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"Seder Nezikin"
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"<b>I</b>N <small>WELCHEN</small> F<small>ÄLLEN WERDEN DIE</small> Z<small>EUGEN ÜBERFÜHRTE</small> F<small>ALSCHZEUGEN</small><sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Dh.: verfallen diese der dem Angeklagten zugedachten Strafe. Die überführten Falschzeugen (dh. wenn andere Zeugen bekunden, daß sie in der inbetracht kommenden Zeit mit ihnen zusammen anderwärts waren) verfallen derjenigen Strafe, die über den Angeklagten verhängt worden wäre; cf. Dt. 19,19. In manchen Fällen, wie sie hier aufgezählt werden, ist dies jedoch nicht möglich.</i>? [S<small>AGTEN SIE</small>:] W<small>IR BEKUNDEN, DASS JENER</small> [P<small>RIESTER</small>] <small>DER</small> S<small>OHN EINER</small> G<small>ESCHIEDENEN ODER DER</small> S<small>OHN EINER</small> Ḥ<small>ALUÇA IST</small><sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Solche Frauen dürfen von einem Priester nicht geheiratet werden (Lev. 21,7), die Nachkommen einer solchen Ehe gelten als ‘Entweihte’ und sind für die Priesterschaft untauglich; cf. Lev. 21,15.</i>, <small>SO SAGE MAN NICHT, DASS</small> [<small>DER</small> Z<small>EUGE</small><sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Falls er Priester ist.</i>] <small>AN SEINER</small> S<small>TELLE ALS</small> S<small>OHN EINER</small> G<small>ESCHIEDENEN ODER EINER</small> Ḥ<small>ALUÇA ERKLÄRT WERDE, VIELMEHR ERHÄLT ER DIE VIERZIG</small> S<small>TREICHE</small>.",
"<sup class=\"footnote-marker\">i,1</sup> [S<small>AGTEN SIE</small> :] W<small>IR BEKUNDEN, DASS JENER</small> M<small>ANN SICH DER</small> V<small>ERBANNUNG SCHULDIG GEMACHT HAT</small><sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Wer absichtslos einen Menschen tötet, wird in eine der Zufluchtsstädte (cf. Num. 35,9ff.) verbannt, wo er vor der Blutrache geschützt ist.</i>, <small>SO SAGE MAN NICHT, DASS</small> [<small>DER</small> Z<small>EUGE</small>] <small>AN SEINER</small> S<small>TELLE IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG GEHE, VIELMEHR ERHÄLT ER DIE VIERZIG</small> S<small>TREICHE</small>.",
"GEMARA. Es sollte ja heißen: in welchen Fällen werden die Zeugen keine überführten Falschzeugen!? Ferner, weiter<sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Of. infra Fol. 5a.</i> wird gelehrt: Wenn sie aber zu ihnen sagen: wieso könnt ihr dies bekunden, an jenem Tage wart ihr ja mit uns zusammen an jenem Orte, so sind jene überführte Falschzeugen. Demnach sind ja die anderen<sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Die in unserer Mišna genannt werden.</i> keine überführten Falschzeugen!? –",
"Unser Autor bezieht sich auf jene<sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Cf. Syn. Fol. 89a.</i> Lehre: Alle überführten Falschzeugen verfallen zuerst demselben Tode, ausgenommen die überführten Falschzeugen wider eine Priesterstochter und ihren Buhlen; diese verfallen nämlich nicht diesem Tode, sondern einem anderen Tode<sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Nicht dem Tode, dem die Priesterstochter verfallen sein würde, Verbrennung, sondern gleich dem Buhlen dem Tode durch Erdrosselung.</i>.",
"Es gibt aber überführte Falschzeugen, die der für solche bestimmten Strafe überhaupt nicht verfallen, sondern die vierzig Streiche erhalten. In welchem Falle? [Sagten sie:] Wir bekunden, daß jener [Priester] der Sohn einer Geschiedenen oder der Sohn einer Ḥaluça ist, so sage man nicht, daß [der Zeuge] an seiner Stelle als Sohn einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça erklärt werde, vielmehr erhält er die vierzig Streiche. –",
"Woher dies? R. Jehošua͑ b. Levi erwiderte im Namen des R. Šimo͑n b. Laqiš: Die Schrift sagt: <sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Dt. 119.</i><i>so sollt ihr über ihn das verhängen, was er gedacht hat &amp;c</i>., über ihn, nicht aber über seine Kinder<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Wird er als Sohn einer Geschiedenen erklärt, so gilt seine Nachkommenschaft als ‘entweiht’.</i>. – Sollte man doch nur ihn selbst als [für die Priesterschaft] untauglich erklären und nicht seine Kinder!? – Es heißt: was er gedacht hat, was dann nicht der Fall wäre.",
"Bar Pada erklärte: es ist [ein Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn der Entweihende<sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Ein Priester, der eine Geschiedene od. Ḥaluça heiratet, wodurch er seine Nachkommenschaft entweiht.</i>nicht entweiht wird, um wieviel weniger wird der entweiht, der einen anderen nur entweihen wollte, dies aber nicht vollbracht hat. Rabina wandte ein: Demnach hast du ja das Gesetz von den überführten Falschzeugen aufgehoben:"
],
[
"wenn derjenige, der die Steinigung veranlaßt<sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Die überführten Falschzeugen verfallen nur dann der Strafe, wenn der Angeklagte noch nicht hingerichtet worden ist, nicht aber, wenn er bereits hingerichtet worden ist; cf. infra Fol. 5b.</i>hat, nicht gesteinigt wird, um wieviel weniger ist der zu steinigen, der die Steinigung nur veranlassen wollte, dies aber nicht vollbracht<sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Die überführten Falschzeugen verfallen nur dann der Strafe, wenn der Angeklagte noch nicht hingerichtet worden ist, nicht aber, wenn er bereits hingerichtet worden ist; cf. infra Fol. 5b.</i>hat!? – Am richtigsten ist vielmehr unsere erste Erklärung.",
"W<small>IR BEKUNDEN, DASS JENER</small> M<small>ANN SICH DER</small> V<small>ERBANNUNG SCHULDIG GEMACHT HAT</small> &amp;<small>C</small>. Woher dies? Reš Laqiš erwiderte: Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">Dt. 19,5.</i><i>er flüchte sich in eine dieser Städte</i>, er, nicht aber die überführten Falschzeugen.",
"R. Joḥanan erklärte: Dies ist [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn [der Totschläger] nicht verbannt wird, obgleich er eine vorsätzliche Handlung begangen<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Wer jemand vorsätzlich getötet hat, jedoch aus formellen Gründen nicht verurteilt werden kann, wird nicht in eine Zufluchtstadt verbannt.</i>hat, um wie viel weniger sind diese zu verbannen, die keine vorsätzliche Handlung begangen haben. –",
"Eben deshalb: er, der eine vorsätzliche Handlung begangen hat, wird nicht verbannt, damit er keine Sühne erlange, sie aber, die keine vorsätzliche Handlung begangen haben, sind zu verbannen, damit sie Sühne erlangen!? – Am richtigsten ist vielmehr die Erklärung des Reš Laqiš.",
"U͑la sagte: Wo finden wir in der Tora eine Andeutung für [das Gesetz über die] Falschzeugen? – Es heißt ja ausdrücklich: <i>so sollt ihr über ihn das verhängen, was er gedacht hat &amp;c</i>.!? – Vielmehr, wo finden wir in der Tora eine Andeutung dafür, daß die überführten Falschzeugen zu geißeln sind? Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Dt. 25,1,2.</i><i>sie sollen den Unschuldigen freisprechen und den Schuldigen schuldig sprechen: und wenn der Schuldige zu geißeln ist</i>. Sollte man den Schuldigen etwa deshalb schuldigsprechen und ihn geißeln, weil sie den Unschuldigen freisprechen?",
"Vielmehr: wenn Zeugen einen Unschuldigen beschuldigen und darauf andere Zeugen kommen und ihn entlasten und jene Zeugen beschuldigen, so sind die Schuldigen zu geißeln. –",
"Dies<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Daß sie zu geißeln sind. Auf jedes Verbot ist, wenn nicht ausdrücklich eine andere Strafe angegeben ist, die Geißelung gesetzt.</i>liegt ja schon im Verbote :<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Ex. 20,16.</i><i>du sollst nicht falsches Zeugnis ablegen</i>!? – Dies ist ein Verbot, durch das keine Tätigkeit ausgeübt wird, und wegen eines Verbotes, durch das keine Tätigkeit ausgeübt wird, ist nicht zu geißeln.",
"Die Rabbanan lehrten: Viererlei Dinge wurden von den überführten Falschzeugen gelehrt: sie werden nicht als Söhne einer Geschiedenen oder Ḥaluça erklärt, sie werden nicht in die Zufluchtsstädte verbannt, sie zahlen kein Lösegeld<sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Wenn ein Ochs zum 3. Male einen Menschen tötet, so muß der Eigentümer ein Lösegeld zahlen; cf. Ex. 21,28ff.</i>und sie werden nicht als hebräische Sklaven<sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Wer einen Diebstahl begangen hat und keinen Ersatz leisten kann, wird als Sklave verkauft; cf. Ex. 22,2.</i>verkauft. Im Namen R. A͑qibas sagten sie: sie zahlen auch keine [Geldbuße] bei einem Geständnisse<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Wer ohne von Zeugen belastet worden zu sein eine Handlung eingesteht, worauf eine Geldbuße gesetzt ist, ist von dieser frei.</i>.",
"Sie werden nicht als Söhne einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça erklärt, wie wir bereits erklärt haben. Sie werden nicht in die Zufluchtsstädte verbannt, wie wir bereits gesagt haben. Sie zahlen kein Lösegeld, nach der Ansicht, das Lösegeld sei eine Sühne<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Eigentl. sollte der Eigentümer mit dem Tode bestraft werden; cf. Ex. 29.</i>, und diese brauchen ja nicht der Sühne. –",
"Wer lehrte, das Lösegeld sei eine Sühne? R. Ḥisda erwiderte: Es ist R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa. Es wird nämlich gelehrt :<sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Ex. 21,30.</i><i>So soll er das Lösegeld seines Lebens geben</i>, den Wert des Beschädigten; R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagt, den Wert des Schädigers. Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, das Lösegeld sei eine Geld[entschädigung], und einer ist der Ansicht, das Lösegeld sei eine Sühne.",
"R. Papa entgegnete: Nein, alle sind der Ansicht, das Lösegeld sei eine Sühne, und ihr Streit besteht in folgendem: einer ist der Ansicht, man schätze den Wert des Beschädigten, und einer ist der Ansicht, man schätze den Wert des Schädigers. –",
"Was ist der Grund der Rabbanan<sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Wenn das Lösegeld eine Sühne ist, so müßte er ja seinen eigenen Wert zahlen.</i>? – Unten<sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Cf. Ex. 21,22.</i>heißt es ‘auferlegen’ und oben<sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Bei dem Falle, wenn jemand eine schwangere Frau stößt und sie abortiert; er muß dann eine Entschädigung zahlen; cf. ib. 21,30.</i>heißt es ‘auferlegen’, wie dort [den Wert] des Beschädigten, ebenso auch hier [den Wert] des Beschädigten. –",
"Und R. Jišma͑él!? – Es heißt: <i>so soll er das Lösegeld seines Lebens geben</i>. – Und die Rabbanan!? – Allerdings heißt es, daß er das Lösegeld seines Lebens gebe, jedoch richtet man sich bei der Schätzung nach dem Werte des Beschädigten.",
"«Sie werden nicht als hebräische Sklaven verkauft.» R. Hamnuna wollte sagen, dies gelte nur von dem Falle, wenn [der Beschuldigte Vermögen] besitzt<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Und Ersatz leisten kann.</i>, denn da dieser nicht verkauft worden sein würde, so werden sie ebenfalls nicht verkauft, wenn er aber keines besitzt, so werden sie wohl verkauft, obgleich sie [Vermögen] besitzen.",
"(Da sprach Raba zu ihm:) Sie können ja zu ihm sagen: wenn du welches hättest, würde man dich ja nicht verkaufen, ebenso können auch wir nicht verkauft werden. Vielmehr: R. Hamnuna wollte sagen, dies gelte nur von dem Falle, wenn entweder er oder sie [Vermögen] besitzen, wenn aber weder er noch sie [Vermögen] besitzen, so werden sie wohl verkauft. Da sprach Raba zu ihm: Der Allbarmherzige sagt ja:<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Ex. 22,2.</i><i>so soll er für seinen Diebstahl verkauft werden</i>; für seinen Diebstahl, nicht aber für die Überführung als Falschzeuge.",
"«Im Namen R. A͑qibas sagten sie &amp;c.» Was ist der Grund R. A͑qibas? – Er ist der Ansicht, dies<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Die Zahlung der Falschzeugen, wenn es sich um eine solche handelt.</i>sei eine Geldbuße, und im Falle eines Geständnisses wird keine Geldbuße gezahlt. Rabba sagte: Dies ist auch zu beweisen: sie zahlen, obgleich sie keine Tätigkeit ausgeübt haben. R. Naḥman sagte: Dies ist zu beweisen: sie zahlen, obgleich das Geld sich im Besitze des Eigentümers befindet<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Sie haben dem Beschuldigten keinen Schaden zugefügt.</i>. –"
],
[
"Das heißt also: obgleich sie keine Tätigkeit ausgeübt haben, somit ist dies ja identisch mit der Erklärung Rabbas!? – Lies: ebenso sagte auch R. Naḥman.",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Der überführte Falschzeuge muß für seinen Teil zahlen. – Was heißt: er muß für seinen Teil zahlen, wollte man sagen, der eine [Zeuge] zahle die eine Hälfte und der andere zahle die andere Hälfte, so haben wir ja bereits gelernt, man teile die Geldstrafe, nicht aber die Geißelung<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Werden die Falschzeugen zu einer Geldstrafe verurteilt, so zahlen alle zusammen den betreff. Betrag; werden sie zur Geißelung verurteilt, so erhält jeder besonders die vorschriftsmäßige Anzahl von Streichen.</i>;",
"wollte man sagen, daß, wenn nur einer von ihnen als Falschzeuge überführt worden ist, er seine Hälfte bezahle, so wird ja gelehrt, ein Falschzeuge müsse nur dann eine Geldstrafe zahlen, wenn beide als Falschzeugen überführt worden sind!?",
"Raba erwiderte: Wenn er sagt, er habe ein falsches Zeugnis abgelegt. – Ist dies denn zulässig, sobald er einmal ausgesagt hat, kann er ja nicht mehr zurücktreten und anders aussagen!? –",
"Vielmehr, wenn er sagt: Wir haben bei jenem Gerichte Zeugnis abgelegt und sind als Falschzeugen überführt worden. – Also nicht nach R. A͑qiba, denn R. A͑qiba sagt ja, [der Falschzeuge] zahle auf Grund seines eigenen Geständnisses keine Geldbuße<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Die Halakha ist stets nach RA͑. zu entscheiden.</i>!? –",
"Vielmehr, wenn er sagt: Wir haben bei jenem Gerichte Zeugnis abgelegt und sind als Falschzeugen überführt und zu einer Geldstrafe verurteilt worden.",
"Man könnte glauben, da er die Verurteilung seines Genossen nicht herbeiführen kann, könne auch er selbst nicht verurteilt werden, so lehrt er uns.",
"<b>S</b><small>AGTEN SIE</small>:] W<small>IR BEKUNDEN, DASS JENER SIGH VON SEINER</small> F<small>RAU SCHEIDEN LIESS UND IHR IHRE</small> M<small>ORGENGABE NICHT AUSGEZAHLT HAT</small>, – <small>HEUTE ODER MORGEN MUSS ER IHR SIE JA AUSZAHLEN</small><sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Wenn er sich von ihr scheiden läßt, somit haben sie ihm keinen Schaden zugefügt.</i>, –",
"<small>SO SCHÄTZE MAN, WIEVIEL JEMAND GEBEN WÜRDE FÜR IHRE</small> M<small>ORGENGABE</small>, [<small>DIE ER NUR DANN ERHÄLT</small>,] <small>WENN SIE VERWITWET ODER GESCHIEDEN WIRD, WÄHREND, WENN SIE STIRBT, IHR</small> E<small>HEMANN SIE BEERBT</small>. <sup> i,2</sup>",
"GEMARA. Wie schätzt man hierbei? R. Ḥisda sagte, [die Exspektation] des Ehemannes<sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Wieviel jemand für seine Exspektation auf die Morgengabe seiner Frau, die er event. erben kann, geben würde.</i>;",
"R. Nathan b. Osa͑ja sagte, [den Anspruch] der Frau;",
"R. Papa sagte, [den Anspruch] der Frau auf ihre Morgengabe<sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">Wenn die Frau Vermögen besitzt, dessen Früchte dem Ehemanne zufallen, so brauchen sie, obgleich diese ihm entgangen sein würden, dafür keine Geldbuße zu zahlen.</i>.",
"<b>S</b><small>AGTEN SIE</small>:] W<small>IR BEKUNDEN, DASS DIESER JENEM TAUSEND</small> Z<small>UZ SCHULDET, MIT DER</small> V<small>EREINBARUNG, SIE INNERHALB DREISSIG</small> T<small>AGEN ZU BEZAHLEN, WÄHREND</small> [<small>DER</small> B<small>EKLAGTE</small>] <small>SAGT: INNERHALB ZEHN</small> J<small>AHREN, \n</small>",
"SO SCHÄTZE MAN DIE Z<small>INSDIFFERENZ ZWISCHEN EINEM</small> D<small>ARLEHEN VON TAUSEND</small> Z<small>UZ AUF DREISSIG</small> T<small>AGE UND EINEM SOLCHEN AUF ZEHN</small> J<small>AHRE</small><sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. wieviel einer geben würde für den Besitz von 1000 Z., die er innerhalb 20 Tagen zurückzuerstatten hätte, od. innerhalb 10 Jahren.</i>.",
"GEMARA. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Wenn jemand seinem Nächsten [Geld] auf zehn Jahre borgt, so verfällt es im Siebentjahre<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">In dem jede Geldforderung verfällt; cf. Dt. 15,lff.</i>,"
],
[
"denn obgleich dann<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Im Siebentjahre.</i>der Schriftvers:<sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">Dt. 15,2.</i><i>er soll nicht mahnen</i>, nicht anwendbar<sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Da die Schuld noch nicht fällig ist.</i>ist, so würde er ihn später mahnen.",
"R. Kahana wandte ein: So schätze man die Zinsdifferenz zwischen einem Darlehen von tausend Zuz auf dreißig Tage und einem solchen auf zehn Jahre. Wenn man nun sagen wollte, [die Schuld] verfalle im Siebentjahre, so sollten sie ihm alles bezahlen!?",
"Raba erwiderte: Hier handelt es sich um ein Darlehen auf ein Pfand, oder in dem Falle, wenn, er den Schuldschein bei Gericht deponiert hat. Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand [Geld] auf ein Pfand verliehen, oder den Schuldschein bei Gericht deponiert hat, so verfällt es nicht im Siebentjahre.",
"Manche lesen: R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Wenn jemand seinem Nächsten [Geld] auf zehn Jahre borgt, so verfällt es nicht im Siebentjahre, denn obgleich er ihn später mahnen wird, so ist dann<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Im Siebentjahre.</i>der Schriftvers: <i>er soll nicht mahnen</i>, nicht anwendbar.",
"R. Kahana sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: So schätze man die Zinsdifferenz zwischen einem Darlehen von tausend Zuz auf dreißig Tage und einem solchen auf zehn Jahre. Wenn man nun sagen wollte, [die Schuld] verfalle im Siebentjahre, so sollten sie ihm alles bezahlen.",
"Raba entgegnete: Hier handelt es sich um ein Darlehen auf ein Pfand, oder in dem Falle, wenn er den Schuldschein bei Gericht deponiert hat. Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand [Geld] auf ein Pfand verliehen, oder den Schuldschein bei Gericht deponiert hat, so verfällt es nicht im Siebentjahre.",
"Ferner sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls: Wenn jemand mit seinem Nächsten vereinbart: mit der Bedingung, daß [die Schuld] im Siebentjahre nicht verfalle, so verfällt sie dennoch im Siebentjahre. Šemuél wäre also der Ansicht, dies sei eine Vereinbarung gegen eine Bestimmung der Tora, und jede Vereinbarung gegen eine Bestimmung der Tora ist ungültig.",
"Es wird ja aber gelehrt: Wenn jemand<sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Der seinem Nächsten eine Sache verkauft. Wer beim Kauf od. Verkauf von Mobilien um ein Sechstel des Wertes übervorteilt worden ist, kann gegen seinen Kontrahenten Übervorteilungsansprüche erheben; cf. Bm. Fol. 49b. Wenn um mehr als ein Sechstel, so kann der Übervorteilte vom ganzen Geschäft zurücktreten.</i>zu seinem Nächsten sagt: mit der Bedingung, daß du an mich keine Übervorteilungsansprüche haben sollst, so hat er an ihn, wie Raba sagt, Übervorteilungsansprüche, und wie Šemuél sagt, keine Übervorteilungsansprüche!? –",
"Hierzu wurde ja gelehrt, R. A͑nan sagte, ihm sei dies von Šemuél erklärt worden: [sagte er:] mit der Bedingung, daß du gegen mich keine Übervorteilungsansprüche hast, so hat er gegen ihn keine Übervorteilungsansprüche; wenn aber: mit der Bedingung, daß hierbei keine Übervorteilungsansprüche zu erheben sind, so gibt es ja hierbei eine Übervorteilung.",
"Ebenso auch hierbei: mit der Bedingung, daß du mir [die Schuld] im Siebentjahre nicht verfallen machst, so verfällt sie nicht im Siebentjahre; wenn aber: mit der Bedingung, daß sie im Siebentjahr nicht verfalle, so verfällt sie im Siebentjahre wohl<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Die Bedingung kann sich nur auf die Person erstrecken, nicht aber auf das Gesetz.</i>.",
"Es wird gelehrt: Wenn jemand seinem Nächsten [Geld] ohne Vereinbarung geborgt hat, so darf er ihn vor dreißig Tagen nicht mahnen. Rabba b. Bar Ḥana wollte vor Rabh sagen, dies gelte nur von einem Darlehen auf einen Schuldschein, da niemand sich die Mühe macht, einen Schuldschein auf weniger als dreißig Tage zu schreiben, nicht aber von einem mündlichen Darlehen. Da sprach Rabh zu ihm: So sagte mein Oheim: einerlei ob ein Darlehen auf einen Schuldschein oder ein mündliches Darlehen.",
"Ebenso wird auch gelehrt: Wenn jemand seinem Nächsten [Geld] ohne Vereinbarung geborgt hat, so darf er ihn vor dreißig Tagen nicht malmen, einerlei ob ein Darlehen auf einen Schuldschein oder ein mündliches Darlehen.",
"Šemuél sprach zu R. Mathna: Du setzest dich nicht<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Cf. Bd. II S. 163 Anm. 48.</i>nieder, bevor du mir folgende Lehre erklärt hast. Woher ist die Lehre der Rabbanan zu entnehmen, daß nämlich, wenn jemand seinem Nächsten [Geld] ohne Vereinbarung borgt, er ihn nicht vor dreißig Tagen mahnen dürfe, einerlei ob ein Darlehen auf einen Schuldschein oder ein mündliches Darlehen?",
"Dieser erwiderte: Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Dt. 15,9.</i><i>das Siebentjahr, das Jahr des Erlasses, ist herangenaht;</i> schon aus der Bezeichnung Siebentjahr weiß ich ja, daß es das Jahr des Erlasses ist, wozu heißt es noch das Jahr des Erlasses? Dies besagt, daß es eine diesem gleichende Erlassung gebe, und zwar: wenn jemand seinem Genossen [Geld] ohne Vereinbarung geborgt hat, so darf er ihn vor dreißig Tagen nicht mahnen. Der Meister sagte nämlich: dreißig Tage im Jahre gelten als Jahr.",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wenn jemand am Šabbath [an einem Hemde] die Halsöffnung lostrennt, so ist er ein Sündopfer schuldig. R. Kahana wandte gegen ihn ein: Welchen Unterschied gibt es denn zwischen diesem Falle und dem Entspunden<sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Das am Š. erlaubt ist.</i>eines Fasses!? Dieser erwiderte: In dem einem Falle ist es angeschlossen, in dem anderen Falle ist es nicht angeschlossen<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Im 1. Falle wird eine nicht vorhanden gewesene Öffnung gemacht, im 2. Falle war sie vorhanden, nur war sie geschlossen.</i>.",
"Ferner sagte R. Jehuda im Namen Rabhs: Wenn in drei Log Wasser ein Qurṭub Wein gekommen ist, und es wie Wein aussieht, so macht es, wenn es in ein Quellbad geschüttet worden ist, dieses nicht untauglich. R. Kahana wandte gegen ihn ein: Wodurch unterscheidet sich dieses denn von farbigem Wasser, denn es wird gelehrt: R. Jose sagt, drei Log farbiges Wasser macht das Quellbad untauglich!? Raba erwiderte ihm: Dieses heißt farbiges Wasser, jenes heißt verdünnter Wein<sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">Wein macht nach Bestimmung des Gesetzes das Quellbad nicht untauglich; rabbanitisch aber machen es auch 3 Log geschöpftes Wasser untauglich.</i>. –",
"R. Ḥija lehrte ja aber, daß solches das Quellbad sinken<sup class=\"footnote-marker\">47</sup><i class=\"footnote\">Dh. es mache es untauglich.</i>mache!? Raba erwiderte: Das ist kein Einwand; eines nach R. Joḥanan b. Nuri und eines nach den Rabbanan. Es wird nämlich gelehrt: Wenn in drei Log Wasser"
],
[
"weniger eines Qurṭub ein Qurṭub Wein gekommen ist und es wie Wein aussieht, so macht es, wenn es in ein Quellbad geschüttet worden ist, dieses nicht untauglich; wenn in drei Log Wasser weniger eines Qurṭub ein Qurṭub Milch gekommen ist und es wie Wasser aussieht, so macht es, wenn es in ein Quellbad geschüttet worden ist, dieses ebenfalls nicht untauglich.",
"R. Joḥanan b. Nuri sagt, man richte sich stets nach dem Aussehen<sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Im 1. Falle macht es das Quellbad nicht untauglich, selbst wenn es schon vorher 3 volle Log waren.</i>. –",
"Aber dies war ja R. Papa fraglich, denn R. Papa fragte: Liest Rabh im Anfangssatze ‘weniger eines Qurṭub’, während drei volle Log [das Quellbad] nach dem ersten Autor untauglich machen, und hierzu sagt R. Joḥanan, daß man sich stets nach dem Aussehen richte, somit wäre Rabh der Ansicht des R. Joḥanan b. Nuri,",
"oder liest Rabh im Anfangssatze nicht ‘weniger eines Qurṭub’, demnach streitet R. Joḥanan nur gegen den Schlußsatz und",
"Rabh ist der Ansicht beider!? –",
"R. Papa war es fraglich, Raba war es entschieden.",
"R. Joseph sagte: Ich habe diese Lehre nicht gehört. Abajje sprach zu ihm: Du selbst sagtest<sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">RJ. hatte infolge einer Krankheit seine ganze Gesetzeskunde vergessen; cf. Ned. Fol. 41a.</i>sie uns, und zwar sagtest du, Rabh lese im Anfangssatze nicht ‘weniger eines Qurṭub’, wonach R. Joḥanan nur gegen den Schlußsatz streitet und Rabh der Ansicht beider ist.",
"Ferner sagte R. Jehuda im Namen Rabhs: Wenn ein Faß voll Wasser ins große Meer gefallen ist, so wird, wenn jemand da untergetaucht ist, ihm das Untertauchen nicht angerechnet, weil zu berücksichtigen ist, es könnten sich drei Log [geschöpftes Wasser] an einer Stelle befunden haben. Dies gilt jedoch nur vom großen Meere, das unbeweglich ist, nicht aber von irgend einem Strome.",
"Ebenso wird auch gelehrt: Wenn ein Faß voll Wasser in das große Meer gefallen ist, so wird, wenn jemand da untergetaucht ist, ihm das Untertauchen nicht angerechnet, weil es nicht gut möglich ist, daß sich nicht drei Log<sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">Das W. <span dir=\"rtl\">שאוביו</span> gehört besser in den vorangehenden Passus.</i>an einer Stelle befunden haben. Ebenso ist, wenn da ein Laib aus Hebe hineingefallen ist, dieser unrein<sup class=\"footnote-marker\">51</sup><i class=\"footnote\">Wenn da vorher ein Unreiner untergetaucht ist.</i>. –",
"Was soll das ‘ebenso’!? – Man könnte glauben, man lasse sowohl die Person als auch den Laib bei seinem bisherigen Zustande, so lehrt er uns.",
"<sup>ii</sup><b>W</b><small>ENN SIE GESAGT HABEN</small> :] W<small>IR BEKUNDEN, DASS JENER SEINEM</small> N<small>ÄCHSTEN ZWEIHUNDERT</small> Z<small>UZ SCHULDE, UND ALS</small> F<small>ALSCHZEUGEN ÜBERFÜHRT WURDEN, SO WERDEN SIE GEGEISSELT UND MÜSSEN BEZAHLEN, DENN NICHT DIE</small> V<small>ORSCHRIFT, DIE SIE ZUR</small> G<small>EISSELUNG BRINGT, BRINGT SIE ZUR</small> Z<small>AHLUNG</small> – <small>SO</small> R. M<small>EÍR; DIE</small> W<small>EISEN SAGEN, WER ZAHLEN MUSS, IST NICHT ZU GEISSELN</small>.",
"[W<small>ENN SIE GESAGT HABEN</small> :] W<small>IR BEKUNDEN, DASS JENER DER VIERZIG</small> S<small>TREICHE SCHULDIG IST, UND ALS</small> F<small>ALSCHZEUGEN ÜBERFÜHRT WURDEN, SO ERHALTEN SIE ACHTZIG</small> S<small>TREICHE, WEGEN</small> :<sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Ex. 20,16.</i><i>du sollst nicht wider deinen Nächsten als falscher Zeuge aussagen</i>, <small>UND WEGEN</small> :<sup class=\"footnote-marker\">53</sup><i class=\"footnote\">Dt. 19,19.</i><i><small>SO</small> sollt ihr an ihm das tun, was er gedacht hat</i> – so R. M<small>EÍR; DIE</small> W<small>EISEN SAGEN, SIE ERHALTEN NUR VIERZIG</small> S<small>TREICHE</small>. <sup>iii,1</sup>"
],
[
"GEMARA. Einleuchtend ist die Ansicht der Rabbanan, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">54</sup><i class=\"footnote\">Dt. 25,2.</i><i>entsprechend seinem Frevel</i>, du kannst ihn nur wegen eines Frevels verurteilen, nicht aber kannst du ihn wegen zweier Frevel verurteilen, was ist aber der Grund R. Meírs?",
"U͑la erwiderte: Er folgert dies von der falschen Beschuldigung<sup class=\"footnote-marker\">55</sup><i class=\"footnote\">Der Defloration gegen seine Frau; cf. Dt. 22,13ff.</i>; wie man wegen der falschen Beschuldigung gegeißelt wird und [eine Geldbuße] zahlen muß, ebenso auch in allen anderen Fällen: Geißelung und Zahlung. – Wohl wegen der falschen Beschuldigung, weil da [die Zahlung] eine Buße ist!? – Er ist der Ansicht R. A͑qibas, welcher sagt, auch [die Zahlung] der Falschzeugen sei eine Buße.",
"Manche beziehen die Erklärung U͑las auf das folgende:<sup class=\"footnote-marker\">56</sup><i class=\"footnote\">Ex. 12,10.</i><i>Ihr sollt davon nichts bis zum Morgen zurücklassen, und was bis zum Morgen zurückbleibt &amp;c.;</i> die Schrift läßt dem Verbote ein Gebot folgen, um zu sagen, daß dieserhalb nicht zu geißeln ist – so R. Jehuda.",
"R. A͑qiba sagte: Nicht dies ist der Grund, sondern weil es ein Verbot ist, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird, und wegen eines solchen ist nicht zu geißeln. Demnach ist R. Jehuda der Ansicht, daß man wegen eines Verbotes, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird, wohl zu geißeln ist; woher entnimmt er dies?",
"U͑la erwiderte: Er folgert dies von der falschen Beschuldigung: wie die falsche Beschuldigung ein Verbot ist, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird, und er wird gegeißelt, ebenso ist zu geißeln auch wegen jedes anderen Verbotes, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird. – Wohl wegen der falschen Beschuldigung, weil darauf Geißelung und Zahlung [einer Geldbuße] gesetzt ist!?",
"Vielmehr, erklärte Reš Laqiš, ist dies von den überführten Falschzeugen zu folgern; wie die überführten Falschzeugen wegen eines Verbotes, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird, zu geißeln sind, ebenso ist zu geißeln auch wegen jedes anderen Verbotes, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird. – Wohl die überführten Falschzeugen, weil bei diesen auch keine Warnung<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Alle anderen Verbote haben nur dann eine Bestrafung zur Folge, wenn der Übertretende vorher gewarnt worden war.</i>erforderlich ist!? –",
"Die falsche Anschuldigung beweist [das Entgegengesetzte]. Die Replikation wiederholt sich: die Eigenheit des einen gleicht nicht der Eigenheit des anderen und die Eigenheit des anderen gleicht nicht der Eigenheit des einen; das Gemeinsame bei ihnen ist, daß beide Verbote sind, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird, und dieserhalb ist zu geißeln, ebenso ist zu geißeln auch wegen jedes anderen Verbotes, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird.–",
"Aber das Gemeinsame bei ihnen ist ja auch, daß bei beiden eine Geldbuße zu zahlen ist!? – Das ist kein Einwand; R. Jehuda ist nicht der Ansicht R. A͑qibas<sup class=\"footnote-marker\">58</sup><i class=\"footnote\">Daß die Zahlung der Falschzeugen eine Buße sei.</i>. –",
"Vielmehr, das Gemeinsame bei ihnen ist, daß sie eine erschwerende Seite haben, und nach R. Jehuda ist die erschwerende Seite kein Umstand des Einwandes<sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Die erschwerenden Seiten sind von einander verschieden, somit sind sie nicht der Grund der Geißelung.</i>. –",
"Was folgern die Rabbanan aus [dem Verbote]: <i>du sollst nicht wider deinen Nächsten als falscher Zeuge aussagen</i>!? –",
"Hieraus entnehmen sie die Verwarnung<sup class=\"footnote-marker\">60</sup><i class=\"footnote\">Das eigentl. Verbot.</i>für die überführten Falschzeugen. – Woher entnimmt R. Meír die Verwarnung für die Falschzeugen!? R. Jirmeja erwiderte: Er entnimmt dies aus [den Worten] :<sup class=\"footnote-marker\">61</sup><i class=\"footnote\">Dt. 19,20.</i><i>und die übrigen sollen es vernehmen und sich fürchten und nicht wieder verüben &amp;c</i>. –",
"Und die Rabbanan!? –"
],
[
"Dies ist für die öffentliche Bekanntmachung<sup class=\"footnote-marker\">62</sup><i class=\"footnote\">Cf. Syn. Fol. 89a.</i>nötig. – Und R. Meír!? – Die öffentliche Bekanntmachung ist zu entnehmen aus [den Worten]: <i>sollen es vernehmen und sich fürchten</i>.",
"<sup>iii,2</sup><b>M</b><small>AN TEILT DIE</small> G<small>ELDSTRAFE, NICHT ABER DIE</small> G<small>EISSELUNG, UND ZWAR: HABEN SIE GEGEN JEMAND BEKUNDET, ER SCHULDE SEINEM</small> N<small>ÄCHSTEN ZWEIHUNDERT</small> Z<small>UZ, UND WURDEN ALS</small> F<small>ALSCHZEUGEN ÜBERFÜHRT, SO WIRD</small> [<small>DIESE</small> S<small>UMME</small>] <small>UNTER IHNEN GETEILT; WENN SIE ABER GEGEN EINEN BEKUNDET HABEN, ER HABE SICH DER VIERZIG</small> S<small>TREICHE SCHULDIG GEMACHT, UND ALS</small> F<small>ALSCHZEUGEN ÜBERFÜHRT WURDEN, SO ERHÄLT JEDER DIE VIERZIG</small> S<small>TREICHE</small>.",
"GEMARA. Woher dies? Abajje erwiderte: Es heißt <i>Schuldiger</i> bei der Geißelung<sup class=\"footnote-marker\">63</sup><i class=\"footnote\">Cf. Num. 35,31 u. Dt. 25,2.</i>und es heißt <i>Schuldiger</i> bei der Todesstrafe<sup class=\"footnote-marker\">63</sup><i class=\"footnote\">Cf. Num. 35,31 u. Dt. 25,2.</i>, wie es keine geteilte Todesstrafe gibt, ebenso gibt es keine geteilte Geißelung.",
"Raba͑ erklärte: Es heißt: <i>was er gedacht hat, mit seinem Bruder zu tun</i>, was dann nicht der Fall wäre. – Dies gilt ja auch von der Geldstrafe!? – Ein Geldbetrag wird vereinigt<sup class=\"footnote-marker\">64</sup><i class=\"footnote\">Der zu Unrecht Beschuldigte erhält den vollständigen Betrag, den er verloren haben würde.</i>, die Geißelung aber wird nicht vereinigt.",
"<sup class=\"footnote-marker\">iv</sup><b>D</b><small>IE</small> Z<small>EUGEN WERDEN NUR DANN ALS</small> F<small>ALSCHZEUGEN ERKLÄRT, WENN SIE DURCH IHRE EIGENE</small> P<small>ERSON ÜBERFÜHRT</small><sup class=\"footnote-marker\">65</sup><i class=\"footnote\">Wenn man ihnen ihr Alibi nach weist.</i><small>WERDEN; \n</small>",
"UND ZWAR: WENN SIE GESAGT HABEN: W<small>IR BEKUNDEN, DASS DIESER EINEN</small> M<small>ENSCHEN GETÖTET HAT, UND</small> [<small>ANDERE</small> Z<small>EUGEN</small>] <small>IHNEN ENTGEGNEN</small>: W<small>IESO KÖNNT IHR DIES BEKUNDEN, AN JENEM</small> T<small>AGE WAR JA DER</small> [<small>ANGEBLICH</small>] E<small>RMORDETE, BEZIEHUNGSWEISE</small> M<small>ÖRDER MIT UNS ZUSAMMEN AN JENEM</small> O<small>RTE, SO GELTEN SIE NICHT ALS ÜBERFÜHRTE</small> F<small>ALSCHZEUGEN</small><sup class=\"footnote-marker\">66</sup><i class=\"footnote\">Hinsichtlich ihrer Bestrafung; ihr Zeugnis ist selbstverständlich ungültig.</i>. W<small>ENN SIE IHNEN ABER ENTGEGNEN:</small> W<small>IESO KÖNNT IHR DIES BEKUNDEN, AN JENEM</small> T<small>AGE WART IHR JA MIT UNS ZUSAMMEN AN JENEM</small> O<small>RTE, SO GELTEN SIE ALS ÜBERFÜHRTE</small> F<small>ALSCHZEUGEN UND WERDEN AUF</small> G<small>RÜND DIESER</small> A<small>USSAGE HINGERICHTET</small>.",
"K<small>OMMEN DARAUF ANDERE</small> [Z<small>EUGEN</small>] <small>UND SIE ÜBERFÜHREN AUCH DIESE, ANDERE UND SIE</small><sup class=\"footnote-marker\">67</sup><i class=\"footnote\">Die Zeugen, die die ersten als Falschzeugen überführt haben.</i><small>ÜBERFÜHREN AUCH DIESE, SELBST WENN ES HUNDERT SIND, SO WERDEN SIE ALLE HINGERICHTET</small>. R. J<small>EHUDA SAGT, DIES SEI EINE</small> V<small>ERABREDUNG</small><sup class=\"footnote-marker\">68</sup><i class=\"footnote\">Eigentl. Verschwörung (<i>στ?σιζ</i>) alle Belastungszeugen als Falschzeugen zu überführen.</i>; <small>VIELMEHR WIRD NUR DIE ERSTE</small> Z<small>EUGENPARTIE HINGERICHTET</small>.",
"GEMARA. Woher dies? R. Ada erwiderte: Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">69</sup><i class=\"footnote\">Dt. 19,18.</i><i>daß der Zeuge ein lügenhafter Zeuge war, daß er Lügen ausgesagt hat</i>; wenn das Zeugnis durch sie selbst als lügenhaft überführt wird.",
"In der Schule R. Jišma͑éls lehrten sie:<sup class=\"footnote-marker\">70</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 16.</i><i>wider ihn falsch zu zeugen</i>, wenn das Zeugnis durch sie selbst als falsch überführt wird.",
"Raba sagte: Wenn zwei [Zeugen] kommen und bekunden, jemand habe in der Ostseite eines Palastes einen Menschen getötet, und darauf andere zwei kommen und ihnen entgegnen: ihr wart ja in der Westseite des Palastes mit uns zusammen, so gelten sie, falls man sich in der Westseite des Palastes befindet und nach der Ostseite sehen kann, nicht als überführte Falschzeugen, wenn aber nicht, so gelten sie als überführte Falschzeugen. –",
"Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, es sei zu berücksichtigen, [sie haben vielleicht] eine besonders starke<sup class=\"footnote-marker\">71</sup><i class=\"footnote\">Nach Müller (Komposition u. Strophenbau p. 143) ist <span dir=\"rtl\">בריא</span> von <span dir=\"rtl\">ברא</span> (leer, frei, wüst) abzuleiten, dh. Wüstenlicht, die Fata morgana. Eine philologische Spitzfindigkeit, die jedoch eine Fata morgana ist dem Kenner, der weiß, daß der T. Qid. 24b von <span dir=\"rtl\">נהורא בריא</span> (starker Sehkraft) u. <span dir=\"rtl\">נהורא בחישא</span> (schwacher Sehkraft) spricht.</i> Sehkraft, so lehrt er uns.",
"Ferner sagte Raba: Wenn zwei [Zeugen] kommen und bekunden, jemand habe in Sura am Sonntag morgens einen Menschen getötet, und darauf andere zwei kommen und ihnen entgegnen: am Sonntag abends wart ihr ja mit uns zusammen in Nehardea͑, so gelten sie, wenn man von morgens bis abends von Sura nach Nehardea͑ gelangen kann, nicht als überführte Falschzeugen, wenn aber nicht, so gelten sie als überführte Falschzeugen. –",
"Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, es sei zu berücksichtigen, [sie benutzten vielleicht] Rennkamele, so lehrt er uns.",
"Ferner sagte Raba: Wenn zwei [Zeugen] kommen und bekunden, jemand habe am Sonntag einen Menschen getötet, und darauf andere zwei kommen und ihnen entgegnen: am Sonntag wart ihr ja mit uns zusammen, vielmehr hat jener erst am Montag einen Menschen getötet, und noch mehr: selbst wenn sie entgegnen: er hat bereits am Vorabend des Šabbaths einen Menschen getötet, so werden jene hingerichtet, denn zur Zeit ihrer Bekundung war der Beschuldigte nicht zum Tode zu verurteilen<sup class=\"footnote-marker\">71</sup><i class=\"footnote\">Wegen seiner wirklichen Handlung, über die die zweite Zeugenpartie bekundet, könnte er aus formalen Gründen freigesprochen werden; die ersten Zeugen würden also allein durch ihre falsche Aussage seine Hinrichtung veranlaßt haben.</i>. –",
"Was lehrt er uns da, dies<sup class=\"footnote-marker\">72</sup><i class=\"footnote\">Daß Falschzeugen hinzurichten sind, obgleich der Angeklagte durch die Aussage anderer Zeugen hinzurichten ist.</i>wurde ja bereits gelehrt!? Wenn daher<sup class=\"footnote-marker\">73</sup><i class=\"footnote\">Cf. infra Fol. 6b.</i>eine [Zeugenpartie] als Falschzeugen überführt wird, so werden diese und er hingerichtet, und die andere ist frei!? –",
"Nötig ist der Schlußsatz: Anders verhält es sich bei der Verurteilung: Wenn zwei [Zeugen] kommen und bekunden, jemand sei am Sonntag verurteilt worden, und darauf andere zwei kommen und ihnen entgegnen: am Sonntag wart ihr ja mit uns zusammen, vielmehr wurde jener bereits am Vorabend des Šabbaths verurteilt, und noch mehr, selbst wenn sie sagen, erst am Montag wurde jener verurteilt, so werden jene nicht hingerichtet, denn zur Zeit ihrer Bekundung war der Beschuldigte zum Tode verurteilt.",
"Ebenso bei der Zahlung von Bußgeldern:",
"wenn zwei [Zeugen] kommen und bekunden, jemand habe am Sonntag [ein Vieh] gestohlen und es geschlachtet oder verkauft, und darauf andere zwei kommen und ihnen entgegnen: am Sonntag wart ihr ja mit uns zusammen, vielmehr hat er es erst am Montag gestohlen und geschlachtet oder verkauft, und noch mehr, selbst wenn sie sagen, er habe es bereits am Vorabend des Šabbaths gestohlen und geschlachtet oder verkauft, so müssen jene [die Geldbuße] bezahlen, denn zur Zeit ihrer Bekundung war der Angeklagte nicht zahlungspflichtig<sup class=\"footnote-marker\">74</sup><i class=\"footnote\">Er konnte inzwischen ein Geständnis ablegen und von der Zahlung frei sein.</i>.",
"Wenn aber zwei [Zeugen] kommen und bekunden, jemand habe am Sonntag [ein Vieh] gestohlen und es geschlachtet oder verkauft, und sei verurteilt worden, und darauf andere zwei kommen und ihnen entgegnen: am Sonntag wart ihr ja mit uns zusammen, vielmehr hat er es bereits am Vorabend des Šabbaths gestohlen und geschlachtet oder verkauft und ist verurteilt worden, und noch mehr, selbst wenn sie sagen, er hat es am Sonntag gestohlen und geschlachtet oder verkauft und ist erst am Montag verurteilt worden, so brauchen sie nichts zu zahlen, denn zur Zeit ihrer Bekundung war der Angeklagte zahlungspflichtig.",
"[R. J<small>EHUDA SAGT, DIES SEI EINE</small> V<small>ERABREDUNG</small> &amp;<small>C</small>.]"
