database_export / json /Talmud /Bavli /Seder Kodashim /Temurah /English /Talmud Bavli. German trans. by Lazarus Goldschmidt, 1929 [de].json
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| "versionTitle": "Talmud Bavli. German trans. by Lazarus Goldschmidt, 1929 [de]", | |
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| "Talmud", | |
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| "Seder Kodashim" | |
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| "<sup class=\"footnote-marker\">i,1</sup> <b>J</b>EDER <small>KANN UMTAUSCHEN</small><sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Ein profanes auf ein Opfertier.</i>, <small>SOWOHL</small> M<small>ÄNNER ALS AUCH</small> W<small>EIBER; NICHT ETWA, DASS MAN UMTAUSCHEN DARF, SONDERN DASS, WENN JEMAND UMGETAUSCHT HAT, DER</small> U<small>MTAUSCH GÜLTIG IST, UND ER ERHÄLT DIE VIERZIG</small> G<small>EISSELHIEBE</small>.", | |
| "GEMARA. Dies widerspricht sich ja selbst; zuerst heißt es: jeder kann umtauschen, von vornherein, nachher aber lehrt er: nicht etwa, daß man umtauschen darf, nur wenn es bereits geschehen ist!? –", | |
| "Nach deiner Auffassung: jeder kann umtauschen, von vornherein, brauchst du ja nicht einen Einwand aus der Mišna zu erheben, er ist ja aus der Schrift zu erheben, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,10.</i><i>er darf es nicht auswechseln und er darf es nicht umtauschen</i>!?", | |
| "Vielmehr, erwiderte R. Jehuda, meint er es wie folgt: jeder kann durch den Umtausch erfassen lassen<sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Das eingetauschte Vieh von der Heiligkeit des Opfertieres.</i>, sowohl Männer als auch Weiber; nicht etwa, daß man umtauschen darf, sondern daß, wenn jemand umgetauscht hat, der Umtausch gültig ist, und er erhält die vierzig Geißelhiebe.", | |
| "Was schließt [das Wort] ‘jeder’ ein? – Dies schließt den Erben ein, nicht wie R. Jehuda.", | |
| "Wir haben nämlich gelernt: Der Erbe kann stützen<sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Die Hand auf den Kopf des Opfertieres; cf. Lev. 1,4.</i>und der Erbe kann umtauschen – so R. Meír: R. Jehuda sagt, der Erbe könne nicht stützen und der Erbe könne nicht umtauschen. –", | |
| "Was ist der Grund des R. Jehuda? – Er folgert hinsichtlich des Beginnes der Heiligung<sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Vom Umtausch, womit die Heiligung des Opfers beginnt.</i> von der Beendigung der Heiligung<sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Dem Stützen, womit die Heiligung des Opfers ihren Abschluß findet.</i>: wie bei Beendigung der Heiligung der Erbe nicht stützen kann, ebenso kann bei Beginn der Heiligung der Erbe nicht umtauschen. –", | |
| "Woher dies vom Stützen selbst? – Es heißt dreimal<sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Beim Heilsopfer; cf. Lev. 3,1,6,12.</i> <i>sein Opfer</i>; einmal: sein Opfer, nicht aber das Opfer eines Nichtjuden, einmal: sein Opfer, nicht aber das Opfer seines Nächsten, und einmal: sein Opfer, nicht aber das Opfer seines Vaters. –", | |
| "Worauf deutet nach R. Meír, welcher sagt, der Erbe könne stützen, [das Wort] <i>sein Opfer</i>!? – Dies deutet auf die Einschließung aller Beteiligten<sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Wenn mehrere Personen zusammen ein Opfer darbringen.</i> beim Stützen. –", | |
| "Und R. Jehuda!? – Er hält nichts von [der Einschließung] der Beteiligten beim Stützen. – Weshalb? – Weil ihr Opfer nicht bestimmt<sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Für eine bestimmte Person.</i> ist. Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich hält er davon, nur folgert er es hinsichtlich des Opfers eines Nichtjuden und des Opfers seines Nächsten aus ein- und demselben Schriftworte, sodaß einer für [die Einschließung] der Beteiligten beim Stützen zurückbleibt. –", | |
| "Was ist der Grund R. Meírs, welcher sagt, der Erbe könne umtauschen!? – Er kann dir erwidern: <i>wenn aber umtauschen wird er umtauschen</i>, dies<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Die Wiederholung des Wes ‘untersuchen’.</i>schließt den Erben ein," | |
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| "und er folgert hinsichtlich der Beendigung der Heiligung vom Beginne der Heiligung: wie bei Beginn der Heiligung der Erbe umtauschen kann, ebenso kann bei Beendigung der Heiligung der Erbe stützen. –", | |
| "Wofür verwendet R. Jehuda [die Worte:] <i>wenn aber umtauschen wird er umtauschen</i>!? – Dies schließt das Weib ein. Wie gelehrt wird: Da nun der ganze Abschnitt die männliche Fassung gebraucht, wie es heißt: <i>er darf es nicht auswechseln und er darf es nicht umtauschen</i>, woher dies vom Weibe? Es heißt: <i>wenn aber umtauschen wird er umtauschen</i>, dies schließt das Weib ein. –", | |
| "Woher entnimmt dies R. Meír hinsichtlich des Weibes? – Er folgert dies aus [dem Worte] <i>(wenn) aber</i><sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Diese Partikel ist überflüssig.</i>. – Und R. Jehuda!? – Er verwendet das <i>(wenn) aber</i> nicht zur Schriftforschung. –", | |
| "Sowohl nach R. Meír als auch nach R. Jehuda nur aus dem Grunde, weil die Schrift das Weib einbegriffen hat, hätte die Schrift sie aber nicht einbegriffen, so würde man gesagt haben, sie sei wegen des Umtauschens nicht zu geißeln, und [dem widersprechend] sagte ja R. Jehuda im Namen Rabhs, und ebenso wurde in der Schule R. Jišma͑éls gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Num. 5,6.</i><i>Wenn ein Mann oder ein Weib irgend eine Sünde der Menschen begeht</i>, die Schrift vergleicht das Weib mit dem Manne hinsichtlich aller Strafen der Tora!? –", | |
| "Dies ist nötig; man könnte glauben, dies gelte nur von einer Strafe, die bei einem einzelnen und bei einer Gemeinde gleich ist, hierbei aber, wo die Strafe nicht bei allen gleich ist, denn wir haben gelernt, eine Gemeinde und Gesellschafter können nicht umtauschen, sei auch ein Weib, wenn es dies getan hat, nicht zu geißeln, so lehrt er uns.", | |
| "Rami b. Ḥama fragte: Kann ein Minderjähriger umtauschen? – In welchem Falle: wollte man sagen, ein Minderjähriger, der das gelübdefähige Alter noch nicht erlangt hat, so ist dies ja nicht fraglich; wenn er nicht einmal heiligen<sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">Da er kein Opfer geloben kann.</i>kann, wie sollte er umtauschen können!? – Vielmehr, fraglich ist es ihm hinsichtlich eines Minderjährigen, der das gelübdefähige Alter erlangt hat.", | |
| "Der Meister sagte:<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,2.</i><i>wenn jemand ein Gelübde ausspricht</i>, dies schließt das Gelübde dessen ein, der dem Mannesalter nahe ist, daß nämlich seine Heiligung gültig ist; kann er, da er heiligen kann, auch umtauschen, oder aber erfolgt, da er nicht strafbar<sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Wenn er umgetauscht hat.</i>ist, durch seinen Umtausch keine Erfassung<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Des Profanen durch den Umtausch.</i>?", | |
| "Und kann, wenn du entscheidest, ein Minderjähriger könne umtauschen, weil er später Strafbarkeit erlangt, ein Nichtjude umtauschen? Sagen wir, da er heiligen kann, (denn<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Der eingeklammerte Satz mitten in der Frage ist ein störender Zusatz u. fehlt in Handschriften.</i>es wird gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Lev. 22,18.</i><i>jemand</i>, wozu heißt es zweimal <i>jemand</i><sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Jemand, jedermann wird im Hebräischen durch die Wiederholung des W.es <span dir=\"rtl\">איש</span>, Mann, ausgedrückt.</i>? – dies schließt Nichtjuden ein, daß sie gleich den Jisraéliten Gelübde geloben und freiwillig spenden können,) könne er auch umtauschen, oder aber ist, da er zur Strafbarkeit nicht gelangt, wenn er umtauscht, [das Eingetauschte] nicht heilig?", | |
| "Raba sprach: Komm und höre: Es wird gelehrt: Von Opfertieren von Nichtjuden darf man nichts genießen, man begeht an ihnen keine Veruntreuung<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Am Geheiligten; cf. Lev. 5,15ff.</i>, man ist bei ihnen nicht schuldig wegen Verwerflichem<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Das Opfer ist verwerflich (cf. Lev. 7,18), wenn man vom Fleische nach Ablauf der hierfür bestimmten Frist ißt, od. bei der Darbringung zu essen beabsichtigt.</i>, Übriggebliebenem<sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Wenn man es gegessen hat.</i>und Unreinem, sie werden nicht umgetauscht, und sie<sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Die Nichtjuden.</i>bringen kein Gußopfer<sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Allein, ohne Schlachtopfer.</i>dar; ihre Opfer aber benötigen des Gußopfers – so R. Šimo͑n.", | |
| "R. Jose sprach: Ich finde, daß bei allen zu erschweren ist. Dies gilt nur vom Geheiligten für den Altar, am Geheiligten für den Tempelreparaturfonds aber begeht man eine Veruntreuung. Hier lehrt er also, daß sie nicht eintauschen können. –", | |
| "Und Rami b. Ḥama!? – Hinsichtlich des Falles, wenn ein Nichtjuden [ein Opfer] zur Sühne eines Nichtjuden geheiligt hat, ist es mir nicht fraglich, fraglich ist es mir nur hinsichtlich des Falles, wenn ein Nichtjude es zur Sühne eines Jisraéliten geheiligt hat: richten wir uns nach dem, der geheiligt hat, oder richten wir uns nach dem, der die Sühne erlangt? –", | |
| "Dies ist aus einer Lehre R. Abahus zu entscheiden, denn R. Abahu sagte im Namen R. Joḥanans: Der Heiligende füge das Fünftel<sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Bei der Auslösung; cf. Lev. Kap. 27.</i>hinzu und der Sühneerlangende kann es umtauschen; und" | |
| ], | |
| [ | |
| "wenn jemand von seinem [Getreide] die Hebe für einen anderen entrichtet, so gehört der Dank<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Des Priesters.</i> ihm.", | |
| "Dieser erwiderte: Da, wo es von einem Jisraéliten kommt<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Wenn ein Jisraélit das Opfer abgesondert hat.</i>, richten wir uns nach dem, der die Sühne erlangt, denn es war von Anfang bis Ende in der Hand eines Jisraéliten, hierbei aber ist folgendes fraglich: muß es von Anfang bis Ende im Besitze dessen sein, der es umtauscht? – Dies bleibt unentschieden.", | |
| "Der Meister sagte: Von Opfertieren von Nichtjuden darf man nichts genießen, und man begeht an ihnen keine Veruntreuung. Man darf nichts genießen, rabbanitisch, und man begeht an ihnen keine Veruntreuung, nach der Tora. –", | |
| "Weshalb? – Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Lev. 5,15.</i><i>wenn jemand eine Veruntreuung begeht und versehentlich sündigt</i>; wir folgern durch [das Wort] <i>Sünde</i>, das auch bei der Hebe gebraucht<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev 22 9.</i>wird, und bei der Hebe heißt es: <sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Num. 18,11.</i><i>Kinder Jisraél</i>, nicht aber Nichtjuden.", | |
| "«Man ist ihretwegen nicht schuldig wegen Verwerflichem, Übriggebliebenem und Unreinem.» Von der Unreinheit heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Lev. 22,2.</i><i>rede zu Ahron und seinen Söhnen, daß sie sich fern halten von den Heiligtümern der Kinder Jisraél und nicht entweihen &c</i>.,", | |
| "und man folgere hinsichtlich des Übriggebliebenen durch [das Wort] <i>entweihen</i> vom Unreinen; beim Unreinen heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Lev. 22,2.</i><i>der Kinder Jisraél, und sie sollen nicht entweihen &c</i>., und beim Übriggebliebenen heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Ib. 10,8.</i><i>und wer es ißt, ladet eine Schuld auf sich, denn er hat das Heilige des Herrn entweiht</i>.", | |
| "Ferner folgere man hinsichtlich des Verwerflichen durch [das Wort] <i>Schuld</i> vom Übriggebliebenen, denn beim Verwerflichen heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Ib. 7,18.</i><i>und die Person, die davon ißt, ladet Schuld auf sich</i>, und beim Übriggebliebenen heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Ib. 10,8.</i><i>und wer es ißt, ladet Schuld auf sich, denn er hat das Heilige des Herrn entweiht</i>. Und bei diesen allen heißt es: <i>die Kinder Jisraél</i>, nicht aber Nichtjuden.", | |
| "«Sie werden nicht umgetauscht.» Denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">Ib. 27,10.</i><i>er darf es nicht auswechseln und er darf es nicht umtauschen</i>, und am Beginne dieses Abschnittes heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Ib. V,2.</i><i>rede zu den Kindern Jisraél also: Wenn jemand ein Gelübde ausspricht, die Schätzung</i>.", | |
| "Eine andere Lesart: Sie werden nicht umgetauscht. Aus welchem Grunde? Man vergleiche den Umtausch eines Viehs mit dem Viehzehnten und den Viehzehnten mit dem Getreidezehnten, und beim Getreidezehnten heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Num. 18,24.</i><i>denn den Zehnten der Kinder Jisraél, den sie dem Herrn abheben</i>, der Kinder Jisraél, nicht aber der Nichtjuden.", | |
| "«Sie bringen kein Gußopfer dar; ihre Opfer aber benötigen des Gußopfers – so R. Šimo͑n». Woher dies? – Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Num. 15,13.</i><i>Eingeborener</i>, ein Eingeborener bringt Gußopfer dar, nicht aber bringt ein Nichtjude Gußopfer dar. Man könnte glauben, auch sein Brandopfer benötige nicht des Gußopfers, so heißt es<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Num. 15,13.</i><i>so</i>.", | |
| "«R. Jose sprach: Ich finde, daß bei allen zu erschweren ist.» Aus welchem Grunde? – Bei ihnen heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 18.</i><i>für den Herrn</i>.", | |
| "«Dies gilt nur vom Geheiligten für den Altar, am Geheiligten für den Tempelreparaturfonds aber begeht man eine Veruntreuung.» Aus welchem Grunde? – Wenn wir auch hinsichtlich der Veruntreuung durch [das Wort] <i>Sünde</i> von der Hebe folgern,<sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Daß dies nicht vom Geheiligten eines Nichtjuden gilt.</i>so gilt dies nur dann, wenn es der Hebe gleicht, die an sich heilig ist, nicht aber vom Geheiligten für den Tempelreparaturfonds, von dem nur der Geldwert heilig ist.", | |
| "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wegen aller Verbote der Tora ist man, wenn man dabei eine Tätigkeit ausgeübt hat, schuldig, und wenn man dabei keine Tätigkeit ausgeübt hat, frei. –", | |
| "Ist es denn eine stichhaltige Regel, daß man wegen eines Verbotes, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird, frei ist, das Umtauschen ist ja ein Verbot, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird, und man ist dieserhalb zu geißeln!? Wir haben nämlich gelernt: Nicht etwa, daß man umtauschen darf, sondern daß, wenn jemand umgetauscht hat, der Umtausch gültig ist, und er erhält die vierzig Geißelhiebe. –", | |
| "Rabh kann dir erwidern: Hier ist die Ansicht R. Jehudas vertreten, welcher sagt, wegen eines Verbotes, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird, sei zu geißeln. –", | |
| "Wieso kannst du unsere Mišna R. Jehuda addizieren, du hast ja beim Anfangsatze erklärt, sie vertrete nicht die Ansicht R. Jehudas!? Dieser lehrt, jeder könne umtauschen, und [du erklärtest, das Wort] ‘jeder’ schließe den Erben ein, nicht wie R. Jehuda. –", | |
| "Dieser Autor ist seiner Ansicht in einer Hinsicht, daß wegen eines Verbotes, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird, zu geißeln sei, und streitet gegen ihn in einer Hinsicht, denn R. Jehuda ist der Ansicht, der Erbe könne nicht stützen und der Erbe könne nicht umtauschen, während unser Autor der Ansicht ist, der Erbe könne stützen und der Erbe könne umtauschen.", | |
| "R. Idi b. Abin sagte im Namen des R. A͑mram im Namen des R. Jiçḥaq im Namen des R. Johanan im Namen R. Jose des Galiläers: Wegen aller Verbote der Tora ist man, wenn man dabei eine Tätigkeit ausgeübt hat, zu geißeln, und wenn man dabei keine Tätigkeit ausgeübt hat, frei, ausgenommen das Schwören, das Umtauschen und das Fluchen (seines Nächsten) beim Gottesnamen; obgleich man dabei keine Tätigkeit ausübt, ist man schuldig. Im Namen des R. Jose b. R. Ḥanina sagten sie, auch wenn man die Hebe vor den Erstlingen entrichtet.", | |
| "Woher dies vom Schwören? R. Joḥanan erwiderte im Namen des R. Meír: Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Ex. 20,7.</i><i>denn der Herr läßt den nicht ungestraft, der seinen Namen freventlich ausspricht</i>; das Gericht droben" | |
| ], | |
| [ | |
| "reinigt<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Für ‘nicht ungestraft’ gebraucht der Text den Ausdruck ‘nicht reinigen’.</i>ihn nicht, das Gericht hienieden aber geißelt und reinigt ihn.", | |
| "R. Papa sprach zu Abajje: Vielleicht gibt es für ihn überhaupt keine Reinigung!? Dieser erwiderte: Wenn dem so wäre, so sollte der Schriftvers lauten: <i>denn er läßt nicht ungestraft</i>, und nichts weiter, wenn es aber noch heißt <i>der Herr</i>, so heißt dies: das Gericht droben reinigt ihn nicht, das Gericht hienieden aber geißelt und reinigt ihn. –", | |
| "Wir wissen dies vom Nichtigkeitsschwure<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Für ‘freventlich’ gebraucht die angezogene Schriftstelle den Ausdruck ‘nichtig’, ‘unnütz’; cf. Seb. Fol. 21a.</i>, woher dies vom Falschschwure<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Wird weiter erklärt.</i>? R. Joḥanan erklärte in seinem eigenen Namen: Es heißt zweimal<sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Im angezogenen Schriftverse Ex. 20,7.</i><i>freventlich</i>, und da es [einmal] nicht auf den Nichtigkeitsschwur zu beziehen ist, so beziehe man es auf den Falschschwur, daß wegen dessen zu geißeln ist.", | |
| "R. Abahu wandte ein: Auf welchen Falschschwur: wollte man sagen, wenn jemand [geschworen] hat, er werde nicht essen, und gegessen hat, so hat er ja eine Tätigkeit ausgeübt<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Und wäre auch sonst zu geißeln.</i>, und wollte man sagen, wenn jemand [geschworen] hat, er werde essen, und nicht gegessen hat, so ist er ja nicht zu geißeln!? Es wurde nämlich gelehrt: [Wenn jemand gesagt hat:] ein Schwur, daß ich diesen Laib an diesem Tage essen werde, und der Tag vorüber ist und er ihn nicht gegessen hat, so ist er, wie R. Joḥanan und R. Šimo͑n b. Laqiš sagen, nicht zu geißeln.", | |
| "R. Joḥanan sagt, er sei nicht zu geißeln, weil es ein Verbot ist, wobei keine Tätigkeit ausgeübt worden ist, und wegen eines Verbotes, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird, ist nicht zu geißeln; Reš Laqiš sagt, er sei nicht zu geißeln, weil die Warnung nur eine eventuelle<sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">Bei der Warnung hat er noch Zeit, seinen Schwur einzulösen.</i>sein kann, und bei einer eventuellen Warnung ist nicht zu geißeln.", | |
| "Vielmehr, erklärte R. Abahu, in dem Falle, [wenn er gesagt hat:] ich habe gegessen, oder: ich habe nicht gegessen. –", | |
| "Wieso ist [der Schwur]: ich habe gegessen, oder: ich habe nicht gegessen, anders als [der Schwur:] ich werde essen, oder: ich werde nicht essen, daß er jenen einschließt? Raba erwiderte: Die Tora schließt ausdrücklich den Falschschwur ein und vergleicht ihn mit dem Nichtigkeitsschwure: wie der Nichtigkeitsschwur sich nur auf die Vergangenheit<sup class=\"footnote-marker\">47</sup><i class=\"footnote\">Der Nichtigkeitsschwur, etwas Unwahres, aber ohne praktische Bedeutung, beispielsweise ein Stein sei Holz, kann sich nur auf das beziehen, was schon vorhanden od. geschehen ist.</i>bezieht, ebenso der Falschschwur nur auf die Vergangenheit<sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Nicht auf den Schwur, er werde essen.</i>.", | |
| "R. Jirmeja wandte gegen R. Abahu ein: [Wenn jemand gesagt hat:] ein Schwur, daß ich diesen Laib nicht essen werde, ein Schwur, daß ich ihn nicht essen werde, ein Schwur daß ich ihn nicht essen werde, und er ihn gegessen hat, so ist er nur einmal schuldig. Dies ist ein Bekräftigungsschwur, wegen dessen [Verletzung] man sich bei Vorsätzlichkeit der Geißelung schuldig macht und bei Unvorsätzlichkeit ein auf- und absteigendes Opfer<sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">Nach dem Vermögensverhältnisse; cf. Lev. Kap. 5.</i>darzubringen hat. [Die Worte] ‘dies ist’ schließen wohl den Fall aus, [wenn jemand geschworen hat:] ich habe gegessen, oder: ich habe nicht gegessen, daß er nämlich nicht zu geißeln sei. –", | |
| "Nein, dies ist es, dessentwegen bei Versehen ein Opfer darzubringen ist; wenn aber: ich habe gegessen, oder: ich habe nicht gegessen, so ist dieserhalb kein Opfer darzubringen. Dies nach R. Jišma͑él, welcher sagt, man sei nur wegen des promissorischen<sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">Vgl. Bd. IX S. 239 Anm. 1.</i>[Schwures] schuldig. – Wohl aber ist er zu geißeln;", | |
| "wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: dies ist ein Nichtigkeitsschwur, wegen dessen [Verletzung] man sich bei Vorsatz der Geißelung schuldig macht und bei Unvorsätzlichkeit frei ist. [Die Worte] ‘dies ist’ schließen wohl den Fall aus, [wenn jemand geschworen hat:] ich habe gegessen, oder: ich habe nicht gegessen, daß er nicht zu geißeln sei!? –", | |
| "Nein, dies ist es, dessentwegen man bei Versehen von einem Opfer frei ist; wenn aber: ich habe gegessen, oder: ich habe nicht gegessen, ist ein Opfer darzubringen. Dies nach R. A͑qiba, welcher sagt, man bringe ein Opfer dar wegen des assertorischen<sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">Vgl. Bd. IX S. 239 Anm. 1.</i>[Schwures]. –", | |
| "Du sagtest ja aber beim Anfangsatze, hier sei R. Jišma͑él vertreten!? – Vielmehr, wenn der Schlußsatz nach R. A͑qiba, so ist auch der Anfangsatz nach R. A͑qiba, und der Anfangsatz schließt nicht den Fall aus, [wenn jemand geschworen hat:] ich habe gegessen, oder: ich habe nicht gegessen, sondern: ich werde essen, oder: ich werde nicht essen. –", | |
| "Weshalb die Unterscheidung? – Wenn er von einem promissorischen [Schwure] spricht, schließt er einen promissorischen aus, aber sollte er denn, wenn er von einem promissorischen spricht, einen assertorischen ausschließen!?", | |
| "«Das Umtauschen.» R. Joḥanan sprach zu einem Jünger: Lehre nicht ‘das Umtauschen’, weil man dabei durch das Sprechen eine Tätigkeit ausübt<sup class=\"footnote-marker\">51</sup><i class=\"footnote\">Man verwandelt das Profane in Heiliges.</i>.", | |
| "«Das Fluchen (seines Nächsten) beim Gottesnamen.» Woher dies? R. Elea͑zar erwiderte im Namen des R. Oša͑ja: Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Dt. 28,58.</i><i>wenn du nicht beobachten wirst</i>, und es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">53</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 59.</i><i>der Herr wird deine Plagen auszeichnen [hiphla]</i>. Ich würde nicht gewußt haben, was <i>hiphla</i> bedeute, wenn es aber heißt:<sup class=\"footnote-marker\">53</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 59.</i><i>so soll ihn der Richter vor sich hinlegen [hippilo] und prügeln lassen</i>, so sage man, unter <i>hiphla</i> ist die Geißelung zu verstehen. –", | |
| "Vielleicht auch wegen des wahren Schwures<sup class=\"footnote-marker\">54</sup><i class=\"footnote\">Man dürfe dabei den Gottesnamen nicht nennen.</i>!? – Es heißt ausdrücklich:<sup class=\"footnote-marker\">55</sup><i class=\"footnote\">Ex. 22,10.</i><i>der Schwur des Herrn sei zwischen ihnen</i>. –", | |
| "Vielleicht, um seinen Nächsten zu beschwichtigen, jedoch ist er<sup class=\"footnote-marker\">56</sup><i class=\"footnote\">Weil er sich in einen Schwur verwickelt hat.</i>zu geißeln!? – Dies kannst du nicht sagen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Dt. 6,13.</i><i>in seinem Namen sollst du schwören</i>. –", | |
| "Dies ist ja aber wegen einer Lehre des R. Gidel nötig!? R. Gidel sagte nämlich im Namen Rabhs: Woher, daß man schwören darf, ein Gebot auszuüben<sup class=\"footnote-marker\">58</sup><i class=\"footnote\">Damit man nicht zurücktrete.</i>? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Ps. 119,106.</i><i>ich habe geschworen und halte es, deine gerechten Gebote zu beobachten</i>. – Es gibt noch einen anderen Schriftvers: <sup class=\"footnote-marker\">60</sup><i class=\"footnote\">Dt. 10,20.</i><i>ihm sollst du anhangen und in seinem Namen sollst du schwören</i>.", | |
| "Jener<sup class=\"footnote-marker\">61</sup><i class=\"footnote\">Der oben angezogene Schriftvers Dt. 28,58.</i>deutet also nur auf das Fluchen (seines Nächsten) beim Gottesnamen. – Vielleicht auf das unnütze Aussprechen des Gottesnamens!? – Ist denn das Fluchen (seines Nächsten) beim Gottesnamen weniger als das unnütze Aussprechen des Gottesnamens!? –", | |
| "Unser Einwand ist wie folgt zu verstehen: vielleicht ist für das unnütze Aussprechen des Gottesnamens die Geißelung ausreichend, für das Fluchen (seines Nächsten) beim Gottesnamen aber, wobei er zweierlei begeht, er spricht den Gottesnamen unnütz aus und quält seinen Nächsten, ist die Geißelung nicht ausreichend!? –" | |
| ], | |
| [ | |
| "Dies kannst du nicht sagen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">62</sup><i class=\"footnote\">Lev. 19,19.</i><i>du sollst keinem Tauben fluchen</i>. [Wenn du willst, sage ich:] allerdings ist, wenn du [jenen Schriftvers] auf das Fluchen (seines Nächsten) [beim Gottesnamen] beziehst, das Verbot hieraus zu entnehmen, denn es heißt: <i>du sollst keinem Tauben fluchen</i>, wo findet sich aber das Verbot, wenn du ihn auf das unnütze Aussprechen des Gottesnamens beziehst!? –", | |
| "Etwa nicht, es heißt ja:<sup class=\"footnote-marker\">63</sup><i class=\"footnote\">Dt. 6,13.</i><i>den Herrn, deinen Gott, sollst du fürchten und ihm sollst du dienen</i>!? – Dies ist eine ein Gebot betreffende Verwarnung.", | |
| "«Im Namen des R. Jose b. R. Ḥanina sagten sie, auch wenn man die Hebe vor den Erstlingen entrichtet.» Was ist der Grund des R. Jose b. R. Ḥanina? – Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">64</sup><i class=\"footnote\">Ex. 22,28.</i><i>dein Getreide und deinen Most verspäte nicht</i>; Getreide, das sind die Erstlinge, Most, das ist die Hebe, und [der Allbarmherzige] sagt: <i>verspäte nicht</i><sup class=\"footnote-marker\">65</sup><i class=\"footnote\">Man bringe das erstere nicht später als das andere.</i>.", | |
| "Es wurde gelehrt: [Über die Entrichtung] der Hebe vor den Erstlingen [streiten] R. Elea͑zar und R. Jose b. R. Ḥanina; einer sagt, dieserhalb sei zu geißeln, und einer sagt, dieserhalb sei nicht zu geißeln. Es ist zu beweisen, daß R. Jose b. R. Ḥanina es ist, welcher sagt, dieserhalb sei zu geißeln, denn R. Jose b. R. Ḥanina sagte, auch wenn man die Hebe vor den Erstlingen entrichtet. –", | |
| "Im Gegenteil, es ist zu beweisen, daß R. Elea͑zar es ist, welcher sagt, dieserhalb sei zu geißeln, denn wir haben gelernt: Wenn jemand zwei Körbe mit Unverzehntetem vor sich hat und sagt: die Zehnten von diesem seien in jenem, so ist der erste verzehntet;", | |
| "[sagt er:] die Zehnten von diesem in jenem und von jenem in diesem, so ist der erste verzehntet und der andere unverzehntet<sup class=\"footnote-marker\">66</sup><i class=\"footnote\">Sobald der erstere zehntfrei ist, kann von ihm kein Zehnt mehr entnommen werden.</i>; [sagt er:] die Zehnten von einem Korbe im anderen, so hat er einen Namen genannt<sup class=\"footnote-marker\">67</sup><i class=\"footnote\">Dh. den Zehnten bestimmt.</i>.", | |
| "Hierzu wurde gelehrt: R. Elea͑zar sagt, er sei zu geißeln, weil er den in dem einen enthaltenen zweiten Zehnten<sup class=\"footnote-marker\">68</sup><i class=\"footnote\">Cf. Ms. 1,1.</i>früher entrichtet hat als den ersten Zehnten des anderen. Dies ist zu beweisen. –", | |
| "Demnach ist es R. Jose b. R. Ḥanina, welcher sagt, er sei nicht zu geißeln, somit befindet sich ja R. Jose b. R. Ḥanina in einem Widerspruche mit sich selbst!? –", | |
| "Nein, R. Jose b. R. Ḥanina" | |
| ], | |
| [ | |
| "bezieht sich auf den Fall, wegen dessen man frei ist, und zwar wie folgt: Wegen eines Verbotes, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird, ist nicht zu geißeln; im Namen des R. Jose b. R. Ḥanina sagten sie, auch wenn man die Hebe vor den Erstlingen entrichtet. –", | |
| "Wegen des Umtauschens ist wohl deshalb zu geißeln, weil man durch das Sprechen eine Tätigkeit ausübt<sup class=\"footnote-marker\">51</sup><i class=\"footnote\">Man verwandelt das Profane in Heiliges.</i>, somit sollte gegeißelt werden, auch wenn man die Hebe vor den Erstlingen entrichtet, wobei man ebenfalls durch das Sprechen eine Tätigkeit ausübt!?", | |
| "R. Abin erwiderte: Anders ist es da, weil es ein Verbot ist, das durch ein Gebot aufgehoben wird, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">69</sup><i class=\"footnote\">Num. 18,21.</i><i>von all euren Zehnten sollt ihr abheben</i><sup class=\"footnote-marker\">70</sup><i class=\"footnote\">Hat man das Verbot übertreten, so kann es durch die Ausübung eines Gebotes gutgemacht werden.</i>.", | |
| "R. Dimi saß und trug diese Lehre vor. Da sprach Abajje zu ihm: Ist denn wegen eines Verbotes, das durch ein Gebot aufgehoben wird, niemals zu geißeln,", | |
| "auch das Umtauschen ist ja ein Verbot, das durch ein Gebot aufgehoben wird<sup class=\"footnote-marker\">71</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,10 heißt es, daß man nicht umtauschen dürfe, darauf aber folgt: wenn man umgetauscht hat etc.</i>, und dieserhalb wird gegeißelt!? Wir haben nämlich gelernt: Nicht etwa, daß man umtauschen darf, sondern daß, wenn jemand umgetauscht hat, der Umtausch gültig ist, und er erhält die vierzig Geißelhiebe. –", | |
| "Hierbei sind es zwei Verbote<sup class=\"footnote-marker\">72</sup><i class=\"footnote\">Im bezüglichen Schriftverse heißt es: nicht auswechseln und nicht umtauschen.</i>und ein Gebot, und ein Gebot kann nicht zwei Verbote aufheben. – Beim Notzüchter ist es ja ein Verbot und ein Gebot, und das Gebot hebt das Verbot nicht auf!?", | |
| "Es wird nämlich gelehrt: Wenn ein Notzüchter<sup class=\"footnote-marker\">73</sup><i class=\"footnote\">Der die Genotzüchtigte heiraten muß u. sich von ihr nicht scheiden lassen darf.</i>sich [von seiner Frau] scheiden ließ, so nehme er, wenn er Jisraélit ist, sie wieder, und er ist nicht zu geißeln, und wenn er Priester ist, so ist er zu geißeln, und er kann sie nicht wiedernehmen<sup class=\"footnote-marker\">74</sup><i class=\"footnote\">Weil ein Priester keine Geschiedene heiraten darf; cf. Lev. 21,7.</i>. –", | |
| "Du sprichst von Priestern; bei Priestern erfolgt dies aus einem anderen Grunde, weil nämlich der Allbarmherzige ihnen eine größere Heiligkeit beigelegt hat.", | |
| "Hierüber [streiten] Tannaim.<sup class=\"footnote-marker\">75</sup><i class=\"footnote\">Ex. 12,10.</i><i>Ihr</i> <i>sollt davon nicht bis zum nächsten Morgen zurücklassen</i>, die Schrift läßt auf das Verbot ein Gebot<sup class=\"footnote-marker\">76</sup><i class=\"footnote\">Weiter folgt: was zurückbleibt, sei zu verbrennen.</i>folgen, um zu sagen, daß dieserhalb nicht zu geißeln ist – so R. Jehuda.", | |
| "R. Ja͑qob sagt, nicht aus diesem Grunde, sondern weil es ein Verbot ist, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird, und wegen eines Verbotes, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird, nicht zu geißeln ist. Demnach ist R. Jehuda der Ansicht, er sei dieserhalb zu geißeln. –", | |
| "Wofür verwendet R. Ja͑qob den Vers:<sup class=\"footnote-marker\">75</sup><i class=\"footnote\">Ex. 12,10.</i><i>was davon bis zum Morgen zurückbleibt, sollt ihr im Feuer verbrennen</i>!? –", | |
| "Dieser ist wegen der folgenden Lehre nötig. Die Knochen, die Sehnen und das Zurückgebliebene<sup class=\"footnote-marker\">77</sup><i class=\"footnote\">Vom Pesaḥopfer.</i>sind am sechzehnten<sup class=\"footnote-marker\">78</sup><i class=\"footnote\">Des Nisan, nach dem Feiertage.</i>zu verbrennen; fällt der sechzehnte auf einen Šabbath, so sind sie am siebzehnten zu verbrennen, weil dies nicht den Šabbath und nicht den Feiertag verdrängt.", | |
| "Hierzu sagte Ḥizqija, und ebenso lehrten sie in der Schule Ḥizqijas: Die Schrift sagt deshalb: <i>was davon bis zum nächsten Morgen zurückbleibt, sollt ihr im Feuer verbrennen</i>, weil die Schrift einen zweiten Morgen für die Verbrennung hinzufügen will.", | |
| "Abajje sagte: Alles, wovon der Allbarmherzige gesagt hat, man dürfe es nicht tun, ist, wenn man es getan hat, gültig, denn wieso wäre dieserhalb zu geißeln, wenn man sagen wollte, es sei nicht gültig!? Raba aber sagte, es sei nicht gültig, und zu geißeln ist dieserhalb deshalb, weil man das Wort des Allbarmherzigen übertreten hat." | |
| ], | |
| [ | |
| "Man wandte ein: Wenn ein Notzüchter sich [von seiner Frau] scheiden ließ, so nehme er, wenn er Jisraélit ist, sie wieder, und er ist nicht zu geißeln. Wenn du nun sagst, es sei zu geißeln, weil man das Wort des Allbarmherzigen übertreten hat, so sollte auch dieser zu geißeln sein!? Dies ist eine Widerlegung Rabas. –", | |
| "Er kann dir erwidern: anders ist es hierbei; die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">79</sup><i class=\"footnote\">Dt. 22,29.</i><i>all seine Tage</i>, all seine Tage obliegt es ihm. sie wieder zu nehmen. –", | |
| "Und Abajje!? – Würde der Allbarmherzige nicht geschrieben haben: <i>all seine Tage</i>, so könnte man glauben, er habe nun einmal das Verbot übertreten, wenn er will, nehme er sie wieder, und wenn er will, nehme er sie nicht wieder, so lehrt er uns.", | |
| "Eine andere Lesart: Man wandte ein: Wenn ein Notzüchter sich [von seiner Frau] scheiden ließ, so nehme er, wenn er Jisraélit ist, sie wieder, und er ist nicht zu geißeln, und wenn er Priester ist, so ist er zu geißeln, und er kann sie nicht wieder nehmen. Hier lehrt er also, wenn er Jisraélit ist, nehme er sie wieder. Dies ist eine Widerlegung Abajjes!? –", | |
| "Anders ist es da; der Allbarmherzige sagt: <i>all seine Tage</i>, all seine Tage obliegt es ihm, sie wiederzunehmen. –", | |
| "Und Raba!? – Er kann dir erwidern: würde der Allbarmherzige nicht geschrieben haben: <i>all seine Tage</i>, so könnte man glauben, er erhalte Geißelhiebe und nehme sie wieder, da hierbei nur ein Verbot vorliegt, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">79</sup><i class=\"footnote\">Dt. 22,29.</i><i>er kann sie nicht entlassen</i>, daher schrieb die Schrift: <i>all seine Tage</i>, um es für den Notzüchter zu einem Verbote zu machen, das von einem Gebote aufgehoben wird, wegen dessen nicht zu geißeln ist. –", | |
| "Vom Abheben der Hebe vom Schlechten für das Gute sagt ja der Allbarmherzige: <sup class=\"footnote-marker\">80</sup><i class=\"footnote\">Num. 18,29.</i><i>von all seinem Besten</i>,", | |
| "nur vom Besten und nicht vom Schlechten, dennoch haben wir gelernt, man dürfe die Hebe nicht vom Schlechten für das Gute absondern, und wenn man abgesondert hat, sei die Hebe gültig. [Die Handlung] ist also gültig, somit ist dies eine Widerlegung Rabas!? –", | |
| "Raba kann dir erwidern: anders ist es da, nach R. Ilea͑, denn R. Ilea͑ sagte: Woher, daß, wenn jemand die Hebe vom Schlechten für das Gute abgesondert hat, die Hebe gültig ist? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Num. 18,32.</i><i>ihr sollt seinethalben auf euch keine Sünde laden, wenn ihr das Beste davon abhebt</i>, und wenn es nicht heilig wäre, könnte keine Sünde aufgeladen werden. Hieraus, daß die Absonderung der Hebe vom Schlechten für das Gute gültig ist. –", | |
| "Und Abajje!? – Würde der Allbarmherzige nicht gesagt haben: <i>ihr sollt seinethalben auf euch keine Sünde laden</i>, so könnte man glauben, der Allbarmherzige sage nur, daß man das Gebot auf das Beste ausübe, wenn man es aber nicht tut, heiße man noch nicht Sünder, so lehrt er uns. –", | |
| "Hinsichtlich [der Absonderung<sup class=\"footnote-marker\">83</sup><i class=\"footnote\">Des Zehnten.</i>von] der einen Art für die andere sagt ja der Allbarmherzige:<sup class=\"footnote-marker\">84</sup><i class=\"footnote\">Num. 18,12.</i><i>alles Beste des Öls</i>, daß man das Beste von diesem und das Beste von jenem nehme, und wir haben gelernt, man dürfe die Hebe nicht von der einen Art für die andere abheben, und wenn man abgehoben hat, sei die Hebe ungültig. [Die Handlung] ist also ungültig, somit ist dies eine Widerlegung Abajjes!? –", | |
| "Abajje kann dir erwidern: anders ist es da, denn die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">84</sup><i class=\"footnote\">Num. 18,12.</i><i>ihre Erstlinge</i>, den Erstling für dieses und den Erstling für jenes. Ebenso erklärte es R. Ilea͑ [aus dem Worte] <i>Erstlinge</i>. –", | |
| "Und Raba!? – Hätte der Allbarmherzige nicht <i>Erstlinge</i> gesagt, so könnte man glauben, nur bei Most und Öl, bei denen es zweimal <i>Beste</i><sup class=\"footnote-marker\">85</sup><i class=\"footnote\">Dieses Wort kommt im angezogenen Schriftverse 2mal vor, beim Moste u. beim Öl.</i>heißt, darf die Hebe nicht von einem für das andere abgesondert werden,", | |
| "bei Most und Getreide aber, oder Getreide und Getreide, bei denen es nur einmal <i>Beste</i> heißt, sei, wenn man die Hebe von dem einen für das andere abgesondert hat, nicht zu geißeln, daher schrieb der Allbarmherzige <i>Erstlinge</i>, um [das Wort] <i>Beste</i> auf das eine und auf das andere zu beziehen.", | |
| "Eine andere Lesart. Bei Most und Getreide aber, bei denen es nur einmal <i>Beste</i> heißt, dürfe man die Hebe von einem für das andere absondern, daher schrieb der Allbarmherzige <i>Erstlinge</i>. –", | |
| "Beim Banngute sagt ja der Allbarmherzige:<sup class=\"footnote-marker\">86</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,28.</i><i>es darf nicht verkauft werden und es darf nicht ausgelöst werden</i>, und wir haben gelernt, man könne Banngut der Priester nicht auslösen, vielmehr gebe man es dem Priester. [Die Handlung] ist also ungültig, somit ist dies eine Widerlegung Abajjes!? –", | |
| "Er kann dir erwidern: anders ist es da, denn der Allbarmherzige sagt:<sup class=\"footnote-marker\">86</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,28.</i><i>hochheilig ist es</i>, es bleibe bei seiner Eigenheit. –" | |
| ], | |
| [ | |
| "Und Raba!? – Das <i>es</i> schließt das Erstgeborene aus, denn es wird gelehrt: Beim Erstgeborenen heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">87</sup><i class=\"footnote\">Num. 18,17.</i><i>du darfst es nicht lösen</i>, und es darf verkauft werden; beim Zehnten heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">88</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,33.</i><i>es darf nicht ausgelöst werden</i>, und es darf nicht verkauft werden, weder lebend noch geschlachtet, weder fehlerfrei noch fehlerbehaftet. –", | |
| "Vom Umtausche sagt ja der Allbarmherzige:<sup class=\"footnote-marker\">89</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 10.</i><i>er darf es nicht auswechseln und er darf es nicht umtauschen</i>, dennoch haben wir gelernt: nicht etwa, daß man umtauschen darf, sondern daß, wenn man umgetauscht hat, der Umtausch gültig ist, und er erhält die vierzig Geißelhiebe. [Die Handlung] ist also gültig, somit ist dies eine Widerlegung Rabas!? –", | |
| "Raba kann dir erwidern: anders ist es da, denn die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">89</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 10.</i><i>so sei es und sein Eingetauschtes heilig</i>. –", | |
| "Und Abajje!? – Wenn der Allbarmherzige nicht gesagt hätte: <i>so sei es und sein Eingetauschtes heilig</i>, so könnte man glauben, das eine gehe aus und das andere trete<sup class=\"footnote-marker\">90</sup><i class=\"footnote\">Das ursprünglich abgesonderte werde profan, u. an dessen Stelle trete das Eingetauschte.</i>ein, so lehrt er uns. –", | |
| "Beim Erstgeborenen sagt ja der Allbarmherzige: <i>du darfst es nicht lösen</i>, dennoch haben wir gelernt, es gebe für sie eine Auslösung und es gebe eine Auslösung für ihr Eingetauschtes, ausgenommen das Erstgeborene und der Zehnt. [Die Handlung] ist also ungültig, somit ist dies eine Widerlegung Abajjes!? –", | |
| "Abajje kann dir erwidern: anders ist es da, denn die Schrift sagt<sup class=\"footnote-marker\">87</sup><i class=\"footnote\">Num. 18,17.</i><i>sie</i>, sie bleiben bei ihrer Eigenheit. –", | |
| "Wofür verwendet Raba [das Wort] <i>sie</i>? – Sie sind darzubringen, nicht aber ist ihr Eingetauschtes darzubringen. –", | |
| "Woher entnimmt Abajje diese Auslegung? <i>–</i><sup class=\"footnote-marker\">91</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,26.</i><i>Ob ein Rind oder ein Schaf, es gehört dem Herrn</i>; es ist dem Herrn darzubringen, nicht aber ist sein Eingetauschtes darzubringen. –", | |
| "Und Raba!? – Dem ist auch so, daß dies aus diesem Schriftverse hervorgeht, [das Wort] <i>sie</i> ist aber deshalb nötig, um zu lehren, daß, wenn das Blut des Erstgeborenen und des Zehnten mit dem anderer darzubringender [Opfer] vermischt worden ist, es auf den Altar komme. –", | |
| "Woher entnimmt dies Abajje? – Aus:<sup class=\"footnote-marker\">92</sup><i class=\"footnote\">Ib. 16,18.</i><i>er nehme vom Blute des Farren und vom Blute des Ziegenbockes</i>; da das Blut des Farren mehr ist als das Blut des Ziegenbockes, so ist hieraus zu entnehmen, daß die auf den Altar kommenden [Opfer] einander nicht<sup class=\"footnote-marker\">93</sup><i class=\"footnote\">Das Blut des Ziegenbockes geht im Blute des Farren nicht auf, obgleich es bedeutend weniger ist.</i>aufheben. Es wird nämlich gelehrt: <i>Er nehme vom Blute des Farren und vom Blute des Ziegenbockes</i>, sie müssen vermengt sein – so R. Jošija. –", | |
| "Und Raba!? – Da von diesem besonders und von jenem besonders, und er ist der Ansicht R. Jonathans<sup class=\"footnote-marker\">94</sup><i class=\"footnote\">Der dieser Ansicht ist; cf. Jom. Fol. 58a.</i>. –", | |
| "Vom Zehnten sagt ja der Allbarmherzige: <i>es darf nicht ausgelöst werden</i>, dennoch haben wir gelernt, es gebe für sie eine Auslösung und für ihr Eingetauschtes eine Auslösung, ausgenommen das Erstgeborene und der Zehnt. [Die Handlung] ist also ungültig, somit ist dies eine Widerlegung Abajjes!? –", | |
| "Er kann dir erwidern: anders ist es da, denn es ist durch [den Ausdruck] <i>vorübergehen</i><sup class=\"footnote-marker\">95</sup><i class=\"footnote\">Der sowohl beim Erstgeborenen (Ex. 13,12) als auch beim Zehnten (Lev. 27,32) gebraucht wird.</i>vom Erstgeborenen zu folgern. –", | |
| "Von [der Entrichtung] der Hebe vor den Erstlingen sagt ja der Allbarmherzige:<sup class=\"footnote-marker\">64</sup><i class=\"footnote\">Ex. 22,28.</i><i>dein Getreide und deinen Most verspäte nicht</i><sup class=\"footnote-marker\">96</sup><i class=\"footnote\">Woraus gefolgert wird, daß die Hebe nicht vor den Erstlingen entrichtet werden darf; ob. Fol. 4b.</i>, und wir haben gelernt: wenn man [die Hebe] vorher entrichtet hat, so ist, obgleich dies verboten ist, was er getan hat, getan!? –", | |
| "Raba kann dir erwidern: anders ist es da, denn die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">97</sup><i class=\"footnote\">Nrn. 18,28,29.</i><i>von all euren Zehnten &c. sollt ihr abheben</i>. –", | |
| "Und Abajje!? – Dies ist wegen des folgenden nötig. R.Papa sprach nämlich zu Abajje: Demnach sollte er frei<sup class=\"footnote-marker\">98</sup><i class=\"footnote\">Der erste Zehnt von der großen Hebe; cf. Jṭ. Fol. 13b.</i>sein, auch wenn er ihm<sup class=\"footnote-marker\">99</sup><i class=\"footnote\">Der Levite dem Priester, der die Hebe vorher zu erhalten hat.</i>beim Getreidehaufen zuvorgekommen ist!?", | |
| "Dieser erwiderte: Deinetwegen sagt die Schrift: <i>von all euren Zehnten &c. sollt ihr abheben</i><sup class=\"footnote-marker\">100</sup><i class=\"footnote\">Die Leviten haben an den Priester die große Hebe zu entrichten.</i>. – Was veranlaßt dich, den Getreidehaufen einzuschließen<sup class=\"footnote-marker\">101</sup><i class=\"footnote\">Von der Verpflichtung zur großen Hebe; zehntpflichtig wird das Getreide überhaupt erst nach Einbringung der Ernte.</i>und Ähren auszuschließen? –", | |
| "Ich schließe den Getreidehaufen ein, weil es bereits Getreide ist, und ich schließe Ähren aus, weil es noch kein Getreide ist. –", | |
| "Von [der Heirat] einer Witwe mit einem Hochpriester sagt ja der Allbarmherzige:<sup class=\"footnote-marker\">102</sup><i class=\"footnote\">Lev. 21,14.</i><i>Witwe und Geschiedene soll er nicht nehmen</i>, und wir haben gelernt, daß in jedem Falle, wo die Antrauung gültig ist und eine Sünde begangen wird, das Kind dem Bemakelten folge<sup class=\"footnote-marker\">103</sup><i class=\"footnote\">Die Antrauung ist also gültig, obgleich dies verboten ist.</i>!? –", | |
| "Anders ist es da, wo die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">104</sup><i class=\"footnote\">Lev. 21,15.</i><i>er soll seinen Samen nicht entweihen</i><sup class=\"footnote-marker\">105</sup><i class=\"footnote\">Das Kind ist entweiht, jed. nicht unehelich.</i>. –", | |
| "Und Abajje!? – Der Schriftvers sollte ja lauten: <i>jaḥel</i>, wenn es aber <i>jeḥalel</i><sup class=\"footnote-marker\">106</sup><i class=\"footnote\">Das hebr. Wort für ‘entweihen’, das doppelte <span dir=\"rtl\">ל</span> deutet auf eine doppelte Entweihung; der Schriftvers ist also für diese Auslegung nötig.</i>heißt, so gilt dies sowohl für ihn als auch für sie<sup class=\"footnote-marker\">107</sup><i class=\"footnote\">Auch die Frau wird durch diese Heirat entweiht; ist sie Priesterstochter, so darf sie keine Hebe essen.</i>. –", | |
| "Von der Heiligung von Gebrechenbehafteten für den Altar sagt ja der Allbarmherzige:<sup class=\"footnote-marker\">108</sup><i class=\"footnote\">Lev. 22,20.</i><i>alles, dem ein Gebrechen anhaftet, dürft ihr nicht darbringen</i>, und wir haben gelernt, wenn man Gebrechenbehaftete für den Altar geheiligt hat, sei, obgleich dies verboten ist, was man getan hat, getan. Dies ist eine Widerlegung Rabas!? –", | |
| "Raba kann dir erwidern: anders ist es da, denn die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">109</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 23.</i><i>es soll als Gelobtes nicht wohlgefällig sein</i>; wohlgefällig ist es nicht, wohl aber ist es heilig. –", | |
| "Und Abajje!? – Würde der Alibarmherzige nicht gesagt haben: <i>es soll als Gelobtes nicht wohlgefällig sein</i>, so könnte man glauben, er habe ein Gebot übertreten, [das Opfer] aber sei tauglich, so lehrt er uns. –", | |
| "Von der Heiligung Gebrechenfreier für den Tempelreparaturfonds sagt ja der Allbarmherzige:" | |
| ], | |
| [ | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">109</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 23.</i><i>du sollst es als Freiwilliges herrichten</i>, dies sind die Heiligtümer des Tempelreparaturfonds, und wir haben gelernt, wenn man Gebrechenfreie für den Tempelreparaturfonds heiligt, sei, obgleich dies verboten ist, was man getan hat, getan. Dies ist eine Widerlegung Rabas!? –", | |
| "Er kann dir erwidern: aus der Stelle, aus der Gebrechenbehaftete für den Altar einbegriffen werden, werden Gebrechenfreie für den Tempelreparaturfonds einbegriffen<sup class=\"footnote-marker\">110</sup><i class=\"footnote\">Wie bei den ersteren die bereits erfolgte Handlung gültig ist, ebenso ist sie bei den letzteren gültig.</i>. –", | |
| "Vom Raube sagt ja der Allbarmherzige:<sup class=\"footnote-marker\">111</sup><i class=\"footnote\">Lev. 19,13.</i><i>du sollst nicht rauben</i>, und wir haben gelernt, wer Holz geraubt und daraus Geräte gemacht hat, Wolle und daraus Kleider gemacht hat, habe den Wert zur Zeit des Raubens<sup class=\"footnote-marker\">112</sup><i class=\"footnote\">Die Sachen gehören ihm.</i>zu ersetzen. Dies ist eine Widerlegung Rabas!? –", | |
| "Raba kann dir erwidern: anders ist es da, denn die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">113</sup><i class=\"footnote\">Lev. 5,23.</i><i>das er geraubt hat</i>, wie er es geraubt hat. –", | |
| "Und Abajje!? – [Das Wort:] <i>das er geraubt hat</i>, verwendet er [für folgende Auslegung:] nur zu seinem Raube hat er das Fünftel hinzuzufügen, zum Raube seines Vaters aber hat er das Fünftel nicht hinzuzufügen<sup class=\"footnote-marker\">114</sup><i class=\"footnote\">Selbst wenn er selber ihn abgeschworen u. das Opfer darzubringen hat; cf. Lev. 5,21ff.</i>. –", | |
| "Vom Pfände sagt ja der Allbarmherzige:<sup class=\"footnote-marker\">115</sup><i class=\"footnote\">Dt. 24,10.</i><i>du sollst in sein Haus nicht kommen, ihm ein Pfand abzupfanden</i>, und wir haben gelernt, er müsse ihm das Kissen nachts und den Pflug am Tage<sup class=\"footnote-marker\">116</sup><i class=\"footnote\">Das Pfand gehört demnach ihm.</i>zurückgeben. Dies ist eine Widerlegung Rabas!? –", | |
| "Raba kann dir erwidern: anders ist es da, denn die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">117</sup><i class=\"footnote\">Dt. 24,13.</i><i>zurückgeben sollst du es zurückgeben</i><sup class=\"footnote-marker\">118</sup><i class=\"footnote\">Die Wiederholung deutet auf die wiederholte Rückgabe.</i>. –", | |
