database_export / json /Talmud /Bavli /Seder Moed /Taanit /English /Talmud Bavli. German trans. by Lazarus Goldschmidt, 1929 [de].json
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| "<sup class=\"footnote-marker\">i</sup><b>V</b><small>ON WANN AN ERWÄHNE MAN</small> [<small>IM</small> G<small>EBETE</small>] <small>DER</small> R<small>EGENKRAFT</small><sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Im 2. Segen des Achtzehngebetes wird während des Winters auch des Regens erwähnt (cf. Br. Fol. 33a). Die Bezeichnung, ‘Regenkraft’ rührt wohl vom 2. Segen her, der ‘Kraftsegen’ heißt, weil er mit den Worten ‘du bist ein Held [kräftig]’ beginnt, wiewohl der Talmud weiter eine andere Erklärung gibt.</i>? R. E<small>LIE͑ZER SAGT</small>, <small>VOM ERSTEN</small> T<small>AGE DES</small> H<small>ÜTTENFESTES AN</small>; R. J<small>EHOŠUA͑ SAGT, VOM LETZTEN</small> T<small>AGE DES</small> H<small>ÜTTENFESTES AN</small>.", | |
| "R. J<small>EHOŠUA͑ SPRACH ZU IH</small><small>M</small>: A<small>M</small> H<small>ÜTTENFESTE IST JA DER</small> R<small>EGEN NICHTS ALS EIN</small> Z<small>EICHEN DES</small> F<small>LUCHES</small><sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Da er den Aufenthalt in der Festhütte behindert.</i>, <small>WOZU SOLLTE MAN SEINER ERWÄHNEN</small>!? R. E<small>LIE͑ZER ERWIDERTE</small>: I<small>CH SAGE AUCH NICHT, DASS MAN DARUM BITTE, SONDERN NUR, DASS MAN SEINER</small> [<small>DURCH DIE</small> F<small>ORMEL</small>] ‘E<small>R LÄSST DEN</small> W<small>IND WEHEN UND DEN</small> R<small>EGEN NIEDERFALLEN’ ZUR GEEIGNETEN ZEIT</small><sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Das Wort <span dir=\"rtl\">בעונתו</span> bezieht sich möglicherweise nicht auf die Erwähnung, sondern auf den Regen, jed, gehört es nicht zur Formel.</i> <small>ERWÄHNE</small>. J<small>ENER ENTGEGNETE</small>: W<small>ENN DEM SO WÄRE, MÜSSTE MAN DESSEN IMMER ERWÄHNEN</small>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">ii,1</sup>M<small>AN BITTE UM</small> R<small>EGEN ERST KURZ VOR DER</small> R<small>EGENZEIT</small>. R. J<small>EHUDA SAGT, AM LETZTEN</small> T<small>AGE DES</small> H<small>ÜTTENFESTES ERWÄHNE DESSEN DER, DER ALS LETZTER</small><sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Der 1. Vorbeter leitet das Morgengebet, der 2. das Zusatzgebet,</i> <small>VOR DAS</small> B<small>ETPULT TRITT, DER ERSTE ABER NICHT; AM ERSTEN</small> T<small>AGE DES</small> P<small>ESAḤFESTES ERWÄHNE SEINER DER ERSTE, DER LETZTE ABER NICHT</small>.", | |
| "GEMARA. Worauf bezieht sich der Tanna, daß er lehrt: von wann an? –", | |
| "Der Tanna bezieht sich auf folgende Lehre: Man erwähne der Regenkraft im Auferstehungssegen<sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Zweiter Segensspruch des sog. Achtzehngebetes.</i>, bitte darum im Segen über das Jahr<sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Neunter Segensspruch desselben Gebetes.</i>, und schalte den Unterscheidungssegen<sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Der am Ausgange der Sabbath- u. Feiertage in den vierten Segensspruch des Achtzehngebetes (der Erkenntnis) eingeschaltet wird.</i> [in den Segen] ‘Der Erkenntnis verleiht’ ein. Darauf bezugnehmend lehrt er: von wann an erwähne man der Regenkraft. –", | |
| "Sollte er dies dort lehren, weshalb läßt er sie bis hier!? –", | |
| "Vielmehr, der Tanna greift auf den [Traktat vom] Neujahrsfeste zurück, in dem wir gelernt haben, am Hüttenfeste werde inbetreff des Wassers Gericht gehalten; und da er [dort] lehrt, am Hüttenfeste werde Gericht gehalten inbetreff des Wassers, lehrt er [hier]: von wann an erwähne man [im Gebete] der Regenkraft. –", | |
| "Sollte er doch lehren: von wann an erwähne man des Regens, weshalb ‘der Regenkraft’!? R. Joḥanan erwiderte: Weil er mit Kraft niederfällt, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Ij. 9,10.</i><i>er tut große Dinge, die unerforschlich, und Wunder, die nicht</i> <i>aufzuzählen sind</i>. Ferner heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Ib. 5,10.</i><i>der der Erde Regen schenkt und</i> <i>Wasser auf die Fluren sendet</i>.", | |
| "Wieso geht dies hieraus hervor? Rabba b. Šila erwiderte: Dies ist durch [das Wort] <i>[un]erforschlich</i> von der Weltschöpfung zu folgern;", | |
| "hier heißt es: <i>er tut große Dinge, die unerforschlich</i>, und dort<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Jes. 40,28.</i>heißt es: <i>weißt du denn nicht, hast du denn nicht</i> <i>gehört, daß der Herr ein ewiger Gott ist!? Er schuf die Enden der Erde,</i> <i>er wird nicht müde und wird nicht matt, seine Einsicht ist unerforschlich</i>, und [von der Weltschöpfung] heißt es :<sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Ps. 65,7.</i><i>der durch seine Macht die</i> <i>Berge feststellt, mit Kraft gegürtet ist</i>. –", | |
| "Woher, daß man ihrer im [täglichen] Gebete [erwähne]? – Es wird gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Dt. 11,13.</i><i>Indem ihr den Herrn</i>, <i>euren Gott, liebt und ihm vom ganzen Herzen dient</i>. Welcher Dienst wird mit dem Herzen verrichtet? Es ist das Gebet, und darauf folgt: <sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 14.</i><i>so werde ich eurem Lande zur geeigneten Zeit Regen geben, Frühregen und Spätregen</i>.", | |
| "R. Joḥanan sagte : Drei Schlüssel<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Hebr. Öffner; in den folgenden Schriftbelegen wird das W. ‘öffnen’ gebraucht.</i>bewahrt der Heilige, gepriesen sei er, in seiner Hand, und sie sind keinem Vertreter anvertraut worden, und zwar: den Schlüssel des Regens, den Schlüssel der Geburt und den Schlüssel der Totenbelebung.", | |
| "Den Schlüssel des Regens, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Dt. 28,12.</i><i>der Herr wird seine reiche Schatzkammer, den Himmel, für dich öffnen, um deinem Lande den Regen zur geeigneten Zeit zu geben</i>. Den Schlüssel der Geburt, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Gen. 30,22.</i><i>und</i> <i>der Herr gedachte der</i> <i>Raḥel und erhörte sie \n</i>" | |
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| "und öffnete ihren Mutterschoß. Den der Totenbelebung, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Ez. 37,13.</i><i>damit ihr erkennet, daß ich der Herr bin, wenn ich eure Gräber öffne.</i>", | |
| "Im Westen sagten sie, auch den Schlüssel des Lebensunterhaltes, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Ps, 145,16.</i><i>du</i> <i>öffnest deine Hand &c</i>. – Weshalb zählt R. Joḥanan diesen nicht mit? – Er kann dir erwidern: der des Regens ist ja der des Lebensunterhaltes.", | |
| "R. E<small>LIE͑ZER SAGT, VOM ERSTEN</small> T<small>AGE DES</small> H<small>ÜTTENFESTES AN</small> &<small>C</small>. Sie fragten: Woher entnimmt dies R. Elie͑zer: entnimmt er es vom Feststrauße oder entnimmt er es vom Wassergießen<sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Am Hüttenfeste; cf. Suk. Fol. 48a.</i>?", | |
| "Entnimmt er es vom Feststrauße, so hat die Erwähnung erst am Tage zu erfolgen, wie auch das Gebot des Feststraußes nur am Tage Geltung hat; entnimmt er es vom Wassergießen, so hat die Erwähnung bereits am Abend zu erfolgen, wie auch das Wassergießen nachts Geltung hat, denn der Meister sagte:<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Num 29,27.</i><i>nebst den Speisopfern und den Gußopfern,</i> auch nachts. –", | |
| "Komm und höre: R. Abahu sagte, R. Elie͑zer entnehme es vom Feststrauße. Manche sagen, R. Abahu habe es als Überlieferung, und manche sagen, er habe es aus einer Barajtha. – Aus welcher? –", | |
| "Es wird gelehrt: Von wann an erwähne man [im Gebete] des Regens? R. Elie͑zer sagt, von der Stunde an, wo man den Feststrauß nimmt; R. Jehošua͑ sagt, von der Stunde an, wo man ihn fortlegt.", | |
| "R. Elie͑zer sprach : Die vier Arten [des Feststraußes] kommen ja nur als Fürsprecher für das Wasser, und wie die vier Arten ohne Wasser nicht bestehen können, so kann auch die Welt ohne Regen nicht bestehen.", | |
| "R. Jehošua͑ sprach zu ihm: Am Hüttenfeste ist ja der Regen nichts als ein Zeichen des Fluches! R. Elie͑zer erwiderte : Ich sage auch nicht, daß man darum bitte, sondern nur, daß man seiner erwähne. Und wie man der Totenbelebung während des ganzen Jahres erwähnt, obgleich sie nur zur bestimmten Zeit erfolgt, ebenso kann man auch der Regenkraft während des ganzen Jahres erwähnen, obgleich sie nur zur geeigneten Zeit dienlich ist. Daher kann man, wenn man [des Regens] während des ganzen Jahres erwähnen will, dies tun. Rabbi sagte: Ich bin der Ansicht, mit dem Aufhören der Bitte<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Um Regen im 9. Segen des Achtzehngebetes; dies erfolgt am Pesaḥfeste.</i>höre auch die Erwähnung auf.", | |
| "R. Jehuda b.Bethera sagt, am zweiten [Tage] des Hüttenfestes [beginne man] seiner zu erwähnen. R. A͑qiba sagt, am sechsten [Tage] des Hüttenfestes [beginne man] seiner zu erwähnen. R. Jehuda im Namen R. Jehošua͑s sagt, am letzten Tage des Hüttenfestes erwähne seiner, der als letzter<sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Der 1. Vorbeter leitet das Morgengebet, der 2. das Zusatzgebet,</i> vor das Betpult tritt, der erste aber nicht; am ersten Tage des Pesaḥfestes erwähne seiner, der als erster vor das Betpult tritt, der letzte aber nicht. –", | |
| "R. Elie͑zer wandte ja gegen R. Jehošua͑ treffend ein!? – R. Jehošua͑ kann dir erwidern: Allerdings ist der Totenbelebung immer zu erwähnen, weil dies jeden Tag erfolgen kann,", | |
| "aber ist etwa der Regen zu jeder Zeit geeignet!? Wir haben ja gelernt: Kommt Regen, nachdem der Nisan vorüber ist, so ist dies ein Zeichen des Fluches, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">iSam. 12,17.</i><i>ist</i> <i>ja heute Weizenernte &c.</i>", | |
| "«R. Jehuda b. Bethera sagt, am zweiten Tage des Hüttenfestes [beginne man] seiner zu erwähnen.» Was ist der Grund des R. Jehuda b. Bethera? – Es wird gelehrt: R. Jehuda b.Bethera sagte:", | |
| "Beim zweiten [Tage]<sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Des Hüttenfestes; cf. Num. 29,12ff.</i>heißt es <i>kemišpaṭam</i><sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Bei allen anderen Tagen heißt es <span dir=\"rtl\">ונסכה</span> und <span dir=\"rtl\">כמשפט</span>, an diesen 3 Stellen aber <span dir=\"rtl\">ונסכיהם, ונסכיה</span> und <span dir=\"rtl\">כמשפטם</span>, um die Buchstaben <span dir=\"rtl\">מים</span> mehr.</i>, beim sechsten heißt es <i>unsakeha</i> und beim siebenten heißt es <i>kemišpaṭam,</i>", | |
| "das sind also Mem, Jod und Mem, die <i>Majim</i> [Wasser] ergeben; hieraus wissen wir in der Tora eine Andeutung für das Wassergießen<sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Od. Wasserspende, bei der Darbringung der Opfer am Hüttenfeste.</i>.", | |
| "Und<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">So besser nach einer handschriftl. Lesart.</i>da die Schrift dies beim zweiten [Tage] andeutet, so beginne man mit der Erwähnung am zweiten.", | |
| "«R. A͑qiba sagt, am sechsten [Tage] des Hüttenfestes [beginne man] seiner zu erwähnen.» Denn bei diesem heißt es: <i>und ihre Gußopfer</i>, die Schrift spricht also von zwei Libationen, von der Wasserlibation und von der Weinlibation. –", | |
| "Vielleicht beide aus Wein!? – Er ist der Ansicht des R. Jehuda b.Bethera, welcher sagt, das Wasser sei angedeutet. –" | |
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| "Wenn er der Ansicht des R. Jehuda b.Bethera ist, so sollte er mit ihm übereinstimmen<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Daß die Erwähnung am 2. Tage erfolge.</i>!? – R. A͑qiba ist der Ansicht, die zweifache Libation<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Der darauf deutende Gebrauch der Mehrzahl.</i>wird ja beim sechsten [Tage] angedeutet.", | |
| "Es wird gelehrt: R. Nathan sagte:<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Num. 28,7.</i><i>Im Heiligtume ist ein Rauschtrank</i>-<i>Gußopfer dem Herrn zu gießen;</i> die Schrift spricht von zwei Libationen, von der Wasserlibation und von der Weinlibation. – Vielleicht beide aus Wein!? – Wenn dem so wäre, so sollte es entweder <i>gießen gießen</i> oder <i>Gußopfer Gußopfer</i> heißen, wenn es aber <i>gießen Gußopfer</i> heißt, so ist zu entnehmen, daß eines auf die Wasserlibation und eines auf die Weinlibation deute. –", | |
| "Wer lehrte das, was wir gelernt haben: das Wassergießen währt sieben Tage: wenn R. Jehošua͑, so ist es ja ein Tag, wenn R. A͑qiba, so sind es ja zwei Tage, und wenn R. Jehuda b.Bethera, so sind es ja sechs Tage!? –", | |
| "Tatsächlich R. Jehuda b.Bethera, und er ist der Ansicht R. Jehudas der folgenden Mišna. Wir haben nämlich gelernt: R. Jehuda sagt, er goß alle acht Tage mit einem ein Log [fassenden Gefäße]<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Wenn am 2. begonnen wird, so sind es 7 Tage.</i>. – Er schließt also den ersten Tag aus und den achten ein;", | |
| "am ersten wohl deshalb nicht, weil das Wasser beim zweiten<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Durch den Gebrauch der Mehrzahl.</i>angedeutet ist, somit sollte dies auch vom achten gelten, da das Wasser beim siebenten<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Durch das Wort <span dir=\"rtl\">כמשפטם</span>.</i>angedeutet ist!? –", | |
| "Vielmehr, tatsächlich ist es R. Jehošua͑, nur ist das Wassergießen an allen sieben Tagen eine überlieferte Lehre.", | |
| "R. Ami sagte nämlich im Namen R. Joḥanans im Namen des R. Neḥunja aus dem Tale Beth Ḥivartan, [die Lehren] von den zehn Setzlingen<sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Cf. Sb. I,6.</i>, der Bachweide<sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">Zum Feststrauße; cf. Suk. Fol. 33b.</i>und dem Wassergießen seien Moše am Sinaj überlieferte Halakhoth.", | |
| "«R. Jehuda im Namen R. Jehošua͑s sagt, am letzten Tage des Hüttenfestes erwähne seiner der als letzter vor das Betpult tritt, der erste aber nicht, am ersten Tage des Pesaḥfestes erwähne seiner der als erster vor das Betpult tritt, der letzte aber nicht.»", | |
| "Welcher R. Jehošua͑: wenn R. Jehošua͑ unserer Mišna, so sagt er ja, man<sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Also auch im Morgengebete.</i>erwähne seiner vom letzten Tage des Hüttenfestes an,", | |
| "und wenn R. Jehošua͑ der Barajtha<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Ob. Fol. 2b.</i>, so sagt er ja, von der Stande an, wo man [den Feststrauß] fortlegt<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Dies erfolgt am 7. Tage, während er es hier vom letzten, also vom 8. Tage lehrt.</i>!?", | |
| "Ferner wird gelehrt: R. Jehuda sagte im Namen Ben Betheras, am letzten Tage des Hüttenfestes erwähne seiner der als letzter vor das Betpult tritt. Welcher Ben Bethera: wenn R. Jehuda b. Bethera, so sagt er ja, [man beginne] seiner am zweiten Tage des Hüttenfestes zu erwähnen!?", | |
| "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: [An beiden Stellen] ist es R. Jehošua͑ b.Bethera, der zuweilen bei seinem eigenen Namen und zuweilen beim Namen seines Vaters genannt wird. Dies bevor er ordiniert wurde, jenes nachdem er ordiniert wurde.", | |
| "Es wird gelehrt: Die Weisen haben nicht verpflichtet, des Taus und der Winde zu erwähnen, wenn man ihrer aber erwähnen will, so erwähne man. – Aus welchem Grunde? R. Ḥanina erwiderte: Weil sie nicht zurückgehalten werden. –", | |
| "Woher, daß der Tau nicht zurückgehalten wird? – Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">iReg. 17,1.</i><i>da</i> <i>sprach Elijahu der Tišbite, von den Eingesessenen Gilea͑ds zu Aḥáb: So wahr der Herr</i>, <i>der Gott Jisraéls</i>, <i>lebt</i>, <i>in dessen Dienst ich stehe: es soll diese Jahre weder Tau noch Regen kommen</i>, <i>außer ich selbst kündige es</i> <i>an</i>; weiter aber heißt es: <sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Ib. 18,1.</i><i>gehe</i>, <i>zeige dich dem Aḥa͑b, damit ich Regen auf den Erdboden sende;</i> vom Tau sagte er ihm also nicht, weil" | |
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| "er nämlich überhaupt nicht zurückgehalten wird. – Wieso schwor Elijahu, wenn er überhaupt nicht zurückgehalten wird!? – Er meinte es wie folgt: auch der Tau des Segens wird ausbleiben. – Sollte er den Tau des Segens zurückkehren lassen!? – Dies<sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Welcher zum Segen ist.</i>wäre nicht zu merken. –", | |
| "Woher, daß die Winde nicht zurückgehalten werden? R. Jehošua͑ b.Levi erwiderte: Die Schrift sagt: <sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Zach. 2,10.<br>42. So nach Handschriften; der kursierende Text bietet Schwierigkeiten, die allerdings durch die Konjekturen der neueren Ausgaben beseitigt sind.</i><i>ich habe euch wie die vier Winde des Himmels zerstreut,, Spruch des Herrn.</i> Was meint der Prophet damit: wollte man sagen, der Heilige, gepriesen sei er, habe zu Jisraél wie folgt gesprochen: ich habe euch in die vier Windrichtungen der Welt zerstreut, so müßte es ja <i>in die vier</i> heißen, wieso <i>wie die vier</i>!? Vielmehr meint er es wie folgt: wie die Well ohne Winde nicht bestehen kann, so kann sie auch ohne Jisraél nicht bestehen.", | |
| "R. Ḥanina sagte: Daher heiße man denjenigen, der im Sommer [im Gebete] ‘Er läßt den Wind wehen’ gesagt hat, es nicht wiederholen, wenn er aber ‘Und läßt den Regen niederfallen’ gesagt hat, lasse man ihn es wiederholen.", | |
| "Desgleichen heiße man ihn es nicht wiederholen, wenn er in der Regenzeit ‘Er läßt den Wind wehen’ nicht gesagt hat, wenn er aber ‘Und läßt den Regen niederfallen’ nicht gesagt hat, heiße man ihn, es wiederholen. Und noch mehr: selbst wenn jemand gesagt hatte: ‘Er läßt den Wind ausbleiben und den Tau schwinden’, heiße man ihn nicht [das Gebet] wiederholen.", | |
| "Es wird gelehrt: Die Weisen haben nicht verpflichtet, der Wolken und der Winde zu erwähnen, wenn man aber deren erwähnen will, so erwähne man. – Aus welchem Grunde? – Weil diese nicht zurückgehalten werden. –", | |
| "Werden sie etwa nicht zurückgehalten, R. Joseph lehrte ja:<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Dt. 11,17.</i><i>Und er wird den Himmel verschließen,</i> Wolken und Winde [zurückhalten]. Du sagst, Wolken und Winde, vielleicht ist dem nicht so, sondern den Regen!? Wenn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Dt. 11,17.</i><i>daß kein Regen mehr komme,</i> so wird ja der Regen ausdrücklich genannt, somit sind [die Worte] <i>Er wird den Himmel verschließen</i> auf Wolken und Winde zu beziehen.", | |
| "Es besteht also ein Widerspruch hinsichtlich der Winde, und es besteht ein Widerspruch hinsichtlich der Wolken!? – Hinsichtlich der Wolken besteht kein Widerspruch, denn das eine gilt von den Wolken vor [dem Regen]<sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Diese werden nicht zurückgehalten.</i>und das andere von den Wolken nachher;", | |
| "und hinsichtlich der Winde besteht ebenfalls kein Widerspruch, denn das eine gilt von gewöhnlichen Winden<sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Diese werden nicht zurückgehalten.</i>und das andere von außergewöhnlichen Winden. – Die außergewöhnlichen Winde sind ja für die Tenne dienlich!? – Man kann sich mit einem Siebe behelfen.", | |
| "Es wird gelehrt: Wolken und Winde sind ein zweiter Grad des Regens<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Sie sind ebenfalls nützlich für den Boden.</i>. – Welche sind es? U͑la, nach anderen R. Jehuda, sagte, die dem Regen folgen. – Demnach sind diese nützlich, dagegen heißt es ja:<sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">Ib. 28,24.</i><i>der</i> <i>Herr wird den Regen seines Landes in Staub und Sand verwandeln,</i> und hierzu sagte U͑la, nach anderen R. Jehuda, das sei der dem Regen folgende Wind!? –", | |
| "Das ist kein Einwand; das eine gilt von einem leichten, und das andere gilt von einem stürmischen. Wenn du aber willst, sage ich : das eine, wenn er Staub aufwirbelt, das andere, wenn er keinen Staub aufwirbelt.", | |
| "Ferner sagte R. Jehuda: Der Wind nach dem Regen gleicht dem Regen; die Wolken nach dem Regen gleichen dem Regen; die Sonne nach dem Regen gleicht doppeltem Regen. – Was schließt dies aus? – Die Helligkeit der Nacht und den Sonnenschein zwischen den Wolken.", | |
| "Raba sagte: Der Schnee ist dienlich für die Berge so wie fünffacher Regen für die Erde, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">47</sup><i class=\"footnote\">Ij. 37,6.</i><i>denn</i> <i>zum Schnee spricht er: falle</i> <i>zur Erde, und so auch zum Regengusse und zu seinen gewaltigen Regengüssen</i><sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Im Texte werden die Worte <span dir=\"rtl\">גשם</span> u. <span dir=\"rtl\">מטר</span> dreimal in der Einzahl u. einmal in der Mehrzahl gebraucht.</i><i>.</i>", | |
| "Ferner sagte Raba: Der Schnee für die Berge, der starke Regen für die Bäume, und der leichte Regen für die Feldfrüchte;" | |
| ], | |
| [ | |
| "und der feine Regen [U͑rpila] ist sogar dem Saatkorn unter der Scholle nützlich. Was heißt U͑rpila? U͑ru pila [der die Spalten regt]. Ferner sagte Raba: Ein Gelehrtenjünger gleicht dem Saatkorn unter Scholle; wenn er nur zu wachsen beginnt, schießt er hervor.", | |
| "Ferner sagte Raba: Wenn ein Gelehrtenjünger in Zorn gerät, so ist es die Tora, die in ihm lodert, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">Jer. 23,29.</i><i>ist denn nicht mein Wort wie Feuer</i>?<i> Spruch des Herrn.</i> Desgleichen sagte R. Aši: Ein Schriftgelehrter, der nicht hart wie Eisen ist, ist kein Schriftgelehrter, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">Jer. 23,29.</i><i>wie ein Hammer, der Felsen zertrümmert.</i>", | |
| "R. Abba sprach zu R. Aši: Ihr entnehmt dies hieraus, wir aber entnehmen dies aus folgendem Schriftverse:<sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">Dt. 8,9.</i><i>ein Land, dessen Steine Eisen sind</i>, lies nicht <i>abaneha</i> [Steine], sondern <i>honeha</i> [ihre Erbauer]<sup class=\"footnote-marker\">51</sup><i class=\"footnote\">Benennung der Schriftgelehrten; cf. Ber. Fol. 64a.</i>. Rabina sprach: Dennoch gewöhne sich der Mensch, sanft zu sein, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Ecc. 11,10.</i><i>und entferne Unmut von deinem Herzen &c.</i>", | |
| "R. Šemuél b.Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Drei äußerten ihren Wunsch ungehörig; zweien ließ man es gelingen, einem aber ließ man es mißlingen. Folgende sind es: Elie͑zer, der Diener Abrahams, Šaúl, der Sohn des Qiš, und Jiphtaḥ, der Gilea͑dite.", | |
| "Elie͑zer, der Diener Abrahams, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">53</sup><i class=\"footnote\">Gen. 24,14.</i><i>so sei das Mädch zu dem ich sagen werde: neige doch deinen Krug &c</i>. Es könnte doch ein lahmes oder ein blindes sein! Man ließ es ihm aber gelingen, denn er stieß auf Ribqa.", | |
| "Šaúl, der Sohn des Qiš, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">54</sup><i class=\"footnote\">iSam. 17,25.</i><i>und wer ihn erschlägt, den will der König sehr reich beschenken, und will ihm seine Tochter zur Frau geben.</i> Es könnte doch eine Sklave oder ein Bastard sein! Man ließ es ihm aber gelingen, denn er stieß auf David.", | |
| "Jiphtaḥ der Gilea͑dite, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">55</sup><i class=\"footnote\">Jud. 11,31.</i><i>so soll, wer aus der Tür meines Hauses mir entgegen geht &c</i>. Es könnte doch etwas Unreines sein. Und man ließ es ihm nicht gelingen, denn er stieß auf seine Tochter.", | |
| "Das ist es, was der Prophet zu Jisraél gesprochen hat:<sup class=\"footnote-marker\">56</sup><i class=\"footnote\">Jer. 8,22.</i><i>gibt es denn keinen Balsam mehr in Gilea͑d oder ist kein Arzt</i><sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Dh. es gab ja Gelehrte, die ihm das Gelübde auflösen könnten.</i><i>mehr da</i>?", | |
| "Ferner heißt es :<sup class=\"footnote-marker\">58</sup><i class=\"footnote\">Jer. 19,5.</i><i>was ich weder geboten noch angeordnet habe, und was mir nie in den Sinn gekommen ist. \n</i>", | |
| "Was ich weder geboten, das ist [die Opferung] des Sohnes des Miša͑, Königs von Moab, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">iiReg. 3,27.</i><i>da nahm er seinen erstgeborenen der nach ihm herrschen sollte, und opferte ihn als Brandopfer. Noch angeordnet habe</i>, das ist [die Opferung der Tochter des] Jiphtaḥ. <i>Was mir nie in den Sinn gekommen ist</i>, das ist [die Opferung] Jiçḥaqs, des Sohnes Abrahams.", | |
| "R. Berekhja sagte: Auch die Gemeinde Jisraél äußerte ihren Wunsch ungehörig, jedoch der Heilige, gepriesen sei er, antwortete ihr füglich. Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">60</sup><i class=\"footnote\">Hos. 6,3.</i><i>laßt uns trachten und verfolgen, den Herrn zu erkennen; er wird so sicher kommen wie die Morgenröte; damit er über uns komme wie ein Regenguß.</i>", | |
| "Da sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu ihr: Meine Tochter, du bittest um [Regen], der zuweilen erwünscht und zuweilen unerwünscht ist, ich aber will dir wie etwas sein, das immer erwünscht ist. Denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">61</sup><i class=\"footnote\">Ib. 14,6.</i><i>ich werde Jisraél wie der Tau sein</i>.", | |
| "Ferner äußerte sie ihren Wunsch ungehörig und sprach vor ihm: Herr der Welt,<sup class=\"footnote-marker\">62</sup><i class=\"footnote\">Cant. 8,6,</i><i>lege mich wie einen Siegelring an dein Herz, wie einen Siegelring an deinen Arm</i>. Da sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu ihr: Meine Tochter, du bittest um etwas, das zuweilen zu sehen ist und zuweilen nicht zu sehen<sup class=\"footnote-marker\">63</sup><i class=\"footnote\">Ein Ring am Arme gegenüber dem Herzen ist nicht immer zu sehen, dagegen sind die Hände immer zu sehen.</i>ist, ich aber will dich wie etwas behandeln, das immer zu sehen<sup class=\"footnote-marker\">63</sup><i class=\"footnote\">Ein Ring am Arme gegenüber dem Herzen ist nicht immer zu sehen, dagegen sind die Hände immer zu sehen.</i>ist. Denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">64</sup><i class=\"footnote\">Jes. 49,16.</i><i>siehe, auf die Hände habe ich dich gezeichnet</i>.", | |
| "M<small>AN BITTE UM</small> R<small>EGEN ERST</small> &<small>C</small>. Sie waren der Meinung, ‘Bitte’ und ‘Erwähnung’ sei dasselbe; wer lehrt dies? Raba erwiderte: Es ist R. Jehošua͑, welcher sagt, von der Stunde an, wo man ihn<sup class=\"footnote-marker\">65</sup><i class=\"footnote\">Den Feststrauß, beginne man mit der Erwähnung.</i>fortlegt.", | |
| "Abajje sprach zu ihm: Du kannst auch sagen, daß es R. Elie͑zer ist, denn ‘Bitte’ und ‘Erwähnung’ sind voneinander verschieden.", | |
| "Manche lesen: Es wäre anzunehmen, daß es" | |
| ], | |
| [ | |
| "R. Jehošua͑ ist, welcher sagt, von der Stunde an, wo man ihn fortlegt. Da sprach Raba: Du kannst auch sagen, daß es R. Elie͑zer ist, denn ‘Bitte’ und ‘Erwähnung’ sind von einander verschieden.", | |
| "R. J<small>EHUDA SAGT, WER VOR DAS</small> B<small>ETPULT TRITT</small> &<small>C</small>.", | |
| "Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Bis wann bitte man um Regen? R. Jehuda sagt, bis das Pesaḥfest vorüber ist, R. Jose sagt, bis der Nisan vorüber ist!?", | |
| "R. Ḥisda erwiderte: Das ist kein Widerspruch; das eine gilt von der Bitte und das andere von der Erwähnung. Bitten kann man länger, zu erwähnen hört man jedoch am ersten Tage [des Pesaḥfestes] auf.", | |
| "U͑la sprach: Von dem, was R. Ḥisda sagt, [heißt es] :<sup class=\"footnote-marker\">66</sup><i class=\"footnote\">Pr. 10,26.</i>wie <i>Essig für die Zähne und Rauch für die Augen.</i> Wenn man dann, wenn man um Regen nicht bittet<sup class=\"footnote-marker\">67</sup><i class=\"footnote\">Am letzten Tage des Hüttenfestes, da die ‘Bitte’ nur in das Alltagsgebet eingeschaltet wird.</i>, seiner erwähnt, um wieviel mehr muß man seiner erwähnen, wenn man darum bittet<sup class=\"footnote-marker\">68</sup><i class=\"footnote\">An den Halbfestlagen des Pesaḥfestes.</i>!?", | |
| "Vielmehr, erklärte U͑la, streiten zwei Tannaím über die Ansicht R. Jehudas.", | |
| "R. Joseph erklärte: unter ‘bis das Pesaḥfest vorüber ist’ ist zu verstehen: bis der erste Gemeindevertreter am ersten Tage des Pesaḥfestes vorüber<sup class=\"footnote-marker\">69</sup><i class=\"footnote\">Dh. bis der erste Vorbeter das Morgengebet beendet hat.</i>ist.", | |
| "Abajje sprach zu ihm: Wird denn am Festtage die Bitte [gesprochen]<sup class=\"footnote-marker\">70</sup><i class=\"footnote\">Cf. Anm. 67.</i>!?", | |
| "Dieser erwiderte: Freilich, der Vortragende<sup class=\"footnote-marker\">71</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. der Dolmetsch, der den Vortrag des Gelehrten dem Publikum erläutert; beim Vortrage wird die Bitte um Regen gesprochen.</i>spricht die Bitte. – Bittet denn der Vortragende um etwas, dessen die Gemeinde nicht benötigt!? – Vielmehr, am richtigsten ist es, wie U͑a erklärt hat.", | |
| "Raba erklärte: Unter ‘bis das Pesaḥfest vorüber ist’ ist zu verstehen: bis die Zeit des Schlachtens des Pesaḥopfers<sup class=\"footnote-marker\">72</sup><i class=\"footnote\">Die Mittagsstunde des 14. Nisan.</i>vorüber ist. Wie beim Beginnen, so auch beim Aufhören: wie man beim Beginnen [des Regens] erwähnt, obgleich man darum noch nicht bittet, ebenso erwähnt man dessen beim Aufhören, obgleich man darum nicht bittet.", | |
| "Abajje sprach zu ihm : Allerdings ist die Erwähnung beim Beginnen eine Einleitung der Bitte, was soll aber die Einleitung der Bitte beim Aufhören!? – Vielmehr, am richtigsten ist es, wie U͑la erklärt hat.", | |
| "R. Asi sagte im Namen R. Joḥanans: Die Halakha ist wie R. Jehuda. R. Zera sprach zu R. Asi: Kann R.Joḥanan dieses denn gesagt haben, wir haben ja gelernt: Am dritten Marḥešvan [beginne man] um Regen zu bitten; R. Gamliél sagt, am siebenten desselben. Und hierzu sagte R. Elea͑zar, die Halakha sei wie R. Gamliél!?", | |
| "Dieser erwiderte: Du weisest auf einen Widerspruch zwischen zwei verschiedenen Personen hin!? Wenn du aber willst, sage ich: dies ist überhaupt kein Widerspruch, denn das eine gilt vom Bitten und das andere von der Erwähnung. –", | |
| "R. Joḥanan sagte ja aber, man erwähne [des Regens] da, wo man um ihn bittet!? – Dies wurde vom Aufhören gelehrt. – R. Joḥanan sagte ja aber, wenn man dessen zu erwähnen beginnt, beginne man auch, darum zu bitten, und wenn man darum zu bitten aufhört, höre man auch dessen zu erwähnen auf!? –", | |
| "Vielmehr, das ist kein Widerspruch; das eine für uns, und das andere für sie<sup class=\"footnote-marker\">73</sup><i class=\"footnote\">In Palästina sind sie mit der Ernte schon im Tišri fertig, daher beginnen sie schon dann um Regen zu bitten.</i>. – Für uns wohl deshalb, weil wir noch Früchte auf dem Felde haben, ebenso sollten ja bei ihnen die Wallfahrer<sup class=\"footnote-marker\">74</sup><i class=\"footnote\">Für die der Regen lästig ist.</i>berücksichtigt werden!? –", | |
| "R. Joḥanan spricht von der Zeit, wo der Tempel nicht besteht. Jetzt nun aber, wo du darauf gekommen bist, können auch beide Lehren von ihnen handeln, dennoch besteht hier kein Widerspruch, denn die eine handelt von der Zeit, wo der Tempel besteht, und die andere handelt von der Zeit, wenn der Tempel nicht besteht. –", | |
| "Wie machen wir es, die wir zwei Festtage<sup class=\"footnote-marker\">75</sup><i class=\"footnote\">Wo der letzte Tag des Hüttenfestes an 2 Tagen gefeiert wird.</i>haben? Rabh erwiderte: Man beginne [die Erwähnung] im Zusatzgebete, lasse sie im Vespergebete, im Abendgebete und Morgengebete ausfallen, und im folgenden Zusatzgebete setze man sie fort.", | |
| "Šemuél sprach zu [den Jüngern]: Geht und sagt zu Abba: nachdem du ihn<sup class=\"footnote-marker\">76</sup><i class=\"footnote\">Den 8. Tag des Hüttenfestes; die Fortlassung im Nachmittaggebete deutet darauf, daß er noch zu den Halbfesttagen zählt.</i>als heilig anerkannt hast, willst du ihn als profan erklären!? Vielmehr, sagte Šemuél, man beginne sie im Zusatzgebete und im Vespergebete, lasse sie im Abendgebete und Morgengebete ausfallen und setze sie im folgenden Zusatzgebete fort." | |
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| [ | |
| "Raba aber sagte, sobald man [des Regens zu erwähnen] begönnen hat, unterbreche man nicht mehr. Ebenso sagte R. Šešeth, sobald man begonnen hat, unterbreche man nicht mehr.", | |
| "Und auch Rabh ist [von seiner Lehre] abgekommen, denn R. Ḥananél sagte im Namen Rabhs: Man zähle einundzwanzig Tage<sup class=\"footnote-marker\">77</sup><i class=\"footnote\">Vom 1. Neujahrstage bis zum 8. Tage des Hüttenfestes.</i>, wie man die zehn [Buß]tage vom Neujahr bis zum Versöhnungstage zählt<sup class=\"footnote-marker\">78</sup><i class=\"footnote\">Der erste u. der letzte Tag einbegriffen.</i>, und beginne [des Regens zu erwähnen], und sobald man begonnen hat, unterbreche man nicht mehr. Die Halakha ist: sobald man begonnen hat, unterbreche man nicht mehr.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">ii,2</sup><b>B</b><small>IS WANN BITTE MAN UM</small> R<small>EGEN</small>? R. J<small>EHUDA SAGT, BIS DAS</small> P<small>ESAḤFEST VORÜBER IST</small>; R. M<small>EÍR SAGT, BIS DER</small> N<small>ISAN VORÜBER IST, DENN ES HEISST</small>:<sup class=\"footnote-marker\">79</sup><i class=\"footnote\">Jo. 2,23.</i><i>er wird euch im ersten [Monat] Frühregen und Spätregen herniedersenden.</i>", | |
| "GEMARA. R. Naḥman sprach zu R. Jiçḥaq: Kommt denn der Frühregen im Nisan, er kommt ja im Marḥešvan!? Es wird nämlich gelehrt: Der Frühregen [fällt] im Marḥešvan und der Spätregen im Nisan. Dieser erwiderte: Folgendes sagte R. Joḥanan: dieser Schriftvers ging zur Zeit Joéls, des Sohnes Petuéls, in Erfüllung, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">80</sup><i class=\"footnote\">Jo. 1,4.</i><i>was der Nager zurückließ</i>, <i>zehrte die Heuschrecke auf &c.</i> In jenem Jahre verstrich der Adar ohne Regen, und erst am ersten Nisan kam der erste Regenfall.", | |
| "Da sprach der Prophet zu Jisraél: Zieht aus und säet. Diese erwiderten ihm: Soll, wer einen Kab Weizen oder zwei Kab Gerste hat, essen und leben oder säen und sterben!? Hierauf sprach er zu ihnen: Trotzdem zieht aus und säet. Da geschah ihnen ein Wunder, und sie fanden, was in den Wandspalten und Ameisenlöchern verborgen war.", | |
| "Alsdann zogen sie aus und säeten am zweiten, am dritten und am vierten, am fünften Nisan kam der zweite Regenfall, und am sechzehnten Nisan brachten sie die Schwingegarbe dar. Das Getreide, das sonst in sechs Monaten wächst, wuchs ihnen also in elf Tagen, und die Schwingegarbe, die sonst von sechsmonatigem Getreide dargebracht wird, wurde von elftägigem Getreide dargebracht.", | |
| "Von diesem Zeitalter heißt es: <sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Ps. 126,5,6.</i> <i>die unter Tränen säen, ernten mit weinend geht er dahin, der den Samen zur Aussaat trägt &c</i>. – Was heißt: <i>weinend geht er dahin, der den Samen zur Aussaat trägt &c</i>.? R. Jehuda erwiderte: Beim Pflügen<sup class=\"footnote-marker\">82</sup><i class=\"footnote\">Diese Erklärung findet sich auch im Targum zSt., worauf sonst hingewiesen wird.</i>geht der Ochs weinend, aber bei seiner Rückkehr frißt er das Gras vom Beete. Darum [heißt es] :<sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Ps. 126,5,6.</i><i>mit Jubel kehrt er heim.</i>", | |
| "Was heißt:<sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Ps. 126,5,6.</i><i>er trägt seine Garben</i>? R. Ḥisda erwiderte, und wie manche sagen, wurde es in einer Barajtha gelehrt: Eine Spanne der Halm, die Ähre zwei Spannen<sup class=\"footnote-marker\">83</sup><i class=\"footnote\">Während sonst der Halm bedeutend größer ist als die Ähre.</i>.", | |
| "R. Naḥman sprach zu R. Jiçḥaq: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">84</sup><i class=\"footnote\">iiReg. 8,1.</i><i>denn der Herr hatte eine siebenjährige Hungersnot herbeigerufen und sie ist in das Land bereits eingetreten</i>; was aßen sie in diesen sieben Jahren?", | |
| "Dieser erwiderte: Folgendes sagte R. Joḥanan: im ersten Jahre aßen sie, was sich noch in den Wohnungen befand; im zweiten aßen sie, was sich noch auf den Feldern befand, im dritten das Fleisch reiner Tiere, im vierten das Fleisch unreiner Tiere, im fünften das Fleisch von Ekel- und Kriechtieren, im sechsten das Fleisch ihrer Söhne und Töchter, und im siebenten das Fleisch ihrer eigenen Arme. So heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">85</sup><i class=\"footnote\">Jes. 9,19.</i><i>ein jeder frißt das Fleisch seines Armes.</i>", | |
| "Ferner sprach R. Naḥman zu R. Jiçḥaq: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">86</sup><i class=\"footnote\">Hos. 11,9.</i><i>als Heiliger in deiner Mitte, ich komme nicht in die Stadt</i>; kommt er etwa deshalb nicht in die Stadt, weil er als Heiliger in ihrer Mitte ist!? Dieser erwiderte: Folgendes sagte R. Joḥanan: der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Ich komme nicht eher in das obere [himmlische] Jerušalem, als bis ich in das untere Jerušalem gekommen bin. –", | |
| "Gibt es denn auch oben ein Jerušalem? – Freilich, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">87</sup><i class=\"footnote\">Ps. 122,3.</i><i>Jerušalem, du [wieder] erbaute, wie eine zusammengepaarte Stadt</i><sup class=\"footnote-marker\">88</sup><i class=\"footnote\">Demnach gibt es ein zweites Jerušalem, u. zwar droben im Himmel.</i>.", | |
| "Ferner sprach R. Naḥman zu R. Jiçḥaq: Was bedeutet der Schriftvers:<sup class=\"footnote-marker\">89</sup><i class=\"footnote\">Jer. 10,8.</i><i>und in einem sind sie dumm und töricht</i>, <i>Unterweisung der Eitelkeit, Holz ist es</i>? Dieser erwiderte: Folgendes sagte R. Joḥanan: eines ist es, was die Frevler im Fegefeuer vernichtet<sup class=\"footnote-marker\">90</sup><i class=\"footnote\">Das im Texte gebrauchte <span dir=\"rtl\">בער</span> in der Bedeutung <i>forträumen, vernichten.</i></i>, das ist der Götzendienst. Hier heißt es: <i>Unterweisung der Eitelkeit, Holz es,</i> und [vom Götzendienste] heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">91</sup><i class=\"footnote\">Jer. 10,15.</i><i>Eitelkeit sind sie, ein Irrwerk.</i>", | |
| "Ferner sprach R. Naḥman zu R. Jiçḥaq: Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">92</sup><i class=\"footnote\">Ib. 2,13.</i><i>denn zwei Freveltaten hat mein Volk verübt;</i> zwei nennt er und vierundzwanzig<sup class=\"footnote-marker\">93</sup><i class=\"footnote\">Die Ez. Kap. 22 aufgezählt werden; nach anderer Erklärung, die Übertretung der 24 Bücher der heiligen Schrift.</i>läßt er fort!? Dieser erwiderte: Folgendes sagte R. Joḥanan: eine [Freveltat] ist es," | |
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| [ | |
| "die zwei aufwiegt, das ist der Götzendienst, denn es heißt: <i>denn zwei Freveltaten hat mein Volk verübt: mich hat es den Quell lebendigen Wassers, um sich Brunnen auszuhauen, rissige Brunnen</i>. Ferner heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">94</sup><i class=\"footnote\">Jer. 2,10,11.</i><i>gehet hinüber nach den Inseln der Kittäer und überzeugt euch, sendet nach Qedar und merkt wohl auf &c</i>., <i>ob je ein Volk einen Gott umgetauscht hat,</i> – <i>und jene sind nicht einmal wirkliche Götter,</i> – <i>mein Volk aber hat seine Herrlichkeit umgetauscht gegen das, was nicht zu helfen vermag.</i>", | |
| "Es wird gelehrt: Die Kittäer beten das Feuer an, und die Qedaräer beten das Wasser an, und obgleich sie wissen, daß Wasser Feuer lösche, dennoch haben sie ihren Gott nicht umgetauscht, mein Volk aber hat seinen Gott umgetauscht gegen das, was nicht zu helfen vermag.", | |
| "Ferner sprach R. Naḥman zu R. Jiçḥaq: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">95</sup><i class=\"footnote\">iSam. 8,1.</i><i>und es geschah, als Šemuél alt geworden war;</i> ist denn Šemuél überhaupt alt geworden, er [lebte] ja nur zweiundfünfzig Jahre, denn der Meister sagte, der Tod im zweiundfünfzigsten Lebensjahre sei der Tod Šemuéls aus Rama!?", | |
| "Dieser erwiderte : Folgendes sagte R. Joḥanan: [frühzeitiges] Greisenalter befiel ihn. Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">96</sup><i class=\"footnote\">Ib. 15.11.</i><i>es reut mich, daß ich Šaúl zum Könige gemacht habe.</i> Er sprach nämlich vor ihm: Herr der Welt, du hast mich Moše und Ahron gleichgestellt, wie es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">97</sup><i class=\"footnote\">Ps. 99,6.</i><i>Moše und Ahron waren unter seinen Priestern und Šemuél unter denen, die seinen Namen anriefen;</i> wie ihre Arbeit bei ihren Lebzeiten nicht zerstört wurde, ebenso möge auch meine Arbeit bei meinen Lebzeiten nicht zerstört werden!", | |
| "Da sprach der Heilige, gepriesen sei er: Was mache ich nun: daß Šaúl sterbe, läßt Šemuél nicht zu, stirbt Šemuél, so redet man über ihn, weil er noch jung<sup class=\"footnote-marker\">98</sup><i class=\"footnote\">Man würde sagen, er sei wegen seiner Sünden jung gestorben.</i>ist, daß Šaúl nicht sterbe und Šemuél nicht sterbe [geht ebenfalls nicht], da die Regierungszeit Davids bereits herangereicht ist, und eine Regierung die andere nicht um ein Haar verdrängt.", | |
| "Darauf sprach der Heilige, gepriesen sei er, ich will ihn von [frühzeitigem] Greisenalter befallen lassen. Deshalb heißt es :<sup class=\"footnote-marker\">99</sup><i class=\"footnote\">iSam. 22,6.</i><i>und Šaúl saß in Gibea͑ unter der Tamariske in Rama;</i> wie kommt Gibea͑ zu Rama? Dies besagt vielmehr, daß das Gebet Šemuéls aus Rama es verursacht hat, daß Šaúl zweiundeinhalbes Jahr in Gibea͑ weilte. –", | |
| "Wird denn einer wegen des anderen verdrängt? – Freilich. So sagte R. Šemuél b.Naḥmani im Namen R. Joḥanans: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">100</sup><i class=\"footnote\">Hos.6,5.</i><i>darum schlage ich sie durch die Propheten, töte sie durch die Worte meines Mundes;</i> es heißt nicht: durch ihre Taten, sondern durch die Worte meines Mundes; demnach wird [durch göttlichen Beschluß] einer durch den anderen verdrängt.", | |
| "R. Naḥman und R. Jiçḥaq saßen bei Tisch. Da sprach R. Naḥman zu R. Jiçḥaq: Möge der Meister etwas vor tragen. Dieser erwiderte: Folgendes sagte R. Joḥanan: man spreche nicht beim Essen, weil die Luftröhre der Speiseröhre zuvorkommen könnte, wodurch man in eine Gefahr geraten würde.", | |
| "Nachdem sie gespeist hatten, sprach er: Folgendes sagte R. Joḥanan: unser Vater Ja͑qob starb nicht. Jener entgegnete: Haben denn vergeblich die Trauernden getrauert, die Einbalsamierenden einbalsamiert und die Totengräber begraben!? Dieser erwiderte: Ich deute dies aus einem Schriftverse. Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">101</sup><i class=\"footnote\">Jer. 30,10.</i><i>du aber fürchte dich nicht, mein Knecht Ja͑qob, Spruch des Herrn, und erschrick nicht, Jisraél, denn ich will dich erretten aus fernem Lande und deine Nachkommen aus dem Lande ihrer Gefangenschaft</i>; er wird mit seinen Nachkommen verglichen: wie seine Nachkommen noch am Leben sind, so ist auch er noch am Leben.", | |
| "R. Jiçḥaq sagte [ferner]: Wer den Namen Raḥab<sup class=\"footnote-marker\">102</sup><i class=\"footnote\">Name der Speisewirtin zu Jericho (cf. Jos. Kap. 2); sie war nach Meg. Fol. 15a von seltener Schönheit.</i>ausspricht. bekommt sofort Pollution. R. Naḥman sprach zu ihm: Ich spreche ihn aus, ohne daß mir etwas passiert. Dieser erwiderte: Ich meine es nur, wenn man sie genauer kennt<sup class=\"footnote-marker\">103</sup><i class=\"footnote\">Zu verstehen ist wohl, wenn man intensiv an sie denkt; nach manchen Erklärungen, wenn man ein Bildnis von ihr kennt.</i>(und ihren Namen nennt).", | |
| "Als sie sich voneinander verabschiedeten, sprach [R. Naḥman] zu ihm: Möge mir der Meister seinen Segen erteilen! Er erwiderte: Ich will dir ein Gleichnis sagen, womit dies zu vergleichen ist. Einst wanderte jemand hungrig, müde und durstig in einer Wüste und stieß auf einen Baum mit süßen Früchten und angenehmem Schatten, unter dem ein Wassergraben lief; da aß er von seinen Früchten, trank von seinem Wasser und setzte sich in den Schatten.", | |
| "Als er fortgehen wollte, sprach er: O Baum, welchen Segen soll ich dir nun erteilen: wünsche ich dir, daß deine Früchte süß sein mögen, so sind ja deine Früchte süß. daß dein Schatten angenehm sei, so ist ja dein Schatten angenehm, daß unter dir ein Wassergraben laufe, so läuft ja ein Wassergraben unter dir! Möge es nun der Wille [Gottes] sein, daß alle die Setzlinge, die von dir gepflanzt werden," | |
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| [ | |
| "dir gleichen! So auch du; womit sollte ich dich segnen: wenn mit Gelehrsamkeit, die hast du ja, wenn mit Reichtum, den hast du ja, wenn mit Kindern, die hast du ja. Möge es nun der Wille [Gottes] sein, daß deine Nachkommenschaft dir gleiche!", | |
| "Die Rabbanan lehrten: [Der Frühregen heißt] ‘Jore’, weil er die Leute lehrt<sup class=\"footnote-marker\">104</sup><i class=\"footnote\">Von <span dir=\"rtl\">ירה</span> <i>lehren</i>, <i>unterweisen.</i></i>, die Dächer zu übertünchen, die Früchte einzusammeln und all ihre Bedürfnisse vorzubereiten. Eine andere Erklärung: Weil er die Erde tränkt<sup class=\"footnote-marker\">105</sup><i class=\"footnote\">Von <span dir=\"rtl\">דוה</span> <i>sättigen</i>, <i>tränken.</i></i>und sie bis zum Untergrunde bewässert, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">106</sup><i class=\"footnote\">Ps. 65,11.</i><i>tränke ihre Furchen, lockere ihre Schollen, weiche sie durch Regenschauer auf, segne ihr Gewächs</i>. Eine andere Erklärung: ‘Jore’, weil er sanft und nicht stürmisch<sup class=\"footnote-marker\">107</sup><i class=\"footnote\">Nach Raschi von <span dir=\"rtl\">ירה</span> <i>lehren, leiten.</i></i>fällt. –", | |
| "Vielleicht aber heißt er deshalb ‘Jore’, weil er die Früchte abfallen macht, die Saaten fortschwemmt und Bäume unterspült<sup class=\"footnote-marker\">108</sup><i class=\"footnote\">Von <span dir=\"rtl\">ירה</span> <i>werfen, schießen.</i></i>!? – Er wird [neben dem] Spätregen genannt, wie der Spätregen zum Segen<sup class=\"footnote-marker\">109</sup><i class=\"footnote\">Da er den Früchten nicht mehr schädlich sein kann.</i>ist, ebenso ist auch der Frühregen zum Segen. – Vielleicht ist dem nicht so, vielmehr heißt [der Spätregen] ‘Malqoš’, weil er die Häuser niederreißt, die Bäume zerbricht und die Grillen herbeiholt<sup class=\"footnote-marker\">110</sup><i class=\"footnote\">Nach Raschi hat <span dir=\"rtl\">לקש</span> (Am. 7,1) die Bedeutung <i>Grillen, Heuschrecken,</i> und ist etymol. mit <span dir=\"rtl\">מלקוש</span> verwandt. Jener ist also gleich diesem zum Fluche.</i>!? – Er wird neben dem Frühregen genannt, wie der Frühregen zum Segen ist, ebenso ist auch der Spätregen zum Segen. –", | |