],
[
"Wenn dies eine Verabredung ist, so sollte auch die erste Zeugenpartie nicht [hingerichtet werden]!? R. Abahu erwiderte: Wenn sie bereits hingerichtet worden ist. –",
"Was geschehen, ist ja geschehen<sup class=\"footnote-marker\">75</sup><i class=\"footnote\">Wieso heißt es demnach, daß nur die 1. Zeugenpartie hingerichtet werde.</i>!? Vielmehr, erklärte Raba, er meint es wie folgt: ist es eine Zeugenpartie, so wird sie hingerichtet, sind es mehrere, so werden sie nicht hingerichtet. – Es heißt ja aber: nur!? – Ein Einwand.",
"Einst brachte eine Frau Zeugen und sie erwiesen sich als lügenhaft<sup class=\"footnote-marker\">76</sup><i class=\"footnote\">Ohne durch ein Alibi als Falschzeugen überführt worden zu sein (vgl. Bd. VIII S. 494 Anm. 234).</i>; hierauf brachte sie andere Zeugen und sie erwiesen sich ebenfalls als lügenhaft. Als sie später andere Zeugen brachte, die sich nicht als lügenhaft erwiesen, sprach Reš Laqiš: Bei dieser ist es schon feststehend<sup class=\"footnote-marker\">77</sup><i class=\"footnote\">Daß die von ihr erbrachten Zeugen falsche sind.</i>. R. Elie͑zer entgegnete ihm: Ist es denn, weil es bei ihr feststehend ist, auch bei ganz Jisrael feststehend<sup class=\"footnote-marker\">78</sup><i class=\"footnote\">Daß sie falsches Zeugnis ablegen.</i>!?",
"Ein anderes Mal saßen sie vor R. Joḥanan, und eine ähnliche Sache kam vor sie; da sprach Reš Laqiš: Bei dieser ist es schon feststehend. R. Joḥanan entgegnete ihm: Ist es denn, weil es bei dieser feststehend ist, auch bei ganz Jisraél feststehend!? Hierauf sah [Reš Laqiš] R. Elie͑zer schief an und sprach zu ihm: Du hast etwas vom Schmiedesohn<sup class=\"footnote-marker\">79</sup><i class=\"footnote\">Bezeichnung RJ.s.</i>gehört und es mir nicht in seinem Namen gesagt!",
"Reš Laqiš wäre also der Ansicht R. Jehudas und R. Joḥanan der der Rabbanan –",
"Reš Laqiš kann dir erwidern: meine Ansicht gilt auch nach den Rabbanan, denn die Rabbanan sind dieser Ansicht nur in jenem Falle, wo niemand [die Zeugen] anstiftet, hierbei aber ist jemand da, der sie anstiftet.",
"Und auch R. Joḥanan kann dir erwidern: meine Ansicht gilt auch nach R. Jehuda, denn R. Jehuda ist dieser Ansicht nur in jenem Falle, denn wir sagen, die ganze Welt könne ja nicht mit ihnen zusammen gewesen sein, hierbei aber konnten diese es bekunden, jene aber konnten es nicht bekunden.",
"<b>D</b><small>IE</small> F<small>ALSCHZEUGEN WERDEN NUR DANN HINGERICHTET, WENN AUF IHRE</small> [A<small>USSAGE HIN</small>] <small>DAS</small> U<small>RTEIL BEREITS GEFÄLLT WORDEN IST</small>. <sup class=\"footnote-marker\">vi</sup> D<small>IE</small> S<small>ADUZÄER SAGTEN, NUR DANN, WENN</small> [<small>DER</small> B<small>ESCHULDIGTE</small>] <small>HINGERICHTET WORDEN IST, DENN ES HEISST</small>:<sup class=\"footnote-marker\">80</sup><i class=\"footnote\">Ex. 21,28; manche Texte haben hier richtiger den Schriftvers Dt. 19,21, <span dir=\"rtl\">נפש בנפש</span>.</i><i>Leben um Leben</i>.",
"D<small>IE</small> W<small>EISEN ENTGEGNETEN IHNEN:</small> E<small>S HEISST:</small> <i>so sollt ihr mit ihm das tun, was er mit seinem Bruder zu tun gedacht hat</i>, <small>WENN SEIN</small> B<small>RUDER NOCH LEBT</small>. W<small>ESHALB ABER HEISST ES:</small> <i>Leben um Leben</i>? M<small>AN KÖNNTE NÄMLICH GLAUBEN, SIE SEIEN HINZURICHTEN, SOBALD IHR</small> Z<small>EUGNIS ANGENOMMEN WORDEN IST, SO HEISST ES</small>: <i>Leben um Leben</i>, <small>SIE SIND NUR DANN HINZURICHTEN, WENN DAS</small> U<small>RTEIL BEREITS GEFÄLLT WORDEN IST</small>.",
"GEMARA. Es wird gelehrt: Berrabi sagte: Haben sie die Hinrichtung nicht [herbeigeführt], so werden sie hingerichtet, haben sie die Hinrichtung [herbeigeführt], so werden sie nicht hingerichtet. Da sprach sein Vater zu ihm: Mein Sohn, ist etwa nicht [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere [das Entgegengesetzte zu folgern]!?",
"Jener erwiderte: Du hast uns gelehrt, Meister, daß man nicht eine Bestrafung durch einen Schluß folgere. Es wird nämlich gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Lev. 20,17.</i><i>Wenn einer seine Schwester nimmt, die Tochter seines Vaters oder die Tochter seiner Mutier</i>; ich weiß dies also von der Tochter des Vaters, die nicht die Tochter der Mutter ist, und von der Tochter der Mutter, die nicht die Tochter des Vaters ist, woher dies von der Tochter der Mutter und des Vaters? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Lev. 20,17.</i><i>die Scham seiner Schwester hat er entblößt</i>.",
"Es ist also nicht überlassen worden, dies durch einen Schluß zu folgern: wenn man wegen der Tochter des Vaters, die nicht die Tochter der Mutter ist, und der Tochter der Mutter, die nicht die Tochter des Vaters ist, strafbar ist, um wieviel mehr wegen der Tochter des Vaters und der Mutter. Du lernst nun, daß man nicht eine Bestrafung durch einen Schluß folgere.",
"Wir wissen dies nur von der Bestrafung, woher dies von der Verwarnung? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">82</sup><i class=\"footnote\">Ib. 18,9.</i><i>die Scham deiner Schwester, der Tochter deines Vaters oder der Tochter deiner Mutter</i>; ich weiß dies also von der Tochter des Vaters, die nicht die Tochter der Mutter ist, und von der Tochter der Mutter, die nicht die Tochter des Vaters ist, woher dies von der Tochter des Vaters und der Mutter? Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">83</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 11.</i><i>die Scham der Tochter der Frau deines Vaters, die dein Vater erzeugt hat, sie ist deine Schwester</i>.",
"Es ist also nicht überlassen worden, dies durch einen Schluß zu folgern: wenn die Tochter der Mutter, die nicht die Tochter des Vaters ist, und die Tochter des Vaters, die nicht die Tochter der Mutter ist, verboten ist, um wieviel mehr die Tochter des Vaters und der Mutter. Du lernst nun, daß man nicht eine Verwarnung durch einen Schluß folgere. –",
"Woher dies<sup class=\"footnote-marker\">84</sup><i class=\"footnote\">Daß die überführten Falschzeugen nur dann bestraft werden, wenn auf ihre Aussage hin das Urteil bereits gefällt worden ist.</i> von der Geißelung? Es heißt [bei beiden]<sup class=\"footnote-marker\">85</sup><i class=\"footnote\">Sowohl beim Morde (Num. 35,31) als auch bei der Geißelung (Dt. 25,2); diese Wortanalogie besagt, daß beide Strafarten diesbezüglich einander gleichen.</i><i>Schuldiger</i>. –",
"Woher dies von der Verbannung? – Es heißt [bei beide]<sup class=\"footnote-marker\">86</sup><i class=\"footnote\">Beim vorsätzlichen Morde (Num. 35,31) und beim fahrlässigen Totschlage (ib. V. 11).</i><i>Totschläger</i>.",
"Es wird gelehrt: R. Jehuda b. Ṭabaj sagte: Ich soll [keinen]<sup class=\"footnote-marker\">87</sup><i class=\"footnote\">Im Texte fehlt das W. ‘keinen’, wohl Euphemismus.</i>Trost sehen, wenn ich nicht einen Falschzeugen hinrichten ließ, als Kundgebung gegen die Saduzäer, welche sagen, überführte Falschzeugen werden nur dann hingerichtet, wenn [durch ihre Aussage] der Angeklagte bereits hingerichtet worden ist.",
"Da sprach Šimo͑n b. Šaṭaḥ zu ihm: Ich soll [keinen] Trost sehen, wenn du nicht unschuldiges Blut vergossen hast. Die Weisen sagten nämlich, Falschzeugen werden nur dann hingerichtet, wenn beide als solche überführt worden sind, werden nur dann gegeißelt, wenn beide als solche überführt worden sind.",
"Hierauf nahm R. Jehuda b. Ṭabaj auf sich, nur in Gegenwart des Šimo͑n b. Šaṭaḥ Rechtsfragen zu entscheiden. Während seines ganzen Lebens pflegte R. Jehuda b. Ṭabaj sich auf das Grab jenes Zeugen niederzuwerfen. Das Volk hörte dann eine Stimme und glaubte, es sei die Stimme des Hingerichteten; da sprach er zu ihnen: Es ist meine Stimme; morgen sollt ihr sehen, daß er tot ist, indem ihr seine Stimme nicht mehr hören werdet.",
"R. Aḥa, Sohn des Raba, sprach zu R. Aši: Vielleicht lud er ihn vor Gericht, oder er bat ihn um Verzeihung.",
"<sup class=\"footnote-marker\">vii</sup> <sup class=\"footnote-marker\">87</sup><i class=\"footnote\">Dt. 17,6.</i><b>A</b><i>uf die Aussage zweier Zeugen oder dreier Zeugen hin soll der Beschuldigte getötet werden</i>. W<small>ENN DAS</small> Z<small>EUGNIS DURCH ZWEI BESTÄTIGT WIRD, WOZU SPRICHT DIE</small> s<small>CHRIFT VON DREI</small>? d<small>ASS MAN ZWEI DREIEN GLEICHSTELLE</small>: W<small>IE DREI ZWEI ALS</small> F<small>ALSCHZEUGEN ÜBERFÜHREN KÖNNEN, EBENSO KÖNNEN AUCH ZWEI DREI ALS</small> F<small>ALSCHZEUGEN ÜBERFÜHREN</small>. U<small>ND WOHER, DASS AUCH HUNDERT?</small> E<small>S HEISST:</small> <i>Zeugen</i><sup class=\"footnote-marker\">88</sup><i class=\"footnote\">Die Wiederholung des W.es ‘Zeugen’ im angezogenen Schriftverse ist überflüssig.</i>.",
"R. Š<small>IMO͑N SAGTE</small>: W<small>IE ZWEI NUR DANN HINZURICHTEN SIND, WENN BEIDE ALS</small> F<small>ALSCHZEUGEN ÜBERFÜHRT WORDEN SIND, EBENSO SIND AUCH DREI NUR DANN HINZURICHTEN, WENN ALLE DREI ALS</small> F<small>ALSCHZEUGEN ÜBERFÜHRT WORDEN SIND</small>. U<small>ND WOHER, DASS AUCH HUNDERT</small>? E<small>S HEISST</small>: <i>Zeugen</i>.",
"R. A͑<small>QIBA SAGTE</small>: V<small>OM DRITTEN IST NUR DESHALB DIE</small> R<small>EDE, AUF DASS MAN MIT IHM EBENSO STRENG VERFAHRE WIE MIT DEN ANDEREN</small><sup class=\"footnote-marker\">89</sup><i class=\"footnote\">Obgleich schon das Zeugnis der beiden Zeugen ausreichend und seine Aussage somit ganz belanglos war.</i>.",
"W<small>ENN NUN DIE</small> S<small>CHRIFT DEN SICH</small> Ü<small>BELTÄTERN</small> A<small>NSCHLIESSENDEN EBENSO BESTRAFT, WIE DIE</small> Ü<small>BELTÄTER SELBST, UM WIEVIEL MEHR WIRD SIE DEN SICH</small> Ü<small>BENDEN GOTTGEFÄLLIGER</small> H<small>ANDLUNGEN</small> A<small>NSCHLIESSENDEN EBENSO BELOHNEN, WIE DIE</small> Ü<small>BENDEN GOTTGEFÄLLIGER</small> H<small>ANDLUNGEN SELBST</small>.",
"W<small>IE FERNER DAS</small> Z<small>EUGNIS UNGÜLTIG IST, WENN VON ZWEIEN EINER ALS VERWANDT ODER ALS</small> Z<small>EUGE UNZULÄSSIG</small><sup class=\"footnote-marker\">90</sup><i class=\"footnote\">Cf. Syn. Fol. 24b.</i><small>BEFUNDEN WIRD, EBENSO IST DAS</small> Z<small>EUGNIS UNGÜLTIG, WENN VON DREIEN EINER ALS VERWANDT ODER ALS</small> Z<small>EUGE UNZULÄSSIG BEFUNDEN WIRD</small>. <sup>viii</sup> W<small>OHER, DASS DIES AUCH VON HUNDERT GILT</small>? E<small>S HEISST:</small> <i>Zeugen</i>."
],
[
"R. J<small>OSE SAGTE</small>: D<small>IES GILT NUR VON</small> T<small>ODESSTRAFSACHEN</small>, <small>BEI</small> G<small>ELDANGELEGENHEITEN ABER WIRD DAS</small> Z<small>EUGNIS DURCH DIE ÜBRIGEN BESTÄTIGT</small>. R<small>ABBI SAGTE</small>: S<small>OWOHL BEI</small> G<small>ELDANGELEGENHEITEN ALS AUCH BEI</small> T<small>ODESSTRAFSACHEN; \n</small>",
"JEDOCH NUR DANN, WENN SIE MITGEWARNT HABEN, HABEN SIE ABER NICHT MITGEWARNT: WAS KÖNNEN ZWEI B<small>RÜDER TUN, WENN SIE GESEHEN HABEN, WIE JEMAND EINEN</small> M<small>ENSCHEN ERSCHLAGEN HAT</small>!?",
"GEMARA. Raba sagte: Dies nur, wenn die Bekundungen aller in eine Zeit fallen, innerhalb welcher man [einen Satz] aussprechen<sup class=\"footnote-marker\">91</sup><i class=\"footnote\">Dh. wenn jeder mit seiner Zeugenaussage unmittelbar nach Beendigung der seines Genossen beginnt, u. zwischen ihren Aussagen kein größerer Zeitraum verstrichen ist; sind aber die Aussagen der Zeugen durch größere Unterbrechungen von einander getrennt, so gelten sie als einzelne, von einander getrennte Zeugenpartien.</i>kann. R. Aha aus Diphte sprach zu Rabina: Merke, eine Zeit, innerhalb welcher man einen Satz aussprechen kann, heißt ja, solange ein Schüler seinen Lehrer begrüßt, und wenn es hundert sind, dauert es ja viel länger!?",
"Dieser erwiderte: Jeder muß innerhalb der Zeit, während welcher man [einen Satz] aussprechen kann, [seit Beendigung] seines Genossen begonnen haben.",
"R. A͑<small>QIBA SAGTE</small>: V<small>OM DRITTEN IST NUR DESHALB DIE</small> R<small>EDE</small> &amp;<small>C</small>. R. Papa sprach zu Abajje: Demnach sollte der Ermordete selber [den Mörder]<sup class=\"footnote-marker\">92</sup><i class=\"footnote\">Wenn die Anwesenheit eines als Zeugen Unzulässigen das Zeugnis ungültig macht, selbst wenn er nicht mitgewarnt hat, so kann ein Mörder überhaupt nicht verurteilt werden, da der Ermordete, der als Zeuge unzulässig wäre, Zeuge des Vorganges war.</i>retten!? – Wenn er ihn hinterrücks getötet hat. –",
"Der Geschändete sollte [den Päderasten] retten!? – Wenn er ihn von hinten geschändet hat. –",
"Der Mörder oder der Päderast sollten sich ja selber retten<sup class=\"footnote-marker\">93</sup><i class=\"footnote\">Die Angeklagten selber, die als Zeugen unzulässig sind, waren ja ebenfalls Zeugen des Vorganges.</i>!? Da schwieg er. Als er vor Raba kam, erwiderte er ihm:<sup class=\"footnote-marker\">94</sup><i class=\"footnote\">Dt. 19,15.</i><i>Soll eine Sache bestätigt werden</i>, die Schrift spricht nur von denen, die die Sache bestätigen<sup class=\"footnote-marker\">95</sup><i class=\"footnote\">Von den Zeugen.</i>.",
"R. J<small>OSE SAGTE</small>: D<small>IES GILT NUR</small> &amp;<small>C</small>. Was spricht man zu ihnen?",
"Raba erwiderte: Man richtet an sie folgende Frage: Seid ihr nur Zusehen gekommen, oder seid ihr Zeugnis ablegen gekommen? Sagen sie, sie seien Zeugnis ablegen gekommen, so ist, wenn einer von ihnen als verwandt oder als Zeuge unzulässig befunden wird, das Zeugnis ungültig, wenn sie aber sagen, sie seien nur Zusehen gekommen: was können zwei Brüder tun, wenn sie gesehen haben, wie jemand einen Menschen erschlagen hat!?",
"Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie R. Jose; R. Naḥman sagte, die Halakha sei wie Rabbi."
],
[
"<sup class=\"footnote-marker\">ix</sup> <b>W</b><small>ENN ZWEI</small> [Z<small>EUGEN</small>] <small>IHN AUS DIESEM</small> F<small>ENSTER UND ZWEI ANDERE AUS EINEM</small> [<small>GEGENÜBER LIEGENDEN</small>] F<small>ENSTER GESEHEN HABEN, UND EINER IN DER</small> M<small>ITTE IHN GEWARNT HAT, SO GELTEN SIE, WENN EIN</small> T<small>EIL VON DIESEM EINEN</small> T<small>EIL VOM ANDEREN SEHEN KONNTE, ALS EINE</small> Z<small>EUGENPARTIE, WENN ABER NICHT, SO GELTEN SIE ALS ZWEI</small> P<small>ARTIEN</small>. W<small>ENN DAHER DIE EINEN ALS</small> F<small>ALSCHZEUGEN ÜBERFÜHRT WERDEN, SO WERDEN SIE UND ER HINGERICHTET, WÄHREND DIE ANDEREN FREI</small><sup class=\"footnote-marker\">96</sup><i class=\"footnote\">Dieser Satz ist überflüssig und steht nur als Gegensatz zum vorangehenden.</i><small>SIND</small>.",
"R. J<small>OSE SAGT, ER KÖNNE NUR DANN HINGERICHTET WERDEN, WENN BEIDE</small> Z<small>EUGEN IHN GEWARNT HABEN, DENN ES HEISST</small> :<sup class=\"footnote-marker\">97</sup><i class=\"footnote\">Dt. 17,6.</i><i>durch den Mund zweier Zeugen</i>. E<small>INE ANDERE</small> E<small>RKLÄRUNG:</small> <i>Durch den Mund zweier Zeugen</i>, <small>DAS</small> S<small>YNEDRIUM DARF</small> [<small>DIE</small> A<small>USSAGE</small>] <small>NICHT AUS DEM</small> M<small>UNDE EINES</small> D<small>OLMETSCHERS HÖREN</small>.",
"GEMARA. R. Zuṭra b. Ṭobija sagte im Namen Rabhs: Woher, daß [die Aussage] getrennter Zeugen<sup class=\"footnote-marker\">98</sup><i class=\"footnote\">Wenn beide Belastungszeugen einander nicht gesehen haben.</i>ungültig ist? Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">99</sup><i class=\"footnote\">Dt. 17,6.</i><i>er soll nicht durch die Aussage eines Zeugen getötet werden</i>. Was ist nun unter ‘eines Zeugen’ zu verstehen: wollte man sagen, eines einzigen Zeugen, so geht dies ja hervor schon aus dem Anfang [des Schriftverses]: <i>durch zwei Zeugen</i>; vielmehr sind unter ‘eines Zeugen’ einzelne Zeugen zu verstehen.",
"Ebenso wird auch gelehrt: <i>Er soll nicht durch die Aussage eines Zeugen getötet werden</i>, dies schließt [den Fall] ein, wenn von den beiden [Zeugen] einer ihn aus einem Fenster und einer ihn aus einem anderen Fenster gesehen hat, und sie einander nicht gesehen haben; sie werden dann nicht vereinigt. Und noch mehr, selbst wenn beide ihn nach einander aus einem Fenster gesehen haben, werden sie nicht vereinigt.",
"R. Papa sprach zu Abajje: Wenn sie sogar, falls der eine ihn aus diesem Fenster und der andere aus einem anderen Fenster gesehen hat, sodaß sowohl der eine als auch der andere die ganze Handlung gesehen hat, nicht vereinigt werden, um wieviel weniger, wenn nach einander, sodaß sowohl der eine als auch der andere nur die Hälfte der Handlung gesehen hat!? Dieser erwiderte: Dies bezieht sich auf den Fall, wenn jemand ein Inzestverbrechen begangen hat<sup class=\"footnote-marker\">100</sup><i class=\"footnote\">Wo auch hintereinander jeder die ganze Handlung gesehen haben kann.</i>.",
"Raba sagte: Wenn sie den Warnenden oder der Warnende sie gesehen hat, so werden sie vereinigt. Ferner sagte Raba: Die Warnung, von der sie sprechen, [ist gültig], auch wenn sie vom [Ermordeten] selber oder von einem Dämon ausgeht.",
"R. Naḥman sagte: Bei Geldangelegenheiten ist [die Aussage] getrennter Zeugen gültig, denn es heißt: <i>er soll nicht durch die Aussage eines Zeugen getötet werden</i>, nur bei Todesstrafsachen ist ein solches Zeugnis ungültig, bei Geldangelegenheiten aber ist es gültig.",
"R. Zuṭra wandte ein: Demnach<sup class=\"footnote-marker\">101</sup><i class=\"footnote\">Wenn es Fälle gibt, in denen die einander nicht sehenden Zeugen vereinigt werden. Bei Todesstrafsachen muß jedes Moment zur Freisprechung berücksichtigt werden.</i>sollte dies auch bei Todesstrafsachen retten, wieso wird nun gelehrt, daß sie und er hingerichtet werden!? – Ein Einwand.",
"R. J<small>OSE SAGT</small> &amp;<small>C</small>. R. Papa sprach zu Abajje: Ist denn R. Jose dieser Ansicht, wir haben ja gelernt: R. Jose sagt, ein Feind werde<sup class=\"footnote-marker\">102</sup><i class=\"footnote\">Wenn er behauptet, den Totschlag versehentlich begangen zu haben.</i>hingerichtet, weil er als gewarnt gilt!?",
"Dieser erwiderte: Jener ist R. Jose b. Jehuda, denn es wird gelehrt: R. Jose b. Jehuda sagt, bei einem Gelehrten sei keine Warnung erforderlich, denn die Warnung ist nur deshalb nötig, um festzustellen, ob die Handlung wissentlich oder unwissentlich erfolgt ist.",
"E<small>INE ANDERE</small> E<small>RKLÄRUNG</small>: <i>Durch den Mund zweier Zeugen</i>, <small>DAS</small> S<small>YNEDRIUM DARF</small> [<small>DIE</small> A<small>USSAGE</small>] <small>NICHT AUS DEM</small> M<small>UNDE EINES</small> D<small>OLMETSCHERS HÖREN</small>. Einst kamen Fremdländer vor Raba, und er stellte ihnen einen Dolmetscher. – Wieso tat er dies, es wird ja gelehrt, das Synedrium dürfe [die Aussage] nicht aus dem Munde eines Dolmetschers hören!? – Raba verstand, was sie sprachen, nur verstand er nicht, ihnen zu antworten."
],
[
"Ilea͑ und Ṭobija waren Verwandte des Bürgen, und R. Papa wollte entscheiden, daß sie dem Schuldner und dem Gläubiger gegenüber als Fremde gelten; da sprach R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, zu ihm: Hält sich, wenn der Schuldner nichts hat, der Gläubiger etwa nicht an den Bürgen!?",
"<sup>x</sup> <b>W</b><small>ENN JEMAND NACH SEINER</small> A<small>BURTEILUNG ENTFLOHEN UND WIEDERUM VOR DASSELBE</small> G<small>ERICHT GEBRACHT WORDEN IST, SO WIRD DIE</small> V<small>ERURTEILUNG NICHT AUFGEHOBEN</small>. W<small>ENN ZWEI</small> [Z<small>EUGEN</small>], <small>WO ES AUCH IST, AUFTRETEN UND ÜBER EINEN BEKUNDEN, ER SEI VON JENEM</small> G<small>ERICHTE</small> [Z<small>UM</small> T<small>ODE</small>] <small>VERURTEILT WORDEN, UND DIESER UND JENER WAREN SEINE</small> B<small>ELASTUNGSZEUGEN, SO WIRD ER HINGERICHTET</small>.",
"D<small>AS</small> S<small>YNEDRIUM IST KOMPETENT SOWOHL IM</small> L<small>ANDE</small><sup class=\"footnote-marker\">103</sup><i class=\"footnote\">In Palästina.</i><small>ALS AUCH AUSSERHALB DES</small> L<small>ANDES</small>. E<small>IN</small> S<small>YNEDRIUM, DAS EINMAL IN EINEM</small> S<small>EPTENNIUM EINE</small> H<small>INRICHTUNG VOLLZIEHT, HEISST EIN VERDERBENBRINGENDES;</small> R. E<small>LIE͑ZER</small> B. A͑<small>ZARJA SAGT, EINMAL IN SIEBZIG</small> J<small>AHREN</small>. R. T<small>RYPHON UND</small> R. A͑<small>QIBA SAGTEN</small>: W<small>ENN WIR IM</small> S<small>YNEDRIUM SASSEN, WÜRDE NIE EIN</small> M<small>ENSCH HINGERICHTET WORDEN SEIN</small>. R. <small>ŠIMO͑N B</small>. G<small>AMLIÉL SAGTE :</small> D<small>IESE MEHREN AUCH DAS</small> B<small>LUTVERGIESSEN</small>.",
"GEMARA. Also nur wenn er vor dasselbe Gericht gebracht wird, wird die Verurteilung nicht aufgehoben, wenn aber vor ein anderes Gericht, so wird sie aufgehoben, dagegen lehrt der Schlußsatz, wenn zwei [Zeugen], wo es auch ist, auftreten und gegen einen bekunden, er sei von jenem Gerichte [zum Tode] verurteilt worden, und dieser und jener waren seine Belastungszeugen, er hingerichtet werde!?",
"Abajje erwiderte: Dies ist kein Einwand; eines im Jisraéllande und eines außerhalb des Landes.",
"Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda b. Dostaj sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Šaṭaḥ: Entfloh er vom Jisraéllande nach dem Auslande, so hebe man seine Verurteilung nicht auf; wenn aber vom Auslande nach dem Jisraéllande, so hebe man<sup class=\"footnote-marker\">104</sup><i class=\"footnote\">Seine Sache kommt zur nochmaligen Verhandlung.</i>seine Verurteilung auf, wegen des Verdienstes des Jisraéllandes.",
"D<small>AS</small> S<small>YNEDRIUM IST KOMPETENT</small> &amp;<small>C</small>. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten :<sup class=\"footnote-marker\">105</sup><i class=\"footnote\">Num. 35,29.</i><i>Diese[Bestimmungen] sollen euch als Rechtssatzung gelten, von Geschlecht zu Geschlecht</i>: wir lernen also, daß das Synedrium kompetent sei im Lande und außerhalb des Landes.",
"Wieso heißt es demnach :<sup class=\"footnote-marker\">106</sup><i class=\"footnote\">Dt. 17,8; richtig. <span dir=\"rtl\">שעריך בכל</span>, Dt. 16,18.</i><i>in deinen Städten</i>? In deinen Städten mußt du Gerichtshöfe in jedem Bezirke und in jeder Stadt einsetzen, im Auslande aber nur in jedem Bezirke, nicht aber in jeder Stadt.",
"E<small>IN</small> S<small>YNEDRIUM, DAS EINE</small> H<small>INRICHTUNG VOLLZIEHT</small> &amp;<small>C</small>. Sie fragten: Heißt es, wenn einmal in siebzig Jahren, ein verderbenbringendes, oder ist dies normal? – Dies bleibt unentschieden.",
"R. T<small>RYPHON UND</small> R. A͑<small>QIBA SAGTEN</small>: W<small>ENN WIR SÄSSEN</small> &amp;<small>C</small>. Wie würden sie es gemacht haben? R. Joḥanan und R. Elea͑zar erklärten beide, [sie würden gefragt haben:] Habt ihr gesehen, ob er einen Totverletzten<sup class=\"footnote-marker\">107</sup><i class=\"footnote\">Der ohnehin nicht mehr leben könnte.</i>oder einen Unverletzten getötet hat?",
"R. Aši sagte: Wenn er auch unverletzt befunden<sup class=\"footnote-marker\">108</sup><i class=\"footnote\">Falls die Zeugen die Leiche untersucht haben.</i>wird, [könnte man einwenden:] vielleicht befand sich die Verletzung an der Schnittstelle<sup class=\"footnote-marker\">109</sup><i class=\"footnote\">Wörtlich: vielleicht befand sich ein Loch an der Stelle des Schwertes; die nachträgliche Untersuchung der Zeugen beweist noch nicht, daß der Getötete lebensfähig war.</i>.",
"Wie könnten sie es bei einem Inzestverbrechen machen? Abajje und Raba erklärten beide, [sie würden gefragt haben:] Habt ihr gesehen, ob es wirklich so erfolgt ist, wie der Schminkstift im Schminkrohr? – Wie würden die Rabbanan geurteilt haben? – Nach Šemuél, denn Šemuél sagte: Bei den Hurenden, wenn sie sich wie die Hurenden<sup class=\"footnote-marker\">110</sup><i class=\"footnote\">Sie werden verurteilt, auch wenn die Zeugen die Aneinanderschließung der Genitalien nicht gesehen haben.</i>gehaben.",
"",
"<b>F</b>OLGENDE <small>MÜSSEN IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG</small><sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">In die Zufluchts- od. Asylstadt, wegen eines unvorsätzlichen Totschlages, um vor der Blutrache geschützt zu sein; cf. Num. 35,9ff.</i>: W<small>ER UNVORSÄTZLICH EINEN</small> M<small>ENSCHEN GETÖTET HAT</small>. <sup class=\"footnote-marker\">i,1</sup> W<small>ENN JEMAND EINE</small> W<small>ALZE</small><sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Die Dächer, die flach waren, wurden mit Mörtel bestrichen und mit einer Walze geglättet.</i> <small>SCHIEBT UND SIE AUF EINEN FÄLLT UND IHN TÖTET, ODER EIN</small> F<small>ASS HERABLÄSST UND ES AUF EINEN FÄLLT UND IHN TÖTET, ODER VON EINER</small> L<small>EITER HERABSTEIGT UND AUF EINEN FÄLLT UND IHN TÖTET, SO MUSS ER IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG; WENN ABER JEMAND EINE</small> W<small>ALZE ZIEHT UND SIE AUF EINEN FÄLLT UND IHN TÖTET, ODER EIN</small> F<small>ASS HERAUFZIEHT UND DER</small> S<small>TRICK REISST UND</small> <small>ES AUF EINEN FÄLLT UND IHN TÖTET, \n</small>"
],
[
"ODER AUF EINE L<small>EITER STEIGT UND AUF EINEN FÄLLT UND IHN TÖTET, SO WIRD ER NIGHT VERBANNT</small>. D<small>IE</small> R<small>EGEL HIERBEI IST</small>: W<small>ENN BEIM</small> N<small>IEDERLASSEN, SO MUSS ER IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG, WENN NICHT BEIM</small> N<small>IEDERLASSEN, SO MUSS ER NICHT IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG</small><sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Im 1. Falle sollte er daran denken und aufpassen, somit gilt es als Fahrlässigkeit, im 2. Falle konnte er daran überhaupt nicht denken.</i>.",
"GEMARA. Woher dies? Šemuél erwiderte: Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Num. 35,23.</i><i>auf ihn fallen lassen, sodaß er starb</i>, nur wenn im Fallen.",
"Die Rabbanan lehrten: <sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 11.</i><i>Unvorsätzlich</i>, ausgenommen, wenn vorsätzlich. –",
"Wenn vorsätzlich, so ist es ja selbstverständlich, dann ist er ja hinzurichten!? Vielmehr, [erklärte Raba], lies: ausgenommen, wenn er glaubte, es sei erlaubt. Abajje entgegnete ihm: Wenn er glaubte, es sei erlaubt, so ist dies ja ein Zwangsfall<sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Nachträglich, wo die Handlung bereits erfolgt ist.</i>!? Dieser erwiderte: Ich bin der Ansicht, wenn jemand glaubte, es sei erlaubt, sei dies der Vorsätzlichkeit nahe.",
"<sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Dt. 19,4.</i><i>Ohne Wissen</i>, ausgenommen, wenn absichtlich. – Wenn absichtlich, so ist dies ja selbstverständlich, dann ist er ja hinzurichten!? Raba erwiderte: Ausgenommen der Fall, wenn er in der Absicht, ein Vieh zu töten, einen Menschen getötet hat, oder einen Nichtjuden zu töten, einen Jisraéliten getötet hat, oder eine Fehlgeburt zu töten, einen Lebensfähigen getötet hat.",
"Die Rabbanan lehrten. <sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Num. 35,22.</i><i>Wenn von ungefähr</i>, ausgenommen, wenn von einer Ecke<sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Wenn der Getötete um die Ecke bog, sodaß er ihn überhaupt nicht wahrgenommen hatte.</i> aus; <i>ohne daß Feindschaft vorlag</i>, ausgenommen der Feind; <i>hat er ihn gestoßen</i>, wenn er ihn mit seinem Körper gestoßen hat; <i>oder [ein Gerät] auf ihn geworfen</i>, dies schließt das Niederlassen zum Zwecke des Hochhebens<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Zum Ausholen; cf. Anm. 3.</i>ein; <i>unabsichtlich</i>, ausgenommen der Fall, wenn man [den Gegenstand] nach dieser Seite werfen wollte und er nach jener Seite gefallen ist.",
"<sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Ex. 21,13.</i><i>Wenn er es nicht beabsichtigt hat</i>, ausgenommen der Fall, wenn er zwei [Ellen] werfen wollte und vier geworfen hat.<sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Dt. 19,5.</i><i>Wenn einer mit seinem Nächsten in den Wald geht</i>; wie in den Wald sowohl der Beschädigte als auch der Beschädigende hineinzugehen befugt ist, ebenso auch in jedem anderen Falle, wenn da sowohl der Beschädigte als auch der Beschädigende hineinzugehen befugt ist.",
"R. Abahu fragte R. Joḥanan: Wie ist es, wenn jemand auf eine Leiter steigt und unter ihm eine Sprosse sich löst und auf einen fällt und ihn tötet; heißt es in diesem Falle hochhebend oder niederlassend!? Dieser erwiderte: Du hast also den Fall berührt, wenn das Niederlassen zum Zwecke des Hochhebens erfolgt.",
"Er wandte gegen ihn ein: Die Regel hierbei ist: wenn beim Niederlassen, so muß er in die Verbannung, wenn nicht beim Niederlassen, so muß er nicht in die Verbannung. [Die Worte] nicht beim Niederlassen’ schließen doch wohl einen solchen Fall ein!? – Auch nach deiner Auffassung schließen ja [die Worte] ‘wenn beim Niederlassen’ den Fall vom Schlächter ein,",
"ebenso schließen auch jene den Fall vom Schlächter ein. Es wird nämlich gelehrt: Wenn ein Schlächter beim Fleischhauen [jemand getötet hat], so ist er, wie das Eine lehrt, wenn [beim Ausholen] nach vorn, schuldig, und wenn nach hinten, frei, wie ein Anderes lehrt, wenn nach hinten, schuldig, und wenn nach vorn, frei, wie ein Anderes lehrt, ob nach vorn oder nach hinten schuldig, und wie ein Anderes lehrt, ob nach vorn oder nach hinten frei. Jedoch widersprechen [diese Lehren] einander nicht;",
"eine spricht von dem Falle, wenn es vorn beim Niederlassen und hinten beim Hochheben erfolgt ist, eine von dem Falle, wenn vorn beim Hochheben und hinten beim Niederlassen,",
"eine von dem Falle, wenn vorn und hinten beim Niederlassen, und eine von dem Fälle, wenn vorn und hinten beim Hochheben.",
"Es ist anzunehmen, daß hierüber<sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">Über den Fall, bezüglich dessen R. Abahu fragte.</i>folgende Tannaím streiten: Wenn jemand auf eine Leiter steigt und unter ihm eine Sprosse sich löst [und einen tötet], so ist es, wie das Eine lehrt, schuldig, und wie ein Anderes lehrt, frei. Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, dies heiße ‘beim Niederlassen’, und einer ist der Ansicht, dies heiße ‘beim Hochheben’. –",
"Nein, alle sind der Ansicht, dies heiße ‘beim Hochheben’, dennoch besteht hier kein Widerspruch; einer spricht von der Entschädigung<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Wenn er ihn nicht getötet, sondern nur beschädigt hat; bei einer Beschädigung ist man auf jeden Fall zur Entschädigung verpflichtet.</i>und einer spricht von der Verbannung.",
"Wenn du willst, sage ich: beide sprechen von der Verbannung, dennoch besteht hier kein Widerspruch; einer spricht von dem Falle, wenn sie wurmstichig war, und einer von dem Falle, wenn sie nicht wurmstichig war.",
"Wenn du aber willst, sage ich: beide sprechen von dem Falle, wenn sie nicht wurmstichig war, dennoch besteht hier kein Widerspruch; einer spricht von dem Falle, wenn sie fest saß, und einer von dem Falle, wenn sie nicht fest saß.",
"<b>W</b><small>ENN DAS</small> E<small>ISEN VOM</small> S<small>TIELE ABGLEITET UND JEMAND TÖTET, SO MUSS ER, WIE</small> R<small>ABBI SAGT, NICHT IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG, UND WIE DIE</small> W<small>EISEN SAGEN, IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG; WENN ES</small><sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Das Eisen (die Axt); nach Raschi ein abspringender Span.</i><small>ABER VOM ZU SPALTENDEN</small> H<small>OLZE</small> [<small>ZURÜCKPRALLT</small>], <small>SO MUSS ER, WIE</small> R<small>ABBI SAGT, IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG, UND WIE DIE</small> W<small>EISEN SAGEN, NICHT IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG</small>. <sup>i,2</sup>",
"GEMARA. Es wird gelehrt: Rabbi sprach zu den Weisen: Heißt es denn:<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Dt. 19,5.</i><i>und das Eisen gleitet ab von seinem Holze</i>, es beißt ja nur: <i>vom Holze</i>. Ferner wird oben<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Im vorangehenden Satze: um Holz zu fällen.</i>von Holz gesprochen und unten wird ebenfalls von Holz gesprochen, wie nun oben das zu spaltende Holz, ebenso auch unten das zu spaltende Holz.",
"R. Ḥija b. Aši sagte im Namen Rabhs: Beide folgerten sie ihre Ansichten aus einem Schriftverse. <i>Und das Eisen gleitet ab vom Holze</i>; Rabbi ist der Ansicht, die überlieferte [Schreibart] sei maßgebend, und diese lautet: <i>nišal</i><sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Passive Form, dh. wenn das Eisen vom Holze zurückgestoßen wird (zurückprallt). Die Qalform hört sich so an, als hieße es <span dir=\"rtl\">נאשל</span> oder <span dir=\"rtl\">נהשל</span>; so Raschi; besser die Erklärung Luzzattos (Briefe, S. 567): <span dir=\"rtl\">נשל</span> hat transitive und intransitive Bedeutung; nach Rabbi wird es hier transitiv gebraucht, nach den Rabbanan dagegen intransitiv. Demnach ist der Einwurf des T. u. die folgende Antwort ohne Bedeutung.</i> [abgegleitet wird], und die Rabbanan sind der Ansicht, die Lesart sei maßgebend, und diese lautet: <i>našal</i> [selbst abgleitet<sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Vom Stiele.</i>]. –",
"Ist denn Rabbi der Ansicht, die überlieferte [Schreibart] sei maßgebend,"
],
[
"R. Jiçḥaq b. R. Joseph sagte ja im Namen R. Joḥanans, daß Rabbi, R. Jehuda b. Roe͑ç, die Schule Šammajs, R. Šimo͑n und R. A͑qiba alle der Ansicht sind, die Lesart sei maßgebend!? – Deshalb sagte er auch ‘ferner’<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Mit der 2. Begründung ist er von der 1. zurückgetreten.</i>.",
"R. Papa sagte: Wenn jemand eine Erdscholle gegen eine Dattelpalme wirft und Datteln herabfallen und einen töten, so haben wir den Streit zwischen Rabbi und den Rabbanan. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, dies gelte [nach Rabbi] als indirekte Wirkung, so lehrt er uns. –",
"Was gilt nun nach Rabbi als indirekte Wirkung? – Wenn jemand eine Erdscholle gegen eine Stange wirft und diese umfällt und einen Dattelkamm trifft, und Datteln herabfallen und einen töten.",
"<sup>ii</sup> <b>W</b><small>ENN JEMAND EINEN</small> S<small>TEIN AUF ÖFFENTLICHES</small> G<small>EBIET GEWORFEN UND DIESER EINEN GETÖTET HAT, SO MUSS ER IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG</small>. R. E<small>LIE͑ZER B.JA͑QOB SAGTE</small>: W<small>ENN NACHDEM DER</small> S<small>TERN AUS SEINER</small> H<small>AND GEKOMMEN WAR, JENER SEINEN</small> K<small>OPF HERVORGESTRECKT HAT UND GETROFFEN WURDE, SO IST ER FREI</small>.",
"W<small>ENN JEMAND EINEN</small> S<small>TEIN IN SEINEN EIGENEN</small> H<small>OF GEWORFEN UND DIESER EINEN GETÖTET HAT, SO MUSS ER, WENN DER</small> B<small>ESCHÄDIGTE DA HINEINZUGEHEN BEFUGT WAR, IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG, WENN ABER NICHT, SO MUSS ER NICHT IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG, DENN ES HEISST</small>:<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Dt. 19,5.</i><i>wenn einer mit seinem Nächsten in den Wald geht</i>; <small>WIE IN DEN</small> W<small>ALD SOWOHL DER</small> B<small>ESCHÄDIGTE ALS AUCH DER BESCHÄDIGENDE HINEINZUGEHEN BEFUGT IST</small>, [<small>EBENSO AUCH SONST, WENN SOWOHL DER</small> B<small>ESCHÄDIGTE ALS AUCH DER</small> B<small>ESCHÄDIGENDE DA HINEINZUGEHEN BEFUGT IST</small>]; a<small>USGENOMMEN IST DER PRIVATE</small> H<small>OF, IN DEN HINEINZUGEHEN NTCHT</small> [<small>JEDER</small>] <small>BEFUGT IST</small>.",
"A<small>BBA</small> Š<small>AÚL SAGTE:</small> N<small>UR WENN</small> [<small>DIE</small> H<small>ANDLUNG</small>] <small>GLEICH DEM</small> H<small>OLZHAUEN EINE FREIGESTELLTE IST, AUSGENOMMEN IST EIN</small> V<small>ATER, DER SEINEN</small> S<small>OHN PRÜGELT, EIN</small> L<small>EHRER, DER SEINEN</small> S<small>CHÜLER ZÜCHTIGT, UND EIN GERICHTSDIENER</small><sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Der im Auftrag des Gerichtes handelt.</i>.",
"GEMARA. Wenn nach öffentlichem Gebiete, so ist dies ja vorsätzlich!? R. Šemuél b. Jiçḥaq erwiderte: Wenn einer seine Wand niederreißt. – So sollte er doch aufpassen!? – Wenn er seine Wand nachts niederreißt. – Nachts sollte er ja ebenfalls aufpassen!? –",
"Wenn er die Wand auf einen Schuttplatz wirft. – Was für ein Schuttplatz: verkehrt da das Publikum, so ist dies ja sein Verschulden, und verkehrt da das Publikum nicht, so ist dies ja ein Mißgeschick!?",
"R. Papa erwiderte: Hier handelt es sich um einen Schuttplatz, auf den [Menschen] nachts abzutreten pflegen, nicht aber am Tage, es aber vorkommt, daß mancher da auch am Tage abtritt; sein Verschulden ist dies nicht, da am Tage niemand da abzutreten pflegt, ein Mißgeschick ebenfalls nicht, da es vorkommt, daß mancher da [auch am Tage] abtritt.",
"R. E<small>LIE͑ZER B</small>. J<small>A͑QOB SAGT</small> &amp;<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten :<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Dt. 19,5.</i><i>Und treffen wird</i>, ausgenommen der Fall, wenn jener sich treffen läßt. Hieraus folgerte R. Elie͑zer b. Ja͑qob, daß, wenn nachdem der Stein aus seiner Hand gekommen war, jener seinen Kopf hervorgestreckt hat und getroffen wurde, er frei sei. –",
"Demnach ist unter <i>maça</i> [treffen] zu verstehen, wenn er da bereits vorher war; ich will auf einen Widerspruch hinweisen :<sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,26.</i><i>Und findet [maça]</i>, ausgenommen der Fall, wenn er es bereits<sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Wer sein Grundstück aus Not verkauft hat, ist berechtigt, sobald er Geld erwirbt, dasselbe auszulösen (cf. Ley. 25,25ff.); dies jedoch nur dann, wenn er dies aus wirklicher Not getan hat, nicht aber, wenn er beim Verkaufe Besitz hatte; er kann es nicht mit dem Erlöse eines anderen Grundstückes einlösen.</i>hatte; er kann nicht ein fernliegendes [Feld] verkaufen und ein nahes einlösen, ein schlechtes [verkaufen] und ein gutes einlösen!?",
"Raba erwiderte: Hier berücksichtige man den Zusammenhang des Schriftverses und dort berücksichtige man den Zusammenhang des Schriftverses. Dort berücksichtige man den Zusammenhang des Schriftverses: man vergleiche das ‘finden’ mit dem ‘erreichen seiner Hand’; wie unter ‘erreichen’ zu verstehen ist, erst jetzt, ebenso ist auch unter ‘finden’ zu verstehen, erst jetzt. Hier berücksichtige man ebenfalls den Zusammenhang des Schriftverses: man vergleiche das ‘treffen’ mit ‘Wald’; wie der Wald schon vorher vorhanden war, ebenso ‘treffen’, den, der da schon vorher anwesend war.",
"<b>W</b><small>ENN JEMAND EINEN STEIN GEWORFEN</small> &amp;<small>C</small>. Einer von den Jüngern sprach zu Raba: Woher, daß [die Schrift] vom Holzhauen zu freigestelltem Zwecke spricht, vielleicht spricht sie vom Holzhauen [zum Bau] einer Festhütte oder für den Altar<sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Wörtlich: für den Holzstoß, zum Verbrennen der Opfer.</i>, dennoch sagt der Allbarmherzige, er müsse in die Verbannung!? Dieser erwiderte: Da man, wenn man gehauenes Holz vorfindet, es nicht zu hauen braucht, so ist [das Hauen] kein Gebot<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Nur die Errichtung der Festhütte ist ein Gebot und nicht das Fällen des hierzu erforderlichen Holzes.</i>.",
"Rabina wandte gegen Raba ein: Ausgenommen ist ein Vater, der seinen Sohn prügelt, ein Lehrer, der seinen Schüler züchtigt, und ein Gerichtsdiener. Hierbei ist ja ebenfalls einzuwenden: wenn er gelehrig ist, ist dies ja kein Gebot, somit ist es auch anderenfalls kein Gebot? – Hierbei ist es ein Gebot, auch wenn er gelehrig ist, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Pr. 29,17.</i><i>züchtige deinen Sohn, so wird er dir Behagen gewähren und deiner Seele Leckerbissen reichen</i>.",