| "Und Abajje!? – Hätte der Allbarmherzige nicht gesagt: <i>zurückgeben sollst du es zurückgeben</i>, so könnte man glauben, er habe nun einmal das Verbot übertreten, wenn er will, gebe er es zurück, und wenn er will, gebe er es nicht zurück, so lehrt er uns. –", | |
| "Vom Eckenlasse sagt ja der Allbarmherzige:<sup class=\"footnote-marker\">119</sup><i class=\"footnote\">Lev. 23,22.</i><i>du sollst bei deinem Ernten nicht ganz abmähen die Ecken deines Feldes</i>, und wir haben gelernt: Es ist Gebot, den Eckenlaß von den Halmen abzusondern; hat man ihn nicht von den Halmen abgesondert, so sondere man ihn von den Garben ab; hat man ihn nicht von den Garben abgesondert, so sondere man ihn vom Haufen ab, bevor man ihn geworfelt, hat;", | |
| "hat man ihn geworfelt, so entrichte man davon den Zehnten und gebe ihn ihm. Im Namen R. Jišma͑éls sagten sie, man sondere ihn sogar vom Teige ab. Dies ist eine Widerlegung Abajjes!? –", | |
| "Abajje kann dir erwidern: anders ist es da, denn die Schrift sagt überflüssigerweise zweimal<sup class=\"footnote-marker\">120</sup><i class=\"footnote\">Ib. 19,10 u. ib. 23,22.</i><i>verlassen</i>. –", | |
| "Und Raba!? – Er kann dir erwidern: es gibt noch ein anderes Verlassen, das diesem gleicht, wenn nämlich jemand seinen Weinberg preisgibt.", | |
| "Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand seinen Weinberg preisgegeben hat, am folgenden Morgen aber sich aufmacht und ihn abwinzert, so ist er [zur Zurücklassung von] Abfall, Nachlese, Vergessenem und Eckenlaß verpflichtet, jedoch frei vom Zehnten.", | |
| "R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Nachdem wir nun all die Widersprüche erklärt<sup class=\"footnote-marker\">121</sup><i class=\"footnote\">In den angeführten Fällen pflichten sie einander bei.</i>haben, worüber streiten nun Abajje und Raba? –", | |
| "Sie streiten über den vereinbarten Wucher. Dies nach R. Elea͑zar, denn R. Elea͑zar sagte: Vereinbarter Wucher kann durch das Gericht abgenommen werden;" | |
| ], | |
| [ | |
| "Halbwucher<sup class=\"footnote-marker\">122</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. Staub des Wuchers, was kein wirklicher Wucher ist, beispielsweise der Verkauf einer Sache zu einem höheren Preise für spätere Zahlung.</i>kann durch das Gericht nicht abgenommen werden. R. Joḥanan aber sagte, auch der vereinbarte Wucher könne nicht durch das Gericht abgenommen werden.", | |
| "Jener entgegnete: Da streiten sie ja über die Schriftverse. R. Jiçḥaq sagte nämlich: Folgendes ist der Grund R. Joḥanans: Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">123</sup><i class=\"footnote\">Ez. 18,13.</i><i>auf Zins leiht er aus und Wucher nimmt er, sollte er noch leben? Er wird nicht leben;</i> hinsichtlich des Lebens ist er gegeben<sup class=\"footnote-marker\">124</sup><i class=\"footnote\">Er wird bestraft u. wird nicht leben.</i>, zur Rückgabe aber nicht [verpflichtet].", | |
| "R. Aḥa entnimmt dies hieraus:<sup class=\"footnote-marker\">125</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,43.</i><i>Du sollst deinen Gott fürchten, ich bin de Herr;</i> fürchten soll er, zur Rückgabe aber nicht [verpflichtet].", | |
| "Raba entnimmt dies hieraus:<sup class=\"footnote-marker\">123</sup><i class=\"footnote\">Ez. 18,13.</i><i>Diese Greuel hat er verübt, sterben soll er, sein Blut komme über ihn;</i><sup class=\"footnote-marker\">126</sup><i class=\"footnote\">Ez. 18,10.</i><i>und er zeugt einen gewalttätigen Sohn, der Blut vergießt</i>. Die Wucherer werden mit den Blutvergießenden verglichen; wie es bei Blutvergießenden keine Rückgabe gibt<sup class=\"footnote-marker\">127</sup><i class=\"footnote\">Keine Gutmachung.</i>, ebenso gibt es bei Wucherern keine Rückgabe.", | |
| "Ferner sagte R. Naḥman b. Jiçḥaq: Folgendes ist der Grund R. Elea͑zars: die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">128</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,36.</i><i>dein Bruder soll mit dir leben</i>, gib ihm zurück, damit er mit dir lebe. –", | |
| "Worüber streiten demnach Abajje und Raba? – Über die Aneignung<sup class=\"footnote-marker\">129</sup><i class=\"footnote\">Einer fremden Sache (cf. Bq. Fol. 65b); hier im übertragenen Sinne: ob die Abweichung vom Gebote Gottes als rechtlich gültige Handlung anzusehen ist.</i>durch die Änderung.", | |
| "Nach der einen Lesart gemäß<sup class=\"footnote-marker\">130</sup><i class=\"footnote\">Der Text ist hier korrupt; auf jeden Fall ist <span dir=\"rtl\">כהני</span> statt <span dir=\"rtl\">בחני</span> zu lesen.</i>unserer obigen Erklärungen und nach der andren Lesart, wonach sie über den vereinbarten Wucher [streiten], ist nach Abajje der Wucher nicht zurückzugeben, und nach Raba der Wucher zurückzugeben. –", | |
| "Aber auch Abajje ist ja der Ansicht, daß man den vereinbarten Wucher durch das Gericht abnehme!? Abajje sagte nämlich: Wenn jemand von seinem Nächsten vier(hundert) Zuz Zinsen zu fordern hatte und dieser dem Gläubiger dafür ein Gewand im Werte von fünf für vier gegeben hat, so werden ihm, wenn man es ihm abnimmt, nur vier abgenommen, denn den einen Zuz gab er ihm als Geschenk. Raba aber sagt, man nehme ihm alle fünf ab, denn das ganze kam als Wucher in seine Hand. –", | |
| "Vielmehr, Abajje und Raba streiten über die Aneignung durch die Änderung.", | |
| "Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">131</sup><i class=\"footnote\">Lev. 22,20.</i><i>Alles, dem ein Gebrechen anhaftet, sollt ihr nicht darbringen</i>. Was lehrt dies: wenn das Verbot des Schlachtens, so ist dies ja unten bereits gesagt; vielmehr bedeuten [die Worte] <i>sollt ihr nicht darbringen</i>: ihr sollt sie nicht heiligen. Hieraus folgerten sie, daß, wenn jemand Gebrechenbehaftete für den Altar heiligt, er fünf Verbote übertrete:", | |
| "ihr sollt nicht heiligen, ihr sollt nicht schlachten, ihr sollt nicht sprengen, ihr sollt nicht ganz aufräuchern, und ihr sollt nicht einen Teil aufräuchern. Im Namen des R. Jose b. R. Jehuda sagten sie, auch die Blutaufnahme<sup class=\"footnote-marker\">132</sup><i class=\"footnote\">Ist mit einem Verbote belegt.</i>.", | |
| "Der Meister sagte: Wenn das Verbot des Schlachtens, so ist dies ja unten bereits gesagt. Wo ist dies gesagt? – Es wird gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">133</sup><i class=\"footnote\">Lev. 22,22.</i><i>Ein Blindes oder ein Gebrochenes oder ein Verstümmeltes oder ein Warziges sollt ihr nicht darbringen</i>. Was besagt dies: wenn das Verbot der Heiligung, so ist dies ja bereits vorher gesagt: vielmehr bedeuten [die Worte] <i>sollt ihr nicht darbringen</i>; ihr sollt solche nicht schlachten:", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">133</sup><i class=\"footnote\">Lev. 22,22.</i><i>Und eine Feuergabe sollt ihr (von solchen) nicht legen</i>, das sind die Feueropferteile. Ich weiß dies nur von allen, woher dies von einem Teile? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">133</sup><i class=\"footnote\">Lev. 22,22.</i><i>von solchen</i>.", | |
| "Woher dies vom Blutsprengen? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">133</sup><i class=\"footnote\">Lev. 22,22.</i><i>auf den Altar</i>. <sup class=\"footnote-marker\">133</sup><i class=\"footnote\">Lev. 22,22.</i><i>Für den Herrn</i>, dies schließt den fortzuschickenden Ziegenbock<sup class=\"footnote-marker\">134</sup><i class=\"footnote\">Am Versöhnungstage; cf. Lev, Kap. 16.</i>ein. –", | |
| "Ist denn [das Wort] <i>für den Herrn</i> einschließend, es wird ja gelehrt: Unter<sup class=\"footnote-marker\">135</sup><i class=\"footnote\">Lev. 17,4.</i><i>Opfer</i> könnte man auch Geheiligtes für den Tempelreparaturfonds verstehen, die ebenfalls Opfer genannt werden, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">136</sup><i class=\"footnote\">Num. 31,50.</i><i>und wir bringen die Opfergabe des Herrn</i>,", | |
| "so heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">135</sup><i class=\"footnote\">Lev. 17,4.</i><i>und zur Tür des Offenbarungszeltes &c.</i>; ist es für die Tür des Offenbarungszeltes<sup class=\"footnote-marker\">137</sup><i class=\"footnote\">Zur Darbringung als Opfer.</i>geeignet, so ist man dieserhalb wegen des Schlachtens außerhalb schuldig, und ist es für die Tür des Offenbarungszeltes nicht geeignet, so ist man dieserhalb wegen des Schlachtens außerhalb nicht schuldig.", | |
| "Wollte man nur diese ausschließen und nicht die Endsündigungskuh<sup class=\"footnote-marker\">138</sup><i class=\"footnote\">Die rote Kuh; cf. Num. Kap. 19.</i>und den fortzuschickenden Ziegenbock, die für die Tür des Offenbarungszeltes geeignet sind, so heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">135</sup><i class=\"footnote\">Lev. 17,4.</i><i>für den Herrn</i>, die für den Herrn geeignet<sup class=\"footnote-marker\">139</sup><i class=\"footnote\">Das W. ‘für den Herrn’ ist also ausschließend.</i>sind, ausgenommen diese, die nicht für den Herrn geeignet sind.", | |
| "Raba erwiderte: Da im Zusammenhange des Schriftverses: <i>und an die Tür</i>, einschließend, <i>für den Herrn</i>, ausschließend. Ebenso hier: wenn <i>Feuergabe</i> ausschließend ist, so ist [das Wort] <i>für den Herrn</i> einschließend. –", | |
| "Nur aus dem Grunde, weil die Schrift <i>für den Herrn</i> geschrieben hat, bringe man den fortzuschickenden Ziegenbock nicht [gebrechenbehaftet], würde aber die Schrift nicht einschließend <i>für den Herrn</i> geschrieben haben, so würde man gesagt haben, der fortzuschickende Ziegenbock dürfe auch gebrechenbehaftet sein. Merke, das Los entscheidet ja nur dann, wenn das Objekt geeignet<sup class=\"footnote-marker\">140</sup><i class=\"footnote\">Das Los entscheidet, welcher von den beiden Böcken als Sündenbock u. welcher als Opfer für den Herrn dargebracht werden soll, u. da das Opfer für den Herrn gebrechenfrei sein muß, so müssen es vor der Entscheidung beide sein.</i>ist!?", | |
| "R. Joseph erwiderte: Hier ist die Ansicht Ḥanan des Ägypters vertreten, welcher sagt, selbst wenn das Blut sich bereits im Gefäße befindet, hole man einen anderen und paare ihm zu<sup class=\"footnote-marker\">141</sup><i class=\"footnote\">Wenn nach der Auslosung einer der beiden Böcke verendet, so ist nach einer Ansicht ein neues Paar zu holen; cf. Jom. Fol. 62a.</i>.–", | |
| "Allerdings ist Ḥanan der Ägypter der Ansicht, daß keine Verdrängung<sup class=\"footnote-marker\">142</sup><i class=\"footnote\">Der als Opfer ausgeloste Bock bleibt es.</i>erfolge, ist er denn auch der Ansicht, daß keine Auslosung erforderlich ist, vielleicht hole man andere<sup class=\"footnote-marker\">143</sup><i class=\"footnote\">Es wird ausgelost, welcher das Paar ergänze.</i>und lose sie aus!?", | |
| "Vielmehr, erwiderte R. Joseph, hier ist die Ansicht R. Šimo͑ns vertreten, denn es wird gelehrt: Verendet einer von ihnen, so hole man einen anderen ohne Auslosung – so R. Šimo͑n.", | |
| "Raba erwiderte: In dem Falle, wenn er am selben Tage ein Gebrechen bekommen hat und man ihn auf einen anderen<sup class=\"footnote-marker\">144</sup><i class=\"footnote\">Der ebenfalls gebrechenbehaftet ist; der Umtausch ist mit der Geißelung belegt.</i>umgetauscht hat." | |
| ], | |
| [ | |
| "Man könnte glauben: allerdings weiß man vorher nicht, ob nicht dieser für Gott bestimmt wird, hierbei aber, wo [der andere] bereits für Gott bestimmt ist, sei dieserhalb nicht zu geißeln, so lehrt er uns.", | |
| "Der Meister sagte: Im Namen des R. Jose b. R. Jehuda sagten sie, auch die Blutaufnahme. Was ist der Grund des R. Jose b. R. Jehuda? – Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">145</sup><i class=\"footnote\">Lev. 22,24.</i><i>und dem die Hoden zerquetscht, zermalmt, abgerissen oder ausgeschnitten &c.</i>, das ist<sup class=\"footnote-marker\">146</sup><i class=\"footnote\">Hier sind fortgelassen die W.e: sollt ihr nicht darbringen.</i>die Blutaufnahme, von der R. Jose b. R. Jehuda spricht. –", | |
| "Wofür verwendet der erste Autor [die Worte:] <i>sollt ihr nicht darbringen</i>!? – Diese bezieht er auf das Blutsprengen. – Dies geht ja hervor aus [den Worten]<sup class=\"footnote-marker\">143</sup><i class=\"footnote\">Es wird ausgelost, welcher das Paar ergänze.</i><i>auf den Altar</i>!? – Es ist die gewöhnliche Redewendung der Schrift<sup class=\"footnote-marker\">147</sup><i class=\"footnote\">Diese Worte gehören zur Satzkonstruktion.</i>. –", | |
| "Auch nach R. Jose b. R. Jehuda ist dies ja die gewöhnliche Redewendung der Schrift!? – Dem ist auch so. – Woher entnimmt er es demnach hinsichtlich der Blutaufnahme!? – Er entnimmt es aus folgendem:<sup class=\"footnote-marker\">148</sup><i class=\"footnote\">Lev. 22,25.</i><i>Und von der Hand eines Ausländers sollt ihr nicht darbringen</i>, das ist die Blutaufnahme, von der R. Jose b. R. Jehuda spricht. –", | |
| "Wofür verwendet der erste Autor dieses <i>sollt ihr nicht darbringen</i>? – Er verwendet es für folgendes. Da es<sup class=\"footnote-marker\">149</sup><i class=\"footnote\">Keine verstümmelten Tiere als Opfer darzubringen.</i>den Noaḥiden geboten ist nur hinsichtlich solcher, denen Glieder fehlen, so könnte man glauben, einerlei ob für ihren Altar oder für unseren Altar, so lehrt er uns<sup class=\"footnote-marker\">150</sup><i class=\"footnote\">Daß man von ihnen fehlerbehaftete nicht annehme.</i>.", | |
| "Eine andere Lesart. R. Jose b. R. Jehuda sagte, auch die Blutaufnahme. Aus welchem Grund? – Es heißt: <i>und dem die Hoden zerquetscht, zermalmt &c. sollt ihr nicht darbringen</i>, das ist<sup class=\"footnote-marker\">146</sup><i class=\"footnote\">Hier sind fortgelassen die W.e: sollt ihr nicht darbringen.</i>die Blutaufnahme, und hinsichtlich des Sprengens folgern wir es aus [den Worten] <i>auf den Altar</i>. –", | |
| "Sollten es auch die Rabbanan hinsichtlich des Sprengens aus [den Worten] <i>auf den Altar</i> folgern!? – Dem ist auch so. – Worauf deuten demnach [die Worte:] <i>sollt ihr nicht darbringen</i>, beim Zerquetschten? – Diese sind auf einen Privataltar zu beziehen. –", | |
| "Auch nach R. Jose b. R. Jehuda sind sie ja wegen eines Privataltars erforderlich!? – Dem ist auch so. – Woher weiß er dies demnach von der Darbringung bei der Blutaufnahme<sup class=\"footnote-marker\">151</sup><i class=\"footnote\">Soll heißen: von der Blutaufnahme, was er aus den W.en ‘sollt ihr nicht darbringen’ folgert.</i>? – Aus [den Worten:] <i>aus der Hand des Ausländers sollt ihr nicht darbringen</i>, das ist die Blutaufnahme. –", | |
| "Und die Rabbanan!? – Diese sind nötig; da es den Noaḥiden für ihre Anhöhe geboten<sup class=\"footnote-marker\">149</sup><i class=\"footnote\">Keine verstümmelten Tiere als Opfer darzubringen.</i>ist nur hinsichtlich solcher, denen Glieder fehlen, so könnte man glauben, auch wir dürfen von ihnen [gebrechenbehaftete] annehmen, so heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">148</sup><i class=\"footnote\">Lev. 22,25.</i><i>von all diesen</i>, daß wir solche nicht annehmen dürfen.", | |
| "Reš Laqiš wandte ein: Vielleicht haben wir dies<sup class=\"footnote-marker\">152</sup><i class=\"footnote\">Die Lehre vom 5fachen Verbote, ob. Fol. 6b.</i>gelernt nur hinsichtlich eines gebrechenfreien, das ein vorübergehendes Gebrechen bekommen hat, denn ein von vornherein gebrechenbehaftetes ist ja nichts mehr als eine Dattelpalme<sup class=\"footnote-marker\">153</sup><i class=\"footnote\">Dh. eine Sache, die aber als Opfer ungeeignet ist.</i>!?", | |
| "R. Ḥija b. Joseph sprach zu ihm: Im Abschnitte heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">154</sup><i class=\"footnote\">Dt. 22,23.</i><i>gestreckt oder verkrüppelt</i>, und solche sind Fehlerbehaftete von früher her.", | |
| "Jener erwiderte ihm: Vielleicht haben wir dies gelernt nur vom Umgetauschten, denn wir haben gelernt: Strenger ist es beim Umgetauschten als beim Schlachtopfer, denn auf jenes erstreckt sich die Heiligkeit, auch wenn es mit einem bleibenden Fehler behaftet ist!?", | |
| "R. Joḥanan erwiderte ihm: Du hast das nicht gehört, was R. Jannaj gesagt hat: Im Kollegium stimmten sie ab und setzten fest, daß, wenn jemand ein Fehlerbehaftetes für den Altar heiligt, er fünf Verbote<sup class=\"footnote-marker\">155</sup><i class=\"footnote\">Eigentl. Namen; Verbote, die besondere Namen führen u. nicht zum selben Rubrum gehören.</i>übertrete. Beim Umgetauschten aber sind es sechs, denn es kommt ja noch das Verbot des Umtauschens hinzu. – Wieso ist er, wenn dies von einem ursprünglich Fehlerbehafteten gilt, zu geißeln, es ist ja nichts weiter als eine Dattelpalme!?", | |
| "Dieser erwiderte: Eine Dattelpalme ist nicht verächtlich, denn sie ist nichts weiter als Holz, ein ursprünglich Fehlerbehaftetes aber ist verächtlich, und da er Fehlerfreies gelassen und ein Fehlerbehaftetes geheiligt hat, ist er schuldig.", | |
| "Eine andere Lesart. Trotzdem<sup class=\"footnote-marker\">156</sup><i class=\"footnote\">Wenn es auch nur als Sache anzusehen ist.</i>ist die Sache verächtlich; bei einer Dattelpalme gibt es nichts anderes<sup class=\"footnote-marker\">157</sup><i class=\"footnote\">Das für den Altar geeignet ist.</i>in dieser Art, somit ist er nicht zu geißeln, bei einem Fehlerbehafteten aber gibt es solches<sup class=\"footnote-marker\">157</sup><i class=\"footnote\">Das für den Altar geeignet ist.</i>, daher ist er zu geißeln.", | |
| "Raba sagte: Da du nun ausgeführt hast, wegen eines Fehlerbehafteten sei aus dem Grunde zu geißeln, weil es verächtlich ist, so ist auch der zu geißeln, der ein solches wegen seines Geldwertes für Gußopfer geheiligt hat.", | |
| "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Raba." | |
| ], | |
| [ | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">154</sup><i class=\"footnote\">Dt. 22,23.</i><i>Als Freiwilliges</i> <i>darfst du es herrichten</i>, das sind die Heiligtümer<sup class=\"footnote-marker\">158</sup><i class=\"footnote\">Man kann es wegen des Geldwertes heiligen u. den Erlös dafür verwenden.</i>des Tempelreparaturfonds. Ich weiß dies nur vom Freiwilligen, woher dies vom Gelobten? Es heißt: <i>und als Gelübde</i>.", | |
| "Man könnte glauben, auch als Geheiligtes für den Altar, so heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">109</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 23.</i><i>als Gelobtes ist es nicht wohlgefällig</i>, das ist das Opfer für den Altar. Ich weiß dies nur vom Gelobten, woher dies vom Freiwilligen? Es heißt <i>Freiwilliges</i>. Rabbi sagte: <i>Es ist nicht wohlgefällig</i>, die Schrift spricht von der Wohlgefälligmachung<sup class=\"footnote-marker\">159</sup><i class=\"footnote\">Dh. der Heiligung.</i>des Objektes<sup class=\"footnote-marker\">160</sup><i class=\"footnote\">Zur Opferung.</i>. Da dies nun dasselbe ist,", | |
| "was auch der erste Autor sagt, so besteht wohl ihr Streit in folgendem: der erste Autor ist der Ansicht, auch wenn, man es wegen seines Geldwertes für Gußopfer geheiligt hat, sei dieserhalb zu geißeln, und Rabbi ist der Ansicht, wegen der Wohlgefälligmachung des Objektes sei zu geißeln, wegen seines Geldwertes für Gußopfer aber sei nicht zu geißeln. Schließe hieraus. –", | |
| "Wozu ist demnach das <i>es</i> nötig? – Wegen der folgenden Lehre: <i>Als Freiwilliges darfst du es herrichten</i>, solches darfst du als freiwillige Gabe spenden, nicht aber darfst du ein Fehlerfreies als freiwillige Gabe für den Tempelreparaturfonds spenden. Hieraus folgernd sagten sie, wer Fehlerfreie für den Tempelreparaturfonds heiligt, übertrete ein Gebot.", | |
| "Woher, daß auch ein Verbot? Es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">161</sup><i class=\"footnote\">Lev, 22,17.</i><i>und der Herr redete zu Moše also</i>, dies lehrt, daß hinsichtlich des ganzen Abschnittes ein Verbot bestehe – so R. Jehuda.", | |
| "Rabbi sprach zu Bar Qappara: Wieso geht dies hieraus hervor? Dieser erwiderte: Es heißt <i>also</i>, in diesen Worten ist ein Verbot<sup class=\"footnote-marker\">162</sup><i class=\"footnote\">Eigentl. ein Nein. Das W. <span dir=\"rtl\">לאמר</span> (also) wird in <span dir=\"rtl\">לא אמר</span>, er sagte ‘nein’, zerlegt; in <span dir=\"rtl\">וידבר</span> ist das W. <span dir=\"rtl\">דבר</span> (Wort) enthalten.</i>enthalten. In der Schule Rabhs erklärten sie: Sage es als Verbot.", | |
| "Es wurde gelehrt: Wenn jemand Glieder von Fehlerbehafteten auf den Altar bringt, so übertritt er, wie Raba sagt, die Verbote: ihr sollt nicht alles aufräuchern, und: ihr sollt nicht einen Teil aufräuchern. Abajje aber sagt, wegen eines allgemein gehaltenen Verbotes<sup class=\"footnote-marker\">163</sup><i class=\"footnote\">Die Darbringung des ganzen u. eines Teiles sind nicht besonders verboten, vielmehr werden beide Fälle aus einem Schriftverse entnommen; ob. Fol. 6b.</i>sei nicht zu geißeln<sup class=\"footnote-marker\">164</sup><i class=\"footnote\">Wegen eines jeden besonders.</i>.", | |
| "Man wandte ein: Wer Fehlerbehaftete für den Altar heiligt, übertritt fünf Verbote. Dies ist eine Widerlegung Abajjes!?", | |
| "Abajje [kann dir] erwidern: er spricht von verschiedenen Personen<sup class=\"footnote-marker\">165</sup><i class=\"footnote\">Von denen jede eine dieser Dienstleistungen verrichtet hat.</i>. – Wieso heißt es, wenn von verschiedenen Personen, ‘übertritt’, es sollte ja ‘übertreten’ heißen!? Dies gilt selbstverständlich von einer Person und ist eine Widerlegung Abajjes. –", | |
| "Abajje kann dir erwidern: man scheide das Aufräuchern eines Teiles aus und setze dafür die Aufnahme des Blutes. – [Von der Aufnahme des Blutes] hält ja nur R. Jose b. R. Jehuda<sup class=\"footnote-marker\">166</sup><i class=\"footnote\">Cf. supra Fol. 6b.</i>und nicht der erste Autor!? – Dies ist ein Einwand.", | |
| "Eine andere Lesart. Wenn der Schlußsatz die Ansicht des R. Jose b. R. Jehuda vertritt, vertritt ja der Anfangsatz die der Rabbanan!? Dies ist eine Widerlegung Abajjes. Eine Widerlegung.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">i,2</sup> <b>P</b><small>RIESTER KÖNNEN IHRES UMTAUSCHEN UND</small> J<small>ISRAÉLITEN KÖNNEN IHRES UMTAUSCHEN</small>. P<small>RIESTER KÖNNEN KEIN</small> S<small>ÜNDOPFER, KEIN</small> S<small>CHULDOPFER, KEIN</small> E<small>RSTGEBORENES UMTAUSCHEN</small>. R. J<small>OḤANAN B</small>. N<small>URI SPRACH</small>: W<small>ESHALB SOLLTEN SIE KEIN</small> E<small>RSTGEBORENES</small><sup class=\"footnote-marker\">167</sup><i class=\"footnote\">Das ganz Eigentum des Priesters ist u. nicht zur Sühne dargebracht wird.</i><small>UMTAUSCHEN</small> K<small>ÖNNEN</small>? R. A͑<small>QIBA ERWIDERTE IHM</small>: S<small>ÜNDOPFER UND</small> S<small>CHULDOPFER SIND EINE</small> G<small>ABE FÜR DEN</small> P<small>RIESTER UND DAS</small> E<small>RSTGEBORENE IST EINE</small> G<small>ABE FÜR DEN</small> P<small>RIESTER; WIE SIE NUN</small> S<small>ÜNDOPFER UND</small> S<small>CHULDOPFER NICHT UMTAUSCHEN KÖNNEN, EBENSO KÖNNEN SIE DAS</small> E<small>RSTGEBORENE NICHT UMTAUSCHEN</small>.", | |
| "R. J<small>OḤANAN B</small>. N<small>URI ENTGEGNETE</small>: W<small>AS SOLL DIES: WENN ER</small> S<small>ÜNDOPFER UND</small> S<small>CHULDOPFER NICHT UMTAUSCHEN KANN, DIE IHM LEBEND NICHT ZUGEEIGNET SIND, SOLLTE DIES AUCH VOM</small> E<small>RSTGEBORENEN GELTEN, DAS IHM LEBEND ZUGEEIGNET IST</small>!? R. A͑<small>QIBA ERWIDERTE IHM: ES HEISST JA BEREITS</small>:<sup class=\"footnote-marker\">168</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,33.</i><i>so soll es und sein Eingetauschtes heilig sein</i>; <small>WIE ES VON DER</small> H<small>EILIGKEIT ERFASST WIRD IM</small> H<small>AUSE DES</small> E<small>IGENTÜMERS, EBENSO DAS</small> U<small>MGETAUSCHTE NUR IM</small> H<small>AUSE DES</small> E<small>IGENTÜMERS</small>.", | |
| "GEMARA. Dort haben wir gelernt: Das Erstgeborene darf man fehlerfrei lebend verkaufen, und fehlerbehaftet lebend und geschlachtet, auch kann man sich damit<sup class=\"footnote-marker\">169</sup><i class=\"footnote\">Wie mit jeder anderen Wertsache, womit die Antrauung erfolgen kann; cf. Qid. Fol. 2a.</i>ein Weib antrauen. R. Naḥman sagte im Namen Abahus: Dies gilt nur von der Jetztzeit, wo der Priester ein Anrecht darauf hat, weil der Priester daran beteiligt ist, zur Zeit aber, wenn der Tempel besteht, darf man es fehlerfrei nicht lebend verkaufen, weil es fehlerfrei zur Darbringung bestimmt ist.", | |
| "Raba wandte gegen R. Nahman ein: Man darf es fehlerfrei lebend verkaufen. Nur lebend und nicht geschlachtet. Wann, wenn in der Jetztzeit, so darf es ja nicht fehlerfrei geschlachtet werden; doch wohl zur Zeit, wenn der Tempel besteht, und er lehrt, man dürfe es fehlerfrei lebend verkaufen. Demnach hat der Priester ein Anrecht darauf!? –", | |
| "Nein, tatsächlich in der Jetztzeit, aber lehrt er etwa, daß man es fehlerfrei lebend verkaufe und geschlachtet nicht? Das eben lehrt er uns, daß man es [in der Jetztzeit] auch fehlerfrei lebend verkaufen darf." | |
| ], | |
| [ | |
| "Er wandte gegen ihn ein: Beim Erstgeborenen heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">170</sup><i class=\"footnote\">Num. 18,17.</i><i>darfst du nicht lösen</i>, und es darf verkauft werden. In welchem Falle: wenn in der Jetztzeit, wie ist demnach der Schluß zu erklären:<sup class=\"footnote-marker\">170</sup><i class=\"footnote\">Num. 18,17.</i><i>und ihr Blut sollst du an den Altar sprengen</i>, gibt es denn in der Jetztzeit einen Altar; doch wohl zu einer Zeit, wenn der Tempel besteht.", | |
| "Welches nun, wenn ein fehlerbehaftetes, wie ist demnach der Schluß zu erklären: <i>und ihr Blut sollst du an den Altar sprengen und ihr Fett aufräuchern</i>; ist ein solches denn zur Darbringung geeignet; dies gilt also von einem fehlerfreien, und er lehrt, daß es verkauft werden darf, wonach der Priester ein Anrecht darauf hat!? –", | |
| "Ist dies denn ausgemacht; der Anfang spricht von einem fehlerbehafteten und der Schluß spricht von einem fehlerfreien.", | |
| "R. Mešaršeja wandte ein: Wenn das Kind einer Priesterin und das Kind ihrer Sklavin miteinander vermischt worden und die Vermischten erwachsen sind, so befreien sie einander; ihr erstgeborenes [Vieh] weide, bis es ein Gebrechen bekommt, sodann darf es fehlerbehaftet gegessen werden.", | |
| "In weichem Falle: wenn in der Jetztzeit, so gibt es ja keinen Unterschied zwischen unserem und ihrem, auch bei unserem ist ja ein Fehler erforderlich; doch wohl zu einer Zeit, wenn der Tempel besteht. Erklärlich ist es nun, wenn du sagst, der Priester habe darauf Anrecht, wenn du aber sagst, er habe keines, kann ja der Schatzmeister kommen und es abnehmen!? –", | |
| "Tatsächlich in der Jetztzeit, wenn du aber einwendest, welchen Unterschied es denn gebe zwischen unserem und ihrem, [so ist zu erwidern:] wir geben es den Priestern fehlerbehaftet, diese<sup class=\"footnote-marker\">171</sup><i class=\"footnote\">Die Vermischten.</i>aber haben selber etwas daran und entziehen es den Priestern<sup class=\"footnote-marker\">172</sup><i class=\"footnote\">Jeder kann behaupten, er sei der Priester, u. der andere hat den Gegenbeweis zu erbringen.</i>.", | |
| "Eine andere Lesart. Wenn in der Jetztzeit, wieso gerade ein erstgeborenes [Vieh] von diesen Zweifelhaften, auch unsere sind ja weiden zu lassen; doch wohl zu einer Zeit, wenn der Tempel besteht. Und sind es fehlerbehaftete, wieso lasse man sie weiden, bis sie einen Fehler bekommen, sie sind ja fehlerbehaftet; doch wohl fehlerfreie, und nur in diesem Falle<sup class=\"footnote-marker\">173</sup><i class=\"footnote\">Wenn ein Zweifel hinsichtl. der Besitzer besteht. Der Text ist hier korrumpiert.</i>dürfen sie nicht verkauft werden!? –", | |
| "Tatsächlich in der Jetztzeit, wenn du aber einwendest, auch unseres sollte man weiden lassen, so können wir den Priester nicht abweisen, da kein Zweifel der Priesterschaft vorliegt, diese Zweifelhaften aber können den Priester zurückweisen, denn jeder kann zum Priester sagen: ich bin Priester (und ich bin Priester).", | |
| "Man wandte ein: R. Šimo͑n sagte:<sup class=\"footnote-marker\">174</sup><i class=\"footnote\">Dt. 13,16.</i><i>Ihr Vieh</i>, ausgenommen Erstgeborenes und Zehntes, die darin;<sup class=\"footnote-marker\">174</sup><i class=\"footnote\">Dt. 13,16.</i><i>ihre Beute</i>, ausgenommen das Geld vom zweiten Zehnten, das darin.", | |
| "In welchem Falle: wollte man sagen, in der Jetztzeit, so gibt es ja jetzt keine abtrünnige<sup class=\"footnote-marker\">175</sup><i class=\"footnote\">Von der der angezogene Schriftvers spricht.</i>Stadt, denn wir haben gelernt, eine Stadt könne als abtrünnig erklärt werden nur durch das Gericht von einundsiebenzig<sup class=\"footnote-marker\">176</sup><i class=\"footnote\">Durch das große Synedrium.</i>[Mitgliedern]; doch wohl zu einer Zeit, wenn der Tempel besteht.", | |
| "Wovon gilt dies: wenn von fehlerbehafteten, so ist es ja ihr<sup class=\"footnote-marker\">177</sup><i class=\"footnote\">Da es geschlachtet u. gegessen werden darf.</i>Vieh; doch wohl von fehlerfreien. Erklärlich ist es nun, wenn du sagst, er habe Anrecht darauf, wenn du aber sagst, er habe keines, so braucht dies ja nicht aus [dem Worte] <i>ihr Vieh</i> entnommen zu werden, dies geht ja hervor aus [dem Worte] <i>ihre Beute</i>, nicht aber die Beute des Himmels!? –", | |
| "Tatsächlich gilt dies von einem fehlerbehafteten, wenn du aber einwendest, dies sei ja ihr Vieh, so gilt dies nur von dein, das als [gewöhnliches]. Vieh gegessen werden darf, ausgenommen Erstgeborenes und Zehntes, die nicht in der Allgemeinheit ‘Vieh’ einbegriffen sind.", | |
| "Wir haben nämlich gelernt: Alles untauglich gewordene Geheiligte darf auf dem Fleischmarkte verkauft werden, auf dem Fleischmarkte geschlachtet werden und nach Litra ausgewogen werden, ausgenommen das Erstgeborene und der Zehnt, deren Nutznießung dem Eigentümer gehört.", | |
| "Man wandte ein:<sup class=\"footnote-marker\">178</sup><i class=\"footnote\">Lev. 5,21.</i><i>Und am Herrn eine Veruntreuung begeht</i>, dies schließt Minderheiliges ein, das Eigentum des Besitzers ist – so R. Jose der Galiläer.", | |
| "Ben A͑zaj sagt, dies schließe Heilsopfer ein. Abba Jose b. Dostaj sagte: Ben A͑zaj sagt dies nur von einem Erstgeborenen.", | |
| "In welchem Falle: wollte man sagen, in der Jetztzeit, so lehrt er es ja gleichlautend mit dem Heilsopfer<sup class=\"footnote-marker\">179</sup><i class=\"footnote\">Das es in der Jetztzeit nicht gibt.</i>; doch wohl zu einer Zeit, wenn der Tempel besteht.", | |
| "Wovon gilt dies: wenn von einem fehlerbehafteten, so lehrte er es ja gleichlautend mit dem Heilsopfer; doch wohl von einem fehlerfreien, und er lehrt, der Priester habe Anrecht darauf!?" | |
| ], | |
| [ | |
| "Abajje erwiderte: Nein, tatsächlich gilt dies von einem fehlerfreien, jedoch von einem Erstgeborenen außerhalb<sup class=\"footnote-marker\">180</sup><i class=\"footnote\">Das dargebracht werden kann, aber nicht muß.</i>des Landes, und zwar nach R. Šimo͑n, welcher sagt, daß, wenn sie fehlerfrei gebracht werden, sie darzubringen sind.", | |
| "Man wandte ein: R. Joḥanan b. Nuri entgegnete: Was soll dies: wenn er Sündopfer und Schuldopfer nicht umtauschen kann, die ihm lebend nicht zugeeignet sind, sollte dies auch von einem Erstgeborenen gelten, das ihm lebend zugeeignet ist!? Wovon gilt dies: wenn von einem fehlerbehafteten, so spricht er ja davon gleichlautend mit Sündopfer und Schuldopfer; doch wohl von einem fehlerfreien, und er lehrt, es sei ihm lebend zugeeignet!?", | |
| "Rabina erwiderte: Dies gilt ebenfalls von einem Erstgeborenen außerhalb des Landes, und zwar nach R. Šimo͑n, welcher sagt, daß, wenn sie fehlerfrei gebracht werden, sie darzubringen sind.", | |
| "Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaím streiten. Das Erstgeborene kann man im Hause des Eigentümers umtauschen und im Hause des Priesters nicht umtauschen. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, sobald es in die Hand des Priesters gekommen ist, könne man es nicht mehr umtauschen.", | |
| "Da dies nun dasselbe ist, was der erste Autor sagt, so ist dies wohl wie folgt zu verstehen: im Hause des Priesters kann dieser es umtauschen, nicht aber kann der Eigentümer es umtauschen. Der Priester hat somit Anrecht darauf!? –", | |
| "Das ist kein Widerspruch; eines nach R. Joḥanan b. Nuri und eines nach R. A͑qiba.", | |
| "R. Ḥisda sagte : Dies<sup class=\"footnote-marker\">181</sup><i class=\"footnote\">Daß er es fehlerfrei verkaufen darf.</i>gilt nur von einem Priester an einen Priester, ein Priester an einen Jisraéliten aber darf es nicht, denn der Jisraélit könnte ihm einen Fehler beibringen und es zu einem Weisen bringen und sagen, dieses Erstgeborene habe ihm der Priester fehlerbehaftet gegeben<sup class=\"footnote-marker\">182</sup><i class=\"footnote\">Während ein Priester, wenn er dies sagt, nicht glaubhaft ist; cf. Bek. Fol. 35a.</i>. –", | |
| "Darf denn der Gelehrte es in diesem Falle erlauben, Rabh sagte ja, man dürfe einem Jisraéliten das Erstgeborene nur dann besichtigen, wenn der Priester<sup class=\"footnote-marker\">183</sup><i class=\"footnote\">Der es ihm gebrechenbehaftet verkauft haben soll.</i>dabei ist.", | |
| "R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erwiderte: An einen Jisraéliten darf er es deshalb nicht, weil es den Anschein hat, als ob ein Priester auf der Tenne Hilfe leistet<sup class=\"footnote-marker\">184</sup><i class=\"footnote\">Für die Hebe, die er erhält; dies ist verboten (cf. Bek. Fol. 26b). Der Priester muß solches billig verkaufen, was der Hilfeleistung gleichkommt.</i>.", | |
| "Einst traf Mar Zuṭra bei R. Aši ein und man forderte ihn auf, etwas zu kosten. Hierauf setzte man ihm Fleisch vor und sprach zu ihm: Möge doch der Meister essen; es ist kräftig, denn es ist von einem Erstgeborenen. – Woher wißt ihr dies? Sie erwiderten ihm: Jener Priester hat es uns verkauft.", | |
| "Da sprach er zu ihnen: Haltet ihr nicht von dem, was R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, gesagt hat, es habe den Anschein, als wenn ein Priester auf der Tenne Hilfe leistet?", | |
| "Sie erwiderten ihm: Wir halten nichts davon, denn wir kaufen<sup class=\"footnote-marker\">185</sup><i class=\"footnote\">Es gleicht nicht der Hilfeleistung.</i>es. Da sprach er zu ihnen : Haltet ihr auch nicht von der folgenden Lehre? Wie lange muß der Jisraélit sich mit dem Erstgeborenen befassen? Beim Kleinvieh dreißig und beim Großvieh fünfzig<sup class=\"footnote-marker\">186</sup><i class=\"footnote\">Vorher kann er es ihm nicht geben.</i>Tage. Auch wenn [der Priester] zu ihm sagt, daß er es ihm innerhalb dieser Zeit gebe, gebe er es ihm nicht. Hierzu sagte R. Šešeth: Weil es den Anschein hat, als wenn der Priester in der Tenne Hilfe leistet.", | |
| "Diese erwiderten: Da ist dies<sup class=\"footnote-marker\">187</sup><i class=\"footnote\">Da er ihm die Mühe der Aufzucht abnimmt.</i>klar, wir aber haben es ja gekauft.", | |
| "Eine andere Lesart: Sie erwiderten ihm: Da zahlt er nichts, wir aber haben ja Geld gezahlt. Einzuwenden wäre, der Priester gebe es ihm billiger, weil er glaubt, dieser werde, wenn er [später] ein Erstgeborenes hat, es ihm geben, so rechnet er nicht damit;" | |
| ], | |
| [ | |
| "lieber eine Gurke [sofort als später] ein Kürbis<sup class=\"footnote-marker\">188</sup><i class=\"footnote\">Ein höherer Preis, den er sofort erhält, ist ihm lieber.</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">ii,1</sup> <b>M</b><small>AN KANN UMTAUSCHEN</small><sup class=\"footnote-marker\">189</sup><i class=\"footnote\">Dh. der Umtausch ist gültig.</i>K<small>LEINVIEH AUF</small> R<small>INDER</small>, R<small>INDER AUF</small> K<small>LEINVIEH</small>, S<small>CHAFE AUF</small> Z<small>IEGEN</small>, Z<small>IEGEN AUF</small> S<small>CHAFE</small>, M<small>ÄNNCHEN AUF</small> W<small>EIBCHEN</small>, W<small>EIBCHEN AUF</small> M<small>ÄNNCHEN</small>, F<small>EHLERFREIE AUF</small> F<small>EHLERBEHAFTETE UND</small> F<small>EHLERBEHAFTETE AUF</small> F<small>EHLERFREIE, \n</small>", | |
| "DENN ES HEISST:<sup class=\"footnote-marker\">190</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,10.</i><i>er soll es nicht auswechseln und nicht umtauschen, ein gutes auf ein schlechtes oder ein schlechtes auf ein gutes</i>. W<small>AS HEISST GUTES AUF SCHLECHTES</small>? D<small>EREN</small> H<small>EILIGUNG FRÜHER ERFOLGT IST ALS IHRE</small> F<small>EHLERHAFTIGKEIT</small>.", | |
| "GEMARA. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">190</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,10.</i><i>Ein Vieh auf ein Vieh</i>, hieraus, daß man Kleinvieh auf Rinder, Rinder auf Kleinvieh, Schafe auf Ziegen, Ziegen auf Schafe, Männchen auf Weibchen, Weibchen auf Männchen, Fehlerbehaftete auf Fehlerfreie und Fehlerfreie auf Fehlerbehaftete umtauschen kann.", | |
| "Man könnte glauben, auch wenn ihre Fehlerhaftigkeit früher eingetreten ist als ihre Heiligung, so heißt es: <i>er soll es nicht auswechseln und nicht umtauschen, ein gutes auf ein schlechtes oder ein schlechtes auf ein gutes</i>. Was heißt gutes auf schlechtes? Fehlerbehaftete, deren Heiligung früher erfolgt ist als ihre Fehlerhaftigkeit.", | |
| "Wieso geht dies hieraus hervor? Abajje erwiderte: Der Schriftvers sollte ja lauten: er soll es nicht auswechseln und nicht umtauschen, ein gutes auf ein schlechtes oder ein schlechtes darauf, wozu heißt es nochmals: auf ein gutes? Schließe hieraus: war es vorher gut, so erfolgt ein Umtausch, war es vorher schlecht, so erfolgt kein Umtausch.", | |
| "Raba sagte: [Das Wort] <i>gutes</i> ist beide Male überflüssig; der Schriftvers sollte ja lauten: er soll es nicht auswechseln und nicht umtauschen auf ein schlechtes oder ein schlechtes darauf, wozu heißt es zweimal <i>gutes</i>? Ein <i>gutes</i> deutet darauf, daß auch wegen des Umtauschens auf ein gutes zu geißeln ist, und das andere deutet darauf, daß, wenn es vorher gut war, ein Umtausch erfolge, und wenn es vorher schlecht war, kein Umtausch erfolge. –", | |
| "Und Abajje!? – Er kann dir erwidern: es ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn wegen eines guten auf ein schlechtes, wobei man es bessert, zu geißeln ist, um wieviel mehr ist zu geißeln wegen eines guten auf ein gutes, die einander gleichen. –", | |
| "Und Raba!? – Man folgere keine Bestrafung durch einen Schluß. – Und Abajje!? – Er kann dir erwidern: dies ist keine Schlußfolgerung, denn ein gutes ist ja nicht geringer als ein schlechtes.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: <i>Er soll es nicht auswechseln</i>, auf fremdes; <i>und nicht umtauschen</i>, auf eigenes. Sollte er doch nur geschrieben haben: <i>er soll es nicht auswechseln</i>, und nicht: <i>und nicht umtauschend</i>? –", | |
| "Würde er es so geschrieben haben, so könnte man glauben, nur wenn dieses ausscheidet und jenes eintritt, sei zu geißeln, nicht aber sei zu geißeln, wenn man umtauscht, sodaß beide heilig sind, so lehrt er uns. –", | |
| "Was heißt ‘auf fremdes’: wollte man sagen, sein geheiligtes Vieh auf ein fremdes profanes, so kann man es ja nicht heiligen, denn der Allbarmherzige sagt: <sup class=\"footnote-marker\">191</sup><i class=\"footnote\">Ib. 27,14.</i><i>wenn jemand sein Haus dem Herrn weiht</i>, wie sein Haus ihm gehört, ebenso alles andere, was ihm gehört; und wenn etwa ein fremdes geheiligtes Vieh auf sein profanes, so kann er es ja nicht erfassen lassen durch das, was nicht ihm gehört!? –", | |
| "Tatsächlich ein fremdes geheiligtes Vieh auf sein profanes, wenn nämlich der Eigentümer des geheiligten Viehs gesagt hat: wer es auf sein Vieh umtauschen will, komme und tausche es um.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">ii,2</sup> <b>M</b><small>AN KANN UMTAUSCHEN EINES AUF ZWEI UND ZWEI AUF EINES, EINES AUF HUNDERT UND HUNDERT AUF EINES</small>. R. Š<small>IMO͑N SAGT, MAN KÖNNE NUR EINES AUF EINES UMTAUSCHEN, DENN ES HEISST</small>:<sup class=\"footnote-marker\">192</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 33.</i><i>so sei es und sein Eingetauschtes heilig</i>, <small>WIE ES SELBST EINES IST, EBENSO AUCH DIESES EINES</small>.", | |
| "GEMARA. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten: <i>Ein Vieh auf ein Vieh</i>, hieraus, daß man eines auf zwei und zwei auf eines, eines auf hundert und hundert auf eines umtauschen kann. R. Šimo͑n sagt, man könne nur eines auf eines umtauschen, denn es heißt: <i>ein Vieh auf ein Vieh</i>, nicht aber ein Vieh auf Viehe und nicht Viehe auf ein Vieh.", | |
| "Man erwiderte ihm: Wir finden, daß Viehe ‘Vieh’ genannt werden, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">193</sup><i class=\"footnote\">Jon. 4,11.</i><i>und viel Vieh</i>. – Und R. Šimo͑n!? – Sie heißen wohl ‘viel Vieh’, nicht aber ‘Vieh’ schlechthin. –", | |
| "Ist denn der Grund R. Šimo͑ns, weil es <i>ein Vieh</i> heißt, der Grund R. Šimo͑ns ist ja, weil es <i>es</i> heißt, wie es selbst eines ist, ebenso auch das Eingetauschte, wenn es eines ist!? –", | |
| "Zuerst folgerte es R. Šimo͑n aus [den Worten:] <i>so sei es und sein Eingetauschtes</i>, als er aber sah, daß die Rabbanan es folgern aus [den Worten:] <i>ein Vieh auf ein Vieh</i>, sprach er zu ihnen: auch meine Begründung ist hieraus<sup class=\"footnote-marker\">194</sup><i class=\"footnote\">Aus der Bezeichnung ‘Vieh’.</i>zu entnehmen.", | |
| "Reš Laqiš sagte: R. Šimo͑n pflichtet bei, daß man umtauschen und wiederum umtauschen<sup class=\"footnote-marker\">195</sup><i class=\"footnote\">Das erste auf ein andres.</i>könne, denn wo sollte die Heiligkeit des ersten hingekommen<sup class=\"footnote-marker\">196</sup><i class=\"footnote\">Das erste bleibt ja für immer heilig.</i>sein? R. Johanan aber sagt, wie man nicht eines auf zwei umtauschen kann, ebenso kann man nicht umtauschen und wiederum umtauschen. Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Joḥanan, und es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Reš Laqiš.", | |
| "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Joḥanan: Wie man nicht eines auf zwei umtauschen kann, ebenso kann man nicht umtauschen und wiederum umtauschen. Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Reš Laqiš: Man könnte glauben, wie R. Šimo͑n sagt, man könne nicht eines auf zwei umtauschen, ebenso könne man nicht umtauschen und wiederum umtauschen, so heißt es: <i>so sei es und sein Eingetauschtes heilig</i>, auch hundert.", | |
| "R. Abin fragte: Wie ist es nach demjenigen, welcher sagt, man könne nicht umtauschen und wiederum umtauschen, wenn jemand sein Schuldopfer zur Sühne abgesondert und es umgetauscht hat," | |
| ], | |
| [ | |
| "und nachdem es einen Fehler bekommen und er es durch ein anderes ausgeweiht, Sühne durch ein anderes Schuldopfer<sup class=\"footnote-marker\">197</sup><i class=\"footnote\">Wenn es abhanden gekommen war.</i>erlangt hat, sodaß es zum Brandopfer geworden<sup class=\"footnote-marker\">198</sup><i class=\"footnote\">Wenn das abhanden gekommene Sündopfer nach erlangter Sühne sich einfindet, ist es als Brandopfer darzubringen.</i>ist; kann er es<sup class=\"footnote-marker\">199</sup><i class=\"footnote\">Das nunmehrige Brandopfer; es ist ein anderer Körper u. ihm haftet eine andere Heiligkeit an.</i>umtauschen?", | |
| "Abajje sprach: Was ist ihm da fraglich: wenn hinsichtlich zweier Körper und einer Heiligkeit, so sollte er es [hinsichtlich eines Falles] ohne Sühne<sup class=\"footnote-marker\">200</sup><i class=\"footnote\">Wenn man das, worauf es ausgeweiht wurde, umtauscht.</i>fragen,", | |
| "und wenn hinsichtlich zweier Heiligkeilen und eines Körpers, so sollte er es [hinsichtlich des Falles] ohne Fehlerhaftigkeit<sup class=\"footnote-marker\">201</sup><i class=\"footnote\">Wenn das Sündopfer nach dem Umtausch abhanden gekommen war u. nach Erlangung der Sühne sich einfindet, sodaß es nun ein Brandopfer ist.</i>fragen. –", | |
| "Und R. Abin? – Er fragte eines und eventuell das andere: wenn du entscheidest, bei zwei Körpern und einer Heiligkeit nicht, weil es bei dieser Heiligkeit bereits einmal umgetauscht worden ist, wie ist es bei zwei Körpern und zwei Heiligkeiten? – Dies bleibt unentschieden.", | |
| "Eine andere Lesart. R. Abin fragte: Wie ist es nach R. Joḥanan, welcher sagt, man könne nicht umtauschen und wiederum umtauschen, wenn jemand ein Schuldopfer zur Sühne abgesondert und es umgetauscht hat, und nachdem es einen Fehler bekommen, es durch ein anderes ausgeweiht hat; kann er es abermals umtauschen?", | |
| "Und wie ist es, wenn er Sühne durch ein anderes Schuldopfer erlangt hat und dieses Brandopfer geworden ist; kann er es wiederum umtauschen?", | |
| "Abajje sprach: Was ist ihm da fraglich: wenn hinsichtlich einer anderen Heiligkeit beim selben Körper, so sollte er doch nicht fragen [hinsichtlich des Falles], wenn es fehlerhaft geworden und er es durch ein anderes ausgeweiht hat, und wenn hinsichtlich eines Körpers und derselben Heiligkeit, so sollte er doch nicht fragen [hinsichtlich des Falles], wenn er Sühne durch ein anderes Sündopfer erlangt hat? –", | |
| "Und R. Abin!? – Er fragte eines und eventuell das andere: kann er, wenn es fehlerhaft geworden und er es durch ein anderes ausgeweiht hat, es wiederum umtauschen; sagen wir, er könne nur das erste Schuldopfer nicht wiederum umtauschen, wohl aber kann er einen anderen Körper wiederum umtauschen, obgleich ihm dieselbe Heiligkeit anhaftet, oder aber kann er es nur bei derselben Heiligkeit nicht wiederum umtauschen?", | |
| "Und wie ist es, wenn du entscheidest, auch bei einem anderen Körper könne man nicht wiederum umtauschen, weil ihm dieselbe Heiligkeit anhaftet, wenn er Sühne erlangt hat durch ein anderes Schuldopfer, sodaß das erste Brandopfer geworden ist; kann er es wiederum umtauschen?", | |
| "Sagen wir, man könne nicht wiederum umtauschen, nur wenn es derselbe Körper und dieselbe Heiligkeit ist, wenn es aber derselbe Körper und eine andere Heiligkeit ist, könne man wiederum umtauschen, oder aber kann man, obgleich es eine andere Heiligkeit ist, nicht wiederum umtauschen, weil es derselbe Körper ist. – Dies bleibt unentschieden.", | |
| "R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Beim Erstgeheiligten ist<sup class=\"footnote-marker\">202</sup><i class=\"footnote\">Wenn man es auslöst.</i>das Fünftel hinzuzufügen, beim Zweitgeheiligten<sup class=\"footnote-marker\">203</sup><i class=\"footnote\">Beim Umgetauschten.</i>ist das Fünftel nicht hinzuzufügen.", | |
| "R. Papa sagte: Folgendes ist der Grund des R. Jehošua͑ b. Levi. Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">204</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,15.</i><i>und wenn der Heiligende sein Haus auslöst, so füge er ein Fünftel hinzu</i>; der Heiligende, nicht aber wer erfassen läßt<sup class=\"footnote-marker\">205</sup><i class=\"footnote\">Die auf das Eingetauschte übertragene Heiligkeit des Originals.</i>.", | |
| "R. Abin fragte: Wie ist es, wenn jemand ein Schuldopfer zur Sühne abgesondert und es einen Fehler bekommen hat, und nachdem er das Fünftel hinzugefügt und es durch ein anderes ausgeweiht hat, Sühne durch ein anderes erlangt hat, sodaß dieses ein Brandopfer geworden ist; muß er das Fünftel hinzufügen?", | |
| "Abajje sprach: Was ist ihm da fraglich: ist es ihm hinsichtlich zweier Körper und einer Heiligkeit fraglich, so sollte er doch [hinsichtlich des Falles] ohne Sühne fragen,", | |
| "und ist es ihm hinsichtlich zweier Körper und einer Heiligkeit fraglich, so sollte er doch [hinsichtlich des Falles] ohne Fehlerhaftigkeit fragen. –", | |
| "Und R. Abin!? – Er fragte eines und eventuell das andere: wenn du entscheidest, bei zwei Körpern und einer Heiligkeit nicht, weil bei dieser das Fünftel bereits einmal hinzugefügt worden ist, wie ist es bei zwei Körpern und zwei Heiligkeiten? – Dies bleibt unentschieden.", | |
| "Eine andere Lesart. R. Abin fragte: Wie ist es, wenn jemand ein Schuldopfer zur Sühne abgesondert und es einen Fehler bekommen hat, und nachdem er es durch ein anderes ausgeweiht und das Fünftel hinzugefügt hat, Sühne durch ein anderes erlangt hat, sodaß dieses ein Brandopfer geworden ist; muß er das Fünftel hinzufügen?", | |
| "Abajje sprach: Was ist ihm da fraglich: ist es ihm fraglich hinsichtlich einer anderen Heiligkeit beim selben Körper, so sollte er nicht fragen [hinsichtlich des Falles] der Fehlerhaftigkeit &c.<sup class=\"footnote-marker\">206</sup><i class=\"footnote\">Schluß der Frage u. Beginn der Antwort sind fortgelassen; zu ergänzen wie oben.</i>und er es durch ein anderes ausgeweiht hat.", | |
| "Muß er [das Fünftel] hinzufügen? Sagen wir, nur beim ersten Schuldopfer sei [das Fünftel] hinzuzufügen, bei einem anderen Körper aber füge er es nicht hinzu, obgleich es dieselbe Heiligkeit ist, oder aber ist bei derselben" | |
| ], | |
| [ | |
| "Heiligkeit das Fünftel nicht<sup class=\"footnote-marker\">207</sup><i class=\"footnote\">Der Text ist hier, wie an vielen anderen Stellen in unserem Traktate, korrumpiert, u. die kursierenden Ausgaben haben verschiedenartige Korrekturen.</i>hinzuzufügen?", | |