| "Woher dies vom Frühregen selbst? – Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">111</sup><i class=\"footnote\">Jo. 2,23.</i><i>und ihr, Söhne Çijons, jubelt und freut euch in dem Herrn, eurem Gott; denn er spendet euch den Frühregen zum Heile, er sendet euch den Regen hernieder, Frühregen und Spätregen im ersten [Monate]</i>.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Der Frühregen im Marḥešvan und der Spätregen im Nisan. – Du sagst, der Frühregen im Marḥešvan und der Spätregen im Nisan, vielleicht ist dem nicht so, sondern der Frühregen im Tišri und der Spätregen im Ijar!? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">112</sup><i class=\"footnote\">Dt. 11,14.</i><i>zur geeigneten Zeit</i>", | |
| "[Der Spätregen heißt] ‘Malqoš’, wie R. Nehilaj b. Idi im Namen Šemuéls sagte, weil er die Hartnäckigkeit<sup class=\"footnote-marker\">113</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">מלקוש</span> kontrahiert aus <span dir=\"rtl\">מלל</span> <i>zermalmen u.</i> <span dir=\"rtl\">קושי</span> <i>Härte, Hartnäckigkeit.</i></i>Jisraéls zermalmt. In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Weil er die [Ähren am] Halme mit Getreide<sup class=\"footnote-marker\">114</sup><i class=\"footnote\">Kontrahiert aus <span dir=\"rtl\">מלא</span> <i>füllen</i> u, <span dir=\"rtl\">קש</span> <i>Stroh, Halme.</i></i>füllt. In einer Barajtha wurde gelehrt: Weil er auf Ähren und Halme fällt.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Der Frühregen im Marḥešvan und der Spätregen im Nisan. Du sagst der Frühregen im Marḥešvan, vielleicht ist dem nicht so, sondern im Monate Kislev!? – Es heißt: <i>zur geeigneten Zeit, Frühregen und Spätregen,</i> wie Spätregen zu geeigneter Zeit, ebenso Frühregen zur geeigneten Zeit. – Wenn der Nisan verstrichen ist und Regen kommt, so ist dies kein Zeichen des Segens<sup class=\"footnote-marker\">115</sup><i class=\"footnote\">Diese Antwort kann sich höchstens auf den Spätregen u. nicht auf den Frühregen beziehen; der ganze Satz wird daher in manchen Ausgaben gestrichen.</i>mehr.", | |
| "Ein Anderes lehrt: Der Frühregen im Marḥešvan und der Spätregen im Nisan – so R. Meír; die Weisen sagen, der Frühregen sei im Kislev. –", | |
| "Wer sind die Weisen? R. Ḥisda erwiderte: Es ist R. Jose, denn es wird gelehrt: Wann ist [die Zeit] des ersten Regenfalles? Des frühen am dritten Marḥešvan, des mittleren am siebenten desselben und des späten am siebzehnten desselben – so R. Meír. R. Jehuda sagt, am siebenten, am siebzehnten und am dreiundzwanzigsten [Marḥešvan].", | |
| "R. Jose sagt, am siebzehnten und am dreiundzwanzigsten [Marḥešvan] und am ersten Kislev. Ebenso sagte R. Jose, Einzelne fasten<sup class=\"footnote-marker\">116</sup><i class=\"footnote\">Wegen des Ausbleibens des Regens.</i>erst dann, wenn der erste Kislev [regenlos] heranreicht.", | |
| "R. Ḥisda sagte: Die Halakha ist wie R. Jose. Amemar lehrte die Worte R. Ḥisdas in folgender Fassung. Am dritten Marḥešvan [beginne man] um Regen zu bitten; R. Gamliél sagt, am siebenten desselben. R. Ḥisda sagte: Die Halakha ist wie R. Gamliél. –", | |
| "Wessen Ansicht vertritt folgende Lehre: R. Šimon b.Gamliél sagte: Wenn der Regen sieben Tage hintereinander fällt, so ist dies der erste und der zweite, [beziehungsweise der zweite] und der dritte Regenfall? Die des R. Jose. R. Ḥisda sagte: Die Halakha ist wie R. Jose. –", | |
| "Allerdings [ist die Zeitangabe] für den ersten Regenfall nötig, wegen der Bitte, ebenso für den dritten, wegen des Fastens, wozu aber für den zweiten!? R. Zera erwiderte:" | |
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| "Wegen der Gelübde. Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand sich etwas abgelobt bis zur Regenzeit, bis der Regen fällt, so gilt dies bis zum zweiten Regenfalle.", | |
| "R. Zebid erwiderte: Wegen der Oliven. Wir haben nämlich gelernt: Von wann an sind Nachlese, Vergessenes und Eckenlaß jedem Menschen frei? Wenn die Tastenden [das Feld] abgesucht haben. Abfall und Traubennachlese? Wenn die Armen im Weinberge wiederholt gewesen sind. Oliven?", | |
| "Sobald der zweite Regenfall gefallen ist. – Wer sind die ‘Tastenden? R. Joḥanan erklärte: Greise, die an der Krücke gehen. Reš Laqiš erklärte: Sammler hinter Sammlern.", | |
| "R. Papa erwiderte: Wegen des Betretens von Privatwegen. Der Meister sagte nämlich, bis zum zweiten Regenfalle dürfe man über Privatwege gehen.", | |
| "R. Naḥman b.Jiçḥaq erwiderte: Wegen der Fortschaffung der Siebentjahrsfrüchte. Wir haben nämlich gelernt: Bis wann darf man von Stroh und Stoppeln des Siebentjahres nutznießen und damit brennen? Bis zum zweiten Regenfalle. –", | |
| "Aus welchem Grunde? – Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">117</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,7.</i><i>auch deinem Vieh und dem Wilde</i>, <i>das in deinem Lande;</i> solange das Wild auf dem Felde davon frißt, darfst du davon deinem Vieh im Hause geben, ist es für das Wild auf dem Felde zuende, so ist es auch für dein Vieh im Hause zuende.", | |
| "R. Abahu sagte: Was heißt ‘Rebia͑’ [Regenfall]? Was den Boden befruchtet [raba͑]. Dies nach einer Lehre R. Jehudas, denn R. Jehuda sagte: Der Regen ist der Gatte der Erde, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">118</sup><i class=\"footnote\">Jes. 55,10.</i><i>denn wie der Regen und der Schnee vom Himmel herabfällt und nicht wieder dorthin zurückkehrt, es sei denn, daß er die Erde getränkt, befruchtet und zum Sprossen gebracht hat.</i>", | |
| "Ferner sagte R. Abahu: Der erste Regenfall muß eine Handbreite in die Erde dringen; der zweite Regenfall muß [die Erde] auf weichen, daß man damit die Öffnung eines Fasses verkleben könne. R. Ḥisda sagte: Sobald Regen gefallen ist, daß man [mit der aufgeweichten Erde] die Öffnung eines Fasses verkleben kann, ist [der Fluch] vom Verschließen [des Himmels] nicht mehr eingetreten.", | |
| "Ferner sagte R. Ḥisda: Ist Regen gefallen, bevor man [im Šema͑ den Abschnitt]<sup class=\"footnote-marker\">119</sup><i class=\"footnote\">Dt. 11,17.</i> <i>Er wird verschließen</i> gelesen hat, so ist [der Fluch] vom Verschließen [des Himmels] nicht mehr eingetreten.", | |
| "Abajje sagte: Dies gilt nur vom [Abschnitte] <i>Er wird verschließen</i> im [Šema͑] des Abends, wenn aber vor dem [Abschnitte] <i>Er wird verschließen</i> [im Šema͑] des Morgens, so kann noch [der Fluch] vom Verschließen [des Himmels]<sup class=\"footnote-marker\">120</sup><i class=\"footnote\">Wenn der Regen am Tage ausbleibt.</i>eintreten. R. Jehuda b. Jiçḥaq sagte nämlich, die Morgenwolken seien ohne Bedeutung, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">121</sup><i class=\"footnote\">Hos. 6,4.</i><i>was soll ich dir tun</i>, <i>Ephraim, was soll ich dir tun, Jehuda</i>, <i>da doch eure Liebe dem Morgengewölk gleicht &c</i>.", | |
| "R. Papa sprach zu Abajje: Die Leute sagen ja aber: Ist Regen beim Öffnen der Tür, Eseltreiber, so breite deinen Sack aus und schlafe<sup class=\"footnote-marker\">122</sup><i class=\"footnote\">Dh. die Ernte fällt gut aus u. die Getreidepreise sinken, sodaß der Getreideverkauf keinen Gewinn bringt. Eseltreiber (wörtl. Eselsmann) hießen die fahrenden Getreidehändler (cf. Dem. IV,7.).</i>!? – Dies ist kein Ein wand; das eine, wenn [der Himmel mit] dickem Gewölk überzogen ist, das andere, wenn er mit leichtem Gewölk überzogen ist<sup class=\"footnote-marker\">123</sup><i class=\"footnote\">Letztere sind ohne Belang.</i>.", | |
| "R. Jehuda sagte: Wohl dem Jahre, wenn im Ṭebeth [der Boden] Witwe ist. Manche erklären, weil dann die Gärten<sup class=\"footnote-marker\">124</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">תרביצא</span> Garten, Vorhof, ist auch Benennung des Lehrhauses, das nach einer anderen Erklärung hier zu verstehen ist.</i>nicht leer sind, und manche erklären, weil dann die Dürre<sup class=\"footnote-marker\">125</sup><i class=\"footnote\">Nach einer anderen Lesart: die Wärme anhält.</i>ausbleibt. – Dem ist ja aber nicht so, R. Ḥisda sagte ja, wohl dem Jahre, wenn der Ṭebeth schmutzig<sup class=\"footnote-marker\">126</sup><i class=\"footnote\">Vom vielen Regen.</i>ist!? – Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn es schon vorher geregnet<sup class=\"footnote-marker\">127</sup><i class=\"footnote\">Sodaß er nicht mehr nötig ist.</i>hat, das andere, wenn es vorher noch nicht geregnet hat.", | |
| "Ferner sagte R. Ḥisda: Wenn es in einem Teile des Landes regnet und in einem Teile des Landes nicht regnet, so ist [der Fluch] vom Verschließen [des Himmels] nicht eingetreten. – Dem ist ja aber nicht so, es heißt ja:<sup class=\"footnote-marker\">128</sup><i class=\"footnote\">Am. 4,7.</i><i>ich habe euch Regen verweigert, als noch drei Monate bis zur Ernte waren; ich ließ auf eine Stadt regnen und auf die andere nicht, das eine Feld wird beregnet &c.,</i> und hierzu sagte R. Jehuda im Namen Rabhs, beides<sup class=\"footnote-marker\">129</sup><i class=\"footnote\">Auch der reichliche Regen, da er das Getreide verdirbt.</i>zum Fluche!? –", | |
| "Das ist kein Einwand; das eine, wenn er übermäßig kommt und das andere, wenn er wie erforderlich kommt. R. Aši sprach: Dies ist auch zu beweisen, denn es heißt: <i>wird</i><sup class=\"footnote-marker\">130</sup><i class=\"footnote\">Das W. <span dir=\"rtl\">תמטר</span> wird in <span dir=\"rtl\">תהא מקים מטר</span> aufgelöst, es wird zum Regenplatze sein, vom übermäßigen Regen leiden.</i><i>beregnet.</i> Schließe hieraus.", | |
| "R. Abahu sagte: Den Segen über den Regen<sup class=\"footnote-marker\">131</sup><i class=\"footnote\">Cf. Ber. Fol. 54a.</i>spreche man erst dann, wenn der Bräutigam der Braut<sup class=\"footnote-marker\">132</sup><i class=\"footnote\">Wenn dem herabfallenden Tropfen ein Tropfen vom Boden entgegenspringt.</i>entgegenkommt. – Wie lautet der Segensspruch?", | |
| "R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: ‘Wir danken dir, o Herr, unser Gott, für jeden einzelnen Tropfen, den du uns herabfallen ließest.’ R.Joḥanan beendete ihn wie folgt: ‘Wäre<sup class=\"footnote-marker\">133</sup><i class=\"footnote\">Bekanntes Gebet, das am Sabbath gesprochen wird.</i>unser Mund des Gesanges voll wie das Meer, unsere Zunge voll des Jubels, wie das Brausen seiner Wogen &c.’ bis ‘Möge uns, o Herr, unser Gott, deine Liebe nicht verlassen; sie hat uns auch nicht verlassen. Gepriesen sei er, dem die meisten Danksagungen gebühren.’ –", | |
| "Die meisten Danksagungen und nicht alle Danksagungen!? Raba erwiderte: Sage also: ‘Gott der Danksagungen.’ R. Papa sagte: Darum" | |
| ], | |
| [ | |
| "sage man beides: ‘Gott der Danksagungen’ und ‘Dem die meisten Danksagungen gebühren’.", | |
| "R. Abahu sagte: Ein Regentag ist bedeutender als die Auferstehung; die Auferstehung erfolgt nur für die Frommen, während der Regen sowohl für die Frommen als auch für die Frevler bestimmt ist. Er streitet somit gegen R. Joseph, denn R. Joseph sagte: Man hat [die Erwähnung des Regens] deshalb in den Auferstehungssegen eingeschaltet, weil er der Auferstehung gleicht.", | |
| "R. Jehuda sagte: Ein Regentag ist so bedeutend wie der Tag, an dem die Tora gegeben wurde, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">134</sup><i class=\"footnote\">Dt. 32,2.</i><i>meine Lehre ergieße sich wie Regen,</i> und unter Lehre ist nichts anderes als die Tora zu verstehen, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">135</sup><i class=\"footnote\">Pr. 4,2.</i><i>denn eine gute Lehre gab ich euch, meine Tora verlasset nicht</i>. Raba sagte, er sei noch bedeutender als der Tag, an dem die Tora gegeben wurde, denn es heißt: <i>meine Lehre ergieße sich wie Regen;</i> wer bezieht sich auf wen? Doch wohl der Unbedeutende auf den Bedeutenden.", | |
| "Raba wies auf einen Widerspruch hin; es heißt: <i>meine Lehre ergieße sich wie Regen</i>, dagegen heißt es :<sup class=\"footnote-marker\">134</sup><i class=\"footnote\">Dt. 32,2.</i><i>meine Rede träufle wie der Tau</i>!? Ist der Gelehrte würdig, so gleicht er dem Tau, wenn aber nicht, so schlage<sup class=\"footnote-marker\">136</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. brich ihm das Genick; יערף von <span dir=\"rtl\">ערף</span>, das Genick abschlagen.</i>ihn nieder, wie der Regen.", | |
| "Es wird gelehrt: R. Banaá sagte: Wer sich mit der Tora um ihrer selbst willen befaßt, für den ist sie eine Mixtur des Lebens, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">137</sup><i class=\"footnote\">Pr. 3,18.</i><i>sie ist ein Baum des Lebens, für die, die sie ergreifen;</i> ferner:<sup class=\"footnote-marker\">138</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 8.</i><i>sie wird eine Heilung für deinen Leib sein</i>; ferner :<sup class=\"footnote-marker\">139</sup><i class=\"footnote\">Ib. 8.35.</i><i>denn wer mich findet, findet Leben.</i> Wer sich aber mit der Tora nicht um ihrer selbst willen befaßt, für den wird sie eine Mixtur des Todes, denn es heißt: <i>meine Lehre ergieße sich [ja͑rophj wie Regen,</i> und ‘a͑ripha’ bedeutet ‘erschlagen’, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">140</sup><i class=\"footnote\">Dt. 21,4.</i><i>sie sollen dort im Tale dem Kalbe das Genick brechen [vea͑rphu]</i>.", | |
| "R. Jirmeja sprach zu R. Zera: Möge der Meister kommen und etwas lehren. Dieser erwiderte: Mein Herz ist schwach und ich kann nicht. – So möge doch der Meister etwas Agadisches vortragen. Da sprach er: Folgendes sagte R. Joḥanan: es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">141</sup><i class=\"footnote\">Dt. 20,19.</i><i>der Mensch ist ein Baum des Feldes;</i> ist denn der Mensch wirklich ein Baum des Feldes?", | |
| "Vielmehr, es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">142</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 20.</i><i>genieße seine Früchte, ihn selbst haue aber nicht um</i>, dagegen aber heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">142</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 20.</i><i>den verdirb und haue ihn um;</i> wie ist dies zu erklären? Ist der Gelehrte würdig: genieße seine Früchte, ihn selbst haue aber nicht um, wenn aber nicht, <i>den verdirb und haue ihn um.</i>", | |
| "R. Ḥama sagte im Namen R. Ḥaninas: Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">143</sup><i class=\"footnote\">Pr. 27,17,</i><i>Eisen schärft Eisen;</i> dies besagt, wie das eine Eisen das andere Eisen schärft, so schärfen auch zwei Schriftgelehrte einander in der Halakha.", | |
| "Rabba b.Bar Ḥana sagte: Weshalb werden die Worte der Tora mit dem Feuer verglichen, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">144</sup><i class=\"footnote\">Jer. 23,29.</i><i>ist mein Wort nicht vielmehr Feuer, Spruch des Herrn</i>? Dies besagt, wie das Feuer nicht allein brennt, so bleiben auch Worte der Tora nicht einem einzelnen erhalten.", | |
| "Das ist es, was R. Jose b. Ḥanina gesagt hat: Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">145</sup><i class=\"footnote\">Ib. 50,36.</i>ein <i>Schwert über die einzelnen, sie</i><sup class=\"footnote-marker\">146</sup><i class=\"footnote\">Von <span dir=\"rtl\">בדד</span> <i>einsam, einzeln;</i> so nach talm. Auslegung.</i><i>werden töricht;</i> ein Schwert über die Feinde<sup class=\"footnote-marker\">147</sup><i class=\"footnote\">Euphemistisch für die Schriftgelehrten selbst.</i>der Schriftgelehrten, die sich einzeln mit der Tora befassen. Und noch mehr, sie werden auch töricht, denn es heißt: <i>sie werden töricht.</i>", | |
| "Und noch mehr, sie sündigen auch, denn hier heißt es: <i>sie werden töricht,</i> und dort<sup class=\"footnote-marker\">148</sup><i class=\"footnote\">Num. 12,11.</i>heißt es: <i>daß wir uns betören ließen und gesündigt haben.</i> Wenn du aber willst, entnehme ich dies hieraus:<sup class=\"footnote-marker\">149</sup><i class=\"footnote\">Jes. 19,13.</i><i>betört wurden die Fürsten von Çoa͑n.</i>", | |
| "R. Naḥman b.Jiçḥaq sagte: Weshalb werden die Worte der Tora mit einem Baume verglichen, wie es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">137</sup><i class=\"footnote\">Pr. 3,18.</i><i>sie ist ein Baum des Lebens für die, die sie ergreifen</i>? Dies besagt, wie ein kleines Stück Holz<sup class=\"footnote-marker\">150</sup><i class=\"footnote\">Für Baum u. Holz hat das Hebräische das gleiche Wort.</i>ein großes in Brand steckt, so schärfen auch bei den Schriftgelehrten die kleinen die großen. Das ist es, was R. Ḥanina gesagt hat: Viel habe ich von meinem Lehrer gelernt, mehr als von meinen Lehrern von meinen Kollegen, und am allermeisten von meinen Schülern.", | |
| "R. Ḥanina b. Papa wies auf einen Widerspruch hin; es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">151</sup><i class=\"footnote\">Jes. 21,14.</i><i>bringet den Durstigen Wasser entgegen,</i> dagegen aber heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">152</sup><i class=\"footnote\">Ib. 55,1.</i><i>ihr Durstigen alle, geht zum Wasser</i>!? Ist ein Gelehrter würdig: <i>bringet den Durstigen Wasser entgegen,</i> wenn aber nicht: <i>ihr Durstigen alle, geht zum Wasser.</i>", | |
| "R. Ḥanina b.Ḥama wies auf einen Widerspruch hin; es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">153</sup><i class=\"footnote\">Pr. 5,16.</i><i>deine Quellen sollen nach außen über fließen,</i> dagegen aber heißt es :<sup class=\"footnote-marker\">154</sup><i class=\"footnote\">Ib, V. 17.</i><i>dir allein sollen sie gehören</i>!? Ist ein Gelehrter würdig: <i>deine Quellen sollen nach außen überfließen,</i> wenn aber nicht: <i>dir allein sollen sie gehören.</i>", | |
| "R. Ḥanina b.Idi sagte: Weshalb werden die Worte der Tora mit dem Wasser verglichen, wie es heißt: <i>ihr Durstigen alle, geht zum Wasser</i>? Dies besagt, wie das Wasser die Höhe verläßt und in die Tiefe fließt, ebenso bleiben Worte der Tora nur dem erhalten, der demütig ist.", | |
| "Auch sagte R. Oša͑ja: Weshalb werden die Worte der Tora mit den folgenden drei Getränken verglichen, mit dem Wasser, mit dem Weine und mit der Milch? Es heißt nämlich: <i>ihr Durstigen alle, geht zum Wasser</i>; ferner heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">152</sup><i class=\"footnote\">Ib. 55,1.</i><i>kommt, kauft Getreide und esset; kommt, kauft Getreide ohne Geld, und ohne Bezahlung Wein und Milch.</i> Dies besagt, wie diese drei Getränke sich nur in den einfachsten Gefäßen erhalten, so erhält sich die Tora nur bei dem, der demütig ist.", | |
| "So sprach einst die Tochter des Kaisers zu R. Jehošua͑ b.Ḥananja: Ei, herrliche Weisheit in einem häßlichen Gefäße! Dieser erwiderte: Ei, Tochter dessen, der Wein in irdenen Gefäßen verwahrt! Jene sprach: Worin denn sollte man ihn verwahren!? Dieser erwiderte: Ihr Vornehmen solltet ihn in silbernen und goldenen Gefäßen verwahren.", | |
| "Hierauf ging sie und sagte es ihrem Vater. Da ließ er den Wein in silberne und goldene Gefäße gießen, und er wurde sauer. Als man ihm dies berichtete, fragte er seine Tochter: Wer sagte dir dies? Sie erwiderte: R. Jehošua͑ b. Ḥananja. Darauf ließ er ihn kommen und fragte ihn: Weshalb sagtest du ihr dies? Dieser erwiderte: Wie sie zu mir sagte, sagte ich auch zu ihr. – Es gibt ja aber auch Schöne, die gelehrt sind!? –" | |
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| "Wären sie häßlich, so würden sie gelehrter sein. Eine andere Auslegung: Wie diese drei Getränke (nur) durch Achtlosigkeit verdorben<sup class=\"footnote-marker\">155</sup><i class=\"footnote\">Bei dickflüssigen Getränken bleibt der Schmutz oben und kann entfernt werden, bei den genannten setzt er sich auf den Boden.</i>werden, ebenso werden auch Worte der Tora durch Achtlosigkeit vergessen.", | |
| "R. Ḥama b.Ḥanina sagte: Ein Regentag ist so bedeutend wie der Tag, an dem Himmel und Erde erschaffen worden sind, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">156</sup><i class=\"footnote\">Jes. 45,8.</i><i>Träufle, o Himmel, droben, und aus den Wolken möge Recht rieseln; die Erde tue sich auf und trage Heil und lasse Gerechtigkeit zumal vorsprossen; ich, der Herr, habe ihn geschaffen</i>; es heißt nicht: sie geschaffen, sondern: ihn<sup class=\"footnote-marker\">157</sup><i class=\"footnote\">Den Regen; das W. Himmel wird im Hebräischen nur in der Mehrzahl gebraucht.</i>geschaffen.", | |
| "R. Oša͑ja sagte. Ein Regentag ist so bedeutend, daß an diesem sogar das Heil gedeiht und wächst, denn es heißt: <i>die Erde tue sich auf und trage Heil.</i> R. Tanḥum b.Ḥanilaj sagte: Der Regen kommt nur dann, wenn Jisraél seine Sünden vergeben werden, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">158</sup><i class=\"footnote\">Ps. 85,2.</i><i>du hast dein Land</i><sup class=\"footnote-marker\">159</sup><i class=\"footnote\">Nach der Auslegung des T. den Boden, durch den Regen.</i><i>begnadigt, o Herr, hast das Geschick Ja͑qobs gewendet; du hast die Schuld deines Volkes vergeben, all ihre Sünden bedeckt</i>. Sela.", | |
| "Zee͑ri aus Dihabat sprach zu Rabina: Ihr entnehmt dies hieraus, wir aber entnehmen es aus folgendem :<sup class=\"footnote-marker\">160</sup><i class=\"footnote\">iReg. 8.34.</i><i>so erhöre es im Himmel und vergib die Sünde &c</i>.<sup class=\"footnote-marker\">161</sup><i class=\"footnote\">im folgenden Verse wird vom Regen gesprochen.</i>", | |
| "R. Tanḥum, Sohn des R. Ḥija, aus Kephar A͑kko sagte: Der Regen wird nur dann zurückgehalten, wenn die Feinde<sup class=\"footnote-marker\">162</sup><i class=\"footnote\">Euphemistisch für Jisraél selbst.</i>Jisraéls Vernichtung verdienen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">163</sup><i class=\"footnote\">Ij. 24,19.</i><i>Dürre und Hitze raffen die Schneewasser hinweg, die Unterwelt, die gesündigt haben</i>. Zee͑ri aus Dihabat sprach zu Rabina : Ihr entnehmet dies hieraus, wir aber entnehmen es aus folgendem: <sup class=\"footnote-marker\">164</sup><i class=\"footnote\">Dt. 11,17.</i><i>er wird den Himmel verschließen &c., ihr werdet schnell vernichtet werden</i>.", | |
| "R. Ḥisda sagte: Der Regen wird nur wegen der Unterlassung, Heben und Zehnte [zu entrichten], vorenthalten, denn es heißt: <i>Dürre und Hitze raffen die Schneewasser hinweg.</i> – Wieso geht dies hieraus hervor? – In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Wegen der Dinge, die ich euch für die Sommerzeit geboten <sup class=\"footnote-marker\">165</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">צוה</span> ident, mit <span dir=\"rtl\">צוה</span> <i>befehlen</i>, <span dir=\"rtl\">הם</span> <i>Hitze, Wärme,</i> dh Sommer.</i>habe, die ihr aber nicht befolgt habt, sollen euch die Schneewasser in der Regenzeit hinweggerafft werden.", | |
| "R. Šimo͑n b.Pazi sagte: Der Regen wird nur wegen der Verleumder zurückgehalten, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">166</sup><i class=\"footnote\">Pr. 25,23.</i><i>Nordwind bringt Regen hervor, und verdrießliche Gesichter die heimliche Zunge.</i>", | |
| "R. Sala sagte im Namen R. Hamnunas: Der Regen wird nur wegen der Frechlinge zurückgehalten, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">167</sup><i class=\"footnote\">Jer. 3,3.</i><i>es wurden euch die Regenschauer vorenthalten und es fiel kein Spätregen; und die Stirn eines hurerischen Weibes hattest du &c.</i> Ferner sagte R. Sala im Namen R. Hamnunas: Wer Frechheit besitzt, gibt sich endlich der Sünde hin, denn es heißt: <i>die Stirn eines hurerischen Weibes hattest du.</i> R. Naḥman sagte: Es ist sogar sicher, daß er sich der Sünde hingegeben hat, denn es heißt ‘hattest du’, nicht ‘wirst du haben’.", | |
| "Rabba b.R. Hona sagte: Wer Frechheit besitzt, den darf man Frevler nennen, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">168</sup><i class=\"footnote\">Pr. 21,29.</i><i>eine freche Mine zeigt der Frevler.</i> R. Naḥman b.Jiçḥaq sagte: Man darf ihn hassen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">169</sup><i class=\"footnote\">Ecc. 8,1.</i><i>und das Gesicht des Frechlings wird verändert</i>, und man lese nicht <i>ješuna</i>, [wird verändert], sondern <i>jisane</i> [wird gehaßt].", | |
| "R. Qaṭṭina sagte: Der Regen wird nur wegen der Vernachlässigung der Tora zurückgehalten, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">170</sup><i class=\"footnote\">Ib. 10,18.</i><i>durch Faulheit senkt sich das Gebälk [jimakh hameqare]</i>; wegen der Faulheit Jisraéls, sich mit der Tora zu befassen, ist der Feind<sup class=\"footnote-marker\">162</sup><i class=\"footnote\">Euphemistisch für Jisraél selbst.</i>des Heiligen, gepriesen sei er, arm geworden: ‘makh‘ bedeutet nämlich ‘arm’, wie es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">171</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,8.</i><i>und wenn er zu arm [makh] ist, um den Schätzungswert zu entrichten,</i> und ‘meqare’ deutet auf den Heiligen, gepriesen sei er, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">172</sup><i class=\"footnote\">Ps. 104.3.</i><i>der seine Söller im Wasser bälkt [meqare].</i>", | |
| "R. Joseph sagte: Hieraus :<sup class=\"footnote-marker\">173</sup><i class=\"footnote\">Ij. 37 21.</i>nun <i>sahen sie das Licht nicht, das glänzend hinter den Wolken leuchtet; doch ein Wind fährt daher und reinigt sie,</i> und unter ‘Licht’ ist nichts anderes als die Tora zu verstehen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">174</sup><i class=\"footnote\">Pr. 6,23.</i> <i>denn eine Leuchte ist das Gebot, ein Licht der Tora. Das glänzend hinter den Wolken leuchtet;</i> hierüber wurde in der Schule R. Jišma͑éls gelehrt: Selbst wenn der Himmel voll Glanzflecke ist, um Tau und Regen fallen zu lassen, fährt ein Wind daher und reinigt sie.", | |
| "R. Ami sagte : Der Regen wird nur wegen der Sünde des Raubes zurückgehalten, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">175</sup><i class=\"footnote\">Ij. 36,32.</i><i>durch die Hände verhüllt er das Licht;</i> unter ‘Hände’ ist der Raub zu verstehen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">176</sup><i class=\"footnote\">Jon. 3,8.</i> <i>und von dem Raube, der an ihren Händen klebte,</i> und unter ‘Licht’ ist der Regen zu verstehen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">177</sup><i class=\"footnote\">Ij. 37,11.</i><i>streut weithin aus seinem Lichtgewölke</i>. –", | |
| "Welches Mittel gibt es dagegen? Man verharre im Gebete, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">175</sup><i class=\"footnote\">Ij. 36,32.</i><i>er gebietet ihm dringend</i>, und unter ‘dringend’ ist das Gebet zu verstehen, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">178</sup><i class=\"footnote\">Jer. 7,16.</i><i>du aber, bete nicht für dieses Volk &c. noch dringe in mich.</i>", | |
| "Ferner sagte R. Ami: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">179</sup><i class=\"footnote\">Ecc. 10,10.</i><i>wenn das Eisen stumpf geworden ist, und er nicht die Schneide schärft</i>; wenn du siehst, daß der Himmel wie ein stumpfes Eisen geworden ist, indem er weder Regen noch Tau niederfallen läßt, so geschieht dies wegen der Taten des Zeitalters, die verderbt sind, denn es heißt: <i>und er die Schneide nicht geschärft hat.</i> –", | |
| "Welches Mittel gibt es dagegen? – Man verharre im Gebete, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">179</sup><i class=\"footnote\">Ecc. 10,10.</i>er <i>muß seine Kräfte anstrengen</i>.<sup class=\"footnote-marker\">179</sup><i class=\"footnote\">Ecc. 10,10.</i> <i>Der Vorzug der Anstrengung ist die Weisheit;</i> bevorzugter ist es jedoch, wenn dessen Taten von Anfang an gut sind.", | |
| "Reš Laqiš sagte: Siehst du einen Jünger," | |
| ], | |
| [ | |
| "dem sein Talmudstudium schwer wie Eisen fällt, so kommt dies daher, weil ihm seine Mišnakenntnisse nicht geläufig sind, denn es heißt: und er die Schneide nicht geschärft hat. –", | |
| "Welches Mittel gibt es für ihn? – Er weile viel im Lehrhause, denn es heißt: <i>er muß seine Kräfte anstrengen. Der Vorzug der Anstrengung ist die Weisheit;</i> bevorzugter ist es jedoch, wenn seine Mišnakenntnisse ihm von Anfang an geläufig sind.", | |
| "So pflegte Reš Laqiš sein Mišnastudium vierzigmal zu wiederholen, entsprechend den vierzig Tagen, während welcher die Tora gegeben wurde, und erst dann vor R. Joḥanan zu treten. R. Ada b. Ahaba pflegte sein Mišnastudium vierundzwanzigmal zu wiederholen, entsprechend [den Büchern] der Tora, der Propheten und der Hagiographen, und erst dann vor Raba zu treten.", | |
| "Raba sagte: Siehst du einen Jünger, dem sein Talmudstudium schwer wie Eisen fällt, so kommt dies daher, weil ihm sein Lehrer kein freundliches Gesicht<sup class=\"footnote-marker\">180</sup><i class=\"footnote\">Od. ihm nicht die Deutungsmöglichkeilen erklärt.</i>zuwendet, denn es heißt: <i>und er die Schneide nicht</i><sup class=\"footnote-marker\">181</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">פנים</span> Gesicht, st <span dir=\"rtl\">לא</span> wird <span dir=\"rtl\">לו</span> gelesen.</i> <i>geschärft hat</i>. –", | |
| "Welches Mittel gibt es für ihn? – Er mehre sich Freunde, denn es heißt: <i>er muß seine Kräfte anstrengen. Der Vorzug der Anstrengung ist die Weisheit</i>; bevorzugter ist es jedoch, wenn der Lehrer von Anfang an mit seinen Taten zufrieden ist.", | |
| "Ferner sagte R. Ami: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">182</sup><i class=\"footnote\">Ecc. 10,11.</i><i>wenn die Schlange heißt ohne Geflüster</i>, <i>so hat der Zungenfertige keinen Vorteil.</i> Wenn du ein Zeitalter siehst, dessen Himmel<sup class=\"footnote-marker\">183</sup><i class=\"footnote\">Nach der Erstausgabe: Sonne.</i>rostig wie Kupfer ist, weil weder Tau noch Regen fällt, so kommt dies daher, weil es in diesem Zeitalter keine Flüsterbeter gibt.", | |
| "[Welches Mittel gibt es dagegen? – Man wende sich an einen, der Flüsterbeten versteht, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">184</sup><i class=\"footnote\">Ij. 36,33.</i><i>es spreche für ihn sein Freund</i><sup class=\"footnote-marker\">185</sup><i class=\"footnote\">So nach der Auslegung des T. In diesem Abschnitte wird vom Regen gesprochen.</i>. <i>So hat der Zungenfertige keinen Vorteil</i>.] Welchen Nutzen hat der, der [Flüster]beten kann und es unterläßt? –", | |
| "Welches Mittel gibt es, wenn das Flüstergebet nicht erhört wird? Man wende sich an den Frommen des Zeitalters, und dieser verharre im Gebete, denn es heißt: <i>er gebietet ihm dringend</i>, und unter ‘dringend’ ist nur das Gebet zu verstehen, wie es heißt: <i>du aber</i>, <i>bete nicht für dieses Volk, noch laß flehentliche Bitte für sie laut werden, noch dringe in mich.</i>", | |
| "Wenn aber das Flüstergebet Erfolg hatte und er damit groß tut, so bringt er Zorn über die Welt, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">184</sup><i class=\"footnote\">Ij. 36,33.</i><i>er bringt Zorn wegen des Stolzes</i>.", | |
| "Raba sagte: Wenn zwei Schriftgelehrte in einer Stadt wohnen und nicht verträglich sind mit einander in der Halakha, so reizen sie den Zorn und rufen ihn hervor, denn es heißt: <i>er bringt Zorn wegen des Stolzes</i>.", | |
| "Reš Laqiš sagte: Es heißt: <i>die Schlange beißt ohne Geflüster, auch der Zungenfertige hat keinen Vorteil</i>. Dereinst werden sich alle Tiere bei der Schlange versammeln und zu ihr sprechen: Der Löwe packt zu und frißt, der Wolf zerfleischt und frißt, welchen Nutzen aber hast du!? Darauf wird diese erwidern: <i>Auch der Zungenfertige</i><sup class=\"footnote-marker\">186</sup><i class=\"footnote\">Der Verleumder.</i><i>hat keinen Vorteil.</i>", | |
| "R. Ami sagte: Das Gebet des Menschen wird nur dann erhört, wenn er das Herz in die Hände<sup class=\"footnote-marker\">187</sup><i class=\"footnote\">Dh. dies mit aufopfernder Hingebung tut.</i>nimmt, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">188</sup><i class=\"footnote\">Thr. 3,41.</i> <i>wir wollen das Herz mit den Händen aufheben</i>. – [Dem ist ja aber nicht so,] Šemuél ließ ja den Dolmetsch vortreten und trug vor :<sup class=\"footnote-marker\">189</sup><i class=\"footnote\">Ps. 78,36,37.</i><i>Sie beschwatzten ihn mit ihrem Munde und logen ihm mit ihrer Zunge; aber ihr Sinn war ihm gegenüber nicht fest und sie waren in seinem Bunde nicht treu</i>; und dennoch: <sup class=\"footnote-marker\">190</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 38.</i><i>er aber ist barmherzig, vergibt die Schuld &c</i>. –", | |
| "Das ist kein Widerspruch; das eine gilt von einem Einzelnen und das andere von einer Gemeinde.", | |
| "R. Ami sagte [ferner]: Der Regen fällt nur wegen der Leute der Treue nieder, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">191</sup><i class=\"footnote\">Ib. 85,12.</i><i>Treue sproßt aus der Erde hervor, und Gerechtigkeit schaut vom Himmel herab</i>.", | |
| "Ferner sagte R. Ami: Komm und sieh, wie bedeutend die Männer der Treue sind, wie dies vom Ereignis mit dem Wiesel und der Grube<sup class=\"footnote-marker\">192</sup><i class=\"footnote\">Bekannte Erzählung von einem nicht eingehaltenen, später aber eingelösten Eheversprechen, die von Raschi zSt. mitgeteilt wird.</i>zu ersehen ist. Wenn es nun dem so ergeht, der auf Wiesel und Grube vertraut, um wieviel mehr dem, der auf den Heiligen, gepriesen sei er, vertraut !", | |
| "R. Joḥanan sagte: Wer sich hienieden gerecht macht, dem wird man bei Gericht droben gerecht sein, denn es heißt: <i>Treue sproßt aus der Erde hervor</i>, <i>und Gerechtigkeit schaut vom Himmel herab.</i> R. Ḥija b. Abin sagte im Namen R. Honas: Hieraus:<sup class=\"footnote-marker\">193</sup><i class=\"footnote\">Ps. 99,11.</i><i>und nach der Ehrfurcht dein Grimm.</i>", | |
| "Reš Laqiš sagte: Hieraus :<sup class=\"footnote-marker\">194</sup><i class=\"footnote\">Jes. 64,4.</i><i>du stoßest auf den</i>, <i>der sich freute</i>, <i>Gerechtigkeit zu üben; auf deinen Wegen gedenken sie deiner; fürwahr du zürntest und wir müssen es büßen</i>, <i>zu unserem ewigen Heile</i>. R. Jehošua͑ b.Levi sagte: Wer sich der Züchtigungen freut, die über ihn kommen, bringt Heil über die Welt, denn von diesen heißt es: <i>zu unserem ewigen Heile.</i>", | |
| "Reš Laqiš sagte: Es heißt: <i>er wird den Himmel verschließen</i> wenn der Himmel sich verschließt, daß kein Tau und kein Regen fällt, gleicht er einem Weibe, das Geburtswehen hat und nicht gebiert. Das ist es, was Reš Laqiš im Namen Bar Qapparas gesagt hat: Vom Regen heißt es <i>verschließen</i> und vom Weibe heißt es <i>verschließen.</i>" | |
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| "Vom Weibe heißt es <i>verschließen</i>, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">195</sup><i class=\"footnote\">Gen. 20,18.</i><i>denn der Herr hatte jeglichen Mutterschoß verschlossen,</i> und vom Regen heißt es <i>verschließen,</i> denn es heißt: <i>er wird den Himmel verschließen.</i>", | |
| "Vom Weibe heißt es <i>zeugen</i> und vom Regen heißt es <i>zeugen.</i> Vom Weibe heißt es <i>zeugen,</i> denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">196</sup><i class=\"footnote\">Ib. 30,23.</i><i>sie ward schwanger und zeugte einen Sohn,</i> und vom Regen heißt es <i>zeugen</i>, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">197</sup><i class=\"footnote\">Jes. 55,10.</i><i>daß sie gezeugt und Sprossen hervorgebracht hat.</i>", | |
| "Vom Weibe heißt es <i>gedenken</i> und vom Regen heißt es <i>gedenken.</i> Vom Weibe heißt es <i>gedenken,</i> denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">198</sup><i class=\"footnote\">Ib. 21,1.</i><i>und der Herr gedachte der Sara</i>, und vom Regen heißt es <i>gedenken,</i> denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">199</sup><i class=\"footnote\">Ps. 65,10.</i><i>du hast der Erde gedacht und hast sie getränkt, hast sie gar reich gemacht mit einem Gottesbach voll Wasser.</i> –", | |
| "Was heißt: <i>mit einem Gottesbach voll Wasser</i>? – Es wird gelehrt: Im Himmel befindet sich eine Art Rammer, aus der der Regen ausgeht.", | |
| "R. Šemuél b. Naḥmani sagte: Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">200</sup><i class=\"footnote\">Ij. 37,13.</i><i>bald als Geißel, wenn es seiner Erde dient, bald zum Segen läßt er ihn treffen:</i> wenn als Geißel<sup class=\"footnote-marker\">201</sup><i class=\"footnote\">Wenn der Regen stürmisch und schädlich ist.</i>, so läßt er ihn auf Berge und Hügel fallen; wenn zum Segen, so läßt er ihn seine Erde treffen, auf Gefilde und Weinberge;", | |
| "wenn als Geißel, auf Bäume; für seine Erde, auf Saaten; wenn zum Segen, in Brunnen, Gruben und Höhlen.", | |
| "In den Tagen des R. Šemuél b.Naḥmani war Hunger und Pest eingetreten. Da sprachen sie: Was machen wir nun: wegen beider um Erbarmen zu flehen, geht nicht an, wir wollen lieber wegen der Pest flehen und den Hunger ertragen. Da sprach R. Šemuél b.Naḥmani zu ihnen: Wir wollen lieber wegen des Hungers um Erbarmen flehen, denn wenn der Allbarmherzige Sattheit gibt, so gibt er sie für Lebende, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">202</sup><i class=\"footnote\">Ps. 145,16.</i><i>du öffnest deine Hand und sättigst alles Lebende mit Wohlgefallen.</i> –", | |
| "Woher, daß man nicht wegen zweier Dinge zugleich flehe? – Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">203</sup><i class=\"footnote\">Ezr. 8,23.</i><i>und so fasteten wir und baten unseren Gott dieserhalb,</i> demnach gab es noch etwas anderes. Im Westen entnehmen sie dies im Namen R. Haggajs hieraus:<sup class=\"footnote-marker\">204</sup><i class=\"footnote\">Dan, 2,18.</i><i>bei dem Gotte des Himmels in betreff dieses um Erbarmen zu flehen,</i> demnach gab es noch etwas anderes.", | |
| "In den Tagen R. Zeras wurde Religionsverfolgung verhängt, und auch das Fasten wurde verboten. Da sprach R. Zera zu ihnen: Wir wollen uns ein Fasten auferlegen, und sobald die Religionsverfolgung vorüber sein wird, es abhalten.", | |
| "Da fragten sie ihn: Woher entnimmst du dies?<sup class=\"footnote-marker\">205</sup><i class=\"footnote\">Daß auch die Vornahme zu fasten wirksamt ist.</i> Dieser erwiderte: Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">206</sup><i class=\"footnote\">Ib. 10,12.</i><i>sodann sprach er zu mir: Sei getrost, Daniél, denn gleich am ersten Tage, da du dir vorgenommen hast, Erkenntnis zu gewinnen und dich vor deinem Gotte zu kasteien, sind deine Worte erhört worden</i>.", | |
| "R. Jiçḥaq sagte: Regen am Vorabend des Šabbaths, selbst in Jahren gleich den Jahren<sup class=\"footnote-marker\">207</sup><i class=\"footnote\">Den Jahren der Dürre; cf. iReg. 17,7ff.</i>zur Zeit Elijahus, ist nur ein Zeichen des Fluches. Das ist es, was Rabba b.Šila gesagt hat: Ein Regentag ist so unangenehm wie ein Gerichtstag. Amemar sagte: Wäre er nicht für die Welt nötig, so sollte man um Erbarmen flehen, daß er abgeschafft werde.", | |
| "Ferner sagte R. Jiçḥaq: Die Sonne ist am Šabbath eine Wohltat für die Armen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">208</sup><i class=\"footnote\">Mal. 3,20.</i><i>euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit und der Genesung scheinen.</i> Ferner sagte R. Jiçḥaq: Bedeutend ist der Regentag, daß an einem solchen sogar die Peruṭa im Beutel gesegnet wird, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">209</sup><i class=\"footnote\">Dt. 28,12.</i><i>um deinem Lande den Regen zur geeigneten Zeit zu geben, und alles Tun deiner Hand zu segnen</i>.", | |
| "Ferner sagte R. Jiçḥaq: Der Segen ist nur in einer Sache zu treffen, die dem Auge unsichtbar ist, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">210</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 8,</i><i>der Herr wird dir seinen Segen in deine Speicher</i><sup class=\"footnote-marker\">211</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">אסם</span> <i>Speicher,</i> von <span dir=\"rtl\">סמי</span> <i>unsichtbar</i>, <i>verborgen sein.</i></i><i>entbieten</i>. In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Der Segen ist nur in einer Sache zu treffen, über die das Auge keine Gewalt hat, denn es heißt: <i>der Herr wird dir seinen Segen in deine Speicher entbieten.</i>", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Wer seine Tenne messen geht, spreche: ‘Möge es dein Wille sein, o Herr, unser Gott, daß du Segen in das Werk unserer Hände sendest’. Hat er zu messen begonnen, so spreche er: ‘Gepriesen sei, der Segen in diesen Haufen sendet’. Wenn er bereits gemessen hat, und nachher den Segen spricht, so ist dies ein unnützes Gebet, denn der Segen ist weder in einer gewogenen, noch in einer gemessenen, noch in einer gezählten Sache zu treffen, sondern nur in dem, was dem Auge unsichtbar ist.", | |
| "R. Joḥanan sagte: Ein Regentag ist so bedeutend, wie der Tag der Befreiung aus der Gefangenschaft, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">212</sup><i class=\"footnote\">Ps. 126,4.</i><i>führe heim, o Herr, unsere Gefangenschaft, gleich Rinnsalen im Trocknen</i>, und <i>Rinnsal</i> wird beim Regen gebraucht, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">213</sup><i class=\"footnote\">iiSam 22,16.</i><i>und die Rinnsale des Meeres kamen zum Vorschein.</i>", | |
| "Ferner sagte R. Joḥanan: Ein Regentag ist so bedeutend, daß an einem solchen sogar die Kriegstruppen auf hören, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">214</sup><i class=\"footnote\">Ps. 65,11.</i><i>du tränkst ihre Furchen, läßt ihre Heere</i><sup class=\"footnote-marker\">215</sup><i class=\"footnote\">So nach talmud. Auslegung.</i><i>ruhen.</i> Ferner sagte R. Joḥanan: Der Regen wird nur wegen derjenigen zurückgehalten, die öffentlich Almosen zusagen und nicht geben, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">216</sup><i class=\"footnote\">Pr. 25,14.</i><i>Gewölk und Wind und doch kein Regen, so ein Mann, der mit</i> <i>Geschenken prahlt</i>.", | |
| "Ferner sagte R. Joḥanan: Es heißt :" | |
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| "<sup class=\"footnote-marker\">217</sup><i class=\"footnote\">Dt. 14.22.</i><i>du sollst verzehnten;</i> verzehnte, damit du reich<sup class=\"footnote-marker\">218</sup><i class=\"footnote\">Cf. Bd. I S. 802 Anm. 94.</i> wirst.", | |
| "Einst traf R. Joḥanan ein Kind des Reš Laqiš und sprach zu ihm : Sage mir deinen Schriftvers<sup class=\"footnote-marker\">219</sup><i class=\"footnote\">Den du heute gelernt hast.</i>. Dieses erwiderte: <i>Du sollst verzehnten.</i> Jener fragte: Was bedeutet dies? Dieses erwiderte: Verzehnte, damit du reich wirst. Jener fragte: Woher weißt du dies? Darauf erwiderte es: Geh und mache einen Versuch.", | |
| "Jener fragte: Darf man denn den Heiligen, gepriesen sei er, versuchen, es heißt ja:<sup class=\"footnote-marker\">220</sup><i class=\"footnote\">Dt. 6,16.</i><i>ihr sollt den Herrn nicht versuchen</i>!? Darauf erwiderte dieses: Folgendes sagte R. Hosa͑ja: ausgenommen dies, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">221</sup><i class=\"footnote\">Mal. 3,10.</i><i>bringt den Zehnten ganz in das Schatzhaus, daß sich Zehrung in meinem Hause befinde, und versucht es einmal auf diese Weise mit mir, spricht der Herr der Heerscharen, ob ich euch dann nicht die Schleusen des Himmels öffne und euch bis zum Übermaße mit Segen überschütte</i>. –", | |
| "Was heißt: <i>bis zum Übermaße</i>?<sup class=\"footnote-marker\">222</sup><i class=\"footnote\">Nach dem Wortlaute des Textes: bis ohne genug.</i>Rami b. Ḥama erwiderte im Namen Rabhs: Bis eure Lippen müde<sup class=\"footnote-marker\">223</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">בלו</span> gleich <span dir=\"rtl\">בלה</span> <i>abzehren, auf reiben.</i></i>werden, ‘genügt’ zu sagen. Alsdann sprach jener: Würde ich zu diesem Verse gelangt sein, so brauchte ich weder dich noch deinen Lehrer Hosa͑ja.", | |
| "Abermals traf R. Joḥanan das Kind des Reš Laqiš sitzen und folgenden Schriftvers vortragen:<sup class=\"footnote-marker\">224</sup><i class=\"footnote\">Pr. 19,3.</i><i>Des Menschen Narrheit zerstört seinen Weg, aber wider den Herrn tobt sein Herz.</i>", | |
| "Da staunte R. Joḥanan, indem er sprach: Gibt es denn etwas, das in den [hagiographischen] Schriften geschrieben steht, und nicht in der Tora angedeutet ist!? Da erwiderte dieses: Ist dies etwa nicht angedeutet, es heißt ja :<sup class=\"footnote-marker\">225</sup><i class=\"footnote\">Gen. 42,28.</i><i>da entsank ihnen der Mut</i>, <i>und bebend sahen sie einander an und riefen: Was hat Gott uns da angetan!</i>?", | |
| "Als hierauf R. Joḥanan seine Augen erhob und [das Kind bewundernd] ansah, kam seine Mutter heran und zog es fort, indem sie ihm zurief : Geh weg von ihm, damit er es mit dir nicht so mache, wie er es mit deinem Vater gemacht hat<sup class=\"footnote-marker\">226</sup><i class=\"footnote\">RL. starb infolge einer Beleidigung, die RJ. gegen ihn schleuderte; cf. Bin. Fol. 84a. Auch der böse Blick od. die übermäßige Bewunderung [Berufen] kann tötlich wirken.</i>.", | |
| "R. Joḥanan sagte [ferner]: Regen [kommt auch] wegen eines Einzelnen, Lebensunterhalt nur wegen einer Gemeinschaft. Regen wegen eines Einzelnen, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">227</sup><i class=\"footnote\">Dt. 28,12.</i><i>der Herr wird seine reiche Schatzkammer, den Himmel, für dich öffnen, um deinem Lande Regen zu geben;</i> Lebensunterhalt nur wegen einer Gemeinschaft, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">228</sup><i class=\"footnote\">Ex. 16,4.</i><i>ich will euch Brot fallen lassen.</i>", | |
| "Man wandte ein: R. Jose b.Jehuda sagte: Drei gute Verwalter hatte Jisraél und zwar: Moše, Ahron und Mirjam, derentwegen ihnen drei wertvolle Gaben geschenkt wurden, und zwar: der Brunnen, die Wolkensäule und das Manna. Der Brunnen<sup class=\"footnote-marker\">229</sup><i class=\"footnote\">Ein Stein, der die Jisraéliten in der Wüste mit Wasser versorgte; cf. Sab. Fol. 35a.</i>wegen des Verdienstes Mirjams, die Wolkensäule wegen des Verdienstes Ahrons, und das Manna wegen des Verdienstes Mošes. Als Mirjam starb, verschwand der Brunnen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">230</sup><i class=\"footnote\">Num. 20,1.</i><i>dort starb Mirjam,</i> darauf folgt :<sup class=\"footnote-marker\">231</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 2.</i><i>und die Gemeinde hatte kein Wasser</i>. Durch das Verdienst beider aber kam er wieder.", | |
| "Als Ahron starb, verschwanden die Wolken der Herrlichkeit, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">232</sup><i class=\"footnote\">Ib. 21,1.</i><i>und der Kenaa͑nite, der König von A͑rad vernahm</i>. Er vernahm nämlich, daß Ahron gestorben sei und die Wolken der Herrlichkeit verschwunden seien; da glaubte er, es sei ihm nun die Freiheit gegeben, Jisraél zu bekriegen. Hierauf deutet der Schriftvers hin :<sup class=\"footnote-marker\">233</sup><i class=\"footnote\">Ib. 20,29.</i><i>und die ganze Gemeinde sah, daß Ahron verschieden war</i>,", | |
| "worüber R. Abahu sagte, man lese nicht <em>sah</em>, sondern <i>wurde</i><sup class=\"footnote-marker\">234</sup><i class=\"footnote\">Da nun die sie bergenden Welken verschwunden waren.</i><i>gesehen</i>. Dies nach Reš Laqiš, denn Reš Laqiš sagte, [das Wort] ’ki‘<sup class=\"footnote-marker\">235</sup><i class=\"footnote\">Die Partikel ‘daß’, die hier ‘denn’ bedeutet.</i>habe vier Bedeutungen: wenn, vielleicht, sondern, denn.", | |