"Später sagte Raba: Das, was ich gesagt habe, ist nichts<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Dh. diese Erklärung ist nicht nötig, da aus dem Schriftverse selber zu entnehmen ist, daß hier von einer freigestellten Handlung die Rede ist.</i>. [Es heißt:] <i>wenn einer mit seinem Nächsten in den Wald geht</i>, also wenn es ihm hineinzugehen oder nicht hineinzugehen freisteht; wenn man nun sagen wollte, zum Zwecke einer gottgefälligen Handlung, so müßte er ja hineingehen.",
"R. Ada b. Ahaba sprach zu Raba: Ist denn überall, wo es <i>wenn</i> heißt, nur eine freigestellte Handlung zu verstehen, es heißt ja :<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Num. 19,20.</i><i>wenn jemand unrein wird und sich nicht entsündigt;</i> also nur dann, wenn die Verunreinigung freigestellt ist, somit wäre der<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Der unrein in den Tempel eintritt.</i>frei, der sich an einem Pflichttoten verunreinigt hat, an dem man sich verunreinigen muß!? –",
"Anders ist es hierbei; die Schrift sagt:"
],
[
"<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Num;. 19,13.</i><i>Er ist unrein</i>, in jedem Falle. –",
"Dies ist ja aber für folgende Lehre nötig: <i>Er ist unrein</i>, dies schließt den ein, der am selben Tage untergetaucht<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Der Untertauchende erlangt völlige Reinheit erst nach Sonnenuntergang und eventuell nach der Darbringung seines Opfers, wodurch er Sühne erlangt.</i>ist;<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Num;. 19,13.</i><i>seine Unreinheit haftet ihm an</i>, dies schließt den ein, dem noch die Sühne<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Der Untertauchende erlangt völlige Reinheit erst nach Sonnenuntergang und eventuell nach der Darbringung seines Opfers, wodurch er Sühne erlangt.</i>fehlt! ? Dieser erwiderte: Ich folgere dies aus [dem Worte<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Num;. 19,13.</i><i>noch</i>.",
"Manche beziehen dies auf das folgende :<sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Ex. 34,21.</i><i>Beim Pflügen und beim Mähen sollst du ruhen</i>. R. A͑qiba sagte: Da dies vom Pflügen und Ernten im Siebentjahre nicht nötig ist, denn es heißt bereits:<sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,4.</i><i>du darfst dein Feld nicht besäen und deinen Weinberg nicht beschneiden</i>, so beziehe man es auf das Pflügen im Vorsiebentjahre für das Siebentjahr und auf die Ernte des Siebentjahres im Nachsiebentjahre.",
"R. Jišma͑él erklärte: Wie das Pflügen Freigestelltes ist, so auch das Mähen, wenn es Freigestelltes ist, ausgenommen das Mähen der Schwingegarbe, das Gebot ist.",
"Hierzu sprach einer von den Jüngern zu Raba: Woher, daß hier vom freigestellten Pflügen gesprochen wird, vielleicht vom Pflügen, für die Schwingegarbe, das ein Gebot ist, dennoch sagt der Allbarmherzige, daß man ruhe!? Dieser erwiderte ihm: Da man, wenn man [das Feld] gepflügt vorfindet, es nicht zu pflügen braucht, so ist dies kein Gebot<sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Cf. Anm. 26 mut. mut.</i>.",
"Rabina wandte gegen Raba ein: Ausgenommen ist ein Vater, der seinen Sohn prügelt, ein Lehrer, der seinen Schüler züchtigt, und ein Gerichtsdiener. Weshalb denn, man sollte doch sagen: wenn er gelehrig ist, ist dies ja kein Gebot, somit ist dies auch andernfalls kein Gebot!? – Hierbei ist es ein Gebot, auch wenn er gelehrig ist, denn es heißt: <i>züchtige deinen Sohn, so wird er dir Behagen gewähren</i>.",
"Später sagte Raba: Das, was ich gesagt habe, ist nichts<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Cf. Anm. 28 mut. mut.</i>; man vergleiche vielmehr das Mähen mit dem Pflügen, wie man nicht zu pflügen braucht, wenn man [das Feld] gepflügt vorfindet, ebenso wenn man es nicht zu mähen braucht, falls man es gemäht vorfindet; [bei der Schwingegarbe aber] ist es ja Gebot, sie zu mähen und darzubringen.",
"<sup class=\"footnote-marker\">iii,1</sup><b>D</b><small>ER</small> V<small>ATER MUSS WEGEN SEINES</small> S<small>OHNES</small><sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Wenn er ihn unvorsätzlich erschlägt.</i><small>UND DER</small> S<small>OHN MUSS WEGEN SEINES</small> V<small>ATERS IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG</small>. J<small>EDERMANN MUSS WEGEN EINES</small> J<small>ISRAÉLITEN IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG, UND EIN</small> J<small>ISRAÉLIT WEGEN EINES SOLCHEN, ABER NICHT WEGEN EINES</small> B<small>EISASSPROSELYTEN ; EIN</small> B<small>EISASSPROSELYT MUSS</small> (<small>NUR</small>) <small>WEGEN EINES</small> B<small>EISASSPROSELYTEN IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG</small>.",
"GEMARA. D<small>ER</small> V<small>ATER MUSS WEGEN SEINES</small> S<small>OHNES IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG</small>. Du sagtest ja aber, ausgenommen sei ein Vater, der seinen Sohn prügelt!? – Wenn er gelehrig war. – Du sagtest ja aber, dies sei Gebot, auch wenn er gelehrig ist!? – Bei einem Handwerks-Lehrling<sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">Wenn der Vater ihn beim Lehren eines Handwerks geschlagen hat; beim Lehren der Tora ist dies jedoch Gebot.</i>. –",
"Mit einem Handwerke lehrt er ihn ja seinen Lebensunterhalt<sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Es ist Gebot, seinen Sohn ein Handwerk zu lehren; cf. Qid. Fol. 30b.</i>!? – Wenn er bereits ein anderes gelernt hat.",
"D<small>ER</small> S<small>OHN MUSS WEGEN DES</small> V<small>ATERS IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG</small> &amp;<small>C</small>. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: <i>Der einen Menschen erschlagen</i>, ausgenommen, der seinen Vater erschlagen hat!? R. Kahana erwiderte: Dies ist kein Widerspruch; eines nach R. Šimo͑n und eines nach den Rabbanan.",
"Nach R. Šimo͑n, welcher sagt, die Erdrosselung sei eine schwerere [Todesart] als die Enthauptung, ist nur für die unvorsätzliche mit der Enthauptung belegte Handlung eine Sühne bestimmt worden, nicht aber für die unvorsätzliche mit der Erdrosselung<sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Auf den vorsätzlichen Mord ist die Todesstrafe durch Enthauptung und auf die Verletzung eines Vaters die Todesstrafe durch Erdrosselung gesetzt; da nun der zu zwei Strafarten Verurteilte nur mit der strengeren bestraft wird, so wird der Mörder seines Vaters, der ihm gleichzeitig eine Verletzung beigebracht hat, nach RS., nach dem die Erdrosselung eine schwerere Todesart als die Enthauptung ist, durch die erstere hingerichtet. Die Verbannung, die dem Mörder Sühne verschafft, ist nur an Stelle der leichtesten Todesart gesetzt, somit muß der Mörder seines Vaters nach RŠ. nicht in die Verbannung.</i>belegte Handlung,",
"nach den Rabbanan aber, welche sagen, die Enthauptung sei eine schwerere [Todesart] als die Erdrosselung, ist auf die Tötung eines Vaters die Enthauptung gesetzt, und für die unvorsätzliche mit der Enthauptung belegte Handlung ist eine Sühne bestimmt worden.",
"Raba erklärte: Ausgenommen der Fall, wenn jemand unvorsätzlich seinem Vater eine Verletzung<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Die oben angezogene Lehre spricht nicht von der Tötung, sondern von der Verletzung eines Vaters; das hebr. <span dir=\"rtl\">מכה</span> umfaßt beide Begriffe.</i>beibringt; man könnte glauben, da darauf bei Vorsatz: die Todesstrafe gesetzt ist, müsse er bei Unvorsätzlichkeit in die Verbannung, so lehrt er uns.",
"J<small>EDERMANN MUSS WEGEN EINES</small> J<small>ISRAÉLITEN IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG</small> &amp;<small>C</small>. Was schließen [die Worte] ‘jedermann muß wegen eines Jisraéliten in die Verbannung’ ein? – Dies schließt einen Sklaven und einen Samaritaner ein. Wir lernen also das, was die Rabbanan gelehrt haben: Ein Sklave und ein Samaritaner müssen wegen eines Jisraéliten in die Verbannung und werden gegeißelt, und ein Jisraélit muß wegen eines Samaritaners [und eines Sklaven] in die Verbannung und wird gegeißelt.",
"Allerdings muß ein Sklave oder ein Samaritaner wegen eines Jisraéliten in die Verbannung und wird gegeißelt; in die Verbannung, wenn er ihn getötet hat, gegeißelt, wenn er ihm geflucht hat; wieso aber muß ein Jisraélit wegen eines Samaritaners in die Verbannung und wird gegeißelt? Wohl verbannt, wenn er ihn getötet hat, wieso aber gegeißelt, wenn er ihm geflucht hat, [es heißt ja:]<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Ex.22,27.</i><i>einem Fürsten in deinem Volke sollst du nicht fluchen</i>, nur wenn er nach den Bräuchen deines Volkes handelt!?",
"Vielmehr, erklärte R. Aḥa b. Ja͑qob, wenn er gegen ihn falsches Zeugnis abgelegt hat und als Falschzeuge überführt worden ist. – Ebenso beim Sklaven, wenn er gegen ihn falsches Zeugnis abgelegt hat und als Falschzeuge überführt worden ist; ist denn ein Sklave als Zeuge zulässig!? Vielmehr, erklärte R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, handelt es sich hier um den Fall, wenn er ihm einen Schlag versetzt hat,"
],
[
"der keine Peruṭa wert<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Wer seinen Nächsten schlägt, muß eine Geldbuße zahlen; würde sie keine Peruta (kleinste Scheidemünze) betragen, so ist er zu geißeln.</i>ist. R. Ami sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Wer einem einen Schlag versetzt hat, der keine Peruṭa wert ist, ist zu geißeln. Und man vergleiche nicht das Schlagen mit dem Fluchen<sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Dies gilt auch bei einem Samaritaner, obgleich dieser nach der obigen Auslegung passiv vom Verbote des Fluchens ausgeschlossen ist.</i>.",
"A<small>BER NICHT WEGEN EINES</small> B<small>EISASSPROSELYTEN</small> &amp;<small>C</small>. Demnach gilt der Beisaßproselyt als Nichtjude; wie ist nun der Schlußsatz zu erklären: ein Beisaßproselyt muß wegen eines Beisaßproselyten in die Verbannung!? R. Kahana erwiderte: Das ist kein Widerspruch; eines, wenn ein Beisaßproselyt einen Beisaßproselyten getötet hat, und eines, wenn ein Beisaßproselyt einen Jisraéliten getötet<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">In diesem Falle muß er nicht in die Verbannung, da er einer strengeren Strafe verfällt.</i>hat.",
"Manche weisen auf einen Widerspruch zwischen zwei Schriftversen hin; es heißt: <i>den Jisraéliten, sowie dem Fremden und dem Beisassen sollen diese sechs Städte dienen</i>; dagegen heißt es: <i>und es sollen euch diese Städte als Zuflucht dienen</i>, euch, nicht aber Fremden!? R. Kahana erwiderte: Das ist kein Widerspruch; eines, wenn ein Beisaßproselyt einen Jisraéliten getötet hat, und eines, wenn ein Beisaßproselyt einen Beisaßproselyten getötet hat. –",
"Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Daher<sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">Da bei ihnen keine vorherige Warnung erforderlich ist.</i>sind ein Proselyt und ein Nichtjude, die jemand getötet<sup class=\"footnote-marker\">47</sup><i class=\"footnote\">Selbst wenn unvorsätzlich.</i>haben, hinzurichten. Er lehrt vom Proselyten ebenso wie vom Nichtjuden, wie nun ein Nichtjude hinzurichten ist, einerlei ob er einen seinesgleichen oder einen nicht seinesgleichen getötet hat, ebenso ist auch ein Proselyt hinzurichten, einerlei, ob er einen seinesgleichen oder einen nicht seinesgleichen getötet hat!?",
"R. Ḥisda erwiderte: Das ist kein Widerspruch; dies, wenn er jemand im Niederlassen getötet hat, jenes, wenn er jemand im Hochheben getötet hat; im Niederlassen, in welchem Falle ein Jisraélit in die Verbannung muß, ist auch für ihn die Verbannung ausreichend, im Hochheben, in welchem Falle ein Jisraélit frei ist, ist er hinzurichten.",
"Raba sprach zu ihm: Dies ist ja ein Absurdum: im Niederlassen, in welchem Falle ein Jisraélit in die Verbannung muß, ist auch für ihn die Verbannung ausreichend, und im Hochheben, in welchem Falle ein Jisraélit frei ist, sollte er hinzurichten sein!?",
"Vielmehr, erklärte Raba, wenn er glaubte, dies sei erlaubt<sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Dann wird er hingerichtet.</i>. Abajje sprach zu ihm: Wenn er glaubte, dies sei erlaubt, ist dies ja ein Zwangsfall!? Dieser erwiderte: Ich bin der Ansicht, die Annahme, es sei erlaubt, sei der Vorsätzlichkeit nahe.",
"Sie richteten sich hierbei nach den von ihnen vertretenen Ansichten, denn es wurde gelehrt: Wenn er geglaubt hat, es sei ein Vieh, und es sich herausstellt, daß es ein Mensch ist, es sei ein Nichtjude, und es sich herausstellt, daß es ein Beisaßproselyt ist, so ist er, wie Raba sagt, schuldig, denn die Annahme, es sei erlaubt, ist der Vorsätzlichkeit nahe, und wie R. Ḥisda sagt, frei, denn die Annahme, es sei erlaubt, ist ein Zwangsfall.",
"Raba wandte gegen R. Ḥisda ein:<sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">Gen. 20,3.</i><i>Du mußt sterben wegen der Frau, die du weggenommen hast;</i> doch wohl durch Menschenhände<sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">Dh. durch das Gericht, obgleich Abimelekh geglaubt hatte, Sara sei eine Schwester Abrahams und ihm somit erlaubt.</i>!? –",
"Nein, durch den Himmel. Dies ist auch zu beweisen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">51</sup><i class=\"footnote\">Gen. 20,6.</i><i>daß du dich gegen mich versündigtest</i>. – Es heißt ja auch:<sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Ib. 39,9.</i><i>und mich wider Gott versündigen</i>;",
"nach deiner Auffassung wäre zu erklären: gegen Gott und nicht gegen Menschen<sup class=\"footnote-marker\">53</sup><i class=\"footnote\">In diesem Falle handelte es sich um Ehebruch, und auf dieses Delikt ist die Todesstrafe durch das Gericht gesetzt.</i>!? Du mußt also sagen, die Bestrafung sei trotzdem den Menschen übertragen worden, ebenso ist auch hierbei die Bestrafung den Menschen übertragen worden.",
"Abajje wandte gegen Raba ein :<sup class=\"footnote-marker\">54</sup><i class=\"footnote\">Gen. 20,4.</i><i>Wirst du denn Unschuldige umbringen</i><sup class=\"footnote-marker\">55</sup><i class=\"footnote\">Demnach war Abimelekh nicht strafbar.</i>!? – Dagegen erwiderte<sup class=\"footnote-marker\">56</sup><i class=\"footnote\">Dh. er hielt sich wohl für unschuldig, das war er aber nicht.</i> man ihm auch: <i>So gib nun dem Manne seine Frau zurück</i>, denn er <i>ist</i> <i>ein Prophet</i>."
],
[
"Sollte denn nur einem Propheten seine Frau zurückgegeben werden, nicht aber einem, der kein Prophet ist?",
"Dies erkläre man vielmehr nach R. Šemuél b. Naḥmani im Namen R. Jonathans, er habe zu ihm wie folgt gesprochen: <i>So gib nun dem Manne seine Frau zurück</i>, auf jeden Fall; und auch deine Einwendung: <i>wirst du denn Unschuldige umbringen; er selber hat doch zu mir gesagt: sie ist meine Schwester</i>, [ist nichts,] denn er ist ein Prophet und lernte dies<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Dir die Unwahrheit zu sagen.</i>aus deinem Verhalten. Wenn ein Fremder in eine Stadt kommt, so frägt man ihn, ob er zu essen und zu trinken wünsche, nicht aber, ob [das Weib] seine Frau oder seine Schwester sei.",
"Hieraus, daß eine Noaḥide hingerichtet werde, wenn er etwas lernen sollte, und nicht gelernt hat<sup class=\"footnote-marker\">58</sup><i class=\"footnote\">Abimelekh sollte lernen, wie man sich gegen Fremde zu benehmen habe.</i>.",
"<sup>iii,2</sup> <b>E</b><small>IN</small> B<small>LINDER MUSS NICHT IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG</small> – so R. J<small>EHUDA;</small> R. M<small>EÍR SAGT, ER MÜSSE IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG</small>. E<small>IN</small> F<small>EIND MUSS NICHT IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG</small>. R. J<small>OSE B</small>. J<small>EHUDA SAGT, EIN</small> F<small>EIND WERDE HINGERICHTET, WEIL ER ALS GEWARNT GILT</small>. R. Š<small>IMO͑N SAGTE</small>: M<small>ANCHER</small> F<small>EIND MUSS IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG UND MANCHER MUSS NICHT IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG; DIE</small> R<small>EGEL HIERBEI IST: WENN ANZUNEHMEN IST, ER HABE IHN ABSICHTLICH GETÖTET, SO KOMMT ER NICHT IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG; ER HABE IHN UNABSICHTLICH GETÖTET, SO MUSS ER IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG</small>.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten :<sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Dt. 35,23.</i><i>Ohne es zu sehen</i><sup class=\"footnote-marker\">60</sup><i class=\"footnote\">Also einer, der sonst wohl sieht.</i>, ausgenommen ein Blinder – so R. Jehuda. R. Meír sagte: <i>Ohne es zu sehen</i>, dies schließt einen Blinden ein. –",
"Was ist der Grund R. Jehudas? – Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">61</sup><i class=\"footnote\">Dt. 19,5.</i><i>wenn einer mit seinem Nächsten in den Wald geht</i>, auch ein Blinder, darauf kommen [die Worte] <i>ohne es zu sehen</i> und schließen ihn aus. –",
"Und R. Meír!? – <i>Ohne es zu sehen</i>, dies ist ausschließend, <i>ohne es zu merken</i>, wiederum ausschließend, und eine Ausschließung nach einer Ausschließung ist einschließend. – Und",
"R. Jehuda!? – [Die Worte] <i>ohne es zu merken</i> schließen den Fall aus, wenn es absichtlich geschah.",
"E<small>IN</small> F<small>EIND MUSS NICHT IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG</small> &amp;<small>C</small>. Man hat ihn ja nicht gewarnt!? – Unsere Mišna vertritt die Ansicht des R. Jose b. Jehuda, denn es wird gelehrt: R. Jose b. Jehuda sagt, bei einem Gelehrten sei keine Warnung erforderlich, denn die Warnung ist nur deshalb nötig, um festzustellen, ob die Handlung bewußt oder unbewußt erfolgt ist.",
"R. Š<small>IMO͑N SAGTE</small>: M<small>ANCHER</small> F<small>EIND MUSS IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG</small> &amp;<small>C</small>. Es wird gelehrt: In welchen Fällen muß nach R. Šimo͑n der Feind in die Verbannung, und in welchen Fällen muß er nicht in die Verbannung? Riß [der Strick<sup class=\"footnote-marker\">62</sup><i class=\"footnote\">Und der an diesem hängende Gegenstand auf einen fällt und ihn tötet.</i>], so muß er in die Verbannung, glitt er [aus seiner Hand], so muß er nicht in die Verbannung<sup class=\"footnote-marker\">63</sup><i class=\"footnote\">Da anzunehmen ist, er habe ihn vorsätzlich losgelassen.</i>. –",
"Es wird ja aber gelehrt: R. Šimo͑n sagt, er<sup class=\"footnote-marker\">64</sup><i class=\"footnote\">Der unvorsätzliche Totschläger.</i>werde nur dann verbannt, wenn ihm die Mauerkelle<sup class=\"footnote-marker\">65</sup><i class=\"footnote\">Falls es sich um einen solchen Fall handelt. Statt <span dir=\"rtl\">מחצלו</span> hat A͑ruk rieht. <span dir=\"rtl\">מחלצו</span>.</i> aus der Hand entgleitet, somit besteht ja ein Widerspruch sowohl hinsichtlich des Reißens als auch hinsichtlich des Entgleitens!? –",
"Hinsichtlich des Entgleitens<sup class=\"footnote-marker\">66</sup><i class=\"footnote\">So nach der von Raschi korrigierten Lesart; die Lesart des Textes ist korrupt.</i>besteht kein Widerspruch, denn eines gilt von einem Freunde und eines gilt von einem Feinde<sup class=\"footnote-marker\">67</sup><i class=\"footnote\">Ein Freund muß in die Verbannung, ein Feind nicht.</i>;",
"hinsichtlich des Reißens<sup class=\"footnote-marker\">66</sup><i class=\"footnote\">So nach der von Raschi korrigierten Lesart; die Lesart des Textes ist korrupt.</i> besteht ebenfalls kein Widerspruch, denn eines vertritt die Ansicht Rabbis<sup class=\"footnote-marker\">68</sup><i class=\"footnote\">Nach Rabbi (ob. Fol. 7b) ist nur auf den Fall die Verbannung gesetzt, wenn die Axt vom zu spaltenden Holze zurückprallt; wenn sie aber vom Stiele abgleitet, so wird der Totschläger nach Rabbi nicht verbannt und nach den Rabbanan wohl; das Reißen des Strickes gleicht dem Abgleiten der Axt vom Stiele.</i>und eines vertritt die Ansicht der Rabbanan.",
"<b>W</b><small>OHIN KOMMEN SIE IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG</small>? – I<small>N DIE</small> Z<small>UFLUCHTSSTÄDTE, DREI JENSEITS DES</small> J<small>ARDEN UND DREI IM</small> L<small>ANDE</small> K<small>ENAA͑N, DENN ES HEISST</small>:<sup class=\"footnote-marker\">69</sup><i class=\"footnote\">Nurm 35,14.</i><i>drei Städte sollt ihr jenseits des Jarden hergehen und drei Städte sollt ihr im Lande Kenaa͑n hergeben &amp;c</i>. <sup class=\"footnote-marker\">iv</sup> S<small>OLANGE DIE DREI IM</small> J<small>ISRAÉLLANDE NOCH NICHT GEWÄHLT WAREN, GEWÄHRTEN AUCH DIE DREI JENSEITS DES</small> J<small>ARDEN KEINE</small> Z<small>UFLUCHT, DENN ES HEISST</small>:<sup class=\"footnote-marker\">70</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 13.</i><i>sechs Zufluchts-städte sollen es sein</i><small>, ALLE SECHS MUSSTEN GLEICHZEITIG EINE</small> Z<small>UFLUCHT GEWÄHREN KÖNNEN</small>.",
"V<small>ON EINER NACH DER ANDEREN</small><sup class=\"footnote-marker\">71</sup><i class=\"footnote\">So nach dem Wortlaute; nach manchen Erklärungen jedoch: nach diesen waren [aus den anderen Städten] Straßen errichtet.</i><small>WAREN</small> S<small>TRASSEN ERRICHTET, DENN ES HEISST</small> :<sup class=\"footnote-marker\">72</sup><i class=\"footnote\">Dt. 19,3.</i><i><small>S</small>etze den Weg in stand und dreiteile es &amp;c</i>.",
"<sup class=\"footnote-marker\">v</sup> M<small>AN GIBT IHM</small><sup class=\"footnote-marker\">73</sup><i class=\"footnote\">Dem Totschläger, zur Begleitung.</i><small>ZWEI</small> S<small>CHRIFTGELEHRTE MIT, DAMIT SIE, WENN</small> [<small>DER</small> B<small>LUTRÄCHER</small>] <small>IHN UNTERWEGS TÖTEN WILL, AUF DIESEN EINREDEN</small>. R. M<small>EÍR SAGT, ER SELBER REDE AUF IHN EIN, DENN ES HEISST</small>:<sup class=\"footnote-marker\">74</sup><i class=\"footnote\">Dt. 19,4.</i><i>dies ist das Wort des Totschlägers</i>.",
"<sup class=\"footnote-marker\">vi,1</sup> R. J<small>OSE B</small>. J<small>EHUDA SAGTE</small>: Z<small>UNÄCHST EILEN SOWOHL DER UNVORSÄTZLICHE ALS AUCH DER VORSÄTZLICHE</small> [T<small>OTSCHLÄGER</small>] <small>IN DIE</small> Z<small>UFLUCHTSSTADT, UND DARAUF LÄSST DAS</small> G<small>ERICHT IHN VON DORT HOLEN; WER ZUR</small> T<small>ODESSTRAFE DURCH DAS</small> G<small>ERICHT VERURTEILT WIRD, WIRD HINGERICHTET, WER NICHT ZUR</small> T<small>ODESSTRAFE VERURTEILT WIRD, WIRD ENTLASSEN, UND WER ZUR</small> V<small>ERBANNUNG VERURTEILT WIRD, WIRD ZURÜCK NACH SEINER</small> S<small>TÄTTE GEBRACHT</small>. D<small>ENN ES HEISST</small> :<sup class=\"footnote-marker\">75</sup><i class=\"footnote\">Num. 35,25.</i><i>und die Gemeinde soll ihn in seine Zufluchtsstadt zurückbringen &amp;c</i>.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Drei Städte schied Moše jenseits des Jarden aus, und diesen entsprechend schied Jehošua͑ solche im Lande Kenaa͑n aus; sie lagen einander gegenüber wie zwei Beete in einem Weinberg: Ḥebron<sup class=\"footnote-marker\">76</sup><i class=\"footnote\">Cf. Dt. 4,43 u. Jos. 20,7,8.</i>in Judäa, gegenüber Beçer in der Wüste, Šekhem auf dem Ephrajim-Berge, gegenüber Ramoth in Gilea͑d, Qedeš auf dem Naphtali-Berge, gegenüber Golan in Bašan. <i>Du sollst dreiteilen;</i> sie mußten gleichmäßig verteilt sein: von der Süd[grenze] bis Ḥebron war [ebenso weit], wie von Ḥebron bis Šekhem, von Ḥebron bis Šekhem, wie von Šekhem bis Qedeš, und von Šekhem bis Qedeš, wie von Qedeš bis zur Nord[grenze]. –",
"Jenseits des Jarden drei und im Jisraéllande ebenfalls drei<sup class=\"footnote-marker\">77</sup><i class=\"footnote\">Das Jisraélland war ja bedeutend größer.</i>!? Abajje erwiderte: In Gilea͑d waren viele Mörder,"
],
[
"denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">78</sup><i class=\"footnote\">Hos. 6,8.</i><i>Gilea͑d ist eine Stadt von Übeltätern, voll von Blutspuren</i>. – Was heißt: <i>voll von Blutspuren</i>? R. Elea͑zar erwiderte: Sie spürten, Menschen zu morden. –",
"Weshalb waren an beiden Seiten<sup class=\"footnote-marker\">79</sup><i class=\"footnote\">Die Städte in der Mitte des Landes hatten Zufluchtsstädte nach beiden Richtungen, die an der Grenze hatten solche nur nach einer Richtung.</i>große Entfernungen und in der Mitte kleine?",
"Abajje erwiderte: In Šekhem waren ebenfalls viele Mörder, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">80</sup><i class=\"footnote\">Hos. 6,9; die Erstausgabe hat <span dir=\"rtl\">זבח מאיש</span> statt <span dir=\"rtl\">איש וכחכי</span>.</i><i>und gleich lauernden Räubern ist die Versammlung der Priester; am Wege morden sie bei Šekhem &amp;c</i>. – Was heißt: <i>Versammlung der Priester</i>? R. Elea͑zar erwiderte: Sie versammelten sich, Menschen zu morden, wie sich die Priester bei der Verteilung der Hebe um die Tennen versammeln. –",
"Gab es denn keine anderen mehr, es heißt ja:<sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Num. 35,6.</i><i>dazu sollt ihr noch zweiundvierzig Städte hinzufügen</i>!? Abajje erwiderte: Jene gewährten Zuflucht, einerlei ob [der Totschläger] dies gewußt hat oder nicht, diese aber gewährten Zuflucht nur dann, wenn er es gewußt hat, nicht aber, wenn er es nicht gewußt hat. –",
"War Ḥebron denn eine Zufluchtsstadt, es heißt ja:<sup class=\"footnote-marker\">82</sup><i class=\"footnote\">Jud. 1,20.</i><i>und sie verliehen Kaleb Ḥebron, wie Moše geboten hatte</i>!? Abbaje erwiderte: Die Vororte, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">83</sup><i class=\"footnote\">Jos. 21,12.</i><i>die zur Stadt gehörenden Felder und Dörfer übergaben sie Kaleb, dem Sohne Jephunnes</i>. –",
"War Qedeš denn eine Zufluchtsstadt, es heißt ja :<sup class=\"footnote-marker\">84</sup><i class=\"footnote\">Ib. 19,35,37.</i><i>und die festen Städte [waren]: Çiddim, Çer, Ḥammath, Raqqath, Kinnereth &amp;c. Qedeš, Edrei͑ und E͑n Ḥaçor</i>, und es wird gelehrt, daß [zu Zufluchtsstädten] weder kleine Städtchen noch Großstädte gewählt werden, sondern nur Mittelstädte!? R. Joseph erwiderte: Es gab zwei [Städte namens] Qedeš. R. Aši erklärte: Wie beispielsweise Seleukia<sup class=\"footnote-marker\">85</sup><i class=\"footnote\">Wahrscheint. S. unweit des Euphrat, gegenüber Ktesiphon; vgl. jed. Ket. Fol. 10b.</i>und Burg Seleukia.",
"Der Text. Zu solchen Städten werden weder kleine Städtchen noch Großstädte gewählt, sondern nur Mittelstädte. Ferner verlegt man sie nur an Stellen, wo Gewässer sind; sind da keine Gewässer, so werden da solche hineingezogen. Ferner nur da, wo Marktplätze vorhanden sind; auch nur da, wo große Volksmengen<sup class=\"footnote-marker\">86</sup><i class=\"footnote\">Um nötigenfalls den Totschläger beschützen zu können.</i>verkehren; werden die Volksmengen vermindert, so füge man welche hinzu; haben die Einwohner sich vermindert, so bringe man da Priester, Leviten und Jisraéliten hin.",
"Man darf da weder Waffen noch Fanggeräte verkaufen – so R. Neḥemja; die Weisen erlauben dies. Sie stimmen jedoch überein, daß man da weder Fangnetze legen, noch Wurfschlingen auswerfen darf, damit der Bluträcher da nicht festen Fuß fasse.",
"R. Jiçḥaq sagte: Welcher Schriftvers deutet hierauf ?<sup class=\"footnote-marker\">87</sup><i class=\"footnote\">Dt. 4,42.</i><i>So flüchte er sich in eine dieser Städte und bleibe leben</i>; man sorge für ihn, daß er leben bleibe.",
"Es wird gelehrt: Wenn ein Schüler in die Verbannung muß, so muß sein Lehrer mit ihm in die Verbannung, denn es heißt: <i>und bleibe leben</i>, man sorge für ihn, daß er leben bleibe. R. Zee͑ra sagte: Hieraus, daß man keinen ungeratenen<sup class=\"footnote-marker\">88</sup><i class=\"footnote\">Cf. infra Fol. 10b.</i>Schüler [das Gesetz] lehre.",
"R. Joḥanan sagte: Wenn ein Lehrer in die Verbannung muß, so muß seine Schule mit ihm in die Verbannung. – Dem ist ja aber nicht so, R. Joḥanan sagte ja: Woher, daß Worte der Tora eine Zuflucht gewähren? Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">89</sup><i class=\"footnote\">Dt. 4,43.</i><i>Beçer in der Wüste &amp;c</i>. [und darauf :]<sup class=\"footnote-marker\">90</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 44.</i><i>dies ist das Gesetz</i><sup class=\"footnote-marker\">91</sup><i class=\"footnote\">Dieser Schriftvers schließt sich dem Namen der Zufluchtsstädte an.</i>!? –",
"Das ist kein Einwand; dies, während er sich damit befaßt, jenes, während er sich nicht damit befaßt.",
"Wenn du aber willst, sage ich: sie gewähren eine Zuflucht nur vor dem Todesengel. So saß einst R. Ḥisda im Lehrhause, und studierte, und der Bote [des Todes] vermochte nicht, sich ihm zu nähern, weil sein Mund vom Studium nicht abließ. Da setzte er sich auf die Zeder des Lehrhauses, und diese platzte, hielt jener an; alsdann bemächtigte er sich seiner.",
"R. Tanḥum b. Ḥanilaj sagte: Weshalb war es Reúben beschieden, bei der Rettung<sup class=\"footnote-marker\">92</sup><i class=\"footnote\">Bei der Aufzählung der Zufluchtsstädte; cf. Dt. 4,43.</i>zuerst genannt zu werden? Weil er mit der Rettung zuerst begonnen hatte, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">93</sup><i class=\"footnote\">Gen. 37,21.</i><i>und als Reúben es hörte, rettete er ihn aus ihren Händen</i>.",
"R. Šimlaj trug vor: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">94</sup><i class=\"footnote\">Dt. 4,41.</i><i>damals sonderte Moše drei Städte aus, jenseits des Jarden gegen Sonnenaufgang</i>. Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Moše: Laß die Sonne für die [unvorsätzlichen] Totschläger scheinen. Manche sagen: Er sprach zu ihm: Du hast die Sonne für die Totschläger scheinen lassen.",
"R. Simaj trug vor: Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">95</sup><i class=\"footnote\">Ecc. 5,9.</i><i>wer Geld lieht, wird des Geldes nicht satt, und wer die Menge lieht, hat den</i><sup class=\"footnote-marker\">96</sup><i class=\"footnote\">So nach der Lesart u. Auslegung des T. Der masor. Text hat <span dir=\"rtl\">לא תבואה</span> hat keinen Ertrag.</i><i>Ertrag. Wer Geld lieht, wird des Geldes nicht satt</i>, das ist unser Meister Moše, der, obgleich er wußte, daß die drei Zufluchtsstädte jenseits des Jarden nicht eher eine Zuflucht gewähren, als bis die drei im Lande Kenaa͑n gewählt sind, dennoch sagte: ich will ein sich mir bietendes Gebot ausüben.",
"<i>Wer die Menge lieht, hat den Ertrag</i>; wem ziemt es, die Menge zu lehren? Dem der ganze Ertrag [der Gesetzeskunde] gehört. Das ist es, was R. Elea͑zar sagte: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">97</sup><i class=\"footnote\">Ps. 106,2.</i><i>wer kann die Machttaten des Herrn ausreden, all seinen Ruhm verkünden;</i> wem ziemt es, die Machttaten des Herrn auszureden? Dem, der all seinen Ruhm verkünden kann.",
"Die Rabbanan, nach anderen Rabba b. Mari, erklärten: <i>Wer die Menge liebt, hat den Ertrag;</i> wer [den Lehrer der] Menge liebt, hat Ertrag. Da richteten die Weisen ihre Augen auf Raba, den Sohn Rabbas. R.",
"",
"Aši erklärte: Wer in der Menge zu lernen liebt, hat Ertrag. Das ist es, was R. Jose b. Ḥanina sagte: Es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">98</sup><i class=\"footnote\">Jer. 50,35.</i><i>ein Schwert über die einzelnen</i><sup class=\"footnote-marker\">99</sup><i class=\"footnote\">So nach der Auslegung des T. (v. <span dir=\"rtl\">בדד</span> <i>einsam, einzeln</i>).</i>, <i>sie werden töricht;</i> ein Schwert über den Hals der Feinde Jisraéls, die sich mit der Tora einzeln befassen; und nicht nur das, vielmehr werden sie auch töricht, denn hier heißt es: <i>sie werden töricht</i>, und dort heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">100</sup><i class=\"footnote\">Num. 12,11.</i><i>daß wir uns betören ließen und gesündigt haben</i>. Wenn du aber willst, entnehme ich dies hieraus: <sup class=\"footnote-marker\">101</sup><i class=\"footnote\">Jes. 19,13.</i><i>betört wurden die Fürsten von Çoa͑n</i>.",
"Rabina erklärte: Wer in der Menge zu lehren liebt, hat Ertrag. Das ist es, was Rabbi sagte: Viel Tora habe ich von meinen Lehrern gelernt, mehr als von diesen lernte ich von meinen Kollegen, und am allermeisten von meinen Schülern.",
"R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">102</sup><i class=\"footnote\">Ps. 122,2.</i><i>unsere Füße stehen an deinen Toren, Jerušalem;</i> wer veranlaßte, daß unsere Füße im Kampfe<sup class=\"footnote-marker\">103</sup><i class=\"footnote\">Unter ‘Tor’ wird hier der Kampfplatz verstanden; cf. Ps. 127,5.</i>stehen? Die Tore Jerušalems, [an welchen] sie sich mit der Tora befaßten.",
"Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">104</sup><i class=\"footnote\">Ps. 122,1.</i><i>Wallfahrtslied von David. Ich freute mich, als man zu mir sprach: Laßt uns ins Haus Gottes gehen</i>. David sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, ich hörte, wie die Leute sagten: wann wird endlich dieser Alte sterben und sein Sohn Šelomo [an seine Stelle] kommen, damit er den Tempel baue und wir zur Wallfahrt ziehen können; da freute ich mich. Hierauf sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu ihm:<sup class=\"footnote-marker\">105</sup><i class=\"footnote\">Ps. 84,11.</i><i>Ein Tag in deinen Vorhöfen ist mir lieber als tausend;</i> lieber ist mir ein Tag, den du dasitzest und dich mit der Tora befassest, als die tausend Brandopfer<sup class=\"footnote-marker\">106</sup><i class=\"footnote\">Cf. iReg. 3,4.</i>, die dein Sohn Šelomo mir dereinst auf dem Altar darbringen wird.",
"V<small>ON EINER NACH DER ANDEREN WAREN</small> S<small>TRASSEN ERRICHTET</small> &amp;<small>C</small>. Es wird gelehrt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte:"
],
[
"Auf den Scheidewegen waren [Wegweiser mit der] Aufschrift ‘Zufluchtsstadt’, damit der Totschläger wisse, wohin er sich zu wenden habe. R. Kahana sagte: Welcher Schriftvers deutet hierauf?<sup class=\"footnote-marker\">107</sup><i class=\"footnote\">Dt. 19,3.</i><i>Du sollst dir den Weg bereiten</i>, mache eine Zubereitung für den Weg.",
"R. Ḥama b. Ḥanina begann seinen Vortrag über diesen Abschnitt<sup class=\"footnote-marker\">108</sup><i class=\"footnote\">Vom Totschläger.</i> mit folgendem :<sup class=\"footnote-marker\">109</sup><i class=\"footnote\">Ps. 25,8.</i><i>Gütig und redlich ist der Herr, darum weist er den Sündern den Weg;</i> wenn er ihn den Sündern weist, um wieviel mehr den Frommen.",
"R. Šimo͑n b. Laqiš begann diesen Abschnitt mit folgendem:<sup class=\"footnote-marker\">110</sup><i class=\"footnote\">Ex. 21,13.</i><i>Wenn er es aber nicht vorsätzlich getan, sondern Gott durch ihn so gefügt hat &amp;c</i>. [Ferner:]<sup class=\"footnote-marker\">111</sup><i class=\"footnote\">iSara. 24,14.</i> <i>Wie der alte Spruch sagt: Von Frevlern kommt Frevel &amp;c</i>.",
"Die Schrift spricht von zwei Personen, die Menschen getötet haben, einer unvorsätzlich und einer vorsätzlich, und bei beiden keine Zeugen zugegen waren. Der Heilige, gepriesen sei er, läßt sie in einer Herberge zusammentreffen; der vorsätzlich getötet hat, sitzt unter der Leiter, und der unvorsätzlich getötet hat, steigt von der Leiter, fällt auf jenen und erschlägt ihn. Der den Mord vorsätzlich begangen hat, wird nun getötet, und der den Mord unvorsätzlich begangen hat, muß in die Verbannung.",
"Rabba b. R. Hona sagte im Namen R. Honas, und wie manche sagen, sagte es R. Hona im Namen R. Elea͑zars: Aus der Tora, den Propheten und den Hagiographen [ist zu entnehmen], daß man den Menschen auf den Weg leitet, auf dem er zu wandeln wünscht.",
"Aus der Tora, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">112</sup><i class=\"footnote\">Num. 22,12.</i><i>du sollst nicht mit ihnen gehen</i>, und darauf heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">113</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 20.</i><i>mache dich auf und gehe mit ihnen</i>. Aus den Propheten, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">114</sup><i class=\"footnote\">Jes. 48,17.</i><i>ich, der Herr, dein Gott, bin es, der dich unterweist, ersprießlich zu handeln, der dich auf den Weg leitet, auf dem du gehen willst</i>. Aus den Hagiographen, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">115</sup><i class=\"footnote\">Pr. 3,34.</i><i>hat er es mit Spöttern zu tun, so spottet er, aber den Demütigen gibt er Gnade</i>.",
"R. Hona sagte: Wenn der Totschläger sich in eine Zufluchtsstadt flüchtet, und der Bluträcher ihn [unterwegs] trifft und erschlägt, so ist er frei. Er ist also der Ansicht, [die Worte:]<sup class=\"footnote-marker\">116</sup><i class=\"footnote\">Dt. 19,6.</i><i>und ihm gebührt keine Todesstrafe</i>, beziehen sich auf den Bluträcher.",
"Man wandte ein: <i>Und ihm gebührt keine Todesstrafe</i>, die Schrift spricht vom Totschläger. Du sagst, vom Totschläger, vielleicht ist dem nicht so, sondern vom Bluträcher!? Wenn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">117</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 4.</i><i>und er ihm nicht von gestern und vorgestern feindlich war</i>, so sage man, die Schrift spreche vom Totschläger!? –",
"Er ist der Ansicht des Autors der folgenden Lehre: <i>Und ihm gebührt keine Todesstrafe</i>, die Schrift spricht vom Bluträcher. Du sagst, die Schrift spreche vom Bluträcher, vielleicht ist dem nicht so, sondern vom Totschläger!? Wenn es heißt: <i>Denn er war ihm von gestern und vorgestern nicht feindlich</i>, so ist ja schon vom Totschläger die Rede, daher beziehe man [die Worte:] <i>und ihm gebührt keine Todesstrafe</i>, auf den Bluträcher. –",
"Wir haben gelernt: Man gibt ihm zwei Schriftgelehrte mit, damit sie, wenn [der Bluträcher] ihn unterwegs töten will, auf diesen einreden. Wahrscheinlich warnen sie ihn, daß er, wenn er ihn tötet, dem Tode verfalle!? –",
"Nein, wie in der folgenden Lehre: <i>Sie sollen zu ihm reden</i>, für ihn geeignete Worte; sie sprechen nämlich zu ihm: Behandle ihn doch nicht wie einen gewöhnlichen Mörder; er hat es unvorsätzlich getan. R. Meír sagt, er selber rede auf ihn ein, denn es heißt: <i>dies ist das Wort des Totschlägers</i>. Sie entgegneten ihm: Er<sup class=\"footnote-marker\">118</sup><i class=\"footnote\">Der angezogene Schriftvers, dh. aus diesem werden verschiedene andere Auslegungen entnommen. Diese Übersetzung ist allerdings gezwungen, aber immerhin besser als die logisch u. grammatisch ganz unzulässige Erklärung Raschis: es, das Ereignis, könnte durch viele andere Boten geschehen.</i>leistet viele Dienste.",
"Der Meister sagte: Er hat es unvorsätzlich getan. Selbstverständlich, wenn vorsätzlich, wird er ja hingerichtet!? –",
"Allerdings, hier aber ist der Autor der folgenden Lehre<sup class=\"footnote-marker\">119</sup><i class=\"footnote\">Nach dessen Ansicht auch der vorsätzliche Mörder in die Verbannung muß.</i>vertreten: R. Jose b. Jehuda sagte: Zunächst eilen sowohl der unvorsätzliche als auch der vorsätzliche [Totschläger] in die Zufluchtsstadt, und darauf läßt das Gericht ihn von dort holen;",
