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"versionTitle": "Talmud Bavli. German trans. by Lazarus Goldschmidt, 1929 [de]",
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"Seder Moed"
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"<b>M</b>AN <small>DARF DAS</small> R<small>IESELFELD</small><sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Für das die natürliche Bewässerung nicht ausreicht.</i> <small>AM</small> H<small>ALBFESTE UND IM</small> S<small>IEBENTJAHRE</small> <sup class=\"footnote-marker\">i</sup> <small>BEWÄSSERN</small>, <small>SOWOHL AUS EINER ERSTMALIG TÄTIGEN</small><sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Mit der man vor dem Feste gar nicht gerechnet hatte.</i> Q<small>UELLE ALS AUCH AUS EINER NICHT ERSTMALIG TÄTIGEN</small> Q<small>UELLE; MAN DARF ABER NICHT BEGIESSEN MIT</small> R<small>EGEN- ODER</small> Z<small>UGBRUNNENWASSER, \n</small>",
"AUCH DARF MAN KEINE K<small>REISFURCHEN UM DIE</small> W<small>EINSTÖCKE MACHEN</small>. R. E<small>LEA͑ZAR B.</small> A͑<small>ZARJA</small> <sup>ii</sup> <small>SAGT, MAN DÜRFE AM</small> H<small>ALBFESTE UND IM</small> S<small>IEBENTJAHRE KEINEN</small> W<small>ASSERGRABEN NEU ERRICHTEN; DIE</small> W<small>EISEN SAGEN, MAN DÜRFE IM</small> S<small>IEBENTJAHRE EINEN</small> W<small>ASSERGRABEN NEU ERRICHTEN UND AM</small> H<small>ALBFESTE VERFALLENE AUSBESSERN</small>.",
"M<small>AN DARF BESCHÄDIGTE</small> W<small>ASSER</small>[<small>BEHÄLTER</small>] <small>AUF ÖFFENTLICHEN</small> P<small>LÄTZEN AUSBAGGERN</small>. F<small>ERNER DARF MAN</small> W<small>EGE</small>, S<small>TADTPLÄTZE UND</small> T<small>AUCHBÄDER AUSBESSERN, ALLE ÖFFENTLICHEN</small> A<small>RBEITEN VERRICHTEN</small>, G<small>RÄBER BEZEICHNEN UND WEGEN DER</small> M<small>ISCHFRUCHT STREIFEN</small><sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Streifzüge aussenden, die für die Entfernung der Mischfrucht zu sorgen haben.</i>.",
"GEMARA. Wenn dies schon von einer erstmalig tätigen Quelle gilt, bei der zu berücksichtigen ist, [das Bett] könne zusammenfallen, wozu braucht dies von einer nicht erstmalig tätigen Quelle gelehrt zu werden, bei der das Zusammenfallen nicht zu berücksichtigen ist!? –",
"Ich will dir sagen, dies ist nötig; würde er es nur von einer erstmalig tätigen Quelle gelehrt haben, so könnte man glauben, nur aus einer solchen sei es bei einem Rieselfelde erlaubt und bei einem feuchten verboten, weil [das Bett] zusammenfallen kann, aus einer nicht erstmalig tätigen Quelle aber, wo das Zusammenfallen nicht zu berücksichtigen ist, sei es auch bei einem feuchten Felde<sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Wobei kein großer Schaden zu berücksichtigen ist.</i>erlaubt,",
"so lehrt er uns, daß sowohl aus einer erstmalig tätigen Quelle als auch aus einer nicht erstmalig tätigen Quelle, dies nur bei einem Rieselfelde erlaubt ist, nicht aber bei einem feuchten. –",
"Woher ist es erwiesen, daß šalaḥ<sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Das dürre, künstlich bewässerte Feld heißt <span dir=\"rtl\">בית השלחין</span>, was hier von <span dir=\"rtl\">שלהי</span> <i>müde, matt sein</i> abgeleitet wird; das feuchte, natürlich bewässerte Feld heißt <span dir=\"rtl\">בית הבעל</span> von <span dir=\"rtl\">בעל</span> <i>begatten</i> abgeleitet.</i> ‘dürr’ heißt? – Es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Dt. 25,18.</i><i>als du erschöpft und müde warst</i>, was wir übersetzen: als du <i>mešalhe</i> und müde warst. –",
"Woher ist es erwiesen, daß (bet-ha) baa͑l<sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Das dürre, künstlich bewässerte Feld heißt <span dir=\"rtl\">בית השלחין</span>, was hier von <span dir=\"rtl\">שלהי</span> <i>müde, matt sein</i> abgeleitet wird; das feuchte, natürlich bewässerte Feld heißt <span dir=\"rtl\">בית הבעל</span> von <span dir=\"rtl\">בעל</span> <i>begatten</i> abgeleitet.</i> ‘niederlassen’<sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Od. Bewohnen, Beiwohnen; der Regen läßt sich auf die Erde nieder, wohnt ihr bei.</i> heißt? – Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Jes. 62,5.</i><i>wie ein Jüngling einer Jungfrau beiwohnt [jiba͑l]</i>, was wir übersetzen wie ein Jüngling sich mit einer Jungfrau niederläßt, so werden sich deine Kinder in dir niederlassen. –",
"Wer lehrt, es sei nur des Schadens wegen [erlaubt], nicht aber des Gewinnes wegen, und auch wenn des Schadens wegen, sei die mühevolle Arbeit verboten?",
"R. Hona erwiderte: Es ist R. Elie͑zer b. Ja͑qob, denn wir haben gelernt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, man dürfe [am Festtage] das Wasser von einem Baume zum anderen leiten, nur nicht das ganze Feld bewässern<sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Diese Lehre spricht von einem natürlich bewässerten Felde.</i>. –",
"Vielleicht sagt R. Elie͑zer dies, nur des Gewinnes wegen nicht, sagte er dies etwa auch von der mühevollen Arbeit des Schadens!?",
"Vielmehr, erwiderte R. Papa, es ist R. Jehuda, denn es wird gelehrt: Man darf aus einer erstmalig tätigen Quelle sogar ein feuchtes Feld bewässern – so R. Meír: R. Jehuda sagt, man dürfe nur das Rieselfeld bewässern, das verdorben worden ist. R. Elea͑zar b. A͑zarja sagt, nicht so und nicht so. Noch mehr sagte R. Jehuda: Man darf am Halbfeste keinen Wassergraben leiten und seinen Garten oder sein zerstörtes [Feld] bewässern.",
"Was heißt ‘zerstört’: wollte man sagen, wirklich zerstört, wozu bewässert man es!? Vielmehr ist mit Abajje zu erklären, wenn seine bisherige Quelle zerstört worden ist, und es jetzt eine andere<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">In diesem Falle würde ein Schaden entstehen.</i>hat.",
"R. Elea͑zar b. A͑zarja sagt, nicht so und nicht so, einerlei, ob dessen [bisherige] Quelle zerstört worden ist oder nicht, aus einer erstmalig tätigen Quelle ist es verboten. –",
"Wieso, vielleicht sagt R. Jehuda, bei einem Rieselfelde wohl und bei einem feuchten nicht, nur von einer erstmalig tätigen Quelle,"
],
[
"weil [dessen Bett] zusammenfallen kann, bei einer nicht erstmalig tätigen Quelle aber, bei der das Zusammenfallen nicht zu berücksichtigen ist, ist es auch bei einem feuchten Felde [erlaubt]!? –",
"Wem willst du demnach diese Lehre addizieren!? Vielmehr ist es nach R. Jehuda, einerlei ob aus einer erstmalig tätigen Quelle oder einer nicht erstmalig tätigen, nur bei einem Rieselfelde [erlaubt] und bei einem feuchten nicht, und nur deshalb lehrt er es von einer erstmalig tätigen Quelle, um dir die weitgehendste Ansicht R. Meírs hervorzuheben, daß es sogar aus einer erstmalig tätigen Quelle auch bei einem feuchten Felde erlaubt sei.",
"Es wurde gelehrt: Wegen welcher [Hauptarbeit<sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Cf. Sab. Fol. 73a.</i>] ist derjenige zu warnen<sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Die verbotene Handlung ist nur dann strafbar, wenn der Täter gewarnt wurde.</i>, der am Šabbath jätet oder Pflanzen bewässert? – Rabba sagt, wegen Pflügens, und R. Joseph sagt, wegen Säens.",
"Rabba sprach: Meine Ansicht ist einleuchtender; die Tätigkeit des Pflügens besteht darin, daß man die Erde lockert, und auch dieser lockert die Erde. R. Joseph sprach: Meine Ansicht ist einleuchtender; die Tätigkeit des Säens besteht darin, daß man Früchte wachsen macht, und auch dieser macht Früchte wachsen.",
"Abajje sprach zu Rabba: Gegen dich ist ein Einwand zu erheben und gegen R. Joseph ist ein Einwand zu erheben. Gegen dich ist ein Einwand zu erheben: nur wegen Pflügens und nicht auch wegen Säens!? Gegen R. Joseph ist ein Einwand zu erheben: nur wegen Säens und nicht auch wegen Pflügens!?",
"Wolltest du sagen, wenn es zwei [Tätigkeiten] sind, sei man nur wegen einer schuldig, so sagte ja R. Kahana, daß, wenn jemand [einen Baum] beschneidet und des Holzes bedarf, er zweimal schuldig sei, einmal wegen Pflanzens und einmal wegen Mähens!? –",
"Das ist ein Einwand.",
"R. Joseph wandte gegen Rabba ein: Wer Mischpflanzen jätet oder [mit Erde] bedeckt, erhält Geißelhiebe; R. A͑qiba sagt, auch wer sie stehen läßt.",
"Einleuchtend ist dies nun nach meiner Ansicht, es gehöre zum Säen, denn das Säen von Mischsaat ist verboten; aber ist denn, nach deiner Ansicht, es gehöre zum Pflügen, bei der Mischsaat das Pflügen verboten!?",
"Dieser erwiderte: Wegen des Stehenlassens. –",
"Wenn er aber im Schlußsatze lehrt: R. A͑qiba sagt, auch wer sie stehen läßt, so erfolgt es ja nach dem ersten Tanna nicht wegen Stehenlassens!? –",
"Die ganze Lehre ist von R. A͑qiba und dies ist eine Begründung: wer Mischpflanzen jätet oder mit Erde bedeckt, erhält Geißelhiebe wegen des Stehenlassens, denn R. A͑qiba sagt, auch wer sie stehen<sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">Erhalte Geißelhiebe wegen Mischfrucht.</i>läßt. –",
"Was ist der Grund R. A͑qibas? – Es wird gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Lev. 19,19.</i><i>Du sollst dein Feld nicht mit Gemischtem besäen</i>; ich weiß dies nur vom Säen, woher vom Stehenlassen?",
"Es heißt: <i>Gemischtes auf deinem Felde sollst du nicht [haben]</i><sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Das Wort <span dir=\"rtl\">כלאים</span> (allerdings zum vorangehenden Satze gehörend) steht neben dem W.e <span dir=\"rtl\">שדך</span>, demnach besteht das Verbot nicht nur im Säen, sondern auch im Stehenlassen.</i>.–",
"Wir haben gelernt: Man darf das Rieselfeld am Halbfeste und im Siebentjahre bewässern.",
"Allerdings am Halbfeste, weil nur die Mühe zu berücksichtigen wäre, und des Schadens wegen haben es die Rabbanan erlaubt, wieso aber im Siebentjahre, ist denn sowohl nach demjenigen, der wegen Säens sagt, als auch nach demjenigen, der wegen Pflügens sagt, das Säen oder das Pflügen im Siebentjahre erlaubt!?",
"Abajje erwiderte: Im Siebentjahre in der Jetztzeit, und zwar nach Rabbi, denn es wird gelehrt: Rabbi sagte:<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Dt. 15,2.</i><i>Folgende Bewandtnis hat es mit dem Erlasse: erlassen &amp;c.</i>; die Schrift spricht von zwei Erlassungen, von der Erlassung des Bodens und von der Erlassung der Geldforderungen.",
"Zu einer Zeit, wo die Erlassung des Bodens gilt, gilt auch die Erlassung von Geldforderungen, und zur Zeit, wo die Erlassung des Bodens nicht gilt, gilt auch nicht die Erlassung von Geldforderungen.",
"Raba erwiderte: Du kannst auch sagen, nach den Rabbanan, denn der Allbarmherzige hat nur die Hauptarbeiten verboten,"
],
[
"die Abzweigungen<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Die zu den Hauptarbeiten gehören; cf. Sab. Fol. 73aff.</i>aber hat der Allbarmherzige nicht verboten. Es heißt nämlich:<sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,4,5.</i><i>aber das siebente Jahr soll für das Land eine Zeit unbedingter Ruhe sein; du darfst dein Feld nicht besäen &amp;c</i>.;",
"merke, das Beschneiden ist ja im Säen und das Winzern im Mähen einbegriffen, weshalb nennt sie der Allbarmherzige besonders?",
"Um zu sagen, daß man nur wegen dieser Abzweigungen schuldig sei, wegen anderer aber ist man nicht schuldig. –",
"Etwa nicht, es wird ja gelehrt: <i>Du darfst dein Feld nicht besäen, und deinen Weinberg darfst du nicht beschneiden</i>; ich weiß dies vom Säen und vom Beschneiden, woher dies vom Jäten, Graben und Entblättern? Es heißt: <i>dein Feld</i><sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Das <span dir=\"rtl\">לא</span> wird auf das Nomen u. nicht auf das Verb bezogen (cf. Anm. 15 mut. mut.).</i><i>nicht, deinen Weinberg</i><sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Das <span dir=\"rtl\">לא</span> wird auf das Nomen u. nicht auf das Verb bezogen (cf. Anm. 15 mut. mut.).</i><i>nicht,</i> keinerlei Arbeit auf dem Felde, keinerlei Arbeit im Weinberg.",
"Woher, daß das Ausschneiden, Beschneiden und Abkratzen der Bäume verboten ist? Es heißt: <i>dein Feld nicht, deinen Weinberg nicht</i>, keinerlei Arbeit auf dem Felde und keinerlei Arbeit im Weinberg.",
"Woher, daß das Düngen, Entblättern<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Nach Raschi: die Steine von den Wurzeln entfernen.</i>, Beerden<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Nach anderen: den Staub entfernen.</i>und Ausräuchern der Bäume verboten ist? Es heißt: <i>dein Feld nicht, deinen Weinberg nicht</i>, keinerlei Arbeit auf dem Felde und keinerlei Arbeit im Weinberg.",
"Man könnte glauben, man dürfe auch nicht Olivenbäume umgraben, Weinstöcke behacken, Gräben mit Wasser füllen und Kreisfurchen um die Weinstöcke ziehen, so heißt es: <i>du darfst dein Feld nicht besäen und deinen Weinberg sollst du nicht beschneiden</i>;",
"das Säen war ja einbegriffen, weshalb wurde es besonders hervorgehoben? Um anderes damit zu vergleichen und dir zu sagen: wie das Säen sich dadurch auszeichnet, daß es eine Arbeit für Feld und Weinberg ist, ebenso alles andere, was eine Arbeit für Feld und Weinberg ist<sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Nicht aber eine spezifische Feld- oder Weinbergarbeit.</i>. –",
"Nur rabbanitisch, und der Schriftvers ist nichts weiter als eine Anlehnung. –",
"Ist denn das Umgraben im Siebentjahre erlaubt, es heißt ja:<sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Ex. 11.</i><i>im siebenten Jahre sollst du es unbestellt und brach lassen</i>; unbestellt, nicht umgraben, und brach, nicht entsteinigen!?",
"R. U͑qaba b. Ḥama erwiderte: Es gibt zweierlei Umgrabungen; die eine, um die Bäume zu kräftigen, und die andere, um Ritzen zu füllen. Die Bäume zu kräftigen ist verboten, die Ritzen zu füllen ist erlaubt.",
"Es wurde gelehrt: Über das Pflügen im Siebentjahre [streiten] R. Joḥanan und R. Elea͑zar; einer sagt, er erhalte Geißelhiebe, und einer sagt, er erhalte keine Geißelhiebe. Es ist anzunehmen, daß sie über [eine Lehre] des R. Abin im Namen R. Ilea͑s streiten, denn R. Abin sagte im Namen R. Ilea͑s: Überall, wo das Gebot generalisiert<sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Wie beispielsweise in unserem Falle, wo das Gebot der allgemeinen Ruhe im Siebentjahre generell gehalten ist, die verbotenen Arbeiten aber speziell aufgezählt werden.</i>und das Verbot spezialisiert, ist [die Regel] vom Generellen<sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Cf. Bd. 2 S. 612 Anm. 47.</i>und Speziellen nicht anzuwenden.",
"Nach dem er Geißelhiebe erhält, hält nichts von der Lehre R. Abins im Namen R. Ilea͑s,",
"und nach dem er keine Geißelhiebe erhält, hält wohl von der Lehre R. Abins. –",
"Nein, keiner hält von der Lehre R. Abins im Namen R. Ilea͑s; nach dem er Geißelhiebe erhält, stimmt dies ja,",
"und derjenige, nach dem er keine Geißelhiebe erhält, kann dir erwidern: merke, das Beschneiden ist ja im Säen und das Winzern im Mähen einbegriffen, weshalb nennt sie der Allbarmherzige besonders? Um zu sagen, daß man nur wegen dieser Abzweigungen schuldig sei, nicht aber ist man wegen anderer schuldig. –",
"Etwa nicht, es wird ja gelehrt: <i>Dein Feld sollst du nicht besäen und deinen Weinberg sollst du nicht beschneiden</i>; ich weiß dies vom Säen und vom Beschneiden, woher dies vom Jäten, Graben und Entblättern? Es heißt: <i>dein Feld nicht</i><sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Das <span dir=\"rtl\">לא</span> wird auf das Nomen u. nicht auf das Verb bezogen (cf. Anm. 15 mut. mut.).</i>, <i>deinen Weinberg nicht</i>, keinerlei Arbeit auf dem Felde und keinerlei Arbeit im Weinberg.",
"Woher, daß das Ausschneiden, Beschneiden und Abkratzen der Bäume verboten ist? Es heißt: dein <i>Feld nicht, deinen Weinberg nicht</i>, keinerlei Arbeit auf dem Felde und keinerlei Arbeit im Weinberg.",
"[Woher, daß das Düngen, Entblättern und Ausräuchern der Bäume verboten ist? Es heißt: <i>dein Feld nicht, deinen Weinberg nicht</i>, keinerlei Arbeit auf dem Felde und keinerlei Arbeit im Weinberg.]",
"Man könnte glauben, man dürfe auch nicht Olivenbäume umgraben, Weinstöcke behacken, Gräben mit Wasser füllen und Kreisfurchen um die Weinstöcke ziehen, so heißt es: <i>du darfst dein Feld nicht besäen</i>;",
"das Säen war ja einbegriffen, weshalb wurde es besonders hervorgehoben? Um anderes damit zu vergleichen und dir zu sagen: wie das Säen sich dadurch auszeichnet, daß es eine Arbeit für Feld und Weinberg ist, ebenso alles andere, was eine Arbeit für Feld und Weinberg ist!? –",
"Nur rabbanitisch, und der Schriftvers ist nichts weiter als eine Anlehnung."
],
[
"Als R. Dimi kam, sagte er: [Sie<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">In Palästina, woher RD. kam.</i>lehrten:] Man könnte glauben, man erhalte Geißelhiebe auch wegen des Zusatzes, so gibt es eine Lehre, daß man frei ist. Ich weiß aber nicht, was für eine Lehre und was für ein Zusatz das ist.",
"R. Elea͑zar erklärte: Das Pflügen<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Im Siebentjahre, wovon die Schrift nicht spricht; dies ist unter ‘Zusatz’ zu verstehen.</i>. Dies ist also wie folgt zu verstehen: Man könnte glauben, man erhalte Geißelhiebe wegen des Pflügens, [dessen Verbot] durch [die Regel] vom Generellen, Speziellen und Generellen gefolgert<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Ob. Col. a.</i>wird, so gibt es eine Lehre,",
"daß man frei ist, sonst wäre ja die besondere Aufzählung<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Der im Siebentjahre verbotenen Feldarbeiten.</i>überflüssig.",
"R. Joḥanan erklärte: Die Tage vor Neujahr, die die Weisen [zum Siebentjahre] hinzugefügt<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Diese sind unter ‘Zusatz’ zu verstehen.</i>haben. Dies ist also wie folgt zu erklären: Man könnte glauben, man erhalte Geißelhiebe wegen des Zusatzes vor dem Siebentjahre, wie zu folgern ist aus [den Worten :]<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Ex. 34,21; nach einer weiter folgenden Lehre wird dies auf das 6. Jahr des Septenniums bezogen.</i><i>in der Zeit des Pflügens und des Erntens sollst du ruhen</i>, so gibt es eine Lehre, daß man frei ist, wie wir dies weiter erklären.",
"Welches Bewenden hat es mit den Tagen vor Neujahr? – Wir haben gelernt: Bis wie lange darf man das Baumfeld im Vorsiebentjahre pflügen? Die Schule Šammajs sagt, so lange es für die heurige Frucht nützlich ist; die Schule Hillels sagt, bis zum Wochenfeste. Die Worte dieser und die Worte jener sind einander nahe.",
"Bis wie lange darf man das Getreidefeld im Vorsiebentjahre pflügen? Bis die Feuchtigkeit [des Bodens] aufhört, so lange Leute noch pflügen, um Gurken und Kürbisse<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Die einen feuchten Boden brauchen.</i>zu pflanzen.",
"R. Šimo͑n sprach: Demnach hat die Tora die Frist jedem in die Hand gegeben!? Vielmehr das Getreidefeld bis zum Pesaḥfeste, das Baumfeld bis zum Wochenfeste. (Die Schule Hillels sagt, bis zum Pesaḥfeste.)",
"Hierzu sagte R. Šimo͑n b. Pazi im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi im Namen Bar Qapparas: R. Gamliél und sein Gerichtskollegium stimmten über diese zwei Zeitbestimmungen ab und hoben sie auf.",
"R. Zera sprach zu R. Abahu, und wie manche sagen, Reš Laqiš zu R. Joḥanan: Wieso konnten R. Gamliél und sein Gerichtskollegium eine Anordnung der Schule Šammajs und der Schule Hillels aufheben, wir haben ja gelernt, ein Gerichtshof könne nicht die Worte eines anderen Gerichtshofes aufheben, es sei denn, daß er größer ist als jener an Weisheit und Zahl!?",
"Eine Weile war er bestürzt, dann erwiderte er: Vielleicht hatten sie bestimmt, daß jeder, der dies will, komme und es aufhebe. –",
"Ist dies denn [eine Anordnung] von ihnen, dies ist ja eine Moše am Sinaj überlieferte Halakha!? R. Asi sagte nämlich im Namen R. Joḥanans im Namen des R. Neḥunja aus dem Tale Beth Ḥivarthan: Die [Lehren von den] zehn Setzlingen<sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Cf. Sb. 1,6.</i>, der Bachweide<sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">Cf. Zum Feststrauße; cf. Suk. Fol. 33b.</i>und dem Wassergießen<sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Am Hüttenfeste; cf. Suk. Fol. 48a.</i>, sind Moše am Sinaj überlieferte Halakhoth.",
"R. Jiçḥaq erwiderte: Die Halakha erstreckt sich nur auf dreißig Tage vor Neujahr, und sie dehnten es bis zum Pesaḥfeste, beziehungsweise zum Wochenfeste aus, und bezüglich ihrer [Frist] bestimmten sie, daß jeder, der dies will, kommen und es aufheben könne. –",
"Sind es denn überlieferte Halakhoth, sie sind ja [Bestimmungen] der Schrift!? Wir haben nämlich gelernt :<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Ex. 34,21.</i><i>Beim Pflügen und beim Ernten sollst du ruhen</i>. R. A͑qiba sagt: Da dies vom Pflügen und Ernten im Siebentjahre nicht nötig ist, da es bereits heißt: <i>du darfst dein Feld nicht besäen und deinen Weinberg nicht beschneiden</i>, so beziehe man es auf das Pflügen im Vorsiebentjahre"
],
[
"für das Siebentjahr und auf die Ernte des Siebentjahres im Nachsiebentjahre.",
"R. Jišma͑él sagte: Wie das Pflügen Freigestelltes ist, so auch das Ernten, wenn es Freigestelltes ist, ausgenommen das Ernten der Erstlingsgarbe, das Gebot<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Dieser Schriftvers bezieht sich nicht auf das Siebentjahr, sondern auf den Šabbath.</i>ist. Vielmehr, erklärte",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq, die überlieferte Halakha [lehrt], daß es bei jungen [Setzlingen] erlaubt ist, und die Schriftverse [deuten], daß es bei alten verboten ist. –",
"Wenn die überlieferte Halakha es bei jungen erlaubt, so ist es ja selbstverständlich, daß es bei alten verboten ist!? –",
"Vielmehr, die überlieferte Halakha ist nach R. Jišma͑él<sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">Der aus dem Schriftverse nicht bezüglich dieser, sondern bezüglich der Erstlingsgarbe folgert.</i>, und die Schriftverse sind nach R. A͑qiba nötig.",
"R. Joḥanan erwiderte: R. Gamliél und sein Gerichtskollegium stützen sich bei ihrer Aufhebung auf die Tora. –",
"Wieso? – Dies ist durch [das Wort] <i>Ruhe</i> zu folgern, das auch beim gewöhnlichen Šabbath gebraucht wird: wie bei diesem die Arbeit nur an diesem selbst verboten ist, vor- und nachher aber erlaubt, ebenso ist sie auch [beim Siebentjahre] nur an diesem selbst verboten, vor und nachher aber erlaubt.",
"R. Aši wandte ein: Wieso kann, nach dem dies eine überlieferte Halakha ist, die Wortanalogie eine überlieferte Halakha aufheben, und wieso kann, nach dem dies ein Verbot der Schrift ist, die Wortanalogie ein Verbot der Schrift aufheben!?",
"Vielmehr, erklärte R. Aši, R. Gamliél und sein Gerichtskollegium sind der Ansicht R. Jišma͑éls, welcher sagt, dies sei eine überlieferte Halakha, und die überlieferte Halakha hat gleich dem Wassergießen Geltung nur zur Zeit, wenn der Tempel besteht, nicht aber, wenn der Tempel nicht besteht.",
"A<small>BER NICHT MIT</small> R<small>EGEN- ODER</small> Z<small>UGBRUNNENWASSER.</small> Allerdings ist [die Bewässerung] mit Zugbrunnenwasser mühevoll, welche Mühe gibt es aber bei Regenwasser!?",
"R. Ilea͑ erwiderte im Namen R. Joḥanans: Beim Regenwasser ist das Zugbrunnenwasser berücksichtigt worden. R. Aši erwiderte: Aus dem Regenwasser selbst kann Zugbrunnenwasser<sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Wenn durch das Abschöpfen das Niveau des Wassers sinkt, ist das Schöpfen ebenso mühevoll, wie beim Zugbrunnen.</i>werden.",
"Sie streiten über [eine Lehre] R. Zeras, denn R. Zera sagte im Namen des Rabba b. Jirmeja im Namen Šemuéls: Aus Teichen, die Zufluß aus Wassersammlungen<sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Diese gleichen dem Regenwasser, indem sie ebenfalls versiegen können, und man könnte veranlaßt werden, Wasser von anderwärts zu holen.</i>haben, darf man am Halbfeste bewässern.",
"Einer hält von der Lehre R. Zeras, und einer hält nicht von der Lehre R. Zeras.",
"Der Text. R. Zera sagte im Namen des Rabba b. Jirmeja, im Namen Šemuéls: Aus Teichen, die Zufluß aus Wassersammlungen haben, darf man am Halbfeste bewässern.",
"R. Jirmeja wandte gegen R. Zera ein: Nicht aber mit Regen- oder Zugbrunnenwasser!? Dieser erwiderte: Jirmeja, mein Sohn, die Wassersammlungen in Babylonien gleichen Gewässern, die nicht versiegen.",
"Die Rabbanan lehrten: Aus Lachen und Pfützen, die am Vorabend des Festes mit Wasser gefüllt worden sind, darf man am Halbfeste nicht bewässern; wenn aber zwischen diesen ein Wasserarm sich hinzieht, so ist es erlaubt.",
"R. Papa sagte: Dies nur, wenn der größere Teil dieses Feldes aus diesem Wasserarm bewässert wird<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Dh. mit einem Male bewässert werden kann.</i>. R. Aši sagte: Auch wenn der größere Teil dieses Feldes [aus diesem] nicht bewässert wird, denn da es nach und nach doch bewässert wird, sagt man sich: wird es nicht in einem Tage bewässert, so wird es in zwei oder drei Tagen.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn aus einem Rieselfelde Wasser in eine Lache abfließt, so darf man aus dieser ein anderes Rieselfeld bewässern. – Das Wasser versiegt ja!?",
"R. Jirmeja erwiderte: Einstweilen tropft es noch. Abajje sagte: Dies nur, solange die erste Quelle nicht versiegt ist.",
"Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Menasja sagte: Wenn von zwei Beeten das eine höher und das andere tiefer liegt, so darf man nicht vom unteren schöpfen und das obere bewässern. Noch mehr verschärfte es R. Elea͑zar b. Šimo͑n: Selbst wenn von einem Beete die eine Hälfte tiefer und die andere höher ist, darf man nicht aus der tieferen Stelle schöpfen und die höhere Stelle bewässern.",
"Die Rabbanan lehrten: Man darf für Kräuter schöpfen<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Nach dem Wortlaute, Wasser zur Bewässerung desselben.</i>,um sie zu essen, nicht aber, damit sie besser wachsen.",
"Rabina und Rabba Tospaáh gingen am Halbfeste auf einem Wege und sahen einen Mann Eimer Wasser schöpfen. Da sprach Rabba Tospaáh zu Rabina: Möge der Meister ihn in den Bann tun. Dieser erwiderte: Es wird gelehrt, man dürfe Wasser für Kräuter schöpfen, um sie zu essen. Jener entgegnete: Du glaubst wohl, ‘schöpfen’ heiße ‘Wasser schöpfen’,"
],
[
"‘schöpfen’ heißt ‘herausziehen’<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Von Gewächsen (jäten) od. Beeren (ausbeeren); einer leitet das W. <span dir=\"rtl\">מדליו</span> von <span dir=\"rtl\">דלה</span> <i>heraufziehen, schöpfen</i> ab, der andere hingegen von <span dir=\"rtl\">דלל</span> <i>herausziehen, jäten, ausleeren</i>.</i>wie gelehrt wird: Wenn jemand Weinreben ausbeert, so beere er auch die der Armen<sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 19,9; 23,22.</i>aus, wie er seine ausbeert – so R. Jehuda; R. Meír sagt, wohl dürfe er dies bei seinen, nicht aber bei denen der Armen.",
"Dieser erwiderte: Es wird ja aber gelehrt, man dürfe Wasser für Kräuter schöpfen, um sie zu essen!? Jener entgegnete: Ist dies gelehrt worden, so ist es gelehrt worden.",
"M<small>AN DARF KEINE</small> K<small>REISFURCHEN UM DIE</small> W<small>EINSTÖCKE MACHEN</small>. Was sind U͑gjoth? R. Jehuda erwiderte: Kreisfurchen. Ebenso wird auch gelehrt: U͑gjoth sind die Furchen um die Wurzeln der Olivenbäume und Weinstöcke. –",
"Dem ist ja aber nicht so, R. Jehuda erlaubte ja den Leuten von Barçita<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">In den kursierenden Ausgaben Bar Çitaj (Name einer bekannten Familie, cf. Jab. 21b), viell. aber Ortsname.</i>Furchen auf ihren Weinbergen zu machen!? – Das ist kein Einwand, dies bei neuen, jenes bei alten.",
"R. E<small>LEA͑ZAR B.</small> A<small>͑ZARJA SAGT, MAN DÜRFE KEINEN</small> W<small>ASSERGRABEN ERRICHTEN</small>. Allerdings nicht am Halbfeste, wegen der Mühe, weshalb aber nicht im Siebentjahre? –",
"Hierüber streiten R. Zera und R. Abba b. Mamal; einer sagt, weil dies den Anschein des Behackens hat, und einer sagt, weil man die Ufer zum Säen brauchbar macht. –",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen, wenn gleich darauf Wasser kommt; nach demjenigen, welcher sagt, man mache die Ufer zum Säen brauchbar, ist dies zu berücksichtigen, und nach demjenigen, welcher sagt, es habe den Anschein des Behackens, ist nichts zu berücksichtigen. –",
"Aber auch nach demjenigen, welcher sagt, weil es den Anschein des Behackens hat, sollte doch berücksichtigt werden, man macht die Ufer zum Säen brauchbar!? – Vielmehr einen Unterschied gibt es zwischen ihnen, wenn man [den Schutt] herausnimmt und weit fortwirft; nach demjenigen, welcher sagt, weil man die Ufer zum Besäen brauchbar macht, ist nichts zu berücksichtigen, und nach demjenigen, welcher sagt, weil es den Anschein des Behackens hat, ist dies zu berücksichtigen. –",
"Aber auch nach demjenigen, welcher sagt, weil man die Ufer zum Besäen brauchbar macht, sollte doch berücksichtigt werden, es hat den Anschein des Behackens!? – Auch beim Behacken läßt man [den Schutt] daneben liegen.",
"Amemar lehrte<sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">Als Nachsatz zu den Worten des RebA͑.</i> [ausdrücklich]: weil es den Anschein des Behackens hat, und wies auf einen Widerspruch hin, in dem R. Elea͑zar b. A͑zarja sich befindet: kann R. Elea͑zar b. A͑zarja denn gesagt haben, daß es, wo es den Anschein des Behackens hat, verboten sei,",
"dem widersprechend wird ja gelehrt: Man darf [im Siebentjahre] den Dung in einem Haufen sammeln; R. Meír verbietet dies, es sei denn, daß man ihn drei Handbreiten tiefer oder drei Handbreiten höher legt. Hat man nur wenig, so füge man nach und nach hinzu;",
"R. Elea͑zar b. A͑zarja verbietet dies, es sei denn, daß man ihn drei Handbreiten tiefer oder drei Handbreiten höher legt, oder daß man ihn auf einen Felsen legt.",
"R. Zera und R. Abba b. Mamal [erklärten es]; einer erklärte, wenn die Vertiefung [bereits vorhanden] war, und einer erklärte, der Dung beweise es<sup class=\"footnote-marker\">47</sup><i class=\"footnote\">Daß man nicht das Behacken bezweckt.</i>.",
"U<small>ND AM</small> H<small>ALBFESTE VERFALLENE AUSBESSERN</small>. Was heißt ‘verfallene’? R. Abba erwiderte: Wenn die Tiefe bis auf eine Handbreite reduziert wurde, so darf man sie wieder auf sechs herstellen.",
"Selbstverständlich ist es von einer halben Handbreite auf drei<sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Wenn der Graben ursprünglich 3 Handbreiten tief war u. auf eine halbe verfallen ist. Nach unserer Mišna darf er auf die ursprünglich fünffache Tiefe wieder hergestellt werden.</i> [verboten], denn da in einem solchen<sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">Auch bei einer Tiefe von 3 Handbreiten fließt das Wasser nicht richtig, somit ist dies eine unnötige Arbeit.</i>kein Wasser fließt, so ist es nichts, und ebenso von zwei<sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">Cf. Anm. 48. mut. mut.</i>auf zwölf, weil dies sehr mühevoll ist.",
"Wie ist es aber von zwei auf sieben<sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">Cf. Anm. 48. mut. mut.</i>: da<sup class=\"footnote-marker\">51</sup><i class=\"footnote\">Im Falle unserer Mišna, von einer auf sechs.</i>tieft man fünf aus und hierbei tieft man fünf<sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Demnach ist es erlaubt.</i>aus, oder aber [ist es verboten], weil die Handbreite darüber<sup class=\"footnote-marker\">53</sup><i class=\"footnote\">Die Tiefe von 6 Handbreiten ist ausreichend.</i>eine unnötige Mühe ist? – Dies bleibt unentschieden.",
"Abajje erlaubte den Leuten von Bar Hamdakh einen Fluß von Gezweigen zu reinigen. R. Jirmeja erlaubte den Leuten von Sekutha einen verstopften Fluß auszubaggern. R. Aši erlaubte den Leuten von Matha Meḥasja im Flusse Burniç [eine Sandbank] zu durchstechen, indem er sagte, da das Publikum aus diesem trinkt, so erfolgt es für die Öffentlichkeit, und wir haben gelernt, man dürfe alle öffentlichen Arbeiten verrichten.",
"M<small>AN DARF DIE BESCHÄDIGTEN</small>"
],
[
"W<small>ASSER[BEHÄLTER] AUF ÖFFENTLICHEN</small> P<small>LÄTZEN AUSBESSERN &amp;C.</small> Nur ausbaggern, nicht aber [tiefer] graben.",
"R. Ja͑qob sagte im Namen R. Joḥanans: Dies lehrten sie nur [von dem Falle], wenn das Publikum sie nicht braucht, wenn aber das Publikum sie braucht, darf man auch [tiefer] graben. –",
"Ist es denn erlaubt, wenn das Publikum sie braucht, es wird ja gelehrt: Man darf private Brunnen, Gruben und Höhlen ausbaggern, und um so mehr öffentliche; man darf aber nicht öffentliche Brunnen, Gruben und Höhlen [tiefer] graben, und um so weniger private. Doch wohl, wenn das Publikum sie braucht!? –",
"Nein, wenn das Publikum sie nicht braucht. –",
"Dementsprechend auch private, wenn man sie nicht braucht; ist denn das Ausbaggern dann erlaubt!? Es wird nämlich gelehrt: Man darf in privaten Brunnen, Gruben und Höhlen Wasser ansammeln, man darf sie aber nicht ausbaggern, auch nicht die Spalten glätten; öffentliche darf man ausbaggern, auch die Spalten glätten. –",
"Wenn etwa private in dem Falle, wenn man sie braucht, dann dementsprechend auch öffentliche, wenn das Publikum sie braucht; ist denn das [tiefere] Graben dann verboten!? Es wird nämlich gelehrt: Man darf in privaten Brunnen, Gruben und Höhlen Wasser ansammeln, auch darf man sie ausbaggern, nicht aber darf man die Spalten glätten, auch nicht Schutt in diese tun oder sie mit Kalk ausschmieren; öffentliche darf man [tiefer] graben und mit Kalk ausschmieren!? –",
"Dem widerspricht ja die erste [Lehre]!? – Erkläre sie wie folgt: Man darf private Brunnen ausbaggern, wenn man sie braucht, und um so mehr öffentliche, wenn das Publikum sie braucht, denn dann ist sogar das [tiefere] Graben erlaubt;",
"man darf aber keine öffentlichen Brunnen, Gruben und Höhlen [tiefer] graben, wenn das Publikum sie nicht braucht, und um so weniger private, wenn man sie nicht braucht, denn dann ist sogar das Ausbaggern verboten.",
"R. Aši sprach: Dies ist auch aus unserer Mišna zu entnehmen. Wir haben gelernt, man dürfe alle öffentlichen Arbeiten verrichten; was schließt das ‘alle’ ein? Doch wohl das [tiefere] Graben. –",
"Nein, dies schließt das ein, was im folgenden gelehrt wird: Man darf hinausgehen, die Wege entdornen, die Plätze und die Straßen ausbessern und die Tauchbäder nachmessen; hat ein Tauchbad keine vierzig Seá [Wasser], so leite man vierzig Seá hinein.",
"Woher, daß, wenn sie dies alles nicht getan haben, die Schrift ihnen alles Blut, das dadurch vergossen wird, anrechnet, als hätten sie es vergossen? Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">54</sup><i class=\"footnote\">Dt. 19,10.</i><i>und du so mit Blutschuld beladen werdest.</i> –",
"Auch dies wird ja ausdrücklich gelehrt: Ferner darf man Wege, Stadtplätze und Tauchbäder ausbessern und alle öffentlichen Arbeiten verrichten. Was schließt dies ein? Dies schließt wohl das [tiefere] Graben ein. Schließe hieraus.",
"G<small>RÄBER BEZEICHNEN.</small> R. Šimo͑n b. Pazi sagte: Wo befindet sich in der Tora eine Andeutung für die Bezeichnung der Gräber? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">55</sup><i class=\"footnote\">Ez. 39,15.</i><i>und wenn einer ein Menschengebein erblickt, so soll er ein Mal daneben errichten</i>.",
"Rabina sprach zu R. Aši: Wer sagte dies, bevor Jeḥezqel kam? – Wie willst du nach deiner Auffassung das erklären, was R. Ḥisda gesagt hat, daß wir dies<sup class=\"footnote-marker\">56</sup><i class=\"footnote\">Daß ein unbeschnittener Priester den Tempeldienst nicht verrichten darf.</i>nämlich nicht aus der Tora Mošes lernen, sondern aus den Worten Jeḥezqels, des Sohnes Buzis:<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Ez. 44,9.</i><i>kein Fremdling, der unbeschnittenen Herzens und unbeschnittenen Fleisches ist, soll in mein Heiligtum eintreten</i>;",
"wer sagte dies bevor Jeḥezqel kam? Vielmehr war es eine überlieferte Lehre, und Jeḥezqel kam und brachte es zu Schrift, ebenso war es auch hierbei eine überlieferte Lehre, und Jeḥezqel kam und brachte es zu Schrift.",
"R. Abahu sagte: Hieraus :<sup class=\"footnote-marker\">58</sup><i class=\"footnote\">Lev. 13,45.</i><i>unrein, unrein, soll er rufen</i>; die Unreinheit muß ihm zurufen und sprechen: Entferne<sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Das W. <span dir=\"rtl\">טמא</span> als Subjekt; dh. die Unreinheit muß gekennzeichnet werden.</i> dich. Ebenso sagte auch R. U͑ziél, Sohnessohn R. U͑ziél des Großen: die Unreinheit muß ihm zurufen und sprechen: Entferne dich. –",
"Deutet dies denn hierauf, dies deutet ja auf das folgende!? Es wird nämlich gelehrt: <i>Unrein, unrein, soll er rufen</i>; er muß sein Leid öffentlich kund tun, damit das Publikum für ihn bete!? –",
"Es könnte ja heißen: <i>unrein soll er rufen</i>, wenn es aber heißt: <i>unrein, unrein</i>, so ist hieraus beides zu entnehmen.",
"Abajje sagte: Hieraus:<sup class=\"footnote-marker\">60</sup><i class=\"footnote\">Lev. 19,14.</i><i>du sollst dem Blinden kein Hindernis in den Weg legen</i>. R. Papa sagte: Hieraus:<sup>61</sup><i>und so sagt er denn: Macht Bahn, macht Bahn, richtet her den Weg.</i>",
"R. Ḥenana sagte: Hieraus:<sup class=\"footnote-marker\">61</sup><i class=\"footnote\">Jes. 57,14.</i><i>räumt meinem Volke jeden Anstoß aus dem Wege</i>. R. Jehošua͑ sagte: Hieraus:<sup class=\"footnote-marker\">62</sup><i class=\"footnote\">Ex. 18,20.</i><i>und weise ihnen den Weg, den sie wandeln sollen</i>.",
"Mar Zuṭra sagte: Hieraus:<sup class=\"footnote-marker\">63</sup><i class=\"footnote\">Lev. 15,31.</i><i>ihr sollt die Kinder Jisraél verwarnen inbetreff ihrer Unreinheit</i>. R. Aši sagte: Hieraus:<sup class=\"footnote-marker\">64</sup><i class=\"footnote\">Ib. 18,30.</i><i>beobachtet meine Satzungen</i>: füget eine Satzung zur Satzung hinzu.",
"Rabina sagte: [Hieraus:]<sup class=\"footnote-marker\">65</sup><i class=\"footnote\">Ps. 50,23.</i><i>wer seinen Weg richtet</i><sup class=\"footnote-marker\">66</sup><i class=\"footnote\">Die verbotenen Wege bezeichnet.</i>, <i>den werde ich das Heil Gottes sehen lassen.</i>",
"R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Wer seine Wege schätzt<sup class=\"footnote-marker\">67</sup><i class=\"footnote\">Dh. seine Handlungen erwägt.</i>, dem ist es beschieden, das Heil Gottes zu sehen, denn es heißt: <i>wer seinen Weg richtet</i>, und man lese nicht <i>vesam</i> [richtet], sondern <i>vešam</i> [schätzt]; <i>den will ich das Heil Gottes sehen lassen</i>.",
"R. Jannaj hatte einen Schüler, der jeden Tag Einwürfe gegen ihn zu machen pflegte, am Festšabbath<sup class=\"footnote-marker\">68</sup><i class=\"footnote\">An dem ein zahlreiches Publikum anwesend war, sodaß er durch die Einwürfe beschämt werden könnte.</i> aber machte er keine."
