dürfe man da keine Sämereien säen, weil diese noch nach drei Jahren wachsen,) und andere Sämereien sind nur rabbanitisch verboten, daher haben die Rabbanan nur denjenigen gemaßregelt, der das Verbot begangen hat, nicht aber denjenigen, der das Verbot nicht begangenhat, hierbei aber ist ja [ein Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern.",
"Manche beziehen dies auf den Fall von den Lämmern: R. Elea͑zar fragte Rabh: Wie ist es, wenn man die Lämmer schlachtet [in der Absicht], eine Olive von diesen und von den Broten zu essen?",
"Fraglich ist es mir nicht, ob die Lämmer verwerflich werden, denn, wenn sie durch [eine Olive] vom Brote allein nicht verwerflich werden, so werden sie es um so weniger durch [eine Olive] von diesen und vom Brote; fraglich ist es mir nur, ob das Brot verwerflich wird: werden die Lämmer zur Verwerflichmachung des Brotes vereinigt oder nicht? Dieser erwiderte: Auch in diesem Falle ist das Brot verwerflich und die Lämmer nicht verwerflich. –",
"Weshalb denn, es ist ja [ein Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn das, was verwerflich macht, nicht verwerflich wird, um wieviel weniger wird das, was nur verwerflich machen sollte und nicht verwerflich macht, verwerflich!? –",
"Wird denn [ein Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere dieser Art gefolgert, es wird ja gelehrt: Einst säete jemand Sämereien in einem fremden Weinberge mit unreifen Weinstöcken &c. Weshalb denn, man sollte ja [einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere folgern: wenn das, was verboten macht, nicht verboten wird, um wieviel weniger sollte das, was nur verboten machen sollte und nicht verboten gemacht hat, verboten sein!? –",
"Was soll dies: da hat die Tora Hanf und Lauch verboten, und andere Sämereien sind nur rabbanitisch verboten, daher haben die Rabbanan nur denjenigen gemaßregelt, der das Verbot begangen hat, nicht aber denjenigen, der das Verbot nicht begangen hat, hierbei aber ist ja [ein Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern.",
"Nach demjenigen, der es auf das Dankopfer bezieht, gilt diesum so mehr von den Lämmern, und nach demjenigen, der es auf die Lämmer bezieht, gilt dies nur von diesen, da sie beim Schwingen von einander abhängigsind, nicht aber vom Dankopfer, wobei sie beim Schwingen von einander nicht abhängig sind.",
"Raba der Kleine lehrte diese Frage wie folgt: R. Elea͑zar fragte Rabh: Wie ist es, wenn man ein Lamm schlachtet [in der Absicht], vom anderen eine Olive am folgenden Tage zu essen: ist unter ‘anderen’ das [andere] Lamm zu verstehen, und es istnicht verwerflich, oder ist darunter das Brot zu verstehen, und es ist verwerflich?",
"Dieser erwiderte: Ihr habt es gelernt: Hat man eines der Lämmer geschlachtet [in der Absicht], davon am folgenden Tage zu essen, so ist dieses verwerflich und das andere tauglich; wenn aber, am folgenden Tage vom anderen zu essen, so sind beide tauglich. Demnach ist unter ‘anderen’ das [andere] Lamm zu verstehen. – Vielleicht nur dann, wenn man ausdrücklich gesagt hat: vom anderen Lamme.",
" DAS SCHLACHTOPFER MACHT DAS GUSSOPFER VERWERFLICH, SOBALD E DURCH DAS GEFÄSS GEHEILIGT WORDENIST – SO R. MEÍR; DAS GUSSOPFER ABER MACHT DAS SCHLACHTOPFER NICHT VERWERFLICH. ZUM BEISPIEL: SCHLACHTET MAN DAS SCHLACHTOPFER [IN DER ABSICHT], DAVON AM FOLGENDEN TAGE ZU ESSEN, SO IST ES SAMT DEM GUSSOPFER VERWERFLICH; WENN ABER, DAS GUSSOPFER AM FOLGENDEN TAGE DARZUBRINGEN, SO IST DAS GUSSOPFER VERWERFLICH, NICHT ABER IST DAS SCHLACHTOPFER VERWERFLICH.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Beim Vieh-Gußopferist man wegen Verwerflichem schuldig, weil es durch das Blut des Schlachtopfers zur Darbringung erlaubt wird – so R. Meír.",
"Sie sprachen zu R. Meír: Jemand kann ja sein Schlachtopfer heute und sein Gußopfer nach zehn Tagen bringen. Dieser erwiderte: Ich spreche auch nur von dem Falle, wenn es mit dem Schlachtopfer zusammen dargebracht wird. – Man kann es ja für ein anderes Schlachtopferverwenden!?",
"Raba erwiderte: R. Meír ist der Ansicht, es werde gleich den Broten des Dankopfers durch das Schlachten bestimmt.",
"Die Rabbanan lehrten: Beim Log Öl des Aussätzigenist man wegen Verwerflichem schuldig, weil es durch das Blut des Schlachtopfers für die Daumentauglich wird – so R. Meír. Sie sprachen zu R. Meír: Jemand kann ja sein Schuldopfer heute und sein Log [Öl] nach zehn Tagen bringen.",
"Er erwiderte ihnen: Ich spreche auch nur von dem Falle, wenn es mit dem Schuldopfer zusammen gebracht wird. – Man kann es ja für ein anderes Schuldopfer verwenden!? Raba erwiderte: R. Meír ist der Ansicht, es werde gleich den Broten des Dankopfers durch das Schlachten bestimmt."
],
[
" HAT MAN ES VERWERFLICHGEMACHT BEIM HAUFEN UND NICHT BEIM WEIHRAUCH, BEIM WEIHRAUCH UND NICHT BEIM HAUFEN, SO IST ES, WIE R. MEÍR SAGT, VERWERFLICH, UND MAN IST DIESERHALB DER AUSROTTUNG SCHULDIG; DIE WEISEN SAGEN, ES SEI MIT DER AUSROTTUNG NUR DANN BELEGT, WENN MAN ES BEIM VOLLSTÄNDIGEN ERLAUBTMACHENDEN VERWERFLICH GEMACHT HAT.",
"D.IE WEISEN PFLICHTEN JEDOCH R. MEÍR BEI HINSICHTLICH DES SÜND-SPEISOPFERS UND DES EIFERSUCHTS-SPEISOPFERS, DASS, WENN MAN SIE BEIM HAUFEN VERWERFLICH GEMACHT HAT, SIE VERWERFLICH SEIEN UND MAN DER AUSROTTUNG SCHULDIG SEI, WEIL DER HAUFE DAS ERLAUBT-MACHENDEIST.",
"HAT MAN EINES DER [BEIDEN] LÄMMERGESCHLACHTET [IN DER ABSICHT], DIE BEIDEN KUCHEN AM FOLGENDEN TAGE ZU ESSEN, ODER EINE DER BEIDEN SCHALENAUFGERÄUCHERT, IN DER ABSICHT, DIE BEIDEN [BROT]-SCHICHTEN AM FOLGENDEN TAGE ZU ESSEN, SO IST ES, WIE R. MEÍR SAGT, VERWERFLICH UND MAN IST DER AUSROTTUNG SCHULDIG; DIE WEISEN SAGEN, ES SEI MIT DER AUSROTTUNG NUR DANN BELEGT, WENN MAN ES BEIM VOLLSTÄNDIGEN ERLAUBTMACHENDEN VERWERFLICH GEMACHT HAT.",
"HAT MAN EINES DER [BEIDEN] LÄMMER GESCHLACHTET [IN DER ABSICHT], DAVON AM FOLGENDEN TAGE ZU ESSEN, SO IST DIESES VERWERFLICH UND DAS ANDERE TAUGLICH; WENN ABER, AM FOLGENDEN TAGE VOM ANDEREN ZU ESSEN, SO SIND BEIDE TAUGLICH.",
"GEMARA. Rabh sagte: Sie streiten nur über den Fall, wenn man den Haufenstillschweigend und den Weihrauch beabsichtigendhineingetanhat;",
"wenn aber den Haufen beabsichtigend und den Weihrauch stillschweigend, so stimmen alle überein, daß es verwerflich ist, denn, was einer [stillschweigend] tut, tut er auf Grund der erstenBeschlußfassung. Šemuél aber sagte, der Streit bestehe auch hierüber.",
"Raba saß und trug diese Lehrevor, da wandte R. Aḥa b. R. Hona gegen Raba ein: Diesgilt nur vom Abhäufen, dem Hineintun in das Gefäß und dem Hinbringen,",
"ist man aber zur Aufräucherung gelangt, so ist es, wenn man den Haufen stillschweigend und den Weihrauch beabsichtigend oder den Haufen beabsichtigend und den Weihrauch stillschweigend hineingetan hat, wie R. Meír sagt, verwerflich, und man ist dieserhalb der Ausrottung schuldig; die Weisen sagen, es sei nur dann mit der Ausrottung belegt, wenn man es beim vollständigen Erlaubtmachenden verwerflich gemacht hat.",
"Hier lehrt er auch den Fall, wenn man den Haufen beabsichtigend und den Weihrauch stillschweigend hineingetan hat, und sie streiten!? –",
"Lies: und vorher den Weihrauch stillschweigend hineingetan hat. – Diesist ja der Fall des Anfangsatzes!? Und ferner wird jagelehrt: und nachher!? –",
"R. Ḥanina erklärte ja: bei zwei Personen. –",
"Komm und höre: Diesgilt nur vom auf den äußeren Altar aufzutragenden Blute,",
"hat man es aber verwerflich gemacht beim auf den inneren Altar aufzutragenden Blute, beispielsweise bei den dreiundvierzig [Sprengungen] am Versöhnungstage, den elf beim Farren des gesalbten Priesters und den elf beim Farren wegen Entfallens der Gemeinde, ob bei den ersten, ob bei den anderen, ob bei den dritten, so ist [das Opfer], wie R. Meír sagt, verwerflich, und man ist der Ausrottung schuldig; die Weisen aber sagen, es sei mit der Ausrottung nur dann belegt, wenn man es beim vollständigen Erlaubtmachenden verwerflich gemacht hat.",
"Hier wird gelehrt, ob bei den ersten, ob bei den anderen, ob bei den dritten, und sie streiten!?",
"Wolltest du sagen, hier werde ebenfalls von zweiPersonengesprochen, so stimmt dies allerdings nach demjenigen, der auslegt:mit einem Farren, auch mit dem Blutedes Farren, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, der auslegt: mit einem Farren, nicht aber mit dem Blutedes Farren!?",
"Raba erwiderte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn die ersten [Sprengungen] verwerflichmachend, die anderen schweigend und die dritten wiederum verwerflichmachenderfolgt sind; wir sagen dann: wenn man annehmen wollte, was einer tut, tue erauf Grund der ersten Beschlußfassung, so brauchte er es ja nichtbei den dritten zu wiederholen.",
"R. Aši wandte ein: Heißt es denn: schweigend!? Vielmehr, erklärte R. Aši, handelt es sich hier um den Fall, wenn es bei den ersten, den anderen und den drittenverwerflichmachend erfolgt ist; wir sagen dann: wenn man annehmen wollte, was einer tut, tue er auf Grund der ersten Beschlußfassung, so brauchte er es ja nicht bei den anderen und den dritten zu wiederholen. –"
],
[
"Es heißt ja aber: obob!? – Ein Einwand.",
"Der Meister sagte: So ist [das Opfer], wie R. Meír sagt, verwerflich, und man ist der Ausrottung schuldig. Merke, der Ausrottung schuldig ist man ja erst dann, wenn alles, was erlaubt macht, dargebracht worden ist,",
"denn der Meister sagte:wohlgefällig, die Wohlgefälligmachung des Untauglichengleicht der Wohlgefälligmachung des Tauglichen, wie die Wohlgefälligmachung des Tauglichen erst dann erfolgt, wenn alles, was erlaubt macht, dargebracht worden ist, ebenso gilt diesauch vom Untauglichen erst dann, wenn alles, was erlaubt macht, dargebracht worden ist.",
"Hierbei ist es ja durch die Absicht bei den inneren [Sprengungen] untauglich geworden, somit ist es ja, wenn man es später im Tempel sprengt, ebenso als würde man Wassersprengen!?",
"Rabba erwiderte: Dies kann bei vier Farren und vier Ziegenböckenvorkommen.",
"Raba sagte: Du kannst auch sagen, bei einem Farren und einem Ziegenbocke, denn hinsichtlich der Verwerflichmachung ist es tauglich. –",
"Wieso dreiundvierzig, es wird ja gelehrt: siebenundvierzig!? – Das ist kein Einwand; eines nach demjenigen, welcher sagt, man vermische [das Blut]für die Hörner, und eines nach demjenigen, welcher sagt, man vermische es nicht. –",
"Es wird ja aber gelehrt: achtundvierzig!? – Das ist kein Einwand; eines nach demjenigen, welcher sagt, das Ausgießensei unerläßlich, und eines nach demjenigen, welcher sagt, das Ausgießen sei nicht unerläßlich.",
"Sie fragten: Wie ist es, wenn man es beim Hinbringenverwerflich gemacht hat?",
"R, Joḥanan sagt, das Hinbringen gleiche dem Abhäufen, und Reš Laqiš sagt, das Hinbringen gleiche der Aufräucherung, –",
"Einleuchtend ist die Ansicht des Reš Laqiš, denn auchdas Hinbringen des Weihrauches muß erfolgen, was aber ist der Grund R. Joḥanans?",
"Rabh erwiderte: R. Joḥanan ist der Ansicht, der Dienst, der keine erlaubtmachende Wirkunghat, ist bedeutend, um alleinverwerflich zu machen.",
"Abajje sprach zu ihm: Das Schlachten des einen der [beiden] Lämmer ist ja ein Dienst, der nicht erlaubtmacht, und sie streiten darüber!?",
"Wir haben nämlich gelernt: Hat man eines der [beiden] Lämmer geschlachtet [in der Absicht], die beiden Kuchen am folgenden Tage zu essen, oder eine der [beiden] Schalen auf geräuchert, [in der Absicht], die beiden [Brot]schichten am folgenden Tage zu essen, so ist es, wie R. Meír sagt, verwerflich, und man ist dieserhalb der Ausrottung schuldig; die Weisen sagen, dies sei mit der Ausrottung nur dann belegt, wenn man es beim vollständigen Erlaubtmachenden verwerflich gemacht hat.",
"Dieser erwiderte: Du glaubst wohl, das Brot sei schon im Ofen heilig; erst das Schlachten der Lämmer macht es heilig, und das Heiligende gleicht dem Erlaubtmachenden.",
"R. Šimi b. Aši wandte ein: Manche sagen: hat manan die Beschnittenen vor den Unbeschnittenen gedacht, so ist es tauglich, hat man an die Unbeschnittenen vor den Beschnittenen gedacht, so ist es untauglich,",
"und es ist uns bekannt, daß sie über die Hälfte des Erlaubtmachendenstreiten!? Dieser erwiderte: Du glaubst wohl, das Blut sei schon im Halse des Tieres heilig; das Blut wird erst durch das Messer heilig, und das Heiligende gleicht dem Erlaubtmachenden. –",
"Komm und höre: Diesgilt nur vom Abhäufen, dem Hineintun in das Gefäß und dem Hinbringen.",
"Doch wohl beim Hinbringen zur Aufräucherung!? – Nein, beim Hinbringen, um ihnin das Gefäß zu tun. –",
"Wieso heißt es demnach: dem Hineintun in das Gefäß und dem Hinbringen, es sollte ja heißen: dem Hinbringen und dem Hineintunin das Gefäß!? – Das ist kein Einwand; lies demgemäß. –",
"Wieso heißtes: ist man aber zur Aufräucherung gelangtes sollte ja heißen: ist man zum Hinbringen gelangt!? – Dies ist kein Einwand; da das Hinbringen zum Zwecke der Aufräucherung erfolgt, so nennt er es Aufräucherung. –",
"Wieso aber heißt es: wenn man den Haufen stillschweigend hineingetan hat, es sollte ja heißen: hingebrachthat!? – Ein Einwand.",
"Über den Fall, wenn man bis zur Vollendung desganzen Haufens je ein Mohnkörnchenaufgeräuchert hat [in der Absicht], ein Mohnkörnchenzu essen, streiten R. Ḥisda, R. Hamnuna und R. Šešeth; einer sagt, [das Opfer] sei verwerflich, einer sagt, es sei untauglich,",
"und einer sagt, es sei tauglich. Derjenige, welcher sagt, es sei verwerflich, ist der Ansicht R. Meírs; derjenige, welcher sagt, es sei untauglich, ist der Ansicht der Rabbanan; und derjenige, welcher sagt, es sei tauglich, ist der Ansicht Rabbis. –",
"Wieso denn, vielleicht ist R. Meír seiner Ansicht nur da, wo man es hinsichtlich des vollständigen Quantums beabsichtigthat, nicht aber hierbei, wo man es nicht hinsichtlich des vollständigen Quantums beabsichtigt.",
"Und vielleicht sind die Rabbanan ihrer Ansicht nur da, wo man es nicht hinsichtlich des vollständigen Erlaubtmachendenbeabsichtigt hat, hierbei aber, wo man es hinsichtlich des vollständigen Erlaubtmachenden beabsichtigt, ist es verwerflich.",
"Und vielleicht ist Rabbi seiner Ansicht nur da, wo man [das Quantum] beim selben Dienste nicht ergänzt, hierbei aber, wo man es beim selben Dienste ergänzt, ist es untauglich.",
"Vielmehr, nach dem es verwerflich ist, gilt dies nach aller Ansicht; nach dem es untauglich ist, gilt dies nach aller Ansicht; und nach dem es tauglich ist, gilt dies nach aller Ansicht.",
"Nach dem es verwerflich ist, gilt dies nach aller Ansicht, denn er ist der Ansicht, diessei die Art des Essens und dies sei die Art der Aufräucherung. Nach dem es untauglich ist, gilt dies nach aller Ansicht, denn er ist der Ansicht, dies sei wohldie Art des Essens, nicht aber die Art der Aufräucherung, somit gilt es als Speisopfer, [dessen Haufen] nicht aufgeräuchert worden ist. Und nach dem es tauglich ist, gilt dies nach aller Ansicht, denn er ist der Ansicht, dies sei die Art der Aufräucherung, nicht aber die Art des Essens.",
"sagten"
],
[
"Die Scharfsinnigen von Pumbeditha: Die Aufräucherung macht die Aufräucherungverwerflich. Und selbst nach den Rabbanan, welche sagen, man könne durch die Hälfte des Erlaubtmachenden nicht verwerflich machen, gilt dies nur von dem Falle, wenn die Absichtsich auf das Zurückbleibende bezieht, der Weihrauch aber bei seinem Zustandezurückbleibt, hierbei aber, wo die Absichtsich auf den Weihrauch bezieht, ist es ebenso als würde sie beim vollständigen Erlaubtmachenden erfolgtsein.",
"Raba sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: Die Regel hierbei ist: wenn man den Haufen abhebt, in das Gefäß legt, hinbringt oder aufräuchert [in der Absicht], außerhalb des Raumes zu essen, was zu essen ist, oder aufzuräuchern, was aufzuräuchern ist, so ist es untauglich, und es ist nicht mit der Ausrottung belegt; wenn aber, dies außerhalb der Frist zu tun, so ist es verwerflich, und man ist der Ausrottung schuldig.",
"Die Aufräucherung gleicht wohl den übrigen [Verrichtungen], und wie essich bei den übrigen sowohl auf das Essenals auch auf die Aufräucherungbeziehen kann, ebenso auch bei der Aufräucherung sowohl auf das Essen als auch auf die Aufräucherung. –",
"Nein, bei den übrigen sowohl auf das Essen als auch auf die Aufräucherung, bei der Aufräucherung aber nur auf das Essen, nicht aber auf die Aufräucherung.",
"R. Menasja b. Gada saß vor Abajje und trug im Namen R. Ḥisdas vor: Die Aufräucherung macht die Aufräucherung nicht verwerflich. Und selbst nach R. Meír, welcher sagt, man könne durch die Hälfte des Erlaubtmachenden verwerflich machen,",
"gilt dies nur von dem Falle, wenn die Absicht sich auf das Zurückbleibende bezieht, dessen Erlaubtmachendes der Haufe ist, hierbei aber, wo der Haufe nicht das Erlaubtmachende des Weihrauchesist, macht er ihn auch nicht verwerflich.",
"Abajje sprach zu ihm: Sage, Meister, im Namen Rabhs? Dieser erwiderte: Jawohl. Ebenso wurde auch gelehrt: R. Ḥisda sagte im Namen Rabhs: Die Aufräucherung macht die Aufräucherung nicht verwerflich.",
"R. Ja͑qob b. Idi sagte im Namen Abajjes: Auch wir haben demgemäß gelernt: Hat man eines der [beiden] Lämmer geschlachtet [in der Absicht], davon am folgenden Tage zu essen, so ist dieses verwerflich und das andere tauglich; wenn aber, am folgenden Tage vom anderen zu essen, so sind beide tauglich. Doch wohl aus dem Grunde, weil es, da es nicht das Erlaubtmachende des anderen ist, es auch nicht verwerflich machen kann. –",
"Nein, diese werden nicht durch dasselbe Gefäß geheiligt, jeneaber werden durch dasselbe Gefäß geheiligt und gehören zusammen.",
"R. Hamnuna sagte: Folgendes brachte mir R. Ḥanina bei, und es ist mir so wichtig, wie mein ganzes Studium. Hat man den Haufen aufgeräuchert [in der Absicht], am folgenden Tage den Weihrauch aufzuräuchern unddas Zurückbleibende zu essen, so ist es verwerflich. –",
"Was lehrt er uns damit: wenn etwa, daß die Aufräucherung durch die Aufräucherung verwerflich werden könne, so sollte er nur gelehrt haben: hat man den Haufen auf geräuchert [in der Absicht], den Weihrauch aufzuräuchern; wenn etwa, daß man durch die Hälfte des Erlaubtmachenden verwerflich machen könne, so sollte er nur gelehrt haben: den Haufen [in der Absicht], das Zurückbleibende am folgenden Tage zu essen; und wenn etwa beides, so sollte er gelehrt haben: hat man den Haufen auf geräuchert [in der Absicht], am folgenden Tage den Weihrauch aufzuräuchern oder das Zurückbleibende zu essen!?",
"R. Ada b. Ahaba erwiderte: Tatsächlich ist er der Ansicht, die Aufräucherung mache die Aufräucherung nicht verwerflich, ferner auch, man könne durch die Hälfte des Erlaubtmachenden nicht verwerflich machen, nur ist es hierbei anders, da die Absicht sich auf das ganze Speisopfer erstreckt.",
"Ein Jünger rezitierte vor R. Jiçḥaq b. Abba: Hat man den Haufen aufgeräuchert [in der Absicht], das Zurückbleibendezu essen, [so ist es] nach aller Ansicht verwerflich. – Hierüberbesteht ja ein Streit!? –",
"Lies vielmehr: nach aller Ansicht untauglich. – Sollte er doch korrigieren: verwerflich, nach R. Meír!? – Dem Jünger ist ‘nach aller Ansicht’ gelehrt worden; eine Verwechselung zwischen ‘untauglich’ und ‘verwerflich’ kann ihm unterlaufen sein, eine Verwechselung zwischen ‘nach R. Meír’ und ‘so ist es’ kann ihm nicht unterlaufen sein.",
"",
"HEBT MAN VOM SPEISOPFER DEN HAUFEN AB [IN DER ABSICHT], ZU ESSEN, WAS NICHT ZU ESSEN IST, ODER AUFZURÄUCHERN, WAS NICHT AUFZURÄUCHERN IST, SO IST ES TAUGLICH, NACH R. ELIE͑ZER ABER UNTAUGLICH;\n",
"WENN WENIGER ALS EINE OLIVE ZU ESSEN, WAS ZU ESSEN IST, ODER AUFZURÄUCHERN, WAS AUFZURÄUCHERN IST, SO IST ES TAUGLICH; AVENN EINE HALBE OLIVE ZU ESSEN UND EINE HALBE OLIVE AUFZURÄUCHERN, SO IST ES TAUGLICH, DENN DAS ESSEN UND DAS AUFRÄUCIIERN WERDEN NICHT VEREINIGT.",
"GEMARA. R. Asi sagte im Namen R. Joḥanans: Folgendes ist der Grund R. Elie͑zers: die Schrift sagt: wenn essengegessen werden sollte vom Fleische seines Schlachtopfers; die Schrift spricht von zweierlei Verzehrungen, von der Verzehrung durch Menschen und von der Verzehrung durch den Altar. Dies lehrt dich, wie man hinsichtlich der Verzehrung durch Menschen beabsichtigen kann, ebenso kann man auch hinsichtlich der Verzehrung durch den Altar beabsichtigen; und wie man ferner hinsichtlich der Verzehrung des von einem Menschen zu Verzehrenden durch einen Menschen und hinsichtlich der Verzehrung des von dem Altar zu Verzehrenden durch den Altar beabsichtigen kann,",
"ebenso kann man auch hinsichtlich der Verzehrung des von einem Menschen zu Verzehrenden durch den Altar und des vom Altar zu Verzehrenden durch einen Menschen beabsichtigen. –",
"Aus welchem Grunde? – Weil der Allbarmherzige für ‘aufräuchern’ den Ausdruck ‘verzehren’ gebraucht. –",
"Und die Rabbanan!? – Der Allbarmherzige gebraucht dafür deshalb den Ausdruck ‘verzehren’,"
],
[
"daß es nämlich einerlei sei, ob man bei der Absicht bezüglich des Altars den Ausdruck ‘verzehren’ oder den Ausdruck ‘aufräuchern’ gebraucht hat.",
"Oder auch: wie bei der Verzehrung das Quantum einer Olive festgesetzt ist, ebenso ist auch bei der Aufräucherung das Quantum einer Olive festgesetzt; jedoch ist unter ‘verzehren’ nur die gewöhnliche Artzu verstehen. –",
"Und R. Elie͑zer!? – Wäre dem so, so sollte doch der Allbarmherzige essen essen oder gegessen gegessen geschrieben haben, wenn es aber essen gegessen heißt, so ist beides zu entnehmen.",
"R. Zera sprach zu R. Asi: Sollte man doch, wenn dies der Grund R. Elie͑zers ist, auch der Ausrottung schuldig sein!? Wolltest du sagen, dem sei auch so, so sagtest du ja selbst im Namen R. Joḥanans, R. Elie͑zer pflichte bei, daß man nicht mit der Ausrottung bestraft werde.",
"Dieser erwiderte: Über die Ansicht R. Elie͑zers [streiten] Tannaím; einer sagt, es sei nach der Tora untauglich, und einer sagt, es sei nur rabbanitisch untauglich.",
"Es wird nämlich gelehrt: Schlachtet man ein Schlachtopfer [in der Absicht], vom Blute am folgenden Tage zu trinken, vom Fleische am folgenden Tage aufzuräuchern, oder von den Opferteilen am folgenden Tage zu essen, so ist es tauglich, nach R. Elie͑zer aber untauglich. [Beabsichtigt man,] vom Blute zum folgenden Tage zurückzulassen, so ist es nach R. Jehuda untauglich. R. Elea͑zar sagte: Auch in diesem Falle ist es nach R. Elie͑zer untauglich und nach den Weisen tauglich.",
"Nach wessen Ansicht lehrte es R. Jehuda: wenn nach den Rabbanan, so sollte doch, wenn es nach ihnen tauglich ist in dem Falle, wenn man bei der Absicht den Ausdruck verzehrengebraucht, dies um so mehr hierbei der Fall sein!?",
"Doch wohl nach R. Elie͑zer, und R. Elea͑zar sagt, es sei auch in diesem Falle nach R. Elie͑zer untauglich und nach den Weisen tauglich. Da demnach R. Elea͑zar dasselbe lehrt, was R. Jehuda,",
"so besteht wohl zwischen ihnen ein Unterschied hinsichtlich der Ausrottung; R. Jehuda ist der Ansicht, wenn zurückzulassen, sei esnur untauglich, in jenen Fällen abersei man auch der Ausrottung schuldig, und hierzu sagte R. Elea͑zar, es seiin allen Fällen nur untauglich und nicht mit der Ausrottung belegt. –",
"Nein, alle sind der Ansicht, es sei nichtmit der Ausrottung belegt, und hierbei gibt es drei verschiedene Ansichten; der erste Autor ist der Ansicht, über jene Fällestreitensie, und wenn zurückzulassen, sei es nach aller Ansicht tauglich;"
],
[
"R. Jehuda ist der Ansicht, über jene Fälle streitensie, und wenn zurückzulassen, sei es nach aller Ansicht untauglich, denn bei einem Teile des Blutes ist das vollständige Blut zu berücksichtigen, und wenn diesbeim vollständigen Blute erfolgt, ist es nach der Tora verboten.",
"Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sprach zu ihnen: Ihr pflichtet mir doch wohl bei, daß es untauglich ist, wenn man es zum folgenden Tage zurückgelassen hat, somit ist es untauglich, auch wenn man beabsichtigt hat, es zum folgenden Tage zurückzulassen.",
"Hierzu sagte R. Elea͑zar, auch in diesem Falle sei es nach R. Elie͑zer untauglich und nach den Weisen tauglich. –",
"Ist R. Jehuda denn der Ansicht, es sei nach aller Ansicht untauglich, wenn man das Blut zum folgenden Tage zurückzulassen beabsichtigt, es wird ja gelehrt: Rabbi erzählte: Als ich meine Maße bei R. Elea͑zar b. Šammua͑ auszupressenging, manche lesen: die Maße des R. Elea͑zar b. Šammua͑ auszupressen, traf ich Joseph den Babylonier vor ihm sitzen, und alles war ihm sehr lieb, bis auf eines. Er sprach zu ihm: Meister, wie ist es, wenn man ein Schlachtopfer schlachtet [in der Absicht], vom Blute zum folgenden Tage zurückzulassen?",
"Dieser erwiderte: Es ist tauglich. Abends sagte er ihm, es sei tauglich; morgens sagte er ihm, es sei tauglich; mittags sagte er ihm, es sei tauglich; nachmittags aber sagte er ihm, es sei tauglich, nach R. Elie͑zer aber untauglich. Da leuchtete das Gesicht Joseph des Babyloniers auf.",
"Hierauf sprach jener zu ihm: Joseph, ich glaube, daß wir bis jetzt einander inbetreff unserer Lehren nicht verstanden haben. Dieser erwiderte: Doch, Meister, nur lehrte mich R. Jehuda, es sei untauglich, und ich suchte unter all seinen Schülern einen Genossen, ohne einen gefundenzu haben; jetzt nun, wo du mich gelehrt hast, es sei untauglich, hast du mir meinen Verlust wiedergegeben.",
"Da rieselten Tränen aus den Augen des R. Elea͑zar b. Šammua͑, und er sprach: Heil euch, Schriftgelehrte, daß euch die Worte der Tora so sehr lieb sind. Und er las über ihn folgenden Schriftvers:Wie liebe ich deine Lehre, allezeit ist sie mein Sinnen &c. R. Jehuda ist ein Sohn des R. Ilea͑j, und R. Ilea͑j ist ein Schüler des R. Elie͑zer, daher lehrte er dich die Ansicht R. Elie͑zers.",
"Wieso sagte er nun, wenn man sagen wollte, jener habe ihn gelehrt, es sei nach aller Ansicht untauglich, er habe ihm seinen Verlust wiedergegeben, er lehrte ihn ja, daß hierüber ein Streitbestehe!? –",
"Wieso sagte dieser zu ihm: ‘daher’, wenn man sagen wollte, er habe ihn gelehrt, es sei tauglich und nach R. Elie͑zer untauglich, auch wir haben ja eine Lehre, daß hierüber ein Streit bestehe!?",
"Vielmehr lehrte jener ihn tatsächlich, es sei nach aller Ansicht untauglich, und er sagte ihm deshalb, er habe ihm seinen Verlust wiedergegeben, weil er ihm [das Wort] ‘untauglich’ nannte.",
" HAT ER NICHT GEGOSSEN, NICHT UMGERÜHRT, NICHT ZERBROCKT, NICHT GESALZEN, NICHT GESCHWUNGEN, NICHT HERANGEBRACHT, ZU GROSS GEBROCKT, ODER NICHT BE STRICHEN, SO IST ES TAUGLICH.",
"GEMARA. Was heißt nicht gegossen: wollte man sagen, überhaupt kein [Öl] darauf gegossen, so macht es ja die Schrift davon abhängig!? – Vielmehr, wenn nicht ein Priester, sondern ein Gemeiner es gegossen hat. – Demnach ist ja unter ‘nicht umgerührt’ ebenfalls zu verstehen, wenn nicht ein Priester, sondern ein Gemeiner es umgerührt hat, wonach es untauglich ist, wenn es überhaupt nicht umgerührt worden ist;"
],
[
"wir haben ja aber gelernt, sechzig seienumzurühren und einundsechzig seien nicht umzurühren, und auf unseren Einwand, was denn dabei sei, wenn es nicht umgerührt wird, wir haben ja gelernt, wenn es nicht umgerührt worden ist, sei es tauglich,",
"erwiderte R. Zera, wenn es zum Umrühren geeignet ist, sei das Umrühren nicht unerläßlich, und wenn es zum Umrühren nicht geeignetist, sei das Umrühren unerläßlich!? –",
"Wieso denn, eines so und eines anders; nicht gegossen, wenn nicht ein Priester, sondern ein Gemeiner gegossen hat, nicht umgerührt, wenn man es überhaupt nicht umgerührt hat.",
"ZU GROSS GEBROCKT &C., SO IST ES TAUGLICH. Wenn es tauglich ist, falls man es überhaupt nicht zerbrockt hat, so ist dies ja selbstverständlich, wenn man es zu groß gebrockt hat!? – Unter ‘groß gebrockt’ ist zu verstehen, wenn man es zu sehr zerbröckelthat.",
"Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich zu große Stücke, denn man könnte glauben, in jenem Fallegelten sie als Kuchen, in diesem Falle aber sind sie weder Kuchen noch Brocken, so lehrt er uns.",
"Es wäre anzunehmen, daß unsere Mišnanicht die Ansicht R. Šimo͑ns vertritt, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagte: Ein Priester, der vom Tempeldienste nichts hält, hat keinen Anteil an der Priesterschaft, denn es heißt:wer von den Söhnen Ahrons das Blut des Heilsopfers und das Fett darbringt, dem sei die rechte Keule zuteil; hält er vom Tempeldienste, so hat er einen Anteil an der Priesterschaft, hält er nichts vom Tempeldienste, so hat er keinen Anteil an der Priesterschaft.",
"Ich weiß dies nur hiervon, woher, daß auch",
"das Gießen, das Umrühren, das Zerbrocken, das Salzen, das Schwingen, das Heranbringen, das Abhäufen, das Aufräuchern, das Kopfabkneifen, die [Blut]aufnahme, die Besprengungen, das Trinkenlassen der Ehebruchsverdächtigten, das Genickbrechen des Kalbes, die Reinigung des Aussätzigen, und das Hochheben der Händeinnerhalb und außerhalbeinbegriffen sind?",
"Es heißt: von den Söhnen Ahrons, Dienstleistungen, die den Söhnen Ahrons übertragen worden sind; jeder Priester, der davon nichts hält, hat keinen Anteil an der Priesterschaft.",
"R. Naḥman erwiderte: Dies ist kein Widerspruch; eines gilt vom Speisopfer eines Priesters und eines gilt vom Speisopfer eines Jisraéliten. Beim Speisopfer eines Jisraéliten, von dem der Haufe abzuheben ist, hat es vom Abheben ab durch die Priesterschaft zu erfolgen, dies lehrt, daß das Gießen und das Umrühren durch einen Gemeinen erfolgen darf; beim Speisopfer eines Priesters aber, von dem der Haufe nicht abgehoben wird, ist die Priesterschaft von Anfang an erforderlich.",
"Raba sprach zu ihm: Merke, das Gießen beim Speisopfer eines Priesters wird ja vom Speisopfer eines Jisraéliten entnommen, wie es nun bei diesem durch einen Gemeinen zulässig ist, ebenso sollte es auch bei jenem durch einen Gemeinen zulässigsein!?",
"Manche lesen: R. Naḥman erwiderte: Dies ist kein Widerspruch; eines gilt von solchen, von denen der Haufe abgehoben wird, und eines von solchen, von denen er nicht abgehobenwird.",
"Raba sprach zu ihm: Merke, das Gießen bei den nicht abzuhäufenden wird ja von den abzuhäufenden entnommen, somit sollten sie ja diesen gleichen, wie es bei diesen durch einen Gemeinen zulässig ist, ebenso sollte es auch bei jenen durch einen Gemeinen zulässig sein!? Das richtigste ist vielmehr, unsere Mišna vertrete nicht die Ansicht R. Šimo͑ns.",
"Was ist der Grund der Rabbanan? Die Schrift sagt:er gieße darauf Öl und gebe dazu Weihrauch und bringe es zu den Söhnen Ahrons, den Priestern, und er häufe ab; vom Abhäufen ab hat es durch die Priesterschaft zu erfolgen; dies lehrt, daß das Gießen und Umrühren durch einen Gemeinen zulässig ist. –",
"Und R. Šimo͑n!? – Den Söhnen Ahrons,\n"
],
[
"den Priestern, die Schriftworte sind nach obenund nach unten auszulegen. –",
"Ist R. Šimo͑n denn der Ansicht, die Schriftworte seien nach oben und nach unten auszulegen, es wird ja gelehrt:Der Priester nehme mit seinem Finger vom Blute des Sündopfers und trage es auf die Hörner des Altars auf. Er nehme, dies lehrt, daß die [Blut]aufnahme mit der rechten [Hand] erfolgen muß; mit seinem Finger und trage es auf, dies lehrt, daß das Auftragen mit der rechten [Hand] erfolgen muß.",
"R. Šimo͑n sprach: Bei der [Blut]aufnahme heißt es ja nicht Hand, und da es hierbei nicht Hand heißt, so ist es gültig, auch wenn man es mit der linken aufgenommen hat.",
"Hierzu sagte Abajje, sie streiten darüber, ob Schriftworte nach oben und nach untenauszulegen seien. R. Šimo͑n ist demnach der Ansicht, sie seien nur nach unten und nicht nach oben auszulegen!? –",
"Vielmehr folgendes ist der Grund R. Šimo͑ns:und er bringe es, das und ist eine Hinzufügung zum Vorangehenden!? –",
"Ist R. Šimo͑n denn der Ansicht, das und sei eine Hinzufügung zum Vorangehenden, es heißt ja:er schlachte das junge Rind &c. und die Söhne Ahrons, die Priester, sollen das Blut heranbringen und es sprengen; erst von der [Blut]aufnahme ab hat es durch die Priesterschaft zu erfolgen; dies lehrt, daß das Schlachten durch einen Gemeinen zulässig ist. Wenn nun nach R. Šimo͑n das und eine Hinzufügung zum Vorangehenden ist, so sollte auch das Schlachten durch einen Gemeinen unzulässig sein!? –",
"Anders ist es hierbei; die Schrift sagt: er stütze, er schlachte, wie das Stützen durch einen Gemeinenerfolgt, ebenso darf auch das Schlachten durch einen Gemeinen erfolgen. –",
"Demnach sollte doch, wie das Stützen durch den Eigentümer erfolgen muß, auch das Schlachten durch den Eigentümer erfolgen müssen!? – Dies kannst du nicht sagen, denn es ist [ein Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn das Sprengen, das die Hauptsühne ist, nicht durch den Eigentümer zu erfolgen braucht, um wieviel weniger das Schlachten, das nicht die Hauptsühne ist.",
"Wolltest du erwidern, man folgere nicht hinsichtlich des Möglichen vom Unmöglichen, so hat ja der Allbarmherzige hinsichtlich des Versöhnungstages bekundet:er schlachte den Sündopferfarren, der für ihn ist; demnach braucht in anderen Fällen das Schlachten nicht durch den Eigentümer zu erfolgen.",
"Rabh sagte: Überall, wo es ‘Gesetz’ und ‘Satzung’ heißt, ist esunerläßlich. Erglaubte, es sei beides erforderlich, wie es heißt:dies ist die Satzung des Gesetzes;",
"",
"beim Nazir heißt es ja aber nur ‘Gesetz’, dennoch sagte Rabh, das Schwingensei beim Nazir unerläßlich!? – Anders ist es hierbei; es heißt:so verfahre er, und dies ist ebenso als würde es ‘Satzung’ heißen. –",
"Beim Dankopfer heißt es ja nur ‘Gesetz’, dennoch haben wir gelernt, die vier [Arten Brote] des Dankopfers seien von einander abhängig!? – Anders ist es beim Dankopfer, da es mit dem des Nazirs verglichen wird, denn es heißt:zur Schlachtung seiner Dankheilsopfer, und der Meister sagte: seiner Heilsopfer, dies schließe das Heilsopfer des Nazirs ein. –",
"Beim Aussätzigen heißt es ja nur ‘Gesetz’, dennoch haben wir gelernt, die vier Dingebeim Aussätzigen seien von einander abhängig!? – Anders ist es hierbei; es heißt:dies ist das Gesetz über den Aussätzigen, und dies ist ebenso als würde es ‘Satzung’ heißen. –",
"Beim Versöhnungstage heißt es ja nur ‘Satzung’, dennoch haben wir gelernt, die zwei Ziegenböcke des Versöhnungstages seien von einander abhängig!? – Vielmehr, entweder ‘Gesetz’ oder ‘Satzung’. –",
"Bei den übrigen Opfern heißt esja ‘Gesetz’, und siesind nicht unerläßlich!? – Heißt es ‘Gesetz’, so muß es auch ‘Satzung’ heißen, heißt es aber ‘Satzung’, so braucht es nicht auch ‘Gesetz’ zu heißen. –",
"Er sagt ja aber ‘Gesetz’ und ‘Satzung’!? – Er meint es wie folgt: selbst wenn es ‘Gesetz’ heißt, ist es nur dann [unerläßlich], wenn es auch ‘Satzung’ heißt, sonst aber nicht. –",
"Beim Speisopfer heißt es ja ‘Satzung’, dennoch sagte Rabh, was die Schrift irgendwo beim Gesetz vom Speisopfer wiederholt, sei unerläßlich; nur was sie wiederholt, anderes aber nicht!? –",
"Anders ist es hierbei, wo [das Wort] ‘Satzung’ sich auf das Essen bezieht. –",
"Beim Schaubrote bezieht sich ja [das Wort] ‘Satzung’ ebenfalls auf das Essen, dennoch haben wir gelernt, die beiden [Brot]schichten seien von einander abhängig, die beiden Schalen seien von einander abhängig und die [Brot]schichten und die Schalen seien von einander abhängig!? –",
"Vielmehr, wo dieses hinsichtlich des Essens geschrieben steht, bezieht es sich auf das ganze Gesetz, nur verhält es sich hierbeianders; die Schrift sagt:\n",
"von seinem Schrote und von seinem Öl,"
],
[
"Schrot und Ölsind unerläßlich, alles andere aber",
"Der Text. Rabh sagte: Was die Schrift irgendwo beim Gesetze vom Speisopfer wiederholt hat, ist unerläßlich. Šemuél aber sagte, nur Schrot und Öl seien unerläßlich, anderes aber nicht. Ist denn nach Šemuél nicht auch das unerläßlich, was die Schrift wiederholthat!? –",
"Vielmehr, was die Schrift wiederholt hat, ist entschieden unerläßlich, und sie streiten über [die Worte]einen Haufen voll undmit seinem Haufen. Es wird nämlich gelehrt: Einen Haufen voll, mit seinem Haufen, man darf kein Maß für den Häufenfertigen.",
"Rabh ist der Ansicht, die Schrift habe auch dieswiederholt, denn es heißt:er brachte das Speisopfer dar und füllte seine Handdavon. Šemuél aber ist der Ansicht, von [einem Gesetze] pro praesentisei nicht hinsichtlich eines für die Dauer zu folgern. –",
"Folgert Šemuél etwa nicht von [einem Gesetze] pro praesenti hinsichtlich eines für die Dauer, wir haben ja gelernt: Flüssigkeitsgefäße heiligen Flüssigkeiten, und Trockenmaße heiligen trockene Dinge.",
"Hierzu sagte Šemuél, dies gelte nur von Meßgefäßen, die Sprengbecken aber heiligen wohl, denn es heißt:beide voll mit Feinmehl. –",
"Anders ist es hierbei, wo die Schrift es zwölfmalwiederholt.",
"R. Kahana und R. Asi sprachen zu Rabh: Das Heranbringenhat ja die Schrift wiederholt, dennoch ist es nicht unerläßlich!? – Wo hat sie es wiederholt? – Es heißt:dies ist das Gesetz des Speisopfers, die Söhne Ahrons sollen es vor den Herrn bringen. –",
"Dies bestimmt nur die Stelle. Es wird nämlich gelehrt: Vor den Herrn, man könnte glauben, in der Westseite, so heißt es: an die Vorderseite des Altars;",
"wenn an die Vorderseite des Altars, so könnte man glauben, in der Südseite, so heißt es: vor den Herrn. Wie ist dies nun zu erklären? Man bringe es zum südwestlichen Horn, gegen die Kante des Horns, und dies genügt.",
"R. Elie͑zer sagte: Man könnte glauben, man bringe es zur westlichen oder zur südlichen Seite des Horns, so ist zu erwidern: wenn du zwei Schriftverse findest, von denen der eine sich selbst und auch den anderen aufrecht erhält, und der andere sich aufrecht erhält und jenen aufhebt, so lasse man den, der sich selbst aufrecht erhält und den anderen aufhebt, und halte sich an den, der sich und den anderen aufrecht erhält.",
"Wenn du sagst: vor den Herrn, in der Westseite, so hast du aufgehoben [die Worte] an die Vorderseite des Altars, in der Südseite, wenn du aber sagst: an die Vorderseite des Altars, in der Südseite, so hältst du aufrecht [die Worte] vor den Herrn. –",
"Wieso hältst du sie aufrecht!? R. Aši erwiderte: Dieser Autor ist der Ansicht, der ganze Altar habe auf der Nordseitegestanden.",
"R. Hona wandte ein: Das Salzen hat ja die Schrift nicht wiederholt, dennoch ist es unerläßlich!? Es wird nämlich gelehrt:Einewiges Salzbündnis ist es,"
],
[
"das Bündnis ist hinsichtlich des Salzes gesprochen worden – so R. Jehuda. R. Šimo͑n sagte: Hierbei heißt es: ein ewiges Salzbündnis und dortheißt es: ein Bündnis ewigen Priestertums, wie die Opfer ohne Priester nicht möglich sind, ebenso wenig sind die Opfer ohne Salz möglich. R. Joseph erwiderte:",
"Rabh ist der Ansicht unseres Autors, welcher sagt, es sei ungesalzen tauglich. Abajje sprach zu ihm: Demnach wäre auch unter ‘nicht gegossen’ zu verstehen, wenn man überhaupt kein [Öl] gegossenhat !? Vielmehr ist zu verstehen, wenn nicht ein Priester, sondern ein Gemeiner es gegossen hat, ebenso ist auch zu verstehen, wenn nicht ein Priester, sondern ein Gemeiner gesalzenhat.",
"Jener erwiderte: Kann es dir denn in den Sinn kommen, ein Gemeiner sei zum Altardienste zulässig!?",
"Wenn du aber willst, sage ich: hinsichtlich dessen heißt es Bündnis, und dies ist ebenso als würde die Schrift es wiederholt haben. –",
"Hat die Schrift es denn nicht wiederholt, es heißt ja: und all deine Speisopfer sollst du mit Salz salzen!? – Dies ist für folgende Lehre nötig. Würde es nur Opfer mit Salz geheißen haben, so könnte man glauben, auch das Holzund das Blut, die ebenfalls Opfergenannt werden,",
"daher heißt es Speisopfer; wie das Speisopfer sich dadurch auszeichnet, daß dazu anderes erforderlichist, ebenso auch alles andere, wobei anderes erforderlichist. Folgert man:",
"wie das Speisopfer sich dadurch auszeichnet, daß es erlaubtmacht, ebenso auch alles andere, was erlaubt macht, wonach das Blut, das erlaubtmacht, einzuschließen ist, so heißt es:von deinen Speisopfern, nicht aber vom Blute.",
"Man könnte glauben, das Salz sei zum ganzen Speisopfererforderlich, so heißt es Opfer, das Salz ist nur zum eigentlichen Opfererforderlich, nicht aber ist das Salz zum ganzen Speisopfer erforderlich.",
"Ich weiß dies nur vom Haufen des Speisopfers, woher, daß auch der Weihrauch einbegriffenist? Ich begreife den Weihrauch ein, weil er mit diesem in einem Gefäße dargebracht wird.",
"Woher, daß auch der besonders dargebrachteWeihrauch, der in den Schalendargebrachte Weihrauch, das Räucherwerk,",
"das Speisopfer eines Priesters, das Speisopfer des gesalbten Priesters, das Speisopfer der Gußopfer, die Opferteile des Sündopfers, die Opferteile des Schuldopfers, die Opferteile der hochheiligen Opfer, die Opferteile der minderheiligen Opfer, die Opferteile des Brandopfers und das Geflügel-Brandopfer einbegriffen sind?",
"Es heißt: zu all deinen Opfern sollst du Salz darbringen.",
"Der Meister sagte: Ich weiß dies nur vom Haufen des Speisopfers, woher, daß auch der Weihrauch einbegriffen ist? Ich begreife den Weihrauch ein, weil er mit diesem in einem Gefäße dargebracht wird. Du sagtest ja aber: wie das Speisopfer sich dadurch auszeichnet, daß dazu anderes erforderlichist!? –",
"Er meint es wie folgt: vielleicht ist [das Wort] Opfer eine Generalisierung und [das Wort] Speisopfer eine Spezialisierung, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung folgt, so umfaßt die Generalisierung nur das, was die Spezialisierung nennt: nur das Speisopfer, anderes aber nicht.",
"Hierauf sagt er: zu all deinen Opfern, dies ist wiederum eine Generalisierung, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung und wiederum eine Generalisierung folgt, so richte man sich nach der Spezialisierung: wie das Speziellgenanntesich dadurch auszeichnet, daß dazu anderes erforderlich ist, ebenso auch alles andere, wobei anderes erforderlich ist.",
"Was dazu erforderlich ist, das ist das Holz, ebenso auch alles andere, wobei Holz [erforderlich ist]. –",
"Vielleicht der Weihrauch, somit ist auch das Blut einzuschließen, denn dazu gehört das Gußopfer!? – Das Gußopfer gehört zu den Opferteilen, denn Essen und Trinken [gehören zusammen]. – Im Gegenteil, Sühne und Freude [gehörenzusammen]!? –",
"Vielmehr, der Weihrauch wird in einem Gefäße mit diesemdargebracht; mit dem Holze aber werden, wie damit das Speisopfer hergerichtet wird, auch alle anderen Opfer hergerichtet. –",
"Vielleicht aber: wie das Speziellgenannte sich dadurch auszeichnet, daß anderes dazu erforderlich ist und erlaubt macht, ebenso auch alles andere, wobei anderes erforderlich ist und erlaubt macht, das ist nämlich der in den Schalen dargebrachte Weihrauch, der die Brote erlaubt macht, anderes aber nicht!? –",
"Da [die Worte] von deinen Speisopfern zur Ausschließung des Bluteserforderlich sind, so ist zu entnehmen, daß alles andere durch die Vergleichung in einer Hinsicht zu folgern ist.",
"Der Meister sagte: Von deinen Speisopfern, nicht aber vom Blute. Vielleicht: von deinen Speisopfern, nicht aber von den Opfergliedern!? –",
"Es ist einleuchtend, daß die Opferglieder einzubegreifen sind,",
"denn sie gleichen jenemhinsichtlich der Benötigung von anderem, der Verbrennung, [der Herrichtung] außerhalb, des Übriggebliebenen,",
"der Unreinheit und der Veruntreuung. –"
],
[
"Im Gegenteil, das Blut ist ja einzuschließen, denn es gleicht jenem hinsichtlich der Erlaubtmachungund des Untauglichwerdens bei Sonnenuntergang!? – Jenesind mehr.",
"Der Meister sagte: So könnte man glauben, auch das Holz und das Blut, die ebenfalls Opfer genannt werden. Der Autor, welcher sagt, das Holz werde Opfer genannt, ist ja Rabbi, und nach Rabbi ist ja hierfür Salz erforderlich!?",
"Es wird nämlich gelehrt: Opfer, dies lehrt, daß man Holz spenden könne. Wieviel? Zwei Scheite. Ebensoheißt es:und wir warfen das Los wegen der Opferung des Holzes. Rabbi sagt, die Holz-[spende] gilt als Opfer und benötigt des Salzes und des Heranbringens.",
"Hierzu sagte Raba: Nach der Ansicht Rabbis ist beim Holze das Abheben des Haufens erforderlich. Ferner sagte R. Papa: Nach der Ansicht Rabbis ist zum Holze Holzerforderlich. –",
"Streiche [das Wort] Holz. – Was schließt demnach der Schriftvers aus, wenn etwa das Blut, so geht dies ja schon aus [den Worten] von deinen Speisopfern hervor!? –"
],
[
"Man lasse das Holz fort und nenne das Gußopfer. Es wird nämlich gelehrt: Aber der Wein, das Blut, das Holz und das Räucherwerk benötigen nicht des Salzes. –",
"Wer ist [der Autor dieser Lehre], wenn Rabbi,",
"so besteht ja ein Einwand hinsichtlich des Holzes, und wenn die Rabbanan, so besteht ja ein Einwand hinsichtlich des Räucherwerkes!? – Es ist der Autor der folgenden Lehre: R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagte: Wie das Speziellgenannteeine Sache ist, die für die Unreinheit empfänglich ist, verbrannt wird und auf den äußeren Altar kommt, ebenso auch alles andere, das für die Unreinheit empfänglich ist, verbrannt wird und auf den äußeren Altar kommt;",
"ausgenommen ist das Holz, das nicht verunreinigungsfähig ist, ausgenommen sind der Wein und das Blut, die nicht verbrannt werden, und ausgenommen ist das Räucherwerk, das nicht auf den äußeren Altar kommt. –",
"Demnach wissen wir es vom Blute, weil die Schrift es ausgeschlossen hat, sonst aber würde man gesagt haben, das Blut benötige des Salzes; wenn man es salzt, verliert es ja den Charakter des Blutes!? Zee͑ri sagte nämlich im Namen R. Ḥaninas, wenn man Blut gekocht hat, begehe man wegen dessenkein Verbot; und R. Jehuda sagte im Namen Zee͑ris, wenn man Blut gesalzen hat, begehe man wegen dessen kein Verbot;",
"und in seinem eigenen Namen sagte R. Jehuda, wenn man die Opferglieder gebraten und dann dargebracht hat, gelten sie nicht mehr als duftend. –",
"Man könnte glauben, es sei von Gebotes wegen etwasbeizufügen, so lehrt er uns.",
"Der Text. Zee͑ri sagte im Namen R. Ḥaninas: Hat man Blut gekocht, so übertritt man dabei kein Verbot. Raba saß und trug diese Lehre vor, da wandte Abajje gegen ihn ein: Wenn man Blut gerinnen läßtund es ißt, oder wenn man Talg schmilzt und ihn schlürft, so ist man schuldig!? –",
"Dies ist kein Einwand; eines, wenn man es am Feuer gerinnen läßt, und eines, wenn man es an der Sonne gerinnen läßt; wenn am Feuer, so löst es sich nicht wieder auf, wenn aber an der Sonne, so löst es sich wiederauf. –",
"Auch wenn an der Sonne, sollte man doch sagen, da esverdrängt worden ist, bleibe es verdrängt!? R. Mani fragte nämlich R. Joḥanan, wie es denn sei, wenn das Blut geronnen ist und man es ißt, und er erwiderte ihm, da es verdrängt worden ist, bleibe es verdrängt. Jener schwieg.",
"Da sprach er zu ihm: Vielleicht gilt eines von außerhalb herzurichtenden Sündopfernund eines von innerhalb herzurichtenden Sündopfern.",
"Jener erwiderte: Du hast mich einer Sache erinnert, die Rabba im Namen R. Ḥisdas gesagt hat, wenn das Blut von Sündopferngeronnen ist und man es ißt, sei man schuldig, denn der Allbarmherzige sagt:er nehme, er trage auf, und dieses ist zum Nehmen und zum Auftragen geeignet, wenn aber solches von innerhalb herzurichtenden Sündopfern, sei man frei, denn der Allbarmherzige sagt:er tauche ein und besprenge, und dieses ist zum Eintauchen und Besprengen ungeeignet.",
"In seinem eigenen Namen aber sagte Rabba, selbst wenn man solches von innerhalb herzurichtenden Sündopfern gegessen hat, sei man schuldig, weil es bei den außerhalb herzurichtenden Sündopfern tauglich ist.",
"R. Gidel sagte im Namen Zee͑ris: Das Blut gilt, ob flüssig oder trocken, als Trennung, Man wandte ein: Blut, Tinte, Honig und Milch gelten trocken als Trennung, flüssig aber nicht!? – Dies ist kein Einwand; eines, wenn es klebrigist, und eines, wenn es nicht klebrig ist.",
"Sollst du salzen; worauf deutet dies? – Auf folgende Lehre: Mit Salz, man könnte glauben tebonehu, so heißt es: sollst du salzen; wenn salzen, so könnte man glauben, mit Salzwasser, so heißt es: mit Salz.",
"Du sollst kein Salz fehlen lassen, bringe Salz, das niemals fehlt, das ist nämlich Feinsalz. Woher, daß man, wenn man kein Feinsalz findet, Grobsalzverwende? – Es heißt: sollst du bringen, welches es auch ist. Sollst du bringen, aus jedemOrte; sollst du bringen, selbst am Šabbath; sollst du bringen, selbst in Unreinheit. –",
"Was heißt tebonehu? Rabba b. U͑la erwiderte: Er meint es wie folgt: man könnte glauben, man knete es, wie das Strohim Lehm. Abajje sprach zu ihm: Demnach müßte es ja jetabnena [mit Stroh kneten] heißen!? Vielmehr, erklärte Abajje, man könnte glauben, man verfahre hierbei wie bei einem Bauwerke. Raba sprach zu ihm: Demnach müßte es ja jibnenu [bauen] heißen!? Vielmehr, erklärte Raba, man könnte glauben, tebonehu. –",
"Was heißt tebonehu? R. Aši erwiderte: Man könnte glauben, man füge nur einen zu spürenden Geschmackbei, so heißt es: sollst du salzen. Wie verfahre man hierbei? – Man hole das Opferglied und bestreue es mit Salz, wende es um und bestreue es mit Salz, sodann bringe man es dar.",
"Abajje sagte: Ebenso auch für den Kochtopf."
],
[
"Die Rabbanan lehrten: Beim Salze, das sich auf einem Opfergliede befindet, gibt es eine Veruntreuung; das sich auf der Altarrampe und auf dem Altarbefindet, gibt es keineVeruntreuung. Hierzu sagte R. Mathna: Hierauf deutet folgender Schriftvers:du sollst sie vor den Herrn bringen, und die Priester sollen Salz auf sie streuen und sie dem Herrn als Brandopfer darbringen.",
"Dort haben wir gelernt: Hinsichtlichdes Salzesund des Holzes, daß die Priester davon genießen dürfen. Šemuél sagte: Nur für ihre Opfer, nicht aber zum Essen.",
"Erglaubte, unter Opfer sei das Salzen ihrer Opfer, und unter Essen das Essen von Geheiligtemzu verstehen. Wenn sie davon sogar zum Salzen der Häute von den Opfernerhalten, wie sollten sie davon zum Essen von Geheiligtem nicht erhalten!?",
"Es wird nämlich gelehrt: Es ergibt sich also, daß das Salz an drei Stellen verwandt wird: in der Salzkammer, auf der Altarrampe und auf der Höhe des Altars. In der Salzkammer, denn da salzte man die Häute der Opfer; auf der Altarrampe, denn da salzte man die Opferglieder; auf der Höhe des Altars, denn da salzte man den Haufen, den Weihrauch, das Räucherwerk, das Speisopfer der Priester, das Speisopfer des gesalbten Priesters, das Speisopfer der Gußopfer und das Vogel-Brandopfer. –",
"Vielmehr, unter Opfer ist das Essen der Opfer zu verstehen, und unter Essen ist das Essen von Profanem zu verstehen. –",
"Vom Profanen ist es ja selbstverständlich, wie kommt es dahinein!? – Obgleich der Meister erklärt hat:sollen essen, sie dürfen dazuProfanes und Hebe essen, damit sie auch satt werden, so gebe man ihnen hierzu dennoch kein Salz vom Heiligen.",
"Rabina sprach zu R. Aši: Dies ist auch einleuchtend; wenn man sagen wollte, unter Opfer sei das Salzen derselben zu verstehen, so erhalten sie esnur deshalb, weil das Gericht es bestimmt hat, sonst aber nicht; wenn man es aber sogar Jisraéliten verabreicht, wie sollte man es Priestern nicht verabreichen!?",
"Es wird nämlich gelehrt: Man könnte glauben, wer gesagt hat, er gelobe ein Speisopfer, müsse dazu auch das Salz vom Hause bringen, wie er den Weihrauch vom Hausebringt, und zwar wäre dies durch einen Schluß zu folgern: es heißt, daß man das Speisopfer und dazu Salz bringe, und es heißt, daß man das Speisopfer und dazu Weihrauch bringe; wie den Weihrauch vom Hause, ebenso auch das Salz vom Hause.",
"Oder aber wie folgt: es heißt, daß man das Speisopfer und dazu Salz bringe, und es heißt, daß man das Speisopfer und dazu Holz bringe; wie das Holz von Gemeindemitteln, ebenso auch das Salz von Gemeindemitteln.",
"Man beachte aber, womit es zu vergleichen ist; man folgere hinsichtlich einer Sache, die zu allen Opfern erforderlichist, von einer Sache, die zu allen Opfern erforderlichist, nicht aber folgere man vom Weihrauch, der nicht zu allen Opfern erforderlich ist.",
"Oder aber wie folgt: man folgere hinsichtlich einer Sache, die damit im selben Gefäßedargebracht wird, von einer Sache, die damit im selben Gefäße dargebracht wird, nicht aber folgere man vom Holze, das nicht damit im selben Gefäße dargebracht wird.",
"Daher heißt es:ein ewiges Salzbündnis ist es, und dortheißt es: von den Kindern Jisraél, ein ewiges Bündnis; wie dort von Gemeindemitteln, ebenso auch hierbei von Gemeindemitteln.",
"R. Mordekhaj sprach zu R. Aši: R. Šiša, Sohn des R. Idi, sagte, diessei wegen der Lehre des Ben Bokhri nötig,",
"denn wir haben gelernt: R. Jehuda sagte: Ben Bokhri bekundete in Jabne, daß ein Priester, der den Šeqelentrichtet, kein Sünde begehe. R. Joḥanan b. Zakkaj sprach zu ihm: Nicht so, vielmehr begeht ein Priester, der den Šeqel nicht entrichtet, eine Sünde. Die Priester aber legen folgenden Schriftvers zu ihrem Vorteile aus:",
"Jedes Speisopfer eines Priesters ist ein Ganzopfer, es darf nicht gegessen werden; wieso dürften die Schwingegarbe, die zwei Brote und die Schaubrote, wenn sie unserwären, [von uns] gegessen werden!?",
"Nach Ben Bokhri sollten sie ja, wenn sie von vornherein zur Entrichtung nicht verpflichtet sind, dadurch eine Sünde begehen, da sie Profanesin den Tempelhof bringen!? Vielmehr, er bringe es und übergebe es der Gemeinde.",
"Man könnte nun glauben,"
],
[
"der Allbarmherzige habe esnur den Jisraéliten zuerkannt, da sie es in der Kammerhaben, nicht aber den Priestern, die es nicht in der Kammer haben, so lehrt er uns.",
"Woher entnimmt es der Autor, dem es entschieden ist, daß das Holz von Gemeindemitteln anzuschaffen sei? – Es wird gelehrt: Man könnte glauben, wer gesagt hat, er gelobe ein Brandopfer, bringe auch das Holz vom Hause, wie er das Trankopfer vom Hause bringt, so heißt es:auf das Holz über dem Feuer auf dem Altar; wie der Altar von Gemeindemitteln errichtet ist, ebenso auch das Holz und das Feuer von Gemeindemitteln – so R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n.",
"R. Elea͑zar b. Šammua͑ sagte: Wie der Altar von einem Gemeinen nicht benutzt wird, ebenso Holz und Feuer, die von einem Gemeinen nicht benutzt worden sind. – Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen, ob es neues [Holz] sein muß. –",
"Altes etwa nicht, es heißt ja:da sprach Aravna zu David: Mein Herr und König wolle nehmen, was ihm zusagt, und opfern; die Rinder zum Brandopfer und die Dreschwalzen und das Geschirr der Rinder zum Brennholz. – Auch diese waren neu. –",
"Was heißt Dreschwalzen? U͑la erwiderte: Ein Tribulum-Gestell. – Was ist ein Tribulum-Gestell? R. Jehuda erwiderte: Ein runder zum Dreschen dienender Bock. R. Joseph sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:siehe, ich mache dich zu einer neuen, scharfen Dreschwalze mit vielen Schneiden; du wirst Berge dreschen.",
" IST DER HAUFE MIT DEM HAUFEN EINES ANDEREN [OPFERS], DEM SPEISOPFER EINES PRIESTERS, DEM SPEISOPFER DES GESALBTEN PRIESTERS, ODER DEM SPEISOPFER EINES GUSSOPFERS VERMISCHT WORDEN, SO SIND SIETAUGLICH;",
"R. JEHUDA SAGT, WENN MIT DEM SPEISOPFER DES GESALBTEN PRIESTERS ODER DEM SPEISOPFER EINES GUSSOPFERS, SEIEN SIE UNTAUGLICH, DENN JENER BESTEHT AUS EINER HARTEN UND DIESE AUS EINER WEICHENMISCHUNG, UND SIE NEHMEN VON EINANDER AN.",
"GEMARA. Dort haben wir gelernt: Ist das Blutmit Wasser vermischt worden, so ist es, wenn es das Aussehen von Blut hat, tauglich; ist es mit Weinvermischt worden, so behandle man ihn wie Wasser; ist es mit Blut von einem Viehoder einem Wilde vermischt worden, so behandle man es wie Wasser. R. Jehuda sagt, Blut gehe in Blut nichtauf.",
"R. Joḥanan sagte: Beide folgern sie es aus ein und demselben Schriftverse:Er nehme vom Blute des Farren und vom Blute des Ziegenbockes, und da es bekannt ist, daß das Blut des Farren mehr ist als das Blut des Ziegenbockes, so entnehmen die Rabbanan hieraus,"
],
[
"daß Opfer einander nichtaufheben; R. Jehuda aber entnimmt hieraus, daß eine Art in derselben Art nicht aufgehe. –",
"Wieso entnehmen die Rabbanan hieraus, daß Opfer einander nicht aufheben, vielleicht erfolgt diesaus dem Grunde, weil sie gleicher Art sind!? –",
"Wäre dies von Dingen gleicher Art und nicht von Opfern gelehrt worden, so wäre dem so, da dies aber von Opfern gelehrt wird, so erfolgt dies aus dem Grunde, weil es Opfer sind. –",
"Vielleicht nur dann, wenn es Dinge gleicher Art und Opfer sind!? – Ein Einwand. –",
"Wieso entnimmt R. Jehuda hieraus, daß eine Art in derselben Art nicht aufgehe, vielleicht erfolgt dies aus dem Grunde, weil es Opfer sind!? –",
"Wäre dies von Opfern verschiedener Art gelehrt worden, so wäre dem so, da es aber von derselben Art gelehrt wird, so erfolgt dies aus dem Grunde, weil es Dinge derselben Art sind. –",
"Vielleicht nur dann, wenn es Dinge derselben Art und Opfer sind!? – Ein Einwand. –",
"Wir haben gelernt: R. Jehuda sagt, wenn mit dem Speisopfer des gesalbten Priesters oder dem Speisopfer eines Gußopfers, seien sie untauglich, denn jener besteht aus einer harten und diese aus einer weichen Mischung, und sie nehmen von einander an. Was ist denn dabei, daß sie von einander annehmen, sie sind ja von der gleichenArt!?"
],
[
"Raba erwiderte: R. Jehuda ist der Ansicht, wenn es Dinge gleicher Art sind und etwas anderes das Gleichartigeaufhebt, gelte dieses als nicht vorhanden, und eine Art ist mehr als die andere und hebt diese auf.",
"Es wurde gelehrt: Hat man zum Haufendes Sünd-Speisopfers Öl getan, so ist er, wie R. Joḥanan sagt, untauglich; Reš Laqiš sagt, er sei sogar von vornherein an die Neige eines Logszu streichen und darzubringen. –",
"Es heißt ja aber:er soll kein Öl darauf tun und keinen Weihrauch dazu geben!? – Dies besagt, daß man dafürnicht wie für andere [Opfer] Öl bestimme.",
"R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein: Ist ein trockenermit einem [mit Öl] umgerührten vermischt worden, so werde er dargebracht; R. Jehuda sagt, er werde nichtdargebracht. Doch wohl, wenn der Haufe eines Speisopfers mit dem Haufen eines gespendeten Speisopfers vermischt worden ist!? –",
"Nein, der des Speisopfers der Farren und Widder mit dem des Speisopfers der Lämmer. –",
"Dies wird ja ausdrücklich gelehrt: ist der des Speisopfers der Farren und Widder mit dem des Speisopfers der Lämmer, oder ein trockener mit einem [mit Öl] umgerührten vermischt worden, so werde er dargebracht; R. Jehuda sagt, er werde nicht dargebracht!? – Dies ist eine Erklärung.",
"Raba fragte: Wie ist es, wenn das Öl vom Haufen in das Holz gedrungenist: gleicht das, was mit dem Opfer vereinigt wird, dem Opferoder nicht? Rabina sprach zu R. Aši: Ist dies nicht identisch mit dem Falle, worüber R. Joḥanan und Reš Laqiš streiten?",
"Es wurde nämlich gelehrt: Wer ein nicht olivengroßes Glied, das durch einen Knochenzur Olivengröße ergänzt wird, [außerhalb] opfert, ist, wie R. Joḥanan sagt, schuldig, und wie Reš Laqiš sagt, frei.",
"R. Joḥanan sagt, er sei schuldig, denn das, was am Darzubringenden haftet, gleicht dem Darzubringenden; Reš Laqiš sagt, er sei frei, denn das, was am Darzubringenden haftet, gleicht nicht dem Darzubringenden. –",
"Dies ist fraglich sowohl nach R. Joḥanan als auch nach Reš Laqiš. Nach R. Joḥanan ist es fraglich, denn R. Joḥanan ist vielleicht dieser Ansicht nur hinsichtlich eines Knochens, der zur Art des Fleisches gehört, während [das Öl] nicht zur Art des Haufens gehört.",
"Oder auch Reš Laqiš ist vielleicht dieser Ansicht nur hinsichtlich eines Knochens, der gesondert werden kann, und wenn er gesondertworden ist, nicht wieder hinaufzulegen ist, während das Öl nicht gesondert werden kann. Oder aber gibt es hierbei keinenUnterschied? – Dies bleibt unentschieden.",
" SIND ZWEI SPEISOPFER, VON DENEN DER HAUFE NOCH NICHT ABGEHOBEN WORDEN IST, MIT EINANDER VERMISCHT WORDEN, SO SIND SIE, WENN MAN IHN VON DEM EINEN BESONDERS UND VOM ANDEREN BESONDERS ABHEBENKANN, TAUGLICH, WENN ABER NICHT, UNTAUGLICH.",
"IST DER HAUFE MIT EINEM SPEISOPFER, VON DEM DER HAUFE NOCH NICHT ABGEHOBEN WORDEN IST, VERMISCHT WORDEN, SO RÄUCHERE MAN SIENICHT AUF; HAT MAN SIE AUFGERÄUCHERT, SO WIRD DASJENIGE, VON DEM ER ABGEHOBEN WORDEN IST, DEM EIGENTÜMER ANGERECHNET, UND VON DEM ER NICHT ABGEHOBEN WORDEN IST, DEM EIGENTÜMER NICHT ANGERECHNET.",
"IST DER HAUFE MIT SEINEM ZURÜCKBLEIBENDEN ODER MIT DEM ZURÜCKBLEIBENDEN EINES ANDEREN [OPFERS] VERMISCHT WORDEN, SO RÄUCHERE MAN IHN NICHT AUF; HAT MAN IHN AUFGERÄUCHERT, SO WIRD ES DEM EIGENTÜMER ANGERECHNET.",
"GEMARA. R. Ḥisda sagte: Aas geht unter Geschlachtetemauf, weil Geschlachtetes nicht die Eigenschaft des Aasesannehmen kann;",
"Geschlachtetes geht unter Aas nichtauf, weil Aas die Eigenschaft des Geschlachteten annehmen kann, denn wenn es stinkendwird, schwindet seine Unreinheit.",
"R. Ḥanina aber sagte: Was jenemgleich werden kann, geht nicht auf, und was jenem nicht gleich werden kann, gehtauf. –",
"Nach wessen Ansicht, wenn nach den Rabbanan, so sagen sie ja, nur Opfer gehen unter einander nicht auf, wohl aber alles andere derselbenArt,",
"und wenn nach R. Jehuda,"
],
[
"so richtet sich ja R. Jehuda nach dem Aussehen, und beide gehören zur selbenArt!? –",
"Vielmehr, nach R. Ḥija, denn R. Ḥija lehrte: Aas und Geschlachtetes gehen unter einanderauf. –",
"Nach wessen Ansicht lehrte es R. Ḥija, wenn nach den Rabbanan, so sagen sie ja, nur Opfer gehen unter einander nicht auf, wohl aber alles andere derselben Art, und wenn nach R. Jehuda, so geht ja nach R. Jehuda eine Art unter derselben Art nichtauf!? –",
"Tatsächlich nach R. Jehuda, und das, was R. Jehuda sagt, eine Art gehe unter derselben Art nicht auf, gilt nur von dem Falle, wenn sie dieser gleich werden kann, wenn sie dieser aber nicht gleich werden kann, geht sie wohl auf.",
"Ihr Streit besteht in folgendem: R. Ḥisda ist der Ansicht, man richte sich nachdem Aufhebenden,",
"und R. Ḥanina ist der Ansicht, man richte sich nach dem Aufgehenden. –",
"Wir haben gelernt: Sind zwei Speisopfer, von denen der Haufe nicht abgehoben worden ist, mit einander vermischt worden, so sind sie, wenn man ihn von dem einen besonders und vom anderen besonders abheben kann, tauglich, wenn aber nicht, untauglich. Hierbei ist ja, wenn man den Haufen von einem abhebt, das übrige Zurückbleibendes, und das nicht abgehäuftegeht im Zurückbleibenden nichtauf.",
"Nach wessen Ansicht, wenn nach den Rabbanan, so sagen sie ja, nur Opfergehen unter einander nicht auf, wohl aber alles andere derselben Art; wahrscheinlich also nach R. Jehuda.",
"Einleuchtend ist nun die Ansicht desjenigen, welcher sagt, man richte sich nach dem Aufgehenden, denn das Aufgehende kann dem Aufhebenden gleich werden, wenn man nämlich den Haufen vom anderen abhebt, ist es ebenfalls Zurückbleibendesgleich jenem;",
"nach demjenigen aber, welcher sagt, man richte sich nach dem Aufhebenden, kann ja das Zurückbleibende nicht Unabgehäufteswerden!? Es wäre also anzunehmen, daß [die Mišna] nicht die Ansicht R. Ḥijas vertritt. –",
"Da ist es nach R. Zera zu erklären, denn R. Zera sagte: Beim Haufen heißt es aufräuchernund beim Zurückbleibenden",
"heißt es aufräuchern, wie nun der Haufe, bei dem [der Ausdruck] aufräuchern gebraucht wird, einen anderen Haufen nicht aufhebt, ebenso hebt auch das Zurückbleibende, bei dem [der Ausdruck] aufräuchern gebraucht wird, den Haufen nicht auf. –",
"Komm und höre: Ist der Haufe mit einem Speisopfer, von dem der Haufe noch nicht abgehoben worden ist, vermischt worden, so räuchere man sie nicht auf; hat man sie aufgeräuchert, so wird dasjenige, von dem er abgehoben worden ist, dem Eigentümer angerechnet, und von dem er nicht abgehoben worden ist, dem Eigentümer nicht angerechnet. Der nicht abgehäufte hebt also den Haufen nicht auf;",
"nach wessen Ansicht, wenn nach den Rabbanan, so sagen sie ja, nur Opfer unter einander gehen nicht auf, wohl aber alles andere derselben Art; wahrscheinlich also nach R. Jehuda.",
"Einleuchtend ist es also nach demjenigen, welcher sagt, man richte sich nach dem Aufhebenden, denn das Aufhebende kann dem Aufgehenden gleich werden, denn jedes Bißchen kann abgehoben werden, somit sind es Dinge derselben Art, und eine Art geht unter derselben Art nicht auf;",
"nach demjenigen aber, welcher sagt, man richte sich nach dem Aufgehenden, kann ja der Haufe nicht Unabgehäuftes werden!? Es wäre also anzunehmen, daß [die Mišna] nicht die Ansicht R. Ḥijas vertritt. – Dies ist nach R. Zera zu erklären. –",
"Komm und höre: Ist der Haufe mit dem Zurückbleibenden eines anderen [Opfers] vermischt worden, so räuchere man ihn nicht auf; hat man ihn auf geräuchert, so wird es dem Eigentümer angerechnet. Hierbei gleicht ja das Aufhebende nicht dem Aufgehenden, dennoch geht der Haufe im Zurückbleibenden nicht auf.",
"Nach wessen Ansicht &c.",
"R. Zera erwiderte; Beim Haufen heißt es aufräuchern und beim Zurückbleibenden heißt es aufräuchern, wie der Haufe, bei dem es aufräuchern heißt, einen anderen Haufen nicht aufhebt, ebenso hebt auch das Zurückbleibende, bei dem es aufräuchern heißt, den Haufen nicht auf. –",
"Komm und höre: Hat man ihnmit Kümmel, Mohn oder allen anderen Arten von Würzen gewürzt, so ist er tauglich; es ist Ungesäuertes, nur heißt es gewürztes Ungesäuertes. Erglaubte, wenn es mehr Gewürze sind als Ungesäuertes.",
"Einleuchtend ist es nach demjenigen, welcher sagt, man richte sich nach dem Aufgehenden, denn das Aufgehende kann dem Aufhebenden gleichen, denn wenn es schimmlig wird, gleicht es dem Gewürze, nach demjenigen aber, welcher sagt, man richte sich nach dem Aufhebenden, kann ja das Gewürz nicht Ungesäuertes werden!? –",
"Hier handelt es sich um den Fall, wenn es nicht mehr Gewürze sind; die Mehrheit besteht aus Ungesäuertem und geht daher nicht auf. Dies ist auch zu beweisen, denn es heißt: es ist Ungesäuertes, nur heißt es gewürztes Ungesäuertes. Schließe hieraus.",
"Als R. Kahana hinaufging, traf er die Söhne R. Ḥijas, die saßen und vortrugen: Wie ist es, wenn man ein I͑sarongeteilt"
],
[
"und in die Schalegetan hat, und ein am selben Tage Untergetauchtereine von diesenberührt hat? Gilt die Lehre, beim Geheiligten verbindeein Gefäß seinen Inhalt, nur von dem Falle, wenn sieeinander berühren, nicht aber, wenn sie einander nicht berühren, oder gibt es hierbei keinen Unterschied?",
"Da sprach er zu ihnen: Wir haben ja nicht gelernt, das Gefäß verbinde, sondern das Gefäß vereinige, in jedem Falle. – Wie ist es,",
"wenn man zwischen diese eineshineingetan hat? – Was des Gefäßes benötigt, wird durch das Gefäß vereinigt, was des Gefäßes nicht benötigt, wird durch das Gefäß nicht vereinigt. –",
"Wie ist es, wenn ein am selben Tage Untergetauchter zwischen sie seinen Finger gesteckt hat? Er erwiderte ihnen: Außer einem Tongefäße hast du nichts, was durch seinen Luftraumverunreinigt.",
"Hierauf richtete er an sie eine Frage: Darf man den Haufen von der einen [Hälfte] für die andere abheben: ist die Vereinigung aus der Toraoder rabbanitisch!?",
"Sie erwiderten ihm: Dies haben wir nicht gehört, aber ähnliches haben wir gehört. Wir haben gelernt: Sind zwei Speisopfer, von denen der Haufe nicht abgehoben worden ist, mit einander vermischt worden, so sind sie, wenn man ihn von dem einen besonders und vom anderen besonders abheben kann, tauglich, wenn aber nicht, untauglich.",
"Wenn man ihn aber abhebenkann, so sind sie tauglich; wieso denn, das vermischte wird ja nichtberührt!?",
"Raba entgegnete: Vielleicht, wenn sie in der Art eines Kammes geteiltsind!? –",
"Wie bleibt es damit? Raba erwiderte: Komm und höre: Es wird gelehrt:Er hebe davon ab, vom daran Haftenden; man darf das I͑saron nicht in zwei Gefäßen bringen und den Haufen abheben. Demnach darf man ihn aus einem Gefäße gleich zwei Gefäßenwohl abheben.",
"Abajje sprach zu ihm: Vielleicht ist unter ‘zwei Gefäße’ ein Kapizin einem Kabzu verstehen; obgleich sie obenvereinigt sind, sind sie dennoch unten durch die Wand des Kapiz getrennt.",
"Unter ‘einem Gefäße gleich zwei Gefäßen’ ist ein solches wie ein Hühnernapfzu verstehen, wobei sie einander berühren, obgleich sie durch eine Wand getrenntsind. Hierbei aber, wo sie einander überhaupt nicht berühren, ist es fraglich.",
"R. Jirmeja fragte: Wie verhält es sich bei einer Vereinigung durch das Gefäß und einer Verbindung durch Wasser:",
"bezieht sich die Lehre, beim Heiligen vereinige ein Gefäß seinen Inhalt, nur auf das darin befindliche, nicht aber auf das außerhalb befindliche, oder aber, sie sind ja verbunden?",
"Und wie verhält es sich, wenn du entscheidest, sie sind verbunden, bei einer Verbindung durch Wasser und einer Vereinigung durch das Gefäß; wenn nämlich ein am selben Tage Untergetauchter das außerhalb befindliche berührt hat:",
"bezieht sich die Lehre, das Gefäß vereinige [seinen Inhalt], nur auf den Fall, wenn er innerhalb berührt worden ist, nicht aber, wenn außerhalb, oder gibt es hierbei keinen Unterschied? – Dies bleibt unentschieden.",
"Raba fragte: Wie ist es, wenn man das I͑saron geteilt und eine [Hälfte] unrein geworden ist, und nachdem man sie in die Schalegetan hat, ein am selben Tage Untergetauchter sie wiederum berührt hat: sagen wir, sie sei bereits mit Unreinheit gesättigtoder nicht?",
"Abajje sprach zu ihm: Sagen wir denn, [eine Sache] sei mit Unreinheit gesättigt, wir haben ja gelernt: Hat man aus einem durch Auftreten unreinen"
],
[
"Laken einen Vorhang gemacht, so ist es nicht mehr unrein durch Auftreten, jedoch durch die Berührung des durch Auftretenverunreinigenden.",
"R. Jose sprach: Wo hat der durch Auftreten verunreinigende es denn berührt!? Vielmehr, hat ein Flußbehafteter esberührt, so ist es durch die Berührung des Flußbehaftetenunrein.",
"Wenn aber der Flußbehaftete es berührt, selbst nachher, ist es unrein; weshalb denn, man sollte ja sagen, es sei mit Unreinheit gesättigt!?",
"Dieser erwiderte: Woher, daß dies von dem Falle gilt, wenn der Flußbehaftete es nach dem Auftreten berührt hat, vielleicht vor dem Auftreten, sodaß die schwerere Unreinheit zu der leichteren Unreinheithinzugekommen ist,",
"nicht aber gilt dies hierbei, wo beide leichte Unreinheiten sind!? –",
"Vielmehr, aus dem Schlußsatz: R. Jose pflichtet bei, daß, wenn zwei zusammengerollte Laken aufeinander liegen und der Flußbehaftete sich auf diese setzt, das obere unrein durch Auftreten und das untere unrein durch Auftreten und durch Berührungist. Weshalb denn, man sollte ja sagen, es sei mit Unreinheit gesättigt!? –",
"Da erfolgt diesmit einem Male, hierbei aber nacheinander.",
"Raba sagte: Wenn man ein I͑saron geteilt hat und eine Hälfte abhanden gekommen ist, und nachdem man statt dieser eine andere abgesondert hat, die erste sich einfindet und nunmehr alle drei in der Schale liegen, so werden, wenn die abhanden gewesene unrein wird, die abhanden gewesene und die erstevereinigt,",
"die abgesonderte aber wird nicht vereinigt; wird die abgesonderte unrein, so werden die abgesonderte und die erste vereinigt, die abhanden gewesene aber wird nicht vereinigt; wird die erste unrein, so werden beide vereinigt.",
"Abajje aber sagte: Wird eine von ihnen unrein, so werden die beiden anderen vereinigt, denn sie sind alle Hausgenossen.",
"Dasselbe gilt auch vom Abheben des Haufens; hat man ihn von der abhanden gewesenen abgehoben, so sind das Zurückbleibende derselben und die erste zu essen, die abgesonderte aber nicht; hat man ihn von der abgesonderten abgehoben, so sind das Zurückbleibende derselben und die erste zu essen,",
"die abhanden gewesene aber nicht; hat man ihn von der ersten abgehoben, so sind die beiden anderen nichtzu essen.",
"Abajje aber sagte: Hat man ihn von einer von ihnen abgehoben, so sind die beiden anderen nicht zu essen, denn sie sind alle Hausgenossen.",
"R. Papa wandte ein: Wieso ist das Zurückbleibende derselben zu essen, ein Drittel des Haufens ist ja nicht dargebrachtworden!?",
"R. Jiçḥaq, Sohn des R. Mešarše ja, wandte ein: Wieso wird der Haufe selbst dargebracht, darin ist ja ein Drittel Profanesenthalten!?",
"R. Aši erwiderte: Das Abheben des Haufens hängt von der Absicht des Priesters ab, und der Priester hebt ihn für das I͑saronab."