| "Und wenn du entscheidest, dies sei ein Körper, und da es dieselbe Heiligkeit ist, sei das Fünftel [nicht] hinzuzufügen, wie ist es, wenn er Sühne erlangt hat durch ein anderes und dieses Brandopfer geworden ist. Ist das Fünftel [nicht] hinzuzufügen nur beim selben Körper und bei derselben Heiligkeit, nicht aber bei einer anderen Heiligkeit, oder aber ist, da es derselbe Körper ist, das Fünftel hinzuzufügen? - Dies bleibt unentschieden.", | |
| "Rami b. Ḥama fragte: Muß der Heiligende das Fünftel hinzufügen oder muß der Sühneerlangende<sup class=\"footnote-marker\">208</sup><i class=\"footnote\">Wenn ein anderer für ihn das Sündopfer abgesondert hat.</i>das Fünftel hinzufügen? Raba erwiderte: Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">209</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,15.</i><i>wenn der Heiligende sein Haus auslöst</i>, der Heiligende und nicht der Sühneerlangende.", | |
| "Rami b. Ḥama fragte: Kann der Heiligende umtauschen oder kann der Sühneerlangende umtauschen? Raba erwiderte: Wenn dem so<sup class=\"footnote-marker\">210</sup><i class=\"footnote\">Daß der Heiligende es kann.</i>wäre, so könnte es vorkommen, daß eine Gemeinde und Gesellschafter umtauschen<sup class=\"footnote-marker\">211</sup><i class=\"footnote\">Während weiter Fol. 13a gelehrt wird, daß diese nicht umtauschen können.</i>können, wenn sie nämlich einen Vertreter zur Heiligung bestellt haben.", | |
| "Ferner sagte R. Naḥman im Namen R. Honas: Es wird gelehrt: <sup class=\"footnote-marker\">212</sup><i class=\"footnote\">Num. 6,21.</i><i>Sein Opfer dem Herrn wegen seines Nazirates, abgesehen von dem, wozu sein Vermögen reicht</i>. Wird denn bei einem Nazir das Hinreichen seines Vermögens berücksichtigt? Dies ist vielmehr wie folgt zu verstehen: <i>sein Opfer für den Herrn wegen seines Nazirates</i>, wenn er seines abgesondert hat; <i>abgesehen von dem, wozu sein Vermögen reicht</i>, wenn andere für ihn abgesondert haben.", | |
| "In welcher Hinsicht: wollte man sagen, hinsichtlich der Sühne, so ist es ja selbstverständlich, daß es ihm Sühne schafft; doch wohl hinsichtlich des Umtauschens, und er meint es wie folgt: auch wenn andere für ihn abgesondert haben, kann er es umtauschen. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß man sich nach dem Sühneerlangenden richte. –", | |
| "Nein, tatsächlich hinsichtlich der Sühne<sup class=\"footnote-marker\">213</sup><i class=\"footnote\">So richt, nach Handschriften.</i>, wenn du aber einwendest, dies ist ja ein Geschenk, das man ihm gegeben hat, [so ist zu erwidern:] würde der Allbarmherzige es nicht einbegriffen haben [durch die Worte:] <i>abgesehen von dem, wozu sein Vermögen reicht</i>, so könnte man glauben, es sei eine Verordnung der Schrift, daß er Sühne erlange, nur wenn sein Opfer sein eigenes ist, nicht aber, wenn von fremdem, so lehrt er uns. –", | |
| "Wie bleibt es damit? – Komm und höre: R. Abahu sagte im Namen R. Joḥanans: Der Heiligende füge das Fünftel hinzu und der Sühneerlangende kann umtauschen;", | |
| "und wenn jemand von seinem [Getreide] die Hebe für einen anderen absondert, so gehört der Dank<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Des Priesters.</i>ihm, denn die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">214</sup><i class=\"footnote\">Dt. 26,12.</i><i>all den Zehnten deines Ertrages &c. und du sollst geben &c</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">iii</sup> <b>M</b><small>AN KANN NICHT UMTAUSCHEN UKGEBOUENE</small> [T<small>IERE</small>]<sup class=\"footnote-marker\">215</sup><i class=\"footnote\">Tiere im Leibe der Mutter, wenn sie selber od. durch das Muttertier geheiligt worden sind.</i><small>AUF</small> G<small>LIEDER, NICHT</small> G<small>LIEDER AUF UNGEBORENE, NICHT GANZE AUF UNGEBORENE UND</small> G<small>LIEDER, UND NICHT DIESE AUF GANZE</small>. R. J<small>OSE SAGT, MAN KÖNNE UMTAUSCHEN GANZE AUF</small> G<small>LIEDER, NICHT ABER DIESE AUF GANZE</small>.", | |
| "R. J<small>OSE SPRACH</small>: B<small>EIM</small> G<small>EHEILIGTEN IST JA, WENN JEMAND SAGT, DER</small> F<small>USS VON DIESEM</small> [V<small>IEH</small>] <small>SEI EIN</small> B<small>RANDOPFER, DAS GANZE EIN</small> B<small>RANDOPFER, EBENSO IST, WENN JEMAND SAGT, DER</small> F<small>USS VON DIESEM</small> [V<small>IEH</small>] <small>SEI ANSTELLE VON JENEM</small> [V<small>IEH</small>], <small>DAS GANZE GEGEN JENES EINGETAUSCHT</small>.", | |
| "GEMARA. Es wurde gelehrt: Bar Pada sagt, die Heiligkeit erfasse keine ungeborenen [Tiere], und R. Joḥanan sagt, die Heiligkeit erfasse ungeborene. R. Joḥanan vertritt hierbei seine Ansicht, denn R. Joḥanan sagte: Wenn jemand ein trächtiges [Vieh] als Sündopfer geheiligt hat und es geworfen hat, so kann er, wenn er will, durch dieses Sühne erlangen, und wenn er will, durch das Junge Sühne erlangen.", | |
| "Und beides ist nötig. Würde er nur das erstere gelehrt haben, so könnte man glauben, dies gelte nur da," | |
| ], | |
| [ | |
| "wo er das Ungeborene selbst geheiligt hat, hierbei aber, wo er die Mutter geheiligt hat, sei es durch die Mutter nicht heilig.", | |
| "Und würde er nur das letztere gelehrt haben, so könnte man glauben, nur da, wo er es geheiligt hat und alles, was darin, hierbei aber, wo er [das ungeborene] geheiligt hat, als es noch gar nicht draußen war, sei es nicht heilig. Daher ist beides nötig.", | |
| "Eine andere Lesart. Was lehrt er uns damit? – Daß es, wenn man es<sup class=\"footnote-marker\">216</sup><i class=\"footnote\">Die Geburt bei der Heiligung.</i>zurückläßt, zurückgelassen sei, und daß die Geburt nicht Glied der Mutter sei. – Wozu ist beides nötig? –", | |
| "Dies ist nötig. Würde nur jenes gelehrt worden sein, [so könnte man glauben,] weil die Mutter selbst geeignet ist, und da die Heiligkeit auf der Mutter ruht, ruhe sie auch auf der Geburt, nicht aber gelte dies hierbei, so lehrt er uns.", | |
| "Und würde er nur dies gelehrt haben, so könnte man glauben, weil er die Heiligkeit auf die Geburt bezogen hat, nicht aber gelle dies da. Daher ist beides nötig.", | |
| "R. Zera saß und trug diese Lehre vor, da wandte R. Jirmeja gegen R. Zera ein: Wie kann man bei der Erstgeburt eine List<sup class=\"footnote-marker\">217</sup><i class=\"footnote\">Sie nicht dem Priester entrichten zu müssen.</i>anwenden? Ist ein Erstgebärendes trächtig, so sage man: was im Leibe von diesem ist, sei ein Brandopfer; wirft es ein Männchen, so ist es ein Brandopfer. Somit kann das Ungeborene geheiligt werden!?", | |
| "Dieser erwiderte: Diese Lehre spricht von der Heiligkeit des Geldwertes. – Ist denn die Heiligkeit des Geldwertes so stark, es [der Heiligkeit] der Erstgeburt zu entheben?", | |
| "Dieser erwiderte: Allerdings, wir haben auch gelernt: Alle heiligen [Tiere], die einen bleibenden Fehler hatten vor ihrer Heiligung und ausgelöst worden sind, sind pflichtig für die Erstgeburt und die Priestergaben. Nur nachdem sie ausgelöst worden sind, sind sie pflichtig, aber bevor sie ausgelöst worden sind, sind sie frei. Die Heiligkeit des Geldwertes ist demnach so stark, [das Tier der Heiligkeit] der Erstgeburt zu entheben.", | |
| "Er wandte gegen ihn ein: Sagte jemand: was im Leibe von diesem ist, sei ein Brandopfer, so ist [das Vieh] zur Schur erlaubt und zur Arbeit verboten, wegen der Abmagerung der Geburt, die darin!? Dieser erwiderte: Auch hierbei handelt es sich um die Heiligkeit des Geldwertes. –", | |
| "Ist denn die Heiligkeit des Geldwertes so stark, es zur Arbeit verboten zu machen!? Dieser erwiderte: Allerdings, wir haben auch gelernt: Sie werden profan, um zur Schur und zur Arbeit verwendet werden zu dürfen. Nur nachdem sie ausgelöst worden sind, vor der Auslösung aber sind sie zur Arbeit verboten. Demnach macht die Heiligkeit des Geldwertes es zur Arbeit verboten.", | |
| "Er wandte gegen ihn ein: Man kann nicht umtauschen ungeborene [Tiere] auf Glieder und nicht Glieder auf ungeborene. Umtauschen nicht, heilig aber sind sie!?", | |
| "Dieser erwiderte: Dies gilt von Geburten von Opfertieren, die bereits heilig sind. –", | |
| "Demnach können Geburten von Opfertieren nur im Leibe ihrer Mütter nicht [umgetauscht] werden, wohl aber außen, dagegen wird ja aber gelehrt, das Junge könne nicht umgetauscht werden!? –", | |
| "Hier ist die Ansicht R. Jehudas vertreten, welcher sagt, das Junge könne umgetauscht werden. –", | |
| "Wieso können sie, wenn die Ansicht R. Jehudas, nur nicht umgetauscht werden, heilig aber sind sie wohl, R. Jehuda sagt<sup class=\"footnote-marker\">218</sup><i class=\"footnote\">Weif. Fol. 11b.</i>ja, einzelne Glieder werden nicht heilig!? Dieser erwiderte: Hier wird von einem Gliede gesprochen, von dem das Leben<sup class=\"footnote-marker\">219</sup><i class=\"footnote\">Die Heiligkeit erstreckt sich dann auf das ganze Vieh.</i>abhängt.", | |
| "Er wandte gegen ihn ein: Man kann Glieder und ungeborene [Tiere] heiligen, aber nicht umtauschen!? – Dies gilt ebenfalls von den Jungen von Opfertieren. –", | |
| "Was heißt bei Jungen von Opfertieren ‘heiligen’, sie sind ja bereits heilig!? –" | |
| ], | |
| [ | |
| "Er meint es wie folgt: man kann Glieder heiligen<sup class=\"footnote-marker\">220</sup><i class=\"footnote\">Die Heiligkeit erstreckt sich auf das ganze Vieh.</i>und [auf ganze Tiere] umtauschen, nicht aber kann man [ganze] auf [Glieder] umtauschen. Geburten, die im Leibe ihrer Mütter geheiligt worden sind, kann man nicht umtauschen. –", | |
| "Nur Geburten von Opfern im Leibe ihrer Mütter können keinen Umtausch erwirken, außen aber wohl, und wir haben ja gelernt, Geburten können keinen Umtausch erwirken!? – Hier ist die Ansicht R. Jehudas vertreten. –", | |
| "Wieso können, wenn die R. Jehudas, Glieder geheiligt werden, R. Jehuda hält ja nichts von der Lehre, daß, wenn jemand sagt, der Fuß von diesem Vieh sei ein Brandopfer, das ganze ein Brandopfer sei!?", | |
| "Dieser erwiderte: Hier handelt es sich um eines, wodurch es totverletzt wird<sup class=\"footnote-marker\">221</sup><i class=\"footnote\">Wenn das Vieh ohne dieses Glied nicht lebensfähig ist, so erstreckt sich auch nach RJ. die Heiligkeit auf das ganze Vieh.</i>.", | |
| "Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaím streiten. Wenn jemand ein Sündopfer schlachtet und darin eine lebende Vier[monats]geburt findet, so darf sie, wie Eines lehrt, nur von Männern der Priesterschaft, nur innerhalb der Vorhänge, und nur einen Tag<sup class=\"footnote-marker\">222</sup><i class=\"footnote\">Wie das Opfertier selbst.</i>gegessen werden,", | |
| "und wie ein Anderes lehrt, von jedem Menschen, an jedem Orte und unbeschränkte Zeit<sup class=\"footnote-marker\">223</sup><i class=\"footnote\">So richt. nach Handschriften. Die Vorlage der Bombergschen Ausgabe hatte wohl <span dir=\"rtl\">ונאכלין לעו׳</span>, woraus <span dir=\"rtl\">לעז׳</span> u. dann <span dir=\"rtl\">לעזרה</span> entstanden ist, von späteren Herausgebern aber in <span dir=\"rtl\">ואינן נאכלין בעזרה</span> verballhornisiert worden.</i>gegessen werden. Wahrscheinlich streiten darüber Tannaím: einer ist der Ansicht, die Heiligkeit erstrecke sich auf die Geburt, und einer ist der Ansicht, die Heiligkeit erstrecke sich nicht auf die Geburt. –", | |
| "Nein, diese Tannaím streiten über folgendes: einer ist der Ansicht, die Geburten der Opfertiere seien heilig, erst wenn sie da sind, und einer ist der Ansicht, die Geburten der Opfertiere seien heilig schon im Leibe ihrer Mütter.", | |
| "Wenn du aber willst, sage ich: es ist ein- und derselbe Autor; eine von diesen Lehren spricht von dem Falle, wenn jemand ein Vieh geheiligt hat und es nachher trächtig geworden ist, und eine von dem Falle, wenn er es trächtig geheiligt hat.", | |
| "Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Der Mischling, das Totverletzte, die Seitengeburt, das Geschlechtslose und der Zwitter werden nicht heilig und machen nicht heilig. Hierzu sagte Šemuél: Sie werden nicht heilig, durch<sup class=\"footnote-marker\">224</sup><i class=\"footnote\">Wenn man geheiligte Tiere auf diese umtauscht.</i>Umtausch, und sie machen nicht heilig, Umtausch zu erwirken.", | |
| "Ferner wird gelehrt: R. Meír sagte: Wie sollten sie, wenn sie nicht heilig werden, heilig machen? Dies kann vorkommen nur in dem Falle, wenn jemand ein Vieh geheiligt hat, und es nachher totverletzt wurde, wenn jemand eine Geburt geheiligt hat, und sie als Seitengeburt hervorgeholt wurde. Die Geburt ist also heilig!? –", | |
| "Ich will dir sagen, bei einer fehlerfreien im Leibe eines Fehlerfreien pflichtet auch Bar Pada bei, daß sie heilig ist, sie streiten nur über eine fehlerbehaftete im Leibe eines Fehlerbehafteten. Bar Pada ist der Ansicht, da die Mutter nicht körperlich heilig ist, ist auch diese nicht heilig, und R. Joḥanan ist der Ansicht, sie gelten als zwei Tiere, und die Mutter ist nicht heilig, die [Geburt] aber ist heilig.", | |
| "Eine andere Lesart. Mischling, Geschlechtsloses und Zwitter aber findest du nur bei den Geburten von Opfertieren<sup class=\"footnote-marker\">225</sup><i class=\"footnote\">Demnach ist die Geburt, wenn sie normal hervorkommt, heilig.</i>,", | |
| "und zwar nach R. Jehuda, welcher sagt, die Geburt erwirke Umtausch; nur diese sind nicht körperlich heilig, andere Geburten aber sind heilig.", | |
| "Abajje erwiderte: Eine fehlerfreie im Leibe eines Fehlerfreien ist nach aller Ansicht körperlich heilig, sie streiten nur über eine im Leibe eines Fehlerbehafteten; Bar Pada ist der Ansicht, da die Mutter nicht körperlich heilig ist, sei auch von dieser nur der Geldwert heilig, und R. Joḥanan ist der Ansicht, die Geburt sei nicht Glied der Mutter, somit ist, wenn auch die Mutter nicht körperlich heilig ist, die Geburt körperlich heilig.", | |
| "R. J<small>OSE SAGTE</small>: B<small>EIM</small> G<small>EHEILIGTEN IST JA, WENN JEMAND SAGT, DER</small> F<small>USS</small> <small>VON DIESEM</small> [V<small>IEH</small>] <small>SEI &C</small>." | |
| ], | |
| [ | |
| "Die Rabbanan lehrten: Man könnte glauben, wenn jemand sagt, der Fuß von diesem [Vieh] sei ein Brandopfer, sei das ganze ein Brandopfer, so heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">226</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,9.</i><i>alles, was er davon dem Herrn gibt</i>, <i>sei heilig</i>, davon dem Herrn, nicht aber das ganze dem Herrn.", | |
| "Man könnte glauben, es bleibe profan, so heißt es: <i>sei heilig</i>. Wie ist dies zu erklären? Es werde zu Brandopferzwecken verkauft, und der Erlös ist mit Ausnahme des betreffenden Gliedes profan – so R. Meír. R. Jehuda,", | |
| "R. Jose und<sup class=\"footnote-marker\">227</sup><i class=\"footnote\">Nach den kursierenden Ausgaben: Worte RM.s u. RJ.s; RJ. u. RŠ. sagen.</i>R. Šimo͑n sagten: Woher, daß, wenn jemand sagt, der Fuß von diesem [Vieh] sei ein Brandopfer, das ganze ein Brandopfer ist? Es heißt: <i>alles, was er davon dem Herrn gibt</i>, und wenn es noch weiter heißt: <i>sei heilig</i>, so schließt dies das ganze ein.", | |
| "Der Meister sagte: Es werde zu Brandopferzwecken verkauft. Man bringt ja demnach ein Vieh dar, dem ein Glied<sup class=\"footnote-marker\">228</sup><i class=\"footnote\">Der Erlös für das betreffende Glied blieb zu Gunsten des Verkäufers heilig.</i>fehlt!? Raba erwiderte: Wenn er gesagt hat: ich nehme auf mich [die Darbringung] eines Brandopfers, wie es lebt<sup class=\"footnote-marker\">229</sup><i class=\"footnote\">Hier handelt es sich um ein Glied, ohne welches das Vieh lebensfähig ist, denn sonst würde sich die Heiligkeit auf das ganze Vieh ausdehnen.</i>.", | |
| "R. Ḥisda sagte: R. Jehuda pflichtet bei hinsichtlich eines Gliedes, wodurch es totverletzt<sup class=\"footnote-marker\">230</sup><i class=\"footnote\">Daß dann die Heiligkeit sich auf das ganze Vieh ausdehnt.</i>wird. Raba sagte: Wodurch es Aas<sup class=\"footnote-marker\">231</sup><i class=\"footnote\">Wenn beim Fehlen des Gliedes das Vieh auch eine kurze Zeit nicht leben kann.</i>wird. R. Šešeth sagte: Wodurch es [sofort] verendet. –", | |
| "Welchen Unterschied gibt es zwischen R. Ḥisda und Raba? – Eine Meinungsverschiedenheit besteht zwischen ihnen darüber, ob ein Totverletztes leben könne. R. Ḥisda ist der Ansicht desjenigen, welcher sagt, ein Totverletztes könne nicht leben, und Raba ist der Ansicht desjenigen, welcher sagt, ein Totverletztes könne leben. –", | |
| "Welchen Unterschied gibt es zwischen Raba und R. Šešeth: Eine Meinungsverschiedenheit besteht zwischen ihnen hinsichtlich der Lehre R. Elea͑zars, denn R. Elea͑zar sagte, wenn die Hüfte samt der Höhlung fehlt, sei es Aas. Raba ist der Ansicht R. Elea͑zars und R. Šešeth ist nicht der Ansicht R. Elea͑zars.", | |
| "Man wandte ein: Rabbi sagte: Die Worte R. Jehudas sind einleuchtend bei einem [Gliede], von dem das Leben nicht abhängt, und die Worte R. Joses bei einem [Gliede], von dem das Leben abhängt. Demnach streitet er gegen R. Jehuda.", | |
| "Erklärlich sind [die Worte], einleuchtend sind die Worte R. Jehudas bei einem [Gliede], von dem das Leben nicht abhängt, denn er streitet gegen R. Jose, wieso aber sind die Worte R. Joses einleuchtend bei einem [Gliede], von dem das Leben abhängt, streitet denn R. Jehuda gegen ihn!? Dies ist eine Widerlegung aller Ansichten<sup class=\"footnote-marker\">232</sup><i class=\"footnote\">Nach diesen pflichtet RJ. bei.</i>. –", | |
| "Nein, [die Lehre] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: die Worte R. Joses leuchten R. Jehuda ein bei einem Gliede, von dem das Leben abhängt, denn auch R. Jehuda streitet gegen ihn nur über ein Glied, von dem das Leben nicht abhängt, bei einem Gliede aber, von dem das Leben abhängt, pflichtet er ihm bei.", | |
| "Raba fragte: Wie ist es bei einem Vogel: der Allbarmherzige spricht von einem Vieh, und dieser ist nicht Vieh, oder aber, der Allbarmherzige spricht von einem Opfer, und auch dieser ist ein Opfer? – Dies bleibt unentschieden.", | |
| "Raba fragte: Wie ist<sup class=\"footnote-marker\">233</sup><i class=\"footnote\">Nach R. Jose, nach dem die Heiligkeit des Gliedes sich auf das ganze Vieh ausdehnt.</i>es, wenn jemand ein Glied als Geldwert geheiligt hat, ob die Heiligkeit sich auf den Körper ausdehnt: sagen wir, da es von der Heiligkeit des Geldwertes erfaßt wird, werde es auch von der Heiligkeit des Körpers<sup class=\"footnote-marker\">234</sup><i class=\"footnote\">Da das Vieh als Opfer geeignet ist, so braucht es nicht für diesen Zweck verkauft zu werden, sondern ist selbst als solches darzubringen.</i>erfaßt, und da er ein Glied geheiligt hat, habe er das ganze geheiligt, oder aber sagen wir nur einmal ‘da’, zweimal aber nicht<sup class=\"footnote-marker\">235</sup><i class=\"footnote\">Eine weitere Ausdehnung seines Gelübdes durch diese Begründung kann nur einmal u. nicht doppelt erfolgen.</i>? –", | |
| "Dies ist ja aus seiner eigenen Lehre zu entscheiden, denn Raba sagte, wenn jemand ein Männchen<sup class=\"footnote-marker\">236</sup><i class=\"footnote\">Das als Brandopfer geeignet ist.</i>als Geldwert geheiligt hat, sei es körperlich heilig!? –", | |
| "Dies, wenn man das ganze geheiligt hat, hierbei aber, wenn man nur ein Glied geheiligt hat. Wie ist es? – Dies bleibt unentschieden.", | |
| "Man fragte Raba: Wie verhält es sich, wenn man ein Glied geheiligt hat, mit der Schur? – Dies ist aus folgender Lehre zu entscheiden:<sup class=\"footnote-marker\">237</sup><i class=\"footnote\">Dt. 15,19.</i><i>Du sollst das Erstgeborene deiner Schafe nicht scheren</i>, du darfst aber scheren, was dir und fremden<sup class=\"footnote-marker\">238</sup><i class=\"footnote\">Einem Nichtjuden.</i>gehört. –", | |
| "Da<sup class=\"footnote-marker\">239</sup><i class=\"footnote\">Wo ein Nichtjuden daran beteiligt ist.</i>wird es von der Heiligkeit überhaupt nicht erfaßt, hierbei aber ist es von der Heiligkeit erfaßt worden. Eine andere Lesart. Da<sup class=\"footnote-marker\">239</sup><i class=\"footnote\">Wo ein Nichtjuden daran beteiligt ist.</i>liegt es nicht in seiner Hand, es zu heiligen, hier aber liegt es in seiner Hand, es zu heiligen.", | |
| "Abajje fragte Raba: Wie verhält es sich, wenn man die Haut geheiligt hat, mit der Arbeit<sup class=\"footnote-marker\">240</sup><i class=\"footnote\">Ob das Vieh hierfür verwendet werden darf; die Schur ist nach Raschi entschieden erlaubt, weil die Haut dadurch nicht leidet, nach andren entschieden verboten, weil gerade die Haut leidet.</i>. – Komm und höre: Wenn jemand sagt, was im Leibe von diesem [Vieh], sei ein Brandopfer, so ist es zur Schur erlaubt und zur Arbeit verboten, wegen der Abmagerung der Geburt, die in diesem.", | |
| "Dieser erwiderte: Das, was gelehrt wird, es sei zur Arbeit verboten, ist nur rabbanitisch. – Demnach sollte es auch zur Schur rabbanitisch verboten sein!? Dieser erwiderte: Bei der Arbeit, wodurch es abmagert, haben die Rabbanan es angeordnet, bei der Schur, wodurch es nicht abmagert, haben die Rabbanan es nicht angeordnet.", | |
| "Abajje fragte R. Joseph: Wie ist es, wenn [das Vieh] selbst Heilsopfer und die Geburt profan ist, und man es innerhalb<sup class=\"footnote-marker\">241</sup><i class=\"footnote\">Des Tempelhofes.</i>geschlachtet hat? Heißt dies, nach demjenigen, welcher sagt, die Geburt von Opfertieren werde erst bei ihrem Vorhandensein<sup class=\"footnote-marker\">242</sup><i class=\"footnote\">Erst wenn sie geboren sind.</i>heilig, Profanes im Tempelhofe oder nicht?" | |
| ], | |
| [ | |
| "Dieser erwiderte: Ist denn hierauf zu beziehen der Schriftvers:<sup class=\"footnote-marker\">243</sup><i class=\"footnote\">Dt. 12,21.</i><i>Wenn der Ort fern ist von dir &c. schlachte</i><sup class=\"footnote-marker\">244</sup><i class=\"footnote\">Aus diesem Verse wird gefolgert (cf. Qid. 57b), daß man nicht Profanes im Tempelhofe schlachten dürfe; ist aber das Vieh ein Heilsopfer, so muß es da geschlachtet werden.</i>.", | |
| "Abajje fragte R. Joseph: Wie ist es, wenn [das Vieh] selbst profan und die Geburt Heilsopfer ist, und man außerhalb geschlachtet hat: ist man dieserhalb schuldig wegen des Schlachtens außerhalb oder nicht?", | |
| "Dieser erwiderte. Ist denn hierauf zu beziehen der Schriftvers:<sup class=\"footnote-marker\">245</sup><i class=\"footnote\">Lev. 17,5.</i><i>und bringe sie dem Herrn</i><sup class=\"footnote-marker\">246</sup><i class=\"footnote\">Man kann ja nicht die Geburt bringen.</i>?", | |
| "Eine andere Lesart: Dieser erwiderte: Ist es für die Tür des Offenbarungszeltes geeignet, so ist man schuldig, wenn man es außerhalb [geschlachtet hat]<sup class=\"footnote-marker\">247</sup><i class=\"footnote\">In diesem Falle aber nicht.</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">iv</sup> <b>D</b><small>AS</small> B<small>EMISCHTE</small><sup class=\"footnote-marker\">248</sup><i class=\"footnote\">Profanes mit Hebe.</i><small>BEWIRKT</small> B<small>EMISCHUNG</small><sup class=\"footnote-marker\">249</sup><i class=\"footnote\">Wenn man es anderem Getreide beimischt.</i><small>NUR NACH</small> V<small>ERHÄLTNIS</small><sup class=\"footnote-marker\">250</sup><i class=\"footnote\">Wird weiter erklärt.</i>,", | |
| "<small>DAS</small> G<small>ESÄUERTE</small><sup class=\"footnote-marker\">251</sup><i class=\"footnote\">Profaner Teig, dem Sauerteig von Hebe zugesetzt ist.</i><small>BEWIRKT</small> S<small>ÄUERUNG NUR NACH</small> V<small>ERHÄLTNIS, UND GESCHÖPFTES</small> W<small>ASSER MACHT DAS</small> T<small>AUCHBAD</small><sup class=\"footnote-marker\">252</sup><i class=\"footnote\">Das aus Quellwasser bestehen muß.</i><small>UNTAUGLICH NUR NACH</small> V<small>ERHÄLTNIS</small>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">v</sup> D<small>AS</small> E<small>NTSÜNDIGÜNGSWASSER</small><sup class=\"footnote-marker\">253</sup><i class=\"footnote\">Cf. Num. 19,9.</i><small>WIRD SOLCHES ERST BEIM</small> H<small>INEINTUN DER</small> A<small>SCHE</small>. E<small>IN</small> G<small>RÄBERPFLUG MACHT</small> [<small>DIE</small> U<small>MGEBUNG</small>] <small>NICHT ZUM</small> G<small>RÄBERPFLUGE</small>. E<small>S GIBT KEINE</small> H<small>EBE NACH DER</small> H<small>EBE</small><sup class=\"footnote-marker\">254</sup><i class=\"footnote\">Die zum 2. Male entrichtete Hebe ist profan.</i>.", | |
| "U<small>MGETAUSCHTES BEWIRKT KEINEN</small> U<small>MTAUSCH</small>. D<small>IE</small> G<small>EBURT</small><sup class=\"footnote-marker\">255</sup><i class=\"footnote\">Eines Opfertieres.</i><small>BEWIRKT KEINEN</small> U<small>MTAUSCH</small>. R. J<small>EHUDA SAGT, DIE</small> G<small>EBURT BEWIRKE</small> U<small>MTAUSCH</small>. S<small>IE SPRACHEN ZU IHM</small>: N<small>UR</small> H<small>EILIGES BEWIRKT</small> U<small>MTAUSCH, DIE</small> G<small>EBURT ABER BEWIRKT KEINEN</small> U<small>MTAUSCH</small>.", | |
| "GEMARA. Wer ist der Autor? R. Ḥija b. Abba erwiderte im Namen R. Joḥanans: Nicht R. Elie͑zer,", | |
| "denn wir haben gelernt: Wenn eine Seá Hebe in weniger als hundert [Seá] Profanes gekommen ist und es bemischt hat, und vom Bemischten in andere [Früchte] gekommen ist, so bewirkt dieses, wie R. Elie͑zer sagt, Bemischung wie richtige Hebe, denn man sage, die Seá, die hineingekommen, sei die Seá, die herausgekommen ist.", | |
| "Die Weisen aber sagen, es bewirke Bemischung nur nach Verhältnis<sup class=\"footnote-marker\">256</sup><i class=\"footnote\">Eine Bemischung erfolgt, wenn die Hebe mindestens <sup>1</sup>/<sub>100</sub> beträgt, wenn aber <sup>1</sup>/<sub>101</sub>, so bleibt es profan; bei der Bemischung durch das Bemischte ist so zu berechnen, daß prozentual <sup>1</sup>/<sub>100</sub> von der ursprünglichen Hebe enthalten sein muß.</i>.", | |
| "D<small>AS</small> G<small>ESÄUERTE BEWIRKT</small> S<small>ÄUERUNG &C</small>. R. [Ḥija b.] Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht des R. Elie͑zer,", | |
| "denn wir haben gelernt: Wenn Sauerteig von Profanem und von Hebe, von denen weder der eine noch der andere zur Säuerung ausreicht, in den Teig gekommen sind und ihn zusammen gesäuert haben, so richte man sich, wie R. Elie͑zer sagt, nach dem letzteren. Die Weisen sagen, er sei, einerlei ob das Verbotene vorher oder nachher hineingekommen ist, nur dann verboten, wenn dieses soviel beträgt, um allein säuern zu können.", | |
| "G<small>ESCHÖPFTES</small> W<small>ASSER MACHT DAS</small> T<small>AUCHBAD UNTAUGLICH NUR &C</small>. Wer ist der Autor? R. Ḥija b. Abba erwiderte im Namen R. Joḥanans: Es ist R. Elie͑zer b. Ja͑qob, denn wir haben gelernt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Wenn ein Tauchbad<sup class=\"footnote-marker\">257</sup><i class=\"footnote\">Das 40 Seá Wasser haben muß: cf. Miq. II,1.</i>einundzwanzig Seá Regenwasser enthält<sup class=\"footnote-marker\">258</sup><i class=\"footnote\">Das für das gewöhnliche Tauchbad (nicht für Flußbehaftete) tauglich ist.</i>, so darf man neunzehn Seá geschöpftes holen und es in das Tauchbad hineinleiten<sup class=\"footnote-marker\">259</sup><i class=\"footnote\">Aber nicht schöpfen.</i>" | |
| ], | |
| [ | |
| "und es ist tauglich, denn das Geschöpfte bleibt rein<sup class=\"footnote-marker\">260</sup><i class=\"footnote\">Das Tauchbad ist tauglich.</i>bei Mehrheit<sup class=\"footnote-marker\">261</sup><i class=\"footnote\">Wenn das nicht geschöpfte mehr ist.</i>und Leitung<sup class=\"footnote-marker\">262</sup><i class=\"footnote\">Wenn es nicht geschöpft u. hineingegossen, sondern hineingeleitet worden ist.</i>. –", | |
| "Demnach<sup class=\"footnote-marker\">263</sup><i class=\"footnote\">Unsere Mišna hat eine erleichternde Fassung.</i>sind die Rabbanan der Ansicht, auch nicht bei Mehrheit und Leitung, somit vertritt die Lehre, die Rabin, als er kam, im Namen R. Joḥanans sagte, [das Tauchbad] sei rein, wenn es ganz aus geschöpftem und hineingeleitetem [Wasser] besteht, weder die Ansicht der Rabbanan noch die Ansicht R. Elie͑zers!?", | |
| "Vielmehr, erwiderte Rabba, nach Verhältnis der Gefäße, und sie vertritt die Ansicht des Joseph b. Ḥoni.", | |
| "Es wird nämlich gelehrt: Wenn drei Log geschöpftes Wasser aus zwei oder drei Gefäßen in das Wasser<sup class=\"footnote-marker\">264</sup><i class=\"footnote\">Eines 40 Seá fassender Tauchbades.</i>gekommen ist, oder sogar aus vier oder fünf Gefäßen, so ist das Tauchbad untauglich. Joseph b. Ḥoni sagt, aus zwei oder drei Gefäßen mache es das Tauchbad untauglich; aus vier oder fünf Gefäßen<sup class=\"footnote-marker\">265</sup><i class=\"footnote\">Da nicht ein Log mit einem Male hineingekommen ist.</i>mache es das Tauchbad nicht untauglich.", | |
| "D<small>AS</small> E<small>NTSÜNDIGUNGSWASSER WIRD SOLCHES &C</small>. Wer ist der Autor? R. Ḥija b. Abba erwiderte im Namen R. Joḥanans: Es ist nicht R. Šimo͑n,", | |
| "denn es wird gelehrt: Hat er<sup class=\"footnote-marker\">266</sup><i class=\"footnote\">Bei der Zubereitung des Fluchwassers für die Ehebruchsverdächtigte; cf. Num. 5,17.</i>die Erde früher als das Wasser hineingetan, so ist es untauglich, nach R. Šimo͑n aber tauglich. –", | |
| "Was ist der Grund R. Šimo͑ns? – Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">257</sup><i class=\"footnote\">Das 40 Seá Wasser haben muß: cf. Miq. II,1.</i><i>und man nehme für den Unreinen von der Erde des verbrannten Sündopfers und tue darauf lebendes Wasser</i>, und hierzu wird gelehrt: R. Šimo͑n sagte: Ist es denn Erde, es ist ja Asche!?", | |
| "Die Schrift hat hier einen abweichenden Ausdruck gewählt, damit man dadurch [einen Schluß] durch Wortanalogie folgere: hierbei heißt es <i>Erde</i> und dort<sup class=\"footnote-marker\">266</sup><i class=\"footnote\">Bei der Zubereitung des Fluchwassers für die Ehebruchsverdächtigte; cf. Num. 5,17.</i>heißt es <i>Erde</i>, wie dort die Erde auf das Wasser, ebenso hier die Erde auf das Wasser, und wie es hier tauglich ist, wenn man die Erde früher als das Wasser hineingetan hat, ebenso ist es dort tauglich, wenn man die Erde früher als das Wasser hineingetan hat. –", | |
| "Woher dies hierbei? – Es sind zwei Schriftverse vorhanden: <i>er tue darauf</i>, demnach die Asche zuerst, und darauf heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">267</sup><i class=\"footnote\">Num. 19,17.</i><i>lebendes Wasser in ein Gefäß</i>; wie ist dies nun zu erklären? Wenn er will, die Erde unten, und wenn er will, die Erde darüber. –", | |
| "Was ist der Grund unseres Autors? – Er erklärt: der Schluß des Schriftverses<sup class=\"footnote-marker\">268</sup><i class=\"footnote\">Daß das Wasser direkt in das Gefäß hineinzutun ist, also zuerst.</i>ist genau zu nehmen, und [die Worte] <i>er tue darauf</i> besagen, daß er sie mische. –", | |
| "Was veranlaßt dich, den Schluß des Schriftverses genau zu nehmen, vielleicht ist der Anfang genau zu nehmen!? – Dies kannst du nicht sagen; wie wir sonst überall finden, das Geeignetmachende<sup class=\"footnote-marker\">269</sup><i class=\"footnote\">Das Hauptsächliche, wie beispielsweise die Erde des Fluchwassers, von der es ausdrücklich heißt, daß man sie in das Wasser tue.</i>oben, ebenso hierbei das Geeignetmachende oben.", | |
| "D<small>ER</small> G<small>UÄBERPFLUG MACHT</small> [<small>DIE</small> U<small>MGEBUNG</small>] <small>NICHT ZUM GRÄBERPFLUGE</small>. Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht R. Elie͑zers, denn wir haben gelernt: R. Elie͑zer sagt, der Gräberpflug mache [die Umgebung] zum Gräberpfluge. –", | |
| "Wie weit nach den Rabbanan? – Als R. Dimi kam, sagte er im Namen des Reš Laqiš im Namen des R. Šimo͑n b. Abba," | |
| ], | |
| [ | |
| "drei Felder<sup class=\"footnote-marker\">270</sup><i class=\"footnote\">Je eines an jeder Seite.</i> von zwei Furchenlängen<sup class=\"footnote-marker\">271</sup><i class=\"footnote\">Von den beiden Nachbarfeldern.</i>. – Wieviel ist eine Furchenlänge? – Hundert Ellen. So wird auch gelehrt: Wer ein Grab auf ackert, macht einen Gräberpflug von einer Furchenlänge, hundert Ellen.", | |
| "K<small>EINE</small> H<small>EBE NACH DER</small> H<small>EBE &C</small>. Wer ist der Autor unserer Mišna? – Es ist R. A͑qiba, denn wir haben gelernt: Wenn Gesellschafter die Hebe für einander abgehoben haben, so ist,", | |
| "wie R. A͑qiba sagt, die Hebe beider ungültig, und wie die Weisen sagen, wenn der erste das richtige Maß abgehoben hat, die Hebe des zweiten ungültig, und wenn er nicht das richtige Maß abgehoben hat, die Hebe des zweiten gültig.", | |
| "U<small>MGETAUSCHTES BEWIRKT KEINEN</small> U<small>MTAUSCH</small>. Aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">272</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,10.</i><i>und sein Umgetauschtes</i>, nicht aber das Umgetauschte vom Umgetauschten.", | |
| "D<small>IE</small> G<small>EBURT BEWIRKT KEINEN</small> U<small>MTAUSCH</small>. Denn die Schrift sagt<sup class=\"footnote-marker\">272</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,10.</i><i>es</i>, es und nicht seine Geburt.", | |
| "R. J<small>EHUDA SAGT, DIE</small> G<small>EBURT BEWIRKE</small> U<small>MTAUSCH</small>. Denn die Schrift sagt <sup class=\"footnote-marker\">272</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,10.</i><i>sei</i>, und dies schließt die Geburt ein. – Und die Rabbanan!? – Dies schließt das Versehen<sup class=\"footnote-marker\">273</sup><i class=\"footnote\">Wenn der Umtausch versehentlich erfolgt ist; cf. infra Fol. 17a.</i>ein, daß es dem Vorsätze gleiche.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">vi</sup> <b>B</b><small>EIM</small> G<small>EFLÜGEL- UND BEIM</small> S<small>PEISEOPFER GIBT ES KEINEN</small> U<small>MTAUSCH, DENN ES HEISST NUR</small><sup class=\"footnote-marker\">272</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,10.</i><i>Vieh</i>. G<small>EMEINDE UND</small> G<small>ESELLSCHAFTER KÖNNEN NICHT UMTAUSCHEN, DENN ES HEISST</small>:<sup class=\"footnote-marker\">272</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,10.</i><i>er darf es nicht auswechseln und nicht umtauschen</i>. D<small>ER EINZELNE KANN UMTAUSCHEN, NICHT ABER KÖNNEN</small> G<small>EMEINDE UND</small> G<small>ESELLSCHAFTER UMTAUSCHEN</small>. H<small>EILIGES FÜR DEN</small> T<small>EMPELREPARATURFONDS KANN NICHT UMGETAUSCHT</small><sup class=\"footnote-marker\">274</sup><i class=\"footnote\">Die Schrift spricht nur von Opfertieren.</i><small>WERDEN</small>.", | |
| "R. Š<small>IMO͑N SPRACH</small>: D<small>ER</small> Z<small>EHNT WAR JA EINBEGRIFFEN</small><sup class=\"footnote-marker\">275</sup><i class=\"footnote\">Unter den heiligen Dingen, die nicht umgetauscht werden dürfen, Lev. 27,10.</i>, <small>UND WENN ER BESONDERS HERVORGEHOBEN</small><sup class=\"footnote-marker\">276</sup><i class=\"footnote\">Cf. ib. V. 33.</i><small>WIRD, \n</small>", | |
| "SO BESAGT DIES: GLEICH DEM Z<small>EHNTEN, DER</small> O<small>PFER EINES EINZELNEN IST, AUSGENOMMEN</small> G<small>EMEINDEOPFER, UND GLEICH DEM</small> Z<small>EHNTEN, DER</small> A<small>LTAROPFER</small><sup class=\"footnote-marker\">277</sup><i class=\"footnote\">Es wird selbst auf dem Altar dargebracht.</i><small>IST, AUSGENOMMEN</small> O<small>PFERGABEN FÜR DEN</small> T<small>EMPELREPARATURFONDS</small>.", | |
| "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Man könnte glauben, Geheiligtes für den Tempelreparaturfonds könne umgetauscht werden, so heißt es<sup class=\"footnote-marker\">278</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,9.</i><i>Opfer</i>, was wirklich ‘Opfer’ heißt, ausgenommen Heiliges für den Tempelreparaturfonds, das nicht ‘Opfer’ heißt. –", | |
| "Etwa nicht, es wird ja gelehrt: Unter <i>Opfer</i> könnte man auch Heiliges für den Tempelreparaturfonds verstehen, das ebenfalls Opfer genannt wird, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">279</sup><i class=\"footnote\">Num. 31,50.</i><i>wir bringen die Opfergabe des Herrn &c.</i>,", | |
| "so heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">280</sup><i class=\"footnote\">Lev. 17,4.</i><i>und es zur Tür des Offenbarungszeltes nicht bringt</i>; ist es zur Tür des Offenbarungszeltes zu bringen, so ist man dieserhalb wegen des Schlachtens außerhalb schuldig, und ist es nicht zur Tür des Offenbarungszeltes zu bringen, so ist man dieserhalb nicht wegen des Schlachtens außerhalb schuldig. Es heißt also ‘Opfer’!?", | |
| "R. Hanina erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine nach R. Šimo͑n und das andere nach den Rabbanan. Nach R. Šimo͑n heißt es ‘Opfer’, nach den Rabbanan heißt es nicht ‘Opfer’. –", | |
| "Etwa nicht, es heißt ja: <i>wir bringen die Opfergabe des Herrn</i>!? – ‘Opfer des Herrn’ heißt es, ‘Opfer für den Herrn’ heißt es nicht.", | |
| "Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">281</sup><i class=\"footnote\">Ib. 27,33.</i><i>Er untersuche nicht, ob gut oder schlecht, und er tausche es nicht um</i>; wozu dies, es heißt ja bereits:<sup class=\"footnote-marker\">272</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,10.</i><i>er soll es nicht auswechseln und nicht umtauschen, gutes auf schlechtes &c</i>.?", | |
| "Da es heißt: <i>er soll es nicht auswechseln und nicht umtauschen</i>, so sind darunter Privatopfer und Gemeindeopfer, Altaropfer und Opfergaben für den Tempelreparaturfonds zu verstehen, und es heißt: <i>er untersuche nicht</i><sup class=\"footnote-marker\">282</sup><i class=\"footnote\">Dieser Schriftvers spricht vom Zehnten, also von einem für den Altar geeigneten Opfer eines einzelnen.</i>.", | |
| "R. Šimo͑n sprach: Der Zehnt war ja einbegriffen, und wenn er besonders hervorgehoben wird, so besagt dies: wie der Zehnt Opfer eines einzelnen ist, Altaropfer ist, als Pflicht dargebracht wird, und nicht gemeinschaftlich dargebracht wird, ebenso alles, was Privatopfer ist, Altaropfer ist, als Pflicht dargebracht wird," | |
| ], | |
| [ | |
| "und nicht gemeinschaftlich dargebracht wird.", | |
| "Rabbi sagte: Wozu ist demnach<sup class=\"footnote-marker\">283</sup><i class=\"footnote\">Wenn schon Lev. 27,10 der Umtausch verboten wird. Nach R. ist die Ausschließung der oben aufgezählten Opfer durch den Vers Lev. 27,33 nicht nötig, da schon aus der Einzahl ‘er soll nicht auswechseln’ hervorgeht, daß dies vom Opfer eines einzelnen gilt, auch ist unter ‘Opfer’ ein Altaropfer zu verstehen.</i>der Zehnte besonders hervorgehoben worden? Um inbetreff des Umtauschens seines Namens und des Umtauschens seines Körpers einen Schluß zu folgern", | |
| "und dir zu sagen: das Eingetauschte seines Namens ist darzubringen<sup class=\"footnote-marker\">284</sup><i class=\"footnote\">Wird bei der Aushebung des Zehnten das 11. als 10. gezählt, so ist es als Heilsopfer darzubringen; cf. Bek. Fol. 61a.</i>, das Eingetauschte seines Körpers ist nicht darzubringen; das Eingetauschte seines Namens ist auszulösen, das Eingetauschte seines Körpers ist nicht auszulösen.", | |
| "Der Umtausch seines Körpers erfaßt sowohl das, was geeignet<sup class=\"footnote-marker\">285</sup><i class=\"footnote\">Als Opfer für den Altar.</i>ist, als auch das, was nicht geeignet ist, der Umtausch seines Namens erfaßt nur das, was geeignet ist<sup class=\"footnote-marker\">286</sup><i class=\"footnote\">Keine Fehlerbehafteten.</i>. –", | |
| "Ich will dir sagen: sollte es<sup class=\"footnote-marker\">287</sup><i class=\"footnote\">Das Zehntvieh.</i>denn, weil der Allbarmherzige bei ihm erweitert hat, daß bei ihm auch ein Umtausch des Namens erfolgen kann, noch geringer<sup class=\"footnote-marker\">288</sup><i class=\"footnote\">Daß der Umtausch nur das erfasse, was für den Altar geeignet ist.</i>sein!? – Freilich, denn wir sagen, was erweitert ist, ist erweitert, und was nicht erweitert ist, ist nicht erweitert. –", | |
| "Woher entnimmst du dies? R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erwiderte: Weil dies<sup class=\"footnote-marker\">289</sup><i class=\"footnote\">Der Umtausch des Namens: dies kommt nur beim Zehnten vor.</i>ein Novum ist, und man halte sich nur an das Novum<sup class=\"footnote-marker\">290</sup><i class=\"footnote\">Die Erweiterung bezieht sich auf die Darbringung als Opfer, u. es gilt nur von solchen, die zur Opferung geeignet sind.</i>.", | |
| "R. Nahman b. Jiçḥaq sprach zu Raba: Nach R. Šimo͑n, welcher erklärt: was als Pflicht dargebracht<sup class=\"footnote-marker\">291</sup><i class=\"footnote\">Kann umgetauscht werden.</i>wird, kann also nur das pflichtige Brandopfer umgetauscht werden, das freiwillige Brandopfer aber nicht!? Dieser erwiderte: Auch das freiwillige Brandopfer kann, da er es auf sich genommen<sup class=\"footnote-marker\">292</sup><i class=\"footnote\">Wodurch man dazu verpflichtet wird.</i>hat, umgetauscht werden,", | |
| "und dies<sup class=\"footnote-marker\">293</sup><i class=\"footnote\">Daß nichtpflichtige nicht umgetauscht werden können.</i>bezieht sich auf das Brandopfer, das von den Überschüssen<sup class=\"footnote-marker\">294</sup><i class=\"footnote\">Reservierter Opfergelder; cf. Zeb. Fol. 103a.</i>dargebracht wird. –", | |
| "Welcher Ansicht ist er: ist er der Ansicht desjenigen, welcher sagt, Überschüsse seien für freiwillige Gemeindeopfer zu verwenden, so ist es ja selbstverständlich, daß es nicht umgetauscht werden kann, bei Gemeindeopfern gibt es ja keinen Umtausch!? –", | |
| "Vielmehr, R. Šimo͑n ist der Ansicht dessen, welcher sagt, Überschüsse seien für freiwillige Privatopfer zu verwenden. – Dieser Ansicht ist ja R. Elie͑zer, und er lehrt ausdrücklich, daß solches umgetauscht werden kann!? Es wird nämlich gelehrt: Das von den Überschüssen dargebrachte Brandopfer kann umgetauscht werden – so R. Elie͑zer. –", | |
| "R. Šimo͑n ist seiner Ansicht in der einen Sache und streitet gegen ihn in der andren Sache. R. Elie͑zer ist der Ansicht, das von den Überschüssen dargebrachte Brandopfer könne umgetauscht werden, er aber ist der Ansicht, es könne nicht umgetauscht werden. –", | |
| "Wieso fragte R. Abin demnach, wie es denn sei, wenn jemand ein Schuldopfer zur Sühne abgesondert und es umgetauscht hat, und nachdem er Sühne durch ein andres Schuldopfer erlangt<sup class=\"footnote-marker\">295</sup><i class=\"footnote\">Weil jenes abhanden gekommen war.</i>hat, es Brandopfer<sup class=\"footnote-marker\">296</sup><i class=\"footnote\">Findet es sich wieder ein, so ist es als solches darzubringen.</i>geworden ist, ob man es wiederum umtauschen könne;", | |
| "nach wem: wenn nach R. Šimo͑n, so sagst du ja, R. Šimo͑n sei der Ansicht, das von den Überschüssen dargebrachte Brandopfer könne nicht umgetauscht werden!? –", | |
| "R. Abin fragte wie folgt: wenn du einen Autor findest, der der Ansicht R. Šimo͑ns ist, welcher sagt, man könne es nicht umtauschen und wiederum umtauschen, und auch der Ansicht R. Elie͑zers, welcher sagt, das von den Überschüssen dargebrachte Brandopfer könne umgetauscht werden, ist es fraglich,", | |
| "ob man bei zwei Körpern<sup class=\"footnote-marker\">297</sup><i class=\"footnote\">Vgl. S. 28 Anm. 199.</i>und einer Heiligkeit umtauschen kann.", | |
| "Und wenn du entscheidest, bei einer Heiligkeit nicht, wie ist es bei zwei Heiligkeiten und einem Körper<sup class=\"footnote-marker\">298</sup><i class=\"footnote\">Wenn nach Erlangung der Sühne das Original sich einfindet; cf. supra Fol. 9a.</i>. – Dies bleibt fraglich." | |
| ], | |
| [ | |
| "<sup>i</sup> <b>M</b>ANCHES <small>GILT BEI</small> P<small>RIVATOPFERN, WAS NICHT BEI</small> G<small>EMEINDEOPFERN, UND MANCHES BEI</small> G<small>EMEINDEOPFERN, WAS NICHT BEI</small> P<small>RIVATOPFERN</small>. P<small>RIVATOPFER KÖNNEN UMGETAUSCHT WERDEN</small>, G<small>EMEINDEOPFER KÖNNEN NICHT UMGETAUSCHT WERDEN; \n</small>", | |
| "ALS P<small>RIVATOPFER SIND</small> M<small>ÄNNCHEN UND</small> W<small>EIBCHEN GEEIGNET, ALS</small> G<small>EMEINDEOPFER SIND NUR</small> M<small>ÄNNCHEN GEEIGNET; BEI</small> P<small>RIVATOPFERN IST MAN HAFTBAR</small><sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Dh. wenn für diese eine Frist festgesetzt ist (beispielsweise bei Opfern von Aussätzigen, Wöchnerinnen) u. sie vorüber ist, so sind sie noch nachher darzubringen.</i> <small>FÜR SIE UND HAFTBAR FÜR IHRE</small> G<small>USSOPFER, BEI</small> G<small>EMEINDEOPFERN IST MAN NICHT HAFTBAR FÜR SIE UND NICHT HAFTBAR FÜR IHRE</small> G<small>USSOPFER, WOHL ABER IST MAN FÜR IHRE</small> G<small>USSOPFER HAFTBAR, SOBALD DAS</small> S<small>CHLACHTOPFER DARGEBRACHT WORDEN IST</small>.", | |
| "M<small>ANCHES GILT BEI</small> G<small>EMEINDEOPFERN, WAS NICHT BEI</small> P<small>RIVATOPFERN, DENN</small> G<small>EMEINDEOPFER VERDRÄNGEN DEN</small> Š<small>ABBATH UND DIE</small> U<small>NREINHEIT</small><sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Sie sind auch am Š. u. ev. von einem unreinen Priester darzubringen.</i>, P<small>RIVATOPFER ABER VERDRÄNGEN NICHT DEN</small> Š<small>ABBATH UND NICHT DIE</small> U<small>NREINHEIT</small>.", | |
| "R. M<small>EÍR SPRACH</small>: D<small>IE</small> P<small>FANNOPFER DES</small> H<small>OCHPRIESTERS</small><sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 6,12 u. hierzu Men. Fol. 50b.</i> <small>UND DER</small> F<small>AHRE DES</small> V<small>ERSÖHNUNGSTAGES</small><sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Den der Priester für sich darbringt; cf. Lev. 16,3.</i> <small>SIND JA</small> P<small>RIVATOPFER, UND SIE VERDRÄNGEN DEN</small> Š<small>ABBATH UND DIE</small> U<small>NREINHEIT; VIELMEHR, WEIL FÜR DIESE EINE</small> Z<small>EIT FESTGESETZT IST</small><sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Sie können nur zu einer bestimmten Zeit dargebracht werden, u. aus diesem Grunde verdrängen sie den Š. u. die Unreinheit.</i>.", | |
| "GEMARA. P<small>RIVATOPFER KÖNNEN UMGETAUSCHT WERDEN &C</small>. Ist dies denn eine stichhaltige Regel, das Geflügel[opfer] ist ja Privatopfer, und es kann nicht umgetauscht werden!? – Diese Lehre bezieht sich auf das Vieh. –", | |
| "Die Geburt<sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Von einem Privatopfer.</i> ist ja Privatopfer, und es kann nicht umgetauscht werden!? – Hier ist die Ansicht R. Jehudas vertreten, welcher sagt, die Geburt könne umgetauscht werden. –", | |
| "Das Eingetauschte selbst ist ja Privatopfer, und das Eingetauschte kann nicht umgetauscht werden!? – Er lehrt dies nur vom originären Schlachtopfer. –", | |
| "Da du nun darauf gekommen bist, kannst du auch sagen, dies gelte nach den Rabbanan, denn er lehrt dies nur vom originären Schlachtopfer.", | |
| "A<small>LS</small> P<small>RIVATOPFER SIND</small> M<small>ÄNNCHEN UND</small> W<small>EIBCHEN GEEIGNET</small>. Ist dies denn eine stichhaltige Regel, das Brandopfer ist ja Privatopfer, und als solches ist nur ein Männchen und kein Weibchen darzubringen!? –", | |
| "Es gibt das Geflügel-Brandopfer, denn es wird gelehrt: Es gibt Männlichkeit und Weiblichkeit beim Vieh und es gibt<sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Sc. beim Opfertiere zu unterscheiden, nur erstere sind als solche verwendbar.</i> nicht Männlichkeit und Weiblichkeit beim Geflügel. –.", | |
| "Das Sündopfer ist ja Privatopfer, und als solches ist nur ein Weibchen und kein Männchen darzubringen!? – Es gibt ja den Ziegenbock des Fürsten<sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Den er als Sündopfer darzubringen hat; cf. Lev. 4,22.</i>, der ein Männchen darbringt. –", | |
| "Es gibt ja das Schuldopfer, das Privatopfer ist, und als solches ist nur ein Männchen und nicht ein Weibchen darzubringen!? – Die Rabbanan sprechen nur von einem Opfer, das sowohl von einem Privaten als auch von einer Gemeinde darzubringen ist, das Schuldopfer aber ist nur von einem Privaten und nicht von einer Gemeinde darzubringen. Wenn du aber willst, sage ich, es heißt ja nicht alle Opfer, sondern: manches Opfer, nämlich Heilsopfer, die man, wenn man will, Männchen, und wenn man will, Weibchen, darbringen kann.", | |
| "B<small>EI</small> P<small>RIVATOPFERN IST MAN HAFTBAR &C</small>. Woher dies? –", | |
| "Die Rabbanan lehrten: <sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Lev. 23,37.</i><i>Die Gebühr jeden Tages</i>, dies lehrt, daß der ganze Tag für die Zusatzopfer zulässig ist; <sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Lev. 23,37.</i><i>an seinem Tage</i>, dies lehrt, daß, wenn der Tag vorüber ist, und man sie nicht dargebracht hat, man nicht haftbar ist.", | |
| "Man könnte glauben, man sei für die Gußopfer nicht haftbar, auch wenn das Schlachtopfer dargebracht worden ist, so heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Num. 29,18.</i><i>ihre Speisopfer und ihre Gußopfer</i>, auch nachts; <i>ihre Speisopfer und ihre Gußopfer</i>, auch am folgenden Tage.", | |
| "Reš Laqiš entnimmt dies aus folgendem:<sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Lev. 23,38.</i><i>Außer den Šabbathen des Herrn</i><sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Vorangehend wird von den Festen gesprochen, an denen auch die vom vorangehenden Šabbath zurückgebliebenen Gußopfer darzubringen sind.</i>.", | |