],
[
"Da las er über ihn: <i>Wer seinen Weg schätzt,</i> <i>den will ich das Heil Gottes sehen lassen</i>.",
"Die Rabbanan lehrten: Man bezeichne nicht wegen eines olivengroßen Stückes von einem Leichnam, wegen eines gerstengroßen Knochens oder sonst etwas, das durch Bezeltung nicht verunreinigend ist, wohl aber bezeichne man wegen des Rückgrates, des Kopfes, des größeren Teiles oder der größeren Gliederzahl des Leichnams.",
"Man braucht nicht entschiedene [Unreinheiten] zu bezeichnen, wohl aber muß man zweifelhafte bezeichnen. Folgende gehören zu den zweifelhaften: das Über hängende, das Vorstehende und der Gräberpflug. Man setze nicht das Mal direkt auf die Unreinheit, um nicht reine Sachen zu verderben<sup class=\"footnote-marker\">69</sup><i class=\"footnote\">Befindet sich das Mal direkt auf der Unreinheit, so kann dies von der Ferne übersehen werden; wird es zu weit von der Unreinheit gesetzt, so wird der ganze Raum unnötig als unrein bezeichnet.</i>; auch setze man das Mal nicht zu weit von der Unreinheit, um nicht jisraélländisches Gebiet zu verderben<sup class=\"footnote-marker\">69</sup><i class=\"footnote\">Befindet sich das Mal direkt auf der Unreinheit, so kann dies von der Ferne übersehen werden; wird es zu weit von der Unreinheit gesetzt, so wird der ganze Raum unnötig als unrein bezeichnet.</i>. –",
"Ist denn ein olivengroßes Stück von einem Leichnam nicht durch Bezeltung verunreinigend, es wird ja gelehrt, daß zu den Dingen, die durch Bezeltung verunreinigen, auch ein olivengroßes Stück von einem Leichnam gehöre!?",
"R. Papa erwiderte: Hier handelt es sich um ein genau olivengroßes Stück, das später kleiner wird. Lieber verbrenne man seinethalben Hebe und Geheiligtes vorübergehend<sup class=\"footnote-marker\">70</sup><i class=\"footnote\">Wenn sie durch die Unterlassung der Bezeichnung damit in Berührung kommen.</i>, als daß man sie seinethalben dauernd verbrenne<sup class=\"footnote-marker\">71</sup><i class=\"footnote\">Wenn die Stelle als unrein erklärt wird.</i>.",
"«Folgende gehören zu den zweifelhaften: das Überhängende, das Vorstehende.»",
"Überhängendes, wenn ein Baum über die Erde überhängt<sup class=\"footnote-marker\">72</sup><i class=\"footnote\">Wenn eine Unreinheit sich unter einem Aste befindet, u. man nicht weiß, unter welchem, so zeichne man die Stelle unter diesem.</i>.",
"Vorstehendes, wenn Steine aus einer Wand hervorragen. –",
"[«Der Gräberpflug,» wie wir gelernt haben: Wer ein Grab umackert, bildet einen Gräberpflug. Wieviel? Eine Furchenlänge, hundert Ellen.] –",
"Ist denn der Gräberpflug durch Bezeltung verunreinigend. R. Jehuda sagte ja im Namen Šemuéls, man dürfe auf einem Gräberpfluge [die Erde] wegblasen<sup class=\"footnote-marker\">73</sup><i class=\"footnote\">Um zu sehen, ob da Gebeine liegen.</i>und weiter gehen.",
"Auch sagte R. Jehuda b. Ami im Namen U͑las, ein ausgetretener Gräberpflug sei rein<sup class=\"footnote-marker\">74</sup><i class=\"footnote\">Man darf darüber hinweggehen, wenn man das Pesaḥopfer herrichten geht.</i>!?",
"R. Papa erwiderte: Das ist kein Einwand; eines gilt von einem Felde, auf dem ein Grab verloren<sup class=\"footnote-marker\">75</sup><i class=\"footnote\">Wenn man nicht weiß, wo sich dasselbe befindet.</i>ging, und eines gilt von einem Felde, auf dem ein Grab aufgeackert<sup class=\"footnote-marker\">76</sup><i class=\"footnote\">Das Grab ist nicht mehr vorhanden u. braucht nicht bezeichnet zu werden.</i>wurde. –",
"Heißt denn ein Feld, auf dem ein Grab verloren<sup class=\"footnote-marker\">77</sup><i class=\"footnote\">So besser nach Handschriften.</i>ging, Gräberpflug? – Freilich, denn es wird gelehrt: Es gibt dreierlei Gräberpflüge: ein Feld, auf dem ein Grab verloren ging, ein Feld, auf dem ein Grab aufgeackert wurde, und ein Feld der Weinenden. –",
"Welches heißt ein Feld der Weinenden? R. Jehošua͑ b. Abba erwiderte im Namen U͑las: Ein Feld, da man die Toten absetzt. –",
"Aus welchem Grunde? Abimi erwiderte: Hierbei wurde die Lossagung der Eigentümer<sup class=\"footnote-marker\">78</sup><i class=\"footnote\">Dh. der Angehörigen; es können da einzelne Glieder vom Leichnam zurückgeblieben u. von diesen nicht bestattet worden sein.</i>berücksichtigt. –",
"Braucht denn ein Feld, auf dem ein Grab aufgeackert wurde, nicht der Bezeichnung, es wird ja gelehrt: Wenn man ein bezeichnetes Feld sieht und nicht weiß, was dies zu bedeuten habe, so ist auf diesem, wenn da Bäume vorhanden sind, ein Grab aufgeackert worden, und wenn da keine Bäume vorhanden sind, ein Grab verloren gegangen;",
"R. Jehuda sagt, nur wenn ein Greis oder ein Gelehrter dies<sup class=\"footnote-marker\">79</sup><i class=\"footnote\">Solange dieser nicht bekündet, daß es aufgeackert wurde, gilt es als nicht aufgeackert.</i>bekundet, weil nicht jeder darüber Bescheid weiß!?",
"R. Papa erwiderte: Diese Lehre spricht von einem Felde, auf dem ein Grab verloren ging, worauf man es bezeichnet hat; sind da Bäume vorhanden, so ist es sicher, daß später das Grab auch aufgeackert wurde, und sind da keine Bäume vorhanden, so ist es sicher, daß das Grab verloren ging. –",
"Es ist ja zu berücksichtigen, vielleicht befinden sich die Bäume innerhalb und das Grab außerhalb<sup class=\"footnote-marker\">80</sup><i class=\"footnote\">An dieser Stelle wurde gar nicht aufgeackert.</i>!? –",
"Wie U͑la erklärt hat, wenn sich [die Bäume] an der äußersten Grenze befinden, ebenso auch hierbei, wenn sie sich an der äußersten Grenze befinden. –"
],
[
"Vielleicht befindet sich die Unreinheit innerhalb und die Bäume außerhalb!? –",
"Wenn sie durcheinander [verteilt] stehen. Wenn du aber willst, sage ich: wir sagten ja, daß man das Mal nicht zu weit von der Unreinheit setze, um nicht jisraélländisches Gebiet zu verderben<sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Und da sich das Mal nahe der Bäume befindet, so befindet sich die Unreinheit wahrscheinl. zwischen den Bäumen.</i>.",
"«R. Jehuda sagt, nur wenn ein Greis oder ein Gelehrter dies bekundet, weil nicht jeder darüber Bescheid weiß.» Abajje sagte: Hieraus, daß dem Gelehrten, der sich in der Stadt befindet, alle Angelegenheiten der Stadt obliegen.",
"R. Jehuda sagte: Findet man einen gezeichneten Stein, so ist der Raum unten unrein, wenn zwei, so ist, falls Kalk<sup class=\"footnote-marker\">82</sup><i class=\"footnote\">Womit die Gräber bezeichnet wurden; cf. Ms. V,1.</i>zwischen ist, der Zwischenraum rein,",
"obgleich er nicht aufgeackert wurde. – Es wird ja aber gelehrt, daß, wenn man einen gezeichneten Stein findet, der Raum unten unrein sei, und wenn zwei, der Zwischenraum, wenn er geackert ist, rein, und wenn er nicht geackert ist, unrein sei!?",
"R. Papa erwiderte: Dies in dem Falle, wenn der Kalk oben aufgeschüttet und an beiden Seiten ausgestreut ist; ist der Zwischenraum geackert, so ist er rein, weil [der Kalk] wahrscheinlich durch das Aufackern abgefallen ist, wenn aber nicht, so ist der Kalk dazwischen direkt geschüttet worden, und [der Raum] ist unrein.",
"R. Asi sagte: Findet man einen Grenzrand gezeichnet, so ist er unrein und das ganze Feld rein; wenn zwei, so sind diese unrein, und das ganze Feld rein; wenn drei, so sind diese unrein und das ganze Feld rein; wenn vier, so sind diese rein und das ganze Feld unrein,",
"denn der Meister sagte, daß man das Mal nicht zu weit von der unreinen Stelle setze, um nicht jisraélländisches Gebiet zu beschädigen.",
"U<small>ND WEGEN DER</small> M<small>ISCHFRUCHT STREIFEN</small>.",
"Entsendet man denn Streifen wegen der Mischfrucht am Halbfeste, ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Am ersten Adar erläßt man eine Kundmachung inbetreff der Tempelsteuer und der Mischfrucht;",
"am fünfzehnten desselben liest man die Esterrolle in den Großstädten und man sendet [Leute] aus, die Wege zu entdornen, die Stadtplätze auszubessern, die Tauchbäder zu messen: man verrichtet alle öffentlichen Arbeiten, bezeichnet die Gräber und sendet Streifen aus wegen der Mischfrucht!? –",
"R. Elea͑zar und R. Jose b. Ḥanina [erklärten dies]; einer erklärte, eines gelte von der frühreifen<sup class=\"footnote-marker\">83</sup><i class=\"footnote\">Wegen dieser schon am 15. Adar.</i> und eines von der spätreifen, und einer erklärte, eines gelte vom Getreide und eines von Kräutern<sup class=\"footnote-marker\">83</sup><i class=\"footnote\">Wegen dieser schon am 15. Adar.</i>.",
"R. Asi sagte im Namen R. Joḥanans: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn noch keine Blüten zu merken sind, wenn aber Blüten zu merken sind, so sendet man [schon vorher] aus. –",
"Weshalb sendet man sie am Halbfeste aus? R. Ja͑qob erwiderte im Namen R. Joḥanans: Weil dann der Lohn niedriger ist.",
"R. Zebid, nach anderen R. Mešaršeja, sagte: Hieraus, daß man ihnen ihren Lohn von der Tempelsteuer zahlt, denn wenn man sagen wollte [die Eigentümer] zahlen von ihrem [Gelde], so ist dies uns ja gleichgültig, mögen sie doch zahlen, was jene verlangen. –",
"Wieviel<sup class=\"footnote-marker\">84</sup><i class=\"footnote\">Muß von der Mischfrucht vorhanden sein, um es nicht vernichten zu müssen.</i>!? R. Šemuél b. Jiçḥaq erwiderte: Wie wir gelernt haben: Ist in einer Seá [Aussaat] ein"
],
[
"Viertelkab anderer Art vorhanden, so vermindere man<sup class=\"footnote-marker\">85</sup><i class=\"footnote\">Das Verhältnis, durch Verminderung der einen od. Vermehrung der anderen Art.</i>. –",
"Es wird ja aber gelehrt, sie ordneten an, das ganze Feld als Freigut zu erklären!? – Das ist kein Einwand; eines vor der Anordnung und eines nach der Anordnung.",
"Es wird nämlich gelehrt: Früher pflegten sie [die Mischpflanzen] herauszureißen und vor ihr Vieh zu werfen, und die Eigentümer freuten sich doppelt: erstens, daß man ihnen ihre Felder jätete und zweitens, daß man ihrem Vieh [Futter] vorwarf;",
"da ordneten sie an, sie auszureißen und auf die Straße zu werfen. Aber immer freuten sie sich sehr, daß man ihnen ihre Felder jätete, da ordneten sie an, das ganze Feld als Freigut zu ererklären.",
"<b>R.</b> E<small>LIE͑ZER B.</small> J<small>A͑QOB SAGT, MAN DÜRFE DAS</small> W<small>ASSER VON</small> B<small>AUM ZU</small> B<small>AUM LEITEN, NUR DARF MAN NICHT DAS GANZE</small> F<small>ELD BEWÄSSERN;</small> S<small>AATEN, DIE VOR DEM</small> F<small>ESTE NICHT BEWÄSSERT WORDEN SIND, DARF MAN AM</small> H<small>ALBFESTE NICHT BEWÄSSERN</small>. <sup>iii</sup> D<small>IE</small> W<small>EISEN ERLAUBEN DAS EINE UND DAS ANDERE</small>.",
"GEMARA. R. Jehuda sagte: Ist es aber ein angefeuchtetes<sup class=\"footnote-marker\">86</sup><i class=\"footnote\">Das trocken wurde u. unbedingt der abermaligen Bewasserung bedarf.</i>Feld, so ist es erlaubt. Ebenso wird auch gelehrt: Wenn sie gesagt haben, man dürfe [Saaten] am Halbfeste nicht bewässern, so gilt dies nur von Saaten, die vor dem Feste noch nicht bewässert worden sind, Saaten aber, die vor dem Feste bewässert worden sind, darf man am Feste bewässern.",
"Ist es aber ein angefeuchtetes<sup class=\"footnote-marker\">86</sup><i class=\"footnote\">Das trocken wurde u. unbedingt der abermaligen Bewasserung bedarf.</i>Feld, so ist es erlaubt. Man darf am Halbfeste kein ausgetrocknetes Feld bewässern; die Weisen erlauben das eine und das andere.",
"Rabina sagte: Hieraus, daß man am Halbfeste einen Garten sprengen darf. Das ausgetrocknete Feld deshalb, weil [die Bewässerung] die Spätfrüchte zu Frühfrüchten<sup class=\"footnote-marker\">87</sup><i class=\"footnote\">Obgleich dies nicht zur Vermeidung eines direkten Schadens erfolgt.</i>macht, ebenso macht sie auch hierbei Spätfrüchte zu Frühfrüchten.",
"Die Rabbanan lehrten: Man darf ein lichtes<sup class=\"footnote-marker\">88</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. weißes Feld, dh. ein Feld ohne Bäume (für Getreide, Gemüse udgl.), als Ggs. zum Baumfelde (<span dir=\"rtl\">שדה האילן</span>) dh. Obstfelde.</i>Feld im Siebentjahre sprengen, nicht aber am Halbfeste. –",
"Es wird ja aber gelehrt, man dürfe sprengen sowohl am Halbfeste als auch im Siebentjahre!? R. Hona erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob und das andere nach den Rabbanan.",
"Ein Anderes lehrt: Man darf ein lichtes Feld im Vorsiebentjahre sprengen, damit die Kräuter im Siebentjahre wachsen; und noch mehr: man darf ein lichtes Feld im Siebentjahre sprengen, damit die Kräuter im Nachsiebentjahre wachsen.",
"<sup class=\"footnote-marker\">iv</sup>M<small>AN DARF AM</small> H<small>ALBFESTE UND IM</small> S<small>IEBENTJAHRE</small> M<small>AULWÜRFE UND</small> M<small>ÄUSE VOM</small> B<small>AUMFELDE UND VOM LICHTEN</small> F<small>ELDE AUF UNGEWÖHNLICHE</small><sup class=\"footnote-marker\">89</sup><i class=\"footnote\">So nach der ersten Ausgabe u. der Mišna separata.</i>W<small>EISE WEGFANGEN; DIE</small> W<small>EISEN SAGEN, VOM</small> B<small>AUMFELDE AUF GEWÖHNLICHE</small> W<small>EISE UND VOM LICHTEN</small> F<small>ELDE AUF UNGEWÖHNLICHE</small> W<small>EISE</small>.",
"M<small>AN DIRF EINE</small> M<small>AUERLÜCKE AM</small> H<small>ALBFESTE VERRAMMELN UND IM</small> S<small>IEBENTJAHRE AUF GEWÖHNLICHE</small> W<small>EISE BAUEN.</small>",
"GEMARA. Was ist ein Maulwurf<sup class=\"footnote-marker\">90</sup><i class=\"footnote\">Die Frage ist eine rein sprachliche: was das hierfür im Texte gebrauchte hebr. Wort bedeute.</i>? R. Jehuda erwiderte: Ein Tier, das keine Augen hat. Raba b. Jišma͑él, nach anderen R. Jemar b. Šelemja, sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:<sup class=\"footnote-marker\">91</sup><i class=\"footnote\">Ps. 58,9.</i><i>gleich einer Schnekke, die zerfließend wandelt, so fällt der Maulwurf</i><sup class=\"footnote-marker\">92</sup><i class=\"footnote\">So nach dem T.</i>, <i>ohne die Sonne zu sehen</i>.",
"Die Rabbanan lehrten: Man darf Maulwürfe und Mäuse vom lichten Felde und vom Baumfelde wegfangen, auch darf man Ameisenhöhlen zerstören. – Wie zerstört man sie? R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Man holt Erde aus einer Höhle und man tut sie in eine andere, und sie erdrosseln einander.",
"R. Jemar b. Šelemja sagte im Namen Abajjes: Dies nur, wenn sie sich auf zwei Seiten eines Flusses befinden, und auch nur dann, wenn keine Brücke, kein Steg und kein Laufbrett vorhanden ist. –"
],
[
"Wie weit<sup class=\"footnote-marker\">93</sup><i class=\"footnote\">Müssen beide Ameisenhöhlen von einander entfernt sein.</i>? Eine Parasange.",
"R. J<small>EHUDA</small><sup class=\"footnote-marker\">94</sup><i class=\"footnote\">In manchen Texten ‘die Weisen’, wie in der Mišna, in anderen dagegen an beiden Stellen RJ.</i><small>SAGT, VOM</small> B<small>AUMFELDE AUF GEWÖHNLICHE</small> W<small>EISE UND VOM LICHTEN</small> F<small>ELDE AUF UNGEWÖHNLICHE</small> W<small>EISE.</small> Die Rabbanan lehrten: Wie geschieht dies auf gewöhnliche Weise? Man gräbt eine Grube und spannt darüber ein Fangnetz. Wie auf ungewöhnliche Weise? Man stößt einen Spieß hinein, haut mit einer Axt und wühlt die Erde auf.",
"Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar: sagte: Was sie gesagt haben, von einem lichten Felde auf ungewöhnliche Weise, bezieht sich nur auf ein lichtes Feld nahe der Stadt, von einem lichten Felde nahe einem Baumfelde aber auch auf gewöhnliche Weise, weil sie aus dem lichten Felde herankommen und die Bäume zerstören können.",
"M<small>AN DARF EINE</small> M<small>AUERLÜCKE AM</small> H<small>ALBFESTE VERRAMMELN</small>. Auf welche Weise darf man verrammeln? R. Joseph erwiderte: Mit Stauden und Lorbeerzweigen.",
"In einer Barajtha wird gelehrt: Man schichte Steine auf, ohne sie mit Mörtel zu verschmieren. R. Ḥisda sagte: Dies lehrten sie nur von einem Gartenzaun, einen Hofzaun aber darf man auf gewöhnliche Weise bauen.",
"Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Wenn eine Wand in die Straße hineinragt, so reiße man sie wegen der Gefahr nieder und baue sie auf gewöhnliche Weise wieder auf. – Da wird ja der Grund angegeben: wegen der Gefahr.",
"Manche lesen: Komm und höre: Wenn eine Wand in die Straße hineinragt, so reiße man sie wegen der Gefahr nieder und baue sie auf gewöhnliche Weise wieder auf. Nur wegen der Gefahr, nicht aber, wenn keine Gefahr vorliegt; dies ist also eine Widerlegung R. Ḥisdas!? –",
"R.Ḥisda kann dir erwidern: in diesem Falle darf man sie niederreißen und bauen, sonst aber nur bauen und nicht niederreißen. –",
"Auch in diesem Falle sollte man ja niederreißen und nicht bauen dürfen!? – So würde man es unterlassen und nicht niederreißen.",
"R. Aši sagte: Dies geht auch aus unserer Mišna hervor. Diese lehrt, man dürfe sie im Siebentjahre auf gewöhnliche Weise bauen.",
"Welche: wollte man sagen, die eines Hofes, so ist es ja selbstverständlich; doch wohl die eines Gartens, obgleich es den Anschein einer Bewachung der Früchte hat. Schließe hieraus.",
"<b>R.</b> M<small>EÍR SAGT, MAN DÜRFE</small> [<small>AM</small> H<small>ALBFESTE</small>]<small> ERSTMALIG DEN</small> A<small>USSATZ UNTERSUCHEN</small><sup class=\"footnote-marker\">95</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. Kap. 13.</i>, <small>ERLEICHTERND UND NICHT ERSCHWEREND</small><sup class=\"footnote-marker\">96</sup><i class=\"footnote\">Dh. wenn der Aussätzige rein gesprochen werden kann.</i>; <small>DIE</small> W<small>EISEN SAGEN, NICHT ERLEICHTERND UND NICHT ERSCHWEREND</small>. <sup>v,1</sup>",
"GEMARA. Es wird gelehrt: R. Meír sagt, man dürfe den Aussatz untersuchen, erleichternd und nicht erschwerend; R. Jose sagt, nicht erleichternd und nicht erschwerend, denn wenn du ihn erleichternd zwingst, so ist er auch erschwerend gezwungen<sup class=\"footnote-marker\">97</sup><i class=\"footnote\">Er kann es ja vorher nicht wissen.</i>.",
"Rabbi sagte: Die Ansicht R. Meírs leuchtet ein bei einem abgeschlossenen<sup class=\"footnote-marker\">98</sup><i class=\"footnote\">Sobald Symptome der Unreinheit erscheinen, wird der Aussätzige außerhalb des Lagers abgeschlossen (cf. Lev. 13,4ff); für einen, der bereits abgeschlossen ist u. an der Festfreude nicht teilnehmen kann, kann die Untersuchung nur vorteilhaft sein.</i>, und die Ansicht R. Joses bei einem effektiv Unreinen.",
"Raba sprach: Hinsichtlich eines Reinen stimmen alle überein, daß man ihn nicht untersuche, hinsichtlich eines erstmalig abgeschlossenen stimmen alle überein, daß man ihn wohl untersuche, sie streiten"
],
[
"nur über einen zweitmalig abgeschlossenen; einer ist der Ansicht, es hängt ja vom Priester ab: ist er rein, so sage er ihm, daß er rein sei, und ist er unrein, so schweige er, und einer ist der Ansicht: die Schrift sagt ja:<sup class=\"footnote-marker\">99</sup><i class=\"footnote\">Lev. 13,59.</i><i>wiefern sie für rein oder unrein zu erklären sind</i>.",
"Der Meister sagte: Rabbi sagte: Die Ansicht R. Joses leuchtet ein bei einem effektiv Unreinen, und die Ansicht R. Meírs bei einem abgeschlossenen. Es wird ja aber entgegengesetzt gelehrt!? –",
"Tannaím [streiten] über die Ansicht Rabbis; einer ist der Ansicht, die Gesellschaft der Mitmenschen<sup class=\"footnote-marker\">100</sup><i class=\"footnote\">Daher untersuche man den effektiv Unreinen, weil er ohnehin unrein, u. die Untersuchung ihm viell. eine Freude bereiten kann.</i>sei ihm lieber,",
"und einer ist der Ansicht, die Gesellschaft seiner Frau<sup class=\"footnote-marker\">101</sup><i class=\"footnote\">Wenn der Priester ihn als unrein erklärt, bereitet er ihm eine Festfreude, weil der effektiv Unreine mit seiner Frau zusammen sein darf; der Reingewordene dagegen muß zuerst sieben Reinheitstage abwarten; erst dann darf er seiner Frau beiwohnen.</i>sei ihm lieber. –",
"Demnach ist dem absolut Unreinen der Beischlaf erlaubt!? – Freilich. Es wird nämlich gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">102</sup><i class=\"footnote\">Lev. 14,8.</i><i>Er soll sieben Tage außerhalb seines Zeltes bleiben</i>, er darf den Beischlaf nicht ausüben, denn unter Zelt ist nur seine Frau zu verstehen, wie es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">103</sup><i class=\"footnote\">Dt. 5,27.</i><i>geh, sage ihnen: Kehrt nach euren Zelten zurück</i>. R. Jehuda sagt: <sup class=\"footnote-marker\">104</sup><i class=\"footnote\">Ez. 44.26.</i><i>Sieben Tage soll man ihm zählen</i>, nur während der Zähltage<sup class=\"footnote-marker\">105</sup><i class=\"footnote\">Die der Aussätzige von der Reinheitserklärung bis zur Zeremonie der Reinigung zu zählen hat.</i>, nicht aber während der Tage seiner absoluten Unreinheit.",
"R. Jose b. Jehuda sagte: Wenn dies von den sieben Zähltagen gilt, um wieviel mehr von den Tagen seiner absoluten Unreinheit.",
"R. Ḥija sagte: Ich sprach vor Rabbi: Meister, du hast uns ja gelehrt, daß U͑zijahu den Jotham nur während seiner absoluten Unreinheit<sup class=\"footnote-marker\">106</sup><i class=\"footnote\">U͑zijahu war aussätzig (cf. iiChr. 26,19ff.), und er durfte seiner Frau während der Zähltage nicht beiwohnen.</i>gezeugt hat. Dieser erwiderte: Ich sagte dies auch. –",
"Worin besteht ihr Streit? – R. Jose b. Jehuda ist der Ansicht, der Allbarmherzige hat dies von den Zähltagen gesagt, und um so eher gilt dies von den Tagen der absoluten Unreinheit, und jener ist der Ansicht, wovon er dies gesagt hat, gilt dies, und wovon er dies nicht gesagt hat, gilt dies nicht. –",
"Demnach hängt dies vom Belieben<sup class=\"footnote-marker\">107</sup><i class=\"footnote\">Da er nach der einen Ansicht die Untersuchung unterlassen darf, u. nach der anderen Ansicht im Falle der Unreinheit dies nicht zu sagen braucht.</i> des Priesters ab!? – Freilich. Es wird nämlich gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">108</sup><i class=\"footnote\">Lev. 13,14.</i><i>Und am Tage, da es an ihm gesehen wird</i>, an manchem Tage hast du es zu sehen, und an manchem Tage hast du es nicht zu sehen.",
"Hieraus folgerten sie, daß, wenn an einem Bräutigam<sup class=\"footnote-marker\">109</sup><i class=\"footnote\">Während der Hochzeitsfeier.</i>ein Aussatzmal sich zeigt, man ihm sieben Tage der Gasterei gewähre, ob an ihm selbst, an seinem Hause oder seinem Gewände. Ebenso gewähre man einem am Feste die sieben Festtage – so R. Jehuda.",
"Rabbi sagte: Dies<sup class=\"footnote-marker\">110</sup><i class=\"footnote\">Die Folgerung aus der Schrift.</i>ist gar nicht nötig; es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">111</sup><i class=\"footnote\">Lev. 14,36.</i><i>so befehle der Priester, das Haus auszuräumen</i>, und wenn man ihm zum Freigestellten<sup class=\"footnote-marker\">112</sup><i class=\"footnote\">Erst wenn die Hausgeräte hinausgeschafft sind, wird der Aussatz untersucht.</i>Zeit gewährt, um wieviel mehr zu einer gottgefälligen Handlung. –",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? Abajje erwiderte: Der Unterschied zwischen ihnen besteht nur in der Folgerung. Raba erwiderte: Ein Unterschied zwischen ihnen besteht beim Freigestellten<sup class=\"footnote-marker\">113</sup><i class=\"footnote\">Ob ihm auch aus anderem Grunde, nicht zu einer gottgefälligen Handlung, eine Zeit gewährt wird.</i>. –",
"Und R. Jehuda!? – Hiervon<sup class=\"footnote-marker\">114</sup><i class=\"footnote\">Vom Aussatze an einem Hause.</i>ist nichts zu entnehmen, da dies ein Novum ist:"
],
[
"sonst sind Holz und Steine nicht verunreinigungsfähig, diese aber sind verunreinigungsfähig. –",
"Und Rabbi!? – Er kann erwidern: [beide Schriftverse] sind nötig. Würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: <i>und am Tage, da es an ihm gesehen wird</i>, so könnte man glauben, nur zu einer gottgefälligen Handlung, nicht aber zu Freigestelltem, daher schrieb der Allbarmherzige auch: <i>so befehle der Priester</i>.",
"Und würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: <i>so befehle der Priester</i>, so könnte man glauben, nur [beim Hausaussatz], wo die Unreinheit nicht an seinem Körper haftet, nicht aber bei der an seinem Körper haftenden Unreinheit, so lehrt er uns.",
"Der Meister sagte: An manchem Tage hast du es zu sehen, und an manchem Tage hast du es nicht zu sehen.",
"Wieso geht dies hieraus hervor? Abajje erwiderte: Die Schrift könnte ja sagen <i>am Tage</i>, wenn es aber <i>und am Tage</i> heißt, so schließe hieraus, daß du es an manchem Tage zu sehen hast und an manchem Tage nicht zu sehen hast.",
"Raba erwiderte: Das Schriftwort ist überhaupt überflüssig; die Schrift könnte ja sagen: <i>und wenn es gesehen wird</i>, wenn es aber heißt: <i>und am Tage</i>, so schließe hieraus, daß du es an manchem Tage zu sehen hast, und an manchem Tage nicht zu sehen hast. –",
"Und Abajje!? – Dies deutet darauf, daß es nur am Tage und nicht nachts erfolge. –",
"Woher entnimmt Raba, daß es nur am Tage und nicht nachts erfolge? – Er folgert es aus [dem Verse] :<sup class=\"footnote-marker\">115</sup><i class=\"footnote\">Lev. 13,12.</i><i>wohin die Augen des Priesters blicken</i><sup class=\"footnote-marker\">116</sup><i class=\"footnote\">Wenn man bei natürlichem Lichte sehen kann</i>. – Und Abajje!? – Dies schließt den auf einem Auge Blinden aus. –",
"Aber auch nach Raba ist es ja hierfür zu verwenden!? – Dem ist auch so. –",
"Woher entnimmt er nun, daß es nur am Tage und nicht nachts erfolge!? – Aus [dem Schriftverse:]<sup class=\"footnote-marker\">117</sup><i class=\"footnote\">Lev. 14,35.</i><i>etwas wie Aussatz erscheint mir an meinem Hause</i>, mir, nicht aber vor meiner Beleuchtung. –",
"Und Abajje!? – Wenn nur hieraus, so könnte man glauben, nur bei einer Unreinheit, die nicht an seinem Körper haftet, bei einer Unreinheit aber, die an seinem Körper haftet, auch vor seiner Beleuchtung, so lehrt er uns.",
"<sup>v,2</sup> <b>F</b><small>ERNER SAGTE</small> R. M<small>EÍR, MAN DÜRFE DIE</small> G<small>EBEINE SEINES</small> V<small>ATERS UND SEINER</small> M<small>UTTER ZUSAMMENLESEN, WEIL DIES FÜR IHN EINE</small> F<small>REUDE IST;</small>",
"R. J<small>OSE SAGT, DIES [ERWECKE] IN IHM</small> T<small>RAUER</small>.",
"D<small>REISSIG</small> T<small>AGE VOR DEM</small> F<small>ESTE DARF MAN ÜBER SEINEN</small> V<small>ERSTORBENEN KEINE</small> K<small>LAGE UND KEINE</small> T<small>RAUER VERANSTALTEN.</small>",
"GEMARA. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wer die Gebeine seines Vaters und seiner Mutter zusammenliest, trauere über sie<sup class=\"footnote-marker\">118</sup><i class=\"footnote\">Dies ist aber keine Freude.</i> den ganzen Tag, und abends trauere er nicht mehr. Hierzu sagte R. Hisda: Selbst wenn sie in einem Laken eingehüllt sind!?",
"Abajje erwiderte: Lies vielmehr: weil man durch das Fest in freudiger Stimmung ist.",
"K<small>EINE</small> K<small>LAGE VERANSTALTEN</small>. Was ist dies für eine Klage? Rabh erwiderte: Wenn im Westen der Trauerredner zurückkommt, ruft er: Weine mit ihm jeder, der betrübten Herzens ist.",
"D<small>REISSIG</small> T<small>AGE VOR DEM</small> F<small>ESTE</small>. Weshalb dreißig Tage?",
"R. Kahana erwiderte im Namen R. Jehudas im Namen Rabhs: Einst hatte jemand Geld für die Wallfahrt reserviert, und als ein Trauerredner an die Tür herankam, nahm seine Frau das Geld und gab es ihm, sodaß jener nicht zur Wallfahrt ziehen konnte. Um diese Zeit bestimmten sie, daß man dreißig Tage vor dem Feste keine Klage und keine Trauer veranstalte.",
"Šemuél erklärte:"
],
[
"Weil der Tote dreißig Tage nicht aus dem Herzen kommt. – Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Wenn [die Trauer] unentgeltlich erfolgt.",
"<sup>vi</sup> <b>M</b><small>AN DARF AM</small> H<small>ALBFESTE KEINE</small> G<small>RABNISCHEN UND KEINE</small> G<small>RÄBER GRABEN, WOHL ABER DARF MAN AM</small> H<small>ALBFESTE</small> G<small>RABNISCHEN VERVOLLSTÄNDIGEN</small>. M<small>AN DARF AM</small> H<small>ALBFESTE EINE</small> W<small>ASCHGRUBE UND IM</small> H<small>OFE DES</small> T<small>OTEN EINEN</small> S<small>ARG MACHEN.</small> R. J<small>EHUDA VERBIETET DIES, ES SEI DENN, DASS MIT IHM</small> B<small>RETTER VORHANDEN SIND</small>.",
"GEMARA. Was sind Grabnischen und was sind Gräber? R. Jehuda erwiderte: Grabnischen werden gegraben, Gräber werden gebaut. Ebenso wird auch gelehrt: Folgende heißen Grabnischen und folgende heißen Gräber: Grabnischen werden gegraben, Gräber werden gebaut.",
"W<small>OHL ABER</small> G<small>RABNISCHEN VERVOLLSTÄNDIGEN</small>. Was heißt vervollständigen? R. Jehuda erwiderte: Ist sie zu lang, so kürzt man sie. In einer Barajtha wurde gelehrt: Länger und breiter machen.",
"E<small>INE</small> W<small>ASCHGRUBE GRABEN &amp;C</small>. Was heißt Waschgrube? R. Jehuda erwiderte: Ein Teich. Es wird ja aber gelehrt: Waschgrube und Teich!? Abajje, nach anderen R. Kahana, erwiderte: Der Teich und die Teichgrube<sup class=\"footnote-marker\">119</sup><i class=\"footnote\">Die Grube neben dem Teiche zur Aufnahme von überfließendem Wasser.</i>.",
"I<small>M</small> H<small>OFE DES</small> T<small>OTEN EINEN</small> S<small>ARG.</small> Wir lernen also das, was die Rabbanan [in einer Barajtha] gelehrt haben: Man darf alles verrichten, was für den Toten nötig ist: man schneide ihm das Haar, wasche ihm das Gewand und fertige ihm einen Sarg aus Brettern, die seit vor dem Feste zugeschnitten sind; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, man dürfe auch Holz holen und heimlich in der Wohnung Bretter fertigen.",
"<b>M</b><small>AN DARF AM</small> H<small>ALBFESTE KEINE</small> F<small>RAU HEIRATEN, WEDER EINE</small> J<small>UNGFRAU NOCH EINE</small> W<small>ITWE, AUCH NICHT DIE</small> S<small>CHWAGEREHE</small><sup class=\"footnote-marker\">120</sup><i class=\"footnote\">Cf. Dt. 25,5ff.</i><small>VOLLZIEHEN, WEIL DIES EINE</small> F<small>REUDE FÜR IHN IST, WOHL ABER SEINE</small> G<small>ESCHIEDENE WIEDERHEIRATEN</small>.",
"<sup>vii</sup> E<small>INE</small> F<small>RAU DARF AM</small> H<small>ALBFESTE IHRE</small> S<small>CHÖNHEITSMITTEL GEBRAUCHEN</small>, R. J<small>EHUDA SAGT, JEDOCH KEINEN</small> K<small>ALK AUFTRAGEN, WEIL DIES SIE VERUNZIERT</small>. D<small>ER</small> L<small>AIE DARF AUF GEWÖHNLICHE</small> W<small>EISE NÄHEN, DER</small> H<small>ANDWERKER NUR IN</small> H<small>UNDEZAHN</small>-S<small>TICHEN</small>. M<small>AN DARF DIE</small> B<small>ETT</small>[<small>GURTE</small>]<small> FLECHTEN</small>; R. J<small>OSE SAGT, NUR SPANNEN</small>.",
"GEMARA. Was ist denn dabei, daß es für ihn eine Freude ist!? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls, ebenso sagte R. Elea͑zar im Namen Oša͑jas, und wie manche sagen, R. Elea͑zar im Namen R. Ḥaninas: Man mische nicht zwei Freuden<sup class=\"footnote-marker\">121</sup><i class=\"footnote\">Man gebe sieb ganz der Festfreude allein hin.</i>miteinander. Rabba b. Hona erwiderte: Man würde dann die Festfreude lassen und sich der Freude an seiner Frau hingeben.",
"Abajje sprach zu R. Joseph: Das, was Rabba b. Hona gesagt hat, ist von Rabh. R. Daniél b. Qaṭṭina sagte nämlich im Namen Rabhs: Woher, daß man am Feste nicht heirate? Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">122</sup><i class=\"footnote\">Dt. 16,14.</i><i>du sollst dich an deinem Feste freuen</i>, nicht aber an deiner Frau.",
"U͑la erklärte: Wegen der damit verbundenen Umstände. R. Jiçḥaq der Schmied erklärte: Wegen Unterlassung der Fortpflanzung<sup class=\"footnote-marker\">123</sup><i class=\"footnote\">Man würde die Hochzeitsfeier auf die Feste aufschieben.</i>.",
"Man wandte ein: All diejenigen, von denen sie gesagt haben, sie dürfen am Halbfeste keine Frau heiraten,"
],
[
"dürfen dies am Vorabend des Festes. Dies ist ja eine Widerlegung aller<sup class=\"footnote-marker\">124</sup><i class=\"footnote\">Die Hochzeitsfeierlichkeiten dauern 7 Tage, sodaß sie in das Fest hineinragen.</i>Erklärungen!?",
"Das ist kein Einwand. Nach demjenigen, welcher erklärt, wegen der Freude, [ist zu erwidern:] die Hauptfreude währt nur einen Tag;",
"nach demjenigen, welcher erklärt, wegen der damit verbundenen Umstände, [ist zu erwidern:] die Hauptumstände erfolgen nur am ersten Tage; und nach demjenigen, welcher erklärt, wegen der Fortpflanzung, [ist zu erwidern:] wegen des einen Tages schiebt man es nicht auf.",
"Woher, daß man nicht zwei Freuden miteinander mische? Es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">125</sup><i class=\"footnote\">iReg. 8,65.</i><i>so beging Šelomo zu jener Zeit das Fest und ganz Jisraél mit ihm, eine große Versammlung, von da, wo es nach Ḥamath hineingeht, an bis zum Bache Miçrajims, [vor dem Herrn, unserem Gott,] sieben Tage und sieben Tage, [zusammen] vierzehn Tage</i>. Dürfte man zwei Freuden miteinander mischen, so sollte er doch bis zum Feste warten und sieben Festtage aus diesem und aus jenem Anlaß<sup class=\"footnote-marker\">126</sup><i class=\"footnote\">Für das Fest und für die Einweihung des Tempels.</i>veranstalten. –",
"Vielleicht warte man nur nicht, wohl aber darf man es, wenn sie zusammentreffen!? – Er könnte etwas<sup class=\"footnote-marker\">127</sup><i class=\"footnote\">Vom Bau des Tempels, bis zum Beginne des Festes.</i>zurücklassen. –",
"Man darf ja vom Bau des Tempels nichts zurücklassen!? – Er könnte etwas vom Rabenschutze<sup class=\"footnote-marker\">128</sup><i class=\"footnote\">Dem mit Stacheln versehenen Metallplatten auf dem Dache des Tempels; cf. Bd. I. S. 702 Anm. 180.</i> zurücklassen. –",
"Auch der Rabenschutz gehört zum Tempelbau!? – Vielmehr, aus den überflüssigen [Worten] der Schrift<sup class=\"footnote-marker\">129</sup><i class=\"footnote\">Sc. ist dies zu entnehmen.</i>; merke, es heißt ja <i>vierzehn Tage</i>, wozu noch: <i>sieben Tage und sieben Tage</i>? Schließe hieraus, diese besonders und jene besonders.",
"R. Parnakh sagte im Namen R. Joḥanans: In jenem Jahre hatte Jisraél nicht den Versöhnungstag<sup class=\"footnote-marker\">130</sup><i class=\"footnote\">Der 5 Tage vor dem Hüttenfeste zu feiern ist, während sie ein 7tägiges Fest veranstalten.</i>gefeiert, und sie waren besorgt, die Feinde Jisraéls<sup class=\"footnote-marker\">131</sup><i class=\"footnote\">Euphem. für Jisraél selbst.</i>könnten den Untergang verdient haben. Da ertönte eine Hallstimme und sprach: Ihr seid allesamt für das Leben der zukünftigen Welt bestimmt. –",
"Wie eruierten sie dies? – Sie folgerten [einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere: wenn [die Einweihung] der Stiftshütte, deren Heiligkeit keine bleibende war, und die Opfer eines Einzelnen<sup class=\"footnote-marker\">132</sup><i class=\"footnote\">Die Opfer wurden von den einzelnen Familienhäuptern (Fürsten) dargebracht; cf. Num. Kap. 7.</i>den Šabbath verdrängten, [dessen Entweihung] mit der Steinigung belegt ist, um wieviel mehr verdrängen [die Einweihung] des Tempels, dessen Heiligkeit eine bleibende ist, und das Opfer der Gemeinde den Versöhnungstag, [dessen Entweihung] nur mit Ausrottung belegt ist. –",
"Wieso waren sie demnach besorgt? – Da war es für Gott erfolgt, hierbei aber für sie selbst<sup class=\"footnote-marker\">133</sup><i class=\"footnote\">Bei der Einweihung der Stiftshütte wurden die Opfer für Gott dargebracht, bei der Einweihung des Tempels war es ein Volksfest.</i>. – Sollten sie [die Opfer] herrichten, jedoch davon nicht essen und nicht trinken!? – Keine [Fest]freude ohne Essen und Trinken. –",
"Woher, daß [die Einweihung] der Stiftshütte den Šabbath verdrängte: wollte man sagen, weil es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">134</sup><i class=\"footnote\">Num. 7,12,48.</i><i>am ersten Tage, und am siebenten Tage</i>, so kann es ja der siebente der Opfertage<sup class=\"footnote-marker\">135</sup><i class=\"footnote\">Während am Šabbath die Opferung tatsächlich ausfiel.</i>sein!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">136</sup><i class=\"footnote\">Num. 7,72.</i><i>am elfte Tage</i>; wie ein Tag ununterbrochen<sup class=\"footnote-marker\">137</sup><i class=\"footnote\">Das überflüssige Wort <span dir=\"rtl\">יןס</span> (wörtl. der Tag, der der 11. Tag ist) deutet, daß alle 11 Tage hintereinander gefeiert wurden.</i>, ebenso alle elf Tage ununterbrochen. –",
"Vielleicht nur an den Tagen, an denen es zulässig war!? – Es gibt noch einen anderen Schriftvers:<sup class=\"footnote-marker\">138</sup><i class=\"footnote\">Num. 7,78.</i><i>am zwölften Tage</i>; wie ein Tag ununterbrochen, ebenso alle zwölf Tage ununterbrochen. –",
"Vielleicht auch hierbei: nur an den Tagen, an denen es zulässig war!? – Wozu sind demnach zwei Schriftverse nötig? –",
"Woher, daß [die Einweihung] des Tempels den Versöhnungstag verdrängte: wollte man sagen, weil es <i>vierzehn Tage</i><sup class=\"footnote-marker\">130</sup><i class=\"footnote\">Der 5 Tage vor dem Hüttenfeste zu feiern ist, während sie ein 7tägiges Fest veranstalten.</i>heißt, so waren es vielleicht nur Tage, an denen es zulässig war!? – Dies ist durch [das Wort] <i>Tag</i> zu folgern, das auch dort<sup class=\"footnote-marker\">139</sup><i class=\"footnote\">Bei der Einweihung der Stiftshütte; da erfolgte es nach der obigen Auslegung ununterbrochen.</i> [gebraucht wird].",
"«Da ertönte eine Hallstimme und sprach: Ihr seid allesamt für das Leben der zukünftigen Welt bestimmt.» Woher, daß er es ihnen vergeben hat? – R. Taḥlipha lehrte :<sup class=\"footnote-marker\">140</sup><i class=\"footnote\">iReg. 8,66.</i><i>Und es geschah am achten Tage, da entließ er das Volk, und sie segneten den König und gingen nach ihren Zelten, fröhlich und guten Mutes, über all das Gute, das der Herr seinem Knechte David und seinem Volke Jisraél erwiesen hat</i>.",
"<i>Nach ihren Zelten</i>, sie fanden ihre Frauen im Zustande der Reinheit. <i>Fröhlich,</i> sie hatten vom Glanze der Göttlichkeit genossen. <i>Und guten Mutes</i>, die Frau eines jeden wurde mit einem Knäblein schwanger. <i>Über all das Gute</i>, eine Hallstimme ertönte und sprach zu ihnen: Ihr seid allesamt für das Leben der zukünftigen Welt bestimmt. –",
"<i>Seinem Knechte David und seinem Volke Jisraél</i>; allerdings seinem Volke Jisraél, indem er ihnen die Entweihung des Versöhnungstages vergeben hat, inwiefern aber seinem Knechte David?",
"R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Als Šelomo die Lade in den Tempel bringen wollte, schlossen sich die Tore zusammen. Da sprach Šelomo vierundzwanzig Lobgesänge, jedoch wurde er nicht erhört; hierauf sprach er:<sup class=\"footnote-marker\">141</sup><i class=\"footnote\">Ps. 24,7.</i><i>Erhebet ihr Tore eure Häupter $c.</i>, dennoch wurde er nicht erhört.",
"Als er aber sprach :<sup class=\"footnote-marker\">142</sup><i class=\"footnote\">iiReg. 6,42.</i><i>Herr, Gott, weise deinen Gesalbten nicht ab, gedenke doch der Gnade gegenüber deinem Knechte David</i>, wurde er sofort erhört. Nun wurden die Gesichter der Feinde Davids wie die Topfränder, und alle erkannten, daß ihm der Heilige, gepriesen sei er, jene Sünde<sup class=\"footnote-marker\">143</sup><i class=\"footnote\">Den Raub der Frau Uri jas; cf. iiSam. Kap. 11.</i>vergeben hat.",
"R. Jonathan b. A͑smaj und R. Jehuda, ein Proselytenabkömmling, studierten den Traktat von den Gelübden vor R. Šimo͑n b. Joḥaj. Nachdem sie sich abends von ihm verabschiedet batten, kamen sie am folgenden Morgen zurück und verabschiedeten sich wiederum. Da sprach er zu ihnen: Habt ihr euch denn nicht abends von mir verabschiedet!?",
"Jene erwiderten: Du hast uns gelehrt, Meister, daß, wenn ein Schüler sich von seinem Lehrer verabschiedet und in derselben Stadt übernachtet, er sich wiederum von ihm verabschieden müsse. Es heißt nämlich: <i>und es geschah am achten Tage</i><sup class=\"footnote-marker\">144</sup><i class=\"footnote\">Des Festes, der 22. des Monats.</i><i>, da entließ er das Volk, und sie segneten den König</i>, und es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">145</sup><i class=\"footnote\">iiChr. 7,10.</i><i>und am dreiundzwanzigsten des siebenten Monats entließ er das Volk</i>;",
"hieraus, daß, wenn ein Schüler sich von seinem Lehrer verabschiedet und in derselben Stadt übernachtet, er sich wiederum von ihm verabschieden müsse.",
"Da sprach er zu seinem Sohne: Es sind vornehme Leute, gehe zu ihnen hin, damit sie dich segnen. Als er hinkam, traf er sie sich mit folgenden einander widersprechenden Schriftversen befassen. Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">146</sup><i class=\"footnote\">Pr. 4,26.</i><i>wäge die Bahn deines Fuβes, und all deine Wege sollen fest bestimmt sein</i>, dagegen aber heißt es: <sup class=\"footnote-marker\">147</sup><i class=\"footnote\">Ib. 5,6.</i><i>daß du nicht den Weg des Lebens wägst</i>!?",
"Das ist jedoch kein Widerspruch; eines gilt von einem Gebote, das auch durch andere ausgeübt werden kann,"
],
[
"und eines gilt von einem Gebote, das nicht durch andere ausgeübt werden kann.",
"Sie saßen und wiesen ferner auf folgenden [Widerspruch] hin; es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">148</sup><i class=\"footnote\">Ib. 3,15.</i><i>sie ist kostbarer als Korallen und all deine Angelegenheiten kommen ihr nicht gleich</i>, wohl aber die himmlischen Angelegenheiten, dagegen heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">149</sup><i class=\"footnote\">Ib. 8,11.</i><i>keine Angelegenheit kommt ihr gleich</i>, auch himmlische Angelegenheiten kommen ihr nicht gleich!?",
"Eines gilt von einem Gebote, das auch durch andere ausgeübt werden kann, und eines gilt von einem Gebote, das nicht durch andere ausgeübt werden kann.",
"Alsdann fragten sie ihn: Was wünschest du hier? Dieser erwiderte: Mein Vater sagte zu mir: geh zu ihnen, daß sie dich segnen. Da sprachen sie zu ihm: Möge es [Gottes] Wille sein, daß du säest und nicht erntest, daß du heimbringest<sup class=\"footnote-marker\">150</sup><i class=\"footnote\">Worunter er den Einkauf von Waren ohne Absatz, bezw. die Ausfuhr von Waren ohne Erlös verstand.</i>und nicht fortbringest, fortbringest und nicht heimbringest, daß dein Haus zerstört und dein Absteigequartier bewohnt sei, daß dein Brot in Verwirrung gerate und daß du kein neues Jahr erblickest.",
"Als er zu seinem Vater zurückkehrte, sprach er: Nicht allein, daß sie mich nicht gesegnet haben, sie bereiteten mir auch Schmerz. Dieser fragte: Was sprachen sie zu dir? Jener erwiderte: Das und das sprachen sie zu mir. Da sprach dieser: Das sind alles Segnungen. Daß du säest und nicht erntest: daß du Kinder zeugest und sie nicht sterben. Daß du heimbringst und nicht fortbringst: daß du Schwiegertöchter heimführest und deine Söhne nicht sterben, sodaß sie nicht fortgehen. Daß du fortbringest und nicht heimbringest: daß du Töchter zeugest und ihre Männer nicht sterben, sodaß sie nicht zu dir zurückkehren.",
"Daß dein Haus zerstört und dein Absteigequartier bewohnt sei: diese Welt ist ein Absteigequartier und jene Welt ist das richtige Wohnhaus, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">151</sup><i class=\"footnote\">Ps. 49,12.</i><i>ihr Inneres ist ihr Haus</i>, und man lese nicht: <i>qirbam</i> [Inneres], sondern: <i>qibram</i><sup class=\"footnote-marker\">152</sup><i class=\"footnote\">So auch <i>LXX</i>, wie aber aus unserer Stelle hervorgeht, hatte der urspr. Text <span dir=\"rtl\">קרבם</span>.</i>[ihr Grab].",
"Daß dein Brot in Verwirrung gerate: durch viele Söhne und Töchter. Daß du kein neues Jahr erblickest: daß deine Frau nicht sterbe und du keine neue heiratest.",
"Als R. Šimo͑n b. Ḥalaphta sich von Rabbi verabschiedete, sprach er zu seinem Sohne: Geh zu ihm hin, damit er dich segne. Jener sprach: Möge es [Gottes] Wille sein, daß du nicht beschämst und nicht beschämt wirst. Als er zu seinem Vater zurückkehrte, fragte er ihn: Was sagte er dir? Jener erwiderte: Er sagte zu mir nur gleichgiltige Worte.",
"Dieser sprach: Er segnete dich mit demselben Segen, mit dem der Heilige, gepriesen sei er, Jisraél gesegnet und dies auch wiederholt hat, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">153</sup><i class=\"footnote\">Jo. 2,26,27.</i><i>ihr sollt reichlich zu essen haben und satt werden und sollt preisen &amp;c. und in alle Zukunft soll mein Volk nimmermehr beschämt werden. Ihr sollt wissen, daß ich inmitten Jisraéls bin &amp;c. und in alle Zukunft soll mein Volk nimmermehr beschämt werden</i>.",
"E<small>INE</small> F<small>RAU DARF</small> S<small>CHÖNHEITSMITTEL GEBRAUCHEN</small>. Die Rabbanan lehrten: Folgende sind Schönheitsmittel der Frauen: sie darf die Augen schminken, sich frisieren<sup class=\"footnote-marker\">154</sup><i class=\"footnote\">Nach anderen heißt <span dir=\"rtl\">פקס</span> schminken.</i>und das Gesicht schminken. Manche sagen, sie dürfe sich unten enthaaren.",
"Die Frau Ḥisdas schmückte sich noch in Gegenwart ihrer Schwiegertochter. Da sprach R. Hona b. Henana, der vor R. Ḥisda saß: Dies lehrten sie nur von einer Jungen, nicht aber von einer Alten.",
"Dieser erwiderte: Bei Gott, sogar deine Mutter, sogar deine Großmutter, und selbst eine, die am Rande ihres Grabes steht, denn die Leute sagen: Gleich der Sechsjährigen läuft die Sechzigjährige hinter der Pauke her<sup class=\"footnote-marker\">155</sup><i class=\"footnote\">Wenn es Tanz u. Belustigung gibt.</i>.",
"R. J<small>EHUDA SAGT, JEDOCH KEINEN</small> K<small>ALK AUFTRAGEN. ES</small> wird gelehrt: R. Jehuda sagt, eine Frau dürfe [am Halbfeste] keinen Kalk auf tragen, weil dies sie verunziert; jedoch pflichtet R. Jehuda bei, daß sie den Kalk, den sie noch am Feste entfernen kann, am Feste auf tragen dürfe, denn wenn es ihr auch jetzt unangenehm ist, ist sie später<sup class=\"footnote-marker\">156</sup><i class=\"footnote\">Wenn sie ihn entfernt u. die kosmetische Wirkung erfolgt ist.</i>froh. –",
"Hält denn R. Jehuda von dieser Begründung, wir haben ja gelernt:",
"R. Jehuda sagt, man dürfe von ihm<sup class=\"footnote-marker\">157</sup><i class=\"footnote\">Von einem Nichtjuden an nichtjüdischen Festtagen; cf. Az. Fol. 2a.</i>eine Zahlung annehmen, weil ihm dies unangenehm ist. Sie sprachen zu ihm: Wenn es ihm jetzt auch unangenehm ist, so ist er später<sup class=\"footnote-marker\">158</sup><i class=\"footnote\">Wenn er die Schuld los ist; RJ. ist also entgegengesetzter Ansicht.</i>froh.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Laß doch die Vorschriften über [Verrichtungen] am Feste; bei allen ist es zuerst beschwerlich, später aber ist man froh.",
"Rabina erwiderte: Einem Nichtjuden ist eine Zahlungsleistung immer unangenehm.",
"R. Jehuda sagte: Wenn die jisraélitischen Töchter vorzeitig entwickelt<sup class=\"footnote-marker\">159</sup><i class=\"footnote\">Cf. Bd. I S. 672 Anm. 56.</i>sind, so bestreicht man sie, wenn sie arm sind, mit Kalk, wenn sie reich sind, mit feinem Mehl, und Fürstentöchter mit Myrrhenöl, wie es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">160</sup><i class=\"footnote\">Est. 2,12.</i><i>sechs Monate mit Myrrhenöl.</i> –",
"Was heißt Myrrhenöl? R. Hona b. Hija erwiderte: Stakte<sup class=\"footnote-marker\">161</sup><i class=\"footnote\">Cf. Bd. I S. 673 Anm. 58.</i>. R. Jirmeja b. Abba<sup class=\"footnote-marker\">162</sup><i class=\"footnote\">So rieht, in den Parallelstellen u. Handschriften.</i>erwiderte: Öl aus Oliven, die noch kein Drittel [der Reife] erlangt haben. Es wird gelehrt:",
"R. Jehuda sagte: Omphakinon<sup class=\"footnote-marker\">163</sup><i class=\"footnote\">Cf. Bd. I. S. 673 Anm. 59.</i>ist ein Öl aus Oliven, die noch kein Drittel [der Reife] erlangt haben. – Wozu schmiert man sich damit? – Weil es das Haar entfernt und die Haut geschmeidig macht.",
"R. Bebaj hatte eine Tochter, die sich damit jedes Glied besonders salbte, und er erhielt für sie vierhundert Zuz. In seiner Nachbarschaft wohnte ein Nichtjude, der eine Tochter hatte, die sich mit einem Male salbte, und sie starb. Da sprach er: Bebaj hat meine Tochter getötet. R. Naḥman sagte: Die Töchter R. Bebajs, der berauschende Getränke trinkt, benötigen des Salbens, unsere Töchter benötigen des Salbens nicht, da wir keine berauschenden Getränke trinken."