],
[
" WENN DER HAUFE UNREIN GEWORDEN UND DARGEBRACHT WORDEN 1ST SO MACHT IHN DAS STIRNBLATT WOHLGEFÄLLIG; WENN ER HINAUSGEKOMMENWAR UND DARGEBRACHT WORDEN IST, SO MACHT IHN DAS STIRNBLATT NICHT WOHLGEFÄLLIG. DAS STIRNBLATT MACHT NUR DAS UNREINE WOHLGEFÄLLIG, NICHT ABER DAS HINAUSGEKOMMENE.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten:Ahron soll die Verfehlung inbetreff der heiligen Dinge auf sich nehmen; welche Verfehlung soll er auf sich nehmen: wenn die der Verwerflichkeit, so heißt es ja bereits:es wird nicht angerechnet werden, wenn die des Übriggebliebenen, so heißt es ja bereits:es wird nicht wohlgefällig machen;",
"vielmehr nimmt er auf sich die Verfehlung der Unreinheit, die aus der Allgemeinheit heraus bei der Gemeinde erlaubtworden ist.",
"R. Zera wandte ein: Vielleicht die Verfehlung des Hinausgekommenen, das aus der Allgemeinheit heraus beim Privataltar erlaubt wordenist!?",
"Abajje erwiderte ihm: Die Schrift sagt: zum Wohlgefallen für sie vor dem Herrn; nur die Verfehlung vordem Herrn, nicht aber die Verfehlung des Hinausgekommenen.",
"R. Ilea͑ wandte ein: Vielleicht die Verfehlung [der Dienstverrichtung mit] der linken[Hand], die aus der Allgemeinheit heraus am Versöhnungstageerlaubt worden ist!?",
"Abajje erwiderte: Die Schrift sagt Verfehlung, wenn es an sich eine Verfehlung istund verdrängt wird, während [die Dienstverrichtung mit] der linken [Hand] am Versöhnungstage Vorschriftist.",
"R. Aši erklärte: Die Verfehlung inbetreff der heiligen Dinge, nicht aber die Verfehlung der heiligendenPerson.",
"R. Sima, Sohn des R. Idi, sprach zu R. Aši, manche sagen, R. Sima, Sohn des R. Aši, zu R, Aši: Vielleicht die Verfehlung inbetreff des Fehlerbehafteten, das aus der Allgemeinheit heraus beim Geflügel erlaubt wordenist!? Der Meister sagte nämlich: Fehlerlosigkeit und Männlichkeitist nur beim Vieh erforderlich, nicht aber beim Geflügel.",
"Dieser erwiderte: Deinetwegen sagtdie Schrift: es wird nicht wohlgefällig machen, [ferner:]es wird euch nicht zur Wohlgefälligkeit gereichen.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn das Blutunrein geworden ist und man es gesprengt hat, so ist es, wenn versehentlich, wohlgefällig, wenn vorsätzlich, nicht wohlgefällig. Dies gilt nur von einem einzelnen, bei einer Gemeinde aber ist es wohlgefällig, einerlei ob versehentlich oder vorsätzlich; bei dem Opfer eines Nichtjuden ist es, ob versehentlich oder vorsätzlich,"
],
[
"ob gezwungen oder willig, nicht wohlgefällig. –",
"Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Was sühnt das Stirnblatt? Wenn das Blut, das Fleisch oder das Fett unrein geworden ist, ob versehentlich oder vorsätzlich, ob gezwungen oder freiwillig, ob bei einem einzelnen oder bei einer Gemeinde!?",
"R. Joseph erwiderte: Dies ist kein Einwand; eines nach R. Jose und eines nach den Rabbanan. Es wird nämlich gelehrt: Man darf die Hebe nicht von Unreinem für das Reine absondern; hat man sie abgesondert, so ist es, wenn versehentlich, gültig, wenn aber vorsätzlich, ungültig. R. Jose sagt, es sei gültig, einerlei ob versehentlich oder vorsätzlich. –",
"Allerdings lehrt R. Jose, daß nicht zu maßregelnsei, lehrt er etwa auch, daß das Stirnblatt das Essensühne!? Es wird auch gelehrt: R. Elie͑zer sagt, das Stirnblatt sühne das Essen, R. Jose sagt, das Stirnblatt sühne das Essen nicht. –",
"Wende es um: R. Elie͑zer sagt, das Stirnblatt sühne das Essen nicht, R. Jose sagt, das Stirnblatt sühne das Essen.",
"R. Šešeth wandte ein: Wieso kannst du es umwenden, es wird ja gelehrt: Man könnte glauben, man sei wegen des vor dem Blutsprengen unrein gewordenen Fleisches wegen Unreinheitschuldig,",
"so heißt es: jeder Reine darf das Fleisch essen; die Person aber, die Fleisch vom Heilsopfer des Herrn ißt, während Unreinheit ihr anhaftet, wird ausgerottet werden; wegen dessen, das Reinen erlaubt ist, ist man wegen Unreinheit schuldig, wegen dessen aber, das Reinen nicht erlaubtist, ist man wegen Unreinheit nicht schuldig.",
"Vielleicht ist dem nicht so, sondern ist man wegen dessen, das von Reinen gegessen werden darf, wegen Unreinheit schuldig,",
"und wegen dessen, das von Reinen nicht gegessen werdendarf, wegen Unreinheit nicht schuldig, wonach das Übernachteteund das Hinausgebrachte auszuschließenist, da sie von Reinen nicht gegessen werden dürfen?",
"Es heißt: des Herrn, einschließend.",
"Man könnte glauben,",
"auch Verwerfliches und das Übriggebliebene seien einzuschließen. – Übriggebliebenes ist ja Übernachtetes!? – Vielmehr: daß Verwerfliches dem Übriggebliebenen gleiche, so heißt es: vom Heilsopfer, ausschließend.",
"Was veranlaßt dich, jene einzuschließen und dieses auszuschließen? Nachdem die Schrift eingeschlossen und ausgeschlossen hat, schließe ich das ein, was vorher tauglich war, und schließe das aus, was niemals tauglich war.",
"Wenn du aber einwendest, wieso man demnach wegen vor dem Blutsprengen unrein gewordenen Fleisches, das man nach dem Blutsprengen gegessen hat, wegen Unreinheit schuldigist, [so ist zu erwidern:] weil das Stirnblatt es wohlgefälligmacht.",
"Also nur unreines, nicht aber hinausgebrachtes.",
"Der Autor, welcher lehrt, beim Hinausgebrachten sei das Sprengen wirkungslos, ist ja R. Elie͑zer, und er lehrt, das Stirnblatt sühnedas Essen!?",
"Vielmehr, erklärte R. Ḥisda, dies ist kein Einwand; eines nach R. Elie͑zer und eines nach den Rabbanan. –",
"Allerdings lehrt R. Elie͑zer, das Stirnblatt sühne das Essen, lehrt er etwa auch, daß nicht zu maßregelnsei? – Freilich, wie R. Jose dieslehrt, ebenso lehrt es auch R. Elie͑zer. Es wird nämlich gelehrt: R. Elie͑zer sagt, die Absonderung der Hebe ist gültig, einerlei ob versehentlich oder vorsätzlich. –",
"Allerdings lehrt es R. Elie͑zer von der leichteren Hebe, lehrt er es etwa auch von den strengeren Opfern!? – Wem sonst willst du esaddizieren!?",
"Rabina erklärte: Die Unreinheit kann sowohl versehentlich als auch vorsätzlich erfolgt sein, dennoch ist [das Opfer] wohlgefällig, die Sprengung aber muß versehentlich erfolgt sein, wenn aber vorsätzlich, ist es nichtwohlgefällig.",
"R. Šila erklärte: Die Sprengung kann sowohl versehentlich als auch vorsätzlich erfolgt sein, dennoch ist [das Opfer] wohlgefällig, die Unreinheit aber muß versehentlich erfolgt sein, wenn aber vorsätzlich, ist es nicht wohlgefällig. –",
"Wieso heißt es nach R. Šila: unrein geworden ist, ob versehentlich oder vorsätzlich!? – Er meint es wie folgt: wenn es versehentlich unrein geworden ist, und ob versehentlich oder vorsätzlich gesprengt worden ist. –"
],
[
"Komm und höre: Hat man unrein gewordenes Blut gesprengt, so ist es, wenn versehentlich, wohlgefällig, und wenn vorsätzlich, nichtwohlgefällig!? – Er meint es wie folgt: wenn man unrein gewordenes Blut gesprengt hat, ob versehentlich oder vorsätzlich, so ist es, wenn versehentlich unrein geworden, wohlgefällig, und wenn vorsätzlich, nicht wohlgefällig.",
" IST DAS ZURÜCKBLEIBENDE UNREIN GEWORDEN, VERBRANNT WORDEN ODER ABHANDEN GEKOMMEN, SO IST ES NACH DER ANSICHT R. ELIE͑ZERSTAUGLICH UND NACH DER ANSICHT R. JEHOS͑UA͑SUNTAUGLICH.",
"GEMARA. Rabh sagte: Diesnur, wenn das Zurückbleibende vollständig unrein geworden ist, nicht aber, wenn nur ein Teil.",
"Erglaubte, dies gelte nur vom Unreinwerden, nicht aber vom Abhandenkommen und Verbranntwerden. Welcher Ansicht ist er: ist er der Ansicht, das Zurückbleibende sei wesentlich, so sollte dies auch vom Abhandenkommen und Verbranntwerden gelten, und ist er der Ansicht, das Zurückbleibende sei unwesentlich, nur gelte esvom Unreinwerden deshalb, weil das Stirnblatt es wohlgefällig macht, so sollte diesauch vom vollständigen Zurückbleibenden gelten!? –",
"Tatsächlich ist er der Ansicht, das Zurückbleibende sei wesentlich, und dies gilt sowohl vom Unreinwerden als auch vom Abhandenkommen und Verbranntwerden, nur lehrt er es deshalb vom Unreinwerden, weil es das ersteist.",
"Es wird auch gelehrt: R. Jehošua͑ sagte: Wenn von einem aller in der Tora genannten Schlachtopfer eine Olive Fleisch oder eine Olive Fett zurückgeblieben ist, so sprenge man das Blut,",
"wenn aber eine halbe Olive Fleisch und eine halbe Olive Fett, so darf man das Blut nicht sprengen; bei einem Brandopfer aber sprenge man das Blut auch wegen einer halben Olive Fleisch und einer halben Olive Fett, weil das Brandopfer vollständig verbranntwird. Wegen des Speisopfersaber sprenge man es nicht, auch wenn es vollständig vorhanden ist. –",
"Wer spricht hier vom Speisopfer!? R. Papa erwiderte: Das Speisopfer des Gußopfers; man könnte glauben, es gleiche, da es mit dem Schlachtopfer dargebracht wird, dem Schlachtopfer selbst, so lehrt er uns. –",
"Woher dies? R. Joḥanan erwiderte im Namen R. Jišma͑éls, manche meinen, im Namen des R. Jehošua͑ b. Ḥananja: Die Schrift sagt:er soll das Fett zum wohlgefälligen Gerüche für den Herrn aufräuchern, das Fett, auch wenn das Fleisch nicht vorhandenist. –",
"Wir wissen dies vom Fette, woher dies vom Lebernetzund den beiden Nieren? Er lehrt, daß man es wegen des Speisopfers, selbst wenn es vollständig vorhanden ist, nicht sprenge, wonach man es nur wegen des Speisopfers nicht sprenge, wohl aber wegen des Lebernetzes und der beiden Nieren.",
"Woher dies? R. Joḥanan erklärte in seinem eigenen Namen: Zum wohlgefälligen Gerüche, wegen all dessen, was du zum wohlgefälligen Gerüche darbringst. –",
"Und [die Worte] Fett und zum wohlgefälligen Gerüche sind beide nötig. Würde [der Allbarmherzige] nur Fett geschrieben haben, so könnte man glauben, dies gelte nicht vom Lebernetz und den beiden Nieren, daher schrieb er auch zum wohlgefälligen Geruche. Und würde der Allbarmherzige nur zum wohlgefälligen Geruche geschrieben haben, so könnte man glauben, dies gelte auch vom Speisopfer, daher schrieb er auch Fett.",
" WENN OHNE DIENSTGEFÄSS, SO IST ES UNGÜLTIG; NACH R. ŠIMO͑N ABER GÜLTIG. HAT MAN DEN HAUFEN ZWEIMALAUFGERÄUCHERT, SO IST ES GÜLTIG.",
"GEMARA. R. Jehuda, Sohn des R. Ḥija, sagte: Was ist der Grund R. Šimo͑ns? Die Schrift sagt:es ist hochheilig gleich dem Sündopfer and dem Schuldopfer; richtet man es mit der Hand her, so richte man es mit der rechten her, wie beim Sündopfer, und wenn mit einem Gefäße, so richte man es [auch] mit der linken her, wie beim Schuldopfer.",
"R. Jannaj aber sagt: Sobald man den Haufen aus einem Dienstgefäße abgehoben hat, bringe man ihn dar und räuchere ihn auf, selbst mit seinem Gürtel und selbst mit einer irdenen Scherbe. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Alle stimmen überein, daß für den Haufen die Heiligungerforderlich sei.",
"Man wandte ein: Hat man bei der Aufräucherung das Fett, die Opferglieder und das Holz mit der Hand oder mit einem Gefäße, mit der rechten oder mit der linken, hinaufgelegt, so ist es gültig. Hat man den Haufen, das Räucherwerk und den Weihrauch mit der Hand oder mit einem Gefäße, mit der rechten oder mit der linken, hinaufgelegt, so ist es gültig. Dies ist eine Widerlegung R. Jehudas, des Sohnes R. Ḥijas!? –",
"R. Jehuda, Sohn des R. Ḥija, kann dir erwidern: er lehrt es je nachdem: mit der Hand, mit der rechten; mit einem Gefäße, sowohl mit der rechten als auch mit der linken. –",
"Komm und höre: Hat man den Haufen ohne Dienstgefäß abgehoben, ohne Dienstgefäß geheiligt und ohne Dienstgefäß hinaufgelegt und auf geräuchert, so ist es untauglich; nach R. Elea͑zar und R. Šimo͑n ist es tauglich, wenn man ihn in ein Gefäßgetan hat!? –",
"Lies: vom Hineintun in das Gefäßab. –",
"Komm und höre: Die Weisen sagen, der Haufe benötige des Dienstgefäßes, und zwar: man hebe ihn aus einem Dienstgefäße ab, heilige ihn in einem Dienstgefäße, und in einem Dienstgefäße lege man ihn hinauf und räuchere ihn auf. R. Šimo͑n sagt, sobald man ihn aus einem Dienstgefäße abgehoben hat, lege man ihn ohne Dienstgefäß hinauf und räuchere ihn auf, und dies genügt!? –",
"Lies: sobald man ihn abgehoben und in einem Dienstgefäße geheiligt hat, lege man ihn hinauf und räuchere ihn auf, und dies genügt. –",
"Komm und höre: Hat man den Haufen mit der rechten [Hand] abgehoben und in die linke genommen, so nehme man ihn zurück in die rechte. Hat man ihn in der linken haltend beabsichtigt,"
],
[
"davon außerhalb des Raumes oder außerhalb der Frist [zu essen], so ist er untauglich, und es ist nichtmit der Ausrottung belegt –",
"so R. Elea͑zar und R. Šimo͑n.",
"Die Weisen sagen, sobald man ihn in die linke genommen hat, habe dieses Nehmen ihn untauglich gemacht. Dies aus dem Grunde, weil erin einem Gefäße geheiligt werden muß, und wenn man ihn in die linke [Hand] genommen hat, so ist es ebenso als würde bei einem [Opfer]tiere das Blut vom Halse auf die Erde ausgeschüttet und aufgesammelt worden sein, das dann untauglich ist.",
"Demnach ist nach R. Elea͑zar und R. Šimo͑ndas Hineintun in das Gefäß nicht erforderlich. Dies ist eine WiderlegungR. Naḥmans und eine Stütze",
"für R. Jehuda, den Sohn des R. Ḥija. – Ist dies auch eine Widerlegung R. Jannajs? –",
"R. Jannaj kann dir erwidern: Ich bin der Ansicht des Autors [der Lehre] von der Aufräucherung, und zwar lehrt er es nicht je nachdem.",
"HAT MAN DEN HAUFEN ZWEIMAL AUFGERÄUCHERT, SO IST ES GÜLTIG. R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Zweimal, nicht aber viele Male. R. Joḥanan sagte: Zweimal, und auch viele Male. –",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? R. Zera erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen, ob es einen Haufen von weniger als zwei Oliven und eine Aufräucherung von weniger als eine Olive gebe.",
"R. Jehošua͑ b. Levi ist der Ansicht, es gebe keinen Haufen von weniger als zwei Oliven und keine Aufräucherung von wenigerals eine Olive, und R. Joḥanan ist der Ansicht, es gebe einen Haufen von weniger als zwei Olivenund eine Aufräucherung von weniger als eine Olive.",
"Es wurde gelehrt: Von wann ab macht der Haufe das Zurückbleibende zum Essen erlaubt? R. Ḥanina sagt, sobald das Feuer ihn erfaßt hat, R. Joḥanan sagt, sobald das Feuer die größere Hälfte angebrannt hat.",
"R. Jehuda sprach zu Rabba b. Jiçḥaq: Ich will dir den Grund R. Joḥanans erklären: die Schrift sagt:und siehe, der Rauch des Landes war emporgestiegen wie der Rauch eines Schmelzofens, und ein Schmelzofen läßt den Rauchemporsteigen, erst wenn das Feuer den größeren Teil angebrannt hat.",
"Rabin, Sohn des R. Ada, sprach zu Raba: Deine Schüler sagten im Namen R. A͑mrams: Es wird gelehrt: Ich weiß nur, daß man Dinge, die nachts darzubringen sind, beispielsweise die Opferglieder und den Schmer, von Sonnenuntergang ab hinauflege und aufräuchere und während der ganzen Nacht verzehren lasse,",
"woher, daß man auch Dinge, die am Tage darzubringen sind, beispielsweise den Haufen, den Weihrauch, das Räucherwerk, das Speisopfer der Priester, das Speisopfer des gesalbten Priesters und das Speisopfer der Gußopfer, von Sonnenuntergang ab hinauflege und aufräuchere? –",
"Du sagst ja: die am Tage darzubringensind!? – Vielmehr: mitSonnenuntergang, daß man sie während der ganzen Nacht verzehren lasse? Es heißt:dies ist das Gesetz des Brandopfers, einschließend.",
"Wenn mit Sonnenuntergang, so kann ja das Feuer die größere Hälfte nicht anbrennen!? – Das ist kein Einwand; eines gilt von der Aufnahme und eines vom Erlaubtmachenden.",
"R. Elea͑zar liest: von Sonnenuntergang ab, und bezieht dies auf die herabfallendenStücke. Ebenso bezog es auch R. Dimi, als er kam, im Namen R. Jannajs auf die herabfallenden Stücke. –",
"Kann R. Jannaj dies denn gesagt haben, R. Jannaj sagte ja, wenn etwas vom Räucherwerke vom Altar herabfällt, selbst ganze Stücke, lege man es nicht zurück hinauf!? Ferner lehrte auch R. Ḥanina b. Minjomi im Namen der Schule des R. Elie͑zer b. Ja͑qob:Das das Feuer verzehrt, das Brandopfer auf dem Altar; die angebrannten Stücke des Brandopfers lege man zurück hinauf, nicht aber die angebrannten Stücke des Räucherwerkes. – Streiche hier [das Wort] ‘Räucherwerk’.",
"R. Asi sagte: Wenn R. Elea͑zar sich mit [der Lehre von] den Speisopfern befaßte, fragte er folgendes: Wie ist es, wenn man den Haufen hinaufgelegt und auf diesen das Holz aufgeschichtet hat: ist dies die Art der Aufräucherung oder ist dies nicht die Art der Aufräucherung? – Dies bleibt unentschieden.",
"Ḥizqija fragte: Wie ist es, wenn man die Opferglieder hinaufgelegt und auf diese das Holz aufgeschichtet hat? Der Allbarmherzige sagt: auf Holz; muß es sich durchaus auf dem Holze befinden, oder aber darf man, da ein anderer Schriftvers lautet: das das Feuer verzehrt, das Brandopfer auf dem Altar, auf die eine Art und auf die andere Artverfahren? – Dies bleibt unentschieden.",
"R. Jiçḥaq der Schmied fragte: Wie ist es, wenn man die Opferglieder an die Seite des Holzstoßes gelegt hat? Nach demjenigen, welcher sagt, [das Wort] auf sei wörtlich zu verstehen, ist es nicht fraglich,"
],
[
"denn es heißt: auf Holz,",
"fraglich ist es nur nach demjenigen, welcher sagt, unter auf sei die Nähezu verstehen; ist auch hierbei unter auf die Nähe zu verstehen, oder aber sind [die Worte] auf Holz ebenso zu verstehen wie [die Worte] auf dem Altar, wie da das auf wörtlich zu verstehen ist, ebenso ist auch hier das auf wörtlich zu verstehen? – Dies bleibt unentschieden.",
" BEIM HAUFEN IST DER GRÖSSERE TEIL VOM KLEINERENABHÄNGIG; BEIM I͑SARONIST DER GRÖSSERE TEIL VOM KLEINEREN ABHÄNGIG; BEIM WEIENEIST DER GRÖSSERE TEIL VOM KLEINEREN ABHÄNGIG; BEIM ÖL IST DER GRÖSSERE TEIL VOM KLEINEREN ABHÄNGIG; \n",
"DAS MEHL UND DAS ÖL SIND VON EINANDER ABHÄNGIG; DER HAÜFE UND DER WEIHRAUCH SIND VON EINANDER ABHÄNGIG.",
"GEMARA. Aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt zweimal: eine Handvoll.",
"BEIM I͑SARON IST DER GRÖSSERE TEIL VOM KLEINEREN ABHÄNGIG. Aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt:von seinem Mehl, fehlt etwas, so ist es untauglich.",
"BEIM WEIN IST DER GRÖSSERE TEIL VOM KLEINEREN ABHÄNGIG. [Es heißt:]so.",
"BEIM ÖL IST DER GRÖSSERE TEIL VOM KLEINEREN ABHÄNGIG. Beim Speisopfer der Gußopfer [heißt es] so, und beim freiwilligen Speisopfer sagt die Schrift: von seinem Öl, fehlt etwas, so ist es untauglich.",
"DAS ÖL UND DAS MEHL SIND VON EINANDER ABHÄNGIG. [Es heißt:] von seinem Mehl und von seinem Öl, und:von seinem Schrot und seinem Mehl.",
"DER HAUFE UND DER WEIHRAUCH SIND VON EINANDER ABHÄNGIG. [Es heißt:]Samt all seinem Weihrauch, und:allen Weihrauch, der auf dem Speisopfer ist.",
" DIE ZWEI ZIEGENBÖCKE DES VERSÖHNUNGSTAGES SIND VON EINANDER ABHÄNGIG; DIE ZWEI LÄMMER DES WOCHENFESTES SIND VON EINANDER ABHÄNGIG; DIE BEIDEN BROTESIND VON EINANDER ABHÄNGIG; \n",
"DIE BEIDEN [BROT]SCHICHTENSIND VON EINANDER ABHÄNGIG; DIE BEIDEN SCHALENSIND VON EINANDER ABHÄNGIG; DIE [BROT]SCHICHTEN UND DIE SCHALEN SIND VON EINANDER ABHÄNGIG; \n",
"DIE BEIDEN ARTENBEIM NAZIR, DIE DREIBEI DER [ROTEN] KUH, DIE VIERDES DANKOPFERS, DIE VIERDES FESTSTRAUSSES UND DIE VIERBEIM AUSSÄTZIGEN SIND VON EINANDER ABHÄNGIG.",
"DIE SIEBEN BESPRENGUNGEN BEI DER [ROTEN] KUHSIND VON EINANDER ABHÄNGIG; DIE SIEBEN BESPRENGUNGENZWISCHEN DIE STANGEN, AUF DEN VORHANGUND AUF DEN GOLDENEN ALTAR SIND VON EINANDER ABHÄNGIG.",
"GEMARA. DIE BEIDEN ZIEGENBÖCKE DES VERSÖHNUNGSTAGES SIND VON EINANDER ABHÄNGIG. [Es heißt:] Satzung.",
"DIE BEIDEN LÄMMER DES WOCHENFESTES SIND VON EINANDER ABHÄNGIG. [Es heißt:] sein. DIE BEIDEN BROTE. [Es heißt:] sein.",
"DIE BEIDEN [BROT]SCHICHTEN. [Es heißt:] Satzung. DIE BEIDEN SCHALEN. [Es heißt:] Satzung.",
"DIE [BROT]SCHICHTEN UND DIE SCHALEN. [Es heißt:] Satzung. DIE BEIDEN ARTEN BEIM NAZIR. [Es heißt:]so geschehe es. DIE DREI BEI DER [ROTEN] KUH. [Es heißt:] Satzung.",
"DIE VIER DES DANKOPFERS. Es wird mit dem des Nazirs verglichen, denn es heißt:zu der Schlachtung seiner Dankheilsopfer, und der Meister sagte: seiner Heilsopfer, dies schließe das Heilsopfer des Nazirs ein.",
"DIE VIER BEIM AUSSÄTZIGEN. Denn es heißt:dies ist das Gesetz über den Aussätzigen. DIE VIER DES FESTSTRAUSSES. [Es heißt:]ihr sollt nehmen, ein vollkommenesNehmen.",
"R. Ḥanan b. Raba sagte: Dies gilt nur von dem Falle, wenn man sie nicht hat, hat man sie aber, so sind sie von einander nichtabhängig.",
"Man wandte ein: Von den vier Arten des Feststraußes sind zweifruchttragend und zweinicht fruchttragend; die fruchttragenden sind von den nicht fruchttragenden abhängig, und die nicht fruchttragenden sind von den fruchttragendenabhängig. Man genügt seiner Pflicht nur dann, wenn sie zusammen in einem Gefüge sind.",
"Ebenso auch die Jisraéliten bei ihrer Fürbitte, nur wenn sie zusammen in einem Gefügesind, denn es heißt:der im Himmel sein Obergemach gebaut und sein Gefüge auf der Erde gegründethat. –",
"Hierüber [streiten] Tannaím, denn es wird gelehrt: Der Feststrauß ist ob zusammengebunden oder nicht zusammengebunden tauglich; R. Jehuda sagt, zusammengebunden sei er tauglich, nicht zusammengebunden sei er untauglich. –",
"Was ist der Grund R. Jehudas? – Er folgert dies aus [dem Worte] nehmen, das auch beim Bündel Ysopgebraucht wird;",
"wie dieses zusammengebunden sein muß, ebenso muß auch jener zusammengebunden sein. – Und die Rabbanan!? – Sie folgern nichts aus [dem Worte] nehmen.",
"Wessen Ansicht vertritt die Lehre, es sei Gebot, den Feststrauß zusammenzubinden, er sei aber tauglich, auch wenn man ihn nicht zusammengebunden hat? Wenn die des R. Jehuda, wieso ist er tauglich, wenn nicht zusammengebunden, und wenn die der Rabbanan, wieso ist dies Gebot!? –",
"Tatsächlich die der Rabbanan, und Gebot ist es, [weil es heißt:]er ist mein Gott, ich will ihn verherrlichen.",
"DIE SIEBEN BESPRENGUNGEN BEI DER [ROTEN] KUH SIND VON EINANDER ABHÄNGIG. [Es heißt:] Satzung.",
"DIE SIEBEN BESPRENGUNGEN ZWISCHEN DIE STANGEN, AUF DEN GOLDENEN ALTAR UND AUF DEN VORHANG SIND VON EINANDER ABHÄNGIG. Die des Versöhnungstages, weil es Satzung heißt.",
"Die vom Farren des gesalbten Priesters, vom Farren wegen Entfallens der Gemeindeund von den Ziegenböcken wegen Götzendienstes wegen der folgenden Lehre:Er verfahre mit dem Farren, wie er verfahren, hat, was lehrt dies? Dies wiederholt [das Gebot] der Besprengungen;"
],
[
"hat man eine der Besprengungen unterlassen, so ist das ganze Verfahren ungültig.",
"Die Rabbanan lehrten: Sind die sieben Besprengungen bei der [roten] Kuh auf einen anderen Namen oder nicht in der genauen Richtung des Offenbarungszeltes erfolgt, so sind sie ungültig;",
"die innerenund die des Aussätzigen sind auf einen anderen Namen ungültig, nicht in der genauen Richtung gültig. –",
"Es wird ja aber auch von der [roten] Kuh gelehrt, daß sie auf einen anderen Namen ungültig und nicht in der genauen Richtung gültig seien!? R. Ḥisda erwiderte: Das ist kein Einwand; eines nach R. Jehuda und eines nach den Rabbanan.",
"Es wird nämlich gelehrt: Ist jemand, dem die Sühne noch fehltin den Tempelhof eingetreten, so ist er, wenn versehentlich, ein Sündopfer schuldig, und wenn vorsätzlich, so verfällt er der Ausrottung, und selbstverständlich derjenige, der am selben Tage untergetauchtist, und alle anderen Unreinen.",
"Sind Reine über die Abgrenzunghinaus in den Tempel eingetreten, so machen sie sich der Geißelung schuldig, und wenn innerhalb des Vorhangesund vor den Sühnedeckel, der Todesstrafe. R. Jehuda sagt, wenn in den Tempel und innerhalb des Vorhanges, der Geißelung, und wenn vor den Sühnedeckel, der Todesstrafe. –",
"Worin besteht ihr Streit? – [Sie streiten] über folgenden Schriftvers:Und der Herr sprach zu Moše: Rede zu Ahron, deinem Bruder, er soll nicht zu jeder Zeit in das Heiligtum hineingehen, innerhalb des Vorhanges (nach) vor den Sühnedeckel über der Lade, damit er nicht sterbe. Die Rabbanan erklären: In das Heiligtum darf er nichthineingehen; innerhalb des Vorhanges und vor den Sühnedeckel, damit er nichtsterbe.",
"R. Jehuda aber erklärt: In das Heiligtum und innerhalb des Vorhanges darf er nicht hineingehen; vor den Sühnedeckel, damit er nicht sterbe. –",
"Was ist der Grund der Rabbanan? – Wollte man wie R. Jehuda erklären, so sollte ja der Allbarmherzige in das Heiligtum und vor den Sühnedeckel und nicht auch innerhalb des Vorhanges geschrieben haben, und man würde gefolgert haben: wenn man wegen [des Eintrittes] in den Tempel schuldig ist, um wieviel mehr innerhalb des Vorhanges; da aber der Allbarmherzige auch innerhalb des Vorhanges geschrieben hat, so lehrt dies, daß hierauf der Tod gesetzt ist. –",
"Und R. Jehuda!? – Hätte der Allbarmherzige nur in das Heiligtum und nicht auch innerhalb des Vorhanges geschrieben, so könnte man glauben, unter ‘Heiligtum’ sei [der Raum] innerhalb des Vorhanges zu verstehen, [der Eintritt] in den Tempel aber sei nicht einmal mit einem Verbote belegt. – Und die Rabbanan!? – Dies könnte man nicht sagen, denn der ganze Tempel wird ‘Heiligtum’ genannt, wie es heißt:der Vorhang soll euch als Trennung dienen zwischen dem Heiligtum und dem Allerheiligsten. –",
"Was ist der Grund R. Jehudas? – Wollte man wie die Rabbanan erklären, so sollte ja der Allbarmherzige in das Heiligtum und innerhalb des Vorhanges und nicht auch vor den Sühnedeckel geschrieben haben, und man würde gefolgert haben: wenn auf [den Eintritt] innerhalb des Vorhanges der Tod gesetzt ist, um wieviel mehr vor den Sühnedeckel; da aber der Allbarmherzige auch vor den Sühnedeckel geschrieben hat, so lehrt dies, daß [der Eintritt] vor den Sühnedeckel mit dem Tode, innerhalb des Vorhanges aber nur mit einem Verbote belegt sei. –",
"Und die Rabbanan!? – Tatsächlich ist es nicht nötig, nur schrieb der Allbarmherzige deshalb vor den Sühnedeckel, um einen Umwegauszuschließen.",
"So lehrte auch R.Elie͑zer b. Ja͑qob:(nach)vor den Sühnedeckel, östlich, dies ist eine Hauptnorm, daß überall, wo es vor heißt, die Ostseite zu verstehen sei. –",
"Und R. Jehuda!? – Es sollte ja nur vor geheißen haben, da es aber auch nach heißt, so besagt dies, daß es durchaus nacherfolgen muß. – Und die Rabbanan!? – Das nach ist nicht genau zu nehmen.",
"Nach R. Jehuda, nach dem beim Sühnedeckel das nach genau zu nehmen ist, sind [die Worte]er sprenge nach der Richtung ebenfalls genauzu nehmen,",
"und nach den Rabbanan ist es, wie es da nicht genau zu nehmen ist, auch hier nicht genauzu nehmen.",
"R. Joseph wandte ein: Wenn nach R. Jehuda das nach genau zu nehmen ist, so ist es ja auch [beim Versöhnungstage] genau zu nehmen, demnach erfolgten im zweiten Tempel, wo Lade und Sühnedeckel nicht vorhandenwaren, auch keine Besprengungen!?",
"Rabba b. U͑la erwiderte: Die Schrift sagt:er sühne das Allerheiligste, den Raum, der für das Heiligste geheiligt worden war.",
"Raba erklärte: Beidevertreten die Ansicht der Rabbanan,"
],
[
"nur spricht die eine von dem Falle, wenn er von Osten nach Westen gerichtetsprengt, und die andere von dem Falle, wenn er nach Norden und Süden gerichtet sprengt.",
"Der Meister sagte: Die inneren und die des Aussätzigen sind auf einen anderen Namen ungültig, nicht in der genauen Richtung gültig. Es wird ja aber gelehrt, die des Aussätzigen seien sowohl auf einen anderen Namen als auch nicht in der genauen Richtung gültig!?",
"R. Joseph erwiderte: Das ist kein Einwand; eines nach R. Elie͑zer und eines nach den Rabbanan. R. Elie͑zer, der das Schuldopfer mit dem Sündopfervergleicht, vergleicht auch das Logmit dem Schuldopfer, die Rabbanan aber vergleichen es nicht. –",
"Kann denn nach R. Elie͑zer von dem, was durch Vergleichung gefolgert wird, durch Vergleichung gefolgertwerden!?",
"Vielmehr, erklärte Raba, vertreten beide [Lehren] die Ansicht der Rabbanan, nur spricht die eine von der Tauglichkeit des Opfers und die andere von der Wohlgefälligmachung des Eigentümers, daß es ihm nämlich nicht als Pflichtopfer angerechnet werde.",
" DIE SIEBEN ARME DES LEUCHTERSSIND VON EINANDERABHÄNGIG, DIE SIEBEN LAMPEN DESSELBEN SIND VON EINANDER ABHÄNGIG. DIE ZWEI ABSCHNITTE DER MEZUZA SIND VON EINANDER ABHÄNGIG; SIE SIND SOGAR VON EINEM SCHRIFTZEICHENABHÄNGIG.",
"DIE VIER ABSCHNITTE DER TEPHILLIN SIND VON EINANDER ABHÄNGIG; SIE SIND SOGAR VON EINEM SCHRIFTZEICHEN ABHÄNGIG. DIE VIER ÇIÇITH SIND VON EINANDER ABHÄNGIG, DENN DIE VIER SIND ZUSAMMEN EIN GEBOT; R. JIŠMA͑ÉL SAGT, DIE VIER SIND VIER GEBOTE.",
"GEMARA. Aus welchem Grunde? – Bei ihnen heißt es sein.",
"Die Rabbanan lehrten: Der Leuchter wurde aus einem Blockeangefertigt, aus Gold; hat man ihn aus Bruchstückengefertigt, so ist er untauglich, wenn aus anderen Arten Metall, so ist er tauglich. – Aus Bruchstücken ist er wohl deshalb untauglich, weil esgetrieben und seinheißt, demnach sollte dies auch von anderen Arten Metall gelten, denn es heißt Gold und sein!? –",
"Die Schrift sagt:soll er gefertigt werden, dies schließt andere Arten Metall ein. – Vielleicht schließt dies Bruchstücke ein!? – Dies ist nicht einleuchtend, denn [das Wort] sein bezieht sich auf [das Wort] getrieben. –",
"Auch [das Wort] gefertigt werden bezieht sich ja auf [das Wort] getrieben!? – Es heißt zweimalgetrieben, daß es unerläßlich sei. –",
"Es heißt ja auch zweimalGold, daß es unerläßlich sei!? –",
"Was soll dies; einleuchtend ist es, wenn du sagst, er sei aus Bruchstücken untauglich, und aus anderen Arten Metall tauglich, demnach deutet [die Wiederholung der Worte] Gold und getriebenauf eine Schriftauslegung, worauf aber deutet [die Wiederholung der Worte] Gold und getrieben, wenn du sagst, er sei aus Bruchstücken tauglich und aus anderen Arten Metall untauglich!? –",
"Was ist dies für eine Schriftauslegung? – Es wird gelehrt:Aus einem Talente reinen Goldes soll man ihn fertigen, all diese Geräte; wird er aus Gold gefertigt, so fertige man ihn aus einem Talente, wird er nicht aus Gold gefertigt, so wird er auch nicht aus einem Talente gefertigt. Seine Kelche, seine Knäufe und seine Blüten; wird er aus Gold gefertigt, so werden Kelche, Knäufe und Blüten gefertigt, wird er nicht aus Gold gefertigt, so werden auch keine Kelche, Knäufe und Blüten gefertigt. –",
"Vielleicht aber: wird er aus Gold gefertigt, so werden Arme gefertigt, wird er nicht aus Gold gefertigt, so werden auch keine Arme gefertigt!? – Dann ist es ein Handleuchter.",
"Dies ist die Arbeit des Leuchters, getrieben aus Gold; wird er aus Gold gefertigt, so wird er getrieben gefertigt, wird er nicht aus Gold gefertigt, so wird er auch nicht getrieben gefertigt. –",
"Worauf deutet [das Wort] getrieben am Schlusse. – Dies schließt die Trompetenaus. Es wird nämlich gelehrt: Die Trompeten wurden aus einem Blocke gefertigt, aus Silber; hat man sie aus Bruchstücken gefertigt, so sind sie tauglich, wenn aus anderen Arten Metall, so sind sie untauglich. –",
"Aus anderen Arten Metall sind sie wohl deshalb untauglich, weil es Silber und sein heißt, demnach sollte dies auch von Bruchstücken gelten, denn es heißt getrieben und sein!? – Der Allbarmherzige hat beim Leuchter eingeschränkt: getrieben soll er sein, nur dieser muß getrieben sein, nicht aber die Trompeten.",
"Die Rabbanan lehrten: Alle Geräte,"
],
[
"die Moše gefertigt hatte, waren tauglich für ihn und für die späteren Generationen, die Trompeten aber waren tauglich nur für ihn, für die späteren Generationen aber untauglich. –",
"Weshalb nur die Trompeten, wollte man sagen, weil die Schrift sagt:mache dir, für dich, nicht aber für die späteren Generationen, demnach müßte man auch den Schriftvers:mache dir eine Lade aus Holz, erklären: für dich, nicht aber für die späteren Generationen!?",
"Vielmehr, entweder nach demjenigen, welcher erklärt: dir, von deinem, oder nach demjenigen, welcher erklärt: von deinem ist es mir lieber als von ihrem, ebenso deutet es auch hierbei hierauf!? – Anders ist es hierbei; die Schrift sagt zweimal dir: mache dir und sie sollen dir sein.",
"R. Papa, Sohn des R. Ḥanin, rezitierte vor R.Joseph: Der Leuchter wurde aus einem Blocke gefertigt, aus Gold; hat man ihn aus Silber gefertigt, so ist er tauglich, wenn aus Zinn, Blei oder Werkblei, so ist er nach Rabbi untauglich und nach R. Jose b, R. Jehuda tauglich; wenn aus Holz, Knochen oder Glas, so ist er nach aller Ansicht untauglich.",
"Dieser sprach: Was meinst dudazu: Jener erwiderte: Sowohl der eine als auch der andere wendet [die Regel von der] Generalisierung und Spezialisierungan,",
"nur folgert der eine: wie das Speziellgenannte Metall ist, ebenso auch jedes andere Metall, der andere aber folgert: wie das Speziellgenannte wertvolles [Metall]ist, ebenso auch alles andere, was wertvoll ist. Da sprach dieser: Streiche deine [Lehre] wegen meiner,",
"denn es wird gelehrt: Hat man Dienstgeräte aus Holz gefertigt, so sind sie nach Rabbi untauglich und nach R. Jose b. R. Jehuda tauglich. Ihr Streit besteht in folgendem: Rabbi wendet [die Regel von der] Generalisierung und Spezialisierung an, und R. Jose b. R. Jehuda wendet [die Regel von der] Einschließung und Ausschließung an.",
"Rabbi wendet [die Regel von der] Generalisierung und Spezialisierung an:du sollst einen Leuchter fertigen, generell, aus reinem Golde, speziell, getrieben sollst du den Leuchter fertigen, wiederum generell, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung und wiederum eine Generalisierung folgt, so richte man sich nach der Spezialisierung; wie das Speziellgenannte Metall ist, ebenso alles andere, was Metall ist.",
"R. Jose b. R. Jehuda wendet [die Regel von der] Einschließung und Ausschließung an: du sollst einen Leuchter fertigen, einschließend, aus reinem Golde, ausschließend, getrieben sollst du den Leuchter fertigen, wiederum einschließend, und wenn auf eine Einschließung eine Ausschließung und wiederum eine Einschließung folgt, so ist alles einbegriffen. Einbegriffen ist alles andere, und ausgeschlossen ist einer aus Ton. –",
"Im Gegenteil, streiche deine wegen meiner!? – Dies ist nicht einleuchtend, denn es wird gelehrt: Hat mankein Gold, so darf auch Silber, Kupfer, Eisen, Zinn oder Blei verwandt werden; nach R. Jose b. R. Jehuda ist auch Holz tauglich.",
"Ferner lehrt ein Anderes. Man darf nicht ein Haus in der Form des Tempels bauen, eine Vorhalle in der Form des Tempelhofes, einen Tisch in der Form des Tisches [fertigen], einen Leuchter in der Form des Leuchters. Einen solchen darf man fünf-, sechs- oder achtarmig machen, nicht aber siebenarmig, auch nicht aus anderem Metalle;",
"R. Jose b. R. Jehuda sagt, man darf auch nicht einen solchen aus Holz fertigen, wie ihndie Könige des Ḥasmonäischen Hauses gefertigt haben. Jene erwiderten ihm: Ist etwa hieraus zu beweisen? Es waren eiserne Stäbe, die sie mit Holz verkleideten; nachdem sie vermögender wurden, fertigten sie ihn aus Silber, und als sie noch vermögender wurden, fertigten sie ihn aus Gold.",
"Šemuél sagte im Namen eines Greises: Die Höhe des Leuchters betrug achtzehn Handbreiten: drei Handbreiten Füße und Knauf, zwei Handbreiten glatt, eine Handbreite Kelch, Knauf und Blüte, zwei Handbreiten glatt, eine Handbreite ein Knauf,",
"aus dem zwei Arme ragten, einer nach der einen Seite und einer nach der anderen Seite, zur Höhe des Leuchters steigend, eine Handbreite glatt, eine Handbreite ein Knauf, aus dem zwei Arme ragten, einer nach der einen Seite und einer nach der anderen Seite, zur Höhe des Leuchters steigend, eine Handbreite glatt, eine Handbreite ein Knauf, aus dem zwei Arme ragten, einer nach der einen Seite und einer nach der anderen Seite, zur Höhe des Leuchters steigend, zwei Handbreiten glatt, und drei Handbreiten bliebenzurück, in welchen drei Kelche, ein Knauf und eine Blüte waren.",
"Die Kelche glichen alexandrinischen Bechern, die Knäufe glichen krethischen Äpfeln, die Blüten glichen den [Kapitäl]blüten der Säulen. Es ergibt sich also, daß es zweiundzwanzig Kelche, elf Knäufe und neun Blüten waren.",
"Die Kelche sind von einander abhängig, die Knäufe sind von einander abhängig und die Blüten sind von einander abhängig; Kelche, Knäufe und Blüten sind von einander abhängig. –",
"Allerdings waren es zweiundzwanzig Kelche, denn es heißt:am Leuchter waren vier Kelche &c., ferner:drei mandelförmige Kelche an dem einen Arm, ein Knauf und eine Blüte &c., seine vier"
],
[
"und achtzehn der Armesind zusammen zweiundzwanzig. Ebenso waren es elf Knäufe: seinezwei Knäufe, sechs Knäufe der Arme und drei weitere Knäufe, das sind also elf.",
"Wieso aber waren es neun Blüten; unter ‘Blüten’sind zwei zu verstehen, und mit den sechs der Arme sind es ja acht!? R. Šalmon erwiderte: Es heißt:bis auf seinen Fuß und bis auf seine Blüte getriebene Arbeit.",
"Rabh sagte: Die Höhe des Leuchters betrug neun Handbreiten. R. Šimi b. Ḥija wandte gegen Rabh ein: Vor dem Leuchter befand sich ein Stein mit drei Stufen, auf dem der Priester standund die Lampen putzte!? Dieser sprach:",
"Bist du Šimi!? Ich meine, von der Basis der Arme und darüber.",
"Es heißt:Die Blüten, die Lampen und die Zangen aus Gold, vollends Gold. Was heißt: vollends Gold? R. Ami erwiderte: Es vollendete alles geschmolzene Golddes Šelomo. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs: Zehn Leuchter fertigte Šelomo; für jeden holte man tausend Talente Gold und tat es tausendmal in den Schmelztiegel, bis man es auf ein Talent brachte. –",
"Dem ist ja aber nicht so, es heißt ja:und alle Trinkgefäße des Königs Šelomo waren aus Gold und alle Geräte des Libanonhauses waren aus geschmolzenem Golde; nichts aus Silber, denn dieses war in den Tagen Šelomos nicht geachtet!? – Wir sprechen vom geschmolzenen Golde. –",
"Kann dennso viel fehlen, es wird ja gelehrt: R. Jose b. R. Jehuda erzählte: Einst war der Leuchter des Tempels um einen gordianischen Golddenar größer als der von Moše gefertigte; da brachte man ihn achtzigmal in den Schmelztiegel, bis man ihn auf ein Talent brachte!? – Man hatte ihn bereits auf diesen Stand gebracht.",
"R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Eis heißt:auf dem reinen Leuchter; seine Fertigung kam aus dem Orte der Reinheit. – Es heißt ja auch:auf dem reinen Tische, demnach wäre auch dies zu erklären: dessen Fertigung kam aus dem Orte der Reinheit!? Vielmehr ist zu erklären: rein, demnach ist erverunreinigungsfähig, ebenso ist auch hierbei zu erklären: rein, demnach ist er verunreinigungsfähig. –",
"Allerdings ist diese Erklärung da nötig, wegen einer Lehre des Reš Laqiš, denn Reš Laqiš sagte: Es heißt: auf dem reinen Tische, demnach ist er verunreinigungsfähig; er ist ja ein ruhendes Holzgerät, und ein ruhendes Holzgerät ist ja nicht verunreinigungsfähig!? Dies lehrt vielmehr, daß man ihn hochzuheben, den Wallfahrern die Schaubrote zu zeigen und zu ihnen zu sprechen pflegte: Schauet eure Beliebtheit bei Gott! –",
"Worin besteht die Beliebtheit? – Nach einer Lehre des R. Jehošua͑ b. Levi, denn R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Ein großes Wunder geschah mit dem Schaubrote: beim Fortnehmen war es ebenso [frisch] wie beim Anrichten, denn es heißt:frisches Brot aufzulegen am Tage, da es fortgenommen wird.",
"Wieso aber sollte man hierbei auslegen: rein, demnach ist er verunreinigungsfähig, dies ist ja selbstverständlich, er ist ein Metallgerät, und Metallgeräte sind verunreinigungsfähig!? Vielmehr [erkläre man:] seine Fertigung kam aus dem Orte der Reinheit.",
"Es wird gelehrt: R. Jose b. R. Jehuda sagte: Eine Lade aus Feuer, ein Tisch aus Feuer und ein Leuchter aus Feuer kamen vom Himmel herab; Moše besah sie und fertigte solche, denn es heißt:siehe, daß du sie fertigst nach ihrer Gestalt, die dir auf dem Berge gezeigt worden ist. –",
"Es heißt ja auch:richte die Wohnung auf nach ihrer Vorschrift, die dir auf dem Berge gezeigt worden ist; ist etwa auch hierbei ebenso zu erklären!? – Hierbei heißt es: nach ihrer Vorschrift, dort aber: nach ihrer Gestalt.",
"R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Gabriél war mit einer Art Schürze bekleidet und zeigte Moše die Fertigung des Leuchters, denn es heißt:dies ist die Arbeit des Leuchters.",
"In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Drei Dinge konnte Moše schwer [erfassen], bis der Heilige, gepriesen sei er, sie ihm mit dem Finger zeigte; folgende sind es: der Leuchter, der Neumondund [das Gesetz] von den Kriechtieren. Der Leuchter, denn es heißt: dies ist die Arbeit des Leuchters. Der Neumond, denn es heißt:dieser Monat soll euch der erste Monat sein. [Das Gesetz] von den Kriechtieren, denn es heißt: dies sei für euch unrein. Manche sagen, auch die Vorschriften über das Schlachten, denn es heißt:dies ist es, was du auf dem Altar herrichten sollst.",
"DIE ZWEI ABSCHNITTE DER MEZUZA SIND VON EINANDER ABHÄNGIG; SIE SIND SOGAR VON EINEM SCHRIFTZEICHEN ABHANGIG. Selbstverständlich!?",
"R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Dies ist wegen eines Häkchens des Jod nötig. – Auch dies ist ja selbstverständlich!? – Vielmehr, wegen einer anderen Lehre R. Jehudas im Namen Rabhs. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs, ein Buchstabe, der nicht an allen vier Seiten vom Pergamente umgebenist, sei untauglich.",
"Ašjan b. Nadbakh sagte im Namen R. Jehudas: Ist das Inneredes Hedurchlöchert, so ist es tauglich, wenn aber der [rechte] Schenkel, so ist es untauglich. R. Zera sagte, ihm sei von R. Hona erklärt worden, und R. Ja͑qob sagte, ihm sei von R. Jehuda erklärt worden, wenn das Innere des He durchlöchert ist, sei es tauglich, und wenn der Schenkel, sei es, falls etwas in der Größe eines kleinen Buchstabens zurückgebliebenes ist, tauglich, wenn aber nicht, untauglich.",
"Einst wurde Agra, dem Schwiegervater R. Abbas,"
],
[
"der Schenkel des He (im [Worte] ha͑am)durch ein Loch abgetrennt. Da kam er vor R. Abba, und dieser sprach zu ihm: Ist etwas in der Größe eines kleinen Buchstabens zurückgeblieben, so ist es tauglich, wenn aber nicht, so ist es untauglich.",
"Einst wurde Rami b. Tamari, dem Schwiegervater des Rami b. Diquli, der Schenkel des Vav im [Worte] vajaharogdurch ein Loch abgetrennt. Da kam er vor R. Zera, und dieser sprach zu ihm: Geh, hole einen Knaben, der nicht zu klug und nicht zu dumm ist; liest er vajaharog, so ist es tauglich, wenn aber nicht, so heißt dies jaharog, und es ist untauglich.",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Als Moše in die Höhe stieg, traf er den Heiligen, gepriesen sei er, dasitzen und Kränzefür die Buchstaben winden. Da sprach er zu ihm: Herr der Welt, wer hält dichzurück? Er erwiderte: Es ist ein Mann, der nach vielen Generationen sein wird, namens A͑qiba b. Joseph; er wird dereinst über jedes Häkchen Haufen über Haufen von Lehren vortragen.",
"Da sprach er vor ihm: Herr der Welt, zeige ihn mir. Er erwiderte: Wende dich um. Da wandte er sich um und setzte sich hinter die achteReihe; er verstand aber ihre Unterhaltung nicht und war darüber bestürzt. Als jener zu einer Sache gelangte, worüber seine Schüler ihn fragten, woher er dies wisse, erwiderte er ihnen, dies sei eine Moše am Sinaj überlieferte Lehre. Da wurde er beruhigt.",
"Hierauf kehrte er um, trat vor den Heiligen, gepriesen sei er, und sprach vor ihm: Herr der Welt, du hast einen solchen Mann, und verleihst die Tora durch mich ! Er erwiderte: Schweig, so ist es mir in den Sinn gekommen. Hierauf sprach er vor ihm: Herr der Welt, du hast mir seine Gesetzeskunde gezeigt, zeige mir auch seinen Lohn. Er sprach: Wende dich um. Da wandte er sich um und sah sein Fleisch auf der Fleischbankwiegen. Da sprach er vor ihm: Herr der Welt, das die Tora und dies ihr Lohn!? Er erwiderte: Schweig, so ist es mir in den Sinn gekommen.",
"Raba sagte: Sieben Buchstaben benötigendreier Strichlein, und zwar: Šin, A͑jin, Ṭeth, Nun, Zajin, Gimel und Çade [finalis]. R. Aši sagte: Ich beobachtete, daß korrekte Schreiber das Dach des Ḥeth höckerig machen und den Schenkel des He schwebendlassen.",
"Sie machen das Dach des Ḥeth höckerig, dies bedeutet: er lebtin der Höhe der Welt; sie lassen den Schenkel des He schwebend, nach einer Frage, die R. Jehuda der Fürst an R. Ami richtete: Worauf deutet der Schriftvers:vertrauet auf den Herrn immerdar, denn mit Jah ist der Herr ein Fels der Welten. Dieser erwiderte: Wer auf den Heiligen, gepriesen sei er, vertraut, dem ist er ein Schutz auf dieser Welt und in der zukünftigen Welt.",
"Jener entgegnete: Ich frage folgendes: weshalb heißt es mit Jah und nicht Jah? –",
"Nach einer Auslegung des R. Jehuda b. R. Ilea͑j: Das sind die beiden Welten, die der Heilige, gepriesen sei er, erschaffen hat, die eine mit He und die andere mit Jod. Ich würde nicht gewußt haben, ob die zukünftige Welt mit Jod und diese Welt mit He, oder diese Welt mit Jod und die zukünftige Welt mit He,",
"daher heißt es:dies ist die Geschichte des Himmels und der Erde, behibara͑m, und man lese nicht behibara͑m [als sie erschaffen wurden], sondern behe beraa͑m [mit He erschuf er sie].",
"Weshalb wurde diese Welt mit He erschaffen? – Weil sie einer Hallegleicht, wer hinausgehenwill, gehe hinaus. – Weshalb ist sein Schenkel schwebend? – Tut er Buße, so läßt man ihn eintreten. – Sollte man ihn durch dieselbeeintreten lassen!? –",
"Das würde ihm nichtgelingen. Dies nach Reš Laqiš, denn Reš Laqiš sagte: Es heißt:Hat er es mit Spöttern zu tun, so spottet er, den Demütigen aber gibt er Gnade; wer sich reinigen will, dem verhilft man dazu, wer sich verunreinigen will, dem öffnet man. – Weshalb hat eseine Krone? – Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: tut er Buße, so will ich ihm eine Krone machen. –",
"Weshalb wurde die zukünftige Welt mit einem Jod erschaffen? – Weil der darin befindlichen Frommen wenigesind. – Weshalb ist sein Kopf gebeugt? – Weil die Köpfe der darin befindlichen Frommen gebeugt sind, wegen ihrer Handlungen, die einander nicht gleichen.",
"R. Joseph sagte: Zwei Dinge sagte Rabh von den [biblischen] Büchern, und es gibt eine Lehre zu seiner Widerlegung. Das eine, was Rabh sagte, ist folgendes: Hat eine Torarolle zwei Fehler auf jeder Kolumne, so korrigiere man sie, wenn aber drei, so verstecke man sie.",
"Es gibt eine Lehre zu seiner Widerlegung: wenn drei, so korrigiere man sie, wenn vier, so verstecke man sie. Es wird gelehrt: Hat sie eine einzige fehlerfreie Kolumne, so rettet diese alle anderen. R. Jiçḥaq b. Šemuél b. Martha sagte im Namen Rabhs: Dies jedoch nur dann, wenn der größere Teil der Torarolle richtig geschrieben ist.",
"Abajje sprach zu R. Joseph: Wie ist es, wenn diese Kolumnedrei Fehler hat? Dieser erwiderte: Da man korrigierendarf, so korrigiere man sie. Diesjedoch nur dann, wenn Buchstaben fehlen, sind aber überflüssige vorhanden, so ist nichtsdabei. – Weshalb nicht, wenn welche fehlen? R. Kahana erwiderte: Weil eskunterbunt aussieht.",
"Agra, der Schwiegervater R. Abbas, hatte eine Torarolle, in der überflüssige [Buchstaben] waren. Als er vor R. Abba kam, sprach dieser zu ihm: Dies nur dann, wenn [Buchstaben] fehlen,"
],
[
"sind aber überflüssige vorhanden, so ist nichts dabei.",
"Das andere, was Rabh sagte, ist folgendes: Wenn man eine Torarolle schreibt und beim Beendigen ist, so beendige man sie selbst in der Mitteder Kolumne. Dagegen ist einzuwenden: Wenn man eine Torarolle schreibt und beim Beendigen ist, so beende man sie nicht in der Mitte der Kolumne, wie man [die einzelnen des] Fünfbuches beendet, vielmehr kürze man [die Zeilen] fortlaufend bis zum Schlüsse der Kolumne. – Rabh meint auch die einzelnen des Fünfbuches. –",
"Er spricht ja von einer Torarolle!? – Die fünf Bücher einer Torarolle. – Dem ist ja aber nicht so, R. Jehošua͑ b. Abba sagte ja im Namen R. Gidels im Namen Rabhs, [die Worte:]vor den Augen von ganz Jisraél, in der Mitte der Kolumne!? – Dies heißt in der Mitte der Zeile. Es wurde gelehrt:",
"Die Rabbanan erklären, auch in der Mitteder Zeile; R. Aši erklärt, durchaus in der Mitte der Zeile. Die Halakha ist, durchaus in der Mitte der Zeile.",
"R. Jehošua͑ b. Abba sagte im Namen R. Gidels im Namen Rabhs: Die [letzten] acht Verse des Pentateuches muß im Bethauseeiner lesen. – Nach wessen Ansicht? – Nicht nach der Ansicht R. Šimo͑ns,",
"denn es wird gelehrt:Und es starb daselbst Moše, der Knecht des Herrn. Ist es denn möglich, daß Moše noch lebte und geschrieben hat: und es starb daselbst Moše? Vielmehr, bis da schrieb Moše, von da ab schrieb Jehošua͑, der Sohn Nuns – so R. Jehuda, manche sagen, R. Neḥemja.",
"R. Šimo͑n sprach zu ihm: Ist es denn möglich, daß in der Tora auch nur ein Buchstabe fehlte, während es doch heißt:nimm dieses Buch der Lehreund lege es &c.",
"Vielmehr, bis da sprach der Heilige, gepriesen sei er, und Moše sprach nach und schrieb es nieder, von da ab sprach der Heilige, gepriesen sei er, und Moše schrieb es mit Tränennieder. So heißt es auch dort:Baruch sprach zu ihnen: Er sagte mir mündlich all diese Worte vor, und ich schrieb sie mit Tinte in das Buch.",
"Es wäre also anzunehmen, daß [jene Lehre] nicht die Ansicht R. Šimo͑ns vertritt? – Du kannst auch sagen, die des R. Šimo͑n, denn immerhin ist bei ihneneine Änderung erfolgt.",
"Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Abba im Namen R. Gidels im Namen Rabhs: Wenn man eine Torarolle auf dem Markte kauft, so ist es ebenso als würde man ein Gebot auf dem Markte erhaschen. Schreibt man eine solche, so rechnet es ihm die Schrift an, als hätte man sie auf dem Berge Sinaj empfangen. R. Šešeth sagte: Hat man sie korrigiert, selbst nur einen Buchstaben, so ist es ebenso, als hätte man sie geschrieben.",
"Die Rabbanan lehrten: Man mache den Bogen[in einer Größe] von drei bis acht Kolumnen, kleiner oder größer mache man ihn nicht.",
"Ferner mache man nicht zuvielKolumnen, weil es wie ein Brief aussieht, auch nicht zu wenigKolumnen, weil die Augen verwirrtwerden, sondern daß [das Wort] ‘lemišpeḥotekhem’ dreimal [auf die Zeile] gehe.",
"Gelangt man zu einem Bogen von neun Kolumnen, so teile man ihn nicht in drei und sechs, sondern in vier und fünf.",
"Dies gilt nur vom Anfange des Buches, am Schlusse aber kann es auch ein Vers oder eine Kolumnesein. – Ein Vers, wie kommst dudarauf!? – Vielmehr, ein Vers auf einer ganzenKolumne. –",
"Der Rand unten beträgt eine Handbreite, oben drei Finger und zwischen den Kolumnen die Breite von zwei Fingern. Bei einzelnen Büchern [des Fünfbuches]beträgt er unten drei Fingerbreiten, oben zwei Fingerbreiten und zwischen den Kolumnen die Breite des Daumens.",
"[Der Raum] zwischen den Zeilen beträgt den Raum der Zeile, zwischen den Wörtern den eines kleinen Buchstabens und zwischen den Buchstaben den eines Haares.",
"Man verkleinere nicht die Schrift wegen des unteren Randes oder wegen des oberen Randes oder wegen des Raumes zwischen den Zeilen oder wegen des Raumes zwischen den Abschnitten.",
"Gelangt man zu einem Worte von fünfBuchstaben, so schreibe man nicht zwei innerhalb der Kolumne und drei außerhalb der Kolumne,"
],
[
"sondern drei innerhalb der Kolumne und zwei außerhalb der Kolumne. Gelangt manzu einem Worte von zwei Buchstaben, so werfe man es nicht zwischen die Kolumnen hin, sondern schreibe es auf die folgende Zeile.",
"Hat man sich bei einem Gottesnamengeirrt, so radiere man das geschriebene Wortund trage es schwebendnach, und den Gottesnamen schreib man auf die Rasur – so R. Jehuda. R. Jose sagt, man schreibe auch den Gottesnamen schwebend. R. Jiçḥaq sagt, man dürfe auch wegwischenund schreiben.",
"R. Šimo͑n b. Šezori sagt, den ganzen Gottesnamen schreibe man schwebend, einen Teil aber nicht. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte im Namen R. Meírs: Man darf den Gottesnamen weder auf eine radierte Stelle noch auf eine verwischte Stelle noch schwebend schreiben. Wie mache man es nun? Man lege den ganzen Bogen fort und verstecke ihn.",
"Es wurde gelehrt: R. Ḥananél sagte im Namen Rabhs, die Halakha sei, man schreibe den Gottesnamen schwebend; Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen des R. Jiçḥaq b. Šemuél, die Halakha sei, man wische fort und schreibe ihn. –",
"Sollte doch der eine sagen, die Halakha sei wie dieser, und der andere sagen, die Halakha sei wie jener!? – Weil manche es umwenden.",
"Rabin b. Ḥenana sagte im Namen U͑las im Namen R. Ḥaninas: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n Šezori. Und noch mehr: überall, wo R. Šimo͑n Šezori etwas lehrt, ist die Halakha nach ihm zu entscheiden. –",
"Worauf bezieht sich dies; wollte man sagen, auf das folgende: R, Šimo͑n Šezori sagt, den ganzen Gottesnamen schreibe man schwebend, einen Teil aber nicht, so wird ja hierzu gelehrt: R. Ḥananél sagte im Namen Rabhs, die Halakha sei, man schreibe den Gottesnamen schwebend, Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen des R. Jiçḥaq b. Šemuél, die Halakha sei, man wische fort und schreibe ihn.",
"Wenn dem nun so wäre, so sollte er ebenfalls seine Ansichtlehren!? –",
"Vielmehr, auf das folgende: R. Šimo͑n Šezori sagte, selbst wenn esfünf Jahre alt ist und auf dem Felde pflügt, sei es durch das Schlachten seiner Mutter [zum Essen] erlaubt. –",
"Hierzu wird ja gelehrt: Zee͑ri sagte im Namen R. Ḥaninas, die Halakha sei wie R.Šimo͑n Šezori. Wenn dem nun so wäre, so sollte er es ebenfalls lehren!? –",
"Vielmehr, auf das folgende: Anfangs sagten sie, wenn jemand, der in Halseisen [zur Hinrichtung] hinausgeführt wird, sagt, daß man seiner Frau einen Scheidebriefschreibe, so schreibe man ihn und gebe ihr; später sagten sie es auch von einem zur See oder mit einer Karawane Ausreisenden. R. Šimo͑n Šezori sagte dies auch von einem gefährlich [Kranken].",
"Oder auch auf das folgende: Ist die Zehnthebe von Demaj zurück unter dieses gekommen, so darf man, wie R. Šimo͑n Šezori sagt, ihnauch wochentagsfragen und auf seine Versicherung hin essen. –",
"Hierzu wird ja aber gelehrt: R. Joḥanan sagte, die Halakha sei wie R.Šimo͑n Šezori bei [der Lehre vom] gefährlich [Kranken] und der Zehnthebe von Demaj. Wenn dem nun so wäre, so sollte er es ebenfalls lehren!? –",
"Vielmehr auf das Folgende: R. Jose b. Kipper sagte im Namen des R. Šimo͑n Šezori: Hat man ägyptische Bohnen zur Aussaat gesät, von denen ein Teil vor und ein Teil nach Neujahr gewurzelt hat, so darf man die Hebe nicht von diesem für jenen und von jenem für diesen absondern, weil man die Hebe und den Zehnten weder von Neuem für das Alte noch von Altem für das Neue absondern darf.",
"Was mache man nun? Man schobere alles zusammen auf, und es ergibt sich, daß man die Hebe oder den Zehnten vom darin enthaltenen Neuen für das Neue und vom darin enthaltenen Alten für das Alte absondert. –",
"Hierzu wird ja aber gelehrt: R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Joḥanans, die Halakha sei wie R. Šimo͑n Šezori. Wenn dem nun so wäre, so sollte er es ebenfalls lehren!?",
"Vielmehr, erklärte R. Papa, auf [die Lehre von] der Truhe. R. Naḥman b. Jiçḥaq erklärte, auf [die Lehre] vom Weine. R. Papa erklärte,"
],
[
"auf [die Lehre von] der Truhe, denn wir haben gelernt: Die Truhe ist, wie die Schule Šammajs sagt, von innen, und wie die Schule Hillels sagt, von außenzu messen. Diese und jene stimmen überein, daß die Dicke der Füße und die der Ränder nicht mitzumessen sei.",
"R. Jose sagt, sie stimmen überein, daß die Dicke der Füße und die der Ränder mitzumessen sei, nicht aber der Raum zwischen diesen. R. Šimo͑n Šezori sagt, sind die Füße eine Handbreite hoch, sei der Zwischenraum nicht mitzumessen, wenn aber nicht, sei er mitzumessen.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erklärte, auf [die Lehre] vom Weine, denn wir haben gelernt: R. Meír sagt, das Ölsei stets erstgradig; die Weisen sagen, auch der Honig; R. Šimo͑n Šezori sagt, auch der Wein. – Demnach wäre der erste Autor der Ansicht, daß dies vom Weine nicht gilt!? – Lies: R. Šimo͑n Šezori sagt, der Wein.",
"Es wird gelehrt: R. Šimo͑n Šezori erzählte: Einst wurde mir Unverzehntetesmit Profanemvermischt, und als ich zu R. Tryphon kam und ihn fragte, sprach er zu mir: Geh auf den Markt und kaufe anderes, und von diesementrichte den Zehnten.",
"Er ist der Ansicht, nach der Tora gehe alles in der Mehrheit auf, und da die meisten Leute aus dem gemeinen Volkeden Zehnten entrichten, so entrichte man ihn von Unpflichtigemfür das Unpflichtige. –",
"Sollte er ihm doch gesagt haben: geh, kaufe anderes von einem Nichtjuden!? – Er ist der Ansicht, ein Nichtjude könne im Jisraéllande keinen [Grundbesitz] eignen, um [den Ertrag] der Verzehntungzu entziehen; dies wäre somit [eine Entrichtung] von Pflichtigem für das Unpflichtige.",
"Manche sagen, er habe ihm erwidert: geh und kaufe anderes von einem Nichtjuden. Er ist demnach der Ansicht, ein Nichtjude könne im Jisraélland [Grundbesitz] eignen, um [den Ertrag] der Verzehntung zu entziehen; dies ist somit [eine Entrichtung] von Unpflichtigem für das Unpflichtige. –",
"Sollte er ihm doch erwidert haben: kaufe anderes auf dem Markte!? – Er ist der Ansicht, die meisten Leute aus dem gemeinen Volke entrichten nicht den Zehnten.",
"R. Jemar b. Šelemja ließ R. Papa fragen: Bezieht sich das, was Rabin b. Ḥenana im Namen U͑las im Namen R. Ḥaninas gesagt hat, daß nämlich die Halakha wie R. Šimo͑n Šezori sei, und noch mehr, überall, wo R. Šimo͑n Šezori etwas lehrt, sei die Halakha wie er, auch auf den Fall, wenn Unverzehntetes mit Profanem vermischt worden ist?",
"Dieser erwiderte: Jawohl. R. Aši sagte: Mar Zuṭra sagte mir, R. Ḥanina aus Sura habe wie folgt erwidert: selbstverständlich,"
],
[
"er sagte ja nicht: in der Mišna, sondern:",
"R. Zee͑ri sagte im Namen R. Ḥananéls im Namen Rabhs: Wenn ein Rißsich auf zwei Zeilen ausdehnt, so nähe man ihn zusammen, wenn auf drei, so nähe man ihn nichtzusammen. Rabba der Kleine sprach zu R. Aši: Folgendes sagte R. Jirmeja aus Diphte im Namen Rabas: das, was wir gesagt haben, wenn auf drei, nähe man ihn nicht zusammen, gilt nur von alten, bei neuen aber ist nichts dabei.",
"Unter ‘neu’ ist aber nicht wirklich neu, und unter ‘alt’ ist nicht wirklich alt zu verstehen, vielmehr ist unter dem einen zu verstehen, wenn die Galläpfelglättung nicht [zu sehen] ist, und unter dem anderen, wenn sie [zu sehen]ist. Jedoch nur mit Adern, nicht aber mit einem Faden.",
"R. Jehuda b. Abba fragte: Wie ist es, wenn zwischen den Kolumnenund zwischen den Zeilen? – Dies bleibt unentschieden.",
"R. Zee͑ri sagte im Namen R. Hananéls im Namen Rabhs: Hat man eine Mezuza in [Zeilen von] je zwei Wörtern geschrieben, so ist sie tauglich. Sie fragten: Wie ist es, wenn in [Zeilen von] zwei, drei und einem? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Erst recht, da man sie in der Art eines Liedesgemacht hat. Man wandte ein: Hat man sie in der Art eines Liedes oder ein Lied in solcher Art gemacht, so ist sie untauglich!? – Dies bezieht sich auf eine Torarolle.",
"Es wurde auch gelehrt: Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans, und wie manche sagen, sagte es R. Aḥa b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans: Hat man eine Mezuza in [Zeilen von] zwei, drei und einem [Worte] gemacht, so ist sie tauglich, nur darf es nicht zeltartig, auch nicht schwanzartig sein.",
"R. Ḥisda sagte: [Die Worte] auf der Erdein der letzten Zeile. Manche sagen, am Schlusse der Zeile, und manche sagen, am Anfang der Zeile.",
"Manche sagen, am Schlusse der Zeile, [denn es heißt:]wie hoch der Himmel über der Erdeist. Manche sagen, am Anfang der Zeile: wie fern der Himmel von der Erde ist.",
"R. Ḥelbo erzählte: Ich beobachtete, wie R. Hona [die Mezuza] von einzig bis gegen hörewickelte, und die Abschnitte machte er geschlossen.",
"Man wandte ein: R.Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: R. Meír schrieb sie kolumnenartigauf Dixestos,"
],
[
"oben und unten ließ er einen freien Raum und die Abschnitte offen. Ich sprach zu ihm: Meister, weshalb dies? Da erwiderte er mir: Weil sie sich in der Tora nicht neben einander befinden.",
"Hierzu sagte R. Ḥananél im Namen Rabhs, die Halakha sei wie R. Šimo͑n b. Elea͑zar. Dies bezieht sich wohl auf das Offenlassen!? –",
"Nein, auf den Raum. – Wieviel beträgt der Raum? R. Menasja b. Ja͑qob, manche sagen, R. Šemuél b. Ja͑qob, erwiderte: Die Breite der Schreiberklammer.",
"Abajje sprach zu R. Joseph: Bist du etwa nicht der Ansicht, daß Rabh es vom Raume gesagt hat? Rabh hält ja vom Brauche, und jetzt ist es Brauch, sie geschlossen [zu schreiben].",
"Rabba sagte nämlich im Namen R. Kahanas im Namen Rabhs: Wenn Elijahu kommen und sagen sollte, man vollziehe die Ḥaliça mit einem Schuh, so höre man auf ihn, wenn aber, man vollziehe sie nicht mit einer Sandale, so höre man auf ihn nicht, weil es beim Volke längst Brauch ist, dies mit einer Sandale zu tun.",
"R. Joseph aber sagte im Namen R. Kahanas im Namen Rabhs: Wenn Elijahu kommen und sagen sollte, man vollziehe die Haliça nicht mit einem Schuh, so höre man auf ihn, wenn aber, man vollziehe sie nicht mit einer Sandale, so höre man auf ihn nicht, weil es beim Volke längst Brauch ist, dies mit einer Sandale zu tun.",
"Und auf die Frage, welcher Unterschied zwischen ihnen bestehe, [wurde erwidert,] ein Unterschied bestehe zwischen ihnen hinsichtlich eines Schuhesvon vornherein. Vielmehr ist dies auf den Raum zu beziehen. Schließe hieraus.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Es ist Gebot, sie geschlossen zu schreiben, jedoch ist nichts dabei, wenn man sie offen geschrieben hat. Und wenn auch R. Šimo͑n b. Elea͑zar ‘offen’ sagt, so ist dies zu verstehen: auch offen.",
"Ihm wäre eine Stütze zu erbringen. Desgleichen darf man, wenn eine Torarolle oder Tephillin morsch geworden sind, aus ihnen keine Mezuza machen, weil man nichts aus einer höheren Heiligkeit in eine niedrigere versetzen darf. Demnach dürfte man dies, wenn man herabsetzen dürfte; wieso denn,",
"in jener sind sieja geschlossen und in dieser offen!? – Vielleicht zur Ergänzung. –",
"Wieso dürfte man dies, auch wenn man herabsetzen dürfte, es wird ja gelehrt, es sei eine Moše am Sinaj überlieferte Lehre, daß man Tephillin auf Qelaphund die Mezuza auf Dixestos [schreibe]. Beim Qelaph [schreibt man] auf die Fleischseite und beim Dixestos auf die Haarseite!? – Nur als Gebot. –",
"Es wird ja aber gelehrt, wenn man anders verfahren hat, sei es untauglich!? – Nur bei den Tephillin. – Es wird ja aber gelehrt, wenn man anders verfahren hat, ob bei diesem oder jenem, sei es untauglich!? – Beides gilt von den Tephillin; eines, wenn man beim Qelaph auf die Haarseite, und eines,"
],
[
"wenn man beim Dixestos auf die Fleischseite geschrieben hat.",
"Wenn du aber willst, sage ich: über den Fall, wenn man bei dem einen oder dem anderen anders verfahren hat, [streiten] Tannaím, denn es wird gelehrt: Hat man bei dem einen oder dem anderen anders verfahren, so ist es untauglich, und nach R. A͑haj b. R. Ḥanina, manche sagen es im Namen des R. A͑qiba b. Ḥanina, tauglich. –",
"Wieso dürfte man dies, auch wenn man herabsetzen dürfte, das Linieren ist jaerforderlich!? R. Minjomi b. Ḥilqija sagte nämlich im Namen des R. Ḥama b. Gorja im Namen Rabhs, eine nicht linierte Mezuza sei untauglich, und in seinem eigenen Namen sagte R. Minjomib. Ḥilqija, das Linieren der Mezuza sei eine dem Moše am Sinaj überlieferte Lehre!? –",
"Hierüber [besteht ein Streit] von Tannaím, denn es wird gelehrt: R. Jirmeja sagte im Namen unseres Meisters: Tephillin und Mezuzoth dürfen ohne Vorlage geschrieben werden und benötigen nicht des Linierens.",
"Die Halakha ist: Die Tephillin benötigen des Linierens nicht, die Mezuza benötigt des Linierens; beide aber dürfen ohne Vorlage geschrieben werden, weil sie geläufig sind.",
"R. Helbo sagte: Einst sah ich, wie R. Hona, der sich auf ein Bett, auf dem eine Torarolle lag, setzenwollte, zuerst ein Polster auf die Erde schob und darauf die Torarolle legte, und erst dann setzte er sich auf das Bett. Er ist der Ansicht, man dürfe nicht auf einem Bette sitzen, auf dem eine Torarolle sich befindet.",
"Er streitet somit gegen Rabba b. Bar Ḥana, denn Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans, man dürfe auf einem Bette sitzen, auf dem eine Torarolle sich befindet. Wenn jemand aber von R. Elie͑zer einwenden wollte, der, als er sich einst auf ein Bett gesetzt und sich erinnert hatte, daß eine Torarolle sich auf diesem befinde, hinabglitt und sich auf die Erde setzte, und es ihm ebenso war, als hätte eine Schlange ihn gebissen, so befand sich in jenem Falle die Torarolle auf der Erde.",
"R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Hat man siein der Art eines Briefesgeschrieben, so ist sie untauglich. – Weshalb!? – Dies ist aus [dem Worte] schreiben zu entnehmen, das auch bei der Torarolle gebraucht wird.",
"Ferner sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls: Hat man sie an einen Stockgehängt, so ist sie untauglich. – Weshalb!? – Es heißt:an deine Tore. Ebenso wird auch gelehrt: Hat man sie an einen Stock gehängt oder hat man sie hinter die Türangebracht, so ist dies gefährlichund man hat das Gebot nicht ausgeübt.",
"Im Hause des Königs Monobaz verfuhren sie so bei ihren Absteigehäusern, als Erinnerung an die Mezuza.",
"Ferner sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls: Es ist Gebot, sie innerhalb des Hohlraumes der Tür anzubringen. – Selbstverständlich, der Allbarmherzige sagt ja: an (in) deine Tore!? – Raba sagte, es sei Gebot,"
],
[
"sie innerhalb der Handbreite vor der Straße anzubringen, somit könnte man glauben, je weiterdesto besser, so lehrt er uns.",
"Ferner sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls: Hat man sie auf zwei Blätter geschrieben, so ist sie untauglich. Man wandte ein: Hat man sie auf zwei Blätter geschrieben und an beide Pfosten angebracht, so ist sie untauglich. Demnach ist sie tauglich, wenn an einen Pfosten!? – Er meint, sodaß sie an beide Pfosten angebracht werden kann.",
"Ferner sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls: Bei der Mezuza richte man sich nach der Türangel. – Was heißt: Türangel? R. Ada erwiderte: Die Angelpfanne. – Was heißtdies? – Beispielsweise bei einer Tür zwischen zwei Räumen, einem Raume für Männer und einem Raume für Frauen.",
"Einst baute der Exilarch ein Haus und sagte zu R. Naḥman, daß er die Mezuza anbringe. Da sprach dieser: Hänge zuerst die Türen ein.",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Hat man sie in der Art eines Riegelsangebracht, so ist sie untauglich. – Dem ist ja aber nicht so, als R. Jiçḥaq b. Joseph kam, erzählte er, daß alle Mezuzoth im Hause Rabbis nach der Art eines Riegels angebracht waren, und daß die Tür, durch die Rabbi ins Lehrhausging, keine Mezuza hatte!? – Das ist kein Einwand; eines, wenn sie die Form eines Pflockes hat, und eines, wenn sie die Form eines Kniestückes hat, –",
"Demist ja aber nicht so, die Tür, durch die R. Hona ins Lehrhaus zu gehen pflegte, hatte ja eine Mezuza!? – Diese wurde oftbenutzt. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs, daß man sich bei der Mezuza nach der Benutzung richte.",
"R. Zera sagte im Namen R. Mathnas im Namen Šemuéls: Es ist Gebot, sie am Anfang des oberen Drittelsanzubringen. R. Hona aber sagte: Eine Handbreite über dem Erdboden und eine Handbreite von der Oberschwelle entfernt; die ganze übrige Tür ist für die Mezuza tauglich.",
"Man wandte ein: Eine Handbreite über dem Erdboden und eine Handbreite von der Oberschwelle entfernt; die ganze übrige Tür ist für die Mezuza tauglich – so R. Jehuda. R. Jose sagte:Du sollst sie binden, da sollst sie schreiben; wie das Binden hoch obenerfolgt, ebenso auch das Schreibenhoch oben.",
"Allerdings ist R. Hona der Ansicht R. Jehudas, wessen Ansicht aber ist Šemuél, weder wie R. Jehuda noch wie R. Jose!?",
"R. Hona, Sohn des R. Nathan, erwiderte: Tatsächlich wie R. Jose,"
],
[
"denn unter Anfang des oberen Drittels, von dem er spricht, ist zu verstehen, nicht mehr als ein Drittel von der Oberschwelle entfernt.",
"Raba sagte: Es ist Gebot, sie innerhalb einer Handbreite von der Straße anzubringen. – Aus welchem Grunde? – Die Rabbanan erklären, damit man sofort auf die Mezuza stoße, R. Ḥanina aus Sura erklärt, damit sie ihn bewache.",
"R. Ḥanina sagte: Komm und sieh, wie die Art des Heiligen, gepriesen sei er, anders ist als die Art eines [Menschen] aus Fleisch und Blut. Ein König aus Fleisch und Blut weilt innerhalb und seine Dienerbewachen ihn außerhalb; anders aber die Art des Heiligen, gepriesen sei er, seine Diener weilen innerhalb und er bewacht sie außerhalb, wie es heißt:der Herr ist dein Hüter, der Herr ist dein Schatten zu deiner rechten Hand.",
"R. Joseph, der Sohn Rabas, trug im Namen Rabas vor: Hat man sie eine Handbreite tiefhineingesteckt, so ist sie untauglich. Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Hat man sie an den Pfeilerangebracht oder über diese einen Türrahmengesetzt, so ist, wenn eine Handbreite vorhandenist, eine andere Mezuza erforderlich, wenn aber nicht, keine andere Mezuza erforderlich. –",
"Dies bezieht sich auf eine Pforte hinter der Tür. –",
"Dies wird ja ausdrücklich gelehrt: befindet sich eine Pforte hinter einer Tür, so ist, wenn eine Handbreite vorhanden ist, eine andere Mezuza erforderlich, wenn aber nicht, keine andere Mezuza erforderlich!? – Dies ist ein Beispiel.",
"Es wird gelehrt: Hat man einen Rahmen aus Rohr eingefügt, so schneide man ein Stück Rohr heraus und lege da [die Mezuza] hinein. R. Aḥa der Sohn Rabas, sagte: Dies nur dann, wenn man [den Rahmen] eingefügt und dann herausgeschnitten und hineingelegt hat, hat man aber herausgeschnitten und hineingelegt und ihn nachher eingefügt, so ist sie untauglich; fertigen, nicht aber Fertiges.",
"Raba sagte ferner: Verfallene Türen sind von der Mezuza frei. – Welche heißen verfallene Türen? – Hierüber streiten R. Riḥumi und Abba Jose; einer sagt, die keine Oberschwelle haben, und einer sagt, die keine Pfostenhaben.",
"Rabba b. Šila sagte im Namen R. Ḥisdas: Eine Halleist von der Mezuza frei, weil sie keine Pfeilerhat. – Demnach benötigt sie einer solchen, wenn sie Pfeiler hat; diese dienen ja aber nur als Stütze für das Gebälk!? –",
"Er meint es wie folgt: auch wenn sie Pfeiler hat, ist sie frei, weil sie nur als Stütze für das Gebälk dienen. Abajje sagte: Ich sah, daß die Hallen des Meisters Pfeiler hatten, dennoch hatten sie keine Mezuza. Er war der Ansicht, sie dienen nur als Stütze für das Gebälk.",
"Man wandte ein: Torhäuschen, Hallen und Galerien sind zur Mezuza pflichtig!? – Solche wie die Schulhallen. – Schulhallen sind ja richtige Zimmer!? – Römische Hallen.",
"Reḥaba sagte im Namen R. Jehudas: Für die Durchgangshalle sind zwei Mezuzoth erforderlich. – Was heißt eine Durchgangshalle? R. Papa der Greis erwiderte im Namen Rabhs: Ein Torhäuschen, das zum Hofe und zu den Wohnhäusern führt.",
"Die Rabbanan lehrten: Das Torhäuschen, das zum Garten und zur Kammer führt, gilt, wie R. Jose sagt, als Kammer, und wie die Weisen sagen, als freie Luft. Rabh und Šemuél sagen beide, über [die Tür] vom Garten zur Wohnungstimmen alle überein, daß sie pflichtig ist, denn der Eintritt erfolgt ja in das Haus,",
"sie streiten nur über [die Tür] von der Wohnung zum Garten; einer ist der Ansicht, die Kammersei das Hauptsächliche, und einer ist der Ansicht, der Garten sei das Hauptsächliche.",
"Rabba und R. Joseph sagen beide, über [die Tür] von der Wohnung zum Gartenstimmen alle überein, daß sie frei ist, denn sie ist die Tür des Gartens, sie streiten nur über [die Tür] vom Garten zur Wohnung; einer ist der Ansicht, der Eintritt erfolgt ja in das Haus,"
],
[
"und einer ist der Ansicht, das ganze ist nur wegen des Gartens errichtet.",
"Abajje und Raba entschieden nach Rabba und R. Joseph, und R. Aši entschied erschwerendnach Rabh und Šemuél. Die Halakha ist wie Rabh und Šemuél, erschwerend.",
"Es wurde gelehrt: Für einen Treppenschacht, der die [untere] Wohnung mit dem Söller verbindet, ist, wie R. Hona sagte, wenn er eine Tür hat, eine Mezuza erforderlich, und wenn er zwei Türenhat, zwei Mezuzoth erforderlich. R. Papa sagte: Aus der Lehre R. Honas ist zu entnehmen, daß, wenn ein Saal vier Türen hat, für diesen vier Mezuzoth erforderlich sind. – Selbstverständlich!? – Auch in dem Falle, wenn nur eine benutzt zu werden pflegt.",
"Amemar sagte: Eine Winkeltürist zur Mezuza pflichtig. R. Aši sprach zu Amemar: Eine solche hat ja keine Pfeiler!? Dieser erwiderte: Das sinddie Pfeiler.",
"Einst kam R. Papa zu Mar Šemuél und sah da eine Tür mit nur einem Pfeiler an der linken [Seite], an der eine Mezuza war. Da sprach er zu ihm: Wohl nach R. Meír, aber R. Meír sagt es ja nur von der rechten Seite, sagt er es etwa auch von der linken!? –",
"Wieso dies? – Es wird gelehrt:Deines Hauses, deines Eintretens, rechts. Du sagst, rechts, vielleicht ist dem nicht so, sondern links? Es heißt: deines Hauses. – Wieso geht dieshieraus hervor? Rabba erklärte: [Richte dich] nach deinem Eintreten, rechts; wenn man nämlich seine Füße in Bewegung setzt, beginnt man mit dem rechten.",
"R. Šemuél b. Aḥa folgerte dies vor R. Papa im Namen des Raba b. U͑la aus folgendem:Darauf nahm der Priester Jehojada͑ eine Lade, bohrte ein Loch in ihren Deckel und stellte sie neben den Altar, zur Rechten dessen, der in den Tempel des Herrn hineinging; da hinein taten die Priester, die die Schwelle hüteten, alles Geld, das zum Tempel des Herrn gebracht wurde. –",
"Was ist dies für eine Lehre R. Meírs? – Es wird gelehrt: Ein Haus, das nur einen Pfeiler hat, ist nach R. Meír zur Mezuza pflichtig und nach den Weisen frei. – Was ist der Grund der Rabbanan? – Es heißt:die Pfosten. –",
"Was ist der Grund R. Meírs: Es wird gelehrt: Die Pfosten, unter die Pfosten sind wenigstens zwei zu verstehen, und wenn es im anderen Abschnitte überflüssigerweise wiederum Pfosten heißt, so ist dies eine Einschließung hinter einer Einschließung, und eine Einschließung hinter einer Einschließung ist ausschließend; die Schrift hat damit einen Pfosten vermindert– so R. Jišma͑él:",
"R. A͑qiba sagte: Dies ist nicht nötig; es heißt:an der Oberschwelle und an den zwei Türpfosten, und da [das Wort] zwei überflüssig ist, so ist dies eine Hauptnorm, daß überall, wo es Pfosten heißt, einer zu verstehen sei, es sei denn, daß die Schrift ausdrücklich zwei sagt.",
"Die Rabbanan lehrten:Du sollst sie schreiben; man könnte glauben, auf die Steine, so heißt es hierbei schreiben und auch dortheißt es schreiben, wie dort auf einen Brief, ebenso auch hierbei auf einen Brief.",
"Oder aber wie folgt: hierbei heißt es schreiben und auch dortheißt es schreiben, wie dort auf Steine, ebenso auch hierbei auf Steine.",
"Man beachte daher, mit wem es zu vergleichen ist; man vergleiche das für Generationen bestimmte Schreiben mit dem für Generationen bestimmten Schreiben, und man vergleiche nicht das für Generationen bestimmte Schreiben mit dem nicht für Generationen bestimmten Schreiben. Wie es dort heißt:Baruch sprach zu ihnen: Er sagte mir mündlich alle diese Worte vor, und ich schrieb sie mit Tinte in das Buch.",
"R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Der Allbarmherzige sagt: auf die Pfosten, und du sagst, man folgere aus [dem Worte] schreiben!? – Die Schrift sagt: du sollst sie schreiben, eine vollkommeneSchrift, nachher erst heißt es: auf die Pfosten. –",
"Wozu ist, wenn der Schriftvers solautet, [der Schluß] durch Wortanalogie nötig!? – Wenn nicht [der Schluß] durch Wortanalogie, könnte man glauben, man schreibe es auf den Steinund setze ihn auf die Schwelle, so lehrt er uns.",
"DIE VIER ABSCHNITTE DER TEPHILLIN SIND VON EINANDER ABHÄNGIG; SIE SIND SOGAR VON EINEM SCHRIFTZEICHEN ABHÄNGIG. Selbstverständlich!?",
"R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Dies ist wegen des Häkchens eines Jod nötig. – Auch dies ist ja selbstverständlich!? – Dies ist wegen einer anderen Lehre R. Jehudas nötig; R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs, wenn ein Buchstabe nicht an allen vier Seiten vom Pergament umgeben ist, sei er untauglich."
],
[
"Die Rabbanan lehrten: Ṭoṭepheth, ṭoṭepheth, ṭoṭaphoth, das sind vier– so R. Jišma͑él.",
"R. A͑qiba sagte: Dies ist nicht nötig; ‘ṭaṭ’ heißt in Katphe zwei und ‘path’ heißt in Afrika zwei.",
"Die Rabbanan lehrten: Man könnte glauben, daß man sieauf vier Pergamentstücke schreibe und in vier Gehäuse aus vier Stücken Leder lege, so heißt es:zur Erinnerung zwischen deinen Augen; ich habe dir nur eine Erinnerung geboten, nicht aber zwei oder drei Erinnerungen. Wie mache man es? – Man schreibe sie auf vier Pergamentstücke und lege sie in vier Gehäuse aus einem StückeLeder.",
"Hat man sie aber auf ein Pergamentstück geschrieben und in vier Gehäusegelegt, so hat man seiner Pflicht genügt, jedoch muß zwischen ihnen eine Entfernungsein – so Rabbi; die Weisen sagen, dies sei nicht nötig. Sie stimmen jedoch überein, daß zwischen dem einen und dem anderenein Faden oder eine Schnur sein müsse. Ist der Einschnittnicht zu merken, so sind sie untauglich.",
"Die Rabbanan lehrten: Wie schreibe man sie? Die Handtephilla schreibe man auf ein Pergamentstück; hat man sie auf vier Pergamentstücke geschrieben und in ein Gehäuse gelegt, so hat man seiner Pflicht genügt, jedoch muß man sie zusammenheften, denn es heißt:es soll dir zum Zeichen auf deiner Hand sein; wie es außen ein Zeichen ist, so auch innen ein Zeichen – so R. Jehuda; R. Jose sagt, dies sei nicht nötig.",
"R. Jose sprach: R. Jehuda b. Rabbi pflichtet mir jedoch bei, daß man, wenn man keine Handtephilla, aber zwei Kopftephillin hat, über eine von diesen ein Stück Leder klebeund sie anlege. – Wieso pflichtet er bei, darinbesteht ja ihr Streit!? Raba erwiderte: Aus den Worten R. Joses [ist zu ersehen, daß] R. Jehuda zurückgetreten ist. –",
"Dem ist ja aber nicht so, R. Ḥananja ließ ja im Namen R. Joḥanans sagen, man dürfe aus einer Handtephilla eine Kopftephilla machen, nicht aber aus einer Kopftephilla eine Handtephilla, weil man nichts aus einer höheren Heiligkeit in eine niedrigere Heiligkeitversetzen dürfe!? –",
"Das ist kein Einwand; eines gilt von altenund eines gilt von neuen. Und nach demjenigen, welcher sagt, die Bestimmung sei maßgebend, [gilt dies von dem Falle,] wenn man esvon vornherein bestimmt hat.",
"Die Rabbanan lehrten: Wie ist ihreReihenfolge? Die Abschnitte ‘Heilig sei mir’ und ‘Wenn dich bringen wird’ rechts, ‘Höre’ und ‘wenn du horchen wirst’ links. –",
"Es wird ja aber entgegengesetzt gelehrt!? Abajje erwiderte: Das ist kein Einwand; eines ist rechts vom Lesenden und eines ist rechts vom Anlegenden zu verstehen; der Lesende liest sie in ihrer Reihenfolge.",
"R. Ḥananél sagte im Namen Rabhs: Hat man die Abschnitteverwechselt, so sind sie untauglich. Abajje sagte: Nur in dem Falle,"
],
[
"wenn man einen inneren [Abschnitt] nach außen oder einen äußeren nach innen gelegthat, wenn aber einen inneren nach innen oder einen äußerennach außen, so ist nichts dabei.",
"Raba sprach zu ihm: Wenn man einen inneren nach außen oder einen äußeren nach innen gelegt hat, wohl aus dem Grunde, weil der, der ins Freie schauen sollte, es nicht tut, und der, der nicht ins Freie schauen sollte, es tut; aber auch wenn man einen äußeren nach außen und einen inneren nach innen gelegt hat, schaut ja der, der rechts ins Freie schauen sollte, nach links, und der, der links ins Freie schauen sollte, nach rechts!? Vielmehr gibt es hierbei keinen Unterschied.",
"Ferner sagte R. Ḥananél: Der Randder Tephillin ist eine Moše am Sinaj überlieferte Lehre. Abajje sagte: Der Schlaufder Tephillin ist eine Moše am Sinaj überlieferte Lehre.",
"Ferner sagte Abajje: Das Šin der Tephillinist eine Moše am Sinaj überlieferte Lehre. Der Einschnittmuß bis zur Stelle der Nahtreichen. R. Dimi aus Nehardea͑ sagte: 1st es nur kenntlich, so ist weiter nichts nötig.",
"Ferner sagte Abajje: Das Pergament der Tephillin muß untersucht werden, denn es kann fehlerhaft sein; es ist eine vollkommene Schrift erforderlich, was dann nicht mehr der Fall wäre. R. Dimi aus Nehardea͑ sagte: Dies ist nicht nötig, denn die Feder untersucht es.",
"R. Jiçḥaq sagte: Es ist eine Moše am Sinaj überlieferte Lehre, daß die Riemenschwarz sein müssen. Man wandte ein: Man darf die Tephillin nur mit einer Sache derselben Artbefestigen, ob gelb, schwarz oder weiß, nicht aber rot, weil dies tadelhaftist, und aus einem anderenGrunde.",
"R. Jehuda sprach: Einst befestigte ein Schüler R. A͑qibas die Tephillin mit Purpurstreifen, und dieser sagte ihm nichts. Ist es denn möglich, daß dieser Fromme dies von seinem Schüler gesehen und es ihm nicht gewehrt haben sollte!? Man erwiderte ihm: Er sah es nicht, hätte er es aber gesehen, so würde er es nicht zugelassen haben.",
"Einst befestigte Hyrkanos, Sohn des R. Elie͑zer b. Hyrkanos, seine Tephillin mit Purpurstreifen, und dieser sagte ihm nichts. Ist es denn möglich, daß dieser Fromme dies von seinem Sohne gesehen und es ihm nicht verwehrt haben sollte!? Man erwiderte ihm: Er sah es nicht, hätte er es aber gesehen, so würde er es nicht zugelassen haben.",
"Hier heißt es also: ob gelb, schwarz oder weiß!? – Das ist kein Einwand; eines von innen, das andere von außen. –",
"Wieso ist bei der InnenseiteTadelhaftigkeit und ein anderer Grund zu berücksichtigen!? – Es kommt vor, daß sie sich umdrehen.",
"Es wird gelehrt: Es ist eine Moše am Sinaj überlieferte Lehre, daß die Tephillin viereckig sein müssen. R. Papa sagte: Die Nähteund der Querschnitt.",
"Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Macht jemand seine Tephilla rund, so ist dies gefährlichund man übt damit kein Gebotaus. R. Papa sprach: Diese Lehre spricht von dem Falle, wenn man sie nußartigmacht.",
"R. Hona sagte: Die Tephillin sind tauglich, solange die Fläche des Blattesunbeschädigt ist. R. Ḥisda sagte: Sind zwei [Nähte] beschädigt, so sind sie tauglich, wenn drei, so sind sie untauglich.",
"Raba sagte: Das, was du sagst, wenn zwei, seien sie tauglich, gilt nur von dem Falle, wenn sie nicht neben einandersind, sind sie aber neben einander, so sind sie untauglich. Und wenn sie neben einander sind, gilt dies nur von neuen, bei altenaber ist nichts dabei.",
"Abajje sprach zu R. Joseph: Welche heißen neu und welche heißen alt? Dieser erwiderte: Wenn man das Leder ziehtund es wieder [in ihre Lage] kommt, heißt sie alt, sonst aber heißt sie neu."
],
[
"Oder auch: wenn sie an einer Schnur hängend nachgeben, heißt sie neu, sonst aber heißt sie alt.",
"Einst saß Abajje vor R. Joseph und ihm platzte ein Riemen der Tephillin. Da sprach er zu ihm: Darf man ihn zusammenknoten? Dieser erwiderte: Es heißt:du sollst sie binden, das Binden muß vollkommensein.",
"R. Aḥa, Sohn des R. Joseph, fragte R. Aši: Darf man ihn zusammennähen und [die Naht] nach innen wenden? Dieser erwiderte: Geh und sieh, wie das Volk verfährt.",
"R. Papa sagte: Stummelhafte Riemensind tauglich. Dies ist aber nichts. Die Söhne R. Ḥijas sagten, stummelhafte Çiçithfadenund stummelhafte Ysopsbündelseien tauglich; dies gilt also nur von diesen, die zur Benutzung für ein Gebot dienen, nicht aber von jenen, die nur zur Benutzung von Heiligemdienen. –",
"Demnach ist für diese eine bestimmte Länge festgesetzt, wieviel beträgt diese? Rami b. Ḥama erwiderte im Namen des Reš Laqiš: Bis zum Mittelfinger. R. Kahana zeigte: gebogen. R. Aši zeigte: gerade.",
"Rabba verknotete sieund ließ sie nachhängen. R. Aḥa b. Ja͑qob verknotete sie und wickelte sie auf. Mar, der Sohn Rabanas, verfuhr nach unserem Brauche.",
"R. Jehuda, Sohn des R. Šemuél b. Šilath, sagte im Namen Rabhs: Der Knoten der Tephillin ist eine Moše am Sinaj überlieferte Lehre. R. Naḥman sagte: Die Schönseitenach außen. Einst saß R. Aši vor Mar Zuṭra und ein Riemen der Tephillin drehte sich ihm um. Da sprach er zu ihm: Hält denn der Meister nichts davon, daß die Schönseite nach außen sein muß!? Dieser erwiderte: Ich merkte es nicht.",
"Damit alle Völker der Erde sehen, daß da nach dem Namen des Herrn genannt bist, und sie werden vor dir fürchten. Es wird gelehrt: R. Elie͑zer der Große sagte, das sind die Tephillin des Kopfes. Ich will meine Hand entfernen, und du wirst meine Rückseite schauen. R. Ḥana b. Bizna sagte im Namen R. Šimo͑n des Frommen: Dies lehrt, daß der Heilige, gepriesen sei er, Moše den Knoten der Tephillin zeigte.",
"R. Jehuda sagte: Der Knoten der Tephillin muß sich obenbefinden, damit Jisraél oben und nicht unten sei; er muß nach vorn gewandt sein, damit Jisraél nach vorn und nicht nach hinten komme.",
"R. Šemuél b. Bidri sagte im Namen Rabhs, nach anderen sagte es R. Aḥa der Lange im Namen R. Honas, und nach anderen sagte es R. Menasja im Namen Šemuéls: Man spreche den Segen über die Tephillin, sobald man sie anlege. – Demist ja aber nicht so, R. Jehuda sagte ja im Namen Šemuéls, daß man bei allen Geboten den Segen bei der Ausübung spreche!? Abajje und Raba erklärten beide, vom Anlegen bis zum Festbinden."
],
[
"R. Ḥisda sagte: Hat man zwischen [dem Anlegen] der einen und der anderen Tephilla gesprochen, so muß man den Segen wiederum sprechen. –",
"Nur wenn man gesprochen hat, sonst aber nicht, R. Ḥija, Sohn des R. Hona, ließ ja im Namen R. Joḥanans sagen: Über die Handtephilla spreche man: ‘Gepriesen sei er, der uns mit seinen Geboten geheiligt und uns befohlen hat, Tephillin anzulegen’. Über die Kopftephilla spreche man: ‘Gepriesen sei er, der uns mit seinen Geboten geheiligt und uns das Gebot der Tephillin befohlenhat’.",
"Abajje und Raba erklärten beide: Hat man nicht gesprochen, so spreche man nur einen Segen, hat man gesprochen, so spreche man beide Segen.",
"Es wird gelehrt: Hat man zwischen [dem Anlegen] der einen Tephilla und der anderen Tephilla gesprochen, so hat man eine Übertretung begangen; dieserhalb kehre man vom Kriegsplatze zurück.",
"Es wird gelehrt: Beim Anlegen lege man zuerst die [Tephilla] der Hand und nachher die des Kopfes an, beim Abnehmen nehme man zuerst die des Kopfes und nachher die der Hand ab. – Einleuchtend ist es, daß man beim Anlegen zuerst die der Hand und nachher die des Kopfes anlege, denn es heißt:du sollst sie als Zeichen an deine Hand binden, und nachher:sie sollen zum Stirnschmucke zwischen deinen Augen sein;",
"woher aber, daß man beim Abnehmen zuerst die des Kopfes und nachher die der Hand abnehme? Rabba erwiderte: R. Hona erklärte es mir: die Schrift sagt: sie sollen zum Stirnschmucke zwischen deinen Augen sein, solange sie zwischen den Augen sind, müssen es zweisein.",
"Die Rabbanan lehrten: Wann spricht man den Segen über die Tephillin? – Von der Zeit des Anlegensab. Zum Beispiel: wenn man früh aufsteht, um eine Reise anzutreten, und befürchtet, sie könnten ihmabhanden kommen, so lege man sie an, und sobald die Zeit heranreicht, befühle man sie und spreche den Segen.",
"Wie lange behalte man sie an? Bis zum Sonnenuntergänge. R. Ja͑qob sagt, bis kein Fuß mehr die Straße betritt. Die Weisen sagen, bis zum Schlafengehen. Die Weisen undR. Ja͑qob pflichten jedoch bei, daß, wenn man sie abgelegt hat, um einen Abort zu betreten oder in ein Badehaus zu gehen, und die Sonne untergegangen ist, man sie nicht wiederum anlege.",
"R. Naḥman sagte: Die Halakha ist wie R. Ja͑qob. R. Ḥisda und Rabba b. R. Hona verrichteten mit ihnen das Abendgebet. Manche sagen, die Halakha ist nicht wie R. Ja͑qob."
],
[
"R. Ḥisda und Rabba b. R. Hona verrichteten ja mit ihnen das Abendgebet!? Sie streiten dagegen. –",
"Kann Rabba b. R. Hona dies denn gesagt haben, Rabba b. R. Hona sagte ja, wenn es zweifelhaft ist, ob es bereits dunkel ist oder nicht, nehme man sie nicht abund lege sie auch nicht an; demnach nehme man sie ab, wenn es entschieden dunkel ist!? – Dies bezieht sich auf den Vorabend des Šabbaths. –",
"Welcher Ansicht ist er; ist er der Ansicht, die Nacht sei eine Zeit für die Tephillin, so ist ja auch der Šabbath eine Zeit für die Tephillin, und ist er der Ansicht, der Šabbath sei keine Zeit für die Tephillin, so ist ja auch die Nacht keine Zeit für die Tephillin!? Aus der Stelle nämlich, aus der die Ausschließung des Šabbaths gefolgert wird, wird auch die Ausschließung der Nächte gefolgert,",
"denn es wird gelehrt:Du sollst diese Satzung zur festgesetzten Zeit beobachten, von Jahrestag zu Jahrestag; Tag, nicht aber nachts; von Tag, nicht aber jeden Tag, ausgenommen sind die Šabbathe und die Festtage – so R. Jose der Galiläer. R. A͑qiba sagt, diese Satzung beziehe sich auf das Pesaḥfest. –",
"Er folgert esaus der Stelle, aus der R. A͑qiba es folgert, denn es wird gelehrt: R. A͑qiba sagte: Man könnte glauben, man lege die Tephillin an Šabbathen und Festtagen an, so heißt es:es soll zum Zeichen an deiner Hand sein und zum Stirnschmucke zwischen deinen Augen; [nur an Tagen,] an denen ein Zeichen nötig ist, ausgenommen sind die Šabbathe und die Festtage, die an sich Zeichen sind.",
"R. Elea͑zar sagte: Wer die Tephillin nach Sonnenuntergang anlegt, übertritt ein Gebot. R. Joḥanan sagt, er übertrete ein Verbot. Es wäre anzunehmen, daß sie über die Lehre des R. Abin im Namen R. Ilas streiten. denn R. Abin sagte im Namen R. Ilas: Überall, wo es achte, daß nicht und nicht heißt, ist ein Verbot ausgedrückt.",
"Einer hältvon der Lehre R. Abins und einer hält nichts von der Lehre R. Abins. –",
"Nein, alle halten sie wohl von der Lehre des R. Abin im Namen R. Ilas, und hier besteht ihr Streit in folgendem: einer ist der Ansicht, bei einer zu unterlassenden Handlung sei das achte ein Verbot, und bei einer auszuübenden sei das achte ein Gebot, und einer ist der Ansicht, auch bei einer auszuübenden Handlung sei das achte ein Verbot.",
"Ferner sagte R. Elea͑zar: Um sie zu bewachen, ist dieserlaubt. Rabina erzählte: Einst saß ich vor R. Aši als es finster wurde, und er legte die Tephillin an. Da sprach ich zu ihm: Der Meister will sie wohl bewachen. Er erwiderte: Jawohl. Ich sah ihm aber an, daß er es nicht tat, um sie zu bewachen. Er ist der Ansicht, die Halakha seiso, man entscheide aber nicht demgemäß.",
"Rabba b. R. Hona sagte: Man muß zu jeder Zeit die Tephillin befühlen. Dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere vom Stirnblatte zu folgern: wenn die Tora vom Stirnblatte, das nur einmal den Gottesnamen enthält, sagt:es soll stets auf seiner Stirn sein, daß er seine Gedanken davon nicht abwende, um wieviel mehr gilt dies von den Tephillin, die viele Gottesnamen enthalten.",
"Die Rabbanan lehrten: An deiner Hand, das ist die linke. Du sagst, die linke, vielleicht ist dem nicht so, sondern die rechte? Es heißt:meine Hand hat die Erde gegründet, und meine Rechteden Himmel ausgespannt. Ferner heißt es:ihre Hand streckte sie nach dem Pflock aus, und ihre Rechte nach dem Arbeitshammer. Ferner heißt es:Warum ziehst du deine Hand und deine Rechte zurück, [ziehe sie] aus deinem Busen und vertilge."
],
[
"R. Jose Plattnasesagte: Wir finden auch, daß die rechte ‘Hand’ genannt wird, denn es heißt:da sah Joseph, daß sein Vater die rechte Hand tat. – Und jener !? – Wohl heißt sie rechte Hand, Hand schlechthin heißt sie aber nicht.",
"R.Nathan sagte: Dies ist nicht nötig; es heißt:du sollst sie binden, und:du sollst sie schreiben, wie das Schreiben mit der rechten erfolgt, ebenso auch das Binden mit der rechten, und wenn das Binden mit der rechten erfolgt, so erfolgt das Anlegen an die linke. – Woher entnimmt R. Jose Plattnase, daß das Anlegen an die linke erfolgen muß!? – Er entnimmt dies aus der Stelle, aus der R. Nathan es entnimmt.",
"R. Aši erklärte: Aus jadkhah, mit He, die schwache[Hand]. R. Abba sprach zu R. Aši: Vielleicht die kräftigeHand!? Dieser erwiderte: Ist es denn mit Ḥeth geschrieben!?",
"Hierüber [streiten folgende] Tannaím: Jadkhah, mit He, das ist die linke. Manche erklären: Jadkhah, dies schließt den Verstümmeltenein. Ein Anderes lehrt: Wer keinen [linken] Arm hat, ist von den Tephillin befreit. Manche sagen: Jadkhah, dies schließt den verstümmelten ein.",
"Die Rabbanan lehrten: Der Linkshändige lege die Tephillin an die Rechte, die für ihn Linke ist. – Es wird ja aber gelehrt, daß er sie an die Linke, die bei jedermann die Linke ist, lege!? Abajje erwiderte: Dies bezieht sich auf einen, der beide Hände beherrscht.",
"In der Schule Menašes wurde gelehrt: An deiner Hand, das ist der Armmuskel: zwischen deinen Augen, das ist der Scheitel. – Wo? In der Schule R. Jannajs erklärten sie: Wo der Schädel eines Kindes weich ist.",
"Pelemo fragte Rabbi: An welchen legt derjenige, der zwei Köpfe hat, die Tephillin an? Da sprach dieser: Entweder du gehst in die Verbannung oder du nimmst den Bannauf dich. Währenddessen kam ein Mann und sprach zu ihm: Mir ist ein Kind mit zwei Köpfen geboren worden; wieviel habe ich dem Priesterzu geben? Da kam ein Greis und lehrte, er habe zehn Sela͑ zu geben. –",
"Dem ist ja aber nicht so, Rami b. Ḥama lehrte ja: Aus dem Schriftverse:auslösen sollst du den Erstgeborenen des Menschen, könnte man entnehmen, auch wenn er innerhalb dreißig Tagen totverletzt geworden ist, so heißt es nur, teilend!? –"
],
[
"Anders verhält es sich hierbei, wo der Allbarmherzige esvom Kopfe abhängig gemacht hat.",
"Der Meister sagte: Deiner Hand, das ist der Armmuskel. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten:An deiner Hand, die höchste Stelle der Hand. Du sagst, die höchste Stelle der Hand, vielleicht ist dem nicht so, sondern die wirkliche Hand? Die Tora sagt, daß man die Tephillin an die Hand und daß man die Tephillin an den Kopf lege; wie diese an die höchste Stelle des Kopfes, ebenso jene an die höchste Stelle der Hand.",
"R. Elie͑zer sagte: Dies ist nicht nötig; es heißt:es soll dir zum Zeichen dienen, dir zum Zeichen, nicht aber anderenzum Zeichen. R. Jiçḥaq sagte: Dies ist nicht nötig; es heißt:ihr sollt diese meine Worte in euer Herz tun, und sollt sie binden, das Tun soll gegenüber dem Herzen erfolgen.",
"R. Ḥija und R. Aḥa, Sohn des R. Ivja, legten sie genau gegenüber dem Herzen an. Einst saß R. Aši vor Amemar, der eine Verletzung am Arme hatte, infolgedessen seine Tephillin zu sehenwaren. Da sprach jener zu ihm: Ist der Meister nicht der Ansicht, daß die Tephillin nur ihm zum Zeichen, nicht aber anderen zum Zeichen dienen müssen!? Dieser erwiderte: Dies bezieht sich auf die Stelle, wo sie nur ihm zum Zeichen dienen.",
"Es wurde gelehrt: Woher, daß sie an die höchste Stelle des Kopfes [anzulegen ist]? – Die Rabbanan lehrten: Zwischen deinen Augen, das ist die höchste Stelle des Kopfes. Du sagst, die höchste Stelle des Kopfes, vielleicht ist dem nicht so, sondern wirklich zwischen den Augen? Hierbei heißt es: zwischen deinen Augen, und dortheißt es: ihr sollt nicht wegen eines Toten eine Glatze zwischen euren Augen machen, wie es dort die höchste Stelle des Kopfes ist, wo eine Glatze gemacht werden kann, ebenso auch hier die höchste Stelle des Kopfes, wo eine Glatze gemacht werden kann.",
"R. Jehuda sagte: Dies sei nicht nötig; die Tora sagt, daß man Tephillin an die Hand anlege, und daß man Tephillin an den Kopf anlege; wie jene an eine Stelle, die bei einem Aussatzmale unreinist, ebenso auch diese an eine Stelle, die bei einem Aussatzmale unrein ist;",
"ausgenommen ist die Stelle zwischen den Augen, wo Fleisch und Haare vorhanden, und somit sowohl weiße als auch goldgelbe Haare erforderlich sind.",
"DIE VIER ÇIÇITH SIND VON EINANDER ABHÄNGIG, DENN DIE VIER SIND ZUSAMMEN EIN GEBOT. Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? R. Joseph erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen bei einem Lakenmit Çiçith.",
"Raba b. Ahina erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen bei einem fünf[eckigen]Gewande.",
"Rabina erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich der Lehre R. Honas. R. Hona sagte nämlich, wer am Šabbath mit einem nicht nach Vorschrift mit Çiçith versehenen Gewandeausgeht, sei ein Sündopfer schuldig.",
"R. Šiša, Sohn des R. Idi, sagte: Wer sein Gewand reduziere, hat damit nichts erreicht; er hat es nur zu einem fünfeckigen Gewände gemacht.",
"R. Mešaršeja sagte: Wer sein Gewand zusammenknotet, hat damit nichts erreicht; es ist ebenso, als würde [der Knoten] aufgelöst sein, denn es wird gelehrt, verknotete Schläucheseien nicht verunreinigungsfähig, ausgenommen die arabischen.",
"R. Dimi aus Nehardea͑ sagte: Wer sein Gewand zusammennäht, hat damit nichts erreicht; denn wenn er sienicht braucht, so mag er sie abschneiden und fortwerfen.",
"R. JIŠMA͑ÉL SAGT, DIE VIER SIND VIER GEBOTE. R. Jehuda Sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Jišma͑él. Die Halakha ist aber nicht wie er.",
"Einst ging Rabina an einem Festšabbathhinter Mar b. R. Aši, und diesem riß ein Zipfel vom Gewandeab; jener sagte es ihm aber nicht. Als er nach Hause kam, sagte er ihm, daß er bereits an jenem Orte abgerissen war. Dieser erwiderte: Hättest du es mir da gesagt, so würde ich es fortgeworfen haben. –",
"Der Meister sagte ja aber, die Ehre eines Menschen sei so bedeutend, daß sie ein Verbot der Toraverdränge!? –",
"Rabh b. Šaba erklärte vor R. Kahana,"
],
[
"dies beziehe sich auf das Verbot des Abweichens.",
"Manche sagen, er habe es ihm dortgesagt, [und dieser ihm erwidert:] Du meinst wohl, daß ich es fortwerfen muß; aber die Ehre eines Menschen ist so bedeutend, daß sie ein Verbot der Tora verdrängt. – Rabh b. Šaba bezog es ja vor R. Kahana auf das Verbot des Abweichens!? – Dies ist auch hierbei der Fall; das Neutralgebietist nur rabbanitisch.",
"",
" DIE WEISSEN [FÄDEN] SIND NICHT VON DEN PURPURBLAUEN UND DIE PURPURBLAUEN NICHT VON DEN WEISSEN ABHÄNGIG. DIE KOPFTEPHILLA IST NICHT VON DER HANDTEPHILLA UND DIE HANDTEPHILLA IST NICHT VON DER KOPFTEPHILLA ABHÄNGIG.",
"GEMARA. Es wäre anzunehmen, daß unsere Mišna nicht die Ansicht Rabbis vertritt, denn es wird gelehrt: Ihr sollt es sehen, dies lehrt, daß sie von einander abhängig sind – so Rabbi. Die Weisen sagen, sie seien von einander nicht abhängig. –",
"Was ist der Grund Rabbis? – Es heißt Zipfel, von der Art des Zipfels, und es heißt purpurblauer Faden, und der Allbarmherzige sagt: ihr sollt es sehen, nur wenn beide zusammen vorhanden sind. –",
"Und die Rabbanan!? – Ihr sollt es sehen, darunter ist jedes besonders zu verstehen.",
"Es wäre also anzunehmen, daß sie nicht die Ansicht Rabbis vertritt. R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Du kannst auch sagen, sie vertrete die Ansicht Rabbis, denn dies bezieht sich auf die Erstheit.",
"Es wird nämlich gelehrt: Es ist Gebot, die weißen [Fäden] vor den purpurblauen [einzuknüpfen]; hat man die purpurblauen vor den weißen [eingeknüpft], so hat man seiner Pflicht genügt, nur hat man das Gebot gemindert. –"
],
[
"Was heißt das Gebot gemindert: wollte man sagen, man habe das Gebot der weißen unterlassen und nur das Gebot der purpurblauen ausgeübt, so sind sie ja nach Rabbi von einander abhängig!?",
"R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Man hat das Gebot gemindert und das Gebot ausgeübt; unter ‘das Gebot gemindert’ ist zu verstehen, man habe es nicht aufs Schönste ausgeübt. –",
"Erklärlich ist es, wieso die purpurblauen von den weißen nicht abhängige sind, wieso aber sind die weißen nicht von den purpurblauenabhängig?",
"Rami b. Ḥama erwiderte: Dies bezieht sich auf ein vollständig purpurblauesGewand.",
"Es wurde auch gelehrt: Levi sprach zu Šemuél: Arjokh, du setzt dich nicht [auf deine Schenkel] hin, bis du mir folgendes erklärt hast: die weißen [Fäden] sind nicht von den purpurblauen und die purpurblauen nicht von den weißen abhängig; welches Bewenden hat es damit? Dieser erwiderte: Dies bezieht sich auf die Çiçith an einem Laken; es ist Gebot, zuerst die weißen [einzuknüpfen],",
"denn es heißt Zipfel, von der Art des Zipfels, hat man aber die purpurblauen vor den weißen [eingeknüpft], so ist nichts dabei. –",
"Erklärlich ist es, wieso die purpurblauen von den weißen nicht abhängig sind, wieso aber sind die weißen nicht von den purpurblauen abhängig?",
"Rami b. Ḥama erwiderte: Dies bezieht sich auf ein vollständig purpurblaues Gewand; es ist dann Gebot, die blauen zuerst [einzuknüpfen], denn es heißt Zipfel, von der Art des Zipfels, hat man aber zuerst die weißen [eingeknüpft], so ist nichts dabei.",
"Raba sprach: Ist denn die Farbeausschlaggebend!? Vielmehr, erklärte Raba, bezieht sich dies auf die Verstummelung; wenn die purpurblauen verstummelt und nur die weißen erhalten sind, oder wenn die weißen verstummelt und nur die purpurblauen erhalten sind, so ist nichts dabei.",
"Die Söhne R. Ḥijas sagten nämlich: Verstummelte Çiçithfäden und verstummelte Ysopbündel sind tauglich. – Welche Größe müssen die verstummelten haben? Bar Hamduri erwiderte im Namen Šemuéls: Daß man sie verschlingen kann.",
"Sie fragten: Daß man alle [Fäden] zusammen verschlingen kannoder jeden besonders? – Dies bleibt unentschieden.",
"R. Aši fragte: Wie ist es, wenn sie so dick sind, daß man sie nicht verschlingen kann, man dies aber könnte, wenn sie dünn wären? R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Dann ist das Gebot um so kenntlicher.",
"Wer ist der Autor, der gegen Rabbi streitet? Es ist der Autor der folgenden Lehre: R. Jiçḥaq sagte im Namen R. Nathans, der es im Namen R. Jose des Galiläers sagte, der es im Namen des R. Joḥanan b. Nuri sagte: Hat man keine purpurblauen [Fäden], so knüpfe man weiße ein.",
"Raba sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß man jedes Gliedbesonders verknoten muß; denn wieso sagten, wenn man sagen wollte, dies sei nicht nötig, die Söhne R. Ḥijas, verstummelte Çiçithfäden und verstummelte Ysopbündel seien tauglich, wenn der letzte [Knoten] sichloslöst, löst sich ja alleslos!? –"
],
[
"Vielleicht in dem Falle, wenn man Knoten gemacht hat.",
"Ferner sagte Raba: Hieraus ist zu entnehmen, daß der letzte Knoten [eine Bestimmung] der Tora ist: wieso brauchte, wenn man sagen wollte, dies sei nur rabbanitisch, gelehrt zu werden, daß Çiçith in ein Laken [eingeknüpft] werden dürfen, dies ist ja selbstverständlich, ein einzelner Stich gilt ja nicht als Verbindung!? Vielmehr ist zu entnehmen, daß dies [eine Bestimmung] der Tora ist.",
"Rabba b. R. Ada sagte im Namen R. Adas im Namen Rabhs: Ist ein Faden vollständig abgerissen, so sind [die Çiçith] untauglich. R. Naḥman saß und trug diese Lehre vor, da wandte Raba gegen R. Naḥman ein: Dies nur von vornherein, später aber, für die zurückbleibenden und verstummelten [Fäden], ist jede [Länge] ausreichend.",
"Was heißt zurückbleibend und was heißt verstummelt? Doch wohl zurückbleibend, wenn ein Teil abgerissen und ein Teil vorhanden ist, verstummelt, wenn er vollständig verstummeltist!? –",
"Nein, sie gehören zusammen: was verstummeltzurückbleibt. – Sollte er doch nur von verstummelten lehren, wozu von zurückbleibenden!? – Folgendes lehrt er uns: von verstummelten muß soviel zurückbleiben, daß man sie verschlingen kann.",
"Raba saß und trug im Namen Rabhs vor: Der Faden, der umgewickelt wird, gehört mit zur Zahl. Da sprach R. Joseph zu ihm: Dies hat Šemuél und nicht Rabh gesagt. Es wurde auch gelehrt: Rabba b. Bar Ḥana sagte: R. Jošija aus Uša sagte mir, der Faden, der umgewickelt wird, gehöre mit zur Zahl.",
"Raba saß und trug im Namen Šemuéls vor: Hat man den größeren Teil der Çiçith umwickelt, so sind sie tauglich. Da sprach R. Joseph zu ihm: Dies hat Rabh und nicht Šemuél gesagt. Es wurde auch gelehrt: R. Hona b. Jehuda sagte im Namen R. Šešeths im Namen des R. Jirmeja b. Abba im Namen Rabhs: Hat man den größeren Teil der Çiçith umwickelt, so sind sie tauglich.",
"R. Ḥija, Sohn des R. Nathan, lehrte es wie folgt: R. Hona sagte im Namen R. Šešeths im Namen des R. Jirmeja b. Abba im Namen Rabhs: Hat man den größeren Teil der Çiçith umwickelt, so sind sie tauglich, und auch wenn man nur ein Gliedumwickelt hat, sind sie tauglich. Am schönsten sind die Çiçith, wenn die Schnur ein Drittel und der Wedel zwei Drittel beträgt. –",
"Wie groß muß das Glied sein? – Es wird gelehrt: Rabbi sagte, man umwickle einmal, wiederum und drittmals. Es wird gelehrt: Wenn wenig, nicht weniger als sieben, wenn viel, nicht mehr als dreizehn.",
"Wenn wenig, nicht weniger als sieben, entsprechend den sieben Himmeln; wenn viel, nicht mehr als dreizehn, entsprechend den sieben Himmeln und den sechs Lufträumen zwischen diesen.",
"Es wird gelehrt: Man beginnemit den weißen, denn es heißt Zipfel, mit der Art des Zipfels, und man beende ebenfalls mit den weißen, denn beim Heiligen erfolge es aufsteigend und nicht absteigende.",
"Einst saßen Rabh und Rabba b. Bar Ḥana beisammen, und an ihnen ging jemand vorüber, der ein vollständig purpurblaues Gewand trug,"
],
[
"an dem die Çiçith [vollständig] gedreht waren. Da sprach Rabh: Das Gewand ist schön, die Çiçith aber sind nichtschön. Rabba b. Bar Ḥana aber sagte: Das Gewand ist schön und die Çiçith sind schön. –",
"Worin besteht ihr Streit? – Rabba b. Bar Ḥana ist der Ansicht: es heißtSchnur und es heißt Faden, entweder Schnüre oderFäden;",
"Rabh aber ist der Ansicht, es seien Fäden erforderlich, und [das Wort] Schnüre deutet nur auf die Anzahl: unter ‘Schnur’sind zwei und unter ‘Schnüre’ sind vier zu verstehen, man mache Schnüre, die in der Mitte in Fäden sich teilen.",
"Šemuél sagte im Namen Levis: Wollene Fäden sind für die Flachs[gewänder] zulässig.",
"Sie fragten: Sind solche aus Flachs für Woll[gewänder] zulässig? Sind nur wollene für Flachs[gewänder] zulässig, da die purpurblauenzulässig sind, so sind auch die weißen zulässig, nicht aber solche aus Flachs für Woll[gewänder],",
"oder aber, es heißt:du sollst kein Mischgewebe tragen. Wolle und Flachs zusammen. Quasten sollst da dir machen, somit ist es einerlei, ob Wolle an Flachs oder Flachs an Wolle? –",
"Komm und höre: Reḥaba sagte im Namen R. Jehudas: Fäden aus Wolle sind für Flachs[gewänder] zulässig, und solche aus Flachs sind für Woll[gewänder] zulässig; solche aus Wolle und Flachssind stets zulässig, selbst für Seide.",
"Er streitet somit gegen R. Naḥman, denn R. Naḥman sagte, Seide sei von den Çiçith frei. Raba wandte gegen R. Naḥman ein: Seide, Kalakhund Serikonsind für die Çiçith pflichtig!? – Rabbanitisch. –",
"Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: Für diese alle sind solche aus Wolle und Flachs zulässig. Allerdings ist bei diesen Mischgewebe erlaubt, wenn du sagst, nach der Tora, wieso aber ist bei diesen Mischgewebe erlaubt, wenn du sagst, rabbanitisch!? – Lies: Wolle oder Flachs.",
"Dies ist auch einleuchtend, denn im Schlußsatze wird gelehrt: Sieselber aber sind zulässig nur für ihre Art, nicht aber für andere Arten. Einleuchtend ist es, daß sie für ihre Art zulässig sind, wenn du sagst, rabbanitisch, wenn du aber sagst, nach der Tora, so ist ja nur Wolle und Flachszulässig!? –",
"Wenn nur das, so ist dies kein Einwand, denn dies ist nach Raba zu erklären. Raba wies nämlich auf einen Widerspruch hin: Es heißt Zipfel, von der Art des Zipfels, und dagegen heißt es Wolle und Flachs;",
"wie ist dies nun zu erklären? Wolle und Flachs sind zulässig sowohl für dieselbe Art als auch für andere Arten, alles andere aber ist zulässig nur für dieselbe Art, nicht aber für andere Arten.",
"R. Naḥman aber ist der Ansicht des Autors der Schule R. Jišma͑éls,",
"denn in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Da in der Tora von Gewändern schlechtweg gesprochen wird, und in einem FalleWolle und Flachs besonders genannt werden, so sind auch überall solche aus Wolle und Flachs zu verstehen.",
"Abajje sagte: Diese Lehre der Schule R. Jišma͑éls schließt eine andere Lehre der Schule R. Jišma͑éls aus, denn in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Gewand, ich weiß dies nur von [Schaf]wolle, woher dies von Kamelshaar, Hasenhaar, Ziegenhaar, Kalakh, Serikon und Seide? Es heißt: oder ein Gewand."