"wer zur Todesstrafe verurteilt wird, wird hingerichtet, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">120</sup><i class=\"footnote\">Dt. 19,12.</i><i>so sollen die Ältesten seiner Stadt ihn von dort holen lassen und an den Bluträcher ausliefern, daß er sterbe;</i> wer nicht verurteilt wird, wird entlassen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">121</sup><i class=\"footnote\">Num. 35,25.</i><i>so soll die Gemeinde den Totschläger aus der Hand des Bluträchers retten;</i> und wer zur Verbannung verurteilt wird, wird zurück nach seiner Stätte gebracht, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">121</sup><i class=\"footnote\">Num. 35,25.</i><i>und die Gemeinde soll ihn in seine Zufluchtsstadt, wohin er geflohen, zurückbringen lassen</i>.",
"Rabbi sagte: Die Verbannung erfolgt eigenwillig<sup class=\"footnote-marker\">122</sup><i class=\"footnote\">Nach dem Gesetze wird nur der unvorsätzliche Totschläger verbannt.</i>, denn [die Totschläger] glauben, sowohl der unvorsätzliche als auch der vorsätzliche [Totschläger] finde da Zuflucht, ohne zu wissen, daß nur der unvorsätzliche da Zuflucht findet, nicht aber der vorsätzliche.",
"R. Elea͑zar sagte: Eine Stadt, die größtenteils aus Totschlägern besteht, gewährt keine Zuflucht, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">123</sup><i class=\"footnote\">Jos. 20,4.</i><i>er soll seine Angelegenheit den Ältesten seiner Stadt vortragen</i>, nicht aber, wenn seine Angelegenheit ihren Angelegenheiten gleicht.",
"Ferner sagte R. Elea͑zar: Eine Stadt, in der keine Ältesten sind, gewährt keine Zuflucht, denn da müssen Älteste sein, die in dieser nicht sind. Ferner wurde gelehrt: Über eine Stadt, in der keine Ältesten sind, [streiten] R. Ami und R. Asi; einer sagt, sie gewähre Zuflucht, und einer sagt, sie gewähre keine Zuflucht. Einer sagt, sie gewähre keine Zuflucht, weil da Älteste sein müssen, und keine da sind; einer, sie gewähre Zuflucht, denn dies<sup class=\"footnote-marker\">124</sup><i class=\"footnote\">Daß da Älteste sein sollen.</i>ist nur ein [unverbindliches] Gebot.",
"Über eine Stadt, in der keine Ältesten sind, [streiten] R. Ami und R. Asi; einer sagt, in dieser habe das Gesetz vom mißratenen und widerspenstigen Sohne<sup class=\"footnote-marker\">125</sup><i class=\"footnote\">Cf. Syn Fol. 68b.</i> Geltung, und einer sagt, in dieser habe das Gesetz vom mißratenen und widerspenstigen Sohne keine Geltung. Einer sagt, in dieser habe das Gesetz vom mißratenen und widerspenstigen Sohne keine Geltung, weil bei diesem die Ältesten<sup class=\"footnote-marker\">126</sup><i class=\"footnote\">Cf. Dt. 21,19.</i>seiner Stadt erforderlich sind, und da keine sind; einer sagt, in dieser habe das Gesetz vom mißratenen und widerspenstigen Sohne wohl Geltung, denn dies ist nur ein [unverbindliches] Gebot.",
"Über eine Stadt, in der keine Ältesten sind, [streiten] R. Ami und R. Asi; einer sagt, sie bringe das genickbrochene<sup class=\"footnote-marker\">127</sup><i class=\"footnote\">Cf. ib. 21,lff.</i>Kalb, und einer sagt, sie bringe nicht das genickbrochene Kalb. Einer sagt, sie bringe nicht das genickbrochene Kalb, weil bei diesem die Ältesten<sup class=\"footnote-marker\">128</sup><i class=\"footnote\">Cf. Dt. 21,3.</i>der Stadt erforderlich und da keine sind; einer sagt, sie bringe es wohl, denn dies ist nur ein [unverbindliches] Gebot.",
"R. Ḥama b. Ḥanina sagte: Weshalb ist der Abschnitt vom Totschläger"
],
[
"in einer strengen Sprache gehalten? Es heißt nämlich:<sup class=\"footnote-marker\">129</sup><i class=\"footnote\">Jos. 20,1,2.</i><i>und der Herr</i> <i> redete</i><sup class=\"footnote-marker\">130</sup><i class=\"footnote\">Der T. unterscheidet zwischen <span dir=\"rtl\">דבר</span> <i>reden</i>, mit Strenge, und <span dir=\"rtl\">אמר</span> <i>sprechen</i>, mit Milde; sonst wird im Buch Josua stets der Ausdruck <span dir=\"rtl\">אמה</span> gebraucht.</i><i>mit Jehošua͑ also: Rede zu den Kindern Jisraéls also: Bestimmt die Zufluchtsstädte, von denen ich euch gesagt habe &amp;c</i>. Weil dieser eine Vorschrift der Tora behandelt. –",
"Demnach bezeichnet [der Ausdruck] ‘reden’ überall die strenge Sprache, wie es auch heißt :<sup class=\"footnote-marker\">131</sup><i class=\"footnote\">Gen. 42,30.</i><i>der Herr des Landes redete mit uns eine strenge Sprache</i>, und dem widersprechend wird gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">132</sup><i class=\"footnote\">Mal. 3,16.</i> <i>Unterredeten</i>, unter ‘unterredeten’ ist die milde [Sprache] zu verstehen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">133</sup><i class=\"footnote\">Ps. 47,4.</i><i>er drückte</i><sup class=\"footnote-marker\">134</sup><i class=\"footnote\">Die Wurzel <span dir=\"rtl\">דבד</span> hat im Hiph. die Bedeutung <i>unterwerfen</i>, eigentl. <i>führen</i>, sc. unter eine Botmäßigkeit; in Übertragung auf das Sprechen wird hier unter <span dir=\"rtl\">נדבר</span> das Niederdrücken der Stimme, dh. die sanfte Sprache, verstanden (cf. Raschi Sab. Fol. 63a).</i><i>Völker unter uns</i>!? – ‘Reden’<sup class=\"footnote-marker\">155</sup><i class=\"footnote\">Ein einzelner Zeuge darf einen Sünder nicht anzeigen, da dies doch zwecklos ist; Z. zeigte einst Ṭ. an, u. R. Papa ließ ihn dieserhalb prügeln (cf. Pes. Fol. 113b); seitdem wurde dieser Ausruf zum geflügelten Worte.</i>ist was anderes und ‘unterreden’<sup class=\"footnote-marker\">135</sup><i class=\"footnote\">Unter <span dir=\"rtl\">דבד</span> wird nur in der verstärkten Pielform die harte Sprache verstanden, in den anderen Formen jed. die milde Sprache.</i>ist was anderes.",
"",
"Hierüber<sup class=\"footnote-marker\">136</sup><i class=\"footnote\">Über den Gebrauch der harten Sprache in diesem Abschnitt.</i>streiten R. Jehuda und die Rabbanan; einer erklärt, weil sie es verabsäumt hatten, und einer erklärt, weil es eine Vorschrift der Tora ist.",
"<sup class=\"footnote-marker\">137</sup><i class=\"footnote\">Jos. 24,26.</i><i>Und Jehošua͑ schrieb diesen Vorgang in das Gesetzbuch Gottes</i>. R. Jehuda und R. Neḥemja [streiten hierüber]; einer sagt, die acht<sup class=\"footnote-marker\">138</sup><i class=\"footnote\">Die letzten acht Schriftverse des Pentateuches, in denen vom Tode Mošes berichtet wird, sind nach einer Ansicht (cf. Bb. Fol. 15a) von Jehošua͑ niedergeschrieben worden.</i>Schriftverse, und einer sagt, die von den Zufluchtsstädten. –",
"Einleuchtend sind die Worte <i>in das Gesetzbuch Gottes</i> nach demjenigen, welcher sagt, die acht Schriftverse; wieso aber heißt es <i>in das Gesetzbuch Gottes</i> nach demjenigen, welcher sagt, die von den Zufluchtsstädten!? – Er meint es wie folgt: und Jehošua͑ schrieb in sein Buch diesen Vorgang, von dem im Gesetzbuche Gottes geschrieben steht.",
"Über eine Torarolle<sup class=\"footnote-marker\">139</sup><i class=\"footnote\">Zur liturgischen Rezitation in der Synagoge.</i>, die mit Flachsgarn zusammengenäht ist, [streiten] R. Jehuda und R. Meír; einer sagt, sie sei tauglich, und einer sagt, sie sei untauglich.",
"Einer sagt, sie sei untauglich, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">140</sup><i class=\"footnote\">Ex. 13,9.</i><i>damit die Lehre des Herrn stets in deinem Munde sei</i>, und die Tora ist mit den Tephillin<sup class=\"footnote-marker\">141</sup><i class=\"footnote\">Von denen dieser Schriftvers spricht.</i>zu vergleichen: wie es hinsichtlich der Tephillin eine von Moše am Sinaj überlieferte Vorschrift ist, sie mit Adern zusammenzunähen, ebenso ist auch diese mit Adern zusammenzunähen. Und einer ist der Ansicht, sie sei nur insofern mit diesen zu vergleichen, als sie ebenfalls [auf eine Sache geschrieben werden muß], die in den Mund kommen<sup class=\"footnote-marker\">142</sup><i class=\"footnote\">Die man essen darf, dh. auf Haut reiner (rituell genießbarer) Tiere; dies wird aus der wörtlichen Auffassung des oben angezogenen Schriftverses gefolgert.</i>darf, nicht aber hinsichtlich der [übrigen] Vorschriften.",
"Rabh sagte: Ich sah die Tephillin meines Oheims, und sie waren mit Flachsgarn zusammengenäht. Die Halakha ist aber nicht wie er.",
"<sup class=\"footnote-marker\">vi,2</sup><b>S</b><small>OWOHL DER MIT</small> S<small>ALBÖL GESALBTE</small> [H<small>OCHPRIESTER</small>], <small>ALS AUCH DER DURCH DIE</small> A<small>MTSKLEIDUNG</small><sup class=\"footnote-marker\">143</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. der mehr [Amts]kleider hatte; der gewöhnliche Priester trug 4, der Hochpriester dagegen 8 Amtskleidungsstücke. Die ersten Hochpriester wurden durch Salbungen in das Amt eingesetzt (cf. Ex. 30,30), als es später kein Salböl mehr gab, erfolgte dies durch die Amtskleidung.</i><small>GEWEIHTE, ALS AUCH DER PROVISORISCHE</small><sup class=\"footnote-marker\">144</sup><i class=\"footnote\">Der den Hochpriester vorübergehend vertrat, od. der sein Amt nicht mehr bekleidet.</i> [H<small>OCHPRIESTER</small>], <small>WIE</small> R. J<small>EHUDA SAGT, AUCH DER</small> F<small>ELDPRIESTER, VERANLASSEN DIE</small> R<small>ÜCKKEHR DES</small> T<small>OTSCHLÄGERS</small><sup class=\"footnote-marker\">145</sup><i class=\"footnote\">Der nach dem Tod des Hochpriesters die Asylstadt verlassen durfte.</i>.",
"D<small>AHER PFLEGEN DIE</small> M<small>ÜTTER DER</small> [H<small>OCH</small>]<small>PRIESTER</small> [<small>DIE</small> T<small>OTSCHLÄGER</small>] <small>MIT</small> N<small>AHRUNG UND</small> K<small>LEIDUNG ZU VERSORGEN, DAMIT SIE NICHT BETEN, DASS IHRE</small> S<small>ÖHNE STERBEN MÖGEN</small>.",
"GEMARA. Woher dies? R. Kahana erwiderte: Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">147</sup><i class=\"footnote\">Num. 35,25.</i><i>und er soll daselbst bleiben bis zum Tode des Hochpriesters &amp;c</i>. Ferner: <sup class=\"footnote-marker\">148</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 28.</i><i>denn jener hat bis zum Tode des Hochpriesters in seiner Zufluchtsstadt zu bleiben</i>. Ferner :<sup class=\"footnote-marker\">148</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 28.</i><i>und nach dem Tode des Hochpriesters</i><sup class=\"footnote-marker\">149</sup><i class=\"footnote\">Hier wird 3mal vom Hochpriester gesprochen, dies deutet auf die 3 in der Mišna genannten Hochpriester.</i>. –",
"Und R. Jehuda<sup class=\"footnote-marker\">150</sup><i class=\"footnote\">Nach dem 4 Priester dies erwirken.</i>!? – Es gibt noch einen Schriftvers :<sup class=\"footnote-marker\">151</sup><i class=\"footnote\">Num. 35,32.</i><i>daß er heimkehre und im Lande wohne noch vor dem Tode des Priesters</i>. – Und jene!? – Da es hier nicht Hoch[priester] heißt, so ist einer von jenen [dreien] gemeint.",
"D<small>AHER PFLEGEN DIE</small> M<small>ÜTTER DER</small> [H<small>OCH</small>]<small>PRIESTER</small> &amp;<small>C</small>. Also nur weil sie nicht beten, würden sie aber beten, so würden jene sterben; es heißt ja aber:<sup class=\"footnote-marker\">152</sup><i class=\"footnote\">Pr. 26,2.</i><i>wie ein Vogel fortflattert, wie eine Schwalbe wegfliegt, so ist unverdienter Fluch, er trifft nicht ein</i>!? Ein Greis erwiderte: In einem Vortrag Rabas hörte ich es: sie sollten für ihr Zeitalter um Erbarmen flehen, und haben es<sup class=\"footnote-marker\">153</sup><i class=\"footnote\">Somit ist es kein unverdienter Fluch.</i>unterlassen.",
"Manche lesen: Damit sie für ihre Söhne beten, daß sie nicht sterben mögen. Also nur weil sie beten, sonst aber würden sie sterben; was können sie denn dafür!? – Hier<sup class=\"footnote-marker\">154</sup><i class=\"footnote\">In Babylonien, bezw. Palästina.</i>sagte man dazu: Ṭobija sündigte<sup class=\"footnote-marker\">155</sup><i class=\"footnote\">Ein einzelner Zeuge darf einen Sünder nicht anzeigen, da dies doch zwecklos ist; Z. zeigte einst Ṭ. an, u. R. Papa ließ ihn dieserhalb prügeln (cf. Pes. Fol. 113b); seitdem wurde dieser Ausruf zum geflügelten Worte.</i>und Zigud wird geprügelt;",
"dort<sup class=\"footnote-marker\">154</sup><i class=\"footnote\">In Babylonien, bezw. Palästina.</i>sagt man dazu: Šekhem heiratet und der Bauer muß sich beschneiden<sup class=\"footnote-marker\">156</sup><i class=\"footnote\">Als Šekhem die Dina heiraten wollte, mußten sich alle Einwohner des Ortes beschneiden lassen; cf. Gen. Kap. 34 u. hierzu Midraš-rabba Abschn. 80.</i>!?",
"Ein Greis erwiderte: Ich hörte es in einem Vortrag Rabas: sie sollten für ihr Zeitalter um Erbarmen flehen und haben dies unterlassen. So ereignete es sich einst, daß jemand drei Parasangen weit von R. Jehošua͑ b. Levi von einem Löwen gefressen wurde, und Elijahu sprach drei Tage nicht mit ihm.",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Der Fluch eines Gelehrten trifft sogar unverdient ein. – Woher dies? – Von Aḥitophel. Als David die Abflußkanäle<sup class=\"footnote-marker\">157</sup><i class=\"footnote\">Unter dem Altar.</i>grub, quoll das Meer hervor und wollte die Welt überschwemmen; da fragte er, ob man den [Gottes]namen auf einen Fetzen schreiben und ihn ins Meer werfen dürfe, damit es zurück in seine Stätte sinke? Niemand aber sagte ihm etwas darüber. Da sprach er: Wer dies weiß und nicht sagt, mag (am Halse) ersticken.",
"Da folgerte Aḥitophel selbständig [einen Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere : wenn die Tora gesagt hat, daß sein in Heiligkeit geschriebener Name verwischt<sup class=\"footnote-marker\">158</sup><i class=\"footnote\">Cf. Num. 5,23.</i> werde, um zwischen Mann und Frau Frieden zu stiften, um wieviel mehr wegen [des Friedens] der ganzen Welt. Alsdann sprach er zu ihm: Es ist erlaubt. Hierauf schrieb er den [Gottes]namen auf einen Fetzen und warf ihn ins Meer; da senkte es sich zurück in seine Stätte.",
"Dennoch heißt es :<sup class=\"footnote-marker\">159</sup><i class=\"footnote\">iiSam. 17,23.</i><i>als aber Aḥitophel sah, daß sein Rat nicht zur Ausführung kam, sattelte er den Esel und machte sich auf den Weg nach Hause in seine Vaterstadt; da bestellte er sein Haus und erdrosselte sich &amp;c</i>.",
"R. Abahu sagte: Der Fluch eines Gelehrten trifft ein, selbst wenn er bedingungsweise [ausgestoßen wurde]. – Woher dies? – Von E͑li; er sprach nämlich zu Šemuél :<sup class=\"footnote-marker\">160</sup><i class=\"footnote\">iSam. 3,17.</i><i>Gott tue dir dies und das, wenn du mir was verhehlst</i>, und obgleich es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">161</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 18.</i><i>da teilte ihm Šemuél die ganze Sache mit und verschwieg ihm nichts</i>, so heißt es dennoch :<sup class=\"footnote-marker\">162</sup><i class=\"footnote\">Ib. 8,3.</i><i>aber seine Söhne wandelten nicht in seinen Wegen &amp;c</i>."
],
[
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Auch der bedingungsweise<sup class=\"footnote-marker\">163</sup><i class=\"footnote\">Viele Texte haben hier den Zusatz: auch wenn man ihn selber ausgesprochen hat.</i>[verhängte] Bann bedarf der Auflösung. – Woher dies? – Von Jehuda, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">164</sup><i class=\"footnote\">Gen. 43,9.</i><i>wenn ich ihn dir nicht bringe &amp;c</i>. R. Šemuél b. Naḥmani sagte nämlich im Namen R. Jonathans: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">165</sup><i class=\"footnote\">Dt. 33,6.</i><i>es lebe Reúben und sterbe nicht &amp;c. und dies für Jehuda;</i>",
"die ganzen vierzig Jahre, während welcher die Jisraéliten in der Wüste verweilten, wackelten die Gebeine Jehudas im Sarge<sup class=\"footnote-marker\">166</sup><i class=\"footnote\">Die Skelette der übrigen Stammesväter, die die Jisraéliten aus Ägypten mitgenommen hatten, blieben vollständig erhalten, während das des Jehuda in einzelne Knochen zerfiel. Der angezogene Schriftvers wird wie folgt ausgelegt: Reúben lebt (sein Skelett ist ganz), dies auch für Jehuda.</i>herum, bis Moše kam und für ihn um Erbarmen flehte. Er sprach nämlich vor ihm: Herr der Welt, Jehuda ist es ja, der Reúben veranlaßt hat, [seine Sünde]<sup class=\"footnote-marker\">167</sup><i class=\"footnote\">Cf. Gen. 35,22.</i>zu bekennen. Daher :<sup class=\"footnote-marker\">168</sup><i class=\"footnote\">Dt. 33,7.</i><i>dies für Jehuda</i>. Er sprach: <i>Erhöre, Herr, das Rufen Jehudas</i>.",
"Da setzten sich seine Gebeine zusammen, doch ließ man ihn nicht in das himmlische Kollegium hinein. [Da sprach er:] <i>Zu seinem Volke bringe ihn</i>. Er verstand aber nicht, mit den Gelehrten über eine Lehre zu verhandeln, [da sprach Moše:] <i>Seine Hände seien kräftig</i>. Aber noch immer vermochte er nicht, eine Frage zu beantworten, [da sprach Moše:] <i>Und sei ihm Hilfe gegenüber seinen Bedrängern</i>.",
"Sie fragten: Kehrt er heim, wenn sie alle<sup class=\"footnote-marker\">169</sup><i class=\"footnote\">Die in der Mišna genannten Priester.</i>gestorben sind, oder wenn einer von diesen gestorben ist? –",
"Komm und höre: War bei seiner Verurteilung kein Hochpriester vorhanden, so verlasse er [die Zufluchtsstadt] niemals; wenn dem<sup class=\"footnote-marker\">170</sup><i class=\"footnote\">Daß er beim Tode eines von diesen heimkehre.</i>nun so wäre, so sollte er beim Tode der anderen heimkehren. – Wenn auch jene nicht da waren.",
"<b>S</b><small>TIRBT DER</small> H<small>OCHPRIESTER NACH SEINER</small> V<small>ERURTEILUNG, SO MUSS ER NICHT IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG; WENN ABER DER</small> H<small>OCHPRIESTER VOR SEINER</small> V<small>ERURTEILUNG STIRBT UND EIN ANDERER AN SEINER</small> S<small>TELLE EINGESETZT UND ER DARAUF VERURTEILT WIRD, SO KEHRE ER BEIM</small> T<small>ODE DES ZWEITEN HEIM</small>. <sup>vi,3</sup> W<small>ENN BEI SEINER</small> V<small>ERURTEILUNG KEIN</small> H<small>OCHPRIESTER DA WAR, ODER WENN EIN</small> H<small>OCHPRIESTER JEMAND GETÖTET HAT, SO KANN ER</small> [<small>SEINE</small> Z<small>UFLUCHTSSTADT</small>] <small>NIEMALS VERLASSEN</small>.",
"<sup class=\"footnote-marker\">vii,1</sup> E<small>R DARF SIE NICHT VERLASSEN, UM</small> Z<small>EUGNIS ABZULEGEN IN EINER GOTTGEFÄLLIGEN</small> H<small>ANDLUNG, AUCH NICHT, UM</small> Z<small>EUGNIS ABZULEGEN IN</small> G<small>ELDSACHEN, AUCH NICHT, UM</small> Z<small>EUGNIS ABZULEGEN IN</small> T<small>ODESSTRAFSACHEN; UND SOGAR WENN GANZ</small> J<small>ISRAÉL SEINER BEDARF, UND SELBST WENN ER EIN</small> F<small>ELDHERR IST WIE</small> J<small>OÁB, DER</small> S<small>OHN DER ÇERUJA, DARF ER SIE NIEMALS VERLASSEN, DENN ES HEISST</small><sup class=\"footnote-marker\">171</sup><i class=\"footnote\">Num. 35,25.</i><i>dort</i>, <small>DORT WOHNE ER, DORT STERBE ER UND DORT WERDE ER BEGRABEN</small>.",
"W<small>IE DIE</small> S<small>TADT SELBER</small> Z<small>UFLUCHT GEWÄHRT, EBENSO GEWÄHRT AUCH IHR GANZES</small> G<small>RENZGEBIET</small> Z<small>UFLUCHT</small>. W<small>ENN DER</small> T<small>OTSCHLÄGER DAS</small> G<small>RENZGEBIET VERLÄSST UND DER</small> B<small>LUTRÄCHER IHN TRIFFT, SO IST ES, WIE</small> R. J<small>OSE DER</small> G<small>ALILÄER SAGT, DIESEM GEBOTEN, IHN ZU TÖTEN, JEDEM ANDEREN STEHT DIES FREI</small>. R. A͑<small>QIBA SAGT, DIES STEHE DEM</small> B<small>LUTRÄCHER FREI, UND JEDER ANDERE SEI DIESERHALB NICHT STRAFBAR</small>.",
"GEMARA. Aus welchem Grunde? Abajje erklärte: Es ist [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn sogar derjenige, der bereits in der Verbannung ist, dann<sup class=\"footnote-marker\">172</sup><i class=\"footnote\">Beim Tode des Hochpriesters.</i>heimkehrt, um wieviel weniger braucht derjenige, der noch nicht in der Verbannung ist, in die Verbannung zu gehen. – Vielleicht aber hat derjenige, der in der Verbannung ist, Versöhnung erlangt, nicht aber derjenige, der nicht in die Verbannung gekommen ist!? – Erlangt er denn Versöhnung durch die Verbannung, er erlangt sie ja durch den Ted des Hochpriesters.",
"W<small>ENN ABER VOR SEINER</small> V<small>ERURTEILUNG</small> &amp;<small>C</small>. Woher dies? R. Kahana erwiderte. Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">173</sup><i class=\"footnote\">Num. 35,25.</i><i>er soll da bleiben bis zum Tode des Hochpriesters, den er mit dem heiligen Öl gesalbt hat</i>; salbte ihn denn dieser? Vielmehr, der während dieses Ereignisses gesalbt worden ist. –",
"Was sollte er denn tun<sup class=\"footnote-marker\">174</sup><i class=\"footnote\">Oben heißt es, der Hochpriester sollte für sein Zeitalter beten; bei dem neu eingesetzten ist diese Begründung nicht stichhaltig.</i>!? – Er sollte um Erbarmen flehen, daß das Urteil zu seinen Gunsten ausfallen möge, hat dies aber unterlassen.",
"Abäjje sagte: Es ist uns überliefert, daß, wenn er nach seiner Verurteilung stirbt, seine Gebeine [in die Zufluchtsstadt] hingebracht werden, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">175</sup><i class=\"footnote\">Num. 35,32.</i><i>wiederzukommen und im Lande zu wohnen, bevor der Hochpriester gestorben ist</i>; welche Wohnung befindet sich im Lande<sup class=\"footnote-marker\">176</sup><i class=\"footnote\">In der wörtl. Bedeutung: in der Erde.</i>? Sage: das Grab. Es wird gelehrt: Stirbt er früher als der Hochpriester, so bringe man seine Gebeine in die Grabstätte seiner Vorfahren, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">177</sup><i class=\"footnote\">Num. 35,28.</i><i>soll der Totschläger in das Land seines Besitzes zurückkehren;</i> welcher Besitz befindet sich im Lande? Sage: das Grab.",
"[Über den Fall,] wenn nach seiner Verurteilung der Hochpriester als Sohn einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça befunden wird, [streiten] R. Ami und R. Jiçḥaq der Schmied; einer sagt, die Priesterschaft gelte als gestorben, und einer sagt, die Priesterschaft sei [rückwirkend] aufgehoben.",
"Es ist anzunehmen, daß sie denselben Streit führen wie R. Elie͑zer und R. Jehošua͑, denn wir haben gelernt: Wenn ein Priester am Altar steht und den Tempeldienst verrichtet, und es bekannt wird, daß er der Sohn einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça ist, so sind alle Opfer, die er dargebracht hat, wie R. Elie͑zer sagt, untauglich, und wie R. Jehošua͑ sagt, tauglich.",
"Derjenige, welcher sagt, [die Priesterschaft] gelte als gestorben, ist der Ansicht R. Jehošua͑s, und derjenige, welcher sagt, sie sei [rückwirkend] aufgehoben, ist der Ansicht R. Elie͑zers. –"
],
[
"Nach R. Elie͑zer streiten sie überhaupt nicht<sup class=\"footnote-marker\">178</sup><i class=\"footnote\">Seine Ansicht kommt bei ihrem Streite nicht in Betracht; wenn die von ihm dargebrachten Opfer ungültig sind, so gilt er rückwirkend nicht als Priester.</i>, sie streiten nur nach R. Jehošua͑; derjenige, welcher sagt, sie gelte als gestorben, ist entschieden der Ansicht R. Jehošua͑s, und derjenige, welcher sagt, sie sei [rückwirkend] aufgehoben, [kann einwenden:] R. Jehošua͑ ist dieser Ansicht nur dort, weil es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">179</sup><i class=\"footnote\">Dt. 33,11.</i><i>segne, Herr, seinen Wohlstand und laß dir gefallen das Tun seiner Hände</i>, selbst das der Entweihten<sup class=\"footnote-marker\">180</sup><i class=\"footnote\">Das Wort <span dir=\"rtl\">חילו</span> wird von <span dir=\"rtl\">חלל</span> <i>entweihen</i> abgeleitet; unter ‘Tun seiner Hände’ sind die von ihm dargebrachten Opfer zu verstehen.</i>, hierbei aber pflichtet auch R. Jehošua͑<sup class=\"footnote-marker\">181</sup><i class=\"footnote\">Daß in jeder anderen Hinsicht die Priesterschaft in diesem Falle als aufgehoben gilt.</i>bei.",
"W<small>ENN BEI SEINER</small> V<small>ERURTEILUNG</small> &amp;<small>C</small>. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Joáb irrte sich doppelt in jener Stunde, von der es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">182</sup><i class=\"footnote\">iReg. 2,28.</i><i>da floh Joáb zum Zelte des Herrn und erfaßte die Hörner des Altars;</i>",
"erstens irrte er sich, indem er die Hörner erfaßte, während nur das Dach eine Zuflucht gewährt, zweitens irrte er sich, indem er den Altar zu Šilo<sup class=\"footnote-marker\">183</sup><i class=\"footnote\">Ungenau, soll heißen: Privataltar.</i>erfaßte, während nur der Altar des ewigen Hauses<sup class=\"footnote-marker\">184</sup><i class=\"footnote\">Des Tempels zu Jerušalem.</i>eine Zuflucht gewährt. Abajje sagte: Er irrte sich auch darin: er gewährt Zuflucht nur einem diensttuenden Priester, er aber war Gemeiner.",
"Reš Laqiš sagte: Dereinst wird sich der Schutzengel Roms<sup class=\"footnote-marker\">185</sup><i class=\"footnote\">Er wird sich bei der Ankunft des Messias nach Boçra flüchten und dann getötet werden. Edom wird mit Rom identifiziert.</i>dreifach irren. Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">186</sup><i class=\"footnote\">Jes. 63,1.</i><i>wer ist der, der von Edom herkommt, in hochroten Kleidern</i><sup class=\"footnote-marker\">187</sup><i class=\"footnote\">Vom Blute des Schutzengels Roms.</i><i>von Boçra</i>. Er wird sich irren, indem er sich nach Boçra flüchten wird, während die Zufluchtsstadt Beçer<sup class=\"footnote-marker\">188</sup><i class=\"footnote\">Cf. supra Fol. 9b.</i>ist, er wird sich irren, indem eine solche nur unvorsätzlichen [Totschlägern] Zuflucht gewährt, während er vorsätzlicher ist, er wird sich irren, indem eine solche nur Menschen Zuflucht gewährt, während er ein Engel ist.",
"R. Abahu sagte: Die Zufluchtsstädte sind nicht als Begräbnisplätze freigegeben worden, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">189</sup><i class=\"footnote\">Num. 35,3.</i><i>die dazu gehörenden Triften sollen sie für ihre Lasttiere, ihren Viehstand und für all ihre lebenden Tiere haben;</i> sie sind nur für das Leben bestimmt, nicht aber zum Begräbnisse. Man wandte ein: <i>Dort</i>, dort wohne er, dort sterbe er und dort werde er begraben!? – Anders ist es beim Totschläger, bei dem der Allbarmherzige dies ausdrücklich gesagt hat<sup class=\"footnote-marker\">190</sup><i class=\"footnote\">Das Verbot bezieht sich nur auf die Leviten, denen diese Plätze gehören.</i>.",
"W<small>IE DIE</small> S<small>TADT SELBER</small> Z<small>UFLUCHT GEWÄHRT</small> &amp;<small>C</small>. Ich will auf einen Widerspruch hin weisen :<sup class=\"footnote-marker\">191</sup><i class=\"footnote\">Num. 35,25.</i>Er <i>soll da bleiben</i>, da, und nicht im Grenzgebiete!? Abajje erwiderte: Dies ist kein Widerspruch; eines gilt von der Gewährung einer Zuflucht und eines gilt vom Wohnen. –",
"Wohnen ist ja schon aus dem Grunde [verboten], weil man weder ein Feld in einen Vorplatz noch einen Vorplatz in ein Feld noch einen Vorplatz in Stadtgebiet noch Stadtgebiet in einen Vorplatz umwandeln darf!? R. Šešeth erwiderte: Dies ist wegen der Höhlen nötig<sup class=\"footnote-marker\">192</sup><i class=\"footnote\">Er darf auch da nicht wohnen.</i>.",
"W<small>ENN DER</small> T<small>OTSCHLÄGER DAS</small> G<small>RENZGEBIET VERLÄSST</small> &amp;<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten :<sup class=\"footnote-marker\">193</sup><i class=\"footnote\">Num. 35,27.</i><i>Und der Bluträcher ermorde(t)</i><sup class=\"footnote-marker\">194</sup><i class=\"footnote\">Das W. <span dir=\"rtl\">ורצח</span> kann sowohl als Imperativ als auch als Perfektum mit Vav-consecutivum aufgefaßt werden.</i><i>den Totschläger;</i> es ist Gebot, daß der Bluträcher dies tue; ist kein Bluträcher vorhanden, so steht dies jedem anderen frei – so R. Jose der Galiläer, R. A͑qiba sagt, dies stehe dem Bluträcher frei; jeder andere sei dieserhalb nicht strafbar. –",
"Was ist der Grund R. Jose des Galiläers? – Heißt es denn: wenn ermordet hat? – Und R. A͑qiba!? – Heißt es denn: er soll ermorden?",
"Mar Zuṭra b. Ṭobija sagte im Namen Rabhs: Wenn der Totschläger das Stadtgebiet verläßt und der Bluträcher ihn trifft und erschlägt, so wird er dieserhalb hingerichtet<sup class=\"footnote-marker\">195</sup><i class=\"footnote\">Die Blutrache ist nur in der ersten Erregung erlaubt; cf. Dt. 19,6.</i>. – Also weder nach R. Jose dem Galiläer noch nach R. A͑qiba!? –",
"Er ist der Ansicht des Autors der folgenden Lehre: R. Elie͑zer sagte :<sup class=\"footnote-marker\">196</sup><i class=\"footnote\">Num. 35,12.</i><i>Bis er zum Behufe seiner Aburteilung vor der Gemeinde gestanden hat;</i> was besagt dies? Da es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">197</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 27.</i><i>und der Bluträcher ermorde(t) den Totschläger</i>, so könnte man glauben, sofort, so heißt es: <i>bis er zum Behufe seiner Aburteilung vor der Gemeinde gestanden hat</i>. –",
"Wofür verwenden R. Jose und R. A͑qiba den [Schriftvers:] <i>bis er zum Behufe seiner Aburteilung vor der Gemeinde gestanden hat</i>!? – Diesen verwenden sie für folgende Lehre: R. A͑qiba sagte: Woher, daß wenn das Synedrium jemand einen Menschen erschlagen gesehen hat, es ihn nicht eher töten dürfe, als bis er vor einem anderen<sup class=\"footnote-marker\">198</sup><i class=\"footnote\">Der Zeuge darf nicht Richter sein.</i> Gerichte gestanden hat? Es heißt: <i>bis er zum Behufe seiner Aburteilung vor der Gemeinde gestanden hat</i>, bis er vor einem anderen Gerichte gestanden hat.",
"Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">199</sup><i class=\"footnote\">Num. 35,26.</i><i>Wenn aber der Mörder verläßt;</i> ich weiß dies nur von dem Falle, wenn vorsätzlich, woher dies, wenn versehentlich? Es heißt: <i>verlassen</i><sup class=\"footnote-marker\">200</sup><i class=\"footnote\">Der Infinitiv <span dir=\"rtl\">יצא</span> ist überflüssig.</i>, <i>verläßt</i>, in jedem Falle. –",
"Es wird ja aber gelehrt, wenn vorsätzlich, werde er getötet, wenn versehentlich, werde er verbannt<sup class=\"footnote-marker\">201</sup><i class=\"footnote\">Man bringe ihn zurück in die Zufluchtsstadt; man darf ihn also nicht töten.</i>!? – Das ist kein Einwand; einer nach demjenigen, welcher sagt, die Tora gebrauche die übliche Redewendung<sup class=\"footnote-marker\">202</sup><i class=\"footnote\">Der überflüssige Gebrauch des Infinitivs in Verbindung mit dem Verb hat keine exegetische Bedeutung, vielmehr ist dies Sprachgebrauch.</i>der Menschen, und einer nach demjenigen, welcher sagt, die Tora gebrauche nicht die übliche Redewendung der Menschen.",
"Abajje sagte: Es ist einleuchtend, daß die Tora hierbei die übliche Redewendung der Menschen gebrauche, denn sein Ende darf nicht strenger sein als sein Anfang: wie er anfangs<sup class=\"footnote-marker\">203</sup><i class=\"footnote\">Bei der Begehung des Totschlages.</i> bei Vorsatz hingerichtet wird, und bei Versehen in die Verbannung muß, ebenso wird er auch bei seinem Ende<sup class=\"footnote-marker\">204</sup><i class=\"footnote\">Beim Verlassen der Zufluchtsstadt.</i>bei Vorsatz hingerichtet und muß hei Versehen in die Verbannung.",
"Eines lehrt, wenn ein Vater [seinen Sohn] tötet, sei der [andere] Sohn Bluträcher, und ein anderes lehrt, er sei nicht Bluträcher; es wäre also anzunehmen, eines nach R. Jose dem Galiläer<sup class=\"footnote-marker\">205</sup><i class=\"footnote\">Daß die Blutrache Gebot sei, somit ist dies auch Pflicht eines Sohnes gegen seinen Vater.</i>und eines nach R. A͑qiba. –",
"Glaubst du: ist dies denn erlaubt, ob nach demjenigen, welcher sagt, dies sei Gebot, oder nach demjenigen, welcher sagt, dies sei freigestellt!? Rabba b. R. Hona sagte ja, und ebenso wurde auch in der Schule R. Jišma͑éls gelehrt: In keinem Falle darf ein Sohn Gerichtsdiener werden, seinen Vater zu geißeln oder über ihn den [Bann]fluch auszusprechen, außer wenn er [zum Götzendienste] verleitet hat, denn die Tora sagt :<sup class=\"footnote-marker\">206</sup><i class=\"footnote\">Dt. 13,9.</i><i>du sollst seiner nicht schonen noch seine Schuld verheimlichen</i>.",
"Dennoch besteht hier kein Widerspruch; eines gilt von seinem Sohne und eines gilt vom Sohne seines Sohnes<sup class=\"footnote-marker\">207</sup><i class=\"footnote\">In der einen Lehre ist unter ‘der [andere] Sohn’ der Sohn des getöteten Sohnes, der Enkel des Totschlägers, zu verstehen; dieser gilt seinem Großvater gegenüber als Bluträcher.</i>.",
"<b>W</b><small>ENN EIN</small> B<small>AUM INNERHALB DES</small> G<small>RENZGEBIETES STEHT UND DIE</small> K<small>RONE SICH NACH AUSSERHALB NEIGT, ODER WENN ER AUSSERHALB DES</small> G<small>RENZGEBIETES STEHT UND DIE</small> K<small>RONE SICH NACH INNERHALB NEIGT, SO RICHTE MAN SICH STETS NACH DER</small> K<small>RONE</small>. <sup>vii,2</sup>",
"GEMARA. Ich will auf einen Widerspruch hin weisen: Wenn ein Baum innerhalb<sup class=\"footnote-marker\">208</sup><i class=\"footnote\">Der Stadtmauer Jerušalems. Diese Lehre spricht vom 2. Zehnten, der im Weichbilde Jerušalems verzehrt werden muß.</i>steht und sich nach außen neigt, oder außerhalb steht und sich nach innerhalb neigt, so gilt [der Teil] von der Mauer einwärts als innerhalb, und von der Mauer auswärts als außerhalb!? –",
"Du weisest auf einen Widerspruch hin zwischen [einer Lehre vom] Zehnten und [einer Lehre von den] Zufluchtsstädten!? Beim Zehnten hat es der Allbarmherzige von der Mauer<sup class=\"footnote-marker\">209</sup><i class=\"footnote\">Dh. vom Weichbilde der Stadt.</i>abhängig gemacht, bei den Zufluchtsstädten aber hat es der Allbarmherzige vom Wohnen abhängig gemacht, und zum Wohnen eignet sich die Krone und nicht der Stamm. –",
"Ich will aber auf einen Widerspruch beim Zehnten hinweisen. Es wird gelehrt: Hinsichtlich der Stadt Jerušalem<sup class=\"footnote-marker\">210</sup><i class=\"footnote\">Hinsichtlich des 2. Zehnten.</i>richte man sich nach der Krone, und auch hinsichtlich der Zufluchtsstädte richte man sich nach der Krone!? R. Kahana erwiderte: Das ist kein Widerspruch; eines nach R. Jehuda und eines nach den Rabbanan. Es wird nämlich gelehrt:"
],
[
"R. Jehuda sagt, bei einer Höhle richte man sich nach dem Eingang<sup class=\"footnote-marker\">211</sup><i class=\"footnote\">Die ganze Höhle gehört zu dem Gebiete, auf dem der Eingang sich befindet.</i>und bei einem Baume richte man sich nach der Krone. –",
"R. Jehuda ist zwar dieser Ansicht beim Zehnten, bei dem dies erschwerend ist; wenn der Stamm außerhalb und die Krone innerhalb sich befindet: wie auf dem Gebiete, auf dem die Krone sich befindet, die Auslösung nicht zulässig<sup class=\"footnote-marker\">212</sup><i class=\"footnote\">Früchte vom 2. Zehnten können nur außerhalb Jerušalems ausgelöst (cf. Dt. 14,25) werden, nicht aber, wenn sie sich bereits in J. befinden.</i>ist, ebenso ist die Auslösung nicht zulässig auf dem Gebiete, auf dem der Stamm sich befindet; wenn der Stamm innerhalb und die Krone außerhalb sich befindet: wie auf dem Gebiete, auf dem die Krone sich befindet, das Essen<sup class=\"footnote-marker\">213</sup><i class=\"footnote\">Der Früchte vom 2. Zehnten.</i>unausgelöst nicht zulässig ist, ebenso ist das Essen unausgelöst nicht zulässig auf dem Gebiete, auf dem der Stamm sich befindet;",
"wieso ist dies<sup class=\"footnote-marker\">214</sup><i class=\"footnote\">Daß die Ansicht RJ.s erschwerend ist.</i>aber bei den Zufluchtsstädten der Fall? Allerdings in dem Falle, wenn der Stamm außerhalb und die Krone innerhalb sich befindet: wie man ihn nicht töten darf auf dem Gebiete, auf dem die Krone sich befindet, ebenso darf man ihn nicht töten auf dem Gebiete, auf welchem der Stamm sich befindet; wenn aber der Stamm innerhalb und die Krone außerhalb sich befindet, sollte man ihn, wie man ihn töten darf auf dem Gebiete, auf dem die Krone sich befindet, auch töten dürfen auf dem Gebiete, auf dem der Stamm sich befindet; er befindet sich ja innerhalb<sup class=\"footnote-marker\">215</sup><i class=\"footnote\">In der einen oben angeführten Lehre, die die Ansicht RJ.s vertreten soll, wird die Regel sowohl hinsichtlich der Zufluchtsstädte als auch hinsichtlich des 2. Zehnten gelehrt.</i>!?",
"Raba erwiderte: Hinsichtlich des Stammes stimmen alle überein, daß man ihn auf dem Gebiete, auf dem dieser sich befindet, nicht töten dürfe; wenn er sich unter der Krone befindet und man ihn mit Pfeilen oder Geröll töten kann, so stimmen alle überein, daß man ihn töte,",
"sie streiten nur, ob der Stamm als Treppe für die Krone dienen könne; einer ist der Ansicht, der Stamm diene als Treppe<sup class=\"footnote-marker\">216</sup><i class=\"footnote\">Nach RJ. richtet man sich nach der Krone, u. wenn der Bluträcher ihn nicht erreichen kann, so darf er, obgleich der Stamm sich im Weichbilde der Zufluchtsstadt befindet, auf diesen klettern, um die Krone zu erreichen.</i>für die Krone, und einer ist der Ansicht, der Stamm diene nicht als Treppe für die Krone.",
"R. Aši erklärte: Nach der Krone, dies heißt: auch nach der Krone<sup class=\"footnote-marker\">217</sup><i class=\"footnote\">Wenn ein Teil der Krone sich auf Stadtgebiet befindet, so gehört diesbezüglich der ganze Raum unter der Krone zum Stadtgebiete.</i>.",
"<sup class=\"footnote-marker\">vii,3</sup> <b>H</b><small>AT ER IN DIESER</small> S<small>TADT</small><sup class=\"footnote-marker\">218</sup><i class=\"footnote\">In der Zufluchtsstadt, in der er sich als Verbannter befindet.</i><small>GETÖTET, SO GEHE ER IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG AUS EINEM</small> R<small>EVIER</small><sup class=\"footnote-marker\">219</sup><i class=\"footnote\">Da er seine Zufluchtsstadt nicht verlassen darf.</i><small>NACH EINEM ANDEREN</small>. E<small>IN</small> L<small>EVITE</small><sup class=\"footnote-marker\">220</sup><i class=\"footnote\">Der zu den freien Bewohnern der Stadt gehört; cf. Num. 35,6.</i><small>GEHE IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG AUS EINER</small> S<small>TADT NACH EINER ANDEREN</small>.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten :<sup class=\"footnote-marker\">221</sup><i class=\"footnote\">Ex. 21,13.</i><i>So will ich dir eine Stätte bestimmen &amp;c</i>. Will ich dir bestimmen, bei deinen<sup class=\"footnote-marker\">222</sup><i class=\"footnote\">Moše wurde verheißen, daß er selber die ersten 3 Zufluchtsstädte bestimmen werde.</i>Lebzeiten; <i>eine Stätte</i>, aus deiner<sup class=\"footnote-marker\">223</sup><i class=\"footnote\">Von den levitischen Städten.</i>Stätte; <i>wohin er flüchten kann</i>, dies lehrt, daß die Jisraéliten auch in der Wüste die [Institution der] Verbannung hatten. Wohin verbannten sie? In das levitische Lager.",
"Hieraus folgerten sie, daß ein Levite, wenn er [unvorsätzlich] getötet hat, aus einem Bezirke<sup class=\"footnote-marker\">224</sup><i class=\"footnote\">Soll heißen: Stadt.</i>nach einem anderen in die Verbannung muß. Geht er in die Verbannung nach seinem eigenen Bezirke, so gewährt ihm auch dieser Zuflucht. R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, sagte: Welcher Schriftvers deutet hierauf?<sup class=\"footnote-marker\">225</sup><i class=\"footnote\">Num. 35,28.</i><i>In seiner Zufluchtsstadt soll er bleiben</i>, in der Stadt, die ihm von früher her Zuflucht gewährt.",
"<sup class=\"footnote-marker\">viii</sup> <b>D</b><small>ESGLEICHEN AUCH</small><sup class=\"footnote-marker\">226</sup><i class=\"footnote\">Die W.e ‘desgleichen auch’ sind aus Sb. X,8 mit herübergenommen.</i>, <small>WENN EIN</small> T<small>OTSCHLÄGER IN EINE</small> Z<small>UFLUCHTSSTADT IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG GEHT, UND DIE</small> L<small>EUTE DER</small> S<small>TADT IHM</small> E<small>HRUNG ERWEISEN WOLLEN, SO SAGE ER ZU IHNEN</small>: I<small>CH BIN EIN</small> T<small>OTSCHLÄGER</small>. W<small>ENN SIE IHM ABER ERWIDERN</small> : D<small>ENNOCH, SO NEHME ER SIE VON IHNEN AN, DENN ES HEISST</small>:<sup class=\"footnote-marker\">227</sup><i class=\"footnote\">Dt. 19,4.</i><i>dies ist das Wort des Totschlägers</i>."