| "Durch das Verdienst Mošes aber kamen beide wieder. Als aber Moše starb, verschwanden sie alle. Es heißt nämlich :<sup class=\"footnote-marker\">236</sup><i class=\"footnote\">Zach. 11,8.</i><i>ich schaffte die drei Hirten in einem Monate weg;</i> starben sie denn in einem Monate, Mirjam starb ja im Nisan, Ahron im Ab und Moše im Adar!? Vielmehr lehrt dies, daß die drei wertvollen Gaben, die ihnen ihretwegen geschenkt worden waren, in einem Monate verschwunden seien.", | |
| "Wir finden also, daß Lebensunterhalt wegen eines Einzelnen gewährt wurde!? – Anders war es bei Moše; da es für die Gemeinschaft erfolgte, glich er der Gemeinschaft.", | |
| "R. Hona b. Manoaḥ, R. Šemuél b. Idi und R. Ḥija aus Vastanja<sup class=\"footnote-marker\">237</sup><i class=\"footnote\">Rieht. Justinia, wie an anderer Stelle.</i>pflegten [die Vorträge des] Raba zu besuchen. Nachdem die Seele Rabas zur Ruhe eingekehrt war, besuchten sie [die Vorträge des] R. Papa. Einst trug er eine Lehre vor, die ihnen nicht einleuchtete, und sie winkten einander zu; da wurde er bestürzt." | |
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| "Hierauf las man ihm im Traume vor: <i>Ich schaffte die drei Hirten weg.</i> Als sie sich am folgenden Tage von ihm verabschiedeten, sprach er zu ihnen: Mögen die Rabbanan in Frieden gehen!", | |
| "R. Šimi b. Aši pflegte [die Vorträge des] R. Papa zu besuchen und ihn sehr mit Einwendungen zu bestürmen. Eines Tages bemerkte er, wie dieser auf sein Gesicht niederfiel und ausrief: Möge mich der Allbarmherzige vor den Beschämungen Šimis schützen! Da nahm er sich zu schweigen vor, und von nun richtete er gegen ihn keine Einwendungen mehr.", | |
| "Und auch Reš Laqiš ist der Ansicht, der Regen [komme] auch wegen eines einzelnen, denn Reš Laqiš sagte: Woher, daß Regen wegen eines einzelnen [kommt]? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">238</sup><i class=\"footnote\">Zach. 10,1.</i><i>bittet den Herrn um Regen</i>, <i>Spätregen zur Zeit</i>, <i>der Herr spendet Wetterstrahlen und</i>, <i>einem jeden Kraut auf dem Felde.</i>", | |
| "Man könnte glauben, nur wenn alle ihn brauchen, so heißt es: <i>einem jeden.</i> Man könnte glauben, nur wenn man ihn für all seine Felder braucht, so heißt es: <i>dem Felde.</i> Aus [dem Worte] <i>Felde</i> konnte man entnehmen, nur wenn er für das ganze Feld nötig ist, so heißt es <i>Kraut.</i>", | |
| "So hatte R. Daniél b.Qaṭṭina einen Garten, den er täglich besichtigte und sprach: Dieses Beet braucht Wasser, jenes Beet braucht kein Wasser. Sodann kam Regen und tränkte diejenigen, die Wasser brauchten.", | |
| "Was heißt: <i>der Herr spendet Wetterstrahlen</i>? R. Jose b. Ḥanina erwiderte: Dies lehrt, daß der Heilige, gepriesen sei er, für jeden Frommen besonders<sup class=\"footnote-marker\">239</sup><i class=\"footnote\">Darauf deutet der Gebrauch der Mehrzahl.</i>einen Wetterstrahl macht. – Was sind Wetterstrahlen? R. Jehuda erwiderte: Schimmernde<sup class=\"footnote-marker\">240</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. Fliegende, Flatternde.</i>[Wolken]. R. Joḥanan sagte: Die schimmernden Wolken sind Anzeichen des Regens. – Was sind schimmernde Wolken? R. Papa erwiderte: Leichte Wolken unter schweren Wolken.", | |
| "R. Jehuda sagte: Geht ein feiner Regen dem Gußregen voran, so hält der Regen an; folgt er dem Gußregen, so hört der Regen bald auf. Wenn er dem Gußregen vorangeht, hält der Regen an, wofür dir ein Sieb als Merkzeichen<sup class=\"footnote-marker\">241</sup><i class=\"footnote\">Durch das zuerst das feine Mehl u. dann das grobe fällt.</i>diene : wenn er dem Gußregen folgt, so hört der Regen bald auf, wofür dir der Auswurf der Ziegen als Merkzeichen diene.", | |
| "U͑la kam einst nach Babylonien, und als er schimmernde Wolken bemerkte, sprach er: Schafft die Geräte fort, Regen kommt. Als aber schließlich kein Regen kam, rief er: Wie die Babylonier lügen, so lügt sie auch der Regen an<sup class=\"footnote-marker\">242</sup><i class=\"footnote\">So besser nach Handschriften: in unserem Texte: so lügt auch ihr Regen.</i>.", | |
| "U͑la kam einst nach Babylonien, und als er einen vollen Korb Datteln um einen Zuz verkaufen sah, sprach er: Einen Korb voll Honig um einen Zuz, und die Babylonier befassen sich nicht mit der Tora! Als er aber nachts [durch deren Genuß] Leibschmerzen bekam, sprach er: Einen Korb voll Messer um einen Zuz, und dennoch befassen sich die Babylonier mit der Tora!", | |
| "Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte, die ganze Welt trinke vom Wasser des Ozeans, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">243</sup><i class=\"footnote\">Gen. 2.6.</i><i>ein Dunst stieg von der Erde auf und tränkte die Oberfläche des ganzen Erdbodens.</i> R. Jehošua͑ sprach zu ihm: Das Wasser des Ozeans ist ja salzig!? Dieser erwiderte: Es wird durch die Wolken gesüßt.", | |
| "R. Jehošua͑ sagte, die ganze Welt trinke vom oberen Gewässer, denn es heißt <i>:<sup class=\"footnote-marker\">244</sup><i class=\"footnote\">Dt. 11,11.</i>vom Regen des Himmels trinkt es Wasser.</i> Wieso aber halte ich aufrecht [den Schriftvers] : <i>ein Dunst stieg von der Erde auf?</i> Dies lehrt, daß die Wolken Kraft anwenden und nach dem Himmel steigen, ihren Mund wie einen Schlauch öffnen und Regenwasser aufnehmen, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">245</sup><i class=\"footnote\">Ij. 36,27.</i><i>daß sie Regen sickern in die Dunstwolken.</i>", | |
| "Diese Wolken sind wie ein Sieb durchlöchert und sprengen das Wasser auf die Erde, wie es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">246</sup><i class=\"footnote\">iiSam. 22,12.</i><i>die dichten Wolken sprengen Wasser.</i> Ein Regentropfen ist vom anderen nur eine Haarbreite entfernt. Dies lehrt dich, daß der Regentag so bedeutend ist wie der Tag, an dem Himmel und Erde erschaffen worden sind, denn hier heißt es:", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">247</sup><i class=\"footnote\">Ij. 9,10.</i><i>der große Dinge tut, die unerforschlich sind,</i> ferner heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">248</sup><i class=\"footnote\">Ib. 5.10.</i><i>der der Erde Regen spendet,</i> und dort heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">249</sup><i class=\"footnote\">Jes. 40,28.</i><i>weißt du denn nicht</i>, <i>hast du denn nicht gehört: ein ewiger Gott ist der Herr, seine Einsicht ist unerforschlich,</i> und ferner heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">250</sup><i class=\"footnote\">Ps. 65,7.</i><i>der durch seine Kraft die Berge feststellt &c.</i> –", | |
| "Mit wem stimmt folgender Schriftvers überein: <sup class=\"footnote-marker\">251</sup><i class=\"footnote\">Ps. 104,13.</i> <i>der von seinen Söllern her die Berge tränkt,</i> und R. Joḥanan erklärte, von den Söllern des Heiligen, gepriesen sei er? Wohl mit R. Jehošua͑. –", | |
| "Und R. Elie͑zer!? – Da [das Wasser] vorher nach oben steigt, so heißt es: <i>er tränkt von seinen Söllern her.</i> Wieso heißt es, wolltest du nicht so erklären:<sup class=\"footnote-marker\">252</sup><i class=\"footnote\">Dt. 28,24.</i><i>Staub und Sand vom Himmel!</i>? Es heißt also vom Himmel, weil sie vorher nach oben steigen, ebenso heißt es: <i>von seinen Söllern,</i> weil es vorher nach oben steigt. –", | |
| "Wessen Ansicht vertritt das, was R. Ḥanina gesagt hat :<sup class=\"footnote-marker\">253</sup><i class=\"footnote\">Ps. 33,7.</i><i>Er sammelt zu Haufen die Gewässer des Meeres</i>, <i>legt die Meeresfluten in Vorratskammern;</i> die Meeresfluten sind es, die es verursachten, daß die Vorratskammern sich mit Getreide füllen? Wohl die des R. Elie͑zer. – Und R. Jehošua͑!? –" | |
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| "[Dies geschah] bei der Weltschöpfung.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Das Jisraélland wurde zu allererst erschaffen und nachher erst die ganze Welt, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">254</sup><i class=\"footnote\">Pr. 8,26.</i><i>bevor er Erde und Fluren</i><sup class=\"footnote-marker\">255</sup><i class=\"footnote\">Das W. <span dir=\"rtl\">ארץ</span> deutet auf Palästina (<span dir=\"rtl\">ארץ ישראל</span>) u. <span dir=\"rtl\">חוצה</span> auf alle übrigen Länder (<span dir=\"rtl\">חוצה לארץ</span>).</i><i>erschaffen hat</i>. Das Jisraélland wird vom Heiligen, gepriesen sei er, selbst bewässert, die ganze Welt aber durch einen Vertreter, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">256</sup><i class=\"footnote\">Ij. 5,10.</i><i>der der Erde Regen spendet und Wasser auf die Fluren sendet.</i>", | |
| "Das Jisraélland wird mit Regenwasser bewässert, die ganze Welt aber mit der Neige, denn es heißt: <i>der der Erde</i><sup class=\"footnote-marker\">255</sup><i class=\"footnote\">Das W. <span dir=\"rtl\">ארץ</span> deutet auf Palästina (<span dir=\"rtl\">ארץ ישראל</span>) u. <span dir=\"rtl\">חוצה</span> auf alle übrigen Länder (<span dir=\"rtl\">חוצה לארץ</span>).</i><i>Regen spendet &c</i>. Das Jisraélland wird zuerst bewässert und nachher die ganze Welt, denn es heißt: <i>der der Erde</i><sup class=\"footnote-marker\">255</sup><i class=\"footnote\">Das W. <span dir=\"rtl\">ארץ</span> deutet auf Palästina (<span dir=\"rtl\">ארץ ישראל</span>) u. <span dir=\"rtl\">חוצה</span> auf alle übrigen Länder (<span dir=\"rtl\">חוצה לארץ</span>).</i><i>Regen spendet &c.</i> Ein Gleichnis. Wie wenn jemand Käse knetet, er nimmt das Eßbare heraus und läßt den Abfall zurück.", | |
| "Der Meister sagte: Sie werden durch die Wolken gesüßt. Woher dies? – R. Jiçḥaq b. Joseph sagte im Namen R. Joḥanans: Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">257</sup><i class=\"footnote\">Ps. 18,12.</i><i>finsteres [ḥeškath] Gewässer</i>, <i>dichte Wolken</i>, dagegen heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">258</sup><i class=\"footnote\">iiSam. 22,12.</i><i>gedrängtes [ḥešrath] Gewässer, dichte Wolken</i>?", | |
| "Nimm des Kaph <i>[in ḥeškath]</i> und setze es zu Reš <i>[in ḥešrath]</i> und lies <i>hakhšarath</i><sup class=\"footnote-marker\">259</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">חשכרת</span> gleich <span dir=\"rtl\">חכשרת</span> <i>Zubereitung, Genießbarkeit</i>, <i>Brauchbarkeit,</i> demnach zu übersetzen: die dichten Wolken machen das Wasser genießbar.</i>. –", | |
| "Wofür verwendet R. Jehošua͑ diese Verse? – Er verwendet sie für das folgende. Als nämlich R. Dimi kam, sagte er: Sind die Wolken hell, so haben sie wenig Wasser, sind die Wolken dunkel, so haben sie viel Wasser. –", | |
| "Wessen Ansicht vertritt folgende Lehre: Das obere Gewässer schwebt durch [göttlichen] Ausspruch, dessen Frucht das Regenwasser ist, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">260</sup><i class=\"footnote\">Ps. 104,13.</i><i>von der Frucht deiner Werke sättigt sich die Erde</i>? Wohl die R. Jehošua͑s. – Und R. Eliêzer!? – Dieser [Vers] spricht von den [übrigen] Werken des Heiligen, gepriesen sei er.", | |
| "R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Die ganze Welt wird mit der Neige des E͑dengartens getränkt, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">261</sup><i class=\"footnote\">Gen. 2,10.</i><i>und ein Strom geht von E͑den aus &c.</i> Es wird gelehrt: Mit der Neige [des Wassers] für eine Korfläche ist eine Trikabfläche zu bewässern<sup class=\"footnote-marker\">262</sup><i class=\"footnote\">Der Trikab hat ein Sechzigstel des Kor; wie weiter folgt, ist der Eden 60mal’ größer als die Erde.</i>.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Das Land Miçrajim hat vierhundert zu vierhundert Parasangen, das ist nämlich ein Sechzigstel von Kuš; Kuš hat ein Sechzigstel der ganzen Welt, die ganze Welt hat ein Sechzigstel des Gartens, der Garten hat ein Sechzigstel des E͑dens und der E͑den hat ein Sechzigstel der Hölle; das Verhältnis der ganzen Welt zur Hölle gleicht somit dem des Deckels zum Topfe. [Die Größe] der Hölle ist ohne Maß; manche sagen, die des E͑dens sei ohne Maß.", | |
| "R. Ošaja͑ sagte: Es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">263</sup><i class=\"footnote\">Jer. 51,13.</i><i>o, die du am großen Wasser wohnest, reich an Schätzen;</i> was verursachte, daß Babylonien reich an Schätzen<sup class=\"footnote-marker\">264</sup><i class=\"footnote\">So besser nach Handschriften.</i>ist? Sage: weil es an vielen Wassern wohnt. Rabh sagte: Babylonien ist reich, denn es erntet ohne Regen. Abajje sagte: Uns ist es überliefert: lieber ein sumpfiger Boden als ein dürrer Boden.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">iii</sup><b>A</b><small>M DRITTEN MARḤEŠVAN</small> [<small>BEGINNT MAN</small>], <small>UM</small> R<small>EGEN ZU BITTEN</small>; R. G<small>AMLIÉL SAGT, AM SIEBENTEN DESSELBEN, FÜNFZEHN</small> T<small>AGE NACH DEM</small> H<small>ÜTTENFESTE, DAMIT DER LETZTE IN</small> J<small>ISRAE͑L</small><sup class=\"footnote-marker\">265</sup><i class=\"footnote\">Der das Hüttenfest in Jerusalem feierte u. als letzter die Rückreise nach seiner fernen Heimat antritt.</i><small>DEN</small> E<small>UPHRAT ERREICHEN KÖNNE</small>.", | |
| "GEMARA. R. Elea͑zar sagte: Die Halakha ist wie R. Gamliél. Es wird gelehrt: Ḥananja sagte, in der Diaspora<sup class=\"footnote-marker\">266</sup><i class=\"footnote\">Der Boden außerhalb Palästinas liegt tiefer u. braucht den Regen erst später.</i>erst sechzig Tage in der Jahreszeit<sup class=\"footnote-marker\">267</sup><i class=\"footnote\">Des Herbstes; cf. Bd. II S. 171 Anm. 97.</i>. R. Hona b. Ḥija sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie Ḥananja. –", | |
| "Dem ist ja aber nicht so, man fragte ja Šemuél, wann man ‘Gib Tau und Regen’ zu beten beginne, und er erwiderte: Wenn man bei Tabuth dem Vogelfänger Holz einzubringen<sup class=\"footnote-marker\">268</sup><i class=\"footnote\">Für den Winter.</i>beginnt. –", | |
| "Beide Zeitbestimmungen stimmen überein. Sie fragten: Gehört der sechzigste Tag zu den sechzig Tagen vorher oder zu den folgenden? – Komm und höre: Rabh sagte, der sechzigste Tag gehöre zu den folgenden, und Šemuél sagte, der sechzigste Tag gehöre zu den vorangehenden.", | |
| "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Als Merkmal diene dir: die höheren [Orte] brauchen Wasser, die tieferen brauchen kein<sup class=\"footnote-marker\">269</sup><i class=\"footnote\">Rabh stammte aus dem höher liegenden Palästina.</i>Wasser. R. Papa sagte: Die Halakha ist, der sechzigste Tag gehöre zu den Tagen nachher.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">iv</sup><b>I</b><small>ST DER SIEBZEHNTE</small> M<small>ARḤEŠVAN HERANGEREICHT, OHNE DASS</small> R<small>EGEN GEFALLEN IST, SO BEGINNEN</small> V<small>EREINZELTE DREI</small> F<small>ASTTAGE ABZUHALTEN</small>. M<small>AN DARF ESSEN UND TRINKEN, NACHDEM ES DUNKEL GEWORDEN</small><sup class=\"footnote-marker\">270</sup><i class=\"footnote\">Die Obliegenheiten des Fasttages beginnen an diesen nicht wie sonst am Abend vorher, sondern erst am Morgen desselben Tages.</i><small>IST, AUCH IST DIE</small> A<small>RBEIT, DAS</small> B<small>ADEN, DAS</small> S<small>ALBEN, DAS</small> A<small>NZIEHEN DER</small> S<small>ANDALEN UND DER</small> B<small>EISCHLAF ERLAUBT</small>. <sup>v</sup>I<small>ST DER ERSTE</small> K<small>ISLEV HERANGEREICHT, OHNE DASS</small> R<small>EGEN GEFALLEN IST, SO VERFÜGT DAS</small> G<small>ERICHT DREI</small> G<small>EMEINDEFASTTAGE</small>. M<small>AN DARF ESSEN UND TRINKEN, NACHDEM ES DUNKEL GEWORDEN IST</small>, <small>AUCH IST DIE</small> A<small>RBEIT, DAS</small> B<small>ADEN, DAS</small> S<small>ALBEN, DAS</small> A<small>NZIEHEN DER</small> S<small>ANDALEN UND DER</small> B<small>EISCHLAF ERLAUBT</small>.", | |
| "GEMARA. Wer sind die Vereinzelten? R. Hona erwiderte: Die Gelehrten. Ferner sagte R. Hona: Die drei Fasttage, die die Vereinzelten fasten, sind Montag, Donnerstag und Montag. –", | |
| "Was lehrt er uns damit, es wurde ja bereits gelehrt: Man verfüge die Gemeindefasten nicht mit einem Donnerstag beginnend, um nicht die Marktpreise in die Höhe<sup class=\"footnote-marker\">271</sup><i class=\"footnote\">Man würde dann Lebensmittel für 2 größere Mahlzeiten im Voraus kaufen, für den Freitag u. für den Šabbath, was die Händler zu einer Preistreiberei veranlassen könnte</i>zu treiben; die ersten drei Fasttage sind vielmehr Montag, Donnerstag und Montag!? –", | |
| "Man könnte glauben, dies gelte nur von der Gemeinde, nicht aber von Vereinzelten, so lehrt er uns. Ebenso wird gelehrt: Wenn die Vereinzelten zu fasten beginnen, fasten sie Montag, Donnerstag und Montag, und unterbrechen an Neumondstagen und" | |
| ], | |
| [ | |
| "an in der Fastenrolle genannten Tagen<sup class=\"footnote-marker\">272</sup><i class=\"footnote\">An denen das Fasten verboten ist.</i>.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Niemand darf sagen: ‘Ich bin Jünger und nicht würdig zu den Vereinzelten gezählt zu werden’; vielmehr sind alle Schriftgelehrten Vereinzelte. Wer ist Vereinzelter und wer ist Jünger? – Vereinzelter ist er, wenn man ihn zum Gemeindeverwalter einsetzen kann, Jünger ist er, wenn man ihn eine Halakha aus seinem Studium fragt und er zu antworten weiß, selbst aus dem Traktate Kalla<sup class=\"footnote-marker\">273</sup><i class=\"footnote\">Apokrypher, entlegener Traktat über die Hochzeitsgesetze.</i>.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Nicht jedermann, der es will, darf sich als Vereinzelter betrachten, auch nicht als Jünger – so R. Meír; R. Jose sagt, man dürfe es, und er sei deswegen sogar zum Guten gedacht, weil dies keine Großtuerei ist, sondern eine Kasteiung.", | |
| "Ein Anderes lehrt: Nicht jedermann, der es will, darf sich als Vereinzelter betrachten, auch nicht als Jünger – so R. Šoim͑n b.Elea͑zar; R. Šoim͑n b.Gamliél sagt, dies gelte nur von einer ehrenden Handlung, bei einer kasteienden Handlung aber ist es erlaubt, und er sei deswegen sogar zum Guten gedacht, weil dies keine Großtuerei ist, sondern eine Kasteiung.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand im Fasten weilt wegen eines Unglücksfalles, und dieser vorüber ist, wegen eines Kranken, und er genesen ist, so beende er das Fasten. Wenn jemand aus einer Ortschaft, da nicht gefastet wird, nach einer geht, da gefastet wird, so faste er mit ihnen; wenn aus einer Ortschaft, da gefastet wird, nach einer, da nicht gefastet wird, so beende er das Fasten.", | |
| "Hat jemand vergessentlich gegessen und getrunken, so darf er sich in der Gemeinde nicht zeigen, auch darf er sich dem Behagen nicht hingeben, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">274</sup><i class=\"footnote\">Gen. 42,1.</i><i>da sprach Ja͑qob zu seinen Söhnen: Warum laßt ihr euch sehen</i>? Ja͑qob sprach nämlich zu seinen Söhnen : Zeigt euch weder den Kindern E͑savs noch den Kindern Jišma͑éls, als wäret ihr satt, damit sie euch nicht beneiden.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">275</sup><i class=\"footnote\">Ib. 45,24.</i><i>Ereifert euch nicht unterwegs.</i> R. Elea͑zar erklärte: Joseph sprach zu seinen Brüdern: Beschäftigt euch nicht mit einer Halakha, damit ihr euch auf dem Wege nicht verirrt. –", | |
| "Dem ist ja aber nicht so R. Elea͑j b. Berakhja sagte ja, daß, wenn zwei Schriftgelehrte auf dem Wege gehen und sich nicht in der Tora unterhalten, sie verbrannt zu werden verdienen, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">276</sup><i class=\"footnote\">iiReg. 2,11.</i><i>und während sie nun in solcher Unterhaltung gingen</i>, <i>erschien ein feuriger Wagen und feurige Rosse</i>, <i>die beide von einander trennten</i>; nur wegen der Unterhaltung, ohne Unterhaltung aber würden sie verbrannt zu werden verdient haben!? –", | |
| "Das ist kein Einwand; dies gilt von der Unterhaltung, jenes vom Nachdenken.", | |
| "In einer Barajtha wurde gelehrt: [Joseph sprach zu seinen Brüdern:] Machet keine großen Schritte und bringet die Sonne<sup class=\"footnote-marker\">277</sup><i class=\"footnote\">Dh. noch bei Sonnenschein in die Stadt kommen.</i>in die Stadt. Machet keine großen Schritte, denn der Meister sagte, ein großer Schritt raube ein Fünfhundertstel vom Augenlichte des Menschen;", | |
| "bringet die Sonne in die Stadt, denn R. Jehuda sagte im Namen Rabhs, stets gehe man bei Sonnenschein<sup class=\"footnote-marker\">278</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. bei dem, was gut ist, dh. bei Sonnenlicht; cf. Gen. 1,4.</i>fort und kehre man bei Sonnenschein ein, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">279</sup><i class=\"footnote\">Gen. 44,3.</i>der <i>Morgen leuchtete und die Männer wurden fortgeschickt.</i>", | |
| "R. Jehuda sagte im Namen R. Ḥijas: Wer sich unterwegs befindet, esse nicht mehr als man in Hungerjahren ißt. – Aus welchem Grunde? – Hier erklärten sie, wegen Leibschmerzen, und im Westen erklärten sie, damit die Wegzehrung [ausreiche]. – Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? –" | |
| ], | |
| [ | |
| "Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen, wenn man sich auf einem Schiffe befindet; oder auch wenn man von Herberge zu Herberge<sup class=\"footnote-marker\">280</sup><i class=\"footnote\">Im 1. Falle sind keine Leibschmerzen zu befürchten, da man sich nicht anstrengt, im 2. Falle ist Mangel an Wegzehrung nicht zu befürchten.</i>reist.", | |
| "R. Papa aß [s]ein Brot von Parasange zu Parasange. Er ist also der Ansicht, wegen Leibschmerzen<sup class=\"footnote-marker\">281</sup><i class=\"footnote\">Die er, weil er korpulent war (cf. Bm. 84a), nicht fürchtete.</i>.", | |
| "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wer in einem Hungerjahre [freiwillig] hungert, wird keines unnatürlichen Todes sterben, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">282</sup><i class=\"footnote\">Ij. 5,20.</i><i>bei Hungersnot erlöst er dich vom Tode;</i> es sollte ja ‘von Hungersnot’ heißen!? Vielmehr meint er es wie folgt: als Belohnung dafür, daß er in Hungerjahren hungert, wird er vor einem unnatürlichen Tode verschont.", | |
| "Reš Laqiš sagte: Es ist verboten, in Hungerjahren den Beischlaf auszuüben, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">283</sup><i class=\"footnote\">Gen. 41,50.</i><i>Joseph wurden zwei Söhne geboren</i>, <i>bevor das Hungerjahr anbrach.</i> Es wird gelehrt: Kinderlose dürfen in Hungerjahren den Beischlaf ausüben.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Wenn Jisraél sich in Schmerz befindet und einer sich absondert, so kommen die zwei den Menschen begleitenden Dienstengel, legen die Hände auf sein Haupt und sprechen: Möge dieser da, der sich von der Gemeinde abgesondert hat, den Trost der Gemeinde nicht sehen.", | |
| "Ein Anderes lehrt: Wenn die Gemeinde sich in Schmerz befindet, so darf man nicht sagen: Ich will nach Hause gehen, essen und trinken, und Friede über dich, meine Seele. Wer dies tut, über den spricht die Schrift :<sup class=\"footnote-marker\">284</sup><i class=\"footnote\">Jes. 22,13.</i><i>da gab es Lust und Freude, Rindertöten und schlachten, Fleischessen und Weintrink; Essen und Trinken, denn morgen sterben wir.</i> Was aber folgt darauf :<sup class=\"footnote-marker\">285</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 14.</i><i>Und der Herr der Heerscharen hat sich in meinen Ohren vernehmen lassen: Wahrlich, diese Missetat soll euch nicht vergeben werden, bis ihr sterbet.</i>", | |
| "Dies gilt jedoch nur von den Mittelmäßigen, von den Frevlern aber heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">286</sup><i class=\"footnote\">Ib. 56,12.</i><i>kommt herbei, wir wollen Wein holen und laßt uns Rauschtrank zechen; und wie heute so auch der morgende Tag.</i> Was aber folgt darauf :<sup class=\"footnote-marker\">287</sup><i class=\"footnote\">Ib, 57,1.</i><i>der Gerechte kommt um, ohne daß es jemand zu Herzen nähme.</i>", | |
| "Vielmehr muß der Mensch sich am Schmerze der Gemeinde beteiligen, denn so finden wir es auch bei unserem Meister Moše, daß er sich am Schmerze der Gemeinde beteiligte. Es heißt nämlich :<sup class=\"footnote-marker\">288</sup><i class=\"footnote\">Ex. 17,12.</i><i>als jedoch die Arme Mošes ermüdeten, nahmen sie einen Stein und legten ihm den unter; da setzte er sich darauf;</i> hatte denn Moše kein einziges Polster oder Kissen, um sich darauf zu setzen!? Vielmehr sagte Moše wie folgt: Jisraél befindet sich in der Not, auch ich will mit ihnen in der Not sein. Wer sich am Schmerze der Gemeinde beteiligt, dem ist es beschieden, den Trost der Gemeinde zu schauen.", | |
| "Vielleicht sagt jemand: wer kann gegen mich zeugen? Die Steine seines Hauses und die Balken seines Hauses zeugen gegen den Menschen, wie es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">289</sup><i class=\"footnote\">Hab. 2,11.</i><i>denn der Stein wird aus der Wand herausschreien, und die Sparren aus dem Holzgerüste werden es zurufen</i>. In der Schule R. Šilas sagten sie: Die zwei den Menschen begleitenden Dienstengel zeugen gegen ihn, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">290</sup><i class=\"footnote\">Ps. 91,11.</i><i>denn seine Engel entbietet er gegen dich</i>.", | |
| "R. Ḥidqa sagte: Die Seele des Menschen zeugt gegen ihn, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">291</sup><i class=\"footnote\">Mich. 7,5.</i><i>wahre die Pforten deines Mundes vor der, die in</i><sup class=\"footnote-marker\">292</sup><i class=\"footnote\">So nach dem Talmud; dh. die Seele.</i><i>deinem Busen liegt</i>. Manche sagen: Die Glieder des Menschen zeugen gegen ihn, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">293</sup><i class=\"footnote\">Jes. 43,10.</i><i>ihr seid meine Zeugen, Spruch des Herrn</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">294</sup><i class=\"footnote\">Dt. 32,4.</i><i>Ein Gott der Treue und ohne Unrecht. Ein Gott der Treue</i>: wie die Frevler auch wegen des geringsten Vergehens in der zukünftigen Welt bestraft werden, ebenso werden die Frommen auch wegen des geringsten Vergehens auf dieser Welt bestraft.", | |
| "<i>Und ohne Unrecht:</i> wie man die Frommen auch wegen des geringsten Verdienstes in der zukünftigen Welt belohnt, ebenso belohnt man die Frevler auch wegen des geringsten Verdienstes auf dieser Welt.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">294</sup><i class=\"footnote\">Dt. 32,4.</i><i>Gerecht und redlich ist er.</i> Sie sagten: Beim Hinscheiden des Menschen ins Jenseits werden ihm all seine Taten aufgezählt, indem man zu ihm spricht: Dies und das hast du an jener Stelle und an jenem Tage getan. Er antwortet: Ja. Sodann heißt man ihn unterzeichnen, und er unterzeichnet, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">295</sup><i class=\"footnote\">Ij. 37,7.</i><i>durch die Hand eines jeden läßt er unterzeichnen</i>. Und nicht nur dies, sondern er muß auch das Urteil anerkennen und sprechen: Ihr habt über mich ein richtiges Urteil gefällt. Damit in Erfüllung gehe was gesagt wurde:<sup class=\"footnote-marker\">296</sup><i class=\"footnote\">Ps. 51,6.</i><i>damit du Recht behaltest in deinem Spruche</i>.", | |
| "Šemuél sagte: Wer im Fasten verweilt, heißt ein Sünder. Er ist also der Ansicht des Autors der folgenden Lehre. R. Elea͑zar ha Qappar Berabbi sagte: Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">297</sup><i class=\"footnote\">Num. 6,11.</i><i>er schaffe ihm Sühne dafür, daß er sich an der Seele vergangen hat;</i> an welcher Seele hat er sich denn vergangen? Weil er sich dem Weingenusse entzogen hat.", | |
| "Nun ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn dieser, der sich nur die Entziehung des Weines auferlegt hat, Sünder heißt, um wieviel mehr derjenige, der sich die Entziehung jeglichen Genusses auf erlegt.", | |
| "R. Elea͑zar sagt, er heiße ein Heiliger, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">298</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 5.</i><i>er soll als Heiliger gelten,</i> er lasse sein Haupthaar frei wachsen. [Nun ist ein Schluß vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern:] wenn dieser, der sich nur die Entziehung des einen Genusses auferlegt hat, Heiliger heißt, um wieviel mehr derjenige, der sich die Entziehung jeglichen Genusses auferlegt. –", | |
| "Und Šemuél, er wird ja Heiliger genannt!? – Dies gilt nur von seinem Haare<sup class=\"footnote-marker\">299</sup><i class=\"footnote\">Die Nutznießung seines Haares ist verboten.</i>. – Und R. Elea͑zar, er wird ja Sünder genannt!? – Dies, weil er sich an einer Leiche verunreinigt<sup class=\"footnote-marker\">300</sup><i class=\"footnote\">Von diesem Falle spricht diese Schriftstelle; cf. Num. 6,6 ff.</i>hat. –", | |
| "Kann R. Elea͑zar dies denn gesagt haben, er sagte ja, der Mensch betrachte sich stets so," | |
| ], | |
| [ | |
| "als befinde sich Heiliges<sup class=\"footnote-marker\">301</sup><i class=\"footnote\">Dh. man darf seinen Körper nicht kasteien.</i>in seinem Innern, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">302</sup><i class=\"footnote\">Hos. 11,9.</i><i>der Heilige</i> <i>wohnt in deiner Mitte; ich komme in die Stadt nicht.</i> – Das ist kein Widerspruch; das eine gilt von dem, der die Kasteiung ertragen kann, und das eine gilt von dem, der die Kasteiung nicht ertragen kann.", | |
| "Reš Laqiš sagte, er heiße Frommer, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">303</sup><i class=\"footnote\">Pr. 11,17.</i><i>wer sich entwöhnt</i><sup class=\"footnote-marker\">304</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">גמל</span> <i>entwöhnen</i> (im Niph.), dh. sich des Essens entziehen.</i>, <i>der ist ein Frommer.</i> R. Šešeth sagte: Wenn ein Jünger im Fasten verweilt, so mag ein Hund seine Mahlzeit fressen.", | |
| "R. Jirmeja b.Abba sagte: In Babylonien gibt es mit Ausnahme des Neunten Ab kein Gemeindefasten. R. Jirmeja b.Abba sagte im Namen des Reš Laqiš: Ein Schriftgelehrter darf nicht im Fasten verweilen, weil er dadurch die göttliche Beschäftigung einschränkt<sup class=\"footnote-marker\">305</sup><i class=\"footnote\">Durch die Schwächung des Körpers ist er im Studium der Tora behindert.</i>.", | |
| "M<small>AN DARF ESSEN UND TRINKEN, NACHDEM ES DUNKEL GEWORDEN IST</small> &<small>C</small>. R. Zee͑ra sagte im Namen R. Honas: Wenn ein Einzelner sich ein Fasten auferlegt hat, so spreche er, selbst wenn er die ganze Nacht gegessen und getrunken hat, am folgenden Tage das Fastengebet; hat er [auch die folgende] Nacht im Fasten verweilt, so spreche er [am folgenden Tage]<sup class=\"footnote-marker\">306</sup><i class=\"footnote\">Im Morgengebete, obgleich er sich noch im Fasten befindet.</i>das Fastengehet nicht.", | |
| "R. Joseph sprach: Welcher Ansicht ist R. Hona: ist er der Ansicht, es gebe kein Fasten für Stunden, oder ist er der Ansicht, es gehe ein Fasten auch für Stunden, nur spreche, wer Stunden fastet, nicht das Fastengebet?", | |
| "Abajje erwiderte: Tatsächlich ist R. Hona der Ansicht, wer Stunden fastet, spreche das Fastengebet, nur ist es hierbei anders, da er sich das Fasten in den Nachtstunden nicht vorher auferlegt hat.", | |
| "Einst kam Mar U͑qaba nach Ginzaq, und man fragte ihn da, ob es ein Fasten für Stunden gebe oder nicht, und er wußte es nicht. Ob Weinkrüge von Nichtjuden verboten oder erlaubt sind, und er wußte es nicht. In welchen [Gewändern]<sup class=\"footnote-marker\">307</sup><i class=\"footnote\">Ob hierzu Dienstgewänder erforderlich waren, wie dies bei Ahron der Fall war.</i>Moše während der sieben Einweihungstage den Tempeldienst verrichtet hat, und er wußte es nicht.", | |
| "Als er hierauf ins Lehrhaus kam und es fragte, erwiderte man ihm; Die Halakha ist, es gebe ein Fasten für Stunden, und man spreche dann das Fastengebet. Die Halakha ist, Weinkrüge von Nichtjuden seien nach zwölf Monaten<sup class=\"footnote-marker\">308</sup><i class=\"footnote\">In dieser Zeit verfliegt der im Tone eingezogene Wein; sie brauchen nicht weiter gespült zu werden.</i>erlaubt. Und Moše verrichtete während der sieben Einweihungstage den Tempeldienst in einem weißen Gewände. R. Kahana lehrte: In einem weißen Gewände ohne Saum<sup class=\"footnote-marker\">309</sup><i class=\"footnote\">Dh. ohne Naht; aus einem Stücke gewebt.</i>.", | |
| "R. Ḥisda sagte:" | |
| ], | |
| [ | |
| "Das, was du sagst, es gebe ein Fasten für Stunden, gilt nur in dem Falle, wenn man bis zum Abend nichts kostet. Abajje sprach zu ihm: Dann ist es ja ein richtiger Fasttag!? – In dem Falle, wenn man es sich erst später überlegt<sup class=\"footnote-marker\">310</sup><i class=\"footnote\">Wenn man mit dem Fasten erst im Laufe des Tages begonnen hat.</i>hat.", | |
| "Ferner sagte R. Ḥisda: Ein Fasten, über das die Sonne nicht untergegangen<sup class=\"footnote-marker\">311</sup><i class=\"footnote\">Dh. das vor Sonnenuntergang abgebrochen wird.</i>ist, ist kein Fasten. Man wandte ein: Die Männer der Priesterwache<sup class=\"footnote-marker\">312</sup><i class=\"footnote\">Hierüber weiter Fol. 15b.</i>fasten, beenden aber [das Fasten]<sup class=\"footnote-marker\">313</sup><i class=\"footnote\">Es heißt also Fasten, obgleich es nicht beendet wird.</i>nicht!? – Da erfolgt es nur als Kasteiung. –", | |
| "Komm und höre : R. Elea͑zar b. Çadoq sagte : Ich gehöre zur Familie Senaá<sup class=\"footnote-marker\">314</sup><i class=\"footnote\">So rieht, mit Ezr. 2,35; unser Text hat Senaáb. Name einer der Priesterwachen, die alle ihre Feiertage hatten.</i>vom Stamme Benjamin; einst fiel der Neunte Ab auf einen Šabbath und wir verlegten [das Fasten] auf den Sonntag, beendeten es<sup class=\"footnote-marker\">313</sup><i class=\"footnote\">Es heißt also Fasten, obgleich es nicht beendet wird.</i>aber nicht, weil wir an diesem unseren Festtag hatten. – Da erfolgte es ebenfalls nur als Kasteiung. –", | |
| "Komm und höre: R. Joḥanan sprach: Ich will im Fasten<sup class=\"footnote-marker\">313</sup><i class=\"footnote\">Es heißt also Fasten, obgleich es nicht beendet wird.</i>verweilen, bis ich nach Hause komme. – Er tat dies nur, um sich [der Einladung] des Fürsten zu entziehen.", | |
| "Šemuél sagte: Das Fasten, das man sich nicht [am Tage vorher] auferlegt hat, heißt nicht Fasten. – Wie ist es, wenn man [in solchem<sup class=\"footnote-marker\">315</sup><i class=\"footnote\">Ob es als Fasten angerechnet wird.</i>Fasten] verweilt? Rabba b.Šila erwiderte: Es gleicht einem Blasebalg voll Wind<sup class=\"footnote-marker\">316</sup><i class=\"footnote\">Ein solches Fasten ist ohne Bedeutung.</i>. –", | |
| "Wann muß man es sich auferlegen? – Rabh sagt, zur Vesperzeit, und Šemuél sagt, beim Vespergebete. R. Joseph sprach: Die Ansicht Šemuéls ist einleuchtend, denn in der Fastenrolle heißt es: Jedoch<sup class=\"footnote-marker\">317</sup><i class=\"footnote\">Die angezog. Stelle handelt von den Halbfesttagen, an denen das Fasten verboten ist.</i>kann jeder, wenn es [bereits vorher] bestimmt war, es sich auferlegen.", | |
| "Doch wohl beim Gebete auferlegen. – Nein, dann ist [das Essen] verboten.", | |
| "Hierüber streiten R. Ḥija und R. Šimo͑n b.Rabbi; einer liest: jesar [auferlegen], und einer liest jeaser [verboten]<sup class=\"footnote-marker\">318</sup><i class=\"footnote\">Sc. das Essen.</i>. – Allerdings stimmt die Lesart jesar mit unserer Erklärung überein, wie ist aber die Lesart jeaser zu erklären? –", | |
| "In der Fastenrolle wird gelehrt: Jedoch ist es jedem, wenn es [bereits vorher] bestimmt war, verboten. Zum Beispiel: wenn ein Einzelner sich auferlegt hat, am Montag und am Donnerstag und am Montag des ganzen Jahres [zu fasten], und in der Fastenrolle genannte Feiertage auf diese fallen, so hebt sein Gelübde, wenn es früher erfolgt ist als unsere Anordnung<sup class=\"footnote-marker\">319</sup><i class=\"footnote\">Über das Verbot des Fastens an den genannten Feiertagen.</i>, unsere Anordnung auf, und wenn unsere Anordnung früher erfolgt ist als sein Gelübde, so hebt unsere Anordnung sein Gelübde auf.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Bis wann darf man<sup class=\"footnote-marker\">320</sup><i class=\"footnote\">In der dem Fasttage vorangehenden Nacht.</i>essen und trinken? Bis die Morgenröte aufsteigt – so Rabbi; R. Elea͑zar b.Šimo͑n sagt, bis zum Hahnenruf. Abajje sagte: Dies gilt nur von der Beendigung der Mahlzeit, hat man sie aber beendet, so darf man nicht mehr essen.", | |
| "Raba wandte gegen ihn ein: Wenn man die Mahlzeit beendet hat und auf gestanden ist, so darf man wiederum essen!? – Da handelt es sich um den Fall, wenn man die Tafel noch nicht abgeräumt hat. Manche lesen: Raba sagte: Dies nur, wenn man nicht geschlafen hat, hat man aber geschlafen, so darf man nicht mehr essen. Abajje wandte gegen ihn ein: Wenn man geschlafen hat und aufgestanden ist, so darf man wiederum essen!? – Da handelt es sich um den Fall, wenn man nur eingenickt ist. –", | |
| "Was heißt ‘eingenickt’? R. Aši erwiderte:" | |
| ], | |
| [ | |
| "Halb schlummernd und halb wachend; wenn er beispielsweise, wenn man ihm etwas zuruft, antwortet, ohne jedoch eine überlegte Antwort geben zu können, und wenn man ihn erinnert, er es weiß.", | |
| "R. Kahana sagte: Ein Einzelner, der sich ein Fasten auferlegt hat, darf keine Sandalen anziehen, weil zu berücksichtigen ist, er könnte sich ein Gemeindefasten auferlegt haben. – Wie mache er es nun? Raba b.R. Šila erwiderte: Er spreche wie folgt: Morgen weile ich vor dir in einem Einzelfasten.", | |
| "Die Jünger sprachen zu R. Šešeth: Wir sehen ja, daß die Jünger die Schuhe anziehen, und zum Fasten kommen!? Da wurde er ärgerlich und sprach zu ihnen: Vielleicht essen sie auch!?", | |
| "Abajje und Raba pflegten in Pantoffeln<sup class=\"footnote-marker\">321</sup><i class=\"footnote\">Das hier gebrauchte Wort heißt sonst obere od. vordere Seite des Schuhs (Ggs. <span dir=\"rtl\">גילדא</span> Sohle, cf. Br. Fol. 4:3b), also ein Schuh ohne Sohle.</i>zu kommen. Meremar und Mar Zuṭra pflegten den rechten [Schuh] am linken [Fuße] und den linken am rechten zu tragen. Die Jünger der Schule Rabhs trugen sie wie gewöhnlich; sie waren nämlich der Ansicht Šemuéls, welcher sagte, in Babylonien gebe es mit Ausnahme des Neunten Ab kein Gemeindefasten.", | |
| "R. Jehuda sagte: Rabh sagte, man könne sein Fasten leihen und später bezahlen; als ich dies aber vor Šemuél sagte, sprach er zu mir: Hat man sich damit etwa ein Gelübde auferlegt, daß man es bezahlen muß!? Man hat sich ja nur eine Kasteiung auferlegt; kann man es, so kasteie man sich, kann man es nicht, so kasteie man sich nicht.", | |
| "Manche lesen: R. Jehuda sagte: Rabh sagte, man könne sein Fasten leihen und später bezahlen; als ich dies vor Šemuél sagte, sprach er zu mir: Selbstverständlich, es ist ja nicht mehr als ein Gelübde; kann man etwa nicht ein Gelübde später bezahlen, am folgenden oder an irgend einem anderen Tage!?", | |
| "Einst traf R. Jehošua͑, Sohn des R. Idi, bei R. Aši ein und nachdem sie für ihn ein dreijähriges Kalb zubereitet hatten, sprachen sie zu ihm: Möge doch der Meister etwas kosten! Dieser erwiderte: Ich verweile im Fasten. Darauf sprachen sie zu ihm: So möge doch der Meister das Fasten leihen und später bezahlen. Hält denn der Meister nichts von dem, was R. Jehuda gesagt hat, man könne sein Fasten leihen und später bezahlen? Er erwiderte: Es ist ein Fasten wegen eines [bösen] Traumes,", | |
| "und Rabba b. Mahsija sagte im Namen des R. Ḥama b. Gorja im Namen Rabhs, das Fasten wirke auf den [bösen] Traum wie Feuer auf Werg. Hierzu sagte R. Ḥisda, nur am selben Tage, und R. Joseph sagte, selbst am Šabbath. – Welches Mittel gibt es dagegen<sup class=\"footnote-marker\">322</sup><i class=\"footnote\">Wenn man deswegen am Šabbath gefastet hat, an dem dies verboten ist.<br>323. Am Vorabend des Festtages.</i>? – Man faste ob dieses Fastens.", | |
| "<sup>vi</sup><b>S</b><small>IND DIESE</small> [F<small>ASTTAGE</small>] <small>VORÜBER, OHNE DASS MAN ERHÖRT WORDEN IST, SO VERFÜGT DAS</small> G<small>ERICHT WEITERE DREI</small> G<small>EMEINDEFASTTAGE</small>. M<small>AN DARF ESSEN UND TRINKEN NUR SOLANGE ES NOCH</small> T<small>AG IST, AUCH IST DIE</small> A<small>RBEIT, DAS</small> B<small>ADEN, DAS</small> S<small>ALBEN, DAS</small> A<small>NZIEHEN DER</small> S<small>ANDALEN UND DER</small> B<small>EISCHLAF VERBOTEN, UND MAN SCHLIESSE DIE</small> B<small>ADEHÄUSER</small>.", | |
| "S<small>IND AUCH DIESE VORÜBER, OHNE DASS MAN ERHÖRT WORDEN IST, SO VERFÜGT DAS</small> G<small>ERIGHT WEITERE SIEBEN</small> G<small>EMEINDEFASTTAGE; ZUSAMMEN ALSO DREIZEHN</small>. D<small>IESE SIND DADURCH STRENGER ALS DIE ERSTEREN, INDEM MAN AN DIESEN LÄRMBLÄST UND DIE</small> K<small>AUFLÄDEN SCHLIESST</small>. A<small>M</small> M<small>ONTAG LEHNE MAN BEI</small> D<small>UNKELUNG</small> [<small>DIE</small> L<small>ADENTÜREN</small>] <small>EIN WENIG, UND AM</small> D<small>ONNERSTAG IST ES GANZ ERLAUBT, WEGEN DER</small> E<small>HRUNG</small><sup class=\"footnote-marker\">324</sup><i class=\"footnote\">Um die Einkäufe für den Šabbath besorgen zu können.</i><small>DES</small> Š<small>ABBATHS</small>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">vii</sup>S<small>IND AUCH DIESE VORÜBER</small>, <small>OHNE DASS MAN ERHÖRT WORDEN IST, SO SIND</small> K<small>AUF UND</small> V<small>ERKAUF</small>, B<small>AUTEN</small>, P<small>FLANZUNGEN</small>, V<small>ERLOBUNGEN</small>, H<small>EIRATEN UND GEGENSEITIGE</small> B<small>EGRÜSSUNGEN EINZUSCHRÄNKEN, WIE UNTER</small> M<small>ENSCHEN, DIE VON</small> G<small>OTT EINEN</small> V<small>ERWEIS ERHALTEN HABEN</small>. U<small>ND ABERMALS FASTEN</small> V<small>EREINZELTE, BIS DER</small> N<small>ISAN VORÜBER IST</small>. K<small>OMMT</small> R<small>EGEN, NACHDEM DER</small> N<small>ISAN VORÜBER IST, SO IST DIES EIN</small> Z<small>EICHEN DES</small> F<small>LUCHES, DENN ES HEISST</small> :<sup class=\"footnote-marker\">325</sup><i class=\"footnote\">iSam. 12,17.</i><i>ist ja heute Weizenernte &c.</i>", | |
| "GEMARA. Allerdings sind sie alle Behagen: Baden, Salben, Beischlaf, die Arbeit aber ist ja eine Quälerei!? R. Ḥisda erwiderte im Namen des R. Jirmeja b.Abba: Die Schrift sagt :<sup class=\"footnote-marker\">326</sup><i class=\"footnote\">Jo. 1,14.</i><i>veranstaltet ein heiliges beruft eine Versammlung, versammelt die Ältesten</i>; wie am Versammlungsfeste<sup class=\"footnote-marker\">327</sup><i class=\"footnote\">Bezeichnung des Wochenfestes (cf. Bd. I S. 343 Anm. 2) u. biblisch der letzte Tag der übrigen Feste.</i>: wie am Versammlungsfeste die Arbeitsverrichtung verboten ist, ebenso ist am Fasttage die Arbeitsverrichtung verboten. –", | |
| "Demnach sollte doch, wie am Versammlungsfeste dies schon am Abend [vorher] beginnt, auch am Fasttage dies schon am Abend beginnen!? R. Zera erwiderte: Mir wurde dies von R. Jirmeja b.Abba erklärt: die Schrift sagt: <i>versammelt die Ältesten</i>, gleich dem Versammeln der Ältesten: wie die Ältesten sich erst am Tage versammeln, ebenso beginnt das Fasten am Tage. – Vielleicht erst am Mittag!? R. Šiša b. R. Idi erwiderte: Dies ist also eine Stütze für R. Hona, welcher sagt, die Versammlung werde morgens einberufen. –", | |
| "Womit verbringe man [den Tag]? Abajje erwiderte: Vom Morgen bis Mittag prüfe man die städtischen Angelegenheiten; von dann an lese man ein Viertel des Tages aus der Schrift und den Propheten, sodann flehe man um Erbarmen, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">328</sup><i class=\"footnote\">Neh. 9,3.</i><i>und sie erhoben sich an ihrem Platze und lasen aus dem Buche der Lehre des Herrn, ihres Gottes, während des ersten Viertels des Tages, und während eines Viertels bekannten sie ihre Sünden und warfen sich vor dem Herrn, ihrem Gotte, nieder</i>. –" | |
| ], | |
| [ | |
| "Vielleicht umgekehrt!? – <i>Dies ist nicht einleuchtend, denn es heißt zuerst :<sup class=\"footnote-marker\">329</sup><i class=\"footnote\">Ezr. 9,4.</i>da versammelten sich zu mir alle, die Ehrfurcht hatten vor den Worten &c</i>. und darauf folgt:<sup class=\"footnote-marker\">330</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 5.</i><i>und zur Zeit des Abendopfers stand ich auf von meiner Kasteiung &c. und breitete meine Hände zum Herrn aus</i>.", | |
| "Raphram b. Papa sagte im Namen R. Ḥisdas: An einem Trauer[fasttage] wie am Neunten Ab oder wegen eines Trauerfalles, ist [das Baden] sowohl warm als auch kalt verboten; an einem Kasteiungs[fasttage], beispielsweise an einem Gemeindefasten, ist es warm verboten und kalt erlaubt.", | |
| "R. Idi b. Abin sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: und man schließe die Badehäuser<sup class=\"footnote-marker\">331</sup><i class=\"footnote\">Demnach nur die Warmbäder.</i>. Abajje wandte ein: Sollte er denn, auch wenn kalt baden verboten wäre, etwa lehren: man verstopfe die Flüsse!?", | |
| "R. Šimo͑n b.R. Idi erwiderte ihm: Mein Vater meint es wie folgt: er lehrte ja bereits, das Baden sei verboten, wozu lehrt er wiederum, man schließe die Badehäuser!? Wahrscheinlich ist hieraus zu entnehmen, nur warm ist es verboten, kalt aber erlaubt. –", | |
| "Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Alle, die ein Reinigungsbad nehmen müssen, baden wie gewöhnlich, sowohl am Neunten Ab als auch am Versöhnungstage. Worin nun: wenn in warmem Wasser, so gibt es ja kein Reinigungsbad in warmem Wasser, da es geschöpftes ist.", | |
| "Doch wohl in kaltem, und dennoch dürfen es nur diejenigen, die ein Reinigungsbad nehmen müssen, andere aber nicht. R. Ḥana b.Qaṭṭina erwiderte: Dies gilt von den Warmbädern zu Tiberjas<sup class=\"footnote-marker\">332</sup><i class=\"footnote\">Die Quellbäder u. warm sind; in diesen ist nur das pflichtige Tauchbad erlaubt.</i>. –", | |
| "Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: R. Ḥananja, der Priesterpräses, sagte: Unser Gotteshaus ist es wert, daß man seinetwegen einmal im Jahre ein Reinigungsbad unterlasse. Wenn du nun sagst, kalt sei es erlaubt, so kann man ja das Reinigungsbad kalt nehmen!? R. Papa erwiderte: In einer Ortschaft, da man es kalt nicht hat. –", | |
| "Komm und höre: Wenn sie gesagt haben, die Arbeit sei verboten, so erstreckt sich dies nur auf den Tag, nachts aber ist es erlaubt; und wenn sie gesagt haben, das Anziehen der Sandalen sei verboten, so gilt dies nur für die Stadt, auf der Reise aber ist es erlaubt. Und zwar: begibt man sich auf die Reise, so ziehe man sie an, kommt man in die Stadt, so ziehe man sie aus. Und wenn sie gesagt haben, das Baden sei verboten, so gilt dies nur vom ganzen Körper, [das Waschen] von Gesicht, Händen und Füßen aber ist erlaubt. Dies ist auch beim Exkommunizierten und beim Trauernden der Fall.", | |
| "Dies bezieht sich wohl auf alle. Wovon gilt dies: wenn von warmem Wasser, so ist es ja auch für Gesicht, Hände und Füße verboten, denn R. Šešeth sagte, der Trauernde dürfe nicht einmal einen Finger in warmes Wasser stecken; doch wohl von kaltem!? –", | |
| "Nein, tatsächlich von warmem, wenn du aber einwendest, [es heißt ja], dies sei auch beim Exkommunizierten und beim Trauernden der Fall, so bezieht sich dies auf die übrigen [Verbote].", | |