],
[
"Die Rabbanan lehrten: Für ein Lakensind nach der Schule Šammajs keine Çiçith erforderlich und nach der Schule Hillels erforderlich. Die Halakha ist wie die Schule Hillels.",
"R. Elie͑zer b. R. Çadoq sprach: Wer in Jerušalem Çiçitheinknüpfte, erregte nur Staunen.",
"Rabbi sprach: Weshalb hat man es demnachverboten? – Weil man darinnicht bewandert ist.",
"Raba b. R. Ḥanan sprach zu Raba: Mögen doch zehn Leute einknüpfen, auf den Markt gehen und dies bekannt machen!? – Man würde erst recht über sie staunen. –",
"Man kann es ja im Vortrage lehren!? – Es ist zu berücksichtigen, man könnte eine Purpurimitationverwenden. –",
"Diese sollte ja nicht weniger sein als weiß!? – Da es mit derselben Art möglich ist, so ist dies nicht erlaubt.",
"Dies nach Reš Laqiš, denn Reš Laqiš sagte: Überall, wo du ein Gebot mit einem Verbote [zusammenstoßen] findest, ist es, wenn du beide aufrecht erhalten kannst, recht, wenn aber nicht, so komme das Gebot und verdränge das Verbot. –",
"Man kann es ja untersuchen!? – Dies ist eine Maßregel wegen der Probe. –",
"Man kann ja eine Mitteilungschreiben!? – Sollte man sich etwa auf die Mitteilung verlassen!? Raba sprach:"
],
[
"Wenn man sich sogar beim Gesäuerten am Pesaḥfeste und beim Versöhnungstage, wobei es sich um die Ausrottung handelt, auf eine Mitteilungverläßt, um wieviel mehr hierbei, bei einem gewöhnlichen Gebote!?",
"Vielmehr, erklärte Raba, folgendes sagte ich, und übereinstimmend wurde im Westen im Namen R. Zeras gelehrt: man könnte das Laken, wenn es innerhalb drei [Fingerbreiten]einreißt, zusammennähen,",
"und die Tora sagt: machen, nicht aber von Fertigem.",
"R. Zera entfernte sie nämlich aus seinem Laken. R. Zera erklärte: Dies ist eine Maßregel mit Rücksicht auf ein Nachtgewand.",
"Ferner sagte Raba: Folgendes sagte ich, und übereinstimmend wurde im Westen im Namen R. Zeras gelehrt: Ist [das Gewand] aus Stoff und die Zipfel aus Leder, so ist es pflichtig, ist es aus Leder und die Zipfel aus Stoff, so ist es frei. – Aus welchem Grunde? – Es kommt auf das Gewand an.",
"R. Aḥaj richtete sich nach den Zipfeln.",
"Raba sagte im Namen R. Seḥoras im Namen R. Honas: Hat man sie in ein dreieckiges [Gewand]eingeknüpft und es auf vier ergänzt, so sind sie untauglich, denn [es heißt:] machen, nicht aber von Fertigem.",
"Man wandte ein: Die früheren Frommen knüpften, sobald sie drei [Fingerbreiten]gewebt hatten, die Çiçith ein!? – Lies: knüpften, sobald sie bis auf drei [Fingerbreiten] fertig waren, die Çiçith ein. –",
"Sagen wir denn: machen, nicht aber von Fertigem, dem ist ja nicht so, R. Zera sagte ja, wenn jemand in ein eingeknüpftes eingeknüpfthat, sei es tauglich!?",
"Raba erwiderte: Er übertrittdas Verbot des Hinzufügens, somit ist seine Tätigkeit ungültig.",
"R. Papa wandte ein: Woher, daß er hinzufügen wollte, vielleicht wollte er [das Gebot] aufheben; es liegt kein Verbot des Hinzufügens vor, somit ist die Tätigkeit gültig!?",
"R. Zera sagte im Namen R. Mathnas im Namen Šemuéls: Bei den Çiçith hat das Verbot des Mischgewebes keine Geltung, selbst bei einem nichtpflichtigen Gewande. –",
"Welches heißt ein nichtpflichtiges Gewand: wollte man sagen, das die erforderliche Größe nicht hat, so wird ja gelehrt, ein Gewand, mit dem ein Kind den Kopf"
],
[
"und den größeren Teil des Körpers bedecken kann, mit dem ein Erwachsener provisorisch ausgeht, sei für die Çiçith pflichtig, und mit dem ein Kind den Kopf und den größeren Teil des Körpers nicht bedecken kann, obgleich ein Erwachsener damit provisorisch ausgeht, sei von den Çiçith frei, und dasselbe gelte auch hinsichtlich des Mischgewebes.",
"Und auf unsere Frage, was unter ‘hinsichtlich des Mischgewebes’ zu verstehen sei, wenn etwa das Verbot des Mischgewebes, so wird ja gelehrt, beim Mischgewebe gebe es kein provisorisch,",
"erwiderte R. Naḥman b. Jiçḥaq: hinsichtlich der Çiçith an einem Laken. –",
"Vielmehr, ‘nicht pflichtig’ heißt, wenn man sie in ein eingeknüpftes einknüpft. –",
"Dies sagte ja R. Zera bereitseinmal!? – Eines ist aus dem anderen gefolgert worden.",
"Die Rabbanan lehrten: Ein gefaltetes Gewandist für die Çiçith pflichtig und nach R. Šimo͑n frei; sie stimmen jedoch überein, daß es pflichtig ist, wenn man es gefaltet und zusammengenäht hat. –",
"Wenn zusammengenäht, ist dies ja selbstverständlich!? – In dem Falle, wenn man es nur mit Stecknadeln zusammengeheftet hat.",
"Einst kam Rabba b. Hona zu Raba b. R. Naḥman und sah, wie dieser sich mit einem gefalteten Gewände bedeckte, das an der Faltung Çiçithfäden hatte, und als es auseinandergeschlagen wurde, befanden sich die Fäden über seinem Kopfe.",
"Da sprach er zu ihm: Das ist kein Zipfel, von dem der Allbarmherzige in der Tora geschrieben hat. Da legte dieser es ab und bedeckte sich mit einem anderen Gewande.",
"Hierauf sprach jener zu ihm: Du glaubst wohl, die Pflicht [der Çiçith] hafte an der Person, die Pflicht haftet am Gewande; geh, knüpfe sie ein.",
"Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Die früheren Frommen knüpften, sobald sie drei [Fingerbreiten] gewebt hatten, die Çiçith ein. –",
"Anders die Frommen, die sich eine Erschwerung auferlegt hatten. Jenerstreitet also gegen den Engel. Einst traf nämlich ein Engel R. Qaṭṭina mit einem Lakenbedeckt, da sprach er zu ihm: Qaṭṭina, Qaṭṭina, ein Laken im Sommer und einen Mantelim Winter, was soll aus den Çiçith werden?",
"Dieser fragte: Bestraft ihr wegen [der Unterlassung] eines Gebotes? Jener erwiderte: Bricht Zorn aus, so bestrafen wir.",
"Allerdings ist man wegen des Nichteinknüpfens schuldig, wenn du sagst, die Pflicht hafte an der Person, wieso aber ist man schuldig, wenn du sagst, die Pflicht hafte am Gewande!? –",
"Auch wenn du sagst, die Pflicht hafte an der Person, hat der Allbarmherzige dazu nur dann verpflichtet, wenn man ein pflichtiges Gewand anhat, hat etwa der Allbarmherzige dazu verpflichtet, wenn man kein pflichtiges Gewand anhat!?",
"Vielmehr sprach er zu ihm wie folgt: das sind Winkelzüge, um dich der Çiçithpflicht zu entziehen.",
"R. Ṭobi b. Qisana sagte im Namen Šemuéls: Ein Gewand in der Lade ist für die Çiçith pflichtig. Jedoch pflichtete Šemuél bei, daß ein von einem Greise als Totengewand gefertigtes frei sei, denn der Allbarmherzige sagt:mit dem du dich zudeckst, und ein solches ist nicht zum Zudecken gefertigt.",
"Trifft die Zeitein, so knüpfe man sie entschieden ein, denn es heißt:wer den Armen verspottet, lästert seinen Schöpfer.",
"Reḥaba sagte im Namen R. Jehudas: Ist ein Gewand außerhalb drei [Fingerbreiten]gerissen, so nähe man esan, wenn innerhalb drei [Fingerbreiten], so nähe man es nicht an.",
"Ebenso wird auch gelehrt: Ist ein Gewand außerhalb drei [Fingerbreiten] gerissen, so nähe man es an, wenn innerhalb drei [Fingerbreiten], so nähe man es, wie R. Meír sagt, nicht an; die Weisen sagen, man nähe es wohl an.",
"Sie stimmen überein, daß man nicht einmal ein eine Elle zu einer Elle großes Stück, an dem Çiçith vorhanden sind, von anderwärts holen und anheften darf. Ferner stimmen sie überein, daß man Çiçith von anderwärtsholen und einknüpfen darf,"
],
[
"nur dürfen sie nicht beschädigt sein. – Hieraus wäre also zu entnehmen, daß man sie aus einem Gewände in ein anderes einknüpfen darf? – Vielleicht nur dann, wenn es abgetragen ist.",
"Die Rabbanan lehrten: Für ein vollständig purpurblaues Gewand sind alle anderen Farben zulässig, nur nicht Purpurimitation.",
"Man wandte ein: Für ein Gewand sind nur [Çiçith] derselben Art zulässig. In ein vollständig purpurblaues Gewand knüpfe man purpurblaue und andersfarbigeein, jedoch keine Purpurimitation; hat man solche eingeknüpft, so ist es tauglich!?",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Das ist kein Einwand; eines gilt von einem Gewande mit vier Fäden und eines gilt von einem Gewande mit acht Fäden. –",
"Hieraus ist also zu entnehmen, daß man sie aus einem Gewände in ein anderes einknüpfen darf? – Vielleicht nur dann, wenn es bereits erfolgt ist.",
"Es wurde gelehrt: Rabh sagt, man knüpfe nicht [die Çiçith] aus einem Gewände in ein anderes ein; Šemuél sagt, man knüpfe sie aus einem Gewande in ein anderes ein.",
"Rabh sagt, man zünde an einem Lichteein anderes nicht an; Šemuél sagt, man zünde an einem Lichte ein anderes an.",
"Rabh sagt, die Halakha sei beim Rücken wie R. Šimo͑n; Šemuél sagt, die Halakha sei beim Rücken nicht wie R. Šimo͑n.",
"Abajje sagte: Bei allem pflegte der Meisternach Rabh zu verfahren, ausgenommen folgende drei Dinge, bei denen er nach Šemuél zu verfahren pflegte: man knüpfe [die Çiçith] aus einem Gewande in ein anderes ein, man zünde an einem Lichte ein anderes an, und die Halakha ist beim Rücken wie R. Šimo͑n.",
"Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n sagt, man dürfe [am Šabbath] ein Bett, einen Stuhl oder eine Bankrücken, nur dürfe man nicht beabsichtigen, eine Schramme zu machen.",
"R. Jehuda pflegte sie einem Wäscherzu geben. R. Ḥanina pflegte sie in Knäulezu wickeln. Rabina pflegte sie einzunähen.",
"Die Rabbanan lehrten: Wieviel Fäden knüpfe man ein? Die Schule Šammajs sagt, vier, die Schule Hillels sagt, drei.",
"Wievielmuß nachhängen? Die Schule Šammajs sagt, vier [Fingerbreiten], die Schule Hillels sagt, drei. Die drei, von denen die Schule Hillels spricht, sind solche, von denen jede den vierten Teil der Faustbreite eines gewöhnlichen Menschen mißt. R. Papa sagte: Die Faustbreite der Tora hat vier Finger mit dem Daumen, sechs mit dem kleinen Finger und fünf mit dem Mittelfinger gemessen.",
"R. Hona sagte: Vier innerhalb vier und viernachhängend. R. Jehuda sagte: Drei innerhalb drei und drei nachhängend.",
"R. Papa sagte: Die Halakha ist, vier innerhalb drei und vier nachhängend. –",
"Demnach haben sie ein festgesetztes Maß, und dem widersprechend wird gelehrt: Çiçith, unter Çiçith ist etwas Vorragendes zu verstehen, unter Çiçith ist irgendwelche Länge zu verstehen. Bereits traten die Ältesten der Schule Šammajs und die Ältesten der Schule Hillels im Söller des R. Joḥanan b. Bethera zusammen und sagten: Für die Çiçith ist kein Maß festgesetzt; ebenso ist auch für den Palmenzweigkein Maß festgesetzt.",
"Doch wohl überhaupt kein Maß!? –"
],
[
"Nein, kein Maß nach oben, wohl aber eines nach unten. Wenn du nicht so erklären wolltest, so wäre auch hinsichtlich des Palmenzweiges zu verstehen, für diesen gebe es überhaupt kein festgesetztes Maß,",
"und dem widersprechend haben wir gelernt, ein Palmenzweig, der drei Handbreiten groß ist, um ihn schütteln zu können, sei tauglich!? Du mußt also erklären, er habe kein festgesetztes Maß nach oben, wohl aber nach unten, ebenso haben auch jene kein festgesetztes Maß nach oben, wohl aber nach unten.",
"Die Rabbanan lehrten: Çiçith, unter Çiçith ist Wedelartiges zu verstehen, denn so heißt es:er nahm mich beim Schöpfe [Çiçith] meines Hauptes. Abajje sagte: Sie müssen auseinander sein, wie der Schöpf eines Aramäers.",
"Die Rabbanan lehrten: Hat man sie an die äußerste Ecke oder an eine Schnurangebracht, so sind sie tauglich; nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob sind sie in beiden Fällen untauglich.",
"Wessen Ansicht vertritt die Lehre R. Gidels im Namen Rabhs, daß nämlich die Çiçith über dem Winkel hängen müssen, denn es heißt:auf den Ecken ihrer Kleider, wessen nun? Die des R. Elie͑zer b. Ja͑qob.",
"R. Ja͑qob sagte im Namen R. Joḥanans: Es ist eine Entfernungin der Größe des Daumengelenkes erforderlich.",
"Und sowohl die Lehre R. Papasals auch die des R. Ja͑qob ist nötig. Aus der Lehre R. Papas könnte man entnehmen, es müsse innerhalb drei [Fingerbreiten] sein, nicht weiter, und je näher desto besser; daher ist die Lehre R. Ja͑qobs nötig.",
"Und aus der Lehre R. Ja͑qobs könnte man entnehmen, [eine Entfernung] in der Größe des Daumengelenkes, nicht näher, und je weiter desto besser; daher [sind beide] nötig.",
"Rabina und R. Sama saßen vor R. Aši, und als R. Sama bemerkte, daß das Gewand Rabinas zerrissenund [die Entfernung] weniger als ein Daumengelenk war, sprach er zu ihm: Hält der Meister nichts von der Lehre R. Ja͑qobs? Dieser erwiderte: Dies nur bei der Anfertigung.",
"Da wurde jener verlegen. Hierauf sprach R. Aši zu ihm: Frage nicht, einer von ihnen gleicht zweien von uns.",
"R. Aḥa b. Ja͑qob nahm vier [Fäden], legte sie doppelt, brachte sie in das Gewand und schlang sie zusammen. Er ist der Ansicht, es müssen acht am Gewände sein, wie es Fäden sein müssen.",
"R. Jirmeja aus Diphte nahm acht, die sechzehn ergeben, und schlang sie nicht zusammen. Mar, der Sohn Rabinas, verfuhr wie wir.",
"Einst traf R. Naḥman den R. Ada b. Ahaba Çiçith einknüpfen und den Segen sprechen: ‘Çiçith zu machen’. Da sprach er zu ihm: Was ist das für Çiçi, das ich höre? Rabh sagte, die Çiçith benötigen keines Segensspruches.",
"Als die Seele R. Honas zur Ruhe einkehrte und R. Ḥisda da hinkam, wies er auf einen Widerspruch hin, in dem Rabh sich befindet. Kann Rabh denn gesagt haben, die Çiçith benötigen keines Segensspruches, R. Jehuda sagte ja im Namen Rabhs: Woher, daß von einem Nichtjuden gefertigte Çiçith untauglich seien? Es heißt:sprich zu den Kindern Jisraél, daß sie Çiçith machen, die Kinder Jisraél sollen sie machen, nicht aber Nichtjuden. –",
"Wieso ist dies ein Widerspruch? R. Joseph erwiderte: R. Ḥisda ist der Ansicht, über ein Gebot, wobei ein Nichtjude zulässig ist, braucht ein Jisraélit den Segen nichtzu sprechen, und über ein Gebot, wobei ein Nichtjude nicht zulässig ist, muß ein Jisraélit den Segen sprechen. –",
"Ist dies denn eine stichhaltige Regel, zur Beschneidung ist ja ein Nichtjude zulässig, denn es wird gelehrt, wenn in einer Stadt kein jisraélitischer Arztanwesend ist, sondern nur ein aramäischer und ein samaritanischer, lasse man, wie R. Meír sagt, den aramäischen und nicht den samaritanischen, und wie R. Jehuda sagt, den samaritanischenund nicht den aramäischen beschneiden,",
"dennoch muß ein Jisraélit darüber den Segen sprechen, denn der Meister sagte, der Beschneidende spreche: ‘gepriesen sei, der uns mit seinen Geboten geheiligt und uns die Beschneidung befohlen hat’!? –",
"Die Erklärungist ja nur nach Rabh nötig, und nach Rabh ist sie auch ungültig. Es wurde nämlich gelehrt: Woher, daß die Beschneidung durch einen Nichtjuden ungültig ist? Daro b. Papa erklärte im Namen Rabhs:Du sollst mein Bündnis beobachten.",
"R. Joḥanan erklärte:Beschneiden beschnitten, der Beschnittene beschneide.",
"Von der Festhütte ist für ihneine Stütze zu entnehmen, von den Tephillin aber eine Widerlegung.",
"Die von einem Nichtjuden gefertigte Festhütte ist tauglich, denn es wird gelehrt, eine Hütte von Nichtjuden, Frauen, Tieren, Samaritanern und jede andere Hütte sei tauglich, nur müsse sie nach Vorschrift überdachtsein,",
"und ein Jisraélit braucht darüber keinen Segen zu sprechen. Es wird nämlich gelehrt: Wer eine Festhütte für sich macht, spreche: ‘Gepriesen seist du, o Herr, unser Gott, König der Welt, der du uns leben lassen, erhalten und diese Zeit erreichen lassen hast’. Schickt er sich an, sich in dieser hinzusetzen, so spreche er: ‘Gepriesen seist du, o Herr, unser Gott, König der Welt, der du uns mit deinen Geboten geheiligt und uns befohlen hast, in der Festhütte zu weilen’. Über das Machen der Festhütte spricht man aber keinen Segen.",
"Von den Tephillin ist eine Widerlegung gegen ihn zu entnehmen. Die von einem Nichtjuden gefertigten Tephillin sind untauglich, denn R. Ḥenana, Sohn des Raba"
],
[
"aus Pašronja, lehrte, eine Torarolle, Tephillin und Mezuzoth, die ein Minäer, ein Samaritaner, ein Nichtjude, ein Sklave, eine Frau, ein Minderjähriger oder ein Abtrünniger geschrieben hat, seien untauglich, denn es heißt:du sollst sie binden, und:du sollst sie schreiben, wer zum Binden geeignet ist, ist zum Schreiben geeignet, und wer nicht zum Binden geeignet ist, ist auch zum Schreiben nicht geeignet,",
"und ein Jisraélit spricht darüber nicht den Segen. R. Ḥija, Sohn des R. Hona, ließ nämlich im Namen R. Joḥanans sagen: Über die Handtephilla spreche man: ‘Gepriesen sei er, der uns mit seinen Geboten geheiligt und uns befohlen hat, Tephillin anzulegen’. Über die Kopftephilla spreche man: ,Gepriesen sei er, der uns mit seinen Geboten geheiligt und uns das Gebot der Tephillin befohlen hat’. Über das Machen der Tephillin spricht man aber keinen Segen.",
"Vielmehr ist folgende Regel ausschlaggebend: über ein Gebot, das mit dem Machen vollzogen ist, beispielsweise die Beschneidung, muß ein Jisraélit einen Segen sprechen, auch wenn es durch einen Nichtjuden zulässig ist, und über ein Gebot, das mit dem Machen nicht vollzogen ist, beispielsweise die Tephillin, braucht ein Jisraélit keinen Segen zu sprechen, selbst wenn es durch einen Nichtjuden unzulässig ist.",
"Ihr Streitbesteht in folgendem: einer ist der Ansicht, die Pflicht hafte am Gewände, und einer ist der Ansicht, die Pflicht hafte an der Person.",
"R. Mordekhaj sprach zu R. Aši: So lehrt ihr es,",
"wir aber lehren es wie folgt: R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Woher, daß die von einem Nichtjuden gefertigten Çiçith tauglich sind? Es heißt:sprich zu den Kindern Jisraél, daß sie sichÇiçith machen; andere sollen für sie machen.",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Hat man sie von Kettenfransen, Noppen oder Webezotten gefertigt, so sind sie untauglich, wenn von [fertigen] Knäulen, so sind sie tauglich.",
"Als ich dies Šemuél vortrug, sagte er, auch von [fertigen] Knäulen seien sie untauglich, denn das Spinnen muß für diesen Zweck erfolgen.",
"[Hierüber streiten] folgende Tannaím: Hat man [die Tephillin] mit Gold verkleidet oder mit Leder von einem unreinen Tiere überzogen, so sind sie untauglich, wenn aber mit Leder von einem reinen Tiere, so sind sie tauglich, selbst wenn es nicht für diesen Zweck bearbeitet worden ist; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, auch wenn mit Leder von einem reinen Tiere, seien sie untauglich, es sei denn, daß es für diesen Zweck bearbeitet worden ist.",
"Abajje sprach zu R. Šemuél b. R. Jehuda: Wie färbt ihr das Purpurblau? Dieser erwiderte: Wir nehmen das Blut der Purpurschnecke und andere Ingredienzen und schütten sie in den Kessel, dann nehmen wir etwas in eine Eier[schale] und probieren es an Charpie. Alsdann werfen wir die Eier[schale] fort und verbrennen die Charpie.",
"Hieraus ist dreierlei zu entnehmen; es ist zu entnehmen, daß die Probeuntauglich ist; es ist zu entnehmen, daß die Färbung für diesen Zweck erfolgenmuß; und es ist zu entnehmen, daß die Probe untauglich macht. –",
"Die Untauglichkeit der Probe ist ja identisch mit der Färbung für diesen Zweck!? R. Aši erwiderte: Dies ist eine Begründung: die Probe ist deshalb untauglich, weil die Färbung für diesen Zweck erfolgen muß.",
"[Hierüber streiten] Tannaím: Die Probe ist untauglich, denn es heißt:ganz Purpur– so R. Ḥanina b. Gamliél.",
"R. Joḥanan b. Dahabaj sagt, sogar die zweite Färbungsei tauglich, denn es heißt:karmesinrot.",
"Die Rabbanan lehrten: Für die Purpurfäden gibt es keine Untersuchung, sie dürfen daher nur von einem Bewährten gekauft werden; für Tephillin und Mezuzoth gibt es eine Untersuchung und sie dürfen von jedermann gekauft werden. –",
"Gibt es denn für die Purpurfäden keine Untersuchung, R. Jiçḥaq, Sohn des R. Jehuda, untersuchte sie ja? Man hole Alaun, Fönnkrautwasser"
],
[
"und vierzigtägigen Urin und lasse es darin von morgens bis abends weichen; wird die Farbe zerstört, so ist es untauglich, wenn aber nicht, so ist es tauglich.",
"Ferner sagte R. Ada vor Raba im Namen R. A͑viras: Man hole harten Gerstensauerteig und backe es darin; wird die Farbe besser, so ist es tauglich, wenn aber schlechter, so ist es untauglich. Als Merkzeichen diene dir: falsche Änderung und wahre Änderung. –",
"Das, was er sagt, es gebe dafür keine Untersuchung, bezieht sich auf die Probe.",
"Einst holte Mar aus Moski zur Zeit R. Aḥajs Purpurfäden und untersuchte sie mit dem Mittel R. Jiçḥaqs, des Sohnes R. Jehudas, und die Farbe wurde zerstört, und darauf mit dem Mittel R. Adas, und sie wurde besser.",
"Sie wollten sie als untauglich erklären, da sprach R. Aḥaj zu ihnen: Dies ist ja weder Purpurblau noch Imitation. Es ist vielmehr anzunehmen, daß beide Mittel zusammen gehören;",
"wenn man es mit dem Mittel R. Jiçḥaqs, des Sohnes R. Jehudas, untersucht hat, und die Farbe nicht zerstört worden ist, so ist es tauglich, ist aber die Farbe zerstört worden, so untersuche man mit dem Mittel des R. Ada, mit vertrocknetem Sauerteig; wird die Farbe besser, so ist es tauglich, wenn aber schlechter, so ist es untauglich. Von dortließen sie sagen, beide Mittel gehören zusammen.",
"R. Mani war beim Kaufen vorsichtig, gemäß der Erschwerung der obigen Lehre; da sprach ein Greis zu ihm: So verfuhren die Alten, die vor dir waren, und sie hatten Glück in ihrem Handel.",
"Die Rabbanan lehrten: Kauft jemand auf dem Markte von einem Jisraéliten ein mit Çiçith versehenes Gewand, so bleibt es in seinem Zustande, wenn aber von einem Nichtjuden, so ist es, wenn von einem Händler, tauglich, und wenn von einem Privaten, untauglich,",
"trotzdem sie gesagt haben, man dürfe kein mit Çiçith versehenes Gewand an einen Nichtjuden verkaufen, es sei denn, daß man die Çiçith entfernt. –",
"Aus welchem Grunde? – Hier erklärten sie, wegen einer Hure; R. Jehuda erklärte, er könnte sich jemandem auf der Reise anschließenund ihn ermorden.",
"R. Jehuda knüpfte Çiçith ein in die Schürze seiner Hausfrau, auch sprach er jeden Morgen den Segen: ‘Sich in die Çiçith zu hüllen’. –",
"Wenn ereinknüpfte, so war er ja der Ansicht, es sei ein von der Zeit nicht abhängigesGebot, wieso sprach er demnach jeden Morgenden Segen!? –",
"Dies nach Rabbi, denn es wird gelehrt: Über die Tephillin spreche man den Segen, so oft man sie anlegt – so Rabbi. –",
"Demnach sollte dies auch von jeder anderen Stundegelten!? – R. Jehuda war ein keuscher Mann und legte den ganzen Tag das Gewand nicht ab. – Weshalb gerade morgens? – Beim Wechseln des Nachtgewandes auf ein Taggewand.",
"Die Rabbanan lehrten: Alle sind zu den Çiçith verpflichtet, Priester, Leviten, Jisraéliten, Proselyten, Frauen und Sklaven; nach R. Šimo͑n sind Frauen befreit, weil es ein von der Zeit abhängiges Gebot ist, und Frauen von einem von der Zeit abhängigen Gebote befreit sind.",
"Der Meister sagte: Alle sind zu den Çiçith verpflichtet, Priester, Leviten, Jisraéliten. Selbstverständlich, wenn Priester, Leviten und Jisraéliten frei wären, wer denn sollte verpflichtet sein!? –",
"Dies ist wegen der Priester nötig. Es heißt:du sollst kein Mischgewebe tragen, Wolle und Flachs zusammen. Quasten sollst du dir machen; man könnte nun glauben, dem das Tragen von Mischgewebe verboten ist, sei zu den Çiçith verpflichtet, Priester aber, denen das Tragen von Mischgewebeerlaubt ist, seien nicht verpflichtet, so lehrt er uns.",
"Dies ist ihnen zwar beim Tempeldienste erlaubt worden, außerhalb des Tempeldienstes aber ist es ihnen nicht erlaubt worden.",
"«Nach R. Šimo͑n sind Frauen befreit.» Was ist der Grund R. Šimo͑ns? – Es wird gelehrt:Ihr sollt es sehen, ausgenommen ist das Nachtgewand.",
"Du sagst, ausgenommen ist das Nachtgewand, vielleicht ist dem nicht so, sondern: ausgenommen ist das Gewand eines Blinden? Wenn es heißt:womit du dich zudeckst, so wird ja auch vom Gewände eines Blinden gesprochen, somit schließen [die Worte] ihr sollt es sehen das Nachtgewand aus.",
"Was veranlaßt dich, das Gewand eines Blinden einzuschließen und das Nachtgewand auszuschließen? Ich schließe das Gewand eines Blinden ein, weil es von anderen gesehen wird, und ich schließe das Nachtgewand aus, weil es auch von anderen nicht gesehen wird. –",
"Wofür verwenden die Rabbanan"
],
[
"[die Worte] womit du dich zudeckst? – Diese verwenden sie für folgende Lehre:An den vier Zipfeln deines Gewandes, vier und nicht drei.",
"Du sagst, vier und nicht drei, vielleicht ist dem nicht so, sondern: vier und nicht fünf? Wenn es heißt: womit du dich zudeckst, so wird ja auch von einem fünfzipfligen gesprochen, somit ist [das Wort] vier zu erklären: vier und nicht drei.",
"Was veranlaßt dich, das fünfzipflige einzuschließen und das dreizipflige auszuschließen? Ich schließe das fünfzipflige ein, weil in fünf vier enthalten sind, und ich schließe das dreizipflige aus, weil in drei nicht vier enthalten sind. –",
"Und R. Šimo͑n!? – Dies geht aus [dem Worte] womithervor. –",
"Und die Rabbanan!? – [Die Einschließung durch das Wort] womit leuchtet ihnen nicht ein. – Wofür verwenden die Rabbanan [die Worte] ihr sollt es sehen? – Diese verwenden sie für folgende Lehre: Ihr sollt es sehen und euch erinnern; sieh dieses Gebot und erinnere dich eines anderen, mit diesem zusammenhängenden Gebotes, nämlich des Lesens des Šema͑. Es wird nämlich gelehrt: Wann beginnt morgens die Zeit des Šema͑lesens? Sobald man zwischen blau und weiß unterscheiden kann.",
"Ferner lehrt ein Anderes: Ihr sollt es sehen und euch erinnern; sieh dieses Gebot und erinnere dich eines anderen Gebotes, das sich in der Nähe von diesem befindet, des Gebotes vom Mischgewebe, denn es heißt:du sollst kein Mischgewebe tragen, Wolle und Flachs zusammen. Quasten sollst du dir machen. Ferner lehrt ein Anderes:",
"Ihr sollt es sehen und euch aller Gebote des Herrn erinnern; wer zu diesem Gebote verpflichtet ist, ist zu allen anderen Geboten verpflichtet. Dies nach R. Šimo͑n, welcher sagt, dies sei ein von der Zeit abhängiges Gebot.",
"Ferner lehrt ein Anderes: Ihr sollt es sehen und euch aller Gebote des Herrn erinnern; dieses Gebot wiegt alle anderen Gebote auf.",
"Ferner lehrt ein Anderes: Ihr sollt es sehen und euch erinnern und tun; das Sehen bringt zur Erinnerung, und die Erinnerung bringt zum Tun. Ferner sagte R. Šimo͑n b. Joḥaj: Wer mit diesem Gebote behutsam ist, dem Ist es beschieden, das Gesicht der Göttlichkeit zu empfangen, denn hierbei heißt es: ihr sollt es sehen, und dortheißt es: den Herrn, deinen Gott, sollst du fürchten und ihm sollst du dienen.",
"Die Rabbanan lehrten: Beliebt sind die Jisraéliten, daß der Heilige, gepriesen sei er, sie mit Geboten umringt hat. Tephillin an ihren Häuptern, Tephillin an ihren Armen, Çiçith an ihren Gewändern und Mezuzoth an ihren Türen. Hierüber sprach David:Siebenmal des Tagespreise ich dich wegen deiner gerechten Ordnungen.",
"Wenn David sich im Bade befand und sich nackt dastehen sah, sprach er: Wehe mir, daß ich nackt ohne Gebote dastehe! Als er sich aber der Beschneidung an seinem Fleische erinnerte, beruhigte er sich. Nachdem er herausgekommen war, sprach er darüber einen Lobgesang, denn es heißt:Dem Musikmeister über das Achte, ein Psalm Davids; über die Beschneidung, die für den achten [Tag] verliehen worden ist.",
"R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Wer Tephillin an seinem Kopfe, Tephillin an seinem Arme, Çiçith an seinem Gewände und eine Mezuza an seiner Tür hat, ist geschützt, daß er nicht sündige, denn es heißt:der dreifache Faden wird nicht so schnell zerreißen. Ferner heißt es:der Engel des Herrn lagert rings um die, die ihn fürchten, und errettet sie.",
"Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Weshalb ist das Purpurblau anders als alle anderen Farben? Weil das Purpurblau dem Meere, das Meer der Himmelsveste und die Himmelsveste dem Throne der Herrlichkeit gleicht, denn es heißt:und unter seinen Füßen war es wie eine Art von Saphirfliesen, und wie der Himmel selbst an Reinheit. Ferner heißt es:wie das Aussehen eines Saphirsteines ist das Aussehen des Thrones.",
"Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Größer ist die Strafe wegen der weißen [Fäden]als die Strafe wegen der purpurblauen. Dies ist mit folgendem zu vergleichen. Einst beauftragte ein König aus Fleisch und Blut seine zwei Diener, einen beauftragte er, ihm ein Siegel aus Ton zu bringen, und einen beauftragte er, ihm ein Siegel aus Gold zu bringen; beide aber vergingen sich und brachten sie nicht. Wessen Strafe ist nun größer? Doch wohl desjenigen, den er beauftragt hat, ihm ein Siegel aus Ton zu bringen, der es ihm nicht gebracht hat.",
"Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Der Mensch ist verpflichtet, täglich hundert Segenssprüche zu sprechen, denn es heißt:und nun Jisraél, wasverlangt der Herr, dein Gott, von dir.",
"R. Ḥija, Sohn des R. Ivja, bemühte sich, sie am Šabbath und an den Festtagendurch Wohlgerüche und Süßigkeiten zu ergänzen.",
"Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Der Mensch ist verpflichtet, täglich folgende drei Segenssprüche zu sprechen: ‘Daß er mich nicht zu einem Nichtjuden gemacht hat.’ ‘Daß er mich nicht zu einem Weibe gemacht hat.’ ‘Daß er mich nicht zu einem Unwissenden gemacht hat.’",
"Einst hörte R. Aḥa b. Ja͑qob, wie sein Sohn den Segen sprach: ‘Daß er mich nicht zu einem Unwissenden gemacht hat.’ Da sprach er zu ihm: Auch dies noch! Jener fragte: Wie denn sollte der Segen lauten? – ‘Daß er mich nicht zu einem Sklaven gemacht hat.’ – Das ist ja dasselbe, was ‘ein Weib’!? – Ein Sklave"
],
[
"[sein] ist verächtlicher.",
"Die Rabbanan lehrten: Die Purpurschnecke gleicht [im Aussehen] des Körpers dem Meere und in ihrer Beschaffenheit einem Fische, und nur einmal in siebzig Jahren kommt sie hervor; mit ihrem Blute färbt man die Purpurfäden. Deshalb ist ihr Preis so sehr hoch.",
"Es wird gelehrt: R. Nathan sagte: Du hast in der Tora auch nicht das geringste Gebot, für das es nicht eine Belohnung auf dieser Welt gäbe; die der zukünftigen Welt aber ist nicht zu ermessen. Geh und lerne dies vom Gebote der Çiçith.",
"Einst hörte jemand, der mit dem Gebote der Çiçith behutsam war, daß es in einer der überseeischen Städte eine Hetäre gebe, die vierhundert Goldstücke als Lohn nehme. Da sandte er ihr vierhundert Zuz und vereinbarte mit ihr eine Zeit. Als diese Zeit heranreichte, kam er und wartete an ihrer Tür,",
"und ihre Dienerin ging und sprach zu ihr: Jener Mann, der dir die vierhundert Goldstücke geschickt hat, ist gekommen; er wartet an der Tür. Sie sprach: Er trete ein. Nachdem er eingetreten war, richtete sie für ihn sieben Betten her, sechs aus Silber und eines aus Gold; zwischen dem einen und dem anderen befand sich eine Stufe aus Silber, die obere aber aus Gold.",
"Alsdann stieg sie nackt hinauf und ließ sich auf dem oberen nieder. Als aber auch er hinaufstieg und sich nackt neben sie niederlassen wollte, schlugen ihm seine vier Çiçith gegen das Gesicht; da ließ er sich hinabgleiten und blieb auf dem Boden sitzen. Hierauf ließ sie sich ebenfalls hinabgleiten und blieb auf dem Boden sitzen. Sie sprach zu ihm: Beim Kapitolzu Rom, ich laß dich nicht, bis du mir gesagt hast, welchen Makel du an mir gefunden hast.",
"Er erwiderte ihr: Beim Kult, noch nie habe ich ein so schönes Weib deinesgleichen gesehen; allein, der Herr, unser Gott, hat uns ein Gebot anbefohlen, es heißt Çiçith, und neben diesem heißt es zweimal:ich bin der Herr, euer Gott; ich bin es, der dereinst bestrafen, und ich bin es, der dereinst belohnen wird. Diese nun kamen mir wie vier Zeugen vor.",
"Da sprach sie zu ihm: Ich laß dich nicht, bis du mir deinen Namen gesagt hast, den Namen deiner Stadt, den Namen deines Lehrers und den Namen des Lehrhauses, in dem du das Gesetz lernst. Da schrieb er es auf und gab ihr in die Hand.",
"Hierauf machte sie sich auf und teilte ihr Vermögen; ein Drittel für die Regierung, ein Drittel für die Armen und ein Drittel behielt sie in ihrem Besitze, mit Ausnahme jener Bettpolster.",
"Alsdann kam sie in das Lehrhaus R. Ḥijas und sprach zu ihm: Meister, befiehl meinethalben, daß man mich zur Proselytin mache. Er sprach zu ihr: Meine Tochter, hast du vielleicht auf einen der Schüler ein Auge geworfen? Da zog sie das Schriftstück hervor und überreichte esihm. Sodann sprach er: Geh, freue dich deines Kaufes.",
"Jene Polster, die sie ihm verbotenerweise gebettet hatte, bettete sie ihm erlaubterweise. Dies ist die Belohnung auf dieser Welt; die der zukünftigen Welt aber ist nicht zu ermessen.",
"R. Jehuda sagte: Ein geborgtes Gewand ist dreißig Tage von den Çiçith befreit, von dann ab pflichtig.",
"Desgleichen wird gelehrt: Wer im Jisraéllande in einem Gasthause wohnt oder im Auslande ein Haus mietet, ist dreißig Tage von der Mezuza befreit, von dann ab verpflichtet. Wer aber ein Haus im Jisraéllande mietet, bringe sofort eine Mezuza an, wegen der Besiedelung des Jisraéllandes.",
"IST VON DER HANDTEPHILLA NICHT ABHÄNGIG. R. Ḥisda sagte: Dies gilt nur von dem Falle, wenn man sie hat, hat man sie aber nicht, so ist jene von dieser abhängig.",
"Sie fragten ihn: Hast du dies gesagt? Er erwiderte ihnen: Nein; demnach sollte, wer nicht zwei Gebote ausüben kann, auch eines nicht ausüben!? – Welcher Ansicht war ervorher? – Mit Rücksicht darauf, man könnte eine Fahrlässigkeit begehen.",
"R. Šešeth sagte: Wer die Tephillin nicht anlegt, übertritt achtGebote;",
"wer keine Çiçith an seinem Gewände hat, übertritt fünf Gebote;",
"ein Priester, der nicht die Estradebesteigt, übertritt drei Gebote;",
"wer keine Mezuza an seiner Tür hat, übertritt zwei Gebote:du sollst sie schreiben, du sollst sie schreiben.",
"Reš Laqiš sagte: Wer die Tephillin anlegt, lebt lange, denn es heißt:"
],
[
"der Herr über ihnen, siewerden leben, ganz durch sie lebt mein Geist; stärke mich und belebe mich.",
" DER WEIN IST NICHT ABHÄNGIG VOM MEHL UND VOM ÖL, UND DIESE SIND VOM WEIN NICHT ABHÄNGIG. DIE SPRENGUNGEN AUF DEN ÄUSSEREN ALTAR SIND VON EINANDER NICHT ABHÄNGIG.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten:Und ihre Speisopfer und ihre Gußopfer, man bringe zuerst das Speisopfer dar und nachher das Gußopfer. Rabbi sagte:Schlachtopfer und Gußopfer, man bringe das Schlachtopfer und daraufdas Gußopfer. –",
"Und Rabbi, es heißt ja: und ihre Speisopfer und ihre Gußopfer!? – Dies deutet auf das folgende: ihre Speisopfer und ihre Gußopfer, auch nachts, ihre Speisopfer und ihre Gußopfer, auch am folgenden Tage. –",
"Und die Rabbanan, es heißt ja: Schlachtopfer und Gußopfer!? – Dies deutet auf eine Lehre Zee͑ris, denn Zee͑ri sagte, das Gußopfer werde erst durch das Schlachten des Schlachtopfers heilig. –",
"Dies ist ja auch nach Rabbi wegen der Lehre Zee͑ris nötig, und ebenso nach den Rabbanan [die Auslegung:] ihre Speisopfer und ihre Gußopfer, auch nachts, ihre Speisopfer und ihre Gußopfer, auch am folgenden Tage!? –",
"Vielmehr, folgendes ist der Grund der Rabbanan; es heißt:Brandopfer und Speisopfer. – Und Rabbi, es heißt ja: Brandopfer und Speisopfer!? –",
"Vielmehr, werden sie mit dem Schlachtopfer zusammen dargebracht, so stimmen alle überein, daß zuerst das Speisopfer und nachher das Gußopfer darzubringen ist, denn es heißt: Brandopfer und Speisopfer, sie streiten nur über den Fall, wenn sie besonders dargebracht werden. Die Rabbanan sind der Ansicht, wie bei der Darbringung mit dem Schlachtopfer zuerst das Speisopfer und nachher das Gußopfer dargebracht wird, so ist auch bei der gesonderten Darbringung zuerst das Speisopfer und nachher das Gußopfer darzubringen;",
"Rabbi aber ist der Ansicht, dies gelte nur von jenem Falle, da mit dem Essenbegonnen worden ist, so beende man alles, was zum Essen gehört, bei der gesonderten Darbringung aber ist das Gußopfer zu bevorzugen, da der Lobgesangüber dieses vorgetragen wird.",
"DIE SPRENGUNGEN AUF DEN ÄUSSEREN ALTAR SIND VON EINANDER NICHT ABHÄNGIG.",
"Die Rabbanan lehrten: Woher, daß man, wenn man von den Sprengungen des äußeren Altars nur eine Sprengung auf getragen hat, Sühne erlange? Es heißt:das Blut deiner Schlachtopfer ist auszugießen auf den Altar des Herrn, deines Gottes.",
" DIE FARREN, DIE WIDDER, DIE LÄMMER UND DIE ZIEGENBÖCKE SIND VON EINANDERNICHT ABHÄNGIG. R. ŠIMO͑N SAGTE: SIND MEHRERE FARREN UND KEINE GUSSOPFERVORHANDEN, SO BRINGE MAN EINEN FARREN MIT SEINEM GUSSOPFER, NICHT ABER ALLE OHNE GUSSOPFER.",
"GEMARA. Von welchen Farren und Lämmern [wird hier gesprochen], wollte man sagen, von den des [Hütten]festes, so heißt es ja von diesen: nach Vorschrift, nach ihrer Vorschrift!? –",
"Vielmehr, von den des Neumondes und des Wochenfestes im Buche Numeri. –"
],
[
"Von welchen Widdern, wenn von diesen, so ist es ja nur einWidder, und wenn von den des Wochenfestesim Buche Leviticus, so heißt es ja von diesen sein!? –",
"Tatsächlich von den des Wochenfestes im Buche Leviticus, und er meint es wie folgt: der im Buche Numeri genannte Widderist nicht von den im Buche Leviticus genannten Widdernabhängig, und die im Buche Leviticus genannten Widder sind nicht vom im Buche Numeri genannten Widder abhängig. –",
"Demnach sind die Farren auch von einandernicht abhängig, die Widder dagegenwohl von einander abhängig, und nur die an der einen Stelle genannten sind von den an der anderen Stelle genanntennicht abhängig!? –",
"Der Autor lehrt einzelne Dinge.",
"Am Neumondtage sollst da einen fehlerfreien jungen Farren, sechs Lämmer und einen Widder nehmen, fehlerfrei müssen sie sein. Einen Farren, was lehrt dies?",
"In der Tora heißt es Farren, woher, daß man, wenn man nicht zwei gefunden hat, auch einen darbringe? Es heißt einen Farren, \n",
"Sechs Lämmer, was lehrt dies? In der Tora heißt essieben, woher, daß man, wenn man keine sieben gefunden hat, sechs darbringe? Es heißt sechs.",
"Und woher, daß man, wenn man keine sechs gefunden hat, fünf, [wenn keine] fünf, vier, [wenn keine] vier, drei, [und wenn keine] drei, zwei und sogar eines darbringe? Es heißt:und zu den Lämmern, soweit seine Hand reicht. –",
"Wenn dem so ist, wozu heißt es sechs Lämmer!? – Soweit es möglich ist, bestrebe man sich. –",
"Woher, daß sievon einander abhängig sind!? – Es heißt sein.",
"So spricht Gott der Herr: Im ersten, am ersten des Monats, sollst du einen jungen Farren nehmen und das Heiligtum entsündigen. Wieso ein Sündopfer, es ist ja ein Brandopfer!? R. Joḥanan erwiderte: Diesen Abschnitt wird dereinst Elijahu auslegen.",
"R. Aši erwiderte: In den Tagen E͑zras brachte man Einweihungsopferdar, wie man solche in den Tagen Mošes dargebracht hatte.",
"Ebenso wird auch gelehrt: R. Jehuda sagte: Diesen Abschnitt wird dereinst Elijahu auslegen. R. Jose sprach zu ihm: In den Tagen E͑zras brachte man Einweihungsopfer dar, wie man solche in den Tagen Mošes dargebracht hatte. Jener erwiderte ihm: Finde Befriedigung, wie du mich befriedigt hast!",
"Aas und Zerrissenes, vom Geflügel und vom Vieh, dürfen die Priester nicht essen. Dürfen etwa nur Priester solches nicht essen, Jisraéliten aber wohl!? R. Joḥanan erwiderte: Diesen Abschnitt wird Elijahu dereinst auslegen.",
"Rabina erwiderte: Von den Priestern muß dies hervorgehoben werden; man könnte glauben, ihnen sei, da ihnen das Abkneifenerlaubt ist, auch Aas und Zerrissenes erlaubt, so lehrt er uns.",
"Und ebenso sollst du am siebenten des Neumondes tun wegen derer, die aus Irrtum und Unwissenheit gefehlt haben, und sühne das Haus. Sieben,",
"R. Joḥanan sagte, das ist der Fall, wenn sieben Stämme gefehlt haben, auch wenn sie nicht die Mehrheit der Gemeindesind.",
"Neumond, wenn sie eine Neuerung getroffen und gesagt haben, Talg seierlaubt. Wegen derer, die aus Irrtum und Unwissenheit gefehlt haben, dies lehrt, daß man nur bei einem Irrtum hinsichtlich der Sache und Unvorsätzlichkeit der Handlungschuldig sei.",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Zum Guten sei jenes Mannes gedacht, namens Ḥanina b. Ḥizqija, denn wenn nicht er, würde man das Buch Jeḥezqél versteckt haben, weil seine Worte den Worten der Tora widersprechen. Was tat er? Er brachte dreihundert Maß Ölauf den Söller, ließ sich da nieder und erklärte es.",
"R. ŠIMO͑N SAGTE: SIND MEHRERE FARREN &C.",
"Die Rabbanan lehrten:Ein Epha zum Farren und ein Epha zum Widder soll er als Speisopfer herrichten, und zu den Lämmern, soweit seine Hand reicht, und ein Hin Öl auf jedes Epha. R. Šimo͑n sagte: Ist denn das Maß für die Farren und für die Widder das gleiche?",
"Vielmehr, sind mehrere Farren und nicht [genügend] Gußopfer vorhanden, so bringe man einen Farren mit seinem Gußopfer, nicht aber alle ohne Gußopfer; sind"
],
[
"mehrere Widder und keine Ephothvorhanden, so bringe man einen Widder mit seiner Epha, nicht aber alle ohne Ephoth.",
" DAS BROTIST VOM FARREN, DEN WIDDERN, DEN LÄMMERN UND DEM ZIEGENBOCKENICHT ABHÄNGIG, \n",
"UND DIESE SIND NICHT VOM BROTE ABHÄNGIG. DIE LÄMMERSIND VOM BROTE ABHÄNGIG, NICHT ABER DAS BROT VON DEN LÄMMERN – SO R. A͑QIBA.",
"R. ŠIMO͑N B. NANNOS SPRACH: NICHT SO, VIELMEHR IST DAS BROT VON DEN LÄMMERN ABHÄNGIG, NICHT ABER DIE LÄMMER VOM BROTE. WIR FINDEN, DASS DIE JISRAÉLITEN, ALS SIE VIERZIG JAHRE IN DER WÜSTE WAREN, LÄMRIER OHNE BROTEDARBRACHTEN; EBENSO SIND AUCH IN DIESEM FALLEDIE LÄMMER OHNE BROTE DARZUBRINGEN.",
"R. ŠIMO͑N SAGTE: DIE HALAKHA IST WIE BEN NANNOS, ABER NICHT WEGEN SEINER BEGRÜNDUNG, \n",
"DENN ALLES, WAS IM BUCHE NUMERI STEHT, WURDE IN DER WÜSTE DARGEBRACHT, UND WAS IM BUCHE LEVITICUS STEHT, WURDE IN DER WÜSTE NICHTDARGEBRACHT, UND ERST ALS SIE INS LAND KAMEN, WURDEN DIESE UND JENE DARGEBRACHT.",
"DIE LÄMMER SIND AUS DEM GRUNDE OHNE DAS BROT DARZUBRINGEN, WEIL DIE LÄMMER SICH SELBST ERLAUBT MACHEN, NICHT ABER DAS BROT OHNE DIE LÄMMER, WEIL NICHTS DA IST, WAS SIE ERLAUBT MACHEN KÖNNTE.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten:Mitdem Brote sollt ihr darbringen, die Pflicht ruht auf dem Brote; sieben fehlerfreie Lämmer, auch wenn das Brot nicht vorhanden ist;",
"wieso heißt es demnach mit dem Brote? Dies lehrt, daß sie zu den Lämmern nicht verpflichtet waren, bevor sie zum Brote verpflichtetwaren – so R. Tryphon.",
"R. A͑qiba sagte: Man könnte glauben, die hier genannten Lämmer seien identisch mit den im Buche Numeri genanntenLämmern, so will ich dir sagen, wenn du zu den Widdern und den Farren herankommst, so sind es nichtdieselben, vielmehr sind die einen solche, die um ihrer selbstwegen, und die anderen solche, die wegen des Brotes gebracht werden.",
"Es ergibt sich also, daß die im Buche Numeri genannten in der Wüste dargebracht wurden, und die im Buche Leviticus genannten in der Wüste nicht dargebracht wurden. –",
"Vielleicht sind nur die Farren und die Widder nicht dieselben, die Lämmer aber dieselben!? – Wenn jene andere sind, so sind auch diese andere. –",
"Woher, daß die Farren und die Widder andere sind, vielleicht sagt der Allbarmherzige folgendes: wenn man will, bringe man einen Farren und zwei Widder dar, und wenn man will, zwei Farren und einenWidder!? – Da auch die Reihenfolgeeine andere ist, so sind es andere.",
"DIE LÄMMER SIND VOM BROTE ABHÄNGIG. Was ist der Grund R. A͑qibas? –",
"Er folgert dies [durch eine Vergleichung] von seinmit sollenes sein; wie essich da auf das Brot bezieht,",
"ebenso auch hier auf das Brot. –",
"Und Ben Nannos? – Er folgert dies [durch eine Vergleichung] von sein mitsein, wie es sich da auf die Lämmer bezieht, ebenso auch hier auf die Lämmer. –",
"Sollte auch Ben Nannos [durch die Vergleichung] mit sollen es sein folgern, wie es sich da auf das Brot bezieht, ebenso auch hier auf das Brot!? – Man folgere [durch Vergleichung] von sein mit sein, nicht aber von sein mit sollen es sein. –",
"Welchen Unterschied gibt es denn hierbei, in der Schule R. Jišma͑éls lehrten sie ja:Wenn der Priester wiederkommt,der Priester soll hineingehen, ‘kommen’ und ‘gehen’ sind dasselbe!?–",
"Dies nur, wenn kein gleiches [Wort] vorhanden ist, ist aber ein gleiches vorhanden, folgere man vom gleichen. –",
"Sollte auch R. A͑qiba [durch Vergleichung] von sein mit sein folgern!? – Man folgere hinsichtlich einer Sache, die ein Geschenk an den Priester ist, von einer Sache, die ein Geschenk an den Priesterist, während jeneBrandopfer sind.",
"Wenn du aber willst, sage ich, sie streiten über den Schriftvers selbst. Heilig sind sie dem Herrn für den Priester; R. A͑qiba erklärt: das, was vollständig dem Priestergehört, ist das Brot. –",
"Und Ben Nannos!? – Es heißt ja nicht: heilig sind sie dem Priester, sondern: heilig sind sie dem Herrn für den Priester, und die Lämmer sind es, die zum Teil dem Herrn und zum Teil dem Priester gehören. –",
"Und R. A͑qiba!? – Es heißt ja nicht: heilig sind sie dem Herrn und dem Priester, sondern: dem Herrn für den Priester. Dies nach R. Hona, denn R. Hon a sagte: Gott hat es geeignet und dem Priester gegeben.",
"R. Joḥanan sagte: Alle stimmen überein,"
],
[
"daß sie, wenn sie bereits verbunden sind, von einander abhängigsind. – Was ist ihre Verbindung? – Das Schlachten.",
"U͑la sagte: Im Westen fragten sie, ob durch das Schwingeneine Verbindung erfolge oder keine Verbindung erfolge. –",
"Dies ist ja aus der Lehre R. Joḥanans zu entscheiden; R. Joḥanan sagte, das Schlachten sei ihre Verbindung, demnach erfolgt durch das Schwingen keine Verbindung. –",
"Von R. Joḥanan selbst ist es fraglich: war es R. Joḥanan entschieden, daß nur durch das Schlachten eine Verbindung erfolge, nicht aber durch das Schwingen, oder aber war es ihm vom Schlachten entschieden und vom Schwingen zweifelhaft? – Dies bleibt unentschieden.",
"R. Jehuda b. Ḥanina sprach zu R. Hona, dem Sohne R. Jehošua͑s: Der Schriftvers: heilig sind sie dem Herrn für den Priester, befindet sich ja nach [der Vorschrift vom] Schwingen, und Ben Nannos und R. A͑qiba streitenhierüber. –",
"Nach deiner Auffassung, etwa nur nach dem Schwingen und nicht auch nach dem Schlachten!?",
"Du mußt also erklären, es sei schon vorherhierfür bestimmt, und [die Worte:] heilig sind sie dem Herrn für den Priester, sind zu verstehen, später gehören sie dem Priester, ebenso ist auch diesbezüglichzu erklären, später gehören sie dem Priester. –",
"Erfolgt denn durch das Schlachten eine Verbindung, ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Ist vor dem Schlachten von einem Brote etwas abgebrochen worden, so hole man ein anderes Brot und schlachte,",
"ist aber etwas von einem Brote nach dem Schlachten abgebrochen worden, so werde das Blut gesprengtund das Fleisch gegessen; des Gelübdes aber hat er sich nicht entledigt und das Brot ist untauglich.",
"Ist das Blut bereitsgesprengt worden, so hebe manvon dem ganzen für das zerbrochene ab.",
"Ist ein Brot vor dem Schlachten hinausgekommen,",
"so bringe man es zurück und schlachte, ist aber ein Brot nach dem Schlachten hinausgekommen, so werde das Blut gesprengt und das Fleisch gegessen; des Gelübdes aber hat er sich nicht entledigt und das Brot ist untauglich. Ist das Blut bereits gesprengt worden, so hebe man von dem innerhalb befindlichen für das außerhalb befindliche ab.",
"Ist ein Brot vor dem Schlachten unrein geworden, so hole man ein anderes Brot und schlachte; ist aber das Brot nach dem Schlachten unrein geworden, so werde das Blut gesprengt und das Fleisch gegessen, und auch des Gelübdes hat er sich entledigt, weil das Stirnblatt das unreine tauglich macht; das Brot aber ist untauglich.",
"Ist das Blut bereits gesprengt worden, so hebe man vom reinen für das unreine ab.",
"Wenn man nun sagen wollte, durch das Schlachten erfolge eine Verbindung, so sollte ja, sobald sie durch das Schlachten verbunden worden sind, wenn das Brot untauglich wird, auch das Dankopfer untauglich sein!? –",
"Anders verhält es sich beim Dankopfer, das der Allbarmherzige Heilsopfer nennt; wie das Heilsopfer ohne Brot dargebracht wird, ebenso kann auch das Dankopfer ohne Brot dargebracht werden.",
"R. Jirmeja sagte: Wenn du entscheidest, durch das Schwingen erfolge eine Verbindung, so sind, wenn das Brotabhanden gekommen ist,"
],
[
"auch die Lämmer fort, und wenn die Lämmer abhanden gekommen sind, auch das Brot fort.",
"Wie ist es aber, falls du entscheidest, durch das Schwingen erfolge keine Verbindung, wenn man das Brot und die Lämmer gebracht, und nachdem man sie geschwungen hat, ein Brot abhanden gekommen ist und man ein anderes gebracht hat: ist für dieses Brot das Schwingen erforderlich oder ist das Schwingen nicht erforderlich?",
"Der Fall, wenn die Lämmer abhanden gekommen sind, ist nicht fraglich, dann ist entschieden das Schwingenerforderlich, fraglich ist nur der Fall, wenn das Brot abhanden gekommen ist.",
"Ferner ist es nach Ben Nannos, welcher sagt, die Lämmer seien die Hauptsache, nicht fraglich, fraglich ist es nur nach R. A͑qiba, welcher sagt, das Brot sei die Hauptsache.",
"Ist, da das Brot die Hauptsache ist, das Schwingen erforderlich, oder ist das Schwingen nicht erforderlich, weil es durch die Lämmer erlaubt wird? – Dies bleibt unentschieden.",
"Abajje sprach zu Raba: Weshalb heiligen die zwei Lämmer das Brot und machen es abhängig, während die sieben Lämmer, der Farre und die Widderdas Brot nicht heilig und abhängig machen?",
"Dieser erwiderte: Weil sie durch das Schwingen verbundensind. – Beim Dankopfer sind sieja nicht durch das Schwingen verbunden, und es macht [die Brote] heilig und abhängig!? –",
"Vielmehr, gleich dem Dankopfer; wie das Dankopfer ein Heilsopfer ist, ebenso sind auch jeneein Heilsopfer. –",
"Sind sie denn gleich, zu diesen gehören keine anderen Schlachtopfer, zu jenen aber gehören noch andere Schlachtopfer, somit sollten sowohl die einen als auch die anderen heilig machen!? –",
"Vielmehr, gleich dem Widder des Nazirs; wie der Widder des Nazirs, obgleich zu ihm noch andere Schlachtopfer gehören, nur dieser als Heilsopfer heiligt, anderes aber nicht, ebenso auch jene. –",
"Woher dies von diesem? – Es wird gelehrt:Den Widder richte er her zur Schlachtung eines Heilsopfers für den Herrn samt dem Korbe mit Ungesäuertem; dies lehrt, daß der Korb pflichtgemäß zum Widder gehöre und das Schlachten des Widders ihn heilige; daher sind, wenn man ihn auf einen anderen Namen geschlachtet hat, die Brote nicht heilig.",
"Die Rabbanan lehrten: Die zwei Brote, die allein dargebrachtwerden, schwinge man, sodann lasse man sie verderbenund bringe sie in den Verbrennungsraum. –",
"Wie du es nimmst: werden sie zum Essendargebracht, so sollte man sie doch essen, und werden sie zur Verbrennung dargebracht, so sollte man sie doch sofort verbrennen, wozu das Verderbenlassen!?",
"Rabba erwiderte: Tatsächlich werden sie zum Essen dargebracht, nur wird berücksichtigt, man könnte, wenn im folgenden Jahr Lämmer vorhanden sind, sagen: im Vorjahre aßen wir die Brote ohne Lämmer, wir wollen dies auch in diesem Jahre.",
"Man würde nicht wissen, daß im Vorjahre, wo keine Lämmer vorhanden waren, diese sich selbst erlaubt machten, während sie in diesem Jahre, wo Lämmer vorhanden sind, erst durch die Lämmer erlaubtwerden.",
"Rabba sagte: Dies entnehme ich aus folgender Lehre: Ben Bokhri bekundete in Jabne, daß ein Priester, der den Šeqelentrichtet, keine Sünde begehe.",
"R. Joḥanan b. Zakkaj sprach zu ihm: Nicht so, vielmehr begeht ein Priester, der den Šeqel nicht entrichtet, eine Sünde. Die Priester aber legen folgenden Schriftvers zu ihrem Vorteile aus:",
"Jedes Speisopfer eines Priesters ist ein Ganzopfer, es darf nicht gegessen werden; wieso dürften die Webegarbe, die zwei Brote und die Schaubrote, wenn sie unserwären, [von uns] gegessen werden!?",
"Von welchem Falle wird hier hinsichtlich der zwei Brote gesprochen, wollte man sagen, wenn sie mit dem Schlachtopfer dargebracht werden, so dürfen ja Priester ein Dankopfersamt den Broten spenden und sie essen:",
"doch wohl, wenn sie allein dargebracht werden, und es heißt: wieso dürften &c. gegessen werden. Demnach werden sie zum Essen dargebracht.",
"Abajje sprach zu ihm: Tatsächlich, wenn sie mit dem Schlachtopfer dargebracht werden, wenn du aber vom Dankopfer und von den Broteneinwendest, so werden die Brote des Dankopfers nicht Speisopfer genannt, die zwei Brote aber werden Speisopfergenannt, denn es heißt:wenn ihr dem Herrn ein neues Speisopfer bringt.",
"R. Joseph erwiderte: Tatsächlich werden sie zur Verbrennung dargebracht, nur sind sie deshalb nicht [sofort] zu verbrennen, weil man Heiliges nicht am Feste verbrennen darf.",
"Abajje sprach zu ihm: Es ist ja nicht gleich; dortwird dadurch das Gebot nicht ausgeübt, hierbei aber, wo dadurch das Gebot ausgeübt wird, sollte man sie verbrennen, wie diesauch beim Farren und dem Ziegenbocke des Versöhnungstages der Fall ist!?",
"Vielmehr, erklärte R. Joseph, mit Rücksicht darauf, man könnte später Lämmererhalten. Abajje sprach zu ihm: Erklärlich ist dies hinsichtlich der Zeitder Darbringung, nachher aber sollte man sie verbrennen!? – Das Verderbenlassen, von dem er spricht, bezieht sich eben auf die Zeitder Darbringung.",
"Raba erwiderte: Tatsächlich werden sie zum Essen dargebracht, nur wurde hierbei der von Rabba genannte Fall berücksichtigt, jedoch nicht wegen des von ihm angegebenen Grundes.",
"Raba sagte: Dies entnehme ich aus folgendem Schriftverse:Aus euren Wohnorten sollt ihr Brote zur Schwingung bringen &c. Erstlinge für den Herrn; wie die Erstlinge allein dargebracht werden, ebenso auch die zwei Broteallein, und hieraus: wie die Erstlinge zum Essen, ebenso auch die zwei Brote zum Essen."
],
[
"Die Rabbanan lehrten: Die Lämmer des Wochenfestes heiligen das Brot nur durch das Schlachten.",
"Zum Beispiel: hat man sie auf ihren Namen geschlachtet und das Blut auf ihren Namen gesprengt, so ist das Brot heilig; hat man sie auf einen anderen Namen geschlachtet und das Blut auf einen anderen Namen gesprengt, so ist das Brot nichtheilig; hat man sie auf ihren Namen geschlachtet und das Blut auf einen anderen Namen gesprengt, so ist das Brot heilig und nicht heilig – so Rabbi. R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagt, es sei nur dann heilig, wenn man sie auf ihren Namen geschlachtet und das Blut auf ihren Namen gesprengt hat. –",
"Was ist der Grund Rabbis? –",
"Es heißt:den Widder richte er her zur Schlachtung eines Heilsopfers für den Herrn samt dem Korbe mit Ungesäuertem, demnach wird esdurch das Schlachten heilig. –",
"Und R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n!? – Richte er her, nur wenn die Herrichtung vollständigerfolgt ist. –",
"Und Rabbi, es heißt ja: richte er her!? – Hieße es: Schlachtung richte er her, so wäre dem auchso, es heißt aber: richte er her zur Schlachtung, die Herrichtung erfolgt durch die Schlachtung. –",
"Und R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n, es heißt ja Schlachtung!? – Dies deutet auf eine Lehre R. Joḥanans, denn R. Joḥanan sagte, allestimmen überein, daß das Brot beim Schlachten vorhanden sein muß. –",
"Was heißt heilig und nicht heilig? Abajje erklärte: Heilig, nicht aber vollständig. Raba erklärte: Heilig, es ist aber nicht erlaubt. –",
"Welchen Unterschiedgibt es zwischen ihnen? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen, ob es die Lösungerfaßt; nach Abajje erfaßt es die Lösung nicht, nach Raba erfaßt es die Lösung. –",
"Allerdings gibt es nach Raba einen Unterschied zwischen Rabbi und R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n, welchen Unterschied aber gibt es nach Abajje zwischen Rabbi und R. Elea͑zarb. R. Šimo͑n? –",
"Ein Unterschied besteht zwischen ihnen, ob es durch das Hinauskommenuntauglich werde.",
"R. Šemuél b. R. Jiçḥaq fragte R. Ḥija b. Abba: Wie verhält es sich, wenn man die Lämmer des Wochenfestes auf ihren Namen geschlachtet und das Blut auf einen anderen Namen gesprengt hat, mit dem Essen des Brotes? –",
"Nach wessen Ansicht, wenn nach R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n, so sagt er ja, es werde nur durch das Sprengengeheiligt, und wenn nach Rabbi, so ist es ja sowohl nach Abajje als auch nach Raba heilig und nicht erlaubt!? –",
"Vielmehr, nach dem Autor der folgenden Lehre des Vaters des R. Jirmeja b. Abba: Wenn die zwei Brote zwischen dem Schlachten und dem Sprengen hinausgekommen sind und man das Blut der Lämmer für außerhalb der Fristgesprengt hat, so erstreckt sich, wie R. Elie͑zer sagt, die Verwerflichkeit nicht auf das Brot; R. A͑qiba sagt, die Verwerflichkeit erstrecke sich auch auf das Brot.",
"Hierzu sagte R. Šešeth: Beide Tannaím sind der Ansicht Rabbis, daß nämlich die Heiligungdurch das Schlachten erfolge,",
"jedoch vertritt R. Elie͑zer hierbei seine Ansicht, beim Hinausgebrachten sei das Sprengen nicht von Wirkung, und R. A͑qiba seine Ansicht, beim Hinausgebrachten sei das Sprengen wohl von Wirkung."
],
[
"Wir haben nämlich gelernt: Sind die Opferteile von minderheiligen Opfern vor dem Blutsprengen hinausgekommen, so gibt es bei ihnen, wie R. Elie͑zer sagt, keine Veruntreuung, und man ist ihrethalben nicht schuldig wegen Verwerflichem, Übriggebliebenem und Unreinheit;",
"R. A͑qiba sagt, bei ihnen gebe es eine Veruntreuung, und man ist ihrethalben schuldig wegen Verwerflichem, Übriggebliebenem und Unreinheit.",
"Wie ist es nun;",
"macht das Sprengen auf einen anderen Namendas Brot erlaubt, wie auch das Sprengen in verwerflichmachender Weise das hinausgebrachte Brot gleich dem Fleische verwerflichmacht, oder aber gilt dies nur erschwerend, nicht aber erleichternd?",
"R. Papa wandte ein: Woher, daß sie über den Fall streiten, wenn siesich außerhalb befinden,",
"vielleicht stimmen alle überein, daß, wenn sie sich außerhalb befinden, das Sprengen beim Hinausgebrachten nicht von Wirkung sei, und sie streiten über den Fall, wenn man sie zurück hereingebracht hat. R. Elie͑zer ist der Ansicht Rabbis, daß nämlich die Heiligung durch das Schlachten erfolge, somit sind sie durch das Hinausbringen untauglich geworden,",
"und R. A͑qiba ist der Ansicht des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n, daß nämlich durch das Schlachten keine Heiligung erfolge, somit sind sie durch das Hinausbringen nicht untauglich geworden!? –",
"Was soll dies; einleuchtend ist die Ansicht R. A͑qibas, wenn er der Ansicht Rabbis ist, ihre Heiligung erfolge durch das Schlachten, sie sind durch das Schlachten heilig und darauf durch das Sprengen verwerflich geworden; wieso aber können sie,",
"wenn du sagst, er sei der Ansicht des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n, ihre Heiligung erfolge nicht durch das Schlachten, durch ein verwerflichmachendes Sprengen heilig werden,",
"R. Gidel sagte ja im Namen Rabhs, das verwerflichmachende Sprengen bringe nicht zur Veruntreuung und bringe nicht aus dem Zustandeder Veruntreuung!?",
"Es bringt nicht zur Veruntreuung bei den Opferteilen minderheiligerOpfer,",
"und es bringt nicht aus dem Zustande der Veruntreuung, beim Fleische hochheiliger Opfer. –",
"Ist etwa die Lehre des R. Gidel im Namen Rabhs nicht widerlegt worden!?",
"R. Jirmeja fragte R. Zera: Darf man, wenn man die Lämmer des Wochenfestes auf ihren Namen geschlachtet hat und das Brot abhanden gekommen ist, das Blut auf einen anderen Namensprengen, um das Fleisch zum Essen erlaubt zu machen?",
"Dieser erwiderte: Gibt es denn etwas, das auf den richtigen Namen untauglich und auf einen anderen Namen tauglich wäre? – Etwa nicht, dies ist ja beim Pesaḥopfer während der übrigen Tage des Jahresder Fall, es ist auf den richtigen Namen untauglich und auf einen anderen Namen tauglich!? –",
"Ich meine es wie folgt: gibt es denn etwas, das auf den richtigen Namen tauglich war und verdrängt worden ist, und auf den richtigen Namen untauglich und auf einen anderen Namen tauglich wäre!? –",
"Etwa nicht, dies ist ja beim Pesaḥopfer nach Ablauf der Fristwährend der übrigen Tage des Jahres der Fall!? –",
"Ich meine es wie folgt: gibt es denn etwas, das auf den richtigen Namen tauglich und auf den richtigen Namen geschlachtet und verdrängt worden ist, und auf den richtigen Namen untauglich und auf einen anderen Namen tauglich wäre!? –",
"Etwa nicht, dies ist ja beim Dankopferder Fall!? –",
"Anders verhält es sich beim Dankopfer, da der Allbarmherzige es Heilsopfer nennt.",
"Die Rabbanan lehrten: Hat man zwei Lämmer zu vier Broten geschlachtet, so nehme man zwei von diesen und schwingesie,"
],
[
"und die anderen werden nach erfolgter Auslösung gegessen. Die Jünger sprachen vor R. Ḥisda: Dies ist gegen die Ansicht Rabbis,",
"denn wo könnte man sie nach Rabbi, welcher sagt, die Heiligung erfolge durch das Schlachten, auslösen:",
"löst man sie außerhalbaus, so werden sie ja, da esvor dem Herrn heißt, durch das Hinausbringen untauglich, und wenn innerhalb, so bringt man ja Profanesin den Tempelhof.",
"R. Ḥisda erwiderte ihnen: Tatsächlich nach Rabbi, und zwar löse man sie innerhalb aus, denn profan werden sievon selbst.",
"Rabina sprach zu R. Aši: Es wird ja gelehrt, daß man sie nur außerhalb auslöse!? –",
"Dies ist entschieden nach R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n, denn nach Rabbi werden sie durch das Hinausbringen untauglich.",
"R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Hieraus wäre also eine Widerlegung R. Joḥanans zu entnehmen. Es wurde nämlich gelehrt: Hat man ein Dankopfer zu achtzig Broten geschlachtet, so sind, wie Ḥizqija sagt, vierzig von den achtzig heilig, und wie R. Joḥanan sagt, keine vierzig von den achtzig heilig. –",
"Hierzu wurde ja gelehrt: R. Zera sagte: Alle stimmen überein, daß sie heilig sind, wenn man gesagt hat, vierzig von den achtzig mögen heilig sein, und auch hierbei gilt dies von dem Falle, wenn man gesagt hat, zwei von den vier mögen heilig sein.",
"R. Ḥanina aus Tirṭarezitierte vor R. Joḥanan: Hat man vier Lämmer zu zwei Broten geschlachtet, so nehme man zwei von diesen und sprenge das Blut auf einen anderen Namen,",
"denn wenn du nicht so entscheidest, so verdirbst du die letzteren.",
"R. Joḥanan sprach zu ihm: Sollte man denn zu einem sagen: auf, sündige, damit du gewinnest!? –",
"Es wird ja gelehrt: Wenn Glieder von einem Sündopfer mit Gliedern von einem Brandopfer vermischt worden sind, so lege man diese, wie R. Elie͑zer sagt, oben und das Fleisch vom Sündopfer betrachte man als Brennholz; die Weisen sagen, man lasse sie verderben, und sie kommen in den Verbrennungsraum.",
"Weshalbdenn, man sollte ja sagen: auf, sündige, damit du gewinnest!? –",
"Wir sagen wohl: auf, sündige beim Sündopfer, damit du beim Sündopfergewinnest, nicht aber sagen wir: auf, sündige beim Sündopfer, damit du beim Brandopfer gewinnest. –",
"Sagen wir dies etwa bei einer Sache, es wird ja gelehrt: Hat man die Lämmer des Wochenfestes auf einen anderen Namen geschlachtet, oder hat man sie vor oder nach der Zeit geschlachtet, so ist das Blut zu sprengenund das Fleisch zu essen;",
"ist es ein Šabbath, so sprengeman nicht; hat man gesprengt, so ist es gültig, sodaß abends die Opferteile aufzuräuchern sind.",
"Weshalb denn, man sollte ja sagen: auf, sündige, damit du gewinnest!? –",
"Wir sagen wohl: auf, sündige am Šabbath, damit du am Šabbath gewinnest, nicht aber: auf, sündige am Šabbath, damit du wochentags gewinnest. –",
"Sagen wir dies etwa nicht auch bei zwei Sachen, wir haben ja gelernt: Wenn ein Faß [Wein] von Hebe in der oberen Kelter zerbricht und in der unteren sich profaner unreiner [Wein] befindet, so muß man, wie R. Elie͑zer und R. Jehošua͑ übereinstimmen, wenn es möglich ist, ein Viertellog in Reinheit zu retten, diestun,",
"wenn aber nicht, so lasse man ihn, wie R. Elie͑zer sagt,"
],
[
"auslaufen und unrein werden, nur nicht mit den Händen unreinmachen; R. Jehošua͑ sagt, man mache ihn auch mit den Händen unrein!? –",
"Anders verhält es sich hierbei, wo er ohnehinder Unreinheit verfällt.",
"Als R. Jiçḥaq kam, lehrte er: Sind die Lämmer des Wochenfestes nicht nach Vorschriftgeschlachtet worden, so sind sie untauglich; man lasse sie verderben, und sie kommen in den Verbrennungsraum.",
"R. Naḥman sprach zu ihm: Der Meister vergleicht sie mit dem Sündopferund lehrt, daß sie untauglich sind,",
"der Autor der Schule Levis aber, der hinsichtlich der Pflichtigen Heilsopfer von den freiwilligen Heilsopfern folgert, lehrt, daß sie tauglich sind. Levi lehrte nämlich: Die übrigen Heilsopfer des Nazirs, die man nicht nach Vorschrift geschlachtet hat, sind tauglich und sie werden dem Eigentümer nicht als Pflichtopfer angerechnet; sie werden einen Tag und eine Nacht gegessen und benötigen nicht des Brotes und nicht des Buges.",
"Man wandte ein: Hat man statt eines einjährigen Schuldopfers ein zweijährigesoder statt eines zweijährigen ein einjähriges gebracht, so ist es untauglich, man lasse es verderben, und es komme in den Verbrennungsraum;",
"hat man aber das Brandopfer eines Nazirs, das Brandopfer einer Wöchnerin oder das Brandopfer eines Aussätzigen zweijährig geschlachtet, so ist es tauglich.",
"Die Regel hierbei ist: was bei einem freiwilligen Brandopfer tauglich ist, ist beim Pflichtbrandopfer tauglich, und was beim Sündopfer untauglich ist, ist beim Schuldopfer untauglich, ausgenommen [das Schlachten] auf einen anderen Namen. –",
"Dieser Autor ist der Autor der Schule Levis. –",
"Komm und höre: Levi lehrte: Hat man das Schuldopfer eines Nazirs und das Schuldopfer eines Aussätzigen auf einen anderen Namen geschlachtet, so sind sie tauglich und sie werden dem Eigentümer nicht als Pflichtopfer angerechnet;",
"hat man sie vor Eintritt der Darbringungsfrist für den Eigentümer oder zweijährig geschlachtet, so sind sie untauglich.",
"Wenn demnun so wäre, so sollte er doch hinsichtlich dieser vom Heilsopfer folgern!? – Er folgert hinsichtlich des Heilsopfers vom Heilsopfer, nicht aber hinsichtlich des Schuldopfers vom Heilsopfer. –",
"Wenn er hinsichtlich des Heilsopfers vom Heilsopfer folgert, so sollte er hierbei hinsichtlich des Schuldopfers vom Schuldopfer folgern: hinsichtlich des Schuldopfers des Nazirs und des Schuldopfers des Aussätzigen vom Schuldopfer wegen Raubes und dem Schuldopfer wegen Veruntreuung, und hinsichtlich des Schuldopfers wegen Raubes und des Schuldopfers wegen Veruntreuung vom Schuldopfer des Nazirs und dem Schuldopfer des Aussätzigen!? –",
"R. Šimi b. Aši erwiderte: Man folgere hinsichtlich des Unrichtigen vom Unrichtigen, nicht aber hinsichtlich des Unrichtigen vom Richtigen. –",
"Etwa nicht, es wird ja gelehrt: Woher, daß, wenn das Hinausgekommene[auf den Altar] gekommen ist, es nicht mehr her abgenommen werde? Weil das Hinausgekommene bei einem Privataltar erlaubtist. –"
],
[
"Der Autor stützt sich auf die einschließenden Worte:dies ist das Gesetz des Brandopfers.",
"Rabba b. Bar Ḥana rezitierte vor Rabh: Hat man die Lämmer des Wochenfestes als Widder geschlachtet, so sind sie tauglich, sie werden aber dem Eigentümernicht als Pflichtopfer angerechnet. Rabh sprach zu ihm: Angerechnet und angerechnet.",
"R. Ḥisda sagte: Die Ansicht Rabhs ist einleuchtend in dem Falle, wenn man sie im Glauben, es seien Widder, als Lämmer geschlachtet hat, da dann die Lämmer als Lämmer geschlachtet worden sind,",
"nicht aber, wenn man sie im Glauben, es seien Widder, als Widder geschlachtet hat, denn die irrtümliche Aufhebunggilt als Aufhebung. Raba aber sagt, die irrtümliche Aufhebung gilt nicht als Aufhebung.",
"Raba sagte: Dagegen wandte man ein: Wenn Priester im Tempel vorsätzlich [Opfer] verwerflich gemacht haben, so sind sie ersatzpflichtig. Demnach sind sie frei, wenn versehentlich. Hierzu wird gelehrt, die Verwerflichkeit seigültig.",
"In welchem Falle, wollte man sagen, wenn er wußte, daß es ein Sündopfer ist, und die Absicht hinsichtlich eines Heilsopfershegte, so ist dies ja nicht versehentlich, sondern vorsätzlich;",
"wahrscheinlich also, wenn er glaubte, es sei ein Heilsopfer, und die Absicht hinsichtlich eines Heilsopfers hegte, und er lehrt, die Verwerflichkeit sei gültig. Die irrtümliche Aufhebung gilt also als Aufhebung.",
"Abajje sprach zu ihm: Tatsächlich, wenn er wußte, daß es ein Sündopfer ist, und die Absicht hinsichtlich eines Heilsopfers hegte, jedoch glaubte, dies sei erlaubt.",
"R. Zera wandte ein: R. Šimo͑n sagte: Alle Speisopfer sind, wenn der Haufe auf einen anderen Namen abgehoben worden ist, tauglich, und sie werden dem Eigentümer als Pflichtopfer angerechnet,",
"weil die Speisopfer nicht den Schlachtopfern gleichen: wenn man ein Pfannenopfer auf den Namen eines Tiegelopfers abhäuft, so beweist die Zubereitung, daß es ein Pfannenopfer ist, wenn ein trockenes auf den Namen eines umgerührten, so beweist die Zubereitung, daß es ein trockenes ist;",
"anders aber verhält es sich bei den Schlachtopfern: bei allen erfolgt das Schlachten gleichmäßig, bei allen erfolgt die [Blut]aufnahme gleichmäßig und bei allen erfolgt das Sprengen gleichmäßig.",
"In welchem Falle, wollte man sagen, wenn er wußte, daß es ein Pfannenopfer ist, und den Haufen als Tiegelopfer abgehoben hat, so ist ja der Beweis durch die Zubereitung belanglos, da er ihn aufgehobenhat;",
"wahrscheinlich also, wenn er glaubte, es sei ein Tiegelopfer, und irrtümlich den Haufen auf den Namen eines Tiegelopfers abgehoben hat. Diesgilt also nur hierbei, weil die Zubereitung es beweist, in anderen Fällen aber gilt die irrtümliche Aufhebung als Aufhebung!?",
"Abajje erwiderte ihm: Tatsächlich, wenn er wußte, daß es ein Pfannenopfer ist, und den Haufen auf den Namen eines Tiegelopfers abgehoben hat,",
"wenn du aber einwendest, der Beweis durch die Zubereitung sei demnach belanglos, so vertritt Raba hierbei seine Ansicht. Raba sagte nämlich: Bei einer nicht ersichtlich [falschen] Absicht hat der Allbarmherzige es als untauglich erklärt, bei einer ersichtlich [falschen] Absichthat der Allbarmherzige es nicht als untauglich erklärt.",
" DIE ZUSATZOPFER SIND NICHT VON DEN BESTÄNDIGEN OPFERN ABHÄNGIG, DIE BESTÄNDIGEN OPFER SIND NICHT VON DEN ZUSATZOPFERN ABHÄNGIG, UND DIE ZUSATZOPFER SIND NICHT VON EINANDERABHÄNGIG. HABEN SIE DAS LAMMMORGENS NICHT DARGEBRACHT, SO BRINGEN SIE ES DENNOCH ABENDS DAR.",
"R. ŠIMO͑N SAGTE: NUR DANN, WENN ES DURCH ZWANG ODER VERSEHENTLICH ERFOLGT IST, HABEN SIE ABER VORSÄTZLICH MORGENS DAS LAMM NICHT DARGEBRACHT, SO BRINGEN SIE ES AUCH ABENDS NICHT DAR.",
"HABEN SIE DAS RÄUCHERWERK MORGENS NICHT GERÄUCHERT, SO RÄUCHERN SIE ES DENNOCH ABENDS.",
"R. ŠIMO͑N SAGTE: DAS GANZEWURDE ABENDS DARGEBRACHT, DENN DER GOLDENE ALTAR WIRD NUR MIT DEM RÄUCHERWERKEEINGEWEIHT, DER BRANDOPFERALTAR NUR MIT DEM BESTÄNDIGEN MORGENOPFER, DER TISCH NUR MIT DEM SCHAUBROTE AM ŠABBATH, UND DER LEUCHTER NUR MIT DEN SIEBEN LAMPEN ABENDS.",
"GEMARA. R. Ḥija b. Abin fragte R. Ḥisda: Wie ist es, wenn die Gemeinde nicht das beständige Opfer und das Zusatzopfer hat; welches geht vor? –",
"In welchem Falle, wollte man sagen, das beständige Opfer für heute und das Zusatzopfer für heute, so geht ja selbstverständlich das beständige Opfer vor, da es häufiger ist und [bereits] heilig!? –",
"Vielmehr, das beständige Opfer für morgen und das Zusatzopfer für heute; geht das beständige Opfer vor, da es häufiger ist, oder geht das Zusatzopfer vor, da es [bereits] heilig ist?",
"Dieser erwiderte: Ihr habt es gelernt: die Zusatzopfer sind nicht von den beständigen Opfern abhängig, die beständigen Opfer nicht von den Zusatzopfern abhängig, und die Zusatzopfer sind nicht voneinander abhängig.",
"In welcher Hinsicht, wollte man sagen, wenn [beide] vorhanden sind, hinsichtlich des Vorangehens, so wird ja gelehrt: Woher, daß nichts dem beständigen Morgenopfer vorangehen darf? Es heißt:er schichte darauf das Brandopfer,",
"und Raba erklärte: das Brandopfer, das ersteBrandopfer."
],
[
"Wahrscheinlich also, wenn nicht [beide] vorhanden sind. Ferner: sind beide für heute, weshalb dies, von häufigerem und heiligerem ist ja das häufigere bevorzugter.",
"Doch wohl [das eine] für morgen, und er lehrt, sie seien von einander nicht abhängig, demnach gleichen sie einander.",
"Abajje entgegnete: Tatsächlich, wenn [beide] vorhanden sind, hinsichtlich des Vorangehens, wenn du aber einwendest, diesemdürfe nichts vorangehen, so ist dies nur Gebot. –",
"Komm und höre: Es mußten mindestens sechs untersuchte Lämmer im Lämmerstalle sein, wie für einen Šabbath und die beiden Festtagedes Neujahres.",
"In welchem Falle, sind beständige Opfer und Zusatzopfer vorhanden, so sind ja mehr erforderlich;",
"wahrscheinlich also, wenn [letztere] nicht vorhanden sind, somit ist hieraus zu entnehmen, daß die beständigen Opfer bevorzugtersind. –",
"Nein, tatsächlich wenn sie vorhanden sind, nur meint er es wie folgt: es müssen mindestens sechs untersuchte Lämmer vier Tage vor dem Schlachten im Lämmerstalle sein. Dies nach Ben Bag Bag,",
"denn es wird gelehrt: Ben Bag Bag sagte: Woher, daß das beständige Opfer vier Tage vor dem Schlachten untersucht werden muß? Hierbei heißt es:ihr sollt wahren, mir zur bestimmten Zeit darzubringen, und dortheißt es: und es bleibe euch zur Verwahrung bis zum vierzehnten Tage,",
"wie dort vier Tage vor dem Schlachteneine Untersuchung erforderlich ist, ebenso ist hierbei vier Tage vor dem Schlachten eine Untersuchung erforderlich.",
"Rabina sprach zu R. Aši: Wieso sechs, es sind ja sieben erforderlich, denn es kommt ja noch das Morgen[opfer] des Dienstagshinzu!? –",
"Nach deiner Auffassung sind ja acht erforderlich, denn es kommt ja noch eines für den Vorabend des Šabbaths hinzu!? –",
"Das ist kein Einwand, dies ist zu verstehen, nachdem dieses dargebracht wordenist;"
],
[
"aber sieben müßten es ja sein!? – Vielmehr, der Autor spricht von den gewöhnlichen [Tagen], und [die Angabe:] ausreichend für einen Šabbath und die beiden Festtage des Neujahres, ist nur ein Merkzeichen.",
"Dies ist auch zu beweisen, denn es heißt: wie für einen Šabbath, es heißt aber nicht: [ausreichend] für einen Šabbathund die beiden Festtage des Neujahres. Schließe hieraus.",
"HABEN SIE DAS LAMM MORGENS NICHT DARGEBRACHT &C. R. ŠIMO͑N SAGTE: DAS GANZE WURDE ABENDS DARGEBRACHT, DENN DER GOLDENE ALTAR WIRD NUR MIT DEM RÄUCHERWERKE EINGEWEIHT. Wer spricht hier von der Einweihung? –",
"[Die Mišna] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: haben sie das Lamm morgens nicht dargebracht, so bringen sie es abends nicht dar; dies gilt nur von dem Falle, wenn der Altar noch nicht eingeweihte worden ist, ist aber der Altar eingeweiht worden, so bringen sie es abends dar.",
"R. Šimo͑n sagte: Nur dann, wenn es durch Zwang oder versehentlich erfolgt ist, wenn sie aber vorsätzlich das Lamm morgens nicht dargebracht haben, so bringen sie es auch abends nicht dar. Haben sie das Räucherwerk morgens nicht geräuchert, so räuchern sie es dennoch abends. –",
"Woher dies? – Die Rabbanan lehrten:Und das andere Lamm sollst da abends herrichten; nur das andere ist abends [herzurichten], nicht aber ist das erste abends [herzurichten].",
"Dies gilt nur von dem Falle, wenn der Altar noch nicht eingeweiht worden ist, ist aber der Altar eingeweiht worden, so ist auch das erste abends [herzurichten].",
"R. Šimo͑n sagte: Nur dann, wenn dies durch Zwang oder versehentlich erfolgt ist, haben sie aber vorsätzlich das Lamm morgens nicht dargebracht, so bringen sie es auch abends nicht dar. Haben sie das Räucherwerk morgens nicht geräuchert, so räuchern sie es dennoch abends. –",
"Sollte denn, weil die Priester gefehlthaben, der Altar leer bleiben!? Raba erwiderte: Er meint es wie folgt: diesedürfen nicht darbringen, wohl aber bringen andere dar;",
"haben sie aber morgens das Räucherwerk nicht geräuchert, so räuchern sie es abends. Dies ist nämlich seltenund macht reich, daher begeht man daran keine Fahrlässigkeit.",
"R. ŠIMO͑N SAGTE: DAS GANZE WÜRDE ABENDS DARGEBRACHT, DENN DER GOLDENE ALTAR WIRD NUR MIT DEM RÄUCHERWERKE DES ABENDS EINGEWEIHT &C. Es wird ja aber gelehrt: mit dem Räucherwerke des Morgens!? – [Hierüber streiten] Tannaím.",
"Abajje sagte: Die Ansicht desjenigen, welcher sagt, mit dem Räucherwerke des Abends, ist einleuchtend; es heißt:Morgen für Morgen, wenn er die Lampen putzt, soll er es räuchern;",
"wieso könnte er sie morgens putzen, wenn das Anzünden nicht am Abend [vorher] erfolgt seinwürde!?",
"Derjenige aber, welcher sagt, mit dem Räucherwerke des Morgens, folgert dies vom Brandopferaltar; wie dieser mit dem beständigen Opfer des Morgens, ebenso auch jener mit dem Räucherwerke des Morgens.",
"DER TISCH NUR MIT DEM SCHAUBROTE AM ŠABBATH. Demnach wurde er wochentags nur nicht eingeweiht, wohl aber wird esheilig!? –",
"Dies lehrt er uns eben: die Einweihung und die Heiligung durch den Tisch erfolgt nur am Šabbath. Dem entspricht auch der Schlußsatz: und der Leuchter nur mit den sieben Lampen abends.",
"Die Rabbanan lehrten: Dasist das Räucherwerk, das für Einzelpersonen auf dem äußeren Altar dargebracht worden ist, und zwar war es eine Bestimmung pro praesenti. – Wo war dies? R. Papa erwiderte: Bei den Stammesfürsten. –",
"Demnach darf es ein einzelner nur auf dem äußeren Altar nicht darbringen, wohl aber auf dem inneren Altar. Ferner: auf dem äußeren Altar darf nur ein einzelner nicht darbringen, wohl aber die Gemeinde.",
"[Dem widersprechend] wird ja aber gelehrt: Man könnte glauben, ein einzelner dürfe esfreiwillig spenden und darbringen, und hiervon heiße es:den Ausspruch deiner Lippen sollst da halten, so heißt es:ihr sollt auf ihn nicht fremdes Räucherwerk bringen.",
"Man könnte glauben, nur ein einzelner dürfe es nicht bringen, weil er solches nicht als Pflichtopfer bringt,"
],
[
"wohl aber dürfe die Gemeinde es bringen, die solchesals Pflichtopfer bringt, so heißt es:ihr sollt nicht bringen.",
"Man könnte glauben, man dürfe es auf den inneren Altar nicht bringen, wohl aber auf den äußeren Altar, so heißt es:und das Salböl und das Räucherwerk von Spezereien für das Heiligtum; wie ich dir geboten habe, sollen sie tun; nur das, was im Abschnitte gesagt ist!?",
"R. Papa erwiderte: Dies ist selbstverständlich; selbstverständlich ist diesvon der Gemeinde auf dem äußeren Altar, da dies nicht vorkommt, und selbstverständlich ist dies von einem einzelnen auf dem inneren Altar, da dies nicht vorkommt, aber dies gilt auch von einem einzelnen auf dem äußeren Altar, obgleich wir dies bei den Stammesfürsten finden, denn bei diesen war es eine Bestimmung pro praesenti.",
" DAS PFANNENOPFER DES HOCHPRIESTERSWURDE NICHT GETEILTGEBRACHT, VIELMEHR BRACHTE ER EIN GANZES I͑ARON UND TEILTE ES, DIE HÄLFTE BRACHTE ER MORGENS DAR UND DIE HÄLFTE ABENDS. WENN \n",
"DER PRIESTER MORGENS DIE HÄLFTE DARGEBRÄCHT HAT UND GESTORBEN IST, UND AN SEINER STELLE EIN ANDERER EINGESETZT WORDEN IST, SO DARF DIESER NICHT EIN HALBES I͑SARON VOM HAUSE ODER DAS HALBE I͑SARON SEINES VORGÄNGERS DARBRINGEN, VIELMEHR BRINGE ER EIN GANZES I͑SARON UND TEILE ES, DIE HÄLFTE BRINGE ER DAR UND DIE HÄLFTE GEHE VERLOREN; ES ERGIBT SICH, DASS ZWEI HÄLFTEN DARGEBRACHT WERDEN UND ZWEI HÄLFTEN VERLORELN GEHEN.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Würde es geheißen haben: Speisopfer, die Hälfte, so würde man verstanden haben, er bringe morgens ein halbes I͑saron vom Hause und bringe es dar, und abends ein halbes I͑saron vom Hause und bringe es dar,",
"daher heißt es:seine Hälfte morgens und seine Hälfte abends, er bringe die Hälfte vom ganzen dar. Wie mache er es? Er hole ein ganzes I͑saron und teile es, die Hälfte bringe er morgens dar und die Hälfte abends.",
"Man könnte glauben, wenn die Hälfte des Abends unrein geworden oder abhanden gekommen ist, bringe er abends ein halbes I͑saron vom Hause und bringe es dar, so heißt es: seine Hälfte morgens und seine Hälfte abends, er bringe die Hälfte vom ganzen dar.",
"Wie mache er es? Er hole ein ganzes I͑saron und teile es, die Hälfte bringe er dar und die Hälfte gehe verloren; es ergibt sich, daß zwei Hälften dargebracht werden und zwei Hälften verloren gehen.",
"Man könnte glauben, wenn der Hochpriester morgens die Hälfte dargebracht hat und gestorben ist, und an seiner Stelle ein anderer eingesetzt worden ist, bringe dieser ein halbes I͑saron vom Hause oder ein halbes I͑saron seines Vorgängers dar, so heißt es: und seine Hälfte abends, er bringe die Hälfte vom ganzen dar.",
"Wie mache er es? Er hole ein ganzes I͑saron und teile es, [die Hälfte] bringe er dar und die Hälfte gehe verloren; es ergibt sich, daß zwei Hälften verloren gehen und zwei Hälften dargebracht werden.",
"Ein Jünger rezitierte vor R. Naḥman: Man lasse die Hälfte des ersten und die Hälfte des anderen verderben, und sie kommen in den Verbrennungsraum.",
"Da sprach R. Naḥman zu ihm: Allerdings die des ersten, da sie zur Darbringung geeignetwar, wozu aber ist das Verderbenlassen bei der des anderen nötig, sie war ja von vornherein zur Vernichtung bestimmt!?",
"Der dir dies gesagt hat, ist wohl ein Schüler der Schule des Rabba b. Abuha, welcher sagt, das Verderbenlassen sei sogar beim Verwerflichenerforderlich.",
"R. Aši sagte: Du kannst auch sagen, nach den Rabbanan, denn da man bei der Teilung beliebig die eine oder die andere darbringen kann, so gelten beide als geeignet.",
"Es wurde gelehrt: Wie wurde das Pfannenopfer des Hochpriesters hergerichtet? R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans, es wurde gebacken und nachher gebrägelt. R. Aši sagte im Namen R. Ḥaninas, es wurde gebrägelt und nachher gebacken.",
"R. Ḥija b. Abba sagte: Meine Ansicht ist einleuchtend;tuphine, dies heißt teaphena naéh, [beim Backenschön]. R. Asi sagte: Meine Ansicht ist einleuchtend; tuphine, dies heißt teaphena na [beim Backen halbgar].",
"So folgende Tannaím: Tuphine, dies heißt teaphena na [beim Backen halbgar]. Rabbi erklärte: Tuphine, teaphena naéh, [beim Backen schön]. R. Jose erklärte: Wiederholtbacken. Er hält von [der Auslegung] halbgar und von [der Auslegung] schön.",
"Dort haben wir gelernt: Das Kneten, das Formen und das Backen des Pfannenopfers des Hochpriesters erfolgt innerhalbund es verdrängt den Šabbath.",
"Woher dies? R. Hona erwiderte: Tuphine, teaphena naéh [beim Backen schön], und wenn man es am vorangehenden Tage backt, verliert es das [frische] Aussehen. R. Joseph wandte ein: Man kann es ja in Kräuternverwahren!?",
"In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt:Soll es hergerichtet werden, selbst am Šabbath, soll es hergerichtet werden, selbst in Unreinheit.",
"Abajje erwiderte: die Schrift sagt:Feinmehl als beständiges Speisopfer,"
],
[
"es gleicht dem Speisopferdes beständigen Opfers.",
"Raba erwiderte:Auf einer Pfanne, dies lehrt, daß es eines Gefäßes benötigt, und wenn man es am vorangehenden Tage backt, wird esdurch das Übernachten untauglich. Übereinstimmend mit Raba wird gelehrt: Auf einer Pfanne, dies lehrt, daß es eines Gefäßes benötigt:",
"mit Öl, daß man mehr Öl nehme. Ich weiß nicht, wieviel,",
"und deduziere wie folgt: hierbei heißt es Öl und beim Speisopfer des Gußopfersheißt es Öl, wie da drei Log für das I͑saron, ebenso auch hierbei drei Log für das I͑saron.",
"Oder aber wie folgt: hierbei heißt es Öl und beim freiwilligen Speisopfer heißt es Öl, wie da ein Log, ebenso auch hierbei ein Log.",
"Man beachte aber, wem es gleicht; man folgere hinsichtlich einer Sache, die beständig ist, Pflicht ist, den Šabbath verdrängt und die Unreinheit verdrängt, von einer Sache, die beständig ist, Pflicht ist. den Šabbath verdrängt und die Unreinheit verdrängt,",
"nicht aber folgere man hinsichtlich einer Sache, die beständig ist, Pflicht ist, den Šabbath verdrängt und die Unreinheit verdrängt, von einer Sache, die nicht beständig ist, nicht Pflicht ist, nicht den Šabbath verdrängt und nicht die Unreinheit verdrängt.",
"Oder aber wie folgt: man folgere hinsichtlich einer Sache, die von einem einzelnen, um ihrer selbst willen, (mit Wein)und mit Weihrauch dargebracht wird, von einer Sache, die von einem einzelnen, um ihrer selbst willen, (mit Wein) und mit Weihrauch dargebracht wird,",
"nicht aber folgere man hinsichtlich einer Sache, die von einem einzelnen, um ihrer selbst willen, (mit Wein) und mit Weihrauch dargebracht wird, von einer Sache, die nicht von einem einzelnen, um ihrer selbst willen, (mit Wein) und mit Weihrauch dargebracht wird.",
"R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagte: Feinmehl als beständiges Speisopfer, es gleicht dem beständigen Speisopfer, wie beim beständigen Speisopfer drei Log für das I͑saron, ebenso bei diesem drei Log für das I͑saron.",
"R. Šimo͑n sagte: Hierbei ist mehr Ölerforderlich und beim Speisopfer der Lämmerist mehr Ölerforderlich, wie da drei Log für das I͑saron, ebenso auch hierbei drei Log für das I͑saron.",
"Oder aber wie folgt: hierbei ist mehr Öl erforderlich und beim Speisopfer der Farren und der Widderist mehr Öl erforderlich, wie da zwei Logfür das I͑saron, ebenso auch hierbei zwei Log für das I͑saron.",
"Man beachte aber wem es gleicht; man folgere hinsichtlich eines Speisopfers, das aus einem I͑saron dargebracht wird, von einem Speisopfer, das aus einem I͑saron dargebracht wird, nicht aber folgere man hinsichtlich eines Speisopfers, das aus einem I͑saron dargebracht wird, von einem Speisopfer, das aus zwei oder drei I͑saron dargebracht wird. –",
"Dies widerspricht sich ja selbst: zuerst heißt es, [das Wort] mit Öl deute darauf, daß man mehr Öl nehme, und nachher lehrt er: hierbei heißt es Öl und beim freiwilligen Speisopferheißt es Öl!?",
"Abajje erwiderte: Der Autor, welcher sagt, [das Wort] Öl deute darauf, daß man mehr nehme, ist R. Šimo͑n, und der mit der Schlußfolgerungentgegnet, ist R. Jišma͑él.",
"R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erwiderte: Das ganze ist von R. Jišma͑él, dem Sohne des R. Joḥanan b. Beroqa,",
"und er meint es wie folgt: Mit Öl deutet darauf, daß man mehr Öl nehme, denn um des Öls zu benötigen, ist es nicht erforderlich; und da es ferner heißt: auf einer Pfanne, so gleicht es dem Pfannenopfer.",
"Vielleicht aber [deutet es darauf], daß Öl erforderlich ist, denn hätte der Allbarmherzige nicht mit Öl geschrieben, so könnte man glauben, es gleiche dem Sündspeisopfer!?",
"Hierauf sagte er: auch wenn man annimmt, um des Öls zu benötigen, ist diesdurch einen Schluß zu folgern. Alsdann will er dies durch einen Schlußfolgern, kann dies aber nicht, und entnimmt es aus dem Schriftverse: Feinmehl als beständiges Speisopfer, wie dies R. Jišma͑él weiter fortsetzt.",
"Rabba erwiderte: Das ganze ist von R. Šimo͑n, und er meint es wie folgt:",
"Mit Öl, daß man mehr Öl nehme, denn um des Öls zu benötigen, ist dies nicht erforderlich; und da es ferner heißt: auf einer Pfanne, so gleicht es dem Pfannenopfer. Er wollte es, wenn es nicht mit Öl hieße, durch einen Schluß folgern,",
"kann dies aber nicht, und entnimmt es aus [dem Worte] Öl. Alsdann sagt er, man könnte es mit dem Speisopfer der Farren und der Widder vergleichen,",
"und erwidert darauf:"
],
[
"man folgere hinsichtlich eines Speisopfers, das aus einem I͑saron &c. AUS WESSEN MITTELN WURDE ESDARGEBRACHT, \n",
"WENN AN SEINER STELLE KEIN ANDERER PRIESTER EINGESETZT WORDEN IST? R. ŠIMO͑N SAGT, AUS DENEN DER GEMEINDE; R. JEHUDA SAGT, AUS DENEN DER ERBEN. DANN WURDE EIN GANZESDARGEBRACHT.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Woher, daß, wenn der Hochpriester gestorben ist und an seiner Stelle kein anderer Priester eingesetzt worden ist, sein Speisopfer von den Erben darzubringen ist? Es heißt:und der Priester, der seinerstatt von seinen Söhnen gesalbt wird, richte es her;",
"man könnte glauben, sie bringen halbedar, so heißt es es, das ganze, nicht aber die Hälfte – so R. Jehuda.",
"R. Šimo͑n sagte:Eine Satzung für ewig, von dem der Gemeinde. Vollständig ist es aufzuräuchern, es ist ganz zur Aufräucherungbestimmt. –",
"Deuten denn [die Worte] der gesalbte Priester hierauf,",
"sie sind ja für folgende Lehre nötig!?Dies ist das Opfer Ahrons und seiner Söhne, das sie dem Herrn darbringen sollen am Tage, an dem er gesalbt wird; man könnte glauben, Ahron und seine Söhnebringen zusammen ein Opfer dar, so heißt es: das sie dem Herrn darbringen sollen, Ahron besonders und seine Söhne besonders. Seiner Söhne, das sind die gemeinenPriester.",
"Du sagst, die gemeinen Priester, vielleicht ist dem nicht so, sondern die Hochpriester? Wenn es heißt: und der Priester, der von seinen Söhnen seinerstatt gesalbt wird, so wird ja schon vom Hochpriester gesprochen, somit sind unter Söhne gemeine Priester zu verstehen. –",
"Es könnte ja heißen: der Priester, der seinerstatt gesalbt wird, seine Söhne, wenn es aber von seinen Söhnen heißt, so ist beides zu entnehmen. –",
"Wofür verwendet R. Šimo͑n das es? – Hieraus entnimmt er, daß, wenn der Hochpriester gestorben ist und ein anderer an seiner Stelle eingesetzt worden ist, er weder ein halbes I͑saron vom Hause noch das halbe I͑saron seines Vorgängers bringe. –",
"Dies geht ja hervor aus: und seine Hälfte!? – Er legt das und nicht aus. –",
"Wofür verwendet R. Jehuda [die Worte] Satzung für ewig!? –",
"Daß die Satzung ewig bestehe. – Wozu heißt es: vollständig ist es auf zuräuchern? – Dies deutet auf folgende Lehre: Ich weiß nur vom ersteren, dem Speisopfer des Hochpriesters, daß es vollständig aufgeräuchert werde, und vom anderen, dem Speisopfer eines gemeinen Priesters, daß es nicht gegessen werde,",
"woher, daß auch das vom ersteren Gesagte auf das andere, und das vom anderen Gesagte auf das erstere zu beziehen ist? Es heißt zweimal vollständig, für [einen Schluß durch] Wortanalogie: beim ersteren heißt es vollständig und beim anderen heißt es vollständig,",
"wie das erstere vollständig auf zuräuchern ist, ebenso ist auch das andere vollständig aufzuräuchern, und wie beim anderen das Essen mit einem Verbote belegt ist, ebenso ist auch beim ersteren das Essen mit einem Verbote belegt. –",
"Ist R. Šimo͑n denn der Ansicht, es sei nach der Tora aus Gemeindemitteln darzubringen, wir haben ja gelernt:",
"R. Šimo͑n sagte: Sieben Bestimmungen traf das Gericht, und diesist eine von diesen. Wenn ein Nichtjude aus überseeischen Ländernein Brandopfer schickt, so wird das Gußopfer, wenn er auch diesesgeschickt hat, von seinem dargebracht, wenn aber nicht, so wird es aus Gemeindemitteln dargebracht.",
"Desgleichen auch, wenn ein Proselyt gestorben ist und Schlachtopfer hinterlassen hat; sind auch Gußopfer vorhanden, so werden sie von seinem dargebracht, wenn aber nicht, so werden sie aus Gemeindemitteln dargebracht.",
"Ferner ist es eine Gerichtsbestimmung, daß, wenn der Hochpriester gestorben ist und kein anderer an seiner Stelle eingesetzt worden ist, sein Speisopfer aus Gemeindemitteln dargebrachtwerde.",
"R. Abahu erwiderte: Diesbezüglich wurden zweimal Bestimmungen getroffen.",
"Nach der Tora ist es von Gemeindemitteln darzubringen; als man aber sah, daß Mangel in der Tempelkasse war, verfügte man, es von den Erben einzufordern; und als man später sah, daß sie dagegen verstießen, beließ man es bei der Bestimmung der Tora.",
"Daßes bei der Asche der [roten] Kuh keine Veruntreuung gebe. Dies ist ja aus der Tora!? Es wird nämlich gelehrt:[Es ist ein] Sündopfer, dies lehrt, daß es bei dieser eine Veruntreuung gebe;"
],
[
"es, nur bei dieser gibt es eine Veruntreuung, nicht aber gibt es eine Veruntreuung bei ihrer Asche.",
"R. Aši erwiderte: Hierbei wurden zweimal Bestimmungen getroffen. Nach der Tora gibt es eine Veruntreuung nur bei dieser, nicht aber bei ihrer Asche; als man aber sah, daß man sie mißachtete und damit Wunden bestreute, verfügte man, daß es dabei Veruntreuung gebe;",
"und als man später sah, daß man sich deshalb in zweifelhaften Fällender Besprengungentzog, beließ man es bei der Bestimmung der Tora.",
"Die Rabbanan lehrten: [Das Geld] für den Farren der Gemeinde wegen Entfallensund für die Ziegenböcke wegen Götzendienstes wurde direkt eingefordert – so R. Jehuda. R. Šimo͑n sagt, es wurde der Tempelkasse entnommen.",
"Es gibt ja aber eine Lehre entgegengesetzt; welche ist spätergelehrt worden?",
"Die Jünger sprachen vor R. Aši: Es wäre anzunehmen, daß die erstere später gelehrt worden ist, denn wir wissen von R. Šimo͑n, daß er Fahrlässigkeitberücksichtigt.",
"R. Aši sprach zu ihnen: Man kann auch sagen, die letztere sei später gelehrt worden, denn R. Šimo͑n berücksichtigt Fahrlässigkeit nur in einem Falle, wo man dadurch keine Sühnezu erlangen hat, in einem Falle aber, wo man dadurch Sühne zu erlangen hat, berücksichtigt er Fahrlässigkeit nicht. –",
"Wie bleibt es damit?",
"Rabba der Kleine sprach zu R. Aši: Komm und höre, es wird gelehrt:Ihr sollt acht haben, meine Opfergabe, meine Speise zu meinen Feueropfern, mir zum wohlgefälligen Gerüche, mir zur bestimmten Zeit darzubringen; dies schließt den Farren der Gemeinde wegen Entfallens und die Ziegenböcke wegen Götzendienstes ein, daß sie aus der Tempelkasse kommen – so R. Šimo͑n.",
"DANN WURDE EIN GANZES DARGEBRACHT. R. Ḥija b. Abba sagte: R. Joḥanan fragte, ob morgens ein ganzes und abends ein ganzes oder morgens ein ganzes und abends keines.",
"Raba erwiderte: Komm und höre: Der achtemit dem Pfannenopfer. Wenn man nun sagen wollte, abends werde dann keines dargebracht, so kann es ja vorkommen, daß der achte mit dem Pfannenopfer ausfällt, wenn nämlich der Hochpriester gestorben und kein anderer an seiner Stelle eingesetzt worden ist.",
"Als die Jünger dies R. Jirmeja sagten, sprach er: Die törichten Babylonier sitzen in einem finsteren Lande und lehren finstere Dinge.",
"Es wird ja auch gelehrt: der siebente mit dem Feinmehl und der neunte mit dem Weine; kommt es etwa bei diesen nicht vor, daß sie ausfallen,",
"[es heißt ja:]ihre Speisopfer und ihre Gußopfer, selbst nachts, ihre Speisopfer und ihre Gußopfer, selbst am folgenden Tage.",
"Vielmehr lehrt er nicht von einem Ausnahmefalle, ebenso lehrt er auch diesbezüglich nicht von einem Ausnahmefalle.",
"Als man dies Raba wiedererzählte, sprach er: Unser Schlechtes sagt man ihnen, unser Gutes sagt man ihnen nicht.",
"Später aber sagte Raba: Dies ist ebenfalls Gutes; die Schrift sagt:Feinmehl als beständiges Speisopfer, dieses gleicht dem Speisopfer. –",
"Wie bleibt esdamit? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Komm und höre, es wird gelehrt: Ein ganzes morgens und ein ganzes abends.",
"R. Joḥanan sagte: Hierüberstreiten Abba Jose b. Dostaj und die Rabbanan.",
"Abba Jose b. Dostaj sagt, er sondere dafür zwei Haufen Weihrauch ab, einen Haufen morgens und einen Haufen abends, und die Rabbanan sagen, er sondere dafür einen Haufen ab, einen halben Haufen morgens und einen halben Haufen abends. –",
"Worin besteht ihr Streit? – Abba Jose b. Dostaj ist der Ansicht, es komme nicht vor, daß ein halber Haufe [Weihrauch] dargebracht werde, und die Rabbanan sind der Ansicht, es komme nicht vor, daß für ein I͑saron [Mehl] zwei Haufen [Weihrauch] erforderlich seien.",
"R. Joḥanan fragte: Ist nach den Rabbanan, wenn der Hochpriester gestorben ist und kein anderer an seiner Stelle eingesetzt wordenist,"
],
[
"ein doppeltes Quantum Weihrauch erforderlich oder nicht: sagen wir, da das Mehl verdoppelt worden ist, sei auch der Weihrauch zu verdoppeln, oder aber gilt dies nur von dem, wovon dies ausdrücklich gesagtist, nicht aber von dem, wovon dies nicht ausdrücklich gesagt ist?",
"Und wie verhält es sich mit dem Ölsowohl nach Abba Jose b. Dostaj als auch nach den Rabbanan?",
"Raba erwiderte: Komm und höre: Es gibt fünf Haufen[Weihrauch]; wenn dem sowäre, kann es ja vorkommen, daß es sieben sind!? – Von Ausnahmefällen lehrt er nicht.",
"R. Papa saß und trug diese Lehre vor, da sprach R. Joseph b. Šema͑ja zu R. Papa: Das Darbringen des Haufens außerhalbist ja ein Ausnahmefall, dennoch lehrt er ihn!? –",
"Wie bleibt es damit? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Komm und höre, es wird gelehrt: Wenn der Hochpriester gestorben ist und kein anderer an seiner Stelle eingesetzt worden ist, so ist ein ganzes I͑saron morgens und ein ganzes abends erforderlich; ferner sind zwei Haufen [Weihrauch] abzusondern, einer morgens und einer abends; ferner sind drei Log [Öl] abzusondern, anderthalb Log morgens und anderthalb Log abends.",
"Nach wessen Ansicht, wenn nach den Rabbanan, weshalb ist der Weihrauch verdoppelt worden, das Öl aber nicht verdoppelt worden!?",
"Doch wohl nach Abba Jose b. Dostaj, nach dem auch sonst für das Pfannenopfer des Hochpriesters zwei Haufen [Weihrauch] erforderlich sind, somit ist der Weihrauch nicht verdoppelt worden und das Öl nicht verdoppelt worden;",
"wenn nun nach Abba Jose b. Dostaj das Öl nicht verdoppelt wird, so wird nach den Rabbanan nicht der Weihrauch und nicht das Öl verdoppelt.",
"R. Joḥanan sagte: Die Halakha ist wie Abba Jose b. Dostaj. – Kann R. Joḥanan dies denn gesagt haben, R. Joḥanan sagte ja, die Halakha sei nach einer anonymen Mišna zu entscheiden, und eine solche lehrt ja, es gebefünf Haufen!? –",
"Amoraím streiten über die Ansicht R. Joḥanans.",
"",
" ALLE SPEISOPFER WERDEN UNGESÄUERT DARGEBRACHT, AUSGENOMMEN SIND DIE GESÄUERTEN [BROTE] DES DANKOPFERS UND DIE ZWEI BROTE, DIE GESÄUERT DARGEBRACHT WERDEN.",
"R. MEÍR SAGTE: DER SAUERTEIG WURDE DIESEN SELBST ENTNOMMEN, UND DIESER SÄUERTE SIE.",
"R. JEHUDA SAGTE: DIES IST NIGUT ZU BEVORZUGEN; VIELMEHR HOLTE MAN [ANDEREN] SAUERTEIG, LEGTE IHN IN DAS GEFÄSS UND FÜLLTE ES DANN. MAN ENTGEGNETE IHM: AUF DIESE WEISE KANN ES ZU WENIG ODER ZU VIEL SEIN.",
"GEMARA. R. Perida fragte R. Ami: Woher, daß alle Speisopfer ungesäuert dargebracht werden? – ‘Woher’, von manchen steht dies geschrieben, und von denjenigen, von welchen dies nicht geschrieben steht, heißt es:"
],
[
"dies ist das Gesetz des Speisopfers; die Söhne Ahrons sollen es darbringen vor dem Herrn an der Vorderseite des Altars, und was davon zurückbleibt, sollen Ahron und seine Söhne essen, ungesäuert soll es gegessen werden. Jener entgegnete: Ich frage nicht hinsichtlich des Gebotes, ich frage nur hinsichtlich der Unerläßlichkeit.",
"Dieser erwiderte: Auch hinsichtlich der Unerläßlichkeit heißt es: es soll nicht gesäuert gebacken werden, nur ungesäuert.",
"R. Ḥisda wandte ein: Vielleicht: es soll nicht gesäuert gebacken werden, jedoch halbgesäuert!? –",
"Welches Halbgesäuerte: das des R. Meírist ja nach R. Jehuda richtiges Ungesäuertes, das des R. Jehudaist ja nach R. Meír richtiges Gesäuertes,",
"und das des R. Meír nach R. Meír ist ja, da dieserhalb zu geißeln ist, ebenfalls Gesäuertes? Vielmehr, das des R. Jehuda nach R. Jehuda.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq wandte ein: Vielleicht: es soll nicht gesäuert gebacken werden, nur gebrüht!? – Gebrüht ist ja eingerührt, bei manchen heißt es ‘eingerührt’ und bei manchen nicht. –",
"Vielleicht ist bei solchen, wo es ‘eingerührt’ heißt, das Einrühren erforderlich, und solche, bei denen es nicht ‘eingerührt’ heißt, können nach Belieben sowohl eingerührt als auch ungesäuert sein!?",
"Rabina wandte ein: Vielleicht besagen [die Worte:] es soll nicht gesäuert gebacken werden, daß man dadurch ein Verbot begehe, untauglich ist es aber nicht!?",
"Woher wissen wir dies nun? – Es wird gelehrt:Ungesäuert, man könnte glauben, nur als Gebot, so heißt es:soll es sein, die Schrift hat dies zur Pflicht gemacht.",
"R. Perida fragte R. Ami: Woher, daß man alle Speisopfer mit lauwarmem [Wasser] knete und darauf achte, daß sie nicht säuern: ist dies vom Pesaḥ[gebote] zu folgern, wobei es heißt:ihr sollt auf die ungesäuerten Brote achten?",
"Dieser erwiderte: Von diesen selbst heißt es:Ungesäuertes soll es sein, erhalte es dabei. – Hieraus wird ja die Unerläßlichkeit entnommen!? – Es könnte ja heißen: Ungesäuertes ist es,",
"wenn es aber heißt: soll es sein, so ist hieraus beides zu entnehmen.",
"Die Jünger sprachen zu R. Perida: R. E͑zra, der Enkel des R. Autilos, zehntes Glied des R. Elea͑zar b. A͑zarja, der zehntes Glied E͑zras war, steht an der Tür. Dieser sprach:",
"Was soll dies alles; ist er ein Gelehrter, schön, ist er ein Gelehrter und ein Nachkomme bedeutender Vorfahren, schön, und ist er ein Nachkomme bedeutender Vorfahren und kein Gelehrter, so mag das Feuer ihn verzehren. Sie erwiderten ihm: Er ist ein Gelehrter. Da sprach er: So mag er eintreten.",
"Hierauf bemerkte er, daß dieser betrübt war; da begann er und sprach:Ich sprach zum Herrn: Du bist mein Gott, mein Gutes ist nicht bei dir. Die Gemeinde Jisraél sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, laß es mir zugute kommen, daß ich dich auf dieser Welt bekannt gemacht habe!",
"Er erwiderte ihr: Mein Gutes ist nicht bei dir; dies lasse ich nicht dir zugute kommen, sondern Abraham, Jiçḥaq und Ja͑qob, die mich zuerst in der Welt bekannt gemacht haben, wie es heißt:die Heiligen, die schon in der Erde sind, die Starken, an denen all mein Gefallen ist.",
"Als dieser ihn von den Starken sprechen hörte, begann er und sprach: Es komme der Starke und räche die Starken an den Starken durch das Starke.",
"Es komme der Starke, das ist der Heilige, gepriesen sei er, wie es heißt:stark ist der Herr in der Höhe. Räche die Starken, das sind die Jisraéliten, wie es heißt: die Starken, an denen all mein Gefallen ist. An den Starken, das sind die Miçrijim, wie es heißt:es sanken wie Blei in das Wasser die Starken. Durch das Starke, das ist das Wasser, wie es heißt:aus dem Brausen starker Wasser, der Meeresbrandung.",
"Es komme der Geliebte, der Sohn des Geliebten, und baue das Geliebte für den Geliebten im Gebiete des Geliebten, damit die Geliebten da Sühne erlangen.",
"Es komme der Geliebte, das ist der König Šelomo; wie es heißt:er sandte den Propheten Nathan und ließ seinen Namen Jedidja [Gottlieb] nennen, wegen des Herrn."