],
[
"D<small>ER</small> L<small>AIE DARF AUF GEWÖHNLICHE</small> W<small>EISE NÄHEN</small>. Wer heißt Laie? – In der Schule R. Jannajs sagten sie, wer nicht mit einem Male [mehrere Stiche] in der ganzen Länge der Nadel machen kann. R. Jose b. Ḥanina sagte, wer nicht richtig einen Saum am Rande eines Hemdes machen kann.",
"D<small>ER</small> H<small>ANDWERKER NUR IN</small> H<small>UNDEZAHN-</small>S<small>TICHEN</small>. Was heißt ‘in Hundezahn-Stichen’? R. Joḥanan erklärte: Im Zickzack. Rabba b. Šemuél erklärte: Gleich den Zähnen eines Hundes<sup class=\"footnote-marker\">164</sup><i class=\"footnote\">Die ungleichmäßig sind; die Stiche müssen abwechselnd, von oben und von unten gemacht werden.</i>.",
"B<small>ETT</small>[<small>GURTE</small>]<small> FLECHTEN.</small> Was heißt ‘flechten’ und was heißt ‘spannen’? – Als R. Dimi kam, sagte er, hierüber streiten R. Hija b. Abba und R. Asi, beide im Namen Ḥizqijas und R. Joḥanans; einer erklärt, ‘flechten’ heiße in der Länge und in der Breite, und ‘spannen’ heiße in der Länge und nicht in der Breite; und einer erklärt, ‘flechten’ heiße in der Länge und nicht in der Breite, und ‘spannen’ heiße sie straff anziehen, wenn sie lose sind. –",
"Dem ist ja aber nicht so, R. Taḥlipha b. Šaúl lehrte ja, alle stimmen überein, daß man keine Stricke von vornherein flechten dürfe. Einleuchtend ist nun die Lehre des R. Taḥlipha b. Šaúl, alle stimmen überein, daß man keine Stricke von vornherein flechten dürfe, nach demjenigen, welcher sagt, ‘flechten’ heiße in der Länge und in der Breite, und ‘spannen’ heiße in der Länge und nicht in der Breite;",
"wozu aber ist diese Lehre nach demjenigen nötig, welcher erklärt, ‘flechten’ heiße in der Länge und nicht in der Breite, und ‘spannen’ heiße, sie straff anziehen, wenn sie lose sind: wenn schon in der Länge und in der Breite verboten ist, um wieviel mehr Stricke von vornherein flechten!? –",
"Ein Einwand. R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach zu R. Ḥija b. Abin: Gibt es denn jemand, welcher sagt, ‘flechten’ heiße in der Länge und nicht in der Breite, wir haben ja gelernt: R. Meír sagt, das Bett [werde verunreinigungsfähig], sobald man drei Maschen flicht<sup class=\"footnote-marker\">165</sup><i class=\"footnote\">Es ist dann fertig. Um Maschen zu erzielen, müssen die Stricke in die Länge u. in die Breite gespannt werden.</i>!? –",
"Als Rabin kam, erklärte er vielmehr: Über ‘flechten’ streitet niemand, ob dies in der Länge und in der Breite heiße, sie streiten nur über ‘spannen’; einer sagt, ‘spannen’ heiße in der Länge und nicht in der Breite, und einer sagt, dies heiße [die Stricke] straff anziehen, wenn sie lose sind.",
"Man wandte ein: Man darf die Bett[gurte] flechten und um so mehr spannen – so R. Meír; R. Jose sagt, nur spannen und nicht flechten; andere sagen, man dürfe nicht einmal spannen.",
"Einleuchtend ist es nun nach demjenigen, welcher sagt, ‘spannen’ heiße in der Länge und nicht in der Breite, daß die Anderen auch dagegen streiten, aber sollte denn nach demjenigen, welcher sagt, dies heiße [die Stricke] straff anziehen, wenn sie lose sind, nach den Anderen verboten sein, [die Stricke] straff anzuziehen!? –",
"Allerdings, da man [die Tiefung] mit Gewändern ausfüllen kann, so darf man sich nicht bemühen.",
"<b>M</b><small>AN DARF AM</small> H<small>ALBFESTE EINEN</small> O<small>FEN, EINEN</small> H<small>ERD ODER EINE</small> M<small>ÜIILE AUFSTELLEN;</small> R. J<small>EHUDA SAGT, MAN DÜRFE</small> M<small>ÜHLSTEINE NICHT ERSTMALIG RASPELN.</small> <sup>ix</sup>",
"GEMARA. Was heißt ‘raspeln’? R. Jehuda erklärte: Rillen machen. R. Jeḥiel erklärte: Das Auge<sup class=\"footnote-marker\">166</sup><i class=\"footnote\">Die Vertiefung in der Mitte des Steines, in die das Getreide fällt.</i>machen.",
"Man wandte ein: Man darf am Halbfeste einen Ofen oder eine Mühle aufstellen, nur darf man sie nicht ganz fertig machen – so R. Elea͑zar; die Weisen sagen, man dürfe sie auch ganz fertig machen. R. Jehuda sagte in seinem Namen, man dürfe eine neue aufstellen und eine alte raspeln. Andere sagen, man dürfe überhaupt nicht raspeln.",
"Allerdings kann nach demjenigen, welcher sagt, ‘raspeln’<sup class=\"footnote-marker\">167</sup><i class=\"footnote\">Dh. das hierfür im Texte gebrauchte Wort.</i>heiße Rillen machen, dies bei einem alten [Mühlstein] vorkommen, wozu aber braucht man nach demjenigen, welcher sagt, dies heiße, das Auge machen, bei einem alten das Auge zu machen<sup class=\"footnote-marker\">168</sup><i class=\"footnote\">Es gibt ja keinen Mühlstein ohne eine derartige Vertiefung.</i>!? – Wenn man es ein wenig vergrößern will.",
"Einst hörte R. Hona von jemandem, daß er am Halbfeste Mühlsteine riffelte; da sprach er: Wer ist es? Möge sein Körper entweiht werden, wie er das Halbfest entweiht. Er ist der Ansicht der Anderen.",
"R. Ḥama trug vor: Man darf am Halbfeste einen Mühlstein riffeln. Im Namen unseres Meisters sagten sie, man dürfe sogar einem Pferde oder einem Esel, auf dem man reitet, die Hufe beschneiden,"
],
[
"nicht aber einem Mühlenesel.",
"R. Jehuda erlaubte, einem Mühlenesel die Hufe zu beschneiden, eine Mühle aufzustellen, den Mühlenbalken aufzustellen und einen Rinderstall zu bauen. Raba erlaubte, ein Pferd zu striegeln und einen Sitz und ein Podium zu bauen.",
"Raba erlaubte einem Vieh am Halbfeste Blut abzuziehen; da sprach Abajje zu ihm: Es gibt eine Lehre als Stütze für dich: Man darf am Halbfeste einem Vieh Blut abziehen, und man unterlasse es nicht, ihm Arzneimittel zu geben.",
"Raba erlaubte feine Kleider zu glätten, weil dies eine Laienarbeit ist. R. Jiçḥaq b. Ami sagte im Namen R. Ḥisdas: Einen Ärmel falten ist verboten, weil dies eine Handwerkerarbeit ist.",
"Raba sagte: Den Boden glätten wegen der Tenne ist erlaubt, wenn aber wegen des Bodens<sup class=\"footnote-marker\">169</sup><i class=\"footnote\">Um da zu pflanzen; es hat dann den Anschein des Pflügens.</i>, so ist es verboten. –",
"Wie ist dies festzustellen? Wenn man [die Erde] von einem Hügel auf einen Hügel oder aus einer Vertiefung in eine Vertiefung [wirft], so erfolgt es wegen der Tenne, wenn man sie aber von einem Hügel in eine Vertiefung wirft, so erfolgt es wegen des Bodens.",
"Ferner sagte Raba: Späne zusammensuchen wegen des Holzes ist erlaubt, wenn aber wegen des Bodens, so ist es verboten. – Wie ist dies festzustellen? – Wenn man die großen aufliest und die kleinen zurückläßt, so erfolgt es wegen des Holzes, wenn man aber die großen und die kleinen aufliest, so erfolgt es wegen des Bodens.",
"Ferner sagte Raba: Das Wasser auf sein Grundstück leiten ist wegen der Fische erlaubt, wenn aber wegen des Bodens, so ist es verboten. –",
"Wie ist dies festzustellen? – Wenn man zwei Öffnungen macht, eine oben und eine unten, so erfolgt es wegen der Fische, wenn aber nur eine, so erfolgt es wegen des Bodens.",
"Ferner sagte Raba: Eine Palme beschneiden wegen [der Zweige] für das Vieh ist erlaubt, wenn aber wegen der Palme, so ist es verboten. – Wie ist dies festzustellen? – Nimmt man alles von einer Seite, so erfolgt es für das Vieh, wenn von der einen Seite und von der anderen Seite, so erfolgt es wegen der Palme.",
"Ferner sagte Raba: Unreife Datteln darf man [zum Essen] zerschneiden, sie auszupressen ist verboten. R. Papa sagte: Da solche wurmstichig werden, so gleichen sie leichtverderblicher Ware und es ist erlaubt.",
"Ferner sagte Raba: Jeder Warenhandel ist am [Halbfeste] verboten. R. Jose b. Abin sagte: Ist es eine leichtverderbliche [Ware], so ist es erlaubt. Rabina hatte Ware, die er für sechstausend [ ] verkaufen konnte; doch schob er den Verkauf bis nach dem Feste auf. Später verkaufte er sie für zwölftausend [ ].",
"Rabina hatte von den Leuten in der Burg Sanvata Geld einzufordern; da kam er vor R. Aši und fragte ihn, ob er [am Halbfeste] zu ihnen gehen dürfe. Dieser erwiderte: Da du sie nur heute antreffen kannst und nicht an einem anderen Tage, so gleicht es [dem Verkaufe] einer leichtverderblichen Ware, und es ist erlaubt.",
"Ähnlich wird vom Götzendienste<sup class=\"footnote-marker\">170</sup><i class=\"footnote\">Dh. von den Götzendienern, sc. vom Handelsverkehr mit ihnen an ihren Feiertagen, der verboten ist; cf. Az. Fol. 2a.</i>gelehrt: Man darf zur Messe"
],
[
"der Nichtjuden gehen und von ihnen Vieh, Sklaven, Mägde, Häuser, Felder und Weinberge ankaufen, dies schriftlich bescheinigen und [das Schriftstück] aufs Amt bringen; denn es ist ebenso, als rette man es aus ihrer Hand.",
"Rabh erlaubte Ḥija b. Aši am Halbfeste Reusen zu flechten, weil dies eine Laienarbeit ist. Netze zu flechten, ist jedoch verboten, weil dies eine Handwerkerarbeit ist.",
"R. Jehuda erlaubte Ami dem Ofensetzer, Öfen zu setzen, ebenso Rabba b. A͑sbi, Siebe zu flechten. – Dem ist ja aber nicht so, Rabba b. Šemuél lehrte ja, alle stimmen überein, daß man keinen Ofen neu setzen dürfe!? – Das ist kein Ein wand; das eine im Sommer und das andere im Winter<sup class=\"footnote-marker\">171</sup><i class=\"footnote\">Im Winter ist es verboten, da er erst nach dem Feste trocken wird, u. erst dann benutzt werden darf.</i>.",
"<b>M</b><small>AN DARF EIN</small> G<small>ELÄNDER MACHEN, UM EIN</small> D<small>ACH ODER AN EINER</small> G<small>ALERIE,</small> L<small>AIENARBEIT UND KEINE HANDWERKSMÄSSIGE</small> A<small>RBEIT</small>. <sup class=\"footnote-marker\">x</sup> M<small>AN DARF</small> S<small>PALTE</small><sup class=\"footnote-marker\">172</sup><i class=\"footnote\">An Öfen od. Dächern.</i><small>VERKLEBEN UND SIE MIT EINER</small> W<small>ALZE, MIT DER</small> H<small>AND ODER MIT DEM</small> F<small>USSE GLATTSTREICHEN, JEDOCH NICHT MIT EINER</small> M<small>AURERKELLE</small>.",
"W<small>ENN DER</small> A<small>NGELHAKEN, DAS</small> A<small>NGELLOCH, DER</small> A<small>NGELBALKEN, DAS</small> S<small>CHLOSS ODER DER</small> S<small>CHLÜSSEL ZERBROCHEN IST, SO DARF MAN SIE AM</small> H<small>ALBFESTE WIEDER HERSTELLEN</small>.",
"E<small>INLEGESPEISEN, VON DENEN MAN NOCH AM</small> F<small>ESTE ESSEN KANN, DARF MAN EINLEGEN</small>.",
"GEMARA. Was heißt Laienarbeit? R. Joseph erwiderte: Mit Stauden und Lorbeerzweigen. In einer Barajtha wurde gelehrt: Man schichte Steine auf, ohne sie mit Mörtel zu verschmieren.",
"M<small>AN DARF</small> S<small>PALTE VERKLEBEN UND SIE MIT EINER</small> W<small>ALZE GLATT STREICHEN</small>. Wenn dies, wie du sagst, sogar mit einer Walze erlaubt ist, so ist es ja mit der Hand oder mit dem Fuße selbstverständlich!? – Er meint es wie folgt: man darf Spalte verkleben und sie wie mit einer Walze mit der Hand oder mit dem Fuße glatt streichen, nicht aber mit einer Maurerkelle.",
"W<small>ENN DER</small> A<small>NGELHAKEN, DAS</small> A<small>NGELLOCH, DER</small> A<small>NGELBALKEN, DAS</small> S<small>CHLOSS ODER DER</small> S<small>CHLÜSSEL ZERBROCHEN IST, SO DARF MAN SIE AM</small> H<small>ALBFESTE WIEDER HERSTELLEN</small>. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Bis zu seiner Zeit<sup class=\"footnote-marker\">173</sup><i class=\"footnote\">Des Hochpriesters Joḥanan; cf. Ms. V,15.</i>war in Jerušalem der Hammer in Tätigkeit<sup class=\"footnote-marker\">174</sup><i class=\"footnote\">Am Halbfeste wurde gearbeitet.</i>&amp;c. Nur bis zu seiner Zeit, später aber nicht!? –",
"Das ist kein Widerspruch; eines gilt vom Schmiedehammer<sup class=\"footnote-marker\">175</sup><i class=\"footnote\">Mit diesem ist es wegen des größeren Geräusches verboten.</i>und eines gilt vom Tischlerhammer.",
"R. Ḥisda wandte ein: Demnach könnte man sagen, das starke Geläute sei verboten, das schwache Geläute sei erlaubt!? Vielmehr, erklärte R. Ḥisda, dies ist kein Einwand; eines gilt von einer Sichel<sup class=\"footnote-marker\">176</sup><i class=\"footnote\">Hier in der Bedeutung Säge, die gar kein Geläute hervorruft.</i>und eines gilt von einer Axt. R. Papa erwiderte: Eines gilt von der Zeit vor der Anordnung und eines gilt von der Zeit nach der Anordnung<sup class=\"footnote-marker\">177</sup><i class=\"footnote\">Unsere Mišna von der Zeit vor der Anordnung des Hochpriesters Joḥanan.</i>.",
"R. Aši erklärte: Eines nach R. Jehuda und eines nach R. Jose. R. Jiçḥaq b. Evdämi sagte nämlich: Wer lehrte, bei Leichtverderblichem am Halbfeste sei eine Veränderung<sup class=\"footnote-marker\">178</sup><i class=\"footnote\">Die Verrichtung der Arbeit darf nur auf ungewöhnliche Weise erfolgen; hierüber weiter Fol. 12a.</i>erforderlich? Es ist nicht R. Jose.",
"Rabina sagte: Nach wessen Ansicht ziehen wir jetzt am Halbfeste die [vorstehenden] Pflöcke aus der Tür heraus? Nach R. Jose.",
"E<small>INLEGESPEISEN, VON DENEN MAN NOCH AM</small> F<small>ESTE ESSEN KANN, DARF MAN EINLEGEN</small>. Die Einwohner von Leba fischten im Beditha<sup class=\"footnote-marker\">179</sup><i class=\"footnote\">Name eines Flusses. So nach den Kommentaren; der Text ist elliptisch u. variiert.</i>, und die Leute kamen und holten sich Fische; da erlaubte Raba, davon einzusalzen.",
"Abajje sprach zu ihm: Wir haben ja aber gelernt, man dürfe Einlegespeisen, nur wenn man davon noch am Feste essen kann, einlegen!? Dieser erwiderte: Da sie von vornherein [die Fische] zum [sofortigen] Essen geholt haben, und nun, wenn man sie liegen läßt, sie verderben, so gleichen sie leichtverderblicher Ware, und es ist erlaubt.",
"Manche lesen: Raba erlaubte [die Fische] zu fangen, heimzubringen und einzusalzen. Abajje sprach zu ihm: Wir haben ja aber gelernt, man dürfe Einlegespeisen, nur wenn man davon noch am Feste essen kann, einlegen!?",
"Dieser erwiderte: Auch diese kann man durch Abspülen<sup class=\"footnote-marker\">180</sup><i class=\"footnote\">So sinngemäß; wörtl. durch das Fischgefäß. Nach anderer Erkl. wenn man sie gepreßt einlegt; sie ziehen dann weniger Salz ein.</i> [noch am Feste] essen, wenn man sie auspreßt. So wurden solche für Šemuél sechzig Mal abgespült, und er aß sie. Einst kam Raba zum Exilarchen, und nachdem für ihn [eingelegte Fische] sechzig Mal abgespült wurden, aß er sie.",
"Einst kam Rabh zu Bar Sapir und man setzte ihnen Fische vor, die ein Drittel gekocht, ein Drittel gesalzen und ein Drittel gebraten waren.",
"Rabh sagte: Abba der Fänger sagte mir: Fische sind kurz vor ihrem Verderben am besten. Ferner sagte Rabh: Abba der Fänger sagte mir: Man brate den Fisch mit seinem Bruder, lege ihn dann in seinen Vater, esse ihn mit seinem Sohne und trinke darauf seinen Vater<sup class=\"footnote-marker\">181</sup><i class=\"footnote\">Vater des Fisches ist das Wasser, Bruder desselben ist das Salz, das ebenfalls aus Wasser gewonnen wird, dessen Sohn ist die Fischtunke.</i>.",
"Ferner sagte Rabh: Abba der Fänger sagte mir: Fische, Kresse und Milch trage der Körper und nicht das Bett<sup class=\"footnote-marker\">182</sup><i class=\"footnote\">Dh. man gehe nicht unmittelbar nach dem Genusse derselben zu Bett.</i>. Ferner sagte Rabh: Abba der Fänger sagte mir: Nach Fischen, Kresse und Milch trinke man lieber Wasser als Met oder lieber Met als Wein."
],
[
"<sup class=\"footnote-marker\">i</sup><b>W</b>ENN <small>JEMAND SEINE</small> O<small>LIVEN</small> [<small>ZÜM</small> P<small>RESSEN</small>] <small>BEREITS UMGERÜHRT</small> <small>HAT UND VON EINEM</small> T<small>RAUERFALLE</small><sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Auch an Wochentagen, da einem Leidtragenden die Arbeit verboten ist; die folgenden Fälle sprechen vom Halbfeiertage.</i> <small>ODER EINEM</small> U<small>NFALLE BETROFFEN WIRD, ODER SEINE</small> A<small>RBEITER</small><sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Die die Arbeit vor dem Feste verrichten sollten.</i> <small>IHN ANFÜHREN, SO DARF ER DEN ERSTEN</small> P<small>RESSBALKEN HINAUFLEGEN UND IHN BIS NACH DEM</small> F<small>ESTE LIEGEN LASSEN</small> – <small>SO</small> R. J<small>EHUDA</small>;",
"R. J<small>OSE SAGT, ER PRESSE SIE VOLLENDS AUS UND VERSPUNDE</small> [<small>DIE</small> F<small>ÄSSER</small>] <small>AUF GEWÖHNLICHE</small> W<small>EISE</small>.",
"GEMARA. Er beginnt mit einem Trauerfalle und schließt mit dem Halbfeste<sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Es wird nicht angegeben, ob diese Arbeit während der Trauer erlaubt od. verboten ist.</i>!? R. Šiša, Sohn des R. Idi, erwiderte: Dies besagt, daß, was am Halbfeste erlaubt ist, in den Trauertagen verboten sei.",
"R. Aši erwiderte: Er lehrt es als Selbstverständliches: selbstverständlich ist es in den Trauertagen erlaubt, wo dies<sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Das Verbot der Arbeit.</i> nur rabbanitisch ist, aber auch am Halbfeste, an dem die Arbeit nach der Tora verboten ist, ist es erlaubt, wenn ein Schaden vorliegt.",
"Übereinstimmend mit R. Šiša, dem Sohne R. Idis, wird gelehrt: Folgende Arbeiten müssen für den Leidtragenden während seiner Trauer andere verrichten; den Preßbalken auf seine umgerührten Oliven legen, seinen Krug verspunden, seinen Flachs aus dem Beizwasser und seine Wolle aus dem Kessel herausnehmen, auch sprenge man sein Feld, sobald die Bewässerungszeit heranreicht.",
"R. Jehuda sagt, man besäe auch sein Ackerfeld und sein Flachsfeld. Man entgegnete ihm: Wenn es auch nicht mit Frühgetreide besät wird, so kann es ja mit Spätgetreide besät werden; wenn es auch nicht mit Flachs bepflanzt wird, so kann es ja mit einer anderen Art bepflanzt<sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Der Schaden ist unwesentlich.</i> werden.",
"R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Wenn seine Oliven umgerührt sind und kein anderer Meister als er da ist, wenn sein Krug zu verspunden ist, und kein anderer Meister als er da ist, wenn sein Flachs aus dem Beizwasser oder seine Wolle aus dem Kessel herauszunehmen ist, und kein anderer Meister als er da ist, so tue er es selber heimlich.",
"Noch mehr sagte R. Šimo͑n b. Gamliél: Wenn er öffentlicher Bader, Barbier oder Badediener ist und die Festzeit heranreicht, und kein anderer als er da ist, so arbeite er.",
"Für Quotenpächter, Halbpächter und Ganzpächter<sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Der Quotenpächter zahlt eine Quote des Ertrages, der Halbpächter ein vereinbartes Quantum des Ertrages u. der Ganzpächter mit barem Gelde, ohne Rücksicht auf den Ertrag.</i> müssen andere die Arbeit verrichten. Eseltreiber, Kameltreiber und Schiffer dürfen nicht arbeiten; wenn sie aber bei anderen verpachtet oder vermietet sind, so dürfen sie arbeiten. Der Taglöhner darf sogar in einer anderen Stadt nicht arbeiten. Hat er fremde Arbeit bei sich, so darf er nicht arbeiten, selbst eine Akkordarbeit. –",
"‘Selbst eine Akkordarbeit’. Demnach um so weniger, wenn keine Akkordarbeit; im Gegenteil, die Akkordarbeit gleicht ja seiner eigenen!? – Sage vielmehr: er darf nicht arbeiten, einerlei, ob es eine Akkordarbeit oder keine Akkordarbeit ist.",
"Hat er eine Arbeit bei anderen, so dürfen sie in seinem Hause nicht arbeiten, und in einem fremden Hause wohl arbeiten.",
"Marjon, Sohn des Rabin, und Mar, Sohn des R. Aḥa, des Sohnes Rabas, hatten gemeinsam ein Ochsengespann, und als einst bei Mar, dem Sohne R. Aḥas, des Sohnes Rabas, ein Trauerfall sich ereignete, trennte er das Gespann<sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Da er auch sein Tier nicht arbeiten lassen durfte.</i>. R. Aši sprach: Dies tut ein bedeutender Mann wie Mar, der Sohn R. Aḥas! Wenn er seinen Schaden nicht berücksichtigt, sollte er denn den Schaden anderer nicht berücksichtigen<sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Dadurch konnte auch sein Sozius nicht arbeiten.</i>!? Es wird ja gelehrt, daß, wenn [Leidtragende] bei anderen verpachtet oder vermietet sind, sie arbeiten dürfen.",
"Er aber war der Ansicht, bei einem angesehenen Manne sei es anders."
],
[
"Šemuél sagte: Innerhalb des Stadtgebietes darf man<sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">An Nichtjuden, die am Šabbath arbeiten.</i>keine Akkordarbeit geben, außerhalb des Stadtgebietes ist es erlaubt.",
"R. Papa sagte: Auch außerhalb des Stadtgebietes ist es nur erlaubt, wenn keine andere Stadt in der Nähe ist, wenn aber eine andere Stadt in der Nähe ist, ist es verboten<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Die anderen könnten glauben, man habe sie ihnen am Sabbath gegeben.</i>.",
"R. Mešaršeja sagte: Auch wenn keine Stadt in der Nähe ist, nur an Šabbathen und Feiertagen, weil dann nur selten Leute hinkommen, nicht aber am Halbfeste, weil dann oft Leute hinkommen.",
"Für Mar Zuṭra, den Sohn des R. Naḥman, bauten Akkordarbeiter ein Landhaus außerhalb des Stadtgebietes. Einst kamen da R. Saphra und R. Hona b. Ḥenana und sie betraten es nicht. Manche sagen, auch er selber betrat es nicht. –",
"Šemuél sagte ja aber, Akkordarbeit er dürfen außerhalb des Stadtgebietes arbeiten!? – Anders ist es bei einem angesehenen Manne. Manche sagen, er habe ihnen mit Stroh ausgeholfen.",
"R. Ḥama erlaubte den Tischdienern des Exilarchen am Halbfeste Arbeit zu verrichten; er sagte nämlich, da sie weiter keinen Lohn als eine Vergütung erhalten, kommt es darauf nicht an<sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Es ist keine Lohnarbeit.</i>.",
"Die Rabbanan lehrten: Man darf Akkordarbeit am Halbfeste vergeben, sie nach dem Feste zu verrichten; am Halbfeste selbst ist es verboten. Die Regel hierbei ist: Wenn man selbst arbeiten darf, darf man einen Nichtjuden zu arbeiten beauftragen, wenn man selbst nicht arbeiten darf, darf man auch einen Nichtjuden zu arbeiten nicht beauftragen. Ein Anderes lehrt: Man darf Akkordarbeit am Halbfeste vergeben, sie nach dem Feste zu verrichten, nur darf man nicht messen, wiegen und zählen, wie man es am Wochentage tut.",
"Die Rabbanan lehrten: Man darf am Halbfeste kein Tier belegen; desgleichen darf man ein Erstgeborenes oder ein unbrauchbar gewordenes Opfertier nicht belegen<sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Dies wird als Arbeit angesehen, wofür ein solches Tier nicht verwendet werden darf.</i>.",
"Ein Anderes lehrt: Man darf am Halbfeste kein Tier belegen; R. Jehuda sagt, wenn eine Eselin nach einem Männchen verlangt, so darf man sie mit einem Männchen belegen, damit sie nicht erkalte; andere Tiere bringe man in den Rinderstall<sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">Ohne dabei irgendwelche Hilfe zu leisten.</i>.",
"Die Rabbanan lehrten: Man darf weder am Šabbath noch am Feste noch am Halbfeste [das Feld] pferchen; kommen die Tiere von selbst, so ist es erlaubt,",
"jedoch darf man ihnen nicht behilflich sein, auch ihnen keinen Wächter zum Bewachen der Schafe zuteilen. Sind sie auf Wochen, Monate, Jahre oder ein ganzes Septennium gemietet, so darf man ihnen behilflich sein, und ihnen einen Wächter zuteilen, die Schafe zu hüten. Rabbi sagte: Am Šabbath nur für einen Dank, am Feste für Kost, und am Halbfeste auch für Belohnung. R. Joseph sagte: Die Halakha ist wie Rabbi.",
"<sup>ii</sup><b>E</b><small>BENSO DARF ER, WENN ER SEINEN</small> W<small>EIN BEREITS IN DER</small> P<small>RESSGRUBE HAT UND VON EINEM</small> T<small>RAUERFALLE ODER EINEM</small> U<small>NFALLE BETROFFEN WIRD, ODER</small> [<small>SEINE</small> A<small>RBEITER</small>] <small>IHN ANFÜHREN, DEN</small> W<small>EIN VOLLENDS ABFÜLLEN UND DAS</small> F<small>ASS WIE GEWÖHNLICH VERSPUNDEN</small> – <small>SO</small> R. J<small>OSE;</small> R. J<small>EHUDA SAGT, ER DÜRFE IHN NUR MIT</small> B<small>RETTERN ZUDECKEN, DAMIT ER NICHT SAUER WERDE</small>.",
"GEMARA. Und beides ist nötig. Würde er nur den ersten [Fall] gelehrt haben, so könnte man glauben, R. Jose vertrete seine Ansicht nur da, weil beim Öl der Schaden groß ist, beim Weine aber, bei dem der Schaden nur gering ist, pflichte er R. Jehuda bei. Und würde er nur den zweiten gelehrt haben, so könnte man glauben, R. Jehuda vertrete seine Ansicht nur hierbei, da aber pflichte er R. Jose bei. Daher ist beides nötig.",
"R. Jiçḥaq b. Abba sagte: Wer lehrte, beim Leichtverderblichen am Halbfeste sei eine Veränderung erforderlich? Es ist nicht R. Jose. R. Joseph sagte: Die Halakha ist wie R. Jose.",
"Man fragte R. Naḥman b. Jiçḥaq: Darf man am Halbfeste ein Faß Met verspunden? Dieser erwiderte: Der Vielwisser<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">R. Joseph; cf. Bd. I S. 290 Anm. 413.</i>sagte, die Halakha sei wie R. Jose. – Allerdings sagte dies R. Jose vom Weine, sagte er es etwa auch vom Met!? –",
"Beim Weine deshalb, weil der Schaden groß ist, und auch beim Met ist der Schaden [groß]. Abajje sagte nämlich: Mutter sagte mir: Lieber eines<sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Ein Gefäß Met.</i>von sechs Seá und verspundet, als eines von acht Seá und nicht verspundet.",
"R. Ḥama b. Gor ja sagte im Namen Rabhs: Die Vorschriften über das Halbfest gleichen den Vorschriften über die Samaritaner. – In welcher Hinsicht? R. Daniél b. R. Qaṭṭina erwiderte [im Namen Rabhs]: Dies besagt, daß sie ebenfalls steril<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Sie gelten nur, soweit sie fixiert sind, u. Sind nicht logisch ausdehnbar.</i>sind, und daß von einem Falle auf einen anderen nichts zu übertragen ist.",
"Šemuél sagte nämlich: Man darf wohl einen Krug verpichen, jedoch kein Faß. R. Dimi aus Nehardea͑ sagte: Man darf ein Faß verpichen, jedoch keinen Krug. Einer berücksichtigt den größeren Schaden und einer berücksichtigt die größere Mühe.",
"Abajje sagte: Es ist uns überliefert, daß die Vorschriften über das Halbfest den Vorschriften über den Šabbath gleichen:"
],
[
"wegen mancher [Arbeiten] ist man frei<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Cf. Bd. I S. 439 Anm. 2.</i>, jedoch sind sie verboten, und manche sind von vornherein erlaubt.",
"Für R. Hona mähte man [die Ernte] am Halbfeste. Rabba b. R. Hona wandte gegen R. Hona ein: Man darf am Halbfeste Mehl für den Bedarf des Festes mahlen, nicht für den Bedarf des Festes ist es verboten. Was am Halbfeste verderben würde, darf man am Halbfeste bereiten, was am Halbfeste nicht verderben würde, darf man nicht.",
"Dies gilt nur von dem, was vom Boden getrennt ist, was aber am Boden haftet, ist verboten, selbst wenn es vollständig verdirbt. Hat jemand nichts zu essen<sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Was bei RH. nicht der Fall war.</i>, so darf er mähen, garben, dreschen, worfeln, sieben und mahlen, jedoch darf er nicht mit Rindern dreschen!?",
"Dieser erwiderte: [Diese Lehre vertritt die Ansicht] eines Einzelnen<sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Des weiter genannten RJ.</i>, ich aber bin nicht dessen Ansicht. Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte im Namen R. Joses eine Regel: Bei dem, was vom Boden getrennt ist, ist [die Arbeit] erlaubt, auch wenn es nur etwas verderben würde, und bei dem, was am Boden haftet, ist es verboten, auch wenn es ganz verderben würde. –",
"Nach R. Jose sollte man ja auch mit Rindern dreschen dürfen, denn R. Jiçḥaq b. Abba sagte, daß derjenige, welcher sagt, am Halbfeste sei bei Leichtverderblichem eine Veränderung erforderlich, nicht R. Jose sei!? –",
"Auch so ist dies keine Veränderung, da man auch sonst nicht immer mit Rindern drischt<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Mit Rindern ist es nur deshalb verboten, weil es dann zu öffentlich erfolgt.</i>.",
"Die Rabbanan lehrten: Man darf am Halb feste für den Bedarf des Halbfestes mahlen, nicht für den Bedarf des Halbfestes ist es verboten; wenn man gemahlen hat und etwas zurückbleibt, so ist es erlaubt. Man darf am Halbfeste Holz für den Bedarf des Halbfestes abhauen, nicht für den Bedarf des Halbfestes ist es verboten; wenn man abgehauen hat und etwas zurückbleibt, so ist es erlaubt.",
"Man darf am Halbfeste Met für den Bedarf des Halbfestes brauen, nicht für den Bedarf des Halbfestes ist es verboten; wenn man gebraut hat und etwas zurückbleibt, so ist es erlaubt, nur darf man dabei keine List anwenden.",
"Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Man darf am Halbfeste Met für den Bedarf des Halbfestes brauen, nicht für den Bedarf des Halbfestes ist es verboten, ob Met aus Datteln oder Met aus Gerste; und selbst wenn man noch alten hat, darf man eine List anwenden und vom neuen trinken!? – Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: Man darf dabei keine List anwenden; R. Jose b. Jehuda sagt, man dürfe wohl eine List anwenden.",
"Für Rabh mähte man [die Ernte] am Halbfeste, und als Šemuél dies hörte, war er ärgerlich. – Šemuél wäre demnach der Ansicht des Einzelnen<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Daß bei dem, was am Boden haftet, die Arbeit verboten sei, auch wenn es ganz verderben würde.</i>!? – Nein, es war Weizenernte, bei der kein Schaden zu berücksichtigen war. –",
"Wieso tat dies Rabh!? – Es fehlte ihm zum Essen. – Und Šemuél!? – Man hatte es ihm nicht berichtet. Oder aber, weil es bei einem bedeutenden Manne anders ist.",
"R. Jehuda der Fürst ging [am Šabbath] mit einem Siegelringe<sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Cf. Bd. II S. 206 Anm. 145.</i>aus und trank Wasser, das ein aramäischer Koch auf gewärmt hatte, und als R. Ami dies hörte, war er ärgerlich. R. Joseph sprach: Weshalb war er ärgerlich: wenn wegen des Siegelringes, so wird ja gelehrt, daß Armbänder, Nasenringe und Ringe allen anderen Geräten gleichen, die man im Hofe umhertragen darf,",
"und wenn etwa, weil er Wasser getrunken hat, das ein aramäischer Koch auf gewärmt hatte, so sagte ja Šemuél b. Jiçḥaq im Namen Rabhs, bei allem, was auch roh gegessen wird, gelte nicht [das Verbot] des von Nichtjuden Gekochten!? – Anders ist es bei einem bedeutenden Manne.",
"R. Ḥananél sagte im Namen Rabhs: Man darf am Halbfeste eine Palme fällen, auch wenn man nur der Späne bedarf. Abajje fluchte darüber.",
"R. Aši hatte einen Wald in Šilan ja, und er ging da am Halbfeste hin, um ihn abzuholzen. Da sprach R. Šila aus Šilan ja zu R. Aši: Du stützest dich wohl auf R. Ḥananél, der im Namen Rabhs sagte, man dürfe am Halbfeste eine Palme fällen, auch wenn man nur der Späne bedarf, aber Abajje fluchte ja darüber!? Dieser erwiderte: Ich hörte nichts davon. Das heißt nämlich: ich halte nichts davon. Da entglitt ihm das Beil und wollte ihm den Schenkel durchspalten. Da unterließ er es und kam später.",
"R. Jehuda erlaubte [am Halbfeste] Flachs abzureißen, Hopfen abzuschneiden und Sesam auszureißen. Abajje sprach zu R. Joseph: Allerdings kann man Flachs zum Zudecken<sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Von Speisen.</i>und Hopfen zu Met gebrauchen, wozu aber kann man [am Halbfeste] Sesam gebrauchen!? – Er ist wegen der Körner zu gebrauchen, die sich darin befinden.",
"R. Jannaj hatte einen Obstgarten, dessen [Ernte]zeit in das Halbfest fiel, und er pflückte dann [die Früchte]. Im folgenden Jahre schoben alle die Ernte ihrer Obstgärten auf das Halbfest<sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Erklärlich durch den Zusatz in einer Handschrift: in jenem Jahre brachte der Garten (RJ.s) einen doppelten Ertrag.</i>auf. Da erklärte R. Jannaj seinen Obstgarten für dieses Jahr als Freigut.",
"<sup class=\"footnote-marker\">iii</sup> <b>M</b><small>AN DARF SEINE</small> F<small>RÜCHTE WEGEN DER</small> D<small>IEBE EINSAMMELN, EBENSO SEINEN</small> F<small>LACHS AUS DEM</small> B<small>EIZWASSER NEHMEN, DAMIT ER NICHT VERDERBE, NUR DARF MAN NICHT ABSICHTLICH DIE</small> A<small>RBEIT AUF DAS</small> H<small>ALBFEST AUFSCHIEBEN.</small> A<small>LL DIESE</small> D<small>INGE MUSS MAN, WENN MAN DIE</small> A<small>RBEIT ABSICHTLICH AUF DAS</small> H<small>ALBFEST VERSCHOBEN HAT, VERDERBEN LASSEN</small><sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Da die Nutznießung verboten ist.</i>.",
"GEMARA. Es wird gelehrt: Nur muß man sie nach Hause heimlich bringen.",
"R. Joseph hatte Balken und brachte sie am Tage nach Hause.",
"Da sprach Abajje zu ihm: Es wird ja gelehrt, nur muß man sie nach Hause heimlich bringen!? Dieser erwiderte: Bei diesen erfolgt es am Tage heimlicher; da nachts mehr Leute und Fackeln erforderlich sind, so wird es dadurch bekannt.",
"E<small>BENSO SEINEN</small> F<small>LACHS AUS DEM</small> B<small>EIZWASSER NEHMEN</small> &amp;<small>C</small>. R. Jirmeja fragte R. Zera: Wird die Maßregelung, wenn er die Arbeit absichtlich auf das Halbfest verschoben hat und gestorben ist, auf seine Kinder nach ihm ausgedehnt?",
"Willst du entscheiden aus [der Lehre],"
],
[
"daß, wenn jemand das Ohr [seines] Erstgeborenen<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Das fehlerfreie Erstgeborene ist Heiligengut, das fehlerhafte gehört dem Eigentümer; bringt ihm jemand absichtlich einen Fehler bei, so ist es ihm zur Nutznießung verboten.</i>abgestutzt hat [und gestorben ist], sie seinen Sohn nach ihm gemaßregelt haben, so ist dies ja ein Verbot der Tora.",
"Und entscheidest du aus [der Lehre], daß, wenn jemand seinen Sklaven an Nichtjuden verkauft hat und gestorben ist, sie seinen Sohn nach ihm gemaßregelt<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Daß der Sklave, wenn er seinem nichtjüdischen Herrn fortläuft, frei wird.</i>haben, so hat er ihn ja jeden Tag [der Ausübung] der Gebote<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Soweit ein Sklave solchen unterworfen ist; daher die Maßregelung.</i>entzogen.",
"Wie ist es aber hierbei: haben die Rabbanan nur die Person gemaßregelt, und diese ist nicht mehr vorhanden, oder haben die Rabbanan die Maßregelung auf die Sache bezogen, und diese ist vorhanden?",
"Dieser erwiderte: Ihr habt es gelernt: Ein Feld, das im Siebentjahre entdornt wurde, darf im Nachsiebentjahre bebaut werden; das gedüngt oder gepfercht wurde, darf im Nachsiebentjahre nicht bebaut werden. Hierzu sagte R. Jose b. Ḥanina, es sei uns überliefert, daß wenn jemand [sein Feld] gedüngt hat und gestorben ist, sein Sohn es bebauen dürfe. Da haben die Rabbanan also nur ihn selbst gemaßregelt, nicht aber haben die Rabbanan seinen Sohn gemaßregelt, ebenso haben die Rabbanan auch hierbei nur ihn selbst gemaßregelt, nicht aber haben die Rabbanan seinen Sohn gemaßregelt.",
"Abajje sagte: Es ist uns überliefert, daß, wenn jemand reine Dinge [eines anderen levitisch] unrein gemacht hat und gestorben ist, sie seinen Sohn nach ihm nicht gemaßregelt haben<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Zur Ersatzleistung, da er sie dadurch zum Genüsse verboten gemacht hat.</i>. – Aus welchem Grunde? – Die unsichtbare Schädigung heißt nicht Schädigung<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Die Ersatzleistung ist nichts weiter als eine Maßregelung.</i>, und die Rabbanan haben nur ihn selbst gemaßregelt, nicht aber haben die Rabbanan seinen Sohn gemaßregelt.",
"<sup>iv,1</sup> <b>M</b><small>AN DARF</small> H<small>ÄUSER,</small> S<small>KLAVEN UND</small> V<small>IEH NUR FÜR DEN</small> B<small>EDARF DES</small> F<small>ESTES KAUFEN, ODER FÜR DEN</small> B<small>EDARF DES</small> V<small>ERKÄUFERS, WENN ER NICHTS ZU ESSEN HAT</small>.",
"GEMARA. Raba fragte R. Naḥman: Wie verhält es sich mit dem Arbeitslohne, wenn [der Arbeiter] nichts zu essen hat? Dieser erwiderte: Wir haben es gelernt: Oder für den Bedarf des Verkäufers. Was schließen [die Worte] ‘wenn er nichts zu essen hat’ ein? Sie schließen<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Wenn es für den Bedarf des Verkäufers erfolgt, so braucht er es ja für das Fest.</i> wohl den Arbeitslohn ein. Jener entgegnete: Nein, das ist nur eine Erklärung.",
"Abajje wandte gegen ihn ein: Man darf am Halbfeste keine Schuldscheine schreiben; wenn er ihm aber nicht traut, oder wenn er nichts zu essen hat, so schreibe er. Was schließen [die Worte] ‘wenn er nichts zu essen hat’ ein? Sie schließen wohl den Arbeitslohn ein. Schließe hieraus.",
"R. Šešeth wandte ein: Die Weisen sagen, drei Berufsstände dürfen am Vorabend des Pesaḥfestes bis Mittag Arbeit verrichten: Schneider, Barbiere und Wäscher. Schneider, denn ein Laie darf auch am Halbfeste auf gewöhnliche Weise nähen; Barbiere und Wäscher, denn Leute die aus überseeischen Ländern kommen, und der das Gefängnis verläßt, dürfen auch am Halbfeste sich das Haar scheren und waschen.",
"Wenn du nun sagen wolltest, beim Arbeitslohne sei es, wenn er nichts zu essen hat, erlaubt, müßte es ja bei jedem Handwerke erlaubt sein, da es beim Arbeitslohne erlaubt ist, wenn er nichts zu essen hat!?",
"R. Papa entgegnete: Demnach müßte auch das Bauen erlaubt sein, da man eine auf die Straße hinausragende Wand wegen der Gefahr auf gewöhnliche Weise niederreißen und wieder aufbauen darf!?",
"Rabina entgegnete: Demnach müßte es auch dem Schreiber erlaubt sein, da man Trauscheine, Scheidebriefe und Quittungen schreiben darf!?",
"Vielmehr sagte R. Aši, ist auf keinen Widerspruch zwischen dem Halbfeste und dem Vierzehnten<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Dem Vorabend des Festes.</i>hinzuweisen; am Halbfeste ist [die Arbeit] wegen der Mühe verboten, wo aber ein Schaden vorliegt, haben die Rabbanan es erlaubt; am Vierzehnten dagegen ist sie wegen der Vorbereitungen zum Feste verboten, somit haben die Rabbanan das erlaubt, was zum Festbedarf erfolgt, was aber nicht zum Festbedarf erfolgt, haben die Rabbanan nicht erlaubt.",
"<sup>iv,2</sup> <b>M</b><small>AN DARF NICHTS AUS EINEM</small> H<small>AUSE IN EIN ANDERES RÄUMEN, WOHL ABER DARF MAN IN SEINEN</small> H<small>OF RÄUMEN.</small> M<small>AN DARF KEINE</small> G<small>ERÄTE VOM</small> H<small>ANDWERKER HOLEN; IST MAN UM SIE BESORGT, SO SCHAFFE MAN SIE IN EINEN ANDEREN</small> H<small>OF.</small>",
"GEMARA. Du sagtest ja im Anfangssatze, man dürfe überhaupt nicht räumen<sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Der Fragende verstand den Schlußsatz falsch u. glaubte, man dürfe aus einem fremden Hause in einen Hof schaffen.</i>!? Abajje erwiderte: Der Schlußsatz spricht von einem Hause, das sich in [seinem eigenen] Hofe befindet.",
"M<small>AN DARF KEINE</small> G<small>ERÄTE VOM</small> H<small>ANDWERKER HOLEN</small>. R. Papa sagte: Raba prüfte uns [durch folgende Frage]: Wir haben gelernt, man dürfe keine Geräte vom Handwerker holen, und dem widersprechend wird gelehrt, man dürfe Geräte vom und zum Handwerker bringen, obgleich man sie nicht zum Feste braucht!?",
"Wir erwiderten ihm: Eines gilt vom Vierzehnten und eines gilt vom Halbfeste. Wenn du aber willst, sage ich: beide vom Halbfeste; eines, wenn man ihm traut, und eines, wenn man ihm nicht traut."