| "Und beides ist nötig. Würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: <i>außer den Šabbathen des Herrn</i>, so könnte man glauben, nur am Tage und nicht nachts, so heißt es: <i>ihre Speisopfer und ihre Gußopfer</i>. Und würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: <i>ihre Speisopfer und ihre Gußopfer</i>, und nicht: <i>außer den Šabbathen des Herrn</i>, so könnte man glauben, nur nachts und nicht am Tage,", | |
| "und zwar deshalb, weil bezüglich der Opfer die Nacht zum Tage gehört<sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">Opfer, die an einem Tage gegessen werden müssen, dürfen auch in der diesem folgenden Nacht bis zum folgenden Morgen gegessen werden; cf. Lev. 7,15.</i>. Daher ist beides nötig. –", | |
| "Sind denn Gußopfer nachts darzubringen, wir haben ja gelernt: Ich weiß nur von Dingen, die nachts dargebracht werden, beispielsweise Opferglieder und Schmer, daß man sie von Sonnenuntergang ab hinauflege und während der ganzen Nacht verzehren lasse,", | |
| "woher dies von Dingen, die am Tage dargebracht werden, beispielsweise der Haufe<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Der vom Speisopfer abgehoben und auf dem Altar auf geräuchert wird.</i>, der Weihrauch und das Speisopfer der Gußopfer, daß man sie vom Sonnenuntergänge ab hinauflege? – ‘Vom Sonnenuntergänge ab’, wie kommst du darauf, du sagtest ja, es seien Dinge, die am Tage darzubringen sind!? – Vielmehr, mit<sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Vor Eintritt derselben.</i>Sonnenuntergang. – Woher, daß man sie während der ganzen Nacht verzehren lasse? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Lev. 6,2.</i><i>dies ist das Gesetz des Brandopfers</i>, einschließend.", | |
| "Er lehrt also, Gußopfer seien am Tage [darzubringen]!? Rami b. Ḥama erwiderte: Das ist kein Einwand; eines gilt von der Heiligung<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Durch das Hineingießen in das Dienstgefäß; dies kann schon nachts erfolgen.</i>und eines gilt von der Darbringung.", | |
| "Raba sprach zu ihm: Wenn sie geheiligt werden können, können sie auch dargebracht werden. Es wird nämlich gelehrt: Die Regel hierbei ist: Was am Tage dargebracht wird, ist nur am Tage zu heiligen, was nachts dargebracht wird, ist nachts zu heiligen, und was am Tage und nachts, ist sowohl am Tage als auch nachts zu heiligen. Vielmehr, erwiderte R. Joseph, man streiche aus dieser die Lehre ‘das Speisopfer der Gußopfer’.", | |
| "Als R. Dimi hinaufging, traf er R. Jirmeja, der dasaß und im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi vortrug: Woher, daß die zum Speisopfer dargebrachten Gußopfer nur am Tage darzubringen sind? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Num. 29,39.</i><i>für</i> <i>eure Gußopfer und eure Heilsopfer</i>; wie die Heilsopfer am Tage, ebenso die Gußopfer am Tage.", | |
| "Da sprach er: Fände ich jemand, der mir einen Brief schriebe, so würde ich<sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Nach einer anderen Lesart: fände ich einen [Boten], so würde ich einen Brief schreiben u. RJ. mitteilen.</i>R. Joseph mitteilen lassen," | |
| ], | |
| [ | |
| "daß man ‘das Speisopfer der Gußopfer’ aus der Lehre nicht streiche, und dennoch besteht kein Widerspruch; eines gilt von zum Schlachtopfer dargebrachten Gußopfern<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Diese können nur am Tage dargebracht werden.</i>und eines gilt von besonders dargebrachten Gußopfern. –", | |
| "Dürfte er denn, auch wenn er [einen Schreiber] hätte, einen Brief senden, R. Abba, Sohn des R. Ḥija b. Abba, sagte ja im Namen des R. Joḥanan, das Schreiben von Halakhoth gleiche der Verbrennung der Tora, und wer aus ihnen<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Aus solchen Schriftstücken.</i> lernt, erhalte keine Belohnung!?", | |
| "R. Jehuda b. Naḥmani, der Dolmetsch des Reš Laqiš, trug nämlich vor: Ein Schriftvers lautet:<sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Ex. 34,27.</i><i>schreibe dir diese Worte auf</i>, und ein anderer Schriftvers lautet:<sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Ex. 34,27.</i><i>denn durch</i><sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Im hebr. Wortlaute: durch den Mund.</i><i>diese Worte</i>. Dies besagt dir, daß du mündliche Worte nicht schriftlich vortragen darfst, und schriftliche Worte nicht mündlich vortragen darfst.", | |
| "Ferner wurde in der Schule R. Jišma͑éls gelehrt: <i>Schreibe dir diese Worte auf</i>, diese darfst du schreiben, du darfst aber keine Halakhoth schreiben. –", | |
| "Ich will dir sagen, vielleicht ist es bei einer neuen Sache<sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Die man leicht vergessen kann.</i>anders. So pflegten R. Joḥanan und Reš Laqiš am Šabbath die Agadabücher<sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Wohl Kollektaneen agadischer Vorträge.</i>einzusehen. Sie legten wie folgt aus:<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Ps. 119,126.</i><i>Wo es galt, für den Herrn zu handeln, brachen sie dein Gesetz</i>. Sie sagten nämlich: Lieber werde etwas aus der Tora aufgehoben, als daß die Gesetzeskunde in Jisraél in Vergessenheit gerate.", | |
| "R. Papa sagte: Da du nun ausgeführt hast, besonders dargebrachte Gußopfer seien auch nachts darzubringen, sind, wenn Gußopfer nachts eintreffen, diese nachts zu heiligen und darzubringen.", | |
| "R. Joseph, Sohn des R. Šema͑ja, sprach zu R. Papa: Es gibt eine Lehre als Stütze für dich: Die Regel hierbei ist: was am Tage darzubringen ist, ist nur am Tage zu heiligen, und was nachts darzubringen ist, (sowohl am Tage als auch) nachts zu heiligen.", | |
| "R. Ada b. Ahaba sagte: der Anbruch der Morgenröte<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Nach einer andren Lesart: Das Brandopfer des Morgens.</i> macht sie untauglich, wie die Opferglieder<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Des täglichen Abendopfers, die über Nacht zu verbrennen u. morgens untauglich sind.</i>.", | |
| "Als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Joḥanans im Namen des R. Šimo͑n b. Jehoçadaq:<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Num. 39.</i><i>Diese sollt ihr dem Herrn darbringen an euren Festtagen</i>, das sind die Pflichtopfer, die am Feste als Pflicht darzubringen sind;", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Num. 39.</i><i>außer euren Gelübden und freiwilligen Opfern</i>, dies lehrt, daß gelobte und freiwillige [Opfer] an den Halbfesten darzubringen sind.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Num. 39.</i><i>An Brandopfern</i>. Wovon spricht die Schrift: wenn von gelobten Brandopfern, so heißt es ja bereits<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Num. 39.</i><i>euren Gelübden</i>, und wenn von freiwilligen Brandopfern, so heißt es ja bereits<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Num. 39.</i><i>euren freiwilligen Gaben</i>; sie spricht also nur vom Brandopfer einer Wöchnerin und dem Brandopfer<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 12,6 u. 14,20.</i>eines Aussätzigen.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Num. 39.</i><i>Und an Speiseopfern</i>. Wovon spricht die Schrift: wenn von gelobten Speisopfern, so sind sie ja bereits genannt, und wenn von freiwilligen Speisopfern, so sind sie ja bereits genannt; sie spricht also nur vom Speisopfer der Ehebruchsverdächtigten und vom Speisopfer<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Cf. Num. Kap. 5.</i>der Eifersucht.", | |
| "<i>Und an Gußopfern und Heilsopfern</i>; er vergleicht die Gußopfer mit den Heilsopfern: wie Heilsopfer nur am Tage, ebenso Gußopfer nur am Tage.<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Num. 39.</i><i>Und an Heilsopfern</i>; dies schließt das Heilsopfer des Naziräers<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Cf. Num. Kap. 6.</i>ein.", | |
| "Abajje sprach zu ihm: Sollte doch der Meister sagen: das Pesaḥ-Heilsopfer<sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Wenn das Pesaḥlamm (cf. Ex. 12,3ff.) für die Beteiligten nicht ausreicht, so ist dazu ein Heilsopfer zu bringen; hat man es reserviert u. nicht geschlachtet, so ist es in den Zwischentagen als Heilsopfer darzubringen.</i>, denn das Heilsopfer des Naziräers ist ja Gelobtes und Freiwilliges!?", | |
| "Es wird nämlich gelehrt: Die Regel hierbei ist: was freiwillig gespendet und gelobt werden kann, darf auf einem Privataltar dargebracht werden, und was nicht freiwillig gespendet und gelobt werden kann, darf auf einem Privataltar nicht dargebracht werden.", | |
| "Ferner haben wir gelernt: Speisopfer und Naziräeropfer sind auf einem Privataltar darzubringen – so R. Meír. – Streiche hieraus ‘Naziräeropfer’. –", | |
| "Gibt es dann jemand, welcher sagt, das Naziräeropfer sei nicht Gelobtes und Freiwilliges, es heißt ja:<sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">iiSam. 15,7.</i><i>nach</i> <i>Ablauf von vierzig Jahren sprach Abšalom zum Könige: Ich will doch gehen und mein Gelübde einlösen, das ich in Ḥebron gelobt habe, denn dein Knecht hat gelobt &c</i>. Dies bezieht sich wohl auf das Opfer<sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Der Altar zu Ḥebron war Privataltar.</i>!? –", | |
| "Nein, auf das Hauptgelübde<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Das Nazirat zu absolvieren.</i>. – Aber das Hauptgelübde tat er ja nicht in Ḥebron, dies tat er ja in Gešur<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Cf. iiSam. 15,7.</i>!?", | |
| "R. Aḥa, nach andren Rabba b. R. Ḥanan, erwiderte: Abšalom ging nur Lämmer aus Ḥebron<sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">Das wegen seiner Lämmerzucht bekannt war; cf. Men. Fol. 87a.</i>holen. Dies ist auch einleuchtend, denn wenn man sagen wollte, er ging die Opfer darbringen, wieso ließ er Jerušalem und ging nach Ḥebron opfern!? –", | |
| "Wieso heißt es, wenn aus Ḥebron Lämmer holen: <i>das</i><sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Auf das Opfervieh bezogen.</i><i>ich dem Herrn in Ḥebron gelobt habe</i>, es sollte ja ‘aus Ḥebron’ heißen!? –", | |
| "Vielmehr, tatsächlich opfern, wenn du aber einwendest, wieso ließ er Jerušalem und ging nach Ḥebron opfern, so kannst du ja einwenden: auch Gibeon<sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Dort war der Hauptaltar; cf. iReg. 3,4.</i>war ja ein heiliger Ort. Vielmehr durfte man, da die Privataltäre erlaubt waren, nach Belieben überall opfern. –", | |
| "<i>Vierzig Jahre</i>, seit wann? – Es wird gelehrt: R. Nehoraj sagte im Namen R. Jehošua͑s: Nach Ablauf von vierzig Jahren, seitdem sie einen König verlangt<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Cf. iSam. Kap. 8.</i>hatten. Es wird nämlich gelehrt: Das Jahr, in dem sie einen König verlangten, war das zehnte Jahr Šemuéls." | |
| ], | |
| [ | |
| "Zehn Jahre regierte Šemuél allein, ein Jahr regierten Šaúl und Šemuél zusammen, zwei Jahre regierte Šaúl allein und siebenunddreißig regierte David<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Also 40 Jahre seit dem Regierungsantritte Šauls.</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">ii</sup> <b>D</b><small>AS</small> S<small>ÜNDOPFER EINES</small> P<small>RIVATEN IST, WENN DER</small> E<small>IGENTÜMER</small> S<small>ÜHNE ERLANGT</small><sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Durch ein anderes: wenn es abhanden gekommen war u. sich wieder einfindet.</i><small>HAT, VERENDEN ZU LASSEN, DAS EINER</small> G<small>EMEINDE IST NICHT VERENDEN ZU LASSEN</small>;", | |
| "R. J<small>EHUDA SAGT, ES SEI VERENDEN ZU LASSEN</small>. R. Š<small>IMO͑N SAGTE</small>: W<small>IE WIR FINDEN BEI DER</small> G<small>EBURT EINES</small> S<small>ÜNDOPFERS, DEM</small> E<small>INGETAUSCHTEN EINES</small> S<small>ÜNDOPFERS UND DEM</small> S<small>ÜNDOPFER, DESSEN</small> E<small>IGENTÜMER GESTORBEN IST, DASS DIES</small><sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Daß man sie verenden lasse.</i><small>NUR VON DEM EINES</small> P<small>RIVATEN UND NICHT VON DEM EINER</small> G<small>EMEINDE GILT, EBENSO GILT DIES VON DEM, DESSEN</small> E<small>IGENTÜMER</small> S<small>ÜHNE ERLANGT HAT, ODER DAS DAS</small> J<small>AHR ÜBERSCHRITTEN</small><sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Wenn das Opfer erstjährig darzubringen ist u. es inzwischen älter als ein Jahr wurde.</i><small>HAT, NUR VON DEM EINES</small> P<small>RIVATEN UND NICHT VON DEM EINER</small> G<small>EMEINDE</small>.", | |
| "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Weshalb heißt es beim Sündopfer <i>bringen</i><sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">Lev. 4,32 heißt es: wenn er ein Lamm als Sündopfer bringen wird, während es kürzer heißen sollte: wenn sein Sündopfer ein Lamm ist.</i>? Woher, daß, wenn jemand sein Sündopfer geheiligt hat und es abhanden gekommen ist, und nachdem er an dessen Stelle ein andres abgesondert hat, das erste sich einfindet, sodaß nun beide vorhanden sind, er dasjenige darbringen darf, das ihm beliebt? Es heißt: <i>Sündopfer [bringen]</i>. Man könnte glauben, er bringe beide, so heißt es: <i>bringe er es</i>, eines und nicht zwei. –", | |
| "Was geschieht mit dem zweiten? R. Hamnuna erwiderte: Es wird gelehrt: R. Jehuda sagt, man lasse es weiden; R. Šimo͑n sagt, man lasse es verenden. –", | |
| "Sagt denn R. Jehuda, es sei weiden zu lassen, R. Jehuda lehrt ja, es sei verenden zu lassen!? – Wende es um: R. Jehuda sagt, man lasse es verenden; R. Šimo͑n sagt, man lasse es weiden. – Sagt denn R. Šimo͑n, es sei weiden zu lassen, R. Šimo͑n sagte ja, fünf Sündopfer seien verenden zu lassen!? –", | |
| "Vielmehr, tatsächlich wende es nicht um, dennoch ist nichts einzuwenden, denn eines gilt von dem Falle, wenn es nach der Absonderung abhanden gekommen<sup class=\"footnote-marker\">47</sup><i class=\"footnote\">Aber sich noch vor der Sühne eingefunden hat; in diesem Falle lasse man es weiden.</i>war, und eines von dem Falle, wenn es nach der Sühne abhanden gekommen war.", | |
| "Wenn du willst, sage ich: beides in dem Falle, wenn nach der Absonderung, dennoch ist nichts einzuwenden; eines wie R. Jehuda nach Rabbi<sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Cf. infra Fol. 22b.</i>, und eines wie R. Jehuda nach den Rabbanan. –", | |
| "Gibt es denn jemand, der der Ansicht wäre, ein Gemeindesündopfer, dessen Eigentümer Sühne erlangt haben, sei verenden zu lassen," | |
| ], | |
| [ | |
| "wir haben ja gelernt: Desgleichen sagte R. Jose:<sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">Ezr. 8,35; im masoret. Texte stark abweichend.</i><i>Die angekommen waren aus der Gefangenschaft, die Söhne der Exulanten, brachten Brandopfer &c., Farren &c., neunundneunzig Widder, siebenundsiebzig Lämmer, zwölf Sündopferböcke, alles Brandopfer für den Herrn</i>. –", | |
| "Wird denn ein Sündopfer als Brandopfer dargebracht!? Raba erwiderte: Wie Brandopfer; wie das Brandopfer nicht gegessen werden darf, ebenso Sündopfer, die nicht gegessen werden durften. R. Jose sagte nämlich: Sie brachten sie wegen Götzendienstes. Hierzu sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls: Wegen des Götzendienstes, den sie in den Tagen Çidqijahus getrieben hatten.", | |
| "Er<sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">Der diesen Einwand erhob.</i>glaubte, wer der Ansicht ist, ein Gemeindesündopfer, dessen Eigentümer Sühne erlangt haben, sei verenden zu lassen, sei auch der Ansicht, ein Gemeindesündopfer, dessen Eigentümer gestorben sind, sei verenden zu lassen. Da waren ja die Eigentümer<sup class=\"footnote-marker\">51</sup><i class=\"footnote\">Denn Götzendienst hatte die vorangehende, ausgestorbene Generation getrieben.</i>gestorben, und es wurde dargebracht!?", | |
| "R. Papa erwiderte: Auch nach demjenigen, welcher sagt, ein Gemeindesündopfer, dessen Eigentümer Sühne erlangt haben, sei verenden zu lassen, ist ein Gemeindesündopfer, dessen Eigentümer gestorben sind, nicht verenden zu lassen, weil eine Gemeinde nicht stirbt<sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Dh. bei einer solchen gilt diese Bestimmung nicht.</i>. –", | |
| "Woher entnimmt dies R. Papa: wollte man sagen, weil es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">53</sup><i class=\"footnote\">Ps. 45,17.</i><i>statt deiner Väter werden deine Söhne</i><sup class=\"footnote-marker\">54</sup><i class=\"footnote\">Sie gelten als Eigentümer.</i><i>sein</i>, so sollte dies auch von einem Privaten gelten!? –", | |
| "Vielmehr, dies, daß eine Gemeinde nicht stirbt<sup class=\"footnote-marker\">55</sup><i class=\"footnote\">Vgl. Anm. 52.</i>, ist von den Ziegenböcken der Feste und der Neumonde zu entnehmen. Der Allbarmherzige sagt, daß man sie von der Hebe der Tempelkammer<sup class=\"footnote-marker\">56</sup><i class=\"footnote\">Der Tempelsteuer; cf. Seq. IV, 1.</i>bringe; die Eigentümer dieses Geldes können ja gestorben sein? Vielmehr sagen wir, eine Gemeinde sterbe nicht.", | |
| "Wenn du aber willst, sage ich: als man diese Sündopfer darbrachte, brachte man sie für die Lebenden dar, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Ezr. 3,12.</i><i>viele aber von den Priestern und den Leviten und den Stammeshäuptern, den Greisen, die das erste Haus gesehen hatten, da dieses Haus vor ihren Augen gegründet ward, weinten mit lauter Stimme, während viele mit Jauchzen &c.</i> –", | |
| "Vielleicht waren diese in der Minderheit<sup class=\"footnote-marker\">58</sup><i class=\"footnote\">Sie gelten als Einzelpersonen, u. da es Gemeindeopfer waren, so wurden sie für die Verstorbenen dargebracht.</i>!? – Dies kannst du nicht sagen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Ezr. 3,13.</i><i>und das Volk erkannte nicht die Stimme des Weinens des Volkes</i><sup class=\"footnote-marker\">60</sup><i class=\"footnote\">Demnach waren sie nicht in der Mehrheit.</i>, –", | |
| "Wieso brachten sie sie dar, es<sup class=\"footnote-marker\">61</sup><i class=\"footnote\">Der Götzendienst.</i>war ja vorsätzlich erfolgt!? R. Joḥanan erwiderte: Es war nur eine Entscheidung pro präsenti.", | |
| "Dies ist auch einleuchtend, denn wenn du nicht so erklären wolltest, so können allerdings die Farren und die [zwölf] Böcke den zwölf Stämmen entsprochen haben, wem entsprechend aber waren die [zwölf] Lämmer!? Vielmehr war es nur eine Entscheidung pro präsenti.", | |
| "Dort haben wir gelernt: Mit dem Tode des Joseph b. Joe͑zer aus Çereda und des Joseph b. Joḥanan aus Jerušalem hörten die Trauben auf. Männer bei denen alles<sup class=\"footnote-marker\">62</sup><i class=\"footnote\">Das W. <span dir=\"rtl\">אשכל</span> wird als Compositum v. <span dir=\"rtl\">כל איש</span> (ein Mann, bei dem alles, etwa Polyhistor) erklärt.</i>ist.", | |
| "Hierzu sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls: Alle Trauben<sup class=\"footnote-marker\">63</sup><i class=\"footnote\">In der Bedeutung der obigen Erklärung: Männer, bei denen alles war, Gelehrsamkeit u. Tugend.</i>, die in Jisraél seit den Tagen Mošes bis zum Tode des Joseph b. Joe͑zer auftraten, studierten die Tora wie unser Meister Moše<sup class=\"footnote-marker\">64</sup><i class=\"footnote\">Mit allen Genauigkeiten; cf. jer. T. Pea Fol. 17a.</i>; von da ab studierten sie die Tora nicht mehr wie unser Meister Moše. –", | |
| "R. Jehuda sagte ja aber im Namen Šemuéls, in den Trauertagen über Moše seien dreitausend Halakhoth vergessen worden!? – Die vergessen wurden, gerieten in Vergessenheit, die aber studiert wurden, studierten sie wie unser Meister Moše. –", | |
| "Es wird ja aber gelehrt, daß sie, seitdem Moše gestorben ist, wenn mehr<sup class=\"footnote-marker\">65</sup><i class=\"footnote\">Bei Meinungsverschiedenheit über eine Halakha das Reinheitsgesetz betreffend. Demnach hatte schon damals die Gesetzeskunde nachgelassen.</i>für unrein waren, als unrein, und wenn mehr für rein waren, als rein entschieden!? –", | |
| "Das Auffassungsvermögen war gemindert worden, studiert aber haben sie wie unser Meister Moše.", | |
| "In einer Barajtha wurde gelehrt: An allen Trauben, die seit den Tagen Mošes bis zum Tode des Joseph b. Joe͑zer aus Çereda in Jisraél auftraten, war keinerlei Makel, von da ab war an ihnen etwas Makel. –", | |
| "Es wird ja aber gelehrt: Einst war ein Frommer, der an Herzschmerzen litt, und als man die Ärzte befragte, sagten sie, es gebe für ihn kein anderes Mittel, als daß er jeden Morgen warme Milch sauge. Da holte man ihm eine Ziege, die man ihm an den Fuß seines Bettes band, und er sog Milch von dieser.", | |
| "Als eines Morgens seine Kollegen ihn besuchen kamen und die Ziege sahen, sprachen sie: Ein bewaffneter Räuber<sup class=\"footnote-marker\">66</sup><i class=\"footnote\">Im Jisraéllande ist das Halten von Kleinvieh verboten; cf. Bm. Fol. 79b.</i>ist in diesem Hause, und wir kommen ihn besuchen! Hierauf ließen sie sich nieder und stellten eine Untersuchung<sup class=\"footnote-marker\">67</sup><i class=\"footnote\">Über seinen Lebenswandel.</i>an, und sie fanden an ihm nur die eine Sünde inbetreff dieser Ziege.", | |
| "Auch er selber sprach bei seinem Hinscheiden: Ich weiß, daß an mir keine andere Sünde haftet, als die Sünde inbetreff dieser Ziege, indem ich die Worte meiner Kollegen übertreten habe. Die Weisen sagten nämlich, man dürfe im Jisraéllande kein Kleinvieh halten.", | |
| "Es ist uns überliefert, daß überall, wo es ‘einst war ein Frommer’ heißt, es entweder R. Jehuda b. Baba oder R. Jehuda b. Ilea͑j ist, und diese Gelehrten waren ja viele Generationen nach Joseph b. Joe͑zer aus Çereda<sup class=\"footnote-marker\">68</sup><i class=\"footnote\">Es gab also auch später makellose Fromme.</i>!?" | |
| ], | |
| [ | |
| "R. Joseph erwiderte: Er spricht von einem Makel hinsichtlich des Stützens<sup class=\"footnote-marker\">69</sup><i class=\"footnote\">Der Hand auf den Kopf des Opfertieres (cf. Lev. 1,4). Hierüber besteht der erste Gelehrtenstreit; cf. Hg. Fol. 16a. Vermutlich liegt hier ein Mißverständnis des T. vor. Unter <span dir=\"rtl\">סמיכה</span> dürfte wohl die Autorisation zu verstehen sein, die in den späteren Generationen nicht mehr von der Bedeutung war, wie in den früheren.</i>. –", | |
| "Aber Joseph b. Joe͑zer selber streitet ja über das Stützen!? – Er stritt am Ende seiner Lebensjahre, wenn das Verständnis nachläßt.", | |
| "Der Text. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Dreitausend Halakhoth sind in den Trauertagen über Moše vergessen worden. Sie sprachen zu Jehošua͑: Frage. Er erwiderte ihnen:<sup class=\"footnote-marker\">70</sup><i class=\"footnote\">Dt. 30,12.</i><i>Sie ist nicht im Himmel</i>.", | |
| "Sie sprachen zu Šemuél: Frage. Er erwiderte ihnen:<sup class=\"footnote-marker\">71</sup><i class=\"footnote\">Num. 36,13.</i><i>Dies sind die Gebote</i>, der Prophet darf von nun ab nichts erneuern. R. Jiçḥaq der Schmied sagte: Auch [das Gesetz] über das Sündopfer, dessen Eigentümer gestorben ist, ist in den Trauertagen über Moše vergessen worden.", | |
| "Sie sprachen zu Pinḥas: Frage. Er erwiderte ihnen: <i>Dies sind die Gebote</i>, der Prophet darf von nun ab nichts erneuern.", | |
| "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Als unser Meister Moše in den Edengarten schied, sprach er zu Jehošua͑: Frage mich über alle Zweifel<sup class=\"footnote-marker\">72</sup><i class=\"footnote\">Dh. unentschiedene Rechtsfragen.</i>, die du hast. Er erwiderte ihm: Meister, habe ich dich je auch nur eine Stunde verlassen und mich nach einem anderen Orte begeben? Du selbst hast ja von mir geschrieben:<sup class=\"footnote-marker\">73</sup><i class=\"footnote\">Ex. 33,11.</i><i>und sein Diener Jehošua͑, der Sohn Nuns, ein Jüngling, wich nicht aus dem Zelte</i><sup class=\"footnote-marker\">74</sup><i class=\"footnote\">Dh. ich habe nichts zu fragen.</i>. Da erschlaffte die Kraft Jehošua͑s<sup class=\"footnote-marker\">75</sup><i class=\"footnote\">Nach einer anderen Lesart ‘Mošes’, wofür Jehošua͑ bestraft wurde.</i>, sodaß er dreihundert Halakhoth vergaß und siebenhundert Zweifel ihm entstanden. Als nun ganz Jisraél ihn zu erschlagen<sup class=\"footnote-marker\">76</sup><i class=\"footnote\">Weil er ihre Rechtsfragen nicht zu beantworten wußte.</i>sich aufmachte,", | |
| "sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu ihm: Sagen kannst du es ihnen nicht, geh und verwickle sie in einen Krieg. So heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">77</sup><i class=\"footnote\">Jos. 1,1.</i><i>und es geschah nach dem Tode Mošes, des Knechtes des Herrn, da sprach der Herr &c</i>.", | |
| "In einer Barajtha wurde gelehrt: Tausendsiebenhundert [Folgerungen durch Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere und durch Wortanalogie und Minutiösitäten der Schriftgelehrten sind in den Trauertagen über Moše vergessen worden.", | |
| "R. Abahu sagte: Trotzdem rekonstruierte sie O͑thniél, der Sohn des Qenaz, durch seine scharfsinnige Disputation, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">78</sup><i class=\"footnote\">Jud. 1,13.</i><i>und O͑thniél, der Sohn des Qenaz, der Bruder Kalebs, der jünger als er, eroberte sie</i><sup class=\"footnote-marker\">79</sup><i class=\"footnote\">Die da genannte Stadt Qirjath Sepher, dh. Bücherstadt; trop., er stellte die Gesetzeskunde wieder her.</i>. <sup class=\"footnote-marker\">80</sup><i class=\"footnote\">Jos. 15,17.</i><i>Und er gab ihm seine Tochter A͑khsa zur Frau</i>; weshalb hieß sie A͑khsa? – Weil jeder, der sie sah, seiner Frau<sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Weil sie schöner war als alle anderen Frauen. Dieser Name wird von <span dir=\"rtl\">כעס</span>, <i>zürnen, grollen</i>, abgeleitet.</i>grollte.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">82</sup><i class=\"footnote\">Jos. 15,18.</i><i>Und als sie einzog, beredete sie ihn, von ihrem Vater das Feld zu erbitten, und sie glitt vom Esel herab</i>. Was heißt <i>sie glitt</i>? Raba erwiderte im Namen R. Jiçḥaqs: Sie sprach zu ihm: Wie ein Esel, sobald er kein Futter in der Krippe hat, sofort schreit, ebenso schreit sofort ein Weib, sobald es kein Getreide im Hause hat.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">83</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 19.</i><i>Und sie sprach: Gib mir einen Segen, denn dürres Land hast du mir gegeben</i>; ein Haus, das gedörrt ist von allem Guten.<sup class=\"footnote-marker\">83</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 19.</i><i>So gib mir Wasserquellen</i>; einen Menschen, der nichts anderes als die Tora besitzt.<sup class=\"footnote-marker\">83</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 19.</i><i>Und er gab ihr die oberen Quellen und die niederen Quellen</i>. Er sprach zu ihr: Dem die Geheimnisse droben und hienieden<sup class=\"footnote-marker\">84</sup><i class=\"footnote\">So nach Handschriften.</i>eigen, von dem sollte noch Nahrung verlangt werden!? –", | |
| "War denn Kaleb ein Sohn des Qenaz, er war ja ein Sohn des Jephunne!? – Jephunne bedeutet, er wandte [pana] sich vom Ratschlage der Kundschafter<sup class=\"footnote-marker\">85</sup><i class=\"footnote\">Cf. Num. Kap. 13.</i>ab.", | |
| "Aber immerhin war er ja nicht ein Sohn des Qenaz, er war ja ein Sohn des Ḥeçron, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">86</sup><i class=\"footnote\">iChr. 2,18.</i><i>und Kaleb, der Sohn Ḥeçrons, zeugte A͑zuba</i>!? Raba erwiderte: Er war ein Stiefsohn des Qenaz.", | |
| "Es wird gelehrt: Er hieß O͑thniél, er hieß Ja͑beç, und sein wirklicher Name war Jehuda, Bruder Šimo͑ns. O͑thniél hieß er, weil Gott [él] ihn erhört [a͑neo] hat. Ja͑beç hieß er, weil er beraten [jie͑ç] und die Tora in Jisraél verbreitet [ribeç] hat. –", | |
| "Woher, daß Gott ihn erhört hat? – Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">87</sup><i class=\"footnote\">Ib. 4,10.</i><i>und Ja͑beç rief zum Gott Jisraéls und sprach: Wenn du mich doch segnetest und mein Gebiet vergrößertest, und deine Hand mit mir wäre, und du wirktest gegen das Übel, daß es mich nicht kränke. Und Gott brachte, was er erbeten hatte. \n</i>", | |
| "Wenn du mich segnetest, mit der Gesetzeskunde; <i>mein Gebiet vergrößertest</i>, mit Schülern; <i>und deine Hand mit mir wäre</i>, daß meine Gesetzeskunde nicht aus meinem Herzen vergessen werde; <i>und du wirktest gegen das Übel</i>, daß sich mir Freunde meinesgleichen anschließen; <i>daß es mich nicht kränke</i>, daß nicht der böse Trieb sich meiner bemächtige und mich vom Studium zurückhalte. Tust du dies, so ist es recht, wenn aber nicht, so gelange ich in meinem Kummer in die Unterwelt. Hierauf: <i>und Gott brachte, was er erbeten hatte</i>.", | |
| "Desgleichen heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">88</sup><i class=\"footnote\">Pr. 29,13.</i><i>begegnen Armer und Bedrücker einander, so erleuchtet der Herr beider Augen</i>. Wenn der Jünger zu seinem Lehrer geht und zu ihm spricht: lehre mich das Gesetz, und er es ihn lehrt, so erleuchtet er die Augen beider, wenn aber nicht, dann:<sup class=\"footnote-marker\">89</sup><i class=\"footnote\">Ib. 22,2.</i><i>Reicher und Armer begegnen einander, aller Schöpfer ist der Herr</i>; wer diesen weise gemacht hat, macht ihn töricht, und wer jenen töricht gemacht hat, macht ihn weise. Dies die Auslegung R. Nathans,", | |
| "R. Jehuda der Fürst erklärte: <i>Wenn du mich segnetest</i>, bei der Fortpflanzung; <i>und mein Gebiet vergrößertest</i>, mit Söhnen und Töchtern; <i>und deine Hand mit mir wäre</i>, beim Geschäftsverkehre; <i>und du wirktest gegen das Übel</i>, daß ich verschont bleibe von Kopfschmerzen, von Ohrenschmerzen und von Augenschmerzen; <i>daß es mich nicht kränke</i>, daß nicht der böse Trieb sich meiner bemächtige und mich vom Studium zurückhalte. Tust du dies, so ist es recht, wenn aber nicht, so gelange ich in meinem Kummer in die Unterwelt. Hierauf: <i>und Gott brachte (ihm), was er erbeten hatte</i>.", | |
| "Desgleichen heißt es: <i>begegnen Armer und Bedrücker einander, so erleuchtet der Herr beider Augen</i>. Wenn der Arme zum Hausherrn geht und zu ihm spricht: unterhalte mich, und er ihn unterhält, so ist es recht, wenn aber nicht, dann: <i>Reicher und Armer begegnen einander, aller Schöpfer ist der Herr</i>; wer diesen reich gemacht hat, macht ihn arm, und wer jenen arm gemacht hat, macht ihn reich.", | |
| "R. Š<small>IMO͑N SAGTE</small>: W<small>IE WIR FINDEN &C</small>.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: R. Šimo͑n sagte: Fünf Sündopfer sind verenden zu lassen: das Junge eines Sündopfers, das Eingetauschte eines Sündopfers, das Sündopfer, dessen Eigentümer gestorben ist, das Sündopfer, dessen Eigentümer Sühne erlangt<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Durch ein anderes: wenn es abhanden gekommen war u. sich wieder einfindet.</i>hat, und das Sündopfer, das das Jahr überschritten<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Wenn das Opfer erstjährig darzubringen ist u. es inzwischen älter als ein Jahr wurde.</i>hat.", | |
| "Das Junge eines Sündopfers kann bei einer Gemeinde nicht vorkommen, weil eine Gemeinde kein Weibchen als Sündopfer darbringt; das Umgetauschte eines Sündopfers kann bei einer Gemeinde nicht vorkommen, weil eine Gemeinde nicht umtauschen kann; ein Sündopfer, dessen Eigentümer gestorben ist, kann bei einer Gemeinde nicht vorkommen, weil eine Gemeinde nicht stirbt<sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Dh. bei einer solchen gilt diese Bestimmung nicht.</i>;", | |
| "aber über das, dessen Eigentümer Sühne erlangt hat, und über das, das das Jahr überschritten hat, finden wir nichts<sup class=\"footnote-marker\">90</sup><i class=\"footnote\">Ob dies auch von dem einer Gemeinde gilt od. nicht.</i>. Man könnte somit glauben, dies gelte sowohl von dem eines Privaten als auch von dem einer Gemeinde,", | |
| "so will ich erwidern: man folgere hinsichtlich dessen, von dem man es nicht weiß, von dem, von dem man es weiß; wie es bei dem, von dem man es weiß, nur von dem eines Privaten gilt und nicht von dem einer Gemeinde, ebenso gilt dies bei dem, dessen Eigentümer Sühne erlangt hat, und bei dem, das das Jahr überschritten hat, nur von dem eines Privaten und nicht von dem einer Gemeinde. –" | |
| ], | |
| [ | |
| "Ist es denn hinsichtlich des Möglichen vom Unmöglichen<sup class=\"footnote-marker\">91</sup><i class=\"footnote\">Die 3 ersteren können bei einer Gemeinde überhaupt nicht vorkommen.</i>zu folgern!? – R. Šimo͑n folgert dies hinsichtlich aller aus einer Stelle.", | |
| "Reš Laqiš erwiderte: Über vier von ihnen ist es<sup class=\"footnote-marker\">92</sup><i class=\"footnote\">Daß sie verenden zu lassen sind.</i>ihnen überliefert worden, und sie brachten es auf fünf<sup class=\"footnote-marker\">93</sup><i class=\"footnote\">Eines dieser 5 war nach der Überlieferung weiden zu lassen; sie wußten aber nicht welches, u. bestimmten es von allen.</i>. Wenn man sagen wollte, auch das einer Gemeinde, so kommen sie<sup class=\"footnote-marker\">94</sup><i class=\"footnote\">Die 2 letzteren.</i>ja bei einer Gemeinde nicht vor. Vielmehr muß man notgezwungen hinsichtlich dessen, von dem man es nicht weiß, von dem folgern, hinsichtlich dessen man es weiß.", | |
| "R. Nathan sagte: Über eines war es ihnen überliefert worden, und sie brachten es auf fünf<sup class=\"footnote-marker\">95</sup><i class=\"footnote\">Da sie nicht wußten, welches verenden zu lassen ist, bestimmten sie es von allen.</i>. –", | |
| "Sollte man doch sehen, zu welcher Klasse das ihnen überlieferte gehörte, ob zu denen eines Privaten oder zu denen einer Gemeinde<sup class=\"footnote-marker\">96</sup><i class=\"footnote\">Dh. die nur bei einem Priester od. bei einer Gemeinde vorkommen können.</i>!?", | |
| "Sie hatten beides<sup class=\"footnote-marker\">97</sup><i class=\"footnote\">Welches Opfer u. zu welcher Klasse es gehörte.</i>vergessen, und es war ihnen fraglich:", | |
| "wenn man sagen wollte, zu denen einer Gemeinde, so kommen ja diese bei einer Gemeinde nicht vor. Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß man hinsichtlich dessen, von dem man es nicht weiß, von dem folgere, von dem man es weiß; wie es bei dem, von dem man es weiß, nur von dem eines Privaten gilt und nicht von dem einer Gemeinde, ebenso gilt dies bei dem, von dem man es nicht weiß, nur von dem eines Privaten und nicht von dem einer Gemeinde.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">iii</sup> <b>S</b><small>TRENGER IST ES BEIM</small> G<small>EHEILIGTEN</small><sup class=\"footnote-marker\">98</sup><i class=\"footnote\">Den Tieren, die selber als Opfer geheiligt sind.</i><small>ALS BEIM</small> E<small>INGETAUSCHTEN, UND STRENGER IST ES BEIM</small> E<small>INGETAUSCHTEN ALS BEIM</small> G<small>EHEILIGTEN</small>. S<small>TRENGER IST ES BEIM</small> G<small>EHEILIGTEN ALS BEIM</small> E<small>INGETAUSCHTEN, DENN DAS</small> G<small>EHEILIGTE KANN UMGETAUSCHT WERDEN, DAS</small> E<small>INGETAUSCHTE ABER KANN NICHT UMGETAUSCHT WERDEN; DIE</small> G<small>EMEINDE UND</small> G<small>ESELLSCHAFTER KÖNNEN HEILIGEN, ABER NICHT UMTAUSCHEN; MAN KANN UNGEBORENE</small> [T<small>IERE</small>] <small>UND EINZELNE</small> G<small>LIEDER HEILIGEN, NICHT ABER UMTAUSCHEN</small>.", | |
| "S<small>TRENGER IST ES BEIM</small> E<small>INGETAUSCHTEN ALS BEIM</small> G<small>EHEILIGTEN, DENN DIE</small> H<small>EILIGKEIT</small><sup class=\"footnote-marker\">99</sup><i class=\"footnote\">Des Umgetauschten.</i><small>ERFASST AUCH DAS MIT EINEM DAUERNDEN</small> L<small>EIBESFEHLER</small> B<small>EHAFTETE UND ES WIRD</small><sup class=\"footnote-marker\">100</sup><i class=\"footnote\">Wenn es ausgelöst wird.</i><small>NICHT PROFAN \n</small>" | |
| ], | |
| [ | |
| "ZUR S<small>CHUR</small><sup class=\"footnote-marker\">101</sup><i class=\"footnote\">Geheiligtes aber nur dann, wenn es den Fehler nach der Heiligung bekommen hat.</i><small>UND ZUR</small> A<small>RBEIT</small>. R. J<small>OSE B.</small> R. J<small>EHUDA SAGTE</small>: B<small>EIM</small> U<small>MTAUSCH GLEICHT DAS</small> V<small>ERSEHEN</small><sup class=\"footnote-marker\">102</sup><i class=\"footnote\">Wenn der Umtausch, bezw. die Heiligung versehentlich erfolgt ist.</i><small>DER</small> V<small>ORSÄTZLICHKEIT, BEI DER</small> H<small>EILIGUNG ABER GLEICHT DAS</small> V<small>ERSEHEN</small><sup class=\"footnote-marker\">101</sup><i class=\"footnote\">Geheiligtes aber nur dann, wenn es den Fehler nach der Heiligung bekommen hat.</i><small>NICHT DER</small> V<small>ORSÄTZLICHKEIT</small>.", | |
| "R. E<small>LIE͑ZER SAGTE</small>: D<small>ER</small> M<small>ISCHLING, DAS</small> T<small>OTVERLETZTE, DIE</small> S<small>EITENGEBURT, DAS</small> G<small>ESCHLECHTSLOSE UND DER</small> Z<small>WITTER WERDEN NICHT HEILIG UND MACHEN NICHT HEILIG</small>.", | |
| "GEMARA. Was ist der Grund des R. Jose b. R. Jehuda? – Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">103</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,9.</i><i>sei heilig</i>, dies schließt das Versehen ein, daß es der Vorsätzlichkeit gleiche. –", | |
| "Was heißt: das Versehen gleicht der Vorsätzlichkeit? Ḥizqija erwiderte: Wenn er geglaubt hat, das Umtauschen sei erlaubt; beim Umtausch ist er zu geißeln,", | |
| "bei der Heiligung ist er nicht zu geißeln.", | |
| "Reš Laqiš und R. Joḥanan erklärten: Wenn er sagen wollte: eingetauscht auf das Brandopfer, und gesagt hat: eingetauscht auf das Heilsopfer. Beim Umtausch des Heilsopfers ist es heilig, bei der Heiligung<sup class=\"footnote-marker\">104</sup><i class=\"footnote\">In einem derartigen Falle.</i>ist es nicht heilig.", | |
| "Eine andere<sup class=\"footnote-marker\">105</sup><i class=\"footnote\">In den Ausgaben sind die W.e <span dir=\"rtl\">ל״א</span> versetzt.</i>Lesart. Wenn er ‘das schwarze’<sup class=\"footnote-marker\">106</sup><i class=\"footnote\">Sc. Vieh sei heilig, bezw. umgetauscht.</i>sagen wollte und ‘das weiße’ gesagt hat; beim Umtausch ist er zu geißeln, bei der Heiligung ist er nicht zu geißeln.", | |
| "R. Joḥanan erklärte: Wenn er gesagt hat: dieses trete anstelle<sup class=\"footnote-marker\">107</sup><i class=\"footnote\">Er wollte es nicht umtauschen, sondern auslösen, was aber bei einem fehlerfreien Opfertiere nicht zulässig ist, vielmehr sind beide Tiere heilig.</i>von jenem. Bei der Heiligung ist er, da er geglaubt hat, es dürfe, wenn es einen Leibesfehler bekommt, ohne Auslösung gegessen werden, [nicht zu geißeln,] beim Umtausch ist er zu geißeln.", | |
| "R. Šešeth erklärte: Wenn er gesagt hat, er wolle in dieses Haus gehen und wissentlich heiligen oder umtauschen, und er hineingegangen ist und unwissentlich umgetauscht oder geheiligt hat; beim Umtausch ist er zu geißeln, bei der Heiligung ist er nicht zu geißeln.", | |
| "R. E<small>LIE͑ZER SAGTE</small>: D<small>ER</small> M<small>ISCHLING, DAS</small> T<small>OTVERLETZTE &C</small>. Šemuél sagte: Sie werden nicht heilig durch Umtausch, und sie machen nicht heilig, Umtausch zu bewirken.", | |
| "Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Wenn sie nicht heilig werden, wie sollten sie heilig machen!? Dies kommt vielmehr nur in dem Falle vor, wenn jemand ein Vieh geheiligt hat und es nachher totverletzt wurde, wenn jemand eine Geburt geheiligt hat, und sie als Seitengeburt hervorgekommen ist. Aber Mischling, Geschlechtsloses und Zwitter können nur bei Jungen von Geheiligten vorkommen, nach R. Jehuda, welcher sagt, die Geburt könne umgetauscht werden.", | |
| "Raba sagte: Was ist der Grund R. Elie͑zers? Wie bei einem unreinen Vieh; wie ein unreines Vieh, das nicht dargebracht werden kann, nicht körperlich heilig wird, ebenso werden diese, die nicht dargebracht werden können, nicht körperlich heilig.", | |
| "R. Papa sprach zu Raba: Auch das Fehlerbehaftete kann ja nicht dargebracht werden, und es ist körperlich heilig!? Dieser erwiderte: Beim Fehlerbehafteten wird die Art<sup class=\"footnote-marker\">108</sup><i class=\"footnote\">Wenn es nicht fehlerbehaftet ist.</i>dargebracht. – Auch beim Totverletzten wird ja die Art dargebracht!?", | |
| "Vielmehr, erklärte Raba, wie bei einem unreinen Vieh; wie ein unreines Vieh körperlich untauglich ist, ebenso sind auch diese körperlich untauglich, während das Fehlerbehaftete nur wegen eines Mangels untauglich ist.", | |
| "R. Ada sprach zu Raba: Im Abschnitte heißt es ja:<sup class=\"footnote-marker\">109</sup><i class=\"footnote\">Lev. 22,23.</i><i>[dem ein Glied] gestreckt oder zu kurz</i>, und diese sind ja körperlich untauglich!?", | |
| "Vielmehr, erklärte Raba, wie bei einem unreinen Vieh; wie ein unreines Vieh keine gleiche Art<sup class=\"footnote-marker\">110</sup><i class=\"footnote\">Das für den Altar tauglich ist.</i>hat, ebenso alles andere, was keine gleiche Art hat, ausgenommen das Fehlerbehaftete, das eine gleiche Art hat.", | |
| "Wolltest du erwidern, auch das Totverletzte habe eine gleiche Art, so ist dieses aber mit dem Fehlerbehafteten nicht zu vergleichen; das unreine Vieh ist zum Essen verboten, das Totverletzte ist zum Essen verboten, während das Fehlerbehaftete zum Essen erlaubt ist.", | |
| "Šemuél sagte: Wenn jemand ein Totverletztes geheiligt<sup class=\"footnote-marker\">111</sup><i class=\"footnote\">Nach seiner Ansicht kann ein solches geheiligt werden.</i>hat, so benötigt es eines dauernden Fehlers, um daraufhin ausgelöst zu werden. – Hieraus wäre also zu entnehmen, man dürfe Heiliges auslösen, um es den Hunden zum Fressen<sup class=\"footnote-marker\">112</sup><i class=\"footnote\">Da es zum Essen verboten ist.</i>zu geben!? –", | |
| "Lies vielmehr: es überträgt die Heiligkeit, um es verenden<sup class=\"footnote-marker\">113</sup><i class=\"footnote\">Der nicht übersetzte Passus fehlt in Handschriften u. ist zu streichen.</i>zu lassen. R. Oša͑ja aber sagt, es sei nur ebenso, als würde man Holz oder Steine heiligen<sup class=\"footnote-marker\">114</sup><i class=\"footnote\">Nur der Geldwert ist heilig, u. man darf es auslösen u. den Hunden vorwerfen.</i>. –", | |
| "Wir haben gelernt: Man darf alles Geheiligte, das totverletzt worden ist, nicht auslösen, weil man nicht Heiliges auslösen darf, um es den Hunden zum Fressen zu geben. Nur wenn sie es geworden sind, wenn sie es aber bereits vorher waren, löse man sie aus!? – Vielleicht ist dieser Autor der Ansicht, wenn es selbst nicht tauglich ist, werde es nicht körperlich von der Heiligkeit erfaßt. –", | |
| "Komm und höre: R. Elie͑zer sagte: Der Mischling, die Seitengeburt, das Totverletzte, das Geschlechtslose und der Zwitter werden nicht heilig und machen nicht heilig. Hierzu sagte Šemuél, sie werden nicht heilig, durch Umtausch, und machen nicht heilig, Umtausch zu bewirken.", | |
| "Ferner wird gelehrt: R. Meír sagte: Wenn sie nicht heilig werden, wie sollten sie heilig machen!? Dies kommt vielmehr nur in dem Falle vor, wenn jemand ein Vieh geheiligt hat und es nachher totverletzt wurde. Wenn es aber vorher tot verletzt war, wird es körperlich von der Heiligkeit nicht erfaßt!? –" | |
| ], | |
| [ | |
| "Šemuél kann dir erwidern: Vielleicht ist auch dieser Autor der Ansicht, wenn es selbst nicht tauglich ist, werde es nicht körperlich von der Heiligkeit erfaßt.", | |
| "", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">i,1</sup> <b>B</b>EI <small>FOLGENDEN</small> O<small>PFERTIEREN GLEICHEN DAS</small> J<small>UNGE UND DAS</small> E<small>INGETAUSCHTE IHNEN SELBST; DAS</small> J<small>UNGE DES</small> H<small>EILSOPFERS UND SEIN</small> E<small>INGETAUSCHTES, IHR</small> J<small>UNGES UND DAS</small> J<small>UNGE IHRES</small> J<small>UNGEN, BIS ANS</small> E<small>NDE DER</small> W<small>ELT, GELTEN ALS</small> H<small>EILSOPFER UND BENÖTIGEN DES</small> S<small>TÜTZENS, DES</small> G<small>USSOPFERS UND DES</small> S<small>CHWINGENS VON</small> B<small>RUST UND</small> S<small>CHENKEL</small><sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 7,30ff.</i>.", | |
| "GEMARA. Wenn er es schon vom Jungen und dem Jungen des Jungen lehrt, wozu heißt es weiter: bis ans Ende der Welt!? – Unser Autor hörte R. Elie͑zer sagen<sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Weit. Fol. 18a.</i>, das Junge eines Heilsopfers sei nicht als Heilsopfer darzubringen<sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Es sei vielmehr verenden zu lassen.</i>, da sprach unser Autor zu ihm: nicht nur daß ich dir hinsichtlich des Jungen nicht beipflichte, ich pflichte dir nicht bei sogar bis ans Ende der Welt<sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Hinsichtl. der Abkömmlinge bis ans Ende der Welt.</i>. –", | |
| "Woher dies? – Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Lev. 3,1.</i><i>Männlich</i>, dies schließt das Junge ein.", | |
| "Es wäre durch einen Schluß zu folgern: wenn das Eingetauschte, das kein Erzeugnis des Geheiligten ist, darzubringen ist, um wieviel mehr ist das Junge darzubringen, das ein Erzeugnis des Geheiligten ist.", | |
| "[Aber es ist zu erwidern:] wohl gilt dies vom Eingetauschten, das bei allen Opfern vorkommen kann, während das Junge nicht bei allen Opfern vorkommen<sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Bei manchen Opfern (Brandopfer, Schuldopfer) sind nur männliche Tiere zulässig.</i> kann, und da es nicht bei allen Opfern vorkommen kann, ist es nicht darzubringen. Daher heißt es <i>männlich</i>, um das Junge einzuschließen.<sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Lev. 3,1.</i><i>Weiblich</i>, dies schließt das Eingetauschte ein.", | |
| "Ich weiß dies nur vom Eingetauschten des Fehlerfreien und vom Jungen des Fehlerfreien, woher dies vom Jungen des Fehlerbehafteten und vom Eingetauschten des Fehlerbehafteten? Es heißt: <i>wenn männlich</i>, dies schließt das Junge des Fehlerbehafteten ein; <i>wenn weiblich</i>, dies schließt das Eingetauschte des Fehlerbehafteten ein.", | |
| "R. Saphra sprach zu Abajje: Vielleicht umgekehrt!? – Es ist einleuchtend, daß aus der Stelle, aus der das Eingetauschte des Fehlerfreien eingeschlossen wird, auch das Eingetauschte des Fehlerbehafteten einzuschließen ist.", | |
| "Jener entgegnete: Sagte ich etwa, daß man [die Worte] <i>wenn männlich</i> und <i>wenn weiblich</i> vertausche, ich spreche vom ganzen Schriftverse: vielleicht schließt [das Wort] <i>männlich</i> das Eingetauschte ein und [das Wort] <i>weiblich</i> das Junge!? Dieser erwiderte: [Das Wort] ‘Junges’ ist männlich und [das Wort] ‘Umgetauschtes’ ist weiblich<sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Natürl. in der hebr. Sprache.</i>. –", | |
| "In welcher Hinsicht<sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Ist das Junge des Fehlerbehafteten heilig, wo doch die Mutter selbst nicht dargebracht werden kann.</i>? Šemuél erwiderte: Hinsichtlich der Darbringung, nach R. Elea͑zar<sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Nach dem, wenn man ein Weibchen als Brandopfer abgesondert u. es geworfen hat, das Junge als Brandopfer darzubringen ist, obgleich die Mutter als solches untauglich ist.</i>.", | |
| "Man könnte glauben, K. Elea͑zar sage es nur vom Brandopfer, weil die Mutter den Namen des Brandopfers trägt, diese Jungen<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Von fehlerbehafteten Heilsopfern.</i>aber seien nicht darzubringen, so lehrt er uns.", | |
| "Bar Pada erwiderte: Hinsichtlich des Weidenlassens, nach aller Ansicht<sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Alle stimmen überein, daß sie wenigstens heilig sind, um sie weiden zu lassen.</i>. Es wurde auch gelehrt: Raba sagte, hinsichtlich der Darbringung, nach R. Elea͑zar, und R. Papa sagte, hinsichtlich des Weidenlassens, nach aller Ansicht.", | |
| "Folgender Autor aber entnimmt dies hieraus:<sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Dt. 26.</i><i>Nur dein Geheiligtes</i>,", | |
| "das sind die Eingetauschten;<sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Dt. 26.</i><i>die du haben wirst</i>, das sind die Jungen. <i>Sollst du nehmen und damit kommen</i>;", | |
| "man könnte glauben, man bringe sie in den Tempel und gebe ihnen kein Wasser und keine Nahrung, damit sie verenden sollen, so heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 27.</i><i>du sollst deine Brandopfer herrichten, das Fleisch und das Blut</i>. Wie du mit dem Brandopfer verfährst, verfahre auch mit dem Eingetauschten; wie du mit dem Heilsopfer verfährst, verfahre auch mit dem Jungen des Heilsopfers und dem Eingetauschten.", | |
| "Man könnte glauben, dies gelte von allen Opfertieren, so heißt es <i>nur</i> – so R. Jišma͑él. R. A͑qiba sagt, dies sei nicht nötig; es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Lev. 5,19.</i><i>es ist ein Schuldopfer (in Schuld dem Herrn verschuldet,)</i> dieses ist darzubringen, nicht aber ist sein Eingetauschtes darzubringen.", | |
| "Der Meister sagte: <i>Sollst du nehmen und damit kommen</i>; man könnte glauben, man bringe sie in den Tempel.", | |
| "Woher wäre dies denn zu entnehmen, es<sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Daß man sie verenden lasse.</i>ist ja nur von den fünf Sündopfern überliefert, somit sind ja jene darzubringen!? –", | |