],
[
"Der Sohn des Geliebten, das ist Abraham, wie es heißt:was will mein Geliebter in meinem Hause. Baue das Geliebte, das ist der Tempel, wie es heißt:wie geliebt sind deine Wohnstätten. Für den Geliebten, das ist der Heilige, gepriesen sei er, wie es heißt:ich will meinem Geliebten singen.",
"Im Gebiete des Geliebten, das ist Binjamin, wie es heißt:zu Binjamin sprach er: Geliebter des Herrn, er ruhe in Sicherheit. Damit die Geliebten Sühne erlangen, das sind die Jisraéliten, wie es heißt:ich habe das Geliebte meiner Seele in die Hände seiner Feinde gegeben.",
"Es komme der Gute und empfange das Gute vom Guten für die Guten. Es komme der Gute, das ist Moše, wie es heißt:und sie sah, daß er gut war. Empfange das Gute, das ist die Tora, wie es heißt:eine gute Lehre habe ich euch gegeben. Vom Guten, das ist der Heilige, gepriesen sei er, wie es heißt:der Herr ist gut gegen alle. Für die Guten, das sind die Jisraéliten, wie es heißt:erweise Gutes, o Herr, den Guten.",
"Es komme dieser und empfange dieses von diesem für dieses Volk. Es komme dieser, das ist Moše, wie es heißt:denn dieser Mann, der Moše. Empfange dieses, das ist die Tora, wie es heißt:dies ist die Tora, die Moše vorlegte. Von diesem, das ist der Heilige, gepriesen sei er, wie es heißt:dieser ist mein Gott, ich will ihn verherrlichen. Für dieses Volk, das sind die Jisraéliten, wie es heißt:dieses Volk, das du dir geeignet hast.",
"R. Jiçḥaq sagte: Als der Tempel zerstört wurde, traf der Heilige, gepriesen sei er, Abraham im Tempel stehen. Da sprach er zu ihm: Was sucht mein Geliebter in meinem Hause?",
"Dieser erwiderte: Ich bin in der Angelegenheit meiner Kinder gekommen. Er entgegnete: Deine Kinder haben gesündigt und sind vertrieben worden. Dieser sprach: Vielleicht haben sie versehentlich gesündigt? Er erwiderte:Bosheiten verübt. Jener sprach: Vielleicht hat nur die Minderheit gesündigt? Er erwiderte: Die Mehrheit. –",
"Du solltest ihnen der Beschneidung gedenken. Er erwiderte:Das heilige Fleisch ließen sie entfernen. Jener sprach: Vielleicht würden sie, wenn du ihnen gewartet hättest, Buße getan haben. Er erwiderte:Deine Missetat, wenn du frohlockst.",
"Hierauf schlug er die Hände über das Haupt und schrie und weinte, indem er sprach: Vielleicht gibt es gar, behüte und bewahre, kein Mittel für sie!? Da ertönte eine Hallstimme und sprach zu ihm:Einen frischgrünen Olivenbaum, prangend mit schöner Frucht, nannte dich der Herr. Wie der Olivenbaum seine Zukunft erst spät erreicht, ebenso erreichen auch die Jisraéliten ihre Zukunft erst spät.",
"Beim Tone des gewaltigen Geräusches legte er Feuer an ihn und zersplitterte seine Äste. R. Ḥenana b. Papa sagte: Wegen des Tones der Kundschaftersind die Äste der Jisraéliten zersplittert worden. R. Ḥenana b. Papa sagte nämlich: Ein starkes Wort sprachen die Kundschafter in jener Stunde:er ist stärker als wir, und man lese nicht als wir, sondern als er; selbst der Hausherr kann, als ob man dies sagen könnte, seine Geräte von da nicht holen.",
"R. Ḥija b. Ḥenana wandte ein: Wieso heißt es demnach: beim Tone des gewaltigen Geräusches, es sollte ja heißen: beim Tone der Worte!? Vielmehr, der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Abraham: Ich habe deine Stimme gehört und erbarmtemich ihrer. Anfangs sagte ich: sie sollen in vier Reichen geknechtet werden, in jedem so lange wie in allen vierzusammen,",
"nun aber nur so lange wie später festgesetzt worden ist. Manche sagen: Anfangs sagte ich: nach einander, nun aber soll es gleichzeitig erfolgen.",
"R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Die Jisraéliten werden deshalb mit einem Olivenbaume verglichen, um dir zu sagen, wie die Blätter des Olivenbaumes weder im Sommer noch in der Regenzeit abfallen, ebenso gibt es auch für die Jisraéliten ewig kein Aufhören, weder auf dieser Welt noch in der zukünftigen Welt. Auch sagte R. Joḥanan: Die Jisraéliten werden deshalb mit einem Olivenbaume verglichen, um dir zu sagen, wie die Olive ihr Öl nur durch Pressen hergibt, ebenso wenden sich die Jisraéliten nur durch Züchtigungen zum Guten.",
"R. MEÍR SAGTE: DER SAUERTEIG WURDE DIESEN SELBST ENTNOMMEN UND DIESER SÄUERTE SIE &C. Was heißt zu viel oder zu wenig.",
"R. Ḥisda erwiderte: Ist der Sauerteig hart, so ist es zu viel, ist er weich, so ist es zu wenig. –",
"Schließlich wird es ja aber in das I͑saronhineingemessen!? –",
"Rabba und R. Joseph erklärten beide, man richte sich nach dem früheren Zustande. –",
"Sollte man doch etwas davonnehmen, es anderwärts säuern lassen und damit zusammen kneten!? – Es wird berücksichtigt, man könnte [Sauerteig] von anderwärts holen.",
"Die Rabbanan lehrten: Man darf nichtmit Äpfeln säuern;"
],
[
"im Namen des R. Ḥanina b. Gamliél sagten sie, man dürfe wohl damit säuern. R. Kahana lehrte dies im Namen des R. Ḥanina b. Teradjon. –",
"Wessen Ansicht vertritt folgende Lehre: wenn man einen Apfelzerrieben und in den Teig getan, und er gesäuert hat, so ist er verboten: wessen?",
"Es wäre anzunehmen, daß sie die Ansicht des R. Ḥanina b. Gamliél vertritt und nicht die der Rabbanan. – Du kannst auch sagen, sie vertrete die der Rabbanan, denn zugegeben, daß es nicht richtiges Gesäuertes ist, gesäuerteshaltig aber ist es.",
"R. Ila sagte: Es gibt nichts Schwereres zum Abhäufen als das Sünd-Speisopfer. R. Jiçḥaq b. Evdämi sagte: Das Sünd-Speisopfer wird mit Wasser eingerührt, und es ist tauglich. –",
"Es wäre anzunehmen, daß ihr Streit in folgendem bestehe: einer ist der Ansicht, man richte sich nach dem früheren Zustande, und einer ist der Ansicht, man richte sich nach dem gegenwärtigen Zustande. –",
"Nein, alle sind der Ansicht, man richte sich nach dem gegenwärtigen Zustande, und ihr Streit besteht in folgendem: einer ist der Ansicht, unter trocken sei zu verstehen, trocken von Öl, und einer ist der Ansicht, unter trocken sei zu verstehen, trocken von allem.",
"Dort haben wir gelernt: Ist Kalbfleisch aufgequollen oder Fleisch von einem alten Tiere zusammengeschrumpft, so richte man sichnach ihrem Zustande.",
"Rabh, R. Ḥija und R. Joḥanan sagen, man richte sich nach ihrem gegenwärtigen Zustande: Šemuél, R. Šimo͑n b. Rabbi und Reš Laqiš sagen, man richte sich nach ihrem früherenZustande.",
"Man wandte ein: Wenn Kalbfleisch das erforderliche Quantum nicht hatte, aber aufgequollen ist und das erforderliche Quantum erreicht hat, so ist es bis dahin reinund von jetzt ab unrein!? –",
"Nur rabbanitisch. –",
"Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: dasselbe gilt auch vom Verwerflichen und vom Übriggebliebenen. Allerdings kann es beim Verwerflichen und beim Übriggebliebenen vorkommen, wenn du sagst, dies sei nach der Tora, wieso aber kann es beim Verwerflichen und beim Übriggebliebenen vorkommen, wenn du sagst, dies sei rabbanitisch!? –",
"Lies: Dasselbe gilt auch von der Unreinheitdes Verwerflichen und der Unreinheit des Übriggebliebenen.",
"Man könnte glauben, daß die Rabbanan, da die Unreinheit des Verwerflichen und des Übriggebliebenen nur rabbanitisch ist, es damit nicht streng nehmen, so lehrt er uns. –",
"Komm und höre: Wenn das Fleisch von einem alten Tiere das erforderliche Quantum hatte und auf ein kleineres als das erforderliche Quantum zusammengeschrumpft ist, so ist es bis dahinunrein und von da ab rein!?",
"Rabba erwiderte: Wenn es vorher [das Quantum] hatte und später nicht mehr hat, so hat es ja nicht, und wenn es vordem nicht hatte und später hat, so gilt es rabbanitisch[als vorhanden],"
],
[
"sie streiten nur über den Fall, wenn es vorher zusammengeschrumpft war, und wieder aufgequollen ist; nach der einen Ansicht gibt es bei Verbotenem eine Verdrängung, und nach der anderen Ansicht gibt es bei Verbotenem keine Verdrängung. –",
"Gibt es denn jemand, der sagt, bei Verbotenem gebe es eine Verdrängung, wir haben ja gelernt: Wenn man Speisen in Eigröße in die Sonne gelegt hat und sie vermindert worden sind, und ebenso ein olivengroßes[Stück] von einer Leiche oder einem Aase, ein linsengroßesvon einem Kriechtiere, ein olivengroßes von Verwerflichem, Übriggebliebenem oder Talg, so sind sie nicht unrein, beziehungsweise ist man ihretwegen nicht schuldig wegen Verwerflichem, Übriggebliebenem und Talg;",
"wenn man sie in den Regen legt und sie aufquellen, so sind sie unrein, und man ist ihretwegen schuldig wegen Verwerflichem, Übriggebliebenem und Talg. Dies ist eine Widerlegung desjenigen, welcher sagt, bei Verbotenem gebe es eine Verdrängung. Eine Widerlegung. –",
"Komm und höre: Man darf den Zehnten von frischen Feigen für gedörrte nach Stückzahlentrichten.",
"Erklärlich ist dies, wenn du sagst, man richte sich nach dem früheren Zustande, wenn du aber sagst, man richte sich nach dem gegenwärtigen Zustande, entrichtet man ja den Zehnten zu hoch,",
"und wir haben gelernt, wenn man den Zehnten zu hoch entrichtet, seien die Früchte tauglich, der Zehnt aber verdorben!? –",
"Wie ist, wenn man sich nach dem früheren Zustande richtet, der Schlußsatz zu erklären: und von gedörrten für frische Feigen nach Maß.",
"Erklärlich ist dies, wenn du sagst, man richte sich nach dem gegenwärtigen Zustande, wenn du aber sagst, man richte sich nach dem früheren Zustande, entrichtet man ja den Zehnten zu hoch!?",
"Vielmehr wird hier von der großen Hebegesprochen,",
"und zwar erfolgt es sowohl im Anfangsatze als auch im Schlußsatze mit wohlwollendem Auge. – Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: R. Elea͑zar b. R. Jose erzählte: Mein Vater nahm zehn Dörrfeigen aus dem Dörrapparate für neunzig [Frischfeigen] aus dem Korbe. Wieso zehn, wenn du sagst, hier werde von der großen Hebe gesprochen!?",
"Vielmehr, hier wird von der Zehnthebegesprochen, und zwar nach Abba Elea͑zar b. Gamliél, denn es wird gelehrt: Abba Elea͑zar b. Gamliél sagte:Eure Hebe wird euch angerechnet werden, die Schrift spricht von zweiHeben, von der großen Hebe und von der Zehnthebe;",
"wie die große Hebe nach Schätzungund durch Bestimmungentrichtet werden kann, ebenso auch die Zehnthebe nach Schätzung und durch Bestimmung,"
],
[
"und hieraus folgt: wie die große Hebe mit wohlwollendem Auge, ebenso auch die Zehnthebe mit wohlwollendem Auge.",
"R. Elea͑zar b. R. Jose erzählte: Mein Vater nahm zehn Dörrfeigen aus dem Dörrapparate für neunzig [Frischfeigen] aus dem Korbe. Erklärlich ist dies nun, wenn du sagst, man richte sich nach dem früheren Zustande, wenn du aber sagst, nach dem gegenwärtigen, ist es ja zu wenig!?",
"Als R. Dimi kam, erklärte er im Namen R. Elea͑zars, anders verhalte es sich bei Dörrfeigen, da man sie brühen und auf den früheren Umfang bringen kann.",
"Die Rabbanan lehrten: In Orten, wo die Feigen gedörrt werden, darf mandie Hebe von Frischfeigen für Dörrfeigen entrichten; nicht aber von Dörrfeigen für Frischfeigen, selbst in Orten, wo die Feigen gedörrt werden.",
"Der Meister sagte: In Orten, wo die Feigen gedörrt werden, darf man die Hebe von Frischfeigen für Dörrfeigen entrichten. Nur in Orten, wo dies üblich ist, nicht aber in Orten, wo dies nicht üblich ist;",
"in welchem Falle: ist ein Priester anwesend, weshalb nicht in Orten, wo dies nicht üblich ist, wir haben ja gelernt, wo ein Priester anwesend ist, entrichte man die Hebe vom Besseren;",
"wahrscheinlich also, wenn kein Priester anwesend ist, wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: nicht aber von Dörrfeigen für Frischfeigen, selbst in Orten, wo die Feigen gedörrt werden. Weshalb darf man dies nicht, wenn kein Priester anwesend ist, wir haben ja gelernt, wo kein Priester anwesend ist, entrichte man die Hebe vom Dauerhafteren; wahrscheinlich also, wenn ein Priester anwesend ist.",
"Der Anfangsatz, wenn kein Priester anwesend ist, und der Schlußsatz, wenn ein Priester anwesend ist!? – Allerdings, der Anfangssatz, wenn kein Priester anwesend ist, und der Schlußsatz, wenn ein Priester anwesend ist.",
"R. Papa sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß wir erforderlichenfalls eine Mišna auf zwei verschiedene Fälle beziehen, nicht aber zwei verschiedenen Autorenaddizieren.",
" ALLE SPEISOPFER WERDEN MIT LAUWARMEM WASSER GEKNETET UND MAN PASSE AUF, DASS SIE NICHT SÄUERN; HAT MAN DAS ZURÜCKBLEIBENDE SÄUERN LASSEN, SO HAT MAN EIN VERBOT ÜBERTRETEN, DENN ES HEISST: kein Speisopfer, das ihr dem Herrn darbringt, darf gesäuert hergerichtet werden. MAN IST SCHULDIG WEGEN DES KNETENS, DES FORMENS UND DES BACKENS.",
"GEMARA. Woher dies? Reš Laqiš erwiderte: Die Schrift sagt:es darf nicht gesäuert gebacken werden, ihr Anteil, selbst ein Teil darf nicht gesäuert gebacken werden. –",
"Deutet dies denn hierauf, dies ist ja für folgende Lehre nötig:"
],
[
"Es darf nicht gesäuert gebacken werden; was lehrt dies, es heißt ja bereits:es darf nicht gesäuert hergerichtet werden? Aus den Worten: es darf nicht gesäuert hergerichtet werden, könnte man entnehmen, man sei wegen aller Tätigkeiten nur einmal schuldig, so heißt es: es darf nicht gebacken werden;",
"das Backen war einbegriffen und wurde deshalb herausgegriffen, um alles andere damit zu vergleichen: wie das Backen eine gesonderte Tätigkeit ist, und man ist dieserhalb besonders schuldig, ebenso auch das Kneten, das Formen und jede andere gesonderte Tätigkeit,",
"dies schließt das Glättenein, das ebenfalls eine gesonderte Tätigkeit ist, derentwegen man besonders schuldig ist. –",
"Wir entnehmen es aus [dem Worte] ihr Anteil. –",
"Vielleicht deutet das ganze hierauf!? –",
"Wenn dem so wäre, so sollte es doch heißen: ihr Anteil darf nicht gesäuert gebacken werden, wenn es aber heißt: es darf nicht gesäuert gebacken werden, ihr Anteil, so ist beides zu entnehmen. –",
"Vielleicht ist man wegen des Backens, das der Allbarmherzige besonders nennt, einmal schuldig und wegen der übrigen zusammen einmal!? – Dies war in der Generalisierung einbegriffen und ist aus der Generalisierung herausgegriffen worden, um etwas zu lehren, und dies bezieht sich nicht nur auf dieses allein, sondern auf die ganze Generalisierung. –",
"Vielleicht sind [die Worte] soll nicht hergerichtet werden eine Generalisierung und [die Worte] soll nicht gebacken werden eine Spezialisierung, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung folgt, so enthält die Generalisier im g nur das, was die Spezialisierung nennt, nur das Backen, anderes aber nicht!?",
"R. Apṭoriqi erwiderte: Die Generalisierung und die Spezialisierung sind von einander entfernt, und wenn die Generalisierung und die Spezialisierung von einander entfernt sind, wird [die Regel] von der Generalisierung und Spezialisierung nicht angewandt.",
"R.Ada b. Ababa, manche sagen, Kadi, wandte ein: Wird denn, wenn die Generalisierung und die Spezialisierung von einander entfernt sind, [die Regel] von der Generalisierung und Spezialisierung nicht angewandt, es wird ja gelehrt:Er schlachte es am Orte, wo das Brandopfer geschlachtet wird; wie das Brandopfer auf der Nordseite geschlachtet wird, ebenso auch dieses auf der Nordseite.",
"Braucht dies denn hieraus entnommen zu werden, es heißt ja bereits:am Orte, wo das Brandopfer geschlachtet wird, ist das Sündopfer zu schlachten!? Jeneswurde deshalb hervorgehoben, um es festzusetzen: hat man es nicht in der Nordseite geschlachtet, so hat man es untauglich gemacht.",
"Du sagst, es sei dieserhalb hervorgehoben worden, vielleicht ist dem nicht so, sondern daß nur dieses der Nordseite benötigt, nicht aber andere? Es heißt:er schlachte das Sündopfer am Orte, wo das Brandopfer (geschlachtetwird), und dies ist eine Hauptnorm für alle Sündopfer, daß sie der Nordseite benötigen.",
"Nur deshalb, weil der Allbarmherzige geschrieben hat: er schlachte das Sündopfer, sonst aber würde man gesagt haben, nur für jenes und nicht für andere sei die Nordseite erforderlich;",
"doch wohl deshalb, weil hierbei eine Generalisierung und eine Spezialisierung vorhanden ist, somit wird hier [die Regel] von der Generalisierung und Spezialisierung angewandt, obgleich sie von einander entfernt sind!?",
"R. Aši entgegnete: Ist dies denn überhaupt eine Generalisierung und Spezialisierung, dies ist jaeine Spezialisierung und Generalisierung, somit ist die Generalisierung eine Hinzufügung zur Spezialisierung, und schließt alles ein!?",
"Dem Autor ist vielmehr das es auffallend und er lehrt wie folgt: vielleicht ist dem nicht so, sondern deutet darauf, daß nur dieses der Nordseite benötigt, nicht aber anderes, denn der Allbarmherzige sagt es. –",
"Was schließt nun das es aus, wo dies entnommen wird aus [den Worten] er schlachte das Sündopfer!? – Dies lehrt, nur dieses in der",
"Nordseite, nicht aber der Ziegenbock Naḥšonsin der Nordseite.",
"Man könnte nämlich glauben, dieser sei, da er hinsichtlich des Stützenseinbegriffen ist, auch hinsichtlich der Nordseite einbegriffen, so lehrt er uns. –",
"Woher dies vom Stützen? – Es wird gelehrt:Er stütze seine Hand auf den Kopf des Ziegenbockes, dies schließt den Ziegenbock Naḥšons hinsichtlich des Stützens ein – so R. Jehuda; R. Šimo͑n sagt,"
],
[
"dies schließe die Ziegenböcke wegen Götzendienstes hinsichtlich des Stützens ein.",
"Rabina wandte ein: Erklärlich ist dies nach R. Jehuda, wie ist es aber nach R. Šimo͑nzu erklären!?",
"Mar Zuṭra, Sohn des R. Mari, sprach zu Rabina: Auch nach R. Jehuda erstreckt sich ja die Einbegreifung nur auf das, hinsichtlich dessen er einbegriffen ist, und nicht auf das, hinsichtlich dessen er nicht einbegriffenist.",
"Wolltest du erwidern, wenn die Schrift ihn nicht ausgeschlossen hätte, würde man ihn durch die Hauptnormeinbegriffen haben, so sollte demnach die Schrift auch hinsichtlich des Stützens geschwiegen haben, da auch dies durch die Hauptnormeinbegriffen ist!? Du mußt also sagen, man folgere nicht hinsichtlich eines Gesetzes pro praesentivon einem Gesetze für die Dauer, ebenso ist auch diesbezüglichzu erklären, man folgere nicht hinsichtlich eines Gesetzes pro praesenti von einem Gesetze für die Dauer. –",
"Vielmehr, esin der Nordseite, nicht aber der Schlachtende in der Nordseite. –",
"Dies ist ja aus einer Lehre R. Aḥijas zu entnehmen!? Es wird nämlich gelehrt: R. Aḥija sagte:er schlachte es an der Seite des Altars, nördlich; was lehrt dies?",
"Wir finden, daß der [das Blut] Aufnehmende in der Nordseite stehen und in der Nordseite [das Blut] aufnehmenmuß, und wenn er in der Südseite gestanden und es in der Nordseite aufgenommen hat, es untauglich ist; man könnte nun glauben, dies gelte auch hiervon, daher heißt es es, nur es in der Nordseite, nicht aber braucht der Schlachtende in der Nordseite zu stehen. –",
"Vielmehr, es in der Nordseite, nicht aber das Geflügelin der Nordseite. Man könnte nämlich glauben, es sei [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere vom Schafe zu folgern: wenn beim Schafe, bei dem esnicht durch einen Priester erfolgenmuß, die Nordseite erforderlich ist, um wieviel mehr ist beim Geflügel, bei dem esdurch einen Priester erfolgen muß, die Nordseite erforderlich. –",
"Wohl beim Schafe, weil für dieses ein Geräterforderlich ist!? –",
"Vielmehr, es in der Nordseite, nicht aber das Pesaḥopfer in der Nordseite. – Hinsichtlich des Pesaḥopfers ist es ja aus einer Lehre des R. Elie͑zer b. Ja͑qob zu entnehmen!?",
"Es wird nämlich gelehrt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Man könnte glauben, beim Pesaḥopfer sei die Nordseite erforderlich, und zwar wäre dies durch einen Schluß zu folgern: wenn beim Brandopfer, für dessen Schlachtung keine Zeit festgesetzt ist, die Nordseite festgesetzt ist, um wieviel mehr ist beim Pesaḥopfer, für dessen Schlachtung eine Zeit festgesetzt ist, die Nordseite festgesetzt. –",
"Wohl beim Brandopfer, weil es vollständig verbrannt wird. –",
"Vom Sündopfer. – Wohl beim Sündopfer, weil es den der Ausrottung Schuldigen Sühne schafft!? –",
"Vom Schuldopfer. – Wohl beim Schuldopfer, weil es hochheilig ist!? Und wenn von allen zusammen, so sind sie ja alle hochheilig. –",
"Vielmehr, tatsächlich, wie wir vorher erklärt haben, es in der Nordseite, nicht aber der Schlachtende in der Nordseite, wenn du aber einwendest, dies sei aus der Lehre R. Aḥijas zu entnehmen, so schließt dies nicht den Schlachtenden hinsichtlich der Nordseiteaus, vielmehr ist sie wie folgt zu verstehen: der Schlachtende braucht nicht in der Nordseite zu sein, wohl aber muß der [Blut]aufnehmende in der Nordseite sein. –",
"Hinsichtlich des [Blut]aufnehmenden geht dies ja hervor aus [dem Worte]: er nehme!? – Die [Folgerung aus dem Worte] er nehme leuchtet ihm nicht ein.",
"MAN IST SCHULDIG WEGEN DES KNETENS, DES FORMENS UND DES BACKENS. R. Papa sagte: Hat jemand es gebacken, so ist er zweimal zu geißeln, einmal wegen des Formens und einmal wegen des Backens. – Du sagtest ja aber: wie das Backen eine gesonderte Tätigkeit ist, und man ist wegen dessen besonders schuldig!? –",
"Das ist kein Einwand; eines, wenn er geformt und gebacken hat, und eines, wenn ein anderer geformt und er gebacken hat.",
"Die Rabbanan lehrten: Ist ein Erstgeborenesvon einem Blutandrang befallen worden, so darf man ihm an einer Stelle, wo man ihm keinen Leibesfehler beibringt, zur Ader lassen, nicht aber darf man ihm zur Ader lassen an einer Stelle, wo man ihm einen Leibesfehler beibringt – so R. Meír;",
"die Weisen sagen, man dürfe ihm zur Ader lassen auch an einer Stelle, wo man ihm einen Leibesfehler beibringt, nur dürfe man es daraufhin nicht schlachten; R. Šimo͑n sagt,"
],
[
"es dürfe auch daraufhin geschlachtet werden; R. Jehuda sagt, selbst wenn es verendet, dürfe man ihm nichtzur Ader lassen.",
"R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Allestimmen überein, daß man schuldig ist, wenn man nach dem Säuern säuernläßt, denn es heißt:es soll nicht gesäuert hergerichtet werden, und:es soll nicht gesäuert gebacken werden;",
"daß man wegen des Kastrierens nach dem Kastrierenschuldig ist, denn es heißt:dem die Hoden zerquetscht, zerschlagen, abgerissen oder zerschnitten sind, und da man, wenn man wegen des Zerschneidens schuldig ist, wegen des Abreißens erst recht schuldig seinmüßte, so schließt dies das Abreißen nach dem Zerschneiden ein, daß man dieserhalb schuldig sei;",
"sie streiten nur über den Fall, wenn man einem Fehlerbehafteten einen Leibesfehler beibringt. R. Meír sagt:keinerleiGebrechen darf an ihm sein, und die Rabbanan sagen:gebrechenfrei soll es sein, zum Wohlgefallen. –",
"Und R. Meír, es heißt ja: gebrechenfrei soll es sein, zum Wohlgefallen!? – Dies schließt ein seit jeher Fehlerbehaftetes aus. –",
"Ein seit jeher Fehlerbehaftetes ist ja nicht mehr als ein Baum!? –",
"Vielmehr, dies schließt untauglich gewordene Opfer nach ihrer Auslösung aus. Man könnte glauben, da sie zur Schur und zur Arbeit verboten sind, dürfe man ihnen auch keinen Leibesfehler beibringen, so lehrt er uns. –",
"Und die Rabbanan, es heißt ja: keinerlei Gebrechen darf an ihm sein!? – Dies deutet auf folgende Lehre: Keinerlei Gebrechen darf an ihm sein; ich weiß nur, daß man ihm keinen Leibesfehler [beibringen] darf, woher, daß man dies nicht verursachen darf, daß man ihm nicht Teig oder eine Preßfeige auf das Ohr lege, damit ein Hund komme und es nehme? Es heißt: keinerlei Gebrechen, es heißt Gebrechen und es heißt keinerlei Gebrechen.",
"R. Ami sagte: Wenn man Sauerteig auf Teiggelegt hat und fortgegangen ist, und dieser von selbst gesäuert hat, so ist man dieserhalb schuldig, wie bei einer Tätigkeit am Šabbath. – Ist man denn in einem solchen Falle wegen einer Tätigkeit am Šabbath schuldig, Rabba b. Bar Ḥana sagte"
],
[
"ja im Namen R. Joḥanans, wer [am Šabbath] Fleisch auf Kohlen gelegt hat, sei, falls er es umgewendethat, schuldig, und falls er es nicht umgewendet hat, frei!?",
"Rabba erwiderte: Das meint er eben: er ist schuldig, wie wegen des Bratens am Šabbath.",
"Der Text. Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Wer [am Šabbath] Fleisch auf Kohlen gelegt hat, ist, falls er es umgewendet hat, schuldig, und falls er es nicht umgewendet hat, frei. In welchem Falle: wird es, wenn man es nicht umwendet, nicht gar, so ist es jaselbstverständlich, doch wohl, wenn es auch nicht umgewendet gar wird; weshalb ist er nicht schuldig!? –",
"In dem Falle, wenn es, falls man es nicht umwendet, auf einer Seite wie die Speisen des Ben Drusajbrät, und falls man es umwendet, auf beiden Seiten wie die Speisen des Ben Drusaj brät; er lehrt uns, daß eine Seite wie die Speisen des Ben Drusaj nichts sei.",
"Raba sagte: Ist es an einer Stelle in der Größe einer Dörrfeige durchgebraten, so ist er schuldig. Rabina sprach zu R. Aši: Also nur wenn an einer Stelle, nicht aber wenn an zwei oder drei Stellen. Wir haben gelernt, wer [am Šabbath ein Loch] von irgend welcher Größe bohrt, sei schuldig;",
"in welchem Falle, wollte man sagen, an einer Stelle, so ist ja ein solches nicht verwendbar, doch wohl an zwei oder drei Stellen, weil sie vereinigt werden können!? – Nein, tatsächlich an einer Stelle, denn esist als Schlüsselloch verwendbar.",
"Manche lesen: Raba sagte: Selbst an zwei oder drei Stellen. Rabina sprach zu R. Aši: Auch wir haben demgemäß gelernt: wer [ein Loch] von irgend welcher Größe bohrt, ist schuldig; in welchem Falle, wollte man sagen, an einer Stelle, so ist ja ein solches nicht verwendbar, doch wohl an zwei oder drei Stellen, weil sie vereinigt werden können. – Nein, tatsächlich an einer Stelle, denn es ist als Schlüsselloch verwendbar.",
"Die Rabbanan lehrten: Würde es nur geheißen haben:das ihr dem Herrn darbringt, darf nicht gesäuert hergerichtet werden, so würde ich gesagt haben, das Verbot, es gesäuert herzurichten, erstrecke sich nur auf den Haufen;",
"woher dies vom Speisopfer? Es heißt Speisopfer; woher dies von anderenSpeisopfern? Es heißt: jedes Speisopfer. \n",
"Das ihr dem Herrn darbringt, nur das taugliche, nicht aber das untaugliche; hieraus folgerten sie, wer ein taugliches [Speisopfer] säuern läßt, sei schuldig, wenn ein untaugliches, sei er frei.",
"R. Papa fragte: Wie ist es, wenn man es säuern ließ, hinausgebracht hat und wiederum säuernließ: ist es durch das Hinausbringen untauglich geworden, somit ist man, wenn man es wiederum säuern ließ, nicht schuldig wegen Säuernsnach dem Säuern,",
"oder aber ist, da es gesäuert hat, die Untauglichkeit durch das Hinausbringen wirkungslos geworden, somit ist man, wenn man es wiederum säuern ließ, schuldig wegen Säuerns nach dem Säuern? – Dies bleibt unentschieden.",
"R. Mari fragte: Wie ist es, wenn [der Haufe] auf dem Altar gesäuert hat: der Allbarmherzige sagt: das ihr darbringt, und dieses ist jadargebracht worden,",
"oder aber gilt das Fehlen der Aufräucherung als Fehlen einer Handlung? – Dies bleibt unentschieden.",
"Wozu sind nun, wo diesaus [den Worten] jedes Speisopfer gefolgert wird, [die Worte] das ihr darbringt nötig? – Diese sind wegen der folgenden Lehre nötig: Das ihr darbringt, dies schließt das Speisopfer des Gußopfershinsichtlich der Säuerung ein – so R. Jose der Galiläer; R. A͑qiba sagt, dies schließe das Schaubrot hinsichtlich der Säuerung ein. –",
"Das Speisopfer des Gußopfers wird ja mit Fruchtsaft[hergerichtet],"
],
[
"und Fruchtsaft säuert ja nicht!? Reš Laqiš erwiderte: R. Jose der Galiläer ist der Ansicht, man rühre das Speisopfer des Gußopfers mit Wasser ein, und es ist tauglich. –",
"Das Schaubrot kommt ja aus einem Trockenmaße, und wir wissen von R. A͑qiba, daß er der Ansicht ist, die Trockenmaße wurdennicht geheiligt!?",
"Rabin ließ im Namen R. Joḥanans sagen: So lautet diese Mišna, jedoch ist es umzuwenden: das ihr darbringt, dies schließt das Schaubrot hinsichtlich der Säuerung ein – so R. Jose der Galiläer; R. A͑qiba sagt, dies schließe das Speisopfer des Gußopfers hinsichtlich der Säuerung ein.",
"R. Joḥanan vertritt hierbei seine Ansicht, denn R. Joḥanan sagte: R. Jose der Galiläer und einer von den Schülern R. Jišma͑éls, das ist R. Jošija, lehrten das gleiche. Es wird nämlich gelehrt:Er salbte und heiligte sie. R. Jošija sagte:",
"Flüssigkeitsmaße wurden sowohl von innen als auch von außen gesalbt, Trockenmaße wurden nur von innenund nicht von außen gesalbt.",
"R. Jonathan sagte: Flüssigkeitsmaße wurden von innen und nicht von außen gesalbt, Trockenmaße wurden überhaupt nicht gesalbt. Dies ist auch zu beweisen, denn sie heiligten nicht. Es heißt:aus euren Wohnorten sollt ihr zwei Brote zur Schwingung bringen, aus zwei I͑saron Feinmehl sollen sie bestehen, gesäuert sollen sie gebacken werden, Erstlinge für den Herrn; erst nach dem Backen sind sie für den Herrn. –",
"Worin besteht ihr Streit? – In [der Auslegung des Wortes] sie. R. Jošija erklärt: sie, dies schließe die Außenseite der Trockenmaße aus, und R. Jonathan erklärt, Trockenmaße seien profan und brauchen nicht ausgeschlossen zu werden, vielmehr schließt der Schriftvers die Außenseite der Flüssigkeitsmaße aus. –",
"Demnach wäre anzunehmen, daß auch R. A͑qiba und einer der Schüler R. Jišma͑éls, das ist R. Jonathan, das gleiche lehren? – Hinsichtlich der Flüssigkeitsmaße stimmen sie nichtüberein.",
"R. Papa sprach zu Abajje: Es gibt ja noch die Schüssel, die ein Flüssigkeitsmaßist!? Dieser erwiderte: Wenn man sie auf einer Decke knetet. –",
"Wieso sagte R. Joḥanan demnach, dies sei zu beweisen, denn sie heiligen nicht, jener sollte ihm ja erwidert haben: wenn man esmit einem profanen I͑saron mißt!? –",
"Es ist ja nicht gleich; eine Schüssel zum Kneten hat der Allbarmherzige nicht vorgeschrieben, somit ist nichts dabei, wenn man es auf einer Decke knetet, wieso aber darf man, wo der Allbarmherzige gesagt hat, daß man ein I͑saron mache und damit messe, das I͑saron des Heiligtums lassen und mit einem profanen messen!?",
"Die Rabbanan lehrten: Woher, daß man ein Verbot übertritt, wenn man vom Fleische des Sündopfers, vom Fleische des Schuldopfers, vom Fleische hochheiliger Opfer, vom Fleische min der heiliger Opfer, vom Zurückbleibenden der Webegarbe, vom Zurückbleibenden der zwei Brote, vom Schaubrote und vom Zurückbleibenden der Speisopfer auf [den Altar] bringt?",
"Es heißt:denn allen Sauerteig und allen Honig, nicht dürft ihr davon dem Herrn ein Feueropfer räuchern; alles, wovon auf das Altarfeuer gekommenist, darf nicht geräuchert werden. –",
"Kommt denn von den zwei Broten und vom Schaubrote etwas auf das Altarfeuer, es wird ja gelehrt: ausgenommen sinddie zwei Brote und das Schaubrot, da von ihnen nichts auf das Altarfeuer kommt!?",
"R. Šešeth erwiderte: Von diesen selbst kommt nichts auf das Altarfeuer.",
"Es wurde gelehrt: Wer von diesenauf die Altarrampe bringt, ist, wie R. Joḥanan sagt, schuldig, und wie R. Elea͑zar sagt, frei.",
"R. Joḥanan sagt, er sei schuldig, denn es wird gelehrt:Altar, ich weiß dies nur vom Altar, woher dies von der Altarrampe? Es heißt:und auf den Altar sollen sie nicht kommen. –",
"Was ist der Grund R. Elea͑zars, welcher sagt, er sei frei? – Die Schrift sagt: Sauerteig und Honig, als Erstlingsopfer mögt ihr sie darbringen;",
"nur hinsichtlich diesergleicht die Altarrampe dem Altar, nicht aber hinsichtlich anderer Dinge. –"
],
[
"Wofür verwendet R. Joḥanan [das Wort] sie? –",
"Dieses verwendet er für folgende Lehre: Man könnte glauben, ein einzelner dürfe esals freiwillig spenden und bringen, und hiervon heißt es:den Ausspruch deiner Lippen sollst du halten,",
"so heißt es: als Erstlingsopfer mögt ihr sie darbringen, ich sagte es nur von einer Gemeinde, nicht aber von einem einzelnen.",
"Man könnte glauben, nur ein einzelner dürfe nicht bringen, weil er solches nicht als Pflichtopfer bringt, wohl aber dürfe die Gemeinde esbringen, die solches als Pflichtopfer bringt, so heißt es sie. – Was ist davondarzubringen? – Die zwei Brote vom Sauerteig und die Erstlinge vom Honig. –",
"Dürfen denn die zwei Brote nicht als freiwillige Spende dargebracht werden, es wird ja gelehrt: Wenn es allen Sauerteigheißt, wozu heißt es allen Honig, und wenn es allen Honig heißt, wozu heißt es allen Sauerteig?",
"Weil manches beim Sauerteig ist, was nicht beim Honig, und manches beim Honig ist, was nicht beim Sauerteig. Der Sauerteig ist aus der Allgemeinheit heraus im Tempel erlaubt worden,",
"der Honig ist nicht aus der Allgemeinheit heraus im Tempel erlaubt worden; der Honig ist beim Zurückbleibenden der Speisopfererlaubt, der Sauerteig ist beim Zurückbleibenden der Speisopfer nichterlaubt. Da nun manches beim Sauerteig ist, was nicht beim Honig, und manches beim Honig ist, was nicht beim Sauerteig, so muß es sowohl allen Sauerteig als auch allen Honig heißen.",
"Der Fall, wobei der Sauerteig aus der Allgemeinheit heraus im Tempel erlaubt worden ist, kommt wohl bei den zwei Broten vor, demnachdürfen sie freiwillig dargebracht werden!? R. A͑mram erwiderte: Nein, das, was damit dargebracht wird. –",
"Demnachist dies ja auch bei den Erstlingender Fall, denn wir haben gelernt, daß die Tauben auf den Körbenals Brandopfer verwandt wurden, und was sie sonst in der Hand hatten, den Priestern geschenkt wurde!? – Diese waren nur zur Ausschmückung der Erstlinge da.",
"Rami b. Ḥama fragte R. Ḥisda: Wie ist es, wenn man etwas vom Fleische des Geflügel-Sündopfers auf den Altar bringt?",
"Spricht der Allbarmherzigenur von dem, wovon etwas auf das Altarfeuer kommt, und von diesem kommt nichts auf das Altarfeuer, oder von allem, was Opfer heißt, und auch dieses heißt Opfer. Dieser erwiderte: Von allem, was Opfer heißt, und auch dieses heißt Opfer.",
"[Hierüber streiten] folgende Tannaím: R. Elie͑zer sagt, von dem, wovon etwas auf das Altarfeuer kommt; R. A͑qiba sagt, von allem, was Opfer heißt. – Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen.",
"R. Ḥisda erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich des Fleisches vom Geflügel-Sündopfer.",
"Rabh erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich des Logs Öl des Aussätzigen. Levi lehrte nämlich:all ihre Opfer, dies schließt das Log Öl des Aussätzigen ein.",
"Die Rabbanan lehrten: Sauerteig dürft ihr nicht aufräuchern; ich weiß dies vom ganzen, woher dies von einem Teile? Es heißt allen. Woher dies von der Beimischung? Es heißt denn allen. –",
"Wie meint er es? Abajje erwiderte: Er meint es wie folgt: Sauerteig dürft ihr nicht aufräuchern; ich weiß dies nur von einem olivengroßen Quantum, woher dies von einer halben Olive? Es heißt allen; woher dies von der Beimischung? Es heißt denn allen.",
"Raba erwiderte: Er meint es wie folgt: Sauerteig dürft ihr nicht aufräuchern; ich weiß dies nur vom ganzen Haufen, woher dies von einem halben Haufen? Es heißt allen; woher dies von der Beimischung? Es heißt denn allen. –",
"Worin besteht ihr Streit? – Abajje ist der Ansicht, es gebe einen Haufen von weniger als zwei Oliven"
],
[
"und es gebe eine Aufräucherung von wenigerals einer Olive;",
"Raba aber ist der Ansicht, es gebe keinen Haufen von weniger als zwei Oliven und keine Aufräucherung von weniger als einer Olive.",
"Es wurde gelehrt: Wer etwas vom Sauerteig und vom Honig [zusammen] auf den Altar bringt, ist wie Raba sagt, zu geißeln wegen des Sauerteiges, wegen des Honigs, wegen der Beimischung von Sauerteig und wegen der Beimischungvon Honig:",
"Abajje aber sagt, wegen des allgemein Verbotenen sei nicht zu geißeln.",
"Manche sagen, immerhin sei er einmal zu geißeln,",
"und manche sagen, er sei auch einmal nicht zu geißeln, weil das Verbot nicht so präzisiert ist, wie das Verbot des Maulschließens."
],
[
"iii MANCHE BENÖTIGEN DES ÖLS UND DES WEIHRAUCHS, MANCHE DES ÖLS UND NICHT DES WEIHRAUCHS, MANCHE DES WEIHRAUCHS UND NICHT DES ÖLS, UND MANCHE WEDER DES WEIHRAUCHS NOCH DES ÖLS.",
"FOLGENDE BENÖTIGEN DES ÖLS UND DES WEIHRAUGHS: DAS SPEISOPFER AUS FEINMEHL, DAS PFANNENOPFER, DAS TIEGELOPFER, KUCHENUND FLADEN, \n",
"DAS SPEISOPFER DER PRIESTER, DAS SPEISOPFER DES GESALBTEN PRIESTERS, DAS SPEISOPFER VON NICHTJUDEN, DAS SPEISOPFER VON FRAUENUND DAS SPEISOPFER DER SCHWINGEGARBE.",
"DAS SPEISOPFER DER GUSSOPFERBENÖTIGT DES ÖLS, NICHT ABER DES WEIHRAUCHS; DAS SCHAUBROT BENÖTIGT DES WEIHRAUCHS, NICHT ABER DES ÖLS; \n",
"DIE ZWEI BROTE, DAS SÜND-SPEISOPFER UND DAS EIFERSUCHTS-SPEISOPFER BENÖTIGEN WEDER DES ÖLS NOCH DES WEIHRAUCHS.",
"GEMARA. R. Papa sagte: Von allem, was hier aufgezählt wird, werden zehn [Kuchendargebracht]. Dies schließt die Ansicht R. Šimo͑ns aus; dieser sagt, die Hälfte Kuchenund die Hälfte Fladen, so lehrt er uns, daß dem nicht so ist.",
"Die Rabbanan lehrten:und sollst Öl dazu geben, nicht aber Öl zum Schaubrote.",
"Man könnte nämlich einen Schluß folgern: Wenn das Speisopfer des Gußopfers, das des Weihrauchs nicht benötigt, des Öls benötigt, um wieviel mehr benötigt das Schaubrot, das des Weihrauchs benötigt, des Öls; daher heißt es dazu, dazu Öl, nicht aber Öl zum Schaubrote.\n",
"Und Weihrauch darauf tun, darauf Weihrauch, nicht aber Weihrauch auf das Speisopfer des Gußopfers.",
"Man könnte nämlich einen Schluß folgern: wenn das Schaubrot, das des Öls nicht benötigt, des Weihrauchs benötigt, um wieviel mehr benötigt das Speisopfer des Gußopfers, das des Öls benötigt, des Weihrauchs; daher heißt es darauf, darauf Weihrauch, nicht aber Weihrauch auf das Speisopfer des Gußopfers.",
"Ein Speisopfer, dies schließt das Speisopfer des achten [Tages]hinsichtlich des Weihrauchs ein.Ist es, dies schließt die zwei Brote aus, daß sie weder des Öls noch des Weihrauchs benötigen.",
"Der Meister sagte: Dazu Öl, nicht aber Öl zum Schaubrote. Vielleicht: dazu Öl, nicht aber Öl zum Speisopfer der Priester!? –",
"Es ist einleuchtend, daß das Speisopfer der Priester einzuschließen ist, denn es gleicht jenemhinsichtlich des I͑sarons, des Gefäßes,",
"[der Herrichtung] außerhalb, der Frische, des Heranbringensund des",
"Altarfeuers. –",
"Im Gegenteil, das Schaubrot ist ja einzuschließen, denn es gleicht jenem hinsichtlich der Gemeinde, der Pflicht, der Unreinheit,",
"des Essens der Verwerflichkeitund des Šabbaths!? –",
"[Jenes einzuschließen] ist einleuchtender, denn es heißt:jemand.",
"Der Meister sagte: Darauf Weihrauch, nicht aber Weihrauch auf das Speisopfer des Gußopfers. Vielleicht: darauf Weihrauch, nicht aber Weihrauch auf das Speisopfer der Priester!? –",
"Es ist einleuchtend, daß das Speisopfer der Priester einzuschließen ist, denn es gleicht jenem hinsichtlich des I͑sarons, des Umrührens, des Logs,",
"des Heranbringens und der Selbständigkeit. –",
"Im Gegenteil, das Speisopfer des Gußopfers ist ja einzuschließen, denn es gleicht jenem hinsichtlich der Gemeinde,",
"der Pflicht, der Unreinheit und",
"des Šabbaths!? – [Jenes einzuschließen] ist einleuchtender, denn es heißt jemand.",
"«Ein Speisopfer, dies schließt das Speisopfer des achten [Tages] hinsichtlich des Weihrauchs ein.» Vielleicht ist es ausschließend!? – Was soll dies; erklärlich ist es, wenn du einschließend sagst,",
"wenn du aber ausschließend sagst, ist diesja nicht nötig, da man hinsichtlich eines Gesetzes pro praesentinicht von einem Gesetz für die Dauer folgern kann.",
"«Ist es, dies schließt die zwei Brote aus, daß sie weder des Öls noch des Weihrauchs benötigen.» Vielleicht schließt es das Speisopfer der Priester aus!? – Es ist einleuchtend, daß das Speisopfer der Priester einzuschließen ist, denn es gleicht jenem hinsichtlich des I͑sarons,",
"des Gefäßes, des Ungesäuerten, der Selbständigkeit, des Heranbringens und des Altarfeuers. –",
"Im Gegenteil,"
],
[
"die zwei Brote sind ja einzuschließen, denn sie gleichen jenem hinsichtlich der Gemeinde, der Pflicht, der Unreinheit, des Essens,",
"der Verwerflichkeit, des Šabbaths, des Erlaubtmachens, des Schwingens, des Inlands,",
"der Zeitund des Neuen, und diesesind mehr!? –",
"[Jenes einzuschließen] ist einleuchtender, denn es heißt jemand.",
" MAN IST SCHULDIG WEGEN DES ÖLS BESONDERS UND WEGEN DES WEIHRAUGHSBESONDERS. HAT MAN DAZU ÖL GETAN, SO IST ES UNTAUGLICH, WENN WEIHRAUCH, SO KLAUBE MAN IHN AB.",
"HAT MAN ÖL ZUM ZURÜCKBLEIBENDEN GETAN, SO HAT MAN KEIN VERBOT ÜBERTRETEN. HAT MAN EIN GEFÄSS AUF DAS GEFÄSSGETAN, SO HAT MAN ES NICHT UNTAUGLICH GEMACHT.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten:Er soll nicht Öl darauf tun, hat er getan, so ist es untauglich.",
"Man könnte auslegen: und keinen Weihrauch geben, hat man gegeben, sei es untauglich, so heißt es: denn ein Sündopfer. Man könnte dies auch auf das Öl beziehen, daher heißt es: ist es. –",
"Was veranlaßt dich, es mit Öl als untauglich und mit Weihrauch als tauglich zu erklären!? – Ich erkläre es mit Öl als untauglich, weil man es nicht abklauben kann, und ich erkläre es mit Weihrauch als tauglich, weil man ihn abklauben kann.",
"Rabba b. R. Hona fragte R. Joḥanan: Wie ist es, wenn man darauf geriebenen Weihrauch getan hat: erfolgt diesaus dem Grunde, weil man ihn abklauben kann, und diesen kann man nicht abklauben, oder aus dem Grunde, weil er nicht eingesogenwird, und auch dieser wird nicht eingesogen? –",
"Komm und höre: Wenn Weihrauch, so klaube man ihn ab. –",
"Vielleicht werden zwei Umstände berücksichtigt: erstens wird er nicht eingesogen und zweitens kann man ihn abklauben. –",
"Komm und höre: Und ich erkläre es mit Weihrauch als tauglich, weil man ihn abklauben kann. – Hierbei werden ebenfalls zwei Umstände berücksichtigt. –",
"Wie bleibt es damit? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Es wird gelehrt: Hat man auf ein Sünd-Speisopfer oder ein Eifersuchts-Speisopfer Weihrauch getan, so klaube man ihn ab und es ist tauglich. Hat man vor dem Abklauben des Weihrauchs beabsichtigt, es außerhalb der Frist oder außerhalb des Raumes [aufzuräuchern], so ist es untauglich und es ist nicht mit der Ausrottung belegt;",
"hat man aber nach dem Abklauben des Weihrauchs beabsichtigt, dies außerhalb des Raumes zu tun, so ist es untauglich und es ist nicht mit der Ausrottung belegt, und wenn außerhalb der Frist, verwerflich, und man ist der Ausrottung schuldig. –",
"Wieso wird es durch die Absicht untauglich, es war ja verdrängtworden!?",
"Abajje erwiderte: Der Allbarmherzige nennt esSündopfer. Raba erwiderte: Hier ist die Ansicht Ḥanan des Ägypters vertreten, der von der Verdrängung nichts hält.",
"Wir haben nämlich gelernt: Ḥanan der Ägypter sagt, selbst wenn das Blutsich bereits im Becher befindet, hole man ohne Los einen anderenund paare ihm zu.",
"R. Aši erwiderte: Was in seiner Hand liegt, wird nichtverdrängt.",
"R. Ada sagte: Die Erklärung R. Ašis ist einleuchtend. Derjenige, der von der Verdrängung hält, ist R. Jehuda, denn wir haben gelernt: Ferner sagte R. Jehuda, ist das Blutausgeschüttet worden, so lasse man den fortzuschickenden [Sühnebock] verenden, und ist der fortzuschickende [Sühnebock] verendet, so gieße man das Blut fort.",
"Und hinsichtlich des Falles, wo es in seiner Hand liegt, wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Man füllte einen Becher mit vermischtem Bluteund goß es mit einem Wurf gegen das Fundament.",
"R. Jiçḥaq b. Joseph sagte im Namen R. Joḥanans: Hat man etwas Öl auf eine Olive vom Speisopfer getan, so ist es untauglich, – Aus welchem Grunde? – Er soll nicht tun, irgend ein Tun; darauf, wenn das Quantum vorhanden ist.",
"Ferner sagte R. Jiçḥaq b. Joseph im Namen R. Joḥanans: Hat man eine Olive Weihrauch auf etwas vom Speisopfer getan, so ist es untauglich. – Aus welchem Grunde? – Es beißt: er soll nicht geben, wenn ein Geben erfolgt, somit ist [das Wort] darauf"
],
[
"eine Einschließung nacheiner Einschließung, und eine Einschließung nach einer Einschließung ist ausschließend.",
"Manche lesen: R. Jiçḥaq b. Joseph sagte: R. Joḥanan fragte, wie es denn sei, wenn man etwas Öl auf eine Olive vom Speisopfer getan hat; muß das Tun dem Gebengleichen oder nicht? – Dies bleibt unentschieden.",
"HAT MAN ÖL ZUM ZURÜCKBLEIBENDEN GETAN. Die Rabbanan lehrten: Er soll kein Öl darauf tun und nicht geben; man könnte glauben, dies gelte von zweiPriestern,",
"so heißt es darauf, die Schrift spricht vom Speisopferund nicht vom Priester.",
"Man könnte glauben, man dürfe nicht ein Gefäß auf das Gefäß tun, und wenn man es getan hat, sei es untauglich, so heißt es darauf, die Schrift spricht vom Speisopfer selbst.",
"v MANCHE BENÖTIGEN DES HERANBRINGENS UND NICHT DES SCHWINGENS, MANCHE DES HERANBRINGENS UND DES SCHWINGENS, MANCHE DES SCHWINGENS UND NICHT DES HERANBRINGENS, UND MANCHE WIEDER DES SCHWINGENS NOCH DES HERANBRINGENS.",
"FOLGENDE BENÖTIGEN DES HERANBRINGENS UND NICHT DES SCHWINGENS: DAS SPEISOPFER AUS FEINMEHL, DAS PFANNENOPFER, DAS TIEGELOPFER, KUCHEN UND FLADEN, DAS SPEISOPFER DER PRIESTER, DAS SPEISOPFER DES GESALBTEN PRIESTERS, DAS SPEISOPFER VON NICHTJUDEN, DAS SPEISOPFER VON FRAUEN UND DAS SÜND-SPEISOPFER.",
"R. ŠIMO͑N SAGT, BEIM SPEISOPFER DER PRIESTER UND DEM SPEISOPFER DES GESALBTEN PRIESTERS IST DAS HERANBRINGEN NICHT ERFORDERLICH, WEIL VON IHNEN DER HAUFE NICHT ABGEHOBEN WIRD, UND BEI ALLEM, VON DEM DER HAUFE NICHT ABGEHOBEN WIRD, IST DAS HERANBRINGEN NICHT ERFORDERLICH.",
"GEMARA. R. Papa sagte: Von allem, was hier aufgezählt wird, werden zehn [Kuchendargebracht]. – Was lehrt er uns damit? –",
"Dies schließt die Ansicht R. Šimo͑ns aus; dieser sagt, die Hälfte Kuchenund die Hälfte Fladen, so lehrt er uns, daß dem nicht so ist.",
"Woher dies? – Die Rabbanan lehrten: Würde es geheißen haben:und bringe es, das von solcherlei bereitet wird, dem Herrn, er reiche es dem Priester und dieser bringe es heran, so könnte man glauben, nur der Haufebenötige des Heranbringens,",
"woher dies vom Speisopfer? Es heißt Speisopfer. Woher dies vom Sünd-Speisopfer? Es heißt das Speisopfer.",
"Dies wäre durch einen Schluß zu folgern:"
],
[
"es wird von der Darbringung des Pflichtigen Speisopfers gesprochen und es wird von der Darbringung des freiwilligen Speisopfers gesprochen, wie das freiwillige Speisopfer des Heranbringens benötigt, ebenso benötigt auch das pflichtige Speisopfer des Heranbringens.",
"[Entgegnet man:] wohl das freiwillige Speisopfer, weil es des Öls und des Weihrauchs benötigt, so beweist das Eifersuchts-Speisopfer",
"[das Entgegengesetzte; erwidert man:] wohl das Eifersuchts- Speisopfer, weil es des Schwingens benötigt, so beweist das freiwillige Speisopfer[das Entgegengesetzte].",
"Die Replikation wiederholt sich nun: die Eigenheit des einen gleicht nicht der Eigenheit des anderen und die Eigenheit des anderen gleicht nicht der Eigenheit des einen; das Gemeinsame bei ihnen ist, daß sie hinsichtlich des Abhäufens einander gleichen, und sie gleichen einander hinsichtlich des Heranbringens, somit ist auch das Sünd-Speisopfer einzuschließen, es gleicht ihnen hinsichtlich des Abhäufens, und es gleiche ihnen auch hinsichtlich des Heranbringens.",
"Aber das Gemeinsame bei ihnen ist auch, daß sie für Reiche wie für Arme geeignet sind, während das Sünd-Speisopfer nicht für Reiche wie für Arme geeignetist, daher heißt es: das Speisopfer.",
"R. Šimo͑n sagte: Und bringe es, dies schließt das Speisopfer der Schwingegarbe hinsichtlich des Heranbringens ein, denn es heißt:ihr sollt die Erstlingsgarbe eurer Ernte zum Priester bringen. Er reiche es, dies schließt das Eifersuchts-Speisopfer hinsichtlich des Heranbringens ein, denn es heißt:er reiche es zum Altar.",
"Dies wäre durch einen Schluß zu folgern: wenn das Sünd-Speisopfer, das des Schwingens nicht benötigt, des Heranbringens benötigt, um wieviel mehr benötigt das Eifersuchts-Speisopfer, das des Schwingens benötigt, des Heranbringens. [Entgegnet man:] wohl das Sünd-Speisopfer, weil es aus Weizen dargebracht wird,",
"so beweist das Speisopfer der Schwingegarbe[das Entgegengesetzte; erwidert man:] wohl das Speisopfer der Schwingegarbe, weil es des Öls und des Weihrauchs benötigt, so beweist das Sünd-Speisopfer [das Entgegengesetzte].",
"Die Replikation wiederholt sich nun: die Eigenheit des einen gleicht nicht der Eigenheit des anderen und die Eigenheit des anderen gleicht nicht der Eigenheit des einen; das Gemeinsame bei ihnen ist, daß sie hinsichtlich des Abhäufens einander gleichen, und sie gleichen einander hinsichtlich des Heranbringens, somit ist auch das Eifersuchts-Speisopfer einzuschließen, es gleicht ihnen hinsichtlich des Abhäufens, und gleiche ihnen auch hinsichtlich des Heranbringens.",
"Aber das Gemeinsame bei ihnen ist auch, daß sie aus grobem Mehl nicht tauglichsind, daher heißt es: er reiche es.",
"R. Jehuda sagte: Und bringe es, dies schließt das Eifersuchts-Speisopfer hinsichtlich des Heranbringens ein, denn es heißt:er bringe ihr Opfer;",
"hinsichtlich des Speisopfers der Schwingegarbe aber ist kein Schriftversnötig, denn hinsichtlich dessen ist es durch einen Schluß zu folgern: wenn das Sünd- Speisopfer, das des Schwingens nicht benötigt, des Heranbringens benötigt, um wieviel mehr benötigt das Speisopfer der Schwingegarbe, das des Schwingens benötigt, des Heranbringens.",
"[Entgegnet man:] wohl das Sünd-Speisopfer, weil es aus Weizen dargebracht wird, so beweist das Eifersuchts-Speisopfer [das Entgegengesetzte; erwidert man:] wohl das Eifersuchts-Speisopfer, weil es zur Aufklärung der Sündedient, so beweist das Sünd-Speisopfer [das Entgegengesetzte].",
"Die Replikation wiederholt sich nun: die Eigenheit des einen gleicht nicht der Eigenheit des anderen und die Eigenheit des anderen gleicht nicht der Eigenheit des einen; das Gemeinsame bei ihnen ist, daß sie hinsichtlich des Abhäufens einander gleichen, und sie gleichen einander hinsichtlich des Heranbringens, somit ist auch das Speisopfer der Schwingegarbe einzuschließen, es gleicht ihnen hinsichtlich des Abhäufens, und es gleiche ihnen auch hinsichtlich des Heranbringens.",
"Dagegenist nichts einzuwenden. R. Šimo͑naber wendet wie folgt ein: das Gemeinsame bei ihnen ist, daß sie häufiger sind. –",
"Und R. Jehuda!? – Im Gegenteil, dieses ist häufiger, denn bei jenen kann es vorkommen, daß sie überhaupt nicht [dargebracht werden]. –",
"Vielleicht besagt [das Wort] bringen, daß ein einzelner noch andere außer den im Abschnitte genannten Speisopfernfreiwillig darbringen dürfe!?",
"Dies ist auch aus einem Schluß zu folgern: die Gemeinde bringt Pflichtige Speisopfer aus Weizen und pflichtige Speisopfer aus Gerste, ebenso bringe ein einzelner, der freiwillige Opfer aus Weizen bringt, auch freiwillige Opfer aus Gerste. – Es heißt:diese, nur diese. –",
"Vielleicht deutet [das Wort] diese darauf, daß, wenn jemand gesagt hat, er spende ein Speisopfer, er alle fünfdarbringen müsse!? – Es heißt von diesen, er kann nach Belieben sowohl eines als auch alle fünf darbringen.",
"R. Šimo͑n sagte: Das Speisopfer, dies schließt andere Speisopfer, beispielsweise Speisopfer von Nichtjuden, und Speisopfer von Frauen, hinsichtlich des Heranbringens ein. Man könnte nun glauben, auch die zwei Brote und das Schaubrot seien einzuschließen, so heißt es von diesen. –",
"Was veranlaßt dich, andere Speisopfer einzuschließen und die zwei Brote und das Schaubrot auszuschließen? – Ich schließe andere Opfer ein, weil von ihnen aufs Altarfeuer kommt, und ich schließe die zwei Brote und das Schaubrot aus, weil von ihnen nichts aufs Altarfeuer kommt.",
"Man könnte nun glauben, das Speisopfer des Gußopfers, das vollständig aufs Altarfeuer kommt, benötige des Heranbringens, so heißt es reiche es. –",
"Dieses ist ja verwandtworden!? – [Es heißt] reiche es. – Was veranlaßt dich, andere Opfer einzuschließen und das Speisopfer des Gußopfers auszuschließen? –"
],
[
"Ich schließe andere Opfer ein, weil sie selbständig dargebrachtwerden, und ich schließe das Speisopfer des Gußopfers aus, weil es nicht selbständig dargebrachtwird. Man könnte nun glauben, das Speisopfer der Priester und das Speisopfer des gesalbten Priesters, die selbständig dargebracht werden, benötigen des Schwingens, so heißt es: bringe es heran. – Dies ist ja an sich nötig, daß nämlich das Heranbringen erforderlich ist!? –",
"Aus [dem Worte]: bringe es heran, – Was veranlaßt dich, andere Speisopfer einzuschließen und das Speisopfer der Priester und das Speisopfer des gesalbten Priesters auszuschließen? –",
"Ich schließe andere Speisopfer ein, weil von ihnen aufs Altarfeuer kommt, sie selbständig dargebracht werden, und einen Anteil für die Priester enthalten, und ich schließe die zwei Brote und das Schaubrot aus, weil von ihnen nichts aufs Altarfeuer kommt, das Speisopfer des Gußopfers, weil es nicht selbständig dargebracht wird, und das Speisopfer der Priester und das Speisopfer des gesalbten Priesters, weil sie keinen Anteil für die Priester enthalten.",
"Er hebe ab; man könnte glauben, mit einem Gefäße, so heißt es:er hebe davon mit seiner Faust ab; wie das Abheben, von dem da gesprochen wird, mit der Faust erfolgt, ebenso erfolgt auch das Abheben, von dem hier gesprochen wird, mit der Faust.",
"vi FOLGENDE BENÖTIGEN DES SCHWINGENS UND NICHT DES HERANBRINGENS: DAS LOG ÖL DES AUSSÄTZIGEN UND DESSEN SCHULDOPFER, DIE ERSTLINGE NACH R. ELIE͑ZER B. JA͑QOB, DIE OPFERTEILE DES HEILSOPFERS EINES EINZELNEN UND BRUST UND SCHENKEL DESSELBEN, \n",
"SOWOHL VON MÄNNERN ALS AUCH VON FRAUEN, NUR DURCH JISRAÉLITEN UND NICHT DURCH ANDERE, UND DIE ZWEI BROTE UND DIE ZWEI LÄMMER DES WOCHENFESTES.",
"WIE VERFÄHRT ER DABEI? ER LEGT DIE BEIDEN BROTE AUF DIE BEIDEN LÄMMER, SCHIEBT BEIDE HÄNDE UNTER DIESE [UND SCHWINGT] HIN UND HER, NACH OBEN UND NACH UNTEN, DENN ES HEISST:die geschwungen and hochgehoben wurden. DAS SCHWINGEN ERFOLGTE IN DER OSTSEITEUND DAS HERANBRINGEN IN DER WESTSEITE. DIE SCHWINGUNGEN GEHEN DEN HERANBRINGUNGEN VOR.",
"DAS SPEISOPFER DER SCHWINGEGARBE UND DAS EIFERSUCHTS-SPEISOPFER BENÖTIGEN DES HERANBRINGENS UND DES SCHWINGENS. DAS SCHAUBROT UND DAS SPEISOPFER DES GUSSOPFERS BENÖTIGEN WEDER DES HERANBRINGENS NOCH DES SCHWINGENS. vii",
"R. ŠIMO͑N SAGTE: BEI DREI ARTENGIBT ES [ZUSAMMEN] DREI GEBOTE, BEI JEDER NUR ZWEI UND NICHT DAS DRITTE. FOLGENDE SIND ES: DAS HEILSOPFER EINES EINZELNEN, DAS HEILSOPFER DER GEMEINDE UND DAS SCHULDOPFER DES AUSSÄTZIGEN.",
"DAS HEILSOPFER EINES EINZELNEN BENÖTIGT DES STÜTZENS LEBEND UND DES SCHWINGENS GESCHLACHTET, NICHT ABER DES SCHWINGENS LEBEND; DAS HEILSOPFER DER GEMEINDE BENÖTIGT DES SCHWINGENS LEBEND UND GESCHLACHTET, NICHT ABER DES STÜTZENS; DAS SCHULDOPFER DES AUSSÄTZIGEN BENÖTIGT DES STÜTZENS UND DES SCHWINGENS LEBEND, NICHT ABER DES SCHWINGENS GESCHLACHTET.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten:Er bringe es als Schuldopfer dar mit dem Log Öl und mache mit ihnen eine Schwingung; dies lehrt, daß sie eines gemeinsamen Schwingens benötigen.",
"Woher, daß man der Pflicht genügt hat, auch wenn man das eine besonders und das andere besonders geschwungen hat? Es heißt: er bringe es als Schuldopfer dar, und schwinge. Man könnte glauben, man schwinge einmal und dannwiederum, so heißt es eine Schwingung, nicht aber Schwingungen.",
"Vor dem Herrn, in der Ostseite. – Du erklärtest ja aber: vor dem Herrn, man könnte glauben, in der Westseite!? –",
"Ich will dir sagen, dies nur hinsichtlich des Speisopfers, da es Sündopfer genanntwird, und das Sündopfer des Fundamentesbenötigt, während die südöstliche Ecke kein Fundament hatte, hierbeiaber heißt diese‘vor dem Herrn’.",
"DIE ERSTLINGE NACH R. ELIE͑ZER B. JA͑QOB. Was [lehrt hierüber] R. Elie͑zer b. Ja͑qob? – Es wird gelehrt:Der Priester nehme, dies lehrt, daß die Erstlinge des Schwingens benötigen – so R. Elie͑zer b. Ja͑qob. –",
"Was ist der Grund des R. Elie͑zer b. Ja͑qob? – Er folgert dies durch [das Wort] Hand, das auch beim Heilsopfer gebraucht wird; hierbei heißt es: der Priester nehme den Korb aus deiner Hand, und dortheißt es: seine Hände sollen bringen."
],
[
"Wie hierbei ein Priester, ebenso auch dort ein Priester, und wie dort der Eigentümer, ebenso auch hierbei der Eigentümer. Wie erfolgt dies? Der Priester schiebe seine Hände unter die Hände des Eigentümers und schwinge. –",
"Sollte er auch sagen: nach R. Jehuda!? Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagte:Du sollst niederlegen, das ist das Schwingen. Du sagst, das Schwingen, vielleicht ist dem nicht so, sondern das Niederlegen?",
"Wenn es heißt:er lege nieder, so ist ja schon vom Niederlegen die Rede, somit ist unter du sollst niederlegen das Schwingen zu verstehen.",
"Raba erwiderte: Damithat die Schrift begonnen. R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Jener ist bedeutender.",
"DIE OPFERTEILE DES HEILSOPFERS EINES EINZELNEN UND BRUST UND SCHENKEL DESSELBEN, SOWOHL VON MÄNNERN ALS AUCH VON FRAUEN, NUR DURCH JISRAÉLITEN UND NICHT DURCH ANDERE. Wie meint er es?",
"R. Jehuda erwiderte: Er meint es wie folgt: sowohl die Opfer von Männern als auch die von Frauen benötigen des Schwingens, das Schwingen selbst aber erfolgt nur durch Jisraéliten, nicht aber durch Frauen.",
"Die Rabbanan lehrten: Jisraéliten schwingen, nicht aber schwingen Nichtjuden; Jisraéliten schwingen, nicht aber schwingen Frauen.",
"R. Jose sagte: Wir finden, daß die Schrift hinsichtlich des Stützens zwischen Opfern von Jisraéliten und Opfern von Nichtjuden und Frauen unterschiedenhat, man könnte nun glauben, sie seien auch hinsichtlich des Schwingens zu unterscheiden,",
"so ist dem nicht so. Sollte man sie, wenn sie hinsichtlich des Stützens, das durch den Eigentümer erfolgt,",
"unterschieden worden sind, auch hinsichtlich des Schwingens, das durch den Priester erfolgt, unterscheiden!? Daherheißt es: die Kinder Jisraél, die Kinder Jisraél schwingen, nicht aber schwingenNichtjuden, die Kinder Jisraél schwingen, nicht aber schwingen Frauen.",
"Ein Anderes lehrt: Die Kinder Jisraél; ich weiß dies nur von den Kindern Jisraél, woher dies von Proselyten und freigelassenen Sklaven? Es heißt:der es darbringt.",
"Vielleicht ist dem nicht so, sondern ist darunter der darbringende Priester zu verstehen? Es heißt:seine Hände sollen bringen, und dies spricht vom Eigentümer. Wie erfolgt dies? Der Priester schiebe seine Hände unter die Hände des Eigentümers und schwinge."
],
[
"Wie verfährt er dabei? Er lege die Opferteile auf die Handfläche und Brust und Schenkel auf diese, und in Fällen, wo Brote vorhanden sind, die Brote oben. – Wobei?",
"R. Papa erwiderte: Beim Einweihungsopfer. –",
"Aus welchem Grunde, wollte man sagen, weil es heißt:den Schenkel der Hebe und die Brust der Schwingung auf den Feueropfern der Fettstücke sollen sie bringen, mit ihnen eine Schwingung zu machen, so heißt es ja:das Fett auf der Brust soll er bringen!?",
"Abajje erwiderte: Dies erfolgt, wenn der Priester sie aus dem Schlachtraumebringt. –",
"Es heißt ja:sie legten die Fettstücke auf die Bruststücke!? – Dies erfolgt, wenn er es einem anderen Priestergibt, damit er gehe und es aufräuchere.",
"Er lehrt uns, daß hierbei drei Priester erforderlich sind, denn es heißt:in der Menge des Volkes die Herrlichkeit des Königs.",
"DIE ZWEI BROTE UND DIE ZWEI LÄMMER DES WOCHENFESTES &C. Die Rabbanan lehrten:Der Priester schwinge sie aufden Erstlingsbroten;",
"man könnte glauben, er lege die Lämmer auf die Brote, so heißt es: auf den beiden Lämmern. Wenn auf den beiden Lämmern, so könnte man glauben, [er lege] die Brote auf die Lämmer, so heißt es: auf den Erstlingsbroten.",
"Der Schriftvers hält die Wageund man weiß nicht, ob das Brot auf den Lämmern oder die Lämmer auf dem Brote; wie wir aber sonst finden, das Brot oben, ebenso auch hierbei das Brot oben. – Wobei? R. Papa erwiderte: Beim Einweihungsopfer.",
"R. Jose b. Hamešullam sagte: Die Lämmer oben, und [die Worte] auf den beiden Lämmern schließen die siebenaus.",
"Ḥanina b. Ḥakhinaj sagte: Er lege die beiden Brote zwischen die Schenkel der Lämmer und schwinge sie. Es werden dann beide Schriftverse aufrecht erhalten, die Brote auf den Lämmern und die Lämmer auf den Broten. Rabbi sprach: Wenn man solches für einen König aus Fleisch und Blut nichttut, wie sollte man es für den König der Könige, den Heiligen, gepriesen sei er, tun!? Vielmehr lege er das eine neben das andere und schwinge. –",
"Es heißt ja auf!? R. Ḥisda sprach zu R. Hamnuna, manche sagen, R. Hamnuna zu R. Ḥisda: Rabbi vertritt hierbei seine Ansicht, unter ‘auf’ sei die Nähe zu verstehen.",
"Es wird nämlich gelehrt:Und lege auf jede Schicht reinen Weihrauch; Rabbi sagte: Unter auf ist die Nähe zu verstehen. Du sagst, unter auf sei die Nähe zu verstehen, vielleicht ist dem nicht so, sondern wörtlich auf? Es heißt:du sollst auf die Lade den Vorhang breiten, demnachist unter auf die Nähe zu verstehen.",
"HIN UND HER, NACH OBEN UND NACH UNTEN &C. R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Hin und her, dem, dessen alle Windrichtungen sind; nach oben und nach unten, dem, dessen Himmel und Erde sind.",
"Im Westen lehrten sie wie folgt: R. Ḥama b. U͑qaba sagte im Namen des R. Jose b. R. Ḥanina: Hin und her, um die schlechten Winde fern zu halten, nach oben und nach unten, um die schlechten Niederschläge fern zu halten.",
"R. Jose b. R. Abin sagte: Dies besagt, daß auch die Anhängsel der GeboteHeimsuchungen fern halten. Das Schwingen ist ja nur ein Anhängsel des Gebotes, dennoch hält es schlechte Winde und schlechte Niederschläge fern. Rabba sagte: Ebenso auch den Feststrauß.",
"R. Aḥa b. Ja͑qob zielte dabei hin und her, indem er sprach: Ein Pfeil in die Augen des Satans. Dies ist jedoch keine Art, weil man ihm zum Angriff herausfordert.",
"Die Rabbanan lehrten: Heilsopfer der Gemeinde benötigen des Schwingens [auch] nach dem Schlachten und das Schwingen erfolgt in dem Zustande, wie sie sind– so Rabbi; die Weisen sagen, nur Brust und Schenkel. –",
"Worin besteht ihr Streit? R. Ḥisda sprach zu R. Hamnuna, manche sagen, R. Hamnuna zu R. Ḥisda: Sie streiten darüber, ob man eine Sache in jeder Beziehung folgereoder man sie folgere und bei ihrer Bestimmunglasse.",
"Die Rabbanan sind der Ansicht, man folgere sie in jeder Beziehung; wie das Heilsopfer eines einzelnen des Schwingens nach dem Schlachten benötigt, ebenso benötigt auch das Heilsopfer der Gemeinde des Schwingensnach dem Schlachten, somitgilt dies, wie bei jenem von Brust und Schenkel, ebenso auch bei diesem von Brust und Schenkel.",
"Rabbi aber ist der Ansicht, man folgere sie und lasse sie bei ihrer Bestimmung: wie das Heilsopfer eines einzelnen des Schwingens nach dem Schlachten benötigt, ebenso benötigt auch das Heilsopfer der Gemeinde des Schwingens nach dem Schlachten, man lasse es aber bei seiner Bestimmung, bei jenem Brust und Schenkel, bei diesem aber wie im lebendenZustande."
],
[
"R. Papa sagte: Alle sind der Ansicht, man folgere in jeder Beziehung, und folgendes ist der Grund Rabbis: wie bei jenem: wie bei jenem das, was der Priester als Geschenk erhält, ebenso auch bei diesem das, was der Priester als Geschenk erhält.",
"Rabina erwiderte: Alle sind der Ansicht, man folgere und lasse sie bei ihrer Bestimmung, und folgendes ist der Grund der Rabbanan:ihre Heilsopfer, dies ist einschließend.",
"R. ŠIMO͑NSAGTE: BEI DREI ARTEN GIBT ES [ZUSAMMEN] DREI GEBOTE, BEI JEDER NUR ZWEI UND NICHT DAS DRITTE. FOLGENDE SIND ES: DAS HEILSOPFER EINES EINZELNEN, DAS HEILSOPFER DER GEMEINDE UND DAS SCHULDOPFER DES AUSSÄTZIGEN.",
"DAS HEILSOPFER EINES EINZELNEN BENÖTIGT DES STÜTZENS LEBEND UND DES SCHWINGENS GESCHLACHTET, NICHT ABER DES SCHWINGENS LEBEND; DAS HEILSOPFER DER GEMEINDE BENÖTIGT DES SCHWINGENS LEBEND UND GESCHLACHTET, NICHT ABER DES STÜTZENS; DAS SCHULDOPFER DES AUSSÄTZIGEN BENÖTIGT DES STÜTZENS UND DES SCHWINGENS LEBEND, NICHT ABER DES SCHWINGENS GESCHLACHTET.",
"Sollte doch [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden, daß das Heilsopfer eines einzelnen lebend des Schwingens benötige: wenn das Heilsopfer der Gemeinde, das lebend des Stützens nicht benötigt, lebend des Schwingens benötigt, um wieviel mehr benötigt das Heilsopfer eines einzelnen, das lebend des Stützens benötigt, lebend des Schwingens!? –",
"Der Allbarmherzige hat beim Heilsopfer der Gemeinde eingeschränkt: sie, dies schließe das Heilsopfer eines einzelnen aus. –",
"Sollte doch [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden, daß das Heilsopfer der Gemeinde des Stützens benötige: wenn das Heilsopfer eines einzelnen, das lebend des Schwingens nicht benötigt, des Stützens benötigt, um wieviel mehr benötigt das Heilsopfer der Gemeinde, das lebend des Schwingens benötigt, des Stützens!? Rabina erwiderte: Es ist überliefert, daß nur zwei Gemeindeopferdes Stützens benötigen. –",
"Sollte doch [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden, daß das Schuldopfer des Aussätzigen geschlachtet des Schwingens benötige: wenn das Heilsopfer eines einzelnen, das lebend des Schwingens nicht benötigt, geschlachtet des Schwingens benötigt, um wieviel mehr benötigt das Schuldopfer des Aussätzigen, das lebend des Schwingens benötigt, geschlachtet des Schwingens!? –",
"Der Allbarmherzige hat beim Heilsopfer eines einzelnen eingeschränkt: es, dies schließt das Schuldopfer des Aussätzigen aus.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn fünf [Personen] ein Opfer bringen, so schwinge einer für alle. Für eine Frau schwinge der Priester, und ebenso schwinge der Priester für einen, der seine Opfer aus überseeischen Ländern schickt."
],
[
"viii SAGTE JEMAND, ER VERPFLICHTE SICH [ZU EINEM OPFER] IN EINER PFANNE, SO DARF ER NICHT EINES IN EINEM TIEGEL BRINGEN; IN EINEM TIEGEL, SO DARF ER NICHT EINES IN EINER PFANNE BRINGEN. WELCHEN UNTERSCHIED GIBT ES ZWISCHEN PFANNE UND TIEGEL? EIN TIEGEL HAT EINEN DECKEL, EINE PFANNE HAT KEINEN DECKEL – SO R. JOSE DER GALILÄER. R. ḤANINA B. GAMLIÉL SAGTE: EIN TIEGEL IST TIEF UND DAS [BACK]WERK WEICH, EINE PFANNE IST FLACH UND DAS [BACK]WERK FEST.",
"GEMARA. Was ist der Grund R. Joses, wollte man sagen, [das Tiegelopfer heiße] marḥešeth, weil es wegen des Sinnens des Herzensdargebracht wird, wie es heißt:mein Herz sinnt [raḥaš] gute Worte, und [das Pfannenopfer heiße] mahbath, weil es wegen des Lärmens des Mundesdargebracht wird, wie die Leute zu sagen pflegen: er lärmt [manbaḥ],",
"so kann ja auch entgegengesetzt [ausgelegt werden]: maḥbath, weil es wegen des Verborgenen des Herzens dargebracht wird, wie es heißt:warum bist du heimlich [naḥbetha] geflohen, und marḥešeth, weil es wegen der Bewegungen [der Lippen] dargebracht wird, wie die Leute zu sagen pflegen: seine Lippen bewegen sich [reḥaš]. – Vielmehr, dies war ihm überliefert.",
"R. ḤANINA B. GAMLIÉL SAGTE &C. Der Tiegel ist tief, denn es heißt: jedes, das im Tiegel zubereitet wird; die Pfanne ist flach, denn es heißt: oder auf der Pfanne.",
"Die Rabbanan lehrten: Die Schule Šammajs sagte: Sagte jemand, er verpflichte sich zu einer Pfanne, so bleibe es liegen, bis Elijahu kommt.",
"Dieser ist es zweifelhaft, ob [das Opfer] so nach dem Gefäße oder nach der Zubereitung benanntwird.",
"Die Schule Hillels sagte: Im Tempel gab es ein Gefäß, das Tiegel hieß und einem tiefen Schmortiegel glich; der darin befindliche Teig glichden krethischen Äpfeln und den griechischen Eicheln.",
"Ferner heißt es: jedes, das im Tiegel zubereitet wird oder auf der Pfanne, demnach werden sie nach den Gefäßen und nicht nach der Zubereitung benannt.",
"ix WER SICH ZU [EINEM OPFER] IM OFEN [GEBACKEN] VERPFLICHTET HAT, DARF NICHT AUF DEM HERDE, AUF ZIEGELN ODER IN ARABISCHEN KESSELN GEBACKENES BRINGEN. R. JEHUDA SAGT, WENN ER WILL, BRINGE ER AUF DEM HERDE GEBACKENES.",
"WER SICH ZU EINEM GEBÄCK-SPEISOPFER VERPFLICHTET HAT, DARF NICHT DIE HÄLFTE KUCHEN UND DIE HÄLFTE FLADEN BRINGEN. R. ŠIMO͑N ERLAUBT DIES, WEIL SIE EINOPFER SIND.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten:Im Ofen Gebackenes, nicht aber auf dem Herde Gebackenes noch auf Ziegeln Gebackenes noch in arabischen Kesseln Gebackenes.",
"R. Jehuda sagte: [Es heißt] zweimal Ofen, daß nämlich auch auf dem Herde Gebackenes tauglich sei. R. Šimo͑n sagte: [Es heißt] zweimal Ofen, einmal, daß sie im Ofen gebacken sein müssen, und einmal, daß sie durch den Ofen geheiligt werden. –",
"Ist R. Šimo͑n denn dieser Ansicht, wir haben ja gelernt: R. Šimo͑n sagte: Es ist eine bekannte Regel, daß die zwei Brote und die Schaubrote sowohl im Tempelhofe als auch in Beth Phagetauglich sind!?",
"Raba erwiderte: Lies: daß sie auf den Namen des Ofens geheiligt werden.",
"WER SICH ZU EINEM GEBÄCK-SPEISOPFER VERPFLICHTET, DARF NICHT DIE HÄLFTE &C. Die Rabbanan lehrten:Wenn du darbringst, wenn du etwas freiwillig darbringen willst.",
"Ein Speisopfer. R. Jehuda sagte: Woher, daß, wenn jemand sagt, er verpflichte sich zu einem Gebäck-Speisopfer, er nicht die Hälfte Kuchen und die Hälfte Fladen bringen darf? Es heißt ein Speisopfer, ich habe es dir nur von einem Speisopfer gesagt, nicht aber von zwei oder drei Speisopfern.",
"R. Šimo͑n sprach zu ihm:"
],
[
"Heißt es denn zweimalOpfer, es heißt ja nur einmal Opfer!? Bei diesem wird von Kuchen und Fladengesprochen,",
"somit darf man nach Belieben nur Kuchen, nur Fladen oder die Hälfte Kuchen und die Hälfte Fladen bringen. Man mische sie durcheinander und hebe den Haufen von beidem zusammen ab; ist er ihm aber von den einen für beides in die Hand gekommen, so hat man der Pflicht genügt.",
"R. Jose b. R. Jehuda sagte: Woher, daß, wenn jemand sagt, er verpflichte sich zu einem Gebäck-Speisopfer, er nicht die Hälfte Kuchen und die Hälfte Fladen bringen darf? Es heißt:und jedes Speisopfer, das im Ofen gebacken wird, und jedes, das im Tiegel oder auf der Pfanne zubereitet wird, soll dem Priester, der es darbringt, gehören; und jedes mit Öl gemengte oder trockene Speisopfer soll allen Söhnen Ahrons gehören.",
"Wie untendas jedes sich auf zwei besondere Artenbezieht, ebenso bezieht sich auch obendas jedes auf zwei besondere Arten –",
"Und R. Jehuda, R. Šimo͑n erwiderte ihm ja treffend!? – Er kann dir erwidern: da es zweimal mit Öl heißt, so ist es ebenso, als würde es zweimal Opfer heißen. –",
"Und R. Šimo͑n!? – Hieße es nicht zweimal mit Öl, so könnte man glauben, durchaus die Hälfte Kuchen und die Hälfte Fladen, nicht aber Kuchen allein oder Fladen allein, so lehrt er uns. –",
"R. Jose b. R. Jehuda lehrt ja dasselbe, was sein Vater!? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen in dem Falle, wenn es bereits erfolgt ist.",
"",
" R. JIŠMA͑ÉL SAGT, DIE SCHWINGEGARBE WURDE AM ŠABBATH AUS DREI SEÁ UND ALLTAGS AUS FÜNF DARGEBRACHT; DIE WEISEN SAGEN, SIE WERDE SOWOHL AM ŠABBATH ALS AUCH ALLTAGS AUS DREI DARGEBRACHT.",
"R. ḤANINA DER PRIESTERVORSTEHER SAGT, AM ŠABBATH WURDE SIE VON EINEM GEMÄHT, MIT EINER SICHEL UND IN EINEN KORB [GESAMMELT], ALLTAGS VON DREIEN, IN DREI KÖRBE UND MIT DREI SICHELN; DIE WEISEN SAGEN, SOWOHL AM ŠABBATH ALS AUCH ALLTAGS VON DREIEN, IN DREI KÖRBE UND MIT DREI SICHELN.",
"GEMARA. Allerdings sind die Rabbanan der Ansicht, ein allerbestes I͑saron sei aus drei Sea͑ zu gewinnen, somit besteht kein Unterschied zwischen Alltag und Šabbath,",
"welcher Ansicht aber ist R. Jišma͑él: ist er der Ansicht, ein allerbestes I͑saron sei nur aus fünf zu gewinnen, so sollte dies auch am Šabbath gelten, und ist er der Ansicht, es sei auch aus drei zu gewinnen, so sollte dies auch alltags gelten!?",
"Raba erwiderte: R. Jišma͑él ist der Ansicht, ein allerbestes I͑saron sei ohne Mühe aus fünf und mit Mühe aus drei zu gewinnen; alltags bringe man es daher aus drei, da es so besser ist, am Šabbath aber dehne man lieber eine Arbeit aus, das Sieben, als viele Arbeiten.",
"Rabba sagte: R. Jišma͑él und R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, lehren das gleiche. Es wird nämlich gelehrt: Fällt der vierzehnte [Nisan] auf einen Šabbath, so enthäute man das Pesaḥopfer bis zur Brust – so R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa; die Weisen sagen, man enthäute es vollständig.",
"R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, ist der Ansicht, soweit möglich, sei die Arbeit zu unterlassen, ebenso ist auch hierbei, da dies möglich ist, die Arbeit zu unterlassen. –",
"Wieso dies, vielleicht ist R. Jišma͑él dieser Ansicht nur hierbei, wokeine Mißachtung des Geheiligten erfolgt, in jenem Falle aber, wo eine Mißachtung des Geheiligtenerfolgt,"
],
[
"ist er der Ansicht der Rabbanan!?",
"Oder aber, R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, ist dieser Ansicht nur in jenem Falle, wo der Bedarf des Höchstenerledigt ist und man den Šabbath nicht weiter zu entweihen braucht, hierbei aber, wo der Bedarf des Höchsten nicht erledigtist und man ohnehin den Šabbath entweihenmuß, ist er der Ansicht der Rabbanan.",
"Vielmehr, sagte Rabba, lehrten R. Jišma͑él und R. Ḥanina der Priestervorsteher das gleiche. Wir haben nämlich gelernt: R. Ḥanina der Priestervorsteher sagt, am Šabbath wurde sie von einem gemäht, mit einer Sichel und in einen Korb [gesammelt], alltags von dreien, in drei Körbe und mit drei Sicheln; die Weisen sagen, sowohl am Šabbath als auch alltags [von dreien,] in drei Körbe und mit drei Sicheln.",
"R. Ḥanina der Priestervorsteher ist der Ansicht, da dies möglich ist, sei die Arbeit zu unterlassen, ebenso ist auch in jenem Falle, da dies möglich ist, die Arbeit zu unterlassen. –",
"Wieso dies, vielleicht ist R. Jišma͑él dieser Ansicht nur in dem Falle, wo ein Bekanntwerden der Sache nicht zu erfolgen braucht, wo aber dadurch ein Bekanntwerden der Sacheerfolgen soll, ist er der Ansicht der Rabbanan.",
"Oder aber, R. Ḥanina der Priestervorsteher ist dieser Ansicht nur in diesem Falle, wo, ob von einem oder von dreien, der Bedarf des Höchsten nach Vorschrift erledigt ist, in jenem Falle aber, wo dadurchder Bedarf des Höchsten nicht nach Vorschrift erledigtist, ist er der Ansicht der Rabbanan.",
"Vielmehr, sagte R. Aši, lehren R. Jišma͑él und R. Jose das gleiche. Wir haben nämlich gelernt: Einerlei ob [der Neumond] klar erschienen ist oder nicht, darf man den Šabbath entweihen; R. Jose sagt, ist er klar erschienen, dürfe man den Šabbath nichtentweihen.",
"R. Jose ist der Ansicht, die Arbeit sei, soweit sie entbehrlich ist, zu unterlassen, ebenso ist die Arbeit auch hierbei, soweit sie entbehrlich ist, zu unterlassen. –",
"Wieso dies, vielleicht ist R. Jišma͑él dieser Ansicht nur hierbei, wo ein Verstoß in der Folge nicht zu berücksichtigen ist, dort aber, wo ein Verstoß in der Folge zu berücksichtigen ist, ist er der Ansicht der Rabbanan,",
"Oder aber, R. Jose ist dieser Ansicht nur da, wo es kein Bedarf des Höchsten ist und der Šabbath nicht verdrängt zu werden braucht, hierbei aber, wo es ein Bedarf des Höchsten ist und der Šabbath dieserhalb verdrängt wird, ist er der Ansicht der Rabbanan.",
"Es wurde gelehrt: Wenn er [am Šabbath] zwei Gemeindesündopfer geschlachtet hatund nur eines nötig ist, so ist er, wie Rabba, nach anderen R. Ami, sagt, wegen des anderen schuldig und wegen des ersten frei, auch wenn die Sühne durch das andere erfolgtist, und selbst wenn das erste als mager befundenworden ist –",
"Kann Rabba dies denn gesagt haben, Rabba sagte ja, wenn er zwei Sündopfer vor sich hatte, ein fettes und ein mageres, und zuerst das fette und nachher das magere geschlachtet hat, sei er schuldig, und wenn zuerst das magere und nachher das fette, sei er frei, und daß man ihn sogar von vornhereinauffordere, das fette zu holen und zu schlachten!? –",
"Wenn du willst, sage ich, man streiche in der ersten [Lehre den Fall von der] mageren, und wenn du willst, sage ich, dies lehrte R. Ami.",
"Rabina fragte R. Aši: Wie ist es, wenn es sich erst bei den Eingeweidenherausstellt, daß das erste mager ist: richte man sich nach der Absicht, und er beabsichtigte Verbotenes, oder richte man sich nach der Handlung?",
"Dieser erwiderte: Dies ist nicht das, worüber Raba und Rabba [streiten]. Es wurde nämlich gelehrt: Wergehört hat, ein Kind sei ins Meer gefallen, und ein Netz ausgeworfen hat, um Fische zu fangen, und Fische heraufgeholt hat, ist schuldig; wenn aber, um Fische zu fangen, und Fische und das Kind heraufgeholt hat, so ist er, wie Raba sagt, schuldig, und wie Rabba sagt, frei.",
"Nur in diesem Falle ist er nach Rabba frei, weil man annehme, da er davon gehört hat, daß er auch an das Kind dachte, nicht aber, wenn er davon nichts gehörthat.",
"Manche lesen: Dieser erwiderte: Dies ist ja das, worüber Rabba und Raba streiten. Es wurde nämlich gelehrt: Wer nicht gehört hat, daß ein Kind ins Meer gefallen sei, und ein Netz ausgeworfen hat, um Fische zu fangen, und Fische heraufgeholt hat, ist schuldig; wenn aber, um Fische zu fangen und Fische und das Kind heraufgeholt hat, so ist er, wie Rabba sagt, frei, und wie Raba sagt, schuldig. Rabba sagt, frei, denn man richte sich nach der Handlung; Raba sagt, schuldig, denn man richte sich nach der Absicht.",
"Rabba sagte: Wenn man einem Kranken Feigen verordnet hat, und zehn Personen gleichzeitig gelaufensind und zehn Feigen geholt haben, so sind sie frei, selbst wenn nach einander, und selbst wenn er bei der ersten genesen ist.",
"Raba fragte: Wie ist es, wenn man einem Kranken zwei Feigen verordnet hat, und zwei Feigen an zwei Stengeln und drei an einem Stengel vorhanden sind; welche sind zu holen; hole man die zwei, da nur diese nötig sind, oder hole man die drei, da man dann das Pflücken vermindert? –",
"Selbstverständlich hole man die drei;"
],
[
"auch R. Jišma͑él ist dieser Ansichtnur in jenem Falle, wo durch die Minderung der Speise eine Minderung des Mähens erfolgt, hierbei aber, wo durch die Minderung der Speise eine Erhöhung des Pflückens erfolgt, hole man entschieden die drei.",
"ii ES IST GEBOT, DIE SCHWINGEGARBE AUS DER NÄHE ZU HOLEN; IST IN DER NÄHE VON JERUŠALEM KEINE REIF, SO HOLE MAN SIE AUS JEDEM ANDEREN ORTE. EINST HOLTE MAN SIE AUS GAGOTH ÇERIPHIN UND DIE ZWEI BROTE AUS DEM TALE E͑N SOKHER.",
"GEMARA. Aus welchem Grunde? – Wenn du willst, sage ich, [es heißt:]frische Frucht,",
"und wenn du willst, sage ich, weil man an gottgefälligen Dingen nicht vorübergehen darf.",
"EINST HOLTE MAN SIE AUS GAGOTH ÇERIPHIN. Die Rabbanan lehrten: Als die Könige des Ḥašmonäischen Hauses einander bekämpften, befand sich Hyrkanos außerhalbund Aristobulos innerhalb. Täglich ließen sie ihnen Denare in einem Korbe herab und zogen dafür [Vieh für] das beständige Opfer herauf.",
"Da befand sich unter ihnenein Greis, der in der griechischen Weisheit kundig war, und dieser verständigte sich mit jenen vermittelst der griechischen Weisheitund sprach zu ihnen: Solange sie den Opferdienst üben, geraten sie nicht in eure Hände. Als sie ihnen am folgenden Tage wiederum Denare in einem Korbe herabließen, zogen sie ein Schwein herauf, das, als es die Mitte der Mauer erreichte, die Klauen gegen die Mauer stemmte, und das Jisraélland wurde vierhundert Parasangen zu vierhundert Parasangen erschüttert.",
"In jener Stunde sprachen sie: Verflucht sei, wer ein Schwein züchtet, und verflucht sei, wer seinen Sohn die griechische Weisheit lehrt. Auf diese Zeitbezieht sich das, was wir gelernt haben, daß man einst die Schwingegarbe aus Gagoth Çeriphin und die zwei Brote aus dem Tale E͑n Solcher holte.",
"Als die Zeit der Schwingegarbe heranreichte, wußten sie nicht, woher man sie hole, und sie erließen einen Aufruf. Da kam ein Stummer und zeigte mit einer Hand auf ein Dach und mit der anderen auf eine Hütte. Da sprach Mordekhaj zu ihnen: Gibt es einen Ort namens Hüttendach oder Dachhütte? Hierauf forschten sie nach und fanden ihn.",
"Als sie die zwei Brote bringen sollten, wußten sie nicht, woher man sie hole, und sie erließen einen Aufruf. Da kam ein Stummer und zeigte mit einer Hand auf das Auge und mit der anderen auf den Türriegel. Da sprach Mordekhaj zu ihnen: Gibt es einen Ort namens Riegelaugeoder Augenriegel? Hierauf forschten sie nach und fanden ihn.",
"Einst brachten drei Frauen drei Taubenpaare; eine sagte: wegen meines Flusses, eine sagte: wegen meines Stromes, und eine sagte: wegen meiner Periode.",
"[Die Priester] verstanden unter Fluß ihren wirklichen Fluß, unter Strom ihren wirklichen Strom, und unter Periode ihre wirkliche Periode, wonach von allen [Taubenpaaren] eines ein Sündopfer und eines ein Brandopfer sein sollte.",
"Da sprach Mordekhaj zu ihnen: Vielleicht war die eine durch Fluß in Gefahr geraten, die andere in einem See in Gefahr geraten, und die dritte durch ihre Periode in Gefahr geraten, wonachalle Brandopfer sind. Da forschten sie nach und es stellte sichheraus."