| "Komm und höre: R. Abba der Priester erzählte im Namen R. Jose des Priesters: Als R. Jose b. R. Ḥanina seine Söhne starben, badete er innerhalb der sieben Trauertage in kaltem Wasser. – Ihm folgten die Trauerfälle aufeinander. Es wird nämlich gelehrt: Wenn ihm<sup class=\"footnote-marker\">333</sup><i class=\"footnote\">Einem Leidtragenden, dem das Haarschneiden verboten ist.</i>die Trauerfälle aufeinander folgen und das Haar ihm lästig wird, so darf er es ein wenig mit einem Rasiermesser stutzen, auch darf er sein Gewand im Wasser waschen.", | |
| "R. Ḥisda sagte: Nur mit einem Rasiermesser, nicht aber mit einer Schere; nur mit Wasser, nicht aber mit Natron und nicht mit Sand.", | |
| "Raba sagte: Der Trauernde darf während der sieben Trauertage kalt baden, wie auch Fleisch und Wein [ihm erlaubt sind]. Man wandte ein:" | |
| ], | |
| [ | |
| "Die mannbare Jungfrau darf sich während der Trauer ihres Vaters<sup class=\"footnote-marker\">334</sup><i class=\"footnote\">Wenn ihr Vater Trauer hat, u. ebenso nach ihrem Vater.</i> nicht verunstalten<sup class=\"footnote-marker\">335</sup><i class=\"footnote\">Durch Vernachlässigung der Körperpflege.</i>. Demnach darf dies die unerwachsene.", | |
| "Dies gilt wohl vom Baden. Worin: wenn in warmem Wasser, wieso darf es die mannbare Jungfrau nicht, R. Ḥisda sagte ja, der Trauernde dürfe nicht einmal einen Finger in warmes Wasser stecken; doch wohl in kaltem!? – Nein, dies gilt vom Schminken und Pudern.", | |
| "Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: R. Abba der Priester erzählte im Namen R. Jose des Priesters: Als R. Jose b. Ḥanina seine Söhne starben, badete er innerhalb der sieben Trauertage in kaltem Wasser. –", | |
| "Ich will dir sagen: ihm folgten die Trauerfälle aufeinander. Es wird nämlich gelehrt: Wenn ihm die Trauerfälle aufeinander folgen und das Haar ihm lästig wird, so darf er es ein wenig mit einem Rasiermesser stutzen, auch darf er sein Gewand im Wasser waschen. R. Ḥisda sagte: Nur mit einem Rasiermesser, nicht aber mit einer Schere; nur mit Wasser, nicht aber mit Natron, nicht mit Sand und nicht mit Aloe.", | |
| "Manche lesen: Raba sagte: Der Trauernde darf während der sieben Trauertage nicht kalt baden. – Womit ist dies anders als Fleisch und Wein? – Diese [genießt man], um den Kummer zu vertreiben.", | |
| "Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Die mannbare Jungfrau darf sich [während ihrer Trauer<sup class=\"footnote-marker\">334</sup><i class=\"footnote\">Wenn ihr Vater Trauer hat, u. ebenso nach ihrem Vater.</i>] nicht verunstalten. Demnach darf dies die unerwachsene. Worin: wenn in warmem Wasser, wieso darf es die mannbare Jungfrau nicht, R. Ḥisda sagte ja, der Leidtragende dürfe nicht einmal einen Finger in warmes Wasser stecken; doch wohl in kaltem!? – Nein, dies gilt vom Schminken und Pudern.", | |
| "R. Ḥisda sagte: Hieraus zu entnehmen, daß dem Trauernden während der sieben Trauertage das Kleiderwaschen verboten ist. Die Halakha ist, der Trauernde darf während der sieben Trauertage den ganzen Körper weder kalt noch warm baden; Gesicht, Hände und Füße darf er nicht warm, wohl aber kalt. Salben ist ganz und gar verboten, wenn aber, um den Schmutz zu entfernen, so ist es erlaubt.", | |
| "Wo schalte man das Fastengebet ein? – R. Jehuda führte seinen Sohn R. Jiçḥaq umher und trug ihm vor: Wenn ein Einzelner sich ein Fasten auferlegt, so bete er das Fastengebet. Wo spreche man ihn? Zwischen dem Segen von der Erlösung<sup class=\"footnote-marker\">336</sup><i class=\"footnote\">Siebenter u. achter Segen des Achtzehngebetes</i>und dem von der Heilung.", | |
| "R. Jiçḥaq wandte ein: Darf denn ein Einzelner für sich einen Segen einfügen<sup class=\"footnote-marker\">337</sup><i class=\"footnote\">Es sind demnach 19 Segenssprüche.</i>!? Vielmehr, sagte R. Jiçḥaq, schalte man ihn in den Segen ‘Er erhört das Gebet‘ ein. Ebenso sagte auch R. Šešeth, man schalte ihn in den Segen ‘Er erhört das Gebet’ ein.", | |
| "Man wandte ein: Ein Unterschied zwischen einem Einzelnen und einer Gemeinde besteht<sup class=\"footnote-marker\">338</sup><i class=\"footnote\">An einem Fasttage.</i>nur darin, indem jener achtzehn Segenssprüche spricht, dieser aber neunzehn Segenssprüche. Was heißt ‘Einzelner’ und was heißt ‘Gemeinde’: wollte man sagen, unter ‘Einzelner’ sei der einzeln Betende und unter ‘Gemeinde’ der Gemeindevertreter zu verstehen, so spricht ja dieser nicht neunzehn, sondern vierundzwanzig<sup class=\"footnote-marker\">339</sup><i class=\"footnote\">Cf. infra Fol. 15a.</i>Segenssprüche!?", | |
| "Wahrscheinlich ist dies wie folgt zu verstehen: ein Unterschied zwischen demjenigen, der sich ein Einzelfasten auferlegt hat, und demjenigen, der sich ein Gemeindefasten auf erlegt hat, besteht nur darin, indem jener achtzehn Segenssprüche spricht, dieser aber neunzehn Segenssprüche. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß der Einzelne einen Segensspruch für sich einfüge!? –", | |
| "Nein, tatsächlich ist darunter der Gemeindevertreter zu verstehen, wenn du aber einwendest, dieser spreche ja vierundzwanzig Segens-sprüche, so gilt dies von den ersten drei Fasttagen, an denen die vierundzwanzig Segenssprüche nicht gesprochen werden. –", | |
| "Etwa nicht, es wird ja gelehrt, ein Unterschied zwischen den ersten drei und den mittelsten drei Fasttagen bestehe nur darin, indem an jenem die Arbeit erlaubt ist und an diesem die Arbeit verboten ist. Hinsichtlich der vierundzwanzig Segenssprüche aber gleichen sie einander!? –", | |
| "Manchen [Unterschied] lehrt er, und manchen läßt er fort. – Was läßt er noch außerdem fort!? Und ferner, er lehrt ja ‘nur darin’!? – Vielmehr, der Tanna spricht nur von den Verboten und nicht von den Gebeten. Wenn du aber willst, sage ich: die vierundzwanzig Segenssprüche werden auch an den mittelsten nicht gelesen. –", | |
| "Etwa nicht, es wird ja gelehrt: Ein Unterschied] lehrt er, und manchen läßt er fort. – Was läßt er noch außerbesteht nur darin, indem an diesen lärmgeblasen wird und die Kaufläden geschlossen werden. In allem anderen aber sind sie demnach gleich!? Wolltest du auch hierbei erwidern, manchen [Unterschied] lehre er und manchen lasse er fort, so lehrt er ja ‘nur darin’!? –", | |
| "Du glaubst wohl, [die Worte] ‘nur darin’ seien genau zu nehmen: er läßt ja auch [das Hinausbringen] der Lade<sup class=\"footnote-marker\">339</sup><i class=\"footnote\">Cf. infra Fol. 15a.</i>fort. –" | |
| ], | |
| [ | |
| "Wenn nur die Lade, so ist dies keine Fortlassung, denn er zählt nur das auf, was nicht öffentlich erfolgt, nicht aber öffentliche [Prozessionen].", | |
| "R. Aši sprach: Dies ist auch aus unserer Mišna zu entnehmen, denn er lehrt: Diese sind dadurch strenger als die ersteren, indem man an diesen lärmbläst und die Kaufläden schließt. In allem anderen aber sind sie demnach gleich. Wolltest du auch hierbei erwidern, manchen [Unterschied] lehre er und manchen lasse er fort, so heißt es ja ‘dadurch’!? –", | |
| "Du glaubst wohl [das Wort] ‘dadurch’ sei genau zu nehmen; er läßt ja auch [das Hinausbringen der] Lade fort. – Wenn nur die Lade, so ist dies keine Fortlassung, denn er lehrt davon im folgenden Abschnitt. – Jetzt nun, wo du darauf gekommen bist, ist auch [der Unterschied von den] vierundzwanzig Segens-sprüchen keine Fortlassung, denn er lehrt davon im folgenden Abschnitt. –", | |
| "Was bleibt damit!? – R. Šemuél b. Sasarṭaj sagte, und ebenso sagte R. Ḥija b.Aši im Namen Rabhs, zwischen<sup class=\"footnote-marker\">340</sup><i class=\"footnote\">Spreche man das Fastengebet.</i>dem Segen von der Erlösung und dem von der Heilung. R. Aši sagte im Namen des R. Jannaj b. R. Jismáél, im [Segen] ‘Der das Gebet erhört’. Die Halakha ist: im [Segen] ‘Der das Gebet erhört’.", | |
| "Eines lehrt, Schwangere und Säugende fasten an den ersten und nicht an den letzten [Fasttagen], ein Anderes lehrt, sie fasten an den letzten und nicht an den ersten, und ein Anderes lehrt, sie fasten weder an den ersten noch an den letzten!?", | |
| "R. Aši erwiderte: Halte dich an die mittelste [Lehre], und danach sind die anderen zu erklären<sup class=\"footnote-marker\">341</sup><i class=\"footnote\">Sie fasten also nur an den mittelsten Fasttagen (an den ersten nicht, weil diese leichter sind, an den letzten nicht, weil es 7 Fasttage sind). In der 1. Lehre heißen die mittelsten ‘erste’, was sie im Verhältnis zu den letzten sind, in der 2. heißen die mittelsten ‘letzte’, was sie im Verhältnis zu den ersten sind, u. die 3. spricht von den mittelsten überhaupt nicht.</i>.", | |
| "D<small>IESE SIND DADURCH STRENGER ALS DIE ERSTEN, INDEM MAN AN DIESEN LÄRMBLÄST UND DIE</small> K<small>AUFLÄDEN SCHLIESST</small>. Wie lärmt man? – R. Jehuda sagte, mit Posaunen; R. Jehuda, Sohn des R. Šemuél b. Šilath, sagte im Namen Rabhs, beim [Gebete]<sup class=\"footnote-marker\">342</sup><i class=\"footnote\">Es wird lärmend gesprochen.</i>‘Erhöre uns’.", | |
| "Sie glaubten, wer beim [Gebete] ‘Erhöre uns’ sagt, nach dem erfolge es nicht mit Posaunen, und wer mit Posaunen sagt, nach dem erfolge es nicht beim [Gebete] ‘Erhöre uns’. Es wird ja aber gelernt: Man verfüge über die Gemeinde nicht weniger als sieben Fasttage, an denen je achtzehnmal<sup class=\"footnote-marker\">343</sup><i class=\"footnote\">An den Fasttagen werden je 6 Segenssprüche mehr gesprochen als an gewöhnlichen Tagen u. bei jedem dieser Segenssprüche werden 3 Töne geblasen.</i>gelärmt wird; als Zeichen diene [das Lärmen]<sup class=\"footnote-marker\">344</sup><i class=\"footnote\">Of. Jos. Kap. 6. Auch da erfolgte es mit Posaunen. Nach den Tosaphoth: auch da erfolgte es an 7 Tagen.</i>von Jeriḥo. [Das Lärmen von] Jeriḥo erfolgte ja mit Posaunen, somit ist dies ja eine Widerlegung desjenigen, welcher sagt, beim [Gebete] ‘Erhöre uns’!? –", | |
| "Vielmehr, über [das Lärmen] mit Posaunen streitet niemand, sie streiten nur über [das Lärmen] beim [Gebete] ‘Erhöre uns’; einer ist der Ansicht, dies heiße ein Lärmen, und einer ist der Ansicht, dies heiße kein Lärmen.", | |
| "Nach demjenigen, der beim [Gebete] ‘Erhöre uns’ sagt, kann dies um so mehr mit Posaunen erfolgen, und nach demjenigen, der mit Posaunen sagt, kann dies beim [Gebete] ‘Erhöre uns’ nicht erfolgen. –", | |
| "Es wird ja aber gelehrt: Wegen aller anderen Plagen, die über die Gemeinde hereinbrechen, als Jucken, Heuschrecken, Fliegen, Hornisse, Mücken, und Invasionen von Schlangen und Skorpionen, pflegt man nicht zu lärmen, sondern zu flehen. Wenn nun das Flehen mit dem Munde erfolgt, so erfolgt ja das Lärmen mit Posaunen!? –", | |
| "Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: Wegen folgender [Unglücksfälle] lärmt man am Šabbath: wenn eine Stadt von einem Trupp umzingelt oder einem Strome [bedroht] wird, oder wenn ein Schiff auf dem Meere umhergetrieben wird. R. Jose sagt, man rufe nur um Hilfe, flehe aber nicht.", | |
| "Wie: wollte man sagen, mit Posaunen, so gibt es ja am Šabbath keine Posaune<sup class=\"footnote-marker\">345</sup><i class=\"footnote\">Dh. sie darf dann nicht geholt werden.</i>!? Doch wohl beim [Gebete] ‘Erhöre uns’, und er nennt dies Lärmen’. Schließe hieraus.", | |
| "Zur Zeit R. Jehuda des Fürsten trat eine Not ein;" | |
| ], | |
| [ | |
| "da verfügte er dreizehn Fasttage, und er wurde nicht erhört. Als er darauf noch weitere verfügen wollte, sprach R. Ami zu ihm: Man darf die Gemeinde nicht mehr als erträglich belästigen.", | |
| "R. Abba, Sohn des R. Ḥija b. Abba, sprach: R. Ami sagte dies nur aus eigenem<sup class=\"footnote-marker\">346</sup><i class=\"footnote\">Weil er nicht fasten wollte.</i>Interesse. Vielmehr sagte R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans folgendes: Dies<sup class=\"footnote-marker\">347</sup><i class=\"footnote\">Daß nicht mehr als 13 Fasttage verfügt werden.</i>lehrten sie nur vom Regen, wegen anderer Unglücksfälle aber faste man so lange, bis man [vom Himmel] erhört wird. Ebenso wird auch gelehrt: Wenn sie drei [Fasttage] sagten, wenn sie sieben sagten, so gilt dies nur vom Regen, wegen anderer Unglücksfälle aber faste man so lange, bis man erhört wird. –", | |
| "Dies ist ja eine Widerlegung des R. Ami!? – R. Ami kann dir erwidern: hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: Man verfüge über die Gemeinde nicht mehr als dreizehn Fasttage, weil man die Gemeinde nicht mehr als erträglich belästige – so Rabbi : R. Šimo͑n b.Gamliél sagt, nicht aus diesem Grunde, sondern weil dann die Zeit des Regenfalles bereits vorüber ist<sup class=\"footnote-marker\">348</sup><i class=\"footnote\">Wegen anderer Unglücksfälle können demnach mehr Fasttage verfügt werden.</i>.", | |
| "Die Einwohner von Ninve ließen Rabbi fragen: Wie haben wir uns zu verhalten, die wir sogar in der Jahreszeit des Tammuz Regen brauchen; gleichen wir Einzelnen oder einer Gemeinde? Gleichen wir Einzelnen und müssen [das Fastengebet] im Segen ‘Der das Gebet erhört’ oder gleichen wir einer Gemeinde und müssen es im Segen über das Jahr sprechen? Er ließ ihnen antworten: Ihr gleicht Einzelnen und müßt es im Segen ‘Der das Gebet erhört’ sprechen.", | |
| "Man wandte ein: R. Jehuda sagte: Nur dann, wenn die Jahre normal sind und Jisraél auf seinem Boden wohnt, in der Jetztzeit aber hängt alles vom Zustande des Jahres, des Ortes und der Zeit ab!? (Er erwiderte:) Gegen Rabbi erhebst du einen Einwand aus einer Barajtha!? Rabbi ist Tanna und streitet gegen diese. – Wie bleibt es damit? –", | |
| "R. Naḥman sagt, im Segen über das Jahr, und R. Šešeth sagt, im Segen ‘Der das Gebet erhört’. Die Halakha ist: im Segen ‘Der das Gebet erhört’.", | |
| "A<small>M</small> M<small>ONTAG LEHNE MAN BEI</small> D<small>UNKELUNG</small> [<small>DIE</small> L<small>ADENTÜREN</small>] <small>EIN WENIG UND AM</small> D<small>ONNERSTAG IST ES DEN GANZEN</small> T<small>AG ERLAUBT, WEGEN DER</small> E<small>HRUNG DES</small> Š<small>ABBATHS</small>. Sie fragten: Wie meint er es, am Montag lehne man sie ein wenig bei Dunkelung, und am Donnerstag den ganzen Tag, wegen der Ehrung des Šabbaths, oder aber: am Montag lehne man sie ein wenig, und am Donnerstag halte man sie den ganzen Tag offen!? –", | |
| "Komm und höre: Es wird gelehrt: Am Montag lehne man gegen Abend [die Ladentüren] ein wenig und am Donnerstag halte man sie den ganzen Tag offen, wegen der Ehrung des Šabbaths. Hat jemand zwei Türen, so halte er die eine offen und die andere geschlossen; hat er vor der Tür einen Sitzvorsprung, so darf man<sup class=\"footnote-marker\">349</sup><i class=\"footnote\">Da die Tür von der Straße aus nicht augenfällig ist.</i>[die Tür] unbeanstandet wie gewöhnlich öffnen und schließen.", | |
| "S<small>IND AUCH DIESE VORÜBER, OHNE DASS MAN ERHÖRT WURDE, SO SIND</small> K<small>AUF UND</small> V<small>ERKAUF</small>, B<small>AUTEN</small>, P<small>FLANZUNGEN</small> &<small>C. EINZIJSCHRÄNKFN</small> Es wird gelehrt: Unter Bauten sind Festlichkeitsbauten und unter Pflanzungen sind Luxuspflanzungen zu verstehen. Welches heißt Festlichkeitsbau? Wenn man ein Haus zur Verheiratung seines Sohnes baut. Welches heißt Luxuspflanzung? Wenn man königliche Vorgärten anlegt.", | |
| "U<small>ND GEGENSEITIGE</small> B<small>EGRÜSSUNGEN</small>. Die Rabbanan lehrten: Genossen<sup class=\"footnote-marker\">350</sup><i class=\"footnote\">Dh. Gelehrte; cf. Bd. II S. 320 Anm. 55.</i> unterlassen untereinander die Begrüßung; wenn aber Leute aus dem gemeinen Volke grüßen, so antworte man ihnen mit schwacher Lippe und schwerem Haupte. Sie sitzen eingehüllt wie Trauernde und Exkommunizierte, wie Menschen, die von Gott einen Verweis erhalten haben, bis man sich im Himmel ihrer erbarmt.", | |
| "R. Elea͑zar sagte: Ein vornehmer Mann darf sich nicht aufs Gesicht niederwerfen, es sei denn, daß er wie Jehošua͑, der Sohn Nuns, erhört wird, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">351</sup><i class=\"footnote\">Jos. 7,10.</i><i>und der Herr sprach zu Jehošua͑: Steh auf, wozu liegst du auf deinem Angesichte</i>?", | |
| "Ferner sagte R. Elea͑zar: Ein vornehmer Mann darf keinen Sack anlegen, es sei denn, daß er wie Jehoram, der Sohn Ahábs, erhört wird, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">352</sup><i class=\"footnote\">iiReg. 6,30.</i><i>als nun der König das Weib so reden hörte, zerriß er seine Kleider, während er auf der Mauer stand; da gewahrte das Volk, daß er einen Sack auf seinem Leibe trug &c.</i>", | |
| "Ferner sagte R. Elea͑zar: Nicht jeder wird durch das Zerreißen [der Kleider erhört], und nicht jeder durch das Nieder fallen. Moše und Ahron durch das Niederfallen, Jehošua͑ und Kaleb durch das Zerreißen [der Kleider]. Moše und Ahron durch das Niederfallen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">353</sup><i class=\"footnote\">Num. 14,5.</i><i>da fielen Moše und Ahron auf ihr Gesicht</i>. Jehošua͑ und Kaleb durch das Zerreißen der Kleider, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">354</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 6.</i><i>und Jehošua͑, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jephunnes &c. zerrissen ihre Kleider</i>.", | |
| "R. Zera, nach anderen R. Šemuél b. Naḥmani, wandte ein: Hieße es <i>Jehošua͑</i>, so würdest du recht haben, da es aber <i>und Jehošua͑</i> heißt, so taten sie ja beides<sup class=\"footnote-marker\">355</sup><i class=\"footnote\">Das ‘und’ verbindet es mit dem vorangehenden Schriftverse. in dem vom Niederfallen aufs Gesicht gesprochen wird.</i>!?", | |
| "Ferner sagte R. Elea͑zar: Nicht alle<sup class=\"footnote-marker\">356</sup><i class=\"footnote\">Sc. werden dereinst den Messias verehren.</i>durch Auf stehen und nicht alle durch Niederwerfen. Könige durch Auf stehen und Fürsten durch Niederwerfen. Könige durch Auf stehen, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">357</sup><i class=\"footnote\">Jes. 49,7.</i><i>so spricht der Herr,</i> <i>der Erlöser Jisraéls, sein Heiliger, \n</i>" | |
| ], | |
| [ | |
| "zu dem, der von jedermann verachtet, der von Leuten verabscheut wird zum Sklaven von Tyrannen: Könige sollen dich sehen und aufstehen. Fürsten durch Niederwerfen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">357</sup><i class=\"footnote\">Jes. 49,7.</i><i>Fürsten sollen sich niederwerfen.</i> R. Zera, nach anderen R. Šemuél b. Naḥmani wandte ein: Hieße es: <i>Fürsten aber sollen sich niederwerfen,</i> so würdest du recht haben, da es aber heißt: <i>Fürsten sollen sich niederwerfen</i>, so [heißt dies]: sie werden beides tun!?", | |
| "R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach: Auch ich will ähnliches sagen: Nicht jedem ist Licht beschieden und nicht jedem ist Freude beschieden. Den Frommen ist Licht beschieden und den Redlichen ist Freude beschieden. Den Frommen Licht, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">358</sup><i class=\"footnote\">Ps. 97,11.</i><i>Licht ist für den Frommen ausgesäet</i>. Den Redlichen Freude, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">358</sup><i class=\"footnote\">Ps. 97,11.</i><i>Freude für die, die redlichen Herzens sind.</i>", | |
| "", | |
| "<sup>i</sup><b>W</b><small>ELCHES IST DIE</small> O<small>RDNUNG FÜR DIE</small> F<small>ASTTAGE</small>? M<small>AN BRINGT DIE</small> L<small>ADE AUF DEN</small> S<small>TADTPLATZ HINAUS, TUT</small> A<small>SCHE AUF DIE</small> L<small>ADE UND AUF DAS</small> H<small>AUPT DES FÜRSTEN UND AUF DAS</small> H<small>AUPT DES</small> G<small>ERICHTSPRÄSIDENTEN, UND AUCH JEDER ANDERE</small> [<small>TUT</small> A<small>SCHE</small>] <small>AUF SEIN</small> H<small>AUPT</small>.", | |
| "D<small>ER</small> Ä<small>LTESTE UNTER IHNEN TRÄGT EINDRINGLICHE</small> W<small>ORTE VOR</small>: B<small>RÜDER, VON DEN</small> E<small>INWOHNERN</small> N<small>INVES HEISST ES NICHT</small>, G<small>OTT HABE IHR</small> S<small>ACKZEUG UND IHR</small> F<small>ASTEN GESEHEN, SONDERN</small>:<sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Jon. 3,10.</i><i>Gott sah ihre Handlungen, daß sie von ihrem schlechten Wandel zurückgekehrt waren.</i> F<small>ERNER HEISST ES IN DEN</small> P<small>ROPHETEN</small>: <sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Jo. 13.</i><i>zerreißt euer Herz und nicht eure Kleider.</i>", | |
| "<sup>ii</sup>S<small>TELLT MAN SICH ZUM</small> B<small>ETEN HIN, SO LÄSST MAN EINEN</small> G<small>REIS UND</small> G<small>EÜBTEN ALS</small> V<small>ORBETER VOR DIE</small> L<small>ADE TRETEN, DER</small> K<small>INDER HAT UND SEIN</small> H<small>AUS LEER IST, DAMIT SEIN</small> H<small>ERZ SICH GANZ DEM</small> G<small>EBETE HINGEBE</small>.", | |
| "D<small>IESER SPRICHT VOR IHNEN VIERUNDZWANZIG</small> S<small>EGENSSPRÜCHE, DIE ACHTZEHN ALLTÄGLICHEN, ZU DENEN ER NOCH SECHS HINZUFÜGT</small>. <sup class=\"footnote-marker\">iii</sup>F<small>OLGENDE SIND ES</small>: [D<small>IE</small> V<small>ERSE VON DEN</small>] E<small>RINNERUNGEN</small><sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Die am Neujahrsfeste gesprochen werden; cf. Rh. Fol. 32a.</i> <small>UND VON DER</small> P<small>OSAUNE</small><sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Die am Neujahrsfeste gesprochen werden; cf. Rh. Fol. 32a.</i><small>UND</small> [<small>DIE</small> P<small>SALMEN</small>] : <sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Ps. 120,1.</i><i>In meiner Not rief ich zum Herrn und er erhört mich</i>.<sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Ib. 121,1.</i><i>Inch erhebe meine Augen zu den Bergen &c</i>.<sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Ib. 130,1.</i> <i>Aus der Tiefe rufe ich dich, o Herr</i>.<sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Ib.102,1.</i> <i>Gebet eines Armen, wenn er schmachtet.</i>", | |
| "R. J<small>EHUDA SAGT, ER BRAUCHE NICHT</small> [<small>DIE</small> Y<small>ERSE VON DEN</small>] E<small>RINNERUNGEN UND VON DER</small> P<small>OSAUNE ZU SPRECHEN, AN DEREN</small> S<small>TELLE SPRECHE ER VIELMEHR</small>: <sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">iReg. 37.</i><i>Wenn Hungersnot im Lande sein sollte, wenn Pest sein sollte</i>.<sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Jer. 14,1.</i><i>Was als Wort des Herrn an Jirmejahu erging</i>, <i>inbetreff der Dürre.</i> Z<small>U DIESEN LESE ER DIE ENTSPRECHENDEN</small> S<small>CHLUSSFORMELN</small>.", | |
| "<sup>iv</sup>Z<small>UM ERSTEN SPRICHT ER</small> : ‘D<small>ER</small> A<small>BRAHAM AM</small> B<small>ERGE</small> M<small>ORIJA ERHÖRT HAT, ERHÖRE EUCH UND HÖRE AM HEUTIGEN</small> T<small>AGE AUF EUREN</small> K<small>LAGESCHREI</small>. G<small>EPRIESEN SEIST DU, O</small> H<small>ERR</small>, E<small>RLÖSER</small> J<small>ISRAÉLS</small>’. Z<small>UM ZWEITEN SPRICHT ER</small>: ‘D<small>ER UNSERE</small> Y<small>ORFAHREN AM</small> S<small>CHILFMEERE ERHÖRT HAT</small>, <small>ERHÖRE EUCH UND HÖRE AM HEUTIGEN</small> T<small>AGE AUF EUREN</small> K<small>LAGESCHREI</small>. G<small>EPRIESEN SEIST DU, O</small> H<small>ERR</small>, <small>DER DU DES</small> V<small>ERGESSENEN GEDENKEST</small>’.", | |
| "Z<small>UM DRITTEN SPRICHT ER</small>: ‘D<small>ER</small> J<small>EHOŠUA͑ IN</small> G<small>ILGAL ERHÖRT HAT</small>, <small>ERHÖRE EUCH UND HÖRE AM HEUTIGEN</small> T<small>AGE AUF EUREN</small> K<small>LAGESCHREI</small>. G<small>EPRIESEN SEIST DU. O</small> H<small>ERR, DER DU DAS</small> L<small>ÄRMBLASEN HÖREST’</small>. Z<small>UM VIERTEN SPRICHT ER</small>: ‘D<small>ER</small> Š<small>EMUÉL IN</small> M<small>IZPA ERHÖRT HAT</small>, <small>ERHÖRE EUCH UND HÖRE AM HEUTIGEN</small> T<small>AGE AUF EUREN</small> K<small>LAGESCHREI</small>. G<small>EPRIESEN SEIST DU, O</small> H<small>ERR, DER DU DIE</small> K<small>LAGE ERHÖRST’</small>. Z<small>UM FÜNFTEN SPRICHT ER</small>: ‘D<small>ER</small> E<small>LIJAHU AM</small> B<small>ERGE</small> K<small>ARMEL</small> E<small>RHÖRT HAT, ERHÖRE EUCH UND HÖRE AM HEUTIGEN</small> T<small>AGE AUF EUREN</small> K<small>LAGESCIIREI</small>. G<small>EPRIESEN SEIST DU, O</small> H<small>ERR, DER DU DAS</small> G<small>EBET ERHÖRST’</small>.", | |
| "Z<small>UM SECHSTEN SPRICHT ER</small>: ‘D<small>ER</small> J<small>ONA VOM</small> L<small>EIBE DES</small> F<small>ISCHES AUS</small> E<small>RHÖRT HAT, ERHÖRE EUCH UND HÖRE AM HEUTIGEN</small> T<small>AGE AUF EUREN</small> K<small>LAGESCHREI</small>. G<small>EPRIESEN SEIST DU, O</small> H<small>ERR, DER DU ZUR ZEIT DER</small> N<small>OT ERHÖRST’</small>. Z<small>UM SIEBENTEN SPRICHT ER</small>: ‘D<small>ER</small> D<small>AVID UND SEINEN</small> S<small>OHN</small> Š<small>ELOMO IN</small> J<small>ERUŠALEM ERHÖRT HAT, ERHÖRE EUCH UND HÖRE AM HEUTIGEN</small> T<small>AGE AUF EUREN</small> K<small>LAGESCHREI</small>. <sup>v</sup>G<small>EPRIESEN SEIST DU, O</small> H<small>ERR, DER DU DICH DES</small> L<small>ANDES ERBARMST</small>’." | |
| ], | |
| [ | |
| "I<small>N DEN</small> T<small>AGEN DES</small> R. Ḥ<small>ALAPHTA UND DES</small> R. Ḥ<small>ANANJA B.</small>T<small>ERADJON TRAT EINST JEMAND VOR DIE</small> L<small>ADE UND BEENDETE DEN GANZEN</small> S<small>EGEN</small><sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Den 7. des Achtzehngebetes, ohne die genannten Gebete einzuschalten.</i>, U<small>ND MAN ANTWORTETE NICHT</small> A<small>MEN</small>. [D<small>ER</small> D<small>IENER RIEF</small>:] ‘B<small>LASET</small>, P<small>RIESTER</small>!’ <small>UND SIE BLIESEN</small>. ‘D<small>ER UNSEREN</small> V<small>ATER</small> A<small>BRAHAM AM</small> B<small>ERGE</small> M<small>ORIJA ERHÖRT HAT, ERHÖRE EUCH UND HÖRE AM HEUTIGEN</small> T<small>AGE AUF EUREN</small> K<small>LAGESCHREI</small>’. [E<small>R RIEF</small>:] ‘L<small>ÄRMT</small>, S<small>ÖHNE</small> A<small>HRONS</small>’. U<small>ND SIE LÄRMTEN</small>. ‘D<small>ER UNSERE</small> V<small>ORFAHREN AM</small> S<small>CHILFMEERE ERHÖRT HAT, ERHÖRE EUCH UND HÖRE AM HEUTIGEN</small> T<small>AGE AUF EUREN</small> K<small>LAGESCHREI</small>’.", | |
| "A<small>LS DIES ZU DEN</small> W<small>EISEN GELANGTE, SAGTEN SIE</small>: S<small>O VERFUHREN WIR NUR AM</small> O<small>STTORE AUF DEM</small> T<small>EMPELBERGE</small><sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Dh. nur beim Bestehen des Tempels.</i>.", | |
| "<sup>vi</sup>A<small>N DEN ERSTEN DREI</small> F<small>ASTTAGEN FASTETEN DIE</small> M<small>ÄNNER DER BETREFFENDEN</small> P<small>RIESTERWACHE UND BEENDETEN</small> [<small>DAS</small> F<small>ASTEN</small>] <small>NICHT</small>, W<small>ÄHREND DIE</small> M<small>ÄNNER DER</small> F<small>AMILIENWACHE ÜBERHAUPT NICHT FASTETEN; AN DEN NACHSTEN DREI</small> F<small>ASTTAGEN FASTETEN DIE</small> M<small>ÄNNER DER</small> P<small>RIESTERWACHE UND BEENDETEN ES AUCH</small>, <small>WÄHREND DIE</small> M<small>ÄNNER DER</small> F<small>AMILIENWACHE FASTETEN UND ES NICHT BEENDETEN; AN DEN LETZTEN SIEBEN</small> F<small>ASTTAGEN FASTETEN ALLE UND BEENDETEN ES AUCH</small> – <small>SO</small> R. J<small>EHOŠUA͑</small>.", | |
| "D<small>IE</small> W<small>EISEN SAGEN</small>: A<small>N DEN ERSTEN DREI</small> F<small>ASTTAGEN FASTETEN WEDER DIESE NOCH JENE; AN DEN NÄCHSTEN DREI FASTETEN DIE</small> M<small>ÄNNER DER</small> P<small>RIESTERWACHE UND BEENDETEN ES NICHT, WÄHREND DIE</small> M<small>ÄNNER DER</small> F<small>AMILIENWACHE ÜBERHAUPT NICHT FASTETEN; AN DEN LETZTEN SIEBEN</small> F<small>ASTTAGEN FASTETEN DIE</small> M<small>ÄNNER DER</small> P<small>RIESTERWACHE UND BEENDETEN ES AUCH, WÄHREND DIE</small> M<small>ÄNNER DER</small> F<small>AMILIENWACHE FASTETEN UND ES NICHT BEENDETEN</small>.", | |
| "<sup>vii</sup>D<small>IE</small> M<small>ÄNNER DER</small> P<small>RIESTERWACHE DURFTEN NACHTS</small> W<small>EIN TRINKEN, NICHT ABER AM</small> T<small>AGE, DIE</small> M<small>ÄNNER DER</small> F<small>AMILIENWACHE DURFTEN ES WEDER AM</small> T<small>AGE NOCH NACHTS</small>. D<small>IE</small> M<small>ÄNNER DER</small> P<small>RIESTERWACHE UND DES</small> B<small>EISTANDES DURFTEN SICH DAS</small> H<small>AAR NICHT SCHNEIDEN NOCH IHRE</small> K<small>LEIDER WASCHEN; AM</small> D<small>ONNERSTAG WAR ES IHNEN ERLAUBT, ZUR</small> E<small>HRUNG DES</small> Š<small>ABBATHS</small>.", | |
| "<sup>viii</sup>W<small>ENN ES IN DER</small> F<small>ASTENROLLE HEISST, MAN DÜRFE AUCH</small> [<small>AN DIESEM</small> T<small>AGE</small>] <small>KEINE</small> T<small>RAUER VERANSTALTEN, SO IST ES</small> [<small>AM</small> T<small>AGE</small>] <small>VORHER VERBOTEN UND NACHHER ERLAUBT</small>; R. J<small>OSE SAGT, VORHER UND NACHHER VERBOTEN</small>.", | |
| "[W<small>ENN ES ABER HEISST</small>,] <small>MAN DÜRFE</small> [<small>AN DIESEM</small> T<small>AGE</small>] <small>NICHT FASTEN, SO IST ES</small> [<small>AM</small> T<small>AGE</small>] <small>VORHER UND NACHHER ERLAUBT</small>; R. J<small>OSE SAGT</small>, <small>VORHER VERBOTEN UND NACHHER ERLAUBT</small>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">ix</sup>M<small>AN VERFÜGE DIE</small> G<small>EMEINDEFASTEN NICHT MIT DEM</small> D<small>ONNERSTAG BEGINNEND, UM NICHT DIE</small> M<small>ARKTPREISE IN DIE</small> H<small>ÖHE ZU</small><sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Cf. supra Fol. 10a Anm. 271.</i>T<small>REIBEN; DIE ERSTEN DREI</small> F<small>ASTTAGE SIND VIELMEHR</small> M<small>ONTAG</small>, D<small>ONNERSTAG</small>, M<small>ONTAG, UND DIE NÄCHSTEN DREI</small> F<small>ASTTAGE SIND</small> D<small>ONNERSTAG</small>, M<small>ONTAG UND</small> D<small>ONNERSTAG</small>; R. J<small>OSE SAGT, WIE DIE ERSTEN</small> F<small>ASTTAGE NICHT MIT EINEM</small> D<small>ONNERSTAG BEGINNEN, EBENSO AUCH NICHT DIE</small> N<small>ÄCHSTEN UND DIE LETZTEN</small>.", | |
| "<sup>x</sup>M<small>AN VERFÜGE KEIN</small> G<small>EMEINDEFASTEN AUF</small> N<small>EUMONDE, AUF DAS</small> Ḥ<small>ANUKAFEST UND AUF DAS</small> P<small>URIMFEST; HAT MAN</small> [<small>DIE</small> F<small>ASTTAGE</small>] <small>BEREITS BEGONNEN, SO UNTERBRECHE MAN SIE NICHT</small> – <small>SO</small> R. G<small>AMLIÉL</small>. R. M<small>EÍR SPRACH</small>: O<small>BGLEICH</small> R. G<small>AMLIÉL GESAGT HAT</small>, <small>MAN UNTERBRECHE SIE NICHT, SO PFLICHTET ER DENNOCH BEI, DASS MAN</small> [<small>DAS</small> F<small>ASTEN</small>] <small>NICHT BEENDE</small>. D<small>ASSELBE GILT AUCH, WENN DER</small> N<small>EUNTE</small> A<small>B AUF EINEN</small> V<small>ORABEND DES</small> Š<small>ABBATHS FÄLLT</small>.", | |
| "GEMARA. W<small>ELCHES IST DIE</small> O<small>RDNUNG FÜR DIE</small> F<small>ESTTAGE</small>? M<small>AN BRINGT DIE</small> L<small>ADE</small> &<small>C</small>. Auch an den ersten. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: An den ersten und nächsten drei Festtagen geht man ins Bethaus und betet, wie man das ganze Jahr betet,", | |
| "und an den letzten sieben bringt man die Lade nach dem Stadtplatz hinaus, tut Asche auf die Lade und auf das Haupt des Fürsten und auf das Haupt des Gerichtspräsidenten, und auch jeder andere tut Asche auf sein Haupt; R. Nathan sagte: Es muß Brandasche sein. R. Papa erwiderte: Unsere Mišna spricht eben von den letzten sieben.", | |
| "A<small>UF DAS</small> H<small>AUPT DES</small> F<small>ÜRSTEN</small>. Und erst nachher, lehrt er, nimmt jeder andere [Asche] und tut auf sein Haupt. Dem ist ja aber nicht so!? Es wird nämlich gelehrt: Rabbi sagte: Bei einer Würde beginnt man mit dem Größten und bei einem Fluche beginnt man mit dem Kleinsten.", | |
| "Bei einer Würde beginnt man mit dem Größten, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">Lev. 10,6.</i><i>und Moše sprach zu Ahron und zu Elea͑zar und Ithamar</i>; bei einem Fluche beginnt man mit dem Kleinsten, denn (der Meister sagte,) zuerst wurde die Schlange verflucht, nachher wurde Ḥava verflucht und nachher wurde Adam verflucht. –", | |
| "Dies ist ebenfalls eine Würde für sie, denn man spricht zu ihnen: Ihr seid würdig, für uns alle zu flehen.", | |
| "U<small>ND AUCH JEDER ANDERE NIMMT</small> [A<small>SCHE</small>] <small>UND TUT AUF SEIN</small> H<small>AUPT</small>. R. Ada sprach: Wie jeder andere [Asche] nimmt und auf sein Haupt tut, sollte doch auch der Fürst und der Gerichtspräsident selber [Asche] nehmen und aufs Haupt tun, weshalb muß ein anderer sie nehmen und ihnen aufs Haupt tun!? R. Abba aus Cäsarea erwiderte: Wer sich selbst beschämt, ist nicht mit dem zu vergleichen," | |
| ], | |
| [ | |
| "der von anderen beschämt wird.— Wo tat man sie hinauf? R. Jiçḥaq erwiderte: Auf die Stelle der Tephillin, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Jes. 61,3.</i><i>daß er den Trauernden Çijons zulege, ihnen Schmuck statt Asche zu verleihen.</i>", | |
| "Weshalb geht man auf den Stadtplatz hinaus? R. Ḥija b.Abba erwiderte: Dies bedeutet: wir beteten im Verborgenen und sind nicht erhört worden, nun wollen wir uns öffentlich entwürdigen.", | |
| "Reš Laqiš erwiderter [Dies bedeutet:] wir sind nun [aus dem Bethause] verbannt, mag unsere Verbannung für uns eine Sühne sein. – Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen, wenn man aus einem Bethause nach einem anderen wandert. –", | |
| "Weshalb bringt man die Lade auf den Stadtplatz hinaus? R. Jehošua͑ b. Levi erwiderte: Dies bedeutet: wir besaßen einen intimen Gegenstand, und er ist durch unsere Sünde entwürdigt worden. –", | |
| "Weshalb legt man Sackzeug an? R. Ḥija b.Abba erwiderte: Dies bedeutet: wir sind dem Vieh gleich. – Weshalb streut man Asche auf die Lade? R. Jehuda b. Pazi erwiderte: Dies bedeutet :<sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Ps. 91,15.</i><i>mit ihm bin ich in der Not</i>. Reš Laqiš erwiderte :<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Jes 63,9.</i><i>in all ihren Bedrängnissen fühlte er sich bedrängt.</i> R. Zera sagte: Als ich anfangs die Schüler Asche auf die Lade tun sah, erbebte ich am ganzen Körper. –", | |
| "Weshalb tut ein jeder Asche auf sein Haupt? – Hierüber streiten R. Levi b. Ḥama und R. Ḥanina; einer sagt, [dies bedeutete:] wir sind vor dir dem Staube gleich<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Das Hebräische hat für Staub [Erde] u. Asche das gleiche Wort.</i>, und einer sagt, damit er uns der Asche Jiçḥaqs<sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Dh. des Widders, der an seinerstatt dargebracht u. verbrannt wurde; cf. Gen. 22,13ff.</i>gedenke. – Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen bei gewöhnlichem Staube<sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Nach der 1. Ansicht ist auch dieser zulässig.</i>. –", | |
| "Weshalb geht man auf den Begräbnisplatz hinaus? – Hierüber streiten R. Levi b.Ḥama und R. Ḥanina; einer sagt, [dies bedeute:] wir sind vor dir den Toten gleich, und einer sagt, damit die Toten für uns Erbarmen bitten. – Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen bei einem nichtjüdischen Begräbnisplatze. –", | |
| "Weshalb heißt dieser Berg<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Auf dem Jiçḥaq geopfert werden sollte; cf. iiChr. 3,1.</i>‘Morija’? – Hierüber streiten R. Levi b. Ḥama und R. Ḥanina; einer erklärt, weil von diesem Belehrung<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">מוריה</span> von <span dir=\"rtl\">ירה</span>, bezw. <span dir=\"rtl\">ירא</span> <i>fürchten.</i></i>für Jisraél ausging, und einer erklärt, weil von diesem aus ein Schrecken<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">מוריה</span> von <span dir=\"rtl\">ירה</span>, bezw. <span dir=\"rtl\">ירא</span> <i>fürchten.</i></i>für die weltlichen Völker ausging.", | |
| "D<small>ER</small> Ä<small>LTESTE UNTER IHNEN TRÄGT EINDRINGLICHE</small> W<small>ORTE VOR</small>. Die Rabbanan lehrten: Ist ein Greis anwesend, so trägt dies der Greis vor, wenn aber nicht, so trägt dies ein Gelehrter vor; ist auch kein Gelehrter anwesend, so trägt dies ein Mann von Aussehen vor. – Ist denn unter Greis, von dem wir sprechen, ein ungelehrter zu verstehen!? Abajje erwiderte: Er meint es wie folgt: Ist ein gelehrter Greis anwesend, so trage er es vor, wenn aber nicht, so trage es ein Gelehrter vor; ist auch ein solcher nicht anwesend, so trage es ein Mann von Aussehen vor:", | |
| "Brüder, nicht Sack und Fasten machen es, sondern Buße und gute Werke; so heißt es auch nicht von den Einwohnern Ninives, Gott habe ihr Sackzeug und ihr Fasten gesehen, sondern:<sup>1</sup><i>Gott sah ihre Handlungen, daß sie von ihrem schlechten Wandel zurückgekehrt waren</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Jon. 3,8.</i><i>Mensch und Vieh sollen Säcke anlegen.</i> – Was taten sie? – Sie trennten die Muttertiere und die Jungen von einander und sprachen; Herr der Welt, erbarmst du dich unserer nicht, so erbarmen wir uns nicht dieser!", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Jon. 3,8.</i><i>Und Gott mit aller Macht anrufen.</i> – Was sagten sie? – Sie sprachen vor ihm: Herr der Welt, Gedemütigter und Ungedemütigter, Frommer und Frevler, wer ist vor wem zu verdrängen!?", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Jon. 3,8.</i><i>Und soll ein jeder von seinem schlimmen Wandel ablassen und von dem an ihren Händen klebenden Raube.</i> – Was heißt: <i>und von dem an ihren Händen klebenden Raube.</i> Šemuél erklärte: Wenn jemand einen Balken geraubt und ihn zum Bau einer Burg verwendet hat, so mußte er die ganze Burg niederreißen und dem Eigentümer seinen Balken zurückgeben.", | |
| "R. Ada b. Ahaba sagte: Wenn einem eine Sünde anhaftet und er dies bekennt, ohne jedoch davon zu lassen, so ist es ebenso, als wenn jemand ein Kriechtier in der Hand hält und ein Reinigungsbad nimmt, dem das Untertauchen nichts nützt, auch wenn er in allen Wassern der Welt untertaucht. Wirft er es aus der Hand und taucht in vierzig Seá Wasser unter, so ist das Tauchbad sofort wirksam, wie es heißt:", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Pr. 28,13.</i><i>wer [die Sünde] bekennt und sie läßt, findet Erbarmen</i>; ferner heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Thr. 3,41.</i><i>wir wollen unser Herz mit den Händen zu Gott im Himmel erheben</i><sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Hand und Herz, dh. Buße tun u. von der Sünde lassen.</i>.", | |
| "S<small>TELLT MAN SICH ZUM</small> B<small>ETEN HIN, SO LÄSST MAN EINEN</small> G<small>REIS</small> &<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten : Stellt man sich zum Beten hin, so läßt man nur einen Geübten vor die Lade treten, auch wenn ein Greis und ein Gelehrter anwesend sind. R. Jehuda sagt, der mit Anhang belastet ist und nichts besitzt, sich auf dem Felde abmüht und dessen Haus leer ist,", | |
| "von tadellosem Lebenswandel, demütig, beim Volke beliebt und anmutig ist, eine angenehme Stimme hat, im Lesen von Tora, Propheten und Hagiographen und im Studium von Midras, Halakha und Agada bewandert und in allen Segenssprüchen kundig ist. Da richteten die Rabbanan ihre Augen auf R. Jiçḥaq b.Ami. –" | |
| ], | |
| [ | |
| "«Der mit Anhang belastet ist und nichts besitzt.» Das ist ja dasselbe, wie ‘sein Haus leer ist’!? R. Ḥisda erwiderte: Einer dessen Haus leer von Sünden ist. «Von tadellosem Lebenswandel.» Abajje erklärte: Über den in seiner Jugend kein übles Gerücht ausging.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Jer. 12,8.</i><i>Mein Eigentum ward für mich gleich einem Löwen im Walde; es erhob seine Stimme wider mich, deshalb hasse ich es.</i> Was heißt: <i>es erhob seine Stimme wider mich</i>? Mar Zuṭra b.Ṭobija erwiderte im Namen Rabhs, und wie manche sagen, R. Ḥama im Namen R. Elea͑zars: Das ist ein unwürdiger Vorbeter, der vor die Lade tritt.", | |
| "D<small>IESER SPRICHT VOR IHNEN VIERUNDZWANZIG</small> S<small>EGENSSPRÜCHE</small>, <small>DIE ACHTZEHN ALLTÄGLICHEN, ZU DENEN ER NOCH SECHS HINZUFÜGT</small>. Wieso sechs, es sind ja sieben, wie wir gelernt haben: zum siebenten spricht er: ‘Gepriesen seist du, der du dich des Landes erbarmst’!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Unter ‘siebenten’ ist der siebente verlängerte [Segen]<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Des Achtzehngebetes; in diesen wird diese Formel eingeschaltet.</i>zu verstehen.", | |
| "Es wird nämlich gelehrt: [Der Segen] ‘Der Jisraél erlöst’ wird verlängert; am Schlusse spricht er: ‘Der Abraham am Berge Morija erhört hat, erhöre euch und höre am heutigen Tage auf euren Klageschrei. Gepriesen sei der Erlöser Jisraéls’. Darauf antwortet [die Gemeinde] Amen. Der Gemeindediener ruft: ‘Blaset, Söhne Ahrons!’ Und sie blasen.", | |
| "Sodann spricht jener weiter: ‘Der unsere Vorfahren am Schilfmeere erhört hat, erhöre euch, und höre am heutigen Tage auf euren Klageschrei. Gepriesen sei er, der der Vergessenen gedenkt’. Darauf antwortet das Volk Amen. Der Gemeindediener ruft: ‘Lärmt, Söhne Ahrons!’ Und sie lärmen. Und so weiter bei jedem Segensspruche [abwechselnd], bei einem ruft er ‘blaset!’ und beim anderen ruft er ‘lärmt!’.", | |
| "Dies gilt nur für die Provinz, nicht so aber im Tempel, weil man im Tempel nicht Amen antwortet. – Woher, daß man im Tempel nicht Amen antwortet? –", | |
| "Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Neh. 9,5.</i><i>siehet preiset den Herrn, euren Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Sie sollen deinen herrlichen Namen preisen, der über allen Segen und alles Lob erhaben ist.</i> Man könnte glauben, auf alle Segenssprüche zusammen nur ein Lob, so heißt es: <i>der über allen Segen und alles Lob erhaben ist</i>; zu jedem Segen gib ihm ein besonderes Lob. –", | |
| "Was spricht [der Vorbeter] im Tempel? – ‘Gepriesen sei Gott, der Herr, der Gott Jisraéls, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Gepriesen sei der Erlöser Jisraéls’. Darauf antwortet [die Gemeinde]: ‘Gepriesen sei der Name seiner herrlichen Majestät für immer und ewig’. Sodann ruft der Gemeindediener: Blaset, ihr Priester, Söhne Ahrons!’ Und sie blasen.", | |
| "Wiederum spricht jener: ‘Der Abraham am Berge Morija erhört hat, erhöre euch und höre am heutigen Tage auf euren Klageschrei. Gepriesen sei der Herr, der Gott Jisraéls, der des Vergessenen gedenkt.’ Darauf antwortet [die Gemeinde] : ‘Gepriesen sei der Name seiner herrlichen Majestät für immer und ewig’. Sodann ruft der Gemeindediener: Lärmt, ihr Priester, Söhne Ahrons!’ Und so weiter bei jedem Segensspruche [abwechselnd], bei einem ruft er ‘blaset!’ und beim anderen ruft er ‘lärmt’, bis alle beendet sind.", | |
| "So führte es auch R. Ḥalaphta in Sepphoris ein, und R. Ḥananja b. Teradion in Sikhni. Als aber die Weisen davon hörten, sprachen sie: So verfuhr man nur am Osttore auf dem Tempelberge.", | |
| "Manche lesen: Wie gelehrt wird: [Der Vorbeter] spricht vor ihnen vierundzwanzig Segenssprüche, die achtzehn alltäglichen, zu denen er noch sechs hinzufügt. – Wo spricht er diese sechs? – Zwischen dem Segen von der Erlösung und dem Segen von der Heilung; und auch der Segen von der Erlösung wird verlängert. Auf jeden Segensspruch antwortet [die Gemeinde] Amen. So verfuhr man in der Provinz,", | |
| "im Tempel aber sagte man: ‘Gepriesen sei der Herr, der Gott Jisraéls, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Gepriesen sei der Erlöser Jisraéls’. Amen antwortete man aber nicht. – Weshalb dies? – Weil man im Tempel nicht Amen antwortet. – Woher, daß man im Tempel nicht Amen antwortet? – Es heißt: <i>steht auf, preiset den Herrn, euren Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Sie sollen deinen herrlichen Namen preisen, der über allen Segen und alles Lob erhaben ist;</i> zu jedem Segen gib ihm ein besonderes Lob.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Beim ersten Segen spricht [der Vorbeter]; ‘Gepriesen sei der Herr, der Gott Jisraéls, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Gepriesen sei der Erlöser Jisraéls’. Darauf antwortet [die Gemeinde]: ‘Gepriesen sei der Name seiner herrlichen Majestät für immer und ewig’. Sodann ruft der Gemeindediener: ‘Blaset, ihr Priester!’ Und sie blasen. Wiederum spricht er: Der Abraham am Berge Morija erhört hat, erhöre euch und höre am heutigen Tage auf euren Klageschrei’. Beim zweiten Segen spricht er: ‘Gepriesen sei der Herr, der Gott Jisraéls, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Gepriesen sei, der des Vergessenen gedenkt’. Darauf antwortet [die Gemeinde]: ‘Gepriesen sei der Name seiner herrlichen Majestät für immer und ewig’.", | |
| "Sodann ruft der Gemeindediener: ‘Lärmt, ihr Söhne Ahrons!’ Und sie lärmen. Wiederum spricht jener: ‘Der unsere Vorfahren am Schilfmeere erhört hat, erhöre euch und höre am heutigen Tage auf euren Klageschrei‘. Und sie lärmen, blasen und lärmen. Und so weiter bei jedem Segensspruche [abwechselnd], bei einem ruft er ‘blaset!’, beim anderen ruft er ‘lärmt!’, bis alle Segenssprüche beendet sind. So führte es auch R. Ḥalaphta in Sepphoris ein, und R. Ḥanina b.Teradjon in Sikhni. Als aber die Weisen davon hörten, sprachen sie: So verfuhr man nur am Osttore auf dem Tempelberge.", | |
| "R. J<small>EHUDA SAGT, ER BRAUCHE NICHT</small> [<small>DIE</small> V<small>ERSE</small>] <small>VON DEN</small> E<small>RINNERUNGEN UND YON DER</small> P<small>OSAUNE ZU SPRECHEN</small> &<small>C</small>. R. Ada aus Japho<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">So in der Bibel; bei den Assyrern Jappu, bei den Griechen Joppe, heute, wie bei den Arabern Jaffa od. Jafa.</i>sagte: Folgendes ist der Grund R. Jehudas, weil man [die Verse] von den Erinnerungen und von der Posaune" | |
| ], | |
| [ | |
| "nur am Neujahrsfeste, am Jobelfeste und im Kriege lese.", | |
| "Z<small>UM ERSTEN SPRICHT ER</small>: ‘D<small>ER</small> A<small>BRAHAM ERHÖRT</small> &<small>C</small>.’Es wird gelehrt: Manche vertauschen es und setzen [den Segen] Der die Klage erhört’ bei Elijahu, und [den Segen] ‘Der das Gebet erhört’ bei Šemuél. – Allerdings wird bei Šemuél sowohl ‘Gebet’ als auch ‘Klage’ gebraucht<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Cf. iSam. 7,5; 15,11; 8,6.</i>,", | |
| "bei Elijahu aber wird ja nur ‘Gebet’<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Ist ganz unbekannt; vielleicht im folgenden Schriftverse angedeutet.</i>und ‘Klage’ nicht gebraucht. Auch [die Worte:]<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">iReg. 18,37.</i><i>erhöre mich, o Herr, erhöre mich</i>! haben den Begriff ‘Klage’.", | |
| "Z<small>UM SECHSTEN SPRICHT ER</small>: ‘D<small>ER</small> J<small>ONA ERHÖRT</small> &<small>C</small>.’ Z<small>UM SIEBENTEN SPRICHT ER</small>: ‘D<small>ER</small> D<small>AVID ERHÖRT</small> &<small>C</small>.’ Merke, Jona war ja später als David und Selomo, weshalb nun nennt er ihn früher!? – Weil er schließen will [mit dem Segen]: ‘Der sich des Landes erbarmt’<sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">D. u. Š. begründeten das jüd. Reich, u. auch sie flehten für dieses.</i>. Es wird gelehrt: Im Namen Symmachos’ sagten sie, [man beende:] ‘Gepriesen sei, der die Stolzen demütigt.’", | |
| "A<small>N DEN ERSTEN DREI</small> F<small>ASTTAGEN FASTETEN DIE</small> M<small>ÄNNER DER</small> P<small>RIESTERWACHE UND BEENDETEN</small> [<small>DAS</small> F<small>ASTEN</small>] <small>NICHT</small> &<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: Weshalb sagten sie, die Männer der Priesterwache dürfen nachts Wein trinken, am Tage aber nicht!? Weil möglicherweise den Männern der Familienwache der Tempeldienst schwer wird und diese ihnen helfen müssen.", | |