| "Man könnte glauben, die fünf Sündopfer lasse man überall<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Nach anderer Erklärung: auf jede Weise.</i>verenden, jene aber lasse man im Tempel verenden, so lehrt er uns.", | |
| "Der Meister sagte: Man könnte glauben, dies gelte von allen Opfertieren, so heißt es <i>nur (dein Geheiligtes)</i>. Von wessen Jungen: wenn eines Brandopfers, so ist ja ein solches nur ein Männchen und nicht geburtsfähig, wenn eines Sündopfers, so ist es ja überliefert, daß man es verenden lasse," | |
| ], | |
| [ | |
| "und wenn eines Schuldopfers, so ist es ja überliefert, daß man es weiden lasse, denn was bei einem Sündopfer verenden zu lassen ist, ist bei einem Schuldopfer weiden zu lassen!? – Tatsächlich ist es eine überlieferte Lehre, daß man es verenden lasse; der Schriftvers aber schließt die Darbringung aus. –", | |
| "Eines hängt ja vom anderen ab: wenn man es verenden lasse, kann es ja nicht dargebracht werden!? – Vielmehr, die Lehre bezieht sich auf das Sündopfer, der Schriftvers aber schließt das Eingetauschte des Schuldopfers aus. –", | |
| "Auch von diesem ist es ja eine überlieferte Lehre, denn was bei einem Sündopfer verenden zu lassen ist, ist bei einem Schuldopfer weiden zu lassen!? – Vielmehr, der Schriftvers deutet darauf, daß, wenn man übertreten und es dargebracht hat, man ein Gebot übertreten hat.", | |
| "«R. A͑qiba sagt, dies sei nicht nötig &c. dieses ist darzubringen, nicht aber ist sein Eingetauschtes darzubringen.» Wozu ist der Schriftvers nötig, wir haben ja eine überlieferte Lehre!? –", | |
| "Dem ist auch so. – Wozu ist nun der Schriftvers nölig!? – Wegen einer Lehre des R. Hona, denn R. Hona sagte: Wenn man ein zur Weide ausgeschiedenes Schuldopfer<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Wenn es abhanden gekommen war u. an dessen Stelle ein andres dargebracht worden ist.</i>ohne nähere Bestimmung geschlachtet hat, so ist es als Brandopfer tauglich.", | |
| "Nur ein ausgeschiedenes, nicht aber ein nicht ausgeschiedenes, denn [es heißt:]<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Lev. 5,19.</i><i>es</i>, es verbleibe; bei seinem Wesen. –", | |
| "Auch nach dem Autor, der es aus diesen Schriftversen entnimmt, geht es ja hervor aus [den Worten] <i>männlich</i> und <i>weiblich</i><sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Ob. Fol. 17b.</i>!? – Diese sind nötig wegen des Jungen eines Fehlerbehafteten und wegen des Eingetauschten eines Fehlerbehafteten. –", | |
| "Sollte er doch alles aus demselben Schriftverse entnehmen!? –", | |
| "Die Auslegung [des Wortes] <i>wenn</i><sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Ob. Fol. 17b.</i>leuchtet ihm nicht ein. – Wofür verwendet der Autor, der es aus [den Worten] <i>wenn männlich</i> und <i>wenn weiblich</i> folgert, [den Vers:] <i>sollst du nehmen und damit kommen? –</i> Auch von der Weide<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Muß man es holen, wenn man zur Wallfahrt geht.</i>weg. Eine andere Lesart: Von der Dreschwalze weg.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">i,2</sup> <b>R.</b> E<small>LIE͑ZER SAGT, DAS</small> J<small>UNGE EINES</small> H<small>EILSOPFERS SEI NICHT ALS</small> H<small>EILSOPFER</small><sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Vielmehr ist es verenden zu lassen.</i><small>DARZUBRINGEN; DIE</small> W<small>EISEN SAGEN, ES SEI DARZUBRINGEN</small>.", | |
| "R. Š<small>IMO͑N SPRACH</small>. S<small>IE STREITEN NICHT ÜBER DAS</small> J<small>UNGE DES</small> J<small>UNGEN EINES</small> H<small>EILSOPFERS UND DAS</small> J<small>UNGE DES</small> J<small>UNGEN EINES</small> E<small>INGETAUSCHTEN, OB SIE NICHT DARZUBRINGEN SIND, SIE STREITEN NUR ÜBER DAS</small> J<small>UNGE</small>. R. E<small>LIE͑ZER SAGT, ES SEI NICHT DARZUBRINGEN, UND DIE</small> W<small>EISEN SAGEN, ES SEI DARZUBRINGEN</small>.", | |
| "R. J<small>EHOŠUA͑ UND</small> R. P<small>APJAS BEKUNDETEN ÜBER DAS</small> J<small>UNGE DES</small> H<small>EILSOPFERS, DASS ES ALS</small> H<small>EILSOPFER DARZUBRINGEN SEI</small>. R. P<small>APJAS SPRACH</small>: I<small>CH BEZEUGE, DASS WIR EINE</small> H<small>EILSOPFER</small>-K<small>UH HATTEN, DIE WIR AM</small> P<small>ESAḤFESTE ASSEN, UND IHR</small> J<small>ÜNGES ALS</small> H<small>EILSOPFER AM</small> [H<small>ÜTTEN</small>]<small>FESTE</small>.", | |
| "GEMARA. R. Ami sagte im Namen R. Joḥanans: Was ist der Grund R. Elie͑zers? Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Lev. 3,1.</i><i>und wenn ein Heilsschlacht opfer sein Opfer ist,</i> die Mutter<sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Das W. <span dir=\"rtl\">אֵם</span> wird <span dir=\"rtl\">אֵם</span>, Mutter, gelesen.</i>und nicht das Junge.", | |
| "R. Ḥija b. Abba sprach zu R. Ami: Es heißt ja auch:<sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Lev. 7,12.</i><i>wenn er es als Dankopfer darbringt,</i> demnach auch hierbei die Mutter und nicht das Junge!? Wolltest du sagen, dem sei auch so, so wird ja gelehrt: Woher dies von seinem<sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Des Dankopfers.</i>Jungen, seinem Eingetauschten und seinem Ersatze<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Wenn es abhanden gekommen war u. sich wieder eingefunden hat, sodaß es nun 2 sind.</i>? Es heißt: <i>wenn er es als Dankopfer darbringt,</i> in jedem Falle.", | |
| "Vielmehr, erklärte R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans, ist folgendes der Grund R. Elie͑zers: es ist zu berücksichtigen, man könnte<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Wenn man es hielte und nicht verenden ließe.</i>aus ihnen ganze Herden züchten.", | |
| "R. Š<small>IMO͑N SAGTE</small>: S<small>IE STREITEN NICHT &C</small>.", | |
| "Sie fragten: Wie lautet die Lehre: sie streiten nicht, ob sie nicht darzubringen sind, sie sind vielmehr darzubringen, oder aber: sie streiten nicht, ob sie darzubringen sind, sie sind vielmehr nicht darzubringen?", | |
| "Rabba erwiderte: Es ist einleuchtend, sie streiten nicht, ob sie nicht darzubringen sind, vielmehr sind sie darzubringen. – Weshalb? – Die Rabbanan und R. Elie͑zer streiten nur über das Junge, das Junge des Jungen aber ist nur ein seltener<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Die oben genannte Begründung ist nicht zu berücksichtigen.</i>Fall.", | |
| "R. Jehošua͑ b. Levi erwiderte: Sie streiten nicht, ob sie darzubringen sind, vielmehr sind sie nicht darzubringen. – Weshalb? – Die Rabbanan und R. Elie͑zer streiten nur über das Junge, beim Jungen des Jungen aber ist aus seinem Handeln zu ersehen, daß er es zu züchten beabsichtigt<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Es ist daher verenden zu lassen.</i>." | |
| ], | |
| [ | |
| "R. Ḥija rezitierte [eine Lehre als] Stütze für R. Jehošua͑ b. Levi:<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Lev. 3,7.</i><i>Wenn er ein Lamm darbringt,</i> das erste Junge ist darzubringen, das zweite Junge ist nicht darzubringen;", | |
| "dieses<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Das Junge des Heilsopfers.</i>ist darzubringen, nicht aber ist das Junge aller anderen Opfertiere darzubringen. –", | |
| "Wessen Junges: wenn des Brandopfers und des Schuldopfers, so sind diese ja Männchen und nicht geburtsfähig, und wenn des Sündopfers, so ist uns ja überliefert, daß es verenden zu lassen ist!?", | |
| "Rabina erwiderte: Dies schließt das Junge des Zehnten ein. – Wozu ist hinsichtlich des Jungen des Zehnten ein Schriftvers nötig, es ist ja durch [den Ausdruck] ‘vorübergehen’ vom Erstgeborenen<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Dieser Ausdruck wird bei beiden gebraucht (cf. Ex. 13,12 u. Lev. 27,32) u. sie gleichen einander hinsichtl. des Jungen; das Erstgeborene ist männlich u. hat kein Junges.</i>zu folgern!? –", | |
| "Dies ist nötig; man könnte glauben, man folgere nicht hinsichtlich des Möglichen vom Unmöglichen, so lehrt er uns.", | |
| "R. Š<small>IMO͑N UND</small> R. P<small>APJAS BEKUNDETEN &C</small>.", | |
| "Nach Raba aber, welcher sagt, wenn man ein Fest verstreichen läßt, [ohne das Opfer dargebracht zu haben,] begehe man jeden Tag das Verbot des Versäumens, sollte es ja schon am Wochenfeste<sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Das 1. Fest nach dem Pesahfeste; an diesem selbst war es möglicherweise noch nicht schlachtreif.</i>gegessen werden!? R. Zebid erwiderte im Namen Rabas: Wenn er am Wochenfeste krank war.", | |
| "R. Aši erwiderte: Unter Fest, von dem er spricht, ist eben das Wochenfest zu verstehen. – Welche Bedeutung hat demnach seine Bekundung<sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">Am Wochenfeste, u. Lei Verhinderung durch Krankheit am darauffolgenden Feste war es ja nach aller Ansicht zu essen.</i>? –", | |
| "Dies schließt die Ansicht R. Elie͑zers aus. Dieser sagt, das Junge des Heilsopfers sei nicht als Heilsopfer darzubringen, und er bekundete, daß es darzubringen sei.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">ii,1</sup> <b>D</b><small>AS</small> J<small>UNGE DES</small> D<small>ANKOPFERS UND SEIN</small> E<small>INGETAUSCHTES, IHR</small> J<small>UNGES UND DAS</small> J<small>UNGE IHRES</small> J<small>UNGEN, BIS ANS</small> E<small>NDE ALLER</small> G<small>ENERATIONEN, GLEICHEN DEM</small> D<small>ANKOPFER, NUR BENÖTIGEN SIE NICHT DER</small> B<small>ROTE</small><sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Die zum Heilsopfer gehören; cf. Lev. 7,12.</i>.", | |
| "GEMARA. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten: Wozu heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Lev. 7,12.</i><i>es darbringen</i>?", | |
| "Woher, daß, wenn jemand ein Dankopfer abgesondert hat, und es abhanden gekommen ist, und nachdem er ein anderes abgesondert hat, das erste sich einfindet, und nun beide vorhanden sind, er darbringen darf, welches ihm beliebt, und dazu die Brote? Es heißt: <i>ein Dankopfer darbringen</i>.", | |
| "Man könnte glauben, auch das andere benötige der Brote, so heißt es: <i>es darbringen</i>, zu einem und nicht zu zwei. Woher, daß auch das Junge, das Eingetauschte und der Ersatz einbegriffen sind? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Lev. 7,12.</i><i>wenn als Dankopfer</i>. Man könnte glauben, sie alle benötigen der Brote, so heißt es: <i>zum Schlachtopfer des Dankopfers</i>, das Dankopfer benötigt der Brote, nicht aber benötigen das Junge, das Eingetauschte und der Ersatz der Brote.", | |
| "<sup>ii,2</sup> <b>D</b><small>AS</small> E<small>INGETAUSCHTE EINES</small> B<small>RANDOPFERS, DAS</small> J<small>UNGE DES</small> E<small>INGETAUSCHTEN</small>, [<small>IHR</small>] J<small>UNGES UND DAS</small> J<small>UNGE IHRES</small> J<small>UNGEN, BIS ANS</small> E<small>NDE DER</small> W<small>ELT, GLEICHEN DEM</small> B<small>RANDOPFER; SIE BENÖTIGEN DES</small> E<small>NTHÄUTENS, DES</small> Z<small>ERLEGENS UND WERDEN VOLLSTÄNDIG VERBRANNT</small>. <sup>iii,1</sup> W<small>ENN JEMAND EIN</small> W<small>EIBCHEN ALS</small> B<small>RANDOPFER ABGESONDERT UND ES EIN</small> M<small>ÄNNCHEN GEWORFEN HAT, SO LASSE MAN ES WEIDEN, BIS ES EIN</small> G<small>EBRECHEN BEKOMMT, SODANN IST ES ZU VERKAUFEN UND FÜR DEN</small> E<small>RLÖS EIN</small> B<small>RANDOPFER DARZUBRINGEN</small>. R. E<small>LEA͑ZAR SAGT, ES SELBST SEI ALS</small> B<small>RANDOPFER DARZUBRINGEN</small>.", | |
| "GEMARA. Wodurch unterscheidet sich der Anfangsatz, über den sie nicht streiten, vom Schlußsatze, über den sie streiten?", | |
| "Rabba b. Bar Ḥana erwiderte: Auch über jenen besteht der Streit, und da ist die Ansicht R. Elea͑zars vertreten. Raba erwiderte: Du kannst auch sagen, die der Rabbanan, denn sie streiten gegen R. Elea͑zar nur über den Fall, wenn man ein Weibchen als Brandopfer abgesondert hat, weil die Mutter nicht darzubringen ist, beim Eingetauschten aber, wobei die Mutter darzubringen ist, pflichten auch die Rabbanan bei. –", | |
| "Kann R. Elea͑zar denn gesagt haben, es. selbst sei als Brandopfer darzubringen, ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Das Eingetauschte eines Schuldopfers, das Junge des Eingetauschten, ihr Junges und das Junge ihres Jungen, bis ans Ende der Welt, sind weiden zu lassen, bis sie ein Gebrechen bekommen, sodann sind sie zu verkaufen, und der Erlös falle der freiwilligen Spendenkasse zu.", | |
| "R. Elie͑zer sagt, man lasse sie verenden. R. Elea͑zar sagt, man bringe für den Erlös Brandopfer dar. Nur für den Erlös, sie selbst aber nicht!?", | |
| "R. Ḥisda erwiderte: R. Elea͑zar sagte es nach der Ansicht der Rabbanan: nach meiner Ansicht ist auch das Junge als Brandopfer darzubringen, ihr aber, die ihr sagt, der Erlös sei als Brandopfer darzubringen, solltet mir doch beipflichten, daß der Überschuß<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Des Erlöses.</i>freiwillige Spende des Privaten sei. Sie aber sprachen zu ihm: Der Überschuß falle der freiwilligen Spendenkasse der Gemeinde zu.", | |
| "Raba erwiderte: R. Elea͑zar sagt, es selbst sei als Brandopfer darzubringen, nur in dem Falle, wenn schon die Mutter den Namen des Brandopfers<sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">Wenn man ein Weibchen als Brandopfer abgesondert hat.</i>trägt," | |
| ], | |
| [ | |
| "beim Eingetauschten des Jungen eines Brandopfers aber, wobei die Mutter nicht den Namen des Brandopfers trägt, pflichtet R. Elea͑zar bei, daß nur für den Erlös [ein Brandopfer] darzubringen sei, nicht aber es selbst.", | |
| "Abajje wandle gegen ihn ein: Ist es denn nach R. Elea͑zar erforderlich, daß schon die Mutter den Namen des Brandopfers trage, es wird ja gelehrt: Wenn jemand ein Weibchen als Pesaḥopfer abgesondert hat, so ist es weiden zu lassen, bis es ein Gebrechen bekommt, sodann verkaufe man es und bringe für den Erlös ein Pesaḥopfer. Hat es geworfen, so ist es weiden zu lassen, bis es ein Gebrechen bekommt, sodann verkaufe man es und bringe für den Erlös ein Pesaḥopfer.", | |
| "Bleibt es bis nach dem Pesaḥfeste zurück, so lasse man es weiden, bis es ein Gebrechen bekommt, und für den Erlös bringe man ein Heilsopfer. Hat es geworfen, so lasse man [das Junge] weiden, bis es ein Gebrechen bekommt, sodann ist es zu verkaufen und für den Erlös ein Heilsopfer zu bringen. R. Elea͑zar sagt, es selbst sei als Heilsopfer darzubringen.", | |
| "Hierbei trägt ja die Mutter nicht den Namen des Heilsopfers, und R. Elea͑zar sagt, es sei als Heilsopfer darzubringen!? [Raba] erwiderte: Du sprichst von dem Falle, wenn nach dem Pesaḥfeste; anders ist es nach dem Pesaḥfeste, denn was vom Pesaḥfeste zurückbleibt, ist selbst als Heilsopfer darzubringen. –", | |
| "Demnach sollte er auch im Anfangsatze<sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Wenn es vor dem Pesaḥfeste geworfen hat; das Pesaḥopfer ist mit Ausnahme des 14. Nisan stets als Heilsopfer darzubringen.</i>streiten!? Dieser erwiderte: Freilich, tatsächlich streitet er auch.", | |
| "Abajje erwiderte: Er streitet nicht. Es ist überliefert, daß das Junge da hinkommt, wo das Zurückbleibende hinkommt, somit ist nach dem Pesaḥfeste, wo das Zurückbleibende als Heilsopfer darzubringen ist, auch das Junge als Heilsopfer darzubringen,", | |
| "vor dem Pesaḥfeste aber, wo die Mutter nur als Geldwert<sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Wenn man zur Sicherheit 2 Tiere als Pesaḥopfer abgesondert u. eines von ihnen verwendet hat.</i>des Pesaḥopfers heilig ist, ist auch das Junge als Geldwert des Pesaḥopfers heilig.", | |
| "R. U͑qaba b. Ḥama wandte ein: Sagen wir denn, wenn von der Mutter nur der Geldwert [heilig ist], sei es auch vom Jungen nur der Geldwert, es wird ja gelehrt: Wenn jemand ein Weibchen als Pesaḥopfer abgesondert hat, so sind es und seine Jungen weiden zu lassen, bis sie ein Gebrechen bekommen, sodann sind sie zu verkaufen und für den Erlös ist ein Pesaḥopfer zu bringen. R. Elea͑zar sagt, es selbst sei als Pesaḥopfer darzubringen.", | |
| "Hierbei ist ja von der Mutter nur der Geldwert heilig, und R. Elea͑zar sagt, es selbst sei als Pesaḥopfer darzubringen und man lasse es nicht beim Zustande der Mutter!?", | |
| "Rabina erwiderte: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn jemand ein trächtiges Vieh abgesondert hat. R. Elea͑zar ist der Ansicht R. Johanans, welcher sagt, hat man [die Geburt]<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Bei der Heiligung eines Tieres zur Opferung.</i>zurückgelassen, sei sie zurückgelassen, denn die Geburt ist nicht Glied der Mutter. Nur die Mutter ist nicht körperlich heilig, [das Junge] aber ist heilig.", | |
| "Mar Zuṭra, Sohn des R. Mari, sprach zu Rabina: Dies ist einleuchtend, daß hier von einem trächtigen Vieh gesprochen wird, denn es lehrt: es und seine Jungen. Schließe hieraus." | |
| ], | |
| [ | |
| "R. Jose b. R. Ḥanina sagte: R. Elea͑zar pflichtet bei, daß, wenn man ein Weibchen als Schuldopfer abgesondert hat, das Junge nicht als Schuldopfer darzubringen<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Als Schuldopfer kann nur ein männliches Tier dargebracht werden, sodaß die Mutter nie den Namen eines Schuldopfers trug.</i>sei. – Selbstverständlich, R. Elea͑zar sagt es ja nur von dem Falle, wenn man ein Weibchen als Brandopfer abgesondert hat, wo die Mutter den Namen des Brandopfers trägt, wenn man ein Weibchen als Schuldopfer abgesondert hat, wo die Mutter nicht den Namen des Brandopfers trägt, pflichtet auch R. Elea͑zar bei, daß es nicht als Schuldopfer darzubringen sei!? –", | |
| "Wenn er es uns nicht gelehrt hätte, könnte man glauben, der Grund R. Elea͑zars sei nicht, weil die Mutter den Namen des Brandopfers trägt, sondern weil das Junge zur Darbringung geeignet ist, und auch dieses ist zur Darbringung geeignet. –", | |
| "Wieso lehrt er uns demnach, daß das Junge nicht als Schuldopfer darzubringen sei, sollte er doch lehren, daß das Junge<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Eines als Schuldopfer abgesonderten Weibchens.</i>nicht als Brandopfer darzubringen sei, und folglich<sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Ein Brandopfer wird wenigstens aus dem Gelderlös der Mutter dargebracht, ein Schuldopfer überhaupt nicht</i>auch nicht als Schuldopfer!? –", | |
| "Würde er ‘als Brandopfer’ gelehrt haben, so könnte man glauben, nur als Brandopfer sei es nicht darzubringen, weil die Mutter nicht als Brandopfer<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">So richt. nach Handschriften.</i>geheiligt worden ist, als Schuldopfer aber sei das Junge darzubringen, so lehrt er uns.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">iii,2</sup> <b>W</b><small>ENN JEMAND EIN</small> W<small>EIBCHEN ALS</small> S<small>CHULDOPFER</small><sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Als Schuldopfer kann nur ein männliches Tier dargebracht werden, sodaß die Mutter nie den Namen eines Schuldopfers trug.</i><small>ABGESONDERT HAT, SO M IST ES WEIDEN ZU LASSEN, BIS ES EIN</small> G<small>EBRECHEN BEKOMMT, SODANN ZU VERKAUFEN, UND FÜR DEN</small> E<small>RLÖS BRINGE MAN EIN</small> S<small>CHULDOPFER; HAT ER SEIN</small> S<small>CHULDOPFER BEREITS DARGEBRACHT, SO KOMME SEIN</small> E<small>RLÖS ZUR FREIWILLIGEN</small> S<small>PENDENKASSE</small>.", | |
| "R. Š<small>IMO͑N SAGT, ES SEI FEHLERFREI ZU VERKAUFEN</small><sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">Das überhaupt nicht körperlich heilig ist.</i>.", | |
| "GEMARA. Wieso ist es zu verkaufen, erst wenn es ein Gebrechen bekommt, wenn es als solches nicht verwendbar ist, so ist ja schon dies ein Gebrechen!?", | |
| "R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Aus folgendem Grunde: wir sagen, da sein Geldwert von der Heiligkeit erfaßt worden ist, wird es auch körperlich von der Heiligkeit erfaßt. Raba sagte: Dies besagt, daß, wenn man ein Männchen wegen seines Geldwertes geheiligt hat, es auch körperlich<sup class=\"footnote-marker\">47</sup><i class=\"footnote\">Man kann es als Opfer, wofür es geeignet ist, darbringen.</i>heilig sei.", | |
| "Es wurde gelehrt: Hat man ein Männchen wegen seines Geldwertes geheiligt, so ist es, wie R. Kahana sagt, körperlich heilig, und wie Raba sagt, nicht körperlich heilig. Raba aber trat zurück und bekannte sich zur Ansicht R. Kahanas, wegen der Lehre des R. Jehuda im Namen Rabhs.", | |
| "R. Š<small>IMO͑N SAGT, ES SEI FEHLERFREI ZU VERKAUFEN</small>. R. Ḥija b. Abin sprach zu R. Joḥanan: Wenn sein Geldwert von der Heiligkeit erfaßt wird, sollte es auch körperlich von der Heiligkeit erfaßt werden!?", | |
| "Dieser erwiderte: R. Šimo͑n vertritt hierbei seine Ansicht, denn er sagt, was körperlich [für den Zweck] nicht geeignet ist, wird nicht körperlich von der Heiligkeit erfaßt. Es wird nämlich gelehrt: Wenn man ein erstjährig darzubringendes Schuldopfer<sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Manche sind erstjährig u. manche zweitjährig darzubringen.</i>zweitjährig oder ein zweitjährig darzubringendes erstjährig dargebracht hat, so ist es tauglich, jedoch hat der Eigentümer sich seiner Pflicht nicht entledigt.", | |
| "R. Šimo͑n sagt, sie seien an sich nicht heilig. –", | |
| "Dem das Alter<sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">Unter 8 Tagen; cf. Ex. 22,29.</i>noch fehlt, ist ja an sich ungeeignet, und R. Šimo͑n sagt, es sei heilig<sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">Cf. Hul. Fol. 81a.</i>!? – Anders ist es bei dem, dem das Alter noch fehlt, da es morgen tauglich ist. –", | |
| "Demnach ist ja auch ein zweitjährig darzubringendes Schuldopfer, das man erstjährig dargebracht hat, nach einem Jahre tauglich!? – Vielmehr, folgendes ist der Grund R. Šimo͑ns bei dem, dem das Alter noch fehlt: er folgert es vom Erstgeborenen.", | |
| "Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n b. Jehuda sagte im Namen des R. Šimo͑n: Dem das Alter noch fehlt, komme in die Hürde, um verzehntet zu werden. Dieses gleicht dem Erstgeborenen: wie das Erstgeborene vor Erlangung des Alters<sup class=\"footnote-marker\">51</sup><i class=\"footnote\">Schon bei der Geburt.</i>heilig ist und nachher dargebracht wird, ebenso ist, dem das Alter noch fehlt, vor Erlangung des Alters heilig und nachher darzubringen.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand ein Weibchen als Brandopfer<sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Als solches ist ein männliches Vieh darzubringen, als Vogelopfer aber auch ein weibliches.</i>geheiligt hat" | |
| ], | |
| [ | |
| "oder als Pesaḥopfer oder als Schuldopfer, so kann bei diesen ein Umtausch erfolgen.", | |
| "R. Šimo͑n sagt, wenn als Brandopfer, könne ein Umtausch erfolgen, wenn als Pesaḥopfer oder als Schuldopfer, könne kein Umtausch erfolgen, denn ein Umtausch kann nur bei dem erfolgen,", | |
| "was man [eventuell]<sup class=\"footnote-marker\">53</sup><i class=\"footnote\">Wenn es aus irgend einem Grunde nicht dargebracht werden konnte.</i>weiden lassen muß, bis es ein Gebrechen<sup class=\"footnote-marker\">54</sup><i class=\"footnote\">Was körperlich heilig ist.</i>bekommt.", | |
| "Rabbi sprach: Mir leuchten die Worte R. Šimo͑ns nicht ein beim Pesaḥopfer, weil das Übrigbleibende<sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Wenn man zur Sicherheit 2 Tiere als Pesaḥopfer abgesondert u. eines von ihnen verwendet hat.</i>des Pesaḥopfers als Heilsopfer darzubringen ist. –", | |
| "Sollte er doch sagen: mir leuchten die Worte R. Šimo͑ns nicht ein beim Schuldopfer, weil der Überschuß des Schuldopfers als Brandopfer darzubringen ist!? – Rabbi ist der Ansicht der Rabbanan, welche sagen, die Überschüsse fallen der freiwilligen Spendenkasse der Gemeinde zu und eine Gemeinde kann nicht umtauschen.", | |
| "Er<sup class=\"footnote-marker\">55</sup><i class=\"footnote\">Der diesen Einwurf erhob.</i>glaubte, folgendes sei der Grund des R. Šimo͑n: bei der Absonderung eines Weibchens als Brandopfer kann deshalb Umtausch erfolgen, weil auch ein solches Brandopfer heißen kann, nämlich das Vogel-Brandopfer. –", | |
| "Demnach sollte doch, wenn der Hochpriester eine Kuh statt seines Farren<sup class=\"footnote-marker\">56</sup><i class=\"footnote\">Den er am Versöhnungstage als Sündopfer darzubringen hat; cf. Lev. Kap. 16.</i>abgesondert hat, diese heilig sein, denn es gibt ja die Entsündigungskuh<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Die rote Kuh (cf. Num. Kap. 19), die als Sündopfer bezeichnet wird; cf. Hul. Fol. 11a.</i>!? – Diese ist Heiliges des Tempelreparaturfonds<sup class=\"footnote-marker\">58</sup><i class=\"footnote\">Sie wird nicht auf dem Altar hergerichtet.</i>, und beim Heiligen des Tempelreparaturfonds’ gibt es keinen Umtausch. –", | |
| "Wenn ein einzelner einen Ziegenbock statt einer Ziege<sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Die er als Sündopfer darzubringen hat; cf. Lev. 4,27ff.</i>abgesondert hat, sollte er doch heilig sein, denn es gibt ja den Ziegenbock des Fürsten<sup class=\"footnote-marker\">60</sup><i class=\"footnote\">Den dieser als Sündopfer darzubringen hat; cf. ib. V. 22ff.</i>!? Oder wenn der Fürst eine Ziege statt eines Ziegenbockes abgesondert hat, sollte sie doch heilig sein, denn der einzelne sondert ja eine Ziege ab!? –", | |
| "Diese sind zwei verschiedene Personen<sup class=\"footnote-marker\">61</sup><i class=\"footnote\">Was für den Fürsten geeignet ist, ist für den Priester nicht geeignet, u. was für den Priester geeignet ist, ist für den Fürsten nicht geeignet.</i>. –", | |
| "Sollte doch, wenn er die Sünde vor seiner Einsetzung<sup class=\"footnote-marker\">62</sup><i class=\"footnote\">Zum Fürsten.</i>begangen und einen Ziegenbock statt einer Ziege abgesondert hat, dieser heilig sein, denn wenn er die Sünde jetzt begangen hätte, hätte er ja einen Ziegenbock darzubringen<sup class=\"footnote-marker\">63</sup><i class=\"footnote\">Hierbei ist es dieselbe Person.</i>!? – Er hat ja jetzt die Sünde nicht begangen und ist somit zu einem Ziegenbocke nicht verpflichtet. –", | |
| "Demnach hat ja auch jener<sup class=\"footnote-marker\">64</sup><i class=\"footnote\">Der ein Vieh als Brandopfer darzubringen hat.</i>kein Vogel-Brandopfer darzubringen!? –", | |
| "R. Šimo͑n ist der Ansicht des R. Elea͑zar b. A͑zarja, denn wir haben gelernt: [Sagte jemand:] ich nehme auf mich ein Brandopfer, so bringe er ein Lamm; R. Elea͑zar b. A͑zarja sagt, [sogar] eine Turteltaube oder eine junge Taube.", | |
| "Dort haben wir gelernt: Wenn jemand sein Vermögen dem Heiligtume geweiht hat und darunter sich für den Altar geeignetes männliches und weibliches Vieh befindet, so sind,", | |
| "wie R. Elie͑zer sagt, die männliches für Brandopfer und die weiblichen für Heilsopfer zu verkaufen, und der Erlös fällt mit dem übrigen Vermögen dem Tempelreparaturfonds zu.", | |
| "R. Jehošua͑ sagt, die männlichen sind selber für Brandopfer darzubringen und die weiblichen für Heilsopfer zu verkaufen und für den Erlös Brandopfer darzubringen, und das übrige Vermögen fällt dem Tempelreparaturfonds zu.", | |
| "R. Ḥija b. Abba sprach zu R. Joḥanan: Wieso sind nach R. Jehošua͑, welcher sagt, die männlichen seien als Brandopfer darzubringen, die weiblichen als Heilsopfer<sup class=\"footnote-marker\">65</sup><i class=\"footnote\">Sie werden als solche verkauft.</i>darzubringen, sie kommen ja von einer verdrängten<sup class=\"footnote-marker\">66</sup><i class=\"footnote\">Dh. sie werden nicht als das dargebracht, was sie eigentlich sein sollten; wenn die Männchen u. der Erlös der Weibchen als Brandopfer darzubringen sind, so waren ja auch letztere als solche bestimmt, da aber Weibchen als solche ungeeignet sind, so ist ‘ihre Heiligkeit verdrängt’ worden; in diesem Falle müßte man sie weiden lassen; cf. supra Fol. 18b.</i>Heiligkeit!?", | |
| "Eine andere Lesart: R. Ḥija b. Abba sprach zu R. Joḥanan: Wenn R. Jehošua͑ sagt, die männlichen seien als Brandopfer darzubringen, so sind sie ja körperlich heilig, wieso sind demnach die weiblichen für Heilsopfer zu verkaufen, sie sind ja weiden zu lassen!?", | |
| "Dieser erwiderte ihm: R. Jehošua͑ ist der Ansicht R. Šimo͑ns, welcher sagt, was körperlich ungeeignet ist, werde körperlich von der Heiligkeit nicht erfaßt. Wir haben nämlich gelernt: R. Šimo͑n sagt, es sei fehlerfrei zu verkaufen. [Und wir erklärten den Grund] R. Šimo͑ns: da ein Weibchen als Schuldopfer nicht verwendbar ist, wird es nicht körperlich von der Heiligkeit erfaßt. –", | |
| "Allerdings sagt es R. Šimo͑n von einem Weibchen als Schuldopfer," | |
| ], | |
| [ | |
| "wobei die Mutter nicht den Namen eines Schuldopfers<sup class=\"footnote-marker\">67</sup><i class=\"footnote\">Als solches kann ein Weibchen nicht dargebracht werden.</i>trägt, bei einem Weibchen als Brandopfer aber, wobei die Mutter den Namen des Brandopfers<sup class=\"footnote-marker\">68</sup><i class=\"footnote\">Als Vogel-Brandopfer ist auch ein Weibchen verwendbar.</i>trägt, pflichtet auch R. Šimo͑n bei!?", | |
| "Ferner wissen wir ja, daß R. Šimo͑n der Ansicht ist, beim Brandopfer<sup class=\"footnote-marker\">69</sup><i class=\"footnote\">Als welches ein Weibchen reserviert worden ist; ob. Fol. 19b.</i>könne Umtausch<sup class=\"footnote-marker\">70</sup><i class=\"footnote\">Weil es körperlich heilig ist.</i>erfolgen!?", | |
| "Dieser erwiderte: R. Jehošua͑ hält es mit einem anderen Lehrer der Ansicht R. Šimo͑ns, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Jehuda sagte im Namen R. Šimo͑ns, auch bei einem Brandopfer könne kein Umtausch erfolgen.", | |
| "<sup>iii,3</sup> D<small>AS</small> E<small>INGETAUSCHTE EINES</small> S<small>CHULDOPFERS, DAS</small> J<small>UNGE DES</small> E<small>INGETAUSCHTEN, IHRE</small> J<small>UNGEN UND DIE</small> J<small>UNGEN IHRER</small> J<small>UNGEN, BIS ANS</small> E<small>NDE DER</small> W<small>ELT, SIND WEIDEN ZU LASSEN, BIS SIE EIN</small> G<small>EBRECHEN BEKOMMEN, SODANN ZU VERKAUFEN, UND DER</small> E<small>RLÖS FÄLLT DER FREIWILLIGEN</small> S<small>PENDENKASSE ZU</small>; R. E<small>LIE͑ZER SAGT, SIE SEIEN VERENDEN ZU LASSEN</small>; R. E<small>LEAZAR SAGT, MAN BRINGE FÜR DEN</small> E<small>RLÖS</small> B<small>RANDOPFER</small>.", | |
| "E<small>IN</small> S<small>CHULDOPFER, DESSEN</small> E<small>IGENTÜMER GESTORBEN IST, ODER DESSEN</small> E<small>IGENTÜMER</small> S<small>ÜHNE ERLANGT</small><sup class=\"footnote-marker\">71</sup><i class=\"footnote\">Durch ein anderes, wenn es abhanden gekommen war.</i><small>HAT, IST WEIDEN ZU LASSEN, BIS ES EIN</small> G<small>EBRECHEN BEKOMMT, SODANN ZU VERKAUFEN, UND DER</small> E<small>RLÖS FÄLLT DER FREIWILLIGEN</small> S<small>PENDENKASSE ZU</small>. R. E<small>LIE͑ZER SAGT, ES SEI VERENDEN ZU LASSEN</small>; R. E<small>LEA͑ZAR SAGT, MAN BRINGE FÜR DEN</small> E<small>RLÖS EIN</small> B<small>RANDOPFER</small>.", | |
| "<sup>iv</sup> A<small>UCH DAS FREIWILLIGE</small> [O<small>PFER</small>] <small>IST JA EI</small> B<small>RANDOPFER, WELCHEN</small> U<small>NTERSCHIED GIBT ES DEMNACH ZWISCHEN</small> R. E<small>LEA͑ZAR UND DEN</small> W<small>EISEN</small>? I<small>N FOLGENDEM: IST ES EIN</small> B<small>RANDOPFER, SO MUSS ER STÜTZEN, DAZU</small> G<small>USSOPFER BRINGEN, DAS</small> G<small>USSOPFER VON SEINEM, UND IST ER</small> P<small>RIESTER, SO ERFOLGT DIE</small> H<small>ERRICHTUNG DURCH IHN SELBER UND DIE</small> H<small>AUT GEHÖRT IHM; \n</small>", | |
| "WENN ABER VON DER FREIWILLIGEN S<small>PENDENKASSE, SO STÜTZE ER NICHT UND BRINGE DAZU NICHT DAS</small> G<small>USSOPFER, VIELMEHR IST DAS</small> G<small>USSOPFER AUS</small> G<small>EMEINDEMITTELN ZU BRINGEN, UND AUCH WENN ER</small> P<small>RIESTER IST, ERFOLGT DIE</small> H<small>ERRICHTUNG DURCH DIE</small> P<small>RIESTERWACHE, DER AUCH DIE</small> H<small>AUT GEHÖRT</small>.", | |
| "GEMARA. Und beides<sup class=\"footnote-marker\">72</sup><i class=\"footnote\">Der Streit zwischen RE. u. den Weisen in beiden Fällen.</i>ist nötig.", | |
| "Würde er es nur vom Schuldopfer gelehrt haben, so könnte man glauben, R. Elie͑zer sei nur bei diesem der Ansicht, daß es verenden zu lassen sei, weil er beim Falle nach der Sühne den Fall vor der Sühne berücksichtigt,", | |
| "beim Eingetauschten eines Schuldopfers<sup class=\"footnote-marker\">73</sup><i class=\"footnote\">Das auch vor der Sühne nicht darzubringen ist.</i>und dem Jungen des Eingetauschten aber pflichte er den Rabbanan bei.", | |
| "Und würde er es nur von diesem gelehrt haben, so könnte man glauben, die Rabbanan vertreten ihre Ansicht nur bei diesem, beim Schuldopfer aber pflichten sie R. Elie͑zer bei. Daher ist beides nötig.", | |
| "R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Der Streit besteht nur über den Fall nach der Sühne, vor der Sühne aber stimmen alle überein, daß es selbst als Schuldopfer darzubringen sei.", | |
| "Raba sprach: Dagegen ist zweierlei einzuwenden: erstens erlangt niemand Sühne durch das, was von einer Sünde<sup class=\"footnote-marker\">74</sup><i class=\"footnote\">Der Umtausch ist verboten.</i>kommt, und zweitens lehrte R. Ḥananja<sup class=\"footnote-marker\">75</sup><i class=\"footnote\">Ob. Fol. 18a, wo Handschriften R. Ḥananja haben.</i>eine Stütze für R. Jehošua͑ b. Levi: das erste Junge ist darzubringen, das zweite Junge ist nicht darzubringen. –", | |
| "Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Der Streit besteht nur über den Fall vor der Sühne, nach der Sühne aber ist es selbst als Brandopfer darzubringen. –", | |
| "R. Ḥananja lehrte ja aber eine Stütze für R. Jehošua͑ b. Levi!? – Ein Einwand.", | |
| "R. Abin b. Ḥija fragte R. Abin b. Kahana: Darf, wenn man ein Weibchen als Schuldopfer abgesondert hat, sein Junges als Brandopfer dargebracht werden? – Sollte er es ihm doch aus einer Lehre des R. Jose b. R. Ḥanina entschieden haben, denn dieser sagte, R. Elie͑zer pflichte<sup class=\"footnote-marker\">76</sup><i class=\"footnote\">Ob. Fol. 19a, daß die Mutter denselben Namen führen muß.</i>bei!? – Er hatte es nicht gehört. –", | |
| "Wie ist es nun? Dieser erwiderte: Das Junge ist als Brandopfer darzubringen. – Was soll dies: R. Elea͑zar sagt es ja nur von dem Falle, wenn man ein Weibchen als Brandopfer abgesondert hat, wo die Mutter den Namen eines Brandopfers trägt, beim Schuldopfer aber, wo die Mutter nicht den Namen eines Brandopfers trägt, pflichtet auch R. Elea͑zar bei!?", | |
| "Dieser erwiderte: Der Grund R. Elea͑zars ist nicht, weil die Mutter den Namen eines Brandopfers trägt, sondern weil es zur Darbringung geeignet ist, und auch dieses ist zur Darbringung geeignet.", | |
| "Er wandte gegen ihn ein: Für den Erlös ihrer<sup class=\"footnote-marker\">77</sup><i class=\"footnote\">Das Eingetauschte u. das Junge eines Schuldopfers. Zitat aus unserer Mišna, worauf die Worte RE.s sich beziehen.</i>Jungen und der Jungen ihrer Jungen, bis ans Ende der Welt, ist [ein Brandopfer] darzubringen. – Nur für den Erlös, sie selber aber nicht!? –" | |
| ], | |
| [ | |
| "Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn es ein Weibchen geworfen hat. – Sollte es bis ans Ende der Welt auch nicht ein Männchen sein!? Dieser erwiderte: Ich will dir eine gesuchte babylonische Antwort geben: wenn es bis ans Ende der Welt nur Weibchen sind.", | |
| "<sup>v</sup> <b>D</b><small>AS</small> E<small>INGETAUSCHTE DES</small> E<small>RSTGEBORENEN UND DES</small> Z<small>EHNTEN, IHRE</small> J<small>UNGEN UND DIE</small> J<small>UNGEN IHRER</small> J<small>UNGEN, BIS ANS</small> E<small>NDE DER</small> W<small>ELT, GLEICHEN DEM</small> E<small>RSTGEBORENEN UND DEM</small> Z<small>EHNTEN, UND SIE DÜRFEN FEHLERBEHAFTET VOM</small> E<small>IGENTÜMER GEGESSEN WERDEN</small>.", | |
| "W<small>ELCHEN</small> U<small>NTERSCHIED GIBT ES ZWISCHEN</small> E<small>RSTGEBORENEM UND</small> Z<small>EHNTEM UND ALLEN ANDEREN</small> O<small>PFERTIEREN</small>? A<small>LLE</small> O<small>PFERTIERE WERDEN IM</small> S<small>CHARREN VERKAUFT, IM</small> S<small>CHARREN GESCHLACHTET UND NACH</small> L<small>ITRA</small><sup class=\"footnote-marker\">78</sup><i class=\"footnote\">Dh. sie werden nach Gewicht ausgehökert.</i><small>AUSGEWOGEN, AUSGENOMMEN DAS</small> E<small>RSTGEORENE UND DER</small> Z<small>EHNT; \n</small>", | |
| "FÜR JENE GIBT ES EINE A<small>USLÖSUNG UND FÜR IHR</small> E<small>INGETAUSCHTES EINE</small> A<small>USLÖSUNG, AUSGENOMMEN DAS</small> E<small>RSTGEBORENE UND DER</small> Z<small>EHNT; JENE KÖNNEN AUS DEM</small> A<small>USLANDE EINGEFÜHRT WERDEN, AUSGENOMMEN DAS</small> E<small>RSTGEBORENE UND DER</small> Z<small>EHNT</small>. S<small>IND SIE BEREITS EINGEFÜHRT WORDEN, SO SIND SIE, WENN FEHLERFREI, DARZUBRINGEN, UND WENN FEHLERBEHAFTET</small>, (<small>FEHLERBEHAFTET</small>) <small>VOM</small> E<small>IGENTÜMER ZU ESSEN</small>.", | |
| "R. Š<small>IMO͑N SPRACH</small>: D<small>IES AUS DEM</small> G<small>RUNDE, WEIL DAS</small> E<small>RSTGEBORENE UND DER</small> Z<small>EHNT EINE</small> V<small>ERSORGUNG VON SICH AUS</small><sup class=\"footnote-marker\">79</sup><i class=\"footnote\">Dh. sie selber können profan u. vom Eigentümer verwendet werden, wenn sie einen Leibesfehler bekommen.</i><small>HABEN, ANDERE</small> O<small>PFERTIERE ABER BLEIBEN BEI IHRER</small> H<small>EILIGKEIT, AUCH WENN SIE EINEN</small> L<small>EIBESFEHLER BEKOMMEN</small>.", | |
| "GEMARA. Raba b. R. A͑za sagte: Im Westen fragten wir: Wie ist es, wenn man dem Eingetauschten der Erstgeburt oder des Zehnten einen Leibesfehler beibringt: sagen wir, da sie nicht dargebracht werden, sei man nicht schuldig, oder aber ist man schuldig, da sie heilig sind?", | |
| "Abajje sprach zu ihm: Du solltest doch fragen, wie es denn sei, wenn man dem als zehntes bezeichneten neunten<sup class=\"footnote-marker\">80</sup><i class=\"footnote\">Das ebenfalls heilig ist; cf. Bek. Fol. 60a.</i>einen Leibesfehler beibringt.", | |
| "Vielmehr ist es dir hinsichtlich des neunten deshalb nicht fraglich, weil der Allbarmherzige es ausgeschlossen hat:<sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,32.</i><i>das zehnte,</i> dies schließt das neunte aus,", | |
| "ebenso hat der Allbarmherzige diese ausgeschlossen:<sup class=\"footnote-marker\">82</sup><i class=\"footnote\">Num. 18,17.</i><i>sollst du nicht auslösen, denn sie sind heilig</i>, sie sind darzubringen, nicht aber ist ihr Eingetauschtes darzubringen!?", | |
| "R. Naḥman b. Jiçḥaq lehrte es wie folgt: R. Aḥa, Sohn des R. A͑za, sagte: Im Westen fragten wir: Wie ist es, wenn man dem als zehntes bezeichneten neunten einen Leibesfehler beibringt? Dieser sprach zu ihm: Du solltest doch fragen, wie es denn sei, wenn man dem Eingetauschten des Erstgeborenen und des Zehnten einen Leibesfehler beibringt.", | |
| "Vielmehr ist es dir hinsichtlich des Eingetauschten des Erstgeborenen und des Zehnten deshalb nicht fraglich, weil der Allbarmherzige es ausgeschlossen hat: <i>sie sind heilig</i>, sie sind darzubringen, nicht aber ist ihr Eingetauschtes darzubringen, ebenso hat der Allbarmherzige das als zehntes bezeichnete neunte ausgeschlossen: <i>das zehnte</i>, dies schließt das neunte aus.", | |
| "E<small>INGEFÜHRT &C. FEHLERFREI &C</small>. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Der Sohn des Atitus brachte<sup class=\"footnote-marker\">83</sup><i class=\"footnote\">In der Jetztzeit.</i>Erstgeborene aus Babylonien und man nahm sie von ihm nicht an. R. Ḥisda erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine nach R. Jišma͑él und das andere nach R. A͑qiba.", | |
| "Es wird nämlich gelehrt: R. Jose berichtete drei Dinge im Namen von drei Ältesten. R. Jišma͑él sagte: Man könnte glauben, man bringe<sup class=\"footnote-marker\">83</sup><i class=\"footnote\">In der Jetztzeit.</i>den zweiten Zehnten nach Jerušalem und verzehre ihn da.", | |
| "Dies wäre auch durch einen Schluß zu folgern: das Erstgeborene benötigt des Hinbringens nach der Stätte und der Zehnt benötigt des Hinbringens nach der Stätte, wie nun das Erstgeborene gegessen wird, nur wenn der Tempel besteht, ebenso ist der Zehnt zu essen, nur wenn der Tempel besteht. Aber nein, wenn dies vom Erstgeborenen gilt, das des Blutsprengens benötigt und [der Darbringung]<sup class=\"footnote-marker\">84</sup><i class=\"footnote\">Was nur zur Zeit des Tempels erfolgen kann.</i>der Opferteile auf dem Altar, sollte dies auch vom Zehnten gelten, bei dem dies nicht der Fall ist;", | |
| "Ich will dir sagen: die Erstlinge<sup class=\"footnote-marker\">85</sup><i class=\"footnote\">Der Baum- u. Feldfrüchte; cf. Bik. I,1.</i>benötigen des Hinbringens nach der Stätte und der Zehnt benötigt des Hinbringens nach der Stätte, wie die Erstlinge zu essen sind, nur wenn der Tempel besteht, ebenso ist der Zehnt zu essen, nur wenn der Tempel besteht. –", | |
| "Wohl gilt dies von den Erstlingen, die des Niederlegens<sup class=\"footnote-marker\">86</sup><i class=\"footnote\">Vor dem Altar; cf. Dt. 26,4.</i>benötigen, während dies beim Zehnten nicht der Fall ist,", | |
| "daher heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">87</sup><i class=\"footnote\">Dt. 14,23.</i><i>du sollst essen vor dem Herrn, deinem Gott &c</i>. <i>den Zehnten deines Mostes und deines Öls und die Erstgeborenen deiner Rinder und deiner Schafe</i>; er vergleicht den Zehnten mit dem Erstgeborenen: wie das Erstgeborene gegessen wird, nur wenn der Tempel besteht, ebenso ist der Zehnt zu essen, nur wenn der Tempel besteht. –", | |
| "Sollte doch der Schluß zusammengefaßt werden und durch das Gemeinsame<sup class=\"footnote-marker\">88</sup><i class=\"footnote\">Erstgeborenes u. Erstlinge gleichen einander nicht in ihren Einzelheiten, das Gemeinsame aber an ihnen ist, daß man sie nach der Stätte bringen muß, u. sie haben nur zur Zeit des Tempels Geltung, somit sollte dies auch vom 2. Zehnten gelten, den man ebenfalls nach der Stätte bringen muß.</i>an ihnen gefolgert werden!?", | |
| "R. Aši erwiderte: Weil man erwidern kann: das Gemeinsame an ihnen ist, daß sie zum Altar gelangen<sup class=\"footnote-marker\">89</sup><i class=\"footnote\">Was aber beim 2. Zehnten nicht der Fall ist.</i>. –", | |
| "Welcher Ansicht ist er: ist er der Ansicht, die erste Heiligung<sup class=\"footnote-marker\">90</sup><i class=\"footnote\">Des Jisraéllandes, bei dessen Aufteilung durch Josua.</i>galt für die damalige Zeit und für die Zukunft, so sind ja ohne Unterschied sowohl das Erstgeborene als auch der Zehnt hinzubringen, und ist er der Ansicht, die erste Heiligung galt nur für die damalige Zeit und nicht für die Zukunft, so sollte es auch vom Erstgeborenen fraglich<sup class=\"footnote-marker\">91</sup><i class=\"footnote\">Ob es hinzubringen ist. während er es hinsichtl. des 2. Zehnten von diesem folgert.</i>sein? –", | |
| "Tatsächlich ist er der Ansicht, die erste Heiligung galt für die damalige Zeit und nicht für die Zukunft, und hier wird von dem Falle gesprochen, wenn das Blut des Erstgeborenen bei Bestehen des Tempels gesprengt worden ist, worauf der Tempel zerstört wurde und das Fleisch noch vorhanden ist.", | |
| "Da das Blut, wenn es noch vorhanden ist, nicht zu sprengen ist, so ist hinsichtlich des Fleisches<sup class=\"footnote-marker\">92</sup><i class=\"footnote\">Daß auch dieses nicht zu essen ist, da man die Opferteile nicht darbringen kann.</i>vom Blute zu folgern," | |
| ], | |
| [ | |
| "und man folgere hinsichtlich des Zehnten vom Erstgeborenen. – Ist denn beim Heiligen von einander zu folgern, R. Joḥanan sagte ja, in der ganzen Tora kann vom Gefolgerten gefolgert werden, nur nicht beim Heiligen, wobei man nicht vom Gefolgerten folgern kann!? –", | |
| "Der Zehnt ist profan. – Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, man richte sich nach dem Gefolgerten, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, man richte sich nach dem, wovon gefolgert wird!? – Fleisch und Blut sind da selbe<sup class=\"footnote-marker\">93</sup><i class=\"footnote\">Und von diesen folgere man hinsichtlich des 2. Zehnten.</i>.", | |
| "R. A͑qiba sagte: Man könnte glauben, man bringe zu einer Zeit, wenn der Tempel besteht, das Erstgeborene aus dem Auslande ins Jisraélland und bringe es dar, so heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">87</sup><i class=\"footnote\">Dt. 14,23.</i><i>du sollst essen vor dem Herrn, deinem Gott &c. den Zehnten deines Getreides, deines Mostes und deines Öls, und die Erstgeborenen deiner Rinder und deiner Schafe</i>;", | |
| "aus Orten, aus denen du den Zehnten des Getreides bringst, bringe auch die Erstgeborenen, und aus Orten, aus denen du den Zehnten des Getreides nicht bringst, bringe auch nicht die Erstgeborenen.", | |
| "Ben A͑zaj sagte: Man könnte glauben, man bringe den zweiten Zehnten herauf und verzehre ihn im ganzen Gesichtskreise<sup class=\"footnote-marker\">94</sup><i class=\"footnote\">In der Umgebung von Jerušalem, soweit man sie aus der Stadt sehen kann.</i>. Dies wäre auch durch einen Schluß zu folgern: das Erstgeborene benötigt des Hinbringens nach der Stätte und der [zweite] Zehnt benötigt des Hinbringens nach der Stätte, wie nun das Erstgeborene nur innerhalb der Mauer gegessen werden darf, ebenso darf der Zehnt nur innerhalb der Mauer gegessen werden.", | |
| "Aber wohl gilt dies vom Erstgeborenen, das des Blutsprengens benötigt und [der Darbringung] der Opferteile auf dem Altar, was aber beim Zehnten nicht der Fall ist. Daher heißt es: <i>du sollst essen vor dem Herrn, deinem Gott &c. den Zehnten deines Getreides, deines Mostes und deines Öls, und die Erstgeborenen deiner Rinder und deiner Schafe</i>; er vergleicht den Zehnten mit dem Erstgeborenen: wie das Erstgeborene nur innerhalb der Mauer gegessen werden darf, ebenso darf der Zehnt nur innerhalb der Mauer gegessen werden. –", | |
| "Was ist ihm da auffallend, daß er sagt: man könnte glauben? – Da gelehrt wird, Šilo<sup class=\"footnote-marker\">95</sup><i class=\"footnote\">Die heilige Stätte vor Errichtung des Tempels in Jerušalem.</i>unterscheide sich von Jerušalem nur dadurch, daß man in Šilo Minderheiliges und den zweiten Zehnten im ganzen Gesichtskreise essen durfte, in Jerušalem aber nur innerhalb der Mauer,", | |
| "ebenso Hochheiliges nur innerhalb der Vorhänge, so könnte man glauben, den zweiten Zehnten<sup class=\"footnote-marker\">96</sup><i class=\"footnote\">Für den der Altar nicht erforderlich ist.</i>auch in Jerušalem im ganzen Gesichtskreise, so lehrt er uns.", | |
| "Andere sagten: Man könnte glauben, das Erstgeborene<sup class=\"footnote-marker\">97</sup><i class=\"footnote\">Das im 1. Jahre darzubringen ist.</i>, dessen Jahr vorüber ist, gleiche untauglich gewordenen Opfertieren und sei untauglich,", | |
| "so heißt es: <i>den Zehnten deines Getreides, deines Mostes und deines Öls</i>; er vergleicht das Erstgeborene mit dem Zehnten: wie der Zehnt nicht untauglich wird von einem Jahre<sup class=\"footnote-marker\">98</sup><i class=\"footnote\">Man kann ihn immer auslösen u. das Geld nach Jerušalem bringen.</i>zum anderen, ebenso wird das Erstgeborene nicht untauglich von einem Jahre zum anderen. –", | |
| "Woher wissen die Rabbanan<sup class=\"footnote-marker\">99</sup><i class=\"footnote\">Die oben genannten 3 Ältesten.</i>, die hieraus anderes folgern, es hinsichtlich des einen Jahres zum anderen zu entnehmen? – Sie folgern es aus [dem Verse:]<sup class=\"footnote-marker\">100</sup><i class=\"footnote\">Dt. 15,20.</i><i>vor dem Herrn, deinem Gott, sollst da es von Jahr zu Jahr essen</i>; dies lehrt, daß das Erstgeborene von einem Jahre zum anderen nicht untauglich wird. –", | |
| "Wofür verwenden die anderen [den Vers:] <i>vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du es von Jahr zu Jahr essen</i>? – Für die folgende Lehre: Einen Tag von diesem Jahre und einen Tag vom folgenden Jahre. Dies lehrt, daß das Erstgeborene zwei Tage und eine Nacht gegessen werden darf. –", | |
| "Woher entnehmen jene Rabbanan, daß es zwei Tage und eine Nacht gegessen werden darf. – Die Schrift sagt: <sup class=\"footnote-marker\">101</sup><i class=\"footnote\">Num. 18,18.</i><i>es soll dir wie die Brust der Schwingung sein</i><sup class=\"footnote-marker\">102</sup><i class=\"footnote\">Deren Essensfrist 2 Tage u. eine Nacht beträgt.</i>.", | |
| "", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">i</sup> <b>D</b>AS J<small>UNGE EINES</small> S<small>ÜNDOPFERS, DAS</small> E<small>INGETAUSCHTE EINES</small> S<small>ÜNDOPFERS, UND DAS</small> S<small>ÜNDOPFER, DESSEN</small> E<small>IGENTÜMER GESTORBEN IST, SIND VERENDEN ZU LASSEN; DESSEN</small> J<small>AHRESALTER VORÜBER</small><sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Sodaß es nicht mehr als Sündopfer verwendbar ist.</i> <small>IST, DAS ABHANDEN GEKOMMEN WAR UND SICH FEHLERBEHAFTET EINGEFUNDEN HAT, IST, WENN DER</small> E<small>IGENTÜMER BEREITS</small> S<small>ÜHNE ERLANGT HAT, VERENDEN</small> <small>ZU LASSEN, ES KANN NICHT UMGETAUSCHT WERDEN, \n</small>" | |
| ], | |
| [ | |
| "ES IST ZUR N<small>UTZNIESSUNG VERBOTEN UND MAN BEGEHT DARAN KEINE</small> V<small>ERUNTREUUNG</small>. W<small>ENN ABER BEVOR DER</small> E<small>IGENTÜMER</small> S<small>ÜHNE ERLANGT HAT, SO IST ES WEIDEN ZU LASSEN, BIS ES EIN</small> G<small>EBRECHEN BEKOMMT, SODANN ZU VERKAUFEN, UND FÜR DEN</small> E<small>RLÖS BRINGE MAN EIN ANDERES: DIESES KANN UMGETAUSCHT WERDEN UND MAN BEGEHT DARAN EINE</small> V<small>ERUNTREUUNG</small>.", | |