],
[
"Das ist es, was gelehrt wird: Petaḥja war über die Geflügelopfer gesetzt. Petaḥja ist Mordekhaj, und Petaḥja wird er deshalb genannt, weil er Worte zu lösen [pataḥ] und zu erklären verstand; er war auch in den siebzig Sprachen kundig. –",
"Das ganze Synedrium war ja in den siebzig Sprachen kundig!? R. Joḥanan sagte nämlich: Man wähle in das Synedrium nur solche, die weise sind, ein schönes Aussehen und eine stattliche Figur haben, gesetzten Alters sind, Zauberei verstehen und in den siebzig Sprachen kundig sind, damit das Synedrium keines Dolmetschers benötige. –",
"Vielmehr, er vermengte die Sprachen und erklärte [die Worte]. Deshalb wird Mordekhaj Bilšangenannt.",
"iii WIE VERFUHR MAN DABEI? GERICHTSBOTEN ZOGEN AM VORABENDE DES FESTES AUS UND BANDEN DIE AM BODEN HAFTENDEN [ÄHREN] IN BÜNDELN ZUSAMMEN, UM SIE LEICHTER MÄHEN ZU KÖNNEN. AUS ALLEN UMLIEGENDEN STÄDTEN SAMMELTEN SICH LEUTE AN, DAMIT DAS MÄHEN UNTER GROSSEM AUFZUGE ERFOLGE.",
"BEI ANBRUCH DER DUNKELHEITSPRACH ER ZU IHNEN: IST DIE SONNE UNTERGEGANGEN? SIE ERWIDERTEN: JAWOHL. – IST DIE SONNE UNTERGEGANGEN? SIE ERWIDERTEN; JAWOHL. – IST DIES EINE SICHEL? SIE ERWIDERTEN: JAWOHL. – IST DIES EINE SICHEL? SIE ERWIDERTEN: JAWOHL. – IST DIES EIN KORB? SIE ERWIDERTEN: JAWOHL. – IST DIES EIN KORB? SIE ERWIDERTEN: JAWOHL.",
"AM ŠABBATH SPRACH ER: IST HEUTE ŠABBATH? SIE ERWIDERTEN: JAWOHL. – IST HEUTE ŠABBATH? SIE ERWIDERTEN: JAWOHL. – SOLL ICH MÄHEN? SIE ERWIDERTEN: MÄHE. – SOLL ICH MÄHEN? SIE ERWIDERTEN: MÄHE.",
"JEDE DIESER FRAGEN WURDE DREIMAL WIEDERHOLT, UND SIE ERWIDERTEN: JAWOHL, JAWOHL, JAWOHL. WOZU DIES ALLES? WEGEN DER BOÉTHUSÄER, DIE SAGEN, DAS MÄHEN DER SCHWINGEGARBE HABE NICHT AM AUSGANGE DES FESTES ZU ERFOLGEN.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Folgende Tage sind es, an denen das Fasten verboten und manche [auch], an denen die Trauer verboten ist: vom Neumondstage des Nisan bis zum achten desselben ist, weil dann das beständige Opfer eingeführt wurde, die Trauer verboten; vom achten desselben bis zum Schlüsse des Festes ist das Wochenfest festgesetzt worden, und an diesen ist die Trauerverboten.",
"«Vom Neumondstage des Nisan bis zum achten desselben ist, weil dann das beständige Opfer eingeführt wurde, die Trauer verboten.» Die Saduzäer sagten nämlich, das beständige Opfer werde von einzelnen freiwillig gespendet und dargebracht, und sie stützten sich auf folgenden Schriftvers:das eine Lamm sollst dumorgens herrichten and das andere Lamm sollst du abends herrichten.",
"Man erwiderte ihnen aber:Auf meine Opfergabe, meine Speise zu meinen Feueropfern &c. sollt ihracht haben; sie kommen alle aus der Tempelkasse.",
"«Vom achten desselben bis zum Schlüsse des Festes ist das Wochenfest festgesetzt worden, und an diesen ist die Trauer verboten.» Die Boéthusäer sagten nämlich, das Wochenfest müsse auf einen Šabbathfolgen,",
"da ließ sich R. Joḥanan b. Zakkaj mit ihnen ein und sprach zu ihnen: Toren, woher wißt ihr dies? Niemand war da, der ihm zu antworten wußte, nur ein Alter plapperte etwas gegen ihn und sprach: Unser Meister Moše war ein Freund der Jisraéliten, und da ihm bekannt war, daß das Wochenfest nur einen Tag habe, verlegte er es auf [den Tag] nach dem Šabbath, damit die Jisraéliten zwei Tage in Wonne verbringen können. Da hielt er ihm folgenden Schriftvers entgegen:Elf Tage beträgt der Weg von Ḥoreb bis zum Berge Sei͑r;"
],
[
"wäre nun unser Meister Moše ein Freund der Jisraéliten, wieso hielt er sie vierzig Jahre in der Wüste!? Jener entgegnete: Meister, damit willst du mich abfertigen!? Dieser erwiderte: Tor, sollte etwa unsere vollkommene Tora nicht soviel sein, wie euer eitles Geschwätz!?",
"Ein Schriftvers lautet:sollt ihr fünfzig Tage zählen, und ein anderer lautet:sieben volle Wochen sollen es sein; wie ist dieszu erklären?",
"Eines, wenn das Festauf einen Šabbath fällt, und eines, wenn das Fest auf einen Wochentagfällt.",
"",
"R. Elie͑zer sagte: Dies ist nicht nötig; es heißt:sollst du dir zählen, die Zählung ist dem Gerichte überlassen, da dieses die Feste weiht.Am Tage nach dem Šabbath, das ist der Tag nach dem Feste und nicht nach dem Šabbath der Schöpfung, denn dessen Zählung kann durch jedermannerfolgen.",
"R. Jehošua͑ sagte: Die Tora sagt, daß man die Tage zähle und den Neumond weihe, und daß man die Tage zähle und das Wochenfest weihe; wie der Neumond vor seinem Eintritte kenntlich ist, denn er unterscheidet sich vom vorangehenden Tage, indem er heilig und jener profan ist, ebenso muß auch das Wochenfest vor seinem Eintritte kenntlich sein.",
"Wenn man nun sagen wollte, das Wochenfest folge stets auf einen Šabbath, so unterscheidet es sich ja nicht vom vorangehenden [Tage], denn der eine ist heilig und der andereist heilig.",
"R. Jišma͑él sagte: Die Tora lehre, daß man die Schwingegarbe am Pesaḥfeste und die zwei Brote am Wochenfest darbringe; wie diese am Feste, und zwar am Beginne des Festes, ebenso auch jene am Feste, am Beginnedes Festes.",
"R. Jehuda b. Bethera sagte: Obenwird der Šabbath genannt und untenwird der Šabbath genannt, wie es dort das Fest ist, nächstdem Beginne des Festes, ebenso auch hier am Feste, nächst dem Beginnedes Festes.",
"Die Rabbanan lehrten:Ihr sollt euch zählen, das Zählen ist jedem besonders geboten;",
"am Tage nach dem Šabbath, am Tage nach dem Feste. Vielleicht ist dem nicht so, sondern am Tage nach dem Šabbath der Schöpfung? R. Jose b. Jehuda erwiderte: Es heißt:sollt ihr fünfzig Tage zählen,",
"die Zählung darf in jedem Falle, wie sie auch erfolgt, nur fünfzig Tage betragen, und wenn man sagen wollte, am Tage nach dem Šabbath der Schöpfung, könnten es ja zuweilen einundfünfzig, zweiundfünfzig, dreiundfünfzig, vierundfünfzig, fünfundfünfzig und sechsundfünfzigsein.",
"R. Jehuda b. Bethera sagte: Dies ist nicht nötig;"
],
[
"es heißt: sollst du dir zählen, die Zählung ist dem Gerichte überlassen, ausgenommen ist der Šabbath der Schöpfung, wobei die Zählung jedermann überlassen ist.",
"R. Jose sagte: Am Tage nach dem Šabbath, am Tage nach dem Feste. Du sagst, am Tage nach dem Feste, vielleicht ist dem nicht so, sondern am Tage nach dem Šabbath der Schöpfung? Ich will dir sagen, es heißt ja nicht: am Tage nach dem Šabbath der Pesaḥ[woche], sondern nur: am Tage nach dem Šabbath, und da das ganze Jahr voll Šabbathe ist, so gehe man und untersuche, welcher Šabbath gemeint sei.",
"Ferner wird unten der Šabbath genannt undoben der Šabbath genannt, wie es dort das Fest ist, und zwar der Beginn des Festes, ebenso ist auch hier das Fest, der Beginn des Festes.",
"R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Ein Schriftvers lautet: sechs Tage sollst du Ungesäuertes essen, und ein anderer lautet:sieben Tage sollt ihr Ungesäuertes essen, wie ist dies nun zu erklären? Kannst du auch das Ungesäuerte keine sieben Tage vom neuen [Getreide] essen, so kannst du es sechs Tagevom neuen essen.",
"Vom Tage eures Bringens &c. sollt ihr zählen; man könnteglauben, man mähe und bringe sie, und beginne die Zählung nach Belieben,",
"so heißt es:wenn die Sichel an die Halme gelegt zu werden beginnt, sollst du zu zählen beginnen. Aus [den Worten:] wenn die Sichel [an die Halme] gelegt zu werden beginnt, sollst du zu zählen beginnen, könnte man entnehmen, man mähe und zähle, und bringe sie nach Belieben, so heißt es: vom Tage eures Bringens.",
"Aus [den Worten:] vom Tage eures Bringens, könnte man entnehmen, man mähe, zähle und bringe sie am Tage, so heißt es:sieben volle Wochen sollen es sein, sieben volle Wochen ergeben sich nur dann, wenn man abendszu zählen beginnt.",
"Man könnte glauben, man mähe, bringe sie und zähle nachts, so heißt es: am Tage eures Bringens. Wie ist dies nun zu erklären? Das Mähen und das Zählen erfolgen nachts, das Bringen am Tage.",
"Raba sagte: Allekönnen widerlegt werden, ausgenommen die beiden letzten Autoren sowohl in der ersten Lehre als auch in der anderen Lehre, die nicht zu widerlegen sind.",
"Gegen R. Joḥanan b. Zakkaj [ist zu erwidern:] vielleicht deutet diesauf die Lehre Abajjes, denn Abajje sagte, es sei Gebot sowohl die Tage als auch die Wochen zu zählen.",
"Gegen R. Elie͑zer und R. Jehošua͑ [ist zu erwidern:] woher, daß vom ersten Festtage gesprochenwird, vielleicht vom letzten Festtage.",
"Aber [die Beweise] des R. Jišma͑él und des R. Jehuda b. Bethera sind nicht zu widerlegen.",
"Ferner ist gegen R. Jose b. R. Jehuda [zu erwidern:] vielleicht fünfzig außer jenen.",
"Gegen R. Jehuda b. Bethera [ist zu erwidern:] woher, daß vom ersten Festtage gesprochen wird, vielleicht vom letzten Festtage.",
"Dieser Einwand ist auch gegen R. Jose zu erheben, deshalb sagt er ‘ferner’.",
"Der Text. Abajje sagte: Es ist Gebot, sowohl die Tage als auch die Wochen zu zählen. Die Jünger der Schule R. Ašis zählten die Tage und zählten die Wochen. Amemar zählte die Tage und nicht die Wochen; er sagte, dies sei nur eine Erinnerung an den Tempel.",
" MAN MÄHTE [DIE ÄHREN], TAT SIE IN KÖRBE, BRACHTE SIE IN DEN TEMPELHOF UND SENGTE SIE AM FEUER, UM DAS GEBOT, GERÖSTETES [ZU BRINGEN], ZU ERFÜLLEN – SO R. MEÍR; DIE WEISEN SAGEN, MAN KLOPFTE SIE [VORHER] MIT ROHR UND STRÜNKEN, DAMIT [DIE KÖRNER] NICHT ZERDRÜCKT WERDEN,",
"UND TAT SIE IN DAS RÖSTEROHR. DAS RÖSTEROHR WAR DURCHLÖCHERT, DAMIT DAS FEUER SIE ÜBERALLHIN ERFASSE. HIERAUF BREITETE MAN SIE IM TEMPELHOFE AUS, DAMIT DER WIND ÜBER SIE FAHRE, TAT SIE IN EINE GRAUPENMÜHLE UND ZOG DARAUS EIN DURCH DREIZEHN SIEBE GEBEUTELTES I͑SARON [MEHL] AB; DAS ÜBRIGE WURDE AUSGELÖST UND DURFTE VON JEDERMANN GEGESSEN WERDEN. DIESES WAR ZUR TEIGHEBE PFLICHTIG UND VOM ZEHNTENBEFREIT, NACH R. A͑QIBA ABER ZUR TEIGHEBE UND ZUM ZEHNTEN PFLICHTIG.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten:Reife Ähren, dem Wortlaute gemäß; am Feuer geröstet, dies lehrt, daß die Jisraéliten sie am Feuer rösteten, um das Gebot, Geröstetes [zu bringen], zu erfüllen – so R. Meír. Die Weisen sagen:"
],
[
"Unter geröstet ist nicht das Rösten[am offenen Feuer] zu verstehen, sondern ein anderes Verfahren. Da befand sich nämlich ein Rösterohr, das wie ein Sieb durchlöchert war, damit das Feuer sie überallhin erfasse.",
"Ähren geröstet Schrot: ich würde nicht gewußt haben, ob geröstete Ähren oder geröstetes Schrot, da es aber im Feuerheißt, so tritt eine Teilung ein.",
"Frische Frucht, weichund zerreibbar. Ebensoheißt es:Da erschien ein Mann aus Baa͑l Šališa und brachte dem Gottesmanne Erstlingsbrot, zwanzig Gerstenbrote und frische Frucht in seinem ‘Sacke’. Und er sprach: Gib den Leuten, daß sie essen; [diesbedeutet:] er kam, goß uns ein und wir aßen, und schön war es.",
"Ebenso auch:In Liebe ‘ergötzen’; [diesbedeutet:] uns unterhalten, besteigen, belustigen und uns in Liebe ergehen.",
"Ebenso auch:Des Straußenweibchens Fittig schlägt ‘lustig’ an; [diesbedeutet:] es trägt, steigt hinauf und entledigtsich. Ebenso auch:",
"Der Weg ist für mich ‘verkehrt’; [dies bedeutet:] sie fürchtete, sah und neigte ab.",
"In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Frische Frucht, das Polstervoll.",
"NACH R. A͑QIBA ABER ZUR TEIGHEBE UND ZUM ZEHNTEN PFLICHTIG. R. Kahana sagte: R. A͑qiba ist der Ansicht, das Worfelnin Heiligkeit befreienicht.",
"R. Šešeth wandte ein: Was geschah mit dem, was von den drei Seá zurückblieb? Es wurde ausgelöst und durfte von jedermann gegessen werden; dieses war zur Teighebe pflichtig und vom Zehnten befreit, nach R. A͑qiba aber zur Teighebe und zum Zehnten pflichtig. Sie sprachen zu ihm: Das aus dem Besitze des Schatzmeisters Ausgelöstebeweist ja [das Entgegengesetzte]: es ist zur Teighebe pflichtig und vom Zehnten befreit.",
"Was ist dies für eine Erwiderung, wenn man sagen wollte, das Worfeln in Heiligkeit befreie nicht, es ist ja derselbeFall!?",
"Ferner wandte R. Kahana b. Taḥlipha gegen R. Kahana b. Matathja ein: Nach R. A͑qiba aber zur Teighebe und zum Zehnten pflichtig, weil das Geldnur das Erforderliche erfaßt!?",
"Vielmehr, sagte R. Joḥanan, war es eine bekannte Lehre im Munde R. A͑qibas, das Geld erfasse nur das Erforderliche.",
"Raba sagte: Es ist mir entschieden, daß das Worfeln in Heiligkeit befreie, und selbst nach R. A͑qiba ist es in jenem Falle nur deshalb pflichtig, weil das Geld nur das Erforderliche erfaßt, während in anderen Fällen das Worfeln in Heiligkeit befreit.",
"Über das Worfeln [im Besitze] eines Nichtjuden [streiten] Tannaím, denn es wird gelehrt: Man darf die Hebe absondern vom [Getreide] eines Jisraéliten für das eines Jisraéliten, von dem eines Nichtjudenfür das eines Nichtjuden, von dem eines Samaritaners für das eines Samaritaners und von dem des einen für das eines anderen– so R. Meír und R. Jehuda.",
"R. Jose und R. Šimo͑n sagen, man sondere die Hebe ab von dem eines Jisraéliten für das eines Jisraéliten, von dem eines Nichtjuden für das eines Samaritaners und von dem eines Samaritaners für das eines Nichtjuden, nicht aber von dem eines Jisraéliten für das eines Nichtjudenoder eines Samaritaners, und von dem eines Nichtjuden oder eines Samaritaners für das eines Jisraéliten."
],
[
"Das Rollenin Heiligkeit befreit, denn wir haben gelernt: Hat sie den Teig vor dem Rollen geweiht undausgelöst, so ist er pflichtig; hat sie ihn nach dem Rollen geweiht und ausgelöst, so ist erpflichtig; wenn sie ihn aber vor dem Rollen geweiht, der Schatzmeister ihn gerollt und sie ihn nachher ausgelöst hat, so ist er frei, denn zur Pflichtzeitwar er befreit.",
"Rabba fragte: Wie verhält es sich mit dem Rollen eines Nichtjuden? Wir haben gelernt, wenn ein Proselyt, der sich bekehrt hat, Teig hat, sei dieser, wenn er vor der Bekehrung geknetet worden ist, frei, wenn nach der Bekehrung, pflichtig, und wenn dies zweifelhaft ist, ebenfalls pflichtig.",
"Wer lehrte dies: gilt dies nach aller Ansicht, denn auch nach R. Meír und R. Jehuda, nach welchen das Getreidein jenem Falle pflichtig ist, ist [der Teig] in diesem Falle frei,",
"denn wenn es hinsichtlich jenes Falles überflüssigerweise zweimaldeines Korns heißt,",
"so ist dies eine Ausschließung nach einer Ausschließung, und eine Ausschließung nach einer Ausschließung ist einschließend, auch [das Getreide] eines Nichtjuden,",
"wenn es aber hierbei zweimaleures Teiges heißt, so deutet das eine, daß der Teig das erforderliche Quantum Laben müsse, und das andere, daß es nur von eurem Teig und nicht vom Teige des Geheiligten und eines Nichtjuden gelte;",
"oder aber lehrten es R. Jose und R. Šimo͑n, nach denen auch [das Getreide] befreit ist, während R. Meír und R. Jehuda diesen Fall mit jenem durch [das Wort] erstevergleichen?",
"Raba sprach: Möge es der Wille [Gottes] sein, daß es mir im Traum erscheine. Später sagte Raba: Nach demjenigen, nach dem das Worfeln eines Nichtjuden befreit, befreit auch das Rollen eines Nichtjuden, und nach demjenigen, nach dem das Worfeln eines Nichtjuden nicht befreit, befreit auch das Rollen eines Nichtjuden nicht.",
"R. Papa wandte gegen Raba ein: Wenn ein Nichtjude das Erstgeborene seines Eselsoder die Teighebeabsondert, so kläre man ihn auf, daß er davon frei ist; seine Teighebe darf von Gemeinen gegessen werden und das Erstgeborene seines Esels darf zur Schur und zur Arbeit verwandt werden.",
"Demnach ist die von ihm entrichtete Hebe verboten. Dieser Autor ist somitder Ansicht, das Worfeln eines Nichtjuden befreie nicht und das Rollen eines Nichtjuden befreie wohl!?",
"Ferner wandte Rabina gegen Raba ein: Über die Teighebe eines Nichtjuden im Inlande und seine Hebe außerhalb des Landes kläre man ihm auf, daß er davon frei ist; seine Teighebe darf von Gemeinen gegessen werden und seine Hebe bewirkt keine Bemischung. Demnach ist seine Hebe im Inlandeverboten und erwirkt Bemischung.",
"Dieser Autor ist somit der Ansicht, das Worfeln eines Nichtjuden befreie nicht und das Rollen eines Nichtjuden befreie wohl!? –",
"Nur rabbanitisch, eine Bestimmung mit Rücksicht auf die Geldleute. –"
],
[
"Demnach sollte dies auch bei der Teighebe berücksichtigt werden!? – Man kann in Quantitäten von weniger als fünf Viertel[log] und darüberbacken. –",
"Auch bei der Hebe kann man ja nach R. Oša͑ja [eine List]anwenden!? R. Oša͑ja sagte nämlich: Man kann mit seinem Getreide eine List anwenden, indem man es mit der Spreueinbringt, damit sein Vieh davon fresse, ohne zum Zehnten verpflichtet zu sein, oder es über Dächer und Gehegeeinbringt. –",
"Dies erfolgt öffentlich, und man schämt sichdessen, jenesaber erfolgt nicht öffentlich und man schämt sich dessen nicht.",
" DANN GELANGTE ER ZUM I͑SARON [MEHL], TAT DAZU DAS ÖL UND DEN WEIHRAUCH, GOSSNACH, RÜHRTE UM, SCHWANG ES, BRACHTE ES HERAN, HOB DEN HAUFEN AB UND RÄUCHERTE IHN AUF; DAS ZURÜCKBLEIBENDE WURDE VON DEN PRIESTERN GEGESSEN.",
" SOBALD DIE SCHWINGEGARBE DARGEBRACHT WAR, GINGEN SIE HINAUS UND FANDEN DIE STRASSEN VON JERUŠALEM VOLL MEHL UND ROSTKÖRNER; DIESGESCHAH OHNE BILLIGUNG DER WEISEN – SO R. MEÍR; R. JEHUDA SAGT, ES GESCHAH MIT BILLIGUNG DER WEISEN.",
"GEMARA. Berücksichtigt denn R. Jehuda nicht, man könnteveranlaßt werden, davon zu essen,",
"ich will auf einen Widerspruch hinweisen: R. Jehuda sagt, man untersuche am Abend zum vierzehnten[Nisan], am vierzehnten morgens und zur Zeit der Fortschaffung; die Weisen sagen, hat man nicht untersucht &c.!?",
"Rabba erwiderte: Anders verhält es sich beim neuen [Getreide];"
],
[
"da nur das Pflückenerlaubt worden ist, so denkt man daran.",
"Abajje sprach zu ihm: Allerdings beim Mähen, wie ist es aber hinsichtlich des Mahlens und des Siebenszu erklären!? –",
"Das ist kein Einwand; das Mahlen hat mit einer Handmühle und das Sieben mit einem Handsiebe zu erfolgen. –",
"Wie ist es hinsichtlich eines künstlich bewässerten Feldes zu erklären, auf dem das Mähenerlaubt ist!? Wir haben nämlich gelernt: Man darf auf künstlich bewässerten Feldern in Tälern mähen, nicht aber aufschobern.",
"Vielmehr, erklärte Abajje, vom neuen [Getreide]hält man sich fern, von Gesäuertemhält man sich nichtfern.",
"Raba sprach: Befindet sich etwa nur R. Jehuda in einem Widerspruche mit sich selbst und nicht auch die Rabbanan!?",
"Vielmehr, erklärte Raba, R. Jehuda befindet sich nicht in einem Widerspruche mit sich selbst, wie wir erklärt haben, und die Rabbanan befinden sich ebenfalls nicht in einem Widerspruche mit sich selbst, denn, wenn einer [nach Gesäuertem] sucht, um es zu verbrennen, wie sollte er dazu kommen, davon zu essen!?",
"R. Aši erwiderte: R. Jehuda befindet sich nicht in einem Widerspruche mit sich selbst, denn hier wird von Rostmehlgesprochen.",
"Die Erklärung R. Ašis ist aber sinnlos; allerdings nach dem Rösten, wieso aber vordem Rösten!?",
"Wolltest du erwidern, nur das Pflücken [sei erlaubt], nach Rabba, wie ist es hinsichtlich des künstlich bewässerten Feldes zu erklären, auf dem das Mähen erlaubt ist!? Vielmehr ist die Erklärung R. Ašis sinnlos.",
" SOFORT NACHDEM DIE SCHWINGEGARBE DARGEBRACHT WURDE, WURDE DAS NEUE [GETREIDE] ERLAUBT; DEN FERNWOHNENDENWAR ES ERST VON MITTAG AB ERLAUBT. NACHDEM DER TEMPEL ZERSTÖRT WURDE, ORDNETE R. JOḤANAN B. ZAKKAJ AN, DASS WÄHREND DES GANZEN SCHWINGETAGES [FRISCHFRUCHT] VERBOTEN SEI.",
"R. JEHUDA SPRACH: DIES IST JA AUCH NACH DER TORA VERBOTEN, DENN ES HEISST:bis zu diesem Tageselbst. WESHALB WAR ES DEN FERNWOHNENDEN VON MITTAG AB ERLAUBT? WEIL MAN WUSSTE, DASS DAS GERICHT NICHT LÄSSIG IST.",
"GEMARA. Rabh und Šemuél sagten beide: Zur Zeit, wo der Tempel besteht, bewirkt die Schwingegarbe die Erlaubnis, und zur Zeit, wo der Tempel nicht besteht, bewirkt das Erscheinen der Morgenrötedie Erlaubnis. –",
"Aus welchem Grunde? – Es sind zwei Schriftverse vorhanden: bis zu eurem Bringen, und: bis zu diesem. Tage selbst; wie ist dies zu erklären?",
"Eines, wenn der Tempel besteht, und eines, wenn der Tempel nicht besteht.",
"R. Joḥanan und Reš Laqiš sagten beide: Auch zur Zeit, wo der Tempel besteht, bewirkt das Erscheinen der Morgenröte die Erlaubnis. – Es heißt ja aber: bis zu eurem Bringen!? – Als Gebot. –",
"[Es wird ja gelehrt, daß] sofort nach der Darbringung der Schwingegarbe das neue [Getreide] erlaubt wurde!? – Als Gebot. –",
"[Es wird ja gelehrt], die Schwingegarbe erwirke die Erlaubnis im ganzen Lande und die zwei Brote im Tempel!?– Als Gebot. –"
],
[
"Nachdem der Tempel zerstört wurde, ordnete R. Joḥanan b. Zakkaj an, daß während des ganzen Schwingetages [Frischfrucht] verboten sei. Dies aus folgendem Grunde: gar schnell könnte der Tempel erbaut werden, und man würde sagen: im Vorjahre aßen wirmit dem Erscheinen der Morgenröte, wir wollen auch jetzt essen.",
"Man würde aber nicht bedenken, daß im Vorjahre, wo es keine Schwingegarbe gab, die Morgenröte die Erlaubnis bewirkt bat, während in diesem Jahre, wo es eine Schwingegarbe gibt, die Schwingegarbe die Erlaubnis bewirkt. Wieso sollte nun, wenn man sagen wollte, dies sei nur Gebot, eines Gebotes wegen eine solche Bestimmung getroffen worden sein!?",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: R. Joḥanan b. Zakkaj tat dies nach der Ansicht R. Jehudas, der sagt, diessei nach der Tora verboten, denn es heißt:bis zu diesem Tage selbst,",
"bis zum Selbst des Tages, und er ist der Ansicht, das bis sei einschließlich [zu verstehen]. –",
"Ist er denn seiner Ansicht, er streitet ja gegen ihn, denn wir haben gelernt: Nachdem der Tempel zerstört wurde, ordnete R. Joḥanan b. Zakkaj an, daß während des ganzen Schwingetages [Frischfrucht] verboten sei. R. Jehuda sprach: Dies ist ja nach der Tora verboten, denn es heißt: bis zu diesem Tage selbst!? –",
"R. Jehuda irrte sich; er glaubte, R. Joḥanan b. Zakkaj meine esrabbanitisch, dem ist aber nicht so, er meinte es nach der Tora. – Es heißt ja: ordnete an!? – Unter ‘ordnete an’ ist zu verstehen, er legte [den Schriftvers] aus und ordnete es an.",
"R. Papa und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, aßen neues [Getreide] am Abende des sechzehnten zum siebzehnten. Sie waren der Ansicht, [das Verbot] des neuen [Getreides] außerhalb des Landes sei rabbanitisch, somit braucht wegen des Zweifelsnichts berücksichtigt zu werden.",
"Die Jünger der Schule R. Ašis aßen erst am Morgen des siebzehnten, sie waren der Ansicht, [das Verbot] des neuen [Getreides] außerhalb des Landes sei aus der Tora,",
"jedoch sei die Bestimmung des R. Joḥanan b. Zakkajrabbanitisch, und diese Bestimmung erstreckt sich nur auf den Schwingetag, nicht aber auf [den Tag wegen des] Zweifels.",
"Rabina sagte: Meine Mutter sprach zu mir: Dein Vater aß neues [Getreide] erst am Abend des siebzehnten zum achtzehnten. Er war der Ansicht R. Jehudas, und berücksichtigte auch den [Tag wegen des] Zweifels.",
" DIE SCHWINGEGARBE BEWIRKTE ERLAUBNISIM LANDE, DIE ZWEI BROTE IM TEMPEL. MAN BRINGE KEINE SPEISOPFER, ERSTLINGE UND SPEISOPFER ZUM VIEHOPFER VORDER SCHWINGEGARBE, HAT MAN SIE GEBRACHT, SO SIND SIE UNTAUGLICH; EBENSO BRINGE MAN SIE NICHT VOR DEN ZWEI BROTEN, HAT MAN SIE GEBRACHT, SO SIND SIE TAUGLICH.",
"GEMARA. R. Tryphon saß und warf folgende Frage auf: Welchen Unterschied gibt es zwischen [der Zeit] vor der Schwingegarbe und [der Zeit] vorden zwei Broten?",
"Da sprach Jehuda b. Neḥemja vor ihm: Nein, wenn diesvon [der Zeit] vor der Schwingegarbe gilt, wo esauch Gemeinen nicht aus der Allgemeinheit heraus erlaubt worden ist, sollte es auch von [der Zeit] vor den zwei Broten gelten, wo es Gemeinen aus der Allgemeinheit heraus erlaubt worden ist!?",
"Da schwieg R. Tryphon und das Gesicht des Jehuda b. Neḥemja erhellte sich. Da sprach R. A͑qiba zu ihm: Jehuda, dein Gesicht erhellte sich, weil du einen Greis widerlegt hast; es würde mich wundern, wenn du lange leben solltest. R. Jehuda b. R. Elea͑j erzählte: Dies geschah kurz vor dem Pesaḥfeste, und als ich zum Wochenfeste hinkam, erkundigte ich mich nach R. Jehuda b. Neḥemja, wo er sei, und man sagte mir, er sei gestorben.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Nach der Ansicht des Jehuda b. Neḥemja ist das vor der Schwingegarbe dargebrachte Gußopfer aus Erstlingstraubentauglich. – Selbstverständlich!? –",
"Man könnte glauben, dies gelte nur von jenemFalle, wo es Gemeinen aus der Allgemeinheit heraus erlaubt worden ist, während es in diesem Falle nicht aus der Allgemeinheit heraus erlaubt worden ist, so lehrt er uns, daß es von diesem Falle um so mehr gilt, da es überhaupt nicht verboten ist.",
"Rami b. Ḥama fragte: Machen die zwei Brote auch in der unrichtigen Reihenfolge erlaubt?",
"Wenn man beispielsweise [das Getreidein der Zeit] zwischen der Schwingegarbe und den zwei Broten gesäet hat und die zwei Brote und die Schwingegarbe darüberverstrichen sind. Wie ist es nun, machen sie erlaubt nur in der richtigen Reihenfolge, nicht aber in der unrichtigen Reihenfolge, oder machen sie erlaubt auch in der unrichtigen Reihenfolge?",
"Rabba erwiderte: Komm und höre:Wenn du das Speisopfer der Erstlinge darbringst, die Schrift spricht vom Speisopfer der Schwingegarbe; diese wird aus Gerste gebracht. Du sagst, aus Gerste, vielleicht ist dem nicht so, sondern aus Weizen?",
"R. Elie͑zer erwiderte: [Vom Getreide] in Miçrajimheißt es reife Frucht und von dem der späteren Generationenheißt es reife Frucht, wie an jener Stelle unter reife Frucht Gerste zu verstehenist, ebenso ist auch an dieser Stelle unter reife Frucht Gerste zu verstehen.",
"R. A͑qiba erwiderte: Wir finden, daß ein einzelner Pflichtopfer aus Weizen und Pflichtopfer aus Gerste bringt,",
"und ebenso bringt auch die Gemeinde Pflichtopfer aus Weizen und Pflichtopfer aus Gerste, und wenn man sagen wollte, diese werde aus Weizen gebracht, so kommt es ja nicht vor, daß die Gemeinde Pflichtopfer aus Gerste bringt.",
"Eine andere Erklärung: Wenn du sagen wolltest, die Schwingegarbe werde aus Weizen gebracht, sind die zwei Brote keine Erstlingemehr.",
"Wenn man nun sagen wollte, die zwei Brote machen auch in unrichtiger Reihenfolge erlaubt, so kann diesja vorkommen, wenn man die Schwingegarbe aus [Getreide] darbringt, das vor den zwei Broten und nach der Schwingegarbe des Vorjahres gewurzelt hat,",
"und die zwei Brote aus solchem, das vor der Schwingegarbe des laufenden Jahres und nach den zwei Broten des Vorjahres gewurzelt hat. –",
"Du glaubst wohl,"
],
[
"wir sprechen von den Erstlingen der Früchte, wir sprechen von denen des Altars, und der Altar hat bereits Früchte des laufenden Jahres verzehrt.",
"Rami b. Ḥama fragte: Wirkt die Erlaubnis durch die zwei Brote auf das Blühen oder auf das Reifen? – Welches Blühen und welches Reifen: wollte man sagen das Blühen der Frucht und das Reifen der Frucht, so müßte sie ja, wenn sie auf das Wurzelnwirkt, um so mehr auf das Blühen und das Reifen wirken!? –",
"Vielmehr, das Blühen der Blätter und das Reifen der Blätter; gleicht dies dem Wurzeln oder nicht? – Dies bleibt unentschieden.",
"Raba b. R. Ḥanan fragte: Wie verhält es sich mit im Erdboden gesäetem Weizen; wird er durch die Schwingegarbe erlaubt oder wird er durch die Schwingegarbe nicht erlaubt? – In welchem Falle: hat er gewurzelt, so haben wir es gelernt, und hat er nicht gewurzelt, so haben wir es gelernt.",
"Wir haben nämlich gelernt: hat er vor der Schwingegarbe gewurzelt, so macht ihn die Schwingegarbe erlaubt, wenn aber nicht, so ist er bis zur Darbringung der nächsten Schwingegarbe verboten. –",
"In dem Falle, wenn man ihn vor der Schwingegarbe gemäht und gesät hat, und die Schwingegarbe an diesem vorüberist, und die Frage ist, ob man davon holen und essen dürfe; ist es ebenso als würde er sich in einem Kruge befunden haben, somit macht die Schwingegarbe ihn erlaubt, oder verliert er gegenüber dem Erdboden seine Bedeutung?",
"Gibt es bei diesem eine Übervorteilungoder gibt es bei diesem keine Übervorteilung? –",
"In welchem Falle, wollte man sagen, wenn er behauptet, er habe sechs ausgesäet, und Zeugen kommen und bekunden, er habe nur fünf ausgesäet, so sagte ja Raba, bei Dingen, die nach Maß, Gewicht oder Zahl [gehandelt werden], könne man auch bei einer Übervorteilung unter der Grenze zurücktreten. –",
"Vielmehr, wenn er behauptet, er habe soviel wie nötig ausgesäet, und Zeugen kommen und bekunden, er habe nicht soviel wie nötig ausgesäet; gibt es hierbei eine Übervorteilung, da es ebenso ist, als würde er sich in einem Kruge befinden, oder verliert er gegenüber dem Erdboden seine Bedeutung?",
"Schwörtman wegen dessen oder schwört man wegen dessen nicht; ist es ebenso als würde er sich in einem Kruge befinden und gleicht Mobilien, somit muß man wegen dessen schwören, oder verliert er dem Erdboden gegenüber seine Bedeutung und gleicht Immobilien, somit braucht man wegen dessen nicht zu schwören? – Dies bleibt unentschieden.",
"Rami b. Ḥama fragte: Wie verhält es sich mit dem Weizen im Rinderkote und der Gerste im Viehkote? – In welcher Hinsicht: wenn hinsichtlich der Verunreinigungvon Speisen, so wird ja gelehrt, wenn man den Weizen im Rinderkote oder die Gerste im Viehkote zu essen beabsichtigt hat, seien sie dadurch nicht als Speisen verunreinigungsfähig, und wenn man sie zum Essen geklaubt hat, seien sie als Speisen verunreinigungsfähig, und wenn hinsichtlich des Speisopfers, so sind sie ja selbstverständlich nicht [tauglich, es heißt:]",
"bringe es doch einmal deinem Statthalter zum, Geschenke, ob er dir günstig gesinnt sein oder Huld erweisen wird. –",
"In dem Falle, wenn man sie aufgesammelt und gesäet hat, und davon ein Speisopfer bringen will; erfolgt dieswegen der Ekelhaftigkeit, und da man sie gesäet hat, so ist diese geschwunden, oder wegen der Magerkeitund mager sind sie auch jetzt? – Dies bleibt unentschieden.",
"Rami b. Ḥama fragte: Wie ist es, wenn ein Elefant einen Weidenkorb verschlungen und ihn durch den After ausgestoßen hat? – In welcher Hinsicht, wenn hinsichtlich der Aufhebungder Unreinheit,",
"so haben wir ja gelernt, jedes Gerät werde durch die Bestimmungverunreinigungsfähig und nur durch eine abändernde Handlung der Verunreinigung enthoben. –",
"In dem Falle, wenn er Weiden verschlungen hatte, und man aus diesen einen Weidenkorb gemacht hat; ist dies eine Verdauung,"
],
[
"somit gleicht dieser einem Gefäße aus Kot oder Erde, das nicht verunreinigungsfähig ist, denn der Meister sagte, Gefäße aus Stein, Kot oder Erde seien weder nach der Tora noch nach den Gelehrten verunreinigungsfähig, oder ist dies keine Verdauung? –",
"Dies ist zu entscheiden aus folgender Erzählung U͑las im Namen des R. Šimo͑n b. Jehoçadaq: Einst verschlangen Wölfe jenseits des Jarden zwei Kinder, und als die Sache vor die Weisen kam, erklärten sie das Fleisch als rein. –",
"Anders verhält es sich beim Fleische, da es weich ist. – Dies ist ja aus dem Schlußsatze zu entscheiden: und erklärten die Knochen als unrein? – Anders verhält es sich bei den Knochen, da sie besonders hart sind.",
"R. Zera fragte: Wie verhält es sich mit dem Weizen, der mit den Wolken herabgekommen ist? – In welcher Hinsicht, wenn hinsichtlich des Speisopfers, weshalb denn nicht. – Vielmehr, hinsichtlich der zwei Brote;",
"der Allbarmherzige sagt:aus euren Wohnorten, schließt dies nur [Getreide] aus dem Auslande aus, während solches aus den Wolken tauglich ist, oder muß es durchaus aus euren Wohnorten sein, auch nicht aus den Wolken. –",
"Kommt denn so etwas vor? – Freilich, dem Araber Bar A͑di kamen einst drei Parasangen Weizen in einer Höhe von einer Handbreiteherab.",
"R. Šimo͑n b. Pazi fragte: Wie ist es, wenn eine Ähre vor der Schwingegarbe ein Drittel [der Reife] erreicht hatte, und man sie entwurzelt und nach der Schwingegarbe wiederum gepflanzt hat, und sie zugenommen hat; richtet man sich nach dem Stamme, somit macht die Schwingegarbe sie erlaubt, oder nach der Zunahme, somit erfolgt dies erst durch die nächste Schwingegarbe? –",
"Dies ist aus folgender Lehre des R. Abahu im Namen R. Joḥanans zu entscheiden: Hat man einen jungen [Setzling] mit Früchten auf einen alten [Stamm] gepfropft, so sind diese, selbst wenn sie zweihundertfach zugenommenhaben, verboten.",
"Ferner sagte R. Šemuél b. Naḥmani im Namen R. Jonathans: Wenn man Zwiebeln in einem Weinbergegepflanzt hat und der Weinberg entwurzelt worden ist, so sind diese, selbst wenn sie zweihundertfach zugenommen haben, verboten. –",
"Dies fragte er eben: war es den Rabbanan entschieden, daß man sich nach dem Stamme richte, einerlei ob erleichternd oder erschwerend, oder aber war es ihnen zweifelhaft, und man richte sich danach nur erschwerend und nicht erleichternd? – Dies bleibt unentschieden.",
"Rabba fragte: Wie verhält es sich damit hinsichtlich des Zehnten? – In welchem Falle? –"
],
[
"Wenn man sieschätzungsweise verzehntet und wiederum gepflanzt hat, und sie zugenommen haben.",
"Und wie verhält es sich, wenn du entscheidest, man richte sich nicht nach dem Stamme und der Zehnt sei von der Zunahme zu entrichten, mit dem Stamme selbst? Abbajje sprach zu ihm: Womit sind diese anders als Weizen und Gersteallgemein!?",
"Jener erwiderte: Wird die Aussaat zerstört, so ist es mir nicht fraglich, fraglich ist es mir nur, wenn die Aussaat nicht zerstörtwird. –",
"Dies ist aus einer Lehre R. Jiçḥaqs im Namen R. Joḥanans zu entscheiden: Hat man eine Litra Zwiebeln zubereitetund gepflanzt, so ist alles zu verzehnten. – Bei diesen ist dies die gewöhnliche Art des Säens,",
"in jenem Falle ist dies nicht die gewöhnliche Art des Säens.",
"R. Ḥanina b. Minjomi sprach zu Abajje: Wie verhält es sichmit einem undurchlochten Pflanzentopfe? – Ist er nicht durchlocht, so ist er ja nichtdurchlocht!?",
"Du meinst vielleicht, wenn man ihn nachher durchlochthat.",
"Hierbei ist das Säen einmal erfolgt, somit werden sie verbunden, in jenem Falleaber ist das Säen zweimal erfolgt.",
"R. Abahu fragte: Wie ist es, wenn man eine Ähre im Haufen geworfeltund wiederum gepflanzt, und am Boden haftend eine Benennung getroffenhat; ist sie, da sie durch das Worfeln zehntpflichtig geworden war, durch die Benennung heilig, oder ist von dieser durch die Pflanzung die Zehntpflichtigkeit geschwunden?",
"Die Jünger sprachen zu Abajje: Demnachwürde das Gesetz von der Hebe beim am Boden Haftenden vorkommen, während wir gelernt haben, beim am Boden Haftenden komme das Gesetz von der Hebe nicht vor!?",
"Dieser erwiderte: Dies wird hinsichtlich der Todesstrafeund des Fünftelsgelehrt; wenn man siepflückt und ißt, so ist dies Gepflücktes, und wenn man sich bückt und ißt, so ist dieses Tun gegenüber dem aller anderen Menschen bedeutungslos. –",
"Wodurch unterscheidet sich dies von der folgenden Lehre aus dem Schreibhefte des Ilpha: Eier aus dem Aase eines reinen Vogels, die sich zum Teil außen und zum Teil innenbefinden, machen von innenim Schlundedie Kleider unrein, und von außenim Schlunde die Kleider nicht unrein. –",
"Was nicht am Boden haftet, pflegt man so zu essen, was aber am Boden haftet, pflegt man nicht so zu essen.",
"R. Ṭabjomi b. Qisana sagte im Namen Šemuéls: Wenn man Mischfrucht in einem undurchlochten Pflanzentopfe säet, so ist diese verboten. Abajje sprach: Erklärlich wäre es, wenn er uns gelehrt hätte, darauf sei rabbanitisch die Widersetzlichkeitsgeißelunggesetzt, wenn er aber sagt, sie sei verboten, so lehrt er uns damit,",
"daß dies rabbanitisch als Säen gelte, und wir haben ja bereits gelernt, wenn man die Hebe von [Getreide] aus einem undurchlochten Pflanzentopfe für solches aus einem durchlochten entrichtet hat, sei die Hebe gültig, jedoch müsse man sie wiederum entrichten!?",
" WEIZEN, GERSTE, DINKEL, HAFERUND ROGGEN SIND ZUR TEIGHEBE PFLICHTIG, SIE WERDEN MIT EINANDER VEREINIGT, SIE SIND HEURIG VOR DEM PESAḤFESTE VERBOTEN UND SIE DÜRFEN VOR DER SCHWINGEGARBE NICHT GEMÄHT WERDEN. HABEN SIE VOR DER SCHWINGEGARBE GEWURZELT, SO MACHT DIE SCHWINGEGARBE SIE ERLAUBT, WENN ABER NICHT, SO SIND SIE BIS ZUR [DARBRINGUNG DER] NÄCHSTEN SCHWINGEGARBE VERBOTEN.",
"GEMARA. Es wird gelehrt: Dinkel ist eine Art Weizen, Hafer und Roggen sind eine Art Gerste. Dinkel"
],
[
"ist Gulba, Roggen ist Disara, Hafer ist Fuchsgras. Nur diese, nicht aberReis und Hirse,",
"woher dies? Reš Laqiš erwiderte: Dies ist aus [dem Worte] Brot zu entnehmen, das auch beim Ungesäuerten gebraucht wird; hier heißt es:wenn ihr vom Brote des Landes esset, und dortheißt es: Armenbrot. –",
"Woher dies dort? Reš Laqiš erklärte, und ebenso wurde es in der Schule R. Jišma͑éls gelehrt, und ebenso wurde es in der Schule des R. Elie͑zer b. Ja͑qob gelehrt: Die Schrift sagt:du sollst dazu nichts Gesäuertes essen, sieben Tage sollst du dazu Ungesäuertes essen, Armenbrot; mit Dingen, die sauern, entledigt man sich seiner Pflichtam Pesaḥfeste, ausgenommen sind diese, die nicht sauern, sondern verwesen.",
"SIE WERDEN MIT EINANDER VEREINIGT. Es wird gelehrt: Getreide, Mehl und Teig werden mit einander vereinigt. – In welcher Hinsicht?",
"R. Kahana erklärte: Hinsichtlich des Heurigen. R. Joseph erklärte: Hinsichtlich des Gesäuertenam Pesaḥfeste. R. Papa erklärte: Hinsichtlich des zweiten Zehnten; wer davon außerhalb der Mauergegessen hat, ist zu geißeln.",
"Raba erklärte: Hinsichtlich der Verunreinigungsfähigkeiton Speisen, und zwar lehrt er uns, daß das Getreide und das Mehl dem Teige gleichen müssen; wie dieser aus nur Eßbarem besteht, ebenso auch jene, wenn sie ausnur Eßbarem bestehen.",
"Es wird auch gelehrt: Der Weizen wird ob geschält oder ungeschält vereinigt, die Gerste wird nur geschält vereinigt, nicht aber ungeschält. –",
"Dem ist ja aber nicht so, in der Schule R. Jišma͑éls wurde ja gelehrt:Auf irgend welchen Samen, der gesät wird, wieman ihn zum Säen hinausbringt, Weizen mit der Schale, Gerste mit der Schale und Linsen mit der Schale!? –",
"Dies ist kein Einwand; eines gilt von feuchtenund eines von trockenen.",
"SIE SIND HEURIG VOR DEM PESAḤFESTE VERBOTEN. Woher dies? Reš Laqiš erwiderte: Dies ist durch [das Wort] Brotvom Ungesäuerten zu folgern.",
"UND DÜRFEN VOR DER SCHWINGEGARBE NICHT GEMÄHT WERDEN. Woher dies? R. Joḥanan erwiderte: Dies ist durch [das Wort] erste zu folgern, das auch bei der Teighebegebraucht wird. –",
"Was heißt vor der Schwingegarbe? R. Jona erklärte: Vor dem Mähender Schwingegarbe. R. Jose b. Zabda erklärte: Vor der Darbringung der Schwingegarbe. –",
"Wir haben gelernt; Sie sind heurig vor dem Pesaḥfeste verboten und sie dürfen vor der Schwingegarbe nicht gemäht werden. Einleuchtend ist es nach demjenigen, der vor der Darbringung der Schwingegarbe erklärt, daß er es nicht zusammenlehrt,",
"nach demjenigen aber, der vor dem Mähen der Schwingegarbe erklärt, sollte er es zusammen lehren: sie sind vor dem Pesaḥfeste heurig und zu mähenverboten!? –",
"Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es sich auf den Schlußsatz beziehen: Haben sie vor der Schwingegarbe gewurzelt, so macht die Schwingegarbe sie erlaubt. Was heißt vor der Schwingegarbe? R. Jona erklärte: Vor der Darbringung der Schwingegarbe. R. Jose b. Zabda erklärte: Vor dem Mähen der Schwingegarbe.",
"R. Elea͑zar sprach zu seinem Altersgenossen"
],
[
"R. Jošija: Du setzt dich nichthin, bis du mir folgendes erklärt hast. Woher, daß die Schwingegarbe beim Wurzelnerlaubt mache? –",
"Woher, es heißt:reife Frucht, demnach gibt es, was keine reife Frucht ist. –",
"Vielleicht keine reife Frucht, jedoch ein Drittel der Reifeerreicht!?",
"Vielmehr, erklärte Šemuél:Wenn die Sichel beginnt, demnach gibt es, woran die Sichel noch nicht gelegt wird. – Vielleicht, woran die Sichel noch nicht gelegt wird, jedoch als Viehfutter brauchbar!?",
"R. Jiçḥaq erwiderte:das stehende Getreide, wahrscheinlich gibt es, was nicht stehendes Getreide ist. – Vielleicht kein stehendes Getreide, jedoch Gras!?",
"Vielmehr, erklärte Raba: Das du säest, von der Zeit des Säens. R. Papa sprach zu Raba: Demnach sollte dies auch von dem Falle gelten, wenn es noch nicht gewurzelt hat!? Dieser erwiderte: Metbrauer, es heißt:imFelde.",
" MAN DARF AUF KÜNSTLICH BEWÄSSERTEN FELDERN IN TÄLERNMÄHEN, NICHT ABER AUFSCHOBERN. DIE LEUTE VON JERIḤO MÄHTEN MIT BILLIGUNG DER WEISEN UND SCHOBERTEN OHNE BILLIGUNG DER WEISEN AUF; SIE WEHRTEN ES IHNEN ABER NICHT. MAN DARF [GETREIDE] ALS FUTTERGRAS MÄHEN UND SEINEM VIEH ZU FRESSEN GEBEN. R. JEHUDA SAGT, NUR DANN, WENN MAN BEGONNEN HAT, ALS ES EIN DRITTEL DER REIFE NOCH NICHT ERREICHT HATTE; R. ŠIMO͑N SAGT, MAN DÜRFE DIES, AUCH NACHDEM ES EIN DRITTEL DER REIFE ERREICHT HAT.",
"FERNER DARF MAN MÄHEN WEGEN DER JUNGEN SETZLINGE, WEGEN DER TRAUERFEIER, UND WEGEN DER STÖRUNG DER LEHRVORTRÄGE; JEDOCH BINDE MAN ESNICHT ZU BÜNDELN, SONDERN LEGE ES IN HAUFEN.",
"ES IST GEBOT, DIE SCHWINGEGARBE VOM STEHENDEN GETREIDE ZU BRINGEN; FINDET MAN KEINES, SO BRINGE MAN SIE VON GARBEN; ES IST GEBOT, SIE VON FEUCHTEM ZU BRINGEN, FINDET MAN KEINES, SO BRINGE MAN SIE VON TROCKENEM; ES IST GEBOT, SIE NACHTS ZU MÄHEN, HAT MAN SIE AM TAGE GEMÄHT, SO IST SIE TAUGLICH; SIE VERDRÄNGT DEN ŠABBATH.",
"GEMARA. Es wird gelehrt: R. Binjamin sagte: Ein Schriftvers lautet und seine Ernte mähet, so sollt ihr eine Garbe bringen, und ein anderer lautet:das erste eurer Ernte zum Priester;",
"wie ist dies zu erklären? An einer Stelle, aus der du bringst, darfst du nicht mähen, an einer Stelle, aus der du nicht bringst, darfst du mähen. –",
"Vielleicht: von der Art, von der du bringst, darfst du nicht mähen, von der Art, von der du nicht bringst, darfst du mähen!? – Dies kannst du nicht sagen, wegen der Erklärung R. Joḥanans.",
"DIE LEUTE VON JERIḤO MÄHTEN MIT BILLIGUNG DER WEISEN UND SCHOBERTEN OHNE BILLIGUNG DER WEISEN &C. Der Autor, nach dem sie es verwehrt. beziehungsweise nicht verwehrt haben, ist ja R. Jehuda,",
"und R. Jehuda ist ja nicht der Ansicht, das Mähen der Leute von Jeriḥo sei mit Billigung der Weisen erfolgt!? Es wird nämlich gelehrt: Sechs Dinge taten die Leute von Jeriḥo, drei mit Billigung der Weisen und drei ohne Billigung der Weisen.",
"Folgende mit Billigung der Weisen: sie pfropften Dattelpalmen den ganzen Tag, sie leierten das Šemaherunter und sie mähten vor der Schwingegarbe; dies erfolgte mit Billigung der Weisen. Folgende ohne Billigung der Weisen: sie schoberten [das Getreide] vor der Schwingegarbe, sie erlaubten Triebe von Johannisbrotbäumenund Sykomoren des Heiligtums, und sie brachen Lücken in ihre Gemüse- und Obstgärten, damit die Armen in den Jahren der Dürre an Šabbathen und Festen die abgefallenen Früchte essenkönnen – so R. Meír.",
"R. Jehuda sprach zu ihm: Wenn sie dies mit Billigung der Weisen getan haben, so sollte auch jeder andere dies tun dürfen!? Vielmehr, diese und jene ohne Billigung der Weisen, nur hatten sie ihnen drei verwehrt und drei nicht verwehrt.",
"Folgende verwehrten sie ihnen nicht: sie pfropften den ganzen Tag Dattelpalmen, sie leierten das Šema͑ herunter und sie mähten und schoberten vor der Schwingegarbe. Folgende aber verwehrten sie ihnen:"
],
[
"sie erlaubten die Triebe von Johannisbrotbäumen und Sykomoren des Heiligtums, sie brachen Lücken in ihre Gemüse- und Obstgärten, damit die Armen in den Jahren der Dürre an Šabbathen und Festen die abgefallenen Früchte essen können, und sie ließen den Eckenlaß von Grünkraut; dies verwehrten sie ihnen. –",
"Wieso sind es, auch nach deiner Auffassung, sechs, es sind ja sieben!? Vielmehr ist hier [das Wort] Mähen zu streichen.",
"MAN DARF ALS FUTTERGRAS MÄHEN UND SEINEM VIEH ZU FRESSEN GEBEN. Dort haben wir gelernt: Folgende Dinge gelten als Teilung hinsichtlich des Eckenlasses: der Fluß, der Strom, der private Weg, der öffentlicheWeg, der öffentliche Steg, der private Steg, der sowohl für den Sommer als auch für die Regenzeit bestimmt ist, das Brachfeld, das Ackerfeld und eine andere Aussaat.",
"Mäht man als Futtergras, so ist dies eine Teilung– so R. Meír; die Weisen sagen, dies sei keine Teilung, es sei denn, daß man [diese Stelle] umgepflügt hat.",
"Raba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: R. Meír lehrte es nach der Ansicht R. Šimo͑ns; dieser sagt, man dürfe, auch wenn [das Getreide] ein Drittel der Reife erreicht hat, mähen und dem Vieh zu fressen geben; demnach ist er der Ansicht, wenn als Futtergras, gelte es nicht als Mähen.",
"Rabbasaß und trug diese Lehre vor; da wandte R. Aḥa b. Hona gegen Raba ein: Ist [eine Stelle] von Heuschrecken abgefressen, von Ameisen abgenagt oder vom Sturm niedergebrochen worden, so pflichten alle bei, daß, wenn man sie umgepflügt hat, sie als Teilung, und wenn man sie nicht umgepflügt hat, sie nicht als Teilung gelte. Derjenige der beipflichtetist wohl R. Meír.",
"Einleuchtend ist dies nun, wenn du sagst, die Mišnaspreche von dem Falle, wenn es ein Drittel der Reife nicht erreicht hat, demnach spricht die Barajtha, nach der [eine Teilung nur dann erfolgt], wenn man umgepflügt hat, sonst aber nicht, von dem Falle, wenn es ein Drittel der Reife erreichthat;",
"wenn du aber sagst, auch die Mišna spreche von dem Falle, wenn es ein Drittel der Reife erreicht hat, so sollte doch, wenn nach R. Meír in jenem Falle, wo das Mähen durch Menschen erfolgt, solchesnicht als Mähen gilt, dies um so weniger hierbeider Fall sein.",
"Vielmehr lehrte es R. Meír nach der Ansicht R. Jehudas; dieser sagt, diesgelte nur von dem Falle, wenn man begonnen hat, bevor es ein Drittel der Reife erreicht hatte, wenn man aber begonnen hat, nachdem es ein Drittel der Reife erreicht hatte, sei es verboten. –",
"R. Jehuda sagt es ja nur von dem Falle, wenn esfür ein Vieh erfolgt, sagt er es etwa auch von dem Falle, wenn für einen Menschen!? Wenn dem so wäre, würden es ja drei Autoren sein. –",
"Vielmehr, als R. Dimi kam, sagte er, R. Meír lehrte es nach der Ansicht seines Lehrers R. A͑qiba, daß, auch wenn es für Menschen erfolgt, dies nicht als Mähen gelte. Wir haben nämlich gelernt: Wer sein Feld stellenweise mäht und die grünen Halme zurückläßt, lasse, wie R. A͑qiba sagt, den Eckenlaß von jeder Stelle besonders,",
"und wie die Weisen sagen, von einer für alle. Hierzu sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls: R. A͑qiba verpflichtet nur dann, wenn man zum Röstenmäht, nicht aber, wenn für den Speicher. –",
"Dem ist ja aber nicht so, als Rabin kam, sagte er ja im Namen R. Joḥanans, R. A͑qiba verpflichte auch dann, wenn man für den Speicher stellenweisemäht!? –"
],
[
"Er ist seiner Ansicht hinsichtlich des einen und streitet gegen ihn hinsichtlich des anderen.",
"MAN DARF MÄHEN WEGEN DER JUNGEN SETZLINGE, WEGEN DER TRAUERFEIER UND WEGEN [DER STÖRUNG] DER LEHRVORTRÄGE. Aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt:eurer Ernte, nicht aber die Ernte wegen einer gottgefälligen Handlung.",
"MAN BINDE ES NICHT IN BÜNDELN, SONDERN LEGE ES IN HAUFEN. Aus welchem Grunde? – Soweit möglich, arbeite man nicht.",
"ES IST GEBOT, DIE SCHWINGEGARBE VOM STEHENDEN GETREIDE ZU BRINGEN. Die Rabbanan lehrten:Wenn du ein Speisopfer der Erstlinge darbringst; was lehrtdies? Es ist Gebot, die Schwingegarbe vom stehenden Getreide zu bringen; woher, daß, wenn man kein stehendes Getreide findet, man sie von den Garben bringe? Es heißt: darbringst.",
"Eine andere Erklärung: Darbringst, es ist Gebot, sie von feuchtem zu bringen; woher, daß, wenn man kein feuchtes findet, man sie von trockenem bringe? Es heißt: darbringst. Eine andere Erklärung: Darbringst, es ist Gebot, sie nachts zu mähen; woher, daß, wenn man sie am Tage gemäht hat, sie tauglich sei? Es heißt: darbringst.",
"Sie vordrängt den Šabbath, denn es heißt: darbringst. Man bringe sie, wie sie ist, man bringe sie aus jedem Orte, man bringe sie selbst am Šabbath, man bringe sie selbst in Unreinheit.",
"HAT MAN SIE AM TAGE GEMÄHT, SO IST SIE TAUGLICH. Wir haben ja aber gelernt, daß die ganze Nacht für das Mähen der Schwingegarbe und die Aufräucherung der Fettstücke und der Opferglieder zulässig sei, und die Regel sei, für alles, was am Tage erfolgenmuß, sei der ganze Tag, und für alles, was nachts erfolgen muß, sei die ganze Nacht zulässig.",
"Dies gilt also von dem der Nacht wie von dem des Tages; wie das, was am Tage erfolgen muß, nicht nachts erfolgen darf, ebenso darf das, was nachts erfolgen muß, nicht am Tage erfolgen!?",
"Rabba erwiderte: Das ist kein Einwand; eines nach Rabbi und eines nach R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n. Es wird nämlich gelehrt: Wenn er die Schwingegarbe darbringt und sie unrein wird, so heiße man ihn, wenn eine andere da ist, an deren Stelle eine andere holen, wenn aber nicht, so sage man zu ihm, daß er vernünftig sei und schweige – so Rabbi.",
"R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagt, ob so oder so, sage man zu ihm, daß er vernünftig sei und schweige, denn jede Schwingegarbe, die nicht nach Vorschrift gemäht worden ist, ist untauglich.",
"Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n lehrte es nach der Ansicht R. A͑qibas, des Lehrers seines Vaters; denn wir haben gelernt: R. A͑qiba sagte eine Regel: eine Arbeit, die vor dem Šabbath verrichtet werdenkann, verdrängt den Šabbath nicht.",
"Ferner ist er der Ansicht R. Jišma͑éls, welcher sagt, das Mähen der Schwingegarbe sei Gebot, denn wir haben gelernt: R. Jišma͑él sagte: Wie das Pflügen freigestellt ist, ebenso auch das Mähen, wenn es freigestelltist, ausgenommen ist das Mähen der Schwingegarbe, das Gebot ist.",
"Wieso verdrängt sie den Šabbath, wenn man nun sagen wollte, sie sei tauglich, auch wenn man sie nicht nach Vorschriftgemäht hat, man kann sie ja am Vorabend des Šabbaths mähen!? Da sie demnach den Šabbath verdrängt, so ist zu entnehmen, daß, wenn man sie nicht nach Vorschrift gemäht hat, sie untauglich sei. –",
"War denn Rabbinicht ebenfalls ein Schüler R. Šimo͑ns,",
"es wird ja gelehrt: Rabbi erzählte: Als wir das Gesetz bei R. Šimo͑n in Teqoa͑ studierten, pflegten wir ihmdas Öl und das Badetuch vom Hofe nach dem Dache, vom Dache nach einem Gehege und von einem Gehege nach einem anderen Gehege zu bringen, bis wir zur Quelle herankamen, wo wir zu badenpflegten. –",
"Er stützt sich auf eine andere Lehre R. Šimo͑ns, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagte: Komm und sieh, wie beliebt ein Gebot zur festgesetzten Zeitist: die Aufräucherung der Fettstücke und der Opferglieder ist die ganze Nacht zulässig, dennoch wartete man damitnicht einmal bis zur Dunkelheit. –"
],
[
"Sollte R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n dies etwa nicht gehört haben!?",
"Vielmehr verhält es sich da anders, weil das Schlachten den Šabbath bereits verdrängthat.",
"Und auch gegen Rabbi [ist einzuwenden:] das Schlachten hat ja den Šabbath verdrängt!? –",
"Vielmehr, Rabbi ist der Ansicht, das Mähen der Schwingegarbe verdränge den Šabbath nicht. – Etwa nicht, wir haben ja gelernt, die Weisen sagen, sowohl am Šabbath als auch alltags werde sie aus drei [Seá] dargebracht!? – Nicht nach Rabbi. –",
"Die Weisen sagen, sowohl am Šabbath als auch alltags von dreien, in drei Körbe und mit drei Sicheln!? – Nicht nach Rabbi. –",
"Am Šabbath sprach er zu ihnen: ist heute Šabbath!? – Nicht nach Rabbi.",
"HAT MAN SIE AM TAGE GEMÄHT, SO IST SIE TAUGLICH; SIE VERDRÄNGT DEN ŠABBATH. Derjenige, welcher sagt, sie sei am Tage gemäht tauglich, ist ja Rabbi, und es wird gelehrt, sie verdränge den Šabbath, doch wohl das Mähen!? – Nein, die Darbringung. –",
"Nicht etwa auch das Mähen, es wird ja gelehrt: Rabbi sagte:Da sagte Moše die Festzeiten des Herrn; was lehrt dies? Wir wissen esnur vom beständigen Opfer und vom Pesaḥopfer, bei denen es zur Zeitheißt, zur Zeit, selbst am Šabbath, zur Zeit, selbst in Unreinheit,",
"woher dies von anderen Gemeindeopfern? Es heißt:dies sollt ihr dem Herrn herrichten an euren Festzeiten.",
"Woher, daß auch die Schwingegarbe und das, was damit dargebracht wird, und die zwei Brote und das, was damit dargebracht wird, einbegriffen sind? Es heißt: da sagte Moše die Festzeiten des Herrn; die Schrift setzte für diese alle eine Zeit fest.",
"Wodurch, wenn durch die Darbringung, so werden ja die zwei Brote nicht dargebracht,",
"doch wohl durch das Mahlen und das Sieben, und dem entsprechend die Schwingegarbe durch das Mähen, und sie verdrängt den Šabbath!? –",
"Nein, die Schwingegarbe durch die Darbringung und die zwei Brote durch das Backen. Rabbi ist nämlich der Ansicht, der Ofen heilige sie, und wenn man sieam vorangehenden Tage backen würde, würden sie durch das Übernachten untauglich werden. –",
"Ist Rabbi denn der Ansicht, der Ofen heilige, es wird ja gelehrt: Die Lämmer des Wochenfestes heiligen das Brot nur durch das Schlachten. Zum Beispiel: hat man sie auf ihren Namen geschlachtet und das Blut auf ihren Namen gesprengt, so ist das Brot heilig;",
"hat man sie auf einen anderen Namen geschlachtet und das Blut auf einen anderen Namen gesprengt, so ist das Brot nicht heilig; hat man sie auf ihren Namen geschlachtet und das Blut auf einen anderen Namen gesprengt, so ist das Brot heilig und nicht heilig– so Rabbi.",
"R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagt, es sei nur dann heilig, wenn man sie auf ihren Namen geschlachtet und das Blut auf ihren Namen gesprengt hat!?",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Er meint, sie werden dadurch bestimmt, beziehungsweise nicht bestimmt.",
"",
"i VON FOLGENDEN SPEISOPFERN IST DER HAUFE ABZUHEBEN UND DAS ZURÜCKBLEIBENDE GEHÖRT DEN PRIESTERN: VOM SPEISOPFER AUS FEINMEHL, DEM PFANNENOPFER, DEM TIEGELOPFER, DEN KUCHEN UND FLADEN, DEM SPEISOPFER VON NICHTJUDEN, DEM SPEISOPFER VON FRAUEN, DEM SPEISOPFER DER SCHWINGEGARBE, DEM SÜND-SPEISOPFER UND DEM EIFERSUCHTS-SPEISOPFER.",
"R. ŠIMO͑N SAGT, VOM SÜND-SPEISOPFER DER PRIESTER WERDE DER HAUFE ABGEHOBEN, UND DANN DER HAUFE BESONDERS UND DAS ZURÜCKBLEIBENDE BESONDERS DARGEBRACHT.",
"GEMARA. R. Papa sagte: Von allem, was hier aufgezählt wird, werden zehn [Kuchen dargebracht]. – Was lehrt er uns damit? –",
"Dies schließt die Ansicht R. Šimo͑ns aus; dieser sagt, die Hälfte Kuchen und die Hälfte Fladen, so lehrt er uns, daß dem nicht so ist.",
"UND DAS ZURÜCKBLEIBENDE GEHÖRT DEN PRIESTERN. Woher dies? – Von manchen steht dies ausdrücklich geschrieben, und hinsichtlich derjenigen, von welchen dies nicht ausdrücklich geschrieben steht, heißt es:dies ist das Gesetz des Speisopfers; die Söhne Ahrons sollen es darbringen &c. und was davon zurückbleibt, sollen Ahron und seine Söhne essen. –",
"Von den aus Weizen zu bringenden, ist es uns nicht fraglich, fraglich ist es nur von den aus Gerste zu bringenden. – Auch von den aus Gerste zu bringenden gehört ja, da von ihnen der Haufe abgehoben wird, das Zurückbleibende den Priestern!? –",
"Nach den Rabbanan ist dies auch nicht fraglich, fraglich ist es nur nach R. Šimo͑n, welcher sagt, es gebe Speisopfer, von denen der Haufe abgehoben wird, die aber nicht gegessen werden.",
"Wir haben gelernt: R. Šimo͑n sagt, vom Sündspeisopfer der Priester werde der Haufe abgehoben, und dann der Haufe besonders und das Zurückbleibende besonders dargebracht. Woher dies?",
"Ḥizqija erwiderte: Die Schrift sagt: und jedes mit Öl gemengte oder trockene Speisopfer soll allen Söhnen Ahrons gehören, und da dies auf das gemengte aus Weizen nicht zu beziehen ist, so beziehe man es auf das gemengte aus Gerste, und da dies ferner auf das trockene aus Weizen nicht zu beziehen ist, so beziehe man es auf das trockene aus Gerste. –",
"Ist dies denn hierfür zu verwenden, dies ist ja für folgende Lehre nötig: Woher, daß man nicht Speisopfer gegen Schiachtopferteile?"
],
[
"Es heißt:und jedes Speisopfer, das im Ofen gebacken wird &c., soll allen Söhnen Ahrons gehören, einem wie dem anderen.",
"Man könnte glauben, man dürfe nur Speisopfer gegen Schlachtopfer nicht teilen, da sie bei Armut nicht an deren Stelletreten, wohl aber Speisopfer gegen Geflügelopfer, da sie bei Armut an deren Stelle treten, so heißt es: alles, das im Tiegel bereitet wird &c., soll allen Söhnen Ahrons gehören.",
"Man könnte glauben, man dürfe nur Speisopfer gegen Geflügel nicht teilen, weil diese Blutopfer und jene Mahlopfer sind, wohl aber Geflügel gegen Schlachtopfer, denn die einen wie die anderen sind Blutopfer, so heißt es: und auf der Pfanne &c. soll allen Söhnen Ahrons gehören.",
"Man könnte glauben, man dürfe nur Geflügel gegen Schlachtopfer nicht teilen, weil die einen mit der Handund die anderen mit einem Geräte hergerichtet werden, so heißt es: und jedes mit Öl gemengte Speisopfer &c. soll allen Söhnen Ahrons gehören.",
"Man könnte glauben, man dürfe nur ein Pfannenopfer gegen ein Tiegelopfer oder ein Tiegelopfer gegen ein Pfannenopfer nicht teilen, da das eine hart und das andere weich hergerichtet wird, wohl aber ein Pfannenopfer gegen ein Pfannenopfer oder ein Tiegelopfer gegen ein Tiegelopfer, so heißt es: oder trockne soll allen Söhnen Ahrons gehören.",
"Man könnte glauben, man dürfe nur bei Hochheiligem nicht teilen, wohl aber bei Minderheiligem, so heißt es: einem wie dem anderen &c.wenn als Dank; wie man bei Hochheiligem nicht teilen darf, ebenso darf man bei Minderheiligem nicht teilen.",
"Mann, ein Mann erhält einen Anteil, auch ein Fehlerbehafteter, nicht aber ein Minderjähriger, selbst fehlerfrei. – Dies geht aus [dem Worte] jedes hervor. –",
"Dieses ist ja für die Lehre des R. Jose b. R. Jehudaverwandt worden!? – Vielmehr, dies geht aus [dem Worte] und jedes hervor.",
"Rabina erklärte: Diesist aus einer Lehre Levis zu entnehmen, denn Levi lehrte:All ihre Opfer, all ihre Speisopfer, all ihre Sündopfer und all ihre Schuldopfer. \n",
"All ihre Opfer, dies schließt das Log Öl des Aussätzigen ein. Man könnte glauben, der Allbarmherzige sagt javom Feuer, so lehrt er uns.",
"All ihre Speisopfer, dies schließt das Speisopfer der Schwingegarbe und das Eifersuchts-Speisopfer ein. Man könnte glauben, der Allbarmherzige sagt ja:sie sollen das verzehren, womit die Sühne vollzogen wurde, während bei diesen das eine zur Erlaubtmachungund das andere zur Aufklärung [der Sünde] dargebracht wird, so lehrt er uns.",
"All ihre Sündopfer, dies schließt das Geflügel-Sündopfer ein. Man könnte glauben, es seiAas, so lehrt er uns.",
"All ihre Schuldopfer, dies schließt das Schuldopfer des Nazirs und das Schuldopfer des Aussätzigen ein, – Vom Schuldopfer des Aussätzigen heißt es ja ausdrücklich:denn gleich dem Sündopfer gehört das Schuldopfer dem Priester!? –",
"Vielmehr, dies schließt das Schuldopfer des Nazirs ein, daß es dem Schuldopfer des Aussätzigen gleiche. Man könnte glauben, dieses wird ja nur zur Tauglichmachungdargebracht, so lehrt er uns.",
"Das sie mir erstatten, das ist das einem Proselyten Geraubte. Es gehört dir, es ist dein Eigentum, sogar zur Antrauung einer Frau.",
"R. Hona sagte:"
],
[
"Das Heilsopfer eines Nichtjuden ist ein Brandopfer. Wenn du willst, aus einem Schriftverse zu entnehmen, und wenn du willst, zu begründen. Wenn du willst, zu begründen: weil ein Nichtjude an den Himmeldenkt;",
"wenn da willst, aus dem Schriftverse zu entnehmen:das sie dem Herrn darbringen, als Brandopfer, alles, was siedarbringen, sei ein Brandopfer.",
"R. Ḥama b. Gorja wandte ein: Hat ein Nichtjude ein Heilsopfer gespendet und es einem Jisraéliten gegeben, so esse es der Jisraélit, und wenn einem Priester, so esse es der Priester!?",
"Raba erwiderte: Dies ist wie folgt zu verstehen: damit ein Jisraélit dadurch Sühne erlange, so esse es der Jisraélit, damit ein Priester dadurch Sühne erlange, so esse es der Priester.",
"R. Šezbi wandte ein: Von folgenden Opfern wird der Haufe abgehoben und das Zurückbleibende gehört den Priestern: vom Speisopfer von Nichtjuden!? R. Joḥanan erwiderte: Dies ist kein Einwand; eines nach R. Jose dem Galiläer und eines nach R. A͑qiba.",
"Es wird nämlich gelehrt:Mann; wozu heißt es zweimal Mann? Dies schließt Nichtjuden ein, daß auch sie gleich den Jisraéliten [Opfer] geloben und freiwillig spenden können.",
"Das sie dem Herrn als Brandopfer darbringen; ich weiß dies nur vom Brandopfer, woher dies vom Heilsopfer? Es heißt:ihrer Gelübde. Woher dies vom Dankopfer? Es heißt:ihrer freiwilligen Gaben.",
"Woher, daß auch Geflügel, Wein, Weihrauch und Holz einbegriffen sind? Es heißt: all ihrer Gelübde, all ihrer freiwilligen Gaben.",
"Wieso heißt es demnach Brandopfer? Dies schließt das Naziropfer aus – so R. Jose der Galiläer. R. A͑qiba sagte: Das sie dem Herrn als Brandopfer darbringen, dies gilt nur vom Brandopfer allein. –",
"Ist denn der Ausschluß des Naziropfers hieraus zu entnehmen, dies geht ja aus folgendem hervor:Rede zu den Kindern Jisraél und sprich zu ihnen: Wenn ein Mann &c. das Gelübde eines Nazirs ablegen will, sich abzusondern; die Kinder Jisraél können dies geloben, nicht aber kann ein Nichtjude dies geloben!? –",
"Wenn aus jenem [Schriftverse], so könnte man glauben, er bringe nicht das Opfer, wohl aber sei er Nazir, so lehrt er uns. –",
"Wir haben gelernt: R. Šimo͑n sagte: Sieben Bestimmungen traf das Gericht, und dies ist eine von diesen. Wenn ein Nichtjude aus überseeischen Ländern ein Brandopfer schickt, so wird das Gußopfer, wenn er esmitgeschickt hat, von seinem dargebracht, wenn aber nicht, aus Gemeindemitteln dargebracht.",
"Wessen Ansicht vertritt diese Lehre: wohl die R. Jose des Galiläers und nicht die des R. A͑qiba? – Du kannst auch sagen, die des R. A͑qiba, denn diesgilt vom Brandopfer und allem, was dazu gehört. –",
"Es wird gelehrt:Eingeborener, ein Eingeborener bringe Gußopfer dar, nicht aber bringe ein Nichtjude Gußopfer dar. Man könnte glauben, zu seinem Brandopfer sei kein Gußopfer erforderlich, so heißt esso. Wer ist nun der Autor dieser Lehre: weder R. Jose der Galiläer noch R. A͑qiba;",
"wenn R. Jose der Galiläer, so sagt er ja, auch Wein [besonders], und wenn R. A͑qiba, so sagt er ja, nur das Brandopfer, anderes aber nicht!? –",
"Wenn du willst, sage ich, R. Jose der Galiläer, und wenn du willst, sage ich, R. A͑qiba. Wenn du willst, sage ich, R. Jose der Galiläer, und man streiche in jener Lehre [das Wort] Wein, und wenn du willst, sage ich, R. A͑qiba, denn dies gilt vom Brandopfer und allem, was dazu gehört.",
"R. ŠIMO͑N SAGT, VOM SÜND-SPEISOPFER DER PRIESTER &C. Woher dies? –",
"Die Rabbanan lehrten:Es gehöre dem Priester wie das Speisopfer, der Dienst ist durch ihn selbstzulässig.",
"Du sagst, [dies lehre,] daß der Dienst durch ihn selbst zulässig sei, vielleicht ist dem nicht so, sondern, daß das Sünd-Speisopfer der Priester [zum Essen] erlaubt sei; [der Schriftvers:] jedes Speisopfer eines Priesters ist vollständig darzubringen, es darf nicht gegessen werden, ist auf das freiwillige Speisopfer zu beziehen, während das Pflichtige gegessen werden darf!?",
"Es heißt: es gehöre dem Priester wie das Speisopfer, er vergleicht sein Pflichtopfer mit seinem freiwilligen Opfer; wie sein freiwilliges Opfer nicht gegessen werden darf, ebenso darf auch sein Pflichtopfer nicht gegessen werden. R. Šimo͑n sprach: Es heißt ja nicht: es gehöre dem Priester wie sein Speisopfer, sondern: wie das Speisopfer!? Vielmehr vergleicht dies"
],
[
"das Sünd-Speisopfer der Priester mit dem Sünd-Speisopfer eines Jisraéliten; wie vom Sünd-Speisopfer eines Jisraéliten der Haufe abzuheben ist, ebenso ist auch vom Sünd-Speisopfer der Priester der Haufe abzuheben. –",
"Demnach sollte doch, wie vom Sünd-Speisopfer eines Jisraéliten der Haufe abgehoben und das Zurückbleibende gegessen wird, auch vom Sünd-Speisopfer der Priester der Haufe abgehoben und das Zurückbleibende gegessen werden!? –",
"Es heißt: dem Priester wie das Speisopfer, hinsichtlich des Priesters wie das Speisopfer, nicht aber hinsichtlich des Altarfeuerswie das Speisopfer. Der Haufe wird besonders und das Zurückbleibende besonders dargebracht. –",
"Daß der Dienst durch ihn selbst erfolgen darf, braucht ja nicht hieraus entnommen zu werden,",
"dies geht ja aus folgendem hervor: Woher, daß ein Priester beliebig zu jeder Zeit und zu jeder Stunde eintreten und seine Opfer darbringen darf? Es heißt:er kann ganz nach Belieben kommen und Dienst tun!? –",
"Hieraus würde man es gewußt haben nur von solchen, die nicht wegen einer Sünde dargebracht werden, nicht aber von solchen, die wegen einer Sünde dargebracht werden. –",
"Aber auch diesbezüglich braucht es ja nicht hieraus entnommen zu werden, dies geht ja aus folgendem hervor:Der Priester soll Sühne schaffen der Seele, die sich unvorsätzlich durch eine Sünde vergangen hat, dies lehrt, daß ein Priester durch sich selbst Sühne erlangen könne!? –",
"Wenn hieraus, so könnte man glauben, nur wenn es unvorsätzlich erfolgt ist, nicht aber, wenn vorsätzlich, so lehrt er uns. –",
"Wie kann dies vorsätzlich vorkommen!? – Wegen Vorsätzlichkeit bei einem Schwure.",
"Ein Anderes lehrt: R. Šimo͑n sagt, vom Sündopfer der Priester werde der Haufe abgehoben, und dann der Haufe besonders und das Zurückbleibende besonders dargebracht. R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagt, der Haufe werde besonders dargebracht und das Zurückbleibende über den Aschenraum verstreut.",
"R. Ḥija b. Abba sagte: R. Joḥanan wandte ein: An welcher Stelle des Aschenraumes: wenn oben, so lehrt diesja auch sein Vater, und wenn unten: gibt es denn etwas, das unten dargebracht wird!?",
"R. Abba sprach zu ihm: Vielleicht zur Vernichtung? Da lachten sie über ihn: gibt es denn etwas, das zur Vernichtung dargebracht wird!?",
"Der Vater R. Abins lehrte Jedes Speisopfer eines Priesters ist vollständig darzubringen, es darf nicht gegessen werden, ich habe es nur hinsichtlich des Essens verglichen, nicht aber hinsichtlich eines anderen Behufes. –",
"Wie meint eres!? Abajje erwiderte: Er meint es wie folgt: Jedes Speisopfer eines Priesters darf nicht gegessen werden, sein Pflichtopfer, ist vollständig darzubringen, sein freiwilligesOpfer. Raba sprach zu ihm: Ein scharfes Messer zerschneidetden Schriftvers!?",
"Vielmehr, erklärte Raba: Jedes Speisopfer eines Priesters ist vollständig darzubringen, sein freiwilliges Opfer, es darf nicht gegessen werden, sein Pflichtopfer. –",
"Vielleicht entgegengesetzt!? – Es ist einleuchtend, daß das freiwillige Opfer einzuschließenist, denn es ist häufiger, es sühnt nicht, und es ist angenehmen Duftes. –",
"Im Gegenteil, das pflichtige ist ja einzuschließen, denn es wird aus einem I͑saron und als Pflichtdargebracht!? – Jenesind mehr. –",
"Wofür verwenden die Rabbanan[den Schriftvers:] jedes Speisopfer eines Priesters ist vollständig darzubringen, es darf nicht gegessen werden? –",
"Diesen verwenden sie für folgende Lehre: Ich weiß nur vom ersteren, daß es vollständig aufgeräuchert werde, und vom anderen, daß es nicht gegessen werde,",
"woher, daß auch das von diesem Gesagte auf jenes und das von jenem Gesagte auf dieses zu beziehen ist? Es heißt zweimal vollständig, für [einen Schluß durch] Wortanalogie: beim ersteren heißt es vollständig und beim anderen heißt es vollständig,",
"wie das erstere vollständig aufzuräuchern ist, ebenso ist auch das andere vollständig aufzuräuchern, und wie beim anderen das Essen mit einem Verbote belegt ist, ebenso ist auch beim ersteren das Essen mit einem Verbote belegt.",
"Rabina fragte: Wie ist es, wenn ein Priester von den Opferteilengegessen hat? Hinsichtlich des Verbotes für einen Gemeinen"
],
[
"ist es mir nicht fraglich, fraglich ist es mir nur hinsichtlich der vollständigen Darbringung. Wie ist es nun?",
"R. Ahron sprach zu Rabina: Komm und höre, es wird gelehrt: R. Elea͑zar sagte: Bei allem, wovon es heißt: ist vollständig darzubringen, ist das Essen mit einem Verbote belegt.",
"ii DAS SPEISOPFER DER PRIESTER, DAS SPEISOPFER DES GESALBTEN PRIESTERS UND DAS SPEISOPFER DES GUSSOPFERS KOMMEN AUF DEN ALTAR UND DIE PRIESTER ERHALTEN DAVON NICHTS; BEI DIESEN IST DER ALTAR BESSER DARAN ALS DIE PRIESTER. DIE ZWEI BROTE UND DAS SCHAUBROT WERDEN VON DEN PRIESTERN GEGESSEN UND DER ALTAR ERHÄLT DAVON NICHTS; BEI DIESEN SIND DIE PRIESTER BESSER DARAN ALS DER ALTAR.",
"GEMARA. Gibt es denn nichtsweiter, dies gilt ja auch vom Brandopfer!? – Davon erhalten die Priester die Haut. – Dies gilt ja vom Geflügel-Brandopfer!? – Davon gehen Kropf und Gefiederab. – Dies gilt ja vom Gußopfer!? – Dieses fließt in den Abflußkanal. –",
"Wozu heißt es ‘bei diesen’? – Dies schließt die Lehre Šemuéls aus. Šemuél lehrte, wer Wein spendet, hole ihn und spritze auf das Altarfeuer, so lehrt er uns, daß er in den Abflußkanal komme.",
"Dies ist eine Stütze für Šemuél; denn Šemuél sagte, wenn jemand Öl spendet, werde davon der Haufe abgehoben und das Zurückbleibende gegessen.",
"DIE ZWEI BROTE UND DAS SCHAUBROT. Gibt es denn nichtsweiter, dies gilt ja auch vom Geflügel-Sündopfer!? – Davon geht das Blut ab. –",
"Dies gilt ja vom Log Öl des Aussätzigen!? – Davon gehen die Besprengungenab. –",
"Wozu heißt es ‘bei diesen’? – Dies schließt die Ansicht desjenigen aus, welcher sagt, wenn die zwei Brote alleindargebracht werden, seien sie zu verbrennen; er lehrt uns, daß bei diesen immer die Priester besser daran sind.",
" BEI ALLEN SPEISOPFERN, DIE IN EINEM GEFÄSSE HERGERICHTET WERDEN, IST EIN DREIMALIGES HINEINTUN VON ÖL ERFORDERLICH: DAS NACHGIESSEN, DAS EINRÜHREN UND DAS HINEINTUN VON ÖL IN DAS GEFÄSS VOR DER HERRICHTUNG.",
"DIE KUCHEN SIND EINZURÜHREN– SO RABBI; DIE WEISEN SAGEN, DAS MEHL. DIE KUCHEN BENÖTIGEN DES EINRÜHRENS UND DIE FLADEN DES BESTREICHENS. WIE BESTREIGHT MAN SIE? IN DER FORM EINES CHI. WAS ÜBRIG BLEIBT, WIRD VON DEN PRIESTERN GEGESSEN.",
"GEMARA. Was schließt dies aus? R. Papa erwiderte: Dies schließt das gebackene Speisopfer aus.",
"Die Rabbanan lehrten:Und wenn dein Opfer ein Tiegel-Speisopfer ist, so soll es aus Feinmehl und Öl bereitet werden; dieslehrt, daß man das Öl in das Gefäß tue. Es heißt zweimaldien Opfer, für [einen Schluß durch] Wortanalogie:"
],
[
"wie bei diesem das Öl in das Gefäß zu tun ist, ebenso auch bei jenemdas Öl in das Gefäß, und wie bei jenem Nachgießen und Einrühren erforderlich ist, ebenso ist auch bei diesem Nachgießen und Einrühren erforderlich.",
"DIE KUCHEN SIND EINZURÜHREN – SO RABBI; DIE WEISEN SAGEN, DAS MEHL.",
"Die Rabbanan lehrten:Feinmehl eingerührt, dies lehrt, daß das Mehl einzurühren ist; Rabbi sagt, die Kuchen seien einzurühren, denn es heißt: Kuchen eingerührt. Sie sprachen zu ihm: Auch bei den Broten des Dankopfers heißt es ja Kuchen, und diese kann man ja nicht als Kuchen, sondern nur das Mehl einrühren!?",
"Wie verfahre man dabei? Man tue vor der Herrichtung Öl in das Gefäß, dann [das Mehl] und wiederum Öl, alsdann rühre man ein, knete, backe, zerbrocke es, tue darauf Öl und hebe den Haufen ab.",
"Rabbi sagte: Man rühre die Kuchen ein, denn es heißt: Kuchen mit Öl eingerührt. – Wie verfahre man dabei? Man tue vor der Herrichtung Öl in das Gefäß und darauf [das Mehl], sodann knete, backe und zerbrocke man es, tue Öl darauf und rühre es ein; hierauf tue man wiederum Öl dazu und hebe den Haufen ab. –",
"Wieso sagten die Rabbanan zu Rabbi, diessei nicht möglich? R. Šemuél b. R. Jiçḥaq erwiderte: Es ist nur ein Viertel[log] Öl, und dieses sollte auf viele Kuchen verteilt werden!?",
"DIE KUCHEN BENÖTIGEN DES EINRÜHRENS UND DIE FLADEN DES BESTREICHENS. Die Rabbanan lehrten: Kuchen eingerührt, nicht aber Fladen eingerührt. Man könnte nämlich einen Schluß folgern: wenn Kuchen, die des Bestreichens nicht benötigen, des Einrührens benötigen,",
"um wieviel mehr benötigen Fladen, die des Bestreichens benötigen, des Einrührens; daher heißt es Kuchen eingerührt, nicht aber Fladen eingerührt. Fladen bestrichen, nicht aber Kuchen bestrichen. Man könnte nämlich einen Schluß folgern: wenn Fladen, die des Einrührens nicht benötigen, des Bestreichens benötigen, um wieviel mehr benötigen Kuchen, die des Einrührens benötigen, des Bestreichens; daher heißt es Fladen bestrichen, nicht aber Kuchen bestrichen. –",
"Wieso geht dieshieraus hervor!? Raba erwiderte: Die Schrift sollte es nicht fortgelassen, sondern auch geschrieben haben: Kuchen bestrichen und Fladen eingerührt.",
"WIE BESTREICHT MAN SIE? IN DER FORM EINES CHI. WAS ÜBRIG BLEIBT &C. GEGESSEN. Was heißt Chi? R. Kahana erwiderte: In der Form eines griechischen Chi.",
"Die Rabbanan lehrten: Besteht ein Speisopfer zur Hälfte aus Kuchen und zur Hälfte aus Fladen, so hole man ein Log Öl und teile es, die Hälfte für die Kuchen und die Hälfte für die Fladen;",
"die Kuchen rühre man ein und die Fladen bestreiche man. Man bestreiche die Fladen vollständig, und das übrige Öl verwende man für die Kuchen. R. Šimo͑n b. Jehuda sagt im Namen R. Šimo͑ns, man bestreiche sie in der Form eines Chi, und das übrige Öl werde von den Priestern gegessen.",
"Ein anderes lehrt: Werden Fladen allein dargebracht, so hole man ein Log Öl und bestreiche sie und wiederhole dies, bis das Öl im Log vollständig verbraucht ist. R. Šimo͑n b. Jehuda sagt im Namen R. Šimo͑ns, man bestreiche sie in der Form eines Chi, und das übrige Öl werde von den Priestern gegessen.",
"iv,1 ALLE SPEISOPFER, DIE IN EINEM GEFÄSSE HERGERICHTET WERDEN, BENÖTIGEN DES ZERBROCHENS.",
"GEMARA. Was schließt dies aus? R. Papa erwiderte: Dies schließt die zwei Brote und das Schaubrot aus.",
"Die Rabbanan lehrten:Zerbrich es in Brocken &c. ein Speisopfer, dies schließt alle Speisopfer hinsichtlich des Zerbrockens ein. Man könnte glauben, auch die zwei Brote und das Schaubrot seien einbegriffen, so heißt es es. \n",
"Und gieße Öl darüber, ein Speisopfer, dies schließt alle Speisopfer hinsichtlich des Nachgießens ein. Man könnte glauben, auch das gebackene Speisopfer sei einbegriffen, so heißt es Öl darüber.",
"Wollte man nur Kuchen und nicht Fladen ausschließen, so heißt es es. – Wieso geht dies hieraus hervor, vielleicht schließt dies das Speisopfer der Priester aus!?"
],
[
"Rabba erwiderte: Das, was zweier Ausschließungenbenötigt, ist das gebackene Speisopfer.",
"iv,2 DAS SPEISOPFER EINES JISRAÉLITEN WIRD DOPPELT UND DAS DOPPELTE VIERFACH ZUSAMMENGESCHLAGEN UND ZERTEILT; DAS SPEISOPFER DER PRIESTER WIRD DOPPELT UND DAS DOPPELTE VIERFACH ZUSAMMENGESCHLAGEN UND NICHT ZERTEILT; DAS SPEISOPFER DES GESALBTEN PRIESTERS WIRD NICHT ZUSAMMENGESCHLAGEN. R. ŠIMO͑N SAGT, BEIM SPEISOPFER DER PRIESTER UND DEM SPEISOPFER DES GESALBTEN PRIESTERS GIBT ES KEIN ZERBROCKEN, WEIL ES BEI DIESEN KEIN ABHÄUFEN GIBT, UND WOBEI ES KEIN ABHÄUFEN GIBT, GIBT ES AUCH KEIN ZERBROCKEN. BEI DIESEN ALLEN MÜSSEN DIE BROCKEN OLIVENGROSS SEIN.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Zerbrich, man könnte glauben, in zwei Teile, so heißt es Brocken; unter Brocken könnte man Krümchen verstehen, so heißt es es, man zerbrocke es, nicht aber zerbrocke man die Brocken.",
"Wie erfolgt dies? Das Speisopfer eines Jisraéliten wird doppelt und das doppelte vierfach zusammengeschlagen und zerteilt, das Speisopfer des gesalbten Priesters wird zusammengeschlagen. – Wir haben ja aber gelernt, es werde nicht zusammengeschlagen!? Rabba erwiderte: Es wird nicht vierfach, wohl aber zweifach zusammengeschlagen.",
"R. ŠIMO͑N SAGT, BEIM SPEISOPFER DER PRIESTER UND DEM SPEISOPFER DES GESALBTEN PRIESTERS GIBT ES KEIN ZERBROCKEN. R. Joseph sagte: Über eine Brotspeise, in der olivengroße Brocken enthalten sind, spreche manden Segen ‘Der Brot aus der Erde hervorbringt’; und in der keine olivengroßen Brocken enthalten sind, spreche man den Segen: ‘der allerlei Speisen erschafft’.",
"R. Joseph sprach: Dies entnehme ich aus folgendem: Wer in Jerušalem steht und Speisopfer darbringt, spreche [den Segen] ‘Gepriesen sei, der uns leben lassen und erhalten hat’; nahm er sie zum Essen, so spreche er [den Segen] ‘Der Brot aus der Erde hervorbringt’; ferner haben wir gelernt, daß bei diesen allen die Brocken olivengroßsein müssen.",
"Abajje sprach zu ihm: Demnach spreche man nach dem Autor der Schule R. Jišma͑éls, welcher sagt, man zerreibe eswiederum zu Mehl, darüber nicht den Segen ‘Der hervorbringt’!?",
"Wolltest du sagen, dem sei auch so, so wird ja gelehrt, daß, wenn man von allen zusammenein olivengroßes Quantum gesammelt und gegessenhat, man, wenn es Gesäuertes ist, der Ausrottung verfalle, und wenn es Ungesäuertes ist, damit seiner Pflicht am Pesaḥfeste genüge!? –",
"Hier handelt es sich um den Fall, wenn man sie zusammengeknetethat. –",
"Wieso heißt es demnach, dies gelte nur von dem Falle, wenn man sie gegessen hat in einer Zeit, in der man ein Peras essen kann, wenn man sie zusammengeknetet hat, müßte es ja heißen: wenn man esgegessen hat!? – Vielmehr, hier handelt es sich um den Fall, wenn man sie großen Broten entnimmt. –",
"Wie bleibt esdamit? R. Šešeth erwiderte: Auch wenn es keine olivengroßen Brocken sind. Raba sagte: Jedoch nur dann, wenn es das Aussehen von Brot hat."
],
[
"BEI ALLEN SPEISOPFERN ISTEIN DREIHUNDERTMALIGES REIBEN UND EIN FÜNFHUNDERTMALIGES STAMPFEN ERFORDERLICH. vDAS REIBEN UND STAMPFEN ERFOLGT AM WEIZEN; R. JOSE SAGT, AM TEIGE. ALLE SPEISOPFER BESTEHEN AUS JE ZEHN [KUCHEN], AUSGENOMMEN DIE SCHAUBROTE UND DAS PFANNENOPFER DES HOCHPRIESTERS, DIE AUS JE ZWÖLF BESTEHEN – SO R. JEHUDA; R. MEÍR SAGT, ALLE BESTEHEN AUS JE ZWÖLF, AUSGENOMMEN DIE KUCHEN DES DANKOPFERS UND DES NAZIROPFERS, DIE AUS JE ZEHN BESTEHEN.",
"GEMARA. Es wird gelehrt: Einmal reiben und zweimal stampfen, zweimal reiben und dreimal stampfen. R. Jirmeja fragte: Gilt das Hin und Herführenals einmal oder als zweimal? Dies bleibt unentschieden.",
"DAS REIBEN UND STAMPFEN ERFOLGT AM WEIZEN; R. JOSE SAGT, AM TEIGE. Sie fragten: Am Teige und nicht am Weizen, oder auch am Teige? – Komm und höre, es wird gelehrt: Das Reiben und Stampfen erfolgt am Weizen; R. Jose sagt, das Reiben am Weizen, das Stampfen am Teige.",
"ALLE SPEISOPFER BESTEHEN &C. ZWÖLF. Hinsichtlich des Schaubrotes ist diesausdrücklich geschrieben,",
"hinsichtlich des Pfannenopfers des Hochpriesters ist dies durch [das Wort] Satzungvom Schaubrote zu folgern,",
"woher aber, daß alle übrigen Speisopfer aus zehn bestehen? – Dies ist von den Broten des Dankopfers zu folgern, wie dieseaus zehn, ebenso auch die übrigen aus zehn. – Sollte es doch vom Schaubrote gefolgert werden, wie dieses aus zwölf, ebenso auch die übrigen aus zwölf!? –",
"Es ist einleuchtend, daß es von den Broten des Dankopfers gefolgert werde, denn sie werdenvon einem einzelnen, freiwillig und mit Öl dargebracht, sie werden untauglichund nicht am Šabbath oder in Unreinheit dargebracht. –",
"Im Gegenteil, es sollte ja vom Schaubrote gefolgert werden, denn siesind hochheilig, und werden mit Weihrauch, ungesäuert und selbständig dargebracht!? –",
"Jenesind mehr. –",
"Wenn wir aber der Ansicht sind, man könne von dem, was durch Wortanalogie gefolgert wird, durch die Hauptnormfolgern, so sollte es doch vom Pfannenopfer des Hochpriestersgefolgert werden, wie dieses aus zwölf besteht, ebenso auch die übrigen aus zwölf!? –",
"Es ist einleuchtend, daß es von den Broten des Dankopfers gefolgert werde, denn siewerden von einem Gemeinen, freiwillig und [un]geteilt dargebracht,",
"sie werden verwerflich und werden nicht am Šabbath oder in Unreinheit dargebracht. –",
"Im Gegenteil, es sollte ja vom Pfannenopfer des Hochpriesters gefolgert werden, denn siebestehen aus einem I͑saron [Mehl], werden durch das Gefäß geheiligt, mit Weihrauch,",
"gesäuert und selbständig dargebracht, benötigen des Heranbringensund sind Feueropfer, auch sind diesemehr!? –",
"Er folgert lieber hinsichtlich [des Opfers] eines Gemeinen von dem eines Gemeinen.",
"R. MEÍR SAGT, ALLE BESTEHEN AUS JE ZWÖLF. Ist er der Ansicht, man könne von dem, was durch Wortanalogie gefolgert wird, durch die Hauptnorm folgern, so folgert er es vom Pfannenopfer des Hochpriesters, denn diesesind mehr,",
"und ist er der Ansicht, man könne von dem, was durch Wortanalogie gefolgert wird, nicht durch die Hauptnorm folgern, so folgert er es vom Schaubrote, denn er folgert lieber hinsichtlich des [Hoch]heiligen vom [Hoch]heiligen.",
"AUSGENOMMEN DIE KUCHEN DES DANKOPFERS, UND DES NAZIROPFERS, DIE AUS JE ZEHN BESTEHEN. Hinsichtlich der Brote des Dankopfers ist dies ausdrücklichgeschrieben,",
"und hinsichtlich der des Naziropfers sagte der Meister:seine Dankopfer, diesschließt das Heilsopfer des Nazirs ein.",
"R. Ṭobi b. Qisana sagte im Namen Šemuéls: Hat man die Dankopferbroteaus vier Kuchen bestehendgebacken, so hat man seiner Pflicht genügt. – Es sind ja vierzig erforderlich!? – Als Gebot. –",
"Man muß ja von ihnen die Hebeabsondern!? Wolltest du sagen, man sondere sie von jedem ab, so sagt ja der Allbarmherzigeeines, es darf kein Angebrochenes sein!? – Wenn man sie beim Kneten abgesondert hat.",
"Man wandte ein: Hat man die Kuchen des Speisopfers zu groß oder zu kleingemacht, so sind sie tauglich, ausgenommen das Schaubrot, das Pfannenopfer des Hochpriesters, die Brote des Dankopfers und des Naziropfers!? –"
],
[
"Er ist der Ansicht des Autors der folgenden Lehre: Hat man die Kuchen der Speisopfer zu groß oder zu klein gemacht, so sind sie tauglich, ausgenommen das Schaubrot und das Pfannenopfer des Hochpriesters; manche sagen, auch die Brote des Dankopfers und des Naziropfers.",
"R. Hona sagte: Hat man das gebackene Speisopfer aus einem Kuchen hergerichtet, so hat man seiner Pflicht genügt. – Aus welchem Grunde? Es heißt dasUngesäuerte.",
"R. Papa wandte ein: Also nur deshalb, weil es das Ungesäuerte heißt, nicht aber wenn es die Ungesäuerten hieße; bei den Broten des Dankopfers heißt es jadie Ungesäuerten, dennoch sagte R. Ṭobi b. Qisana im Namen Šemuéls, wenn man die Brote des Dankopfers aus vier Kuchenbestehend hergerichtet hat, habe man seiner Pflicht genügt!? – Er streitet dagegen.",
"viDIE SCHWINGEGARBE BESTEHT AUS EINEM I͑SARON [MEHL] VON DREI SEÁ [GETREIDE]; DIE ZWEI BROTE AUS ZWEI I͑SARON VON DREI SEÁ; DAS SCHAUBROT AUS VIERUNDZWANZIG ISARON VON VIERUNDZWANZIG Seá.",
"GEMARA. Aus welchem Grunde? – Da es aus neuem [Getreide]und Gerste kommt, so ist ein vorzügliches I͑saron nur aus drei Seá zu erzielen.",
"DIE ZWEI BROTE AUS ZWEI I͑SARON VON DREI SEÁ. Da sie aus Weizen kommen, so sind, obgleich aus neuem [Getreide], zwei I͑saron aus drei Seá zu erzielen.",
"DAS SCHAUBROT AUS VIERUNDZWANZIG I͑SARON VON VIERUNDZWANZIG SEÁ. Aus welchem Grunde? – Da es aus Weizen und altem [Getreide] kommt, so ist ein vorzügliches I͑saron aus einem Seá zu erzielen.",
"Die Rabbanan lehrten: Hat man bei all diesen Speisopfern das I͑saron zu voll oder zu knapp gemessen, so sind sie untauglich; hat man die Seá zu voll oder zu knapp gemessen, so sind sie tauglich.",
"DIE SCHWINGEGARBEWURDE DURCH DREIZEHN SIEBE GEBEUTELT, DIE ZWEI BROTE DURCH ZWÖLF UND DAS SCHAUBROT DURCH ELF. R. ŠIMO͑N SAGT, HIERFÜR GAB ES KEINE FESTSETZUNG, VIELMEHR WURDE GENÜGEND GEBEUTELTES FEINMEHL VERWANDT, DENN ES HEISST:nimm Feinmehl und backe es, ES SOLL GENÜGEND GEBEUTELT SEIN.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Durch ein feinesund ein grobes, ein feines und ein grobes. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Dreizehn Siebe waren im Tempel, eines über dem anderen und das andere über dem folgenden, das obere nahm die Kleie auf und das untere nahm das Feinmehl auf.",
"R. ŠIMO͑N SAGT, HIERFÜR GAB ES KEINE FESTSETZUNG. Die Rabbanan lehrten: Feinmehl und backe es, dies lehrt, daß Feinmehl zu holensei. Woher, daß auch Weizen? Es heißt: nimm.",
"Man könnte glauben, dies gelte auch von anderen Speisopfern, so heißt es es. Dies aus Schonung. – Was heißt aus Schonung?",
"R. Elea͑zar erwiderte: Die Tora schonte das Geld Jisraéls. – Wo ist dies angedeutet? – Es heißt:laß die Gemeinde und ihr Vieh trinken.",
"",
"iDAS DANKOPFER BESTAND AUS FÜNF JERUŠALEMISCHEN SEÁ [MEHL], DAS SIND SECHS DER WÜSTE, GLEICH ZWEI EPHA, DIE EPHA ZU DREI SEÁ, GLEICH ZWANZIG I͑SARON, ZEHN FÜR DAS GESÄUERTE UND ZEHN FÜR DAS UNGESÄUERTE."
],
[
"BEI DEN ZEHN DES GESÄUERTEN KAM EIN I͑SARON AUF EINEN KUCHEN; BEI DEN ZEHN DES UNGESÄUERTEN WAREN ES DREI ARTEN, KUCHEN, FLADEN UND GEMENGTES, SOMIT KAMEN DREI UND EIN DRITTEL I͑SARON AUF JEDE ART, DREI KUCHEN AUS EINEM I͑SARON.",
"NACH DEM JERUŠALEMISCHEN MASS-SYSTEM WAREN ES DREISSIG KAB, FÜNFZEHN FÜR DAS GESÄUERTE UND FÜNFZEHN FÜR DAS UNGESÄUERTE. BEI DEN FÜNFZEHN DES GESÄUERTEN KAMEN ANDERTHALB KAB AUF EINEN KUCHEN; BEI DEN FÜNFZEHN DES UNGESÄUERTEN WAREN ES DREI ARTEN, KUCHEN, FLADEN UND GEMENGTES, SOMIT KAMEN FÜNF KAB AUF JEDE ART, ZWEI KUCHEN AUS EINEM KAB.",
"GEMARA. DAS DANKOPFER BESTAND AUS FÜNF JERUŠALEMISCHEN SEÁ [MEHL]. Woher dies? R. Ḥisda erwiderte: Die Schrift sagt: das Epha und das Bath sollen einen Inhalt haben, wie das Bath drei Seá hat, ebenso auch das Epha drei Seá. –",
"Woher dies vom Bath; wollte man sagen, weil es heißt: das Bath faßt den zehnten Teil des Ḥomer, so heißt es ja auch: der zehnte Teil des Ḥomer ist die Epha; es ist also unbekannt, wieviel das Ḥomer hat, somit ist dies ja auch unbekannt von den anderen. –",
"Vielmehr aus folgendem:und die Bestimmung inbetreff des Öls: das Bath Öl, das Bath ist ein Zehntel des Kor, zehn Bath ein Ḥomer, denn zehn Bath hat das Ḥomer.",
"Šemuél sagte: Man füge zu den Maßen nicht mehr als ein Sechstel hinzu, zu einer Münze nicht mehr als ein Sechstel, und wer verdienen will, verdiene nicht mehr als ein Sechstel.",
"Aus welchem Grunde, wollte man sagen, wegen der Preistreiberei, so sollte auch ein Sechstel verboten sein!?",
"Wollte man sagen, wegen der Übervorteilung, damit nicht eine Aufhebung des Kaufes erfolge, so sagte ja Raba, bei Dingen, die nach Maß, Gewicht und Zahl [gehandelt werden], könne man zurücktreten, auch wenn die Übervorteilung das hierfür festgesetzte Maß nicht erreicht!?",
"Wollte man sagen, damit der Händlerkeinen Verlust erleide, so [ist ja zu erwidern:] soll er etwa nur keinen Verlust erleiden, aber auch nichts verdienen; kaufen und verkaufen, um Kaufmann zu heißen!?",
"Vielmehr, erklärte R. Ḥisda, Šemuél fand einen Schriftvers und legte ihn aus: Der Šeqel soll zwanzig Gera betragen, zwanzig Šeqel, fünfundzwanzig Šeqel, zehn Šeqel und fünf Šeqel soll euch die Mine gelten. Hat denn die Mine zweihundertvierzig [Denar]?",
"Vielmehr ist hieraus dreierlei zu entnehmen; es ist zu entnehmen, daß die Mine im Heiligtume doppelt war, es ist zu entnehmen, daß man zu den Maßenhinzufügen dürfe, jedoch füge man nicht mehr als ein Sechstel hinzu, und es ist zu entnehmen, daß das Sechstel ausschließlichzu verstehen sei.",
"Rabina sagte: Dies ist auch aus unserer Mišna zu entnehmen, denn sie lehrt: das Dankopfer bestand aus fünf jerušalemischen Seá, das sind sechs der Wüste. Schließe hieraus."