],
[
"Es wird auch gelehrt: Man darf Gefäße vom Handwerker holen, zum Beispiel einen Topf vom Töpfer oder ein Glas vom Glaser, nicht aber Wolle vom Färber oder Gerätschaften vom Handwerker. Hat [der Handwerker] nichts zu essen, so bezahle man ihm seinen Lohn und lasse [das Gerät] bei ihm; traut man ihm nicht, so lasse man es in einem naheliegenden Hause; befürchtet man, es könne gestohlen werden, so bringe man es heimlich nach Hause. –",
"Du hast also den Widerspruch hinsichtlich des Holens erklärt, wie ist es aber hinsichtlich des Hinbringens<sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">Wobei der Unterschied von Trauen und Nichttrauen nicht angebracht ist.</i>zu erklären, denn er lehrt, man dürfe nicht holen, und um so weniger hinbringen!? – Am richtigsten ist es vielmehr, wie wir zuerst erklärt haben.",
"<b>M</b><small>AN DARF</small> T<small>ROCKENFEIGEN MIT</small> S<small>TROH BEDECKEN;</small> R. J<small>EHUDA SAGT, AUCH AUFSCHICHTEN</small>. <sup class=\"footnote-marker\">v</sup> F<small>RUCHTHÄNDLER,</small> K<small>LEIDERHÄNDLER UND</small> G<small>ERÄTEHÄNDLER DÜRFEN FÜR DEN</small> F<small>ESTBEDARF HEIMLICH VERKAUFEN</small>. J<small>ÄGER</small><sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Im weiteren Sinne, auch Fischer.</i>, G<small>RÄUPNER UND</small> B<small>OHNENGRÄUPNER DÜRFEN FÜR DEN</small> F<small>ESTBEDARF IHRE</small> A<small>RBEIT HEIMLICH VERRICHTEN;</small> R. J<small>OSE SAGTE:</small> S<small>IE HABEN SICH SELBER EINE</small> E<small>RSCHWERUNG AUFERLEGT</small>.",
"GEMARA. Hierüber streiten R. Ḥija b. Abba und R. Asi, beide im Namen Ḥizqijas und R. Joḥanans; einer sagt, ‘bedecken’ heiße spärlich Zudecken und ‘aufschichten’ heiße dicht zudecken, und einer sagt, ‘bedecken’ heiße sowohl spärlich als auch dicht zudecken, und ‘aufschichten’ heiße eine Art Haufen machen. Ebenso wird gelehrt: Man schichte sie auf und mache eine Art Haufen – so R. Jehuda.",
"F<small>RUCHTHÄNDLER,</small> K<small>LEIDERHÄNDLER UND</small> G<small>ERÄTEHÄNDLER DÜRFEN</small> &amp;<small>C. HEIMLICH VERKAUFEN</small>. Sie fragten: Haben sie sich selber eine Erschwerung auferlegt, überhaupt nicht zu arbeiten, oder aber, dies heimlich zu tun? –",
"Komm und höre: Fruchthändler, Kleiderhändler und Gerätehändler dürfen für den Festbedarf heimlich verkaufen. R. Jose sagte: Die Händler in Tiberias haben sich selber eine Erschwerung auferlegt, überhaupt nichts zu verkaufen. Fänger von Wild, Geflügel und Fischen dürfen für den Festbedarf heimlich fangen. R. Jose sagte: Die Fänger in A͑kko haben sich selber eine Erschwerung auferlegt, überhaupt nichts zu fangen. Mahler von Spelt-, Weizen- und Gerstengraupen dürfen für den Festbedarf heimlich mahlen. R. Jose sagte: Die Mahler in Sepphoris haben sich selber eine Erschwerung auferlegt, überhaupt nichts zu mahlen.",
"Abajje sagte: Ḥilqa [Speltgraupen] ist ein [Korn] in zwei Teile geteilt, Ṭargis [Weizengraupen] ist ein [Korn] in drei Teile geteilt, Ṭisani [Gerstengraupen] ist ein [Korn] in vier Teile geteilt. Als R. Dimi kam, erklärte er: [Ḥilqa sei] Spelt.",
"Man wandte ein: Ḥilqa, Ṭargis und Ṭisani sind überall verunreinigungsfähig. Erklärlich ist es nach demjenigen, welcher sagt, eines in zwei, drei oder vier geteilt, daß sie überall verunreinigungsfähig sind, da sie dafür empfänglich gemacht worden<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Sie werden mit Wasser befeuchtet, wodurch sie für die Unreinheit empfänglich werden, cf. Lev. 11,38.</i>sind, weshalb aber sind sie nach demjenigen, welcher sagt, [Ḥilqa sei] Spelt, überall verunreinigungsfähig, sie sind ja dafür nicht empfänglich gemacht worden!?",
"Wenn sie geschält sind; legt man sie nicht in Wasser, so schälen sie sich nicht. – Weshalb heißen sie Ḥilqa? – Weil sie eine Glätte [Ḥilqa] erhalten.",
"Man wandte ein: Wer sich das Getreide abgelobt hat, dem sind auch die trockenen ägyptischen Bohnen verboten, feuchte aber erlaubt; ferner sind ihm auch Reis, Ḥilqa, Ṭargis und Ṭisani erlaubt. Erklärlich ist dies nach demjenigen, welcher sagt, eines in zwei, drei oder vier geteilt, da sie nicht mehr zum Getreide gehören, nach demjenigen aber, welcher sagt, [Ḥilqa sei] Spelt, ist es ja richtiges Getreide!? – Dies ist ein Einwand.",
"R. Hona erlaubte den Gewürzhändlern, auf den Markt zu gehen und in gewöhnlicher Weise zu verkaufen. R. Kahana wandte gegen ihn ein: Ist der Laden nach dem Säulengange geöffnet, so darf man [die Türen] auf gewöhnliche Weise öffnen und schließen;",
"ist er nach der Straße geöffnet, so öffne man die eine und schließe die andere. Am Vorabend des letzten Festtages darf man zu Ehren des letzten Festtages die Früchte herausstellen und mit diesen die Straßen der Stadt schmücken. Nur zu Ehren des letzten Festtages, nicht aber, wenn nicht zu Ehren des [letzten] Festtages!? –",
"Das ist kein Einwand; dies gilt von Früchten, da sind es Gemüse<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Die sich nicht halten; es ist ersichtlich, daß sie nur für den Festbedarf bestimmt sind.</i>.",
"",
"<b>F</b>OLGENDE <small>DÜRFEN SICH AM</small> H<small>ALBFESTE DAS</small> H<small>AAR SCHEREN: WER AUS ÜBERSEEISCHEN</small> L<small>ÄNDERN ODER AUS DER</small> G<small>EFANGENSCHAFT HEIMKEHRT, WER DAS</small> G<small>EFÄNGNIS VERLÄSST, WER MIT DEM</small> B<small>ANNE BELEGT WAR UND VON DEN</small> W<small>EISEN BEFREIT WURDE, EBENSO, WEM AUF</small> B<small>LTTEN EIN</small> G<small>ELEHRTER EIN</small> [<small>DIESBEZÜGLICHES</small> G<small>ELÜBDE</small>] <small>GELÖST HAT, DER</small> N<small>AZIRÄER</small><sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Bei Beendigung seines Nazirats; cf. Num. 6,18.</i> <small>UND DER AUS SEINER</small> U<small>NREINHEIT IN</small> R<small>EINHEIT ÜBERGEHENDE</small> A<small>USSÄTZIGE</small>.",
"<sup>i</sup> F<small>OLGENDE DÜRFEN AM</small> H<small>ALBFESTE [DIE</small> K<small>LEIDER] WASCHEN: WER AUS ÜBERSEEISCHEN</small> L<small>ÄNDERN ODER AUS DER</small> G<small>EFANGENSCHAFT HEIMKEHRT, WER DAS GEFÄNGNIS VERLÄSST, \n</small>"
],
[
"WER MIT DEM B<small>ANNE BELEGT WAR UND VON DEN</small> W<small>EISEN BEFREIT WURDE, EBENSO, WEM AUF</small> B<small>ITTEN EIN</small> G<small>ELEHRTER EIN</small> [<small>DIESBEZÜGLICHES</small> G<small>ELÜBDE</small>]<small> GELÖST HAT</small>.",
"F<small>ERNER AUCH</small> H<small>ANDTÜCHER,</small> B<small>ARBIERTÜCHER UND</small> F<small>ROTTIERTÜCHER</small><sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Da sie oft gewaschen werden.</i>. M<small>ÄNNLICHEN UND WEIBLICHEN FLUSSBEHAFTETEN, MENSTRUIERENDEN, WÖCHNERINNEN UND ALLEN, DIE AUS UNREINHEIT IN DIE REINHEIT STEIGEN</small><sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Wobei an das Heraufsteigen aus dem Tauchbade gedacht wird.</i><small>, IST ES ERLAUBT, JEDEM ANDEREN ABER VERBOTEN</small>.",
"GEMARA. Weshalb ist es jedem anderen verboten? –",
"Wie wir gelernt haben: den Männern der Priesterwache und den Männern des Beistandes ist es verboten, sich das Haar zu scheren und ihre Kleider zu waschen; am Donnerstag ist es ihnen zu Ehren des Šabbaths erlaubt.",
"Hierzu sagte Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Elea͑zars: Damit sie nicht schmutzig in ihren Dienst treten<sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Damit man nichts auf die Dienstwoche, bezw. auf die Festwoche verschiebe.</i>. Ebenso auch hierbei, damit man nicht schmutzig in das Fest trete<sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Damit man nichts auf die Dienstwoche, bezw. auf die Festwoche verschiebe.</i>.",
"R. Zera fragte: Wie ist es, wenn jemand am Vorabend des Festes einen Gegenstand verloren hatte<sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Und man durch das Suchen verhindert war, sich das Haar zu scheren, bezw. die Kleider zu waschen.</i>: ist es ihm erlaubt, da er verhindert war, oder nicht, da dies nicht ersichtlich ist?",
"Abajje erwiderte: Man würde sagen: alle Kuchen sind verboten und die Kuchen des Boëthos sind erlaubt<sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Bekannter, auf einem Pes. Fol. 37a mitgeteilten Vorgange beruhender Spruch; dh. andere würden den Grund nicht wissen, weshalb dies ihm erlaubt ist.</i>. –",
"Demnach ist ja auch gegen das, was R. Asi im Namen R. Joḥanans gesagt hat, daß nämlich, wer nur ein Hemd hat, es am Halbfeste waschen dürfe, einzuwenden: man würde sagen: alle Kuchen sind verboten und die des Boëthos sind erlaubt!? –",
"Hierzu wurde ja gelehrt: Mar b. R. Aši erklärte: Sein Gürtel beweist es<sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Er hat den Gürtel ohne Hemd an.</i>.",
"R. Aši lehrte es wie folgt: R. Zera fragte: Wie ist es, wenn ein Handwerker am Vorabend des Festes etwas verloren hatte: ist es ihm erlaubt, da dies bei einem Handwerker zu merken<sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Da viele zu ihm kommen, die es sehen.</i> ist, oder nicht, da es auch bei ihm doch nicht so deutlich zu merken ist, wie bei jenem<sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Den in der Mišna genannten Fällen.</i>? – Dies bleibt unentschieden.",
"A<small>US ÜBERSEEISCHEN</small> L<small>ÄNDERN</small>. Unsere Mišna vertritt also nicht die Ansicht R. Jehudas, denn es wird gelehrt: R. Jehuda sagt, wer aus überseeischen Ländern heimkehrt, dürfe das Haar nicht scheren, weil seine Reise eine willkürliche<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. ohne Erlaubnis ausgereist ist; dh. er sollte die Reise auf eine andere Zeit verlegen.</i>ist.",
"Raba sagte: Ist es eine Lustreise, so stimmen alle überein, daß es verboten ist, wenn zur Ernährung, so stimmen alle überein, daß es erlaubt ist, sie streiten nur über den Fall, wenn zu einer geschäftlichen Unternehmung; einer vergleicht dies mit der Lustreise und einer vergleicht dies mit der Ernährung.",
"Man wandte ein: Rabbi sagte: Die Ansicht R. Jehudas leuchtet ein in dem Falle, wenn die Reise eine willkürliche ist, und die Ansicht der Weisen leuchtet in dem Falle ein, wenn die Reise eine unwillkürliche ist. Was heißt ‘willkürlich’: wollte man sagen, eine Lustreise, so sagst du ja, alle stimmen überein, daß es verboten sei, und wollte man sagen, zur Ernährung, so sagtest du ja, alle stimmen überein, daß es erlaubt sei; doch wohl zu einer geschäftlichen Unternehmung.",
"Wie ist nun der Schlußsatz zu erklären: und die Ansicht der Weisen leuchtet ein, wenn die Reise eine unwillkürliche ist. Was heißt ‘unwillkürlich’: wollte man sagen, zur Ernährung, so sagtest du ja, alle stimmen überein, daß es erlaubt sei; und wenn zu einer geschäftlichen Unternehmung, so sagst du ja, in diesem Falle sei die Ansicht R. Jehudas einleuchtend!? –",
"Er meint es wie folgt: die Ansicht R. Jehudas leuchtet auch den Weisen ein, in dem Falle, wenn die Reise eine willkürliche ist, nämlich eine Lustreise, denn auch die Weisen streiten gegen ihn nur über den Fall, wenn zu einer geschäftlichen Unternehmung, bei einer Lustreise aber pflichten sie ihm bei. Und die Ansicht der Weisen leuchtet auch R. Jehuda ein in dem Falle, wenn die Reise eine unwillkürliche ist, nämlich zur Ernährung, denn auch R. Jehuda streitet gegen sie nur über den Fall, wenn zu einer geschäftlichen Unternehmung, wenn aber zur Ernährung, pflichtet er ihnen bei.",
"Šemuél sagte: Einem am Halbfeste geborenen Kinde darf man am Halbfeste das Haar scheren, denn es gibt ja kein bedeutenderes Gefängnis als das, in dem es sich befunden hatte. Nur wenn am Feste selbst, nicht aber, wenn vorher.",
"R. Pinḥas wandte ein: All diejenigen, von denen sie gesagt haben, sie dürfen sich am Halbfeste das Haar scheren, dürfen es auch während der Trauer. Demnach darf, wer sich am Halbfeste nicht scheren darf, es auch nicht während der Trauer."
],
[
"Wenn du nun sagst, bei einem Kinde gebe es einen Unterschied<sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Ob es am Feste selbst oder vorher geboren wurde.</i>, so hat ja die Trauer auch bei einem Kinde zu erfolgen,",
"während gelehrt wird, daß man auch das Gewand des Kindes einreiße<sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Cf. Bd. I S. 187 Anm. 166.</i>, damit dies Wehmut errege<sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">Verpflichtet ist man jed. dazu nicht.</i>!?",
"R. Aši erwiderte: Lehrt er etwa, es sei<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Für den, der sich am Halbfeste nicht scheren darf.</i>verboten, vielleicht manchem erlaubt und manchem verboten!?",
"Amemar, nach anderen R. Šiša, Sohn des R. Idi, lehrte es wie folgt: Šemuél sagte: Einem Kinde darf man am Halbfeste das Haar scheren, einerlei ob es am Feste selbst oder vorher geboren wurde.",
"R. Pinḥas sprach: Auch wir haben demgemäß gelernt: All diejenigen, von denen sie gesagt haben, sie dürfen sich am Halbfeste das Haar scheren, dürfen es auch während der Trauer. Demnach darf, wer sich am Halbfeste nicht scheren darf, es also auch nicht während der Trauer.",
"Wenn du nun sagen wolltest, es sei bei einem Kinde<sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Vor dem Feste geboren.</i>verboten, so hat ja die Trauer bei einem Kinde zu erfolgen, während gelehrt wird, daß man auch das Gewand des Kindes einreiße, damit dies Wehmut errege!?",
"R. Aši entgegnete; Lehrt er etwa, es sei<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Für den, der sich am Halbfeste nicht scheren darf.</i>verboten, vielleicht manchem erlaubt und manchem verboten!?",
"Der Leidtragende halte am Feste keine Trauer, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Dt. 14.</i><i>du sollst dich an deinem Feste freuen</i>;",
"besteht die Trauer von früher her, so kommt das für die Allgemeinheit bestehende Gebot und verdrängt das für den Einzelnen<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Die für den Leidtragenden verbotenen Handlungen.</i>bestehende Verbot, und ist die Trauer jetzt eingetreten, so kann das für den Einzelnen bestehende Gebot nicht das für die Allgemeinheit bestehende Gebot verdrängen.",
"Unterliegt aber, wer mit dem Banne belegt<sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Dem manche Trauervorschriften auferlegt sind; hierüber weiter.</i>ist, während des Festes den [Vorschriften des] Bannes? R. Joseph erwiderte: Komm und höre: Man halte am Halbfeste Gerichtsverhandlungen über Todesstrafen, Geißelungen und Zivilsachen. Wenn jemand nicht gehorcht, belegt man ihn mit dem Banne.",
"Wieso sollte man ihn, wenn du sagst, der mit dem Banne belegte unterliege während des Festes nicht [den Vorschriften] des Bannes, mit dem Banne belegen, wo das Fest sogar den bereits bestehenden Bann verdrängt!?",
"Abajje sprach zu ihm: Vielleicht nur über den Fall verhandeln<sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Ohne ein Urteil zu fällen od, exekutiv vorzugehen.</i>. Wie sollte man ihn denn, wenn du es nicht so erklären wolltest, hinrichten,",
"man entzieht sich ja der Festfreude!? Es wird nämlich gelehrt: R. A͑qiba sagte: Woher, daß das Synedrium am ganzen Tage, an dem es ein Todesurteil gefällt<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">So richtig nach der Parallelstelle u. Handschriften; in unserem Texte: gesehen hat, daß jem. einen Mord beging; viell. jed. in der Bedeutung: eingesehen hat, festgestellt hat.</i>hat, nichts kosten darf? Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Lev. 19,26.</i><i>ihr sollt nicht mit dem Blute essen</i>.",
"Vielmehr [heißt dies] über den Fall verhandeln, ebenso heißt dies auch da über die Sache verhandeln. Jener entgegnete: Dadurch wird ja die Verurteilung ausgedehnt<sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Um dem Verurteilten seelisches Leiden zu ersparen, muß die Todesstrafe sofort nach der Verurteilung vollstreckt werden.</i>!? –",
"Sie verhandeln morgens über den Fall, essen und trinken während des ganzen Tages, und erst bei Sonnenuntergang beenden sie die Verhandlung und vollstrecken das Todesurteil.",
"Abajje erwiderte: Komm und höre: Und der mit dem Banne belegt war und von den Weisen befreit wurde!?",
"Raba entgegnete: Heißt es etwa: dem die Weisen erlaubt haben, es heißt ja; befreit haben; wenn er seinen Gegner befriedigte, dann vor die Weisen trat und sie ihn befreiten.",
"Hat der Aussätzige während des Festes [die Vorschriften] des Aussätzigen zu halten? Abajje erwiderte: Komm und höre: Und der aus seiner Unreinheit in Reinheit übergehende Aussätzige. Während seiner Unreinheit hat er es somit zu halten. –",
"Von diesem ist es selbstverständlich; selbstverständlich hat er es während seiner Unreinheit nicht zu halten, man könnte aber glauben, daß er bei seinem Übergehen in die Reinheit berücksichtige, er könnte seine Opfer aufschieben<sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Nach dem Haarscheren muß er ein Opfer darbringen, das er bis zum Feste auf schieben könnte, an dem die Darbringung des Privatopfers verboten ist.</i>, so lehrt er uns.",
"Raba erwiderte: Komm und höre.<sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Lev. 13,45.</i><i>Und der Aussätzige</i>, dies schließt den Hochpriester ein. Dem Hochpriester ist ja das ganze Jahr, was das Fest für jeden anderen, denn wir haben gelernt, der Hochpriester darf als Trauernder das Opfer darbringen, jedoch davon nicht essen. Somit ist hieraus zu schließen, daß [die Vorschriften] des Aussätzigen während des Festes zu halten sind. Schließe hieraus.",
"Dem Leidtragenden ist das Haarscheren verboten, denn da der Allbarmherzige zu den Kindern Ahrons sagte :<sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Ib. 10,6.</i><i>ihr sollt euer Haupthaar nicht wachsen lassen,</i> so ist demnach jedem anderen [das Haarscheren] verboten."
],
[
"Ist aber dem Bannbelegten und dem Aussätzigen das Haarscheren [erlaubt]? – Komm und höre: Bannbelegte und Aussätzige dürfen sich nicht das Haar scheren und die Kleider waschen.",
"Stirbt ein Bannbelegter, so läßt das Gericht seinen Sarg steinigen. R. Jehuda sagte: Nicht etwa, daß man darüber einen Haufen Steine zusammenwirft, gleich dem Steinhaufen des Akhan<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Jos. Kap. 7.</i>, vielmehr läßt das Gericht einen großen Stein auf seinen Sarg niederlegen. Dies lehrt dich, daß, wenn jemand mit dem Banne belegt wird und im Banne stirbt, das Gericht seinen Sarg steinigen läßt.",
"Der Leidtragende muß den Kopf einhüllen, denn da der Allbarmherzige zu Jeḥezqel sagt :<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Ez. 24.17.</i><i>lege keine Hülle bis über deinen Lippenbart</i>, so ist demnach jeder andere dazu verpflichtet.",
"Muß aber auch der Bannbelegte den Kopf einhüllen? R. Joseph erwiderte: Komm und höre: Sie<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Die im Fasten weilenden Gelehrten: cf Tan. Fol. 14b.</i>sitzen eingehüllt wie Bannbelegte und Leidtragende, bis man sich ihrer im Himmel erbarmt. Abajje sprach zu ihm: Vielleicht ist es beim vom Himmel mit dem Banne belegten anders, da dies schwerer ist. –",
"Muß der Aussätzige den Kopf einhüllen? – Komm und höre: <sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Lev. 13,45.</i><i>Bis über den Lippenbart soll er sich einhüllen</i>; hieraus, daß er den Kopf einhüllen muß. Schließe hieraus.",
"Der Leidtragende darf keine Tephillin anlegen, denn da der Allbarmherzige zu Jeḥezqel sagte :<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Ez. 24.17.</i><i>deinen Schmuck</i><sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Worunter die Tephillin verstanden werden; cf. Suk. Fol. 25a.</i><i>binde dir um,</i> so ist es demnach jedem anderen verboten.",
"Darf aber der Bannbelegte Tephillin anlegen? – Dies bleibt unentschieden. – Darf der Aussätzige Tephillin anlegen? – Komm und höre:<sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Lev. 13,45.</i><i>Und der Aussätzige</i>, dies schließt den Hochpriester ein.<sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Lev. 13,45.</i><i>Seine Kleider sollen zerrissen sein,</i> sie müssen eingerissen sein.<sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Lev. 13,45.</i><i>Und sein Kopf soll zerzaust sein.</i> Zerzaust sein heißt das Haar wachsen lassen – so R. Elie͑zer.",
"R. A͑qiba sagte: Beim Kopfe<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Im oben angezogenen Schriftverse.</i>heißt es <i>sein</i> und bei den Kleidern<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Im oben angezogenen Schriftverse.</i>heißt es <i>s</i>e<i>in,</i> wie bei den Kleidern das <i>sein</i> sich nicht auf den Körper selbst bezieht, ebenso bezieht sich beim Kopfe das <i>sein</i> nicht auf den Körper selbst. Doch wohl auf die Tephillin.",
"R. Papa entgegnete: Nein, auf Kappe und Sudarium.",
"Dem Leidtragenden ist der Gruß verboten, denn der Allbarmherzige sagte zu Jehezqel :<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Ez. 24.17.</i><i>seufze still</i>.",
"Ist aber dem Bannbelegten der Gruß [erlaubt]? R. Joseph erwiderte: Komm und höre: Und die gegenseitigen Grüße<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Sind an bestimmten Fasttagen einzuschränken; cf. Tan. Fol. 12b.</i>, wie unter Menschen, die von Gott einen Verweis erhalten haben. Abajje sprach zu ihm: Vielleicht ist es bei einem vom Himmel mit dem Banne belegten anders, da dies schwerer ist. –",
"Ist dem Aussätzigen der Gruß erlaubt!? – Komm und höre: <i>Bis über den Lippenbart soll er sich einhüllen</i>, seine Lippen müssen aneinander gepreßt sein; er sei wie ein Bannbelegter und wie ein Leidtragender, und der Gruß ist ihm verboten. Schließe hieraus. –",
"Sollte er hieraus auch hinsichtlich des Bannbelegten entscheiden!? R. Aḥa b. Pinḥas erwiderte im Namen R. Josephs: Heißt es etwa, es sei verboten? Es heißt ja nur, er sei wie ein Bannbelegter und wie ein Leidtragender, nämlich, in anderer Hinsicht, und der Gruß ist ihm [ebenfalls] verboten.",
"Dem Leidtragenden sind Worte der Tora verboten, denn der Allbarmherzige sagte zu Jehezqel:<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Ez. 24.17.</i>Sei <i>still</i>.",
"Sind aber dem Bannbelegten Worte der Tora [erlaubt]? R. Joseph erwiderte: Komm und höre: Der Bannbelegte darf lehren und man darf ihn lehren, er darf sich vermieten und man darf sich ihm vermieten,",
"der mit dem großen Banne<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Der unter verschiedenen Zeremonien u. Posaunenblasen erfolgt.</i>belegte darf weder lehren, noch darf man ihn lehren, weder darf er sich vermieten, noch darf man sich ihm vermieten; wohl aber darf er für sich selbst lernen, damit er sein Studium nicht abzubrechen braucht, auch einen kleinen Kramladen für seinen Unterhalt einrichten.",
"Rabh erklärte: Beispielsweise eine Wasserverkaufsstelle im Tale A͑raboth. Schließe hieraus. –",
"Sind dem Aussätzigen Worte der Tora [erlaubt]? – Komm und höre :<sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Dt. 4,9,10.</i><i>Du sollst deinen Söhnen und den Söhnen deiner Söhne den Tag mitteilen, den du vor dem Herrn, deinem Gott, am Horeb gestanden hast</i>. [Wie da mit Angst, mit Furcht, mit Zittern und mit Schrecken, ebenso auch dies<sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">Das Studium der Tora; cf. Ber. Fol. 22a,</i>mit Angst, mit Furcht, mit Zittern und mit Schrecken.]",
"Hieraus folgerten sie, Flußbehaftete, Aussätzige und die, die Menstruierenden beigewohnt haben, dürfen Tora, Propheten und Hagiographen lesen, und Midraš, Talmud, Halakhoth und Agadoth studieren; nicht aber dürfen es Samenflußbehaftete. Schließe hieraus.",
"Dem Leidtragenden ist das Kleiderwaschen verboten, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">iiSam. 14,2.</i><i>da schickte Joa͑b nach Teqoa͑, ließ von da eine kluge Frau holen und sprach zu ihr: Stelle dich doch trauernd und ziehe dir Trauerkleider an, salbe dich nicht mit Öl und gebärde dich wie eine, die nun schon lange Zeit um einen Verstorbenen trauert</i>.",
"Ist aber Bannbelegten und Aussätzigen das Kleiderwaschen [erlaubt]? – Komm und höre: Bannbelegten und Aussätzigen ist es verboten, sich das Haar zu scheren und die Kleider zu waschen. Schließe hieraus.",
"Der Leidtragende ist zum Einreißen<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Die Kleider als Zeichen der Trauer.</i>verpflichtet, denn da der Allbarmherzige zu den Kindern Ahrons sagte:<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Lev. 10,6.</i><i>eure Kleider sollt ihr nicht zerreißen</i>, so ist demnach jeder andere dazu verpflichtet.",
"Ist aber auch der Bannbelegte zum Einreißen [verpflichtet]? – Dies bleibt unentschieden. –",
"Ist der Aussätzige zum Einreißen [verpflichtet]? – Komm und höre:<sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Lev. 13,45.</i><i>seine Kleider sollen zerrissen sein</i>, sie müssen eingerissen sein. Schließe hieraus.",
"Der Leidtragende ist zum Bettumlegen<sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">Da er nicht im Bette schlafen darf.</i>verpflichtet, denn Bar Qappara lehrte:"
],
[
"Ich hatte ihnen mein Ebenbild gegeben, durch ihre Sünde aber habe ich es verwandelt; so mögen sie daher das Bett umlegen. Sind aber auch Bannbelegter und Aussätziger zum Bettumlegen [verpflichtet]? – Dies bleibt unentschieden.",
"Dem Leidtragenden ist die Verrichtung der Arbeit verboten, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Am. 8,10.</i><i>ich werde eure Feste in Trauer verwandeln</i>, wie am Feste die Arbeit verboten ist, ebenso ist dem Leidtragenden die Arbeit verboten.",
"Ist aber auch dem Bannbelegten die Verrichtung der Arbeit [verboten]? R. Joseph erwiderte: Komm und höre: Wenn sie gesagt haben, die Verrichtung der Arbeit sei verboten, so erstreckt sich dies nur auf den Tag, nachts aber ist es erlaubt. Und dasselbe findest du auch beim Bannbelegten und beim Leidtragenden. Dies bezieht sich wohl auf alles. – Nein, nur auf die übrigen [Verbote]. –",
"Komm und höre: Der Bannbelegte darf lehren und man darf ihn lehren, er darf sich vermieten und man darf sich ihm vermieten. Schließe hieraus. – Ist dem Aussätzigen die Verrichtung der Arbeit [erlaubt]? – Dies bleibt unentschieden.",
"Dem Leidtragenden ist das Baden verboten, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">iiSam. 14,2.</i><i>salbe dich nicht mit Öl,</i> und das Baden ist im Salben einbegriffen, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Ps. 109,18.</i><i>es kam wie Wasser in sein Inneres und wie Öl in seine Gebeine</i>.",
"Ist aber auch dem Bannbelegten das Baden [verboten]? R. Joseph erwiderte: Komm und höre: Wenn sie gesagt haben, das Baden sei ihm verboten, so sagten sie es nur vom ganzen Körper, [das Baden] von Gesicht, Händen und Füßen aber ist erlaubt. Und dasselbe findest du beim Bannbelegten und beim Leidtragenden. Dies bezieht sich wohl auf alles. – Nein, nur auf die übrigen [Verbote]. – Ist dem Aussätzigen das Baden [erlaubt]? – Dies bleibt unentschieden.",
"Dem Leidtragenden ist das Anziehen der Sandalen verboten, denn da der Allbarmherzige zu Jeḥezqel sagte :<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Ez. 24.17.</i><i>ziehe deine Sandalen an deine Füße</i>, so ist es demnach jedem anderen verboten.",
"Ist aber auch dem Bannbelegten das Anziehen der Sandalen [verboten]? R. Joseph erwiderte: Komm und höre: Wenn sie gesagt haben, das Anziehen der Sandalen sei verboten, so gilt dies nur für die Stadt, auf der Reise aber ist es erlaubt. Und zwar: begibt man sich auf die Reise, so ziehe man sie an, kommt man in die Stadt, so ziehe man sie aus. Und dasselbe findest du auch beim Bannbelegten und beim Leidtragenden. Dies bezieht sich wohl auf alles. – Nein, nur auf die übrigen [Verbote]. –",
"Ist dem Aussätzigen das Anziehen der Sandalen [erlaubt]? – Dies bleibt unentschieden.",
"Dem Leidtragenden ist der Beischlaf verboten, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">iiSam. 12.24.</i><i>und als David seine Gemahlin Bath Šeba getröstet hatte, begab er sich zu ihr</i>; vorher war es ihm demnach verboten.",
"Ist aber auch dem Bannbelegten der Beischlaf verboten? R. Joseph erwiderte: Komm und höre: All die Jahre, die die Jisraéliten in der Wüste weilten, waren sie mit dem Banne belegt. Doch übten sie dann den Beischlaf aus. Ahajje sprach zu ihm: Vielleicht ist es beim vom Himmel mit dem Banne belegten anders, weil dies leichter ist!? –",
"‘Leichter’, du sagtest ja, es sei schwerer!? – Dies ist eben zweifelhaft; folgerst du so, so kannst du es zurückweisen, und folgerst du anders, so kannst du es zurückweisen. –",
"Ist dem Aussätzigen der Beischlaf [erlaubt]? – Komm und höre:<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Lev. 14.8.</i><i>Er soll außerhalb seines Zeltes bleiben</i>; er gleicht dem Bannbelegten und dem Leidtragenden, und der Beischlaf ist ihm verboten, denn unter Zelt ist nur die Frau zu verstehen, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Dt 5.27.</i><i>geh, sage ihnen: Kehrt nach euren Zelten zurück</i>. Schließe hieraus. –",
"Sollte er hieraus auch hinsichtlich des Bannbelegten entscheiden!? – R. Hona, Sohn des R. Pinḥas, erwiderte im Namen R. Josephs: Heißt es etwa, es sei verboten, es heißt ja nur, er gleiche dem Bannbelegten und dem Leidtragenden, nämlich in anderer Hinsicht, und auch der Beischlaf ist ihm verboten.",
"Der Leidtragende schickt nicht seine Opfer [zur Darbringung] hin, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagte: ‘Heilsopfer’, nur wenn man im Heile ist, nicht aber, wenn man Trauernder ist.",
"Darf aber der Bannbelegte seine Opfer [zur Darbringung] hinschicken? R. Joseph erwiderte: Komm und höre: All die Jahre, die die Jisraéliten in der Wüste weilten, waren sie mit dem Banne belegt. Doch brachten sie dann ihre Opfer dar. Abajje sprach zu ihm: Vielleicht ist es beim vom Himmel mit dem Banne belegten anders, weil dies leichter ist. –",
"‘Leichter’, du sagtest ja, dies sei schwerer!? – Dies ist eben zweifelhaft; folgerst du so, so kannst du es zurückweisen, und folgerst du anders, so kannst du es zurückweisen. –",
"Darf der Aussätzige seine Opfer [zur Darbringung] hinschicken? – Komm und höre: Es wird gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Ez. 44 26.</i><i>Und nachdem er rein geworden</i>, wenn er sich vom Toten getrennt hat,<sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Ez. 44 26.</i><i>soll man ihm sieben Tage zählen</i>, das sind die sieben Zähltage.<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Ez 44 27.</i><i>Und am Tage, an dem er das Heiligtum, den inneren Vorhof, betritt, um im Heiligtume</i> <i>Dienst zu tun, soll er sein Sündopfer darbringen</i>,"
],
[
"das ist das Zehntel Epha<sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">Der Priester hat bei seinem Dienstantritte ein Speisopfer von <sup>1</sup>/&lt;sub&gt;10&lt;/sub&gt; Epha Mehl darzubringen (cf. Lev. 6,12ff;); da nun der rein gewordene Priester dies darzubringen hat, so ist zu entnehmen, daß er während seiner Unreinheit keine Opfer darbringen darf.</i>– so R. Jehuda.",
"R. Šimo͑n erklärte: <i>Wenn er betritt, soll er darbringen</i>, ist er zum Betreten zulässig, so ist er auch zur Opferimg zulässig, und ist er zum Betreten nicht zulässig, so ist er auch zur Opferung nicht zulässig.",
"Raba sagte: Woher, daß man [zum Beklagten] einen Gerichtsdiener schicke (und ihn vor das Gericht lade)? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">47</sup><i class=\"footnote\">Num. 16,12.</i><i>da sandte Moše und ließ Dathan und Abiram, die Söhne rufen</i>. Und woher, daß man ihn vor das Gericht lade? Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 16.</i><i>da sprach Moše zu Qoraḥ: Du und deine ganze Rotte</i>.",
"Vor einem bedeutenden Mann? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 16.</i><i>vor dem Herrn</i>. Du und jener? Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 16.</i><i>du und sie und Aron.</i> Daß man einen Termin ansetze? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 16.</i><i>morgen</i>. Daß man auch einen zweiten Termin ansetze? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">Jer. 46,17.</i><i>rufet dort</i><sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">Nach Raschi deutet das W. <span dir=\"rtl\">שם</span> auf <span dir=\"rtl\">שמתא</span> Bann.</i><i>Pareo͑, den König von Miçrajim, zum Untergange, weil er die Zeit versäumt hat</i>.",
"Woher, daß, wenn er gegen den Gerichtsdiener ausfällig ist und dieser es erzählt, dies nicht als Verleumdung gilt? Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">51</sup><i class=\"footnote\">Num. 16,14.</i><i>willst du etwa die Augen dieser Leute blind machen</i>!?",
"Woher, daß man ihn mit dem Banne belege? Es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Jud. 5,23.</i><i>verfluchet Meroz</i>. Daß im Namen eines bedeutenden Mannes? Es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Jud. 5,23.</i><i>spricht der Engel des Herrn</i>. Woher, daß man ihn mit dem großen Banne belege? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Jud. 5,23.</i><i>verfluchet im Fluche</i>.",
"Der mit ihm ißt und trinkt oder innerhalb seiner vier Ellen steht? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Jud. 5,23.</i><i>ihre Bewohner.</i> Woher, daß man seine Sünde öffentlich bekannt mache? Es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Jud. 5,23.</i><i>weil sie dem Herrn nicht zu Hilfe kamen</i>.",
"Hierzu sagte U͑la, Baraq habe Meroz mit vierhundert Posaunenstößen in den Bann getan. Manche sagen, es war ein bedeutender Mann, und manche sagen, es sei ein Stern<sup class=\"footnote-marker\">53</sup><i class=\"footnote\">Glücksstern, der Schutzgeist des Sisra.</i>, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">54</sup><i class=\"footnote\">Jud. 5,20.</i><i>vom Himmel her kämpften die Sterne</i>.",
"Woher, daß man sein Vermögen preis gebe? Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">55</sup><i class=\"footnote\">Ezr. 10,8.</i><i>wer irgend am dritten Tage nicht erscheint, wie es der Beschluß des Obersten und der Ältesten fordertet dessen ganzes Vermögen soll dem Banne verfallen und er selbst aus der Gemeinde ausgeschlossen werden</i>.",
"Woher, daß man mit ihm zanke, ihn verfluche und schlage, ihm das Haar ausraufe und ihn beschwöre? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">56</sup><i class=\"footnote\">Neh. 13,25.</i><i>ich zankte mit ihnen und fluchte ihnen, ich schlug und raufte einige von den Männern und beschwor sie</i>.",
"Woher, daß man ihn fessele, einsperre und in Verfolgung setze? Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Ezr. 7,2G.</i><i>sei es zum Tode, oder in die Acht, oder zu Geldbuße, oder zur Einsperrung</i>. – Was heißt Acht? Ada Mari erwiderte im Namen des N ḥ mja b. Barukh im Namen des R. Ḥija b. Abin im Namen R. Jehudas: Verfolgung. – Was heißt Verfolgung? R. Jehuda, Sohn des R. Šemuél b. Šilath, erwiderte im Namen Rabhs: Man tut ihn sofort in den Bann, wiederholt nach dreißig Tagen, und nach sechzig Tagen tut man ihn in den großen Bann.",
"R. Hona b. Ḥenana sprach zu ihm: Folgendes sagte R. Ḥisda: man verwarne ihn Montag, Donnerstag und Montag. Dies jedoch nur bei Geldangelegenheiten, wegen Unverschämtheit aber tue man ihn sofort in Bann.",
"Einst wurde ein Schlächter ausfällig gegen R. Ṭobi b. Mathna; da taten sich Abajje und Raba zusammen und taten ihn in den Bann. Als er darauf [R. Ṭobi b. Mathna] Abbitte leistete, sprach Abajje: Was ist nun zu machen: spricht man ihn los, so würde ja der Bann ihn keine dreißig Tage<sup class=\"footnote-marker\">58</sup><i class=\"footnote\">Dauer des Bannes.</i>erfaßt haben, ihn nicht lossprechen [geht ebenfalls nicht], da die Rabbanan [zu ihm] gehen<sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Sie brauchen ihn.</i>wollen.",
"Darauf fragte R. Idi b. Abin: Hast du etwas diesbezüglich gehört? Dieser erwiderte: Folgendes sagte R. Taḥlipha b. Abimi im Namen Šemuéls: Tut<sup class=\"footnote-marker\">60</sup><i class=\"footnote\">Naturlaut des Blashorns, Tuten.</i>bannt und Tut befreit. [Jener entgegnete:] Dies nur bei Geldangelegenheiten, [der Bann] wegen Unverschämtheit muß aber dreißig Tage anhalten.",
"Abajje ist somit der Ansicht, daß, wenn drei jemand mit dem Banne belegt haben, nicht drei andere ihn auflösen können.",
"Es wurde nämlich gefragt, ob, wenn drei jemand mit dem Banne belegt haben, drei andere ihn auflösen können. – Komm und höre: Wer vom Lehrer mit dem Banne belegt worden ist, ist auch für den Schüler mit dem Banne belegt; wer vom Schüler mit dem Banne belegt worden ist, ist nicht für den Lehrer mit dem Banne belegt.",
"Wer für seine Stadt mit dem Banne belegt ist, ist auch für eine fremde Stadt mit dem Banne belegt; wer für eine fremde Stadt mit dem Banne belegt ist, ist nicht für seine Stadt mit dem Banne belegt. Wer für den Fürsten mit dem Banne belegt ist, ist auch für ganz Jisraél mit dem Banne belegt; wer für ganz Jisraél mit dem Banne belegt ist, ist nicht für den Fürsten mit dem Banne belegt. R. Šim͑n b. Gamliél sagte: Wenn einer der Jünger jemand mit dem Banne belegt hat und gestorben ist, so ist sein Teil nicht aufzulösen.",
"Hieraus ist dreierlei zu entnehmen: es ist zu entnehmen, daß wenn ein Jünger wegen seiner persönlichen Ehre jemand mit dem Banne belegt, der Bann gültig ist; es ist zu entnehmen, daß jeder seinen Teil [des Bannes] auflösen muß; und es ist zu entnehmen, daß, wenn drei jemand mit dem Banne belegt haben, drei andere ihn nicht auflösen können.",
"Amemar sagte: Die Halakha ist, wenn drei jemand mit dem Banne belegt haben, können drei andere ihn auflösen. R. Aši sprach zu Amemar: Es wird ja gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Wenn einer der Jünger jemand mit dem Banne belegt hat und gestorben ist, so ist sein Teil nicht aufzulösen. Doch wohl überhaupt nicht I? – Nein, bis andere drei kommen und ihn auflösen.",
"Die Rabbanan lehrten: Kein Bann unter dreißig Tagen und kein Verweis unter sieben Tagen. Und wenn es hierfür auch keinen Beweis gibt, so gibt es immerhin eine Andeutung, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">61</sup><i class=\"footnote\">Num. 12,14.</i><i>wenn ihr Vater ihr ins Gesicht gespuckt hätte, würde sie sich da nicht sieben Tage lang schämen müssen</i>!?",
"R. Ḥisda sagte: Unser Bann gleicht ihrem<sup class=\"footnote-marker\">62</sup><i class=\"footnote\">Wir: die Babylonier, sie: die Palästinenser.</i>Verweise. – Aber währt ihr Verweis denn nur sieben Tage, R. Šimo͑n b. Rabbi und Bar Qappara saßen ja einst und studierten, und als eine Lehre ihnen unverständlich war, sprach R. Šimo͑n zu Bar Qappara: Dies müßte man Rabbi fragen. Bar Qappara entgegnete R. Šimo͑n: Was könnte da Rabbi sagen!?",
"Darauf erzählte er es seinem Vater, und dieser ärgerte sich darüber. Als Bar Qappara ihn darauf besuchte, sprach er zu ihm: Bar Qappara, ich kenne dich nicht! Da merkte er, daß er etwas im Sinne hat, und nahm auf sich einen Verweis für dreißig Tage.",
"Ferner ereignete es sich, daß Rabbi einst anordnete, die Schüler nicht auf offener Straße zu unterrichten. Er legte nämlich folgenden Schriftvers aus :<sup class=\"footnote-marker\">63</sup><i class=\"footnote\">Cant. 7,2.</i><i>Die Wölbungen deiner Hüften sind wie Halsgeschmeide</i>; wie die Hüfte verborgen ist,"
],
[
"ebenso auch die Worte der Tora im Verborgenen.",
"Als darauf R. Ḥija seine beiden Neffen Rabh und Rabba b. Bar Ḥana auf offener Straße unterrichtete und Rabbi davon hörte, ärgerte er sich darüber Als R. Ḥija ihn später besuchte, sprach er zu ihm: I͑ja<sup class=\"footnote-marker\">64</sup><i class=\"footnote\">Persiflage des Namens Ḥija; Nachahmung der Aussprache RḤ.s, der die Gutturalbuchstaben nicht gut aussprechen konnte; vgl. Meg. Fol. 24b u. die bezügliche Anm. 76.</i>, wer ruft dich da draußen? Da merkte er, daß er etwas im Sinne hat, und nahm auf sich einen Verweis für dreißig Tage.",
"Am dreißigsten Tage ließ er ihm sagen, daß er komme, darauf aber ließ er ihm sagen, daß er nicht komme. –",
"Welcher Ansicht war er vorher und welcher Ansicht war er nachher? – Vorher war er der Ansicht, ein Teil des Tages gelte als ganzer Tag, nachher aber war er der Ansicht, ein Teil des Tages gelte nicht als ganzer Tag.",