],
[
"S<small>IE</small><sup class=\"footnote-marker\">228</sup><i class=\"footnote\">Die exilierten Totschläger.</i><small>MUSSTEN</small> <small>DEN</small> L<small>EVITEN</small><sup class=\"footnote-marker\">229</sup><i class=\"footnote\">Den Hausbesitzern.</i>M<small>IETE ZAHLEN</small> – so R. J<small>EHUDA</small> ; R. M<small>EÍR SAGT, SIE BRAUCHTEN IHNEN KEINE</small> M<small>IETE ZU ZAHLEN</small>. N<small>ACHHER</small><sup class=\"footnote-marker\">230</sup><i class=\"footnote\">Wenn er nach dem Tode des Hochpriesters heimkehrt.</i><small>KOMMT ER IN SEIN FRUHERES</small> A<small>MT ZURÜCK</small> – so R. M<small>EÍR;</small> R. J<small>EHUDA SAGT, ER KOMMT NICHT IN SEIN FRÜHERES</small> A<small>MT ZURÜCK</small>.",
"GEMARA. R. Kahana sagte: Der Streit besteht nur über die sechs [Zufluchtsstädte]; einer erklärt:<sup class=\"footnote-marker\">231</sup><i class=\"footnote\">Num. 35,11.</i><i>für euch</i>, als Zuflucht, und der andere erklärt: <i>für euch</i>, zu jedem Behufe, hinsichtlich der übrigen zweiundvierzig [Städte]<sup class=\"footnote-marker\">232</sup><i class=\"footnote\">Der Leviten (cf. Num. 35,6), die ebenfalls Zuflucht gewährten.</i>aber sind alle der Ansicht, daß sie da Miete zahlen mußten.",
"Raba sprach zu ihm: <i>Für euch</i> heißt ja selbstverständlich zu jedem Behufe!? Vielmehr, sagte R. Kahana, der Streit besteht nur über die zweiundvierzig Städte, einer erklärt :<sup class=\"footnote-marker\">233</sup><i class=\"footnote\">Num. 35,6.</i><i>zu diesen sollt ihr hinzufügen</i>, zu diesen als Zuflucht, und der andere erklärt: <i>zu diesen sollt ihr hinzufügen</i>, gleich diesen: wie diese zu jedem Behufe, ebenso auch die übrigen zu jedem Behufe; bezüglich der sechs [Zufluchtsstädte] aber sind alle der Ansicht, daß sie da keine Miete zu zahlen brauchten.",
"N<small>ACHHER KOMMT ER IN SEIN FRÜHERES</small> A<small>MT ZURÜCK</small> &amp;<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">234</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,41; dieser Schriftvers spricht vom heimkehrenden jüdischen Sklaven.</i><i>Und er kehre zu seinem Geschlechte zurück und zum Erbbesitze seiner Vorfahren;</i> er kehre zu seinem Geschlechte zurück, nicht aber in [das Amt], das seine Vorfahren inne hatten – so R. Jehuda; R. Meír sagt, er kehre auch in [das Amt], das seine Vorfahren inne hatten, zurück. <i>Zum Erbbesitze seiner Vorfahren</i>, gleich<sup class=\"footnote-marker\">235</sup><i class=\"footnote\">Fortsetzung der Worte RM.s.</i>seinen Vorfahren.",
"Dasselbe<sup class=\"footnote-marker\">236</sup><i class=\"footnote\">Dieser Streit zwischen RJ. u. RM.</i>gilt auch von der Verbannung, denn es heißt: <i>kehre er zurück</i>, und dies schließt den Totschläger ein<sup class=\"footnote-marker\">237</sup><i class=\"footnote\">Diese Worte sind im angezogenen Schriftverse überflüssig.</i>. –",
"Was heißt: dasselbe gilt auch von der Verbannung? – Wie gelehrt wird:<sup class=\"footnote-marker\">238</sup><i class=\"footnote\">Num. 35,28.</i><i>Soll der Totschläger in das Land seines Erbbesitzes zurückkehren</i>, in das Land seines Erbbesitzes kehre er zurück, nicht aber in [das Amt], das seine Vorfahren inne hatten – so R. Jehuda; R. Meír sagt, er kehre auch in [das Amt] zurück, das seine Vorfahren inne hatten, denn er folgert dies aus dem Ausdruck ‘zurückkehren’, der auch dort<sup class=\"footnote-marker\">239</sup><i class=\"footnote\">Beim heimkehrenden jüdischen Sklaven, Lev. 25,41.</i>gebraucht wird.",
"",
"<sup class=\"footnote-marker\">i</sup> <b>F</b>OLGENDE<sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Hier werden nicht alle Vergehen dieser Art aufgezählt, sondern nur solche, bei denen etwas Besonderes zu lehren ist.</i> <small>SIND ZU GEISSELN</small>: W<small>ER SEINE</small> S<small>CHWESTER, DIE</small> S<small>CHWESTER SEINES</small> V<small>ATERS, DIE</small> S<small>CHWESTER SEINER</small> M<small>UTTER, DIE</small> S<small>CHWESTER SEINER</small> F<small>RAU, DIE</small> F<small>RAU SEINES</small> B<small>RUDERS, DIE</small> F<small>RAU DES</small> B<small>RUDERS SEINES</small> V<small>ATERS, ODER EINE</small> M<small>ENSTRUIERENDE BESCHLAFEN HAT, EIN</small> H<small>OCHPRIESTER, DER EINE</small> W<small>ITWE</small><sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 21,13.</i>, <small>EIN GEMEINER</small> P<small>RIESTER, DER EINE</small> G<small>ESCHIEDENE</small><sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Cf. Ib. V. 7.</i> <small>ODER EINE</small> Ḥ<small>ALUÇA, EIN</small> J<small>ISRAÉLIT, DER EIN</small> H<small>URENKIND ODER EINE</small> N<small>ETHINA, EINE</small> J<small>ISRAÉLITIN, DIE EINEN</small> N<small>ATHIN ODER EIN</small> H<small>URENKIND GEHEIRATET</small><sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Cf. Num. 7,3.</i> <small>HAT</small>.",
"W<small>ENN EINE</small> [F<small>RAU</small>] W<small>ITWE UND</small> G<small>ESCHIEDENE</small><sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Verwitwet von einem, geschieden vom anderen Manne.</i> <small>IST, SO IST MAN IHRETWEGEN WEGEN ZWEIER</small> V<small>ERBOTE STRAFBAR; WENN EINE</small> G<small>ESCHIEDENE UND</small> Ḥ<small>ALUÇA IST, SO IST MAN IHRETWEGEN NUR WEGEN EINES</small> V<small>ERBOTS</small><sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Das Verbot der Ḥaluça für einen Priester ist nur rabbanitisch u. befindet sich nicht in der Schrift.</i> <small>STRAFBAR</small>.",
"<sup>ii</sup> F<small>ERNER: EIN</small> U<small>NREINER, DER</small> H<small>EILIGES GEGESSEN HAT, WER UNREIN IN DAS</small> H<small>EILIGTUM EINGETRETEN IST, WER</small> T<small>ALG</small>, B<small>LUT</small>, Ü<small>BRIGGEBLIEBENES</small>, V<small>ERWERFLICHES ODER</small> U<small>NREINES GEGESSEN HAT, \n</small>",
"WER AUSSERHALB [<small>DES</small> H<small>EILIGTUMS</small> O<small>PFER</small>] <small>GESCHLACHTET ODER DARGEBRACHT HAT, WER</small> G<small>ESÄUERTES AM</small> P<small>ESAḤFESTE GEGESSEN HAT, WER AM</small> V<small>ERSÖHNUNGSTAGE GEGESSEN ODER EINE</small> A<small>RBEIT VERRICHTET HAT, WER DAS</small> S<small>ALBÖL ODER DIE</small> S<small>PEZEREIEN</small><sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Wie sie im Tempel gebraucht wurden; cf. Ex. 30,32,37.</i> <small>NACHGEMACHT HAT, WER SICH MIT DEM</small> S<small>ALBÖL GESCHMIERT HAT, WER</small> A<small>AS</small>, T<small>OTVERLETZTES</small>, E<small>KEL- ODER</small> K<small>RIECHTIERE GEGESSEN HAT, \n</small>",
"WER U<small>NVERZEHNTETES, ERSTEN</small> Z<small>EHNTEN, VON DEM DIE</small> H<small>EBE NICHT ENTRICHTET WORDEN IST, ODER ZWEITEN</small> Z<small>EHNTEN UND</small> H<small>EILIGES, DIE NICHT AUSGELÖST WORDEN SIND, GEGESSEN HAT</small>.",
"W<small>IEVIEL MUSS MAN VOM</small> U<small>NVERZEHNTETEN GEGESSEN HABEN, UM STRAFBAR ZU SEIN</small>? R. Š<small>IMO͑N SAGT</small>: <small>ETWAS; DIE</small> W<small>EISEN SAGEN: EIN OLIVENGROSSES</small> [Q<small>UANTUM</small>], R. <small>ŠIMO͑N SPRACH ZU IHNEN</small>: W<small>OLLT IHR MIR ETWA NICHT BEIPFLICHTEN, DASS, WER EINE NOCH SO KLEINE</small> A<small>MEISE GEGESSEN HAT, STRAFBAR</small><sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Wegen des Essens von Kriechtieren, obgleich es die genannte Größe nicht hat.</i> <small>SEI</small>? S<small>IE ERWIDERTEN IHM</small>: W<small>EIL DIESE SO ERSCHAFFEN</small><sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Sie ist ein vollständiges Geschöpf, wobei die Größe gleichgültig ist.</i> <small>IST</small>. E<small>R ENTGEGNETE IHNEN</small>: A<small>UCH EIN</small> W<small>EIZENKORN IST SO ERSCHAFFEN</small>.",
"GEMARA. Er lehrt hier nur von den der Ausrottung Schuldigen, nicht aber von den der Todesstrafe durch das Gericht<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Wenn man dem Angeklagten bei der Warnung nicht gesagt hat, daß auf seine Handlung die Todesstrafe gesetzt sei, so ist er zu geißeln u. wird nicht hingerichtet.</i>Schuldigen, somit vertritt unsere Mišna die Ansicht R. A͑qibas, denn es wird gelehrt: Sowohl die der Ausrottung Schuldigen, als auch die der Todesstrafe durch das Gericht Schuldigen sind im Gesetze"
],
[
"von den vierzig Streichen einbegriffen<sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Hat man ihn auf Todesstrafe und Geißelung gewarnt, so verfällt er beiden Strafarten.</i> – so R. Jišma͑él;",
"R. A͑qiba sagt, die der Ausrottung Schuldigen sind im Gesetze von den vierzig Streichen einbegriffen, denn wenn sie Buße tun, verzeiht ihnen das himmlische<sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Somit verfällt er, wenn man ihn auf Ausrottung u. Geißelung gewarnt hat, der letzteren Strafart.</i>Gericht, die der Todesstrafe durch das Gericht Schuldigen sind im Gesetze von den vierzig Streichen nicht einbegriffen, denn auch wenn sie Buße tun, verzeiht ihnen das irdische<sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">So nach den kursierenden Ausgaben, die Erstausgabe hat: das himmlische Gericht.</i>Gericht nicht<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Wer eine Handlung begeht, auf die 2 Strafarten gesetzt sind, verfällt nur der schwereren Strafe, somit ist, da er der Todesstrafe verfällt, die Warnung auf Geißelung nichtig.</i>.",
"R. Jiçḥaq sagte: Die der Ausrottung Schuldigen<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Wegen Inzestverbrechens (cf. Lev. Kap. 18); so nach Raschi, jedoch nicht mit dem Wortlaute des Textes übereinstimmend. Nach den Tosaphoth: die Vergehen, auf die die Ausrottung gesetzt ist, sind ja einbegriffen, sc. unter den übrigen Verboten, die mit der Geißelung bestraft werden.</i>werden ja gemeinsam genannt, weshalb wird nun die Ausrottung wegen [der Blutschande an] einer Schwester besonders hervorgehoben<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 20,17.</i>? Daß dies nur mit Ausrottung und nicht mit Geißelung bestraft wird<sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Nicht einmal Vergehen, auf die die Ausrottung gesetzt ist, sind im Gesetze von der Geißelung einbegriffen.</i>. –",
"Was ist der Grund R. Jišma͑éls? – Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Dt. 28,58.</i><i>wenn du nicht achtest, nach all den Worten dieses Gesetzes zu tun;</i> ferner:<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 59.</i><i>der Herr wird deine Plagen auszeichnen [hiphla]</i>. Ich würde nicht gewußt haben, was <i>hiphla</i> bedeute, wenn es aber heißt :<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Ib. 25,2.</i><i>so soll ihn der Richter vor sich hinlegen [hippilo] und prügeln lassen</i>, so sage man, unter <i>hiphla</i> sei die Geißelung zu verstehen, und es heißt: <i>wenn du nicht achtest, nach all den Worten zu tun &amp;c</i>. –",
"Demnach sollte dies auch von den Geboten gelten<sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Die Unterlassung eines Gebotes sollte ebenfalls mit der Geißelung bestraft werden.</i>!? – Es heißt: <i>wenn du nicht achtest</i>, und R. Abin sagte im Namen R. Ilea͑js, daß überall, wo es <i>achte, daß nicht</i> und <i>nicht</i> heißt, ein Verbot ausgedrückt sei. –",
"Demnach sollte dies auch von einem Verbote gelten, durch welches keine Handlung begangen wird<sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Während ein solches Gebot nicht mit Geißelung belegt ist.</i>!? – Es heißt: <i>zu tun</i>. –",
"Aber dies sollte doch von einem Verbote gelten, das durch ein Gebot aufgehoben<sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Wenn auf das Verbot ein Gebot folgt, dh. wenn die Schrift ein Mittel angibt, wodurch die verbotene Handlung gutgemacht werde; vgl. S. 204 Anm. 82.</i>wird<sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Während ein solches Gebot nicht mit Geißelung belegt ist.</i>? – Nur solche<sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Sind mit der Geißelung belegt.</i>, die dem Verbote des Maulschließens<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Des Rindes beim Dreschen (cf. Dt. 25,4). Dieses Verbot, durch das eine Handlung ausgeübt und von einem Gebote nicht aufgehoben wird, folgt unmittelbar auf den Abschnitt von der Geißelung.</i>gleichen.",
"Jetzt nun, wo du auf diese [Erklärung] gekommen bist, ist auch hinsichtlich aller anderen zu erklären: nur solche, die dem Verbote des Maulschließens gleichen. –",
"Was ist der Grund R. A͑qibas? – Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Dt. 25,2.</i><i>entsprechend seinem Frevel;</i> du kannst ihn nur wegen eines Frevels verurteilen, nicht aber kannst du ihn wegen zweier Frevel verurteilen. –",
"Und R. Jišma͑él!? – Dies gilt nur von Todesstrafe und Geldstrafe, oder Geißelung und Geldstrafe, während aber Todesstrafe und Geißelung zusammen als verlängerte Todesstrafe zu betrachten sind. –",
"Dies<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Daß man einen nicht gleichzeitig mit zwei Strafen belege.</i>sollte ja aber nach R. A͑qiba auch von den der Ausrottung Schuldigen gelten!? Wenn du aber einwendest: sie könnten Buße tun, so haben sie es ja nicht getan!?",
"R. Abahu erwiderte: Die Tora hat die der Ausrottung Schuldigen ausdrücklich hinsichtlich der Geißelung einbegriffen, denn dies ist [durch Wortanalogie] aus [den Worten] <i>vor den Augen</i> und <i>vor deinen Augen</i><sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Bei der Ausrottungsstrafe (Lev. 20,17) wird der Ausdruck ‘vor den Augen’ gebraucht u. ebenso wird der Ausdruck ‘vor deinen Augen’ bei der Geißelung (Dt. 25,3) gebraucht; die analoge Ausdrucksweise gilt nun als Wortanalogie (<span dir=\"rtl\">גזירה שוה</span>) und besagt, daß auch die der Ausrottung Schuldigen bei entsprechender Warnung mit Geißelung bestraft werden.</i>zu folgern. R. Abba b. Mamal wandte ein: Demnach sollte man dies auch hinsichtlich der der Todesstrafe durch das Gericht Schuldigen folgern, bei der es ebenfalls heißt: <i>von den Augen</i><sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Nach der Erkl. Raschis ist hier der Schriftvers Num. 15,24 gemeint, der vom Götzendienste spricht, der mit der Todesstrafe durch das Gericht belegt ist.</i>!? –",
"Man folgere [durch Vergleichung von] <i>vor den Augen</i> mit <i>vor deinen Augen</i>, nicht aber [durch Vergleichung von] <i>von den Augen</i> mit <i>vor deinen Augen</i>. –",
"Welchen Unterschied gibt es denn dabei, in der Schule R. Jišma͑éls folgerten sie ja aus:<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Lev. 14,39.</i><i>wenn der Priester wiederkommt</i>, und:<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 44.</i><i>soll der Priester hineingehen</i>, denn ‘kommen’ und ‘gehen’ sei dasselbe<sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Diese beiden Wörter werden zur Bildung eines Schlusses durch Wortanalogie verwendet, obgleich sie nur sinnverwandt sind.</i>!?",
"Ferner: sollte man [die Vergleichung von] <i>von den Augen</i> mit <i>vor den Augen</i> zu einer Schlußfolgerung verwenden, da [die Vergleichung von] <i>vor den Augen</i> mit <i>vor deinen Augen</i> zu einer solchen verwandt<sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">Dh. man sollte die mit der Todesstrafe durch das Gericht belegten Verbrechen mit den mit der Ausrottung belegten Verbrechen hinsichtlich der Geißelung vergleichen.</i>wird! ?",
"R. Šemuél b. R. Jiçḥaq nahm dies entgegen, [und erwiderte:] <i>Gemäß seines Frevels</i>, du kannst ihn nur wegen eines Frevels bestrafen, nicht aber wegen zweier Frevel; jedoch spricht die Schrift nur von Freveln, [deren Bestrafung] dem Gerichte übertragen worden<sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Mit der Ausrottung hat das Gericht nichts zu tun.</i>ist.",
"Raba erklärte: Hat man einen auch auf Todesstrafe gewarnt, so stimmen alle überein, daß er nicht der Geißelung und der Todesstrafe verfalle, sie streiten nur über den Fall, wenn man ihn [nur] auf Geißelung gewarnt hat; R. Jišma͑él ist der Ansicht, man sei wegen eines Verbotes, worauf die Verwarnung auf Todesstrafe durch das Gericht gesetzt ist, zu geißeln, und R. A͑qiba ist der Ansicht, man sei wegen eines Verbotes, worauf die Verwarnung auf Todesstrafe durch das Gericht gesetzt ist, nicht zu geißeln<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Selbst wenn die Todesstrafe fortfällt.</i>. –",
"Demnach ist gegen R. A͑qiba [einzuwenden:] auf die mit der Ausrottung belegten Verbrechen ist ja die Verwarnung auf Ausrottung<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Somit sollte nach RA͑. auch bei diesen die Geißelung fortfallen.</i>gesetzt!? R. Mordekhaj sprach zu R. Aši: So sagte Abimi aus Hagronja im Namen Rabas: bei den der Ausrottung Schuldigen ist keine Warnung<sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">Somit bleibt event. die Geißelung allein zurück.</i>erforderlich, denn bei den Gesetzen vom Pesaḥopfer und von der Beschneidung ist eine Strafe angedroht, obgleich bei diesen eine Warnung nicht möglich ist<sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Da es auszuübende Gebote sind; auf die Unterlassung derselben ist die Ausrottung gesetzt.</i>. –",
"Vielleicht ist eine Warnung nur in den Fällen erforderlich, wo [unvorsätzlich] ein Opfer darzubringen ist, denn wegen des Pesaḥopfers und der Beschneidung, bei denen eine Warnung nicht erforderlich ist, ist ja kein Opfer darzubringen<sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Wenn sie unvorsätzlich unterlassen worden sind.</i>!? –",
"Bei diesen ist nicht dies der Grund, sondern weil alle [Vorschriften der] Tora<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Hinsichtl. der Darbringung eines Sündopfers, wenn die Handlung unvorsätzlich begangen worden ist.</i>mit dem Götzendienste verglichen werden: wie der Götzendienst eine zu unterlassende Vorschrift ist, ebenso auch bei allen anderen, wenn es zu unterlassende sind, ausgenommen diese, die auszuübende sind.",
"Rabina erklärte: Tatsächlich,"
],
[
"wie wir vorher erklärt haben, [nämlich deshalb<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Unterscheidet sich nach RA͑. die Ausrottung von der Todesstrafe.</i>,] weil, wenn sie Buße tun, das himmlische Gericht ihnen verzeiht; wenn du aber einwendest: sie haben ja keine Buße getan, so ist dies hinsichtlich der Ausrottung noch nicht abgeschlossen.",
"«R. Jiçḥaq sagte: Die der Ausrottung Schuldigen werden ja gemeinsam genannt, weshalb wurde nun die Ausrottung wegen [der Blutschande an] einer Schwester besonders hervorgehoben? Daß diese nur mit der Ausrottung und nicht mit der Geißelung bestraft wird.»",
"Weshalb wurde nach den Rabbanan die Ausrottung wegen [der Blutschande an] einer Schwester besonders hervorgehoben? – Wegen der Teilung. Dies nach einer Lehre R. Johanans, denn R. Johanan sagte, wenn man alle [Inzestverbrechen] bei einem Entfallen begangen hat, sei man wegen jedes besonders schuldig. --",
"Woher entnimmt R. Jiçḥaq die Teilung? – Er entnimmt dies aus :<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Lev. 18,19.</i>und <i>zu einer Frau in der Unreinheit ihrer Menstruation</i>; dies<sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Die Weitläufigkeit des angezogenen Schriftverses, da es kürzer heißen könnte: zu einer Menstruierenden etc.</i>lehrt, daß man wegen einer jeden Frau besonders<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Dh. wegen jedes Inzestvergehens bei einem Entfallen.</i> strafbar sei. –",
"Sollten es auch die Rabbanan hieraus entnehmen!? – Dem ist auch so. – Wozu wird demnach die Ausrottung wegen [der Blutschande an] einer Schwester besonders hervorgehoben? – Daß man wegen seiner eigenen Schwester, der Schwester seines Vaters und der Schwester seiner Mutter besonders strafbar sei. –",
"Selbstverständlich, es sind ja von einander getrennte Personen und von einander getrennte Namen<sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">Dh. Verbote; jede wird in der Schrift besonders verboten.</i>!? – Vielmehr [lehrt dies,] daß man wegen einer Schwester, die auch Schwester des Vaters und Schwester der Mutter ist, [dreifach] strafbar<sup class=\"footnote-marker\">47</sup><i class=\"footnote\">In diesem Falle sind es zwar 3 verschiedene Verbote, jedoch an ein- und derselben Person begangen.</i>ist. – Wie kann dies vorkommen? – Bei einem Frevler, dem Sohne eines Frevlers<sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Wenn jemand seine Mutter beschläft und 2 Töchter zeugt und darauf eine von diesen beschläft und einen Sohn zeugt; die andere Schwester ist nicht nur eine Schwester dieses Sohnes, sondern auch die Schwester seiner Mutter und seines Vaters.</i>. –",
"Woher entnimmt dies R. Jiçḥaq hinsichtlich eines solchen Falles? – Er folgert dies [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere. Es wird nämlich gelehrt: R. A͑qiba erzählte: Einst fragte ich R. Gamliél und R. Jehošua͑ auf dem Fleischmarkte zu Emmaus, wo sie ein Vieh zum [Hochzeits]mahle des Sohnes R. Gamliéls kaufen wollten, wie es denn sei, wenn jemand seine Schwester beschläft, die gleichzeitig Schwester seines Vaters und seiner Mutter ist, ob er nur wegen einer Sünde oder wegen jeder besonders strafbar sei,",
"und sie erwiderten mir, sie hätten darüber nichts gehört, wohl aber hätten sie gehört, daß, wenn jemand bei einem Entfallen fünf menstruierende Frauen beschläft, er wegen jeder besonders schuldig sei, und es sei [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn man im Falle von den Menstruierenden, wo es sich um dasselbe Verbot handelt, wegen jeder besonders schuldig ist, um wieviel mehr in diesem Falle, wo es sich um drei besondere Verbote handelt. –",
"Und jene<sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">RJ. u. RA.</i>!? – Dieser [Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere ist zu widerlegen: wohl im Falle von den Menstruierenden, weil es von einander getrennte Personen sind.",
"Und jener, dieser [Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere ist ja tatsächlich zu widerlegen!? – Vielmehr, er folgert dies aus [dem Worte] <i>Schwester</i> am Schlüsse [des Schriftverses]<sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">Lev. 20,17: die Scham seiner Schwester hat er entblößt.</i>. –",
"Wozu ist nach der anderen Ansicht [das Wort] <i>Schwester</i> am Schlüsse [des Schriftverses] nötig!? – Daß man wegen einer Schwester, die die Tochter des Vaters und der Mutter ist, strafbar ist, denn durch einen Schluß ist keine Bestrafung zu folgern<sup class=\"footnote-marker\">51</sup><i class=\"footnote\">In der Schrift wird nur von einer Schwester, der Tochter des Vaters oder der Tochter der Mutter gesprochen; die Bestrafung wegen der Blutschande an einer Ganzschwester müßte durch einen Schluß gefolgert werden; cf. supra Fol. 5b.</i>. –",
"Und jener!? – Wenn du willst, sage ich, er folgere die Bestrafung von der Verwarnung<sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Die Verwarnung, dh. das Verbot, wird aus einem überflüssigen Schriftverse entnommen; cf. supra Fol. 5b.</i>, und wenn du willst, sage ich, er entnimmt dies"
],
[
"aus [dem Worte] <i>Schwester</i> im Beginne [des Schriftverses]<sup class=\"footnote-marker\">53</sup><i class=\"footnote\">Wenn jemand seine Schwester, die Tochter seines Vaters etc., nimmt; das W. seiner Schwester’ ist überflüssig.</i>. –",
"Und jene<sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">RJ. u. RA.</i>!? – Aus diesem ist die Teilung beim Herrichten des Salböls und dem Salben<sup class=\"footnote-marker\">54</sup><i class=\"footnote\">Die Fertigung des Salböls und das Salben mit diesem sind besondere, von einander getrennte, aber mit einer Ausrottung belegte Verbote; die Teilung dieser beiden Handlungen entnehme man aus dem an dieser Stelle überflüssigen W.e ‘Schwester’.</i>zu entnehmen.",
"Dies nach einer Lehre des R. Elie͑zer im Namen R. Hoša͑jas; R. Elie͑zer sagte nämlich im Namen R. Hoša͑jas, überall, wo du zwei Verbote und eine Ausrottung<sup class=\"footnote-marker\">55</sup><i class=\"footnote\">Dh. wenn es 2 verbotene Handlungen sind u. die Ausrottung auf beide zusammen gesetzt ist, wie zBs. bei der Fertigung u. Verwendung des Salböls; cf. Ex. 30,33.</i> findest, seien sie hinsichtlich des Opfers<sup class=\"footnote-marker\">56</sup><i class=\"footnote\">Wenn das Verbot unvorsätzlich begangen wurde.</i>geteilt. – Und jener!? –",
"Wenn du willst, sage ich, er sei nicht der Ansicht R. Elie͑zers, und wenn du willst, sage ich, er folgere dies aus:<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Lev. 20,18.</i><i>wenn jemand bei einer Frau liegt, die menstruierend ist</i><sup class=\"footnote-marker\">58</sup><i class=\"footnote\">In diesem Verse ist die Androhung mit der Ausrottung überflüssig; man folgere hieraus die Teilung.</i>. –",
"Und jene!? – Dieser [Schriftvers] ist für die Lehre R. Joḥanans zu verwenden, R. Joḥanan sagte nämlich im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Woher, daß eine Frau nur dann unrein ist, wenn der Blutfluß aus der Scham kommt? Es heißt: <i>wenn jemand bei einer Frau liegt, die menstruierend und ihre Scham entblößt &amp;c.;</i> dies lehrt, daß eine Frau nur dann unrein ist, wenn der Blutfluß aus der Scham kommt.",
"[E<small>IN</small> U<small>NREINER, DER</small> H<small>EILIGES GEGESSEN HAT</small>.] Allerdings befindet sich hinsichtlich des Eintretens eines Unreinen in das Heiligtum sowohl eine Strafandrohung, als auch ein Verbot, eine Strafandrohung, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Num. 19,13.</i><i>die Wohnung des Herrn hat er verunreinigt, er soll ausgerottet werden</i>, ein Verbot :<sup class=\"footnote-marker\">60</sup><i class=\"footnote\">Ib. 5,3.</i><i>sie sollen ihr Lager nicht verunreinigen;</i> aber hinsichtlich des Essens eines Unreinen vom Heiligen befindet sich zwar eine Strafandrohung, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">61</sup><i class=\"footnote\">Lev. 7,20.</i><i>die Person aber, die das Fleisch vom Heilsopfer des Herrn ißt, während sie noch mit Unreinheit behaftet ist, soll ausgerottet werden</i>, wo aber befindet sich das Verbot!?",
"Reš Laqiš erklärte: [Es heißt:]<sup class=\"footnote-marker\">62</sup><i class=\"footnote\">Ib. 12,4.</i><i>sie darf nichts Heiliges berühren</i>.",
"R. Joḥanan erklärte, Bardela lehrte, dies sei aus [dem Worte] <i>Unreinheit</i> zu entnehmen: hierbei heißt es: <i>mit Unreinheit behaftet ist, soll ausgerottet werden</i>, und dort<sup class=\"footnote-marker\">63</sup><i class=\"footnote\">Beim Eintreten eines Unreinen in das Heiligtum, Num. 19,13.</i>heißt es: <i>er bleibt unrein, seine Unreinheit haftet ihm noch an;</i> wie nun dort Strafandrohung und Verbot vorhanden ist, ebenso besteht auch hierbei Strafandrohung und Verbot. –",
"Einleuchtend ist es, daß Reš Laqiš nicht wie R. Joḥanan erklärt, denn ihm ist diese [Schlußfolgerung durch] Wortanalogie nicht überliefert<sup class=\"footnote-marker\">64</sup><i class=\"footnote\">Ein Gelehrter darf wohl selber einen Schluß vom Leichteren auf das Schwerere od. umgekehrt (<span dir=\"rtl\">קל וחומר</span>) folgern, nicht aber einen Schluß durch Wortanalogie.</i> worden, weshalb aber erklärt R. Joḥanan nicht wie Reš Laqiš!? – Er kann dir erwidern: jenes Verbot bezieht sich auf [den Genuß von] Hebe. –",
"Woher entnimmt Reš Laqiš das Verbot hinsichtlich der Hebel? – Er folgert dies aus :<sup class=\"footnote-marker\">65</sup><i class=\"footnote\">Lev. 22,4.</i><i>wer irgend von den Nachkommen Ahrons aussätzig ist oder einen Fluß hat;</i> wobei sind alle Nachkommen Ahrons gleichgestellt? Bei der Hebe<sup class=\"footnote-marker\">66</sup><i class=\"footnote\">Davon dürfen sowohl Männer als auch Frauen essen, während das Opferfleisch nur von den Männern gegessen werden darf.</i>. – Und jener!? – Dieser [Vers] spricht vom Essen und jener vom Berühren. –",
"Kann denn Reš Laqiš [den Schriftvers:] <i>Sie darf nichts Heiliges berühren</i>, hierfür verwenden, er verwendet ihn ja für den Fall, wenn ein Unreiner Heiliges berührt hat!? Es wird nämlich gelehrt: Wenn ein Unreiner Heiliges berührt hat, so ist er, wie Reš Laqiš sagt, zu geißeln, und wie R. Joḥanan sagt, nicht zu geißeln. Reš Laqiš sagt, er sei zu geißeln, [denn es heißt:] <i>sie darf nichts Heiliges berühren;</i> R. Joḥanan sagt, er sei nicht zu geißeln, denn dies bezieht sich auf die Hebe. –",
"[Das Berühren entnimmt er aus dem Umstand], daß der Allbarmherzige von ‘berühren’ spricht, und das Verbot [des Essens] aus der Vergleichung des Heiligen mit dem Heiligtume<sup class=\"footnote-marker\">67</sup><i class=\"footnote\">Im angezogenen Schriftverse (Lev. 12,4) wird vom Heiligen und vom Heiligtume gesprochen.</i>. –",
"Wieso kann er [den Schriftvers] hierfür verwenden, er verwendet ihn ja für den Fall, wenn ein Unreiner heiliges Fleisch vor dem Blutsprengen<sup class=\"footnote-marker\">68</sup><i class=\"footnote\">Erst mit dem Blutsprengen erlangt das Opfer seine Sühnekraft.</i>gegessen hat!? Es wird nämlich gelehrt: Wenn ein Unreiner heiliges Fleisch vor dem Blutsprengen gegessen hat, so ist er, wie Reš Laqiš sagt, zu geißeln, und wie R. Joḥanan sagt, nicht zu geißeln.",
"Reš Laqiš sagt, er sei zu geißeln, [denn es heißt]: <i>sie darf nichts Heiliges berühren</i>, einerlei ob vor dem Blutsprengen oder nach dem Blutsprengen; R. Joḥanan sagt, er sei nicht zu geißeln, denn er vertritt hierbei seine Ansicht, daß man [das Verbot] aus [dem Worte] <i>Unreinheit</i><sup class=\"footnote-marker\">69</sup><i class=\"footnote\">Nach der obigen Lehre des Bardela.</i> entnehme, und dieser Schriftvers spricht vom [Essen] nach dem Sprengen. – Dies<sup class=\"footnote-marker\">70</sup><i class=\"footnote\">Das Essen vor dem Blutsprengen.</i>entnimmt er aus [den Worten] <i>nichts Heiliges</i>.",
"Übereinstimmend mit Reš Laqiš wird gelehrt: <i>Sie darf nichts Heiliges berühren;</i> dieses Verbot bezieht sich auf das Essen. Du sagst auf das Essen, vielleicht ist dem nicht so, sondern auf das Berühren? Es heißt: <i>sie darf nichts Heiliges berühren und in das Heiligtum &amp;c.;</i> man vergleiche also Heiliges mit dem Heiligtume: wie [der Eintritt in] das Heiligtum mit der Todesstrafe belegt ist, ebenso ist auch das andere Verbot mit der Todesstrafe belegt, und da beim Berühren dies nicht der Fall ist, so beziehe man es auf das Essen.",
"Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Wegen eines Verbotes, dem ein Gebot vorangeht, wird man gegeißelt."