],
[
"VON DIESEN ALLEN NAHM ER EIN ZEHNTEL ALS HEBE, DENN ES HEISST:er bringe davon eines von jedem Opfer als Hebe für den Herrn. Eines, KEIN ANGEBROCHENES; von jedem Opfer, ALLE OPFER MÜSSEN GLEICHMÄSSIG SEIN, ER NEHME [DIE HEBE] NICHT VON EINEM OPFER FÜR DAS ANDERE.Dem Priester, der das Blut des Heilsopfers sprengt, soll es gehören; WAS ZURÜCKBLEIBT, WIRD VOM EIGENTÜMER GEGESSEN.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Er bringe davon, vom Zusammenhaftenden; eines, kein Angebrochenes; von jedem Opfer, alle Opfer müssen gleichmäßig sein, er nehme [die Hebe] nicht von einem Opfer für das andere. Hebe für den Herrn; ich weiß nicht, wieviel,",
"und folgere es daher durch einen Schluß: hierbei heißt es Hebe und bei der Zehnthebe heißt es Hebe, wie diese eines von zehn, ebenso auch jene eines von zehn.",
"Oder aber wie folgt: hierbei heißt es Hebe und bei den Erstlingenheißt es Hebe, wie für diese kein Maß festgesetzt ist, ebenso ist auch für jene kein Maß festgesetzt.",
"Man beachte daher, mit wem es zu vergleichen ist; man vergleiche die Hebe, nach der weiter keine Hebe zu entrichten ist, mit der Hebe, nach der weiter keine Hebe zu entrichten ist, nicht aber mit den Erstlingen, nach welchen noch eine andereHebe zu entrichten ist.",
"Oder aber wie folgt: man vergleiche die Hebe, die an einem heiligen Orte zu essen ist, mit der Hebe, die an einem heiligen Orte zu essen ist, nicht aber mit der Zehnthebe, die an jedem Orte zu essen ist.",
"Daher heißtes: davon Hebe für den Herrn, für [einen Schluß durch] Wortanalogie.",
"Wir wissen nun, daß die Hebe eines von zehn beträgt, ich weiß aber nicht, aus welchem Quantum ein Kuchen besteht, und folgere es daher durch einen Schluß: hierbei heißt es Brot und dort, bei den zwei Broten, heißt es Brot, wie bei diesen ein I͑saron auf einen Kuchen, ebenso auch hierbei ein I͑saron auf einen Kuchen.",
"Oder aber wie folgt: hierbei heißt es Brot und beim Schaubrote heißt es Brot, wie bei diesem zwei I͑saron, ebenso auch hierbei zwei I͑saron.",
"Man beachte daher, mit wem es zu vergleichen ist; man vergleiche das Speisopfer, das gesäuert und mit einem Schlachtopfer gebracht wird, mit einem Speisopfer, das gesäuert und mit einem Schlachtopfer gebracht wird, nicht aber mit dem Schaubrote, das nicht gesäuert und nicht mit einem Schlachtopfer gebracht wird.",
"Oder aber wie folgt: man vergleiche das Speisopfer, das von inländischem und von ausländischem, von neuem und von altem [Getreide] kommt, mit einem Speisopfer, das von inländischem und von ausländischem, von neuem und von altem [Getreide] kommt, nicht aber mit den zwei Broten, die nur von neuem [Getreide] und von inländischem kommen.",
"Daher heißt es:aus euren Wohnorten sollt ihr zwei Brote der Schwingung bringen, und da [das Wort] bringen nicht nötig istund dennoch geschrieben ist, so lehrt dies, daß alles, was außer diesen dargebrachtwird, diesen gleicht: wie bei diesen ein I͑saron auf einen Kuchen, ebenso auch bei jenen ein I͑saron auf einen Kuchen. –",
"Demnach sollten doch, wie es bei diesen zwei I͑saronsind, auch bei jenen zwei I͑saron sein!? – Es heißt:sollen es sein.",
"Wir wissen nun, daß es zehn des Gesäuerten sind, woher, daß es zehn des Ungesäuerten sind? Es heißt:zu den Kuchen des gesäuerten Brotes, entsprechend dem Gesäuerten bringe man Ungesäuertes.",
"Es ergibt sich also, daß die Dankopferbrote aus zwanzig I͑saron bestehen, zehn für das Gesäuerte und zehn für das Ungesäuerte. Man könnte glauben, die zehn des Ungesäuerten aus einer Art,",
"so heißt es:wenn er es wegen eines Dankes darbringt, so bringe er zum. Schlachtopfer des Dankes ungesäuerte Kuchen, mit Öl eingerührt, und ungesäuerte Fladen, mit Öl bestrichen, Feinmehl gemengt &c. Es ergibt sich somit, daß auf jede Art drei und ein Drittel I͑saron und drei Kuchen auf ein I͑saron kommen, und es ergibt sich ferner, daß es zusammen vierzig Dankopferbrote sind; diesen werden vier entnommen und dem Priester gegeben, und die übrigen vom Eigentümer gegessen.",
"Der Meister sagte: Er bringe davon, vom Zusammenhaftenden. Es heißt ja auch:und das ganze Fett hebe er davon ab; welches Zusammenhaftende gibt es hierbei!? –",
"Dies nach R. Ḥisda im Namen Abimis, denn R. Ḥisda sagte im Namen Abimis, man dürfe das Fleisch nicht schneiden, bevor die Opferteile herausgenommen sind.",
"Der Meister sagte: Hierbei heißt es Hebe und bei der Zehnthebe heißt es Hebe. Sollte man es doch mit der Hebe zu Midjanvergleichen!? –",
"Man vergleiche die für alle Generationen geltende Hebe mit der für alle Generationen geltenden Hebe, nicht aber mit der Hebe zu Midjan, die nicht für alle Generationen bestimmt war. –",
"Sollte man es doch mit der Teighebevergleichen!? – In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Man vergleiche eine Sache, von der es heißt: (davon) Hebe für den Herrn, mit einer Sache, von deres heißt: Hebe für den Herrn, während es von der Teighebe nicht heißt: Hebe für den Herrn.",
"Raba fragte: Ist man wegen der Hebe der Dankopferbrote der Todesstrafe und des Fünftels schuldigoder nicht:",
"gleicht sie, da sie mit der Zehnthebe verglichen wird, der Zehnthebe, oder hat sie der Allbarmherzige durch [die Worte] davon und sein Fünftelausgeschlossen?",
"Erwirkt sie Bemischungoder nicht? – Dies bleibt unentschieden.",
"Der Meister sagte: Es heißt: sollen es sein. Wieso geht dieshieraus hervor?"
],
[
"R. Jiçḥaq b. Evdämi erwiderte: Es heißt: sollen es sein. – Vielleicht zehn Kapiz!? Raba erwiderte: Die Schrift spricht von I͑saron.",
"«Wir wissen nun, daß es zehn des Gesäuerten sind, woher daß es zehn des Ungesäuerten sind? Es heißt: zu den Kuchen des ungesäuerten Brotes, entsprechend dem Gesäuerten bringe man Ungesäuertes.»",
"Kann denn von dem, was durch Vergleichung gefolgertwird, durch Vergleichung gefolgert werden!? – Hierbei erfolgt dies durch sich selbstmit einem anderen, und wenn es durch sich selbst mit einem anderen erfolgt, so heißt dies keine [Folgerung durch] Vergleichung. –",
"Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, dies heiße keine Vergleichung, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, dies heiße eine Vergleichung!? – Es heißt einschließend: sollt ihr bringen.",
"DIE EINWEIHUNGSOPFERBESTANDEN GLEICH DEM UNGESÄUERTEN DES DANKOPFERS AUS KUCHEN, FLADEN UND GEMENGTEM.",
"DAS NAZIROPFER BESTAND AUS ZWEI TEILEN DES UNGESÄUERTEN DES DANKOPFERS, AUS KUCHEN UND FLADEN, NICHT ABER AUS GEMENGTEM, ALSO AUS ZEHN JERUŠALEMISCHEN KAB, GLEICH SECHS I͑SARON.",
"GEMARA. Woher dies? R. Ḥisda erwiderte im Namen des R. Ḥama b. Gorja: Die Schrift sagt:und aus dem Korbe mit Ungesäuertem, der vor dem Herrn stand, nahm er einen ungesäuerten Kuchen und einen Ölbrotkuchen und einen Fladen. Kuchen sind Kuchen und Fladen sind Fladen, was aber ist Ölbrot? Doch wohl das Gemengte.",
"R. Ivja wandte ein: Vielleicht Ölkuchen!? – Vielmehr, nach einer Auslegung des R. Naḥman b. R. Ḥisda im Namen R. Ṭablas:Dies ist das Opfer Ahrons und seiner Söhne, daß sie dem Herrn darbringen sollen am Tage, da er gesalbt wird;",
"was lehren uns [die Worte] und seiner Söhne am Tage, da er gesalbt wird? Damit wird die Weihungmit der Salbungverglichen; wie bei der Salbung Gemengtes, ebenso auch bei der Weihung Gemengtes.",
"R. Ḥisda sagte: Wenn der Hochpriester den Dienst antritt, so benötigt er zweier Zehntel Epha, eines wegen seiner Salbung und eines wegen seiner Weihung. Mar, Sohn des R. Aši, sagt, dreier.",
"Sie streiten aber nicht; eines, wenn er bereits als gemeiner Priester Dienst getan hat, und eines, wenn er als gemeiner Priester keinen Dienst getan hat.",
"DAS NAZIROPFER BESTAND AUS ZWEI TEILEN DES UNGESÄUERTEN DES DANKOPFERS.",
"Die Rabbanan lehrten:Seiner Heilsopfer, dies schließt das Heilsopfer des Nazirs ein hinsichtlich der zehn jerušalemischen Kab und des Viertellogs Öl.",
"Man könnte glauben, hinsichtlich allerim Abschnitte genannten Dinge, so heißt es Ungesäuertes. –",
"Wieso geht dies hieraus hervor? R. Papa erwiderte: Hinsichtlich der Dinge, bei denen es Ungesäuertesheißt, ausgenommen das Gemengte, bei dem es nicht Ungesäuertes heißt. In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Ungesäuertes, generell, Kuchen und Fladen speziell, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung folgt, so umfaßt die Generalisierung nur das Speziellgenannte, nur Kuchen und Fladen, anderes aber nicht."
],
[
"iii,1WENN MAN DAS DANKOPFER INNERHALB SCHLACHTET UND DAS BROT SICH AUSSERHALB DER MAUER BEFINDET, SO IST DAS BROT NICHT HEILIG. SCHLACHTET MAN ES BEVOR [DAS BROT] IM OFEN EINE KRUSTE BEKOMMEN HAT, ODER AUCH ALLE [BROTE] EINE KRUSTE BEKOMMEN HABEN, MIT AUSNAHME VON EINEM, SO IST DAS BROT NICHT HEILIG.",
"GEMARA. Was heißt außerhalb der Mauer? R. Joḥanan erklärt, außerhalb der Mauer von Beth Phage; Reš Laqiš erklärt, außerhalb der Mauer des Tempelhofes.",
"Reš Laqiš erklärt, außerhalb der Mauer des Tempelhofes, denn es muß, da es auf[heißt], in der Nähe sein.",
"R. Joḥanan sagt, außerhalb der Mauer von Beth Phage, außerhalb des Tempelhofes aber ist es heilig, denn es braucht nicht in der Nähe zu sein. –",
"Hierüber streiten sie ja bereits einmal!? Wir haben nämlich gelernt:",
"Wer das Pesaḥopfer auf Gesäuertemschlachtet, übertritt ein Verbot; R. Jehuda sagt, dies gelte auch vom beständigenOpfer. Hierzu sagte Reš Laqiš, man sei nur dann schuldig, wenn [das Gesäuerte] sich im Besitze des Schlachtenden, des Sprengenden oder eines Mitgliedes der Gesellschaftbefindet, und es sich im Tempelhofe befindet, und R. Joḥanan sagte, auch wenn es sich nicht im Tempelhofe befindet. –",
"Beides ist nötig. Würde nur [der Streit] über diesen Fall gelehrt worden sein, so könnte man glauben, R. Joḥanan vertrete seine Ansicht nur hierbei, weil esüberall, wo es sich auch befindet, verboten ist, während er hinsichtlich der Heiligkeit des Brotes Reš Laqiš beipflichte, daß es heilig sei, wenn es sich innerhalb befindet, nicht aber wenn außerhalb.",
"Und würde er nur über jenen Fall gelehrt worden sein, so könnte man glauben, Reš Laqiš vertrete diese Ansicht nur in jenem Falle, während er in diesem Falle R. Joḥanan beipflichte.",
"Daher ist beides nötig. Übereinstimmend mit R. Joḥanan wurde gelehrt: Wenn man das Dankopfer innerhalb schlachtet und das Brot sich außerhalb der Mauer von Beth Phage befindet, so ist das Brot nicht heilig.",
"SCHLACHTET MAN ES BEVOR [DAS BROT] IM OFEN EINE KRUSTE BEKOMMEN HAT.",
"Woher dies? – Die Rabbanan lehrten:Mit Kuchen aus gesäuertem Brote bringe er sein Opfer dar bei der Schlachtung, dies lehrt, daß das Brot erst dann heilig sei, wenn es im Ofen eine Kruste bekommenhat. Bringe er sein Opfer dar bei der Schlachtung, dies lehrt, daß das Brot nur durch die Schlachtung des Opfers heilig werde. Schlachtung des Dankopfers, dies lehrt, daß, wenn man es auf einen anderen Namen geschlachtet hat, das Brot nicht heilig sei.",
"Die Rabbanan lehrten: Man genügt seiner Pflichtmit halbgebackenem und mit im Tiegel bereitetem Ungesäuertem. Was heißt halbgebackenes Ungesäuertes? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Wenn man es durchbricht und [der Teig] sich nicht fadenartig zieht.",
"Raba sagte: Ebenso bei den Broten des Dankopfers. – Selbstverständlich, bei diesen heißt es Brot und bei jenem heißt es Brot!? –",
"Man könnte glauben, solches gelte als Angebrochenes, und der Allbarmherzige sagteines, daß man kein Angebrochenes nehme, so lehrt er uns.",
"Es wurde gelehrt: Hat man das Dankopfer zu achtzig Broten geschlachtet, so sind, wie Ḥizqija sagt, vierzig von den achtzig heilig, und wie R. Joḥanan sagt, keine vierzig von den achtzigheilig.",
"R. Zera sagte: Alle stimmen überein, daß, wenn er gesagt hat, nur vierzig von den achtzig mögen heilig sein, sie heiligsind, und wenn: die vierzig mögen nur dann heilig sein, wenn alle achtzig heilig sind, sie nicht heilig sind, sie streiten nur über den Fall, wenn er nichts gesagt hat; einer ist der Ansicht, er tat dieszur Sicherheit, und einer ist der Ansicht, er wollte ein großes Opferbringen.",
"Abajje sagte: Alle stimmen überein, daß er dies zur Sicherheit tat, und sie streiten darüber, ob Dienstgefäße ohne Absichtheiligen; einer ist der Ansicht, Dienstgefäße heiligen auch ohne Absicht, und einer ist der Ansicht, Dienstgefäße heiligen nicht ohne Absicht.",
"R. Papa sagte: Alle stimmen überein, daß Dienstgefäße ohne Absicht heiligen, und sie streiten über das Schlachtmesser; einer ist der Ansicht, das Schlachtmesser heiligewie jedes andere Dienstgefäß, und einer ist der Ansicht, da es keinen Innenraum hat, heilige es nicht wie jedes andere Dienstgefäß.",
"Manche lesen: R. Papa sagte: Alle stimmen überein, daß Dienstgefäße nur bei Absicht heiligen, und sie streiten über das Schlachtmesser; einer ist der Ansicht, das Schlachtmesser sei, obgleich es keinen Innenraum hat, bedeutender als andere Dienstgefäßeund heilige, und einer ist der Ansicht, es sei nicht bedeutender als andere Dienstgefäße.",
"HAT MAN ES AUSSERHALB DER FRIST ODER AUSSERHALB DES RAUMESGESCHLACHTET, SO IST DAS BROT HEILIG. WENN MAN ES GESCHLACHTET HAT UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS ES TOTVERLETZT WAR, SO IST DAS BROT NICHT HEILIG;",
"WENN MAN ES GESCHLACHTET HAT UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS ES FEHLERBEHAFTET WAR, SO IST [DAS BROT], WIE R. ELIE͑ZER SAGT, HEILIG, UND WIE DIE WEISEN SAGEN, NICHT HEILIG.",
"HAT MAN ES AUF EINEN ANDEREN NAMEN GESCHLACHTET, UND EBENSO WENN MAN DEN WIDDER DER EINWEIHUNG ODER DIE ZWEI LÄMMER DES WOCHENFESTES AUF EINEN ANDEREN NAMEN GESCHLACHTET HAT, SO IST DAS BROT NICHT HEILIG.",
"GEMARA. Wer ist [der Autor] unserer Mišna? –",
"Es ist R. Meír, denn es wird gelehrt: Die Regel ist: war die Untauglichkeit vor dem Schlachten erfolgt, so ist das Brot nicht heilig, erfolgt die Untauglichkeit nach dem Schlachten, so ist das Brot heilig. Hat man es außerhalb der Frist oder außerhalb des Raumes geschlachtet, so ist das Brot heilig."
],
[
"Wenn man es geschlachtet hat und es sich als totverletztherausstellt, so ist das Brot nicht heilig; wenn man es geschlachtet hat und es sich als fehlerbehaftet herausstellt, so ist [das Brot], wie R. Elie͑zer sagt, heilig, und wie R. Jehošua͑ sagt, nicht heilig – so R. Meír.",
"R. Jehuda sagte: R. Elie͑zer und R. Jehošua͑ stimmen überein, daß es nicht heilig sei, wenn man es geschlachtet hat und es sich als totverletzt herausstellt, und daß es heilig sei, wenn es außerhalb der Frist geschlachtet worden ist, und daß es nicht heilig sei, wenn es als fehlerbehaftet befunden wird, sie streiten nur über [das Schlachten] außerhalb des Raumes; R. Elie͑zer sagt, es sei heilig, und R. Jehošua͑ sagt, es sei nicht heilig.",
"R. Elie͑zer sprach: Es ist außerhalb der Frist untauglich und es ist außerhalb des Raumes untauglich, wie es nun außerhalb der Frist heilig ist, ebenso ist es außerhalb des Raumes heilig. R. Jehošua͑ sprach: Es ist außerhalb des Raumes untauglich und es ist fehlerbehaftet untauglich, wie es nun fehlerbehaftet nicht heilig ist, ebenso ist es außerhalb der Frist nicht heilig.",
"R. Elie͑zer sprach zu ihm: Ich vergleiche es mit [dem Schlachten] außerhalb der Frist, und du vergleichst es mit Fehlerbehafteten, wir wollen nun sehen, wem es gleicht; gleicht es [dem Schlachten] außerhalb der Frist, so folgern wir es vom [Schlachten] außerhalb der Frist, und gleicht es dem Fehlerbehafteten, so folgern wir es vom Fehlerbehafteten.",
"Alsdann begann R. Elie͑zer mit folgendem Schlusse: man folgere hinsichtlich der Untauglichkeit durch die Absichtvon der Untauglichkeit durch die Absicht, nicht aber hinsichtlich der Untauglichkeit durch die Absicht von der Untauglichkeit des Körpers.",
"Hierauf begann R. Jehošua͑ mit folgendem Schlusse: man folgere hinsichtlich der Untauglichkeit, die nicht mit der Ausrottung belegt ist, von der Untauglichkeit, die nicht mit der Ausrottung belegt ist, nicht aber von der Untauglichkeit durch [das Schlachten] außerhalb der Frist, die mit der Ausrottung belegt ist. Ferner folgere man es vom [Schlachten] auf einen anderen Namen, wobei die Untauglichkeit durch die Absicht erfolgt, und die nicht mit der Ausrottung belegt ist.",
"Da schwieg R. Elie͑zer.",
"Wieso ist nach R. Meír, wenn man es geschlachtet hat und es sich als totverletzt herausstellt, die Untauglichkeit vor dem Schlachten erfolgt, und wenn man es geschlachtet hat und es sich als fehlerbehaftet herausstellt, die Untauglichkeit nicht vor dem Schlachten erfolgt!? –",
"Bei einem Häutchenam Auge, und zwar nach R. A͑qiba, welcher sagt, wenn es hinaufgekommenist, werde es nicht herabgenommen. – Und R. Jehošua͑!? – Nur hinsichtlich der eigenen Untauglichkeit sagt R. A͑qiba, wenn es hinaufgekommen ist, werde es nichtherabgenommen, nicht aber hinsichtlich der Heiligung des Brotes.",
"Es wurde gelehrt: Ist ein Sündopfer außerhalb der Fristgeschlachtet worden, so werde es, wenn es hinaufgekommen ist, nicht herabgenommen; wenn außerhalb des Raumes, so werde es, wie Raba sagt, herabgenommen, und wie Rabba sagt, nicht herabgenommen.",
"Raba wie R. Jehošua͑, und Rabba wie R. Elie͑zer.",
"Rabba bekannte sich aber zur Ansicht Rabas, da auch R. Elie͑zer sich zur Ansicht R. Jehošua͑s bekannte.",
"Manche sagen, obgleich R. Elie͑zer sich zur Ansicht R. Jehošua͑s bekannte, bekannte sich Rabba nicht zur Ansicht Rabas; jener tat es nur wegen der Vergleichung mit [dem Schlachten] auf einen anderen Namen, hierbei aber ist es, falls man es mit [dem Schlachten] auf einen anderen Namen vergleicht, wenn es hinaufgekommen ist, nicht herabzunehmen.",
"HAT MAN ES AUF EINEN ANDEREN NAMEN GESCHLACHTET &C. R. Papa sagte: Unser Autor läßt den häufiger vorkommenden Widder des Nazirsfort und lehrt dies vom Einweihungswidder. – Und unser Autor!? – Er lehrt dies vom ursprünglichen Gesetze.",
"WENN DAS GUSSOPFER IM GEFÄSSE GEHEILIGT WORDEN IST UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS DAS SCHLACHTOPFER UNTAUGLICH IST, SO WERDE ES, WENN EIN ANDERES SCHLACHTOPFER DA IST, MIT DIESEM DARGEBRACHT, WENN ABER NICHT, SO LASSE MAN ES DURCH DAS ÜBERNACHTENUNTAUGLICH WERDEN.",
"GEMARA. Zee͑ri sagte: Das Gußopfer wird nur durch das Schlachten des Schlachtopfers heilig. – Aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt: Schlachtopfer und Gußopfer. –",
"Wir haben gelernt: Wenn das Gußopfer im Gefäße geheiligt worden ist und es sich herausstellt, daß das Schlachtopfer untauglich ist, so werde es, wenn ein anderes Schlachtopfer da ist, mit diesem dargebracht, wenn aber nicht, so lasse man es durch das Übernachten untauglich werden.",
"Doch wohl, wenn es beim Schlachten untauglich gewordenist!? – Nein, wenn es heim [Blut]sprengen untauglich gewordenist. –",
"Also nach Rabbi, welcher sagt, wenn zwei Dinge die Erlaubtmachungbewirken, könne dies durch das eine ohne das andere erfolgen? –",
"Du kannst auch sagen, nach R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n, wenn nämlich das Blut in das Gefäß aufgenommen und ausgeschüttet worden ist,"
],
[
"und zwar ist R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n der Ansicht seines Vaters, welcher sagt, was zum Sprengen dasteht, gelte als gesprengt.",
"Der Meister sagte: So werde es, wenn ein anderes Schlachtopfer da ist, mit diesem dargebracht. R. Ḥisda sagte ja aber, wenn man Öl für ein Speisopfer reserviert hat, sei es für ein anderes Speisopfer untauglich!? R. Jannaj erwiderte: Hierüber besteht eine Bestimmung des Gerichtes: wird es verwandt, so ist es recht, wenn aber nicht, so sei es für ein anderes Opfer. –",
"Demnach sollte dies auch vom Öl gelten!? – Das Öl ist ein Bestandteil des Speisopfers selbst. –",
"Sollte doch eine Bestimmung getroffen werden, daß esprofan werde!? – Es ist zu berücksichtigen, man könntesagen, man dürfe es aus dem Dienstgefäßeheraus profanieren. –",
"Auch jetztist ja zu berücksichtigen, man könnte sagen, das Gußopfer, das für ein Schlachtopfer bestimmt worden ist, sei für ein anderes Schlachtopfer tauglich!? –",
"Matathja b. Jehuda lehrte ja, wenn das Schlachtopferdann geschlachtetvorliegt. –",
"Weshalb lehrt er, wenn es demnach durch das Übernachten untauglich wird, falls dann das Schlachtopfer nicht geschlachtet vorliegt, im Schlußsatze: wenn aber nicht, lasse man es durch das Übernachten untauglich werden, sollte er doch bei dem einen Falleeinen Unterschied machen: dies gilt nur von dem Falle, wenn das Schlachtopfer dann geschlachtet vorliegt, nicht aber, wenn das Schlachtopfer dann nicht geschlachtet vorliegt!? –",
"Das meint er auch: dies gilt nur von dem Falle, wenn ein Schlachtopfer dann geschlachtet vorliegt, wenn aber dann kein Schlachtopfer geschlachtet vorliegt, so ist es ebenso als würde es durch das Übernachten untauglich geworden sein, und es ist untauglich. –",
"Ist R. Šimo͑n(b. Elea͑zar) denn der Ansicht, es gebe darübereine Bestimmung des Gerichtes,",
"R. Idi b. Abin sagte ja im Namen R. A͑mrams im Namen R. Jiçḥaqs im Namen R. Joḥanans, die beständigen Opfer, die von der Gemeinde nicht verwandt wordensind, dürfen nach R. Šimo͑n fehlerfrei nicht ausgelöstwerden, und nach den Weisenfehlerfrei ausgelöst werden!? –",
"Anders verhält es sich bei diesen, für die es ein Mittel gibt, indem man sie weiden läßt.",
"DAS JUNGE EINES DANKOPFERS, DAS EINGETAUSCHTE EINES SOLCHEN UND DAS ANSTELLE EINES ABHANDENGEKOMMENEN DANKOPFERS ABGESONDERTE BENÖTIGEN NICHT DES BROTES, DENN ES HEISST:er bringe zum Schlachtopfer des Dankes, DAS DANKOPFER BENÖTIGT DES BROTES, NICHT ABER BENÖTIGT SEIN JUNGES, SEIN ERSATZ UND SEIN EINGETAUSCHTES DES BROTES.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Was heißt:wenn wegen eines Dankes es darbringt? Woher, daß, wenn jemand sein Dankopfer abgesondert hat und es abhanden gekommen ist, und nachdem er statt dessen ein anderes abgesondert hat, es sich wieder einfindet, und nunmehr beide dastehen, er beliebig eines von ihnen und mit diesem das Brot darbringe? Es heißt: wegen eines Dankes es darbringt.",
"Man könnte glauben, auch das andere benötige des Brotes, so heißt es: es darbringt, eines und nicht zwei; nachdem die Schrift erweiterthat, schränkt sieein. Woher, daß auch das Junge und das Eingetauschte hinsichtlich der Darbringung einbegriffensind? Es heißt: wennwegen eines Dankes. Man könnte glauben, sie benötigen des Brotes, so heißt es: er bringe zum Schlachtopfer des Dankes, das Dankopfer benötigt des Brotes, nicht aber benötigen sein Junges, sein Ersatz und sein Eingetauschtes des Brotes.",
"R. Ḥanina ließ im Namen R. Joḥanans sagen: Diesnur, wenn esnach der Sühneerfolgt, wenn aber vor der Sühne, so benötigen sie des Brotes.",
"R. A͑mram wandte ein: Worauf bezieht sich dies: wenn auf den Ersatz eines pflichtigenDankopfers, so ist dies ja sowohl von dem Falle vor der Sühne als auch von dem Falle nach der Sühne bereits gelehrtworden;"
],
[
"wenn auf den Ersatz eines freiwilligen Dankopfers, so benötigt er ja ob vor oder nach der Sühne des Brotes, denn es ist ein weiteresDankopfer; und wenn auf das Junge eines freiwilligen Dankopfers,",
"so benötigt es ja ob vor oder nach der Sühne nicht des Brotes, denn es ist ein Überschuß des Dankopfers!? – Vielmehr, auf das Junge eines pflichtigenDankopfers; vor der Sühne benötigt es des Brotes, nach der Sühne benötigt es nicht des Brotes. –",
"Was lehrt er uns damit? – Daß R. Joḥanan der Ansicht ist, man erlange Sühne durch den Zuwachs des Geheiligten. Denselben Einwand richtete auch Abajje.",
"Es wurde auch gelehrt: R. Jiçḥaq b. Joseph sagte im Namen R. Joḥanans: Der Ersatz des freiwilligen Dankopfers benötigt ob vor oder nach der Sühne des Brotes, denn es ist ein weiteres Dankopfer; das Junge eines freiwilligen Dankopfers benötigt ob vor oder nach der Sühne nicht des Brotes, denn es ist ein Überschuß des Dankopfers; das Junge eines pflichtigen Dankopfers benötigt vor der Sühne des Brotes, nach der Sühne benötigt es nicht des Brotes.",
"Šemuél sagte: In einem Falle, wo das Sündopfer verenden zulassen ist, benötigt das Dankopfer nicht des Brotes, und wo das Sündopfer weidenzu lassen ist, benötigt das Dankopfer des Brotes.",
"R. A͑mram wandte ein: Was heißt: wegen eines Dankes es darbringt? Woher, daß, wenn jemand sein Dankopfer abgesondert hat und es abhanden gekommen ist, und nachdem er statt dessen ein anderes abgesondert hat, es sich wieder einfindet, und nunmehr beide dastehen, er beliebig eines von ihnen und mit diesem das Brot darbringe? Es heißt: wegen eines Dankes es darbringt. Man könnte glauben, auch das andere benötige des Brotes, so heißt es: es darbringt, eines und nicht zwei.",
"Dagegen aber ist in einem solchen Falle das Sündopfer weiden zu lassen, denn wir haben gelernt: Wenn jemand sein Sündopfer abgesondert hat und es abhanden gekommen ist, und nachdem er statt dessen ein anderes abgesondert hat, es sich wieder einfindet, und nunmehr beide dastehen, so erlange man Sühne mit einem von ihnen und das andere ist verenden zu lassen – so Rabbi. Die Weisen sagen, ein Sündopfer sei nur dann verenden zu lassen, wenn es sich einfindet nachdem der Eigentümer Sühne erlangthat. Wenn aber bevor der Eigentümer Sühne erlangt hat, ist es weiden zu lassen!? –",
"Šemuél ist der Ansicht Rabbis, welcher sagt, wenn es beim Absondern abhanden gekommenwar, sei es verenden zu lassen. –",
"In welchem Falle ist es nach Rabbi weiden zu lassen? – Nach R. Oša͑ja, denn R. Oša͑ja sagte: Wenn jemand zur Sicherheit zwei Sündopfer abgesondert hat, so schaffe er sich Sühne durch das eine und das andere ist weiden zu lassen. –",
"In einem solchen Falle benötigt ja das Dankopfer nicht des Brotes!? – Vielmehr, Šemuél ist der Ansicht R. Šimo͑ns, der sagt, die fünf Sündopfer seien verenden zulassen. –",
"Nach R. Šimo͑n ist es ja überhaupt nicht weiden zulassen!? –",
"Auch Šemuél spricht nur von dem einen Falle: wenn das Sündopfer verenden zu lassen ist, benötigt das Dankopfer nicht des Brotes. – Was lehrt er unsdamit? – Dies schließt die Lehre R. Joḥanans aus; dieser sagt, man erlange Sühne mit dem Zuwachse des Heiligtums, so lehrt er uns, daß dem nicht so ist.",
"R. Abba sagte: [Sagte jemand:] dies sei ein Dankopferund dies das Brot dazu, so ist, wenn das Brot abhanden gekommen ist, anderes Brot zu holen, und wenn das Dankopfer abhanden gekommen ist, kein anderes Dankopfer zu holen. – Aus welchem Grunde? – Das Brot ist wegen des Dankopfers da, nicht aber das Dankopfer wegen des Brotes.",
"Raba sagte: Wenn jemand Geld für sein Dankopfer reserviert hat"
],
[
"und davon zurückbleibt, so bringe er dafür das Brot, wenn aber für die Brote des Brandopfers und davon zurückbleibt, so bringe er dafür kein Dankopfer. –",
"Aus welchem Grunde: wollte man sagen, wegen der Lehre R. Kahanas, denn R. Kahana sagte, aus dem Schriftverse:er bringe mit dem Schlachtopfer des Dankes Kuchen, ungesäuert, sei zu entnehmen, daß die Brote des Dankopfers ‘Dankopfer’ genannt werden, so sollte dies ja auch umgekehrt gelten!? – Das Brot wird ‘Dankopfer’ genannt, nicht aber wird das Dankopfer ‘Brot’ genannt.",
"Ferner sagte Raba: Wenn jemand sein Dankopfer abgesondert hat und es abhanden gekommen ist, statt dessen ein anderes abgesondert hat und es ebenfalls abhanden gekommen ist, und nachdem er ein drittes abgesondert hat, sich die ersten wieder einfinden, und nunmehr alle drei dastehen, so benötigt, wenn er Sühne durch das erste erlangt hat, das zweite nicht des Brotes und das drittewohl;",
"hat er durch das dritte Sühne erlangt, so benötigt das zweite nicht des Brotes und das erste wohl; und hat er Sühne durch das mittelste erlangt, so benötigen die anderen nichtdes Brotes. Abajje aber sagte: Hat er durch eines von ihnen Sühne erlangt, so benötigen die beiden anderen nicht des Brotes, denn jedes von ihnen ist ein Ersatz des anderen.",
"R. Zera sagte: Dasselbe gilt auch vom Sündopfer; wenn jemand sein Sündopfer abgesondert hat und es abhanden gekommen ist, statt dessen ein anderes abgesondert hat und es ebenfalls abhanden gekommen ist, und nachdem er ein drittes abgesondert hat, sich die ersten wieder einfinden, und nunmehr alle drei dastehen, so ist, wenn er Sühne durch das erste erlangt hat, das zweite verenden zu lassen und das dritte weiden zu lassen;",
"hat er Sühne durch das dritte erlangt, so ist das zweite verenden zu lassen und das erste weiden zu lassen, und hat er Sühne durch das mittelste erlangt, so sind die beiden anderen verenden zu lassen. Abajje aber sagte: Hat er durch eines von ihnen Sühne erlangt, so sind die beiden anderen verenden zu lassen, denn jedes von ihnen ist ein Ersatz des anderen. – Was heißt ‘dasselbe’? –",
"Man könnte glauben, dies gelte nur von jenem Falle, da man sagenkann, es sei ein weiteres Dankopfer, nicht aber hierbei, da man nicht sagen kann, es sei ein weiteres Sündopfer, so lehrt er uns.",
"R. Ḥija lehrte: Ist ein Dankopfer mit dem Eingetauschten desselben verwechselt worden und eines von ihnen verendet, so gibt es für das andere kein Mittelmehr; was ist da zu machen: bringt man damit das Brot dar, so kann es ja das Eingetauschtesein, und bringt man damit das Brot nicht dar, so kann es ja das [originäre] Dankopfer sein. –",
"Wenn er gesagt hat, er nehme [die Darbringung]auf sich, bringe er doch ein anderes Vieh und das Brot und spreche: ist das lebende das Eingetauschte, so sei dieses das Dankopfer und das Brot dazu, und ist das lebende das [originäre] Dankopfer, so gehöre das Brot dazu und das andere sei zur Sicherheit!? –",
"In dem Falle, wenn man gesagt hat: diesessei.",
"",
"Die Lernendensprachen vor Rabbi: Mag er doch das Brot bringen und sprechen: ist das lebende das [originäre] Dankopfer, so sei dieses das Brot dazu, wenn aber nicht, so sei es profan!? Dieser erwiderte: Darf man denn Profanes in den Tempelhof bringen!? –",
"Mag er doch ein Vieh und das Brot bringen und sprechen: ist das lebende das Eingetauschte, so sei dieses das Dankopfer und das Brot dazu, und ist das lebende das [originäre] Dankopfer, so gehöre das Brot dazu und das andere sei ein Heilsopfer!? Dieser erwiderte: Man vermindert dann die Essens[frist]des Heilsopfers.",
"Levi sprach zu Rabbi: Mag er doch ein Vieh und das Brot bringen und sprechen: ist das lebende das Eingetauschte, so sei dieses das Dankopfer und das Brot dazu, und ist das lebende das [originäre] Dankopfer, so gehöre das Brot dazu und das andere sei Überschuß des Dankopfers!? Dieser erwiderte: Es scheint, daß dieser kein Hirn im Schädel hat;"
],
[
"darf man denn von vornherein [ein Opfer] als Überschuß absondern!?",
"R. Jiçḥaq b. Šemuél b. Martha saß vor R. Naḥman und sprach: Mag er doch ein Vieh und das Brot bringen und sprechen: ist das lebende das Eingetauschte, so sei dieses das Dankopfer und das Brot dazu, und ist das lebende das [originäre] Dankopfer, so gehöre das Brot dazu und es sei auf dieses eingetauscht!?",
"Dieser erwiderte: Sage, Meister, die vierzig auf seine Schulter, und dies sollte zulässig sein!?",
"Als einst U͑la erkrankte, besuchten ihn Abajje und die Jünger; da ließen sie sich nieder und sagten: Wenn dem so ist, wie R. Joḥanan sagt, daß es heilig ist, wenn es sichaußerhalb der Mauer des Tempelhofes befindet, so mag man doch das Brot außerhalb des Tempelhofes niederlegen und sprechen: ist das lebende das [originäre] Dankopfer, so sei dies das Brot dazu, wenn aber nicht, so sei es profan!? –",
"Viersind ja zu schwingen, wie sollte man es machen: schwingt man sie außerhalb, so heißt es ja:vor dem Herrn, und wenn innerhalb, so bringt man ja Profanes in den Tempelhof; dies ist somit nicht möglich.",
"R. Šiša, Sohn des R. Idi, wandte ein: Wenn dem so ist, wie Ḥizqija sagt, daß nämlich vierzig von den achtzig heiligsind, so mag er doch ein Vieh und achtzig [Kuchen] bringen und sprechen: ist das lebende das [originäre] Dankopfer, so sei auch dieses ein Dankopfer und diese achtzig [Kuchen] für beide, und ist das lebende das Eingetauschte, so sei das andere das Dankopfer und dieses das Brot dazu, und vierzig von den achtzig mögen heilig sein. –",
"Man beschränkt dann den Genuß der [anderen] vierzig.",
"R. Aši sprach zu R. Kahana: Wenn dem so ist, wie R. Joḥanan sagt, daß, wenn man ein trächtiges [Vieh] als Sündopfer abgesondert und es geworfen hat, man beliebig durch dieses oder das Junge Sühne erlangen könne, mag er doch ein trächtiges Vieh bringen, warten bis es geworfen hat, und dazu achtzig [Kuchen] bringen und sprechen: ist das lebende das Eingetauschte, so seien dieses und das Junge das Dankopfer und die achtzig für beide, und ist das lebende das [originäre] Dankopfer, so sei auch das andere ein Dankopfer und die achtzig für beide, und das [Junge] gelte als Überschuß des Dankopfers!?",
"Dieser erwiderte: Wer sagt uns, daß R. Joḥanan der Ansicht ist, man könne [das Junge] zurücklassen, vielleicht kann man es nichtzurücklassen, und der GrundR. Joḥanans ist, weil man durch den Zuwachs des Geheiligten Sühne erlangen könne.",
"Einst kam Rabina nach Damharja; da sprach R. Dimi, Sohn des R. Hona, aus Damharja zu Rabina: Mag er doch ein Vieh bringen und sprechen: ich nehmeauf mich, sodann ein anderes Viehund achtzig [Kuchen] bringen und sprechen: ist das lebende das Eingetauschte, so seien diese beiden Dankopfer und die achtzig [Kuchen] für diese, und ist das lebende das [originäre] Dankopfer, so sei jenes, von dem ich gesagt habe: ich nehme auf mich, ebenfalls ein Dankopfer und die achtzig [Kuchen] für beide, und das andere sei zur Sicherheit.",
"Dieser erwiderte: Die Tora sagt:besser du gelobst nicht, als daß du gelobst und nicht hältst, und du sagst, daß er von vornherein gelobensoll.",
"vSAGTE JEMAND, ER NEHME AUF SICH [DIE DARBRINGUNG] EINES DANKOPFERS, SO BRINGE ER DIESES UND DAS BROT DAZU VON PROFANEM;"
],
[
"[SAGTE ER:] DAS DANKOPFER VON PROFANEM UND DAS BROT VOM [ZWEITEN] ZEHNTEN, SO BRINGE ER JENES UND DAS BROTVON PROFANEM; [SAGTE ER:] DAS DANKOPFER VOM ZEHNTEN UND DAS BROT VON PROFANEM, SO BRINGE ER ES SO; [SAGTE ER:] DIESES UND DAS BROT VOM ZEHNTEN, SO BRINGE ER ES SO. ER BRINGE ES ABER NICHT VOM WEIZEN DES ZWEITEN ZEHNTEN, SONDERN VOM ERLÖSE DES ZWEITEN ZEHNTEN.",
"GEMARA. R. Hona sagte: Sagte jemand, er nehme auf sich [die Darbringung] der Dankopferbrote, so bringe er das Dankopfer und die Brote. Dieser wußte nämlich, daß das Brot nicht ohne Dankopfer dargebracht werde, und wollte ein Dankopfer mit dem Brote spenden, und wenn er Dankopferbrote sagte, so nannte er nur das letztere. –",
"Wir haben gelernt: [Sagte er:] das Dankopfer vom Zehnten und das Brot von Profanem, so bringe er es, wie er gelobt hat. Weshalb denn, da er das Brot von Profanem gelobt hat, so sollte er doch [das Opfer] und das Brot von Profanem bringen!? –",
"Anders ist es in diesem Falle; er sagte: das Dankopfer vom Zehnten, somit ist es ebenso, als würde er gesagt haben, er wolle das Brot für das Dankopfer eines anderenbringen. –",
"Wieso lehrt er demnach im Anfangsatze, wenn [er gesagt hat:] das Dankopfer von Profanem und das Brot vom Zehnten, bringe er dieses und das Brot von Profanem, man sollte auch hierbei sagen, es sei ebenso als würde er gesagt haben, er wolle das Dankopfer für das Brot eines anderen bringen!? –",
"Es ist nicht gleich; allerdings wird das Brot zum Dankopfer gebracht, wird aber das Dankopfer zum Brote gebracht!? –",
"Komm und höre: Sagte jemand, er nehme auf sich [die Darbringung] eines Dankopfers ohne Brot oder eines Schlachtopfers ohne Gußopfer, so nötige man ihn, das Dankopfer mit dem Brote oder das Schlachtopfer mit dem Gußopfer zu bringen.",
"Nur wenn er [das Dankopfer] genannt hat, nicht aber, wenn er das Dankopfer nicht genannthat!? –",
"Nein, dasselbe gilt auch, wenn er das Dankopfer nicht genannt hat, da er aber vom Schlachtopfer ohne Gußopfer lehren will, und diesvom Gußopfer ohne Schlachtopfer nicht lehrenkann, so lehrt er es auch vom Dankopfer. –",
"Weshalbdenn, dies ist ja ein Gelübde mit einer Tür!?",
"Ḥizqija erwiderte: Hier ist die Ansicht der Schule Šammajs vertreten, die sagt, man richte sich nach der ersten Fassung. Wir haben nämlich gelernt: [Sagte jemand], er wolle Nazir sein inbezug auf Trocken-und Dörrfeigen, so ist er, wie die Schule Šammajs sagt, Nazir, und wie die Schule Hillels sagt, nicht Nazir.",
"R. Joḥanan erwiderte: Du kannst auch sagen, die der Schule Hillels, wenn er nämlich sagt, wenn er gewußt hätte, daß man nicht sogeloben könne, würde er nicht so, sondern andersgelobt haben. – Wieso nötigeman ihn!? – Wenn er zurücktreten will. –",
"Komm und höre: Wenn jemand gesagt hat, er nehme auf sich [die Darbringung] eines Dankopfers ohne Brot oder eines Schlachtopfers ohne Gußopfer, und als man ihm sagte, er habe das Dankopfer mit dem Brote oder das Schlachtopfer mit dem Gußopfer zu bringen, er erwiderte, wenn er dies gewußt hätte, würde er nicht gelobt haben, so nötige man ihn und halte ihm vor:achte und höre.",
"Erklärlich ist diesnach Ḥizqija, gegen R. Joḥanan aber ist dies ja ein Einwand!? – R. Joḥanan kann dir erwidern; hier ist entschieden die Ansicht der Schule Šammajs vertreten. –",
"Was heißt: achte und höre? Abajje erwiderte: Achte, bringe das Dankopfer; höre, bringe das Brot. Raba erklärte: Achte, bringe das Dankopfer und das Brot; höre, pflege nicht so zu verfahren.",
"DIESES UND DAS BROT VOM ZEHNTEN, SO BRINGE ER ES SO. Muß er es denn bringen!? R. Naḥman und R. Ḥisda erklärten: Wenn er will, bringe er, und wenn er nicht will, bringe er nicht.",
"ER BRINGE ES NICHT VOM WEIZEN DES ZWEITEN ZEHNTEN, SONDERN VOM ERLÖSE DES ZWEITEN ZEHNTEN. R. Naḥman und R. Ḥisda sagten beide: Dies gilt nur vom Weizen des zweiten Zehnten, vom Weizen aber, der für den Erlös des zweiten Zehnten gekauft worden ist, bringe man es wohl.",
"R. Jirmeja saß vor R. Zera und trug vor: Dies gilt nur vom Weizen des zweiten Zehnten, vom Weizen aber, der für den Erlös vom zweiten Zehnten gekauft worden ist, bringe man es wohl. Da sprach er zu ihm: Meister, so sagst du, ich aber sage, auch nicht vom Weizen, der für den Erlös vom zweiten Zehnten gekauft worden ist. Ich will meinen Grund sagen, und ich will deinen Grund sagen. Ich will deinen Grund sagen: hinsichtlich des Dankopfers folgerst du diesvom Heilsopfer"
],
[
"und hinsichtlich des Heilsopfers durch [das Wort] dortvom Zehnten, wie nun das Heilsopfer nicht originärer Zehntist, ebenso darf auch das Dankopfer nicht originärer Zehnt sein, und auch der für den Erlös vom zweiten Zehnten gekaufte Weizen ist kein originärer Zehnt.",
"Ich will meinen Grund sagen: hinsichtlich des Dankopfers folgere ich dies vom Heilsopfer und hinsichtlich des Heilsopfers durch [das Wort] dort vom Zehnten, wie nun das Heilsopfer nicht von der Art des Zehnten ist, ebenso darf auch das Dankopfer[brot] nicht von der Art des Zehnten sein, während der für den Erlös vom zweiten Zehnten gekaufte Weizen von der Art des Zehnten ist.",
"R. Ami sagte: Wenn man Geld vom zweiten Zehnten für ein Heilsopfer erfassenläßt, so hat das Heilsopfer es nichtgeeignet. – Aus welchem Grunde? – Die Heiligkeit des Heilsopfers ist nicht so bedeutend, die Heiligkeit des zweiten Zehnten zu erfassen.",
"Man wandte ein: Wenn jemandein Wild zu einem Heilsopferoder ein Vieh zum freien Genusse des Fleischeskauft, so wird die Haut nicht profan. Dies besagt ja wahrscheinlich, daß das Heilsopfer sie eigne!? –",
"Hierzu wird ja gelehrt: Rabh sagte, das Heilsopfer eigne sie nicht, und wenn es heißt, die Haut werde nicht profan, so ist dies zu verstehen, bei dieser komme die Bestimmung des Profanwerdens nicht zur Anwendung. – Aus welchem Grunde? Rabba erwiderte: Es ist ebenso als würde er ein Rind zum Pflügen gekauft haben.",
"Es wurde gelehrt: Wenn man Geld vom zweiten Zehnten für ein Heilsopfer erfassen läßt, so hat dieses es, wie R. Joḥanan sagt, geeignet, und wie R. Elea͑zar sagt, nicht geeignet.",
"Nach R. Jehuda, welcher sagt, der [zweite] Zehnt sei Eigentum des Gemeinen, stimmen alle überein, daß dieses es geeignethabe, sie streiten nur nach R. Meír, welcher sagt, der [zweite] Zehnt sei Eigentum des Höchsten. Derjenige, nach dem dieses es nicht eignet, ist der Ansicht R. Meírs, und derjenige, nach dem dieses es eignet, ist der Ansicht, da der Zehntals Heilsopfer darzubringenist, so ist, wenn man ihn erfassen läßt, die Erfassung gültig.",
"Man wandte ein: Wenn man Geld vom zweiten Zehnten für ein Heilsopfer erfassen läßt, so muß man, wenn man es auslöst, zwei Fünftelhinzufügen, eines wegen des Geheiligtenund eines wegen des Zehnten!? –",
"Du glaubst wohl, dies gelte nach aller Ansicht, hier ist die Ansicht R. Jehudasvertreten.",
"WOHER, DASS WENN JEMAND SAGT, ER NEHME AUF SICH [DIE DARBRINGUNG] EINES DANKOPFERS, ER ES NUR VON PROFANEM BRINGEN MUSS? ES HEISST:du sollst dem Herrn, deinem Gott, das Pesaḥopfer schlachten, Schafe und Rinder, UND DA DAS PESAḤOPFER NUR VON LÄMMERN UND ZIEGEN ZU BRINGEN IST, SO DEUTEN DIE WORTE Schafe und Rinder DARAUF, DASS ALLES, WAS VON SCHAFEN UND RINDERN DARGEBRACHT WIRD, DEM PESAḤOPFER GLEICHE; WIE DAS PESAḤOPFER PFLICHT IST UND NUR VON PROFANEM DARGEBRACHT WERDEN MUSS,",
"EBENSO MUSS AUCH JEDES ANDERE PFLICHTIGE [OPFER]NUR VON PROFANEM DARGEBRACHT WERDEN. DAHER SIND, WENN JEMAND SAGT, ER NEHME AUF SICH [DIE DARBRINGUNG] EINES DANKOPFERS, ODER EINES HEILSOPFERS, DA SIE ALS PFLICHT DARZUBRINGEN SIND, DIESE NUR VON PROFANEM DARZUBRINGEN, DIE GUSSOPFERSIND IN JEDEM FALLENUR VON PROFANEM DARZUBRINGEN.",
"GEMARA. Woher diesvom Pesaḥopfer selbst? – Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Das Pesaḥopfer ist in Miçrajim geboten worden und das Pesaḥopfer ist für die späteren Generationen geboten worden, wie das in Miçrajim gebotene Pesaḥopfer nur von Profanem gebrachtwurde, ebenso ist auch das für die späteren Generationen gebotene Pesaḥopfer nur von Profanem zu bringen.",
"R. A͑qiba sprach zu ihm: Ist denn hinsichtlich des Möglichen vom Unmöglichenzu folgern!? Jener erwiderte: Obgleich es nicht möglich war, dennoch ist dies ein bedeutender Beweis und man lerne hiervon.",
"Hierauf entgegnete R. A͑qiba wie folgt: Wohl galt dies vom Pesaḥopfer in Miçrajim, weil bei diesem das Blutsprengen und [die Darbringung] der Opferteile auf dem Altar nicht erforderlich war,"
],
[
"während beim Pesaḥopfer für die späteren Generationen das Blutsprengen und [die Darbringung] der Opferteile auf dem Altar erforderlichist!?",
"Jener erwiderte: Es heißt:du sollst diesen Dienst in diesem Monat üben, alle Dienstübungen dieses Monats müssen diesem gleichen. –",
"Ist R. A͑qiba der Ansicht, man könne nicht hinsichtlich des Möglichen vom Unmöglichen folgern, so sollte er doch dabeibleiben, und ist er davon zurückgetreten,",
"und folgert es nicht vom Pesaḥopfer in Miçrajim, nur wegen des [anderen] Einwandes, so ist ja vom Pesaḥopfer in der Wüste [das Entgegengesetzte] zu beweisen!? –",
"Er entgegnete nach der Ansicht R. Elie͑zers: nach meiner Ansicht ist hinsichtlich des Möglichen vom Unmöglichen überhaupt nicht zu folgern, aber auch nach deiner Ansicht, man könne hinsichtlich des Möglichen vom Unmöglichen folgern, [ist zu entgegnen:] wohl galt dies vom Pesaḥopfer in Miçrajim, weil bei diesem das Blutsprengen und [die Darbringung] der Opferteile auf dem Altar nicht erforderlich war, während beim Pesaḥopfer für die späteren Generationen das Blutsprengen und [die Darbringung] der Opferteile auf dem Altar erforderlich ist.",
"Hierauf erwiderte ihm R. Elie͑zer, [es heißt:] du sollst üben. –",
"Sollte R. Elie͑zer ihm erwidert haben, vom Pesaḥopfer in der Wüste sei [das Entgegengesetzte]zu beweisen!? –",
"Er erwiderte nach der Ansicht R. A͑qibas: nach meiner Ansicht ist hinsichtlich des Möglichen vom Unmöglichen zu folgern, und gegen deinen Einwand ist vom Pesaḥopfer in der Wüste [das Entgegengesetzte] zu beweisen, aber auch nach deiner Ansicht, man könne nicht hinsichtlich des Möglichen vom Unmöglichen folgern, [ist zu erwidern, es heißt:] du sollst üben. –",
"Sollte jener auch jetztentgegnethaben!? R. Šešeth erwiderte: Dies besagt, daß [ein Schluß durch] Vergleichung nicht zu widerlegensei.",
"Im Lehrhause wandten sie ein: Kann denn von dem, was durch Vergleichung gefolgert wird, durch Vergleichung gefolgertwerden!? – Die Folgerung ist eine gemeinsame, denn alle Pesaḥopfer gehören zusammen. –",
"Woher entnimmt R. A͑qiba, daß das Pesaḥopfer nur von Profanem darzubringen sei!? – Er entnimmt es aus folgender Lehre Šemuéls im Namen R. Elie͑zers:Dies ist das Gesetz für das Brandopfer, das Speisopfer, das Sündopfer, das Schuldopfer, das Einweihungsopfer und die Schlachtung des Heilsopfers.",
"Brandopfer, wie beim Brandopfer ein Gerät erforderlich ist, ebenso ist auch bei allen übrigen ein Gerät erforderlich. – Welches Gerät, wollte man sagen, ein Becken, so heißt es ja auch vom Heilsopfer der Gemeinde:und tat es in Becken!? –",
"Vielmehr, ein Messer. – Woher dies vom Brandopfer selbst? – Es heißt:da streckte Abraham die Hand aus und nahm das Messer, seinen Sohn zu schlachten, und da war es ein Brandopfer, wie es heißt:er brachte ihn als Brandopfer statt seines Sohnes dar.",
"Speisopfer, wie das Speisopfer nur von Männern aus der Priesterschaft gegessen werden darf, ebenso dürfen auch alle übrigen nur von Männern aus der Priesterschaft gegessen werden. – Welche sind es, wenn Sündopfer und Schuldopfer,"
],
[
"so steht dies ja bei diesen ausdrücklichgeschrieben,",
"und wenn Heilsopfer der Gemeinde, so ist es ja aus einer Einschließung der Schrift zu entnehmen:an hochheiliger Stelle sollst du es essen, jeder Mann darf es essen, dies lehrt, daß Heilsopfer der Gemeinde nur von Männern aus der Priesterschaft gegessen werden dürfen!? –",
"[Hierüber streiten] Tannaím; manche entnehmen es aus diesem und manche entnehmen es aus jenem. –",
"Sündopfer, wie das Sündopfer durch AbsorptionHeiligkeit überträgt, ebenso übertragen auch alle übrigen Heiligkeit durch Absorption.",
"Schuldopfer, wie beim Schuldopfer nicht Eihaut und Nachgeburtheiligsind, ebenso sind auch bei allen übrigen Eihaut und Nachgeburt nicht heilig. Er ist der Ansicht, die Jungen der Opfer seien erst bei ihrem Vorhandensein heilig; ferner auch, daß man hinsichtlich des Möglichen vom Unmöglichenfolgere.",
"Einweihungsopfer, wie beim Einweihungsopfer das Zurückbleibende verbrannt wurdeund Lebendes nicht als Zurückbleibendes vorhandenwar, ebenso ist auch bei allen übrigen das Zurückbleibende zu verbrennen und Lebendesgilt nicht als Zurückbleibendes.",
"Heilsopfer, wie Heilsopfer verwerflich machenund verwerflich werden, ebenso können auch alle übrigen verwerflich machen und verwerflich werden.",
"In einer Barajtha wird im Namen R. A͑qibas gelehrt: Dies ist das Gesetz &c. Speisopfer, wie das Speisopfer durch Absorption Heiligkeit überträgt, ebenso übertragen auch alle übrigen Heiligkeit durch Absorption.",
"Und dies muß sowohl vom Sündopfer als auch vom Speisopfer gelehrt werden. Würde der Allbarmherzige es nur vom Speisopfer geschrieben haben, [so könnte man glauben,] nur dieses absorbiere, weil es locker ist, nicht aber das Sündopfer. Und würde der Allbarmherzige es nur vom Sündopfer geschrieben haben, [so könnte man glauben,] weil es wegen der Fettigkeit in das Fleisch eindringt, nicht aber gelte dies vom Speisopfer. Daher ist beides nötig.",
"Sündopfer, wie das Sündopfer nur von Profanem, am Tage und mit der rechten Hand dargebracht wird, ebenso werden auch alle übrigen nur von Profanem, am Tage und mit der rechten Hand dargebracht. –",
"Woher dies vom Sündopfer selbst? R. Ḥisda erwiderte: Die Schrift sagt:Aron bringe seinen Sündopferfarren heran, seinen, nicht aber von Gemeindemitteln und nicht vom Zehnten. –",
"Daß es am Tage erfolgen muß, geht ja hervor aus [den Worten:]am Tage, da er gebot!? – Er lehrt es unnötig. –",
"Daß es mit der rechten Hand erfolgen muß, geht ja hervor aus einer Lehre des Rabba b. Bar Ḥana, denn Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen des Reš Laqiš, überall, wo ‘Finger’ und ‘Priester’ genanntwerden, sei der der Rechten zu verstehen!? – Er lehrt es unnötig. –",
"Schuldopfer, wie die Knochen des Schuldopfers erlaubtsind, ebenso sind auch bei allen übrigen die Knochen erlaubt. –",
"Wofür verwendet R. A͑qiba[den Schriftvers:] du sollst das Pesaḥopfer schlachten!? –"
],
[
"Diesen verwendet er für eine Lehre R. Naḥmans, denn R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Woher, daß der Überschuß des Pesaḥopfers als Heilsopfer darzubringen ist? Es heißt:du sollst das Pesaḥopfer schlachten dem Herrn, deinem Gott, Schafe und Rinder, und da das Pesaḥopfer nur von Lämmern und Ziegen darzubringen ist, [so lehrt dies,] daß der Überschuß des Pesaḥopfers als das darzubringen ist, wofür Schafe und Rinder verwandtwerden. –",
"Ist dies denn hieraus zu entnehmen, dies geht ja aus einer Lehre des Vaters Šemuéls hervor. Es heißt:Ist sein Opfer vom Kleinvieh, zur Schlachtung eines Heilsopfers, und hierzu sagte der Vater Šemuéls, was vom Kleinvieh kommt, diene zur Schlachtung eines Heilsopfers!? –",
"Ist dies denn hieraus zu entnehmen, dies geht ja aus folgender Lehre hervor:Lamm, dies schließt das Pesaḥopfer hinsichtlich des Fettschwanzesein;",
"und da es noch heißt: wenn ein Lamm, so schließt dies auch das über ein Jahr alte Pesaḥ[lamm]und das neben dem Pesaḥopfer dargebrachte Heilsopfer ein hinsichtlich aller für das Heilsopfer geltenden Vorschriften, daß nämlich diese des Stützens, des Gußopfers und des Schwingens von Brust und Schenkel benötigen.",
"Wenn es aber weiter noch heißt:wenn ein Zicklein, so ist das Thema unterbrochen; dies lehrt, daß der Fettschwanz des Zickleins nicht dargebracht werde.",
"Diesbezüglich sind somit drei Schriftverse vorhanden; einer wegen des Falles, wenn die Zeitund das Lebensjahrverstrichen sind, einer wegen des Falles, wenn die Zeit und nicht das Lebensjahr verstrichen ist, und einer wegen des Falles, wenn weder die Zeit noch das Lebensjahrverstrichen ist.",
"Und sie sind alle nötig. Würde nur der Fall gelehrt worden sein, wenn die Zeit und das Lebensjahr verstrichen sind, [so könnte man glauben,] weil es vollständig verdrängt wordenist, nicht aber, wenn nur die Zeit und nicht das Lebensjahr verstrichen ist, sodaß es für das zweite Pesaḥfestverwendbar ist.",
"Und würde nur der Fall gelehrt worden sein, wenn die Zeit und nicht das Jahr verstrichen ist, [so könnte man glauben,] weil es vom ersten Pesaḥfeste verdrängt worden ist, nicht aber, wenn weder die Zeit noch das Lebensjahr verstrichen ist, sodaß es für das erste Pesaḥfest verwendbar ist. Daher sind alle nötig.",
"",
"ALLE GEMEINDE- UND PRIVATE [SPEIS]OPFER SIND VON INLÄNDISCEM UND VON AUSLÄNDISCHEM, VON NEUEM UND VON ALTEM [GETREIDE] DARZUBRINGEN, AUSGENOMMEN SCHWINGEGARBE UND DIE ZWEI BROTE, DIE NUR VON NEUEM UND VON INLÄNDISCHEM DARZUBRINGEN SIND.",
"ALLE ABER SIND NUR VOM BESTEN DARZUBRINGEN. WELCHES IST DAS BESTE? MIKHMAS UND ZANOAḤ LIEFERN DAS ALPHA IN FEINMEHL; DIESEN FOLGT ḤAPHARAJIM IN DER EBENE.",
"TAUGLICH WAR ES AUS ALLEN PROVINZEN, NUR BRACHTE MAN ES AUS DIESEN [ORTSCHAFTEN].",
"GEMARA. Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht des Autors der folgenden Lehre: Die von altem [Getreide] dargebrachte Schwingegarbe ist tauglich, die von altem [Getreide] dargebrachten zwei Brote sind tauglich, nur hat man ein Gebot unterlassen.",
"Die Schwingegarbe, denn es heißt: das Speisopfer deiner Erstlinge darbringst, selbst aus der Vorratskammer;",
"die zwei Brote, denn es heißt: aus euren Wohnorten sollt ihr bringen, nicht aber von ausländischem; aus euren Wohnorten, selbst aus der Vorratskammer. –",
"Dies ist ja bereits gedeutet worden!? – Die Schrift sagt: sollt ihr bringen, selbst aus der Vorratskammer. –",
"Hieraus wird ja gefolgert, daß alles, was außer diesen dargebracht wird, diesengleiche!? – Der Schriftvers könnte ja gelautet haben: sollst dubringen, wenn es aber heißt: sollt ihr bringen, so ist beides zu entnehmen. –",
"Es heißt ja aberdas erste!? – Als Gebot. –",
"Es heißt janeues!? – Dies ist für folgende Lehre nötig: R. Nathan und R. A͑qiba sagten: Die aus altem [Getreide] dargebrachten zwei Brote sind tauglich, und [das Wort] neues deutet darauf, daß sie das neueste unter den Opfern sein müssen. –",
"Siestreiten nur hinsichtlich des neuen,"
],
[
"hinsichtlich des inländischen aber stimmen alle überein, daß die Schwingegarbe und die zwei Brote nur aus dem inländischen tauglich sind, nicht aber aus dem ausländischen,",
"also nicht nach dem Autor der folgenden Lehre: R. Jose b. R. Jehuda sagte: Die Schwingegarbe darf aus dem ausländischen dargebracht werden, und der Schriftvers:wenn ihr in das Land kommt, lehrt, daß sie bis zu ihrem Einzuge in das Land zur [Darbringung der] Schwingegarbe nicht verpflichtet waren.",
"Er ist der Ansicht, das Verbot des neuen [Getreides] außerhalb des Landes sei aus der Tora; unter aus euren Wohnorten ist zu verstehen, wo ihr auchwohnt, und unter wenn ihr kommt ist die Zeit des Kommenszu verstehen, und da dies aus der Tora ist, so darf man sie auch darbringen.",
"Dort haben wir gelernt: Die Wächter, die den Nachwuchs im Siebentjahrebewachen, erhalten ihren Lohn aus der Hebedes Tempelschatzes.",
"Rami b. Ḥama richtete an R. Ḥisda folgenden Einwand: Wir haben gelernt, die Wächter des Nachwuchses erhalten im Siebentjahre ihren Lohn von der Hebe des Tempelschatzes, und dem widersprechend wird gelehrt:zum Essen, nicht aber zum Verbrennen!?",
"Dieser erwiderte: Die Schrift sagt:für eure Generationen, und du sagst, daß man es unterlasse!?",
"Jener entgegnete: Sage ich etwa, daß man es unterlasse, man kann sie ja vom vorjährigen bringen!? – Es muß frische Frucht sein, was dann nicht der Fall ist. –",
"Man kann sie ja von der frischen Frucht des Vorjahres bringen!? – Die Schrift sagt:frische Frucht sollst du bringen, es muß bei der Darbringung frische Frucht sein, was dann nicht der Fall ist.",
"Es wurde gelehrt: R. Joḥanan erklärte:Frische Frucht sollst du bringen. R. Elea͑zar erklärte: Das erste eurerErnte, nicht aber das letzte eurer Ernte.",
"Rabba wandte ein:Wenn du das Speisopfer der Erstlinge darbringst, die Schrift spricht vom Speisopfer der Schwingegarbe; diese wird aus Gerste gebracht. Du sagst, aus Gerste, vielleicht ist dem nicht so, sondern aus Weizen?",
"R. Elie͑zer erwiderte: [Vom Getreide] in Miçrajimheißt es reife Frucht und von dem der späteren Generationenheißt es reife Frucht, wie an jener Stelle unter reife Frucht Gerste zu verstehen ist, ebenso ist auch die reife Frucht der späteren Generationen aus Gerste zu bringen.",
"R. A͑qiba erwiderte: Wir finden, daß ein einzelner Pflichtopfer aus Weizen und Pflichtopfer aus Gerste bringt, und ebenso bringt auch die Gemeinde Pflichtopfer aus Weizen und Pflichtopfer aus Gerste, und wenn du sagen wolltest, aus Weizen, so kommt es ja nicht vor, daß die Gemeinde Pflichtopfer aus Gerste bringt.",
"Eine andere Erklärung: Wenn du sagen wolltest, die Schwingegarbe werde aus Weizen dargebracht, sind die zwei Brotekeine Erstlinge mehr. Demnach erfolgt diesaus dem Grunde, weil sie Erstlinge sein müssen. Eine Widerlegung.",
"Dort haben wir gelernt: Die Erstlingewerden nur von den sieben Artengebracht,"
],
[
"auch nicht von Gebirgsdatteln und [Feld]früchten aus Tälern. U͑la sagte: Hat man sie gebracht, so sind sie nicht heilig.",
"Rabba saß und trug diese Lehre vor, da wandte R. Aḥa b. Abba gegen Rabba ein: Erstlingsopfer, es muß das erste unter den Opfern sein. Ebenso heißt es:wenn ihr an eurem Wochenfeste dem Herrn ein neues Opfer darbringt.",
"Ich weiß nun, daß es das neueste unter denen aus Weizenist, woher, daß es auch das neueste unter denen aus Gerstesein muß? Es heißt zweimalneues, und da esnicht auf das Neue unter denen aus Weizen zu beziehen ist, so beziehe man es auf das Neue unter denen aus Gerste.",
"Woher, daß es auch den Erstlingen vorangeht? Es heißt:und das Wochenfest sollst du halten, [das Fest] der Erstlinge der Weizenernte. Ich weiß dies nun von der Weizenernte, woher dies von der Gerstenernte? Es heißt:und das Fest der Ernte, der Erstlinge deiner Arbeit, dessen, was du auf dem Felde säest.",
"Ich weiß dies von dem, was du gesäet hast, woher dies von dem, was von selbst gewachsen ist? Es heißt: auf dem Felde.",
"Ich weiß dies von dem, was auf dem Felde wächst, woher, daß auch das einbegriffen ist, was auf einem Dache, in einer Ruine, in einem Pflanzentopfe und auf einem Schiffe wächst? Es heißt:die Erstlinge von allem, was in ihrem Lande ist.",
"Woher, daß es den Gußopfern und den Baumfrüchten vorangeht? Hierbeiheißt es: die Erstlinge deiner Arbeit, und dortheißt es:wenn du deine Arbeit vom Felde einsammelst, wie dort Gußopfer und Baumfrüchte, ebenso sind auch hier Gußopfer und Baumfrüchte.",
"Dieswird also von dem gelehrt, was auf einem Dache, in einer Ruine, in einem Pflanzentopfe oder auf einem Schiffe wächst!? – Der Schlußsatz spricht von den Speisopfern.",
"R. Ada b. Ahaba wandte ein: Wieso heißt es demnach:jeder Reine in deinem Hause darf davon essen, Speisopfer dürfen ja nur von Männern aus der Priesterschaft gegessen werden!?",
"R. Mešaršeja erwiderte: Es sind zwei Schriftverse vorhanden; es heißt:dir gehöre es, und es heißt: jeder Reine in deinem Hause darf davon essen; wie ist dies nun zu erklären? Eines gilt von den Erstlingen und eines gilt von den Speisopfern.",
"R. Aši erklärte: Das ganze spricht von den Speisopfern, und der Schluß des Schriftversesbezieht sich auf die Brote des Dankopfers.",
"Darüber besteht auch folgender Streit: R. Joḥanan sagt, wenn man siegebracht hat, seien sie nicht heilig, und Reš Laqiš sagt, wenn man sie gebracht hat, seien sie heilig, denn sie gleichen dem Mageren unter den [Schlacht]opfern. –",
"Allerdings gibt Reš Laqiš seinen Grund an, was aber ist der Grund R. Joḥanans? R. Elea͑zar erwiderte: Ich sah R. Joḥanan im Traume, und will nun was Gutes sagen. Die Schrift sagt: von den Erstlingen, nicht aber alle Erstlinge,von deinem Lande, nicht aber alles aus deinem Lande. –",
"Wofür verwendet Reš Laqiš [die Worte] von deinem Lande? – Diese verwendet er für folgende Lehre: R. Gamaliél b. Rabbi sagte: Hierbei heißt es Land und dortheißt es Land, wie dort das Gute des Landes [aufgezählt wird], ebenso auch hierbei das Gute des Landes. –",
"Und der andere!? – [Es heißt] Land, vom Lande. –",
"Und jener!? – [Die Auslegung] Land, vom Lande leuchtet ihm nicht ein. –",
"Eines lehrt, daß man von dem, was auf einem Dache, in einer Ruine, in einem Pflanzentopfe oder auf einem Schiffe [wächst, die Erstlinge] bringe und darüber [den Abschnitt]lese, und ein Anderes lehrt, daß man sie bringe und nicht lese.",
"Allerdings besteht nach Reš Laqiš kein Widerspruch hinsichtlich [der Gewächse] eines Daches, denn eines gilt vom Dache einer Höhleund eines gilt vom Dache eines Hauses,",
"ebenso auch nicht hinsichtlich der einer Ruine, denn eines gilt von einer bestellten Ruine und eines gilt von einer unbestellten Ruine,",
"ebenso auch nicht hinsichtlich der eines Pflanzentopfes, denn eines gilt von einem durchlochten und eines gilt von einem undurchlochten,",
"und ebenso auch nicht hinsichtlich der eines Schiffes, denn eines gilt von einem Schiffe aus Holz und eines gilt von einem Schiffe aus Ton,"
],
[
"gegen R. Joḥanan aber ist dies ja ein Einwand!? –",
"[Hierüber streiten] Tannaím, denn es wird gelehrt: Von dem, was auf einem Dache oder in einer Ruine [wächst], bringe man [die Erstlinge] und lese darüber [den Abschnitt], von dem, was in einem Pflanzentopfe oder auf einem Schiffe [wächst], bringe man überhaupt nicht.",
"ALLE ABER SIND NUR VOM BESTEN DARZUBRINGEN &C. Joḥana und Mamresprachenzu Moše: Du bringst Stroh nach Ḥapharajim! Er erwiderte ihnen: Die Leute pflegen zu sagen: bringe Gemüse nach der Gemüsestadt.",
"MAN BRINGE SIENICHT VON EINEM DUNG-, EINEM BEWÄSSERUNGS- ODER EINEM MIT BÄUMEN BEPFLANZTENFELDE; HAT MAN SIE GEBRACHT, SO SIND SIE TAUGLICH.",
"WIE VERFAHRE MAN DABEI? EIN JAHR BRACHE MAN ESUND DAS ANDERE JAHR, SIEBZIG TAGE VOR DEM PESAḤFESTE, BESTELLE MAN ES; DANN BRINGT ES REICHLICH FEINMEHL.",
"WIE UNTERSUCHT ERES? DER SCHATZMEISTER STECKT DIE HAND HINEIN, UND WENN STAUB VORHANDEN IST, SO IST ES UNTAUGLICH, BIS MAN ES ABERMALS GESIEBT HAT;",
"IST ES MADIG, SO IST ES UNTAUGLICH.",
"GEMARA. WIE VERFAHRE MAN DABEI? EIN JAHR BRACHE MAN ES &C. Sie fragten: Wie ist dies zu verstehen: daß man es ein Jahr brache und das andere brache und bestelle, oder daß man es ein Jahr brache und das andere bestelle, ohne es gebracht zu haben? –",
"Komm und höre, es wird gelehrt: R. Jose sagte: Man würde auch den Weizen aus Chorazin und Kepar Aḥimgeholt haben, wenn diese nahe Jerušalem wären. Man bringe nämlich die Schwingegarbe nur von südlichenFeldern, die zu diesem Zwecke gebracht worden sind, auf die die Sonne beim Aufgange und beim Untergange fällt.",
"Wie verfahre man dabei? Ein Jahr brache man es und das andere Jahr pflüge man es, wiederhole dies und bestelle es siebzig Tage vor dem Pesaḥfeste, damit es der Sonneam nächsten sei; sodann erreichen die Halme eine Spanne und die Ähren zwei Spannen.",
"Hierauf mähe, garbe, dresche, worfle, klaube, mahle, siebe und bringe man es zum Schatzmeister; dieser steckt dann die Hand hinein, und ist Staub vorhanden, so sagt er, daß man es abermals siebe. Im Namen R. Nathans sagten sie: Der Schatzmeister beschmiert seine Hand mit Öl und steckt sie hinein, bis er den ganzen Staub herausholt.",
"Hier lehrt er also, daß man es pflüge und dies wiederhole. –",
"Nach deiner Auffassung [ist ja einzuwenden:] die Mišna lehrt nicht, daß man dies wiederhole,"
],
[
"und die Barajtha lehrt, daß man dies wiederhole!? –",
"Dies ist kein Einwand; eines gilt von einem bearbeiteten und eines von einem unbearbeiteten [Felde]. –",
"Wie bleibt es damit? – Komm und höre, es wird gelehrt: Man brache die Hälfte und bestelle die Hälfte, brache die Hälfte und bestelle die Hälfte.",
"R. Joḥanan sagte: Man bringe die Schwingegarbe nur von den südlichen Feldern im Jisraéllande, auf die die Sonne beim Aufgange und beim Untergange fällt.",
"Ebenso wird auch gelehrt: Abba Šaúl sagte: Die Schwingegarbe wurde aus der Ebene Beth Maqle geholt; sie hatte eine Fläche von drei Seá [Aussaat], lag südlich und die Sonne fiel auf sie beim Aufgange und beim Untergange; die Hälfte brachte man und die Hälfte bestellte man, die Hälfte brachte man und die Hälfte bestellte man.",
"R. Ḥilqija b. Ṭobija hatte ein Grundstück, das er abwechselnd zur Hälfte brachte und zur Hälfte bestellte, zur Hälfte brachte und zur Hälfte bestellte, und es brachte doppelten Ertrag; er verkaufte den Weizen zu Feinmehl.",
"IST ES MADIG, SO IST ES UNTAUGLICH. Die Rabbanan lehrten: Wenn das Mehl größtenteils madig ist, so ist es untauglich, und wenn der Weizen größtenteils madig ist, so ist er untauglich. R. Jirmeja fragte: Die größere Hälfte jedes Weizenkornes, oder des Maßes? – Dies bleibt unentschieden.",
"Raba fragte: Ist, wenn man solches [als Speisopfer] geweiht hat, dieserhalb wegen des Fehlerbehafteten zu geißeln: gleicht es, da es untauglich ist, einem fehlerbehafteten [Vieh], oder gibt es Leibesfehler nur bei einem Vieh? – Dies bleibt unentschieden.",
"Dort haben wir gelernt: Jedes Holz, in dem ein Wurm sich befindet, ist für den Altar untauglich. Šemuél sagte: Dies gilt nur von feuchtem, von trockenem aber kratze man ihn fort und es ist tauglich.",
"Raba fragte: Ist, wenn man solches geweiht hat, dieserhalb wegen des Fehlerbehafteten zu geißeln: gleicht es, da es untauglich ist, einem fehlerbehafteten [Vieh], oder gibt es Leibesfehler nur bei einem Vieh? – Dies bleibt unentschieden.",
"iiiTEQOA͑ LIEFERT DAS ALPHA IN ÖL. ABBA ŠAÚL SAGTE: DIESEM FOLGT REGEB, JENSEITS DES JARDEN. TAUGLICH WAR ES AUS ALLEN PROVINZEN, NUR BRACHTE MAN ES VON DIESEN [ORTSCHAFTEN].",
"MAN BRINGE ES NICHT VON EINEM DUNG-, EINEM BEWÄSSERUNGS- ODER EINEM MIT SAATEN BESÄETEN FELDE; HAT MAN ES GEBRACHT, SO IST ES TAUGLICH. MAN BRINGE KEIN OMPHAKINON, HAT MAN ES GEBRACHT, SO IST ES TAUGLICH. MAN BRINGE ES NICHT VON IM WASSER GEWEICHTEN BEEREN, EINGELEGTEN ODER GEBRÜHTEN; HAT MAN ES GEBRACHT, SO IST ES UNTAUGLICH.",
"GEMARA.Da schickte Joáb nach Teqoa͑ und ließ von dort eine kluge Frau holen. Weshalb gerade aus Teqoa͑? R. Joḥanan erwiderte: Da sie dort an Olivenöl gewöhnt waren, waren sie weise.",
"Die Rabbanan lehrten:Er tauche seinen Fuß in Öl, das ist das Gebiet Ašers, in dem das Öl sich wie aus einer Quelle hinzog. Man erzählt, daß einst die Leute von Laodicea, als sie Öl brauchten, einen Beamtenwählten und ihn beauftragten, für hundert Myriaden Öl zu holen.",
"Da ging er nach Jerušalem, und man sagte ihm, daß er nach Çor gehe; als er nach Çor kam, sagte man ihm, daß er nach Guš Ḥalabgehe, und als er nach Guš Ḥalab kam, sagte man ihm, daß er sich an jenen Mann auf jenem Felde wende. Als er ihn hierauf um seine Olivenbäume graben traf, sprach er zu ihm: Hast du für hundert Myriaden Öl, das ich brauche? Dieser erwiderte: Warte, bis ich meine Arbeit beendet habe. Da wartete er, bis er seine Arbeit beendet hatte.",
"Nachdem er seine Arbeit beendet hatte, warf er seine Geräte über den Rücken und ging den Weg entsteinigend entlang. Nun sprach er zu ihm: Hast du auch für hundert Myriaden Öl? Ich glaube, daß die Juden mich angeführt haben. Als er in seiner Stadt angelangt war, brachte ihm seine Magd eine Schüssel warmes Wasser und er wusch Hände und Füße; dann holte sie ein goldenes Becken mit Öl und er tauchte Hände und Füße darein. Damit gehen in Erfüllung die Worte: er tauche, seinen Fuß in Öl.",
"Nachdem sie gegessen und getrunken hatten, maß er ihm für hundert Myriaden Öl ein, und fragte ihn, ob er noch mehr brauche. Dieser erwiderte: Allerdings, nur habe ich kein Geld mehr. Jener sprach: Wenn du willst, nimm, und ich gehe dann mit dir, um das Geld in Empfang zu nehmen. Sodann maß er ihm für noch achtzehn Myriaden ein. Man erzählt, daß dieser Mann im Jisraéllande kein Pferd, kein Maultier, kein Kamel und keinen Esel zurückließ, die er nicht gemietet hätte.",
"Als sie in seiner Stadt angelangt waren, kamen ihm die Leute der Stadt entgegen, um ihm zu huldigen. Dieser aber sprach: Huldiget nicht mir, sondern diesem Manne, der mit mir kommt; er maß mir für hundert Myriaden Öl ein, und noch achtzehn Myriaden hat er von mir zu erhalten. Damit gehen in Erfüllung die Worte:mancher zeigt sich reich und hat nichts, mancher zeigt sich arm und hat großes Vermögen.",
"MAN BRINGE ES NICHT VON EINEM DUNGFELDE &C. Es wird ja aber gelehrt, man bringe kein Omphakinon,"
],
[
"und wenn man es gebracht hat, sei es untauglich, weil es nur ein Saft ist!? –",
"R. Joseph erwiderte: Das ist kein Einwand, eines nach R. Ḥija und eines nach R. Šimo͑n b. Rabbi. R. Ḥija warf solches fort, und R. Šimo͑n b. Rabbi tunkte darinein. Als Merkzeichen diene dir: Reiche geizen.",
"Sechs Monate mit Myrrhenöl. Was ist Myrrhenöl? R. Hona b. Ḥija erklärte: Stakte. R. Jirmeja b. Abba erklärte: Öl aus Oliven, die kein Drittel der Reife erreicht haben.",
"Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Omphakinon ist ein Öl aus Oliven, die kein Drittel der Reife erreicht haben. – Wozu schmiert man sich damit? – Weil es das Haar entfernt und das Fleisch geschmeidig macht.",
"MAN BRINGE ES NIGHT VON IM WASSER GEWEICHTEN BEEREN. Die Rabbanan lehrten: Man bringe nicht Öl aus eingelegten, gebrühten oder geweichten Oliven, aus Hefe oder das einen üblen Geruch hat; hat man es gebracht, so ist es untauglich.",
"Rabba fragte: Ist, wenn man solches geweiht hat, dieserhalb wegen des Fehlerbehafteten zu geißeln: gleicht es, da es untauglich ist, einem fehlerbehafteten [Vieh], oder gibt es Leibesfehler nur bei einem Vieh? – Dies bleibt unentschieden.",
"ivES GIBT DREI OLIVENLESEN, UND JEDE LIEFERT DREI [QUALITÄTEN] ÖL.",
"DIE ERSTE LIEST MAN AM WIPFEL DES OLIVENBAUMES AB, DRÜCKT [DIE OLIVEN] UND TUT SIE IN DEN KORB, R. JEHUDA SAGT, UM DIE WANDUNGDES KORBES; DIESIST DIE ERSTE [QUALITÄT].",
"HIERAUF PRESST MAN SIE MIT DEM BALKEN, R. JEHUDA SAGT, MIT STEINEN; DIES IST DIE ZWEITE.",
"SODANN MAHLT MAN SIE UND PRESST SIE WIEDER; DIES IST DIE DRITTE.",
"DIE ERSTE FÜR DEN LEUCHTER UND DIE ANDEREN FÜR SPEISOPFER.",
"DIE ZWEITE LIEST MAN IN DACHHÖHEAB, DRÜCKT [DIE OLIVEN] UND TUT SIE IN DEN KORB, R. JEHUDA SAGT, UM DIE WANDUNG DES KORBES; DIES IST DIE ERSTE [QUALITÄT].",
"HIERAUF PRESST MAN SIE MIT DEM BALKEN, R. JEHUDA SAGT, MIT STEINEN; DIES IST DIE ZWEITE.",
"SODANN MAHLT MAN SIE UND PRESST SIE WIEDER; DIES IST DIE DRITTE.",
"DIE ERSTE FÜR DEN LEUCHTER UND DIE ANDEREN FÜR SPEISOPFER.",
"DIE DRITTELÄSST MAN IN DER KELTER ABLAGERN, BIS SIE STOCKIG WIRD, SODANN BRINGT MAN SIE AUF DAS DACH UND LÄSST SIE TROCKNEN. HIERAUF DRÜCKT MAN [DIE OLIVEN] UND TUT SIE IN DEN KORB. R. JEHUDA SAGT, UM DIE WANDUNG DES KORBES; DIES IST DIE ERSTE [QUALITÄT].",
"SODANN PRESST MAN SIE MIT DEM BALKEN, R. JEHUDA SAGT, MIT STEINEN; DIES IST DIE ZWEITE.",
"HIERAUF MAHLT MAN SIE UND PRESST SIE WIEDER; DIES IST DIE DRITTE.",
"DIE ERSTE FÜR DEN LEUCHTER UND DIE ANDEREN FÜR SPEISOPFER.",
"GEMARA. Sie fragten: Heißt es megargero oder megalgelo? –",
"Komm und höre, es wird gelehrt:Olivenöl, ausder Olive. Hieraus folgerten sie, die erste Olivenlese liest man am Wipfel des Baumes ab [megalgelo], bringt [die Oliven] in die Kelter, mahlt sie in der Mühle und tut sie in Körbe, und das Öl, das herauskommt, ist die erste [Qualität].",
"Alsdann preßt man sie mit dem Balken, und das Öl, das herauskommt, ist die zweite; hierauf nimmt man sie heraus; mahlt sie und preßt sie wieder, und dies ist die dritte. Die erste für den Leuchter und die anderen für Speisopfer. Ebenso die zweite Lese.",
"Die dritte läßt man in der Kelter ablagern, bis sie stockig wird, sodann bringt man sie auf das Dach und stapelt sie auf, bis der Saft abfließt. Hierauf bringt man [die Oliven] in die Kelter, mahlt sie in der Mühle und tut sie in Körbe, und das Öl, das herauskommt, ist die erste [Qualität];",
"alsdann preßt man sie mit dem Balken, und das Öl, das herauskommt, ist die zweite; hierauf nimmt man sie heraus, mahlt sie und preßt sie wieder, und dies ist die dritte. Die erste für den Leuchter und die anderen für Speisopfer.",
"R. Jehuda sagte: Eswurde nicht in der Mühle gemahlen, sondern in einem Mörser gestoßen, auch wurde es nicht mit dem Balken gepreßt, sondern mit Steinen, und ferner legte man sie nicht in die Körbe, sondern um die Wandung der Körbe. –",
"Dieswiderspricht sich ja selbst: ‘drückt’, nach R. Jehuda, und es heißt ‘in den Korb’, nach den Rabbanan!? –",
"Dieser Autor ist seiner Ansicht in der einen Hinsicht und streitet gegen ihn in der anderen Hinsicht.",
"DIE ERSTE DER ERSTENIST: NICHT DARÜBER HINAUS; DIE ZWEITE DER ERSTEN UND DIE ERSTE DER ZWEITEN GLEICHEN EINANDER; DIE DRITTE DER ERSTEN, DIE ZWEITE DER ZWEITEN UND DIE ERSTE DER DRITTEN GLEICHEN EINANDER; DIE DRITTE DER ZWEITEN UND DIE ZWEITE DER DRITTEN GLEICHEN EINANDER; DIE DRITTE DER DRITTEN IST: NICHT DARUNTER HINAUS.",
"EIGENTLICH SOLLTEN AUCH DIE SPEISOPFER DES KLAREN OLIVENÖLSBENÖTIGEN, DENN WENN FÜR DEN LEUCHTER, WO ES NICHT ZUM ESSEN BESTIMMT IST, KLARES OLIVENÖL ERFORDERLICH IST, UM WIEVIEL MEHR SOLLTE FÜR DIE SPEISOPFER, DIE ZUM ESSEN BESTIMMT SIND, KLARES OLIVENÖL ERFORDERLICH SEIN, NUR HEISST ES:klar, gestoßen für den Leuchter, NICHT ABER KLAR GESTOSSEN FÜR DIE SPEISOPFER."
],
[
"GEMARA. Wieso gleichen sie einander, du sagst ja, die erste für den Leuchter und die anderen für Speisopfer!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Unter ‘gleichen’ ist zu verstehen, hinsichtlich der Speisopfer.",
"EIGENTLICH SOLLTEN AUCH DIE SPEISOPFER &C. Die Rabbanan lehrten: Klar, unter klar ist reinzu verstehen. R. Jehuda sagte: Gestoßen, unter gestoßen ist gestampftzu verstehen.",
"Man könnte glauben, [das Öl] sei gestoßen für Speisopfer untauglich, so heißt es:und ein I͑saron feines Mehl gemengt mit gestoßenem Öl. Wieso heißt es demnach: für den Leuchter? – Wegen der Schonung. –",
"Was heißt wegen der Schonung? R. Elea͑zar erwiderte: Die Tora schonte das Geld Jisraéls.",
"Befiehl den Kindern Jisraél, daß sie dir klares Olivenöl nehmen. R. Šemuél b. Naḥmani sagte: Dir, nicht mir; ich brauche nicht des Lichtes.",
"«Der Tisch in der Nordseite und der Leuchter in der Südseite.» R. Zeriqa sagte im Namen R. Elea͑zars: Ich brauche nicht des Essens, ich brauche nicht des Lichtes.",
"Er machte an dem Hause Fenster offen und geschlossen. Es wird gelehrt: Offen von außen und geschlossen von innen; ich brauche nicht des Lichtes.",
"Außerhalb des Vorhanges des Zeugnisses im Offenbarungszelte. Dies ist ein Zeugnis für alle Bewohner der Welt, daß die Göttlichkeit unter Jisraél weilt.",
"Vielleicht aber wollte man sagen, er benötigedes Lichtes, so sind ja die Jisraéliten während der ganzen vierzig Jahre, die sie in der Wüste wanderten, bei seinem Lichtegewandert. Dies ist vielmehr ein Zeugnis für alle Bewohner der Welt, daß die Göttlichkeit unter Jisraél weilt. –",
"Wieso ist dies ein Zeugnis? Raba erwiderte: Das ist die westliche Lampe; in diese goß er ebensoviel Öl, wie in die anderen, dennoch begann erdas Anzünden mit dieser und beendete mit dieser.",
"WOHER HOLTE MAN DEN WEIN? QERUḤINUND A͑TULIN LIEFERN DAS ALPHA IN WEIN; DIESEN FOLGEN BETH RIMA UND BETH LABAN IM GEBIRGE UND KEPHAR SIGNA IN DER EBENE. TAUGLICH WAR ER AUS ALLEN PROVINZEN, NUR BRACHTE MAN IHN VON DIESEN [ORTSCHAFTEN].",
"MAN BRINGE IHN NICHT VON EINEM DUNG-, EINEM BEWÄSSERUNGS- ODER EINEM MIT SAATEN BESÄETEN GARTEN; HAT MAN IHN GEBRACHT, SO IST ER TAUGLICH. MAN BRINGE KEINEN AUS SONNENTRAUBEN; HAT MAN IHN GEBRACHT, SO IST ER TAUGLICH. MAN BRINGE KEINEN ALTEN – SO RABBI; DIE WEISEN ERLAUBEN DIES. MAN BRINGE KEINEN SÜSSEN, KEINEN RAUCHIGENUND KEINEN GEKOCHTEN; HAT MAN IHN GEBRACHT, SO IST ER UNTAUGLICH. MAN BRINGE IHN NICHT VON DEN SPALIERTRAUBEN, SONDERN VON DEN ZUR ERDE REICHENDEN, UND ZWAR AUS BEARBEITETEN WEINGÄRTEN.",
"viiMAN FÜLLTE IHN NICHT IN GROSSE BOTTICHE, SONDERN IN KLEINE FÄSSER, AUCH FÜLLTE MAN DAS FASS NICHT BIS ZUM RANDE, DAMIT DER DUFT AUFSTEIGE.",
"MAN BRINGE KEINEN VOM RANDE, WEGEN DES KAHMS,"
],
[
"UND KEINEN VOM BODEN, WEGEN DER HEFE, SONDERN VOM MITTELSTEN DRITTEL.",
"WIE UNTERSUCHT MAN IHN? DER SCHATZMEISTER SITZT DABEI MIT DEM HEBERIN DER HAND, UND SOBALD DER GISCHTAUFSTEIGT, KLOPFT ERMIT DEM HEBER.",
"R. JOSE B. R. JEHUDA SAGT, ENTHÄLT ER KAHM, SEI ER UNTAUGLICH, DENN ES HEISST:makellos sollen sie sein (und ihre Speisopfer, makellos sollen sie sein) und ihre Gußopfer.",
"GEMARA. MAN BRINGE IHN NICHT VON EINEM DUNG- &C. MAN BRINGE KEINEN SÜSSEN, KEINEN GEKOCHTEN UND KEINEN RAUCHIGEN; HAT MAN IHN GEBRACHT, SO IST ER UNTAUGLICH. Vorher heißt es ja aber, daß man keinen aus Sonnentraubenbringe, und wenn man ihn gebracht hat, er tauglich sei!?",
"Rabina erwiderte: Man wende diese Lehreum. R. Aši erwiderte: Kommt die Süßigkeit von der Frucht, so ist er nicht widerlich, kommt die Süßigkeit von der Sonne, so ist er widerlich.",
"MAN BRINGE KEINEN ALTEN – SO RABBI; DIE WEISEN ERLAUBEN DIES. Ḥizqija sagte: Folgendes ist der Grund Rabbis. Die Schrift sagt:zum Lamme, Wein, wie das Lamm nur einjährig sein muß, ebenso der Wein einjährig. –",
"Demnach sollte doch, wie ein zweijähriges Lamm untauglich ist, auch zweijähriger Wein untauglich sein!? Wolltest du sagen, dem sei auch so, so wird ja gelehrt, daß man keinen zweijährigen Wein bringe, und wenn man ihn gebracht hat, sei er tauglich. Der Autor, welcher sagt, daß man ihn nicht bringe, ist ja Rabbi, und er lehrt, wenn man ihn gebracht hat, sei er tauglich!?",
"Vielmehr, erklärte Raba, ist folgendes der Grund Rabbis; es heißt:sieh nicht nach dem Weine, wenn er rötlich schillert.",
"MAN BRINGE IHN NICHT VON DEN SPALIERTRAUBEN &C. Es wird gelehrt: Von Weinbergen, die zweimal jährlich bearbeitet werden.",
"R. Joseph hatte ein Stück Garten, das er doppelt umzugraben pflegte, und es brachte ihm doppelt guten Wein.",
"MAN FÜLLTE IHN NICHT IN GROSSE BOTTICHE. Es wird gelehrt: Die krugartigen, lydischen und mittelgroßen Fässer",
"stelle man nicht paarweise auf, sondern einzeln.",
"WIE UNTERSUCHT MAN IHN? DER SCHATZMEISTER SITZT DABEI MIT DEM HEBER IN DER HAND, UND SOBALD DER GISCHT AUFSTEIGT, KLOPFT ER MIT DEM HEBER. Es wird gelehrt: Sobald der Gischt der Hefe aufsteigt, klopft der Schatzmeister mit dem Heber. –",
"Sollte er esdoch sagen!? – Dies ist eine Stütze für R. Joḥanan, denn R. Joḥanan sagte, wie zuträglich das Sprechen für die Spezereienist, so schädlich ist das Sprechen für den Wein.",
"R. JOSE B. R. JEHUDA SAGT &C. R. Joḥanan fragte: Ist, wenn man solchen geweiht hat, dieserhalb wegen des Fehlerbehafteten zu geißeln: gleicht er, da er untauglich ist, einem fehlerbehafteten [Vieh], oder gibt es Leibesfehler nur bei einem Vieh? – Dies bleibt unentschieden.",
"Die Rabbanan lehrten: Widder [holte man] aus Moáb, Lämmer aus Ḥebron, Kälber aus Šaron und Tauben vom Königsberge.",
"R. Jehuda sagte: Man holte Lämmer, die sehr breite Rückenhatten. Raba b. R. Šila sagte: Was ist der Grund R. Jehudas? Es heißt:es weidet dein Vieh an diesem Tage, ein breites Lamm.",
"Es heißt:Über deine Mauern, Jerušalem, habe ich Wächter bestellt; den ganzen Tag und die ganze Nacht schweigen sie nicht; die ihr den Herrn anruft, euch sei keine Ruhe. Was sagen sie? Raba b. R. Šila erwiderte:Du erhebst dich, dich Çijons zu erbarmen.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte:Der Herr baut Jerušalem wieder auf. – Was hatten sie vorhergesagt? Raba b. R. Šila erwiderte:Denn der Herr hat Çijon erwählt, er hat es zum Wohnsitze für sich begehrt.",
"",
"iZWEI TROCKENMASSE GAB ES IM HEILIGTUME: EIN I͑SARON UND EIN HALBES I͑SARON; R. MEÍR SAGT, EIN I͑SARON, EIN [ANDERES] I͑SARON UND EIN HALBES I͑SARON.",
"WOFÜR DIENTE DAS I͑SARON? DAMIT MASS MAN ALLE SPEISOPFER. MAN MASS NICHT MIT EINEM DREI [I͑SARON] FASSENDEN [GEFÄSSE] FÜR EINEN FARREN ODER EINEM ZWEI FASSENDEN FÜR EINEN WIDDER, SONDERN EINZELNE I͑SARON.",
"WOFÜR DIENTE DAS HALBE I͑SARON? DAMIT MASS MAN DAS SPEISOPFER DES HOCHPRIESTERS, DIE HÄLFTE MORGENS UND DIE HÄLFTE ABENDS.",
"GEMARA. Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Wozu heißt es: ein I͑saron, ein I͑saron für das Lamm? Dies lehrt, daß es im Heiligtume zwei I͑saronmaße gab, eines gehäuft und das andere gestrichen;",
"mit dem gehäuften maß man alle Speisopfer"
],
[
"und mit dem gestrichenen maß man das Pfannengebäck des Hochpriesters.",
"Die Weisen sagen, da gab es nur ein I͑saron, denn es heißt: und ein I͑saron für das eine Lamm, und [die Worte] ein I͑saron, ein I͑saron schließen das halbe I͑saron ein. –",
"Woher entnimmt R. Meír das halbe I͑saron? – Er entnimmt dies aus: und ein I͑saron. – Und die Rabbanan!? – Sie legen das und nicht aus. –",
"Wofür verwendet R. Meír [die Worte] und ein I͑saron für das eine Lamm!? – Dies deutet darauf, daß man nicht mit einem drei [I͑saron] fassenden [Gefäße] für einen Farren und einem zwei fassenden für einen Widder messe. –",
"Und die Rabbanan!? – Sie entnehmen es vom Punkte. Es wird nämlich gelehrt: R. Jose sagte: Worauf deutet der Punkt auf dem Vav in der Mitte [des Wortes] I͑saron, das beim ersten Tage des [Hütten]festes vorkommt? Daß man nicht mit einem drei fassenden für einen Farren oder einem zwei fassenden für einen Widder messe. – Und R. Meír!? – Er verwendet die Punkte nicht zur Schriftforschung.",
"WOFÜR DIENTE DAS HALBE I͑SARON? DAMIT MASS MAN DAS PFANNENOPFER DES HOCHPRIESTERS.",
"Maß man es denn damit, ich will auf einen Widerspruch hinweisen: das Pfannenopfer des Hochpriesters wurde nicht geteiltgebracht, vielmehr brachte er ein ganzes I͑saron und teilte es!?",
"R. Šešeth erwiderte: Unter ‘maß’ ist zu verstehen, man teilte es damit.",
"Rami b. Ḥama fragte R. Ḥisda: War das halbe I͑saron nach R. Meír gehäuft oder gestrichen? –",
"",
"Dies sollte dir ja auch nach den Rabbanan fraglich sein!? –Nach den Rabbanan ist es auch hinsichtlich des I͑saron fraglich, ob dieses gehäuft oder gestrichen war.",
"Dieser erwiderte: Aus den Worten R. Meírs ist dies inbezug auf R. Meír, und ebenso ist dies aus den Worten R. Meírs inbezug auf die Rabbanan zu entnehmen;",
"R. Meír sagt, das I͑saronsei gestrichen gewesen, demnach war auch das halbe I͑sarongestrichen, und da es nach R. Meír gestrichen war, so war es auch nach den Rabbanan gestrichen.",
"Rami b. Ḥama fragte R. Ḥisda: Womit wird das Pfannenopfer des Hochpriesters in Kuchen geteilt, mit der Hand oder mit einem Geräte? – Selbstverständlich mit der Hand, sollte man denn eine Wage in das Heiligtum bringen!? –",
"Bringe man doch! – Da diesunter den Flüchen genannt wird, so ist es keine Art.",
"Rami b. Ḥama fragte R. Ḥisda: Heiligt der Tisch die Haufendurch seine Fläche: heiligt er, wie er die Brote heiligt, auch diese, oder heiligt er nur das, was für ihn geeignetist, nicht aber das, was für ihn nicht geeignet ist? Dieser erwiderte: Er heiligt nicht. –",
"Dem ist ja aber nicht so, R. Joḥanan sagte ja, nach demjenigen, welcher sagt, es seien zweieinhalb Handbreitenaufgeschlagen worden, ergebe es sich, daß der Tisch fünfzehn Handbreiten nach oben heilige, und nach demjenigen, welcher sagt, es seien zwei Handbreiten aufgeschlagen worden, ergebe es sich, daß der Tisch zwölf Handbreiten nach oben heilige!?",
"Dieser erwiderte: Er heiligt nicht, um dargebracht werdenzu dürfen, sondern um untauglich werdenzu können.",
"iiSIEBEN FLÜSSIGKEITSMASSE GAB ES IM HEILIGTUME: EIN HIN, EIN HALBES HIN, EIN DRITTEL HIN, EIN VIERTEL",
"HIN, EIN LOG, EIN HALBES LOG UND EIN VIERTEL LOG.",
"R. ELEA͑ZAR B. R. ÇADOQ SAGT, DAS HIN HATTE KERBEN: SO WEIT FÜR EINEN FARREN, SO WEIT FÜR EINEN WIDDER, SO WEIT FÜR EIN LAMM.",
"R. ŠIMO͑N SAGTE: DA GAB ES KEIN HIN, WOFÜR SOLLTE ES DENN DIENEN? VIELMEHR GAB ES DAEIN WEITERES, ANDERTHALB LOG FASSENDES MASS, MIT DEM DAS SPEISOPFER DES HOCHPRIESTERSGEMESSEN WURDE, ANDERTHALB LOG MORGENS UND ANDERTHALB LOG ABENDS.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Sieben Flüssigkeitsmaße gab es im Heiligtume: ein Viertel Log, ein halbes Log, ein Log, ein Viertel Hin, ein Drittel Hin, ein halbes Hin und ein Hin – so R. Jehuda. R. Meír sagt: ein Hin, ein halbes Hin, ein Drittel Hin, ein Viertel Hin, ein Log, ein halbes Log und ein Viertel Log. R. Šimo͑n sagte: Da gab es kein Hin, wofür sollte es denn dienen?"