"Hierauf kam er doch. Jener fragte: Wieso bist du gekommen? Dieser erwiderte: Weil mir der Meister sagen ließ, daß ich kommen soll. – Darauf ließ ich dir ja aber sagen, daß du nicht kommen sollst!? Dieser erwiderte: Den [ersten Boten] sah ich, den anderen sah ich nicht. Da las er über ihn:<sup class=\"footnote-marker\">65</sup><i class=\"footnote\">Pr. 16,7.</i><i>Wenn dem Herrn die Wege eines Menschen Wohlgefallen, so söhnt er auch seine Feinde mit ihm aus</i>. –",
"Weshalb hast du dies getan? Dieser erwiderte: Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">66</sup><i class=\"footnote\">Ib. 1,20.</i><i>Der Weisheit Rufe ertönen auf der Straße</i>. Jener sprach: Hast du es einmal gelesen, so hast du es nicht wiederholt, hast du es auch wiederholt, so hast du es nicht drittmals gelesen, hast du es auch drittmals gelesen, so hat man es dir nicht erklärt.",
"<i>Der Weisheit Rufe ertönen auf der Straße</i>, dies ist nach einer Lehre Rabas zu erklären, denn Raba sagte: Wenn jemand sich mit der Tora innen befaßt, so macht ihn sein Studium draußen bekannt. –",
"Es heißt ja aber:<sup class=\"footnote-marker\">67</sup><i class=\"footnote\">Jes. 48,16.</i><i>von Anfang an habe ich nicht im Verborgenen geredet</i>!? – Dies bezieht sich auf die [öffentlichen] Vorträge. –",
"Worauf bezieht R. Ḥija [den Vers]: <i>die Wölbungen deiner Hüften</i>!? – Er bezieht ihn auf Almosen und Liebeswerke.",
"Wir sehen also, daß bei ihnen der Verweis dreißig Tage währt!? – Anders ist ein Verweis des Fürsten.",
"Wie lange währt der Verweis bei uns? – Einen Tag. So pflegte, wenn Šemuél und Mar U͑qaba zusammen studierten, Mar U͑qaba in einer Entfernung von vier Ellen von Šemuél zu sitzen, und wenn sie zu Gericht saßen, Šemuél in einer Entfernung von vier Ellen von Mar U͑qaba zu sitzen<sup class=\"footnote-marker\">68</sup><i class=\"footnote\">Mar U͑qaba war Präsident (cf. Qid. Fol. 44b), jed. unbedeutender als Šemuél in der Gesetzeskunde.</i>. Man vertiefte für Mar U͑qaba den Platz auf einer Matte, wo er sich setzte, damit man die Worte [des anderen] höre.",
"Täglich pflegte Mar U͑qaba Šemuél bis zu seiner Herberge zu begleiten, eines Tages aber dachte er über einen Rechtsfall nach, und Šemuél kam hinter ihm zu gehen. Als er an sein Haus herankam, sprach er: Genügt es dir nicht, will mich der Meister nicht entlassen<sup class=\"footnote-marker\">69</sup><i class=\"footnote\">Wörtl: meinen Rechtsstreit schlichten (natürl. ironisch).</i>? Da merkte jener, daß er etwas im Sinne hat, und nahm auf sich einen Verweis für einen Tag.",
"Einst saß eine Frau auf der Straße, die Füße vor sich ausgestreckt, und siebte Gerstenkörner, und als ein Jünger an ihr vorüberging, verneigte sie sich nicht vor ihm. Dieser sprach: Wie frech ist diese Frau! Hierauf kam sie vor R. Naḥman, und er fragte sie: Hast du einen Bannruf aus seinem Munde gehört? Diese erwiderte: Nein. Da sprach er zu ihr: Geh, nimm auf dich einen Verweis für einen Tag.",
"Zutra b. Ṭobija trug vor R. Jehuda Bibelabschnitte vor, als er herankam zum Verse :<sup class=\"footnote-marker\">70</sup><i class=\"footnote\">iiSam. 23,1.</i><i>das sind die letzten Worte Davids</i>, sprach er: ‘Die letzten’, demnach gibt es auch erste; welche sind es?",
"Dieser schwieg und antwortete ihm nichts. Jener sprach wiederum: ‘Die letzten’, demnach gibt es auch erste; welche sind es? Dieser erwiderte: Du glaubst wohl, wer die Auslegung dieses Schriftverses nicht kennt, könne kein bedeutender Mann sein!? Da merkte jener, daß er etwas im Sinne hat, und nahm auf sich einen Verweis für einen Tag. –",
"Da wir dabei sind: welche sind es wirklich, denn wenn er von ‘letzten’ [spricht], so gibt es ja auch erste? –<sup class=\"footnote-marker\">71</sup><i class=\"footnote\">Ib. 22,1.</i><i>David richtete an den Herrn die Worte dieses Liedes, zur Zeit, als der Herr ihn aus der Hand all seiner Feinde und aus der Hand Šaúls errettet hatte</i>.",
"Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu David: David, du singst ein Lied über den Sturz Šaúls; wärest du Šaúl<sup class=\"footnote-marker\">72</sup><i class=\"footnote\">Dh. wenn du sein Mißgeschick hättest und er dein Glück.</i>und er David, so würde ich seinetwegen viele Davide<sup class=\"footnote-marker\">73</sup><i class=\"footnote\">Besser in Handschriften: viele Šaúl.</i>zugrunde gerichtet haben!",
"Darauf deutet das, was geschrieben steht :<sup class=\"footnote-marker\">74</sup><i class=\"footnote\">Ps. 7,1.</i><i>ein Gesang Davids, den er dem Herrn wegen des Binjaminiten Kus sang.</i> Hieß er denn Kuš, er hieß ja Šaúl!? Vielmehr, wie der Kušite [Äthiopier] sich durch seine Hautfarbe auszeichnet, so war auch Šaúl durch seine [guten] Werke ausgezeichnet.",
"Desgleichen heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">75</sup><i class=\"footnote\">Num. 12,1.</i><i>wegen der Kušiterin, die er nahm</i>. Hieß sie denn Kušiterin, sie hieß ja Çipora!? Vielmehr, wie die Kušiterin sich durch ihre Hautfarbe auszeichnet, ebenso war auch Çipora durch ihre [guten] Werke ausgezeichnet. Desgleichen heißt es :<sup class=\"footnote-marker\">76</sup><i class=\"footnote\">Jer. 38,7.</i><i>und E͑bed Melekh, der Kušite, hörte</i>. Hieß er denn Kušite, er hieß ja Çidqija!? Vielmehr, wie der Kušite sich durch seine Hautfarbe auszeichnet, ebenso war auch Çidqija durch seine [guten] Werke ausgezeichnet.",
"Desgleichen heißt es: <sup class=\"footnote-marker\">77</sup><i class=\"footnote\">Am. 9,7.</i><i>ihr seid mir ja wie die Kušiten, Kinder Jisraél</i>. Hießen sie denn Kušiten, sie hießen ja Jisraél!? Vielmehr, wie der Kušite sich durch seine Hautfarbe auszeichnet, ebenso ist auch Jisraél durch seine [guten] Werke von allen Völkern ausgezeichnet.",
"R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">78</sup><i class=\"footnote\">iiSam. 23,1.</i><i>Ausspruch Davids, des Sohnes Jišajs, Ausspruch des Mannes, der hoch erhoben ward</i>. Ausspruch Davids, des Sohnes Jišajs, der das Joch<sup class=\"footnote-marker\">79</sup><i class=\"footnote\"><i>על</i> hoch, gleich <span dir=\"rtl\">עול</span>, Joch.</i>der Bußfertigkeit hoch erhob.",
"<sup class=\"footnote-marker\">80</sup><i class=\"footnote\">iiSam 23,3.</i><i>Es sprach der Gott Jisraéls, zu mir redete der Fels Jisraéls. Wer gerecht über Menschen herrscht, herrscht in der Furcht Gottes</i>. Was meint er damit? R. Abahu erwiderte: Er meint es wie folgt: Es sprach der Gott Jisraéls, zu mir redete der Fels Jisraéls: Ich herrsche über die Menschen, wer beherrscht mich? Der Gerechte, denn wenn ich ein Verhängnis beschließe, hebt er es auf.",
"<sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 8.</i><i>Folgende sind die Namen von den Helden Davids, der im Sitze saß &amp;c.</i> Was meint er damit? R. Abahu erwiderte: Er meint es wie folgt: Folgende sind (Namen der) Heldentaten Davids:",
"er saß im Sitze; wenn er nämlich im Kollegium saß, saß er nicht auf Kissen und Polstern, sondern auf dem Fußboden, I͑ra der Jaírite unterrichtete, so lange er lebte, die Rabbanan auf Kissen und Polstern sitzend, und als er starb, unterrichtete David die Rabbanan auf dem Fußboden sitzend; da sprachen sie zu ihm: Möge doch auch der Meister auf Kissen und Polstern sitzen! Er verzichtete aber darauf.",
"<sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 8.</i><i>Der Kundigen</i>. Rabh erklärte: Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu ihm: Dieweil du dich so erniedrigt hast, sollst du mir gleichen<sup class=\"footnote-marker\">82</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">תחכמוני</span> wird in <span dir=\"rtl\">תהא כמוני</span> aufgelöst.</i>; ich beschließe ein Verhängnis, und du hebst es auf.",
"<sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 8.</i><i>Das Haupt der drei</i>; du sollst das Haupt der drei Erzväter sein. <sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 8.</i><i>Das ist A͑dino, der Eçoniter</i>; wenn er saß und sich mit der Tora befaßte, schmiegsam [a͑den] wie ein Wurm; zog er aber in den Krieg, war er hart wie Holz [e͑ç].",
"<sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 8.</i><i>Über achthundert Erschlagene auf einmal</i>;wenn er einen Pfeil abschoß, streckte er achthundert Erschlagene auf einmal nieder, und doch seufzte er noch wegen der weiteren zweihundert, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">83</sup><i class=\"footnote\">Dt. 32,30.</i><i>wie konnte ein einziger tausend verfolgen.</i>",
"Da ertönte eine Hallstimme und sprach:<sup class=\"footnote-marker\">84</sup><i class=\"footnote\">iReg. 15,5.</i><i>Wegen der Angelegenheit U͑rija des Ḥititers</i>.",
"R. Tanḥum, Sohn des R. Ḥija aus Kephar A͑kko, sagte im Namen des R. Ja͑qob b. Aḥa im Namen R. Šimlajs, wie manche sagen, R. Tanḥum im Namen R. Honas, und wie manche sagen, R. Hona in seinem eigenen Namen:"
],
[
"Wenn ein Jünger wegen seiner persönlichen Ehre jemand mit dem Banne belegt, so ist der Bann giltig. Es wird nämlich gelehrt: Wer vom Lehrer mit dem Banne belegt wird, ist auch für den Schüler mit dem Banne belegt, und wer vom Schüler mit dem Banne belegt wird, ist nicht für den Lehrer mit dem Banne belegt. Für den Lehrer nicht, wohl aber für jeden anderen.",
"Weswegen nun: wenn wegen einer göttlichen Angelegenheit, [so heißt es ja]:<sup class=\"footnote-marker\">85</sup><i class=\"footnote\">Pr. 21,30.</i><i>keine Weisheit, keine Einsicht und keinen Ausweg wider den Herrn</i><sup class=\"footnote-marker\">86</sup><i class=\"footnote\">Dh. in diesem Falle müßte es ja auch für den Lehrer gelten.</i>; doch wohl wegen seiner persönlichen Ehre.",
"R. Joseph sagte: Ein Gelehrtenjünger darf bei einer Sache, von der er überzeugt<sup class=\"footnote-marker\">87</sup><i class=\"footnote\">Daß er im Rechte ist.</i>ist, sich selbst Recht verschaffen.",
"Einst war ein Gelehrtenjünger, der einen schlechten Ruf hatte. Da sprach R. Jehuda: Was ist nun mit ihm zu machen: mit dem Banne belegen [geht nicht], denn die Jünger brauchen ihn, und ihn nicht mit dem Banne belegen [geht ebenfalls nicht], denn der göttliche Name wird entweiht?",
"Hierauf sprach er zu Rabba b. Bar Ḥana: Hast du etwas darüber gehört? Dieser erwiderte: Folgendes sagte R. Joḥanan: es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">88</sup><i class=\"footnote\">Mal. 2,7.</i><i>denn eines Priesters Lippen sollen sich an die rechte Lehre halten, und Unterweisung erwartet man aus seinem Munde; denn er ist der Gesandte des Herrn der Heerscharen</i>. Wenn der Lehrer einem Gesandten des Herrn gleicht, so erwarte man Unterweisung aus seinem Munde, wenn aber nicht, so erwarte man keine Unterweisung aus seinem Munde.",
"Da belegte ihn R. Jehuda mit dem Banne. Darauf erkrankte R. Jehuda und die Jünger besuchten ihn, und auch jener kam mit ihnen. Als ihn R. Jehuda bemerkte, lächelte er.",
"Jener sprach: Nicht genug, daß du mich mit dem Banne belegt hast, du lachst auch über mich! Dieser erwiderte: Ich lache nicht über dich; ich freue mich vielmehr bei meinem Übergange in jene Welt, daß ich nicht einmal einem Manne, wie du einer bist, geschmeichelt habe.",
"Als daraufhin die Seele R. Jehudas zur Ruhe eingekehrt war, [kam er ins Lehrhaus und bat, ihn freizusprechen]; da sprachen die Jünger zu ihm: Es gibt hier keinen so bedeutenden Mann wie R. Jehuda, der dich befreien könnte; wende dich daher an R. Jehuda den Fürsten, daß er dich befreie. Als er zu ihm kam, sprach dieser zu R. Ami: Geh, untersuche seine Angelegenheit; ist es angebracht, ihn zu befreien, so befreie ihn.",
"Nachdem R. Ami seine Angelegenheit untersucht hatte, wollte er ihn befreien, da stand R. Šemuél b. Naḥmani auf und sprach: Wenn die Weisen einen von der Magd Rabbis verhängten Bann drei Jahre respektierten, um wieviel mehr [verdient dies] ein von unserem Kollegen Jehuda verhängter.",
"Da sprach R. Zera: Wie kommt es, daß dieser Greis gerade jetzt ins Lehrhaus gekommen ist, wo er doch seit vielen Jahren nicht da war! Es ist aber zu ersehen, daß es nicht angebracht ist, ihn zu befreien. Und er befreite ihn nicht. Hierauf ging er weinend fort,",
"und eine Hornisse kam und stach ihn in das Glied, worauf er starb. Alsdann brachte man ihn in die Gruft der Frommen, diese nahm ihn aber nicht auf; da brachte man ihn in die Gruft der Richter, und diese nahm ihn auf. –",
"Weshalb? – Weil er nach R. Ilea͑j handelte, denn es wird gelehrt: R. Ilea͑j sagte: Sieht jemand, daß der böse Trieb sich seiner bemächtigt, so gehe er nach einem Orte, wo man ihn nicht kennt, kleide sich schwarz, hülle sich schwarz und folge dem Triebe seines Herzens, nur entweihe er den göttlichen Namen nicht öffentlich.",
"Welches Bewenden hat es mit der Magd Rabbis? – Einst sah die Magd Rabbis jemand seinen erwachsenen Sohn schlagen, da sprach sie: Dieser Mann soll im Banne sein, weil er übertritt [das Verbot] :<sup class=\"footnote-marker\">89</sup><i class=\"footnote\">Lev. 19,14.</i><i>du sollst einem Blinden kein Hindernis in den Weg legen.</i> Es wird nämlich gelehrt: <i>Du sollst einem Blinden kein Hindernis in den Weg legen</i>; die Schrift spricht von einem, der seinen erwachsenen Sohn schlägt<sup class=\"footnote-marker\">90</sup><i class=\"footnote\">Er bringt ihn dazu, sich gegen den Vater aufzulehnen.</i>.",
"Reš Laqiš bewachte einen Obstgarten, und als ein Mann herankam und von den Früchten aß, schrie er ihn an; dieser beachtete es aber nicht. Da sprach er: Dieser Mann soll im Banne sein. Dieser entgegnete: Im Gegenteil, du sollst im Banne sein; wenn ich dir auch Geld schuldig bin, habe ich mich des Bannes schuldig gemacht?",
"Als er ins Lehrhaus kam, sprachen sie zu ihm: Sein Bannspruch ist giltig, dein Bannspruch ist nicht giltig. –",
"Was ist nun zu machen? – Wende dich an ihn, daß er dich befreie. – Ich kenne ihn nicht. Jene erwiderten: Wende dich an den Fürsten, daß er dich befreie. Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand mit dem Banne belegt wird und nicht weiß, von wem, so wende er sich an den Fürsten, und dieser löse ihm den Bann.",
"R. Inja sagte: In Uša ordnete man an, daß, wenn ein Gerichtspräsident sündigt, man ihn nicht mit dem Banne belege, vielmehr spreche man zu ihm:<sup class=\"footnote-marker\">91</sup><i class=\"footnote\">iiReg. 14,10.</i><i>Habe die Ehre, daheim zu bleiben</i>. Sündigt er weiter, so belege man ihn mit dem Banne, wegen der Entweihung des [göttlichen] Namens.",
"Er streitet somit gegen Reš Laqiš, denn Reš Laqiš sagte: Wenn ein Schriftgelehrter gesündigt hat, so belege man ihn nicht öffentlich mit dem Banne, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">92</sup><i class=\"footnote\">Hos. 4,5.</i><i>du strauchelst am Tage, und auch der Prophet soll mit dir nachts straucheln</i>; bedecke ihn, wie die Nacht.",
"Mar Zuṭra der Fromme pflegte, wenn ein Jünger mit dem Banne belegt werden sollte, zuerst sich selbst mit dem Banne zu belegen und nachher jenen, und wenn er in seine Herberge ging, befreite er zuerst sich selbst und nachher jenen.",
"R. Gidel sagte im Namen Rabhs: Ein Schriftgelehrter kann sich selber in den Bann tun und sich selber befreien. R. Papa sagte: Möge es mir zugute kommen, daß ich nie einen Jünger in den Bann getan habe. – Wie machte er es, wenn ein Jünger sich des Bannes schuldig machte? – Wie sie es im Westen machen; sie pflegen da über die Geißelung eines Jüngers abzustimmen, nicht aber pflegen sie über den Bann abzustimmen<sup class=\"footnote-marker\">93</sup><i class=\"footnote\">Die erstere ist eine leichtere Strafe u. sie verhängten diese.</i>.",
"Was heißt Šamta [Bann]? – Rabh erklärte: Šam mitha [da ist Tod]; Šemuél erklärte: Šama jihje [er wird zur Öde]. Sie dringt in ihn, wie der Fettanstrich in den Backofen.",
"Er streitet somit gegen Reš Laqiš, denn Reš Laqiš sagte: Wie [der Bann] in die zweihundertachtundvierzig Glieder<sup class=\"footnote-marker\">94</sup><i class=\"footnote\">Die der menschliche Körper nach dem T. hat.</i>eindringt, ebenso verschwindet er, wenn er aus den zweihundertachtundvierzig Gliedern ausscheidet.",
"Wie er eindringt, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">95</sup><i class=\"footnote\">Jos. 6,17.</i><i>die Stadt soll durch den Bann [ḥerem] &amp;c</i>., und [der Zahlenwert des Wortes] <i>ḥerem</i> beträgt zweihundertachtundvierzig. Wenn er ausscheidet, verschwindet er aus diesen, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">96</sup><i class=\"footnote\">Hab. 3,2.</i><i>im Zürnen sei des Erbarmens [raḥem] eingedenk,</i> und [der Zahlenwert des Wortes] <i>raḥem</i> beträgt ebensoviel.",
"R. Joseph sagte: Wenn du den Bann auch dem Hunde auf den Schwanz wirfst, tut er doch das seinige. Einst fraß ein Hund die Schuhe der Jünger, und ohne ihn zu kennen, belegten sie [den Täter] mit dem Banne. Darauf fing der Schwanz [des Hundes] Feuer, und es verbrannte ihn.",
"Einst war ein Gewalttätiger, der einen Jünger quälte. Da wandte er sich an R. Joseph, und dieser sprach zu ihm: Geh und belege ihn mit dem Banne. Jener erwiderte: Ich fürchte mich vor ihm.",
"Dieser entgegnete: So schreibe über ihn einen Bannspruch. – Dies fürchte ich erst recht. Dieser sprach: Lege ihn in einen Krug,"
],
[
"und diesen bringe auf den Begräbnisplatz, sodann blase in ihn in vierzig Tagen tausend Posaunenstöße hinein. Als er dies tat, platzte der Krug und jener Gewalttätige starb. Was heißt Šipura<sup class=\"footnote-marker\">97</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">שפורא</span> Posaune, wird mit dem Verb פרע <i>zahlen. heimzahlen</i> identifiziert, ebenso das W. <span dir=\"rtl\">תברא</span>, Zerbrochenes (dh. abgerissener Ton, cf. Rh. Fol. 33b.) als Kürzung von <span dir=\"rtl\">תברי בתי רמי</span> aufgefaßt.</i>? – Man zahlt ihm heim. –",
"Was heißt Tebara<sup class=\"footnote-marker\">97</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">שפורא</span> Posaune, wird mit dem Verb פרע <i>zahlen. heimzahlen</i> identifiziert, ebenso das W. <span dir=\"rtl\">תברא</span>, Zerbrochenes (dh. abgerissener Ton, cf. Rh. Fol. 33b.) als Kürzung von <span dir=\"rtl\">תברי בתי רמי</span> aufgefaßt.</i>? R. Jiçḥaq, Sohn des R. Jehuda, erwiderte: Hohe Häuser sind zerstört. Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Wohin die Weisen ihre Augen richten, da ist Tod oder Armut.",
"D<small>ER</small> N<small>AZIRÄER UND DER AUS SEINER</small> U<small>NREINHEIT IN</small> R<small>EINHEIT ÜBERGEHENDE</small> A<small>USSÄTZIGE.</small> R. Jirmeja fragte R. Zera: Wenn sie [vorher] keine Zeit hatten, oder auch wenn sie [vorher] Zeit hatten?",
"Dieser erwiderte: Es wird gelehrt: All diejenigen, von denen sie gesagt haben, sie dürfen sich am Halbfeste das Haar scheren, [dürfen es], wenn sie [vorher] keine Zeit hatten; wenn sie aber [vorher] Zeit hatten, dürfen sie es nicht;",
"der Naziräer und der Aussätzige dürfen es, auch wenn sie [vorher] Zeit hatten, damit sie ihre Opfer nicht aufschieben.",
"Es wird gelehrt: Der Priester und der Leidtragende dürfen sich das Haar scheren. – In welchem Falle gilt dies vom Leidtragenden: wollte man sagen, wenn der achte [Trauertag] auf den Vorabend des Festes<sup class=\"footnote-marker\">98</sup><i class=\"footnote\">Die Trauer ist dann zu unterbrechen: hierüber weiter Fol. 19a.</i>fiel, so sollte er sich am Vorabend das Haar scheren<sup class=\"footnote-marker\">99</sup><i class=\"footnote\">Und da er es unterließ, sollte es ihm am Feste verboten sein.</i>, und wollte man sagen, wenn der achte auf einen Sabbath fiel, der Vorabend des Festes ist,",
"so sollte er sich am Vorabend des Šabbaths das Haar scheren, denn R. Ḥisda sagte im Namen des Rabina b. Šila, die Halakha sei wie Abba Šaúl, und auch die Weisen pflichten Abba Šaúl bei, daß, wenn der achte auf einen Sabbath fällt, der Vorabend des Festes ist, er sich am Vorabend des Šabbaths das Haar scheren dürfe!? –",
"In dem Falle, wenn der siebente auf einen Šabbath fiel, der Vorabend des Festes ist;",
"der Tanna der Barajtha ist der Ansicht Abba Šaúls, welcher sagt, ein Teil des Tages gelte als ganzer, somit wird der siebente Tag hin und her<sup class=\"footnote-marker\">100</sup><i class=\"footnote\">Die 7 Tage waren also abgelaufen u. das Haarscheren war ihm erlaubt.</i>gezählt, und da dieser ein Šabbath war, so war er dadurch verhindert;",
"der Tanna unserer Mišna aber ist der Ansicht der Rabbanan, welche sagen, ein Teil des Tages gelte nicht als ganzer, somit waren dann die [ersten] sieben Trauertage<sup class=\"footnote-marker\">101</sup><i class=\"footnote\">Während welcher er sich das Haar nicht scheren darf.</i>noch nicht vorüber. –",
"In welchem Falle gilt dies hier vom Priester: wollte man sagen, wenn [die Dienstzeit] seiner Priesterwache am Vorabend des Festes ablief, so sollte er sich am Vorabend<sup class=\"footnote-marker\">102</sup><i class=\"footnote\">Des vorangehenden Šabbaths, an dem die Priesterwachen wechselten.</i>das Haar scheren!? –",
"In dem Falle, wenn [die Dienstzeit] seiner Priesterwache am Feste ablief; der Tanna unserer Mišna ist der Ansicht, da wir gelernt haben, daß an den drei Festen des Jahres alle Priesterwachen an den Festopferteilen und bei der Verteilung des Schaubrotes gleichbeteiligt waren, sei es ebenso, als wäre [die Dienstzeit] seiner Priesterwache<sup class=\"footnote-marker\">101</sup><i class=\"footnote\">Während welcher er sich das Haar nicht scheren darf.</i>am Feste noch nicht abgelaufen; der Tanna der Barajtha aber ist der Ansicht, immerhin war [die Dienstzeit] seiner Priesterwache, wenn sie auch gleichbeteiligt war, bereits abgelaufen.",
"Die Rabbanan lehrten: All diejenigen, von denen sie gesagt haben, sie dürften sich am Halbfeste das Haar scheren, dürfen es auch während ihrer Trauer. –",
"Es wird ja aber gelehrt, sie dürfen es nicht!? R. Ḥisda erwiderte im Namen R. Šilas: Was hier gelehrt wird, es sei erlaubt, gilt von dem Falle, wenn ihm die Trauerfälle aufeinander folgen.–",
"Wenn ihm die Trauerfälle aufeinander folgen, ist es ja jedem erlaubt, wieso nur diesen!? Es wird nämlich gelehrt: Wenn ihm<sup class=\"footnote-marker\">103</sup><i class=\"footnote\">Einem Leidtragenden, dem das Haarscheren verboten ist.</i>die Trauerfälle auf' einander folgen und das Haar ihm lästig wird, so darf er es ein wenig mit einem Rasiermesser stutzen, auch darf er sein Gewand in Wasser waschen. –",
"Hierzu wird ja gelehrt: R. Ḥisda sagte: Nur mit einem Rasiermesser, nicht aber mit einer Schere, nur mit Wasser, nicht aber mit Natron oder Aloë. R. Ḥisda sagte: Dies besagt, daß dem Leidtragenden das Kleiderwaschen verboten ist.",
"Die Rabbanan lehrten: Wie sie gesagt haben, man dürfe sich am Halbfeste das Haar nicht scheren, ebenso darf man sich am Halbfeste die Nägel nicht schneiden – so R. Jehuda; R. Jose erlaubt dies.",
"Und wie sie gesagt haben, der Leidtragende dürfe sich während seiner Trauer das Haar nicht scheren, ebenso darf er während seiner Trauer die Nägel nicht schneiden – so R. Jehuda; R. Jose erlaubt dies.",
"U͑la sagte: Die Halakha ist wie R. Jehuda bei der Trauer und wie R. Jose beim Halbfeste. Šemuél sagte:"
],
[
"Die Halakha ist wie R. Jose sowohl beim Halbfeste als auch bei der Trauer. Šemuél sagte nämlich, bei der Trauer sei die Halakha nach der Ansicht des Erleichternden zu entscheiden.",
"Bei Pinḥas, dem Bruder Šemuéls, ereignete sich ein Todesfall, und Šemuél besuchte ihn, um ihn zu trösten. Als er bemerkte, daß seine Nägel groß gewachsen waren, fragte er ihn: Weshalb schneidest du sie nicht ab? Jener erwiderte: Würdest du, wenn solches sich bei dir ereignen würde, [die Trauer] so mißachten!?",
"Dies<sup class=\"footnote-marker\">104</sup><i class=\"footnote\">Cf. Ecc. 10..5.</i>war wie ein Versehen aus dem Munde eines Machthabers, und ein Todesfall ereignete sich bei Šemuél. Als hierauf sein Bruder Pinḥas ihn besuchte, um ihn zu trösten, nahm er seine Nägel und warf sie ihm ins Gesicht, indem er sprach: Weißt du denn nicht, daß mit den Lippen ein Bündnis geschlossen<sup class=\"footnote-marker\">105</sup><i class=\"footnote\">Was man ausspricht, kann eintreffen.</i>ist!?",
"R. Joḥanan sagte nämlich: Woher, daß ein Bündnis mit den Lippen geschlossen ist? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">106</sup><i class=\"footnote\">Gen. 22,5.</i><i>da sprach Abraham zu seinen Dienern: Bleibet hier mit dem Esel, ich aber und der Knabe wollen dorthin gehen und anbeten und dann wieder zu euch kommen.</i> Dies bewirkte, daß auch beide<sup class=\"footnote-marker\">107</sup><i class=\"footnote\">Obgleich es nicht in seiner Absicht war.</i>zurückkehrten.",
"Hieraus könnte man entnehmen, nur die der Hände und nicht die der Füße, aber R. A͑nan b. Taḥlipha sagte: Mir wurde von Šemuél erklärt, einerlei ob die der Hände oder die der Füße.",
"R. Ḥija b. Aši sagte im Namen Rabhs: Mit einer Nagelschere ist es aber verboten. R. Šaman b. Abba erzählte: Einst stand ich am Halbfeste im Lehrhause vor R. Joḥanan, und er biß sich die Nägel mit den Zähnen ab und warf sie fort.",
"Hieraus ist dreierlei zu entnehmen: es ist zu entnehmen, daß man sich am Halbfeste die Nägel abnehmen dürfe; es ist zu entnehmen, daß sie nicht eklig seien, und es ist zu entnehmen, daß man sie fortwerfen dürfe. –",
"Dem ist ja aber nicht so, es wird ja gelehrt: Drei Dinge wurden von den Nägeln gesagt: wer sie begräbt, ist ein Gerechter, wer sie verbrennt, ist ein Frommer, und wer sie fortwirft, ist ein Frevler!? – Dies aus dem Grunde, weil eine Schwangere auf sie treten und abortieren könnte,",
"aber im Lehrhause sind keine Frauen anwesend. Wenn du aber einwendest, es kommt ja vor, daß man sie sammelt und hinauswirft, so ist mit ihnen eine Veränderung vorgegangen<sup class=\"footnote-marker\">108</sup><i class=\"footnote\">Sie sind nicht mehr schädlich.</i>.",
"R. Jehuda erzählte im Namen Rabhs, ein [Gelehrten]paar sei aus Hamthan vor Rabbi gekommen, und Mar Zuṭra lehrte, ein [Gelehrten]paar sei aus Ḥamthan vor unseren Meister gekommen, und habe ihn hinsichtlich der Nägel gefragt, und er erlaubte es ihnen; und hätten sie ihn hinsichtlich [des Rasierens] des Lippenbartes gefragt, so würde er es ihnen ebenfalls erlaubt haben. Šemuél sagte: Sie fragten ihn auch hinsichtlich [des Rasierens] des Lippenbartes, und er erlaubte es ihnen.",
"Abiṭol der Schreiber<sup class=\"footnote-marker\">109</sup><i class=\"footnote\">Viell. der Barbier, was auch dem Zusammenhange entspricht.</i>sagte im Namen R. Papas: Den Lippenbart von einem Mundwinkel bis zum anderen. R. Ami sagte: Nur wenn er hinderlich ist. R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach: Für mich gilt er<sup class=\"footnote-marker\">110</sup><i class=\"footnote\">Da er empfindlich war.</i>als hinderlich.",
"Ferner sagte Abiṭol der Schreiber im Namen R. Papas: Der Pareo͑ in den Tagen Mošes war eine Elle [groß], sein Bart eine Elle, und sein Glied eine Elle und eine Spanne. Das ist es, was geschrieben steht :<sup class=\"footnote-marker\">111</sup><i class=\"footnote\">Dan. 4,14.</i><i>und den niedrigsten der Menschen stellt er über sie</i>.",
"Ferner sagte Abiṭol der Schreiber im Namen Rabhs: Der Pareo͑ in den Tagen Mošes war ein Magier, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">112</sup><i class=\"footnote\">Ex. 7,15.</i><i>siehe, er geht ans Wasser hin &amp;c.</i><sup class=\"footnote-marker\">113</sup><i class=\"footnote\">Nach Sab. Fol. 75a. ging er da Zauberei treiben.</i>.",
"F<small>OLGENDE DÜRFEN AM</small> H<small>ALBFESTE [DIE</small> K<small>LEIDER] WASCHEN:</small> W<small>ER AUS ÜBERSEEISCHEN</small> L<small>ÄNDERN HEIMKEHRT</small>. R. Asi sagte im Namen R. Joḥanans: Wer nur ein Hemd hat, darf es am Halbfeste waschen.",
"R. Jirmeja wandte ein: Folgende dürfen am Halbfeste waschen: wer aus überseeischen Ländern heimkehrt &amp;c. Nur diese, nicht aber, wer nur ein Hemd hat!?",
"R. Ja͑qob erwiderte R. Jirmeja: Ich will es dir erklären. Unsere Mišna [spricht von dem Falle], wenn man zwei hat, die schmutzig sind.",
"R. Jiçḥaq b. Ja͑qob b. Gijori ließ im Namen R. Joḥanans sagen: Man darf am Halbfeste Linnenzeug waschen. Raba wandte ein: Handtücher<sup class=\"footnote-marker\">114</sup><i class=\"footnote\">Sc. darf man am Halbfeste waschen.</i>"
],
[
"und Barbiertücher. Nur diese, nicht aber Linnenzeug!?",
"Abajje erwiderte ihm: Unsere Mišna [lehrt], diese auch aus anderen Stoffarten. Bar Hedja erzählte: Ich sah, daß man aus dem See von Tiberias am Halbfeste ganze Becken mit Linnenzeug herausholte.",
"Abajje entgegnete: Wer sagt, daß sie es mit Zustimmung der Weisen taten, vielleicht taten sie es ohne Zustimmung der Weisen!?",
"<sup class=\"footnote-marker\">iii</sup> <b>F</b><small>OLGENDES DARF MAN AM</small> H<small>ALBFESTE SCHREIBEN:</small> T<small>RAUSCHEINE,</small> S<small>CHEIDEBRIEFE,</small> Q<small>UITTUNGEN,</small> V<small>ERMÄCHTNISSE,</small> S<small>CHENKUNGSURKUNDEN,</small> P<small>ROSBULE</small><sup class=\"footnote-marker\">115</sup><i class=\"footnote\">Schutzurkunde gegen Verjährung einer Forderung im Jobeijahre; cf. Sb. X,3.</i>, S<small>CHÄTZUNGSURKUNDEN</small><sup class=\"footnote-marker\">116</sup><i class=\"footnote\">Gerichtliche Schätzungen von Vermögensstücken des Schuldners.</i>, A<small>LIMENTATIONSSCHEINE</small><sup class=\"footnote-marker\">117</sup><i class=\"footnote\">Gerichtliche Verpflichtungen zur Unterhaltung der Stiefkinder.</i>,",
"Ḥ<small>ALIÇÀBRIEFE</small><sup class=\"footnote-marker\">118</sup><i class=\"footnote\">Cf. Dt. 25,5ff.</i>, W<small>EIGERUNGSERKLÄRUNGEN</small><sup class=\"footnote-marker\">119</sup><i class=\"footnote\">Gerichtliche Erklärungen darüber; cf. Bd. I S. 117 Anm. 24.</i>, W<small>AHLBRIEFE</small><sup class=\"footnote-marker\">120</sup><i class=\"footnote\">Über die Wahl von Schiedsmännern.</i>, G<small>ERICHTSVERFÜGUNGEN UND</small> E<small>RLASSE DER</small> O<small>BRIGKEIT</small><sup class=\"footnote-marker\">121</sup><i class=\"footnote\">Nach anderer Erklärung <span dir=\"rtl\">רשות</span> in der Bedeutung Erlaubtes, Privatbriefe.</i>.",
"GEMARA. Šemuél sagte: Man darf sich am Halbfeste eine Frau antrauen, weil ein anderer ihm zuvorkommen<sup class=\"footnote-marker\">122</sup><i class=\"footnote\">Es gleicht der Vorbeugung eines Schadens.</i>kann. Ihm wäre eine Stütze zu erbringen. Folgendes darf man am Halbfeste schreiben: Trauscheine.",
"Doch wohl Verlobungsscheine. – Nein, Eheverträge. Dies nach R. Gidel im Namen Rabhs,",
"denn R. Gidel sagte im Namen Rabhs: ‘Wieviel<sup class=\"footnote-marker\">123</sup><i class=\"footnote\">Verhandlung zwischen den Vätern des Brautpaares.</i>gibst du deinem Sohne mit?’ – ‘So und so viel. Wieviel gibst du deiner Tochter mit?’ – ‘So und so viel.’ Wenn sie dann die Verlobung vollziehen, so ist es<sup class=\"footnote-marker\">124</sup><i class=\"footnote\">Durch die mündliche Verabredung ohne irgend welchen Akt.</i>perfekt. Dies gehört zu den Dingen, die durch Worte perfekt werden. –",
"Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Man darf am Halbfeste keine Frau heiraten, weder eine Jungfrau noch eine Witwe, auch nicht die Schwagerehe vollziehen, weil dies eine Freude für ihn ist. Die Antrauung ist also erlaubt. –",
"Dies ist selbstverständlich [verboten]; selbstverständlich sich nicht verloben, da man damit kein Gebot ausübt, aber sogar heiraten, womit man ein Gebot ausübt, ist verboten. –",
"Komm und höre: In der Schule Šemuéls wurde gelehrt. Man darf sich verloben, jedoch nicht heiraten, kein Verlobungsmahl veranstalten und die Schwagerehe nicht vollziehen, weil dies eine Freude für ihn ist. Schließe hieraus. –",
"Kann Šemuél denn begründet haben: weil ein anderer ihm zuvorkommen kann, R. Jehuda sagte ja im Namen Šemuéls, daß täglich eine Hallstimme ertöne und rufe: Die Tochter von diesem für jenen, das Feld von diesem für jenen!? –",
"Vielmehr, weil ein anderer durch Gebet zuvorkommen kann.",
"So hörte Raba einst jemand beten, daß ihm Jene beschert werde. Da sprach er zu ihm: Du darfst eine solche Ritte nicht richten; ist sie dir bestimmt, so wird sie dir nicht fortkommen, wenn aber nicht, so verleugnest du sie<sup class=\"footnote-marker\">125</sup><i class=\"footnote\">Wohl die Kraft des Gebetes, das nicht erfüllt werden kann. Die Ausgaben haben <span dir=\"rtl\">בה׳</span> (statt <span dir=\"rtl\">בה</span> in Handschriften u. anderen Texten): du verleugnest Gott, da er deine Bitte nicht erfüllen kann.</i>. Darauf bat er, daß er früher als sie oder sie früher als er sterben möge. Da sprach er zu ihm: Sagte ich dir etwa nicht, daß du in dieser Angelegenheit nichts bitten sollst!?",
"Rabh sagte im Namen des R. Reúben b. Istrobili: Aus der Tora, den Propheten und den Hagiographen [ist zu entnehmen], daß die Frau dem Manne von Gott zugeteilt werde. Aus der Tora, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">126</sup><i class=\"footnote\">Gen. 24,50.</i><i>Laban und Bethuél sprachen: Wenn die Sache von Gott bestimmt ist</i>. Aus den Propheten, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">127</sup><i class=\"footnote\">Jud. 14,4.</i><i>sein Vater und seine Mutter wußten nicht, daß es eine Fügung Gottes war</i>. Aus den Hagiographen, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">128</sup><i class=\"footnote\">Pr. 19,14.</i><i>Haus und Habe erbt man von den Vätern, aber von dem Herrn kommt ein verständiges Weib</i>.",
"Ferner sagte Rabh im Namen des R. Reúben b. Istrobili, und wie manche sagen, lehrte es R. Reúben b. Istrobili in einer Barajtha: Niemand wird verdächtigt, wenn er [die Tat] nicht begangen hat. Hat er sie nicht ganz begangen, so hat er sie zum Teil begangen; hat er sie auch nicht zum Teil begangen, so hat er sie zu begehen im Herzen gedacht; hat er sie zu begehen auch nicht im Herzen gedacht, so sah er andere sie begehen und freute sich darüber.",
"R. Ja͑qob wandte ein: <sup class=\"footnote-marker\">129</sup><i class=\"footnote\">iiReg. 17,9.</i><i>und die Kinder Jisraél erdichteten unwahre Dinge wider den Herrn, ihren Gott</i>!? – Sie taten es nur, um ihn zu erzürnen<sup class=\"footnote-marker\">130</sup><i class=\"footnote\">Sie glaubten selber nicht daran</i>.",
"Komm und <i>höre</i>:<sup class=\"footnote-marker\">131</sup><i class=\"footnote\">Ps. 106,16.</i><i>Und sie wurden eifersüchtig auf Moše im Lager, auf Ahron, den Heiligen Gottes</i>, und R. Šemuél b. Jiçḥaq erklärte, jeder habe seine Frau mit Moše verdächtigt!? – Sie taten es nur aus Gehässigkeit<sup class=\"footnote-marker\">130</sup><i class=\"footnote\">Sie glaubten selber nicht daran</i>. –",
"Komm und höre: R. Jose sagte: Mein Anteil möge mit denen sein, die man unschuldig verdächtigt. Ferner erzählte R. Papa, man habe ihn unschuldig verdächtigt<sup class=\"footnote-marker\">132</sup><i class=\"footnote\">Wohl bezugnehmend auf den Ber. Fol. 8b mitgeteilten Bericht.</i>!? –",
"Das ist kein Einwand; das eine, wenn das Gerücht aufhört, und das andere, wenn das Gerücht nicht aufhört. – Wie lange muß das Gerücht anhalten? Abajje erwiderte: Mutter sagte mir, die Nachrede in der Stadt anderthalb Tage.",
"Dies nur dann, wenn es nicht inzwischen unterbrochen wird, wenn es aber inzwischen unterbrochen wird, so ist nichts daran. Jedoch nur, wenn es nicht aus Furcht unterbrochen wird, wenn es aber aus Furcht unterbrochen wird, so ist dies nichts.",
"Auch nur dann, wenn es nicht wieder auf taucht, nicht aber, wenn es wieder auf taucht. Auch nur dann, wenn er keine Feinde hat, wenn er aber Feinde hat, so haben diese das Gerücht verbreitet.",
"<sup>iv</sup> <b>M</b><small>AN DARF AM</small> H<small>ALBFESTE KEINE</small> S<small>CHULDSCHEINE SCHREIBEN; WENN ER IHM ABER NICHT TRAUT, UND WENN ER NICHTS ZU ESSEN HAT, SO SCHREIBE ER</small>.",
"M<small>AN DARF AM</small> H<small>ALBFESTE KEINE</small> T<small>ORAROLLEN</small>, T<small>EPHILLIN ODER</small> M<small>EZUZOTH SCHREIBEN</small>. M<small>AN DARF KEINEN</small> B<small>UCHSTABEN KORRIGIEREN, NICHT EINMAL IM</small> E<small>XEMPLAR DES</small> T<small>EMPELS</small><sup class=\"footnote-marker\">133</sup><i class=\"footnote\">Manche Texte haben <span dir=\"rtl\">ספר עזרא</span>, wahrscheinl. eine von E͑zra herrührende Handschrift, die den Bibelschreibern als Norm galt.</i>. R. J<small>EHUDA SAGT, MAN DÜRFE</small> FÜR SICH SELBST T<small>EPHILLIN UND</small> M<small>EZUZOTH SCHREIBEN, SOWIE FÜR SICH SELBST AUF DEM</small> S<small>CHOSSE</small><sup class=\"footnote-marker\">134</sup><i class=\"footnote\">Ohne Benutzung einer Spindel.</i><small>\n</small>"
],
[
"DEN P<small>URPURFADEN FÜR DIE</small> Ç<small>IÇITH SPINNEN</small>.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Man darf für sich selbst Tephillin und Mezuzoth schreiben, sowie für sich selbst auf dem Schoße den Purpurfaden für die Çiçith spinnen; für andere nur gegen Dank – so R. Meír. R. Jehuda sagt, man dürfe eine List anwenden: seine verkaufen und für sich andere schreiben. R. Jose sagt, man dürfe für seinen Unterhalt wie gewöhnlich schreiben und verkaufen.",
"Rabh lehrte R. Ḥananel, und manche sagen, Rabba b. Bar Ḥana lehrte R. Ḥananel: Die Halakha ist, man darf für seinen Unterhalt wie gewöhnlich schreiben und verkaufen.",
"A<small>UF DEM</small> S<small>CHOSSE DEN</small> P<small>URPURFADEN SPINNEN</small>. Die Rabbanan lehrten: Man darf für sich selbst auf dem Schoße den Purpurfaden für die Çiçith spinnen, nicht aber mit einem Gewichtsteine – so R. Elie͑zer. Die Weisen sagen, auch mit einem Gewichtsteine. R. Jehuda sagt in seinem eigenen Namen, mit einem Gewichtsteine, nicht aber mit einer Spindel; die Weisen sagen, sowohl mit einem Gewichtsteine, als auch mit einer Spindel.",
"R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, ebenso sagte R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans: Die Halakha ist: Sowohl mit einem Gewichtsteine als auch mit einer Spindel. Die Halakha ist auch, man dürfe sie für seinen Unterhalt wie gewöhnlich schreiben und verkaufen.",
"<b>W</b><small>ER SEINEN</small> T<small>OTEN DREI</small> T<small>AGE VOR DEM</small> F<small>ESTE BEGRABEN HAT, FÜR DEN IST DIE</small> B<small>ESTIMMUNG DER SIEBENTÄGIGEN</small> T<small>RAUER</small><sup class=\"footnote-marker\">135</sup><i class=\"footnote\">Die Trauer währt 30 Tage, jed. gelten für die ersten 3 bezw. 7 Tage strengere Vorschriften; hierüber weiter Fol. 21b.</i><small>AUFGEHOBEN; WER ACHT, FÜR DEN IST DIE</small> B<small>ESTIMMUNG DER DREISSIGTÄGIGEN</small> T<small>RAUER AUFGEHOBEN</small>.",
"S<small>IE SAGTEN NÄMLICH, DER</small> Š<small>ABBATH ZÄHLE</small><sup class=\"footnote-marker\">136</sup><i class=\"footnote\">Zu den Trauertagen, obgleich an diesen die Trauer auszusetzen ist.</i><small>MIT, OHNE</small> [<small>DIE</small> T<small>RAUER</small>] <small>ABZUBRECHEN</small>. D<small>IE</small> F<small>ESTE BRECHEN SIE AB, OHNE MITGERECHNET</small><sup class=\"footnote-marker\">137</sup><i class=\"footnote\">Der Šabbath wird zu den Trauertagen mitgerechnet, jed. ist die Trauer nach dem Š. fortzusetzen. Das Fest bricht die Trauer ganz ab, falls sie 3 bezw. 8 Tage vor diesem ein tritt; erfolgt sie aber erst während des Festes, so beginnt sie erst nach Ablauf desselben.</i><small>ZU WERDEN.</small>",
"R. E<small>LIE͑ZER SAGTE:</small> S<small>EITDEM DER</small> T<small>EMPEL ZERSTÖRT WORDEN IST, GLEICHT DAS</small> W<small>OCHENFEST</small><sup class=\"footnote-marker\">138</sup><i class=\"footnote\">Das nur einen Tag ährt.</i><small>DEM</small> Š<small>ABBATH.</small>",
"R. G<small>AMLIÉL SAGTE</small>: D<small>AS</small> N<small>EUJAHRSFEST UND DER</small> V<small>ERSÖHNUNGSTAG GLEICHEN DEN ÜBRIGEN</small> F<small>ESTEN. DIE WEISEN SAGEN, WEDER WIE DIESER NOCH WIE JENER; VIELMEHR GLEICHT DAS</small> W<small>OCHENFEST DEN ÜBRIGEN</small> F<small>ESTEN, DAS</small> N<small>EUJAHRSFEST UND DER</small> V<small>ERSÖHNUNGSTAG ABER DEM</small> Š<small>ABBATH.</small>",
"GEMARA. Rabh sagte: Die Bestimmung ist wohl aufgehoben, die Tage<sup class=\"footnote-marker\">139</sup><i class=\"footnote\">Die dreißigtägige Trauer.</i>sind nicht aufgehoben. Ebenso sagte R. Hona: Die Bestimmung ist aufgehoben, die Tage sind nicht aufgehoben. R. Šešeth sagte: Auch die Tage sind aufgehoben. –",
"In welcher Hinsicht sind die [Trauer-]Tage nicht aufgehoben? – Hat man sich am Vorabend des Festes das Haar nicht geschoren, so ist es auch nach dem Feste verboten."