| "Und weshalb sagten sie, die Männer der Familienwache nicht am Tage und nicht nachts? Weil sie sich dauernd mit dem Dienste zu befassen haben.", | |
| "Hieraus folgerten sie, daß jeder Priester<sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">Auch in der Jetztzeit, wo der Tempel nicht besteht.</i>, der seine Priesterwache und seine Familienwache kennt<sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Der weiß, welcher Priesterwache (cf. Neh. Kap. 12) er entstammt, u. die Tage ihres Dienstes kennt.</i>, und auch weiß, daß seine Vorfahren da Dienst taten, am ganzen betreffenden Tage keinen Wein trinken dürfe. Kennt er weder seine Priesterwache noch seine Familienwache, weiß aber, daß seine Vorfahren da Dienst taten, so darf er das ganze Jahr keinen Wein trinken.", | |
| "", | |
| "Rabbi sagte: Ich sage, [ein Priester] sollte niemals Wein trinken<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Auch wenn er die Diensttage seiner Priesterwache kennt, weil bei einer etwaigen Erbauung des Tempels die Einteilung derselben geändert werden könnte.</i>dürfen, was aber ist zu machen, wenn ihm der Verderb zum Nutzen<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Dh. der Umstand, daß er seine Priesterwache nicht kennt, gereicht ihm zum Nutzen, u. das Weintrinken ist ihm ganz erlaubt. Nach anderer Erklärung ist unter Verderb die Zerstörung des Tempels zu verstehen.</i>gereicht!? Abajje sagte: Nach wessen Ansicht trinken die Priester jetzt Wein? Nach Rabbi.", | |
| "D<small>IE</small> M<small>ÄNNER DER</small> P<small>RIESTERWACHE UND DES</small> B<small>EISTANDES DURFTEN SICH DAS</small> H<small>AAR NICHT SCHNEIDEN NOCH IHRE</small> K<small>LEIDER WASCHEN; AM</small> D<small>ONNERSTAG WAR ES IHNEN ERLAUBT, ZUR</small> E<small>HRUNG DES</small> Š<small>ABBATHS</small>. Aus welchem Grande? Rabba b.Bar Ḥana erwiderte im Namen R. Joḥanans: Damit sie nicht schmutzig ihren Dienst antreten<sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">Damit sie es nicht auf die Dienstwoche auf schieben.</i>.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Der König schere sich das Haar täglich, der Hochpriester an jedem Vorabend des Šabbaths und ein gemeiner Priester einmal in dreißig Tagen. – Aus welchem Grunde schere sich der König das Haar täglich? R. Abba b. Zabhda erwiderte: Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Jes. 33,17.</i><i>den König in seiner Pracht schauen deine Augen</i>. – Aus welchem Grunde der Hochpriester von einem Vorabend des Šabbaths zum anderen? R. Šemuél b. Jiçḥaq erwiderte: Weil dann die Priesterwachen wechseln.", | |
| "Woher, daß ein gemeiner Priester einmal in dreißig Tagen? – Dies ist durch [das Wort] <i>Haarwuchs</i> vom Naziräer zu entnehmen. Hier<sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Ez. 44,20.</i>heißt es: <i>ihr Haupt sollen sie nicht scheren</i>, <i>aber auch ihren Haarwuchs nicht herabhängen lassen</i>, und dort<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Beim Naziräer; Num. 6,5.</i>heißt es: <i>geweiht soll er sein</i>, <i>seinen Haarwuchs soll er herabhängen lassen;</i> wie dort dreißig [Tage], ebenso auch hier dreißig. –", | |
| "Woher dies vom Naziräer selbst? R. Mathna erwiderte: Das unbefristete Nazirat währt dreißig Tage. – Woher dies? – Die Schrift sagt: <i>jihjeh</i> [er soll sein], und dessen Zahlenwert beträgt dreißig. R. Papa sprach zu Abajje: Vielleicht sagt der Allbarmherzige, [die Priester] dürfen [das Haar] überhaupt nicht wachsen lassen!? Dieser erwiderte: Würde es geheißen haben: ‘sie sollen keinen Haarwuchs herabhängen lassen’, so könntest du recht haben, da es aber heißt: ‘ihren Haarwuchs nicht herabhängen lassen’, so dürfen sie einen Haarwuchs tragen, nur nicht herabhängen lassen. –", | |
| "Demnach sollte dies ja auch jetzt noch gelten!? – Gleich dem Wein trinken: wie das Weintrinken nur zur Zeit des Eintretens<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Sc. in den</i> verboten ist, außerhalb der Zeit des Eintretens aber erlaubt ist, ebenso auch dies. –", | |
| "Es wird ja aber gelehrt: Rabbi sagte: Ich sage, Priester sollten niemals Wein trinken dürfen, was aber ist zu machen, wenn ihnen der Verderb zum Nutzen gereicht!? Und hierzu sagte Abajje: Nach wessen Ansicht trinken die Priester jetzt Wein?" | |
| ], | |
| [ | |
| "Nach Rabbi. Demnach verbieten es die Rabbanan!? – Aus dem Grunde, weil gar schnell der Tempel erbaut werden kann, und man einen dienstfähigen Priester sucht, ohne einen zu finden, hierbei aber kann er sich das Haar schneiden lassen und [zum Dienste] eintreten. –", | |
| "Demnach kann ja auch der Wein trunkene ein wenig schlafen und [zum Dienste] eintreten!? Dies nach Rami b. Abba, denn Rami b. Abba sagte, ein Mil des Weges oder ein wenig Schlaf treiben den Wein aus. – Hierüber ist ja gelehrt worden: R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha, dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn man das Quantum eines Viertellog getrunken hat, wenn man aber mehr als ein Viertellog getrunken hat, so steigere der Weg um so mehr die Müdigkeit und der Schlaf den Rausch.", | |
| "R. Aši erwiderte: Die Weintrunkenheit entweiht den Dienst, daher haben die Rabbanan dabei eine Maßregel getroffen, der Haarwuchs entweiht den Dienst nicht, daher haben die Rabbanan dabei keine Maßregel getroffen.", | |
| "Man wandte ein: Folgende [Priester] verfallen dem Tode: die Wein getrunken haben, und die den Haarwuchs herabhängen lassen. Allerdings, die Wein getrunken haben, da es von ihnen ausdrücklich heißt:<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Lev. 10,9.</i><i>Wein und Rauschtrank sollst du nicht trinken</i>, woher dies aber von denen, die ihren Haarwuchs herabhängen lassen!?", | |
| "Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Ez. 44,20.</i><i>ihr Haupt sollen sie nicht scheren, aber auch ihren Haarwuchs nicht herabhängen lassen</i>, und darauf folgt:<sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Ez. 21.</i><i>und Wein sollen die Priester nicht trinken, wenn sie den inneren Hof betreten</i>; der Haarwuchs wird mit der Weintrunkenheit verglichen: wie der Weintrunkene dem Tode verfällt, ebenso verfällt auch der dem Tode, der den Haarwuchs herabhängen läßt.", | |
| "Hieraus zu entnehmen: wie der Weintrunkene, weil er den Dienst entweiht, ebenso der den Haarwuchs herabhängen läßt, weil er den Dienst entweiht!? [Nein, sie gleichen einander nur hinsichtlich des Todes, hinsichtlich der Dienstentweihung aber gleichen sie einander nicht<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Der eingeklammerte Passus ist ein Zusatz der kursierenden Ausgaben, der aber mit der Parallelstelle Syn. 22b im Widerspruche steht.</i>.]", | |
| "Rabina sprach zu R. Aši: Wer sagte dies<sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">Daß sie einander gleichen; der Beweis wird aus dem Buche Jeḥezqél erbracht.</i>, bevor Jeḥezqél kam? Dieser erwiderte: Wie willst du nach deiner Auffassung das erklären, was R. Ḥisda gesagt hat, daß wir dies<sup class=\"footnote-marker\">47</sup><i class=\"footnote\">Daß nämlich ein unbeschnittener Priester den Tempeldienst nicht verrichten dürfe; cf. Zeb. Fol. 18b.</i>nämlich nicht aus der Tora Mošes lernen, sondern aus den Propheten, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Ez. 44,9.</i><i>kein Fremdling, der unbeschnittenen Herzens und unbeschnittenen Fleisches ist, soll in mein Heiligtum eintreten</i>; wer sagte dies nun bevor Jeḥezqél kam!?", | |
| "Vielmehr mußt du sagen, es war eine überlieferte Lehre, und Jeḥezqél kam und schrieb sie nieder, ebenso war auch dies eine überlieferte Lehre, und Jeḥezqél kam und schrieb sie nieder. Die überlieferte Halakha bezog sich nur auf den Tod, nicht aber bezog sie sich auf die Dienstentweihung.", | |
| "W<small>ENN ES IN DER</small> F<small>ASTENROLLE HEISST, MAN DÜRFE</small> [<small>AN EINEM</small> T<small>AGE</small>] <small>KEINE</small> T<small>RAUER VERANSTALTEN, SO IST ES</small> [<small>AM</small> T<small>AGE</small>] <small>VORHER VERROTEN UND NACHHEU ERLAUBT</small>. Die Rabbanan lehrten: Folgende Tage sind es, an denen das Fasten verboten ist, und manche, an denen [auch] die Trauer verboten ist. Vom Neumondstage des Nisan bis zum achten desselben darf, weil dann das beständige Opfer eingeführt<sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">Cf. Men. Fol. 65a.</i>wurde, nicht gefastet werden: vom achten desselben bis zum Schlusse des Festes ist, weil dann das Wochenfest festgesetzt<sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">Cf. Men. Fol. 65a.</i>wurde, die Trauer verboten.", | |
| "Der Meister sagte: Vom Neumondstage des Nisan bis zum achten desselben darf, weil dann das beständige Opfer eingeführt wurde, nicht gefastet werden. Wozu heißt es ‘vom Neujahrstage’, er sollte doch ‘vom zweiten’ lehren, da der Neumond an sich ein Festtag und an diesem [das Fasten] verboten ist!? Rabh erwiderte: Dies ist deshalb nötig, daß es auch am vorangehenden Tage verboten ist. –", | |
| "Auch am vorangehenden Tage ist es ja ohnehin verboten, da er dem Neumondstage vorangeht!? – Der Neumond ist ein Gebot der Tora, und Gebote der Tora brauchen keiner Verschärfung.", | |
| "Es wird nämlich gelehrt: Bei den in der Fastenrolle genannten Tagen ist es auch [am Tage] vorher und [am Tage] nachher verboten, an Šabbathen und Festtagen aber ist es nur an diesen selbst verboten, nicht aber vorher und nachher. Welchen Unterschied gibt es zwischen diesen und jenen? Diese sind ein Gebot der Tora, und Gebote der Tora brauchen keiner Verschärfung, jene sind Anordnungen der Schriftkundigen und Anordnungen der Schriftkundigen brauchen einer Verschärfung.", | |
| "Der Meister sagte: Vom achten desselben bis zum Schlusse des Festes ist, weil dann das Wochenfest festgesetzt wurde, die Trauer verboten. Wozu heißt es ‘bis zum Schlusse des Festes’, er sollte doch ‘bis zum Feste’ lehren, da das Fest ohnehin Feiertag und an diesem [das Fasten] verboten ist!? R. Papa erwiderte: Wie Rabh oben erklärte, es sei deshalb nötig," | |
| ], | |
| [ | |
| "daß es auch am vorhergehenden Tage verboten ist, ebenso ist es auch hierbei nötig, daß es auch am folgenden Tage verboten ist. – Also nach R. Jose, welcher sagt, es sei [am Tage] vorher und nachher verboten. Wozu braucht demnach beim neunundzwanzigsten [Adar] begründet zu werden, weil er dem Tage vorangeht, an dem das beständige Opfer eingeführt wurde, es sollte ja der Umstand ausreichen, daß er dem achtundzwanzigsten<sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">Demnach sollte in der angezog. Lehre der 2. Nisan als Beginn dieser Halbfeiertage genannt werden, da die Begründung, damit es auch am vorangehenden Tage, dh. am 29. Adar, verboten sei, nach RJ. hinfällig ist.</i>folgt!?", | |
| "Es wird nämlich gelehrt: Am achtundzwanzigsten [Adar] erhielten die Juden eine gute Botschaft, daß sie sich der Tora nicht zu entziehen brauchen. Die ruchlose Regierung hatte nämlich Religionsverfolgung über Jisraél verhängt, sich mit der Tora nicht zu befassen, ihre Söhne nicht zu beschneiden und den Šabbath zu entweihen. Was taten Jehuda b. Šamua͑ und seine Genossen? Sie gingen und holten sich Rat von einer Matrone, bei der die Vornehmen Roms zu verkehren pflegten,", | |
| "und diese sprach zu ihnen: Macht euch auf und lärmt nachts. Darauf gingen sie und lärmten nachts, indem sie riefen: O Himmel, sind wir nicht eure Brüder, sind wir nicht Kinder eines Vaters, sind wir nicht Kinder einer Mutter; womit sind wir anders als alle übrigen Nationen und Sprachstämme, daß ihr über uns solch schwere Verordnungen verhängt!? Da hoben sie [die Verfolgung] auf, und diesen Tag machte man zum Feste.", | |
| "Abajje erwiderte: Dies ist für den Fall nötig, wenn [der Adar] Schaltmonat<sup class=\"footnote-marker\">51</sup><i class=\"footnote\">Wenn zwischen dem 28. Adar u. dem 1. Nisan 2 Tage liegen.</i>ist.", | |
| "R. Aši erwiderte: Du kannst auch sagen, wenn der Monat unvollzählig ist, denn an einem diesen<sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Den in der Fastenrolle genannten Feiertagen.</i>folgenden [Tage] ist nur das Fasten verboten und die Trauer erlaubt, diesen aber haben sie, da er zwischen zwei Feiertagen liegt, den Feiertagen selbst gleichgestellt, und an diesem ist auch die Trauer verboten.", | |
| "Der Meister sagte: Vom achten desselben bis zum Schlusse des Festes ist, weil dann das Wochenfest festgesetzt wurde, die Trauer verboten. Wozu heißt es ‘vom achten’, er sollte doch ‘vom neunten’ lehren, da es am achten ohnehin verboten ist, weil er zu den Tagen gehört, in denen das beständige Opfer eingeführt wurde!? –", | |
| "Sollte es geschehen, daß die Feier der sieben Tage aufgehoben wird, so ist es am achten noch immer verboten, weil er der erste der Tage ist, an denen das Wochenfest festgesetzt wurde. –", | |
| "Jetzt nun, wo du darauf gekommen bist, kannst du dies auch auf den neunundzwanzigsten [Adar] beziehen: sollte es geschehen, daß die Feier des achtundzwanzigsten aufgehoben wird, so ist es am neunundzwanzigsten noch immer verboten, weil er dem Tage vorangeht, an dem das beständige Opfer eingeführt wurde.", | |
| "Es wurde gelehrt: R. Ḥija b. Asi sagte im Namen Rabhs, die Halakha sei wie R. Jose; Šemuél sagte, die Halakha sei wie R. Meír. –", | |
| "Kann Šemuél dies denn gesagt haben, es wird ja gelehrt: R. Šimo͑n b.Gamliél sagte: Wozu heißt es<sup class=\"footnote-marker\">53</sup><i class=\"footnote\">In der oben angezogenen Lehre aus der Fastenrolle.</i>zweimal ‘an denen’? Um dir zu sagen, daß es nur an diesen verboten ist, [am Tage] vorher und [am Tage] nachher aber ist es erlaubt. Hierzu sagte Šemuél, die Halakha sei wie R. Šimo͑n b. Gamliél!? –", | |
| "Anfangs glaubte er, es gebe keinen Autor, der so erleichternd wie R. Meír ist, daher sagte er, die Halakha sei wie R. Meír, nachdem er aber hörte, R. Šimo͑n sei noch erleichternder, sagte er, die Halakha sei wie R. Šimo͑n b. Gamliél.", | |
| "Desgleichen sagte Bali im Namen des R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans, die Halakha sei wie R. Jose: R. Ḥija sprach zu Bali: Ich will es dir erklären: was R. Joḥanan sagte, die Halakha sei wie R. Jose, bezieht sich nur auf das Verbot des Fastens. –", | |
| "Kann R. Joḥanan dies denn gesagt haben, er sagte ja, die Halakha sei wie die anonyme Mišna, und wir haben gelernt: Obgleich sie gesagt haben, man lese sie<sup class=\"footnote-marker\">54</sup><i class=\"footnote\">Die Esterrolle, falls das Lesen derselben verlegt werden muß; cf. Meg. Fol. 5a.</i>früher und nicht später," | |
| ], | |
| [ | |
| "so sind an diesen dennoch Fasten und Trauer erlaubt. Wann: wenn am vierzehnten für diejenigen, die sie am vierzehnten zu lesen<sup class=\"footnote-marker\">55</sup><i class=\"footnote\">Cf. Meg. Fol. 2a.</i>haben, so ist es ja nicht erlaubt,", | |
| "denn in der Fastenrolle heißt es, der vierzehnte und der fünfzehnte [Adar] seien Tage des Purimfestes, an denen die Trauer verboten ist, und Raba sagte, [dies lehre,] daß es für diese an jenem und für jene an diesem<sup class=\"footnote-marker\">56</sup><i class=\"footnote\">Für Leute, die sie am 14. zu lesen haben, am 15., u. für Leute, die sie am 15. zu lesen haben, am 14.</i>verboten sei!?", | |
| "Wenn am dreizehnten für diejenigen, die sie am vierzehnten zu lesen haben, so ist dieser ja Nikanortag<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">An dem Fasten und Trauer verboten sind.</i>!? Und wenn am zwölften für diejenigen, die sie am vierzehnten zu lesen haben, so ist dieser ja Trajantag<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">An dem Fasten und Trauer verboten sind.</i>!?", | |
| "Doch wohl, wenn man sie am elften liest, dennoch lehrt er, daß dann Trauer und Fasten erlaubt seien!? –", | |
| "Nein, am zwölften für diejenigen, die sie am vierzehnten zu lesen haben, und wenn du einwendest, dieser sei Trajantag, so hat man ja den Trajantag aufgehoben, weil an diesem Šema͑ja und dessen Bruder Aḥija getötet wurden. So verfügte R. Naḥman ein Fasten auf den zwölften, und als die Rabbanan ihm vorhielten, dieser sei ja Trajantag, erwiderte er, man habe das Trajan[fest] aufgehoben, weil an diesem Šema͑ja und dessen Bruder Aḥija getötet wurden. –", | |
| "An diesem sollte es doch schon deshalb [verboten] sein, weil er dem Nikanortage vorangeht!? R. Aši erwiderte: Wenn man sogar seine eigene [Feier] aufgehoben hat, wie sollte man an diesem die des Nikanortages berücksichtigen!?", | |
| "Welches Bewenden hat es mit dem Nikanortage (und dem Trajantage)? – Es wird gelehrt: Nikanor war einer von den griechischen Eparchen, und jeden Tag pflegte er seine Hand gegen Jehuda und Jerušalem zu schwingen und zu sprechen: Wann fällt dieses in meine Hand, daß ich es zertrete!? Als aber die Ḥasmonäischen Herrscher an Übermacht gewannen und [die Griechen] besiegten, schlugen sie ihm die Daumen der Hände und Füße ab und hingen sie vor den Toren Jerušalems auf, indem sie sprachen: An dem Munde, der in Hochmut sprach, und an den Händen, die gegen Jerušalem schwangen, soll nun Rache geübt werden!", | |
| "Welches Bewenden hat es mit dem Trajantage? – Man erzählt: Als Trajan den Julianus<sup class=\"footnote-marker\">58</sup><i class=\"footnote\">Im Texte Lulianus (1 statt j bei Eigennamen ist im T. nicht selten). Šema͑ja u. Aḥija sind mit Julianus u. Papos identisch (genannt <span dir=\"rtl\">הרוגי לזד</span> die Märtyrer von Lud). Schon zur Zeit des 2. Tempels war es bei den Juden Brauch, neben ihrem jüd. Namen auch einen hellenischen zu führen (cf. Joh. 1,42; Apostelgesch. 13,9; 15,22) od. den hebräischen zu hellenisieren.</i>und dessen Bruder Papos in Lud töten wollte, sprach er zu ihnen: Wenn ihr zum Volke gehört, dem Ḥananja, Mišaél und A͑zarja angehörten, so mag euer Gott kommen und euch aus meiner Hand retten, wie er Ḥananja, Mišaél und A͑zarja aus der Hand Nebukhadneçars rettete. Diese erwiderten ihm: Ḥananja, Mišaél und A͑zarja waren überaus fromme Männer und würdig, daß ihnen ein Wunder geschehe, auch war Nebukhadneçar ein erlauchter König und würdig, daß seinethalben ein Wunder geschehe;", | |
| "dieser Frevler aber ist gemein und nicht würdig, daß seinethalben ein Wunder geschehe. Wenn wir uns vor Gott des Unterganges schuldig gemacht haben und du uns nicht tötest, so gibt es für Gott viele Henker; viele Bären und Löwen hat Gott auf seiner Welt, die uns überfallen und töten können. Der Heilige, gepriesen sei er, hat uns nur deshalb in deine Hand geliefert, um dereinst unser Blut aus deiner Hand zu fordern.", | |
| "Dennoch ließ er sie sofort töten. Man erzählt, noch rührten sie sich nicht von der Stelle, da kamen zwei Räte aus Rom und zerschlugen sein Gehirn mit Stöcken.", | |
| "M<small>AN VERFÜGE DIE</small> G<small>EMEINDEFASTEN NICHT MIT DEM</small> D<small>ONNERSTAG BEGINNEND</small> &<small>C</small>. M<small>AN VERFÜGE KEIN</small> F<small>ASTEN AUF</small> N<small>EUMONDE</small> &<small>C</small>. Was heißt ‘begonnen’<sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Daß man dann die begonnenen Fasten nicht unterbreche.</i>? – R. Aḥa sagt, wenn man drei, R. Asi sagt, wenn man ein [Fasten abgehalten hat].", | |
| "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Dies<sup class=\"footnote-marker\">60</sup><i class=\"footnote\">Daß man im genannten Falle das Fasten nicht beende.</i>ist die Ansicht R. Meírs im Namen des R. Šimo͑n b.Gamliél, die Weisen aber sagen, man faste und beende es. Mar Zuṭra trug im Namen R. Honas vor: Die Halakha ist, man faste und beende es.", | |
| "", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">i</sup> <b>D</b>IESE <small>GENANNTE</small><sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Cf. supra Fol. 10a.</i> O<small>RDNUNG VON DEN</small> F<small>ASTEN GILT NUR VOM ERSTEN</small> R<small>EGENFALLE, WENN ABER DIE</small> G<small>EWÄCHSE ENTARTEN, WIRD DIESERHALB SOFORT GELÄRMT</small>. E<small>BENSO BEGINNT MAN SOFORT ZU LÄRMEN, WENN ZWISCHEN DEM EINEN</small> R<small>EGEN UND DEM ANDEREN</small> R<small>EGEN DER</small> R<small>EGEN VIERZIG</small> T<small>AGE AUSSETZT, WEIL DIES DIE</small> P<small>LAGE DER</small> D<small>ÜRRE IST</small>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">ii</sup> R<small>EGNET ES FÜR</small> G<small>EWÄCHSE UND NICHT FÜR DIE</small> B<small>ÄUME, FÜR DIE</small> B<small>ÄUME UND NICHT FÜR</small> G<small>EWÄCHSE, ODER FÜR DIESE UND JENE, ABER NICHT FÜR</small> B<small>RUNNEN</small>, G<small>RUBEN UND</small> H<small>ÖHLEN, SO LÄRME MAN DIESERHALB SOFORT</small>. <sup class=\"footnote-marker\">iii</sup> D<small>ESGLEICHEN AUCH, WENN ÜBER EINE EINZELNE</small> S<small>TADT KEIN</small> R<small>EGEN GEKOMMEN IST, WIE ES HEISST</small>: <sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Am. 4,7.</i><i>ich werde über eine Stadt Regen fallen lassen, über die andere nicht, das eine Feld wird vom Regen betroffen &c</i>.;" | |
| ], | |
| [ | |
| "<small>DIE BETREFFENDE</small> S<small>TADT</small> <small>FASTE UND LÄRME, DIE IHRER</small> U<small>MGEGEND ABER FASTEN, LÄRMEN JEDOCH NICHT</small>; R. A͑<small>QIBA SAGT, DIESE LÄRMEN, FASTEN JEDOCH NICHT</small>. <sup>iv</sup> D<small>ESGLEICHEN AUCH, WENN IN EINER</small> S<small>TADT</small> P<small>EST ODER</small> E<small>INSTURZ HERRSCHT; DIE BETREFFENDE</small> S<small>TADT FASTE UND LÄRME, DIE IHRER</small> U<small>MGEBUNG ABER FASTEN, LÄRMEN JEDOCH NICHT</small>; R. <small>A͑QIBA SAGT, DIESE LÄRMEN, FASTEN JEDOCH NICHT</small>.", | |
| "W<small>AS GILT ALS</small> P<small>EST</small>? W<small>ENN AUS EINER</small> S<small>TADT, DIE FÜNFHUNDERT</small> M<small>ANN STELLT, IN DREI</small> T<small>AGEN HINTEREINANDER DREI</small> T<small>OTE HINAUSGEBRACHT WERDEN</small>. W<small>ENN WENIGER, SO IST DIES KEINE</small> P<small>EST</small>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">v</sup> W<small>EGEN FOLGENDER</small> [P<small>LAGEN</small>] <small>LÄRME MAN ALLERORTEN: WEGEN DES</small> K<small>ORNBRANDES, WEGEN DES</small> R<small>OSTES, WEGEN DER</small> H<small>EUSCHRECKEN, WEGEN DER</small> N<small>AGER, WEGEN DER WILDEN</small> T<small>IERE UND WEGEN DES</small> S<small>CHWERTES</small><sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Plündernde od. auch reguläre Truppen.</i>; <small>WEGEN DIESER LÄRME MAN, WEIL SIE UMHERZIEHENDE</small> P<small>LAGEN SIND</small>.", | |
| "<sup>vi</sup> E<small>INST VERFÜGTEN DIE</small> Ä<small>LTESTEN EIN</small> F<small>ASTEN, WEIL AUF IHRER</small> H<small>EIMREISE AUS</small> J<small>ERUŠALEM IN</small> A<small>ŠQELON</small> K<small>ORNBRAND IM</small> U<small>MFANGE EINES</small> O<small>FENLOCHES BEMERKT WURDE</small>. F<small>ERNER VERFÜGTEN SIE EIN</small> F<small>ASTEN, WEIL</small> W<small>ÖLFE JENSEITS DES</small> J<small>ARDEN ZWEI</small> K<small>INDER FRASSEN</small>. R. J<small>OSE SAGT, NICHT WEIL SIE FRASSEN, SONDERN WEIL SIE GESEHEN WURDEN</small>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">vii</sup> W<small>EGEN FOLGENDER</small> [U<small>NGLÜCKSFÄLLE</small>] <small>LÄRME MAN AM</small> Š<small>ABBATH: WENN EINE</small> S<small>TADT VON EINEM</small> T<small>RUPP</small><sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">So besser nach Handschriften u. der Parallelstelle supra Fol. 14a; nach unserem Texte: Nichtjuden.</i> <small>UMZINGELT ODER VON EINEM</small> S<small>TROME</small> [<small>BEDROHT</small>] <small>WIRD ODER WENN EIN</small> S<small>CHIFF AUF DEM</small> M<small>EERE UMHERGETRIEBEN WIRD</small>; R. J<small>OSE SAGT</small>, [<small>MAN RUFE</small>] <small>UM</small> H<small>ILFE, ABER KEIN</small> S<small>CHREIEN</small> [<small>ZU</small> G<small>OTT</small>]. Š<small>IMO͑N DER</small> T<small>EMANITE SAGT, AUCH WEGEN DER</small> P<small>EST; DIE</small> W<small>EISEN ABER PFLICHTEN IHM NICHT BEI</small>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">viii</sup> W<small>EGEN JEDER</small> P<small>LAGE – VON DER DIE</small> G<small>EMEINDE VERSCHONT BLEIBEN MÖGE – LÄRME MAN, AUSSER WEGEN DES ÜBERMÄSSIGEN</small> R<small>EGENS</small>. E<small>INST SPRACH MAN ZU</small> Ḥ<small>ONI</small><sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Bei Josephus, der Antt. 14,2,1 diese Erzählung berichtet, Onias.</i><small>DEM</small> K<small>REISZEICHNER</small>: B<small>ETE, DASS</small> R<small>EGEN NIEDERFALLE</small>. D<small>A SPRACH ER ZU IHNEN</small>: G<small>EHET HINAUS UND BRINGET DIE</small> P<small>ESAḤÖFEN HEIM, DAMIT SIE NICHT AUFWEICHEN</small>. D<small>ARAUF BETETE ER, ALLEIN ES FIEL KEIN</small> R<small>EGEN NIEDER</small>.", | |
| "W<small>AS TAT ER NUN</small>? E<small>R ZEICHNETE EINEN</small> K<small>REIS, STELLTE SICH IN DIESEN UND SPRACH VOR IHM</small>: H<small>ERR DER</small> W<small>ELT, DEINE</small> K<small>INDER HABEN SICH AN MICH GEWANDT, WEIL ICH WIE EIN</small> H<small>ÄUSLING VOR DIR BIN; ICH SCHWÖRE BEI DEINEM HEILIGEN</small> N<small>AMEN, DASS ICH MICH VON HIER NICHT RÜHRE, BIS DU DICH DEINER</small> K<small>INDER ERBARMT HAST</small>. D<small>A BEGANN DER</small> R<small>EGEN ZU TRÖPFELN</small>. D<small>A SPRACH ER</small>: N<small>ICHT UM SO ETWAS BAT ICH, SONDERN UM</small> R<small>EGEN FÜR</small> B<small>RUNNEN</small>, G<small>RUBEN UND</small> H<small>ÖHLEN</small>. D<small>A BEGANN</small> [<small>DER</small> R<small>EGEN</small>] <small>STÜRMISCH NIEDERZUSCHLAGEN</small>. D<small>A SPRACH ER</small>: N<small>ICHT UM SO ETWAS BAT ICH, SONDERN UM EINEN</small> R<small>EGEN DER</small> W<small>ILLFÄHRIGKEIT, SEGENSREICH UND WOHLTUEND</small>.", | |
| "N<small>UN FIEL ER WIE GEHÖRIG, BIS DIE</small> J<small>ISRAÉLITEN IN</small> J<small>ERUŠALEM SICH VOR DEM</small> R<small>EGEN AUF DEN</small> T<small>EMPELBERG FLÜCHTEN MUSSTEN</small>. S<small>ODANN KAMEN SIE UND SPRACHEN ZU IHM</small>: W<small>IE DU GEBETET HAST, DASS ER NIEDERFALLE, SO BETE AUCH, DASS ER AUFHÖRE</small>. D<small>A SPRACH ER ZU IHNEN</small>! G<small>EHT HIN UND SEHT ZU, OB DER</small> M<small>AHNSTEIN</small><sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Wahrscheinlich richtiger heißt Bm. Fol. 28b dieser Stein <span dir=\"rtl\">אבן הטוען</span>; an dieser Stelle wurden alle Funde abgeliefert, wo sie von den Verlierern reklamiert wurden. Dieser Name ist demnach vom talm.-hebr. <span dir=\"rtl\">טען</span> <i>fordern, Klage erheben, mahnen</i> abzuleiten; an das Umherirren der Verlierer ist nicht zu denken, da <span dir=\"rtl\">טעה</span> gar nicht diesen Begriff hat.</i> <small>AUFGEWEICHT IST</small>.", | |
| "D<small>ARAUF LIESS IHM</small> Š<small>IMO͑N B</small>.Š<small>AṬAḤ SAGEN</small>: W<small>ÄREST DU NICHT</small> Ḥ<small>ONI, SO WÜRDE ICH ÜBER DICH DEN</small> B<small>ANN VERHÄNGT</small><sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Wegen seiner Zudringlichkeit beim Gebete.</i> <small>HABEN; WAS ABER KANN ICH GEGEN DICH MACHEN, WO DU GEGEN</small> G<small>OTT UNGEZOGEN BIST, UND ER DIR DENNOCH DEINEN</small> W<small>ILLEN TUT, WIE EIN</small> K<small>IND GEGEN SEINEN</small> V<small>ATER UNGEZOGEN IST, UND ER IHM DENNOCH SEINEN</small> W<small>ILLEN TUT</small>!? Ü<small>BER DICH SPRICHT DIE</small> S<small>CHRIFT</small>: <sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Pr. 23,25.</i><i>freuen mögen sich dein Vater und deine Mutter, frohlocken, die dich gebar</i>.", | |
| "<sup>ix</sup> W<small>ENN WÄHREND DES</small> F<small>ASTENS VOR</small> S<small>ONNENAUFGANG</small> R<small>EGEN FÄLLT, SO BEENDE MAN</small> [<small>DAS</small> F<small>ASTEN</small>] <small>NICHT</small>, <small>WENN NACH</small> S<small>ONNENAUFGANG, SO BEENDE MAN ES</small>. R. E͑<small>LIE͑ZER SAGT, WENN VOR</small> M<small>ITTAG, SO BEENDE MAN ES NICHT, WENN NACH</small> M<small>ITTAG, SO BEENDE MAN ES</small>.", | |
| "E<small>INST VERFÜGTEN SIE IN</small> L<small>UD EIN</small> F<small>ASTEN, UND ALS VOR</small> M<small>ITTAG</small> R<small>EGEN FIEL, SPRACH</small> R. T<small>RYPHON ZU IHNEN</small>: G<small>EHET HEIM, ESSET UND TRINKET UND BEGEHET EINEN FESTLICHEN</small> T<small>AG</small>. D<small>A GINGEN SIE HEIM, ASSEN UND TRANKEN UND BEGINGEN EINEN FESTLICHEN</small> T<small>AG</small>. G<small>EGEN</small> A<small>BEND KAMEN SIE UND LASEN DAS GROSSE</small> L<small>OBLIED</small><sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Den 136. Psalm.</i>.", | |
| "GEMARA. D<small>IESE GENANNTE</small> O<small>RDNUNG VON DEN</small> F<small>ASTEN GILT NUR VOM ERSTEN</small> R<small>EGENFALLE</small>. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wegen [des Ausbleibens] des ersten und des zweiten Regenfalles bitte man [um Regen], wegen des dritten faste man!?", | |
| "R. Jehuda erwiderte: Er meint es wie folgt: diese genannte Ordnung von den Fasten gilt nur dann, wenn die Zeit des ersten, zweiten und dritten Regenfalles ohne Regen vorüber ist, wenn es aber zur Zeit des ersten Regenfalles geregnet hat, jedoch keine Gewächse hervorgekommen, oder hervorgekommen und entartet sind, so lärme man dieserhalb sofort.", | |
| "R. Naḥman sagte: Nur wenn entartet, nicht aber wenn sie dürr geworden sind. – Selbstverständlich, wir haben ja ‘entartet’ gelernt!? – In dem Falle, wenn sie wieder zu grünen beginnen; man könnte glauben, das Grünen sei von Nutzen, so lehrt er uns.", | |
| "E<small>BENSO, WENN ZWISCHEN EINEM</small> R<small>EGEN UND DEM ANDEREN</small> R<small>EGEN DER</small> R<small>EGEN VIERZIG</small> T<small>AGE AUSSETZT</small> &<small>C</small>. Was heißt ‘Plage der Dürre’? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Eine Plage, die zur Dürre bringt. R. Naḥman sagte: Wenn von einem Flusse<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Wenn das Getreide, nach anderer Erklärung, das Wasser, auf Wasserwegen von einem Orte nach einem anderen, bezw. von einer Provinz nach einer anderen geholt werden muß.</i>nach einem anderen," | |
| ], | |
| [ | |
| "so ist dies Dürre; wenn von einer Provinz<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Wenn das Getreide, nach anderer Erklärung, das Wasser, auf Wasserwegen von einem Orte nach einem anderen, bezw. von einer Provinz nach einer anderen geholt werden muß.</i>nach einer anderen, so ist dies Hungersnot. R. Ḥanina sagte: Wenn eine Seá Getreide einen Sela͑ kostet, und es zu haben ist, so heißt dies Not, wenn aber vier Seá einen Sela͑ kosten, und es nicht zu haben ist, so heißt dies Hunger.", | |
| "R. Joḥanan sagte: Dies nur, wenn das Geld feil und die Früchte teuer sind, wenn aber das Geld teuer und die Früchte feil sind, so lärme man dieserhalb sofort. R. Joḥanan erzählte nämlich: Ich erinnere mich, daß einst vier Seá [Getreide] um einen Sela͑ zu haben waren, und doch waren viele Hungergeschwollene in Tiberjas, weil kein Assar zu haben war.", | |
| "R<small>EGNET ES FÜR</small> G<small>EWÄCHSE UND NIGHT FÜR</small> B<small>ÄUME</small> &<small>C</small>. Allerdings kann es für Gewächse und nicht für die Bäume regnen, wenn der Regen nämlich gelind (und nicht stark) fällt, ebenso kann es für die Bäume und nicht für die Gewächse regnen, wenn er nämlich stark (und nicht gelind) fällt,", | |
| "ebenso auch für beide und nicht für Brunnen, Gruben und Höhlen, wenn er nämlich sowohl stark, als auch gelind fällt, jedoch nicht anhaltend; wieso aber kann der Fall vorkommen, der gelehrt wird: hat es für Brunnen, Gruben und Höhlen geregnet und nicht für diese und jene!? – Wenn [der Regen] in einem Gusse kommt.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Wegen [des Regens] für die Bäume lärme man zur Zeit des Pesaḥfestes<sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">פרוס</span> nach dem Talmud von <span dir=\"rtl\">פרס</span> <i>durchbrechen, teilen</i>, Monatshälfte, 15 Tage vor dem Feste; nach anderer Erklärung <i>πϱός</i>, vor, kurz vor.</i>, für Brunnen, Gruben und Höhlen zur Zeit des Hüttenfestes; ist kein Wasser zum Trinken da, so lärme man dieserhalb sofort. –", | |
| "Was heißt dabei ‘sofort’? – Montag, Donnerstag und Montag. All dieser [Plagen] wegen lärme man nur in der betreffenden Eparchie.", | |
| "Wegen der Bräune lärme man nur dann, wenn Sterbefälle vorkommen, sonst aber nicht. Wegen der Heuschrecke [lärme man], sobald sie sich nur merken läßt; R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, auch wegen der Grille.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Wegen [des Regens] für die Bäume lärme man in [den Arbeitsjähren] des Septenniums, für die Brunnen, Gruben und Höhlen auch im Siebentjahre; R. Šimo͑n b.Gamliél sagt, wegen der Bäume auch im Siebentjahre, weil die Armen von diesen ihren Lebensunterhalt haben.", | |
| "Ein Anderes lehrt: Wegen [des Regens] für die Bäume lärme man in [den Arbeitsjahren] des Septenniums, für die Brunnen, Gruben und Höhlen auch im Siebentjahre; R. Šimo͑n b.Gamliél sagt, auch wegen der Bäume. Wegen des Nachwuchses lärme man auch im Siebentjähre, weil die Armen davon ihren Lebensunterhalt haben.", | |
| "Es wird gelehrt: R. Elea͑zar b. Proṭo sagte: Seitdem der Tempel zerstört worden ist, ist der Welt der Regen eingetrocknet<sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Dh. es regnet nicht in richtiger Verteilung.</i>; in manchem Jahre ist der Regen reichlich und in manchem Jahre ist der Regen kärglich; in manchem Jahre fällt der Regen zur Zeit und in manchem Jahre fällt der Regen nicht zur Zeit.", | |
| "Wenn der Regen im Jahre zur Zeit fällt, so ist dies ebenso, als wenn ein Diener seine Nahrungsmittel von seinem Herrn am Sonntag erhält, sodaß der Teig gehörig ausgebacken und gegessen werden kann. Wenn aber der Regen im Jahre nicht zur Zeit fällt, so ist dies ebenso, als wenn ein Diener seine Nahrungsmittel von seinem Herrn am Vorabend des Šabbaths erhält, sodaß der Teig nicht gehörig ausgebacken und gegessen werden kann.", | |
| "Wenn der Regen im Jahre reichlich ist, so ist dies ebenso, als wenn ein Diener seine Nahrungsmittel von seinem Herrn mit einem Male erhält, sodaß in der Mühle von einem Kor ebensoviel abfällt, wie von einem Kab, und beim Kneten ebensoviel von einem Kor abfällt wie von einem Kab.", | |
| "Wenn der Regen im Jahre kärglich ist, so ist dies ebenso, als wenn ein Diener seine Nahrungsmittel von seinem Herrn nach und nach erhält, sodaß in der Mühle von einem Kab ebensoviel abfällt wie von einem Kor, und beim Kneten von einem Kab ebensoviel abfällt wie von einem Kor.", | |
| "Ein anderes Gleichnis. Wenn der Regen im Jahre reichlich ist, so ist dies ebenso, als wenn jemand Lehm knetet und er viel Wasser hat; das Wasser geht nicht zuende und der Lehm wird gut geknetet; wenn er aber weniger hat, so geht das Wasser zuende und der Lehm wird nicht gut geknetet.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Als einst die Jisraéliten nach Jerušalem zur Wallfahrt hinaufzogen und kein Wasser zum Trinken hatten, ging Nikodemon b.Gorjon<sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">Einer der reichsten Leute in Jerušalem: cf. Git. Fol. 56a.</i>zu einem Hegemon und sprach zu ihm: Leihe mir zwölf Gefäße<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">מעלה</span> ist entweder die Benennung des Gefäßes, mit dem das Wasser geschöpft wird (Hiph. von <span dir=\"rtl\">עלה</span> das Heraufbringende, das Schöpfende), oder mit Grad, Stufe zu übersetzen; die kursierenden Texte haben <span dir=\"rtl\">מעינות</span> Quellen.</i>Wasser, wofür ich dir zwölf Quellen Wasser erstatten werde; erstatte ich sie dir nicht, so zahle ich dir zwölf Talente Silber. Und er setzte ihm eine Frist fest.", | |
| "Als die Frist herankam und kein Regen fiel, ließ dieser ihm morgens sagen: Sende mir das Wasser oder das Geld, das ich bei dir habe. Jener ließ ihm antworten: Noch habe ich Zeit; der ganze Tag gehört mir. Mittags ließ er ihm sagen: Sende mir das Wasser oder das Geld, das ich bei dir habe. Jener ließ ihm antworten: Noch habe ich heute Zeit. Zur Vesperzeit ließ er ihm sagen: Sende mir das Wasser oder das Geld, das ich bei dir habe. Jener ließ ihm erwidern: Noch habe ich heute Zeit. Da spottete der Hegemon über ihn und sprach: Das ganze Jahr regnete es nicht," | |
| ], | |
| [ | |
| "und jetzt sollte es regnen? Und er ging wohlgemut ins Badehaus. Während aber der Hegemon wohlgemut ins Badehaus trat, trat Nikodemon traurig in den Tempel, hüllte sich ein und betete:", | |
| "Herr der Welt, offenbar und bekannt ist es dir, daß ich dies nicht mir zu Ehren, auch nicht zu Ehren meines väterlichen Hauses getan habe, sondern nur dir zu Ehren, damit die Wallfahrer stets Wasser haben! Sofort wurde der Himmel von Wolken überzogen und Regen fiel hernieder, bis die zwölf Quellen voll Wasser waren, und noch darüber.", | |
| "Als darauf der Hegemon das Badehaus verließ, verließ Nikodemon b.Gorjon den Tempel, und als sie einander begegneten, sprach dieser: Bezahle mir das Wasser, das ich zuviel bei dir habe. Jener erwiderte: Ich weiß zwar, daß der Heilige, gepriesen sei er, nur deinetwegen seine Welt erschüttern machte, trotzdem habe ich noch eine Einrede gegen dich, mein Geld von dir zu erhalten: bereits ist die Sonne untergegangen, und in meinem Besitze fiel der Regen nieder.", | |
| "Da begab er sich abermals in den Tempel, hüllte sich ein und betete: Herr der Welt, tue kund, daß du Lieblinge auf deiner Welt hast! Hierauf verzogen sich die Wolken, und die Sonne kam zum Vorschein. Da sprach der Hegemon zu ihm: Schiene die Sonne nicht, so hätte ich eine Einrede gegen dich, mein Geld von dir zu erhalten. Es wird gelehrt: Sein Name war nicht Nikodemon, sondern Buni, und nur deshalb heißt er Nikodemon, weil seinetwegen die Sonne glänzte<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">נקד</span> <i>glänzen, strahlen</i>.</i>.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Dreien glänzte die Sonne: Moše, Jehošua͑ und Nikodemon b. Gorjon. – Allerdings [wissen wir dies von] Nikodemon b. Gorjon aus der Lehre, von Jehošua͑ aus der Schrift, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Jos. 10,13.</i><i>da stand die Sonne still und der Mond blieb stehen</i>; woher von Moše?", | |
| "R. Elea͑zar erwiderte: Dies ist durch [das Wort] <i>anfangen</i> zu folgern: hier<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Von Moše bezw. von Jehošua.</i>heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Dt. 2,25.</i><i>ich fange an, Furcht zu geben</i>, und dort<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Von Moše bezw. von Jehošua.</i>heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Jos. 3,7.</i><i>ich fange an, dich groß zu machen</i>.", | |
| "R. Šemuél b. Naḥmani erwiderte: Dies ist durch [das Wort] <i>geben</i> zu folgern; hier<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Von Moše bezw. von Jehošua.</i>heißt es: <i>ich fange an, Furcht zu geben</i> und dort<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Von Moše bezw. von Jehošua.</i>heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Ib. 10,12.</i><i>am Tage, an dem der Herr den Emori gab</i>.", | |
| "R.Joḥanan erwiderte: Dies ist aus der Schrift selbst zu entnehmen,<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Dt. 2,25.</i><i>sobald sie nun von dir hören, werden sie vor dir zittern und beben</i>; wann zitterten und bebten sie? Als die Sonne für Moše glänzte.", | |
| "D<small>ESGLEICHEN AUCH, WENN ÜBER EINE EINZELNE</small> S<small>TADT KEIN</small> R<small>EGEN GEKOMMEN</small> &<small>C</small>. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Beides<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Beide Fälle des angezog. Schriftverses.</i>zum Fluche.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Thr. 1,17.</i><i>Jerušalem ist unter ihnen zur Menstruierenden geworden</i>. Hierüber sagte R. Jehuda im Namen Rabhs: Als Segen : wie die Menstruierende erlaubt wird, ebenso hat Jerušalem eine Zukunft.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 1.</i><i>Sie ist wie eine Witwe geworden</i>. Hierüber sagte R. Jehuda [im Namen Rabhs]: Als Segen: wie eine Witwe, nicht zur wirklichen Witwe, sondern wie eine Frau, deren Mann nach überseeischen Ländern verreist ist, jedoch zu ihr zurückzukehren denkt.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Mal. 2,9.</i><i>Und auch ich habe euch verächtlich und niedrig gemacht</i>. Hierüber sagte R. Jehuda [im Namen Rabhs]. Als Segen: sie stellen niemand von uns als Zöllner oder Schergen<sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">So nach Raschi; etymolog, dunkel.</i>an.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">iReg. 14,15.</i><i>Und der Herr wird Jisraél schlagen, gleichwie das Rohr im Wasser schwankt</i>. Hierüber sagte R. Jehuda im Namen Rabhs : Als Segen. R. Šemuél b. Naḥmani sagte nämlich im Namen R.Jonathans: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Pr. 27,6.</i><i>treugemeint sind die Wunden von einem Liebenden, lästig aber die Küsse von einem Feinde</i>; besser ist der Fluch, den Aḥija der Šilonite über Jisraél sprach, als der Segen, den der Frevler Bilea͑m über sie sprach.", | |
| "Aḥija der Šilonite fluchte ihnen [durch Vergleich] mit einem Rohre; er sprach nämlich zu Jisraél: <i>Und der Herr wird Jisraél schlagen, gleichwie das Rohr im Wasser schwankt</i>. Wie nämlich das Rohr am Wasser wächst, sein Stamm sich fortpflanzt und seine Wurzeln viel sind, sodaß alle Winde der Welt, wenn sie kommen und gegen ihn wehen, ihn nicht von seiner Stelle reißen, vielmehr bewegt er sich mit ihnen, und sobald die Winde aufhören, bleibt das Rohr auf seinem Platze stehen.", | |
| "Der Frevler Bilea͑m aber segnete sie [durch Vergleich] mit einer Zeder, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Num. 24,6.</i><i>wie Zedern (am Wasser)</i>; wie die Zeder nicht am Wasser wächst, ihr Stamm sich nicht fortpflanzt und ihre Wurzeln nicht viel sind. Obgleich alle Winde der Welt, wenn sie kommen und gegen sie wehen, sie nicht fortzureißen vermögen, so kann dennoch der Südwind, wenn er gegen sie weht, sie entwurzeln und umwerfen. Und nicht nur das, dem Rohre ist es auch beschieden, daß aus ihm ein Kalam gefertigt wird, damit die Tora, die Propheten und die Hagiographen zu schreiben.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Stets sei der Mensch biegsam wie das Rohr und nicht hart wie der Zeder. Einst kam R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n aus Migdal Gedor aus dem Hause seines Lehrers. Er ritt spazieren auf einem Esel am Ufer des Flusses und war sehr lustig und übermütig, weil er viel Tora gelernt hatte." | |
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| "Da stieß er auf einen überaus häßlichen Menschen, der ihn grüßte: Friede sei mit dir, Meister! Er erwiderte aber seinen Gruß nicht, sondern sprach zu ihm: Wicht, wie häßlich bist du doch; sind vielleicht alle Leute deiner Stadt so häßlich wie du? Dieser erwiderte: Ich weiß es nicht; geh lieber zum Meister, der mich erschaffen hat, und sprich zu ihm: Wie häßlich ist doch dies Geschöpf, das du erschaffen hast! Als er sich seiner Sünde bewußt wurde, stieg er vom Esel herunter, warf sich vor ihm nieder und sprach: Ich beuge mich vor dir, verzeihe mir! Dieser erwiderte: Ich verzeihe dir nicht eher, als bis du zum Meister, der mich erschaffen hat, gehest und zu ihm sprichst: Wie häßlich ist dieses Geschöpf, das du erschaffen hast!", | |
| "Da folgte ihm jener, bis sie in die Stadt kamen, und als die Leute seiner Stadt ihm entgegenkamen, begrüßten sie ihn: Friede sei mit dir, o Meister, o Lehrer! Jener fragte: Wen nennt ihr Meister? Sie erwiderten ihm: Den da, der hinter dir geht. Da sprach jener: Wenn dieser Lehrer ist, so möge es nicht viel seinesgleichen in Jisraél geben. Sie fragten: Weshalb denn? Darauf erzählte er ihnen: so und so verfuhr er mit mir. Hierauf sprachen sie: Verzeihe ihm dennoch, denn er ist ein in der Tora sehr bedeutender Mann.", | |
| "Jener erwiderte: Euretwegen verzeihe ich ihm, jedoch unterlasse er solches in Zukunft. Sodann trat R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n ein und trug vor: Stets sei der Mensch biegsam wie ein Rohr und nicht hart wie eine Zeder. Darum ist es jenem beschieden, daß aus ihm ein Kalam gefertigt wird, damit die Tora, die Propheten und die Hagiographen zu schreiben.", | |
| "D<small>ESGLEICHEN AUCH, WENN IN EINER</small> S<small>TADT</small> P<small>EST ODER</small> E<small>INSTÜRZ HERRSCHT</small> &<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: Der Einsturz, von dem sie sprechen, gilt von festen [Gebäuden] und nicht von baufälligen, von solchen, die dem Einsturz nicht ausgesetzt sind, und nicht von solchen, die dem Einsturz ausgesetzt sind. –", | |
| "Welche heißen ‘fest’ und welche heißen ‘dem Einsturz nicht ausgesetzt’, welche heißen ‘baufällig’ und welche heißen ‘dem Einsturz ausgesetzt’!? – Manche können<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Obgleich sie nicht baufällig sind.</i>ihrer Höhe wegen einstürzen, und manche auch, weil sie am Ufer eines Flusses stehen.", | |
| "So befand sich in Nehardea͑ eine baufällige Mauer, an der Rabh und Šemuél nicht vorübergingen, obgleich sie noch dreizehn Jahre stand. Eines Tages kam da R.Ada b. Aḥaba, und Šemuél sprach zu Rabh: Wollen wir einen Umweg machen. Dieser erwiderte: Dies ist nicht nötig; jetzt ist R. Ada b.Ahaba mit uns, dessen Verdienste groß sind, und wir haben nichts zu fürchten.", | |
| "R. Hona hatte Wein<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">RH. war ja Weinhändler; cf. Br. Fol. 5b.</i>in einem baufälligen Gebäude und wollte ihn fortschaffen. Da holte er R. Ada b.Ahaba und lockte ihn dahin durch eine halakhische Unterhaltung, bis er mit der Räumung fertig war. Als er herauskam, stürzte das Gebäude ein. Da merkte dies R. Ada b.Ahaba und nahm es ihm übel.", | |
| "Er ist nämlich der Ansicht R.Jannajs, welcher sagte: Nie darf der Mensch an einem Orte der Gefahr verweilen und sagen, man werde ihm ein Wunder erweisen; vielleicht erweist man ihm kein Wunder, und sollte man ihm ein Wunder erweisen, so könnte man es ihm von seinen Verdiensten abziehen. R. Ḥanan sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Gen. 32,11.</i><i>ich bin zu gering all der Wohltaten und all der Treue</i><sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Nach der talmudischen Auslegung: durch all die Wohltaten u. durch all die Treue, die seine Verdienste verringert haben.</i><i>.</i>", | |
| "Worin bestanden die Verdienste des R. Ada b.Ahaba? – Wie gelehrt wurde: Seine Schüler sprachen zu R. Zera, und wie manche sagen, zu R. Ada b.Ahaba: Wodurch hast du das lange Leben [verdient]? Er erwiderte ihnen: Nie im Leben war ich unduldsam in meinem Hause, nie schritt ich vor einem, der größer ist als ich,", | |
| "nie dachte ich in schmutzigen Durchgängen [über Worte der Tora] nach, nie ging ich vier Ellen ohne Tora und Tephillin, nie schlief ich im Lehrhause, ob einen regelmäßigen Schlaf oder einen gelegentlichen Schlaf, nie freute ich mich über das Straucheln meines Genossen, und nie nannte ich jemand bei seinem Schimpfnamen. Manche lesen: bei seinem Spitznamen.", | |