],
[
"Was aber tritt an dessen Stelle? Da gab es ein weiteres, anderthalb Log fassendes Maß, womit das Pfannenopfer des Hochpriesters gemessen wurde, anderthalb Log morgens und anderthalb Log abends.",
"Sie sprachen zu ihm: Da gab es ja ein halbes Log, und man konnte esdamit messen!?",
"Er erwiderte ihnen: Demnach war ja, auch nach eurer Ansicht, das halbe Log überflüssig, da ein Viertel Log vorhanden war und man mit diesemmessen konnte!? Vielmehr galt im Heiligtume folgende Regel: das Gefäß, das für dieses Maß diente, diente nicht für ein anderes Maß.",
"R. Elea͑zar b. R. Çadoq sagt, das Hin hatte Kerben&c.",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen R. Meír und R. Jehuda? R. Joḥanan erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich des Überlaufendender Maße;",
"derjenige, der sie von unten nach obenaufzählt, ist der Ansicht, das Überlaufende der Maße sei heilig, denn der Allbarmherzige gab Moše ein Viertel[log]und sprach zu ihm, daß er so berechne, daß auch das Überlaufende hineinkomme.",
"Und derjenige, der sie von oben nach unten aufzählt, ist der Ansicht, das Überlaufende der Maße sei nicht heilig, denn der Allbarmherzige gab Moše ein Hinund sprach zu ihm, daß er so berechne, daß das Überlaufende nicht hineinkomme.",
"Abajje sagte: Alle stimmen überein, daß das Überlaufende der Maße heilig sei, oder auch, daß es nicht heilig sei, und sie streiten vielmehr über [den Begriff] ‘voll’;",
"derjenige, der sie von oben nach unten aufzählt, ist der Ansicht, unter ‘voll’ sei zu verstehen, es dürfe nicht weniger und es dürfe nicht mehr sein;",
"und derjenige, der sie von unten nach oben aufzählt, ist der Ansicht, unter ‘voll’ sei zu verstehen, es dürfe nicht weniger sein, wenn es aber mehr ist, heiße es voll.",
"Der Meister sagte: R. Šimo͑n sagte: Da gab es kein Hin. R. Šimo͑n erwiderte ja den Rabbanan treffend!? – Die Rabbanan sind der Ansicht, da gab es das von Moše für das Salböl gefertigte Hin, denn es heißt: und ein Hin Olivenöl.",
"Einer ist der Ansicht, da es für die späteren Generationen nicht nötig war, sei es nur für damals gefertigt und dann versteckt worden, und einer ist der Ansicht, da es da war, blieb es da.",
"Der Meister sagte: Was aber tritt an dessen Stelle. Genügt es nicht, wenn nichts an dessen Stelle tritt!? – Wie Rabina erklärt hat, es sei überliefert, daß bei zwei Gemeindeopfern das Stützenerforderlich sei, ebenso ist es auch überliefert, daß es sieben Flüssigkeitsmaße im Tempel gab.",
"«R. Elea͑zar b. R. Çadoq sagt, das Hin hatte Kerben.» Hält er denn nichts von den sieben Maßen!? – Er hält nichts davon. Wenn du aber willst, sage ich: unter ‘sieben Maße’ sind sieben Messungenzu verstehen.",
"WOFÜR DIENTE DAS VIERTEL[LOG]? FÜR DAS VIERTEL[LOG] WASSER FÜR DEN AUSSÄTZIGENUND DAS VIERTEL[LOG] ÖL FÜR DEN NAZIR.",
"WOFÜR DIENTE DAS HALBE LOG? FÜR DAS HALBE LOG WASSER FÜR DIE EHEBRUCHSVERDÄCHTIGTEUND DAS HALBE LOG ÖL ZUM DANKOPFER.",
"MIT DEM LOG MASS MAN ZU ALLEN SPEISOPFERN,",
"UND WAR ES EIN SPEISOPFER VON SECHZIG I͑SARON, SO MASS MAN SECHZIG LOG EIN. R. ELIE͑ZER B. JA͑QOB SAGT, SELBST ZU EINEM SPEISOPFER VON SECHZIG I͑SARON GEHÖRE NUR EIN LOG [ÖL], DENN ES HEISST:zum Speisopfer, und ein Log Öl.",
"SECHSZU EINEM FAHREN, VIER ZU EINEM WIDDER,",
"DREI ZU EINEM LAMME UND DREIEINHALB FÜR DEN LEUCHTER, EIN HALBES LOG FÜR JEDE LAMPE.",
"GEMARA. Rabbi saß und warf folgende Frage auf: Wozu war das Viertel[log] gesalbtworden; wenn für den Aussätzigen,"
],
[
"so erfolgt es ja außerhalb, und wenn für den Nazir, so wird ja das Brot des Nazirs durch das Schlachten des Widders heilig!?",
"Da sprach R. Ḥija zu ihm: Damit maß man das Pfannenopfer des Hochpriesters, ein Viertellog Öl für jeden Kuchen. Da las er über ihn:Aus fernem Lande der Mann meines Ratschlusses.",
"WOFÜR DIENTE DAS HALBE LOG? Rabbi saß und warf folgende Frage auf: Wozu war das halbe Log gesalbt worden: wenn für die Ehebruchsverdächtigte, so ist esja nicht profan, daß man es zu heiligen brauchte, denn es heißt:heiliges Wasser, und wenn für das Dankopfer, so werden ja die Brote des Dankopfersdurch das Schlachten des Dankopfers heilig!?",
"Da sprach R. Šimo͑n b. Rabbi zu ihm: Damit wurde das halbe Log Öl für jede Lampezugemessen. Da sprach jener: Leuchte Jisraéls, so war es auch.",
"R. Joḥanan sagte im Namen Rabbis: Wenn eine Lampe [vorzeitig] ausgeht, so ist das Öl verbrauchtund der Docht verbraucht. Was mache er nun? Er reinige sie, tue Öl hinein und zünde sie an.",
"R. Zeriqa saß und warf folgende Frage auf: Tue er das ursprüngliche Quantum Öl hinein, oder nur das fehlendeQuantum?",
"R. Jirmeja erwiderte: Selbstverständlich das ursprüngliche Quantum, denn wenn das fehlende, so weiß man ja nicht, wieviel noch fehlt. Wolltest du erwidern, man berechne es, so sind es ja nicht sieben, sondern mehr Maße.",
"Da las jener über ihn:Brich auf in deinem Schmuck, fahr einher für die Sache der Wahrheit und die Demut der Gerechtigkeit.",
"Es wurde auch gelehrt: R. Abahu sagte im Namen R. Joḥanans, manche sagen, R. Abba sagte im Namen R. Ḥaninas im Namen Rabbis: Geht eine Lampe aus, so ist das Öl verbraucht und der Docht verbraucht. Was mache er nun? Er reinige sie, tue das ursprüngliche Quantum Öl hinein und zünde sie an.",
"R. Hona, Sohn des R. Jehuda, sagte im Namen des R. Šešeth: Die Lampen im Heiligtumewaren aus [beweglichen]Teilen.",
"Er ist nämlich der Ansicht, [die Worte] Talent und getriebenbeziehen sich auf den Leuchter und die Lampen, und da sie gereinigt werden mußten, so konnte dies nur dann erfolgen, wenn sie aus [beweglichen] Teilenwaren.",
"Man wandte ein: Wie verfuhr er dabei? Er nahm sie ab, legte sie in Aloëund trocknete sie mit einem Schwamme ab; hierauf tat er Öl hinein und zündete siean!? –",
"Er ist der Ansicht des Autors der folgenden Lehre: Die Weisen sagen, man rührte sienicht von ihrer Stelle. –",
"Demnach konnte man, wenn man dies wollte, sie von ihrer Stelle rühren!? – Lies vielmehr: man konnte sie nicht von ihrer Stelle rühren. –",
"Wer ist unter Weisen zu verstehen? – Es ist R. Elea͑zar, denn es wird gelehrt: R. Elea͑zar b. R. Çadoq sagte: Obenbefand sich eine Art Plättchen aus Gold, das er, wenn er sie reinigte, gegen die Mündung, und wenn er das Öl hineintat, nach obendrückte.",
"Hierüber streiten auch die Autoren der folgenden Lehre: Der Leuchter und die Lampen wurden aus dem Talentegefertigt, nicht aber wurden die Zangen und die Pfannen aus dem Talente gefertigt. R. Neḥemja sagte: Der Leuchter wurde aus dem Talente gefertigt, nicht aber wurden die Lampen, die Zangen und die Pfannen aus dem Talente gefertigt. –",
"Worüber streiten sie? – Über den folgenden Schriftvers: Es wird nämlich gelehrt:Aus einem Talente reinen Goldes soll man ihn fertigen; dies lehrt, daß der Leuchter aus dem Talente gefertigt worden ist. Woher, daß auch die Lampen einbegriffen sind? Es heißt: all diese Geräte. Man könnte glauben, auch die Pfannen und die Zangen seien einbegriffen, so heißt es ihn – so R. Neḥemja. –",
"R. Neḥemja befindet sich ja in einem Widerspruche!? – Zwei Tannaím streiten über die Ansicht R. Neḥemjas.",
"R. Jehošua͑ b. Qorḥa sagte: Der Leuchter wurde aus dem Talente gefertigt, nicht aber wurden die Zangen, die Pfannen und die Lampen aus dem Talente gefertigt; [die Worte] all diese Geräte deuten darauf, daß die Geräte aus Gold waren. –",
"Daß sie aus Gold waren, ist ja ausdrücklich geschrieben:und mache seine sieben Lampen, und man soll ihm die Lampen aufsetzen, damit er das ihm Gegenüberliegende beleuchte, und seine Zangen und seine Pfannen aus reinem Golde!? – Dies ist wegen der Dillen nötig; man könnte glauben, diese seien, da sie schwarz werden, und die Tora das Geld Jisraéls geschont hat,"
],
[
"aus irgendwelchem Golde zu fertigen, so lehrt er uns.",
"DAS HALBE LOG ÖL ZUM DANKOPFER.",
"Es wird gelehrt: R. A͑qiba sagte: Wozu heißt es zweimalmit Öl? Würde es nur einmal mit Öl geheißen haben, so würde man gesagt haben, esgleiche allen anderen Speisopfern hinsichtlich des Logs, da es aber zweimal mit Öl heißt, so ist dies eine Einschließung hinter einer Einschließung, und eine Einschließung hinter einer Einschließung ist ausschließend; die Schrift hat es somit auf ein halbes Log vermindert. –",
"Wieso eine Einschließung hinter einer Einschließung, dies ist ja nur eine Einschließung!? –",
"Vielmehr, würde es überhaupt nicht mit Öl geheißen haben, so würde man gesagt haben, es gleiche allen anderen Speisopfern hinsichtlich des Logs, da es aber zweimal mit Öl heißt, so ist dies eine Einschließung hinter einer Einschließung, und eine Einschließung hinter einer Einschließung ist ausschließend; die Schrift hat es somit auf ein halbes Log vermindert.",
"Man könnte glauben, dieses halbe Log sei auf alle drei Arten, Kuchen, Fladen und Gemengtes, gleichmäßig zu verteilen, so ist, wenn es überflüssigerweise beim Gemengten mit Öl heißt, das Öl beim Gemengten vermehrt worden. Wie mache er es? Er hole ein halbes Log Öl und teile es, eine Hälfte für die Kuchen und die Fladen und eine Hälfte für das Gemengte.",
"R. Elea͑zar b. A͑zarja sprach zu ihm: A͑qiba, selbst wenn du [die Worte] mit Öl den ganzen Tag wiederholst, höre ich nicht auf dich: vielmehr sind das halbe Log Öl des Dankopfers, das Viertel[log] Öl des Nazirs und die elf Tage zwischen den MenstruationenMoše am Sinaj überlieferte Lehren.",
"MIT DEM LOG MASS MAN.",
"Die Rabbanan lehrten: Beim armen Aussätzigen heißt esI͑saron, eingerührt und Log, dies lehrt, daß für jedes I͑saron [Mehl] ein Log [Öl] erforderlich ist – so die Weisen.",
"R. Neḥemja und R. Elie͑zer sagen, selbst zu einem Speisopfer von sechzig I͑saron gehöre nur ein Log, denn es heißt:zum Speisopfer, und ein Log Öl. –",
"Wofür verwenden R. Neḥemja und R. Elie͑zer b. Ja͑qob [die Worte] I͑saron, eingerührt und Log!? – Dafür selbst; der Allbarmherzige sagt damit, daß er ein I͑saron zu bringen habe. –",
"Und jene!? – Dafür selbst ist kein Schriftvers nötig; der Allbarmherzige hat beim [reichen] Aussätzigen bekundet, daß er zu drei Opfern drei I͑saron zu bringen habe, somit hat jener zu einem Opfer ein I͑saron zu bringen. –",
"Und die anderen!? – Dies ist nötig; man könnte glauben, er benötige, da der Allbarmherzige ihn geschonthat, ein Armenopfer zu bringen, überhaupt keines Speisopfers, so lehrt er uns. – Und jene!? – Daß es gänzlich fehle, finden wir nirgends. –",
"Wofür verwenden die Rabbanan [die Worte] zum Speisopfer, und ein Log Öl? – Dies deutet darauf, daß, wenn jemand ein Speisopfer spendet, es nicht weniger als ein Quantum, wofür ein Log [Öl] erforderlich ist, nämlich ein I͑saron, sein dürfe. – Und die anderen!? – Hieraus ist beides zu entnehmen.",
"SECHS ZU EINEM FARREN, VIER ZU EINEM WIDDER, DREI ZU EINEM LAMME. Woher dies? – Es heißt:und ihre Gußopfer: ein halbes Hin für einen Farren,",
"und das Hin hat zwölf Log, denn es heißt:ein Hin Olivenöl, und ferner heißt es:ein mir heiliges Salböl soll dies [ze] sein für eure Generationen; die Buchstabenzahl [des Wortes] ze beträgt zwölf.",
"DREIEINHALB FÜR DEN LEUCHTER, EIN HALBES LOG FÜR JEDE LAMPE. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten:Vom Abend bis zum Morgen, man gieße soviel [Öl] hinein, daß sie vom Abend bis zum Morgen brenne. Eine andere Erklärung: Vom Abend bis zum Morgen, du hast außer diesem keinen anderen Dienst, der vom Abend bis zum Morgen zulässig wäre. Die Weisen stellten fest, daß ein halbes Log vom Abend bis zum Morgen reiche.",
"Manche sagen, sie prüften von obennach unten, und manche sagen, sie prüften von untennach oben.",
"Manche sagen, sie prüften von unten nach oben, weil die Tora das Geld Jisraéls schonte, und manche sagen, von oben nach unten, denn wo Reichtum ist, darf keine Ärmlichkeit walten.",
"MAN DARF GUSSOPFERZU FARREN MIT GUSSOPFERN ZU WIDDERN, GUSS OPFER ZU LÄMMERNMIT GUSSOPFERN ZU LÄMMERN, DAS EINES EINZELNEN MIT DEM DER GEMEINDE\n"
],
[
"UND DAS VON HEUTE MIT DEM VON GESTERN MISCHEN,",
"NICHT ABER DARF MAN GUSSOPFER ZU LÄMMERN MIT GUSSOPFERN ZU FARREN UND WIDDERN MISCHEN. SIND SIE, NACHDEM MAN DIESE BESONDERS UND JENE BESONDERS EINGERÜHRT HAT, VERMISCHT WORDEN, SO SIND SIE TAUGLICH, WENN ABER, BEVOR MAN SIE EINGERÜHRT HAT, SO SIND SIE UNTAUGLICH.",
"OBGLEICH DAS SPEISOPFER ZUM MIT DER SCHWINGEGARBE DARGEBRACHTEN LAMME EIN DOPPELTESWAR, DENNOCH WAR DAS GUSSOPFER KEIN DOPPELTES.",
"GEMARA. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen:",
"Er räuchere es auf, er darf nicht Fettstücke mit Fettstückenmischen!?",
"R. Joḥanan erwiderte: Er spricht von dem Falle, wenn sie vermischt wordensind. –",
"Es heißt ja, daß man nicht Gußopfer zu Lämmern mit Gußopfern zu Farren und Widdern mische, wonach sie nicht [tauglich] sind, auch wenn dies bereits erfolgt ist, und dem widersprechend heißt es im Schlußsatze, wenn sie, nachdem man diese besonders und jene besonders eingerührt hat, vermischt worden sind, seien sie tauglich, wonach der Anfangssatz von der [Vermischung] von vornherein spricht!?",
"Abajje erwiderte: Er meint es wie folgt sind das Mehl und das Öl vermischt worden, so darf man auch den Wein vermischen. –",
"Etwa nicht den Wein auch von vornherein, es wird ja gelehrt, dies gelte nur vom Mehl und vom Öl, den Wein aber dürfe man wohl mischen!?",
"Vielmehr, erklärte Abajje, meint er es wie folgt: sind das Mehl und das Öl bereits aufgeräuchert worden, so darf man den Wein von vornherein mischen, und sind sie nicht aufgeräuchert worden, so darf man, wenn das Mehl und das Öl vermischt worden sind, auch den Wein mischen, sonst aber nicht, weil man veranlaßt werden könnte, das Mehl und das Öl von vornherein zu mischen.",
"ZUM MIT DER SCHWINGEGARBE DARGEBRACHTEN LAMME. Die Rabbanan lehrten:Und sein Speisopfer zwei I͑saron, dies lehrt, daß das Speisopfer zum mit der Schwingegarbe dargebrachten Lamme ein doppeltes ist;",
"man könnte glauben, auch der Wein sei gleich dem Speisopfer doppelt, so heißt es:und sein Gußopfer ein Viertel Hin Wein. Man könnte glauben, nur der Wein sei nicht doppelt, weil er nicht mit dem Speisopfer vermengt wird, wohl aber sei das Öl doppelt, da es mit dem Speisopfer vermengt wird, so heißt es: sein Gußopfer, all seine Gußopfer bestehen aus nur einem Viertel. –",
"Wieso geht dies hieraushervor? R. Elea͑zar erwiderte: Es heißt ihr Gußopferund wir lesen sein Gußopfer, wie ist dies nun zu erklären?",
"Das Gußopfer des Speisopfersgleicht dem Wein-Gußopfer, wie der Wein ein Viertel [Hin], ebenso auch das Öl ein Viertel.",
"R. Joḥanan sagte: Das auf einen anderen Namen geschlachtete Schuldopfer eines Aussätzigen benötigt des Gußopfers, denn wenn man nicht so sagt, macht man esuntauglich.",
"R. Menasja b. Gada wandte ein: Demnach sollte doch das mit der Schwingegarbe dargebrachte, auf einen anderen Namen geschlachtete Lamm eines doppelten Speisopfers benötigen, denn wenn man nicht so sagt, macht man esuntauglich.",
"Ferner sollte das auf einen anderen Namen geschlachtete beständige Morgenopfer zweier Holzscheite durch einen Priesterbenötigen, denn wenn man nicht so sagt, macht man es untauglich. Und ferner sollte das auf einen anderen Namen geschlachtete beständige Abendopfer zweier Holzscheite durch zwei Priester benötigen, denn wenn man nicht so sagt, macht man es untauglich!? –",
"Dem ist auch so. So sagte auch Abbajje, er lehre eines von ihnen.",
"R. Abba erwiderte: Allerdings sind diese, die Brandopfer sind,"
],
[
"wenn sie nicht als pflichtige Brandopfer verwendbar sind, als freiwillige Brandopferzu verwenden, wofür aber sollte jenes, wenn man es nicht bei seiner Bestimmung beläßt, verwandt werden, gibt es denn ein freiwilliges Schuldopfer!?",
"Übereinstimmend mit R. Joḥanan wird gelehrt: Das auf einen anderen Namen geschlachtete Schuldopfer eines Aussätzigen, oder von dessen Blut nicht auf die Daumen aufgetragen wordenist, kommt auf den Altar und benötigt des Gußopfers, und jener benötigt zu seiner Tauglichwerdung eines anderen Schuldopfers.",
"ALLE MASSE IM TEMPEL WURDEN GEHÄUFT GEMESSEN, AUSGENOMMEN DAS DES HOCHPRIESTERS, DAS DIE HÄUFUNG SCHON IN SICHFASSTE.",
"DAS ÜBERLAUFENDEDER FLÜSSIGKEITSMASSE WAR HEILIG, DAS DER TROCKENMASSE WAR PROFAN.",
"R. A͑QIBA SAGTE: DIE FLÜSSIGKEITSMASSE WAREN HEILIG, DAHER WAR AUCH DAS ÜBERLAUFENDE DERSELBEN HEILIG, DIE TROKKENMASSE WAREN PROFAN, DAHER WAR AUCH DAS ÜBERLAUFENDE DERSELBEN PROFAN. R. JOSE SAGTE: NICHT AUS DIESEM GRUNDE, SONDERN WEIL DAS FLÜSSIGE AUFSTEIGTUND DAS TROCKENE NICHT AUFSTEIGT.",
"GEMARA. Nach wessen Ansicht, wenn nach R. Meír, so war ja nur eines gehäuft, und wenn nach den Rabbanan, so war es ja nur eines und gestrichen!?",
"R. Ḥisda erwiderte: Tatsächlich nach R. Meír, und unter Maße sind die Messungen zu verstehen.",
"DAS ÜBERLAUFENDE DER FLÜSSIGKEITSMASSE WAR HEILIG &C. Worin besteht ihr Streit? –",
"Der erste Autor ist der Ansicht, die Flüssigkeitsmaße wurden sowohl innen als auch außengesalbt und die Trockenmaße nur innen und nicht außen gesalbt,",
"R. A͑qiba ist der Ansicht, die Flüssigkeitsmaße wurden sowohl innen als auch außen gesalbt und die Trockenmaße überhaupt nicht gesalbt,",
"und R. Jose ist der Ansicht, beide wurden nur innen und nicht außen gesalbt, und hierbei ist folgender Grund zu berücksichtigen: das Flüssige steigt auf und kommt aus dem Inneren des Gefäßes, das Trockene aber steigt nicht auf. –",
"Was ist denn dabei, daß es aufsteigt, die Absicht dieses Mannes erstreckt sich ja nur auf das, was er braucht!?",
"R. Dimi b. Šišana erwiderte im Namen Rabhs: Dies besagt, daß Dienstgefäße auch ohne Absicht heiligen. Rabina erwiderte: Tatsächlich, kann ich dir erwidern, heiligen Dienstgefäße nur mit Absicht, jedoch ist hierbei berücksichtigt worden. man könnte sagen, man dürfe es aus dem Dienstgefäße heraus profanieren.",
"R. Zera wandte ein: Was mache man, wenn man das Brot und die Schalennach dem Šabbath niedergelegt und die Schalen am Šabbath aufgeräucherthat? Man lasse es für den folgenden Šabbath, denn befindet es sich auch viele Tage auf dem Tische, so ist nichts dabei.",
"Weshalb denn, man sollte auch hierbei berücksichtigen, man könnte sagen, man dürfe in einem Dienstgefäße aufbewahren!? –",
"Du weisest auf einen Widerspruch zwischen [einer Handlung] innerhalbund einer außerhalb hin!? Innerhalb merkt es alle Welt nicht, außerhalb merkt es alle Welt.",
"Dort haben wir gelernt: Der Überschuß der Gußopfer ist für die Zehrung des Altarszu verwenden.",
"Was ist unter Überschuß der Gußopfer zu verstehen?",
"R. Ḥija b. Joseph erklärte: Das Überlaufende der Maße. R. Joḥanan erklärte: Wie wir gelernt haben: Wenn jemand übernommen hat, Mehlzum Preise von vierzu liefern, und es auf drei gestiegen ist, [so liefere er zum Preise von vier],"
],
[
"wenn zum Preise von drei, und es auf vier gesunken ist, so liefere er zum Preise von vier, denn das Heiligtumhat die Oberhand.",
"Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Ḥija b. Joseph und es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Joḥanan.",
"Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Ḥija b. Joseph: Was mache man mit dem Überlaufenden der Maße? Ist ein anderes Opfer vorhanden, so werde es mit diesem dargebracht, bleibt es über Nacht, so ist es durch das Übernachten untauglich, und wenn nicht, so ist es für die Zehrung des Altars zu verwenden. Hiervon werden Brandopfer dargebracht, das Fleisch für Gott und die Häute für die Priester.",
"Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Joḥanan: Wenn jemand übernommen hat, Mehl zum Preise von vier zu liefern, und es auf drei gestiegen ist, so liefere er zum Preise von vier, wenn zum Preise von drei, und es auf vier gesunken ist, so liefere er zum Preise von vier, denn das Heiligtum hat die Oberhand. Das ist es, was wir gelernt haben, der Überschuß der Gußopfer ist für die Zehrung des Altars zu verwenden.",
"ALLE GEMEINDE- UND PRIVATE OPFER BENÖTIGEN DES GUSSOPFERS, AUSGENOMMEN DAS ERSTGEBORENE, DAS ZEHNTE, DAS PESAḤOPFER, DAS SÜNDOPFER UND DAS SCHULDOPFER; WOHL ABER BENÖTIGEN DAS SÜNDOPFER UND DAS SCHULDOPFER DES AUSSÄTZIGEN DES GUSSOPFERS.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten:",
"Und ihr dem Herrn ein Feueropfer herrichtet; man könnte glauben, alles, was auf das Altarfeuer kommt, benötige des Gußopfers, auch Speisopfer, so heißt es Brandopfer. Woher dies vom Heilsopfer? Es heißt Schlachtung. Woher dies vom Dankopfer? Es heißt oder Schlachtung.",
"Man könnte glauben, auch das Erstgeborene, das Zehnte, das Pesaḥopfer, das Sündopfer und das Schuldopfer seien einbegriffen, so heißt es:als Gelobtes aussondert oder als freiwillige Gabe; was als Gelobtes und freiwillige Gabe kommt, benötigt des Gußopfers, und was nicht als Gelobtes und freiwillige Gabe kommt, benötigt nicht des Gußopfers.",
"Man könnte glauben, wenn hieraus die Ausschließung von diesen entnommen wird, seien auch die pflichtigen [Opfer] auszuschließen, die am Feste wegen des Festes dargebracht werden, nämlich die Brandopfer des Erscheinensund die Heilsopfer des Festes, so heißt es: oder an euren Festen, was am Feste dargebracht wird, benötigt des Gußopfers.",
"Da nun hieraus die Einbegreifung von diesen entnommen wird, so könnte man auch die Sündopfer-Ziegenböcke einbegreifen, die als Pflicht am Feste dargebrachtwerden, so heißt es:wenn du ein junges Rind herrichtest,",
"und da das junge Rind, das einbegriffen war, besonders hervorgehoben wird, so ist alles andere mit diesem zu vergleichen: wie das junge Rind sich dadurch auszeichnet, daß es als Gelobtes und freiwillige Gabe kommt, ebenso auch alles andere, was als Gelobtes und freiwillige Gabe kommt.",
"Um dem Herrn einen wohlgefälligen Geruch zu bereiten, vom Rindvieh oder vom Kleinvieh. Was lehrt dies? Da es Brandopfer heißt, so könnte man glauben. auch das Geflügel-Brandopfer sei einbegriffen, so heißt es: vom Rindvieh oder vom Kleinvieh – so R. Jošija.",
"R. Jonathan sagt, dies sei nicht nötig; es heißt Schlachtung, und das Geflügel ist keine Schlachtung, vielmehr deuten [die Worte:] vom Rindvieh oder vom Kleinvieh, auf das folgende. Es heißt:wenn jemand von euch dem Herrn ein Opfer darbringt, vom Vieh, vom Rindvieh und vom Kleinvieh; man könnte demnach glauben, wenn jemand sagt, er nehme auf sich [die Darbringung] eines Brandopfers, müsse er es von beidem darbringen, so heißt es: vom Rindvieh oder vom Kleinvieh, er bringe nach Belieben eines oder beides dar. –",
"Wozu ist nach R. Jonathan hierfür ein Schriftvers nötig, er sagt ja, nur wenn die Schrift ausdrücklich ‘zusammen’ sagt!? –",
"Dies ist nötig; es heißt: und vom Kleinvieh, somitkönnte man glauben,"
],
[
"dies sei ebenso, als würde es ‘zusammen’ heißen. –",
"Nach R. Jošija, welcher sagt, auch wenn es nicht ‘zusammen’ heißt, sei es ebenso, als würde es ‘zusammen’ heißen, ist ja der Schriftvers hierfürnötig!? –",
"Es heißt:wenn sein Opfer ein Brandopfer vom Rindvieh ist, und ferner: wenn sein Opfer vom Kleinvieh ist. –",
"Und jener!? – Dies ist nötig; man könnte glauben, dies gelte nur von dem Falle, wenn man diesausdrücklich sagt, wenn aber nicht, bringe man beides, so lehrt er uns.",
"Der Meister sagte: Woher dies vom Dankopfer? Es heißt: oder Schlachtung. Ist denn das Dankopfer keineSchlachtung!? – Dies ist nötig; man könnte glauben, dieses benötige, da dazu das Brotgehört, nicht des Gußopfers, so lehrt er uns. –",
"Womit ist es anders als der Widder des Nazirs, der, obgleich dazu das Brot gehört, des Gußopfers benötigt!? –",
"Man könnte glauben, bei diesem sind es zweiArten, bei jenem aber vier Arten, so lehrt er uns. –",
"Sollte doch der Allbarmherzige nur geschrieben haben: als Gelobtes aussondert oder als freiwillige Gabe, und nicht auch Brandopfer!? –",
"Hätte der Allbarmherzige Brandopfer nicht geschrieben, so würde man gefolgert haben: und ihr dem Herrn ein Feueropfer herrichtet, generell, als Gelobtes aussondert oder als freiwillige Gabe, speziell, zum angenehmen Geruche, wiederum generell, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung und wiederum eine Generalisierung folgt, so richte man sich nach der Spezialisierung: wie das Speziellgenannte eine Sache ist, die nicht wegen einer Sünde dargebracht wird, ebenso auch alles andere, was nicht wegen einer Sünde dargebracht wird;",
"ich schließe somit das Sündopfer und das Schuldopfer aus, die wegen einer Sünde dargebracht werden, und schließe das Erstgeborene, das Zehnte und das Pesaḥopfer ein, die nicht wegen einer Sünde dargebracht werden. Daher heißt es Brandopfer. –",
"Was ist nun, wo es Brandopfer heißt, durch die Generalisierung und Spezialisierungeinzuschließen? – Wie [zur Darbringung] des Speziellgenannten keine Pflicht besteht, ebenso alles andere, dessentwegen keine Pflicht besteht;",
"dies schließt das Junge des Opfers ein, das Eingetauschte,",
"das vom Überschuß dargebrachte Brandopfer, das zum Weiden zurückgesetzteSchuldopfer und alle nicht auf ihren Namen geschlachteten Opfer. –",
"Wozu ist, wo du erklärt hast, das oder deute auf eine Auslegung, die Teilung nötig [im Schriftverse] als Gelobtes aussondert oder als freiwillige Gabe? – Diese ist nötig; man könnte glauben, das Gußopfer sei nur dann erforderlich, wenn man ein Gelobtes und eine freiwillige Gabe bringt, so lehrt er uns, daß, wenn man ein Gelobtes allein bringt, das Gußopfer erforderlich sei, und wenn man eine freiwillige Gabe allein bringt, das Gußopfer erforderlich sei. –",
"Erklärlich ist diesnach R. Jošija, wozu aber ist dies nach R. Jonathan nötig!? – Man könnte glauben, zu einem Gelobten allein gehöre ein Gußopfer, zu einer freiwilligen Gabe allein gehöre ein Gußopfer, und zu einem Gelobten und einer freiwilligen Gabe sei das Gußopfer des einen ausreichend, so lehrt er uns. –",
"Wozu heißt es: oder an euren Festen? – Man könnte glauben, dies gelte nur von dem Falle, wenn man ein Brandopfer als Gelobtes oder ein Heilsopfer als freiwillige Gabe bringt, oder auch umgekehrt,",
"wenn aber ein Brandopfer und ein Heilsopfer als Gelobtes oder ein Brandopfer und ein Heilsopfer als freiwillige Gabe, so gehören sie durch die Benennung Gelobtes oder freiwillige Gabe zusammen und das Gußopfer des einen sei ausreichend, daher heißt es: oder an euren Festen. –",
"Wozu heißt es:wenn du ein junges Rind als Brandopfer oder als Schlachtopfer herrichtest? – Dies ist nötig; man könnte glauben, dies gelte nur von dem Falle, wenn man ein Brandopfer und ein Heilsopfer als Gelobtes oder ein Brandopfer und ein Heilsopfer als freiwillige Gabe bringt,",
"wenn aber zwei Brandopfer, eines als Gelobtes und eines als freiwillige Gabe, oder zwei Heilsopfer, eines als Gelobtes und eines als freiwillige Gabe, so gehören sie durch die Benennung Heilsopfer oder Brandopfer zusammen und das Gußopfer des einen sei ausreichend, so lehrt er uns. –",
"Wozu heißt es: ein Gelobtes aussondert oder eine freiwillige Gabe? – Man könnte glauben, dies gelte nur von dem Falle, wenn man zwei Brandopfer bringt, eines als Gelobtes und eines als freiwillige Gabe, oder zwei Heilsopfer, eines als Gelobtes und eines als freiwillige Gabe,",
"wenn aber zwei Brandopfer als Gelobtes, zwei Brandopfer als freiwillige Gabe, zwei Heilsopfer als Gelobtes oder zwei Heilsopfer als freiwillige Gabe, so gehören sie durch die Benennung Brandopfer beziehungsweise die Benennung Gelobtes zusammen und das Gußopfer des einen sei ausreichend, so lehrt er uns. –",
"Wozu heißt es nach R. Jošija: vom Rindvieh oder vom Kleinvieh? –",
"Man könnte glauben, dies gelte nur von dem Falle, wenn esnach einander folgt, wenn aber gleichzeitig, sei das Gußopfer des einen ausreichend, so lehrt er uns.",
"",
"WOHL ABER BENÖTIGEN DAS SÜNDOPFER UND DAS SCHULDOPFER DES AUSSÄTZIGEN DES GUSSOPFERS. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten:Und drei I͑saron Feinmehl zum Speisopfer, die Schrift spricht vom mit dem Schlachtopfer dargebrachten Speisopfer.",
"Du sagst, vom mit dem Schlachtopfer dargebrachten Speisopfer, vielleicht ist dem nicht so, sondern vom allein dargebrachten Speisopfer? Wenn es [weiter] heißt:und der Priester bringe das Brandopfer und das Speisopfer hinauf, so spricht ja die Schrift vom mit dem Schlachtopfer dargebrachten Speisopfer.",
"Ich würde noch immer nicht gewußt haben, ob dieses des Gußopfers benötige oder nicht, so heißt es:und ein Viertel Hin Wein als Gußopfer sollst du zum Brandopfer oder zur Schlachtung für jedes Lamm herrichten. Brandopfer, das ist das Brandopfer des Aussätzigen; Schlachtung, das ist das Sündopfer des Aussätzigen; oder zur Schlachtung, das ist das Schuldopfer des Aussätzigen.",
"Aus [dem Worte] Schlachtung ist ja beides zu entnehmen,"
],
[
"denn der Meister sagte: Woher diesvom Sündopfer und vom Schuldopfer? Es heißt Schlachtung!? –",
"Dies nur dann, wenn sie einander gleichen, hierbei aber, wo das Schuldopfer zur Tauglichmachungund das Sündopfer zur Sühnedient, sind zwei Schriftverse nötig. –",
"«Schlachtung, das ist das Sündopfer des Aussätzigen.» Vielleicht das Sündopfer des Nazirs!? –",
"Dies ist nicht einleuchtend, denn es wird gelehrt:Und ihre Speisopfer und ihre Gußopfer, die Schrift spricht von seinemBrandopfer und seinem Heilsopfer.",
"Du sagst, von seinem Brandopfer und seinem Heilsopfer, vielleicht ist dem nicht so, sondern auch vom Sündopfer? Es heißt:Und den Widder richte er zur Schlachtung eines Heilsopfers her (sein Speisopfer und sein Gußopfer),",
"und da der Widder einbegriffen war und besonders hervorgehoben wird, so ist alles mit ihm zu vergleichen: wie der Widder sich dadurch auszeichnet, daß er als Gelobtes und als freiwillige Gabe kommt, ebenso alles, was als Gelobtes und als freiwillige Gabe kommt. –",
"«Brandopfer, das ist das Brandopfer des Aussätzigen.» Vielleicht das Brandopfer einer Wöchnerin!?",
"Abajje erwiderte: Das Brandopfer einer Wöchnerin ist aus dem Schlusse des Schriftverses zu entnehmen, denn es wird gelehrt:",
"R. Nathan sagte: Lamm, das ist das Brandopfer der Wöchnerin, jedes, das ist das elftebei der Verzehntung.",
"Desgleichen, daß der Anhang bedeutender istals die Hauptsache, finden wir in der ganzen Tora nicht.",
"Raba erwiderte: Das, wofür drei Einschließungennötig sind, ist das [Opfer] des Aussätzigen. –",
"Wozu heißt es:für einen Widder? R. Šešeth erwiderte: Dies schließt den Widder Ahronsein. –",
"Hinsichtlich des Widders Ahrons ist es ja aus [den Worten] an euren Festen zu entnehmen!? – Man könnte glauben, dies gelte nur vom [Opfer] der Gemeinde, nicht aber von dem eines einzelnen. –",
"Womit ist dieser anders als das Brandopfer einer Wöchnerin!? –",
"Man könnte glauben, dies gelte nur von einer Sache, für die keine Zeit festgesetzt ist, nicht aber von einer Sache, für die eine Zeit festgesetztist, so lehrt er uns. –",
"Wozu heißt es: oder für einen Widder? – Dies schließt das Halberwachseneein. –",
"Einleuchtend ist dies nach R. Joḥanan, welcher sagt, dieses sei ein besonderes Geschöpf, denn wir haben gelernt: wenn man ein solches dargebrachthat, bringe man dazu das Gußopfer eines Widders und das Schlachtopfer werde ihm nichtangerechnet, und hierzu sagte R. Joḥanan, [die Worte] oder für einen Widder, schließen das Halberwachsene ein;",
"wozu aber ist nach Bar Pada, welcher sagt, man bringe es unter Bedingungdar, da bezüglich dessen ein Zweifel obwaltet, ein Schriftvers zur Einschließung des Zweifelhaftennötig!? –",
"Nach Bar Pada ist dies ein Einwand.",
"So verfahre man bei jedem Rinde, bei jedem Widder oder beim Lamme unter den Schafen oder den Ziegen. Wozu heißt es: bei jedem Rinde? – Wir finden, daß die Schrift zwischen dem Gußopfer eines Widders und dem Gußopfer eines Lammes unterschieden hat, somit könnte man glauben, auch zwischen dem Gußopfer eines Farren und dem Gußopfer eines Kalbes sei zu unterscheiden, so heißt es: bei jedem Rinde. –",
"Wozu heißt es: bei jedem Widder? – Wir finden, daß die Schrift zwischen dem Gußopfer eines einjährigen und dem Gußopfer eines zweijährigen [Tieres] unterschieden hat, somit könnte man glauben, auch zwischen dem Gußopfer eines zweijährigen und dem Gußopfer eines dreijährigen sei zu unterscheiden, so heißt es: bei jedem Widder. –",
"Wozu heißt es: oder beim Lamme unter den Schafen? – Wir finden, daß die Schrift zwischen dem Gußopfer eines Lammes und dem Gußopfer eines Widders unterschieden hat, somit könnte man glauben, auch zwischen dem Gußopfer eines Lammes und einer Schafmutter sei zu unterscheiden, so heißt es: oder beim Lamme unter den Schafen. –",
"Wozu heißt es: oder den Ziegen? – Wir finden, daß die Schrift zwischen dem Gußopfer eines Lammes und dem Gußopfer eines Widders unterschieden hat, somit könnte man glauben, auch zwischen dem Gußopfer eines jungen Böckchens und dem Gußopfer eines Ziegenbockes sei zu unterscheiden, so heißt es: oder den Ziegen.",
"R. Papa sagte: Raba prüfte uns [durch die Frage,]"
],
[
"wieviel zum Gußopfer einer Schafmutter nötig sei, und wir beantworteten es ihm aus der folgenden Mišna: [Der Stempel mit] ‘Ziege’wurde bei Gußopfern für Kleinvieh verwandt, ob groß oder klein, ob männlich oder weiblich, ausgenommen Widder.",
"BEO KEINEM DER GEMEINDEOPFER ERFOLGT DAS STÜTZEN, AUSGENOMMEN DEM FARREN WEGEN [ÜBERTRETUNG EINES] ALLER GEBOTE UND DEM FORTZUSCHICKENDEN[SÜHNE]BOCK; R. ŠIMO͑N SAGT, AUCH BEIM ZIEGENBOCK WEGEN GÖTZENDIENSTES.",
"ALLE PRIVATOPFER BENÖTIGEN DES STÜTZENS, AUSGENOMMEN DAS ERSTGEBORENE, DAS ZEHNTE UND DAS PESAḤOPFER.",
"EIN ERBESTÜTZT, BRINGT DAS GUSSOPFER UND TAUSCHT UM.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Bei keinem der Gemeindeopfer erfolgt das Stützen, ausgenommen beim Farren wegen [Übertretung eines] aller Gebote und den Ziegenböcken wegen Götzendienstes – so R. Šimo͑n. R. Jehuda sagt, bei den Ziegenböcken wegen Götzendienstes erfolgt nicht das Stützen, und an deren Stelle kommt der fortzuschickende [Sühne]bock hinzu. –",
"Geht es denn nicht, wenn nichts hinzukommt!? Rabina erwiderte: Es ist überliefert, daß zwei Gemeindeopfer des Stützens benötigen.",
"R. Šimo͑n sprach zu ihm: Das Stützen muß ja durch den Eigentümer erfolgen, und bei diesemerfolgt es ja durch Ahron und seine Söhne!? Jener erwiderte: Auch Ahron und seine Söhne erlangendurch ihn Sühne.",
"R. Jirmeja sagte: Sie vertreten hierbei ihre Ansichten,",
"denn es wird gelehrt:Er sühne das Heilige des Heiligtums, das ist das Allerheiligste; das Offenbarungszelt, das ist der Tempel; den Altar, dem Wortlaute gemäß; soll er sühnen, das sind die Vorhöfe; die Priester, dem Wortlaute gemäß; das ganze Volk, das sind die Jisraéliten, soll er sühnen, das sind die Leviten.",
"Sie alle gleichen einander bei der einen Entsündigung, denn sie alle werden durch den fortzuschickenden [Sühne]bock entsündigt – so R. Jehuda.",
"R. Šimo͑n sagte: Wie das Blut des innerhalb hergerichteten Bockesden Jisraéliten Sühne schafft wegen Verunreinigung des Tempels und seiner Heiligtümer, ebenso schafft das Blut des Farrenden Priestern Sühne wegen Verunreinigung des Tempels und seiner Heiligtümer, und wie ferner das Sündenbekenntnis über dem fortzuschickenden [Sühne]bockeden Jisraéliten Sühne schafft wegen anderer Sünden, ebenso schafft das Sündenbekenntnis über dem Farren den Priestern Sühne wegen anderer Sünden. –",
"Und R. Šimo͑n, sie gleichen ja einander!? – Sie gleichen einander, indem sie alle Sühne erlangen, jedoch jeder durch das seinige.",
"Nach R. Jehudaerlangen die Jisraéliten Sühne wegen Verunreinigung des Tempels und seiner Heiligtümer durch das Blut des innerhalb hergerichteten Bockes und die Priester durch den Farren Ahrons, und wegen anderer Sünden erlangen diese und jene Sühne durch das Sündenbekenntnis über dem fortzuschickenden [Sühne]bock, und nach R. Šimo͑n erlangen die Priester auch wegen anderer Sünden Sühne durch das Bekenntnis über dem Farren.",
"So wird auch gelehrt: Jisraéliten, Priester und der gesalbte Priester gleichen hierineinander. Ein Unterschied zwischen Jisraéliten, Priestern und dem gesalbten Priester besteht nur darin, indem den Priestern das Blut des Farren wegen Verunreinigung des Tempels und seiner Heiligtümer Sühne schafft.",
"R. Šimo͑n sagte: Wie das Blut des innerhalb hergerichteten Bockes den Jisraéliten Sühneschafft, ebenso schafft das Blut des Farren den Priestern Sühne, und wie das Sündenbekenntnis über dem fortzuschickenden [Sühne]bock den Jisraéliten Sühneschafft, ebenso schafft das Sündenbekenntnis über dem Farren den Priestern Sühne.",
"Die Rabbanan lehrten:Die Ältesten der Gemeinde sollen ihre Hände auf den Kopf des Farren stützen, der Farre benötigt des Stützens, nicht aber benötigen die Ziegenböcke wegen Götzendienstes des Stützens – so R. Jehuda;",
"R. Šimo͑n sagt, der Farre benötige des Stützens durch die Ältesten, nicht aber benötigen die Ziegenböcke wegen Götzendienstes des Stützens durch die Ältesten, sondern durch Ahron.",
"Ich will auf einen Widerspruch hinweisen:Des lebenden, der lebende [Sühnebock] benötigt des Stützens, nicht aber benötigen die Ziegenböcke wegen Götzendienstes des Stützens – so R. Jehuda. R. Šimo͑n sagt, der lebende [Sühnebock] benötige des Stützens durch Ahron,"
],
[
"nicht aber benötigen die Ziegenböcke wegen Götzendienstes des Stützens [durch Ahron], sondern durch die Ältesten!?",
"R. Šešeth erwiderte: Glaubst du etwa, daß die erste Lehre eine korrekte ist, R. Šimo͑n sagt ja, das Stützen müsse durch den Eigentümer erfolgen!?",
"Vielmehr ist sie wie folgt zu berichtigen: des Farren, der Farre benötigt des Stützens, nicht aber benötigen die Ziegenböcke wegen Götzendienstes des Stützens – so R. Jehuda; R. Šimo͑n sagt: des lebenden, der lebende [Sühnebock] benötigt des Stützens durch Ahron, nicht aber benötigen die Ziegenböcke wegen Götzendienstes des Stützens durch Ahron, sondern durch die Ältesten.",
"R. Šimo͑n sprach nämlich zu R. Jehuda wie folgt: Die Ziegenböcke wegen Götzendienstes benötigen des Stützens, wenn du aber gehört haben solltest, sie benötigen des Stützens nicht, so hast du es von Ahrongehört, und die Ausschließung ist aus [den Worten] des lebendenzu entnehmen. –",
"Wozu braucht sie R. Jehuda durch einen Schriftvers auszuschließen, Rabina sagte ja, es sei überliefert, daß [nur] zwei Gemeindeopferdes Stützens benötigen!? – Diesist nichts weiter als Studium. –",
"Woher entnimmt R. Šimo͑n, daß die Ziegenböcke wegen Götzendienstes des Stützens benötigen? –",
"Dies entnimmt er aus folgender Lehre:Er stütze seine Hand auf den Kopf des Ziegenbockes, dies schließt den Ziegenbock Naḥšonshinsichtlich des Stützens ein – so R. Jehuda; R. Šimo͑n sagt, dies schließe die Ziegenböcke wegen Götzendienstes hinsichtlich des Stützens ein. R. Šimo͑n sagte nämlich: Jedes Sündopfer, dessen Blut innerhalb gebrachtwird, benötige des Stützens. –",
"Wozu ist diese Begründung nötig? – Dies ist nur ein Merkzeichen. –",
"Vielleichtden innerhalb hergerichteten Ziegenbock!? – Gleich dem Ziegenbocke des Fürsten, der [die Übertretung] eines bestimmten Gebotes sühnt. –",
"Wozu ist nach Rabina, welcher sagt, es sei überliefert, daß zwei Gemeindeopfer des Stützens benötigen, dieser Schriftvers nötig? –",
"Sowohl die Halakha als auch der Schriftvers ist nötig.",
"Wollte man es nur aus der Schrift entnehmen, so könnte man glauben, auch hinsichtlich der Heilsopfer der Gemeinde sei derselbe Einwand zu erheben",
"wie im Abschnitte ‘AlleSpeisopfer’, wo R. Šimo͑n lehrt, drei Artenbenötigen dreier Gebote,",
"somit wäre [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern, daß Heilsopfer der Gemeinde des Stützens benötigen: wenn das Heilsopfer eines einzelnen, das lebend des Schwingens nicht benötigt, lebend des Stützens benötigt&c. Daher ist die Halakha nötig.",
"Und wenn nur von der Halakha, so würde man nicht gewußt haben, welche dieseseien, so lehrt er uns, daß sie dem Ziegenbocke des Fürsten gleichen, der [die Übertretung] eines bestimmten Gebotes sühnt.",
"ALLE PRIVATOPFER BENÖTIGEN DES STÜTZENS, AUSGENOMMEN DAS ERSTGEBORENE, DAS ZEHNTE UND DAS PESAḤOPFER.",
"Die Rabbanan lehrten:Sein Opfer, nicht aber das Erstgeborene. Man könnte nämlich einen Schluß folgern: wenn das Heilsopfer, das nicht vom Mutterleibe aus heilig ist, des Stützens benötigt, um wieviel mehr benötigt das Erstgeborene, das vom Mutterleibe aus heilig ist, des Stützens; daher heißt es: sein Opfer, nicht aber das Erstgeborene.",
"Sein Opfer, nicht aber das Zehnte. Man könnte nämlich einen Schluß folgern: wenn das Heilsopfer, das das vorangehende und das folgende [Vieh] nicht heilig macht, des Stützens benötigt, um wieviel mehr benötigt das Zehnte, das das vorangehende und das folgendeheilig macht, des Stützens; daher heißt es: sein Opfer, nicht aber das Zehnte.Sein Opfer, nicht aber das Pesaḥopfer.",
"Man könnte nämlich einen Schluß folgern: wenn das Heilsopfer, hinsichtlich dessen keine Pflicht zur Darbringung besteht, des Stützens benötigt, um wieviel mehr benötigt das Pesaḥopfer, hinsichtlich dessen eine Pflicht zur Darbringung besteht, des Stützens; daher heißt es sein Opfer, nicht aber das Pesaḥopfer. –",
"Dies ist ja zu widerlegen: wohl das Heilsopfer, weil es des Schwingens von Brust und Schenkel benötigt!? – Die Schriftverse sind nichts weiter als eine Anlehnung. –",
"Wozu aber"
],
[
"sind [alle] Schriftverse nötig? – Sein Opfer, nicht aber das Opfer seines Nächsten; sein Opfer, nicht aber das Opfer eines Nichtjuden; sein Opfer, dies schließt alle Eigentümer des Opfershinsichtlich des Stützens ein.",
"EIN ERBE STÜTZT.",
"R. Ḥananja rezitierte vor Raba: Ein Erbe kann weder stützen noch umtauschen. – Wir haben ja aber gelernt, ein Erbe stütze, bringe das Gußopfer und könne umtauschen!?",
"Jener fragte: Soll ich es umwenden? Dieser erwiderte: Nein, deine Lehre vertritt die Ansicht R. Jehudas, denn es wird gelehrt: Ein Erbe kann stützen und ein Erbe kann umtauschen; R. Jehuda sagt, ein Erbe könne nicht stützen, ein Erbe könne nicht umtauschen. –",
"Was ist der Grund R. Jehudas? – Sein Opfer, nicht aber das Opfer seines Vaters, und er folgert hinsichtlich des Beginnes der Heiligung von der Beendigungder Heiligung: wie bei der Beendigung der Heiligung ein Erbe nicht stützen kann, ebenso kann bei Beginn der Heiligung ein Erbe nicht umtauschen. –",
"Und die Rabbanan!? –Umtauschenwird umtauschen, dies schließt einen Erben ein, und sie folgern hinsichtlich der Beendigung der Heiligung vom Beginne der Heiligung: wie bei Beginn der Heiligung ein Erbe umtauschen kann, ebenso kann bei Beendigung der Heiligung ein Erbe stützen. –",
"Wofür verwenden die Rabbanan [die Worte] sein Opfer? – Sein Opfer, nicht aber das Opfer eines Nichtjuden: sein Opfer, nicht aber das Opfer seines Nächsten; sein Opfer, dies schließt alle Eigentümer des Opfers hinsichtlich des Stützens ein. –",
"Und R. Jehuda!? – Er hält nichts von der Einschließung aller Eigentümer des Opfers hinsichtlich des Stützens. Oder er hält auch davon, nur folgert er [die Ausschließung] eines Nichtjuden und seines Nächsten aus einem Schriftverse, somit bleiben zwei Schriftverse zurück, von welchen einer das Opfer des Vaters ausschließt und einer alle Eigentümer eines Opfers hinsichtlich des Stützens einschließt. –",
"Wofür verwendet R. Jehuda [die Worte] umtauschen wird umtauschen? – Diese schließen die Frau ein, denn es wird gelehrt: Der ganze Abschnittspricht in der männlichen Form, wieso ist nun die Frau einzuschließen? Es heißt: umtauschen wird umtauschen. – Und die Rabbanan!? – Sie folgern es aus [den Worten]und wenn. –",
"Und R. Jehuda!? – Aus [den Worten] und wenn folgert er nichts.",
"viiiJEDER KANN STÜTZEN, AUSGENOMMEN EIN TAUBER, EIN BLÖDER, EIN MINDERJÄHRIGER, EIN BLINDER, EIN NICHTJUDE, EIN SKLAVE, EIN VERTRETER UND EINE FRAU.",
"DAS STÜTZEN IST NUR EIN ÜBERBLEIBSELDES GEBOTES.",
"[DIES ERFOLGT] MIT BEIDEN HÄNDEN AUF DEN KOPF. WO DAS STÜTZEN ERFOLGT, DA SCHLACHTE MAN AUCH; SOFORT NACH DEM STÜTZEN FOLGE DAS SCHLACHTEN.",
"GEMARA. Erklärlich ist diesvon einem Tauben, einem Blöden und einem Minderjährigen, da sie keinen Verstand haben, ebenso auch von einem Nichtjuden, denn [es heißt:]Kinder Jisraél, nur diese stützen, aber keine Nichtjuden, weshalb aber kein Blinder?",
"R. Ḥisda und R. Jiçḥaq b. Evdämi [erklärten es]; einer erklärte, dies sei vom ‘Stützen’ der Ältesten der Gemeindezu entnehmen,",
"und einer erklärt, dies sei vom ‘Stützen’ beim Brandopfer des Erscheinenszu entnehmen. –",
"Weshalb folgert es derjenige, der es vom Brandopfer des Erscheinens entnimmt, nicht von den Ältesten der Gemeinde? –"
],
[
"Man folgere hinsichtlich eines einzelnen von einem einzelnen, nicht aber hinsichtlich eines einzelnen von einer Gemeinde. –",
"Weshalb folgert es derjenige, der es vom [Opfer] der Ältesten der Gemeinde entnimmt, nicht vom Brandopfer des Erscheinens? – Man folgere hinsichtlich einer Sache, bei der das Stützen geschrieben steht, von einer Sache, bei der das Stützen geschrieben steht, während hinsichtlich des Brandopfers des Erscheinens dies vom freiwilligen Brandopfer gefolgert wird.",
"Ein Jünger rezitierte nämlich vor R. Jiçḥaq b. Abba:Er brachte das Brandopfer dar und richtete es nach Vorschrift her, nach Vorschrift des freiwilligen Brandopfers; dies lehrt, daß das pflichtige Brandopferdes Stützens benötige.",
"EIN SKLAVE, EIN VERTRETER UND EINE FRAU. Die Rabbanan lehrten: Seine Hand, nicht aber die Hand seines Sklaven;seine Hand, nicht aber die Hand seines Vertreters;seine Hand, nicht aber die Hand seiner Frau.",
"Wozu ist dies allesnötig? – Dies ist nötig. Würde der Allbarmherzige es nur einmal geschrieben haben, so könnte man glauben, dies schließe nur einen Sklaven aus, der den Geboten nicht unterworfen ist, ein Vertreter aber, der den Geboten unterworfen ist, dürfe, da ein Vertreter seinem Auftraggeber gleicht, wohl stützen.",
"Und würde er es nur von diesen beiden gelehrt haben, so könnte man glauben, weil sie nicht seinemKörper gleichen, seine Frau aber, die seinem Körper gleicht, dürfe wohl stützen. Daher sind alle nötig.",
"DAS STÜTZEN IST NUR EIN ÜBERBLEIBSEL DES GEBOTES. Die Rabbanan lehrten:Er soll stützen, und es wird ihn wohlgefällig machen; sühnt denn das Stützen, die Sühne erfolgt ja durch das Blut, wie es heißt: denn das Blut sühnt mit dem Leben!? Dies besagt vielmehr, daß, wenn man das Stützen nur als Überbleibsel des Gebotes behandelt hat, die Schrift es ihm anrechnet, als hätte er nicht Sühne erlangt und ja Sühne erlangt.",
"Desgleichen wird auch vom Schwingen gelehrt:Zur Schwingung, zu sühnen; sühnt denn das Schwingen, die Sühne erfolgt ja nur durch das Blut, wie es heißt: denn das Blut sühnt mit dem Leben!? Dies besagt vielmehr, daß, wenn man das Schwingen als Überbleibsel des Gebotes behandelt hat, die Schrift es ihm anrechnet, als hätte er nicht Sühne erlangt und ja Sühne erlangt.",
"AUF DEN KOPF. Die Rabbanan lehrten:Seine Hand auf den Kopf, nicht aber seine Hand auf den Hals; seine Hand auf den Kopf, nicht aber seine Hand auf den Rücken; seine Hand auf den Kopf, nicht aber seine Hand auf die Brust.",
"Wozu ist dies allesnötig? – Dies ist nötig; würde der Allbarmherzige es nur einmal geschrieben haben, so könnte man glauben, dies schließe nur den Hals aus, der sich nicht in gleicher Höhe mit dem Kopfe befindet, nicht aber gilt dies vom Rücken, der sich in gleicher Höhe mit dem Kopfe befindet; daher ist es nötig.",
"Und würde er es nur von diesen beiden gelehrt haben, so könnte man glauben, weil sie auch beim Schwingen nicht einbegriffen sind, nicht aber gilt dies von der Brust, die beim Schwingen einbegriffen ist. Daher sind alle nötig.",
"Sie fragten: Wie ist es, wenn man die Hand auf die Seitelegt? – Komm und höre, es wird gelehrt: Abba Biraá lehrte im Namen der Schuledes R. Elie͑zer b. Ja͑qob: Seine Hand auf den Kopf, nicht aber seine Hand auf die Seite.",
"R. Jirmeja fragte: Gilt ein Lappenals Trennung? – Komm und höre: Nur darf nichts zwischen ihm und dem Schlachtopfer trennen.",
"MIT BEIDEN HÄNDEN. Woher dies? Reš Laqiš erwiderte: Die Schrift sagt:Ahron stütze seine beiden Hände, es heißt Handund es heißt beiden? Dies ist eine Hauptnorm, daß überall, wo es Hand heißt, beide [Hände] zu verstehen seien, es sei denn, daß die Schrift ausdrücklich ‘eine’ sagt.",
"R. Elea͑zar ging und sagte dies im Lehrhause, sagte es aber nicht im Namen des Reš Laqiš, und als Reš Laqiš davon hörte, nahm er es übel. Er sprach dann zu ihm: Wozu heißt es, wenn man sagen wollte, überall, wo es Hand heißt, seien beide zu verstehen, Hände!?",
"Diesen Einwand erhob er gegen ihn aus vierundzwanzig [Stellen, wo es] Hände heißt: seine Hände sollen bringen;seine Hände streiten für ihn;er kreuzte seine Hände. Da schwieg dieser.",
"Nachdem er sich beruhigt hatte, sprach er zu ihm: Weshalb erwiderst du mir nicht, ich spreche von Hand, das beim Stützen gebraucht wird. –",
"Auch beim Stützen heißt es ja:da stützte er seine Hände auf ihn und befahl ihm!? – Ich spreche vom Stützen bei einem Vieh.",
"WO DAS STÜTZEN ERFOLGT, DA SCHLACHTE MAN AUCH; SOFORT NACH DEM STÜTZEN FOLGE DAS SCHLACHTEN. Wie meint eres? – Er meint es wie folgt: wo das Stützen erfolgt, da schlachte man auch, denn sofort nach dem Stützen muß das Schlachten folgen.",
"STRENGER IST ES BEIM STÜTZEN ALS BEIM SCHWINGEN, UND BEIM SCHWINGEN ALS BEIM STÜTZEN. EINER SCHWINGT FÜR ALLE TEILNEHMER, NICHT ABER KANN EINER FÜR ALLE TEILNEHMER STÜTZEN. STRENGER IST ES BEIM SCHWINGEN, DENN DAS SCHWINGEN ERFOLGT BEI PRIVATOPFERN UND BEI GEMEINDEOPFERN,"
],
[
"BEI LEBENDEM UND BEI GESCHLACHTETEM, BEI LEBENDEN DINGEN UND BEI LEBLOSENDINGEN, WAS ABER BEIM STÜTZEN NICHT DER FALL IST.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Sein Opfer, dies schließt alle Eigentümer des Opfers hinsichtlich des Stützens ein.",
"Man könnte nämlich einen Schluß folgern: wenn das Schwingen, das bei Geschlachtetem erweitert wordenist, für die Teilnehmer vermindert wordenist, um wieviel mehr ist das Stützen, das bei Geschlachtetem nicht erweitert worden ist, für die Teilnehmer zu vermindern; daher heißt es: sein Opfer, dies schließt alle Eigentümer des Opfers hinsichtlich des Stützens ein. –",
"Sollte doch [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden, daß das Schwingen für die Teilnehmer zu erweitern sei: wenn das Stützen, das bei Geschlachtetem nicht erweitert worden ist, für die Teilnehmer erweitert worden ist, um wieviel mehr ist das Schwingen, das bei Geschlachtetem erweitert worden ist, für die Teilnehmer zu erweitern!? –",
"Dies ist nicht möglich; wie sollte es erfolgen: schwingen alle zusammen, so erfolgt ja eine Trennung, und schwingen sie nach einander, so spricht ja der Allbarmherzige von einer Schwingung und nicht von mehreren Schwingungen. –",
"Kommt denn das Stützen bei Geschlachtetem nicht vor, wir haben ja gelernt: Wollte der Hochpriester [die Opferglieder] aufräuchern, so stieg er auf die Altarrampe hinauf, der Priestervorsteher an seiner Rechten, und als er die Hälfte der Altarrampe erreichte, faßte ihn der Priestervorsteher bei seiner Rechten und führte ihn hinauf. Der erstereichte ihm den Kopf und den Hinterfuß, und er stützte [die Hand] darauf und warf sie hinauf.",
"Der zweite reichte dem ersten die beiden Vorderfüße, dieser gab sie dem Hochpriester, und er stützte [die Hand] darauf und warf sie hinauf. Dann trat der zweite ab und entfernte sich, und so reichten sie ihm alle übrigen Glieder, und er stützte [die Hand] darauf und warf sie hinauf.",
"Wollte er, so stützte er nur [die Hand] darauf, und andere warfen sie hinauf!?",
"Abajje erwiderte: Da geschah es nur zur Ehrung des Hochpriesters.",
"",
"iDIE ZWEI BROTE WERDEN EINZELN GEKNETET UND EINZELN GEBACKEN; DIE SCHAUBROTE WERDEN EINZELN GEKNETET UND JE ZWEI GEBAKKEN. MAN FERTIGTE SIE IN EINER FORM, UND BEIM HERAUSNEHMEN TAT MAN SIE EBENFALLS IN EINE FORM, DAMIT SIE NIGHT BESCHÄDIGT WERDEN.",
"GEMARA. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten:Zwei I͑saron soll jeder Kuchen sein, dies lehrt, daß sie einzeln geknetet werden. Woher, daß dies auch von den zwei Broten gilt? Es heißt sein.",
"Woher, daß das Backen je zwei erfolgt? Es heißt: lege sie. Man könnte glauben, dies gelte auch von den zwei Broten, so heißt es sie.",
"Das sie hast du ja ausgelegt!? – Die Schrift könnte ja [sie] legen sagen, wenn es aber lege sie heißt, so ist beides zu entnehmen.",
"Die Rabbanan lehrten: Lege sie, in eine Form. Es waren drei Formen: man legte es in die Form als Teig, eine Art Form befand sich im Ofen, und als man es herausnahm, tat man es wieder in eine Form, damit es nicht beschädigt werde. – Sollte man es doch in die erste Form gelegt haben!? – Nach dem Backen schwillt es auf.",
"Es wurde gelehrt: Wie richtete man das Schaubrot her?"
],
[
"R. Ḥanina sagte, es glich einer durchbrochenen Kiste; R. Joḥanan sagte, einem Kielboote. –",
"Erklärlich ist es nach demjenigen, welcher sagt, gleich einer durchbrochenen Kiste, daß die Schalen [Weihrauch] saßen, wieso aber saßen die Schalen nach demjenigen, welcher sagt, gleich einem Kielboote!? – Man machte für sie einen Raum. –",
"Erklärlich ist es nach demjenigen, welcher sagt, gleich einer durchbrochenen Kiste, daß die Stäbesaßen, wieso aber saßen sie nach demjenigen, welcher sagt, gleich einem Kielboote!? – Man machte dafür einen Vorsprung. –",
"Erklärlich ist es nach demjenigen, welcher sagt, gleich einer durchbrochenen Kiste, daß die Trägerdie Brote stützten, wieso aber stützten die Träger die Brote nach demjenigen, welcher sagt, gleich einem Kielboote!? – Sie waren schräg.",
"Erklärlich ist es nach demjenigen, welcher sagt, gleich einem Kielboote, daß Träger nötig waren, wozu aber waren Träger nötig nach demjenigen, welcher sagt, gleich einer durchbrochenenKiste!? – Sie würden durch das Gewicht der Brote zusammengebrochen sein. –",
"Erklärlich ist es nach demjenigen, welcher sagt, gleich einem Kielboote, daß die Träger auf dem Tische standen, wo aber standen sienach demjenigen, welcher sagt, gleich einer durchbrochenen Kiste, etwa auf der Erde!? – Freilich; R. Abba b. Mamal sagte nämlich, nach demjenigen, welcher sagt, gleich einem Kielboote, standen die Träger auf dem Tische, und nach demjenigen, welcher sagt, gleich einer durchbrochenen Kiste, standen die Trägerauf der Erde.",
"Das, was R. Jehuda sagte, daß nämlich die Brote die Träger und die Träger die Brote hielten, vertritt also die Ansicht desjenigen, welcher sagt, gleich einem Kielboote."
],
[
"Man wandte ein: Im Ofen befand sich eine Art Korb, der einer viereckigen Platteglich!? – Lies: die Mündung glich einer viereckigenPlatte.",
"Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit demjenigen, welcher sagt, gleich einem Kielboote: Da waren vier Träger aus Gold, die oben eine Art Haken hatten, mit denen man die Brote stützte, die einem Kielboote glichen.",
"Sie fragten: War das Brot bei den Aufbrüchenuntauglich geworden oder nicht? [Hierüber streiten] R. Joḥanan und R. Jehošua͑ b. Levi; einer sagt, es war untauglich geworden, und einer sagt, es war nicht untauglich geworden.",
"Einer sagt, es war untauglich geworden, denn es heißt:wie sie lagerten, so brachen sie auf; wie es beim Lagern durch das Hinauskommen untauglich geworden war, ebenso war es auch beim Aufbruche durch das Hinauskommen untauglich geworden.",
"Einer sagt, es war nicht untauglich geworden, denn es heißt:das beständige Brot soll auf ihm sein. – Es heißt ja aber auch: wie sie lagerten, so brachen sie auf!? –",
"Umgekehrt: wie es beim Lagern nicht untauglich war, wenn es von seinem Platze nicht kam, ebenso war es auch beim Aufbruche nicht untauglich, wenn es von seinem Platze nicht kam. –",
"Und jener, es heißt ja auch: das beständige Brot soll auf ihm sein!? – Vielmehr, als R. Dimi kam, erklärte er: Über das angerichtetestreitet niemand, sie streiten nur über das abgenommene;",
"einer sagt, es war untauglich geworden, denn es heißt: wie sie lagerten, so brachen sie auf, wie es beim Lagern durch das Hinauskommen untauglich geworden war, ebenso war es beim Aufbruch durch das Hinauskommen untauglich geworden,",
"und einer sagt, es war nicht untauglich geworden, denn es heißt:und das Offenbarungszelt brach auf, auch wenn es aufbrach, galt es als Offenbarungszelt. –",
"Es heißt ja aber auch: wie sie lagerten, so brachen sie auf!? – Umgekehrt: wie es beim Lagern nicht untauglich war, wenn man es nicht hinausgebracht hatte, ebenso war es auch beim Aufbruche nicht untauglich, wenn man es nicht hinausgebracht hatte. –",
"Und jener, es heißt ja auch: und das Offenbarungszelt brach auf!? – Dies bezieht sich auf die Fahnen. –",
"Und jener!? – Dies entnimmt er aus [den Worten]:das Lager der Leviten inmitten der übrigen Lager.",
"Man wandte ein: Beim Reiseaufbruche wurden die Opfer wegen des Hinauskommens untauglich und die Flußbehafteten und Aussätzigen aus dem Lagerentfernt. Doch wohl auch das Schaubrot!? – Nein, das Schaubrot nicht. –",
"Wie du es nimmst: gilt esals Offenbarungszelt, so sollte es auch hinsichtlich der Opfer gelten, und gilt es nicht als Offenbarungszelt, so sollte dies auch hinsichtlich des Schaubrotes gelten!? –",
"Vielmehr, als Rabin kam, erklärte er: Einer spricht vom angerichteten und einer spricht vom abgenommenen, und sie streiten nicht.",
"Abajje sagte: Hierausist zu entnehmen, daß die Reiseaufbrüche auch nachts erfolgten, denn wollte man sagen, die Reiseaufbrüche erfolgten nicht nachts, so wurde eserst morgens auseinandergenommen, somit braucht ja nicht das Hinauskommen berücksichtigt zu werden, die Untauglichkeit war ja schon durch das Übernachtenerfolgt. –",
"Selbstverständlich, es heißt ja:tags und nachts zu gehen!? – Man könnte glauben, dies gelte nur von dem Falle, wenn die Reise bereits am Tage begonnen hatte, hatte sie aber am Tage nicht begonnen, habe sie nachts nicht begonnen, so lehrt er uns. –",
"Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wurden die Vorhängezusammengerollt, so durften die Flußbehafteten und die Aussätzigen eintreten!? R. Aši erwiderte: Das ist kein Einwand; eines nach R. Elie͑zer und eines nach den Rabbanan, denn es wird gelehrt:"
],
[
"R. Elie͑zer sagte: Man könnte glauben, wenn Flußbehaftete und Aussätzige bei der Herrichtung des in Unreinheit dargebrachten Pesaḥopferssich in den Tempelhof hineingedrängt haben, seien sie schuldig, so heißt es:sie sollen jeden Aussätzigen, jeden Flußbehafteten und jeden Leichenunreinen aus dem Lager hinausschaffen: wenn Leichenunreine hinausgeschafft werden müssen, sind auch Flußbehaftete und Aussätzige hinauszuschaffen,",
"wenn Leichenunreine nicht hinausgeschafft werden müssen, sind auch Flußbehaftete und Aussätzige nicht hinauszuschaffen.",
"SOWOHL BEI DEN ZWEI BROTEN ALS AUCH BEIM SCHAUBROTE ERFOLGTEN DAS KNETEN UND DAS FORMEN AUSSERHALBUND DAS BACKEN INNERHALB, UND SIE VERDRÄNGEN NICHT DEN ŠABBATH. R. JEHUDA SAGT, ALL IHRE VERRICHTUNGEN ERFOLGEN INNERHALB. R. ŠIMO͑N SAGT, MAN SAGESTETS, DIE ZWEI BROTE UND DAS SCHAUBROT SEIEN SOWOHL IM TEMPELHOFE ALS AUCH IN BETH PHAGE TAUGLICH.",
"GEMARA. Dies widerspricht sich ja selbst:",
"zuerst heißt es, das Kneten und das Formen erfolgen außerhalb, wonach die Trockenmaßenicht geheiligt wordensind, und darauf, daß das Backen innerhalb erfolge, wonach die Trockenmaße geheiligt worden sind!? Rabba sprach: Einem harten Mann, der hart wie Eisenist, das ist nämlich R. Šešeth, war dies hart. –",
"Was ist da schwierig, vielleicht heiligt sie nicht das I͑saron, sondern erst der Ofenheiligt sie!?",
"Wenn man aber auf eine Schwierigkeit hinweisen will, so ist es folgendes: ‘und das Backen innerhalb’, wonach der Ofen sie heiligt, und wenn sie den Šabbath nicht verdrängen, werden sie ja durch das Übernachtenuntauglich!? Raba sprach: Einem harten Mann, der hart wie Eisen ist, das ist nämlich R. Šešeth, war dies hart.",
"R. Aši sprach: Was ist da schwierig, vielleicht ist unter innerhalb der Raum der Priesterzu verstehen!?",
"Aber das, was R. Aši gesagt hat, ist sinnlos. Wie man es nimmt: ist für das Backen der Raum der Priester erforderlich, so sollte auch für das Kneten und Formen der Raum der Priester erforderlich sein, und ist für das Kneten und Formen der Raum der Priester nicht erforderlich, so sollte auch für das Backen der Raum der Priester nicht erforderlich sein. Vielmehr ist das, was R. Aši gesagt hat, sinnlos.",
"R. JEHUDA SAGT, ALL IHRE VERRICHTUNGEN ERFOLGEN INNERHALB &C. R. Abahu b. Kahana sagte: Beide folgerten sieaus einem Schriftverse:Es ist eine profane Art, wenn es heute im Geräte heilig wird.",
"R. Jehuda erklärt, er traf sie alltags backen und sprach zu ihnen: Ihr backt es an einem profanen Tage? Wenn es heute durch das Gerät geheiligt wird, wird es durch das Übernachten untauglich.",
"R. Šimo͑n aber erklärt, er traf sie am Šabbath backen und sprach zu ihnen wie folgt: Wollt ihr es nicht lieber auf profane Weise herrichten, nicht der Ofen heiligt es, sondern der Tisch!? –",
"Wieso kannst du sagen, er traf sie beim Backen, es heißt ja:da gab ihm der Priester heiliges, denn es war kein anderes Brot da, als das Schaubrot, das vor dem Herrn weggenommen wurde!?",
"[Die Worte] profane Art, von dem er sprach, sind vielmehr wie folgt zu erklären. Sie sagten zu ihm, es sei kein anderes Brot da als das Schaubrot, das vor dem Herrn weggenommen wurde.",
"Hierauf sprach er zu ihnen: Selbstverständlich ist dieses, das nicht mehr der Veruntreuungunterliegt, profan, aber auch das, was erst heute durch das Gefäß heilig wird, gebt ihm zum Essen,"
],
[
"denn er befindet sich in Lebensgefahr. Der Streit zwischen R. Jehuda und R. Šimo͑n beruht vielmehr auf einer Überlieferung.",
"Dies ist auch zu beweisen, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagt, man sage stets, die zwei Brote und das Schaubrot seien sowohl im Tempelhofe als auch in Beth Phage tauglich, Schließe hieraus.",
"DAS KNETEN UND DAS BACKEN DES PFANNENOPFERS DES HOCHPRIESTERS ERFOLGEN INNERHALBUND SIE VERDRÄNGEN DEN ŠABBATH; DAS MAHLEN UND DAS SIEBEN VERDRÄNGEN DEN ŠABBATH NICHT. R. A͑QIBA SAGTE EINE REGEL: JEDE ARBEIT, DIE AM VORABEND DES ŠABBATHS VERRICHTET WERDEN KANN, VERDRÄNGT DEN ŠABBATH NICHT, UND DIE AM VORABEND DES ŠABBATHS NICHT VERRICHTET WERDEN KANN, VERDRÄNGT DEN ŠABBATH.",
"BEI ALLEN SPEISOPFERN ERFOLGT DIE ZUBEREITUNG IN EINEM GEFÄSSEINNERHALB, NICHT ABER IN EINEM GEFÄSSE AUSSERHALB.",
"DIE ZWEI BROTE HATTEN EINE LÄNGE VON SIEBEN HANDBREITEN, EINE BREITE VON VIER HANDBREITEN UND SPITZENVON VIER FINGERBREITEN. DAS SCHAUBROT HATTE EINE LÄNGE VON ZEHN HANDBREITEN, EINE BREITE VON FÜNF HANDBREITEN UND SPITZEN VON SIEBEN FINGERBREITEN.",
"R. JEHUDA SAGTE: DAMIT MAN SICH NICHT IRRE, [MERKE MAN SICH:] ZDD JHZ. BEN ZOMA SAGTE:Und auf den Tisch lege vor mich beständig das Schaubrot; SCHAUBROT, ES SOLL EIN GESICHT HABEN.",
"vDER TISCH HATTE EINE LÄNGE VON ZEHN UND EINE BREITE VON FÜNF [HANDBREITEN] UND DAS SCHAUBROT HATTE EINE LÄNGE VON ZEHN UND EINE BREITE VON FÜNF [HANDBREITEN];",
"MAN LEGTE SIEDER LÄNGE NACH ÜBER DIE BREITE DES TISCHES UND SCHLUG AUF JEDER SEITE ZWEIEINHALB HANDBREITEN HOCH, SO DASS DIE LÄNGE DIE BREITE DES TISCHES EINNAHM – SO R. JEHUDA.",
"R. MEÍR SAGTE: DER TISCH HATTE EINE LÄNGE VON ZWÖLF UND EINE BREITE VON SECHS UND DAS SCHAUBROT EINE LÄNGE VON ZEHN UND EINE BREITE VON FÜNF;",
"MAN LEGTE SIE DER LÄNGE NACH ÜBER DIE BREITE DES TISCHES UND SCHLUG AUF JEDER SEITE ZWEI HOCH; ZWEI WAREN IN DER MITTEFREI, DAMIT DAZWISCHEN LUFT KOMME.",
"ABBA ŠAÚL SAGTE: DA STELLTE MAN DIE ZWEI SCHALEN WEIHRAUCH DES SCHAUBROTES HIN. SIE SPRACHEN ZU IHM: ES HEISST JA:lege auf jede Schicht reinen Weihrauch!? ER ERWIDERTE IHNEN: ES HEISST JA AUCH:aufihm der Stamm Menaše.",
"DA WAREN VIER TRÄGER AUS GOLD, VON OBEN AB EINGEKERBT, AUF DIE MAN SIE STÜTZTE, ZWEI FÜR DIE EINE SCHICHT UND ZWEI FÜR DIE ANDERE SCHICHT; FERNER WAREN DA ACHTUNDZWANZIG STÄBE, IN DER FORM VON GETEILTEN, HOHLEN RÖHREN, VIERZEHN FÜR DIE EINE SCHICHT UND VIERZEHN FÜR DIE ANDERE SCHICHT.",
"WEDER DAS ORDNEN DER STÄBE NOCH IHRE FORTNAHME VERDRÄNGTE DEN ŠABBATH; VIELMEHR GING ER AM VORABEND DES ŠABBATHS HINEIN, ZOG SIE HERAUSUND LEGTE SIE ÜBER DIE LÄNGE DES TISCHES.",
"ALLE GERÄTE, DIE IM TEMPEL WAREN, STANDEN IHRER LÄNGE NACH IN DER LÄNGSRICHTUNG DES HAUSES.",
"GEMARA. BEI ALLEN SPEISOPFERN ERFOLGT DIE ZUBEREITUNG IN EINEM GEFÄSSE INNERHALB. Man fragte Rabbi: Woher dies? Er erwiderte ihnen: Es heißt:Und er sprach zu mir: das ist die Stelle, wo die Priester das Sündopfer und das Schuldopferkochen, wo sie das Speisopfer backen, um es nicht nach dem äußeren Hofe zu bringen.",
"Das Speisopfer gleicht dem Schuldopfer und dem Sündopfer, wie das Schuldopfer und das Sündopfer eines Gefäßesbenötigen, ebenso benötigt auch das Speisopfer eines Gefäßes.",
"DER TISCH HATTE EINE LÄNGE VON ZEHN.",
"R. Joḥanan sagte: Nach demjenigen, welcher sagt, es seien zweieinhalb Handbreiten hochgeschlagen worden, ergibt es sich, daß der Tisch fünfzehn Handbreiten nach oben heiligte, und nach demjenigen, welcher sagt, es seien zwei Handbreiten hochgeschlagen worden, ergibt es sich, daß der Tisch zwölf Handbreiten nach oben heiligte. –",
"Es kommen ja noch die Stäbehinzu!? – Die Stäbe waren eingedrückt. –",
"Wohl aus dem Grunde, weil die Brote muffig werden könnten, und auf diese Weisewurden sie es ja!? – Etwas standen sie ab. –",
"Dieses etwas kommt ja hinzu!? –Da es keine Handbreite betrug, rechnet er es nicht mit. –",
"Es kommen ja noch die Schalen hinzu!? –Sie saßen in den Brotenund reichten bis zu den Broten. –"
],
[
"Es kommen ja die Spitzenhinzu!? –",
"Die Spitzen bog man nach innen, und das Brot saß auf diesen. – Es kommt ja noch die Randleistehinzu!? – Nach demjenigen, welcher sagt, die Randleiste war unten. – Aber nach demjenigen, welcher sagt, sie befand sich oben!? – Sie standab, und das Brot saß innerhalb des Tisches.",
"So wird auch gelehrt: R. Jose sagte: Da waren keine Träger, vielmehr hielt die Randleiste des Tisches das Brot. Sie sprachen zu ihm: Die Randleiste befand sich unten.",
"R. Joḥanan sagte: Nach demjenigen, welcher sagt, die Randleiste befand sich unten, ist eine Platte, die man umwendenkann, verunreinigungsfähig,",
"und nach demjenigen, welcher sagt, die Randleiste befand sich oben, ist es hinsichtlich einer Platte, die man umwenden kann, fraglich. –",
"Demnach war der Tisch verunreinigungsfähig, aber er war ja ein ruhendes Holzgerät, und ein ruhendes Holzgerät ist ja nicht verunreinigungsfähig!? –",
"Weshalb? – Es muß einem Sackegleichen; wie ein Sack voll und leer beweglich ist, ebenso auch alles andere, was voll und leer beweglich ist. –",
"Auch der Tisch war voll und leer beweglich. Dies nach Reš Laqiš, denn Reš Laqiš sagte: Es heißt:auf dem reinen Tische, demnach war er verunreinigungsfähig?",
"Dies lehrt, daß man ihn hochzuheben, den Wallfahrern das Brot zu zeigen und zu ihnen zu sprechen pflegte: Schauet eure Beliebtheit bei Gott!",
"Dies nach R. Jehošua͑ b. Levi, denn R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Ein großes Wunder geschah mit dem Schaubrote: beim Fortnehmen war es ebenso [frisch] wie beim Anrichten, denn es heißt:frisches Brot aufzutragen am Tage, da es fortgenommen wird. –",
"Dies sollte ja schon wegen des Überzugeserfolgen!? Wir haben nämlich gelernt: Wenn ein Tisch oder ein Kredenztisch beschädigtwird oder man ihn mit Marmorbelegt, und sovielzurückbleibt, daß man Becher hinaufstellenkann, so ist er verunreinigungsfähig; R. Jehuda sagt, soviel, daß man Portionen hinauflegen kann.",
"Also nur dann, wenn soviel zurückbleibt, sonst abernicht!?",
"Wolltest du erwidern, eines gelte von einem befestigten Überzuge und eines von einem unbefestigtenÜberzuge, so fragte ja Reš Laqiš den R. Joḥanan, ob dies nur von einem befestigten Überzuge oder auch von einem unbefestigten gelte,"
],
[
"ob auch die Ränder verkleidet sein müssen oder die Ränder nicht verkleidet sein müssen, und dieser erwiderte ihm, es sei einerlei, ob es ein befestigter Überzug ist oder es ein unbefestigter Überzug ist, ob auch die Ränder verkleidet sind oder die Ränder nicht verkleidet sind!?",
"Wolltest du erwidern, Akazienholzsei wertvoll und verliere seine Eigenschaftnicht, so stimmt dies allerdings nach Reš Laqiš, welcher sagt, diesgelte nur von Geräten aus einfachemHolze, die aus überseeischen Ländern kommen, während Geräte aus wertvollemHolze wertvoll sind und ihre Eigenschaft nicht verlieren, wie ist es aber nach R. Joḥanan zu erklären, welcher sagt, auch Geräte aus wertvollem Holze verlieren durch [den Überzug] ihre Eigenschaft!? –",
"Anders verhält es sich beim Tische, den der Allbarmherzige Holz nennt, denn es heißt:der Altar war aus Holz, drei Ellen hoch und zwei Ellen lang; und er hatte Ecken (und seine Länge) und seine Wände waren aus Holz. Und er sprach zu mir: Dies ist der Tisch, der vor dem Herrn steht. –",
"Er beginnt mit dem Altar und schließt mit dem Tische!? R. Joḥanan und R. Elea͑zar erklärten beide: Solange der Tempel bestanden hat, pflegte der Altar dem Menschen Sühne zu schaffen, jetzt aber, wo der Tempel nicht mehr besteht, verschafft ihm sein TischSühne.",
"DA WAREN VIER TRÄGER AUS GOLD &C. Woher dies? R. Qaṭṭina erwiderte: Die Schrift sagt:mache seine Schüsseln, seine Schalen, seine Halter und seine Röhren.",
"Schüsseln, das sind die Formen; Schalen, das sind die Weihrauchschalen; Halter, das sind die Träger; Röhren, das sind die Stäbe.Womit bedeckt wird, womit das Brot bedeckt wird.",
"Rabba wandte ein: Weder das Ordnen der Stäbe noch ihre Fortnahme verdrängt den Šabbath. Weshalb verdrängen sie den Šabbath nicht, wenn man sagen wollte, dies sei aus der Tora!?",
"Später sagte Rabba: Das, was ich gesagt habe, ist nichts, denn wir haben gelernt: R. A͑qiba sagte eine Regel: Jede Arbeit, die am Vorabend des Šabbaths verrichtet werden kann, verdrängt den Šabbath nicht. Auch wegen dieser braucht der Šabbath nicht verdrängt zu werden;",
"diese sind ja nur deshalb nötig, damit die Brote nicht muffig werden, und in einem solchen Zeitraume werden sie nicht muffig.",
"Es wird nämlich gelehrt: Wie machte er es? Er ging am Vorabend des Šabbaths hinein, zog sie heraus und legte sie über die Länge des Tisches; am Ausgange des Šabbaths ging er wiederum hinein, hob das eine Ende des Kuchens hoch und schob den Stab darunter; sodann hob er das andere Ende des Kuchens hoch und schob den Stab darunter.",
"Vier Kuchenbenötigten je dreier Stäbe, der obere nur zweier, weil er nicht belastet wurde, und der untere überhaupt keiner, weil er auf der bloßen Fläche des Tisches lag.",
"Dort haben wir gelernt: R. Meír sagt, alles im Tempel wurde mit der gewöhnlichen Ellegemessen, ausgenommen der goldene Altar, die Hörner, der Simsund das Fundament; R. Jehuda sagt, die Bauelle hatte sechs und die der Geräte hatten fünf Handbreiten.",
"R. Joḥanan sagte: Beide folgerten es aus einem Schriftverse:Und dies sind die Maße des Altars in Ellen, die Elle zu einer [gewöhnlichen] Elle und einer Handbreite [gerechnet]. \n"
],
[
"Sein Fuß eineElle, eine Elle die Breite und er reicht bis oben hinauf, ringsum eine Spanne, das ist die Höhe des Altars. Sein Fuß eine Elle, das ist das Fundament; eine Elle die Breite, das ist der Sims; er reicht bis oben hinauf, das sind die Hörner; das ist die Höhe des Altars, das ist der goldene Altar.",
"R. Meír ist der Ansicht, nur diesermit einer Elle zu fünf [Handbreiten], alle anderen Geräte aber mit einer Elle zu sechs, und R. Jehuda ist der Ansicht, dieser gleiche die Elle aller übrigen Geräte.",
"Erglaubte, die Höhe vom Fundamente bis zum Simsewurde mit einer Elle von fünf [Handbreiten] gemessen, und [die Worte:] sein Fuß eine Elle und eine Elle die Breite, sind wie folgt zu verstehen: von der Elle des Fußes bis zur Elle der Breitemit einer Elle von fünf Handbreiten.",
"Die Höhe des Altars betrug zehn Ellen, sechs zu fünf und vier zu sechs Handbreiten,",
"somit maß der Altar vierundfünfzig [Handbreiten]; die Hälfte des Altars hatte siebenundzwanzig, und von den Hörnern bis zum Simsewaren es vierundzwanzig, sodaß die Hälfte des Altars drei weniger hatte. Ferner haben wir gelernt, daß ein Strich von roter Farbe [den Altar] um die Mitte umgab, um zwischen dem oberhalb und dem unterhalb [zu sprengenden] Blute zu trennen.",
"Wieso wird nun hinsichtlich des Geflügel-Brandopfers gelehrt, er stieg auf die Altarrampe, wandte sich zum Simse und gelangte zum südöstlichen Horn, kniff dann den Kopf ab, trennte ihn ab und preßte das Blut auf die Wand des Altars, und wenn er dies unterhalb seiner Füßegetan hat, selbst eine Elle, es tauglich sei,",
"er trägt ja das oberhalb zu sprengende [Blut] zwei Handbreiten unterhalbauf!? –",
"Vielmehr, eine Elle sein Fuß, der Einzug; die Breite eine Elle, der Einzug; er reicht bis oben hinauf, der Einzug.",
"Der Altar hatte demnachsechzig [Handbreiten] und die Hälfte betrug dreißig; von den Hörnern bis zum Simse waren es vierundzwanzig, sodaß diese Hälfte des Altars sechs weniger hatte; daherhaben wir gelernt, wenn er dies unterhalb seiner Füße getan hat, selbst eine Elle, sei es tauglich. –",
"Wieso kannst du es auf den Einzug beziehen, wir haben ja gelernt: Der Altar maßzweiunddreißig zu zweiunddreißig [Ellen], eine Elle Höhe und eine Elle Einzug, das war das Fundament; es verbleiben somitdreißig zu dreißig [Ellen].",
"Es sind ja dreißig und zwei Handbreiten!?",
"Ferner [wird gelehrt:] fünf [Ellen] Höhe und eine Elle Einzug, das war der Sims; es verbleiben somit achtundzwanzig zu achtundzwanzig [Ellen]. Es sind ja achtundzwanzig und vier Handbreiten!?",
"Wolltest du erwidern, er zähle sienicht mit, da sie keine Elle betragen, [so heißt es ja weiter:] die Hörner nahmen einen Raum von einer Elle an der einen Seite und einer Elle an der anderen Seite ein; es verbleiben somit sechsundzwanzig zu sechsundzwanzig [Eilen].",
"Es sind ja siebenundzwanzig!? –",
"Er nimmt es nicht genau. – Der Raum, wo die Priestereinhergingen, eine Elle an der einen Seite und eine Elle an der anderen Seite; der Raum des Holzstoßeshatte somit vierundzwanzig zu vierundzwanzig [Ellen]. Es sind ja fünfundzwanzig!?",
"Wolltest du auch hierbei erwidern, er nehme es nicht genau, so [wird ja gelehrt]:Und der Opferherd hatte zwölf Ellen in der Länge und zwölf Ellen in der Breite, viereckig; man könnte glauben, er maß nur zwölf Ellen zu zwölf Ellen, so heißt es:auf allen vier Seiten, und dies lehrt, daß er von der Mitte aus rechnet: zwölf Ellen nach jederSeite.",
"Wolltest du erwidern, man habe diese sechsvon vornhereinmit einer Elle zu fünf Handbreitengemessen, so müßte ja der freie Raum im Tempelhofe größersein!?",
"Wir haben nämlich gelernt: Der ganze Tempelhof hatte eine Länge von hundertsiebenundachtzig [Ellen] zu einer Breite von hundertfünfunddreißig. Von Osten nach Westen hundertsiebenundachtzig [Ellen]: elf Ellennahm der Raum ein, wo die Jisraéliten umhergingen, elf Ellen der Raum, wo die Priester umhergingen, zweiunddreißig der Altar, zweiundzwanzig Ellen [der Raum] zwischen dem Altar und der Vorhalle, hundert Ellen der Tempel und elf Ellen [der Raum] hinter dem Allerheiligsten. –",
"Vielmehr, eine Elle sein Fuß, die Höhe; die Breite eine Elle, der Einzug; er reicht bis oben hinauf,"
],
[
"ob sooder so.",
"Der Altar hatte demnach achtundfünfzig [Handbreiten] und die Hälfte neunundzwanzig; von den Hörnern bis zum Simse waren esdreiundzwanzig,",
"sodaß diese Hälfte des Altars sechs weniger hatte; daher haben wir gelernt, wenn er dies unterhalb seiner Füße getan hat, selbst eine Elle, sei es tauglich.",
"Dies ist auch zu beweisen, denn es heißt: eine Elle sein Fuß und die Breite eine Elle. Schließe hieraus.",
"Wieviel hat eine gewöhnliche Elle? R. Joḥanan erwiderte: Sechs Handbreiten. R. Jose b. Abin sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: R. Meír sagte: Der Tischhatte eine Länge von zwölf und eine Breite von sechs [Handbreiten]. –",
"Demnachgibt es eine Elle, die größer als diese ist? – Allerdings, denn wir haben gelernt: Zwei Ellenmaße befanden sich in der Šušankammer, das eine im nordöstlichen und das andere im südöstlichen Winkel; das nordöstliche war um einen halben Finger größer als die [Elle] Mošes, und das südöstliche war um einen halben Finger größer als jene, also um einen Finger größer als die [Elle] Mošes.",
"Wozu brauchte man eine große und eine kleine? Damit die Handwerker mit der kleinen übernehmen und mit der großen abliefern, um nicht zu einer Veruntreuungzu kommen. –",
"Wozu waren zweinötig!? – Eine für Silber und Goldund eine für Bauarbeiten.",
"Dort haben wir gelernt: Auf dem östlichen Tore war die Stadt Šušan abgebildet. Aus welchem Grunde? –",
"R. Ḥisda und R. Jiçḥaq b. Evdämi [erklärten es]; einer erklärte, damit sie sich merken sollten, woher sie gekommensind, und einer erklärte, um die Ehrfurcht vor der Regierung zu wahren.",
"R. Jannaj sagte: Stets habe Ehrfurcht vor dem Könige, denn es heißt: und all diese deine Knechte werden zu mir herabkommen und sich vor mir niederwerfen; von ihm selber aber sagte er es nicht.",
"R. Joḥanan entnimmt dies aus folgendem:und die Hand Gottes kam über Elijahu, und er schürzte seine Lenden und lief vor Aḥáb her, bis er nach Jizre͑él kam.",
"Und ihr Laub als Heilmittel. R. Ḥisda und R. Jiçḥaq b. Evdämi [erklärten es];",
"einer erklärte, zur Lösungdes oberen Mundes, und einer erklärte, zur Lösung des unteren Mundes. Es wurde auch gelehrt: Ḥizqija erklärte, zur Lösung des Mundes der Stummen; Bar Qappara erklärte, zur Lösung des [Mutter]mundes der Sterilen.",
"Die Rabbanan lehrten: Würde es nur geheißen haben:nimm Feinmehl und backe daraus zwölf [Kuchen] &c. und lege sie in zwei Schichten, und nicht sechs, so könnte man glauben, eine zu vier und eine zu acht; daher heißt es sechs.",
"Und würde es nur geheißen haben: zwei Schichten, sechs die Schicht, und nicht zwölf, so könnte man glauben, dreizu sechs; daher heißt es zwölf.",
"Und würde es nur zwölf Kuchen und Schichten geheißen haben, und nicht zwei und sechs, so könnte man glauben, drei zu vier; daher heißt es zwei und sechs. Wenn diese drei Schriftworte nicht vorhanden wären, würden wir es also nicht gewußt haben.",
"Wie geschah dies? Man setze zwei Schichten zu sechs [Kuchen] nieder. Hat man eine zu vier und eine zu acht niedergesetzt, so hat man der Pflicht nicht genügt; wenn zwei zu sieben, so betrachte man, wie Rabbi sagt, die oberen als nicht vorhanden. Es heißt ja:lege auf!?",
"R. Ḥisda sprach zu R. Hamnuna, manche sagen, R. Hamnuna zu R. Ḥisda: Rabbi vertritt hierbei seine Ansicht, unter auf sei die Nähe zu verstehen. Es wird nämlich gelehrt: Rabbi sagte: Lege auf jede Schicht reinen Weihrauch; unter auf ist die Nähe zu verstehen. Du sagst, unter auf sei die Nähe zu verstehen, vielleicht ist dem nicht so, sondern wörtlich auf? Es heißt:du sollst auf die Lade den Vorhang breiten, demnachist unter auf die Nähe zu verstehen.",
"ALLE GERÄTE, IM TEMPEL &C. Die Rabbanan lehrten: Alle Geräte im Tempel standen ihrer Länge nach in der Längsrichtung des Hauses, ausgenommen die Lade, deren Länge über die Breite des Hauses ging. So lag sie und solagen ihre Stangen.",
"Wie meint er es? – Er meint es wie folgt: So lag sie, weil die Stangen solagen. –",
"Woher diesvon den Stangen? – Es wird gelehrt:Die Stangen waren so lang; man könnte glauben, sie berührten den Vorhangnicht, so heißt es:sie waren zu sehen; wenn sie zu sehen waren, so könnte man glauben,"
],
[
"sie rissen den Vorhang durch und ragten hervor, so heißt es:drauβen waren sie aber nicht zu sehen. Wie geschah dies? Sie drückten in den Vorhang und ragten hervorgleich den zwei Brüsten eines Weibes, wie es heißt:ein Myrrhenbündel ist mein Geliebter, zwischen meinen Brüsten ruht er. –",
"Woher, daß die Stangen an den Breitseiten der Lade saßen, vielleicht saßen sie an den Längsseiten!? R. Jehuda erwiderte: Anderthalb Ellen würden für zwei Personennicht gereicht haben. –",
"Woher, daß vier [Personen] sie trugen? – Es heißt:es zogen die Kehathiten, zwei,die Träger des Heiligtums, ebenfalls zwei.",
"Die Rabbanan lehrten: Zehn Tische fertigte der König Šelomo, wie es heißt:er fertigte zehn Tische und stellte sie in den Tempel, fünf rechts und fünf links.",
"Wollte man erklären, fünf rechts der Tür und fünf links der Tür, so würde es sich ja ergeben, daß Tische in der Südseite gestanden haben, und die Tora sagt:und den Tisch stelle auf die linke Seite.",
"Vielmehr stand [der Tisch] Mošes in der Mitte, und fünf rechts und fünf links.",
"Die Rabbanan lehrten: Zehn Leuchter fertigte Šelomo, wie es heißt: er fertigte zehn goldene Leuchter nach ihrer Vorschrift und stellte sie in den Tempel, fünf rechts und fünf links.",
"Wollte man erklären, fünf rechts der Tür und fünf links der Tür, so würde es sich ja ergeben, daß Leuchter in der Nordseite gestanden haben, und die Tora sagt:und den Leuchter gegenüber dem Tische.",
"Vielmehr stand der [Leuchter] Mošes in der Mitte, und fünf rechts und fünf links. –",
"Das Eine lehrt, sie standen von der Mitte des Hauses ab einwärts, und ein Anderes lehrt, sie standen von einem Drittel des Hauses ab einwärts!? –",
"Das ist kein Widerspruch; eines rechnet das Allerheiligstezum Tempel und eines rechnet das Allerheiligste nicht zum Tempel.",
"Die Rabbanan lehrten: Sie standen in der Richtung von Osten nach Westen– so Rabbi; R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagt, von Norden nach Süden. Was ist der Grund Rabbis? – Er folgert dies vom Leuchter; wie der Leuchter von Osten nach Westen, ebenso auch jene von Osten nach Westen. –",
"Woher dies vom Leuchter selbst? – Von der westlichen Lampe heißt es:sollen sie herrichten &c. vor dem Herrn,",
"wonach alle übrigen nicht vor dem Herrn waren, und wenn man sagen wollte, von Norden nach Süden, so waren ja alle vor dem Herrn. –",
"Was ist der Grund des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n? – Er folgert dies von der Lade; wie die Lade von Norden nach Süden, ebenso auch jene von Norden nach Süden. – Sollte es auch Rabbi von der Lade folgern!? – Man folgere hinsichtlich des äußeren vom äußeren, nicht aber hinsichtlich des äußeren vom inneren. –",
"Sollte es R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n vom Leuchter folgern!? – Er kann dir erwidern: auch der Leuchter stand in der Richtung von Norden nach Süden. –",
"Es heißt ja aber: Ahron und seine Söhne sollen sie herrichten!? – Sieneigten seitwärts.",
"Es wird nämlich gelehrt:Auf die Vorderseite des Leuchters sollen die sieben Lampen ihr Licht werfen; dies lehrt, daß sie sich mit ihren Vorderseiten zur mittelsten Leuchte neigten. Hieraus entnimmt R. Nathan, daß das Mittelstedas geschätzteste ist. –",
"Einleuchtend ist es nach demjenigen, der von Osten nach Westen sagt, daß zehn in zwanziggestanden haben, wieso aber konnten zehn in zwanzigstehen nach demjenigen, der von Norden nach Süden sagt!?",
"Und wie konnten fernerdie Priester durch!? Und ferner würden sich ja Tische in der Südseite befunden haben!? Und wo hat ferner der Tisch Mošesgestanden!? –",
"Wo hat nach deiner Auffassung, auch nach demjenigen, der von Osten nach Westen sagt, der Tisch Mošesgestanden!?",
"Du glaubst wohl, sie standen in einer Reihe, sie standen in zwei Reihen. –"
],
[
"Erklärlich ist die Ansicht desjenigen, der von Norden nach Südensagt,",
"nach demjenigen aber, der von Osten nach Westen sagt, ergibt es sich ja, da der Abstand zwischen dem Tische und der Wand zweieinhalbEllen, dieser selbst eine Elle, der Abstand zwischen einem und dem anderen zweieinhalb Ellen,",
"dieser selbst eine Elle, der Abstand zwischen einem und dem anderen zweieinhalb Ellen und dieser selbst eine Elle einnahm, daß die Tische eine halbe Ellein die Südseite hineinragten!? –",
"Du glaubst wohl, der Tisch Mošes habe zwischen diesen gestanden, nein, er stand oben und diese wurden ein wenig niedriger gesetzt, wie Schüler vor ihrem Lehrer sitzen.",
"Die Rabbanan lehrten: Zehn Tische fertigte Šelomo; man schichtete [das Schaubrot] aber nur auf den Mošes auf, denn es heißt:und den Tisch, auf dem das Schaubrot war, aus Gold.",
"Zehn Leuchter fertigte Šelomo; man zündete aber nur den Mošes an, denn es heißt:und zündeten abends den goldenen Leuchter und seine Lampen an.",
"R. Elea͑zar b. Šammua͑ sagte: Man legte es auf alle nieder, denn es heißt:die Tische und auf ihnen das Schaubrot; man zündete alle an, denn es heißt:die Leuchter und ihre Lampen, damit sie nach Vorschrift vor dem Allerheiligsten angezündet werden, aus feinem Golde.",
"R. Jose b. R. Jehuda sagte; Man schichtete sie nur auf den Mošes auf und [der Schriftvers:] die Tische und auf ihnen das Schaubrot, spricht von den drei Tischen im Tempel; zwei waren in der Vorhalle innen an der Tür des Hauses, einer aus Silberund einer aus Gold;",
"auf den silbernen setzte man das Schaubrot ab beim Hineingehen und auf den goldenen beim Herauskommen, weil man beim Heiligen steigert und nicht herabsetzt; und einer aus Gold innerhalb, auf dem das Schaubrot sich dauernd befand. –",
"Woher, daß man nicht herabsetze? Rabbi erwiderte: Die Schrift sagt:Moše richtete die Wohnung auf, er stellte ihre Schwellen hin und setzte ihre Balken darauf und machte ihre Riegel fest und setzte ihre Säulen auf. –",
"Und woher, daß man steigere? R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: Die Schrift sagt:die Pfannen dieser Sünder um den Preis ihres Lebens, und man mache daraus Blechplatten zum Überzuge für den Altar; sie haben sie vor den Herrn gebracht, und so sind sie heilig geworden; sie sollen den Kindern Jisraél als Denkzeichen dienen. Ursprünglich waren sie Dienstgeräte des Altars und nachher gehörten sie zum Altar selbst.",
"Die du zerbrochen hast, und lege sie in die Lade. R. Joseph lehrte: Dies lehrt, daß die Tafeln und die Bruchstücke der Tafeln in der Lade lagen. Hieraus, daß man einen Schriftgelehrten, der durch Mißgeschick sein Studium vergessen hat, nicht verächtlich behandle.",
"",
"Reš Laqiš sagte: Zuweilen"
],
[
"ist die Störung der Tora ihre Erhaltung, denn es heißt: die du zerbrochen hast; der Heilige, gepriesen sei er, sprach nämlich zu Moše: Dankdir, daß du sie zerbrochen hast.",
"Ferner sagte Reš Laqiš: Wenn ein Schriftgelehrter ausartet, so ächte man ihn nicht öffentlich, denn es heißt:und strauchelst du am Tage, so strauchelt nachts auch der Prophet mit dir; bedecke ihn wie die Nacht.",
"Ferner sagte Reš Laqiš: Wer auch nur ein Wort von seinem Studium vergißt, übertritt ein Verbot, denn es heißt:achte darauf und achte auf deine Seele sehr, daß du nicht die Worte vergißt. Dies nach R. Abin im Namen R. Ilea͑s, denn R. Abin sagte im Namen R. Ilea͑s, überall, wo es achte, daß nicht und nicht heißt, werde ein Verbot ausgedrückt.",
"Rabina sagte: [Es heißt] achte und daß nicht, das sind zwei Verbote. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Drei Verbote, denn es heißt: achte darauf und achte auf deine Seele sehr, daß du nicht die Worte vergißt.",
"Man könnte glauben, auch wenn es durch Mißgeschick erfolgt ist, so heißt es: daß sie nicht aus deinem Herzen weichen, die Schrift spricht nur von dem Falle, wenn man sie aus seinem Herzen entweichen läßt. R. Dostaj b. R. Jannaj sagte: Man könnte glauben, auch wenn sein Studium ihm zu schwer geworden ist, so heißt es nur.",
"R. Joḥanan und R. Elea͑zar sagten beide: Die Tora wurde in vierzig [Tagen] verliehen und die Seele wird in vierzig [Tagen] gebildet; wer die Tora wahrt, dessen Seele wird gewahrt, und wer die Tora nicht wahrt, dessen Seele wird nicht gewahrt.",
"In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Dies ist ebenso als wenn jemand seinem Knechte einen Singvogel anvertraut und zu ihm spricht: Du glaubst vielleicht, wenn du ihn abhanden kommen läßt, nehme ich von dir einen Assar als Ersatz, deine Seele nehme ich dir.",
"ZWEI TISCHE WAREN IN DER VORHALLE, INNEN AN DER TÜR DES HAUSES, EINER AUS MARMORUND EINER AUS GOLD: AUF DEN MARMORNEN SETZTE MAN DAS SCHAUBROT AB BEIM HINEINGEHEN UND AUF DEN GOLDENEN BEIM HERAUSKOMMEN,",
"WEIL MAN BEIM HEILIGEN STEIGERT UND NICHT HERABSETZT; INNERHALB WAR EINER AUS GOLD, AUF DEM DAS SCHAUBROT SICH DAUERND BEFAND.",
"VIER PRIESTER TRATEN EIN; ZWEI HIELTEN IN DEN HÄNDEN DIE ZWEI SCHICHTEN [SCHAUBROTE] UND ZWEI HIELTEN IN DEN HÄNDEN DIE ZWEI SCHALEN [WEIHRAUCH]; IHNEN GINGEN VIER PRIESTER VORAN, ZWEI, UM DIE ZWEI SCHICHTEN FORTZUNEHMEN, UND ZWEI, UM DIE ZWEI SCHALENFORTZUNEHMEN.",
"DIE HINEINBRINGENDEN STANDEN IN DER NORDSEITE MIT DEM GESICHTE NACH DER SÜDSEITE, UND DIE HERAUSBRINGENDEN STANDEN IN DER SÜDSEITE MIT DEM GESICHTE NACH DER NORDSEITE; DIE EINEN ZOGENHERVOR UND DIE ANDEREN SETZTENNIEDER; DER HANDRÜCKEN DES EINEN GEGENÜBER DEM HANDRÜCKEN DES ANDEREN, DENN ES HEISST:vor mir beständig.",
"R. JOSE SAGTE: AUCH WENN DIE EINEN [ZUERST] FORTNEHMEN UND DIE ANDEREN [NACHHER] NIEDERSETZEN, HEISST DIES BESTÄNDIG.",
"SIE KAMEN HERAUS UND LEGTEN SIE AUF DEN GOLDENEN TISCH IN DER VORHALLE, SODANN RÄUCHERTEN SIE DIE SCHALEN [WEIHRAUCH] AUF, UND DIE BROTE WURDEN AN DIE PRIESTER VERTEILT.",
"FIEL DER VERSÖHNUNGSTAGAUF EINEN ŠABBATH, SO WURDEN DIE BROTE AM ABEND VERTEILT. FIEL ER AUF DEN VORABEND EINES ŠABBATHS, SO WURDE DER BOCK, DES VERSÖHNUNGSTAGES AM ABENDGEGESSEN. DIE BABYLONIER ASSEN IHN DANN ROH, WEIL SIE SICH NICHT EKELTEN.",
"GEMARA. Es wird gelehrt: R. Jose sagte: Selbst wenn man morgens das alte fortgenommen und abends das neue niedergelegt hat, ist nichts dabei, und [die Worte] vor mir beständig sind zu verstehen, der Tisch dürfe über Nacht nicht ohne Brot sein.",
"R. Ami sagte: Aus den Worten R. Joses lernen wir, daß, wenn jemand auch nur einen Abschnitt morgens und einen Abschnitt abends lernt, er ausübt das Gebot:nicht soll dieses Bach der Lehre aus deinem Munde weichen.",
"R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Auch wer nur morgens und abends das Šema͑ liest, übt aus [das Gebet:] nicht soll weichen. Dies darf man aber nicht vor Leuten aus dem gemeinen Volke sagen. Raba sagte: Es ist sogar Pflicht, dies vor Leuten aus dem gemeinen Volke zu sagen.",
"Ben Dama, ein Schwesterssohn R. Jišma͑éls, fragte R. Jišma͑él: Darf einer wie ich, der ich die ganze Tora gelernt habe, die griechische Weisheitlernen? Da las er ihm folgenden Schriftvers vor: Nicht soll dieses Buch der Lehre aus deinem Munde weichen, und sinne darüber Tag und Nacht. Suche dir eine Stunde, die weder zum Tage noch zur Nacht gehört, und lerne dann die griechische Weisheit.",
"Er streitet somit gegen R. Šemuél b. Naḥmani, denn R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Dieser Schriftvers ist weder Pflicht noch Gebot, sondern ein Segen. Der Heilige, gepriesen sei er, sah nämlich, daß die Worte der Tora ihm besonders lieb waren, wie es heißt:und sein Diener Jehošua͑, der Sohn Nuns, wich nicht aus dem Zelte, da sprach er zu ihm: Jehošua͑, dieweil die Worte der Tora dir so lieb sind, so soll dieses Buch der Lehre nicht aus deinem Munde weichen.",
"In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Die Worte der Tora sollen dir nicht als Pflicht erscheinen, auch darfst du dich ihrer nicht befreien.",
"Ḥizqija sagte: Es heißt:wenn er dich auch verleitet hat aus der Mündung der Enge in Wohlstand ohne Beengung. Komm und sieh, wie die Handlungsweise des Heiligen, gepriesen sei er, anders ist als die Handlungsweise eines [Menschen aus] Fleisch und Blut. Ein Mensch aus Fleisch und Blut verleitetden anderen von den Wegen des Lebens auf die Wege des Todes, der Heilige, gepriesen sei er, aber verleitet den Menschen von den Wegen des Todes auf die Wege des Lebens, denn es heißt: wenn er dich auch verleitet hat. \n"
],
[
"Aus der Mündung der Enge; aus dem Fegefeuer, dessen Mündung eng ist, damit der Rauch sich darin ansammle.",
"Vielleicht glaubst du, wie seine Mündung eng ist, sei auch sein Inneres eng, so heißt es: tief und weit. Vielleicht glaubst du, für einen König sei es nicht da, so heißt es: auch für den König ist es bereitet. Vielleicht glaubst du, da sei kein Holz da, so heißt es:sein Scheiterhaufe hat Feuer und Holz in Fülle. Vielleicht glaubst du, [nur] diessei ihrLohn, so heißt es:die Besetzung deines Tisches ist reich an Fett.",
"FIEL DER VERSÖHNUNGSTAG AUF EINEN ŠABBATH &C. Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Es waren nicht Babylonier, sondern Alexandriner, und nur weil siedie Babylonier hassen, belegen sie jene mit dem Namen Babylonier.",
"Ebenso wird auch gelehrt: R. Jose sagte: Es waren nicht Babylonier, sondern Alexandriner, und nur weil sie die Babylonier hassen, belegen sie jene mit dem Namen Babylonier. R. Jehuda sprach zu ihm: Finde Befriedigung, wie du mich befriedigt hast.",
"HAT MAN DAS BROT AM ŠABBATH AUFGESCHICHTET, DIE SCHALEN [WEIHRAUCH] NACH DEM ŠABBATH, UND AM [FOLGENDEN] ŠABBATH DIE SCHALEN AUFGERÄUCHERT, SO IST ESUNTAUGLICH, UND MAN IST WEGEN DIESES NICHT SCHULDIGWEGEN VERWERFLICHEM, ÜBRIGGEBLIEBENEM UND UNREINHEIT.",
"HAT MAN DAS BROT UND DIE SCHALEN AM ŠABBATH AUFGESCHICHTET UND DIE SCHALEN NACH DEM ŠABBATHAUFGERÄUCHERT, SO IST ES UNTAUGLICH, UND MAN IST WEGEN DIESES NICHT SCHULDIG WEGEN VERWERFLICHEM, ÜBRIGGEBLIEBENEM UND UNREINHEIT.",
"WAS MACHE MAN, WENN MAN DAS BROT UND DIE SCHALEN NACH DEM ŠABBATH AUFGESCHICHTET UND DIE SCHALEN AM ŠABBATH AUFGERÄUCHERT HAT? MAN LASSEES FÜR DEN FOLGENDEN ŠABBATH, DENN AUCH WENN ES SICH VIELE TAGE AUF DEM TISCHE BEFINDET, IST NICHTS DABEI.",
"GEMARA. Dort haben wir gelernt: Der Beamte sprach zu ihnen: Geht und schauet, ob die Zeit zum Schlachtenherangereicht ist. Sobald sie herangereicht war, so sprach der Beobachtende: Ein Lichtschein! Hierauf fragte Mathjab. Šemuél: Ist die ganze Ostseite hell? Bis Ḥebron? Und dieser erwiderte: Jawohl.",
"Wozu war dies alles nötig? Weil sie einmal, als das Mondlicht aufgegangen war, glaubten, das [Morgen]licht sei im Osten aufgegangen, und sie schlachteten das beständige Opfer, das sie [nachher]in den Verbrennungsraum brachten.",
"Hierauf führte man den Hochpriester zum Tauchbade hinunter. Folgende Bestimmung war im Tempel eingeführt: wer seine Notdurft verrichtet, muß ein Tauchbad nehmen, wer Wasser läßt, muß Hände und Füße waschen.",
"Der Vater R. Abins lehrte: Nicht nur dieses, auch ein Geflügel-Brandopfer, dem nachts [der Kopf] abgekniffen, und ein Speisopfer, von dem nachts der Haufe abgehoben wurde, kommt in den Verbrennungsraum. –",
"Einleuchtend ist dies vom Geflügel-Brandopfer, weil man es nicht mehr rückgängig machen kann, beim Speisopfer aber kann man ja den Haufen zurücklegen und ihn am Tage abheben!?",
"Er lehrte dies und er selbst erklärte es auch: Die Dienstgefäße heiligenauch außerhalb der Zeit.",
"Man wandte ein: Was am Tage dargebracht wird, wird am Tage heilig, was nachts, wird nachts heilig, was sowohl am Tage als auch nachts, wird sowohl am Tage als auch nachts heilig.",
"‘Was am Tage dargebracht wird, wird am Tage heilig’, also nur am Tage, nachts aber nicht!? – Nicht heilig, um dargebracht zu werden, wohl aber heilig, um untauglich zu werden.",
"R. Zera wandte ein: Was mache man, wenn man das Brot und die Schalen nach dem Šabbath aufgeschichtet und die Schalen am Šabbath aufgeräuchert hat? Man lasse es für den folgenden Šabbath, denn auch wenn es sich viele Tage auf dem Tische befindet, ist nichts dabei.",
"Wenn man nun sagen wollte, Dienstgefäße heiligen auch außerhalb der Zeit, so sollte es ja heilig und untauglich werden!?",
"Rabba erwiderte: Wer diesen Einwand erhob, hat Recht, aber der Vater R. Abins lehrt eine Barajtha. Er ist der Ansicht, nachts gebe es kein Fehlender Frist, wohl aber gibt es am Tage ein Fehlen der Frist. –",
"Sobald"
],
[
"die Nacht zum Šabbathheranreicht, sollte es doch heilig und untauglich werden!? Raba erwiderte: Wenn man es vorher fortgenommenhat.",
"Mar Zuṭra, nach anderen R. Aši, erwiderte: Du kannst auch sagen, wenn man es vorher nicht fortgenommen hat; da man es nicht nach Vorschrift niedergelegt hat, ist es ebenso, als würde ein Affees niedergelegt nahen.",
"DIE ZWEI BROTE WERDEN NICHT FRÜHER ALS AM ZWEITEN UND NIGHT SPÄTER ALS AM DRITTEN [TAGE]GEGESSEN; UND ZWAR: SIE WERDEN AM VORABEND DES FESTES GEBACKEN UND AM FESTE GEGESSEN, ALSO AM ZWEITEN; FÄLLT DAS FEST AUF EINEN SONNTAG, SO WERDEN SIE AM DRITTEN GEGESSEN.",
"DAS SCHAUBROT WIRD NICHT FRÜHER ALS AM NEUNTEN UND NICHT SPÄTER ALS AM ELFTEN [TAGE] GEGESSEN; UND ZWAR: ES WIRD AM VORABEND DES ŠABBATHS GEBACKEN UND AM ŠABBATH GEGESSEN, ALSO AM NEUNTEN; FÄLLT EIN FEST AUF DEN VORABEND DES ŠABBATHS, SO WIRD ES AM ZEHNTEN GEGESSEN;",
"SIND ES DIE BEIDEN TAGE DES NEUJAHRS, SO WIRD ES AM ELFTEN GEGESSEN. ESVERDRÄNGT WEDER DEN ŠABBATH NOCH DAS FEST. R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGTE IM NAMEN ŠIMO͑NS, DES SOHNES DES PRIESTERPRÄSES, ES VERDRÄNGE DAS FEST, JEDOCH NICHT DEN FASTTAG.",
"GEMARA. Rabina sagte: Nach demjenigen, welcher sagt, Gelobtes und freiwillige Spenden dürfen am Feste nicht dargebracht werden, sage man nicht, nach der Tora sei dies zulässig, und nur die Rabbanan haben dies verboten, damit man sienicht aufschiebe, vielmehr ist dies auch nach der Tora nicht zulässig.",
"Die zwei Brote sind ja eine Pflicht des Tages, sodaß eine Aufschiebung nicht zu berücksichtigen ist, dennoch lehrt er, daß sie weder den Šabbath noch das Fest verdrängen.",
"",
"iWERDEN SPEISOPFER ODER GUSSOPFER UNREIN, BEVOR SIE DURCH DAS GEFÄSS GEHEILIGT WORDEN SIND, SO GIBT ES FÜR SIE EINE AUSLÖSUNG; WENN ABER NACHDEM SIE DURCH DAS GEFÄSS GEHEILIGT WORDEN SIND, SO GIBT ES FÜR SIE KEINE AUSLÖSUNG.",
"WERDEN GEFLÜGEL, HOLZ, WEIHRAUCH ODER DIENSTGERÄTE UNREIN, SO GIBT ES FÜR SIE KEINE AUSLÖSUNG, DENN DIE AUSLÖSUNG IST NUR BEIM VIEH BESTIMMT WORDEN.",
"GEMARA. Šemuél sagte: Sie können auch rein ausgelöst werden, denn solange sie durch das Gefäß nicht geheiligt worden sind, ist nur ihr Geldwert heilig, und die Heiligkeit des Geldwertes kann ausgelöst werden. –",
"Wir haben es ja von dem Falle gelernt, wenn sie unrein werden!? – Dies gilt auch von dem Falle, wenn sie nicht unrein werden, da er aber im Schlußsatze lehren will, es gebe für sie keine Auslösung mehr, nachdem sie durch das Gefäß geheiligt worden sind, auch wenn sie unrein geworden sind, so lehrt er auch im Anfangssatze den Fall, wenn sie unrein geworden sind. – Nachdem sie durch das Gefäß geheiligt worden sind,",
"ist dies ja selbstverständlich, sie sind ja an sich heilig!? –",
"Dies ist nötig; man könnte glauben, da das Fehlerbehaftete Unreines heißt, gleiche auch das Unreine dem Fehlerbehafteten, und wie ein Fehlerbehaftetes ausgelöst werden kann, obgleich es an sich heilig ist, ebenso könne auch jenes ausgelöst werden, so lehrt er uns, daß der Allbarmherzige das Fehlerbehaftete nicht mit einem solchen Falle von Unreinheit verglichen hat, denn wir finden nichts,"
],
[
"was aus dem Dienstgefäße heraus ausgelöst werden kann. –",
"Wo wird das Fehlerbehaftete Unreines genannt? – Es wird gelehrt: Und wenn es irgend ein unreines Vieh ist, von dem man dem Herrn kein Opfer bringen darf; die Schrift spricht vom Fehlerbehafteten, das ausgelöst werden soll.",
"Du sagst, vom Fehlerbehafteten, das ausgelöst werden soll, vielleicht ist dem nicht so, sondern von einem wirklich unreinen Vieh? Wenn es heißt: wenn es aber unter dem unreinen Vieh ist, so löse er es nach der Schätzung aus, so ist ja vom unreinen Vieh bereits gesprochen, somit spricht [der Schriftvers:] wenn es irgend ein unreines Vieh ist, vom Fehlerbehafteten, das ausgelöst werden soll.",
"Man könnte glauben, sie seien auch wegen eines vorübergehenden Leibesfehler auszulösen, so heißt es: von dem man dem Herrn kein Opfer bringen darf, das dem Herrn überhaupt nicht geopfert werden darf, ausgenommen ist ein solches, das heute nicht geopfert werden darf, wohl aber morgen.",
"R. Hona b. Manoaḥ wandte ein: Werden Geflügel, Holz, Weihrauch oder Dienstgeräte unrein, so gibt es für sie keine Auslösung, denn die Auslösung ist nur beim Vieh bestimmt worden. Erklärlich ist dies vom Geflügel, da es an sich heilig ist, und [die Auslösung] nur beim Vieh bestimmt worden ist,",
"aber Holz, Weihrauch und Dienstgeräte sollen doch ausgelöst werden!?",
"Doch wohl aus dem Grunde, weil reine nicht ausgelöst werden können, und diese, auch wenn sie unrein sind, reinen gleichen. Holz und Weihrauch sind keine Speisen, und nur durch die Würde der Heiligkeit erlangen sie die Eigenschaft von Speisen,",
"somit ist das Holz, solange es nicht in Scheite zerkleinert, und der Weihrauch, solange er nicht durch das Gefäß geheiligt worden ist, nicht geeignet; und Dienstgeräte, weil sie durch ein Tauchbad Reinigung erlangen können. –",
"Nein, tatsächlich kann ich dir erwidern, sind sonst reine wohl auszulösen, bei diesen aber erfolgt dies aus dem Grunde, weil sie nicht häufig sind. –",
"Allerdings sind Weihrauch und Dienstgeräte nicht häufig, Holz aber ist ja genügend da!? – Dies gilt auch vom Holze; da der Meister sagte, das Holz, worin ein Wurm sich findet, sei für den Altar untauglich, so ist auch dieses nicht häufig.",
"R. Papa sagte: Hätte Šemuél gehört von der Lehre, wenn jemand fehlerfreie [Tiere] vom Tempelreparaturfonds hat erfassen lassen, dürfe man sie nur für den Altar auslösen, weil das, was für den Altar geeignet ist, dem Altar niemals entzogen werden kann, wonach sie, da sie rein sind, nicht ausgelöst werden, obgleich nur ihr Geldwert heilig ist, würde er zurückgetreten sein.",
"Dem ist aber nicht so; er hörte davon, und dennoch trat er nicht zurück. Du sagtest ja, jenedürfen deshalb nicht ausgelöst werden, weil sie nicht häufig sind,",
"und auch solchesind nicht häufig, weil beim Vieh untauglichmachende Leibesfehler häufig vorkommen, denn schon ein Häutchen am Auge macht es untauglich.",
"R. Kahana sagte: Sie sind nur unrein auszulösen, rein aber sind sie nicht auszulösen. Ebenso sagte auch R. Oša͑ja: Sie sind nur unrein auszulösen, rein aber sind sie nicht auszulösen. Manche lesen: R. Oša͑ja sagte: Sie sind auch rein auszulösen.",
"R. Elea͑zar sagte: Sie alle sind nur unrein auszulösen, rein aber sind sie nicht auszulösen, ausgenommen das Zehntel Ephades Sündspeisopfers,",
"denn die Tora unterscheidet: von seiner Sünde und zu seiner Sünde.",
"R. Oša͑ja sagte: Ich hörte, daß, wenn man ein Speisopfer verwerflich gemacht hat, es nach R. Šimo͑nnicht als Speise verunreinigungsfähig sei. Wir haben nämlich gelernt: Das Ungeweihte, die Mischfrucht [eines Weinberges],"
],
[
"das zu steinigendeRind, das genickbrocheneKalb, die Vögel des Aussätzigen, das Erstgeborene eines Eselsund Fleisch in Milch sind sämtlichals Speisen verunreinigungsfähig.",
"R. Šimo͑n sagt, sie alle seien als Speise nicht verunreinigungsfähig; jedoch pflichtet R. Šimo͑n bei, daß Fleisch in Milch als Speise verunreinigungsfähig sei, da es eine Zeit der Tauglichkeithatte.",
"Hierzu sagte R. Asi im Namen R. Joḥanans: Folgendes ist der Grund R. Šimo͑ns:von jeder Speise, die gegessen wird; eine Speise, die man anderenzu essen geben darf, heißt Speise, und eine Speise, die man anderen nicht zu essen gebendarf, heißt nicht Speise.",
"Das verwerfliche Speisopfer ist ebenfalls eine Speise, die man anderen nicht zu essen gebendarf. –",
"Demnachsollte auch beim Fleische in Milch der Umstand berücksichtigt werden, daß es eine Speise ist, die man anderen zu essen gebendarf!?",
"Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n b. Jehuda sagte im Namen R. Šimo͑ns: Fleisch in Milch ist zum Essen verboten und zur Nutznießung erlaubt, denn es heißt:du bist ein heiliges Volk dem Herrn, deinem Gott, du sollst kein Zicklein in der Milch seiner Mutter kochen, und dortheißt es: heilige Leute sollt ihr mir sein, Fleisch von Zerrissenem auf dem Felde sollt ihr nicht essen; wie dieses zum Essen verboten und zur Nutznießung erlaubtist, ebenso ist auch jenes zum Essen verboten und zur Nutznießung erlaubt. –",
"Zu diesem Grunde führt er noch einen anderen an; erstens ist es eine Speise, die man anderen zu essen geben darf, und zweitens hatte es auch für ihn selbst eine Zeit der Tauglichkeit.",
"Man wandte ein: R. Šimo͑n sagte: Es gibt Übriggebliebenes, das als Speise verunreinigungsfähig ist, und es gibt Übriggebliebenes, das nicht als Speise verunreinigungsfähig ist,",
"und zwar: hat es vor dem [Blut]sprengen übernachtet, so ist esnicht als Speise verunreinigungsfähig, wenn nach dem Sprengen, so ist es als Speise verunreinigungsfähig.",
"Verwerfliches, sowohl von Hochheiligem als auch von Minderheiligem, ist nicht als Speise verunreinigungsfähig; hat man ein Speisopfer verwerflich gemacht, so ist es als Speise verunreinigungsfähig!? –",
"Das ist kein Einwand; eines, wenn es eine Zeit der Tauglichkeit hatte, und eines, wenn es keine Zeit der Tauglichkeit hatte. –",
"In welchem Falle hatte es keine Zeit der Tauglichkeit? –",
"Wenn man es [am Boden] haftend geheiligt hat. – Man konnte es ja auslösen!?",
"Allerdings nach der Lesart, nach der R. Oša͑ja sagt, unrein seien sie auszulösen, rein seien sie nicht auszulösen, nach der Lesart aber, nach der er sagt, sie seien auch rein auszulösen, konnte man es ja auslösen!? –",
"Tatsächlich aber hat man es nicht ausgelöst. –",
"Wenn man aber wollte, könnte man es ja auslösen, und wir wissen von R. Šimo͑n, daß er der Ansicht ist, was zum Auslösen dasteht. gelte als ausgelöst!?",
"Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n sagt, die [rote] Kuhistals Speise verunreinigungsfähig, weil sie eine Zeit der Tauglichkeithatte, und Reš Laqiš erklärte, R. Šimo͑n sei der Ansicht, die [rote] Kuh könne noch dann ausgelöst werden, wenn sie sich bereits auf dem Herrichtungsplatzebefindet. –",
"Es ist ja nicht gleich; allerdings ist die [rote] Kuh zur Auslösung geeignet, denn wenn man eine schönere findet, ist es Gebot, sie auszulösen, ist es aber Gebot, Speisopferauszulösen!? –",
"Vom vor dem Sprengen übernachteten, wobei das Sprengen Gebot ist, und wenn man es wollte, sprengen konnte, lehrt er ja, es sei nicht als Speise verunreinigungsfähig!? –",
"Hier handelt es sich um den Fall, wenn am Tage keine Zeit zum Sprengenwar. –",
"Wozu lehrt er, wenn es demnach als Speise verunreinigungsfähig ist, falls hierfür am Tage Zeit war, daß es, wenn es nach dem Sprengen übernachtet hat, als Speise verunreinigungsfähig sei,",
"sollte er doch den Unterschied hinsichtlich des einen Falles lehren: dies gilt nur von dem Falle, wenn hierfür am Tage keine Zeit war, war aber hierfür am Tage Zeit, so ist es als Speise verunreinigungsfähig!? –",
"Dies meint er auch: ist es übernachtet, bevor es zur Sprengung geeignet war, so ist es nicht als Speise verunreinigungsfähig, wenn aber nachdem es zur Sprengung geeignet war, so ist es als Speise verunreinigungsfähig. –",
"Er lehrt ja aber, wenn man Hochheiliges oder Minderheiliges verwerflich gemacht hat, wobei das Sprengen Gebot ist"
],
[
"und, wenn man es wollte, sprengen konnte, sei es als Speise nicht verunreinigungsfähig; doch wohl, wenn man es beim Sprengen verwerflich gemachthat!? – Nein, wenn man es beim Schlachten verwerflich gemachthat. –",
"Wozu lehrt er, wenn es demnach als Speise verunreinigungsfähig ist, falls man es beim Sprengen verwerflich gemacht hat, daß, wenn man ein Speisopfer verwerflich gemacht hat, es als Speise verunreinigungsfähig sei,",
"sollte er doch den Unterschied hinsichtlich [des Schlachtopfers] machen: dies gilt nur von dem Falle, wenn man es beim Schlachten verwerflich gemacht hat, hat man es aber beim Sprengen verwerflich gemacht, so ist es als Speise verunreinigungsfähig!? –",
"Von der Verwerflichmachung eines Speisopfers ist dies [zu lehren] nötig: selbst wenn man es beim Abhäufen, das dem Schlachtenentspricht, verwerflich gemacht hat, ist es als Speise verunreinigungsfähig, weil es eine Zeit der Tauglichkeit hatte.",
"R. Aši sagte: Ich trug diese Lehre R. Naḥman vor, [und er erwiderte:] man kann auch erklären, wirklich übernachtet, ferner auch, wenn man es beim Sprengen verwerflich gemacht hat,",
"denn wir sagen wohl: wenn er wollte, könnte er es auslösen, nicht aber sagen wir: wenner wollte, könnte er sprengen.",
"Man wandte ein: R. Jehošua͑ sagte eine Regel: bei dem, was eine Zeit des Erlaubtseins für die Priester hatte, gibt eskeine Veruntreuung, und bei dem, was keine Zeit des Erlaubtseins für die Priester hatte, gibt es eine Veruntreuung.",
"Eine Zeit des Erlaubtseins für die Priester hatte das, was übernachtet hat, unrein wurde oder hinausgekommenist,",
"keine Zeit des Erlaubtseins für die Priester hatte das, was außerhalb der Frist oder außerhalb des Raumes geschlachtet worden ist, und dessen Blut Untaugliche aufgenommen oder gesprengt haben.",
"Hier wird also im Anfangsatze gelehrt: was übernachtet hat, unrein wurde oder hinausgekommen ist, doch wohl wirklich übernachtet; hierbei könnte man, wenn man es wollte, [das Blut] sprengen, und er lehrt, man begehe daran keine Veruntreuung!? –",
"Nein, wenn es zum Hinauskommen geeignet, zum Unreinwerden geeignet und zum Übernachten geeignetwar. –",
"Wieso heißt es, wenn man daran eine Veruntreuung begeht, falls es wirklich übernachtet hat: was eine Zeit des Erlaubtseins für die Priester hatte, und: was keine Zeit des Erlaubtseins für die Priester hatte,",
"es sollte ja heißen: bei dem, was eine Zeit des Erlaubtseins für die Priesterhat, gibt es keine Veruntreuung, und bei dem, was keine Zeit des Erlaubtseins für die Priester hat, gibt es eine Veruntreuung!?",
"Vielmehr, erklärte R. Aši, besteht zwischen der Veruntreuung und der Unreinheitkein Widerspruch.",
"Die Veruntreuung erfolgt wegen der Heiligkeit, und dieses ist nicht mehr heilig, denn wenn die Heiligkeit fortist, kommt sie nicht wieder;",
"die Unreinheit aber erstreckt sich nur auf eine Speise, und dieses ist keine Speise; daher ist es, falls man, wenn man es wollte, [das Blut] sprengen und es zur Speise machen könnte, als Speise verunreinigungsfähig, und falls man, wenn man es wollte, [das Blut] nicht sprengen und es zur Speise machen könnte, nicht als Speise verunreinigungsfähig.",
"Man wandte ein: Wenn jemand ein Schwebe-Schuldopfer gebracht hat und sich bewußt wird, daß er die Sünde nicht begangen hat, so ist es, wenn er sich vor dem Schlachten bewußt wird, in der Herde weidenzu lassen – so R. Meír. Die Weisen sagen,"
],
[
"es sei weiden zu lassen, bis es ein Gebrechen bekommt, dann zu verkaufen, und der Erlös fällt der Spendenkasse zu. R. Elie͑zer sagt, es sei darzubringen, denn wenn es nicht wegen dieser Sünde kommt, kommt es wegen einer anderen Sünde.",
"Wird er sich dessen bewußt nachdem es geschlachtet worden ist, so ist das Blut fortzugießen und das Fleisch zu verbrennen.",
"Ist das Blut bereits gesprengt worden, so werde das Fleisch gegessen. R. Jose sagt, selbst wenn das Blut sich noch im Gefäße befindet, werde es gesprengt und das Fleisch gegessen.",
"Hierzu sagte Raba, R. Jose lehre dies nach der Ansicht R. Šimo͑ns, welcher sagt, was zum Sprengen dasteht, gelte als bereits gesprengt!? –",
"Ist dies denn der Grund!? Im Westen sagten sie im Namen des R. Jose b. Ḥanina, folgendes sei der Grund R. Joses: er ist der Ansicht, das Dienstgefäß heilige das Untaugliche, um es darbringen zu können.",
"R. Aši sprach zu R. Kahana: Wieso sind nach R. Šimo͑n, der der Ansicht ist, was zum Sprengen dasteht, gelte als gesprengt, und demnach auch der Ansicht ist, was zum Verbrennen dasteht, gelte als verbrannt. Übriggebliebenes und die [rote] Kuh als Speise verunreinigungsfähig, sie sind janichts weiter als Asche!? Dieser erwiderte: Die Würde der Heiligkeit macht sie geeignet.",
"Rabina sprach zu R. Aši: Zugegeben, daß die Würde der Heiligkeit sie zur Untauglichkeit geeignet macht, aber macht sie sie auch zur erstgradigen und zweitgradigen Unreinheitgeeignet!?",
"Hieraus wäre demnach die Frage des Reš Laqiš zu entscheiden, ob es beim Trocknen des Speisopferserstgradige und zweitgradige Unreinheit gebe. –",
"Reš Laqiš fragte, ob dies nach der Tora der Fall sei, während wir von der rabbanitischen [Unreinheit] sprechen.",
"iiWENN JEMAND GESAGT HAT, ER SPENDE [EIN SPEISOPFER] IN EINER PFANNE, UND EINES IN EINEM TIEGEL GEBRACHT HAT, IN EINEM TIEGEL, UND EINES IN EINER PFANNE GEBRACHT HAT, SO IST, WAS ER GEBRACHT HAT, GÜLTIG, SEINER PFLICHT ABER HAT ER NICHT GENÜGT.",
"[WENN:] DIESES IN EINER PFANNE ZU BRINGEN, UND ES IN EINEM TIEGEL GEBRACHT HAT, [DIESES] IN EINEM TIEGEL, UND ES IN EINER PFANNE GEBRACHT HAT, SO IST ES UNTAUGLICH.",
"WENN JEMAND GESAGT HAT, ER SPENDE [EIN OPFER] VON ZWEI I͑SARON IN EINEM GEFÄSSE, UND ES IN ZWEI GEFÄSSEN GEBRACHT HAT, IN ZWEI GEFÄSSEN, UND ES IN EINEM GEFÄSSE GEBRACHT HAT, SO IST, WAS ER GEBRACHT HAT, GÜLTIG, SEINER PFLICHT ABER HAT ER NICHT GENÜGT.",
"[WENN:] DIESES IN EINEM GEFÄSSE, UND ES IN ZWEI GEFÄSSEN GEBRACHT HAT, IN ZWEI GEFÄSSEN, UND ES IN EINEM GEFÄSSE GEBRACHT HAT, SO IST ES UNTAUGLICH.",
"[WENN JEMAND GESAGT HAT,] ER SPENDE [EIN OPFER] VON ZWEI I͑SARON IN EINEM GEFÄSSE, UND ES IN ZWEI GEFÄSSEN GEBRACHT HAT, UND OBGLEICH MAN IHM GESAGT HAT, ER HABE ES IN EINEM GEFÄSSE GELOBT, ER ES TROTZDEM IN ZWEI GEFÄSSEN GEBRACHT HAT, SO IST ESUNTAUGLICH; WENN ABER IN EINEM GEFÄSSE, SO IST ES TAUGLICH.",
"[WENN JEMAND GESAGT HAT,] ER SPENDE [EIN OPFER] VON ZWEI I͑SARON IN ZWEI GEFÄSSEN, UND ES IN EINEM GEFÄSSE GEBRACHT HAT, UND ALS MAN IHM SAGTE, ER HABE ES IN ZWEI GEFÄSSEN GESPENDET, ER ES IN ZWEI GEFÄSSEN BRACHTE, SO IST ES TAUGLICH; TAT ER ES IN EIN GEFÄSS, SO IST ES EBENSO, ALS WÜRDEN ZWEI SPEISOPFER VERMISCHT WORDEN SEIN.",
"GEMARA. Und [alle Fälle] sind nötig.",
"Würde er nur den ersten gelehrt haben, so könnte man glauben, weil er in einer Pfanne gespendet und in einem Tiegel gebrachthat, in dem Falle aber, wenn beidesin einer Pfanne oder in einem Tiegel erfolgt ist, habe er auch seiner Pflicht genügt.",
"Und würde er nur diesen Fall gelehrt haben, so könnte man glauben, weil er es geteilthat, nicht aber in jenem Falle, wo er es nicht geteilt hat. Daher sind alle nötig.",
"Die Rabbanan lehrten: Die Darbringung ist gültig, aber der Pflicht seines Gelübdes hat er nicht genügt. R. Šimo͑n sagt, er habe auch der Pflicht seines Gelübdes genügt.",
"DIESES IN EINER PFANNE ZU BRINGEN. Es wird ja aber gelehrt, das Dienstgefäß habe es nichtgeheiligt!? Abajje erwiderte: Es hat es nicht zur Darbringung geheiligt, wohl aber zur Untauglichwerdung.",
"Ferner sagte Abajje: Diesgilt nur von dem Falle,"
],
[
"wenn er es beim Spenden bestimmt hat, nicht aber, wenn bei der Absonderung.",
"Wie du gelobt hast, nicht aber, wie du abgesondert hast.",
"Es wurde auch gelehrt: R. Aḥa b. Ḥanina sagte im Namen R. Asis im Namen R. Joḥanans: Dies gilt nur von dem Falle, wenn er es beim Spenden bestimmt hat, nicht aber, wenn bei der Absonderung. Wie du gelobt hast, nicht aber, wie du abgesondert hast.",
"iiiSAGTE JEMAND, ER SPENDE EIN SPEISOPFER AUS GERSTE, SO BRINGE ER ES AUS WEIZEN; WENN AUS MEHL, SO BRINGE ER ES AUS FEINMEHL; WENN OHNE ÖL UND OHNE WEIHRAUCH, SO BRINGE ER AUCH ÖL UND WEIHRAUCH;",
"WENN EIN HALBES I͑SARON, SO BRINGE ER EIN GANZES I͑SARON; WENN ANDERTHALB I͑SARON, SO BRINGE ER ZWEI. R. ŠIMO͑N BEFREIT DAVON, DA ER NICHT SO GESPENDET HAT, WIE MAN SPENDEN SOLL.",
"GEMARA. Weshalb denn, dies ist ja ein Gelübde mit einer Tür!?",
"Ḥizqija erwiderte: Hier ist die Ansicht der Schule Šammajs vertreten, welche sagt, man richte sich nach der erstenFassung. Es wird nämlich gelehrt: [Sagte jemand,] er wolle Nazir sein inbezug auf Trocken- und Dörrfeigen, so ist er, wie die Schule Šammajs sagt, Nazir, und wie die Schule Hillels sagt, nicht Nazir.",
"R. Joḥanan erwiderte: Du kannst auch sagen, die der Schule Hillels, wenn er nämlich sagt, wenn er gewußt hätte, daß man nicht sogeloben kann, würde er nicht so, sondern anders gelobt haben.",
"Ḥizqija sagte: Dies gilt nur von dem Falle, wenn er gesagt hat: ein Speisopfer aus Gerste, nicht aber, wenn er gesagt hat: ein Speisopfer aus Linsen.",
"Merke, Ḥizqija erklärte sieja nach der Ansicht der Schule Šammajs, und da man sich nach der Schule Šammajs nach der ersten Fassung richte, so ist es ja einerlei, ob er ‘aus Gerste’ oder ‘aus Linsen’ [gesagt hat]!? – Er ist davon zurückgetreten. –",
"Weshalb ist er davon zurückgetreten? Raba erwiderte: Unsere Mišna war ihm schwierig: weshalb lehrt sie es von einem Speisopfer aus Gerste, sie sollte es doch von einem aus Linsen lehren!?",
"Somit ist hieraus zu entnehmen, daß man sich wohl inbezug auf Gerste irrenkann, nicht aber inbezug auf Linsen.",
"R. Joḥanan aber sagte: Auch wenn er ‘aus Linsen’ [gesagt hat]. - Merke, R. Joḥanan erklärt sie ja nach der Schule Hillels, und da es nach der Schule Hillels aus dem Grunde erfolgt, weil er sich geirrt hat, so kann er sich wohl bei einem aus Gerste geirrt haben, nicht aber bei einem aus Linsen!? –",
"Er sagte es nach der Ansicht Ḥizqijas: du bist davon zurückgetreten aus dem Grunde, weil er es nicht von einem aus Linsen lehrt; vielleicht ist es diesbezüglich nicht zu lehren nötig.",
"Selbstverständlich ist dies von dem Falle, wenn er ‘aus Linsen’ [gesagt hat], wo anzunehmen ist, er wollte zurücktreten, und man sich nach der erstenFassung richte, aber auch wenn er ‘aus Gerste’ [gesagt hat], wo anzunehmen ist, er habe sich geirrt, richte man sich nach der ersten Fassung."