],
[
"Ebenso wird auch gelehrt: Wer seinen Toten drei Tage vor dem Feste begraben hat, für den ist die Bestimmung der siebentägigen Trauer aufgehoben; wer acht, für den ist die Bestimmung der dreißigtägigen Trauer aufgehoben. Er darf sich am Vorabend des Festes das Haar scheren; hat er es am Vorabend des Festes nicht geschoren, so darf er sich auch nach dem Feste nicht scheren.",
"Abba Šaúl sagt, er dürfe sich auch nach dem Feste das Haar scheren, denn wie die dreitägige [Trauer] die Bestimmung für die siebentägige<sup class=\"footnote-marker\">140</sup><i class=\"footnote\">Wenn man 3 Tage vor dem Feste die Trauerpflichten gehalten hat, so braucht man nach dem Feste die 7 Tage nicht zu ergänzen.</i>aufhebt, ebenso hebt auch die siebentägige [Trauer] die Bestimmung für die dreißigtägige auf. –",
"‘Die siebentägige’, wir haben ja von acht Tagen gelernt!? – Abba Šaúl ist der Ansicht, ein Teil des Tages gelte als voller, somit wird der siebente Tag hin und her mitgezählt. R. Ḥisda sagte im Namen des Rabina b. Šila: Die Halakha ist wie Abba Šaúl.",
"Die Weisen pflichten jedoch Abba Šaúl bei, daß, wenn der achte Tag auf einen Šabbath fällt, der Vorabend des Festes ist, man am Vorabend des Šabbaths das Haar scheren dürfe. –",
"Wessen Ansicht vertritt das, was R. A͑mram im Namen Rabhs sagte, daß nämlich dem Leidtragenden, sobald die Tröstenden ihn verlassen, das Waschen erlaubt sei? Die des Abba Šaúl.",
"Abajje sagte: Die Halakha ist wie Abba Šaúl hinsichtlich des siebenten Tages, und die Weisen pflichten Abba Šaúl bei hinsichtlich des dreißigsten Tages, daß wir sagen, ein Teil des Tages gelte als voller.",
"Raba sagte: Die Halakha ist wie Abba Šaúl hinsichtlich des dreißigsten Tages, und die Halakha ist nicht wie Abba Šaúl hinsichtlich des siebenten Tages. Die Nehardeénser aber sagen: Die Halakha ist wie Abba Šaúl hinsichtlich des einen und des anderen, denn Šemuél sagte, bei der Trauer sei die Halakha nach der Ansicht des Erleichternden zu entscheiden.",
"Woher ist die dreißigtägige [Trauer] zu entnehmen? Dies ist durch [das Wort] <i>Haarwuchs</i> vom Naziräer zu entnehmen; hier<sup class=\"footnote-marker\">141</sup><i class=\"footnote\">Lev. 10,6.</i>heißt es: <i>den Haarwuchs eures Hauptes sollt ihr nicht stehen lassen</i>, und dort<sup class=\"footnote-marker\">142</sup><i class=\"footnote\">Beim Naziräer, Num. 6,5.</i>heißt es: <i>seinen Haarwuchs soll er herabhängen lassen</i>, wie da dreißig [Tage], ebenso auch hier dreißig. –",
"Woher dies dort? R. Mathna erwiderte: Das unbefristete Nazirat währt dreißig Tage. – Woher dies? – Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">142</sup><i class=\"footnote\">Beim Naziräer, Num. 6,5.</i><i>geweiht soll er sein [jihjeh]</i>, [der Zahlenwert des Wortes] <i>jihjeh</i> beträgt dreißig.",
"R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sagte: Alle stimmen überein, daß, wenn der dritte [Trauertag] auf den Vorabend des Festes fällt, das Baden bis zum Abend verboten sei.",
"R. Neḥemja, Sohn des R. Jehošua͑, erzählte: Ich traf R. Papi und R. Papa sitzen, und sie sagten, die Halakha sei wie R. Hona, Sohn des R. Jehošuá. Manche lesen: R. Neḥemja, Sohn des R. Joseph, erzählte: Ich traf R. Papi, R. Papa und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sitzen und sie sagten, alle stimmen überein, daß, wenn der dritte [Trauertag] auf den Vorabend des Festes fällt, das Baden bis zum Abend verboten sei.",
"Abajje fragte Raba: Wird ihm der Festtag, wenn er [den Toten] am Festtage begraben hat, zu den dreißig [Trauertagen] mitgezählt oder wird ihm der Festtag zu den dreißig [Trauertagen] nicht mitgezählt? Von den sieben [Trauertagen] ist es mir nicht fraglich, da die Vorschriften der siebentägigen Trauer<sup class=\"footnote-marker\">143</sup><i class=\"footnote\">Wie zBs. Das Verbot, Schuhe anzuziehen, od. im Bette zu schlafen.</i>am Feste keine Geltung haben; fraglich ist es mir nur von den dreißig [Trauertagen], da die Vorschriften der dreißigtägigen Trauer<sup class=\"footnote-marker\">144</sup><i class=\"footnote\">Wie zBs. das Verbot, die Kleider zu waschen od. die Haare zu scheren.</i>am Feste Geltung haben.",
"Dieser erwiderte: Er wird nicht mitgezählt. Jener wandte gegen ihn ein: Wer seinen Toten zwei Tage vor dem Feste begraben hat, zähle nach dem Feste noch fünf [Trauertage]; seine Arbeit ist dann durch andere zu verrichten, seine Sklaven und Mägde arbeiten heimlich in seinem Hause und die Menge befasse sich<sup class=\"footnote-marker\">145</sup><i class=\"footnote\">Dh. man braucht ihm nicht zu kondolieren.</i>mit ihm nicht,"
],
[
"da dies schon am Feste erfolgt ist. Die Regel dabei ist: hinsichtlich dessen, was den Leidtragenden selbst betrifft, bricht das Fest [die Trauer] ab, hinsichtlich dessen, was die Menge betrifft, bricht das Fest sie nicht ab.",
"Hat er ihn drei Tage vor Schluß des Festes begraben, so zähle er die sieben [Trauertage] nach dem Feste; während der vier ersten Tage befasse sich die Menge mit ihm, während der letzten drei befasse sich die Menge mit ihm nicht, da dies schon am Feste erfolgt ist; auch wird ihm das Fest<sup class=\"footnote-marker\">146</sup><i class=\"footnote\">Zu den 30 Trauertagen.</i>mitgezählt.",
"Dies bezieht sich wohl auf den Schlußsatz!? – Nein, auf den Anfangssatz.",
"Er wandte gegen ihn ein: Das Fest wird ihm zu den dreißig [Trauertagen] mitgezählt, und zwar: begrub er [einen Toten] am Beginne des Festes, so zähle er die sieben [Trauertage] nach dem Feste; seine Arbeit ist dann durch andere zu verrichten, seine Sklaven und Mägde arbeiten heimlich in seinem Hause, und die Menge befasse sich mit ihm nicht, da dies schon am Feste erfolgt ist, auch wird ihm das Fest<sup class=\"footnote-marker\">146</sup><i class=\"footnote\">Zu den 30 Trauertagen.</i>mitgezählt!? – Eine Widerlegung.",
"Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Auch wenn er [seinen Toten] am Feste begraben hat. Ebenso lehrte R. Elea͑zar seinen Sohn R.Pedath: Auch wenn er [seinen Toten] am Feste begraben hat.",
"Die Rabbanan lehrten: Hat man drei Tage vor dem Feste das Lager umgelegt, so braucht man es nach dem Feste nicht umzulegen – so R. Elie͑zer; die Weisen sagen, auch wenn nur einen Tag, auch wenn nur eine Stunde.",
"R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagte: Das sind die Worte der Schule Šammajs, das sind die Worte der Schule Hillels. Die Schule Šammajs sagt nämlich, nur wenn drei Tage, und die Schule Hillels sagt, auch wenn nur einen Tag.",
"R. Ilona sagte im Namen des R. Ḥija b. Abba, im Namen R. Joḥanans, und wie manche sagen, sagte es R. Joḥanan zu R. Ḥija b. Abba und R. Hona: Auch wenn nur einen Tag, auch wenn nur eine Stunde. Raba sagte: Die Halakha ist wie unser Tanna, welcher sagt, nur wenn drei Tage.",
"Einst kam Rabina nach Sura am Euphrat, und R. Ḥabiba fragte ihn, wie die Halakha sei. Dieser erwiderte: Auch wenn nur einen Tag, auch wenn nur eine Stunde.",
"R. Ḥija b. Abba, R. Ami und R. Jiçḥaq der Schmied saßen an der Tür des R. Jiçḥaq b. Elea͑zar, und unter ihnen wurde [folgende Frage] aufgeworfen: Woher ist die siebentägige Trauer zu entnehmen? Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">147</sup><i class=\"footnote\">Am. 8,10.</i><i>ich werde eure Feste in Trauer verwandeln</i>; wie das Fest sieben [Tage], ebenso die Trauer sieben. –",
"Vielleicht wie das Wochenfest, das nur einen Tag währt!? – [Die Vergleichung] mit diesem ist für [eine Lehre] des Reš Laqiš zu verwenden, denn Reš Laqiš sagte im Namen R. Jehudas des Fürsten: Woher, daß man wegen einer verspäteten Todesnachricht nur einen Tag Trauer halte? Es heißt: <i>ich werde eure Feste in Trauer verwandeln</i>, und wir haben das Versammlungsfest, das nur einen Tag währt.",
"Die Rabbanan lehrten: Wegen einer rechtzeitigen Todesnachricht gilt die siebentägige und dreißigtägige Trauer, wegen einer verspäteten Todesnachricht ist die Trauer nur einen Tag zu halten. – Welche heißt rechtzeitig und welche heißt verspätet? – Innerhalb dreißig Tagen heißt sie rechtzeitig, nach dreißig Tagen heißt sie verspätet – so R. A͑qiba. Die Weisen sagen: Sowohl wegen der rechtzeitigen Todesnachricht als auch wegen der verspäteten gilt die siebentägige und die dreißigtägige Trauer.",
"Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen Joḥanans: Wo du sonst findest, daß ein Einzelner erleichternd und eine Mehrheit erschwerend ist, ist die Halakha wie die Mehrheit, ausgenommen hierbei; obgleich R. A͑qiba erleichternd ist und die Weisen erschwerend, so ist die Halakha nach der Ansicht des Erleichternden zu entscheiden.",
"R. Ḥenana erhielt aus Hozäa Nachricht vom Tode seines Vaters. Da kam er vor R. Ḥisda und dieser sprach zu ihm: Wegen der verspäteten Todesnachricht ist nur ein Tag Trauer zu halten. R. Nathan b. Ami erhielt aus Hozäa Nachricht vom Tode seiner Mutter. Da kam er vor Raba und dieser sprach zu ihm: Sie sagten, wegen der verspäteten Todesnachricht sei nur ein Tag Trauer zu halten.",
"Jener wandte gegen ihn ein: Diese Worte<sup class=\"footnote-marker\">148</sup><i class=\"footnote\">Daß wegen einer verspäteten Todesnachricht die Trauer nur einen Tag zu halten sei.</i>gelten nur von den fünf Toten der Pflicht<sup class=\"footnote-marker\">149</sup><i class=\"footnote\">Der nächsten Verwandten, derentwegen die Trauer Pflicht ist (Sohn, Tochter, Bruder, Schwester u. Frau).</i>, wegen eines Vaters und einer Mutter aber ist die siebentägige und die dreißigtägige Trauer immer zu halten!?",
"Dieser erwiderte: Dies ist die Ansicht eines Einzelnen, wir aber halten nichts davon. Es wird nämlich gelehrt: Als der Vater R. Çadoqs in Ginzaq starb, teilte man es ihm erst nach drei Jahren mit. Da kam er und fragte Eliša͑ b. Abuja und die Ältesten, die mit dabei waren, und diese erwiderten ihm: Halte die siebentägige Trauer. Und als der Sohn des R. Ahija in der Diaspora<sup class=\"footnote-marker\">150</sup><i class=\"footnote\">Sodaß er die Nachricht verspätet erhält.</i>starb, hielt er über ihn die siebentägige und die dreißigtägige Trauer.",
"Dem ist aber nicht so. Rabh war ein Bruderssohn und Schwesterssohn<sup class=\"footnote-marker\">151</sup><i class=\"footnote\">R. Ḥija war väterlicherseits ein Bruder Ajbus, des Vaters Rabhs, der eine Stiefschwester, mütterlicherseits eine Schwester R. Ḥijas, heiratete; Rabh war somit ein Sohn des Bruders u. der Schwester R. Ḥijas.</i>R. Ḥijas; als er nach dort<sup class=\"footnote-marker\">152</sup><i class=\"footnote\">Nach Palästina, dem Wohnorte R. Ḥijas.</i>kam, fragte ihn dieser: Lebt dein Vater?"
],
[
"Jener entgegnete: Lebt die Mutter<sup class=\"footnote-marker\">153</sup><i class=\"footnote\">Dh. du solltest mich nach der Mutter fragen; ausweichende Antwort, da er ihm keine schlechte Nachricht überbringen wollte.</i>? Dieser fragte: Lebt deine Mutter? Jener entgegnete: Lebt der Vater<sup class=\"footnote-marker\">153</sup><i class=\"footnote\">Dh. du solltest mich nach der Mutter fragen; ausweichende Antwort, da er ihm keine schlechte Nachricht überbringen wollte.</i>? Da sprach er zu seinem Diener: Ziehe mir die Schuhe ab und bringe mir meine Kleider nach der Badeanstalt<sup class=\"footnote-marker\">154</sup><i class=\"footnote\">Er wollte damit zeigen, daß wegen einer verspäteten Todesnachricht nur eine eintägige Trauer zu halten ist.</i>.",
"Hieraus ist dreierlei zu entnehmen. Es ist zu entnehmen, daß der Leidtragende keine Sandalen anhaben darf; es ist zu entnehmen, daß wegen der verspäteten Todesnachricht nur eine eintägige Trauer zu halten ist; und es ist zu entnehmen, daß ein Teil des Tages als voller gilt.",
"Somit [entscheidet] R. Ḥija für sich und R. Aḥija für sich<sup class=\"footnote-marker\">155</sup><i class=\"footnote\">Es sind verschiedene Personen u. sie sind verschiedener Ansicht.</i>.",
"R. Jose b. Abin sagte: Wenn jemand am Feste eine rechtzeitige Todesnachricht erhält, die aber am Ausgange des Festes eine verspätete wird, so wird ihm [das Fest] mitgezählt, und er halte nur eine eintägige Trauer. R. Ada aus Cäsarea lehrte vor R. Joḥanan: Wenn jemand am Šabbath eine rechtzeitige Todesnachricht erhält, die aber am Ausgange des Šabbaths eine verspätete wird, so halte er nur eine eintägige Trauer. –",
"Muß er [das Gewand] einreißen oder braucht er es nicht einzureißen? R. Mani erwiderte: Man braucht es nicht einzureißen. R.Ḥanina erwiderte: Er muß es einreißen. R. Mani sprach zu R. Ḥanina: Einleuchtend ist meine Ansicht, daß er es nicht einreiße, da die siebentägige Trauer<sup class=\"footnote-marker\">156</sup><i class=\"footnote\">Zu der das Einreißen des Gewandes gehört.</i> ausfällt, aber gibt es denn nach deiner Ansicht, daß er es einreiße, ein Einreißen ohne siebentägige Trauer!? –",
"Etwa nicht, Isi, Vater R. Zeras, und wie manche sagen, der Bruder R. Zeras, lehrte ja vor R. Zera, wer kein Oberkleid zum Einreißen hat und eines innerhalb der sieben [Trauertage] erhält, reiße es ein, nach den sieben nicht mehr,",
"und R. Zera ergänzte, dies gelte nur von den fünf Toten der Pflicht, wegen eines Vaters und einer Mutter müsse man auch nachher [das Gewand] einreißen!? –",
"Dies nur zu Ehren seines Vaters und seiner Mutter.",
"Die Rabbanan lehrten: Über diejenigen, von denen es im Abschnitte von den Priestern<sup class=\"footnote-marker\">157</sup><i class=\"footnote\">Lev. Kap. 21.</i>heißt, daß ein Priester sich an ihnen verunreinige, halte der Leidtragende Trauer, und zwar: Frau, Vater, Mutter, Bruder, Schwester, Sohn und Tochter. Zu diesen fügten sie noch hinzu den Bruder und die unverheiratete Schwester mütterlicherseits, und die verheiratete Schwester väter- oder mütterlicherseits.",
"Und wie man ihretwegen Trauer halte, so halte man Trauer auch über ihre Nächstgradigen<sup class=\"footnote-marker\">158</sup><i class=\"footnote\">Kinder bezw. Eltern derselben.</i> – so R. A͑qiba. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, nur über den Sohn seines Sohnes und den Vater seines Vaters, die Weisen sagen, über den man Trauer hält, mit dem halte man auch Trauer<sup class=\"footnote-marker\">159</sup><i class=\"footnote\">Also auch über den Sohn des Sohnes u. den Vater des Vaters.</i>. –",
"Die Weisen sind ja derselben Ansicht wie der erste Tanna!? – Der Unterschied zwischen ihnen ist, ob mit ihm, nur in derselben Wohnung. So sprach Rabh zu seinem Sohne Ḥija, und ebenso R. Hona zu seinem Sohne Rabba: In ihrer<sup class=\"footnote-marker\">160</sup><i class=\"footnote\">Seiner Frau, die Trauer hatte.</i>Anwesenheit halte auch du Trauer, in ihrer Abwesenheit halte keine Trauer.",
"Mar U͑qaba starb ein Schwager, und er glaubte über ihn die siebentägige und die dreißigtägige Trauer halten zu müssen. Als R. Hona ihn besuchte und ihn [in Trauer] traf, sprach er zu ihm: Du willst wohl Leckereien [des Trauermahles] essen! Zu Ehren seiner Frau sagten sie es nur bei einem Schwiegervater und einer Schwiegermutter.",
"Es wird nämlich gelehrt: Wenn einem sein Schwiegervater oder seine Schwiegermutter gestorben ist, so darf er seine Frau nicht zwingen, sich Augen und Gesicht zu schminken, vielmehr lege er sein Bett um und halte mit ihr Trauer. Ebenso darf sie, wenn ihr Schwiegervater oder ihre Schwiegermutter gestorben ist, sich nicht Augen und Gesicht schminken, vielmehr lege sie ihr Bett um und halte mit ihm Trauer.",
"Ein anderes lehrt: Obgleich sie gesagt haben, niemand könne seine Frau<sup class=\"footnote-marker\">161</sup><i class=\"footnote\">Während ihrer Trauer.</i>zwingen, sich Augen und Gesicht zu schminken, so sagten sie in Wirklichkeit, daß sie ihm einen Becher einschenke, das Bett mache und Gesicht, Hände und Füße wasche. [Die Lehren] widersprechen ja einander!?",
"Vielmehr spricht die eine von Schwiegervater und Schwiegermutter und die andere von anderen Verwandten. Schließe hieraus. Ebenso wird auch gelehrt: Sie sagten es zu Ehren seiner Frau nur von Schwiegervater und Schwiegermutter allein.",
"Amemar starb ein Sohn seines Sohnes, und er riß über ihn sein Gewand ein. Hierauf kam sein Sohn zu ihm, und er riß es vor ihm [abermals] ein. Alsdann erinnerte er sich, daß er es sitzend tat, da riß er es stehend [abermals] ein.",
"R. Aši fragte Amemar: Woher, daß das Einreißen stehend erfolgen muß? – Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">162</sup><i class=\"footnote\">Ij. 1,20.</i><i>da stand Ijob auf und zerriß sein</i> <i>Gewand</i>. –"
],
[
"Es heißt ja aber auch :<sup class=\"footnote-marker\">163</sup><i class=\"footnote\">Dt. 25,8.</i><i>und wenn er auf steht und spricht: Ich habe keine Lust sie zu nehmen</i>, und es wird gelehrt: ob sitzend oder stehend oder angelehnt!?",
"Dieser erwiderte: Da heißt es ja nicht: er soll<sup class=\"footnote-marker\">164</sup><i class=\"footnote\">Die Schrift spricht nur von dem Falle, wenn er auf steht.</i>aufstehen und sprechen, hier aber heißt es: er stand auf und zerriß.",
"Rami b. Ḥama sagte: Woher, daß das Einreißen stehend erfolgen muß? – Es heißt: <i>da stand Ijob auf und zerriß</i>. – Vielleicht tat er nur ein Überflüssiges; so heißt es auch:<sup class=\"footnote-marker\">162</sup><i class=\"footnote\">Ij. 1,20.</i><i>er schor sich sein Haupt</i>, ist man etwa auch hierzu verpflichtet!? –",
"Vielmehr, aus folgendem:<sup class=\"footnote-marker\">165</sup><i class=\"footnote\">iiSam. 13,31.</i><i>da stand David auf und zerriß seine Kleider</i>. – Vielleicht tat er es [ebenfalls] nur als Überflüssiges; so heißt es auch:<sup class=\"footnote-marker\">165</sup><i class=\"footnote\">iiSam. 13,31.</i><i>und er legte sich auf die Erde</i>, ist man etwa auch hierzu verpflichtet,",
"es wird ja gelehrt, man habe seiner Pflicht nicht genügt, wenn man sich auf ein Bett, einen Stuhl, einen großen Trog oder den Boden niedergesetzt hat, und R. Joḥanan erklärte, weil man das Bett nicht umgelegt<sup class=\"footnote-marker\">166</sup><i class=\"footnote\">Und sich auf diese niedergesetzt.</i>hat!?",
"Jener erwiderte: Wie auf die Erde<sup class=\"footnote-marker\">167</sup><i class=\"footnote\">Dh. D. legte sich nicht wirklich auf die Erde.</i>.",
"Folgendes ist dem Leidtragenden verboten: ihm ist die Arbeit verboten, das Waschen, das Salben, der Beischlaf, das Anziehen der Sandalen; ferner darf er nicht die Tora, die Propheten und Hagiographen lesen, nicht Mišna, Midraš, Halakha, Talmud und Agada studieren; wenn aber das Publikum seiner bedarf, unterlasse er es nicht. Einst starb R. Jose ein Sohn in Sepphoris; darauf ging er ins Lehrhaus und trug den ganzen Tag vor.",
"Einst ereignete sich bei Rabba b. Bar Ḥana ein Todesfall, und er gedachte, nicht zur Vorlesung zu gehen. Da sprach Rabh zu ihm: [Wir haben<sup class=\"footnote-marker\">168</sup><i class=\"footnote\">So richtig in Handschriften; <span dir=\"rtl\">חנינא</span> im Texte ist wohl aus <span dir=\"rtl\">חנינא</span> korrumpiert.</i>gelernt,] wenn das Publikum seiner bedarf, unterlasse er es nicht. Als er darauf einen Dolmetsch stellen wollte, sprach Rabh zu ihm: Wir haben gelernt, er dürfe keinen Dolmetsch stellen. –",
"Wie mache man es? – Wie in folgender Lehre: Als einst R. Jehuda b. Elea͑j ein Sohn starb, ging er ins Lehrhaus, und R. Ḥananja b. A͑qabja setzte sich neben ihn; er flüsterte R. Ḥan an ja b. A͑qabja zu, R. Ḥananja b. A͑qabja dem Dolmetsch, und der Dolmetsch trug es dem Publikum vor.",
"Die Rabbanan lehrten: Der Leidtragende darf in den ersten drei Trauertagen keine Tephillin anlegen; vom dritten ab, der dritte einbegriffen, darf er Tephillin anlegen, und selbst wenn neue Gesichter<sup class=\"footnote-marker\">169</sup><i class=\"footnote\">Neue Kondolenten, die am vorherigen Tage nicht da waren, die glauben könnten, er habe auch gestern Tephillin angehabt.</i> kommen, braucht er sie nicht abzunehmen – so R. Elie͑zer. R. Jehošua͑ sagt, der Leidtragende dürfe an den ersten zwei Trauertagen keine Tephillin anlegen; vom zweiten ab, der zweite einbegriffen, dürfe er Tephillin anlegen; wenn aber neue Gesichter kommen, nehme er sie ab.",
"R. Mathna sagte: Was ist der Grund R. Elie͑zers? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">170</sup><i class=\"footnote\">Dt. 34,8.</i><i>und die Tage des Weinens und des Trauerns um Moše waren zuende</i>. R. E͑na sagte: Was ist der Grund R. Jehošua͑s? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">171</sup><i class=\"footnote\">Am. 8,10.</i><i>und ihr Ende, wie an einem bittren Tage</i>. –",
"Und R. Jehošua͑, es heißt ja: <i>und es waren zuende &amp;c.</i>!? – Er kann dir erwidern: anders war es bei Moše, bei dem die Trauer stärker war. – Und R. Elie͑zer, es heißt ja: <i>und ihr Ende, wie an einem bittren Tage</i>!? – Die Hauptbitternis währt einen Tag.",
"U͑la sagte: Die Halakha ist wie R. Elie͑zer beim Abnehmen [der Tephillin], und die Halakha ist wie R. Jehošua͑ beim Anlegen [der Tephillin].",
"Sie fragten: Muß man sie nach U͑la am zweiten abnehmen<sup class=\"footnote-marker\">172</sup><i class=\"footnote\">Wenn neue Kondolenten kommen.</i>oder nicht? –",
"Komm und höre: U͑la sagte: [Am zweiten] nehme man sie ab und lege sie wieder an, auch hundertmal. Ebenso wird auch gelehrt: Jehuda b. Tema sagte: Sobald er sie [am zweiten] angelegt hat, nehme er sie nicht mehr ab. –",
"Aber Raba selbst sagte ja, die Halakha sei wie unser Tanna, der drei Tage sagt!? –"
],
[
"Anders ist die Ausübung eines Gebotes.",
"Die Rabbanan lehrten: Dem Leidtragenden ist in den ersten drei Tagen die Arbeit verboten, selbst einem Armen, der von Almosen unterhalten wird; von dann ab darf er zuhause heimlich arbeiten; ebenso darf eine Frau zuhause spinnen.",
"Die Rabbanan lehrten: Der Leidtragende darf in den ersten drei Tagen keinen Leidtragenden besuchen, von dann ab darf er es, jedoch setze er sich nicht auf den Platz der Tröstenden, sondern auf den Platz der zu Tröstenden.",
"Die Rabbanan lehrten: In den ersten drei Tagen ist dem Leidtragenden der Gruß verboten; von drei bis sieben darf er den Gruß erwidern, jedoch keinen bieten; von dann ab darf er wie gewöhnlich einen Gruß bieten und erwidern. –",
"«In den ersten drei Tagen der Gruß verboten.» Es wird ja aber gelehrt: Als einst die Söhne R. A͑qibas starben, versammelte sich ganz Jisraél und veranstaltete über sie eine große Trauer.",
"Bei ihrer Verabschiedung stellte sich R. A͑qiba auf eine große Bank und sprach: Höret, Brüder, Haus Jisraél, auch wenn es zwei verlobte Söhne wären, wäre ich durch die Ehrung getröstet, die ihr mir erwiesen habt. Würdet ihr um A͑qibas willen gekommen sein, so gibt es ja viele A͑qiba auf der Straße; vielmehr habt ihr gesagt:<sup class=\"footnote-marker\">173</sup><i class=\"footnote\">Ps. 37,31.</i><i>die Lehre seines Gottes ist in seinem Herzen</i>; um so vielfacher wird eure Belohnung sein. Geht nun in Frieden heim<sup class=\"footnote-marker\">174</sup><i class=\"footnote\">‘Friede’ ist die übliche Grußformel im Orient.</i>. –",
"Anders ist die Ehrung des Publikums. –",
"«Von drei bis sieben darf er den Gruß erwidern, jedoch keinen bieten.»",
"Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn jemand seinen Nächsten als Leidtragenden innerhalb der dreißig [Trauertage] trifft, so sage er ihm Trostworte und grüße ihn nicht; wenn nach dreißig Tagen, so grüße er ihn und sage ihm keine Trostworte.",
"Wenn einem seine Frau gestorben ist und er eine andere genommen<sup class=\"footnote-marker\">175</sup><i class=\"footnote\">Innerhalb der 30 Trauertage.</i>hat, so darf man ihn nicht besuchen, um ihm Trostworte zu sagen; trifft man ihn auf der Straße, so sage man ihm solche nachlässig und schwerfällig!?",
"R. Ide b. Abin erwiderte: Er darf nach dem Frieden<sup class=\"footnote-marker\">176</sup><i class=\"footnote\">Dh. grüßen; vgl. Anm. 174.</i>andere fragen, da sie in Frieden leben, andere dürfen nicht nach seinem Frieden fragen, da er nicht in Frieden lebt. –",
"Wenn er aber lehrt, daß er [den Gruß] erwidere, so darf man ihn ja grüßen!? – Wenn sie es nicht wissen. –",
"Dann darf er es ja auch in jenem<sup class=\"footnote-marker\">177</sup><i class=\"footnote\">Auch in den 3 ersten Tagen.</i>Falle!? – In jenem Falle muß er es sagen und [den Gruß] nicht erwidern, in diesem Falle braucht er es nicht zu sagen. –",
"Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn jemand seinen Nächsten als Leidtragenden innerhalb der zwölf Monate trifft, so sage er ihm Trostworte und grüße ilm nicht; wenn nach zwölf Monaten, so grüße er ihn und sage ihm keine Trostworte, jedoch indirekt.",
"R. Meír sagte: Wenn jemand seinen Nächsten als Leidtragenden nach zwölf Monaten trifft und ihm Trostworte sagt, so ist es ebenso, als wenn ein Arzt zu einem, der ein Bein gebrochen hatte und genesen ist, sagen würde: Komm zu mir, ich werde dir dein Bein brechen und es heilen, damit du dich überzeugest, daß meine Arzneien besser sind!? –",
"Das ist kein Widerspruch: eines gilt von Vater und Mutter und eines gilt von anderen Verwandten. –",
"Indirekt sollte man ihm ja auch in jenem Falle<sup class=\"footnote-marker\">178</sup><i class=\"footnote\">In der vorher angezogenen Lehre, wo gelehrt wird, daß man ihm nach 30 Tagen überhaupt keine Trostworte sage.</i>Trostworte sagen!? – Dem ist ja auch so; unter ‘sage ihm keine Trostworte’ ist zu verstehen, nicht auf gewöhnliche Weise, wohl aber indirekt.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn einer der Leidtragenden innerhalb der drei ersten Tage aus einem nahen Orte kommt<sup class=\"footnote-marker\">179</sup><i class=\"footnote\">Und erst da Kunde vom Todesfälle erhält.</i>, so zähle er [die Trauertage] mit ihnen<sup class=\"footnote-marker\">180</sup><i class=\"footnote\">Den übrigen Leidtragenden im Orte, sodaß die ersten Tage ausfallen.</i>, und wenn aus einem fernen Orte, so zähle er sie besonders; wenn aber später, so zähle er sie besonders, auch wenn er aus einem nahen Orte kommt. R. Šimo͑n sagt, wenn aus einem nahen Orte, so zähle er mit ihnen, selbst wenn er erst am siebenten Tage kommt.",
"Der Meister sagte: Wenn er innerhalb der ersten drei Tage aus einem nahen Orte kommt, so zähle er mit ihnen. R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Nur wenn der Familienälteste im Hause ist.",
"Sie fragten:"
],
[
"Wie ist es, wenn sich der Familienälteste auf den Begräbnisplatz begeben hat? –",
"Komm und höre: R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Selbst wenn der Familienälteste sich auf den Begräbnisplatz begeben hat, zähle er mit ihnen. – Wieso mit ihnen, es wird ja gelehrt, er zähle besonders!? –",
"Das ist kein Einwand; das eine, wenn er innerhalb der drei Tage kommt, und das andere, wenn er nicht innerhalb der drei Tage kommt. So sprach Rabh zu den Çelponiten: Die innerhalb der drei Tage gekommen sind, zählen sie mit euch, die nicht innerhalb der drei Tage gekommen sind, zählen sie besonders.",
"Raba sprach zu den Leuten von Maḥoza: Ihr, die ihr der Bahre nicht folgt, beginnt zu zählen von der Zeit an, da ihr vom Stadttore zurückkehrt.",
"«R. Šimo͑n sagt, wenn aus einem nahen Orte, zähle er mit ihnen, selbst wenn er erst am siebenten Tage kommt.» R. Ḥija b. Gamda sagte im Namen des R. Jose b. Saúl im Namen Rabbis: Nur wenn er noch Tröstende vorfindet.",
"R. A͑nan fragte: Wie ist es, wenn sie sich zum Aufstehen angeschickt haben, jedoch noch nicht auf gestanden sind? – Dies bleibt unentschieden.",
"Einem Genossen des R. Abba b. Ḥija, das ist R. Zera, ist es von R. Abba überliefert, und wie manche sagen, einem Genossen R. Zeras, das ist R. Abba, Sohn des R. Ḥija b. Abba, von R. Zera, daß R. Joḥanan gesagt habe, die Halakha sei wie R. Šimo͑n b. Gamliél beim Totverletzten und wie R. Šimo͑n bei der Trauer.",
"Wie R. Šimo͑n bei der Trauer, wie wir eben gesagt haben, und wie bei R. Šimo͑n b. Gamliél beim Totverletzten, denn es wird gelehrt: Ist der Darm durchlöchert und [das Loch] von einer Flüssigkeit verstopft, so ist [das Tier] brauchbar – so R. Šimo͑n b. Gamliél. –",
"Von welcher Flüssigkeit? R. Kahana erwiderte: Vom Darmschleim, der beim Drücken hervorkommt. Da sprach jemand: Möge es mir beschieden sein, dort<sup class=\"footnote-marker\">181</sup><i class=\"footnote\">Nach Palästina, der Heimat RA.s.</i>hinzukommen und diese Lehre aus dem Munde des Meisters zu hören!",
"Als er da hinkam und R. Abba, den Sohn des R. Ḥija b. Abba, traf, sprach er zu ihm: Sagte der Meister, die Halakha sei beim Totverletzten wie R. Šimo͑n b. Gamliél? Dieser erwiderte: Ich sagte, die Halakha sei nicht wie er. –",
"Ist sie wie R. Šimo͑n bei der Trauer? Dieser erwiderte: Hierüber besteht ein Streit, denn es wurde gelehrt: R. Hisda sagt, die Halakha sei wie er, ebenso sagte R. Joḥanan, die Halakha sei wie er, und R. Naḥman sagt, die Halakha sei nicht wie er.",
"Die Halakha ist nicht wie R. Šimo͑n b. Gamliél beim Totverletzten und die Halakha ist wie R. Šimo͑n bei der Trauer. Šemuél sagte nämlich, die Halakha sei bei der Trauer nach der Ansicht des Erleichternden zu entscheiden.",
"Bei jedem anderen Toten ist es lobenswert, wenn man die Bahre hinausdrängt<sup class=\"footnote-marker\">182</sup><i class=\"footnote\">Sie möglichst schnell aus dem Hause schafft.</i>, bei Vater und Mutter ist dies tadelnswert; am Vorabend des Šabbaths oder des Festtages ist es auch bei Vater und Mutter lobenswert, weil es nur zu ihrer Ehrung erfolgt.",
"Wegen [der Trauer] über jeden anderen Toten darf man, wenn man will, seine Beschäftigung einschränken und wenn man will,"
],
[
"nicht einschränken, über Vater und Mutter aber muß man sie einschränken.",
"Wegen [der Trauer] über jeden anderen Toten darf man, wenn man will, [die Schulter] entblößen<sup class=\"footnote-marker\">183</sup><i class=\"footnote\">Beim Einreißen des Gewandes.</i>, und wenn man will, nicht entblößen, über Vater und Mutter aber muß man sie entblößen.",
"Einst wollte ein Großer des Zeitalters, dem sein Vater starb, [die Schulter] entblößen, als aber ein anderer Großer mit ihm ebenfalls [die Schulter] entblößen wollte, unterließ er es<sup class=\"footnote-marker\">184</sup><i class=\"footnote\">Um nicht diesen dazu zu veranlassen.</i>und entblößte sie nicht.",
"Abajje sagte: Der Große des Zeitalters ist Rabbi, der andere Große mit ihm ist R. Ja͑qob b„ Aha. Manche sagen: Der Große des Zeitalters ist R. Ja͑qob b. Aḥa, der andere Große mit ihm ist Rabbi. –",
"Erklärlich ist es, daß er es unterlassen und [die Schulter] nicht entblößt hat, nach demjenigen, welcher sagt, der andere Große mit ihm sei Rabbi, weshalb aber unterließ er es und entblößte [die Schulter] nicht,",
"nach demjenigen, welcher sagt, es sei R. Ja͑qob b. Aha, R. Šimo͑n b. Gamliél<sup class=\"footnote-marker\">185</sup><i class=\"footnote\">Der Vater Rabbis.</i>war ja Fürst, über den alle [die Schulter] entblößen müssen!? – [Ein Einwand.]",
"[Während der Trauer] über jeden anderen Toten darf man sich das Haar nach dreißig Tagen scheren, über Vater und Mutter erst, wenn seine Genossen über ihn schelten. [Während der Trauer] über jeden anderen Toten darf man nach dreißig Tagen ein Festmahl besuchen, über Vater und Mutter erst nach zwölf Monaten.",
"Rabba b. Bar Ḥana sagte: Nur ein Geselligkeitsmahl. Man wandte ein: Ein Festmahl und ein Geselligkeitsmahl!? –",
"Dies ist ein Einwand. Amemar lehrte es wie folgt: Rabba b. Bar Ḥana sagte: Ein Geselligkeitsmahl darf man sofort besuchen. – Es wird ja aber gelehrt: Ein Festmahl nach dreißig [Tagen] und ein Geselligkeitsmahl nach dreißig [Tagen]!? –",
"Das ist kein Einwand; das eine gilt von einer Einladung und das andere gilt von einer Revanche<sup class=\"footnote-marker\">186</sup><i class=\"footnote\">Wenn man zuerst geladen wird, darf man das Festmahl nicht besuchen, wenn man sich aber zu revanchieren hat, darf man es.</i>.",
"Wegen jedes anderen Toten reiße man eine Handbreite ein, wegen eines Vaters und einer Mutter, bis man das Herz entblößt hat. R. Abahu sagte: Welcher Schriftvers deutet hierauf?<sup class=\"footnote-marker\">187</sup><i class=\"footnote\">iiSam. 1,11.</i><i>Da erfaßte David seine Kleider und zerriß sie</i>, und unter einer Handbreite heißt es kein Anfassen.",
"Wegen jedes anderen Toten braucht man, selbst wenn man zehn Gewänder anhat, nur das obere einzureißen, wegen eines Vaters und einer Mutter aber muß man sie alle einreißen; bei der Kopfhülle ist es nicht unerläßlich.",
"Dies gilt sowohl vom Manne als auch von der Frau. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, die Frau reiße zuerst das untere Gewand ein und drehe [den Riß] nach hinten, dann reiße sie das obere ein.",
"Wegen jedes anderen Toten darf man, wenn man will, die Halsöffnung teilen<sup class=\"footnote-marker\">188</sup><i class=\"footnote\">Damit man den Riß deutlich sehe.</i>, und wenn man will, nicht teilen, wegen eines Vaters und einer Mutter aber muß man sie teilen.",
"R. Jehuda sagt: Ein Riß, der nicht richtig die Halsöffnung teilt, ist nur ein Scheinriß. R. Abahu sagte: Was ist der Grund R. Jehudas? Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">189</sup><i class=\"footnote\">iiReg. 2,12.</i><i>da erfaßte er seine Kleider und zerriß sie in zwei Stücke</i>. Wenn es heißt: ‘und zerriß sie’, so weiß ich ja, daß er sie entzweireißt!? Vielmehr, sie müssen in zwei Teile durchgerissen zu sehen sein.",
"Wegen jedes anderen Toten darf man [das Gewand] nach sieben Tagen zusammenheften und nach dreißig Tagen zusammennähen; wegen eines Vaters und einer Mutter darf man es erst nach dreißig Tagen zusammenheften und niemals zusammennähen. Eine Frau darf es sofort zusammenheften, des Anstands wegen.",
"Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Wegen jedes anderen Toten darf man [das Gewand], wenn man will, mit der Hand einreißen, und wenn man will, mit einem Geräte einreißen, wegen eines Vaters und einer Mutter nur mit der Hand.",
"R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Wegen jedes anderen Toten darf man innen<sup class=\"footnote-marker\">190</sup><i class=\"footnote\">Unter innen u. außen ist nach manchen Kommentaren die Innenseite (das Futter) u. Außenseite des Gewandes zu verstehen, nach anderen dagegen innerhalb u. außerhalb des Hauses.</i>einreißen, wegen eines Vaters und einer Mutter nur außen. R. Ḥisda sagte: Dasselbe gilt auch von einem Fürsten.",
"Man wandte ein: Sie<sup class=\"footnote-marker\">191</sup><i class=\"footnote\">Die in jener Lehre genannten Personen (Lehrer, Gerichtsoberhaupt &amp;c.), derentwegen man öffentlich Trauer halten muß.</i>gleichen Vater und Mutter nur hinsichtlich des Zusammennähens.",
"Dies bezieht sich wohl auch auf einen Fürsten!? – Nein, mit Ausnahme des Fürsten.",
"Als einst der Fürst starb, sprach R. Ḥisda zu R. Ḥanan b. Raba: Stülpe den Trog um, stelle dich darauf und zeige dem Volke das Einreißen.",
"Wegen eines Gelehrten entblöße man [die Schulter] rechts, wegen eines Gerichtsoberhauptes links, und wegen eines Fürsten da und dort.",
"Die Rabbanan lehrten: Stirbt ein Gelehrter, so feiere sein Lehrhaus. Stirbt ein Gerichtsoberhaupt, so feiern alle Lehrhäuser in der Stadt, im Bethause wechsle man die Plätze: die sonst nördlich sitzen, setzen sich südlich, und die sonst südlich sitzen, setzen sich nördlich. Stirbt ein Fürst, so feiern sämtliche Lehrhäuser; im Bethause"
],
[
"lesen sieben [Personen aus der Torarolle<sup class=\"footnote-marker\">192</sup><i class=\"footnote\">Während das Gebet einzeln zuhause verrichtet wird.</i>], und man gehe fort. R. Jehošua͑ b. Qorḥa sagte: Nicht etwa fortgehen und auf der Straße umherspazieren, vielmehr muß man dasitzen und sich dem Schmerze hingeben.",
"Im Hause des Leidtragenden darf man keine Lehre und keine Agada vortragen. Man erzählt von R. Ḥanan ja b. Gamliél, daß er im Hause des Leidtragenden Lehre und Agada vor trug.",
"Die Rabbanan lehrten: In der ersten Woche gehe der Leidtragende nicht aus der Tür seines Hauses; in der zweiten darf er ausgehen, jedoch nicht auf seinem Platze sitzen; in der dritten darf er auf seinem Platze sitzen, jedoch nicht sprechen; in der vierten ist er jedem anderen Menschen gleich.",
"R. Jehuda sagte: Es braucht ja nicht gesagt zu werden, daß er in der ersten Woche aus der Tür seines Hauses nicht gehe, wo ja alle zu ihm ins Haus kommen, um ihn zu trösten; vielmehr: in der zweiten Woche gehe er nicht aus der Tür seines Hauses; in der dritten darf er ausgehen, jedoch nicht auf seinem Platze sitzen; in der vierten darf er auf seinem Platze sitzen, jedoch nicht sprechen; in der fünften ist er jedem anderen Menschen gleich.",
"Die Rabbanan lehrten: Dreißig Tage hinsichtlich der Heirat; stirbt einem seine Frau, so darf er, bevor drei Feste vorüber sind, keine andere heiraten. R. Jehuda sagt, [vor dem] ersten und zweiten Feste ist es verboten, [vor dem] dritten ist es erlaubt.",
"Hat er keine Kinder, so darf er sofort heiraten, wegen der Unterlassung der Fortpflanzung; hinterließ sie ihm kleine Kinder, so darf er sofort heiraten, wegen ihrer Versorgung.",
"Als einst Joseph, dem Priester, seine Frau starb, sprach er auf dem Begräbnisplatze zu ihrer Schwester: Geh, versorge die Kinder deiner Schwester; jedoch wohnte er ihr erst nach langer Zeit bei. – Was heißt ‘nach langer Zeit’? R. Papa erwiderte: Nach dreißig Tagen.",
"Die Rabbanan lehrten: Dreißig Tage hinsichtlich des Bleichens, sowohl bei neuen als auch bei alten Kleidern, wenn sie aus der Mangel kommen. Rabbi sagt, sie haben es nur bei neuen Kleidern verboten. R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagt, sie haben es nur bei neuen weißen Kleidern verboten.",
"Abajje ging mit einem gebleichten Mantel aus, nach Rabbi. Raba ging mit einem neuen roten römischen Hemde aus, nach R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n.",
"S<small>IE SAGTEN NÄMLICH, DER</small> Š<small>ABBATH ZÄHLE MIT, OHNE DIE</small> T<small>RAUER ABZUBRECHEN</small>. Die Judäer und die Galiläer [streiten hierüber]; die einen sagen,"
],
[
"am Šabbath gebe es eine Trauer, und die anderen sagen, am Šabbath gebe es keine Trauer.",
"Die einen sagen, am Šabbath gebe es eine Trauer, denn er lehrt ja, daß er mitzähle; die anderen sagen, am Šabbath gebe es keine Trauer, denn er lehrt ja, daß er sie nicht abbreche,",
"und wenn man sagen wollte, am Šabbath gebe es eine Trauer, so wäre es ja, wenn die Trauer sogar am Šabbath besteht, selbstverständlich, daß er sie nicht abbricht. –",
"Er lehrt ja aber, daß er mitzähle!? – Da er im Schlußsätze lehren will, [die Feste] zählen nicht mit, so lehrt er im Anfangssatze, daß dieser mitzähle. –",
"Aber gegen diejenigen, welche sagen, am Šabbath gebe es keine Trauer, [ist ja einzuwenden,] er lehrt ja, daß er sie nicht abbreche!? – Da er im Schlußsatze lehren will, [die Feste] brechen sie ab, so lehrt er im Anfangssatze, daß dieser sie nicht abbreche.",
"Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaím streiten: Wer seinen Toten vor sich liegen hat, esse in einem anderen Raume; hat er keinen anderen Raum, so esse er im Hause seines Nächsten; hat er das Haus eines Nächsten nicht [zur Verfügung], so mache er sich eine Scheidewand von zehn Handbreiten; hat er nichts, woraus eine Scheidewand zu machen, so wende er das Gesicht um und esse.",
"Er darf nicht angelehnt essen. Ferner darf er kein Fleisch essen, keinen Wein trinken, nicht den Segen sprechen, nicht den gemeinsamen Tischsegen<sup class=\"footnote-marker\">193</sup><i class=\"footnote\">Cf. Ber. Fol. 45a.</i>sprechen, auch spreche man für ihn nicht den Segen und zähle ihn beim gemeinsamen Tischsegen nicht mit. Ferner ist er vom Šema͑lesen, vom Gebete, von den Tephillin und von allen in der Tora genannten Geboten befreit.",
"Am Šabbath aber darf er angelehnt essen, Fleisch essen, Wein trinken, den Tischsegen sprechen und den gemeinsamen Tischsegen sprechen; auch darf man für ihn den Segen sprechen und ihn zum gemeinsamen Tischsegen mitzählen. Ferner ist er zum Šema͑lesen, zum Gebete (zu den Tephillin) und zu allen in der Tora genannten Geboten verpflichtet. R. Gamliél sagt, da er zu diesen [Geboten] verpflichtet ist, so ist er auch zu allen Geboten verpflichtet.",
"Hierzu sagte R. Joḥanan, sie streiten über den Beischlaf<sup class=\"footnote-marker\">194</sup><i class=\"footnote\">Nach RG. ist er am Šabbath auch zum Beischlaf verpflichtet, der am Wochentage während der Trauer verboten ist.</i>.",
"Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, am Šabbath gebe es eine Trauer, und einer ist der Ansicht, am Šabbath gebe es keine Trauer. –",
"Wieso denn, vielleicht ist der erste Tanna dieser Ansicht nur da, wo man seinen Toten vor sich liegen hat, nicht aber hierbei, wo man seinen Toten nicht vor sich liegen hat.",
"Oder aber vielleicht ist R. Gamliél dieser Ansicht nur da, weil für ihn die Trauer noch gar nicht begonnen<sup class=\"footnote-marker\">195</sup><i class=\"footnote\">Die Trauer beginnt für ihn erst nach der Bestattung.</i>hat, nicht aber hierbei, wo sie bereits begonnen hat."