],
[
"Als man ihn hierauf fragte, ob er dies gesagt habe, erwiderte er: Nein. Da sprach Rabba: bei Gott, er hat es gesagt. [Ein solcher Fall] befindet sich auch in der Schrift, auch haben wir diesbezüglich gelernt. In der Schrift:<sup class=\"footnote-marker\">71</sup><i class=\"footnote\">Num. 5,2..</i><i>Sie sollen aus dem Lager schicken &amp;c</i>.<sup class=\"footnote-marker\">72</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 3.</i><i>und sie sollen ihr Lager nicht verunreinigen</i>. Wir haben diesbezüglich gelernt: Wer unrein in das Heiligtum eingetreten ist. –",
"Weshalb ist er demnach davon zurückgetreten? – Weil dem [die Lehre] vom Notzüchter widerspricht. Es wird nämlich gelehrt: Wenn ein Notzüchter sich von [der Genotzüchtigten] scheiden ließ, so kann er, wenn er Jisraélit ist, sie wieder heiraten und er wird nicht gegeißelt<sup class=\"footnote-marker\">73</sup><i class=\"footnote\">Beim Notzüchter heißt es (cf. Dt. 22,29) zuerst, daß er die Genotzüchtigte heiraten müsse, u. darauf, daß er sie nicht fortschicken dürfe; hierbei geht also dem Verbote ein Gebot voran.</i>; ist er aber Priester, so wird er gegeißelt, und er kann sie nicht<sup class=\"footnote-marker\">74</sup><i class=\"footnote\">Weil er keine Geschiedene heiraten darf.</i>wieder heiraten.",
"Wieso nehme er, wenn er Jisraélit ist, sie wieder und werde nicht gegeißelt, es ist ja ein Verbot, dem ein Gebot vorangeht, und er sollte gegeißelt werden!?",
"U͑la erwiderte: Beim Notzüchter braucht ja nicht gesagt zu werden, daß er [die Genotzüchtigte] zur Frau behalten müsse, denn dies wäre vom falschen Ankläger<sup class=\"footnote-marker\">75</sup><i class=\"footnote\">Der seine Frau beschuldigt, sie defloriert vorgefunden zu haben.</i>zu folgern: wenn der Allbarmherzige vom falschen Ankläger, der keine Handlung begangen hat, sagt, er müsse [die Beschuldigte] zur Frau behalten, um wieviel mehr der Notzüchter;",
"wenn dies dennoch unnötig gesagt wird, so beziehe man dies nicht auf den Notzüchter, sondern auf den falschen Ankläger, daß er nämlich, wenn er sich von ihr scheiden ließ, sie wieder heiraten<sup class=\"footnote-marker\">76</sup><i class=\"footnote\">Somit folgt das Gebot dem Verbote; in solchen Fällen hebt das Gebot das Verbot auf, u. man ist nicht zu geißeln.</i>müsse.",
"Aber hinsichtlich des Notzüchters ist ja nicht vom falschen Ankläger zu folgern, denn es ist zu erwidern: wohl der falsche Ankläger, weil er gegeißelt wird und [eine Geldbuße] zahlen muß!? –",
"Vielmehr: beim falschen Ankläger brauchte ja nicht gesagt zu werden, daß er sie zur Frau behalten müsse, denn dies wäre vom Notzüchter zu folgern: wenn der Allbarmherzige vom Notzüchter, der nicht gegeißelt wird und [eine Geldbuße] zahlen muß, sagt, er müsse sie zur Frau behalten, um wieviel mehr der falsche Ankläger; wenn dies dennoch unnötig gesagt wird, so beziehe man dies nicht auf den falschen Ankläger, sondern auf den Notzüchter, und da dies von der ersten [Heirat zu sagen] nicht nötig ist, so beziehe man es auf die nachherige<sup class=\"footnote-marker\">77</sup><i class=\"footnote\">Daß er sie, nachdem er sich von ihr scheiden ließ, wieder heiraten müsse.</i>. –",
"Aber auch hinsichtlich des falschen Anklägers ist ja vom Notzüchter nicht zu folgern, denn es ist zu erwidern: wohl der Notzüchter, weil er eine Handlung begangen hat!? –",
"Vielmehr, beim falschen Ankläger brauchte ja nicht gesagt werden, daß er sie zur Frau behalten müsse, denn sie ist ja seine Frau, wenn dies dennoch unnötig gesagt wird, so beziehe man dies nicht auf den falschen Ankläger, sondern auf den Notzüchter, und da dies von der ersten [Heirat zu sagen] nicht nötig ist, so beziehe man es auf die nachherige. –",
"Vielleicht aber beziehe man es, da es von der ersten [Heirat] des falschen Anklägers zu sagen nicht nötig ist, auf die nachherige bei diesem selber, daß er nicht zu geißeln sei!? –",
"Dem ist ja auch so, und man folgere hinsichtlich des Notzüchters von diesem. – Wodurch folgere man es: wenn [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, so ist dieser ja zu widerlegen, wie wir ihn bereits widerlegt haben, und wenn durch Anpassung, so ist dies ebenfalls zu widerlegen: wohl der falsche Ankläger, da er keine Handlung begangen hat!?",
"Vielmehr, erklärte Raba: Wei<sup class=\"footnote-marker\">78</sup><i class=\"footnote\">Auf die Scheidung ist deshalb keine Geißelung gesetzt.</i>es ihm während seines ganzen Lebens obliegt, sie wieder zu heiraten. Als Rabina kam, erklärte er ebenfalls im Namen R. Joḥanans: weil es ihm während seines ganzen Lebens obliegt, sie wieder zu heiraten.",
"R. Papa sprach zu Raba: Ein solches Verbot gleicht ja nicht dem Verbote des Maulschließens<sup class=\"footnote-marker\">79</sup><i class=\"footnote\">Vgl. S. 197 Anm. 26.</i>!? Dieser erwiderte: Sollte es denn, weil der Allbarmherzige es noch außerdem durch ein Gebot verschärft hat, hierbei leichter sein!? –",
"Demnach ist ja auch hinsichtlich eines Verbotes, das durch ein Gebot aufgehoben wird, einzuwenden: sollte es denn, weil der Allbarmherzige es noch außerdem durch ein Gebot verschärft hat, hierbei leichter sein!? Dieser erwiderte: Bei einem solchen erfolgt dies zur Aufhebung des Verbotes<sup class=\"footnote-marker\">80</sup><i class=\"footnote\">Wenn dem Verbote ein Gebot folgt, so hebt dies die Eigenschaft des Verbotes auf.</i>. –",
"Einleuchtend ist dies<sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Die Erklärung Rabas, der Notzüchter werde wegen der Scheidung deshalb nicht gegeißelt, weil er sie stets wieder heiraten kann.</i>nach demjenigen, welcher sagt, es<sup class=\"footnote-marker\">82</sup><i class=\"footnote\">Die Geißelung wegen eines Verbotes, dem ein Gebot folgt. Es ist beispielsweise verboten, vom Fleische des Opfers zum folgenden Tage zurückzulassen, ferner ist es Gebot, das Zurückbleibende zu verbrennen; nach der einen Ansicht ist man strafbar, sobald man das Gebot nicht ausgeübt hat, nach der anderen nur dann, wenn es nicht mehr möglich ist, das Gebot auszuüben, wenn man es beispielsweise Hunden vorgeworfen hat.</i>hänge von der Unmöglichmachung und Nicht-unmöglichmachung [des Gebotes] ab,",
"wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, es hänge von der Ausübung und Nichtausübung desselben ab!? –"
],
[
"Diese Erklärung ist ja nur nach R. Joḥanan<sup class=\"footnote-marker\">83</sup><i class=\"footnote\">Der oben sagt, ein solches Verbot sei mit der Geißelung belegt.</i>nötig, und R. Joḥanan sagte zu einem Schüler, er solle lehren, man sei strafbar, wenn man die [Ausübung des Gebotes] unmöglich gemacht hat, und frei, wenn man es nicht unmöglich gemacht hat.",
"Ein Schüler rezitierte nämlich vor R. Joḥanan: Wegen eines Verbotes, dem sich ein Gebot anschließt, ist man frei, wenn man das Gebot ausgeübt hat, und strafbar, wenn man [die Ausübung des] Gebotes unmöglich gemacht hat.",
"Da sprach dieser zu ihm: Was sagst du da: ist man frei, wenn man es ausgeübt hat, so müßte man strafbar sein, schon wenn man es nicht ausgeübt hat, und ist man strafbar, erst wenn man es unmöglich gemacht hat, so müßte man frei sein, wenn man es nicht unmöglich gemacht hat!? Lehre vielmehr: hat man es unmöglich gemacht, und: hat man es nicht unmöglich gemacht. R. Šimo͑n b. Laqiš aber sagt, [man lese:] hat man es ausgeübt, und: hat man es nicht ausgeübt. –",
"Worin besteht ihr Streit? – Sie streiten über die eventuelle<sup class=\"footnote-marker\">84</sup><i class=\"footnote\">Der Angeklagte wird nur dann bestraft, wenn er vorher gewarnt wurde; hierbei aber, wo das Verbot nur durch die Nichtausübung des Gebotes ausgeübt wird, kann die Warnung nur eine eventuelle sein.</i>Warnung; einer ist der Ansicht, die eventuelle Warnung gelte als Warnung,",
"und einer ist der Ansicht, die eventuelle Warnung gelte nicht als Warnung.",
"Sie vertreten hierbei ihre Ansichten, denn es wurde gelehrt: Wenn jemand geschworen hat, er werde diesen Laib an diesem Tage essen, und der Tag vorüber ist, ohne daß er ihn gegessen hat, so ist er, wie R. Joḥanan und Reš Laqiš übereinstimmend sagen, nicht zu geißeln. R. Joḥanan sagt, er sei nicht zu geißeln,"
],
[
"weil dies ein Verbot ist, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird, und wegen eines Verbotes, wobei keine Handlung ausgeübt wird, ist nicht zu geißeln; Reš Laqiš sagt, er sei nicht zu geißeln, weil die Warnung nur eine eventuelle sein kann, und die eventuelle Warnung gilt nicht als Warnung.",
"Beide sind sie der Ansicht R. Jehudas, denn es wird gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">85</sup><i class=\"footnote\">Ex. 10,12.</i><i>Ihr sollt davon nichts bis zum Morgen zurücklassen, und was bis zum Morgen zurückbleibt &amp;c.;</i> die Schrift läßt dem Verbote ein Gebot folgen, um zu sagen, daß dieserhalb nicht zu geißeln ist – so R. Jehuda. R. Joḥanan subtilisiert wie folgt: nur deshalb, weil die Schrift es folgen läßt, wenn aber die Schrift es nicht folgen ließe, so würde er dieserhalb zu geißeln sein; hieraus also, daß auch die eventuelle Warnung als Warnung gelte.",
"Reš Laqiš aber subtilisiert wie folgt: nur deshalb, weil die Schrift es folgen läßt, wenn aber die Schrift es nicht folgen ließe, so würde er dieserhalb zu geißeln sein; hieraus also, daß wegen eines Verbotes, durch das keine Handlung ausgeübt wird, zu geißeln ist. –",
"Aber auch nach Reš Laqiš ist ja hierbei die Warnung eine eventuelle<sup class=\"footnote-marker\">86</sup><i class=\"footnote\">Er kann ja hieraus ebensogut folgern, daß die eventuelle Warnung als Warnung gelte.</i>!? –",
"Er ist der Ansicht der anderen Lehre R. Jehudas, denn es wird gelehrt: Hat ex<sup class=\"footnote-marker\">86</sup><i class=\"footnote\">Dessen Mutter sofort nach der Scheidung geheiratet hat, von dem man also nicht weiß, ob er ein Siebenmonatskind vom ersten Manne oder ein Neunmonatskind vom anderen ist. Wenn er einen der beiden Männer seiner Mutter schlägt, so kann die Warnung nur eine eventuelle sein, da man nicht weiß, welcher sein Vater ist; nach RJ. ist er in diesem Fall frei, somit gilt nach ihm die event. Warnung nicht als Warnung. Schlägt er beide gleichzeitig und wird er gleichzeitig gewarnt, so ist die Warnung auf jeden Fall eine bestimmte.</i>zuerst den einen geschlagen und nachher den anderen, zuerst dem einen geflucht und nachher dem anderen, oder hat er beide gleichzeitig geschlagen öder beiden gleichzeitig geflucht, so ist er strafbar; R. Jehuda sagt, wenn beide gleichzeitig, sei er strafbar, wenn nacheinander, sei er frei. –",
"Aber auch nach R. Joḥanan ist dieses ja ein Verbot, durch das keine Handlung ausgeübt wird<sup class=\"footnote-marker\">87</sup><i class=\"footnote\">Cf. Anm. 85 mut. mut.</i>!? –",
"Er hält es mit dem, was R. Idi b. Abin im Namen R. A͑mrams im Namen R. Jiçḥaqs im Namen R. Joḥanans sagte: R. Jehuda sagte im Namen R. Jose des Galiläers: Wegen aller Verbote der Tora ist nur dann zu geißeln, wenn durch das Verbot eine Tätigkeit ausgeübt wird, wenn aber dadurch keine Tätigkeit ausgeübt wird, ist dieser nicht zu geißeln, ausgenommen das [falsche] Schwören, das Umtauschen<sup class=\"footnote-marker\">88</sup><i class=\"footnote\">Eines Opfertieres; dies erfolgt durch mündliche Bestimmung; cf. Lev. 27,10.</i>und das Fluchen seines Nächsten beim Gottesnamen. –",
"Demnach befindet sich ja R. Jehuda mit sich selbst in einem Widerspruche!? –",
"Nach Reš Laqiš [streiten] zwei Tannaím über die Ansicht R. Jehudas, und nach R. Joḥanan ist dies überhaupt kein Widerspruch, denn eines ist seine eigene Ansicht und eines ist die Ansicht seines Lehrers<sup class=\"footnote-marker\">89</sup><i class=\"footnote\">In der 2. Barajtha lehrt er die Ansicht R. Jose des Galiläers, während er selber sie nicht vertritt.</i>.",
"Dort haben wir gelernt: Wer die Mutter<sup class=\"footnote-marker\">90</sup><i class=\"footnote\">Man darf aus einem Vogelneste nur die Jungen nehmen, während man die Mutter fliegen lassen muß; cf. Dt. 22,6,7.</i>samt den Jungen genommen hat, ist, wie R. Jehuda sagt, zu geißeln, und lasse [die Mutter] nicht<sup class=\"footnote-marker\">91</sup><i class=\"footnote\">Die bezüglichen Schriftverse enthalten ein Verbot, nicht die Mutter samt den Jungen zu nehmen, u. ein Gebot, die Mutter fliegen zu lassen; nach RJ. folgt das Verbot dem Gebote, da man, um der Vorschrift zu genügen, zuerst das Gebot ausüben muß; die Weisen aber richten sich nach dem Wortlaute der Schrift, in der sich das Verbot vorher befindet, u. in einem solchen Falle wird man nicht gegeißelt, da die Ausübung des Gebotes das Verbot aufhebt.</i> mehr fliegen; die Weisen sagen, er lasse sie fliegen<sup class=\"footnote-marker\">91</sup><i class=\"footnote\">Die bezüglichen Schriftverse enthalten ein Verbot, nicht die Mutter samt den Jungen zu nehmen, u. ein Gebot, die Mutter fliegen zu lassen; nach RJ. folgt das Verbot dem Gebote, da man, um der Vorschrift zu genügen, zuerst das Gebot ausüben muß; die Weisen aber richten sich nach dem Wortlaute der Schrift, in der sich das Verbot vorher befindet, u. in einem solchen Falle wird man nicht gegeißelt, da die Ausübung des Gebotes das Verbot aufhebt.</i>und sei nicht zu geißeln. Die Regel hierbei ist: wegen eines Verbotes, dem ein Gebot sich anschließt, ist man nicht strafbar. R. Joḥanan sprach: Wir haben nur dieses und noch eines.",
"R. Elea͑zar fragte ihn: Welches? Jener erwiderte: Vielleicht findest du es. Als er fortging, dachte er nach und fand folgende Lehre: Wenn der Notzüchter sich [von der Genotzüchtigten] scheiden ließ, so kann er, wenn er Jisraélit ist, sie wieder heiraten und er ist nicht zu geißeln, ist er aber Priester, so ist er zu geißeln und er kann sie nicht wieder heiraten. –",
"Richtig ist dies nach demjenigen, welcher sagt, es hänge von der Ausübung und Nichtausübung [des Gebotes] ab,",
"wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, es hänge von der Unmöglichmachung und Nichtunmöglichmachung [der Ausübung] ab. Allerdings kann dies beim Gesetze vom Vogelneste der Fall<sup class=\"footnote-marker\">92</sup><i class=\"footnote\">Wenn man die Mutter getötet hat.</i>sein, wieso aber kann die Unmöglichmachung (und Nichtunmöglichmachung) beim Notzüchter vorkommen,",
"denn wenn er sie tötet, verfällt er ja der strengeren<sup class=\"footnote-marker\">93</sup><i class=\"footnote\">Er wird dann hingerichtet u. ist nicht zu geißeln.</i> [Strafe]!? R. Šimi aus Maḥoza erwiderte: Wenn er ihre Antrauung mit einem anderen<sup class=\"footnote-marker\">94</sup><i class=\"footnote\">Die Antrauung einer Frau kann auch durch einen Vertreter vollzogen werden.</i>übernommen hat. Rabh entgegnete: Hat sie ihn dazu beauftragt, so ist sie es ja, die [die Wiederheirat] unmöglich gemacht hat, und hat sie ihn nicht dazu beauftragt, so ist sie ja überhaupt ungültig!? Vielmehr, erklärte",
"R. Šimi aus Nehardea͑, wenn er sie sich öffentlich<sup class=\"footnote-marker\">95</sup><i class=\"footnote\">Vor 10 Personen.</i>abgelobt hat. – Einleuchtend ist dies nach demjenigen, welcher sagt, ein öffentlich abgelegtes Gelübde könne nicht aufgehoben werden, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, es könne wohl aufgehoben werden!? – Wenn er sie sich durch ein Gelübde im Namen der Öffentlichkeit abgelobt hat. Amemar sagte nämlich, die Halakha sei, ein öffentlich abgelegtes Gelübde könne aufgehoben werden, ein im Namen der Öffentlichkeit abgelegtes Gelübde könne leicht aufgehoben werden. –",
"Gibt es denn keine anderen mehr, es gibt ja noch folgende!? Vom Raube sagte der Allbarmherzige: <sup class=\"footnote-marker\">96</sup><i class=\"footnote\">Lev. 19,3.</i><i>du sollst nicht rauben</i>, [und:]<sup class=\"footnote-marker\">97</sup><i class=\"footnote\">Ib. 52,3.</i><i>er soll das Geraubte zurückerstatten</i>. Ferner sagt der Allbarmherzige :<sup class=\"footnote-marker\">98</sup><i class=\"footnote\">Dt. 24,10, 13.</i><i>du sollst nicht in sein Haus hineingehen, um ein Pfand von ihm zu erheben</i>, [und:] <i>du sollst ihm das Pfand bei Sonnenuntergang zurückgeben</i>.",
"In diesen Fällen kann sowohl die Ausübung und Nichtausübung [des Gebotes] als auch die Unmöglichmachung und Nichtunmöglichmachung vorkommen!? – In diesen Fällen wird man, da man zum Ersatze verpflichtet ist, nicht gegeißelt.",
"R. Zera wandte ein: Dies kann ja vorkommen bei einem Pfande eines Proselyten, der gestorben<sup class=\"footnote-marker\">99</sup><i class=\"footnote\">Wenn er keine Erben zurückläßt, braucht der Eigentümer nichts zu bezahlen.</i>ist!? –"
],
[
"Hierbei ist ja die Person zur Zahlung<sup class=\"footnote-marker\">100</sup><i class=\"footnote\">Sobald er das Pfand vernichtet.</i> verpflichtet, nur verliert sich der Anspruch des Proselyten. –",
"Dies ist ja aber beim Eckenlasse der Fall; der Allbarmherzige sagt:<sup class=\"footnote-marker\">101</sup><i class=\"footnote\">Lev. 23,22.</i><i>du sollst nicht abernten die Ecke</i>, [und:] <i>für den Armen, den Fremden sollst du es zurücklassen &amp;c</i>.",
"Hierbei kann sowohl die Ausübung und Nichtausübung [des Gebotes] als auch die Unmöglichmachung und Nichtunmöglichmachung vorkommen!? Wir haben nämlich gelernt: Es ist Gebot, den Eckenlaß von den Halmen abzusondern; hat man ihn nicht von den Halmen abgesondert, so sondere man ihn von den Garben ab; hat man ihn nicht von den Garben abgesondert, so sondere man ihn vom Getreidehaufen ab, bevor man ihn geworfelt hat; hat man ihn bereits geworfelt, so sondere man auch den Zehnten ab und gebe ihm<sup class=\"footnote-marker\">102</sup><i class=\"footnote\">Dem Armen, damit dieser, der es vorher unverzehntet essen durfte, keinen Schaden erleide.</i>!? –",
"Nach R. Jišma͑él, welcher sagt, man sondere ihn auch vom Teige ab<sup class=\"footnote-marker\">103</sup><i class=\"footnote\">Der Eckenlaß bleibt also auch im Teige erhalten, somit ist die Ausübung des Gebotes nicht unmöglich gemacht worden.</i>. – Aber auch nach R. Jišma͑él kann dies ja vorkommen, wenn er nämlich den Teig aufgegessen hat!? –",
"Vielmehr, [die Worte] ‘dieses und noch eines’ beziehen sich eben auf diese Lehre, nicht aber auf den Fall vom Notzüchter, denn nur bei einer freigestellten Handlung kann ein im Namen der Öffentlichkeit abgelegtes Gelübde nicht aufgelöst werden, zur Ausübung eines Gebotes aber kann es wohl aufgelöst<sup class=\"footnote-marker\">104</sup><i class=\"footnote\">Somit kann beim Notzüchter die Unmöglichmachung der Ausübung des Gebotes nicht vorkommen.</i>werden.",
"So ließ einst R. Aḥa einen Kinderlehrer [den Unterricht] abgeloben; später aber setzte ihn Rabina wieder ein, weil er keinen gefunden hatte, der so gründlich war wie dieser.",
"W<small>ER</small> A<small>AS</small>, T<small>OTVERLETZTES</small>, E<small>KEL- ODER</small> K<small>RIECHTIERE GEGESSEN HAT</small> &amp;<small>C</small>. R. Jehuda sagte: Wer einen Kohlwurm<sup class=\"footnote-marker\">105</sup><i class=\"footnote\">So nach Raschi; nach den übrig. Erklärungen eine Art kleiner Fisch.</i>gegessen hat, ist zu geißeln wegen [Essens von] Bodengewürm. Einst aß jemand einen Kohlwurm, und R. Jehuda ließ ihn geißeln.",
"Abajje sagte: Wer eine Putitha<sup class=\"footnote-marker\">106</sup><i class=\"footnote\">Eine Art Wasserreptil.</i>gegessen hat, ist vierfach<sup class=\"footnote-marker\">107</sup><i class=\"footnote\">Das Verbot wiederholt sich 4mal in der Schrift.</i>zu geißeln,",
"wenn eine Ameise, fünffach, auch wegen [des Essens von] Bodenreptilien,",
"und wenn eine Hornis, sechsfach, auch wegen [des Essens von] Geflügelreptilien.",
"R. Aḥaj sagte: Wer seinen Stuhlgang zurückhält, begeht das Verbot: <sup class=\"footnote-marker\">108</sup><i class=\"footnote\">Dt. 14,19.</i><i>macht euch nicht abscheulich</i>. R. Bebaj b. Abajje sagte: Wer aus einem Baderhorn<sup class=\"footnote-marker\">109</sup><i class=\"footnote\">Das zum Aderlassen verwendet wird.</i>trinkt, begeht das Verbot: <i>macht euch nicht abscheulich</i>.",
"Raba b. R. Hona sagte: Wer neun Ameisen zerdrückt und dazu noch [lebendige] hinzufügt und damit das ganze zu einem olivengroßen Quantum ergänzt hat, erhält sechs Geißelhiebe, fünffach wegen der lebendigen und einmal wegen eines olivengroßen Stückes Aas. Raba sagte im Namen R. Joḥanans: Selbst wenn zwei<sup class=\"footnote-marker\">110</sup><i class=\"footnote\">Wenn er 2 zerdrückt hat.</i>und eine [lebendige]. R. Joseph sagte im Namen R. Joḥanans: Selbst eine und eine [lebendige]. Sie streiten aber nicht; eines gilt von großen und eines gilt von kleinen.",
"W<small>EH</small> U<small>NVERZEHNTETES, ERSTEN</small> Z<small>EHNTEN</small> &amp;<small>C. GEGESSEN HAT</small>. Rabh sagte: Wer [Früchte] gegessen hat, von denen der Armenzehnt<sup class=\"footnote-marker\">111</sup><i class=\"footnote\">Cf. Dt. 26,12ff.</i>nicht entrichtet worden ist, ist zu geißeln.",
"Also nach der Ansicht des Autors der folgenden Lehre: R. Jose sagte: Man könnte glauben, man sei nur wegen des Unverzehnteten strafbar, von dem keine [der Abgaben] abgehoben worden ist, woher dies von dem Falle, wenn davon die große Hebe<sup class=\"footnote-marker\">112</sup><i class=\"footnote\">Vgl. Bd. I S. 316 Anm. 5.</i> und nicht der erste Zehnt abgehoben worden ist, oder auch der erste Zehnt und nicht der zweite Zehnt, oder sogar nur der Armenzehnt?",
"Hierbei heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">113</sup><i class=\"footnote\">Dt. 12,17.</i><i>nicht darfst du essen in deinen Ortschaften &amp;c</i>., und dort<sup class=\"footnote-marker\">114</sup><i class=\"footnote\">Ib. 26,12.</i>heißt es: <i>sie sollen ihn in deinen Ortschaften essen und sich sättigen</i>; wie nun dort vom Armenzehnten gesprochen wird, ebenso ist auch hierbei der Armenzehnt zu verstehen, und der Allbarmherzige sagt, daß man [unverzehntet] nicht [essen] dürfe.",
"R. Joseph sagte: [Hierüber streiten] Tannaím: R. Elie͑zer sagt, man brauche den Armenzehnt von Demaj nicht mit dem Namen<sup class=\"footnote-marker\">115</sup><i class=\"footnote\">Dh. zu entrichten; dies geschieht vorerst durch Bestimmung, man braucht ihn nicht sofort abzuheben.</i>zu bezeichnen; die Weisen sagen,"
],
[
"man müsse ihn bezeichnen, jedoch braucht man ihn nicht<sup class=\"footnote-marker\">116</sup><i class=\"footnote\">Die Bestimmung allein genügt, daß die Früchte nicht mehr als unverzehntet gelten.</i>abzusondern.",
"Ihr Streit besteht ja wahrscheinlich in folgendem: nach der einen Ansicht macht er Zweifelloses<sup class=\"footnote-marker\">117</sup><i class=\"footnote\">Früchte, von denen die priesterl. Abgaben zweifellos nicht entrichtet worden sind, als Ggs. zum D., bei dem dies zweifelhaft ist.</i>unverzehntet, und nach einer Ansicht macht er Zweifelloses nicht unverzehntet. Abajje sprach zu ihm: Weshalb streiten sie demnach über Zweifelhaftes<sup class=\"footnote-marker\">118</sup><i class=\"footnote\">Über den Armenzehnten vom D.</i>, sie sollten ja über Zweifelloses streiten!?",
"Vielmehr sind alle der Ansicht, er mache Zweifelloses verzehntet, und ihr Streit besteht in folgendem: einer ist der Ansicht, Leute aus dem gemeinen Volke<sup class=\"footnote-marker\">119</sup><i class=\"footnote\">Cf. Pes. Fol. 49b.</i>seien hinsichtlich des Armenzehnten nicht verdächtig<sup class=\"footnote-marker\">120</sup><i class=\"footnote\">Ihn nicht zu entrichten.</i>, und die Rabbanan sind der Ansicht, da dies ihnen lästig ist, entrichten sie ihn nicht.",
"W<small>IEVIEL MUSS MAN VOM</small> U<small>NVERZEHNTETEN GEGESSEN HABEN</small> &amp;<small>C</small>. R. Bebaj sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Laqiš, ihr Streit bestehe nur über ein Weizenkorn, beim Mehl aber stimmen alle überein, daß nur ein olivengroßes Quantum [strafbar sei]. R. Jirmeja aber sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Laqiš, wie sie über das eine streiten, so streiten sie auch über das andere. –",
"Wir haben gelernt: R. Šimo͑n sprach zu ihnen: Wollt ihr mir etwa nicht beipflichten, daß, wer eine noch so kleine Ameise gegessen hat, strafbar sei? Sie erwiderten ihm: Weil diese so erschaffen ist. Er entgegnete ihnen: Auch ein Weizenkorn ist so erschaffen. Also nur ein Weizenkorn, Mehl aber nicht!? –",
"Dies erwiderte er ihnen nach ihrer Ansicht: nach meiner Ansicht gilt dies auch vom Mehl, aber ihr müßt mir ja beipflichten, daß auch nach eurer Ansicht ein Weizenkorn ebenfalls so erschaffen ist. – Und die Rabbanan!? – Ein lebendes Geschöpf hat eine wesentliche Bedeutung, ein Weizenkorn aber nicht. Übereinstimmend mit R. Jirmeja wird auch gelehrt: R. Šimo͑n sagte: Hinsichtlich der Geißelung ist jedes Quantum [strafbar]; die Olivengröße<sup class=\"footnote-marker\">121</sup><i class=\"footnote\">Als mindestes Quantum.</i>gilt nur hinsichtlich des Opfers.",
"<sup class=\"footnote-marker\">iii</sup> <b>W</b><small>ER</small> E<small>RSTLINGE GEGESSEN HAT, BEVOR ER DARÜBER</small> [<small>DIE</small> E<small>ULOGIE</small>]<sup class=\"footnote-marker\">122</sup><i class=\"footnote\">Cf. Dt. 26,5–10.</i> <small>GELESEN HAT</small>, H<small>OCHHEILIGES AUSSERHALB DER</small> V<small>ORHÄNGE</small>, M<small>INDERHEILIGES ODER ZWEITEN</small> Z<small>EHNTEN AUSSERHALB DER</small> S<small>TADTMAUER, ODER WER EINEN</small> K<small>NOCHEN VOM</small> [<small>LEVITISCH</small>] <small>REINEN</small> P<small>ESAḤLAMME ZERBROCHEN</small><sup class=\"footnote-marker\">123</sup><i class=\"footnote\">Cf. Zeb. Fol. 83a.<br>123. Cf. Ex. 12,46.</i><small>HAT, ERHÄLT DIE VIERZIG</small> S<small>TREICHE; WER ABER VON EINEM REINEN</small> [P<small>ESAḤLAMME</small>] <small>ETWAS ZURÜCKGELASSEN</small><sup class=\"footnote-marker\">124</sup><i class=\"footnote\">Cf. Ex. 12,10.</i><small>HAT, ODER VON EINEM UNREINEN</small> [<small>EINEN</small> K<small>NOCHEN</small>] <small>ZERBROCHEN HAT, ERHÄLT NICHT</small><sup class=\"footnote-marker\">125</sup><i class=\"footnote\">Das Verbot des Zerbrechens erstreckt sich nur auf einen reinen; cf. Pes. Fol. 83a.</i><small>DIE VIERZIG</small> S<small>TREICHE</small>.",
"<sup class=\"footnote-marker\">iv</sup> W<small>ER DIE</small> M<small>UTTER</small><sup class=\"footnote-marker\">126</sup><i class=\"footnote\">Vgl. S. 206 Anmm. 90,91.</i><small>SAMT DEN</small> J<small>UNGEN GENOMMEN HAT, IST, WIE</small> R. J<small>EHUDA SAGT, ZU GEISSELN, UND ER LASSE</small> [<small>DIE</small> M<small>UTTER</small>] <small>NICHT MEHR FLIEGEN; DIE</small> W<small>EISEN SAGEN, ER LASSE SIE FLIEGEN UND ER IST NICHT ZU GEISSELN</small>. D<small>IE</small> R<small>EGEL HIERBEI IST: WEGEN EINES</small> V<small>ERBOTES, DEM SICH EIN</small> G<small>EBOT ANSCHLIESST, IST MAN NICHT STRAFBAR</small>.",
"GEMARA. Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Dies ist die Ansicht des Anonymus R. A͑qiba, die Weisen aber sagen, bei den Erstlingen hänge es nur vom Niederlegen<sup class=\"footnote-marker\">127</sup><i class=\"footnote\">Vor dem Altar; cf. Dt. 26,4.</i>ab und nicht vom Lesen<sup class=\"footnote-marker\">128</sup><i class=\"footnote\">Somit ist es ganz irrelevant, ob man die Eulogie gelesen hat oder nicht.</i>. –",
"Er könnte ja sagen, dies sei die Ansicht des Anonymus R. Šimo͑n!? – Folgendes lehrt er uns: R. A͑qiba ist derselben Ansicht wie R. Šimo͑n. –",
"Was ist dies für eine Lehre R. Šimo͑ns? –Es wird gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">129</sup><i class=\"footnote\">Dt. 12,17.</i><i>Deiner Hände Hebe</i>, das sind die Erstlinge.",
"R. Šimo͑n sprach: Was will er uns damit lehren: wenn etwa [das Verbot] des Essens außerhalb der Stadtmauer, so ist dies ja [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, von leichteren Zehnten zu folgern: wenn wegen des Essens des leichteren Zehnten außerhalb der Stadtmauer zu geißeln ist, um wieviel mehr wegen der Erstlinge? Vielmehr lehrt die Schrift damit, daß wegen des Essens der Erstlinge, bevor man darüber [die Eulogie] gelesen hat, zu geißeln ist.",
"<sup class=\"footnote-marker\">129</sup><i class=\"footnote\">Dt. 12,17.</i><i>Deine freiwilligen Spenden</i>, das sind das Dank- und das Heilsopfer. R. Šimo͑n sprach: Was will er uns damit lehren: wenn etwa [das Verbot] des Essens außerhalb der Stadtmauer, so ist dies ja [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere vom Zehnten<sup class=\"footnote-marker\">130</sup><i class=\"footnote\">Wie oben hinsichtlich der Erstlinge.</i>zu folgern. Vielmehr lehrt die Schrift damit, daß wegen des Essens vom Dank- und vom Heilsopfer vor dem Blutsprengen zu geißeln ist.",
"<sup class=\"footnote-marker\">129</sup><i class=\"footnote\">Dt. 12,17.</i><i>Und die Erstgeborenen</i>, das ist das Erstgeborene<sup class=\"footnote-marker\">131</sup><i class=\"footnote\">Cf. Ex. 13,12ff.</i>. R. Šimo͑n sprach: Was will er uns damit lehren: wenn etwa [das Verbot] des Essens außerhalb der Stadtmauer, so ist dies ja [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere<sup class=\"footnote-marker\">132</sup><i class=\"footnote\">Der weiter folgt.</i>vom Zehnten<sup class=\"footnote-marker\">130</sup><i class=\"footnote\">Wie oben hinsichtlich der Erstlinge.</i>zu folgern, und wenn etwa [des Essens] vor dem Blutsprengen, so ist dies ja [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere vom Dank- und vom Heilsopfer zu folgern. Vielmehr lehrt die Schrift damit, daß wegen des Essens vom Erstgeborenen, selbst nach dem Blutsprengen, zu geißeln ist.",
"<sup class=\"footnote-marker\">129</sup><i class=\"footnote\">Dt. 12,17.</i><i>Deiner Rinder und Schafe</i>, das sind Sünd- und Schuldopfer. R. Šimo͑n sprach: Was will er uns damit lehren:",
"wenn etwa [das Verbot] des Essens außerhalb der Stadtmauer, so ist dies ja [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere vom Zehnten<sup class=\"footnote-marker\">130</sup><i class=\"footnote\">Wie oben hinsichtlich der Erstlinge.</i>zu folgern, wenn etwa [des Essens] vor dem Blutsprengen, so ist dies ja [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere vom Dank- und vom Heilsopfer zu folgern, und wenn etwa [des Essens] nach dem Blutsprengen, so ist dies ja [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere vom Erstgeborenen zu folgern? Vielmehr lehrt die Schrift damit, daß wegen des Essens vom Sünd- und vom Schuldopfer außerhalb der Tempelmauer, selbst nach dem Sprengen, zu geißeln ist.",
"<sup class=\"footnote-marker\">129</sup><i class=\"footnote\">Dt. 12,17.</i><i>Deiner Gelübde[opfer]</i>, das ist das Brandopfer. R. Šimo͑n sprach: Was will er uns damit lehren:",
"wenn etwa [das Verbot] des Essens außerhalb der Stadtmauer, so ist dies ja [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere vom Zehnten zu folgern, wenn etwa [des Essens] vor dem Blutsprengen, so ist dies ja [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere vom Dank- und vom Heilsopfer zu folgern, wenn etwa [des Essens] nach dem Blutsprengen, so ist dies ja [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere von der Erstgeburt zu folgern, und wenn etwa [des Essens] außerhalb der Tempelmauer, so ist dies ja [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere vom Sünd- und vom Schuldopfer zu folgern?"
],
[
"Vielmehr lehrt die Schrift damit, daß wegen des Essens vom Brandopfer nach dem Blutsprengen, selbst innerhalb [des Tempelhofes] zu geißeln ist.",
"Raba sprach: Bekommt seine Mutter einen Sohn wie<sup class=\"footnote-marker\">133</sup><i class=\"footnote\">So gelehrt u. scharfsinnig.</i>R. Šimo͑n, so mag sie gebären, sonst aber mag sie überhaupt nicht gebären. Trotzdem [jene Schlüsse] widerlegbar sind.",
"Bei den Erstlingen ist es insofern schwerer als beim Zehnten, indem sie Gemeinen verboten sind, aber beim Zehnten ist es im Gegenteil schwerer, indem er Trauernden verboten ist.",
"Beim Dank- und beim Heilsopfer ist es insofern schwerer als beim Zehnten, indem bei ihnen Blutsprengen und Darbringung der Opferteile auf dem Altar erforderlich sind, aber beim Zehnten ist es im Gegenteil schwerer, indem bei diesem [zur Auslösung] gemünztes Geld<sup class=\"footnote-marker\">134</sup><i class=\"footnote\">Cf. Ber. Fol. 47b.</i>erforderlich ist.",
"Beim Erstgeborenen ist es insofern schwerer als beim Dank- und beim Heilsopfer, indem es vom Mutterleibe aus heilig ist, aber beim Dank- und beim Heilsopfer ist es im Gegenteil schwerer, denn bei diesen ist das Stützen<sup class=\"footnote-marker\">135</sup><i class=\"footnote\">Der Hände auf den Kopf des Opfertieres.</i>und das Schwingen von Brust und Schenkel<sup class=\"footnote-marker\">136</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 7,30ff.</i>erforderlich.",
"Beim Sünd- und beim Schuldopfer ist es insofern schwerer als beim Erstgeborenen, indem sie hochheilig sind, aber beim Erstgeborenen ist es schwerer, indem es vom Mutterleibe aus heilig ist.",
"Beim Brandopfer ist es insofern schwerer als beim Sünd- und beim Schuldopfer, indem es vollständig [verbrannt] wird, aber beim Sündund beim Schuldopfer ist es schwerer, indem sie Sühne verschaffen.",
"Bei allen ist es ferner schwerer als beim Brandopfer, indem es bei ihnen zweierlei Verzehrungen<sup class=\"footnote-marker\">137</sup><i class=\"footnote\">Manche Teile werden auf dem Altar verbrannt u. manche von den Priestern gegessen.</i>gibt. –",
"Wieso sagt er demnach: Bekommt seine Mutter einen Sohn wie R. Šimo͑n<sup class=\"footnote-marker\">138</sup><i class=\"footnote\">Dh. wieso lobte er ihn auf Grund seiner oben angezogenen Auslegungen.</i>!? – Er setzte den Schriftvers um<sup class=\"footnote-marker\">139</sup><i class=\"footnote\">Bei der richtigen Reihenfolge des von ihm erklärten Schriftverses wären seine Auslegungen nicht möglich, er setzte ihn aber so um, daß er sich vollständig nach seiner Ansicht auslegen läßt; er lobte daher seinen Scharfsinn, obgleich seine Auslegung widerlegbar ist.</i> und legte ihn nach seiner Ansicht aus. –",
"Kann denn eine Verwarnung<sup class=\"footnote-marker\">140</sup><i class=\"footnote\">Ein Verbot, auf das bei Warnung die Geißelung gesetzt ist.</i> durch einen Schluß gefolgert werden; selbst nach demjenigen, welcher sagt, eine Bestrafung könne durch einen Schluß gefolgert werden, kann ja keine Verwarnung durch einen Schluß gefolgert werden!? – Nur als verbotene Handlung<sup class=\"footnote-marker\">141</sup><i class=\"footnote\">Ohne daß darauf die Geißelung gesetzt ist.</i>. –",
"Raba sagte ja aber, wenn ein Gemeiner etwas vom Brandopfer vor dem Blutsprengen außerhalb der Stadtmauer gegessen hat, sei er nach R. Šimo͑n fünffach<sup class=\"footnote-marker\">142</sup><i class=\"footnote\">Nach der Auslegung RŠ.s sind es hierbei 5 Verbote: 1. wegen Essens außerhalb der Stadtmauer, 2. wegen Essens außerhalb der Tempelhofmauer, 3. wegen Essens vor dem Blutsprengen, 4. wegen Essens vom Fleisch eines Brandopfers, 5. als Gemeiner.</i>zu geißeln!? – Es ist nur eine fünffach verbotene Handlung. –",
"Wir haben ja aber gelernt: folgende<sup class=\"footnote-marker\">143</sup><i class=\"footnote\">Darunter werden auch die hierbei inbetracht kommenden verbotenen Handlungen mitgerechnet.</i>sind zu geißeln!? –"
],
[
"Vielmehr, der ganze Schriftvers ist überflüssig; es heißt ja:<sup class=\"footnote-marker\">144</sup><i class=\"footnote\">Dt. 14,23; manche Handschriften haben hier rieht, die Schriftverse. Dt. 12,6,17.</i><i>du sollst essen vor dem Herrn, deinem Gott, in der Stätte &amp;c</i>., somit sollte der Allbarmherzige darauf schreiben: du darfst diese nicht<sup class=\"footnote-marker\">145</sup><i class=\"footnote\">Sc. In der Provinz.</i>essen, wozu wiederholt<sup class=\"footnote-marker\">146</sup><i class=\"footnote\">Cf. Dt. 12,17.</i>er sie?",
"Um für jedes besonders ein Verbot hervorzuheben.",
"Der Text. Raba sagte: Wenn ein Gemeiner etwas vom Brandopfer vor dem Blutsprengen außerhalb der Stadtmauer gegessen hat, so ist er nach R. Šimo͑n fünffach zu geißeln. – Sollte er gegeißelt werden auch wegen [des Verbotes]<sup class=\"footnote-marker\">147</sup><i class=\"footnote\">Lev. 22,10.</i><i>ein Gemeiner soll nichts Heiliges essen</i>!? – Dies gilt nur von dem, was für Priester geeignet ist, dieses aber ist auch für Priester ungeeignet. –",
"Sollte er doch gegeißelt werden auch wegen [des Verbotes :]<sup class=\"footnote-marker\">148</sup><i class=\"footnote\">Ex. 22,30.</i><i>Zerrissenes Fleisch auf dem Felde sollt ihr nicht essen</i>, [und hieraus wird gefolgert:] sobald das Fleisch aus seinem Gebiete<sup class=\"footnote-marker\">149</sup><i class=\"footnote\">Innerhalb dessen das Opferfleisch gegessen werden darf.</i>gekommen ist, sei es verboten!? – Dies gilt nur von dem, das innerhalb [zu essen] geeignet ist, dieses aber ist auch innerhalb ungeeignet. –",
"Sollte er doch gegeißelt werden auch wegen einer Lehre R. Elie͑zers!? R. Elie͑zer sagte nämlich :<sup class=\"footnote-marker\">150</sup><i class=\"footnote\">Ex. 29,33.</i><i>Er darf nicht davon essen, denn es ist heilig</i>,"
],
[
"alles, was vom Heiligen untauglich ist; die Schrift belegt das Essen mit einem Verbote. – Dies gilt nur von dem, was vor dem Untauglichwerden geeignet war, dieses aber war auch vor dem Untauglichwerden ungeeignet. –",
"Sollte er doch gegeißelt werden auch wegen einer anderen Lehre R. Elie͑zers!? Es wird nämlich gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">151</sup><i class=\"footnote\">Ley. 6,16.</i><i>sie sollen vollständige [Opfer] sein</i>, damit wird das Essen mit einem Verbote belegt. – Dem ist auch so, und auch Raba entnimmt das Verbot aus diesem Schriftverse.",
"R. Gidel sagte im Namen Rabhs: Wenn ein Priester von einem Sünd- oder Schuldopfer vor dem Blutsprengen gegessen hat, so ist er zu geißeln. – Aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">152</sup><i class=\"footnote\">Ex. 29,33.</i><i>sie sollen das verzehren, womit Sühne vollzogen wurde</i>, nicht aber vor [Vollziehung] der Sühne<sup class=\"footnote-marker\">153</sup><i class=\"footnote\">Dies erfolgt durch das Blutsprengen.</i>, und ein Verbot, das aus einem Gebote kommt, gilt als Verbot.",
"Raba wandte ein:<sup class=\"footnote-marker\">154</sup><i class=\"footnote\">Dt. 14,6.</i><i>Und jedes Tier, das behuft ist und in zwei Teile gespaltene Klauen hat und wiederkauend ist unter den Tieren, dürft ihr essen</i>; nur diese dürft ihr essen, nicht aber dürft ihr andere Tiere essen. Wozu heißt es nach deiner Auffassung:<sup class=\"footnote-marker\">155</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 7.</i><i>folgende dürft ihr nicht essen</i>!? –",
"Vielmehr, ist dies gesagt worden, so wird es wie folgt lauten: R.Gidel sagte im Namen Rabhs: Wenn ein Gemeiner von einem Sünd- oder Schuldopfer vor dem Blutsprengen gegessen hat, so ist er straffrei, denn die Schrift sagt: <i>sie sollen das verzehren, womit Sühne vollzogen wurde</i>; wo der Schriftvers: <i>sie sollen das verzehren, womit Sühne vollzogen wurde</i>, Geltung hat, gilt auch der Schriftvers: ein <i>Gemeiner soll davon nicht essen, denn es ist heilig</i>, wo aber der Schriftvers: <i>sie sollen das verzehren, womit Sühne vollzogen wurde</i>, keine Geltung hat, hat auch der Schriftvers: <i>ein Gemeiner soll davon nicht essen</i>, keine Geltung.",
"R. Elea͑zar sagte im Namen R. Hoša͑jas: Bei den Erstlingen ist nur das Niederlegen unerläßlich, nicht aber ist das Lesen [der Eulogie] unerläßlich. –",
"Kann R. Elea͑zar dies denn gesagt haben, R. Elea͑zar sagte ja im Namen R. Hoša͑jas, wenn jemand vor dem Feste<sup class=\"footnote-marker\">156</sup><i class=\"footnote\">Unter <span dir=\"rtl\">חג</span> ohne nähere Bezeichnung ist das Hüttenfest zu verstehen.</i>Erstlinge abgesondert hat und das Fest verstrichen ist, müsse man sie verfaulen lassen, doch wohl, weil man über sie [die Eulogie] nicht mehr lesen kann. Weshalb muß man sie nun verfaulen lassen, wenn man sagen wollte, das Lesen sei nicht unerläßlich!? –",
"Dies nach R. Zera, denn R. Zera sagte: Bei dem, was zum Umrühren<sup class=\"footnote-marker\">157</sup><i class=\"footnote\">Für das Speisopfer ist ein bestimmtes Quantum von Öl u. Mehl festgesetzt, damit man den Teig gut umrühren könne; cf. Men. Fol. 103b.</i>geeignet ist, ist das Umrühren nicht unerläßlich, und bei dem, was zum Umrühren nicht geeignet ist, ist das Umrühren unerläßlich.",
"R. Aḥa b. Ja͑qob lehrte dies im Namen R. Asis im Namen R. Joḥanans, und wies auf einen Widerspruch hin, in dem R. Joḥanan sich befindet: Kann R. Joḥanan denn gesagt haben, bei den Erstlingen sei das Niederlegen unerläßlich und das Lesen [der Eulogie] nicht unerläßlich. R. Asi fragte ja R. Joḥanan, von wann ab die Erstlinge den Priestern erlaubt sind, und er erwiderte ihm: über die [die Eulogie] zu lesen<sup class=\"footnote-marker\">158</sup><i class=\"footnote\">Vor dem Hüttenfeste.</i>ist, sobald man sie gelesen hat, und über die man sie nicht mehr lesen kann, sobald sie die Front des Tempels gesehen<sup class=\"footnote-marker\">159</sup><i class=\"footnote\">Dh. wenn man sie in den Tempelhof gebracht hat.</i>haben.",
"Er befindet sich somit in einem Widerspruche sowohl hinsichtlich des Lesens, als auch hinsichtlich des Niederlegens<sup class=\"footnote-marker\">160</sup><i class=\"footnote\">Hiernach hängt es gerade vom Lesen ab, nicht aber vom Niederlegen, da event. das Hineinbringen in den Tempelhof genügt.</i>!? –",
"Hinsichtlich des Lesens besteht kein Widerspruch, denn eines gilt nach R. Šimo͑n<sup class=\"footnote-marker\">161</sup><i class=\"footnote\">Ob. Fol. 17a.</i>und eines gilt nach den Rabbanan; hinsichtlich des Niederlegens besteht ebenfalls kein Widerspruch, denn eines gilt nach R. Jehuda<sup class=\"footnote-marker\">162</sup><i class=\"footnote\">Nach der weiter angezogenen Lehre RJ.s wird das in der Schrift wiederholte ‘Niederlegen’ auf das Schwingen bezogen; das Niederlegen aber ist nicht unerläßlich.</i>und eines gilt nach den Rabbanan. –",
"Welche Lehre R. Jehudas ist es? – Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte :<sup class=\"footnote-marker\">163</sup><i class=\"footnote\">Dt. 26,10.</i><i>Du sollst niederlegen</i>, darunter ist das Schwingen<sup class=\"footnote-marker\">164</sup><i class=\"footnote\">Der Priester hebt die Erstlinge hoch u. schwingt sie nach den 4 Himmelsrichtungen u. nach oben u. unten.</i>zu verstehen. Du sagst das Schwingen, vielleicht ist dem nicht so, sondern das Niederlegen, in der wörtlichen Bedeutung? Wenn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">165</sup><i class=\"footnote\">Dt. 26,4.</i><i>er lege nieder</i>, so ist ja schon vom Niederlegen die Rede, somit ist unter <i>du sollst niederlegen</i> das Schwingen zu verstehen. –",
"Wer ist der Autor, der gegen R. Jehuda streitet? – Es ist R. Elie͑zer b. Ja͑qob; denn es wird gelehrt :<sup class=\"footnote-marker\">165</sup><i class=\"footnote\">Dt. 26,4.</i><i>Der Priester nehme den Korb aus deiner Hand</i>, dies lehrt, daß die Erstlinge des Schwingens benötigen – so R. Elie͑zer b. Ja͑qob<sup class=\"footnote-marker\">166</sup><i class=\"footnote\">Er folgert dies also aus einem anderen Schriftverse.</i>. – Was ist der Grund des R. Elie͑zer b. Ja͑qob? –",
"Er folgert dies aus [dem Worte] <i>Hand</i>, das auch beim Heilsopfer gebraucht wird; hier heißt es: <i>der Priester nehme den Korb aus deiner Hand</i>, und dort<sup class=\"footnote-marker\">167</sup><i class=\"footnote\">Lev. 7,30.</i>heißt es: <i>seine Hände sollen die Feueropfer des Herrn bringen;</i> wie hier der Priester, ebenso auch dort der Priester, und wie dort der Eigentümer, ebenso auch hier der Eigentümer. Auf welche Weise? Der Priester lege seine Hände unter die Hände des Eigentümers und schwinge.",
"Raba b. Ada sagte im Namen R. Jiçḥaqs:"
],
[
"Von wann ab ist man wegen der Erstlinge<sup class=\"footnote-marker\">168</sup><i class=\"footnote\">Wenn ein Gemeiner sie gegessen hat.</i>strafbar? Sobald sie die Front des Tempels gesehen haben. Also nach dem Autor der folgenden Lehre: R. Elie͑zer sagte: Wenn von den Erstlingen ein Teil außerhalb und ein Teil innerhalb [des Tempelhofes] sich befindet, so gelten diejenigen, die sich außerhalb befinden, in jeder Hinsicht als Profanes, und die sich innerhalb befinden, in jeder Hinsicht als Heiliges.",
"R. Šešeth sagte: Bei den Erstlingen ist das Niederlegen unerläßlich, nicht aber ist das Lesen [der Eulogie] unerläßlich.",
"Also nach dem Autor der folgenden Lehre: R. Jose bekundete drei Dinge im Namen von drei Ältesten. R. Jišma͑él sagte: Man könnte glauben, man dürfe in der Jetztzeit den zweiten Zehnten nach Jerušalem bringen und ihn da [unausgelöst] essen. Dies wäre durch einen Schluß zu folgern: das Erstgeborene benötigt des Hinbringens nach der Stätte<sup class=\"footnote-marker\">169</sup><i class=\"footnote\">Jerušalem, mit Beibehaltung der in der Schrift gebrauchten Bezeichnung.</i>, und ebenso benötigt auch der zweite Zehnt des Hinbringens nach der Stätte, wie nun das Gesetz vom Erstgeborenen nur zur Zeit des Tempels Geltung hat, ebenso auch [die Auslösung] des Zehnten nur zur Zeit des Tempels.",
"[Wenn man einwendet:] wohl das Erstgeborene, weil bei diesem Blutsprengen und Darbringung der Opferteile auf dem Altar erforderlich<sup class=\"footnote-marker\">170</sup><i class=\"footnote\">Somit kann dieses Gesetz nur zur Zeit des Tempels Geltung haben.</i>ist, so beweisen die Erstlinge [das Entgegengesetzte<sup class=\"footnote-marker\">171</sup><i class=\"footnote\">Auch dieses Gesetz gilt nur zur Zeit des Tempels.</i>. Doch ist zu erwidern:] wohl die Erstlinge, die des Niederlegens<sup class=\"footnote-marker\">172</sup><i class=\"footnote\">Vor dem Altar.</i>nicht benötigen.",
"Daher heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">173</sup><i class=\"footnote\">Dt. 14,23.</i><i>du sollst essen vor dem Herrn, deinem Gott &amp;c.;</i> er vergleicht also den Zehnten mit den Erstgeborenen, wie [das Gesetz vom] Erstgeborenen nur zur Zeit des Tempels Geltung hat, ebenso auch [die Auslösung des] Zehnten nur zur Zeit des Tempels. Wenn dem nun so<sup class=\"footnote-marker\">174</sup><i class=\"footnote\">Daß der Genuß der Erstlinge vom Lesen der Eulogie abhängig sei.</i>wäre, so sollte er doch eingewandt haben: wohl die Erstlinge, weil sie des Lesens [der Eulogie] und des Niederlegens benötigen.",
"R. Aši erwiderte: Wenn man auch zugibt, daß es nicht unerläßlich ist, so ist es ja aber immerhin Gebot, somit könnte er dies ja auch auf Grund des Gebotes eingewandt haben!? Vielmehr, sagte R. Aši, da auch der Proselyt die Erstlinge darbringen muß, der sagen müßte :<sup class=\"footnote-marker\">175</sup><i class=\"footnote\">Dt. 26,3.</i><i>das der Herr unseren Vorfahren durch einen Schwur verheißen hat</i>, was er doch nicht kann, so wäre [dieser Einwand] nicht stichhaltig. –",