| "Raba sprach zu Raphram b.Papa: Möge uns der Meister von jenen schönen Taten erzählen, die R. Hona zu üben pflegte. Dieser erwiderte: Aus seiner Jugend erinnere ich mich nichts mehr, wohl aber aus seinem Alter. An einem nebligen Tage trug man ihn auf einer goldenen Sänfte und er inspizierte die ganze Stadt. Jede baufällige Mauer ließ er niederreißen; war der Eigentümer imstande, so ließ dieser sie wiederaufbauen, wenn aber nicht, so ließ er sie auf seine eigenen Kosten wieder aufbauen.", | |
| "An jedem Vorabend des Šabbaths sandte er einen Boten auf den Markt, ließ alles Gemüse, das den Gärtnern zurückgeblieben war, aufkaufen und warf es in den Fluß. – Sollte er es doch an Arme verschenkt haben!? – Die Armen könnten sich darauf verlassen und nichts kaufen<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Bei einem wirklichen Ausverkaufe würden sie nichts erhalten haben.</i>. – Sollte er es dem Vieh gegeben haben!? – Er war der Ansicht, man dürfe für Menschen bestimmte Speisen keinem Vieh geben. –", | |
| "Sollte er es überhaupt nicht aufgekauft haben!? – Daraus könnte in Zukunft ein Schaden entstehen<sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Die Gärtner könnten den Markt ungenügend beliefern.</i>. –", | |
| "Wenn er eine heilbringende Arznei hatte, füllte er damit ein Krüglein und stellte es an die Türschwelle, indem er sprach: Wer nötig hat, komme und nehme davon. Manche sagen: Er kannte die Eigenart der Šibta<sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">Name eines bösen Geistes, od. einer von einem solchen herrührenden Krankheit; cf. S. 222 Anm. 153.</i>und stellte daher ein Krüglein Wasser hin, indem er sprach: Wer dies wünscht, komme und trete her<sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Sc. u. wasche die Hände.</i>, damit er nicht in Gefahr gerate.", | |
| "Wenn er speiste, öffnete er die Tür und sprach: Wer dies wünscht, komme und speise mit. Raba sprach: Alles könnte ich ebenfalls tun, nur dies nicht," | |
| ], | |
| [ | |
| "weil in Maḥoza zu viel Arme<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. Kraftleute, Heeresleute, soviel wie Fresser.</i>sind.", | |
| "Ilpha und R. Joḥanan studierten zusammen die Tora und beide befanden sich in sehr großer Not. Da sprachen sie: Wohlan, wir wollen uns ein Gewerbe gründen, und an uns in Erfüllung gehen lassen [den Schriftvers]:<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Dt. 15,4.</i><i>jedoch soll es unter dir keine Armen geben</i>. Darauf gingen sie und setzten sich unter eine baufällige Wand und speisten da. Da kamen [zwei] Dienstengel,", | |
| "und R. Joḥanan hörte, wie einer zum anderen sagte: Wollen wir auf sie die Wand werfen und sie töten, weil sie das ewige Leben lassen und sich mit dem zeitlichen Leben befassen. Darauf sprach der andere: Laß sie, denn einer ist unter ihnen, dem die Stunde günstig ist. R. Joḥanan hörte es, Ilpha aber hörte es nicht. Da sprach R. Joḥanan zu Ilpha: Hört der Meister etwas? Dieser erwiderte: Nein. Da sagte er sich: Da ich es gehört habe und Ilpha nicht, so bin ich es wohl, dem die Stunde günstig ist.", | |
| "Darauf sprach R. Joḥanan: Ich will umkehren und an mir in Erfüllung gehen lassen [den Schriftvers]: <sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 11.</i><i>denn niemals wird es im Lande an Armen fehlen</i>. Alsdann kehrte R. Joḥanan um, Ilpha aber nicht. Als Ilpha zurückkam, amtierte R. Joḥanan<sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Als Oberhaupt des Lehrhauses.</i>,", | |
| "Da sprachen sie zu ihm: Wenn der Meister hier geblieben wäre und studiert hätte, würde er nicht das Amt erhalten haben!? Da ging er und klammerte sich an den Mast eines Schiffes und sprach: Wenn jemand mich etwas aus den Lehren des R. Ḥija und R. Ošaja<sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Redakteure der tannaitischen Lehren nach Abschluß der Mišna [Barajtha].</i>fragt und ich es nicht mit einer Mišna zu belegen weiß, so will ich mich vom Schiffsmaste stürzen und ertrinken.", | |
| "Hierauf kam ein Greis und fragte ihn [nach der Quelle] folgender Lehre: Wenn jemand [letztwillig] bestimmt hat, seinen Söhnen [von seinem Vermögen] einen Šeqel wöchentlich zu geben, und diese einen Sela͑<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Der Sela͑ hat zwei Šeqel.</i>brauchen, so gebe man ihnen einen Sela͑<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Er wollte seine Söhne versorgen, nur glaubte er, ein Šeqel werde reichen.</i>; sagte er aber, daß man ihnen nicht mehr als einen Šeqel gebe, so gebe man ihnen nur einen Šeqel.", | |
| "Wenn er aber hinzugefügt hat: sterben sie, so sollen andere an ihrer Stelle erben, so gebe man ihnen nur einen Šeqel, einerlei, ob er ‘gebt’ oder ‘gebt nicht [mehr]’ gesagt<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Es ist klar, daß er ihren Unterhalt zugunsten der Nacherben beschränken wollte.</i>hat. Er erwiderte: Dies nach R. Meír, welcher sagt, es sei Gebot, die Worte eines Sterbenden zu erfüllen.", | |
| "Man erzählt von Naḥum aus Ganzu<sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Cf. Bd. I S. 95 Anm. 126.</i>, daß ihm beide Augen erblindet waren, beide Hände und beide Füße abgehauen waren und sein ganzer Körper voll war mit Geschwüren; er lag in einem baufälligen Hause, und die Füße des Bettes standen in Wasserbecken, damit keine Ameisen auf ihn kommen. Einst wollten seine Schüler sein Bett und nachher die Hausgeräte hinausschaffen, er aber sprach zu ihnen: Kinder, schafft zuerst die Geräte hinaus und nachher mein Bett; seid dessen sicher, daß solange ich mich im Hause befinde, das Haus nicht einstürzen werde. Da schafften sie die Geräte hinaus, und nachher sein Bett, worauf das Haus sofort einstürzte.", | |
| "Die Schüler sprachen alsdann zu ihm: Meister: wieso bist du, wo du ein so frommer Mann bist, in diese Lage geraten!? Dieser erwiderte ihnen: Kinder, ich selbst habe mir dies heraufbeschworen, Einst befand ich mich auf der Reise zu meinem Schwiegervater und hatte mit mir drei beladene Esel, einen mit Speisen, einen mit Getränken und einen mit verschiedenartigen Köstlichkeiten. Da kam ein Armer und stellte sich mir in den Weg, indem er zu mir sprach: Meister, gib mir Nahrung! Darauf sprach ich zu ihm: Warte ein wenig, bis ich etwas vom Esel ablade. Aber noch war ich mit dem Abladen vom Esel nicht fertig, und er hauchte seine Seele aus.", | |
| "Da fiel ich auf sein Angesicht und sprach: Meine Augen, die sich deiner Augen nicht erbarmt haben, mögen blind werden, meine Hände, die sich deiner Hände nicht erbarmt haben, mögen abgehauen werden, und meine Füße, die sich deiner Füße nicht erbarmt haben, mögen abgehauen werden: Dies alles beruhigte mich nicht, als bis ich noch ausrief: Mein ganzer Körper möge voll Geschwüre werden. Da sprachen seine Schüler zu ihm: Wehe uns, daß wir dich in solchem Zustande sehen! Er aber erwiderte: Wehe wäre mir, wenn ihr mich nicht in solchem Zustande gesehen haben würdet.", | |
| "Weshalb nannte man ihn Naḥum (aus) Gamzu<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Nach der folgenden Erklärung ist Gamzu nicht Ortsname, sondern Beiname.</i>? – Weil er zu allem, was ihm passierte, zu sagen pflegte: Auch dies [gam zu] zum Guten. Einst wollten die Jisraéliten dem Kaiser ein Geschenk überreichen, und nachdem sie überlegt hatten, wer es hinbringen soll, beschlossen sie, es durch Naḥum (aus) Gamzu zu senden, weil er an Wundertaten gewöhnt war. Hierauf sandten sie durch ihn eine Kiste mit Edelsteinen und Perlen. Als er auf der Reise in einer Herberge übernachtete, entwendeten die Wirtsleute [den Inhalt] der Kiste und füllten sie mit Erde.", | |
| "Am folgenden Tage bemerkte er dies, aber sagte: Auch dies zum Guten. Als er da hinkam, wollte der Kaiser alle [Absender] töten, indem er sprach: Die Juden verspotten mich! Da kam Elijahu, der ihnen wie einer der ihrigen erschien, und sprach: Vielleicht ist dies von der Erde ihres Vaters Abraham? Wenn er Erde warf, ward sie zu Schwertern, und Stroh wurde zu Pfeilen. So heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">Jes. 41,2.</i><i>er macht wie Staub sein Schwert, und wie verwehte Stoppeln seinen Bogen</i>.", | |
| "Nun hatten sie eine Provinz, die sie nicht erobern konnten, und als sie damit einen Versuch anstellten, eroberten sie sie. Da führten sie ihn in die Schatzkammer und füllten seine Kiste mit Edelsteinen und Perlen, worauf sie ihn mit vielen Ehren entließen.", | |
| "Als er auf der Rückreise wiederum in derselben Herberge übernachtete, fragte man ihn: Was brachtest du denn hin, daß sie dir so viel Ehre erwiesen haben? Dieser erwiderte: Was ich von hier mitnahm. Da rissen die Leute ihr Haus nieder und brachten [die Erde] zum Kaiser, indem sie sprachen: Jene Erde, die man dir brachte, ist von unserer. Als sie diese untersuchten und es sich nicht bewahrheitete, wurden die Wirtsleute hingerichtet.", | |
| "W<small>AS GILT ALS</small> P<small>EST</small>? W<small>ENN AUS EINER</small> S<small>TADT, DIE FÜNFHUNDERT</small> M<small>ANN STELLT</small> &<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: Wenn eine Stadt, die eintausend-fünfhundert Mann stellt, beispielsweise Kephar A͑kko, neun Tote in drei Tagen hintereinander hinausbringt, gilt dies als Pest,", | |
| "wenn in einem Tage oder in vier Tagen, so gilt dies nicht als Pest. Wenn eine Stadt, die fünfhundert Mann stellt, wie zum Beispiel Kephar A͑miqo, drei Tote in drei Tagen hintereinander hinausbringt, so gilt dies als Pest," | |
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| "wenn aber in einem Tage oder in vier Tagen, so gilt dies nicht als Pest.", | |
| "In Deroqereth, einer Stadt, die fünfhundert Mann stellen konnte, wurden drei Tote an einem Tage hinausgebracht; da verfügte R. Naḥman b. Ḥisda ein Fasten. R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach zu ihm : Wohl nach R. Meír,", | |
| "welcher sagt: wenn er schuldig ist, falls er in größeren Abständen stößt, um wieviel mehr, wenn er in kleineren Abständen stößt<sup class=\"footnote-marker\">47</sup><i class=\"footnote\">Diese Stelle spricht von einem stößigen Ochsen, der 3mal gestoßen hat (Ex. 21,28 ff.); nach der einen Ansicht gilt er nur dann als stößig, wenn es an 3 Tagen erfolgt ist, nach RM., auch wenn an einem Tage; cf. Bq. Fol. 23b.</i>.", | |
| "R. Naḥman b. R. Ḥisda sprach [zu R. Naḥman<sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Der auf einem weniger vornehmen Platze saß.</i>b. R. Jiçḥaq]: Möge der Meister zu uns kommen. Dieser erwiderte: Wir haben gelernt : R. Jose sagte: Nicht der Platz ehrt den Menschen, sondern der Mensch den Platz. So finden wir es auch beim Berge Sinaj: von der Zeit, in der die Göttlichkeit auf ihm weilte, heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">Ex. 34,3.</i><i>auch Schafe und Rinder dürfen nirgends in der Umgebung dieses Berges weiden</i>; von der Zeit aber, wo die Göttlichkeit von ihm gewichen war, heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">Ib. 19,13.</i><i>wenn das Widderhorn geblasen wird, sollen sie den Berg hinansteigen</i>.", | |
| "Ebenso finden wir es beim Offenbarungszelte in der Wüste; von der Zeit, in der es aufgeschlagen war, heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">51</sup><i class=\"footnote\">Num. 5,2.</i><i>sie sollen alle Aussatzbehafteten aus dem Lager schaffen</i>, sobald aber die Vorhänge zusammengerollt wurden, durften da Samenfluß- und Aussatzbehaftete hintreten.", | |
| "Darauf sprach jener: So will ich zum Meister kommen. Dieser erwiderte: Lieber komme die von einer halben [Mine] stammende Mine zu der von einer ganzen Mine stammenden Mine, als die von einer ganzen stammende Mine zu der von einer halben stammenden Mine.", | |
| "In Sura brach Pest aus, und die Nachbarschaft Rabhs blieb von der Pest verschont. Sie glaubten, dies geschehe wegen des bedeutenden Verdienstes Rabhs, da wurde ihnen im Traume bedeutet, die Verdienste Rabhs seien so bedeutend, daß dieses Wunder für ihn zu gering sei; dies geschah vielmehr wegen eines Mannes, der Schaufel und Spaten zu Begräbnissen zu verleihen pflegte.", | |
| "In Deroqereth brach Feuer aus, und die Nachbarschaft R. Honas blieb vom Feuer verschont. Sie glaubten, dies geschehe wegen der bedeutenden Verdienste R. Honas, da wurde ihnen im Traume bedeutet, dieses Wunder sei für R. Hona zu gering; dies geschah vielmehr wegen einer Frau, die ihren Ofen zu heizen<sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Nach Handschriften zu ergänzen: an jedem Vorabend des Šabbaths.</i>und an die Nachbarinnen zu verleihen pflegte.", | |
| "Einst berichtete man R. Jehuda, daß Heuschrecken gekommen seien; da verfügte er ein Fasten. Als man ihm darauf sagte, sie richten keinen Schaden an, erwiderte er: Haben sie sich etwa Futter mitgebracht!?", | |
| "Einst berichtete man R. Jehuda, daß unter den Schweinen eine Seuche ausgebrochen sei; da verfügte er ein Fasten. – Demnach wäre R. Jehuda der Ansicht, eine unter einer Tierart ausgebrochene Plage gelte als unter allen Arten ausgebrochen? – Nein, anders sind Schweine, deren Därme denen der Menschen gleichen.", | |
| "Einst berichtete man Šemuél, daß bei den Ḥozäern<sup class=\"footnote-marker\">53</sup><i class=\"footnote\">Cf. Bd. I S. 582 Anm. 4.</i>die Pest ausgebrochen sei; da verfügte er [daheim] ein Fasten. Sie sprachen zu ihm: Es ist ja weit von hier! Dieser erwiderte: Kann man ihr etwa die Fähre zurückhalten?", | |
| "Einst berichtete man R. Naḥman, daß im Jisraéllande die Pest ausgebrochen sei; da verfügte er ein Fasten, indem er sagte: Wenn die Herrin geschlagen wird, um wieviel mehr die Dienerin. –", | |
| "Nur bei Herrin und Dienerin, nicht aber bei Dienerin und Dienerin; aber Šemuél ordnete ja ein Fasten an, als man ihm berichtete, bei den Ḥozäern sei die Pest ausgebrochen<sup class=\"footnote-marker\">54</sup><i class=\"footnote\">Ḥozäa lag außerhalb des Jisraéllandes, sodaß das Verhältnis von Dienerin und Dienerin vorlag.</i>!? – Anders war es dort; da Karawanen verkehren, so könnte sie sich anschließen und mitkommen.", | |
| "Abba der Bader erhielt einen Gruß vom himmlischen Kollegium jeden Tag; Abajje erhielt einen solchen an jedem Vorabend des Šabbaths; Raba erhielt einen solchen an jedem Vorabend des Versöhnungstages. Als sich nun Abajje wegen der [häufigeren Grüße] Abba des Baders grämte, kündete man ihm: Du kannst das nicht tun, was er tut. –", | |
| "Welches waren die [verdienstlichen] Taten Abba des Baders? – Beim Aderlassen ließ er Männer und Frauen von einander getrennt sitzen; auch hatte er ein Gewand, an dem die Schröpfköpfe befestigt und Einschnitte für die Schröpflanzette waren, und wenn eine Frau zu ihm kam, ließ er sie dieses Gewand anlegen, um [auf ihren Körper] nicht zu sehen. Ferner hatte er eine verborgene Stelle, wo die Münzen hingelegt wurden, die er [als Belohnung] erhielt: wer hatte, legte hin, und wer nicht hatte, brauchte nicht beschämt zu werden.", | |
| "Wenn ein Gelehrtenjünger zu ihm kam, nahm er von ihm keine Belohnung und gab ihm hinterher noch einige Münzen, indem er zu ihm sprach: Geh, stärke dich. Eines Tages schickte Abajje ein Paar Jünger, um ihn auf die Probe zu stellen. Dieser empfing sie, gab ihnen zu essen und zu trinken und nachts bereitete er ihnen ein Polsterlager." | |
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| "Am folgenden Morgen schlugen sie die Polster zusammen, nahmen sie mit und brachten sie auf den Markt [zum Verkaufe]. Als sie ihm begegneten, sprachen sie zu ihm: Möge der Meister schätzen, was sie wert sind. Dieser erwiderte: So und so viel. Jene sprachen: Vielleicht sind sie mehr wert? Dieser erwiderte: Um diesen Preis habe ich sie gekauft. Darauf sprachen sie: Es sind deine, wir haben sie dir entwendet;", | |
| "sage uns doch, bitte, wessen du uns verdächtigt hast? [Dieser erwiderte:] Ich dachte, die Rabbanan brauchten Lösegeld für Gefangene und getrauten sich nicht, es von mir zu verlangen. Jene erwiderten: So nehme sie nun der Meister zurück. Dieser entgegnete: Von jener Stunde an gab ich sie für wohltätige Zwecke preis.", | |
| "Auch Raba grämte sich wegen [der häufigeren Grüße] Abajjes; da kündete man ihm: Es sei dir zur Genugtuung, daß du [durch deine Verdienste] die ganze Stadt beschützest.", | |
| "R. Beroqa der Ḥozäer war oft auf dem Marktplatze von Be Lapef, und Elijahu pflegte ihn zu besuchen. Einmal fragte er ihn: Gibt es auf diesem Marktplatze ein Kind der zukünftigen Welt? Dieser erwiderte: Nein. Währenddessen bemerkte er einen Mann, der schwarze Schuhe<sup class=\"footnote-marker\">55</sup><i class=\"footnote\">Nach Raschi trugen die Juden keine schwarzen Schuhe; vgl. jed. Jt. Fol. 15a.</i>trug und keine Çiçith an seinem Gewände hatte. Da sprach er: Dieser Mann ist ein Kind der zukünftigen Welt.", | |
| "Da lief er ihm nach und fragte ihn: Was ist deine Beschäftigung? Jener erwiderte: Geh jetzt und komm morgen. Am folgenden Tage fragte er ihn: Was ist deine Beschäftigung? Jener erwiderte : Ich bin Kerkermeister und sperre Männer besonders und Frauen besonders ein, auch schlage ich mein Lager zwischen diesen und jenen auf, damit sie nicht zu einer Sünde kommen. Wenn ich sehe, daß Nichtjuden ihre Augen auf eine Jisraélitin werfen, setze ich mein Leben ein, und rette sie. Eines Tages hatten wir bei uns ein verlobtes Mädchen, und Nichtjuden richteten ihre Augen auf sie; da begoß ich ihr Kleid mit Weinhefe und sagte zu ihnen, sie sei Menstruierende.", | |
| "Hierauf fragte er ihn: Weshalb hast du keine Çiçith und warum trägst du schwarze Schuhe? Jener erwiderte: Ich gehe ein und aus bei Nichtjuden, und diese dürfen nicht merken, daß ich Jude bin; wenn sie [über die Juden] ein Verhängnis beschließen, sage ich es den Rabbanan, damit sie um Erbarmen flehen und das Verhängnis abwenden. – Weshalb sagtest du zu mir, als ich dich nach deiner Beschäftigung fragte: geh jetzt und komm morgen? Jener erwiderte: In dieser Stunde hatten sie ein Verhängnis beschlossen, und ich wollte zuerst gehen und dies den Rabbanan mitteilen, damit sie dieserhalb um Erbarmen flehen.", | |
| "Mittlerweile gingen zwei Brüder vorüber. Da sprach er: Auch diese sind Kinder der zukünftigen Welt. Da ging er auf sie zu und fragte sie: Was ist eure Beschäftigung? Diese erwiderten: Wir sind Possenreißer und erheitern die Betrübten, und wenn wir Streitende sehen, bemühen wir uns und stiften Frieden.", | |
| "W<small>EGEN FOLGENDER</small> [P<small>LAGEN</small>] <small>LÄRME MAN ALLERORTEN</small> &<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: Wegen folgender [Plagen] lärme man allerorten: wegen des Kornbrandes, wegen des Rostes, wegen der Heuschrecken, wegen der Nager und wegen der wilden Tiere. R. A͑qiba sagt, man lärme wegen des Kornbrandes und wegen des Rostes, wenn nur etwas zu merken ist, wegen der Heuschrecken und wegen der Nager, auch wenn nur ein einziges Tierchen im ganzen Jisraéllande gesehen wird.", | |
| "W<small>EGEN DER WILDEN</small> T<small>IERE</small> &<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten : Wegen der wilden Tiere, von denen sie sprechen, lärme man nur dann, wenn sie aufgereizt sind, nicht aber, wenn sie nicht aufgereizt sind. – Was heißt aufgereizt und was heißt nicht aufgereizt? – Sieht man es in der Stadt, so ist es aufgereizt, wenn auf dem Felde, so ist es nicht aufgereizt; sieht man es am Tage, so ist es aufgereizt, wenn nachts, so ist es nicht aufgereizt;", | |
| "sieht es zwei Menschen und verfolgt sie, so ist es aufgereizt, versteckt es sich, so ist es nicht aufgereizt; tötet es zwei Menschen und frißt einen von ihnen, so ist es aufgereizt<sup class=\"footnote-marker\">56</sup><i class=\"footnote\">Wenn es den Hunger mit einem stillt, so tötet es den anderen nur aus Gereiztheit.</i>, frißt es beide, so ist es nicht aufgereizt; steigt es auf das Dach und raubt ein Kind aus der Wiege, so ist es aufgereizt. –", | |
| "Dies widerspricht sich ja selbst: zuerst heißt es, wenn es in der Stadt gesehen wird, sei es aufgereizt, einerlei, ob am Tage oder nachts, und darauf heißt es, wenn am Tage, sei es aufgereizt, wenn nachts, sei es nicht aufgereizt!? –", | |
| "Das ist kein Widerspruch; er meint es wie folgt: sieht man es am Tage in der Stadt, so ist es aufgereizt, wenn nachts in der Stadt, so ist es nicht aufgereizt; (oder: am Tage auf dem Felde, so ist es aufgereizt; nachts auf dem Felde, so ist es nicht aufgereizt.) –", | |
| "[Zuerst heißt es,] wenn es zwei Menschen sieht und sie verfolgt, sei es aufgereizt, demnach ist es, wenn es aber stehen bleibt, nicht aufgereizt, und darauf heißt es, wenn es sich versteckt, sei es nicht aufgereizt, wonach es, wenn es stehen bleibt, aufgereizt sei!? –", | |
| "Das ist kein Widerspruch; das eine gilt von einem Felde nahe dem Gebüsche, und das andere gilt von einem Felde fern vom Gebüsche<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Aus einem fernen Gebüsche traut es sich nur dann herauszukommen, wenn es aufgereizt ist.</i>. –", | |
| "«Tötet es zwei Menschen und frißt einen von ihnen, so ist es aufgereizt, frißt es beide, so ist es nicht aufgereizt.» Du sagtest ja, es sei aufgereizt, auch wenn es nur verfolgt!? R.Papa erwiderte: Im Gebüsche selbst<sup class=\"footnote-marker\">58</sup><i class=\"footnote\">In seinem Aufenthaltsorte nur dann, wenn es einen Menschen frißt.</i>. –", | |
| "Steigt es auf das Dach und raubt ein Kind aus der Wiege, so ist es aufgereizt. Selbstverständlich!? R.Papa erwiderte: Selbst (wie) aus einer Jägerhütte<sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Nicht einmal aus einem Wohnhause.</i>.", | |
| "W<small>EGEN DES</small> S<small>CHWERTES</small> &<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: Unter ‘Schwert’ sind nicht nur feindliche [Kriegszüge] zu verstehen, sondern auch friedliche<sup class=\"footnote-marker\">60</sup><i class=\"footnote\">Die nur durch das Land ziehen.</i>, denn du hast ja keinen friedlicheren Kriegszug als den des Pare͑o<sup class=\"footnote-marker\">61</sup><i class=\"footnote\">Der nur durch das Gebiet Jehuda ziehen wollte.</i>Nekho, dennoch wurde er dem Könige Jošijahu zum Verhängnis, denn es heißt:" | |
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| "<sup class=\"footnote-marker\">62</sup><i class=\"footnote\">iiChr. 35,21.</i><i>er aber sandte Boten zu ihm und ließ ihm sagen</i>: <i>Was</i> <i>habe ich mit dir zu schaffen, König von Jehuda? Nicht gegen dich komme ich, sondern gegen das Haus meines Kampfes, und Gott befahl mir zu eilen. Vergreife dich nicht an Gott, der mit mir ist, damit er dich nicht verderbe</i>. –", | |
| "Welcher Gott war es, der mit ihm war? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Es war sein Götze. Darauf sprach jener: Da er auf einen Götzen vertraut, werde ich ihn <i>besiegen</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">63</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 23.</i><i>Und die Schützen schössen auf den König Jošijahu. Da sprach [der König] zu seinen Dienern</i>: <i>Bringet mich weg, denn ich bin schwer verwundet</i>. – Was bedeuten [die Worte] <i>denn ich bin verwundet</i>? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Sie durchlöcherten<sup class=\"footnote-marker\">64</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">החליתי</span> von <span dir=\"rtl\">חלל</span> <i>durchlöchern</i>, <i>durchbohren</i>.</i>seinen Körper wie ein Sieb.", | |
| "R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans : Jošijahu wurde deshalb bestraft, weil er sich mit Jirmejahu beraten sollte, sich aber [mit ihm] nicht beriet. – Worauf stützte er sich? – [Es heißt:]<sup class=\"footnote-marker\">65</sup><i class=\"footnote\">Lev. 26,6.</i><i>und kein Schwert soll durch euer Land ziehen</i>.", | |
| "Welches Schwert: wollte man sagen, ein feindliches, so heißt es ja bereits:<sup class=\"footnote-marker\">65</sup><i class=\"footnote\">Lev. 26,6.</i><i>ich will Frieden im Lande geben</i>; wahrscheinlich doch auch ein friedliches. Er wußte aber nicht, daß sein Zeitalter nicht gut [angeschrieben] war.", | |
| "Als seine Seele zur Ruhe einkehrte, bemerkte Jirmejahu, wie seine Lippen sich bewegten, und dachte, er spreche in seinem Schmerze vielleicht – behüte und bewahre – etwas Ungehöriges; da bückte er sich zu ihm und hörte, wie er die Strafe als gerecht anerkannte, indem er sprach:<sup class=\"footnote-marker\">66</sup><i class=\"footnote\">Thr. 1,18.</i><i>Der Herr ist gerecht, denn seinem Worte trotzte ich</i>. Hierauf sprach er über ihn: <sup class=\"footnote-marker\">67</sup><i class=\"footnote\">Ib. 4,20.</i><i>Unser Lebensodem, der Gesalbte des Herrn</i>.", | |
| "E<small>INST VERFÜGTEN DIE</small> Ä<small>LTESTEN</small> &<small>C</small>., <small>WEIL SIE BEI IHRER</small> H<small>EIMKEHR ALS</small> J<small>ERUŠALEM</small> &<small>C</small>. Sie fragten: Ein Ofen voll Getreide oder ein Ofen voll Brot<sup class=\"footnote-marker\">68</sup><i class=\"footnote\">Die Brote werden nur an die Wände des erhitzten Ofens geklebt.</i>? –", | |
| "Komm und höre: Im Umfang eines Ofenloches<sup class=\"footnote-marker\">69</sup><i class=\"footnote\">Nur Brot und nicht Getreide bleibt am Loche kleben.</i>. Aber immerhin ist es ja noch fraglich, ob im Umfang eines Deckels zum Ofen, oder wie eine Reihe von Broten um das Ofenloch<sup class=\"footnote-marker\">70</sup><i class=\"footnote\">Dh. ob im Durchmesser od. im Umfange des Ofenloches.</i>? – Dies bleibt unentschieden.", | |
| "F<small>ERNER VERFÜGTEN SIE EIN</small> F<small>ASTEN, WEIL DIE</small> W<small>ÖLFE</small> &<small>C. ZWEI</small> K<small>INDER FRASSEN</small>. U͑la erzählte im Namen des R.Šimo͑n b.Jehoçadaq: Einst verschlangen Wölfe zwei Kinder und beförderten sie wieder durch den Mastdarm, und als dies den Weisen vorgetragen wurde, erklärten sie das Fleisch als rein<sup class=\"footnote-marker\">71</sup><i class=\"footnote\">Nicht als Leichenteile verunreinigend, da es verwest ist.</i>und die Knochen als verunreinigend.", | |
| "W<small>EGEN FOLGENDER</small> U<small>NGLÜCKSFÄLLE LÄRME MAN AM</small> Š<small>ABBATH</small> &<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: Wenn eine Stadt von Nichtjuden umzingelt oder von einem Flusse [bedroht] wird, oder wenn ein Schiff auf dem Meere umhergetrieben wird, oder wenn jemand von Nichtjuden, von Räubern oder einem bösen Geiste verfolgt wird, so darf wegen all dieser Fälle ein Einzelner sich durch Fasten kasteien.", | |
| "R. Jose sagt, ein Einzelner dürfe sich durch Fasten nicht kasteien, weil er dadurch<sup class=\"footnote-marker\">72</sup><i class=\"footnote\">Wenn er durch die Schwächung seines Körpers seinen Beruf nicht ausüben kann.</i>dazu kommen könnte, daß er der Mitmenschen bedürftig wird und sie sich seiner nicht erbarmen. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Was ist der Grund R.Joses? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">73</sup><i class=\"footnote\">Gen. 2,7.</i><i>und der Mensch ward zu einer lebenden Seele</i>: <i>laß die Seele leben, die ich dir gegeben habe</i>.", | |
| "Š<small>IMO͑N DER</small> T<small>EMANITE SAGT, AUCH WEGEN DER</small> P<small>EST</small>. Sie fragten: Haben die Weisen ihm nur hinsichtlich des Šabbaths nicht beigepflichtet, wohl aber hinsichtlich des Wochentages, oder haben sie ihm überhaupt nicht beigepflichtet? –", | |
| "Komm und höre: Es wird gelehrt: Man lärme am Šabbath wegen der Pest, und selbstverständlich am Wochentage. R. Ḥanan b. Piṭom, ein Schüler R. A͑qibas, sagte im Namen R. A͑qibas, man lärme wegen der Pest überhaupt nicht.", | |
| "W<small>EGEN JEDER</small> P<small>LAGE – VON DER DIE</small> G<small>EMEINDE VERSCHONT BLEIBEN MÖGE</small> – &<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: Wegen jeder Plage –von der die Gemeinde verschont bleiben möge – lärme man, ausgenommen der übermäßige Regen. – Aus welchem Grunde? R. Joḥanan erwiderte: Weil man nicht wegen der übermäßigen Güte betet.", | |
| "Ferner sagte R. Joḥanan: Woher, daß man nicht wegen der übermäßigen Güte betet? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">74</sup><i class=\"footnote\">Mal. 3,10.</i><i>bringet den Zehnten ganz in das Schatzhaus &c.</i> – Was heißt<sup class=\"footnote-marker\">74</sup><i class=\"footnote\">Mal. 3,10.</i><i>bis zum Übermaße</i><sup class=\"footnote-marker\">75</sup><i class=\"footnote\">Cf. supra Fol. 9a Anmm. 222 u. 223.</i>? Rami b.R. Juda erwiderte: Bis eure Lippen müde<sup class=\"footnote-marker\">75</sup><i class=\"footnote\">Cf. supra Fol. 9a Anmm. 222 u. 223.</i>werden, ‘genug!’ zu sagen.", | |
| "Rami b.R. Juda sagte: In der Diaspora<sup class=\"footnote-marker\">76</sup><i class=\"footnote\">Dh. in Babylonien, das sich in einem Tale befindet, da dort der übermäßige Regen sehr schädlich ist.</i>lärme man dieserhalb wohl. Ebenso wird gelehrt: In einem Jahre, in dem es zu stark regnet, läßt die Priesterwache den Männern des Beistandes sagen: Richtet euer Augenmerk auf eure Brüder in der Diaspora, daß nicht ihre Häuser zu ihren Gräbern werden.", | |
| "Man fragte R. Elie͑zer: Wie stark muß es geregnet haben, um für das Aufhören zu beten? Dieser erwiderte: Wenn man auf Qeren Ophel<sup class=\"footnote-marker\">77</sup><i class=\"footnote\">Name eines hohen Felsens, ungef. Hohe (dunkle) Spitze.</i> stehend die Hände im Wasser schwenken kann. – Es wird ja gelehrt: die Füße!? – Zu verstehen ist, die Hände wie die Füße<sup class=\"footnote-marker\">78</sup><i class=\"footnote\">Wenn man sich bückt.</i>.", | |
| "Raba b.Bar Ḥana erzählte: Ich stand einst auf Qeren Ophel, und als ich von da aus einen Araber sah, der auf einem Esel ritt und einen Speer in der Hand hielt, erschien er mir wie eine Nisse.", | |
| "Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">79</sup><i class=\"footnote\">Lev. 26,4.</i><i>Ich will euch Regen zur geeigneten Zeit senden</i>; [die Erde] soll weder zu feucht noch zu trocken sein, sondern die Mitte haltend. Wenn der Regen nämlich zu stark ist, so verschlammt er den Boden, und er bringt keine Früchte hervor. Eine andere Erklärung:" | |
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| "<i>Zur geeigneten Zeit</i>, in den Nächten des Mittwochs und des Šabbaths<sup class=\"footnote-marker\">80</sup><i class=\"footnote\">In diesen Nächten sollen Dämonen umherschwirren, weshalb jeder zuhause blieb; cf. Pes. Fol. 112b.</i>.", | |
| "So geschah es nämlich zur Zeit des Šimo͑n b.Šaṭaḥ; damals regnete es nur in den Nächten des Mittwochs und des Šabbaths, dennoch wurden die Weizenkörner wie die Nieren, die Gerstenkörner wie die Olivensteine und die Linsen wie die Golddenare. Man verwahrte davon eine Probe für die Zukunft, um zu zeigen, was alles die Sünde verursachen kann, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Jer. 5,25.</i><i>eure Missetaten haben dies verhindert, eure Sünden haben euch das Gute entzogen</i>.", | |
| "Ebenso geschah es auch zur Zeit des Herodes, solange sie sich mit dem Bau des Tempels befaßten. Es regnete nur nachts, morgens aber kam ein Wind und zerstreute die Wolken; die Sonne trat hervor, und das Volk ging zur Arbeit. Sie wußten dann, daß eine göttliche Arbeit in ihren Händen sei.", | |
| "E<small>INST SPRACH MAN ZU</small> Ḥ<small>ONI DEM</small> K<small>REISZEICHNER</small> &<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: Einst verstrich die größere Hälfte des Adar ohne Regen. Da sprachen sie zu Ḥoni dem Kreiszeichner: Bete, daß Regen niederfalle. Er betete, jedoch fiel kein Regen. Da zeichnete er einen Kreis und stellte sich hinein, wie es einst der Prophet Ḥabaquq tat, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">82</sup><i class=\"footnote\">Hab. 2,1.</i><i>ich will mich auf meine Warte stellen und auf den Wall treten &c.</i>,", | |
| "und sprach vor ihnen: Herr der Welt, deine Kinder wandten sich an mich, weil ich wie ein Häusling bei dir bin; ich schwöre bei deinem großen Namen, daß ich mich von hier nicht rühre, als bis du dich deiner Kinder erbarmt hast. Da begann der Regen zu tröpfeln. Da sprachen seine Schüler: Meister, wir sehen dir zu und möchten nicht<sup class=\"footnote-marker\">83</sup><i class=\"footnote\">Dh. bei einem solchen Regen ist man vor Hungersnot nicht geschützt</i>sterben; uns dünkt, daß der Regen nur deshalb niederfällt, um dich von deinem Schwüre zu entbinden.", | |
| "Hierauf sprach er: Nicht um so etwas bat ich, sondern um Regen für Brunnen, Gruben und Höhlen. Da schlug er stürmisch nieder, jeder Tropfen so groß wie die Mundung eines Fasses. Die Weisen schätzten, daß jeder Tropfen mindestens ein Log hatte. Da sprachen seine Schüler zu ihm: Meister, wir sehen dir zu und möchten nicht sterben; uns dünkt, daß dieser Regen nur deshalb niederfällt, um die Welt zu zerstören.", | |
| "Hierauf sprach er: Nicht um so etwas bat ich, sondern um einen Regen der Willfährigkeit, segensreich und wohltuend. Nun fiel er wie gehörig, bis das ganze Volk sich vor dem Regen auf den Tempelberg flüchten mußte. Sodann sprachen sie zu ihm: Meister, wie du gebetet hast, daß er niederfalle, so bete auch, daß er aufhöre. Er erwiderte ihnen: Es ist mir überliefert, daß man wegen der übermäßigen Güte nicht flehe;", | |
| "bringt mir jedoch einen Farren zum Dankopfer. Da brachten sie ihm einen Farren zum Dankopfer, und er stützte auf ihn beide Hände, indem er sprach: Herr der Welt, dein Volk Jisraél, das du aus Miçrajim geführt hast, kann weder die übermäßige Güte, noch die übermäßige Strafe ertragen; du zürntest ihnen, und sie konnten es nicht ertragen, du spendest ihnen übermäßige Güte, und sie können es nicht ertragen. Möge es doch dein Wille sein, daß der Regen aufhöre und die Welt sich erhole! Sofort erhob sich ein Wind und zerstreute die Wolken, und die Sonne trat hervor. Das Volk aber ging ins Feld hinaus und holte sich Schwämme und Morcheln.", | |
| "Hierauf ließ ihm Šimo͑n b. Šaṭaḥ sagen: Wärest du nicht Ḥoni, so würde ich über dich den Bann verhängt haben. Könnte doch der Name Gottes entweiht werden, und selbst wenn es Jahre gleich den [Hungers]jähren Elijahus wären, wo der Schlüssel des Regens in der Hand Elijahus war.", | |
| "Was aber kann ich gegen dich machen, wo du gegen Gott ungezogen bist und er dir dennoch deinen Willen tut, wie ein Kind gegen seinen Vater ungezogen ist, und er ihm dennoch seinen Willen tut. Es spricht zu ihm: ‘Vater, führe mich warm baden’, ‘Gib mir Nüsse, Mandeln, Pfirsiche und Granatäpfel’, und er gewährt ihm alles. Über dich spricht die Schrift:<sup class=\"footnote-marker\">84</sup><i class=\"footnote\">Pr. 23,25.</i><i>freuen mögen sich dein Vater und deine Mutter, frohlocken, die dich gebar</i>.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Was ließen die Männer der Qaderhàlle<sup class=\"footnote-marker\">85</sup><i class=\"footnote\">Dh. das Synedrium, das da seine Sitzungen hielt.</i>Ḥoni dem Kreiszeichner sagen?<sup class=\"footnote-marker\">86</sup><i class=\"footnote\">Ij. 22,28ff.</i><i>Du befiehlst und es kommt zu stände, und über deinen Wegen strahlt Licht. Du befiehlst</i>,", | |
| "du befiehlst hienieden, und der Heilige, gepriesen sei er, bestätigt deinen Spruch drobn. <i>Über deinen Wegen strahlt Licht</i>, du hast das verfinsterte Zeitalter durch dein Gebet aufleuchten lassen.", | |
| "<i>Wenn sie abwärts führen, so rufst du</i>: <i>Empor!</i> Du hast das gesunkene Zeitalter durch dein Gebet aufgerichtet. <i>Dem Demütigen hilft er</i>, du hast dem durch seine Sünde gedemütigten Zeitalter durch dein Gebet geholfen. <i>Er errettet den Nicht-Schuldlosen</i>, du hast das nicht schuldlose Zeitalter durch dein Gebet errettet. <i>Errettet ist es durch die Reinheit deiner Hände</i>, du hast es errettet durch deine reinen Taten.", | |
| "R. Joḥanan sagte: All seine Tage grämte sich dieser Gerechte über folgenden Schriftvers:<sup class=\"footnote-marker\">87</sup><i class=\"footnote\">Ps. 126,1.</i><i>Stufenlied. Als der Herr die Gefangenschaft Çijons zurückführte, waren wir wie Träumende</i>. Er sprach nämlich: Gibt es denn jemand, der siebzig Jahre<sup class=\"footnote-marker\">88</sup><i class=\"footnote\">Dauer der babylonischen Gefangenschaft.</i>lang träumend schläft!?", | |
| "Eines Tages befand er sich auf dem Wege und sah einen Mann einen Johannisbrotbaum pflanzen. Da fragte er ihn: Nach wieviel Jahren trägt er? Jener erwiderte: Nach siebzig Jahren. Dieser fragte weiter: Bist du überzeugt, daß du noch siebzig Jahre leben wirst? Jener erwiderte: Ich habe Johannisbrotbäume auf der Welt vorgefunden; wie meine Vorfahren für mich pflanzten, ebenso will ich für meine Nachkommen pflanzen.", | |
| "Hierauf setzte er sich und aß sein Brot, worauf ihn ein Schlaf befiel. Sodann umgab ihn ein Felsen, und vor jedem Auge verborgen schlief er siebzig Jahre. Als er erwachte und einen Mann von [den Früchten] sammeln sah, fragte er ihn: Bist du es, der [den Baum] gepflanzt hat? Dieser erwiderte: Ich bin seines Sohnes Sohn. Da sprach er: Ich schlief also siebzig Jahre! Alsdann sah er, daß seine Eselin mittlerweile ganze Herden geworfen hatte.", | |
| "Als er hierauf nach Hause ging und nach dem Sohne Ḥoni des Kreiszeichners fragte, erwiderte man ihm: Dessen Sohn lebt nicht mehr, aber dessen Sohnes Sohn lebt noch. Da sprach er: Ich bin Ḥoni der Kreiszeichner. Man glaubte ihm aber nicht. Hierauf ging er ins Lehrhaus, und da hörte er, wie die Jünger sagten: Diese Lehre ist uns so klar, wie zur Zeit Ḥoni des Kreiszeichners. Dieser pflegte nämlich bei seinem Eintritte ins Lehrhaus alle Fragen zu beantworten, die die Jünger hatten. Da sprach er: Ich bin es. Sie glaubten ihm aber nicht und erwiesen ihm nicht die ihm gebührende Ehrung. Darob grämte er sich sehr, und nachdem er darum bat, starb er. Raba sagte: Das ist es, was die Leute sagen: Entweder Gesellschaft oder den Tod.", | |
| "Abba Ḥilqija war ein Sohnessohn Ḥoni des Kreiszeichners, und wenn die Welt des Regens benötigte, schickten die Rabbanan zu ihm, und wenn er flehte, fiel Regen nieder. Einst benötigte die Welt des Regens, und die Rabbanan sandten zu ihm ein Paar Jünger, daß er um Regen flehe. Diese gingen zu ihm nach Hause, trafen ihn aber nicht; hierauf gingen sie aufs Feld und trafen ihn beim Graben. Sie grüßten ihn," | |
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| "er aber wandte ihnen sein Gesicht nicht zu. Als er abends Holz [nach Hause] trug, nahm er Holz und Schaufel auf die eine Schulter und das Gewand auf die andere Schulter. Auf dem ganzen Wege trug er keine Schuhe, wenn er aber an ein Gewässer herankam, zog er Schuhe an, und wenn er an Dornen und Disteln herankam, hob er seine Kleider hoch. Als er die Stadt erreichte, kam ihm seine Frau geputzt entgegen, und als er an sein Haus kam, trat seine Frau zuerst ein, nachher er und nachher traten die Jünger ein. Hierauf setzte er sich und speiste, lud aber die Jünger nicht ein, mit ihm zu speisen. Alsdann verteilte er die Speisen an die Kinder, dem älteren gab er eine und dem jüngeren zwei.", | |
| "Hierauf sprach er zu seiner Frau: Ich weiß, daß die Rabbanan wegen des Regens gekommen sind; wollen wir auf den Söller gehen und um Erbarmen flehen; wenn der Heilige, gepriesen sei er, vielleicht gnädig ist und Regen kommt, so soll man dies nicht uns zugute halten. Sodann stiegen sie auf den Söller, er stellte sich in die eine Ecke [zum Beten] und sie in die andere, und die Wolken kamen zuerst von der Seite der Frau. Als er herunterkam, fragte er sie: Weswegen sind die Rabbanan hergekommen? Sie erwiderten: Die Rabbanan schickten uns zum Meister, daß er um Regen flehe. Dieser erwiderte: Gepriesen sei Gott, daß ihr des Abba Ḥilqija nicht mehr braucht.", | |
| "Darauf sprachen sie zu ihm: Wir wissen, daß der Regen wegen des Meisters gekommen ist; erkläre uns aber all dein Tun, das uns aufgefallen ist. Weshalb wandte uns der Meister das Gesicht nicht zu, als wir ihn grüßten? Dieser erwiderte: Ich bin Tagelöhner und durfte die Arbeit nicht unterbrechen. – Weshalb trug der Meister das Holz auf der einen Schulter und das Gewand auf der anderen Schulter? Dieser erwiderte: Es ist ein geborgtes Gewand, und ich habe es nur [zum Tragen] geborgt, nicht aber zu etwas anderem<sup class=\"footnote-marker\">89</sup><i class=\"footnote\">Es könnte durch das Holz beschädigt werden.</i>. –", | |
| "Weshalb trug der Meister auf dem ganzen Wege keine Schuhe, wohl aber, wenn er an ein Gewässer herankam? Dieser erwiderte: Den ganzen Weg sehe ich, was im Wasser ist, sehe ich nicht. – Weshalb hob der Meister seine Kleider hoch, wenn er an Dornen und Disteln herankam? Dieser erwiderte: Der [Körper] heilt, die [Kleider] heilen nicht<sup class=\"footnote-marker\">90</sup><i class=\"footnote\">Wenn sie durch die Disteln beschädigt werden.</i>. –", | |
| "Weshalb kam dem Meister seine Frau geputzt entgegen, als er die Stadt erreichte? Dieser erwiderte: Damit ich mein Auge nicht auf eine andere Frau werfe. – Weshalb trat sie zuerst ein, nachher erst der Meister und nachher wir? Dieser erwiderte: Weil ich euch<sup class=\"footnote-marker\">91</sup><i class=\"footnote\">Dh. eure Sittlichkeit.</i>nicht kenne. –", | |
| "Weshalb lud uns der Meister nicht ein, mit ihm zu speisen, als er sich zu Tisch setzte? – Weil die Mahlzeit nicht gereicht haben würde, und ich wollte keinen Dank umsonst haben<sup class=\"footnote-marker\">92</sup><i class=\"footnote\">Sie würden es nur als Höflichkeit aufgefaßt u. dankend abgelehnt haben.</i>. – Weshalb gab der Meister dem älteren Knaben ein Brot und dem jüngeren zwei? Dieser erwiderte: Dieser bleibt zuhause, jener weilt im Lehrhause. –", | |
| "Weshalb stiegen die Wolken zuerst auf der Seite auf, wo die Frau des Meisters stand, und nachher erst auf der Seite des Meisters? – Weil die Frau stets zuhause ist und den Armen fertiges Brot gibt, das sie unmittelbar genießen können, während ich Geld gebe, das sie nicht unmittelbar genießen können. Oder [aus folgendem Grunde]: in unserer Nachbarschaft wohnten Frevler; ich bat, daß sie sterben mögen, sie bat, daß sie Buße tun mögen.", | |
| "Ḥanan der Versteckte war ein Sohn der Tochter Ḥoni des Kreiszeichners, und wenn man des Regens bedurfte, schickten die Rabbanan Schulkinder zu ihm, die ihn an den Rockschößen faßten und riefen: Vater, Vater, gib uns Regen! Darauf sprach er: Herr der Welt, tue es um derer willen, die zwischen einem Vater, der Regen gibt, und einem Vater, der keinen Regen gibt, nicht zu unterscheiden wissen! – Weshalb hieß er Ḥanan der ‘Versteckte’? – Weil er sich in den. Abort<sup class=\"footnote-marker\">93</sup><i class=\"footnote\">Bei einer solchen Gelegenheit, aus Bescheidenheit; nach Raschi sind die Worte ‘in den Abort’ zu streichen.</i>zu verstecken pflegte.", | |
| "R. Zeriqa sprach zu R. Saphra: Komm und sieh den Unterschied zwischen den Mächtigen im Jisraéllande und den Frommen in Babylonien. Die Frommen in Babylonien, R. Hona und R. Ḥisda, sagten, wenn man Regen brauchte: Wir wollen uns versammeln und um Regen flehen, vielleicht ist der Heilige, gepriesen sei er, gnädig, daß Regen kommt.", | |
| "Anders aber ein Mächtiger im Jisraéllande, wie R. Jona, der Vater R. Manis. Wenn man Regen brauchte, ging er nach Hause und sprach: Gebt mir einen Sack, ich will um einen Zuz Getreide<sup class=\"footnote-marker\">94</sup><i class=\"footnote\">Dh. um einen hohen Preis: auch seine Angehörigen sollten nicht wissen, daß er um Regen bitten will u. mit einem Preissinken zu rechnen sei.</i>kaufen. Sodann stellte er sich, wenn er draußen war, an einer verborgenen Stelle in eine Vertiefung, wie es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">95</sup><i class=\"footnote\">Ps. 130,1.</i><i>aus der Tiefe rufe ich dich, Herr</i>, bedeckte sich mit einem Sacke und flehte um Erbarmen, worauf Regen kam. Wenn er nach Hause kam und man ihn fragte, ob er Getreide gebracht habe, erwiderte er: Ich denke, wegen des Regens kommt eine Entspannung über die Welt.", | |
| "Sein Sohn R. Mani wurde von den Leuten seines Schwiegervaters<sup class=\"footnote-marker\">96</sup><i class=\"footnote\">Statt <span dir=\"rtl\">נשיאה</span> ist <span dir=\"rtl\">נשא</span> od. <span dir=\"rtl\">נשי</span> zu lesen, wie aus dem Zusammenhange zu ersehen.</i>gequält; da warf er sich auf das Grab seines Vaters nieder und sprach: Vater, Vater, jene quälen mich! Als jene eines Tages an dieser Stelle vorüberkamen, blieben die Füße ihrer Pferde haften, bis sie auf sich nahmen, ihn nicht mehr zu quälen.", | |
| "Ferner: R. Mani pflegte bei R. Jiçḥaq b.Eljašib zu verkehren, und als er ihm einst klagte, daß die Reichen im Hause seines Schwiegervaters ihn quälen, sprach dieser: So mögen sie arm werden. Und sie wurden arm. Später klagte er ihm, daß sie ihn<sup class=\"footnote-marker\">97</sup><i class=\"footnote\">Für ihre Unterhaltung zu sorgen.</i>bedrängen; da sprach er: So mögen sie reich werden. Und sie wurden reich.", | |
| "Als er ihm einst klagte, seine Frau gefalle ihm nicht, fragte er ihn: Wie heißt sie? Jener erwiderte: Ḥanna. [Da sprach er]: So möge Ḥanna schön<sup class=\"footnote-marker\">98</sup><i class=\"footnote\">Die Hithpaelform <span dir=\"rtl\">תתיפה</span> kann auch heißen: so möge sie sich schmücken; hier wird jed. ein Wunder erzählt.</i>werden. Und sie ward schön. Hierauf klagte er ihm, sie sei gegen ihn anmaßend; da sprach er: So möge Ḥanna häßlich werden. Und sie wurde häßlich.", | |
| "Zwei Schüler, die zu R. Jiçḥaq b. Eljašib zu kommen pflegten, sprachen einst zu ihm: Möge doch der Meister für uns beten, daß wir weise werden! Dieser erwiderte: Einst besaß ich [die Macht], habe sie aber fortgeschickt.", | |
| "R. Jose b.Abin besuchte zuerst [die Lehrvorträge] des R. Jose aus Joqereth; später verließ er ihn und besuchte die des R. Aši." | |
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| "Eines Tages hörte er ihn lehren: Šemuél sagte: Wer [am Šabbath] einen Fisch aus dem Meere zieht, ist<sup class=\"footnote-marker\">99</sup><i class=\"footnote\">Wegen des Tötens am Šabbath, obgleich er ihn zurück ins Wasser wirft.</i>schuldig, sobald an ihm die Größe eines Sela͑ trocken wird. Da sprach er zu ihm: Möge doch der Meister ergänzen: zwischen den Flossen. Jener entgegnete: Weiß denn der Meister nicht, daß R.Jose b. Abin es gesagt<sup class=\"footnote-marker\">100</sup><i class=\"footnote\">Beim Vortrage einer Lehre ist stets der Autor zu nennen.</i>hat!? Dieser erwiderte: Ich bin es.", | |
| "Hierauf fragte jener: Pflegte der Meister nicht [die Lehrvorträge des] R. Jose aus Joqereth zu besuchen? Dieser erwiderte: Jawohl. Jener fragte: Weshalb verließ ihn der Meister und kommt nun hierher? Dieser erwiderte: Ein Mann, der seinen Sohn und seine Tochter nicht schonte, wie sollte er mich schonen?", | |
| "Welches Bewenden hat es mit seinem Sohne? – Eines Tages hatte er Tagelöhner auf dem Felde, und als es spät wurde, ohne daß er ihnen zu essen brachte, sprachen sie zu seinem Sohne: Wir haben Hunger. Da sie gerade unter einem Feigenbaume saßen, rief er aus: O Feigenbaum, bringe doch deine Früchte hervor, damit die Arbeiter meines Vaters zu essen haben! Da brachte er welche hervor und sie aßen.", | |