],
[
"R. Joḥanan fragte Šemuél: Gibt es am Šabbath eine Trauer oder gibt es am Šabbath keine Trauer? Dieser erwiderte: Am Šabbath gibt es keine Trauer.",
"Die Jünger saßen vor R. Papa und sagten im Namen Šemuéls: Ein Leidtragender, der während seiner Trauer den Beischlaf ausgeübt hat, verdient den Tod. Da sprach er zu ihnen: Es wurde nur gelehrt, es sei verboten, und zwar wurde es im Namen R. Joḥanans gelehrt;",
"wenn ihr aber etwas im Namen Šemuéls gehört habt, so wird es folgendes sein: R. Taḥlipha b. Abimi sagte im Namen Šemuéls: Ein Leidtragender, der das Haar nicht wachsen läßt und die Kleider nicht einreißt, verdient den Tod, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">196</sup><i class=\"footnote\">Lev. 10,6.</i><i>euer Haupthaar sollt ihr nicht wachsen lassen und eure Kleider sollt ihr nicht zerreißen, und ihr werdet nicht sterben &amp;c.</i>, demnach macht sich jeder andere<sup class=\"footnote-marker\">197</sup><i class=\"footnote\">Der Leidtragender u. nicht Priester ist.</i>, der das Haar nicht wachsen läßt und die Kleider nicht einreißt, des Todes schuldig.",
"Raphram b. Papa sagte: Im großen Traktate von der Trauer<sup class=\"footnote-marker\">198</sup><i class=\"footnote\">Als Ggs. zum sog. ‘kleinen Traktate von der Trauer’, der wohl ein Auszug aus diesem ist. Wohl kaum identisch mit dem unter den apokryphen, sog. kleinen Traktaten enthaltenen euphemistisch benannten <span dir=\"rtl\">מסכת שמחות</span> (Tr. von den Freuden), da in diesem die im Talmud vorkommenden Zitate nicht zu finden sind.</i>wird gelehrt, der Leidtragende dürfe während seiner Trauer den Beischlaf nicht ausüben. Einst übte jemand während seiner Trauer den Beischlaf aus, und Schweine schleppten seinen Körper<sup class=\"footnote-marker\">199</sup><i class=\"footnote\">Das im Texte gebrauchte Wort heißt auch männliches Glied.</i>umher.",
"",
"Šemuél sagte: Das Entblößen<sup class=\"footnote-marker\">200</sup><i class=\"footnote\">Das dem Leidtragenden am Wochentage verboten ist.</i>des Hauptes, das Umdrehen des Risses nach hinten und das Aufstellen des Bettes sind [am Šabbath] Pflicht; das Anziehen der Sandalen, der Beischlaf und das Waschen von Händen und Füßen in warmem Wasser ist freigestellt. Rabh aber sagte, auch das Entblößen des Hauptes sei freigestellt. –",
"Das Anziehen der Sandalen ist wohl nach Šemuél deshalb freigestellt, weil nicht jeder Schuhe<sup class=\"footnote-marker\">201</sup><i class=\"footnote\">Somit ist hieraus nicht zu ersehen, daß er Leidtragender ist.</i>trägt, demnach sollte dies auch vom Entblößen des Hauptes gelten, da nicht jeder mit bloßem Haupte geht!? –",
"Šemuél vertritt hierin seine Ansicht, denn Šemuél sagte: Das Einreißen, das nicht bei der Erregung erfolgt, ist kein Einreißen; und das Einhüllen, das nicht auf arabische Weise erfolgt, ist kein Einhüllen. R. Naḥman zeigte: bis zu den Kinngrübchen<sup class=\"footnote-marker\">202</sup><i class=\"footnote\">Im Texte: Bartgrübchen.</i>.",
"R. Ja͑qob sagte im Namen R. Joḥanans: Dies nur, wenn er keine Schuhe anhat, wenn er aber Schuhe anhat, so ist es<sup class=\"footnote-marker\">203</sup><i class=\"footnote\">Daß er am Sabbath keine Trauer hält.</i>schon hieraus zu ersehen.",
"«Das Einreißen, das nicht bei der Erregung erfolgt, ist kein Einreißen.» Aber als man Šemuél erzäh1te<sup class=\"footnote-marker\">204</sup><i class=\"footnote\">Er war also nicht mehr erregt.</i>, Rabh sei gestorben, zerriß er ja über ihn zwölf Gewänder und sprach: Ein Mann, den ich fürchtete<sup class=\"footnote-marker\">205</sup><i class=\"footnote\">Wegen seiner Gelehrsamkeit.</i>, ist dahingegangen! Und als man R. Joḥanan erzählte, R. Ḥanina sei gestorben, zerriß er ja über ihn dreizehn feine wollene Gewänder und sprach: Ein Mann, den ich fürchtete, ist dahingegangen! –",
"Anders ist es bei Gelehrten: da jederzeit ihre Lehren genannt werden, so gleicht es stets der Stunde der Erregung.",
"Rabin b. Ada sprach zu Raba: Dein Schüler R. A͑mram sagte eine Lehre: Der Leidtragende muß während der sieben Tage den Riß vorn haben, und wenn er [das Gewand] wechseln will, so wechsle er und reiße es<sup class=\"footnote-marker\">206</sup><i class=\"footnote\">Obgleich dies später u. nicht bei der ersten Erregung erfolgt.</i>ein; am Šabbath muß er den Riß hinten haben, und wenn er [das Gewand] wechseln will, so wechsle er und reiße es nicht ein. –",
"Diese Lehre spricht von der Ehrung von Vater und Mutter<sup class=\"footnote-marker\">207</sup><i class=\"footnote\">Derentwegen das Einreißen jederzeit zu erfolgen hat.</i>.",
"Dürfen die Risse zusammengenäht werden oder dürfen sie nicht zusammengenäht werden? – Hierüber streiten der Vater R. Oša͑jas und Bar Qappara; einer sagt, sie dürfen nicht zusammengenäht werden, und einer sagt, sie dürfen zusammengenäht werden.",
"Es ist zu beweisen, daß der Vater R. Oša͑jas es ist, welcher sagt, sie dürfen nicht zusammengenäht werden. R. Oša͑ja sagte, sie dürfen nicht zusammengenäht werden, und dies wird er wohl von seinem Vater gehört haben. – Nein, er hörte es von seinem Lehrer Bar Qappara.",
"Raba sagte: Der Leidtragende darf zuhause in einem Ärmelkittel umhergehen. Abajje traf R. Joseph in seinem Zimmer mit einem Sudarium auf dem Haupte umhergehen; da sprach er zu ihm: Ist denn der Meister nicht der Ansicht, am Šabbath gebe es keine Trauer!? Dieser erwiderte: Folgendes sagte R. Joḥanan: heimliche Dinge halte man.",
"R. E<small>LIÉZER SAGTE</small>: S<small>EITDEM DER</small> T<small>EMPEL ZERSTÖRT WORDEN IST, GLEICHT DAS</small> W<small>OCHENFEST DEM ŠABBATH &amp;C</small>. R. Gidel b. Menas ja sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Gamliél.",
"Manche beziehen die Lehre des R. Gidel b. Menas ja auf das folgende: Ein Kind bis zu dreißig Tagen ist am Busen hinauszutragen und durch eine Frau und zwei Männer zu begraben, nicht aber durch einen Mann und zwei Frauen;"
],
[
"Abba Saúl sagt, auch durch einen Mann und zwei Frauen. Ferner stelle man sich wegen eines solchen nicht in einer Reihe auf, spreche über es nicht den Trauersegen und richte keine Trostworte an die Leidtragenden.",
"Ein dreißig [Tage] altes Kind ist in einem Sarge hinauszutragen. R. Jehuda sagte: Nicht etwa in einem Sarge, den man auf der Schulter trägt, sondern den man an Trägem trägt. Ferner muß man sich seinetwegen in einer Reihe auf stellen, den Trauersegen sprechen und Trostworte an die Leidtragenden richten.",
"Eines von zwölf Monaten ist auf einer Bahre hinauszutragen. R. A͑qiba sagte: Wenn es ein Jahr alt und wie ein zweijähriges entwickelt ist oder zwei Jahre alt und wie ein einjähriges entwickelt ist, so ist es auf einer Bahre hinauszutragen.",
"R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Wird es auf eine Bahre hinausgetragen, so jammere das Publikum über es, wird es nicht auf einer Bahre hinausgetragen, so jammere das Publikum nicht über es. R. Elea͑zar b. A͑zarja sagte: Kannte es<sup class=\"footnote-marker\">208</sup><i class=\"footnote\">Wenn er bereits das Haus zu verlassen pflegte.</i>das Publikum, so befasse sich das Publikum mit ihm, kannte es das Publikum nicht, so befasse das Publikum sich mit ihm nicht. –",
"Wie verhält es sich mit solchen hinsichtlich der Totenklage? R. Meír sagte im Namen R. Jišma͑éls: [Kinder] Armer<sup class=\"footnote-marker\">209</sup><i class=\"footnote\">Die auch sonst nichts haben u. den Schmerz mehr empfinden.</i>mit drei und Reicher mit fünf Jahren. R. Jehuda sagte in dessen Namen: [Kinder] Armer mit fünf und Reicher mit sechs Jahren. Kinder alter Leute gleichen Kindern Armer.",
"Hierzu sagte R. Gidel b. Menasja im Namen Rabhs, die Halakha sei wie R. Jehuda im Namen R. Jišma͑éls.",
"R. A͑nani b. Sason trug an der Pforte des Fürsten vor: Ein Tag vor dem Wochenfeste und das Wochenfest ergeben vierzehn<sup class=\"footnote-marker\">210</sup><i class=\"footnote\">Hinsichtlich der Trauer; der Tag vor dem Feste gilt als ganze Woche (cf. supra Fol. 20a) u. das W. gilt, obgleich es nur einen Tag währt, ebenfalls als volle Woche.</i>Tage. Als R. Ami dies hörte, ärgerte er sich darüber und sprach: Ist es denn seines: R. Elea͑zar sagte es ja im Namen R. Oša͑jas!?",
"R. Jiçḥaq der Schmied trug an der Pforte des Exilarchen vor: Ein Tag vor dem Wochenfeste und das Wochenfest ergeben vierzehn Tage. Als R. Šešeth dies hörte, ärgerte er sich und sprach: Ist es denn seines, R. Elea͑zar sagte es ja im Namen R. Oša͑jas!?",
"R. Elea͑zar sagte nämlich im Namen R. Oša͑jas: Woher, daß [das Festopfer] des Wochenfestes sieben Tage nachgeholt werden kann? Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">211</sup><i class=\"footnote\">Dt. 16,16.</i><i>am Pesaḥfeste und am Wochenfeste,</i> wie es am Pesaḥfeste während aller sieben Tage nachgeholt werden kann, ebenso kann es am Wochenfeste sieben Tage nachgeholt werden.",
"R. Papa führte R. Ivja den Greis umher und trug ihm vor: Ein Tag vor dem Neujahrsfeste und das Neujahrsfest ergeben vierzehn Tage. Rabina sagte: Demnach ergeben ein Tag vor dem Hüttenfeste, das Hüttenfest und der achte desselben zusammen einundzwanzig Tage.",
"Rabina kam einst nach Sura am Euphrat und R. Ḥahiba aus Sura am Euphrat fragte ihn: Sagte der Meister, ein Tag vor dem Neujahrsfeste und das Neujahrsfest ergeben vierzehn Tage? Dieser erwiderte: Ich sagte nur, die Ansicht R. Gamliéls<sup class=\"footnote-marker\">212</sup><i class=\"footnote\">Daß bezüglich der Trauer das Neujahrsfest den übrigen Festen gleiche; cf. supra Fol. 19a.</i>sei einleuchtend.",
"<b>N</b><small>UR DIE</small> A<small>NGEHÖRIGEN DES</small> V<small>ERSTORBENEN REISSEN</small> [<small>AM</small> H<small>ALBFESTE DIE</small> K<small>LEIDER</small>]<small> EIN, ENTBLÖSSEN</small> [<small>DIE</small> S<small>CHULTER</small>]<small> UND NEHMEN DAS</small> T<small>RAUERMAHL</small><sup class=\"footnote-marker\">213</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. Erfrischung, Kräftigung, Labung. Dem Leidtragenden wurde bei seiner Rückkehr von der Beerdigung ein Mahl bereitet, woran auch das Trauer gefolge teilnahm; unter Verwendung des gleichen Ausdruckes kommt diese Sitte schon iiSam. 3,35 vor.</i><small>EIN</small>. <sup>vii,1</sup> D<small>AS</small> T<small>RAUERMAHL IST NUR AUF EINEM AUFGERICHTETEN</small> R<small>UHEBETT EINZUNEHMEN.</small>"
],
[
"GEMARA. Auch über einen Gelehrten, es wird ja aber gelehrt: Stirbt Verwandter’,",
"wie kommst du darauf!? Sage vielmehr: jeder gleicht seinem Verwandten; jeder muß über ihn [das Gewand] einreißen, jeder muß [die Schulter] entblößen und jeder muß mit ihm das Trauermahl auf dem Stadtplatze einnehmen!? – In dem Falle, wenn es kein Gelehrter ist. –",
"Wenn er aber ein frommer Mann war, ist man ja dazu verpflichtet!? Es wird nämlich gelehrt: Weshalb sterben einem Söhne und Töchter in ihrer Jugend? Damit er über den Tod eines frommen Mannes weine und trauere. –",
"‘Weine und trauere’, nimmt man etwa von ihm ein Pfand!? – Vielmehr, weil er über den Tod eines frommen Mannes nicht geweint und getrauert hat. Dem aber, der über den Tod eines frommen Mannes weint und trauert, vergibt man all seine Sünden, wegen der Ehrung, die er ihm erwiesen hat. – Wenn es kein frommer Mann ist. –",
"Wenn man aber bei der Agonie zugegen war, ist man ja dazu verpflichtet!? Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Wer bei der Agonie des Sterbenden zugegen war, ist zum Einreißen verpflichtet. Dies ist ebenso, als [sähe man] eine Torarolle verbrennen, worüber man zum Einreißen verpflichtet ist. –",
"Wenn man bei der Agonie nicht zugegen war.",
"Als die Seele R. Saphras zur Ruhe einkehrte, rissen die Jünger über ihn das Gewand nicht ein, indem sie sagten, sie hätten von ihm nichts gelernt. Da sprach Abajje zu ihnen: Heißt es etwa: wenn ein Lehrer stirbt, es heißt ja: wenn ein Gelehrter stirbt!? Außerdem sind ja im Lehrhause seine Lehren täglich in unserem Munde.",
"Als sie dann glaubten, man belasse es beim Geschehenen, sprach Abajje zu ihnen: wir haben gelernt: Wenn ein Gelehrter stirbt, so ist man, solange man sich mit der Trauer befaßt, zum Einreißen verpflichtet. Darauf wollten sie sofort<sup class=\"footnote-marker\">214</sup><i class=\"footnote\">Ohne eine Trauerfeier abzuhalten.</i>einreißen; da sprach Abajje zu ihnen: Es wird gelehrt: Die Ehrung des Gelehrten besteht in der Trauerfeier.",
"Als die Seele R. Honas zur Ruhe einkehrte, wollte man eine Torarolle auf sein Bett legen; da sprach R. Ḥisda zu ihnen: Sollte man jetzt mit ihm gegen seine Ansicht bei Lebzeiten verfahren!? R. Taḥlipha erzählte nämlich, er habe gesehen, wie R. Hona, als er sich auf ein Bett setzen wollte, auf dem eine Torarolle lag, einen Krug umstülpte und auf diesen die Torarolle legte. Demnach war er der Ansicht, es sei verboten, auf einem Bette zu sitzen, auf dem eine Torarolle liegt.",
"Als sie darauf, da das Bett durch die Tür nicht ging, es über Dächer herausholen wollten, sprach R. Ḥisda zu ihnen: Es ist mir von ihm überliefert, daß es zur Ehrung des Gelehrten gehört, durch die Tür getragen zu werden.",
"Hierauf wollten sie ihn aus diesem Bette in ein anderes legen; da sprach R. Ḥisda zu ihnen: Es ist mir von ihm überliefert, daß es zur Ehrung des Gelehrten gehört, im selben Bette [getragen zu werden]. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs: Woher, daß es zur Ehrung des Gelehrten gehört, im selben Bette [getragen zu werden]? Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">215</sup><i class=\"footnote\">iiSam. 6,3.</i><i>und sie luden die Bundeslade Gottes auf einen neuen Wagen</i><sup class=\"footnote-marker\">216</sup><i class=\"footnote\">Auf dem sie beim weiteren Transporte auch verblieb.</i>. Darauf erweiterten sie die Türöffnung und trugen ihn hinaus.",
"Da begann R. Abba und sprach über ihn: Unser Meister war würdig, daß die Göttlichkeit auf ihm ruhe, nur hat Babylonien dies<sup class=\"footnote-marker\">217</sup><i class=\"footnote\">Daß dies unterblieben ist.</i>verschuldet.",
"R. Naḥman b. Hisda, manche sagen, R. Ḥanan b. Ḥisda wandte ein:<sup class=\"footnote-marker\">218</sup><i class=\"footnote\">Ez. 1,3.</i><i>Da erging das Wort des Herrn an Jeḥezqel, den Sohn Buzis, den Priester, im Lande Kasdim</i>!?",
"Da klapste ihn sein Vater mit seiner Sandale und sprach: Habe ich dir etwa nicht gesagt, daß du die Welt nicht behelligen sollst: ‘erging’ heißt: es erging einmal<sup class=\"footnote-marker\">219</sup><i class=\"footnote\">Dh. vor langer Zeit, jetzt nicht mehr. Nach anderer Erklärung: als er noch in Palästina war.</i>.",
"Als man ihn [nach Palästina] hin auf brachte, berichtete man R. Ami und R. Asi, R. Hona komme. Da sprachen sie: Als wir dort waren, konnten wir vor ihm den Kopf nicht erheben, jetzt, wo wir hier sind, folgt er uns.",
"Man erwiderte ihnen: Sein Sarg kommt. R. Ami und R. Asi gingen ihm entgegen, R. Ila und R. Ḥanina gingen ihm nicht entgegen. Manche sagen, R. Ila ging ihm entgegen, R. Ḥanina ging ihm nicht entgegen. –",
"Was war der Grund desjenigen, der ihm entgegenging? – Es wird gelehrt: Wenn ein Sarg von Ort zu Ort geführt wird, so stelle man sich in einer Reihe auf, spreche über ihn den Trauersegen und Trostworte an die Leidtragenden. – Was war der Grund desjenigen, der ihm nicht entgegenging? – Es wird gelehrt: Wenn ein Sarg von Ort zu Ort geführt wird, so braucht man nicht sich in einer Reihe aufzustellen, den Trauersegen zu sprechen und Trostworte an die Leidenden zu richten. –",
"[Die Lehren] widersprechen ja einander!? – Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn der Leichnam noch erhalten ist, das andere, wenn der Leichnam nicht mehr erhalten ist. – Der Leichnam R. Honas war ja noch erhalten, weswegen ist [der eine] ihm nicht entgegengegangen? – Man hatte es ihm nicht gesagt.",
"Hierauf berieten sie, wo man ihn lege. R. Hona<sup class=\"footnote-marker\">220</sup><i class=\"footnote\">Handschriften haben hier den Zusatz: da beschlossen sie, ihn neben R. Ḥija zu legen.</i>verbreitete die Tora in Jisraél und R. Ḥija verbreitete die Tora in Jisraél. –",
"Wer soll ihn [in die Gruft] bringen? Da sprach R. Ḥaga: Ich bringe ihn hinein; ich habe mit achtzehn Jahren den ganzen Talmud beendet, habe nie Pollution gehabt, auch habe ich bei ihm famuliert und ich kenne seine Werke. Einst drehte sich ihm der Riemen der Tephillin um, und er verweilte dieserhalb vierzig Tage im Fasten.",
"Als er ihn [in die Gruft] brachte, lagen Jehuda rechts und Ḥizqija links von ihrem Vater [R. Ḥija]. Da sprach Jehuda zu Ḥizqija: Steh auf von deinem Platze, es ist nicht schicklich [zu liegen], wo R. Hona draußen ist. Als dieser aufstand, erhob sich mit ihm eine Feuersäule, und R. Ḥaga bemerkte dies und erschrak; da stellte er den Sarg vor und ging hinaus. Und weil er den Sarg R. Honas vorgestellt hatte, passierte ihm nichts.",
"Als die Seele R. Ḥisdas zur Ruhe einkehrte, wollte man eine Torarolle auf sein Bett legen, da sprach R. Jiçḥaq zu ihnen: Sollte man mit ihm gegen die Ansicht seines Lehrers verfahren!?",
"Sie glaubten, den Riß nicht zusammenheften zu dürfen; da sprach R. Jiçḥaq b. Ami zu ihnen: Sobald man das Gesicht von der Bahre des Gelehrten abgewendet hat, darf man den Riß zusammenheften.",
"Als die Seelen des Rabba b. Hona und des R. Hamnuna zur Ruhe einkehrten, führte man sie nach dort<sup class=\"footnote-marker\">221</sup><i class=\"footnote\">Nach Palästina.</i>"
],
[
"und als sie an eine Brücke herankamen, blieben die Kamele stehen. Da fragte ein Araber: Was hat dies zu bedeuten? Man erwiderte ihm: Die Gelehrten<sup class=\"footnote-marker\">222</sup><i class=\"footnote\">Die beiden Verstorbenen.</i>erweisen einander Ehrerbietung; einer sagt: Meister, geh du voran, und der andere sagt: Meister, gehe du voran. Jener sprach: Nach [meinem] Urteile gehe Rabba b. Hona<sup class=\"footnote-marker\">223</sup><i class=\"footnote\">Da auch sein Vater als Gelehrter genannt wird.</i>voran. Hierauf schritt das Kamel des Rabba b. Hona voran, und jenem Araber fielen die Back- und Vorderzähne aus.",
"Alsdann sprach ein Jüngling über sie: Ein Sproß von Ehrwürdigen kam aus Babel, das Buch des Krieges<sup class=\"footnote-marker\">224</sup><i class=\"footnote\">Wohl die Tora, worüber die Gelehrten stritten; viell. aber Anspielung auf den Streit mit R. Hamnuna.</i>mit sich führend. Pelikan und Meerkatze haben sich verbunden, Verderben und Unglück anzusehen, das aus Šinea͑r gekommen. Er zürnte über seine Welt, raubte ihr Seelen, und wie eine junge Braut freute er sich mit ihnen. Es jubelt und freut sich, der auf den Wolken reitet, wenn die Seele eines Unschuldigen und Frommen zu ihm kommt.",
"Als die Seele Rabinas zur Ruhe einkehrte, sprach ein Trauerredner über ihn: Das Haupt schütteln die Palmen über den einer Palme gleichenden Frommen; wollen wir Nächte wie Tage [in Trauer] verbringen [über den, der Nächte zu Tagen machte.]",
"R. Aši fragte Bar Qipoq<sup class=\"footnote-marker\">225</sup><i class=\"footnote\">Name eines Trauerredners.</i>: Was wirst du an jenem Tage<sup class=\"footnote-marker\">226</sup><i class=\"footnote\">An dem ich sterben werde.</i>sprechen? Dieser erwiderte: Wenn die Zedern die Flamme erfaßt, was vermag der Isop an der Wand? Ist der Levjathan von der Angel geholt, was sollen nun die Fischlein im Sumpfe? Wenn in dem reißenden Strome die Angel waltet, was vermag das Grubengewässer!?",
"Da sprach Bar Abin<sup class=\"footnote-marker\">225</sup><i class=\"footnote\">Name eines Trauerredners.</i>zu ihm: Ich würde, behüte und bewahre, den Frommen gegenüber [die Worte] ‘Feuer’ und ‘Angel’ nicht gebrauchen! – Was würdest du sprechen? – Ich würde sagen: Beweinet die Leidtragenden und nicht den Dahingeschiedenen; er zur Ruhe, wir aber in Betrübnis.",
"Da grämte sich [R. Aši] über sie, und die Füße wurden ihnen verdreht. An jenem Tage kamen sie ihn nicht betrauern. Das ist es, was R. Aši sagte: Weder Bar Qipoq kann die Ḥaliça vollziehen, noch kann dies Bar Abin<sup class=\"footnote-marker\">227</sup><i class=\"footnote\">Bei diesem Akte muß die Frau dem Manne die Sandale vom Fuße abnehmen, während diese gebrochene Beine hatten.</i>.",
"Einst sprach Raba, als er am Tigris ging, zu Bar Abin: Sage etwas. Da stellte er sich hin und sprach: Die Mehrheit des Dritten<sup class=\"footnote-marker\">228</sup><i class=\"footnote\">Jisraéls (cf. Jes. 19,24), womit er Raba meinte, der am Wasser stand.</i>im Wasser; denke und erbarme dich unser. Wir irrten uns ab von dir, wie eine Frau von ihrem Manne; verlaß uns nicht beim Zeichen des bittren Wassers<sup class=\"footnote-marker\">229</sup><i class=\"footnote\">Cf. Num. 5,18.</i>.",
"",
"R. Ḥanin war der Schwiegersohn des Fürsten und er hatte keine Kinder; da flehte er um Erbarmen und bekam einen Sohn, und an dem Tage, an dem er ihn bekam, starb er. Da sprach ein Trauerredner über ihn: Die Festlichkeit wurde in Trauer verwandelt, Jubel und Kummer traten zusammen, zur Zeit seiner Freude seufzte er, zur Zeit der Begnadigung verlor er seinen Gnader<sup class=\"footnote-marker\">230</sup><i class=\"footnote\">Übersetzung des Namens Hanin.</i>. Da benannten sie [das Kind] nach ihm Ḥanin.",
"Als die Seele R. Joḥanans zur Ruhe einkehrte, sprach R. Jiçḥaq b. Elea͑zar über ihn: Schwer ist dieser Tag für Jisraél, wie der Tag, an dem die Sonne mittags untergeht. Es heißt nämlich :<sup class=\"footnote-marker\">231</sup><i class=\"footnote\">Am. 8,9.</i><i>an diesem Tage werde ich die Sonne mittags untergehen lassen</i>, und hierzu sagte R. Joḥanan, damit sei der Todestag Jošijahus gemeint.",
"Als die Seele R. Joḥanans zur Ruhe einkehrte, hielt R. Ami die siebentägige und dreißigtägige Trauer. Da sprach R. Abba, Sohn des R. Ḥija b. Abba: R. Ami tat dies nur für sich, denn folgendes sagte R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans: Selbst über einen Lehrer, der ihn Weisheit lehrte, sitze<sup class=\"footnote-marker\">232</sup><i class=\"footnote\">Während der 7 Trauertage muß der Leidtragende auf der Erde sitzen.</i>man nur einen Tag.",
"Als die Seele R. Zeras zur Ruhe einkehrte, sprach ein Trauerredner über ihn: Das Land Šinea͑r war schwanger und gebar, das Land der Pracht<sup class=\"footnote-marker\">233</sup><i class=\"footnote\">Benennung Palästinas; cf. Ez. 20,6.</i>zog seinen Liebling groß; wehe ihm, spricht Raqqath<sup class=\"footnote-marker\">234</sup><i class=\"footnote\">Das spätere Tiberias; cf. Meg. Fol. 5b.</i>, daß es sein köstliches Gerät verloren hat.",
"Als die Seele R. Abahus zur Ruhe einkehrte, vergossen die Säulen von Cäsarea Tränen<sup class=\"footnote-marker\">235</sup><i class=\"footnote\">So besser nach Handschriften: wie hier <span dir=\"rtl\">מיא</span> dürfte ebenso in folgendem Passus <span dir=\"rtl\">דמא</span> aus <span dir=\"rtl\">דמעי</span> od. <span dir=\"rtl\">דמעא</span> verderbt sein.</i>. Als R. Jose [starb], floß Blut in den Rinnen von Sepphoris. Als R. Ja͑qob [starb], sah man die Sterne am Tage. Als R. Aši [starb], wurden alle Bäume entwurzelt. Als R. Ḥija [starb], fielen Feuerschollen vom Himmel. Als R. Menaḥem b. Jose [starb], wurden alle Figuren wie die Glättsteine plattgedrückt.",
"Als R. Tanḥum b. Ḥija [starb], wurden alle Statuen zerschlagen. Als R. Eljašib [starb], wurden in Nehardea͑ siebzig Einbrüche<sup class=\"footnote-marker\">236</sup><i class=\"footnote\">Während er lebte, kamen solche nicht vor.</i>verübt. Als R. Hamuna [starb], fielen Hagelschollen vom Himmel. Als Rabba und R. Joseph [starben], stießen die Ufer des Euphrat an einander. Als Abajje und Raba [starben], stießen die Ufer des Tigris an einander. Als die Seele des R. Mešaršeja zur Ruhe einkehrte, trugen die Dattelpalmen Disteln.",
"Die Rabbanan lehrten:"
],
[
"In folgenden Fällen darf der Riß nicht zusammengenäht werden: wenn man das Gewand einreißt über seinen Vater, seine Mutter, seinen Lehrer, der ihn die Tora lehrte, einen Fürsten oder ein Gerichtsoberhaupt, über böse Nachrichten, über die Gotteslästerung, über das Verbrennen einer Torarolle, über [die Zerstörung] judaischer Städte, des Tempels und Jerušalems. Man reiße [das Gewand] ein wegen [der Zerstörung] des Tempels und erweitere [den Riß] wegen der Jerušalems. –",
"Woher dies von Vater, Mutter und Lehrer, der ihn die Tora lehrte? – Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">237</sup><i class=\"footnote\">iiReg. 2,12.</i><i>als Eliša͑ das sah, schrie er: Vater, Vater, du Jisraéls Wagen und. Reiter</i>. ‘Vater, Vater’ deutet auf Vater und Mutter, ‘Jisraéls Wagen und Reiter’ deutet auf einen Lehrer, der ihn die Tora lehrte. –",
"Wieso ist dies hieraus erwiesen? – Nach der Paraphrase R. Josephs: Meister, Meister, der du durch dein Gebet für Jisraél besser warst als Wagen und Reiter. –",
"Woher, daß [der Riß] nicht zusammengenäht werden dürfe? – Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">237</sup><i class=\"footnote\">iiReg. 2,12.</i><i>da erfaßte er seine Kleider und zerriß sie in zwei Stücke</i>. Wenn es heißt: ‘und zerriß sie’, so weiß ich ja, daß er sie entzweiriß!? Vielmehr lehrt dies, daß es für immer entzweigerissen bleiben müsse.",
"Reš Laqiš sprach zu R. Joḥanan: Elijahu lebt ja noch!? Dieser erwiderte: Da es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">237</sup><i class=\"footnote\">iiReg. 2,12.</i><i>und er sah ihn nicht mehr</i>, so galt er für ihn als tot. –",
"Woher dies von Fürsten, Gerichtsoberhäupten und bösen Nachrichten? – Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">238</sup><i class=\"footnote\">iiSam. 1,11.</i><i>da erfaßte David seine Kleider und zerriß sie, desgleichen alle Männer seiner Umgebung, und sie trauerten, weinten und fasteten bis zum Abend um Šaúl und seinen Sohn Jonathan und um das Volk des Herrn und um das Haus Jisraél, weil sie durchs Schwert gefallen waren</i>.",
"Von Šaúl ist es hinsichtlich des Fürsten, von Jonathan hinsichtlich des Gerichtsoberhauptes und vom Volke des Herrn und dem Hause Jisraél hinsichtlich böser Nachrichten zu entnehmen.",
"Rabh b. Šaba sprach zu R. Kahana: Vielleicht nur dann, wenn alles zusammen!? Dieser erwiderte: [Die Wiederholung des Wortes] <i>um</i> trennt [die einzelnen Ereignisse]. –",
"Muß man denn wegen böser Nachrichten [das Gewand] einreißen, als man Šemuél erzählte, der König Sapor habe zwölftausend Juden getötet, riß er das Gewand nicht ein!? – Sie sagten es nur von der Mehrheit des Volkes, wie bei jenem Ereignisse<sup class=\"footnote-marker\">239</sup><i class=\"footnote\">In der angezogenen Schriftstelle, wo es sich um eine Niederlage des ganzen Volkes handelte.</i>. –",
"Aber tötete denn der König Sapor Juden, er sagte ja einst zu Šemuél: Möge es mir [zugute] kommen, daß ich nie einen Juden getötet habe!? – In jenem Falle hatten sie es selbst verschuldet. R. Ami erzählte nämlich, durch das Geräusch der Harfen<sup class=\"footnote-marker\">240</sup><i class=\"footnote\">Der musikalischen Veranstaltungen bei ihrer Empörung gegen die pers. Regierung.</i>an der Furt zu Cäsarea platzten die Mauern von Laodicea. –",
"Woher dies von der Gotteslästerung? – Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">241</sup><i class=\"footnote\">iiReg. 18,37.</i><i>darauf kamen Eljaqim, der Sohn Ḥilqijas, der dem Palast Vorstand, und Šebna der Schreiber, und Joáḥ, der Sohn Asaphs, der Kanzler, mit zerrissenen Kleidern zu Ḥizqijahu.</i>",
"Die Rabbanan lehrten: Sowohl der Hörende, als auch der vom Hörenden Hörende muß das Gewand einreißen; die Zeugen aber brauchen nicht einzureißen, da sie bereits beim Hören eingerissen haben. –",
"Was nützt denn das, was sie beim Hören getan haben, sie hören es ja auch jetzt!? – Es leuchtet nicht<sup class=\"footnote-marker\">242</sup><i class=\"footnote\">Daß sie wiederum einreißen.</i>ein, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">243</sup><i class=\"footnote\">iiReg. 19,1.</i><i>und als der König Ḥizqijahu das hörte, zerriß er seine Kleider</i>; nur der König zerriß seine Kleider, jene aber zerrissen [die Kleider] nicht. –",
"Woher, daß der Riß nicht zusammengenäht werden darf? – Dies ist durch das auch bei David gebrauchte [Wort] <i>zerriß</i> zu entnehmen. –",
"Woher dies von einer Torarolle, die verbrannt wird? – Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">244</sup><i class=\"footnote\">Jer. 36,23.</i><i>und als Jehudi drei oder vier Sätze vorgelesen hatte, zerschnitt jener sie mit dem Federmesser und warf sie in das Feuer auf dem Kohlenbecken &amp;c.</i> – Was sind es für drei oder vier Sätze? –",
"Sie erzählten Jehojaqim, Jirmeja habe ein Buch mit Klageliedern geschrieben, und er fragte sie, was darin geschrieben stehe. –<sup class=\"footnote-marker\">245</sup><i class=\"footnote\">Thr. 1,1.</i><i>Ach wie einsam liegt</i>. Dieser sprach: Ich bin König. Sie erwiderten :<sup class=\"footnote-marker\">246</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 2.</i><i>Sie weint und weint in der Nacht</i>. – Ich bin König. – <sup class=\"footnote-marker\">247</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 3.</i><i>Ausgewandert ist Jehuda vor Elend</i>. – Ich bin König. –<sup class=\"footnote-marker\">248</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 4.</i><i>Die Wege nach Çijon trauern</i>. – Ich bin König. –",
"<sup class=\"footnote-marker\">249</sup><i class=\"footnote\">Ib.V.5.</i><i>Ihre Bedränger sind zu Häuptern</i><sup class=\"footnote-marker\">250</sup><i class=\"footnote\">Dh, nicht du bist mehr der König.</i><i>geworden</i>. Hierauf fragte er: Wer sagte dies? –<sup class=\"footnote-marker\">251</sup><i class=\"footnote\">Jer. 36,24.</i><i>Um der Menge ihrer Sünden willen</i>. Da schnitt er sofort die darin befindlichen Gottesnamen aus und verbrannte sie im Feuer. Deshalb heißt es: <sup class=\"footnote-marker\">251</sup><i class=\"footnote\">Jer. 36,24.</i><i>sie erschraken aber nicht, noch zerrissen sie ihre Kleider</i>, wonach sie ihre Kleider zerreißen sollten.",
"R. Papa sprach zu Abajje: Vielleicht nur wegen der bösen Nachrichten!? Dieser erwiderte: Gab es denn damals schon böse Nachrichten!?",
"R. Helbo sagte im Namen R. Honas: Wer eine Torarolle zerreißen sieht, muß zweimal [das Gewand] einreißen, einmal wegen des Pergamentes und einmal wegen der Schrift, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">252</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 27.</i><i>nachdem der König die Rolle und die Worte verbrannt hatte</i>.",
"R. Abba und R. Hona b. Ḥija saßen einst beisammen, und als R. Abba, da<sup class=\"footnote-marker\">253</sup><i class=\"footnote\">So richtig nach Handschriften u. anderen Texten.</i>er austreten wollte, seine Tephillin aufs Kissen legte, kam ein Strauß und wollte sie wegschnappen.",
"Da sprach er: Jetzt könnte ich zweimal einzureißen verpflichtet sein. Jener fragte: Wie kommst du dazu? Mir selbst passierte so etwas, und ich wandte mich an R. Mathna, und er wußte es nicht, darauf wandte ich mich an R. Jehuda, und er sprach zu mir: Folgendes sagte Šemuél: nur wenn es gewaltsam erfolgt, wie bei jenem Ereignisse.",
"Woher dies von [der Zerstörung] judäischer Städte? – Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">254</sup><i class=\"footnote\">Jer. 41,5.</i><i>da kamen Leute aus Šekhem, aus Šilo und aus Šomron, achtzig Mann, mit abgeschorenen Bärten und zerrissenen Kleidern und mit Einritzungen bedeckt, die Speisopfer und Weihrauch bei sich hatten, um sie zum Tempel des Herrn zu bringen &amp;c</i>.",
"R. Ḥelbo sagte im Namen des U͑la Biraá, im Namen R. Elea͑zars: Wer judäische Städte in ihrer Zerstörung sieht, spreche :<sup class=\"footnote-marker\">255</sup><i class=\"footnote\">Jes. 64,9.</i><i>die Städte Jehudas sind zur Wüste geworden,</i> und reiße [die Kleider] ein. Wer Jerušalem in seiner Zerstörung sieht, spreche: <sup class=\"footnote-marker\">255</sup><i class=\"footnote\">Jes. 64,9.</i><i>Çijon ist zur Wüste geworden, Jerušalem zur Einöde</i>, und reiße [die Kleider] ein. Wer den Tempel in seiner Zerstörung sieht, spreche: <sup class=\"footnote-marker\">256</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 10.</i><i>Unser heiliges und herrliches Haus, in welchem unsere Väter dich lobpriesen, ist in Flammen aufgegangen, und alles, was uns köstlich war, ist ein Trümmerhaufe geworden</i>, und reiße [die Kleider] ein.",
"«Man reiße das Gewand ein wegen [der Zerstörung] des Tempels und erweitere [den Riß] wegen der Jerušalems.» Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Einerlei ob man gehört oder gesehen hat, sobald man in Çophim<sup class=\"footnote-marker\">257</sup><i class=\"footnote\">Name eines Dorfes in der Nähe von Jerušalem; nach einer Erklärung der Tosephta heißt Çophim (v. <span dir=\"rtl\">צפה</span> sehen, schauen) der ganze Umkreis um Jerušalem, von da aus man es sehen kann.</i>anlangt, muß man [das Gewand] einreißen; man reiße ein wegen [der Zerstörung] des Tempels besonders und wegen der Jerušalems besonders!? –",
"Das ist kein Widerspruch; eines, wenn man zuerst den Tempel sieht, und eines, wenn man zuerst Jerušalem sieht<sup class=\"footnote-marker\">258</sup><i class=\"footnote\">In diesem Falle muß man zweimal einreißen.</i>.",
"Die Rabbanan lehrten: Diese alle dürfen [den Riß] zusammenheften, zusammenfalten, zusammenketteln und leiterartig zusammenstechen, jedoch nicht zusammennähen.",
"R. Ḥisda sagte:"
],
[
"Mit einer alexandrinischen Naht<sup class=\"footnote-marker\">259</sup><i class=\"footnote\">Ganz unkenntlich.</i>.",
"Die Rabbanan lehrten: Wer [das Gewand] an der Stelle einreißt, wo es zusammengeheftet, zusammengefaltet, zusammengekettelt oder leiterartig zusammengestochen war, hat seiner Pflicht nicht genügt; wenn an der Stelle, wo es zusammengenäht war, so hat er seiner Pflicht genügt. R. Ḥisda sagte: Mit einer alexandrinischen Naht.",
"Die Rabbanan lehrten: Man darf [den Riß] nach unten umkehren und ihn zusammennähen; R. Šimo͑n b. Elea͑zar verbietet ihn zusammenzunähen. Und wie der Verkäufer ihn nicht zusammennähen darf, so darf ihn auch der Käufer nicht zusammennähen; daher muß der Verkäufer es dem Käufer mitteilen.",
"Die Rabbanan lehrten: Der erste Riß muß eine Handbreite und die Erweiterung drei Finger groß sein – so R. Meír; R. Jehuda sagt, der erste Riß drei Finger und die Erweiterung irgend wie groß.",
"U͑la sagte: Die Halakha ist wie R. Meír hinsichtlich des [ersten] Risses und die Halakha ist wie R. Jehuda hinsichtlich der Erweiterung. Ebenso wird auch gelehrt: R. Jose sagt, der erste Riß eine Handbreite und die Erweiterung irgend wie groß.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn man einem erzählt hat, sein Vater sei gestorben, und er [das Gewand] eingerissen hat, sein Sohn sei gestorben, und er [den Riß] erweitert hat, so darf der untere [Riß] zusammengenäht werden, der obere aber nicht.",
"Sein Sohn sei gestorben, und er [das Gewand] eingerissen hat, sein Vater sei gestorben, und er [den Riß] erweitert hat, so darf der obere [Riß] zusammengenäht werden, der untere aber nicht.",
"Sind ihm Vater, Mutter, Bruder und Schwester gestorben, so reiße er über sie alle nur einen Riß ein. R. Jehuda b. Bethera sagt, über alle zusammen einen Riß, über seinen Vater und seine Mutter einen Riß besonders, weil der Riß über den Vater und die Mutter nicht erweitert wird. –",
"Aus welchem Grunde? R. Naḥman b. Jiçḥiaq erwiderte: Weil man diesen nicht erweitern<sup class=\"footnote-marker\">260</sup><i class=\"footnote\">Der Riß muß bis zum Herzen reichen, während man wegen anderer Verwandten nur eine Handbreite einzureißen braucht.</i>kann.",
"Šemuél sagte: Die Halakha ist wie R. Jehuda b. Bethera. – Kann Šemuél dies denn gesagt haben, Šemuél sagte ja, die Halakha sei bei der Trauer nach der Ansicht des Erleichternden zu entscheiden!? – Die Trauer für sich und das Einreißen für sich<sup class=\"footnote-marker\">261</sup><i class=\"footnote\">Dies ist zwar Pflicht des Leidtragenden, jed. gehört es nicht zu den Vorschriften über die Trauer, von denen Š. spricht.</i>. –",
"Wie weit reiße man ein? Bis zum Nabel. Manche sagen, bis zum Herzen, und obgleich es dafür keinen Beweis gibt, so gibt es eine Andeutung, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">262</sup><i class=\"footnote\">Jo. 2,13.</i><i>zerreißt euer Herz und nicht eure Kleider</i>.",
"Reicht [der Riß] bis zum Nabel, so reiße er [den zweiten Riß]<sup class=\"footnote-marker\">263</sup><i class=\"footnote\">Wenn er von einem zweiten Todesfälle betroffen wird.</i>in einer Entfernung von drei Handbreiten. Ist [das Gewand] vom voll [Risse], so drehe er es nach hinten; ist es oben voll [Risse], so wende er es nach unten. Wer [das Gewand] unten oder an der Seite einreißt, hat seiner Pflicht nicht genügt, nur der Hochpriester reißt es unten ein.",
"R. Mathna und Mar U͑qaba streiten, beide im Namen des Vaters Šemuéls und Levis; einer sagt, während der sieben [Trauertage] reiße man<sup class=\"footnote-marker\">264</sup><i class=\"footnote\">Wenn ihn ein neuer Todesfall trifft.</i>von neuem ein, nach den sieben erweitere man [den ersten Riß], und einer sagt, während der dreißig [Trauertage] reiße man von neuem ein, nach den dreißig erweitere man [den ersten Riß].",