| "GEMARA. Weshalb lehrt er sie nicht zusammen<sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Die Mišna lehrt einen Fall von 3 u. einen zweiten von 2 Sündopfern.</i>? – Im Anfangsatze ist dies<sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Daß sie in jedem Falle verenden zu lassen sind.</i> ausgemacht, im Schlußsatze ist dies nicht ausgemacht. –", | |
| "Wozu lehrt er dies sowohl [im Traktate] von der Veruntreuung<sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Die ganze Mišna in genau demselben Wortlaute befindet sich auch in diesem Traktate, Mei. Fol. 10b.</i> und auch [im Traktate] vom Umtausch? – Hier lehrt er dies vom Umtausch, und weil er es vom Umtausch lehrt, lehrt er es auch von der Veruntreuung, und da er beim Umtausch auch von der Veruntreuung lehrt, lehrt er [bei<sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">In den fehlerhaften Text sind die W.e <span dir=\"rtl\">גבי מעילה</span> einzuschieben; die Emendation <span dir=\"rtl\">מעילה</span> statt <span dir=\"rtl\">תמורה</span> der Erstausgabe beruht auf Mißverständnis.</i>der Veruntreuung] auch vom Umtausch.", | |
| "Reš Laqiš sagte: Wenn einem Sündopfer das Jahresalter vorüber ist, so betrachte man es als auf einem Begräbnisplatze<sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Den ein Priester nicht betreten darf; dh. er darf es nicht zur Opferung holen.</i> befindlich, und man lasse es weiden. –", | |
| "Wir haben gelernt: Dessen Jahresalter vorüber ist, das abhanden gekommen war und sich fehlerbehaftet eingefunden hat, ist, wenn der Eigentümer bereits Sühne erlangt hat, verenden zu lassen. Dies ist eine Widerlegung des Reš Laqiš!? –", | |
| "Reš Laqiš kann dir erwidern: Was im Anfangsatze gelehrt wird, es sei verenden zu lassen, bezieht sich auf das abhandengekommene, das sich fehlerbehaftet eingefunden hat. (Wenn nachdem der Eigentümer Sühne erlangt hat, ist es verenden zu lassen.) –", | |
| "Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: wenn aber, bevor der Eigentümer Sühne erlangt hat, so ist es weiden zu lassen, bis es ein Gebrechen bekommt. Wenn es fehlerbehaftet ist, so hat es ja bereits ein Gebrechen!?", | |
| "Rabba erwiderte: Er meint es wie folgt: das abhanden gekommen war und sich mit einem vorübergehenden Leibesfehler behaftet eingefunden hat, ist, wenn nachdem der Eigentümer Sühne erlangt hat, verenden zu lassen, und wenn bevor der Eigentümer Sühne erlangt hat, weiden zu lassen, bis es ein bleibendes Gebrechen bekommt, sodann zu verkaufen.", | |
| "Rabba sprach: Dagegen ist zweierlei zu erwidern: erstens müßte es demnach ‘man warte’ heißen, und zweitens, wozu lehrt er: dessen Jahresalter vorüber ist<sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Wenn darauf gar kein Bezug genommen wird.</i>!?", | |
| "Vielmehr, erwiderte Raba, meint er es wie folgt: dessen Jahresalter vorüber ist, das abhanden gekommen war, oder das abhanden gekommen war und sich fehlerbehaftet eingefunden hat, ist, wenn der Eigentümer bereits Sühne erlangt hat, verenden zu lassen, und wenn bevor der Eigentümer Sühne erlangt hat, weiden zu lassen, bis es ein Gebrechen bekommt, sodann zu verkaufen.", | |
| "Und der Fall vom Abhandenkommen muß gelehrt werden sowohl beim Fehlerbehafteten als auch bei dem, dessen Jahresalter vorüber ist. Würde er es nur bei dem gelehrt haben, dessen Jahresalter vorüber ist, so könnte man glauben, das Abhandenkommen sei nur bei diesem von Wirkung, weil es als solches ungeeignet war, beim Fehlerbehafteten aber, das ohne Fehler geeignet wäre, sei das Abhandenkommen nicht von Wirkung.", | |
| "Und würde er es nur vom Fehlerbehafteten gelehrt haben, so könnte man glauben, das Abhandenkommen sei nur bei diesem von Wirkung, weil es zur Darbringung nicht geeignet ist, bei dem aber, dessen Jahresalter vorüber ist, das zur Darbringung<sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Manche Opfer sind zweitjährig darzubringen.</i> geeignet ist, sei das Abhandenkommen nicht von Wirkung. Daher ist beides nötig. –", | |
| "Kann Raba dies denn gesagt haben, Raba sagte ja, das Abhandenkommen einer Nacht gelte nicht als Abhandenkommen<sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Weil man nachts kein anderes darbringen darf; ebenso ist es, nachdem das Jahresalter vorüber ist, zur Darbringung ungeeignet, somit sollte das Abhandenkommen bedeutungslos sein.</i>!? –", | |
| "Es ist nicht gleich; war es eine Nacht abhanden gekommen, so war es weder körperlich noch als Geldwert verwendbar, dieses aber ist. wenn auch nicht körperlich, immerhin als Geldwert verwendbar. –", | |
| "Wir haben gelernt: Der andere<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Von den beiden Ziegenböcken des Versöhnungstages (cf. Lev. Kap. 16), wenn einer verendet ist.</i>ist weiden zu lassen, bis er ein Gebrechen bekommt, sodann zu verkaufen, und der Erlös fällt der freiwilligen Spendenkasse zu, weil ein Sündopfer der Gemeinde nicht verenden zu lassen ist. Das eines Privaten ist demnach verenden zu lassen.", | |
| "Hierzu sagte R. Joḥanan, Lebendes werde verdrängt<sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Durch den Tod des einen ist der andere nicht mehr verwendbar.</i>; die Sühne erlangt er durch den anderen des zweiten Paares,", | |
| "und der des ersten gleicht dem, dessen Jahresalter vorüber ist. Dies gilt nur bei dem einer Gemeinde, das eines Privaten aber ist verenden zu lassen!? –", | |
| "Er kann dir erwidern: Verdrängte und Abhandengekommene sind von einander verschieden. – Weshalb? – Mit abhandengekommenen rechnet man, denn sie können sich wieder einfinden, verdrängte aber sind nicht wieder verwendbar." | |
| ], | |
| [ | |
| "Der Text. Raba sagte: Das Abhandenkommen einer Nacht gilt nicht als Abhandenkommen. Nach wessen Ansicht: wenn nach den Rabbanan<sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Die in der weiter folgenden Mišna über das abhandengekommene u. sich wieder eingefundene Sündopfer streiten.</i>, wieso gerade das Abhandenkommen einer Nacht, dies gilt ja auch vom Abhandenkommen eines Tages, denn die Rabbanan sagen, das nach dem Absondern Abhandengekommene sei weiden zu lassen? –", | |
| "Vielmehr, nach Rabbi<sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Die in der weiter folgenden Mišna über das abhandengekommene u. sich wieder eingefundene Sündopfer streiten.</i>, denn Rabbi spricht nur von einem einen Tag Abhandengekommenen, hinsichtlich eines eine Nacht<sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">Vgl. Anm. 9.</i>Abhandengekommenen aber pflichtet auch Rabbi bei, daß es weiden zu lassen sei.", | |
| "Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich nach den Rabbanan, und hier wird vom Abhandenkommen nach der Sühne<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Wenn es in der Herde nicht herauszufinden od. mit einem anderen vermischt worden ist.</i>gesprochen; die Rabbanan sagen, das nach der Sühne Abhandengekommene sei verenden zu lassen, nur wenn das Abhandenkommen schon am Tage erfolgt ist, nicht aber, wenn das Abhandenkommen erst nachts erfolgt ist.", | |
| "Abajje sagte: Es ist uns überliefert: abhanden gekommen, nicht aber gestohlen worden; abhanden gekommen, nicht aber geraubt. –", | |
| "Was heißt abhanden gekommen? R. Oša͑ja erwiderte: Selbst eines in der Herde, selbst eines mit einem<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Wenn es in der Herde nicht herauszufinden od. mit einem anderen vermischt worden ist.</i>. R. Joḥanan erwiderte: Hinter der Tür<sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Wenn es sich da befindet.</i>.", | |
| "Sie fragten: Wie meint er es: nur hinter der Tür, weil niemand es sieht, draußen aber, wo manche es sehen, heiße es nicht abhanden gekommen, oder aber, wenn es hinter der Tür abhanden gekommen heißt, obgleich und nicht für ihn; wie ist es aber, wenn es für ihn und für den Hirten er, wenn er das Gesicht umwendet, es sieht, um wieviel mehr wenn draußen, wo er es nicht sieht? – Dies bleibt unentschieden.", | |
| "R. Papa sagte: Es ist uns überliefert, daß, wenn es für ihn abhanden gekommen ist und nicht für den Hirten, es nicht als abhanden gekommen gilt, und um so weniger, wenn es für den Hirten abhanden gekommen ist abhanden gekommen ist, aber jemand am Ende der Welt [den Aufenthalt] kennt? – Dies bleibt unentschieden.", | |
| "R. Papa fragte: Wie ist es, wenn es abhanden gekommen war, und [das Blut] im Becher<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Wenn beim Sicheinfinden das Ersatzopfer schon geschlachtet, das Blut aber noch nicht gesprengt ist.</i>ist? – Nach wessen Ansicht, wenn nach Rabbi, so sagte er ja, wenn es bei der Absonderung abhanden gekommen war, sei es, verenden zu lassen. –", | |
| "Vielmehr, ihm ist es nach den Rabbanan fraglich; sagen die Rabbanan, wenn nach der Absonderung, sei es weiden zu lassen, nur bevor<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Sc. es sich eingefunden hat.</i>das Blut in den Becher aufgenommen worden ist, hierbei aber sind sie der Ansicht, was zum Sprengen bestimmt ist, gelte als gesprengt,", | |
| "oder aber gilt es, solange das Blut nicht gesprengt worden ist, als abhandengekommen nach der Absonderung, und man lasse es weiden?", | |
| "Manche sagen: Tatsächlich nach Rabbi, und er fragte hinsichtlich des Falles, wenn er das Blut in zwei Becher<sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Es handelt sich nicht um zwei, sondern um ein Opfertier.</i>aufgenommen hat und einer von ihnen abhanden gekommen ist.", | |
| "Nach demjenigen, welcher sagt, durch den einen<sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Wenn man das Opferblut in mehrere Gefäße aufgenommen hat u. mit dem des einen gesprengt hat; cf. Jom. 57b.</i>Becher werde der andere verdrängt, ist dies nicht fraglich<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Da der andere abhandengekommen ist, kann keine Sühne erfolgen.</i>, fraglich ist es nur nach demjenigen, welcher sagt, durch den einen Becher sei der andere Zurückbleibendes.", | |
| "Gilt dies nur dann, wenn beide vorhanden sind, sodaß man den sprengen kann, den man will, während er hierbei abhanden gekommen ist, oder gibt es dabei keinen Unterschied. – Dies bleibt unentschieden.", | |
| "<sup>ii</sup> <b>W</b><small>ENN JEMAND SEIN</small> S<small>ÜNDOPFER ABGESONDERT HAT UND ES ABHANDEN GEKOMMEN IST, UND NACHDEM ER EIN ANDERES ABGESONDERT HAT, DAS ERSTE SICH EINFINDET, SO IST ES VERENDEN ZU LASSEN</small>.", | |
| "W<small>ENN JEMAND</small> G<small>ELD FÜR SEIN</small> S<small>ÜNDOPFER ABGESONDERT HAT UND ES ABHANDEN GEKOMMEN IST, UND NACHDEM ER STATT DESSEN EIN</small> S<small>ÜNDOPFER ABGESONDERT HAT, DAS</small> G<small>ELD SICH EINFINDET, SO IST ES INS</small> S<small>ALZMEER ZU WERFEN</small>.", | |
| "<sup>iii</sup> W<small>ENN JEMAND</small> G<small>ELD FÜR SEIN</small> S<small>ÜNDOPFER ABGESONDERT HAT UND ES ABHANDEN GEKOMMEN IST, WORAUF ER STATT DESSEN ANDERES</small> G<small>ELD ABGESONDERT HAT, UND BEVOR ER NOCH DAZU KAM, DAFÜR EIN</small> S<small>ÜNDOPFER ZU KAUFEN, DAS ERSTE SICH EINFINDET, SO BRINGE ER FÜR DIESES UND FÜR JENES EIN</small> S<small>ÜNDOPFER, UND DER</small> R<small>EST FÄLLT DER FREIWILLIGEN</small> S<small>PENDENKASSE ZU</small>.", | |
| "W<small>ENN JEMAND</small> G<small>ELD FÜR SEIN</small> S<small>ÜNDOPFER ABGESONDERT HAT UND ES ABHANDEN GEKOMMEN IST, WORAUF ER STATT DESSEN EIN</small> S<small>ÜNDOPFER ABGESONDERT HAT, UND BEVOR ER NOCH DAZU KAM, ES DARZUBRINGEN, DAS</small> G<small>ELD SICH EINFINDET UND DAS</small> S<small>ÜNDOPFER FEHLERBEHAFTET IST, SO VERKAUFE ER ES UND BRINGE VON DIESEM UND VON JENEM EIN</small> S<small>ÜNDOPFER, UND DER</small> R<small>EST FÄLLT DER FREIWILLIGEN</small> S<small>PENDENKASSE ZU</small>.", | |
| "W<small>ENN JEMAND EIN</small> S<small>ÜNDOPFER ABGESONDERT HAT UND ES ABHANDEN GEKOMMEN IST, UND NACHDEM ER STATT DESSEN</small> G<small>ELD ABGESONDERT HAT, ABER NOCH NICHT DAZU KAM, DAFÜR DAS</small> S<small>ÜNDOPFER ZU KAUFEN, DAS</small> [<small>ERSTE</small>] S<small>ÜNDOPFER SICH EINFINDET UND ES FEHLERBEHAFTET IST, SO VERKAUFE ER ES UND BRINGE VON DIESEM UND VON JENEM EIN</small> S<small>ÜNDOPFER, UND DER</small> R<small>EST FÄLLT DER FREIWILLIGEN</small> S<small>PENDENKASSE ZU</small>.", | |
| "W<small>ENN JEMAND SEIN</small> S<small>ÜNDOPFER ABGESONDERT HAT UND ES ABHANDEN GEKOMMEN IST, WORAUF ER STATT DESSEN EIN ANDERES ABGESONDERT HAT, UND BEVOR ER NOCH DAZU KAM, ES DARZUBRINGEN, DAS ERSTE SICH EINFINDET UND BEIDE FEHLERBEHAFTET SIND, SO VERKAUFE ER SIE UND BRINGE VON DIESEM UND VON JENEM EIN</small> S<small>ÜNDOPFER, UND DER</small> R<small>EST FÄLLT DER FREIWILLIGEN</small> S<small>PENDENKASSE ZU</small>.", | |
| "W<small>ENN JEMAND SEIN</small> S<small>ÜNDOPFER ABGESONDERT HAT UND ES ABHANDEN GEKOMMEN IST, WORAUF ER STATT DESSEN EIN ANDERES ABGESONDERT HAT, UND BEVOR ER DAZU KAM, ES DARZUBRINGEN, DAS ERSTE SICH EINFINDET UND BEIDE FEHLERFREI SIND, SO IST EINES VON IHNEN ALS</small> S<small>ÜNDOPFER DARZUBRINGEN UND DAS ANDERE VERENDEN ZU LASSEN – SO</small> R<small>ABBI</small>. D<small>IE</small> W<small>EISEN SAGEN, EIN</small> S<small>ÜNDOPFER SEI NUR DANN VERENDEN ZU LASSEN, WENN ES SICH EINFINDET NACHDEM DER</small> E<small>IGENTÜMER</small> S<small>ÜHNE ERLANGT HAT; EBENSO SEI DAS</small> G<small>ELD NUR DANN INS</small> S<small>ALZMEER ZU WERFEN, WENN ES SICH EINFINDET, NACHDEM DER</small> E<small>IGENTÜMER</small> S<small>ÜHNE ERLANGT HAT</small>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">iv</sup> W<small>ENN JEMAND EIN</small> S<small>ÜNDOPFER ABGESONDERT HAT UND ES FEHLERBEHAFTET IST, SO VERKAUFE ER ES UND BRINGE FÜR DEN ERLÖS EIN ANDERES</small>. R. E<small>LEA͑ZAR B</small>. R. Š<small>IMO͑N SAGTE</small>: I<small>ST DAS ANDERE DARGEBRACHT WORDEN BEVOR</small> [<small>DAS ERSTE</small>] <small>GESCHLACHTET WORDEN</small><sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Vom Käufer als Profanes.</i><small>IST, SO IST ES VERENDEN ZU LASSEN, WEIL DER</small> E<small>IGENTÜMER BEREITS</small> S<small>ÜHNE ERLANGT HAT</small>.", | |
| "GEMARA. Nur in dem Falle, wenn er statt dessen ein anderes dargebracht hat, wenn er aber statt dessen kein anderes dargebracht hat, sei es weiden zu lassen; also nach den Rabbanan, welche sagen, das nach der Absonderung Abhandengekommene sei weiden zu lassen.", | |
| "Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: wenn jemand Geld für das Sündopfer abgesondert hat und es abhanden gekommen ist, worauf er statt dessen anderes abgesondert hat, so bringe er [sein Sündopfer] von diesem und von jenem, und der Rest fällt der freiwilligen Spendenkasse zu. Nur wenn von diesem und von jenem, wenn er es aber von einem gebracht hat, so ist das andere ins Salzmeer zu werfen; also nach Rabbi, welcher sagt, das nach der Absonderung Abhandengekommene sei verenden zu lassen.", | |
| "Der Anfangsatz nach den Rabbanan und der Schlußsatz nach Rabbi!? Allerdings kann es nach R. Hona, der im Namen Rabhs sagt," | |
| ], | |
| [ | |
| "alle stimmen überein, daß, wenn er eines an sich gezogen und es dargebracht hat, das andere verenden zu lassen sei, von dem Falle handeln, wenn er eines von ihnen an sich gezogen und es dargebracht hat, also nach aller Ansicht;", | |
| "nach R. Abba aber, der im Namen Rabhs sagt, alle stimmen überein, daß, wenn er durch das Nichtabhandengekommene Sühne erlangt hat, das Abhandengekommene verenden zu lassen sei, und sie streiten nur über den Fall, wenn er durch das Abhandengekommene Sühne erlangt hat, indem Rabbi der Ansicht ist, das für das Abhandengekommene abgesonderte gleiche dem Abhandengekommenen, während die Rabbanan der Ansicht sind,", | |
| "es gleiche nicht dem Abhandengekommenen, normiert ja er den Anfangsatz nach den Rabbanan und den Schlußsatz nach Rabbi!? –", | |
| "Er lehrt uns also, daß Rabbi und die Rabbanan streiten, und den Streit zwischen Rabbi und den Rabbanan lehrt er ja im Schlußsatz ausdrücklich!? Wenn jemand ein Sündopfer abgesondert hat und es abhanden gekommen ist, und nachdem er statt dessen ein anderes abgesondert hat, das erste sich einfindet, sodaß nun beide dastehen, so ist eines von ihnen darzubringen und das andere verenden zu lassen – so Rabbi. Die Weisen sagen, ein Sündopfer sei nur dann verenden zu lassen, wenn es sich einfindet, nachdem der Eigentümer Sühne erlangt hat; ebenso sei das Geld nur dann ins Salzmeer zu werfen, wenn es sich einfindet, nachdem der Eigentümer Sühne erlangt hat. –", | |
| "Folgendes lehrt er uns: das ist es, worüber der Streit zwischen Rabbi und den Rabbanan besteht.", | |
| "Der Text. R. Hona sagte im Namen Rabhs: Alle stimmen überein, daß, wenn er eines an sich gezogen und es dargebracht hat, das andere verenden zu lassen sei, sie streiten nur über den Fall, wenn er um Rat fragen kommt. Rabbi ist der Ansicht, sie haben bei den Opfertieren keine Vorsorge<sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Das andre nicht verenden lassen zu müssen.</i>getroffen, und man sage zu ihm: geh und erlange Sühne durch das Nichtabhandengekommene, und das Abhandengekommene lasse man verenden, und die Rabbanan sind der Ansicht, sie haben bei den Opfertieren eine Vorsorge getroffen, und man sage zu ihm: geh und erlange Sühne durch das Abhandengekommene, und das Nichtabhandengekommene lasse man weiden.", | |
| "R. Mešaršeja wandte ein: Haben sie denn bei den Opfertieren keine Vorsorge getroffen, es wird ja gelehrt: <sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Lev. 6,9.</i><i>Sollen sie essen</i>; was lehrt dies? Dies lehrt, daß, wenn es zum Essen knapp ist, man damit Profanes und Hebe essen darf, damit es zur Sättigung gegessen werde.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Lev. 6,9.</i><i>Sollen sie es essen</i>; was lehrt dies? Daß, wenn es zum Essen reichlich ist, man damit Profanes und Hebe nicht essen darf, damit es nicht zur Übersättigung gegessen werde.", | |
| "Doch wohl auch nach Rabbi<sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Man hat also beim Essen von Heiligem eine Vorsorge getroffen.</i>!? – Nein, nach den Rabbanan.", | |
| "R. Abba aber sagte im Namen Rabhs: Alle stimmen überein, daß, wenn er Sühne erlangt hat durch das Nichtabhandengekommene, das Abhandengekommene verenden zu lassen sei, sie streiten nur über den Fall, wenn er Sühne erlangt hat durch das Abhandengekommene. Rabbi ist der Ansicht, das für das Abhandengekommene abgesonderte gleiche dem Abhandengekommenen, und die Rabbanan sind der Ansicht, es gleiche nicht dem Abhandengekommenen. –", | |
| "Wir haben gelernt: Der andere<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Von den beiden Ziegenböcken des Versöhnungstages (cf. Lev. Kap. 16), wenn einer verendet ist.</i>ist weiden zu lassen, bis er ein Gebrechen bekommt, sodann zu verkaufen, und der Erlös fällt der freiwilligen Spendenkasse zu, weil ein Sündopfer der Gemeinde nicht verenden zu lassen ist. Das eines Privaten ist demnach verenden zu lassen.", | |
| "Hierzu sagte Rabh, Lebendiges werde nicht verdrängt<sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Cf. Anm. 11 mut. mut.</i>; die Sühne erlangt er durch den zweiten des ersten Paares, und der des anderen gilt als für den abhandengekommenen abgesondert. Dies gilt also nur bei dem einer Gemeinde, das eines Privaten aber ist verenden zu lassen." | |
| ], | |
| [ | |
| "Doch wohl auch nach den Rabbanan!? – Nein, nach Rabbi. –", | |
| "Wir haben gelernt: Wenn jemand sein Sündopfer abgesondert hat und es abhanden gekommen ist, worauf er statt dessen ein anderes dargebracht hat, so ist es verenden zu lassen.", | |
| "Nur wenn er es dargebracht hat, wenn er es aber nicht dargebracht hat, ist es weiden zu lassen. Einerlei ob er Sühne erlangt hat durch das Abhandengekommene oder Sühne erlangt hat durch das Nichtabhandengekommene, einerlei ob er es an sich gezogen hat oder es nicht an sich gezogen hat.", | |
| "Dies ist eine Widerlegung beider!? –", | |
| "Was ihm ausgemacht<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Der Fall, in dem es auf jeden Fall verenden zu lassen ist; ist es nicht dargebracht worden, so ist es in manchen Fällen verenden zu lassen u. in manchen nicht, gemäß der Lehren RH.s u. RA.s.</i> ist, lehrt er, was ihm nicht ausgemacht ist, lehrt er nicht. –", | |
| "Wir haben gelernt: Wenn jemand Geld für ein Sündopfer abgesondert hat und es abhanden gekommen ist, und nachdem er statt dessen anderes abgesondert hat, das erste Geld sich einfindet, so bringe er das Sündopfer von diesem und von jenem, und der Rest fällt der freiwilligen Spendenkasse zu.", | |
| "Nur wenn er Sühne erlangt von diesem und von jenem, wenn aber von einem, werfe er es ins Salzmeer.", | |
| "Einerlei ob er Sühne erlangt durch das Abhandengekommene oder Sühne erlangt durch das Nichtabhandengekommene, einerlei ob er es an sich gezogen hat oder es nicht an sich gezogen hat. Dies ist eine Widerlegung beider!? – Auch hier lehrt er nur das, was ihm ausgemacht ist, und was ihm nicht ausgemacht ist, lehrt er nicht.", | |
| "R. Ami sagte: Wenn jemand zur Sicherheit zwei Häufchen Geld<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Für ein Sündopfer.</i>abgesondert hat, so erlangt er Sühne durch eines von ihnen und das andere fällt der freiwilligen Spendenkasse zu.", | |
| "Nach wessen Ansicht: wollte man sagen, nach Rabbi, so ist es ja selbstverständlich, daß es der freiwilligen Spendenkasse zufällt, denn Rabbi sagt es<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Daß es zu vernichten sei.</i>ja nur von dem Falle, wenn man es für das Abhandengekommene abgesondert hat, wenn aber zur Sicherheit, pflichtet er bei, und wenn nach den Rabbanan, so ist es ja selbstverständlich, daß es der freiwilligen Spendenkasse zufällt,", | |
| "denn es ist ja [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn die Rabbanan bei der Absonderung für das Abhandengekommene sagen, es gleiche nicht dem Abhandengekommenen, um wieviel weniger, wenn zur Sicherheit!? –", | |
| "Vielmehr, dies ist nach R. Šimo͑n<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Nach dem die nicht verwendeten Sündopfer verenden zu lassen sind; cf. supra Fol. 15a.</i>nötig; man könnte glauben, R. Šimo͑n halte nichts von der freiwilligen<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Die Opfertiere sind in keinem Falle weiden zu lassen, u. entsprechend gilt es auch vom Gelde.</i>Spendenkasse, so lehrt er uns, daß er wohl von der freiwilligen Spendenkasse halte. –", | |
| "Wieso kannst du sagen, R. Šimo͑n halte nichts von der freiwilligen Spendenkasse, es wird ja gelehrt: Dreizehn Sammelbüchsen waren im Tempel, die mit Aufschriften versehen waren: Neue Šeqalim<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Diesjährige bezw. vorjährige.</i>, alte Šeqalim<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Diesjährige bezw. vorjährige.</i>, Vogelpaare, Brandopfertauben, Holz, Weihrauch, Gold zu Sprengbecken, und sechs für freiwillige Spenden.", | |
| "Hierzu wird gelehrt: Sechs für freiwillige Spenden, für Brandopfer, die von den Überschüssen dargebracht werden, deren Haut nicht den Priestern gehört – so R. Jehuda.", | |
| "R. Neḥemja, manche sagen, R. Šimo͑n sprach zu ihm: Demnach ist ja die Auslegung des Priesters Jehojada͑ aufgehoben!? Es wird nämlich gelehrt: Folgende Schriftauslegung trug der Priester Jehojada͑ vor:<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Lev. 5,19.</i><i>Es ist ein Schuldopfer</i>, dies schließt alles ein, was vom Überschuß der Sündopfer und der Schuldopfer kommt, daß man für den Erlös Brandopfer kaufe, das Fleisch für Gott und die Häute für die Priester.", | |
| "Demnach hält R. Šimo͑n wohl von der freiwilligen Spendenkasse!? – Dies ist nötig; man könnte glauben, R. Šimo͑n halte von der freiwilligen Spendenkasse nur bei einem Betrage<sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Den man für das Sündopfer reserviert hat, u. ein Teil übrig geblieben ist.</i>," | |
| ], | |
| [ | |
| "nicht aber bei zwei Beträgen<sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">Zur Sicherheit, wenn einer abhanden kommen sollte.</i>, so lehrt er uns.", | |
| "R. Oša͑ja sagte: Wenn jemand zur Sicherheit zwei Sündopfer abgesondert hat, so erlangt er Sühne durch eines von ihnen, und das andere ist weiden zu lassen.", | |
| "Nach wessen Ansicht: wollte man sagen, nach den Rabbanan, so sagen ja die Rabbanan, daß sogar das für das Abhandengekommene abgesonderte nicht als Abhandengekommenes gilt, und um so weniger, wenn zur Sicherheil,", | |
| "und wenn nach R. Šimo͑n, so sagt ja R. Šimo͑n, fünf Sündopfer seien verenden zu lassen. –", | |
| "Vielmehr, nach Rabbi, denn Rabbi sagt es<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Daß es zu vernichten sei.</i>nur vom Abhandengekommenen, nicht aber, wenn zur Sicherheit. –", | |
| "Wir haben gelernt: Wenn jemand ein Sündopfer abgesondert hat und es fehlerbehaftet ist, so verkaufe er es und bringe dafür ein anderes. R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagte: Ist das andere dargebracht worden, bevor das erste geschlachtet worden ist, so ist es verenden zu lassen, weil der Eigentümer bereits Sühne erlangt hat.", | |
| "Er<sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Der diesen Einwurf erhob.</i>glaubte, R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sei der Ansicht Rabbis, und dies gilt auch dann, wenn zur Sicherheit. –", | |
| "Nein, R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n ist vielleicht der Ansicht seines Vaters, welcher sagt, fünf Sündopfer seien verenden zu lassen. –", | |
| "Wir haben gelernt: Weil das Sündopfer einer Gemeinde nicht verenden zu lassen ist. Das eines Privaten ist demnach verenden zu lassen.", | |
| "Rabh sagte, Lebendes werde nicht verdrängt<sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Cf. Anm. 11 mut. mut.</i>, er erlange Sühne durch den zweiten des ersten Paares und das andere sei nur zur Sicherheit, und er lehrt, das eines Privaten sei verenden zu lassen!? –", | |
| "Rabh vertritt hierbei seine Ansicht, denn er sagt, das Gebot sei mit dem ersten<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Wenn 2 Tiere vorhanden sind; das andere ist daher verenden zu lassen.</i>auszuüben.", | |
| "R. Šimi b. Zee͑ri lehrte vor R. Papa: War es nach der Absonderung abhanden gekommen, so ist es nach Rabbi verenden zu lassen und nach den Rabbanan weiden zu lassen. War es nach der Sühne abhanden gekommen, so ist es nach den Rabbanan verenden zu lassen und nach Rabbi weiden zu lassen. –", | |
| "Dies ist ja paradox: wenn Rabbi vom bei der Absonderung abhandengekommenen, hinsichtlich dessen die Rabbanan sagen, es sei weiden zu lassen, sagt, es sei verenden zu lassen, um wieviel mehr sollte dies nach Rabbi vom bei der Sühne abhandengekommenen gelten, das auch nach den Rabbanan verenden zu lassen ist!? –", | |
| "Lies vielmehr wie folgt: war es bei der Absonderung abhanden gekommen, so ist es nach Rabbi verenden zu lassen und nach den Rabbanan weiden zu lassen, und wenn bei der Sühne, so ist es nach aller Ansicht verenden zu lassen.", | |
| "R. E<small>LEA͑ZAR B</small>. R. Š<small>IMO͑N SAGTE &C</small>.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Man darf am Feiertage die Haut nicht von den Füßen aus<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Die ganze Haut unverletzt, um sie als Schlauch zu verwenden.</i>abziehen; desgleichen darf man beim Erstgeborenen die Haut nicht von den Füßen aus abziehen und nicht beim untauglich gewordenen Opfertiere.", | |
| "Allerdings am Feiertage, weil dies eine Mühe ist, die dann nicht nötig ist, wer aber lehrte dies vom Erstgeborenen?", | |
| "R. Ḥisda erwiderte: Es ist die Schule Šammajs, welche sagt, das Erstgeborene verbleibe bei seiner Heiligkeit. Wir haben nämlich gelernt: Die Schule Šammajs sagt, ein Jisraélit dürfe sich nicht mit einem Priester am Erstgeborenen beteiligen. –", | |
| "Wer lehrte dies vom untauglich gewordenen Opfertiere? R. Ḥisda erwiderte: Es ist R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n, denn es wird gelehrt: Wenn er vor sich zwei Sündopfer<sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">Die man zur Sicherheit abgesondert hat, wenn eines abhanden kommen sollte.</i>hat, eines fehlerfrei und eines fehlerbehaftet, so ist das fehlerfreie darzubringen und das fehlerbehaftete auszulösen;", | |
| "ist das fehlerbehaftete geschlachtet<sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Nach der Auslösung.</i>worden, bevor das Blut des fehlerfreien gesprengt worden ist, so ist es erlaubt, und wenn nachdem das Blut des fehlerfreien gesprengt worden ist, so ist es verboten.", | |
| "R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagt, selbst wenn das Fleisch des fehlerbehafteten sich bereits im Topfe befindet, das Blut des fehlerfreien aber gesprengt worden ist, komme es in den Verbrennungsraum. –", | |
| "Sollte doch R. Ḥisda dieses und jenes der Schule Šammajs addizieren!? –", | |
| "Die Schule Šammajs sagt dies vielleicht nur vom Erstgeborenen, das vom Mutterleibe aus heilig ist, nicht aber von den untauglich gewordenen Opfertieren. –", | |
| "Sollte er doch dieses und jenes R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n addizieren!? –", | |
| "R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagt dies vielleicht nur von den untauglich gewordenen Opfertieren, [deren Heiligkeit] so stark ist, die Lösung zu erfassen, nicht aber vom Erstgeborenen. –", | |
| "Hält denn R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n nichts von der Lehre, daß alle untauglich gewordenen Opfertiere im Scharren geschlachtet, im Scharren verkauft und nach Litra<sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Vgl. S. 66 Anm. 78.</i>ausgewogen werden dürfen, weil er, wenn dies erlaubt ist, mehr zahlt<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Bei der Auslösung, an den Schatzmeister.</i>und es kauft!?", | |
| "R. Mari, Sohn des R. Kahana, erwiderte: Was an der Haut gewonnen wird, geht am Fleische<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Durch die Schonung der Haut wird das Fleisch verunstaltet.</i>verloren.", | |
| "Im Westen sagten sie im Namen R. Abins: Weil es den Anschein hat, als verrichte man [Profan]arbeit mit Opfertieren.", | |
| "R. Jose b. R. Abin erklärte: Aus Rücksicht darauf, man könnte aus solchen ganze Herden züchten<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Um Schläuche zu fertigen. Wenn man solche Tiere hält, so kann man veranlaßt werden, sie zur Schur u. Arbeit zu verwenden.</i>." | |
| ], | |
| [ | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">i</sup> <b>A</b>UF <small>WELCHE</small> W<small>EISE KANN MAN BEIM</small> E<small>RSTGEBORENEN EINE</small> L<small>IST</small><sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Es nicht dem Priester geben zu müssen.</i> <small>ANWENDEN</small>? W<small>ENN EIN</small> E<small>RSTGEBÄRENDES TRÄCHTIG IST, SAGE MAN: WAS IM</small> L<small>EIBE DIESER, SEI, WENN ES EIN</small> M<small>ÄNNCHEN IST, EIN</small> B<small>RANDOPFER; WIRFT ES EIN</small> M<small>ÄNNCHEN, SO IST ES ALS</small> B<small>RANDOPFER DARZUBRINGEN</small>; [<small>SAGTE ER</small>:] <small>WENN EIN</small> W<small>EIBCHEN, SEI ES EIN</small> H<small>EILSOPFER, SO IST, WENN ES EIN</small> W<small>EIBCHEN WIRFT, ES ALS</small> H<small>EILSOPFER DARZUBRINGEN</small>.", | |
| "[S<small>AGTE ER</small>:] <small>WENN EIN</small> M<small>ÄNNCHEN, SEI ES EIN</small> B<small>RANDOPFER, UND WENN EIN</small> W<small>EIBCHEN, SEI ES EIN</small> H<small>EILSOPFER, SO IST, WENN ES EIN</small> M<small>ÄNNCHEN UND EIN</small> W<small>EIBCHEN WIRFT, DAS</small> M<small>ÄNNCHEN ALS</small> B<small>RANDOPFER UND DAS</small> W<small>EIBCHEN ALS</small> H<small>EILSOPFER DARZUBRINGEN</small>.<sup>ii</sup> W<small>IRFT ES ZWEI</small> M<small>ÄNNCHEN, SO IST EINES ALS</small> B<small>RANDOPFER DARZUBRINGEIS UND DAS ANDERE AN</small> B<small>RANDOPFERPFLICHTIGE ZU VERKAUFEN, UND DER</small> E<small>RLÖS IST PROFAN</small>.", | |
| "W<small>IRFT ES ZWEI</small> W<small>EIBCHEN, SO IST DAS EINE VON IHNEN ALS</small> H<small>EILSOPFER DARZUBRINGEN UND DAS ANDERE AN</small> H<small>EILSOPFERPFLICHTIGE ZU VERKAUFEN, UND DER</small> E<small>RLÖS IST PROFAN</small>. W<small>IRFT ES EIN</small> G<small>ESCHLECHTSLOSES ODER EINEN</small> Z<small>WITTER, SO WERDEN SIE WIE</small> R. Š<small>IMO͑N B</small>. G<small>AMLIÉL SAGT, VON DER</small> H<small>EILIGKEIT NICHT ERFASST</small>.", | |
| "GEMARA. R. Jehuda sagte: Man darf einem Erstgeborenen, bevor es zur Welt kommt, einen Leibesfehler beibringen. – Wir haben gelernt: sage man: was im Leibe dieser, sei ein Brandopfer. Nur ein Brandopfer<sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Dessen Heiligkeit höher ist als die des Erstgeborenen.</i>, nicht aber ein Heilsopfer, und du sagst, man könne es der Heiligkeit entziehen!? –", | |
| "R. Jehuda kann dir erwidern: dies nur zu einer Zeit, wenn der Tempel besteht, ich aber spreche von der Jetztzeit, wo es zur Darbringung nicht verwendbar ist. –", | |
| "Wozu braucht er, wenn von der Jetztzeit, dies zu lehren!? – Man könnte glauben, es sei zu berücksichtigen, man könnte ihm einen Leibesfehler beibringen, nachdem es schon den größeren Teil des Kopfes her vorgestreckt hat. –", | |
| "Vielleicht ist dem auch so!? –Immerhin ist es besser, ihm einen Leibesfehler beizubringen, als daß man dazu komme, es zur Schur und zur Arbeit zu verwenden.", | |
| "W<small>ENN EIN</small> W<small>EIBCHEN, SEI ES</small> H<small>EILSOPFER</small>. Ist denn ein Weibchen durch die Erstgeburt heilig!? – Der Schlußsatz bezieht sich auf ein Opfertier<sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Wenn es ein Sündopfer ist, damit man das Junge nicht verenden zu lassen brauche.</i>.", | |
| "W<small>IRFT ES ZWEI</small> M<small>ÄNNCHEN &C</small>. Ich will dir sagen: wenn es ein Opfertier ist, sollte doch das als Brandopfer geheiligte Brandopfer sein und das andere bei der Heiligkeit der Mutter verbleiben!? – Der Schlußsalz bezieht sich auf ein profanes Vieh.", | |
| "W<small>IRFT ES EIN</small> G<small>ESCHLECHTSLOSES ODER EINEN</small> Z<small>WITTER &C</small>." | |
| ], | |
| [ | |
| "Weshalb werden sie nicht von der Heiligkeit erfaßt? – R. Šimo͑n b. Gamliél ist der Ansicht, die Jungen der Opfertiere werden erst bei ihrem Sein<sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Nachdem sie geboren sind.</i> heilig, denn wieso werden sie, wenn man sagen wollte, sie seien schon im Leibe ihrer Mutter heilig, von der Heiligkeit nicht erfaßt, schon die Heiligkeit ihrer Mutter hat sie ja erfaßt. Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß die Jungen der Opfertiere erst bei ihrem Sein heilig werden. –", | |
| "Der folgende Autor aber ist der Ansicht, die Jungen der Opfertiere seien schon im Leibe ihrer Mutter heilig. Die Rabbanan lehrten nämlich: Würde es nur geheißen haben: <sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,26.</i><i>Erstgeborene nicht heiligen</i>, so würde ich gesagt haben, ein Erstgeborener [Mann] dürfe nichts dem Heiligtume weihen, so heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,26.</i><i>es ein Mann</i>, du darfst es nicht heiligen, wohl aber darf ein erstgeborener Mann heiligen.", | |
| "Aber immerhin könnte ich sagen, er<sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Der Erstgeborene.</i> könne es nicht heiligen, wohl aber können andere es heiligen, so heißt es: <sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,26.</i><i>unter dem Vieh</i>, ich befasse mich mit dem Vieh<sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Hier wird überhaupt nicht von einem erstgeborenen Menschen gesprochen.</i>.", | |
| "Man könnte glauben, man könne es auch nicht im Mutterleibe heiligen, so heißt es: <sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,26.</i><i>das durch die Erstgeburt des Herrn ist</i>, sobald es durch die Erstgeburt des Herrn ist, kannst du es nicht mehr heiligen, wohl aber kannst du es im Mutterleibe heiligen.", | |
| "Man könnte glauben, dasselbe gelte auch von den Geburten aller Opfertiere, so heißt es<sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,26.</i> <i>nur</i>, teilend. Er ist somit der Ansicht, die Jungen von Opfertieren seien schon im Mutterleibe heilig.", | |
| "R. A͑mram sprach zu R. Šešeth: Wie ist es, wenn man vom Erstgeborenen gesagt hat: es sei mit dem Hervorkommen der größeren Hälfte ein Brandopfer; ist es ein Brandopfer oder ist es Erstgeborenes?", | |
| "Ist es ein Brandopfer, denn jedes Bißchen, das hervorkommt, ist Ganzopfer<sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Die Heiligkeit ist höher als die des Erstgehorenen.</i>, oder ist es Erstgeborenes, denn jedes Bißchen, das hervorkommt, bleibt bei seinem Wesen?", | |
| "Eine andere Lesart. [Ist es ein Brandopfer,] denn es wird von der Heiligkeit erfaßt, oder ist es Erstgeborenes, denn diese Heiligkeit beginnt schon im Mutterleibe?", | |
| "Dieser erwiderte: Was ist dir da fraglich, das ist ja das, was Ilpha gefragt hat: Wie ist es, wenn jemand von der Nachlese gesagt hat: es sei beim Herabfallen des größeren Teiles Freigut<sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Von dem die priesterl. u. Armenabgaben nicht zu entrichten sind.</i>; ist es Nachlese oder Freigut?", | |
| "Ist es Nachlese, da es bereits durch den Himmel heilig<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Für den Eigentümer verboten, da es den Armen gehört.</i>ist, oder ist es Freigut, da Arme und Reiche<sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Ein noch weiterer Kreis hat Anspruch darauf. Gibt man das ganze Feld vorher frei, so ist selbstverständlich alles Freigut.</i>es sich aneignen können?", | |
| "Und hierzu sagte Abajje: Was ist dir da fraglich: wem hat man von Meister und Schüler zu gehorchen<sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Die Bestimmung des Gesetzgebers geht der Bestimmung des Eigentümers vor.</i>? Ebenso hierbei: wem hat man zu gehorchen.", | |
| "<sup>iii</sup> <b>W</b><small>ENN JEMAND GESAGT HAT: DAS</small> J<small>UNGE VON DIESEM</small> [V<small>IEH</small>] <small>SEI EIN</small> B<small>RANDOPFER UND DIESES SELBST EIN</small> H<small>EILSOPFER, SO SIND SEINE</small> W<small>ORTE GÜLTIG; WENN ABER: DIESES SELBST SEI EIN</small> H<small>EILSOPFER UND SEIN</small> J<small>UNGES EIN</small> B<small>RANDOPFER, SO IST ES DAS</small> J<small>UNGE EINES</small> H<small>EILSOPFERS – SO</small> R. M<small>EÍR</small>.", | |
| "R. J<small>OSE SAGTE</small>: H<small>AT ER DIES VON VORNHEREIN BEABSICHTIGT, SO SIND, DA MAN NICHT ZWEI</small> N<small>AMEN GLEICHZEITIG AUSSPRECHEN KANN, SEINE</small> W<small>ORTE GÜLTIG; WENN ER ABER, NACHDEM ER ‘DIESES SELBST SEI EIN</small> H<small>EILSOPFER’ GESAGT HAT, SICH ÜBERLEGT UND SAGT: UND SEIN</small> J<small>UNGES EIN</small> B<small>RANDOPFER, SO IST ES DAS</small> J<small>UNGE EINES</small> H<small>EILSOPFERS</small>.", | |
| "GEMARA. R. Joḥanan sagte: Wenn jemand ein trächtiges Sündopfer abgesondert, und es geworfen hat, so kann er, wenn er will, mit diesem selbst und wenn er will, mit dem Jungen Sühne erlangen<sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">Die erste Heiligung erstreckt sich auf das Junge.</i>. –", | |
| "Aus welchem Grunde? – R. Joḥanan ist der Ansicht, was<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Das Junge von der Heiligung.</i>man zurückläßt, bleibe zurück<sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Die Heiligkeit erstreckt sich nur auf die Mutter u. das Junge bleibt profan.</i>,", | |
| "und die Geburt sei nicht Glied der Mutter, somit ist es ebenso, als würde jemand zur Sicherheit zwei Sündopfer absondern, der, wenn er will, mit diesem, und wenn er will, mit jenem Sühne erlangen kann.", | |
| "R. Elea͑zar wandte ein: Wenn aber: dieses selbst sei ein Heilsopfer und sein Junges ein Brandopfer, so ist es das Junge eines Heilsopfers. Wieso heißt es, wenn man nun sagen wollte, was man zurückläßt, bleibe zurück, es sei das Junge eines Heilsopfers, es sollte doch heißen, es sei ein Heilsopfer!?", | |
| "R. Ṭabla erwiderte: Dies scheidet<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. außerhalb von diesem, dh. diese Lehre ist nicht zuverlässig.</i>aus, denn Rabh sagte zum Jünger: Lies: so ist es ein Heilsopfer.", | |
| "Man wandte ein: Wenn jemand zu seiner Sklavin gesagt hat: du sollst Sklavin bleiben, dein Kind aber soll frei sein, so hat sie, wenn sie schwanger ist, [die Freiheit] für dieses erlangt.", | |
| "Erklärlich ist es, daß sie sie für dieses erlangt hat, wenn du sagst, was man zurückläßt, bleibe nicht zurück, denn die Geburt sei Glied der Mutter, somit ist es ebenso, als würde jemand die Hälfte seines Sklaven freilassen, und zwar nach Rabbi (Meír), denn es wird gelehrt," | |
| ], | |
| [ | |
| "[Rabbi sagt,] wenn jemand die Hälfte seines Sklaven freiläßt, gehe er frei aus, denn seine Freilassungsurkunde und seine Hand<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Dh. sein Besitzrecht, seine Befugnis zur Empfangnahme der Urkunde.</i>kommen gleichzeitig,", | |
| "wieso aber erwirbt sie sie für dieses, wenn du sagst, was man zurückläßt, bleibe zurück, und die Geburt sei nicht Glied der Mutter, es wird ja gelehrt, es sei einleuchtend, daß ein Sklave die Freilassungsurkunde seines Nächsten aus der Hand eines fremden Herrn eignen kann, nicht aber aus der Hand seines eigenen Herrn!? Hieraus ist also zu entnehmen, daß das, was man zurückläßt, nicht zurückbleibe, und dies ist eine Widerlegung R. Joḥanans. Eine Widerlegung.", | |
| "Es wäre anzunehmen, daß darüber, ob das, was man zurückläßt, zurückbleibe, Tannaím streiten, denn es wird gelehrt: Wenn jemand zu seiner Sklavin gesagt hat: du werde frei und deine Geburt sei Sklave, so gleicht ihre Geburt ihr selber<sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Das Kind ist ebenfalls frei.</i>– so R. Jose der Galiläer. Die Weisen sagen, seine Worte seien gültig, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Ex. 21,4.</i><i>das Weib und ihre Kinder verbleiben ihrem Herrn</i>, –", | |
| "Welche Stütze ist der Schriftvers für die Rabbanan<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Dieser spricht ja eher für die Ansicht RJ.s, daß die Kinder zur Mutter gehören.</i>? Raba erwiderte: Der Schriftvers bezieht sich auf R. Jose den Galiläer; dieser lehrt, die Geburt gleiche ihr, denn es heißt: <i>das Weib und ihre Kinder verbleiben ihrem Herrn</i>. [Nur] wenn das Weib ihrem Herrn gehört, gehören auch ihre Kinder dem Herrn.", | |
| "Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: R. Jose ist der Ansicht, was man zurückläßt, bleibe nicht zurück, und die Rabbanan sind der Ansicht, es bleibe zurück. –", | |
| "R. Joḥanan kann dir erwidern: alle sind der Ansicht, was man zurückläßt, bleibe zurück, hierbei aber<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Gehört das Kind nach RJ. zur Mutter.</i>aus folgendem Grunde: die Schrift sagt: <i>das Weib und ihre Kinder verbleiben ihrem Herrn</i>.", | |
| "Vielmehr streiten hierüber folgende Tannaím: (Es wird gelehrt:) Wenn jemand ein Sündopfer schlachtet und darin eine lebende Vier[monats]geburt findet, so darf sie, wie Eines lehrt, nur von Männern der Priesterschaft, und nur einen Tag<sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Vgl. S. 33 Anm. 222.</i>, und nur innerhalb der Vorhänge gegessen werden,", | |
| "und wie ein Anderes lehrt, von jedem Menschen, an jedem Orte und unbeschränkte Zeit gegessen werden.", | |
| "Wahrscheinlich streiten hierüber Tannaím: der erste Autor ist der Ansicht, was man zurückläßt, bleibe nicht zurück, und der andere ist der Ansicht, was man zurückläßt, bleibe zurück. –", | |
| "R. Joḥanan kann dir erwidern: alle sind der Ansicht, was man zurückläßt, bleibe zurück, und diese Tannaím streiten über folgendes: einer ist der Ansicht, die Geburten der Opfertiere seien heilig, erst wenn sie da sind, und einer ist der Ansicht, die Geburten der Opfertiere seien heilig schon im Leibe ihrer Mutter.", | |
| "Wenn du aber willst, sage ich: dies ist kein Widerspruch; eines gilt von dem Falle, wenn man es geheiligt hat und es nachher trächtig wurde,", | |
| "und eines von dem Falle, wenn es trächtig war und man es nachher geheiligt hat.", | |
| "Raba wandte ein: Woher, daß der Grund R. Joḥanans ist, weil das, was man zurückläßt, zurückbleibe, vielleicht ist der Grund R. Joḥanans, weil man durch den Zuwachs des Opfertieres Sühne erlangen<sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Man kann daher Sühne erlangen auch durch die Geburt, wenn man aber durch die Mutter Sühne erlangt hat, ist die Geburt verenden zu lassen.</i>könne!?", | |
| "R. Hamnuna erwiderte ihm: R. Elea͑zar war ein Schüler R. Joḥanans, und er saß vor R. Joḥanan, der ihm diese Antwort nicht gab, und du sagst, der Grund R. Joḥanans sei, weil man durch den Zuwachs des Opfertieres Sühne erlangen könne.", | |
| "W<small>ENN EU ABER, NACHDEM ER ‘DIESES SELBST SEI EIN</small> H<small>EILSOPFER’ GESAGT HAT, SICH ÜBERLEGT &C</small>. Selbstverständlich ist es das Junge eines Heilsopfers, sollte er denn, so lange er will, sich überlegen dürfen!?", | |
| "R.Papa erwiderte: Dies gilt von dem Falle, wenn er es innerhalb der Zeit, in der man einen Satz<sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Nach der Erklärung Bq. Fol. 73b, eine Begrüßung von 2–4 Worten.</i>ausspricht, gesagt hat; man könnte glauben, innerhalb dieser Zeit gelte es als ein Satz, nur habe er darüber nachgedacht, so lehrt er uns.", | |
| "<sup>iv</sup> <b>S</b><small>AGTE JEMAND</small>:] <small>DIESES SEI</small> E<small>INGETAUSCHTES AUF DAS</small> B<small>RANDOPFER</small>, E<small>INGETAUSCHTES AUF DAS</small> H<small>EILSOPFER, SO IST ES</small> E<small>INGETAUSCHTES AUF DAS</small> B<small>RANDOPFER – SO</small> R. M<small>EÍR</small>.", | |
| "R. J<small>OSE SPRACH</small>: H<small>AT ER ES</small><sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Beides einzutauschen.</i><small>VON VORNHEREIN BEABSICHTIGT, SO SIND, DA MAN NICHT ZWEI</small> N<small>AMEN GLEICHZEITIG AUSSPRECHEN KANN, SEINE</small> W<small>ORTE GÜLTIG</small><sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Das Vieh, ist, wenn es ein Gebrechen bekommt, zu verkaufen u. der Erlös für beides zu verwenden.</i>, <small>WENN ER ABER, NACHDEM ER</small> ‘E<small>INGETAUSCHTES AUF DAS</small> B<small>RANDOPFER’ GESAGT HAT, SICH ÜBERLEGT UND SAGT</small>: E<small>INGETAUSCHTES AUF DAS</small> H<small>EILSOPFER, SO IST ES</small> E<small>INGETAUSCHTES EINES</small> B<small>RANDOPFERS</small>." | |
| ], | |
| [ | |
| "GEMARA. R. Jiçḥaq b. R. Jose sagte im Namen R. Joḥanans: Alle stimmen überein, daß, wenn jemand zuerst ‘dieses möge Geltung haben’ und nachher ‘jenes möge Geltung haben’ gesagt hat, nach aller Ansicht die erste Fassung bestimmend sei,", | |
| "und wenn er ‘dieses möge Geltung haben, nur wenn jenes Geltung hat’ gesagt hat, beide heilig seien,", | |
| "sie streiten nur über einen Fall, wie in unserer Mišna, wenn er gesagt hat: ‘Eingetauschtes auf das Brandopfer, Eingetauschtes auf das Heilsopfer.’ R. Meír ist der Ansicht, da er ‘Eingetauschtes auf das Brandopfer und auf das Heilsopfer’ sagen sollte, aber ‘Eingetauschtes auf das Brandopfer, Eingetauschtes auf das Heilsopfer’ gesagt hat, so ist es ebenso, als ob er zuerst gesagt hätte ‘dieses möge Geltung haben’ und nachher ‘jenes möge Geltung haben’;", | |
| "R. Jose aber ist der Ansicht, hätte er ‘Eingetauschtes auf das Brandopfer und auf das Heilsopfer’ gesagt, so könnte man glauben, es sei heilig und nicht darzubringen, so lehrt er uns.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand gesagt hat: Dieses Vieh sei zur Hälfte Eingetauschtes auf das Brandopfer und zur Hälfte Eingetauschtes auf das Heilsopfer, so ist das ganze als Brandopfer darzubringen – so R. Meír; die Weisen sagen, es sei weiden zu lassen, bis es ein Gebrechen bekommt, sodann werde es verkauft, und für die Hälfte des Erlöses bringe er das Eingetauschte eines Brandopfers und für die Hälfte des Erlöses bringe er das Eingetauschte eines Heilsopfers.", | |
| "R. Jose sprach: Hat er dies von vornherein beabsichtigt, so sind, da man nicht zwei Namen gleichzeitig aussprechen kann, seine Worte gültig. R. Jose sagt ja dasselbe, was die Rabbanan!? – Das ganze lehrte R. Jose.", | |
| "Ein Anderes lehrt: Ein Vieh, das zur Hälfte Brandopfer und zur Hälfte Sündopfer ist, ist ganz als Brandopfer darzubringen – so R. Meír.", | |
| "R. Jose sagt, es sei verenden zu lassen<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Wenn er gar kein Sündopfer darzubringen hat.</i>. Sie stimmen überein, daß, wenn er ‘zur Hälfte Sündopfer<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Sündopfer zuerst.</i>und zur Hälfte Brandopfer’ gesagt hat, es verenden zu lassen sei.", | |
| "Der übereinstimmt, ist ja R. Meír<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Nach dem es im 1. Falle als Brandopfer darzubringen ist.</i>, und dies ist ja selbstverständlich!? –", | |