| "Hierauf kam der Vater und sprach zu ihnen: Nehmet mir die Verzögerung nicht übel; ich habe mich verspätet, weil ich mich mit einer gottgefälligen Handlung befaßte und bis jetzt aufgehalten wurde. Diese erwiderten: Möge der Allbarmherzige dich sättigen, wie dein Sohn uns gesättigt hat. Als er sie fragte, wieso denn, erzählten sie ihm das ganze Ereignis. Da sprach er zu ihm: Mein Sohn, du hast deinen Schöpfer belästigt, daß der Feigenbaum seine Früchte vor der Zeit hervorbringe, so verscheide auch du vor der Zeit! –", | |
| "Welches Bewenden hat es mit seiner Tochter? – Er hatte eine Tochter von großer Schönheit. Als er einst bemerkte, wie jemand den Zaun durchbrach und [durch die Spalte] guckte, fragte er ihn: Was soll dies? Dieser erwiderte: Meister, wenn es mir nicht beschieden ist, sie zu bekommen, sollte es mir auch nicht beschieden sein, sie zu sehen!? Da sprach er: Meine Tochter, du quälst die Menschen, kehre zurück zu deinem Staube, damit die Menschen durch dich nicht straucheln.", | |
| "Er hatte auch einen Esel, der während des ganzen Tages vermietet wurde. Abends legte man ihm das Mietgeld auf den Rücken, und er ging heim zu seinem Herrn; wenn es aber zu viel oder zu wenig war, ging er nicht fort. Eines Tages wurden auf seinem Rücken ein paar Sandalen vergessen, und er ging nicht eher fort, als bis man es herunternahm. (Erst dann ging er fort.)", | |
| "Wenn die Spendensammler Elea͑zar aus Birath sahen, versteckten sie sich, weil er ihnen alles hergab, was er bei sich hatte. Eines Tages ging er auf den Markt, um Brautausstattung für seine Tochter zu kaufen, und als die Spendensammler ihn bemerkten, versteckten sie sich vor ihm;", | |
| "er aber eilte ihnen nach und sprach: Ich beschwöre euch: womit befaßt ihr euch? Diese erwiderten: Mit [der Ausstattung] eines Waisenpaares. Da sprach er zu ihnen: Beim Kult, diese sind bevorzugter als meine Tochter. Hierauf gab er ihnen alles her, was er bei sich hatte. Ein Zuz aber blieb ihm zurück, und für diesen kaufte er Weizen, den er in die Vorratskammer tat.", | |
| "Als seine Frau kam, fragte sie die Tochter: Was brachte dir der Vater? Diese erwiderte: Alles, was er brachte, tat er in die Vorratskammer. Da ging sie die Tür der Vorratskammer öffnen und fand die ganze Kammer voll Weizen, der in die Türpfanne gedrungen war, sodaß man [vor Weizen] die Tür nicht öffnen konnte. Hierauf ging die Tochter ins Lehrhaus und sprach zu ihm: Komm und sieh, was dein Freund dir beschert hat! Er aber erwiderte ihr: Beim Kult, es soll dir als Geheiligtes gelten; du sollst daran nicht mehr haben, als jeder andere Arme in Jisraél.", | |
| "R. Jehuda der Fürst verfügte einst ein Fasten; er flehte um Erbarmen, doch kam kein Regen. Da sprach er: Welchen Unterschied gibt es doch zwischen Šemuél aus Rama und Jehuda, dem Sohne Gamliéls! Wehe dem Zeitalter, das so gesunken ist, und wehe dem, in dessen Tagen sich solches ereignet. Er grämte sich darüber, und Regen kam.", | |
| "Einst verfügten sie beim Fürsten ein Fasten, ohne es R. Joḥanan und Reš Laqiš mitgeteilt zu haben, und erst am folgenden Morgen teilte man es ihnen mit. Da sprach Reš Laqiš zu R. Joḥanan: Wir haben es ja nicht am vorhergehenden Abend<sup class=\"footnote-marker\">101</sup><i class=\"footnote\">Cf. supra Fol. 12a</i>auf uns genommen! Dieser erwiderte: Wir schließen uns ihnen an.", | |
| "Einst verfügten sie beim Fürsten ein Fasten, aber es kam kein Regen. Da trug ihnen Ošaja, der jüngste im Kollegium, vor:<sup class=\"footnote-marker\">102</sup><i class=\"footnote\">Num. 15,24.</i><i>Und wenn dies vor den Augen der Gemeinde versehentlich geschah</i>;", | |
| "dies gleicht der Braut im Hause ihres Vaters: sind ihre Augen schön, so braucht ihr übriger Körper nicht untersucht zu werden, sind aber ihre Augen trübe, so muß ihr ganzer Körper untersucht<sup class=\"footnote-marker\">103</sup><i class=\"footnote\">Dh. die Leute im Fürstenhause taugen nichts.</i>werden.", | |
| "Da kamen die Diener, warfen ihm ein Tuch um den Hals und quälten ihn. Hierauf sprachen die Einwohner der Stadt zu ihnen: Lasset ihn; er hat uns auch gekränkt, dennoch lassen wir ihn zuruh und tun ihm nichts, weil wir sehen, daß all sein Tun um des Himmels willen geschieht; lasset auch ihr von ihm ab.", | |
| "Einst verfügte Rabbi ein Fasten, aber es kam kein Regen. Da trat Ilpha, und wie manche sagen, Ilphi, vor [die Lade], und als er sprach: ‘Er läßt den Wind wehen’, da erhob sich ein Wind, ‘Er läßt den Regen niederfallen’, kam Regen. Jener fragte ihn: Was ist deine Beschäftigung? Dieser erwiderte: Ich wohne in einer armseligen Ortschaft, wo kein Wein für den Weihsegen und den Unterscheidungssegen zu haben ist; ich aber bemühe mich, Wein für den Weihsegen und den Unterscheidungssegen zu besorgen, und entledige die Leute ihrer Pflicht.", | |
| "Einst kam Rabh in eine Ortschaft und verfügte ein Fasten, aber es kam kein Regen. Da trat der Gemeindevertreter vor [die Lade] und als er sprach: ‘Er läßt den Wind wehen’, erhob sich ein Wind, ’Er läßt den Regen niederfallen’, kam Regen. Jener fragte: Was ist deine Beschäftigung? Dieser erwiderte: Ich bin Kinderlehrer und unterrichte die Armen wie die Reichen; von dem aber, der nicht bezahlen kann, verlange ich nichts. Ferner habe ich einen Behälter mit Fischen, und wenn ein Knabe widerspenstig ist, so schenke ich ihm von diesen, oder schicke ihm welche und üherrede ihn, bis er zum Unterrichte kommt.", | |
| "Einst verfügte R. Naḥman ein Fasten; er flehte um Erbarmen, aber es kam kein Regen. Da sprach er: Schleudert den Naḥman von der Wand auf die Erde. Er war sehr niedergeschlagen, und darauf kam Regen.", | |
| "Einst verfügte Rabba ein Fasten; er flehte um Erbarmen, aber es kam kein Regen. Da sprachen sie zu ihm: Wenn R. Jehuda ein Fasten verfügte, kam sofort Regen! Dieser erwiderte: Was kann ich machen: sollte es auf das Gesetzesstudium ankommen, so sind wir ja weiter als jene, denn in den Jahren R. Jehudas beschränkte sich nämlich das ganze Studium" | |
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| "auf [die Sektion von den] Schäden<sup class=\"footnote-marker\">104</sup><i class=\"footnote\">Vierte der 6 Sektionen der Mišna; cf. Bd. I S. 86. Anm. 63.</i>, während wir alle sechs Sektionen studieren. Wenn nämlich R. Jehuda [im Traktate] Uqçin<sup class=\"footnote-marker\">105</sup><i class=\"footnote\">Cf. Bd. I S. 86 Anm. 64.</i>[zum Passus] «Eine Frau, die Kräuter in einen Topf eingelegt hat», wie manche sagen, [zum Passus] «Oliven, die man mit ihren Blättern eingelegt hat, sind rein», herankam, rief er: Die Disputationen von Rabh und Šemuél<sup class=\"footnote-marker\">106</sup><i class=\"footnote\">Cf. Bd. I S. 86 Anm. 65.</i> finden wir hier!", | |
| "Wir aber lernen Uqçin in dreizehn Vorlesungen. Und dennoch, sobald R. Jehuda einen Schuh<sup class=\"footnote-marker\">107</sup><i class=\"footnote\">Als Vorbereitung zum Fasten.</i>abzog, kam Regen, wir aber schreien den ganzen Tag, und niemand achtet auf uns. Und sollte es auf die Werke ankommen, so möge doch derjenige, der etwas [Unrechtes] bemerkt hat, kommen und sagen! Was aber vermögen die Großen des Zeitalters zu tun, wenn das Zeitalter selbst nicht gut angeschrieben ist!?", | |
| "Einst sah R. Jehuda, wie zwei Leute Mißbrauch mit Brot trieben. Da sprach er: Es scheint, daß Sättigkeit in der Welt herrscht. Da richtete er sein Auge, und Hunger trat ein. Hierauf sprachen die Rabbanan zu R. Kahana, dem Sohne des R. Neḥunja: Der Diener des Meisters, der oft bei ihm ist, veranlasse ihn, durch die Pforte zu gehen, die zum Markte führt. Jener tat dies, und als er auf den Markt kam und eine Menschenansammlung sah, fragte er, was da los sei.", | |
| "Man erwiderte ihm : Die Leute stehen um Datteltrester an, die feilgeboten werden. Da rief er: Es scheint, daß eine Hungersnot in der Welt herrscht. Da sprach er zu seinem Diener: Ziehe mir meine Schuhe ab. Als er ihm einen Schuh abzog, kam Regen, und als er ihm den zweiten abziehen wollte, kam Elijahu und sprach zu ihm: Der Heilige, gepriesen sei er, sagte, wenn du den zweiten abziehst, werde er die Welt zerstören.", | |
| "R. Mari, Sohn der Tochter Šemuéls, erzählte: Ich stand dann am Ufer des Flusses Papa und sah Engel, die wie Schiffer erschienen, Schiffe mit Sand füllen, der in feines Mehl verwandelt wurde. Als die Leute da hingingen und kaufen wollten, sprach ich zu ihnen: Kaufet nicht davon, denn es ist durch ein Wunder entstanden. Am folgenden Tage kamen Schiffe mit Weizen aus Parzina<sup class=\"footnote-marker\">108</sup><i class=\"footnote\">Nach einer anderen Lesart: Schiffe mit Reis.</i>.", | |
| "Einst kam Raba nach Hagronja und verfügte da ein Fasten; es kam aber kein Regen. Hierauf ordnete er an, daß alle im Fasten übernachten sollen. Am folgenden Tage sprach er: Ist jemand, der einen Traum hatte, so erzähle er ihn mir. Da sprach R. Elea͑zar aus Hagronja: Mich ließ man im Traume lesen: Schönen Gruß dem guten Meister, vom guten Herrn, der von seiner Güte seinem Volke gütigst angedeihen läßt. Da sprach er: Es scheint, daß die Stunde zum Gebete günstig ist. Darauf flehte er um Erbarmen, und Regen kam.", | |
| "Einst wurde jemand beim Gerichte Rabas zur Prügelstrafe verurteilt, weil er einer Nichtjüdin beiwohnte. Raba ließ ihn prügeln und er starb, Als die Sache beim Könige Sapor bekannt wurde, und er Raba verfolgen wollte, sprach Iphra Hormez, die Mutter des Königs, zu ihrem Sohne: Unterlasse Händel mit den Juden, denn ihr Herr gewährt ihnen alles, was sie von ihm verlangen.", | |
| "Er fragte sie: Was zum Beispiel? – Sie flehen um Erbarmen, und Regen kommt. Er entgegnete: Dies nur deshalb, weil es gerade die Regenzeit ist; mögen sie doch jetzt, in der Jahreszeit des Tammuz, um Regen bitten. Darauf ließ sie Raba sagen: Stimme dich andächtig und flehe um Regen. Er flehte, aber es kam kein Regen.", | |
| "Da sprach er: Herr der Welt!<sup class=\"footnote-marker\">109</sup><i class=\"footnote\">Ps. 44,2.</i><i>Gott</i>, <i>mit unseren Ohren haben wir gehört, unsere Väter haben uns erzählt</i>: <i>ein großes Werk hast du in ihren Tagen ausgeführt, in den Tagen der Vorzeit; wir aber sahen es nicht mit unseren Augen</i>. Hierauf kam ein solcher Regen, daß die Kanäle von Sepphoris sich in den Tigris ergossen. Da erschien ihm sein Vater im Traume und sprach zu ihm: Wer wird den Himmel so sehr belästigen!? Wechsle dein Lager. Er tat dies. Am folgenden Tage fand er in seinem Bette Spuren von Messerstichen.", | |
| "R. Papa verfügte ein Fasten, aber es kam kein Regen. Da er sehr schwach war, löffelte er eine Schüssel Graupen aus und flehte wiederum; aber es kam kein Regen. Da sprach R. Naḥman b.Ušpazati<sup class=\"footnote-marker\">110</sup><i class=\"footnote\">Dieser Name kommt sonst nicht vor u. auch an dieser Stelle variiert er in den Handschriften. Nach anderen Name der Mutter RP.s u. als Anrede zu konstruieren.</i>zu ihm: Wenn der Meister noch eine zweite Schüssel Graupen auslöffelt, kommt Regen. Da wurde er sehr niedergeschlagen, und Regen kam.", | |
| "R. Ḥanina b. Dosa befand sich auf dem Wege, und es kam ein Regen. Da sprach er: Herr der Welt, die ganze Welt in Behagen und Ḥanina in Not! Da hörte der Regen auf. Als er nach Hause kam, sprach er: Herr der Welt, die ganze Welt in Not und Ḥanina<sup class=\"footnote-marker\">111</sup><i class=\"footnote\">Der kein Land besaß.</i>in Behagen! Da kam Regen.", | |
| "R. Joseph sprach: Was nützte nun bei R. Ḥanina b.Dosa das Gebet des Hochpriesters!? Wir haben nämlich gelernt: Im äußeren Räume verrichtete er<sup class=\"footnote-marker\">112</sup><i class=\"footnote\">Der Hochpriester am Versöhnungstage.</i>ein kurzes Gebet. – Was betete er? Rabina b.Ada und Raba b. Ada sagten beide im Namen R. Jehudas: ‘Möge es dein Wille sein, o Herr, unser Gott, daß es in diesem Jahre Regen und Hitze gebe’. – Ist denn die Hitze vorteilhaft, sie ist ja im Gegenteil nachteilig!? –", | |
| "Vielmehr, sollte es in diesem Jahre Hitze geben, so möge es auch Regen und Tau geben. ‘Achte nicht auf das Gebet der Reisenden’<sup class=\"footnote-marker\">113</sup><i class=\"footnote\">Die, wie im obigen Falle, um das Ausbleiben des Regens bitten.</i>. R. Aḥa, der Sohn Rabas, ergänzte noch im Namen R. Jehudas: ‘Möge doch kein Herrscher aus dem Hause Jehudas aufhören. Und möge dein Volk Jisraél bei der Ernährung nicht einer auf den anderen angewiesen sein, auch nicht auf ein fremdes Volk.", | |
| "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: An jedem Tage ertönt eine Hallstimme und spricht: Die ganze Welt wird wegen meines Sohnes Ḥanina ernährt, und mein Sohn Ḥanina begnügt sich mit einem Kab Johannisbrot von Šabbathvorabend zu Šabbathvorabend. An jedem Vorabend des Šabbaths pflegte seine Frau den Ofen zu heizen und etwas Rauchendes hineinzuwerfen," | |
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| "weil sie sich schämte<sup class=\"footnote-marker\">114</sup><i class=\"footnote\">Im Rufe zu stehen, sie habe nichts zu backen.</i>. Sie hatte aber eine böse Nachbarin, und diese sagte einst: Ich weiß, daß sie nichts hat, was soll dies nun!? Da ging sie und klopfte an ihre Tür, und jene schämte sich und flüchtete in eine Kammer.", | |
| "Es geschah aber ein Wunder, und sie sah den Ofen voll Brot und die Mulde voll Teig. Da rief sie : Du, du, hole eine Schaufel, dein Brot brennt an. Jene erwiderte: Dazu ging ich eben. Es wird gelehrt, sie ging auch wirklich eine Schaufel holen, weil sie an Wunder gewöhnt war.", | |
| "Einst sprach seine Frau zu ihm : Wie lange noch werden wir uns so quälen! Dieser erwiderte: Was sollen wir tun!? – Flehe um Erbarmen, daß man dir etwas gebe. Hierauf flehte er um Erbarmen. Da ragte eine Art Hand hervor und überreichte ihm den Fuß eines goldenen Tisches. Darauf sah sie im Traume: dereinst werden die Frommen an goldenen Tischen mit drei Füßen essen, du aber an einem Tische mit zwei Füßen.", | |
| "Da sprach sie zu ihm: Ist es dir denn recht, daß alle Welt an einem ganzen Tische esse, wir aber an einem defekten!? Dieser erwiderte: Was sollen wir nun tun!? – Flehe um Erbarmen, daß man ihn dir abnehme. Darauf flehte er um Erbarmen, und man nahm ihn ihm ab. Es wird gelehrt: Das zweite Wunder ist größer als das erste, denn es ist überliefert, daß man wohl gibt, aber nicht zurücknimmt.", | |
| "Einst sah er an einem Freitag, daß seine Tochter traurig war und fragte sie, weshalb sie traurig sei. Diese erwiderte: Mir ist die Ölkanne mit der Essigkanne vertauscht worden, und ich habe aus dieser die Šabbathleuchte gefüllt. Dieser erwiderte: Meine Tochter, was geht dich dies an; wer dem Öle zu brennen befohlen hat, kann auch dem Essig zu brennen befehlen. Es wird gelehrt: Die Leuchte brannte dann den ganzen Tag, und man verwandte sie noch beim Unterscheidungssegen.", | |
| "R. Ḥanina b.Dosa hatte Ziegen, und als man ihm einst berichtete, daß sie Schaden anrichten, sprach er: Wenn sie wirklich Schaden anrichten, so mögen Bären sie fressen, wenn aber nicht, so möge jede abends einen Bären auf den Hörnern heimbringen. Abends brachte jede einen Bären auf den Hörnern heim.", | |
| "Einst baute eine Nachbarin von ihm ein Haus, und die Balken langten nicht. Da kam sie zu R. Ḥanina und sprach zu ihm: Ich baue ein Haus, und die Balken langen nicht. Er fragte sie: Wie heißt da? Diese erwiderte: Ajbu<sup class=\"footnote-marker\">115</sup><i class=\"footnote\">So in den meisten Texten; unsere Ausgaben haben: Ekho od. Ajkho.</i>. Da sprach er: Ajbu, deine Balken sollen langen.", | |
| "Es wird gelehrt: Die Balken ragten dann eine Elle auf jeder Seite hervor. Manche sagen: Sie setzten sich [aus Stücken] zusammen. Es wird gelehrt: Pelemo erzählte: Ich habe dieses Haus gesehen; die Balken desselben ragten an jeder Seite eine Elle hervor, und man sagte mir, dieses sei das Haus, das R. Ḥanina b.Dosa durch sein Gebet gebälkt hat.", | |
| "Woher hatte R. Ḥanina b. Dosa Ziegen, wo er doch so arm war!? Ferner sagten ja die Weisen, man dürfe im Jisraéllande<sup class=\"footnote-marker\">116</sup><i class=\"footnote\">Wegen der Beschädigung der fremden Grundstücke; cf. Bq. Fol. 79b.</i>kein Kleinvieh halten!? R. Pinḥas erwiderte: Einst war jemand an seiner Tür vorübergegangen und hatte da Hühner zurückgelassen; die Frau des R. Ḥanina b.Dosa fand sie, er aber verbot ihr, von den Eiern zu genießen.", | |
| "Als Eier und Hühner sich vermehrten und sie ihm lästig wurden, verkaufte er sie, und für den Erlös kaufte er Ziegen. Eines Tages ging der Mann vorüber, der die Hühner verloren hatte, und sagte zu seinem Genossen: Hier ließ ich die Hühner zurück. Als R. Ḥanina b. Dosa dies hörte, fragte er ihn: Hast du an diesen ein Zeichen? Dieser erwiderte: Jawohl. Darauf sagte er ihm das Zeichen und erhielt die Ziegen. Das sind die Ziegen, die auf ihren Hörnern die Bären heimbrachten.", | |
| "R. Elea͑zar b. Pedath lebte in großer Not. Einst ließ er sich zur Ader und hatte nichts, womit sich zu stärken; da nahm er ein Stück Knoblauch und tat es in den Mund, worauf ihm übel wurde und er einschlief. Die Rabbanan besuchten ihn und sahen ihn weinen und lachen, und ein Feuerstrahl kam aus seiner Stirn.", | |
| "Als er erwachte, fragten sie ihn: Weshalb weintest und lachtest du? Er erwiderte: Der Heilige, gepriesen sei er, saß bei mir und ich fragte ihn, wie lange noch ich mich auf dieser Welt quälen werde, und er erwiderte mir: Elea͑zar, mein Sohn, ist es dir recht, daß ich die ganze Weltschöpfung von neuem beginne, und du dann vielleicht in einer glücklicheren Stunde<sup class=\"footnote-marker\">117</sup><i class=\"footnote\">Wörth Stunde der Ernährung.</i>geboren wirst?", | |
| "Da sprach ich vor ihm: All dies, und vielleicht. Darauf fragte ich, ob [die Zeit,] die ich gelebt habe, oder die, die ich noch leben werde, die größere sei, und er erwiderte mir, die ich gelebt habe. Da sprach ich: Wenn dem so ist, so wünsche ich es nicht.", | |
| "Alsdann sprach er zu mir: Als Belohnung dafür, daß du es abgelehnt hast, werde ich dir in der zukünftigen Welt dreizehn Teiche Balsamöl geben, klar wie der Euphrat und der Tigris, in denen du dich der Wonne hingeben wirst. Ich sprach dann vor ihm: Nur das und nichts mehr!? Er erwiderte mir: Was sollte ich denn deinen Genossen geben!? Ich aber entgegnete: Ich möchte den Anteil derer haben, die nichts erhalten<sup class=\"footnote-marker\">118</sup><i class=\"footnote\">Viell.: verlange ich etwa von einem, der nichts hat!?</i>. Da gab er mir einen Stüber auf die Stirn, indem er sprach: Elea͑zar, mein Sohn, ich beschieße dich mit Pfeilen.", | |
| "R. Ḥama b.Ḥanina verfügte ein Fasten, aber es kam kein Regen. Sie sprachen zu ihm: Als R.Jehošua͑ b.Levi ein Fasten verfügte, kam Regen. Er entgegnete: Ich bin ich und er ist der Sohn Levis. Hierauf sprachen sie zu ihm: Wir wollen uns in Andacht zusammentun; vielleicht kommt Regen, wenn die Gemeinde ihr Herz zerbricht. Sie flehten, es kam aber kein Regen. Hierauf fragte er sie: Wollt ihr alle, daß Regen komme?", | |
| "Sie erwiderten: Jawohl. Da sprach er: Himmel, Himmel, bedecke dein Gesicht! Er bedeckte sich aber nicht. Darauf sprach er: Wie frech ist doch der Himmel! Da bedeckte er sich, und Regen kam.", | |
| "Levi verfügte ein Fasten, aber es kam kein Regen. Da sprach er: Herr der Welt, du bist hinaufgestiegen und hast dich in der Höhe niedergelassen, du erbarmst dich nicht deiner Kinder. Hierauf kam Regen, er aber wurde lahm. R. Elea͑zar sagte: Nie stoße ein Mensch Worte gegen oben aus, denn ein großer Mann, das ist Levi, stieß Worte gegen oben aus, und er wurde lahm. –", | |
| "Aber ist ihm dies denn deshalb geschehen, Levi wurde ja lahm, als er vor Rabbi das Bücken<sup class=\"footnote-marker\">119</sup><i class=\"footnote\">Des Hochpriesters im Tempel; cf. Suk. Fol. 53a.</i>zeigte!? – Das eine und das andere verursachten dies.", | |
| "R. Ḥija b.Luliani<sup class=\"footnote-marker\">120</sup><i class=\"footnote\">Cf. supra Fol. 18b. Anm. 58.</i>hörte, wie die Wolken zu einander sprachen: Kommt, wir wollen Wasser nach A͑mon und Moáb bringen. Da sprach er: Herr der Welt, als du deinem Volke Jisraél die Tora gegeben hast, hattest du dich vorher an alle Völker der Welt gewandt, und sie nahmen sie nicht an, jetzt aber willst du ihnen Regen geben!? Entladet euch hierselbst! Und sie entluden sich auf ihrem Platze.", | |
| "R. Ḥija b. Luliani trug vor: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">121</sup><i class=\"footnote\">Ps. 92,13.</i><i>der Fromme sproßt wie die Palme, er wächst wie die Zeder auf dem Lebanon</i>. Wozu Zeder, wenn es schon Palme heißt, und wozu Palme, wenn es schon Zeder heißt? Hieße es nur Palme und nicht Zeder, so könnte man sagen, wie die Palme" | |
| ], | |
| [ | |
| "ihren Stamm nicht wechselt, ebenso wechsle – behüte und bewahre – auch der Fromme seinen Stamm nicht; daher heißt es auch Zeder. Und hieße es nur Zeder und nicht Palme, so könnte man sagen, wie die Zeder keine Früchte hervorbringt, ebenso bringe – behüte und bewahre – auch der Fromme keine Früchte hervor; daher heißt es Palme und heißt es Zeder. –", | |
| "Aber wechselt denn die Zeder ihren Stamm, es wird ja gelehrt: Wenn jemand von seinem Nächsten einen Baum zum Fällen gekauft hat, so lasse er eine Handbreite über dem Erdboden zurück<sup class=\"footnote-marker\">122</sup><i class=\"footnote\">Damit er neue Triebe hervorbringe.</i>und fälle ihn; von einem Sykomorenstamme<sup class=\"footnote-marker\">123</sup><i class=\"footnote\">Der bereits einmal gefällt worden war u. wiederum gewachsen ist.</i>lasse man zwei Handbreiten und von einer jungfräulichen Sykomore<sup class=\"footnote-marker\">124</sup><i class=\"footnote\">Die noch nicht gefällt worden ist.</i>lasse man drei Handbreiten; Röhricht und Weinstöcke vom Knoten ab; Dattelpalmen und Zedern darf er ausgraben und entwurzeln, weil diese ihren Stamm nicht wechseln<sup class=\"footnote-marker\">125</sup><i class=\"footnote\">Wenn sie einmal gefällt worden sind.</i>!? –", | |
| "Hier handelt es sich um andere Arten von Zedern. Dies nach Rabba b. R. Hona, denn Rabba b.R. Hona sagte: Es gibt zehn Arten von Zedern, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">126</sup><i class=\"footnote\">Jes. 41,19.</i><i>ich will die Wüste besetzen mit Zedern, Akazien, Myrten &c</i>.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Einst verfügte R. Elie͑zer dreizehn Gemeindefasten, aber es kam kein Regen. Zuletzt begann die Gemeinde [das Bethaus] zu verlassen, da sprach er: Habt ihr euch schon Gräber besorgt!? Darauf brach die ganze Gemeinde in Weinen aus, und Regen fiel nieder.", | |
| "Ferner ereignete es sich einst, daß R. Elie͑zer vor die Lade trat und die vierundzwanzig Segenssprüche<sup class=\"footnote-marker\">127</sup><i class=\"footnote\">Cf. supra Fol. 15a.</i>sprach; er wurde aber nicht erhört. Alsdann trat R. A͑qiba vor [die Lade] und sprach: Unser Vater und König, wir haben keinen König außer dir! Unser Vater, unser König, deinetwegen erbarme dich unser! Da fiel Regen nieder. Als die Rabbanan dieserhalb über jenen Nachrede führten, ertönte eine Hallstimme und sprach: Nicht etwa, daß dieser bedeutender wäre als jener, sondern, weil dieser nachsichtig ist, jener aber nicht.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Wie viel muß es geregnet haben, daß die Gemeinde das Fasten einstelle? Soweit die Pflugschar eindringt<sup class=\"footnote-marker\">128</sup><i class=\"footnote\">Wenn der Regen so tief reicht.</i> – so R. Meír. Die Weisen sagen, eine Handbreite in einen trockenen [Boden], zwei in einen gewöhnlichen, drei in einen bearbeiteten.", | |
| "Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Du hast keine von oben aus [befeuchtete] Handbreite, der nicht drei vom Untergrunde aus [befeuchtete] Handbreiten entgegenkämen. – Es wird ja aber gelehrt: zwei Handbreiten!? – Das ist kein Widerspruch; eines gilt von einem bearbeiteten [Boden] und eines von einem nicht bearbeiteten.", | |
| "R. Elea͑zar sagte: Wenn man am Hüttenfeste<sup class=\"footnote-marker\">129</sup><i class=\"footnote\">Cf. Suk. Fol. 48a.</i>das Wasser gießt, ruft eine Flut der anderen zu: Laß dein Wasser sprudeln, ich höre das Geräusch zweier<sup class=\"footnote-marker\">130</sup><i class=\"footnote\">Des Wassers u. des Weines, die dann auf den Altar gegossen werden.</i>Freunde. So heißt es: <sup class=\"footnote-marker\">131</sup><i class=\"footnote\">Ps. 42,8.</i><i>eine Flut ruft der anderen beim Rauschen deiner Wasserfälle zu &c</i>.", | |
| "Rabba erzählte: Ich sah den Ridja<sup class=\"footnote-marker\">132</sup><i class=\"footnote\">Engel des Regens.</i>, der einem Drittlingskalbe gleicht, und dessen Lippen stehen vorn auseinander ab. Er steht zwischen den unteren und dem oberen Gewässer; zum oberen Gewässer spricht er: ergieße dein Wasser, und zum unteren Wasser spricht er: laß dein Wasser hervorquellen. So heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">133</sup><i class=\"footnote\">Cant. 2,12.</i><i>die Blumen zeigten sich im Lande &c.</i> <sup class=\"footnote-marker\">134</sup><i class=\"footnote\">Die Fortsetzung des Verses: die Stimme des <span dir=\"rtl\">תור</span> wurde gehört, das mit ‘Ochs’ übersetzt wird u. auf den einem Kalbe ähnlichen Engel des Regens deutet.</i>.", | |
| "W<small>ENN WÄHREND DES</small> F<small>ASTENS VOR</small> S<small>ONNENAUFGANG</small> R<small>EGEN FÄLLT</small> &<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: Wenn während des Fastens vor Sonnenaufgang Regen fällt, so beende man [das Fasten] nicht, wenn nach Sonnenaufgang, so beende man es – so R. Meír. R. Jehuda sagt, wenn vor Mittag, so beende man es nicht, wenn nach Mittag, so beende man es.", | |
| "R. Jose sagt, wenn vor der neunten Stunde, so beende man es nicht, wenn nach der neunten Stunde, so beende man es. So finden wir es auch bei Aḥab, dem Könige von Jisraél, daß er erst von der neunten Stunde ab fastete, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">135</sup><i class=\"footnote\">iReg. 21,29.</i><i>hast du gemerkt, daß sich Aḥáb gedemütigt hat</i><sup class=\"footnote-marker\">136</sup><i class=\"footnote\">Für den König beginnt die Pflicht des Fastens erst mit der 9. Tagesstunde, in der er die 1. Mahlzeit einnimmt; cf. Pes. Fol. 107b.</i><i>&c</i>.", | |
| "Einst verfügte R. Jehuda der Fürst ein Fasten, und nach Sonnenaufgang kam Regen. Er glaubte, [das Fasten] beenden zu lassen, da sprach R. Ami zu ihm: Wir haben gelernt [zu unterscheiden], ob vor Mittag oder nach Mittag. Einst verfügte Šemuél der Kleine ein Fasten, und vor Sonnenaufgang kam Regen. Als nun das Volk dies zum Lobe der Gemeinde deuten wollte,", | |
| "sprach er: Ich will euch ein Gleichnis sagen, womit dies zu vergleichen ist: als wenn ein Diener seinen Herrn um seinen Lohn bittet, und dieser zu ihnen spricht: Gebt ihm, nur daß ich seine Stimme nicht höre.", | |
| "Ein anderes Mal verfügte Šemuél der Kleine ein Fasten, und erst nach Sonnenuntergang kam Regen. Als nun das Volk dies zum Lobe der Gemeinde deuten wollte, sprach Šemuél zu ihnen: Dies gereicht nicht zum Lobe der Gemeinde; ich will euch ein Gleichnis sagen, womit dies zu vergleichen ist: als wenn ein Diener seinen Herrn um Lohn bittet, und dieser zu ihnen spricht: Wartet damit, bis er sich abhärmt und grämt, dann erst gebt ihm. –", | |
| "In welchem Falle kann es nach Šemuél dem Kleinen zum Lobe der Gemeinde gedeutet werden? – Wenn er sagt: ‘Er läßt den Wind wehen’, und ein Wind sich erhebt, und wenn er sagt: ‘Er läßt den Regen fallen’, und Regen kommt.", | |
| "E<small>INST VERFÜGTEN SIE IN</small> L<small>UD EIN</small> F<small>ASTEN</small> &<small>C</small>. Sollten sie doch das Loblied vorher gelesen haben!? Abajje und Raba erklärten beide: Weil man das Loblied" | |
| ], | |
| [ | |
| "nur bei befriedigtem Gemüte und gefülltem Bauche lese. – Aber R. Papa kam ja einst ins Bethaus von Abi Gober<sup class=\"footnote-marker\">137</sup><i class=\"footnote\">Name eines Ortes in der Nähe von Maḥoza, u. nicht Personenname, als welchen manche es erklären.</i>, nachdem er ein Fasten verfügt hatte und Regen vormittags gefallen war, und ließ das Loblied lesen, und erst nachher aßen und tranken sie!? – Anders die Einwohner von Maḥoza, weil bei ihnen Trunkenheit häufig ist.", | |
| "", | |
| "<sup>i</sup> <b>A</b>N <small>DREI</small> Z<small>EITEN IM</small> J<small>AHRE ERHEBEN DIE</small> P<small>RIESTER IHRE</small> H<small>ÄNDE</small> [<small>ZUM</small> P<small>RIESTERSEGEN</small>] <small>VIERMAL AN EINEM</small> T<small>AGE, BEIM</small> M<small>ORGENGEBETE, BEIM</small> Z<small>USATZGEBETE, BEIM</small> V<small>ESPERGEBETE UND BEIM</small> S<small>CHLUSSGEBETE: AN</small> F<small>ASTTAGEN, AN DEN</small> S<small>TANDBEZIRKSTAGEN UND AM</small> V<small>ERSÖHNUNGSTAGE</small>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">ii</sup> F<small>OLGENDES</small> B<small>EWENDEN HAT ES MIT DEN</small> S<small>TANDBEZIRKEN</small>. E<small>S HEISST</small>: <sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Num. 28,2.</i><i>befiehl den Kindern Jisraél &c</i>. <i>meine Opfergaben, meine Speise</i>; <small>WIE SOLL NUN DAS</small> O<small>PFER FÜR EINEN DARGEBRACHT WERDEN, OHNE DASS ER DABEI STEHT</small>!?", | |
| "D<small>AHER ORDNETEN DIE ERSTEN</small> P<small>ROPHETEN VIERUNDZWANZIG</small> P<small>RIESTEBWACHEN AN, UND BEI JEDER</small> P<small>RIESTERWACHE WAREN IN</small> J<small>ERUŠALEM</small> [M<small>ÄNNER DER</small>] S<small>TANDBEZIRKE</small> [<small>VERTRETEN</small>], <small>BESTEHEND AUS</small> P<small>RIESTERN</small>, L<small>EVITEN UND</small> J<small>ISRAÉLITEN</small>.", | |
| "K<small>AM EINE</small> P<small>RIESTERWACHE AN DIE</small> R<small>ETHE HINAUFZUZIEHEN, SO ZOGEN DIE ZU DIESER GEHÖRENDEN</small> P<small>RIESTER UND</small> L<small>EVITEN NACH</small> J<small>ERUŠALEM HINAUF, WÄHREND DIE ZU DIESER GEHÖRENDEN</small> J<small>ISRAÉLITEN SICH IN IHREN</small> S<small>TÄDTEN VERSAMMELTEN UND AUS DER</small> S<small>CHÖPFUNGSGESCHICHTE</small><sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Das 1. Kapitel der Genesis.</i> <small>LASEN</small>. <sup>iii</sup> [D<small>IE</small> M<small>ÄNNER DES</small> S<small>TANDBEZIRKES FASTETEN VIER</small> T<small>AGE IN DER</small> W<small>OCHE, VON</small> M<small>ONTAG BIS</small> D<small>ONNERSTAG; AM</small> V<small>ORABEND DES</small> Š<small>ABBATHS FASTETEN SIE NIGHT, WEGEN DER</small> E<small>HRUNG DES</small> Š<small>ABBATHS, UND AM</small> S<small>ONNTAG NICHT, DAMIT SIE NICHT, VON</small> R<small>UHE UND</small> W<small>ONNE IN</small> M<small>ÜHSAL UND</small> F<small>ASTEN ÜBERGEHEND, IN</small> T<small>ODESGEFAHR GERATEN</small>.]", | |
| "A<small>M</small> S<small>ONNTAG</small> [<small>LASEN SIE DEN</small> A<small>BSATZ</small>]:<sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Anfänge der einzelnen Absätze in der Schöpfungsgeschichte.</i><i>Am Anfang</i> <small>UND</small> <i>Es werde eine Veste</i>; <small>AM</small> M<small>ONTAG</small>: <i>Es werde eine Veste</i> <small>UND</small> <i>Es sammle sich das Wasser</i>; <small>AM</small> D<small>IENSTAG</small>: <i>Es sammle sich das Wasser</i> <small>UND</small> <i>Es sollen Leuchten entstehen</i>; <small>AM</small> M<small>ITTWOCH</small>: <i>Es sollen Leuchten entstehen</i> <small>UND</small> <i>Es wimmle das Wasser</i>; <small>AM</small> D<small>ONNERSTAG</small>: <i>Es wimmle das Wasser</i> <small>UND</small> <i>Die Erde bringe hervor</i>; <small>AM</small> F<small>REITAG</small>: <i>Die Erde bringe hervor</i> <small>UND</small> <i>So wurde der Himmel vollendet</i>.", | |
| "E<small>IN GRÖSSERER</small> A<small>BSATZ IST VON ZWEIEN UND EIN KLEINERER VON EINEM ZU LESEN</small>. S<small>O BEIM</small> M<small>ORGENGEBETE UND BEIM</small> Z<small>USATZGEBETE, UND BEIM</small> V<small>ESPERGEBETE VERSAMMELTEN SIE SICH UND LASEN AUSWENDIG, WIE MAN DAS</small> Š<small>EMA͑ LIEST</small>. A<small>M</small> V<small>ORABEND DES</small> Š<small>ABBATHS VERSAMMELTEN SIE SICH BEIM</small> V<small>ESPERGEBETE NICHT, WEGEN DER</small> E<small>HRUNG DES</small> Š<small>ABBATHS</small>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">iv</sup> A<small>N EINEM</small> T<small>AGE</small>, <small>AN DEM DAS</small> L<small>OBLIED GELESEN WIRD, FÄLLT DER</small> B<small>EISTAND MORGENS AUS; AN DEM EIN</small> Z<small>USATZOPFER DARGEBRACHT WIRD, FÄLLT DER</small> B<small>EISTAND BEIM</small> S<small>CHLUSSGEBETE AUS; AN DEM ES</small> H<small>OLZOPFER</small><sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Hierüber weiter.</i> <small>GIBT, FÄLLT ER BEIM</small> V<small>ESPERGEBETE AUS – SO</small> R. <small>A͑QIBA</small>.", | |
| "B<small>EN</small> A͑<small>ZAJ SPRACH ZU IHM</small>: R. J<small>EHOŠUA͑ LEHRTE WIE FOLGT: AN DEM EIN</small> Z<small>USATZOPFER DARGEBRACHT WIRD, FÄLLT ER BEIM</small> V<small>ESPERGEBETE AUS, AN DEM ES</small> H<small>OLZOPFER GIBT, FÄLLT ER BEIM</small> S<small>CHLUSSGEBETE AUS</small>. D<small>A TRAT</small> R. <small>A͑QIBA ZURÜCK, UM WIE</small> B<small>EN A͑ZAJ ZU LEHREN</small>.", | |
| "<sup>v</sup> A<small>N NEUN</small> [T<small>AGEN IM</small> J<small>AHRE</small>] <small>WAR</small> H<small>OLZSPENDE FÜR</small> P<small>RIESTER UND</small> V<small>OLK</small>: A<small>M ERSTEN</small> N<small>ISAN FÜR DIE</small> F<small>AMILIE</small> A<small>RAḤ VOM</small> S<small>TAMME</small> J<small>EHUDA; AM ZWANZIGSTEN</small> T<small>AMMUZ FÜR DIE</small> F<small>AMILIE</small> D<small>AVID VOM</small> S<small>TAMME</small> J<small>EHUDA; AM FÜNFTEN</small> A<small>B FÜR DIE</small> F<small>AMILIE</small> P<small>ARO͑Š VOM</small> S<small>TAMME</small> J<small>EHUDA; AM SIEBENTEN DESSELBEN FÜR DIE</small> F<small>AMILIE</small> J<small>ONADAB B</small>.R<small>EKHAB; AM ZEHNTEN DESSELBEN FÜR DIE</small> F<small>AMILIE</small> S<small>ENAA͑ VOM</small> S<small>TAMME</small> B<small>INJAMIN; AM FÜNFZEHNTEN DESSELBEN FÜR DIE</small> F<small>AMILIE</small> Z<small>ATU VOM</small> S<small>TAMME</small> J<small>EHUDA,\n</small>", | |
| "UND MIT DIESER AUCH P<small>RIESTER UND</small> L<small>EVITEN, ALLE, DIE IHREN</small> S<small>TAMM NICHT GENAU KANNTEN, DIE</small> F<small>AMILIE DER</small> K<small>EULENSCIIMUGGLER UND DIE</small> F<small>AMILIE DER</small> F<small>EIGENPRFSSER;\n</small>", | |
| "AM ZWANZIGSTEN DESSELBEN FÜR DIE F<small>AMILIE</small> P<small>AḤATH</small> M<small>OAB VOM</small> S<small>TAMME</small> J<small>EHUDA: AM ZWANZIGSTEN</small> E<small>LUL FÜR DIE</small> F<small>AMILIE</small> A͑<small>DIN VOM</small> S<small>TAMME</small> J<small>ERUDA; AM ERSTEN</small> Ṭ<small>EBETH WIEDERUM FÜR DIE</small> F<small>AMILIE</small> P<small>ARO͑Š</small>. A<small>M ERSTEN</small> Ṭ<small>EBETH FIEL DER</small> B<small>EISTAND AUS, WEIL AN DIESEM DAS</small> L<small>OBLIED GELESEN UND DAS</small> Z<small>USATZOPFER UND DAS</small> H<small>OLZOPFER DARGEBRACHT WURDE</small>.", | |
| "<sup>vi</sup> F<small>ÜNF</small> [<small>UNGLÜCKLICHE</small>] E<small>REIGNISSE TRAFEN UNSERE</small> V<small>ORFAHREN AM SIEBZEHNTEN</small> T<small>AMMUZ, UND FÜNF AM</small> N<small>EUNTEN</small> A<small>B</small>. A<small>M SIEBZEHNTEN</small> T<small>AMMUZ WURDEN</small>" | |
| ], | |
| [ | |
| "<small>DIE</small> G<small>ESETZESTAFELN ZERBROCHEN</small><sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Cf. Ex. 32.19.</i>, <small>WURDE DAS BESTÄNDIGE</small> O<small>PFER EINGESTELLT</small><sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Bei der Belagerung Jerušalems.</i>, <small>WURDE</small> B<small>RESCHE IN DIE</small> S<small>TADT GELEGT, WURDE DIE</small> T<small>ORA DURCH</small> P<small>OSTUMUS</small><sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Im Texte Apostomos, viell. Postumius, Name einiger römischer Feldherren.</i> <small>VERBRANNT UND EIN</small> G<small>ÖTZENBILD IM</small> T<small>EMPEL AUFGESTELLT</small>.", | |
| "A<small>M</small> N<small>EUNTEN</small> A<small>B WURDE ÜBER UNSERE</small> V<small>ORFAHREN VERHÄNGT, NIGHT IN DAS</small> L<small>AND EINZUZIEHEN</small><sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Gf. 14,29ff.</i>, <small>DAS ERSTE UND DAS ZWEITE</small> M<small>AL DER</small> T<small>EMPEL ZERSTÖRT</small>, B<small>ITTHER EROBERT UND DIE</small> S<small>TADT GESCHLEIFT</small>.", | |
| "M<small>IT DEM</small> E<small>INTRITT DES</small> A<small>B IST DIE</small> F<small>RÖHLICHKEIT EINZUSCHRÄNKEN</small>. <sup>vii</sup> I<small>N DER</small> W<small>OCHE, IN DIE DER</small> N<small>EUNTE</small> A<small>B FÄLLT, IST DAS</small> H<small>AARSCHNEIDEN UND DAS</small> K<small>LEIDERWASCHEN VERBOTEN; AM</small> D<small>ONNERSTAG IST ES WEGEN DER</small> E<small>HRUNG DES</small> Š<small>ABBATHS ERLAUBT</small>. A<small>M</small> V<small>ORABEND DES</small> N<small>EUNTEN</small> A<small>B ESSE MAN NICHT ZWEIERLEI</small> G<small>ERICHTE, AUCH ESSE MAN KEIN</small> F<small>LEISCH UND TRINKE KEINEN</small> W<small>EIN</small>.", | |
| "R. Š<small>IMO͑N B</small>.G<small>AMLIÉL SAGT, MAN ÄNDERE DABEI</small>. R. J<small>EHUDA VERPFLICHTET AUCH ZUR</small> U<small>MLEGUNG DES</small> B<small>ETTES</small><sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Da man auf der Erde schlafen kann.</i>; <small>DIE</small> W<small>EISEN PFLICHTEN IHM ABER NICHT BEI</small>. <sup>viii</sup> R. Š<small>IMO͑N B</small>.G<small>AMLIÉL SAGTE</small>: J<small>ISRAÉL HATTE KEINE FRÖHLICHEREN</small> F<small>ESTTAGE ALS DEN FÜNFZEHNTEN</small> A<small>B UND DEN</small> V<small>ERSÖHNUNGSTAG</small>. A<small>N DIESEN PFLEGTEN DIE</small> T<small>ÖCHTER</small> J<small>ERUŠALEMS IN GEBORGTEN WEISSEN</small> G<small>EWÄNDERN AUSZUGEHEN, UM NICHT DIE ZU BESCHÄMEN, DIE KEINE HATTEN, WESHALB AUCH ALLE</small> G<small>EWÄNDER EINES</small> R<small>EINIGUNGSBADES BENÖTIGEN</small>.", | |
| "D<small>IE</small> M<small>ÄDCHEN</small> J<small>ERUŠALEMS ZOGEN AUS UND TANZTEN IN DEN</small> W<small>EINGÄRTEN, INDEM SIE DABEI SANGEN</small>: J<small>ÜNGLING, ERHEBE DEINE</small> A<small>UGEN UND SCHAUE, WEN DU DIR WÄHLEST: RICHTE DEINE</small> A<small>UGEN NICHT AUF</small> S<small>CHÖNHEIT, RICHTE DEINE</small> A<small>UGEN AUF</small> F<small>AMILIE</small>.<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Pr. 31,30.</i><i>Trügerisch ist die Anmut, eitel die Schönheit; nur eine gottesfürchtige Frau, die ist zu loben.</i> F<small>ERNER HEISST ES</small>:<sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 31.</i><i>gebet ihr von der Frucht ihrer Hände, in den Toren künden ihre Werke ihr Lob</i>.", | |
| "E<small>BENSO HEISST ES</small>:<sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Cant. 3,11.</i><i>kommt heraus und schaut, Töchter Çijons, den König Šelomo im Kranze, mit dem ihn seine Mutter bekränzt hat am Tage seiner Vermählung, am Tage seiner Herzensfreude. Am Tage seiner Vermählung</i>, <small>DAS IST DIE</small> G<small>ESETZGEBUNG</small>; <i>am Tage seiner Herzensfreude</i>, <small>DAS IST DIE</small> E<small>RBAUUNG DES</small> T<small>EMPELS, DER BALD, IN UNSEREN</small> T<small>AGEN, ERBAUT WERDEN MÖGE</small>", | |
| "GEMARA. A<small>N DREI</small> Z<small>EITEN IM</small> J<small>AHRE ERHEBEN DIE</small> P<small>RIESTER IHRE</small> H<small>ÄNDE</small> &<small>C</small>. Gibt es denn an den Fasttagen und den Standbezirkstagen ein Zusatzgebet? – [Unsere Mišna] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: an drei Zeiten im Jahre erheben die Priester ihre Hände [zum Priestersegen] bei allen Gebeten, an manchen also viermal in einem Tage, beim Morgengebete, beim Zusatzgebete, beim Vespergebete und beim Schlußgebete; diese drei Zeiten sind folgende: die Fasttage, die Standbezirkstage und der Versöhnungstag.", | |
| "R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Dies ist die Ansicht R. Meírs, die Weisen aber sagen, nur beim Morgengebete und beim Zusatzgebete werden die Hände erhoben, nicht aber beim Vespergebete und beim Schlußgebete. –", | |
| "Wer sind die Weisen? – Es ist R. Jehuda, denn es wird gelehrt: Beim Morgengebete, beim Zusatzgebete, beim Vespergebete und beim Schlußgebete findet die Händeerhebung statt – so R. Meír. R. Jehuda sagt, die Händeerhebung findet nur beim Morgengebete und beim Zusatzgebete statt, beim Vespergebete aber und beim Schlußgebete findet die Händeerhebung nicht statt. R. Jose sagt, beim Schlußgebete finde die Händeerhebung statt, beim Vespergebete finde die Händeerhebung nicht statt. –", | |
| "Worin besteht ihr Streit? R. Meír ist der Ansicht: an jedem anderen Tage erheben die Priester ihre Hände nicht beim Vespergebete wegen etwaiger Trunkenheit, an solchen Tagen gibt es aber keine Trunkenheit.", | |
| "R. Jehuda ist der Ansicht: beim Morgengebete und beim Zusatzgebete kommt auch an jedem anderen Tage Trunkenheit nicht vor, daher haben die Rabbanan auch an diesen nichts berücksichtigt; beim Vespergebete und beim Schlußgebete aber, bei denen an jedem anderen Tage Trunkenheit vorkommen kann, haben die Rabbanan es an diesen berücksichtigt.", | |
| "Und R. Jose ist der Ansicht: beim Vespergebete, das an jedem Tage gebetet wird, haben die Rabbanan es berücksichtigt, beim Schlußgebete, das nicht an jedem Tage gebetet wird, haben die Rabbanan es nicht berücksichtigt.", | |
| "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs, die Halakha sei wie R. Meír; R. Joḥanan sagte, das Volk pflege nach R. Meír zu verfahren; Raba sagte, der Brauch sei wie R. Meír.", | |
| "Nach demjenigen, welcher sagt, die Halakha sei wie R. Meír, ist dies auch im Lehrhause vorzutragen; nach demjenigen, welcher sagt, es sei Brauch, ist es zwar nicht im Lehrhause vorzutragen, jedoch ist demgemäß zu entscheiden; und nach demjenigen, welcher sagt, man pflege so zu verfahren, ist demgemäß nicht zu entscheiden, jedoch läßt man es dabei bewenden, wenn jemand so verfahren hat.", | |
| "R. Naḥman aber sagte, die Halakha sei wie R. Jose. Die Halakha ist wie R. Jose. – Wieso erheben jetzt die Priester ihre Hände beim Vespergebete des Fasttages? – Da sie es kurz vor Sonnenuntergang tun, so ist es ebenso, wie beim Schlußgebete<sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">An diesem ist nicht das Vespergebet anderer Tage zu berücksichtigen, da es später verrichtet wird.</i>.", | |
| "Alle sind also der Ansicht, der Trunkene dürfe die Hände [zum Priestersegen] nicht erheben; woher dies? – R. Jehošua͑ b.Levi sagte im Namen Bar Qapparas: Weshalb steht der Abschnitt vom Priestersegen neben dem vom Naziräer? Um dir zu sagen, wie dem Naziräer der Wein verboten ist, ebenso ist auch dem segnenden Priester der Wein verboten.", | |
| "Der Vater R. Zeras, wie manche sagen, R. Oša͑ja b.Zabhda, wandte ein: Demnach sollten dem segnenden Priester auch Traubenkerne verboten sein, wie sie dem Naziräer verboten sind!? R. Jiçḥaq erwiderte: Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Dt. 10,8.</i><i>ihm zu dienen und in seinem Namen zu segnen</i>, wie dem diensttuenden Priester Traubenkerne erlaubt sind, ebenso sind dem segnenden Priester Traubenkerne erlaubt. –" | |
| ], | |
| [ | |
| "Demnach sollte der gebrechenbehaftete Priester zum Priestersegen nicht zugelassen werden, wie ein solcher zum Tempeldienste nicht zugelassen wird!? – Er wird ja mit dem Naziräer verglichen. –", | |
| "Was veranläßt dich, ihn erleichternd zu vergleichen, vergleiche ihn doch erschwerend!? – Dies ist nur eine rabbanitische Anlehnung, daher erleichternd.", | |
| "F<small>OLGENDES</small> B<small>EWENDEN HAT ES MIT DEN</small> S<small>TANDBEZIRKEN</small>. Es heißt: <i>befiehl den Kindern Jisraél &c.</i> Was meint er damit? Er meint es wie folgt: Hier wird von Standbezirken gesprochen; aus welchem Grunde haben sie Standbezirke angeordnet? Es heißt: <i>befiehl den Kindern Jisraél und sprich zu ihnen</i>: <i>meine Opfergaben, meine Speisen, zu meinen Feueropfern &c.</i>", | |
| "Wie soll nun das Opfer für einen dargebracht werden, ohne daß er dabei ist? Deshalb ordneten die ersten Propheten vierundzwanzig Priester wachen an und bei jeder Priester wache waren in Jerušalem [Männer der] Standbezirke [vertreten], bestehend aus Priestern, Leviten und Jisraéliten. Kam eine Priesterwache an die Reihe hinaufzuziehen, so zogen die zu dieser gehörenden Priester und Leviten nach Jerušalem hinauf.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Vierundzwanzig Priesterwachen waren im Jisraéllande und zwölf in Jeriḥo. – Wenn zwölf in Jeriḥo waren, so waren es ja bedeutend mehr!? – Vielmehr: zwölf von diesen waren in Jeriḥo. – Kam eine Priesterwache an die Reihe, hinaufzuziehen, so zog die eine Hälfte aus dem ganzen Lande nach Jerušalem hinauf und die andere Hälfte nach Jeriḥo, um ihre Brüder [in Jerušalem] mit Wasser und Nahrungsmitteln zu versorgen.", | |
| "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: [Die Darbringung] des Opfers ist [vom Beisein] der Priester, Leviten und Jisraéliten abhängig. In einer Barajtha wurde gelehrt: (R.Šimo͑n b.Elea͑zar sagte:) [Die Darbringung] des Opfers ist [vom Beisein] der Priester, Leviten [und Jisraéliten] und der Musikinstrumente abhängig. – Worin besteht ihr Streit? – Einer ist der Ansicht, die Musik sei vornehmlich eine vokale<sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Die Anwesenheit der Leviten genügt u. die Musikinstrumente sind entbehrlich.</i>, und einer ist der Ansicht, die Musik sei vornehmlich eine instrumentale.", | |
| "R. Ḥama b.Gorja sagte im Namen Rabhs: Moše ordnete für Jisraél acht Priesterwachen an, vier aus [der Familie] Elea͑zars und vier aus [der Familie] Ithamars; dann kam Šemuél und brachte sie auf sechzehn, und hierauf kam David und brachte sie auf vierundzwanzig, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">iChr. 26,31.</i><i>im vierzigsten Jahre der Regierung Davids wurden sie aufgesucht, und es fanden sich unter ihnen wackere Männer zu Ja͑zer in Gilea͑d</i>.", | |
| "Man wandte ein: Moše ordnete für Jisraél acht Priesterwachen an, vier aus [der Familie] Elea͑zars und vier aus [der Familie] Ithamars, und hierauf kamen David und Šemuél und brachten sie auf vierundzwanzig, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Ib. 9.22.</i> <i>David und Šemuél der Seher hatten sie in ihre Amtspflicht eingesetzt</i>. – Er meint es wie folgt: durch die Anordnungen Davids und Šemuéls aus Rama wurden sie auf vierundzwanzig gebracht.", | |
| "Ein Anderes lehrt: Moše ordnete für Jisraél sechzehn Priesterwachen an, acht aus [der Familie] Elea͑zars und acht aus [der Familie] Ithamars; als aber die Nachkommen Elea͑zars zahlreicher wurden als die Nachkommen Ithamars, teilte man sie und brachte [die Priester wachen] auf vierundzwanzig, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Ib. 24,4.</i><i>es befand sich aber, daß die Nachkommen Elea͑zars hinsichtlich der Geschlechtshäupter zahlreicher waren als die Nachkommen Ithamars; daher teilte man sie so, daß auf Elea͑zar sechzehn und auf Ithamar acht Familienhäupter kamen</i>. Ferner heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 6.</i><i>je eine Familie von der Linie Elea͑zars und je eine Familie von der Linie Ithamars</i>. –", | |
| "Wozu das ‘ferner’? – Man könnte glauben, wie die Nachkommen Elea͑zars sich vermehrt haben, ebenso haben sich die Nachkommen Ithamars von ursprünglich vier auf acht vermehrt, so komm und höre: <i>je eine Familie von der Linie Elea͑zars und je eine Familie von der Linie Ithamars</i>. Dies ist eine Widerlegung R. Ḥisdas<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Die kursierenden Ausgaben haben hier wie oben ‘R. Ḥama b.Gorja’, dagegen manche Handschriften auch oben ‘R. Ḥisda’; die Erstausgabe hat ‘R. Ḥisda im Namen des RḤbG.’</i>!? –", | |