"R. Zera wandte ein: Der Grund desjenigen, welcher sagt, während der sieben [Trauertage] reiße man von neuem ein, ist wohl der, weil man dann [den Riß] nicht zusammenheften<sup class=\"footnote-marker\">265</sup><i class=\"footnote\">Die Erweiterung des ersten Risses ist somit nicht zu merken.</i>darf, demnach sollte eine Frau, von der der Meister sagte, sie dürfe ihn sofort zusammenheften, ihn wohl [erweitern] dürfen!? –",
"Diese darf es nur wegen des Anstandes. –",
"Der Grund desjenigen, welcher sagt, während der dreißig [Trauertage] reiße man von neuem ein, ist wohl der, weil man dann [den Riß] nicht zusammennähen darf, demnach sollte man es, wenn es [eine Trauer] über Vater und Mutter ist, wo man ihn niemals zusammennähen darf, [auch nachher]!? –",
"Dies nur zu Ehren des Vaters und der Mutter<sup class=\"footnote-marker\">266</sup><i class=\"footnote\">Es gilt daher als zusammengeheftet, u. nachher braucht man den Riß nur zu erweitern.</i>.",
"Die Rabbanan lehrten: Wer mit einem [von früher her] eingerissenen Gewände einem Toten das Geleit gibt, beraubt die Toten und die Lebenden.",
"R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Wer zu seinem Nächsten spricht: Borge mir dein Gewand, ich will meinen kranken Vater besuchen, worauf er ihn besucht und ihn tot findet, reiße es ein und nähe es wieder zusammen, und wenn er nach Hause kommt, gebe er ihm das Gewand zurück und eine Entschädigung für den Riß; hat er ihm es nicht gesagt, so darf er es nicht berühren.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn einem Kranken jemand stirbt, so teile man ihm dies nicht mit, weil seine Sinne verwirrt werden könnten; ferner darf man in seiner Gegenwart [das Gewand] nicht einreißen und bringe in seiner Umgebung die [Klage]weiber zum Schweigen.",
"Man reiße das Gewand eines Kindes ein, damit dies Wehmut errege. Ferner reiße man zur Ehrung seiner Frau [das Gewand] über seinen Schwiegervater und seine Schwiegermutter ein.",
"R. Papa sagte: im großen Traktate von der Trauer wird gelehrt, ein Leidtragender dürfe kein Kind auf den Schoß nehmen, weil es ihn zum Scherzen veranlaßt, und dies den Leuten verächtlich erscheinen könnte.",
"D<small>AS</small> T<small>RAUERMAHL IST NICHT</small><sup class=\"footnote-marker\">267</sup><i class=\"footnote\">Dem widersprechend heißt es im Mišnatexte: nur auf; eine Randglosse ergänzt auch hier die Partikel <span dir=\"rtl\">אלא</span>, dagegen fehlt sie in manchen Handschriften auch in der Mišna.</i><small>AUF AUFGERICHTETEN</small> B<small>ETTEN EINZUNEHMEN</small>. Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand den Leidtragenden besucht, so lasse man ihn, wenn er mit ihm vertraut ist, das Trauermahl auf einem umgelegten Bette einnehmen, sonst lasse man es ihn auf einem aufgerichteten Bette einnehmen.",
"Einst ereignete sich bei Raba ein Trauerfall, und Abba b. Martha, das ist Abba b. Minjomi, besuchte ihn. Da richtete Raba [das Bett] auf, Abba b.Martha aber legte es um. Darauf sprach jener: Wie mangelt es diesem Jünger an Verstand!",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn [ein Leidtragender] von Ort zu Ort reist,"
],
[
"so soll er, wenn er es kann, seine Beschäftigung einschränken, wenn aber nicht, so besorge er alles durch [seine Reisegefährten].",
"Die Rabbanan lehrten: Wann werden die Betten umgelegt? – sobald [der Tote] aus dem Hause ist – so R. Elie͑zer; R. Jehošua͑ sagt, sobald der Rollstein geschlossen ist.",
"Als R. Gamliél der Ältere starb, sprach R. Elie͑zer, sobald er aus dem Hause war: Legt die Betten um. Als der Rollstein geschlossen wurde, [sprach R. Jehošua͑ zu ihnen: Legt die Betten um.] Sie erwiderten ihnen: Auf Veranlassung des Greises haben wir die Betten bereits umgelegt.",
"Die Rabbanan lehrten: Wann richtet man die Betten am Vorabend des Šabbaths auf? Von der Zeit des Vespergebetes ab. Rabba b. Hona sagte: Dennoch setze man sich darauf nicht, bevor es finster geworden ist. Am Šabbathausgang muß man es wieder umlegen, selbst wenn man nur noch einen Tag [Trauer] hat.",
"Die Rabbanan lehrten: Wer das Bett umlegt, lege nicht nur sein eigenes Bett um, sondern alle Betten, die sich in seinem Hause befinden; und selbst wenn er zehn Betten an zehn Stellen hat, muß er sie alle umlegen. Und auch wenn von fünf Brüdern einer stirbt, müssen sie alle [das Bett] umlegen.",
"Ist es ein für Sachen bestimmtes Bett, so braucht man es nicht umzulegen. Desgleichen braucht man einen Divan nicht umzulegen, vielmehr lasse man ihn auf gestellt. R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Am Dargeš<sup class=\"footnote-marker\">268</sup><i class=\"footnote\">Eine Art Ruhebett, Divan, Sofa, nach den Erkl. des T. nur als Prunkstück.</i>löse man die Gurte, und es fällt von selbst zusammen. –",
"Was ist Dargeš? U͑la erwiderte: Ein Glücksbett<sup class=\"footnote-marker\">269</sup><i class=\"footnote\">Sie hatten in ihren Wohnungen ein kleines Bett zu stehen, auf dem das Glück ruhen sollte u. das zum Gebrauche nicht verwendet wurde.</i>.",
"Rabba sprach zu ihm: wir haben vom Könige gelernt, das ganze Volk lagere auf der Erde und er auf einem Dargeš; sollte er sich denn eines Gegenstandes bedienen, dessen er sich sonst nicht bedient!?",
"R. Aši entgegnete: Was ist dies denn für ein Einwand, ebenso verhält es sich ja auch bei seinem Essen und Trinken: sonst werden ihm Speise und Trank nicht gereicht, dann aber werden ihm Speise und Trank<sup class=\"footnote-marker\">270</sup><i class=\"footnote\">Die Speisen zum Trauermahle werden dem Leidtragenden von Fremden verabreicht.</i>gereicht!?",
"Wenn man aber dagegen einwenden will, so ist aus folgender Lehre ein Einwand zu ersehen: Das Dargeš braucht man nicht umzulegen, sondern lasse es aufgestellt. Wieso braucht man es, wenn du sagst, es sei ein Glücksbett, nicht umzulegen, wir haben ja gelernt, wer sein Bett umlegt, lege nicht nur sein eigenes Bett um, sondern alle Betten, die sich in seinem Hause befinden!? –",
"Was ist dies für ein Einwand, ebenso verhält es sich ja auch bei einem [zum Aufbewahren] von Sachen bestimmten Bette, denn es wird gelehrt: ist es [zum Aufbewahren von] Sachen bestimmt, so braucht man es nicht umzulegen.",
"Wenn man aber dagegen einwenden will, so ist folgender Einwand zu erheben: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Am Dargeš löse man die Gurte und es fällt von selbst zusammen. Welche Gurte hat es denn, wenn du sagst, es sei ein Glücksbett!?",
"Als Rabin kam, [sagte er,] einer von den Rabbanan, namens R. Taḥlipha aus dem Westen, der auf dem Ledermarkte zu verkehren pflegte, habe ihm gesagt, Dargeš sei ein Lederbett.",
"Es wurde auch gelehrt: R. Jirmeja sagte: Beim Dargeš geht das Geflecht von ihm selber aus, beim Bette wird es oben<sup class=\"footnote-marker\">271</sup><i class=\"footnote\">Die Enden werden um das Holzgestell gewickelt u. befestigt.</i>[befestigt].",
"R. Ja͑qob b. Aḥa sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Gamliél Es wurde auch gelehrt: R. Ja͑qob b. Aḥa sagte im Namen R. Asis: Ein Bett, das auslaufende Baldachinstangen hat, lasse man stehen und dies genügt.",
"Die Rabbanan lehrten: Wer auf einem Stuhle, auf einem großen Troge oder auf dem Fußboden schläft, hat seiner Pflicht nicht genügt. R. Joḥanan erklärte: Weil er das Umlegen des Bettes nicht ausgeübt hat.",
"Die Rabbanan lehrten: Man fege und sprenge im Hause des Leidtragenden, auch darf man im Hause des Leidtragenden Teller, Becher, Gläser und Krüge ausspülen, nur darf man in das Haus des Leidtragenden kein Räucherwerk und keine Spezereien bringen. –",
"Dem ist ja aber nicht so, Bar Qappara lehrte ja, daß man im Hause des Leidtragenden nicht den Segen über Räucherwerk und Spezereien sprechen dürfe; demnach darf man nur den Segen nicht sprechen, wohl aber sie [in dessen Haus] bringen!? –",
"Das ist kein Einwand; das eine gilt vom Trauerzimmer, und das eine gilt vom Zimmer der Tröstenden<sup class=\"footnote-marker\">272</sup><i class=\"footnote\">Im Raume, in dem die Leiche sich befindet, ist es wegen des üblen Geruches erlaubt.</i>.",
"<sup>vii,2</sup> <b>M</b><small>AN BRINGT</small> [<small>DIE</small> S<small>PEISEN</small>] <small>INS</small> H<small>AUS DES</small> T<small>RAUERNDEN WEDER AUF EINEM</small> T<small>ABLETT, NOCH IN EINER</small> S<small>CHALE, NOCH IN EINER</small> S<small>CHÜSSEL, SONDERN IN</small> K<small>ÖRBEN</small>. M<small>AN SPRICHT AM</small> H<small>ALBFESTE NICHT DEN</small> T<small>RAUERSEGEN, WOHL ABER STELLT MAN SICH IN EINER</small> R<small>EIHE AUF, TRÖSTET</small> [<small>DIE</small> L<small>EIDTRAGENDEN] UND VERABSCHIEDET DAS</small> P<small>UBLIKUM</small>.",
"<sup class=\"footnote-marker\">viii,1</sup> M<small>AN STELLE</small> [<small>AM</small> H<small>ALBFESTE] DIE</small> B<small>AHRE NICHT AUF DEN</small> S<small>TADTPLATZ, UM KEINE</small> T<small>RAUERKLAGE HERBEIZUFÜHREN; DIE EINER</small> F<small>RAU AUCH SONST NICHT, WEGEN DES</small> A<small>NSTANDES</small><sup class=\"footnote-marker\">273</sup><i class=\"footnote\">Die Bahre wurde von Männern getragen.</i>.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Anfangs pflegten die Reichen in silbernen und goldenen Körben und die Armen in Körben aus abgeschälten Weidenruten [die Speisen] in das Haus des Leidtragenden zu bringen; da aber die Armen dadurch beschämt wurden, ordnete man an, daß sie jeder in Körben aus abgeschälten Weidenruten bringe, aus Achtung für die Armen.",
"Die Rabbanan lehrten: Anfangs pflegten im Hause des Leidtragenden die Reichen in Kristallgläsern und die Armen in farbigen Gläsern Getränke zu reichen; da aber die Armen dadurch beschämt wurden, ordnete man an, daß sie jeder in farbigen Gläsern reiche, aus Achtung für die Armen.",
"Anfangs pflegte man die Gesichter der Reichen frei zu lassen und die Gesichter der Armen zu bedecken, weil ihre Gesichter vor Hunger<sup class=\"footnote-marker\">274</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. wegen der Dürre.</i> schwarz waren; da aber die Armen dadurch beschämt wurden, ordnete man an, daß man jedem das Gesicht bedecke, aus Achtung für die Armen.",
"Anfangs pflegte man die Reichen auf einem Ruhebette<sup class=\"footnote-marker\">275</sup><i class=\"footnote\">Im Texte Dargeš, das oben erklärt wurde.</i>und die Armen auf einer Bahre hinauszutragen; da aber die Armen"
],
[
"dadurch beschämt wurden, ordnete man an, jeden auf einer Bahre hinauszutragen, aus Achtung für die Armen.",
"Anfangs pflegte man unter den Leichnam eines Darmleidenden Räucherwerk zu tun; da aber dadurch die lebenden Darmleidenden beschämt wurden, ordnete man an, es unter jeden Leichnam zu tun, aus Achtung für die lebenden Darmleidenden.",
"Anfangs pflegte man die Kleider der als Menstruierende Verstorbenen in einem Tauchbade zu reinigen; da aber dadurch die lebenden Menstruierenden beschämt wurden, ordnete man an, die Kleider aller verstorbenen Frauen in einem Tauchbade zu reinigen, aus Achtung für die lebenden Menstruierenden. Anfangs pflegte man [die Kleider] der als Flußbehaftete Verstorbenen in einem Tauchbade zu reinigen; da aber dadurch die lebenden Flußbehafteten beschämt wurden, ordnete man an, die Kleider eines jeden [Verstorbenen] in einem Tauchbade zu reinigen, aus Achtung für die lebenden Flußbehafteten.",
"Anfangs war das Hinausführen des Toten für die Angehörigen schwerer<sup class=\"footnote-marker\">276</sup><i class=\"footnote\">Wegen der kostspieligen Totenkleider.</i>als sein Tod, sodaß die Angehörigen ihn liegen zu lassen und fortzulaufen pflegten, da trat R. Gamliél auf und ließ an sich selbst mißächtlich verfahren, indem er anordnete, ihn in Flachsgewändern zu bestatten. Darauf führte das Volk ein, die Toten in Flachsgewändern zu bestatten, R. Papa sagte: Jetzt ist es beim Volke üblich, sogar in einer Hülle im Werte eines Zuz [zu bestatten].",
"M<small>AN STELLT DIE</small> B<small>AHRE NICHT AUF DEN</small> S<small>TADTPLATZ</small>. R. Papa sagte: Bei einem Schriftgelehrten wird das Halbfest nicht berücksichtigt, und um so weniger das Ḥanukafest und das Purimfest.",
"Dies jedoch nur in seiner Gegenwart, nicht aber in seiner Abwesenheit. – Dem. ist ja aber nicht so, R. Kahana hielt ja eine Totenklage über R. Zebid aus Nehardea͑ in Pum Nahara!? R. Papi erwiderte: Es war am Tage der Nachricht, der der Gegenwart [des Toten] gleicht.",
"U͑la sagte: Klagen heißt sich aufs Herz [schlagen], wie es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">277</sup><i class=\"footnote\">Jes. 32,12.</i><i>auf die Brüste [schlagend] klagen sie;</i> klatschen: mit den Händen; trampeln: mit den Füßen.",
"Die Rabbanan lehrten: Man darf nicht mit den Sandalen trampeln, sondern nur mit den Schuhen, wegen der Gefahr<sup class=\"footnote-marker\">278</sup><i class=\"footnote\">Da man sich leicht den Fuß verletzen kann.</i>.",
"R. Joḥanan sagte: Sobald der Leidtragende mit dem Kopfe genickt hat, dürfen die Tröstenden bei ihm nicht sitzen bleiben.",
"Ferner sagte R. Joḥanan: Jeder muß vor einem Fürsten aufstehen, ausgenommen der Leidtragende und der Kranke. Ferner sagte R. Joḥanan: Zu jedem anderen sage<sup class=\"footnote-marker\">279</sup><i class=\"footnote\">Aus Höflichkeit fordere man den zum Gehen sich anschickenden Besucher auf zu bleiben; diese Aufforderung hat jedoch die Nebenbedeutung: verbleibe in deinem jetzigen Zustande. Desgleichen auch, wenn sie bei anderen Gelegenheiten aus Ehrerbietung auf gestanden sind.</i>man: bleibe, ausgenommen Leidtragende und Kranke.",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Der Leidtragende darf am ersten Tage nicht sein eigenes Brot essen, denn der Allbarmherzige sprach zu Jehezqel:<sup class=\"footnote-marker\">280</sup><i class=\"footnote\">Ez. 24,17.</i><i>und Brot [gewöhnlicher Leute] sollst du nicht essen</i>. Rabba und R. Joseph tauschten ihre Mahlzeit mit einander.",
"Ferner sagte R. Jehuda im Namen Rabhs: Ist ein Verstorbener in der Stadt, so ist allen Einwohnern der Stadt die Arbeit verboten.",
"Einst kam R. Hamnuna in Daro Matha und hörte den Schall einer Posaune wegen eines Todesfalles, jedoch sah er Leute Arbeit verrichten; da sprach er: Diese Leute sollen mit dem Banne belegt sein. Ist nicht ein Verstorbener in der Stadt? Als man ihm aber erwiderte, daß in der Stadt Verbindungen<sup class=\"footnote-marker\">281</sup><i class=\"footnote\">Jede Verbindung befaßt sich mit der Bestattung ihrer Mitglieder.</i>bestehen, sprach er: So mag der Bann aufgelöst sein.",
"Ferner sagte R. Jehuda im Namen Rabhs: Wer sich um einen Toten über Gebühr grämt, weint über einen anderen Toten. In der Nachbarschaft R. Honas wohnte eine Frau, die sieben Kinder hatte, und als ihr einst eines starb, weinte sie unaufhörlich. Da ließ ihr R. Hona sagen: Unterlasse dies. Sie beachtete es aber nicht. Hierauf ließ er ihr wiederum sagen: Willst du gehorchen, so ist es recht, wenn aber nicht, so besorge Reisevorrat für andere Tote. Darauf starben sie alle. Zuletzt ließ er ihr sagen: Besorge Reisevorrat für dich selbst. Darauf starb sie.",
"<sup class=\"footnote-marker\">282</sup><i class=\"footnote\">Jer. 22,10.</i><i>Weinet nicht um einen Toten, noch beklaget ihn</i>; weinet nicht über Gebühr um einen Toten, noch beklagt ihn übermäßig. – Wieviel? – Drei Tage für das Weinen, sieben Tage für die Totenklage und dreißig Tage hinsichtlich gebleichter Gewänder und des Haarscherens. Von dann ab spricht der Heilige, gepriesen sei er: Seid nicht barmherziger als ich!",
"<sup class=\"footnote-marker\">282</sup><i class=\"footnote\">Jer. 22,10.</i><i>Weinet um den Fortgehenden</i>. R. Jehuda erklärte: Um den, der ohne Kinder fortgeht. R. Jehošua͑ b. Levi besuchte einen Leidtragenden nur dann, wenn der Verstorbene kinderlos hinschied, denn es heißt: <i>weinet um den Fortgehenden</i>. <sup class=\"footnote-marker\">282</sup><i class=\"footnote\">Jer. 22,10.</i><i>Weil er nicht mehr zurückkehren und sein Heimatland wiedersehen wird.</i> R. Hona erklärte: Der eine Sünde begangen und sie wiederholt hat.",
"R. Hona vertritt hierbei seine Ansicht, denn R. Hona sagte: Wenn jemand eine Sünde begangen und sie wiederholt hat, so ist sie ihm erlaubt. – ‘Erlaubt’, wie kommst du darauf!? – Sage vielmehr: Sie erscheint ihm erlaubt.",
"R. Levi sagte: In den ersten drei Tagen komme es dem Leidtragenden vor, als läge ein Schwert auf seinen Schultern<sup class=\"footnote-marker\">283</sup><i class=\"footnote\">So besser nach Handschriften u. anderen Texten; in den Ausgaben: zwischen den beiden Hüften.</i>; von drei bis sieben, als läge es vor ihm in einer Ecke; von da ab, als ziehe es vor ihm auf der Straße vorüber.",
"D<small>IE EINER</small> F<small>RAU AUCH SONST NICHT, WEGEN DES</small> A<small>NSTANDES</small>. Die Nehardee͑nser sagten: Dies gilt nur von einer Wöchnerin<sup class=\"footnote-marker\">284</sup><i class=\"footnote\">Weil sie durch die Geburt mit Blut besudelt ist.</i>,"
],
[
"die anderer Frauen stelle man wohl.",
"R. Elea͑zar sagte, dies gelte auch von anderen Frauen, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">285</sup><i class=\"footnote\">Num. 20,1.</i><i>und Mirjam starb daselbst und wurde daselbst begraben</i>; man begrub sie unmittelbar nach dem Tode.",
"Ferner sagte R. Elea͑zar: Auch Mirjam starb mit einem Kusse<sup class=\"footnote-marker\">286</sup><i class=\"footnote\">Gottes, dh. einen leichten Tod; cf. Ber. Fol. 8a.</i>. Dies ist durch [das Wort] <i>daselbst</i> von Moše<sup class=\"footnote-marker\">287</sup><i class=\"footnote\">Bei dessen Tod es ebenfalls <i>daselbst</i> heißt (cf. Dt. 34,5), u. der nach einer rabb. Sage im Kusse gestorben ist, was aus den Worten <i>durch den Mund Gottes</i> (ib.) gefolgert wird.</i>zu entnehmen, und nur deshalb beißt es bei ihr nicht: durch den Mund des Herrn, weil dies zu sagen unschicklich wäre.",
"R. Ami sagte: Weshalb wird vom Tode Mirjams neben dem Abschnitte von der roten Kuh [berichtet]? Dies besagt, wie die rote Kuh Sühne schafft, ebenso schaffe der Tod der Frommen Sühne. R. Elea͑zar sagte: Weshalb wird vom Tode Ahrons neben dem Abschnitte von den priesterlichen Gewändern berichtet? [Dies besagt,] wie die priesterlichen Gewänder Sühne schaffen, ebenso schafft der Tod der Frommen Sühne.",
"Die Rabbanan lehrten: Stirbt jemand plötzlich, so ist dies ein hinraffender Tod; war er einen Tag krank und stirbt, so ist dies ein überstürzter Tod; R. Ḥananja b. Gamliél sagt, dies sei ein Seuchentod, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">288</sup><i class=\"footnote\">Ez. 24,16.</i><i>Menschensohn, siehe ich werde dir deiner Augen Lust durch die Seuche wegnehmen</i>, und darauf folgt:<sup class=\"footnote-marker\">289</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 18.</i><i>ich redete am Morgen zum Volke, und am Abend starb mein Weib</i>.",
"War er zwei Tage [krank] und stirbt, so ist dies ein rascher Tod, wenn drei [Tage], so ist dies der Tod durch Anschreien; wenn vier [Tage], so ist dies der Tod durch Verweis; fünf [Tage bettlägerig und sterben] ist der Tod eines jeden Menschen.",
"R. Ḥanin sagte: Welcher Schriftvers deutet hierauf?<sup class=\"footnote-marker\">290</sup><i class=\"footnote\">Dt. 31,14.</i><i>Stehe [hen], deine Tage sind herangenaht, zum Sterben</i>; hen: eins, sind herangenaht: zwei, Tage: zwei, zusammen fünf. Hen ist eins, denn <i>ἕν</i> heißt im Griechischen eins.",
"Stirbt jemand mit fünfzig Jahren, so ist dies der Tod der Ausrottung<sup class=\"footnote-marker\">291</sup><i class=\"footnote\">Mit der viele Verbote in der Bibel angedroht sind.</i>, mit zweiundfünfzig Jahren, so ist dies der Tod Šemuéls aus Rama; mit sechzig Jahren, so ist dies ein gewöhnlicher Tod.",
"Mar Zuṭra sagte: Welcher Schriftvers deutet hierauf? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">292</sup><i class=\"footnote\">Ij. 5,26.</i><i>in Vollreife [bekelaḥ] kommst du ins Grab</i>; [der Zahlenwert des Wortes] <i>bekelaḥ</i> beträgt sechzig.",
"Siebzig Jahre ist ein Greisenalter; achtzig ist ein hohes Alter, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">293</sup><i class=\"footnote\">Ps. 90,10.</i><i>unser Leben währt siebzig Jahre und wenn es hoch kommt, achtzig Jahre</i>. Rabba sagte: Von fünfzig bis sechzig Jahren ist es ein Tod der Ausrottung, und nur wegen des Ansehens Šemuéls aus Rama zählt er dies nicht mit auf.",
"Als R. Joseph sechzig Jahre alt wurde, veranstaltete er ein Fest für die Rabbanan, indem er sagte: Nun bin ich der Ausrottung entgangen. Abajje sprach zu ihm: Allerdings ist der Meister der Ausrottung in Bezug auf die Jahre entgangen, ist er ihr auch in Bezug auf die Tage<sup class=\"footnote-marker\">294</sup><i class=\"footnote\">Daß der Tod nicht plötzlich eintritt.</i>entgangen? Dieser erwiderte: Immerhin hast du die Hälfte.",
"R. Hona starb plötzlich und die Rabbanan waren darüber bestürzt; da lehrte ihnen Zoga<sup class=\"footnote-marker\">295</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">זוגא</span> ist nom. pr. eines Gelehrten (Var. <span dir=\"rtl\">זוזא זזוא</span> ); nach anderer Erklärung (Raschi Hol. 21b sv.) in der üblichen Bedeutung Paar, Gelehrtenpaar.</i>aus Hadjabene: Dies gilt nur von dem, der kein hohes Alter erreicht, wer aber ein hohes Alter erreicht, für den ist dies ein Tod mit einem Kusse.",
"Raba sagte: Leben, Kinder und Nahrung hängen nicht vom Verdienste ab, sondern vom Glücke. Rabba und R. Ḥisda waren beide fromme Gelehrte; wenn der eine um Regen bat, kam er, und wenn der andere um Regen bat, kam er.",
"Dennoch lebte R. Ḥisda zweiundneunzig Jahre, während Rabba nur vierzig Jahre lebte. Bei R. Ḥisda wurden sechzig Hochzeiten gefeiert, während bei Rabba sechzig Todesfälle waren.",
"Bei R. Ḥisda erhielten die Hunde Feinbrot, und auch das wollten sie nicht, während bei Rabba die Menschen Gerstenbrot aßen, und auch das hatten sie nicht.",
"Raba sagte: Um drei Dinge bat ich den Himmel; zwei gewährte man mir und eines nicht. Die Weisheit R. Honas und den Reichtum R. Hisdas gewährte man mir, die Bescheidenheit Rabbas gewährte man mir nicht.",
"R. Seo͑rim, der Bruder Rabas, saß vor Raba, als er in der Agonie lag. Da sprach dieser: Möge der Meister [dem Todesengel] sagen, daß er mich nicht quäle. Jener erwiderte: Ist denn der Meister nicht sein Beisitzer<sup class=\"footnote-marker\">296</sup><i class=\"footnote\">Dh. sein Freund.</i>!? Dieser entgegnete: Da mein Glück fort ist, so beachtet er mich nicht mehr. Hierauf bat ihn jener, ihm [nach dem Tode] zu erscheinen. Als er ihm später erschien, fragte er ihn: Hatte der Meister Schmerzen? Dieser erwiderte: Wie beim Stiche der Schröpflanzette.",
"Raba saß vor R. Naḥman, als er in der Agonie lag. Da sprach dieser: Möge der Meister ihm sagen, daß er mich nicht quäle. Jener erwiderte: Ist der Meister denn kein angesehener Mann!? Dieser entgegnete: Wer ist angesehen, wer ist geachtet und wer ist bedeutungsvoll!?",
"Hierauf bat er ihn, ihm [nach dem Tode] zu erscheinen. Als er ihm später erschien, fragte er ihn: Hatte der Meister Schmerzen? Dieser erwiderte: Wie man ein Haar aus der Milch zieht. Dennoch würde ich, wenn der Heilige, gepriesen sei er, mir anheim stellen würde, zurück in diese Welt umzukehren, dies nicht tun; so groß ist die Angst vor dem Todesengel.",
"Als er R. Elea͑zar erschien, aß er gerade Hebe, und er sprach zu ihm: Ich esse ja Hebe, die Heiliges genannt wird! So entging er der Stunde.",
"R. Šešeth erschien er auf der Straße; da sprach er: Wie ein Vieh auf der Straße [sterben]!? Und er kam zu ihm nach Hause.",
"R. Aši erschien er auf der Straße; da sprach er zu ihm: Warte mir dreißig Tage, bis ich mein Studium wiederholt habe, denn es heißt: Heil dem, der da mit seinem Studium in der Hand anlangt. Als er zu ihm am dreißigsten Tage kam, sprach er: Weshalb die [Eile]!? – Die Füße des Sohnes Nathans<sup class=\"footnote-marker\">297</sup><i class=\"footnote\">Die Erklärung Raschis, dieser (dh. R. Hona b. Nathan) sei an der Reihe, Schuloberhaupt zu werden, stimmt nicht, vielmehr war er ihm unterordnet.</i> drängen, und eine Regierung berührt die andere nicht um ein Haar.",
"Gegen R. Ḥisda vermochte er nichts, da sein Mund vom Studieren nicht abließ. Da kletterte er auf eine Zeder des Lehrhauses und sie brach; da hielt jener inne, und er bemächtigte sich seiner.",
"R. Ḥija vermochte er sich nicht zu nähern; da verstellte er sich eines Tages als Bettler und klopfte an seiner Tür, indem er rief: Gebt mir etwas Brot. Nachdem man es ihm gegeben hatte, sprach er: Der Meister hat ja Mitleid mit einem Armen, weshalb hat er kein Mitleid<sup class=\"footnote-marker\">298</sup><i class=\"footnote\">Er hatte Befehl, ihn zu holen.</i>mit mir!? Hierauf gab er sich ihm zu erkennen und zeigte ihm eine Feuerrute; da lieferte er sich ihm aus."
],
[
"<b>D</b><small>IE</small> F<small>RAUEN DÜRFEN AM</small> H<small>ALBFESTE EINEN</small> T<small>RAUERGESANG ANSTIMMEN,</small> <small>NICHT ABER SICH AN DIE</small> B<small>RUST SCHLAGEN</small>; R. J<small>IŠMA͑ÉL SAGT, DIE SICH NAHE DER</small> B<small>AHRE BEFINDEN, DÜRFEN SICH AN DIE</small> B<small>RUST SCHLAGEN</small>.",
"<sup>viii,2</sup> A<small>N</small> N<small>EUMONDEN, AM</small> Ḥ<small>ANUKAFESTE UND AM</small> P<small>URIMFESTE DÜRFEN SIE EINEN</small> T<small>RAUERGESANG ANSTIMMEN UND SICH AN DIE</small> B<small>RUST SCHLAGEN; ABER WE DER AN DIESEM NOCH AN JENEM DÜRFEN SIE EIN</small> K<small>LAGELIED ANSTIMMEN</small>. I<small>ST DER</small> T<small>OTE BEGRABEN, SO DÜRFEN SIE WEDER EINEN</small> T<small>RAUERGESANG ANSTIMMEN NOCH SICH AN DIE</small> B<small>RUST SCHLAGEN</small>.",
"<sup class=\"footnote-marker\">ix</sup> W<small>AS HEISST</small> T<small>RAUERGESANG</small>? W<small>ENN ALLE ZUSAMMEN ANSTIMMEN</small>. K<small>LAGELIED?</small> W<small>ENN EINE ANSTIMMT UND DIE ÜBRIGEN EINSETZEN, WIE ES HEISST</small>:<sup class=\"footnote-marker\">299</sup><i class=\"footnote\">Jer. 9,19.</i><i>und lehrt eure Töchter ein Wehgesang und eine die andere ein Klagelied</i>.",
"V<small>ON DER</small> K<small>OMMENDEN</small> [Z<small>EIT</small>]<small> ABER HEISST ES</small> :<sup class=\"footnote-marker\">300</sup><i class=\"footnote\">Jes. 25,8.</i><i>vernichten wird er den Tod, für immer, und Gott, der Herr, wird die Tränen von jedem Angesichte wischen &amp;c</i>.",
"GEMARA. Was sagen sie? Rabh erwiderte: Wehe um den Dahingeschiedenen, wehe um den Verlust<sup class=\"footnote-marker\">301</sup><i class=\"footnote\">Nach anderen: Schmerz, bezw. Last od. Pfand.</i>.",
"Raba sagte: Die Frauen in Šekançib sagen also: Wehe um den Dahingeschiedenen, wehe um den Verlust. Ferner sagte Raba: Die Frauen in Šekançib sagen: Ist nur ein Zahn aus dem Gebisse fort, so tue man Wasser in den Kochkessel<sup class=\"footnote-marker\">302</sup><i class=\"footnote\">Zum Waschen der Leiche. Diese Übersetzung ist am verständlichsten u. spracht, am richtigsten. Die anderslautenden Erklärungen der Kommentare u. Lexikographen geben keinen Sinn.</i>.",
"Ferner sagte Raba: Die Frauen in Šekançib sagen: Verhüllt und bedeckt euch, ihr Berge, denn er ist ein Sohn Hoher und Erhabener. Ferner sagte Raba: Die Frauen in Šekançib sagen: Entleiht ein Prachtkleid für den Freien, dessen Vorrat zuende ist.",
"Ferner sagte Raba: Die Frauen in Šekançib sagen: Er lief und fiel auf der Brücke, und borgen muß er. Ferner sagte Raba: Die Frauen in Šekançib sagen: Unsere Brüder, die Kaufleute, werden an ihren Nestern<sup class=\"footnote-marker\">303</sup><i class=\"footnote\">Dh. bei ihrem Handel u. Wandel; so nach den Kommentaren.</i>untersucht. Ferner sagte Raba: Die Frauen in Šekançib sagen: Ein Tod ist wie der andere, schmerzhaft aber sind die Leiden.",
"Es wird gelehrt: R. Meír sagte :<sup class=\"footnote-marker\">304</sup><i class=\"footnote\">Ecc. 7,2.</i><i>Besser in ein Trauerhaus gehen &amp;c.</i> bis: <i>und der Lebende nehme es sich zu Herzen</i>, nämlich die Ereignisse beim Tode. Wer [andere] betrauert, wird betrauert, wer [andere] beerdigt, wird beerdigt, wer [andere] trägt, wird getragen, und wer [über andere die Stimme] erhebt, über den erhebt man sie.",
"Manche sagen: Wer sie nicht erhebt, über den erheben sie andere, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">305</sup><i class=\"footnote\">Pr. 25,7.</i><i>denn es ist besser, daß man dir sage: Rücke herauf &amp;c.</i>",
"Die Rabbanan lehrten: Als R. Jišma͑él seine Söhne starben, besuchten ihn die vier Greise, R. Tryphon, R. Jose der Galiläer, R. Elea͑zar b. A͑zarja und R. A͑qiba, um ihn zu trösten. Da sprach R. Tryphon zu ihnen: Wisset, daß er ein großer Gelehrter und in der Agada kundig ist; niemand von euch falle seinem Nächsten in die Rede. Da sprach R. A͑qiba: Ich [spreche] zuletzt.",
"Alsdann begann R. Jišma͑él und sprach: Seine Sünden mehrten sich, die Trauerfälle stürzten sich über ihn, und er belästigte seine Lehrer<sup class=\"footnote-marker\">306</sup><i class=\"footnote\">Indem er sie veranlaßte, ihm Trostbesuche zu machen.</i>einmal und zweimal.",
"Hierauf begann R. Tryphon und sprach :<sup class=\"footnote-marker\">307</sup><i class=\"footnote\">Lev. 10,6.</i><i>Eure Brüder aber, das ganze Haus Jisraél, sollen den Brand beweinen.</i> Nun ist [wie vom] Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn dies von Nadabh und Abihu gilt, die nur ein Gebot ausgeübt haben, wie es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">308</sup><i class=\"footnote\">Ib. 9,9.</i><i>die Söhne Ahrons reichten ihm das Blut</i>, um wieviel mehr von den Söhnen R. Jišma͑éls!",
"Darauf begann R. Jose der Galiläer und sprach:<sup class=\"footnote-marker\">309</sup><i class=\"footnote\">iReg. 14,13.</i><i>Und ganz Jisraél soll ihn beklagen und begraben.</i> Nun ist [wie vom] Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn dies von Abija, dem Sohne Jerobea͑ms, gilt, der nur eine gute Handlung ausgeübt hat, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">309</sup><i class=\"footnote\">iReg. 14,13.</i><i>weil an ihm etwas Gutes gefunden wurde</i>, um wieviel mehr von den Söhnen R. Jišma͑éls! –",
"Was war das für eine gute Handlung? – R. Zera und R. Ḥenana b. Papa [streiten hierüber]; einer sagt, er gab sein Amt auf und zog zur Wallfahrt<sup class=\"footnote-marker\">310</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. zum Feste, zur Feier der 3 Feste in Jerušalem; cf. Ex. 23,17.</i>hinauf, und einer sagt, er schaffte die Wachen ab, die sein Vater Jerobea͑m auf die Wege gesetzt hatte, damit die Jisraéliten nicht zur Wallfahrt gehen.",
"Darauf begann R. Elea͑zar b. A͑zarja und sprach :<sup class=\"footnote-marker\">311</sup><i class=\"footnote\">Jer. 34,5.</i><i>In Frieden wirst du sterben und wie man über deine Väter, die früheren Könige, die vor dir waren, gebrannt</i><sup class=\"footnote-marker\">312</sup><i class=\"footnote\">Cf. Az. Fol. 11a.</i><i>hat, so wird man auch über dich brennen</i>. Nun ist es [wie vom] Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn dies von Çidqijahu, dem Könige von Jehuda, gilt, der nur eine gute Handlung ausgeübt hat, indem er Jirmeja aus der Lehmgrube<sup class=\"footnote-marker\">313</sup><i class=\"footnote\">Cf. Jer. Kap. 38.</i>heraufholte, um wieviel mehr von den Söhnen R. Jišma͑éls!",
"Darauf begann R. A͑qiba und sprach:<sup class=\"footnote-marker\">314</sup><i class=\"footnote\">Zach. 12,11.</i><i>An jenem Tage wird sich in Jerušalem Totenklage erheben, wie die Totenklage Hadadrimmons in der Ebene von Megiddo</i>. (Hierzu sagte R. Joseph: Wenn nicht die Paraphrase dieses Verses, würde ich ihn nicht verstanden haben;",
"[diese lautet:] An jenem Tage wird sich in Jerušalem Totenklage erheben, wie die Totenklage um Aháb, den Sohn O͑mris, den Hadadrimmon, Sohn Ṭabrimmons, erschlug, und wie die Totenklage um Jošija, den Sohn Amons, den Pareo͑ der Lahme in der Ebene von Megiddo erschlug.)",
"Nun ist es [wie vom] Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn dies von Aháb, dem Könige von Jisraél, gilt, der nur eine gute Handlung ausgeübt hat, wie es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">315</sup><i class=\"footnote\">iReg. 22,35.</i><i>aber der König stand auf dem Kriegsplatze, den Aramäern gegenüber</i>, um wieviel mehr von den Söhnen R. Jišma͑éls!",
"Raba sprach zu Rabba b. Mari: Es heißt von Çidqijahu:<sup class=\"footnote-marker\">311</sup><i class=\"footnote\">Jer. 34,5.</i><i>in Frieden wirst du sterben</i>, und es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">316</sup><i class=\"footnote\">Jer. 39,7.</i><i>und die Augen Çidqijahus ließ er blenden</i>!? Dieser erwiderte: Folgendes sagte R. Joḥanan: Nebukhadneçar starb<sup class=\"footnote-marker\">317</sup><i class=\"footnote\">Nach dem Tode N.s wurde er aus dem Gefängnisse entlassen u. starb in Ehren.</i>bei seinen Lebzeiten.",
"Ferner sprach Raba zu Rabba b. Mari: Es heißt von Jošijahu:<sup class=\"footnote-marker\">318</sup><i class=\"footnote\">iiReg. 22,20.</i><i>so will ich dich denn zu deinen Vätern versammeln, daß du in Frieden in deine Grabstätte eingebracht werdest</i>, und es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">319</sup><i class=\"footnote\">iiChr. 35,23</i><i>aber die Schützen schossen auf den König Jošijahu</i>, worüber R. Jehuda im Namen Rabhs sagte, daß sie ihn wie ein Sieb [durchlöcherten]!?",
"Dieser erwiderte: Folgendes sagte R. Joḥanan: in seinen Tagen wurde der Tempel nicht zerstört.",
"R. Joḥanan sagte: Die Tröstenden dürfen nichts sagen, bevor der Leidtragende seinen Mund geöffnet hat, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">320</sup><i class=\"footnote\">Ij. 3,1.</i><i>alsdann öffnete Ijob seinen Mund</i>, und darauf folgt :<sup class=\"footnote-marker\">321</sup><i class=\"footnote\">Ib. 4,1.</i><i>da antwortete Eliphaz aus Teman</i>.",
"R. Abahu sagte: Woher, daß der Leidtragende obenan sitze? Es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">322</sup><i class=\"footnote\">Ib. 29,25.</i><i>ich wählte ihren Weg, saß da als Haupt, saß da wie ein König in der Heerschar, wie einer, der Trauernde tröstet</i>. –",
"‘Tröstet’ heißt ja andere trösten!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Die Schreibweise ist jinaḥem<sup class=\"footnote-marker\">323</sup><i class=\"footnote\">Das W. <span dir=\"rtl\">ינחם</span> kann sowohl aktiv als auch passiv gelesen werden.</i>.",
"Mar Zuṭra entnimmt es hieraus :<sup class=\"footnote-marker\">324</sup><i class=\"footnote\">Am. 6,7.</i><i>Es soll weichen der Klageschrei der Hingestreckten</i>; der Klagende ist Fürst der Hingestreckten<sup class=\"footnote-marker\">325</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">סר</span> <i>weichen</i> gl. <span dir=\"rtl\">שר</span> <i>Fürst</i>; unter ‘Hingestreckte’ sind die Tröstenden zu verstehen.</i>.",
"R. Ḥama b. Ḥanina sagte: Woher, daß der Bräutigam obenan sitze? Es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">326</sup><i class=\"footnote\">Jes. 61,10.</i><i>wie ein Bräutigam mit priesterlichem Schmucke geziert</i>; wie der Priester obenan, ebenso der Bräutigam obenan. –",
"Woher dies vom Priester selbst? – In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">327</sup><i class=\"footnote\">Lev. 21,8.</i><i>Du sollst ihn heilig halten</i>, bei jeder heiligen Handlung; er beginne<sup class=\"footnote-marker\">328</sup><i class=\"footnote\">Beim Lesen aus der Tora.</i>zuerst, er spreche [bei Tisch] den Segen zuerst, und er erhalte zuerst eine gute Portion.",
"R. Ḥanina sagte: Die Trennung der Seele vom Körper ist so schwer,"
],
[
"wie das Schiffstau durch das Loch des Schiffsmastes [ziehen]. R. Joḥanan sagte: Wie die Bindeschlinge durch das Loch des Schiffsmastes<sup class=\"footnote-marker\">329</sup><i class=\"footnote\">So nach den Kommentaren; die etymologischen Erklärungsversuche sind gesucht.</i>.",
"R. Levi b. Ḥeta sagte: Wer sich von einem Toten verabschiedet, spreche nicht zu ihm: Geh zum Frieden, sondern: Geh in Frieden. Wer sich von einem Lebenden verabschiedet, spreche nicht zu ihm: Geh in Frieden, sondern: Geh zum Frieden.",
"Wer sich von einem Verstorbenen verabschiedet, spreche nicht zu ihm: Geh zum Frieden, sondern: Geh in Frieden, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">330</sup><i class=\"footnote\">Gen. 15,15.</i><i>und du wirst in Frieden zu deinen Vätern kommen.</i>",
"Wer sich von einem Lebenden verabschiedet, spreche nicht zu ihm: Geh in Frieden, sondern: Geh zum Frieden. David sprach nämlich zu Abšalom :<sup class=\"footnote-marker\">331</sup><i class=\"footnote\">iiSam. 15,9.</i><i>Geh in Frieden</i>, und er ging und wurde erhängt. Jitro aber sprach zu Moše:<sup class=\"footnote-marker\">332</sup><i class=\"footnote\">Ex. 4,18.</i><i>Geh zum Frieden,</i> und er ging und hatte Glück.",
"Ferner sagte R. Levi: Wer aus dem Bethause ins Lehrhaus und aus dem Lehrhause ins Bethaus geht, dem ist es beschieden, das Gesicht der Göttlichkeit zu empfangen, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">333</sup><i class=\"footnote\">Ps. 84,8.</i><i>sie gehen von Heer zu Heer, sie erscheinen vor Gott in Çijon.</i>",
"R. Ḥija b. Aši sagte im Namen Rabhs: Die Schriftgelehrten haben sogar in der zukünftigen Welt keine Ruhe, denn es heißt: <i>sie gehen von Heer zu Heer, sie erscheinen vor Gott in Çijon.</i>"
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