"Sollte er doch das Resultat<sup class=\"footnote-marker\">176</sup><i class=\"footnote\">Erstlinge und Erstgeborenes gleichen in ihren Einzelheiten einander nicht, das Gemeinsame bei beiden ist aber, daß man sie nach Jerušalem bringen muß u. sie haben nur zur Zeit des Tempels Geltung, somit hat auch der zweite Zehnt, den man ebenfalls nach J. bringen muß, nur zur Zeit des Tempels Geltung.</i> zusammengefaßt und [einen Schluß] durch das Gemeinsame<sup class=\"footnote-marker\">176</sup><i class=\"footnote\">Erstlinge und Erstgeborenes gleichen in ihren Einzelheiten einander nicht, das Gemeinsame bei beiden ist aber, daß man sie nach Jerušalem bringen muß u. sie haben nur zur Zeit des Tempels Geltung, somit hat auch der zweite Zehnt, den man ebenfalls nach J. bringen muß, nur zur Zeit des Tempels Geltung.</i>an ihnen gefolgert haben!? – Dagegen wäre zu erwidern: das Gemeinsame bei ihnen ist, daß beide zum Altar gelangen<sup class=\"footnote-marker\">177</sup><i class=\"footnote\">Was aber beim 2. Zehnten nicht der Fall ist.</i>. –",
"Welcher Ansicht ist er: ist er der Ansicht, die erste Heiligung<sup class=\"footnote-marker\">178</sup><i class=\"footnote\">Des Jisraéllandes.</i>galt sowohl für die damalige Zeit als auch für die Zukunft<sup class=\"footnote-marker\">179</sup><i class=\"footnote\">Auch wenn kein Tempel vorhanden ist.</i>, so sollte dies auch hinsichtlich des Erstgeborenen gelten, und ist er der Ansicht, die erste Heiligung galt nur für die damalige Zeit und nicht für die Zukunft, so sollte es ihm auch hinsichtlich des Erstgeborenen fraglich<sup class=\"footnote-marker\">180</sup><i class=\"footnote\">Ob es hinzubringen ist, während er es hinsichtlich des 2. Zehnten fragt und von diesem folgert; andere Texte haben: so sollte dies auch hinsichtlich des 2. Zehnten gellen.</i>sein!?",
"Rabina erwiderte: Tatsächlich ist er der Ansicht, [die erste Heiligung] galt für die damalige Zeit und für die Zukunft, nur handelt es sich hier um ein Erstgeborenes, dessen Blut vor der Zerstörung des Tempels gesprengt wurde, und der Tempel darauf zerstört worden und das Fleisch noch vorhanden ist. Man vergleiche das Fleisch mit dem Blute: wie zum [Sprengen des] Blutes der Altar erforderlich ist, ebenso ist zum [Genüsse des] Fleisches der Altar erforderlich, und ferner vergleiche man den Zehnten mit dem Erstgeborenen. –",
"Kann man denn von dem, was durch Vergleichung gefolgert wird, anderes durch Vergleichung folgern!? – Der Getreidezehnt ist Profanes<sup class=\"footnote-marker\">181</sup><i class=\"footnote\">Da er von Gemeinen gegessen wird; die oben erwähnte Regel gilt nur vom Geheiligten.</i>. –"
],
[
"Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, man richte sich hierbei nach dem, was gefolgert wird, wie ist es aber zu erklären nach demjenigen, welcher sagt, man richte sich hierbei nach dem, wovon gefolgert wird!? –",
"Das Blut und das Fleisch gehören zusammen<sup class=\"footnote-marker\">182</sup><i class=\"footnote\">Somit ist es nur eine Folgerung: hinsichtlich des Zehnten vom Erstgeborenen.</i>.",
"H<small>OCHHEILIGES</small> &amp;<small>C</small>. Dies<sup class=\"footnote-marker\">183</sup><i class=\"footnote\">Daß wegen des Essens vom 2. Zehnten außerhalb J.s zu geißeln ist.</i>haben wir ja bereits gelernt: zweiten Zehnten und Heiliges, die nicht ausgelöst worden sind!? R. Jose b. Hanina erwiderte: Die zweite Lehre handelt von dem Falle, wenn ein Reiner reinen zweiten Zehnten außerhalb der Stadtmauer gegessen hat, und die erste Lehre handelt von dem Falle, wenn ein Unreiner [reinen, oder ein Reiner] unreinen zweiten Zehnten in Jerušalem [unausgelöst] gegessen hat. –",
"Woher, daß man dabei wegen [Essens in] Unreinheit strafbar ist? – Es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagte :<sup class=\"footnote-marker\">184</sup><i class=\"footnote\">Dt. 26,14.</i><i>Ich habe nichts davon in Unreinheit fortgeschafft</i>, einerlei ob ich unrein und dieser rein, oder ich rein und dieser unrein war. Wo das Verbot des Essens [in Unreinheit] sich befindet, weiß ich nicht<sup class=\"footnote-marker\">185</sup><i class=\"footnote\">Die Barajtha wird hier durch die folgende Frage unterbrochen.</i>. –",
"Von der Unreinheit des Körpers heißt es ja ausdrücklich :<sup class=\"footnote-marker\">186</sup><i class=\"footnote\">Lev. 22,6.</i><i>wer solches berührt, ist unrein bis zum Abend und darf nichts Heiliges essen</i>!? – Vielmehr, woher dies von der Unreinheit [des Zehnten] selber.",
"Hierbei<sup class=\"footnote-marker\">187</sup><i class=\"footnote\">Beim 2. Zehnten, Dt. 12,17.</i>heißt es: <i>du darfst in deinen Ortschaften nicht essen</i>, und dort<sup class=\"footnote-marker\">188</sup><i class=\"footnote\">Beim gebrechenbehafteten Erstgeborenen, Dt. 15,22.</i>heißt es: <i>in deinen Ortschaften sollst du es essen, rein oder unrein</i>.",
"Ferner wurde in der Schule R. Jišma͑éls gelehrt: Ein Unreiner und ein Reiner dürfen davon ohne Rückhalt aus einer Schüssel<sup class=\"footnote-marker\">189</sup><i class=\"footnote\">In diesem l alle übertragen Speise u. Person die Unreinheit auf einander.</i>essen. Und der Allbarmherzige sagt, das Essen in Unreinheit, das ich dir hierbei<sup class=\"footnote-marker\">190</sup><i class=\"footnote\">Beim gebrechenbehafteten Erstgeborenen. Manche lesen <span dir=\"rtl\">בכור</span> statt <span dir=\"rtl\">טהור</span>.</i>erlaubt habe, ist dort<sup class=\"footnote-marker\">191</sup><i class=\"footnote\">Beim 2. Zehnten.</i> verboten. –",
"Woher, daß solcher ausgelöst werden kann? –",
"R. Elea͑zar sagte: Woher, daß man den zweiten Zehnten, wenn er unrein wird, auch in Jerušalem auslösen kann? Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">192</sup><i class=\"footnote\">Dt. 14,24.</i><i>wenn du es nicht tragen kannst</i>, und unter ‘tragen’ ist ‘essen’ zu verstehen, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">193</sup><i class=\"footnote\">Gen. 43,34.</i><i>er ließ ihnen von ihm her Tischgaben auftragen</i>.",
"R. Bebaj sagte im Namen R. Asis: Woher, daß man den zweiten Zehnten auslösen kann, selbst wenn er sich nur einen Schritt außerhalb der Stadtmauer<sup class=\"footnote-marker\">194</sup><i class=\"footnote\">Obgleich es in der Schrift heißt: wenn dir der Weg zu lang sein sollte.</i>befindet? Es heißt: <i>wenn du es nicht tragen kannst</i><sup class=\"footnote-marker\">195</sup><i class=\"footnote\">Man braucht ihn auch einen Schritt nicht zu tragen.</i>. – Dieser [Schriftvers] ist ja für die Lehre R. Elea͑zars nötig!? –",
"Es könnte ja heißen: nicht essen kannst, und es heißt: tragen. – Vielleicht deutet er nur auf diese Lehre!? – Es könnte ja heißen: nicht anfassen kannst, wenn es aber tragen heißt, so ist hieraus beides zu entnehmen.",
"R. Ḥananja und R. Hoša͑ja saßen vor dem Tore von Jerušalem und warfen folgende Frage auf: Selbstverständlich hat, wenn er außerhalb und sein Gepäck<sup class=\"footnote-marker\">196</sup><i class=\"footnote\">Mit dem 2. Zehnten.</i>innerhalb sich befindet, die Mauer es aufgenommen<sup class=\"footnote-marker\">197</sup><i class=\"footnote\">Er kann nicht mehr ausgelöst werden.</i>; wie ist es aber, wenn er innerhalb und sein Gepäck außerhalb<sup class=\"footnote-marker\">198</sup><i class=\"footnote\">Dh. wenn er es selbst trägt u. nur mit seinem Körper die Grenze überschritten hat.</i>sich befindet!? –",
"Da rezitierte ihnen ein Greis [eine Lehre] aus der Schule des R. Šimo͑n b. Joḥaj :<sup class=\"footnote-marker\">199</sup><i class=\"footnote\">Dt. 14,24.</i><i>Wenn die Stätte zu weit von dir entfernt ist</i>, von deiner ganzen Ausdehnung<sup class=\"footnote-marker\">200</sup><i class=\"footnote\">Samt dem Gepäck, das man bei sich trägt.</i>.",
"R. Papa fragte: Wie ist es, wenn man es an einem Stabe<sup class=\"footnote-marker\">201</sup><i class=\"footnote\">Das Gepäck selbst aber nicht mit dem Körper in Berührung kommt.</i>trägt? – Dies bleibt unentschieden.",
"R. Asi sagte im Namen R. Joḥanans: Von wann ab ist man wegen des zweiten Zehnten<sup class=\"footnote-marker\">202</sup><i class=\"footnote\">Wenn man ihn, nachdem er sich in J. befunden hatte, außerhalb gegessen hat.</i>strafbar? Sobald er die Stadtmauer gesehen<sup class=\"footnote-marker\">203</sup><i class=\"footnote\">Dh. sich innerhalb derselben befunden hat.</i>hat. – Aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">204</sup><i class=\"footnote\">Dt. 12,18.</i><i>vor dem Herrn, deinem Gott</i>, und ferner heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">205</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 17.</i><i>du darfst es nicht in deinen Ortschaften essen;</i> wo der Schriftvers: <i>vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du es essen</i>, Geltung hat, gilt auch der Schriftvers: <i>du darfst es nicht in deinen Ortschaften essen</i>, und wo der Schriftvers: <i>vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du es essen</i>, keine Geltung<sup class=\"footnote-marker\">206</sup><i class=\"footnote\">Wenn der 2. Zehnt sich innerhalb der Stadtmauer noch nicht befunden hat.</i>hat, gilt auch nicht der Schriftvers: <i>du darfst es in deinen Ortschaften nicht essen</i>.",
"Man wandte ein: R. Jose sagte: Wenn einem Priester eine Feige von Unverzehntetem in die Hand gekommen ist und er bestimmt<sup class=\"footnote-marker\">207</sup><i class=\"footnote\">Auch der Priester darf Unverzehntetes nicht essen; er muß daher einzelne Teile als priesterliche Abgaben bezeichnen.</i>hat: die Hebe dieser Feige befinde sich am Stengel, der erste Zehnt an der Nordseite und der zweite Zehnt an der Südseite, und diese, wenn es ein Jahr ist, in dem der zweite Zehnt abgesondert wird, in Jerušalem, oder in dem der Armenzehnt abgesondert wird, in der Provinz sich befindet, so ist er, wenn er sie gegessen hat,"
],
[
"einmal zu geißeln<sup class=\"footnote-marker\">208</sup><i class=\"footnote\">Weil auch vom ersten Zehnten eine Hebe (<span dir=\"rtl\">תרומת מעשר</span>) abgesondert werden muß (vgl. Bd. I S. 316 Anm. 5).</i> ;",
"wenn ein Gemeiner sie gegessen hat, so ist er zweimal<sup class=\"footnote-marker\">209</sup><i class=\"footnote\">Wegen der Hebe u. wegen des ersten Zehnten.</i>zu geißeln; hätte er sie aber vorher<sup class=\"footnote-marker\">210</sup><i class=\"footnote\">Dh. ohne irgend welche Bestimmung.</i>gegessen, wäre er nur einmal<sup class=\"footnote-marker\">211</sup><i class=\"footnote\">Wegen des Essens von Unverzehntetem.</i>,zu geißeln.",
"Also nur dann, wenn sie sich in Jerušalem befindet, wenn aber in der Provinz, so würde er dreimal zu geißeln sein, obgleich sie nicht die Stadtmauer noch gesehen hat!? – Wenn sie [in Jerušalem] war und herausgebracht worden ist. –",
"Wozu braucht er dies demnach zu lehren!? – Hier handelt es sich um den Fall, wenn sie unverzehntet hineingebracht worden ist, denn er ist der Ansicht, nicht abgesonderte Abgaben gelten als abgesondert<sup class=\"footnote-marker\">212</sup><i class=\"footnote\">Der Teil, der später 2. Zehnt werden soll, gilt schon vor der Absonderung als solcher.</i>. –",
"Ist R. Jose denn der Ansicht, nicht abgesonderte Abgaben gelten als abgesondert, es wird ja gelehrt: R. Šimo͑n b. Jehuda sagte im Namen R. Joses: Die Schale Šammajs und die Schule Hillels stimmen überein, daß man den zweiten Zehnten von Früchten, die unfertig<sup class=\"footnote-marker\">213</sup><i class=\"footnote\">Dh. bevor sie zehntpflichtig waren; cf. Mas. 1,5.</i>in Jerušalem waren, auslösen und überall essen darf,",
"sie streiten nur über Früchte, die fertig in Jerušalem waren; die Schule Šammajs sagt, man bringe den zweiten Zehnten zurück nach Jerušalem und esse ihn da, und die Schule Hillels sagt, man dürfe ihn auslösen und überall essen. Wenn man nun sagen wollte, nicht abgesonderte Abgaben gelten als abgesondert, so sollte ihn doch die Mauer aufgenommen<sup class=\"footnote-marker\">214</sup><i class=\"footnote\">Es ist anzunehmen, daß RJ. der Ansicht der Hillelschen Schule ist, nach der überall entschieden wird.</i>haben!?",
"Rabba erwiderte: Hinsichtlich des Essens<sup class=\"footnote-marker\">215</sup><i class=\"footnote\">Des 2. Zehnten.</i>ist die Mauer Vorschrift der Tora, hinsichtlich der Aufnahme ist sie eine Bestimmung der Rabbanan, und die Bestimmung der Rabbanan erstreckt sich nun auf den Fall, wenn [der Zehnt] gesondert ist, nicht aber, wenn er im Unverzehnteten enthalten ist.",
"Rabina erklärte: Wenn man sie<sup class=\"footnote-marker\">216</sup><i class=\"footnote\">Die Feige, über welche oben verhandelt wird.</i>an einem Stabe hält; somit ist hieraus die Frage R. Papas<sup class=\"footnote-marker\">217</sup><i class=\"footnote\">Vgl. Anm. 201.</i>zu entscheiden.",
"<b>W</b><small>ER SICH EINE</small> G<small>LATZE AM</small> K<small>OPFE</small><sup class=\"footnote-marker\">218</sup><i class=\"footnote\">Als Zeichen der Trauer über einen Toten; cf. Dt. 14,1.</i><small>SCHERT, ODER DIE</small> S<small>CHLÄFENWINKEL SEINES</small> H<small>AUPTHAARES</small><sup class=\"footnote-marker\">219</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 19,27.</i><small>RUNDSTUTZT, ODER DIE</small> E<small>CKE SEINES</small> B<small>ARTES</small><sup class=\"footnote-marker\">219</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 19,27.</i> <small>VERSTÜMMELT, ODER WEGEN EINES</small> T<small>OTEN EINE</small> E<small>INKRATZUNG AM</small> L<small>EIBE</small><sup class=\"footnote-marker\">220</sup><i class=\"footnote\">Cf. ib. V. 28.</i> <small>MACHT, IST STRAFBAR</small>. <sup>v</sup> W<small>ER EINE</small> E<small>INKRATZUNG WEGEN FÜNF</small> T<small>OTEN, ODER FÜNF</small> E<small>INKRATZUNGEN WEGEN EINES</small> T<small>OTEN MACHT, IST WEGEN JEDER BESONDERS STRAFBAR</small>.",
"[M<small>AN IST STRAFBAR</small>] <small>WEGEN DES</small> H<small>AUPTHAARES ZWEIMAL: EINMAL WEGEN DER EINEN</small> S<small>EITE UND EINMAL WEGEN DER ANDEREN</small> S<small>EITE; WEGEN DES</small> B<small>ARTES: ZWEIMAL WEGEN DER EINEN</small> S<small>EITE, ZWEIMAL WEGEN DER ANDEREN</small> S<small>EITE UND EINMAL WEGEN DER UNTEREN</small> [E<small>CKE</small>]. R. E<small>LIE͑ZER SAGTE</small>: H<small>AT MAN IHN MIT EINEM</small> M<small>AL ABGENOMMEN, SO IST MAN NUR EINMAL STRAFBAR</small>.",
"M<small>AN IST NUR DANN STRAFBAR, WENN MAN IHN MIT EINEM</small> S<small>CHERMESSER ABGENOMMEN HAT</small> ; R. E<small>LIE͑ZER SAGT, MAN SEI STRAFBAR, AUCH WENN MAN IHN MIT EINER</small> Z<small>ANGE ODER MIT EINER</small> F<small>EILE ABGENOMMEN HAT</small>.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten :<sup class=\"footnote-marker\">221</sup><i class=\"footnote\">Lev. 21,5.</i><i>sie sollen sich keine Glatze scheren;</i> man könnte glauben, auch wer sich vier oder fünf Glatzen schert, sei nur einmal ¡strafbar, so heißt es <i>Glatze</i>, und, dies<sup class=\"footnote-marker\">222</sup><i class=\"footnote\">Neben dem Verb <span dir=\"rtl\">יקרחו</span> ist das W. <span dir=\"rtl\">קרחה</span> überflüssig.</i>besagt, daß man wegen jeder Glatze besonders strafbar sei.<sup class=\"footnote-marker\">221</sup><i class=\"footnote\">Lev. 21,5.</i><i>An ihrem Kopfe;</i> worauf deutet dies? Da es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">223</sup><i class=\"footnote\">Dt. 1,14.</i><i>ihr sollt euch wegen eines Toten keine Einritzungen machen, noch zwischen euren Augen eine Glatze scheren</i>, so könnte man glauben, man sei strafbar nur, wenn man sie zwischen den Augen geschoren hat, woher nun, daß der ganze Kopf einbegriffen ist? Es heißt: <i>an ihrem Kopfe</i>, dies schließt den ganzen Kopf ein.",
"Ich weiß dies nur von Priestern, denen die Schrift mehr Gebote auferlegt hat, woher dies von Jisraéliten?",
"Hier heißt es <i>Glatze</i> und dort heißt es ebenfalls <i>Glatze</i>, wie man nun hier<sup class=\"footnote-marker\">224</sup><i class=\"footnote\">Beim Gesetze für die Priester (Lev. 21,5); so rieht. nach Handschriften.</i>wegen jeder Glatze besonders strafbar ist, auch wegen des ganzen Kopfes wie wegen einer zwischen den Augen, ebenso ist man dort<sup class=\"footnote-marker\">225</sup><i class=\"footnote\">Beim Gesetze für ganz Jisraél (Dt. 14,1).</i>wegen jeder Glatze besonders strafbar, auch wegen des ganzen Kopfes, wie wegen einer zwischen den Augen; und wie dort in dem Falle, wenn es wegen eines Toten erfolgt, ebenso hier in dem Falle, wenn es wegen eines Toten erfolgt. –",
"Wie soll er sich die vier oder fünf Glatzen geschoren haben: wenn hintereinander, bei fünf Warnungen, so ist dies ja selbstverständlich;"
],
[
"wenn aber mit einem Male, bei einer Warnung, wieso ist er wegen jeder [besonders] strafbar!? Wir haben ja gelernt: Wenn ein Nazir<sup class=\"footnote-marker\">226</sup><i class=\"footnote\">Cf. Num. 6,2ff.</i>den ganzen Tag Wein getrunken hat, so ist er nur einmal strafbar; wenn man aber wiederholt zu ihm gesagt hat, daß er nicht trinke, und er trotzdem getrunken hat, so ist er wegen jedes Males besonders strafbar. – Hier handelt es sich um den Fall, wenn er die fünf Finger [mit Rasiersalbe] bestrichen hat und mit einem Mal [über den Kopf] gefahren ist; die Warnung gilt dann für jede [Glatze] besonders.",
"Welche Größe muß die Glatze<sup class=\"footnote-marker\">227</sup><i class=\"footnote\">Um strafbar zu sein.</i>haben? R. Hona sagte: Daß sie vom Kopfe absticht. R. Joḥanan sagte im Namen des R. Elie͑zer b. R. Šimo͑n: Wie ein Graupenkorn. Hierüber [streiten] auch folgende Tannaím: Welche Größe muß die Glatze haben? [Wie ein Graupenkorn;] manche sagen, daß sie vom Kopfe absticht.",
"R. Jehuda b. Ḥabiba sagte: Hierüber streiten drei Tannaím; einer sagt: wie ein Graupenkorn, einer sagt: daß sie vom Kopfe absticht, und einer sagt: wie zwei Haare. Mancher läßt fort [die Ansicht:] wie zwei Haare, und fügt hinzu: wie eine Linse. Als Merkzeichen diene dir: ein Aussatzfleck wie ein Graupenkorn und eine Wunde wie eine Linse<sup class=\"footnote-marker\">228</sup><i class=\"footnote\">Satz aus einer Mišna im Traktate Negaim.</i>.",
"Es wird gelehrt: Wer am Šabbath eine Schere voll [Haare] abnimmt, ist strafbar. – Wieviel heißen eine Schere voll? R. Jehuda erwiderte: Zwei. – Es wird ja aber gelehrt: zwei hinsichtlich der Glatze!? – Lies: ebenso zwei hinsichtlich der Glatze.",
"Ebenso wird auch gelehrt: Wer am Šabbath eine Schere voll [Haare] abnimmt, ist strafbar. Wieviel heißen eine Schere voll? Zwei; R. Elie͑zer sagt, eines. Die Weisen pflichten jedoch R. Elie͑zer bei, daß man, wenn man weiße aus schwarzen herausliest, schon wegen eines strafhar<sup class=\"footnote-marker\">229</sup><i class=\"footnote\">Weil man darauf Gewicht legt, somit gilt dies als am Šabbath verbotene Arbeit.</i>sei. Dies ist sogar wochentags verboten, wegen :<sup class=\"footnote-marker\">230</sup><i class=\"footnote\">Dt. 22,5.</i><i>ein Mann soll keine Weiberkleider anziehen</i><sup class=\"footnote-marker\">231</sup><i class=\"footnote\">Zu welchen auch Putzmittel mitgezählt werden.</i>.",
"O<small>DER DIE</small> S<small>CHLÄFENWINKEL SEINES</small> H<small>AUPTHAARES RUNDSTUTZT</small>. Die Rabbanan lehrten: Die Schläfenwinkel des Haupthaares, [das heißt:] der Abschluß des Haupthaares. Was heißt ‘Abschluß des Haupthaares’? Wenn man die Schläfen mit den Teilen hinter den Ohren und der Stirn gleichmacht<sup class=\"footnote-marker\">232</sup><i class=\"footnote\">Indem man das Schläfenhaar wegschneidet.</i>.",
"Ein Schüler rezitierte vor R. Ḥisda: Sowohl der Rundstutzende als auch der Rundgestutzte ist zu geißeln. Dieser entgegnete ihm: Wer Datteln aus einem Siebe gegessen hat, sollte gegeißelt werden<sup class=\"footnote-marker\">233</sup><i class=\"footnote\">Der Gestutzte hat ja nichts getan.</i>!? Wenn man dich aber fragt: nach wessen Ansicht? [so sage:] nach R. Jehuda, welcher sagt, wegen eines Verbotes, durch das keine Tätigkeit ausgeübt wird, sei zu geißeln.",
"Raba erklärte: Wenn jemand sich selber<sup class=\"footnote-marker\">234</sup><i class=\"footnote\">Er ist dann 2mal zu geißeln, wegen des Stutzens und wegen des Gestutztwerdens.</i>rundstutzt, nach aller Ansicht. R. Aši erklärte: Wenn er mithilft, nach aller Ansicht.",
"O<small>DER DIE</small> E<small>CKEN SEINES</small> B<small>ARTES VERSTÜMMELT</small>. Die Rabbanan lehrten: Die Ecken seines Bartes, [das heißt:] den Abschluß seines Bartes. Was heißt ‘Abschluß des Bartes’? Die ganze Rundung des Bartes.",
"E<small>INE</small> E<small>INKRATZUNG MACHT</small> &amp;<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten :<sup class=\"footnote-marker\">235</sup><i class=\"footnote\">Lev. 19,28.</i><i>Einkratzungen macht</i>, man könnte glauben, [man sei strafbar,] auch wenn man es getan hat, weil ihm sein Haus eingestürzt oder sein Schiff im Meere untergegangen ist, so heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">235</sup><i class=\"footnote\">Lev. 19,28.</i><i>wegen eines Toten;</i> man ist nur dann strafbar, wenn es wegen eines Toten erfolgt ist. Woher, daß man, wenn man wegen eines Toten fünf Einkratzungen gemacht hat, wegen einer jeden besonders strafbar sei? Es heißt: <i>und Einkratzungen</i>, dies lehrt, daß man wegen jeder Einkratzung besonders strafbar sei.",
"R. Jose sagte: Woher, daß man, wenn man eine Einkratzung wegen fünf Toten gemacht hat, wegen eines jeden besonders strafbar sei? Es heißt: <i>wegen eines Toten;</i> dies lehrt, daß man wegen eines jeden Toten besonders strafbar sei. –",
"Dies schließt ja also den Fall aus, [wenn es erfolgt,] weil ihm sein Haus eingestürzt oder sein Schiff im Meere untergegangen ist!? –"
],
[
"R. Jose ist der Ansicht, Einkratzungen und Einritzungen seien dasselbe, und bei den [letzteren] heißt es: <i>wegen eines Toten</i>.",
"Šemuél sagte: Wer Einkratzungen mit einem Geräte macht, ist strafbar. Man wandte ein: Einkratzungen und Einritzungen sind dasselbe, nur erfolgen Einkratzungen mit der Hand und Einritzungen mit einem Geräte<sup class=\"footnote-marker\">236</sup><i class=\"footnote\">Demnach ist man frei, wenn man sich Einritzungen mit der Hand oder Einkratzungen mit einem Geräte beigebracht hat.</i>!? – Er ist der Ansicht R. Joses.",
"Ein Jünger rezitierte vor R. Joḥanan: Wegen eines Toten ist man strafbar, einerlei ob mit der Hand oder mit einem Geräte; wegen eines Götzen<sup class=\"footnote-marker\">237</sup><i class=\"footnote\">Wenn er auf diese Weise verehrt wird.</i>ist man strafbar, wenn mit der Hand, und frei, wenn mit einem Geräte. – In der Schrift heißt es ja aber entgegengesetzt:<sup class=\"footnote-marker\">238</sup><i class=\"footnote\">iReg. 18,28.</i><i>und sie machten sich nach ihrer Weise Einritzungen mit Schwertern und Spießen</i>!? – Sage vielmehr: frei, wenn mit der Hand, und strafbar, wenn mit einem Geräte.",
"M<small>AN IST STRAFBAR WEGEN DES</small> H<small>AUPTHAARES</small>. R. Šešeth zeigte auf die Verbindungsstelle des Schädels<sup class=\"footnote-marker\">239</sup><i class=\"footnote\">Die Verbindungsstelle zwischen dem Keil- und dem Schläfenbein.</i>. W<small>EGEN DES</small> B<small>ARTES: ZWEIMAL WEGEN DER EINEN</small> S<small>EITE, ZWEIMAL WEGEN DER ANDEREN</small> S<small>EITE UND EINMAL WEGEN DER UNTEREN</small> [E<small>CKE</small>] R. Šešeth zeigte auf die Teilungen des Bartes.",
"R. E<small>LIE͑ZER SAGTE</small> : H<small>AT MAN IHN ABGENOMMEN</small> &amp;<small>C</small>. Er ist der Ansicht, es sei nur ein Verbot.",
"M<small>AN IST NUR DANN STRAFBAR, WENN MAN IHN MIT EINEM</small> S<small>CHERMESSER ABGENOMMEN HAT</small>. Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">240</sup><i class=\"footnote\">Lev. 21,5.</i><i>Und den Rand ihres Bartes sollen sie nicht scheren;</i> man könnte glauben, man sei strafbar, auch wenn man ihn mit einer Schere abgenommen hat, so heißt es: <i>nicht verstümmeln</i>. Da nun das Verstümmeln ein Verbot ist, so könnte man glauben, man sei strafbar, auch wenn man ihn mit einer Zange oder einer Feile abgenommen hat, so heißt es: <i>nicht scheren;</i>",
"welches Gerät schert und verstümmelt? Das Schermesser.",
"R. E<small>LIE͑ZER SAGT, MAN SEI STRAFBAR, AUCH WENN MAN IHN MIT EINER</small> Z<small>ANGE ODER MIT EINER</small> F<small>EILE ABGENOMMEN HAT</small>. Welcher Ansicht ist er: hält er [vom Schlusse] durch Wortanalogie<sup class=\"footnote-marker\">241</sup><i class=\"footnote\">Das Verbot des Verstümmelns beim Rasieren wird aus einem Schlusse durch Wortanalogie gefolgert; cf. Qid. Fol. 33b.</i>, so sollte doch ein Schermesser erforderlich sein, und hält er nicht [vom Schlusse] durch Wortanalogie, so sollte es doch auch mit einer Schere nicht [strafbar sein]!? –",
"Tatsächlich hält er [vom Schlusse] durch Wortanalogie, nur ist er der Ansicht, diese seien ebenfalls zum Rasieren geeignet.",
"<sup class=\"footnote-marker\">vi</sup> <b>W</b><small>ER</small><sup class=\"footnote-marker\">242</sup><i class=\"footnote\">Fortsetzung der Verbote, die mit der Geißelung bestraft werden.</i>S<small>CHRIFTZEICHEN</small><sup class=\"footnote-marker\">243</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 19,28.</i>[<small>AN SEINEM</small> K<small>ÖRPER</small>] <small>EINÄTZT</small>. H<small>AT ER GESCHRIEBEN UND NICHT EINGEÄTZT, EINGEÄTZT ABER NICHT GESCHRIEBEN, SO IST ER NICHT STRAFBAR; WENN ER GESCHRIEBEN UND EINGEÄTZT HAT, MIT</small> T<small>INTE</small>, S<small>CHWÄRZE ODER WAS SONST</small> [<small>BLEIBEND</small>] <small>ZEICHNET</small>. R. <small>ŠIMO͑N B</small>. J<small>EHUDA SAGTE IM</small> N<small>AMEN</small> R. Š<small>IMO͑NS</small>: E<small>R IST NUR DANN STRAFBAR, WENN ER DA EINEN</small> G<small>OTTESNAMEN GESCHRIEBEN HAT, DENN ES HEISST:</small><sup class=\"footnote-marker\">244</sup><i class=\"footnote\">Lev. 19,28.</i><i>ihr sollt euch nicht Schriftzeichen einätzen, ich bin der Herr</i>.",
"GEMARA. R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Nur wenn er wörtlich geschrieben hat: Ich bin der Herr. Dieser erwiderte ihm: Bar Qappara lebrte, er sei nur dann strafbar, wenn er den Namen eines Götzen eingeätzt hat, denn es heißt: <i>ihr sollt euch nicht Schriftzeichen einätzen ich bin der Herr;</i> ich bin der Herr, aber kein anderer.",
"R. Malkija sagte im Namen des R. Ada b. Ahaba: Es ist verboten, Asche auf eine Wunde zu legen, weil dies den Anschein einer Schriftätzung hat. R. Naḥman, Sohn des R. Iqa, sagte: [Die Lehren] vom Spieße<sup class=\"footnote-marker\">245</sup><i class=\"footnote\">Cf. Beç. Fol. 28b.</i>, von den Sklavinnen<sup class=\"footnote-marker\">246</sup><i class=\"footnote\">Cf. Ket. Fol. 61b.</i>und von den Grübchen<sup class=\"footnote-marker\">247</sup><i class=\"footnote\">Cf. Nid. Fol. 52a.</i>sind von R. Malkiju; die von den Haarlocken<sup class=\"footnote-marker\">248</sup><i class=\"footnote\">Cf, Az. Fol. 29a.</i>, von der Asche und vom Käse<sup class=\"footnote-marker\">240</sup><i class=\"footnote\">Cf. ib. Fol. 29b.</i>sind von R. Malkija.",
"R. Papa sagte: Auf eineMišna oder eineBarajtha bezügliches ist von R. Malkija, selbständige Lehren sind von R. Malkiju. Als Merkzeichen diene dir: die Mišna ist Königin<sup class=\"footnote-marker\">250</sup><i class=\"footnote\">Malketha; ähnlich klingt der Name Malkiju.</i>. – Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen bei [der Lehre von] den Sklavinnen.",
"R. Bebaj b. Abajje war vorsichtig sogar mit einer Wunde<sup class=\"footnote-marker\">251</sup><i class=\"footnote\">Auf diese keine Asche kommen zu lassen.</i>der Schröpflanzette. R. Aši sagte: Ist da eine Wunde, so beweist es ja die Wunde.",
"<b>W</b><small>ENN EIN</small> N<small>AZIR DEN GANZEN</small> T<small>AG</small> W<small>EIN GETRUNKEN HAT, SO IST ER NUR EINMAL STRAFBAR; WENN MAN ABER WIEDERHOLT ZU IHM GESAGT HAT, DASS ER NICHT TRINKEN SOLLE, UND ER TROTZDEM GETRUNKEN HAT, SO IST ER WEGEN JEDES</small> M<small>ALES BESONDERS STRAFBAR</small>. <sup>vii</sup> W<small>ENN ER SICH DEN GANZEN</small> T<small>AG FORTWÄHREND VERUNREINIGT, SO IST ER NUR EINMAL STRAFBAR; WENN MAN ABER WIEDERHOLT ZU IHM GESAGT HAT, DASS ER SICH NICHT VERUNREINIGEN SOLLE, UND ER SICH TROTZDEM VERUNREINIGT HAT, SO IST ER WEGEN JEDES</small> M<small>ALES BESONDERS STRAFBAR</small>. <sup>viii</sup> W<small>ENN ER SICH DEN GANZEN</small> T<small>AG FORTWÄHREND RASIERT, SO IST ER NUR EINMAL STRAFBAR; WENN MAN ABER WIEDERHOLT ZU IHM GESAGT HAT, DASS ER SICH NICHT RASIEREN SOLLE, UND ER SICH TROTZDEM RASIERT HAT, SO IST ER WEGEN JEDES</small> M<small>ALES BESONDERS STRAFBAR</small>.",
"W<small>ENN EINER WÄHREND DES GANZEN</small> T<small>AGES FORTWÄHREND</small> M<small>ISCHGEWEBE ANZIEHT, SO IST ER NUR EINMAL STRAFBAR; WENN MAN ZU IHM ABER WIEDERHOLT GESAGT HAT, DASS ER ES NICHT ANZIEHEN SOLLE, UND ER ES TROTZDEM FORTWÄHREND AUSZIEHT UND ANZIEHT, SO IST ER WEGEN JEDES</small> M<small>ALES BESONDERS STRAFBAR</small>."
],
[
"M<small>ANCHER PFLÜGT EIN</small> B<small>EET UND</small> <small>IST DIESERHALB WEGEN</small> Ü<small>BERTRETUNG VON ACHT</small> V<small>ERBOTEN STRAFBAR</small>. W<small>ENN EIN PRIESTERLICHER</small> N<small>AZIR AN EINEM</small> F<small>ESTE IM</small> S<small>IEBENTJAHRE AUF EINEM UNREINEN</small> P<small>LATZE</small> M<small>ISCHSAAT SÄEND</small> (<small>IM</small> W<small>EINBERG</small>) <small>MIT</small> O<small>CHS UND</small> E<small>SEL DES</small> H<small>EILIGTUMS</small><sup class=\"footnote-marker\">252</sup><i class=\"footnote\">Vgl. Bd. II S. 446 Anm. 86.</i><small>PFLÜGT</small>.",
"<sup class=\"footnote-marker\">ix</sup> Ḥ<small>ANANJA B</small>. Ḥ<small>AKHINAJ SAGTE :</small> E<small>R KANN NOCH</small> M<small>ISCHGEWEBE ANGEHABT HABEN</small>. S<small>IE ERWIDERTEN IHM:</small> D<small>IES GEHÖRT NICHT ZU DIESEM</small><sup class=\"footnote-marker\">253</sup><i class=\"footnote\">Dies hat mit dem Pflügen nichts gemein.</i>R<small>UBRUM</small>. E<small>R ENTGEGNETE IHNEN:</small> A<small>UCH</small> [<small>DAS</small> V<small>ERBOT HINSICHTLICH DES</small>] N<small>AZIRÄERS GEHÖRT NICHT ZU DIESEM</small> R<small>UBRUM</small>.",
"GEMARA. R. Bebaj sagte<sup class=\"footnote-marker\">254</sup><i class=\"footnote\">Eigentl. fragte; nach einer anderen Lesart nicht in Frageform, sondern apodiktisch: nicht wirklich anziehen und ausziehen, sondern wenn man nur den Ärmel usw.</i>im Namen R. Joses: Ist unter anziehen und ausziehen zu verstehen, wenn man es wirklich [auszieht und] anzieht, oder auch, wenn man nur den Ärmel anzieht und abstreift. Da zeigte R. Aḥa, Sohn des R. Iqa: anziehen und Ausziehen. R. Aši sagte: Man ist strafbar, auch wenn man es nur so lange angehabt hat, als man es aus- und anziehen kann<sup class=\"footnote-marker\">255</sup><i class=\"footnote\">Wegen jedermaligen Warnung.</i>.",
"M<small>ANCHER PFLÜGT EIN</small> B<small>EET</small> &amp;<small>C</small>. R. Jannaj sagte: Im Kollegium stimmten sie ab, wer Mischsaat mit Erde bedeckt, sei zu geißeln. R. Joḥanan sprach zu ihnen: Das lehrt ja unsere Mišna: Mancher pflügt ein Beet und ist dieserhalb wegen Übertretung von acht Verboten schuldig. Wenn &amp;c. Mischsaat säend mit Ochs und Esel des Heiligtums pflügt. In welchem Falle kann nun der Pflügende wegen der Mischsaat strafbar sein? Doch wohl, wenn er sie im Gehen mit Erde bedeckt.",
"Dieser erwiderte: Würdest du denn, wenn ich dir die Scherbe nicht aufgehoben hätte, darunter die Perle gefunden haben!? Reš Laqiš sprach zu R. Joḥanan: Hätte ein bedeutender Mann dich [dieserhalb] nicht gelobt, so würde ich gesagt haben, unsere Mišna vertrete die Ansicht R. A͑qibas, welcher sagt, daß auch wegen des Stehenlassens von Mischsaat zu geißeln sei.",
"Es wird nämlich gelehrt: Wer Mischpflanzen jätet oder [Saaten] mit Erde bedeckt, ist zu geißeln. R. A͑qiba sagt, auch wer sie stehen läßt. –",
"Was ist der Grund R. A͑qibas? – Es wird gelehrt :<sup class=\"footnote-marker\">256</sup><i class=\"footnote\">Lev. 19,19.</i><i>Du sollst dein Feld nicht mit Mischsaat besäen</i>; ich weiß dies also nur vom Säen, woher dies vom Stehenlassen? [Es heißt:] <i>Mischsaat in deinem Felde sollst du nicht</i><sup class=\"footnote-marker\">257</sup><i class=\"footnote\">Das W. <span dir=\"rtl\">כלאים</span>, das allerdings zum vorangehenden Satze gehört, steht neben dem W.e <span dir=\"rtl\">שדך</span>; hieraus, daß man in seinem Felde keine Mischfrucht haben darf.</i>.",
"U͑la sprach zu R. Naḥman: Sollte er doch gegeißelt werden auch wegen des Säens<sup class=\"footnote-marker\">258</sup><i class=\"footnote\">Das Säen u. Das Pflügen sind von einander zu trennen.</i>am Feste!? Dieser erwiderte: Manches lehrt er und manches läßt er fort.",
"Jener entgegnete: Der Autor lehrt ‘acht’, und du sagst, manches lehre er und manches lasse er fort!? Raba erwiderte: Eine Trennung der Arbeiten<sup class=\"footnote-marker\">259</sup><i class=\"footnote\">Dh. eine Trennung der Verbote, die bei der Verrichtung einer Arbeit begangen werden.</i>gibt es nur am Šabbath, nicht aber am Feste. Jener sprach: So ist es auch.",
"Abajje wandte gegen ihn ein: Gibt es denn am Fest keine Trennung der Arbeiten, wir haben ja gelernt: Wer [am Feste] eine Spannader<sup class=\"footnote-marker\">260</sup><i class=\"footnote\">Cf. Gen. 32,33.</i>mit Milch kocht und sie ißt, ist fünfmal zu geißeln; er ist zu geißeln wegen des Essens der Spannader, er ist zu geißeln wegen des Kochens<sup class=\"footnote-marker\">261</sup><i class=\"footnote\">Am Feste sind nur nötige Arbeiten erlaubt, u. da das Essen der Spannader verboten ist, so gilt diese Arbeit als unnötig.</i>am Feste, er ist zu geißeln wegen des Kochens der Spannader mit Milch, er ist zu geißeln wegen des Essens von Fleisch mit Milch, und er ist zu geißeln"
],
[
"wegen des Feueranzündens. Wenn dem nun so<sup class=\"footnote-marker\">262</sup><i class=\"footnote\">Daß die Arbeiten nicht getrennt werden; das Feueranzünden gehört zum Kochen.</i>wäre, sollte er wegen des Feueranzündens, das an sich erlaubt ist, nicht strafbar sein!? – Man lasse das Feueranzünden fort und zähle mit [das Essen der Spannader] von einem Aase<sup class=\"footnote-marker\">263</sup><i class=\"footnote\">Man beziehe es auf einen solchen Fall.</i>. –",
"R. [Ḥija] lehrte ja aber, daß zu geißeln sei zweimal wegen des Essens und dreimal wegen des Kochens!? – Lasse vielmehr das Feueranzünden fort und zähle [das Kochen mit] Holz einer Ašera mit, und das Verbot findet sich im folgenden [Schriftverse:]<sup class=\"footnote-marker\">264</sup><i class=\"footnote\">Dt. 13,18.</i><i>nichts soll an deiner Hand kleben bleiben &amp;c</i>.",
"R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: [In diesem Falle] sollte er doch zu geißeln sein auch wegen [des Verbotes :]<sup class=\"footnote-marker\">265</sup><i class=\"footnote\">Ib. 7,26.</i><i>du sollst keinen Greuel in dein Haus bringen</i>!? – Vielmehr, hier handelt es sich um den Fall, wenn er mit Holz des Heiligtums gekocht hat, und das Verbot findet sich im folgenden [Schriftverse:]<sup class=\"footnote-marker\">266</sup><i class=\"footnote\">Ib. 12,3,4.</i><i>verbrennt ihre Ašeras; so dürft ihr aber nicht verfahren mit dem Herrn, eurem Gott</i>.",
"",
"R. Hoša͑ja wandte<sup class=\"footnote-marker\">267</sup><i class=\"footnote\">Die hier folgenden Ein wände beziehen sich auf die Mišna: das Pflügen kann in Fällen vorkommen, in welchen noch mehr Verbote übertreten werden.</i>ein: Sollte er doch auch den Fall mitzählen, wenn jemand im festen Tale<sup class=\"footnote-marker\">268</sup><i class=\"footnote\">Cf. Dt. 21,1ff.</i>säet, und das Verbot findet sich in folgendem [Schriftverse:]<sup class=\"footnote-marker\">269</sup><i class=\"footnote\">Dt. 21,4.</i><i>der nicht bearbeitet und nicht bestellt wird</i>!? –",
"R. Ḥananja wandte ein: Sollte er doch auch das Verwischen des Gottesnamens im Gehen<sup class=\"footnote-marker\">270</sup><i class=\"footnote\">Beim Pflügen.</i>mitzählen, und das Verbot findet sich in folgendem [Schriftverse:]<sup class=\"footnote-marker\">271</sup><i class=\"footnote\">Dt. 12,3.</i><i>ihr sollt ihren Namen vernichten; so dürft ihr aber nicht verfahren mit dem Herrn, eurem Gott</i>!?",
"R. Abahu wandte ein: Sollte er doch auch das Ausschneiden eines Aussatzflecks<sup class=\"footnote-marker\">272</sup><i class=\"footnote\">Dies ist verboten.</i>mitzählen, und das Verbot findet sich in folgendem [Schriftverse:]<sup class=\"footnote-marker\">273</sup><i class=\"footnote\">Dt. 24,8.</i><i>sei vorsichtig mit der Plage des Aussatzes</i>!?",
"Abajje wandte ein: Sollte er doch auch das Loslösen des Brustschildes vom Schulterkleide und das Entfernen der Stangen von der Bundeslade mitzählen, und das Verbot findet sich in folgendem [Schriftverse:]<sup class=\"footnote-marker\">274</sup><i class=\"footnote\">Ex. 25,15 u. ib. 28,28.</i><i>sie sollen nicht entfernt werden</i>, und: <i>das Brustschild soll nicht losgelöst werden</i>!?",
"R. Aši wandte ein: Sollte er doch auch das Pflügen mit einem Holze von einer Ašera mitzählen, und das Verbot findet sich in folgendem [Schriftverse :]<sup class=\"footnote-marker\">275</sup><i class=\"footnote\">Dt. 13,18.</i><i>nichts soll an deiner Hand kleben bleiben</i>!?",
"Rabina wandte ein: Sollte er doch auch das Fällen guter Bäume mitzählen, und das Verbot findet sich in folgendem [Schriftverse:]<sup class=\"footnote-marker\">276</sup><i class=\"footnote\">Ib. 20,19.</i><i>genieße ihre Früchte, sie selbst aber haue nicht um</i>!?",
"R. Zee͑ra sprach zu R. Mani: Sollte er doch auch den Fall mitzählen, wenn er geschworen hat, am Feste nicht zu pflügen!? – Ein solcher Schwur bindet ihn nicht, da er bereits seit [der Gesetzgebung am] Berge Sinaj<sup class=\"footnote-marker\">277</sup><i class=\"footnote\">Dies ist ohnehin verboten.</i>vorgegriffen ist. Jener entgegnete: Wenn er aber geschworen hat, weder an einem Wochentage noch an einem Festtage zu pflügen; in diesem Falle ist ja der Schwur, da er hinsichtlich des Wochentages bindend ist, auch hinsichtlich des Festtages bindend!? – Von dem, was aufgelöst werden<sup class=\"footnote-marker\">278</sup><i class=\"footnote\">Der Schwur kann rückwirkend aufgelöst werden.</i>kann, lehrt er nicht. –",
"Etwa nicht, dies gilt ja vom Heiligen<sup class=\"footnote-marker\">279</sup><i class=\"footnote\">Wenn das geheiligte Tier untauglich wird, wird es in ein anderes eingetauscht.</i> !? – [Er spricht] vom Erstgeborenen<sup class=\"footnote-marker\">280</sup><i class=\"footnote\">Ein solches ist geheiligt geboren.</i>. – Dies ist ja beim Nazir der Fall!? – Ein Nazir wie Šimšon<sup class=\"footnote-marker\">281</sup><i class=\"footnote\">Der als Gott Geweihter geboren wurde.</i>. –",
"Ein Nazir wie Šimšon darf sich ja an Toten verunreinigen!? – Vielmehr, der Autor ist nicht der Ansicht, daß das Verbot einbegreifend<sup class=\"footnote-marker\">282</sup><i class=\"footnote\">Was auch sonst verboten ist; der Schwur, nicht zu pflügen, gilt nicht für die Feiertage.</i>ist.",
"R. Hoša͑ja sagte: Wer einen Stier, der geheiligt war und untauglich geworden ist, belegen läßt, ist zu geißeln. R. Jiçḥaq sagte: Wer einen Stier, der heilig war und untauglich geworden ist, führt<sup class=\"footnote-marker\">283</sup><i class=\"footnote\">Bei der Arbeit, allein oder zusammen mit einem anderen. Es ist verboten, verschiedenartige Tiere zusammen zur Arbeit zu verwenden (cf. Dt. 22,10).</i>, ist zu geißeln; er besteht aus nur einem Körper, und die Schrift behandelt ihn so, als bestehe er aus zwei Körpern<sup class=\"footnote-marker\">284</sup><i class=\"footnote\">Ein solches Tier gilt in einer Hinsicht als profan, indem man es schlachten u. überall essen darf, u. in einer Hinsicht als heilig, indem es zur Sehur u. Arbeit verboten ist.</i>.",
"<sup class=\"footnote-marker\">x</sup> <b>W</b><small>IEVIEL</small> S<small>TREICHE VERABREICHT MAN IHM</small>? V<small>IERZIG WENIGER EINEN, DENN ES HEISST</small>:<sup class=\"footnote-marker\">285</sup><i class=\"footnote\">Dt. 25,2,3.</i><i>an der Zahl vierzig</i>, <small>EINE</small> Z<small>AHL NAHE VIERZIG;</small> R. J<small>EHUDA SAGT, VIERZIG VOLLSTÄNDIG</small>. W<small>O ERHÄLT ER DEN EINEN ÜBERZÄHLIGEN?</small> Z<small>WISCHEN DEN</small> S<small>CHULTERN</small>.",
"<sup>xi,1</sup> M<small>AN SCHÄTZT IHM NUR SO VIEL</small> S<small>TREICHE ZU, DASS SIE SICH DREITEILEN LASSEN</small>. W<small>ENN MAN IHN VIERZIG AUSZUHALTEN GESCHÄTZT HAT, UND NACHDEM ER EINEN</small> T<small>EIL ERHALTEN HAT</small>,"
],
[
"<small>MAN IHN ABERMALS SCHÄTZT, KEINE VIERZIG AUSHALTEN ZU KÖNNEN, SO IST ER FREI</small>. W<small>ENN MAN IHN NUR ACHTZEHN AUSZUHALTEN GESCHÄTZT HAT, UND NACHDEM ER DIESE ERHALTEN HAT, MAN IHN ABERMALS SCHÄTZT, VIERZIG AUSHALTEN ZU KÖNNEN, SO IST ER FREI</small>.",
"GEMARA. Aus welchem Grunde? – Würde es geheißen haben: vierzig an der Zahl, so würde ich gesagt haben, wirklich vierzig an der Zahl, wenn es aber heißt: an der Zahl vierzig, so heißt dies: eine Zahl nahe vierzig. Raba sagte: Wie dumm sind die Leute, die vor einer Torarolle aufstehen, nicht aber vor einem bedeutenden Manne; in der Tora heißt es vierzig, und die Rabbanan kamen und verminderten [diese Zahl] um eine.",
"R. J<small>EHUDA SAGT, VIERZIG VOLLSTÄNDIG</small> &amp;<small>C</small>. R. Jiçḥaq sagte: Was ist der Grund R. Jehudas? Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">286</sup><i class=\"footnote\">Zach. 13,6.</i><i>was bedeuten diese Schläge zwischen deinen Händen? So wird er antworten: Sie kommen vom Hause meiner Lieben</i><sup class=\"footnote-marker\">287</sup><i class=\"footnote\">Die W.e ‘zwischen den Händen’ deuten auf den einen Schlag, den er noch zwischen den Schultern erhält.</i>. – Und die Rabbanan!? – Dieser spricht von [den Schlägen der] Schulkinder.",
"M<small>AN SCHÄTZT IHM NUR SOVIEL</small> S<small>TREICHE ZU, WIE SIE SICH DREITEILEN LASSEN</small> &amp;<small>C</small>. Also nur dann<sup class=\"footnote-marker\">288</sup><i class=\"footnote\">Läßt man ihn frei, wenn man ihn das 2. Mal schätzt, daß er die ihm zugeschätzten Streiche nicht ertragen könne.</i>, wenn er bereits gegeißelt worden ist, sonst aber nicht;",
"ich will auf einen Widerspruch hin weisen: Wenn man ihn vierzig auszuhalten geschätzt hat, und dann abermals, keine vierzig aushalten zu können, so ist er frei; wenn man ihn nur achtzehn auszuhalten geschätzt hat, und darauf abermals, vierzig aushalten zu können, so ist er frei.",
"R. Šešeth erwiderte: Das ist kein Widerspruch; eines in dem Falle, wenn man ihn für denselben Tag geschätzt hat, und eines in dem Falle, wenn man ihn für morgen oder einen anderen Tag geschätzt hat<sup class=\"footnote-marker\">289</sup><i class=\"footnote\">Wenn die 2. Schätzung am selben Tage erfolgt, so wird er nur dann befreit, wenn er einen Teil der Geißelung bereits erhalten hat, nicht aber, wenn er noch keine erhalten hat; da durch die 2. Schätzung festgestellt wird, daß die 1. eine irrtümliche war, so wird sie vollständig aufgehoben. Am 2. Tag dagegen kann sich die Konstitution des Angeklagten geändert haben, somit braucht die 1. Schätzung keine irrtümliche gewesen zu sein; diese ist also rechtskräftig, jedoch kann die Exekution nicht erfolgen.</i>.",
"<b>W</b><small>ENN JEMAND EINE</small> S<small>ÜNDE BEGANGEN HAT, DIE MIT ZWEI</small> V<small>ERBOTEN BELEGT IST, UND MAN IHN WEGEN BEIDER ZUSAMMEN</small> [<small>ZUR</small> G<small>EISSELUNG</small>] <small>GESCHÄTZT HAT, SO IST ER</small> [<small>EINMAL</small>] <small>ZU GEISSELN UND IST DANN FREI; WENN ABER NICHT</small><sup class=\"footnote-marker\">290</sup><i class=\"footnote\">Wenn man ihn zuerst nur wegen des einen Verbotes zur Geißelung geschätzt hat.</i>, <small>SO WIRD ER GEGEISSELT, GEHEILT UND WIEDERUM GEGEISSELT</small>.",
"GEMARA. Es wird ja aber gelehrt, daß man ihn nicht mit einem Male wegen zweier Verbote schätze!?",
"R. Šešeth erwiderte: Das ist kein Einwand, eines, wenn man ihn zu einundvierzig<sup class=\"footnote-marker\">291</sup><i class=\"footnote\">Für das 2. Verbot müssen mindestens 3 Streiche Zurückbleiben, somit erfolgt die Geißelung nur dann für beide Verbote zusammen, wenn er mindestens 42 Streiche aushalten kann.</i>[Streichen] schätzt, und eines, wenn zu zweiundvierzig<sup class=\"footnote-marker\">291</sup><i class=\"footnote\">Für das 2. Verbot müssen mindestens 3 Streiche Zurückbleiben, somit erfolgt die Geißelung nur dann für beide Verbote zusammen, wenn er mindestens 42 Streiche aushalten kann.</i>.",
"<sup class=\"footnote-marker\">xii</sup> <b>A</b><small>UF WELCHE</small> W<small>EISE ERFOLGT DIE</small> G<small>EISSELUNG?</small> M<small>AN BINDET IHM BEIDE</small> H<small>ÄNDE AN EINEN</small> P<small>FAHL NACH DER EINEN UND NACH DER ANDEREN</small> S<small>EITE, UND DER</small> G<small>EMEINDEDIENER ZERRT IHM DIE</small> K<small>LEIDER HERUNTER, MÖGEN SIE AUCH ZERRISSEN ODER AUFGETRENNT WERDEN, BIS ER IHM DAS</small> H<small>ERZ ENTBLÖSST; HINTER IHM BEFINDET SICH EIN</small> S<small>TEIN, AUF DEM DER</small> G<small>EMEINDEDIENER MIT EINEM</small> R<small>IEMEN AUS</small> K<small>ALBLEDER IN DER</small> H<small>AND STEHT</small>. D<small>IESER IST ZUERST DOPPELT UND DANN VIERFACH ZUSAMMENGELEGT, UND ZWEI ANDERE</small> R<small>IEMEN BAUMELN AN DIESEM</small>. D<small>ER</small> G<small>RIFF MASS EINE</small> H<small>ANDBREITE, DIE</small> B<small>REITE EBENFALLS EINE</small> H<small>ANDBREITE; UND DAS</small> E<small>NDE MUSSTE</small><sup class=\"footnote-marker\">292</sup><i class=\"footnote\">Beim Schlagen.</i><small>BIS ZUR</small> M<small>ITTE DES</small> B<small>AUCHES REICHEN</small>.",
"<sup class=\"footnote-marker\">xiii</sup> M<small>AN VERABREICHT IHM DIE</small> S<small>TREICHE EIN</small> D<small>RITTEL VORN UND ZWEI</small> D<small>RITTEL HINTEN, UND ZWAR SCHLÄGT MAN IHN WEDER STEHEND NOCH SITZEND, SONDERN GEBEUGT, DENN ES HEISST:</small> <sup class=\"footnote-marker\">293</sup><i class=\"footnote\">Dt. 28,58,59.</i><i>der Richter soll ihn niederwerfen lassen;</i>",
"<small>DER</small> S<small>CHLAGENDE SCHLÄGT MIT EINER</small> H<small>AND UND MIT DER GANZEN</small> K<small>RAFT</small>. <sup class=\"footnote-marker\">xiv</sup> D<small>ER VORLESER LIEST</small> [<small>DEN</small> S<small>CHRIFTVERS:</small>]<sup class=\"footnote-marker\">294</sup><i class=\"footnote\">Ib. 29,8.</i><i>Wenn du nicht beobachten wirst, auszuüben &amp;c. so wird der Herr auszeichnen deine Schläge und die Schläge &amp;c</i>. S<small>ODANN BEGINNT ER DEN</small> S<small>CHRIFTVERS VON NEUEM</small>. [F<small>ERNER</small> :]<sup class=\"footnote-marker\">294</sup><i class=\"footnote\">Ib. 29,8.</i><i>Ihr sollt beobachten die Worte dieses Bundes &amp;c</i><small></small>. E<small>R SCHLIESST MIT DEM</small> S<small>CHRIFTVERSE</small>:<sup class=\"footnote-marker\">295</sup><i class=\"footnote\">Ps. 78,38.</i><i>Er ist barmherzig und vergibt die Sünde &amp;c</i>., <small>UND BEGINNT DEN</small> S<small>CHRIFTVERS VON NEUEM</small>.",
"S<small>TIRBT ER UNTER SEINER</small> H<small>AND, SO IST ER STRAFFREI; WENN ER IHM EINEN</small> S<small>TREICH ZUVIEL GEGEBEN HAT UND ER GESTORBEN IST, SO MUSS ER DIESERHALB IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG</small>. B<small>ESUDELT ER SICH, ON MIT</small> K<small>OT ODER MIT</small> U<small>RIN, SO LÄSST MAN IHN FREI;</small> R. J<small>EHUDA SAGT, EINEN</small> M<small>ANN, WENN MIT</small> K<small>OT, EINE</small> F<small>RAU</small>, [<small>AUCH</small>] <small>WENN MIT</small> U<small>RIN</small>."