| "Man könnte glauben, wenn er dies nicht gelehrt hätte, könnte man sagen, der Grund R. Meírs sei nicht, weil die erste Fassung maßgebend ist, sondern aus dem Grunde, weil das vermischte Sündopfer<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Dem ein Opfer beigemischt ist, das auch unpflichtig dargebracht werden kann.</i>darzubringen ist,", | |
| "somit sei es darzubringen, auch wenn er zuerst ‘zur Hälfte Sündopfer’ und nachher ‘zur Hälfte Brandopfer’ gesagt hat, so lehrt er uns, daß dem nicht so sei.", | |
| "Ein Anderes lehrt: Wenn jemand gesagt hat: dieses Vieh sei zur Hälfte Brandopfer und zur Hälfte Heilsopfer, so ist es heilig und nicht darzubringen, es kann umgetauscht werden, und das Eingetauschte gleicht diesem selber.", | |
| "Also nach R. Jose, somit ist ja selbstverständlich, daß es heilig und nicht darzubringen ist!? –", | |
| "Nötig ist dies wegen des Eingetauschten, man könnte glauben, es selbst sei allerdings nicht darzubringen, das Eingetauschte aber sei darzubringen, so lehrt er uns. Es selbst ist deshalb nicht darzubringen, weil es eine verdrängte Heiligkeit ist, und auch das Eingetauschte kommt von einer verdrängten Heiligkeit.", | |
| "R. Joḥanan sagte: Wenn ein Vieh zwei Gesellschaftern gehört hatte und einer die Hälfte geweiht hat, und dieser darauf die andere Hälfte kauft und sie ebenfalls weiht, so ist es heilig und nicht darzubringen, es kann umgetauscht werden und das Eingetauschte gleicht diesem." | |
| ], | |
| [ | |
| "Hieraus ist dreierlei zu entnehmen; es ist zu entnehmen, daß die Heiligkeit des Geldwertes<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Wie in diesem Falle, als er nur die Hälfte geheiligt hatte.</i>verdrängt werden<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Es ist nicht darzubringen.</i>kann,", | |
| "es ist zu entnehmen, daß Lebendes verdrängt werden kann, und es ist zu entnehmen, daß die frühere Verdrängung<sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Die später aufgehoben wird, wie in diesem Falle, wo er später das Vieh vollständig geheiligt hat; hierüber besteht ein Streit; cf. Suk. Fol. 33a.</i>als Verdrängung gilt.", | |
| "Abajje sagte: Alle stimmen überein, daß, wenn jemand gesagt hat: die Hälfte sei Brandopfer und die Hälfte Zehnt, es nach aller Ansicht als Brandopfer darzubringen<sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">Die Heiligung als Zehnt ist bedeutungslos, da dieser nicht auf diese Weise zu entrichten ist.</i>sei;", | |
| "wie ist es aber, wenn er gesagt hat: die Hälfte Eingetauschtes und die Hälfte Zehnt:", | |
| "ist es als Eingetauschtes darzubringen, da es bei allen Opfertieren Geltung hat, oder ist es als Zehnt darzubringen, da dieser das vorangehende und das folgende<sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Bei einem Irrtum beim Zählen; cf. Bek. Fol. 60a.</i>heiligt? – Dies bleibt unentschieden.", | |
| "<sup>v</sup> <b>S</b><small>AGTE JEMAND</small>: D<small>IESES SEI ANSTELLE VON DIESEM, UMGETAUSCHT AUF DIESES, AUSGEWECHSELT DURCH DIESES, SO IST DIES EIN</small> U<small>MTAUSCH; WENN ABER: DIESES SEI AUSGEWEIHT DURCH DIESES, SO IST DIES KEIN</small> U<small>MTAUSCH</small>.", | |
| "I<small>ST ABER DAS</small> O<small>PFERTIER FEHLERBEHAFTET, SO WIRD ES PROFAN, NUR MUSS ER FÜR DEN</small> G<small>ELDWERT AUFKOMMEN</small>.", | |
| "GEMARA. Demnach hat ‘anstelle’ den Begriff ‘erfassen’; ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn jemand von Geheiligtem des Tempelreparaturfonds’ gesagt hat: es sei eingewechselt gegen dieses, umgetauscht gegen dieses, so hat er nichts<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Cf. supra Fol. 13a.</i>gesagt,", | |
| "wenn aber: anstelle von diesem, ausgeweiht durch dieses, so sind seine Worte gültig.", | |
| "Welcher Unterschied besteht zwischen dem Anfangsatze und dem Schlußsatze, wenn du sagst, es habe den Begriff ‘erfassen’!?", | |
| "Abajje erwiderte: ‘Anstelle’ hat zuweilen den Begriff ‘erfassen’ und [zuweilen den Begriff] ‘ausweihen’." | |
| ], | |
| [ | |
| "Den Begriff ‘erfassen’, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Dt. 13,23.</i><i>ist aber der Aussatzfleck an seiner Stelle</i><sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">Wenn er die Hautstelle erfaßt hat.</i><i>geblieben</i>,", | |
| "[den Begriff] ‘ausweihen’, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Jes. 60,17.</i><i>an der Stelle des Kupfers bringe ich</i><sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Das eine anstelle der anderen setzen.</i><i>Gold</i>. Beim Geheiligten für den Altar, wobei ein Umtausch erfolgen kann, hat es den Begriff ‘erfassen’, und beim Geheiligten für den Tempelreparaturfonds, wobei ein Umtausch nicht erfolgen kann, hat es den Begriff ‘ausweihen’.", | |
| "Raba sagte: Auch beim Geheiligten für den Altar kann es vorkommen, daß es den Begriff ‘ausweihen’ hat, wenn beispielsweise das Opfertier fehlerbehaftet<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Das Opfertier selbst wird dann profan.</i>ist.", | |
| "R. Aši sagte: Auch bei einem fehlerbehafteten hat es zuweilen den Begriff ‘ausweihen’ und zuweilen den Begriff ‘erfassen’. Legt er seine Hand<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Beim Umtausch des fehlerbehafteten Opfertieres auf das andere.</i>auf das geheiligte, so wird es profan, legt er seine Hand auf das profane, so ist es heilig<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Im 1. Falle will er ausdrücken, die Heiligkeit möge von diesem auf das andere übertragen werden, im 2. Falle soll sie auf das andere ausgedehnt werden.</i>.", | |
| "Abajje fragte: Wie ist es, wenn jemand zwei fehlerbehaftete heilige Tiere und zwei fehlerfreie profane Tiere vor sich hat und sagt: diese anstelle von jenen:", | |
| "wollte er sie erfassen<sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Durch Umtausch, u. dies ist verboten.</i>lassen und er ist zu geißeln, oder aber läßt niemand, wo Erlaubtes vorhanden ist, das Erlaubte<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Das Ausweihen.</i>und wählt das Verbotene.", | |
| "Und wie ist es, falls du entscheidest, niemand lasse das Erlaubte, wenn er es vor sich hat, und wählt das Verbotene, wenn er zwei heilige Tiere, von denen eines fehlerbehaftet ist, und zwei profane Tiere, von denen eines fehlerbehaftet ist, vor sich hat und sagt: diese anstelle von jenen.", | |
| "Meinte er das fehlerfreie anstelle des fehlerfreien, zur Erfassung<sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Durch Umtausch, u. dies ist verboten.</i>, und das fehlerbehaftete anstelle des fehlerbehafteten, zur Ausweihung<sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">Ein fehlerbehaftetes kann nicht umgetauscht werden.</i>,", | |
| "oder aber: das fehlerfreie profane anstelle des fehlerbehafteten heiligen und das fehlerbehaftete profane anstelle des fehlerfreien heiligen, und er ist wegen beider zu geißeln.", | |
| "Und wie ist es, falls du entscheidest, wer Erlaubtes vor sich hat, wähle nicht das Verbotene, er wollte es daher ausweihen und sei nicht zu geißeln, wenn er drei heilige Tiere, von denen eines fehlerbehaftet ist, und drei fehlerfreie profane Tiere vor sich hat und sagt: diese anstelle von jenen.", | |
| "Sagen wir, wie die fehlerfreien anstelle der fehlerfreien, zur Erfassung<sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Durch Umtausch, u. dies ist verboten.</i>, ebenso das fehlerfreie anstelle des fehlerbehafteten, zur Erfassung,", | |
| "oder aber wählt auch hierbei, wer Erlaubtes vor sich hat, nicht das Verbotene, und er wollte das letzte ausweihen? Und wie ist es, fragte R. Aši, falls du entscheidest, auch hierbei sei es nicht festgestellt, daß er Verbotenes<sup class=\"footnote-marker\">47</sup><i class=\"footnote\">Eine Feststellung erfolgt erst nach einer dreimaligen Wiederholung.</i>begehe, und niemand lasse das Erlaubte und wählt das Verbotene, wenn er vier heilige Tiere, von denen eines fehlerbehaftet ist, und vier profane Tiere vor sich hat und sagt: diese anstelle von jenen.", | |
| "Hierbei ist es ja festgestellt, daß er Verbotenes<sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Die 3 fehlerfreien kann man nicht ausweihen, u. der Umtausch ist mit einem Verbote belegt.</i>begeht, somit ist er viermal<sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">Es wird angenommen, daß er auch das fehlerbehaftete umtauschen wollte.</i>zu geißeln,", | |
| "oder aber läßt niemand, auch wenn es festgestellt ist, daß er Verbotenes begeht, das Erlaubte und wählt das Verbotene, und er wollte das letzte ausweihen. – Dies bleibt unentschieden.", | |
| "I<small>ST ABER DAS</small> O<small>PFERTIER FEHLERBEHAFTET, SO WIRD ES PROFAN &C.</small>", | |
| "R. Joḥanan sagte: Es wird profan, nach der Tora, und er muß für den Geldwert aufkommen, rabbanitisch. Reš Laqiš aber sagte: Auch für den Geldwert aufkommen muß er nach der Tora. –", | |
| "Worauf bezieht sich dies: wollte man sagen, auf [den Betrag] der Übervorteilung<sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">Ein Sechstel des Wertes; ein solcher Betrag gilt beim Kaufgeschäfte als Übervorteilung u. ist zurückzuerstatten; ist er größer, so kann das Kaufgeschäft aufgehoben werden; cf. Bm. Fol. 49b.</i>, wieso sagt Reš Laqiš, er müsse für den Geldwert aufkommen [nach der Tora],", | |
| "wir haben ja gelernt, bei folgenden Dingen gebe es keine Übervorteilung: bei Sklaven, Schuldscheinen, Grundstücken und Heiligem!?", | |
| "Und wollte man sagen, auf [den Betrag] der Aufhebung<sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">Ein Sechstel des Wertes; ein solcher Betrag gilt beim Kaufgeschäfte als Übervorteilung u. ist zurückzuerstatten; ist er größer, so kann das Kaufgeschäft aufgehoben werden; cf. Bm. Fol. 49b.</i>des Kaufes, wieso sagt R. Joḥanan, er müsse nur rabbanitisch für den Geldwert aufkommen," | |
| ], | |
| [ | |
| "R. Jirmeja sagte ja von (profanen) Grundstücken und R. Jona vom Heiligen, beide im Namen R. Joḥanans, daß es dabei keine Übervorteilung gebe, wohl aber eine Aufhebung des Kaufes!? –", | |
| "Tatsächlich bezieht es sich auf [den Betrag] der Aufhebung des Kaufes, nur wende man es um<sup class=\"footnote-marker\">51</sup><i class=\"footnote\">RJ. ist es, nach dem es nach der Tora zu erfolgen hat.</i>. –", | |
| "Wieso kannst du sagen, man wende es um; allerdings nach demjenigen, der es vom Heiligen sagte, und umso mehr gilt dies von Grundstücken,", | |
| "wieso aber wende man es um nach demjenigen, der es von Grundstücken sagte, beim Heiligen aber gebe es keine Aufhebung des Kaufes!? –", | |
| "R. Jirmeja<sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Der es von Grundstücken sagte.</i>kann dir erwidern: man wende es nicht um.", | |
| "Es wäre anzunehmen, daß sie über eine Lehre Šemuéls streiten, denn Šemuél sagte: Hat man Heiliges im Werte einer Mine durch den Wert einer Peruṭa ausgeweiht, so ist es ausgeweiht. R. Jona hält nichts von der Lehre Šemuéls und R. Jirmeja hält wohl von der Lehre Šemuéls. –", | |
| "Nein, sowohl der eine als auch der andere hält von der Lehre Šemuéls, nur ist R. Jona der Ansicht, Šemuél sage es nur von dem Falle, wenn es bereits erfolgt ist, nicht aber von vornherein, und R. Jirmeja ist der Ansicht, auch von vornherein.", | |
| "Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich wende man es nicht um, wenn du aber einwendest aus der Lehre: bei folgenden Dingen &c. Geheiligtes &c., so ist dies nach R. Ḥisda zu erklären,", | |
| "denn R. Ḥisda erklärte: ‘Gibt es keine Übervorteilung’, bei ihnen hat das Gesetz von der Übervorteilung keine Geltung, denn er kann zurücktreten, auch wenn die Differenz geringer ist als der Betrag der Übervorteilung.", | |
| "U͑la sagte: Sie sagten dies nur von dem Falle, wenn zwei es geschätzt<sup class=\"footnote-marker\">53</sup><i class=\"footnote\">Und darauf drei das Heilige höher bewerten.</i>hatten, wenn aber drei es geschätzt hatten, so ist es nicht zu widerrufen, selbst wenn hundert kommen<sup class=\"footnote-marker\">54</sup><i class=\"footnote\">Und es höher einschätzen.</i>. –", | |
| "Dem ist ja aber nicht so, R. Saphra sagte ja, daß hundert wie zwei und zwei wie hundert gelten, gilt nur bei einer Zeugenaussage<sup class=\"footnote-marker\">55</sup><i class=\"footnote\">Die Bekundung von 100 Zeugen hat nicht mehr Bedeutung als die von 2 Zeugen.</i>, bei einer Erwägung<sup class=\"footnote-marker\">56</sup><i class=\"footnote\">Od. Schätzung.</i>aber richte man sich nach [der Mehrheit] der Ansichten!?", | |
| "Und sollte man sich ferner sogar bei drei gegen drei nicht nach den letzteren richten, wo doch das Heiligtum die Oberhand hat? –", | |
| "U͑la ist der Ansicht, er müsse nur rabbanitisch für den Geldwert aufkommen, und bei Rabbanitischem haben die Rabbanan es erleichtert.", | |
| "<sup>vi</sup> <b>S</b><small>AGTE JEMAND</small>:] <small>DIESES SEI ANSTELLE DES</small> B<small>RANDOPFERS, ANSTELLE DES</small> S<small>ÜNDOPFERS, SO HAT ER NICHTS GESAGT; WENN ABER: ANSTELLE DIESES</small> S<small>ÜNDOPFERS, ANSTELLE DIESES</small> B<small>RANDOPFERS, ANSTELLE DES</small> S<small>ÜNDOPFERS, ANSTELLE DES</small> B<small>RANDOPFERS, DAS ICH ZUHAUSE HABE, UND ER EIN SOLCHES HAT, SO SIND SEINE</small> W<small>ORTE GÜLTIG</small>.", | |
| "S<small>AGTE JEMAND ÜBER EIN UNREINES</small> V<small>IEH ODER ÜBER EIN FEHLERBEHAFTETES: DIESES SEI EIN</small> B<small>RANDOPFER, SO HAT ER NICHTS GESAGT; WENN ABER: DIESES SEI FÜR EIN</small> B<small>RANDOPFER, SO IST ES ZU VERKAUFEN UED FÜR DEN</small> E<small>RLÖS EIN</small> B<small>RANDOPFER ZU BRINGEN</small>.", | |
| "GEMARA. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Unsre Mišna vertritt nicht die Ansicht des R. Meír, denn wenn die des R. Meír, so sagt er ja, niemand bringe seine Worte unnütz hervor<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Auch im 1. Falle sei für den Erlös das betreffende Opfer darzubringen.</i>.", | |
| "W<small>ENN ABER: DIESES SEI FÜR EIN</small> B<small>RANDOPFER, SO IST ES ZU VERKAUFEN UND FÜR DEN</small> E<small>RLÖS EIN</small> B<small>RANDOPFER ZU BRINGEN</small>. Nur bei einem unreinen Vieh und bei einem fehlerbehafteten, die ungeeignet sind, ist ein Leibesfehler nicht erforderlich<sup class=\"footnote-marker\">58</sup><i class=\"footnote\">Dh. man braucht sie nicht weiden zu lassen, bis sie ein Gebrechen bekommen.</i>, wenn aber jemand ein Weibchen als Schuldopfer oder als Brandopfer<sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Das als solches nicht dargebracht werden kann, wohl aber als Heilsopfer.</i>abgesondert hat, ist ein Leibesfehler<sup class=\"footnote-marker\">60</sup><i class=\"footnote\">Cf. Anm. 58 mut. mut.</i>erforderlich.", | |
| "Hierzu sagte R. Jehuda im Namen Rabhs: Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht des R. Šimo͑n, denn wir haben gelernt: R. Šimo͑n sagt, man verkaufe es<sup class=\"footnote-marker\">61</sup><i class=\"footnote\">Cf. supra Fol. 19b.</i>ohne Leibesfehler<sup class=\"footnote-marker\">58</sup><i class=\"footnote\">Dh. man braucht sie nicht weiden zu lassen, bis sie ein Gebrechen bekommen.</i>." | |
| ], | |
| [ | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">i</sup> <b>A</b>LLE [T<small>IERE</small>], <small>DIE FÜR DEN</small> A<small>LTAR VERBOTEN SIND, MACHEN ANDERE VERBOTEN</small>, <small>IN WELCHEM</small> V<small>ERHÄLTNISSE SIE AUCH SIND</small><sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Ist ein solches Tier in eine nach Tausenden zählende Herde gekommen, so ist die ganze Herde für den Altar verboten.</i>: <small>DAS AKTIV ODER PASSIV ZUR</small> B<small>ESTIALITÄT VERWANDTE, DAS ABGESONDERTE, DAS ANGEBETETE, DAS ALS</small> H<small>URENGABE ODER</small> H<small>UNDEPREIS VERWANDTE, DER</small> M<small>ISCHLING, DAS TOTVERLETZTE UND DIE</small> S<small>EITENGEBURT</small>.", | |
| "W<small>AS HEISST ‘ABGESONDERTES’</small>? D<small>AS FÜR DEN</small> G<small>ÖTZENDIENST ABGESONDERT WORDEN IST; ES HEISST IST VERBOTEN, UND WAS AN IHM, IST ERLAUBT</small>. W<small>AS HEISST ‘ANGEBETETES’</small>? D<small>AS ANGEBETET WORDEN IST; ES SELBST IST VERBOTEN, UND WAS AN IHM, IST VERBOTEN</small>. B<small>EIDE SIND ZUM</small> E<small>SSEN ERLAUBT</small>.", | |
| "GEMARA. Der Meister sagte, sie machen andere verboten, in welchem Verhältnisse sie auch sind; daß sie sich nämlich nicht in der Mehrheit verlieren, und dies haben wir ja bereits gelernt: alle Opfertiere, die mit verenden zu lassenden Sündopfern oder mit einem zu steinigenden Rinde<sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Cf. Ex. 21,29.</i> vermischt worden sind, selbst eines in einer Myriade, sind verenden zu lassen,", | |
| "und auf unsere Frage, was er damit<sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Wenn ein Opfertier in eine Myriade verbotener Tiere gekommen ist, so ist es ja selbstverständlich verboten, da die verbotenen in großer Mehrheit sind; außerdem ist das ‘selbst’, wonach es in einer kleineren Anzahl erst recht verboten ist, widersinnig.</i> lehre,", | |
| "[wurde erwidert,] dies sei wie folgt zu verstehen: sind unter diese verenden zu lassende Sündopfer oder ein zu steinigendes Rind gekommen, selbst eines unter eine Myriade, so sind sie verenden zu lassen!?", | |
| "Dies ist nötig; man könnte glauben, dies gelte nur von jenen, die zum Genusse verboten sind, diese<sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Die in unserer Mišna genannten.</i>aber, die nicht zum Genusse verboten sind, könnte man glauben, verlieren sich in der Mehrheit, so lehrt er uns. –", | |
| "Aber auch vom aktiv oder passiv zur Bestialität verwandten haben wir ja bereits gelernt: sind sie mit aktiv oder passiv zur Bestialität verwandten vermischt worden, so sind sie weiden zu lassen, bis sie ein Gebrechen bekommen, sodann verkaufe man sie und bringe das betreffende Opfer für den Erlös des besten von ihnen!?", | |
| "R. Kahana erwiderte: Ich trug diese Lehre R. Šimi b. Aši vor, und er sprach zu mir: eines gilt von Profanem und eines gilt von Heiligem. Und beides ist nötig.", | |
| "Würde er es nur vom Heiligen gelehrt haben, so könnte man glauben, weil sie widerwärtig sind, bei Profanem aber verlieren sie sich. –", | |
| "Aber auch von Profanem haben wir es ja bereits gelernt: folgende sind verboten und machen verboten, in welchem Verhältnisse sie auch sind: Libationswein, Götzen, die Vögel des Aussätzigen<sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. Kap. 14.</i>, ausgeherzte Felle<sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">An der Herzstelle aufgerissen u. durchlocht; auf diese Weise wurden die Tiere für den Götzen hergerichtet; cf. Az. Fol. 32a.</i>,", | |
| "das Haar<sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Cf. Num. 6,18.</i> des Naziräers, das Erstgeborene eines Esels<sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Das, wenn man es nicht auslöst, zum Genüsse verboten ist.</i>, Fleisch mit Milch, das zu steinigende Rind, das genickbrochene Kalb<sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Cf. Dt. 21,1ff.</i> und das im Tempelhofe geschlachtete Profane; diese sind verboten und machen verboten, in welchem Verhältnisse sie auch sind!? –", | |
| "Dies ist nötig. Würde er es nur da gelehrt haben, so könnte man glauben, weil zum Genusse Verbotenes sich nicht verliert, diese<sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Die in unserer Mišna genannten.</i> aber verlieren sich.", | |
| "Und würde er es nur hier gelehrt haben, so könnte man glauben, weil sie für den Höchsten widerwärtig sind, für Gemeine aber verliere sich das zum Genusse verbotene in der Mehrheit, so lehrt er uns.", | |
| "Woher, daß das aktiv oder passiv zur Bestialität verwandte für den Höchsten verboten ist? – Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Lev. 1,2.</i><i>Vom Vieh</i>, dies schließt das aktiv oder passiv zur Bestialität verwandte aus.", | |
| "Dies ist ja aber durch einen Schluß zu folgern: wenn ein fehlerbehaftetes, mit dem keine Sünde begangen worden ist, für den Altar untauglich ist, um wieviel mehr ist das aktiv oder passiv zur Bestialität verwandte, mit dem eine Sünde begangen worden ist, für den Altar verboten!?", | |
| "Das Pflügen mit Rind und Esel<sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Die zusammen nicht zur Arbeit verwandt werden dürfen (cf. Dt. 22,10); soll heißen: Ochs od. Esel, mit denen zusammen gepflügt worden ist.</i>beweist [das Entgegengesetzte]: mit diesen ist eine Sünde begangen worden, und sie sind für den Altar erlaubt.", | |
| "Wohl gilt dies vom Pflügen mit Rind und Esel, die nicht des Todes schuldig sind, während das aktiv oder passiv zur Bestialität verwandte des Todes schuldig ist!?", | |
| "Nimm, was du dir geholt<sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Dh. dieser Einwurf verdient keine Beachtung.</i>hast. Ich weiß dies von dem, mit dem die Sünde festgestellt worden ist durch zwei Zeugen,", | |
| "woher dies von dem, mit dem die Sünde festgestellt worden ist durch einen Zeugen oder durch den Eigentümer<sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">In welchem Falle sie nicht zu töten sind; wegen dieses Falles ist der Schriftvers nötig.</i>?", | |
| "R. Šimo͑n sagte: Ich will es durch einen Schluß folgern: wenn ein fehlerbehaftetes, das durch die Bekundung von zwei Zeugen nicht zum Essen untauglich wird, durch Bekundung eines einzelnen Zeugen<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Ein einzelner Gelehrter darf den Leibesfehler untersuchen u. entscheiden, ob das Vieh zur Opferung geeignet ist.</i>zur Darbringung untauglich wird, um wieviel mehr wird das aktiv oder passiv zur Bestialität verwandte, das durch Bekundung von zwei Zeugen zum Essen untauglich wird, durch Bekundung eines einzelnen Zeugen zur Darbringung untauglich.", | |
| "Daher heißt es <i>vom Vieh</i>, um das aktiv oder passiv zur Bestialität verwandte auszuschließen. – Dies wird ja durch einen Schluß gefolgert!?" | |
| ], | |
| [ | |
| "R. Aši erwiderte: Weil dieser Schluß zu widerlegen ist: wohl gilt dies vom fehlerbehafteten, dessen Fehler kenntlich ist, während beim aktiv oder passiv zur Bestialität verwandten der Fehler nicht kenntlich ist.", | |
| "Man könnte nun glauben, da der Fehler nicht kenntlich ist, sei es für den Altar tauglich, so heißt es <i>vom Vieh</i>, und dies schließt das aktiv oder passiv zur Bestialität verwandte aus.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Lev. 1,2.</i><i>Vom Rinde</i>, dies schließt das angebetete aus. Dies ist ja durch einen Schluß zu folgern: wenn Hurengabe und Hundepreis, deren Überzug<sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Das, womit diese zugedeckt worden sind.</i>erlaubt ist, selber verboten sind, um wieviel mehr ist das angebetete verboten, dessen Überzug verboten ist<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Cf. Dt. 7,25.</i>.", | |
| "Oder umgekehrt: wenn von Hurengabe und Hundepreis, die verboten sind, der Überzug erlaubt ist, um wieviel mehr sollte vom angebeteten, das erlaubt<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Wenn der angezogene Schriftvers nicht darauf gedeutet hätte, daß es verboten ist.</i>ist, der Überzug erlaubt sein. –", | |
| "Demnach hast du ja aufgehoben [den Schriftvers]:<sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Dt. 7,25.</i><i>gelüste nicht das Gold und Silber daran, daß du es nähmest</i>!? –", | |
| "Ich will aufrecht halten [der Schriftvers]: <i>gelüste nicht das Gold und das Silber</i>, bei Dingen, die keinen Lebensodem haben; man könnte aber glauben, von Dingen, die einen Lebensodem haben, die selber erlaubt sind, sei der Überzug erlaubt, so heißt es <i>vom Rind</i>, dies schließt das angebetete aus.", | |
| "R. Ḥananja wandte ein: Also nur aus dem Grunde, weil die Schrift es ausschließt, hätte die Schrift es aber nicht ausgeschlossen, könnte man glauben, der Überzug sei erlaubt, aber es heißt ja:<sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Ib. 12,13.</i><i>ihr sollt ihren Namen vernichten</i>, alles was auf ihren Namen gefertigt ist!? –", | |
| "Dies besagt, daß man ihnen kakophonische Namen beilege. Beth Galja nenne man Beth Karja<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Ersteres heißt Versammlungs- od. Bethaus, letzteres Schmutzhaus; vgl. Bd. IX S. 576 Anm. 110 u. 111.</i>, Königsgesicht<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Manche lesen Molekh, Name des in der Bibel bekannten Feuergottes.</i>[nenne man] Hundsgesicht, Aller-Auge nenne man Dornen-Auge. –", | |
| "Vielleicht umgekehrt: <i>vom Vieh</i>, dies schließt das angebetete aus, <i>vom Rinde</i>, dies schließt das aktiv oder passiv zur Bestialität verwandte aus!? –", | |
| "Man achte auf die Verbindung in der Schrift; in Verbindung mit Vieh heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Lev. 20,15.</i><i>wer bei einem Vieh liegt, soll des Todes sterben</i>, und in Verbindung mit Rind heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Ps. 106,20.</i><i>und sie vertauschten ihre Herrlichkeit um das Bild eines grasfressenden Rindes</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Lev. 1,2.</i><i>Vom Kleinvieh</i>, dies schließt das [für den Götzendienst] abgesonderte aus; <i>und vom Kleinvieh</i>, dies schließt das stößige<sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Das einen Menschen getötet hat, jedoch, weil keine 2 Zeugen dies bekunden, nicht zu steinigen ist.</i>aus. R. Šimo͑n sprach: Wozu wird, wenn dies schon vom zur Bestialität verwandten gesagt wird, dies vom stößigen, und wenn dies vom stößigen gesagt wird, dies vom zur Bestialität<sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Beide sind zu steinigen, wenn 2 Zeugen vorhanden sind.</i>verwandten gesagt?", | |
| "Weil manches beim zur Bestialität verwandten gilt, was nicht beim stößigen: beim zur Bestialität verwandten gleicht der Zwang dem freien Willen, was beim stößigen nicht der Fall<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Wenn beispielsweise ein Rind zum Stoßen abgerichtet wird, ist es nicht zu steinigen; cf. Bq. Fol. 39a.</i>ist.", | |
| "Und manches gilt nur beim stößigen, denn für das stößige ist das Lösegeld<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Cf. Ex. 21,30.</i>zu zahlen, was beim zur Bestialität verwandten nicht der Fall ist. Daher muß dies vom zur Bestialität verwandten gesagt werden, und muß dies vom stößigen gesagt werden.", | |
| "Der folgende Autor aber entnimmt dies hieraus. Es wird gelehrt: Das aktiv oder passiv zur Bestialität verwandte &c. gleichen Opfertieren, die einen vorübergehenden Leibesfehler vor ihrer Heiligung hatten;", | |
| "sie benötigen eines bleibenden Leibesfehlers, um ausgelöst werden zu können, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Lev. 22,25.</i><i>denn ihre Verderbtheit an ihnen, ein Leibesfehler haftet ihnen an</i>. –", | |
| "Wieso geht dies hieraus hervor? – Die Lehre ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: Woher, daß sie verboten sind? Es heißt: <i>denn ihre Verderbtheit an ihnen, ein Leibesfehler haftet ihnen an</i>, und in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Überall, wo es <i>verderben</i> heißt, seien Unzucht und Götzendienst zu verstehen.", | |
| "Unzucht, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Gen. 6,12.</i><i>denn alles Fleisch hatte seinen Wandel verderbt &c</i>. Götzendienst, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Dt. 4,16.</i><i>daß ihr nicht verderbt handelt und euch ein Schnitzbild fertigt, irgend eines Standbildes Gestalt</i>. Was ein Leibesfehler untauglich macht, machen auch Unzucht und Götzendienst untauglich. –", | |
| "Wofür verwendet der Autor der Schule R. Jišma͑éls [die Worte] <i>vom Rinde und vom Kleinvieh</i>? – Hieraus folgert er: ausgenommen das kranke, das alte und das ekelhafte. –", | |
| "Woher entnimmt es der erste Autor, der diese Schriftworte auf die Ausschließung des aktiv oder passiv zur Bestialität verwandten bezieht, hinsichtlich des kranken, alten und ekelhaften? –Er entnimmt dies aus [den Worten] <i>vom Kleinvieh, von den Lämmern und von den Ziegen</i>. – Und der erste Autor!? – Es ist die Art der Schrift so<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Die Partikel ‘von’ zu gebrauchen.</i>zu sprechen.", | |
| "W<small>AS HEISST ‘ABGESONDERTES’</small>? D<small>AS FÜR DEN</small> G<small>ÖTZENDIENST &C</small>. Reš Laqiš sagte: Es ist nur für sieben Jahre abgesondert<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Wenn es erst 7 Jahre nach der Absonderung für den Götzen geschlachtet werden soll.</i>verboten,", | |
| "denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Jud. 6,25.</i><i>und es geschah in jener Nacht, da sprach der Herr zu ihm</i>: <i>Nimm den jungen Farren, den deines Vaters, und den zweiten Farren von sieben Jahren</i>. –", | |
| "War dieser denn nur abgesondert, er war ja auch angebetet worden!? R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: Er war zur Anbetung abgesondert, jedoch nicht angebetet worden. Raba erwiderte: Tatsächlich war er angebetet worden, nur war es da ein Novum<sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">Von diesem Falle ist auf andere nicht zu folgern.</i>. Dies nach R. Abba b. Kahana, denn R. Abba b. Kahana sagte: Achterlei erlaubten sie in jener Nacht: [das Schlachten] außerhalb<sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Des Tempelhofes.</i>, nachts, durch Gemeine," | |
| ], | |
| [ | |
| "[ohne] Dienstgeräte, mit Geräten von einer Ašera, mit Holz von einer Ašera, Abgesondertes und Angebetetes.", | |
| "R. Ṭobi b. Mathna sagte im Namen des R. Jošija: Wo ist [das Gesetz] vom Abgesonderten aus der Tora zu entnehmen? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Num. 28,2.</i><i>sollt ihr beobachten, es mir zur festgesetzten Zeit darzubringen</i>, dem eine Beobachtung<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Zur Darbringung als Opfer.</i>zuteil wird.", | |
| "Abajje wandte ein: Demnach<sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">Aus dem Wortlaute ist zu entnehmen, daß man das Tier nicht sofort nach der Heiligung schlachten darf, sondern erst nach einer Zeit der Beobachtung.</i>ist, wenn man ein abgezehrtes Lamm<sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Um das sich bisher niemand gekümmert hat.</i>holt und ihm keine Beobachtung zuteil werden läßt, dieses zur Darbringung ungeeignet!? – Ich meine es wie folgt: <i>sollt ihr beobachten, es mir zur festgesetzten Zeit darzubringen</i>, mir und nicht einem anderen Herrn; und ein anderer, dem man Opfer darbringt, ist der Götze.", | |
| "Raba b. R. Ada sagte im Namen des R. Jiçḥaq: Das abgesonderte ist verboten, erst wenn es für den Götzendienst verwendet worden ist. U͑la sagte im Namen des R. Joḥanan: Erst wenn es den Pfaffen übergeben worden ist. Baha sagte im Namen des R. Joḥanan: Erst wenn man ihm Wicken vom Götzendienste zu fressen gegeben hat.", | |
| "R. Abba sprach zu Baha: Streitet ihr gegen U͑la? Dieser erwiderte: Nein, auch U͑la spricht nur von dem Falle, wenn man es mit Wicken vom Götzendienste gemästet hat.", | |
| "R. Abba sagte: Baha versteht, eine Lehre zu erklären; wäre er aber nicht nach dort<sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Nach Palästina.</i>hinaufgegangen, so würde er es nicht verstanden haben, denn das Jisraélland hat dies<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Cf. Bb. Fol. 158b.</i>veranlaßt. Da sprach R. Jiçḥaq zu ihm: Baha hat es von da<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Aus Babylonien.</i>und von dort.", | |
| "R. Ḥananja aus Ṭriṭa<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Dieser Name variiert im T.; vgl. Bd. X S. 542 Anm. 327.</i>lehrte vor R. Joḥanan: Das abgesonderte ist erst dann verboten, wenn man damit eine Handlung begangen hat. Er lehrte es, und er selbst erklärte später: unter Handlung ist zu verstehen, wenn man es geschoren oder zur Arbeit verwandt hat.", | |
| "W<small>AS HEISST ANGEBETET &C</small>. Woher dies<sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Daß es einem Gemeinen zum Essen erlaubt ist.</i>?", | |
| "R. Papa erwiderte: Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Ez. 15.</i><i>von den Wiesengründen Jisraéls</i>, von dem, was Jisraéliten erlaubt ist, und wenn man sagen wollte, sie seien einem Gemeinen verboten, so wäre ja kein Schriftvers nötig, sie für den Höchsten auszuschließen. –", | |
| "Ist denn, wenn es für einen Gemeinen verboten ist, kein Schriftvers<sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">Daß es zur Opferung verboten ist.</i>nötig, das Totverletzte ist ja auch einem Gemeinen verboten, und dennoch schließt die Schrift es für den Höchsten aus!?", | |
| "Es wird nämlich gelehrt: Unten<sup class=\"footnote-marker\">47</sup><i class=\"footnote\">Lev. 1,3.</i>heißt es <i>vom Rinde</i>, und da dies überflüssig<sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Da schon im vorangehenden Schriftverse die Opfertiere aufgezählt werden.</i>ist, so schließt dies das Totverletzte aus. –", | |
| "<i>Dies</i> ist nötig; man könnte glauben, nur in dem Falle, wenn es totverletzt war und nachher geheiligt worden ist, wenn es aber geheiligt war und nachher totverletzt worden ist, sei es für den Höchsten erlaubt. –", | |
| "Dies geht ja aber schon aus folgendem hervor:<sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,32.</i><i>was unter dem Stabe durchgeht</i>, ausgenommen das Totverletzte, das nicht durchgeht!? –", | |
| "Dies ist ebenfalls nötig; man könnte glauben, nur wenn es gar keine Zeit der Tauglichkeit hatte, wenn es nämlich totverletzt aus dem Mutterleibe kam, wenn es aber eine Zeit der Tauglichkeit hatte, wenn es [heil] in den Weltenraum kam und darauf totverletzt wurde, sei es für den Höchsten erlaubt, so lehrt er uns.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">ii</sup> <b>W</b><small>AS HEISST</small> H<small>URENGABE</small>? W<small>ENN JEMAND ZU EINER</small> H<small>UBE GESAGT HAT: DA HAST DU DIESES</small> L<small>AMM ALS</small> B<small>ELOHNUNG</small>. S<small>ELBST WENN ES HUNDERT<sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">Die er ihr gibt.</i>SIND, SIND SIE VERBOTEN</small>. D<small>ESGLEICHEN, WENN JEMAND ZU SEINEM</small> N<small>ÄCHSTEN SAGT: DA HAST DU DIESES</small> L<small>AMM, UND DAFÜR MAG DEINE</small> M<small>AGD BEI MEINEM</small> S<small>KLAVEN SCHLAFEN</small>; R<small>ABBI SAGT, ES SEI KEINE</small> H<small>URENGABE, UND DIE</small> W<small>EISEN SAGEN, ES SEI</small> H<small>URENGABE</small>.", | |
| "GEMARA. Der Meister sagte, selbst wenn es hundert sind, seien sie verboten. In welchem Falle: wollte man sagen, wenn sie hundert Stück Vieh als Belohnung nimmt, so ist es ja selbstverständlich, daß sie alle verboten sind; was ist denn der Unterschied, ob eines oder hundert!? –", | |
| "In dem Falle, wenn sie als Belohnung eines nimmt, er ihr aber hundert gegeben hat, weil sie alle von einer Belohnung kommen.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Wenn er ihr gegeben, ihr aber nicht beigewohnt hat, ihr beigewohnt, ihr aber nicht gegeben hat, so ist die Hurengabe erlaubt. – Wenn er ihr gegeben, ihr aber nicht beigewohnt hat, nennst du es Hurengabe!? Ferner; wenn er ihr beigewohnt, aber nicht gegeben hat, so hat er ihr ja nichts gegeben!? –", | |
| "Vielmehr, er meint es wie folgt: wenn er ihr zuerst gegeben und ihr nachher beigewohnt hat, oder wenn er ihr zuerst beigewohnt und ihr nachher gegeben hat, so ist die Hurengabe erlaubt. – Sollte es doch [vom Verbote] der Hurengabe rückwirkend erfaßt<sup class=\"footnote-marker\">51</sup><i class=\"footnote\">Durch die nachträgliche Beiwohnung.</i>werden!? R. Elea͑zar erwiderte:" | |
| ], | |
| [ | |
| "Wenn sie zuvorgekommen ist und es<sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Vor der Beiwohnung.</i>dargebracht hat. – In welchem Falle: wollte man sagen, wenn er es ihr sofort zugeeignet hat, so ist es ja selbstverständlich erlaubt, denn er hatte ihr ja bis dahin nicht beigewohnt,", | |
| "und wenn er zu ihr gesagt hat: es sei dir erst in der Stunde der Beiwohnung zugeeignet, so kann sie es ja nicht darbringen, denn der Allbarmherzige sagt:<sup class=\"footnote-marker\">53</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,14.</i><i>wenn jemand sein Haus dem Heiligtume weiht</i>, wie sein Haus sich in seinem Besitze befindet, ebenso alles andere, was sich in seinem Besitze befindet!? –", | |
| "In dem Falle, wenn er zu ihr gesagt hat: es sei dir zugeeignet erst in der Stunde der Beiwohnung, solltest du es aber brauchen, so sei es dir sofort zugeeignet.", | |
| "R. Oša͑ja fragte: Wie ist es, wenn sie zuvorgekommen ist und es dem Heiligtume geweiht hat? – Dies ist ja aus der Antwort des R. Elea͑zar zu entscheiden, denn R. Elea͑zar erklärte: wenn sie zuvorgekommen ist und es dargebracht hat; nur wenn sie es dargebracht hat, weil es zur Zeit der Beiwohnung nicht mehr da war, wenn sie es aber dem Heiligtume geweiht hat, ist es verboten. –", | |
| "Dies eben fragt er: ist es nur dann erlaubt, wenn sie es dargebracht hat, weil es zur Zeit der Beiwohnung nicht mehr da war, wenn sie es aber geheiligt hat, es also zur Zeit der Beiwohnung noch da ist, ist es verboten,", | |
| "oder aber ist es erlaubt, auch wenn sie es dem Heiligtume geweiht hat, denn der Meister sagte, dem Höchsten gegenüber gilt das Wort<sup class=\"footnote-marker\">54</sup><i class=\"footnote\">Es befindet sich nicht mehr in ihrem Besitze.</i>wie die Übergabe an einen Gemeinen, und um so mehr, wenn sie es dargebracht hat. – Dies bleibt unentschieden.", | |
| "«Wenn er ihr zuerst beigewohnt und ihr nachher gegeben hat, so ist die Hurengabe erlaubt.» Es wird ja aber gelehrt, wenn er ihr zuerst beigewohnt und ihr nachher gegeben hat, selbst nach zwölf Monaten, sei die Hurengabe verboten!?", | |
| "R. Ḥanan b. R. Ḥisda erwiderte: Das ist kein Widerspruch; das eine in dem Falle, wenn er zu ihr gesagt hat: laß dich von mir beschlafen für dieses Lamm, und das andere in dem Falle, wenn er zu ihr gesagt hat: laß dich von mir beschlafen für ein Lamm. –", | |
| "Auch wenn er ‘für dieses Lamm’ gesagt hat, fehlt ja das Ansichziehen<sup class=\"footnote-marker\">55</sup><i class=\"footnote\">Wodurch bewegliche Sachen geeignet werden; cf. Bm. Fol. 47b.</i>!? – Dies gilt von einer nichtjüdischen Hure, die durch das Ansichziehen nicht eignet. Wenn du aber willst, sage ich, auch von einer jisraélitischen Hure, wenn es sich nämlich in ihrem Hofe befand. –", | |
| "Demnach hat er es ihr ja vorher gegeben!? – Wenn er es ihr verpfändet und zu ihr gesagt hat: gebe ich dir bis zu diesem Tage das Geld, so ist es recht, wenn aber nicht, so behalte dieses Lamm als Hurengabe.", | |
| "Rabh sagte: Sowohl die Schandbubengabe als auch jede andere Unzuchtgabe ist verboten, ausgenommen die Gabe an seine menstruierende Frau<sup class=\"footnote-marker\">56</sup><i class=\"footnote\">Auch die Beiwohnung der eigenen menstruierenden Frau wird als Unzucht bezeichnet.</i>,", | |
| "denn es heißt<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Dt. 23,19.</i><i>Hure</i>, und diese ist keine Hure.", | |
| "Levi aber sagte, auch an seine menstruierende Frau, denn es heißt<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Dt. 23,19.</i><i>Gräuel</i>, und auch dies ist ein Gräuel. –", | |
| "Und Levi, es heißt ja <i>Hure</i>!? –Er kann dir erwidern, dies besagt: Hure und nicht Hurer<sup class=\"footnote-marker\">58</sup><i class=\"footnote\">Die Gabe einer Hure an den Hurenden ist erlaubt.</i>. –", | |
| "Woher entnimmt Rabh [die Einschränkung:] Hure und nicht Hurer? – Er entnimmt dies aus einer Lehre Rabbis, denn es wird gelehrt: Rabbi sagte: Als Hurengabe ist nur eine Gabe verboten, die wegen einer Sünde<sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Wenn die Gabe wirkliche Hurengabe ist, während die eigene menstruierende Frau zu einer anderen Zeit erlaubt ist, u. ebenso ist ein Entgelt für die Zeitversäumnis keine Hurengabe.</i>kommt, die Gabe an seine menstruierende Frau aber, oder die er einer als Entschädigung für den Zeitverlust gegeben hat, oder die sie ihm als Hurengabe gegeben hat, ist erlaubt.", | |
| "Und obgleich es hierfür keinen Beweis gibt, so gibt es immerhin eine Andeutung:<sup class=\"footnote-marker\">60</sup><i class=\"footnote\">Ez. 16,34.</i><i>da du Lohn gabest, aber dir kein Lohn gegeben ward, so warst du zum Widerspiel</i>. –", | |
| "Wofür verwendet Rabh [das Wort] <i>Gräuel</i>!? – Dieses verwendet er für eine Lehre Abajjes, denn Abajje sagte: die Hurengabe einer nichtjüdischen Hure ist verboten,", | |
| "denn hierbei heißt es <i>Gräuel</i>, und dort heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">61</sup><i class=\"footnote\">Lev. 18,29.</i><i>wer eines von diesen Gräueln tut</i>; wie es sich dort um Unzucht handelt, wobei keine Antrauung erfolgen kann<sup class=\"footnote-marker\">62</sup><i class=\"footnote\">Die Schrift spricht von Blutsverwandten.</i>, ebenso kann bei dieser keine Antrauung erfolgen.", | |
| "Ein Priester, der ihr beiwohnt ist nicht zu geißeln wegen [Beiwohnung] einer Hure, denn die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">63</sup><i class=\"footnote\">Lev. 21,15.</i><i>er soll seinen Samen nicht entweihen</i>, ein Samen, der ihm genealogisch folgt, ausgenommen eine Nichtjüdin, von der sein Samen ihm nicht genealogisch folgt.", | |
| "Die Hurengabe einer jisraélitischen Hure ist erlaubt, denn bei ihr kann eine Antrauung erfolgen, und ein Priester, der ihr beiwohnt, ist wegen [Beiwohnung] einer Hure zu geißeln, denn sein Samen folgt genealogisch ihm.", | |
| "Raba aber sagt, die Hurengabe der einen und der anderen sei verboten, und ein Priester, der ihnen beiwohnt, sei wegen [Beiwohnung] einer Hure zu geißeln. Dies aus dem Grunde, weil von einander zu folgern ist: wie die jisraélitische Hure mit einem Verbote belegt ist, ebenso ist die nichtjüdische Hure mit einem Verbote belegt, und wie die Hurengabe einer nichtjüdischen Hure verboten ist, ebenso ist die Hurengabe einer jisraélitischen Hure verboten.", | |
| "Man wandte ein: Die Hurengabe sowohl einer nichtjüdischen Hure als auch einer jisraélitischen Hure ist verboten. Dies ist eine Widerlegung Abajjes!? – Abajje kann dir erwidern: hier ist die Ansicht R. A͑qibas vertreten, welcher sagt, die mit einem Verbote belegte Antrauung sei ungültig.", | |
| "Er lehrt uns<sup class=\"footnote-marker\">64</sup><i class=\"footnote\">Im Schlußsatze; dies ist eine Antwort auf den weiter folgenden Einwurf, der Schlußsatz lehre, die eines Hochpriesters an eine Witwe usw. sei verboten. Der Text ist hier korrumpiert.</i>folgendes: bei einer Hure ist die Antrauung ungültig, wie die Antrauung einer Witwe<sup class=\"footnote-marker\">65</sup><i class=\"footnote\">Mit einem Hochpriester.</i>ungültig ist. –", | |
| "Weshalb lehrt er nach Raba: beispielsweise eine Witwe mit einem Hochpriester!? – Wie bei einer Witwe: wie er wegen einer Witwe nur dann zu geißeln ist, wenn eine Warnung erfolgt war, ebenso bei der Hure nur dann, wenn er zu ihr gesagt hat: da hast du.", | |
| "Dies schließt die Lehre R. Elea͑zars aus, denn R. Elea͑zar sagte, wenn ein Lediger einer Ledigen beigewohnt hat nicht zum Zwecke der Ehelichung, habe er sie zur Hure gemacht. Wenn sie aber schon vorher Hure war, so ist es auch verboten.", | |
| "Eine andere Lesart. Diese Lehre bezieht sich auf Inzestverbotene, mit denen keine Antrauung erfolgen kann. –", | |
| "Im Schlußsatze lehrt er ja aber, bei einer Witwe mit einem Hochpriester, oder einer Geschiedenen oder Ḥaluça mit einem gemeinen Priester sei die Hurengabe verboten, und bei diesen ist die Antrauung gültig!? –" | |
| ], | |
| [ | |
| "Hier ist die Ansicht des R. Elea͑zar vertreten, welcher sagt: wenn ein Lediger einer Ledigen beigewohnt hat nicht zum Zwecke der Ehelichung, habe er sie zur Hure gemacht. – Wieso lehrt er dies, wenn die des R. Elea͑zar, von einer Witwe<sup class=\"footnote-marker\">65</sup><i class=\"footnote\">Mit einem Hochpriester.</i>, sollte er es doch von einer Ledigen lehren!? –", | |
| "Von einer Witwe ist dies zu lehren nötig; man könnte glauben, da dies eine Hauptnorm<sup class=\"footnote-marker\">66</sup><i class=\"footnote\">Daß durch den Verkehr zwischen einem Ledigen u. einer Ledigen sie zur Hure wird.</i>ist, sei es bei diesen<sup class=\"footnote-marker\">67</sup><i class=\"footnote\">Einer Witwe mit einem Hochpriester.</i>nicht verboten, so lehrt er uns.", | |
| "W<small>ENN JEMAND ZU SEINEM</small> N<small>ÄCHSTEN SAGT: DA HAST DU DIESES</small> L<small>AMM &C</small>. Eine Sklavin ist ja einem Sklaven erlaubt!? R. Hona erwiderte: Wenn er ‘bei mir’ gesagt hat, und nur beschönigend heißt es ‘Sklaven’. –", | |
| "Was ist demnach der Grund Rabbis? Šemuél b. R. Jiçḥaq erwiderte: Tatsächlich gilt dies von einem Sklaven, nur spricht er von einem hebräischen Sklaven. –", | |
| "Was ist demnach der Grund der Rabbanan, einem hebräischen Sklaven ist ja eine Sklavin erlaubt!? – Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er Weib und Kinder nicht hat, denn es wird gelehrt: Hat er nicht Weib und Kinder, so darf sein Herr ihm keine kenaa͑nitische Sklavin<sup class=\"footnote-marker\">68</sup><i class=\"footnote\">Cf. Ex. 21,3.</i>geben, hat er Weib und Kinder, so darf sein Herr ihm eine kenaa͑nitische Sklavin geben.", | |
| "<sup>iii</sup> <b>W</b><small>AS HEISST</small> H<small>UNDEPREIS</small>? W<small>ENN JEMAND ZU SEINEM</small> N<small>ÄCHSTEN SAGT: DA HAST DU DIESES</small> L<small>AMM FÜR DIESEN</small> H<small>UND</small>.", | |
| "D<small>ESGLEICHEN IST, WENN ZWEI</small> G<small>ESELLSCHAFTER GETEILT HABEN, UND DER EINE ZEHN</small> [S<small>CHAFE</small>] <small>UND DER ANDERE NEUN UND EINEN</small> H<small>UND GENOMMEN HAT, DER</small> G<small>EGENWERT DES</small> H<small>UNDES VERBOTEN</small><sup class=\"footnote-marker\">69</sup><i class=\"footnote\">Zur Opferung.</i>, <small>UND DIE MIT DEM</small> H<small>UNDE ERLAUBT</small>.", | |
| "D<small>IE</small> H<small>UNDEGABE</small><sup class=\"footnote-marker\">70</sup><i class=\"footnote\">Der Lohn für die Hergabe einer Hündin zum bestialischen Beischlafe, nach anderer Erklärung zur Paarung.</i><small>UND DER</small> H<small>URENPREIS</small><sup class=\"footnote-marker\">71</sup><i class=\"footnote\">Ein Schaf, das man für eine Hure zahlt, die man als Sklavin kauft.</i><small>SIND ERLAUBT, DENN ES HEISST</small><sup class=\"footnote-marker\">72</sup><i class=\"footnote\">Dt. 23,19.</i><i>beide</i>, <small>NICHT ABER VIER; IHRE</small><sup class=\"footnote-marker\">73</sup><i class=\"footnote\">Von solchen Lämmern.</i>J<small>UNGEN SIND ERLAUBT, DENN ES HEISST</small> <i>sie</i>, <small>NICHT ABER IHRE</small> J<small>UNGEN</small>.", | |
| "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: <i>Hundepreis</i>, das ist der Tauschpreis für einen Hund, denn so heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">74</sup><i class=\"footnote\">Ps. 44,13.</i><i>du verkauftest dein Volk um ein geringes Gut, du wuchertest nicht bei ihrem Preise</i>. –", | |
| "Vielleicht die [Hunde]gabe<sup class=\"footnote-marker\">75</sup><i class=\"footnote\">Wenn man eine Hure od. eine Sklavin von einem Hunde beschlafen läßt. Der Text ist hier korrumpiert.</i>!? – Demnach wären es drei Fälle, und es heißt<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Dt. 23,19.</i><i>sie beide</i>, und nicht drei. –", | |
| "Sagen wir denn Gabe und Preis, wir sprechen von einer Gabe ohne Preis<sup class=\"footnote-marker\">76</sup><i class=\"footnote\">Hundepreis heißt eben die Hurengabe für einen Hund.</i>!? –", | |
| "Demnach sollte die Schrift sagen: <i>du sollst nicht die Gabe einer Hure und eines Hundes bringen</i>, wenn es aber heißt: <i>Hurengabe und Hundepreis</i>, so ist [der Preis] zu verstehen.", | |
| "W<small>ENN</small> G<small>ESELLSCHAFTER GETEILT HABEN UND EINER &C. NAHM</small>. Sollte doch eines für den Hund in Abzug gebracht werden und alle übrigen erlaubt sein!? – In dem Falle, wenn der Preis des Hundes höher ist als eines von ihnen, und der Überschuß des Hundes auf alle entfällt.", | |
| "D<small>IE</small> H<small>UNDEGABE UND DER</small> H<small>URENPREIS SIND ERLAUBT &C</small>. Raba aus Parziqa sprach zu R. Aši:" | |
| ], | |
| [ | |
| "Woher das, was die Rabbanan gesagt haben, bei Tieren gebe es keine Hurerei? Dieser erwiderte: Die Schrift sollte doch nicht geteilt, sondern geschrieben haben: Gabe einer Hure und eines Hundes.", | |
| "Desgleichen wird gelehrt: Die Hundegabe und der Hurenpreis sind erlaubt, denn es heißt: <i>beide</i>, und nicht vier. Ihre<sup class=\"footnote-marker\">73</sup><i class=\"footnote\">Von solchen Lämmern.</i>Jungen sind erlaubt, denn es heißt <i>auch beide</i>, sie und nicht ihre Jungen.", | |
| "Raba sagte: Das Junge eines zur Bestialität verwandten Tieres ist verboten, denn es und sein Junges sind beschlafen worden, das eines stößigen ist verboten, denn es und sein Junges haben gestoßen.", | |