],
[
"Zee͑ri sagte: Diesgilt nur von dem Falle, wenn er ‘Speisopfer’ gesagt hat, nicht aber, wenn er nicht ‘Speisopfer’gesagt hat.",
"R. Naḥman saß und trug diese Lehre vor; da wandte Raba gegen R. Naḥman ein: Wenn aus Mehl, so bringe er es aus Feinmehl. Doch wohl, wenn er nicht ‘Speisopfer’ gesagt hat!? – Nein, wenn er ‘Speisopfer’ gesagt hat. –",
"Wenn ohne Öl und ohne Weihrauch, so bringe er auch Öl und Weihrauch. Doch wohl, wenn er nicht ‘Speisopfer’ gesagt hat!? – Nein, wenn er ‘Speisopfer’ gesagt hat. –",
"Wenn ein halbes I͑saron, so bringe er ein ganzes I͑saron. Doch wohl, wenn er nicht ‘Speisopfer’ gesagt hat!? – Nein, wenn er ‘Speisopfer’ gesagt hat. –",
"Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: wenn anderthalb I͑saron, so bringe er zwei; sobald er ‘Speisopfer’ gesagt hat, war er ja zu einem I͑saron verpflichtet, somit ist ja, wenn er nachher halbessagt, dies nichts!? –",
"In dem Falle, wenn er gesagt hat: ich spende ein Speisopfer aus einem halben I͑saron und einem I͑saron; sobald er ‘Speisopfer’ gesagt hat, war er zu einem I͑saron verpflichtet, die Worte ‘halbes I͑saron’ sind nichts, und als er darauf ‘I͑saron’ sagte, gelobte er ein weiteres I͑saron. –",
"Wieso heißt es demnach. R. Šimo͑n befreie davon, da er nicht so gelobt hat, wie man gelobensoll!? Raba erwiderte: R. Šimo͑n sagte es nach der Ansicht R. Joses, welcher sagt, man richte sich [auch] nach der Beendigung seiner Worte.",
"MAN KANN EIN SPEISOPFER VON SECHZIG I͑SARON SPENDEN UND ES IN EINEM GEFÄSSE BRINGEN. WENN JEMAND GESAGT HAT, ER SPENDE SECHZIG I͑SARON, SO BRINGE ER ES IN EINEM GEFÄSSE; WENN ER ABER GESAGT HAT, ER GELOBE EINUNDSECHZIG, SO BRINGE ER SECHZIG IN EINEM GEFÄSSE UND EINES IN EINEM ANDEREN GEFÄSSE.WIR FINDEN, DASS DIE GEMEINDE AM ERSTEN TAGE DES [HÜTTEN]FESTES, DER AUF EINEN ŠABBATH FÄLLT, EINUNDSECHZIGBRINGT,",
"UND ES GENÜGT FÜR EINEN EINZELNEN, DASS ER ES UM EINES WENIGER ALS DIE GEMEINDE BRINGE.",
"R. ŠIMO͑N SPRACH: VON DIESEN GEHÖREN JA MANCHE ZU DEN FARREN UND MANCHE ZU DEN LÄMMERN, UND SIE DÜRFEN MIT EINANDER NICHT VERMISCHTWERDEN. VIELMEHR, WEIL NUR SECHZIG EINGERÜHRT WERDENKÖNNEN.",
"SIE ERWIDERTEN IHM: KÖNNEN ETWA NUR SECHZIG EINGERÜHRT WERDEN UND EINUNDSECHZIG NICHT!? ER ENTGEGNETE IHNEN: SO IST ES BEI ALLEN NORMEN DER WEISEN: IN VIERZIG SEÁ [WASSER] DARF MAN EIN TAUCHBAD NEHMEN, IN VIERZIG WENIGER EIN QURṬUB KANN MAN KEIN TAUCHBAD NEHMEN.",
"GEMARA. Oben wurde an R. Jehuda b. Ilea͑j folgende Frage gerichtet: Woher, daß, wenn jemand gesagt hat, er gelobe einundsechzig [I͑saron], er sechzig in einem Gefäße und eines in einem anderen Gefäße bringe?",
"Da begann R. Jehuda b. Ilea͑j, allerortsdas Haupt der Redner, und sprach: Wir finden, daß die Gemeinde am ersten Tage des [Hütten]festes, der auf einen Šabbath fällt, einundsechzig [I͑saron] bringt, und es genügt für einen einzelnen, daß er es um eines weniger als die Gemeinde bringe.",
"R. Šimo͑n sprach zu ihm: Von diesen gehören ja manche zu den Farren, manche zu den Widdern und manche zu den Lämmern, manche werden härter und manche werden weicher eingerührt, manche werden morgens und manche werden abends eingerührt, und sie dürfen nicht miteinander vermischt werden.",
"Jener entgegnete: Erkläre du es. Da sprach er: Es heißt:jedes mit Öl eingerührte oder trockene Speisopfer, die Tora sagt damit, man bringe ein Speisopfer, das eingerührt werden kann.",
"Jener entgegnete: Können etwa nur sechzig eingerührt werden und einundsechzig nicht!? Dieser erwiderte: So ist es bei allen von den Weisen festgesetzten Maßen: in vierzig Seá kann man ein Tauchbad nehmen, in vierzig weniger ein Qurṭub kann man kein Tauchbad nehmen; Speisen in Eigröße sind verunreinigungsfähig,",
"in Eigröße weniger ein Mohnkorn sind sie nicht verunreinigungsfähig; [ein Flick] von drei zu drei [Handbreiten] ist durch Auftretenverunreinigungsfähig, einer von drei zu drei weniger ein Haar ist nicht durch Auftreten verunreinigungsfähig. –",
"Was ist denn dabei, daß sie nicht eingerührt werden können, wir haben ja gelernt, wenn man es nicht eingerührt hat, sei es tauglich!? R. Zera erwiderte: Ist es zum Einrühren geeignet, so ist das Einrühren nicht unerläßlich, ist es zum Einrühren nicht geeignet, so ist das Einrühren unerläßlich.",
"R. Bebaj erzählte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Einst verendete ein Maultier im Hause Rabbis, und die Weisen schätzten das [ausgeflossene] Blut auf ein Viertel[log].",
"R. Jiçḥaq b. Bisna wandte ein: R. Jehošua͑ und R. Jehošua͑ b. Bethera bekundeten, daß das Blut von Äsern rein sei!? Ferner erzählte R. Jehošua͑ b. Bethera, daß man einst Waldeselfür die Löwenauf der königlichen Landstraße abstach, und die Wallfahrer bis zu den Knien in Blut wateten, ohne daß man ihnen etwas sagte!?",
"Da schwieg er. R. Zeriqa sprach zu ihm: Weshalb antwortet ihm der Meister nicht? Dieser erwiderte: Wie soll ich ihm antworten!? R. Ḥanin sagte ja:Dein Leben wird vor dir schweben, dies bezieht sich auf den, der jahraus jahrein Getreidekauft;",
"da wirst nachts und am Tage in Angst sein, dies bezieht sich auf den, der von Woche zu WocheGetreide kauft; und wirst deinem Leben nicht trauen, dies bezieht sich auf den, der auf den Brothändlervertraut;"
],
[
"und ich vertraue auf den Brothändler. –",
"Wie bleibt es damit? R. Joseph erwiderte: R. Jehuda war der Rechtskundige im Hause des Fürsten, und er entschied nach seiner Ansicht.",
"Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda lehrte sechs Dinge nach den Erleichterungen der Schule Šammajs und den Erschwerungen der Schule Hillels: das Blut von Äsern ist nach der Schule Šammajs rein und nach der Schule Hillels unrein. R. Jose b. R. Jehuda sagte: Auch nach der Schule Hillels ist es unrein nur im Quantum eines Viertel[log], weil es gerinnen und ein olivengroßes Quantumergeben kann.",
"MAN KANN NICHT EIN, ZWEI ODER FÜNF LOGSPENDEN, SONDERN NUR DREI, VIER, SECHSUND DARÜBER.",
"GEMARA. Sie fragten: Gibt es beim Gußopfer eine Festsetzungoder nicht? –",
"In welchem Falle? – Wenn man beispielsweise fünf gebracht hat; entscheidet man, beim Gußopfer gebe es keine Festsetzung, so kann man eines fortnehmen und vier bringen, denn diese sind zu einem Widder verwendbar, während jenes als freiwillige Spende zurückbleibt; entscheidet man aber, beim Gußopfer gebe es eine Festsetzung, so können sie unergänztnicht dargebracht werden.",
"Wie ist es damit? Abajje erwiderte: Komm und höre: Sechsfür freiwillige Spenden; und auf unsere Frage, wofür diese waren, [wurde erklärt:] für Überschüsse der Sündopfer, für Überschüsse der Schuldopfer, für Überschüsse der Schuldopfer des Nazirs, für Überschüsse der Schuldopfer der Aussätzigen, für Überschüsse der Geflügelopfer und für Überschüsse der Sünd-Speisopfer.",
"Wenn dem nun sowäre, so war ja noch eine Sammelbüchse erforderlich, für Überschüsse der Gußopfer. –",
"Jenewurden für freiwillige Gemeinde[opfer] verwandt, diese dagegen kommen oftvor, somit können [Überschüsse] des einen und des anderen vereinigt und dargebracht werden.",
"Raba erwiderte: Komm und höre:Eingeborener, dies lehrt, daß man Gußopfer spenden kann, und zwar drei Log.",
"Woher, daß man, wenn man es wünscht, hinzufügen kann? Es heißtsein. Man könnte glauben, auch weniger sei zulässig, so heißt esso.",
"Was ist nun unter hinzufügen zu verstehen: wollte man sagen, vier oder sechs, so sind ja, wie drei zu einem Lamme verwendbar sind, auch vier und sechs zu einem Widder oder Farrenverwendbar; doch wohl fünf, somit ist hieraus zu entnehmen, daß es beim Gußopfer keine Festsetzung gibt. Schließe hieraus.",
"R. Aši sprach: Wir haben ja aber anders gelernt: man kann nicht ein, zwei oder fünf Log spenden; er lehrt von fünf ebenso wie von zwei, wie zwei überhaupt nicht verwendbar sind, ebenso sind auch fünf nicht verwendbar!? –",
"Wieso dies, das eine so und das andereanders.",
"Abajje sagte: Wenn man entscheidet. beim Gußopfer gebe es keine Festsetzung, so gibt es ja keine, wenn man aber entscheidet, beim Gußopfer gebe es eine Festsetzung, so ist es mirbis zu zehn [Log] entschieden, bei elf"
],
[
"aber fraglich: beabsichtigte er [die Verwendung] für zwei Farren, somit können sie unergänzt nicht dargebracht werden, oder beabsichtigte er [die Verwendung] für zwei Widder und ein Lamm: pflegt man es für zwei von einer Art und eines von einer anderen Art zu verwenden oder nicht? – Dies bleibt unentschieden.",
"MAN KANN FREIWILLIG WEINSPENDEN, NICHT ABER ÖL – SO R. A͑QIBA;",
"R. TRYPHON SAGT, MAN KÖNNE AUCH ÖL SPENDEN. R. TRYPHON SPRACH: WIE DER WEIN, DER ALS PFLICHT DARGEBRACHT WIRD, AUCH FREIWILLIG DARGEBRACHT WIRD, EBENSO IST DAS ÖL, DAS ALS PFLICHT DARGEBRACHT WIRD, AUCH FREIWILLIG DARZUBRINGEN. R. A͑QIBA ERWIDERTE IHM: NEIN, WENN DIES VOM WEIN GILT, DER AUCH MIT DEM PFLICHTOPFER GETRENNT DARGEBRACHT WIRD, SOLLTE DIES AUCH VOM ÖL GELTEN, DAS NICHT VOM PFLICHTOPFER GETRENNT DARGEBRACHT WIRD!?",
"ZWEI KÖNNEN NICHT GEMEINSAM EIN I͑SARON SPENDEN, WOHL ABER EIN BRANDOPFER ODER EIN HEILSOPFER, UND VOM GEFLÜGEL SOGAR EINE EINZELNE TAUBE.",
"GEMARA. Raba sagte: Aus den Worten beider lernen wir, daß man täglich ein Guß-Speisopferspenden kann. –",
"Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, der Allbarmherzige hat es ja hinsichtlich des freiwilligen Speisopfers nur von den fünf Speisopfernkund getan, mehr aber nicht, so lehrt er uns, daß dies nur von dem Falle gilt, wenn man es nicht genannt hat, hat man es aber genannt, so hat man es genannt.",
"ZWEI KÖNNEN NICHT GEMEINSAM SPENDEN. Aus welchem Grunde: wollte man sagen, weil esdarbringt heißt, so heißt es ja auch beim Brandopferdarbringt.",
"Vom Brandopfer gilt diesaus dem Grunde, weil es eure Brandopfer heißt, und auch vom Speisopfer heißt eseure Speisopfer!? –",
"Vielmehr, weil es bei diesemSeele heißt. Ebenso wird auch gelehrt: Rabbi sagte:Ein Brandopfer darbringt, inbetreff all ihrer Gelübde und all ihrer freiwilligen Gaben, die sie dem Herrn darbringen; alles kann gemeinsam gebracht werden, ausgeschlossen hat die Schrift nur das Speisopfer, wobei es Seele heißt.",
"R. Jiçḥaq sagte: Weshalb ist das Speisopfer ausgezeichnet worden, indem es bei diesem Seele heißt? Der Allbarmherzige sprach: der Arme ist es, der ein Speisopfer zu bringen pflegt, ich rechne es ihm an, als hätte er mir seine Seele geopfert.",
"R. Jiçḥaq sagte: Weshalb ist das Speisopfer ausgezeichnet worden, daß bei diesem fünf Backarten genannt werden? Dies ist mit folgendem zu vergleichen. Einem Könige aus Fleisch und Blut bereitete sein Freund ein Gastmahl; da er aber von ihm wußte, daß er arm ist, sprach er zu ihm: Bereite esmir in fünf verschiedenen Backarten, damit ich von dir genieße.",
"",
"SAGTE JEMAND,] ER SPENDE EIN I͑SARON, SO BRINGE ER EINES, WENN I͑SRONOTH, SO BRINGE ER ZWEI; [SAGT ER:] ICH HABE [EINE ZAHL] GENANNT, WEISS ABER NICHT, WELCHE ICH GENANNT HABE, SO BRINGE ER SECHZIG I͑SARON.",
"[SAGTE JEMAND], ER SPENDE EIN SPEISOPFER, SO BRINGE ER ES NACH BELIEBEN; R. JEHUDA SAGT, ER BRINGE EIN SPEISOPFER AUS FEINMEHL, DENN DIESES IST DAS BEKANNTESTE UNTER DEN SPEISOPFERN.",
"[SAGTE ER] ‘EIN SPEISOPFER’ ODER ‘EINE ART VON EINEM SPEISOPFER’, SO BRINGE ER EINES; [SAGTE ER,] ‘SPEISOPFER’ ODER ‘EINE ART VON SPEISOPFER’, SO BRINGE ER ZWEI; [SAGT ER:] ICH HABE [DIE ART] GENANNT, WEISS ABER NICHT, WELCHES ICH GENANNT HABE, SO BRINGE ER ALLE FÜNF.",
"[SAGT ER:] ICH HABE EIN SPEISOPFER AUS I͑SRONOTH GENANNT, WEISS ABER NICHT, WIEVIEL ICH GENANNT HABE, SO BRINGE ER EINES AUS SECHZIG I͑SARON; RABBI SAGT, ER BRINGE SPEISOPFER AUS EINEM BIS SECHZIG I͑SARON.",
"GEMARA. Selbstverständlich!? – Nötig ist der Fall, wenn I͑sronoth, so bringe er zwei. – Auch dies ist ja selbstverständlich, unter I͑sronoth sind ja wenigstens zwei zu verstehen!? –",
"Nötig ist der Fall, wenn er [eine Zahl] genannt und nicht weiß, welche er genannt hat, daß er sechzig I͑saron bringe. – Wer ist der Autor?",
"Ḥizqija erwiderte: Nicht nach Rabbi, denn Rabbi sagt ja, er bringe Speisopfer aus einem bis sechzig I͑saron.",
"R. Joḥanan aber sagte: Du kannst auch sagen, nach Rabbi, wenn er nämlich [eine Zahl] von I͑sronoth genannt, jedoch kein Gefäß bestimmt hat; er bringe dann sechzig I͑saron in sechzig Gefäßen.",
"[SAGTE JEMAND,] ER SPENDE EIN SPEISOPFER, SO BRINGE ER ES NACH BELIEBEN &C. Es wird gelehrt: Weil die Schrift mit diesem beginnt.",
"Demnach sollte derjenige, der ein Brandopfer gelobt, ein junges Rind bringen,"
],
[
"weil die Schrift damit beginnt,",
"oder wenn er vom Kleinvieh gelobt, ein Lamm bringen, weil die Schrift damit beginnt,",
"oder wenn er vom Geflügel gelobt, Turteltauben bringen, weil die Schrift damit beginnt,",
"während wir gelernt haben, wer ein Brandopfer gelobt, bringe ein Lamm, und wie R. Elea͑zar b. A͑zarja sagt, eine Turteltaube oder eine junge Taube, und R. Jehuda streitet dagegen nicht!? –",
"Vielmehr, unter ‘das bekannteste unter den Speisopfern’ ist zu verstehen, es hat keinen Begleitnamen. –",
"Jener Autor erklärt ja aber, weil die Schrift damit beginnt!? – Er meint es wie folgt: das bekanntesteunter den Speisopfern, das keinen Begleitnamen hat, ist dasjenige, mit dem die Schrift beginnt. –",
"Selbstverständlich, er sagt ja ausdrücklich: Speisopfer aus Feinmehl!? – Es ist nur ein Merkzeichen.",
"‘EIN SPEISOPFER ODER EINE ART VON EINEM SPEISOPFER’ &C. R. Papa fragte: Wie ist es, wenn er ‘Arten eines Speisopfers’ [gesagt hat]:",
"sind, da er ‘Arten’ gesagt hat, zwei zu verstehen, und ‘eines Speisopfers’ sagte er nur deshalb, weil darunter die Gesamtheit der Speisopfer zu verstehen ist, wie es heißt:dies ist das Gesetz des Speisopfers,",
"oder aber ist, da er ‘eines Speisopfers’ gesagt hat, nur eines zu verstehen, und mit ‘Arten eines Speisopfers’ wollte er sagen, daß er eines der verschiedenen Arten Speisopfer spende? –",
"Komm und höre: ‘Ein Speisopfer’ oder ‘eine Art von einem Speisopfer’, so bringe er eines. Demnach bringe er, wenn er ‘Arten eines Speisopfers’ sagte, zwei. –",
"Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: ‘Speisopfer oder eine Art von Speisopfern’, so bringe er zwei. Demnach bringe er, wenn er ‘Arten eines Speisopfers’ sagte, nur eines!? Vielmehr ist hieraus nichts zu entnehmen. –",
"Komm und höre: [Sagte er], er spende eine Art von Speisopfern, so bringe er zwei Speisopfer derselben Art. Demnach bringe er, wenn er ‘Arten eines Speisopfers’ sagte, eines. –",
"Vielleicht hat er, wenn er ‘Arten eines Speisopfers’ sagte, zwei Speisopfer zweier Arten zu bringen. –",
"Es wird ja aber anders gelehrt: [sagte er,] er spende eine Art von Speisopfern, so bringe er zwei Speisopfer derselben Art, wenn aber, er spende Arten von Speisopfern, so bringe er zwei Speisopfer zweier Arten. Demnach bringe er, wenn er ‘Arten eines Speisopfers’ sagte, eines!? –",
"Vielleicht nur nach R. Šimo͑n, welcher sagt, man dürfe ein zur Hälfte aus Kuchen und zur Hälfte aus Fladen bestehendes [Speisopfer] bringen, denn unter ‘Arten eines Speisopfers’ ist ein aus zwei Arten bestehendes Speisopfer zu verstehen,",
"nach den Rabbanan aber, welche sagen, man dürfe ein zur Hälfte aus Kuchen und zur Hälfte aus Fladen bestehendes [Speisopfer] nicht bringen, sind zwei Opfer aus zwei Arten zu bringen.",
"ICH HABE EINES GENANNT, WEISS ABER NICHT, WELCHES ICH GENANNT HABE, SO BRINGE ER ALLE FÜNF. Wer ist der Autor?",
"R. Jirmeja erwiderte: Nicht R. Šimo͑n, denn nach R. Šimo͑n, welcher sagt, man dürfe ein zur Hälfte aus Kuchen und zur Hälfte aus Fladen bestehendes [Speisopfer] bringen, erstreckt sich ja,",
"selbst wenn er der Ansicht R. Jehudas ist, daß alle Speisopfer aus zehn[Kuchen] bestehen, der Zweifel auf vierzehn Speisopfer.",
"Abajje sagte: Du kannst auch sagen, R. Šimo͑n, denn wir wissen von R. Šimo͑n, daß er der Ansicht ist, man könne [das Opfer] unter Bedingungbringen.",
"Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n sagt, am folgenden Tagebringe er sein Schuldopfer und dazu das Log [Öl]"
],
[
"und spreche: ist er aussätzig, so sei dies das Schuldopfer und dies das dazu gehörige Log [Öl], wenn aber nicht, so sei dieses Schuldopfer ein freiwilliges Heilsopfer.",
"Bei diesem Schuldopfer ist das Schlachten in der Nordseite, die Besprengung der Daumen, das Stützen, die Libation und das Schwingen von Brust und Schenkel erforderlich, und es wird von Männern aus der Priesterschaft einen Tag und eine Nachtgegessen.",
"Und obgleich der Meister im [Traktate von der] Schlachtung der Opfererklärt hat,",
"nur bei der Tauglichmachung der Personlehre R. Šimo͑n, daß man [das Opfer] von vornherein unter Bedingung bringen dürfe, sonst aber gelte dies nur von dem Falle, wenn es bereits geschehen ist, nicht aber von vornherein,",
"so bezieht sich dies nur auf Heilsopfer, weil man dadurchdie Frist des Essens vermindert und sie in den Untauglichenraumbringt, beim Speisopferaber gilt dies auch von vornherein.",
"R. Papa sprach zu Abajje: Nach R. Šimo͑n, welcher sagt, man könne ein zur Hälfte aus Kuchen und zur Hälfte aus Fladen bestehendes [Speisopfer] bringen, bringt man jaein I͑saron von zwei I͑saron und ein Log von zweiLog!? –",
"Wir wissen von R. Šimo͑n, daß er der Ansicht ist, wenn man ein I͑saron von zwei I͑saron und ein Log von zwei Log gebracht hat, habe man seiner Pflicht genügt. – Wie hebt er den Haufenab!? –",
"Er treffe folgende Bedingung: habe ich nur ‘Kuchen’ oder nur ‘Fladen’ gesagt, so soll das, was ich von den Kuchen abhebe, für die Kuchen, und was ich für die Fladen abhebe, für die Fladen sein, und habe ich ‘die Hälfte Fladen und die Hälfte Kuchen’ gesagt, so soll das, was ich von den Kuchen abhebe, zur Hälfte für die Kuchen und zur Hälfte für die Fladen sein, und das, was ich von den Fladen abhebe, zur Hälfte für die Fladen und zur Hälfte für die Kuchen sein. –",
"Man muß jaeinen Haufen von den Kuchen und den Fladen zusammen abheben,"
],
[
"und dieser hebt ja von den Kuchen für die Fladen und von den Fladen für die Kuchen ab!? –",
"Wir wissen von R. Šimo͑n, daß er der Ansicht ist, wenn ihm der Haufe von einemfür beides in die Hand gekommen ist, man seiner Pflicht genügt habe. –",
"Es bleibt ja aber Öl zurück, und wenn er die Hälfte Kuchen und die Hälfte Fladen gelobt hat, gehört das zurückbleibende Öl zu den Kuchen, wenn er aber nur Fladen gesagt hat, wird das zurückbleibende Öl von den Priestern gegessen!? –",
"Nach R. Šimo͑n b. Jehuda, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Jehuda sagte im Namen R. Šimo͑ns. man bestreiche siein der Art eines Chi, und das zurückbleibende Öl werde von den Priestern gegessen.",
"R. Kahana sprach zu R. Aši: Es kommt ja noch der Zweifel hinsichtlich des Guß-Speisopfershinzu, denn Raba sagte, man könne jeden Tag ein Guß-Speisopfer geloben!? –",
"",
"Der Zweifel erstreckt sich nur auf das, was nur von einem einzelnen dargebracht wird, nicht aber auf das, was auch von der Gemeinde dargebrachtwird.",
"Der Zweifel erstreckt sich nur auf das, was selbständig dargebracht wird, nicht aber auf das, was zum Schlachtopfer dargebrachtwird.",
"Der Zweifel erstreckt sich nur auf das, was des Weihrauchs benötigt, nicht aber auf das, was des Weihrauchs nichtbenötigt.",
"Der Zweifel erstreckt sich nur auf das, wofür ein Log [Öl] erforderlich ist, nicht aber auf das, wofür drei Logerforderlich sind.",
"Der Zweifel erstreckt sich nur auf das, wovon der Haufe abzuheben ist, nicht aber auf das, wovon der Haufe nicht abzuhebenist.",
"ICH HABE EIN SPEISOPFER AUS I͑SRONOTH GENANNT.",
"Die Rabbanan lehrten: Sagt er: ich habe ein Speisopfer aus I͑sronoth in einem Gefäße genannt, weiß aber nicht, wieviel ich genannthabe, so bringe er ein Speisopfer von sechzig I͑saron – so die Weisen; Rabbi sagt, Speisopfer von einem bis sechzig I͑saron, das sind eintausendachthundertunddreißig [I͑saron].",
"Sagt er: ich habe [das Speisopfer] genannt, weiß aber nicht, was ich genannt habe, welche ich genannt habe und wieviel ich genannt habe, so bringe er alle fünf Speisopfer zu je sechzig I͑saron, das sind dreihundert – so die Weisen; Rabbi sagt, von diesen allen Speisopfer von einem bis sechzig I͑saron, das sind neuntausendeinhundertundfünfzig.",
"Worin besteht ihr Streit? R. Ḥisda erwiderte: Sie streiten, ob man Profanes in den Tempelhof bringen dürfe; Rabbi ist der Ansicht, man dürfe nicht Profanes in den Tempelhofbringen, und die Rabbanan sind der Ansicht, man dürfe Profanes in den Tempelhofbringen.",
"Raba erwiderte: Alle sind der Ansicht, man dürfe nicht Profanes in den Tempelhof bringen, und sie streiten, ob man Pflichtiges mit Freiwilligem mischen dürfe;",
"die Rabbanan sind der Ansicht, man dürfe Pflichtiges mit Freiwilligemmischen, und Rabbi ist der Ansicht, man dürfe nicht Pflichtiges mit Freiwilligem mischen.",
"Abajje sprach zu Raba: Nach den Rabbanan, welche sagen, man dürfe Pflichtiges mit Freiwilligem mischen, sind ja zwei Haufenerforderlich!? – Man hebe einen und dann einen zweiten ab. –",
"Er hebt ihn ja vom Pflichtigen für das Freiwillige und vom Freiwilligen für das Pflichtigeab!? –",
"Er mache es von der Absicht des Priesters abhängig, indem er spreche: was die Hand des Priesters zuerst erreicht, sei für das Pflichtige, und was nachher, für das Freiwillige. –",
"Wie erfolgt die Aufräucherung [des Haufens]: räuchert er zuerst den des Freiwilligen auf, so kann er ja nicht den des Pflichtigen aufräuchern, denn wenn es vollständig Pflichtiges ist, fehlt dannvom Zurückbleibenden,",
"und der Meister sagte, wenn zwischen dem Abheben und dem Aufräuchern vom Zurückbleibenden fehlt, dürfe man den Haufen nicht aufräuchern,",
"und räuchert er zuerst den des Pflichtigen auf, so kann er ja den des Freiwilligen nicht mehr aufräuchern,"
],
[
"denn es ist vielleicht vollständig Pflichtiges, und das, wovon [die Opferteile] auf das Altarfeuer gekommen sind, darf nicht aufgeräuchert werden!?",
"R. Jehuda, Sohn des R.Šimo͑n b. Pazi, erwiderte: Man betrachte esals Brennholz. Dies nach R. Elie͑zer, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte:Zum angenehmen Geruche, als solches darfst du es nicht hinauflegen, wohl aber darfst du es als Brennholz hinauflegen.",
"R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Vielleicht sind alle der Ansicht, man dürfe Pflichtiges mit Freiwilligem mischen, und sie streiten über die Lehre R. Elie͑zers; die Rabbanan halten von der Lehre R. Elie͑zers und Rabbi hält nichts von der LehreR. Elie͑zers?",
"Dieser erwiderte: Wenn man sagen wollte, nach Rabbi dürfe man Pflichtiges mit Freiwilligem mischen, nur halte er nichts von der Lehre R. Elie͑zers, so kann er ja ein Gefäß mit sechzig [I͑saron] und eines mit einem an einander rücken und abheben.",
"Raba erklärte: Alle sind der Ansicht, man dürfe Pflichtiges mit Freiwilligem mischen, auch halten alle von der Lehre R. Elie͑zers, und sie führen denselben Streit wie R. Elie͑zer b. Ja͑qob und die Rabbanan.",
"Wir haben nämlich gelernt: Wenn es ein Speisopfer von sechzig I͑saron ist, tue man sechzig Log [Öl] hinein; R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, selbst zu einem Speisopfer von sechzig I͑saron gehöre nur ein Log, denn es heißt: zum Speisopfer, und ein Log Öl.",
"Die Rabbanan sind der Ansicht, er habeauch sechzig Log gelobt, denn zu jedem I͑saron ist ein Logerforderlich, und",
"Rabbi ist der Ansicht des R. Elie͑zer b. Ja͑qob, welcher sagt, es sei nur ein Logerforderlich, somit weiß man nicht, ob es ein Speisopfer ist, für das ein Log ausreicht, oder es zwei Speisopfersind, für die zwei Log erforderlich sind.",
"R. Aši erklärte: Sie streiten über den Fall, wenn jemand ein kleines [Opfer gelobt] und ein großes gebracht hat; die Rabbanan sind der Ansicht, wenn man ein kleines [gelobt] und ein großes gebracht hat, habe man seiner Pflicht genügt, und Rabbi ist der Ansicht, man habe seiner Pflicht nicht genügt. –",
"Darüber streiten sie ja bereits einmal!? Wir haben nämlich gelernt: Wer ein kleines [gelobt] und ein großes gebracht hat, hat seiner Pflicht genügt; Rabbi sagt, er habe seiner Pflicht nicht genügt. –",
"Beide [Lehren] sind nötig. Würde er nur die einegelehrt haben, so könnte man glauben, die Rabbanan seien dieser Ansicht nur in diesem Falle, weil es ob so oder soein Haufe ist, in jenem Falle aber, wo esmehr Opferteile sind, pflichten sie Rabbi bei.",
"Und würde er nur die andere gelehrt haben, so könnte man glauben, Rabbi sei dieser Ansicht nur in diesem Falle, in jenem Falle aber pflichte er den Rabbanan bei. Daher sind beide nötig.",
"",
"SAGTE JEMAND,] ER SPENDE HOLZ, SO SIND ES MINDESTENS ZWEI SCHEITE; WENN WEIHRAUCH, MINDESTENS EIN HAUFEN.",
"ES GIBT FÜNF HAUFEN. SAGTE JEMAND, ER SPENDE WEIHRAUCH, SO IST ES MINDESTENS EIN HAUFEN; WER EIN SPEISOPFER SPENDET, BRINGE DAMIT DEN HAUFEN WEIHRAUCH; WER AUSSERHALBEINEN HAUFEN DARBRINGT, IST SCHULDIG; DIE ZWEI SCHALENBENÖTIGEN ZWEIER HAUFEN.",
"[SAGTE JEMAND,] ER SPENDE GOLD, SO IST ES MINDESTENS EIN GOLDDENAR; WENN SILBER, MINDESTENS EIN SILBERDENAR; WENN KUPFER, MINDESTENS [IM WERTE] EINER SILBERMAA͑. [SAGT ER:] ICH HABE [EINE SUMME] GENANNT, WEISS ABER NICHT, WELCHE ICH GENANNT HABE, SO GEBE ER SOVIEL, BIS ER SAGEN KANN, SOVIEL HABE ER NICHT BEABSICHTIGT.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten:Opfer, dies lehrt, daß man Holz spenden könne. Wieviel? Zwei Scheite. Ebensoheißt es:und wir warfen das Los wegen der Opferung des Holzes. Rabbi sagt, die Holz[spende] gilt als Opfer und benötigt des Salzes und des Heranbringens.",
"Raba sagte: Nach Rabbi benötigt das Holz des Abhebens des Haufens. R. Papa sagte: Nach Rabbi benötigt das Holz des Holzes.",
"WENN WEIHRAUCH, MINDESTENS EIN HAUFEN. Woher dies? – Es heißt: er hebe davon einen Haufen ab, vom Feinmehl des Speisopfers und von seinem Öl und den ganzen Weihrauch. Er vergleicht den Weihrauch mit der Abhebung vom Speisopfer; wie die Abhebung vom Speisopfer ein Haufen, ebenso auch der Weihrauch ein Haufen.",
"Die Rabbanan lehrten: [Sagte jemand,] er spende etwas für den Altar, so bringe er Weihrauch, denn außer dem Weihrauch hast du nichts, das [vollständig] auf dem Altar dargebracht wird. [Sagt er:] ich habe etwas genannt, weiß aber nicht, was ich genannt habe, so bringe er von allem, was auf dem Altar dargebracht wird. –",
"Gibt es denn weiter nichts mehr, es gibt ja noch das Brandopfer!? – Davon gehört die Haut den Priestern. –",
"Es gibt ja noch das Geflügel-Brandopfer!? –"
],
[
"Davon geht der Kropf und das Gefiederab. –",
"Es gibt ja noch das Gußopfer!? – Dieses fließt in den Abflußkanal. –",
"Es gibt ja noch das Guß-Speisopfer!? – Da es Speisopfer gibt, von denen die Priester essen, so ist dies nicht stichhaltig.",
"[SAGTE JEMAND,] ER GELOBE GOLD, SO IST ES MINDESTENS EIN GOLDDENAR. Vielleicht ein Klumpen!? R. Elea͑zar erwiderte: Wenn er Münze gesagt hat. – Vielleicht Scheidemünze!? R. Papa erwiderte: Scheidemünze wird nicht aus Gold gefertigt.",
"WENN SILBER, MINDESTENS EIN [SILBER]DENAR. Vielleicht ein Klumpen!? R. Elea͑zar erwiderte: Wenn er Münze gesagt hat. – Vielleicht Scheidemünze!? R. Šešeth erwiderte: In einem Orte, wo Scheidemünze aus Silber nicht gangbar ist.",
"WENN KUPFER, MINDESTENS [IM WERTE] EINER SILBERMAA͑. Es wird gelehrt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Mindestens eine kleine Zange aus Kupfer. – Wofür ist eine solche verwendbar? Abajje erwiderte: Damit kann man die Dochte putzen und die Lampenreinigen.",
"Vom Eisen wird gelehrt: Manche sagen, mindestens ausreichend für einen Rabenschutz. – Wieviel ist dies? R. Joseph erwiderte: Eine Elle zu einer Elle.",
"Manche lesen: Mindestens eine Elle zu einer Elle. – Wofür ist dies verwendbar? R. Joseph erwiderte: Für einen Rabenschutz.",
"vSAGTE JEMAND,] ER SPENDE WEIN, SO SIND ES MINDESTENS DREI LOG; WENN ÖL, SO IST ES MINDESTENS EIN LOG; RABBI SAGT, DREI LOG.",
"SAGT ER: ICH HABE [EIN QUANTUM] GENANNT, WEISS ABER NICHT, WELCHES ICH GENANNT HABE, SO BRINGE ER SOVIEL, WIE AM TAGE DES HÖCHSTEN [VERBRAUCHES].",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten:Eingeborener, dieslehrt, daß man Wein spenden kann. Wieviel? Drei Log. Woher, daß man beliebig hinzufügen darf?",
"Es heißt sein. Man könnte glauben, auch weniger, so heißt es so.",
"WENN ÖL, MINDESTENS EIN LOG; RABBI SAGT, DREI LOG. Worin besteht ihr Streit?",
"Die Jünger sprachen vor R. Papa: Sie streiten darüber, ob man eine Sache in jeder Beziehung folgereoder man sie folgere und bei ihrer Bestimmunglasse.",
"Die Rabbanan sind der Ansicht, man folgere sie in jeder Beziehung; wie man ein Speisopfer freiwillig spenden kann, ebenso kann man auch Wein spenden, und wie fernerzum Speisopfer ein Log erforderlich ist, ebenso auch das [freiwillig gespendete] Öl ein Log.",
"Rabbi aber ist der Ansicht, man folgere sie, lasse sie aber bei ihrer Bestimmung; wie man ein Speisopfer spenden kann, ebenso kann man auch Öl spenden; man lasse sie aber bei ihrer Bestimmung; es gleicht dem Gußopfer, und wie für das Gußopfer drei Log erforderlich sind, ebenso auch das Öl drei Log.",
"R. Papa erwiderte ihnen: Würde Rabbi es vom Speisopfer folgern, so würde er beipflichten, daß es diesem in jeder Beziehung gleiche, er folgert es aber aus [dem Worte] Eingeborener.",
"R. Hona, Sohn des R. Nathan, sprach zu R. Papa: Wieso kannst du dies sagen, es wird ja gelehrt: Opfer, dies lehrt, daß man Öl spenden kann, und zwar drei Log. Rabbi ist ja derjenige, welcher drei Log sagt, und er folgert es aus [dem Worte] Opfer!? Dieser erwiderte: Ist dies gelehrt worden, so ist es gelehrt worden.",
"ICH HABE [EIN QUANTUM] GENANNT, WEISS ABER NICHT, WELCHES ICH GENANNT HABE, SO BRINGE ER SOVIEL WIE AM TAGE DES HÖCHSTEN [VERBRAUCHES]. Es wird gelehrt: Wie am ersten Tage des [Hütten]festes, der auf einen Šabbath fällt.",
"SAGTE JEMAND,] ER SPENDE EIN BRANDOPFER, SO BRINGE ER EIN LAMM; R. ELEA͑ZAR B. A͑ZARJA SAGT, EINE TURTELTAUBE ODER EINE JUNGE TAUBE.",
"[SAGT ER:] ICH HABE ETWAS VOM RINDVIEH GENANNT, WEISS ABER NICHT, WAS ICH GENANNT HABE, SO BRINGE ER EINEN FARREN UND EIN KALB; WENN: VOM VIEH, WEISS ABER NICHT, WAS ICH GENANNT HABE, SO BRINGE ER EINEN FARREN, EIN KALB, EINEN WIDDER, EINEN ZIEGENBOCK, EIN BÖCKCHEN UND EIN JUNGES LAMM. [SAGT ER:] ICH HABE ETWAS GENANNT, WEISS ABER NICHT,"
],
[
"WAS ICH GENANNT HABE, SO FÜGE ER ZU DIESEN NOCH EINE TURTELTAUBE UND EINE JUNGE TAUBE HINZU.",
"vii[SAGTE JEMAND,] ER SPENDE EIN DANKOPFER, ODER EIN HEILSOPFER, SO BRINGE ER EIN LAMM. [SAGT ER:] ICH HABE ETWAS VOM RINDVIEH GENANNT, WEISS ABER NICHT, WAS ICH GENANNT HABE, SO BRINGE ER EINEN FARREN, EINE KUH, EIN KALB UND EINE KALBE; WENN: VOM VIEH, WEISS ABER NICHT, WAS ICH GENANNT HABE, SO BRINGE ER EINEN FARREN, EINE KUH, EIN KALB, EINE KALBE, EINEN WIDDER, EIN MUTTERSCHAF, EINEN ZIEGENBOCK, EINE ZIEGE, EIN BÖCKCHEN, EIN ZICKLEIN, EIN MÄNNLICHES LÄMMCHEN UND EIN WEIBLICHES LÄMMCHEN.",
"[SAGTE JEMAND,] ER SPENDE EIN RIND, SO BRINGE ER DIESES UND DAS GUSSOPFER DAZU IM WERTE EINER MINE; WENN EIN KALB, SO BRINGE ER DIESES UND DAS GUSSOPFER DAZU IM WERTE VON FÜNF [SELA͑]; WENN EINEN WIDDER, SO BRINGE ER DIESEN UND DAS GUSSOPFER DAZU IM WERTE VON ZWEI [SELA͑]; WENN EIN LAMM, SO BRINGE ER DIESES UND DAS GUSSOPFER DAZU IM WERTE EINES SELA͑.",
"[SAGTE ER,] EINEN OCHSEN FÜR EINE MINE, SO BRINGE ER EINEN SOLCHEN FÜR EINE MINE AUSSER DEM GUSSOPFER; WENN EIN KALB FÜR FÜNF, SO BRINGE ER EIN SOLCHES FÜR FÜNF AUSSER DEM GUSSOPFER; WENN EINEN WIDDER FÜR ZWEI, SO BRINGE ER EINEN FÜR ZWEI AUSSER DEM GUSSOPFER; WENN EIN LAMM FÜR EINEN SELA͑, SO BRINGE ER EIN SOLCHES FÜR EINEN SELA͑ AUSSER DEM GUSSOPFER.",
"[WENN ER GESAGT HAT:] EINEN OCHSEN FÜR EINE MINE, UND ZWEI IM WERTE EINER MINE GEBRACHT HAT, SO HAT ER SEINER PFLICHT NICHT GENÜGT, SELBST WENN EINER EINE MINE WENIGER EINEN DENAR WERT IST UND DER ANDERE EINE MINE WENIGER EINEN DENAR WERT IST.",
"WENN ER ‘EINEN SCHWARZEN’ [GESAGT] UND EINEN WEISSEN GEBRACHT HAT, ‘EINEN WEISSEN’ [GESAGT] UND EINEN SCHWARZEN GEBRACHT HAT, ‘EINEN GROSSEN’ GESAGT UND EINEN KLEINEN GEBRACHT HAT, SO HAT ER SEINER PFLICHT NICHT GENÜGT; WENN ER ‘EINEN KLEINEN’ [GESAGT] UND EINEN GROSSEN GEBRACHT HAT, SO HAT ER SEINER PFLICHT GENÜGT, RABBI SAGT, ER HABE SEINER PFLICHT NICHT GENÜGT.",
"GEMARA. Sie streitenaber nicht; einer spricht von seiner Ortschaft und einer von seiner Ortschaft.",
"Die Rabbanan lehrten: [Sagte jemand,] er spende ein Brandopfer im Werte eines Sela͑ für den Altar, so bringe er ein Lamm, denn mit Ausnahme eines Lammes hast du nichts im Werte eines Sela͑, das auf dem Altar dargebracht wird. [Sagte er:] ich habe etwas genannt, weiß aber nicht, was ich genannt habe, so bringe er im Werte eines Sela͑ von allem, was auf dem Altar dargebracht wird.",
"ICH HABE ETWAS VOM RINDVIEH GENANNT, WEISS ABER NICHT, WAS ICH GENANNT HABE, SO BRINGE ER EINEN FARREN UND EIN KALB. Weshalb denn, er sollte doch in jedem Falle nur einen Farrenbringen!? –",
"Hier ist die Ansicht Rabbis vertreten, welcher sagt, wer ein kleines genannt und ein großes gebracht hat, habe seiner Pflicht nicht genügt. –",
"Wie ist, wenn hier die Ansicht Rabbis vertreten ist, der Schlußsatz zu erklären: [Wenn er gesagt hat:] einen Ochsen für eine Mine, und zwei im Werte einer Mine gebracht hat, so hat er seiner Pflicht nicht genügt, selbst wenn einer eine Mine weniger einen Denar wert ist und der andere eine Mine weniger einen Denar wert ist.",
"Wenn er ‘einen schwarzen’ [gesagt] und einen weißen gebracht hat, ‘einen weißen’ [gesagt] und einen schwarzen gebracht hat, ‘einen großen’ [gesagt] und einen kleinen gebracht hat, so hat er seiner Pflicht nicht genügt; wenn er ‘einen kleinen’ gesagt und einen großen gebracht hat, so hat er seiner Pflicht genügt; Rabbi sagt, er habe seiner Pflicht nicht genügt.",
"Der Anfangsatz und der Schlußsatz nach Rabbi und der Mittelsatz nach den Rabbanan!? –",
"Allerdings, der Anfangsatz und der Schlußsatz nach Rabbi und der Mittelsatz nach den Rabbanan. Er meint es wie folgt: darüberbesteht ein Streit zwischen Rabbi und den Rabbanan.",
"Dort haben wir gelernt: Sechsfür freiwillige Spenden. Wem entsprechend waren diese?",
"Ḥizqija erwiderte: Entsprechend den sechs Tageswachen, die die Weisen angeordnet haben, damit Friedeunter ihnen walte.",
"R. Joḥanan erklärte: Da die Spenden reichlich waren, so ordneten sie viele Sammelbüchsen an, damit die Münzen nicht schimmlig werden.",
"Zee͑ri erklärte: Für [die Opfertiere]Farre, Kalb, Widder, Lamm, Böckchen und Ziegenbock. Dies nach Rabbi, welcher sagt, wer einen kleinen [gesagt] und einen großen gebracht hat, habe seiner Pflicht nichtgenügt.",
"Bar Pada erklärte: Für Farren, Widder,"
],
[
"Lämmer, Ziegenböcke, Überschüsse und die Maa͑.",
"Sie alle erklären nicht wie Ḥizqija, weil Streitigkeiten nicht zu berücksichtigen sind, denn jede [Tageswache] tat Dienst an dem für sie bestimmten Tage.",
"Wie R. Joḥanan erklären sie ebenfalls nicht, denn das Schimmligwerden der Münzen ist nicht zu berücksichtigen.",
"Wie Zee͑ri erklären sie ebenfalls nicht, weil sie [diese Lehre] nicht nach der Ansicht eines einzelnen erklären wollen.",
"Und wie Bar Pada erklären sie ebenfalls nicht, denn Überschüssesind ja auch alle übrigenund",
"die Maa͑ kommt zu den Šeqalim. Es wird nämlich gelehrt: Dieses Aufgeld kommt zu den übrigen Šeqalim – so R. Meír; R. Elie͑zer sagt, für freiwillige [Opfer].",
"Šemuél erklärte: Für die Überschüsse des Sündopfers, die Überschüsse des Schuldopfers, die Überschüsse des Schuldopfers des Nazirs, die Überschüsse des Schuldopfers des Aussätzigen, die Überschüsse des Sünd-Speisopfers und die Überschüsse vom Zehntel Ephades Hochpriesters.",
"R. Oša͑ja erklärte: Für die Überschüsse des Sündopfers, die Überschüsse des Schuldopfers, die Überschüsse des Schuldopfers des Nazirs, die Überschüsse des Schuldopfers des Aussätzigen, die Überschüsse des Geflügelopfers und die Überschüsse des Sünd-Speisopfers. –",
"Weshalb erklärt Šemuél nicht wie R. Oša͑ja? – Das Geflügelopfer wird schon vorhergenannt. –",
"Und R. Oša͑ja!? – Er zählt in dieser Lehre das Geflügelopfer nicht mit. – Aber R. Oša͑ja lehrte es ja und zählt das Geflügelopfer mit!? – Eine für das Geflügelopfer und die andere für die Überschüsse des Geflügelopfers. –",
"Weshalb erklärt R. Oša͑ja nicht wie Šemuél? – Er ist der Ansicht desjenigen, welcher sagt, der Überschuß des Zehntel Epha des Hochpriesters sei verfaulenzu lassen.",
"Es wird nämlich gelehrt: Der Überschuß des Speisopfers ist freiwillig [darzubringen], der Überschuß des Speisopfers ist verfaulen zu lassen. Und auf unsere Frage, wie dies zu verstehen sei, erwiderte R. Ḥisda, dies sei wie folgt zu verstehen: der Überschuß des Sünd-Speisopfers ist freiwillig [darzubringen], der Überschuß des Speisopfers des Hochpriesters ist verfaulen zu lassen.",
"Rabba sagte: Auch der Überschuß des Zehntels Epha des Hochpriesters ist als freiwillige Gabe [darzubringen], und nur der Überschuß der Dankopferbrote ist verfaulen zu lassen.",
"Hierüber besteht auch folgender Streit: Der Überschuß des Zehntels Epha des Hochpriesters ist, wie R. Joḥanan sagt, als freiwillige Gabe [darzubringen], und wie R. Elea͑zar sagt, verfaulen zu lassen.",
"Man wandte ein: Der Überschuß der Šeqelsteuer ist profan; der Überschuß des Zehntels Epha, der Überschuß des Geflügelopfers von männlichen oder weiblichen Flußbehafteten, des Geflügelopfers der Wöchnerinnen, der Sündopfer und Schuldopfer ist freiwillig [darzubringen].",
"Doch wohl der Überschuß des Zehntels Epha des Hochpriesters!? –",
"Nein, der Überschuß des Sünd-Speisopfers.",
"R. Naḥman b. R. Jiçḥaq sagte: Die Ansicht desjenigen, welcher sagt, der Überschuß des Zehntels Epha des Hochpriesters sei verfaulen zu lassen, ist einleuchtend,",
"denn es wird gelehrt:Er soll kein Öl darauf tun und keinen Weihrauch dazu geben, denn es ist ein Sündopfer. R. Jehuda sagte: Dieses heißt Sündopfer, nicht aber heißt ein anderes Sündopfer, dies lehrt, daß das Zehntel Epha des Hochpriesters nicht Sündopfer heiße und des Weihrauchs benötige.",
"Und wenn es nicht Sündopfer heißt, so ist der Überschuß desselben verfaulen zu lassen.",
"WENN [JEMAND GESAGT HAT:] DIESER OCHS SEI EIN BRANDOPFER, UND ER EIN GEBRECHEN BEKOMMENHAT, SO KANN ER, WENN ER WILL, FÜR DEN ERLÖS ZWEI BRINGEN; WENN [ER GESAGT HAT:] DIESE BEIDEN OCHSEN SOLLEN BRANDOPFER SEIN, UND SIE GEBRECHEN BEKOMMEN HABEN, SO KANN ER, WENN ER WILL, FÜR DEN ERLÖS EINEN BRINGEN; RABBI VERBIETET DIES.",
"WENN [ER GESAGT HAT:] DIESER WIDDER SEI EIN BRANDOPFER, UND ER EIN GEBRECHEN BEKOMMEN HAT, SO KANN ER, WENN ER WILL, FÜR DEN ERLÖS EIN LAMM BRINGEN; WENN [ER GESAGT HAT:] DIESES LAMM SEI EIN BRANDOPFER, UND ES EIN GEBRECHEN BEKOMMEN HAT, SO KANN ER, WENN ER WILL, FÜR DEN ERLÖS EINEN WIDDER BRINGEN; RABBI VERBIETET DIES."
],
[
"GEMARA. Du sagtest ja in der ersten Lehre, wer ‘einen Ochsen für eine Mine’ [gesagt] und zwei im Werte einer Mine gebracht hat, habe seiner Pflicht nicht genügt!? –",
"Anders ist es, wenn er ‘dieses Rind’ gesagt und es ein Gebrechen bekommen hat.",
"WENN [ER GESAGT HAT:] DIESE BEIDEN OCHSEN SOLLEN BRANDOPFER SEIN, UND SIE GEBRECHEN BEKOMMEN HABEN, SO KANN ER, WENN ER WILL, FÜR DEN ERLÖS EINEN BRINGEN; RABBI VERBIETET DIES. Aus welchem Grunde? –",
"Dies ist ebenso, als würde er ‘einen großen’ [gesagt] und einen kleinen gebracht haben. Und obgleich er ein Gebrechen bekommenhat, so erlaubt Rabbi es dennoch nicht von vornherein. –",
"Sollte er auch über den ersten Fallstreiten!? –",
"Rabbi bezieht sich auf die ganze Lehre; er wartete bis die Rabbanan ihre Worte zuende führen, sodann streitet er gegen sie.",
"Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt auch: wenn [er gesagt hat:] dieser Widder sei ein Brandopfer, und er ein Gebrechen bekommen hat, so kann er, wenn er will, für den Erlös ein Lamm bringen; wenn [er gesagt hat:] dieses Lamm sei ein Brandopfer, und es ein Gebrechen bekommen hat, so kann er, wenn er will, für den Erlös einen Widder bringen; Rabbi verbietet dies. Schließe hieraus.",
"Sie fragten: Wie verhält es sich bei einer Art für eine andereArt? –",
"Komm und höre: Wenn [jemand gesagt hat:] dieser Ochs sei ein Brandopfer, und er ein Gebrechen bekommen hat, so darf er für den Erlös keinen Widder bringen, wohl aber darf er für den Erlös zwei Widder bringen. Rabbi verbietet dies, weil es keine Vermischunggibt. Schließe hieraus. –",
"Wieso gilt dies demnachnur von zwei, dies sollte ja auch von einem gelten, denn in einem Falle, wenn es ein Gebrechen bekommen hat, unterscheiden ja die Rabbanan nicht zwischen einem großenund einem kleinen!? –",
"Zwei Tannaím streiten über die Ansicht der Rabbanan.",
"«Rabbi verbietet dies, weil es keine Vermischung gibt.» Also nur aus dem Grunde, weil es keine Vermischung gibt, sonst aber wäre dies erlaubt,",
"und dem widersprechend haben wir gelernt: Wenn [er gesagt hat:] dieser Widder sei ein Brandopfer, und er ein Gebrechen bekommen hat, so kann er, wenn er will, für den Erlös ein Lamm bringen; wenn [er gesagt hat:] dieses Lamm sei ein Brandopfer, und es ein Gebrechen bekommen hat, so kann er, wenn er will, für den Erlös einen Widder bringen; Rabbi verbietet dies. –",
"Zwei Tannaím streiten über die Ansicht Rabbis.",
"Hat er von tauglichen [Tieren]statt eines Kalbes einen Farren, oder statt eines Lammes einen Widder gebracht, so hat er seiner Pflicht genügt. Eine anonyme Lehre nach den Rabbanan.",
"SO KANN ER, WENN ER WILL, FÜR DEN ERLÖS ZWEI BRINGEN &C. R. Menasja b. Zebid sagte im Namen Rabhs: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn er gesagt hat: dieser Ochs sei ein Brandopfer, wenn er aber gesagt hat: ich nehme auf mich, diesen Ochsen als Brandopfer zu bringen, so ist esbestimmt worden. –",
"Vielleicht wollte er sagen, er nehme die Darbringungauf sich!? –",
"Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: R. Menasja b. Zebid sagte im Namen Rabhs: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn er gesagt hat: dieser Ochs sei ein Brandopfer, oder: ich nehme auf mich, diesen Ochsen als Brandopfer zu bringen, wenn er aber gesagt hat: ich nehme auf mich, diesen Ochsen oder seinen Wertals Brandopfer zu bringen, so ist es bestimmt worden.",
"WENN JEMAND GESAGT HAT: EINES VON MEINEN LÄMMERN SEI HEILIG, ODER EINER VON MEINEN OCHSEN SEI HEILIG, SO IST, WENN ER ZWEI HAT, DAS GRÖSSERE, UND WENN DREI, DAS MITTLERE UNTER IHNEN HEILIG. [SAGT ER:] ICH HABE EINES GENANNT, WEISS ABER NICHT, WELCHES ICH GENANNT HABE, ODER: MEIN VATERHAT MIR EINES GENANNT, WEISS ABER NICHT, WELCHES, SO IST DAS GRÖSSTE UNTER IHNEN HEILIG.",
"GEMARA. Der Weihende tut dies somitmit gönnendem Auge; wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: [so ist] das mittlere unter ihnen heilig; demnachtut dies ja der Weihende mit mißgönnendem Auge!?",
"Šemuél erwiderte: Man berücksichtige auchdas mittlere, denn dem kleinsten gegenüber heißt dies mit gönnendem Auge. –",
"Wie macheer es? R. Ḥija b. Rabh erwiderte: Er warte, bis es ein Gebrechen bekommt, sodann übertrage er seine Heiligkeit auf das größte.",
"R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn er gesagt hat: einer von meinen Ochsen sei heilig, wenn er aber gesagt hat: ein Ochs unter meinen Ochsen sei heilig, so ist der größte unter ihnen heilig, denn er meinte den [bedeutendsten] Ochsen unter seinen Ochsen. –",
"Dem ist aber nicht so, R. Hona sagte ja im Namen R. Ḥijas im Namen U͑las, wer zu seinem Nächsten gesagt hat, er verkaufe ihm einen Raum in seinem Hause, zeige ihm einen Söller; doch wohl, weil er das schlechtesteist!? – Nein, das beste im Hause.",
"Man wandte ein: [Wenn jemand gesagt hat:] ein Ochs unter meinen Ochsen sei heilig, und ebenso wenn ein Ochs des Heiligtums mit anderen vermischt worden ist, so ist der größte unter ihnen heilig, und alle übrigen sind als Brandopfer zu verkaufen, während der Erlös profan ist!? –",
"Diesist auf den Fall zu beziehen, wenn ein Ochs des Heiligtums mit anderen vermischt worden ist. – Es heißt ja: und ebenso!? – Dies bezieht sich auf den größten.",
"Man wandte ein: Wenn [er zu ihm gesagt hat,] er verkaufe ihm ein Haus unter seinen Häusern, und eines eingestürzt ist, so zeige er ihmdas eingestürzte; er verkaufe ihm einen Sklaven unter seinen Sklaven, und einer gestorben ist, so zeige er ihm den toten."
],
[
"Weshalb denn, man sollte doch sehen, welches eingestürzt ist, welcher gestorbenist!? –",
"Vom [Anspruch des] Käufers ist nichts einzuwenden; anders verhält es sich bei einem Käufer, weil der Besitzer des Scheines die Unterhandhat. –",
"Jetzt, wo du darauf gekommen bist, ist auch hinsichtlich des Söllers zu erklären, dieser sei das schlechteste, denn der Besitzer des Scheines hat die Unterhand.",
"SAGTE JEMAND,] ER GELOBE EIN BRANDOPFER, SO BRINGE ER ES IM HEILIGTUMDAR; HAT ER ES IM ḤONJOTEMPELDARGEBRACHT, SO HAT ER SEINER PFLICHT NICHT GENÜGT. [SAGTE ER,] ER GELOBE EIN BRANDOPFER IM ḤONJOTEMPEL DARZUBRINGEN, SO BRINGE ER ES IM HEILIGTUME DAR; HAT ER ES IM ḤONJOTEMPEL DARGEBRACHT, SO HAT ER SEINER PFLICHT GENÜGT. R. ŠIMO͑N SAGT, DIESES SEI KEIN BRANDOPFER, [SAGTE JEMAND,] ER WOLLE NAZIR SEIN, SO MUSS ER SICH DAS HAAR IM HEILIGTUME SCHNEIDENLASSEN; HAT ER ES IM ḤONJOTEMPEL GETAN, SO HAT ER SEINER PFLICHT NICHT GENÜGT.",
"[SAGTE ER,] ER WOLLE NAZIR SEIN UND SICH DAS HAAR IM ḤONJOTEMPEL SCHNEIDEN LASSEN, SO TUE ER ES IM HEILIGTUME; TAT ER ES IM ḤONJOTEMPEL, SO HAT ER SEINER PFLICHT GENÜGT. R. ŠIMO͑N SAGT, DIESER SEI KEIN NAZIR.",
"GEMARA. Wieso hat er seiner Pflicht genügt, er hatja [das Opfer] nur getötet!?",
"R. Hamnuna erwiderte: Dies ist ebenso, als würde er gesagt haben, er gelobe ein Brandopfer mit der Bedingung, dafür nicht haftbarzu sein. –",
"Raba sprach zu ihm: Im Schlußsatze heißt es, wenn [er gesagt hat,] er wolle Nazir sein und sich das Haar im Ḥonjotempel schneiden lassen, tue er es im Heiligtume, und wenn er dies im Ḥonjotempel tat, habe er seiner Pflicht genügt, wonach auch hierbei [zu begründen] ist, es sei ebenso, als würde er gesagt haben, er wolle Nazir sein mit der Bedingung, für die Opfer nicht haftbar zu sein; er bleibt ja aber Nazir, solange er seine Opfer nicht gebrachthat!?",
"Vielmehr, erklärte Raba, dieser wollte nur ein Geschenkbringen und sagte sich: genügt der Ḥonjotempel, so ist es recht, einer weiteren Bemühungunterwerfe ich mich nicht.",
"Und ebenso wollte der Nazir sich eine Enthaltsamkeit auferlegen und sagte sich: genügt der Ḥonjotempel, so ist es recht, einer weiteren Bemühung unterwerfe ich mich nicht.",
"R. Hamnuna aber erklärt, hinsichtlich des Nazirs verhalte es sich auch so, beim Brandopfer aber [ist zu begründen,] er gelobte mit der Bedingung, dafür nicht haftbar zu sein.",
"Und auch R. Joḥanan ist der Ansicht R. Hamnunas, denn Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: [Wenn jemand gesagt hat,] er gelobe, ein Brandopfer im Ḥonjotempel darzubringen, und es im Jisraéllande dargebracht hat, so hat er seiner Pflicht genügt und verfällt der Ausrottung.",
"Ebenso wird auch gelehrt: [Wenn jemand gesagt hat,] er gelobe, ein Brandopfer in der Wüste darzubringen, und es jenseits des Jardensdargebracht hat, so hat er seiner Pflicht genügt, und verfällt der Ausrottung.",
"PRIESTER, DIE IM ḤONJOTEMPEL DIENST TATEN, DÜRFEN NICHT IM HEILIGTUME ZU JERUŠALEM DIENST TUN, UND UM SO WENIGER, DIE ES FÜR EINE ANDERE SACHEGETAN HABEN, DENN ES HEISST:doch durften die Priester der Privataltäre nicht den Altar in Jerušalem betreten, sondern aßen das Ungesäuerte inmitten ihrer Brüder. SIE GLEICHEN GEBRECHENBEHAFTETEN, INDEM SIE EINEN ANTEILERHALTEN UND AUCH ESSEN, JEDOCH KEINE [OPFER] DARBRINGEN DÜRFEN.",
"GEMARA. R. Jehuda sagte: Hat ein Priester einem Götzen geschlachtet, so ist das OpferangenehmenGeruches.",
"R. Jiçḥaq b. Evdämi sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:weil sie dereinst vor ihren Götzen bedienten und so dem Hause Jisraél zum Anstoße der Sünde wurden, deshalb habe ich meine Hand wider sie erhoben, Spruch Gottes, des Herrn, und sie sollen ihre Sünde tragen. Und hierauf heißt es:sie dürfen mir nicht nahen, um mir Priesterdienst zu tun. Also nur, wenn er Priesterdienst getan hat, und das Schlachten gilt nicht als Priesterdienst.",
"Es wurde gelehrt: Ist esbeim [Blut]sprengen versehentlich erfolgt, so ist sein Opfer, wie R. Naḥman sagt, angenehmen Geruches, und wie R. Šešeth sagt, nicht angenehmen Geruches.",
"R. Šešeth sagte: Dies entnehme ich aus folgendem: Es heißt: und so dem Hause Jisraéls zum Anstoße der Sünde wurden; doch wohl entweder Anstoß oder Sünde; unter Anstoßist Versehen und unter Sünde Vorsatz zu verstehen.",
"",
"R. Naḥman aber erklärt: ein Anstoß der Sünde. R. Naḥman sagte: Dies entnehme ich aus folgendem: Es wird gelehrt:Und der Priester schaffe Sühne der Seele, die durch ihre Sünde unvorsätzlich gefehlt hat; dies lehrt, daß der Priester sich selbst Sühne schaffen könne.",
"Wobei, wenn beim Schlachten, so gilt dies ja nicht nur vom Versehen, sondern auch vom Vorsatz; doch wohl beim Sprengen. –",
"Und R. Šešeth!? – Er kann dir erwidern: tatsächlich beim Schlachten, und vom Vorsatz gilt dies deshalb nicht, weil er dadurchein Pfaffe des Götzen geworden ist.",
"Sie vertreten hierbei ihre Ansichten, denn es wurde gelehrt: Hat er es beim Schlachten vorsätzlich getan, so ist sein Opfer, wie R. Naḥman sagt, angenehmen Geruches, und wie R. Šešeth sagt, nicht angenehmen Geruches.",
"R. Naḥman sagt, sein Opfer sei angenehmen Geruches, weil er keinen Priesterdienst getan hat; R. Šešeth sagt, sein Opfer sei nicht angenehmen Geruches,"
],
[
"weil er dadurch ein Pfaffe des Götzen geworden ist.",
"R. Naḥman sagte: Dies entnehme ich aus folgender Lehre: Hat ein Priester Götzen gedient und Buße getan, so ist sein Opfer angenehmen Geruches.",
"In welchem Falle: wenn unvorsätzlich, wieso heißt es ‘und Buße getan’, er ist ja bußfertig; doch wohl vorsätzlich; ferner: ist es beim Sprengen erfolgt, so nützt es ja nicht, daß er Buße getan hat, er hat ja Priesterdienst getan; doch wohl beim Schlachten. –",
"Und R. Šešeth!? – Er kann dir erwidern: tatsächlich unvorsätzlich, und er meint es wie folgt: hatte er von vornherein Buße getan, wenn nämlich der Dienst unvorsätzlich erfolgt war, so ist sein Opfer angenehmen Geruches, wenn aber nicht, so ist sein Opfer nicht angenehmen Geruches.",
"Hat er sich vor einem Götzen niedergeworfen, so ist, wie R. Naḥman sagt, sein Opfer angenehmen Geruches, und wie R. Šešeth sagt, sein Opfer nicht angenehmen Geruches. Hat er einen Götzen anerkannt, so ist, wie R. Naḥman sagt, sein Opfer angenehmen Geruches, und wie R. Šešeth sagt, sein Opfer nicht angenehmen Geruches.",
"Und [alle Fälle] sind nötig. Würde er nur den ersten gelehrt haben, so könnte man glauben, R. Šešeth vertrete seine Ansicht nur da, wo er vor ihm Priesterdienst getan hat; hinsichtlich des Schlachtens aber, wobei er vor ihm keinen Priesterdienst getan hat, pflichte er R. Naḥman bei.",
"Und würde er es nur vom Schlachten gelehrt haben, so könnte man glauben, weil er einen Dienst getan hat, nicht aber, wenn er sich niedergeworfen hat, wobei er keinen Dienst getan hat. (Daher ist dies nötig.)",
"Und würde er es nur von Sichniederwerfens gelehrt haben, so könnte man glauben, weil er eine Tätigkeit ausgeübt hat, nicht aber, wenn er ihn anerkannt hat, wobei es nur Worte sind. Daher ist auch dies nötig.",
"UND UM SO WENIGER, DIE ES FÜR EINE ANDERE SACHE GETAN HABEN. Wenn er sagt: um so weniger, die es für eine andere Sache getan haben, so ist hieraus zu entnehmen, daß der Ḥonjotempel kein Götzen[tempel] war.",
"Es gibt somit eine Lehre übereinstimmend mit demjenigen, welcher sagt, der Ḥonjotempel war kein Götzen[tempel]. Es wird gelehrt: In dem Jahre, in dem Šimo͑n der Gerechte starb, sagte er, er werde in diesem Jahre sterben.",
"Als man ihn fragte, woher er dies wisse, erwiderte er: An jedem Versöhnungstage gesellte sich mirein Greis, der weiß gekleidet war, weiß gehüllt war, und er pflegte mit mir hineinzugehen und mit mir herauszukommen; dieses Jahr aber gesellte sich mir ein Greis, der schwarz gekleidet war, schwarz gehüllt war, und er ging mit mir hinein, kam aber nicht mit mir heraus.",
"Nach dem Feste war er sieben Tage krank und starb. Seine Priesterbrüder unterließen es dann, im [Priester]segen den Gottesnamen auszusprechen.",
"Bei seinem Hinscheiden sprach er: Mein Sohn Ḥonjosoll mein Amtsnachfolger werden. Sein Bruder Šimi͑, der zweieinhalb Jahre älter war als er, und auf ihn neidisch war, sprach darauf zu ihm: Komm, ich will dich die Satzungen des Tempeldienstes lehren. Alsdann ließ er ihn einen Kittel anziehen und einen Gürtel anlegen und brachte ihn zum Altar. Hierauf sprach er zu seinen Priesterbrüdern: Schauet, was dieser seiner Geliebten versprochen und auch gehalten hat: Am Tage, an dem ich das Priesteramt antrete, werde ich deinen Kittel anziehen und deinen Gürtel anlegen.",
"Da wollten seine Priesterbrüder ihn töten; er aber floh vor ihnen und sie setzten ihm nach. Hierauf ging er nach Alexandrien in Ägypten, wo er einen Altar errichtete und auf diesem den Götzen opferte. Als die Weisen davon hörten, sprachen sie: Wenn durch diesen, der dazunicht gelangt war, dies erfolgt ist, was sollte schon durch den erfolgen, der dazu gelangtwar. So geschah dies nach R. Meír.",
"R. Jehuda sprach zu ihm: Nicht so trug sich dies zu, vielmehr wollte Ḥonjo das Amt nicht annehmen, weil sein Bruder Šimi͑ zweieinhalb Jahre älter war als er. Dennoch war Ḥonjo neidisch auf seinen Bruder Šimi͑. Er sprach zu ihm: Komm, ich will dich die Satzungen des Tempeldienstes lehren. Alsdann ließ er ihn einen Kittel anziehen und einen Gürtel anlegen und brachte ihn zum Altar. Hierauf sprach er zu seinen Priesterbrüdern: Schauet, was dieser seiner Geliebten versprochen und auch gehalten hat: Am Tage, an dem ich das Priesteramt antrete, werde ich deinen Kittel anziehen und deinen Gürtel anlegen.",
"Seine Brüder, die Priester, wollten ihn töten, und er erzählte ihnen den ganzen Vorfall. Hierauf wollten sie Ḥonjo töten, er aber floh vor ihnen und sie setzten ihm nach; er flüchtete sich nach dem Königsberge, aber sie folgten ihm auch da, und wer ihn sah, rief: der ist es, der ist es. Hierauf ging er nach Alexandrien in Ägypten, wo er einen Altar errichtete und auf diesem auf den Namen Gottes opferte. So heißt es auch:An jenem Tage wird ein Altar für den Herrn inmitten des Landes Miçrajim sein und ein Mahlstein des Herrn an seiner Grenze.",
"Als die Weisen davon hörten, sprachen sie: Wenn durch diesen, der es ausschlug, dies erfolgt ist, um wieviel mehr durch den, der es zu erreichen strebt.",
"Es wird gelehrt: R. Jehošua͑ b. Peraḥja sagte: Früherwollte ich jeden, der zu mir sagte, daß ich hochsteigensoll, binden und vor einen Löwen werfen, jetzt aber würde ich auf jeden, der zu mir sagen sollte, daß ich hinabsteigen soll, einen Kessel kochenden Wassers gießen.",
"Šaúl floh [den Thron]; nachdem er ihn aber bestiegen hatte, wollte er David töten.",
"Mar Qašiša, Sohn des R. Ḥisda, sprach zu Abajje: Wofür verwendet R. Meír den von R. Jehuda angezogenen Schriftvers? –",
"Er verwendet ihn für folgende Lehre: Nach der Niederlage des Sanḥeribging Ḥizqija hinaus und traf Königssöhne in goldenen Wagen sitzen; da beschwor er sie, keinen Götzendienst zu treiben, wie es heißt: an jenem Tage werden fünf Städte in Miçrajim die Sprache Kenaa͑ns reden \n"
],
[
"und dem Herrn der Heerscharen schwören. Hierauf gingen sie nach Miçrajim, wo sie einen Altar errichteten und auf ihm Opfer auf den Namen Gottes darbrachten, wie es heißt: an jenem Tage wird ein Altar für den Herrn inmitten des Landes Miçrajim sein.",
"Heresstadt wird die eine genannt. Was heißt Heresstadt (wird die eine genannt)? – Nach der Übersetzung R. Josephs: Von der Stadt Beth Šemeš [Sonnenstadt], die dereinst zerstört werden wird, heißt es, daß sie eine von ihnenist. – Woher, daß Ḥeres(stadt) Sonne bedeutet? – Es heißt: der zur Sonne (ḥeres) spricht, daß sie nicht scheine.",
"Bringet meine Söhne aus der Ferne und meine Töchter aus den Enden der Erde. Bringet meine Söhne aus der Ferne, das sind, wie R. Hona sagte, die Exulanten von Babylonien, die gesetzten Sinnes sind, gleich Söhnen; und meine Töchter aus den Enden der Erde, das sind die Exulanten aus den übrigen Ländern, die nicht gesetzten Sinnes sind, gleich Töchtern.",
"R. Abba b. R. Jiçḥaq sagte im Namen R. Ḥisdas, und wie manche sagen, sagte es R. Jehuda im Namen Rabhs: Von Çor bis Karthagene kennt man Jisraél und seinen Vater im Himmel, und von Çor westwärts und von Karthagene ostwärts kennt man weder Jisraél noch seinen Vater im Himmel.",
"R. Šimi͑ b. Ḥija wandte gegen Rabh ein:Vom Aufgange der Sonne bis zu ihrem Niedergange ist mein Name groß unter den Völkern, an jeglichem Orte wird mir geräuchert und meinem Namen dargebracht, eine reine Opfergabe!? Dieser erwiderte: Du bist Šimi!? Man nennt ihn den Gott der Götter.",
"An jeglichem Orte wird mir geräuchert und meinem Namen dargebracht. An jeglichem Orte, wieso dies? R. Šemuél b. Naḥmani erwiderte im Namen R. Jonathans: Das sind die Schriftgelehrten, die sich an allen Orten mit der Tora befassen; ich rechne es ihnen an, als würden sie mir räuchern und Opfer darreichen.",
"Eine reine Opfergabe. Dies bezieht sich auf den, der das Gesetz in Reinheit studiert; der eine Frau nimmt und dann das Gesetz studiert.",
"Ein Stufenlied. Preiset den Herrn, alle Diener des Herrn, die ihr in den Nächten im Hause des Herrn steht. Was heißt: in den Nächten? R. Joḥanan erwiderte: Das sind die Schriftgelehrten, die sich nachts mit der Tora befassen; die Schrift rechnet es ihnen an, als würden sie sich mit dem Opferdienste befassen.",
"Ewig dies für Jisraél. R. Gidel sagte im Namen Rabhs: Das ist der [droben] erbaute Altar, an dem Mikhaél, der oberste Fürststeht und Opfer darbringt.",
"R. Joḥanan sagte: Das sind die Schriftgelehrten, die sich mit den Vorschriften über den Opferdienst befassen; die Schrift rechnet es ihnen an, als würde der Tempel in ihren Tagen erbaut worden sein.",
"Reš Laqiš sagte: Es heißt:dies ist das Gesetz für das Brandopfer, für das Speisopfer, für das Sündopfer und für das Schuldopfer. Wenn jemand sich mit der Tora befaßt, so ist es ebenso, als würde er Brandopfer, Speisopfer, Sündopfer und Schuldopfer darbringen.",
"Raba sprach: Wieso heißt es demnach: für das Brandopfer, für das Speisopfer, es sollte ja heißen: ein Brandopferund ein Speisopfer!? Vielmehr, erklärte Raba, wer sich mit der Tora befaßt, braucht weder eines Brandopfers noch eines Sündopfers noch eines Speisopfers noch eines Schuldopfers.",
"R. Jiçḥaq sagte: Es heißt:dies ist das Gesetz des Sündopfers,dies ist das Gesetz des Schuldopfers. Wenn jemand sich mit dem Gesetze des Sündopfers befaßt, so ist es ebenso als würde er ein Sündopfer darbringen, und wenn jemand sich mit dem Gesetze des Schuldopfers befaßt, so ist es ebenso als würde er ein Schuldopfer darbringen.",
"BEIM VIEH-BRANDOPFER HEISST ES:ein Feueropfer angenehmen Geruches, BEIM GEFLÜGEL-BRANDOPFER:ein Feueropfer angenehmen Geruches, UND BEIM SPEISOPFER:ein Feueropfer angenehmen Geruches, UM DIR ZU SAGEN: OB VIEL ODER WENIG, WENN ER NUR SEIN HERZ ZUM HIMMEL RICHTET.",
"GEMARA. R. Zera sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:süß ist der Schlaf des Arbeitenden, ob viel oder wenig, er wird genießen.",
"R. Ada b. Ahaba entnimmt dies hieraus:ist des Guten viel, so sind auch viel der Esser, und welchen Gewinn hat der Besitzerdavon?",
"Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. A͑zaj sagte: Komm und sieh, was im Abschnitte von den Opfern geschrieben steht; in diesem kommt weder El noch Elohimvor, sondern nur Jahve, um den Streitenden keine Gelegenheitzu geben.",
"Ferner heißt es von einem großen Ochsen: ein Feueropfer angenehmen Geruches, von einem kleinen Vogel: ein Feueropfer angenehmen Geruches, und ebenso vom Speisopfer: ein Feueropfer angenehmen Geruches, um dir zu sagen: ob viel oder wenig, wenn er nur sein Herz zum Himmel richtet.",
"Vielleicht glaubst du, er brauche [das Opfer] zum Essen, so heißt es:wenn mich hungerte, dir sagte ich es nicht, denn mein ist das Weltall und sein Inhalt. Ferner heißt es: denn mein sind alle Tiere des Waldes, das Vieh auf den Bergen der Tausende; ich kenne alle Vögel auf den Bergen, und, was sich im Gefilde regt, ist mir bekannt. Esse ich etwa das Fleisch von Stieren oder trinke ich das Blut von Böcken?",
"Ich gebot euch zu schlachten nur deshalb, damit ihr sagt: ich will seinen Willen erfüllen, damit er meinen Willen erfülle. Ihr schlachtet somit nicht um meinetwillen, sondern um euretwillen, wie es heißt:zu eurer Wohlgefälligkeit sollt ihr es schlachten.",
"Eine andere Erklärung: Zu eurer Wohlgefälligkeit sollt ihr es schlachten, schlachtet mit eurem Willen, und schlachtet in der Absicht.",
"So fragte Šemuél den R. Hona: Woher, daß [das Opfer] untauglich ist, wenn man sich beim Opfern nur beschäftigt? – Es heißt:er schlachte das junge Rind, das Schlachten muß auf den Namen des jungen Rindes erfolgen.",
"Jener entgegnete: Das wissen wir, woher aber, daß dies unerläßlichist? – Es heißt: zu eurer Wohlgefälligkeit sollt ihr es schlachten, schlachtet mit eurem Willen, und schlachtet in der Absicht."
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"Daf",
"Line"
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