],
[
"GEMARA. Aus welchem Grunde<sup class=\"footnote-marker\">296</sup><i class=\"footnote\">Werden ihm die Kleider heruntergezerrt.</i>? – Zur Entehrung.",
"R. Šešeth sagte im Namen des R. Elea͑zar b. A͑zarja: Woher, daß der Riemen aus Kalbleder sein muß? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">297</sup><i class=\"footnote\">Dt. 25,3.</i><i>vierzig [Streiche] soll er ihm geben</i>, und darauf :<sup class=\"footnote-marker\">298</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 4.</i><i>du darfst einem Ochsen beim Dreschen das Maul nicht schließen</i>.",
"Ferner sagte R. Šešeth im Namen des R. Elea͑zar b. A͑zarja: Woher, daß man die Schwägerin<sup class=\"footnote-marker\">299</sup><i class=\"footnote\">Deren Mann kinderlos gestorben ist, die ihrem Schwager zur Frau zufällt; cf. Dt. 25,5ff.</i>, wenn sie einem Grindigen zufällt, nicht [zur Schwagerehe] zwinge<sup class=\"footnote-marker\">300</sup><i class=\"footnote\">Im Texte wird hier derselbe Ausdruck (<span dir=\"rtl\">חסם</span> <i>binden, das Maul schließen</i>) gebraucht, wie im angezogenen Schriftverse.</i>? Es heißt: <i>du darfst einem Ochsen beim Dreschen das Maul nicht schließen</i>, und darauf folgt:<sup class=\"footnote-marker\">301</sup><i class=\"footnote\">Dt. 25,5.</i><i>wenn Brüder zusammen wohnen &amp;c</i>.",
"Ferner sagte R. Šešeth im Namen des R. Elea͑zar b. A͑zarja: Wenn jemand die Feste schändet, so ist dies ebenso, als würde er Götzen dienen, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">302</sup><i class=\"footnote\">Ex. 34,17.</i><i>du sollst dir kein gegossenes Gottesbild machen</i>, und darauf folgt:<sup class=\"footnote-marker\">303</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 18.</i><i>das Fest der ungesäuerten Brote sollst du halten</i>.",
"Ferner sagte R. Šešeth im Namen des R. Elea͑zar b. A͑zarja: Wer Verleumdung spricht, Verleumdung anhört, oder falsches Zeugnis ablegt, verdient, daß man ihn vor die Hunde werfe, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">304</sup><i class=\"footnote\">Ex. 22,30.</i><i>vor die Hunde sollt ihr es werfen</i>, und darauf folgt:<sup class=\"footnote-marker\">305</sup><i class=\"footnote\">Ib. 23,1.</i> <i>du sollst kein falsches Gerücht verbreiten</i>, und man lese auch: <i>verbreiten machen</i>.",
"U<small>ND ZWEI ANDERE</small> R<small>IEMEN</small> &amp;<small>C</small>. Es wird gelehrt: Aus Eselleder. Dies nach einem Vortrage, den ein Galiläer vor R. Ḥisda hielt :<sup class=\"footnote-marker\">306</sup><i class=\"footnote\">Jes. 1,3.</i><i>Ein Ochs kennt seinen Besitzer und ein Esel die Krippe seines Herrn, Jisrael aber erkennt nicht &amp;c</i>. Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Es komme, der die Krippe seines Herrn kennt, und bestrafe den, der die Krippe seines Herrn nicht kennt.",
"D<small>ER</small> G<small>RIFF MASS EINE</small> H<small>ANDBREITE</small> &amp;<small>C</small>. Abajje sagte: Hieraus zu entnehmen, daß man für jeden einen für seinen Rücken passenden [Riemen] fertige. Raba entgegnete ihm: Demnach müßten es ja übermäßig viele Riemen sein!? – Vielmehr, sagte Raba, hatte [der Griff] eine Höhlung, und man konnte [den Riemen] nach Belieben kürzen und ausdehnen.",
"M<small>AN VERABREICHT IHM DIE</small> S<small>TREICHE</small> &amp;<small>C</small>. Woher dies<sup class=\"footnote-marker\">307</sup><i class=\"footnote\">Daß er <sup class=\"footnote-marker\">1</sup>/&lt;sub&gt;3&lt;/sub&gt; der Schläge vorn und <sup class=\"footnote-marker\">2</sup>/&lt;sub&gt;3&lt;/sub&gt; hinten erhalte.</i>? R. Kahana erwiderte: Die Schrift sagt :<sup class=\"footnote-marker\">308</sup><i class=\"footnote\">Dt. 25,2.</i><i>der Richter soll ihn niederwerfen und ihm vor</i><sup class=\"footnote-marker\">309</sup><i class=\"footnote\">Die W.e ‘vor ihm’ werden auf den Gegeißelten bezogen.</i><i>ihm, gemäß seines Frevels, eine Anzahl Streiche geben lassen</i>; einen Teil vom und zwei Teile hinten.",
"S<small>CHLÄGT IHN WEDER</small> &amp;<small>C</small>. R. Ḥisda sagte im Namen R. Joḥanans: Woher, daß der Riemen gedoppelt sein muß? Es heißt: <i>soll ihn niederlegen</i><sup class=\"footnote-marker\">310</sup><i class=\"footnote\">Das W. <span dir=\"rtl\">והפילו</span> wird wahrscheinl. wie <span dir=\"rtl\">והכפילו</span> (verdoppeln) gelesen.</i>.",
"D<small>ER</small> S<small>CHLAGENDE SCHLÄGT MIT EINER</small> H<small>AND</small>. Die Rabbanan lehrten: Man stelle nur Gemeindediener an, die wenig Kraft und viel Verstand haben; R. Jehuda sagt, die wenig Verstand und viel Kraft haben;",
"Raba sagte: Die Ansicht R. Jehudas ist einleuchtend, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">311</sup><i class=\"footnote\">Dt. 25,3.</i><i>aber nicht mehr, denn wenn er mehr gibt;</i> allerdings ist diese Warnung nötig, wenn du sagst, die wenig Verstand haben, wozu aber ist diese Warnung nötig, wenn du sagen wolltest, die viel Verstand haben!? – Und die Rabbanan!? – Nur Hurtige sind anzuspornen<sup class=\"footnote-marker\">312</sup><i class=\"footnote\">Gerade Verständige müssen gewarnt werden.</i>.",
"Es wird gelehrt: Wenn er ausholt, mit beiden Händen, und wenn er schlägt, mit einer Hand, damit [der Schlag] mit Wucht<sup class=\"footnote-marker\">313</sup><i class=\"footnote\">So nach einer Randlesart.</i>geführt werde.",
"D<small>ER</small> V<small>ORLESER LIEST</small> &amp;<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: Der oberste der Richter liest [den Schriftvers] vor, der zweite zählt und der dritte spricht: schlage. Hat er viele Hiebe zu erhalten, so zieht der Vorleser [das Lesen] in die Länge, hat er nur wenige zu erhalten, so [liest er] schnell. – Wir haben ja aber gelernt, daß er den Schriftvers von neuem beginne!? – Es ist Vorschrift, [das Lesen] anzupassen, hat er es aber nicht angepaßt, so beginne er den Schriftvers von neuem.",
"Die Rabbanan lehrten :<sup class=\"footnote-marker\">311</sup><i class=\"footnote\">Dt. 25,3.</i> <i>übermäßige Schläge</i>, ich weiß dies<sup class=\"footnote-marker\">314</sup><i class=\"footnote\">Daß der Schlagende strafbar ist, wenn er Schläge hinzufügt.</i>nur von übermäßigen Schlägen, woher dies von leichten Schlägen? Es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">311</sup><i class=\"footnote\">Dt. 25,3.</i><i>nicht hinzufügen</i>. Wozu heißt es demnach: <i>übermäßige Schläge</i>? Dies lehrt, daß die ersten übermäßige Schläge sind<sup class=\"footnote-marker\">315</sup><i class=\"footnote\">Mit ganzer Wucht.</i>.",
"B<small>ESUDELT ER SICH</small> &amp;<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: Sowohl ein Mann als auch eine Frau, wenn mit Kot – so R. Meír; R. Jehuda sagt, ein Mann, wenn mit Kot, eine Frau, wenn mit Urin; die Weisen sagen, sowohl ein Mann als auch eine Frau, einerlei ob mit Kot oder mit Urin. –",
"Es wird ja aber gelehrt: R. Jehuda sagte: ob ein Mann oder eine Frau, wenn mit Kot!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Hinsichtlich des Kotes sind beide gleich.",
"Šemuél sagte: Wenn er verhaftet war und aus dem Gerichte entflohen ist, so ist er frei. Man wandte ein: Besudelt er sich, einerlei ob beim ersten [Ausholen<sup class=\"footnote-marker\">316</sup><i class=\"footnote\">Aus Angst, noch bevor er gegeißelt wird.</i>] oder beim zweiten, so läßt man ihn frei; reißt der Riemen, so läßt man ihn frei, wenn beim zweiten, nicht aber, wenn beim ersten. Weshalb nun, dieser Fall sollte ja dem Entfliehen gleichen!? – In dem einen Falle ist er ja entflohen, im anderen Falle ist er nicht entflohen.",
"Die Rabbanan lehrten: Hat man ihn geschätzt, daß er sich nach der Geißelung [besudeln werde], so geißele man ihn [nicht]; daß er sich beim Verlassen des Gerichtes besudeln werde, so geißele man ihn; und noch mehr, selbst wenn er sich vorher<sup class=\"footnote-marker\">316</sup><i class=\"footnote\">Aus Angst, noch bevor er gegeißelt wird.</i>besudelt, geißele man ihn dennoch, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">317</sup><i class=\"footnote\">Dt. 25,2,3.</i><i>er soll ihn schlagen lassen &amp;c. und er werde entehrt</i>, nicht aber, wenn er bereits auf dem Gerichte entehrt worden ist.",
"<sup>xv</sup> <b>A</b><small>LLE DER</small> A<small>USROTTUNG</small> S<small>CHULDIGEN, DIE GEGEISSELT WORDEN SIND, SIND DADURCH VON DER</small> A<small>USROTTUNG BEFREIT WORDEN, DENN ES HEISST :</small> <i>und wenn dein Bruder vor deinen Augen, entehrt wird</i>, <small>SOBALD ER GEGEISSELT WORDEN IST, GILT ER ALS DEIN</small> B<small>RUDER</small> – <small>SO</small> R. Ḥ<small>ANANJA B</small>. G<small>AMLIÉL</small>.",
"R. Ḥ<small>ANANJA B</small>. G<small>AMLIÉL SAGTE</small> [<small>FERNER</small>] : W<small>ENN DEM, DER NUR EINE</small> S<small>ÜNDE BEGANGEN HAT, DIESERHALB DAS</small> L<small>EBEN GENOMMEN WIRD, UM WIEVIEL MEHR WIRD DEM, DER EIN</small> G<small>EBOT AUSGEÜBT HAT, DIESERHALB SEIN</small> L<small>EBEN GESCHENKT</small>. R. Š<small>IMO͑N SAGTE</small> : D<small>IES IST AUS DIESER</small> S<small>TELLE SELBER ZU ENTNEHMEN; ES HEISST</small>:<sup class=\"footnote-marker\">318</sup><i class=\"footnote\">Lev. 18,29.</i><i>es sollen ausgerottet werden die Personen, die tun &amp;c</i>., <small>UND FERNER HEISST ES</small>:"
],
[
"<sup class=\"footnote-marker\">319</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 5.</i><i>daß er nach ihnen tue</i><sup class=\"footnote-marker\">320</sup><i class=\"footnote\">Die daselbst genannten Verbote unterlasse.</i><i>und durch sie lebe</i>; <small>HIERAUS ALSO, DASS MAN DEN, DER DASITZT UND KEINE</small> S<small>ÜNDE BEGEHT, EBENSO BELOHNT WIE DEN, DER EIN</small> G<small>EBOT AUSGEÜBT HAT</small>.",
"R. Š<small>IMO͑N B</small>. R<small>ABBI SAGTE</small>: E<small>S HEISST</small> :<sup class=\"footnote-marker\">321</sup><i class=\"footnote\">Dt. 12,23.</i><i>nur sei fest, das Blut nicht zu essen, denn das Blut ist das Leben &amp;c</i>.; <small>WENN NUN DERJENIGE, DER SICH DES</small> B<small>LUTES ENTHÄLT, VOR DEM DER</small> M<small>ENSCH SICH EKELT, EINE</small> B<small>ELOHNUNG ERHÄLT, UM WIEVIEL MEHR ERWIRBT DERJENIGE</small> V<small>ERDIENSTE, DER SICH DES</small> R<small>AUBES UND DER</small> U<small>NZUCHT ENTHÄLT, NACH DENEN DIE</small> S<small>EELE DES</small> M<small>ENSCHEN VERLANGT UND GELÜSTET, FÜR SICH, FÜR SEINE NACHKOMMEN UND FÜR DIE</small> N<small>ACHKOMMEN SEINER</small> N<small>ACHKOMMEN, BIS ANS ENDE ALLER</small> G<small>ENERATIONEN</small>.",
"R. Ḥ<small>ANINA B. A͑QAŠJA SAGTE: DER HEILIGE, GEPRIESEN SEI ER, WOLLTE</small> J<small>ISRAÉL</small>. <small>VERDIENSTLICH MACHEN, DAHER VERLIEH ER IHNEN DAS</small> G<small>ESETZ UND VIELE</small> G<small>EBOTE, WIE ES HEISST</small> :<sup class=\"footnote-marker\">322</sup><i class=\"footnote\">Jes. 42,21.</i><i>dem Herrn gefiel es um seiner Gerechtigkeit willen, seine Lehre groß und ausgedehnt zu machen</i>. <sup>xvi</sup>",
"GEMARA. R. Joḥanan sagte: Seine Kollegen streiten gegen R. Ḥananja b. Gamliél. R. Ada b. Aba sagte im Namen der Schule Rabhs: Demgemäß haben wir auch gelernt: Ein Unterschied zwischen dem Šabbath und dem Versöhnungstage besteht nur darin, daß die absichtliche [Entweihung] des ersten durch Menschenhände und die absichtliche [Entweihung] des anderen mit Ausrottung bestraft wird. Wenn dem nun so<sup class=\"footnote-marker\">323</sup><i class=\"footnote\">Daß man durch die Geißelung von der Ausrottung befreit wird.</i>wäre, so werden ja beide durch Menschenhände bestraft.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Dies nach R. Jiçliaq, welcher sagte, für die der Ausrottung Schuldigen gebe es keine Geißelung. Es wird nämlich gelehrt: R. Jiçḥaq sagte: Die der Ausrottung Schuldigen werden ja gemeinsam<sup class=\"footnote-marker\">324</sup><i class=\"footnote\">Vgl. S. 197 Anm. 16.</i>genannt, weshalb wird nun die Ausrottung wegen [der Blutschande an] einer Schwester besonders hervorgehoben? Daß diese nur mit der Ausrottung und nicht mit der Geißelung bestraft wird.",
"R. Aši erklärte: Du kannst auch sagen, nach den Rabbanan, denn die vorsätzliche [Entweihung] des einen wird vornehmlich durch Menschenhände und die vorsätzliche [Entweihung] des anderen wird vonehmlich durch den Himmel bestraft.",
"R. Ada b. Abaha sagte im Namen Rabhs: Die Halakha ist wie R. Ḥananja b. Gamliél. R. Joseph sprach : Wer war denn oben, kam zurück und sagte dies<sup class=\"footnote-marker\">325</sup><i class=\"footnote\">Ob man den Gegeißelten im Himmel von der Ausrottung befreie.</i>? Abajje sprach zu ihm: R. Jehošua͑ b. Levi sagte ja, das irdische Gericht habe drei Dinge verfügt und das himmlische Gericht ihm beigestimmt; wer war denn oben, kam zurück und sagte dies!? Vielmehr mußt du sagen, wir entnehmen dies durch Auslegung eines Schriftverses<sup class=\"footnote-marker\">326</sup><i class=\"footnote\">Sobald sich ein Schriftvers als Stütze dafür findet, so gilt dies als Zustimmung des himmlischen Gerichtes.</i>.",
"Der Text. R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Drei Dinge verfügte das irdische Gericht und das himmlische Gericht stimmte ihnen bei: das Lesen<sup class=\"footnote-marker\">327</sup><i class=\"footnote\">Am Purimfeste.</i>der Esterrolle, die Begrüßung<sup class=\"footnote-marker\">328</sup><i class=\"footnote\">Obgleich es sonst verboten ist, den Gottesnamen auszusprechen.</i> [mit dem Gottesnamen] und das Bringen<sup class=\"footnote-marker\">329</sup><i class=\"footnote\">In den Tempelschatz. Nach Vorschrift der Tora gehört der 1. Zehnt den Leviten, jedoch bestimmte E͑zra, daß man ihn in den Tempelschatz bringe, wo er an die Leviten u. die Priester gleichmäßig verteilt wurde: cf. Neh. 10,39.</i> des Zehnten.",
"Das Lesen der Esterrolle, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">330</sup><i class=\"footnote\">Est. 9,27.</i><i>sie bestätigten es und es nahmen die Juden auf sich</i>, sie bestätigten es droben, was sie hienieden auf sich genommen hatten.",
"Die Begrüßung, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">331</sup><i class=\"footnote\">Rut. 2,4.</i><i>da kam eben Boa͑z aus Beth Leḥem und redete die Schnitter an: Der Herr sei mit euch</i>. Ferner heißt es :<sup class=\"footnote-marker\">332</sup><i class=\"footnote\">Jud. 16,2.</i><i>der Herr sei mit dir, du tapferer</i> Held.",
"Das Bringen des Zehnten, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">333</sup><i class=\"footnote\">Mal. 3,10.</i><i>bringt den Zehnten ganz in das Schatzhaus, daß sich Zehrung in meinem Hause befinde, und versucht es auf diese Weise mit mir, Spruch des Herrn der Heerscharen, ob ich euch dann nicht die Schleusen des Himmels öffne und euch übergenug mit Segen überschütte</i>. – Was heißt: <i>übergenug</i>? Rami b. Rabh erwiderte: Bis eure Lippen müde<sup class=\"footnote-marker\">334</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">בלי</span> gl. <span dir=\"rtl\">בלה</span> <i>müde sein</i>.</i>werden, ‘genug’ zu rufen.",
"R. Elea͑zar sagte: An drei Stellen pflegte der heilige Geist zu erscheinen: im Lehrhaus Šems, im Lehrhaus Šemuéls aus Rama und im Lehrhaus Šelomos. Im Lehrhaus Šems, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">335</sup><i class=\"footnote\">Gen. 38,26.</i><i>da erkannte sie Jehuda und sprach: Sie ist in ihrem Rechte gegen mich</i>; woher wußte er dies nun, ebensogut wie er zu ihr gegangen ist, kann doch auch ein anderer zu ihr gegangen sein? Vielmehr ertönte eine Hallstimme und sprach: Durch mich kommen die Geheimnisse heraus.",
"Im Lehrhaus Šemuéls, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">336</sup><i class=\"footnote\">iSam. 12,3,4,5.</i><i>Da bin ich, tretet gegen mich auf, vor dem Herrn und seinem Gesalbten! Wessen Ochs habe ich weggenommen &amp;c. Sie erwiderten: Du hast uns nicht bedrückt und uns keine Gewalt angetan &amp;c. Da sprach er [zu ihnen]: Der Herr ist Zeuge &amp;c. und sein Gesalbter ist Zeuge &amp;c. Daß ihr in meiner Hand nichts gefunden habt. Da sprach er: Zeuge</i> Wieso heißt es: er sprach, es sollte doch heißen: sie sprachen? Vielmehr ertönte eine Hallstimme und sprach: Ich bin Zeuge in dieser Sache.",
"Im Lehrhaus Šelomos, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">337</sup><i class=\"footnote\">iReg. 3,27.</i><i>da entschied der König; Gebt ihr das lebendige Kind und tötet es nicht, denn sie ist seine Mutter</i>. Woher wußte er dies, vielleicht war es nur eine List von ihr? Vielmehr ertönte eine Hallstimme und sprach: Diese ist seine Mutter.",
"Raba entgegnete: Wieso ist dies erwiesen, vielleicht hatte Jehuda die Monate und die Tage ausgerechnet und es stimmte, und man, hält sich nur an das, was man sieht, nicht aber an das, was man nicht sieht.",
"Und vielleicht spricht er bei Šemuél von ganz Jisraél in der Einzahl, wie es auch heißt: <sup class=\"footnote-marker\">338</sup><i class=\"footnote\">Jes. 45,17.</i><i>Jisraél ist durch den Herrn gerettet</i>.",
"Und bei Šelomo ebenfalls, weil die eine [Frau] Liebe zeigte und die andere keine Liebe zeigte. Vielmehr, dies ist eine Überlieferung.",
"[R. H<small>ANANJA B. A͑ZAŠJA SAGTE</small> &amp;<small>C</small>.] R. Šimlaj trug vor: Sechshundertdreizehn Vorschriften sind Moše überliefert worden; dreihundertfünfundsechzig [Verbote], entsprechend den Tagen des Sonnenjahres, und zweihundertachtundvierzig [Gebote], entsprechend den Gliedern des Menschen. R. Hamnuna sagte: Welcher Schriftvers deutet hierauf?<sup class=\"footnote-marker\">339</sup><i class=\"footnote\">Dt. 33,4.</i><i>Ein Gesetz verordnete uns Moše zum Erbbesitze für die Gemeinde Ja͑qobs</i>; der Zahlenwert [des Wortes] <i>Tora [Gesetz]</i> beträgt soviel."
],
[
"[Das Wort] Tora beträgt nämlich sechshundertundelf, und [die Gebote]<sup class=\"footnote-marker\">340</sup><i class=\"footnote\">Ex. 20,2,3.</i><i>ich bin</i>, und: <i>du sollst nicht haben</i>, hörten wir aus dem Munde der Allmacht.",
"",
"Hierauf kam David und brachte sie auf elf, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">341</sup><i class=\"footnote\">Ps. 15,1–5.</i><i>Ein Psalm Davids. Herr, wer darf in deinem Zelte wohnen, wer darf auf deinem heiligen Berge ruhen? Wer makellos wandelt und recht tut und vom Herzen Wahrheit redet, auf seiner Zunge nicht Verleumdung hegt, seinem Nächsten nichts Böses zufügt und nicht Schmach auf seinen Freund lädt; dem der Verworfene als verächtlich gilt, während er, die den Herrn fürchten, in Ehren hält; der, wenn er zu seinem Schaden geschworen hat, es doch nicht abändert; der sein Geld nicht um Zins gibt und nicht Bestechung gegen den Unschuldigen annimmt. Wer solches tut, wird nimmermehr wanken. \n</i>",
"Wer makellos wandelt, das ist Abraham, von dem es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">342</sup><i class=\"footnote\">Gen. 17,1.</i><i>wandle vor mir und sei makellos. \n</i>",
"Und recht tut, wie beispielsweise Abba Ḥilqijahu<sup class=\"footnote-marker\">343</sup><i class=\"footnote\">Cf. Tan. Fol. 23a.</i>.",
"<i>Und vom Herzen Wahrheit spricht</i>, wie beispiels- weise R. Saphra<sup class=\"footnote-marker\">344</sup><i class=\"footnote\">Cf. Šeéltoth Absch. 36.</i>.",
"<i>Auf seiner Zunge nicht Verleumdung hegt</i>, das ist unser Vater Ja͑qob, von dem es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">345</sup><i class=\"footnote\">Gen. 27,12.</i><i>vielleicht wird mich mein Vater betasten, so würde ich in seinen Augen wie ein Betrüger dastehen. </i>,",
"<i>Seinem Nächsten nichts Böses zufügt</i>, der nicht ins Handwerk seines Nächsten greift.",
"<i>Und nicht Schmach auf seinen Freund lädt</i>, der sich seiner Verwandten annimmt.",
"<i>Dem der Verworfene als verächtlich gilt</i>, das ist der König Ḥizqijahu, der die Gebeine seines Vaters auf einer Strickbahre schleifte.",
"<i>Während er, die den Herrn fürchten, in Ehren hält</i>, das ist Jehošaphat, König von Jehuda, der, wenn er einen Gelehrten sah, von seinem Throne aufstand und ihn umarmte und küßte und ihn Vater, Lehrer und Meister nannte.",
"<i>Der, wenn er zu seinem Schaden geschworen hat, es doch nicht abändert</i>, wie beispielsweise R. Joḥanan; er sprach nämlich einst: Ich will im Fasten<sup class=\"footnote-marker\">346</sup><i class=\"footnote\">Er fastete, obgleich ein Ausspruch in dieser Form nicht bindend ist; cf. Tan. Fol. 12a.</i>verweilen, bis ich nach Hause komme.",
"<i>Der sein Geld nicht um Zins gibt</i>, nicht einmal an einen Nichtjuden.",
"<i>Und nicht Bestechung gegen einen Unschuldigen annimmt</i>, wie beispielsweise R. Jišma͑èl b. R. Jose<sup class=\"footnote-marker\">347</sup><i class=\"footnote\">Cf. Ket. Fol. 105b.</i>.",
"Es heißt: <i>Wer solches tut, wird nimmermehr wanken</i>. Wenn R. Gamlièl an diesen Vers herankam, weinte er, indem er sprach: Nur, wer dies alles tut, wird nicht wanken, wer aber nur eines von diesen tut, wird wanken!",
"Da entgegnete man ihm: Es heißt ja nicht: wer dies alles tut, sondern: wer solches tut, auch eines von diesen. Wie willst du, wenn du nicht so erklären wolltest, folgenden Schriftvers erklären :<sup class=\"footnote-marker\">348</sup><i class=\"footnote\">Lev. 18,24.</i><i>ihr sollt euch nicht mit all diesem verunreinigen;</i> ist man etwa nur dann unrein, wenn man sie alle berührt hat, nicht aber, wenn eines von diesen!? Vielmehr heißt dies: mit einem von diesen, ebenso auch hierbei: eines von diesen.",
"Hierauf kam Ješa͑ja und brachte sie auf sechs, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">349</sup><i class=\"footnote\">Jes. 33,15.</i><i>Wer in Rechtschaffenheit wandelt, und Redlichkeit redet, wer Gewinn durch Erpressung verschmäht, wer Bestechung mit den Händen abwehrt, wer sein Ohr verstopft, um nicht Mordpläne zu hören, und seine Augen verschließt, um nicht das Böse zu schauen. \n</i>",
"Wer in Rechtschaffenheit wandelt, das ist unser Vater Abraham, von dem es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">350</sup><i class=\"footnote\">Gen. 18, 19.</i><i>denn ich habe ihn erkoren, damit er seinen Kindern gebiete &amp;c. \n</i>",
"Und Redlichkeit redet, der seinen Genossen nicht öffentlich kränkt.",
"<i>Wer den Gewinn durch Erpressung verschmäht</i>, wie beispielsweise R. Jišma͑èl b. Eliša<sup class=\"footnote-marker\">351</sup><i class=\"footnote\">Cf. Ket. Fol. 105b.</i>.",
"<i>Wer Bestechung mit den Händen abwehrt</i>, wie beispielsweise R. Jišma͑èl b. Jose.",
"<i>Wer sein Ohr verstopft, um nicht Mordpläne zu hören</i>, der nicht die Schmähung von Gelehrten schweigend anhört.",
"<i>Und seine Augen verschließt, um nicht das Böse zu schauen</i>, wie R. Hija b. Abba erklärte, der keine Frauen betrachtet, wenn sie beim Waschen stehen.",
"Und es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">352</sup><i class=\"footnote\">Jes. 33,16.</i><i>der wird auf Höhen wohnen</i>.",
"Hierauf kam Mikha und brachte sie auf drei, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">353</sup><i class=\"footnote\">Mich. 6,8. 053. Für die beiden Begriffe ‘demütig’ und ‘heimlich’ hat der Text das gleiche Wort.</i>Er <i>hat dir gesagt, o Mensch, was frommt! Und was fordert der Herr von dir außer Gerechtigkeit zu tun, sich der Liebe zu befleißigen und demütig zu wandeln vor deinem Gott. \n</i>",
"Gerechtigkeit zu tun, das ist die Rechtspflege. <i>Sich der Liebe zu befleißigen</i>, das ist die Wohltätigkeit. <i>Und demütig</i>, das ist das Hinausführen eines Toten und das Ausstatten einer Braut. Es sind Dinge, die man [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere folgern kann: wenn die Tora von Dingen, die man nicht heimlich<sup>053</sup>zu tun pflegt, sagt, daß man sie heimlich tue, um wieviel mehr gilt dies von Dingen, die man heimlich zu tun pflegt.",
"Hierauf kam Ješa͑ja abermals und brachte sie auf zwei, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">354</sup><i class=\"footnote\">Jes. 56,1.</i><i>So spricht der Herr: Wahret das Recht und übt Gerechtigkeit</i>. Alsdann kam A͑mos und brachte sie auf eines, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">355</sup><i class=\"footnote\">Am. 5,4.</i><i>So spricht der Herr zum Hause Jisraél: Forscht nach mir, damit ihr am Leben bleibt</i>. R. Naḥman b. Jiçḥaq wandte ein: Vielleicht ist unter forschen zu verstehen, nach der ganzen Tora!? – Vielmehr, hierauf kam Ḥabaquq und brachte sie auf eines, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">356</sup><i class=\"footnote\">Hab. 2,4.</i><i>der Fromme wird durch seinen Glauben leben</i>.",
"R. Jose b. Ḥanina sagte: Vier Verhängnisse sprach Moše aus, und hierauf kamen vier Propheten und hoben sie auf. Moše sagte :<sup class=\"footnote-marker\">357</sup><i class=\"footnote\">Dt. 33,28.</i><i>und so wohnte Jisraél in Sicherheit, gesondert der Quell Ja͑qobs;</i> hierauf kam A͑mos und hob dies auf, [denn es heißt :]<sup class=\"footnote-marker\">358</sup><i class=\"footnote\">Am. 7,5.</i><i>laß doch ab, wie wird Ja͑qob bestehen können &amp;c</i>.; ferner :<sup class=\"footnote-marker\">359</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 6.</i><i>da ließ es sich der Herr gereuen &amp;c</i>.",
"Moše sagte: <sup class=\"footnote-marker\">360</sup><i class=\"footnote\">Dt. 28,65.</i><i>und unter jenen Völkern wirst du keine Ruhe finden;</i> hierauf kam Jirmeja und sagte :<sup class=\"footnote-marker\">361</sup><i class=\"footnote\">Jer. 31,1.</i><i>gehe hin, daß du Jisraél Ruhe verschaffest</i>.",
"Moše sagte:<sup class=\"footnote-marker\">362</sup><i class=\"footnote\">Ex. 20,5 u. 34,7.</i><i>er ahndet der Väter Schuld an den Kindern</i>, hierauf kam Jeḥezqel und hob dies auf, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">363</sup><i class=\"footnote\">Ez. 18,20,</i><i>die Seele, die sich verfehlt, die soll sterben</i>.",
"Moše sagte :<sup class=\"footnote-marker\">364</sup><i class=\"footnote\">Lev. 26,38.</i><i>ihr sollt unter den Völkern verloren gehen</i>, hierauf kam Ješa͑jahu und sagte :<sup class=\"footnote-marker\">365</sup><i class=\"footnote\">Jes. 27,13.</i><i>an jenem Tage wird die große Posaune geblasen werden &amp;c</i>.",
"Rabh sagte: Ich fürchte den Schriftvers: <i>ihr sollt unter den Völkern verloren gehen</i>. R. Papa wandte ein: Vielleicht wie etwas Verlorenes, das gesucht wird, wie es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">366</sup><i class=\"footnote\">Ps. 119,176.</i><i>ich irre umher wie ein verlorenes Schaf, suche deinen Knechtl</i>? Vielmehr, den Schluß des Verses:<sup class=\"footnote-marker\">264</sup><i class=\"footnote\">Dt. 13,18.</i><i>und das Land eurer Feinde soll euch verzehren</i>. Mar Zuṭra entgegnete: Vielleicht wie man Gurken verzehrt<sup class=\"footnote-marker\">367</sup><i class=\"footnote\">Von welchen Teile zurückgelassen werden.</i>.",
"Einst gingen R. Gamliél, R. Elea͑zar b. A͑zarja, R. Jehošua͑ und R. A͑qiba auf dem Wege und hörten das Geräusch der Stadt Rom, vom Kapitol aus in einer Entfernung von hundertundzwanzig Mil; da begannen sie zu weinen, während R. A͑qiba lächelte. Da sprachen sie zu ihm: Weshalb lächelst du? Er entgegnete ihnen: Weshalb weint ihr? Sie erwiderten ihm: Diese Heiden, die Götzen anbeten und vor Abgöttern räuchern, weilen in Sicherheit und Ruhe, wir aber: das Haus, das den Füßen unseres Gottes als Schemel diente, ist im Feuer verbrannt;"
],
[
"wie sollten wir nicht weinen! Er entgegnete ihnen: Das ist es eben, weshalb ich lächle; wenn dies denen zuteil wird, die seinen Willen übertreten, um wieviel mehr denen, die seinen Willen tun.",
"Abermals ereignete es sich einst, daß sie nach Jerušalem pilgerten, und als sie den Çophimberg erreichten, zerrissen sie ihre Gewänder. Hierauf kamen sie an den Tempelberg heran und sahen einen Fuchs aus dem Allerheiligsten herauskommen; da begannen sie zu weinen, während R. A͑qiba lächelte. Da sprachen sie zu ihm: Weshalb lächelst du? Er entgegnete ihnen: Weshalb weint ihr? Sie erwiderten ihm: In der Stätte, von der es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">368</sup><i class=\"footnote\">Num. 1,51.</i><i>ein Fremder, der herankommt, soll getötet werden</i>, gehen nun Füchse umher; wie sollten wir nicht weinen!?",
"Er entgegnete ihnen: Das ist es eben, weshalb ich lächle; es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">369</sup><i class=\"footnote\">Jes. 8,2.</i><i>und ich sollte mir zuverlässige Zeugen nehmen, den Priester Urija und Zekharja, den Sohn Jeberekhjahus;</i> wie kommt nun Urija zu Zekharja, Urija lebte zur Zeit des ersten Tempels, während Zekharja zur Zeit des zweiten Tempels lebte!? Vielmehr macht die Schrift die Weissagung Zekharjas von der Weissagung Urijas abhängig;",
"Urija<sup class=\"footnote-marker\">370</sup><i class=\"footnote\">Der weiter angezogene Schriftvers befindet sich allerdings im Buche Micha, jedoch wird aus Jer. 26,18,20 entnommen, daß auch Urija dasselbe ge weissagt hatte.</i>weissagte:<sup class=\"footnote-marker\">371</sup><i class=\"footnote\">Mich. 3,12.</i><i>darum soll euretwegen Çijon zum Felde umgepflügt werden</i>, und Zekharja weissagte:<sup class=\"footnote-marker\">372</sup><i class=\"footnote\">Zach. 8,4.</i><i>noch werden Greise und Greisinnen auf den Plätzen Jerušalems sitzen</i>. Würde die Weissagung Urijas nicht in Erfüllung gegangen sein, so könnte ich fürchten, auch die Weissagung Zekharjas werde nicht in Erfüllung gehen, jetzt aber, wo die Weissagung Urijas in Erfüllung gegangen ist, ist es sicher, daß auch die Weissagung Zekharjas in Erfüllung gehen werde. Hierauf sprachen sie zu ihm, wie folgt: A͑qiba, du hast uns getröstet, A͑qiba, du hast uns getröstet."
]
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