| "Das Junge eines [für den Götzendienst] abgesonderten und angebeteten ist erlaubt, denn nur die Mutter ist abgesondert worden, nur die Mutter ist angebetet worden. Manche sagen, auch das Junge des abgesonderten und angebeteten sei verboten, denn hierbei ist der Körperumfang erwünscht.", | |
| "R. Aḥadboj b. Ami sagte im Namen des R. Šešeth: Wenn jemand die Antrauung<sup class=\"footnote-marker\">77</sup><i class=\"footnote\">Die mit einem Wertgegenstande erfolgen kann.</i>vollzieht mit dem Miste eines zu steinigenden Rindes, so ist [die Frau] ihm angetraut, wenn aber mit dem Miste von Götzenkälbern, so ist sie ihm nicht angetraut. – Aus welchem Grunde? –", | |
| "Wenn du willst, [erkläre ich dies durch] einen Schriftvers, und wenn du willst, durch einen Vernunftgrund. Wenn du willst, durch einen Vernunftgrund, denn beim Götzendienste ist der Körperumfang erwünscht, beim zu steinigenden Rinde aber ist nicht der Körperumfang erwünscht.", | |
| "Wenn du willst, durch einen Schriftvers; beim Götzendienste heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">78</sup><i class=\"footnote\">Dt. 7,26.</i><i>und du gleich ihm dem Banne verfällst</i>, was von ihm kommt, gleicht ihm; beim zu steinigenden Rinde aber heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">79</sup><i class=\"footnote\">Ex. 21,28.</i><i>sein Fleisch soll nicht gegessen werden</i>, nur sein Fleisch ist verboten, sein Mist aber ist erlaubt.", | |
| "<sup>iv</sup> <b>H</b><small>AT ER IHR</small> G<small>ELD GEGEBEN, SO IST ES ERLAUBT, WENN ABER</small> Wein, Ö<small>L</small>, M<small>EHL ODER SONST ETWAS, DESSEN</small> A<small>RT AUF DEM</small> A<small>LTAR DARGEBRACHT WIRD, SO IST ES VERBOTEN</small>. H<small>AT ER IHR</small> O<small>PFERTIERE GEGEBEN, SO SIND SIE ERLAUBT, \n</small>", | |
| "WENN [<small>PROFANES</small>] G<small>EFLÜGEL, SO IST ES VERBOTEN</small>. E<small>IGENTLICH SOLLTE MAN EINEN</small> S<small>CHLUSS FOLGERN: WENN AUF</small> O<small>PFERTIERE, DIE DURCH EINEN</small> L<small>EIBESFEHLER UNTAUGLICH WERDEN</small>, [<small>DAS</small> V<small>ERBOT</small>] <small>DER</small> H<small>URENGABE UND DES</small> H<small>UNDEPREISES SICH NICHT ERSTRECKT, UM WIEVIEL WENIGER SOLLTE SICH</small> [<small>DAS</small> V<small>ERBOT</small>] <small>DER</small> H<small>URENGABE UND DES</small> H<small>UNDEPREISES AUF DAS</small> G<small>EFLÜGEL ERSTRECKEN, DAS DURCH EINEN</small> L<small>EIBESFEHLER NICHT UNTAUGLICH WIRD</small>. A<small>BER ES HEISST</small>:<sup class=\"footnote-marker\">80</sup><i class=\"footnote\">Dt. 23,19.</i><i>für jedes Gelübde</i>, <small>UND DIES SCHLIESST DAS</small> G<small>EFLÜGEL EIN</small>.", | |
| "V<small>ON ALLEN, DIE FÜR DEN</small> A<small>LTAR VERBOTEN SIND, SIND DIE</small> J<small>UNGEN ERLAUBT</small>. R. E<small>LIE͑ZER SAGT, DAS</small> J<small>UNGE DES</small> T<small>OTVERLETZTEN DÜRFE AUF DEM</small> A<small>LTAR NICHT DARGEBRACHT WERDEN</small>. R. Ḥ<small>ANINA B</small>. A<small>NTIGONOS SAGT, WENN EIN TAUGLICHES VON EINEM</small> T<small>OTVERLETZTEN GESOGEN HAT, SEI ES FÜR DEN</small> A<small>LTAR UNTAUGLICH</small>. A<small>LLE</small> O<small>PFERTIERE, DIE TOTVERLETZT WURDEN, DÜRFEN NICHT AUSGELÖST WERDEN, WEIL MAN NICHT</small> O<small>PFER AUSLÖSEN DARF, UM SIE DEN</small> H<small>UNDEN ZUM</small> F<small>RESSEN ZU GEBEN</small><sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Da sie für Menschen zum Genüsse verboten sind.</i>.", | |
| "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wenn er ihr Weizen gegeben und sie daraus Feinmehl gemacht hat, Oliven und sie daraus Öl gemacht hat, Trauben und sie daraus Wein gemacht hat, so sind sie, wie Eines lehrt, verboten, und wie ein Anderes lehrt, erlaubt. R. Joseph sagte: Gorjon aus Asporaq lehrte, nach der Schule Šammajs verboten und nach der Schule Hillels erlaubt.", | |
| "Die Schule Hillels ist der Ansicht, <i>sie</i>, nicht aber ihre Jungen, <i>sie</i>, nicht aber ihre Umgestaltungen;", | |
| "und die Schule Šammajs ist der Ansicht, <i>sie</i>, nicht aber ihre Jungen, <i>auch</i>, dies schließt ihre Umgestaltungen ein. – Wie erklärt die Schule Hillels das <i>auch</i>!? – Das <i>auch</i> bleibt nach der Schule Hillels unerklärt.", | |
| "Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Dt. 23,19.</i><i>in das Haus des Herrn, deines Gottes</i>, ausgenommen die [rote] Kuh, die nicht ins Haus<sup class=\"footnote-marker\">82</sup><i class=\"footnote\">Diese wird außerhalb des Lagers hergerichtet; cf. Num. 19,3.</i>kommt – so R. Elea͑zar; die Weisen sagen, dies schließe die Altarplatten<sup class=\"footnote-marker\">83</sup><i class=\"footnote\">Mit denen der Altar verkleidet war, die aus Gold waren; dafür darf als Hurengabe erhaltenes Gold nicht verwendet werden.</i>ein. –", | |
| "Wer sind die Weisen? R. Ḥisda erwiderte: Es ist R. Jose b. R. Jehuda, denn es wird gelehrt: Gab er ihr Gold, so darf man, wie R. Jose b. R. Jehuda sagt, daraus keine Altarplatten machen, nicht einmal hinter dem Allerheiligsten<sup class=\"footnote-marker\">84</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. Sühnedeckelraum; bis zur Mauer des Hofraumes blieben noch 11 Ellen zurück (cf. Jom. Fol. 21a), die weniger heilig waren, u. auch da durfte Material aus solcher Herkunft nicht verwandt werden.</i>.", | |
| "H<small>AT EH IHR</small> O<small>PFERTIERE GEGEBEN, SO SIND SIE ERLAUBT &C</small>.", | |
| "Sollte doch [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden, daß [das Verbot] der Hurengabe und des Hundepreises sich auf Opfertiere erstrecke: wenn [das Verbot] der Hurengabe und des Hundepreises sich auf das Geflügel erstreckt, das durch einen Leibesfehler nicht untauglich wird, um wieviel mehr erstreckt sich [das Verbot] der Hurengabe und des Hundepreises auf Opfertiere, die durch einen Leibesfehler untauglich werden. Aber es heißt: <i>für jedes Gelübde</i>, und dies schließt das Gelobte<sup class=\"footnote-marker\">85</sup><i class=\"footnote\">Was schon als Opfer geheiligt worden ist.</i>aus. –", | |
| "Nur weil die Schrift sie ausgeschlossen hat, hätte sie aber die Schrift nicht ausgeschlossen, so würde man gesagt haben, wenn er ihr Opfertiere gegeben hat, erstrecke sich darauf [das Verbot] der Hurengabe und des Hundepreises; aber es ist ja nicht sein Eigentum!?", | |
| "R. Hoša͑ja erwiderte: Wenn er sie an seinem Pesaḥopfer beteiligt hat, und zwar nach Rabbi, denn es wird gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">86</sup><i class=\"footnote\">Ex. 12,4.</i><i>Wenn aber zu wenige sind im Hause für ein Lamm</i>,", | |
| "man lasse ihn sich vom Lamme ernähren<sup class=\"footnote-marker\">87</sup><i class=\"footnote\">Das W. <span dir=\"rtl\">מהיות</span> wird wie <span dir=\"rtl\">מחיות</span> gelesen: um sich zu ernähren. Der Schriftvers wird wie folgt ausgelegt: wenn zu wenig ist im Hause, zum Leben, so darf er andere am Lamme beteiligen u. für den Erlös anderes kaufen.</i>; was er zum Essen braucht, nicht aber, was er zum Handel braucht.", | |
| "Rabbi sagt, auch was er zum Handel braucht. Wenn er nichts hat, so beteilige er andere an seinem Pesaḥlamme und an seinem Festopfer, und der Erlös ist profan, denn unter dieser Voraussetzung heiligen die Jisraéliten ihre Pesaḥopfer.", | |
| "V<small>ON ALLEN, DIE FÜR DEN</small> A<small>LTAR VERBOTEN SIND &C</small>. Der Meister sagte: Von allen, die für den Altar verboten sind, sind die Jungen erlaubt. Und hierzu wird gelehrt: R. Elie͑zer aber verbietet sie.", | |
| "R. Hona b. Ḥanena sagte im Namen des R. Naḥman: Der Streit besteht nur über den Fall, wenn es trächtig war und nachher beschlafen worden ist, denn R. Elie͑zer ist der Ansicht, die Geburt sei ein Glied der Mutter, und die Rabbanan sind der Ansicht, sie sei nicht Glied der Mutter; wenn es aber beschlafen worden ist und nachher trächtig wurde, sind sie alle der Ansicht, daß [das Junge] erlaubt ist.", | |
| "Raba sagte: Der Streit besteht nur über den Fall, wenn es beschlafen worden ist und nachher trächtig wurde, denn R. Elie͑zer ist der Ansicht, was beide<sup class=\"footnote-marker\">88</sup><i class=\"footnote\">Das Junge ist von dem erlaubten Vater u. der verbotenen Mutter erzeugt worden.</i>veranlassen, sei verboten, und die Rabbanan sind der Ansicht, was beide veranlassen, sei erlaubt;", | |
| "wenn es aber trächtig war und nachher beschlafen worden ist, sind alle der Ansicht, daß [das Junge] verboten sei. Raba vertritt hierbei seine Ansicht, denn Raba sagte, das Junge eines zur Bestialität verwandten sei verboten, denn es und sein Junges sind beschlafen worden, und das Junge eines stößigen sei verboten, denn es und sein Junges haben gestoßen.", | |
| "Manche lehren es in einer anderen Fassung. R. Hona b. Ḥenana sagte im Namen des R. Naḥman: Der Streit besteht nur über den Fall, wenn es beschlafen worden ist nachdem es bereits geheiligt war, denn R. Elie͑zer ist der Ansicht, es sei verächtlich, und die Rabbanan sind nicht dieser Ansicht; wenn es aber beschlafen worden ist, als es noch profan war, sind alle der Ansicht, da damit eine Änderung<sup class=\"footnote-marker\">89</sup><i class=\"footnote\">Durch die Heiligung.</i>eingetreten ist, sei [das Junge] erlaubt.", | |
| "Raba aber sagte im Namen des R. Naḥman: Der Streit besteht nur über den Fall, wenn es beschlafen worden ist, als es noch profan war, denn R. Elie͑zer ist der Ansicht, es sei verächtlich, und die Rabbanan sind der Ansicht, da damit eine Änderung eingetreten ist, sei [das Junge] erlaubt; wenn es aber beschlafen worden ist nachdem es bereits geheiligt war, sind alle der Ansicht, daß es verboten ist." | |
| ], | |
| [ | |
| "D<small>AS</small> J<small>UNGE DES</small> T<small>OTVERLETZTEN &C</small>. Nach demjenigen, welcher sagt, das Totverletzte könne gebären, kann dies in dem Falle vorkommen, wenn es totverletzt war und nachher trächtig wurde,", | |
| "und ihr Streit besteht in folgendem: R. Elie͑zer ist der Ansicht, was beide veranlassen<sup class=\"footnote-marker\">90</sup><i class=\"footnote\">Cf. Anm. 88 mut. mut.</i>, sei verboten, und die Rabbanan sind der Ansicht, was beide veranlassen, sei erlaubt.", | |
| "Und nach demjenigen, welcher sagt, das Totverletzte könne nicht gebären, kann es in dem Falle vorkommen, wenn es trächtig war und nachher totverletzt wurde, und ihr Streit besteht in folgendem: R. Elie͑zer ist der Ansicht, die Geburt sei ein Glied der Mutter, und die Rabbanan sind der Ansicht, die Geburt sei nicht Glied, der Mutter.", | |
| "R. Hona sagte: Die Weisen pflichten R. Elie͑zer bei hinsichtlich eines Küchleins von einem Ei einer totverletzten [Henne], daß es verboten sei. – Aus welchem Grunde? – Sie streiten gegen R. Elie͑zer nur hinsichtlich des Jungen eines Viehs, das sich in der Luft<sup class=\"footnote-marker\">91</sup><i class=\"footnote\">Sobald es den Körper der Mutter verläßt, ist es von diesem unabhängig.</i>entwickelt, hinsichtlich des Eies einer Totverletzten aber, das sich vom Körper der Henne entwickelt, pflichten auch die Rabbanan bei.", | |
| "Raba sprach zu R. Hona: Es gibt eine Lehre als Stütze für dich: Ein Löffel<sup class=\"footnote-marker\">92</sup><i class=\"footnote\">Cf. Naz. 50b.</i>voll Moder von einem lebenden Menschen ist nach R. Elie͑zer verunreinigend und nach den Weisen rein. Die Rabbanan streiten gegen ihn nur über den Moder, der [vom Körper] getrennt ist, bei einem Ei<sup class=\"footnote-marker\">93</sup><i class=\"footnote\">Dh. dem Küchlein von einem Ei.</i>aber, das vom Körper der Henne kommt, pflichten auch die Rabbanan bei.", | |
| "Abajje sprach zu ihm: Im Gegenteil, das Entgegengesetzte ist ja einleuchtend: R. Elie͑zer streitet gegen die Rabbanan nur über den Moder, weil der Mensch schon bei Lebzeiten Moder genannt wird, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">94</sup><i class=\"footnote\">Ij. 25,6.</i><i>nun gar der Mensch, Moder, und der Menschensohn, Gewürm</i>,", | |
| "bei einem Ei aber pflichtet auch R. Elie͑zer bei. Ferner wird ausdrücklich gelehrt: R. Elie͑zer pflichtet den Weisen bei, daß das Küchlein von einem Ei einer totverletzten [Henne] erlaubt sei. Dieser erwiderte: Ist dies gelehrt worden, so ist es gelehrt worden<sup class=\"footnote-marker\">95</sup><i class=\"footnote\">Dh. es wird schon stimmen.</i>.", | |
| "R. Ḥ<small>ANINA B</small>. A<small>RTIGONOS SAGT, WENN EIN TAUGLICHES &C</small>. Aus welchem Grunde, wollte man sagen, weil es von diesem gemästet wird, so müßte es demnach verboten sein, auch wenn man ihm Wicken vom Götzendienste zu fressen gegeben hat!?", | |
| "Vielmehr, lehrte R. Ḥanina aus Ṭriṭa vor R. Joḥanan, wenn es jeden Morgen die warme Milch gesogen hat, weil es damit von einer Stunde bis zur gleichen Stunde<sup class=\"footnote-marker\">96</sup><i class=\"footnote\">Des nächsten Tages, dh. volle 24 Stunden; es lebt also von der Mutter.</i>auskommen kann.", | |
| "A<small>LLE</small> O<small>PFERTIERE, DIE TOTVERLETZT WURDEN, DÜRFEN NICHT AUSGELÖST WERDEN &C</small>. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">97</sup><i class=\"footnote\">Dt. 12,15.</i><i>Du sollst schlachten</i>, aber nicht scheren; <i>du sollst essen</i>, aber nicht für deine Hunde; <i>Fleisch</i>, aber nicht Talg. Hieraus, daß man nicht Heiliges auslösen darf, um es Hunden zum Fressen zu geben.", | |
| "Manche lesen: <i>Du sollst schlachten und essen</i>, du darfst davon essen erst nach dem Schlachten. Er ist der Ansicht, man dürfe Heiliges auslösen, um es den Hunden zum Fressen zu geben.", | |
| "", | |
| "<sup>i</sup> <b>M</b>ANCHES <small>GILT BEIM</small> G<small>EHEILIGTEN FÜR DEN</small> A<small>LTAR, WAS NICHT BEIM</small> G<small>EHEILIGTEN FÜR DEN</small> T<small>EMPELREPARATURFONDS, UND MANCHES BEIM</small> G<small>EHEILIGTEN FÜR DEN</small> T<small>EMPELREPARATURFONDS, WAS NICHT BEIM</small> G<small>EHEILIGTEN FÜR DEN</small> A<small>LTAR</small>.", | |
| "D<small>AS</small> G<small>EHEILIGTE FÜR DEN</small> A<small>LTAR KANN UMGETAUSCHT WERDEN</small>, G<small>EHEILIGTES FÜR DEN</small> T<small>EMPELREPARATURFONDS KANN NICHT UMGETAUSCHT WERDEN; BEIM</small> G<small>EHEILIGTEN FÜR DEN</small> A<small>LTAR IST MAN SCHULDIG WEGEN</small> V<small>ERWERFLICHEM</small>, Z<small>URÜCKGEBLIEBENEM UND</small> U<small>NREINEM, \n</small>" | |
| ], | |
| [ | |
| "IHRE J<small>UNGEN UND IHRE</small> M<small>ILCH SIND NACH IHRER</small> A<small>USLÖSUNG VERBOTEN</small>, <small>WER SIE AUSSERHALB</small><sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Des Tempelhofes.</i> <small>SCHLACHTET, IST SCHULDIG, UND MAN DARF NICHT DAVON</small> H<small>ANDWERKERN</small><sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Für Tempelarbeiten.</i> <small>ALS</small> L<small>OHN GEBEN, WAS ABER BEIM</small> G<small>EHEILIGTEN FÜR DEN</small> T<small>EMPELREPARATURFONDS NICHT DER</small> F<small>ALL IST</small>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">ii</sup> M<small>ANCHES GILT NUR BEIM</small> G<small>EHEILIGTEN FÜR DEN</small> T<small>EMPELREPARATURFONDS</small>: G<small>EHEILIGTES OHNE</small> B<small>ESTIMMUNG IST FÜR DEN</small> T<small>EMPELREPARATURFONDS, DIE</small> H<small>EILIGUNG FÜR DEN</small> T<small>EMPELREPARATURFONDS ERSTRECKT SICH AUF ALLES, MAN BEGEHT EINE</small> V<small>ERUNTREUUNG AN IHREN</small> E<small>RZEUGNISSEN, UND DIE</small> P<small>RIESTER</small><sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">So richt, nach der Mišna separata u. Handschriften.</i> <small>HABEN NICHTS DAVON</small>.", | |
| "GEMARA. Ist es denn eine stichhaltige Regel, daß alles Geheiligte für den Altar umgetauscht werden kann, das Geflügel ist ja Geheiligtes für den Altar, und wir haben gelernt, Speisopfer und Geflügel können nicht umgetauscht werden!? – Er lehrt dies nur vom Vieh. –", | |
| "Das Junge<sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Eines Opfertieres.</i>ist ja Geheiligtes für den Altar, und wir haben gelernt, das Junge könne nicht umgetauscht werden!? – Hier ist die Ansicht R. Jehudas vertreten, welcher sagt, das Junge könne umgetauscht werden. –", | |
| "Das Umgetauschte selbst ist ja Geheiligtes für den Altar, und wir haben gelernt, Umgetauschtes könne nicht umgetauscht werden!? –", | |
| "Er spricht nur vom originären Schlachtopfer. – Da du nun darauf gekommen bist, so kannst du auch sagen, nach der Ansicht der Rabbanan, denn er lehrt dies nur vom originären Schlachtopfer.", | |
| "M<small>AN DARF NICHTS DAVON</small> H<small>ANDWERKERN GEBEN &C</small>. Geheiligtes für den Tempelreparaturfonds darf man also geben. [Woher dies?] R. Abahu erwiderte: Die Schrift sagt: <sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Dt. 28.</i><i>sie sollen mir machen</i>, von meinem<sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Auf Kosten des Heiligtums.</i>.", | |
| "M<small>ANCHES GILT BEIM</small> G<small>EHEILIGTEN FÜR DEN</small> T<small>EMPELREPARATUBFONDS &C</small>. Der Meister sagte, die Heiligung für den Tempelreparaturfonds erstrecke sich auf alles. Wer lehrte dies? R. Ḥija b. Abba erwiderte im Namen R. Joḥanans: Nicht R. Jehošua͑,", | |
| "denn es wird gelehrt: Wenn jemand sein Vermögen dem Heiligtume geweiht hat und darunter sich für den Altar geeignetes männliches und weibliches Vieh befindet, so sind, wie R. Elie͑zer sagt, die männlichen als Brandopfer und die weiblichen als Heilsopfer zu verkaufen, und der Erlös fällt mit dem übrigen Vermögen dem Tempelreparaturfonds zu.", | |
| "R. Jehošua͑ sagt, die männlichen sind selber als Brandopfer darzubringen<sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Hierbei handelt es sich um eine Heiligung ohne Bestimmung.</i> und die weiblichen als Heilsopfer zu verkaufen und für den Erlös Brandopfer darzubringen, und das übrige Vermögen fällt dem Tempelreparaturfonds zu.", | |
| "Er streitet somit gegen R. Ada b. Ahaba, denn R. Ada b. Ahaba sagte im Namen Rabhs: Bei einer Herde, die aus nur männlichen Tieren besteht, pflichtet auch R. Elie͑zer bei, daß niemand die Heiligung für den Altar läßt und für den Tempelreparaturfonds heiligt,", | |
| "sie streiten nur über eine Herde, die zur Hälfte aus männlichen und zur Hälfte aus weiblichen besteht; R. Elie͑zer ist der Ansicht, niemand teile sein Gelübde, und da die weiblichen keine Brandopfer sind, sind auch die männlichen keine Brandopfer,", | |
| "und R. Jehošua͑ ist der Ansicht, man teile<sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Je nachdem, wofür die gelobte Sache geeignet ist.</i> sein Gelübde.", | |
| "Manche haben folgende Fassung: R. Ada b. Ahaba sagte im Namen Rabhs: Hat jemand nur ein Vieh dem Heiligtum geweiht, so pflichtet auch R. Elie͑zer bei, daß niemand die Heiligung für den Altar läßt und für den Tempelreparaturfonds heiligt,", | |
| "sie streiten nur über den Fall, wenn damit noch anderes Vermögen vorhanden ist; R. Elie͑zer ist der Ansicht, niemand teile sein Gelübde, und da das übrige Vermögen kein Geheiligtes für den Altar ist, so ist auch das Vieh kein Geheiligtes für den Altar, und R. Jehošua͑ ist der Ansicht, man teile sein Gelübde. –", | |
| "[Wir haben gelernt:] Und ihr Erlös fällt mit dem übrigen Vermögen dem Tempelreparaturfonds zu. Erklärlich ist es nach der anderen Fassung, daß er lehrt: [fällt] mit dem übrigen Vermögen dem Tempelreparaturfonds zu,", | |
| "nach der ersten Fassung aber sollte er doch lehren: fällt dem Tempelreparaturfonds zu!? – Lies auch so: und ihr Erlös fällt dem Tempelreparaturfonds zu.", | |
| "D<small>IE</small> H<small>EILIGUNG FÜR DEN</small> T<small>EMPELUEPARATURFONDS ERSTRECKT SICH AUF ALLES</small>. Was schließt dies ein? Rabina erwiderte: Dies schließt Späne und Laub ein<sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Hat man einen Balken oder einen Baum geheiligt, so erstreckt sich die Heiligkeit auch auf diese.</i>.", | |
| "M<small>AN BEGEHT EINE</small> V<small>ERUNTREUUNG AN IHREN</small> E<small>RZEUGNISSEN</small>. Was schließt dies ein? R. Papa erwiderte: Dies schließt die Milch von Opfertieren und die Eier von Turteltauben<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Die als Opfer dargebracht werden.</i>ein.", | |
| "Wie gelehrt wird. Die Milch von Opfertieren und die Eier von Turteltauben darf man nicht nießbrauchen, jedoch begeht man an ihnen keine Veruntreuung. Dies gilt nur vom Geheiligten für den Altar, beim Geheiligten für den Tempelreparaturfonds aber begeht man, wenn man eine Henne geheiligt hat, eine Veruntreuung an ihrem Ei, und wenn eine Eselin, eine Veruntreuung an ihrer Milch.", | |
| "Und auch nach demjenigen, welcher sagt, man begehe eine Veruntreuung an Erzeugnissen [vom Geheiligten] für den Altar, gilt dies nur von Erzeugnissen, die für den Altar geeignet<sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Zur Opferung, wie die Jungen.</i>sind, an Erzeugnissen aber, die für den Altar nicht geeignet sind, begeht man keine Veruntreuung." | |
| ], | |
| [ | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">iii</sup> W<small>EDER</small> G<small>EHEILIGTES FÜR DEN</small> A<small>LTAR NOCH</small> G<small>EHEILIGTES FÜR DEN</small> T<small>EMPELREPARATURFONDS DARF MAN VON EINER</small> H<small>EILIGKEIT AUF EINE ANDERE</small> H<small>EILIGKEIT ABÄNDERN</small><sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Ist es für einen bestimmten Zweck geheiligt worden, so darf es nicht für einen anderen verwendet werden.</i>, <small>WOHL ABER DARF MAN IHREN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT DEM</small> H<small>EILIGTUME GELOBEN ODER ALS</small> G<small>EBANNTES WEIHEN, UND WENN SIE</small><sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">Opfertiere, deren Wert man für den Tempelreparaturfonds geweiht hat.</i><small>VERENDEN, SIND SIE ZU BEGRABEN</small>. R. Š<small>IMO͑N SAGT</small>, G<small>EHEILIGTES FÜR DEN</small> T<small>EMPELREPARATURFONDS IST, WENN ES VERENDET, AUSZULÖSEN</small>.", | |
| "GEMARA. R. Hona sagte: Hat man für den Altar Geheiligtes als Gebanntes für die Priester erfassen lassen, so hat man nichts getan<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Es ist wirkungslos.</i>. – Aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,28.</i><i>alles Gebannte ist hochheilig für den Herrn</i>; alles, was vom Hochheiligen gebannt wird, bleibt heilig für den Herrn.", | |
| "Man wandte ein: Hat man für den Tempelreparaturfonds Geheiligtes erfassen<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Für eine andere Heiligkeit.</i>lassen, einerlei ob als Geheiligtes für den Altar oder als Gebanntes für die Priester, so hat man nichts getan.", | |
| "Hat man für die Priester Gebanntes erfassen lassen, einerlei ob als Geheiligtes für den Altar oder als Geheiligtes für den Tempelreparaturfonds, so hat man nichts getan.", | |
| "Demnach ist, wenn man für den Altar Geheiligtes als Gebanntes für die Priester hat erfassen lassen, was man getan hat, gültig. Dies ist eine Widerlegung R. Honas!? –", | |
| "R. Hona kann dir erwidern: was er zurückläßt, ist folgendes: hat man für den Altar Geheiligtes für den Tempelreparaturfonds erfassen lassen, so ist, was man getan hat, gültig: wenn aber als Gebanntes für die Priester, so hat man nichts getan. –", | |
| "Sollte er es doch mit jenen lehren!? – Der Autor lehrt nur das, wobei zweierlei<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Erfassungen für andere Zwecke.</i>vorkommen kann, nicht aber das, wobei zweierlei nicht vorkommen kann. –", | |
| "Wir haben gelernt: Wohl aber darf man ihren Schätzungswert dem Geheiligten geloben [oder als Gebanntes weihen]. Doch wohl den Schätzungswert heiligen, für den Reparaturfonds, und als Gebanntes weihen, für die Priester!? –", | |
| "Nein, beides als Geheiligtes für den Tempelreparaturfonds, und es ist einerlei, ob man dabei den Ausdruck ‘Geheiligtes’ für den Tempelreparaturfonds oder den Ausdruck ‘Gebanntes’ für den Tempelreparaturfonds gebraucht. –", | |
| "Aber es wird ja anders gelehrt!? In einer Barajtha wird nämlich gelehrt: Man darf den Schätzungswert von Geheiligtem für den Tempelreparaturfonds als Gebanntes für die Priester weihen. Ferner wird folgendes gelehrt: Hat man für den Altar Geheiligtes als Gebanntes für die Priester geweiht, so ist, was man getan, gültig. Dies ist eine Widerlegung R. Honas. Eine Widerlegung. –", | |
| "R. Hona bezieht sich ja aber auf einen Schriftvers!? U͑la erwiderte: Die Schrift sagt <i>Gebanntes</i> und <i>alles</i><sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Das W. ‘alles’ ist einbegreifend u. bezieht sich auch auf Geheiligtes für den Altar.</i><i>Gebannte</i>. –", | |
| "Kann U͑la dies denn gesagt haben, U͑la sagte ja, wenn jemand ein Brandopfer für den Tempelreparaturfonds erfassen läßt, habe dies nur die Abhängigkeit" | |
| ], | |
| [ | |
| "von den Schatzmeister zur Folge<sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Es bleibt Brandopfer, nur ist es Eigentum des Tempels, u. der Schatzmeister muß als Vertreter bei der Opferung zugegen sein.</i>!? –", | |
| "Tatsächlich rabbanitisch, und der Schriftvers ist nur wegen der Veruntreuung<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Daß es eine solche auch beim Gebannten gebe.</i>nötig. –", | |
| "Wozu ist wegen der Veruntreuung ein Schriftvers nötig, es heißt ja dabei <i>hochheilig</i>!? –", | |
| "Auch nach deiner Auffassung [ist ja folgendes einzuwenden:] R. Jannaj sagte: Die Veruntreuung ist in der Tora nur beim Brandopfer genannt, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Lev. 5,15.</i><i>wenn jemand eine Veruntreuung begeht und sich versehentlich am Geheiligten des Herrn versündigt</i>, nur was für den Herrn allein bestimmt ist, hinsichtlich des Sündopfers und des Schuldopfers<sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">An denen die Priester beteiligt sind.</i>aber ist dies aus einer Lehre Rabbis zu entnehmen,", | |
| "denn es wird gelehrt: Rabbi sagte:<sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Lev. 3,16.</i><i>Alles Fett gehört dem Herrn</i>, dies schließt die Opferteile der minderheiligen Opfer hinsichtlich der Veruntreuung ein.", | |
| "Wozu ist nun der Schriftvers nötig, bei diesen heißt es ja<sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 6,22 u. 7,6.</i><i>hochheilig</i>!? Bei diesen ist also, obgleich es bei ihnen <i>hochheilig</i> heißt, ein Schriftvers nötig, sie hinsichtlich der Veruntreuung einzuschließen, ebenso ist beim Gebannten, obgleich es dabei <i>hochheilig</i> heißt, ein Schriftvers nötig, es hinsichtlich der Veruntreuung einzuschließen.", | |
| "Der Text. Wenn jemand ein Brandopfer für den Tempelreparaturfonds heiligt, so hat es nur die Abhängigkeit von den Schatzmeistern zur Folge. Man wandte ein: Wenn jemand ein Brandopfer für den Tempelreparaturfonds heiligt, so darf er es nicht eher schlachten, als bis er es ausgelöst hat!? –", | |
| "Rabbanitisch. Dies ist auch einleuchtend, denn im Schlußsatze lehrt er: hat er übertreten und es geschlachtet, so ist, was er getan hat, gültig. –", | |
| "Wie ist, wenn rabbanitisch, der Schlußsatz zu erklären: und er begeht daran zwei<sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Es ist Geheiligtes für den Altar u. Geheiligtes für den Tempelreparaturfonds.</i>Veruntreuungen; wieso begeht er, wenn rabbanitisch, zwei Veruntreuungen!? – Er meint es wie folgt: er sollte daran zwei Veruntreuungen begehen.", | |
| "W<small>ENN SIE VERENDEN, SIND SIE ZU BEGRABEN &C</small>.", | |
| "R. Joḥanan sagte: Nach den Rabbanan war sowohl Geheiligtes für den Altar als auch Geheiligtes für den Tempelreparaturfonds hinsichtlich des Hinstellens und Schätzens<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 27,11,12.</i>einbegriffen.", | |
| "Reš Laqiš aber sagte: Nach den Rabbanan war nur Geheiligtes für den Tempelreparaturfonds hinsichtlich des Hinstellens und Schätzens einbegriffen, Geheiligtes für den Altar aber war hinsichtlich des Hinstellens und Schätzens nicht einbegriffen.", | |
| "Beide pflichten jedoch bei, daß nach R. Šimo͑n Geheiligtes für den Tempelreparaturfonds hinsichtlich des Hinstellens und Schätzens nicht einbegriffen war, und Geheiligtes für den Altar hinsichtlich des Hinstellens und Schätzens wohl einbegriffen war. Und beide stimmen überein, daß ein von früher her fehlerbehaftetes [Vieh] hinsichtlich des Hinstellens und Schätzens nicht einbegriffen war. –", | |
| "Wir haben gelernt: R. Šimo͑n sagt, Geheiligtes für den Tempelreparaturfonds ist, wenn es verendet, auszulösen. Erklärlich ist es nach R. Joḥanan, weicher sagt, nach den Rabbanan war sowohl das eine als auch das andere hinsichtlich des Hinstellens und Schätzens einbegriffen, daß R. Šimo͑n das Geheiligte für den Tempelreparaturfonds besonders zu nennen braucht, daß es, wenn es verendet, auszulösen sei.", | |
| "wozu aber braucht er nach Reš Laqiš es besonders zu nennen, er sollte doch sagen: verenden sie, so sind sie auszulösen<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Da auch die Rabbanan nur vom Geheiligten für den Tempelreparaturfonds sprechen.</i>!? –", | |
| "Reš Laqiš kann dir erwidern: R. Šimo͑n verstand den ersten Autor nicht und sprach zu ihm wie folgt: meinst du Geheiligtes für den Altar, so pflichte ich dir bei, Geheiligtes für den Tempelreparaturfonds aber ist, wenn es verendet, auszulösen.", | |
| "Übereinstimmend mit R. Joḥanan wird gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,9; in den Parallelstellen (Men. Fol. 101a u. Bek. Fol. 37b) wird richt. Lev. 27,11 angezogen.</i><i>Wenn irgend ein Vieh, wie man &c. darbringen darf</i>; die Schrift spricht von fehlerbehafteten, die auszulösen sind.", | |
| "Du sagst, von fehlerbehafteten, vielleicht ist dem nicht so, sondern von einem unreinen Vieh? Wenn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,27.</i><i>wenn vom unreinen Vieh, so löse er aus nach Schätzung</i>, so wird ja vom unreinen Vieh schon gesprochen," | |
| ], | |
| [ | |
| "somit beziehe ich die Worte: <i>wenn irgend ein Vieh, wie man davon ein Opfer für den Herrn nicht darbringen darf</i>, auf fehlerbehaftete, daß sie auzulösen sind.", | |
| "Man könnte glauben, sie seien auch wegen eines vorübergehenden Leibesfehlers auszulösen, so heißt es: <i>wie man davon nicht darbringen darf</i>, das überhaupt nicht dargebracht werden darf, ausgenommen ein solches, das heute nicht dargebracht werden darf, wohl aber morgen.", | |
| "Und der Allbarmherzige sagt, dabei sei das Hinstellen und Schätzen erforderlich.", | |
| "R. Gidel sagte im Namen Rabhs: Was ist der Grund des Reš Laqiš, welcher sagt, nach den Rabbanan sei Geheiligtes für den Tempelreparaturfonds hinsichtlich des Hinstellens und Schätzens einbegriffen, Geheiligtes für den Altar aber hinsichtlich des Hinstellens und Schätzens nicht einbegriffen? Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 12.</i><i>und der Priester schätze es, ob gut oder schlecht</i>;", | |
| "was ist es, wobei zwischen gut und schlecht nicht unterschieden wird? Sage, das ist das Geheiligte für den Tempelreparaturfonds, und die Schrift sagt <i>es</i>, was Geheiligtes für den Altar ausschließt. –", | |
| "Was schließt nach R. Joḥanan das <i>es</i> aus? – Dies schließt das von früher her fehlerbehaftete aus. –", | |
| "Der Autor der Schule Levis sagt ja aber, auch, ein von früher her fehlerbehaftetes sei hinsichtlich des Hinstellens und Schätzens einbegriffen, denn Levi lehrte, alles war hinsichtlich des Hinstellens und Schätzens einbegriffen, auch ein von früher her fehlerbehaftetes, und ebenso lehrte Levi in seiner Barajtha, sogar Wild und Geflügel<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Die für den Altar überhaupt nicht verwendbar sind.</i>; es heißt ja <i>es</i>!? – Ein Einwand.", | |
| "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Was ist der Grund des Reš Laqiš, welcher sagt: Geheiligtes für den Altar war hinsichtlich des Schätzens und Hinstellens einbegriffen, nicht aber war es das Geheiligte des Tempelreparaturfonds? Die Schrift sagt: <i>und der Priester schätze es, ob gut oder schlecht</i>; das Geheiligte für den Altar ist es, wobei zwischen gut und schlecht unterschieden wird, und die Schrift sagt <i>es</i>, das Geheiligte für den Tempelreparaturfonds auszuschließen. –", | |
| "Demnach sollte es doch heißen: zwischen gut und schlecht<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Dies würde heißen: es sei zu unterscheiden; dagegen gebraucht die Schrift die Wendung ‘ob gut od. schlecht’, dh. es sei einerlei.</i>!? –", | |
| "Ein Einwand. Man wandte ein: Verenden sie fehlerfrei, so sind sie zu begraben, wenn fehlerbehaftet, so sind sie auszulösen. Diese Worte gelten nur vom Geheiligten für den Altar, Geheiligtes für den Tempelreparaturfonds aber ist, ob fehlerfrei oder fehlerbehaftet, zu begraben.", | |
| "R. Šimo͑n sagt, sowohl Geheiligtes für den Altar als auch Geheiligtes für den Tempelreparaturfonds sei fehlerfrei zu begraben und fehlerbehaftet auszulösen. Der Anfangsatz ist also eine Widerlegung R. Joḥanans!? –", | |
| "R. Joḥanan kann dir erwidern: hier wird von einem von früher her fehlerbehafteten gesprochen.", | |
| "Dies ist auch einleuchtend, denn wenn man sagen wollte, wenn die Heiligung vor dem Leibesfehler erfolgt ist, so sollte doch R. Šimo͑n hinsichtlich dieses Falles streiten. Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß hier von einem von früher her fehlerbehafteten [gesprochen wird]. –", | |
| "Demnach wäre dies ja eine Widerlegung des Reš Laqiš!? –", | |
| "Reš Laqiš bezieht dies auf den Fall, wenn die Heiligung vor dem Leibesfehler erfolgt ist. – Demnach sollte doch R. Šimo͑n hinsichtlich dieses Falles streiten!? –", | |
| "Reš Laqiš wendet es um und erhebt folgenden Einwand<sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Gegen RJ.</i>aus einer anderen Mekhilta<sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">Sammlung von im Umlauf befindlichen Lehren aus der tannaítischen Zeit. Diesen Namen führt hauptsächlich ein halakhischer Kommentar zum Buche Exodus. Die etymolog. Ableitung von <span dir=\"rtl\">כול</span>, messen (<span dir=\"rtl\">מכילתא</span> Maß, Norm), ist weniger befriedigend als die Identifizierung mit <span dir=\"rtl\">מגילתא</span>, Buchrolle, dem auch die Bezeichnungen <span dir=\"rtl\">ספרא</span> u. <span dir=\"rtl\">ספרי</span> für die gleichen Kommentare zu den übrigen Büchern des Pentateuchs entsprechen.</i>: Verenden sie, ob fehlerfrei oder fehlerbehaftet, so sind sie zu begraben.", | |
| "R. Šimo͑n sagt, fehlerfreie seien zu begraben, fehlerbehaftete seien auszulösen. Diese Worte<sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Der in der Extraausgabe fehlende Satz war auch den Tosaphoth unbekannt; wie aus den Kommentaren zu ersehen, befindet er sich in den kursierenden Ausgaben an falscher Stelle.</i>gelten nur vom Geheiligten für den Tempelreparaturfonds, Opfertiere aber sind auszulösen. – Der Schlußsatz ist ja eine Widerlegung R. Joḥanans!? –", | |
| "R. Joḥanan kann dir erwidern: hier wird von einem von früher her fehlerbehafteten gesprochen. Dies ist auch einleuchtend, denn wenn man sagen wollte, wenn die Heiligung vor dem Leibesfehler erfolgt ist, so sollte doch R. Šimo͑n hinsichtlich dieses Falles streiten. –", | |
| "Demnach wäre dies ja eine Widerlegung des Reš Laqiš!? – Reš Laqiš kann dir erwidern: hier wird von dem Falle gesprochen, wenn die Heiligung vor dem Leibesfehler erfolgt ist. – Sollte doch R. Šimo͑n hinsichtlich dieses Falles streiten!? – Reš Laqiš kann dir erwidern: dem ist auch so, daß R. Šimo͑n streitet.", | |
| "R. Jirmeja sprach zu R. Zera: Nach Reš Laqiš, welcher sagt, nach den Rabbanan sei das für den Altar Geheiligte hinsichtlich des Hinstellens und Schätzens nicht einbegriffen, ist ja, da gelehrt wird, das für den Altar Geheiligte" | |
| ], | |
| [ | |
| "sei fehlerbehaftet auszulösen, was auf den Fall bezogen wird, wenn die Heiligung vor dem Leibesfehler erfolgt ist, hieraus zu entnehmen, daß man Opfertiere auslöse, um sie Hunden zum Fressen zu geben. –", | |
| "Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn man übertreten und es geschlachtet<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Dies ist unter ‘verendet’ zu verstehen.</i>hat.", | |
| "Wie gelehrt wird: Alle Opfertiere, die einen Leibesfehler bekommen haben, die man geschlachtet hat, sind, wie R. Meír sagt, zu begraben, und wie die Weisen sagen, auszulösen.", | |
| "R. Jirmeja sprach zu R. Zera: Wieso sind nach R. Šimo͑n, welcher sagt, Geheiligtes für den Tempelreparaturfonds sei hinsichtlich des Hinstellens und Schätzens nicht einbegriffen, fehlerfreie zu begraben? – Weil sie zur Darbringung geeignet sind.", | |
| "Wie gelehrt wird: Wenn jemand fehlerfreie [Tiere] für den Tempelreparaturfonds erfassen läßt, so sind sie, wenn sie ausgelöst werden, nur für den Altar auszulösen, denn alles, was für den Altar geeignet ist, kommt nie aus dem Besitze des Altars.", | |
| "R. Papa sprach zu Abajje, und wie manche sagen, zu Raba: Nach R. Joḥanan, der es auf ein von früher her fehlerbehaftetes bezieht, sind alle der Ansicht, das von früher her fehlerbehaftete sei hinsichtlich des Hinstellens und Schätzens nicht einbegriffen.", | |
| "Etwa nicht, wir haben ja gelernt: Alle Opfertiere, die einen dauernden Leibesfehler vor ihrer Heiligung hatten und ausgelöst worden sind, sind pflichtig für die Erstgeburt und die Priestergaben, sie werden nach ihrer Auslösung profan zur Schur und zur Arbeit,", | |
| "ihre Jungen und ihre Milch sind erlaubt, wer sie außerhalb<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Des Tempelhofes.</i>schlachtet, ist frei, sie können nicht umgetauscht werden, und wenn sie verenden, sind sie auszulösen.", | |
| "Hierzu sagte R. Jehuda im Namen Rabhs, dies sei die Ansicht R. Šimo͑ns, welcher sagt, Geheiligtes für den Altar war hinsichtlich des Hinstellens und Schätzens einbegriffen, Geheiligtes für den Tempelreparaturfonds war es nicht. Wie wir gelernt haben: R. Šimo͑n sagt, für den Tempelreparaturfonds geheiligte [Tiere] seien, wenn sie verenden, auszulösen.", | |
| "Jedoch pflichtet R. Šimo͑n bei, daß ein von früher her fehlerbehaftetes auszulösen sei, denn die Schrift sagt<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 12.</i><i>es</i>, und das <i>es</i> schließt das von früher her fehlerbehaftete aus.", | |
| "Die Weisen aber sagen, auch das von früher her fehlerbehaftete sei hinsichtlich des Hinstellens und Schätzens einbegriffen. Dieser erwiderte: Unter Weisen ist der Autor der Schule<sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">Ob. Fol. 33a.</i>Levis zu verstehen. – Wieso heißt es demnach, dies sei die Ansicht R. Šimo͑ns, und nichts weiter, er sollte ja sagen, dies sei die Ansicht R. Šimo͑ns und seiner Gegner<sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Da auch nach den Rabbanan von früher her fehlerbehaftete diesbezügl. nicht einbegriffen sind.</i>!?", | |
| "Dieser erwiderte: Er lehrt deshalb nicht demgemäß, weil Rabh der Ansicht des Reš Laqiš ist, welcher sagt, nach den Rabbanan sei Geheiligtes für den Tempelreparaturfonds hinsichtlich des Hinstellens und Schätzens einbegriffen, und Geheiligtes für den Altar sei es nicht.", | |
| "Im Anfangsatze<sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Der von vor der Heiligung fehlerbehafteten Tieren spricht.</i>Iehrt er: verenden sie, so sind sie auszulösen, und im Schlußsatze<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Der von solchen nach der Heiligung spricht.</i>lehrt er: verenden sie, so sind sie zu begraben.", | |
| "Wenn du aber willst, sage ich: Rabh ist der Ansicht R. Joḥanans, und wenn du einwendest, er sollte ja sagen, dies sei die Ansicht R. Šimo͑ns und seiner Gegner, so lies auch demgemäß.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">iv</sup> <b>F</b><small>OLGENDES IST ZU VERGRABEN: HAT EIN</small> O<small>PFERTIER ABORTIERT, SO IST</small> [<small>DIE</small> F<small>EHLGEBURT</small>] <small>ZU VERGRABEN, HAT ES EINE</small> E<small>IHAUT GEWORFEN, SO IST SIE ZU VERGRABEN, FERNER DAS GESTEINIGTE</small> R<small>IND</small><sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Cf. Ex. 21,29.</i>, <small>DAS GENICKBROCHENE</small> K<small>ALB</small><sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Cf. Dt. 21,4.</i>, <small>DIE</small> V<small>ÖGEL</small><sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 14,4.</i><small>DES</small> A<small>USSÄTZIGEN, DAS</small> H<small>AAR</small><sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Cf. Num. 6,9.</i><small>DES</small> N<small>AZIRÄERS, \n</small>", | |
| "DAS E<small>RSTGEBORENE DES</small> E<small>SELS</small><sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">Das nicht ausgelöst worden ist; cf. Ex. 13,13.</i>, F<small>LEISCH IN</small> M<small>ILCH, UND</small> P<small>ROFANES, DAS IM</small> T<small>EMPELHOFE GESCHLACHTET WORDEN IST</small>. R. Š<small>IMO͑N SAGT</small>, P<small>ROFANES, DAS IM</small> T<small>EMPELHOFE GESCHLACHTET WORDEN IST, SEI ZU VERBRENNEN, DESGLEICHEN EIN</small> W<small>ILD, DAS IM</small> T<small>EMPELHOFE GESCHLACHTET WORDEN IST</small>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">v</sup> F<small>OLGENDES IST ZU VERBRENNEN</small>: G<small>ESÄUERTES AM</small> P<small>ESAḤFESTE IST ZU VERBRENNEN, UNBEINE</small> H<small>EBE</small>, U<small>NGEWEIHTES UND</small> M<small>ISCHFRUCHT</small> (<small>DES</small> W<small>EINBERGES</small>) <small>SIND, WAS MAN ZU VERBRENNEN PFLEGT, ZU VERBRENNEN, UND WAS MAN ZU VERGRABEN PFLEGT, ZU VERGRABEN</small>. B<small>ROT UND</small> Ö<small>L VON</small> H<small>EBE DARF MAN ZUM</small> B<small>RENNEN VERWENDEN</small>. <sup class=\"footnote-marker\">vi</sup> A<small>LLE</small> O<small>PFERTIERE, DIE AUSSERHALB DER</small> F<small>RIST UND AUSSERHALB DES</small> R<small>AUMES</small><sup class=\"footnote-marker\">47</sup><i class=\"footnote\">Die hierfür in der Schrift festgesetzt sind.</i><small>GESCHLACHTET WORDEN SIND, SIND ZU VERBRENNEN</small>." | |
| ], | |
| [ | |
| "D<small>AS</small> S<small>CHWEBE</small>-S<small>CHULDOPFER IST ZU VERBRENNEN</small>; R. J<small>EHUDA SAGT, ZU VERGRABEN</small>. D<small>AS IM</small> Z<small>WEIFEL</small><sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Das beispielsweise eine Gebärende darzubringen hat (cf. Lev. 12,8), es aber zweifelhaft ist, ob es eine wirkliche Geburt war.</i><small>DARGEBRACHTE</small> G<small>EFLÜGEL</small>-S<small>ÜNDOPFER IST ZU VERBRENNEN</small>; R. J<small>EHUDA SAGT, MAN WERFE ES IN DEN</small> K<small>ANAL</small><sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">Im Tempelhofe, wo das Opferblut abfließt.</i>.", | |
| "W<small>AS ZU VERGRABEN IST, DARF NICHT VERBRANNT WERDEN, UND WAS ZU VERBRENNEN IST, DARF NICHT VERGRABEN WERDEN</small>. R. J<small>EHUDA SAGT, WER FÜR SICH ERSCHWEREN WILL, DAS ZU VERBRENNEN, WAS ZU VERGRABEN IST, DÜRFE DIES</small>. S<small>IE SPRACHEN ZU IHM</small>: E<small>S IST NICHT ERLAUBT, ANDERS ZU VERFAHREN</small>.", | |
| "GEMARA. Das Haar des Naziräers ist zu vergraben. Ṭabi wies R. Naḥman auf einen Widerspruch hin. Wir haben gelernt, das Haar des Naziräers sei zu vergraben, und dem widersprechend [wird gelehrt], wenn jemand einen einen Siṭ [langen Faden] von der Wolle eines Erstgeborenen [in ein Gewand] einwebt, sei das Gewand zu verbrennen, und wenn vom Haar des Naziräers oder des Erstgeborenen eines Esels in einen Sack, sei der Sack zu verbrennen!?", | |
| "Dieser erwiderte: Das eine gilt von einem unreinen Naziräer und das andere gilt von einem reinen<sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">Letzteres ist zu verbrennen; cf. Num. 6,18.</i>Naziräer.", | |
| "Jener sprach zu ihm: Du hast es hinsichtlich des Naziräers erklärt, hinsichtlich des Erstgeborenen des Esels aber besteht ja ein Widerspruch!? Da schwieg er und erwiderte ihm nichts.", | |
| "Hierauf sprach er zu ihm: Hast du etwas hierüber gehört? Da erwiderte er: Folgendes sagte R. Šešeth: dieses gilt von einem Sack und jenes gilt vom Haar<sup class=\"footnote-marker\">51</sup><i class=\"footnote\">Für das Haar genügt das Vergraben, einen Sack aber muß man verbrennen, da jemand ihn ausgraben u. benutzen könnte.</i>. Es wurde auch gelehrt. R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Dieses gilt von einem Sack und jenes gilt vom Haar. R. Elea͑zar erwiderte: Dieses<sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Beide Lehren handeln von einem Sack.</i>gilt von einem reinen Naziräer und jenes gilt von einem unreinen Naziräer.", | |
| "Jener entgegnete: Es sollte sich doch im Sack durch die Mehrheit<sup class=\"footnote-marker\">53</sup><i class=\"footnote\">Nach dem Wortlaute der Lehre gilt dies ja auch von einzelnen Haaren.</i>verlieren!? R. Papa erwiderte: Dies gilt von einem Vögelchen<sup class=\"footnote-marker\">54</sup><i class=\"footnote\">Wenn man eine kleine Figur, beispielsweise ein Vögelchen, eingestickt hat; eine solche verliert sich nicht.</i>. – Man kann ja das Vögelchen heraustrennen!?", | |
| "R. Jirmeja erwiderte: Hier ist die Ansicht R. Jehudas vertreten, welcher sagt, wer für sich erschweren will, das zu verbrennen, was zu vergraben ist, dürfe dies. Jener entgegnete: Wir erheben den Einwand, man sollte es heraustrennen, und du erklärst, hier sei R. Jehuda vertreten<sup class=\"footnote-marker\">55</sup><i class=\"footnote\">Wenn es ein Mittel gibt, ist keine Erschwerung nötig.</i>!? –", | |
| "Ich meine es wie folgt: kann man es heraustrennen, so ist es recht, sonst aber<sup class=\"footnote-marker\">56</sup><i class=\"footnote\">Wie Elias Wilna richtig bemerkt, sind die sprachlich schwierigen W.e <span dir=\"rtl\">ואם לאו</span> aus der Abbreviatur <span dir=\"rtl\">וא״ל</span>, entstanden, die <span dir=\"rtl\">ואמינא לך</span> heißen soll.</i>addiziere man es R. Jehuda, welcher sagt, wer für sich erschweren will, das zu verbrennen, was zu vergraben ist, dürfe dies.", | |
| "F<small>OLGENDES IST ZU VERBRENNEN</small>. Der Meister sagte, Gesäuertes am Pesaḥfeste sei zu verbrennen, somit lehrt uns der Autor anonym<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Die Halakha wird nach der anonymen Lehre entschieden.</i>nach R. Jehuda, welcher sagt, die Forträumung des Gesäuerten habe durch Verbrennung zu erfolgen.", | |
| "U<small>NREINE</small> H<small>EBE</small>, U<small>NGEWEIHTES &C</small>. Wieso dies? – Speisen durch Verbrennen, Getränke durch Vergraben.", | |
| "D<small>AS</small> V<small>OGEL</small>-S<small>ÜNDOPFER &C</small>. Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Das im Zweifel dargebrachte Sündopfer werfe man in den Kanal; man zerschneide es gliedweise und werfe [die Stücke] in den Kanal, sodaß es fortgeschwemmt wird und in den Qidronbach gelangt.", | |
| "W<small>AS ZU VERGRABEN IST, DARF NICHT VERBRANNT &C</small>. Weshalb? – Weil der Staub der zu vergrabenden verboten ist und der Staub der zu verbrennenden erlaubt ist. –", | |
| "Es wird ja aber gelehrt, Menstruationsblut und Totenfleisch, die zerbröckelt sind, seien rein<sup class=\"footnote-marker\">58</sup><i class=\"footnote\">Nicht levit. verunreinigend.</i>; doch wohl rein und erlaubt!? – Nein, rein und verboten.", | |
| "R. Pinḥas wandte ein: Wenn vom Geflügel-Brandopfer das Blut ausgepreßt worden<sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 1,15.</i>ist, so scheiden Kropf und Gefieder aus der Veruntreuung<sup class=\"footnote-marker\">60</sup><i class=\"footnote\">Man begeht an ihnen nicht mehr das Verbot der Veruntreuung am Geheiligten.</i>aus. Sie scheiden wohl aus der Veruntreuung aus und sind erlaubt!? – Nein, sie scheiden aus der Veruntreuung aus und sind verboten. –", | |
| "Ist denn die Asche vom verbrannten Geheiligten erlaubt, es wird ja gelehrt: Von allem, was zu verbrennen ist, sei die Asche erlaubt, ausgenommen die Asche der Ašera; die Asche vom Geheiligten ist für immer verboten.", | |
| "Er lehrt sie nicht zusammen<sup class=\"footnote-marker\">61</sup><i class=\"footnote\">Er lehrt von der Ašera u. vom Geheiligten in 2 besonderen Sätzen.</i>, weil es für die Ašera eine Entheiligung durch einen Nichtjuden<sup class=\"footnote-marker\">62</sup><i class=\"footnote\">Cf. Az. Fol. 52b seqq.</i>gibt, während es für das Geheiligte nie eine Entheiligung gibt. Er lehrt also, daß die Asche des Geheiligten für immer verboten sei!?", | |
| "Rami b. Ḥama erwiderte: Wenn beispielsweise im Holze vom Geheiligten ein Brand von selbst entstanden ist. Weil man nicht weiß, wer es war, und niemand da ist, der die Veruntreuung begangen<sup class=\"footnote-marker\">63</sup><i class=\"footnote\">Es in Brand gesetzt.</i>hat, wodurch die Asche profan werden<sup class=\"footnote-marker\">64</sup><i class=\"footnote\">In diesem Falle bleibt die Asche für immer verboten.</i>könnte.", | |
| "R. Šema͑ja erwiderte: Jene Lehre bezieht sich auf die [vom Altar] abgehobene Asche, die für immer verboten ist.", | |
| "Es wird nämlich gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">65</sup><i class=\"footnote\">Lev. 6,3.</i><i>Er lege sie hin</i>, langsam; <i>er lege sie hin</i>, vollständig; <i>er lege sie hin</i>, er darf nichts verstreuen." | |
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