| "R. Ḥisda kann dir erwidern: hierüber [streiten] Tannaím, und ich bin der Ansicht desjenigen, der acht sagt.", | |
| "Die Rabbanan lehrten : Vier Priesterwachen kehrten aus der Gefangenschaft zurück, und zwar: Jeda͑ja, Jehojarib, Pašḥur und Immer; darauf kamen die Propheten, die unter ihnen waren," | |
| ], | |
| [ | |
| "und teilten sie in vierundzwanzig. Man mischte [die Loszettel], die unter ihnen waren, durcheinander und tat sie in eine Urne, sodann kam Jeda͑ja und zog für sich und für seine Genossen, zusammen sechs, darauf kam Jehojarib und zog für sich und seine Genossen zusammen sechs und ebenso Pašḥur und ebenso Immer.", | |
| "Die Propheten, die unter ihnen waren, bestimmten also: selbst wenn die Familie Jehojarib, die einst<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Im 1. Tempel.</i>Haupt der Priesterwache war, hinaufziehen<sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Nach Jerušalem. Nach unserem Tetxte unverständlich; nach den kursierenden Ausgaben gehörte Jehojarib nicht zu den 4 aus dem Exil gezogenen Priesterwachen, an dessen Stelle wird Ḥorim genannt.</i>sollte, werde Jeda͑ja dennoch nicht verdrängt, vielmehr bleibe Jeda͑ja Hauptwache und Jehojarib ihm angeschlossen.", | |
| "W<small>ÄHREND DIE ZU DIESER GEHÖRENDEN</small> J<small>ISRAÉLITEN SICH IN IHREN</small> S<small>TÄDTEN VERSAMMELTEN UND AUS DER</small> S<small>CHÖPFUNGSGESCHICHTE LASEN</small>. W<small>OHER DIES</small>? R. Ja͑qob b. Aḥa erwiderte im Namen R. Asis: Wenn nicht die Stadtbezirke<sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Die Institution des Opferwesens.</i>, würden Himmel und Erde nicht bestehen, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Gen. 15,8.</i><i>und er sprach</i>: <i>O Herr, mein Gott, woran soll ich erkennen, daß ich es besitzen werde</i>.", | |
| "Abraham sprach nämlich: Herr der Welt, vielleicht sündigt Jisraél vor dir, und du verfährst mit ihm, wie du mit dem Zeitalter der Sintflut und dem des Turmbaues verfahren bist!? Er erwiderte: Nein. Jener sprach vor ihm: Herr der Welt, laß mich erkennen, wieso ich es besitzen werde! Er erwiderte:<sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 9.</i><i>Hole mir ein Drittlingskalb und eine Drittlingsziege &c</i>.", | |
| "Jener sprach wiederum vor ihm: Herr der Welt, allerdings zur Zeit, wo der Tempel besteht, was aber wird aus ihnen zur Zeit, wo er nicht besteht!? Er erwiderte: Ich habe für sie bereits die Opferungsordnung<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Die Zusammenstellung der Abschnitte über die Opferung, die täglich gelesen wird.</i>vorgesehen; wenn sie diese vor mir lesen, so rechne ich es ihnen an, als hätten sie mir Opfer dargebracht, und vergebe ihnen all ihre Sünden.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Die Männer der Priesterwache beteten, daß das Opfer ihrer Brüder in Wohlgefallen angenommen werde, und die Männer des Standbezirkes versammelten sich im Bethause und fasteten vier Tage, Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag. Am Montag für die Seereisenden, am Dienstag für die Wüstenreisenden,", | |
| "am Mittwoch, daß die Kinder von der Bräune verschont bleiben, und am Donnerstag für die Schwangeren und die Säugenden; für die Schwangeren, daß sie nicht fehlgebären, und für die Säugenden, daß sie ihre Kinder zu nähren vermögen. Am Freitag fasteten sie nicht, zur Ehrung des Šabbaths, und um so weniger am Šabbath selbst. –", | |
| "Weshalb nicht am Sonntag? R. Joḥanan erwiderte: Wegen der Nazarener<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Nach den Kommentaren: sie würden das Fasten an ihrem Feiertage übel nehmen od. nicht zulassen. Diese Rücksicht zur Zeit des Urchristentums ist ganz unwahrscheinlich. Richtiger vielmehr, um nicht in den Verdacht der Fraternisierung mit den Nazarenern zu geraten, die den Sonntag (vor der Einführung desselben als Ruhetag) als dies domini erklärten.</i>. R. Šemuél b.Naḥmani erwiderte: Weil er der dritte [Tag] seit der Schöpfung [des Menschen]<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Der 3.Tag einer Krankheit gilt als gefährlich (cf. Gen. 34,25) u. ebenso der 3. der Geburt.</i>ist.", | |
| "Reš Laqiš erwiderte: Wegen der erweiterten<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Cf. Jt. Fol. 16a Anm. 24.</i>Seele. Reš Laqiš sagte nämlich: Am Vorabend des Šabbaths erhalte der Mensch eine erweiterte Seele, die man ihm beim Ausgange des Šabbaths abnimmt, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Ex. 31,17.</i><i>er ruhte und atmete auf</i>; nachdem er geruht: wehe<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Cf. Jt. Fol. 16a Anm, 25.</i>fort ist die Seele<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Er ist daher am Sonntag geschwächt.</i>.", | |
| "A<small>M</small> S<small>ONNTAG</small> [<small>LASEN SIE DEN</small> A<small>BSATZ</small>]<small></small> <i>Am Anfang</i> <small>UND</small> <i>Es werde eine Veste</i>. Es wird gelehrt: [Der Absatz] <i>Am Anfang</i> wird von zweien [gelesen], <i>Es werde eine Veste</i> von einem. – Allerdings <i>Es werde eine Veste</i> von einem, weil er nur drei Verse hat, wieso aber <i>Am Anfang</i> von zweien, er hat ja nur fünf Verse, während wir gelernt haben, wer aus der Tora vorliest, [lese] mindestens drei Verse!? –", | |
| "Rabh erklärte, man wiederhole ihn<sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Den 3. Vers (wörtl. man springe zurück); er wird von beiden gelesen.</i>; Šemuél erklärte, man teile ihn. – Weshalb sagt Rabh, daß man ihn wiederhole, und nicht, daß man ihn teile? – Er ist der Ansicht, einen Vers, den Moše nicht geteilt hat, dürfen auch wir nicht teilen. – ‘", | |
| "Šemuél erklärte, man teile ihn’. Dürfen wir ihn denn teilen, R. Ḥanina der Bibelleser erzählte ja, er habe sich viel mit R. Ḥanina dem Großen abgequält, dennoch erlaubte er ihm nicht, einen Schriftvers zu teilen, nur bei Schulkindern, weil es zum Unterrichte erfolgt!? – Šemuél kann erwidern: bei diesen aus dem Grunde, weil es nicht anders möglich ist, und auch hierbei ist es nicht anders möglich. –", | |
| "Weshalb sagt Šemuél, daß man ihn teile, und nicht, daß man ihn wiederhole? – Mit Rücksicht auf die Eintretenden und mit Rücksicht auf die Fortgehenden<sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">Wenn die Eintretenden den zweiten mit Vers 3 beginnen sehen, so glauben sie, der erste habe nur 2 Verse gelesen, vice versa die Fortgehenden.</i>.", | |
| "Man wandte ein: Ein Absatz von sechs Versen ist von zweien zu lesen, hat er nur fünf, so lese einer drei Verse und der andere zwei aus dem betreffenden Absatz und einen aus dem folgenden; manche sagen, drei, weil man nicht einen Absatz mit weniger als drei Versen beginnen darf.", | |
| "Soll man doch den betreffenden Vers entweder nach der einen Ansicht wiederholen oder nach der anderen Ansicht teilen!? –" | |
| ], | |
| [ | |
| "Anders ist es da, wo man Spielraum hat<sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Man kann noch vom folgenden Absatz lesen.</i>.", | |
| "E<small>IN GRÖSSERER</small> A<small>BSATZ IST VON ZWEIEN ZU LESEN</small>. S<small>O BEIM</small> M<small>ORGENGEBETE UND BEIM</small> Z<small>USATZGEBETE, UND BEIM</small> V<small>ESPERGEBETE LASEN SIE AUSWENDIG</small> &<small>C</small>. Man fragte: Wie meint er es: beim Morgengebete und beim Zusatzgebete lese man aus dem Buche, und beim Vespergebete lese man wie das Šema͑ auswendig, oder aber wie folgt: beim Morgengebete aus dem Buche, und beim Zusatzgebete und beim Vespergebete lese man wie das Šema͑ auswendig? –", | |
| "Komm und höre: Es wird gelehrt: Beim Morgengebete und beim Zusatzgebete versammle man sich im Bethause und lese wie man das ganze Jahr liest, beim Vespergebete aber kann sie jeder Einzelne auswendig lesen. R. Jose sprach: Darf denn ein Einzelner Worte der Tora auswendig lesen, wenn er sich in einer Gemeinde befindet!? Vielmehr, alle versammeln sich im Bethause und lesen auswendig, wie man das Šema͑ liest.", | |
| "A<small>N EINEM</small> T<small>AGE, AN DEM DAS</small> L<small>OBLIED GELESEN WIRD, FÄLLT DER</small> B<small>EISTAND</small> [<small>MORGENS</small>] <small>AUS</small> &<small>C</small>. Welchen Unterschied gibt es zwischen dem einen und dem anderen<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Dem Vespergebete u. dem Schlußgebete.</i>? – Das eine ist Gebot der Tora<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Das Vespergebet ist in der Tora belegt; cf. Br, Fol. 26b.</i>und das andere ist eine Anordnung der Schriftkundigen.", | |
| "W<small>AR</small> H<small>OLZSPENDE FÜR</small> P<small>RIESTER UND</small> V<small>OLK</small> &<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: Welches Bewenden hat es mit den Holzspenden für Priester und Volk? Man erzählt. Als die Exulanten zurückkehrten, fanden sie kein Holz in der Kammer<sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">Zur Unterhaltung des Altarfeuers.</i>vor; da kamen diese und spendeten von ihrem.", | |
| "Die Propheten, die unter ihnen waren, ordneten dann an: selbst wenn die Rammer voll Holz ist, müssen diese von ihrem spenden, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Neh. 10,35.</i><i>und wir, die Priester, die Leviten und das Volk warfen das Los wegen der Holzspenden, daß wir es jahraus jahrein familienweise zur festgesetzten Zeit für den Tempel unseres Gottes liefern wollten, damit es auf dem Altar des Herrn, unseres Gottes, brenne, wie es im Gesetze vorgeschrieben ist</i>.", | |
| "M<small>IT IHNEK AUCH</small> P<small>RIESTER UND</small> L<small>EVITEN, ALLE</small> &<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: Welches Bewenden hat es mit den Keulenschmugglern und den Feigenpressern?", | |
| "Man erzählt. Einst verhängte die ruchlose Regierung Religionsverfolgung über Jisraél, kein Holz für das Altarfeuer zu liefern und keine Erstlinge nach Jerušalem zu bringen; sie setzten Wachen auf die Wege, wie einst Jerobea͑m, der Sohn Nebaṭs, solche gesetzt hatte, daß die Jisraéliten nicht zur Wallfahrt hinaufziehen.", | |
| "Was aber taten die Frommen und die Sündenscheuen jenes Zeitalters? Sie holten Körbe mit Erstlingsfrüchten und überdeckten sie mit getrockneten Feigen; diese und eine Keule nahmen sie auf die Schulter, und wenn sie an die Wache herankamen und gefragt wurden, wohin sie gehen, erwiderten sie: Wir gehen mit dem Mörser vor uns und der Keule auf unserer Schulter ein paar Feigenkuchen pressen. Waren sie an dieser vorüber, so bekränzten<sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Cf. Bik. III,9.</i>sie die Körbe und brachten sie nach Jerušalem.", | |
| "Es wird gelehrt: So machten es die Angehörigen der Familie Salmaj Netophati. Die Rabbanan lehrten: Welches Bewenden hat es mit den Angehörigen der Familie Salmaj Netophati? – Man erzählt. Einst verhängte die ruchlose Regierung Religionsverfolgung über Jisraél, kein Holz für das Altarfeuer zu bringen; sie setzten Wachen auf die Wege, wie einst Jerobea͑m, der Sohn Nebaṭs, solche gesetzt hatte, daß die Jisraéliten nicht zur Wallfahrt hinaufziehen.", | |
| "Was aber taten die Sündenscheuen jenes Zeitalters? Sie machten Leitern aus dem Holze und nahmen sie auf die Schulter, und wenn sie au die Wache herankamen und gefragt wurden, wohin sie gehen, erwiderten sie: Mit diesen Leitern, die auf unserer Schulter, gehen wir junge Tauben vom Taubenschlage holen. Waren sie an diesen vorüber, so nahmen sie sie auseinander und brachten sie nach Jerušalem.", | |
| "Über diese und ihresgleichen heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Pr. 10,7.</i><i>das Gedächtnis des Gerechten bleibt zum Segen</i>; über Jerobea͑m, den Sohn Nebaṭs, und über seine Genossen heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Pr. 10,7.</i><i>der Gottlosen Name wird verwesen</i>.", | |
| "A<small>M ZWANZIGSTEN DESSELBEN FÜR DIE</small> F<small>AMILIE</small> P<small>AḤATH</small> M<small>OAB VOM</small> S<small>TAMME</small> J<small>EHUDA</small>. Es wird gelehrt: Die Familie Paḥath Moab vom Stamme Jehuda ist mit der Familie David vom Stamme Jehuda identisch – so R. Meír; R. Jose sagt, diese sei mit der Familie Joab, Sohn der Çeruja, identisch.", | |
| "A<small>M ZWANZIGSTEN</small> E<small>LUL FÜR DIE</small> F<small>AMILIE</small> A͑<small>DIN VOM</small> S<small>TAMME</small> J<small>EHUDA</small> &<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: Die Familie A͑din vom Stamme Jehuda ist mit der Familie David vom Stamme Jehuda identisch – so R. Jehuda; R. Jose sagt, sie sei mit der Familie Joab, Sohn der Çeruja, identisch.", | |
| "A<small>M ERSTEN</small> Ṭ<small>EBETH WIEDERUM FÜR DIE</small> F<small>AMILIE</small> P<small>ARO͑Š</small> &<small>C</small>. Unsere Mišna [lehrt] also weder nach R. Meír noch nach R. Jehuda noch nach R.Jose!? Nach R. Meír müßte es heißen: wiederum für die Familie David vom Stamme Jehuda,", | |
| "nach R. Jehuda müßte es ebenfalls heißen: wiederum für die Familie David vom Stamme Jehuda, und nach R. Jose müßte es heißen: wiederum für die Familie Joab, Sohn der Çeruja. –", | |
| "Tatsächlich nach R. Jose, nur streiten zwei Tannaím über die Ansicht R. Joses.", | |
| "A<small>M ERSTEN</small> Ṭ<small>EBETH FIEL DER</small> B<small>EISTAND AUS</small> &<small>C</small>. Mar Qašiša, Sohn des R. Ḥisda, sprach zu R. Aši:" | |
| ], | |
| [ | |
| "Weshalb verdrängt das Loblied seinen [Beistand] und das Zusatzgebet nicht seinen<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Das Loblied des Morgens verdrängt den Beistand des Morgens, dagegen aber verdrängt das Zusatzgebet den Beistand des Vespergebetes.</i>?", | |
| "R. Aši erwiderte ihm: Wenn es den des folgenden [Gebetes] verdrängt, um wieviel mehr seinen!? Jener entgegnete: Ich meine es wie folgt: es sollte nur seinen verdrängen!?", | |
| "Dieser erwiderte: Tatsächlich ist R. Jose deiner Ansicht, denn es wird gelehrt: R. Jose sagte: Auch an einem Tage, an dem es ein Zusatzopfer gibt, fällt der Beistand nicht aus. Welcher Beistand: wenn der des Morgens, so sagt ja der erste Tanna dasselbe, wenn der des Zusatzgebetes, wie sollte er seinen nicht verdrängen,", | |
| "und wenn der des Vespergebetes, so wird er ja durch das Holzopfer verdrängt; doch wohl der des Schlußgebetes. Schließe hieraus, daß es seinen verdrängt, den folgenden aber nicht. Schließe hieraus. –", | |
| "Sollte er auch lehren, daß am ersten Nisan der Beistand ausfalle, weil an diesem das Loblied gelesen und das Zuatzopfer und das Holzopfer dargebracht wurden!? Raba erwiderte: Hieraus ist eben zu entnehmen, daß das Loblied am Neumonde kein Gebot der Tora ist.", | |
| "R. Joḥanan sagte nämlich im Namen des R. Šimo͑n b. Jehoçadaq: An achtzehn Tagen im Jahre liest der Einzelne das ganze<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Das ganze Loblied besteht aus den Pss. 113–118, beim sog. ‘halben’ L. werden die Pss. 115, 1–11 u. 116, 1–22 übersprungen.</i> Loblied, und zwar: an den acht Tagen des Hüttenfestes, an den acht Tagen des Ḥanukafestes, am ersten Tage des Pesaḥfestes und am ersten Tage des Wochenfestes; in der Diaspora sind es einundzwanzig Tage: an den neun Tagen des Hüttenfestes, an den acht Tagen des Ḥanukafestes, an den zwei ersten Tagen des Pesaḥfestes und an beiden Tagen des Wochenfestes.", | |
| "Einst kam Rabh nach Babylonien und sah, daß sie am Neumond das Loblied lasen, und er wollte sie unterbrechen. Als er sie aber überspringen<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Das ganze Loblied besteht aus den Pss. 113–118, beim sog. ‘halben’ L. werden die Pss. 115, 1–11 u. 116, 1–22 übersprungen.</i> sah, sagte er: Es scheint also, daß dies bei ihnen ein Brauch ihrer Vorfahren ist. Es wird gelehrt: Der Einzelne beginne nicht [zu lesen], hat er begonnen, so beende er es auch.", | |
| "F<small>ÜNF</small> [<small>UNGLÜCKLICHE</small>] E<small>REIGNISSE TRAFEN UNSERE</small> V<small>ORFAHREN AM SIEBZEHNTEN</small> T<small>AMMUZ</small> &<small>C</small>. Woher, daß an diesem die Gesetzestafeln zerbrochen wurden? – Es wird gelehrt: Am sechsten des Monats [Sivan] wurden Jisraél die zehn Gebote gegeben; R. Jose sagt, am siebenten desselben. Nach dem dies am sechsten erfolgte, wurden sie ihnen am sechsten gegeben und am siebenten stieg Moše hinauf,", | |
| "und nach dem dies am siebenten erfolgte, wurden sie ihnen am siebenten gegeben und an diesem stieg Moše auch hinauf, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Ex. 24,16.</i><i>am siebenten Tage rief er Moše</i>; ferner heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 18.</i><i>da begab sich Moše in die Wolke hinein und stieg auf den Berg. Hierauf blieb Moše vierzig Tage und vierzig Nächte auf dem Berge</i>. Vierundzwanzig des Sivan und sechzehn des Tammuz sind zusammen vierzig.", | |
| "Am siebzehnten Tammuz kam er herab und zerbrach die Gesetzestafeln, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">Ib. 32,19.</i><i>als er nun in die Nähe des Lagers kam, und das Kalb sah &c. da warf er die Tafeln weg und zerschmetterte sie am Fuße des Berges</i>.", | |
| "D<small>AS BESTÄNDIGE</small> O<small>PFER EINGESTELLT</small>. Dies ist eine Überlieferung.", | |
| "B<small>RESCHE IN DIE</small> S<small>TADT GELEGT</small>. Geschah dies denn am siebzehnten, es heißt ja:<sup class=\"footnote-marker\">47</sup><i class=\"footnote\">Jer. 52,6.</i><i>im vierten Monate, am neunten des Monats, als die Hungersnot in der Stadt überhand genommen</i>, und darauf heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 7.</i><i>da wurde Bresche in die Stadt gelegt</i>!?", | |
| "Raba erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine gilt vom ersten Male und das andere gilt vom zweiten Male. Es wird nämlich gelehrt: Zum ersten Male wurde am neunten Tammuz Bresche in die Stadt gelegt, zum zweiten Male geschah es am siebzehnten desselben.", | |
| "D<small>IE</small> T<small>ORA DURCH</small> P<small>OSTUMUS VERBRANNT</small>. Dies ist eine Überlieferung.", | |
| "U<small>ND EIN</small> G<small>ÖTZENBILD IN DEM</small> T<small>EMPEL AUFGESTELLT</small>. Woher dies? – Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">Dan. 12,11.</i><i>und von der Zeit, da das beständige Opfer aufgehoben werden wird, um dafür das verwüstende Scheusal zu setzen</i><sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">Beides geschah also am gleichen Tage</i>. –", | |
| "War es denn eines, es heißt ja:<sup class=\"footnote-marker\">51</sup><i class=\"footnote\">Dan. 9,27.</i><i>und auf dem Flügel werden die entsetzlichen Scheusale stehen</i>!? Raba erwiderte: Es waren zwei, aber eines fiel auf das andere und brach ihm eine Hand ab. Man fand darauf folgende Inschrift:" | |
| ], | |
| [ | |
| "Du wolltest den Tempel zerstören, aber deine Hand ist ihm übergeben worden.", | |
| "A<small>M NEUNTEN</small> A<small>B WURDE ÜBER UNSERE</small> V<small>ORFAHREN VERHÄNGT, NICHT IN DAS</small> L<small>AND EINZUZIEHEN</small>. Woher dies? – Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Ex. 40,17.</i><i>am ersten Tage desselben Monats, im zweiten Jahre, wurde die Wohnung aufgerichtet</i>. Hierzu sagte der Meister: Im ersten Jahre fertigte Moše die Wohnung und im zweiten Jahre stellte er sie auf und schickte die Kundschafter aus. Ferner heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">53</sup><i class=\"footnote\">Num. 10,11.</i><i>im zweiten Jahre, im zweiten Monate, am zwanzigsten des Monats, erhob sich die Wolke von der Wohnung des Gesetzes</i>;", | |
| "ferner heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">54</sup><i class=\"footnote\">Ib, V. 33.</i><i>da zogen sie vom Berge des Herrn drei Tagereisen weiter</i>, und hierzu sagte R. Ḥama b. Ḥanina, [dies lehre,] daß sie sich an diesem Tage von Gott wandten. Ferner heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">55</sup><i class=\"footnote\">Ib. 11,4.</i><i>das hergelaufene Gesindel aber, das sich unter ihnen befand, bekam Gelüste; da begannen auch die Kinder Jisraél wiederum zu jammern &c</i>. Ferner heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">56</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 20.</i><i>einen ganzen Monat lang &c</i>. Dies war am zweiundzwanzigsten Sivan.", | |
| "Ferner heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Ib. 12,15.</i><i>da wurde Mirjam sieben Tage abgesperrt</i>. Dies war am neunundzwanzigsten Sivan. Darauf heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">58</sup><i class=\"footnote\">Ib. 13,2.</i><i>entsende Männer</i>,", | |
| "und es wird gelehrt, daß Moše die Kundschafter am neunundzwanzigsten Sivan sandte. Ferner heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 25.</i><i>und nach Verlauf von vierzig Tagen, nachdem sie das Land ausgekundschaftet hatten, kehrten sie um</i>. — Das sind ja vierzig Tage weniger einen<sup class=\"footnote-marker\">60</sup><i class=\"footnote\">Vom 29. Sivan bis zum 9. Ab (29–30 Sivan, 1–29 Tammuz u. 1–8 Ab: 2+29+8=39).</i>!?", | |
| "Abajje erwiderte: Der Tammuz dieses Jahres war vollzählig, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">61</sup><i class=\"footnote\">Thr. 1,15.</i><i>er hat ein Fest</i><sup class=\"footnote-marker\">62</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">מועד</span> Festsetzung, zum Schaltmonate festgesetzt.</i><i>gegen mich ausgerufen, daß man meine Jünglinge zermalme</i>.", | |
| "Ferner heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">63</sup><i class=\"footnote\">Num. 14,1.</i><i>da erhob die ganze Gemeinde ein lautes Geschrei und das Volk jammerte in jener Nacht</i>, und Rabba sagte im Namen R. Joḥanans, jene Nacht war die des neunten Ab. Der Heilige, gepriesen sei er, sprach dann zu ihnen: Ihr habt ohne Anlaß gejammert, ich aber werde ihn euch zum ewigen Jammer[tage] machen.", | |
| "D<small>AS ERSTE</small> M<small>AL DER</small> T<small>EMPEL ZERSTÖRT</small>. Denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">64</sup><i class=\"footnote\">iiReg. 25,8.</i><i>im fünften Monate aber, am siebenten des Monats, das ist das neunzehnte Jahr Nebukhadneçars, des Königs von Babel, kam Nebuzar-Adan, der Oberste der Leibwächter, der Diener des Königs von Babel, nach Jerušalem und verbrannte den Tempel des Herrn &c</i>. Ferner heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">65</sup><i class=\"footnote\">Jer. 52,12.</i><i>im fünften Monate aber, am zehnten des Monats, das ist das neunzehnte Jahr Nebukhadneçars, des Königs von Babel, kam Nebuzar-Adan, der Oberste der Leibwächter, der Diener</i><sup class=\"footnote-marker\">66</sup><i class=\"footnote\">So in der Erstausgabe; in den kursierenden Ausgaben nach dem masoret. Texte geändert.</i><i>des Königs von Babel, nach Jerušalem &c</i>.", | |
| "Hierzu wird gelehrt: Es kann ja nicht am siebenten gewesen sein, da es ‘am zehnten’ heißt; es kann auch nicht am zehnten gewesen sein, da es ‘am siebenten’ heißt; wie ist dies [zu erklären]? Am siebenten drangen die Nichtjuden in den Tempel, (am siebenten und) am achten aßen sie da und richteten Verderben an,", | |
| "und am neunten gegen Abend setzten sie ihn in Brand. Er brannte den ganzen Tag, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">67</sup><i class=\"footnote\">Jer. 6,4.</i><i>wehe uns, schon neigt sich der Tag, lang strecken sich die abendlichen Schatten</i>. Das ist es, was R. Joḥanan sagte: Wäre ich in jenem Zeitalter, würde ich [die Trauerfeier] auf den zehnten gesetzt haben, weil der Tempel größtenteils an diesem verbrannt wurde. – Und die Rabbanan!? – Bei einem Unglück ist der Beginn die Hauptsache.", | |
| "U<small>ND DAS ZWEITE</small> M<small>AL</small>. Woher dies? – Es wird gelehrt: Man führt Gutes an einem guten Tage und Böses an einem bösen Tage herbei.", | |
| "Sie sagten, der Tag, an dem der Tempel das erste Mal zerstört wurde, war der neunte Ab, er war Ausgang eines Šabbaths und des Siebentjahres. Die Priesterwache Jehojarib hatte dann Dienst, und die Leviten standen auf der Estrade und sangen das Lied. – Welches Lied sangen sie? – <sup class=\"footnote-marker\">68</sup><i class=\"footnote\">Ps. 94,23.</i><i>Und er vergalt ihnen ihren Frevel und in ihrer Bosheit vertilgte er sie</i>. Noch hatten sie [die Worte:]<sup class=\"footnote-marker\">68</sup><i class=\"footnote\">Ps. 94,23.</i><i>vertilgte er sie, der Herr unser Gott</i>, nicht beendet, da kamen die Nichtjuden und eroberten ihn. Ebenso auch das zweite Mal.", | |
| "B<small>ITTHER EROBERT</small>. Dies ist eine Überlieferung.", | |
| "U<small>ND DIE</small> S<small>TADT GESCHLEIFT</small>. Es wird gelehrt: Als Tyrannus Rufus<sup class=\"footnote-marker\">69</sup><i class=\"footnote\">Nach anderen ist <span dir=\"rtl\">טורנוס</span> (od. <span dir=\"rtl\">טונוס</span>) eine absichtliche Verdrehung des Namens Terentius od. Tinius.</i> den Tempel zerstörte, wurde R. Gamliél zur Hinrichtung verurteilt. Ein Hegemon kam ins Lehrhaus und rief: Der Nasenmann<sup class=\"footnote-marker\">70</sup><i class=\"footnote\">Er wurde wohl beauftragt, den Nasi (<span dir=\"rtl\">נשיא</span>) zu holen, was der des Hebräischen unkundige römische Beamte als nasus (od. vir nasi) verstand; möglicherweise Spottname des Nasi bei den Römern.</i>wird verlangt, der Nasenmann wird verlangt. Als R. Gamliél dies hörte, versteckte er sich vor ihnen.", | |
| "Hierauf ging jener heimlich zu ihm und sprach zu ihm: Bringst du mich in die zukünftige Welt, wenn ich dich rette? Dieser erwiderte: Jawohl. Jener sprach: Schwöre mir! Da schwor er es ihm. Hierauf stieg er auf den Söller, stürzte sich herab und starb. Es ist nämlich überliefert, daß, wenn sie eine Verurteilung beschließen und einer von ihnen stirbt, sie die Verurteilung aufheben. Alsdann ertönte eine Hallstimme und sprach: Dieser Hegemon ist der zukünftigen Welt teilhaftig.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Als der Tempel das erste Mal zerstört wurde, versammelten sich Scharen von priesterlichen Jünglingen und stiegen auf das Dach des Tempels mit dem Schlüssel desselben in der Hand und sprachen: Herr der Welt, da es uns nicht beschieden ist, treue Schatzmeister zu sein, so mögen die Schlüssel dir anvertraut werden! Hierauf warfen sie sie nach oben, und eine Art Handteller kam hervor und nahm sie auf. Sodann sprangen sie hinab und stürzten sich ins Feuer.", | |
| "Über sie klagt der Prophet Ješa͑jahu:<sup class=\"footnote-marker\">71</sup><i class=\"footnote\">Jes. 22,1.</i><i>Ausspruch über das Offenbarungstal. Was ist dir doch, daß du ganz auf die Dächer gestiegen bist, von Gebraus erfüllter, lärmender Ort, fröhliche Stadt? Deine Erschlagenen sind nicht mit dem Schwerte erschlagen, und nicht im Kampfe gefallen</i>. Auch der Heilige, gepriesen sei er, gackert<sup class=\"footnote-marker\">72</sup><i class=\"footnote\">Eigentl. heulen, klagen, jammern. In den kursierenden Ausgaben etwas geändert, da dieser Ausdruck der Zensur anstößig schien.</i>über sie gleich den Hühnern, wie es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">73</sup><i class=\"footnote\">Jes. 22,5.</i><i>Mauern werden gestürzt</i><sup class=\"footnote-marker\">74</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">קרקר</span> wird als Naturlaut, <i>quaken, quakern, gackern</i> aufgefaßt, u. unter <span dir=\"rtl\">קיר</span> wird Gott (<i>κύριος</i>) verstanden; viell. aber ebenfalls Naturlaut.</i><i>und Geschrei hallte gegen die Berge</i>.", | |
| "M<small>IT DEM</small> E<small>INTRITT DES</small> A<small>B IST DIE</small> F<small>RÖHLICHKEIT EINZUSCHRÄNKEN</small> &<small>C</small>. R. Jehuda, Sohn des R. Šemuél b.Šilath, sagte im Namen Rabhs: Wie man mit dem Eintritt des Ab die Fröhlichkeit einschränke, ebenso mehre man die Fröhlichkeit mit dem Eintritt des Adar." | |
| ], | |
| [ | |
| "R. Papa sagte: Wenn ein Jisraélit einen Prozeß mit einem Nichtjuden hat, so weiche er ihm daher im Ab aus, weil ihm dann das Glück ungünstig ist, und stelle sich ihm im Adar, weil ihm dann das Glück günstig ist.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">75</sup><i class=\"footnote\">Jer. 29,11.</i><i>Euch eine hoffnungsreiche Zukunft, zu gewähren</i>. R. Jehuda, Sohn des R. Šemuél b.Šilath, sagte im Namen Rabhs: Damit sind Datteln und Linnenzeug<sup class=\"footnote-marker\">76</sup><i class=\"footnote\">Dh. Nahrung und Kleidung.</i>gemeint. <sup class=\"footnote-marker\">77</sup><i class=\"footnote\">Gen. 27,27.</i><i>Und er sprach</i>: <i>Fürwahr, der Duft meines Sohnes ist wie der Duft des Gefildes, das der Herr gesegnet hat</i>. R. Jehuda, Sohn des R. Šemuél b.Šilath, sagte im Namen Rabhs: Wie der Duft eines Apfelfeldes.", | |
| "I<small>N DER</small> W<small>OCHE, IN DIE DER</small> N<small>EUNTE</small> A<small>B FÄLLT, IST DAS</small> H<small>AARSCHNEIDEN UND DAS</small> K<small>LEIDERWASCHEN VERBOTEN</small>. R. Naḥman sagte, nur waschen und anziehen sei verboten, waschen und fortlegen sei jedoch erlaubt; R. Šešeth aber sagte, auch waschen und fortlegen sei verboten. R. Šešeth sprach: Dies ist daraus zu ersehen, daß die Walker im Hause Rabhs<sup class=\"footnote-marker\">78</sup><i class=\"footnote\">Od. der Schule.</i>[die Arbeit] einstellen.", | |
| "R. Hamnuna wandte ein: Am Donnerstag ist es wegen der Ehrung des Šabbaths erlaubt. Zu welchem Zwecke: wollte man sagen, waschen und anziehen, so erfolgt es ja nicht wegen der Ehrung des Šabbaths; doch wohl waschen und fortlegen,", | |
| "dennoch ist es nur am Donnerstag erlaubt, die ganze Woche aber verboten!? – Tatsächlich waschen und anziehen, wenn man nämlich nur einen Kittel hat. R. Asi sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Wer nur einen Kittel hat, darf ihn am Halbfeste waschen. Ebenso wird gelehrt: R. Binjamin sagte (im Namen R. Elea͑zars: Dies lehrten sie nur vom waschen und anziehen, waschen und fortlegen ist jedoch erlaubt.", | |
| "Man wandte ein: Vor dem Neunten Ab ist das Kleiderwaschen verboten, selbst um sie für nach dem Neunten Ab fortzulegen. Unser Bleichen gleicht jedoch nur ihrem Waschen. Bei Linnenzeug gibt es kein [Verbot des] Bleichens. Dies ist also eine Widerlegung [R. Naḥmans].", | |
| "R. Jiçḥaq b.Gijori ließ im Namen R. Joḥanans sagen: Obgleich sie gesagt hat, bei Linnenzeug gebe es kein [Verbot des] Bleichens, so ist es dennoch verboten, es in der Woche, in die der Neunte Ab fällt, anzuziehen.", | |
| "Rabh sagte, dies nur vorher, nachher aber ist es erlaubt, und Šemuél sagte, auch nachher sei es verboten. Man wandte ein : In der Woche, in die der Neunte Ab fällt, ist das Haarschneiden und das Kleiderwaschen verboten; am Donnerstag ist es wegen der Ehrung des Šabbaths erlaubt. Zum Beispiel: fällt er auf den Sonntag, so darf man die ganze Woche waschen,", | |
| "fällt er auf den Montag, Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag, so ist es vorher verboten und nachher erlaubt, fällt er auf den Freitag, so darf man am Donnerstag zur Ehrung des Šabbaths waschen; hat man am Donnerstag nicht gewaschen, so darf man es am Freitag von der Vesperzeit ab. Abajje, nach anderen R. Aḥa b.Ja͑qob, fluchte darüber<sup class=\"footnote-marker\">79</sup><i class=\"footnote\">Über den letzten Satz, daß es in diesem Falle sogar am Neunten Ab erlaubt sei.</i>.", | |
| "Fällt er auf den Montag oder den Donnerstag, so lesen drei [Personen aus der Tora] vor und einer [von diesen] liest die Haphṭara; fällt er auf den Dienstag oder den Mittwoch, so liest einer [aus der Tora] und dieser auch die Haphṭara. R. Jose sagt, in jedem Falle lesen drei [Personen aus der Tora] und einer [von diesen] liest die Haphṭara. Dies ist eine Widerlegung Šemuéls!? –", | |
| "Šemuél kann dir erwidern: hierüber [streiten] Tannaim, denn es wird gelehrt: Wenn der Neunte Ab auf einen Šabbath fällt, oder wenn der Vorabend des Neunten Ab auf einen Šabbath fällt, so esse und trinke man nach Bedarf, und man darf sogar eine Mahlzeit bereiten gleich der des Šelomo zu seiner Zeit. Vom Neumondstage bis zum Fasttage sind Haarschneiden und Kleider waschen verholen – so R. Meír; R. Jehuda sagt, dies sei während des ganzen Monats verboten; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, dies sei nur in der betreffenden Woche verboten.", | |
| "Ferner lehrt ein Anderes: Vom Neumondstage bis zum Fasttage halte man Trauer – so R. Meír; R. Jehuda sagt, während des ganzen Monats; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, nur während der betreffenden Woche.", | |
| "R. Johanan sagte: Alle drei folgerten sie aus ein und demselben Schriftverse. Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">80</sup><i class=\"footnote\">Hos. 2,13.</i><i>ich will all ihrer Fröhlichkeit ein Ende machen, ihren Festlichkeiten, ihren Neumonden und ihren Šabbathen</i>. Wer vom Neumondstage bis zum Fasttage sagt," | |
| ], | |
| [ | |
| "folgert aus [dem Worte] <i>Festlichkeiten</i>, wer während des ganzen Monats sagt, folgert aus [dem Worte] <i>Neumonden</i>, und wer während der betreffenden Woche sagt, folgert aus [dem Worte] <i>Šabbathen</i>.", | |
| "Raba sagte: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Gamliél. Ferner sagte Raba: Die Halakha ist wie R. Meír. Beides erleichternd. Und beides ist nötig. Würde er nur gelehrt haben, die Halakha sei wie R. Meír, so könnte man glauben, auch vom Neumondstage ab, so lehrt er uns, die Halakha sei wie R. Šimo͑n b.Gamliél.", | |
| "Und würde er nur gelehrt haben, die Halakha sei wie R. Šimo͑n b. Gamliél, so könnte man glauben auch nach [dem Neunten Ab], so lehrt er uns, die Halakha sei wie R. Meír.", | |
| "A<small>M</small> V<small>ORABEND DES</small> N<small>EUNTEN</small> A<small>B ESSE MAN NICHT ZWEIERLEI</small> G<small>ERICHTE</small> &<small>C</small>. R. Jehuda sagte: Dies nur nach der sechsten Stunde, vor der sechsten Stunde ist es jedoch erlaubt. Ferner sagte R. Jehuda: Dies lehrten sie nur von der letzten Mahlzeit, bei den übrigen Mahlzeiten ist es jedoch erlaubt.", | |
| "Beides erleichternd. Und beides ist nötig. Würde er nur gelehrt haben, dies gelte nur von der letzten Mahlzeit, so könnte man glauben, auch vor der sechsten Stunde, so lehrt er uns, daß dies nur nach der sechsten Stunde gelte. Und würde er nur gelehrt haben, dies gelte nur nach der sechsten Stunde, so könnte man glauben, auch bei den übrigen Mahlzeiten, so lehrt er uns, daß dies nur von der letzten Mahlzeit gelte.", | |
| "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit dem ersten Lehrspruche und es gibt eine Lehre übereinstimmend mit dem zweiten Lehrspruche. Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit dem zweiten Lehrspruche: Wer am Vorabend des Neunten Ab speist, darf, falls er später noch eine andere Mahlzeit zu halten gedenkt, Fleisch essen und Wein trinken, wenn aber nicht, so darf er kein Fleisch essen und keinen Wein trinken.", | |
| "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit dem ersten Lehrspruche: Am Vorabend des Neunten Ab esse man nicht zweierlei Gerichte, auch esse man kein Fleisch und trinke keinen Wein. R. Šimo͑n b.Gamliél sagt, man ändere dabei. R. Jehuda sagte: Auf welche Weise ändere man dabei? Ißt man sonst zweierlei Gerichte, so esse man nur ein Gericht; ißt man sonst in Gesellschaft von zehn Personen, so esse man in Gesellschaft von fünf Personen; trinkt man sonst zehn Becher, so trinke man nur fünf. Dies jedoch nur nach der sechsten Stunde, vor der sechsten Stunde aber ist es erlaubt.", | |
| "Ein Anderes lehrt: Am Vorabend des Neunten Ab esse man nicht zweierlei Gerichte, auch esse man kein Fleisch und trinke keinen Wein – so R. Meír: die Weisen sagen, man ändere dabei und vermindere [den Genuß] von Fleisch und Wein. Auf welche Weise vermindere man ihn? Ißt man sonst eine Litra Fleisch, so esse man eine halbe; trinkt man sonst ein Log Wein, so trinke man ein halbes Log; trinkt man sonst überhaupt keinen, so ist es verboten. R. Šimo͑n b.Gamliél sagte: Ist man gewöhnt, Rettig oder Salziges zum Nachtische zu essen, so darf man dies.", | |
| "Ein Anderes lehrt: [Bei der Mahlzeit] zum Neunten Ab darf man kein Fleisch essen, keinen Wein trinken, auch darf man nicht baden; [bei der Mahlzeit] nicht<sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Die nicht unmittelbar vor dem Fasten abgehalten wird, od. vor einem anderen Fasttage.</i>zum Neunten Ab darf man Fleisch essen und Wein trinken, jedoch darf man nicht baden. R. Jišma͑él b. R. Jose sagte im Namen seines Vaters: Solange man Fleisch essen darf, darf man auch baden.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Alle Verbote, die für den Leidtragenden gelten, gelten auch am Neunten Ab: an diesem ist das Essen, das Trinken, das Salben, das Anziehen der Sandalen verboten, auch ist es verboten, Tora, Propheten und Hagiographen zu lesen, noch Mišna, Talmud, Midraš, Halakha und Agada zu studieren.", | |
| "Jedoch ist es erlaubt, Stellen, die ihm nicht geläufig<sup class=\"footnote-marker\">82</sup><i class=\"footnote\">Derartige Stellen sind mehr Anstrengung als Vergnügen.</i>sind, zu lesen, und Stellen, die ihm nicht geläufig sind, zu studieren; ferner auch die Klagelieder, das Buch Ijob und die traurigen Stellen im Buche Jirmejahus. Schulkinder feiern an diesem, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">83</sup><i class=\"footnote\">Ps. 19,9.</i><i>die Befehle des Herrn sind recht, sie erheitern das Herz</i>.", | |
| "R. Jehuda sagt, man dürfe auch Stellen, die ihm nicht geläufig sind, nicht lesen und Stellen, die ihm nicht geläufig sind, nicht studieren, wohl aber lese man das Buch Ijob, die Klagelieder und die traurigen Stellen im Buche Jirmejahus. Schulkinder feiern an diesem, denn es heißt: <i>die Befehle des Herrn sind recht, sie erheitern das Herz</i>.", | |
| "A<small>UCH ESSE MAN KEIN</small> F<small>LEISCH UND TRINKE KEINEN</small> W<small>EIN</small>. Es wird gelehrt: Wohl aber darf man gesalzenes Fleisch essen und [neuen] Wein aus der Kelter trinken. – Wie lange muß das Fleisch gesalzen haben? R. Ḥenana b. Kahana erwiderte im Namen Šemuéls: Solange das Friedensopfer gegessen werden<sup class=\"footnote-marker\">84</sup><i class=\"footnote\">Zwei Tage und eine Nacht.</i>darf. –", | |
| "Wie lange darf der Wein in der Kelter gestanden haben? – So lange er gährt. Es wird gelehrt: Beim gährenden Wein hat [das Verbot] des Offengestandenen<sup class=\"footnote-marker\">85</sup><i class=\"footnote\">Cf. Ter. VIII,4.</i>keine Geltung. – Wie lange gährt er? – Drei Tage.", | |
| "R. Jehuda erzählte im Namen Rabhs: Folgendes war die Gepflogenheit des R. Jehuda b. Ilea͑j: Am Vorabend des Neunten Ab brachte man ihm vertrocknetes Brot mit Salz, und er setzte sich" | |
| ], | |
| [ | |
| "zwischen Ofen<sup class=\"footnote-marker\">86</sup><i class=\"footnote\">Die schmutzigste Ecke im Hause.</i>und Herd, wo er es aß und darauf einen Krug Wasser trank; er sah so aus, als läge sein Toter vor ihm.", | |
| "Dort haben wir gelernt: Wo es üblich ist, am Neunten Ab Arbeit zu verrichten, verrichte man, und wo es üblich ist, keine Arbeit zu verrichten, verrichte man nicht. Überall aber feiern die Schriftgelehrten. R. Šimo͑n b.Gamliél sagte: Immer nur betrachte sich jeder als Schriftgelehrter. Ebenso wird auch gelehrt: R. Šimo͑n b.Gamliél sagte: Immer nur betrachte sich jeder als Schriftgelehrter, damit er faste.", | |
| "Ein Anderes lehrt: R. Šimo͑n b.Gamliél sagte: Wenn jemand am Neunten Ab ißt und trinkt, so ist es ebenso, als würde er am Versöhnungstage essen und trinken. R. A͑qiba sagte: Wer am Neunten Ab Arbeit verrichtet, wird nie ein Zeichen des Segens sehen.", | |
| "Die Weisen sagten: Wer am Neunten Ab Arbeit verrichtet und nicht über Jerušalem trauert, wird auch ihre Freude nicht sehen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">87</sup><i class=\"footnote\">Jes, 66,10.</i> <i>freut euch mit Jerušalem und jubelt mit ihr, ihr alle, die ihr sie lieh habt; frohlockt mit ihr, ihr alle, die über sie trauert</i>. Hieraus folgerten sie: wer über Jerušalem trauert, dem ist es beschieden, auch ihre Freude zu sehen, und wer über Jerušalem nicht trauert, dem ist es auch nicht beschieden, ihre Freude zu sehen. Ebenso wird gelehrt: Wer am Neunten Ab Fleisch ißt und Wein trinkt, über den spricht die Schrift:<sup class=\"footnote-marker\">88</sup><i class=\"footnote\">Ez. 32,27.</i><i>und ihre Sünden lasten auf ihren Gebeinen</i>.", | |
| "R. J<small>EHUDA VERPFLICHTET AUCH ZUR</small> U<small>MLEGUNG DES</small> B<small>ETTES; DIE</small> W<small>EISEN PFLICHTEN IHM ABER NICHT BEI</small>. Es wird gelehrt: Sie sprachen zu R. Jehuda: Was sollen deiner Ansicht nach Schwangere und Säugende<sup class=\"footnote-marker\">89</sup><i class=\"footnote\">Die nicht auf der Erde schlafen können.</i>machen!? Dieser erwiderte: Ich sage es nur für den, der es kann.", | |
| "Ebenso wird auch gelehrt: R. Jehuda pflichtet den Weisen bei, wenn man es nicht kann, und die Weisen pflichten R. Jehuda bei, wenn man es kann. – Welchen Unterschied gibt es demnach zwischen ihnen!? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen bei den übrigen<sup class=\"footnote-marker\">90</sup><i class=\"footnote\">Die nicht benutzt werden.</i>Betten.", | |
| "Es wird nämlich gelehrt: Die Pflicht, das Bett umzulegen, erstreckt sich nicht nur auf sein eigenes Bett, sondern auf alle Betten [im Hause], Raba sagte: Die Halakha ist wie unser Tanna, welcher sagt, die Weisen hätten ihm überhaupt nicht beigepflichtet.", | |
| "R. Š<small>IMO͑N B</small>.G<small>AMLIÉL SAGTE</small>: J<small>ISRAÉL HATTE KEINE FRÖHLICHEREN</small> F<small>ESTTAGE ALS DEN FÜNFZEHNTEN</small> A<small>B UND DEN</small> V<small>ERSÖHNUNGSTAG</small>. Allerdings am Versöhnungstage, weil dieser ein Tag der Vergebung und der Versöhnung ist, und an diesem auch die zweiten Gesetzestafeln gegeben wurden;", | |
| "welches Bewenden aber hat es mit dem fünfzehnten Ab? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls : Es ist der Tag, an dem [die Verbindung] der Stämme miteinander erlaubt<sup class=\"footnote-marker\">91</sup><i class=\"footnote\">Vorher war dies zum Schutze des Stammesvermögens verboten; cf. Num. 36,7ff.</i>wurde. –", | |
| "Wie eruierten sie dies? – [Es heißt:] <sup class=\"footnote-marker\">92</sup><i class=\"footnote\">Num. 36,6.</i><i>das ist es, was der Herr im Betreff der Töchter Çelophḥads gesprochen hat &c</i>. Dies gilt also nur für jenes Zeitalter.", | |
| "R. Joseph erklärte im Namen R. Naḥmans: An diesem Tage wurde erlaubt, den Stamm Binjamin in die Gemeinde aufzunehmen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">93</sup><i class=\"footnote\">Jud. 21,1.</i><i>nun</i> <i>hatten die Jisraéliten in Miçpa den Schwur getan</i>: <i>Keiner von uns darf seine Tochter an einen Binjaminiten zur Frau geben</i>. – Wie eruierten sie dies?", | |
| "Raba erwiderte: ‘Von uns’, nicht aber von unseren Nachkommen. Rabba b.Bar Ḥana erklärte im Namen R. Joḥanans: An diesem Tage hörte das Sterben der Wüsten[generation]<sup class=\"footnote-marker\">94</sup><i class=\"footnote\">Der der Einzug in das Land vorenthalten war.</i>auf. Der Meister sagte nämlich: Solange die Wüsten[generation] noch nicht ausgestorben war, hatte Moše keine [göttliche] Unterredung, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">95</sup><i class=\"footnote\">Dt. 2,16,17.</i><i>und als alle kriegstüchtig en Männer ausgestorben waren, da redete der Herr mit mir</i>: die Unterredung galt mir.", | |
| "U͑la erklärte: An diesem Tage schaffte Hošea͑, der Sohn Elas, die Wachen ab, die Jerobea͑m, der Sohn Nebaṭs, auf die Wege gesetzt hatte, um die Jisraéliten von der Wallfahrt zurückzuhalten: er sagte," | |
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| "jeder mag gehen, wohin er wolle.", | |
| "R. Mathna erklärte: An diesem Tage wurden die Erschlagenen von Bitther<sup class=\"footnote-marker\">96</sup><i class=\"footnote\">Cf. Git. Fol. 57a.</i>zur Beerdigung freigegeben. R. Mathna sagte nämlich: An dem Tage, an dem die Erschlagenen von Bitther zur Beerdigung freigegeben wurden, ordnete man in Jabne [den Segen] ‘Der Gute und Gütige’ an; der Gute: daß sie nicht verwesten, der Gütige: daß sie zur Beerdigung freigegeben wurden.", | |
| "Rabba und R. Joseph erklärten beide: An diesem Tage hörte das Holzfällen für den Altar auf. Es wird nämlich gelehrt: R. Elie͑zer der Große sagte: Vom fünfzehnten Ab an ist die Kraft der Sonne gebrochen; von da ab hörte man auf, Holz für das Altarfeuer zu fällen, weil es nicht mehr trocknet.", | |
| "R. Menasja sagte: Diesen nannte man ‘Tag des Axtzerbrechens’. Wer von da ab hinzufügt<sup class=\"footnote-marker\">97</sup><i class=\"footnote\">Sc. von der Nacht zum Tage u. sich mit der Tora befaßt.</i>, dem wird [Leben] hinzugefügt, wer nicht hinzufügt, der vergeht. – Was heißt ‘vergeht’? R. Joseph erklärte: Den begräbt seine Mutter<sup class=\"footnote-marker\">98</sup><i class=\"footnote\">Er stirbt vorzeitig.</i>.", | |
| "A<small>N DIESEM PFLEGTEN DIE</small> T<small>ÖCHTER</small> J<small>ERUŠALEMS</small> &<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: Die Tochter des Königs borgte sich von der Tochter des Hochpriesters, die Tochter des Hochpriesters borgte sich von der Tochter des Priestervorstehers, die Tochter des Priestervorstehers borgte sich von der Tochter des Feldpriesters<sup class=\"footnote-marker\">99</sup><i class=\"footnote\">Cf. Dt 20,3.</i>, die Tochter des Feldpriesters borgte sich von der Tochter des gemeinen Priesters, und die übrigen Jisraélitinnen borgten eine von der anderen, um nicht die zu beschämen, die keine hatten.", | |
| "W<small>ESHALB AUCH ALLE</small> G<small>EWÄNDER EINES</small> R<small>EINIGÜNGSBADES BENÖTIGTEN</small>. R. Elea͑zar sagte: Selbst wenn sie zusammengerollt in der Truhe lagen.", | |
| "D<small>IE</small> M<small>ÄDCHEN</small> J<small>ISRAÉLS ZOGEN AUS UND TANZTEN IN DEN</small> W<small>EINGÄRTEN</small>. Es wird gelehrt: Wer keine Frau hatte, ging da hin.", | |
| "D<small>IE</small> P<small>ATRIZIERINNEN UNTER IHNEN SPRACHEN</small>: J<small>ÜNGLING</small> &<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: Die Schönen unter ihnen sprachen: Schauet nur auf Schönheit, denn bei der Frau ist Schönheit die Hauptsache. Die Patrizierinnen unter ihnen sprachen: Schauet nur auf Familie, denn die Frau ist nur wegen der Kinder da. Die Häßlichen unter ihnen sprachen: Nehmet euren Kauf hin um des Himmels willen, daß ihr uns aber mit Goldstücken bekränzet.", | |
| "U͑la Biráa sagte im Namen R. Elea͑zars: Dereinst wird der Heilige, gepriesen sei er, im E͑dengarten einen Reigentanz für die Frommen veranstalten; er aber wird in ihrer Mitte sitzen, und ein jeder auf ihn mit dem Finger zeigen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">100</sup><i class=\"footnote\">Jes. 25,9.</i><i>an jenem Tage wird man sprechen</i>: <i>Da ist unser Gott, von dem wir hofften, daß er uns helfen solle; das ist der Herr, auf den wir hofften! Laßt uns jubeln und fröhlich sein über seine Hilfe</i>." | |
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